Gb 1065 Hannoversches Kirchen Gesangbuch, Anhange, Gebetbuche nebst einem und den Episteln. Auf Seiner Königlichen Majestät Allergnädigsten Befehl herausgegeben. Mit Königlichem Allergnädigsten Privilegio. ( 3um Besten des Calenberg- Grubenhagenschen Waisen- Instituts.) Achtundsiebenzigste Auflage. Mit stehenden Schriften. Hannover. Gedruckt und zu bekommen bei P. L. Schlüter. 1851. heangue. one mbin ១ ៧.៦ 5 ។ ៥-១ អ shudhich sgundule - ៩ ថ 1 U 1149 ip to ÎÎ p.“, ig it up, it is a b ១៩-៧១ ហិ ន្ត( 11) .uigslidirk msgidhugrall.10.pilgiad Ut ( can2= tsp badding dailot, ukule .nihOadult righ ពិត ព្រះ ទ័ nh? idd_mer up 1321 0001100101102 OSO ESOT 1801 2080030685318 ED 01 LIS 1b0n6 -abletten 110 mspininiszd mad mod jodimi dod no — thom paudulming and en m Inhalt Juhalt. mind no m Die Zahlen bedeuten die Nummern der Gefänge... 2000-20 1. Lobgefänge 2. Sonntagsgefänge 3. Bei dem Anfange der Woche 4. Bei dem Schlusse der Woche - 4 -lainnodom H enaline nd 1928 d I. Lob- und Wochengefängen mod now e con and 198 135. 1020 elugTing Top HOUR 1031. 36 51. 1035. 1036. 52. 53. - stallsize ma moitomom AT 1 St 81 II. Festgesänge. CRE 1. Bet dem Unfange des Kirchenjahrs54. 55. 2. Adventsgesänge 3. Weihnachtsgesänge 5664. 1037. 1038. 65 84. 1039- 1043. 1044. 1045. 4. Neujahrsgefänge 85 94, 95- 99. 99. 100. 5. Auf das Fest der Erscheinung Christi-- 6. Auf das Fest der Darstellung Christi im Tempel 7. Auf das Fest der Menschwerdung Chrifti 101- 103. 104 175. 1046- 1055. 19 dan 9. Oftergesänge 176 193. 1056- 1061. 10. Auf das Fest der Himmelfahrt Christi 194-200. 1062, 1063. 8. Paffionsgefänge 11. 801100 110 mot slad 1 11 - Inhalt. VIII. Morgen-, Tisch- und Abendgesänge. 1. Morgenlieder 2. Zischgesänge 3. Abendlieder- - 2011 gall f IX. Berufs-, Standes- und Reiselieder. day and lettimang sid niet nood Jo snels sing 1. Für jeden Stand insgemein 2. Für die drei Hauptstände 3. Für einige einzelne Gewerbe, auch alte Leute 4. Reisegesänge -960- 975. 976- 981. 982- 998. 2311-1 T 0811 018-000 are 112 - car sitede 999- 1001. 1002-1012. Univ.- Bibl. Giessen 1013- 1016. 1017 1019. ispitoinom mnd. nov pal@ mil id and IV most da se mall 1 side od paudojak nnd no'S The bad nemok 3 diofe asutuse me. do128 Misigiwo and og god mo I. Lob Biblische Vorlesungen an den Sonntagen. Vormittags.upinist paupinis. Bioachmittags. 10 the Epistel an die Römer. Upoftel- Geschichte. Evangelium Marci. 1 und 2 Epiftel an die Corinther. Evangelium Johannis. U Episteln Petri, Johannis, Jacobi Evangelium Matthäi. und Judä. Evangelium Luca. Vormittags. TET Anmerk. 1. Wenn solchergestalt das Neue Testament geendet ist, so kommen nachher diejenigen Bücher auf den Vormittag, die vorhin Nachmittags verlesen worden, und die auf den Nachmittag, die vorhin am Vormittage gebraucht sind. putuplómin. 1-5. C. 15. 6. 20, 11-15. C. 21. 6. 22. in Unmerk. 2. Wenn ein Buch von obigen eher zu Ende kömmt, als das mit ihm zugleich vorgeschriebene, so werden auserlesene Stücke aus dem alten Testamente, sonderlich aus den Psalmen und Sprüchwörtern, so lange verlesen, bis das andere Buch geendet ist. Psalm 40, sonderlich v. 6-18. oder was in der Ordnung folget. Epistel an die Galater bis an den Philemon. ? sic koto Biblische Vorlesungen an Festen und ähnlichen Tagen. hinn Nachmittags. Am 1. Advents- Sonntage. Psalm 90. Psalm 33. 1. Johann.€.4, v. 1416. Epistel an die Hebräer und aus der Offenbarung Johannis Röm. C. 8, c. 28-39. $.0 J184D Um I. Weihnachts- Tage. Um Sonntage m Hebr. C. 2. Um II. Weihnachts- Tage. 1. Tim. C. 3, v. 15. Ein Pfeiler:: S. 4, v. 16. nach Weihnachten. mon Psalm 139. Um Neuen Jahrs- Tage. Psalm 67. Um VI IX 10 ele Vormittags.palachmittags.dice Um Feste der Erscheinung Christi. Ephef. G. 2, v. 4:22. 1 Johann. 6. 1. Am Tage Marià Reinigung. op als Coloffer C. 2. mare sidan Fasten- Zeit. no 530 791clpito Die Passions- glige mo Geschichte. wo dun ba teinullagane Um Sonnt. Quinquag. Matth. C. 16, v. 13. et 21-28. oder 13 394 21110s Um Tage der Verkündigung Maria. Röm. C. 5. Invocavit. 1 Cor. C. 1, v. 18-31. Reminisc. 2 Cor. G. 5, v. 14-21. quiningpeculi. Hebr. C. 12, v. 1 15. Lätare. Joh. 6. 17.002 N Palmarum. Sef. C. 52, v. 13. C. 53, v. 12. 1. jad Johann. C. 6, v 47-58. oder 100 Psalm 111. duil jouerdia 98 Matth. E. 28. in Immo 1 Corinth. 6. 2. Um grünen Donnerstage. sito d Um II. Jefaiä 6. 42, v. 1-12. 1 Corinth. 6. 15, v. 1-22. wydan bod Kuf Christi pebraer E. 4, v. 14- 6. 5. v. 9. Um I. Ephef.. 1, v. 2:23. Jist Pfalm 145. nogimpig Um I. Ofter- Tage. 1 Petr. 6. 1., sonderlich v. 3-21. jmse aigude St Hote minida Joh. 6. 14, v. 1:17. Lucă G. 3 v. 2= 22. Die Passion- Geschichte. Ofter- Tage. Um Feste der woor 1 Corinth. C. 15, v. 35-58. Himmelfahrt. hoja Hebräer G. 9, v 21-6.10, v. 14. Pfingsttage. Um II. Pfingst- Tage. Römer C. 8, v. 1-11. Apost. Gesch. G. 2, v. 32-47. Dreieinigkeit.isor Mos. C. 6. v. 1-15. oder DICT OF THING 53ef. G. 48, v. 10- 22. Um Johannis- Tage. Die in der Ordlung folgende oder Jesaiä 4 ganz. Um Tage Marià- Heimsuchung. Um 1 Chron. C. 30, 1, 10:18. Engel- Feste. Pf. 103. Pf. 104, b. 1-15. 24:35. Um Reformations- Feste. Matth.. 11, v. 20: 30.70 1 Corinth. 6. 3. 1.60 00 mise tudi Jess I. Lob- und Wochen- Gesänge.d 1. Lob- Gesänge und zwar Aufmunterungs- Lieder zum Lobe GOttes. Noo Mel. Helft mir GOtts gute zc. L seine obt GOTT mit vollem schalle Preist majestát Ihr creatu ren alle! So weit die onne geht: Verehrt sein heiligthum So weit der himmel reichet. Was erd und meer burchstreichet, Erhebe seinen uhm. 1 2. Jhr reine himmels- geister!! Drwecket euren fleiß; Gebt eurem Errn und meister Dant, ehre, ob und preis. Stimmt dreymahl: heilig! an, Jhr schnelle seraphinen! Lobt ihn ihr cherubinen; Zobt ihn, was loben kann. 3. Was odem hat und lebet, Bas sich bewegt und regt, Was in en lüften schweber Und was der immel trägt, Sen überall be nüht Den höchsten GOtt zu loen, Der aus den wolken oben Auf sein geschöpfe sieht. he 4. Der HErr ist groß und machtig, Voll heiligkeit und ruhm. Es stehet alles prächtig In seinem beiligthum. Er läßt es idblich zehn, und führt das reich gewal tig: Er läßt uns mannigfaltig In feiver aufsicht ftehn. 194 400 Rus ind Basi@ 1. Drum lobt, erlöfte seelen! Drum lobt den HErrn der welt. Helft dessen ruhm erzählen, Der euch erschuf, erhält, In Chrifto JEsu liebt, Euch durch sein blut erkaufet, Auf dessen tod getaufet, und einst den himmel giebt. 6. Lobt euren GOtt, berahter, und besten herzens- freund, Ders auch, als treuer vater, Im creuze redlich meint, Das er euch aufer: legt: Laßt uns in solchen proben Ihn dennoch kindlich loben, Weil er aus liebe schlägt. 7. Er ist getreu den seinen, Ser. nicht't der feinde fpott. Wenn seine kinder weinen, So bleibt er doch ihr GOtt. Wenn der verfolger schlägt, Wens fatan tobt und wütet; So wird sein volk behütet Durch den, der alles trägt. 8. Lob, ehre, macht und stärke Sey dir, o GOtt! bereit. Denn deine weg' und werke Sind voll von herrlichkeit. Dein zion lobet dich, mert auf sein schwaches lallen, und laß dirs wolgefallen: Erhör uns gnädiglich! 9. Dort soll es besser klingen, Dort hört die schwachheit auf: Dort hält erst unser singen Und loben fteten lauf. Dort, wo vor U deis. VII 1 IX 10 Lob- Gesänge und zwar deinem thron Dich zungen, stim- glaubens opfern wir Die farre men, weisen Der auserwählten unsrer lippen dir. preisen, Preift dich auch unser 9. Hör an den schwachen prei und rühm Von deinem volt un eigenthum: Nimm unser lied gnaden auf,.O treuer vater merke drauf. ton. 10. Wir bringen hier nun alle Dank, weisheit, stärke, kraft Und preis mit vollem schalle Dir HErr! der alles schafft. Es mache feld und wald, Luft, erde, meer und himmel Ein freudiges getummel, Das bis zu GOtt erschallt. Mel. Nun jauchz' dem HErrenze. Dommit menschen kinder, 2.K rühmt und preist GOtt Bater, sohn und heilgen geist, Die allerhöchste majestät, Vor de ren augen ihr ist steht. 2. Macht mit vereinter jung und mund Des theuren vaters grösse kund; Stimmt mit ver: fand und willen ein, Und laßt das ber: voll andacht seyn. 3. Der HErr, den erd und him mel ehrt, Der ist es, ja, der ist es wehrt, Daß nicht ein tag vorüber geht, Da man nicht dankend vor ibm steht. 4.Dis ist der engel edles amt, Die GOttes feuer angeflammt. Wollt ihr einst engeln ähnlich seyn, So schicket euch schon jest darein. 10. Als HErr und schöpfer se gepreist, So lange man uns men schen heißt: Du giebst das leben nehrst uns wol, und machst uns deines segens voll. welt! Vor dir man billig nieder II. HErr JEsu, heiland alle fällt: Denn was dein blut an ur gethan, Jst mehr, als man verdan ken kann. 12. O geist! du kehreft bey u ein; Drum soll dein ruhm unen lich seyn, Drum ist dein lob, wi deine treu Und gnade, täglich be uns neu. 13. Nimm an das lob in diese ¡ eit, D heiligste drepeinigkeit Verschmähe nicht das arme lied und schent uns segen, beil un fried. 14.Wenn kömmt der tag? wenn kommt die zeit? Da man, von aller noht befreyt, Dir ewig halle luia! bringt, und heilig, heilis heilig! singt? 5. Die welt, die ganz im argen liegt, Und uns durch tausend lift betrügt, Hålt war von GOttes Mel. Allein GOtt in der höh zc lob nicht viel; Weil eigen- lob ihr 3.ringt her dem HErrer eitles ziel. 6. Wir selbst, da wir im fleische sind, Wenn uns nicht GOttes geift entzündt, Vergessen GOttes ruhm gar sehr, Der klage lieder hört man mehr. gem gemühte: Ein ieder GOttes ruhm vermehr, und preise seine gute. Er macht uns frey von aller noht; Drum lobet ihn, drum lo bet GOtt, Und danket seinem namen. 7. Denn unser unvergnügtes 2. Lobt GOtt, und rühmet aller her: Macht ohne noht sich man- zeit Die groffe wunder- werke, Die ben schmerz, und denkt indeß majestät und herrlichkeit, Dien gar wenig dran weisheit, kraft und stärke, Die er, HErr an uns gethan. 8. Doch jest, o Herr! macht beweist in aller welt, Dadurch er alle ding erhält: Drum danket bers und mund Dein lob, weil du feinem namen. uns rühreft, kund. Im schmuck des Wie viel der 3. Lobt Aufmunterungs- Lieder zum tobe GOttes. 3. Lobt GOtt der uns erschafhat, Der feele, leib und leben as lauter väterlicher gnad Uns in hat gegeben; Der uns durch men engel schüßt, Der täglich bet was uns nugt: Drum dan feinem namen. . Lobt GOtt! er schenkt uns ten sohn, Der selbst für uns Eorben, Der uns die sel'ge le 8- cron Durch seinen tod er rben; Der worden ist der höllen Der frieden hat mitGOtt ge E: Drum dankét seinem namen. 6. Er ist voll gut und freundLobt GOtt! der in uns durchlichkeit, Voll lieb' und treu zu jes geift Den glauben angezün Und alles gute noch verheißt, stärket, kräftigt, gründet; uns erleuchtet durch sein #, Regiert und treibt zum gufort: Drum danket seinem zen. Lobt GOtt! er hat dis gute Selbst in uns angefangen, führt es auch, giebt kraft und , Das kleinod zu erlangen, = er uns allen dargestellt, Und den gläubgen vorbehält: m danket seinem namen. Lobt GOtt! ihr starke fera: Nebst fürstenthum und men! Es loben GOtt mit helimm, Die hier auf erden wohLobt Gott, und preist ihn und spat; Ja alles, was nur = hat, Das danke seinem ent. Run un tauch dem HErren alle welt! Kommt her, nem dienft euch stellt! Komt frolocken I faumet nicht, nt vor sein heilig attgesicht. Erkennet, daß GOtt unser - Der uns erschaffen sich zur Und nicht wir selbst: durch tes gnad Ein jeder mensch eben hat. Er hat uns ferner wol be 3 dacht, und uns zu seinem volk ges macht, zu schaafen, die er ist bereit zu führen stets auf gute weid. 4. Die ihr nun wollet bey ihm seyn, Kommt, geht zu feinen thos ren ein Mit loben durch der pfals men klang, Zu seinem vorhof mit gesang. s. Dankt unserm GOtt, lobs singet ihm, Rühmt seinen nam'n mit lauter stimm: Lobsingt und danket allesammt: GOtt loben ist ja unser amt. der zeit; Sein' gnade währet dort und hier, und seine wahrheit für und für. * 7. GOtt vater in dem höchs ften thron, Und JEsus Chrift sein einger sohn, Sammit GOtt dem wehrten heilgen geist, Sen nun und immerdar gepreift. Mel.GOtt des himmels und zc. Alle welt, was lebt und wes fern ist, Was nur stimm und jung erhebet, Jauchze GOtt zu jeder frift.Dienet ihm, wer dienen kann, Kommt mit luft zu ihm heran. 2. Sprecht: der HErr ist unser meister, Er hat uns aus nichts ges macht, Er hat uns, so leib als geis fiter, An das licht hervor gebracht. Wir sind seiner allmacht ruhm, Seine schaaf und eigenthum. 3. Gehet ein zu seinen pforten, Geht durch seines vorhofs gang. Lobet ihn mit schönen worten, Saget ihm lob, preis und dank; Denn der HErr ist jederzeit Bol ler gnad und gütigkeit. * 4. GOtt des himmels und der erde, Bater, sohn und heilger geift! Daß dein ruhm bey und groß werde, Beystand selbst und hülf uns leift. Gib uns kräfte und bes gier Dich zu preifen für und für. 22 6.£ o, 4 Lob Gesänge und zwar obet den HErren:,: Denn] an werden mich selig preisen alle 6.Lover er ist sehr freundlich. Es ist kindes- kind. sehr köstlich, unsern GOtt zu lo ben:: Sein lob ist schön und lieb lich anzuhören. Lobet den HErren:,: 2. Singt geg'n einander Dem HErren mit danken. Lobt ihn mit harfen, unsern GOtt den nehrten:,: wenn er ist mächtig und von grossen kräften. Lobet den HErren:: 3. Er kann den himmet:,: Mit wolken bedecken, und giebt den regen, wenn er will auf erden:,: Er läßt gras wachsen hoch auf dürren bergen. Lobet den HErren:: 4. Der allem fleische:: Biebet feine speise, Dem vieh sein futter väterlicher weise:: Den jungen raben, wenn sie ihn anrufen. Lo bet den Herren:: 5. Er hat nicht luste:,: An der stark des rosses, Noch wolgefallen an jemandes beinen:,: Allein gefallen ihm, die auf ihn trauen. Lobet den Herren:,: 6. Danket dem HErren:: Schöpfer aller dinge. Der brunn des lebens thut aus ihm entsprinsen:,: Gar hoch vom himmel ber aus seinem herzen. Lobet den HErren:: 7. O JEfu Christe:,: Sohn des allerhöchsten! Gib du die gnade allen frommen christen:,: Daß sie dein'n namen ewig preisen, amen. Lobet den HErren:: 3. Denn er hat grosse dinge an mir gethan, Der da mächtig is, und deß name heilig ist. 4. Und seine barmherzigkeit währet immer für und für Bey denen, die ihn fürchten. 5. Er übet gewalt mit seinem arm, Und zerfireuet, die hoffartig sind in ihres herzens sinn. 6. Er stoffet die gewaltigen vom stuble, und erhebet die niedrigen. 7. Die hungrigen füllet er mit gütern, und lasset die reichen leer. 8. Er denket der barmherzig keit, und hilft seinem diener Israel auf. Für die mannigfaltigen Wohlthaten GOttes. 9. Wie er geredt hat unsern väs tern, Abraham und seinem saa men ewiglich. * 10. Lob und preis sco Gott dem vater und dem sohne, Und dem heiligen geiste. 1. Wie es war im anfang jeg und immerdar, Und von ewigkeit zu ewigkeit, amen. Lob. Gefang Mana 7.Meine feele erhebt den HErren, und mein geift freuet sich GOttes, meines bei landes. Mel. HErr unfer Gott beherrsch 8 Mein berz und feel des HErren hoch erhebet Den groffen GOtt, der ewig herrscht und lebet. Mein geist i mir sich meines beilands freut und seinen ruhm vermehrt er al lezeit. 2. Denn er hat seine elende magd angesehen, Siehe, von nun 2. Denn er hat mich elenden angesehen, und mein gebet erhi ret und mein flehen. Es hat ber HErr mich armen nicht veracht', Er hat mit gnad und rettung mich bedacht. 3. GOtt, deffen macht nicht kann ergründet werden, und dej fen nam' im himmel und auf erden Hochheilig ist, bat große ding' gethan An mir, die ich nich alle zählen kann. 4. gr für die mannigfaltigen Wohlthaten GOttes. 5 4. In keiner noht hat er mich, Durch den mund seiner heiligen je, verlassen; Barmherzigkeit ist propheten: bey ihm ohne maassen, und wäh ret von geschlechte zu geschlecht, Wo man ihn fürcht't, und hoch hält seine recht'. 4. Daß er uns errettete von un fern feinden, und von der hand aller, die uns hassen. s. Er übt gewalt mit seines ar mes stärke, Daß jedermann muß spühren seine werke. Die stol; und 5. Und die barmherzigkeit er. teigte unsern vätern, Und gedächte an seinen heiligen bund; 6. Und an den eid, den er gehoch in ihrem herzen seynd, 3er- schworen hat unferm.vater Abrafreuet er, und ist denselben feind. ham, uns zu geben. 6. Er stöffet, die gewaltig seyn vor allen, Von ihrem stuhl, daß sie erschrecklich fallen. Die niedrigen erhebet er davor, Und stellet sie ganz unverhofft empor. 7. Die hungrigen, die, ihn vor augen haben, Erfüllet er mit gütern und mit gaben. Die reichen läßt er leer beym überfluß, Daß noht und angst darauf erfolgen muß. 8. Er denfet der barmherzig keit und güte, Daß er fortan uns väterlich behüte, und seine kirch im ganzen erden kreisErhalt und schüß zu seines namens preis. 9. Die treu, die er im neuen bund und alten Geredet hat, wird er auch ewig halten. Der HErr verläßt uns, seine kinder, nicht, Denn zu ihm steht all unfre zuver: sicht. * 10. GOtt vater! dir sey dank gesagt und ehre. HErr JEsu Chrift! den glauben in uns mehre. Oheilger geist! erneu uns her; und mund, Daß wir dein lob auss breiten jede stund. 9. Be Lob: Gesang Zacharia. elobet sen der HErr, der GOtt Israel, Denn er hat besuchet und erlsfet sein volk; z. Und hat uns aufgerichtet ein horn des heils, In dem hause sei nes dieners Davids. 3. Als er vor zeiten geredt hat 7. Daß wir, erlöset aus der hand unserer feinde, Jhin dieneten ohne furcht unfer lebelang; 8. In heiligkeit und gerechtigkeit, Die ihm gefällig ist. 9. Und du kindlein wirst ein prophet des höchsten heissen; Du wirst vor dem HErrn hergehen, daß du seinen weg bereitest. 10. Und erkenntniß des heils gebest seinem volke, Die de ist in ver. gebung ihrer fünden: 11. Durch die herzliche barmherzigkeit unsers GOttes, Durch welche uns besuchet hat der aufgang aus der höhe: 12. Auf daß er erscheine denen, die da sizen in finsterniß und schatten des todes, und richte unfere füffe auf den weg des friedens. 13. Lob und preis sey GOtt dem vater und dem sohne, Und dem heiligen geiste. * 14. Wie es war im anfang, iezt und immerdar, Und von ewigkeit zu ewigkeit, amen. 10. Allein Gott in der höh sen ehr, Und dant für seine gnade, Darum, weil nun und nimmermehr Uns rühren kann kein schade. Ein wolgefall'n GOtt an uns hat; Nun ist groß fried ohn unterlaß. Der streit hat nun ein ende. 2. Wir loben, preif'n, anbe ten dich, Für deine gnod mir danken; Weil du, GOtt sater emigs 3 Lob- Gesänge und zwar 6 ewiglich Regiereft ohne wanken. Ganz ungemess'n ist deine macht; Fort g'schieht, was dein will hat bedacht. Wol uns des feinen HErren. 3. O JEsu Christ, sohn ein gebohrn Deines himmlischen vaters! Versöhner der'r, die war'n verlohrn, Du stiller unsers haders, Lamm GOttes, heilger HErr und GOtt! Nimm an die bitt von unfrer noht: Erbarm dich unser aller. 4. O heilger geist, du höchstes gut, Du all'rheilsamster tröster! Fürs teufels g'walt fortan behüt, Die JEsus Christus erlösetDurch grosse mart'r und bittern tod: Ab wend all unsern jamm'r und noht, Darju wir uns verlassen. 2. GOtt vater! deinem nam'n Mit lob und preis wir danken, Der du von ewigkeit Regiereft ohne wanken: Ganz ungemessen ift, HErr! deine wunder- macht. So fort geschieht, was nur Dein wille hat bedacht. Hier und im himmel oben: Gott sohn, HErr JEfu Chrift! Wir wollen dich stets loben: Gott heilger geift! dein ruhm Erschalle mehr und mehr. O HErr, drey, einger GOtt! Dir sey lob, preis und ehr. II, mel. O GOtt du frommer zc. Fhr sey GOtt in der höh, Und dank für seine gnas de, Daß nun und nimmermehr Uns rühren kann kein schade: Mit wolgefallen sich Der höchste zu uns wendt, Ohn unterlaß ist fried,! Der streit hat nun ein end. 3. O JEsu Christe, fohn Des naters eingebohren! Versöhner derer, die In sünden war'n vers lohren, Lamm GOttes, einger HErr! O wahrer mensch und GOtt! Erbarme dich, nimm an Die bitt in unsrer noht. 4. O wehrter heilger geist! Du trößter frommer christen! Behüt uns kräftiglich Für satans tück und listen: Errette uns auch sonst Austrübfal, noht und pein, Die wir durch Christi tod So theur er: löset seyn. * s. GOtt vater! dir sey preis. Das Te Deum laudamus Err GOtt, dich loben wir, HErr GOtt, wir danken dir. Dich, GOtt vater in ewigkeit! 12. Herr Ehret die welt weit und breit. Alle engel und himmels- heer, Und was dienet deiner ehr, Auch cherubim und seraphim, Singen immer mit hoher stimm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser GOtt! Heilig ist unser GOtt, der HErr zebaoth! Deine göttliche macht und herrs lichkeit Geht über himmel und erden weit. Der heiligen zwölf boten zahl, Und die lieben propheten all, Die theure martyrer allzumahl Loben dich, HErr! mit grossem fchall. Die ganze wehrte christenheit Rühmt dich auf erden allezeit, Dich, GOtt vater im höchsten thron, W Deinen rechten und ein'gen sohn, Den heilgen geift und tröfter wehrt mit gleichem dienst sie lobt und ehrt 406 Du könig der ehren, JEfu Chrift! GOttes vaters ewger sohn du bist; Der Jungfrauen leib nicht haft verschmäht, Zu erlösen das menschliche ge fchlecht; Du für die mannigfaltigen Du haft dem tod zerstöhrt seine macht, Und alle christen zum bimmel gebracht. Du fizest zur rechten GOttes gleich Mit aller ehr ins vaters reich. Ein richter du zukünftig bist Alles deß, was todt und lebend ist. Nun hilf uns, HErr! den dienern dein, Die mit deinem theuren blut erlöset seyn. Laß uns im himmel haben theil Mit den heil'gen im ewigen heil. Hilf deinem volk, HErr JEsu Christ! Und segne, was dein erbtheil ift. Wart und pfleg sie zu aller zeit, Und heb sie hoch in ewigkeit. Tåglich, HErr GOtt! wir loben dich, Und ehren deinen namen stetig lich, Behut uns heut, o treuer GOtt! Für aller sünd und missethat. Sey uns gnädig, o HErre GOtt! Gen uns gnädig in aller noht; Zeig uns deine barmherzigkeit, Wie unsre hoffnung zu dir steht Auf dich hoffen wir, lieber HErr! In schanden laß uns nimmermehr, amen. 13.Water fingereits as lobes soll man dir, Wohlthaten GOttes. 7 s. Von kindheit an hast du uns stets ernehret, Was wir bedurft, uns väterlich bescheret. 6. Du speisest alles fleisch mit wolgefallen, und schüßeft uns, so lange wir hie wallen. 7. Wenn creuz und trübsal uns noch mit berühret; So wers den wir doch gnädig draus ges führet. * 8. Sehr groß ist deine weiss heit, gut und stärke, und wunders bar sind alle deine werke. 9. HErr! wir bekennen es mit unserm munde, Und danken dir dafür von herzens- grunde. * 10. Lob sey dir, vater! der du mit dem sohne und heilgen geift regierst in einem throne. 11. Dein grosser name sey allseit gepreiset Für alles gute, das du uns erweiset. as ift fürwahr ein köftman dem HErren dank und sing', Und lobe frölich seinen nam'n, Der berrlich ist und wundersam: 2. Daß man des morgens seine güt Erzähl mit dankbarem ges müht, Auch seitte wahrheit bey der, man wacht: nacht Erkenn und preise, wenn menschen jung kanns würdiglich vollbringen. 3. Daß man des lobens mache viel, Mit singen und mit faitens 2. Du haft aus nichts den him- spiel: Damit ia unsers GOttes mel nebst der erden, und alles was darinn ist, lassen werden: ehr Auf alle weise sich vermehr. 3. Die menschen drauf nach deinem bild formiret, und mit verstand und gaben ausgezieret. 4. Du läsfest uns in deinem wort auch lehren, Wie wir dir dienen sollen, und dich ehren. 12. Hilf, daß wir dir im glaus ben fest anhangen, Und denn die feligkeit darauf erlangen. 4. Darum ich auch auf dein ge: beiß, HErr! deine thaten frölich preif: Dein raht ist uns verbors gen gar, Die werke groß und ofs fenbar. <. Ein narr glaubt solches alles nicht, meint daß es ohngefchr 4 Lob, Gesänge und zwar geschicht: Gleich wie er selbst lebt immerhin Nach seines beriens eitlem sinn. 6. Die spotter grünen wie das gras, Die übelthäter gleicher maaff': Bis daß ihr name hie auf erd Ünd ewig dort vertilget werd. 7. Du aber bist, o HErr, mein hort! Der allerhöchst, und bleibest fort. Umkommen müssen deine feind, und die dir, Gott! juwider senud. 8. Hergegen so empfange ich Stets neue kraft, die stärket mich: Durch deine gnad ist mir bereit Sehr groffer troft und wahre freud. merdar. II. Er grünet, wenn er gleich wird alt, und bringet frucht gar mannigfalt: Er rühmt, daß du so gütig bist, Und daß kein unrecht an dir ift. * 12. GOtt vater, sohn und heilger geist, Von dem uns alle snade fleußt, wir loben dich, wir danken dir Für deine wolthat für und für. un danket alle GOtt Mit herzen, mund und hånden, Der grosse dinge thut Hier und an allen enden; Der lebend uns erhält Von mut: terleibe an, und thut uns alles guts, Mehr als man zählen kann. 2. Es wolle unser GOtt Ein frölich herz uns geben; Er laffe uns, sein volk, Im friede immer leben Forthin zu unsrer zeit: Daß feine gnad und treu Ben uns 15. I und unserm land Allweg' beständig sey. 9.Du machst mir deine recht' bes wußt, Drum seh ich an dir meine luft: Mit luft seh ich die gnade an, 16.Nun laßt uns GOtt dem Die du bisher an mir gethan. und ihn ehren Von wegen seiner 10. Der fromme ist dem palm- gaben, die wir empfangen haben. baum gleich, An segen und an früchten reich; Er blühet ein und alle jahr, und wächset dabey im2. Den leib, die seel, das leben hat er allein gegeben: Dieselben zu bewahren Will er an uns nichts sparen. Die feele muß uns bleiben, Wies 3. Nahrung giebt er dem leibe: wol tödtliche wunden Sind kome men von der sünden. 3. Der grosse starke GOTT Woll uns von allem bösen, Und was uns schaden kann, Gewal.. tiglich erldsen: Er schüß und rette uns, Er helf uns allezeit, So lang er uns auhie Das leben noch verleiht. 4. GOtt vater! dir sey preis Hier und im himmel oben. Gott sohn, HErr JEfu Chrift! Wir wollen dich stets loben. Gott heilger geist! dein ruhm Er fchalle mehr und mehr. O HErr! dreyeinger GOtt! Dir sey lob, preis und ehr. 4. Ein arzt ist uns gegeben, Der selber ist das leben: Christus für uns gestorben, Hat uns das heil erworben. s. Sein wort, sein' tauf, sein nachtmahl Dient wider allen unfall; Der heilge geist im glauben Lehrt uns darauf vertrauen. 6. Die fünd ist uns vergeben, Durch ihn geschenkt das leben: Jm himmel solln wir haben, GOtt! wie grosse gaben! * 7. Wir bitten deine gute, Daß sie uns fort behüte, Die grossen nebst den kleinen; Du kannsis nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der wahrheit; Gib ewigliche frenheit Zu preisen dei für die mannigfaltigen deinen namen, Durch JEsum Christum, amen. Mel. Nun laßt uns GOtt dem zc. und verderben? 17. Nun laßt uns GOttes güte uns führen zu gemühte; Laßt uns des vaters segen und liebe recht erwegen. 2. Eh wir ans licht geseget, Hat er uns hoch geschaket, und schon, aus liebes- trieben, Ins le bens- buch geschrieben. 3. Als wir noch ohn bewegen und ohne kraft gelegen, Ohn men. schen hülf und sorgen, Der mutter selbst verborgen: 4. Hat er uns glieder, leben und unterhalt gegeben, und wunderbarer weise Versorgt mit trant und speise. 5. Sein' hand, die uns bereitet, Hat uns ans licht geleitet: Und er hat uns erquicket, Da wir die welt 6. Er hat uns aufgenommen Hier in die zahl der frommen, Gemacht zu seinen erben, Daß wir nicht ewig sterben. 7. Er giebt uns zu erkennen Sein wort, daß wir ihn nennen Den gütigen ernehrer, und freundlichen bescherer. 8. Er hat für unser leben Sein eigen kind gegeben; Er ließ es gar, als bürgen, Für uns am creuz erwürgen. 9. Dis laffet uns bedenken, enn uns die sorgen kränken, Daß der aufs höchste liebet, Der feinen sohn hergiebet. Io. Er kann uns nichts abschlagen, Wenn wir ihm gläubig kla gen, Was wir vonnshten haben An feel- und Leibes- gaben: Wohlthaten: Gottes. 12. Sollt der, so diese heget Und ihrer fleissig pfleget, Uns, seine himmels- erben, Verlaffen n. Wie vogel in den lüften, und thiere in den klüften, Ja blumen an den wegen Uns dis vor augen legen. 13. O vater! diefe liebe Laß uns, aus heilgem triebe, Doch allezeit betrachten, und nicht ge ringe achten. 14. Verleih uns und beschere uns, vater! dir zur ehre, Daß wir dir recht vertrauen, und gänzlich auf dich bauen. Is. Wenn wir nur dieses haben, So werden uns die gaben, Der wir zu diesem leben Bedürfen, wol gegeben. 16. Der himmel fammt der ers den Muß eh zunichte werden: Eh du GOtt! die kannst laffen, Die dich im glauben faffen. Mel. Nun freut euch liebe 2c. 18. släubig herze! benedey deinen HErren: Gedenk, daß er der vater sey, Den' du allzeit sollt ehren; Dieweil du keine stund ohn ihn, Mit aller sorg in deinem sinn Dein leben kannst ernehren. 2. Er ists, der dich von herzen liebt, Viel gutes dir mittheilet, Dir deine missethat vergiebt, Und deine wunden heiler: Dich wapnet ¡ um geistlichen krieg, Daß dir dein feind nicht oben lieg, Noch deine hoffnung raube. 3. Er ist barmherzig und sehr gut Den armen und elenden, Die sich von allem übermuht zu sei= ner wahrheit wenden: Er nimmt sie als ein vater auf, und giebt, daß sie den rechten lauf Zur seligkeit vollenden. 4. Wie sich ein vater- her; bes zeigt, und guts thut seinen fina dern; Also hat sich auch Gott geneigt Zu uns blut- armen füns dern: Er schenkt uns gnade, lieb 25 10 Pob Gesänge und war 14 15 und huld, Vergiebt uns gnädig, Der schwache mund! du lehrft alle schuld, und hilft uns über winden. ihn deinen preis, Daß er den feind zu widerlegen weiß. s. Er giebt uns seinen guten geist, Verneuert das gemühte, Daß wir vollbringen, was er heißt, Und trauen seiner gute. Er hilft uns hie mit gnad und heil, Verheißt uns auch ein herrlich theil Von seinen eigen schätzen. 3. Wenn ich bey mir den him. mels- bau betrachte, Dein meisters werk, das schöne licht ben nachte, Den monden- schein, die sternen auch dabey, Die deine hand ges feget nach der reih; 6. Nach unsrer ungerechtigkeit Hat er uns nicht vergolten, Sondern erzeigt barmherzigkeit, Da wir verderben sollten. Er ist mit gnad und freundlichkeit Densels ben immerfort bereit, Die ihn von herzen lieben. * 7. Was GOtt nun angefangen hat, Das woll er auch vollen ben. Wir geben uns ganz seiner gnad, Opfern uns seinen händen, Und thun darneben unsern fleiß, Hoffend, er werd zu seinem preis All unsern wandel wenden. * 8. O vater! steh uns gnädig bey, Weil wir sind im elende, Daß unser thun aufrichtig sey, Und nehm ein selig ende. Leucht uns mit deinem hellen wort, Daß uns an diesem dunkeln ort Kein falscher schein verblende. 9.D GOtt! nimm an den preis und dank, Den wir voll andacht fingen: Und laß dein wort mit freyem klang Durch unsre herzen dringen. O hilf! daß wir mit dei ner kraft Durch eine gute ritter. fchaft Die lebens- cron erringen. 4. So fang ich an: wie daß du so bedenkest Den sterblichen! wer ist es, dem du schenkest So reiches gut? was sag ich doch das von, Daß deine treu besucht des menschen sohn? 2. Der finder mund, die an den brüsten liegen, Redt schon von dir, ohn reden, in den wiegen, 5. Zwar haft du ihn ein wenig hier auf erden, Als engel sind, geringer lassen werden: Jedens noch auch mit herrlichkeit bes dacht, mit majestät gecrönt und groß gemacht; 6. Weil alle ding ihm unter: than seyn müssen: Du legeft ihm dahin zu seinen füssen Was deine hand erschaffen und gethan, Was odem hat, und sich regt um und an: 7. Der rinder schaar, der schaafe groffe heerden, und alles vieh, das nimmer zahm will werden, Der vögel heer, so in den lüften schwebt, Der fische zahl, die in dem waffer lebt. 8. HErr unser GOtt, beherrs scher aller herren! Wie herrlich ist dein name weit und ferren! Wie wird sein glanz so prächtig vorgestellt, und strecket sich durch diese ganze welt! Mel. Mein herz und feel den ic. 19.Here unfer ett, be: Mel. Von GOtt will ich nicht z. wie 20. Erheben herrscher aller herren! will zu er funde und ferren! Wie scheinet er der ganzen welt herfür! Wie strecket sich im himmel deine zier! Mit herzen und mit munde, Auf fein wort und geheiß. Ich will des HErren lob Außbreiten und vers mehren, Daß es die armen hören, und sich erfreuen drob. 2. Laßt uns beisammen fiehen Jekund für die mannigfaltigen Wohlthaten GOttes. Jezund und nach der zeit, Des HErren nam'n erhöhen In lieb und einigkeit. Als ich den HErren bat, Antwortet er in gnaden, Und wandte furcht und schaden; Er schickte hülf und raht. 3. Die auf den HErren schauen und seine wunder- hand, Derselben ihr vertrauen Wird nimmer mehr zu schand. Wenn der elende schreit, Will ihm GOtt sein be: gehren Ganz williglich gewähren; Er hilft zur rechten zeit. 4. GOtt hat befehl gegeben, Daß seiner engel macht, In diesem ganzen leben, Sich lagre tag und nacht Um solche leut allhier, Die im gesen sich üben, Ihn fürchten und ihn lieben Aufrichtig für und für. 5. Kommt her, kommt, seht und schmecket, Wie GOtt so freundlich sey. In noht der nicht lang stecket, Der glaubt und hofft daben Auf diesen starken schuß. Wol dem, der darauf bauet, und seinem worte trauet, Der hat es grossen nuz. 6. Ihr seine heilge! höret Des allerhöchsten raht: Wo ihr ihn also ehret, Wie er befohlen hat; So habt ihr keine noht: Weil der nie mangel leidet, Der sünd und schande meidet, Und allzeit fürchtet GOtt. 7. Die reiche darben müssen, Der gei; auch immer klagt, Darzu ein bos gewissen Inwendig frißt und nagt. Wer GOttes willen thut, Wird alle hülf empfinden, und keinen mangel finden An irgend einem gut. * 9. Für falschheit dich stets hüte, Bewahre mund und zung. Be schmig nicht dein gemühte Mit trug und lästerung. Von niemand übels sag. Was bds ist, mußt du haffen, Was gut, zu thun nicht las sen. Such fried, und jag ihm nach. 10.Des HErren augen sehen Auf die gerechten sehr. Sein ohr erhört ihr flehen, Daß er sie hülf gewähr. Sein antlig steht dahin, Daß des rer name werde Vertilget von der erde, Die gottlos sind vom sinn. II. Wenn der gerechte schreiet; So hört es GOtt alsbald, und rettung ihm verleihet In noht, so mannigfalt. Er ist denselben nah, Die sonsten ganz verzagen, Von herzen sind zerschlagen: Bald ist sein' hülfe da. 12. Viel muß der fromme leis den, Das ist des HErren will'; Doch wirds verkehrt in freuden: Drum halte dich nur still, Und traue GOtt allein, Der kann auch die gebeine Bewahren groß und kleine; Keins muß zerbrochen seyn. 13. Den wird das unglück füllen, Der den gerechten preßt, Das ist der weg zur höllen; Die sein'gen GOtt nicht läßt. Er nimmt in seine huld, Die halten seine rechte, und sind ihm treue knechte, So sind sie ohne schuld. * 14. HErr! gib, daß ich dein' ehre Ja all mein lebelang Von herzens- grunde mehre, Dir sage lob und dank. O vater, sohn und geist! Der du aus lauter gnaden Abwendest noht und schaden, Sep immerdar gepreift. 8. Ihr kinder! laßt euch lehren Die furcht des HErren rein. Mel. Erschienen ist der herrlich zc. Kommt her, ihr sollt sie hören, 21. meine feel! des HErs ren preis Vermehre Kommt alle insgemein. Wer gute ftets mit allem fleiß. Durch psal: tag begehrt, Der mag mich darummen und durch lob- gesang Erhebe fragen, Ich will ihm treulich sa: GOtt dein lebelang. Halleluia. gen, Was GOttes wort bewährt; 2. Ich will, so lang ich odem hab, 12 Lob- Gesänge und zwar hab, und bis ich scheid von hinnen| freudigem gemüht In meinem ab, Des HErren lob mit meinem mund Ausbreiten stets von her sens- grund. Halleluia. ganzen leben, GOtt! alle tage preisen dich, und deinen namen ewiglich Vor iedermann erhöhen. 2. Sehr groß und löblich, HErr! du bist; In nöhten kannat du rahten. Dein grösse unaussprechlich ist.Es werden deine thaten Gepreiser noch von kindes: kind: Weil man sie allenthalben findt Voll stärke, gut und weisheit. 5. Wol dem hingegen, der sich fest Auf seinen HErrn und Gott verläßt: Deß hülfe der GOtt Ja cob ist, Den er anruft zu aller frift. Halleluja. 3. Ich will dein lob mit meinem mund, Nun und zu allen zeiten, Auch inniglich von herzens- grund Vermehren und ausbreiten. Ich will von deiner ehr und pracht, Von deiner grossen wundermacht, So lang ich lebe, reden. 4. Du bist voll gnade, lieb und 6. Er hat ia himmel, erd und treu, Der frommen zu verschonen: meer Gemacht mit allem ihrem und gleichwol auch gerecht daheer. Wer nur auf ihn verlässet bey, Die bösen abzulohnen. Der sich, Dem hält er glauben ewig- HErr ist voll barmherzigkeit, Ge lich. Halleluia. duldig, gütig allezeit, Wenn man ihm recht vertrauet. 7. Er hilfet denen, so gewalt Und unrecht leiden mannigfalt. Er speist die hungrigen mit brot, Und wendet der gefangnen noht. Halleluia. Er ist auch gnädig jedermann und hilfet gern den armen; Nimmt aller seiner werk sich an Durch väterlich erbarmen. Durch seine allmacht er erhält, Was hier in dieser ganzen welt Sich regt, bewegt und lebet. 8. Der HErr macht sehend blinde leut, Er liebt und schüßt gerechtigkeit. Was niedrig ist und bey der erd, Das richt't er 6. HErr! deine werke und geauf, und macht es wehrt. Hallel. walt Soll hie ben uns auf erden 9. Die fremdlinge durch seine Den menschen- kindern manniggut, Die waisen gleichfals er be falt Bekannt gemachet werden. hüt't, Die witwen er im trauer- Dein reich, Gott! ist ein ewig reich, stand Errettet von gottloser hand. Und deiner herrschaft ist nichts Halleluia. gleich; Sie bleibet ist und ewig. 10. So führt der HErr sein 7. Der HErr verstößt die fün reich allhier, und bleibet könig der nicht, wenn sie den fall beklafür und für: Drum jedermann gen. Es werden von ihm aufgefein lob erkling', Und frölich hal- richt't, Die nieder seyn geschlafeluia sing'. Halleluia. gen. In keiner noht er die verläßt, Die sich an ihn ergeben fest, Und hülfe bey ihm suchen. 8. HErr! aller augen warten dein: Du giebeft ihnen speise Zu rechter zeit, daß insgemein Man dich, 3. Verlaßt euch doch auf fürsten nicht, Seßt nicht auf sie eur jus versicht; Weil sie nichts mehr als menschen sind, Bey welchen man nicht hülfe findt. Hallel. 4. Der mensch ist ja nur erd und thon, Hie muß er auch gar bald davon: Da liegen denn zu einem mahl Im staube seine anschlåg all. Halleluia. Mel. Nun freut euch liebe zc. 22. Mein Gott und könig! deine gut Will ich mit lob erheben; Ich will aus für die mannigfaltigen dich, s vater! preise. Du thuft auf deine milde hand, und såttigst alles in dem land Mit luft und wolgefallen. 9. Groß ist der HERR, und ganz gerecht In allen seinen we gen; Drum fegnet er auch das geschlecht, Das geht auf seinen stegen. Und wie er heilig ist und rein; So lieber er auch die allein, Die heilig vor ihm wandeln. 10. Der HErr ist allen denen nah, Die flehend vor ihn treten. Er ist ben allen denen da, Die ihn mit ernst anbeten. Der frommen schreien GOtt erhört, und ihrer bitte sie gewährt; Er läßt sie hülfe finden. II. Der HErr in gnaden die bewahrt, Die ihn von herzen lieden; Und tilget aus die böse art, Die fromme leut betrüben. Mein mund soll stets, nach seinem wort, Auch alles fleisch wird immerfort Des HErren namen loben. * 12. GOtt vater, sohn und beilger geist, Ohn anfang und ohn ende! Der du viel gutes mir er weift Durch allmacht deiner hände! Sey von mir ist und alle zeit, Von nun an bis in ewigkeit, Gelobet und gepreifet. 23. Freut Mel. Nun freut euch liebe christ. Creut euch des HErren allzumahl, Jhr from men! ihn zu preisen. Rühmt, ihr gerechten! ihn mit schall und aus: erlesnen weisen. Laßt klingen pfalter, faiten spiel; Auf barfen macht der freuden viel, Dem grof sen GOtt zu ehren. 2. Wahrhaftig ist des HErren wort, Er hat es nie gebrochen; Es bleibet izt und immerfort, Was er einmahl versprochen. Gerichte und gerechtigkeit Beschützt und liebt er jederzeit, und alle, die drob halten. Wohlthaten GOttes. 13 3. Des HErrn wort hat das firmament Des himmels selbst erbauet: Der geist sein mundes hat vollendt All beer, so man dran schauet. Er aßt das wasser in dem meer, Als obs im schlauch beysammen war: Die tiefe liegt vers borgen. 4. In aller welt muß iedermann Vor unserm GOTT sich scheuent: Was auf der erde wohnen kann Erschrickt vor seinem drauen; Weil, was er redt, sofort ergeht, Was er gebeut, alsbald da steht Durch allmacht seiner hände. s. Der heiden raht macht GOtt zunicht, und wendet ihr' gedans ken: Des HErren raht wird ausges richt't, und bleibet ohne wanken. Die sind wol felig, die GOtt liebt, und denen er die gnade giebt, Sein erb' und volk zu werden. 6. Vom himmel er der men schen- kind Vornehmen schaut auf erden: Er kennt sie all, so viel ihr'r sind, und sieht, ob sie klug werden. Er merkt auf alle ihre werk, Und kann durch seine gitad und stärk Jhr'r aller herzen lenken.d 7. Des Edniges gewalt nichts schafft; Sie muß gar bald verges hen. Dem riesen hilft nicht seine fraft, Sie kan auch nicht bestehen. Bringt gleich der feind viel roff, zu feld; So ist doch GOtt der rechte held, Der für die seinen streitet. 8. Des HErren aug' nimmt die in acht, Die sich ihm feft ergeben, und freyes willens tag und nacht Ihn fürchten, weil sie leben: Er speiset sie in hungers: noht, Und rettet ihre seel vom tod, Dieweil sie ihm vertrauen. * 9. GOtt, unser schuh! zu dir allein Steht unser ganz gemühte: Gedenk, daß wir dein erbe seyn, Und uns hinfort behüte, Durch deine groffe gütigkeit, Für peft, krieg, theurung, noth und leid 14 Lob- Gesänge und zwar leid, Wie wir, HErr! auf dich boffen. Mel.Kommt her zu mir, spricht zc. mit fleiß Sag ich dem HErren lob und preis und dank, im raht der frommen: Ich preise feines namens ruhm Da, wo sein volk und eigenthum Erfreut zu sammen kommen. 2. Des HErren werke sind vou 25.Nun lob', mein' ſeel! den pracht, Ein ieder kann, der ihrer acht't, Die zeit mit luft vertrei ben. Denn was er ordnet, sagt und thut, Ist löblich, herrlich, recht und gut. Sein recht muß ewig bleiben. HErren, Was in mix ist, den namen sein: Sein wolthat thut er mehren, Vergiß es nicht, o herze mein! Hat dir dein' sünd vergeben, und heilt dein schwachs heit groß: Errett't dein armes les ben, Nimmt dich in seinen schooß: Mit reichem trøst beschüttet, Bera jüngt dem adler gleich, Der kön'g schafft recht, behüter Die leid'n in feinem reich. 3. GOtt stiftet, der voll gnad und raht, Ein denkmahl seiner wunderthat, Die er an uns beweis fet. Sein bund steht fest und unversehrt, Es wird, wer seine macht verehrt, Mit himmels brot gefpeifet. 4. Er läsfet seiner finger werk, und seiner thaten kraft und stärk Bey seinem volk erzählen; Daß er der heiden erb und recht Auf seine treue diener bråcht, Sich ihnen zu vermählen. 2. Er hat uns wissen lassen Sein heilig recht und sein gericht, Darzu sein' gut ohn maassen; Es many'lt an sein'r erbarmung nicht. Sein'n zorn läßt er bald fahren, Straft nicht nach unsrer schuld. Die gnad thut er nicht spa: ren, Den blöden ist er hold. Sein güt ist hoch erhaben Bey den'n, die fürchten ihn: So fern der of vom abend, Ift unsre sünd dahin. 3. Wie sich ein vat'r erbarmet Ueb'r seine liebe kinderlein: So thut der HErr uns armen, Wenn wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt das arm' geschlechte, Er weiß, wir sind nur staub, Gleich wie das gras zu rechnen, Ein blum und fallend laub; Der wind nur drüber wehet, So ist es nimmer da: Also der mensch vergehet, Sein ende ist ihm nah. 4. Nur GOttes gnad alleine Steht feft, und bleibt in ewigkeit Ben seiner lieb'n gemeine, Die stets in seiner furcht bereit, Die seinen bund behalten. Er herrscht im <. Das alles, was der HErr verricht't, Ift recht und wahr und wanket nicht, und sein gebot bleibt stehen; Denn ers jest in der ganzen welt, Hinfort auch ewiglich, erhålt. Sein wille muß geschehen. 6. Dem volke, dae nach ihm genannt, Hat er erlösung zuge: fandt, Sein bund wird nie gebrochen. Sein nam ist heilig, hoch und wehrt, und alles das wird uns beschehrt, Was er uns hat ver: sprochen. ben nimmet an, at klüglich und sehr wol gethan; Sein lob wird hoch geschåret. 8. GOtt vater, sohn und geist! bey 1 mir sey; Daß ich all deine werke mit fleiß in gottesfurcht betracht, Dir stets vertrau und habe acht Auf deine gut und stärke. 7. Der hat, der GOtt recht fürcht't und liebt, und sich in seinem willen übt, Der weisheit grund gesetzet, Wer sich derfel: für die mannigfaltigen Wohlthaten GOttes. im himmelreich. Ihr starken en gel wartet Seins lobs, und dient jugleich Dem grossen HErrn zu ehren, und treibt sein heilig wort; Mein' feel soll auch vermehren Sein lob an allem ort. 15 wissen lassen: Er ist voll güt, und will nicht immer hassen, Noch ewiglich mit grimm uns sehen an. * 5. Sey lob und preis mit ehren GOtt vater, sohn und heilgem geist. Der woll in uns ver mehren, Was er aus gnaden uns s. Der HErr ist fromm, barms herzig und sanftmühtig, Voll gnad und gunst, geduldig, treu und gütig; Er handelt nicht mit uns nach unsrer schuld, Vergilt auch nicht nach unsern schweren fünden. So weit die höh des hims verheißt: Daß wir ihm fest vermels ist zu finden Hier von der trauen, uns gan; verlaffn auf erd; so weit reicht seine huld. ihn, Von herzen auf ihn bauen, Daß unpr herz, muht und sinn Jhm allezeit anhangen; Drauf singen wir zur stund: Amen, wir werdens erlangen, Glaubn wirs von herzens- grund. 6. So weit der grund sich scheidet von der festen, So weit der of ablieget von dem westen; So weit läßt er die fünden von uns seyn. Sein gnaden- blick muß über die stets walten, Die ihn mit furcht für ihren helfer halten, Daß er sie 26. meine feel, du sollt rett' aus ihrer noht und pein. preifen: 7. Wie unter uns ein vater- herz erbarmen Mit kindern hat; so thut der HErr uns armen, Es stehet GOtt den frommen kräftig ben. Er kennet ja uns dürftge erdens töpfe: Ihm ist bewußt, daß dieses sein geschöpfe Ein leichter staub, ein schwaches werkzeug sey. Was in mir ist, das muß ihm ehr erweisen. Auf, auf, mein herz! und mache dich bereit.Vergiß ia nicht, vergiß nicht, mein gemühte! Was dir der HErr für wunderbare güte Erwiesen hat die ganze lebensjeit. 2. Denn er hat dich von fünden 8. Ein mensch muß fiets des les los gesprochen, und denkt nicht bens end erwarten: Er ist wie mehr, was du bisher verbrochen. gras, wie eine blum im garten, Die Er machet dich von schwachheit sich sehr schön und lieblich läffet beil und rein. Es hat der HErran: Wenn aber nur der wind dars dein leben vom verderben Erlöst, über fähret, Jft ihre zierd hinweg, daß du nicht ewig müsfest sterben: und so verzehret, Daß man die Dein GOtt will dir forthin barm- stått auch nicht mehr finden kann. herzig seyn. 3. Er crönet dich mit gnad und mildem segen, Will deinen mund mit reicher fülle pflegen; Er machet dich von seinen gutern fatt, Daß du mit luft darüber dich er freueft, und deine kraft, gleich adlern, gar verneuest; Weil er mit heil dich überschüttet hat. 4. Der HErr läßt recht densels hen wiederfahren, Die vor be drängt und unterdrücket waren. Er hat sein thun dem Moses kund gethan, und seine recht' Ifrael 9. Des HErren gnad ist aber überschwenglich, Währt für und für, und bleibet unvergänglich. Auf kindes- kind wird seine gür ges bracht Bey denen, die in seinem bund sich üben: Die ihren GOtt von ganzem Herzen lieben, und sein gebot zu halten sind bedacht. 10. Es ist sein ftuhl im himmel zubereitet, Sein herrschaft ist um diese welt gebreitet: Sein reich und thron umschließt den erden. Freis. Ihr engel lobt, lobt, ibn the 16 Lob: Gesänge und zwar ihr starke helden, Die ihr sein, heilig! heilig! singen. Halleluja thun und willen müßt anmelden: soll erklingen Unserm GOtt und Lobt unsern GOtt, und sagt ihm auch dem lamm, Unserm holden ruhm und preis. brautigamm. Laffet seinen ruhm erschallen, und erzählt sein werk vor allen, Daß er ewig uns erwäh let, Und zu seinem volk gezählet. n.Lobt unsern Gott, ihr alle seine schaaren: Die ihr ihm dient, und hin und her müßt fahren Auf sein geheiß; lobt ihn an jedem ort, An dem er herrscht: lobt ihn, ihr seine merke! Rühmt seine kraft, rühmt seiner allmacht stärke. Lob' ihn mein herz! o lob' ihn fort und fort. GOtt vater, sohn und geist! fen stets gepriesen Für alle huld, die du an mir erwiesen Von findheit an bis jest auf diese zeit. HErr! fteh mir bey, laß deine gnad sich mehren, So will ich dir drum danken und dich ehren Auf erden hier, und dort in ewigkeit. 12. Meloden 1. Paffet uns den Herren 27. preifen, Auf! vermehret feinen ruhm. Stimmet an die füffe weisen, Die ihr send sein eigenthum! Ewig währet sein ers barmen, Ewig will er uns umar men mit der süssen liebes- huld, nicht gedenken unsrer schuld. Preiset ewig seinen namen, Die ihr send von Abrams saamen Rühmet ewig seine werke, Gebet ihm lob, ehr und stärke. 4. Lernet euren JEsum kennen, Der euch theur erkaufet hat. Ler net ihn recht glaubig nennen Euren bruder, freund und raht, Euren starken held im streiten, Eure luft in frölichkeiten, Euren trof und euer heil, Euer allerbestes theil. Ewig solche güte währet, Die euch durch ihn wiederfähret: Ewig soll das lob erklingen, Das wir ihm zu ehren singen. 3. Ja wir wollen nun mit freu den Zu dem lieben vater gehn, Uns an seiner liebe meiden, Wie die thun, die vor ihm fehn, Heilig, f. Tretet nur getroft zum throne, Wo der gnaden- stuhl zu sehn; Es kann euch von GOttes sohne Nichts als lieb und huld ge schehn. Er erwartet mit verlan gen, uns voll gnade zu umfangen, und das allerhöchste gut zu er theilen durch sein blut. Groffe gnad ist da zu finden, Er will sich mit uns verbinden, und niemahls soll etwas können uns von seiner Liebe trennen. 6. Er hat nunmehr selbst die fülle Seiner gottheit aufgethan; und es ist sein ernster wille, Daß nun komme jedermann. Keiner 2. Ehe noch ein mensch geboh soll sich hieben schämen, Sondern ren, hat er uns zuvor gekannt, gnad um gnade nehmen; Wer einund in Chrifto auserkohren, Sei- hungrig herze hat, Wird aus seine huld uns zugewandt. Selbst der ner fülle satt. Ewig solche fülle himmel nebst der erden müssen währet, Die uns so viel guts bes uns zu dienste werden; Weil wir schehret; Wolluft, die uns ewig durch sein liebstes kind Seine Eintränket, Wird uns daraus einge der worden sind. Ewig solche schenket. gnade währet, Die er uns in ihm bescheret: Ewig wollen wir uns üben, Ueber alles ihn zu lieben. 16 7. Nun, o liebster! unser lallen, Damit wir dir dankbar seyn, Laß dir gnädig wolgefallen, bis wir alle insgemein Ewig deine gütig: Feiten Mit gesammtem lob' aus breiten, Da wir werden gloria! Singen und halleluja! Preis, dank, 17 für die mannigfaltigen Wohithaten GOttes. dank, ehre, macht und stärke, Und den: Denn du schaffft mir hülf und was seine grosse werke Rühmet, ruh. Ja, es muß die creuzes- pein verde GOtt gegeben. Laßt uns Mir mehr nüt als schädlich seyn: ihm zu ehren leben. Sollt ich dich dafür nicht preisen, Und dir ewig lob erweisen? 28. Mel. Werde munter mein 2c. Ott, mein vater! sey gepriesen Für die grof se gütigkeit, Welche du mir haft er wiesen Durch die ganze lebenszeit: Höchster, ach! wie dank ich dir Recht und würdig gnug dafür? Mein verstand und alle sinnen Sollen, HErr! dein lob beginnen. 2. Du hast, was genennt mag werden, Anfangs blos aus nichts gemacht; Auch den menschen aus der erden Durch dein wort hervor gebracht. Diese deine wunderthat Muß ich preisen früh und spat: Denn wo wird die macht gefunden, Die sich dessen unterwunden? 3. Daß ich mit vernunft geboh ren, Daß ich leb in dieser welt, Bin zum chriften auserkohren, Weiß, was dir, mein GOtt! ge fällt, Oder mag zuwider seyn: Das hab ich von dir allein; Drum, o GOtt, sen hoch gepriesen, Daß du mir dis haft erwiesen. 4. Du hast alle straf und plagen, Die mein fündlich thun verdient, Deinen sohn selbst lassen tragen: Und bist nun dadurch verfühnt, Weil er an dem creuzes stamm Meine sünden auf sich nahm: Ach! sen auch dafür gepries fen, Was du disfalls mir erwiesen. <. Dazu werden deine wege Mir noch täglich kund gethan: Denn zum rechten himmels- stege Führt dein guter geist mich an: Daß ich schon in meinem sinn Durch die hoffnung selig bin: Dafür muß ich dich hie preisen, Und dort ewig dank erweisen. 7. Gnaden- voll hast du geges ben mir hieben mein täglich brot, Läsfest mich im friede leben, Frey von pest und hungers- noht. Meis ne ehre, meinen stand Hab ich blos von deiner hand; Für so viele gus tigkeiten Muß ich, HErr! dein lob ausbreiten. 8. Kurz: HErr! deine gut und treue It wahrhaftig ohne zahl, Sie ist alle morgen neue; Drum, ihr menschen allzumahl! Bringet doch mit höchstem fleiß Unserm schöpfer Lob und preis, Rühmet seine groffe güte, Lobt sein väters lich gemühte. 9.Auch ihr engel, und ihr feelen, Die ihr steht vor GOttes thron! Helft des HErren lob erzählen, Preift den grossen GOttes sohn, Rühmer seine herrlichkeit gest und künftig ohne zeit: Lasset euch zu seinen ehren Mit viel lob- ges sängen hören. 10. Ich will auch, zu seinen zei ten, Wenn ich werde ben euch feyn, GOtt sein lob recht zu bereis ten, Mit euch frölich stimmen ein. Unterdessen soll von mir, So viel möglich ist, allhier GOtt zu ehren und gefallen Schon ein lob- gefang erschallen. 11. Heilig! heilig! heilig werde, GOtt! dein name ftets genannt: Denn der himmel und die erde Machen deinen ruhm bekannt. Deine gute, deine macht, Weiss heit, majestät und pracht hat doch nirgend ihres gleichen: Gott! wer kann dein lob erreichen? Mel. JEsu meines Lebens 2c. 6. Bin ich schon mit creu; belas den, Seßt mir gleich der fatan zuz Muß mir solches doch nicht fehas 29. Womit soll ich dich wol B HErr 18 Lob: Gesänge HErr sebaoth! Sende mir darzu| von oben Deines geiftes fraft, mein GOtt! Denn ich kann mit nichts erreichen Deine huld und liebes- zeichen. Tausend- tausend mahl sey dir, Groffer könig! dank dafür. 2. HErr! entzünde mein ges mühte, Daß ich deine wunders macht, Deine gnade, treu und güte Stets erhebe tag und nacht: Weil von deinen gnaden- güssen Leib und feele zeugen müssen. Tausend tausendmahl sey dir, Groffer könig! 2c. 9. Bald kamst du mit frohen zeiten, Bald mit kummer, angst und last, nur mein herz dahin zu leiten, Daß es dich allein umfaßt, Daß mein gänzliches verlangen Mögt an deinem willen hangent. Tausend- tausendmahl zc. 10. Wie ein vater nimmt und 3. Vater! wenn mein herz begiebet, Nachdems kindern nüßdenket, Wie dich meine fünden- lich ist; So hast du mich auch ge schuld Oft betrübet, oft gekrån ket, und wie deine lieb und huld Mich aus langmuht doch getragen; O! so muß ich freudig fagen: Tausend tausendmahl zc. liebet, So hast du zu jeder frist Dich auch meiner angenommen, Wenns auch gleich aufs höchste tommen.Causend- tausendmahlx. ich 4. Ach ia! wenn ich überlege, Mit was lieb und gütigkeit Du durch so viel wunderwege geführt die lebenszeit; So weiß ich kein ziel zu finden, Noch den grund hie zu ergründen. Laufend tausendmahl 2c. und zwar 8. HErr! Du sehen jedem dinge Beit, tiel, maaffe und gewicht, Damit keinem zu geringe, Keinem auch zu viel geschicht: Und ich hab auftausend weisen Deine weisheit auch zu preisen. Tausend, taufendmahl zc. 6. O! wie hast du meine feele Stets gesucht zu dir zu ziehn; Daß ich aus der fünden- höle Mögte zu den wunden fliehn, Die mich aus geföhnet haben, und mit kraft zum leben laben. Tausend tau fendmahl 2c. * 12. Vater! du haft mir erzeiget . Du, HErr! bist mir nachge: Lauter gnad und gütigkeit; Und laufen, Mich zu reiffen aus der du haft zu mir geneiget, JEsu! dei glut: Denn da mit der fünder ne freundlichkeit. Und durch dich, haufen Ich nur suchte irdisch gut; o geift der gnaden! Werd ich stets Hiesfest du mich dis verachten, noch eingeladen. Tausend: tausund nur nach dem himmel trachfendmahl zc. ten. Tausend tausendmahl zc. 7. Ja, HErr! lauter gnad und wahrheit Sind vor deinem anges ficht: Du, du trittft hervor in klars heit, In gerechtigkeit, gericht; Daß man soll aus deinen werken Deine gut und allmacht merken. Tausend: tausendmahl zc. 11. Trugst du nicht auf adlers. flügeln Mich oft treu und våters lich? Hast du nicht in thal und hu geln underbar errettet mich? Wollte alle hulf zerrinnen, Ward ich deinen beystand innen. Taufend- tausendmahl zc. 13. Tausendmahl sey dir gefun gen, HErr, mein GOtt! preis, lob und dank, Daß es mir bisher ge lungen: Ach! laß ferner meinen gang Sicher gehn durch Chrifti leiten, In die frohe ewigkeiten; Da will ich, o vater! dir Freudig danken für und für. Mel. Es ist das heil uns kommen 30. Sen Lob und ehr dem höchsten gut, Dem vater aller güte, Dem GOtt, der groffe wunder thut, Dem Gott, der für die mannigfaltigen Wohltharen Gottes. der mein gemühte Mit seinem rei chen troft erfüllt, Dem GOtt, der allen jammer stillt: Gebt unserm GOtt die ehre! 2. Es danken dir die himmels: heer, O herrscher aller thronen! Und die auf erden, luft und meer In deinem schatten wohnen, Die preisen deine schöpfers- macht, Die alles also wol bedacht: Gebt un ferm GOtt die ehre! 3. Was unser GOtt geschaffen hat, Das will er auch erhalten, Darüber will er früh und spat Mit seiner gnade walten. In sei nem ganzen Fönigreich Jft alles Mel. JEsu meines lebens 2c. weislich, recht und gleich: Sebt 31.Schwing dich auf, mein unserm GOtt die ehre! 4. Jch rief zum HErren meinem Sott: Vernimm, vernimm mein schreyen! Da ließ er mir in meiner noht Die hülfe angedeyen. Drum, vater, ach! drum dank ich dir. Ach danket, danket GOtt mit mir: Gebt unserm GOtt die ehre! ganz gemühte! Und geh in den himmel ein: Denn es muß des höchsten güte Hier und dort gepriesen seyn. Mit viel tausend- tausend mahlenKann ich ihm das nicht bezahlen, Was er mir durch raht und that Lebenslang erwiesen hat. s. Der HErr ist noch und nimmer nicht von seinem volk geschieden; Er bleibet ihre zuversicht, Giebt ihnen heil und frieden: Mit mutter- hånden leitet er Die feinen stetig hin und her: Gebt unserm Gott die ehre! 6. Wenn troft und hülfe mangeln will, Wenn niemand mehr kann rahten; So seket GOtt der noht ein ziel, und hilft durch wort and thaten. Er nimmt sich dessen gnädig an, Der keine hülfe finden kann: Gebt unserm Gott die ehre! 19 ebre! Jhr, die ihr GOttes macht erkennt, Gebt unserm GOtt die ehre! Die falsche gözen macht zu fpott: Der HErr ist GOtt, der HErr ist Gott! Gebt unserm GOtt die ehre! 9. So kommet vor sein angesicht Mitjauchzen und mit singen. Bezahlet die gelobte pflicht, Laßt lob und preis erklingen; GOtt hat es alles wol bedacht, und alles recht und gut gemacht: Gebt un: ferm GOtt die ehre! 7.Drum will ich dich mein lebenlang O GOtt! von nun an ehren; Man soll, HErr! deinen lobgefang An allen orten hören. Meinganses her: ermuntre sich, Mein geist und leib verehre dich: Gebt unferm GOtt die ehre! 8. Jhr, die ihr Chrifti namen nennt, Gebt unserm Gott die 2. HErr GOtt vater! lauter fegen Trieft von deiner milden hand, Den du mir auf meinen wegen Ueberall haft zugewandt; Aus wie viel bekümmernissen Haft du mich, mein GOtt! geriffen? Caus send- tausendmahl sey dir, Treuer vater! dank dafür 3. O HErr JEsu! heil und leben Ist in deinem blute mein. Alle fünden sind vergeben, und ich bin gerecht und rein. Ja du willt in meiner feelen Dir so gar die wohnung wählen: Tausend- tausendmahl sey dir, Liebfter beiland! dank dafür. 4. Heilger geift! an deinen gaben Spühr ich keinen mangel nicht: Und was wollt ich gröffers haben, Als dis gnaden volle licht, Daß ich weiß, an wen ich glaube, Und ein GOttes Find verbleibe. Tausend tausendmahl sey dir, Wehrter tröster! dank dafür. 5. Ach! daß alle meine glieder 2 Laus 2 Lob Gesänge und zwar 20 Lauter jungen mögten seyn! Daß mels- Herrlichkeit Hat mein JE ich mich durch lobe- lieder Könnte sus, meine sonue, Meiner seelen recht in GOtt erfreun! Und daß höchstes gut, Mir erworben durch lauter preis und ehre Reinbes fein blut. ständig opfer wäre, Das ihm wür de tag und nacht Tausend fendmahl gebracht. 7. Rein bin ich von meinen tausünden, Los von seelen- angst und noht, Frey vom teufel, höll und tod. In der heilgen taufe finder Sich die schätze: Gott ist mein, Ich werd ewig bey ihm seyn. 8. In dem lebens- wort der gnaden Find ich meines herzens theil, Meiner feelen troft und heil. Nichts kann alle welt mir scha den, Weil mein GOtt mich selbst bewacht: Er fitürzt aller feinde macht. 6. Doch du wirst ein schwaches lallen, OGOtt vater, sohn und geist! Dir auch lassen wolgefallen, Das dich hier auf erden preist; Bis ich dich im himmel oben mit den engeln werde loben; Ja! da lob' und preif' ich dich Ohn auf bören ewiglich. Meloden 2. 32. Au [ lles, was mir GOtt gegeben, Was mir leib und feel erfreut Hier und dort in ewigkeit, All mein thun, mein gan les leben Beigt mir meines GOt tes treu Alle morgen wieder neu. 2. Nichts von allem, was ich habe, Nichts von ehre, gut und pracht hab ich auf die welt gebracht. GOttes güte, GOttes gabe Schafft alleine hülf und raht, Mel. Nun banket alle GOtt ic. Schüßt und ſegnet früh und spat. 33. Mein Gott! ich preiſe 3. Nun, mein Gott! ich will pich preifen, und in deinem heiligthum Offenbaren deinen ruhm. Ich will, vater! dir erweisen, Jego und zu aller zeit, Ebre, ruhm und dankbarkeit. dich Für deine huld und segen, Den du bringst über mich auf allen meinen wegen. Du haft bishero mir Viel gnade zuge. dacht, und deine segens- thür Für mich ganz aufgemacht. 4. Eh mich deine hand bereitet, Hast du schon an mich gedacht. Eh mich deine gnaden macht Aus der mutter schooß geleitet; Hat mir Deine liebesband Alle wolthat zugewandt. s. Meine seele, leib und leben, Augen, ohren, fleisch und blut, Was ich habe, ist dein gut: Alles haft du mir gegeben, Wit, vers munft, verstand und sinn; Dein ist alles, was ich bin. 9. Alle diese lieb und güte, Die mein JEsus mir bereit, Preif' ich nun und allezeit. Hilf, Gott! daß sich mein gemühte Ueber sol che gütigkeit Nun und ewiglich erfreut. 6. Alle meine freud und wonne, Alles glück in dieser zeit Alle him: Lob, Lico im gejegneten Wolstande. 2. Mein her; soll dir dafür Mit dank verbunden bleiben, Und al les, was in mir, Soll dein lob mächtig treiben. Ich will mit lobs gesang Dir stets entgegen gehn, Und all mein lebelang Bu deinem dienste stehr. 3. Auf demnach, her; und sinn! Auf seele, geift und glieder! Werft alles von euch hin, Spielt danks und lobes- lieder Dem GOtt, der feine treu So reich an mir beweist, Mich alle morgen neu mit reicher gnade speift. 4. Denn alles, was ich bin, bin ich 21 für die mannigfaltigen Wohlthaten Gottes. viel guts von dir geschehn. ich durch GOttes güte, Die segnet ich noch die welt gefehn, Ift mir mit gewinn, Die trößet mein ge mühte. Was andern dort und hier An ehr und glücke fehlt, Hat GOttes güte mir Bar reichlich jugezählt. 5. Ach ja, du bist, mein GOtt! Der mich so hoch beglücket, Der mich befrent von noht, und mich mit wolfeyn schmücket: Dir schreib ich alles zu; Weil ich sonst nichts mehr kann, Als daß ich glück und ruh Mit danken nehme an. 6. Ich will mich dir allein Zum eigenthum verschreiben; Du sollt mein vater senit, Ich will dein kind verbleiben: Bleib du nurferner mir Mit liebe zugethan, Auf daß ich für und für Mein glücke rüh men kann. 7. Laß deinen guten geist Mich lehren, leiten, führen, Daß ich, was dein wort preist, An mir auch mdge spühren. Entzünde mich durch dich, Daß ich in dir allein Vor allen Fräftiglich Vergnüget mdge seyn. 8. Hilf, daß ich nicht im glück Mich kühn und frech erhebe, Und meinen liebesblick nicht blos dem reichthum gebe. Ach! hilf mir, daß ich auch Die armen ne ben mir, Nach deinem vater brauch, Durch deine liebe zier. 9. So wird sich all mein glück Durch deine guns vermehren: So wird den gnaden blick Mein herz und haus verehren. Denn wer in demuth dir Herz, feel und sinnen schenkt, Der wird auch für und für Mit deiner gunft getränkt. 2. Und da ich kaum die welt ers blicket, Hat deine gute mich um armt: Die taufe hat mich hoch beglücket, So bast du meiner dich erbarmt: Da nahmest du mich an als kind, Und wuscheft mich von meiner fünd. 3. Mein name ward mir da gegeben, Den schriebst du auch im himmel ein: Da ich einmahl soll ewig leben Da ich ben dir soll frd. lich seyn. Da ich im glanz, der sons nen gleich, Soll herrschen in des vaters reich. 4. Indeffen haft du alle stunden mit deiner gute mich ergeßt: Ich habe deinen schuß empfunden, Daß mich kein harter fall verlegt, Mein GOtt! bis hieher haft du mir Geholfen immer für und für. 5. 3war ohne creu; bin ich nicht blieben, Es kost mir manche thra nen- fluht: Doch machet denen, die GOtt lieben, Der liebste vater alles gut. Belegt er uns mit laft, die drückt; So bilft er tragen und erquickt. 6. Und also rühm ich deine ga ben, Mein GOtt! es sen freud oder leid. Was du uns giebeft, muß uns laben, Du meinst es gut zu aller zeit; Mir ist auch deine vater treu noch alle morgen frisch und neu. 7. Ja heut an diesem lieben tage Erfreuet mich dein gnaden- licht. Ich bin befreyt von harter plage: und fehlt mirs gleich am creuze nicht; Hab ich doch GOtt zum helfers mann, Der aller noht ab. helfen kann. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 34.Mein treuerGott! was 8. Daher bin ich auch wol zu soll ich sagen? Daß frieden, Und danke GOtt herzin. du mir so viel guts gethan In al- niglich Für das, was er mir hat len meinen lebens- tagen, Daß ichs beschieden: Ich nehm es an, und nicht gnug erzählen kann. Ja, eh freue mich, und sehe meine hoffs 3 nung Sonntags- Gesänge und zwar 22 nung fest auf Gott, der mich nie mahls verläßt. Noch eins will ich von GOtt verlangen: Laß meinen namen allzeit stehn Jm himmel, wo die fromme prangen, Wo sie in weisfen kleidern gehn: Und bringe mich auch einst dahin, Wo ich ohn ende frölich bin. Mel. Allein GOtt in der höh z. is hieher hat mich feine groffe gute: Bis hieher bat er tag und nacht Bewahrt herz und gemüthe. Bis hieher hat er mich geleit't, Bis hieher hat er mich erfreut, Bis hieher mir geholfen. 2. Hab lob und ehre, preis und dank Für die bisher'ge treue, Die du, o GOtt! mir lebenslang Be. wiesen täglich neue: In mein gedächtniß schreib ich an: Der HErr hat groffe ding' gethan An mir, und mir geholfen. 3. Hilf fernerweit, mein treuer hort! Hilf mir zu allen stunden. Hilf mir an all- und jedem ort. Hilf mir durch JEsu wunden, Hilf mir im leben, tod und noth; Durch Christi schmerzen, blut und tod, Hilf mir, wie du geholfen: Eob Gesänge für besondere Wohlthaten, als: für die Schöpfung, Erlösung, Heilis gung,: c. suche unter diesen Tituln. II. Sonntags Gefänge. 8 Vorbereitungs- Lieder zur Sonntags: feier. Mel. HErr JEsu Christ wahr zc.| tag Mit leib und feele feiren mag. 36. für der argen welt, Die deinen fabbath fündlich hält. Dein geht herfür, Sen du die Sonne selbst in mir: Du sonne der gerechtigkeit! Bertreib der jünden dunkelheit. 7. So geh ich denn mit freuden hin, wo ich bey dir zu hause bin. Mein herz ist willig und bereit, O heilige drepeinigkeit! 2. Mein erstes opfer ist dein ruhm, Mein herz ist selbst dein eis genthum Ach kehre gnådig bey mir ein! Du mußt dir selbst den tempel weihn. 3. Gib, daß ich meinen fuß be wahr, Eh ich mit deiner kirchenschaar Hinauf zum bause GOttes geh, Daß ich da heilig vor dir steh. 4. Bereite mir herz, mund und hand, Und gib mir weisheit und verstand, Daß ich dein wort mit andacht hör, Zu deines groffen namens ehr. 5. Schreib alles feft in meinen sinn, Daß ich nicht nur ein hörer bin: Verleih mir deine kraft daben, Daß ich zugleich ein thäter fen. 6. Hilf, daß ich diesen ganzen Mel. Nun dantet alle GOtt 2c. 37. Send stille finn und geist! Und euch in GOtt ergeget: Heut ist der ruhetag, Den er selbst eingesetet. Er will in stiller lieb und furcht geehret seyn, Wofern er soll den uns In gnaden kehren ein. 2. Heut ist der tag des heils, Des HErren wort zu hören: Heut ist es rechte zeit, Ihn öffentlich zu ehren. Wer dieses unterläßt, Muhtwillig bleibt davon; Vers dient nicht, daß er sey Des groffen GOttes sohn. 5. Ich will in GOttes haus Mit feinen kindern gehen. Ich will im reinen Vorbereitungs: Lieder zur Sonntags- Feier. 23 Daß ich recht heilig sen. reinen schmuck Vor seinem altar, dichten Nach dir alleine richten, fehen: Mein her; soll höchst ver: gnügt In seinem willen ruhn, Der leib soll nichts als nohts und lies bes werke thun. 4. Komm hente in mein herz, Du könig aller frommen! Laß mit dir segen, heil und feelen- frieden Fommen. Die sonne deiner huld Kehr heute ben mir ein; So wird mir dieser tag Ein rechter sonntag seyn. Mel. Von GOtt will ich nicht zc. olauf, herz und ge38. Wmühte! Des Herren von 6. Gib, daß mein herz die liebe Dem nächsten willig zeigt, Sich so im molthun übe, Daß es sein berze beugt. Gib, daß ich keinen nicht Ohn wolthun fiehen laffe, und wol zu berzen faffe, Daß es dir selbst geschicht. 4. Hilf, daß ich freudig höre Der kirchen ton und klang, mein herz ganz zu dir kehre: Führ du selbst meinen gang Zu deiner wohnung hin, Wo schön und lieblich wesen, Wo leib und feel genesen, Wo ich schon selig bin. 5. Hilf, Gott! daß ich die lebre Des geistes freudig hör, Von her zen mich bekehre, Und sich mein glaube mehr. Mach mich im hof fen treu, Laß sich mein thun und 7. Hilf mir den tag vollbringen Zu deines namens ehr: Mein beten, lefen, sinigen Zur seligkeit erhör. Laß dieses tages ruh Mich führen zu den tagen, Die ohne weh und klagen Man bringt im himmel zu. tag dricht an: Der jeugt GOttes güte, Die er an uns ge= than. Weg, weg was irdisch heißt! Weich, fleischliches beginnen! Bey ber öffentlichen Sonn tagssfeier selbst. Mel.Wer nur den lieben GOtt ic Weich, welt- und fündlich sinnen 39. Mein Gott! du haft Es rührt uns GOttes geist. 2. Mein GOtt! hilf mir bedenken, Wie heilig dieser tag: Was fündlich, hilf versenken, Damit ich ruhen mag. Erivecke lust in mir, Ihn chriftlich zu begeben, Laß wich dein antlig fehen, und zeuch mein herz zu dir. mich eingeladen, Sch komme vor dein angesicht: Ach! wohn in mir mit heil und gnaden, Und gib mir deines geistes licht, Beuch herz und mund allein zu dir, Und sey der lehrer selbst in mir.. 3. Mein GOtt! hilf mir anhe: ben Der feelen ruhe- tag. Laß mich dir seyn ergeben, Wend ab all angst und plag. Erfrisch herz, sinn und muht Dir treulich anzuhangen, Ach! stille mein verlangen, Schenk mir der feelen gut. 2. Hier ist der ort, den du erwäh let, ie trifft man dein gedächtniß. an: Die wunder werden hier ers zählet, Die dein geheimniß aufge: than. Hier ist dein feuer und dein heerd, und alles, was mein bers begehrt. 3. Ach! gib mir himmlische gedanken, Weil ich hier schon im himmel bin. Laß mich nicht in der andacht wanken, Und lege dich in meinen sinn. Nimm die vernunft gefangen hier, und dffne mir die glaubens- thür. 4. Mein JEsu! laß es wol gelingen, Du wort des vaters! laß dein wort In mir die rechte früchte bringen, Und streu es auf den gu ten ort. Gib daß mein herz, durch dich bestellt, Den faamen fast, der darauf fällt. 5. Gesegne pflanzen und be. gieffen 4 Sonntags Gesänge und zwar 24 giessen; Und gib den lehrern deine kraft, Daß sie das wort zu theilen wiffen, Wie es am besten nugen schafft. Gib uns das rechte himmel- brot, Zum troft in leibs- und seelen noht. 6.Wolan, so rede, HErr! wir hd: ren, Und laß uns keine hinderniß In der gefaßten andacht stöhren; Denn dieses bleibt einmahl ge: wiß: Wer dein wort hört und glaubt an dich, Der schmeckt den tod nicht ewiglich. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. ie selig ist der ort zu 40.Wie nennen, Wo GOttes wort im schwange geht, Wo licht und recht ganz helle brennen, und zion niemahls wüste steht! Da man im schmuck der heiligkeit Dem HErren opfert allezeit. 6. Erhalt uns bey dem glaus bens- grunde, Den du den eckstein hast genennt: Daß man dich nicht nur mit dem munde, Auch mit dem herzen selbst bekennt. Wenn uns die welt verfolgung draut, So gib, o HErr! beständigkeit. 4.So treten wir im geift zusam men, So singen wir des HErren lied. So bringen wir die opferflammen, Auf welche GOtt in gnaden sieht. So lesen wir, und hören an, Wo GOttes wort uns Lehren kann. 7. Ja, bau du selbst in unsrer seele Dir ein lebendig GOttes. haus: So wird in dieser jammerhöle Ein angenehmer fabbath draus; Bis wir in jenen tempel gehn, und vor des lammes ftuhle stehn. Meloden 3. 41.Mein Gott! ich bin ist erschienen An dem or te deiner ehr, Deiner majestät zu dienen, Und zu hören deine lehr: Doch, mein dienst ist viel zu wenig Für dich, groffer himmels- könig! 2. Drum entzeuch mir deine gnade Bey der ietgen andacht nicht; Daß mir satans lift nicht schade, wenn mein geift das abba! spricht. Wirst du sinn und her: nicht lenkcu, So kann ich nichts gutes denken. 2.0 Weh aber! wo die lebensworte Sorar und theuer worden sind, Daß man an solchem wüsten orte Von GOtt nur dunkle spuh ren findt; Wie billig wird der ort beweint, Wo GOttes wert entfernet scheint. 3. Wir dürfen keinen zweifel 3. Wirf hinweg nach deiner gütragen, Als wär allhie nicht Gotte, Was dir, HErr! an mir mißtes haus? Wo wir nach GOttes fällt, und befreye mein gemühte worte fragen, Da macht er eine Von den sorgen dieser welt. Laß Firche draus: Sie sen nun zahl- die schlüpfrige gedanken Nicht reich oder klein; So muß sie ihm von dir aufs eitle wanken. doch heilig seyn. 4. Hilf, daß, da ich vor dich tre te, Jchs nicht thu aus heuchelen, Daß ich nicht ohn andacht bete, Noch auch unbuffertig sey: Laß mich ohne geist nicht singen, Ohne dank nicht gaben bringen. s. Vater! schleuß die gnadenpforte nicht vor meinen seufzern 5. Ach HErr! gib selber das gezu: Was du mir in deinem worte deyen, Laß doch kein wort vorüber Zugesagt zur feelen- ruh, Was du gehn, Laß uns die seelen- speif ers mir auch schon verliehen, Wollft freuen, Laß unser her: erquicket du nicht zurücke ziehen. siehn. Gib unsrer einfalt deutlich ein, Das, was uns kann erbaulich feyn. 6. Hilf mir auch mich selber strafen, Laß mich nicht mit ärger: niß 25 bey der öffentlichen Sonntags- Feier selbst. niß Plaudern, gaffen oder schlafen. bild Mit weisheit und verstand Laß mir auch nicht über dis Wort, gedanken und geberden Unver merkt zur fünde werden. erfüllt. Halleluja. 7. Laß mich kein gespötte mas chen, Wenn ich dein wort hören soll. Laß den geift die glaubensfachen, Welche von geheimniß voll, Ohne zweifeln, ohne Flügeln, Mir im herzen fest versiegeln. 6. Erkennt mit dankbarem ges müht, Wie er allein durch seine gut uns täglich schüßzet und er nehrt, und manches unglück von uns kehrt. Halleluja. 7. Dankt auch, daß heut gesches ben ist Die auferstehung JEsu Chrift: Dadurch ist wahre freus digkeit In aller noht für uns bes reit. Halleluja. 8. Hilf, daß wir uns warnen lassen Ohne widerspenstigkeit; Daß wir die vermahnung faffen, Achten auf die gnaden- zeit, Daß uns auch des troftes gaben Stets in allen ndhten laben. 9. Laß die lehrer nicht verdros sen, Noch die hörer eckel feyn. Führ auch noch zu chrift- genoffen Unfre widersprecher ein, Daß wir alle dich dort eben Ohne trennung ewig loben. 3. Gan; unerträglich ist sein grimm, Doch hört er gern der armen stimm: Deßwegen lobt ihn allesammt, Das ist der christen rechtes amt. Halleluia. Mel. Erschienen ist der herrl. 2c. eut ist der chriften 42. ruhes tag, Bergef Heut 11. Darum begehen wir mit set forge, müh und plag, Treibt fleiß Den tag nach rechter chris eure wochen- arbeit nicht, Kommt ten weis: Wir öfnen freudig uns vor des höchsten angesicht. Hal- sern mund, und danken GÖTT leluja. von herzens- grund. Hallel. 2. Kommt her, und fallt auf eure knie Vor GOttes majestät allhie: Es ist sein heiligthum und haus, Wer sunde liebt, gehört hinaus. Halleluja. * 12. O GOtt! der du den ers denkreis Erschaffen haft zu deis nem preis, uns auch bewahrt so manches jahr In vieler trübfal und gefahr: Halleluja. 13. Hilf, daß wir alle deine werk Voll höchster weisheit, gut und stårk Erkennen, und ie mehr und mehr Ausbreiten deines namens ehr. Halleluja. 4. Rühmt unsers GOttes meisterthat, Da er aus nichts erschaf fen hat Den himmel und die ganze welt, und was dieselbe in sich hålt. Halleluia. 8.Der von den Juden ward vers acht, mit mördern schändlich umgebracht, Daß seine lehr hätt kurs zen lauf, und mit ihm mögte hdren auf; Halleluia. s. Und als er sie genug geziert, Hat er den menschen drauf for: mirt, und ihn nach seinem eben: 9. Der ist erstanden offenbar, und hat erfreut sein kleine schaar, Die ihn bis in den tod geliebt, und seinethalben war betrübt. Hallel. 10.Leibhaftig er sich ihnen wies, Sich sehen, hören, fühlen ließ; Des todes macht sen nun dahin. Damit versichert wär ihr sinn, Halleluia. 14. D liebfter heiland JEsu Chrift! Der du vom tod erstanden bist, Richt unsre herzen auf zu dir, Daß sich der fünden- schlaf verlier. Halleluja. 15. Gib deiner auferstehung kraft, Daß dieser troft ja bey uns haft, und wir uns drauf verlassen feft, 5 Sonntags- Gesänge und zwar 26 fest, wenn uns nun alle welt verläßt. Halleluia. 16. heilger geift! laß uns dein wort So hören heut und immer fort, Daß sich in uns durch deine lehr Glaub', lieb und hoffnung reichlich mehr. Halleluja. 17. Erleuchte uns, du wahres licht! Entzeuch uns deine gnade nicht: All unfer thun also regier, Daß wir Gott vreifen für und für. Halleluja. * 18. GOTT vater, fohn und geist! verleih, Daß dieser tag dir heilig fen, Wir auch die sabbaths. ruh und freud Erlangen drauf in ewigkeit. Halleluia. Wend ab noht, angst und herze leid, Du vater der barmherzigkeit In meinem ganzen leben, Daß ich Frölich Deinen willen Mög erfüllen, Dich stets lieben, Auch die lieb' am nächsten üben. 2. Du führst durch deinen gnaden- schein Aus aller trübfal, noht und pein Den, der nur zu dir schreiet. Durch Christum giebst du deinen geist, Der uns den weg zur busse weist, und innerlich erfreuet. Laß mich, Bitt ich, Deine gute Im gemüthe Fort empfinden, Ohr an. fechtung meiner fünden. 5. Gib, daß mir dieser ruhe- tag Mein innre ruh befördern mag Durch deines wortes stärke: Daß mir es durch das herze dringt, Und hundertfältig früchte bringt, Als rechte glaubens- werke. Von dir Laß mir Brünnlein fliessen, Sich ergiessen, Daß ich bleibe Stets ein glied an deinem leibe. Mel. Wie schön leucht uns der zc. ch will, o vater! alle 43. gütigkeit, Daß du von so viel jahren Mich haft behütet wunderbar, Wie ichs mein lebtag immerdar, Auch diese woch' erfahren.Singet, Bringet GOtt dem HErren Nah und ferren Dank und ehre: Je 44. preifen, Ihr chriften Mel. Von GOtt will ich nicht zc. elft dermann sein lob vermehre. insgemein! Wir wollen all erweis sen, Daß wir GOtt dankbar seyn, Bornemlich zu der zeit,(* Da sich die woch geendet, Der sonntag hergewendet: Des HErren tag ist heut.*) ( 2m Gonnabend.) Da sich die woche endet, Der sonns tag zu uns wendet: Des HErrn tag ist nicht weit. 3. Sich ia dasselbe nicht mehr an, Was ich, HErr! wider dich ge than In nächst verwichnen tagen. Nimm zur versöhnung Christi blut: Er hat gelitten uns zu gut, und völlig abgetragen, Was sich Täglich noch für fünden In uns finden: Drum wir schwachen Uns zum gnaden- throne machen. 6. Verleihe, daß in dieser welt Mein hoffnung sen auf dich ge stellt, und ich dir ganz vertraue! Daß ich die wahre ruh und freud Erlange dert ohn einig leid, Durch dich Werd ich Grosse gaben Ewig haben Ben dir oben: Deis nen namen will ich loben. 2. Laßt uns mit ernst betrachten Des höchsten reiche gnad, Und jederzeit hoch achten Sein unzählich wolthat: Stets führen zu ges müht,(* Wie er die woch gegeben*) Nohtdurft zu diesem leben Und uns für leid behüt't; 3. Lehr- amt, schul, kirch erhal. 4. Mein leib uno feel, und was ten In gutem fried und ruh, Nah, nur mein, Eaß dir, o HErr! befohrung den jung und alten Beschehlen seyn, Ich will dir alls ergeben. ret auch darzu: Und gar mit milder Univ.- Bibl. Giessen bey der öffentlichen Sonntags- Feier selbst. 27 der hand Sein' guter ausgespen- schnöde eitelkeit So viel unruh det, Verwüstung abgewendet Von fist in mir, Wenn ich seufzen wil unserm vaterland. zu dir; Wie sie mir die andacht stöhre, Wenn ich, HErr! dein wort anhdre. 4. GOtt hat unser verschonet Aus väterlicher gnad: Wenn er sonst hätt belohnet All unfre mis fethat mit gleicher straf und pein: So wär'n wir längst gestorben, In mancher noht verdorben, Da wir voll fünden seyn. 5. Nach vaters- art und treuen Er uns so gnädig ist: Wenn wir die fünd bereuen, Glauben an JEsum Chrift Herzlich ohn heuchelen; Will er die schuld vergeben, Lin dert die straf darneben, Macht uns von plagen frey. 6. Drum deine gut wir prei fen, Vater im himmels- thron! Die du uns thust beweisen Durch Chriftum deinen sohn. Wir bitten ferner dich,(* Hilf all'n bedrängten leuten, Beschehr fried fame zeiten, und nehr uns mil diglich.*) Am neuen jahre, darauf dieser gefang erstlich gemacht worden, ändert man, was zwischen zween* ftehet, so, wie folget: Jm 1. Besen, in den legten Versen: Da sich das jahr geendet, Die fonne zu uns wendet: Das neue jahr ist heut. Jm 2. Gefer, im 6. Vers. Wie er dis jahr gegeben. 3m legten Gesetz, in den drey legten Versen: Gib uns friedsame jahre, Für al lem leid bewahre, und nebr uns mildiglich. Klage über mangel der Unbacht bey dem Gottesdienste. Mel. JEfu deine heilge wunden. 45. Groffer Ort! ich muß dir flagen Meines herzens schweres leid; Und mit thränen dir vortragen, Wie die 2. Da ich irdischer gedanken Gänzlich sollte müffig gehn; Mein gemüht ohn alles wanken Laffen bey mir stille stehn, Und betrachten sorgen- frey, Was der seele nüks lich sey, Was uns muß zum himmel bringen: Schlepp ich mich mit eitlen dingen. 3. Da ich sollte ganz entzündet Und im geiste brünstig seyn; Schlechte luft sich ben mir findet: Ach! wie schläfrig nehm ich ein, Was mich zu dem himmel führt, Und das höchste gut gebiert. Ach! wie lau sind meine thränen, Ach! wie kalt mein himmels- sehnen. 4.Nun, was soll ich armer mas chen? HErr! es steht ja nicht bey mir: Schaffe raht in diesen sas chen; Denn es steht allein bey dir. Du, du kannst den herzens- stein Höchfter! beben; du allein Kannst erwecken das verlangen, Dir mit eifer anzuhangen. 5. Zünde deiner liebe flammen Selbst in meinem herzen an: Die gedanken halt zusammen, Daß sie nichts verwirren kann. Laß im beten mich allein, HErr! auf dich gerichtet seyn, Daß sich gluht und andacht mehre, Wenn ich deine lehren höre. 6. Vater! lenke mein gemüthe, Daß ich seh dein licht und recht; Daß ich schmecke deine gute, Die dein wort mir schnödem knecht Dargebracht; und öffne mir Selbst, mein GOtt! die herzenss thür, mit recht sehnlichem verlangen Solche gnade zu empfangen. 7. Weg ihr eitle welt- gedanken! Weg du schndde Nichtigkeit! Weicht aus meines herzens schranken! Daß ich GOTT zum dienst 28 Sonntags Gesänge und zwar dienft bereit, und, von aller unruh, laß an diesem ort Mir dasselbe frey, Jhm allein ergeben sen, Dak wiederfahren: Laß dein wort im ich, in mir selbst verborgen, Kün herzen bleiben, Mich zu allem ne für die seele sorgen. guten treiben. $ Vor der Predigt. Liebster JEsu! wir sind wort anzuhören: Lenke sinnen und begier Auf die füffen himmelslehren, Daß die herzen von der er den Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser wissen und verstand Jft mit finsterniß verhüllet; Wo nicht deine gnaden hand Uns mit hellem licht erfüllet: Gutes denken, thun und dichten Mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du glanz der herrlichkeit, Licht vom licht, aus GOtt geboh ren: Mach uns allesammt bereit, Deffne herzen, mund und ohren: Unser bitten, flehn und singen Laß, HErr JEsu! wol gelingen. 2. Drück es mir so fefte ein, Daß kein teufel es kann rauben; der hoffnung und im glauben. Meine seele wird sich laben, Und des Himmels verschmack haben. 3. Fluch und segen ist mir nun zu erwählen vorgegeben: Laß die beste wahl mich thun, und nach deinem willen leben, Daß ich vor der höllen fliehe, Um den bimmel mich bemühe. 47. HE JEfu Chrift! dich zu uns wend, Den zu heilgen geist du zu uns send: Mit hülf und gnad er uns regier, und uns den weg zur wahrheit führ. 2. Thu auf den mund zum lobe ein, Bereit das Herz zur andacht fein; Den glauben mehr, stårk den verstand, Daß uns dein nom werd wol bekannt. 3. Bis wir singen mit Gottes heer: Heilig, heilig ist GOtt der HErr! Und schauen dich von angesicht In ewger freud und selgem licht. 4. Laß, HErr! keinen irrthum mir Deine brünnlein trübe ma: chen: Laß bey deinem donner hier Mein gewissen recht erwachen; Daß dein wort durchs herze gehe, Und ein rechter brand entstehe. s. Ift mein ganzes christenthum Voller jammer und be: schwerden: Laß dis evangelium 4. Ehr sen dem vater und dem sohn, Dem heilgen geift in einem thron, Der heiligen dreneinigkeit Sey lob und preis in ewigkeit. in meine wunden fliesse, Und mir alles creuz verfüsse. 6. Nun ich gehe frölich heim: Denn ich trage, wie die bienen, Lauter füffen Honigseim, Der mir muß zum labsal dienen, und ich schließ in JEsu namen; Sprich dazu, HErr, ia und amen! ank sagen wir alle 49. HErrn Chrifto, Der uns mit feis nem worte hat erleuchtet, und uns erlöfet mit seinem blute Von des teufels gewalt. Den sollen wir alle Mit seinen engeln loben mit schalle, Singen: preis sey GOtt in der höhe. Clach der Predigt. 1. Liebster JEsu! wir sind hier. elig sind, die GOttes Bey dem Schlusse des öffentlis chen Gottesdienstes. Mel. Liebster JEfu wir sind hier. 48. wort und zu gleich bewahren. Mein Gott! 50. Nun GOtt lob! es ift vollbracht Singen, beten, 29 ben der öffentlichen Sonntags- Feier selbst. beten, lesen, hören: GOTT hat, 4. Vielleicht ist dieses nicht alles wol gemacht, Lasset uns fein geschehn, Denn ich bin fleisch und lob vermehren. Unser GOtt sey blut, und pfleg es öfters zu vers hoch gepreiset, Daß er uns so wol sehn, Wenn gleich der wille gespeiset. gut. 2. Nun, der gottesdienst ist aus, Uns ist mitgetheilt der segen: Drum gehn wir in fried nach haus, Wandeln frey auf GOttes wegen. GOttes geist uns ferner leite, Und uns alle wol bereite. 3. Unsern ausgang segne, GOtt! Unsern eingang gleicher maassen: Segne unser täglich brot, Segne unser thun und lassen, Segne uns mit fel'gem sterben, und mach uns zu himmels- erben. Abend, Lied am Sonntage. Meloden 4. 51. Nun un bricht die finstre nacht herein, Des ta ges glanz ist todt: Jedoch, mein bers! schlaf noch nicht ein, Komm, rede erst mit Gott. 2.O GOtt, du groffer HErr der welt! Den niemand sehen kann: Du siehst auf mich vom himmels. zelt, Hör auch mein seufzen an. 3. Der tag, den ich nunmehr vollbracht, War insbesondre dein: Darum hat er bis in die nacht mir sollen beilig seyn. 5. Nun such ich deinen gnaden: thron: Sich meine schuld nicht an, und denke, daß dein lieber sohn Für mich genug gethan. 2. Wie viele wochen hab ich schon Im leben angefangen? Und doch ist keine noch davon Erlebet, und begangen, In welcher nicht Ein gnaden licht Von GOtt mich 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, In unsre herzen ein, Und laffe die, so es gehört, Dir auch ge borsam seyn. 7. Erhalt uns feruerhin dein wort, Und thu uns immer wol; Damit man stets an diesem ort GOtt diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine ruh: O vater! fteh mir bey, Und gib mir deinen engel zu, Daß er mein wächter sey. 9. Gib allen eine gute nacht, Die chriftlich heut gelebt, Und beffre den, der unbedacht Der gnade widerstrebt. 10. Wofern dir auch mein thun gefällt; So hilf mir morgen auf, Daß ich noch ferner in der welt Vollbringe meinen lauf. 1. Und endlich führe, wenn es zeit, Mich in den himmel ein: Da wird in deiner herrlichkeit Mein fabbath ewig seyn. III. Bey dem Anfange der Woche. Mel. Was GOtt thut das ist zc.| angeblicket, Der mir viel guts ges schicket. ie neue woche geht 52.Dit nun an, und ist schon eingetreten. Wach auf, mein herz! und denke dran, Daß du zu Gott follt beten, und ihm dabey Für seis ne treu Mit danken und mit fins gen Ein morgen- opfer bringen. 3. Das creuz und leiden dieser zeit, So mir auch mit begegnet, Hat er durch viel zufriedenheit Gemildert und gesegnet: So, daß er nie n angst und müh Mich troglos laffen stehen, Noch drinnen untergehen. 4. Ach fallen mir die fünden ein, Was wird in so viel wochen Für schuld nicht aufgebäufet feyn? und doch, was ich verbrochen, Hat er Ben dem Anfange und Schlusse der Woche. 30 er daben Auf buß und reu In Christo mir verziehen, und gnad und huld verliehen. 5. Nun, treuer GOtt! ich danke dir, Ich danke dir von herzen, 3war meine schwachheit machet mir Bekümmerniß und schmer: zen, Daß meine pflicht Dich also nicht kann loben, als ich sollte, Und dennoch gerne wollte. 8. Doch aber soll sich meine zeit Mit dieser woche schliessen? Ey nun, so wird die ewigkeit Mir auch den tod verfüffen. Denn dich und mich, Ja mich und dich, Kann weder freud noch leiden, Noch tod und leben scheiden. 6. Jedoch in Chrifto wirst du dir Es wol gefallen lassen. Jn Chrifto will ich ferner mir Die gute hoffnung fassen, Daß du mich wirft, Mein lebens- fürst! Bey allen meinen werken In dieser wo: che stärken. 9. Wolan, so mags gleich wunderlich In dieser woche gehen; Es kann doch anders nicht um mich, Als gut und heilsam, stehen. Denn was GOtt fügt, Wird mich vers 7. Nun aus- und eingang sey begnügt Bey allen meinen sachen, glückt An feel und leibessegen. Und endlich selig machen. IV. Bey dem Schlusse der Woche. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. sethat Auf ewig schon gebüffet o ist die woche nun ge- hat. 53.S schlossen, Doch, treuer Gott! dein herze nicht. Wie sich Dein segens- quell ergoffen; So bin ich noch der zuversicht, Daß er sich weiterhin ergießt, Und uners schöpflich auf mich fließt. s. Dein schwur ist ja noch nicht gebrochen, Du bricht ihn nicht in ewigkeit, Da du dem fünder fest versprochen, Daß er, wenn ihm die fünde leid, nicht sterben, sondern gnaden- voll, als ein gerechter, leben soll. 2. Jch preise dich mit hand und munde; Ich lobe dich, so hoch ich 6. Mein glaube hält an diesem kann; Jch rühme dich von herzens- segen, Und will also den wochengrunde Für alles, was du mir geschluß Vergnügt und froh zurücke than, Und weiß, daß dir durch JE- legen, Damich der troft ergegen fum Chrift Mein dank ein füffer muß, Ich solle hier in Christo weihrauch ist. dein, und schon in hoffnung selig seyn. 7. Doch, da mein leben zuges nommen, So bin ich auch der ewigkeit Um eine woche näher kommen, Und warte nun der lezz tenzeit, Da du die stunde haft be: ftimmt, Die mich zu dir in himmel nimmt. 3. Hat mich bey meinen wochen tagen Das liebe creuz auch mit besucht; So gabst du auch die kraft zu tragen: Zu dem, es ist voll heil und frucht In deiner liebe gegen mir; Und darum dank ich auch dafür. Bring mir, was meinen geift er: quickt, In deinem wort entgegen, Denn dis allein Soll einzig seyn: Was ich mir zum ergeßen Zeit lebens werde sehen. 4. Nur etwas bitt ich über als les Ach! du verfagft mir solches nicht: Gedenke teines sünden falles, Weil mich mein JEfus auf gericht, Mein Jefus, der die miss 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue Den sonntag wieder seben kan; So blick die sonne deiner treue mich auch mit neuen gnaden Bey dem Anfange des Kirchen- Jahrs. den an. Ach ja, da theilt dein wort und haus Den erfts und beften se gen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, Was du mir künftge woII. Fest Gesange. I. Ben dem Anfange des Kirchen- Jahres. Mel. Erschienen ist der herrlich. 4. Die da GOttes kinder wor den Durch das bad der heilgen tauf, Die erhalt in diesem orden: Andre nimm in gnaden auf, Daß wir alle dir gefallen, Und gewiß un kömmt das neue 54.kirchen jahr, Des freut sich alle christen- schaar. Dein kdnig kömmt, drum freue dich, Du wahres zion! heiliglich.Halleluia.| zum himmel wallen. 2. Wir hören noch das gnadenwort Vom anfang wieder immerfort, Das uns den weg zum leben weift: GOtt sen für diese buld gepreist. Halleluja. 3. GOtt! was uns deine wahrheit lehrt, Die unsern glauben stets vermehrt, Das laß bekleiben, daß wir dir Voll freuden danken für und für. Halleluia. 4. Ehr sey dem vater und dem sohn, Dem heilgen geift in einem thron, Der heiligen dreneinigkeit Sen ewig preis und lob bereit. Halleluja. 31 che giebst. Du wirst es in der that erweisen, Daß du mich ie und immer liebst, und leiteft mich nach deinem raht, Bis leid und zeit ein ende bat. 2. Gib forthin solch wolerge hen, Laß dein theures wehrfes wort Ferner ben uns feste stehen, Allertreuster seelen- hort! Denn an diesem himmels- segen Jft vor allem viel gelegen. niessen, Denen laß zu jederzeit 7. Die den tisch des heils geDiese feelen- speif erforieffen gu gewiffer feligkeit: Laß sie ihnen Mel.3. Mein GOtt ich bin jezt. 55.Grefter fchöpfer: heute hier auf erden Jener freuden vorwir ein kirch- jahr an: Drum wir dankbar dich anbeten, Daß du uns so wol gethan; Weil, was leib und feel beglückte, Man von deiner band erblickte. 3. Sacramente, lehren, lehrer Gönn uns unverfälscht und rein. Mach die lehrer und die börer Reich an segen und gedeyn. Laß in glück und unglücks- zeiten Uns dein haus in ruh beschreiten. s. Wenn wir hie mit flehen beten, und in christlicher gemein Vor dein heilig antlig treten; Laß dein ohr zugegen seyn, Daß auch das geringste flehen Nicht vergebens mag geschehen. 6. Laß dein gnaden- antlik leuchten, Wenn wir hie voll leid und reu Unsre missethaten beichten. Spricht uns hie dein diener frey, und vergiebt in deinem namen; HErr! so sprich auch du das amen. 8. Die, so creuz und leiden drükken, Laß dein evangelium Stärten, trößten und erquicken, Mehre aller christenthum, Daß die hdrer hier auf erden Sämmtlich wahre thater werden. 9. Die dis jahr ben uns entschlafen, Laß einst frölich auferstehn, und mit deinen frommen schaafen Zu der himmels- freude gehn: Hiernach laß uns alle ringen, Durch die enge pførte dringen. 10. Nun, o groffer GOtt! erhalte Deine kirche weit und breit. Friede, schuß und fegen walte Ueber deine christenheit. Lap, wo. mdg= 32 Von der Zukunft möglich, all auf erden Einst be: kehrt und selig werden. II. So wird der gerechte faamen, Als dein theures eigenthum, II. Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch. Zur Advents- Zeit. Chrifti ins Fleisch. Höchster! deinem grossen namen Dank und ehre, preis und ruhm Ewig hier und dorten bringen, Heilig, heilig, heilig! singen. un 56. nun kömmt heiland! Der jungs in seinem namen Der versprochne frauen kind erkannt, Deß sich weibes- faamen. wundre alle welt, GOtt solch ge: buhrt ihm bestellt. 2. Nicht von manns- blut noch vom fleisch, Allein von dem heil gen geift Jft GOttes wort word'n ein mensch, und blüht ein' frucht weibes fleisch. 2. Komm, mein helfer in der noht! Komm, o heiland aller fün der! Du wirst mensch, und bist auch Gott, Für uns arme men schen- kinder; Denn wer könnte sonst erretten, Wenn wir keinen Christum hätten? 3. Der jungfrau leib schwanger ward, Doch blieb keuschheit rein bewahrt. Leucht't hervor manch tugend schön; GOtt da war in seinem thron. 4. Er gieng aus der fammer sein, Dem königlichen faal so rein: Gott von art und mensch ein held, Sein'n weg er zu laufen eilt. 5. Sein lauf fam vom vater her, und kehrt wieder zum vater, Fuhr hinunter zu der höll, und wieder zu GOttes stuhl. 6. Der du bist dem vater gleich! Führ hinaus den sieg im fleisch, Daß dein ewge GOtt's gewalt In uns das frank fleisch erhalt. 7. Dein krippe glänzt hell und klar, Die nacht giebt ein neu licht dar, Dunkel muß nicht kommen drein: Der glaub bleib' immer im schein. 8. Lob sen GOtt im höchsten thron: Lob sey GOtt sein'm eingen sohn: Lob sey GOtt dem heilgen geift, Immer und in ewigkeit. Mel. Liebster JEfu, wir sind. ( dam hat im paradies 57. Gott gebrochen: Gott, der ihn Doch nicht verstieß, Hat erldsung 3. Aber, GOtt! was bin ich doch, Daß du deinen sohn mir giebest? Reicht die gnade schon so hoch, Wenn du deine feinde lie: best; Was wird sie denn künftig geben Denen, die in Chrifto leben? 4.Daß du menschen haft gemacht, Hat dich ja vor dem gereuet. Wer hat denn zuwege bracht, Daß sich nun dein herz erfreuet, Wenn man deinen sohn auf erden Siehet eis nen menschen werden? 5. Auf, mein herz! hier ist dein GOtt, Heiß ihn tausendmahl willkommen. Deine sünde, deinen tod Hat er schon auf sich genommen; Durch sein leiden, blut und sterben Sollt du einst den himmel erben. 6. Darum danke, wer nur kann, GOtt dem vater aller gnaden. Betet euren heiland an, Er heilt euren seelen- schaden. Ehre sey GOtt in der höhe, Und des fa. tans reich vergehe! Mel. Von GOtt will ich nicht. 58. N frommen. In dieſer jauchzet all, un gnaden- jeit: Denn unser beil ist kommen, der keit; Swar ohne stolz und pracht, Doch mächtig zu verheeren, Und gangs zur Advents- Zeit. 33 gänzlich zu zerstöhren Des teufels| er haßt: Macht alle bahnen recht, reich und macht. Die thal laßt seyn erhöhet, macht niedrig was hoch stehet, Was krumm ist, gleich und schlecht. 2. Er kommt zu uns geritten Auf einem efelein, Und stellt sich in die mitten Für uns zum opfer ein. Er bringt kein zeitlich gut; Er will allein erwerben Durch seinen tod und sterben, Was ewig währen thut. 3. Kein scepter, teine crone Sucht er auf dieser welt; Jm hohen himmels- throne Ift ihm sein reich bestellt. Er will hie seine macht und majestät verhüllen, Bis er des vaters willen Gehors famlich vollbracht. 3. Ein herz, das demuht übet, Bey GOtt am höchsten steht; Ein herz, das hochmuht liebet, Mit angst zu grunde geht. Ein herz, das richtig ist, und folget GOttes leiten, Das kann sich recht bereis ten, Zu dem kommt JEsus Chrift. 2. Bereitet doch fein tüchtig Den weg dem groffen gaft: Macht feine Geige richtig, Laßt alles, was * 4. Ach mache du mich armen Bu dieser heilgen seit Aus gute und erbarmen, HErr JEsu! felbft bereit. Beuch in mein her; hinein Vom stall und von der krippen; So werden herz und lippen Dir ewig dankbar seyn. 4. Ihr mächtigen auf erden! Nehmt diesen könig an; Soll euch gerahten werden, So geht die rechte bahn, Die nach dem himmel führt; Weil, wo ihr ihn vers achtet, Und nur nach hoheit trachtet, Des höchsten zorn euch rührt. 5. Ihr armen und elenden In Dieser bosen zeit, Die ihr an allen enden Voll angst und jammer send: Send dennoch wolgemuht, Laßt eure lieder klingen, Dem Ednig zu lobsingen, Der euer höchstes gut. Mel. Herzlich thut mich verlang. 60.Wie soll ich dich empfan gen, Und wie begegn' ich dir? O aller welt verlangen! O meiner seelen sier! O JEsu! mich regiere, Und deinen geist verleih; Damit, was dir gebühre, Mir kund und wissend sen. 2. Dein zion streut dir palmen und grüne zweige hin: Und ich will dir in psalmen Ermuntern geift 6. Er wird nun bald erscheinen und sinn. Mein herze soll dir gru In seiner herrlichkeit, und eurenen In stetem lob und preis, Und flag' und weinen Verwandeln deinem namen dienen, So gut es ganz in freud. Er ist, der helfen kann und weiß. kann: Halt't eure lampen fertig, Und send sein stets gewärtig, Er ist schon auf der bahn. 3. Was hast du unterlassen Zu meinem troft und freud? Als leib und seele saßen In ihrem größten leid, Als mir das reich genommen, Wo fried und freude lacht: Bift Mel. Von GOtt will ich nicht zc. 59. Miten, menschen du, mein beil! gekommen, Und kinder! Das her; in euch bestellt, Damit das heil der sünder, Der groffe wunder- held, Den GOtt aus gnad allein Der welt zum licht und leben Gesen det und gegeben, Bey euch auch Fehre ein. 4. Ich lag in schweren banden; Du kommst, und machst mich los. Ich stund in spott und schanden; Du kommst, und machst mich groß, Und hebs mich hoch zu ehren, und schenkst mir groffes gut, Das sich nicht läßt verzehren Wie irgend reichthum thut. € 5. Nichts Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch 34 **. Nichts, nichts hat dich ges| ein! Dir stehet bier Ganz aufges trieben zu mir vom himmels schloffen thor und thür Bey deis zelt, Als dein getreues lieben, Da- nen armen kindern. mit du alle welt In ihren groffen plagen Und centnersschweren laft, Die kein mund kann aussagen, So fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein herze, Du hochbetrübtes heer! Ben welchem gram und schmerze Sich häuft ie mehr und mehr. Seyd unverzagt! ihr habet Die hülfe vor der thur; Der eureherzen la bet und träftet, steht allhier. 7. Jhr dürft euch nicht bemühen, Noch sorgen tag und nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen mit auferlicher macht. Er kommt, er timmt mit willen, Er ist voll lieb und luft, All angst und noht zu stil len, Die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschret Fen Für eurer fünden schuld; Mein JEsus will sie decken mit feiner lieb und huld. Er kömmt, er kömmt den fündern Zum trofi und wahrem heil; Schafft, daß ben GOttes kindern Verbleib ihr erb und theil. 9. Was fragt ihr nach dem schreien Der feind' und ihrer tück? Der HErr wird sie zerstreuen In einem augenblick. Er kömmt, er kommt ein könig, Dem warlich alle feind Auf erden viel zu wenig Zum widerstande seynd. 10.Er kommt zum welt- gerichte, Zum fluch dem, der ihm slucht; Mit gnad und süssem lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o sonne: Und hohl uns allzumahl zum ewgen licht und wonne In deinen freuden- saal. Mel. Kommt her zu mir spricht zc. 61. Nun hosianna, Davids sohn! Du kommeßt aus dem himmels- thron Zu allen ormen fündern: Beuch ein! seuch 2. Mein her; bereitet sich auch schon; Kehr ben mir ein, o GOts tes sohn, Du wahrer weibes- saamen, Du siloh*, heiland, hirt und beil, Mein bruder, gnaden- thron und theil! Komm in des HErren * 1. B. Mos. 49. 10. Du namen. friedens stifter. 3. Komm, könig, friede fürft und held, Erldser, mittler, löse geld, Raht, licht und troft der heiden, Schuß, feligmacher, todes: tod Prophet, versöhner, hülf' in noht! Beuch in mein herz mit freuden. 4. Ach fen gelobt Immanuel! Du überwindest tod und höll, Du tilgest meine fünden. Komm, kehr in meinem herzen ein, Ob du es gleich wirft arm und klein Für dich zur wohnung finden. 1. Denn du bist aller herren herr. Ich asch und staub: ja, was noch mehr, Da wir in fünden liegen, So sind wir deiner huld nicht wehrt. Ich armer mensch, ich arme erd! Wie will ich dich vergnügen? 6. Ich dürfte nicht mehr bitten dich, Wenn du nicht selbst verlangtest mich, und sprachft: gib mir dein herze. Willt du es denn, so sey es dein, Dem herzen kann nicht bess fer seyn, Als ben dir, lebens- terze! 7. Du willt es aber ganz allein, Ach! war es doch ganz frey und rein Von aller fremden liebe! Du bringst mir mit gerechtigkeit, m heilgen geifte fried und freud, Dis sind die reinsten triebe. 8. Ach nimm von meiner ars muht an Lieb', ehre, demuht, und was kann mein armes herzehas ben. Mein glaube hängt ſich feft an dich, und nimt aus deinen schätzen sich Die GOtt- gefäll'gen gaben. 9. Mit diesen bin ich wol ge fchmückt; 35 jur Advents- Zeit. schmückt; Zeuch ein, so werd ich böchst besluckt, Mein herz ist dir 63. K komm, den könig zu Mel. O GOtt du frommer zc. tochter zion! ergeben. Kom, wähl es doch zu deiner ruh, Ich rufe dir mit freuden zu: Willkommen, o mein leben! empfangen, Der unser heiland ist, Und aller welt verlangen. Stimm diesem Davids- sohn Dein hofian na an; Bring, was zu seinem dienst Die liebe bringen kann. 62.5 Melodey s. osianna, Davids sohn! Der in seines vaters namen Sich erhebet auf den thron, leber Jacobs haus und saa men: Welchem Gott ein reich bestimmt, Dem die reiche dieser er den Endlich müssen dienstbar werden, und das selbst kein ende nimmt. 2. Sen gesegnet, theures reich! Das ein solcher herr besiget, Dem kein herr auf erden gleich, Der das recht mit nachdruck schüßet. Schwinge dich in ftetem flor, lind imiunverrückten frieden, Unter heiden, unter iüden, Mit vermehrtem glanz empor. 2. An statt des grünen Laubs Der reiser und der palmen, Streut unsre andacht dir Aniest dank und lob- pfalmen; Sie spricht: gepriesen fey Der heis land JEsus Chrift, Der aus des vaters schoof Auf erden kom. men ist. 3. Wir dankendir dafür, Daß du haft angenommen, Wie kinder, fleisch und blut, und bist zu uns ge kommen Sanftmühtig, arm, ges ring, Ein könig ohne pracht, ind doch ein GOtt und HErr Von höchster kraft und macht. 4. Soll nicht ein gläubig hers Getroft und freudig werden, Wenn deine ankunft ift Demüh tig in geberden, Wenn alles dieses blos Zu unserm troft geschicht, Was deine niedrigkeit Für unfre sünd ausricht't! 3. Deines königs majestät Müs se iedes volk verehren: Und so weit die sonne geht, Müsse sich sein ruhm vermehren. Selbst der kleinen kinder mund Mache, zum verdruß der feinde, und zur freude seiner freunde, Seinen groffen namen kund. 5. Zu dieser zukunft hat Dich ia sonst nichts getrieben, Als dein 4. Schreibe mich, HErr! auch erbarmend herz Und unverdientes mit an unter deinen untertha- lieben. O was für gnad und huld, nen: Ich will dir, so gut ich kann, Die sich hierin erweift! Dein nas In mein herz die wege bahnen. Ich me sey darum Gerühmet und ges geselle mich im geift zu derselben preift. groffen reihen, Die das hosianna schreien, Woman dich willkommen heißt. 6. Laß uns hinführo auch Bes reit und fertig stehen, wenn wir bir sollen einst Geschickt entgegen gehen. Halt uns in heilger furcht und deiner wahrheit licht, wenn du erscheinen wirst um grossen welt gericht. dus. Jaucht ihr träfte, freuet euch, Send ermuntert meine sinnen! JEfus und sein gnaden- reich Wird bey euch nun raum gewin nen. Kommt und schwört den huld'gungs- eid, Kommt und küßt den sohn der liebe. Ach daß niemand auffen bliebe! Hier, ach hier ift feligkeit. bil mistö 7. Das Hosianna soll Alsdenn von neuem Flingen, Wenn selbst der engel chor Nebst uns wird frd lich singen Ihr beilges Lob und lied Dem, der da war und ist: Ges Lobet 36 Weihnachts Gesänge lobet sey der HErr, Der beiland| Was vergnügt in diesem leben. JEsus Chrift. Du bist mein, und ich bin dein, Allerliebstes JEfulein! 4. Will dich alle welt gleich mei: den: Dennoch find ich mich zu dir. Dich und mich soll nie was schei den; Sondern ich will für und für Unverrückt an dir bekleiben, Todt und lebend dein verbleiben. Du bist mein, und ich bin dein, Allers liebstes JEsulein! Mel. Alle menschen müssen zc. 64. Liebster JEfu! fen will, kommen Hier in dieser bösen welt, Da du kaum wirst aufgenommen, Da man dich veracht lich hält. Ich, ich will dich nicht verscherzen, Wohne nur in meis nem herzen. Du bist mein, und ich bin dein, Allerliebstes JEsulein! 2. Zwar du kommest gar nicht prachtig, Aber ich bin schon vergnügt; Ich weiß, daß du reich und mächtig, daß in die verborgen liegt, Was mich fünder, was mich schwachen Kann gerecht und selig machen. Du bist mein, und ich bin dein, Allerliebstes JEsulein! 3. Dein so armes kummer- leben Soll mein höchster reichthum seyn. Mein herz ist dir ganz erges ben, und ich trau auf dich allein. Du, du kannst mir alles geben, s. Deine schmach und deine schande, So dir diese welt anthut, Dienet mir zum höchsten pfande, und versichert meinen muht, Daß du mir in jenem leben Wirft die ehren- crone geben. Du bist mein, und ich bin dein, Allerliebstes JEsulein! 6. Nun, mein herze steht dir of fen, Beuch, mein heiland! ben mir ein; Laß mich nicht vergeblich hoffen, Laß mich nur dein eigen seyn. Tilge du all mein verbre chen, So kann ich stets frölich sprechen: Du bist mein, und ich bin dein, Allerliebtes Jésulein! III. Weihnachts: Geränge. Von der Menschwerdung und Gebuhrt Chrifti. Mel. Kommt her zu mir spricht zc. verlegt, und uns in tiefe schuld gesett; Er kömmt, daß er sie stille. Ott lob! die höchst ges 65.6 wünschte zeit, Der ans 4. Seht nicht die schlechte wins fang unsrer seligkeit und unfrer deln an, und was vernunft bie tas bülf ist kommen. Des ewgen vadeln kann; Seht, wer darein gehüls ters einig kind Hat, daß es sich mit let: Der groffe GOtt, das heil der uns verbind', Fleisch und blut an- welt, Der wunderbare starke held, Der erd und himmel füllet. genommen. 1. Sein armes stand, sein dürftig seyn Bringt uns den größten reichthum ein: Wir haben nun die fülle. Hat Adam uns gleich sehr 2. Zu Bethlehem in Davidss. Der ew'ge GOtt, des vaters kadt, Wie Micha längst verkün- wort Wird unser bruder, hülfund digt bat*, ft er ein mensch geboh ren: O groffes heil! war dieses nicht, Würd alles, was das sons nen- licht Gesehn und sieht, verlohren.* Michas, 1. hort, Auf den wir sicher trauen. Komm, ganze welt! ach komm berbey, Hier kannst du, daß Gott gnädig sey Obn dein verbienft, an schauen. 6. Willkommen, theurer wehrs ter gaft, Willkommen, träger meis ner last, mein licht, mein troft, mein von der Menschwerdung und Gebuhrt Chrifti. mein fegen! Mein einzig gut! was soll ich dir, Zum jeugniß meis ner dank begier, Bu deinen füffen legen? 7. Mich selbst: nimm diese gabe an, Denk, daß ich sonst nichts lies fern kann Dir, der du alles hegest. Der du den weltkreis zugericht, Veracht mein schlechtes opfer nicht, Der du den himmel trågest. 8. Zeuch, HErr! in dis mein herz hinein, Laß es dein sanftes bette seyn: Verschmåh nicht meine feele, Laß sie mit dir seyn selbst ges schmückt, und alles eitle wegges rückt, weil ich dich einzig wähle. Meloden 6. 66.rm Ermuntre dich, mein schwacher geift! Und trage groß verlangen, Ein kleines kind, das vater heißt, Mit freuden zu empfangen. Dis ist die zeit, darin es kam, und menschlich wesen an sich nahm, mit uns und unsern feelen Sich ewig zu vermählen. 2. Willkommen, theurer braus tigamm, Du könig aller ehren! Willkommen, JEsu GOttes lamm! Ich will dein lob vermehren. Ich will dir all mein lebelang Von herzen sagen Lob und dank, Daß du, da wir verlohren, Für uns bist mensch gebohren. 3.O grosser GOtt! wie konnt es seyn, Dein himmelreich zu lassen, Zu kommen in die welt hinein, Wo nichts als neid und hassen. Wie konntest du die grosse macht, Dein königreich, die freuden pracht, Ja dein erwünschtes le: ben, Für solche feind' hingeben? 4. Ist doch, HErr JEsu! deine braut Gan; arm, und voller schanden; Noch haft du sie dir selbst ver Ift sie doch ganz und gar befleckt, Mit dem verderben angesteckt, Doch willt du ihrentwegen Die knechts geftalt anlegen. d 37 5. Du fürst und herrscher dieser welt, Du friedens- wiederbringer, Du kluger raht und grosser held, Du starker hollen- zwinger! Wie ist es möglich, daß du dich Ernie. drigest so jammerlich, Daß du im ärmsten orden Der menschen, mensch geworden. 6. O groffes werk, o wunders macht, Desgleichen nie gefunden! Du haft den heiland hergebracht, Der alles überwunden; Du haft gebracht den starken mann, Der feur und wolken zwingen kann, Für dem die himmel zittern, lind alle berg' erschüttern. 7. O liebes kind! o wehrter sohn! Holdselig von geberden, Mein bruder und mein gnadenthron, Mein höchster schat auf erden! Komm, schönster! in mein herz hinein, Komm eilend, laß die Erippe seyn: Komm, komm, ich will ben zeiten Dein lager dir bes reiten. 8. Sag an, mein herzens brau tigam, Mein hoffnung, freud und leben, Mein edler zweig aus Davids stamm! Was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir leib, feel und geift, Und alles, was mensch ist und heißt: Ich will mich ganz verschreiben, Dir ewig tren zu bleiben. 9. Lob, preis und dank, HErr JEfu Chrift! Sev dir von mir ges sungen, Daß du mein bruder wors den bist, Und haft die welt bezwuns gen: Hilf, daß ich deine gütigkeit Stets preif in dieser gnaden- zeit, Und dich hernach dort oben In ewigkeit mag loben. om himmel hoch da 67. V bring euch gute neue máhr, Der guten mahr bring ich so viel, Da von ich sing'n und sagen will. 2. Euch ist ein kindlein heut ges € 3 bohrn, 1944 Weihnachts- Gesänge. 38 bohrn, Von einer jungfrau auserFohrn: Ein kindelein so zart und fein Soll eure freud und wonne seynt. 3. Es ist der HErr Chrift unser GOtt, Der will euch helf'n aus al ler noht, Will euer heiland selber seyn, Von allen sünden machen rein. 4. Er bringt euch alln die seligkeit, Die GOtt der vater hat bereit, Daß ihr mit uns im himmelreich Sollt leben nun und ewiglich. So merket nun das zeichen recht, Die kripp und windelein so schlecht, Da findet ihr das kind gelegt, Das alle welt erhält und trägt. 6. Deß laßt uns alle frölich seyn, Und mit den hirten gehn hinein, Zu sehn, was GOtt uns hat be fchehrt, mit seinem lieben sohn verehrt. * 7. Merk auf, mein herz! und sieh dort hin, Was liegt dort in dem trippelein? Weß ist das schdne kindelein? Es ist das liebeJEfulcin. 3. Sen willkommen du edler gaft, Den fünder nicht verschmå het haft, Und kommst ins elend her zu mir, Wie soll ich immer danken dir? 9. Ach HErr! du schöpfer aller ding, Wie bist du worden so gering? Daß du da liegst auf dürrem gras, Davon ein rind und esel aß. to. Und war die welt vielmahl so weit, Von edelstein und gold bereit; So war sie dir doch viel zu klein, zu seyn ein enges wiegelein. n. Der sammet und die feide dein Jft nur grob heu und windes lein, Drauf du könig so groß und reich Herprangst, als wärs dein bimmelreich. dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 13. Ach mein herzliebes JEsulein! Mach dir ein rein sanft Bettelein, Bu ruhn in meines hers zens schrein: Daß ich nimmer vergesse dein. 14. Davon ich allzeit frölich sey, Bu springen, singen immer frey, Die rechte freuden- lieder schön, Mit herzens- luft den füffen ton: Ir. Lob, ehr sey GOtt im höch ften thron, Der uns schenkt seis nen eingen sohn: Deß freuet sich der engel schaar, Und singen uns folch neues jahr. 68.Vo om himmel kam der engel schaar, Erschien den hirten offenbar, Sie sagten ihn'n: ein kindlein zart Das liegt dort in der krippen hart. 2. Zu Bethlehem in Davids stadt, Wie Micha das verkündigt Chrift, Der euer aller beiland ist. hat*: Es ist der HErre JEfus * Micha S, I. 3. Deß sollt ihr billig frölich seyn, eins: Er ist gebohrn eur fleisch und Daß GÖtt mit euch ist worden blut, Eur bruder ist das ewge gut. und tod? Ihr habt mit euch den 4. Was kann euch thun die sünd wahren GOtt. Laßt zürnen, teufel den eur gesell. und die höll, GOtts sohn ist wors 5. Er kann und will euch lassen nicht, Seßt nur auf ihn eur zuver sicht: Es mögen euch viel fechten an, Dem sen troß, ders nicht laffen kann. 6. 3ulezt müßt ihr doch haben recht, Ihr seyd nun worden Gotts geschlecht: Deß danket Gott in ewigkeit, Geduldig, frölich allezeit. Mel. Nun singet und send froh zc. 12. Das hat also gefallen dir, Die wahrheit anzuzeigen mir, Bié 69.Auf die ihrJefum liebt, seinem lob aller welt pracht, chr und gut Vor übt: Sezt herz und mund zusam men, 39 von der Menschwerdung und Gebuhrt Chrifti. men, Stimmt freuden psalmen| JEsu feft beschlossen het, Das an: Schickt heilge andachts- flams that er in der zeit. men Zum himmels- thren hinan: JEsus kommt zu uns:,: 4. Denn als die zeit erfüllet war, Die er vorher benannt, So ward der GOtt mensch offenbar, Den GOtt ins fleisch gesandt. 2. Otheures gnaden pfand! Ein neues in dem land*: Das kind ist uns gebohren, Das held und vater ist, Zum gnaden- stuhl erkohren: Sen tausendmahl gegrüßt, Mein Inimanuel:,: its r. Was GOtt vom weibes- faas men spricht, Das bringt durch GOttes kraft Maria an das tages licht, In reiner jungfrauschaft.d * Jerem. 31, 22. 13. Das heil der ganzen weit Jft nunmehr fest gestellt. Der könig ist erschienen, Der lauter segen weist, und alle, die ihm dienen, Mit himmels- gütern speist: Gott ist nun mit uns:,: 4. So kehre ben mir ein, Hold- Doch ohne fünde, an. selges JEsulein! Sen deine gnaden- werke In meiner feele fort: Dein leib und blut mich stärke, Es heile mich dein wort, Jm manuel:,: 5. Immanuel mein licht! Ich laß, ich laß dich nicht, Bis mich dein fegen schmücket, und deine gutade crint, mein geift dich an sich drücket, Ob mich die welt gleich höhnt. Mein Immanuel:,: 6. Drum himmel, erd und meer, Du reines engel- heer! Send seus gen, daß kein leiden, kein kummer, keine noht mich soll von JE, fu fcheiden; Ich fürchte nicht den tod, JEsus ift bey mir:,: 6. So hat auch GOtt zuvor den ort und das geschlecht bes stimmt, Worin des groffen vaters wort Das leben an sich nimmt. 7. Es nahm demnach das hochste gut, Der grosse wunder mann, Wie andre kinder, fleisch und blut, 150H 2. Also hat GOtt die welt ge liebt, Daß er durch freyen trieb Den eingebohrnen sohn uns giebt. Wie hat er uns so lieb? 3. Und was sein wunderbarer raht Schon in der ewigkeit von 8. Jm fleische wird GOtt offens bar. Geheimniß, du bist groß! Der in des vaters schooffe war, Den trägt der mutter schooß. 9. Der schöpfer wird die creatur, Der ewige wird jung: Jedoch nach seiner menschheit nur in der erniedrigung. 10. HErr JEsu! der du also bist, In dem mich Gott geliebt; Du kint! das uns gebohren ist, Du sohn! den GOtt uns giebt; II. Du, wunderbarer GOtts mensch! wirst Mein raht, und kraft und held, Mein vater und mein friede- fürft, und heiland als dny 705 ler welt. 12. Ich war im fleisch ein füns den- knecht, Auch so zur welt ges bracht: Du aber bringst das kind. Mel. 4. Nun sich der tag zc. 70. Immanuel! der Herrschaftsrecht, Und baft mich los ist hier, mein fleisch an sich. ist GOtt mit mir, wider mich? nut und nimmt Immanuel! Ber ist denn 13. Dein mangel ist mein reis ches theil, Die windeln sind mein Fleid. Die knechts- gestalt bringt mir mein heil, Dein leiden stillt mein leid. 14. So sen GOtt ehr und lob gebracht, und friede dieser welt, Weil GOtt das fleisch gerecht ges macht, Daß es ihm wolgefällt. € 4 15. Jms 40 and Weihnachts- Gesänge 14 nee 15. Immanuel! der HErr ift, te, Von einer jungfrau säuberlich, da, So lob ihn, meine feel! Jm3u troft uns armen leuten. Wär manuel! halleluia! GOtt Tob! uns dis kindlein nicht gebohrn, Immanuel! So wär'n wir allzumahl verlohrn: Das heil ist unser aller. En du Mel. Ein kindelein so ldbelich zc.| süsser JEfu Chrift! Der du mensch 71. Erheb, o wehrte christens gebohren bist, Bebüt uns für der dun heit! Dein und mund mit freuden, Und opfre 2. Die zeit ist nun ganz freudank in ewigkeit GOtt, für das denreich, zu loben GOttes nas licht der heiden: Des weibes saam men: DaßChriftus von dem himist nunmehr dar, Messias, der vermelreich Auf erden zu uns kom heissen war, Ift von dem himmel men.Groß ist die denuht, huld und kommen. GOttes sohn, das höch- gnad, Die GOtt vom himmel bey ste gut, Hat der menschen fleisch uns that: Ein knecht ist er hie wors und blut Allhier an sich genom den, In allen, doch ohn sünd, uns gleich, Dadurch wir ewig werden reich: Trug unsre fünden- bürde. men. 2. Mit nichten man für klein dich hält, OBethlehem! auf erden; Weil du des heilands aller welt Gebuhrt ftadt müffen werden; Weil die holdfelge mutter hat Den tilger unfrer misfethat In diese welt gebohren, Dessen aus gang allbereit Vor der welt von ewigkeit Gewesen und erkohren. 3. Was trieb dich, JEsu, hdchftes gut! Go tief herab zu steigen, Und dich zu unserm fleisch und blut Auf solche art ju neigen? Aus liebe thatst du das allein, Daß du mögist unser mittler seyn, Und wir, als deine brüder, Mit dem vater hier versöhnt, Dort mit ehr und schmuck gecrdut, Als dei nes reiches glieder. 4. Lob, ehr und preis fen GOtt gebracht zu seinem heilgen throne, Der mit uns frieden hat gemacht, In seinem lieben sohne. Dadurch fließt uns fein fegen zu; Und wächst in uns die wahre ruh, Mit vollem strom der gnaden; Daß des satans haß und grimm, War er noch so ungestüm, Uns nimmer könne schaden. 72. Ein kindelein fo ldbelich Ift uns gebohren heu3. Wol dem, der dieses glau bens ist, Mit ganzem herzen trau et; Dem wird die seligkeit gewiß. Wol dem, der darauf bauet, Daß Christus hat genug gethan Für uns, darum er ausgegang'n Bon GOtt dem ewgen vater. O welche grosse wunder- that! Christus trägt unsre misſethat, Und stillet unsern hader. 4. Deß dank ihm alle christenheit Für solche grosse güte, Und bitte sein barmherzigkeit: Daß er uns fort behüte Für falscher lehr und bösem wahn, Der unsern sees len schaden kann: Er woll all schuld vergeben. GOtt vater, sohn und heilger geift! Wir bitten von dir als lermeist, Laß uns im friede leben. Meloden 7. Die 73. Wie fündlich groß sind GOttes hand und wünder- macht An uns, uns fündern hat voll. bracht? Wer gründet seiner all macht stärke? Wer ist, der solch geheimniß findt, Wie GOtt selbst wird ein menschen- kind? Wer faßt, wie sich der gottheit fülle In unser sterblich wesen hülle? 2. D von der Menschwerdung und Gebuhrt Chrifti. 2. O theures werk, von GOtt erlesen! Dwunder, das kein gleis ches kennt! O liebe, die ohn ende brennt! GOtt Eleidet sich in menschlich wesen: Der HErr, der dieses rund gebaut, Nimmt an des menschen bein und haut, Läßt, uns von fatans ioch zu scheiden, Der gottheit glanz mit fleisch beFleiden. 3. Wir frevler waren abgewichen: Das bild, das GOtt in uns geprägt, Ward, als uns edens gar ten hegt, Mit satans bosheit über strichen: Gott, der uns erst den vorzug gab, Wäscht unsern unflat wieder ab: Will, uns im HErren zu erfreuen, Sein erstes bild in uns erneuen. 4. Er deckt durch seines reich thums gröffe, Durch seine füll und überfluß, In höchfter armuht und verdruß, Der abgefallnen feelen bldsse; Dem schöpfer, der die ganje welt In maaß, gewicht und schranken hält, Kann kaum in die ser weiten erden Ein raum zur ruh verstattet werden. überfluß, Jm größten mangel und verdruß, Mich reichthum und die fülle haben. Hilf, daß ich eitler dinge pracht Als schndden koht, als wust veracht, und nur in dir, und deinem willen Mög alle mein vers langen stillen. 3 7. Komm, heil'ge meines geis ftes gaben, Laß du durch deinen 8. Herodis pracht und eitles prangen Sen mir ein greuel, spott und scheu: Laß deine demuht, deis ne treu mich, dein erworbnes gut, umfangen. Ich bleibe, wehrtes kind! dein kind; Die wolluft, so die welt entzündt, Laß nie an meis nem geiste kleben, Dein arm- seyn kann mich hoch erheben. 9. Fall ich aus schwachheit, hilf mir wieder. Tilg alles auserwähl tes kind! Was sich nur sündlichs in mir findt. Du theures haupt der frommen glieder! Prág deinen geist, das theure gut, Das du ers wirbst, in meinen muht, Daß fas tan/ und die macht der höllenmein erbtheil nun und nimmer fällen. S 10. Indeß mein heil und mein vergnügen, Du GOttes- kind, du menschen- sohn, Mein schild, mein hort, mein gnaden thron! Hilf mir mein fündlich fleisch besiegen. Mein troft in noht, mein fleisch und blut, Mein eigentbum, mein höchstes gut! Durch dein blut, welches du vergoffen, Mach mich zu deinem reichs- genossen. pl . Der, den nicht welt, nicht himmel faffen, Schließt sich in stall und krippen ein; Sein glanz und unerforschter schein Will sich im finstern bergen laffen. Der sonst voll glanz und gottheit pracht, Liegt dort im heu bloß und veracht! Er legt sich, uns zu GOtt zu führen, Hin in die krippe, bey den thieren. Mel. 8. JEfus meine zuversicht. 6. Ach füffes kind, doch GOttes 74. GOttes und Marien erbe! Laß windeln, stall und krippe fenn: Komm, kehr ben mir zur herberg ein! Ich bin zwar nur dein thon, ein scherbe, Ein wüstes nest; doch deine kraft, Die alles trågt, erhält und schafft, Kann mich, der arm an allen sachen, Zur würdgen wohnung GOttes machen. sohn, Liebster JEsu, fey willkommen! Der du selber in person Unsre menschheit angenoms men: Rette mich aus aller noht, O mein bruder, und mein GOtt! 2. Wir empfinden alle noch, Was durch Adams fall verlohren. und mich drückt das sünden joch, Unter welchem ich gebohren: Aber nun hoff ich auf dich, Andrer Adam! andre mich.mn € 5 3. Du 42 03 Weihnachts- Gesange and naa 13. Du bist worden, was ich bin: Mel. Alle welt was lebt und ic. Laß mich auch, was du bist, wers eg den. Nimm das elend von uns hin, 75. Wes ihr irdische gedan Daß die menschen plagt auf erden; Und gib mir von deinem heil, Mein erläser! auch ein theil. ken! ist zu groß; Die vernunft hat ihre schranken. Nur der glaube fafs set blos, Was dem menschlichen verstand Dunkel, schwer und uns bekannt. mot anatot nee ball 4. Aus dem himmel kömmst du her, Hilf mir armen aus der Hölle! Nur ein stall ist dir noch leer; Aber gib mir eine stelle Unter denen, die bey dir Wohnen werden für und für.d 2. Der von ewigkeit gezeuget, Wird gebohren in der zeit: Vor dem sich der himmel beuget, Wird ein kind der niedrigkeit. Dem, den nichts umfaffen kann, Legt man schlechte windeln an. 5.Steckt mein herz in böser luft, Hilf HErr! daß es nicht so bleibe: Wohne selbst in dessen brust, Der ein glied von deinem leibe; Daß ich, ganz von dir erfüllt, Trage GOttes ebenbild. 06. Jezt bist du ein menschensohn: Mache mich zu GOttes kin de Daßich stets vor seinem thron Einen vater an ihm finde, Welcher mir nun nicht mehr feind, Weil ich nunbein wahrer freund. 9.ft der teufel gleich erboft Auf den armen menschen- orden: Bleibt doch dis mein fefter troft, Daß Gott felbft ein mensch ge worden: Ich bin dein mit leib und feel, Hilf mir, mein Imma nuel! 3. Selbst der reichthum scheint zu schmachten, Gott der herrs scher wird ein knecht. Der, vor bem die berge krachten, Liegt hie schwach, gering und schlecht: Der den ganzen welt- bau trägt, Wird im engen schooß gehegt. mind 7. Deine windeln waren klein, und zu schlecht für solche glieder: Hülle meine sünden drein, Denn sie sind mir selbst zuwider; Und s. Groffes kind, das vater heis dein geift, der alles kann, Zieb uns fer, GOtt an wesen, ehr und JEfum Chriftum an. is pracht, Das der knechtschaft uns 8. Ach! dein elend ist sehr groß, entreiffet, Und zu GOttes kindern Denn du liegeft in der krippe: Tramacht! Sey willkommen tausend. ge du in GOttes schoof Meinen mahl In dis elend- volle thal. geist, wenn mein gerippe Seinen farg und bahre füllt, Es geschehe, wenn du willt. 6. Unser fleisch ist nun dem thros ne Höchster gottheit zugefellt, und, nebst unserm fünden- lohne, GOts tes jorn ganz abgestellt, Daß, weil GOtt ein menschen- kind, Wir nun GOttes finder sind. 7. Süffes kind! wie hat die liebe Dich so tief herab gebracht? Ach! was zogen dich für triebe In die om schwarze fünden nacht? Ach! was lenkte deinen sinn zu uns, deinen feinden, hin? hetby doros 10. Nun ich weiß, es wird geschehn: Gib nur, daß wirs alle glauben, und hinfort durch kein verfehn Dieser wolthat uns bes rauben: Hilf auch, daß ich lebens lang Deinem namen fage dank. 4. Der, als brunnquell aller güz te, Was da lebt und webet, tränkt, Und fein väterlich gemühte, Als mit firdmen, auf uns lenkt; Muß die tropfen seiner luft Suchen an der mutter brust. des 8. Nun, weil mein mund deine treue Nicht genug ausbreiten kann; So laß mich dich stets aufs neue Mit bewundrung sehen an, Und von der Menschwerdung und Gebuhrt Chrifti. 43 Und mit andacht vollem flehn, mein gemühte, O tindlein zart Stets ben deiner krippe stehn. und rein! Durch deine groffe gute, O liebstes JEsulein, Beuch mich hin nach dir:: olid 9. Mache mich auch neugeboh ren, Nimm mein Herz und meinen geist; Laß ihn dir seyn auserkohren, Daß er stets dein tempel heißt. Ich verspreche: dir allein Ewig, ewig treu zu seyn. 76. te! licht liegt nackt und ewge fürst des lebens. wort: himmels Mel. In dich hab ich gehoffet zc. m finstern stall, o wunes vaters bloß, Der göttlich pfort! Das thuft du nicht vergebens. 2. Weil du so dürftig kömmft berein; Naumst du das himmel reich uns ein, Wo wir die fülle ha ben. Dein armuht macht, Daß uns wird bracht Der reichthum edler gaben. 3. D menschen kinder! freuet euch, Dis arme kindlein macht cuch reich: Es bringt euch von der erden Zur himmelsfreud, Die euch bereit, und ewiglich soll wers den. 78.elobet fenft du, JEfu Chrift! Daß mensch gebohren bist von einer jungfrau, das ist wahr, Deß freuet sich der engel schaar. Halleluia. 2. Des cwgen vaters einig kind Jest man in der krippe findt. In unser armes fleisch und blut Ver kleidet sich das ewge gut. Hallel. 3. Den aller welt freis nie bes schloß, Der liegt in Marien schooß; Der ist ein kindlein worden klein, Der alle ding erhält allein. Hall. 4. Das ewge licht geht da hers ein, Giebt der welt nun neuen schein, Es leuchtet mitten in der nacht, und uns zu lichtes- kindern macht. Hallel. used on ni Der sohn des vaters, Gott von art, Ein gast in der welt hie ward: Er führt uns aus dem jams merthal, Und macht uns erb'n in feinem faal. Hallel. 08 6. Er ist auf kommen un 77. froh, gauchit all und arm, Daß er unser fich erbarm, faget so: Unsers herzens wonne Liegt in der krippe bloß, Und leuchtet als die sonne In seiner mutter schooß. Du bist A und 0, Du bist A und O: und in dem himmel mache reich, und seinen lieben engeln gleich. Hallel. and 7. Das hat er alles uns gethan, Sein groß lieb' zu zeigen an: Deß fren sich alle christenheit, Und dank ihm deß in ewigkeit. Hallel. Mel. 4. Drum laßt die herzen wacker seyn, Und mit den lieben engelein Die stimm also erschallen: GOtt! dir sey ehr, Ben uns sich mehr Dein fried und wolgefallen! . Du aber, artes JEsulein! Kehr auch bey uns zur herberg ein! Erleucht uns das gemühte, Daß glaub' und lieb' Sich täglich üb: HErr! gibs durch deine gute. 3. Groß ist des vaters huld, Der sohn tilgt unsre schuld. Wir waren all verdorben Durch fünd und eitelkeit; So hat er uns er= worben Die ewge himmels- freud: Eya wär'n wir da: d 4. der Nir gend sonst als bort, Da die engel fingen Mit den heilgen all, Und die pfalmen Elingen m hohen himmels- saal: Eya war'n wir da! Eya wär'n wir da! 2. Sohn GOttes in der höh! Nach dir ist mir so weh, Tröst mir 44 fidi Weihnachts Gesänge Mel. Wacht auf ihr christen 2c. forgen dieser erden, Daß du in br chriften auserkobs felbigem Magft aufgenommen werden. Laß sehn, daß du in mir Gestalt gewonnen habft, Wenn du mit deinem sinn Und geifte mich begabft. 3. Weil mich der vater ihm Zum kinde auserkohren Schon vor der zeit der welt: So bist du mir ges bohren Zum heil, du gnaden- kind! Daß GOttes liebes schluß, Zu trop des teufels neid, Bestehn und bleiben muß. ? 79. ren! Hört gute neue Mähr: Der heiland ist gebohren, Er timmt auf erden her. Deß freuet sich dort oben Der heilgen engel schaar Die GOtt den va ter loben Deswegen immerdar. 2. So singen sie mit schalle: Ihr chriften insgemein! Freut euch von herzen alle Ob diesem kindelein. Euch, euch ist es gegeben, Euch ist das heil bereit, Daß ihr ben GOtt sollt leben In fteter feligkeit. 3. Kein mensch sich ja betrübe, Denn dieses kindelein Bringt euch nun fried und liebe, Was wollt ihr traurig seyn? Den himmel es dem schenket, Der an ihn gläubet feft. An diesen schat gedenket, Er ist der allerbest. 64. Nun send ihr wol gerochen An eurer feinde schaar; Denn Chriftus hat zerbrochen, Was euch juwider war. Tod, teufel, sünd und Hölle Jezt liegen ganz ge: schwächt: GOtt giebt die ehrenfelle Dem menschlichen geschlecht. 5. Drum wir auch nun dich lo ben, JEsu, zweystammger held! Daß du vom himmel oben Bist Fommen in die welt: Komm auch in unsre herzen, und bleib drinn für und für, Daß weder freud noch schmerzen uns trennen mag von dir. 4. Doch blieb der weise raht Geheim und tief verstecket, Von anbeginn der welt mit schattenwerk bedecket: Bis GOttes wahs rer sohn, Selbft GOtt von ewigkeit, m fleisch sich offenbart Zu der erfüllungszeit. s. O freuden volle post! Du machst dem feitde grauen! Den engeln lüftet selbst, Dis wunder anzuschauen. Geheimniß- voller raht! GOTT senkt von seinem thron Sich in der jungfrau leib; Bleibt GOtt, und wird ihr sohn. kind 6. Du grosses wunder Der du dich uns gegeben! Ach laß mich doch vor dirIn solchem glauben leben, Der voller zuversicht, Voll milder thätigkeit, Stets deis ner liebe sich zu rühmen ist bereit. 81.2ls Christus gebohren war, Freute sich der ens gel schaar, Und sungen mit haus fen schön: Ehr sey GOtt im höch ften thron! GOttes sohn ist mensch gebohrn, Hat versöhnt des vas 80. Mein, berzensfreund, ters zorn: Freu fich, dem ſein fünd Mel. Nun danket alle GOtt zc. ist leid. ach komm! mache dir von neuen In meiner feele plak; Daß ich in dir mich freuen, und sehn und schmecken kann, Wie süß, o JEfu Chrift! Du groffer GOttes fohn In deiner menschheit bift. 2. Befreye doch mein her: Von 2. Die hirten erschracken gan; Vor der engel hellem glanz, Hörten frölich neue mähr, Daß Chriftus gebohren wär. GOttes sohn ist mensch gebohrn, zc. 3. Sie suchten das kindelein, Eingehüllt in windelein, Wie der engel 45 von der Menschwerdung und Gebuhrt Chrifti. engel hat vermeldt, Welches| Mit neuer lebenskraft erfüllt, trägt die ganze welt. GOttes sohn ist mensch gebohrn, zc. Den tod besiegen können. 4. Sie funden das kindlein zart Liegen in der Frippen hart Bey dem vieh im finstern stall, Das die ftern'erschaffen all. GOttes fohn ist mensch gebohrn, 2c. <. Es lag die welt in finstrer nacht, In furcht und todes- schrek ken: Ihr selber fehlte kraft und macht Das licht sich zu erwecken. Drum kömmt das unumschränkte licht, Und will mit hellem anges In aller herzen leuchten. 6. Drum sey, o mensch! nicht ferner blind, Bleib nicht in fün den liegen: Komm, und umfaffe dieses kind; Sonst wirst du dich betriegen. En folge deiner tråg heit nicht, Es will dir leben, kraft, und lichtaus seiner fülle schenken. 5. Aus der mutter bruft so reinsicht Nehret sich das kindelein, Das durch sein göttliche kraft Allem vich sein futter schafft. GOttes sohn ist zc. 6. Solch groffe barmherzigkeit Laßt uns preisen allezeit, Jn gottsfurcht und glauben rein, Mit geduld gehorsam seyn. Got: tes sohn ist mensch gebohrn, Hat versöhnt des vaters zorn: Freu sich, dem sein fünd ist leid. 7. Hier ist mein herz, o JEsu Chrift! Mein heiland, licht und leben! Ach! mach es, wie dein herze ist, Dazu will ich dirs geben. Ach heil der alten schlangen biß, Treib Mel. Allein GOtt in der höh sey. aus des todes finsterniß, So bift 82.Auf! freuet euch von du mir mensch worden. die ihr war't verlohren: Nun wird Mel. 7. Wie kündlich groß sind zc. das größte wunder kund, Denn Gott ist mensch gebohren. Er 83.mmanuel mein freund! bringt das heil von oben her; Und wenn er nicht erschienen wår, Müßt alles fleisch verderben. 2. Er ist das wort, das alles schafft, Das alles hält und tråget; Der schöne glanz, die ewge kraft, Wodurch sich alles reget. Er kömmt uns sterblichen zu gut, Und will, als unser fleisch und blut, Uns nun mit GOtt versöhnen. kommen, gaft auf dieser welt! Der du die erde dargestellt, Wirft als ihr bürger aufgenommen. Du kd nig in des vaters reich Wirft ans dern unterthanen gleich: Du schöpfer himmels und der erden, Willt der geschöpfe bruder werden. 2. Du hüllest deiner gottheit gröffe, Der selbst des himmels 3. Er ist des ewgen vaters sohnraum zu klein, In fleisch von un. Von ewigkeit gezeuget; Doch sieh, serm fleische ein; Giebst kleider wie er von seinem thron Zu uns hernieder steiget, Mit unserm schwachen fleisch sich paart, Auf daß in uns die göttlich art Mög' angerichtet werden. und fühlst selber blösse: Machst reich, und wirft ein armes kind, Das kaum im stall ein drtgen findt, Wirft einer mutter sohn ges nennet, Die dich als Gott und vater kennet. 4. Der menschen fündlich herze war zum guten ganz erstorben: Drum stellet sich das leben dar, Daß die, so ganz verdorben, Im schönen rock des heils verhüllt, 3. O wunder- tind! durch was für triebe Wirft du in diesen stand gebracht? Wie kömmst du, licht! in unsre nacht? Es sieht dich nichts, als Weihnachts Gefänge 46 Jan als holde liebe, Die macht dich, allmacht schwach und klein, Die flößt dir diese regung ein, Daß du von deinem throne steigeft, und dich zu stall und krippen neigeft. 4. Mein erster vater war gefallen, und hatte pflicht und bund versehrt: Darum ließ GOtt, den er entehrt, Ein firenges todes- urtheil schallen. Es ward des schöps fers torn erregt, und dessen fluch ihm aufgelegt; Er ward mit sei nen späten erben Verdammt, an feel und leib zu sterben. r. O schwerer fluch für Adams kinder, Der allen jammer in sich hält! Was wurde nun die ganze welt? Der höllen vor- plag für die fünder, Ein kerker ohne licht und tag, Der voll verdammter menfchen lag, Die, weil sie selbst nicht leben wollten, In engen flammen fterben sollten. 6. Hier war nun raht und hülfe theuer. Es ward für mich kein engel gut, und kein vergoffnes bruder blut Besiegte das entbrannte feuer. Du aber konntest meinen tod, Und die damit verknüpfte noht, Darin ich sollte untergehen, Nicht ohne schmerz und iammer fehen. 7. Du lebteft in vergnügter wonne, Es schallte fiets um deinen thron Der seraphinen hoher ton. Du wareft deines himmels sonne, Der engel luft und freuden spiel, Und ihrer füffen lieder ziel. Doch fonnt dis alles dir nicht wehren, Ben mir auf erden einzukehren. 8. Du läsfest deinen himmel stehen, und zieheft ihm die krippe vor. Du läßt die rub, jeigft mir das thor, Dadurch ich soll zur ruhe gehen. Du nimmest einen corper an, Damit man dich verwunden kann; Läßt Blut in deine adern flieffen, Für mich es wieder zu vers gieffen. 10 11 onu 9. Du kommst und trittst in meinen orden, und legst mir erd wurm deinen bey: Daß ich ein kind des höchsten sey, Bist du ein mens schen- kind geworden. Du äuserst dich der herrlichkeit, Giebst mir dadurch das ehren- kleid. Und dein gebuhrts- tag hat das leben Nicht wen'ger mir, als dir gegeben.! 10. In deiner engen krippe lie get Ein schat, für den mein herz zu klein: Ach kindlein! komm und nimm dis ein, Sen mit der dürf tigkeit vergnüget. Hast du doch selbst dich klein gemacht, Entau serst dich der hohen pracht, Daß dich mein enges herze faffe, und sich von dir erfüllen lasse. II. So komme denn, mein herz fteht offen: Bezieh es, auserwähle ter sohn! Verläßt du deinen eh ren thron; So kann ich auch die gnade hoffen, Daß du den stall, o lebens- fürft! Mit meiner bruft vers tauschen wirst. Willt du dich nicht der windeln schämen: So komm, mein herz auch einzunehmen. 12. Jch preise deine gütigkeiten, Jch bete deine liebe an, Die mir auf dieser rauhen bahn Den weg zum himmel will bereiten. Was geb ich dir für deine huld? Ich habe nichts als sünd und schuld; Doch du haft blut, sie zu verfühnen: Wir werden wol zusammen dienen. Mel. Nun danket alle GOtt 2c u wesentliches wort, 84. Von anfang her ges wesen, Du GOtt von GOtt ges zeugt, Von ewigkeit erlesen Zum beil der ganzen welt, mein HErr JEfu Chrift! Willkommen, der du mir Zum heil gebohren bist. 2. Komm, o selbständig wort und sprich in meiner feelen, Daß mirs in ewigkeit An troft nicht folle fehlen. Im glauben wohn in mir, Und weiche nimmer nicht, Laß von der Menschwerdung und Gebuhrt Chrifti. Laß mich auch nicht von dir Abs weichen, schdnftes licht! 3. Du wesentliches wort Warft bey GOtt, eh geleget Der grund der groffen welt, Da sich dein herz beweget Zur liebe gegen mich; Ja, du warst selber GOTT, Damit machst du im fleisch Sünd, bdu und tod zu spott. 4. Was hat, o JEfu, dich Von anfang doch bewogen? Was hat vom himmels- thron Dich in die welt gezogen? Ach deine grosse lieb, Und meine grosse noht Hat deine glut entflammt, Die stärker, als der tod. 47 6. Gib, daß ich dir zum dienst Mein ganzes herz ergebe, Auch dir allein zum preis Auf dieser erden lebe. Ja, JEsu! laß mein bers Ganz neu geschaffen seyn, Laß mich bis in den tod Es dir alleine weihn. 7. Ach! laß nichts in mir seyn, Was du nicht selbst geschaffen. Reut alles unfraut aus, Berbrich des feindes waffen. Was bds, ist nicht von dir, Dis hat der feind gethan; Du aber, führe du Mein herz zum himmel an. 8. Das leben ist in dir, Und alles licht des lebens: Laß deinen 5. Du bist das wort, wodurch glanz in mir, Mein GOtt! nicht Die ganze welt formiret: Denn seyn vergebens. Weil du bas alle dinge sind Durch dich ans licht der welt, So fen mein licht geführet. Ach! so bin ich, Lebens licht, O JEsu! bis mir mein heil! Auch dein geschöpf und dort Dein fonnen liebt ans gab', Der ich das, was ich bin, bricht. Von die empfangen hab. IV. Auf das Neue Jahr. 85.Das gen ist: Wir danken Mel. HErr JEsu Chrift meins 2c. as alte jahr vergandu Durch dein verdienst, durch deis nen tod Erlöse uns aus aller noht. Mel. 2. Alles was mir GOtt 2c uns in so groß'r gefahr Bewahret 86. treue Eaglich, wenn mit deiner so viel zeit und jahr. 2. Wir bitten dich, den ewgen sohn Des vaters in dem höchsten thron: Du wollft dein arme christenheit Bewahren ferner allezeit. die sonn erwacht Und den frühen morgen macht, Dich erzeigeft auf das neue: Hdre deiner kinder flehn, Welche feufiend vor dir stehn. 2. Du bist, der die zeit regieret, und bleibst doch unwandelbar; Unsre monden, tag und jahr Wer den blos durch dich geführet. Du bestimmeft unsrer zeit Maaß und tiel von ewigkeit. 3. Darneben gib uns fried und ruh, Und was uns ndhtig ist darzu: Durch deine starke gnaden- hand Beschüße uns und unser land. 4. All sünd und schwachheit uns verzeih, Ein gut gewissen fiets verleih. Gib, daß wir deines namens ehr Ausbreiten immer mehr und mehr. 3. Du beherrscheft wind und wetter; Deiner hände wunder5. Und wenn es dir, o HErr! gemacht Gegt der wälder sier und fällt, uns abzufodern aus der pracht Jahr für jahr in blüt und welt; So gib ein seligs ende hier, blåtter, Giebst den trocknen zweis Daß wir dort ewig fenn bey dir. sen kraft, Schenkft den aften neuen saft. * 6. O JEfu Chrift! erbarme dich, Hdr unsre bitte gnädiglich! 4. Dars 48. Auf das Neue Jahr. 4. Darum bitt ich dich, ges| schleuß den himmel auf, Unfre ans treuen Schöpfer, troft und lebens- dacht steigt hinauf: Ach! hör doch, bort: Laß sich auf dein gnaden in JEsu namen, Und sprich selbst wort Dieses jahr an mir erneuen darzu dein amen. Alles, was der seelen gut, Und dem leibe ndhtig thut. s. Gib mir erst nach deinem wil len, Einen neuen sinn und geist, Der mich, was dein wort uns heißt Unverrücket lehrt erfüllen; Daß mein geift sammt feel und leib Deines geiftes wohnung bleib. 6. Meines alten Adams sünden 3. HErr, wir legen an dein her: Lehre mich mit reinem sinn, Weile Unsern könig und sein haus, ich neu gebohren bin, Durch den fieg des glaubens binden; Daß der trieb zur missethat nie die herrschaft in mir hat. Lösche seine lebens- terze Lange noch nicht ben uns aus. Mach sein haupt an palmen reich, und laß ihn, den cedern gleich, Immer wachsen, blühen, grünen, Bis zu denen sternen- bühnen. 7. Gib mir neue kraft zu siegen, Daß mein herz durch deinen geift Sich dem irdischen entreißt. Laß mich niemahls unterliegen, Gib, daß ich in diesem ftreit Kämpfe ohne müdigkeit. 8. Wenn dereinst die himmel Frachen und der erden bau jer fällt, Nach dem ende dieser welt; Wenn du alles neu wirst machen: Ach! so theile nach der ruh Mir ein neues leben zu. 4. Hoher häupter wolergehen Halte stets im schönsten flor, Daß sie auf den frieden sehen, Wenn ein unfried bricht hervor.Gib dem edlen magistrat Weisheit, Flugs heit, raht und that, Daß gerechtigs feit im lande Blübh in all und jes dem stande. 9. Bringe mich zur neuen erden, Zu der neuen salems- stadt, Welche keinen tempel hat: Wo GOtt felbft will tempel werden, Und mit seiner klarheit schein Der gerechten jonne seyn. 10. Da will ich mit freuden sin: gen Dir, o GOtt! das neue lied, Und für deine treu und güt Dir ein lobes- opfer bringen; Laß mich nur die schnelle zeit Wechseln mit der seligkeit. Mel. JEsu deine beilge wunden. freuden tag 2. Da das alte jahr verfloffen, Heißt das neu uns dankbar seyn; Weil wir tausend guts genossen Von dir, grosser GOtt! allein. Ach! wir preisen dich dafür, Laß den schwachen dank vor dir, Wie das opfer Noa, taugen, Sieb uns an mit gnaden- augen. 87.3 fheinet, Herr, komm in bein heiligthum! Mund und hers find schon vereinet Bu vers mebren deinen ruhm: Darum 5. Laß dein wort in zion schals len, Geh mit jedem aus und ein: und wenn wir mit haufen wallen, Wo die gottesdienste seyn, Ach, so segne du uns, HErr! Gib auch treue prediger, Die dein wort mit nuten lehren, und die welt zu dir bekehren. 6. Leben wir in solchen seiten, Wo man müh und sorge hat; Steh in arbeit uns zur seiten, und mach leib und feele satt. Gib der gan en bürgerschaft und dem land. mann stark und kraft, Daß sie bey dem saamen- ftreuen Sich auch guter ernte freuen. 7. Nun, rer! Erön das jahr mit deinem gut. Ach! sey aller menschen führer, Und halt uns in deiner hut. Aber sollte dieses jahr Jemand les gen Auf das Neue Jahr. gen auf die bahr; So laß uns nur felig sterben, und des bimmels freuden erben. Mel.HErrGott der du erforscheft. 88. groffer Gott! wir dan ken dir, Dein name sen gepriesen, Daß du uns so viel wolthat hier Das vorge jahr( Die vorge woch) erwiesen: Gegeben hast du uns dein wort, Die obrig keit hat unsern ort In friede noch regieret. Du hast gesegnet ieden stand, Uns bey den werken unfrer hand Versorgt und wol geführet. 2. Du haft viel noht und herze: leid Von uns ganz abgewendet: In andern noch zu rechter zeit Raht, hülf und troft gesendet: Uns, da du, wie ein vater thut, Bald weggeleget deine ruht, zu dir mehr wollen ziehen; Daß wir dich liebten gleicher weis, Bemühten uns mit höchstem fleiß, Die fünde stets zu fliehen. 4. Verschohn uns, vater! gnå diglich, Straf nicht solch böses leben! Gedenk, daß dein sohn selber sich Für uns zur firaf gegeben: Um dessen willen alls verzeih, Gib deines geiftes kraft dabey, uns täglich zu erneuen; Des nächsten nuk und deine ehr zu suchen, und uns dessen mehr, Als aller schäß, zu freuen. 49- gottesfurcht sich mehre. Dem landes- herrn( Der obrigkeit) gib fried und ruh, Gut regiment und kraft darzu, zu schüßen reich und arme: Hilf denen, die creuz, drangfal, noht Ansichtet, oder gar der tod: Ihr'r aller dich erbarme. 6. Das jahr( Die wech) laß uns gesegnet seyn Bom anfang bis zum ende. Wo wir ausgehen oder ein, All übel von uns wende. Laß alles, was wir greifen an, In unserm amt seyn wol gethan, Wenn wir den fleiß nicht sparen. Gib endlich, wenn es dir gefällt, Uns heim zu holen aus der welt, Daß wir in fried hinfahren. 3. Da ist nun leider! wenn wirs blos und frey bekennen wollen, In alle dem der mangel groß, Das Mel. JEsu deine heilge wunden. wir dir leisten sollen. Wir haben, 89.2 mie laufen bach bie o frommer Dein recht verlassen und gebot, Sind dir abfällig worden; Den nächsten haben wir betrübt, Nicht also, wie uns selbst, geliebt In keinem stand und orden. iahre! Wie verschwin det doch die zeit! Und ich bleibe von der bahre Toch bis diesen tag bes frent. Ich weiß wol, o lebens- licht! Daß ein tag zum andern spricht: Alles was von Adams erben, Groß und kleine müssen ster: ben. s. In deiner kirche weit und breit Gib fort die reine lehre, Daß wahrheit, lieb' und einigkeit Auch * 7. GOtt vater in dem höchsten thron! Erhöre unser flehen: Verleih durch deinen eingen sohn, Daß alles mag geschehen. Den vater bitt, o JEfu Chrift! Weil du für uns gestorben bist, Daß ers ihm laß gefallen. Durch deine kraft, o heilger geift! Uns bis ans ende beystand leift. Hilf uns, HErr, hilf uns allen! 2. Doch du haft durch deine gute, Wie ein wächter, mich bewacht; Daß der tod die leibes- hütte Noch nicht in das grab gebracht. Ach! wie soll ich das verstehn? Da doch andre schlafen gehn, Und gar viele schon begraben, Die noch nicht mein alter haben? 3. HErr! ich bin ja zu geringe Dieser groffen gütigkeit. Wenn ich mein verzeichniß bringe Der bis: her 50 Auf das Neue Jahr. her genoßnen jett; So entfällt gemühte Ihn nicht nach würden mir aller muht: Weil die rechnung preisen kann! GOtt thut ja mehr gar nicht gut. Wie viel jahre sind als ich begehrt, Ich bin nicht des verdorben, Da ich nicht der welt geringsten wehrt. gestorben! 4. Doch ich will auf mittel den fen, und auf buffe seyn bedacht: JEsus mag die schuld versenken, Die ich bis hieher gemacht. Lieber vater! fteh mir bey, Daß nur keine heuchelen Sich in meinem herzen finde, Wenn ich mich deß unter: winde. 5. Willt du mich noch ferner laffen hier in dieser bösen weit; Ach! so hilf mir alles haffen, Was dem geiste nicht gefällt. Stärke mich von deiner höh So wird auch das größte weh, Das mir oft zu schwer geschienen, mir zu mei wem besten dienen. 3. Wie kann ich solche wolthat zählen, Die schlechterdings un zählig ist? Ich fage dis von grund der seelen, Daß du mein Gott und vater bist, Der hilft, und der geholfen hat, und helfen wird durch raht und that. 4. Ach! willt du auf die sünden sehen, Womit ich dis jahr hinges bracht; So kann mir anders nichts geschehen, Als was mir angst und schrecken macht. Doch du gedentest keiner schuld, und schenkst in Christo gnad und huld. 2. Jch tret nun durch seine güte ein neues jahr mit freuden an. Ach! daß mein mund und mein s. In Christo laß mich deinen fegen Auch in dem neuen jahre fehn, Und es gefund zurücke legen; Jedoch dein wille mag geschehn: Denn was derselbe schickt und fügt, Damit bin ich auch wol vergnügt. 6. Steh mir allezeit zur rech. ten: Denu du bist ia sonn und schild. Hilf uns, deinen armen Enechten, Wie, und wo, und wenn du willt. Wenn die tage böse seyn, Ach! so ruf ins herz hinein: Lernt euch in die zeiten schicken, So wird alles heilsam glücken. 6. Ich wünsche mir kein langes leben; Sonst wünscht ich mir nur lange noht. Doch willt du mir mehr jahre geben; So gib, daß ich 7. Endlich wenn der lauf undir bis in tod Durch glauben, ende; So befehl ich meinen geisti lieb' und hoffnung treu, Und auch Dir in deine treue hände, Der du GOtt und vater heißt. Ach! ich freu mich schon darauf, Daß ich Bach vollbrachtem lauf Dort der freude soll geniessen, Wo wir keine seit mehr wiffen. dem nächsten núßlich sey. 7. Bringt ia dis jahr mein lez tes ende; So trete folches selig ein. Ich gebe mich in deine hände, So bleib ich todt und lebend dein, Und stelle mir zum wahlspruch für: HErr! wie du willt, so schicks mit mir. Mel. Wer nur den lieben GOtt: c. 90. Ott lob! fo geht mit gutem glücke, Und besser, als ich selbst gedacht, Der Mel. 3. Mein GOtt ich bin jest. I reft des alten jahrs zurücke. Der 91.Hilf, HErr JEfu! laß ge HErr hat alles wol gemacht, und macht es wol noch fernerhin, Daß ich bey ihm in gnaden bin. fahr geht an; Laß es neue kräfte bringen, Daß aufs neu ich wan deln kann: Neues heil und neues leben Wolls du mir aus gnaden geben. 2. Alles, was ich zu beginnen Und Auf das Neue Jahr. 4.Was ich dichte, was ich mache, Das geschel' in dir allein. Wenn ich schlafe, wenn ich wache, Wolleft du, HErr! ben mir seyn. Geh ich aus; laß mich nicht gleiten, Kom ich heim, steh mir zur seiten. Und zu reden bin bedacht, All mein trachten und mein sinnen Werde nur durch dich vollbracht; Daß auch das, was ich erdenke, Dich ju preisen stets sich lenke. 11. Groffe fünder kannst du hei: 3. Meiner hände werk und thalen, Ach! ich bin in ihrer zahl: Du, ten, Meiner junge red' und wort du kannst mir gnad ertheilen, Hilf Müsse nur durch dich gerahten, mir doch aus dieser quahl; Denn Und ganz glücklich geben fort. du kennest ja die schwachen, Die Laß mich neue kraft erfüllen Zu du wieder stark wilt machen. verrichten deinen willen. s. Laß mich beugen meine Enie Nur zu deines namens ehr. Hilf! daß ich mich stets bemühe, Dich zu preisen mehr und mehr. Laß mein bitten und mein fleben Bu dir durch die wolken gehen. 51 Denn ich bin noch unverbunden, Und verleget bis ins grab. Tilge meine missethaten, So wird meis ner noht gerahten. 12. Zahle los mich hochbetrüb: ten, Der ich nicht bezahlen kann. Liebe mich in dem geliebten, Dein sohn JEsus nimmt mich an: JE sus läßt mich nicht verderben, JEsus läßt mich nicht im sterben. 13. HErr! du wollest gnade ge ben, Daß dis jahr mir heilig sey, Und ich chriftlich könne leben, Ohne trug und heucheley: Daß ich noch allhier auf erden Fromm und seligmdge werden. 10. Salb, o vater! meine wunden, Wasche mich mit psop ab: 14. Laß mich armen fünder zie hen Deinen weg der frömmigkeit. Laß mich stolz und hoffart fliehen, Laß mich beten jederzeit: Laß mich schand und unzucht meiden, Laß mich willig unglück leiden. 6.Laß mich, HErr! wie alle from men, Frölich nehmen speis und trank: Güter, die von dir herkommen, Fodern ja von mir den dank. Deine weisheit laß mich stärken In der lieb' und guten werken. IS. JEsu! richte mein begin. 7. Mein gebet das müsse steinen, JEsu! bleibe ftets ben mir, gen, HErr! zu deinem gnaden thron: Dann wirst du dich zu mir neigen, Wie zu deinem lieben sohn. HErr! ich weiß, es wird vor allen Dis mein opfer dir gefallen. JEsu! zähme mir die sinnen, JEsu! sey nur mein begier. JE fu! sen mir in gedanken, JEsu! laffe mich nie wanken. 16. JEsu! laß mich frölich en 8. Eaß dis seyn ein jahr der gnaden Dieses angefangne jahr; Trag den, Faß mich buffen meine sünd: mich stets auf deinen hånden, Hal Hilf, daß sie mir nimmer schaden, te ben mir in gefahr. Freudig will Und ich bald verzeihung find, ich dich umfassen, Wenn ich foll HErr! ben dir; denn du, mein les die welt verlaffen. ben! Kannst die fünd allein ver: geben. 9. Eröfte mich mit deiner liebe, Nimim, o Gott! mein flehen bin; Weil ich mich so sehr betrübe, Und voll angst und zagen bin. Stärke mich in meinen nöhten, Daß mich sünd und tod nicht tödten. Mel.Wer nur den lieben GOtt te. 92. So ist das jahr nun auch füffen gnaden- zeit. Mein Gott! was hab ich nicht genoffen Für groffe lieb und gütigkeit! Wie hat mich nicht dein herz verpflegt Mit allem was es gutes hegt. D2 2. Ges 52 Auf das Neue Jahr. 2 Gelobt sen deine wunderfrucht zu ziehn, Sey stets mein eifs treue, Die meiner so gewartet hat, riges bemühn. Und über mir war täglich neue, Wie ichs erfahren früh und spat. Du nahmst dich meiner herzlich an, Daß ich dich nicht gnug preis sen kann. 3. Ich war aus Adams bösem stamme Ein unfruchtbarer feigens baum: Du führtest mich zu dei nem lamme, Gabst mir in deinem weinberg raum; Dein gnadens wort, das voller kraft, Gab mir stets neuen Lebens- saft. 4. Du wolltest keinen fleiß ersparen, und mich als deinen baum erziehn. Du gabft mir traft von jahr zu fahren, Als ein fruchtbarer zweig zu blühn. Dein lebens- thau floß mildiglich, Dein gnadenschein erwärmte? mich. 6. Du hast nun schon so viele iabre Gewartet, ob ich früchte brächt: Ich läge längstens auf der bahre, Giengs nicht nach gnade, sondern recht. Doch trägst du mich noch immerdar, Und schenkst mir immer noch ein jahr: 5. Mein GOtt! ich kann nicht gaug erhöhen Den fleiß, den du an mich gewandt. Ich schlechter staus hab gnug gesehen Die pflege deiner treuen hand; Doch, HErr! Jesu. Mel. Von GOtt will ich nicht. ich, ich von böfer art, Erweiſe 93. Wer sich im geift bes noch schneidet, und als ein wahrer chrift Des fleisches tod tung leidet, Die so hochnähtig ist. Der wird dem heiland gleich, Derauch beschnitten worden: Er tritt in creuzes orden In feinem gna den reich. 7. Ja wol ein jahr, mich zu be fehren; Ach ja, HErr! schenk mir noch dis jahr: Ich will dich mehr, als ehmahls, ehren, Zähl mich nicht zur verstockten schaar. Hau mich nicht ab, hör deinen sohn, Der für mich bitt't, und meiner sbobu. 9. Laß mich nicht blosse blätter tragen, Wenn dein sohn früchte an mir sucht, Daß ich nicht ewig dürfe klagen; Weil dein sohn ewig die verflucht. Laß früchte der ge rechtigkeit Sich an mir finden allezeit. 8. Grab' um, was noch mein her; umgeben, Der welt und aller funden wußt. Laß mich am lebensbaume kleben: In dem zu seyn, sey meine luft, und aus demselben 10. HErr JEsu! baue deinen garten, Eaß mich ein baum darin nen seyn, Von dem du könneft frucht erwarten; Du kommst dar um ins fleisch herein Als andrer Adam, daß die erd Ein neuer gars ten GOttes werd. II. Ich will dir frucht und zwei ge bringen, Wenn du mich fruchtbar machen wirst. Ich will dir halleluia singen Für diese kraft, du lebens- fürft! Dort mit der frohen engel- schaar Im groffen balls und jubel- jahr. Von der Beschneidung. 2. Wer so dis jahr anhebet, Der folget Chrifti lehr; Weil er im geis ste lebet, und nicht im fleische mehr: Er ist ein GOttes- kind Von oben her gebohren, Das alles, was verlohren, In seinem JEsu findt. 3. Doch, wie muß dis beschnei den Jm geift, o mensch! geschehn? Du mußt die fünde meiden, Wenn du willt JEfum fehn. Das mittel ist die buß, wodurch ein steinern berze, In wahrer reu und schmerze Zerknirschet werden muß. 4. Ach! gib zu solchem Werke, Auf das Fest der Erscheinung Christi. 53 In diesem neuen tahr, HErr JE Mel. 3. Mein GOtt ich bin jest zc. su! kraft und stärke; Damit sich offenbar Dein bild der heiligkeit 94.Müffen allbereits die An vielen tausend feelen, Die sich mit dir vermählen In herzens eis nigkeit. wunden, Heilig- jars tes JEsulein! Mit dem herbsten schmerz empfunden, Und dein blut vergossen seyn? Tropfen sieht man . Ich seufze mit verlangen, Undiego fliessen, die sich bald wie tausend noch mit mir, Dich herz- ströhm' ergieffen. lich zu umfangen, Mein' aller2.Ohne blut konnts nicht gesche schönste zier! Denn hab ich dich hen, Daß die blut- schuld abge: allein, Was will ich mehr auf er- than, Wir mit Gott im friede den? Es muß mir alles werden, stehen, und die welt sich freuen Und alles nüglich seyn. kann: Darum bist du, uns zu ret: ten, Selber blutig aufgetreten. 6. Ach ihr verstockte fünder! Bedenket jahr und zeit: Ihr abgewichne kinder, Die ihr in eitelkeit Und wollust zugebracht! Ach! führt euch GOttes gute Doch ein mahl zu gemühte, und nehmt die zeit in acht. 3. Blutge wunden in dem le ben, Blutge wunden in dem tod Sollen mir versichrung geben, Daß nun aller angst und noht Mein so sehr verlegt gewissen Durch des mittlers blut entrif fen. 7. Beschneider eure herzen Kind fallet GOrt zu fuß In wahrer reu 4. Laß dein blut mein her; beund schmerzen: So wird die herstreichen, JEsu! in dem neuen zens buß, Die glaubensvoll ge schehn, Des vaters her: bewegen; Daß man wird lauter fegen In diesem jahre sehn. jahr: Somußiener würger weichen, Sammt verdammender gefahr. Färbt dis blut des herzens schwellen, So wird mich kein un fall fållen. 8. Ja, mein Herr JEsus gebe, Daß feine christen- schaar Mit ihm im geiste lebe In diesem neuen jahr, Daß sie in feiner noht Sich moge von ihm scheiden; Er stärke sie im leiden Durch seinen bittern tod: 9. So wollen wir ihn preisen Die ganze lebens- zeit, Und unsre pflicht erweisen In alle ewigkeit Da er wird offenbar, Und wir mit allen frommen, Nach diesem leben kommen Ins groffe neue jahr. s. Laß mein blut für liebe wallen, Da dein blut für liebe fließt. Laß ein halleluia schallen, Weil ein odem in mir ift. Blutigs lamm, ach! laß mein leben Dir zu ehren seyn ergeben. von dem namen JEſu füdhe unten auf der 175. ſeite. V Auf das Fest der Erscheinung Christi. Mel. 8. JEsus meine zuversicht zc.| hin: Wie ichs von dir selber habe, Efu, groffer wunder- und damit beschenket bin, So ist 95. es ist erschienen! Meine seele will so bewährt und rein In dem creuzess gern Dir an deinem feste dienen: ofen seyn. Nimm doch, nimm doch gnädig an, Was ich armer schenken kann. 3. Nimm den weihrauch des gebets, Laß denselben vor dir tü gen. Herz und lippen sollen fiets. Dz Ihn 2. Nimm das gold des glaubens Auf das Fest der Erscheinung Chrifti. 54 Ibn zu opfern, vor dir liegen; Wenn ich bete, nimm es auf, und sprich ja und amen drauf. el. Nun freut euch liebe chrift. 4. Nimm die myrrhen bittrer reu, Ach! mich schmerzet meine fünde; Aber du bist fromm und 97.Wie ſchön leucht't uns treu, Daß ich trost und gnade finde, Und nun frölich sprechen kann: JEsus nimmt mein opfer der morgen ftern Mit seinen gnaden- gaben, Den wir, als Christum unsern HErrn, Zur rechten GOttes haben! Am kirchen- himmel leuchtet er, Und wirft den schönen glanz daher Im wort und facramenten. an. Mel. Liebster JEsu wir sind ze. 96.Auf! du fremdes volt, heran! Finfires erd: reich werde lichte! Mache dich doch auf die bahn, Dein licht kommt dir ju gesichte. Sieh, wie wol es GOtt gemeinet: Seine herrlichkeit erscheinet. 2. Wir müssen unsrer väter schaar Ja blinde heiden nennen; Weil kein licht im verstande war, Den wahren GOtt zu kennen: Sie giengen hin in finsterniß, Und stürzten sich dadurch gewiß Ins ewige verderben. 12. Alles was sich auf dem rund 3. GOtt lob! uns scheint das Dieser welt bewegt und reget, lebens- licht, und machet uns zu Macht des heilands ankunft kund. christen. Ach! wenn wir diesen Erd und himmel wird beweget; fegen nicht zu unserm troste wüß Ben den heiden wird vernom ten; Wars beffer für uns allzu: men, Daß ihr licht und troft gemahl, Daß wir nicht in der men: Fommen. schen zahl, und nie gebohren wären, 4. Nun aber, da wir christen sind, Steht uns der himmel offen. Ein jeder hat, als GOttes kind, Die seligkeit zu hoffen: Denn wer an JEfum Chriftum glaubt, Und ihm getreu im glauben bleibt Wird nimmermehr verlohren. r. Doch deren ruhm ist gar nicht fein, Die sich der welt erge. ben, Die bauch und mammons: diener seyn, Und also heidnisch le ben. Ach, wie gefährlich stehts um die! HErr JEfu Chrift! bekehre . Ich bin auch dein unterthan, HErr! hie bring ich meine gaben; Nimm sie doch in gnaden an, Beffie, Mach sie zu wahren christen sers kann ich sonst nichts haben. Mein gebet und glaubig girren In mein weihrauch, sold und 6. Der christen- name hilft ja nichts, wenn man nicht chrift: lich handelt, und heilig, wie ein lichts, wegen wandelt. Man muß das wahre christenthum Zu Chrifto JEfu preis und ruhmi Im werke selbst erweisen. 7. HErr 3. Drum bewegt sich auch mein herz, Weil du, JEsu! meinem or den Durch die neue himmels- ker: Deffentlich bekannt geworden. Mich erfreuet deine flamme, Hel. ler stern aus Jacobs stamme! 4. Laß uns doch nach deinem mort, Unserni leit stern, richtig lausen, Das uns zeigt den rechten ort, Da dich die gesammte haufen, Cheurer heiland! heilig grüffen, Und mit glaubens- lippen küssen. 6. Sen auf unser heil bedacht, Und beschüße deine schaaren; Laß uns deinen raht und macht Wi der unfern feind erfahren. Führ uns aus so vielem leiden In das land ber ewgen freuden. Auf das Fest der Reinigung Maria. 7 HErr JEsu, ach! erieuchte mich mit deinem gnaden lichte, Damit ich wandle würdiglich Vor deinem angesichte: Bis ich vor bir nach dieser zeit Im reiche deiner herrlichkeit, als wie die sonne, leuchte.. Met. 3. Mein GOtt ich bin jest zc. erde licht, du stadt 98.Werd der heiden: Und du jalem, werde licht! Schaue, welch ein glan; mit freuden lleber dei nem haupt anbricht. Gott hat derer nicht vergessen, Die in fin sterniß gefeffen. 2. Ach! wie waren wir verblen det, Ehe noch dis licht brach an! Ach! da hatte sich gewendet Von dem himmel jedermann. Unsre augen und geberben Klebten gånz lich an der erden. 3. GOttes raht war uns verborgen, Seine gnade schien uns nicht. Eitel war der menschen sorgen, Zu entdecken jenes licht, Das zum rechten himmels- leben Uns konnt licht und kräfte geben. 4. Aber da hervor gegangen Jft der aufgang aus der höh; Haben wir das licht empfangen, Welches uns von angst und weh, Und von feelen- noht entbunden, Weil wir wahres leben funden. S. JEfu, reines licht der seelen! Du vertreibst die finsternis, Die in dieser sünden hölen Unsern tritt macht ungewiß: JEsu! deine lieb und fegen Leuchten uns auf unfern wegen. 6. Nun, du wolleft hier verbleis ben, Liebster JEfu! tag und nacht, Alles finstre zu vertreiben, Das uns so viel schrecken macht. Laß uns nicht im dunkeln irren, Noch ins höllen- nek verwirren. 7. Schenk uns, HErr! das licht der gnaden, Das ein licht bes lebens ist, Ohne welches leicht in schaden Fallen kann ein frommer christ. Laß uns dieses licht er: freuen, Wenn mir aus der tiefe schreven. 3 8. Gib, HErr JEsu! kraft und stärke, Daß wir dir zu jeder zeit Durch beliebte glaubens werke Folgen in gerechtigkeit, und her: nach im freuden leben Heller als die sonne schweben. 9. Dein' erscheinung müff' er. füllen Mein gemüht in aller noht.. Dein' erscheinung müsse stillen eine feel auch gar im tod. HErr! in freuden und im weinen Müsse mir dein licht erscheinen. 10. JEsu! laß mich endlich ge hen Freudig aus der bösen welt, Dein so belles licht zu sehen, Das du mir dort schon bestellt, Wo wir follen unter cronen In der schön. ten klarheit wohnen. VI. Auf das Fest der Reinigung Mariá. Mel. JEfus meine zuversicht. 99. pfer für die ganze welt! Du kommst heut in deinen tempel; Daß du würdeft vorgestellt uns zum löblichen exempel, Wie man sich von jugend an Deinem vater opfern fann. 2. Deiner mutter reinigung, Jm gesche vorgeschrieben, Giebt uns die erinnerung, Dein gebot getren zu lieben; Und den weg mit lusi ju gehn, Der uns heißt im tempel stehn. 3. O du brunn der reinigkeit! Nimm von mir die fünden- flecken, und laß deiner unschuld kleid Meine blöffe ganz bedecken. Deis nes opfers wolgeruch Tilge des gesetzes fluch. D4 4. Haft 56 Auf das Fest der Reinigung Maria. 4. Hast du dieses schwere ioch, Wo fleisch und blut regieret: Nein, Willig über dich genommen, Da wo der geist nicht triumphirt, Und du ohne fünde doch Warest in die fleisch und blut gefangen führt; welt gekommen; Ach so stelle, JE- Wird JEsus nicht gespüret. su! dich Zur erfüllung auch für mich. 4. Sein tempel ist ein reines herz, Zerknirscht von wahrer reu und schmerz: Und wo sein blut die schwellen Gezeichnet, ach! da wohnt er gern, Und da kann man In glaus s. Laß mein opfer tauben- art, Neine unschuld an sich haben, Glaub und liebe sey gepaart: ben Von der armen feele an, Die nichts beffers bringen kann. 6. Ich will dich, wie Simeon, An mein treues herze drücken; Du wirst, als mein gnaden- thron, Mich mit raht und troft erquik ken: Du bist der troft Ifrael, Süs fester Immanuel! . Sey der müden augen licht, Wenn der tod sie will verschlies fen. O mein heiland! laß mich nicht, Wenn ich werde sterben müssen. Du bist deines volkes preis, Und der weg ins paradeis. 3. Dieses sey mein schwanen lied: HERR! laß mich in friede fahren; Gib, daß dich mein auge sicht Bey den auserwählten schaaren, Wo man dort in iener welt Erst das rechte licht- feft hält. Mel. Kommt her zu mir spricht zc. 100.Ah! daß ein ieder nahm in acht, Was heut Maria wol bedacht; Die in den tempel brachte, Da sie zur reinigung erschien, Selbst JEsum, daß er sie verfühn Und GOtt gefällig machte. Wenn man das her; gerei nigt hat Nach GOttes willen in der that: Alsdenn will JEfus kommen, und sich im tempel stel len dar: Dieweil er nicht wird offenbar, Als bey den wahren frommen. Gedenke nicht, daß JEsus Christ Im herzen gegenwärtig ist, bens- kraft darstellen. r. Dann kann man vor des vas ters thron, Als GOttes und Ma rien sohn, Jhn als ein opfer brin: gen, Das für die schuld der ganzen welt Sich willig selber darges stellt; Und GOttes herz bezwin gen. 6. Ach fiell, mein herz: dich ganz und gar Dem groffen him méls- HErren dar, Und laß zurück die fünden: Verlaß die welt und all ihr thun, Und such in GOTT allein zu ruhn, So wirst du gnade finden. 7. Bring tauben- einfalt, reine lieb Zum opfer, nach des geiftes trieb: GOtt wird dich nicht ver schmähen. Bring lämmleins- art und frömmigkeit, Das wird der HErr zu jederzeit Mit gnad und huld ansehen. 8. Laß opfern die verkehrte welt Dem satan wollust, gold und geld, Und was das fleisch erdenket; Es wird ihr dienst nach dieser zeit Bes lohnt mit quahl in ewigkeit, Die GOttes zorn einschenket. 9. Hergegen wer, mit Simeon, GOtt fürchtet, und des höchsten. fohn Zum heil verlangt zu ha ben; Wer voll des heilgen gei: ftes ist, und wartet auf den HEr ren Chrift; Der opfert rechte gaben. 10. Wer seinen heiland hie ge sehn Im glauben, kann in fried hingehn zu schauen seine sonne. Er kann mit Simeon zuletzt Hinfahren Auf das Fest der Verkündigung Maria. 57 fahren, wo er sich ergetzt In erger| und rein, Laß mich im glauben les freud und wonne. ben: Bis du mich, wenn es dir gefällt, Aus dieser welt zum him. mels- zelt Jn friede wirft erheben. 11.HErr! laß mich stets voll gei stes seyn, und mache mich gerecht VII. Auf das Fest der Verkündigung Marià. Mel.3. Mein GOtt ich bin iezt ze. ben Dich für dieses groffe gut. Laß IOLcut ist uns der tag ers die herzen voll verlangen Dich im den glauben Mel. Liebster JEsu wir sind 2c. 102.nigs- ſohn! Von dem du, himmel zu der erden, und ver: läsfest deinen thron, Um ein armer knecht zu werden? Ach! wie soll man dich gnug preisen, Dir ges bührend dank erweisen? Adam schon so oft, Auf den Jacob, und sammt ihnen Alle våter längst gehofft; Dran sich Abraham erquik ket, Als er ihn im geift erblicket. 2. O des tages voller wonne! Welchem sonst kein tag nicht gleicht Seit den zeiten, da die sonne Hat um diese welt geleucht: Oder viel gewünschten stunden, Die sich nunmehr eingefunden! 2. Nazareth, die kleine stadt, 3. O du anfang unfrer freuden! Muß dir zur empfängniß dienen. O du auserwähltes licht! Das Was die welt verachtet hat, kann uns sonst verworfnen heiden, und in deinen augen grünen. Laß mich den juden, heil verspricht! Du ver- allen stolz verfluchen, So wirst du treibt die finstre schatten, Die mich auch besuchen. uns sonst umgeben hatten. 4. Jego träufelt uns von oben Leben, beil, gerechtigkeit;* Und GOtt zeigt durch diese proben, Was uns dort für heil bereit. GOtt der HErr kömmt selbst auf erden uns zu gut ein mensch zu werden. Jef. 45, 8.0 3. Gabriel wird ausgesandt, Ei, ne reine braut zu grüssen. Engel werden hingewandt, Wo sie keu sche feelen wiffen. Laß mich reine tugend üben, Daß mich reine geis ster lieben. 4. Nur ein leib der keusch und rein, Kann dich unterm herzen <. GOtt wird mensch und trägt tragen. Laß auch mich dein wohns die fünde; Allmacht kehrt beyhaus seyn, Und zuvor der lust ent: schwachheit ein. Selbst der schsp sagen, Die mit deiner liebe firei: fer wird zum kinde, Sein geschöpftet, Und zur fünde mich verleitet. soll mutter seyn. Herrlichkeit s. O! ein angenehmer gruß, kömmt zu uns armen, Aus der Den die fromme jungfrau höret! rache wird erbarmen. Der des segens überfluß Auf ihr glaubig herze kehret. Sollt du mich holdselig nennen, muß ich dich im glauben kennen. 6. Gnaden volles wunders zeichen! Das der HErr an uns ge than, Welches kein verstand erreichen, Keine flugheit fassen kann, Das in dies- und jenem leben Wir bewundrungs- voll erheben. 7. Bater, und doch sohn dar neben, Unser bruder, fleisch und blut! Ach! wir preisen und erhe6. Jhr erschrocknes herze muß Lauter gnade vor dir finden. Laß auch, HErr! auf deinen gruß Alle furcht ben mir verschwinden. Bin ich nur ben dir in gnaden, Ach! so kann mir gar nichts schaden. D5 53 Auf das Fest der Verkündigung Maria. 7. Jesus soll dein name seyn, gnaden- thron, Jft selbst ins mittel JEsus heißt ein seligmacher: Der kommen: Das höchste gut Hat um fürcht' ich keine pein Und auch fleisch und blut Bon menschen ans Feinen widersacher. Lauter heilgenommen. liegt in dem namen, Er wirkt lauter ja und amen. s. Dir, des allerhöchsten sohn, Will Gott Davids stuhl bereiten. Deines königreiches thron Uebersteiget alle zeiten; Du sollt Jacobs haus regieren Und, die Jacobs glauben führen. 9. Wir sind dir auch unterthan, Weil wir deinen scepter küffen; Sieh uns stets in gnaden an, Laß uns deine huld geniessen. Herrsch in uns mit lauter segen, So darf sich kein feind mehr regen. 10. Dorten muß der heilge geift Ueber die Mariam kommen: Wie viel heil und kraft beweist Der in gläubigen und frommen! Diesen laß mich stets regieren, Diesen laß mich nie verlieren. 2. Nun ist des vaters wort er füllt, Der gläubigen verlangen Ist nun nach herzens wunsch gestillt, Denn Jesus ist empfangen. Der uns erhält, hat sich gesellt Zu den verlohrnen fündern. War er schon reich, Wird er doch gleich Den armen menschen- kindern. 3. O füffer trost! o groffes glück, Das aller welt entstehet! GOtt giebt uns einen gnaden blick, Und hat uns hoch erhöhet; Denn unser stand Ist nah verwandt Mit GOtt und seinem worte. Nun ha ben wir Durch JEsum bier Zum himmel eine pforte. 4. GOTT hat sich unser fleisch vermählt, und unter uns auf er den Sich seinen himmel auser wählt, Auf daß wir himmlisch wer 11. Mir geschehe wie du willt, den: Zu seiner braut Hat er ver Ich bin dir als knecht( magd) vertraut Das menschliche geschlechte, bunden: Du bleibst nun mein freuden schild, Wenn der engel gleich verschwunden: Denn du, HErr der engel- schaaren. Bift zu mir herab gefahren. und uns bedacht, Aus liebes macht, Mit seinem kindes- rechte. d. Unterdeffen tröst' ich mich Daß du mein fleisch angenommen. Meine feele freuet sich, und spricht: Goel* fey willkommen! Komm und wohn in meiner feele, Die ich nun mit dir vermähle. derldfer. Hiob 19, 21. <: Troz sey nun dir, du feelen. feind! Tron allen deinen pfeilen; Denn unter uns wohnt unser freund, Der heiland kann uns heilen. Hier ist der mann, Der hels fen kann, und deinen kopf zertre. ten: Hier ist ein kind, Das sich ver bindt Allzeit für uns zu beten. 6. O JEsu theurer GOttes sohn! Der du zwar mensch geboh, ren, und doch von deinem ehren: thron Und gottheit nichts verlohMel. Durch Adams fall ist zc. un ist der tag der fe 103. angebrochen. Nun ist des teufels tiglich In unsern herzen tragen; mord und neid Gedämpfet und ge- So kann uns Gott Einst nach dem rochen. Denn GOttes sohn. Der tod Den himmel nicht versagen. VIII. Von dem Leiden und Sterben JEsu. Mel. Chriftus der uns selig ze. I begleiten Gen Jerusalem hinaut, 104. Sele! mach ich bei Tritt ihm an die feiten: Folg ihm lig auf, zu stets Von dem Leiden und Sterben JEſu. stets in andacht nach Zu dem bit tern leiden, Bis du aus dem ungemach Wirst zu JEsu scheiden. 2.Seele siehe! Gottes lamm Gehet zu dem leiden, Deiner feelen brautigam, Als zu hochzeit freuden: Geht ihr töchter von zion! Je sum zu empfangen; Sehet ihn in seiner cron Unter dornen prangen. 3. Du siehst als ein könig ein, Wirft auch so empfangen: Aber bande warten dein. Man ist voll verlangen, Dir statt ehre, hohn und spott, JEsu Christ! zu geben; Bis du durch den creuzes tod Schlieffest dieses leben. 4. Pfahl und creuz ist stuhl und thron, Drauf wird man dich setzen: Man wird mit der dornen cron Dir das haupt verlegen. Ach! dein reich auf dieser welt Ist nur lauter leiden; Und so hast du dirs bestellt, Bis zum lezten scheiden. 59 weinet eure schuld. Brich, mein her;! von seufzen, sehnen; Weil ein lämmiein in geduld Nach Jeru falem zum tod, Ach! zum tod für deine noht und der ganzen welt, hinwandelt: Denk, ach wie haft du gehandelt! r. Du wirst, HErr der herrlichkeit! Endlich für mich sterben, und dadurch die seligkeit Huldreich mir erwerben. Aber, ach! wie herrlich glänzt Deine cron der freuden, Die dein siegreich haupt be: kränzt Nach vollbrachtem leiden. 6. Darum tritt getrost hinzu, Es muß dir gelingen: Nach der guten freytags- ruh Wirst du freude bringen. Tritt nur auf die to: des- bahn, Die gestreute palmen Bieten dir den sieg schon an Aus den ofter- pfalmen. 7. Laß mich diese leidenszeit Fruchtbarlich bedenken, Mich mit herzens- reu und leid Meiner sünde kranken: Ach! dein leiden tröfte mich Ben so vielem iammer, Bis nach allem leiden ich Beh zur ruhe kammer. 2. Es soll nun vollendet werden, Was davon geschrieben ist, Und warum dis thal der erden Hat betreten Jesus Christ. Schauet nun des höchsten sohn In dem lei: den, schmach und hohn, In den wunden, in den schmerzen; Und nehmt alles wol zu herzen. 3. Es wird in der fünder hände Ueberliefert GOttes lamm, Daß sich dein verderben wende: Jud und heiden sind ihm gram, Und verwerfen diesen sein, Der ihr eckstein sollte seyn. Ach! dis leidet der gerechte Für die böse fünden: knechte. 4. JEfus steht in firick und banden, Deffen hand die welt ges macht, In verachtung, fpott und schanden, und wird hönisch ausge lacht. Backen- streich und fäußten schlag, Jud- und heiden grimm und rach Duldet er für deine fünden: Wer kann solche lieb' ergründen? s. Laß es dir zu herzen gehen, Beffre und bekehre dich. Wer kann diese that ansehen, Daß er nicht bewege sich? JEfus steht an unsrer statt: Was der mensch verdienet hat, Büffet JEsus; er erbuldet Was der fünder hat verschuldet. 6. Er hält seinen beilgen rücken Geiffeln, ruht und veitschen dar: Wer kann dis ohn reu erblicken? Wenn die rohe juden- schaar Hand anlegt an GOttes bild, Das ſo freundlich, fromm und mild, Urd doch nackend wird gebauen: Wer fann solchen greut anschauen! Mel. JEsu deine beilge wund n. 7. Strenge sollt man dir be: Cließt ihr augen! fließt gegnen, Du verruchtes menschen. von be nun dich zu 105 fegnens 60 Von dem Leiden und Sterben JEsu. segnen, Und zu tragen deinen, ken, Wirst du mir von deinem schmer; JEsus; er stellt sich für thron Geist und andacht schenken. dich, und wird dort so tämmerlich Ach erschein in diesem bild, JE Abgestraft, gepeitscht, zerschlagen su! meinem herzen, Wie du GDt: Daß kein maaß noch ziel der plates zorn gestillt Durch die größten schmerzen. gen. 8. Endlich wird der schluß ge- 2. Gib, daß ich recht sehen mag sprochen: JEsus muß zum tode Deine angst und bande, Deine gehn, Und es wird der stab gebro- speichel, schläg und schmach, Deichen. Merke, was allhie geschehn: ne creuzes schande, Deine geiffel, Barrabas wird los gezählt, JE- dornen- cron, Speer- und någel. sus wird zum creuz erwählt; Weg wunden, Dadurch du, o GOttes mit diesem dem verfluchten! Ruft sohn! Dir mich haft verbunden. der haufe der verruchten. Folge denn zur schädel- ståtte Deinem JEsu traurig nach: Aber auf dem wege bete, Bet im geist mit weh und ach: Daß der vater auf sein kind, Als den bürgen für die fünd, Sehen woll' und sich erbarmen Ueber dich, den schwachund armen. 3. Laß mich aber nicht allein Deine marter sehen; Laß die urs sach deiner pein Mich zugleich verz stehen. Ach! die ursach war auch ich, Ich, und meine fünde; Diese schlug und quälte dich, Daß ich gnade funde. 106.3 Mel. Chriftus der uns selig 2c. Efu! deine passion Herzlich zu beden: 4. Hilf, daß ich in buß und reu Dieses recht bedenke, und dich künftig nicht aufs neu Durch die fünde kränke. Dämpf in mir die fünden- lust, Laß mich alles mei den, Was du jego büffen mußt mit so schwerem leiden. to. Muß ich, JEsu! dich denn fehen Am verfluchten creuzes pfahl? Ach! so laß ich übergehen Meine thränen ohne zahl. Ach erbarm dich, GOttes- lanim! Das da hängt am creuzes stamm; Ach! erbarm dich, weil dein leiden Mir gedeyen soll zur freuden. 1. Ich will dir ein opfer geben, Seel und leib ist meine gab': JE fu! nimm dis arme leben, Weil ich ja nichts beffers hab. Tödt' in mir, was dir misfällt, Leb in mir auf dieser welt, Laß mich mit dir leben, sterben, und dein reich im himmel erben. 12. Tausendmahl sey dir gesun gen, Liebster JEsu! preis und ruhm, Daß du höll und tod bezwungen. Nun bin ich dein eigenthum, Und du meine freud und o Mel. Herzlich thut mich zc. ſonn! Bald in deiner crone febent: 107.Weg welt! mit dei Komm, dein leiden ist geschehen. nen freuden, Und was dir wolgefällt! Dein JEsus muß ist leiden, Der sich zum opfer stellt. Entfernet euch, ihr lüfte! Der Herr trägt quahl und pein; Wie 5. Drohet mir die höllen- pein um der fünde willen; Ach! so tritt ins mittel ein, Hilf die schrecken illen. Laß mich deine passion Denn im glauben faffen. Liebst du mich, o GOttes sohn! Kann mich Gott nicht haffen. 6. Gib auch, JEsu! daß ich gern Dir das creuz nachtrage, Daß ich demuht von dir lern, Und geduld in plage; Daß ich dir geb lieb' um lieb'. Laß indeß dis lallen, Bis es Fimmt aus reinerm trieb, JEfu! dir gefallen. Von dem Leiden und Sterben JEſu. 61 Wie kann sein knecht, ein christe, Trieb dich in tod und grab; Dabey wol frölich seyn? Drum stirbt aus gleichem triebe Mein herz sich selber ab. 2. Ach! seht sein seelen- schret ken, Er wird in tod betrübt, Und muß den zorn kelch schmecken, Den ihm sein vater giebt. Geht! wie er uns zu gute, Selbst mit dem tode ringt, Und wie sein schweiß mit blute Durch baut und adern dringt. Mel. 3. Mein GOtt ich bin jest I08.2ch muß Gottes fohn selbst leiden, Und erdulden hohn und tod? Muß. er sich in blut einkleiden, Um zu tilgen meine noht? Konnt ich sonst in meinen fünden Weder trost noch rettung finden? 3. Er wird verkauft, verrahten, Man legt ihm fessel an. Ach! unsre missethaten Die haben dis gethan, 2.Vater! konnte dein erbarmen Die fälschlich ihn verklagen; Es Und die theure menschen- huld wird verhöhnt, verspent, Verspot- Mich nicht ohne blut umarmen, tet. und geschlagen Der HErr der Noch erlassen meine schuld? Must herrlichkeit. du denn das lämmlein schlagen, Welches keine schuld getragen? 4. Man segt dir, GOttes fohne, Mit geiffeln grausam zu: Du 3. War kein guter engel tüchtig, trägst die dornen- crone, Du him- Daß er konnte mittler seyn? War mels- könig du! Du wirst ans creuz geheftet, Das du getragen haft; Doch was dich mehr entkräftet, If unsre sünden- last. das werk für die zu wichtig, Die von sünden fren und rein? konnte mich von fatans ketten. Unter ihnen keiner retten? <. Wer hätte bey den mördern Die unschuld doch gesucht? Den fegen zu befördern, Wirst du von GOtt verflucht. Die dich zu boden treten, Woher dir weh geschicht, Für diese willt du beten, Von rache weißt du nicht. 6. Dein durst, o lebens- quelle Geht auf mein seelen- heil: Du fühleft tod und hölle, Das leben ist niein theil. Du wirst von Gott verlassen, Damit er ben mir sey: Und weil du mußt erblaffen, Bin ich vom tode fren. 7. Die ausgestreckten hände Sind gegen mich gewandt. Du neigst das haupt am ende, Das ist ein liebes- pfand. Ich seh in dei nem ftreite Die ruhe für den schmerz, und durch die offne feite, HErr JEsu! in dein herz. 8. Die welt mag voller freuden Hin nach der hölle gehn; Ich will bep JEfu leiden lind feinem creuze stehn. O Jesu! deine liebe 4. Oder war aus Adams kin: dern Unter der so groffen zahl Keiner tüchtig, dis zu lindern; Daß nicht träfe diese wahl Den, der als der eingebohrne Kommt zu suchen das verlohrne? <. Nein, ach nein: es muß so geben. Selbst der allerliebste sohn Mußt an unsrer stelle stehen, Wenn du, HErr! von deinem thron Gnädig solltest auf uns schauen, Dich uns wiederum vertrauen. 6. Wie die worte fefte stehen, Daß du gut und gnädig seyfi; Also mag auch nicht vergehen, Was du allen fündern drauft: Keiner kann in seinen fünden Unversöhnt erbarmung finden. 7. Keiner von den seraphinen, Von der cherubinen chor, Konnte mir den schmuck verdienen, Welchen Adams fall verlohr: GOtt, ja GOtt muß mich verföhnen und mit heil und fegen crdnen. 8. Alle menschen waren fünder: Keis 62 Von dem Leiden und Sterben JEsu. Keiner auf der weiten welt Zahlet tet mit wehklagen. Die zuseher für die menschen- kinder Solch ein spotten sein, Auch die ben ihm theures löse geld, Das zu tilgung hiengen, Daß die fonn auch ihren unsrer fünden Dich, o vater! kann schein Entzog solchen dingen. verbinden. s. JEsus schrie zur neunten ftund, Klaget sich verlaffen: Bald ward gall in seinen mund Mit ef fig gelassen. Da gab er auf seinen geist, und die erd erbebet. Des tempels vorhang zerreißt: Und manch felszerkIsbet. 9. Aber nun, da der gelitten, Und sein theures blut vergießt, Der dein wort nie überschritten, Der vollkommen beilig ist: So ist alles das erfeket, Was dich, treuer GOtt! verleget. Io. Gib, daß ich dis wunder ehre; Mit gebet und dankbarkeit Meines geistes kräfte mehre, Daß ich die vollkommenheit Deiner liebe so beschaue, Daß ich freudis darauf baue. II. Laß mich nicht den fünden leben, Sondern den, der mich bes frent, Und deswegen sich ergeben In des todes bitterkeit. Eaß mich, wenn ich soll erblassen, Seinen tob im glauben faffen. 109. Cortach, deres felig Matthäus zeuzet. Matth.27,66. Kein bds * 8. hilf, Chrifte hat begangen, Der ward für uns inder nacht Als ein dieb gefangen, Geführt vor gottlofe leut, Und fälschlich verklaget, Verlacht, ver höhnt und verspept, Wie denn die fchrift faget. 2. In der ersten tages stund Ward er unbescheiden Als ein mörder dargestellt Pilato, dem heiden, Der ihn unschuldig bes fand, Ohn ursach des todes: Jhn deshalben von sich fand Bum td nig Herodes. 3. Um dren ward der GOttes sohn Mit geiffeln geschmissen, Und sein haupt mit einer cron Von dornen zerriffen; Gekleidet zu hohn und spott; Ward auch sehr geschlagen, und das creuz zu sei nem tod mußt er selber tragen. 6. Da man hat zur vesper- zeit Die schächer zerbrochen; Ward JEfus in seine feit mit dem speer gestochen, Daraus blut und waf fer rann, Die schrift zu erfüllen, Wie Johannes zeiget an,* Nur um unfert willen.* Joh.19,34. 7. Da der tag fein ende nahm, und der abend kommen; Ward JEfus vom creuzes- stamm Durch Joseph genommen: Herrlich nach jüdischer art In ein grab geleget, Allda mit hütern verwahrt, Wie 4. Um sechs ward er nackt und bloß an das creu; geschlagen, in dem er sein blut vergoß, Be sohn! Durch dein bitter leiden, Daß wir die stets unterthan, All untugend meiden: Deinen tod und sein ursach Fruchtbarlich bes denken; Dafür, wiewol arm und schwach, Dir dank- opfer schenken. 110. tes sohn! Du bist Chrifte JEsuGots vom hohen himmels thron Zu uns herunter kommen: Daß GOtt zu sich hinauf uns nahm, Und unser fleisch in himmel kam, Haft du fleisch angenommen. Daß uns dort ewig reichthum werd, Bist du gewesen arm auf erd, So lang du drauf gewandelt. Du haft gedienet jedermann; Doch that man dir viel bofes an, Als hättest du mishandelt. 2. Du wurdeft in dem garten bald Für unsre fünde mannigfalt Von dem Leiden und Sterben JEfu. 63 Betrübt mit angst und zagen: ein wort Aus deinem mund, Daß wir nicht unsre übelthat Dort müßten ewig ohne gnad Betrauren und beklagen. o HErr! gehört, Bey allen solchen plagen: Damit wir dorten vor gericht, und ferner ewig, müßten nicht Verstummen noch verzagen. Zuerst war dir Pilatus hold, Bekannte, daß er keine schuld Vermögt an dir zu finden: Daß wir erkennen allesammt, Man habe dich für uns verdammt, Bon wegen unsrer fünden. Du haft daselbst, o höchstes gut! Aus groffer angst geschwißet blut, Und mit dem tod gerungen: Daß sich am lezten end allhier Bey uns die todes- angst verlier, Weil du den tod bezwungen. 3. Judas, dein freund und dein sefell, Ließ sich den geiz verführen ichnell, Dich schändlich zu verrah: ten: Daß du uns machtest GOtt zum freund, An dem wir treulos worden seynd Durch viele miffe: thaten. Du wurdest hernach ganz und gar Umringet von der feinde schaar, Gebunden und gefangen: Daß wir von satans strick befreyt, Die wahre fren und sicherheit Durch deine kraft erlangen. 4. Die jünger flohen von dir all, Auch Petrus leugnet dich drenmahl, Eh als der hahn noch kråbet: Daß wir uns hüten desto mehr, Und fren bekennen deine lehr, Woher der wind gleich wehet. Doch als du Petrum drauf allda, Und er mit thränen dich anfah; Nahmst du ihn auf zu gnaden: Daß keine fünde iemand soll, Sie fey so schwer sie immer woll, Wenn buffe folget, schaden. 5. Du mußtest, HErr! gar mit beschwer, Zu vielen richtern hin und her mit deinen feinden wan deen: Daß wir nicht durch des fatans macht Dort würden in der bolle bracht Von einer vein zur andern. Du wurdest, o du groffer GOtt! Mit vielem schimpf, mit schmach und spott Verspeyet und verhöhnet: Daß unsre schande sich verIshr, Und wir bey GOtt erlangten ehr, Nun wir sind ausgefühnet. 6. Und dennoch hat man kaum 7. Es war so groß der jüden haß, Daß auch der mörder Barrabas Dir gar ward vorgesezet: Damit wir, HErr! in deinem reich Den heilgen engeln GOttes gleich Dort könnten seyn geschäßet. Sie geiffelten, HErr JEsu! dich, Da auch dein blut if mil diglich Von deinem leib gefloffen: Damit wir alle mögten seyn Von striemen heil, von fünden rein, Hast du dein blut vergoffen. 8. Pilatus gieng heraus mit dir Und stellte dich dem volke für: Geht, welch ein mensch hie stehet: Sonst hätt der fürfte dieser welt Uns dort zum schauspiel vorges stellt, Da keine quahl vergehet. Der feinde grimm gar nicht ab. ließ; Und ob man dir gleich nichts erwies; Ward doch der stab gebrochen: Daß wir an jenem grossen tag Von sünden und von satans Flag Ganz würden los gesprochen. * * * 9. Eh man zum tod dich führt hinaus, Zog man dir deine kleider aus, Du mußteft alles leiden: Daß du uns mit dem rechten kleid Des heils und der gerechtigkeit Dagegen mögteft kleiden. Du mußteft auch, o GOttes sohn! Von dornen tragen eine cron; Und dadurch uns erweisen, Wie du die cron der herrlichkeit Durch deinen tod uns habfi be reit, Dich ewig dort zu preisen. 10. Wiewol du wareft schwach und 64 Von dem Leiden und Sterben JEfu. und matt; Sollt'st du doch an die bar seyn, Daß du für uns in solche schädelstatt Dein creuz noch selber pein Dich willig hingegeben: Wir tragen: Daß wir frey aus und le- wollen seyn der fünde feind, Nun dig gehn, Und nicht für unsre sünd wir mit Gott versöhnet seynd, ausstehn, Was wir verdient für Nach seinem willen leben; plagen. Du mußt nach ihrem bösen sinn, Mit zweyen mördern mitten inn, Ans creuz dich lassen henken: Daß du uns in der heilgen zahl, und mit den auserwählten all Die se ligkeit könntft schenken. Die lieb' erzeigen jedermann, Die du, o HErr! an uns gethan Mit deinem bittern leiden. O men schenkind! betrachte recht, Wie GOttes zorn die fünde schlägt: Bemüh dich, sie zu meiden. 11. Den schächer an der rechten feit Versicherst du zur selben zeit, Er soll dein reich erlangen: Daß man im glauben zu dir tret, Und niemand denk, es sey zu spät, Die busse anzufangen. Mel. O Christe JEsu GOttes. III Laßt uns doch Chrifto dankbar seyn, Daß er für uns in grosse pein Sich willig hingegeben: Auch laßt uns seyn der sünde feind; Weil wir mit GOtt versöhnet seynd, Nach seinem willen leben; Die lieb' erzeigen jedermann, Wie Christus selbst an uns gethan Mit seinem bittern leiden. menschen kind! betracht es recht, Wie GOttes zorn die fünde schlägt: Bemüh dich, sie zu meiden. Mel. O wir arme fünder 2c. Den andern schächer liesseft du, Daß er nicht kam zu deiner ruh, Er starb in seinen fünden: Daß man mit furcht zur buffe eil, Nicht denk, man hab noch gute weil Zur gnad sich einzufinden. 12. DHErr, du groffer lebensfürft! Man hat dir effig, als dich dürft, Durch einen ſchwamm gege: 112.Sich an uns arme fünder, ben: des quell und spring Uns ewige erquickung bring Bey dir in jenem leben. Du gabst zulet, o wahrer GOtt! Hier zeitlich deine seel in tod: Uns ewig zu erwerben Das Leben in dem freuden- faal, Und daß wir in der höllen- quahl nicht müßten ewig sterben. versicht! Wir sind in deine kinder; Darum verstoß uns nicht, Ob wir gleich sind empfangen In schuld und missethat, Viel böses auch begangen, Das dich eriürnet hat. Kyrie eleison, Chrifte eleison, Kyrie eleison! 2. Gedenk, o HErr! in gnaden, 13. Du liesfest auch nicht ohnge- Daß erst des teufels lift, Dann fähr Nach deinem tod mit einem Adams fall und schaden Des speer Eröffnen deine feiten: Du wolltest deine lieb' und treu, Dein gnadenreiches her: hieben Eröff nen allen leuten. elends ursprung ist; Daß wir drum alle müssen Erdulden hier den tod, Und sollten dort noch büf sen Die ewge hollen- noht. Kyr. Es kann zum lesten noch darauf, Daß sich die gräber thäten auf; Man sah die heilgen gehen: Daß unsre hoffnung fefie bleib, Und dis die todes furcht vertreib, Daß wir auch auferstehen. 14. Wir wollen dir nun dank 3. Kein raht war da vorhanden Für diese Höllen- quahl; Weil wir vor Gött mit schanden Be stunden allzumahl; Und hatten ei gne werke, Wie gut die immer feyn, Ganz keine kraft und stärke, zu retten uns von pein. Kyr. 4. Du Von dem Leiden 4. Du, Herr! haft uns gerahten Auf unerforschlich' art Durch sol che wunderthaten, Als nie erhöret ward: Es hat fleisch angenommen Der ewge GOttes- sohn, und ist herunter kommen Zu uns vom himmels- thron. Kyr. s. Damit nicht würd verlohren Der mensch durch seine sünd: Ist GOttes sohn gebohren Ein schwaches menschen- kind: Ja er ist gar auf erden Gleich einem Enecht geacht, Daß wir hingegen werden Sein freyes volk gemacht. Kyr. 6. Weil wir GOtt widerstrebet Und dessen Flarem wort; Hat er dafür gelebet Gehorsam immer fort. Weil wir all' ausgeschritten, kann; Hat er dafür gelitten, Und völlig gnug Kyr. gethan. 7. Sehr hart ist er geschlagen Auf seinen heilgen leib; Auf daß mit seinen plagen Der satan von uns bleib. Es ist von ihm geflof fen Sein resinfarben blut, Das er darum vergoffen, Daß es uns komm zu gut. Kyr. 8. Sein haupt hat auch erdul. det Die scharfe dornen- cron Für uns, die wir verschuldet Viel mar ter, schmach und hohn. Er hat gar nicht gescheuet Am creuz die todes- pein, Daß wir dadurch befreyet Vom andern tode seyn. Kyr. 9. Durch solche wunder- güte hat GOtt der ganzen welt Sein väterlich gemühte Beweglich vor gestellt: Wie er sonst nichts begehre, Als daß der fünder sich Durch JEfum Chrift bekehre, und lebe ewiglich. Kyr. 10. Wenn wir vor GOtt nun treten, und fallen ihm zu fuß, In Chrifti namen beten Mit wahrer reu und buß; So ist die sünd verges ben, Die Adam auf uns bracht: und Sterben JEsu. 65 Von unserm bösen leben Wird auch nichts mehr gedacht. Kyr. 11. Dis sollen wir wol fassen 3um troft in aller noht, Und uns nicht schrecken lassen Sünd, teufel, höll und tod: Denn Chriftus ist gestorben Für aller menschen schuld, Dadurch er; uns erworben Des vaters lieb und huld. Kyr. 12. Drum wollen wir dich lobent, GOtt vater, sohn und geist, Daß du vom himmel oben uns solche gnad erweist: Gib, daß wir bsfes meiden, Gern helfen jeder mann, Geduldig seyn im leiden, wie Chriftus selbst gethan. Kyrie eleison, Chrifte eleison, Kyrie eleifon. wir II 3. Unsee miſſethat, Darinn wir empfangen und ges bohren sind, Hat gebracht uns alle In so grosse noht, Daß wir unters worfen Sind dem ewgen tod. Kyrie eleison, Chriße eleison, Kyrie eleison! 2. Aus dem tod wir konnten Durch unsre eigne werk Nimmer werd'n errettet; Die fünde war zu fark. Daß wir würd'n erlöset, So konnts nicht anders seyn, GOttes sohn mußt leiden Des todes bittre pein. Kyr. 3. So nicht wäre kommen Chriftus in die welt, und an sich ge= nommen Unfre arm' gestalt, Und für unsre fünde Gestorben williglich; So hätt'n wir müssen werden Verdammet ewiglich. Kyr. 4. Solche groffe gnade Und våterliche gunft hat uns GOtt erzei get Ganz und gar umsonst, In Chrifto seinem sohne, Der sich ge geben hat In den tod des creuzes, Zu unsrer seligkeit. Kyr. 1. Deß sollen wir uns triften Gegen fünd und tod Und ja nicht vers 66 Von dem Leiden und Sterben JEsu. verzagen für der höllen- glut;, den, Speyen ihm ens angesicht, Denn wir sind errettet Aus all'r Doppeln pein und leiden. gefährlichkeit Durch Chriftum unsern HErren, Gelobt in ewig Feit. Kyr. 4. Zu spott und hohn Sie eine cron Aus scharfen dornen fiechten, Sezen solche auf das haupt JEsu des gerechten. 6. Darum woll'n wir loben und danken allezeit Dem vater und dem sohne, Und dem heilgen geift; Und bitten, daß sie wollen Uns retten in gefahr, und lassen uns stets bleiben Ben seinem heilgen wort. Kyrie eleison, Chrifte eleifon, Kyrie eleifon! sbie 114. Cites, Der du trägst die fünde der welt, Erbarm dich unser! 2. Christe, du lamm GOttes, c. Erbarm dich unser! 3. Christe, du lamm GOttes, 2c. Gib uns deinen frieden: Amen. lamm GOttes! uns 115. schuldig Am stamm des creuzes geschlachtet, Allzeit gefunden geduldig, Wiewol du wurdeft verachtet: All' sünd' haft du getragen, Sonst müßten wir verzagen; Erbarm dich unser, o JEsu! 2. O lamm GOttes! unschuldig zc. Erbarm dich unser, o JE fu! lamm Gottes! unfchitis Gib uns deinen frieden, dig zc. o JEfu! Mel. O traurigkeit! zc. falfche treu: heuchelen! das nicht sünd und schande? JEsum will man dulden nicht In dem lebens- lande. 116. 3 2. Sünd, höll und tod, Jafeelen noht Mit dem erlöser kämpfen, Wollen ihrer meinung nach, Seine gottheit dämpfen. 3. Die freche schaar Ganz of fenbar Den jarten leib entkleis 5. Ja, was noch mehr, Sie geis feln sehr, Durchbohren und durch: pfriemen Meinen JEsum, daß sein leib Voller wunden- firiemen. 6. Es wird auch nicht Vor dem gericht Ihr haß und neid geschlichtet, Bis sie durch des creuzes peint JEfum hingerichtet. dich mit meinem herzen faffent, und mich auf dein theures blut Festiglich verlassen. 8. Mein sünden- leid, Mein' üppigkeit Hat dich so hart gepla get: JEsu! meine missethat Hat dich angeklaget. 9. Hilf, GOttes lamm! Mein bräutigam, Durch deine gnad und güte, Daß ich forthin besre mich, Und für fünden hüte: 10. Und denn allein Auf deine pein, Auf dein so schweres leiden Mag gesegnen diese welt, Und von binnen scheiden. Mel. JEfu meines Lebens leben Esu! 117. Jeht der du wollen den aller welt, Durch dein theures blut- vergiessen; Der du dich haft dargestellt Als ein opfer für die fünder, Die verdammten Adamss kinder: Ach! laß deine tødes- pein an mir 2. Rette mich durch deine plagen, Wenn mich meine fünde plagt. Laß, ach! laß mich nicht verzagen, Weil du selbst für mich gejagt. Hilf, daß mich dein angsts schweiß Fühle, Wenn ich drangfals- hige fühle. Ach! laß deine todes- pein nicht an mir verloh: ren seyn. 3. Mache Von dem Leiden und Sterben JEsu. 67 3. Mache mich durch deine freyen, Durch dein lautes angstbande Von des satans banden fren. Hilf, daß dein' erlittne schande Meine cron und ehre sey. Troft der seelen! heil der erden! Laß mich nicht zu schanden wer: den. Ach! laß deine 2c. geschrey. Wenn viel tausend fünden schreien, Ach! so steh mir ars men bey. Wenn mir wort und sprach entfallen, Laß mich sanft von hinnen wallen. Laß mir deine todes pein Leben, beil und bimmel seyn. 4. Rede durch dein stilleschmei gen, Liebster JEsu! mir das wort, Wenn mich fünden überzeugen fort und fort: Mel. 8. JEfus meine zuversicht. Efu, wahrer Gottes Wenn mein bös gewissen schreiet, I 18. f! Der den te Und mir mit verdammniß drauet. Ach! laß deine zc. <. Laß mich freuden- rosen bre: chen, Liebfier JEfu, meine zier: Von den dornen, die dich stechen. JEsu! nahe dich zu mir, Crone mich mit huld und gnade, Daß kein fünden- dorn mir schade. Ach! laß deine 2c. für uns erlitten, und durch marter, spott und hohn Mir die seligs keit erstritten: Ach! laß deine angst und vein An mir nicht ver. lohren seyn. 2.Meine fünd und missethat die ursach deiner plagen. Sie, ach sie ist, die dich hat So gegeiffelt und geschlagen: Sie ist, die dir, o mein GOtt! Zugezogen alle noth. 6. Heile des gewiffens firiemen, Nimm von mir der schmerzen laft, Durch die geiffeln, durch die riemen, Welche du gefühlet haft; Daß ich böser knecht der fünde, Satans stricke nicht empfinde. Ach! laß deine 2c. 3. Daß du heiffes blut geschwist, Daß du grausamlich ges bunden, Daß die dornen dir gerigt So viel firiemen, so viel wunden, Daß dein spottet iedermann: Das hat meine schuld gethan. 7. Ach! laß deine tiefe wunden Frische lebens brunnen seyn, Wenn mir alle kraft verschwun4. Daß ein schnöder knecht dich schlägt, Daß die geiffel dich zerschmeisset; Daß man dir ein creuz den, Wenn ich schmacht' in seelen- auflegt, Das dich fast zur erden pein. Senk in abgrund deiner gnaden Alle schuld, die mich beladen. Ach! laß deine zc. 8. Ach! zerbrich des eifers rubte, Ach! erzeige gnad und huld. Tilge doch mit deinem blute Meine schwere sünden- schuld.Laß mich in der angst der fünden Ruh in deis ner feite finden. Ach! laß deine 2c. 9. Hilf, daß mir dein dürften nüße, Das am creuze dich geplagt. Wenn ich lechze, wenn ich schwige, Wenn gewissens- angst mich nagt; Laß mich deities durfts geniessen, Laß mir lebens: firdme flieffen. Ach! laß deine 2c. 10. JEsu! komm, mich zu be reiffet, Ja, julest am schadel- ort Hand und füffe dir durchbohrt: s. Daß, als einen fluch der welt, man dich an das creuz aufhenket, Und, als dich der durfi befällt, Mit vergalltem effig trånket, Daß man hart verfährt mit dir: Dieses als les kommt von mir. 6. Ich bin schuld, daß GOttes grimm Und gerichte dich umfasfen, Daß du schreift mit starker imm, Klageft dich von GOtt verlaffen. HErr! du leideft tobespein, Daß ich möge felig feyn. 7. Oder übergroffen treu! Dis timmt alles mir zu gute: Nun bin ich mit GOTT aufs neu Ausgeföhnt 68 Von dem Leiden und Sterben JEsu. söhnt in Chrifti blute, Der mir, 5. HErr! laß dein bitter leiden statt der Höllen- quabl, Deffnet ist den himmels- faal. Mich reizen für und für, Mit als lem ernst zu meiden Die sündliche begier: Daß mir nicht komme aus dem sinn, Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. 8.Heiland! sieh, es kommet hier Eine sehr geplagte seele, Suchet ruh und trost bey dir und in dei ner wunden- höle; Wie ein vogel in der flucht, Der sich einen fel sen sucht. 9. Da will sie in deine seit, Als in einen fels, sich legen, Wo sie sicher und befrent Von den harten donner- schlägen, Von der feinde lift und macht, Die sie in die flucht gebracht. Io. O HErr JEsu! nimm sie auf Mit getreuen vater- hånden. Und wenn sie den harten lauf Die ses lebens wird vollenden; So gib ihr, für alles leid, Die gewünschte feligkeit. enn meine fünd'n 119.W mich Franken, mein HErr JEfu Chrift! So laß mich wol bedenken, Wie du gestor ben bist: Und alle meine schuldenlast Am ftamm des heilgen creuzes dich genommen haft. uf wunder ohne maasſen, 6. Mein creuz und meine pla gen, Sollts auch seyn schmach und spott, Hilf mir geduldig tragen: Gib, o mein HErr und GÖtt! Daß ich verleugne diese welt, Und folge dem exempel, Das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen nächsten lieben, Gern dienen jedermann Ohn eigennuk und heuchler- schein, und, wie du mir erwiesen, Aus reiner lieb' allein. 8. Laß endlich deine wunden Mich tröften kräftiglich In meis nen lezten stunden, und deß versi chern mich: Weil ich auf dein ver dienst nur trau, Du werdest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau. Mel. Chriftus der uns selig zc. 120.ticht, Ursprung meiWenn mans betrachtet recht! Es hat sich martern lassen Der HErr ner freuden, Meines Herzens zufür seine knecht: Es hat sich selbst versicht! Nimm doch für dein leider wahre Gott Für mich verlohr- den Dieses schlechte dank- lied an, nen menschen Gegeben in den tod. So viel meine seele Immermehr 3. Was kann mir denn nun schadir bringen kann, In der schwach den Der fünden groffe zahl? Ich beits- höle. bin bey GOTT in gnaden, Die 2. Ich erweg es hin und her, schuld ist allzumahl Bezahlt durch Was dich doch bewogen, Daß du Chrifti theures blut: Daß ich so viel herzbeschwer Ueber dich nicht mehr darf fürchten Der bölgezogen: Da du angst, gewalt und len quahl und glut. noht, Schlåg und hohn in banden, Lästerungen, creuz und tod Wil lig ausgestanden. 4. Drum fag ich dir von Herzen Jest und mein lebelang Für deine pein und schmerzen, OJEfu! lob und dank: Für deine noht und angst geschren, Für dein unschuldig fierben, Für deine lieb und 3. GOttes wolgewogenheit, Vater- lieb' und güte, Deines herzens freundlichkeit, und dein treu gemühte, Hat dich darum dahin bracht, Daß kein mensch verzaget, Wenn treu. Von dem Leiden und Sterben JEju.. Wenn der finden meng und macht Die gewissen nagte. 4. O du wunderbarer raht, Den man nie O der uners hörten that, Die man nirgends 121.Jteben, JEfu, meines Esu, lebens findet! Was der mensch, der erdenknecht, Trogiglich verbrochen, Wird an GOtt, der doch gerecht, Grausamlich gerochen. todes tod! Der du dich für mich ge geben In die tiefste seelen- nobt, In das äuserste verderben, Nur, daß ich nicht mögte sterben; Tausend- tausendmahl sey dir, Liebster JEsu! dank dafür. 2. Du, ach! du haft ausgestanden Läster- reden, spott und hohn, Speichel, schläge, firick und ban den, Du gerechter GOttes- sohn! Mich elenden zu erretten Von des teufels sünden- ketten. Tausendtausend zc. 5. Meine schnöde luft begier Hat dich so zuschlagen, Diese Frankheit hab ich dir, JEsu! aufgetragen. Meine schuld und missethat Hat dich so verbürget, Bis sie dich auch endlich hat Jammerlich erwürget. 69 Sich, dein bräutigam und hirt, JEfus, ist erstanden, 6. Alle strafe, die mich hat Bis zum tod gebunden, Liegt auf dir an meiner statt: Und durch deine wunden Wird uns fried und heil gebracht; Drum will mir gezie men, Deine starke liebes macht Ewiglich zu rühmen. 7. Laß doch diese freudigkeit Gleichfalls mein gewissen Gegen angst, und noht und streit Kräftiglich genieffen: JEfu, meiner feelen bort! Treib durch deine schmerzen Meine seelen- angst hinfort Fern aus meinem herzen. 3. Du haft lassen wunden schla gen, Dich erbärmlich richten zu, Um zu heilen meine plagen und zu segen mich in ruh: Ach! du hast, zu meinem segen, Lassen dich mit fluch belegen. Tausend tausend zc. 4. Man hat dich sehr hart ver= höhnet, Dich mit groffem schimpf belegt, und mit dornen gar gecrdnet: Was hat dich darzu bewegt? Daß du mögtest mich ergeßen, Mir die ehren- cron aufseßen, Tausend- tausend zc. 8. Laß mich, wenn ich dich erblickt, So bald gnade finden, Als mein herze schnell erschrickt Ueber<. Du haft wollen seyn geschlastraf und fünden. JEsu! sieh, ich gen Zu befreyung meiner pein; falle dir Mit wahrhafter buffe, Fälschlich lassen dich anklagen, Und mit besserungs- begier Glau- Daß ich könnte sicher seyn. Daß bens- voll zu fuffe. ich mögte trostreich prangen, Haft du ohne troft gehangen. Tausendtausend zc. 6. Du haft dich in noht gestecket, Haft gelitten mit geduld, Gar deu herben tod geschmecket, Um zu büssen meine schuld. Daß ich wür. de los gezählet, Hast du wollen feyn gequäblet. Tausend tausend mahl zc. 7. Deine demuht hat gebüsset Meinen stol; und übermuht. Dein tod meinen tod verfüffet: Es € 3 kömmt 9. Nun ich weiß, worauf ich bau, Und bey wem ich bleibe, Wes fen fürsprach ich vertrau, Und an wen ich glaube. JEsu! du bist es allein, Der mich hält und schützet; Wenn gleich alle höllen- pein Auf mich schießt und bliget. 10.ch will, weil ich mit dir frey Werd im himmel erben, HErr! in deinen armen treu Leben und auch sterben; Bis man frölich fagen wird nach den todes- banden.. Von dem Leiden und Sterben JEfu. 70, Esmmt alles mir zu gut. Dein vers spotten, dein verspeyen Muß zu ehren mir gedeyen. Tausendtausend zc. 8. Nun ich danke dir von herzen, JEfu! für gesammte noht, Für die wunden, für die schmerzen, Für den herben bittern tod, Für dein zittern, für dein zagen, Für dein tauſendfaches plagen: Für ich ewig dankbar seyn. 122. Mel. Aus tiefer noht schrey ich zc. Err JEsu! deine angst und pein Und dein be trübtes leiden Laß mir allzeit vor augen seyn, Die fünden zu vermeiden. Laß mich an deine grosse noht, und deinen herben bittern tod, Dieweil ich lebe, denken. 2. Laß deiner feelen höllenquahl, Dein' angst und blutig schwißen, und übrig elend allzu mahl, Darin du mußteft sizzen, Mir oftermahlen fallen ein; und eine starke warnung seyn Für fünd und missethaten. 3. Die wunden alle, die du haft, Hab ich dir helfen schlagen, Auch meine groffe fünden- last Dir aufgelegt zu tragen. Ach liebster hei land! schone mein, Laß diese schuld vergessen seyn, Laß gnade für recht gehen. 4. Du haft verlaffen deinen thron, Bift in das elend gangen; Ertrugest schläge, spott und hohn, Mußt an dem creuze hangen; Auf daß du für uns schafftest raht, und unsre schwere missethat Bey GOtt versöhnen mögteft. . Drum will ich jest zur dank barkeit Von herzen dir lobsingen: Und, wenn du mich zur feligkeit Dereinfien wirft hinbringen, Will ich dafelbst dich noch vielmehr, Busammt dem ganzen himmels: heer, Dort ewig dafür loben. 6. HErr JEsu! deine angst und pein, und dein betrübtes leiden Laß meine leste zuflucht seyn, Wenn ich von hier soll scheiden; und hilf, daß ich durch deinen tod, Fein fanft beschlieffe meine noht, und selig sterbe, amen. Mel. HErr GOtt der du erforsch. 123. Ein lämmiein geht und trägt welt und ihrer kinder: Es geht und büffet in geduld Die fünden aller sünder: Es geht dahin, wird matt und krank: Es giebt sich auf die würge- bank, Entzieht sich aller freuden. Es nimmet an schmach hohn und spott, Angst, wunden, striemen, creus und tod, Und spricht: ich wills gern leiden. 2. Das lämmlein ist der groffe freund, Der heiland unsrer see. len, Den GOtt, der uns als sün dern feind, Zum mittler wollen wählen: Mein kind! sprach er, geh, nimm dich an Der kinder, die ich ausgethan Zur straf und zornes, ruhten: Die firaf ist schwer, der zorn ist groß; Du kannst und sollt sie machen los Durch sterben, pein und bluten. 3. Leg auf, sprachfit du von her: zens- grund, Mein vater! ich wills tragen: Mein wollen hangt an deinem mund, Mein wirken ist dein sagen. O wunder- lieb, o liebes- macht! Du kannst, was nie ein mensch gedacht, Goit seinen sohn abzwingen. O liebe, liebe! du bist stark, Du streckest den in grab und farg, Vor dem die felsen springen. 4. Du marterst ihn am creuzes stamm Mit någeln und mit spies sen: Du schlachtest ihn als wie ein lamm: Machst herz und adern fliessen, Das herze von der feufjer kraft, Die adern von dem edIen faft Des purpur- rohten blu tes. O füffes lamm: was soll ich dir Von dem Leiden und Sterben JEfu. 71 P dir Dafür erweisen daß du mir, meine ruh, Als auf dem bett ein Erzeigest so viel gutes? kranker: Und wenn des creuzes ungestüm Mein schifflein treibet um und um; So bist du, HErr! mein anker. s. Sein lebetage will ich dich Aus meinem sinn nicht laffen. Dich will ich stets, gleich wie du mich, Mit liebes- armen faffen.Du 10. Wenn endlich ich soll treten follt seyn meines herzens licht; ein In deines reiches freuden: So Und wenn mein herz in stücken laß dein blut mein purpur seyn, bricht, Sollt du mein herze blei- Ich will mich darein Fleiden. Es ben. Ich will mich dir, mein höch- foll fenn meines hauptes cron, In fter ruhm! Hiemit zu deinem eigenthum Auf ewiglich verschrei ben. welcher ich will vor den thron Des höchsten vaters gehen, und dir, dem er mich anvertraut, Als eine wolgeschmückte braut, An deiner feite stehen. 6. Ich will von deiner lieblich keit Bey nacht und tage singen, Mich selbst auch dir zu aller zeit Bum freuden- opfer bringen; Mein bach lebens ſo Mel. 8. JEfus meine zuversicht ze heiland! du Und deinemt namen, für und für zu 124. bist meint, Ach! jo In dankbarkeit ergiessen: Und was du an mir haft gethan, Das will ich fets, so tief ich kann, In mein sedächtniß, schlieffen. schenke mir dein leiden. Ich muß mit gestorben seyn,* Und dein tod gehört uns beiden: Darum rechne mir es an, Was du felber baft ge* Rom. 6, 8. 7. Erweitre dich mein herzensthan. schrein! Du sollt ein schak- haus werden Der schätze, die viel gröffer seyn Als himmel, meer und erden. Weg, ehr und stand der eitlen welt! Weg reichthum, gold und alles geld! Ich hab ein beffers fun- dern meine todes- quahl. den: Mein groffer schaß, HErr JEfuChrift! Ist dieses, was geflof fen ist Aus deines leibes wunden. 8. Das soll und will ich mir zu nug zu allen zeiten machen: Im streite soll es seyn mein schuß, In traurigkeit mein lachen: In frdlichkeit mein faiten ſpiel. Und wenn mir nichts mehr schmecken will, Soll mich dis manna speisen. Im durft ifte meine waffer quell, In einsamkeit ists mein gefell, tind mein gefährt auf reifen. 9. Was schadet mir des todes gift? Dein blut ist ja mein les ben: Wenn mich des creuses hige trifft, Kann mir es schatten geben. Segt mir der schmerz der schwermuht zu; So find ich bey dir mpt 2. Tod und hölle macht mich heiß: Hilf doch ihren rachen stop fen; Und von deinem todes- schweiß Gib mir die blut- rohte tropfen, Daß sie künftig auch einmahl Lin3. Nimm die Fetten und das band, Wenn mich meine feinde binden: Und zerreiß mit starker hand Das gefängniß meiner fün den: Daß ich ewig los und frey Bon der sünden knechtschaft sey. 4. Caiphas und dessen raht Suchen lauter falsche klagen: Was mein herz verbrochen hat, Will ich ungezwungen fagen. Hilf mir nur zu deinem thron, O du groffer GOttes fohn! 5. Petri mund verleugnet dich; Aber uns wirst du bekennen. Gib, daß ich mit wahrheit mich Mag nach deinem namen nennen: Und daß ich mag ganz allein Dein und feines andern feyn. 6. O du wunder der geduld! € 4 Wende Von dem Leiden und Sterben JEsu 72 Wende von mir GOttes rache. Du, du leideft ohne schuld, Hilf doch meiner bösen sache, und vertritt mich im gericht, Wenn mir GOtt das urtheil spricht. 7. Züchtige mein fleisch und blut, Wie sie dich mit geiffeln schlagen. Erdne mich mit deinem gut, Hilf mir auch mein creuze tragen, Und so oft ich denk an dich, Laß mich weinen über mich. Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. 11, 8. Stille allen meinen schmerz, Weil du ihn bereits empfunden. Labe mein verschmachtet herz, Heile mich durch deine wunden. Wasche mich mit deinem blut: Creuzige den bösen muht. 3. Gerechtigkeit und heil, Sein 9. Mein GOtt! mein GOtt! geist und dessen gaben Sind seines laß mich nicht, Jch befehl am lez- leidens frucht, Damit er uns will ten ende, Mit gewiffer zuversicht, laben. Im glauben nehmen wir Meinen geist in deine hände. Hilf An diesem segen theil, In Chrifto mir sagen: gute nacht, GOtt sen finden wir Gerechtigkeit und heil. Lob! es ist vollbracht. 4. HErr! mache mich gerecht. Errette meine feele, Daß für den fegen ich Ja nicht den fluch erwäh du mich mich der sünden knecht Nicht bleis ben; durch dein blut, HErr! mache mich gerecht. liebe! Gabft dich aus liebes- triebe Für uns in tiefe noht: Du wollteft blut und leben Für uns zum opfer geben, uns zu erretten von dem tod. 126.Mein Mel. O GOtt du frommer 2c. Jein Jesus wird ein fluch, Bringt uns dadurch den segen, Trägt des gesetzes straf Und schuld um un fert wegen. Er opfert sich Gott auf Zum lieblichen geruch, An dem verfluchten holz: Mein JEsus wird ein fluch. 2. Du liebteft die gemeine, Und machtest sie ganz reine Von sünden durch dein blut. Du heilig teft die feelen, Die dich zum schatz erwählen, Durch diese theure les bens- fluht. 2. Sein segen ist nun mein, Er hat ihn mir erworben, Da er ant creuzes- stamm Für meine schuld gestorben. Es kann nun das geser Mich nicht vermaledeyu, Weil ich in Christo bin: Sein segen ist nun mein. 4. Die alte luft der fünden Hilf uns nun überwinden, Als dein' erlöfte schaar: Da deine gnad' ers schienen; So ftell uns, dir zu dies nen, Voll neuer kraft und leben dar. s. Dein segen cröne mich, JEsu, meine wonne! Dein geist Belebe mich, O meine lebens sonne! Gesegneter des HErrn! Geuß auf mich mildiglich Dein blut und dessen kraft; Dein segen crône mich. 3. Ach! laß dein heilig leiden Auch unsre feelen kleiden Mit Mel.Wer nur den lieben GOtt 2. ſchmuck der heiligkeit. Laß deinen I27. Gib, JEſu! wenn mein her erweget, geift und gaben Auch unsre her: zen laben, In wahrer glaubensfreudigkeit. Was uns das zeugniß deiner schrift Von deiner pein vor augen leget, Daß es den zweck des leidens trifft: Laß mich nur nicht die ju den schmähn, Noch blos auf ihren frevel fehn. 2. Laß mich vielmehr mit wehmuht faffen, Was dich in ihre wuht gebracht. Laß mich die schud und zwar von dessen innerlichem Geelen- Leiden." 73 schndde fünde haffen, Die dir, HErr! alle noht gemacht, Und deren schweren fluch und last Du so voll angst getragen haft. mannt gefunden, Wenn sich des fatans heer erregt: Dieweil ein solches herz verlacht, Woraus die welt ihr alles macht. 3. Fürwahr du trugest alle 10. Ruhm, schönheit, wolluft, schmerzen, Und nahmest unfreehr und güter, Auch alle schäre krankheit weg: Doch gehts den dieser zeit, Sind nur ein abgott meisten schlecht zu herzen, Sie der gemühter, Die Chrifti creuz bleiben auf dem fünden- steg, Und und niedrigkeit Verachten, und creuzigen dich immerhin Von dem zugethan, Was ihrem fleische neuem, mit verkehrtem sinn. schmeicheln kann. 4. Laß mir dein bittres marter: leiden, HErr JEsu! recht zu her zen gehn, Und mir so tiefe wunden schneiden, Die immer blutend of fen stehn; Bis von mir alle lift und macht Des satans gånglich weggebracht. 11. Brich, JEsu! meinen bösen willen Durch das gedächtniß deis ner quahl: Laß sie stolz, geiz und wolluft ftillen. Dein blut- schweiß, angst und cceuzes- pfahl Ertddt in mir, durch deinen geist, Was irdisch, falsch und fündlich heißt. Don JEfu innerlichent Seelen- Leiden. Mel. HErr GOtt der du erforsch. I 28.So gehst du nun, r. Was würd es helfen, wenn ich sünge Von deinem leiden noch so viel; Und mirs doch nicht zu herzen drünge? Rechtschaffne buß ist hier das ziel: Bekehre mich, o ftarker held, Du heil und arzt der ganzen welt! leiden zu vollbringen. Du willt, 6. Jch lege mich zu deinen füs erschricket gleich dein sinn, Selbst sen, Laß meiner augen thränen mit dem tode ringen. Du gehestbach Sich häufig und also ergies hin, der fünden- laft, So du auf sen, Daß ein herz triefend weh dich genommen haft, Uns menund ach um meine misfethat entschen zu entladen. Der angst am springt, Und mir durch mark und Siberg gehst du zu, Denn dadurch, ſeele dringt. heiland! trachtest du zu heilen unsern schaden. 7. Laß mich mit allem ernfie meiden, Was dir, mein heiland! nicht gefällt. Ach! schaff durch deinen tod und leiden, Daß ich den fünden auf der welt Absterbe, und in fester treu Ein glied an deinem leibe sey. 8. Ach stärke stündlich meinen glauben! Ach stärke mich im kampf und streit! Laß mir die feinde dich nicht rauben, Noch meines glau bens heiligkeit. Ich weiß, ohn glauben kann man nicht Dich schauen, HErr! in deinem licht. 9. Wer deine striemen, schmach und wunden mit reifer andacht überlegt, Der wird nicht über2. Du geheft über kidrons- bach mit schwermuhts: vollen tritten, Den David auch mit weh und ach Ben schwerer zeit beschritten: Die jünger wandeln mit dir fort, Und gehn mit furcht an jenen ort, Wo du zu beten pflegest: Du willt dahin, doch nicht allein, Die jünger follen zeugen seyn, Was du für angst hie trågest. 3. Im garten zu Gethsemane war die betrübte stelle, Da traf dich solches ach und weh, Als wärst du in der hölle. Du wurdest für entsegen kalt, Fielft auf die knie, und wolltest bald Für jammer leb€ 5 los 74 Von dem Leiden und Sterben JEsu. los werden. Du zittertest für Ich sollt' in ewger quahl und pein groffer noht, Und warst betrübt bis Ohn alle hülf verlohren seyn; in den tod: Dein blut- schweiß floß Und siehe, dein erbarmen Bieht dich, du groffer GOttes- sohn! zur erden. Herab vom höhen himmels- thron, Bu büssen für mich armen. 9.Wie kann dir nun mein schwa cher geift Die groffe treu bezahlen, Die mir dein treues her; beweist? Wenn auch zu tausend mahlen Herz, zunge, mund und ton er Flingt, Und dir ein ewig lob- lied singt, Sich dankbar zu erweisen, So läsfet sich doch solche laft, Die du für mich getragen haft, Das durch nicht sattsam preisen. 4. Du lagst auf deinem ange sicht Voll angst, die dich betroffen, und riefft: mein vater! kann ich nicht Noch ist erleichtrung hoffen? Mein vater, ach! ich fleh zu dir, Kanns seyn, so nimm den kelch von mir: Und soll ich ihn ia trin ken, Wolan, so soll dein wink geschehn; Doch laß mich nicht für angst vergehn, Noch in der noht versinken. . Du suchtest hült und troft für dich, Er war nicht abzusehen. 10. Doch, JEsu! weil ich sonst Die jünger zwar vermassen sich nichts weiß; Tracht' ich nur auf Mit in den tod zu gehen: Du der erde, Daß deines namens mahnteft sie zum beten an; Doch ruhm und preis Recht ausgebreis kaum trat deine noht heran, Sotet werde. Ich will dein theures liegen sie im schlafe. Die schaar lob erhöhn, Stets auf dein heilig der feinde nähert sich, und alle vorbild sehn, und dir gefällig le welt verläffet dich; Du trägst al- ben. Der welt und fünde sterb ich lein die strafe. ab; Ach! laß mich doch bis in mein grab Beständig darnach streben. 6. Den himmel jammert deine pein: In deinen größten nöhten Stellt sich ein engel ben dir ein, Muß dir zur seite treten. Den Mel. Christus der uns selig 2c. groſſen schöpfer, der anizt Für fee- 1 29.Wer ist der, der ſeine so len angst bluts- tropfen schwist, lich klaget? Für betrübniß bis zum Muß ein geschöpfe stärken. Otod Ganz erbärmlich zaget? Ach! GOtt! hie sieht man hell und klar, bist du es, JEsu! nicht? Meiner Wie du so groß und wunderbar feelen wonne, Meines herzens zuIn allen deinen werken. versicht, meines Lebens foune! 2. Ja, ach freilich bist du der, 7. Und ach, mein heil! wie hat dir dis Doch wiederfahren kön- Den ich sehe stehen, wo man geht nen? Weiß auch der fürst der fin- von falem her An des ölbergs sterniß Wol eine schuld zu nenhöhen, Voller angst und bangigs nen, Die er dir vorzuwerfen hat? Feit, Voller quahl und schmerzen, Du kannst ja keiner missethat Von Die mit höchstem weh und leid ihm beschuldigt werden; Dein rei Sich gebauft im Herzen. nes her; ruft iedermann Zum zeugen deiner unschuld an, Du heiligfter der erden! 3. Aber! warum krankst du dich, O du troft der feelen? Was mag doch so jammerlich Deine feele 8 Jch, ich, HErr! bin ber fün- quälen? Aengfilet dich des todes den knecht: Ich sollte blut- schweiß pein? Scheu'st du dich zu sterben? schwisen, Ich sollte mit dem höch- Willt du nicht mehr mittler seyn, en recht In einem pfule figen, uns heil zu erwerben? 4. Ach und zwar von dessen inneritchem Seelen- Leiden. 75 4. Ach! die schwere zornes- last, Daß ich meines herzens sinn So nicht zu ergründen, Die du auf Stets zum guten lenke. dem halse haft, Nebst der menschen Meloden 9. fünden, Martern deinen treuen sinn; Daß du voller zagen Traus rig geheft her und bin, Und führst 130.Erwünschter brunns folche quell aller freuden, Wirst du mit traurigkeit erfüllt? Muß deine zarte menschheit lei den, Daß schrecken aus dem Herzen quillt, und wie ein strom, der überflieffet, Sich durch die bange bruft ergieffet? 6. 3war leidt JEsus solche quahl Nicht für seine fünden: Denn er konnt' im himmels- faal Ewge freud empfinden: Sondern durch sein heilig blut Will er nur 3. Wie kommt es denn, daß deine verwehren, Daß des höchsten ei- feele Jest lauter angst und traus fer- glut Uns nicht soll verzehren. 2. Du wußtest nichts von trü ben fiunden In deines vaters sanf tem schooß. Von schmerzen, die dich iezt gebunden, War deine gottheit frey und los. Es war dein selig freuden leben Mit lauter licht und glanz umgeben. ren spürt, Die doch mit troft- und freuden- dle So überschwenglich balsamirt? Wie darf das zittern und das zagen Sich an die freus den- quelle wagen? : 7. Hinfort nun, wenn uns der tod Drückt und nagt am herzen, Und in letter sterbens noht Häuft viel tausend schmerzen: So hat Chrifti traurigkeit Für 4. So viele theure wahrheitsuns überwunden, Und für solches zeugen Sieht man mit uners schwere leid Reichen troft geschrocknem muht Auf ihre scheis funden. ter- haufen steigen; Sie singen in der heiffen gluht. Man sieht sie frölich, ohn entfärben, In uners hörter marter sterben. s. Wie kommts, daß deine glie der zittern, Unüberwindlich- grof fer beld! Daß schmerzen deinen leib erschüttern, Daß dich ein graufen überfällt? Kann dir der tod ein gröffer schrecken, Als ies nen märtyrern, erwecken? <. So betrübt gehts auch da her, Wenn der tod berücket Den, den fein gewissen schwer, Das ihn quält und drücket. Ach! die fünde, die man weiß, Daß sie GOtt will rächen, Macht so angftig, bang und heiß, Wenn das her; soll brechen. 8. Doch weil wegen fremder schuld JEsus voller tagen An dem ölberg hat erduldt Diefe seelen plagen; Ey, so laßt uns in der zeit Uns für fünden hüten, Daß sie nicht in ewigkeit Im sewiffen wüten. 9. Kränkt die fünde den so sehr, Der sie nicht begangen? O wie wird sie mir vielmehr, Den sie hält gefangen, Fürchterlich und fchrecklich seyn, Feig und zaghaft machen! Wenn sie zur gewissenspein Wird in mir erwachen. 10. Darum weich, o fünden nacht! Die ich ganz verlasse: Meines JEsu trauren macht, Daß ich dich nun haffe. JEsu! hilf, wenn ich forthin Deiner angst gedenke, 6. Ach ja, der tod, der dich ums giebet, Jft gar von einer andern art. Der grimm, den er an dir verübet, Ift mit des himmels sorn gepaart: Dein her: muß seinen stachel schmecken, Daß er die glaub'ge nicht kann schrecken. 7. Du bist das lamm, das schuld und strafe Auf den gebeugten schuls Von dem Leiden und Sterben JEfu 76 schultern trägt: Der gute hirt, der für die schaafe Sein theures leben niederlegt. Du zahlst, als bürge, fremde schulden, und mußt, was wir verdient, erdulden. 8. Drum fällt die angst auf dich alleine, Die allen fündern zuge dacht: Drum ist im mark und im gebeine Ein meer der traurigkeit erwacht, Das dich mit solchen wellen decket, Vor welchen leib und feel erschrecket. r. Aber ach! ich armer wurm, Wollt ich mich erkühnen GOtt in seinem eifersturm Selber zu 9. Dis ist die ursach deiner kla- verfühnen? Kann doch auch ein gen: Das herz fließt über durch bruder nicht Für den andern sterden mund, und macht sein schrek- ben, und in jenem zorn- gericht ken- volles zagen Durch schrecken- Für ihn gnad erwerben. volle worte kund; Indem du von dir selbst gezeuget: Mein geist ist bis in tod gebeuget. 10. Ich will für solche liebes proben Dergleichen man noch nie gefehn, Dich, mein erlöfer! ewig loben, Werd ich vor deinem throne stehn. Indessen laß dein traurig ringen An mir erwünschte früchte bringen. Mel. Chriftus der uns selig zc. 131. höchfter GOtt! Was wird mit dir werden, Daß du liegst voll angst und noht Bebend auf der erden; Daß dein rosin- farben blut Durch dein antlik dringet, Und ein engel troft und dem 3 Mußt du freilich, heil der welt, Grosse pein empfinden. 4.Könnt ich liebster JEsu! doch Solches leiden mindern, Und bey Diesem deinen joch Dein ermüden hindern! Könnt ich doch, o GOttes lamm! Selbst ein theil mit tragen, und wie du, mein brautigam! Auch zugleich mit zagen. 2. Du siehst vor dir so viel pein, So viel bittres leiden, Welches dir wird mark und bein, Leib und feel durchschneiden: Siehst, daß aller menschen schuld, Auch was ich verbrochen, Ernstlich, ohne gnad und buld, An dir wird gerochen. 3. O wie sollte nicht dein her: Bittern, beben, zagen, Weil es schon des todes schmerz Fühlt, und alle plagen. Weil auf dich alleine fällt Alle laft der fünden; 6. Du, o HErr! bist in den tod Meinetwegen kommen; Haft aus liebe meine noht Ganz auf dich genommen: Du ergiebst dich wil lig drein, Deines vaters willen n so unerhörter pein Gänzlich zu erfüllen. 7. Ey! so hilf denn, füffer freund! Meiner armen feelen, Wenn der tod, der lezte feind, Sie mit furcht will quälen. Laß mir deinen theuren schweiß Wol zu statten kommen, Wenn ich von dem erdenkreis Werde wegges nommen. Mel. JEfu meines lebens leben. Esu! du 132.Jhaft blut ges schwißet, Da des. höchsten eifer- gluht Dich in deiner angst erhizet: Bürge! du bezahlst mit blut; Es fällt von die auf die erde, Daß ihr fluch getils get werde. Dieser wunderbare schweiß Bringt mir heil, dir che und preis. 2. Ach! was haben meine fünden Dir für arbeit, HErr! ges macht! Was für angst mußt du empfinden In der lezten trauers nacht! Doch du wollteft aus den ketten Aller angst mich ganz erretten: und zwar von dessen äuserlichem Leiden. 77 ten: Dein blut war das löse- geld, Denn sonst müßten band und Für die fünden aller welt. 3. Gib, mein heiland! daß die mühe, Welche du an mir gethan, Und dein blutschweiß mich abziehe Von der breiten fünden- bahn. Laß mich wider mich selbst kämpfen Bis aufs blut: und hilf mir dampfen Alle luft, die dich verhöhnt: Wer recht kämpfet, wird gecrönt. 4. Laß mich deinen schweiß be denken, Den es dit gekostet hat, Mir die himmels- ruh zu schenken; Daß ich, auf dem tugend- pfad Stets zu wandeln, mich ergebe, Und dir, HErr! zu ehren lebe, Ja für deine liebes- treu Ewiglich dir dankbar sey. schlingen, Wie des Simsons stricke, springen, Und dein heller GOttes strahl Stürzen deiner feinde zahl. 4. Frommes lamm! um meinetwillen Streckft du deine hånde dar: Um die schriften zu erfüllen, Läßt du von der frechen schaar Allen frevel an dir üben: Und dein unvergleichlich lieben Nimmt die feffel willig an, Die es doch ver: meiden kann. r. Alles, was du ausgestanden, If zu meinem troft geschehn: und die schmach von deinen ban den Macht, daß ich kann ledig gehn. Da man dich gefangen füh ret, Bleib ich frey und unberühret; Weil du deiner ketten laft Mir zu gut getragen hast. Von dem auferlichen Letz den JEfu. 5. Fiel dein blut- schweiß auf die erde; So bin ich auch erd und thon. Gib, daß er ein thau mir 6. Habe dank für diese gûte: werde In der hit, o gnaden- thron! Gib nun deinen banden kraft, Und Wenn mich fünden angst will befreye mein gemühte Ganz von drücken; So laß ihn mein herz er- schndder sünden haft: Daß ich quicken, Auch in herber todes- peinmich von ihren stricken Lasse nim Meinen lebens- balsam seyn. mermehr berücken; Daß ich, ven der fünde frey, Dir zum dienft vers bunden sey. 133.5 7. Laß in meinen lebens- tagen Mel. JEfu meines Lebens leben. Den durch dich erlöften geift Trommes lamm! durch eine andre bande tragen, Als die dessen wunden Unser du mich tragen heißt: Bande deiheil wird fest gefert: Ach! wie hart ner furcht und liebe Legen meinem wirst du gebunden und dein heil- fleisches- triebe Deine liebes- feile ger leib verlegt! Deiner henkeran, Daß ich dir nachwandeln kann. strenge hände Wissen in der wuht 8. Soll ich einst die ehr erlankein ende: Und du giebst mit stilgen, Daß ich, deines geiftes voll, lem sinn Dich in ihre feffel hin. 2. Mehr, als zehen legionen De rer, die um ienent thron Deines groffen vaters wohnen ,. Stehn bereit, o menschen- sohn! Deine ket: ten zu zerschlagen, Deine feinde zu veriagen: Aber du verlangst es nicht, Daß man deine bande bricht. 3. Du bist selber reich an står: Mel. Jch ruf zu dir HErr JEfu. ben Kraft und allmacht wohnt I 34. Dis war die nacht der ben dir; Aber hier in diesem werke fum hart gedrücket: Er ward, da Geht geduld der allmacht für: er Auch in andern fesseln prangen, Und für dich hie leiden foll; Ach! so laß mich in den banden, In gefängniß, schmach und schanden, Ja in aller todes- pein Ein dir gleiches lämmlein seyn. 78 Von dem Leiden und Sterben JEft. er sich küssen ließ, Berrahten und Wenn mir die fünden schmei befricket. Die falschheit grüßt den treuften freund. Mit schwer tern und mit stangen, Voll verlangen Kam der ergrimmte feind, Den HErren Christ zu fangen. cheln, Empfind ich falscher jungen ftich, und böser menschen heucheln: So ginn' mir deinen treuen raht, Wenn troft in leis dens ftunden Ganz verschwunden: Komm, hilf mir in der that, Dich hab ich treu erfunden. 2. O sanftmuht! die den fün der trug, Und nicht mit donnerFeilen Den falschen mund zu boden schlug; Leit mich in deinen feilen. Du nimmst von Juda jenen kuß; Drum kannst du den nicht haffen, Noch verlassen, Der dich in wahrer buß und glauben will umfaffen. 3. HErr! ich bekenn es, daß ich oft In thdrichtem verlangen, Das auf genuß des eitlen hofft, Die welt mit lieb' umfangen. Doch gönnst du Juda dein gesicht, Der list und trug verübet, Dich betrü bet; Ach! ſo verstoß den nicht, Der dich aufrichtig liebet. 4. Ich nahe mich, mein heil! zu dir, Du heissest mich ia kommen: Ach! nimm den treuen kuß von mir, Du troft und heil der from men, Mein herz will dich, der fünder heil, umarmen, doch mit schämen, Buß und grämen: So soll den besten theil, Dich, niemand von mir nehmen. 5. Ich halte dich: stårt meinen schluß, Dich nimmermehr zu laf fen, Bis mich einst wird dein gnaden Fuß In tenem reich umfassen: Wo sich stets treu und wahrheit füßt, Wo nie die reinste freuden Von mir scheiden: Wo mir dein troft verfüßt, Was bitter war zu leiden. 6. Mein freund! fragst du den falschen feind: O warum bist du kommen? Du zeigt ihm, als ein feelen- freund, Wie leicht er aufge: nommen, In lieb' umarmet wer den sollt; Im fall er nur mit reue Dich aufs neue Im glauben küffen wollt': O welche huld und treue! 7.Nun dieser treu erinnre mich, 8. Man sucht mit fackeln in der nacht Dich, Helle lebens- sonne! Mein herz, durch deinen glan: erwacht, Verlangt mit deiner wonne und freundlichkeit erfüllt zu seyn, Bis deine hand mit freuden Mich wird kleiden In fietem glanz und schein, Den nichts von mir foll scheiden. Von dem Leiden Jesu vor dem geistlichen Gerichte. Mel. 8. JEsus meine zuversicht. 135.Was für fehande, was spott, für laftrung muß ertragen GOttes sohn, der wahre GOtt! Ach wie wird sein haupt zerschlagen! Der verbundnen augen licht Schont kein frevels- diener nicht. 2. Meine sinnen können nicht Allen schimpf und hohn bedenken, Welche dich, o lebens- licht! Sonne der betrübten! Frånken: Ach! in dieser trauer nacht Stürmt auf dich der höllen macht. 3. Dieses alles hast du zwar, Liebster heiland! ausgestanden Von der krieges knechte schaar, Die dich hielt in harten banden; Aber bey der tyranney War ich armer mit dabey. 4. Strafe nicht in deinem grimm Meine schwere misfethaten, Höre meines weinens fimm. Ach! wo bin ich hingerahten? Was hab ich an dem verübt, Der mich doch so tren geliebt? 5. Hab ich zu der bösen rott Und zu spöttern mich gefellet: Ach so gib nunmehr, o Gott! Daß dis ganj und zwar von dessen äuserlichem Leiden. gait; fen abgestellet. Hinfort halt ich mich zu dir, Treuer JEfu! bilf du mir. 19 frey Von dem spotts and hohngelächter Jener rohen knecht und wächter? Don den falschen Jeugen wis der Jesum. Mel. JEfu deine heilge wunden. Falsche zeugen, falsche 136. Fl zungen Klagen dich, mein JEsu! an, Die man nur dazu gedungen, Die dem satan zuges than. Satan selbst verleumdre dich, Bis er schimpflich von dir wich: Und so hilsst du noch in gnaden, Dem der satan sucht zu schaden. 2. 3war man legte ftrick und bande Dir mit größtem frevel an: Zwar man hat dir schmach, und schande Ohne maaffen angethan: Backen- fireiche, fpott und hohn, dich hat auch dis gequälet, Daß JEsu! marterte dich schon; Doch dein jünger so gefehlet. 3. Doch dir giengen diese schmer: en, Die dir Petri fall gebracht, als die angst, so dir gemacht JuNicht so sehr und tief zu herzen; das, das verlohrne kind, Dem die unerlaßne sünd Hier den tod, und nach dem leben Höllen- quahl zum 2. Laß es mich, wie du, HErr: leiden, wenn die böse zunge sticht. Laß mich alles das vermeiden, Was ein lügner von mir spricht. lohn gegeben. Laß mich ohne heucheley, Voll gesehen, Daß er seinen HErrn ver4. Zwar hats Petrus grob verrechtigkeit und treu, Wahrheit stets im munde führen, und die sunge wol regieren. neint, Nur dem schimpfe zu entgehen: Doch er gehet und beweint 3.Laß mich alle falschheit haffen, Laß mich, allen lügen feind, das verleumden unterlassen; Daß mein mund der wahrheit freund Ift, und bleibt, und im gericht Nie ein falsches zeugniß spricht: Weil die falschheit unterlieget, Und die wahrheit endlich sieget. Diese fünde bitterlich, und hält sich allein an dich, Als durch den die fünder leben; Drum wird ihm die schuld vergeben. ge: 4. JEsu! wenn ich auch hier leide Falscher Leute schand: dicht; Sen dein leiden meine freude. Muß ich dort vor dein gericht, Dem man nicht entgehen kann; Ach! so sieh mich gnädig an, Was mich dort könnt überzeugen, Laß durch dein verdienst, HErr! schweigen. Gieng in seiner bosheit hin, Hat s. Judas aber war vermessen, räht auf solchen sinn, Daß er, als der wahren buß vergessen, und geverstockt, verrucht, Deine gnade nicht mehr fucht, Endlich in verzweiflung stirbet, Und an leib und feel verdirbet. leiden, Deine bande, hohn und 6. JEsu! hilf mir durch dein Bon jest on, bis in den tod. Sollt spott, Alle sünd und lafter meiden ich aber mich versehn; Laß mit Petro mich aufstehn, Thranen, so wie er, vergiessen, Nicht mit Juda ewig büffen. Don Petri und Juda Sünden bey dem Leiden Jesu. Mel. JEfu deine heilge wunden. Esu! wie war dir zu 137. finne, Da dein Bes Von Jefsn Leiden vor dem weltlichen Gerichte. Mel. Wer nur den lieben Gott. trus, welcher dich Gehr geliebt vom anbeginne, So gar hart vers fluchte ſich, daß er nicht dein fün, 138. Gebundner JEſu! je ne firicke, Womit ser sey, Nur daß er sich machte man Von dem Leiden und Sterben JEfu 80 man dir die hände band, Verspre chen mir ein ewig glücke, und sind mir ein versichrungs- pfand, Daß ich nun von der sclaverey Der höllen ganz erlöset sey. 2.Entblößter JEsu! deiner glieder Bejammerns wehrte pein und schmach Giebt mir die ehre reichlich wieder, Die mir von Adam her gebrach. Ich bin bloß von gerechtigkeit, Drum wird dein spott mein ehren- kleid. 3. Gestäupter JEsu! iene schlå ge, Die dein gestäupter rücken fühlt, Bezeugen, wenn ich sie er wege, Was schon auf mich war abgezielt. Ich sollt der schweren bollen- pein Auf ewig unterworfen feyn. 4. Ach blutger JEsu! deine liebe Ist warlich groß, ia wunder- s.Erschrick, o seele! vor der firengroß! Du machst mich fren aus ge, Damit GOtt deine fünden reinem triebe, Du deckst mich richt. Kommt GOttes sohn in liebreich, da ich bloß. Ja du verfolch gedränge; Was wartet auf gieffeft nur dein blut, Mein bei land! mir, ia mir zu gut. den bösen knecht? Muß selbst die unschuld streiche fühlen: Wie wird man mit dem fünder spielen? 6. Ach mittler! laß dein blut mich schützen, Wenn GOttes ftrenger zorn erwacht. Laß du mir deine schläge nügen, Wenn ich, was schläge wehrt, vollbracht. Laß deine dornen mich umzäunen, Wenn tod und Hölle mir erscheinen. . Geduldger JEsu! wenn ich leide, So gib mir auch durch deine huld, Daß meinen geist dein benspiel weide, und leit ihn liebreich zur geduld; Daß er dir auf der schmerzens bahn Mit stiller fanftmuht folgen kann. 6. Getreuer JEsu! wenn ich fterbe: So gib, daß ich den matten geist Mit deinem blute lab' und farbe, Das dir die geiffel iezt entreißt. So geh ich ein zur ewigkeit, Wo mir kein leiden ferner draut. sclave, Der HErr, den erd und himmel ehrt: Hier duldet er dies felbe strafe, Die sonst den knechten zugehört: Hie läßt er mit dem fluch der erden Sein segensshaupt gecrönet werden. Mel. 9. Erwünschter brunnquell. Domm, feele! mit be 139.trübten blicken, Und schaue deinen bråutgaman. Be trachte seinen blutgen rücken, Den man für blut nicht kennen kann. Komm her, die dornen zu erwegen, Die sich um seine schlafe legen. 2. Hier stehet, wie ein armer 3. Erzittre, feele! wenn du sice hest, Was an dem grünen holz ge schieht. Bedenke, wie du heimlich fliehest, Wenn dich der himmel zu sich zieht. Hie wird der rücke dem versehret, Der GOTT den rücken nie gekebret. 4. Dein eitles haupt trågt manche crone, Die es doch billig demuht- voll Vor deines schöpfers hohem throne Zu seinen füffen les gen soll. Hie läßt sich dessen haurt entehren, Dem alle cronen zuge= hören. 7. Jch flieh allhier zu deinen wunden, Ich fasse deinen creuzespfahl, An welchen man dich ange bunden, Wenn auf mich blist des fluches strahl. Will Mosis ftab mich blutig schlagen; Wirst du für mich die fireiche tragen. 8. Geraht ich oft auf bdse wege, Führt mich mein fleisch in fünden ein: So wird mir, wegen deiner schläge, Dein vater nun gelinder feyn. Denn dá auf dich die geis feln zielen, So werd ich nur die ruhte fühlen. 9. Ich und zwar von deffen 9. Ich danke dir mit frobem herzen, Gerechtes lamm! für solche pein: Ich danke dir für deine schmerzen, Die meiner schmerzen pflaster seyn. Ich danke, daß dich dornen stechen, Von welchen ich kann rosen brechen. 10. Mach mich so treu durch deine striemen Wie deiner ersten boten schaar, Die selbst in trübsal, voller rühmen, in schlägen voller jauchzen war: Die frdlich und in sollem springen Gestäupet von dem rahte giengen. II. Erlöser! lege deinen dor nenDen segen- reichsten nachdruck ben. Gib ihnen kraft, mich anzu spornen zu einer unverfälschten treu. Bis ich dir kann daselbsten dienen, Wo rosfen ohne dornen grünen. äuserlichem Leiden. 81 vorüber hier, Wo schmerzen über schmerz: Seht durch die offne bruft In eures JEsu herz. S s. Geht, welch ein mensch ist das! Ach ja, wir wollen sehen, Was dir', o menschen freund! Durch menschen ist geschehen. So lang ein auge blickt, So lange soll die pein, Die du für uns erträgst, Auch unvergessen seyn. 6. Seht, welch ein mensch ist das! Ach sich uns auch in gnaden! Wenn wir uns voller buß In jam: mer- thrånen baden; So laß den blick vom creuz In unsre feele gehn, und dein vergoßnes blut Für uns im mittel fiehn. 3. Seht, welch ein mensch ist das! Ach seht in seine wunden! Habt ihr, ihr fünder! nicht Den heiligsten gebunden? Sind eure lüfte nicht Die dornen, die er trägt? Ifts eure bosheit nicht, Die ihn ans creuze schlägt? Mel. O GOtt du frommer ic. eht, welch ein 140. Semensch ist das! Thr menschen kommt zusammen, Ihr Mel. O GOtt du frommer 2c. ungerechten! feht Die unschuld verdammen: merket auf, Hier bebt die heiligfeit. Ihr höllen- kinder! weint, Der sohn des höchsten leidt. 2. Seht, welch ein mensch ist das! Oblicke voller thrånen! antlitz voller schmach! O lippen boller sehnen! haupt voll todes: schweiß! O backen voller koht! O herze voller blur! O leib voll noht und tod! 7. Seht, welch ein mensch in das! So werden wir dich schauen, Und unsern ganzen troft In deine wunden bauen. Wenn sich dein haupt nun neigt, So sterben wir mit dir; Wenn unser auge bricht, So leben wir dafür. 141. Seht, welch ein fünder! I. mensch ist das! Ihr freche menschen- kinder! Ers schreckt ihr nicht davor, Jhrun. danks- volle sünder? Denn alles, was ihr seht, Hat eure schuld ges than, Die unschuld JEsu giebt Euch selbst zu thắtern an. 2. Sebt, welch ein mensch ist das! Ach seht! der ist gebunden, An dem der richter selbst Noch keine schuld gefunden. Ach ia, das ofter- lamm Muß ohne fehler seyn: Darum ift JEfus auch SD unschulds- voll und rein. 3. Seht, welch ein mensch ist das! Seht, wie die ströme fliessen, Die sich, su unserm heil, So purpur- roth ergieffen! Mein JEsus ist ein baum, Von dem ein balsam quillt, Der unsern schaden heilt und alle schmerzen stillt. 4. Seht, welch ein mensch ist F das! 4. Seht, welch ein mensch ist das: Ach opfert thränen- fluthen; Denn eure blut- schuld macht Das berze JEfu bluten. Geht nicht. 82 Von dem Leiden und Sterben JEsu das! Den dornen- spigen crönen. für die schaafe. Die schuld bezahlt Hört, wie die låstrer ihn Verspot- der HErre, der gerechte, Für seine ten und verhöhnen! Mich iam- Enechte. mert seine schmach.Doch wol mir! denn ich weiß, Dis alles diene mir Zum ewgen ruhm und preis. s. Seht, welch ein mensch ist das! Den rohr- stab, den er tråget, Hat man ihm zwar zur schmach In seine hand geleget; Doch meines heilands noht Wird mir in al ler pein Die stüze meines heils Und meines trostes seyn. 6. Seht, welch ein mensch ist das! Seht, wie man ihn bespyen! Mein JEsu! laß auch mir Hier aus ein troft- wort blühen, Daß, da des speichels wust Dich, reines lamm! besprüßt, Die schmach jur reinigung Der seelen flecken nugt. 7. Ach JEsu! der du dich Der welt zur schau gestellet: Gib, daß mir nie dein bild aus meiner bruft entfället. Verleih, mein treuster freund! Daß deine lei dens treu In mir, zu meinem troft, Stets unausldschlich sen. Von der Decnetheilung Jesu. diurbl He erzliebster JEsu! 142. was haft du ver brochen, Daß man ein solch scharf urtheil hat gesprochen? Was ist die schuld? in was für missethaten Bist du gerahten? 2. Du wirst gegeiffelt und mit doen gecronet, Ins angesicht ge schlagen und verhöhnet: Du wirst mit essig und mit gall getränket; Aus creus gehenket. 3. Was ist doch wol die ursach folcher plagen? Ach meine fünden haben dich geschlagen! Ich, ach HErr JEsu! ich hab es verschuldet, Was du erduldet. 4. Der fromme fstirbt, der recht und richtig wandelt: Der böse lebt, der wider GOtt mißhandelt, Der mensch verwirkt den tod, und ift entgangen: Du wirst gefangen. 6. Ich war von fuß auf voller schand und sünden: Bis zu der scheitel war nichts guts zu finden: Dafür hätt ich dort in der hölle müssen Ewiglich bussen. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese strafe? Der gute hirte leidet! 7. O grosfe lieb, o lieb ohn alle maaffe! Die dich gebracht auf diese marter- firaffe. Ich lebte mit der welt in lust und freuden, Und du mußt leiden. * 8. Ach grosser könig! groß zu allen zeiten: Wie kann ich gnugs sam alle treu ausbreiten? Keins menschen herz vermag es auszus denken, Was dir zu schenken. 9. Ich kanns mit meinen sinnen nicht erreichen, Womit doch dein erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine liebes- tha: ten Im werk erstatten? 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme, Wenn ich des fleisches lüfte dampf und zähme, Daß sie aufs neu mein herze nicht entzun. den Mit alten fünden. 11. Weils aber nicht besteht in eignen kräften, Feft die begierden an das creuz zu heften; So gib mir deinen geist, der mich regiere, Zum guten führe. 12. Alsdenn so werd ich deine huld betrachten, Aus lieb zu dir die welt für nichtes achten: Be mühen werd ich mich, HErr! dei nen willen Stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu ehren alles magen: Kein creu; nicht achten, teine schmach noch plagen: Nichts von verfolgung, nichts von todesschmerzen Nehmen zu herzen. 14. Dis alles, ob es zwar für schlecht und zwar von dessen schlecht zu schätzen, Wirst du es doch nicht gar bey seite setzen; Bu gnaden wirst du dis von mir annehmen, Mich nicht beschämen. 2 Is. Wenn, o HErr JEsu! dort vor deinem throne Auf meinem haupte steht die ehren crone: Da will ich dir, wenn alles wird wol klingen, Lob und dank singen. Melodey 10. 143.Sohn des höchfien! follt du sterben? Fürft, von dem das leben stammt! Wird der töpfer von den scherben, GOtt von menschen hie verdammt? Soll das lebens- licht er blaffen, Das uns licht und leben giebt? Kann man den so tödtlich bassen, Der auch seine feinde liebt? 2. Warest du doch kaum gebohren, Da Herodis grimm und wuht, Bartes lamm! dir schon ges schworen, Deine hand voll reines blut In der wiege zu vergieffent. In der ganzen schon deinen heilgen füssen Ein verstecktes ner bereit. song 3. Aber ehe deine stunde Nach des vaters rahte kam, Stundest du auf feftem grunde, Was der feind auch unternahm. Nun mehr, da die zeit gekommen, Die fein weiser schluß benannt, Wirst du vor gericht genommen, Wird der tod dir zuerkannt. äuserlichem Leiden. 83 plagt. Ach wie groß ist deine treue Und dein liebes schluß so fest, Daß du, was ich fürcht und scheue! Selbst an dir vollstrecken läßt. 6. Sey gepriesen, sen verehret, Daß du deiner richter schluß So gelaffen angehöret, Deß ich mich verwundern muß. Weil du fichst an meiner stelle, Geht das urtheil mich vorbey. Weift mich das ges setz zur hölle? Dein verdammt seyn macht mich frey. <. Mir war schon in edens gar: ten, Du mußt sterben! angesagt. Lamm ich sollte das erwarten, Was dich martert, würgt und 7. Laß den alten menschen sters ben, Der zu herrschen sich bemüht, Welcher mich in mein verderben, Dich in tod und leiden, zieht. Gib mir auf dem fierbe bette, Durch dein todesurtheil, troft. Hilf, mein heiland! und errette, Wenn der tod das herz zerstoßt. 3 Von dem Singange JEsu nach Golgatba. Melodey ro. 144. rer liebe! Ich verehre deine huld, Und die ungemeinen triebe, Welche dich für meine schuld zu der schlacht- bank hingeführet, Gib, daß ich in wahrer reu, Weil sich eine ader rühret, Deiner gute dankbar sey. tilgang 2. Lamm, das meine schulden büffet, Das den fluch der fünde trägt, Das sich zu der laft ents schlieffet, Die mein fall dir auferlegt: Laß auch meinen rücken tras gen Die von dir versüßte laft, Die in deinen leidens- tagen Du zuerst getragen hast. dat duu 4. Es beflecken jud und heiden Ihre hand mit deinem blut. Weil du willt für beide leiden, Fühleft du auch beider wuht. Daß dein tod an schönen früchten Defto rei3. Lamm, das seinen todes. cher werden kann; Höreft du vor schmerzen Ganz getroft entgegen zwey gerichten Ein so hartes ur- kam, Und mit unverzagtem hers theil an. zen Alle marter auf sich nahm: Gib, daß ich auch meinem leiden Frisch und frey entgegen geh, Ja in jauchzen und in freuden Unter deinem creuze fteh. F2 4. Lamm, Von dem Leiden und Sterben Jesu 84 4. Lamm, das alle lästerungen Höchst gelassen angehört, Das den bohn der frechen zungen Durch Fein widrig wort gestöhrt: Laß mich auch in solchen fällen Mei nes zornes meister seyn. Will das herz sich übel stellen; Floß ihm deine sanftmuht ein. r. Lamm, das sich mit harten ketten Ganz geduldig binden ließ, Mich von satans joch zu retten, Das mir nichts, als cod, verhieß: Reiß die allerdünnste schlingen, Das subtilste band inzwey, Daß ich, ohne knechtisch zwingen, Dein befreiter diener fey. 6. Lamm, das seine zarte wan: gen Jedem schlag' entgegen hielt, Das den biß erzürnter schlangen Durch den ganzen leib ge fühlt, Das den blut beschwemm ten rücken An die fäule hinges stellt; aß mich diese sluht er quicken, Wenn ich scheide von der welt. 7. Lamm, das statt der ehren binde Eine dornen crone trägt: Das den fluch, den unsre sünde In dem paradieß erregt, an dem heilgen haupt empfunden, Und uns nun zu helfen weiß: Crône, wenn ich überwunden, Dort mein haupt mit ehr und preis.d 8. Lamm, das selbst das holz ge tragen, Das zum opfer nöthig war, und nach überhäuften pla: gen, Auf den traurigen altar Wil lig sich erhöhen lassen: Gib, daß in der letzten noht ich dich mag im glauben faffen, meines todes gift und tod! 9. Lamm, erzeige mir die gute, Deinem sterben gleich zu seyn. Führe mein verführt gemüthe Doch in deine wunden ein, Da ich für des zornes bligen, Für dem fturm der bösen welt Kann in ftil: lem friede sigen, wenn auch selbst die welt serfällt. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 145 Auf, feele! nimm die S glaubens flügel, und eile mit nach Golgatha: Dein JEsus geht zum schädel- hügel, und pflanzet deine wohlfahrt da. Er tritt den weg zum sterben an, Nur daß ich ewig leben kann. 2. Der creuz- pfahl beuget ihm den rücken, Er schmachtet unter folcher last: Doch mehr will ihn die fünde drücken, Die er voll huld auf sich gefaßt. Ach feele! schlag einmahl in dich, Denn JEsus leidet ia für mich. 3. Betrübte bahn, mit blut be sprüßet, Das aus den vielen wuns den floß! Laft, unter welcher JE sus schwiget, Last, die da groß, und über- groß: O du geduldges lam melein! Ach könnt ich dir doch dankbar seyn! 4. Fürwahr du trågest unser wehe, Du ladest unsern schmerz auf dich. Dein beugen bringt uns in die höhe, Und unsre krankheit mindert sich. Du bist es, der uns raht ertheilt, Und uns durch seine wunden heilt. 5. Laß deinen weg zur schädel ftätte mir noch sodann recht tröstlich seyn, Wenn ich den todes weg betrete; lnd fldffe mir dis wort noch ein: Daß ich durch deine sterbens- bahn Den weg zum leben finden kann. 6. So fahrt denn hin, ihr eitle gånge, Darauf die welt sich luftig macht. Ich folge JEsu durchs ge dränge Der creuzes- bahn und to des- nacht; Gott lob! daß mich die hoffnung küßt, Daß sie ein weg zum leben ist. Mel. Herzliebster JEfu was haft 146. ammGOttes! das zur schlacht- bank ist se führet! Welch eine schmach haft idu dabey verspüret! Man führt dich und war von dessen dich hin zum creuz voll schmach und spottes, O du lamm GOttes! 2. Verdienet war der tod, ver: scherzt das leben: Drum willt du dich für uns ans creuz hingeben. Denn daß wir nun zum leben sind verfühnet, Hast du verdienet. 3. Erschrecket doch, ihr fünder! da ihr sehet, Welch einen sauren weg das lamm izt gehet. Ach! sollt euch dieses nicht zur buß erwecken, Und höchst erschrecken! 4. Jhr frommen auf! ihr müßt mit JEsu eilen Aus sodom, und in sünden nicht verweilen. Sucht von der laster- strasse weg zu kommen; Auf, auf! ihr frommen. 5. Daß ich mit dir das leben mög ererben, Komm ich, mein leben! und will mit dir sterben, Mit dir mein fleisch zur creuzigung hinges ben: Sen nur mein leben. 6. Gieb Kräfte, wenn ich auch mein creuz soll tragen: Laß auf der leidens- bahn mich nicht verzagen. Durch deinen schweiß und blut, als lebens- fäfte, O Herr! gib kräfte. 7. Zum himmel wollst du mich auch endlich führen, Mich kraft im tode selber lassen spüren. HErr, führ mich einst aus diesem welt: getümmel Hinauf zum himmel. Von der Creuzigung Jesu. Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. 147. Wenn ich jest ohne thrånen bliebe! So war ich härter als ein stein, Nun du, o JEsu, meine liebe! Ans creuze mußt genagelt seyn, Und da die last der ganzen welt Auf dich, und deine schultern fällt. 2. Dein haupt, an dem man sonst gefunden Den angenehmsten fternen glanz, Ist jest gecrsnet und umwunden mit einem spiz gen bornen- crans. Dein wunder duserlichem Leiden. 85 schönes angesicht Jft durchaus übel zugericht. 3. Die hände, die vor wenig tas gen Sehr grosse wunder noch ges than; Sind ist mit någeln anges schlagen, Daß sich nun keine rühren kann: Die füffe leiden gleiche pein, Als die auch angeheftet seyn. 4. Und wer ist denn um dich zu finden? Mein heiland! ach! ein mörder- paar, Das wegen misse that und sünden Durchs ganze land beschrieen war: Da stellet man dich mitten ein, um dadurch. recht beschimpft zu feyn. 5. Nun habe dank für alle schmerzen, Die du am creu; ers duldet haft. Dein tod ertheile meinem herzen in allen nöthen ruh und rast. Und wenn ich sterbe, komme mir zum troft dein blutig Bildniß für. lich ist mel. Kommt her zu mir spricht zc. 148. Ach HErr! wie schreck Jezt hör ich deine donner- stimm, All hülf will mir zerrinnen. Doch: o mein GOtt! vergönne mir, Daß ich erst reden mag vor dir, Eh denn ich muß von hinnen. 2. Schau doch, o frommer va ter! an Den, der für uns hat gnug gethan, Und was er hat erduldet: fts nicht dein allerliebster sohn? Der ausgestanden spott und hohn Für mich, der ichs verschuldet? 3. Er ist der sohn, ich bin der knecht: Dennoch auf das ich leben mdgt, Hast du ihn lassen tödten: Wie er dann auch gehorsamlich Zum creuz- tod eingestellet sich, Geholfen mir aus nöhten. 4. Er ist, der mit dir alles schafft, Den du gezeugt aus deiner kraft, Den hast du mir geschenket, Daß er sich macht' zu rechter zeit Theils haftig meiner dürftigkeit, In to des pein gesenket. 33 5. Drum 86 Von dem Leiden und Sterben JEſu *. Drum schaue doch, o GOtt!| kein ende. Gedent an diese und merk Auf dieses grosse gna: schwere straf, So deinen sohn am den- werk, Dem keines zu verglei- creuz betraf; Von deinem grimm chen: Deins sohnes leib hangt dich wende. ausgespannt, Gleichwie ein rohtes blut gewand: Dis laß dein Herz erweichen. 6. Schau doch, wie bluten seine hand, Daß man für blut sie kaum mehr kennt: Vergib, was ich für sünden mit meinen hånden hab gethan; Ob ich sie schon nicht zählen kann, Dein' augen sie doch finden. 7.Schau an, mit was für grau famkeit Hat man sein allerheiligst feit Mit einem speer durchdrungen! Erneure mich aus grosser gnad Durch dieses edle wafferbad, Das hieraus ist entsprungen. 8. Schau, vater! schau wie dei nem kind Durchgraben seine füffe find! Laß meinen fuß nicht gleiten. Die weit sehr schlüpfrig macht die bahn, Ohn dich ich leichtlich straucheln kann; Drum wollst du selbst mich leiten. 13. Jch bitte dich, o treuer GOtt! Von wegen deines sohnes tod All schulden mir erlasse: Weil er ia meine missethat Am creuz für mich getilget hat, Der ichs mit glauben fasse. Mel. 8. JEsus meine zuversicht. eele! geh auf Gol unter Chrifti creuze, Und bedenke, was dich da Für ein trieb zur buffe reize. Willt du unempfindlich seyn, O so bist du mehr als stein! 2. Schaue doch das iammers bild Zwischen erd und himmel hangen, Wie das blut mit firômen quillt, Daß ihm alle kraft entgangen. Ach, mein JEsus, welche noht! Hängt erblaffet, und ist todt. 3. Olamm Gottes ohne schuld! Alles das hatt' ich verschuldet: Und du haft aus grosser huld Pein und schmerz für mich erduldet: Daß ich nicht verlohren bin, Giebst du dich ans creuze hin. 9. Schau doch, wie er sein haupt geneigt Am creuz, und jedermann gezeigt, Daß er den tod nicht scheue. Von wegen seiner freundlichkeit Sen zur erbarmung mir bereit: Dein arm geschöpf erfreue. 4. Unbeflecktes GOttes- lamm! Ich verehre deine liebe: Schaue von des creuses stamm, Wie ich 10. Schau, HErr! wie ist sein| mich um dich betrübe! Dein im blut erstarrtes herz Seget mich in tausend schmerz. her; entblößt! Weil man ihm feine feit durchstößt: Wie blaß sind seine wangen! Der leib verschmacht't, der mund erbleicht, Den armen alle kraft entweicht, Die bein gestrecket hangen. s. Nun was schenk ich dir dafür? Ich will dir mein herze ge ben, Dieses soll beständig hier Unter deinem creuze leben. Wie du mein, so will ich dein Lebend, 11. Die augen brechen, die ge fehn, Was in der ganzen welt geleidend, sterbend seyn. schehn; Das blut die füsse neget, Das blut, so aus den wunden fließt, und sich wie eine fluht er gießt, Das uns in gnade seket. 12. Die glieder sind ihm gar verwundt, An seinem leib' ist nichts gefund, Der schmerz hat ja 6. Laß dein herz mir offen stehn, Deffne deiner wunden thüre: Da hin will ich freudig gehn, Wenn ich noht und creuz verspüre, Wie ein hirsch nach wasser dürft't, Bis du mich erquicken wirst. 7. Creuzige mein fleisch und blut, und zwar von dessen blut, Lehre mich die welt ver; schmähen. Laß mich dich, du höchftes gut! Immer vor den augen schen. Führ mich, ob gleich wunderlich, Doch nur allzeit feliglich. 8. Endlich laß mich meine noht Auch geduldig überwinden: Nir gend wird mich sonst der tod, Als in deinen wunden, finden; Wer darinn sein bette macht, Spricht getrost: es ist vollbracht. äuserlichem Leiden. 87 und das leben; Wird fluch und tod an seinem cren; besiegt: Weil er für uns sich in den tod gegeben, Und unser fluch auf seinen schuls tern liegt; So wird sein segen uns geschenkt, und feine lebens- Fraft in unsern tod gesenkt. 6. Beladner geift! kannst du dis wunder glauben: So bist du ganz von fluch und fünde los. Kein Moses wird dir deinen frieden rauben, Dein mittler schließt dich fest in seinen schooß. Der himmel bitckt dich freundlich an, Weil GOttes unschuld dein, der für dich gnug gethan. Melodey 11. 150. eladner geist, den zorn und fünde drücket, Den Mosis fluch in furcht und zittern fest, Der keinen weg 7. So schaue denn auf die ers zu seinem heil erblicket, Der in höhte schlange, Wenn dich der biß der angst sich für verlohren der alten schlange quält. Macht schäßt: Laß Sinai und Horeborn und tod dir beimlich angst stehn, Komm mit auf Golgatha, ein wunder anzusehn. und bange; Gedenk an den, den zorn und tod entseelt, Der dich vom fluche fren gemacht, und allen segens- schar dir heilsam zuges bracht. 8. Auf! greif nur zu mit offnen glaubens hånden, Nimm diesen schatz mit tiefster demuht hin: Laß sich von ihm dein auge nicht wegwenden, Sprich: theures lam! hier ist mein herz und sinn; Dein sieg und segen bleibet mein, Mein herz soll nun dafür dir ewig eigen seyn. 2. Hier steht ein creuz, daran ein lämmlein hänget, Das ohnej schuld, und doch die schulden trägt, Das in die schaar der fün der sich gemenget; Und gleichwol nichts von eigner bosheit begt. Ein lämmlein ohne trug und lift, Das heilig, und doch auch der größte fünder ist. 3. Was Adam dort im paradies verbrochen, Was eine welt voll menschen böses thut; Ist diesem lamm gerichtlich zugesprochen: Für ihre schuld sagt dieser bürge But, als hätt er solche ſelbst ge 151. augen weint beym than, Nimmt willig die person der übelthäter an. Mel. Mein her; und feel den zc. wo 4. Da er demnach die fünd auf sich genommen, Die auf dem haupt der kinder Adams lag; Ift das geser mit seinem fluche kommen: Dis rühret ihn mit seinem donnerschlag. Cod, höll und ab grund stürmt auf ihn, Er fühlt des himmels zorn in mark und aderu glühn. 5. Doch weil er selbft der segen hänget, Wo unsre noht und schmach ihn quält und drånget: Erweiche dich, mein her;, durch reu und ach! Und werde du, mein haupt, ein thranen- bach. 2. Es haben dich die fünden, die mich nagen, DJEfu Chrift! an dieses creuz geschlagen. Ich habe mich den mördern gleich gemacht, Die dich, mein heil! aus feind, fchaft umgebracht. 3. O gütigkeit! o liebe fonder 34 dining ende! 88 Von dem Leiden und Sterben JEsu ende! Der dich verfolgt, dem| leb und sterb ich dir, mein bràutis reichst du deine hände. Der dein gam Jch bleibe dein, du mein, vergaß, an den gedenkst du noch, o GOttes lamm! Du trägst mein creuz, giebst mir dein sanftes joch: 4 Wie? sollt ich denn noch an der erde kleben? Mein Jesu! nein: dir will ich nunmehr leben: Dein heilig blut soll meine labung senn; Was mich erquickt, find ich in dir allein. s. Mein brautigam! schau von des creuzes höhe, Wie ich betrübt zu deinen füffen stehe, Wie dich mein mund mit freuden- thränen küßt, und sehnlich fleht, daß du mir gnädig bist! 6.Du kannst es ja, mein heiland! nimmer lassen. Ein gläubig kind mit liebe zu umfassen. Ein speer hat dir die feite aufgethan, Daß ich mein her; darein verbergen fann. Meloden 12. 52.23° ist der ort, da det? Wo ist die au, darauf mein matter geist Das manna schmeckt, die lebens- quell geneußt? Mir ist dein her, o Jesu! zubereitet, Da find ich schon, was meine seele sucht, Ein paradies voll füffer le bens- frucht. 2 Dring dich hinein, mein heri, mit allen kräften: Geh nur, weil sich die thür geöffnet hat, Da sich dein freund so brünstig zu dir naht, Und, dir zu gut, sich an das creu; läßt heften. Schau, wie sein her für treu zerschmolzen ist, Gleich wie das wachs für heiffer gluht zerfließt. 7. Deiu rohter schweiß ist auch für mich gefloffen, Dein theures blut hast du für mich vergoffen:| Ach! diese wascht mich von den sünden rein, Wie soll ich denn bey dir nicht selig seyn? 8. Nun süsser schag! ich will dein creuz umarmen: Erblicke mich, meinJEsu! mit erbarmen. Wenn fatan spricht: du mußt zur höllen pen, So sent ich mich in deine wunden ein. 9.. Du hast der höllen macht nunmehr besieget: Gib, daß mich höll und welt nicht mehr betriehet. Gieb, daß ich nun dein kind und erbe bin: Nimm mich mir felbst, gib mich dir eigen hin 1o. Dein leiden laß mein leiden fers verfüffen: Im tode will ich deinen tod nur wissen. Die seele schleuß in deine arme ein, und laß den leib auch dein im arabe feyn. 11. Gedenke mein im paradies der freuden, Und laß mich das, was dich betrübet, meiden. So 3 Ein ieder muß dein treues her; erkennen, Der dich erblickt, für uns erwürgtes lamm: Ein gläubig her; das dich am creuzes. stamm Betrachtet, muß in heisser liebe brennen, und giebet sich mit leben, feel und sinn Dir ganz und gar voll dant zum opfer hin. 4. Und dieses ist, wornach mein geist ist achiet: Nachdem, 0 lamm! ihn deine lieb' erweckt: So hat mein herz sich nach dir ausge streckt, Daß es nach dir, gleich einem birsche, lechzet. Es suchet dich, mein freund! und wünschet nun Allein in dir und deiner huld zu ruhu. 5. Drum weg mit dem, was mich bisher gehalten! Weg fleis sches sinn! mein herz faßt diesen schluß: Hat sich mein freund die seite, hand und fuß, ja gar das her; aus liebe lassen spalten: So bin ich auch aus lieb' und redlich keit, Die liebfie luft zu creuzigen bereit. 6. Doch und zwar von dessen 6. Doch schenke mir auch deis nes geißes kräfte: Ja flöß in mich, was auf des speeres stoß So mildiglich aus deiner seite floß. Wenn dieser strom der beiden le bens säfte, Des theuren bluts und wassers, in mich fließt; So ist mein geift zum größten kampf gerüft't. 7. Ich seh, o lamm! in dir, als einem spiegel, Wie GOttes grimm auf fünd und unrecht bligt: Da du dein blut um meine schuld versprüßt; Hab ich dadurch ein festes liebes fiegel. Drum werd ich theils mit schmerz und ach gebeugt, Und theils zu dir mit größter kraft geneigt. 2 8. Gebeugt werd ich, wenn ich die schuld bedenke, Womit ich eine solche gluht erweckt, Die dich, o lamm! an leib und feel er: schreckt: Dis macht, daß ich mich bis zum tode kranke: Dis quälet, diszermalmet meinen sinn; Weil ich die ursach deiner marter bin. duserlichem Leiden. 89 ergeben. Er ist das ziel, wornach so tag als nach: Mein reinster trieb der zarten liebe tracht. 12. O herzens- schatz, leben meiner feelen! Nachdem ich dis, als wahrheit, wol erkannt; So sen mein her; allein zu dir ge wandt: Mir kann bei dir kein heil, kein gutes fehlen: Du bist ja selbst mein ervig haab und gut, So hat mein herz, worin es ewig ruht. 9. Doch wird mein her; auch füffiglich geneiget, Wenn es bes denkt, wie dieses theure lamm Aus höchstem trieb, in heiffer lies bes- flamm, Für mich hinauf an pfahl des creuzes steiget, Und durch den tod des todes macht be: zwingt, Heil, leben, gnad und friede wiederbringt. Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. 153. welt, ſich hier dein leben Am stamm des creuzes schweben! Dein heil sinkt in den tod. Der groffe fürst der ehren Läßt willig sich beschwes ren Mit banden, schlägen, hohn und sport. 2. Tritt her und schau mit fleiffe: Sein leib ist ganz mit schweiffe Des blutes überfüllt: Da aus dem matten herzen, Für uners schöpften schmerzen, Ein seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein heil! und dich mit plagen So übel zugericht? Du bist ja nicht ein fünder, Wie wir und unsre kinder; Von missethaten weißt du nicht. 10. Wenn ich die kraft des blutes glaubig merke; Wird des gewissens angst und noht gestillt, Das herz mit troß, daß Gott versöhnt, erfüllt. Die wasser dringt mit seiner lebens- stärke Jn mein verwundetes gewissen ein, Erquicket mich, und macht mich völlig rein II. Nun fängt das her; erst wieder an zu leben, Nachdem es nun des lebens ursprung hat: Jm manuel und dessen liebes that Ist meine luft; ihm bleib ich fest 4. Jeh, ich und meine fünden, Der sich so viele finden, Als fande, an dem meer; Die haben dir erres get Das elend, das dich schläget, Und das betrübte marter beer. s. Ich bins, ich sollte büssen, An hånden und an üssen Gebunden in der höll: Die geiffeln und die banden, Und was du ausgestanden, Das hat verdienet meine feel. 6. Du nimmst auf deinen rücken Die laften, die mich drücken Viel schwerer als ein stein: Du bist ein fluch: dagegen Verehrst du mir den segen, Dein schmerz muß mir ein labsal fern. 7. Du setzest dich zum bürgen, 35 Ja Von dem Leiden und Sterben JEsu 90 Ja läsfest dich gar würgen Für mich und meine schuld: Für mich läßt du dich crônen Mit dornen, die dich höhnen, und leideft alles mit geduld. 8. Du springst ins todes rachen, Mich frey und los zu machen Von solchem ungeheur. Du stirbst, daß ich nicht sterbe, Noch ewiglich ver derbe; unerhörtes liebes- feur! 9. Dir leb ich höchst verbunden, Mein heil! zu allen stunden; Ich Mel. Herzlich thut mich verlang. bin dein eigenthum: Was leib 154. haupt voll blut und feel vermdgen, Will ich mit fleiß anlegen Zu deiner ehr, zu deinem ruhm. und wunden, Voll schmerzen, schmach und hohn! O haupt zum spott gebunden Mit einer dornen cron! O haupt, sonst schön gecrönet mit höchfter ehr und zier, Jest aber höchst verhöhnet, Gegrüffet seyft du mir. 2. Du edies angesichte, Dafür sonst schrickt und scheut Das groffe welt gewichte, Wie bist du so be spent! Wie bist du so erbleichet! Wer hat dein augen- licht, Dem soufst kein licht nicht gleichet, So schändlich zugericht! 10.Kann ich gleich nicht viel ge: ben In diesem armen leben; Will ich doch dieses thun: Es soll dein tod und leiden, Bis leib und seele scheiden, Mir stets in meinem herzen ruhn. 11. Ich will mirs täglich sehen Zur freud und zum ergeßen, Ich sen auch, wo ich sen. Es soll mir seyn ein spiegel Der unschuld, und ein siegel Der lieb' und unverfälschten treu. 12. Wie heftig unsre sünden Den frommen GOtt entzünden, Wie rach und eifer gehn, Wie grausam seine ruhten, Wie zornig feine fluhten; Will ich aus diesem leiben fehn. 13. Dein bild soll mich anführen, wie ich mein her; soll zieren Mit stillem sanftem muht, und wie ich die soll lieben, Die mich so sehr betrüben Mit werken, so die bosheit thut. 14. Wenn böse jungen stechen, Mir glimpf und namen brechen, So will ich zähmen mich: Das unrecht will ich dulden, Dem nächsten seine schulden Verzeiben gern und williglich. *. Ich will ans creuze schlagen Mein fleisch, und dem absagen, Was meinem sinn gelüft't; Was deine augen hassen, Das will ich fliehn und lassen, So viel mir im mer möglich ist. 16. Dein seufzen und dein stöhnen, und die viel tausend thränen, Die dir sind ausgedrückt, Die leiten mich am ende In deinen schooß und hände, Wenn mich nunmehr der tod hinrückt. 3.Die farbe deiner wangen, Der rohten lippen pracht ft hin, und ganz vergangen: Des blaffen todes macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft; Und daher bist du kommen von deines Leibes kraft. 4. Nun, was du, HErr! erduldet, Ist alles meine laft: Ich hab es selbst verschuldet, Was du getragen hast. Schau her! hie steh ich armer, Der zorn verdienet hat! Gib mir, o mein erbarmer! Den anblick deiner gnad. <. Erkenne mich, mein hüter! Mein hirte nimm mich an! Von dir, quell aller guter! Ift mir viel guts gethan: Dein mund hat mich gelabet Mit troft an deiner bruft, Dein geist hat mich begabet Mit mancher hintmels- luft. 6. Ich will hie bey dir stehen, Verachte mich doch nicht!, Von dir und zwar von dessen dir will ich nicht gehen, Wenn dir das berz schon bricht. Wenn dein her; wird erblassen Jm lezten to des- stoß, Alsdenn will ich dich fassen In meinen arm und schooß. 7. Es dient zu meinen freuden, Bekommt der feele wol, Wenn ich in deinem leiden, Mein heil! dich finden soll. Ach! mdgt ich, o mein leben! An deinem creuze hier Mein leben von mir geben, Wie wol geschähe mir! * 8. Ich danke dir von herzen, OJEsu, liebster freund! Für deine todes- schmerzen, Da du's so gut gemeint. Ach! gib, daß ich mich halte zu dir und deiner treu. Und wenn ich nun erkalte, In dir mein ende sey. 9. Wenn ich einmahl soll schei: den; So scheide nicht von mir. Wenn ich den tod soll leiden, So tritt du dann herfür. Wenn mir am allerbängsten Wird um das berze seyn; So reiß mich aus den angsten, Kraft deiner angst und pein. 10. Erscheine mir zum schilde, Zum troft in meinem tod, und laß mich sehn dein bilde In meiner lejten noht: Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubens- voll Dich fest an mein herz drücken: Wer so stirbt, der stirbt wol. 155.J wunden Von den Wunden Jesu. Mel. JEsu meines Lebens leben. Esu, JEsu! deine Deine streich und någel- mahl Sind in allen trauer- stunden Mir ein lab sal meiner quahl. Wenn ich nur an dich gedenke, und in selbe mich versenke; Ach! so kann in aller pein Jch recht gutes muhtes seyn. 2. Diese sind die liebes- zeichen, Die mein heiland an sich trägt, Daß er nie von mir will weichen, Wenn sich creuz und trübsal regt; duferlichem Leiden. 91 Daß er mich nie laffen könne, Mir trost, heil und leben gönne, Soll mir seiner wunden pein Ein bes ständig zeugniß seyn. 3. Meine handschrift ist entrich, tet, Jch bin von der schuld befreyt: meint nicht, dieses sey erdichtet; Meines liebsten JEsu seit Kann mir überschwenglich geben Die versicherung zum leben, Seiner wunden mahle schein Muß mir deffen quittung seyn. s 4. O ihr heil- und lebens- bruns nen! Da des heilgen heilands blut Strömen gleich hervor geron. nen, Auch gewißlich mir zu gut. Lebens- quellen sich ergieffen, Da bie blut und waffer fliessen; Ihr, ihr sollt in aller pein Meinersees lén labsal seyn. *. Macht der satan mir viel grauen, Macht er meine fünde groß, Läßt sich Gott erzürnet schauen? Dieses schreckens werd ich los, Wenn ich deine hand und füffe, JEsu! nur im glauben küsse: GOttes huld und guaden- schein Muß durch dich mein eigen seyn 6. Will mein traurig her: vers sagen, Ringts mit mancher angst und noht: Ach! was hab ich doch zu klagen, Duldest du nicht pein und tod? Wirft zulezt ins grab gesenket, Daß mir GOtt erbar mung schenket, Und daß du in aller pein Kannst mein trener beis land seyn. 7. Seh ich nicht in deinem zeren Meinen namen eingerigt? Ach! das ist, was meinen schmer. zen Als ein wahrer balsam nützt. Darum ließt du dich durchstechen, Daß dein herz dir könnte brechen, und du könntft in unsrer pein Ein barmher: ger heiland seyn. 8. Mein' verwundte matte feele Gehet durch die gnaden- thur In die schußes- volle höle, Wenn ich satans pfeile spür; Darum ist dein 92 Von dem Leiden und Sterben JEsu dein her; gebrochen, Daß, wenn| Nimm die schmerzen, die mich fünde mich durchstochen, Mir dein quälen. Und den ganzen schaden blut in aller pein Könnt ein heihin, Den mir Adams fall ges lungs- balsam seyn. bracht, Den ich selber mir ge macht. Wird, o arzt! dein blut mich nezen, Wird sich all mein iammer feßen. 4. Schreibe deine heilge wunden Mir, HErrlin das her; hinein, Daß sie mögen alle stunden Bey mir unvergessen seyn. Du bist doch mein liebstes gut, Wo mein ganzes herze ruht: Laß mich hier zu deinen füssen Deiner lieb und huld geniessen. * 9.Laß, HErr JEsu! deine wunden Einig bleiben mein gewinn. Laß mit dir mich stets verbunden Aufwärts schicken meinen sinn. Laß in dir, als Nod kasten, Mich, dein armes taublein, rasten, Und in aller meiner pein Sicher, still und ruhig seyn. 10. Kömmt es endlich auch zum sterben, Mehrt sich meiner seelen noht: Laß mich, heiland! nicht verderben, Zeig mir deines creuzes 5. Diese füffe will ich halten, So tod, Deine striemen, deine wun-' fest ich nur immer kann: Schaue den; Sag in meiner lezten stunden: Flich in meine feit hinein, Hie, hie sollt du sicher seyn. II. Ach ja, hieher will ich fliehen, Als zu meiner mutter schooß; Will durch sie zum himmel ziehen. Der sein blut für mich vergoß, will So kann ich in friede fahren, und, nach aller angst und pein, Ewig ben ihm selig seyn. Esu! deine heilge 1 157. guahl und bittern tod Laß mir ge ben alle stunden Trost in leibss und seelen- noht. Wenn mir fällt was arges ein, Laß mich denken Mel. JEsu deine heilge wunden. deiner pein, Daß ich deine angst 156. Seymir tauſendmahl und schmerzen Wol erwäg in meis Der mich nem ie und je geliebt, JEsu! der du selbst gebüffet Das, womit ich dich betrübt: Ach! wie ist mir doch so wol, Wenn im geist ich liegen foll Bey dem creuze, da du stirbest, Und um meine seele wirbest. 2. Glaubig ich umfaß und küsse Der gekränkten wunden zahl, Und die purpur- rohten flüsse Deiner füff und någel- mahl. Wer kann doch, o lebens- fürst! Den so sehr nach uns gedürft't, Deinen durft und liebs- verlangen Völlig fassen und umfangen. meiner hände falten, und mich selbst, in gnaden an Von dem theuren creuzes- baum, Und gib meiner bitte raum; Sprich: laß all dein trauren schwinden, Ich tilg' alle deine fünden. 3. Heile mich, o heil der seelen! Wenn ich krank und traurig bin. 2. Will sich denn in wollust weis den Mein verderbtes fleisch und blut; Laß mich denken, daß dein leiden hat gelöscht der höllen glut, nicht, daß ich nach meinem sinn Soll in wolluft leben hin: Sondern leiden mit auf erden, Deinem bilde ähnlich werden. 3.Will die welt mich mit verführen Auf die breite fünden- bahn; Wollst du mich also regieren, Daß ich alsdenn schaue anDeiner mar ter centner last, Die du ausge: standen haft: Daß ich ja in an dacht bleibe, mit der welt nicht bosheit treibe. 4. Will und zwar von deffen duserlichem Leiden. 93 4. Will mir satan meine fünden| wende In wahrem glauben, reu Mit viel schrecken zeigen an: Laß mich diesen trost empfinden, Daß du gnug dafür gethan. Dringt er brüllend ein zu mir, Hilf, daß ich ihm halte für Deiner wunden mahl und zeichen, Doß er von mir müsse weichen. und leid, Von deiner richterss ftrengigkeit, und faß die gnadens hände Ja dein getreues vaters herz, Das in den creuz- und todess schmer: Für meine schwere misses that, auch seinen sohn gegeben hat. HErr JEfu Chrift! Ich halte mich getroft an dich, und an tein lieben ewiglich. boyn 3. Du bist das theure löse- eld, Der wehrte schaß der ganzen welt: In deinen tiefen wunden Hat mein zerknirschtes sünden- Herz Von seiner angst und höllenschmer: Erwünschte ruh gefuns den. Sind meine fünden ohne zahl? Ist dein verdienst doch allzumahl Auch unermäßlich: denn mein GOtt Giebt sich dafür selbst in den tod. HErr Jesu Chrift! Weil ich in dir, und du in mir, So bin ich selig für und für. 4. Du schenkest mir dein ehren7. JEsu! deine heilge wunden, Eleid Der himmlischen gerechtigDeine quahl und bittern tod Laß keit, Dein gan; hochheilig leiden: mir geben alle stunden Trost in Drum tret ich nun voll zuversicht leibs- und seelen noht: Sonder- Vor deines vaters angesicht, Mit lich am leiten end Hilf, daß ich dir, du brunn der freuden! Des mich zu dir wend, Trost in deinen wunden finde, Und denn frölich überwinde. 3 bruder rechts theilhaft zu seyn! Ich weiß, er räumt mirs gnädig ein, Nebst allen schäzen; weil er schon Dich mir geschenkt als feis nen sohn. HErr JEsu Chrift: ist mein, Drum kann mir nichts vers saget seyn. 5. Gib für alles, was mich Från: tet, mir aus deinen wunden kraft: Weun mein herz hinein sich senket; So gib neuen lebensfaft: Daß mich stark in allem leid Deines troftes fuffigkeit; Weil du mir dein heil erworben, Da du bift für mich gestorben. * 6. Laß auf deinen tod mich trauen, mein GOtt und zuver ficht! Laß mich feste darauf bauen, Daß den tod ich schmecke nicht. Deine todes angst laß mich Stets erguicken kraftiglich: HErr! laß deinen tod mir geben Auferste bung, heil und leben. Mel. Herzlich lieb hab ich dich zc. soll ich, Du groffer richter! gegen dich Verdienen und erwarten? Dieweil du hier die fün den- laft So eifrig abgestrafet haft? Der blutge schweiß im garten, Der dornen geiffel schlag, Der rohten firiemen unge mach, Die creuzes- laft, der schnöde tod Erinnert mich, o starker GOtt! O starker GOtt! Was fünde sey, und dann dabey Der ftrengen ftrafen mancherley. 2. Ach! liebster vater! geh doch nicht mit deinem Enechte ins gericht: Sich, wie ich mich jest Von dem Blute JER. Mel. O GOtt du frommer zc. 159.24 Ach bräutgam meis ner seelen! Bist du es, JEsu! denn, Aus dessen wunden- hölen Das ros sinfarbne blut Mit vollen fluhten dringt, und gleichsam, als ein quell, Aus deiner seit entspringt! 2. Herzliebster JEsu! ia, Ach freilich bist du's selber Von dem dos 94 Von dem Leiden und Sterben JEfu das blut so ftrömt: Es ist kein blut mein ehren- kleid, Dein' unschuld der kålber, Es ist dein eigen blut, und gerechtigkeit Macht, daß ich Das hohe Idse- geld, Wodurch du kann vor GOtt bestehn, und zu dir erkauft Die menschen in der der himmels- freude gehn. welt. 3. O JEsu Christe, GOttes sohn! Mein trost, mein heil, mein gnaden- thron! Dein theures blut, dein lebens- saft Schenk mir fiets neue lebens- kraft. 3. Dein blut hat uns von fünd' und höll und tod befreyet: Durch dein blut sind wir nun Ganz wie derum verneuet. Dein auch für mich, o HErr! So mild vergoßnes blut Sen meiner seelen schat, Und allerhöchftes gut. 4. Feind! packe dich nun fort, Du hast hier nichts zu schaffen; Mein JEsus laffet mich In seiner feit entschlafen. Geh hin, verdammter geist! Geh hin, in deine quahl, bin in und in der frommen zahl. 4. HErr JEsu! in der lezten noht, Wenn mich schreckt teufel, höll und tod, So laß ja dis mein labsal seyn: Dein blut macht mich von fünden rein. Mel. Chriftus der uns selig 2c. 161.Was hat doch des • gs so mild geflossen, und zum heilgen opfer- gut Täglich ward vergoffen, In der alten sfalems stadt, Zu der inden zeiten, Nach des grossen GOttes raht, Sollen vorbedeuten? <. Ruhst du, o sünde! nicht? Willt du mich auch verdammen? Als hätt' ich längst verdient Der holen feuer- flammen; So spricht doch Christi blut Von dir mich quit und los, Wär deine schuldenlast Auch gleich noch eins so groß. 2.Das bestimmte Gottes- lamm, Christus, ward gemeinet: Der 6. Jch bleib auf Christi blut, vom himmel zu uns kam, Und Im leben und im sterben, Recht vor GOtt erscheinet Auf dem hoglaubig fest gegründt: Denn das hen creu; altar, Als ein' opfermacht mich zum erben Der selig gabe: Daß die ganze menschenkeit: bin ich mit Chrifti blut geschaar Ihr erlösung habe. ziert, Hab ich die himmels- freud 3. Denn was man dafelbft verIm glauben schon gespürt. goß, Macht an sich von sünden 7. HErr JEsu! laß mich bald uns nicht völlig quit und los, Zu deiner freud eingehen, und in, Daß kein' schuld zu finden. Ach! mit deinem blut Gewaschnen klei- wre konnt an sich das blut Von dern, fichen, Dir dort vor deinem den schaaf und rindern Sünden thron Zu dienen tag und nacht; tilgen, und die gluht GOttes zorO selig tausendmahl, Wer es so nes mindern? weit gebracht. 4. Christus aber, da er kam, Ift das lamm gewesen, Das die sünde von uns nahm, und uns half geneblut das machet rein sen. Mel. HErr JEfu Chrift mein leb. Err Chrift! 160. bein theures blut Von der sünden schaden Alle menschen groß und klein, Die damit beladen. Ift meiner seelen höchstes gut, Das stärkt, das labt, das macht allein Wein Herz von allen sünden rein. s. Ey so kommt zu dieser fluht, Kommt ihr menschen- kinder! Uns fers tbeuren JEsu blut Reiniget 2. Dein blut, mein schmuck, die und zwar von den sieben Worten JEfu am Creuze. die fünder. Drum, die ihr beflecket seyd, Laßt euch hier benezen: Eu rer fünden heßlichkeit Kann dis blut ersegen. 6. Ja, mein JEsu! wasch auch mich Rein aus deinen wunden, Daß ich nun und ewiglich unbe: fleckt erfunden, und mit solcher heiligkeit Mag erfüllet werden, Die mich zieht zu jederzeit von der fünd' beschwerden. 95 negen, und mein her; Soll im schmerz Sich zum creuze setzen. Hier will ich dich ganz umfassen, GOttes lamm! Bräutigam! Du wirst mich nicht laffen. 8. Laß mich nicht am lezten ende, Da hilf mir, Wenn zu dir Ich mich glaubig wende; Da laß mich dein blut erquicken; So kann ich Seliglich mich zum sterben schicken. Meloden 13. Mel. Chriftus der uns selig 2c. 162.feelen! Du ließt dich Efu, troft der armen 163.Gottes fohn: bein reines blut Williglich Meinetwegen quälen. Ach! wie kann ich nun verzagen, Da du haft Alle last meiner schuld getragen. 2. Dein blut rann mit reichen flüffen, Als ein saft, Deffen kraft Wir zum troft geniessen. Laß mich diese fluht erquicken, Meinen geift, Der dich preist, zu dir bin zu rücken. nigt mich von fünden, edscht des höchsten eifers gluht, Läßt uns gnade finden, Nimmt weg allen fünden koht, Reinigt das gewissen, Hilft der feel in aller noht, käßt ihr kraft zuflieffen. 2. Dein blut sey mein lebens: born, Der mich täglich labe; Weil ich sonst für GOttes jorn Keinen labsal habe. Laß es mir ein bals sam seyn, Der die wunden heile, Uno mir auch in todes: pein Lebens- kraft ertheile. 3. Dieser strom führt in den himmel: Dort, ach dort Ift der ort, Wo kein welt getümmel. Dahin steht nun mein verlangen: Ehr und gut Soll den muht Nim: mer wieder fangen. 4. Dein blut soll mich stets vergnügen, Ich will nun In dir ruhn, und ganz sicher liegen. Ich will zu den wunden eilen, Denn da kann Jedermann Seine franks heit heilen. Don den fieben Worten JEfu am Creuze. s. Krant bin ich von sündens wunden: Krank und schwach Schren ich nach Dir, bis ich dich 164.Da JEfus an dem funden. Ich will zu dir, JEsu! fliehen, Doch du mußt Aus dem wust Mich selbst zu dir ziehen: creuzes stamm Der ganzen welt sünd auf sich nahm Sprach er in seinen schmerzen Noch sieben wort: die laffet uns Erwegen wol im herzen. 6. Wie du an dem creuze tha: teft, Als du dort, Liebster hort! Für die feinde bateft. Ob mich spät die fünden reuen; Hoff ich doch, Mich wird noch Deine gnad erfreuen. 2. 3um ersten: vater! strafe nicht An ihnen, was mir jest ges schicht; Weil sie es nicht verstehen. Vergib uns, GOtt! wenn wir auch noch Aus irrthum fünd begehen. 3. 3um 7. Ich will mich mit thrånen 3. Lösche dadurch aus in mir Böser lüfte flammen, Und was von der luft- begier Pfleget her zu stammen. Theures blut! schrey du für mich, Wasche mich von fünden, Laß des höchsten zörn durch dich, Wie ein rauch, verschwinden. Von dem Leiden und Sterben JEsu d 98 3. Zum andern er des schächers dacht: Fürwahr, du wirst noch vor der nacht In meinem reich beut leben. OHErr! nimm uns auch bald zu dir, Die wir im elend schweben. 4. 3um dritten: deinen sohn fieh, weib! Johannes! ihr zu dien fte bleib, und sie als mutter liebe. Versorg, HErr die wir laffen hier, Daß niemand sie betrübe. 5. 3um vierten sagte er: mich dürft! O JEsu, grosser Lebens fürst! Du haft durst und verlangen Nach unsrer seligkeit: drum hilf, Daß wir sie auch empfangen. 6. 3um fünften: o mein GOtt, mein GOtt! Wie läßt du mich so in der noht! Hier wirst du, HErr! verlassen, Daß uns GOtt wieder dort aufnähm; Den troft laß uns wol fassen. 7. Zum sechsten: hiemit ist vollbracht, und alles nunmehr gut gemacht. Gib, daß wir auch durchdringen: Und was du, HErr! uns auferlegst, Hilf feliglich vollbringen. 8. 3um lezten: ich nun meine feel, O GOtt, mein vater! dir befehl Zu deinen treuen hånden. Dis wort sey unser letter wunsch, Wenn wir das leben enden. * 9. Wer oft an diese worte denkt, Wenn seine missethat ihn frånkt, Der wird es wol genies fen: Weil er durch GOttes gnad erlangt Ein ruhiges gewiffen. 10. Verleih uns dis, HErr JE fu Chrift! Der du für uns geftor. ben bift: Gib, daß wir deine wunden, Dein leiden, marter, creuz und tod Betrachten alle stunden. Melodey 14. enn meine feel Den 165.Wen tag bedenket, Da meine sonn' zur nacht geeilt, Da mein geliebter arzt gekrånket, GHUF Durch seine wunden mich geheilt, Da er sein leztes wort gesprochen, Da JEsu it das herz gebrochen: So wein ich, weil ich weinen kann, Und stimme diese seufzer an: 2. HErr Christ! der du mit heissen thrånen Im tod noch batst für deine feind: Laß deine thrånen mich versöhnen, Du bast ja auch für mich geweint. Laß mich die rach dir überlassen, Gib, daß ich liebe, die mich hassen. Vergib den feinden ihre schuld, Gib ihnen reue, mir geduld. 3. Schaff, daß ich nicht die buß aufschiebe, Bis daß schon kömt der todes schweiß: Gedenk an mich mit deiner liebe: Nimm mich vom creu; ins paradeis, Da mir der baum des wiffens dienet, Da mir das holz deslebens grünet, Da der crystallen from mich stillt, Der aus dem ftuhl des lammes quillt. 2 4. Laß mich, wenn alles flüchtig gehet, Beydeinem fähnlein halten stand. Wer unter deinem creuz bie ftehet, Steht dort zu deiner rechten hand. Laß mich die witts wen und die waisen, Als dein' und meine brüder, foeisen: Und wenn ich mir nicht helfen kann, So nimm dich meiner nøhtdurft an. 5. Wie sollt ich nicht die fünde haffen, um welche dich GOtt selbst verläßt? Ich halte dich, du kannst nicht lassen Den, der dich hält, wie Jacob, feft. Wenn dich die jorn deck' mir verstecket, Wenn mich des todes schatten schrecket; So höre was mein herze spricht: Mein GOtt! mein GOtt! verlaß mich nicht. 6. O quell! von der viel ströme fliessen, Es dürftet dich nach mir, nach mir. Dein durft muß Adams bisfen büffen, Mich dürftet auch nach dir, nach dir! Gib, taß auch mir die essig- güsse Dein scharfer effig- trant verfüffse, Bis du mich dort und zwar von den sieben Worten JEsu am Creuze. dort, o lebens- fürft! Mit wollust ewig trånken wirst. 7. Es ist vollbracht, ich hab ge ich hab kämpfet: Rufft du; der vater ist vergnügt, Die schrift erfüllt, die sünd gedämpfet, Tod, teufel, holle find besiegt, Daß sie mir nicht mehr schaden werden. Gib, daß ich, wenn ich geb der erden An meinem frentag gute nacht, Auch frdlich rühm': es ist vollbracht! 97 noch so schwer Die marter, mich nicht haffen. 3. Weil deine schwere hand mich drückt; Verdorrt mein saft, mein herz erstickt, Vor durft die seel vers schmachtet, und muß noch seyn verachtet. Doch wird nun alles seyn vollbracht, Wodurch zuvor dein raht gedacht Dem menschen zu erwerben Das heil, bis auf mein sterben. 8. Alsdenn komm, deine braut zu holen, Nimm, himmels- Noah! deine taub'. Mein geist sey deiner hand befohlen; Mein frisches öl blatt ist der glaub': Neig gegen mich dein haupt im leiden, Scheid* 4. HErr Christe, heiland aller nicht von mir, wenn ich soll scheiswelt! Der du dich selbst haft eins den. Führ aus der marter- wochen gestellt, Für sünd und straf zu büs pein Mich zu den himmels- oftern sen, Laß mich deß auch geniessen. ein. Hilf, daß ich stets in frend und pein Hinfort mich dir ergeb allein; Geduldig alles leide, Die Mel. Ich glaub an einen GOtt 2c. 166.Bedent, mensch! die fünde herzlich meide. noht, Die angst GOtt der HErr bis in den tod Am creuse mußte leiden, Damit du kämst zu freuden. Sieh, wie sein ganzer leib verwundt, und den noch läßt der füffe mund Viel liebes- ftrömlein fliessen, Die reichlich sich ergieffen. Nur ich allein muß in dem spott Verlaffen seyn von dir, mein GOtt! Mein GOtt! dein antlik in mir kehr, Du kannst ja, war auch Darauf mein haupt nun neiget sich, Ich weiß, mein geift wird sicherlich In deiner hand verwahret seyn, Der leib befrent von aller pein Im grabe nicht verderben. Den vater bitt für meine fünd: Denk mein, versorg mich als dein kind: Verlaß mich nicht gib kräfte mir: Hilfalls vollbringen: nimm u dir Den geist, wenn ich ab. scheide. Mel. Chriftus der uns feligre. nicht die blinden leute im gericht 167. jevn, fu! fille e Laß mir wochen wo Entgelten diese misfethat; Weil chen: Daß ich oft denk deiner sie nicht wissen deinen raht, Wor- pein, Und was du gesprochen An nach ich muß so büffen. dem creuze: laß mich es Fruchtbarlich erwegen: Daß ich deffen nie vergeß, HErr! gib' gnad und fegen. 2. Auch dir, du schächer! kömmt zu gut Des glaubens kraft, mein tod und blut: Heut will ich dein gedenken, Das paradies dir schenken. Du weib! bist hier versorget schon; Sieh, den sollt du, wie deinen sohn, Mit mutter- lieb' umfassen, Der sohn wird dich nicht laffen. 2. Dein anfänglich wort war das: Vater! vergib ihnen; Weil sie selbst nicht wissen, was Sie an mir verdienen.Spricht hier GOt tes sohn zu GOtt Für sein ärgste feinde; Was wird er nicht in der noht Thun für seine freunde. 3. Drauf der schächer hört, der dir Seinen glauben wiefe: Wars lich 98 Von dem Leiden und Sterben JEsu lich, du wirst heut mit mir Seyn, Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. im paradieſe. mehr kann, des todes schmerzen; Daß ich diese wort als dann hör in meinem Herzen. 4. Weib, sagst du zur mutter, sich Deinen sohn hie stehen: Zu Johanne: du kannst hie Deine mutter sehen. Auch dis dritte wort macht froh, und läßt troft erscheinen, Wenn ich denk: du wirst auch so Sorgen für die meinen. r. Viertens mußt ben aller noht Auch der durft dich plagen, Da man dich, o mensch und GOtt! Hört, mich dürftet, klagen. Laß mich, JEsu! doch in mir, Gleich der matten hinden, Lebensquelle! ftets nach dir Heilgen durft empfinden. Gib, wenn ich nun 168.Es ist vollbracht, muß Durch eines JEsu blaffen mund. Ach! dringe doch, du mattes lallen, In meiner seelen tiefsten grund, Ja kömmt die fin fire todes nacht, Sey dis mein licht: es ist vollbracht! 2. Was ist vollbracht? die ganze fülle Von JEsu welt- und höllen- noht. Was GOttes treuer gnaden wille Von unserm heil seinem durch Christi tod ewgen raht bedacht; Davon spricht er: es ist vollbracht! 3 3. Was uns des geistes lehren sagen, Durch heiliger propheten mund: Um unsre schuld ist er zers schlagen, um unsre missethat vers wundt,* Er ist verfolgt, betrübt, veracht; Davon erschallt: es ift vollbracht!* Efai. 13, s. 4. Vollbracht des herben kel ches trinken, Den bittre leiden angefüllt. Vollbracht der müden knie sinken, Wenn blut: schweiß aus dem corper quillt. Von aller sünd- und Höllen nacht Spricht JEsu mund: es ist vollbracht! r. Geht nun das licht der heis den unter; So hemmt sein licht der sonnen lauf. Die todten selber werden munter, Es schliessen sich die gråber auf: Der fels erbebet, springt und kracht, Dis alles ruft: es ist vollbracht! 6. Fünftens riefft du: als die laft Zunahm ohne maassen: Mein GOtt, mein GOtt! warum haft Du mich so verlassen? Daß ich nie verlassen blieb, Wurdest du verlaffen: O der unerhörten lieb! Wer kann dieses fassen? 7. Sechstens, als du nun mit macht So weit durchgebrochen, Haft du auch, es ist vollbracht! Uns zum troft gesprochen: Denn durch dich ist ganz und gar GOt tes jorn gestillet; Weil, was zu voll bringen war, Du für uns er füllet. 8. Endlich schrieft du laut am end: Vater! ich befehle Meinen geist in deine hånd: Damit schied 6. Es sprechen, JEsu! deine die seele. Wenn mir auch der tod wunden, Es spreche dein vergoß zufert, und mein herz will bresnes blut, Und alle pein, die du em chen: So laß mich dis wort zu lest Denken oder sprechen. pfunden, Da deiner feinde wilde wuht Dich, GOttes lämmlein! abgeschlacht, Durch kraft an mir: es ist vollbracht! 9. JEfu, tilger aller noht! Bitt für mich den deinen: Gib des schachers troft im tod: Sorg auch für die meinen: Laß mich nie aus deis ner acht, durft meiner feele! Daß ich, wenn mein lauf vollbracht, Dir den geift. befehle. 7. Jhr freudenthrånen nest die wangen! Der glaube siehet of fenbar Die handschrift an dem creuze bangen, Die wider meine feele war. Wer ist, der nicht voll wonne und zwar von dem Tode JEsu. 99 wonne lacht? Da so erschallt: es 3. Mein JEfus stirbt, die aus ist vollbracht! gen brechen. Ach! nimm den lezten 8. Es führe mich, von allen orblick von mir. Sein mund vers ten, Wo dieser erden wollust blüht, schmacht't, was soll ich sprechen? Den mund von allen bösen wor- Mein lestes wort ist, Jesus! hier. ten, Von argem dichten das ge- Ach JEsu, JEsu! laß mich nicht. müht, Das herz von aller eitlen Wenn mir der tod das herz pracht, Dis wort am creuz: es ist bricht. vollbracht! 9. Doch steigt die flamme dei ner liebe zu gröffrer gluht in mei ner brust: Wenn rege sehnsucht reiner triebe Des alten Adams fleisches- luft Zu creuzgen und zu tödten tracht, So heiß es auch: es ist vollbracht! 4. Mein JEfus ftirbt, und seine seele Befiehlt er in des vaters hånd. Ach vater! ach, auch ich befehle Dir meinen geift an meis nem end. Wo deines sohnes seele ruht, Da ists auch meiner seele gut. 10. Soll auch mein haupt in vielen schmerzen, Gleich deinem, unter dornen stehn; Soll ich mit thränen vollem herzen Durch trùbsal ins reich GOttes gehn; Kommts, daß mir feel und leib verschmacht; So sey mein troft: es ist vollbracht! s. Mein JEsus neigt sein haupt zur erden: Welt gute nacht! ich scheide mit. Soll JEfus eine leiche werden, Was scheu denn ich den lesten tritt? Ich sterbe, JEsu! mit begier, Jch sterbe mir, und lebe dir. 6. Mein JEsus stirbt, er ist vers schieden. Wie fanfte neiget er sein haupt? So schlaf ich ein im süf 11. Schmeck ich in dieser tam- sen frieden, Der stirbt nicht, der mer höle Mit dir des todes bit- an JEsum glaubt. Drum sez ich terkeit: So sen die tröftung mei ner seele Dein frohes leben nach der jeit; Daß ich, wenn glaub und hoffnung wacht, Mit freuden fprech: es ist vollbracht! meinem tode bey, Daß JEsu tod mein leben sey. 7. Mein JEsus ftirbt, sein eis gen leben Ift ihm auch nicht für mich zu theur. Nun hat er alles hingegeben: O unaussprechlich liebes- feur! Mein heil, was fos Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. derst du von mir? Ich geb mein Von dem Tode Jesu. 169. Mein JEfus ftirbt! alles, alles dir. was soll ich leben? Mein haupt sein traurigkeit, glied? Ach soll ich ihm den geift 170. seleib! ft das nicht nicht geben, Da iezt sein geist von dannen zieht? Ach ja, ich sterbe nun mit dir; Mein JEsu! stirb du auch mit mir. 2. Mein JEfus ftirbt! drum soll ich leben; Sein tod befrent mich von dem tod. Nun kann ich erst mein haupt aufheben; Die fünde ftirbt, ich lebe GOtt. Ach ja, ich lebe nun in dir, Mein JEsu! leb auch du in mir. zu beklagen? GOttes vaters eis nig kind Wird ins grab getragen. 2. O grosse noht! Des todes tod Ift selbst am creux gestorben: Doch hat er das himmelreich mir das durch erworben. 3. O menschen- kind! Nur deine fünd Hat dieses angerichtet, Als du durch die missethat Wareft ganz vernichtet. 4. Dein brautigam, Das GOt. 2 tess 100 Von dem Leiden und Sterben JEsu tes- lamm Liegt hie mit blut beflof s. Die sonne selbst versteckt die fen, Welches er ganz mildiglich Hat für dich vergossen. s. O süsser mund! O glaubensgrund, Wie bist du doch zerschlas gen! Alles, was auf erden lebt, Muß dich ia beklagen. strahlen, Der himmel kreucht in einen fack. Das echo ruft zu taus sendmahlen: Dis ist ein rechter trauer- tag! Der felfen- riß macht ein geschrey, Daß GOttes sohn gestorben sey. 6. O lieblich bild, Schön, tart 6. Ach! sterbet in mir alle und mild! Du föhnlein der jungskräfte! Weil JEsus stirbt, ist frauen! Niemand kann dein heisses blut Ohne reu anschauen. 7. O selig ist Zu jeder frist, Der dieses recht bedenket, Wie der HErr der herrlichkeit Wird ins grab gesenket. meine pflicht, Daß ich mich an sein creuze hefte, Wo mein herz an dem seinen bricht; Ach JEsu! nimm mein leben hin: Ich ruh nicht, bis ich bey dir bin. 8. O JEsu, du Mein hülf und rub! Ich bitte dich mit thränen, Hilf, daß ich mich bis ins grab Nach dir mdge sehnen. Mel.Wer nur den lieben GOtt zc. 171.Mein bester freund ist mir gestorben, Sollt 7. Erblaffte lippen! laßt euch küssen, Ihr trieft von lauter le bens saft: Laß dich, geneigtes haupt! umschliessen, Das meinem haupte ruh verschafft. Erlaube, tiefe seitens höl! Daß in dir ruhe meine feel. 8. Wo soll ich dich nun hin be graben, Daß ich kann immer bey Dir seyn? Du sollt zur gruft mein herze haben, Da leg ich dich, mein freund! hinein. Dein creuze soll das grabmahl seyn, Die schrift Darauf, dein blut allein. man mich nicht voll trauren sehn? Der mir den himmel hat erwor ben, Den seh ich in die erde gehn. Der mir das leben hat gebracht, Versinkt in schwarze todes nacht. 2. Ifts möglich? seh ich JEsum sterben? Ach ja, ich seh es allzu Flar, Wie sich die blaffe lippen färben: Sein antlig stellt die sonne dar, Wenn solche ganz verfinstert ist, und allen ihren glan; verschließt. 3. Die augen sind nicht nur ges brochen, Das herz ist selber, was ihm mel. Ich hab mein sach GOtt zc. wort gesprochen, Da man von feit 172. Nun ist es alles wol nem tode spricht: Das haupt, das so viel strahlen zeigt, hat sich zur erde hin geneigt. 4. O schwert, das meine bruft durchfähret! O tod, der mich zum todten macht! Mein herz ist mir ganz umgekehret, Indem es seis nen freund betracht't, Wie er den festen abschiedskuß Mit Falten Tippen geben muß. 9. Und wenn ich meinen lauf vollende; So geb ich meinen mü den geift In deines treuen vaters bånde, Wie mich dein abschied bes ten heißt. Der trifft im tod das les ben an, Der mit und in die sterben kann. sus ruft: es ist vollbracht! Der neigt sein haupt, o mensch! and ftirbt, Der dir erwirbt Das leben, das niemahls verdirbt. 2. Der HErr der herrlichkeit er bleicht, Der lebens- fürft, dem nies mand gleicht: Was wunder, daß die erde kracht, Und es wird nacht; Weil GOttes sohn wird umges bracht. ud o 3. Die und zwar von dem Tode JEfn. tol 3. Die sonn verlieret ihren, Nach deinem wort, Daß ich die schein, Des tempels vorhang reis cron erlange dort. fet ein, Der heilgen gråber öffnen ich Ganz wunderlich, Man sieht sie aufstehn sichtbarlich. 13.So will ich dich, HErr JEsu Chrift! Daß du für mich gestorben bift, Von Herzen preisen in der seit, und, nach dem streit, Mit freud und wonn in ewigkeit. 4. Weil denn die creatur sich regt, So werd, o mensch! hiedurch bewegt. Ein felszerreißt: und du wirst nicht Durch dis gericht Be wogen, daß dein herze bricht? Mel. Alle menschen müssen ze. s. Du bist ja ſchuld, dis nimm 173.Reißt ihr felfen! erde in acht, Daß JEsus ist ans creuz gebracht, Ja gar zum tod und in das grab, Da er schied ab, und mit geschrey den geift aufgab. bebe! gib nur dunkles licht! Alle welt in trauren schwebe, Weil mein fels des heils zerbricht. Auf so viele marter- streiche Wird der schönste leib zur leiche und erblaßt, vom blute roht: JEsus meine lieb' ift 3930 194 todt. 6. Drum folge JEsu nach ins grab, Und stirb dem fünden- greuel ab. Gehst du nicht mit ihm in den tod, Lebst ihm zum spott; So mußt du fühlen höllen- noht. 7. Ach vater! ach dein einger sohn Erbleicht am creuz mit schmach und hohn: Nun, dis geschicht für meine schuld, Drum hab geduld, Und jeig in JEsu gnad und huld. 8. Ich will mit ihm zu grabe gehn, und, wo die unschuld bleibet, sehn: Ich will mit ihm begraben seyn. Dein tod allein Macht, daß ich selig schlafe ein. 2. Alte schlange! nun du küh left Durch den schudden fersen. stich Deinen muht; jedoch du füh left Das zertreten, denn auf dich Fällt der frevel; und mir armen Kömmt, durch göttliches; erbar: men, JEsu theur vergoßnes blut, Als ein lösegeld, zu gut. 3. Aber ach! was soll ich fas gen, Meines freunds verschloßner mund, Und mein eigen herz mußt klagen, Daß ich ihn so sehr vers wundt, und mein leben hab ers würget, Das sich bis ans creus verbürget. Sünde macht, daß GOttes sohn Für mich trägt der fünde lohn. 9. Todt, JEsu! selbst in meiner bruft, Was sich noch findt von bd fer lust Und alten menschen; daß ich streb, Wie ich erheb Mein Herz zu dir, und dir, HErr! leb. 4. Doch ihr schnelle glaubens10. Sollt ich den fünden un flügel! Eilt dem myrrhen- berge flaht doch Noch hegen? nein! diszu, Flieher auf den weihrauch hi schwere foch Sen abgelegt; es hat mir lang Gemachet bang: Nun weiß ich, daß ich gnad empfang. gel*, Wo die matte seele ruh', Wo sie stärke für mich schwachen, Für mein trauren freud und lachen, Für die galle, süffigkeit Findt im leiden dieser seit. 11. Ich will nun abgestorben seyn Der sünd, und leben dir allein. Es hat dein tod das leben mir Gebracht herfür, Und aufge than die himmels- thür. 12. O JEfu Chrifte! stärke mich In meinem vorsaß kraftiglich. Taß mich den kampf io führen fort, * Hohel. Sal. 4, 6. s. Dort will ich mich niederlass fen, Dort ist mein erquickungsort. Wenn ich muß den tod umfaffen, Soll sich meine seele dort In die wunden- höhlen fehmiegen Don't, 3 102 Von dem Leiden und Sterben JEfu Dort will ich vor anker liegen, Wo, Weil ich nun, durch deinen tod, mich nichts berühren kann; Stür Tod und grab besiege. men gleich die wetter an. 9.30 6. Gar nichts verdirbt: Der 6. JEsu! auch im fremden grabe leib nur stirbt: Doch wird er auf Bist und bleibest du doch mein.erstehen, und in ganz verklärter Alles, was ich bin und habe, Sollzier Aus dem grabe gehen. zu deinen diensten seyn. Ich will dir herz, gut und leben Statt der specereyen geben, und mit dir zu grabe gehn, Einst durch dich auch auferstehn. 7. Freudig sterb' ich; denn das leben Wird an mir auch offenbar, Das sich selbst für mich gegeben: Leid ich gleich, nimmt die gefahr Doch ein ende mit dem leiden: Uns wird auch der tod nicht scheiz den. Unter Christi leichen- stein Will ich mit begraben seyn. 8. Fels und erde! still dein bes ben, Wecket meine liebe nicht. Sonn' erblasse! bis mein leben Siegreich höll und grab durch bricht. Ich will auch die seufzer swingen, Doch nach dreyen tagen fingen: Meine liebe lebet noch, Und zerbricht des todes joch. Von dem Begräbniß JEfu, 190 Mel. O traurigkeit zc. ne ruh! In deiner grabes- höle Und erweckft durch deinen tod Meine toote seele. 2. Man dich in meine seele senken, und an 7. Jndeß will ich, Mein JEsu! deinen bittern tod Lebenslang ges denken. Mel. Mein Herz und feel den 2c. 175. lamm! bas meine sen, Und als ein fluch ist an das getras creuz geschlagen, Nun nimmt man noch vor abends dich herab, und trägt dich bin in Josephs neues grab. R volles zeichen! Das aber nur der 2. O tröstlich bild! o gnadens glaube kann erreichen: Der fluch ist weg, die erde ist nun rein:* zum zeugniß deß mußt du begras ben seyn.* B. Mos. 21, 22. 23. Gal. 3, 13. 3. Nun weiß, und glaub ich, tod geschmeckt; und mir erwors daß du bist gestorben, Daß du den ben Gerechtigkeit, daß ich bestehen und daß die fünde abgethan. 4. Die schrift konnt nicht an dir gebrochen werden; Drum muß ler pein, Dich ein, Nach vie dein leib auch ruhen in der erden.* meines lebens le:** Was Daniel und*** Jonas ben! Dich hat jest ein felfen- grab, vorgebild't, Seh ich nunmehr, Fels des heils! umgeben. mein heil! an dir erfüllt. * Pf. 16, 10. Jef. 53, 9. Dan. 6, 17. feq. 3. Ach! bist du kalt, Mein aufenthalt? Das macht die heisse liebe, Die dich in das kalte grab Durch ihr feuer triebe. 4.O lebens- fürst! Ich weiß, du wirft mich wieder auferwecken: Sollie denn mein gläubig her; Für der gruft erschrecken? *** Jon.2, 1. seq. Matth. 12, 40. s. Du bist das weizen- korn, so man verscharret; Doch wenn man nur drey tage lang geharret, Wird man dich aus dem grabe auferstehn, Und tausendfache früchte 5. Sie wird mir seyn Ein käm bringen sehn. Joh. 12, 24. merlein, Da ich auf rosen liege: 1 6. Indeß ist dein begräbniß felbft und zwar von dem Begräbniß JEsu. jelbst ein siegel Der unschuld, und lager stått, Zum schlaf- gemach, der ganzen welt ein spiegel, Worum ftillen ruhe- bett. innen mit verwundrung jedermann Ein vorspiel der erhöhung ſpüren kann. 7. Ich darf nun nicht für mei nem grab' erschrecken, Da du, mein heil! dich in das grab läßt stecken; Dein grab macht meins zur füffen 8. Mein heiland! ich bin mit dir schon begraben, Als feel und leib die tauf empfangen haben, Die taufe, die auf deinen tod ge schehn: Nun laß mich auch mit dir stets auferstehn.* * Rom. 6, 3, 4. Col. 2, 12 IX. Auf das Oster: Fest. Von der Auferstehung Jesu Chrifti. ist der herr176.Erschienen tag, Dran nie mand sich gnug freuen mag: Chrift unser HErr heut triumphirt, Die feinde er gefangen führt. Hallel. 2. Die alte schlange, sünd und tod, Die höll, auch alle angst und noht hat überwunden JEsus Chrift, Der heut vom tod erstanden ist. Hallel. 3. Am sabbath früh mit spece: rey Kamen zum grab Marien dren, Zu salben da des menschen sohn, Der von dem tod erstanden schon. Hallel. 4. Wen sucht ihr da? der engel sprach: Christ ist erstanden, der hie lag, hie seht ihr die schweißtü chelein: Geht hin, sagts bald den füngern sein. Hallel. 103 8. Jonas im wallfisch war dren tag: So lang im grab auch Chris ftus lag; Der tod ihn långer keine stund In seinem rachen halten konnt. Hallel. 3. Der tod da seinen raub vers lohr, Das leben siegt' und kam ems por: Zerstört ist nun des todes macht, Chrift hat das leben wiederbracht. Hallel. s. Der jünger furcht und herzeleid Wird heut verkehrt in lauter freud: So bald sie nur den HEr ren sehn, Muß alles trauren bald vergehn. Hallel. 10.Heut gehn wir aus Egyptenland, Aus Pharaonis dienst und band: Wir essen heut, im brot und wein, Das rechte ofter- lämmelein. Hallel. 11. Auch essen wir die füffen brot, Die Moses GOttes volk gebot: Kein sauerteig soll bey uns seyn, Daß wir von fünden leben rein. Hallel. 6. Drauf hält der HErr ein schön gespräch mit zween jüngern auf dem meg: Für freud das her: im leib ihn'n brennt, Jm brot: brechen wird er erkennt. Hallel. 7. Der rechte Simson, unser held, Christus, den starken löwen fällt. Der höllen pforten er hintrågt, Dem teufel sein gewalt er. legt. Hallel. 12. Der würg- engel vorüber geht, Kein erstgebuhrt er bey uns schlägt: Des herzens thür hat Christi blut Bestrichen, das hält uns in hut. Hallel. 13. Die sonn, die erd, all crea tur, Und was betrübet war zuvor, Freut sich deß heut an diesem tag; Weil satanas darnieder lag. Hallel. 14. Drum wir auch billig frölich seyn, Das halleluia singen fein, und loben dich, HErr JEsu Chrift! Zu troft du uns erstanden bift. Hallel. 4 Mel. 104 Auf das Oster Fest Mel. Erschienen ist der herrlich zc., keit Anschauen ewig voller freud: 177 werde Trüh wie alle feind Höllen- pein gestürzet seynd. Hall. sonn aufgeht, Mein heiland Christus aufersteht. Vertrieben ist der sünden nacht, Licht, heil und leben wiederbracht. Halleluja. 2. Wenn ich des nachts oft lieg in noht Verschloffen, gleich als war ich todt; Laß du mir früh die gnaden sonn Aufgehn, nach trauren, freud und wonn. Hallel. 3. Nicht mehr, als nur drey tage lang, Mein heiland bleibt im todes zwang: Am dritten tag durchs grab er dringt, Mit ehren fein siegs fähnlein schwingt. Hallel. 4. Jest ist der tag, da mich die welt mit schmach am creus gefangen hält: Drauf folgt der sabbath in dem grab', Darin ich ruh und friede hab. Hallel. 5. In kurzem wach ich frölich auf: Mein ofter- tag ist schon im lauf; Ich wach auf durch des HErren stimm, Veracht den tod mit seinem grimm. Hallel. 6.Am creuz läßt Christus öffent lich, Vor allem volke tödten sich: Da er durchs todes kerker bricht, Laßt ers die menschen sehen nicht. Hallel. 7. Sein reich ist nicht von dies fer welt, kein groß gepräng ihm hier gefällt: Was schlecht und nie drig geht herein, Soll ihm das al lerliebste seyn. Hallel." 8. Hier ist noch nicht ganz kund gemacht, Was er uns aus dem grab' gebracht, Den groffen schaß, die reiche beut, Drauf sich ein chrift so herzlich freut. Hallel. II. Der HErr den tod zu boden schlägt, Da er selbst todt, und sich nicht regt: Geht aus dem grab in eigner kraft, Tod, teufel, höll nichts an ihm schafft. Hallel. 12. O wunder groß! o starker held! Wo ist ein feind, den er nicht fällt? Kein angst- stein liegt so schwer auf mir, Er wälzt ihn von des herzens thür. Hallel. 13. Kein creuz und keine noht sich findt, Die Chrifti fieg nicht überwindt: Er führt mich aus durch seine hand: Wer mich will halten, wird zu schand. Hallel. 14. Und daß der HErr erstan den sey, Das ist von allenr ¡ weifel frey; Der engel selbst bezeugt es klar, Das leere grab machts offents bar. Hallel. 15. Lebt Chriftus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt: Wenn mir gleich alle welt stürb ab, Gnug, daß ich Christum ben mir hab. Hallel. 16. Er nehrt, er schüßt, er tros stet mich, Sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jest lebt, da muß ich hin, Weil ich ein glied seins leibes bin. Hallel. 17. Durch seiner auferstehung kraft, Komm ich zur engel brüderschaft: Durch ihn bin ich mit GOtt versöhnt, Die feindschaft ist ganz abgelehnt. Hallel. IS. Mein herz darf nicht entfess zen sich, GOtt und die engel lieben mich: Die freude, die mir ist bereit, Vertreibet furcht und traus rigkeit. Hallel. 9. Der jüngste tag wird zeigen an, Was er für thaten hat gethan: 19. Für diesen troft, o grosser Wie er den schlangenkopf zerheld, HErr JEsu! dankt dir alle knickt, Die höll zerstöhrt, den tod welt. Dort wollen wir auf beffre erdrückt. Hallel. weif Erheben deinen ruhm und 10. Da werd ich Chrifti herrlich: preis. Halleluja. Mel. von der Auferstehung JEfu Chrifti. 105 178. der finstern gruft, Met. Wenn mein stündlein zc. ben. Der sieg ist unser, JEfus Dommt wieder aus lebt, Der uns zur herrlichkeit er: hebt, GOtt sen dafür gelobet! Ihr GOtt ergebne sinnen! Schöpft neuen muht und frische luft, ist erstanden 179. von der marter alle: Deß sollen wir alle froh seyn, Christus will unser troft seyn, Hallel. 12. Wår er nicht erstanden, Co war die welt vergangen; Weil er nun erstanden ist, So loben wir den vater JEfu Chrift, Hallel. 3.Halleluja, Halleluja, Halleluja! Deß sollen wir alle froh seyn, Chris stus will unser troft seyn, Hallel. Denn JEsus, der im grabe lag, Hat als ein held am dritten tag Des todes reich besieget. 2. Auf! danket ihm mit her; und mund Am tage seiner freuden; Er hat den ewgen gnaden bund Begründet durch sein leiden, Er hat dem tod entwandt die macht, Das leben aber wiederbracht und unvergänglich wesen. 3. Nun tritt, was Chrifto ähn 180.Chrif lag in todes. banden, Für unfre lich men: Beil Christus auferstanden sünd gegeben: Der ist wieder ers ist, Wer will sein volk verdam- standen, Und hat uns bracht das men? Hier ist der mann, der überleben; Deß wir sollen frölich seyn, wand, und nach zerrissnem todes: band Zur rechten GOttes sitet. Gott loben und ihm dankbar seyn, Und singen halleluja! Halleluia. 4. Du wolgeplagtes christenheer! Vergiß was drückt und na get. Häuft sich die noht gleich noch so sehr: Nur frisch mit dem gewaget, Der durch des grabes sie gel brach, Und zu dem tode machtig sprach: Wo ist nunmehr dein stachel? s. Nur Chrifti fieg ist gut dafür, Der hilft uns überwinden, Und Sffnet riegel, schloß und thür: Trop teufel, welt und fünden! Er ist der groffe sieges mann, mit ihm ist alles wol gethan: Wo bleibt dein sieg, o hölle?? 2. Den tod niemand bezwingen konnt Bey allen menschen- Fins dern: Das machte alles unfre sünd; Kein unschuld war zu finden. Davon kam der tod so bald, und nahm über uns gewalt, hielt uns in seinem reich gefangen. Halleluia. 6.3um siegel dieser groffen beut, Giebt uns der HErr zu essen Die fpeise der unsterblichkeit, Sein nimmer zu vergessen. Des lebens jaft uns heilsam tránkt, Den das erwürgte lamm uns schenkt. O ed ler ofter- segen! 7. GOtt, unserm GOtt sey lob und dank, Der uns den sieg gege: ben; Der dem, so sterbend nieder fank, Hat wieder bracht das les 3. JEſus Christ wahrer GOttes sohn An unsre statt ist kommen, Und hat die fünde abgethan, Das mit dem tod genommen All sein recht und sein gewalt: Da bleibet nichts denn tods- gestalt, Den stas chel hat er verlohren. Halleluia. 4. Es war ein wunderlicher krieg, Da tod und leben rungen: Das leben da behielt den sieg, Es hat den tod verschlungen. Die schrift hat verkündigt das, Wie ein tod den andern fraß; Ein spott aus dem tod ist worden. Halleluja. <. Hie ist das rechte ofter- lamm, Davon GOtt hat geboten, Das ist hoch an dem creuzes- stamm In heiffer lieb gebraten; Deß blut zeichs 5 Auf das Oster Feft we ne 106 seichnet unsre thur, Das hält der glaub dem tode für: Der würger kann uns nicht rühren. Halleluja. 6. So feyren wir das hohe fest Mit herzens freud und wonne, Das uns der HErr erscheinen läßt; Er ist selber die sonne, Der durch seinen gnaden- glan; Erleuchtet unsre herzen ganz. Der fünden nacht ist vergangen. Halleluja. s. Nun kann uns kein feind schas den mehr, Ob er gleich tobet noch so sehr: Verworfen ist der arge feind, Da wir nun GOttes kinder seynd. Halleluia. 6. Dès danken wir dir alljus gleich, Und sehnen uns ins hims melreich. Es geht zum end, GOtt helf uns alln; So singen wir mit grossem schall: Halleluja. 7. Wir essen hier and leben wol In rechten oster- fladen: Der alte sauerteig nicht soll Seyn bey dem wort der gnaden. Christus will die * 7. GOtt vater in dem höch. speise seyn, Und speisen unsre feel sten throu, Und Christo seinem eins allein: Der glaub will keins an- gen sohn, Dem heilgen geift in dern leben. Halleluja. luja.sleicher weiß In ewigkeit ſey lob und Christus unser 181.Sheiland, der den tod überwand, Ift auferstanden, Die Mel. Allein GOtt in der höh zc. fünd hat er gefangen. Halleluja. 2.Der war gebohren, Trug für uns GOttes jorn: Hat uns versöhnet, Daß uns Gött seine huld gönnet. Halleluja. 3. Tod, sünd, teufel, leben und gnad, Alles in handen er hat. Er kann erretten Alle, die zu ihm treten. Halleluja. Mel. Erschienen ist der herrlich zc. 182. von un triumphiret JEdem tod erstanden ist Mit grosser macht und herrlichkeit: Deß dank'n wir ihm in ewigkeit. Halleluja. 2. Dem teufel hat er all sein macht Zerstöhrt, und ihn zu boden bracht: Wie pflegt zu thun ein starker held, Der seinen feind gewaltig fällt. Hallel. den tod: Dort aber in des hims mels thron Folgt auf den kampf die ehrencron. Halleluja. 3. O auferstandner JEsu Chrift! Der du der fünder heiland bist, Führ uns durch dein barmherzigfeit Zu dir in deine herrlichkeit. Halleluja. 4. Hie ist doch nichts als angst und noht, Bonkindheit an bis in 300198 183. to wo if bein flas chel nun? Wo ist dein sieg, o hdlle? Was kann uns iest der teufel thun? Wie grausam er sich stelle. Gott sey gedankt, der uns den sieg So herrlich hat nach diesem krieg Durch JEsum Christ gegeben. 2. Wie streubte sich die alte schlang, Als Christus mit ihr kampfte? Mit lift und macht sie in auf ihn drang, Jedennoch er sie sticht; So sieget sie darum doch nicht, Der kopf ist ihr zertreten. 3.Lebendig Chriftus kömmt hers für, Die feind nimmt er gefangen, Zerbricht der höllen schloß und thür, Trägt weg den raub mit prangen. Nichts ist, das in dem sieges- lauf, Den starken held kann halten auf, All's liegt da übers wunden. 4. Des todes gift, der höllen pest Jst unser heiland worden: Wenn satan auch noch ungern läßt Von wüten und von morden, und, da er sonst nichts schaffen kann, von der Auferstehung JEfu Chrifti. 107 den tod; Jest bist du auferstanden, Und frey von todes- banden. kann, Nur tag und nacht uns kla- da du wirst Zur freude uns geges get an; So ist er doch verworfen. ben. Erst stürzt die noht Dich in 5. Des HErren rechte die behält Den sieg, und ist erhöhet. Des HErren rechte mächtig fällt, Was ihr entgegen fiehet. Tod, teufel, höll und alle feind Durch Christi sieg gedämpfet seynd; Jhr zorn ist kraftlos worden. PRIMES 6. Es ward getödtet Jesus Christ, Und sieh, er lebet wieder. Weil nun das haupt erstanden ist, Stehn wir auch auf, die glieder. So jemand Christi worten glaubt, Im tod und grabe der nicht bleibt; Er lebt, ob er gleich stirbet. 7. Wer täglich hier durch wahre reu Mit Christo auferstehet: Jst dort vom andern tode frey, Als der ihn nicht angehet. Genommen ist dem tod die macht, Unschuld und leben wiederbracht, und unvergänglich wesen. 2. Der fünder laft und schwere schuld Hieß dich in fessel fallen: Du gabest dich aus grosser huld Ans creuz, an statt uns allen, Nun sind wir frey Von sclaverey, Und von der höllen banden, Nachs dem du auferstanden. 3. GOtt lob! du geheft wieder auf, Du rechte gnaden- sonne! Und giebst nach unterbrochnem lauf, Uns strahlen neuer wonne. Nun ist die feel Mit freuden- dl Von dir gesalbet worden, Zur auserwähls ten orden. E 4. Die kraft von deiner majes ståt Bricht selbst durch grab und steine. Dein sieg ists, der uns mit erhöhtZum vollen gnaden- scheine. Des todes wuht, Der höllen glut Hat alle macht verlohren, Und wir sind neu gebohren. 8. Das ist die rechte ofter- beut, Der wir theilhaftig werden, Fried, freude, heil, gerechtigkeit Im himmel und auf erden. Hie sind wir still, und warten fort, Bis unser leib wird ähnlich dort Christi verklärtem leibe. s. O! daß wir diesen theuren sieg Lebendig mögten kennen, und unser her; bey diesem krieg Jm glauben mögte brennen: Denn Chrifti licht Uns sonsten nicht zum himmels- lichte führet, Wo man nicht glauben spühret. 9. Der alte drach mit seiner rott Hingegen wird zu schanden: 6. So brich denn selbst durch Erlegt ist er mit schimpf und spott, Da Chriftus auferstanden. Des unser heri, OJEsu, fürst der cha hauptes sieg der glieder ist, Drumren! Und laß in uns, nach reu und kann mit aller macht und lift Uns schmers, Des glaubens kraft sich fatan nicht mehr schaden. mehren, Daß wir in dir Die offne thür Zur ewgen ruhe finden, Und auferstehn von sünden. 10. O tod! wo ist dein stachel nun? Wo ist dein sieg, o hölle? Was kann uns jeit der teufel thun? Wie grausam er sich stelle. GOtt sey gedankt, der uns den sieg So herrlich hat nach diesem krieg Durch JEsum Chrift gegeben. 7. Ach hilf! daß wir zur rechten zeit Zu dir, o JEsu! kommen, Mit speceren der reu und leid, Aus hersens grund genommen: Daß wir in eil Zu deinem heil Jn wahs rem glauben laufen, und lebensMel. Was GOtt thut das ist zc. falbe kaufen. 8. den schlaf der sicher184. ges furst, Du lebenheit, Daß wir bey frühem morgen aller leben! Heut bringst du friede, 3u suchen dich stets fenn bereit, Wenn 108. Wenn du dich gleich verborgen. Nimm uns das grab Der sünden ab; Weil du hervor gebrochen, Und uns am feind gerochen. Auf das Oster- fest no 9. Laß uns doch mit dir auferstehn; Wir liegen noch im grabe, Und können noch das licht nicht fehn, Die kraft von deiner gabe, Die deine macht uns wiederbracht. Führ uns zum neuen les ben, Daß wir fest an dir kleben. 10. O wie viel hûter liegen hier, Die unser her: berennen, Daß wir aus dieser grabes- thür Nicht zu dir kommen können! Der fünden nacht Hält selbst die wacht: Die welt mit ihren schågen Sucht folheit. Freue dich, o christenheit! ches zu besetzen. 11. Die wolluft, sorge, neid und geld Sucht solches zu verriegeln: Der Pharisäer dieser welt Gedenkt es zu versiegeln. Wer öffnet hier Des grabes thür? Wer hebt den stein der fünden, Den wir in uns befinden? 12. Das thust du, JEsu! ganz allein: Die tücher alles bösen, In welche wir verwickelt seyn, kannst du allein auflösen. Zerbrich das joch, Und führ uns doch Zum reiche deiner gnade, Daß uns kein feind nicht schade. 13. Versag uns deine gute nicht, Wenn wir in busse weinen: und Taß uns deines friedens licht In trauer nachten scheinen; So können wir, O held! mit dir, Die rechte oftern feyren, und uns in dir erneuren. überall! Kommiet, laßt uns dank erweisen Unserm GOtt mit füf sem schall. Er ist frey von todes: banden, Simson, der vom himmel kam, und der Isw aus Juda stamm, Christus JEsus ist erstans den. Nun ist hin der lange streit: Freue dich, o christenheit! 2. Christus selbst hat überwun. den Des ergrimmten todes macht: Der in tüchern lag gebunden, Hat die schlange umgebracht, Hat des satans reich verheeret, hat es nach der kurzen ruh Ausgetilget, und dazu Seine wuht und macht zerstöhret. Nun sind wir in sichers 14. Laß uns dein wahres auferstehn Auch selbst in uns erfahren; und aus den sündengräbern gehn. Laß uns den schatz bewahrent, Des geistes pfand, Das deine hand Zum siegel uns gegeben; So gehn wir ein zum leben. 3. Öb mein heiland gleich ge storben, und ins grab geleget ift, Blieb er gleichwol unverdorben: Denn nach dreyer tage frist Bist du, held! zurück gekommen, Haft das leben und die macht Aus der schwarzen gruft gebracht, und des todes raub genommen, Schenkst uns nun die seligkeit. Freue dich, o chriftenheit! 4. Tod! wo sind nun deine waf fen? Hölle! wo ist dein triumph? Satan kann nun nichts mehr schaffen, Seine pfeile wurden stumpf. Christus ift sein gift gewes fen, Christus ist der höllen peft: Welt und fünde liegen fest, Und wir menschen sind genesen, Sin gen nun durch Chrifti ftreit: Freue dich, o christenheit! 10101 5. JEfus heilet unfre plagen, Wenn wir nirgend hülfe sehn, Läßfet uns nach dreyen tagen Freudig mit ihm auferstehn. Die verwes sung dieser erden Sieht mein treuer helfer nicht, Der durch grab und kerker bricht: Darum will ich dankbar werden. Harfund psalter sey bereit! Freue dich, o christenheit! Mel. 14. Sollt ich meinem GOtt. uns den HErren 6. Er ist aus der angst gerissen, 185 preifen, ihr chriften und mit ehren angethan: Wer ist, der von der Auferstehung JEfu Chrifti. 109 der fein leben wissen, Dessen lång'| ausreden kann? Christus ist der eckstein worden: GOtt! das ist 11. Meinen leib wird man bes graben, Aber gleichwol ewig nicht. Bald werd ich das leben haben, von dir geschehu, Wie wir höchst| Wenn das leite welt- gericht Alle erfreuet sehn. Aus der fünder iam mer- orden Reißt uns GOtt durch diesen streit. Freue dich, o christenheit! gråber wird aufdecken; Wenn der engel feld- geschrey Beiget, was vorhanden sey; Denn wird mich mein GOtt aufwecken, und bes schlieffen all mein leid, Freue dich, o christenheit! 7. 3war du trunkst vom bach am wege Einen bittern leidenstrank: Littest tausend schmach und schläge, Warst von sündenstrafen krank. Doch nun ist dein haupt erhoben, Dein verklärtes angesicht Stirbet nun und nim mer nicht: Wofür wir dich ewig loben. Dir sey preis in ewigkeit. Freue dich, o christenheit! 8. HErr! dis sind die edlen früchte, Die dein' auferstehung giebt: Daß wir gehn vor dein gerichte, um das urtheil unbetrübt: Mel. Chrift lag in todes- banden. HErr! dis sind die schöne gaben, 186. allerschönster freuz Gnad und und Troft und friede nach dem krieg: O die sollen kräftig laben Leib und feel in allem leid. Freue dich, o chriftenheit! den- tag! tag, da meine sonne, Mein JEsus durch sein grab durchbrach, Zu meines herzens wonne. Ach! laß deiner Flarheit schein Doch auch auf mich gerichtet seyn, Damit ich frd: lich singe: Halleluia. 2. Nun weiß ich, meine feligkeit kann mir kein mensch absprechen. Ich kann mit meinem JEsu hent Durch tod und hölle brechen. Mit des Ifraelis heer Will ich auch durch das rohte meer Hin in mein erbtheil reifen. Halleluja. 3. Weg satan! weg o fleischesluft! Weg fündliches Egypten! Mein Canaan ist mir bewußt Bey JEfu, dem geliebten. Ach, mein schat! verleihe mir, Daß meine feel fiets ruh' in dir, Und von der erden fliehe. Hallel. 4. Mein heiland! weil du lebeft mir, So hilf, daß ich dir lebe Gib, daß ich mich nun für und für Mit ganzem ernft bestrebe, Daf ich aus dem fünden- grab' Aufsteh und 9. Ach! ich feufie, ach! ich dürfte Nach dem frieden tag und nacht, Den du, groffer lebens- fürste! Durch den kampf haft wieder bracht; Darum theil aus diese beute, Als der starke Simson that, Da er überwunden hat: Gib sie uns, und zeig uns heute Dei nes sieges herrlichkeit. Freue dich, o christenheit! 12. Denn so werden meine glic der, Die nur staub und asche seyn, Unverweslich leben wieder: Und erlangen solchen schein, Dessen gleichen auf der erden immer10. Gib, HErr JEsu! deine gnade, Daß wir fiets mit reue fehn, Was uns armen fündern schade, Daß wir mit dir auferstehn. Brich hervor in unsern herzen, lieber winde fünde, tod, Teufel, welt, und höllen- noht: Dampf in uns angst, pein und schmerzen, See: len- kummer, traurigkeit. Freue dich, o chriftenheit! mehr zu finden ist: Ja mein leib, HErr JEfu Chrift! Soll dem deinen ähnlich werden, Ganz voll pracht und herrlichkeit. Freue bich, o christenheit! 110 Oster Feft) e Auf das und alles lege ab, Was mich und dich kann trennen. Halleluia. 2. Es ist der siegs- fürst JEsus Chrift, Der heut vom tod erstan 5. Und weil du auferstanden den ist, und hat dem feind genom bist; Laß mich auch einst aufste- men All sein gewalt; Drauf ist er hen, und dorthin, wo mein erb- bald Mit freuden wieder kommen. theil ist, Mit freuden- sprüngen ges 3. Auch hat der siegs- fürst hochhen. Indeß ist mein her; bey geacht viel ausbeut aus dem dir, Mein JEsu! hol mich bald grabe bracht, Die will er uns von hier In deine himmels gern geben: Das edle kleid Ges freude. Halleluia. rechtigkeit, Fried, freud und ewig ieben. 187.Mein Mel.Wer nur den lieben GOtt 2c. ein JEfus lebt! was soll ich sterben? Hier steht mein haupt und triumphirt: So muß ich ia das leben erben, Weil noht und tod die macht verliert. Kein trauerbild erschreckt mich mehr, Mein JEsus lebt! das grab ist leer. 2. Mein JEsus siegt drum liegt ju füssen, Was mir das leben rauben kann. Der tod wird völlig weis chen müssen, Mir wird der satan unterthan. Der höllen abgrund Mel. Nun freut euch liebe chrift. felber bebt, Denn überall schallt: 189.Wach auf, mein herz! 4. Mein JEsus bleibt also mein leben, Er lebt in meinem herzen hier: Und soll ich ibm mein leben geben, Kömmt mir der tod nicht schrecklich für; Weil er mich in den himmel hebt, So wahr als. JEfus ift und lebt. 4. Drum geb ich dir, Immanuel! In deine hånde leib und seel, Du bist mein schuß auf er den: Mein einger troft, Der mich erlöft: Nichts liebers mag mir werden. Die sonn ist aufgegangen.Ermuns 3. Mein JEsus lebt; das grab| tre dich, mein geift und sinn! Den ift offen, So geh ich freudig in die heiland zu empfangen. Er bricht gruft. Hier kann ich auch im tode nun durch die todes thür, Und hoffen, Daß mich sein wort ins les geht aus seinem grab' herfür, Der ben ruft. Wie füffe schallt die ganzen welt zur wonne. stimme hier: Ich leb, und ihr lebt auch in mir. 2. Steh aus dem grab' der fün den auf, und such ein neues leben. Vollführe deinen glaubens- lauf, Laß sich dein herz erheben Zum himmel, wo dein JEfus ift: Such das, was droben, als ein chrift Der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nur, was dahinten ift, Und tracht nach dem, was droben: Damit dein herz zu jeder frist Zu JEsu sey erhoben. Tritt unter dich die böse welt, und strebe nach dem himmels zelt, Wo Chriftus ist und lebet. Shad du 4. Quält dich ein schwerer fors gen- stein? Dein JEsus wird ihn heben. Es kann ein chrift ben creu¿ C8 Mel. In dich hab ich gehoffet zc. Ott sey gedankt zu 188. iederzeit, Die sonne der gerechtigkeit Der menschen bers erfreuet: Sie geht herfür Aus grabes- thür, All creatur ers nenet. s. Laß mich mit dir zu grabe gehn, Mit dir auch wieder auferstehn, Den lüften fiets ju fteuren: Daß nach der zeit In höchster freud Ich dort mag oftern feyren. von der Auferstehung JEfu Chrifti. III zes- pein In freud und wonne le:| dammniß aufgemacht, und im ben. Wirf dein anliegen auf den grabe stein und siegel Haft so viel HErrn, Und sorge nicht; er ist nicht als nichts geacht: Mache doch fern, Nachdem er auferstanden. mein herze fren, Daß dirs nicht verschlossen sey. s. Geh mit Maria Magdalen Und Salome zum grabe: Die liebe zwingt sie früh zu gehn Mit ihrer salbungs- gabe. Da siehest du, daß JEsus Christ Von todten auferstanden ist, und nicht im grabe blieben 2. Hebe weg die schweren steine, Die kein mensch nicht he ben kann: Daß mir nicht unmöglich scheine, Was du selbst für uns gethan; Daß ich alles recht und wol Glaube, was ich glauben soll. 3. Thomas will im¡weifel fe hen; Cleophas will traurig seyn. Mir soll alle furcht vergehen, Reiß du selbst den zweifel ein, und in einer feden noht Bleibe du mein HErr und Gott. 7. Drum auf, mein herz! geh 4. Tod und teufel sind bezwunan den streit, Weil JEsus übergen, Theile nun den sieg mit mir; wunden: Er wird auch überwinden weit In dir, weil er gebunden Der feinde macht; daß du auf stehst, und in ein neues leben gehst, Und GOtt im glauben dienest. Und wie du bist durchgedrungen, Also nimm mich auch zu dir, Daß ich aus des satans macht Werde ganz zu GOtt gebracht. 5. In mir selbst bin ich gestors ben; Wecke mich, mein heiland! auf: Und dein geist, den du erwors ben, Führe täglich meinen lauf Daß ich auf der guten bahn Fang' ein neues leben an. 6. Es hat der Idw aus Juda stamm Nun siegreich überwunden, und das erwürgte GOttes- lamm Das leben wieder funden. Es bringt heil und gerechtigkeit, Und bat, nach hartem kampf und streit, Die feinde schau getragen. 8. Scheu weder teufel, welt, und tod, Noch gar der höllen rachen: Dein JEsus lebt, es hat nicht noht; Er ist noch bey den schwachen, und bey elenden auf der welt: Als ein gecronter sieges: held; Drum wirst du überwinden. * 3. Ach mein HErr JEsu! der du bist Von todten auferstanden, Rett' uns von satans macht und list, und von des todes banden. Führ uns zusammen insgemein Bu einem neuen leben ein, Das du uns haft erworben. 6. Künftig wird die zeit erscheis nen, Da wir selber auferstehn, Und zu dir mit fleisch und beinen Werden aus dem grabe gehn: Ach! verleih, daß dieser tag Ewig mich erfreuen mag! 7. Bringe dann die arme glie: der, Die jest krank und elend sind, Aus dem schooß der erden wieder: 10. Sey hochgelobt in dieser| und verkläre mich, dein kind; Daß zeit von allen GOttes kindern, ich in des vaters reich Werde deiUnd ewig in der herrlichkeit, Von nem leibe gleich. allen überwindern, Die überwunden durch dein blut: HErr JEsu! gib uns kraft und muht, Daß wir auch überwinden. 8. Beige mir dann hånd und füffe, Welche Thomas hat gesehn, Daß ich sie im schauen Füsse, Wie's im glauben hier geschehn; Mel. GOtt des himmels 2c. Und hernach von fünden frev 190.Jund riegel Der verEsu! der du thür Ewig dein gefährte fey. Mel. Auf das Oster- Fest 10 e 112 Mel. Wo GOtt der HErr nicht. hr christen! seht, daß I sich in euch von sünden und altem fauerteig noch regt: Nichts muß sich deß mehr finden; Daß ihr ein neuer teig mögt seyn, Der unge fauert sey und rein, Ein teig, der GOtt gefalle. 2. Habt doch darauf genaue acht, Daß ihr euch wol probiret, Wie ihrs vor GOTT in allem macht, und euren wandel führet. Ein wenig sauerteig gar leicht Den ganzen teig so fort durch Freucht, Daß er wird ganz durch fauert. 3. Also es mit der fünden ist: Wo eine herrschend bleibet, Da bleibt auch, was zu jeder frist Zum bösen ferner treibet. Das ofter- lamm im neuen bund Erfordert, daß des herzens grund Ganz rein in allem 1405015711 werde. schuld erst benetzet; und dem, da uns dein schmer: versöhnt, Ein von es Sein heilig haupt verleget: Von dir Strahlt mir Eine sonne Süs ser wonne, Nach dem hohne, Aus des sieges ehren- crone. 2. Nahm der durch dich verföhnte GOtt Dich selbst, dein fiers ben, deinen spott, 3um opfer für die sünde; So zeigt mir dein le bendig seyn, Als auf den sturm ein gnaden schein, Daß ich das leben finde. Durch dich Schmeck ich In den tagen Bittrer plagen Süsse weide Angenehmer seelenfreude. 3. Wie stärkt dein heilig fleisch so gut! Wie lieblich labt dein göttlich blut! O low aus Juda stamme! Und so macht mir zu gleicher zeit Dich deine holde freundlichkeit Zum füssen ofter: lamme. Laß, HErr! Ferner Ohn verrücken Das erquicken Dieser gaben Meine seele kräftig laben! 4. Wer oftern halten will, der muß Dabey nicht unterlassen Die bittre falfen wahrer buß, Das 4. Hilf, daß ich mich zu jeder böse muß er haffen; Daß Christus zeit Zum süß- teig ächter lauter unser ofter lamm, Für uns gekeit Je mehr und mehr erneure: schlacht't am creuzes- stamm, Jhn Daß, wenn du mich erwachen låst, durch sein blut rein mache. Ich auch ein ewig ofter- fest Mit allen engeln feire. Muß hier Mit dir Gleich mein herze, Voll vom schmerze, Noht und schrecken Erst als bittres salsen schmecken. <. Drum laßt uns nicht im fauerteig Der bosheit oftern effen, Daß uns nicht schalkheit dahin neig, Der busse zu vergessen. Vielmehr laßt uns die ofter- zeit Im füffen teig der lauterkeit und wahrheit chriftlich halten. r. Weil du vom tod erstanden bist; So werd ich auch nun, als ein christ, nicht in dem grabe bleiben. nichts wird mich, o mein ofters lamm, Und meiner seelen brauti gam! Auf erden von dir treiben. Lieblich Will ich mich im schauen Auf den auen Deiner freuden Ewig mit und an dir weiden. * 6.JEsu, du ofter lamm! verleih Uns deine ofter gaben, Daß wir fried, freude und dabey Ein reines herze haben. Gib, daß in uns dein heilges wort Der fünden sauerteig binfort Je mehr und mehr ausfege. 192.. Voer- tamme 193.Wie lieblich find buch Mel. Wie schön leucht uns der ic. erstandnes Deß blut Mel. Du friede- fürst, HErr zc. doch deine Wie des hohen creuzes- stamm In uns freundlich ist dein mund! Wie trd ftet von der Auferstehung JEfu Chrifti. 113 ftet mich dein wort so süß, O meis spricht: Ich bringe dir den frie nes: glaubens grund! Du guter bot, Du todes- tod, Du friedenswiederbringer. 2. Nun ist des höchsten wort erfüllt, Nun freut sich herz und finn. Nun ist des HErren zorn ge stillt, Nun ist das zagen hin. Mein JEfus hat An meiner statt Die sünden- schuld gebüffet. 3. Der friede GOttes herrscht in mir, Der über die vernunft; Mir öffnet sich die himmels- thür, Drum fleuch du höllen- zunft! Du schreckt mich nicht, Mein heiland spricht: Ich bringe dir den frie: den. 4. Wenn des geseges donner knallt, Wenn mir im herz und ohr Der fluch aus Mosis büchern schallt; So schün ich JEsum vor: Dis schreckt mich nicht; Mein heiland spricht: Ich bringe dir den frieden. <. Wenn mich die welt erbärm lich plagt, Und sest mir heftig zu, Von einem ort zum andern iagt, So schafft mir JEsus ruh. Die welt schreckt nicht, mein heiland den. 6. Wenn mich die noht und trübfal drückt, Wenn mich ein freund verstoßt; Werd ich doch kräftiglich erquickt, Mir bleibt des HErren trost. Die noht schreckt nicht, Mein heiland spricht: Ich bringe dir den frieden. 7. Wenn mich mein fleisch un ruhig macht, und reizt zur fündenbahn; Wird doch sein wille nicht vollbracht, Ruf ich nur JEfum an. Das fleisch schreckt nicht; Mein heiland spricht: Ich bringe dir den frieden. 8. Und droht mir gleich zulezt der tod Mit krankheit, angst und pein; So will auch in der todes. noht Mein heiland bey mir seyn. Der tod schreckt nicht, Mein het land spricht: Jch bringe dir den frieden. 9. Dank sey dir, o du friedefürft! Für das erworbne gut, Das du mir wol erhalten wirft. Mein herz, das in dir ruht, Erschricket nicht, Auch wenn es bricht: Ich fahre hin in friede. X. Von der Himmelfahrt Christi. JAY fuhr gen him 194. mel: Was fandt er uns hernieder? Den tröfter den heilgen geist, 3u trost der armen christenheit. Halleluja. Halleluia, Halleluja, Halleluia! Deß solln wir alle froh seyn: Christus will unser troft seyn. Halleluja. lehet; Mächtig, Prächtig Triumphiret, Jubiliret: Tod und leben Ist, HErr Christ! dir untergeben. 2. Dir dienen alle cherubim, Die dich, nebst allen seraphim, Als sieges- fürsten loben: Weil du den segen wiederbracht, und dich mit majestät und macht Zur herrs lichkeit erhoben. Singet, Bringet Freuden lieder, Fallet nieder, Rühmt und ehret Den, der izt gen himmel fähret. andwa S Mel. Wie schön leucht uns der 2c. ch wunder grosser 195.2 sieges- held! Du fünચ 3. Du bist das haupt von uns, den- tilger aller welt! Heut hast du und wir Sind deine glieder: drum dich gesehet Zur rechten deines nas von dir kömmt uns licht, troft ters kraft, Der feinde schaar nun und leben Heil, friede, freude. ganz sieghaft Bis auf den tod verstärke, kraft, Erquickung, labfal, H lebens. 114 Von der Himmelfahrt Chrifti. lebens saft Wird uns von dir ges HErr! in diesem leben Nach wür geben. Rühre, Führe, Höchste gute! digkeit erheben? Mein gemühte, Dich ju preisen, Dir sich dankbar zu erweisen. 3. Du hast dich zu der rechten hand Des vaters hingeseget; Der hat dir alles zuerkannt, Weil du den feind verleget, Ja ihn nun gänzlich umgebracht, Triumph und sieg daraus gemacht, und ihn auf deinem wagen Sehr herrlich schau getragen. 4. Zeuch JEsu! uns, zeuch uns nach dir. Hilf, daß wir künftig für und für Nach deinem reiche trachten. Laß unser thun ohn wandel seyn: Leucht uns durch deinen gnaden schein, Das eitle zu verachten. Unart, Hoffart Laß uns meiden, Christlich leiden, Dich umfassen, Sünd' und bosheit eifrig haffen. *. Sey, JEsu! unser schaß und schuß, Der chriften ruhm, der feinde truk, Worauf wir uns ver: laffen. Lenk uns nach dem, was droben ift: Auf erden wohnet trug s. Du, herrscher! fährst mit und lift, Es ist auf allen gaffen Lü- jauchzen auf, mit mehr denn tan gen, Trügen, Angst und plagen, send wagen Der starken engel, die Die uns nagen, Die die seelen Arjuhauf Dir preis und ehre sagen. mer christen stündlich quälen. Du fährest auf mit lob- gesang, E schallet der posaunen klang: Mein Gott! vor allen dingen Will id dir auch lobsingen. 6. HErr JEsu! komm, du gna den- thron, Du sieges- fürst, held, Davids sohn! Komm stille das verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, OJEsu! durch dein theures blut Ins heiligthum gegangen. Eile, Theile Mit uns armen, Aus erbarmen, Deine gaben, Bis wir fie dort völlig haben. 4. Nun lieget alles unter dir Dich selber ausgenommen: Die engel müssen für und für Zu dei nem dienste kommen, Die fürstenthümer stehn bereit Zu dem, was deine macht gebeut: Luft, wasser, feuer, erde Sucht, wie es folgsam werde. 6. Du fähreft freudig in die höh und führeft die gefangen, Di sonst, zu unserm ach und weh, Er grimmt auf uns gegangen: Drum preisen wir mit ſüſſem schall, GOtt! die wir so viel gaben Hiedurch em pfangen haben. in der ge 196.DJefu Chrift! Der mein, und wir sind deine glieder: du bist aufgenommen Gen himmel, da dein vater ist, und die ge mein' der frommen: Wie soll ich deinen grossen sieg ,, Den du durch deinen schweren Frieg Erworben, würdig preisen, Und dir gnug ehr erweisen? Du wirst ein schuß der glieder jeyn, Wir fallen vor dir nieder, und bitten: gib uns troft und licht, Wenn uns für angst das heri zerbricht; Denn du kannst kraft und leben Und fried und freude geben. 2. Du haft die höll und fündennoht Ganz ritterlich bezwungen, es ist dem teufel, welt und tod Nicht wider dich gelungen. Du siegeft völlig nach dem streit. Wie werd ich solche herrlichkeit, D 8. Du falbeft uns mit deinem geift, Giebst lehrer, treue hirten, Die uns mit dem, was seelen speift, Equicken und bewirthen. hoherpriester! zeigest an, Daß und dein opfer retten kann, Ja gar von fatans Mel 6. Ermuntre dich mein schw. lebens- fürft, Von der Himmelfahrt Chrifti. 115 fatans rachen Frey, los und ledig, JEsu! muß dein lauf Schon von machen. dir beschloffen werden: Ach! so bind mir flügel an, Daß ich die nachfahren kann. 9. Nun hat uns deine himmels fahrt Die straffe schon bereitet: Du haft den weg nun offenbart, Der uns zum vater leitet. Und weil du denn, HErr JEsu Chrift! Nun stets in deiner wonne bist; So werden ia die frommen Ders einst auch zu dir kommen. 2. Auf der welt ist ohne dich Leis der! doch kein rechtes leben; tind darum, wie sollt ich mich Ohne dich zufrieden geben? Ich begehre nur allein, Da, wo JEfus ist, zu feyn. 10. Jft unser haupt im himmelreich, Wie deine jünger schreis ben; So sind auch wir einst engeln gleich, und können hier nicht blei ben: Die glieder müssen insge: mein Dereinst ben ihrem haupte seyn. Wir hoffen mit vertrauen, Dein herrlich reich zu schauen. * 3. Wo mein schak, da ist mein hers. Suche, welt! in eiteln grün den; Ich gedenke himmels- werts, Wo ich meinen heiland finden, Und den freund erblicken kann, Der für mich genug gethan. 13. Zieh uns dir nach, so lau fen wir, Gib uns des glaubens flügel: Reiß uns durch deine kraft von hier Auf ions freuden- hugel: Mein Gott! wenn fahr ich doch dahin, Woselbst ich ewig frölich bin? Wenn werd ich er bir stehen, Dein angesicht zu fehen? 4. Doch, mein geift! befinne dich, JEfus ist noch auf der erde: Scheidet er gleich jego sich Sicht. barlich von seiner heerde; Bleibt er, der verheissung nach, Dennoch ben dir alle tag. 11. HErr JEsu! zieb uns für und für, Lenk unsere gemühter, Herz und gedanken stets zu dir, und deine himmels- güter: Daß da schon unser wandel ist, Wo sich fried, freud und wahrheit küßt, Und wir nur solches wesen, Das himmlisch ist, erlesen. : 12. Hilf, daß wir unsern schakdir nachkommen kann. allein In jener welt erlesen, Wo 6. Keine herzens bärtigkeit GOttes tinder ewig seyn, Nicht Laß in meinem herzen bleiben: in dem eiteln wesen; und dorthin sehn, was künftig ist, Da du uns schaß und alles bist: Weil doch in diesen gründen Kein bleibend gut iu finden. and allon 5. Liebster heiland! bleibe mir, Deinem diener, auch zur feiten. Stelle dich mir siegend für, Wenn ich werde müssen streiten. Bind mir glaubens- flügel an, Daß ich Deine huld, der ich geweiht, Lap die zweifel von mir treiben. Daß du auferstanden bist, Glaub ich, liebster JEfu Chrift! onistur 7. Läsfest du den theuren schas Deines wortes hier zurücke: So mach in dem herzen plak, Daß es uns, als liebes- stricke, Durch dein eifriges bemühn Mag zu dir zum himmel ziehn. no duplo 8. Wenn die schlangen dieser welt Gift auf unsre feelen spenen: Ach so laß, o starker held! Ihren endzweck nicht Tel. 8. JEfus meine zuversicht. cute fährt mein treibe durch dein wort, Was mns schädlich, von uns fort.mic 9. wir leider! 197.aauf, und verschon Etwas tödliches getrunken, läßt den freis der erden. Omein Daß wir faft von deinem thron Bis h 2 Von der Himmelfahrt Christi. INQ Bis in abgrund hin gesunken; Ach! so rett uns, weil es zeit, Vor dem nu der ewigkeit. ner füffe, Daß er ewig schweigen muffe. fotom <. Meine wohnung mache fertig 10. Kommt es endlich auch das Droben in des vaters haus; Da hin, Daß ich krank darnieder lies ich werde gegenwärtig Bey dir ge ge; so wollst du dich bemühn, hen ein und aus. Denn der weg Daß ich wieder Fräfte kriege, dahin bist du; Darum bringe mich Dein' und deiner diener hand Hat zur ruh, und nimm an dem lezten fchon vieles abgewandt. illa uende Meinen geist in deine hände. 11. Soll ich aber auch von hier, Und die böse welt verlassen; O! so hilf, mein heiland! mir Dich in wahrem glauben faffen! Denn so hålt auf solche art Meine feele himmelfahrt. 6. Komme, wenn es zeit ist, wieder: Denn du hast es zugesagt; Und erlöse meine glieder, Die der tod im grabe nagt. Richte denn die bdse welt, Die dein wort für lügen hält; Und nach ausgestandnen leiden Führ uns ein zu deinen freuden. Mel. JEfu deine beilge wunden Err! auf erden muß ich leiden, und bin Mel. Wo GOtt der HErr nicht. voller angst und weh. Warum 199.Auf Chriſti himmel allein willt du von mir scheiden? Warne nachfabrt gründe, und allen um fährst du in die höh? Nimm zweifel, angst und pein Hiemit mich armen auch mit dir: Oder stets überwinde: Denn weil des bleibe doch in mir; Daß ich dich haupt im himmel ist, Wird seine und deine gaben Mdge täglich bey glieder Jesus Christ Zur rechter seit abholen.se 35 mat mir haben. isgült 2. Weil er gezogen bimmel an, und grosse gab' empfangen; Mein her; auch nur im himmel kaur. Sonst nirgends, ruh erlangenDenn wo mein schatz gekommen hin, Da ist auch stets mein her. und sinn; Nach ihm mich stets verlanget. 2. Laß mir doch dein herz zurücke, Und nimm meines mit hinauf: Wenn ich seufzer zu dir schicke; Mache selbst den himmel auf. Und wenn ich nicht beten Fann, Rede du den vater an; Denn du first zu seiner rechten: Darum hilf uns, deinen knechten. 3. Beuch die sinnen von der erde Heber alles eitle hin: Daß ich mit dir himmlisch werde, Ob ich gleich noch sterblich bin, und im glauben meine zeit Richte nach der ewigkeit; Bis wir auch zu dir gelangen, Wie du bist voran ge Bel of co to in 1 3. Ach HErr! laß diese gnad mich Von deiner auffahrt spüren Daß mit dem wahren glauben ic Mag meine nachfahrt zieren, Un denn einmahl, wenn dirs gefäll Mit freuden scheiden aus de welt: HErr! hdre dis mein fleben Don n Christi Siken zu der red ten Hand Gortes. Mel. Nun lob mein feel den ic gangen. 4. Dir ist alles übergeben: Nimm dich auch der deinen an. Hilf mir, daß ich chriftlich leben, Und dir heilig dienen kann. Römit 200.Mein heiland fir mich; Ach! so wirf GL ihn unter dich zu dem schemel deis tes vaters rechter hand, All Auf das Pfingst- Feft. ihn herrlich loben Die seraphim;| macht Gen himmel aufgeschwuns in solchem stand IJst unser fleisch zu finden; welch ein ruhm und ehr! Es müsse nun verschwinden, Was uns betrübet sehr: Denn unser beil regieret n großer herrlich feit, Wohin er uns auch führet Nach unfrer wallfahrtszeit. di 2. Lob sey dir, HErr! gesungen, Daß du dich aus selbst eigner gen, und den triumph davon ges bracht; Daß du hast aufgeschloffen Des himmels freuden- thur, Und uns zu reichs- genoffen Verordnet für und für. Ach! laß es uns gelins gen, Den lieben engeln gleich Ein lob- lied dir zu singen In deines vaters reichnow and no asist sh ? tumus undour isd sid XI. Auf das Pfingst- Fest. C.pos du Don dem heiligen Geifte, no tie 201 Komm, Gott schöp; bereit Mit GOtt dem wehrten heilgen geist. psg fer, heilger geist! Besuch das her der menschen dein: Mit gnaden sie füll, wie du weißt, Daß dein geschöpf soll vor dir seyn. 2. Denn du der tröster bist ge nannt, Des allerhöchsten gabe theur: Ein geistlich' falb an uns gewandt, Des lebens brunnen, lieb und feur. 3. Du bist mit gaben mannig falt, Der finger GOttes rechter hand: Des vaters zufag' mit ge: walt Durch ungen geht in alle land. 817 4. Zünd uns ein licht an im verstand, Gib uns ins herz der lies be brunst: Des fleisches schwachheit dir bekannt Stark allzeit durch dein' kraft und gunst. r. Des feindes lift treib von uns fern, Den frieden gib durch deine gnad; Daß, wie du führst, wir folgen gern, Und meiden, was der ſeelen schadt. 6. Den vater uns wol kennen lehr, Und JEsum Christum sei nen sohn, Daß wir auch geben gleiche ehr Dir, beider geist in eis nem thron! 2. Du heiliges licht, edler hort! Laß uns und lehr uns Gott recht erkennen, 3 leuchten des lebens wort Von herzen vater ihn nennen. O Err! bebüt für fremder lehr, Daß wir nicht meister suchen mehr, Denn JEsum Christ mit wahrem glauben, und ihm aus ganzer macht vertrauen. Hallel. Hallel. füsser 3. Du heilige brunst, trost! Nun hilf uns frölich und getroft In deinen dienst beständig bleiben, Die trübfal uns nicht abs treiben.O HErr! durch dein' kraft uns bereit, und stark des fleisches blödigkeit, Daß wir hie ritterlich ringen, Durch tod und leben zu dir dringen. Hallel. Halleluja. 100 7. GOtt, unser vater: fen allzeit Aus herzens- grund von uns Meloden 16. acpreift. Lob feb, HErr JEfu! dir 203. erfüll die herzen beis vise n beiliger geist! sev, H3 ner 202. Komm heiliger geist, Ers füll mit deiner guade gut Deiner glaub'gen her;, muht und sinn, Dein brünstge lieb' entzund in in'n. O HErr! durch deines lich tes glanz Zu dem glauben vers sammlet hast Das volk aus aller welt zungen: Das sey dir, HErr! zu lob gesungen. Hallel. Halleluia. Auf das Pfingst, Feft 118 ner gläubigen, Und entzünd in ih nen das feuer deiner göttlichen liebe; Der du durch mannigfal tigkeit der jungen Die völker der ganzen welt versammlet haft, In einigkeit des glaubens. Halleluja, Halleluja. Von der Gottheit des betlts gen Geistes. Mel.HErr JEfu Chrift dich zu sc. heiliger und 204. er geift! Der fich als wahrer GOtt erweist: Dein edler nam' und eigenschaft Bezeu: gen deiner gottheit kraft. 9. Du stellft die feuer taufe dar, Kommst auf die jünger offens bar, Und macheft, daß durch deine kraft Jhr lehr: amt reichen nugen schafft. 10. Unsichtbar aber tömmest du, Und sehest eine seel in ruh, Die dich durch wort und facrament Annimt und hält bis an das end. II. Nun fich! ich öffne dir mein herz, Ach! lindre meinen tempel, wohn in mir: Denn auf dich hoff ich für und für. nennt, Bom sohn und vater nicht getrennt: Dein wesen ist mit bei den gleich, Du lebst und herrscht in gleichem reich. 3. Die allmacht und allwissen heit, Allgegenwart und ewigkeit, Und was der eigenschaften mehr, Erweisen deiner gottheit ehr. 4. Du wirkest stets durch deine fraft, Die alles trägt, erhält und fchafft. Dein' erste schöpfung ist vorbey, Die andre machet alles neu. . Die taufe gründet sich auf dich, An deinen namen glaube ich. Ich will kein schudder låstrer seyn; Denn solche trifft die höllen- pein. Mel. O GOtt du frommer 2c. Dommt, seelen! dieser 205. tasun heilig seyn besungen: Sprecht Gottes thaten aus Mit neu erweckten jungen. Heut hat der wehrte geist Viel helden ausgerüft't; So betet, daß er auch Die bergen hier bes grüßt. 2. Ach ja! du ewger geift, Du trösterialler frommen! Wir wars ten, daß du mdgst Zu uns mit se gen kommen. Dein sind wir durch die tauf, Durchs wort und predig amt; Des geiftes früchte schent Uns reichlich allesammt. 3. Du edler liebes geift, Laf deine liebes- flammen Durch alle herzen gehn, und füge sie zusam men. Ben Christi liebes mal Willt du geschäftig seyn, Ach präge Christi sinn uns allen frå tig ein. 6. Ein' unterschiedene person, Von GOtt dem vater und dem fohn, Bist du, die ewig ist und bleibt, Wie uns dein heilig wort beschreibt. 4. Wir sind an Chrifti leib 3 7. Du kommst in wirklicher gegliedern auserkohren, Durc ftalt, Du höreft, redeft, zeugest deine gnaden kraft, Jn Chrif bald, Daß du in frommen feelen wohnst, und, die dich lieben, reich lich lohnft. neu gebohren. Gib,( deine gabe sind Ja, HErr! so mancherley Daß jeder seines orts Ein leben gliedmaaß sey. 8. Du gehest ewig von dem sohn Und vater aus: von Chrifti s. Uns lehret Chrifti tisch Frie thron Wirft du als ein gewisses und gemeinschaft haben, und d pfand In aller glaub'gen hers ge- in dienen die Von dir empfang fandt. gaben: Wenn nun der alte fei 11: von dem heiligen Geipe. 4 119 Uns liftig trennen will, So wehre| wind, Du brunn, wo lebens was ihm, und mach Uns friedsam, ser rinnt, Du füffe freuden- quelle, fromm und still. 6. Was unserm wiffen fehlt, Das hie nur stückwerk bleibet: Was unsern willen lockt, und ¡ um verderben treibet; Das laffe, grof ses licht! Durch deinen glanz vers und seelen- hige. gehn, Und uns in GOttes kraft. Sen meiner ohnmacht kraft Getrost und glaubig stehn. und macht, mein helles licht in dunkler nacht, Mein weg, wenn ich verführet; Mein lehrer in uns wiffenheit, Mein starker beystand in dem streit, Bis mich die wonne sieret. Schüße, Stüße, HErr! mich schwachen, Stark zu machen Meinen glauben: Laß mir nichts die crone rauben. 7. Wen GOttes geist beseelt, Wen GOttes wort erreget, und wer die erstlinge Von seiner gnade tråget, Der stimme mit uns ein, Und preise Gottes treu; Sie ist an diesem fest, Und alle morgen neu. Die allen durft der feelen stillt, und aus der gottheit tiefe quillt Ganz rein und ewig helle. Fliesse, Giesse Deine gaben, Mich zu las ben, Wenn ich size In der angst Mel. Wie schön leucht uns zc. 206. Kumm, Gottes geift, 6. Hilf mir in meiner lezten komm, höchster gast! noht; Verfüsse mir den bittern HErr! den der himmel nicht um tod. Wenn herz und augen bres faßt, Noch dieser kreis der erde.chen: So sey du meines lebens Komm, offenbare dich auch mir, licht. Laß, wenn die zunge nicht GOtt heilger geist! daß ich in dir, Ein geift mit Christo werde.* Leite Heute Geist und sinnen, Mein beginnen und mein leben, Deiner liebe nachzustreben. mehr spricht, Dein seufzen für mich sprechen. Laß mich Endlich Selig scheiden zu den freuden Aller frommen. Ach! wenn werd ich dahin kommen. * 1 Cor. 6, 17. 2. Komm, theures gut, fomm, höchster schar! Komm in mein herz, und mache plaß, Dich glaubig mein heil und licht, Du theurer tröster! wirst dich nicht Der ar men hütte schämen. Eile, Heile Herz und seele mit dem dle Dei ner gnaden; mache gut den fünden- schaden. 3. Entzünd in mir die liebes gluht, und mache brünstig geist und muht, Du flamme reiner liebe! Laß mich mit dir versiegelt feyn, Damit in noht und todespein Ich steten glauben übe. Rühre, Führe Mein gemühte, GOttes gute Zu erkennen, Christum meinen HErrn zu nennen. 4. Erquické mich, du fanfter Mel. Wie schon leucht uns zc. Fehr 207.beilger geift: febr uns ein, Und laß uns deine wohnung seyn, O komm, du herzensssonne! Du him. mels- licht, laß deinen schein Bey uns und in uns kraft.g seyn, Zu fteter freud und wonne; Daß wir In dir Recht zu leben uns erges ben, und mit beten Oft deshalben vor dich treten. 2. Gib kraft und nachdruck deinem wort, Laß es wie feuer im merfort In unsern herien bren nen; Daß wir GOtt vater, seinen sohn, Dich beider geist in einem thron Für wahren Gott bes kennen. Bleibe, Treibe, und be: hüte Das gemühte, Daß wir glaus H4 ben, 120 Auf das Pfingst Feft ben, und im glauben standhaft, Mel. JEfu deine heilge wunden. fbleiben. mels- throne! Eis 208.bler seift im him nes wesens, einer kraft Mit Gott vater und dem sohne, Schwacher feelen lebens faft! Ach ergieffe deine treu In mein herz, und mach es neu; Daß GOtt selbst mit seiner gabe Luft in mir zu wohnen habe. 3. Du quell, draus alle weisheit fließt, Die sich in fromme feelen gießt, Laß deinen trost uns hören, Daß wir in glaubens einigkeit Auch andre in der christenheit Dein wahres zeugniß lehren. Höre, Lehre, Herz und sinnen Zu gewinnen, Dich zu preisen, Guts dem nächsten zu erweisen. 4. Steh uns stets ben mit dei nem raht, und führ uns selbst den rechten pfad, Weil wir den weg nicht wissen. Gib uns beständig feit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Wenn wir hier leiden müssen. Schaue, Baue Was jerrissen, und gefliffen, Dir zu trauen, und auf dich allein zu bauen. <. Laß uns dein edle balsams kraft Empfinden, und zur ritter schaft Dadurch gestärket werden: Auf daß wir unter deinem schuß Begegnen aller feinde truß, So lang wir seyn auf erden. Laß dich Reichlich Auf uns nieder, Daß wir wieder Trost empfinden, Alles unglück überwinden. 2. Ach! ich bin mit schmach und schanden Gar erbärmlich zuge richt't. Satan hat mit seinen bans den meine schönheit ganz zers nicht't. GOttes bild ist ganz vers derbt, Sünden sind mir angeerbt: und wie kann GOtt solche feelen Sich zur wohnung auserwählen'? 3. Du bist GOttes starker fin ger, Der der sünden macht zers bricht, Satans mächtiger bezwins ger, Meiner seelen helles licht: Kehrest du nur bey mir ein, Ach, so wird mein herze rein, Und auch schon auf dieser erden Eine wohnung GOttes werden. 4.Geist der weisheit! komm und leite Mich zur rechten weisheits quell. Geh' und stehe mir zur seite, Mach mein finstres herze hell Und durch deinen glanz erleucht't; Daß es GOttes sinn erreicht, Bis ich nach den trauer- stunden Jene seligkeit gefunden. * 6. Du füffer himmels- thau: laß dich In unsre herzen kräftiglich, Und schenk uns deine liebe; Daß unser sinn verbunden sey Dem nächsten stets mit liebes- treu, und sich darinnen übe: Kein neid, Kein streit Dich betrübe; Reine Liebe Wollst du geben, Sanft- und demuht auch darneben. du 7. Hilf, daß in wahrer heiligkeit Wir führen unsre lebens- zeit.Sen unfres geistes stärke, Daß uns forthin sey wol bewußt, Wie eitel ist des fleisches lust, Und seine sünden- werke. Rühre, Führe Unfre linnen und beginnen Von der erden, Bis wir himmels erben werden. 40 5. Geist des trosies! in dem leis den Steh mir allzeit kräftig beyWenn die besten freunde scheiden, Bleib du mir beständig treu. Gib mir ein gelassen her;, Daß ich in dem größten schmerz Trost dem feelen ben dir finde, und mich stets mit dir verbinde. 6. Geist des rahts! wie oft verschwindet Raht und that in angs und noht! Wenn mein herz nich hülfe findet, Wenn ich leide, wenn der tød Herz und augen nieder drückt, Wenn ich traurig und ge buckt, und für jammer muß ver gehen von dem heiligen Geiste. gehen; Ach! so bleib du bey mir fehen. dall nid 7. Geist der freuden! mein ge mühte Suchet an dir seine lust. Schmeckt mein her; nur deine güte; So verlachet meine brust, Was die welt für Luft erdenkt. Welt lust nur die seele kränkt: Rechte freude muß den frommen Einig von GOtt selber kommen. 8. Geist des betens! lehr mich beten: Abba vater in der höh! Treibe mich, vor GOtt zu treten, Und gib, wenn ich vor ihm steh, Daß mein bitten kräftig sey, Steh mir stets mit seufzen ben: Sprich in mir in GOttes namen Nach dem flehn ein kräftig: amen! Mel. JEsu meines Lebens leben. naden geist, ach: 121 mühter Durch dein göttlich gnas den licht. Beffere verstand und willen; Hilf uns GOttes wink ers füllen, Gib uns beystand, heil und kraft, Diesuns todten leben schafft.ad her own sit s. Treuer beystand unsrer fees len, Stifter wahrer einigkeit! Wenn uns unsre sünden quälen: So gib du zufriedenheit, Daß wir in dir ruhe finden: Steure du den unglücks- winden; Brich hervor, du gnaden schein! Daß wir in dir selig seyn. 6. Ach ich rufe! ach ich schreie, Wie ein hirsch nach waffer schreit! Lebensquelle! komm, erfreue Mich in meiner bangigkeit. Gnas den geist: ach laß dich finden, Komm, dich mit mir zu verbinden, Daß ich iezt und allezeit Deinen 209. Zeuch in unsre herzen ein, Da du wol wirst aufgenommen, Weil Mel. Von GOtt will ich nicht zc. wir trost bedürftig ſeyn: Trößte 210.3 thoren, Sev meines diese schwache glieder, Was ge bunden, löse wieder. Lenk zurück, herzens gast, Der du, da ich ges was irrig heißt, O du sanfter gna- bohren, Mich neu gebohren haft, den- geist! hochgeliebter geist Des vaters und des sohnes, Mit beiden glei ches thrones, Mit beiden gleich gepreift! 2. Zwar kein mensch lebt auf der erden, Der des geistes gaben wehrt; Weil sie dem versaget wer den, Der mit fünden sich bes 2. Zeuch ein, laß mich empfin schwert. Alles liegt an Christiden und schmecken deine kraft, Die gnaden: Denn der heilt der feelen schaden, Der hat uns das theure pfand, GOttes geist, auch zuges wandt. 3. Ach! wir waren wilde reben, Gänzlich aus der art gebracht. Tod und fluch traf unser leben; Nun ist alles gut gemacht. Was uns fünder, was uns schwachen Kann gerecht und selig machen, Giebt uns in der tauf der geift, Der ein geist der gnaden heißt. 4. Nun du brunnquell aller güter, Geist der freud und troft verspricht, Ach! bestrahle die ges kraft, die uns von fünden Hülf und errettung schafft: Entzünde meinen sinn, Daß ich mit reinem geiste Dir ehr und dienste leiste, Die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder reben, Du hast mich gut gemacht. Der tod durchdrang mein leben, Du haft ihn umgebracht, und in der tauf erstickt, Als wie in einer fluhte, Mit JEsu tod und blute, Das uns im tod erquickt. 4. Du bist das heilge dle, Da durch gefalbet ist ein leib und meine seele Dem HErren JEsu H5 Chrift Auf das Pfingst Feft 122 Chrift Zum wahren eigenthum, Zum priester und propheten, Zum Fönig, den in nshten GOtt schüßt vom heiligthum. s. Du bist ein geift, der lehret, Wie man recht beten soll: Dein bes ten wird erhöret, macht uns fegens, voll; Es steiget himmel an, Es steigt und läßt nicht abe, Bis der geholfen habe, Der allen helfen kann. 6. Du bist ein geift der freuden, Der unser her; aufricht't, Erleuch test uns im leiden mit deines troftes licht. Ach ja! wie manches mahl Hast du mein her; erquicket, Und mir troft zugeschicket In trübsal, noht und quahl! 7. Du bist ein geift der liebe, Ein freund der freundlichkeit: Willt nicht, daß uns betrübe Zorn, zank, haß, neid und streit. Der feindschaft bist du feind, Willt, daß durch liebes flammen Sich wieder thun zusammen, Die vol ler iwietracht seynd. 8. Du, HErr! haft selbst in hånden Die ganze weite welt, Kannst menschen- herzen wenden, Wo dir es wolgefällt: So gib doch deine gnad Zu fried und liebes- banden: Verknüpf in allen landen, Was sich getrennet hat. 9. Erfülle die gemühter Mit reiner glaubens- zier, Die häuser und die güter mit segen für und für: Vertreib den bösen geift, Der sich dir widerseket, lind, was dein her; ergezet, Aus unsern herzen reißt. to. Gib freudigkeit und stärke, Zu stehen in dem ftreit, Den fatans reich und werke uns täglich anerbeut. Hilf kampfen ritter lich, Damit wir überwinden, Und ia jum dienst der fünden Kein chrift ergebe sich. 11. Nicht unser ganzes leben Allzeit nach deinem sinn; Und J wenn wirs sollen geben In deine hände hin, Und scheiden aus der welt: So hilf uns frdlich sterben, Und nach dem tod ererben Das schöne himmels- zelt. 211.Nun bitten wir den heilgen geist um den rechten glauben allermeist: Daß er uns behüte an unserm ende, Wenn wir heimfahren aus diesem elende. Kyrieleis. 2. Du wehrtes licht! gib uns deinen schein, Lehr uns JEsum Christ erkennen allein: Daß wir an ihm bleiben, dem treuen heis land, Der uns bracht hat zu dem rechten vaterland. Kyrieleis. 3. Du süsse lieb'! schenk uns deine gunst, Laß uns empfinden der liebe brunst, Daß wir uns von herzen einander lieben, und in friede auf einem sinne bleiben. Kyrieleis. 4. Du höchster tröster in aller noht! Hilf, daß wir nicht fürchten schand noch tod: Daß in uns die Wenn der inne nicht verzagen, feind wird das leben verklagen. Kyrieleis. mel. Helft mir GOtts gute z. 212.Freut euch, ihr chriften uns seinen sohn. Lobt ihn auch drum mit schalle, Daß er vom himmels thron Uns sendt den heilgen geist, Der uns durchs wort recht lehret, Des glaubens licht vermehret, Und uns auf Chriftum weist. 2. Es låsset offenbaren GOtt unser höchster hort Uns, die wir unweis waren, Sein himmlisch gnaden- wort. Wie groß ist seine gut! Nun können wir ihn kennen, Und unsern vater nennen, Der uns allzeit behüt. 3. Verleih, daß wir dich lieben, O Gott von dem heiligen Geifte. 123 OGOtt von groffer huld! Aus Verkläre doch des vaters wort in vorsag nicht betrüben Durch eigne sünden- schuld. Leit uns auf ebner bahn. Hilf, daß wir dein wort hdren, Und thun nach deinen lehren; So ist es wol gethan. 4. Von oben her uns sende Den geift, den edlen gaft, Deß kraft sich zu uns wende, Wenn uns drückt creuzes- laft. Tröst uns in todes: pein, Mach auf die himmelsthüre, Uns mit einander führe Bur himmels- freude ein. Mel. Mein Herz und feel den 2c. u geift des HErrn! 213.Det du von Gott ausgeheft, und doch mit ihm in gleichem wefen steheft: Kraft aus der höh! steh mir in gnaden bey, Damit mein lob dir wolgefällig fen. 2. Erquick das her, entzünde mein gemühte; Erfüll es selbst mit neuer lieb' und güte, Du heilge Eraft! ach komm ich wart auf dich, Komm, sanfter wind, komm und belebe mich. 3. Du bist, der uns allein die weisheit sendet; Der menschen wit ist ohne dich verblendet. Gib mir verstand, erkenntniß, raht und that, Wie Salomo von dir erlanget hat. mir, Und führe mich durch deinen glanz zu dir. 7. Laß mich mein her; dir glaus big übergeben: Entsündge mich, schaff mir ein neues leben. Gib, daß mein geift in busse, leid und reu Durch deine kraft zerknirscht, zerschlagen sey. 6. Entdecke mir der wahrheit heitern morgen, Und schleuß mir auf, was noch vor mir verborgen, 8. Ach! reinge mich von allen eitlen trieben, Laß mich nur dich, und nicht was sündlich, lieben. Ja mache mich von dem, was irs disch, frey, Daß deinem wink ich ftets gehorsam sey. mich, und stärke mich im glauben, Laß mir den feind die sieges- cron nicht rauben. Du freuden- ôl! verleih mir deine fraft, Die friede, troft und freude in mir schafft. 10. Laß, reiner geift! mich deine wirkung spüren, Laß sie mir leib und feele kräftig rühren. Du gåttlich licht! entzünde mein gebet, Daß dessen gluht sich stets zu Gott erhöht. 11. Gib mir schon hier den vors schmack jener freuden, Daß ich das ben der erden schmach und leiden Vergessen kann; ia gib mir Christi sinn, und ziehe mich stets nach dem himmel hin. 12. Komm, heilge mich, ia schmücke geift und sinnen 3um tempel aus, und wohne selbst dars innen. Erneure mich, so wird durch dich allein Mir jeder tag ein 4. Aus dir allein, durch deine kraft getrieben, Hat der prophet das wort des HErrn geschrieben, Indem sich Gott uns menschen offenbart: Du weißt allein die frohes pfingst- fest seyn. rechte deutungs- art. Chriftum 214.it! du haft in dei <. Drum lehre mich mein heil Mel. Liebster JEsu wir sind hier. daraus erkennen, Lehr mich recht einen HErren nennen: Ja, reiner geift! erleuchte meinen geist, Daß er verläßt, was falsch und irrig heißt. nem von ewigkeit erwählet: Sende nun von deinem thron, Was noch meis nem heile fehlet: Und gib mir des geiftes gaben, Go dann werd ich alles haben. 2. Ach! ich bin lebendig todt, Und 124 Auf das Pfingst Fest. und zum guten ganz verlohren. heucheley, Das deiner huld gefäls Heilger geist, mein HErr und lig sen, Der du die herzen prüfeft. GOtt! Mache du mich neu ges bohren: Denn das fleisch ist mein verderben, und kann nicht den bimmel erben. 3. Treibe weg die finstre nacht Meiner irrigen gedanken. Dams pfe das, was GOtt veracht't, Halte die vernunft in schranken, Daß ich anders nicht als gerne Selbst von dir die weisheit lerne. 4. Was mein herze dichr't und tracht't, Ist von jugend auf nur bose; Aber hilf, daß deine macht Mich auch von mir selbst erlöse: und zu allen guten dingen Gib mirwollen und vollbringen. 3. Ich habe GOtt nicht recht erkannt, Dem ich doch sollte les ben: Doch hast du dich zu mir ges wandt, Erkenntniß mir gegeben. Dein theures wort zu rechter zeit Hat meiner augen blödigkeit Zum himmels weg erleuchtet. s. Schaff in mir ein reines her, Daß ich stets an GOtt gedenke, und mich oft mit reu und schmerz, lieber meitre sünden kränke: Doch nach den betrübten stunden, Fübre mich in JEsu wunden. 16. Pflanze mich daselbst in ihn, Als eir glied an seinem leibe: Und sein eigen bin, Hilf mir, ich es auch bleibe. Wie am 4. O höchstes licht! durch dich hab ich Den vater lernen kennen; Auch kann ich JEsum sicherlich Nun meinen heiland nennen. Du leitest mich mit deiner hand, Daß ich mein rechtes vaterland Ge wißlich finden werde. men <. Ich war im höchsten jammer. stand, In ewigkeit verlohren; Wo du dich nicht zu mir gewandt, Und mich aufs neu gebohren. Du tauf, Als weinstock ſeine reben, So laß mich nahmes Find, mit gnaden auf: an JEsu kleben. GOttes 17. Hierzu bitt' ich diese dren, Glauben, hoffnung nebst der liebe: Steh' auch sonst mir also bey, Daß Fein teufel mich betrübe. Gib mir demuht, fried und freude, Und auch sanftmuht, wenn ich leide. 8. Hilf mir reden recht und wol, Auch zuweilen gar nichts sagen: hilf mir beten, wie ich soll, Hilf mir auch mein creu; ertragen. Wenn es zeit ist, hilf mir sterben, Und daben den himmel erben. 2. Wie hat doch meiner feelen noht Dich, höchster GOtt! erbar met: Mich hast du, da ich blind und todt, Mit lieb' und huld ums armet: Ich gieng in gan; verkehrs tem wahn; Du nahmst dich meis ner thorheit an, und wolltest selbst mich lehren. Mel. Es ist das heil uns kommen. eut will ich, füffer trster! bir Mit berAch! laß michs ewig bleiben. 6. Wie oft bin ich auf bösen raht und falschen weg gekommen! Doch deine theure gnade hat Sich meiner angenommen. Du strafeft mich, und zeigest frey, Was meis ner seelen schädlich sey: Das mag ia liebe heissen! 7. Du hast mich armen oft aufs neu mit meinem GOtt verbuns den, Wenn ich durch wahre buß und reu Vergebung habe funden. Du hast mich aus der fündennacht Hinwiederum zu GOtt ges bracht, und völlig ausgefähnet. 8. Ich würd in dieser sündenens freude singen: Ach heilgerwelt Mein erbtheil bald verlieren: geist verleihe mir, Daß ich jest Drum hast du dich zu mir gesellt, mdge bringen Ein opfer fren von Mich feliglich zu führen. 215. nimmst von dem heiligen Geiste. 125 nimmst in meinem herzen plag, 1. Ach! könnt ich nun auch, Damit ja meinen himmels- schaß Mir niemand rauben möge. wie ich wollt, Dich, liebster GOtt! recht preisen! Ach könnt ich, wie ich billig sollt, Mich gegen dich erweisen! O heilger geist. laß meinen sinn, Go lang ich noch auf erden bin, Und ewig, dis bes trachten. 9. Dein ist und bleibt allein der ruhm, Wenn du mir kraft gege: ben, Daß ich im wahren christen thum, Dir, meinem GOtt, kann leben. Ach! nimm doch ferner in mir raum, Auf daß ich als ein gu ter baum Zum paradies gedeye. 10. Hab ich in meiner creuzes laft Nach hüls und trost geschryen; So hast du, süsser seelen- gast! Mir öfters auch verliehen, Daß ich in hoffnung und geduld, Versichert deiner lieb' und buld, Mich GOtt ganz überlassen. SHEI XII. Von dem Dreyeinigen GOtt und dessen Wesen und Eigenschaften. 12. Kann ich in dieser sterblich. keit Den wunsch nicht gar erlangen; So will ich doch, wenn nach dem sireit Die ruh dort angegan: gen, Dir, sammt dem vater und dem sohn, Mit herzens lust vor deinem thron Eins nach dem an dern singen. 815 BE13 Mel. Nun danket alle GOtt zc. 216. Gott du höchster geist! s. Du, einig, höchster geift! Bist in dir selber felis, und deine dir zu vergleichen; Wie will mein schwacher sinn Denn deine höh' erreichen? Ach vater! schaue doch Des kindes einfalt an, Das durch ein dunkles wort Jm spiegel schauen kann. sind und unzäts lig. Hdr Israel! der HErr, Dein HErr GOtt zebaoth Iftrein einiger und ewig wahrer G 6. Ja hor es Israel! Was hörst du dreymahl nennen? Dren einig sollt du den, Der einig ist, 2. Ich kann schon von natur In erkennen. Gott, der im lichte meinem Herzen merken, Daß wohnt Des wesentlichen scheins, GOtt sey: doch du stellst In dei- Ist vater, sohn und geist; Und nen schöpfungswerken Die un- diese drey sind eins. sichtbare kraft Als sichtbar deuts lich dar. So macht schon die vernunft Die gottheit offenbar. 3. Doch da die wissenschaft Sehr unvollkommen bleibet, So such ich, was von dir Die offenbarung schreibet: Ja diese wahrheit macht Mir dein geheimniß kund, Da die vernunft erstaunt: welch ein tiefer grund! dal de 4. Du hast von ewigkeit, und in dir selbst dein leben: Was lebet, muß von dir, In dir, lebendig we: ben. HErr! du bist, wie du bist Du bleibest, wie du bist, Also, daß auffer dir kein Gott selbständig ist. 7. Ach GOtt! wie hoch ist das? Was muß ich hie bemerken n deinen ewigen und innerlichen werken? Da sich ein unterschied Persönlich wirklich findt, Weil der personen dren In einem wefen sind.is( m 8. Der vater jeugt allein Den sohn vor allen zeiten, Der in ihm felber lebt In gleichen herrlichkei ten. Der sohn wird nur gezeugt, Der geift geht nur allein Von al len beiden aus, Und hier ist nichts gemein.alis d 9. Doch wirken alle drey In äuserlichen werken, Darin wir Gott es Von dem Drepeinigen Gott 126 GOttes kraft An den geschöpfen merken: Die schrift zeigt aber auch, Wie vater, sohn und geift In jedem sonderlich Sich vor den andern weist. 10. Der vater schuf die welt. Er hat sie auch geliebet, Daß er den sohn für uns und seinen geist uns giebet. Und das erlösungs werk Hat GOtt der sohn voll bracht; Das wert des geistes ift, Daß er uns heilig macht. 11. Die andacht darf nicht mehr Bu grübeln sich getrauen, Da felbft die engel nur Gelüftet dich zu schauen, Geheimnißs voller Gott! Der uns verborgen ist, Ach! wie gelüftet mich zu schauen, wie du bist. 3. O vater aller dinge quell und ursprung, sen gepriesen Für alle wunder klar und hell, Durch deine macht erwiesen. Du, vater, haft vor aller zeit Den eingen sohn von ewigkeit, Dein ebenbild ge eget. 4. Du haft gemacht den ers den Freis Nach deinem wolges fallen, Uns menschen drauf zu deinem preis, Daß wir dein lob erschallen. Auch wird durch deis nes mundes wort Dis alles im mer fort und fort Erhalter regieret. und prod f. Drum fteh, o vater! ferner bey uns, deinen armen kindern, und alle unsre schuld verzeih Uns bußfertigen fündern: Aus unsern nöhten mannigfalt Errette uns und hilf uns bald, Wie du uns fest versprochen. 6. O JEfu Chrifte, GOttes sohn, Von ewigkeit gebohren! uns menschen auch im himmels. thron Bum mittler auserkohren; Durch dich geschicht, was nur ges schicht, wahrer GOtt! o wahres licht vom wahren GOtt und Lichte! 12. Indessen, HErr, HErr, HErr! Ach segne und behüte, Erhebe dein gesicht Mit gnade, fried und güte. Die gnad er: Leuchte mich, Die liebe stårke mich, Und der gemeinschaft band In mir vermehre sich. 13. Lob, ehr und preis sey GOtt Dem vater, sohn und geiste! Wie ihn der engel chor Schon bey der schöpfung preiste. Nimm dieses tallen an, Das lob und ehre bringt, Bis mein verklärter mund Auch dreymahl heilig! singt. 7. Du bist des vaters ebenbild, und doch vom himmel kommen Als eben war die zeit erfüllt, Haft du fleisch angenommen; Haft uns erworben GOttes huld, Bezahlet 217.- feit, Voll majestät unsre fünden schuld Durch dein unschuldig leiden. Mel. Nun freut euch liebe zc. heiligste dreyeinigund ehren: Wie kann doch deine christenheit Dein lob genug ver mehren? Du bist sehr hoch und wunderfam, Gan; unbegreiflich ist dein nam', Dein wesen uner: forschlich. 2. Wir danken dir, daß deine gnad, Auch weil wir hie noch le ben, In deinem worte so viel hat Uns offenbart gegeben: Daß du bift wahrer Gott, und heißt GOtt vater sohn und heilger geift, Drepfaltig und doch einig. UNC 8. Nun sikest du zur rechten hand Des vaters hoch erhoben, Beherrscheft alle leut und land, Und dämpfft der feinde toben. Hilf uns, o wahrer mensch und GOtt! Wir wollen dir für deinen tod Und alle wolthat danken. 9. O heilger geift, du wehrte cron, Erleuchter unsrer sinnen! Der du vom vater und dem sobn Ausgeheft ohn beginnen: Du bifi allmächtig und ohn end, Der va 40 dimo sister und dessen Wesen und Eigenschaften. 127 ter und der sohn dich sendt, Im ter und vom sohne, Mit beiden glauben uns zu leiten. gleicher herrlichkeit, Gleich ewig, gleicher crone, Und ungetbeilter stärke. 10. HErr, du gebiereft durch die tauf uns wiederum aufs neue: Hernach auch nimmest du uns 4. Sieh hier, mein herz! Das ist auf, Wenn du giebst wahre reue. dein gut, Dein schag, dem keiner Durch dich wird unsre hoffnung gleichet: Das ist dein freund, der fest: Und wenn uns alle welt vers alles thut, Was dir zum heil ges läßt, Bleibst du bey uns im herzen.reichet: Der dich gebaut nach seis II. Wir bitten dich demühtigs lich, Daß es ja mag durchdringen, Was wir für seufzen oft vor dich In unsern ndhten bringen; und wenn die leite stund da ist, So hilf, daß wir auf Jesum Chrift Getroft und selig sterben. 12. GOtt vater, sohn und heilger geift! Für alle gnad und güte Sey immerdar von uns gepreist Mit freudigem gemühte. Des himmels heer dein lob erklingt, Und heilig, heilig, heilig! singt: Das thun auch wir auf erden. Mel. Chrift unser HErr zum zc. 218.Was alle weisheit in 6. Weh' aber dem verstockten heer, Das sich hier selbst verblen. det, GOtt von sich fidßt, und seine ehr Auf creaturen wendet! Ihm wird zelt Ders einst verschloffen bleiben. Wer GOtt verläßt auf dieser welt, Den wird er von sich treiben, und ewig dort verstoffen. 7.Ey nun, so gib, du grosser held, GOtt himmels und der erden! Daß alle menschen in der welt Zu dir bekehret werden. Erleuchte, was verblendet geht, Bring wies der, was verirret: Neiß aus, was uns im wege steht, Was frevents lich verwirret Die schwachen in dem glauben. faum weiß zu lallen; Das läßt GOtt aus dem himmels zelt In alle welt erschallen, Daß er alleine könig sey, Hoch über alle götter, Groß, machtig, freundlich, fromm und treu, Der frommen schuß und retter, Ein wesen, drey perso: nem bild, Für deine schuld gebüf set: Der dich mit wahrem glauben füllt, und all dein creu; verfüffet Mit seinem heilgen worte. nen. 2. GOtt vater, sohn und heil ger geist Heißt sein hochbeilger name: So kennt, so nennt, so rühmt und preift Ihn der gerechte faame: GOtt Abraham, GOtt Isaac, GOtt Jacob, den er lie: bet, HErr jebaoth, der nacht und tag uns alle gaben giebet, Und wunder thut alleine. 3. Vom vater ist von ewigkeit Der sohn gezeuget worden. Der fohn kam nach bestimmter zeit Ins fleisch in unsern orden. Der heilge geift geht aus ohn seit Vom vas 5. Drum auf, mein her;! erhebe dich, Und lerne GOtt recht ken nen: Denn die erkenntniß rühret mich, In liebe zu entbrennen, Die meiner feelen hoffnung nehrt; GOtt werd in jenem leben Die freude, die kein ohr gehört, Und folche wolluft geben, Die hier kein aug' erblicket. 8. Laß deine kraft uns allzu. gleich Zur himmelsspforte brins gen, Daß wir gesammt in deinem reich Ohn alles ende singen: Daß du alleine könig seyft, Hoch über alle götter, Gott vater, sohn und beilger geift, Der frommen schu und retter, Ein wesen, drey per fonen. Mel. 128 Von dem Drepeinigen GOtt Mel. Christ unser HErr zum zc. Der von dir und dem sohn aus 219. uns will lehren: Ach! laß denfelben fenn mein licht, Mich irrenden zu leis ten, und wenn es mir an muht ge bricht, mit trösiung stehn zur sei ten, und mich in schwachheit stärken. GOtt! Ich klage dir mit schmerzen Die angebohrne sünden noht und finsterniß im herzen: Denn ich kann dich nicht von natur Erkennen, noch dich lieben; Ach! zeige mir dazu die spur, Wie ich mag beides üben Nach deinem wolgefallen. 2. Gib, vater! daß ich deine macht, und liebes treu anbete, Auch deine weisheit wol betracht, Und kindlich vor dich trete. Gib deine allmacht mir ¡ um schuß, Bum labsal dein erbarmen: Dein recht und wahrheit sey mein trup: Dein licht erfreu mich armen, Zum lobe deiner gnade. 100 7. Laß ihn, o HErr! mich alle seit zu seinem tempel weihen, und mit recht schaffner heiligkeit Mein herze benedeyen: Laß ihn die fündliche natur Stets bessern, daß auf erden zu einer neuen creatur Jch mag bereitet werden, und so dein erb' erlangen. 8. So gib uns, der du heilig heißt, Dich, den wir vater nennen, Gammt deinem sohn und heilgem 3. Laß mich auch deinen lieben geist, Im glauben zu erkennen. sohn In deinem licht erkennen, weil dich erkennen, wie du bist, Wie er sey unser gnaden thron, und deine liebe schmecken, Des Und einig heil zu nennen: Einewgen lebens vorschmack ist; Bis wahrer mensch, und doch mit dir Auch GOtt von gleichem wesen: Das licht vom licht, durch welches hier nun alle wol genesen, Die durch die sünd erstorben. du uns wirst entdecken Das voll. icht im schauen. 4. Denn drum ist er das höchste gut, Vom himmels- throne kommen. Das ewge wort hat unJer blut Und fleisch an sich genommen, Daß es von unserem geschlecht Den jorn und fluch ablehrte, Den segen aber wieder bracht, Der uns sonst nicht gehörte, Durch thun und auch durch Feiden. <. Ja JEsu! du, du bist der weg, Der uns zum himmel führet: Laß mich dich eingen glaubenssteg So gehn, wie sichs gebühret. Sen meine wahrheit, welcher ich Von ganzem Herzen glaube: Sey mir das leben, auf daß mich nicht too und hölle raube; O meines lebens leben! 6. Eaß mich, o höchfte mateståt! Den heilgen geift auch ehren, Wer Mel. Komm heilger geift HErre. 220. Unendlicher Gott, böchstes gut! Das in sich selbst besteht und ruht, Das unbegreiflich ist zu nennen, kann dich vollkommen kennen? Du bist ein unumschränktes licht, Von ziel und gränzen weißt du nicht. Dich kann kein sterblich auge se hen. Es muß vor dir verhüller stehen. Halleluja, Halleluia. 2. Erschaffener geist sinn! Komm, setze dich voll demuht hin, Mit stummer einfalt anzu hören Unbegreiflich hohe lehren. Gott ist ein unerschaffner geist, Der aller geister vater heißt, Der ursprung aller guten gaben, Die alle creaturen haben. Halleluia. Halleluja. bidder 3. Dis ewige licht ist befreyt aller unvollkommenheit. Von Seill 129 und dessen Wesen und Eigenschaften. Sein geistlich und nohtwendig voll erden Deiner liebe fähig werwesen Läßt nichts schwaches an sich lesen. Sein unerforschlicher verstand Ist keinem, als ihm selbst, bekannt. Sein freyer und gerechter wille Ist eine ewge liebes- fülle. Halleluia, Halleluja. den. Mein Herz begehret nur als lein Mit dir vertraut bekannt zu seyn; Laß mich vor deinem thron bald stehen, und unverrückt dein antlig sehen! Halleluia, Halleluja! 4. Sein herrlicher glanz, der höchst rein, Hat mit dem schatten nichts gemein. Die höchste einfalt* ist zu spüren, Da sich aug' und finn verlieren. Legt schon die sie deren schilderey, In unsre schwachheit sich zu schicken, und es begreiflich auszudrücken. Halleluia, Halleluja. macht s. ein menschlicher leib schränkt ihn ein, Ein geist hat we der fleisch noch bein: Die hand be zeichnet seine stärke, und beschir mung seiner werke. Sein offnes aug' und hörend ohr Stellt sein unendlich wissen vor, Das alles kennt, nichts ausgenommen. Kurz, alles ist bey ihm vollkommen. Halleluja, Halleluja. * Das ist: Gott ist ein einfaches wesen, das aus keinen theilen zusammen geseget in. 221.prie, Gott vater in ewigkeit! ist deine barmherzigkeit, Aller dinge schöpfer und regierer! Eleison. 2. Christe aller welt troft! Uns fünder allein du hast erlöst: O JEsu GOttes sohn! Unser mitts ler bist du im höchsten thron: Zu dir schreien wir aus höchster bes gier. Eleison. 3. Kyrie GOtt heiliger geist! Tröst, stårk uns im glauben allermeist, Daß wir am lezten end Frölich abscheiden aus diesem elend. Eleison. 6. Vor schöpfungs- zeit war er 222. vater! allmächtis ger dir schreien wir in der noht: Durch deine grosse barmherzigkeit Er barm dich über uns. allein, Es wird auch kein GOtt nach ihm seyn: Ob gleich der satan viele gözen Ihm will an die feite segen; So ist doch ihre göttlichkeit Nur eine misgeburt der zeit. 2. Christe, wollst uns erhören, Der lezte brand wird sie verzeh- Für uns bist du mensch gebohren ren; Ihn aber wird man ewig eh- Von Maria. Erbarm dich über ren. Halleluta, Halleluja. uns. 7. Der höchste GOtt ist nun zugleich In seinem ewgen wesen reich, In welchem ewig drey per: sonen Wunderbar vereinigt wohnen: Der vater hat vor zeit und welt Den sohn gezeugt und darge: stellt: Der heilge geist geht aus von beiden. O wunder- dren, voll glanz und freuden! Halleluja, Halleluja. nd 3. Vergib uns all unsre fünde, Hilf uns in der lezten stunde; Für uns bist du gestorben. Er barm dich über uns. 4. O heilger geift! wollft uns geben, Dich allzeit herzlich zu lies ben, und nach deinem willen zu le: ben. Erbarm dich über uns. Mel. Allein GOtt in der höh: c. 8. Jch bete dich an, groffes licht! Mit ehrfurcht voller liebes: 223. bater! GOtt von pflicht: Ach! laß mich arme hand heit wahre quelle, Du tiefe der 3 volls Von dem Dreyeinigen GOtt vollkommenheit, Du licht, das| dich deiner christenheit Haft wol ewig helle. Du HErr voll pracht len offenbaren, Daß du mit deis und majestät! Dein unaussprech- nem namen heißt GOtt vater, lich lob erhöht Der himmel sohn und heilger geist; Wir dan jammt der erden. ken dir mit freuden. 2. Alsoater haft du deinen sohn Von ewigkeit gezeuget, Daß fich vor seiner gottheit thron Das chor der engel beuget. Als- vater hast du diese welt und alles an das licht gestellt, Auch väterlich erhalten. $ 30 3. Drum bleib uns ferner zuges than, Als vater deinen Findern, Und nimm dich unsrer wolfahrt an: Hilf allen armen fündern: Daß wir von deiner mildigkeit Zur guten und zur bösen zeit Troft, schuß und nahrung haben. 4. GOtt sohn, des vaters ebens bild Von ewigkeit gebohren! Wir sehn, da nun die zeit erfüllt, Daß du bist auserkohren Zum mitt ler, GOrt und mensch zugleich. Du haft der welt dein himmelreich Durch deinen tod erworben. 1004 9. Denn wer dich, GOTT! recht weiß und kennt, Der hat das rechte leben. Und wer von deiner liebe brennt, Den kannst du bald erheben, Daß er nach dieser trü ben zeit Dich in der frohen ewigkeit von angesichte schauet. Mel. Es wolle GOtt uns gnädig. deine macht 224. Ott! wir ehren gnade zu uns armen, Nach welcher du uns wehrt geacht, Dich unser zu erbarmen. Wir sind voll fünde, du voll gnad, Wir todt, du bist das leben, und hast nach deinem gna den- raht Dich uns zu eigen geben. O abgrund aller liebe! 2. Wir beten dich als vater an, Du liebest uns als kinder: So hast du dich ja kund gethan, Zum trost der armen sünder. Dein zorn weicht deiner lieb und huld, Dein väterlich gemühte Jst voll erbars men, voll geduld, Voll langmuht, treu und gute. O liebreich vater: berze! 3. O JEsu, theurer GOttes: sohn, Du licht vom wahren lichte! Vor dir, dem rechten gnaden thron, Wird sünd und tod zu nichte. Du bist der grund der se ligkeit, Worauf wir arme hoffen. Dein gnaden- brunn sieht allezeit Für unsre feelen offen. Du aus: 5. Als GOtt- mensch sigst du auf dem thron Zu deines vaters rechten, Uns wider allen neid und hohn Des teufels zu verfechten. Ach! hilf uns durch dein theures blut, Daß uns dein vater bleibe gut und ewiglich gewogen. 6. GOtt heilger geist, du himmels gast, Der frommen schat und wonne, Der du den ausgang ewig haft Vom vater und dem sohne! Du süsser trößler, freund und hort, Der du die deinen immerfort In alle wahrheit leitest! 7. Komm, wahrer GOtt! mit deiner kraftZu deinen auserwähl- fluß alles segens! ten: Gib uns den rechten lebenssaft, Und tröste die gequälten. Bleib unser schuß und zuversicht, Der seelen schaß und freuden licht, Und unsers geiftes leben. 8. Oheilige Dreneinigkeit, Beherrfeber aller fcbaaren! Der du 4. Du geist der gnaden, wahrer Gott! Komm, steure dem verder. ben. Laß uns durch Christi creu ges- tod Der welt und uns abster ben: Ja schlag das ganze höllenreich In unsern seelen nieder, Das mit wir JEfu Chrifto gleich, Und surton gul seines und dessen Wesen und Eigenschaften. 131 jeines leibes glieder Durch deine| ort, Und gar nicht zu ermessen: gnade bleiben. Ob einer hier ist oder dort, Ist er dir nicht entsessen. Laß mich nicht zweifeln, wo ich sey, Du könnst dich mein annehmen: Auch was ich thu, laß mich dabey Des bdsen vor dir schämen, und überall dich fürchten. 5. So ehren wir in einem thron Dich, unsern GOtt und vater, Sammt Christo deinem lieben sohn, Als unsern heils- erstatter, Und GOtt den wehrten heilgen geist Von gleicher macht und we sen. Hilf, der du dreymahl heilig heißt, Daß wir in dir genesen, Und dich dort ewig loben. Mel. Christ unser HErr zum 2. meine 225. dich, mit andacht zu betrachten, Wie GOtt hat of fenbaret sich, und wie man ihn soll achten: Daß er der allerhöchsie ist Im himmel und auf erden. Und soll gepreift zu jeder frist, Auch angerufen werden, Als ursprung aller dinge. 2. GOtt! du bist einig für und für, Nichts sind der heiden göt ter: Kein heil noch tröst ist ausser dir, Kein helfer noch erretter. Laß mich, 0 HErr! auf dich allein Von ganzem Herzen trauen, Dir lediglich ergeben seyn, Auf niemand anders bauen, Dir, GOtt! allein anhangen. 3. HErr, mein GOtt! du bist ein geist, und theilest bey uns allen An gaben aus, was geistlich heißt, Nach deinem wolgefallen: Laß mich stets geistlich seyn ge vor dich trete, Jch deine kraft in mir empfind, und dadurch dich anbete Im geist und in der wahrheit. 4. Du bist, o GOtt! von ewig keit, Ohn anfang und ohn ende. Gib, daß mein herz von aller freud Des zeitlichen sich wende; Auf daß ich möge immerdar Drum bitten und drauf denken, Weil alles hier nur wandelbar, Daß du mir dort wollst schenken Ein un vergånglich erbe. 5. O GOtt! du bist an allem 6. Unendlich ist, HErr! deine macht, zu retten, die dich lieben, Und, wenn der gottlos dich verz acht, Die rache auch zu üben. Gib, daß sich deiner allmacht schur 1 auch nicht menschen grimm und truß, Nur deine firaf erschrecke: Du tödtest leib und seele. 7. Voll höchster weisheit bist du, GOtt! Niemand kann sie ers gründen; Wie wunder schwer auch ist die noht, Weißt du doch raht zu finden. Gib, daß ichs dir stets traue zu, Auf dich werf meine sorgen: Auch übels weder denk noch thu, Weil du siehst ins vers borgen, und prüfest herz und nieren. * 8. GOtt! du bist heilig und ge recht, Du kannst die fünd nicht leis den; Wer sagen will, er sey dein knecht, Der muß das böse meiden. Gib, daß ich mich zu jederzeit Der heiligkeit befleisse, Nachiage der gerechtigkeit: Auch dein gericht gut heisse, Ob ichs schon nicht begreife. 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, Wenn sich bekehrt der fünder; Erbarmsi dich, wie ein vater thut, Von herzen deiner kins der. HErr! laß von deiner lieb und gnad Mich allweg troft bes kommen; Von mir auch meine missethat So fern seyn hingenommen, Als morgen istvom abend. 10. GOtt! deine wahrheit sicts besteht, und wol dem, der dir glaubet: Der himmel und die erd 2 vers 132 Von dem Dreyeinigen Gott vergeht, Dein wort, HErr! ewig süsser stille schweben, En oich der bleibet. Gib, daß ich fürchte dein engel schaar geehrt. Es war dein gericht, und alles, was du drauest: höchst vergnügtes leben Von keiAuch hoffe, was dein wort ver ner einsamkeit gestöhrt. pricht, Daß du mirs gern verlei best; Hoffnung wird nicht zu schanden. 1. Allselig bist du, GOtt! und frey, Du thust, was dir beliebet. Du bist ein milder HErr das bey, Der reichlich gutes giebet. Laß mich mit dem zufrieden seyn, Was ist dein heilger wille: Gib auch, daß ich von dir allein Und deiner gute fülle Erwarte alls in allen. 3. Dein selig seyn wuchs nicht Durch schöpfung dieser erden, Du konntst durch meinen fall Nicht unglückselig werden: Doch läßt dein sohn in solche mühe Sich für mich schudden sünder ein; Daß er mich wieder zu dir ziehe, Als. könntst du sonst nicht selig seyn. 4. Du kannst mit größtem recht Allein gewaltig heissen, Dein don ner kann die welt Aus ihren ach, sen reissen. Es ist kein ¡ iel in dei ner stärke, Dein wort trägt diese schwere welt. Das ist das kleinfie deiner werke, Was ieder für unmöglich hält. 12. GOtt! wenn ich dich so kenn und ehr, Dein wort zum grunde feke; stann ich mich drob erfreuen mehr, als über alle schätze: Bis ich dort, o mein heil und licht!. Du bist der herren HErr, Ohn lallen dich werd nennen, Den erd und himmel scheuet, Der Von angesicht zu angesicht An allen kin'gen selbst Die theure schauen und erkennen, und ohncronen leihet. Dich fürchten alle aufhdren loben. majestäten, Dich betet iede herr schaft an. Du kannst so leib als seele tödten, Das kein zerbrechlich scepter kann. 13. GOtt vater, sohn und beilger geift! Der du auch willt auf erden von mir und allen seyn gepreift, Laß deinen ruhm groß wer- 6. Du bist es, der allein Unsterbden: Verleih mir gnade, kraft undlichkeit besitet, Und andre, wenn stårk, Daß ich zu allen zeiten, er will, Für tod und gruft beschü;HErr! deinen nam'n und deine zet. Was die erschaffne geister has werk Könn mehr und mehr aus breiten, So lang ich hab das leben. ben, Das tragen sie von dir zu lehn: Du kannst sie in ihr nichts begraben, Bleibst aber selber ewig stehn. 7. Ein unzugänglich licht Mus Von der Majestät Bottes Melodey 17. erklärte 226.Vetenswürdig glanz, der noch zu klar Den lichten seraphinen: Ein blis, der selbst die engel blendet, wenn er auf ihre stirnen fällt, Von welchem sich ihr antlik wendet, und sich vor schaam verhüllet hält. wesen, Unendlich gröffrer GOtt, Als wir geschrieben lesen: Ach fidße meiner armen feele Ein ehr furcht volles schaudern ein: Laß, wenn ich deinen ruhm erzähle, Mich tief vor dir gebeuget fenn. ? 2. Du bist ein selig gut, Du weißt von keinem leide: Dein tics fer abgrund ist Ein meer voll: kommner freude. Du konntst in s.Welch sterblich auge hat Dein wesent ie geschauet? Wer lebet, der es sich Im fleisch zu sehn getrauet? Du siehst zwar, als am hellen mors gen, Was nacht und abgrund in fich und dessen Wesen sich schleußt: Uns aber bleibst du wol verborgen, Du unsichtbarer groffer geist! 9. Was wir von deiner macht Und deinem wesen wissen, Das hast du selbst zuvor Uns offenbaren müssen. Der sohn, den deine feele liebet, und den dein vater: schooß umschließt, Der ists, der uns die nachricht giebet, Die un ferm glauben nöhtig ist. 10. Doch hier erkennen wir Dich noch gar unvollkommen. Wird aber dermahleins Der vor hang weggenommen; So werden wir erst unsre blösse mit vieler schaam und demuht sehn, Und, schönster geist! vor deiner grösse In ewigkeit entzücket stehn. 11. Judessen sey dein ruhm Mit schwachheits- kraft befungen, Nimm hin ein kindisch lob Bon einer blöden zungen. Wirst du dereinst den mund verklären, So wird er deiner majestät Ein lied im höhern chor gewähren, Das deines namens ruhm erhöht. Don der Ewigkeit Gottes. mel. Liebster JEsu wir sind hier. rosser GOtt, HErr 227.ebaoth! Dich foll man allein anbeten. Du hilfft uns aus aller noht, Wenn wir gläubig vor dich treten: Darum laß, was wir jest singen, zu dir durch die wolken dringen. und Eigenschaften. 133 4. Dis dein wort zeigt weiter an: Ewig sey auch deine treue; In wir denken wol daran, Sie wird alle morgen neue: Laß nur deinen geist uns treiben, Dir beständig treu zu bleiben. <. Macht uns nicht dein licht bes kannt, Ewig sey auch, Gotz! dein wille? Du willt, daß ein jeder stand Solchen in der that erfülle: Ach könnt ich in meinem leben Doch demselben recht uachstreben 6. Es ist kund und offenbar: Ewig sey dein hohes wissen. Du erkennest sonnen- klar Aller mens chen ihr gewissen; Ev so will ich mich bemühen Mich von fünden. abzuziehen. 7. Du liebreicher frommer GOtt! Ewig ist auch deine liebe. Trifft mich nun gleich schmach und spott, Ja wenn ich wie staub erstiebe; Werd ich doch zu dir ge langen, und mit liebe dich ums fangen. 8. Frecher fünder: merke dis, Ewig ist auch GOttes strafe: Diese trifft einst ganz gewiß Die verlohrnen bösen schaafe: Drum laß ab von deinen fünden, Hier kannst du noch guade finden. 9. Diese deine ewigkeit, Du HErr himmels und der erden! Laß mir doch zu jeder zeit Tief ins her; gepräget werden; So werd ich, mein GOtt! dort oben Dich ON auch ewig, ewig loben. 2. Deine gottheit ist ein meer, Dessen tiefe den verschlinget, Der mit vorwitz gar zu sehr Grübelnd in dasselbe dringet; Drum will ich von der Allgegenwart und Allwissenheit Gottes! ungemuht hören, was du felbft 228. Err Gott! der du wollen erforscheft mich. und kennst mich aus und innen: Mein thun und lassen kömmt vor dich, Gehn, stehen und beginnen, Was ich in bette denk und dicht, Siehst du von fern, und fehleft nicht; Du prüfesi her: und nieren: Du kannst auch, wenn ich bin als 93 ( cin, 3. Unser Herz und junge spricht: Ewig ist dein heilig wesen; Wie wir diesen unterricht Deutlich in der bibel lesen. O! so laß uns die ses merken, uns damit im glauben stärken. 134 Von dem Dreyeinigen GOtt Tein, Und gerne wollt verborgen| deiner gnaden: Ich glaube fest seyn, All meine weg' ausspüren. daß meine fünd Durch Christum mir vergeben sind, Daß sie mir nicht mehr schaden. 2. Es ist kein wort in meinem mund, Das ich dir könnt verheh len: Du, HErr! sichst recht des herzens grund, Was steckt in mei uer seelen: Du schaffest, was ich guts vollbring: Wie groß es ist, und wie gering, Ich kanns ohn dich nicht richten. Wenn aber du durch deine gnad Verstand mir giebst, auch hülf und raht; So Fann ich alles schlichten. 3. Wie du die deinen wunder lich, O GOtt! hier pflegst zu füh ren, Versteh ich nicht; und lasse mich Blos deine gnad regieren. Wo soll ich hin vor deinem geist? Weil du auch die gedanken weißt: Es hilft vor dir kein flichen. Führ ich gen himmel, bist du da, Auch in dem grab trittst du mir nah: Kann dir mich nicht entziehen. * 4. Nun, grosser GOtt! weil dei ne hand mich überall kann finden, Und all mein dir ist bekannt; So hüt ich mich für fünden. Denn finster ist wie licht bey dir, Was heimlich war, kömmt klar herfür, Ich kann dir nicht entgehen. Was ich gethan, geredt, gedacht, das wird vor deinen thron gebracht, Da muß ich vor dir stehen. 5. HErr! meine seel erkennt dis wol, Daß du mich haft bereitet, Und, wie ein mensch gestalt seyn foll, Aus mutter- leib geleitet. Durch deine vorsorg, fleisch und bein und alle glieder an mir seyn; Dein aug hat mich erwählet. Da ich noch ungebohren war, Hast du schon stunden, tag und jahr Jm lebens- lauf gezahlet. 6. Ich danke dir und preise dich Für solche grosse thaten, und daß du mir so wunderlich An leib und feel gerahten. Sehr köstlich ist dein werk an mir; Wenn ich erwach, bin ich bey dir, Und warte * 7. Den vorsak gib mir, HErr! dabey, Daß ich, was bös ist meide. Die gottlos rott fern von mir sey, Von frommen mich nicht scheide: Daß ich nur lieb, was dir gefällt, Und hasse, was ist von der welt, Auch ihren troß nicht achte, Halt dein gebot, hör gern dein wort: Im glauben und in hoffnung fort Das ewige betrachte. 8.Erforsch mich, GOtt! ergründ mein herz, Durchsuch all mein gedanken, und siehe, ob ich hinterwärts Und auf die feit wollt wan ken: Bin ich vielleicht auf bösem weg, So führ du mich den rechten steg, Der nach dem himmel weise; Daß ich vom sünden- dienste frey, Und dir, o HErr! gefällig sey, Bis ich von hinnen reise. Von der Allwissenbeit GOttes. Mel. Es wolle GOtt uns gnädig. kommner geist, Deß 229. All wiffender voll auge alles siehet, Was nacht und abgrund in sich schleußt, Und dem sich nichts entziehet! Es kann vor deinem hellen licht Sich kein geschöpf verstecken. Was in der finsterniß geschicht, Das weißt du aufzudecken, und an den tag zu bringen. 2. Selbst die gedanken sind dir kund, Die unsre seele heget, Eh sie noch der verschloffne mund Durch worte dargeleget. Die herzen sind dir offenbar, Du kannst ihr dichten spüren; Den raht derselben siehst du klar, Du prüfest herz und nies ren, und dir bleibt nichts verborgen. 3. Was deiner freunde her; be gehrt, und dessen Wesen und Eigenschaften. gehrt, Das weißt du, eh sie beten, Ihr seufzen wird von dir erhört, Eh sie noch vor dich treten. Was deiner feinde her; beschließt, Das ist dir unverborgen, Dieweil du ihren anschlag siehst, Als wie den lichten morgen, Den keine schat ten decken. 4. Was nach verfliessung vieler zeit noch künftig wird geschehen; Das sieht dein auge allbereit Als gegenwärtig stehen. Du machst es deinen Enechten kund, Es weiter auszubreiten; Und läßt durch ih ren schwachen mund Die größten heimlichkeiten Der ganzen welt entdecken. Von der Allmacht GOttes. Meloden 18. 135 allen hindernisfen. Du winkt, so schet eilend da, Was man mit keinem auge sah. 4. Wenn iemand so verständig ist, und sich zum guten neiget, Wenn er der eitlen welt vergißt, Und unter dich sich beuget: So löseft du des satans band, und machst ihn frey mit starker hand. 5. Die grösse deiner wundermacht, Die Christum auferwecket, 5. Bleibt gleich vor menschen Den man erblaßt ins grab ges manches noch In dieser zeit verbracht, Wird auch alsdenn entschwiegen; So wird dein auge decket, Wenn unsers glaubens künftig doch Die finsterniß besie blödes licht Durch alle nacht der gen. Dein unparthenisches gericht fünden bricht. Wird alles offenbaren: Was noch so heimlich jest geschicht, Wird man alsdenn erfahren, und df fentlich erzählen. 6. Die menge vieler wunder zeugt, Daß, schöpfer! dein vers mögen Weit über die gesege steigt, So die natur bewegen. Du haft gemacht das ordnungs- band, und hebst es auf durch deine hand. 6. Laß mich, o höchste maieståt! Dein helles auge scheuen, Das nie ein heuchler hintergeht mit fal fchen schmeicheleven. Durch dringe kräftig feel und geist Mit deffen heitern blicken. Laß, was geheime fehande heißt, Sammt allen bösen tücken, Mich lebenslang vermeiden. 230. reicht so weit, Als selbst dein wesen reichet. Nichts ist, das deiner herrlichkeit und deinen thaten gleichet. Es ist kein ding so groß und schwer, Das dir zu thun unmöglich war. 2. Es fällt auf dein allmächtig wort Dir alles zu den füssen. Du führeft deinen anschlag fort Ben 3. Du hast dis grosse welt- ges bau Allmächtig aufgeführet, Es zeuget erd und himmel frey, Daß sie dein arm regieret. Dein wort, das sie geschaffen hat, Ift ihnen an der pfeiler statt. 7. Was für ein wunder deiner macht Wird unser oug einst sehen, Wenn nach der langen todes: nacht Die corper auferstehen? Wenn du der dürren knochen reft Mit fleisch und glan; bekleiden läßt. 8. O allmacht! mein erstaunter geist Wirft sich vor dir darnieder, Die ohnmacht, wie du selber weißt, Umgiebet meine glieder. kraft, Die aus dem tod ein leben schafft. 9. Ach! zund in mir den glauben an, Der deiner macht an hange. Daß mein herz muhtig werden kann, Indem ich dich um fange, Und traue deiner GOtteskraft, Die alles kann, die alles schafft. 34 Von Von dem Dreyemigen GOtt 136 Von der Weisheit GOttes. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. al231.Dler dinge, der alles Von der Heiligkeit Gottes. Mel. Kommt laßt euch den sc. ganz genau versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, Das nicht nach deiner ordnung geht. schreibest der geschöpfe chor Ziel, maaß, gewicht und regeln vor. Du 2. Die wunder- vollen schönen werke, Die unsern Augen fern und nah, Die stehn so wol durch deine stärke, Als auch durch deine weis heit da. Es zeigt das ganze weltgebäu, Daß dein verstand junendlich sey.png G 232. Ott, vor dessen ans gefichte Nur ein reis ner wandel gilt; Ewges licht aus desfem lichte Nichts als reinste klarheit quillt! Laß uns doch zu jes der zeit Deinen strahl der heiligkeit So durch herz und seele dringen, Daß wir stets nach solcher ringen. 3. Mit eben den geschickten hånden, mit welchen du die welt gemacht, Regierst du auch an allen enden, was dein verstand hervor gebracht. Du brauchst, o unerschaffnes licht! Der menschen rath und beystand nicht. 2. Du bist rein in werk und we sen, und das unbefleckte kleid, Das du dir, o Gott! erlesen, Ist die rein ste heiligkeit. Du bist heilig: aber wir, Grosser schöpfer! sind vor dir Als ein kleid, das sunden- flecken | Ganz besudeln und bedecken, 154. Was du zu thun dir vorge nommen, Das geht ohnfehlbar in die that. Wenn tausend hinder nisse kommen, So triumphirt dein hoher raht. Die mittel stehn in deiner hand, Die du zum endzweck, gut erkannt. tur vil 3. Nichts wird sonst von dir ge liebet, Vater! als was sich allein Deiner heiligkeit ergiebet, Und, wie du, vollkommen rein. Darum nimm dich unser an, Deren herz nichts lieben kann, Als was dich zur strafe treibet, und von dir ver worfen bleibet. 4. Was dein Herz gedenkt und 5. Die menge so verschiedner dichtet, Was dein heilger wille willen, Die bald auf dis bald ie thut, Wasdein starkerarm verrichnes fällt, muß doch denselben ter, st stets heilis, reiu und gut, schluß erfüllen, Den sich dein wille Und so bleibst du ewiglich: Da wir vorgestellt, Der aller feinde stolzenschwache menschen dich Durch das wahn Als unvernunft beschämen böse, das wir üben, Thun und dichkann. ten, stets betrüben. 5. Wo unreinigkeit zu finden, Was nur flecken in sich faßt, Was unheilig, was voll sünden, Ift und bleibet dir verhaßt. Du bist nur der reinen freund, und den übelthatern feind: Ach! dis muß uns fünder schrecken, Und jo furcht als schmer; erwecken. 6. Lindre solche furcht und schmerzen: Du bist rein und machest rein: Darum schaff uns solche herzen, Die auch rein und heis lig 6. O weisheit! decke meiner fees le Die angeb hrne thorheit auf, Damit sie dich zum leitstern wähle In ihrem sonst verwirrten lauf., Ich weiß den weg des friedens nicht: Ach! gönne mir dein hohes licht.demoni 7 Du hast mich durch mein ganzes leben Nach deinem klugen raht geführt. Mein geist muß dir das zeugniß geben, Daß du vollkommen wol regiert: Leit ferner mich durch welt und zeit, Bis an das thor der ewigkeit. und dessen Wesen und Eigenschaften 137 lig seyn.Wasche fie, o höchstes gut!| in die vollkommen rein, Dein Wasch uns rein mit Chrifti blut, unbefleckter gottheit schein Hat Laß in uns verstand und willen nichts, das sünd und nacht zu Deinen heilgen geist erfüllen. nennen, Nichts, das die klugfren tadeln können. 2 7. Gib, o vater! unsern seelen, Glaubens voll auf dich zu sehn, Deine heiligkeit zu wählen, und darnach einher zu gehn; Bis wir dort mit jener schaar Der erlös ten immerdar Heilig, heilig, beis lig! singen, und die reinsten opfer bringen. TIME do Meloden 19. 233.D dirish 5. Was deine hand pflegt an das licht zu stellen, Das glänzt von heiligkeit und zier. Es fliesset nichts aus deinen lautern quellen, Als ein crystallner bach herfür. Du hasfest, was nach bosheit schmeckt, und was mit satans gift befleckt. Es können nichts als gute gaben Von dir den ersten ur groffer geift, o ursprung haben. sprung aller dinge, 6. Es zeigt sich zwar in des ges O majestät voll pracht und licht! wissens sprüchen Ein blick von Wer ist, der dir ein würdig lob deiner heiligkeit: Doch haft du sie lied singe? Welch sterblich her; er mit noch weit klårern strichen In zittert nicht? Stellt sich der sera- deinen theuren wort erneut. 2, phinen schaar Bor deinem thron lein das allergrößte licht hat sie verhüllet dar:* Wie sollte nicht ich in dessen angesicht, Der, um die. hand voll erden Vor dir voll furcht fünder auszufühnen, Auf erden und schauder werden?* Esa.6, 2. ohne fund erschienen. 7. Dis war der sohn, das bild von deinem wesen, Dem dein ge seg ins her; geprägt, An dessen stirn war in der that zu lesen, Was Aarons stirn im schatten trägt. Der hat auf seiner todes- bahn Die schuld der fünden abgethan; Und, da er als ein fluch gestorben, Die kraft zur heiligung erworben. 8. Nun kann in uns dein bild von neuem grünen In unschuld und gerechtigkeit; Nun kann dein volk im heilgen schmuck dir dies nen, Da ihm dein sohn die kräfte beut: Es kann in dessen blute rein, Ja ohne fehl und tadel seyn, Der auf sich nahm der sünden burden, Auf daß die sünder heilig würden. 2. Ach! rühre mir die gan; be: fleckte lippen mit deines altars Fohlen an;* Sonst fahr ich hin in ungeheure klippen, Wo feel und leib zerscheitern kann. Bring eine demuht volle scheu Den kraften meiner feele bey; Laß mich auf knie und antlik fallen, Wenn bei lig! heilig! heilig! fchallen. Efa. 6, 6. Dein wohnhaus ist ein licht, das keine schatten, Ein glanz, der keinen wechsel weiß. Eh sonn und mond das anit zu leuchten hatten, War schon dein lichter freuden Freis, Wer weiß zu deinem glanz die spur? Faßt dich wol eine creatur? Und kann der strahl erschaffner augen Dein wesen zu durchforschen taugen? 4. Die sonne selbst hat ihre dunkle flecken: Du aber bist ein reines licht; Es kann in dir nichts finstres ſich verstecken, Dein heller glang verdunkelt nicht: Du bist 9.So gib denn kraft daß wir dich heilig scheuen, mit deines Eindes blut besprengt: Gib fleiß und ernst, wenn sich der koht von neuen an die gewaschne glieder hängt Schenk uns ein herz, das heilig ist; Weil du, der vater, heilig bist, Bis 35 dit 138 Von dem Dreycinigen GOtt du uns an den ort wirft bringen, 7. Bleibt hier viel böses unge. Da wir ein ewig heilig! singen. Von der Gerechtigkeit straft, Viel gutes unbelohnet; So kömmt ein tag der rechen. schaft, Der keines sünders scho net: Da wird sich die gerechtig: keit, Die jedem die vergeltung GOttes. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 234. Gerechter het vorbeut, Am herrlichſten beweiſen. ein Muß alle welt sich stellen, und sich vor deinem angesicht Ihr urtheil las fen fällen. Du schauft von deinem hohen thron, Ohn alles ansehn der person, Auf alle menschen- kinder. 8. laß sinn, Wie du, das gute lieben. Nimm alle luft zur fünde hin: Wirk inniges betrüben, Wenn sich dis übel in mir regt. Dein herz, das lauter gutes hegt, Sey meines herzens vorbild. 2. Du bist des satans werken feind, Und hasfest gottlos wesen. Der ist gewißlich nicht dein freund, Der sich zum zweck erlesen, Was dein gerecht gesetz verbeut, Und der sich wahrer heiligkeit Von herzen nicht befleisset. st 3. Du liebest das, was recht und gut, und bist ein freund der from men: Wer glaubt und deinen willen thut, Wird von dir aufge: nommen. Sein werk und dienst gefällt dir wol, Ist er gleich nicht Mel.GOtt des himmels und zc. je, wie er soll, Nach dem gesek 235.2ihr hügel! Berg und vollkommen. felsen brechet ein: GOttes treu hat dieses siegel, Sie will unvers åndertseya. Laßt die welt zu trum mern gehn, GOttes gnade muß bestehn. 2. GOtt hat mir ein wort vers sprochen, GOtt hat einen bund gemacht, Der wird nimmermehr gebrochen, Bis er alles hat vollbracht. Er, die wahrheit, trüget nicht: Was er saget, das geschicht. 4. Du öffnest deine milde hand, Das gute zu belohnen, und giebest, als ein liebes- pfand, Den from: men schöne cronen: So zeigest du vor aller welt, Daß es dir herzlich wol gefällt, Wenn man das gute licbet. 5. Hingegen bleibt die bosheit auch von dir nicht ungerochen. Ein abgrund voller quahl und rauch Wird denen zugesprochen, Die sich mit sünden- luft befleckt; Ja deine hand ist ausgestreckt, Sie hier bereits zu strafen. 9. Und weil vor dir, gerechter Gott! Kein fünder kann bestes hen, Der nicht des mittlers blut und tod Zum schild sich auserses hen: So gib mir die gerechtigkeit, Die mich von deinem zorn befreyt. Durch sein verdienst zu eigen. 6. Der untergang der ersten welt, Die aus der art geschlagen, Das feuer, das auf sodom fällt, Egyptens lange plagen, Und andre wunder deiner macht, Bejeu gen, wenn dein orn erwacht, Wie du nach werken lohuest. 17562 Von der Treu und Wahrheit GOttes. 3. Seine gnade soll nicht wei chen, Wenn gleich alles bricht und fällt; Sondern ihren zweck erreis chen, Bis sie mich zufrieden stellt. GOtt ist fromm, und gut und treu, Ob die welt voll heucheley. 4. Will die welt den frieden brechen, hat sie lauter krieg im sinn: GOtt hält immer sein ver sprechen, So fällt aller zweifel hin: und dessen Wesen und Eigenschaften. 139 hin: Denn er bleibet immerdar| schluß zu strafen faßt, So fühlt Was er ist, und was er war. man dessen centner- laft. 5. Laßt sein antlig sich verstellen; Ist sein her; doch treu ge, sinnt, und bezeugt in allen fällen, Daß ich sein geliebtes kind, Dem er beide hande reicht, Wenn auch grund und boden weicht.@a 4. Drum scheue dich mit from: men herzen Vor dem, was er den fündern draut. Es ist, o feele! nicht zu scherzen Mit seiner straf gerechtigkeit. Fleuch, fleuch, was er zu strafen droht, Sonst sinkest du in noht und tod. STAJ 5. Doch halt dich auch mit fes stem glauben An fein verheißnes gnaden- wort; Es stehet nicht auf | sand und schrauben: Drum fahre nur im hoffen fort: So wirst du fehn, daß seine tren Ihr wort zu halten mächtig sey. 6. Wir haben ia zwen starke gründe, Auf welchen unser glaube ruht; Weil er, damit er benfall finde, Zu seinen worten eyde thut. Owunder! wenn ein fünder hört, Daß selbst die ewge wahrheit schwört. 6.Er will friede mit mir halten, Wenn die welt gleich lermen macht: Ihre liebe mag erkalten, Ich bin ben ihm wehrt geacht. Und wenn höll und abgrund brüllt, Bleibt er mir doch fonn und schild. dontg 7. Er, der HErr, ist mein erbar mer: So hat er sich selbst ge nennt; Das ist trost! so werd ich armer Nimmermehr von ihm getrennt. Sein erbarmen läßt nicht ju, Daß er mir was leides thu. 8. Nun es bleibt mein ganz vertrauenAut ihn anker- fest gericht't: Auf ihn will ich felfen bauen, Denn ich weiß, daß es geschicht. Erd und himmet kann vergehn, Sein bund bleibet feste stehn. 7. Ach seele! laß dich dis beschåmen, Da es dein GOtt so treulich meint. Siehst du ihn sich nach dir bequemen, So sey du auch den lügen feind: Beweise dich als GOts tes kind, Bey dem man treu und wahrheit findt. Mel. Wer nur den lieben GOtt. HErr sein 236.Dwortgebrochen, Stoch von der Langmuht und Ges duld GOttes. seinen gnaden- bund verlegt. Was seine wahrheit hat versprochen, Das wird auch in die that geseßt. Mel.HErr GOtt der du erforsch. etreuer GOtt! wies Er ist entfernt von trug und; 237. Giel geduld eset Die eine brut des satans ist. gest du uns armen! Wir häufen 2. Was er aus lieb und huld ver-| täglich unsre schuld, Du häufefi heissen, Das läßt er in erfüllung dein erbarmen. gehn. Er pflegt den grund nicht umzureissen, Darauf des glau bens pfeiler stehn. Scheint die erfüllung gleich noch weit, So kömmt sie doch zur rechten zeit. 3. Doch wie er das ohnfehlbar giebet, Was seine lieb uns zuges dacht; So wird auch, wenn er rache übet, Sein droh- wort ganz gewiß vollbracht. Wenn er den 311 0985 Des menschen ganzer lebens- lauf Ist immerdar, von jugend auf, Verderbt und dir entgegen: und gleichwol, vater! fuchst du ihn Durch gnad und huld zurück zu ziehn, Durch langs muht zu bewegen. 2. Der menschen elend iammert dich: Wenn sie sich schon ver stocken, Willt du sie gleichwol våterlich Durch güte zu dir locken. Wie Von dem Drepeinigen GOtt 140 Wie lange siehst und rufest du Den juden in der wüste zu, Bis sich ihr herz bekehret! Wie trågest du so lange zeit Die erste welt mit gütigkeit, Eh sie die fluht verheeret! 3. So giebst du sündern zeit und raum, Der strafe zu entgehen. So 8. Drum, brunn der gute! duld läffest du den argen baum Nicht uns noch um Chrifti tod und ohne pflegung stehen, Du wartest schmerzen: Erwecke bald und sein, du suchest frucht: Und wenn rühre doch: Die tråg' und sichre du gleich umsonst gesucht, Hörst herzen; Daß deine huld und va du nicht auf zu bauen. Du scho- ter- treu uns ja kein sünden- deckel neft fein von jahr zu jahr, Dein fen: Daß wir das böse haffen, Und ne her: hofft immerdar Noch uns noch in der gnaden- zeit Den on ihm zu schauen. reichthum deiner gütigkeit Zur Gerechter GOtt! so grosse buffe leiten laffen. huld Bezeigst du frechen fündern: Und haft nicht weniger geduld Mit deinen schwachen Eindern. Melodey 20. Sie werden ja, wenn fleisch und 238.11nschränkte liebe! welt Und satan häufig netze stellt, Oft sicher, matt und tråge. Sie straucheln, sie vergehen sich, Sie fallen oft, verlaffen dich und deine heilgen wege. blöden augen, Die sonst kaum auf erden taugen. Daß sie in die strahlen Deiner langmuht blicken, Die den erd kreis huldreich schmücken, Und zugleich Freudenreich, Bösen und den deinen, Wie die sonne, scheinen. <. Nun hättest du, o vater recht, Sie wieder zu verlassen, Und einen ungetreuen knecht In ewigkeit zu baffen. Doch nein: das kann dein herze nicht, Dein herz, das aus erbarmen bricht, Wenn deine kinder fehlen: Es hat geduld, so lang es kann, Es nimmt sich ihrer schwachheit an, und wacht für ihre feelen. 6. Drum rufft du ihnen in gefabr, So oft sie irre gehen; Reichst ihnen hand und stärke dar, Von funden aufzustehen. Du lockest sie mit bater huld, Versprichst, durch Christum ihre schuld und fehler zu vergeben, Giebft selber glauben, geift und kraft, und neb vollbrachter ritterschaft, Ein ewig freuden leben. und trag uns mit erbarmen. Was hulf es, daß dein herz bisher Voll gut und huld gewesen wär; Wenn sie aufhören sollte, Wenn deine hand, die straf und schwert Bisher in gnaden abgekehrt, uns nun verderben wollte? 7. O langmuht, der nichts glei chen kann! Ach vater! sich uns ar men Auch künftig so geduldig an, 2.Waffer, luft und erde, Ja dein gan; gebiete Jft ein schauplak dei ner gute. Deiner langmuht ehre Wird durch neue proben Immer herrlicher erhoben. O wie weit, O wie breit Streckt sie ihre flügel Ueber berg und hügel! 3. Was wir davon denken, Was wir sagen können, Ist ein schatten nur zu nennen. Tag vor tag zu lei den, Tag vor tag zu dulden So viel millionen schulden, und dazu Ohne ruh Lieben für das haffen? HErr! wer kann das fassen? 4. Du vergiebest sünde, Hörst der fünder flehen, wenn sie wei tend vor dir stehen. Deine rechte drauet, und erbarmt sich wieder, Legt die pfeile gerne nieder, Wel che doch immer noch Neue schuld erreget, Wenn sie kaum geleget. 5. HErt! Am Tage Johannis des Täufers. 141 . HErr! es hat noch keiner, du so verschonest, und uns nicht Der zu dir gegangen, Statt der nach werken lohnest. Deiner hand gnade, recht empfangen: Wer zu sey ehre, Die so wol regieret, und deinen füffen Sich mit thränen mit ruhm den scepter führet. Fahsenket, Dem wird straf und schuldre fort, Zions hort! Langmuht aus geschenket. Unser schmerz Rührt dein herz, Und du willt der armen Gnädig dich erbarmen. zuüben, und die welt zu lieben. Besänge von der Liebe For: tes suche unten auf der 145. Seite. 6. König! sen gepriesen, Daß XIII. Am Tage Johannis des Taufers 6. Gelobet sep GOtt Israel! Du hast dein volk erhdret. Das horn des heils, Immanuel Sat Davids haus geehret. Mel. Was GOtt thut das ist zc. Ott, dem kein ding 239.04 unmöglich ist Im himmel und auf erden, Der bald der mutter leib verschließt, Bald erlöst, und auch getröst't. fruchtbar läffet werden: Der alvorlängst versprochen, Das hajt ler welt Vor augen stellt, Es sey in deinem namen Nur lauter ia und amen! du nicht gebrochen. 7. Der feinde macht ist nun gebeugt, Weil der erretter kom men. Du hast barmherzigkeit erzeigt, und uns in schuß ge: nommen. Dein bund und eid Ift nun verneut: Nicht Abraham alleine, Die beiden sind auch 2. Du hast einmahl ein wort ge redt In Zacharià tagen; Darum muß auch Elisabeth Ein kind im alter tragen. O laß mich nicht, Was dein mund spricht, Für zwei felhaftig schätzen, Ja, felfen darsi deine. auf seßen. 8. Die finsterniß, die uns betrübt, Weicht nunmehr ganz zurücke. Der aufgang aus der höhe giebt uns lauter sonnenblicke. Der friedens schluß Sett unsern fuß Aus allen todes schatten, Die uns umgeben hatten. 2 4. Mein name, welchen man 9. Ist uns auch so viel herrlich: mir gab, Jft auf dein buch gekeit Durch deinen sohn erschie schrieben, Olaffe mich bis in mein grab Den christen- namen üben. Wer Chrifti glied, Der lebt be: müht Auch Christo nachzuahmen, Sonst hilft kein schöner namen. nen; So mach auch unser her; be reit, Ihm lebenslang zu dienen. Kein ander heil Wird uns zu theil; Vergebung unsrer fünden Ist nur bey ihm zu finden. 3. Auch mich zog vormahls deine hand Aus meiner mutter leibe. Du hast mich, eh ich war, gekannt: Ach! diese wolthat schreibe In meine brust, Daß ich mit luft Allzeit daran gedenke, Und mich dir gänzlich schenke. <. Ein Zacharias preiset dich; Ich folge dem exempel. Dein gu ter geift bereite mich Zu GOttes ehren- tempel. So stimm ich an, So gut ich kann: Dein lob auf meiner jungen Wird hier, wie dort, befungen. 10. Johannes gieng vor JEsu her: Wir folgen deinen schritten, Und obs auch durch die wüstet ir; Laß uns doch, wie wir bitten, bleiben treu Ohn heucheley; Bis wir aus jions auen Der sonnen aufgang schauen. XVI. Am Tage der Heimsuchung Maria. XIV. Am Tage der Heimsuchung Maria. 6. Vater der barmherzigkeit! Denke ferner an die deinen, Israel 240. zeit In dem welt. Egypten weinen: Hebt es an, so merke drauf, Komm, und hilf ihm wieder auf. 7. Halte, was du zugesagt Abraham und seinem saamen: Dir sey unsre noht geklagt, 142 Mel. 8. JEsus meine zuversicht. ochgepriesne leibes JEsu! sey willkommen. Heute bin ich heimgesucht, Du hingegen aufgenommen, Daß ich freudig singen muß: HErr! du giebst mir gruß und kuß. 2. Du gebenedentes kind! Des sen huld nicht zu beschreiben: Komm, und schüße deinen na Komm, bereite dir geschwind, Women: Denn durch nichts, als du immer mögest bleiben; Deine deine hand, Wird das übel abges luft ist die allein, Bey und unter wandt. uns zu seyn. 8. Sucht die hoffarts- volle welt uns den untergang zu drauen; Wollest du, o starker held! Sie durch deinen arm zerstreuen: Stoffe sie von ihrem stuhl In den tiefen höllen- pfuhl. 3. O wie selig sind doch die, Die des HErren worten glauben. Liebster hort! zu dem ich flieh, Laß mir diesen schaß nicht rauben. Wort und glaube zieht den fuß Hin in edens überfluß. 9. Laß die reichen immer leer, 4. Meine seel! erhebe du, Lob Die zwar geld, doch GOtt nicht und preise GOttes gûte: Seine haben. Wer hingegen hungrig liebe schaffet ruh, Und befriedigt war, Den erfülle du mit ga mein gemühte. Wol, ja wol ist ben; So erscheint mehr als zu dir geschehn, Du bist gnädig angesehr, Du seyst Gott und keiner sehn. 5. Grosse dinge sind an dir Durch die allmachts- hand erwiesen: Seine huld währt für und für, Darum sey er auch gepriesen, Ja gepriesen unser GOtt, Der da heißt HErr jebaoth. mehr. 1o. Endlich kommt die zeit heran, Da man denket heim zu kehs ren: Ach! so zeige mir die bahn, Die mir alles kann gewähren. Führe mich zum himmel an, We ich ewig bleiben kann. XV. Am Michaelis- Feste, von den heiligen Engeln. Mel. Herzlich thut mich verlang.| tes kind, mit allen seraphinen In Ott meines lebens jenem hellen licht Dir ewig werde meister! Du HErr dienen, Und sehn dein angesicht. 241. der ganzen welt, Der so viel tausend geifter Um seinen thron bestellt! Wie herrlich mußt du wohnen, Wie schöne muß es seyn, Wo cherubim und thronen Bey dir gehn aus und ein! 3.Sie sind ohn fleisch und beine, nur lauter kraft und geist, Von dem ganz frey und reine, Was sünd und sterblich heißt. Ihr wis sen übersteiget Den menschlichen verstand: Weil ihnen schon gezeiget, Was uns noch unbekannt. 4. Sie leben ohne fünde, Und werden niemahls alt. Sind mach tig 2.Mir ist es noch verborgen, Was diese geister sind: Bis daß heut oder morgen Jch, dein gelieb Am Michaelis- Feste, von den heiligen Engeln. 143 tig und geschwinde, Voll himmlis| großfürst Michael! Das sind die scher gestalt, Voll wunderbarer stärke, Bey der sie nimmer ruhn: Und das sind ihre werke, Den wil len GOttes thun. feuer- flammen, Die schlagen sters zusammen Um frommer christen leib und feel. 4. Ich preise deine gute Mit dankbarem gemühte Für diese wunder- schaar: Ich rühme deine rechte Für diese gnaden- knechte, Die mich behüten für gefahr. 5. Laß ferner mich behüten Für aller feinde wüten Durch diese himmel wach: Laß sie auf meinen wegen Die hand mir unterlegen; So bleib ich frey vom ungemach. 5. Sie sind die hochvertrauten Des HErren zebaoth; Vortreff lich muß es lauten, Wenn sie vor diesem GOtt Das heilig, heilig, heilig! Mit engel- zungen schreyn, Und alle schnell und eilig In sei nen diensten seyn. 6. Ach wie viel schöne posten Hat uns ihr mund gebracht! Da GOtt mit grossen kosten Auf unser heil gedacht; Sie waren Christi boten, Da er gebohren ward, Und aufstund von den tod ten, und bey der himmelfahrt. 7. Mein GOtt! sey hochgeprie fen, Daß du der armen welt Die 7. Doch sollen sie nicht weis wolthat hast erwiesen, und engelchen; So laß mich ihnen gleichen uns bestellt, Die jezt auf meinen wegen, Wo sich ein anstoß findt, Die hand mir unterlegen, Und treue wächter sind. In wahrer heiligkeit: Wie sie die kinder lieben, und sich in demuht üben, So mach auch mich dazu bereit. 8. Die zeit wird auch noch kom men, Da ich verklärt und rein, Und aller angst entnommen, Ben engeln werde seyn; Da will ich denn recht ehren Dich, vater, sohn und geist! Und deinen ruhm vermehren, So lang es ewig heißt. Mel. Nun ruhen alle wälder zc. HErr der seraphi242.D nen! Dem tausend engel dienen, und zu gebote stehn! Du übergrosser meister Der wun der schönen geister! Mein mund soll deinen ruhm erhöhn. Ond 2. Die engelischen thronen, Die in dem himmel wohnen, Giebst du zu meiner wacht; Sie sehn dein angesichte In höchst vollkommnem lichte; Doch nehmen sie mich auch in acht. 6. Den feind laß sie erschrecken, Und mich beständig decken, Wie dort den gnaden- thron. Es sey mein ganzes leben Mit ihnen stets umgeben, Als wie das bette Sas lomon. 8. Sie thun ia deinen willen, Den laß mich auch erfüllen. Sie leben seusch und rein: O laß mich nichts beflecken, und mich an allen ecken Vor diesen reinen geis stern scheun. 9. Herz, aug' und hand so zähme, Daß ich an nichtes nehme Ein sündlich ärgerniß: Laß mich in meinem leben Auch niemand anstoß geben; Denn dis bringt höl. len- quahl gewiß. 10. Und endlich, wenn ich scheide; So führe mich zur freude Auf ihren armen ein: Da werd ich dich erst loben, und in dem himmel droben Dir und den en geln ähnlich seyn. Mel. Wo GOtt der HErr ze. 3. Die deinen raht vermelden, Du I menfeben- kinder liebest, Und uns Das ſind die starke helden, 243. Ott! der du aus herzens- grund Die $ 1.2 in storm and, ridnats du MC Am Michaelis- Feste, von den heiligen Engeln. 144 zu aller zeit und stund Viel gutes reichlich giebest: Wir danken dir, denit deine treu Ist alle morgen bey uns neu In unserm ganzen leben. 2. Wir preisen dich insonders heit, Daß du die engel schaaren Zu deinem lob' und preis bereit't, Auch uns mit zu bewahren; Daß unser fuß an keinen stein, Wenn wir auf unsern wegen seyn, Sich stoffe noch verlege. 3. Was ist der mensch allhie auf erd, Dent du so wol bedenkest, Und achtest ihn so hoch und wehrt, Daß du ihm darzu schenkest Nebst andern auch noch diese gnad, Daß er die himmels- geister hat Zu sei men schuhe stehen. 4. HErr diese fonderbare prob Der freundlichkeit und gute Erheischt ein immerwährend lob, Aus dankbarem gemühte. Dar um, o vater! rühmen wir Die groffe lieb', und danken dir Fürs folche hohe wolthat. <. Es fund der starken helden fraft Uns bis anher zur seiten: Durch sie hast du uns ruh vers schafft Zu diesen bösen zeiten, Die Firche und die policen, und ieden auch für sich dabey In seinem stand erhalten. * 6. Verleih, o HErr! durch deine gnad, Daß wir fest an dir bleiben, und ia nicht selbst durch übelthat Die engel von uns treiben. Gib, daß wir rein und heilig seyn, Demühtig, ohne heuchler- schein, Dem nächsten gerne dienen. 7. Gib auch, daß wir der engel amt Verrichten dir zu ehren; und deine wunder allesammt Ausbreiten und vermehren, Die du uns in der ganzen welt Und deinem worte vorgestellt, Voll weisheit, macht und güte.. poul s. Und wie du durch die engel haft Uns oft aus noht geführet; Ja auch bewahrt, daß manche last Und plag uns nicht berühret; So thue solches auch hinfort, Befiehl. daß sie an jedem ort Sich stets um uns herlagern. 9. Laß deine kirch und unser land Der engel schuß empfinden, Daß fried und heil in allem stand Sich ben uns möge finden. Laß sie des teufels mord und lift, Und was sein reich und anhang ist, Durch deine kraft zerstöhren. 10. Zulest laß sie an unserm end Den böswicht von uns jagen, Und unsre feel in deine hånd Und Abrahams schooß tragen: Wo alles heer dein lob erklingt, und heis lig, heilig, heilig! singt Ohn eini ges aufhören. Mel. Herzlich thut mich verlang. gegeben, deis 244.Gott! dir sey dank ner engel schaar Mich schüßt in meinem leben Für anstoß und gefahr; Daß iener alte drache, Der arge menschen- feind, Mich nicht zu schanden mache, Wie er zu thun vermeint. 2. Ach du herzliebster vater, Wie siehst du auf dein kind. Du treuer menschen- rahter, Wie gut bist du gesinnt! Dein heer ist mir jur seiten, und wehret ritterlich, Wenn satans engel streiten, und kämpfen wider mich. 3. O GOtt! laß dich bewegen, Laß deiner geister schaar, Wie sie bishero pflegen, mich schützen im merdar; Daß ich auf löwen gehe, Und auf der ottern brut, Aufiun gen Idwen stehe, Ohn daß mirs schaden thut. 4. Du, HErr! wollst mich behüten Durch deinen starken arm, Für meiner feinde wüten, Für bd. ser geister schwarm, Für ihrem mord und lügen, Für ihrem zorn und grim. Für lift und für betrü gen Beschüß mich um und um. 5. Die Am Michaelis- Feste, von den heiligen Engeln. 145 5. Die starken himmels helich noch nicht gleich, Denn mein den, Die allzeit vor dir stehn, und herz ist noch voll mångel. Ach! deinen ruhm vermelden, Laß im- wenn werd ich auch so rein, Als mer mit mir gehu. Laß sie mich die guten engel, senn? wol begleiten, Wie Jacob, fort und fort; Laß sie auch für mich streiten, Wie für Elisa dort. 6. Laß sie bey mir in nôhten, Als ben Elia, stehn, Und als bey dem propheten Dem Daniel geschehn. Laß sie mich mächtig retten, Wie Loth, aus flamm und glut, Wie Petrum aus den ketten, Wie Paulum aus der fluht. 7. Als du den dreyen männern Gabft einen engel zu, Da wurde den bekennern Das feuer kühle ruh: Wenn über mich zusammen Des creuzes feuer fährt; So halte mich in flammen Durch engel unversehrt. 8. Laß mich mein thun bereuen, Auf daß der engel heer Sich über mich kann freuen, Wenn ich von fünden leer. Laß mich mit lob- gedichten Dich preifen immerdar, Und so schon hier verrichten Das amt der engel- schaar. 9. Wenn ich nach meinen tagen Werd aller bürden los; Laß mich die engel tragen Zur ruh in Abrams schooß. Wirst du zu richten kommen; So nim mich in dein reich mit vielen tausend from men, Mach mich den engeln gleich. Mel.s. JEfus meine zuversicht ze Err! du haft in dei245. schaaren vieler engel: Diesen bin Mel. JEsu deine heilge wunden. [ ch! was hat für wuns dersliebe Dich, von 2. Mich beschweret fleisch und blut: Hilf du, daß ich geistlich werde. Gib mir einen engel- muht, Der sich trenne von der erde; Daß ich, als dein liebes kind, Allzeit himmlisch sen gesinnt. 246. 2 3. Mache mir dein werk bes kannt Durch des heilgen geistes gabe, Daß ich weisheit und verstand, Wie ein engel GOttes, habe: Bis wir einst in jenem licht Völlig sehn dein angesicht. 4. Ach! Dein wille soll geschehn In dem himmel und auf erden: Darum laß uns dahin sehn, Daß wir dir gehorsam werden, So in deinem willen ruhn, Wie die reine geister thun. s. Unsre welt ist voll gefahr, alles scheint uns nachzustellen: Sende deiner engel schaar, Daß uns ja nichts möge fällen; Und da, wo wir schlafen ein, Laß sie unfre wächter seyn. 6. Mach es wie mit Lazaro, Wenn ich künftig werde sterben: Und damit ich eben so möge troft und segen erbeni;: Laß die engel mich zur ruh Tragen nach dem himmel zu. III. Bon GOttes Werken und Wolthaten. und zwar I. Von der Liebe Gottes als der Quell derselben. 7. Laß uns dann vor deinem stuhl Bey den auserwählten fies hen; Wenn die bösen in den pful Mit dem satan werden gehen.ind mich den engeln gleich. dem die welt herstammt, GOtte! mit unerhörtemi triebe menschen angeflammt? K Gegen Wo ich fige, und Wolthaten und zwar wie weihrauch, in die hohe Dir zum liebes- opfer gehe. 146 Von GOttes Werken size, wo ich steh, Wo ich voll be trachtung geh: Läßt der tritt von Deiten füffen Lauter liebes- ströme fliessen. 2. Liebe wars in schöpfungs werke, Die dem armen erden- klos Geist und leben, kraft und stärke In die todten glieder goß. Eben diese liebes- frucht hat uns alles ausgesucht, Was wir unter dei nen gaben hier und dorten nôhtig baben. 3. Die gesammte creaturen, Deiner hånde meister- stück, Bei gen uns in ihren spuren Eben die fen liebes- blick: Denn aus blosser liebe blüht Alles, alles was man sieht, Voller sachen, die uns nüßen, Und die nohtdurft unterstüßen 8. Laß mich dir alleine leben: Laß mich alles, was ich hab, Dir zum liebes- pfande geben: Laß mich, bis ins finstre grab, Immer der gedanken seyn, Daß kein creu und keine pein, Damit man mir drauen wolle, Meine liebe stöhren folle. Meloden is. 4. Liebe macht es, daß der orden Deiner engel, der dich preift, Uns fer schuß und wache worden: Der 247. Sollt ich meinem den feind zurücke weist, Der uns in der argen welt Allenthalben neke stellt, Der, die seine lift berük. fet, Unvermerkt zur holle schicket. sin gen? Sollt ich ihm nicht dankbar seyn? Denn ich seh in allen dingen, Wie so gut ers mit mir mein'; If Doch nichts als lauter lieben, Das fein treues herze regt, Das ohn ende hebt und trägt Die in seinem dienst sich üben. Alles ding währt seine zeit, GOttes lieb'in ewigkeit. 4. Liebe schließt die vorrahts Fammier Unerschöpfter nahrung auf, und verschafft in augst und jammer Unsrer hoffnung freyen lauf: Denn wo noht und armuht schreckt, Ift die tafel schon gedeckt, Die den armen, der sich krån fet, Beides reichlich speift und tränket. 2. Wie ein adler sein gefieder Ueber feine jungen fireckt; Alfo hat auch hin und wieder Mich des höchsten arm bedeckt, Alsobald im mutter- leibe, Da er mir mein we sen gab, Und das leben, das ich hab' Und noch diese stunde treibe. Alles ding währt seine zeit, Got tes lieb' in ewigkeit. 6. Doch wenn ich mich weiter übe, Zeiget uns dasheil der welt, Christus, noch viel gröffre liebe; Weil er sich zum Idfe- geld Selber in das mittel schlägt, Und die schuld für uns erlegt, Die des vas ters zorn verdienet, Den er durch fein blut verfühnet. 9. Nun ich liebe; gib gedeyen, Daß die flamme nicht erstickt, Sondern allemahl von neuen Lie bes- proben aufwärts schickt; Ja, daß auch mein lebens- jiel Nichts, als was dein wille will, und dein vater- her: ergezet, Sich zu sei nem zwecke setzet. Drum hilf, daß ich für die liebe, So mir deine gnad erzeigt, Meinen dank niemahls aufschies be: Und wenn gleich die junge fchweigt, So entzünde deine hand Mir im herzen einen brand. Der, 3. Sein sohn ist ihm nicht zu theuer, Nein, er giebt ihn für mich hin, Daß er mich vom ewgen feucr Durch sein theures blut gewinn': Unbegreiflich ist die gute, Deren tiefe ja mein geift, Ob er sich gleich sehr befleißt, nicht kann faffen im gemühte. Alles ding zc. 4. Seinen geist, den edlen füh rer, Giebt er mir in seinem mort, Def von der Liebe GOttes als der Quell derselben. 147 Daß er werde mein regierer to. Seine strafen, seine schläge, Durch die welt zur himmels. pfort: Daß er mir mein her; er. fülle Mit dem hellen glaubenslicht, Das des todes macht zer: bricht, und die Hölle selbst macht stille. Alles ding zc. Ob sie mir gleich bitter seynd; Dennoch, wenn ichs recht erwege, Sind es zeichen, daß mein freund, Der mich liebet, mein gedenke, und mich von der schnöden welt, Die uns hart gefangen hält, Durch das creuze zu ihn lenke Alles ding zc. II. Das weiß ich fürwahr, und lasse Mirs nicht aus dem sinne gehn, Christen- creu: hat ſeine maasse, und muß endlich stille stehn. Wenn der winter ausges schneyet, Tritt der schöne sommer ein; Also wird auch nach der pein, Wers erwarten kann, erfreuet. Alles ding zc. <. Meiner seelen wolergehen Hat er ja recht wol bedacht, Will dem leibe noht zustehen; Nimmt ers gleichfalls wol in acht. Wenn mein können, mein vermögen Nichts vermag, nichts helfen kann; Kömmt mein GOtt, und hebet an, Seine kraft mir benzu legen. Alles ding ze. 6. Himmel, erd und ihre heere Hat er mir zum dienst bestellt, Wo ich nur mein aug' hinkehre, Find' ich, was mich nährt und hält: Thier, und kräuter, und getreide, In den gründen, in der höh', In den büschen, in der see, Uleberall ist meine weide. Alles ding zc. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein sorgen, und ermuntert mein gemüht, Daß ich alle liebe morgen Schaue neue lieb' und güt; Wäre mein GOtt nicht gewesen, Hätte Mel. Allein GOtt in der höh zc. mich sein angesicht Nicht war ich nicht Aus so mancher geleitet; angst genesen. Alles ding 2c. 248 liebes Blut, wie soll ich dich mit preis und lobe zieren? In deinen tiefen muß ich mich, O volles meer! verlieren. Gott selber, die vollkommenheit, Brennt ganz für lieb' und gütigkeit, und ich bin noch erkaltet? 8. Wie so manche schwere plage Wird vom satan hergeführt? Die mich doch mein lebetage Niemahls noch bisher gerührt. GOt tes engel, den er sendet, Hat das böse, das der feind Anzurichten war gemeint, In die ferne weg: gewendet. Alles ding 2c. 12. Weil denn weder ziel noch ende Sich in GOttes liebe findt; Ey! so heb' ich meine hände Zu dir, vater! als dein kind, Bitte: wollft mir gnade geben, Dich aus aller meiner macht zu erheben tag und nacht, Hier in meinem ganzen leben; Bis ich dich nach dieser zeit Lob' und lieb' in ewigkeit. 9. Wie ein vater seinem kinde Sein her; niemahls ganz entjeucht, Thut es gleich bisweilen finde; Obs gleich aus der bahne weicht: Also hält auch mein vers brechen mir mein frommer GOtt tu gut: Will mein fehlen mit der ruht, Und nicht mit dem schwerte, rachen. Alles ding 2c. 2. Der in sich selbst vergnügte GOtt, Das allerreinste wesen, Hat sich die schudde fünder- rott 3u lies ben auserlesen. Hier schweig, vernunft! gib GOtt die ehr: Gott wollt unendlich lieben mehr, Als du begreifen solltest. 3. O liebe! die GOtt seinen sohn Aus seinem schooß genom men! Er ist von seines vaters thron Zu uns herab gekommen. Sein mangel, knechtschaft, creuz K 2 und Von GOttes Werken und Wolthaten und zwar 148 und grab, Die mahlen uns, als bils der, ab, Wie stark GOtt lieben ko.ne. 4. Jch grüble nicht und glaub allein: Kann ich dis meer nicht gründen; So werf ich mich getroft hinein Mit allen meinen sünden. GOtt gab mir was fein liebstes war, ihm mein berze dar, Als herz für herz zum opfer. s. O liebster vater nimm es hin; Gib kraft, dich recht zu lieben; Verstand und wille, herz und sinn Seyn dir hiemit verschrieben. Ach dämpf das feuer böser luft, Laß ewig nichts in dieser brust, Als deine liebe, brennen. Mel. Nun danket alle GOtt 2c. 249. selbst, Von dem die liebes- gaben, Als aus der schönsten quell, Den ersten ursprung haben. Der bleibet fest in GOtt, Wer in der liebe bleibt, und welchen keine macht Aus JEsu wunden treibt. 2. Der vater liebt die welt: Sein väterlich erbarmen Schickt den geliebten sohn Zu uns verlaßs nen armen: Und dieser liebet uns, Drum scheut er keine noht; Er tråget williglich Sogar den creujes- tod. 3. Wie reiche strdme sind Von dieser huld gefloffen! Die liebe GOttes ist In unser herz gegos fen: Der wehrte heilge geist Mimmt selbst die seelen ein, So daß wir nun sein haus Und tempel worden seyn. 4. Nun wer den heiland liebt, Der hält sein wort in ehren; und so verspricht der HErr Bey ihm felbft einzukehren, Was muß für freud und luft, Die göttlich ist, entstehn, Wenn vater, sohn und geift In eine feele gehn? 5. Ott heilger geift! lehr uns Die liebe JEfu kennen; Laß unsre herzen stets In reiner liebe bren nen; Und endlich führ uns dort Ju ienes leben ein, Wo unsre lie be wird In dir vollkommen seyn. Mel. JEsu meine freude zc. 250. Wesentliche liebe! triebe Gnad und liebe sind; Uns durch sünden armen Schenket dein erbarmen Dein gerechtes kind. Sollte nicht, Was uns ge bricht, uns dein herz in JEsu schenken, und an uns gedenken? 2, Der den sohn uns giebet, GOtt der vater, liebet Vor der welt, die welt. Und sein wolge: fallen hat uns menschen allen Diesen raht gestellt, Als den Christum uns zu geben, Daß wir alle leben. 3. Dis hat er gepriesen, und die lieb' erwiesen Gegen alle welt: Da der HErr, zu sterben Und uns zu erwerben, Selbst sich dargestellt. JEsus kam, Der heiland nahm Von den feinden, von den schaa fen, Als ein hirt, die strafen. 4. O welch eine treue! Die sich täglich neue An den frommen preist, Wenn sie das vertrauen Auf die liebe bauen, Die uns GOtt beweist. Väterlich Erzeis gen sich an den gläubigen die triebe Von des vaters liebe. <. Liebe! laß dein lieben, Das dich mir verschrieben, und mich dir vertraut, Meinen geift bewe gen Meine lieb' erregen; Weil ich JEsu braut Heiß und bin, So soll mein sinn alle kraft, gemüht und dichten Auch zu JEsu richten. 6. Ja, mein ganzes leben Soll sich dir ergeben, Der du liebreich bist. Mich soll auch kein leiden Von der liebe scheiden, Die in JEfu ift. Keine zeit, Noch ewigkeit, Aen von der Liebe GOttes als der Quell derselben. Aendert deine gnaden- triebe, Wes fentliche liebe! 251.À Mel. 8. JEsus meine zuversicht. ! wer giebt mir worte her, GOttes liebe recht zu preisen? Dieses un erschöpfte meer Will mir einen abgrund weisen, Den ich nicht er forschen kann: Ich seh ihn erstaus nend an. 2. Also, also: spricht der mund, Dem die weisheit zeugniß giebet, Und macht durch dis macht wort Fund, Daß GOtt über alles lies bet; Und daß seine liebes- treu So groß, als er selber, sey.. 3. Also hat er nun geliebt, Eh der welt grund ist geleget; Und im lieben sich geübt, Eh sich unser her: beweget. So liebt er noch in der zeit, So liebt er in ewigkeit. 149 sendfach Dich zu lieben mich vers binde; Wirds doch viel zu wenig fenn, Gegen deinen gnaden- schein. 6. Und was hör ich? seinen fohn, Den geliebten eingebohr: uen, Gendet er vom himmels thron, Zur erlösung den verlohrnen, und macht diesen festen schluß, Daß er für sie sterben muß. 7. Ach! mein herze kann sich nicht In so grosse liebe finden; Wenn mein JEfus also spricht, Muß sich die vernunft hie binden. Paulus schreit mir gleichfalls für: O. was sind für tiefen hier! 8. Nun, mein GOtt! ich bin zu schwach, Daß ich deine huld er gründe, wenn ich auch gleich taus 9. Ich bin auch in dieser welt, Dein sohn ist auch mir gegeben; Wenn ihn nur mein glaube hält, So ist er mein heil und leben; Ich bin sein und er ist mein, Wie kann ich verlohren seyn? 10. Hat der glaube solche kraft, Ach! so gib mir wahren glauben, Der an deinem sohne haft, Und sich ihn nicht läffet rauben. Glaubt iemand anChristum nicht. Der ist warlich schon gericht't. II. Soll es wahrer glaube seyn, So muß er das licht nicht hassen: Drum laß tugend mich erfreun, Bosheit laß mich ganz verlaffen; Alles sey in GOtt gethan, Was ich thun und wirken kann. 12. Nun ich hab ein wort ges hört: Also hat mich Gott gelies bet, und mir seinen sohn verehrt, Der mir heil und himmel giebet, und ich glaub an ihn allein: Also muß ich selig seyn. 4. Doch was wunder, wenn GOtt liebt? Er ist selber ia die liebe. Was ihm nun das wesen giebt, Reizt ihn auch zu solchem triebe. Hier ist aller liebe quell, Die strömt ewig rein und hell. <. Aber wunder gnug dabey! Denn er hat die welt geliebet, Die Mel.Wer nur den lieben GOtt zc. ihn leider! ohne scheu Tausend- 252.Halt aus, mein hers! fältig hat betrübet. Ist wol seine feindinn wehrt, Daß er ihre gunst begehrt? und suche GOttes abendmahl. Was kann dir tod und fünde rauben? Gedenk, was GOttes gnas den- wahl Für reichen troft und freude giebt: Also hat GOtt die welt geliebt! 2. Dein schndder fall ift ¡ war ge schehen; Doch will GOtt dein verderben nicht. Er hat dein elend angesehen, Das ihm fein vaters Herze bricht. Drum fühlt er selbst was dich betrübt: Also hat GOtt die welt geliebt! 3. Eh er dich will verderben las fen, Eh giebet er auch seinen sohn: Der muß die noth zusammen fass sen, Der tråget deinen fündenlohn, und wird bis auf den tod betrübt: K3 Von GOttes Werken und Wolthaten treues her; bewogen, Dich in unser fleisch gezogen, Dich mit schwachheit überdecket, Dich vom creuz ins grab geftrecket. O der ungemeinen triebe Deiner treuen menschen- liebe! 2. Ueber seine feinde weinen, Jedermann mit hülf erscheinen, Sich der blinden, lahmen, armen Mehr als väterlich erbarmen, Der betrübten klagen hören, Sich in andrer dienst verzehren, Sterben für die ärgsten fünder: Das ist lieb', o menschen- kinder! 3. O du zuflucht der elenden! Wer hat nicht von deinen händent Segen, hülf und heil genommen, Der gebeuger zu dir kommen? O wie ist dein her; gebrochen, Wenn dich kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, Das gebetne mitzutheilen! 4. Die betrübten zu erquicken, zu den kleinen sich zu bücken, Die unwissende zu lehren, Die vers führte zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, Täglich liebs reich zu sich locken: War, mit schwächung deiner kräfte, Dein gewöhnliches geschäfte. - 150 trübt: Also hat GOtt die welt ge liebt! 4.Hier ist doch keiner kunst von nöhten, Daß man für sich viel lauft und rennt: Er sendet lehrer und propheten, Er sezet wort und facrament. Je mehr uns fehlt, ie mehr er giebt: Also hat GOtt die welt geliebt! 4. Er hat dir seinen geist gege ben Der dich in hoher kraft res giert: Ja, der im glauben und im leben Dich stets auf rechter straffe führt, weil er durch sich das zeugniß giebt: Also hat GOtt die welt geliebt! 6. Er hat den end ben sich ges schworen, Er, als ein Gott, der glauben hält: Deshalben bist du nicht verlohren, Wenn teufel, sünde, tod und welt Dich gleich verfolget und betrübt: Also hat GOtt die welt geliebt! 7. Du stehst in seiner hand ges schrieben, Die schrift löscht auch kein teufel nicht. Nur in dem glauben fest geblieben; So bleibet Jesus stets dein licht, wenn dich die leste noht betrübt: Also hat GOtt die welt geliebt! 8. Wie bald ist unsre zeit vers floffen! So wird der himmel auf gethan, Und Gott hat über uns beschlossen Mehr, als ein mensch begreifen kann, weil er sich selbst und alles giebt: Also hat GOtt die welt geliebt! s. O! wie hoch stieg dein erbars men, Da du für die schwach- und armen Dein unschätzbar theures leben In den årgsten tod gegeben: Da du in der fünder orden Aller schmerzen ziel geworden, und, den segen zu erwerben, Als ein fluch hast wollen sterben. 6.Deine lieb' hat dich getrieben, Sanftmuht und geduld zu üben, Ohne schelten, drohen, schlagen, Andrer schmach und last zu tras gen, Allen freundlich zu begegnen, Für die lästerung zu segnen, Für der feinde schaar zu beten, und die Mel. 21. Schmücke dich o liebe ze. mörder zu vertreten. eiland! men 7. Demuht 253. fchen liebe war die bobine Deiner liebe fchmuck und onelle deiner triebe, Die dein crone, Diese machte dich zum Enechte spott 9. Das ist der grund, der hat das siegel, Daß GOTT sein volk in JEsu kennt. Wir eilen unter JEfu flügel, Wenn himmel, luft und erde brennt: und uns vergnügt, was JEsus giebt: Also bat GOtt die welt geliebt! und zwar von der Schspfung. 151 Enechte Einem sündlichen ge- Meiner fünden meng' und flecken. schlechte: Diese war, als wie die tauben, Ohne falsch, voll treu und glauben, mit gerechtigkeit gepaaret, Durch vorsichtigkeit bewahret. Du haft das geses erfüllet, lind desselben fluck gestillet: Laß mich wider dessen stürmen Deiner liebe schild beschirmen. Heilge meines herzens triebe, Salbe sie mit deis 8. Komm! laß deine liebe decken/ ner liebe. 11. Von der Mel. Alle menschen müssen 2c. Schöpfung. 6. An dem dritten ward geschie 254. Schwinget euch, mein den Erd und wasſer durch das herz und sinnen, Von der erde himmelan! Singet von der welt beginnen, Was des schöpfers macht gethan. Lobet mit den seraphinen und mit allen cherubinen Gott, der alles kråftig trägt, Der den grund der welt gelegt. wort. Meer und wellen wies hie nieden GOtt an ihren eignen ort; Unt befahl sofort der erden, Daß fie mußte fruchtbar werden. Baume, laub, kraut wuchs hervor, Manche blume stieg empor. 2. Ewig warst du, groffer schöps fer! In vollkomner majestät. Wir find thon, du bist der töpfer, In dem alles ist und steht. Eh der berge gründe lagen, Eh Orion mit dem wagen An dem firmamente war; Warst du ohne zeit und jahr. 7. An dem vierten tage blickte | Sonn und mond am himmelszelt: Und der sternen menge schickte Strahl und glanz auf unsre welt. Und der fünfte ließ in seen Tausend arten fische ges hen, Das geflügel füllt die luft, und die würme manche gruft. 8. Was sich auf vier füffen reget, kommt den sechften tag hers vor. Alles spielt und wird bewes get, und vergnüget aug' und ohr. Endlich muß aus rohter erden Adam selbst gebildet werden. Gott blies ihm den odem ein, Dessen bild er sollte seyn. 9.So hat Gott erst alles schöne, Herrlich und sehr gut gemacht. Man sieht, wie den schöpfer crône Jedes werk in seiner pracht. Da man sieben tage zählte, Und Gott felbst die rub erwählte, Rief er gleichsam: GOTT allein Soll, mensch! deine ruhe seyn. 3. Doch im anfang, da dein wille Stimmte mit der allmacht ein, Nach der ewig langen stille, Mußte nichts bald etwas seyn. GOttes wort ergieng: es werde! Da ward himmel und die erde. O unendlich grosse kraft, Die so viel auf einmahl schafft! 4. Zwar der schöpfer wollte lehs ren, wie er weiß und gütig sey, Daß wir ihn vollkommen ehren; Darum schuf er mancherley. Erst war dieses welt gerüste Gänzlich ide, leer und wüste; Nur daß sich da GOttes geist Auf den: wasser schwebend weist. 5. Drauf ergieng das wort von oben, GOtt befahl: es werde licht! Alle morgen- fterne loben Hierauf GOttes angesicht. Da der erste tag vergangen, und der zweyte angefangen; Machte GOtt das firmament, Das man sternenhimmel nennt. 10. Wir sind dein, HErr! laß uns immer Unter deinen flügeln ruhn: Strahl mit deinem gnaden schimmer Ueber uns und unfer thun. Schaff in uns, was dir beliebet, Tilge, wasdein werk bes trübet, Mach, was alt ist von natur, Zur erneuten creatur. Mel. K4 152 Von GOttes Werken und Wolthaten Mel. Ich glaub an einen GOtt ze. HErr: mache auch mein herz bes 255. Du haft, Gott! in der reit, Daß es sev fruchtbar jeder ganzen Der baum dürre und verflucht, An dem du findest keine frucht; Dis laß mich wol bes denken. höchste weisheit vorgestellt, Die wunder gut und stärke, Durch schöpfung deiner werke. Uns ist bewußt die zahl der jahr, Da du gerufen, das nicht war, Daß alls hervor gekommen, und anfang hat genommen. Von ewigkeit bist du allein, Und mußt in ewigkeit fort seyn: Was anfang hat, nimmt auch ein end, Durch deine macht wird alls verbrennt, Wenn du es heißt vergehen. 2. Den himmel hast du, GOtt! gemacht Zum sig und pallast deiner pracht, Der nirgend woran banget, Die erd und alls umfanget. Du haft, HErr! unterlassen nicht zu schaffen bald das edle licht; Das alles nun erquicket, Hat da hervor geblicket. Gib, daß, wenn ich gen himmel schau, Ich deiner zusag' denk und trau, Für fest sie halte und gewiß: Auch haff' die werk der finsterniß, In deinem licht stets wandle. s. Die lichter, die am himmel stehn, Und täglich auf- und unters gehn, Hast du gesegt zu zeichen, Sie kommen oder weichen. Die sonne giebt dem tage schein, Der mond bey nacht: die sterne seyn Zu ihres schöpfers ehren und dienste ohn aufhören. Gib, daß ich auch in meinem lauf Der gottesfurcht nie höre auf, Nicht stille steh, noch müde werd; Daß vor den mens schen hie auferd Mein licht auch immer leuchte. 4. Das meer ward von dem trocknen auch Gesondert als in einen schlauch, Daß seine stolze wellen Zufried sich mußten stellen. Drauf bracht die erde stracks her für Viel frücht zur nohtdurft und jur sier, Daß wir all folche gaben, Auch wohnung daben haben. 6. Die fisch im wasser schufest du, Die vögel in der luft darzu, Wo sie durch deinen segen Sich nehren und bewegen. Der storch, die schwalbe wissen wol, Wenn alles wieder kommen soll; Du giebest ihnen allen Die speis mit wolgefallen. Gott! der du auch die raben nehrst, Und speise allem fleisch beschehrft, Gib, daß mit dankbarem gemüht Ich deine vors sorg, lieb' und gut Erkennen mag und preisen. * 3. Die wasser in der weiten höh, Thau, regen, hagel, wind und schnee, Ließt du gesondert werden Von dem, was auf der erden: Doch müssen sie uns insgemein Hier unten noch zu dienste seyn: Was 7. Du haft erschaffen alle thier, lebt und sich muß nehren, Kann Daß sie hernach dem menschen nicht der luft entbehren. Laß sie hier Zum unterhalt auf erden, mir nuken immerdar, Nie seyn zu und dienstbar müssen werden: schaden und gefahr: Gib auch, daß Dem menschen hast du, Gott! ich mich, wenn du heißt, Daß sich allein Den odem selbst geblasen der regen- bogen weist, Des gua- ein, Ihm einen leib, darneben den bundes freue. Seel und vernunft, gegeben. Daß er auch nicht alleine war, Kam die gehülsinn von ihm her. Du gabeft ihnen drauf gewalt, Die thier und vögel mannigfalt, und alles zu bes herrschen. 8. Der mensch empfing dein ebenbild, Du hast ihn mit verstand erfüllt, Er kann dich schöpfer nens und zwar von der Schöpfung. 153 nennen, Durchs wort dich recht, geht, In seinem lauf nicht stille erkennen. Du haft, o GOtt! sein steht. angesicht Gen himmel von der erd gericht, Daß er dich, HErr! begehre, Ans irdsche sich nicht kehre. Drum gib mir gnad, so lang ich leb, Daß ich mein her: gen himmel heb', Durch deine kraft dein bild erneu, und nicht dem dummen vieh gleich sey, Das nur die erd anschauet. 6. Du bist, der alle ding regiert, Den himmel und das erdreich ziert So wunderlich, daß es kein mann Erreichen noch ergründen kann. 7. Wie mögt' doch unsre blödigs keit Ergründen deine herrlichkeit? So wir doch können nicht verstehn Die ding', damit wir stets umgehn. 9. Dis lehrt uns all's der sie bend' tag, Da ich von arbeit, müh und plag Soll ruhen, daß dein ehre Sich unter uns vermehre: Du willt, daß ich ihn heilig acht, Die grosse wunderwerk' betracht, Bis ich im himmel oben Dich werd vollkommen loben. GOtt vater, sohn und heilger geist! Nun und in ewigkeit gepreist, Hilf du mir, und regiere mich, Damit ich möge würdiglich Dir meinem schöpfer dienen. 8. Wir sehn, was du geschaffen haft, Und wie viel guts dis in sich faßt. O! wie viel lieblicher mußt du, Mein GOtt! nicht seyn in deiner ruh! 9. Du schleußt dis groffe rund in dich, Regierest es ganz wunders lich, Du bist ein HErr in ewigkeit, Unendlich ist dein' herrlichkeit. 10. O vater, sohn und heilger geist! Dein name, der allmächtig heißt, Sen hochgelobt zu aller zeit, Bon ewigkeit zu ewigkeit. Mel. HErr JEfu Chrift mein zc. heilige drepeinig256. Mel.Wer nur den lieben GOtt 2c. hims göttliche felbständigkeit: Du thuff the 257.mels und der erben uns viel wunderwerk, Beweift damit dein' kraft und stärk. Der du allgegenwärtig bist, und nimmer kannst begriffen werden, 2. Dezt himmel, erde, luft or dem kein ding verborgen ist: und meer Verkündgen deine kraft und ehr; Auch zeugen alle berg' und thal, Daß du ein HErr seyft überall. Ach! ziehe meinen sinn zu dir, und offenbare dich in mir. 3. Die sonne geht uns täglich auf, Der mond hält gleichfalls seinen lauf; So ist auch jeder stern bereit Zu preisen deine herrlichkeit. 4. Die thier und vögel aller welt, und was sich in dem meer aufhält, Zeigt uns fren von sich felber an, Was deine kraft und weisheit kann. s. Du haft den himmel ausgefreckt, mit wasser oben zugedeckt, Gemacht, daß er umis erdreich 2. Wohin ich herz und augen lenke, Da find ich deiner gottheit spur. Wenn ich voll andacht überdenke Die wunderschöne creas tur; So ruft mir gleichsam alles zu: Wie groß ist GOtt, wie klein bist du! 3. Es zeugen alle elemente, Wie weiß und gut der schöpfer sey. O! wenn das stumme reden könnte, Wie groß war immer dis ges schren: Ihr menschen! ehrt des höchsten pracht, Denn euch zu gut sind wir gemacht. 4. HErr GOtt! nach deiner 5 ments 154 Von GOttes Werken und Wolthaten menschen liebe Halt mich in deis mein thun regieren. Eh ich noch nem gnaden- bund, und gib mir licht und welt, Und mutter- bruft reine geistes- triebe: Dein lob jep genoß, War ob mir armen schon ftets in meinem mund. Nimm, Dein lieben wundergroß. was ich kann und hab und bin, Zu deinem dienst auf ewig hin. r. Hilf, daß die güter dieser ers den Mich locken zu dem höchsten gut, Daß sie mir nicht zum fallftrick werden, Der statt des nuzzens schaden thut. Laß allen miss brauch ferne seyn: Mein schatz und ziel sen du allein. 6. Es ist mein leben eine reise, Kaum leb'ich recht, so bin ich todt. Drum mache du mich fromni und weise, Versorge mich mit himmel brot, Und wenn ich ende meinen lauf, So nimm mich in die ruhe auf. schaffen mein schöpfer: Ich nichts sollt et was seyn, Drum warst du selbst mein töpfer. Denn alles, was ich bin, Hat deine hand gebaut. Du Fleidetest mich selbst In dieses fleisch und haut. 2. Des leibes glieder sind Ja deine meisterstücke, Du brachteft mein gebein Und adern ins ges schicke. Das leben gabst du mir, Mir hast du wol gethan, Und deine aufsicht nimmt Sich meines s. Es war dir mein gebein Auch damahls nicht verborgen, Als ich verborgen lag; Ich ftund in deis nen sorgen, Als ich gebildet ward, Als mich die mutter trug, Und noch mein zartes her: An ihrem herzen schlug. 9 Von der Schöpfung des Menschen. Mel. Wer nur den lieven GOtt Ott, dessen allmacht 259. sonder ende! Wie preis ich dich doch nach gebühr. Ich bin die arbeit deiner hände, Mel. O GOtt du frommer 2c. 258. Du bist, allmächtiger! Mein ganzes wefen kömt von dir. wunderlich erbaut, odems an. 3. Gedenke, Herr! an mich, Das werk von deinen hånden. Was ist mein leib? ein haus Bon mürben leimenwänden: Darin nen wohnt mein geist, Bis du, o lebens- fürft! Den leib, der erde war, Zur erde machen wirst. 4. Du hast mich in gewalt, Du läuterst meine nieren, Bewegft und prüfft mein herz, und kannst 6. Ich denke, wie ich will, So find ich keine schranken; Mein geift verlieret sich. Ich will dir ewig danken, Weil ich mit feel und leib Von deinen gnaden bin: So nimm auch feel und leib Zu deis nen gnaden hin. Und mir viel gaben anvertraut. 2. Dir, wunder- GOtt! hab ichs zu danken, Daß du mich zuberei tet hast, Als mich des mutter- leis bes schranken und dunkle schats ten noch umfaßt: Ich weise deine wunder- macht, Die mich ans tas ges- licht gebracht, 3. Du gabft mir die vernünftge feele, Das theure pfand, das ewig lebt, Das noch in meiner leis bes hôle, So lang es dir gefällig, fchwebt: Du haft mir sinnen und verstand und leib und leben zuges wandt. 4. Du liebster vater in der höhe! Mein geist wird in mir ganz entzückt, Wenn ich des leibes bau ansehe, Den du mit deiner hand geschmückt. Mein geift bewundert federzeit Des schenen bau's vor trefflichkeit. 5. Du haft durch dein höchst gnäs dig und zwar von der Schöpfung. dig walten, OHErr der groß und kleinen welt! Mich, dein gebäude, wol erhalten, So, daß der tod mich nicht gefällt: Ich stehe noch und preise dich, Denn deine rechte schüßet mich. 6. Ich bin nicht wehrt der grof sen güte, Die du, mein GOtt! an mir gethan. Dich preist mein her; und mein gemühte, Ach! nimm mein dankbar opfer an. Bewahre mich auch fernerhin, Mein schöpfer! deffen werk ich bin. 9. Hilf, groffer GOtt, durch den ich lebe! Hilf, daß ich thu, was dich erfreut; und geist und leib und glieder gebe Zu waffen der gerechtigkeit, Daß ich dir bis in tod getreu, und stets ein kind der tugend sey. 155 Daß du, o GOtt! an ihn gedenkst, Und aus dem überfluß der gnade Ihm täglich neue proben schenkft. Was ist der mensch? ein erdens klos Voll jammer, war er noch so groß. to. Fällt dieses Leibes hütte nieder, wenn ich vollende meinen lauf: OGOtt! so richte sie hin wieder, Und führ sie schön verklä; ret auf. Laß mich ins haus des himmels gehn, Und stets dein bei lig antlik sehn. 7. Vor dir fall ich in demuht nieder: Vergib die schuld, die ich vollbracht. Ich habe leider! meine glieder zu fünden- gliedern oft gemacht: Ich wich von dir mit schnellem lauf, und du nahmst mich doch wieder auf. 8. Ich habe ja mit bösem wesen 4. Du hast ihm noch vielmehr Mein Herze, leider! sehr enterwiesen, Indem du ihm den bes weiht, mein herz, das du dir aussten theil, Der unverweslich wird erlesen 3um tempel deiner heilig gepriesen, Seel und vernunft keit: Doch ftraftest du mich nicht und ewges heil Theils schon ges im grimm, Und heiligteßt mich schenkt, theils zugesagt, Bevor wiederum. er noch nach dir gefragt. 5. Allein wie schlecht oft beide theile Des menschen dir zu dienste stehn, Als die vielmehr im fatans seile, Als, HErr! nach deiner leis tung gehn; Wird alle stunden ofs fenbar, und leider! mehr als sonnen- klar. Don den wesentlichen Theilen bes Menschen, Leib und Seele. Mel. Wer nur den lieben GOtt. 260. Was ist der menſch, die arme made? 2. Du sahest an den menschenkindern Den schweren fall vor langer zeit; Und dennoch haft du diesen fündern Aus göttlicher barmherzigkeit Unzählig viel zu gut gethan, Ja mehr, als iemand glauben kann. 3. Du haft den leib, ob schon aus erde, Doch wunderbar und schön gebaut; Und, daß er recht vortrefflich werde, Jhm sprach und sinnen anvertraut. Du hast die berrschaft dieser welt Des menschen willen heimgestellt. 6. Drum laß mich dieses wol bes denken, Was du, o GOtt! an mir gethan, Dir leib und seele wieder schenken: Sieh beide doch in gnaden an, Damit sie beide nach der seit Dich preisen in der ewigkeit. 7. Und nimm indeß sie alle beide In obacht und in deinen schuß: So bieten wir in allem leide mit dir, auch welt und teufel truk, Als die wie löwen um uns gehn, Und uns nach leib und feele ftehn. 8. Dort aber, wenn in zions auen, In der vollkommnen hims mels: Von GOttes Werken und Wolthaten 156 mels- stadt, Dich leib und feele werden schauen, und was dis schauen in sich hat; So sollen sie auch beide dich mit lauchzen rühmen ewiglich. s. Der leib nahm theil an dies ser lust, Ihm war kein schmerz, kein tod bewußt; Er konnt durch kein geschöpf auf erden Verleget und zerstöhret werden. Sein ants lig war vollkommen schön, Als GOttes meisterstück, zu sehn, Sein auge war zu allen zeiten Ein siz der holdsten lieblichkeiten. Halles luia, Halleluia. 6. Sein wohnplatz war ein pas radies, Der kein vergnügen mans geln ließ. Was seine seele nur bes gehret, Ward ihm im überfluß ges währet. Die erde war sein königreich. Was er befahl, geschah so: gleich, Nichts widerstrebte seinem willen, Ein jedes thier mußt ihn erfüllen. Hallel. Hallel. Von dem Ebenbilde Gottes und dem Stande ber Uns schuld. Mel. Komm heiliger geift HErre. 261. höchstes licht, voll kommnes gut! Das sich so freundlich zu uns thut, und das sich denen, die es liebet, So willig zu geniessen giebet: Was hat die güte deiner hand An menschliche natur gewandt! Wie herrlich haft du sie geschmücket, Wie reichlich hast du sie beglücket! Halleluja, Halleluja. 7. Er war des schöpfers lieber 2. Der leib, den du aus staub sohn, Ein erbe von dem ehrenerbaut, An dem man lauter wun- thron, Ein tempel von dem höch der schaut, Der wird durch deinen sten wesen, Das seine bruft zum siz mund beseelet, und mit der ewig- erlesen: Der gottheit schönstes keit vermählet. Du bliesest einen geist ihm ein, Der sollte sein re: gierer seyn, Den deine gottheit lieben wollte, und der dich wieder lieben sollte. Hallel. Hallel. ebenbild, Im schmuck der unschuld eingehüllt, Ohn allen fehl, ohn alle mångel, Die freud und lust der heilgen engel. Hallel. Hallel. 8. O schöpfer! dir sen lob und 3. Sein fähiger verstand war preis Für den an uns gewandten ganz Mit deines reinen lichtes fleiß, Für die uns anerschaffne gas glanz, Und mit der weisheit ange: ben, Die wir langst, ach! verloh füllet, Die selbst aus deinem herren haben. HErr! öffn' aufs neue sen quillet. Er kannt' dich fast von deine hand, Gib wieder, was der angesicht, Er wußte seines standes feind entwandt. Laß uns durch pflicht, Er sah an allen creaturen Christum hier auf erden Nach deis Der höchsten macht und weisheit nem bild erneuret roerden. Hallel. spuren. Hallel. Hallel. Hallel. 4. Sein wille war dir gleich gesinnt, Er liebte dich als wie ein kind. Die heiligkeit war seine zierde; Ind eine jegliche bes gierde War deinem willen unter than, Und gieng allzeit auf rech: 262.Dohren, Daß ſie ter bahn; Drum war sein herz auch voller freude, Und wußte was göttliches erfreu: Sie war nichts von furcht und leide. Hal vom schöpfer auserkohren, Daß lel. Hallel. fie sein bild und gleichniß sey. Wer kann Von der Beschaffenheit der Seele vor und nach dem Falle. Mel. 9. Erwünschter brunnquell. und zwar von der Schöpfung. 157 kann die ehre gnugsam preisen, ben in der zeit. Findt dich mein Die Gott der seele wollt erweisen. herz, o lebensquelle! So find ich meine rechte stelle. 2. Kein adel glich der seelen adel, Kein pracht kam ihrer schönheit bey; Man fand sie ohne fehl und tadel, Ihr schmuck war viel Es konnt ihr Von der Unsterblichkeit der menschlichen Seele. Mel. O GOtt du frommer ic. er mensch ist ewiglich nichts fehlen, Denn 263.D bild Von anfang gleich gewesen, Das ben der schöp fung ihm Der schöpfer auserlesen 3u seinem eigenthun, und herrlich ausgeschmückt, Daß er an feel und leib Vollkommen war bes glückt. 2. Hat er nun diesen schmuck Gleich durch den fall verlohren, Und wird von mutterleib In sünden- wust gebohren: So stirbt doch nur der leib Allhier in dieser zeit: Allein die seele lebt und bleibt in ewigkeit. feeten. 3. Sie schöpfte stets aus ihrer quelle, Aus welcher sie entsprungen war. Die weisheit war ihr spiel- gefelle, Die trefflichkeit war wunderbar, Sie hatte ehr und reichthum funden, Weil GOtt sich selbst mit ihr verbunden. 4. Jhr leben war, GOtt stets zu lieben, Ihr alles, daß sie sein follt seyn. Wår sie in seiner liebe blieben, So war sie fren von quahl und pein: Allein der feind hat sie verderbet, Die fünde ist uns angeerbet. s. Sie ist nunmehr ganz irdisch werden, Sie liebt die eitelkeit der welt. Sie lebt nun in der fünder orden. Der arge hat sie ganz verstellt. Sie kann sich nicht mehr aufwärts schwingen, Sie suchet ruh in schnöden dingen. 6. Sie ist in thorheit ganz verfallen, Sie spielt mit eitlem sand und koht. Hört sie gleich GOttes donner knallen, So denkt sie doch an keine noht. Sie übt sich nur in schatten werken, Läßt grosse einfalt an sich merken. 7. O GOtt! der du ein heil ges geben, und hilfft der seele wieder auf: Erwecke sie zum neuen leben, Und fördre zu dir ihren lauf. Laß mich die weisheit wieder finden, Und mich mit neuer lieb' entzünDen. 8. Sen du mein himmel, meine fonne, Mein reichthum, meine herrlichkeit, Mein schaß und theil, und meine wonne, ein ewig les 3. Denn wie der höchste selbst Den edlen geist gegeben, und ihn erschaffen hat Zu ienem freudenleben; So bleibet er hierin Auch seinem schöpfer gleich, und fällt nicht mit dem leib' Ins blaffe todten- reich. 4. Wird sie vom leibe nun Hier durch den tod getrennet; So ift ihr allbereit Ein ort von GOtt ers nennet, Allwo sie ewig bleibt, Denn, wie der mensch hie fällt, So ist in ewigkeit Jhm dort ein plak bestellt. masio s. Die fromme feelen läßt GOtt auf Elias wagen Durch sei ner engel schaar Hinauf gen him. mel tragen. Wer hier durch bosheit sich von seinem Gott ges fehrt, Der wisse, daß sein geist Hinab zur hölle fährt. 6. Jm himmel wird die feel In ewigkeit erfreuet, Weil ihre seligteit Vor GOtt sich stets verneuet. Allein im höllen- pful Ift uneibörte pein, Da werden ebenfalls Die feelen ewig seyn. 7. Drum 158 Von GOttes Werken und Wolthaten und zwar 7. Drum forge doch ben zeit, beschieden, wo sie ohn ende O mensch! für deine seele, Daß lebt, und, wo nicht dort im nicht der höllen pein In ewigkeit frieden, Gewiß im leiden sie quähle. Thu busse, wasche schwebt. dich In deines JEsu blut, So fähret, wenn du stirbst, Gewiß die seele gut. 8. GOtt! laß durch deinen geist Mich dieses wol bedenken, Und stetig meinen sinnZur seelensorge lenken. Erwecke mich hiezu In dieser gnadenzeit, Daß ich dein lob erhöh' Jn jener ewigkeit. Mel. Herzlich thut mich verlang. trachte Jest dein' unsterblichkeit. Komm eilend und verachte, Was diese welt erfreut. Wenn alles sonst verdirbet; So weißt du, daß dein geist Sich, wenn der leib gleich stirbet, Der fterblichkeit entreißt. 6. Dis zeigt uns GOttes stärke, Deß strenges richter- amt Hier gut' und böse werke Nicht stets belohut, verdammt. Drum muß ein ander leben Der bösen feele pein, Der frommen, freude geben, und sie muß ewig seyn. 3. Verwesung wird genennet, Wenn die verbindung reißt, und das sich wieder trennet, Was sich vereinigt weist: Wenn das, was vor beysammen, Nun aus einan: der flieht, Wie man in feuer- flam men An einem holze sieht. 4. Dergleichen trennung fin det Nur ben den cörpern statt, Wenn die verbindung schwindet, Die sie verknüpfet hat. Ein geift hat keine theile; Drum kann er nicht zergehn, Er muß nicht eine weile, nein, immerfort beftehn. <. So bald demnach die seele Aus unserm leibe dringt, und sich aus dieser hôle zu ihrem schöp fer schwingt: Wird ihr ein ort 7. Drum, wer in diesem leben Recht glaubt, und tugend ehrt; Dem wird das reich gegeben, Wo elend nimmt von seinen knechten Dis unschäßbare pfand; Die seelen der gerechten Sind stets in seiner hand. 8. Sie leben ohn aufhören In freud und herrlichkeit, Kein jammer kann da stöhren, Was ihre bruft erfreut. Das füffe hol: des lebens Wird ihnen dargebracht, Weil sie hier nicht vergebens Jhr ise 2. Ein geist, ein einfach wesen Wie unsre feelen sind, Jft schon darzu erlesen, Daß er kein ende findt. Ein geist seyn, und vergeewig heil bedacht. biet hen, kann nicht beysammen seyn: Was einfach, muß bestehen: Zufammenhang fällt ein. 9. Doch wehe solchen kindern, Die diese welt geliebt, und mit verstockten fündern Nur böses ausgeübt! Sie leiden in der flamme Des feuers ewge pein, und werden von dem lamme Und GOtt verstoffen seyn. 10. Da wird ihr wurm nicht fterben, Ihr feuer löscht nicht aus, Ein ewiges verderben Bedeckt ihr lammer- haus. Da dauret schmerz und klagen, Da weiß man keine zeit: Da steigt der rauch von plas gen Durch lauter ewigkeit. 11. Auf! auf demnach, o seele! Denk an die ewigkeit. Verlaß die fünden- höle, Damit du nach der jeit zu fenem freuden- leben In falems hütten dringst: Gott wird dir dieses geben, Wenn du hier glaubig ringft. Bolly von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung GOttes. III. Von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung GOttes. 2. HErr! vor dem die cherubi nen, und die auserwählte schaar, Nebst den hohen seraphinen, Le gen ihre cronen dar: Laß dir jest das frohe lallen Meiner lippen wolgefallen, und vernim in deiner boh, Was ich brünstig zu dir fleh. Mel. Aue menschen müssen ze. öchstes wesen! ich 265. verehre Deinen glanz 7. O mein GOtt! wer kann es und majestat. Ach! erwecke und be faffen, Wer versteht dis regiment? kehre Den, der dich noch nicht ver- Würde deine hand ablassen, Wo steht; Damit deines namens ehre blieb wol ein element? Alles, was Sich auf erden stets vermehre. du aufgerichtet, Würde alsobald HErr! dein ruhm erfüll die weltzernichtet, und die welt fiel pldzSo, wie salems freuden- zelt. lich ein, wenn sie ohne dich sollt seyn.. 8. Ueberall bist du zugegen, HErr! vor dem die welt erbebt: Du vermagst mit fluch und segen Den, der fromm und boshaft lebt, Nach gerechtigkeit zu lohnen. Du beherrscheft alle thronen: Dir ist aller menschen luft, Werke, wort und that bewußt. 3. Laß mich stets getrost bekennen, Daß du, HErr, der wahre GOtt. Laß mich dich im glauben nennen Meinen schuß in noht und tod. Thoren mögen es vergessen, Und die wahrheit nicht ermessen: Ich verbleibe stets dabey, Daß ein GOtt und schöpfer sey. 4. Dieser Gott, den ich hoch preise, Ift mit allmacht ausgerüst: Davon stecken die beweise In dem, was erschaffen ist. Denn wer nur die welt betrachtet, und auf ihren bau recht achtet, Merket alsofort die macht, Die das kunst- gebau vollbracht. 159 Welche sie hervor gebracht, Und zuerst aus nichts gemacht. <.Welche kunst und weisheit zei get GOtt in ieder creatur! Wer das her: auf solche neiget, Findet bald des höchsten spur, Und wird willig zugestehen, Daß man deut lich könne sehen, wie die weisheit fie formirt, und recht künstlich ausgeziert. 6. Doch unmöglich könnt' und würde Eine welt so groß, so schön, Und von solcher last und bürde, So viel fahr und zeit bestehn: Wenn sie nicht die hande stüßten, Und an allen enden schützten, 9. Daß der mensch doch dis bedachte, Und verehrte deine macht! Daß er doch auf deine rechte Hätte beffre sorg' und acht! Höchfier! laß es mir gelingen, Nicht nur blos davon zu singen, Nein: regiere mein gemüht, Daß es sich für fünden hüt't. 10.Du bist unergründlich präch tig, Lebst und bift von ewigkeit, und beweist dich herrlich, mächtig In der welt und gnaden- zeit. Mögten wir von deinem wesen Mehres wissen, mehres lesen! Auf denn, feele! auf, durchsuch Das natur- und gnaden- buch. II. Aber merke auch vor allen, Daß GOtt der gerechtste sen, Da mit du ihm magft gefallen; Weil es ihm nicht einerley, Was man glaubt, und wie man lebet: Denn wo sich dein herz erhebet, Und verlehet fein gebot, Straft er dich mit höll und tod. 12. Laß dich seinen geist stets leiten, Suche von der rechten bahn: Die er zeigt, nie auszuschreiten, Fleh ihn stets um beystand an. Pers Von GOttes Werken und Wolthaten and zwar 160 Lerne ja sein wort bemerken, Er wird dich im guten stärken. So vermehrt dein christenthum GOts tes ehre, preis und ruhm. * GOtt führet durch die ers kenntniß der fünden und des göttlichen zorns in der buffe erfilich an die pforten der höllen, und darauf zur gnade und zum leben. Mel.Wer nur den lieben GOtt zc. 266. tiefe, wer kann dich ergründen! O un GOttes raht! Der Meloden 25: erforschter kaum mit dem, was menschen fin 267. 2h erkenner, liebste den, Die kleinste spur der gleichtes gütigkeit. Helfet dessen ruhm heit hat. Durch mittel sucht ein erzählen, Die ihr sein geschöpfe mensch sein ziel, Nur Gött thut seyd. Euch gebühret dank zu ge oft das widerspiel. 2.O tiefe, wer kann dich ergrün- ben Dem, der euch viel guts ges den! Der sonnen, mond und ster- than, und der noch in eurem nen pracht, Die sich um diesen erd- leben Eurer sich nimmt treus lich an. ball winden: Und alles, ist aus nichts gemacht, Die erd in frene luft gestellt, Die nichts, als GOt tes finger hält. 3. Befrent das lamm die welt von sünden, So wird es mit dem fluch belegt. Erst muß sich Got: tes zorn entzünden, Worauf sein fluch den segen trägt. Gott hebt die last: das leben kam, Als man dem lamm das leben nahm. 2. Denket, da wir gar nichts waren, Hat er uns zu was gemacht. Er hat uns von jahr zu jah: ren Wunderbarlich fort gebracht. Nichts ist, was wir an uns haben, Das nicht alles von ihm fließt. Es sind lauter GOttes- gaben, Die der arme mensch genießt. 4. O tiefen, wer kann euch ergründen! Ein fünder wird einGot tes- kind: GOtt selbst erleucht die geistlich blinden, Die menschlich. Flugen werden blind. GOtt macht die grossen erstlich klein, Führt höllen- wärts,* doch himmel ein. 3. O wer ist, der ihn verbunden, Dich zu schaffen, menschen- kind! Wer? daß wir zu diesen stunden Frisch, gesund und frölich sind? Wer giebt uns die leibes- kräfte, Das vermögen, den verstand zu verrichten die geschäfte? Blos des höchsten gnaden- hand. 4. Ferner will er noch erhalten, <. O tiefe, wer wird denn er- Was er uns gegeben hat. Seine gründen! Wie GOtt dis ganze gnade läßt er walten Ueber alle reich regiert? O daß wir seinen früh und spat. Er will uns für alweg verstünden, wodurch er alles lem schrecken, Für des satans trug hält und führt! Der gar das meer und lift Unter seinem schuße dekvertrocknen hieß, und wasser ausken, Wo man völlig sicher ist. dem felfen ließ. *. Lasset darum, liebste seelen! Laßt uns alle, groß und klein, Ihm den besten dank erwählen, Welcher heißt: gehorsam seyn. Lobet sein allweises fügen, Rühmer alles, was er schickt. Wer sich daran läßt begnügen, Bleibet immer fort beglückt. Mel. 6. Mein GOtt! erleuchte doch die blinden, Die dir nicht trauen in der noht. Eh giebst du wasser aus den rinden, Eh schaffest du aus steinen brot, Eh du dein volk verderben läßt! Drum trau ich dir und gläube feft. 161 von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung Gottes. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. führst die deinen wunderbar, Daßi 268. Hilf Gott wie hat deine ehr sich immerdar Und überder teufel Die Icut in seinen stricken? Daß er in 8. Dieweil du die gedanken ihrem sinn und wir Sie also kann weißt; Co gilt vor dir kein dichberücken, Als wären wir ohn hut ten: Wenn falschheit ist in jes und schirm, Wie fisch im wasser, mands geist, So kannst du ihn wol wie gewürm, Das gan; hat keinen richten. Du firafft und lohneft herren. jedermann; Was er gelassen und gethan, Wird einst von dir vers golten. 2. Da doch die viel und groffe werk, Die du, o GOtt! vollführet, Durch deine weisheit, gut und stark Auch werden fort regieret. Du sorgest noch für alle ding; Keins ist so groß, keins so gering, Auf welches du nicht achtest. 9. Durch dein wort giebst du Fraft und gnad, Daß man kann überwinden, Wenn böse luft zur missethat uns reizet, und zu füns den. Ein frommes herz inwens dig merkt, Daß es von oben wird gestärkt, Wenn du dem bösen webs ref. dea 3. Sonst wäreft du von schlechter kraft, und dem nur gleich ges scházet, Der zum gebäu zwar alles schafft, und es in ordnung 10. Durch sitten, durch gesen seget; Drauf aber von demselben und recht Lehrst du uns deinen geht, nicht mehr zusiehet, obs willen, Wie von geschlecht man noch steht, Und wie man es geu geschlecht Denselben muß ers brauchet. füllen. Du nöthigeft uns fort und fort Durch drauung und durch gute wort, Wir sollen zu dir kommen. 4. Viel anders bist du, GOtt! gesinnt Bey menschen und bey thieren: Wo eine creatur sich findt, Ift deine sorg zu spüren. Zufordert sind die fromme leut Ver sichert, daß du allezeit In gnaden an sie denkest. <. Du haft uns bracht aus mutter- leib, Den odem eingegoffen. Daß man bey stark und kräften bleib, Kömmt von dir hergefloss sen.HErr! aller augen warten auf, Du läßt, ob schon sehr groß der hauf, Sie speise von dir sammlen. 6. Den feld und waldes- vögelein, Die keine scheuren haben, Schafft deine vorsorg alles ein: Du sättigst auch die raben. Kein fperling auf die erde fällt; Was lebt und schwebet in der welt, Von dir allein sich nähret. 7. Am meisten aber pflegst du dich Der menschen anzunehmen: Was du erschaffen hast, muß sich 3u ihrem nug bequemen. Du II. Und wenns julezt auch noh tig thut, Strafft du, wie du ges drauet: Doch wirfst du wieder weg die ruht, Wenn man die sünd bereuet; Da giebst du denn durch deine güt Ein neu und williges gemüht, Den lauf bie zu vols lenden. p 1007 dhun 12. Nun GOtt, mein vater! steh mir bey, Daß ich dis alles glaube: An deiner vorsorg, lieb und treu Mit stillem herzen bleibe: Ob sichs oft wunderlich anläßt; Daß ich dir doch vertraue fest, Und alles dir heimstelle. 13. Was du willt haben, das geschicht, und niemand kann es wehren: Verstattest du es aber nicht; So muß sichs anders kehys ren. Dein wille ists, der alles fügt: Drum bilf, daß ich was { mir 162 Von GOttes Werken und mir anliegt, Auf dich, o HErr! Rere werfe. 14. Gib, wenn du väterlich mich nährse Und neben mir die meinen, mir eine gute stund be: schehrst, Mir deine gnad läßt scheinen: Daß ichs in demuht wol erkenn, Recht brauche, und allein dich nenn Den geber alles guten. I. Hilf, daß ich mich alsdenn besleiß zu thun, was dir beliebet: Dein aug', das alles sieht und weiß, Sonst rache an mir übet. Gib, daß ich solch gericht erweg', Mit andacht bey mir überleg' und niemahls sicher werde. * 16. Wenn mir auch wider wärtigkeit Will sorg und schwer muht machen: So hilf, daß ich diriederzeit Befehle alle fachen: Und gar nicht zweifle, daß mirs noch, wie schwer auch ist des creuses joch, Zum besten dienen müsse. 17. Denn du willt mich auf solche maaß Nur stärker zu dir ziehen, Daß ich forthin von fün den laß, Sie lern mit sorgfalt flichen: Dir meine schwachheit alle tag Bekenne, und mit seufzen Flag, Und dich um beyand bitte. Wolthaten, und zwar a Mel. Nun ruhen alle wälder. Und 269.2uf! auf mein gan preise GOttes gute, Die je und ewig währt: Die alles hat zu ge ben, Was man im ganzen leben 3um segen wünschet und begehrt. 2. GOtt hat sie lassen walten, und mich dadurch erhalten Von mutter- leibe an: Ich spühre sie noch täglich, Daß also mir unsäg lich viel gutes wird durch sie gethan. 3. GOtt macht sie alle morgen Durch väterlich versorgen An leib und seele neu. Er låffet sie desgleichen Bey nacht nicht von mir weichen, Daß sie mir schild und sonne sey. 4. Sie fördert meine werke, Daß ich mit freuden merke, Wie GOtt mir freundlich ist. Kein fummer darf mich stechen, Noch mein vergnügen brechen; Weil sie mich in die arme schließt. 5. Wenn durch betrübte tage Beauch creuz und manche plage mir an die seele tritt; So ift fie auch zugegen, Und bringet trost und segen Aus meines GOttes liebe mit. 6. Ja, wenn die noht am größ ten; So folgt, daß man am besten Die gute GOttes spührt. Zulezt muß doch erscheinen, Daß Gottes hand die seinen Zwar wunderlich, doch selig führt. 7. Drum preise, mein gemühte! Die wunderbare gûte, Die dir von GOtt geschicht. Im leben und im sterben Läßt sie dich nicht verderben, Denn GOtt verläßt die feinen nicht. 18. Die rechte seit weißt du auch wol, Wenn mir die hulf wird kommen, Und wie mein creuz und unglück soll Mir werden abgenommen: Gewiß muß all's, nächst deiner ehr, Des glaubens end mir mehr und mehr, Die se ligkeit, befördern. 19. Bu schanden mach, o groß fer GOtt! Die deine ehr dir rauben. Hilf, JEsu! hilf in aller noht, und stärke meinen glauben! Oheilger geift! er leuchte mich, Daß ich all ärgerMel Wer nur den lieben Gott. was will niß durch dich Getroft mag über: 270.Ott sorgt für mich Er ist in vater, ich sein kind. Er forgt von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung GOttes. 163 suffer schlaf. Er macht mich da zum himmels erben, Uno Bellet mich, als Christi schaaf, Das ihm hier folgt, dort seliglich Zur rechs ten hand: GOtt sorgt für mich. sorgt für heut, er sorgt für mors gen; Weil allenthalben spuren sind, Wie GOtt die seinen väter lich Versorgt und schüßt. GOtt sorgt für mich. 2. GOtt sorgt für mich, ich will ihm trauen: Ich weiß, was mir all hier gebricht, Kömmt leicht von seinen himmels- auen, Wenn er ein einzig wörtlein spricht. Drum bin ich jest und ewiglich Garwol versorgt. GOtt sorgt für mich. 9. GOtt sorgt für mich im kühlen grabe, Dem leibe gönnt er da die ruh: Und wenn ich ausge schlafen habe, So führt er mich dem himmel zu, Wo feel und leib auf ewig sich Vereinigen: Gott sorgt für mich. 3. GOtt sorgt für mich an leib und seele, Sein manna ist die see: us len- speis, Den leib speist er mit Meloden 22. ab acht auf mich in I rem arbeitsschweiß: Wol dem, der ihm nur festiglich Vertraut, und glaubt: GOtt sorgt für mich. GOtt, HErr aller herren! Wenn mir der höllen rotte droht, Wenn sie den rächen schon aufsperren, 4.GOtt sorgt für mich bey theu- Wenn sie mich suchen zu verschlinren zeiten: Auch in der größten gen, und in die höchste noht zu hungers- noht Verschafft der HErr bringen; So bitt ich dich herzinden frommen leuten, 3um unterniglich, Mein vater, ach! hab acht balt ihr täglich brot. Ifts gleich auf mich. nicht viel, doch glaube ich, Er giebt genug, und sorgt für mich. s. GOtt sorgt für mich und für die meinen, Die mein an blut und glauben seyn. Er läßt uns seinen troft erscheinen, und tränket uns mit freuden- wein. Geht es den meinen kümmerlich, und mir auch selbst? GOtt sorgt für mich. 2. Hab acht auf mich: wenn mich die sünd Will von dem höchsien gut abwenden, So halte mich, HErr! als dein kind Mit deinen treuen vater händen. Bleib du mir stets in den gedanken, Laß mich von deinem wort nicht wans ken. Wenn fünden in mir regen sich, mein vater! so hab acht auf mich. 6. GOtt sorgt für mich in meinem leiden: Das creus, das er mir 3. Hab acht auf mich, wenns auferlegt, Verwechselt sich gar glücklich geht, Wenn mir die freubald in freuden. Und wenn GOtt den sonne scheinet. Gib, wenn gleich die seinen schlägt; So mein her; in wonne fieht, Daß es schlägt er doch nur väterlich zu nicht bald drauf schmerzlich wei unserm wohl, und sorgt für mich.net. Laß mich dem glücke ja nicht ? 7. GOtt sorgt für mich in mei trauen, Vielmehr auf deine gute nem alter: Da hebt und trägt schauen. Das glücks- rad dreht mich, der mich liebt. Denn er ver- und wendet sich, mein vater! bleibet mein erhalter, Der mir all drum hab acht auf mich. meine nohtdurft giebt Aus seinem vorraht mildiglich. Wol also mir: GOtt sorgt für mich. 8. GOtt sorgt für mich auch in dem sterben; Der tod ist mir ein 4 Hab acht auf mich, und steh mir bey, Wenn mir das unglück stürmt entgegen; Daß ich nicht zu verjaget sey, Noch weichen mag von deinen wegen, Die du zu wandeln joins then £ 2 more 164 Von GOttes Werken und Wolthaten, und zward deln anbefohlen. Und brennen Im mutter- leibe lag; Da wachte auch des creuzes kohlen, Sig' ich, schon dein sorgen Für mich: und und weine bitterlich, mein vater: wie vermag Mein menschlicher so hab acht auf mich. verstand Die weisheit auszubreis ten, mit der du zu bereiten Uns pflegst durch deine hand. <. Hab acht auf mich, wenn ich gesund, und wenn ich ohne leid und schmerzen, Wenn keine klag' in meinem mund, Kein trauren in dem bangen herzen: Damit ich ben gefundem leibe, Dir dankbar und gehorsam bleibe; Dein nicht vergesse freventlich, Mein vater! so hab acht auf mich. 3. Du fångst uns an zu lieben, Noch eh wir etwas sind; Und haft schon aufgeschrieben, Was sich von plagen findt. Dein herz, das liebensvoll, Denkt schon, wie du willt lindern Die burde deinen kindern, Die sie erst treffen soll. 6. Hab acht auf mich, auch wenn ich krank, Und meine kräfte mir verschwinden: Daß ich an nehm den bittern trank, Als eine argenen der sünden; Daß ich nicht ungeduldig werde, Und denke, daß ich staub und erde. Ja wenn die ichmerzen mehren sich, Mein vas ter! so hab acht auf mich. 7. Hab endlich, vater! acht auf mich, Wenn ich der welt muß abschied geben. Stårt meine zu versicht auf dich, und führe mich in ich des bens end erlange, Und jene lebens. cron empfange; Da leb' ich dir, da lob' ich dich. Mein vater, ach! hab acht auf mich. 8. Ach laß mich auch nicht aus der acht, Wenn uns dein jüngster tag erscheinet, und im gericht wird vorgebracht, Was man ges than, geredt, gemeinet; Laß mich ju deiner rechten stehen, und zu des lammes hochzeit gehen: Mein JEsu! dann hab acht auf mich! So preif ich dich dort ewiglich. 4.Laßt du mich angst empfinden; Wolan so tröst ich mich, Daß du weißt raht zu finden: Und daß ich ia auf dich, Mein Gott! gewors fen bin; Drum werf ich, was zu tragen Mir schwer deucht, ohne zagen Noch täglich auf dich hin. s. Es hat in meinem leben Mir Diese zuversicht Stets neue kraft gegeben, und fehlt noch jego nicht. Wenn ich bekümmert war; So feufit ich, und war stille, Bis mich dein guter wille Entriß aus der 6. Dein name sen gepriesen, Der jederzeit an mir Sich herrlich hat erwiesen. Herz, zung und mund soll dir, Du retter aus ges fahr! Mein schuldig opfer brins gen, Von deiner güte singen Je Rund und immerdar. 7. Du haft mir wol gerahten, und lauter guts gethan; Daß deine liebes thaten Ich nicht gnug rühmen kann. Hilf, daß ich ewig dort, Verklärt und ganz voll kommen, Dir danke mit den from: men An deinem freuden- ort. Mel. Von GOtt will ich nicht zc. Ott! der an allen enden Viel Mel. Herzlich thut mich verlang. 272. wunder thut, In deſſen treuen 273.Befehl du deine wege, Und was dein hers häuden Mein ganzes Leben ruht, Der meiner monden zahlund meis ihrem nur fränkt Der allertreusten pflege Deß, der den himmel lenkt: luft und plage Verordnet allzumahl: Giebt wege, Taufund bahn; Der 2. Da ich noch tief verborgen wird 165 von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung GOttes. wird auch wege finden, Da dein, gebühret, mit wunderbarem raht fuß gehen kann. Das werk hinaus geführet, Das dich bekümmert hat. Gall 2.Dem HErren mußt du trauen, Soll dir es wel ergehn. Auf sein werk mußt du schauen, Wenn dein werk soll bestebn. Mit sorgen und mit gråmen, und mit selbst eigner pein Läßt GOtt ihm gar nichts nehmen; Es will erbeten seyn. ( 3. Dein ewge treu und gnade, O vater! weiß und sieht, Was gut sen, oder schade Dem sterblichen geblüt. Und was du denn er lesen Vollführst du, farker held Und bringst zum stand und wesen, Was deinem raht gefällt. wegen nicht. 4. An mitteln und an Fehlt dir es, höchster Dein thun ist lauter segen, Dein gang in lauter licht. Dein werk kann niemand hindern, Dein' ar beit kann nicht ruhn, Wenn du, was deinen kindern Ersprießlich ist, willt thun. 9. Er wird zwar eine weile Mit seinem troft verziehn, Und thun an seinem theile, Als hätt' in seis nem sinu Er deiner sich begeben, Als solltst du für und für In augst und nöhten schweben, Als fragt' er nicht nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst; So wird er dich entbinden, Da du's am mindsten glaubft: Er wird dein herze lösen Von der so schwe ren laft, Die du ju keinem bösen Bisher getragen hast. going Wol dir, du kind der treue! Du haft und trägst davon Mit ruhm und dank- geschreye Den sieg, die ehren- cron: GOtt giebt dir selbst die pakmen In deine rechte hand; Und du fingst freu bugden- pfalmen Dem, der dein leid <. Und ob gleich alle teufel gewandt. Hier wollten widerstehn; So wird doch ohne zweifel Gott nicht zurücke gehn: Was er ihm vorge nommen, Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen Zu seinem zweck und ziel. 6. Hoff, o du arme seele! Hoff und sey unverzagt: Gott wird dich aus der höle, Da dich der kum mer plagt, mit grossen gnaden Mel.Wer nur den lieben GOtt ic rücken; Erwarte nur der seit: So 274.Mein Gott, wie bi wirst du schon erblicken Die sonn' der schönsten freud. du so verborgen! Wie ist dein raht so wunderbar! Was helfen alle meine førgen? Du hast gesorget, eh ich war. Mein Gott und vater! führe mich Nur felig, ob gleich wunderlich. 2. Man kann dich nicht von vors ne sehen, Wir blicken dir nur hins ten nach. Was du bestimmt, das muß geschehen Bey unserm glück und ungemach. Mein GOtt und vater! führe mich nur selig, 2c 3. HErr! wer kann deinen raht ergründen? Dir bleibt allein der 23 ireiss 17. Auf, auf! gib deinem schmerze Und sorgen gute nacht. Laß fah: ren, was das herze Betrübt und traurig macht: Bist du doch nicht regente, Der alles führen soll; GOtt sitzt im regimente, und führet alles wol. incor 8. Laß ihn nur thun und walten, Er ist ein weiser fürst, Und wird fich so verhalten, Daß du dich wundern wirst; Wenn er, wie ihm 12. Mach end, o HErr! mach ende von aller unsrer noht: Stärk unser herz und hände, Und laß, bis in den tod, Uns allzeit deis ner pflege Und empfohlen seyn; So gehen unsre wege Ges wiß zum himmel ein.15d of thin Von GOttes Werken und Wolthaten und zwar viel tausend wege finden, Wo die vernunft nicht einen weiß. Mein GOtt und vater! führe mich Nur felig, ob gleich wunderlich. 166 führt dich noch In allen deinen thaten. 4. Die gaben seiner gütigkeit Bertheilt er nach gefallen, und mit gewissem unterscheid: Er schenkt nicht alles allen, Dort giebt er viel: Hier setzt er ziel und maaß in seinem geben. Drum glaube doch, GOtt schenket noch Die nohtdurft deinem leben. 2c. teir will ich mich ganz über dem hat er groffes gut be 4. Dein' allerheiligste gedanken Sind himmel- weit von menschen wahn; Drum leite mich in deinen schranken, Und führe mich auf rechter bahn! Mein Gott und laffen, mit allem, was ich hab und bin. Ich werfe, was ich nicht kann faffen, Auf deine macht und weisheit hin. Mein GOtt und vater 2c. 01350 194 6. Hilf, daß ich nimmer von dir Fehre In glück und unglück, freud und leid. Schick alles, HErr! zuten. deiner ehre und meiner feelen fe ligkeit. Mein GOtt und vater! führe mich nur selig, ob gleich wunderlich. Mel. Hilf mir mein GOtt, hilf2c. ein liebes herz, 275.9 Mein was zagest du, Und Fränkeft deine sinnen? Du wirft, sorgft du gleich immer zu, Doch nichts dadurch gewinnen. Gehts nicht so her, Wie dein begehr; Was willt du dich drum grämen? GOtt lebet noch, Den bitte doch, Er wird es auf sich nehmen. 2. Dort oben herrscht der HErr der welt, Der alles wol regieret, Der alles schützet, trägt, erhält, schützt und wacht Mit vorbedacht Für aller menschen sachen. GOtt herrschet noch, Das glaube doch, und laß ihn alles machen. schehrt; Der kann sich kaum era nehren: Dem fehlt der wig; der ist gelehrt: Der niedrig, der in ch ren. So ists bestellt, So wird die welt Durch ordnung fest erhalten. GOtt selbst hält haus; O! schließ daraus: Du mußt ihn lassen wal un 6. Doch dein GOtt will die ar beit auch nicht unterlassen ha ben; Er fordert auch den rechten brauch Der anvertrauten gaben: Drum deine gab' Ja nicht vers grab': All deine kraft anwende, und gläube doch, GOtt nehrt dich noch Durch arbeit deiner hände. 3. Wie, wenn und wo, und was er heißt, So muß es auch gefchehen, Was er von dir bey sich be: schleußt, Das muß also ergehen. Ilmsonst ist gunft, Raht, wiß und kunst, Läßt Gott es nicht gerah: 7. Wornach ein jeder strebt und ringt, und dem er nachgegangen, Sieht man, daß es ihm oft gelingt Mit Gott es zu erlangen: Auf sauren schweiß und steten Fleiß Läßt GOTT gedeyen kommen. GOtt fegnet doch, Das glaub ich noch, Er hilft in allen frommen. 8. Es kömmt allein von GOttes kraft, Was mich allhier erfreuet. der schafft, Aus bloffer huld verleihet. Weg blind geschick! Weg falsches glück! Ihr könnet hier nichts machen. GOtt gönnt mirs doch, Das glaub ich noch; Stell' ihm heim meine fachen. alle 9. Auf deine vorsicht, Gott! ich schau, und lasse dich nur rah. ten, auf deine güt ich feste trau In allen meinen thaten. Ich hoff und 167 von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung Gottes. und bet, Und frisch fort tret In, bösen tunde. Wenn mich versu meines antes schranken; Gött forget doch, Das glaub ich noch, Und trau ihm ohne wanken. chung plagt, Und meine feel aus ficht: So weiche nicht von mir: Ach GOtt! verlaß mich nicht. 10. Jch sen in armuht oder reich, Steh unten oder oben: Mir gilt es, vater! alles gleich, Ich will dich dennoch loben. Ich nehm es an, So gern ich kann, Was deine vorsicht schicket: Sie schickt es doch, Das glaub ich noch, Wie mir es nützt und glücket. 4. Ach GOtt! verlaß mich nicht; Ach! laß dich doch bewegen. Ach vater! cröne doch mit reichem himmels- segen Die werke meines amts, Die werke mei ner pflicht, gu thun, was dir ge fällt: Ach Gott! verlaß mich nicht. 11. Gehts gleich den frommen oftmahls schlecht, und wol den schlimmsten leuten; Gilt unrecht schon oft mehr als recht: Laß mich es christlich deuten. Du ordneft schon Den gnaden- lohn, Mich einst damit zu zieren. Gott liebt mich doch, Das glaub ich noch, Und werd es künftig spühren. 12. Nun, ich befehl mein ganz zes thun Dir, HErr! und mich darneben: Ich lasse angst und for. gen ruhn, Dir sey es heim gege: ben. Ich bleibe still, Nur wie es will Mag künftig alles gehen: Gott hilft mir doch, Das glaub ich noch, Sein wille muß geschehen. 276.2 Mel. O GOtt du frommer ic. ch Gott! verlaß mich nicht; Gib mir die gnaden- hände. Ach führe mich, dein kind, Daß ich den lauf vollende Zu meiner feligkeit: Sey du mein lebens- licht, mein stab, mein hort, mein schuz. Ach GOtt! verlaß mich nicht. 2. Ach GOtt! verlaß mich nicht; Regiere du mein wallen. Ach! laß mich nimmermehr In sünd und schande fallen. Gib mir den guten geist, Gib glaubens zuversicht, Sen meine stark und kraft: Ach GOtt! verlaß mich nicht.or s. Ach GOtt! verlaß mich nicht; Jch bleibe dir ergeben. Hilf mir, o groffer GOtt! Recht glauben, christlich leben, und selig scheiden ab, zu sehn dein angesicht. Hilf mir in noht und tod: Ach Gött! verlaß mich nicht. 3. Ach Gott! verlaß mich nicht; Jch ruf aus herzens- grunde: Ach höchster! stärke mich In jeder Mel. JEsu deine heilge wunden. 277.2ater welchem nichts verborgen, Was ich denke, red' und thu; Def sen liebe meine sorgen Mich, zu meiner feelen ruh, Auf dich selber werfen heißt, wenn mein blmd und schwacher.geist keinen raht und schluß kann faffen, Was ju thun und was zu laffen. 2.Wie ich meinen gang foll richten, Steht ja nicht in meiner macht: Auch in dem ist unser dich, ten, Was man reiflich wol be. dacht, Dennoch eitel immerdar, Mißlich, finster, voll gefahr: Und wankt in den schweren fällen Hin und her, wie meeres- wellen. 3. Drum entdeck mir deinen willen Hier in dieser finsterniß: HErr! ich will ihn gern erfüllen, Mache nur mein herz gewiß, Was dein eigner rahrschluß ist, Oder menschen will erkieft. Laß mich dich recht deutlich spühren, Du allein, HErr! follt mich führen. 4. Du, mein Gott! in dem ich lebe, Prüfft mein herz, undweißt, daß ich nicht nach eitlen dingen £ 4 stres 168 strebe; HErr! mein auge sieht auf dich. Beige mir, mein bater! nur Deines willens rechte spur: Laß mich eignen wir nicht äffen, Son dern deinen sinn nur treffen. 4. Forsch und lautre die gedanken, Die du auf so dunkler bahn Siehst voll ungewißheit wanken: Zeige mir nur deutlich an Deines willens weisen raht, Der noch nichts verdorben hat. Wohin die fer mich will lenken, Irrt mich weiter kein bedenken. Von GOttes Werken und Wolthaten, und zwarice nie nach strengem recht Mit mir pflegst umzugehen. onion 2. Du bist der meister meiner zeit: Du hattest ia von ewigkeit Mein wesen schon beschloffen; Denn, was ich bin, das ist von dir Und deiner huld entsprossen. 3. Von dir empfieng ich den verstand, Als deiner liebe unters pfand, Das mich zum menschen machet. Dein ist der schuß, der mich erhält, und für mein wol seyn wachet. 6. Kann ich bey den schwachen 4. Noch giebst du des verstandes werken und ben allem, was mich licht, Das mir ein schnelles ur Fränkt, Deinen hohen wink nur theil spricht, Ein beiffendes gewis merken, und wohin dein raht sich sen: Dis nagt mich gleich, so oft lenkt; Folg ich willig und mit ein fall Von dir mich abgerissen. luft, Weil mir mehr als wols. Und, daß ich ia recht glücklich bewußt, Was man dich nur läßt regieren, Weißt du herrlich auszuführen. wår, So nahmst du mich von el tern her, Die selber christen wa ren, Durch deren auferziehung ich, HErr! deine weg' erfahren. 6. Wer bat dich doch um diese huld? Ich war, so bald ich war, voll schuld, Verdiente straf und plage: Doch warst du gütig und getreu Bom anfang meiner tage. 7. Gesett, ich wäre blind und taub, Ich war ein eingetheilter raub Von krankheit und gebre schluß Dennoch nicht widerspre den. 8. Ich will stille seyn und schwei- chen; So könnt ich diesem deinem gen, Bis mir, höchter! deine hand Wird die rechten wege zeigen; Auf dich seh ich unverwandt, Und er wart es unverzagt. Hast du mir doch zugesagt, Daß du mich zu allen jeiten Willt mit deinen augen leiten. 8. Jest fehlt mir nichts, was gutes heißt; und dennoch ist mein träger geift So langsam, dich zu loben: Wie selten hat mein steis nern her. Noch deine huld erho bent. D br 1115 ud inic molli Klage wegen unerkannter Wolthat der göttlichen Vorschung. dun 40% Mel. Da JEfusant des creuzes zc. 278.h weiß mein Gott! daß deine huld Miz manchen fehler, manche schuld Bishero nachgesehen; und daß du 311) 7. Darum schließ nur, HErr! mich schwachen Ganz in dein regieren ein, und nimm selber meine fachen, Die für mich zu wichtig feyn Auszumachen, völlig bin; Denn mein zweifelhafter finn Kann sich niemahls recht entschliessen: Dir, HErr! leg ich sie in füffen. Wall She nh. Wie sträflich ist der undank hier! Wie schwer verfündigt sich an dir, Der dieses nicht erkennet, Der nicht in demuht deinen raht Groß, herrlich, gnädig nennet. 10. Wie billig ist es, daß ein Find Den treuen vater lieb: ge winnt, Der es beschützt und pfle get; und der mit seiner schwach heit st omad willt, gib mir.man) von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung Gottes. 169 heit selbst So viel erbarmung| dir nicht für: Was du mirgeben tråget. 198 7. Mit beten geh ich an mein werk, Gib du dem leibe kraft und stärk. Ich fireck die hand mit freuden aus, Komm du mit segen in mein haus. 0: 0 II. O vater lenke meinen sinn, Das lob, das ich dir schuldig bin, Mit freuden abzutragen. Ich weiß, du wirst mir deine kraft Hiezu ja nicht versagen. 8. Verfüsse mir den sauren schweiß: und hilf, daß ich mit al lem fleiß Das thu, was meines amtes ist; Ich weiß, daß du mein helfer bist. 9. Ich trau auf dich von hera zens- grund, Du werdest mir zu: deiner stund Auf meine arbeit und bemühu Den nabrungsi segen nicht entziehn. 12. HErr! dort in der vollkom menheit Will ich, für solche gütig keit, Dir rechten dank entrichten. Da kann das fleisch den vorsatz nicht, Wie jest allhier, vernichten. 13. Nimm mich nur selbst zum opfer an, Weil ich nichts bessers geben kann, Als was du mir gege: ben. Ach lehre mich, ach lyilf mir selbst, Dich sattsam zu erheben. 10. Du machst die dürren berge naß, Du kleidest lilien, laub und gras, Du speiseft alle vögelein: Sollt ich denn ohne segen seyn? II. Ach! daß wir unser lebelang 279. zu deinem dank mit deinen gaben umzugehn; So würd es wol im hause stehn. pC Um göttlichen Beystand und Segen zu unsern Berufsmaid Werken. Mel. Vor deinen thron tret ich zc. die welt ernehrt, Und jedermann seint theil be: schehrt: Regiere mich doch tag für tag, Daß ich mich täglich nehren mag. 2. Du sorgft für mich, doch so, daß ich Auch sorgen soll, zu thun, was mich Dein offenbarter wille heißt; Darzu verleih mir deinen geift. 12. Nun treuer GOtt! erhöre mich, Mein auge siehet nur auf dich, Hilf, daß ich sorge, wie ich soll; Ja, sorge du, so geht mirs wol. 3. Hilf, daß ich in der bösen welt So lebe, wie es dir gefällt, Laß meine erste sorge seyn, Wie ich geh' in den himmel ein. Mel.Wo GOtt der HErr nicht ze. 280. I fang ich an, Was namen mir zu thun gebühret. Mit Gott wird alles wol gethan Und glück lich ausgeführet. Was man in GOttes namen thut, Mit glaubens- vollem sinn und muht, Das muß uns wol gedeyen.sies. 4. Ist meiner armen feele wol; So lehre mich auch, wie ich soll Dem léibe thun wie ihm gebührt, 2. GOtt ist, der das vermögen Damit er keinen mangel spührt. schafft, Was gutes zu vollbringen: 5. Und weil du frömmigkeit so liebst, Daß du den frommen güter giebst; So gib, daß ich in heilger scheu Recht fromm und recht gesegnet sey. Er giebt uns segen, muht und kraft, und läßt das werk gelingen. Ist er mit uns und sein gez denn, So muß der zug gesegnet seyn Zum reichen überflusse. D 6. Dich ruf ich an, verlaß mich nicht; Du weißt ia wol, was mir gebricht: Doch schreib ich, vater!' 3. Wer erst nach GOttes reiche tracht't, und bleibt auf seinen wes gen; Der wird von GOtt auch £ 5 wol Von GOttes Werken und Wolthaten, und zward 170 wolbedacht Mit dieser erden se gen. Dem frommen giebt er früh und spat, Daß er von seiner arbeit hat, Auch armen mitzutheilen. 4. GOtt ist der frommen schild und lohn, Er crönet sie mit gnaden: Der bösen welt ihr neid und hohn Kann ihnen gar nicht schaden. GOtt decket sie mit seiner hand, Er segnet ihnen stadt und land, Und füllet sie mit freuden. . Drum komm, HErr JEsu! stärke mich, Hilf mir in meinen werken. Laß du mit deiner gnade dich Bey meiner arbeit merken. Gib dein gedeyen selbe darzu, Daß urch Adams fall 281.D" ist ganz verderbt Menschlich natur und wesen: Daffelb' gift ist auf uns geerbt, Daß wir nicht konnt'n genesen Ohn GOttes troff, Der uns erlöft Von dem so groffen schaden, Dar in die schlang' Evam bezwang, GOtt's zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die schlang Evam gebracht, Daß sie ist abgefallen Von GOttes wort, das sie veracht, Dadurch fie in uns allen Gebracht den tod; So war es So wa noht, Daß uns GOtt auch sollt geben Sein'n lieben sohn, Den gnaden thron, In dem wir mög ten leben. 3. Wie uns nun hat ein' fremde schuld In Adam all verhöhnet: Also hat uns ein' fremde huld In Chrifo all versöhnet. Und wie wir all Durch Adams fall Sind ewigs tobs gestorben; Also hat GOtt Durch Chrifti tod Erneu ert, was verdorben. ich in allem, was ich thu, Ererbe deinen segen. aspbr IV. Von der Erldsung des menschlichen dan duel motiv histrage 90 Geschlechts. 4. So er uns denn sein'n sohn geschenkt, Da wir sein feind noch waren, Der für uns ist ans creuz Joon 6. Regiere mich durch deinen geift, Den müssiggang zu meiden; Daß das, was du mich schaffen heißt, Gescheh' mit lauter freu den: Hilf, daß ich dir mit aller treu Auf dein gebot gehorsam sev, und meinen nächsten liebe. 7. Nun JEsu! komm und bleib ben mir. Die werke meiner hände Befehl ich, liebster heiland! dir, Hilf, daß ich sie vollende Zu deines namens herrlichkeit; Und gib, daß ich zur abend- zeit Erwünsch ten lohn empfange. gehenkt, Getddt, gen himm'l ge fahren, Dadurch wir seyn Von tod und pein Erlöst, so wir vertrauen In diesem hort Des vaters wort: Wem wollt für sterben grauen? s. Er ist der weg, das licht, die pfort, Die wahrheit und das le ben, Des vaters raht und ewigs wort, Das er uns hat gegeben Zu einem schuß/ Daß wir mit trug An ihm fest follen glauben. Darum uns bald Kein macht noch g'walt Aus seiner hand wird ruuben. pe 6. Der mensch ist gottlos und verflucht, Sein heil ist auch noch ferren, Der solchen troft bey menschen sucht, und nicht bey GOtt dem HErren. Denn wer ihm will Ein ander ziel Ohn diefen tröster stecken, Den mag gar bald Des teufels g'walt mit seiner list er schrecken. * 7. Wer hofft in GOtt, und dem vertraut, Wird nimmermehr zu schanden. Denn wer auf diesen felfen baut, Ob ihm gleich stößt zu handen Viel unfall hie; Hab ich doch nie Den menschen sehen fal len, Der sich verläßt Auf GOttes trost: 171 von der Erldsung des menschlichen Geschlechts.n trost: Er hilft sein'n glaubgen| daß er heilte meinen schmerz, Ließ allen. ers sein beftes koften.dou * 8. Jch bitt, o HErr! aus hers zens- grund, Du wollst nicht von mir nehmen Dein heilig wort aus meinem mund; So wird mich nicht beschämen Mein sünd und schuld: Denn in dein' huld Sez ich all mein vertrauen; Wer sich nun fest Darauf verläßt, Der wird den tod nicht schauen. 9. Mein'n füssen ist dein heilig wort Ein brennende lucerne, Ein licht, das uns den weg weist fort: So dieser morgen- sterne In uns aufgeht, So bald versteht Der mensch die hohe gaben, Die Got tes geift Den'n g'wiß verheißt, Die hoffnung darauf haben. un freut euch liebe nu 282. christ'n gemein! Und laßt uns frölich springen: Daß wir getroft und all' in ein Mit luft und liebe singen, Was GOtt an uns gewendet hat, Und seine grosse wunderthat; Gar theur hat ers erworben. 2. Dem teufel ich gefangen lag, Im tod war ich verlohren: Mein sünd mich quälte nacht und tag, Darin ich war gebohren. Ich fiel auch immer tiefer drein, Es war nichts guts am leben mein, Die sünd hatt' mich beseffen. 5. Er sprach zu seinem lieben sohn: Die zeit ist zu erbarmen; Fahr hin mein's herzens wehrte cron, und sen das heil der armenund hilf ihn'n aus der fünden, noht, Erwürg für sie den bittern tod, Und laß sie mit dir leben.band 6. Der sohn dem vat'r gehorsam ward, Er kam zu mir auf erden, Von einer jungfrau rein und zart; Er wollt mein bruder werden. Gar heimlich führt er sein' ges walt, Er gieng in einer arm'n ges stalt, Des teufels reich zu stöhren. 7. Er sprach zu mir: halt dich an mich, Es soll dir jest gelingen. Ich geb mich selber ganz für dich, Da will ich für dich ringen. Denn ich bin dein, und du bist mein, Und wo ich bleib, da sollt du seyn: Uns soll der tod nicht scheiden. 8. Bergiessen wird man mir mein blut, Darzu mein leben rauben, Das leid ich alles dir zu gut, Das halt mit festem glauben. Den tod verschlingt das leben mein, Mein unschuld trägt die fünde dein, Da bist du selig worden. 9. Gen himmel zu dem vater mein Fahr ich aus diesem leben: Da will ich seyn der meister dein, Den geist will ich dir geben, Der dich in trübsal triften soll, Und lehren, mich erkennen wol, und in die wahrheit leiten. 3. Mein' gute werke golten nicht, Es war mit ihn'n verdor ben: Der frey- will haßte GOtts gericht, Er war zum gut'n erstor ben. Die angst mich zu verzweifeln trieb, Daß nichts denn ster ben bey mir blieb; Zur hölle mußt ich sinken. 4. Da iammert GOtt in ewig keit mein elend über die maassen: Er dacht an sein barmherzigkeit, Und wollt mir helfen lassen: Er Mel. Ein fese burg is unser 26. wandt zu mir sein vater- herz; Und 283 Mein feiter fels und starker hort, Dar auf 10. Was ich gethan hab und ges lehrt, Das sollt du thun und leh ren; Damit das reich Gott's werd gemehrt zu seinem lob und ehren. und hüt dich für der mensch'n gefaz, Davon verdirbt der edle schak, Das laß ich dir zulette. Von GOttes Werken und Wolthaten, und zwar 172 auf ich mich verlaffe, Ist dieses theuer wehrte wort, Das ich im glauben faffe: JEfus GOttes sohn It mein schild und lohn, Er hat mich erkauft, Ich bin auf ihn getauft, und er bleibt mein erlöfer. 35d ann anding on 12. Ich war zuvor des todes Enecht, Da mich der jorn gebun den. Der teufel hatt an mir ein recht, Ich war voll sünden- wun den. Des gesetzes buch, Des gerich tes fluch und der höllen tod Verdammten mich zur noht. Wo war, der mich erlöste? i a 3. Kein bruder, welcher selbst ein knecht, kann mir die hoffnung geben, und das gefer, durchs fleisch geschwächt,* Hilft mir auch nicht zum leben. GOtt mein HErr allein Kann mein helfer fenn, Der die schuld vergiebt. Er hat die welt geliebt, Die sclaven ju erlösen.* Rom. 8, 3. 4. Das ist gewiß und theuer wehrt: Mein JEsus ist gekom men, Die groffe laft, die mich be schwert, Hat er auf sich genommen. Der gerechte knecht Machet uns gerecht: Für die schuld der welt Gab er das löse- geld, Durch blut uns zu erlösen. also mir In JEsu sieg gegeben. Als ein erlöfter will ich dir, Mein HErr! zu ehren leben. Finstre to des nacht! Teufel! deine macht, Hölle! dein gericht Erschrecken mich nun nicht. Ich bin von euch erlsset.im me nomade chin 8. Ich weiß, daß mein erldser lebt, Er lebet mir zum leben. Ihm will ich, wenn er mich erhebt, Lob, preis und ehre geben. Denn aus aller noht Wird er durch den tod, und aus dieser zeit, Zu seiner ewigkeit Mich ganz gewiß erld. fett. som spi Err! ich bekenn von herzens 284. Err! grund Auch mit dem mund, Nichts foll mich davon wenden, Daß nies mand sonst mein heiland ist, Als Jesus Christ, Der wahre GOtt shn ende; Der mir zu gut Mein fleisch und blut Genommen an: Drum er nicht kann Mich armen fünder haffen. 2. Gebohrn ist er ein kleines Find, Für meine sünd In windeln eingehüllet. Die jugend mit müh seligkeit, Armuht und leid Ist worden ganz erfüllet. Er hat ge wacht, Sich matt gemacht, Er ward gestäupt, Sein heilig häupt Mit dornen scharf gecrönet. 1. Denn weil er unser bürge war, So trug er unsre ketten. Er stellte sich zur knechtschaft dar, Die Enechte zu erretten. Unser Goel* ftarb, GOtt der HErr er warb Uns durch eignes blut: Das stärket meinen muht. Ein Gott mensch hat erlåset.* Erldser. 6. Daher ist für die ganze welt Die zahlung auch vollkommn. Der in dem siege starke held Ift aus der angst genommen: Und a gnad finan: Laß mich in ihm fein theures blut Wird mein theures gut, Dieses macht mich los; Der schatz ist aber groß, Dasu es mich erlöſet. Du hast mich armen nicht veracht, Ganz frey gemacht Von meinen schweren fünden, Durchs sohnes tod, Den Enecht aus noht Hast du erlöfti Wer 7. Nun GOtt sey dank! der 3. Er ward ans creuzes- hol gehenkt, Mit gall getränkt, Und lag in todes- banden. Doch wie derum am dritten tag Nach seiner plag, Ift er vom tod erstanden; Mit herrlichkeit Zur himmels freud Gegangen ein Fren aller pein, Gesegt zu deiner rechten. 4. So schaue deinen sohn doch er von der Erlösung des menschlichen Geschlechts. Wer sich des tröft't, Den kannst du nicht verdammen. <. Der treue hirt ist kommt vor dich, und traget mich, Das schaaf, auf seinem rücken: Das schaaf, das ganz verirret war, Gieng mit gefahr, Es war in fatans stricken: Das hat er bracht Aus eigner macht, Wie du be gehrt, Zu deiner heerd, Zur heerde der gerechten. 6. Mich, den die welt ganz li stiglich Von dir zu sich mit ihrer luft gezogen, Bringt iezt dein sohn in deinen schooß Von sünden los, Aus lieb hierzu bewogen. Ich war sehr weit Durch eitelkeit In vollem trab, Gewichen ab: Jest bin ich dir nachkommen. 7. Was satanas aus bösem sinn Geraubet hin, Und von dir wegge: trieben; Das bringt dein sohn zu Deiner heerd Aufs neu bekehrt zu denen, die dich lieben. Er stellet dir Jest wieder für Dein kind, das sich Muhtwilliglich Von dir vers laufen hatte. Tost sus 8. Also hab ich nun gnad, o GOtt! Durch Christi tod, Den er für mich erduldet. Und ob ich wol ben mir befind, Daß meine fund Die höllen- pein verschuldet; So hab ich doch Die Hoffnung noch: Durch deinen sohnDen gnas Den- thron, Ich werd nicht seyn verlohren.d 173 ebenbild des vaters, bift Sein glan; und ewge klarheit, Doch nicht geschaffen, nicht gemacht; Aus GOttes wesen vorgebracht, Von ewigkeit gezeuget. 2. Jch ehre, lieb' und lobe dich Aus dankbarem gemühte, Sch preise dich recht inniglich Für alle deine gute, Ich rühme dich, ich danke dir Für alle gnade, die du mir Bis diesen tag erwiesen. 19765 9. Die thür zum schönen paradies Hat er gewiß Durch sein blut aufgeschlossen, Das aus den wunden mildiglich Am creuze sich Mit ftrömen hat ergoffen. Ich glaube fest, Daß du nicht läßt, O from mer GOtt! In angst und noht, Der dis mit glauben fasset. Abandull Mel. Nun freut euch liebe chrift. 3. Voraus ist diese gnade groß, Daß du zu uns gekommen Zur füll' der zeit vom vaters schooß, und haft an dich genommen Die wahre menschliche natur Von eis ner armen creatur, Von der jungs frau Maria. 4. Du hast mich armen erdenklos, Der ewig war verdorben, Von rettung, troft und hülfe bloß, Gewonnen und erworben. Von fünden- fluch, von straf und tod, Ja von der schweren höllen- noht und teufels strick erlöset. s. Und solches nicht mit geld und gut, und was sonst hoch zu schätzen; Vielmehr mit deinem theuren blut, Dem gar nichts gleich zu setzen. Du hast in dieser gnaden jeit, Ohn mein verdienst und würdigkeit, Mir ein' erlösung funden. 3G non din int 6. Wie herrlich, groß und herzlich ist Doch solche gnad' und lie be! Die dich, o mein HErr JEsu Chrift! Zu solchem schlusse triebe, Daß du, gerechter GOttes- knecht! So gern für die, die ungerecht Und fünder sind, gestorben. 7. Kann eine liebe grösser seyn, Als die so zärtlich liebet, Daß sie sich gar in todes pein Für ihre freunde giebet? Doch Chrifti liebe thut vielmehr, Sie liebt uns auch als feinde sehr, und läßt für uns GOttes sohn HErr das 285.0 • JEfu Chrift, Dus.Sie wollte für uns allzumahl, leben licht und wahrheit! Du Die wir verlohren waren, Die usd größte 174 Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts größte pein, die größte quahl Und, verzagen will; Kömmt dein füsser feelen- angst erfahren: Sie gieng troß von oben, Daß ich dich muß für uns in grab und tod, und hat höchstens loben. dadurch mit unserm GOtt Üns völlig ausgeföhnet.gruel 2. Siehe, HErr! ich bin belas den Mit der schweren fünden9. Denn, weil du auferstanden last. Der schmerzhafte ſeelen bist Und nicht im grabe blieben, schaden Läßt mir weder ruh noch Hast du dadurch, o JEfu Christ!| raft: Durch das blut aus deinen Auch unsern tod vertrieben; Hin wunden Wird derselbe nur vers gegen die gerechtigkeit, Unschuld bunden. und wahre himmels- freud Hervorbracht aus demigrabe. 10. O treuer heiland, JEsu Chrift! Der du auch mir geboh ren Ja auch für mich gestorben bist: Laß doch nicht seyn verloh: ren An mir das groff erlösungswerk; Vielmehr gib gnade, kraft und stärk, Inbrünstig dir zu dan fen. 4. Wüte, teufel! wüte hölle! Stürme fünde, welt und tod! Wenn ich mir vor augen stelle Meines heilands grosse noht, Als er mußt am creus erblaffen; Müßt ihr mich in ruhe lassen. s. Dein leib, den man dir zerrissen, JEsu! und das theure blut, Das du reichlich liesfest fliessen, Als du sturbest mir zu gut, Bringt, als eine seelen- weide, Meinem herzen lauter freude. 6. Wie ein hirt eh läßt sein le ben, Eh er seine heerde läßt; So hast du dich hingegeben, Als mich fatan hielte feft. Daß er mich nicht mögt ermorden, Bist du selbst ein opfer worden. 7. Nun ich will, mein heil! dich chreu, Bis mich schliesset sarg und gruft. Ich will deine ftimme hö ren, Die mich aus dem grabe ruft. Deiner lieb' ist nichts zu gleichen, Alle welt- gunft muß ihr weichen. 8. Führe mich auf grünen auen, Als ein frommes schäfelein: Laß mich deine gnade schauen, Und ftets bey dem haufen seyn, Der die Mel. 3. Mein GOtt ich bin test. eitelkeit berachtet, und nach dei 286, Liebster JEfu! deine ner freundschaft trachtet. güte Hat doch weder maaß noch ziel. Wenn für angst 9. Giebt mir denn nach vielem leiden Einft der tod den lezten oft mein gemühte Ganz und gar stoß: Ach so laß mich frölich schei den II. Gib gnade, daß ich dich hin fort Als meinen heiland liebe, Dir lebe, und in deinem wort Mich treu und fleissig übe. Und wie du, HErr! gestorben bist, So hilf mir auch, zu jeder frißt Den fünden abzusterben. 12. Du stundest ven den todten auf, Brachst durch des grabes thúren; Drum laß mich einen neuen lauf Voll geist und tugend führen. Laß mich von fünden auferstehn, In deinen heilgen wegen gehn, Und dir zu ehren leben. 3. Deine striemen, deine beu len, Die man dir geschlagen hat, Können arme sünder heilen, Und verschaffen mir auch raht. Deine scharfe dornen crone Machet mich ju GOttes sohne. 13. Laß hier in deinem reiche mich Dir treu- beständig dienen, In guten werken fruchtbarlich Stets wachsen, blühn und grünen; Bis du, nach meinem pilgrims- lauf, Mich nimmst in deinen himmel auf, Wo du zur rechten sikest. und zwar von den Namen unsers Erlösers. den Aus der welt in deinen schooß, Don den amen unsere Da werd ich recht sanfte liegen, Und mich ewiglich vergnügen. Mel. Es ist das heil uns kommen. O alt im gedächtniß 287. 175 6. Gib, JEfu! gib, daß ich dich kann mit wahrem glauben faffen, Und nie, was du an mir gethan, Mag aus dem Herzen lassen. Daß ich mich dessen in der noht Getro: sten mag, und durch den tod Zu dir ins leben dringen. Erlösers. Mel. Es ist das heil uns kommen. 288.Wir menschen ſind in Adam schon Gefallen und verdorben, Dadurch heiland, der auf erden Bom thron des himmels kommen ist, Dein bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut Hat ange: nommen fleisch und blut. Dank ihm für diese liebe. uns erworben: Das macht, daß man uns fünder nennt, Die sich aus eigner schuld getrennt Bon GOtt, dem wahren leben. 2. Dis ist der name, der uns macht Vor GOtt zu spott und 2. Halt im gedächtniß JEsum schande, Der uns um unsern Christ, Der für dich hat gelitten, schmuck gebracht, Gelegt in ftrick Ja gar am creus gestorben ist, und bande, Mit fluch und finsterUnd dadurch hat bestritten Welt, niß bedeckt, und uns mit tod und sünde, teufel, höll und tod, Undhölle schreckt: O jammer voller dich erlöst aus aller noht. Dank name! ihm für diese liebe. 3. Halt im gedächtniß JEsum Chrift, Der auch am dritten tage Siegreich vom tod erstanden ist, Befrent von noht und plage; Den frieden zwischen GOtt gemacht, Unschuld und leben wiederbracht. Dank ihm für diese liebe. 4. Halt im gedächtniß JEsum Chrift, Der nach den leidens zeiten Gen himmel aufgefahren ist, Die stätte zu bereiten, Da du follt bleiben allezeit, und sehen seine herrlichkeit. Dank ihm für diese liebe. 5. Dis ist der name, der uns <. Halt im gedächtniß JEsum bringt Vor GOtt aufs neu zu ehChrift, Der einst wird wieder kontren; Der, wie das chor der engel men: Und sich, was todt und le bend ist, zu richten vorgenommen: O denke, daß du da besteht, und mit ihm in sein reich eingehst, Ihm ewiglich zu danken. singt, uns freude kann beschehren: Der uns in fried und freyheit setzt, Mit gnad und gaben uns ergeht, Und in den himmel hebet. 6. Denn JEsus ifts, der unsre schuld Sammit aller straf und plagen, Ounerhörte lieb' und huld! Hat willig wollen tragen Er war gerecht, und ließ doch sich Zur finde machen, daß du dich In ihm gerecht könntft nennen. 7. So heißt er denn nicht JEfus 11015 Guit eising and nurs 3. Niemand war in der ganzen welt, Der uns durch seinen na men Befreyen könnt, als nur der held, Der, als des weibes saamen, Sich bey uns in der füll der zeit Aus der verborgnen ewigkeit Im fleische eingestellet. For Sa 4. Sein name heiffet JEfus Chrift, Von GOtt selbst so genennet, Der mir und dir, und wer es ist, Dis grosse heil gegonnet. Ach! nimm es ungesäumet an; Es freue sich, wer immer kann, Des frieden vollen namens. Von der Erlösung des menchlischen Geschlechts 176 nur; Er ist auch was er heisset: Indem er unsere natur Aus allem jammer reisfet. Die that stimmt mit dem namen ein: Er heißt und will auch heiland seyn, Er heißt, und ist auch JEsus. 8. Er ist der rechte Josua, Der uns zur ruhe bringet. Er, als der priester, ist nun da, Dem es so wol gelinget, Daß er des HErren tempel baut, An welchem man ihn selber schaut Als grund, und eckfrein liegen. 9. Drum ist in keinem andern heil, Ist auch kein nam' gegeben, Darin wir könnten nehmen theil An seligkeit und leben; Nur JEfus ist derselbe mann, Der uns das leben schenken kann. Gelobet sey sein name! ro. O name! werde doch in mir Durch Gottes geist verklåret; Weil, was verborgen liegt in dir, Kein menschlich her; erfähret. Denn die vernunft begreift es nicht, Ohn GOttes glanz und guaden- licht Bleibt es unaufges schloffen.d vor aller zeit, Des wesens eben: bild, Der glanz der herrlichkeit. 4. Die namen, welche dir Dein mittler- amt gegeben, Als: raht, kraft, friede- fürst, Held, wahrheit, weg und leben, Bezeugen, daß, in dem Du, Goel!* mich befreyst, Du wirklich zwischen GOtt Und menschen mittler seyst. Erldser. Hiob 19, 25. s. Du, höchster könig! führst Den namen nicht vergebens, Du bist der friede- fürft. Du bist der fürst des Lebens. Du priester! GOttes- lamm, Das sich geopfert hat! Du bist mein gnaden- stuhl Und treuer advocat. 6. Du heisfest ein prophet, Der zu uns kommen sollte: Ein hirt, der meisterlich Mit lehren weiden wollte. Erniedrigt wurdest du, Und als ein knecht erkannt; Erhdhet wurdest du Der berren HErr genannt. 7. Mein hort, mein A und O! Mein fels, mein ja und amen Ach nenne du mich auch Nach deinem neuen namen. GOtt! wie dein name ist, So ift fürwahr dein ruhm: So nenn auch sich, und sey Mel. Nun danket alle GOtt zc. ch 289. Jh, mein Jeſu! Nach dir mein chriſtenthum. dich Bey deinem namen nennen, und daraus raht und that, Und deinen ruhm erkennen. Mein JEsus heisseft du, Der felig uns gemacht, Mein Chriftus, der gefalbt, Die falbung uns gebracht. bleibt fels, Du nennest deine lieben. So sieht mein name schon In deiner hand geschrieben; Die schreibet in mein her: Auch deinen namen ein, Drauf soll mein leites wort Dein name: JEsus! seyn. II. Laß mich empfinden deine kraft und innre süssigkeiten, und was dein name gutes schafft, Laß fich in mir ausbreiten. So wird der fünden noht gewehrt, So wird die last in lust verkehrt, So bin ich selig, amen. 3. Du heisfest auch und bist, Als mensch, des weibes saamen, Ein mensch, ein menschen- sohn: Dis sind die bruder namen, Die du als Davids zweig Ganz willig an dich nahmst, Als du dem fleische nach Aus deinen vätern kamist. 2. Du bist Immanuel, Als GOtt mensch zu verehren: Dein name: HErr und GOtt, Kann Mcl. O GOtt du frommer 2c. mich die gottheit lehren. Du 290. A JEſu! deſſen tren ch Im himmel und bift des vaters wort Und kraft auf und zwar von den Namen unsers Erldsers. 177 auf erden Durch keines menschen Die wahrheit und das leben: Er mund Kann gnug gepriesen wer wolle mir zulezt Aus gnaden dieses den: Ich danke dir, daß du Ein geben, Daß ich alsdenn in ihm wahrer mensch gebohrn, Den fluch Dis leben schliesse wol, Wenn von mir gewandt, Daß ich nicht meine sterbenszeit Und Gunde bin verlohrn. kommen soll. 9. Immittelft helf er mir So lang ich hie noch wandle, Daß ich in meinem thun Treu und auf richtig handle. Er steh mir allzeit bey Mit seines geiftes gab', Wenn ich in meinem amt Was zu vers richten hab. * 10. JEsu! in deinem nam Bin ich heut aufgestanden, In ihm vollbring ich heut, Was mir kömmt unter handen. In deinem namen ist Der anfang schon ges macht, Das mittel und der schluß Werd auch durch ihn vollbracht! II. Dir leb ich, und in dir, In dir will ich auch sterben: HErr! sterben will ich dir, In dir will ich ererben Das ewge himmelreich, Das du erworben mir: Von dir verklärt will ich Dir dienen für und für. 2. Vornemlich wird in mir All herzens- angst geftillet, Wenn mich dein süsser nam' Mit seinem trof erfüllet. Kein troft so lieblich ist, Als den mir giebt dein nam', Der fusse JEsus: nam', Du fürst aus Davids stamm! 3. O JEsu, höchfter schar! Nur du kannst freude bringen: Es kann nichts lieblicher, Als JEsu name, Flingen. Ich kann nicht traurig fenn, Weil JEfus heißt so viel Als beiland oder held, Der felig mas chen will. 4. Will satan sich ben mir Mit anfechtungen regen: So ist mir JEsus nam'Zum troft, schuk, fried und segen, Zur weisheit und arz ney In aller angst und noht, Daß ich nicht fürchten darf Den teufel und den tod. s. Daß ich ein jorn kind bin, Das macht die schudde fünde: Dein JEsus- nam' macht mich zu einem gnaden- kinde: Er nimmt von mir hinweg Die schuld und missethat, Bringt mir die selig keit, und deines vaters gnad. ich Mel. 8. JEfus meine zuversicht zc. 291.Meinen JEfum lag will mich nicht verlassen. Was sein name mir verspricht, Das will ich im glauben faffen. JEsu name ist sein ruhm, Und zugleieb mein eigenthum. 2. JEsus, GOttes wahrer sohn, Ward ein mensch, wie andre kin. der. JEsus ist mein gnaden- thron, Denn er rufet alle fünder. JEsus heißt und ist mein heil, Meines berzens troß und theil. Er sey 3. JEsus, des verstandes licht, Morgenstern und helle sonne: Meines willens zuversicht, meine freude, meine wonne. Denn deß trößtet sich mein geiß, Daß mein JEsus JEfus heißt. 4. Was von diesem A und O Gott 6. Ey nun so heile mich, Mich, der ich ganz beflecket, Der heilge JEsus- nam', Der alle sünden deks fet. Er kehre ab den fluch, Den fegen zu mir wend: Sen meine stark, dadurch Sich alle schwach. beit endt. 7. Er sen mein licht, das mich In finsterniß erleuchte: des himmels thau, Der mich in big anfeuchte: Er sey mein schirm und schild, Mein schatten, schloß und but, Mein reichthum, ehr und rubnu, Er sen mein höchstes gut. 8. Er fey mein himniels weg, H 178 Von der Erldsung des menschlichen Geschlechts Gott verspricht in JEfu namen, Mel. O GOtt du frommer 2. Das erfüllt er auch also: iſt das ja und amen. JEfus Mazas renus ist Der von GOtthverheißne Chrift. JEsus 5. Denn es ist kein andres heil und kein name sonst gegeben, Darin fünder nehmen theil An der feligkeit zum leben. GOtt uns diesen heiland giebt: So hat er die welt geliebt. 292.Wie ift, HErr JEſu! in meinem herzen So groß und wundersam! Trifft mich gleich angst und schmerzen; So such ich trost ben dir, und sind in deiner kraft, Daß du mein treuer freund, Der alle hülfe schafft. 2. Du bist mein HErr und GOtt, Versöhner und erretter, Der meine fünde tilgt; Des fa tans untertreter. Dein blut ists löse- geld, Das mich versöhnet hat. Gott nimmt mich an in dir, Du stehst an meiner statt. 6. JEfus fängt den glauben an, Jesus kann ihn auch vols lenden. JEsus ist ein wunders mann, JEsus kann mein elend wenden. JEsus ist mein gnaden- bund. JEsus ist der hoffnung grund. 7. JEsus isß des vaters wort. JEfus ist mein weg und leben. JEfus ist mein fels und hort. JEfus ist der stock der reben. JEfus ist mein löse geld. JEfus ist der ftarke held. s. JEsus ist das GOttes- lamm. JEfus ist mein arzt und stärke. JEfus ist mein bräutigam. JE fus heiligt meine werke. JEfus ift mein weiser raht. JEfus ift mein advocat. 9. JEsus ruft: kommt her iu mir! JEsus lehrt den weg des lebens. JEfus spricht: ich bin ben dir. JEsus tröstet nicht verge: bens. JEfus hilft in aller nott. JEfus ist des todes tod. Io. JEfu blut geld ist mein theil, JEfu leiden meine freude. JEfu wunden sind mein heil. JEsu wort ist meine weide. So behält er nichts für sich, Alles, al les ist für mich. c 11. Nun mein alles ist auch sein; JEfum hält mein fester glaube JEsu foig' ich nur als lein, Trog dem, der mir JEfum raube. JEfus endet meinen lauf, Meinen geift nimmt JEfus auf. 3. Mein feelen- bräutigam Bist Du nunmehr geworden, Giebst mir Den glaubens- schmuck Als deiner iünger orden. Du bist mein fels, mein hort, Mein Gott, der hülfe schafft, ein schuß, mein schirm und schild, und meines lebens kraft. 4. Du bist die ref im that, Er quickest meine feele, Mein Gott, mein treuer freund! Mit dem ich mich vermähle: Mein labfal, des sen kraft Geist, her; und feele stärkt, Daß sie voll himmels luft Auf deine worte merkt. s. Du bist mein rechter schab, Mein reichthum, meine freude. Du bist mein treuer hirt, Und auch zugleich die weide: Du bist der lebens- baum, Andir hang' ich so fest Als eine reb' am stock; Weil du mich nicht verläßt. 6. Du bist mein festes schloß, Dahin ich allzeit fliehe: Mein fels, auf den ich bau. Ach mein HErr JEfu! ziehe Durch liebe mich zu dir. Du bist im creuz und leid Doch einig nur mein trof, Und giebst mir freudigkeit. 7. Du mußt, wenn sich das heri Vor seinem Ott ausschüttet, Mein hoherpriester seyn, Der im mer für mich bittet. Mein könig und 179 und zwar von der Person unsers Erlösers. und prophet, Der lehrt und hülfe, himmel würden hölle, Mär nicht schafft: Welt, satan, höll und tod JEsus mein geselle. Erfchrickt für deiner kraft. JEfus kann im creuze laben, 8. Ich kann gerechtigkeit und JEsus ist, der mich erhält. Kann heil in JEsu haben; und dort in ich seinen beystand haben, Trag jener welt Hat er mir größre ga ich allen spott der welt. Wenn der ben Bestimt und bengelegt: Selbst tod die augen bricht, Laß ich denfeine herrlichkeit und freuden- cro- noch JEsum nicht. Muß ich meine steht für mich, sein glied, bereit. nen geist aufgeben, Bleibt er mei9. So oft ich JEsum nur In nes lebens leben. meinem mande habe, Erfreu ich mich in ihm: Denn selbst im finstern grabe Wird er mein helles licht, Auch dort mein alles seyn, Wenn ich durch seine kraft Geh in den Himmel ein. 6. Will mir gut und blut ver schwinden, Geht auch leib und leben hin, Und ich kann nur JEfum finden; Ist auch sterben mein ges winn. Nun ich halte, JEsu! dich, JEsu! komm und halte mich, Sen mein troft im tod und sterben, Und laß mich dein reich ererben. Don der Perfon den Erlöfers. Mel. JEsu deine heilge zc. 293. JEfu, ursprung meiner freude! JEsu, meines glaubens licht! JEsu, meiner seelen weide! JEsu, meine name mir So gewünscht und lieb: lich für! Dein gedächtniß, JEsu! machet, Daß mein traurig berse lachet. 2. Ach! ich liebe dich von her zen, Meine liebe wird nicht satt: Und mein geist ist frey von schmer. zen, Wenn er dich, mein JEsu! hat. Kehr in meinem Herzen ein: Dir mag nichts verborgen feyu: Darum kennst du meine triebe, Daß ich dich für alles liebe. 3. JEfu meine lebens sonne! JEfu meiner feelen lust! Ausser dem mir keine wonne, Kein ver gnügen mehr bewußt. Ach mein heil! ich bitte dich, Komm, um fang und halte mich; Se umfang' ich dich im glauben, Dich soll mir kein teufel rauben. 3 4. JEsu, schur herr der be drängten! JEsu, der verlaßnen schild! JEfu, belfer der gekrauks ten! Du des vaters ebenbild! Ich laß erd und himmel seyn, Bleibet nur mein JEsus mein. Erd und Err Chrift, der einge 294. vat'rs in ewigkeit! Aus ſeinem bert'n entsproffen, Gleichwie ges schrieben steht: Er ist der morgensterne, Sein'n glanz ftreckt er so ferne Vor andern sternen klar: 2. Für uns ein mensch gebohren Im lezten theil der zeit, Der mut: ter unverlohren Ihr jungfräulich keuschheit: Den tod für uns zerbrochen, Den himmel aufgeschlos fen, Das leben wiederbracht: * 3. Laß uns in deiner liebe und erkenntniß nehmen zu, Daß wir im glauben bleiben, Dir dienen im geist so, Daß wir hie mögen schmecken Dein' füffigkeit im herzen, Und dürften stets nach dir. 4. Du schöpfer aller dinge, Du väterliche kraft, Regierst von end zu ende Kräftig aus eigner macht, Das herz uns zu dir wende, und tehr ab unsre sinne, Daß sie nicht irr'n von dir. <. Ertddt uns durch dein gute, Erweck uns durch dein guab: Den alten menschen Fränke, Daß der 2 neu' Von der Trissung des menschlichen Geschlechts 180 neu' leben mag, Allhie auf dieser erden Den sinn und all begierden, Und gedanken hab'n zu dir. * 6. Dank, lob, preis, ruhm und ehre Sen GOtt in ewigkeit Für seine füffe lehre, Die er uns hat bereit Aus sein'm göttlichen munde: Der belf uns alle stunde; Er helf sur, feligkeit Hilf in gnaden, Auf dein wort komm ich geladen. 5. GOtt vater, o mein starker held! Du hast mich ewig vor der welt In deinem sohn geliebet: Dein sohn hat mich ihm selbst vers traut, Er ist mein schar, ich seine braut: Drum mich auch nichts betrübet. Eya, Eya, Himmlisch leben Wird er geben mir dort 295. Wie schon leucht'te Ewig ſoll mein her: ihn der morgenstern Voll gnad und wahrheit von dem HErrn, Die füffe wurzel Jeffe! Du sohnDavids aus Jacobs famm, mein könig und mein bräutigam, Haß mir mein heri beseffen. Lieblich, Freundlich, Schön und herrlich, Groß und ehrlich, Reich von gaben, Hoch und sehr prächtig erhaben. 6. Singt unserm GOtt, singt eft und viel, und laßt andächtig faiten- spiel Gan; freudenreich er schallen, Dem allerliebsten JEfu lein, Dem wunderschönen braut gam mein zu ehren und gefallen: Singet, Springet, Jubiliret, Triumphiret, Dankt dem Her ren, Groß ist der könig der ehren. * 7. Wie bin ich doch so herzlich 2. O meines herzens wehrte froh, daß mein schatz ist das A und cron, Wahr GOttes und Marien O, Der anfang und das ende. Er sohn, Ein hochgebohrner könig! wird mich auch zu seinem preis Mit freuden rühm ich deine ehr, Aufnehmen in das paradeis, De Deins heilgen wortes süsse lehr klopf ich in die hande. Amen, Geht über milch und honig. Herz- Amen, Komm, du schöne Freuden lich Will ich Dich drum preisen, crone, Bleib nicht lange: Deiner Und erweisen, Daß man merke Inwart ich mit verlangen. mir deines geistes stärke. 3. Geuß sehr tief in mein ber; Mel. Allein GOtt in der höh sey. töchter ions Ott allein! Die flamme deiner 296. tomber last liebe: Daß ich in dir nun immer bleib, und mich kein zufall von dir treib, Nichts kranke noch betrübe. In dir Laß mir Ohn aufhören Sich vermehren Lieb' und freude, Daß der tod uns selbst nicht scheide 4. Von GOtt kömmt mir ein freuden licht, Wenn du mit deis nem angesicht Mich gnädig wirß anblicken; JEsu, du mein höch ftes gut! Dein wort, dein geiß, dein leib und blut Mich innerlich crquicken. Trift mich Freundlich: Hilf mir armen Aus erbarmen, uns ein braut- lied hören; Ver nehmt, wer euer bräutgam sey, Von dessen ruhm und ehren Gar lieblich singt des himmels chor; Drum hebt auch eure ftimm em vor, Dis lob- lied zu vermehren. 2. Er ist des höchsten GOttes sohn, Von ewigkeit gezeuget; Vor dessen scepter, reich und cron Sich erd und himmel beuget. Was ehre, lob und ruhm erweist Dem vater und dem heilgen geift, Vor ihm sich gleichfalls neiget. 3. Er ist hernach auch in der zeit Ein menschen kind gebohren; Das #weig und zwar von der Person unsers Erldsers. 181 zweiglein Jeffe, das verneut, Was Don der Gottbett Chrifti. vormahls war verlohren. Er is Mel HErr GOtt der du erforsch der Den ir sey, o Gott zu Davids reich und thron 297. Dibant bereits Bes Schon längstens auserkohren. 4. Für uns hat sich dis GOttes lamm Selbst in den tod gegeben; Und schafft dadurch, als brautigam, Uns, seiner braut, das leben. Er führte seine lebenszeit In grosser schmach und niedrigkeit, Zu GOtt uns zu erheben. 5. Darum hat ihn auch GOtt erhöht, Und aus der schmach erhoben: Er sizzet nun mit majestät Zur rechten GOttes droben. Er ist das haupt der christenheit: Er ist der HErr der herrlichkeit, Den alle engel loben 6. Er ist vor GOtt mit seinem blut Ins heiligste gegangen, Und har allda, der braut zu gut, Ein ewig heil empfangen. Die braut kann nun zu ieder frißt, weil er ihr hoherpriester ist, Den gnaden blick erlangen. 7. Er ist der gröffette prophet, Den alle welt soll hören; Der meister, dessen stimm ergeht mit himmels süssen lehren; Der seis ner kirche hirten giebt; Weil es sein weiser raht beliebt, Sein reich durch sie zu mehren. 8. Die braut verehrt ihn auch tugleich In seiner fönigs- crone. Sie spührt sein macht- und gnas den- reich, Bückt sich vor seinem throne. Sie hoffet in gelassen heit Das künftge reich der herrlichkeit, Neba vielem gnadens lohne. 9. Ihr töchter ¡ ions! freuer euch, Laßt mit den himmels- chören Aus euren herzen auch zu gleich Viel halleluja hören, Dem allerschönsten bräutigam, Dem auserwählten GOttes- lammt zu ewgen lob' und ehren. herrscher aller thronen! Du bist in der dreveinigkeit Die andre der personen: GOtt sohn, den GOtt der vater heut, Das ist, von aller ewigkeit, Selbst aus sich selbfigezeuget. O GOtt, von Gott! o licht, vom licht! Vor dessen glanz und angesicht Des himmels beer sich beuget. 2. Du wesentliches ebenbild aus deines vaters wesen, Mit himmels herrlichkeit erfüllt, Zu GOttes glanz erlesen! Du wah rer GOtt, der ewig ist, Der du das das ende! Du A und O, du bist es ewge leben bift, Du anfang und gar; Es ist, was ist, und wird und war, Ein kunst- stück deiner hände. 3. Durch deinen schöpfers willen fehn Herrschaften und die thronen, Die werke, so die mens schen sehu, Und die im dunkeln wohnen; Indem dein allmachtsvoller ruf Ein etwas aus dem nichts erschuf; Dis alles trägt dein walten: Denn was gemacht ist, machtest du; Und dis muß deine macht darzu Jm wesen noch erhalten. 4. Du Gott wurdt auch ein mensch für mich, Als sich die zeit geendet, Die GOtt bestimmt: da hat er dich In diese welt gesendet, 3u suchen was verlohren war, Und uns zu retten aus gefahr; Wir sollten selig werden. Du wurdst mein bruder, fleisch und blut, Du wurdft, mir armen wurm zu gut, Ein wurm, ein fluch auf erden. s. Du willt, mein brăutgam! ( sind das nicht Der zärtsten liebe proben?) Dich in gerechtigkeit, gericht Und glauben mir verloben. Du bist Immanuel in noht, mein M 3 hoher 182 Von der Erldsung des menschlichen Geschlechts und zwar s. Man findt an dem Imma nuel, Gleich andern menschen, leib und feel, Verstand und wil len, fleisch und bein: Wie sollt er nicht mein bruder seyn! hoherpriester durch den tod, Mein isnig in dem leben, Mein fürs sprach in dem himmels- zelt, Der mittler, für die ganze welt Zum opfer hingegeben. 6. Du bist in finsterniß mein licht, Du bist mein stuhl der gnaden, Mein advocat, der für mich spricht, mein arzt in foelen- schaden. Ja, du bist GOtt und mensch jugleich, Doch nur ein Christus, deffen reich In ewigkeit fort währet. Du lebst mit dem, der alles schafft, Du sigst zur rechten seiner Fraft, und wirst, wie er, geehret. 7. Du höreft seufzen und ges bet, Dich jammert unsre klage; Und bist, bis zeit und welt vergeht, Ben uns noch alle tage. Dir sey lob, ehre, dank und ruhm Für dei nen tod und marterthum, Für deine heiffe triebe, Für das, daß du, mein JEfu Chrift! Erweckt und aufgefahren bist, Für alle Deine liebe. 6. Jft gleich von fünden keine fpur In seiner menschlichen na tur: Kann diese doch wahrhaftig feyn, Ob sie gleich ganz von flecken rein. 7. Die schwachheit, die uns nun umgiebt, Hat dieser GOtt- mensch mit beliebt: Durst, hunger, trau ren, müdigkeit Ertrug er mit ge Laffenheit. 8. Sein corper schwitte blutgen schweiß, Er gab ihn allen mar tern preis, Und nach vollbrachtem lebens- lauf Gab er den geist im sterben auf. 9. Ich freue mich, o menschensoha! Daß man nun auf dem höchsten thron Die menschheit, deine liebe braut, Im schmuck der gottheit prangen schaut. 10.Mein bruder! sich mich gnås Von der Menschbeit Chrifti.dig an, Mach mir zu deinem vater Mel. Ver deinen thron tret ich zc. bahn. Du liebefi ia dein fleisch und sohn bein; Ach! laß mich gan; dein 298. Daber wahre Ehrift eigen ſeyn. Mein bruder und erldser ist, Das faffet die vernunft zwar nicht; Doch glaub ichs, weils die wahr: heit spricht. Don dem Stande der Er niedrigung und Erbd: bung JEfu. 2. Ein wahres, ein jungfräulich weib hat, da den unberührten Mel. Chriftus der uns selig 2. leib Die kraft des höchsten fruchts 299.Chriftus, der uns ſelig bar macht, Ihn an das licht der welt gebracht. 3. Die schrift legt unserm aug' und ohr Sein ganz geschlecht- re gifter vor, Und lehrt uns, daß von Abraham Er den verheißnen urs prung nahm. knecht gebohren; Der hat wieder hergebracht, Was wir längst ver lohren. GOtt erniedrigte sich tief, Menschen zu erheben. Da er Eli! Eli! rief, Starb für uns das leben. 2. In der leiblichen gestalt Wohnt in ihm die fülle Aller gött 4. Er heißt ein mensch und men lichen gewalt;* Doch sein freyer schen kind, Wie andre menschen- wille Neuferte sich wunderlich Finder sind, Des weibes saame, Des gebrauchs der rechte( a); Und Davids sohn, Der erbe von dessel- es nahm der HErr an sich Die ge ben thron. ftalt der knechte* Col. 2,9. 3. Als von dem Stande der Erniedrigung und Erhöhung Jeju. 183 3. Als die mutter ihn empfieng;( a) das ist: Christus entäuferte Als er, wie tinder, Mensch sich des gebrauchs der göttli ward, und auf erden gieng; Als er chen maiestat, gewalt und herrs für uns fünder Litte, starb, und da lichkeit, die seiner menschlichen er todt In dem grabe ruh'te: Da natur, vermdge der persönlierwarb uns GOtt aus noht Mitchen vereinigung, mitgetheilet dem eignen blute: worden, und deren er sich also beständig zu gebrauchen odüigcs recht hatte. 4. Da enthielt er sich der macht, und der höchsten freuden, Der allgegenwart und pracht; Schmach und spott zu leiden. Er war GOtt, in ihm war auch Aller gottheit stärke; Aber nur nicht ihr gebrauch Bey jedwedem werke. r. Dis ist die entäuferung, Die bis dahin währte, Da, nach der erniedrigung, Ihn sein GOtt vers Elärte; Und zu brauchen alle macht Mit dem neuen leben, Sammt der gottheit höchsten pracht, Jhm er höht gegeben. 6. Und das that das höchte gut Nur um unsert willen; Durch sein leiden, tod und blut GOttes jorn zu stillen. Unsern raub, wie GOtt zu seyn,* muß der HErr bezahlen; Und nun soll in uns der schein Seines bildes strahlen. * 1. B. Mos. 3, s. 7. Ach mein JEsu! der du dich So entäusern wolltest, Als du, theurer heiland! mich Göttlich machen solltest: Ich bin hier, wie du, gesinnt, Ich will niedrig le ben. Nach der zeit wirst du dein kind Auch zu dir erheben. 8.Du wirst arm, ich werde reich, Du wirst gleich den knechten: Knechte werden JEsu gleich, Sünder dem gerechten. So kann deine seelen noht Seelen- ruhe ge ben. HErr! dein leiden und dein tod Bringt mir freud und leben. 9. Auf, mein geist, erhöhe dich! JEfus ift erhaben. Der empfieng erhöht für mich Alle gute gaben. Da, wo er mich schon vertritt, Wird er mich erheben. Nun hie duld und fierb ich mit, Dort mit ihm zu leben. Don den Aemtern unsers Erldfers. mein von dem Mittler: Amte JEfu überhaupt. Mel. 8. JEfus meine zuversicht. 300. der ungemeinen heiland mir erzeiget! Meine groffe fünden schuld Hat sein liebreich her: gebeuget, Daß er, als ich ward verklagt, Für mich armen gut gesagt. 2. Mir ward solch ein schaz vertraut, Dessen wehrt nicht auszu sagen. Nie hat eines königs braut Einen solchen schmuck getragen. GOttes bild und herrlichkeit War mein schönes ehren- kleid. 3. Licht erfüllte den verstand. Fried und freude das gewissen, Die luft war mir unbekannt, Die wir nunmehr rößten müssen: Und an Fraft gebrach mirs nicht, Zu vollbringung meiner pflicht. 4. Dieser gaben meng' und zier Hab ich, leider! gan, verlohren. Alles gute nangelt mir, und ich bin höchst- arm gebohren, Ohne licht und lebens kraft, Die der fall hinweg gerafft. s.Daher rührt die schulden- laft, Die mich in den abgrund drücket. Diese macht mich dem verhaßt, Der mich erst so schön geschmucket. Wehe mir! die ewge pein Wird mein finftrer schuld- thurm seyn. 6. Doch ein bürge giebt sich an, Der des urtheils schluß vernichtet, Dr. was ich nicht tablen kann, 30.im Zu 4 184 Von der Erldfung des menschlichen Geschlechtsb Bu bezahlen sich verpflichtet: Meines schöpfers reicher sohn Kömmt berab von seinem thron. 7. Er nimmt auf sich meine schuld, Er bezahlt mit seinem le ben, Welches er aus grosser huld Für mich in den tod gegeben, Das mir den zum freunde macht, Def sen schäß ich durchgebracht. s. Das gesetz, das ich verlegt, Ehret fein gehorsam wieder. Was geraubt ist, wird erseßt, Meine ftraf' trifft seine glieder. Meine schuld wird ausgesühnt, Mir wird gnad und heil verdient. 9. Dank sey dir, mein seelen freund, Bürge! dir sey lob gesungen, Daß du es so treu gemeint, Und nun höll und tod verschlungen.Du haft gnug für mich gethan, Nimm mich als dein eigen an. Von dem hohenpriesterlt chen Umte Christi. Mel. Herzlich lieb hab ich dich sc. wahrer GOtt, und 3. Als du auf erden dis voll bracht, Erschienest du mit grosser pracht Vor GOttes angesichte; Wo du durch dein verdienst vers tritt's, Wo du für uns nachdrück lich bitt'st, Daß uns der zorn nicht richte. Ob iemand hier gesündigt hat, So bist du doch der advocat, Dein geift versichert uns dabey, Daß dein gebet erhöret sey. HErr Jesu Chrift:,: Dein mittler amt Vertritt, daß GOtt uns nicht ver dammt. 4. Laß uns auch deine priester seyn: Laß uns des blutes falbung weihn, Und schmücke du uns alle; Daß der in angst zerschlagne geist, Der dir ein liebes- opfer heißt, In dir GOtt wol gefalle. Ich opfre dir so herz als mund, und halte des gewissens bund. Mein ganzes leben opfert stets Den rauch des dankes und gebets. HErr JEsu Chrift:,: Dein mittler- amt hat dieses feuer angeflammt. 301. menschen sohn! HErr JEsu du mein gnadenthron! Den ich in Mel. 8. JEsus meine zuversicht. preise: Zum lamm und opfer giebst du 302. Mensch gebohrner dich, Und wirft ein priester ewiglich Nach Melchisedechs weise. Was Aaron vorgebildet hat, Das leiKet Jesus in der that; Weil dort nur blut der thiere floß, Und JE fus eignes blut vergoß. HErr JE in Christ:: Dein mittler- amt ErIdset was von Adam stammt. 2.Am holze wurdest du ein fluch, Und GOtt der füffeßte geruch In Deines opfers gabe. Du warest un befleckt und rein, Für mich mußt 2. Darum, liebßer! ips ge schehn, Uns dem vater zu versöh nen, Unser elend anzusehn, Unsi trößten in den thränen.Du, Gott! wirft ein menschen- kind, Daß sich GOtt mit uns verbindt. 3. Ewge liebe! nur durch dich du ein opfer seyn, Daß ich erls- Liebt die wesentliche liebe Uns fung habe. Du hast dich für uns verlohrne ewiglich mit erbar dargestellt Als die versöhnung al mungs- reichem triebe. Gott hat ler welt und dein altar, du Got keine gnade mehr, Die durch dich tes: lamm! War deines creuzes nicht unser wär. schwerer flamm. HErr JEsu Chrift: Dein mittler- amt Vers föhnt mit Gott uns allesammt. Mittler für die höllen kinder! Warum läßt du deinen thron Für das heil so armer fünder? Darum, süßter JEsu Chrift! Weil du un fer mittler bift: 4 Ewger hoherpriester du Bittes für die armen feclen, Sprichst uns GOttes segen ju; Läft 185 und zwar von den Aemtern unsers Erlösers. Laßt dich opfern, schlachten ,. quas welt. Ich sagte: feele! du kanns len; Trägst, wie ein geduldig lamm, Unfre laft am creuzes framm. ruhn, Du kannst dir nun Aus JEsu reichthum gutes thun. s. Schulden opfer! das vers föhnt, Friedens opfer! das ers freuet! Alle schuld ist abgelehnt, Ob gleich das gefeße drauet.Denn du zahlest sie für mich, Da du selbst geopfert dich. 6. Wenn ich gleich die ganze welt Voller sünden an mir fünde: Ist doch dieses Isse- geld Gnug für eine welt voll funde. Gnug, ia ganz vollgültig ist Dein verdienst, HErr JEfu Chrift! 7. Friede, trost und sicherheit Kommt aus diesem zarten triebe: Ruhe, lust und seligkeit Fließt aus meines JEsu liebe. Liebt mich nun mein HErr und GOtt, Acht ich weder höll noch tod. Von der Genugtbuang Chrifti. Mel. Ich hab mein sach Gott zc. 6. Der reichthum bringt zufrie denheit, Der reichthum daurt in ewigkeit. Sein heilig leben und fein tod, Sein schmerz und spott Erwirbt mir alle huld bey Gött. 7. Du bist die himmels thür allein, Durch dich geh ich zum vas ter ein. Ach! gib durch deiner wunden saft mir troft und kraft, Die mir ein neues leben schafft. 8. So kriegt mein glaube zuvers sicht, Er kämpft, er hålt, er läßt dich nicht. Es bringt dein sterben in der zeit Mir allbereit Die ewige gerechtigkeit. 9. Laß mich durch deine leidenspein Ein mit serb deiner freuden seyn: So schau ich dich, wenn alles bricht, In deinem licht Von angesicht zu angesicht. 303. Chrift! Der du für Chrift! Der du für uns gestorben bist: Du trugst nach deiner grossen huld, Was ich verschuldt, Mit unaussprechlicher geduld. 2. Was GOttes jorn versöhnen kann, Hast du gelitten und gethan: Die schulden- laft, die alle welt und mich befällt, Zahlt dein unendlich löse- geld. 3. Der richter giebt sich nun zur ruh, Und spricht uns als ein vater zu. Er nimmt dich selbst zum jahler an, Da ichs nicht kann; Als hätt ich selber gnug gethan. Ja JEfu! du bist selber mein, Du willt mein eigen erb- gur seyn. Dein blut macht unser arm ge schlecht Vor GOtt gerecht: Ich bin nicht mehr ein höllen- knecht: Von den Thränen Jfu. Mel. O traurigkeit zc. 304. 304. Dwunder subt! Das höchste gut Beweint die ärgsten fünder. GÖts tes liebstes kind beklagt Adams böse kinder. 5. Ich sprach zu diesem idse: seld: Du bist mein troft ftatt aller 2. Immanuel, Der freudenquell Wird hier ein quell der thras nen, Die sich nach barmherzigkeit Für die fünder sehnen. 3. Das zartste her; Zerbricht für schmerz, und schmelzt in heiß sen flammen; Unsers herzens hårtigkeit Weinend zu verdammen. 4.GOtt selber weint! Der menschen freund Beweint der mens schen fünden: Weil sich keine wahre reu Läßt bey ihnen finden. s. Er stellt sich dar, Die freche schaar Mit thränen zu versöhnen, und des himmels schweren zorn von ihr abzulehnen. 6. Komm harter finn! Komin wirt dich hin zu dieser liebe füffen. M 5 Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts Ich weiß, sie sind gezählet, und ob sie nicht zu zahlen seyn, Dennoch dir keine fehlet. So oft vor dir sie regen sich, So oft bewegen sie auch dich, Daß du dich mein ere barmen mußt, Wie dir bewußt: Weil du mir allzeit hülfe thust. 186 Laß die thránen, die sie weint, Reichlich auf dich fliessen. 7. Ach! schmerzet dich Der schlangen stich: So darfst du dei nen schaden In dem blut- und thränen strom Deines mittlers baden. S 8. Laß diesen thau Die dürre au' Des herzens wol durchdringen: So wirst du durch dessen kraft Gute früchte bringen. 9. Bist du erstarrt, Kalt, fühl los, hart, Kannst keine thrănen weinen: Stell GOtt diese thrås nen vor, Welche hier erscheinen. 1o. O heilge fluht! Komm mir zu gut Im leben und im sterben: Laß mich einst durch dein verdienst Emge freud ererben. Mel. Allein zu dir HErr JEsu zc. u weinest für Jerufu! heiffe zähren: Bezeugst, es sen dir angenehm, Wenn fünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit buß erschein, Und über meine fünde wein; So wäschst du ab aus lauter gnad Die missethat, So mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines vaters zoru entbrennt Von wegen meiner fünde; Zu deinen thränen ich mich wend, Da ich erquickung finde. Vor GOtt sind sie gar hoch geschätzt, Wer damit seine sünde neht, Den blickt GOtt an mit gütigkeit zu jederzeit, Und macht fein traurig her; erfreut. 3. Hier muß ich auch im thra nenhaus Für groffer angst oft weinen, Der welt aushalten man chen straus; Sie martert stets die deinen. Auf allen seiten, wo sie Fann, Fängt sie mit mir zu hadern an. Dis tröstet mich zu aller frist, HErr JEfu Chrift! In noht du auch gewesen bist. * 4. Du lähleft alle thränen mein, Wer iego thránen fået aus, Hält in geduld GOtt stille; Wird frölich seyn in deinem haus, Wo freude ist die fülle, Ja solche freude, die kein mann mit seiner jung aussprechen kann, und die da bleibt in ewigkeit: Mein creuz und leid Wird werden dort zu laus ter freud. 6. Für diese thränen dank ich dir, Der du die freuden- crone, HErr JEfu Chrift! erworben mir, Ben dir im himmels throne. Wenn du mich holen wirst hinauf 3u deinem auserwählten hauf, dir, höchste zier! Für deine thränen für und für. Von der fürbitte Jksn. Mel. Alle menschen müssen ze. 306.Groffer mittler, der jur rechten Seines groffen vaters sitzt, und die schaar von seinen knechten In dem reich der gnaden schüßt: Dem auf dem erhabnen throne, In der königl. chen crone, Aller ewigkeiten heer Bringt in demuht preis und ehr: 2. Dein geschäft auf dieser er: den, Und dein opfer ist vollbracht. Was vollendet sollen werden, f nun gänzlich ausgemacht. Da du bist für uns gestorben, Ift uns gnad und heil erworben, und dein siegreich auferstehn Läßt uns in die freyheit gehn. 3. Nun ist dieses dein geschäfte, In dem obern heiligthum: Die erworbnen segens- kräfte Durch dein evangelium Allen denen mit zutheilen, Die zum thron der gna: 187 und zwar von den Aemtern unsers Erlösers. gnaden eilen. Nun wird uns für uns in letter noht, wenn den durch deine hand Heil und segen mund verschließt der tod. zugewandt. 4. Deines volkes wehete namen Trågest du auf deiner brust: Und an den gerechten saamen Denkest Mel. Es ist das heil uns kommen. du mit vieler luft. Du vertrittst, an rophete JEsu! da vereinigt bleiben; und bitt'st in des vaters haus Ihnen eine wohnung aus. f. Doch vergißt du auch der ar men, Die der welt noch dienen, nicht; Weil dein ber; dir aus er barmen Ueber ihrem elend bricht, Daß dein vater ihrer schone, Daß er nicht nach werken lohne, Daß er andre ihren sinn; Ach! da zielt dein bitten hin. 6. Zwar in deines fleisches tagen, Da die fünden aller welt Dir auf deinen schultern lagen, Hast du dich vor GOtt gestellt, Bald mit seufzen, bald mit weinen Für die fünder, zu erscheinen. O mit wie viel niedrigkeit Batest da zur felbett zeit! 2. Don dem prophetischen Amte Jesu. 7. Aber jego wird dein flehen Von der allmacht unterstützt; Da in jenen himmels- höhen Die ver: klarte menschheit sigt. Nun kannst du des satans klagen Maiestätisch nieder schlagen: Und nun macht dein redend blut unsre böse sache gut. ten und von thaten. Dein siz ist deines vaters schooß: Jedoch, der welt zu rahten, Hast du dich selber dieser welt Als einen lehrer darge stellt In deinem mittler- amte. 2. Wie die propheten allesammt Von Christo zeugniß gaben; So seiget dein propheten amt, Daß wir an dir nun haben, Was uns von dir versprochen wird. Du heißt ein lehrer, meister, hirt Und bischof unsrer seelen. 3. Du wurdst es durch des vaters raht In diesen lezten tagen: Da dich dein GÖtt erwecket hat, Den irrenden zu sagen, Wie man zum himmel wandeln soll. Du wareft Fraft und geistes voll, Gesalbt mit freuden- öle. 4. Vornemlich warst du hirt gefandt Zu den verlohrnen schaafen Des hauses, Israel genannt, Zu lehren und zu strafen; Wo sich dein her; auch treu erwies, Nachdem es ben der taufe hieß: Dis ift mein sohn, den höret! f. Wer elend und zerbrochen ist, Gebunden und gefangen, Ein trauriger betrübter chrift, Der foll in dir erlangen Erquickung, heilung, linderung, Eröffnung und erledigung, Ein gnädigs jahr und freude. 6. In deinem evangelio, Das gnad und wahrheit brachte, Machtst du die matte herzen froh, Die Moses traurig machte. Doch hast du auch zugleich erklärt, Was GOtt durch das gesen begehrt: Drum lehrtst. du buß und glau7. Da 8. Die verdienste deiner leiden Stellst du deinem vater dar, Und vertrittft nunmehr mit freuden Deine theur- erlöfte schaar: Bit test, daß er kraft und leben Woll dem volk auf erden geben, und die alle zu dir ziehn, Die noch deine freundschaft fliehn. 9. Grosfer mittler! fer gepries sen, Daß du in dem heiligthum So viel treu an uns bewiesen: Dir fey ehre, dank und ruhm. Laß uns dein verdienst vertreten, Wenn wir an dem bater beten. Sprich ben.. Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts 188 7. Da auch zu deines wortes macht Der zeichen kräfte kamen; So rühmte man, was du voll bracht, An blinden, tauben, lah men, An menschen, die der aussag fraß, Und die der teufel gar besaß, Ja selber an den todten. 8. Du settest dieses amt auch fort In dem erhöhungsstande Durch deiner boten reines rort, Die du in alle lande Nach deiner himmelfahrt gesandt: Da alle welt in dir erkannt Das licht und heil der heiden. bar, Und an das belle licht ges Bellt, Was dunkelheit umschlossen hält. 3. Du weisest uns die wahre spur Zu GOtt, dem schöpfer der natur. Du haft den weg uns recht gezeigt, Auf welchem man zum bhimmel fteigt. Was du vom vater selbst gehört, Das hast du unverfälscht gelehrt. 9. Du bist noch jego der prophet, Der uns propheten sendet. GOtt lob! der feste grund besteht, Bis zeit und welt sich endet. Der treuen lehrer reiner mund Macht uns dich grossen lehrer kund, Ders GOttes weg recht lehret. 10. Mein JEsu! ia du bist al lein Das heil, das kommen sollte; Durch den GOtt seinen gnaden schein Uns offenbaren wollte. Der mittler und der seelen hirt, Von dem mein geist geweidet wird mit stäben sanft und wehe. 11. So leite denn, und führe mich Auf einer grünen weide! Dein wort sey immer kräftiglich Des herzens troft und freude. Und wenn die weit einmahl vergeht; Ach! so erfülle, mein prophet! Was du hier prophezeyer. 4. Du sahest in der gottheit licht mit aufgeklärtem angesicht, Was, nach des himmels weisen raht, Man künftig zu erwarten hat. Du machteß alles klarer kund, Als iemahls der propheten mund. s. Die lehre, welche du geführt, Hast du mit heiligkeit geziert, und mit viel wundern oft bes stärkt, Daraus man deine all macht merkt: Ja endlich, als es GOtt geschickt, Ein blutig sicgel drauf gedrückt. 6. Nachdem du hingegangen bist, Wo aller weisheit ursprung ist: So setzest du an jedem ort Dein lehr- amt durch die knechte fort, Die dein beruf herben geführt, Und sie mit gaben ausgeziert. 7. Du aber sendest deinen geist, Den du den gläubigen verheißt, Der denen seelen, die er liebt, Er kenntniß, licht und weisheit giebt, Und der, wo man ihn nicht ver treibt, Dein wort in herz und sins nen schreibt. Mel. Vater unser im himmelr. 308. lehrer! dem kein andrer gleich, An Flugheit, lieb' und eifer reich, Des ewgen vaters höchster raht, Prophet, berühmt durch wort und that, Den GOtt zu unserm heil gefandt, Und ihn gesalbt mit eigner hand! 2. Du kamst aus deines vaters schooß, und machtes alle siegel sein 3. Doa dem föntglichen Amte Jesu. Mel. 21. Schmücke dich, o liebe zc. dem kein Edwar. Durch dich ward alles offen 309. Knig gleicher! Dejfen. 8. Ach laß, o himmlischer prophet! Mich scheuen deine majeſtät. Mach mich von eignem dunkel frey, Damit ich dir gehorsam sen. Du sollt mein höchster lehrer seyn, Führ mich in deine schule ein und zwar von den Aemtern unsers Erldsers. 189. sur seiten fen ruhm kein mund erreichet, freiten, Dort mit berrichen, dir Dem, als GOtt, das reich gebühs ret, Der, als mensch, den scepter führet, Dem das recht gehört zum throne, Als des vaters eingem " beiten Erönen, zieren und beglei ten. 2. Himmel, waffer, luft und erde, Nebst der ungezählten heerde Der geschöpfe in den feldern, In den feen, in den wäldern Sind, HERR über tod und leben! Dir zum eigenthum gegeben. Thiere, menschen, geifter scheuen, Menschen sobn! dein mächtig drauen. 3 Mel. HErr Chrt der einge zc knechte 310. Lobt Gott, ihr ſeine JEsu reich. Bewundert seine rechte: Denn JEfus ift zugleich In seiner ehren- crone, Auf seiner allmacht throne Auch unser gnaden thron. is 2. Du glanz der herrlichkeiten! Du wesentliches wort! Bestimmst den lauf der seiten, und sehest ihn noch fort. Dein reich ist ewig, machtig, und bleibet ewig prachtig Nach deiner gottheit kraft. 3. In des gnaden reiches grensen Sieht man dich am schönsten glänzen, Wo viel tausend treue feelen Dich zu ihrem haupt erwählen: Die durchs scepter deines mundes, Nach dem recht des gnaden- bundes, Sich von dir regieren lassen, und, wie du, das unrecht haffen. 3. Und da du, HErr! gekommen, Und unsre knechts- gestalt Auf erden angenommen; So haft du die gewalt uns in dein reich zu segen, Sammt allen gottheitsschäßen, Der menschbeit mitges theilt. 4. Doch haft du für die knechte Dich, in der leidens- zeit, Entäus sert deiner rechte; Bis du in herrs lichkeit Zur rechten GOttes sitest, Und nun dein reich beschüßest Ju völliger gewalt. 4. In dem reiche deiner ehren Kann man dich stets loben hören Von dem himmlischen geschlechte, Von der menge deiner Enechte, Die dort, ohne furcht und grauen, Dein verklärtes antlig schauen: Die dich unermüdet preifen, und dir ehr und dienst ermeisen. s. Die hat dir GOtt gegeben Im reiche deiner macht. Du haft uns in das leben Auf diese welt gebracht. Wir preifen dein regice . HErr in allen diesen reis ren An menschen und an thieren, chen! Dir ist niemand zu verglei- An aller creatur. chen An dem überfluß der schäße, An der ordnung der gesetze, An vortrefflichkeit der gaben, Welche deine bürger haben. Du be schüßest deine freunde, Du bezwins gest deine feinde. 6. Du hast, als du gestorben, Dir auch durch eignes blut Dein gnaden reich erworben, Da du, mein theil und gut! Uns vormahls abgetrennte Durchs wort und sacramente Zum erbtheil samlen willt. 7. Ja, könig! du regiereft Das reich der herrlichkeit; Woselbst du triumphirest; Wo nach vollbrachtem ftreit Der engel ftimmen klingen, Wo auserwählte singen: Lob, ehre, preis und macht! 8. Du könig aller ebren! Go mach 6. Herrsche auch in meinem herzen Ueber zorn, furcht, luft und schmerzen. Laß mich deinen schuß geniessen, Laß mich dich im glau ben küssen, Ehren, fürchten, loben, lieben, und mich im gehorsam üben, Hier mit leiden, kämpfen, Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts 190 mach ich in der zeit, Dein gnadens reich zu mehren, Die thore hoch und weit. Dein reich laß zu mir kommen, Daß ich mit allen from men Dein reich ererben mag. 9. Gerechtigkeit und frieden und freude giebt das reich, Das dir und mir beschieden. Besiß ich also gleich Von erden- gütern we nig; So macht mich doch mein Fönig In seinem reiche reich. ro. Da hab ich überwunden. Der sünden herrschafts- recht Hat JEsus selbst gebunden. Mein herrscher wird ein knecht, Und ich soll herrscher werden: Vor GOtt bin ich auf erden Zum Ednige gemacht. n. HErr! lege mir die crone Des lebens ewig ben, Daß ich vor deinem throne Ein knecht und kdnig fer. Hilf du mir mich regie ren; Hilf du mir triumphiren. HErr, bilf: so kommt dein reich. 4. Zwar dein geser macht auch vorzeiten Den vatern deinen bund bekannt: Es zeigte JEfum zwar von weiten, Den du zum heil der welt ernannt, Doch konnte dieser gnaden schein Noch nicht so hell und heiter seyn. r. Der heiland werd so gar den beiden Als licht und leben dargestellt; Doch diese wählten eitle freuden; Darum verwarfst du die se welt, Und schloffest Israel allein In deinen bund der gnaden ein. 6. Nun zu dem neuen bund der gnaden, Woraus uns heil und segen quillt, Hat Jesus ieden eingeladen, Nachdem er das geseh erfüilt: So, daß, wer fest an Chri ftum glaubt, Gerecht und ewig felig bleibt. 7. Dis gnaden bündniß muß bestehen, Wenn teufel, hou und fünde tobt. Wird welt und himmel gleich vergehen, Bleib ich doch meinem GOtt verlobt: Denn Christi meines bürgen blut Macht alle meine schulden gut. Don den Gnaden- Bunde. Mel.Wer nur den lieben GOtt 2c. 311. Mein Gott! wie 8. Der menschen bündnisse vergroß ist dein er gehen: Sie sind voll troß und heubarmen, Das mir dein gnaden- chelen; Doch GOttes bund bleibt bund beweist! Du nimmst mich ewig stehen, Weil GOtt von ewig auf mit gnaden- armen, Und giebst fefter treu. Er bleibt mein schild mir deines sohnes geist, Daß ich und groffer lohu, Dieweil mein son sünden rein und frey Dein bürge GOttes john. neuer bunds- genoffe sey. 9. Eh' müßten berg und hügel 2. Ich war zuvor von dir gewi- weichen, Eh' müßt die ganze welt chen, Da ich in meinem blute lag: vergehn, Als daß dein bund, dein Doch da bein sohn die schuld durchstrichen: Erschien mir ein erwünschter tag, Der that mir, HErr! durch deinen bund Heil, fegen und erlösung kund. guadenzeichen nicht sollte ewig fest beftehn. Dein friedens- bund, den du gemacht, Macht, daß mein berz der höhten lacht. 10. Wer kann mir nun den him3. Aufs neue hast du mich gesmel rauben? Den GOtt mir durch bohren, Und mich zu deinem kind den bund geschenkt, Der mich vererkieft, Da du den beiland auder: pflichtet fest zu glauben; Der meis fohren, Der meine fünden schuldnen geist schon dahin lenkt, Wo gebüßt. Die tauf hat mich dir ich in vollem gnaden- schein Soll einverleibt, Daß deine huld mein obn aufhören selig seyn. eigen bleibt. adop **. Erhalte mir, HErr! mein gewis 191 und zwar von dem Guaden- Bunde. gewissen In deinem gnadensbündende Getreu in deinem bunde niß rein; Und laß durch deinen geist mich wissen, wie ich dir kann gefällig seyn; So hab ich das er wünschte loss, und ruhe fanft in deinem schooß. stehn, und leite mich durch deine hände, Daß meine tritte richtig gehn; So komm ich als dein bunds- genoß Zu dir, mein Gott; ins himmels- schloß. ( z. Laß mich bis an mein lettes V. Von dem Werke der Heiligung nach dem dritten Articul, und zwar Don der Heils- Ordnung überhaupe Mel. JEfu deine heilge wunden. ten Nur der glaube freudig an, 312.2nfans, mittler und Und zugleich die seligkeiten, die vollender Alles heils und seligkeit! Ach! wir waren hol len- bränder: Doch du branntest vor derzeit In entflammter lie: bes- glut, uns zu dir, o höchstes gut! Durch der gnaden- mittel lebren, In der ordnung zu bekehren. er darin finden kann. Doch durch diefes glaubens kraft, Die GOtt auch durch mittel schafft, Will die weisheit nur das leben In der gnaden- ordnung geben. 2. Uns in fünden geistlich ars men, Die der fall getödtet hat, Zeigt dein ewiges erbarmen Einen reichen lebens- raht. So hat GOtt die welt geliebt, Daß er seinen sohn uns giebt; Dieser ursprung aller gnaden Heilet unsern seelens schaden. 6. GOtt beruft durch seine leh ren, Uns erleuchtet GOttes schein. Gött gebiehrt, uns zu bekehren: und denn will er gnädig seyn, Wenn er uns gerecht erklärt, Und im creuze wol bewährt. GOtt will kraft zur tugend geben, Und dis ist der weg zum lebeit. 3. Dis erbarmen, das die triebe Vor der zeit in GOtt bewegt, hat auch in der zeit, der liebe und des heiles grund gelegt, Da das heil, mein JEsus, kam, und die funden auf sich nahin. Sein ver dienst, als er gestorben, hat uns alles heil erworben. 4. Da nun uns in fünden todten Dieses leben, leben schafft; So wird dis uns angeboten Durch der gnaden mittel fraft. 5 Treuer lehrer hand und mund Legt in uns dazu den grund Durch das wort und facramente, Die ju mitteln GOtt ernennte. 5. Diese nimmt an unsrer seis 7. Hochgelobet und gepriesen Sen der HErr GOtt Israel! Der uns feiten weg gewiesen, Dessen gnade wie ein quell Durch die wunden JEsu floß, Und den geist auf uns ergoß, Der uns zu dem Leben leitet, Das sein lieben uns bereitet. 8. Diese liebe will ich preifen, Bis ich sie dort rühmen kann, Was mir GOttes mittel weisen, Nehm ich alles glaubig an. Diesen folg ich ordentlich: Sottes ordnung führet mich auf dem wege zu dem frieden, Den er ewig mir beschieden. 9.Lob sey dir, du GOtt der guaden! Der du mich berufen haft, JEsu, den die schuld beladen, Nimm Von dem Werke der Heiligung, und zwar 192 Nimm von mir der fünden last. Geift der gnaden! fübre mich, Jch verirr mich ohne dich. Fang es an, mein GOtt! und stärke, Ja, vollende deine werke. Mel. Wie schön leucht uns der 2c. will stern! herein, und 6. Dring in mein herz, mein I licht, mein heil! Ich find an dir auf dich hoffen. Du haft dich fest mit mir vereint; Gib, daß mein her: es redlich meint, Da nun der bund getroffen. HErr: ich Faß dich, Bleib du meine, Ich bin deine, Und uns beide Scheidet weder leid noch freude. Die alles rein und heilig schafft, Dem fünden- wust entrissen: Je doch Laß noch Glaubens- kerzen Aus dem herzen Auch aufsteigen, Und mein licht den leuten zeigen. laß uns deinen freuden- schein In bellen strahlen sehen. Ermuntre mich, du gnaden licht! Und laß die arme seele nicht In satans fricken gehen. Ruf mich, Daß ich In dem herzen Rechte schmerzen Um die fünde, Die sich an mir. Jeigt, empfinde. 2. Ach! giesse deinen edlen schein In mein verfinstert her: hinein, und gib mir reine triebe. Vertreib die schwarze fünden nacht, Die mir so angst und bange macht; Beig mir, wie du aus liebe, Was mich Ewig Sollte plagen, Schon getragen. Zeig die wege, Wie ich zu dir kommen möge. 7. Befestige mein wankend heri, Damit es sich durch keinen schmers Von dir abwenden lasse. In dir, mein vater! gründe mich; Gib, daß mein fefter glaube dich Als seinen schuß umfasse. Halt mich, Daß ich Ja nicht weiche; Komm und reiche mir die hände, Daß kein fall mich von dir wende. 8. Den glaubens- schmuck trag ich an mir; Vermehr nun auch 3. Erweiche meinen harten sinn, die tugendzier, Die man zum Gib, daß ich voller reue bin Umschmucke zähler. Du haft mich, meine schwere sünden. Berschlag, HErr! zu deinem ruhm, 3um kö serkuirsche geist und herz, Und laß mich wahren seelen schmerz Jm innersten empfinden. Hierzu Gib du Glaubens- triebe, Reine liebe, Und verlangen, Dich, mein heil, recht zu umfangen. 4. Denn du bist ia mein gna den licht, Dem niemahls glanz und schein gebricht. Wenn ich zum vater gehen, und seinen strengen richter- schluß Vor seinem richt stuhl hören muß; Kann ich mit bir bestehen: Weil ich Durch dich, Gnaden sonne! Lauter wonne Dort erlange, Und als ein gerech ter prange. S <. So kleide meine feele gan; In deinen reinen schmuck und glanz, und reinge mein gewissen. Mich hat zwar deines blutes kraft, nige, jum priesterthum, Ja gar zur braut erwählet. Schmuck mich, Daß ich Diese ehre, Ziere, mehre, Nie verliehre, Bis ich sie dort ewig führe. 9. Verklär dich täglich mehr in mir, Ein reich erkenntniß gib von dir; Laß mich gewisser werden, Daß ich in deiner gnade fteh, Und auf den himmels wegen geh, So lang' ich wall' auf erden. Ganzlich, Will ich mich verschreiben, Dein zu bleiben, Daß ich droben, Dich könn ewig fehn und loben. 10. Erfreue mich, mein feelenschaz! Du haft in meinem herzen plaz, Erfüll' es mit vergnügen. Gib ihm des himmels lebens- faft, Laß mich durch deine liebes- kraft Hier von der Heils- Ordnung überhaupt. Hier alles leid besiegen. Eil, mich| Durch deines wortes Brünstig Voll verlangen Zu um fangen, Mich zu küssen, alle noht mir zu verfüssen. II. Erhalte mich in deinem licht, Und laß mich, weil ich lebe, nicht von deiner gnade tren nen. Vollführ in mir dein gna den- werk, Gib geistes- kraft und glaubens- stärk. Laß mich dich ewig kennen, und mich Stetig In dir leben, An dir kleben, Bis ich sterbe, und mit dir das reich ererbe. 12. Umgib mich endlich überall, Mit gnaden- proben ohne zahl: Dein auge mich behüte, Daß ich in deiner gnade steh, Und stets darinnen weiter geh. Gib mir, o wunder- güte! Täglich, Stünd lich Neue gnade, Daß kein schade Mich abtreibe, und ich fest in JEfu bleibe. Meloden 23. 314. Mein vater! Jeuge mich, Dein kind, nach deinem bilde, Und schaffe selbst in mirDie neue creatur. Laß mich auch gütig seyn, Auch heilig, weiß und milde, Durch gnade zeig' an mir Sich deines sinnes spur. 2. Mein licht erleuchte mich, Laß deiner gnade strahlen Mir dringen in mein herz: Vertreib die finsterniß. Ich fall' und irre sonst Zu allzuvielen mahlen; Ja werd ich nicht erleucht, Verderb ich ganz gewiß. 3. Mein weg zum vater- land! Achiffne mir die pforte, Die mich, HErr! in dein reich Im glauben überbringt. Du weißt ia, daß dein knecht An einem wüsten orte Schon lange gnug gewohnt, Und nun nach freyheit ringt. 4. O wahrheit! heilge mich In aller deiner wahrheit, und bringe meinen sinn Zur rechten lauters keit: Vertreib den lügen- geift 193 klarheit, Und mache mich recht fest In als lem kampf und streit. s.Mein leben! leb' in mir, Und laß mich in dir leben. Ich bin ja ohne dich Zum guten gånzlich todt. Du kannst, o lebens- bror! Mir einzig nahrung geben Für meinen matten geift In aller hungers- noht. 6. Mein lämmlein, still und fromm, Rein, heilig und unschuldig! Ach wirke doch in mir Den sanften lämmleins- sinn; So werd ich auch, wie di, Im leiden recht geduldig, und lasse mich zum creuz Gar willig führen hin. 7. Mein meister! lehre mich Den vater recht erkennen, Weil ohne dich, o licht! Ich Gott, das licht nicht seh. Ach unterweise mich Ihn abba recht zu nennen, Daß mein gebet allzeit In rechter brunst gescheh. 8. Mein hoherpriester! hör nicht auf für mich zu beten, Ach! rufe doch mit mir Den vater tåglich an. Laß deinen heilgen geift Mit seufzen mich vertreten, Wenn ich im harten kampf Selbst nicht mehr beten kann. 9. Mein könig! schüße mich, Wenn satan, welt und fünde, Die sich noch in mir regt, Auf meine seele stürmt. Hilf, daß in deinem schooß Jch allzeitruhe finde; Weil der nur sicher ist, Den deine mach beschirmt. 10. Mein hirte! weide mich Auf einer grünen auen, Und lagre mich im durft Ans frische wasser hin. Halt mich vom irrweg ab: Wollt' ich aufs eitle schauen, Go bringe bald zurecht Den ausgeschweiften sinn. II. Mein arzt bin ich verwundt, Sind ausgezehrt die krafte; So laß den liebes- fluß, Dein theurs vergoßnes blut Mich betlen: laß N Des 194 Von dem Werke der Heiligung des geifts Erneurungs- lebens- fäfs 4. Er rufet uns zu seinen huts te mich laben und erfreun, Mir stärken herz und muht. 12. Mein freund! vertraue dich Noch näher meinem herzen, Und laß mich deiner treu Noch mehr versichert seyn: Auf daß zu aller seit Ich meiner seelen schmerzen Getrost versenken darf In deines Herzens schrein. ten, Er rufet uns zu seinem mahl, Zur wahrheit und zu guten sitten, In seines sohnes hochzeit- saal. O gnad und huld! o wunderthat! GOt rufet uns noch früh und spat. 13. Mein brautgamm! liebe mich, und setze mir das siegel Der unverfälschten treu, Den geist, auf meine brust. Laß deinen gruß und fuß mich schmecken; sey mein spiegel, Darin ich mich beschau Mitwahrer seelen- luft. 14. Mein ein und alles! laß Mit dir mich eins hie werden: So wird mir alles nichts, Du aber al les seyn. Und nimmt denn deine huld Mich endlich von der erden: So geh ich freuden- voll zu deinen frenden ein. Von dem Gnaden- Berufe GOttes. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. Es hat zwar GOttes 315. grosse liebe, Die un aussprechlich heiß und zart, Sich durch gar viele starke triebe In manchem werke offenbahrt: Doch es gebührt auf viele weif Dem gnaden- ruf besondrer preis. <. Wir konnten nichts, als un, verliehren, Wir waren ein vers dammter hauf: So aber macht uns GOtt die thüren Zu seiner gnade selber auf; Doch viele bleis ben taub und blind, Weil sie verstockt und boshaft sind. 2. Man denke doch, was sind wir armen? Wir alle sind verlohrne schaaf: GOtt gieng uns nach mit viel erbarmen, Da uns des falles jammer traf. Da wir aus bosheit uns verirrt, So rufet uns der treue hirt. 3. Er rufet uns durch seine Puechte: Er warnet uns für der gefahr. Durch sein wort lehrt er feine rechte. Er ruft uns schon so manches jahr; Er hört nicht auf, er rufet fort, Wir hören stets sein beilig wort. 6. Ach HErr! laß uns dein wort nicht rauben, Laß es erschal len fort und fort. Nufferner uns zur buß und glauben; Bis wiran ienem freuden ort Im himmel mit der engel schaar Dich preises werden immerdar. Mel. JEsu deine heilge wunden. 316. Gott! dein scepter, stuhl und crone Herrschet über alle welt. Du haf deinem liebsten sohne Längst ein Hochzeit- mahl bestellt. Dir sen dank ohn end und zahl, Daß zu diesem liebes- mahl Du mich auch aus lauter gnaden, Von der Strasse lassen laden. 2. HErr! wer bist du? groß und mächtig; Ich nur erde, staub und koht. Du bist ewig reich und prächtig, Ich voll dürftigkeit und noht: Du voll licht und herrlichkeit, Ich voll nacht und dunkelheit: Du bist heilig, ich verdorben: Du das leben, ich erstorben 3. Dennoch. o der grossen gna den! Werd ich zu dem hochzeit mahl Als ein gaft von dir gela den: Ich soll in des himmels saal Dort bey dir, o Gotte lamm! O mein HErr und brauti gamm! Mit der engel chor und re ben Ewig mich, ach! ewig freuen. 4. Wen nur dürftet, kann sich la be 195 und zwar von dem Gnaden- Berufe GOttes. ben; Weil hier lebens waffer, der ehren Hochzeit feyre ohn aufs quillt. Hier ist feelen- brot zu ha- höreit. ben, Welches allen hunger stillt. Süsses mahl, o freuden- ort! Hier last GOttes herz und wort Für die fünd und seelen- plagen Sich jur arzeney auftragen. 5. du groffer HErr und könig! Du rufft selber: kommt herben! Ich, ich bin ja viel zu wenig Aller deiner lieb' und treu! Meine schwachheit danket dir Niemahls würdig gnug dafür; Rühr und lehr mich selbst, die proben Solcher gnade recht zu loben. Mel. Nun danket alle GOtt. 317. Das Jefu mund füffes läßt fliessen! Das sich durch jeden ort Der erden soll ergieffen: Geht hin in alle welt, Und predigt Gott ¡ um ruhm, Weils ihm also gefällt, Das evangelium. 2. Dis ist die friedens- stimme Und botschaft vieler freuden, Die ohu geferzes grimm An iuden und an beiden Ergehet in derzeit, Und noch im herzen schallt: Ach wär es doch bereit Dem ruf zu folgen bald. 3. GOtt ist noch test getreu, Er ruft und macht hienieden Das herz von sünden frey, Und schenkt ihm seinen frieden: Allein, der mensch verstoßt Den raht der fe ligkeit, und fündiget getroft Auf gnad in sicherheit. 4. Mein herz! ach denke nach, Erweg' die grosse gnade, Steh auf, dieweil es tag, Daß dir die nacht nicht schade, Die etwa bald einbricht. Es ist der bösen welt Ein schreckliches gericht Auf ihren trog bestellt. 5. GOtt läßt die gnaden- stimm Von neuen heut erschallen: Dars ? 8. Deffne, vater! ber; und ohum, mein hers! vernimm, Was ren, Daß dein wort zu herzen GOttes wolgefallen; Das evandringt, und mich zu den freu- gelium Gebiehret dich ganz neu; den thoren Jener auserwählten Drum komme wiederum zu bringt. Laß mich, den du theur er GOtt in wahrer reu. kauft, Der auf Christi tod getauft, Bey den träbern nicht verweilen, Zu dem gnaden- mahle eilen. 6. Rüfte mich mit deinen ga ben: Rühre die durch deine macht, Die das eitle so lieb haben, Daß ihr her; dein mahl veracht't. Laß die lebens- quelle mir Neichlich fliessen für und für, Daß mein geist sich in die labe, und die volle gnüge habe. 7. Beuch du mich, dein mahl zu schmecken, Aus der schwar zen fünden gruft. Laß mich deine stimme wecken, Welche mich so sehnlich ruft: Komm, o mensch! und eile schnell! Komm zu dieser lebens: quell! Komm, und is dis brot der see: len, Dich mit JEsu zu vers mahlen. 9. Gib, daß mich dis welt- ge: tümmel, Das als rauch und schat ten flieht, nicht von jenem mahl im himmel, Von der lammes: hochzeit, zieht. Zieh mir an das hochzeitskleid, Christiheils- gerechtigkeit, Daß ich mit dem HErrn 6. Wer glaubet, wer getauft, Und fest im glauben bleibet, Dem hilfts, daß er erkauft. Doch, wer nur blendwerk treibet Mit seinem christenthum, Der kann nicht ſe lig seyn: Er wird verdammt, komit um In ewger hållen pein. 7. Ach! migt die böse welt Doch dieses einmahl faffen, Und das, was GOtt misfällt, Von gaitz № 2 ¡ em 196 Von dem Werke der Heiligung. sem Herzen hassen, Als: wollust, s. Ach hirte meiner seelen, Ach augen luft, Und diesen falschen wahrer herzenssfreund! Was foll wahn, Daß man bey sünden- wust ich es verhehlen? Du hast es wol Doch selig werden kann. gemeint. Ich war verirrt, ver flucht; Du hast mich in der wüste Der ungesäumten lüfte In gnas den heimgesucht. 8. Hinweg verdammter schein, Der du das her; verführest, Und nichts als weh und pein Und höllen- furcht gebiehrest: Bey dem, der sünde thut, Kann glaube nicht be stehn: Wo GOtt im herzen ruht, Muß fünd und nacht vergehn. 9. DJEsu! leite mich n meis nem ganzen leben: Laß meine seele sich zu dir allein erheben: Daß sie im geiste schon zu dir gen himmel fährt; Bis sie vor deinem thron Dich ewig preist und ehrt. Mel. Von GOtt will ich nicht zc. ein hirte! wie so 318.Me treulich Gehst du dem fünder nach, Dem fünder, welcher freilich Gar bald und allgemach In sein verderben läuft; Wo deine hand den armen Nicht felber, aus erbarmen Und gnade, noch ergreift. 2. Wie tröstlich ist die stimme, Die alle fünder lockt! Ach sprá chest du im grimme: Weicht, die ihr euch verstockt! Weicht sünder, weicht von mir, Ich will euch nicht erkennen! Wer wollt es unrecht nennen? Wer bist du? wer sind wir? 6. Dein wort schallt noch im herzen, Das mich zur busse rief, Als ich, zu deinen schmerzen, Den weg zur höllen lief. Wie gnädig jogst du mich Von diesem breiten stege Durch creuz und andre wege! Mein hirt! ich preise dich. 3. Doch nein, du heißt uns kommen, und suchst uns selber auf; Du läßt indeß die frommen:* Dein berze sinnt darauf, Das recht für liebe brennt, Daß doch das schaaf sur beerde Zurück geführet werde, Davon es sich getrennt.* Euc. 15/4. 4. Nimmt nun der freche fünder Den gnaden- ruf nicht an; So sehst du viel gelinder, Als man gedenken kann. Du serft ihm lan ges ziel, Er kann noch gnade hoffen, Der jugang steht ihm offen, Wenn er nur kommen will. 7. Ach daß ich deinem triebe Nur auch gehorsam war, und dei ne hirten liebe Nicht immerzu so leer( Wie ich bisher gethan) Und fruchtlos bleiben lieffe, Daichia mehr geniesse, Als ich verdanken kann. 8. Nun JEsu! ich beklage Den groben unverstand, Und daß ich meine tage So übel angewandt. Verstoß den fünder nicht! Es reuet mich der schade, Verwandle deine gnade Nicht in ein zorn- ge richt. 9. Du kameft ta, zu suchen Was ganz verlohren war, Du liessest dich verfluchen, und machtest of fenbar, Was uns dein name weist: Daß du an jedem orte, Ach theuer- wehrte worte! Der fünder heiland seyft. 10. Das laß mich fefte gläuben; Doch gib mir selber kraft, Wie ich, auch treu zu bleiben, Den rechten lebens- saft Getroft und glaubens voll Aus deinem überflusse Zum wirklichen genusse Noch ferner nehmen soll. II. Doch sollt ich mich aufs neue Bald hie bald dort vergehn; So laß mir deine treue, Mein hirte! nicht entstehn. Ach weck und suche mich! Schreib mich in deine han de; So bleib ich sonder ende, Mein hirte! stets um dich. Mel. Erleuchtung. 197 und zwar von der Mel. Wenn wir in höchsten ze. ich von GOtt denn wissen? Des 319. Hierbin ich, HErr fen weisheit ich nicht kenne, Und die du rufest mir: Du siehest mich, ich folgedir. Du fo derst von mir herz und sinn, Mein schöpfer, nimm, ach! nimm es hin. 2. Ich hab oft deinen wink verschmäht, Es ist mir leid, ich kom me spat. Doch ist mir lieb, daß deine gut Noch auf mich armen fünder sieht. nenne. 4. Hüter! ist die nacht schier bin? Ja, der tag soll sie vertreiben. Werde licht, mein finstrer finn! Was willt du im dunkelu blei ben? GOttes gnad ist dir erschie nen, Die soll dir zum leit- stern dienen. s. Ja, der glanz der herrlichkeit Jesus, die gerechte sonne, Muß in seiner leidens zeit Uns zur ewig- bellen wonne Eine nacht des todes leiden, zu erleuchten alle heiden. 3. Ich wag' es aber länger nicht Su unterlassen meine pflicht. Ich fomme, HErr! voll reu und buß; Ach aber ach! wie wankt mein fuß? 4. Es geht mir, wie es Petro gieng; Dort kommt ein sturm, ach HErr! ich sink. Ach reiche mir die starke hand, So wird das sinken abgewandt. 5. Du rufest mich: nun ruf ich dir, Mein heiland! komm zu hülfe mir! Mein matter fuß kann nirgend fort; Ach trage mich an ftellgund ort. 6. Flößt du mir matten kräfte ein, So werd ich künftig stärker senn; So folg' ich dir, mein HErr und Gott! Durch fluht und glut, durch noht und tod. Don der Erleuchtung. Mel. Liebster JEsu wir sind zc. 320. Ewig wesentliches licht, im lichte lebeft, Aber auch dein an gesicht Ueber uns im licht erhebest: Laß mirs durch dein licht gelin gen, Die erleuchtung zu besingen. 2. Deines ebenbildes licht Jft in Adam bald verlohren: Deinen geist vernehm ich nicht, Ich bin fleisch vom fleisch gebohren. Ich weiß nichts von meinem heile, Oder habe vorurtheile. 3. Der natur verderbtes licht Kennt in seinen finsternissen Gei ne thorheit selber nicht: Was nill 6. Was nun JEsus durch sein wort, Als des lichtes glanz, versprochen; Scheinet in dem dun feln ort, Und das licht ist angebrochen. Dis sollt unserm fuß auf erden, Wie ein licht, zum hims mel werden. 7. GOtt gab einen hellen schein In die herzen seiner lehrer: Die: fer strahlet noch hinein Durch die schrift ins her; der hörer: Da kann man das licht erkennen, und sich selbst erleuchtet nennen. 8. Ich erkenn in mir mein nichts und zugleich inGOtt mein alles, Meinen mangel alles lichts, Meine finsterniß des falles, Und wie aus den finsternissen JEfus mich heraus geriffen. 9. Da heißt alles mir ein licht, GOttes gnade, JEsu liebe, Mets nes glaubens zuversicht, und des guten geistes triebe; Daß mir nun im finstern thale Stets ein licht des trostes strahle. 10. GOtt mein licht! erleuchte mich, Daß ich mich und dich ers kenne, Daß ich durch den geist nur dich JEsum meinen HErren nens ne. Tödte meiner thorheit dichten, Lehre du mich geistlich richten. 1. Aber laß nicht den verstand nur allein dein wort versehen. N 3 Leite 198 Von dem Werke der Heiligung Leite mich mit deiner hand, Auch, traut, In unerkannten eignen im licht einher zu gehen. Denn tücken Auf meine macht zu viel sonst würd ich bey dem wissen nur gebant; Bis daß er meinen fuß mehr streiche leiden müssen. berückt, und in das sünden- garn verstrickt. 12. HErr! erhalt uns stets dein wort, Das uns immer weiter leh ret. Führ uns in dem lichte fort, Bis das stück werk aufgehöret, Und wir zu dem lichte nahen, Das wir hier im spiegel fahen. 13. JEsu! sey demnach mein licht; Dein wort sey mein glanz auf erden. Deine huld verdunkle nicht. Laß mich auch zum lichte werden; Bis vor deinem angesich te Ich dort leucht in deinem lichte. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. Cch schren aus meinen 321.3 sünden- banden, D lebens- quell und licht! zu dir: Mach mein vertrauen nicht zu schanden, Ach neige doch dein herz zu mir! Nimm dich des armen erdwurms an, Der sich nicht selber helfen kann.d 2. Ich klage Dir mein tief vers derben, und meiner feelen iam mer- stand; Es drohet ihr ein ewig fierben, wenn sie nicht deine vater hand Und deiner liebe fanf: ter geist Aus ihrem finstern kerker reißt. bill sa 3. Du hattest mir dein bild gegeben, Ich sollte seyn ein licht in dir. Jest kann ich nichts als wider: fireben: Jest fehlt die anerschaffne zier. Ach weh! nun ist mein unschulds kleid Voll fünden- koht und heßlichkeit. sind a 4. Ich bin mit dicker nacht um hullet;£ icht, kraft und schönheit ist geraubt: Das herz, mit böser luft erfüllet, hält feine tücke für erlaubt, Und, da es licht und wahr heit scheut, Liebt es der fünden dunkelheit. s. Ich hab des satans falschen ftricken In sicherheit zu viel ge6. Nun weiß ich, ich voll fin sternissen, Nicht, was des geistes GOttes ist: Mir sind die augen ausgeriffen Durch satans falsche schlangen- lift; So daß es elend um mich steht, Wenn mir nicht bald dein licht aufgeht. 7. Ein wort aus deinem alls machts- munde Hat welt und alles zugericht: Drum sprich zu mirin Dieser stunde: Es werde licht! werd ich licht, und bald durch dei: nen gnaden schein Ein licht in GOtt dem HErren seyn. 8. Laß mich im lichte vor dir wandeln, und stets durch deines lichtes kraft In meinem thun be hutsam handeln. Laß deiner strah len eigenschaft Boll kraft durch meine seele gehn, und mich aufs neu zu dir erhöhn.¹ Don der Wiedergebuhrt. Mel. Ach GOtt vom himmel zc. 322. niemand ein, Er je n GOttes reich geht sen denn neugebohren: Sonst ist a bey dem besten schein Mit feel und leib verlohren. Was fleischliche gebuhrt verderbt, In der man nichts als sünden erbt, Das mui GOtt selbst verbessern. 2. Soll man mit diesem höch sten gut In der gemeinschaft le ben; Muß er ein ander herz und muht und neue Fräfte geben. Denn nur sein göttlich ebenbild Ift, was alleine vor ihm gilt; Dis muß er in uns schaffen. 3. Ach vater der barmherzigkeit! Was JEsus uns erworben, Da er zu unsrer seligkeit Am creus für uns gestorben, und wieder aufs 199 und zwar von der Wiedergebuhrt. auferstanden ist: So, daß du nun, prüfe, Ach! so ist die todes nacht versöhnet bist, Das laß auch uns genieffen. Wieder bey mir aufgewacht. 4. Dein guter geist gebähr uns neu, Er andre die gemühter, Mach uns vom fünden dienste frey, Schenk uns die himmelsgüter. Zwar in der tauf ist es geschehn; Doch haben wirs nachher versehn, Und solchen bund gebrochen. 5. Drum wirst du durch dein kraftig wort Uns abermahl erneu ren: Wir wollen dir, o treuer 3. Weil ich nun in diesem stanhort! Mit Herz und mund betheu de Nicht geschickt, dein reich an ren, Von nun an nicht in sicher sehn; So zerreiß die todes bande, heit, Vielmehr mit fleiß, bestån Laß mich in die frenheit gehn. Seu digkeit und treu vor dir zu wange, vater! mich aufs neue Durch deln. dein wort, durch deinen geißt, Der des lebens ursprung heißt, Daß sich meine feele freue, Wenn sie, munter und geheilt, Aus dem tod ins leben eilt. 6. Nimm uns, o vater! wieder an: Ob wir, als schnöde fünder, Gleich nie, was du befiehlst, ge than: So werden wir doch kinder, Wenn uns dein geist von neuen jeugt, Und unser her; sum guten neigt Im glauben und in liebe. 7. Wir wollen denn, was du uns giebst, Hinführo fester fassen: Wir wollen dich, weil du uns liebst, nicht aus dem herzen laf fen, Daß deine göttliche natur In uns, der neuen crcatur, Beständig sen und bleibe. 8. Nun, HErr! laß deine vaters huld uns jederzeit bedecken, Das mit uns weder fünden- schuld, Noch zorn und strafen schrecken. Mach uns der kindschaft ganz ge: wiß, und schenk uns einst das paradies, Das erbe deiner kinder. 2. Ach! durch die verfluchte fünde Riß ich mich von deiner hand: Nun ist, weh mir armen kinde! Dein zorn gegen mich ents brannt. Dich zu fürchten, dick zu lieben, zu vollbringen meine pflicht, Find ich keine Fräfte nicht: Aber bofes auszuüben, Dazu reißt den matten sinn Ein sehr starker trieb dahin. 323. Mel. Is. Sollt ich meinem GOtt. Err! du haft im was fer- bade mir viel gnade mitgetheilt: Meiner seelen tiefer schade Ward durch Christi blut geheilt, Und dein geist, der auf der tiefe, Als er alles schuf, geschwebt, Hat mein todtes herz bes lebt: Aber wenn ich mich recht 4. Nimm mich arme hand voli erden, Lebens- geist! in deine cur, Und laß mich theilhaftig werden Deiner göttlichen natur.* Wirke unter ren und schmerzen Eine neue glaubens- kraft, Die allein dein odem schafft, In dem ganz erstorbnen herzen. Neige meinen geist und sinn Zu dem lebens- heiland hin.* 2 Petr. 1, 4. *. Laß durch ihn mich kraft er langen; Fldß mir geist und leben ein, Ihn im glauben zu umfangen: Laß den glauben thätig seyn, Laß mich todte werke meiden, Laß mich lieben meinen Gott, Laß mich halten sein gebot, Heilig tes ben, muhtig leiden. Mache mich, als GOttes kind, Meinem vater gleich gesinnt. 6. Laß den geist mir zeugniß ges ben, Daß mich Gott als vater liebt. Gib mir kraft, dich zu erhes ben, wenn dein blick mir freude giebt. Gib mir kraft, getroft zu fterben, Weil ich nach versloßner zeit, In der frohen ewigkeit Soll 24 Von dem Werke der Heiligung 200 ein ewig leben erben, Da werd' ich den vater sehn: Guter geift, laß es geschehn! Mel. Mein herz und seel den 2c. ein heiland, du 324. must dich in uns verklären, Und uns durch geist und wasser neu gebähren: Wir müssen ia aus GOtt gebohren feyn. Sonst gehen wir nicht ins reich GOttes ein. 2. Denn was allhier als fleisch vom fleisch gebohren, Ist sündlich fleisch und geht dereinst verlohren. Was aber geist vom geist gebohren heißt, Vergehet nicht, es ist und bleibet geift. 3. Zerbrich in uns, o GOtt! das sünden- wesen, Auf daß wir bald durch deine hand genesen. Vollführ in uns dein werk, du höchsies licht! Du mußt es thun, wir selber könnens nicht. 4. Ertödt in uns des fleisches bise triebe, Entzünd in uns das feuer deiner liebe. Erwecke uns durch deinen gnaden- schein, So dringen wir vom tod zum leben ein. ein reines her: in mir, Ein herz, das von der argen welt Sich rein und unbefleckt behält. 2. Vor allen mache mein gemüh: te Durch ungefärbte busse rein, und laß es, HErr! durch deine gute In Christi blut gewaschen seyn. Denn mache mich zur reinig. keit Des Lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich mit deinem geifte, Der mein getreuer beystand fen, und mir erwünschte hülfe leis fte: GOtt! stehe mir aus gnaden bey, Und gib mir einen solchen geist, Der neu, gewiß und heilig heißt. Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. groffer GOtt, du 325. reines wesen! Der du die reine herzen dir Zur steten wohnung auserlesen! Ach schaff 4.Doch weil ich meine schwach heit merke, Mein vater! so verwirf mich nicht, und stoß mich we sen meiner werke Ja nicht von deinem angesicht. Eaß hier mich in der gnade stehn, Und dort in deinen himmel gehn.. <. Nimm deinen geift, den geißt der liebe, Doch nun und nimmer: mehr von mir. Ach! leite mich durch seine triebe und seinen bey stand für und für; Ja führe du mich durch die zeit hin zu der reis nen ewigkeit: 5. Vom himmel laß die lebensmasser fliessen, Den strom des geistes sich in uns ergiessen; Durch wird Don der Rechtfertigung. Mel. Alle menschen müssen 2c. chöpfer aller men versenkt, Durch dieſen wird der 326. fhent Finder, Groß nene mensch getränkt. 6. So wird der alte mensch zur wird ein armer finder Vor dein fer richter aller welt! Sich hie gruft gebeuget, und durch das streng gericht gestellt, Der in sünwort ein neuer mensch gezeuget, den ist gebohren, Der dein ebenAn welchem sich das bild des höch- bild verlohren, Der mit lastern sten weißt: Und dis geschicht, o sich befleckt, Der in tiefen schul GOtt! durch deinen geift. den steckt. 2. Mein gewissen, das mich quàlet, Deine straf gerechtigkeit, Dein gesetz, das nichts verhehlet, Nebst dem satan stehn bereit, Meis ne seele zu verklagen, Ich weiß nichts darauf zu sagen: Denn ein zeuge und zwar von der Rechtfertigung. 201 Jeuge* giebt sich an, Der gefehn,| ket: Mich in JEfu wunden senket! was ich gethan. GOtt der gnaden! dir sey ruhm, Und mein her: dein eigenthum. * mein eigen gewiffen. 3. Wehe mir, ich muß verder: ben! Ich seh nichts als höllen pein. Frecher fünder, du mußt sterben! Wird mein strenges urtheil feyn. Es erzittert meine feele Für des offnen abgrunds höle, Es erstarret geist und blut Für der ewgen schwefel- glut. 4. Doch GOtt lob! die furcht verschwindet, Weil ein bürg' ins mittel tritt; Weil ſich ein fürspre cher findet, Der für den beklagten bitt't. O beglückte theure stunden, GOttes sohn hat seine wunden, Und sein blutig life- geld Mei nem richter dargestellt. 5. Richter! siehe meinen bur gen, Siehe die bezahlung an: Dies fer ließ sich für mich würgen, Die fer hat genug gethan.Der hat dein gefes erfüllet, Der hat deinen zorn gestillet. HErr! ich glaube, steh mir bey, Sprich von straf und schuld mich frey. 9. Laß mich nun die fünde haf sen, Die das Herz mit angst bes schwert. Laß mich alles unterlassen, Was den theuren frieden stährt. Reinge täglich mein gewiffen, Laß mich eifrig seyn beslissen, mit vers leugnung dieser welt Das zu thun was dir gefällt. 327, ist das heil uns gut und lauter gnaden. Die werk vermögen nimmermehr zu heilen unsern schaden. Der glaub sieht JEsum Christum an, Der hat gnug für uns all gethan, Er ist der mittler worden. 2. Da man, was GOtt geboten hat Jm g'ses, nicht konnte halten; Erhub sich zorn und grosse noht Vor GOtt so mannigfalten: Vom fleisch wollt nicht heraus der geift, Vom g'sez erfordert allermeist, Es war mit uns verlohren. 6. Ach! was hör ich? gnade! gua de! Gnade schallt in meinem ohr, Ach! mich fünden- wurm, mich made, Hebt ein sanfter zug empor. GOtt spricht: fünder, du sollt le: ben! Deine schuld ist dir vergeben, Sen getroft, mein lieber sohn! Komm zu meinem gnaden thron. 7. Seht, wie sich der abgrund schliesset! Seht, wie sich der himmel freut, Da das blut des lammes fliesset, Da mich die gerechtigkeit Des vollkommnen mittlers decket. Wer ist, der mich ferner schrecket? Wer ist, der sich an mich wagt, und ein himmelsskind verklagt? 3. Es war ein falscher wahn das bey GOtt hått sein g'sek drum geben, Als ob wir mögten selber frer Darnach vollkommlich leben. So ist es nur ein spiegel zart, Der uns zeigt an die fündig art, In unserm fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, dieselb unart Aus eignen Fräften laffen: Wiewol es oft versuchet ward, Doch mehrt sich fünd ohn maass fen. Sie nahm ursache am gebot, Das draute mir den ewgen tod, Weil ich der fünde diente. 5. Noch mußt das g'setz erfüllet seyn, Sonst war'n wir all verdorben: Drum schickt GOtt seinen 8. Richter, der mich losgespro-| fohn herein, Der selber mensch chen, Bater, der mich zärtlich liebt! ist worden. Das ganz gesez hat Mittler, der, was ich verbrochen er erfüllt, Damit des vaters Und geraubt, GOtt wieder giebt! zorn gestillt, Der über uns gieng Geist, der mir den glauben schen- alle. N 5 6. Und 202 Von dem Werke der Heiligung 6. Und wenn es nun erfüllet ist werke thun, Dem guten sters ans Durch den, der es konnt halten: hangen. Denn wer gottloses we So lerne jest ein frommer christ sen treibt, Derselb' im glauben gar Des glaubens recht'gestalte; Nicht nicht bleibt, mit that er ihn ver: mehr als: lieber HErre mein! läugnet. Dein tod wird mir das leben seyn, Du haft für mich bezahlet; 7.Daran ich keinen zweifel trag, Dein wort kann nicht betriegen: Nun sagst du, daß kein mensch verzag, Das wirst du nimmer lugen. Wer glaubt an mich, und wird getouft, Demselben ist der himm'l erkauft, Daß er nicht werd verlohren. 8. Der ist gerecht vor GOtt al lein, Der diesen glauben faffet, Der glaub giebt aus von ihm den schein, So er die werk nicht läffet. Mit GOtt der glaub ist wol daran, Dem nächsten muß die lieb' guts thun, Wenn du ans GOtt gebohren. 9. Es wird die fund durchs g'fer erkannt, Und schlägt das g'wissen nieder. Das evangelium kömmt zu hand, und stärkt den fünder wieder: Es spricht: nur Freuch zum creuz herzu, Jm g'ses ist we der raft noch ruh Mit allen seinen werken. 10. Die werk kommen gewißlich her Aus einem rechten glauben: Denn das nicht rechter glaube war, Den man der'r wollt berau ben: Doch macht allein der glaub gerecht, Die werke sind des näch sten knecht, Daben wir'n glauben merken. n. Der glaub ergreifet JEfum Christ, Sein creuz, verdienst und sterben, Dadurch die fünd gebuffet ift: Wir könnens nicht erwerben. Die eigene gerechtigkeit Thut nichts dabey, ist wie ein kleid, So durch und durch beflecket. 2. Doch, wenn man durch den glauben nun Gerechtigkeit em pfangen; Muß man auch rechte * 13. Wer gnad bey GOtterlan get hat, Muß ihn vor augen ha ben: Daß er bey ihm such hulf und raht, Dank ihm für alle gaben, In seiner furcht freywillig leb', Des fleisches lüften widerstreb', Das ist der weg zum leben. 14. Wer aber sicher gehet hin, Thut, was ihm nur beliebet, Lebt fort nach seines herzens sinn, Der fleisches lust raum giebet, Ruft GOtt nicht an, daß er ihn führ, Und ja mit seinem geist regier: Der läuft den weg zur höllen. 15. Dafür sich hütet, wer recht glaubt, Bewahrt, was ihm gege, ben, Beracht't die welt, das fleisch betäubt, Sehnt sich nach ienem leben, Den glauben stets im werk erweist, Dem nächsten dient, GOtt ehrt und preist, Es geh ihm, wie es wolle. 16. Die hoffnung wart't der rechten zeit, Bas GOttes wort zusa get: Wenn das geschehen soll zur freud, Sezt GOtt kein gewisse tas ge. Er weiß wol, wenns am besten ist, und braucht an uns kein arge list: Des soll'n wir ihm vertrauen. 17. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, Laß dich es nicht erschrecken; Denn wo er ist am besten mit, Da will ers nicht entdecken. Sein wort laß dir gewisser seyn: Und ob dein her; spräch lauter nein, So laß dir doch nicht grauen. 18. Sey lob und ehr mit hohem preis, um dieser gutthat wil len, GOtt vater, sohn und heils gem geist! Der woll mit gnad ers füllen Was er in uns ang'fangen bat, 3u ehren seiner maieståt, Daß heilig werd sein name. 19. Sein und zwar von der Rechtfertigung. 203 19. Sein reich zukomm, fein will 6. Wenn du beschauft das blut f auferd G'scheh wie im himmels throne: Das täglich brot ia heut uns werd: Wollst unsrer schuld verschonen, Als wir auch unsern schuld'gern thun.Laß uns nicht in versuchung stehn, Löf uns vom übel! amen. so roht, Das von ihm ist gefloffen; Wasch ab von mir den fündenkoht, Weil ers für mich vergossen. Weil dich das fleisch erzürnet hat, So laß des sohnes fleisch zur gnad Dich wiederum bewegen. 7. Sehr groß ist, was ich oft und viel Mit sünden hab verschuldet: Jedoch ich nicht verzagen will: Weil Christus hat erduldet Ges horsamlich den bittern tod, Und mir dadurch, o treuer GOtt! Die Mel. Aus tiefer noht schrey ich zc. 328.Er mein Gott! ich hab zwar dich Durch mich erzurnen können: Wie ich versöhne dich durch mich, Kaunseligkeit erworben. ich gar nicht aussinnen. trist't mich, daß dein liebstes kind, An dem man nichts fündhaftes findt, Jst mein erlöser worden. 8. Groß ist mein ungerechtigDoch keit, Die deinen zorn erwecket; Sein unschuld aber ist das kleid, Damit sie wird bedecket. Kein mensch so grosse fünde findt, Die nicht in Christi tod verschwindt, Der unser bruder worden. 2. Bom himmel ist er williglich Auf erden zu mir kommen, Und hat mein fleisch und blut an sich 9. Wer ist so sehr in aller welt Aus groffer lieb' genommen; Daß Durch hoffart aufgeschwellet er mich schwachen heilen mögt, DenChristi niedrigung nicht fällt, Dir wiederum zum opfer bracht, wenn er sie sich vorstellet? Des Was dich zum zorn gereizet.stodes macht so groß ist nicht, Der 3. Dich hat ein mensch zum bittre creuz- tod sie zerbricht, Den jorn bewegt; Dich mußt ein GOttes sohn erlitten. mensch versöhnen, Durchs creuz, 10. Ja wenn man Christi gnad das er so willig trägt, Dein'n und huld und aller menschen süngrimm und zorn ablehnen. Zu dei den Auf gleiche wage legen sollt; ner rechten zeigt er dir Jest im So würde sich befinden Ein sol merdar, wie er sich mir Mitcher grosser unterscheid, Als zwifreundschaft hat verbunden. schen nacht und tages- jeit, Als 4. Sieh, dis ist meine zuver- wischen höll und sicht, Dis ist mein ganz vertrauen; Willt du, gerechter GOtt! mich nicht Der fünden halb'r anschau: en; So sieh.mich doch in gnaden an: Weil gnug für mich dein sohn gethan, und meine fund gebüffet. o du liebreicher *. Darum, bimmet. Gott! Deß gnad nicht auszugründen, Durch deines sohnes blut und tod Verzeih mir meine fünden. Laß durch sein unschuld meine schuld, Durch sein geduld mein ungeduld Gänzlich getilget bleiben. <. Nimm wahr, o vater! dei nen sohn, Sey gnädig deinem Enechte: Kraft seiner menschwers dung verschon, Straf nicht nach strengem rechte. Wenn du siehst seine nägelmahl; Laß meine fünden ohne zahl Darinn verborgen bleiben. 12. Gib seine demuht mir zum schug, Die mich für stolz behüte, Sein sanftmuht steure meinem trug, Daß ich nicht feindlich wüte. Er fen mir all's, was ich bedarf, So wird kein urtheil seyn so ( charf, Von dem Werke der Heiligung 204 scharf, Das mich verdammen mdgte. Mel. Ach GOtt vom himmel zc. enn dein herzlieb 329.W ster sohn, o Gott! Nicht war auf erden kommen. Und hätt, da ich in fünden todt, Mein fleisch nicht angenommen: So müßt ich armes würmelein Zur höllen fahren in die pein, um meis ner unthat willen. 2. Jest aber hab ich ruh und rast, Darf nimmermehr verzagen; Weil er die schwere sünden- last Für mich selbst hat getragen. Er hat mit dir versöhnet mich, Da er am creuz ließ tödten sich, Aufdaß ich selig würde. 3. Drum ist getroft mein her; und muht, Mit kindlichem vertrauen. Auf dis sein rosinfarbnes blut Will ich mein hoffnung bauen, Das er für mich vergossen hat, Gewaschen ab die missethat, Daß ich schneeweiß bin worden. Mel. O GOtt du frommer zc. 330. Mas darfst du, blis des herz! Dich angsten und so zagen, Daß deine sünden dich Ohn unterlaß verklagen, Und gehn dir übers haupt, Gleich centner- schwerer last, So daß du keine ruh Für ihrer menge haft? 2. 3war billig mußt du dir das mit GOtt verderbt: Vor dem ist sünden- urtheil sprechen: Du hafts dein verbrechen Und böser herzenss grund Entdeckt und offenbar: Du haft den tod verdient, Das ist ges wißlich wahr. 5. Nichts hilft mir die gerechtigkeit, Dievom gefes herrühret, Wer sich in solchem werk erfreut, Wird iammerlich verführet. Des HErren JEsu werk allein Das macht, daß ich kann selig seyn; Weil ich fest an ihn glaube. * 6. GOtt vater! der du alle schuld Auf deinen sohn geleget; HErr JEsu! dessen lieb' und huld All meine sünden tråget: O heilger geist! deß gnad und kraft Allein das gute in mir schafft: Laß mich ans end beharren. So hat GOtt gleicher maaffen 3.Verdammt dich nun dein herz; Ein theuer wehrtes wort Dir of und wahr Als du ein fünder bist, fenbaren lassen, Daß, so gewiß Auch JEsus dir zu gut Auf erden kommen ist. Denn darum hat GOtt eben Den 4. In dem steht unser heil: eingebohrnen sohn Der weit aus lieb' gegeben, Der alle sünden 4. In seinem blut erquick ich trägt: Daß der, so an ihn glaubt, mich, und komm zu dir mit freu- Nun nicht gerichtet wird, Und den. Ich suche gnad demühtiglich; Von dir soll mich nichts scheiden. Was mir erworben hat dein sohn, Durch seine marter, spott und hohn, Kann mir der feind nicht rauben. ewig felig bleibt. kommen zu erfüllen, Was uns uns s. Der bot sich selber dar, Volls möglich war Bey dem verderbten willen, Der etwas guts zu thun Nicht lust noch kräfte hat. Er trug gesen und fluch An unser aller statt. 6. Wir sind durch sein verdienst Nunmehr aus lauter gnaden Ohn unser werk gerecht: So daß nun Adams schaden, Der ganz vers zweifelt bds, uns nicht mehr tödt lich ist; Weil JEsus unsre schuld Durch seinen tod gebüßt. 7. Wolan, ich troke nun Der höll und ihren flammen. Will gleich mein herz sich selbst voll zweifelmuht verdammen; So ist GOtt, dessen wort Mir solchen troft und zwar von der Rechtfertiguug. 205 troft verspricht, Viel grösser als wort mich trösten kann: JEsus mein herz: Er täuscht und läßt mich nicht. nimmt die fünder an. 6.Ich bin ganz getroften muhts; Ob die fünden blutroht wären, müssen sie, kraft deines bluts, Dennoch sich in schneeweiß kehren, Daß ich glaubig sprechen kann: JEsus nimt mich fünder an. 7. Mein gewissen beißt mich nicht: Will mich das gesek verklas gen? Der mich frey und ledig spricht, hat die schulden abgetragen, Daß mich nichts verdammen kann: JEsus nimmt die fünder an. 8. JEsus nimmt die sünder an, Mich hat er auch angenommen, Und den himmel aufgethan, Daß ich selig zu ihm kommen, und auf Mel. 8. JEfus meine zuversicht. den troft sterben kann: JEsus 331. JEfus nimmt die fün nimmt die fünder an. der an. doch dieses troft- wort allen, Welche von der rechten bahn Auf verkehrten weg verfallen: Hier ist, was sie retten kann: JEsus nimmt die fünder an. 8. Laß mich nur deinen geift, Omein erlöser! stärken, Daß ich dir dankbar sey, Daß von den tod: ten werken Du mein gewissen hast Gereinigt durch dein blut: Und mach noch immerfort Mein herze rein und gut. 9. Laß die erlösungs kraft Stets siegreich in mir kämpfen, Den satan, welt und fleisch Und alles das zu dämpfen, Was meine feel anläuft, Daß nimmermehr forthin Die fünde herrsch in mir, Der ich gestorben bin. Mel. JEsu deine heilge wunden. 33 2. Grosſer GOtt! wirt aus erbarmen Von mir weg die sünden last. Sieh! ich hab in meinen armen Das lamm 2. Keiner gnade sind wir wehrt; GOttes aufgefaßt, Welches meiDennoch hat in seinem worte Er ue sünde trägt, Und dir deinen sich gnadenreich erklärt, und die zorn gelegt: Ach! um dessen wils theure gnaden- pforte Durch sein| len schone, Und mir nicht nach blut selbst aufgethan: JEsus sünden lohne. nimmt die fünder an. 3. Wenn ein schaaf verlohren ift, Suchet es ein treuer birte. JEsus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das verirrte, Bei get ihm die rechte bahn: JEfus nimmt die fünder an. 2. Dis lamm hat mit seinem blute Meine seele theur erkauft, Jft erwürget mir zu gute: Auf sein blut bin ich getauft. Meine kleider sind nun hell, Und mein nam' hat eine stell In dem lebens- buch: drum schone, Und mir nicht nach sünden lohne. 4. Kommet alle, kommer her, Kommet, ihr betrübte fünder! JEfus rufet euch, und er Macht aus fündern GOttes finder: Gläubet es, und denkt daran: JEfus nimmt die fünder 3. Dis blut kann dein Herz erweichen, Hir nur, wie es für mich schreit! Sieh, ich trag die gnadenzeichen, Daß ich dir, mein GOtt! geweiht, Und fren von der fündenmacht, Ob sie mich gleich noch verFlagt; Ach! um dessen willen schone, Und mir nicht nach fünden lohne. 4. Weil das lam hat überwuns den, 5. Ich betrübter komme bier, Und bekenne meine fünden: Laß, mein heiland! mich ben dir Gnas de zur vergebung finden, Daß dis 206 Von dem Werke der Heiligung den; So hilf, daß auch ich, dein, den, Nichts verdammliches zu kind, Durch des lammes blut finden. und wunden Sünd' und hölle überwind. Dis lamm laß ich nimmermehr, Jhm gebühret preis und ehr: Ach! um dessen willen schone, Und mir nicht nach fünden lohne. s. Schon im heilgen wasser- bas de Hat dich sein verdienst ges schmückt, und das zeichen seiner gnade, GOttes bild, dir einge: drückt. Nunmehr bist du GOttes kind, Darum sey getrost gesinnt; Denn Gott wird, hast du gleich fünden, Nichts verdammlichs an die finden. 6. Sein verdienst wird dir ge schenket, Da sein wahrer leib dich speist, und sein wahres blut dich tränket. Was sich hier für liebe weist, Spricht so gar kein engel aus. Darum folgt gewiß daraus, Daß an dir, hast du gleich fünden, nichts verdammliches zu finden. 7. Nun getrost, auf solchen glauben Leb' und sterb ich als ein christ. Ihn soll mir kein teufel rauben, Ob er noch so grausam ist. Nichts verdammlichs ist an miri Denn mein heiland, mein panier, Spricht mich frey von jenen flammen, Die des satans brut vers dammen. 8. O mein liebster JEsu! leiste, Leiste kraft nach deiner treu, Daß mein wandel nach dem geiste, Und nicht nach dem fleische sey. Also steh ich allemahl Sicher in der gnaden- wahl, und ich faß den troft zusammen: Nichts kann mich in dir verdammen. s. Wenn das lamm mich dort wird weiden In der himmels- herr lichkeit, Leiten zu dem brunn der freuden; Will ich, in GOtt höchst erfreut, Danken dir zur selben frist, Daß alleine meiner ist um des lammes blut verschonet, Und mir nicht nach fünd' gelohnet. Mel. JEsu deine heilge wunden. ichts verdammlichs 333. Nift an denen, Die in Christo JEsu sind: Darum still die fluht der thränen, Die aus deis nen augen rinnt. Weinest du gleich tausend jahr, Ey so würdest du fürwahr Für die kleinste dei ner fünden Dadurch doch kein mittel finden. 2. Schaue nur nach Christi blute; Dieses, dieses macht dich rein: Das soll bey zerknirschtem muhte Dein erquickend labsal seyn. Er ruft selber: komm herzu, Daß dein glaube sich zur ruh hier in meine wunden lege, Und dich nichts verdammen möge. 3. Was soll dich verdammen können? GOtt ist hie, und macht gerecht. Ift wol eine schuld zu nennen, Welche der gerechte knecht, Jeſus Christus, nicht ges büßt? Wie er aller heiland ist; Also bleibet er alleine Auch insonderheit der deine. 4. Sein verdienst ist dir gegeben In dem evangelio; Seine guade, heil und leben Machen hier die feele froh: Hier schließt JEsu her; sich auf; Drum vertraue fest dars auf, Daß an dir, hast du gleich fünMel. Wer nur den lieben GOtt zc. 334. Alfo bat GOtt die welt geliebet, Daß er sein eingebohrnes kind Für alle zur versöhnung giebet, Die der verdammniß schuldig sind. Wer glaubt, der soll von fünden rein, Und ienes lebens erbe seyn. 2. Also hat GOtt auch mich ge liebet, und liebt mich diese stunde noch. Ob mein gewissen mich be trübet, Ach! so erfreut mich dieses doch: 3 207 und zwar von der Rechtfertigung. doch: Ich habe Christi theures, Mel. Es ist gewißlich an der zeit. blut, Das macht mein bos gewis 335.20 al fine für 2 hier in diesem leben, Gleich wie ein vater seinem kind, Aus gnad' und huld vergeben, Und ihm sie nicht mehr rechnet zu! Wol ihm, er wird gewisse rub In seiner seele haben. 2. Der ist nun fren von misses that, und rein von allen schulden. Kein falschheit er im herzen hat, Steht fest in GOttes hulden. Ein heuchler aber geht zu grund, Weil er des HErren gnaden- bund In JEsu Christ verachtet. 3. Denn da ich meine fünde wollt Verschweigen und bedecken, Wußt ich nicht, wo ich bleiben sollt Für seelen- angst und schrecken. Ja mir verschmachtet mark und bein, Ich konnte nicht zufrieden seyn, Mein herze wollt mir brechen. 3. Ich weiß, der fünden meiner jugend Gedenkt mein frommer GOtt nicht mehr. Ach! ich verließ den weg der tugend, und alle laster liebt' ich sehr; Doch ist mir alles herzlich leid, Und such ich nur barmherzigkeit. 4. Zwar, will Gott ins ge richte gehen; So bin ich ein verlohrner knecht. Wie könnt ich doch vor ihm bestehen? An mir ist alles ungerecht; Doch das ist meine zuversicht: Wer glaubet, der wird nicht gericht't. 5. GOtt jürnet wider alle sünden, Die man die lebens: zeit gethan; Doch kann man auch vergebung finden, GOtt siehet reu und glauben an. Stürmt fünde, tod und strafe sehr, Jft doch die gnade mäch tiger. 6. Wirft mein gewissen, höll und teufel Mir immer meine greuel für: Mein herz ist frey von allem zweifel, und spricht: GOtt handelt nicht mit mir Nach meiner sünd und misse that; Weil Christus sie gebüffet hat. 7. Auf diesen glauben will ich leben, So sterb ich auch, und anders nicht. Mein JE sus wird mir alles geben, Was meiner schwachheit noch ge bricht. Ich habe nichts: doch er allein Soll mir in allem al les seyn. 4. Denn dein gerechter ernster zorn, Weil ich mich nicht erkannte, Stach mich gewaltig, wie ein dorn, Und wie ein feur mich brannte; Daß ich zulegt bekennen mußt, Und sprach: ich habe keine lust 3um guten allenthalben. <. Und da ich solches fren bekannt, und dich anrief um gnaden: Hast du den schweren grimm gewandt, Mit dem du mich beladen. Du mein gewissen wieder labst, und mir all meine sünd vergabst, um deines namens willen. 6.Hierum die heilgen allzumahl Im neuen bund und alten Dich werden bitten überall, Und darinn recht behalten, Im glauben durch 8. So ruhet mein erschreckt den heilgen geist. Denn ihr ge gewissen, So hat mein geift gerechtigkeit die heißt Vergebung troften muht: So will ich Got tes liebe Füssen, So wird mein end und alles gut: Das ist mein troft- und freuden licht: Ich lasse meinen JEsum nicht. aller fünden. 7. Darum so trau ich dir allein, Wenn tod und teufel wüten: Du wirst mich für der höllen- vein, Das glaub ich fest, behüten. Denn dein sohn 208 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten fohn JEsus Christus hat Für alle meine missethat Am holz genug bezahlet. 2. Er ruft mir zu: nun bin ich dein, Und du bist mein hinwieder; Dich mach ich frey von aller pein, Drum singe friedens- lieder: Ich fülle dich mit trost und freud, Und crône dich mit wonne Dich schmückt mein schönes unschulds kleid Viel schöner, als die sonne. 8. Mein herz wollst du, HErr! durch dein wort zu deinem dienst bereiten, Und weil ich leb', mich immerfort Mit deinen augen lei ten; Daß ich auf deinem wege bleib, Und ob der wahrheit gut und leib, Wenns nohtig ist, zusehe. / 9. Send nicht, wie roß und mauler sind, Die ohn verstand hinleben, und wenn man sie nicht zäumt und bindt, Halsstarrig wis derstreben. Vielmehr gehorchet GOttes stimm, Auf daß euch nicht sein ernster grimm An leib und feel verderbe. 3. Was will mich nun von Chri: sti huld und seiner liebe scheiden? Verklagt mich meine fündenschuld, So faß ich Chrifti leiden: Dis stellet mich in sicherheit, Und stillet mein gewissen; So krieg' ich fried und freudigkeit Zum schild und sanften küssen. 10. Der gottlof' hat viel angst und plag', Das macht sein falsch vertrauen: Denn er vermag an keinem tag Des HErrn gnad an zuschauen. Wer aber sich auf GOtt verläßt, Den wird die gut umfahen fest: Deß freut euch, ihr gerechten! * II. GOtt vater, sohn und heilger geift! Dir sen lob, preis und ehre Für alles, was du uns er: Daß wir fort spühren deine güt, und stets mit willigem gemüht Dir und dem nächsten dienen. Von denen aus der Rechtferti: gung flieffenden Früchten, als I. von dem Frieden des Gewissens. Mel. Durch Adams fall ist zc. 4. Hab dank, o JEfu, GOttes: sohn! Der du den frieden bringest, Der du den höchsten allmachts: thron Verläsfest, und bezwingest Was uns den theuren frieden stöhrt. Laß mich zum tempel werden, Wo nichts als fried und freud einkehrt. Sev selbst mein fried auf erden. freue mich, Die weil ich JEsum funden. Ich lieg und schlafe sicherlich In seinem schooß und wunden. Dis ist der ort, allwo mich nicht Sünd, tod und holle schrecket: Weil mir in Chrifto nichts gebricht, und feine macht mich decket. Ott Mel. Wer nur den lieben GOtt*. 337. Gb ich habe frieden funden; Das täublein ist in seiner ruh. Ich liege nun in JEsu wunden, Mich deckt des vaters liebe zu.. Sein geist bezeuget meinem sinn, Daß ich mit GOtt versöhnet bin. 2. Wie hart schlug des geseges hammer, Da er an mein gewissen schlug! Was fühlt' ich da für angst und jammer; Was merkt ich nicht für selbst- betrug! Der fluch zer336. das mich in den größten schmerz. 3. So bald ich aber den umfangen, Der auch mein friedens- stif ter ift: Kann ich nun troft und guad erlangen, Weil er den fluch für mich gebüßt, und diesen krieg schon beygelegt, Den fatan gegen mich erregt. 4. Mun als von dem Frieden des Gewiffens. 209 sobu, Du giebst ihn, uns zu gut, In noht, tod, spott und hohn; 4. Nun ist die handschrift aus, ewiglich: Uns giebst du deinen gelöschet, Die mir so hart entge gen stund. Da Christi blut mich reine waschet, Tret' ich mit Gott aufs neu in bund: Er liebet mich und zürnet nicht, Weil JEsus felber für mich spricht. 3. Auf daß ein ieder mensch, Der ihn mit glauben fasset, Und als ein kind des lichts Die finstre werke haffet, Dein fel'ges himmelreich Besig in ewigkeit, Und lebe stets bey dir In lauter fried und freud. 4. Hast du mir deinen sohn, O frommer GOtt! geschenket, Den man für mich ans creuz In höchfter schmach gehenket, Der ausge= standen hat Für mich so schwere pein: Wie solltest du mir gramm Und feind noch können seyn? 5. Wer will mid) ist mit recht verdammen? Die schuld verlieret ihre kraft. Durch JEsu heisse liebes- flammen Thu ich dem vater rechenschaft; So kann mein herz nach erster pein In rub und stillem friede seyn. 6. So schenke mir nun diefen frieden, Den diese welt nicht geben kann. War ich zuvor von dir geschieden, So nimm mich nun von neuem an: Und wenn der feind aufs neue droht, So tilge du auch solche noht. 7. Dein friede müsse mich bewahren, Damit mein geist stets ruhig sey. Steh mir in mancherley gefahren mit deiner kraft und gnade bey: Bis mich die himmels- ruh erquickt, Wo mich die fünde nicht mehr drückt. 8. Ach gib mir, deinem armen schaafe, Mein friedens- fürft! dis wolergehn, Daß ich in friede sicher schlafe: Laß mich nach jenen stunden sehn, Worinnen aller frie: de liegt, Der fünde, höll und tod besiegt. Mel. Nun danket alle GOtt. 338. Wott! Wie groß ist deine liebe, Die du zum menschen trägst! Wenn ich mich oft betrübe In meinem creuz, und denk An diese gütigkeit; So wird dadurch mein her: Von aller angst befrent. 5. Nachdem ich bin mit dir Durch seinen tod vertragen. Bin ich gleich trübsal voll; Darf ich doch nicht verzagen. Ich denke bald ben mir An deine lieb' und huld, Und trage, was du mir Auflegeft, mit geduld. 6. Ich glaube feft, daß du Aus liebe, mir zu gute, Mich züchtigst väterlich Mit deiner vater- ruhte, Und werdest endlich noch Abwenden alles leid; Ich weiß, du wirst es thun, O GOtt! ¡ u rechter seit. 7. Wenn mich die fünde drückt Und das gewissen naget: Wenn mich der satan schreckt; Bleib ich doch unverzaget. Denn dein herzliebster sohn Hat meine grosse schuld Der fünden, an dem creuz ie groß ist doch, o Bezahlet mit geduld. 2. Du giebst uns deinen sohn, Uns, die wir fünder waren, Die wir zur Höllen- pein Mit schmersen sollten fahren und brennen 8. Er hat für alle welt Den bit: tern tod gelitten, und aller menschen schaar Die feligkeit erstritten. Hierauf verlaß ich mich, und schliesse, daß ich sey Ein kind der seligkeit, Und von der fünde fren. 9. Durch sein verdienst kann ich Vor dir, mein GOtt! bestehen, Und aus der welt getroft In deinen himmel gehen. Erhalte nur in mir Des wahren glaubens kraft, O Tit 210 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten Die mich mit dir verbindt, Und| kein schade, Denn wir habenGOt neues leben schafft. tes gnade; Ja wir überwinden weit, Denn Gottliebt uns jeder: seit. * 10. Wenn einst die stunde Edmmt, Da ich die welt foll lassen; So wollst du meinen geift In dei ne arme faffen; Und führe ihn hinauf Zu jenem freuden licht, Wo lieblich wesen ist Vor deinem angeficht. II. Da will ich, treuer GOtt! Hochpreisen deine thaten, Wo durch du mir so wol An seel und leib gerahten: Wenn ich in stolzer rub Leb ohne end und zeit, Und weiß nicht mehr von furcht, Von schrecken, krieg und streit. s. Ja ich weiß gewiß, und glau be, Daß kein leben, daß kein tod Mir die liebe GOttes raube, Ob gleich welt und hölle droht: Weder macht noch wunder werke, Fürstenthümer, engel, stärke, Noch was ist und künftig ist, Scheidet mich von JEfu Chrift. ? 6. Weder was man hoch und prächtig, Oder tief und niedrig nennt, Noch sonst ein geschöpf ist mächtig, Daß es mich von Jesu trennt, Daß es mich von GOttes liebe, und von seiner gnade triebe, Die allein in JEfu ChriftMeinem HErrn und heiland ist. 2 Von der Gnaden- Kindschaft 339. Wer Mel. JEsu meines Lebens leben. er will, was GOtt auserwählet, Was er selbst gerecht gemacht, und zu feinen Findern zählet, Zu verkla gen seyn bedacht? Weil GOtt, die erst sünden knechte, Selbst erklä-! und heil ist hie, Wesſen macht ver: Gottes. danimet sie? Mel. Allein GOtt in der höh. 340. ner ches! Dis fann mein herze laben, Ich soll dereinst 2. Hier ist Christus, der gestors im himmel plak Bey meinem JE ben Ja auch auferwecket ist, Welfu haben. Ich soll in aller angst und cher durch sein blut erworben, Was geraubt des satans list: Die fer sizet GOtt zur rechten, Seine schaafe zu verfechten; Er vertritt uns stets bey GOtt, Und erlöft aus aller noht. pein Sein liebstes kind und erbe seyn, Bis ich zur ruhe komme. 2. Was acht ich doch ein für stenthum? Was eines Königs cro ne? Dis ist mir viel ein größrer ruhm, Daß mich zu Gottes sohne mein theurer heiland selbst ge macht, Als er am creuze ward ges fchlacht um meiner fünde willen. 3. So wird uns nunmehr nichts scheiden Von des höchsten liebestreu, Steine freude, keine leiden; Seine huld bleibt ewig neu. Creuz, verfolgung, trübfal, schmerzen Trennen nicht mehr unsre her: sen: Wir besiegen creuz und noht, Hunger, schwert, gefahr und tod. 3. Was kann mir jest der teufel thun? Was fünde, tod und hölle? Ich kann für ihnen sicher ruhn, Weil JEsus mein geselle Und liebster bruder worden ist, Der alle bitterkeit verfüßt Im leben und 4. Werden wir auch, wie gesim sterben. fchrieben, Durch den ganzen tag gekränkt, zu der schlachtbank hingetrieben, und mit ach und wch getränkt: O dis ist uns ja 4. Nun wol! so will ich auf der welt Mit Gott nach sons nichts streben, Als, wie es seinem raht gefällt, Beständig fromm leben, als von der Gnaden- Kindschaft Gottes. 211 leben, Sonst kam ich um mein kin- zeigt, was dieser schudden welt des- recht, und würde wieder sagebricht, Die blind verbleibt bey tans knecht, Wenn ich nicht JEfu seinem licht. Ich bin nun an der folgte.ht, Wenn feele reich, Werd einst den engeln GOttes gleich. 7. Drum rufich: vater! Du bist mein, Ich soll dein kind und erbe seyn: Dis lehret mich dein guter geist, Der mich im glauben beten heißt; Ja, der versichert her; und sinn, Daß ich von dir erhdret bin. 8. Dir, welt! dir hab ich abges fagt, Weil deine lust doch endlich plagt; rast; Dieweil ſie leib und feel bes Stell, liebe feels! itt trübt, Und ewge quabl zum tobie giebt. Die GOtt den seinen hat bereit. suche iene seligkeit, 5. So lang ich aber dieses thu, Was er gethan will wissen; So kann die innre seelen- ruhmir alles leid verfüssen. Was acht ich hoheit, gut und geld? Was frag ich nach der ganzen welt, Wenn GOtt mein vater heisset? Mel. Vater unser im himmelr. 341. Stell, liebe feele! dich in ruh, Und mit zuversicht herzu, Wir wollen hin zum vater gehn, Den wir so liebreich vor uns sehn; Zum vater, der uns nacht und tagMehr locket, als man glauben mag. 2.Dein vater ruft ia für und für: Komm, meine seele! komm zu mir, Daß ich dir geb, o liebstes Find! Was dir mein raht ersprießs lich findt; Jch mache ja von her zens- grund Aus gnaden mit dir eis nen bund. Am HErrn, dem all mein thun be 9. Indessen hab ich meine luft wußt, Der mir in nähten helfen an, und glaube, daß er mich erkann: Drum ruf ich ihn, als vater, quickt, Wenn mich die laft des creuzes drückt und nacht: Mein vater! nimm 10. In schwachheit klag ich tag dein kind in acht. In armuht fleh ich voll begier: Mein vater! wende dich zu mir. Ich ruf in höchster traurigkeit: Hilf, vater! es ift bohezeit. 3. Du bist ja meiner hände werk: So bleib ich deiner schwachheit stårk, Und stehe ben dir in der noht: Ich lasse dich auch nicht im tod. Ich helfe dir zu jederzeit, Wenn deine seele zu mir schreit. 4. Dein vater heiß ich ewiglich: Darum gedenk ich stets an dich, Und merk auf dein geschrey, so oft Dein glaub auf meine gute hofft; Dageb ich, was dir ndhtig thut, Was dir an leib und seele 3. Von der Vereinigung mit gut. Gott und JEsu. II. So grausam scheint mir keine noht, So bitter nicht der herbe tod: Ich fühle troft, ich spühre raht, Wenn mich mein Gott erhöret hat. Drum, schnöde welt! fahr immer hin, Weil ich ein kind des höchsten bin. 5. O herrlichkeit! o ehr und Mel. Wie schön leucht uns der zc. Die uns kinetreuer birt und bern macht.& liebe! daß der fars ke GOtt, Der herzog und HErr ze baoth, Der alle ding erhält allein, Will unser aller vater seyn. 342. Gottes Lamm! Mein freund und schönster brautigam! Du ftritteft, uns zum frics den: Du mußtest, da du dir zur 6. Wie tief hat sich mein GOtt braut Die seele wiederum verBencist! Meil er uns alles dis ertraut, Die sich von dir geschieden, Schans 212 Von der Heiligung, Nechtfertigung und ihren Früchten Schande, Bande, Strick und fets ten, Sie zu retten, Schwer empfin den, Uns getrennte zu verbinden. 2. Dein gnaden- wort, dein sa crament Vereinigt das, was sich getrennt, Mit dir und GOtt aufs ncue: Wenn mich dein geist zur buffe weckt, Wenn des gesetzes fluch mich schreckt; So muß mein geist in reue Herzlich, Schmerzlich und zerschlagen Dis beklagen Voller sorgen, Daß dein licht vor mir verborgen. 7. Ich erd und asche! wer bin ich? Und wer bist du, HErr! daß du mich Zum tempel dir erbauet? Geheimniß! du bist warlich groß, Bom teufel macht mich Jesus los, Und hat sich mir vertrauet. Zagen, Plagen und die strafe Aller schaafe Drückt den hirten, Zur erlösung der verirrten. 3. Wenn aber dein getreuer geist Mich los von diesen banden reißt Im facrament und worte; So hör ich dich: kommt her zu mir! Drum nah ich mich getrost zu dir, Zu dir, der gnaden- pforte. Lehre, Mehre, Gnaden pforte!* 9. Mein brautigam! du lebst in In dem worte Meinen glauben, mir, Mein HErr und GOtt! ich Daß ibn niemand könne rauben. leb in dir: Dis band laß ewig blei: 8. Ja weil er meine sünden trug, Dieweil das schwert den hirten schlug; So litt er meine strafe. Sein leben aber ist nun mein, Mein freund ist mein, und ich bin sein; Er ist es, der die schaa fe Kennet, Rennet. JEsus kriegs te, JEsus siegte, JEsus kämpfte, Daß er meine feinde dämpfte. 4. Der glasbe machet mich geben. Ach lebe du in mir, daß ich recht: Im glauben find ich böser Die todten fünden, welche dich knecht Den himmel hier auf er: Aus meinem herzen treiben, Hasse, den. Im glauben werd ich JEsu Laffe, Und die brüder, Deine glie: braut, Und GOTT zum tempel der, Herzlich liebe Nach des reis aufgebaut: Denn durch den glau- nen geistes triebe. ben werden Sünder Kinder; Un- 10. Du wohnst dey mir in dieser gerechte Todes- knechte Sollen lezeit, Bey dir wohn ich in ewigkeit; ben: Dùrre reiser werden reben. Hier heißt es nur vertrauen: Doch hab ich gnug versicherung, Die völlige vereinigung Und hochzeit dort zu schauen. Wende, Ende Alles leiden, Laß mich scheiden, Nach dem sterben Ungetrennt mit dir i * 5. Also hat sich das höchste gut Der menschen herz, durch JEsu blut, Zur wohnung auserlesen; Drey, die ein einger GOtt nur find, Verbinden ein gerechtes Find Mit ihrem höchsten wesen. erben. Leben Geben Ihrer liebe Reine triebe uns auf erden, Daß wir eins in ihnen werden. 6.So Ben ihr kehrt Gott und JEsus 6, kann die ſeele frölich seyn, ein, Sie bleiben unzertrennet! Und meinen gliedern bleibt der ruhm, Daß GOtt sie selbst sein eis genthum Und Chrifti glieder nennet. GutesMuhtes Kann mein lebenGOtt erheben, und mit fingen Ihn zu loben, opfer bringen. Melodey 24. freundschaft immer auf die glei 343. Beschränkt, ihr weis chen, und leugnet, daß sich Gott gefellt mit denen, die ihn nicht er reichen. Ist GOtt schon alles, und ich nichts, Ich schatten, er die quell des lichts, Er noch so stark ich noch so bldde. Er noch so rein, ich noch so schnide, Er noch so groß ich als von der Vereinigung mit Gott und JEsu. 213 ich noch so klein: Mein freund ist| len geist. Mein freund ist meines mein, und ich bin sein. 2. Mein Goel*, mein Immanuel, Mein mittler konnte mittel fin den, Sich meiner hochbedrängten feel, Die ihn herab zog, zu verbin den. Mein Salomon, mein Jo nathan, Mein brautigam, mein GOtt und mann Keam von dem himmel auf die erden, Mein muhtund blutes- freund zu werden, Ein leib und geist, mein fleisch und bein: Mein freund ist mein, und ich bin sein.* erlöser. Hiob 19, 24. lebens leben. Nach einem, der mich seine heißt, und sonst nach keinem soll ich streben; Dem ich mich, der sich mir ergiebt, Den ich, und der mich wieder liebt, Bon' dem ich nichts mehr kann begehren: Der mir nichts beffers kann gewähren. Dis licht verblendet allen schein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. 3. GOtt, welcher seinen sohn mirgab, Gewährt mir alles mit dem sohne; Nicht nur sein creuz, nicht nur sein grab, Auch seinen thron, auch seine crone: Ja, was er redet, hat und thut, Sein wort und geist, sein fleisch und blut, Was er gewonnen und erstritten, Was er geleistet und gelitten, Das raumet er mir alles ein. Mein freund ist mein, und ich bin sein. 7. Ohn ihn ist mir der himmel trüb', Die erd ein offner höllens rachen: Hingegen kann mir seine lieb' Die eindd selbst zu eden machen. Ohn ihn ist mir, trok aller meng: Die zeit zu lang, die welt zu eng. Ich bin, wenn feind und freunde fliehen, Wenn sich die engel selbst entziehen, Zwar einsam, aber nicht allein. Mein freund ist mein, und ich bin sein. 4. Ich finde nußen, lust und ehr Bey unserm bund im höchsten grade. Er heischet von mir sonst nichts mehr Als glauben; und ich nichts, als gnade. O wol der wahl, die uns gefügt! Weg reu und tausch! ich bin vergnügt In ihm, und er mit mir zufrieden: Drum bleibt ben beiden ungeschie den Ein herz und mund, ein ja 9. Sein ist mein leib und meine und nein. Mein freund ist mein, und ich bin sein. 8. Man nehme alles, was ich hab, Man gebe mir nichts, was ich heische, Man schimpfe mich, man streif' mich ab, Man zich' mir kleid und haut vom fleische, Nehm' speif und trank, und was man will: Mein freund bleibt meine hüll und füll: Die welt mag mir nur alles rauben; Sie lassemir nur meinen glauben, So bleibt das beste dennoch mein. Mein freund ist mein, und ich bin sein. 5. 3war kann er aller christen muhtMit seiner liebe fattsam wei den; Wir dürfen um dis höchste gut Nicht eifern, noch einander neiden. Durch unsern grössesten genuß Erschöpft sich nicht sein überfluß; Drum will ich ihn zwar keinem leugnen, Doch mir vor allen fest zueignen: Welt! zank dich um das mein und dein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. 6. Mein freund ist meiner secfeel, Die er erschuf und auch ers löfte, Hier nährt und falbt mit freuden- öl, Bis er dort beide ewig träfte. Sein ist mein muht, sein ist mein sinn, Sein ist, mit kurzem, was ich bin; Ja, was ich um und an mir habe, Ift alles seine gnaden- gabe, Die macht mich auch vom undank rein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. 10. Sein ist mein wert, fein ist mein ruhm. Er suchte mich, eh ich ihn fande. Ich habe für men, eigenthum Sonst leider nic, its 03 als 214 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten als sünd und schande; Doch hat, herze hin, und lieb' auch mich, weil mein freund auch diese last, Zu- ich der deine bin. sammt dem creuz, auf sich gefaßt; Und, meine feindschaft abzuschaffen, Die scharf- gebüßte schuld und strafen Verscharrt in seines grabes schrein. Mein freund ist mein, und ich bin sein. 4. Ja, nimm mich ganz nach dei nem heilgen willen, Und eile, mein verlangen zu erfüllen. Ich bin schon selig hier in dieser zeit, Weil Jesus sich mir selbst zu eigen weiht. 1940 1.Sein ist mein glück und meis ne zeit, Sein ist mein sterben, und mein leben zu seinem ehren- dienst geweiht, von ihm bestimmt, und ihm ergeben. Es kömmet, was ich laß und thu, Bon ihm her, und ihm wieder zu. Sein sind auch alle meine schmerzen, Die er ihm zärtlich zieht zu herzen. Er fühlt und ahndet meine pein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. s. Was kannst du doch, o seele! mehr verlangen? Auf! schäme dich, dem eiteln anzuhangen. Ach nimm mich bald, mein JEsu! von der welt, Mein vaterland ist dort das himmels- gelt. 12. Es jürn' und stürme teder feind, Er macht nicht, daß ich viel erstaune. Der richter ist mein beMel. 3. Mein Gott ich bin fest. Esu! komm dei Komm 345.I nem vater, stemm zu mir, ich liebe dich. Komm, o treuer seelen- rahter Heilger geist! erfülle mich. Laß mich, o dreyei: nig wesen! Dir zur wohnung seyn erlesen. noda 2. Laß mich, JEsu! deinem worte Bollen glauben stellen zu: Denn dis ist die rechte pforte 30 der füffen seelen- ruh. Niemand Mel. Mein herz und feel den zc. 344. den Der in freund; Drum schreckt mich nicht die welt- poſaune. Ob er und himmel bricht und kracht, Ob leib und seele mir verschmacht't, Ob meine beine gleich verwesen; So wird mein wahl- spruch doch gelefen An meines finstern grabes stein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. mir, mein rechtes leben, und mache mich an dir zum edlen reben. Ich kann und will nicht ferner meine seyn; Verleibe mich nur dir, mein heiland! ein. 2. Was bin und kann ich ohne dich doch machen? Ich steckte ia der Höllen in den rachen, und konnte nicht vor meinem GOtt bestehn; Hätt ich nicht theil an dir, müßt ich vergehn. A 6.So komme denn zu mir, mein licht und leben! Und mache mich an dir zum edlen reben. Gib, daß mein herz durch dich viel früchte bringt, Und hier und dort dir freu: den lieder singt. 3. Drum soll die glaubens- hand dich fest umfassen, Du wirst, mein heil! dis treue band nicht haffen. Ich liebe dich: drum nimm mein deinen wort zu finden. 3. Sende nun, o vater! sende Deinen geist von deinem thro Der mein herze richt und wende Zu dem, was dein liebster sohn, Deffen wort wir oft gehöret, Uns von deinem willen lehret. 4.Von mir selbst kann ich nichts fassen, Mein Herz ist verfinstert ganz. Ich geh auf den irrthums straffen, Wo nicht deines geiftes glan; Den verblendten sinn re aieret, Und zur hellen wahrheit führet. dun mismo com 5. Zünde an die liebes- kerzen, Mache als von der Vereinigung mit GOtt und JEfu. 215 Mache brünstig geist und muht, ich will gern aufstehen, und mit Wehrter geist! laß unsre herzen dir von hinnen gehen. Brennen in der reinen glut. Schaff, daß deine heilge flammen Schlagen über uns zusam men. 6. Führe mir stets zu gemühte, Was mir JEsus zugesagt; Daß ich traue feiner gute, Wenn vielleicht der zweifel fragt: Ob auf meine bitt' und flehen Hülf und rettung werd' ergehen? 37. Es kann keine noht nicht haben, Denn mein JEsus wohnt in mir. Ich geniesse seiner gaben, Die fein geist mir stellet für: Wenn ich ihn beständig liebe, Und in seinem wort mich übe. 8. Wer nach seinem wort nicht lebet, Und ihn nicht von herzen liebt, Nur nach schudder wolluft strebet, Der muß ewig seyu be trübt. Gott wird nicht in ihm mehr wohnen, Sondern ihn mit joru belohnen. 9. Mein herz! du darfst nicht erschrecken, JEsus ist dein auf enthalt: Denn fein friede wird dich decken Wider alle feinds gewalt. Alle wuht vergeblich stürmet, JEsu friede dich beschir met. 10. Fahre hin mit deinem fries de, Mehr als feind gesinnte welt! Deiner werd ich zeitig müde, Weil dein friede bald zer: fällt. Gottes fried erfreut die herzen, Welt! dein friede bringet schmerzen. u. Nun soll weder angst noch leiden, JEsu! weder macht noch list Mich von deiner liebe scheiden, Weil dein friede ben mir ift. Ja, es follen meine sinnen Nichts als JEsum lieb gewinnen. 2. JEsu! der voraus gegangen Durch den tod zum vater hin: Hohl mich, der ich mit verlangen Dir zu folgen willig biu.Willt du? Mel. Wer nur den lieben GOtt xc. 346, ott lob ich habe dich gefunden In deinem wort, o lebens fürft! Und glaube, daß durch deine wunden, Du meine schwachheit heilen wirst. Du bist mein troft und glaubens licht: Ach! fegne mich ich laß dich nicht. 2. Ich halte dich: das welt- getümmel Mag toben, wie es immer will; Ich sehne mich nur nach dem himmel, Da find' ich das ges wünschte ziel, Sest sich gleich alles wider mich, Bleibt doch mein wort: ich halte dich. 3. Hältst du mich auch, wer kann mich reissen Aus deiner treuen vater- hand? Wie du mir gnädig haft verheissen; Dein wort dient mir zum unterpfand: Wenn mich die ganze welt verläßt, Soll deine hand mich halten fest. 4. Wer aber JEsum will bes halten, Der muß auch eifrig seyn bemüht, Daß welt- lust mög' in ihm erkalten, und war vom bösen in ihm blüht. Werliebt die lifte dieser welt, Thut nicht, was setnem Gott gefällt. f. Wenn du auch deine gnadenblicke, Mein JEsu! mir entziehen willt, weil sich gedusert bife tücke, Die nur auf fünden abgezielt; So blicke mich bald wieder an, Daß mich gereut, was ich gethan. 6. Durch glauben kann man dich besiegen, und wahre busse feffelt dich: Drum will ich dir zu füssen liegen, Mein Gott! mein Gott erhöre mich! Mein hoffen steht zu dir allein: Wie kann ich denn verlassen seyn? 7. Ich laß dich nicht, mich mag verlassen Wasimmer will in dieser 04 welt. 216 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten welt. Was odem hat, das mag, lebens- licht, Nach ihm nur ficht mich haffen: Nur dir, mein GOtt! mein sinn. fen's heimgestellt; Was mir bege: gnen soll und kann, Nehm ich von 6. Ich laffe JEfum nicht, Ich hang als eine klette An ihm, und er an mir: Dis ist die liebes- kette, Mit der sind wir verknüpft, Daß uns nichts trennen kann: Mit dies ser zieht er mich Beständig him. mel an. 7. Drum laß ich JEsum nicht, Ich mag vom schlaf erwachen, Ich mag jur ruhe gehn; So bleibt in allen sachen Doch JEfus meine luft. Auf ihn nur ist gericht Mein dichten und mein thun: Ich lasſe Esum nicht. 8.Will neid und spott mein kleid beflecken, Will mich umgeben angst und noht, Will mich gefahr und unglück schrecken, Will mich beschnellen fünd und tod; So ftell ich meine zuversicht Auf dich, mein GOtt! verlaß mich nicht. Mel. Nun danket alle GOtt ze. ch lasse JEfum 347. Inicht: Mit Jeſu ist gut leben. Er ist, der anfangs mir Das leben gegeben, Er ist der mirs vermehrt, Er in der mirs erhält, Wenn gleich der erden- ball Bergehet, bricht und fällt. 2. Ich laffe TEN JEsum nicht: Mit JEsu ist gut leiden. Er lindert mir mein creuz, Er führet mich zu freuden Durch creuz und traurigkeit. Wenn JEsus bey mir ist, Wird mir die bitterkeit Des creuzes ganz versüßt. 3. Ich lasse JEsum nicht: Mit JEsu ist gut ftreiten: Will teufel, welt und tod Sich rüsten und be reiten, zu streiten wider mich; So steht mir JEsus bey, Er kämpfet felbft für mich, Macht mich von feinden frey. 4. Ich lasse JEfum nicht: Mit JEsu ist gut sterben. Wenn er nur ben mir ist, So kann ich nicht verderben. Er führt mich durch den tod In jenes freuden- zelt. Drum halt ich JEsum feft, Der mir al lein gefällt. 5. Ich lasse JEfum nicht: Denn wenn ich ihn nur habe; So hab ich hier und dort Die allerbeste gabe. Ohn dieses höchste gut Acht ich nichts für gewinn. Er ist mein Meloden 25. ch will mich mit 348. dir verloben, Süß fer JEsu! du allein Wirst von mir aus lieb' erhoben: Nunmehr bin ich gänzlich dein. Zwar die welt wird mich stets haffen, Denn sie haffet dich zugleich. Kann ich aber dich umfassen, So bin ich ver. gnügt und reich. AND 2. Alles soll mir eckel machen, Was zur eitelkeit gehört: Und in allen meinen fachen Werde JE sus nur geehrt. Sollt ich JEfum denn nicht lieben, Der mich vor der welt erwählt? Sollt ich JE sum noch betrüben, Der mich i den feinen zählt?@ 3. Nein, die ganze welt foll wissen, Daß ihr thun mir nicht gefällt. Ich will meinen JEsum küssen, Welcher mich umarmet hält: Seine lieb' hat mich umfalls gen, Diese bande laß ich nicht; Denn mein sehnliches verlangen Ift allein auf ihn gericht. 4. O wie lang hab ich verzogen Und dich, seelen- freund, veracht; O wie oft ward ich betrogen, Und von dir hinweg gebracht! Aber nun soll uns nichts scheiden, Nicht das leben, nicht der tod, Nicht Das 217 no als von der Vereinigung mit Gott und JEsu. das creuz, nicht schmach und leis| sein licht, Welcher mich mit Gott den, Weder unglück, schmerz, noch verföhnet, Und befreyet vom genoht. richt: Meinen JEsum laß ich nicht. 5. Stärke du mir meinen willen Wider meiner feinde list; Denn du mußt in mir erfüllen, Was dem fleisch unmöglich ist; Laß mich nicht mehr von dir wanken; Ach! wo soll ich sonst auch hin? Weil ich nicht nur in gedanken, Sondern wirklich bey dir bin. 6. Nun sen tausendmahl gegrüs fet, JEfu, meine füffe luft! Sep mir geküffet, du mir allein bewußt, Sey mein wunsch und mein bestreben, Sen main brautigam und hort; Sey du meiner feelen leben, Sey mein alles hier und dort. Mel. 8. JEfus meine zuversicht. einen JEfum laß 349. er sich für mich gegeben, So er fodert meine pflicht, Kletten- weiß an ihm zu kleben. Er ist meines lebens licht, meinen JEsum laß ich nicht. 2. JEsum laß ich nimmer nicht, Weil ich soll auf erden leben. Ihm hab ich voll zuversicht, was ich bin und hab, ergeben: Alles ist auf ihn gericht. Meinen JEfum laß ich nicht. 3. Laß vergehn geruch, gesicht, Hören, schmecken, fühlen weichen; Laß das leste tages- licht mich auf dieser welt erreichen: Wenn der lebens- faden bricht, Laß ich meis nen Jesum nicht. 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, Wo vor seinem angesicht Frommer christen glaube pranget. Mich erfreut sein angesicht, Meinen JEfum laß ich nicht. <. Nicht nach welt, nach him mel nicht Meine feele wünscht und schnet; JEfum wünscht sie, und 6. JEsum laß ich nicht von mir, Geh' ihm ewig an der seiten: Christus läßt mich für und für Zu den lebens bächlein leiten. Selig! wer mit mir so spricht: Meinen JEsum laß ich nicht. mir nicht Mel. 18. HErr deine allmacht 2c. 350. Mein herz ach! rede Ich muß von hinnen eilen: Ich muß bald bey dem lämmlein seyn. Was soll ich hier verweilen, Wo eitelkeit, wo keine ruh? Mein geift eilt nach dem himmel zu. 2. Mein herzens- freund! dich laß ich nicht, Ich kann nichts bess sers haben: In dir ist freude, trost und licht, laben. Nichts ist, das mir vergnügung giebt, Als wann mich JEfus herzlich liebt. 3. Du, du bist mein, und ich bin dein, Wir sind in eins verbunden: Dis gute theil hab ich allein Durch deine heilge wunden. Du bist mein fels, der mich nicht läßt; Auf dir ruht meine seele fest. 4. HErr JEsu! ohne dich muß mir Die welt zur hölle werden: Ich habe, häng ich nur an dir, Den himmel schon auf erden. Es quillt mein lebens- trank von dir, Das lebens- manna giebst du mir. s. O sel'ge stunde! da man dich Kann recht ins herze schliessen! Wie läßt du da so füffiglich Heil, gnad und friede fliessen! So oft das herze nach dir blickt, Wird es mit himmels luft erquickt. 6. Das schwerste creut wird leicht und klein, Denn du selbst hilfft es tragen: Du richtest es zum besten ein, Kannst nicht von herzen plagen. Dein ruhten05 ftreich 218 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten streich ist voller huld, Dufoderst, Regte mir oft das gemüht, So ich nur von uns geduld. etwa ausgetreten, Daß ich wieder kam mit beten. Liebster JEsuze. 7. Führst du mich nun gleich wunderlich, mein freund! durch leid und freude: Weiß ich den noch, daß alles mich Von deiner lieb' nicht scheide. Es führet mich dein wunder- pfad zu dir, in meines vaters stadt. 8. Ich übergeb mich deiner hand und deiner treuen liebe: Du bist entfernt vom unbestand In deinem liebes- triebe. Dein her; ist immer einerley, Gerecht und fromm und ewig treu. 9. Nun blinde welt! such immerhin Nur koht und dunst der erden; Nur JEsus ist, in dem mein sinn Kann recht ergetzet werden. Drum rede mir nur niemand drein, Ich will und muß bey JE su seyn. 300 Mel. JEsu meines Lebens leben. Efu, meiner seelen le351. ben, Meines herzens höchste freud! Dir will ich mich ganz ergeben Jeko und in ewig keit: Meinen GOtt will ich dich nennen, und vor aller welt beken nen: Liebster JEsu! du bist mein, Und ich bin und bleibe dein. 2. Deine hand hat mich bereitet, Dein mund blies mir odem ein; Deine guad ward ausgebreitet Als zur decke, ob dem schrein, Der mich hatte erst verschlossen; Dar um sag ich unverdroffen: Liebster JEsu ic. r. Ach! wie oft hat meine jus gend Deine gnaden- hand gefaßt, Wenn die frömmigkeit und tu gend War in meinem sinn ver: haßt! Ohn dich wär ich längst ver: dorben und in fünden hin gestor. ben. Liebster JEsu ze. 6. Jrr' ich, sucht mich deine lie be; Fall ich, hilfet fie mir auf. Kommt es, daß ich mich betrübe, Stillet sie den thränen- lauf. Bin ich arm, giebt sie mir guter; Hast man mich, ist sie mein hüter. Lieb ster JEsu zc.ningity 7. Schmäht man mich, ist sie mein' ehre; Trotzt man mich, ist sie mein truß. Zweifl' ich, ist sie meine lehre; Jagt man mich, ist sie mein schuß. Niemahls hab' ich was begehret, War es gut, ich bins gewähret. Liebster JEsu zc. 8. Deine süsse lieb' und güte Hast du in mein herz geflößt: Drum wird mein verzagt gemüb; te Aufgerichtet und getrößt. Durch den vorschmack iener freuden Line derst du mir creuz und leiden. Liebster JEsu zc. 3. Deine gut hat mich um fangen, Als mich erst die welt em pfieng. Dir bin ich schon angehan: gen, Als ich an den brüsten hieng. Dein schooß hat mich aufgenom men, Wenn mein herz nur zu dir kommen: Liebster JEsu ic. 4. Auf der kindheit wilden we gen Folgte mir stets deine gut; Deines geistes trieb und regen 9. Dein geist zeiget mir das er be, Das du mir dort beygelegt. Ich weiß, wenn ich heute sterbe, Wo man meine feel hinträgt, zu dir JEsu! in die freude: Troß! daß mich was von dir scheide. Liebster JEsu zen, ha 10. Dieses alles ist gegründet nicht auf meiner werke grund. Dieses, was mein herz empfindet, Thu ich allen menschen kund, Daß es kommt aus deinem blute, Das allein kömmt mir zu gute. Liebster JEsu zc. II. Drum ich fierbe oder lebe, Bleib ich doch dein eigenthum: An dich ich mich ganz ergebe, Du bist meiner feelen ruhm, Meine als von der Ruhe und Freude in GOtt. 219 juversicht und freude, Meine Mel. Herzlich lieb hab ich dich zc. füssigkeit im leide. Liebster JE fu! du bist mein, Und ich bin und 353. HErr JEfu Chrift, bleibe mein höchstes gut; Mein seelen- schar, mein her; und muht, und aller sinnen freude! Ich bleibe dennoch stets an dir, So ist auch nichts, das dich von mir und unsrer liebe scheide. Du machst mir deinen weg bekannt, Hältst mich bey deiner rechten hand, Regierst und führst den lebens- lauf, und hilfest meiner schwachheit auf. HErr JEsu Chrift:,: du bist mein licht; Ich folge dir, so irr ich nicht. 4. Von der Ruhe und Freude in Gött. 2. Du leitest mich nach deinem raht, Der anders nichts beschlos Mel. 8. JEsus meine zuversicht. sen hat, Als was mir segen brinabe deine lust am get. Gehts gleich zu zeiten wunHErrn, Denn er derlich; So weiß ich dennoch, daß schenket luft und leben; So wird durch dich Der ausgang wol gelindir sein gnaden- sternTausend hol- get. Nach hartem tritt auf rauher de ftrahlen geben: Denn er beut bahn Nimmst du mich dort mit ehdir treulich an, was dein herz nurren au, Wo mich vor deinem wünschen kann. 352. abe 2. Laß der welt die eitle luft, Die in weinen sich verkehret: Wer nur feele, geist und brust GOtt zum ei genthum gewähret; Trifft in allen stücken an, Was das her nur wünschen kann. throu erfreut Die crone der gerechtigkeit. HErr JEfu Chrift:,: ach! mit begier Wünsch ich zu seyn, mein GOtt! bey dir. 3. Mein alles ist auf dich gericht, hab ich nur dich, so frag ich nicht Nach himmel und nach erden. Denn war der himmel ohne dich; So könnte keine luft für mich In tausend himmeln werden. Wärst du nicht schon auferden mein, Mögt' ich auch nicht auf erden seyn: Denn auch die ganze weite welt Hat nichts, das mir, wie du, gefällt. HErr JEsu Christ:,: wo du nicht bist, Ift nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch creuz und noht, Durch marter, durch gewalt und tod Auch feel und leib verschmachten: Dis alles wird, wenns auch noch mehr, Ja gar wie eine hölle wår, Mein glaube doch nicht achten. Du bist und blei best doch mein heil, und meines her: 12. Hör noch, JEsu! dieses flehen, und verwirf die bitte nicht: Wenn mein' augen nicht mehr sehen, Wenn dem munde kraft gebricht Sonst noch etwas vorzu tragen; Laß mich noch im sterben fagen: Liebster JEsu! du bist mein, und ich bin und bleibe dein. 3. Lust an GOtt steigt über sich, Wenn man GOtt im worte ken net. Luft an GOtt ist innerlich, Wenn man in der Liebe brennet. Solche luft zeigt alles an, Was das herz nur wünschen kann. 4.Wer die lust am HErren hat, hat auch lust an seinem willen, Suchet ihn durch wort und that Unverdrossen zu erfüllen: Und so trifft er alles an, Was das Herz nur wünschen kann. 5. Ist die luft nicht ohne laft? Trag geduldig die beschwerden: Wenn du wol gelitten haft, Wirst du erst recht freudig werden, und trifft dort im himmel an, was dein herz nur wünschen kann. 220 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten herzens trost und theil; So wird und muß durch dich allein Auch leib und seele selig seyn.HErr JE: fu Chrift:,: ich hoffe feft, Daß deine kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht, und auf der welt Dir nicht beständig glauben halt: Muß freilich wol ver derben, und kann, weil er die lust und pracht Des fleisches hier zum himmel macht, Den himmel dort nicht erben.Wer teufeln folgt, und ärgerlich In sünden lebet wider dich, und denkt an keine busse nicht; Den bringst du um durch dein gericht, HErr JEfu Chrift:,: und bist dabey Dem, der dir treu ist, ewig treu. Mel.Wie schön leucht uns zc. 1 braunte? Bis mir Von dir Licht und leben Ward gegeben,' Dich zu kennen, Herzlich gegen dich zu brennen. 6. Drum halt ich mich getrost zu dir, Du aber hältst dich auch zu mir, Und das ist meine freude. Ich setze meine zuversicht Auf dich, mein fels! der nicht zerbricht, In freud' und auch im leide. Dein s. So weiß ich auch aus deinem thun soll alles und allein In mei wort, Daß du dich, liebster seelennem herz und munde seyn, Bishort! Nicht ewiglich versteckest. ich dich kann mit augen sehn. Ach! Du thuft vor mir die augen zu, mögte solches bald geschehn! Auf daß du desto grökre ruh Her HErr JEfu Chrift:,: ich warte nach in mir erweckest; Wenn ich drauf, Komm, komm mein schatz! Treulich, Als ein rebe An dir kle und nimm mich auf. be, Auch im leide, Nicht nur in der füffen freude. feelen- luft! Mir ist nichts auffer dir bewußt, Wenn du mein herz erquickest; Weil mir dein kuß so lieblich ist, Daß man auch seiner selbst vergißt, Wenn du den geist entzückest; Daß ich Durch dich, Aus dem triebe Deiner liebe Von der erde, Ueber mich gezogen werde. 3. Die arme welt hat zwarden schein, Als wär ihr schlechtes frd lich seyn Ein herrliches vergnü gen; Allein wie elend gehts vors bey! Da sieht man, daß es blendwerk sey, Wodurch wir uns betri gen: Drum muß JEfus Mit den schätzen mich ergeßen, Die beste hen, Wenn die welt- lust muß ver gehen. 2. Was hatt' ich doch für troft und licht, Als ich dein holdes angesicht, Mein JEsu! noch nicht kannte? Wie blind und thörigt gieng ich hin, Da mein verkehrter fleisches- sinn Von welt- begierden 4. Wer JEsum fest im glauben hålt, Der hat die kraft der andern welt Hier allbereit zu schmecken. Pflegt JEsus gleich zu mancher zeit Bey groffer herzens- traurigfeit Sein antlik zu verstecken; Ift dochSein jochSanft, beleget Den, ders tråget, nicht mit bürden, Welche ihn erdrücken würden. 6. Deshalben soll mich keine 354. war es auch der tod, Bon deinem dienst ab schrecken. Ich weiß, daß mich dein herze liebt: Darum so geh ich un betrübt Mit dir durch dorn und hecken. Plage, Schlage! Ich bin stille: Ifts dein wille Mich zu kränken; Du wirst meiner doch ge denken. 7. Und sollt ich auch, mein sees len- licht! Dein füffes lebens- manna nicht In dieser zeit empfinden; So will ich doch zufrieden seyn, In hoffnung, deinen gnadenschein In iener welt zu finden, wo ich Ewig Mich su laben Dich werd' haben, als von der Ruhe und Freude in GOtt. haben, Dich erblicken, Mich in dei ner huld erquicken. 8. Deswegen, holder menschen sohn! Erkenn ich deine liebe schon, Wenn mich gleich dornen stechen. Dein herz, das mich in trauren sest, Und sich verschleußt, muß doch zulezt Von lauter liebe bres chen. Ja du Giebst ruh Nach den schmerzen, Füllst die herzen Ganz mit freuden, Die mich schon auf erden weiden. 9. Du salbeft mich mit freudenil, So daß sich öfters leib und feel Necht innerlich erfreuen. Ich weiß wol, daß du mich betrübst, Ich weiß auch, was du denen giebst, Die sich davor nicht scheuen. Drum gib Den trieb, Unabwendig und beständig Treu zu bleiben, und recht fest an dich zu glauben. to. Der glaub' ist eine starke hand, Und hält dich, als ein festes band; Ach stärke meinen glauben. Im glauben kann mich niemand dir, Im glauben kann dich niemand mir, O starker JEsu! rauben. Durch dich kann ich Welt und drachen Ganz verlachen, und die fünden Durch den glauben überwinden. 355.36 Esu, meine freude, Meines herzens weis de, JEsu, mein begier! Ach wie lang, ach lange Ist dem herzen bange, Und verlangt nach dir! GOttes lamm, Mein bräutigam! Ausser dir soll mir auf erden Sonst nichts liebers werden. HOME 2. Unter deinem schirmen Bin ich für den stürmen Aller feinde frey. Laß die felfen zittern, Laß die welt erschüttern: Mir steht JEfus bey. Ob es ist Gleich kracht und blist, Ob gleich fünd und hölle schrecken: JEfus will mich decken. 3. Troß dem alten drachen! 221 Troß des todes rachen! Troß der furcht dazu! Tobe welt und sprin: ge! Ich bin hier und singe In gar sichrer ruh. GOttes macht Hält mich in acht, und wird für des satans wüten mich, sein kind, behüten. 4. Weg mit allen schäßen, Du bist mein ergezzen, JEsu meine luft! Weg ihr eiteln ehren, Sch mag euch nicht hören, Bleibt mir unbewußt. Elend, noht, Creuz, schmach und tod, Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von JEsu scheiden. s.Gute nacht, o wesen! Das die welt erlesen; Mir gefällst du nicht. Gute nacht, ihr fünden! Bleibet weit dahinden, Kommt nicht mehr aus licht. Gute nacht, Du stoli und pracht! Dir sey ganz, du lasterleben! Gute nacht gegeben. 6. Weicht ihr trauergeister! Denn mein HErr und meister JEfus, tritt herein. Denen, die GOtt lieben, Muß auch ihr betrüben Lauter freude seyn. Duld ich schon Hie spott und hohn, Bleibst du dennoch auch im leide, JEsu! meine freude. 356.JEfu, meiner feelen rüh, bester schaß dazu! Alles bist du mir allein, Sollt mir fort auch alles seyn. Bad 2. Liebet iemand in der welt Edle schätze, gold und geld; JEsus und sein theures blut Ift mir mehr, denn alles gut. 3. Stellen meine feinde sich Deffentlich gleich wider mich; JEsus reißt aus aller noht, Tilget teufel, höll und tod. m 4. Bin ich krank, und ist kein mann, Der die schwachheit lindern kan: JEsus will mein arzt in pein, Und mein treuer helfer seyn. Bin ich nacket, arm und bloß: Ift mein vorraht schon nicht groß 222 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten groß: JEsus hilft zu aller zeit Mir aus aller dürftigkeit. war es auch der tod, Mein JE fus für mich ringet Und noht und tod bezwinget: Ja aus der höllen rachen kann er mich ledig machen. 6. Muß ich in das elend fort Hin an einen fremden ort; JEsus forget selbst für mich, Schüßet mich da wunderlich. 7. Muß ich dulden hohn und spott Wider GOtt und sein gebot; JEsus giebt mir kraft und macht, Daß ich allen spott nicht acht. 8. Hat der bienen honig- saft Und der zucker süsse kraft; Mein herzliebster JEfus Chrift Tau sendmahl viel süsser ist. 9. JEsus, was durch ohren bricht, Jesus, was das auge sicht, JEfus, was die zunge schmeckt, Und wornach die hand sich streckt. mein und trant, Jesus sey mein lobgefang, JEsus sey mein freuden schall, JEsus sey mein ganzes all. II. Endlich laß, o höchstes gut, JEsu! dein vergoßnes blut, Dei ne wunden, deine pein Meine raft im tode seyn. Mel. Auf meinen lieben GOtt 2c. Dein Jesus ist ge: treu, In noht steht er mir bey: Auf ihn ist gut vertrauen, Drum will ich auf ihn bauen. Ihm bleibt mein her; er geben Im tod und auch im leben. 2. Der welt ihr bester lohn Ist schaden, schimpf und hohn: Wer den nicht will ererben, Der muß der welt abfterben, Muß ihrer nicht begehren, und sich zu JEsu Fehren. 3. Wenn mich der feinde schaar Will stürzen in gefahr, und mich mit hohn belegen; Ist JEsus mir zugegen. Sein schutz sich zu mir wendet, und alle feinde blenbet. 4. In aller meiner noht, und s. Wenn fünden schuld mich plagt, und mein gewissen nagt: Mein treuer JEsus wachet, Mich tröstet und anlachet. Sein leiden und sein sterben Läßt keinen nicht verderben. 6. Scy fort, HErr! mein bey: stand, mein auge, fuß und hand. Hilf mir auf allen seiten, O JE su! muhtig streiten: So will ich deinen namen Bon herzen preifen, amen. Mel. 8. JEsus meine zuversicht ch 358. Gott, Sch bin auch im leiden frölich; Denn ich weiß in aller noht, Daß ich schon in JE fu selig; GOtt, die freuden- quell, ift mein, Darum kan ich frölich seyn. 2. Aber ach! ich menschen kind, Kann ich auch von freuden sagen? Da doch die unzählig sind, Die bald hier, bald dort mich plagen? Doch GOtt selbst mein schuß ist mein, Wol mir! ich kann frdlich seyn. 3. Sünden, o was quält ihr mich! JEsus hat euch schon ge büfset: Creuz und trübsal häufen sich, Dis hat JEsus auch versüß set. Ist der fünden- tilger mein; Wol! so kann ich frölich seyn. 4. Stürmetsatan auf mich los, Will mich höll und tod verschlin gen; So bin ich in Chrifti schooß, Daraus wird mich niemand dringen. Ist der schlangen- treter mein, O so kann ich frölich seyn! 1. Hab ich gleich sonst keinen freund; Ey was kann mir dieses schaden? It mir alle welt auch feind, Steh ich doch in JEsu gnaden. 223 als von der Ruhe und Freude in GOtt. den. Dieser menschen- freund ist Mel. Wer nur den lieben GOtt mein, Mit ihm will ich frölich 359. Wasir ten m sepn. diesem leben Um das, was nur ein raub der zeit? Verspricht mir doch mein GOtt zu geben Den himmel und die seligkeit. Der ist zu geizig, der nicht satt An GOtt und seinem JEfu hat. 6. Bin ich gleich nicht groß und reich, Mangeln mir die beste gaben: Bin ich dem geringsten gleich, Hab ich nicht, was andre haben; Ist doch Gott, der reichste, mein, Und so kann ich frölich seyn. 7. Greift mich schmerz und krankheit an, Daß es aus zu seyn fast scheinet; So kömmt Gott, der helfen kann, und zeigt, daß ers gut gemeinet. Er, der arzt, ist selber mein, Darum muß ich frslich seyit. 8. Wenn mich gleich der feind beschwert, und will mich zu spotte machen: Ist es doch nicht traurens wehrt, Mein Herz kann der thor heit lachen. Gott, mein höchster ruhm, ist mein, Darum kann ich frölich seyn. 9. Droht der tod und reißt mich bin: O so stillet Gott sein wüten. Sterben ist ja mein gewinn; Darum wird mich Gott behüten; Er, des todes gift, ist mein; In ihm kann ich frölich seyn. 2. Versagt mir GOtt der er, den gaben, Glück, ehre, reichthumgut und geld: Mit meinem JEfu kann ich haben Mehr, als den himmel und die welt. Er ist allein mein höchstes gut, Worinn mein her: vergnüget ruht. 12. Gib, daß ich hier jeden tag Frölich lebe, frölich leide, Und dir frölich sterben mag. Gib mir dort die himmels- freude. Wenn du denn da ewig mein, Werd ich ewig frölich seyn. 3. Das wesen dieser welt vergehet, Weil zeit und sterben alles frißt. Mein bestes theil bleibt und bestehet, So lang ein Gott im himmel ist: Und wenn der himmel selber bricht; Vergehet doch mein himmel nicht. 4. Fahr hin, du stolzes nichts der erden, Das fleisch und blut sein alles nennt! In GOtt kann ich vergnüget werden, Von dem mich auch der tod nicht trennt. Was macht mir doch mein herze schwer? Ich habe GOtt: was wünsch ich mehr! 10. Herz und geist erfreut sich nun, Es erfreut sich muht und sees le. JEsu! gib, daß alles thun Dich zum zweck und siel erwähle. Laß 360.Abenken, Dennt er Mel. Von GOtt will ich nicht zc. will ich gemich, o mein sonnenschein! Ohne dich nicht frölich seyn. II. Gib, daß ich da traurig bin, Wo das trauren hingehöret; Sonstigib, daß mit frohem sinn Mein Herz nichts, als dich begehret. gedenkt an mich. Wenn mich die sorgen kränken; So hebt mein herze sich zu meinem Gott empor: Bald weichen alle schmerzen, Denn er stellt meinem herzen Nichts, als vergnügen vor. Du bist meine freud' allein, Durch dich kann ich frölich feyn. 2. Denk ich an seine liebe, Wie werd ich doch entzückt! Daß, wenn es noch so trübe, Mir doch die sonne blickt. Da kommt mir immer ein: Er hat sich hoch vermessen, Er will mein nie vergesſen; Wie könnt ich traurig seyn? 3. Denk ich an seine gute, Die alle 224 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten alle morgen neu; So freut sich mein gemühte Bey solcher vater treu. Die last werf ich auf ihn, So wird die arbeit süsse; Ob ich gleich schweiß vergiesse: Denn Gott ist mein gewinn.id me 4. Denk ich an sein erbarmen, Er schenket mir sein kind; Ogna de für mich armen! Heißt das nicht treu gesinnt? GOtt ist in Chrifto mein: GOtt müßte JE sum hassen: Wenn er mich wollte lassen; Das kann unmöglich seyn. <. Drum will ich an GOtt den ken; Die welt mag immerhin Den sinn aufs eitle lenken; Hier ist ein andrer sinn. Ich trage GOtt allein Im herzen und im munde, So kann mir keine stunde Alhier zu lange seyn. 6. An GOtt will ich gedenken, So lang ich denken kann. Wird man ins grab mich senken, So geh' ich war die bahn, Da mein die welt vergißt; Doch glaub ich die ses feste, GOtt denket mein aufs beste, Wo fein gedächtniß ist. 4. Gib mir ein frölich her; Bey kümmerniß und sorgen. Du forgest ia für mich; Und dir ist unverborgen, Was meiner feele gut, Was meinem leibe dient. Du weißt die mittel auch, Wodurch mein glücke grunt. 5. Gib mir ein frölich her;, Wenn ich in unschuld leide. Kränkt mich die falsche welt Mit unverdientem neide; So bleib ich doch getropt. Du bist mein bester freund, Ders ewig treu und gut Mit meiner wolfahrt meint. 6. Gib mir ein frölich her: Bey nassen trauer- tagen, und laß mich mit geduld Die last derselben tra; gen. Auf ungewitter folgt Doch wieder sonnenschein; So wird mir auch das creuz Voll frucht und segen seyn. 7. Gib mir ein frölich her;, Wenn ich auch endlich sterbe. Der tod ist mein gewinn, Weil ich das leben erbe. Im himmel gehen erst Die rechte freuden an; Ach daß ich heute nicht Von hinnen scheiden kann nicht vor 8. Gib mir ein frölich herz, Das wirst du mir auch geben. Ich will an dir, mein GOtt! Wie eine klet: te kleben. So werf ich ganz ges troft Das trauren hinterwärts, und sage noch einmahl: Gib mir ein frölich herz. Mel. Nun danket alle GOttic. ib mir ein frölich 361. her: Du geber aller gaben! Und laß mich meine lust An deinem worte haben: So bin ich ganz vergnügt; So ist kein trauer- geist, Der dich, mein lie ber GOtt! Aus meiner seele reißt. 2. Gib mir ein frölich herz, Im wünschen und Mel. Nun freut euch liebe zc. meis ne zuversicht An dir beständig han: 362. Gott sey geløbet, der gen, und blicke mich mit troft In meiner hoffnung an, Daß sie in deiner huld Vor anker liegen kann. allein Die wahre freude giebet: Der unser her; läßt frölich seyn, Der uns unendlich liebet, Der uns in dieser sterb lichkeit Durch manches glück und heil erfreut, wenn er uns hat be d11473 trübet. 3. Gib mir ein frölich herz, So oft ich vor dich trete, Und durch des geistes trieb Mein Vater Unfer bete. Doch deinem willen bleibt mein wille heimgestellt. Gib nur, was dir beliebt, und was mir selig fällt. 2. Ja GOtt! von herzen dank ich dir, Daß du mir hast geschenket Ein solch gemüht, das meistens hier An Feinen kummer denket. Du als von der Ruhe und Freude in GOtt. 225 Du bist, der mich so frölich macht ,, men, Damit der hoffnung theures Daß mund und geist voll freude licht Mir niemahls werd entnoms lacht, Wenn sich ein andrer krån- men. Was hilft es, stets voll traus fet. ren seyn? Da doch die selbst ges machte pein Dem menschen nicht kann frommen. 3. Mein GOtt! wie sehr erfreu ich mich, Daß du aus reichen gnaden Versorgest den so väterlich, Der doch so schwer beladen! Du gönnst mir deine lieb' und huld, Und läsfest mir die fünden- schuld, So groß sie ist, nicht schaden. 4. Du wendest manche schwere noht, Und füllest mich mit segen. Mit freuden eff ich hier mein brot, und kann mich ruhig legen. Du schenkest mir manch zeitlich gut, Du bist, der oft erfüllt und thut, Woran mir hie gelegen. II. Was acht ich eitle luft der welt? Was hilft mir solch ein le ben, Wo geiz und lift nach gut und geld Und grossen schätzen fire. ben? Mein höchstes gut in dieser 5. Mit freuden trink ich meis seit Jft, sich der tugend, frömmig nen trank: Drum soll mein glau- keit und ehrbarkeit ergeben. big singen Dir, treuer vater! lob 12. Doch laß mich auch mit und dank Für solche gnade brin- freudigkeit Auf dieser welt ans gen. Ich greif die arbeit frölich schauen, Was du für schöne seltenan, Vollführe durch dich, was ich heit Am himmel, meer und auen, kann; Du läsfest es gelingen. Auf erden, an der sonnen pracht, Und überall, durch deine macht, So herrlich wollen bauen. 6. Dis alles muß ich deine gab' Und milde wolthat nennen: Dein ist und bleibet was ich hab, Ich kann es wol erkennen. Ach lieber bater! nehre mich Durch deinen segen mildiglich; Sonst hilft kein schweiß noch rennen. 10. Erfülle mich mit freud und luft; Laß meine feel empfinden, Daß den, dem Christi tod bewußt, Nicht angst noch trübsal binden; Daß fatanas ihn selbst nicht fällt. Ein GOttes- freund, der glauben bålt, kann alles überwinden. 13. Hilf, daß ich freudig, wenn ich soll, Aus diesem leben scheide. Verleih mir, daß ich freuden- voll Besteh in allem leide. Mit freuden geh' ich aus der noht, mit freuden dring ich durch den tod Zu dir ins reich der freude. Don der Erneuerung und Erhaltung in der 1198 Gnade. und Mel. Kommt her zu mir spricht zc. 8. Bewahre mich für kümmers gen, und ſchwermuhts- vollen plas 363. Ah Herr! belehre mich zu dir, Und gen; Du kannst den trauer- geist ge schaff ein reines her; in mir, Su wiß Aus meinem herzen jagen. Er einem neuen leben. Denn du mußt darf sich, wenn nur JEsus Chrift zur erneuerung, Zur änderung Und deine gute ben mir ist, Ja nie- und heiligung Den neuen geist mahls an mich wagen. mir geben. 2. Ich war ein finftrer fündenknecht: Du aber machtest mich ge recht, Dein licht ist mir erschienen P Da 7. Nimm deine freude nicht von mir, Laß meinen sinn nicht wanken: Mein herze klebe ftets an dir, Gib fröliche gedanken. Be büte mich für üppigkeit, Halt meinen lauf zu jeder zeit In wahrer tugend schranken. 9. Laß mich, HErr! vor dein angesicht Mit freuden allzeit kom 226 Von dem Werke der Heiligung, und zwar Da treibt mich nun des glaubens IO. HErr JEsu! groß von raht Fraft, Jm lichte fromm und tus und that: Dein raht, der angefan gendhaft Dir, als ein knecht, ingen hat, muß auch die that vollen dienen. 3. HErr! stärke diese kraft in mir, Du wirkef selbst, und ich mit dir Durch deines geiftes triebe. Erst wirktest du, ich wirkte nicht: Jest wird des glaubens zuversicht Auch thätig durch die liebe. den: Ach hilf du mir, die neue kraft, Die mir dein blut and tod verschafft, Zum leben anzuwen den. 4. Denn JEsu facrament und wort Erhält und stärket immer fort Des glaubens kraft und les ben: Die mittel müssen zu der frucht, Die JEsus an den reben fucht, Auch saft und nahrung ges ben. 1. Da nimmt denn die erleuchtung zu, Den willen vollbereitest du Mein GOtt! zu neuen trieben, Von ganzer feel und herzen dich, Und meinen nächsten, gleich als mich, Jn wahrer that zu lieben. 6. Mein glaubens- licht wird offenbar: Im glauben reich ich tugend dar. Ich will von JEsu lernen; Dem folg ich nach ihm nah ich mich, und von der fündenbahn will ich mich immer mehr entfernen. 7. So wirkt, so kämpft, so ringt und strebt Der neue mensch, der heilig lebt, Durch creuzigung des alten. Ich jage nach der heili gung, GOtt will zu meiner beffe: rung Des glaubens kraft erhal: ten. 8.3war fehlet die vollkommen. heit: Ich finde selbst, daß allezeit Mein thun nur ftückwerk bleibe: Doch darum bessert GOtt auch mich, Sein ebenbild erneuert sich Bey mir an feel und leibe. 9. GOtt vater! du willt deine treu An mir noch alle morgen nen Erhalten und vermehren: Du schenkest mir das kindschaft- recht, Ach so erneure deinen Enecht, Dich kindlich zu verehren. 11.Gewiffer geift! Laß mich dein wort Gewiß, und immer weiter fort Auf ebnen wegen leiten: Laß meinen geift unsträflich seyu, Ver klär in mir den hellen schein Zu ienen herrlichkeiten. Mel. Aus tiefer noht schrey zc. 364.Soakim mir. Got ein reines Mein Herz ist ganz verderbet: Es fühlt von fünden grossen schmer;! Die ihm sind angeerbet, Und die es noch thut ohne scheu: Ach ma che, daß es wieder sen, Wie du es erst erschaffen. 2. Gib mir anfs neue deinen geift, Der immer bey mir bleibe, Der mir zum guten beystand leist Und dazu mich stets treibe; Der eure meinem fleisch und blut, Und gebe, daß ich sanften muht, Zucht, demuht, keuschheit liebe. 3. Verwirf von deinem ange sicht, Ob ich es gleich verdienet, Mich, allerliebster vater! nicht, Weil JEfus dich verfühnet. Laß mich, dein kind, doch nimmermcht Hier fallen so gar tief und schwer, Daß du mich gar verwürfest. 4.Den heilgen geift nimm nicht von mir: Den bösen geift vertreis be, Daß er mich nicht entführt von dir, Und ich dein sey und bleibe. Beherrsche mein herz sinn und maht Durch deinen geist, so fahr ich gut Jm leben und im sterben. 5. Mit deiner hülfe träfte mich, Hilf, und vergib die fünden, Und fuchet meine seele dich, So las dich von der Erneuerung und Erhaltung in der Gnade. dich gnädig finden. Durch dein verdienst, HErr JEfu Chrift! Darinnen troft und leben ist, Hilf wider tod und hölle. 6. Dein freuden geift enthalt mich dir mit seinem freuden- dle, Daß mich nichts zur verzweiflung führ, Und bring um meine seele. Du bist, HErr! meine freud allein; Laß mich auch deine freude seyn, Bring mich zur ewgen freude. Mel. Durch Adams fall ist zc. 365. Laß mich, Herr! die gerechtigkeit mit wahrem glauben finden, die mich in ewigkeit befrent von allen meinen fünden. Dein theures blut, Mein höchstes gut, Das hei let allen schaden: Ja deine huld Eilgt meine schuld, mit welcher ich beladen. 2. Gib, daß ich mich, statt zorn und grimm, mit wahrer sanft muht schmücke, Durch demuht al len ungestüm In meiner bruft er sticke. Laß deine macht Die fünden nacht Aus meinem herzen treiben, Und mich allzeit In fried und freud Dein liebes kind verbleiben. 227 2. Durch dich ist auch der mensch gemacht, Das meisterfuck von deinen weisen banden, Ein kurzer riß und auszug aller pracht, Die du der welt beschloss fen zuzuwenden, Der mittels punkt von dem, was deine kraft Gewirkt, geschafft. 3. HErr! schenk mir deine gut und treu, So lang ich leb auf erden, Und laß sie alle morgen neu An meiner feele werden: So rühm ich dich Beständiglich, So werd ich deinen namen Nach dieser zeit In ewigkeit von herzen preifen, amen. 3. Du prägtest ihm dein bildniß ein, Du machteft ihn zum herren deiner werke. Die heiligkeit, der liebe reiner schein, Der weisheit glanz, des leibes muntre stärke, Die stellten ihn dem, was geschaf fen war, Zum wunder dar. 4.Wo ist nunmehr dis alles hin? Wer kan die spur der ersten schönheit zeigen? Ein finftrer dampf umgiebt den blinden sinn, Der freye geist muß sich in feffel beus gen. Dein edles bild, o schöpfer! ist zerfährt, Und umgekehrt. rührt, Dem unsre noht gar tief zu 5. Ach HErr! den unser elend herzen gehet; Ach siehe doch, wie uns der feind verführt, Wie es so schlecht um dein geschöpfe ftehet. Auf! mache bald, daß alles wieder neu und heller sen. 6. Dein milder segen sey gelegt zens erde, Die leider! nichts, als In des mit fluch beschwerten herschnödes unkraut trägt: Gib, daß fie bald voll guter früchte werde. Ach mache doch, daß alles wieder neu Und fruchtbar sey. recht, Was Adams fall verrücket 7. Ach mache alles wieder und verkehret. Bereite dir ein heiliges geschlecht, Das dich im geist und in der wahrheit ehret. Ac schaffe doch, daß ich auch wieder neu Und herrlich fev. Meloden 26. 366. Du schöpfer diefer grossen welt, Den alles das als seinen ursprung eh ret, was dieser bau in seinen grenzen hält, Was erd und meer Mel. HErr JEfu Christ mein 2c. Erneure mich, o ewig alleinem schoog ernähret, Der 367.Cirbe auf mich pracht Aus nichts gemacht: dein angesicht, und laß mit deiP2 de teint nem 228 Von dem Werke der Heiligung, und zwar nem gnaben schein Mein ganzes| deinen geist Mein glaub in reichen herz erfüllet ſeyn. 2. Ertddt in mir des fleisches luft, und reinge mich vom sünden wust: 3u streiten wider fleisch und blut Berleihe mir kraft, geist und muht. 3. Schaff in mir, HErr! den neuen geist, Der dir mit luft ge horsam opfer forders bu, Mein alter mense 7. Mach mein gewissen durch dein blut Ganz rein, daß mit ges trostem muht Ich kann vor deinem rich tftuhl stehu, llnd auf den mitt ler, JEfum, sehu. 8. Laß herz und finn auf dich al lein, und auf dein wort gerichtet fehu: Daß ich es freudig bör und thu, Gib ſelber Fraft und lust darzu. früchten weist. 12. Nimm, JEsu, mich in deine hut, So troß ich aller feinde wuth: So sieg ich siets, mein heil! durch dich, So preif ich dich dort ewig lich. Gib, daß mein gets erfährt und schmeckt, Was uns bein wort für freud erweckt, Was es für le ben, stärke, fraft und füffigkeit der feelent schafft. Mel. Christ unser HErr zum x. 368.in Gott! ich nahe taugt nicht dazu. 4. Mach in mir das gebächtniß neu, Daß es auf dich gerichtet sey, Und, was dahinten ist, vergißt, Vornemlich Christi tod ermißt. . Des fleisches willen tädt in mir, Lenk mich zum guten, daß ich dir Gehorsam sey, und dei ner bahn In lieb und einfalt folgen kann. 2. Wo sich der glaube thätig kann Als GOttes werk beweisen: Da scheuet man sich nicht, berg an 6. HErr! ohne deines geistes Mit GOttes volk zu reisen; Man lich: Erfenn ich deinen willen geht getroft den engen weg, Man nicht: Darum erleuchte den verdringet durch die pforte, So stand, Mach ihm dich und dein schmal sie ist: und sucht den steg wor: bekannt. Mit ernft nach GOttes worte, Der zu der crone führet. 3. Ach treuer GOtt! begabe mich mit solchem ernsten sinne Daß ich nichts lau und schläferig Im christenthum beginne. Erweh ke, höchste kraft! mein herz, Daß ich beständig kämpfe, Auch bis aufs blut mit ernst und schmer Die böse lüfte dämpfe, und nach dem kleinod ringe. deinem gnaden- throne. Ich optre seufzer und gebet Vor dir in deis nem fohne. Du willt, ich soll der beiligung In deiner furcht nachjagen; Verheisfest auch vermögen gnung, Den sünden abzusagen; Ach gib mir kraft und gnade! 4. Wen nun ein rechter trmf bewegt, Der reinigt fein gewissen; Erwacht, wenn sich daffelbe regt Geht mit geraden füffen: Es muß fein auge helle seyn, Und täglich 10. Treib mich durch deinen reiner werden In Chrifti blute, guten geift; Durch seine kraft mir der allein Bleibt unser licht auf benstand leist, Daß er in mir die erden, und lehrt im lichte wan berrschaft führt, Hers, sinnen, mund and that regiert. deln. s. Du kennst mein herz, Herr 11. Weil dis nur aus dem glau JEfu Chrift! Und forscheft mein ben steigt, der sich durch werke gewissen: Ach gib, daß alle tid thätig zeigt: So gib, daß sich durch und lift Daraus entweichen müß fen. von der Erneuerung und Erhaltung in der Guade. 229 füffe lindrung unsrer burd'! O angenehmstes leben, Wo JEfus hütten bauet! 11. HErr! laß mich die bestån digkeit JnJEsu bey dir finden. Du wirst mich stärken in dem streit, Selbst vollbereiten, gründen. Ich halte mich, HErr! an dein wort, Das ich gehört, gelesen: Ach gib mir kräfte, höchster hort! Und ein rechtschaffnes wesen: So hab ich volle gnüge. sen. Verleihe, daß ich mehr und mehr Mein thun und laffen rich te: Was wider dein geheiß und ehr, Das mache selbst zunichte, Und mach mich täglich treuer. 6. Jch bitte mehr: ein weiser sinn Muß wahre christen leiten: Sie gehn nicht in den tag dahin, Noch nach dem lauf der zeiten. Der zweck, den ihr beruf vorhält, Ift ihnen stets vor augen: Die mittel werden auch gewählt, Die müzlich sind und taugen; Sie kön nen klüglich handeln. 7. Drum gib mir, höchste weisMel. Wer nur den lieben Gott ze heits- quell! Die Klugheit der ge 369. Mweißt aufs allerrechten. Ach! sende selbst in meine feel Den glanz von deiner rechten. Lehr mich, mein heil, und die gefahr Noch täglich besser kennen, Den unterscheid, was falsch und wahr, Was gut und bis zu nennen: Ach! mach mich täglich klüger. beste, Was mir gut und ersprießlich sey. Ach! sexe du mein heil selbst feste; Weg mit dem eigenen gebau! Gib, daß mein Herz auf dich nur baut, und dir, mein GOtt! allein vertraut. 8. Und diese weisheit kann uns nicht Kalt und unfruchtbar laf sen: Ein wahrer glaub thut seine pflicht, Und eilt auf GOttes straf sen: Er ist ein baum, der grünt und blüht, und reiche früchte tråget; Ein feuer, das man immer sicht; Ein leben, das sich reget, Und ein geschäftig wesen. 2. Reiß alles weg aus meiner feele, Was dich nicht sucht und deine ehr. Siehst du, wie sich die fund verheele; So prüfe selbst je mehr und mehr Mein' innere bes schaffenheit, und gib mir herzensredlichkeit. 10. Wer reich an guten werken ist, Ben dem wird JEsus wohnen. Der luß, womit sein mund ihn tüßt, kann alles reichlich lohnen. Ognaden lohn, der bie schon wird vorschmack uns gegeben Im 3.Laß mich mit grund der wahrheit sprechen: Du bist mein abba, licht und heil; Du heilest alle mein gebrechen, und schenkest mir an Chrifto theil: Du bist mein allerbester freund, Ders treu und herzlich mit mir meint. 4. Darf ich dich meinen vater nennen? O abgrund der barmhersigkeit! So muß mir alles nußen können, Was man sonst heisset Denn wo du, GOtt! im herzen bist; Wird auch das bittre creus verfüfft. r. Drum gib, daß ich recht kindlich glaube; Und mir getroft und unverzagt, Jedoch in demuht, das zuschreibe, Was uns dein theures mars zusage. Dein geiß erkläre meis 3 Mein lebensfürst! gib fris sche kraft Zum neuen geistes- le ben: Dein zweig zieht von dir sei nen faft, Und fruchtbarkeit dein reben. Ach! daß ich eine tugend mögt' Darreichen aus der andern, und reiche glaubens früchte brächt, Ja allzeit würdig wandern: Du kannst und wirft es creuz und leid. fchaffen. 230 Von dem Werke der Heiligung, und zwar meinem geist, Was deine vater- einfalt, lieb und zucht: Was falsch trene ist, 6. Du, unerschaffnes höchstes| wesen! Haft vor der welt an mich gedacht, und schon, da ich noch nicht gewesen, Den liebes- vollen schluß gemacht, Daß ich soll dein in Christo seyn, Und frey von aller sünden- pein. 7. Dein kind, mein JEfus, hat vollendet, Was du beschlossen vor der zeit; Hat schuld und strafen abgewendet, Erworben mir die ſeligkeit: Dein geift, der mir dis macht bekannt, Ift dessen sichres unterpfand. 8. Was soll ich von der gute sa gen, Die ich sonst bis hieher ge ſpührt? Mit der du mich in meinen tagen So wunderbar, doch treu geführt, und welche mir in emigkeit noch ein unsterblich gut bereit't? 10. Ich bin nun auf so viele weise, Mein creuer GOtt! dein eigenthum; Drum halte mich auch, dir zum preife, Zu deines grossen namens ruhm, In un schuld und gerechtigkeit, und führ mich zur vollkommenheit. 2. Es fehlet mir an feinden nicht, Die wider mich stets rasen: * 9. Nun, HErr! ich falle dirza Der satan sucht das kleine licht füssen, und bitte dich, o höchstes Des glaubens auszublasen. Die gut! Laß mich stets deine huld gewelt ist auch auf ihrer hut, Mich niessen, und mehre meine liebes glut. Verleih, daß meine lieb' und tren Auch gegen dich recht herz lich sey. mit geheimen tücken Zu bestrik ken. Mein eigen fleisch und blut Sucht selbst mich zu berücken. 3. Doch, vater! Deine treu und macht, Doch, mittler! dein vertreten, Doch, geift der gna: den! deine wacht, Dein trieb zum kampf und beten Wird alles, was mir schaden bringt, Ja selbst den weiten rachen Jenes drachen, Der sonst so viel verschlingt, Bey mu in schanden machen. 4. Die in der liebe redlich sind, Laßt sich der HErr nicht nehmen. Mein vater wird sein armes kind m hoffen nicht beschämen. Mein hirt läßt auch das kleinste lamm Nicht in der noht verschmachten: Drum wird achten Auf mich mein bräutigam, und mir zu helfen trachten. 1. Du must das gute selbst vollbringen: Drum lenke worte, that, verstand, und reiche mir in allen dingen Aus gnaden deine vater- hand: Weil hier nicht fleiß noch eigne kraft, Nur dein erbar: men, alles schafft. 13. Nun, amen! es sen fest geschlossen, Bleib über mich, geistes kraft! Stets reich und täglich ausgegossen, Die einzig alles gute schafft; So bleibts in ewigkeit dabey, Daß du mein, und ich deine sey. 12. Legst du was auf; so hilfs auch tragen. Gib nur geduld in leidens- jeit, and sey in gut und bösen tagen Mein troft, mein rahi und meine freud. Gib demyht, Mel.Ich ruf zu dirHErr JEsu x gutes wert, 370. Mein treuer Gott! Das in mir angefangen, Muß ganz allein durch deine stårk Zu sei nem ziel gelangen. Soll ich, bis in den tod getreu, In deinem dienste bleiben, und bekleiben; So stehe du mir bey, Im glauben frucht in treiben. s. Den glauben, den er mit geschenkt, den wird er mächtig star von der Erneuerung und Erhaltung in der Gnade. stärken. Die kraft, die er in mich gesenkt, Wird keinen abgang mers ken. Er wird durch seines geistes trieb mich schwachen vollberei: ten, Gründen, leiten. Er hat mich zärtlich lieb; Drum wird mein fuß nicht gleiten. 6. Führt er mich selbst in kampf und streit; So wird er mich auch schüßen: Wenn nur gebet und wachsamkeit Die kräfte unterstüz zen. Fall' ich, so wird er mich, sein| kind, nicht hilflos liegen lassen, Noch mich haffen. Ach nein, er kömmt geschwind, Mich bey der hand zu faffen. 7. Er bleibet mir, ich ihm ges treu: Kein tod, kein schmerz, kein leiden; Nicht furcht, nicht lust, nicht schmeichelen Soll uns vers bundne scheiden. Was er zusam men hat gefügt, Wird kein geschöpfe können Jemahls trennen. Wol mir, ich bin vergnügt! Ich darf mich selig nennen. Von der Gnaden. Versiegelung des heiligen Geistes. Mel. JEsu deine heilge wunden. Crommer vater, GOtt 371, der stärke! Dein licht ist vom wechsel frey! Du bist in jedwedem werke Heilig, wahrhaft und getreu: Ach! ich klage dir mit leid Meine unbeständigkeit; Denn mein her; ist gleich den wo gen, Leicht bewegt und bald bes trogen: 2. Bald durch menschen- furcht und liebe, Bald durch ehre, ruhm und geld, Bald durch böse wolluft- triebe und durch ärgerniß der welt; Bald treibt die verfolgung mich, Bald die armuht hinter sich; Bald macht sonsten eine feuche, Daß ich von dem höchsten weiche. 3. Ich betenne dir, wie billig, Ich bekenn es, HErr, mit ach! 231 Oftmahls scheint mein geift zwar willig; Aber ach! mein fleisch ist schwach. Ach! ich bitte, rechne du Mir nicht solche fünde zu, Weil wir arme deine gaben Nur in mürben scherben haben. 4. Ach! befestige mein herze; Nur die gnade macht es fest, Daß mich unter allem schmerze Muht und hoffnung nicht verläßt. Dei, ne ehre, furcht und ruhm Sey mein einig eigenthum. Lehr mich, aller gunst und schätzen Deine lies be borzuferen. s. Laß den allertheursten glauben und die hoffende geduld Mir nichts auf der erden rauben. Steh mir bey mit deiner huld, Daß ich, HErr! von deiner treu Ewig unzertrennlich sey. Gib mir aber alle stunden Neue kraft aus Chrifti wunden. 6. Laß den undank dieser erden, und den hohn der ganzen welt Mir nicht zur versuchung werden, Wenn das leiden mich befällt: Denn es ist der christen freud, Leiden um gerechtigkeit: Laß mich dein verheissen faffen, und mich fest darauf verlaffen. 7. Gib ein herze, das im glücke Nicht verwegen, stolz und frey, und bey widrigem geschicke nicht verzagt noch mürrisch sen. Zich mein Herz mit großmuht an, Daß es etwas wagen kann, und nicht vor dem kampf und siege Schon ermüder unterliege. 8. Wehre allem trug vom teufel, Der die wahrheit will ver: drehn. Laß mich wider allen zweifel Auf der wahrheit Gottes stehn; Daß ich alle satans- wuht, und der pfeile schwefel- gluht Nur aus deines mortes gründen Kräf= tig mdge überwinden. * 9. HErr! versiegle, weil ich lebe, einen geist mit deinem geist, Der ein sichres zeugnis gebe, Daß P 4 232 Von dem Werke der Daß du mich dort erben heißt. Zeichne meine stirn und herz, Daß der feind weich hinterwärts, Und mich niemand dir entreisfe, Weil ich dir versiegelt heiffe. 10. Mach mich auf den grund erbauet, Den man unbeweglich nennt, Wo man dieses siegel schau et, Daß mein GOtt die seinen fennt: Nimm durch deine GOt tes- macht Meine fseligkeit in acht, Und bewahre mich im sterben noch als deinen himmels- erben. Von dem Gnaden Stande. Mel. 8. JEfus meine zuversicht. Esu! wenn ich mein 372. gemüht Chriftlich in mich selber leuke, Und den reichthum deiner güt, Meine feligkeit, bedenke; So dùnkt mir, als schwebt ich schon Dort um deinen gnaden- thron. Heiligung, und zwar 6. Donnert das gesen, und blist Schrecklich über alle bösen? Hie steht Christus, der mich schüßt, Der mich kann vom fluch erlösen, Dessen thun vor GOtt so gilt, Als hätt ich es selbst erfüllt. 7. Er, der aller heiland heißt, Hat luft in mein herz zu ziehen, Und mir seinen wehrten geift Als sein liebes- pfand verliehen: Gott kehrt selber bey mir ein, Nun muß ich sein erbe seyn. 8. Schweig, vernunft! und sage nicht, Ich sey elend und gebrech lich: Denn mein glaub an Chris stum spricht: Meine ehr' ift un aussprechlich. Niemand schrecke mich fortbin, weil ich hier ſchon selig bin. 9. Tilg, o GOtt, mein eigen thum! Was den glauben sucht zu stöhren, Laß dein evangelium, Tauf und abendmahl mich neh ren: Dis laß mir in freud und pein meine seelen- weide seyn. 10. Und ben solcher wehrten koft Will ich mich so lang ergezzen, Bis du mich, mein füffer troft! Wirst jur himmels- tafel setzen; Da seh' ich vollkommen ein, was es sey: ganz selig seyn. 2. An dem schnöden sünden- wust Mag mein her: denn nicht mehr kleben. Ich verspühre kraft und luft, Heilig und nach GOtt zu leben: Ich bin reiner freuden voll. Mir ist überschwenglich wol. 3. Dir sey dauk, preis, ehr und macht, JEsu, der du durch dein sterben mir das heil haft wiederbracht! Du machst mich zum himmels- erben In der taufe, wo dein blut Alle meine schuld abthut. 4. Dieses macht mich rein und schön, Daß ich ohne fehl und flekken Kann gerecht vor GOtt be stehn: Dis kann alle schuld bedek ken. Deine unschuld, JEfu Chriß! Macht mich, wie du selber bist. 5. Häll und teufel sind gefällt, Ihre macht hat weichen müssen. Die verfluchte böse welt Tret ich ritterlich mit füffen: Und die freus! 2. Du bist selbst göttlichen ges de Chrifti macht, Daß mein herz schlechts*, Der kindschaft und des den tod verlacht. finder rechts mit der natur theils baftig. Doa bet Serrlichkeit der Ge rechten. Mel. Wie schön leucht uns der 2. 373.23 herrlichkeit, 2 chriften- mensch! hier in der zeit und noch vielmehr dort oben? Wenn anders, was dein name heißt, Dein wesen und die that be weist, und deine werk' dich loben Christus Jesus Salbt mit dle Deine seele: Geistes gaben Sinds, die dich so hoch erhaben. von der Erneuerung und Erhaltung in der Gnade. 233 im bund: Sein thren ist deines berzens grund, Darin er woh nung machet. Er hält dich selbst für seinen ruhm, Du bist sein bes stes eigenthum, Darüber er stets machet. Mein christ! Gott ist, Der dich träget, Und verpflegetl; Sein erbarmen Schließt dich ein mit vater- armen. haftig. Sieh! welche lieb' und ehr ist dis! Halts gleich die welt für ungewiß, So bleibt es doch wahr haftig. Laß sie Dich hie Nur verachten, Laß sie trachten Dich zu haffen: Sie muß dir den ruhm doch laffen.* Ap.Gesch. 17, 29. 3. Du bist ein priester und prophet, Der vor des höchsten throne steht, Und wird von GOtt geleh-! ret. Du bist ein könig, dessen macht Weit grösser, als die welt gedacht; Das reich dir zugehöret. Dein geist Erweist Sich geschäfs tig, Sieget kraftig Durch den glauben: Wer will dir die crone rauben? 6. Wer ist, der alles sattsam preist, Was dir der HErr für ehr' erweist, und zwar schon hier auf erden? Was künftig, ist nicht of fenbar; Doch bleibt es fest und ewig wahr, Du wirstGOtt ähnlich werden. Deine Reine Liebes- augen Sollen taugenGOtt zu sehen, Wenn du wirst verklärt aufstehen. 4. Du bist auch deines JEsu braut, Er hat sich selbst mit dir 7. O christen- mensch! in dies vertraut, und dich so schön ge- sen stand Sezt dich des höchsten schmücket: Er hat dir seines gei- gnaden- hand: Bedenke dieſe würstes pfand Von seinem allmachts- de! Ja, tröste dich zu jeder zeit thron gesandt, Daß du ihm unver- Mit dieser grossen herrlichkeit: rücket Ewig, Brünstig, So im lei- Leg ab die sünden- bürde. Lebe, den Als in freuden Fest anhangeft, Strebe, Deinen adel- Ohne tadel Und nach ihm allein verlangest. Zu erhalten: Gläube, bis du wirst r. Bedenk! du stehst mit Gott erkalten. VI. Von der Gnaden Wahl. S barmen, Boller huld und freund lichkeit, Der so einer welt voll ars men Gnade, trosi und hülfe beut! Liebe! die den sohn nicht schont, Der in seinem schooffe wohnt, Um die fünder zu erretien Aus den schweren fünden ketten. 4. Doch du haft, o weise liebe! Eine ordnung auch bestimmt, Daß sich der darinnen übe, Der 2. Ich verehre dich, o liebe! am segen antheil nimmt. Wer nur Daß du dich entschlossen haft, Und an den mittler glaubt, Und ihm aus einem reinen triebe Den erstreu ergeben bleibt; Der soll nicht wünschten schluß gefaßt: Der in verlohren gehen, Sondern heil fluch versenkten welt, Durch ein und leben sehen. theures Idse geld, Durch des eignen sohnes sterben Guab und freyheit zu erwerben. 5. Diesen glauben anzuzünden, Der ein werk des himmels heißt. Läsfest du dich willig finden, Dei nen theuren guten seift Denen, P5 die 3. O ein rathschluß voll erMel. JEfu deine heilge wunden. 374. wge liebe! mein gemühte Thut ist einen frohen blick In den abgrund deiner gute! Send ihm einen Blick zurück, Einen blick voll heiterkeit, Der die finsterniß erstreut, Die mein blödes auge drücket, wenn es nach dem lichte blicket. on von d der Gnaden Wahl. wa nd nat 3 234 die gebeuger stehn, Die ihr unvers ein kind der seligkeit. Die fünde mögert fehn, Und zum thron der gnaden eilen, Gern und willig mitzutheilen. kann mich nicht betrüben, Auch nicht das leiden dieferzeit. Ich weiß, daß ich von aubeginn In Chrifto auserwählet bin. 6. Wo du nun vorher gesehen, Daß ein mensch auf dieser erd Deinem geift nicht widerstehen Noch sein werk verhindern werd; Sondern ohne heuchel- schein Werd im glauben feste seyn: Diesen bast du auserwählet, und den deinen zugezählet. 2. Das lamm hat mich mit sei nem blute Gezeichnet in das le bens- buch: Durch das erlang ich alles gute, Erldsung von dem tod und fluch. Was ist doch, das mein herze quält? Ich bin zum himmel auserwählt. 7. Du hast niemand zum ver- 3. Was schreckt mich des gesezderben Ohne grund in bann gezes wetter? Ich seh ins lebens than.Die in ihren sünden sterben, Die sind selber schuld daran. Wer nicht glaubt an deinen sohn, Der hat fluch und tod zum lohn: Sein muhtroillig widerstreben Schließt ihn aus von heil und leben. 8. Liebe! bir sen lob gesungen Für den höchst gerechten schluß, Den die schaar verklärter zungen Rühmen und bewundern muß, Den der glaub in demuht ehrt, Die vernunft erstaunend hört, Und umsonst sich unterwindet, Wie sie deffen tief' ergründet. buch hinein: Da füllt die gnade alle blätter, Sie ist und bleibet allgemein. Hier lef ich, was mir tröftung giebt: Dich hab ich je und ie geliebt. 4. Ob gleich im schwarzen buch der fünden Biel schulden aufge schrieben stehn; Last JEsus mich doch gnade finden, und mich ins buch des lebens sehn: Da schau ich meine gnaden- wahl, und steh in seiner kinder zahl. 9.Liebe! laß mich dahin streben, Meiner wahl gewiß zu seyn. Rich5. Auf JEsum will ich frölich sterben, Ich will des glaubens hochzeit- kleid Nur in des lammes blute färben; So geh ich ein zur te selbst mein ganzes leben Soseligkeit, und zu dem grossen nach deinem willen ein, Daß des glaubens frucht und kraft, Den dein geift in mir geschafft, Mir zum jeugniß dienen möge: Ich sen auf dem himmels wege. abendmahl: Ofreuden volle gnaden wahl! 10. Laß mich meinen namen schauen In dem buch des lebens stehn. Denn so werd ich ohne grauen Selbst dem tod entgegen gehn. Keine creatur wird mich, Den du liebest ewiglich, Deiner hand entreiffen können, Noch von deiner liebe trennen. 6. Kein teufel soll den trost mir rauben, Daß ich erwählt von an beginn, Daß ich aus gnaden durch den glauben In Christi blut erldset bin. So leb ich denn und sterbe irauf: Auf Chriftum schließ ich meinen lauf. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. Err, von unendli376. chem erbarmen! Mel.Wer nur den liebenGOtt 2c. ch bin im himmel an: bin. Du unergründlich liebes meer, Ich danke dir mit allen armen! und mit dem ganzen christen- heer, deine huld in JEfu Chrift, vor welt geweſen ist. Für Für Von der Gnaden- Wahl. 235 2. Für dein so allgemein erls- mich rüste, Der farans pfeile ldsen, Für die bezahlung aller schuld, Für den beruf an alle bösen, und für das wort von deiner hüld; Ja, für die kraft in deinem wortDankt dir mein herze hier und dort. schen kann. Doch, weil ich schwach, so laffe du Kein allzu stark versu: chen zu. 3. Für deinen heilgen geist der liebe, Der glauben wirkt in unserm geist; Weil doch des glaubens kraft und triebe Ein werk der allmacht GOttes heißt; Für 8. Laß mir dein allgemein erbare men, Das allgemeine Isse- geld, Den allgemeinen ruf der armen, Den allgemeinen troft der welt, Die mittel, die auch allgemein, Ein fester grund des glaubens seyn. 9. Du gabst auch mir den ruf die befestigung darinn, Dankt dir| der gnaden, Auch ich erhalte theil mein neugeschaffner sinn. 4. Für dein so tröstliches versprechen, Daß deine gnade ewig sey; Wenn berge berfien, hügel brechen, Steht doch dein bund und deine treu; Wenn erd und himmel weicht und fällt, Go lebt doch GOtt, der glauben hält. daran: Es lag mein her; in glei: chem schaden, Drum ist auch gnug für mich gethan. An deinen wors ten, troft und heil Hab ich auch ins besondre theil. s. Für deine theurste sacra menten, Als siegel deiner wahren schrift; Wo GOtt, damit wir glauben könnten, Ein denkmahl seiner wunder stift: Für diese gnade in der zeit, Dankt dir mein her; in ewigkeit. 6. Ja, mund und herze soll dir danken; Doch bittet auch mein herz und mund: Laß weder mund noch herze wanken, Und gründe mich auf diesen grund. Erhalte nur durch deine treu mich bis in meinen tod dabey. 10. An diesem kann ich nun er kennen, Daß ich, dein kind, in gnaden bin. Du willt mir selbst die cha re gönnen, Du gabst dein kind für mich dahin: Und der ward fündern zugezählt, In dem du fünder auserwählt. 11. Laß mich in liebe beilig leben, Unsträflich, dir zum lobe, seyn: Versichere mein herz darneben, Es reisse weder luft noch pein Mich von der liebe GOttes hin, Weil ich in JEfu Chrifto bin. 12. Tad, leben, trübsal, angst und leiden, as welt und hölle in sich schließt, Nichts soll mich von der liebe scheiden, Die da in Christo JEfu ist: Ja, amen, vater aller treu! Zähl mich den avser7. Und fechten satan, welt und lüfte Mich in dem bösen stündlein an; Bib daß ich mit dem schild wählten bey. 1. Von dem Mel. Es ist das heil uns kommen. ir menschen sind 377.20 zu dem, o Gott! Was geistlich ist, untüchtig: Dein wesen, wille und gebot Ist viel zu hoch und wichtig: Wir wissens IV. Von den Gnaden Mitteln als Worte GOttes. und verstehens nicht, Wo uns dein göttlich wort und licht Den weg su dir nicht weiser. 2. Drum sind vor jeiten aus: gesandt Propheten, deine knechte, Daß durch dieselben würd bekannt Dein 236 Von dem Dein heiiger will und rechte. Zum lezten ist dein lieber sohn, vater! von dem himmels: thron Selbst kommen, uns zu lehren. 3. Für solches heil sey, HErr! gepreist, Laß uns dabey verbleis ben; Und gib uns deinen heilgen geist, Daß wir dem worte gläus ben: Daffelb annehmen iederzeit Mit fanftmuht, ehrfurcht, lieb' und freud, Als GOttes, nicht der menschen. 4. Hilf, daß der losen spötter hauf uns nicht vom wort abwende: Weil ihr gespött sammt ihnen drauf Mit schrecken nimmt ein Mel. Hilf mir mein GOtt hilfi GOtt! du ende. Gib du ſelbst deinem donner 378. Mit deitt anger zeigst Daß uns Auch reichlich bey uns wohne. sicht In deines wortes spiegel, s. Deffn' uns die ohren und das Dasselb ist uns ein helles licht, Ein her, Daß wir dein wort recht faf- theures pfand und siegel: Oheil fen; In lieb' und leid, in freud und ger geist! Dein wort selbst weist, schmer; Es aus der acht nicht Daß du die lehrer treibest, Da du lassen: Daß wir nicht hörer nur dis wort An allem ort Durch deis allein Des wortes, sondern thinen griffel schreibest. ter seyn, Frucht bundertfältig bringen. 2. Ist dein geheimniß tief und schwer; So giebt dein wort doch 6. Am weg der saame wird so klarheit. Ist die vernunft gleich fort Vom teufel hingenommen: wüst und leer: Dein wort führt in In fels und steinen kann das wort die wahrheit, Lehrt, straft, ver Die wurzel nicht bekommen: Der beut, Vollführt den fireit; Die saam, der in die dornen fällt, Bon trdstung ist unzählig, Hat himsorg und wollust dieser welt Wermels- kraft und lebens- saft, und dirbet und ersticket. macht uns endlich selig. * 7. Ach hilf, HErr! daß wir wer den gleich Dem guten fruchtbarn lande, Und seyn an guten werken reich In unserm amt und stande, Viel früchte bringen in geduld, Bewahren deine lehr und huld Ji feinem guten hersen. Worte GOttes. weg' seyn Die leuchte unsern füß fen: Erhalt es ben uns klar und rein: Hilf, daß wir draus geniess sen Kraft, raht und troft in aller noht, Daß wir im leben und im tod Beständig darauf bauen. 10. GOtt vater! laß zu deiner ehr Dein wort sich weit ausbreis ten. Hilf, JEsu! daß uns deine lehr Erleuchten mög' und leiten. Oheilger geist! dein göttlich wort Laß in uns wirken fort und fort Glaub, lieb', geduld und hoffnung. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, Den weg der fünder meiden. Gib, daß wir halten fest an dir, In anfechtung und leiden. Rott aus die dornen allzumahl, Hilf uns die welt sorg überall ebft bösen lüften dämpfen. * 9. Dein wort, o HErr! laß au 3. O morgen- stern! o mannathau! O angenehmer regen! O immer grüne seelen- au! In dir ist heil und segen. Drum sey ge preift, Oheilger geift! Für diese theure gaben: Ich will hinfort An diesem wort Mein licht und labsal haben. 4. Ach HErr! bewahr für mens schen- tand, Für falscher lehrund rotten: Bring nicht den hunger in das land, Laß uns des worts nicht fpotten; Daß man die lehr Nur laulich hör, Und doch darnach nicht thate. Ja, stoß doch nicht Dis Von dem Worte GOttes.. 237 zu seyn, Er lenkte hand und mund, Daß alles, was sie dachten, Und in die schriften brachten, Von- und aus ihm, entstund. 4. Ein heide schreibt und glaus bet, Daß GOtt und tugend sey: Doch was er sagt und schreibet, Kömmt GOttes schrift nicht bey: Ihr bleibt an alterthum, An richtigkeit und wahrheit, An weisheit, kraft und klarheit Allein der preis und ruhm. Dis belle licht Von seines leuch ters stätte. 5. Hilf, daß ich nicht, wie Thos mas*, mich Von der gemein entferne: Nicht, wie Eutychus**, schläferig Die predigt hör und lerne. Den sorgen- dorn, Des fleisches zorn, Der wollust feuer dampfe. Ach! steh bey mir, Wenn ich allhier mit fünd und zweifel támpfe.* Joh. 20, 24. ** Ap. Gesch. 20, 9. * 6. Erhalt uns, HErr! dein theures wort Zu unsers herzens freude, Daß es uns schein' im dunkeln ort, Und unsre seelen weide. Hilf, daß mirs ist Zur lebre nütt, Des glaubens werk zu stärken, Zur besserung, Zur züchtigung, Zu al len guten werken. 5. Was man sonst nirgend fin det, Und GOtt alleine weiß, Was kein verstand ergründet; Das lehs ret sie mit fleiß: Weil sie durch GOttes geist, Gott, dessen wes sen, werke, und willen, kraft und stärke, Jaienes leben weist. 6. Sie trägt die höchste sachen 7.Hilf, daß ichs auch mit freud- Jn tieffter einfalt vor, und kann gem muht Vor aller welt bekenne, Und sters in angst und trüb. fals- glut Es meinen labsal nen ne. Die lezte noht Ist end und tod, Laß mich der hoffnung trauen, Wer in der welt Dein wort nur bàlt, Der wird den tod nicht schauen. doch weise machen: Sie führt zu Gott empor: Sie schenket dem gemüht Ein solch verklärt gesich. te, Daß man im glaubens- lichte GOtt recht ins herze steht. 7. Sie reißt durch eigne stärke Das reich der fünden um, Und bauet neue werke Durchs evange lium. Sie stößt ein sündlich her; Erst in die hölle nieder; Und führt doch solches wieder Durch trdstung himmel- wärte 379. Mel. Von GOtt will ich nicht zc. rkenne mein gemühte! Wie GOtt so gnädig ist; Aus desfen licht und s. Sie dient sich zum beweise, gute Dir diese wolthat fließt, Daß Daß sie vom himmel sen. Der er die heilge schrift Dir hat zum geist stimmt, ihr zum preise, Mit licht gegeben, und darin, dir seinem zeugniß bey. Es haben hier um leben, Den und mit dir und dort Blut- zeugen sie gepries gestift. ssen, und durch den tod bewiesen, 2. GOtt, der erbarmer, sabe Sie sen das lebens wort. Uns in der blindheit stehn; ES 9. Kein buchstab ist entfallen, gieng ihm schmerzlich nahe, Solcher nicht erfüller ley: Der aus, elend anzusehn. Sollt er nun gang tritt in allen Der prophe unterricht Nebst den erleuchzeihung bey. Und weiß nun GÖtt tungs- gaben Zurück gehalten ha- allein Weisagung vorzutragen; ben? Onein! das konnt er nicht. So wird ein jeder sagen: Die schrift muß göttlich seyn. ro. Wolan, geliebtes berze, Nimm GOttes zeugniß an; Weil diese 3. Vielmehr erwählt' er knechte, Gab ihnen alles ein, Was uns zum licht und rechte Von ndhten schien 236 Von dem Dein heiiger will und rechte. Zum lezten ist dein lieber sohn, vater! von dem himmels: thron Selbst kommen, uns zu lehren. 3. Für solches heil sey, HErr! gepreift, Laß uns dabey verblei ben; Und gib uns deinen heilgen geist, Daß wir dem worte gläus ben: Daffelb annehmen jederzeit Mit fanftmuht, ehrfurcht, lieb und freud, Als GOttes, nicht der menschen. 4. Hilf, daß der losen spötter hauf uns nicht vom wort abwende: Weil ihr gespött sammt ihnen drauf Mit schrecken nimmt ein Gib du donner Mel. Hilf mir mein GOtt hilf i ein GOtt! du zeigst dein anges kraft, Daß deine lehre in uns haft, 378. Men Auch reichlich bey uns wohne. sicht In deines wortes spiegel, s. Deffn' uns die ohren und das Dasselb ist uns ein helles licht, Ein her, Daß wir dein wort recht fastheures pfand und siegel: Oheil fen; In lieb' und leid, in freud und ger geist! Dein wort selbst weist, schmer: Es aus der acht nicht Daß du die lehrer treibest, Da du laffen: Daß wir nicht hörer nur dis wort An allem ort Durch deis allein Des wortes, sondern thinen griffel schreibeft. ter seyn, Frucht hundertfältig bringen. 2. Ist dein geheimniß tief und schwer; So giebt dein wort doch klarheit. Ist die vernunft gleich wüst und leer: Dein wort führt in die wahrheit, Lehrt, straft, ver beut, Bollführt den streit; Die trdstung ist unzählig, Hat himmels- kraft und lebens- saft, und macht uns endlich selig. 6. Am weg der saame wird so fort Vom teufel hingenommen: In fels und steinen kann das wort Die wurzel nicht bekommen: Der saam, der in die dornen fällt, Bon sorg und wollust dieser welt Ber: dirbet und ersticket. Worte GOttes. weg' seyn Die leuchte unsern füß fen: Erhalt es ben uns klar und rein: Hilf, daß wir draus geniess sen Kraft, raht und troft in aller noht, Daß wir im leben und im tod Beständig darauf bauen. 10. GOtt vater! laß zu deiner ehr Dein wort sich weit ausbreis ten. Hilf, JEsu! daß uns deine lehr Erleuchten mög' und leiten. Oheilger geist! dein göttlich wort Laß in uns wirken fort und fort Glaub, lieb', geduld und hoffnung. * 7. Ach hilf, HErr! daß wir wer den gleich Dem guten fruchtbarn lande, Und seyn an guten werken reich In unserm amt und stande, Viel früchte bringen in geduld, Bewahren deine lehr und huld it feinem guten herzen. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, Den weg der fünder meiden. Gib, daß wir halten fest an dir, In anfechtung und leiden. Rott aus die dornen allzumahl, Hilf uns die welt sorg überall nebst bösen lüften dämpfen. S * 9. Dein wort, o HErr! laß aus 3. O morgen- stern! o mannathau! O angenehmer regen! O immer grüne seelen- au! In dir ist heil und segen. Drum sey ge preist, Oheilger geift! Für diese theure gaben: Ich will hinfort An diesem wort Mein licht und labsal haben. 4. Ach HErr! bewahr für mens schen- tand, Für falscher lehrund rotten: Bring nicht den hunger in das land, Laß uns des worts nicht spotten; Daß man die lehr Nur laulich hör, Und doch darnach nicht thate. Ja, stoß doch nicht Von dem Worte GOttes. Dis belle licht Von seines leuch ters ståtte. 5. Hilf, daß ich nicht, wie Chos mas*, mich Von der gemein entferne: Nicht, wie Eutychus**, schläferig Die predigt hör und lerne. Den sorgen- dorn, Des fleisches zorn, Der wollust feuer dampfe. Ach! steh bey mir, Wenn ich allhier mit fünd und zweifel támpfe.* Joh. 20, 24. ** Ap. Gesch. 20, 9. * 6. Erhalt uns, HErr! dein theures wort Zu unsers herzens freude, Daß es uns schein' im dunkeln ort, Und unsre seelen weide. Hilf, daß mirs ist Zur lebre nüßt, Des glaubens werk zu stärken, Zur besserung, Zur züchtigung, zu allen guten werken. *. Was man sonst nirgend findet, Und GOtt alleine weiß, Was kein verstand ergründet; Das lehs ret sie mit fleiß: Weil sie durch GOttes geist, Gott, deffen wes sen, werke, und willen, kraft und tärke, Jaienes leben weist. 6. Sie trägt die höchste sachen In tieffter einfalt vor, Und kann doch weise machen: Sie führt zu Gott empor: Sie schenket dem gemüht Ein solch verklärt gesich te, Daß man im glaubens- lichte GOtt recht ins herze steht. 7. Sie reißt durch eigne stärke Das reich der fünden um, Und bauet neue werke Durchs evange lium. Sie stößt ein sündlich her; Erst in die hölle nieder; und Mel. Von GOtt will ich nicht zc. 379. Erkenne mein gemühs führt doch solches wieder Durch te! so gnädig ist; Aus desfen licht und gute Dir diese wolthat fließt, Daß er die heilge schrift Dir hat zum licht gegeben, und darin, dir um leben, Den und mit dir gestift. 7.Hilf, daß ichs auch mit freudgem muht Vor aller welt bekenne, Und sters in angst und trüb. sals- glut Es meinen labsal nen ne. Die leste noht Ist end und tod, Laß mich der hoffnung trauen, Wer in der welt Dein wort nur hält, Der wird den tod nicht schauen. 237 zu seyn, Er lenkte hand und mund, Daß alles, was sie dachten, Und in die schriften brachten, Von- und aus ihm, entstund. 4. Ein heide schreibt und glaus bet, Daß GOtt und tugend sey: Doch was er sagt und schreibet, Kömmt GOttes schrift nicht bey: Ihr bleibt an alterthum, An richtigkeit und wahrheit, An weisheit, kraft und klarheit Allein der preis und ruhm. s. Sie dient sich zum beweise, Daß sie vom himmel sey. Der geist stimmt, ihr zum preise, Mit seinem zeugniß bey. Es haben hier und dort Blut- zeugen sie gepries fen, und durch den tod bewiesen, 2. GOtt, der erbarmer, sabe Sie sey das lebens- wort. Uns in der blindheit stehn; Es 9. Kein buchstab ist entfallen, gieng ihm schmerzlich nahe, Solcher nicht erfüller sey: Der auss elend anzusehn. Sollt er nun gang tritt in allen Der prophez unterricht Nebst den erleuchzeihung bey. Und weiß nun GÖtt tungs- gaben Zurück gehalten ha- allein Weissagung vorzutragen; ben? Onein! das konnt er nicht. So wird ein jeder sagen: Die schrift muß göttlich seyn. ro. Wolan, geliebtes berze, Nimm GOttes zeugniß an; Weil diese 3. Vielmehr erwählt' er knechte, Gab ihnen alles ein, Was uns zum licht und rechte Von ndhten schien Von dem Worte Gottes. 238 diese himmels ferie Dich himm lisch machen kann. So wenig GOtt betreugt, So wenig kann fie lügen, noch auf dem wege trügen, Den sie zum himmel zeigt. Mel. Werde munter mein 2c. Err! dein wort, 380. He mein grund des hortes, Machetemeine seele froh. Wort des vaters! alles wortes Ja und amen, A und O! Geiß des vaters und des fohus! Sie gel unsers gnaden lohns! Du willt uns in deinen schriften Dei ner liebe denkmahl fiiften. 2. Du verborgnes hohes wesen! Hast dich uns geoffenbart, und wir können deutlich lefen, Was das fleisch nach seiner art Nicht vernimmt, und thorheit nennt; Weil es deinen geist nicht kennt; Was uns die vernunft nicht lehret, Was die hohen gar zerstöhret. 3. Schon im alten testamente Machte der propheten mund, Die dein heilger ruf ernennte, GOt tes wort den menschen kund: Und im neuen ward die treu unsers GOttes gleichfalls neu; Denn sie mußt evangeliften und apostel auszurüsten. 6. Dieses wort jeig: im gesetze, Und im evangelio Unsern mangel, GOttes schake; Macht betrübt und wieder froh. Jenes zeiget Adams schuld; Dieses, Chrifii lieb und huld: Jenes lehrt die guten werke, Dieses giebt hierzu die stärke. 7. Durch dis mittel aller gnaden, Und der facramenten paar Stellen lehrer, die uns laden, Gottes gnaden ordnung dar. Lehre, ftrafe, besserung Und gerechte züchtigung kann den menschen GOttes stärken, Macht geschickt zu guten werkent. 8. Denn dis wort beruft und lehret: Es erleuchtet den verstand, Es gebieret und bekehret, Macht gerechtigkeit bekannt, und zum guten uns bereit; Tröftet, stärkt zur seligkeit. Kurz, die schrift ift uns segeben, Daß wir durch den glauben leben. 9. Laß uns, HErr! dis licht erleuchten: Laß den hammer mächtig seyn. Laß uns diesen regen feuchten, und den blsden geist erfreun. Gib, daß dis zweyschneiz dig schwert uns durch geist und seele fährt. Laß den saamen nichts ersticken, Sondern unser her: erquicken. 4. Was die menschen GOttes schrieben, Gab nicht eigner wille ein.GOttes geift hat sie getrieben, Weil das wort ein geift soll seyn* Und daher kommt auch die kraft, Die des geiftes früchte schafft, Buffe, glauben, neues Leben und die seligkeit zu geben.* Joh.6,63. s. Diese regel richt't den glau ben Nach des höchsten willen ein: Kann ihm aber nicht erlauben, In den werken todt zu seyn: Weil Mel. GOtt des himmels und zc. munde, der geift des geiftes frucht Bou 381. Theures wort aus des geiftes saamen sucht. Denn mir lauter honig trågt! Dich alein forscher in der bibel Hört, be- lein hab ich zum grunde meiner hält es, thut kein übel. feligkeit gelegt. In dir treff ich alles 10. Gib uns allzeit treue Lehrer, und die lehre hell und rein. Laß uns aber nicht nur hörer, Nein, zugleich auch thater seyn: Wie bey dir auch raht und that, Alles wort erfüllet hat. Laß, die hier dem worte trauen, Dort das wort felbständig schauen. Von dem Worte GOttes. 239 alles an, Was za GOrt mich füh- fest im glauden teh, Bis ich dort ren kann. zum schauen geh. 2. Will ich einen vorschmack haben, Welcher nach dem himmel schmeckt: So kannst du mich herr lich laben: Weil bey dir ein tisch gedeckt, Der mir lauter manna schenkt, mich mit lebenswasser tränkt. 3. Du mein paradies auf erden! Schleuß mich sters im glau ben ein. Laß mich täglich klüger werden, Daß dein heller gnaden schein Mir bis in die seele bringt, Und die frucht des lebens bringt. 4. Geist der gnaden, der im worte An des höchsten brust mich legt! Deffne mir die himmels pforte, Daß mein geist hie recht erwegt, Was für schätze GOttes hand Durch sein wort mir zugewandt. r.Laß mich stets in diesen schranken Frey von eitlen sorgen senn; Schliesse mich mit den gedanken In ein stilles wefen ein. Daß die welt mich gar nicht stöhrt, wenn mein her; dich reden hör 2 6. Gib dem saam korn einen acker, Der die frucht nicht schuldig bleibt. Mache mir die angen wacker; Und, was hier deiu finger schreibt, präge mir im herzen ein; Laß den zweifel ferne seyn. 7. Was ich lese, laß mich mer fen, Was du sageft, Laß mich thun. Wird dein wort den glauben står ken, Laß es nicht daben beruhn; Sondern gib, daß auch dabey Ihm mein Leben ähnlich sey. 8. Hilf, daß alle meine wege Nur nach dieser richtschnur gehn. Was ich hier zum grunde lege, Müsse wie ein felfen stehn; Daß mein geift auch raht und that In den größten nähten hat. 9. Eaß dein wort mir einen spie gel In der folgeJEfu seyn: Drücke drauf ein gnaden- siegel. Schleuß den schatz im herzen ein, Daß ich Mel. JEsu deine heilge wunden. 382, uter fåmann! deine gange Sieht und spührt man weit und breit; Denn du haft in groffer menge Deinen saamen ausgestreut: Ja an all und jedem ort Hast du dein theurwehrtes wort Vor uns, und in un fern tagen, Huld- und liebreich vorgetragen. 2. Aber, ach! wie wenig felder Nehmen diesen saamen an! Was sind wir für wüste wälder, Wo man gar nichts ernten kan: Dorn und hecken sind der ort, Wo das theure lebens- wort Muß verderben und ersticken, und sich lassen unterdrücken. 3. Manzertritt das an den wes gen, und die vögel freffens auf. Das, auf felsen harten stegen, Muß verdorren, gehet drauf; Doch es ist noch gutes land, So durch deine segens- hand, Wenn es recht und wol gelinget, Hundertfältig früchte bringet. 4. JEsu! der du unsre herzen Dir zum acker zugericht: Laß uns ia nicht was verscherzen: O du theures lebenslicht! Was zum wachsthum muß gedenn, und mit früchten kann erfreun. Laß, was ohren hat zu hören, Hören, thun nach deinen lehren. 5. Wehr und freure du dem teufel, Sen des hörens ziel und zweck; Sonst erwecket er uns zweifel, Nimmt das wort vom herzen weg. Wehr auch aller sicherheit, Daß wir uns zu aller zeit, HErr! an dich mit glauben halten, und in keiner noht erkalten. 6. Reiß auch weiter alle Dörner Unfrer geld und welt- luft aus: Sonst ersticken alle körner, Und wird nie was gutes draus. Denn Wo 2240 Von dem Worte GOttes. wo solche felder sind, Snuß der faa- geift, Der alles das versiegle, me gar geschwind Durch die hins dernisse sterben, und der acker felbft verderben. Worin dein wort mich unter weist; Daß ich mich drin bespiegle, Und immerdar Dis, was ich war, Und was ich bin, erkenne: Auch niemahls mehr Von deiner lehr In sünd und irrthum renne. 7. JEsu! hilf uns recht be mühen, Ein erwünschtes land zu feyn, Wo die früchte nicht nur bluhen, Wo nicht nur ein christenschein; Sondern wo auch jederman Aus den früchten sehen kann, Wie dein wort im herzen blieben Und in kraft hervor getrieben. 8. Laß ein jedes wort gelingen, Das in unsre herzen fällt; Laß es tausend früchte bringen. Wenn dein auge in der welt Da und dort ein herze sieht, Das sich deinem wort entzieht: Das entreiß durch Mel. Wo GOtt der HErr nicht. beine stärke, Machs zu deinem 384. D feele! welche fe acker- werke. ligkeit all hier auf erden von deinem schöp 9. Endlich wenn wir auf der fer zubereit! Da er dir kund läßt erden Durch den schnellen lauf werden Sein theures wort voll les der zeit Selbst zu staub und saa bens- saft, Das eine wahre GOt men werden, Den man in die erstes- kraft und leben mit sich füh de freut: Ach! so laß uns sanfte ruhn, Bis wir unsern eintritt thun In die schönen himmels auen, und die freuden ernte schauen. ret. licht, das uns erleuchtet, Ein schild zu unsrer gegen- wehr, Ein thau, der uns befeuchtet; Ein stärfungs trank, wenn wir uns Frank An seel und geift befinden; Ein festes band, Das unsre hand Mit deiner Fann verbinden. 4. Gib meinem glauben stärk und kraft, Die alles kann vollbrin gen, Damit, durch dessen eigen schaft, Jch ritterlich kann ringen, Und creuz und noht, Ja gar den tod Viel eher mag erleiden, Als daß ich hier Vom wort, und dir, mich ließ aus kleinmuht scheiden. Mel. Durch Adams fall ist zc. 38 3. Dit wort, Herr! ift feel erquicken. die rechte lehr, Ein 2. So führe denn auf rechtem pfad, Durch dis dein licht, mich blinden. Laß mich, durch deinen schuß und raht, Den satan über winden. Die süssigkeit Laß allezeit Von deinem wort mich schmeks ten; und deine gunst In mir die brunft Der gegen lieb' erwecken. 3. Verleih auch deinen guten 2. Gleich wie auf grüner que sich Ein hungrig schaflein füllet, und seinen durst gar emsiglich Am frischen waffer stillet; So kann dein wort zu aller zeit mit heil, troft und zufriedenheit Mir meine 3. Denn was ich suche, find' ich dort; Und was mir noht zu haben, Zeigt mir dein seligmachend wort, Das kann mich kräftig laben. Dein edles wort begreift in sich, Was tröstet und erfreuet mich Im le ben und im sterben. 4. Aus deinem honig- füffen wort Lern ich dich selbst erkennen, Und JEsum meinen treuen hort, Mein licht und leben nennen: Ja dieses wort zeigt mir den geist, Das pfand des erb's, das du vers heißt uns sterblichen zu geben. 5. Will mich gleich fünde, höll und tod, Und welt und teufel febrecken; So kann dein wort in fols Von dem Worte GOttes. 241 solcher noht Gewissen troft erwek, nen recht versteh, Und aus der finFen: Denn Christus ist, so zeigt die schrift, Der höllen pest, des todes gift, Der alles überwunden. sterniß Zum licht des lebens geh. 6. Wenn mir die welt viel trübsal macht, Wenn mich gefahr um geben: Qualt mich verfolgung tag und nacht, Muß ich in kum mer leben, Kimmt krankheit, schmerz und selbst der tod; So kann dein wort, o treuer GOtt! Mich immer kräftig trösten. 2. Ich bin blind von natur Durch angeerbte sünden, Und kann nicht von mir selbst Den weg zum himmel finden; Jedoch dein wort ist mir Ein leitstern in der nacht, Daß ich durch dessen glanz Entgeh der todes- macht. 3. Drum gib mir deinen geist, Der mich zum lichte führe, Und mein verfinstert her: Mit wahrer tugend ziere, Daß glauben, hoffs nung, lieb' In vollem wachsthum sey, Und meine gottesfurcht Bleib' ohne heuchelen. 7. Dein wort ist meines Lebens licht, Das lehrt mich richtig gehen, und bey der fünder rotte nicht In ihrem rahte stehen. Dein wort giebt meiner feele kraft, Es! ist das holz, deß lebens- saft Uns lieb' und glauben stärket. 8. Drum laß mir, HErr! dis edle wort Nicht aus dem herzen reiffen. Ja laß es, JEsu! fort und fort Mein troft und labsal heiffen. Erhalte mir es klar und rein: Denn ohne dessen glanz undschein Ist all mein thun verlohren. 9. Gib, daß ich auf dis wort stets acht mit denken und mit sinnen, Und davon rede tag und nacht. Laß mich nichts lieb gewinnen, Als dessen heil und füffigkeit; Laß es in schmerzen, angst und leid Mein troft und stärke bleiben. 10. Ja, laß mich, kommt der tod herbey, Dis wort von JEſu hören, Daß er mein' auferstehung sey: Dann laß mich zu dir kehren, und freudig sterben, weil er spricht: Die sterben nun und nimmer nicht, Die fefte an mich glauben. Vor der Betrachtung des gött4. Verleihe, daß ich das, Was GOtt zuwider, haffe; Das gute aber auch zu thun nicht unters lasse. Denn wer ein hörer nur, Und nicht ein thäter, ist; Dem hilft das wissen nichts, Der ist kein wahrer chrift. s. So hilf nun, treuer GOtt: Daß ich dein wort recht höre. Zeuch du mein herz nach dir, Daß nichts die andacht stöhre. Lenk alle sinnen ist nur blos auf dich allein, Daß ich kann nach der zeit Ein himmels erbe seyn. Nach der Betrachtung des göttlichen Wortes. Mel. JEsu deine heilge wunden. 386. leben! Deine gute sey gepreift, Daß du mir dein wort gegeben, Das mich herrlich unterweist, Das zur seligkeit mich lehrt, Warnet, bessert, ftraft, bes kehrt, Auch, wenn creuz und trübsal drücket, mich mit füffem troft erquicket. lichen Wortes. Mel. O GOtt du frommier zc. 385. Mein Gott! ich will aniest Dein ich lig wort erwegen; Ach! gib doch guadiglich mir hierzu deinen se 2. Gib, daß ich dein wort recht liebe Ohne schein und heucheley, kein blosser hörer sey. Denn wer deinen willen weif, Thut ihn gen, Damit ich dein gebot Darins gleichwol nicht mit fleiß: Der ist Q ärger Von dem Worte GOttes 242 årger als die beiden, und soll dop| heilgen geift Und auferstehn der pelt streiche leiden. todten. 3. Darum schreib, was ich vers nommen, Jest in meine feele ein. Laß mich zum erkenntniß koms men, und des wories thater seyn. Dein geist treibe mich stets an, Daß ich dich, so gut ich kann, Gläubig faffe, fürchte, liebe, Und mit fünden nicht betrübe. 4. Dein wort sen auch meinen füffen Eine leucht und helles licht, Daß ich möge troft geniess fen, Wenn es mir an troft gebricht. Es verfüsse alle quahl In dem fins ftern todes- thal, Führ mich end lich aus dem leide Zu der füffen himmels- freude. Von den fünf Sauptstücken des Catechismi. Mel. Ich glaub an einen GOtt. 3. O vater hoch und wunder sam! Geheiligt werd von mir dein nam. Laß mich deins geiftes ga ber gm guadensreich hier haben. Hilf, daß ich deinen willen thu, Gib gute obern, fried und ruh, Und daß ich hab darneben Was ich bedarf im leben. Vergib mir alle meine schuld, mit meiner schwachheit hab ges duld, In der versuchung stärke mich, Bom bösen rett mich gnås diglich. Dein ist die macht und ehre. 4. Ich dank dir, GOtt! von herzens- grund, Daß mich die tauf der heilge bund, Hat wieder neu gebohren: Dir hab ich da geschwo ren; Entsagt hab ich dem böse wicht, und angelobet, daß ich nicht Mich woll' verführen lassen, 2011 feine werke baffent. O voter, sohn und geist! vers leib, Daß ich beständig bleib da bey: Gib, daß ich täglich sterbe ab Den bösen lüften, die ich hab, Im neuen leben wandle. 5. Des HErren JEfu leib und blut Kömmt in dem nachtmahl mir zu gut: Mein glaube kriegt da stärke, Daß ichs inwendig merke. Dein grimm alsdenn, vater! fällt, Wenn dir daselbs wird vorgestellt, Wie das, was ich verschuldet, Dein sohn am creu erdulder. 387 Lereuer Gott? Auldeis ne rechte und gebot, Daß ich dir feft vertraue, Sonst auf kein hülfe baue; Daß ich nicht deinen nam'n misbrauch, Am sabbath bey dem danken auch Und beten dein wort hdre, Die obern lieb' und ehre. Daß ich dem nächsten nüglich sen; Meid zwietracht, unzucht, dieberey, Verleumdung, lügen, böse luft. HErr! mache mir ja wol bewußt, Wie du belohnt und Arafeft. 2. Ich glaub an einen GOtt allein, Von dem all' ding erschaf fen seyn, Und noch erhalten wer. den, Im himmel und auf erden. Ich glaube auch an Jesum Chrift, Der GOtt und mensch gebohren ift, Für mich am creu; gestorben, Das heil mir da erworben;* Vom tod erstanden, und dar: auf Zum himmels- thron gefahren auf, Von da er uns sein warten beißt. Ich glaub an Gott den 388. Dis find die heilig sehn gebot, Die uns Er giebet feinen leib für mich, Sein blut vergießt er mildiglich: Ovater! nimm dis opfer an, Vers seib die fünd, die ich gethan, Hilf mir aus allen nåhten. 230 Don den geben Geboren als dem Gesetze. / und zwar von dem Geseze uns gab unser HErre GOtt Durch Mosen seinen diener treu, Hoch auf dem berge Sinai. Kyrieleis. 2. Ich bin allein dein GOtt und HErr. Kein' götter sollt du haben mehr: Du sollt mir gan; ver trauen dich, Von herzens- grunde lieben mich. Kyr. 3. Du sollt nicht führen zu uns ehen Den namen GOttes deines HErrn: Du sollt nichts preisen recht noch gut, Ohn was GOtt selber redt und thut. Kyr. 4.Du sollt heilgen den sieb'nden tag, Daß du und dein haus ruhen mag. Du sollt von dein'm thun laffen ab, Damit Gott sein werk in dir hab. Kyr. <. Du sollt ehrn und gehorsam seyn Dem vater und der mutter dein, Und wo dein' hand ihn'n dienen kann; So wirst du langes leben hab'n. Kyr. 6. Du sollt nicht tödten zornigs lich, nicht haffen, noch selbst rås chen dich, Geduld haben und sanfs ten muht, und auch dem feinde thun, was gut. Kyr. 1. Dein' eh' sollt du bewahren rein, Daß auch dein her; kein andern mein, und halten keusch das leben dein mit zucht und auch maffigkeit fein. pr. 8. Du sollt nicht stehlen geld noch gut, nicht wuchern iemands schweiß und blut. Du sollt aufs thun dein' milde hand Den ar men, die in deinem land. Kyr. 243 sind, Daß du dein fünd, o mens schen- kind! Erkennen sollt, und lernen wol, Wie man vor Gott recht leben soll. Kyr. 9. Du sollt kein falscher zeuge seyn, Nicht lügen auf den näch: sten dein: Sein unschuld sollt auch retten du, Und seine schande decken zu. Kyr. 12. Das hilf du uns, HErr JE su Chrift! Der du der mittler worden bist: Sonst ists mit un. ferm thun verlohrn, Verdienen nichts denn eitel zorn. Kyr. 13. Kein mensch wird durch ver. dienst gerecht, Wir bleiben fiets unnuge knecht. HErr JEsu! dein verdienst allein Erwirbt uns, daß wir selig seyn. Kyr. 14. Jedoch steht GOttes will' da klar, Und die gebot find offen. bar: Drum man nach aller mdgs lichkeit Darnach mng leben alle. zeit. Kyr. Mel. Dis sind die heilge zehn sc. 389. Mensch! willt du les ben feliglich, Und bey GOtt bleiben ewiglich: So sollt du halt'n die zehn gebot, Die uns gebeut unser GOtt. Kyr. 2. Dein GOtt und HErr als lein bin ich, kein andrer GOtt foll irren dich: Vertraun soll mir das herze dein, Mein eigen reich sollt du seyn. Kyr. 3. Du sollt mein'n namen ehren schon, und in der noht mich ruz fen an: Du sollt heilgen den sabs bath- tag, Daß ich in dir wirken mag. Kyr. 4. Dem vater und der mutter 10. Du sollt deins nächsten weib dein Sollt du, nach mir, gehorsam und haus Begehren nicht, noch seyn, Niemand tödten, noch jor: etwas draus: Du sollt ihm wünnig seyn, Und deine ehe halten fchen alles gut, Wie dir dein berze felber thut. pr. * 11. Die g'bot all uns gegeben Is. Weil aber in dem jammerthal Die fünd uns anklebt über.. all; So gib, o HErr! uns deinen geift, Der uns kraft, ftark und bev stand leift. Kyrieleis. rein. Kyr. <. Dusollt einem andern stehlen nicht, Auf niemand falsches jeuQ2 gen Von dem Worte GOttes. 244 gen nicht: Deins nächsten weibes nicht begehrn, Und all seins guts gern entbehrn. Kyr. 6. Die g'bot all uns gegeben sind, Daß du dein fünd, o mens schen kind! Frkennen sollt, und lernen wol, Wie man vor GOtt recht leben soll. Kyr. 7. Das hilf du uns, HErr JE su Chrift! Der du der mittler worden bift: Sonst ists mit unserm thun verlohrn, Verdienen nichts denn eitel zorn. Kyr. Mel. Es spricht der unweisen 2c. Err! deine rechte und gebot, mich ia ehren allezeit, Daß mirs wol geh auf erden. Für ihre treu und sorg laß mich, Auch wenn sie werden wunderlich, Gehorsam seyn und dankbar. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne rach Aus zorn und feindschaft übe; Dem, der mir anthut creus und schmach, Berzeihe, und ihn liebe; Sein glück und wolfahrt iedem gönn, Schau, ob ich jemand dienen könn, Und thu es denn mit freuden. 390. nach wir sollen leben, Wollst du mir, o du treuer GOtt! Ins herze selber geben; Daß ich zum guten willig sey. Mit sorgfalt und ohn 8. Verleih, daß ich mich redlich beucheley, Was du befiehlst, voll- nehr, Der bösen rank mich scha bringe. me; Mein Her; vom geiz und 2. Gib, daß ich dir allein verunrecht kehr, Nichts durch gewalt trau, Allein dich fürcht und liebe, hinnehme, und von der arbeit Auf menschen troft und hülf meiner hånd, Was übrig ist, auf nicht bau, Noch mich darum be arme wend, und nicht auf pracht trübe: Daß grosser leute gnad und und hoffart. gunst, Gewalt, pracht, reichthum, wig und kunst Mir nicht zum ab gott werde. binde. 4. Am tage deiner heilgen ruh Laß mich früh vor dich treten, Die jeit auch heilig bringen zu Mit danken und mit beten; Daß ich hab meine luft an dir, Dein wort gern höre, und dafür Herzinnig lich dich preise. 5. Die eltern, lehrer, obrigkeit, So vorgesetzt mir werden, Laß 7. Unreine werk der finsterniß Laß mich mein lebtag meiden, müßDer höllen quahl dort leiden. Daß ich nicht für der luft- seuch Schaff in mir, ein herz, Daß ich schandbare wort und scherz, Auch fress'n und sau fen haffe. 9. Hilf, daß ich meines nächsten glimpf zu retten mich befleiſe, Von ihm abwende schmach und 3. Hilf, daß ich deinen nem'n schimpf, Doch böses nicht gut und bund Aus deinem wort ers heisse. Sib, daß ich lieb' aufrich kenne; Auch niemahls dich mit tigkeit, Hab einen abscheu ieder meinem mund Ohn herzens anzeit An lästern und an lügen. dacht nenne: Daß ich bedenke 10. Laß mich des nächsten haus jeden tag, Wie stark mich meine und gut Nicht wünschen noch be tauf- zusag zu deinem dienst vergehren; Was aber mir vonnähten thut, Deß wollst du mich gewäh ren: Doch daß es niemand schäd. lich sey, Ich auch ein ruhig heri dabey, und deine gnad behalte. 11. Ach HErr! ich wollte deine recht und deinen heilgen willen, Wie mir gebührt als dei nem knecht, Ohn mangel gern er füllen: So fühle ich was mir ge tricht und zwar von bricht, und wie ich das geringste nicht Vermag aus eignen kräften. 12. Drum gib du mir von deis nem thron, GOtt vater! gnad und stärke. Verleih, o JEsu GOttes sohn! Daß ich thu rechte werke. O beilger geist! hilf, daß Herzen, und als mich Ohn falsch den nächsten liebe. Mel. Mein herz und feel den zc. erechter GOtt! der 391.re du von uns begehreft zu leben, wie du im gesez uns lehrest: Geuß deinen geift in unsre herzen ein, Daß wir hiezu geschickt und willig seyn. 2. Ohn deine kraft und heiliges anführen Fäßt unsere vernunft nur irrthum spühren. Doch, lei test du uns selber bey der hand; So wird uns dein befehl und wort bekannt. 3. So gib, o GOtt! daß für abgåttereyen Und lästerung wir uns von herzen scheuen. Du, du allein bist unser HErr und Gott, Sonst keiner nicht: dis lehret dein gebot. 4. Gib uns die luft, den sabbath recht zu feiren: Dem frevelmuht der kinder wollst du steuren, Daß sie in kindlichem gehorsam stehn, Und sich deßfalls von dir gesegnet schn. 1. Behüt uns auch für haß und mord- gedanken. Halt unser herz reft in der Feuschheit schranken. Gib, daß nicht unser sinn zur die beren, Noch zum betrug und geiz geneiger sey. dem Geseze. 245 deinen heilgen willen Geflissen feyn rechtschaffen zu erfüllen, Auf daß, an statt der fünden- ftrafen, wir Für deine huld dir danken für und für. 6. Laß jedermanu sich der vers laumdung schämen, und seine schudde luft begierden zähmen, Daß niemand durch betrüglich keit und lift Das suchen mag, was feines nächsten ist. Mel. 3. Mein GOtt ich bin jest. du mir 392.einen willen In Diesen den zehn geboten für. möglichst zu erfüllen, Wirk durch deinen geift in mir, Daß ich das gebotne faffe, Und auch das vers botne laffe. 2.Laß mich dich allein verehren, Du bist GOtt, und keiner mehr, Welchem lieb und furcht gehdren. Gib, daß ich auf nichts so sehr, Als auf deine huld vertraue, und mir keinen abgott baue. 3. Deinen namen laß mich preisen Mit dem munde, mit der that; Durch gebet und dank bes weisen, Wie man ihn zu ehren hat. Fluchen, schweren, zaubes reyen Laß mich stets mit ernste scheuen. 4. Deinen tag recht zu begehen, Heilige mir her; und sinn. Laß dein wort mich recht verstehen; Und wenn ich ein hörer bin, So hilf, daß ich mich befleisfe, Daß ich auch ein thäter heiffe. 5. Gib, daß ich die eltern liebe, Auch, die statt der eltern sind, Und mich im gehorsam übe, Daß ich auch den segen find, Und densels ben nicht verscherze Durch ein wi derspenstig herze. 6. Bürnen, misgunst, haffen, neiden, Eigenrache, jank und freit Laß mich, HErr! beständig meis den, Auch die unversöhnlichkeit; Daß mich keine lafter stürzen, Die das leben hie verkürzen. 7. Schenke mir ein teusches herze, Und bewahr durch deinen 7. Drum werden wir, HErr!| geist Meinen mund für geilem Q3 fchers 246 m Worte GOttes 3 cherze. Well mein leib dein tem- In rechter einfalt gehn, und das pel heißt, Laß mich ihn auch selber bey seite legen, Wornach die fün ehren, nicht durch fleisches lust der sehn. HErr! laß dein reich zerstöhren. allein In meiner feele wohnen; So wirst du meiner schonen, Sollt ich gleich strafbar seyn. Cels 8. Willt du mir mein thetl be: scheiden, Laß mich stets dabey be ruhn; Und viel lieber unrecht leiden, Als iemanden unrecht thun: Daß ich schlecht und recht hier wandle, mit dem nächsten redlich handle. 9. Laß mich alle falschheit mei den, Und ein feind der lügen seyn: Meinen nächsten nicht bes neiden, Noch mich seines falles freun. Gib, daß ich die wahr heit liebe, Und in redlichkeit mich übe. 10. Ift mein herz voll böser tüt le, Reizt mich angeerbte luft; Hilf, daß ich sie unterdrücke, Und des alten Adams wust, Den ich in dem fleische finde, Täglich tödt und überwinde. 3. Laß mich das arge hassen, Dem guten hangen an: Ein neues leben fassen, und wolthun iedermann. Gib, daß wir alle gleich, Von deiner furcht getrieben, Einander herzlich lieben, und suchen stets dein reich. 4. Hilf, da ich nicht vermes sen Noch stolz leb' in der welt. Laß alles mich vergessen, Was mich von dir abhält. Laß mich mit freudigkeit Zu dir, o vater! beten, und kühnlich vor dich tres ten, Voraus in leidens- zeit. 1. Die begierden zu bezahmen, Gib mir deines geistes kraft. Laß mich wol zu herzen nehmen, Wie hart dein gesege straft, Daß ich la nicht was begehre, Das dir, HErr! zuwider wäre. 12. Nun, du haft mir fluch und segen, Tod und leben vorgestellt: Laß mich alles wol erwegen, Daß die wahl aufs beste fällt, und ich deinem zorn entgebe, Stets in' deiner gnade stehe. s. Gib, daß ich dir vertraue, Zugleich dich auch verehr, Und stets im glauben schaue, Mein GOtt! nach deiner lehr. Hilf, daß den sabbaths- tag Mit lauter heilgen dingen Gottselig zuu bringen Ich mich bemühen mag. 6. Laß mich die eltern ehren Mit worten, mit der that; Laß mich den nicht versehren Der mich erzürnet hat. Tilg alle böse lust, OGOtt! aus meinem herzen, Damit unnützes scherzen Mir ganz sey unbewußt. 7. Für geizen, wuchern, schin. den Behüte mich, mein Gott! Las mich die junge binden, Daß ich nicht fall' in spott. Laß meines nächsten gut mich nimmer. mehr begehren: Du kannſt mir Mel. Von GOtt will ich nicht zc. 393. Was kann ich armer machen, So viel mir ndhGott! aus eigner kraft, Wenn nicht zu guten sachen Dein geift mir beystand schafft? Drum weis de selber mich, HErr! mit deinem stabe: Denn wenn ich den nur habe. So wandt' ich wür diglich. 2. Laß mich auf deinen wegen tig thut. 8. Gib, daß ich durch die werke Den glauben zeige an, Damit man deutlich merke, Was er durch lie: be kann. Ich ruf in diesem streit: HErr! laß es wol gelingen, und mich durch dich erringen Zulezt die feligkeit. Don und zwar von dem Gejeze. Von der Strenge des Gesetzes. Mel. Es ist das heil unsic. Err! Dein gesen, 394. bas du der welt Zur richtschnur haft gegeben, Das du jur regel vorgestellt, Wornach wir sollen Leben, Das deinen willen offenbart, It ganz von einer andern art, Als menschliche gefeße. 2. Mit auferlicher ehrbarkeit Läßt sich es nicht begnügen. Ob gleich die hand nicht schlägt noch braut, Die lippen nicht betrügen, Das auge nichts verbotnes sieht, Ja über dis ein jedes glied In sei. ner ordnung bleibet. 3. Jft einer gleich kein flucher nicht, Kein dieb, kein fabbathsschänder, Kein frevler, der die ehe bricht, Kein mörder, kein verschwender, Kein freund von uppigem geschwäß; So ist dein hei liges geses Doch damit nicht zu frieden. 247 Des allerhöchsten willen: Allein wie voll von sclaverey, Wie tråg und matt dein wille sey, Das wirft du leichtlich fühlen. 8. So lerne: weil der fall geschehn, Kann niemand auf der erden Vor GOtt durch das geses bestehn, Gerecht und selig wers den: Es ist zu hoch, du viel zu schwach; Es drauet denen fluch und rach, Die es nicht völlig bal. ten. 9. Drum eile mit gebeugiem finn, Der sich in thränen hullet, zu deinem treuen mittler hin, Der das gesez erfüllet. Nimm das, was er für dich gethan, Nimm den gehorsam glaubig an, 3ur tilgung deiner schulden. 6. Es soll beym wahren weisheits- licht Der liebe feuer brennen; Kein mangel foll an unfrer pflicht Bemerket werden können. Es soll gar keine böse luft, kein ar ser trieb in unsrer brust Sich auch nur heimlich regen. 7. Kannst du, o mensch! nach folcher art Wol das gesen erfüls len? Du siehst darinnen offenbart 119076 busd 10. Laß aber auch in deinen geist Dir sein geseze schreiben: Thu alles willig, was es heißt. Wenn mängel übrig bleiben, So laß nur deinen glauben ruhn In Chrifti ganz vollkommnem thun, Der, was dir fehlt, erfeger. 2nd CHE 4.Weiß einer gleich die böse luft Mit nachdruck zu bezwingen, Und die begierden seiner brust In stille ruh zu bringen, Daß sich ihr wüten legen muß: So ist doch des geomei seßes schluß Auch damit nicht zu frieden. Von der Erfüllung des Ge. feres. Mel. Nun freut euch liebe 20. o . Es fordert, das leib, feel und 395. Du haft,& aller, muht Sich im gehorsam üben, Und daß wir dich, das höchste gut, Aus allen kräften lieben. Es will, daß, wie du heilig heißt, Auch unser herz und ganzer geift Durchaus geheiligt werde. höchster HErr über tod und leben! Dein maiestatisches gebot Uns nicht umsonst gegeben. Du willt, daß wir aus aller kraft, Die deine wirkung in uns schafft, Dasselbe treulich halten. 2. Zwar, wer noch todt in suns den liegt, Der wird sich nicht bequemen, Dein joch, das ihn gar nicht vergnügt, Mit luft auf sich zu nehmen. Sein sinn, der nichts als irren kann, Jft den e fer nicht unterthan, Er haffet des angsin sen bande. 3. Wo aber, HErr! Dein guter geist Sich in der seele reget, Da 24 3008 30150 thut 248 Von dem Worte GOttes. thut sie geru, was du ihr heißt, Von dem Unterschiede des Ge Was du ihr vorgeleget. Wer dich von reinem herzen liebt, und sich setzes und Evangelii. Mel. Nun freut euch liebe* c. in deiner liebe übt, Der wird dein 396. lium Sind beide wort auch halten. GOttes gaben, Die wir in unserm christenthum Beständig nähtig haben: Doch bleibt ein grosser unterschied, Den solch ein auge deutlich sieht, Das GOttes geift erleuchtet. 4. Er wird an deinem theuren sohn In wahrem glauben han gen, und ihm, als seinem schild und lohn, Stets treu zu seyn verlangen; Es wird sein neu gebohrner sinn Zu Gott, und zu dem nächsten hin Sich voller liebe neis gen. <. Die kraft, die er hier ndhtig hat, kann er von Chrifto erben: Der litt und starb an unsrer statt, Uns kräfte zu erwerben. Was die natur unmöglich nennt, Das wird für süß und leicht erkennt, Wenn Christus in uns lebet. 6. Fehlt unserm halten gleich noch viel, Nach des gesetzes strenge, Erreicht man nicht das weitste siel Nach seiner breit und lange; So sieht doch GOtt den willen an Und das, was JEsus hat gethan, Die mangel zu ersehen. 2. Was GOtt in dem gesehges beut, Jt uns ins her; geschrieben: Wir sollen nemlich jederzeit Gott und den nächsten lieben.Daß aber GOtt die welt geliebt, und seinen sohn für fünder giebt, Das muß er selbst entdecken. 7. Nimmt unser glaube diesen an, So wird ihm alles eigen, Was er gelitten und gethan; Dann muß der klager schweigen. Wen GOtt in seinem sohne findt, Den liebt er als fein eigen kind, und ist mit ihm zufrieden. 3. Ju dem gesetz wird unste pflicht Uns ernstlich vorgetragen. Das evangelium kann nicht, Als nur von gnade, sagen: Jens zeigt dir, was du thun sollt, an; Dis lehrt, was GOtt an dir gethan: Jens fodert, dieses schenket. 4. Was das gesez dir guts vers spricht, Wird dir nicht zugewen det, Es sey denn, daß du deine pflicht Vollkommen haft vollendet. Was Chrifti gnade guts verheißt, Wird dem, der glaubig sich era weist, Frey und umsonst gegeben. 5. Wo das gesez den fünder findt, Da schlägt es ihn darnieder. 8. Die lust, die noch im fleische| Das evangelium verbindt, und steckt, Mus völlig unterliegen. heilt die wunden wieder. Jens Der geist, der Chrifti liebe predigt sünde, zorn und fluch; Dis schmeckt, Kann ihren trieb beste öffnet dir das lebens- buch In gen. Man wandelt nicht mehr erlösers wunden. nach dem fleisch, Man lebet fromm, gerecht und keusch, Man thut des vaters willen. des 6. Jens decket dir dein elend auf; Dis saget von erbarmen. Jens schläget unbarmherzig 9. Mein heiland! mache dein sebor Mir angenehm und süsse. Dein wille sen, bis in den tod, Die leuchte meiner füffe. Schreib dein gefer in meinen finn, Fall ich, so wirf mich ia nicht hin, Stark mich 7. Was das geses zu sagen hat, durch deine gno drauf; Dis hebt und trägt die ar men. Jens zeigt und drauer dir den rod; Dis hilfet dir aus lod und noht, und bringt dir geift t leben. and Gehört für rohe Herzen, Für heuch und zwar von dem Evangelio. 249 heuchler, die schon reich und satt, schuld. JEfus ift gestorben, JEDie mit der fünde scherzen. Des gnaden- wortes balsam- d! Senkt sich in eine kranke seel, Die elend und beladen. sus hat erworben Alle gnad und huld. Auch ist dis Fürwahr gewiß: JEsus lebt in preis und ehre; Ach erwünschte lehre! #ist 4. Uns in fünden todten Machen JEsu boten! Dieses leben kund. Lieblich sind die füffe, Und die lehren füffe, Theuer ist der bund. Aller welt Ist nun vermeldt Durch der guten botschaft lehre, Daß man sich bekehre. 5. Die in bittern schmerzen Das geseg zerschlug; Kommt zu dessen snaden, Der für euch beladen Alle schmerzen trug. JEsu blut Stärkt euren muht; Gott ie hier, der euch geliebet, Und dist schuld vergiebet. 8. Wenn das gesek den zweck erreicht, So hört es auf zu fluchen. Sein zwang, fein blis, fein drohen weicht, wenn man will gnade suchen; Es treibt zum creuz des mittlers hin: Wenn ich an diesen gläubig bin, So hat der trost kein ende. 9. Mein GOtt! laß dieſen un. terschied mich in der that erfah: ren. Nach sünden- angst laß troft und fried Sich in der seele paaren. Treib mich durch des geseges fluch, Daß ich die gnade gläubig such In des erlösers armen. 10. Gib aus dem evangelio Mir kräfte, dich zu lieben, und, als dein kind, mich frey und froh In dem gefer zu üben. Gib gnade, daß Ich meine pflicht mit heiligkeit und zuversicht, In lieb und glau ben leiste. SHING Don dem Evangelio. Mel. JEsu meine freude zc. Dort 397. mundes! Engel meines bundes; JEsu, unser ruhm! Bald da wir gefallen Lief sest du erschallen Evangelium, Eine kraft, Die glauben schafft; Eine botschaft, die zum leben Uns von dir gegeben. 2. Was dein wolgefallen Vor der zeit uns allen Fest bestimmet hat; Was die opfer schatten Langst verkündigt hatten, Das vollführt dein raht. Was die schrift Verspricht, das trifft Alles ein in JEsu namen, und ist ia und amen. 3. Alles ist vollendet, JEfu gunde wendet Allen zorn und 6. Dieser grund bestehet: Wenn die welt vergehet/ Fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen, So soll mein vertrauen Evange= lisch seyn. Auch will ich nun würs diglich In der kraft, die mir geges ben, Evangelisch leben. 7. JEsu! deine stärke Schaffet diefe werke: Stehe du mir ben! Nicht ich nun scheis den, Hilf d das mein leiden Laß mich Einmahl auf dich, Als ein kind mit dir zu erben, Evangelisch sterben. Mel. 8. JEfus meine zuversicht. 398. Suffes evangelium, Das wie lebensmanna schmecket, und mir Chrifti priesterthum Durch viel klarheit aufgedecket, Du bist meines glaus bens ruhm, Suffes evangelium! 2. Du bist eine GOttes- kraft, Seligmachend die da gläuben. Es kann deine wissenschaft JEfum mir ins herze schreiben. JEfus ist allein dein kern, und der schriften glanz und stern. 3. En! 250 gigane Von dem Gebete. 3. Ev! so stell mir JEsum für, den stapfen JEsu merken, Daß Wie er hat gelehrt, gewandelt, ich würdig wandle so Diesem Und mit seinen wundern hier, evangelio. Als Messias, wol gehandelt, Bis fein sterben mich zulezt In den anaden stand gefest. 4. Dieses alles laß in mir Meis. Nun ich leb und sterbe drauf, Diese lehre zu bekennen: Steine schande hält mich auf, Die ses meinen ruhm zu nennen: JE nen schwachen glauben starken, fus bleibt mein eigenthum, Und und mich ein exempel hier In fein evangelium. 10 bised II. Von dem Gebete. tad Aufmunterung zum Gebetenidat Mel. Nun danket alle GOtt 2c. Beten hilft in noht und tod. 399, Wol auf mein herz! Denn Gott hat fein angesicht du mußt Dem HErrn ein opfer bringen. Laß jeufier und gebet Hin durch die wolken dringen; Weil GOtt dich beten heißt, und du durch seinen fohn Ganz freudig treten kannst Vor seinen guaden- thron. Auch im creuz auf dich gericht; Wie du, dein herz zu erquicken, Kannst aus seinem wort erblicken. 2. Steiner wird jemahl zu schan. den, Der sich seinem GOtt ver: traut. Kommt die gleich viel noht zu handen, Hast du auf ihn wol ges Dein vater ist, der dir Bebaut. Obs gleich scheint, als hört fohlen hat zu beten. Dein bruder er nicht, Weiß er doch, was dir ist, der dich Getrost vor ihn heißt gebricht.Deine noht mußt du ihm treten. Der wehrte tröster giebt klagen, und in keiner angst ver 1300 Die worte selber ein: Drum muß zagen. auch dein gebet Gewiß erhöret jena. 3. Rufen, schreyen, zu Gott beten, Ist der christen beste kunst. 3. Da siehst du GOttes herz, Allzeit freudig vor ihn treten, Fins Das kann dir nichts versagen. Sein det hülfe, guad und gunst. Wer mund, sein theures wort Ver- GOtt fest vertrauen kann, Gehet treibt ja alles zagen. Was dir unsicher seine bahn; Er wird allzeit möglich dünkt, kann seine vater hand Noch geben, die von dir Schon so viel noht gewandt. rettung finden, Kein feind wird ihn überwinden. 4. Komm nur, konm freudig her In JEsu Christi namen, Sprich: lieber vater! bilf Ich bin dein kind, prich: amen! Ich weiß, es wird geschehn, Dein herz verläßt mich nicht: Du weißt, du willt, du kañst: Thu, was dein wort verspricht. Mel. JEfu deine heilge wunden. enn dich unglück 400,0 bat betreten, Steckeft du in angst und noht, Mußt du fleisſig zu GOtt beten; 4. Lerne GOttes weise merken, Die er bey den seinen hält: Er will ihren glauben stärken, wenn sie unglück überfällt. GOtt dein va ter lebt ja noch, Schweigt er gleich, so hört er doch. Schrey getroft, du mußt nicht sagen: Dein Gott kann dir nichts versagen. r. Laß dich GOttes wort regie: ren, Merke, was die wahrheir lehrt. Satan wird dich nicht vers führen, Der die ganze welt ver kehrt. GOttes wahrheit ist dein licht, Dein schuß, troft und zuverficht. Von dem Gebete. 251 ficht. Erau nur GOtt, der kann, Gern wollt ich eifrig beren, Und nicht lügen: Bete, du wirst ends lich siegen. sonderlich in meiner noht Voll glauben zu dir treten: Gern bracht ich, lieber vater! dir Jm geift und heiliger begier Die farren meiner lippen. 6. Lob sey GOtt für seine gna de! Seine groffe gut und treu Macht, daß mir kein feind nicht schade, Sie ist alle morgen neu; Drum will ich mein lebelang Jmmer fagen Lob und dank Meinem GOtt in allen dingen, Frdlich halleluja singen. Erkannte Fehler ses Gebets. Mel. Auf meinen lieben GOtt 2c. allerhöchster GOtt! 3. Der teufel und die böse welt 401 an enden viel hinderniß, die mir misfällt. Will ich mich zu dir wenden, Und flebt mein seufzend herz zu dir; So stährt sie mich, und bringet mir viel eitles ins gemühte. 4. Dis nun, o GOtt! dis kränkt noht. Ich fürchte, meine fünden Die sich ben mir befinden, HErr! mögten dir verwehren Mein beten zu erhören. Ach! warum ber ich nicht In fester zuversicht? Du willt ja nicht das flehen Der traurigen verschmähen; Du lockeft fie, mit beten Vor deinen thron zu treten. 3. Wer dir mit reu und schmer; Ausschüttet so sein herz, Daß er dir glaubig trauet, Auf deine gute schauet; Der soll von deinen gas ben, So viel ihm nüket, haben. 4. Darum, verzeihe mir, Daß ich, o höchfter: dir Durch fündliche gedanken, Durch hin und wieder wanken Nicht jederzeit getrauet, Noch fest auf dich gebauet. 1. Gib du mir zuversicht, Daß, wenn mir was gebricht, Ich find: lich zu dir trete, So zuversichtlich bete, Als kinder eltern bitten, Und ihre noht ausschütten. 2. Allein mein herz, ach GOtt mein HErr! Kann sich nicht recht erheben. Es ist zum guten kalt und schwer, und bleibt am eiteln kles ben. Ganz tråg ist, leider! sinn und muht, Und ich muß auch mein fleisch und blut Mit macht zur andacht zwingen. 6. Und plagt mich mancherley; So mach mich endlich frey. Führ einsten meine feele Aus ihrer lei beshile Nach überstandnen leis den Zu deinen himmels- freuden. Mel. O vater unser GOtt es ist zc. it seufzen flag ich 402.Mit dir, mein Gott! mich sehr, Und ich denk oft mit schmerzen, als wär dein guter geift nicht mehr Ben mir in meinem herzen, Das dich so oft beleidigt hat; Weil luft und andacht keine statt In meiner seele findet. dich und dein wort nicht gehöret, 5. Ach freilich, vater! hab ich Wenn es mich rief, und wenn es mich Erweckt, gerührt, gelehret. Doch schone iest, verzeihe mir, Und handle doch nicht nach gebühr, Wie ich verdienet habe. 6.Jch will hinfort nachläffigkeit Und alle trägheit meiden Mach du mein herz nur selbst bereit, dich es hören, und allein zum Vom irdischen zu scheiden: Laß himmlischen gerichtet seyn. Gib du nur kraft und stärke 7. Die hindernisse reiß von mir, andacht, feuer und begier Doch nie Die mich vom flehn abhalten. Eaß bey m r erkalten. Gib mir fiets inbrunst, geist und glut, Damit mein her;, sammt sinn und muht Zu dir gen himmel gehen.d 8. Pag 252 Von dem Gebete. 8.Laß eckel, tleinmuht, heuches 2. Daß er bey dir uns kraf len Aus meiner feel verschwinden.[ tiglich Mit seufzen mag vertreten, Gib kraft, dir, GOtt! in buß und So oft wir kommen, HErr! vor reu Ein opfer anzuzünden, Das dich, zu danken und zu beten. auf des herzens bet- altar, O va Laß nicht nur plappern unsern ter! iezt und immerdar Dir wol- mund; Hilf, daß zu dir aus her gefällig brenne. zens- grund, Ogroffer GOtt! wir rufen. 3. Beuch unser herz zu dir hin auf Im beten und im singen: Und thu uns auch die lippen auf, Ein opfer dir zu bringen, Das dir ges falle, wenn allda Das herz ist mit den lippen nah, Und nicht von dir entfernet. 9. Ach! lehre mich, durch dei nen geist mit wahrer inbrunft bez ten, Daß er mich kräftig unter weist Getroft zu dir zu treten, Und mit entflammter andachts- glut, Mit einem starken glaubens muht Dich, vater! zu umfassen. 10. Mein GOtt! ich brenne für begier, Gespräch mit dir zu hal- 4. Im geist und wahrheit laß ten: Drum laß der kindschaft zu dir Das herz uns immer rich geift in mir mit reiner andacht ten, Mit andacht beten für und walten, Der mich im beten un für, Ohn fremdes denk'n und terricht't, Der in mir täglich, dichten. Gib uns des glaubens stündlich spricht: Ach abba, liezuversicht, Das, was wir bitten, ber vater! zweifeln nicht Durch Chriftum zu erhalten. s. Hilf, daß wir keine zeit und maaß Im beten dir vorschreiben, Anhalten ohne unterlaß, Bey dem allein auch bleiben Was dein will ist und deine ehr, Und unsre wolfahrt uns noch mehr Beförs dert hier und ewig. 11. Du wirst, weil du mein vater bist, Mich, dein kind nicht ver: schmähen, Das ohne falschheit, trug und lift Mit seufzen und mit flehen Jest tritt vor deinen gnaden- thron: Ach vater! schau doch an den sohn, Der mein fürsprecher worden. 12. Sein leiden und verdienst ist mein: Drum will er mich vertreten. Laß seine fürbitt gültig fenn: Hör, denn er heißt mich be 6. Laß uns im herzen und ge müht Auf unser werk nicht bauen, Auf dein' unaussprechliche gut Laß einzig uns vertrauen. Ob wit ren. In Christi namen bitt ich, es gleich nicht würdig seyn; Se dich, und glaube fest, du höreft mich. Ach! sprich selbst io und wollest du aus gnad allein Uns doch der bitt gewähren. amen. 7. Du, vater! weißt was uns gebricht, Weil wir noch sind im leben: Es ist dir auch verborgen nicht, In was gefahr wir schwe ben. es ist unmöglich an, Dein vater- herze uns nicht auszufinnen, Wie du recht anzu-| kann Verlaffen, deine kinder. rufen bist, Man kanns nicht eins beginnen. Deshalben geuß, wie du verheißt, Selbst über uns aus deinen geist Der gnad und des ge8. Wir haben ja die freudigkeit Ju JEfu Chrift empfangen: Der gnadenstuhl ist da bereit, Die hülfe zu erlangen. Drum laß hier und an allem end uns stets aufhe betes. ben Im die Babe des Gebets. Von dem Gebete. 253 ben heilge hand, 3 dir geu him, heißt mich zu dir treten: Dein mel schreven. * 9. Dein nam', o Gott! ge heiligt werd, Dein reich laß zu uns kommen, Dein will geschehe noch auf erd, Gib fried, brot, nuß und frommen; All unsre sünden 2. Laß mich gedenken an dein uns verzeih, Steh uns in der verwort, Du zuversicht der erden! suchung bey, Erlds uns von dem Wer GOtt anruft als seinen übel. sohn verheißt mit einem eid, Ich soll erhörlich beten: Er schreibt mir selbst die bitten für: Dein gu ter geist wirkt auch in mir, Day ich nicht müde werde. hort, Der solle selig werden: Ja, du antwortest, eh man ruft; Und dringt mein ach! kaum durch die luft, Willt du du es schon er bören. 3. Der HErr ist allen denen nah, Die glaubig zu ihm flehen. In JEsu heißt das amen, ja! und wird gewiß geschehen. Kein vater wird so steinern seyn, Daß er den kindern einen stein An statt des brotes gebe. 10. Dis alles, vater! werde wahr, Du wollest es erfüllen. Er hör und hilf uns immerdar Um JEfu Chrifti willen: Denn dein, HErr! ist allezeit Von ewigkeit zu ewigkeit Das reich, die macht und ehre. Mel. Liebster JEsu wir zc. ende, vater! dei 404. nen geist, Da ich vor dein antlig trete, Daß, wie du mich selber heißt, Jch im geist und wahrheit bete. Lehre mich dich recht erkennen, und dich abba vater! nennen. Süffer JEsu! hilf du mir, Daß ich bet in deinem namen: Das, was GOtt verheißt in dir, Mir auch werde ia und amen. Sprich für mich, und laß mich sehen Dich jur rechten GOttes stehen. 3. Heilger geist! erleuchte mich, Und entzünde mein verlangen, Daß ich GOttes huld durch dich Voller inbrunst mög empfangen. Brich die trägheir, jeuch die sinnen Aus der welt zu dir von hinnen. 4. Heilige dreyeinigkeit, Ursprung aller guten gaben! Laß mich wahre freudigkeit, Und im herzen zeugniß haben, Daß du stets nach deinem willen Wolleft meine bitt erfüllen. Mel. Es ist das heil uns zc. 405. berzigkeit! Du 4. Was hier dein mund so oft verspricht, Das sprich mir in das herze. Ach zünde deiner gnaden licht und wahrer andacht kerge In meinem kalten herzen an; Das mit ich brünstig be angeflammten glauben. kann Aus 5. Laß es zum süffeften geruch, Wie Nod opfer, taugen. Wenn ich dein angesichte such: Zeig dich den glaubens augen, Wie du dem Abraham erschienst. HErr! gehe nicht vor meinem dienst Und deinem knecht vorüber. 6. Mein beten laß im heilig thum, Wie Aarons cymbeln, klingen. Sey du mein psalm, mein heil, mein ruhm; Und laß bey meinem singen Mein herz wie Davids harfe seyn; So dringt der ton zum himmel ein, Zum himmel, in dein herze. 7. HErr! wenn ich vor dir be ten will; Befestge die gedanken, Mach sie bestandig, sanft und still, Daß sie nicht irrend wandu mein herzens haus Sonst schweifen die gedan: 256 Von dem mehr Als ich versteh, bitt und begehr. 8. Wol mir! ich bitt in JE fu namen, Der dir zur rechten mich vertritt: In ihm ist alles ia und amen, Was ich im geift und glauben bitt; Dich lob ich, HErr! in ewigkeit, Der mich mit so viel heil erfreut. Die rechte Art des Gebetes von Jesu erlernet. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 7. Sehr kläglich trägst du deis nen jammer Dem höchst- erzürnten vater für, Du klopfft mit einem starken hammer um rettung, an die gnaden thür, So klag ich auch, was mich nur quält, und 409.Du sebi in garten, bitt um alles, was mir fehlt. um 8.Geduldig lamm! wie hältst du stille, Und in der bitte dreymah! an! Dabey ist auch für mich dein wille, Daß ich soll thun, wie du gethan. Hilft Gott nicht gleich das erste mahl, So ruf und schrey ich ohne zahl. Mein treuer JEsu! nimm mich mit. Laß mich an deine feite tre: ten Ich weiche von dir keinen schritt. Ich will an dir, mein lehrer! sehn, Wie mein gebet recht foll geschehn. Gebete 6. Du greifft voll zuversicht und liebe Dem treuen vater an sein herz, Du schreist aus stärkstem herzens- triebe: Abba mein vater! himmelwärts, Ach! glaub und liebe sind mir noht, Sonst ist mein beten kalt und todt. 2. Du gehst mit zittern und mit sagen, und bist bis in den tod be trübt. Ach! dis soll mir ans herze schlagen, Mir, der viel sünden ausgeübt. Drum willt du, daß ein herz voll reu Mein anfang zum gebete sey. 3. Du reisseft dich von allen leuten, Und suchst die stille einsamkeit; Und so will ich auch mich bereiten und fliehen, was mein herz serstreut. Beuch mich von aller welt allein, Daß nur wir zwey bepfammen seyn. 4. Du knieft und wirfest dich zur erden, Du fällest auf dein ange sicht: So muß die demuht sich ge: berden. Drum saum ich staub und asche nicht, und beuge mich in niedrigkeit, Wie du, voll trauren, angst und leid. 9. Dein wille senkt sich in den willen Des allerliebsten vaters ein, Darinn muß sich mein wil auch stillen, Dafern ich will erhdret seyn. Drum bet ich in gelas fenheit: Was mein GOtt will, ge scheh allzeit. 10. Obgleich die jünger dein vergessen, Gedenkst du doch getren an sie; Und da dich alle marter pressen, Sorgst du für sie mit größ ter müh. Mein beten bleibet oh ne frucht, Wenn es des nächsten heil nicht sucht. s II. Nun du erlangest auf dein flehen Trost, kraft, sieg, leben, herrlichkeit; Damit hast du auf mich gesehen, Daß ich zur ange nehmen zeit Auf ernstlich beten freuden voll Dergleichen fegen ernten soll. C <. Du beteft zu dem lieben va 12. Drum hilf mir, JEsu! ter und rufest, abbe! wie ein so zu beten, Wie mich dein heilig Find: Dein vater ist auch mein vorbild lehrt: So kann ich fren berahter, Sein vater- herz ist treuum vater treten, So werd ich gesinnt. Drum halt ich mich ge- stets von ihm erhört: So geh ich troft an dicb, Und ruf auch, abba! betend himmel ein Und will dir hdre mich. ewig dankbar seyn. Die und zwar von dem Gebete des HErrn. 257 mein sinn, Als war ein stein gehoben. Drum werf ich dir die sorge zu, Mein herz begiebt sich ganz in ruh, und harret in der stille, Bis du dich freudig hören läßt. Dare auf besteht mein glaube fest: HErr! es gescheh dein wille. 6. So merk ich ia und bin ges wiß, Daß du, mein Gott! mich liebest; Weil du selbst in der fins sterniß Mir licht und freude giebest. Ich merke, daß mein angstgeschrey Durch Chriftum bey dir kräftig sey, Dein vater- herz zu brechen; Sonst würdest du mir, vater! nicht So reichen troft und zuversicht In her; und seele sprechen. 7. So spühr ich, wie dein tröstlich ia! Mein seufzen schon vers guuget. Und ist die wirkung noch nicht da, Wenn so mein glaube sieget; So seh ich dich geduldig an, und warte, wie ein ackermann Auf seine frucht der erden. Ich harre, HErr! bis daß einmahl Mein troft nach überstanduer mer. Mein jammer bricht in thra- quahl Wird offenbaret werden. Die im Beten gefundene Erquickung. Mel. HErr GOtt der du zc. enn ich mein herz 410.20 vor dir, mein hort! In meiner noht ausschüt te, und auf dein wahrheit volles wort Bey dir um hülfe bitte; Wenn meine feele ruft und schreit, und dir, o GOtt! ihr schweres leid mit ach und seuf jen klaget; Wenn mein geist durch die wolken dringt, und dir ein lippen opfer bringt: So bin ich unverzaget. 3 2. Ich werde vielmehr freudens voll, Daß ich aus frohem muhte Kaum weiß, wie ich mich fassen foll; Weil du mit deinem gute Mich als mit einem thau erquickst, und dich mir so ins herse drückst, Daß ich die gute schmecke, Die gute, die du bey der last Des creuzes so verborgen hast, Als uns ter einer decke. 3. Da wird mein herz ein GOttes- haus, und deines geistes kam nen aus, und ist mir doch kein iammer. Die wehmuht stärket meinen geist, Daß ich nicht weiß, obs wehmuht heißt; Weil alle pein verschwindet, und weil ich ben Dem größten weh Als wie auf laus terrosen geh, Wo sich nur anmuht findet. 4. Du läßt mir, vater! dein gesicht In solchem lichte blicken, Womit das grosse sonnenlicht Das land pflegt zu erquicken. Denn da benimmt dein liebess strahl mir alle furcht sammt aller Erleichtert meine feele; Daß ich in troftes überfluk, uc wenn ich heftig kämpfen muß, Viel freuden wechsel zähle. . Dann fällt die angst vom bergen bin, Mein glaube schwebet oben; und so erholt sich denn 8. Hilf denn, mein Gott! nach deiner macht; Schaff rettung, trost und friede. Gib aber, daß ich tag und nacht Im beten nicht ermüde. So will ich, bis die morgen röht Mit freuden über mir aufgeht, mit dir, o vater! ringen. Ich faffe dich bey deinem wort, Und werde noch bey dir, mein hort! Den segen davon bringen. Von dem Gebere dessErrn oder Vater Unser. 411.Pater unfer im bim melreich! Der du uns alle heisfest gleich, Brüder seyn und dich rufen an, Und willt das beten von uns hab'n: Gib, daß nicht ber allein der mund, Hilf, daß es geh aus herzens- grund." R 2. Ge 258 Von dem Gebete, und zwar 2. Geheiligt werd der name merdar, Aufdaß wir ja nicht zweis dein: Dein wort bey uns hilf feln dran, Was wir hiemit gebehalten rein, Daß wir auch leben ten hab'n. Auf dein woort, in dem heiliglich, Nach deinem namen namen dein, HErr! sprechen wir würdiglich. Behüt uns, HErr! das amen fein. für falscher lehr, Das armi' verführte volk bekehr. Mel. O vater unser GOt: es ist 3. Es komm dein reich zu dieser zeit, und dort hernach in ewigkeit. 412. Gott unser vater! der Der heilge geist uns wohne bey hoch erhoben, und schaueft, was Mit seinen gaben mancherley. auf erden ist, Von deinem throne Des satans zorn und groß gewalt oben; GOtt unser trost und zuverZerbrich, für ihm dein kirch' erhalt. sicht! Zu dir ist unser herz ge. richt't: Erhdruns deine Finder. 4. Dein will gescheh, HErr GÖtt! zugleich Auf erden wie im himmelreich. Gib uns geduld in leidenszeit, Gehorsam seyn in lieb' und leid; Wehr und steur allem fleisch und blut, Das wider deinen willen thut. 2. Hilf, daß wir deinem heilgen nam'n Die ehr in allen geben: Wie groß du bist und wundersam, Mit freudigkeit erheben; Dich, deine weisheit, macht und treu Erkennen, und ohn heucheley Dir und dem nächsten, dienen. 5. Gib uns heut unser täglich brot, Und was man darf jur leibes- noht. Behüt uns, HErr! für Frieg und streit, Für seuchen und für theurer jeit: Daß wir im gu ten friede stehn, Der sorg und geizes müssig geht. 3. Laß uns in deinem gnadenreich Des heilgen geistes gaben, Dein wort und dessen kraft, zu gleich Glaub, lieb' und hoffnung haben. Des satans fünden- reich zerstdhr, Schüß deine kirch und sie vermehr In einigkeit und wahrheit. 6. All unfre schuld vergib uns, HErr! Daß sie uns nicht betrübe mehr; Wie wir auch unsern schuldigern Ihr' schuld und fehl verge ben gern. Zu dienen mach uns all' bereit In rechter lieb' und ei: nigkeit. 7. Führ uns, HErr! in versuchung nicht; Wenn uns der böse geift ansicht, Zur linken und zur rechten hand, Hilf unsthun star ken widerstand, Im glauben fest und wol gerüft't, und durch des heilgen geistes troft. * 8. Von allem übel uns erläs: Es sind die tag und zeiten bds. Er iss uns von dem ewgen tod, Und troft uns in der lezten noht. Be schehr uns, HErr! ein selig end, Nimm unsre feel in deine händ. 9. Amen, das ist, es werde wahr, Stárk unfern glauben im 4. Dein will geschehe für und für Im himmel und auf erden, Daß unser will und bös begier Dadurch gebrochen werden. Ver leibe uns in freud und leid Ein ruhig herz, daß jederzeit, Was du willt, uns gefalle. 5. Gib uns heut unser täglich brot Durch arbeit unsrer hän de: Pest, krankheit, feuer, was fers noht, Und was uns schad't, abwende; Gib gute obern, fried und heil, Auch jedem sein beschic den theil, Und laß uns dran be gnügen. 6. Vergib uns alle unfre fchuld und sündhaft böses leben. Hilf daß mit liebe und geduld Wir andern auch vergeben. Ach übe an uns keine rach, und laß uns un Tag von dem Gebete des HErrn. 259 unrecht, troß und schmach Dem nächsten auch verzeihen. -4. Laß uns nichts liebers seyn. Als deinen namen preifen Für alle 7. In der versuchung, HErr gut und gnad, Die du pflegst zu uns stärk, Und hilf uns über beweisen: Daß jedermann werd winden Das fleisch, die welt, des kund, Wie unaussprechlich sen, jatans werk, Und was uns reizt HErr! deine weisheit, macht, zu fünden: Daß, wenn uns wol lust, ehr und gelo Wird süß und liftig vorgestellt, Wir doch darwi der siegen. * 8. Bon allem übel, angst und noht In gnaden uns erlöse, Daß uns im leben und im tod nicht schaden kann der båse. Gib, daß wir freudig und getrost, Wenn uns gleich manches creuz zustoßt, Des glaubens end erhalten. Barmherzigkeit und treu. s. Ach vater, unser GOtt! Du hast uns aufgenommen Hier in dein gnadenreich, Da wir die tauf bekommen: Gib, daß fortan dein wort Uns fall wie himmels. thau Aufs herz, und uns allzeit Zu deinem dienst erbau. 6. Erleuchte den verstand, Den glauben uns vermehre, Die lieb in uns entzund, Des satans reich 9. Dis alles, vater! werde zerstöhre. Verleihe, daß auch wir wahr, Du wollest es erfüllen: Er Oftmahls an unserm theil Anhör und hilf uns immerdar um wünschen deiner kirch Glück, aufs JEfu Chrifti willen; Denn dein, nahm, fried und heil. HErr! ist allezeit Von ewigkeit ju ewigkeit Das reich, die macht und ehre. 7. Ach vater, unser GOtt! Hilf, daß erfüllet werde Dein heilger guter will Jm himmel, auf der erde; Daß unser eigner Mel. O GOtt du frommer 2c. deine kraft, in uns Absterbe für will und sündliche begier, Durch und für. sch vater, unser 413. 24 GOtt! Der du 8. Regiere unser ber;, Daß wir durch grosse gute Uns immerfort in guten tagen Nicht stolz und si erweist Dein väterlich gemühte. cher seyn, Ju bösen nicht verzas Hilf, daß von uns auch werd gen. Gib, daß nichts zeitliches Der finder amt verricht't In uns machen kann betrübt, Daß furcht, gehorsam, lieb' Und fester zuversicht. uns auch nichts erfreu, Als nur, was dir beliebt 2. Du bist im himmels- thron, 9. Ach vater, unser GOtt! An ailen ort und enden. Wo wir Laß uns fort deine gaben, Und dich rufen an, Willt du dich zu unser täglich brot Zur noht. uns wenden: So hdre, HErr! ach durft heut auch haben. Hilf, hör Bon deinem freuden saal, Warum wir bitten dich Hier in dem thränenthal. daß wir sparsam seyn, Und rahtlich halten haus, und auch mit wenigem Begnüglich kommen aus. 3. Ach vater, unser GOtt! Laß deinen geift uns lehren, Wie dei ne majestät In demuht fsen zu eh ren, Daß wir betrachten recht, Wie groß, v GOtt du bist, und daß der arme mensch Nur staub und asche ist. EHL 10. Gib einigkeit und fried, Treu, jucht und ehr darneben, Auch beilsam regiment Dem orte, wo wir leben. Wend feurund wassers noht Durch deine starke band. Wend peßt und frank, № 2 260 Von dem Gebete, und zwor krankheit ab von uns und unserm, fort Je länger und je mehr In alle ewigkeit Das reich, die macht und land. ehr. 11. Ach vater, unser Gott! 18. Hierauf so sprechen wir In Aus lauter gut und guaden Ver- JEfu Chrifti namen, Auf sein gib uns unsre schuld, Damit wir untrüglich wort, Ein glaubig find beladen: Es ist ja keine sünd, freudig amen. O JEfu Chrift! Dafür nicht habe schon mit sei- durch dich und dein verdienst al nem blut bezahlt Dein eingebohr- lein Wird alles gan; gewiß, Ja, net sohn. ja und amen seyn. 12. Hilf, daß wir denen auch lll ihre schuld erlassen, Die uns Ciwider sind, und ſie darum ticht haffen: Daß wir von zens- grund Vergessen trok und schmach, Und dir in gütigkeit und fanftmuht arten nach. 13. Ach vater, unser GOtt! Durch deine wunder- stärke Hilf, wenn versuchung kömmt; Und dampf des satans werke, Daß wir auch unserni fleisch Nicht folgen, mel. GOtt des himmels und 20. noch der welt, Wenn uns zur fün: 415. Abba, lieber vater! de reizt Ehr, wollust, gut und geld. 14. Laß uns in lieb' und leid Gleichmühtig von gedanken, Des mühtig ohne falsch, Sorgfältig ohne wanken, Aufrichtig, tapfer, freu, Keusch, ehrbar, züchtig, rein, und ohn leichtfertigkeit Betroft und frölich seyn. * 15. Ach bater, unser GOtt! Du wollest uns vom bösen, und pas uns schädlich ist, Genadigich erlösen. Daß wir durch eine hülf Bald werden aus geahr, Aus trùbfal, creuz und ein Errettet immerdar. 16. Verleih uns deine kraft, Durch alles durchzubringen, Daß nser glaube mag Die ehrenscron ringen, Wenn in dem leiten ampf, Al elend, angst und noht Fin felis ende nimmt Mit einem insten tod. 17. Nun batet, unser GOtt! Bich an dis unfer beten, Laß uns nicht unerhört Von deinem thro: ne treten: Dentu dein, o HErr! ist Mel. O vater unser GOtt es ist x 414. vater in dem him. melreich! uns dein lob erhöhen. Dein reich zu komme: und zugleich Laß, was du willt, geschehen: Gib täglich brot: die schuld verzeih: In der versuchung steh uns bey. Ess uns vom übel, amen. kind gen himmel schreit. Rette deines naniens ehre, Denn du bist voll gütigkeit. Unfre bergen halten dirllnsersJEfu namen für. 2. HErr! wer kann dich gnug erheben? Wie dein name, so bein ruhm. Ach! erhalt in lehr und Leben Deines namens heiligthum. Diesen namen laß allein Unsers herzens freude seyn. 3. Komm zu uns mit deinem rei; che, König, dem kein könig gleich! Daß das reich des satans weiche, Bau in uns dein gnaden- reich. Führ uns auch nach dieser zeit J das reich der herrlichkeit 4.Laß auch deinen guten willen, Lieber GOtt! bey uns geschehn; Daß wir ihn mit luft erfüllen, und auf deine rechte sehn: So stimmt erd und himmel ein, Wenn wir deines willens seyn. 5. Geber aller guten gaben: Gib uns das beschiedne theil; Du weißt, was wir müssen baben, und bey dir steht unfer heil. Hat man Gott von dem Gebete des HErrn. 261 4. Gib, vater! gib nach deir willen Das, weß dein kind bedürse tig ist: Du kannst all mein vers langen stillen, Weil du die segens quelle bist. Doch gib, o geber! als lermeist Was meiner feele felig heißt. s. Verleih beständigkeit im glauben. Laß meine liebe brün7. Sucht der satau uns zu sich- stig seyn. Will satan mir dis kleiten, und versucht uns fleisch nod rauben; So halte der verand welt; Hilf, daß wir den suchung ein, Damit mein armes Fampf verrichten, Bis der geift fleisch und blut Dem feinde nichts den sieg behält: Laß uns fest im zu willen thut. glauben stehn, und in keiner angst vergehn. GOtt und täglich brot, O! so hat es keine noht. 6. Grosser HErr, von groffen gnaden! Ach vergib die fünden schuld, Die wir täglich auf uns laden; Habe doch mit uns geduld. Laß uns andern auch verjeihn, Souft kannst du nicht gnädig seyn. 8. Alle noht und trübsal wende, Daß sie uns nicht schädlich sey; Und mach uns an unserm ende Auch von allem übel frey. Dein ist reich, und kraft und ehr: Amen, grosser GOtt, erhör! Allgemeines Gebet um geist liche und leibliche Wol thaten. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 416. Mein Gott! ich an deine pforte Mit seufzen, flehn und bitten an; Ich halte mich an dei ne worte: Klopft an, so wird euch aufgethan: Ach! öffne mir die gnaden thür, Mein JEsus klopfet selbst mit mir. 6. Erweck in mir ein gut gewissen, Das weder welt noch teufel scheut. Und wenn ia firafen folgen müssen, So schick sie in der gnaden- zeit. Durchstreich die schuld mit JEsu blut, Und mach das böse wieder gut. 3. Drum komm ich auch mit meinem beten, Das voller her; und glauben ist. Der mich heißt freudig vor dich treten, Ist mein erld fer JEfus Chrift; Und der in mir das abba! schreit Ist, HErr! dein geist der frendigkeit., 7. Vom creuze darf ich wol nicht bitten, Daß mich es gar verschonen soll, Mein heiland hat ja selbst gelitten; Sein creu; trag ich auch freuden- voll. Doch wird geduld gar nöhtig seyn; Die wollest du mir, HErr! verleihu. 8. Das andre wird sich alles fügen, Ich sey bey dir arm oder reich. An deiner huld laß ich mir gnügen, Die macht mir glück und unglück gleich. Kömmt mir das glück nicht häufig ein, So laß mich doch vergnüget seyn. 2. Wer kann was von sich selber 9. Wenn ich dich bitt' um lans haben, Das nicht von dir den ges leben; Gib, daß ich chriftlich ursprung hat? Du bist der geber leben mag. Laß mir den tod vor aller gaben, Ben dir ist immer augen schweben, und meinen raht und that. Du bist der brunn, lezten sterbes tag; Damit mein der immer quillt, Du bist das| ausgang aus der welt Den eine gut, das immer gilt. gang in den himmel hält. 10. Wiewol was will ich mehr begehren? Du weißt schon, was ich haben muß. Du wirst mir, was mir nüßt, gewähren; Denn Jesus macht den füssen schluß: Ich soll in seinem namen schreyn, So werd' es ja und amen seyn. R 3 Allge: 202 Von dem Gebete. Allgemeine Fürbitte für andere Menschen. Mel. Was mein GOtt will ic. 417.Mein Gott! ich Vor deinen thron getreten, und will, als für mein eigenthum, Für andrer wolfahrt beten. Für sich allein Beglückt zu seyn, Bringt christen schlechte freuden. Drückt mich kein joch; So kränkt mich doch Des neben- christen leiden. Daß sie stets weiter vor sich geht und deinen preis vermehren Stårk ihren fuß, Wenn sich verdruß und widerwärtigkeiten macht lich ist, zu ihrem fall bereiten. 3. Du schufft ja, was von Adam stammt, Allein zu deinen ehren, und wolltest uns gern allesammt Der seligkeit gewähren. Erleuchte doch Die jego noch Bey dicken finsternissen Sich selbst allhier Den weg zu dir Verriegeln und verschliessen. 2. Drum HErr! von dem der sonnen licht Auf bdp und gute scheinet, und dessen her; für weh- 7. Gib, daß sich ehre, treu muht bricht, Wenn Ephraim be- und recht Im ganzen lande küffe. weinet, Womit er sich So fre: Mach ieden heilig, fromm und ventlich Au deiner macht verschlecht; und richte jedes füffe gangen; Laß aller schmerz Und Vom laster- weg Zum himmeissehnend her: Vor deinen thron steg: Daß deines namens ehre gelangen. HErr! durch dein wort Sich fort und fort Bey allen menschen mehre. 4. Erweiche der verstockten her;, Bekchre die verführten. Ach! daß sie doch der fünden schmerz und deine gnade spührten, und Feiner nicht In dein gericht Und fireuges urtheil fiele! Ach treibe sic Doch spat und früh Zum vorgesteckten siele. <. Erhalte, die im glauben fichn, und dich als kinder ehren, 6. Hilf, daß die ganze chriftenheit Dich recht und heilig ehre, Daß weder hochmuht, haß noch neid Dein heilig wort verkehre. Laß dessen schall, HErr! überall In kirch' und häusern hören, Und, wenn die macht Der feinde wacht, Dein häuflein nirgends stöhren. III. Von den Mel. 18. HErr deine, allmacht zc. Die groß ist Gottes 418.28 vater huld? Er liebet uns aus gnaden, Und schenfet uns die fünden schuld, mit welcher wir beladen; Denn feine 8. Gib armen leuten was ¡ ll thun; Ernehre, die nichts haben, Erquicke, die gar seltenruhn, Du kannst die müden laben. Wer dich verehrt, Sich redlich nehrt, Dem schenke glück und segen; Und bey gefahr Laß sich die schaar Der ell gel um ihn legen. 9. Wir alle schreyn, erbarme dich: Wir sind ja dein geschöpfe. Einieder liegt und schmieget sich; Berschmeiß uns nicht als töpfe. Du bist ja der, Dem nichts zu schwer; Drum sprich durch JEsu namen Zu deren flehn, Die vor dir stehn, Dein vielevermögend amen. Sacramenten. wahrheit trüget nicht, Die uns fein theures wort verspricht. 2. Und daß ia niemand zwet feln kann An dem, was er verheif fen; So hänget er ein fiegel dran. Das kann kein mensch erreiffen: Die Von den Sacramenten. Die facramense sind das pfand Von GOttes treuer vater- hand. 3. Dadurch versiegelt er uns fest Die feligkeit im glauben. Dem, der sich auf den troft vers läßt, Kann nichts das kleinod raubent, Das ihm dereinst der höchste giebt, Wenn er ihn nur von her jen liebt. 4. Denn in der taufe werden wir Dem heiland einverleibet: Hier ist die offne gnaden- thür, Der ort, wo man uns schreibet Jus lebens buch mit JEsu blut, Das er vergossen uns zu gut. 5. Im abendmahl hergegen wird Der gnaden- bund gestärket; Hier labet uns der treue hirt Mit kost, woraus man merket, Daß er uns recht inbrünstig liebt und sich uns ganz zu eigen giebt. 6. HErr! laß mich dir mit her; und mund Für diese wolthat danken; Laß mich aus diesem gnaden bund In ewigkeit nicht wanten. Dein guter eist enthalte mich In deiner anade fes figlich. gerufen; Mein GOtt! du leitest mich zu deinen himmels- stuffen. Erhalte mir forthin Dis wort und facrament; Gib, daß sich mund und herz Boll treu darzu bekennt. 263 dir, wie dieses kind, Aufs neue völlig schenken. Die wolthat ist sehr groß, und reichet himmel- an, Drum gib mir trieb und kraft, Daß ich dir danken kann. 2. Laß mich die wichtigkeit Der facrament' erwegen. Trågt man dir HErr! ein kind Auf deinen ruf entgegen, Daß man es taufen will, Und ich soll zeuge feyn; So nimm, o guter geist! Mein herz, mein alles ein. 7. Schmück mich mit glauben aus; Gib, daß er da recht steige; Deß meine demuht sich In allen stücken seize. Wer bin ich? ach ein nichts, Mel. O GOtt du frommer 2c. bin und werde 419. noch zur feligkeit kann. Die felbst- erkenntniß führt uns erst zur demuht an. 3. Laß mich es freudig thun, An meinen tauf- bund denken, Mich 4. Wie viele nahen sich zu folchen heilgen werken, und lass fen nur verdruß, Ja stolz und hoffart merken! Sie denken nicht, daß du, GOtt! selber zeuge bist, Daß deiner engel schaar Daselbst zugegen ist. 5. Laß mir durch geiß und brusi Ein'n heilgen schauder dringen. Und mich recht ehrfurchts- voll Dergleichen werk vollbringen, Auch wenn ich, JEsu! mich zu deiner tafel nah; So gib, daß ich da: selbst Mit andacht dich empfah. 6. Laß den gebrauch mich nicht Nach viertel- jahren messen, Noch bey dem kleider- puk Das innere vergessen. Wer keinen glauben hat, Der ist ein heuchel- chrift, Der dich, mein heil! verräht, Und doch wie Judas küsst. 8. Laß mich da keinen rang Vor andern menschen suchen. Laß mich dis ärgerniß Vermeiden und verfluchen, Vor andern hinzugehn; Dis wirkt der stolzé geist, Der jeden gern voran Zur offnen hölle reißt. 9. Dis hohe sacrament Beruht auf lauter liebe. Enzünde doch, mein heil! Ben jedem solche triebe, Daß man dis liebes- mahl Zur ewgen wolfarth müht, und einst im freudenreich An deiner tafel sizt. N 4 A) Don 264 Von dem Sacramente der heiligen Taufe. A) Von dem Sacramente der heiligen Taufe. 420. Chrif unfer HErr sen gnad, Der bleibt in feinen fün. zum Jordan kam; den, und ist verdammt zum ewgen Nach seines vaters willen Von tod Tief in der höllen grunde. Sanct Johann die taufe nahm, Nichts hilft sein eigne heiligkeit; Sein werk und amt zu erfüllen: All sein thun ist verlohren: Die Da wollt er stiften uns ein bad, zu erb sünd machts zur nichtigkeit, waschen uns von sünden, Ersäu- Darinn er ist gebohren; Vermag fen auch den bittern tod Durch ihm selbst nicht helfen. sein selbst blut und wunden: Es galt ein neues leben. 7. Das aug allein das wasser sieht Wie andre wasser fliessen, Der glaub allein die kraft versicht Des blutes JEsu Christi; Und ist für ihn ein rohte fluht, Von Christi blut gefärbet, Die allen schaden heilen thut Von Adam her geerbet, und von uns selbst begangen. * 8. Drum danken wir dir ins niglich Für deine treu und gute, HErr JEfu Chrift! und bitten dich, Gib stets ein neu gemühte: Daß, wie du uns haft durch die tauf Jus gnadenreich genoms men, Wir hie so führen unsern lauf, Damit wir dorten kommen zu dir ins reich der ehren. 2. So hört und merket alle wol, Was GOtt felbft heißt die taufe, Und was ein christe glauben soll, zu fliehn der lezer haufe. GOtt spricht und will, daß wasser sey, Doch nicht allein schlecht wasser; Sein heilig wort ist auch dabey Mit rechtem geist ohn maaffen; Der ist allhie der täufer. 3. Dis hat er uns bewiesen flar Mit bildern und mit worten: Des vaters stimm man offenbar Daselbst am Jordan hörte. Er sprach: dis ist mein lieber sohn, An dem ich hab gefallen, Den will ich euch befohlen hab'n, Daß ihr ihn höret alle, Und folget seiz ner lehre. 4. Auch GOttes sohn hie selber Reht In ſeiner zarten menschheit: Der heilge geift hernieder fährt In tauben- bild verkleidet. Daß wir nicht sollen zweifeln dran, Wenn wir getaufet werden, All drey person'n getaufet hab'n, Da mit ben uns auf erden zu wohnen sich begeben. . Sein'n jüngern heißt der HErre Christ: Geht hin, all welt in lehren, Daß, die verlohrn in finden ist, Sich soll zur busse kehren: Wer glaubet und sich taufen läßt, Soll dadurch selig werden: Ein neugebohrner mensch er heißt, Der nicht mehr könne sterben, Das himmelreich foll' erben. 6. Wer nicht glaubt dieser grof Mel. Christ unser HErr zum x. 421. welch ein unver gleichlich gut Giebst du, HErr, deinen kindern! Das wasser und zugleich dein blut Schenkst du den armen fündern. Drey dinge sind, die allermeist Auf erden jeugniß geben: Das blut, das wasser und der geist, Die kons nen uns erheben Zu deinem freu den leben. 2. Dis sacrament ist selbst durch dich Geheiligt und beschlossen: Daß wie dich, JEsu! sichtbarlich Die wasserfluht begoffen, Als dich Johannes selbst getauft; So soll Sein blut uns schwachen, Die du durch deinen tod erkauft, Frep von der höllen rachen, und dir ganz eigen machen. 3. Du Von dem Sacramente der heiligen Taufe. 265 Du haft uns durch dis facras Beständig recht ermessen. Er muß ment Der kirchen einverleibet, uns hier in angst und pein, Ja Daß man uns nach dir christen gehn wir gar von hinnen, Der fees nennt, Ins buch des lebens schrei- len troft und freude seyn. Das bet. Dis wasser- bad hat uns im heißt der welt entrinnen, Den wort Auch rein gemacht von fün- himmel zu gewinnen. den: Laß deinen guten geist hinfort Das her; in lieb' entzünden, Und in dir, JEsu! gründen. 4. Wir sind, HErr! in dein bund geseget, Der uns an feel und leib zugleich Recht inniglich ergezet. Du haft uns durch dis reine bad Gewaschen und bekleidet, Daß uns der schlangen lift und raht, Noch was uns schreckt und neidet, Von GOttes huld nicht scheidet. 5. Aus höllen- kindern sind wir schon Der gnaden kinder worden: Dis ist der christen schönste cron, Der schmuck in ihrem orden. Ja Christus und sein heilig blut, Sein tod und sieg darneben, Ist nunmehr unser eignes gut, Das er uns hat gegeben, um ihm das durch zu leben. 6. Er hat uns auch das kindes: recht, Die seligkeit, geschenket, Dadurch der sünden macht ge: schwächt, Sie gar ins meer versenket. Was kann nun teufel, höll und tod, Die uns sonst widerstunden? Weil JEsus Christus alle noht Sammt ihnen überwunden. Nun ist das heil gefunden. mel. Christ unser HErr zum: 422. Gott! da ich gar keinen meine feel konnt finden; Haft du mich durch das wasser- bad Gewaschen rein von fünden. Dabey du Elärlich haft erweist, und durch ein sichtbar zeichen, Ovater, sohn und heilger geist! Es sey nichts zu vergleichen Mit deiner gnad und liebe. 2. Denn willig und von herzens- grund, So bald ich zu die kommen, Hast du mich auf in deinen bund, Zum kind auch angenommen. Du hatteft ursach, mich vielmehr zu strafen und zu hassen, und haft, o grosser GOtt! so sehr Herunter dich gelaffen, Den bund mit uns gestiftet. 3. Dadurch bin ich nun, als dein kind, Versichert deiner gnaden: Was sich für schwachheit an mir findt, Das läßt du mir nicht schaden. Den geist der kindschaft giebt du mir; Und wenn ich vor dich trete, Mein her; ausschütte, Gott! vor dir, Nach deinem willen bete, Werd ich allzeit erhöret. * 7. HErr! laß uns doch den res 4. Hingegen hab ich mich verben gleich, Auch gute früchte brin- pflicht, Ich will ein gut gewissen gen, und stetiglich nach deinem Fort bey des glaubens zuversicht reich Im festen glauben ringen. Zu halten seyn geflissen, Dich, Laß uns durch wahre reu und buß vater, sohn und geist! allzeit Für Nun täglich mit dir sterben: Denn meinen GOtt erkennen, und samt unser alter Adam muß Durch der wehrten christenheit Mit ehrGOttes kraft verderben, Soll erbietung nennen Den eingen man dein reichererben. HErrn und vater. 5. Ich hab dem bösen feind entsagt, Auch allen seinen werken; und dieser bund, der ihn verjagt, Kann R5 Hilf, daß wir diesen gnaden. bund Der taufe nie vergessen. Gib, daß wir ihn von herzens- grund 266 Von dem Sacramente der heiligen Taufe. Kann gegen ihn mich stärken. Ich 4. HErr JEfu Chrip: dein bilt, o GOtt! dein tempel nu, theures blut Wäscht mich von Und wieder neu gebohren, Auf daß ich rechte werke thu, Darzu ich bin erkohren, und die du selbst befohlen. meinen sünden: Kraft dessen macht die wasser- fluht Denfelben fluch verschwinden, Den ich hab von natur verschuldt, und sext mich in des vaters huld, Die Adam hat verlohren. 6. Der alte mensch muß sterben ab, Der neue aber leben: Den bösen listen, die ich hab, r. O heilger geift! ich danke Muß ich stets widerstreben. Ich dir Für diese edle gabe, Daß ich muß dem guten hangen an, Vers nun innerlich in mir Dein kräftig richten deinen willen: Mit fleiß zeugniß habe: Dadurch ich meis und sorgfalt denken dran, Daß nen schöpfer kann Geirost und ich ihn mög erfüllen Durch deine freudig rufen att, und sagen: abba kraft und stärke. vater! * 7. GOtt vater, sohn und 6. Weil in der tauf auch JEsus geift! verleih, Daß ich fest an Christ Von mir ist angezogen; So dich glaube, Mich meines tauf- hilf, daß durch des satans list Ich bunds tröst und freu, Darinn nimmer werd betrogen. Denn die beständig bleibe: Als dein kind nun GOttes tempel seond, Die. teufels werke haß, Die böse bleiben für dem bösen feind In tüste dampfe, Das gut zu thun deiner gnade sicher. nie werde lak, Bis an das end hier kämpfe, und dort dein reich crerbe. 7. O HErr! an diese würdigkeit, Die du mir wollen schenken, Laß mich jezund und allezeit In meiner noht gedenken, Daß ich dadurch ein herze faß, und immer mich darauf verlaß, Daß du mir gnad' versprochen. 423. Cott Mel. Es ist das heil uns kommen Ott vater, sohn und beilger geist, Du GOtt von groffer gute! Sey jezt und immerdar gepreift mit dankbarem gemühte, Daß du aus unverdienter gnad Mich durch das heilge wasser- bad Bon fünden abgewaschen. 2.HErr! ich bekenne, daß ich bin Gezeugt aus fünden- faamer, Ein Find des zorns, das immerhin Entheiligt deinen namen. Ich weiß, daß von natur ich leb Ohn deine furcht, und widerstreb, GOtt! deinem wort und willen. 3. Du aber haft, o vater! mich, Da ich war ganz verlohren, zu dir gezogen gnädiglich, Und wieder neu gebohren Durchs wafferMel. Nun freut euch liebe zc. bad der heilgen tauf: Daß ich in 424. JEfu Chrift! ich lieb' kann tröften. 8. Ich hab auch bey dem wasser: bad Mich dir zum dienst verbun den: Drum gib, daß keine mis sethat In mir werd herrschend funden. Gib, daß für deine gut und treu Ich den gehorsam stets erneu, Den ich da angelobet. 3. HErr! so ich was aus schwachheit thu, Das wollst du mir verzeihen, und mir es ja nicht rechnen zu; Den beystand auch verleihen, Daß ich an dir beständig bleib, Bis du die seele von dem leib zu dir hinauf wirft nehmen. lichem gemühte; Dieweil du mich fo Von dem Sacramente der heiligen Taufe. 267 se gnädiglich, Nach deiner groffen: mich gestorben. Sein ganz vergüte, Durch deine tauf errettet dienst ist mir geschenkt, Mein felhaft Von aller meiner fünden- laft, fen- fester glaube fenkt Mich ganz Und mir dein heil geschenket. in seine gnade. 2. So bald der heilge waffer guß Mein sündlich haupt begoffen; So bald ist auch dein liebes fluß In meine brust geflossen. Dein geist verband mein her; mit dir, Ein göttlich leben gabst du mir, Ich ward aus GOtt gebohren. 3. Ich bin in Chrifti tod getauft, Dadurch mit ihm gestorben, und Gott zum eigenthum erkauft; Weil Christus mir erworben Die göttliche gerechtigkeit: Dis ist mein schmuck und ehren kleid, Darin ich ewig prange. 9. Nun bleib ich GOttes eigenthum, Das läßt sich GOtt nicht nehmen. Der fünden- gift soll dies sen ruhm Nicht schmälern, nicht beschamen: GOtt läßt den nun und nimmer nicht, Der seine gan= ze zuversicht Auf ihn von Herzen feket. 5. Ich war dein glied, und lebt indir; Du selber warft mein le ben. Doch lag dein glanz verdeckt in mir, Den du mir zugegeben. Ich follt erst an das leiden gehn, und unter deinem creuze stehn, Bis du mich dort verklärtest. 10. Zwar bin ich dieser huld nicht wehrt: Es zeigt mein bds gewissen, Daß ich den tauf- bund oft versehrt. Doch bin ich nun bes flissen, Daß durch die buffe dieser bund Erneuert werde; weil der grund Bey dir noch feste stehet. 4. Kein engel war so schön als ich, Da ich dich angezogen. Ich II. Jch streit' und kämpfe wider prangte vor dir würdiglich, Du mich, um fleisch und blut zu zwins wurdest selbst bewogen Mich nun gen; Komm selbst und hilf mir rits zu nennen deine braut; Im glau- terlich, Wenn lüfte auf mich drinben ward ich dir vertraut, So hoch gen. Läßt mir der satan keine ruh, ward ich erhoben. Stürmt welt und alles auf mich zu: So hilf mir doch obsiegen. 12. Nun tauf mich noch mit deinem geist, Entzünde mein ges mühte, Daß sichs der heiligkeit bes fleißt, und stets für fünden hüte! Du liebst mich sehr, o höchstes gut. Gib, daß ein jeder tropfen blut Bou gegen- liebe walle. 6. So war ich dazumahl, als du Mich in den bund genommen; Allein gehör' ich dir noch zu? Ach ja, du heil der frommen Versiegelst Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c nich noch dieſe zeit Durch deinen 425.Du unerforschlich geist der freudigkeit, Daß ich dir völlig eigen. 7. GOtt hat mich selbst aus vater- huld In dir zum kind erwählet, und hat mich so von aller schuld In gnaden los gezählet. Sein bund ist mir ein ewger bund, Dieweil ihn Gottes theurer mund Durch einen eid versiegelt. 8. Drum, gehet mich dis alles an, Was Christi tod erworben; Er hat es mir zu gut gethan, Er iß für Wie selig ist dein wasser- bad! Es heilet an mir allen schaden, Den Adams fall verursacht hat: Die sünd- fluht gehet überhin, Wenn ich in dieser arche bin. 2. Wie groß sind, JEsu, deine gaben! Du kommst mit wasser und mit blut; Und wenn wir diese schåge haben, So erben wir das höchste gut. Wenn wir damit gezeichnet seyn, So läßt du uns zum himmel ein. 3. Was 268 Von dem Sacramente der heiligen Taufe. 3. Was frag ich nach der eiteln| be! Kehrt creuz und leiden bey chre? Ich bin des allerhöchsten mir ein, und macht das leben Find, Weil ich in deren zahl gehöre, Die gar aus GOtt gebohren find. Kein ehren- stand ist diesem gleich, Dis ist mein recht zum himmelreich. trübe; So weiß ich, daß er zu mir spricht: Mein liebes kind, ich will dich nicht Verlaffen noch vers säumen. 4. Du schreibeft mich ins buch des lebens, O meines Lebens leben! ein: Ach lasse mich doch nicht vergebens Auf deinen tod getaufet seyn! Ja schreibe mich so kräftig an, Daß mich kein fluch vertilgen kann. s. Hab ich dir herz und hand gegeben; So gib mir, JEsu! diese gnad, Auch dem versprechen nachzuleben, Das selbst dein geist versiegelt hat. und wesen sey Kein hinderniß an meiner treu. 4. GOtt sohn läßt mich sein theures blut Durch wahren glaus ben finden, Das machet alle schulden gut, Das wäscht mich rein von fünden. Nichts kann ver dammlichs an mir seyn, Denn sein verdienst ist gänzlich mein, Und ich bin sein dargegen. 5. So ist auch Gott der wehrte geist Mein siegel, pfand und ga be, Daß ich, was GOttes wort verheißt, Gewiß zu hoffen habe. Des satans werk, Er führet meinen lebenslauf Er hilfet meiner schwachheit auf Als meines herzens tröster. 6. Erhalte mich durch deine taufe Im bundlein der lebendigen, und führe mich in meinem laufe Vom irdischen zum himmlischen; Daß ich durch diesen Jordan geh, Und dort im lebenslande fteh. 6. Wie könnt ich denn nun trou: les rig seyn In meinem ganzen ben? Wie könnte todes furcht und pein mir vor den augen schweben? Ich bin der seligkeit gewiß, Und nichts gewissers ist, als dis: Ich bin ein himmels. erbe. Mel. Allein GOtt in der hoh. 426. Ich bin ein mensch, Von der Erneuerung des Taup Bin aber auch ein christe. Ach! Mel. O GOtt du frommer*. freilich wär ich traurens- voll, Benn ich den troft nicht wüßte, 427. Ach vater! surge Daß GOtt nach seinem gnaden raht mich durch das wort und wasserbad Von neuen hat gebohren. nicht, taufs bund ist gebrochen. Ich schren voller angst: Ach! laß es ungers chen, und gehe diesen bund Mit mir von neuen ein. Hier haft du mund und hand, Ich will getreuer seyn. 2. Die heilige dreyeinigkeit Sen ewiglich gepriesen, und dafür herzlich benedent, Was sie an mir erwiesen: Mich armen fünder hält sie wehrt, und gibt mir, was mein herz begehrt, zu vollem heil und segen. 3. GOtt vater will mein va ter feyn. O was ist das für lie2. Dem teufel, welt und fleisch Will ich nun ganz entsagen, Wenn sie mich schon darum Als meine feinde plagen; In deines geistes kraft Greif ich sie alle an; Jyr zorn hat ja noch nie Den dei nen leid gethan. 3. Gott Von dem Sacramente der heiligen Taufe. Mel. HErr JEfu Chriß du zc. 259 3. GOtt vater, sohn und geist! Die sey mein ganzes leben, Leib, feele, geift und finn Zum eigen 428.Wach auf mein bers! doch thum ergeben: Befördre du mein wol, Laß auch die meinen nicht, Daß uns an wahrem heil Nichts hier, nichts dort gebricht. Einmahl an deine taufe. Jest währet GOttes gnade noch, Du stehst im christen laufe: Drum denke, wie du deine pflicht Bis heute diesett tag verricht't, Ob du den bund gehalten? 2. Dein Gott ist vater, sohn und geist, Auf den bist du getau. fet, Sich, was er doch an dir erweist: Er schuf dich; und erkaufer Dich nun mit seines sohnes blut, Verändert herze, sinn und muht, Da er dich neu gebieret. 4. In deiner lieb' und tren, vater voll erbarmen: In JEsu blut und tod, In seinen liebesarmen, und in des geistes troft, Regierung, licht und kraft Da such und find ich das, was ewig nußen schafft. 5. Dis glaub ich steif und fest, Denn du, dreyeinigs wesen! Haft mich dir, und ich dich, zum eigenthum erlesen: Du vater, ich dein kind; Ich schäflein, du mein hirt; Du HErr, ich unterthan, Dem nichts versaget wird. 6. Mein GOtt! was mag ich dir Doch zur vergeltung geben? Daß du mich sünden kind, Mich wilden bösen reben So hoch ge würdigt haft, Daß ich, nach dei nem sinn, Durch geist und wasserbad Ein chrifte worden bitt. 7. Dabey erhalte mich Bis an mein leztes ende, und hilf, daß ich dis bad zu meinem trost anwende; Wenn meiner feinde list, Tod, sünde, teufel, welt Mir armen tag und nacht viel taus fend nege stellt. als eftehn. 8. Ich will den christen stand Weit über alles achten, Wenn andre mit der welt Nach ehr und hoheit trachten. Ich will mein lebelang Auf deinem wege gehn, Und dort an jenem tag Bey dir, wollest du, mein GOtt! ein Got Um meines JEsu willen, Durch deines geisies kraft In meiner feel erfüllen, Die jest, au träften arm, Nach deiner hülfe schreit: Ich lob und preise dich Hier und in ewigkeit. 9. 3. So gnädig hat er dich bes dacht, Als er dich angenommen. Er hat den bund mit dir gemacht, Zählt dich zur schaar der from men; Doch glaubst du auch, und legest klar In worten und in wers ken dar, Was du so theur verspro chen? 4. Ach freilich hab ich bis tegund Den tauf- bund oft gebroe chen! Ich übertrete, was mein mund Dir, höchster! fest verspros chen. Mich schrecket die gerechtigkeit, Die iedem zorn und strafe draut, Der sich von dir abwendet. *. Ach GDtt! es ist mir herzlich leid, Mich beisset mein gewissen. Mein Herz ist ganz voll traurigkeit, Zerschlagen und zerriffen: Und ach! zerknirsche nun mein herz Mit wahrer reu und bitterm schmerz, Und mach mich göttlich traurig.* 2. Cor. 7, 10 6. Ich glaube deiner gut und treu, Die du mir zugesaget; Sie ist dem alle morgen neu, Der ernst: lich nach dir fraget. Ach! gib mir wahre zuversicht, Die sich auf die verheissung richt't, So bey der taufe ftehet. 7.Drum nimm aufs neu mich in den bund, Vergib mir meine sün den Von dem Sacramente des heiligen Abendmahls 270 den. Ach laß mich doch, mein GOtt! jezund Bey dir errettung finden: Sprich mich von meinen schulden frey, und steh mir künf tig treulich bey, Daß ich mich ernstlich beßre. 8. Ich will von heute meinen bund Nun täglich wiederholen, Und thun, was mir dein theurer mund Ju heilger schrift befohlen. Ich sage nun den fünden ab, Und will durch dich bis in mein grab Mit ernst darwider streiten. 9. Dir aber sag ich feste zu, Getrost an dich zu glauben. In dir al lein ist meine rub, In dir will ich auch bleiben. Von dir soll mich nicht freude, noht, Augst, furcht, glück, wollust, leben, tod, Noch sousten etwas scheiden. 10. Gib mir, mein GOtt! nur deinen geist, Der mich lehrt, stårFet, leitet, Mir deine wege richtig weist, Mich gründet, vollbereitet; Damit mein herz vor dir besteht, Mit dir zu ienten freuden geht, Wo die erlöste wohnen deinem sterben, Mein treues heis land! mir gewährt. Du wilk in aller noht und pein, O guer scist! mein tröster seyn. Mel.Wer nur den lieben GOtt zc. Cach bin getauft auf 429, 3deinen namen/ GOtt vater, sohn und heilger geift! Ich bin gezählt zu deinem saamen, Zum volck, das dir gehei ligt heißt. Ich bin in Chrifti tod gesenkt, Ich bin mit seinem geift beschenkt. 3. Doch hab ich dir auch furcht und liebe, Creu und gehorsam zugesagt. Ich habe mich aus rei nem triebe, Dein eigenthum zu seyn, gewagt. Hingegen sagt' ich bis ins grab Des satans sehnöden werken ab. dil 4. Mein treuer GOtt! auf der ner feite Bleibt dieser bund wel feste stehn; Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verlohren gehn. Nimm mich, dein kind, zu gnaden an, Wenn ich hab einen fall gethan. 1. Ich gebe dir, mein Gott! aufs neue Leib, feel und her; zum opfer hin. Erwecke mich zu neuer treue, und nimm besig von me nem sinn. Es sey in mir kein trop fen blut, Der nicht, HErr! de nen willen thut. 6. Weich, weich du fürst der finsternisfen! Ich bleibe mit dir unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt gewissen, Jedoch mit Je fu blut besprengt. Weich, eitle welt! o sünde, weich! GOtt hört es, iest entfag ich euch. d 7. Laß diesen vorsag nimmer wanken, GOtt vater, sohn und heilger geist! Halt mich in de nes bundes schranken, Bis mich dein wille sterben heißt. So le 2. Du hast ju deinem kind und ich dir, so sterb ich dir, Go lob erben, Mein lieber vater! mich ich dich dort für und für. erklärt. Du hast die frucht von! B) Don dem Sacramente des heil. Abendmahle 3518100 und zwar bisi Don der Stiftung deffelbent doing th nacht Mel.8. Erwünschter brunnquell zc. In deiner lezten trauer 430. du deiner leide vor dem scheiden, In einem teftament vermacht: E S THE OT preife 271 und zwar von der Stiftung desselben. preisen gläubige gemühter Dich, Ein wahrer vorschmack iener frenfifter dieser hohen güter. den. 2. So oft wir dieses mahl ges niessen, Wird dein gedächtniß bey uns neu. Man kann aus frischen proben schliessen, Wie brünstig deine liebe sey. Dein blut, dein tod und deine schmerzen Verneuern sich in unsern herzen. 3. Es wird dem zitternden ge wissen Ein neues siegel aufge: drückt, Daß unser schuld- brief nun terriffen, Daß unſre handschrift nun vergebung unsrer fünden In deinen blutgen wunden finden. 4. Das band wird fester suge zogen, Das dich und uns zusam men fügt; Die freundschaft, die wir sonst gepflogen. Fühlt, wie sie neue stüßen kriegt. Wir werden mehr in solchen stunden Mit dir zu einem geist verbunden. s. Dis brot kann wahre nahrung geben, Dis blut erquicket unsern geist. Es mehrt sich unser innres leben, Wenn unser glaube dich geneußt. Wir fühlen neue kraft und starke In unserm kampf und glaubens- werke. 9. Dir sey lob, ehr und preis gesungen; Ein solcher hoher liebes schein Verdient, daß aller engel zungen zu deffen ruhm geschäftig seyn. Wird unser geist zu dir erhoben, So wird er dich vollkom men loben. Mel. 8. JEsus meine zuversicht 431. Allergrößter menſchen. freund! Du gehst treu es meint, Daß sie dich uns iego du dein leiden. Deine lieb' fo will bescheiden In dem theuren testament, Das nicht seines glei chen kennt. 2. Laß mich dieses wundermah! Niemahls ohne dank betrachten, Und in diesem jammerthal Für ntein bestes labsal achten, Ja bez reite mich recht wol, Wenn ich solches nehmen soll. 3. In der allerlezten nacht, Da dich Juda kuß verrahten, Haft du dis denkmahl gemacht Deiner lieb' und wunderthaten; Daß id feine trauer nacht Dämpfe dei 6. Wir treten in genaure banner liebe macht. de mit deines leibes gliedern ein, 4. Will ich hier zu tische gehn, Mit denen wir in solchem stande Ein herz und eine seele seyn. Die liebe muß uns fester schliessen, Da wir ein fleisch und blut genies fen. So vertreib die nacht der fünden. Laß ein licht in mir entstehn Dich, o wahres licht! zu finden, Das dein mahl die todes nacht Mir zum bellen himmel macht. 7. Dein fleisch muß uns zum 5. Du giebst brot, und giebsi pfande dienen, Daß unser fleisch, dabey Deinen leib uns zu genies das schwachheit- voll, Einst herrlich sen. Du sprichst, daß dein blut aus dem staube grünen, und un- hier sey, und ich seh den wein nur verweslich werden soll; Ja daß du fliessen. Das geheimniß ist sehr uns ein ewig leben, Nach diesem groß, und der glaube faßt es kurzen, werdest geben. blos. 8. Otheures lamm! so edle ga6. Laß mich die vernunft doch ben Hast du in dieses mahl gelegt. bier Durch dein wort gefangen Da wir dich selbst zur speise haben, nehmen, und mit sehnlicher be= Wie wol ist unser geist verpflegt! gier Nach der stiftung mich beque Dis mahl ist unter allem leiden men. Dem, der mich mit zweifel Hint Diding fidi si plagt, Von dem Sacramente des heiligen Abendmahls 272 plagt, Ruf ich: Christus hats ges fagt. 7. Wie uns sonst das brot ges deyt, Also stärkt dein leib die feele. Wie der wein das her: erfreut; So giebt deiner wunden höle Einen wein, der uns entzückt und im tode selbst erquickt. 2. JEsus aß das efterlamm Be den abend- funden, Drauf er an descreuzes stamm uns verschuld entbunden. Hilf, o Gottes lamm! daß ich Deiner nie vers geffe, und dein fleisch oft wür diglich, Mir zum leben, effe. 3. JEsus, als er durch den tod Seinen lauf wollt enden, Nahm mit dank, und brach das brot In den allmachts- hånden. Laß mich denken deiner treu, Die nicht auss zusprechen, und dem nächsten auch dabey Brot im hunger brechen. 9. Suffer JEsu! laß mich hier Deine süssigkeit oft schmecken: Laß 4. Eßt, das ist mein leib, für euch In den tod gegeben, Sprach die gnaden- tafel mir Oft zu meier: ach vernunft entweich! Glaus ner labung decken. Nach der himmels- speiß und trank Bin ich gan; für liebe Frank. be wirkt das leben. Hilf, Hert JEsu! daß ich mich Auf dein wort nur gründe, und den zweifel rit terlich Dadurch überwinde. 8. D! erwünschtes mahl bey GOtt, Wo die liebe tafel decket, Wo man lauter himmelsbrot, Wo man lebens- wasser schmecket, Wo der trank aus Jesu fleußt, Wenn sein leib uns selber speift. 10. Laß mich aber würdiglich Dieses dank- und denkmahl halten; Sonsten würde über mich GOttes zorn gerichte walten; Wer zu diesem tisch will gehut, Muß in buß und glauben stehn. s. JEsus gab die Lebens- flubt Seinen tisch- genossen; Trinkt, sprach er, das ist mein blut, Das für euch vergossen. Gib den theu ren lebens- saft, JEsu! mir zu trin ken, Wenn mir leben, muht und kraft In der angst entsinken. 11. Schrecklich ist, was Pau Ius spricht: Wer unwürdig ist und trinket, Jßt und trinkt ihm das gericht*; Drum wenn mir dein finger winket, Laß mich ia vorsichtig seyn, Daß ich wol ges prüft erschein.* 1. Cor. II, 29. 6. Liebster, der mein herz er geßt, Der du dieses effen, Dies ses trinken eingesegt Dein nicht zu vergessen! Hilf, daß ich mit Lob und dank An dein leiden den 12. JEsu! wahres himmelske, und mich, wenn ich geistlich brot, Süsser trank von EDCHS krank, In deinblut versenke. rebeit! Laß doch diesem gaft- 7. JEsu! laß durch deine quahl, gebot einen irrthum widerstre- Durch dein blut- vergiessen, Dein ben. Halt mit uns dein testa hochtheures abendmahl Würdig ment, Bis sich leib und seele mich geniessen; Laß mir dieses jederzeit, HErr! zum Leben nuss zen, und mich in der ewigkeit Bald zu tische sitzen. trennt. Mel. Chriftus der uns selig 2c. denk an 432. Sleuen Mel. zz. Schmücke dich, o liebe. der verrahten, Der die fünder selig macht Von den miſſetbaten. Dens 433. Schmücke dich, Fe, was er uns julezt Noch zurück gelassen, Das die seelen höchft er: gest, Die ihn gläubig faffen. feele! mit dem glaubens- dle Deine lam pen, dich bey seiten Auf die hoch seit zu bereiten. Denn dein bräutigam 273 und zwar von der Stiftung desselben. nat tigam wird kommen, Der dein mächtniß: Solches thut, mir zum fleisch an sich genommen. Was er gedächtniß! Dis gedächtniß feft in den tod gegeben, Giebt er le iu gründen, Denk ich, HErr! bend dir zum leben. an meine fünden: Diese, die von GOtt mich scheiden, Brachten dich in alles leiden: Doch du rufft uns abgetrennte Durch dein wort und sacramente. RS 2. Ach! wie hoch wirst du geschåret? JEfu Chrifti stiftung seget Ein gedächtniß seiner thaten In der nacht, da er verrahten: Den du mußt, als machtig, ehs ren, Deffen weisheit dich muß lehren, Dessen wahrheit du mußt kennen, Ihn allgegenwärtig nen nen. 8. Ja ich komm' in buß und reue; Hilf, daß ich in dir mich freue; Gib, daß sich mein glaube stärke; Schaff in mir die neuen werke. Du bist mein, uns trennt kein leiden. Ich bin dein: wer will mich scheiden? Laß, was du hier angefangen, Mich vollendet dort erlangen. S 3. Geistlich armer geift be denke, Was dir JEsu fülle schenke, Als er in dem testamente Zu der erbschaft dich ernennte; Und nicht etwan einen schatten, Wie die alte våter hatten, Sondern cörperlis ches wefen Zur versichrung auser: lesen. 4. Denn vor seinem schweren leiden Hat der hirte, dich zu weis den Bey dem mahle brot gebro: chen, und geheimniß- voll gesprochen: Nehmet hin, was euch zum leben Jch zum tode hingegeben! Dieses ist mein leib, dis effet, Daß ihr meiner nicht verges fet. 434. heiland, Der von uns den zorn GOttes wand; Durch das bittre leiden sein Half er uns aus der höllen: pein. 2. Daß wir nimmer deß verges sen, Gab er uns sein'n leib zu essen Verborgen, im brot so klein,( a) Und zu trinken sein blut im wein. 3. Wer sich will zu dem tisch machen, Der hab wol acht auf fein' sachen; Wer unwürdig hinzu geht, Für das leben den tod empfäht. 5. Aber auch desselben gleichen Will der HErr sein blut uns reis chen; Da er das gewächs der re- 4. Du sollt GOtt den vater preis ben mit den worten hingegeben: sen, Daß er dich so wol thut speis Nehmet, trinkt! was ihr geniessen, und für deine missethat In set, Ift mein blut, das sich er den tod fein'n sohn gegeben hat. giesser Zur vergebung eurer fün- s. Du sollt glauben und nicht den, Mein gedächtniß fest zu grün- wanken, Daß es ein' speif sey der Franken, Deren herz von fünden schwer, Und für augat ist betrübet fehr. den. GHIT 6. O geheimniß! welches kund lich Groß und herrlich, uner: gründlich. O gemeinschaft dies ses gutes, Brot und leibes, mein und blutes! Heiland! auf dein wort zu bauen, Stärke du doch mein vertrauen, Wider die vernunft zu kämpfen, Ihren widers spruch zu dämpfen. 6. Solch groß' gnad und barmherzigkeit Sucht ein herz in grof fer arbeit: Ift dir wol, so bleib davon, Daß du nicht kriegest bö sen lohn. 152000 7. Er spricht selber: kommt ihr armen; Laßt mich über euch erbarmen. Kein arzt ist den starken noht, 7. Ich halt mich an dein ver Von dem Sacramente des heiligen Abendmahls 274 noht, Sein' kunft wird an ihn'n, gar ein spott. 8. Hättst du dir was könn'n er werben, Was dürft ich denn für dich sterben? Dieser tisch auch dir nicht gilt, So du dir selber helfen willt. 9. Glaubst du das von herzensgrunde, Und bekennst es mit dem munde; So bist du recht wol geschickt, und die speis deine feel erquickt. io. Die frucht soll auch nicht ausbleiben; Deinen nächsten sollt du lieben, Daß er dein geniessen kann, Wie dein GOtt an dir hat gethan. ( a) Das ist: Chriftus giebt uns mit und unter dem gesegne: ten wenigen oder kleinen brote, seinen wahren leib, en auf eine verborgene und ge heimniß- volle weise zu essen. re: Weil du trågest meine schuld, Seelen hirt! ben mir einkehre, Schlieffe mich in deine huld. Deiner gute ich vertrau, Führe mich auf grüner au, Und speis mich, mir stets zu gute, Heut mit deinem leib und blute. Morgen- Lied eines Communis canten. Mel. JEfu deine heilge wunden. Ott sen lob! der tag ift JEfu werd vertraut, Da ich, aller schuld entnommen, Werd in GOt tes huld geschaut; Da mich GOtt mit glauben ziert, zu des lammes hochzeit führt, und mir JEfum, der mich liebet, Selbst zum le bens- pfande giebet. ut nds 2. GOtt! ben diesem frohen morgen Suchet dich dein liebes Find, Senkt in deine vater sorgen, Was sich in und an mir findt. Sorge, vater: ist für mich, Daß ich heute würdiglich Als dein gaft ben dir erscheine, und mit JEsu mich vereine. 3. Christe, du lamm GOttes! hö4. Heilger geist! du kraft der schwachen, Bleibe heut und stets bey mir. Deine heiligung kann machen, Daß ich würdig, nach gebühr, Mir ¡ um nuk und Gott zum preis Effe diese seelen- speis, Daß ich dadurch chriftlich lebe, Selig einst den geift aufgebe. 4. Nun dir lieg ich, GOtt! ju füssen, Deine lieb' umarme mich. JEsu! dein blut seh ich fliessen, Mache mich gerecht durch dich. Heilger geift! durch deine kraft, lest du mich recht verneuen, Und Die ein neues herze schafft, Wol mich hier und dort erfreuen. Bey der Vorbereitung zum 436. under een rel Mel. JEsu deine heilge wunden. Err! fünder Einen reis chen tisch gedeckt, Wo dein brot für deine kinder Nach des vaters liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein gaft, Wie du mir befohlen haft; Aber hilf auch, daß mein herze 2. Raume, bitt ich, meine feele Ganz von allem bösen aus. Kom me selbst darein, und wähle Sie als bein geweihtes baus; Denn ich hoffe nur auf dich, Liebster Je fu! liebe mich, und laß deinen tisch auf erden Mir zum himmels. vorschmack werden. 3. Hilf mir, daß ich recht bedente, Wie der HErr sein fleisch und blut Seinem armen knechte schen ke, Und was deine liebe thut. Gib mir gnade, daß ich nicht Eß und trinke zum gericht, Was du, JE fu! für mein leben Zur erlösung dargegeben. dlm sind die 4. Nimm und zwar bey der Vorbereitung 4.Nimm jest die vernunft gefangen, Daß ich glaube schlecht und recht; und erwecke mein verlangen, Wenn das fleisch den eifer schwicht. Gib empfindung meiner noht, und begierde nach dem brot, Welches allen hunger stillet, und mein herz mit Gott erfüllet. . Denke doch, du fürst des lebeus! Denke, daß du JEsus heißt; Denke, daß du nicht vergebens Für die welt gestorben seyft. Nimm doch meiner seufzer wahr, Reiche mir dich selber dar, und laß heut auf mein gewissen Blut aus deinen wunden fliessen. 6. Sind wir doch aus dir geboh ren; Nehr uns auch durch deine fraft. Weil wir insgesammt verlohren, Wo nicht JEsus hülfe schafft; Ach so laß dein brot und wein Meines herzens labsal seyn, Daß die wirkung dieser speise In der that sich kräftig weise. 7. Laß mich deine liebe schmet ken, Und vergälle mir die welt. Oder wenn mich furcht und schret ten, Angst und schwachheit über fällt; So verschaffe mir dein blut Einen rechten freuden muht, Daß ich meinen troft im glauben Mir von niemand laffe rauben. 8. Laß mich dis ins herze faf sen; Rühre mich durch deinen tod. Laß mich keinen menschen hassen, Denn man ist von einem brot. Nimm mich ganz vollkommen ein, Bis ich werde ben dir seyn, und die fülle deiner gaben, Meinen Gott, und alles haben. Mel. GOtt sey gelobet und 26 437. He Jefu Chrifte Err mein getreuer zu dem heiligen Abendmahl. 275 Dein armes schaflein wollst du weiden Auf Israels bergen mit freuden, und zum frischen waffer führn, Da das leben her thut rührn. Kyriel. 2. All andre speis und trank ist ganz vergebens: Du bist selbst das brot des lebens. Kein hunger plas get den, der von dir iffet, Alles iammers er vergiffet. Kyriel. Du bist die lebendige quelle, Zu dir ich mein leer herze stelle; Laß mit troft es fliessen voll, So wird meiner feele wol. Kyriel. 3. Laß mich recht trauren über meine fünde. Doch den glauben auch anzünde, Den wahren glau ben, mit dem ich dich faffe, Mich auf dein verdienst verlaffe. Kyriel. Gib mir ein recht gottfürchtig herze, Daß ich mit der fünde nicht scherze, Noch durch meine sicher beit Mich bring um die feligkeit. Kyriel. te! Komm, mit gnaden mich bewirte: Ben dir alleine find ich heil und leben. Was mir feblt, fanns du mir geben. Kyriel. 4. Heftig beschweret find ich mein gewissen, Ach! laß reichen troft drein fliessen Aus deinen wunden, welche du enpfangen, Da du an dem creu; gehangen. Kyriel. Wenn mein her; dis in sich eme pfindet; Wirds von stund an ftill und entzündet, Wird an lieb und glauben schön, Kann vor Gott mit freuden stehn. Kyriel. Frankheit plaget, Mit begier er s. Der darf des arstes, den die nach ihm fraget. O süffer JEsu! schau, wie tiefe wunden werden auch in mir gefunden. Kyriel. Du bist ja der arzt, den ich rufe, Auf den ich mit verlangen hoffe. Hilf, o wahrer mensch und Gott! Hilfft du nicht, so bin ich todt. Kyr. 6. Du alle zu dir in gnaden, Die müh seligund beladen. All ihre fünde willt du ihn'n verzeihen, Ihrer bürden sie be freyen. Kyriel. do you Ried im halbe Ach! 276 Von dem Sacramente des heiligen Abendmahls Ach komm selbst, leg an deine| den trank Aus deinem becher hände, und die schwere last von schmecken. mir wende. Mache mich von sün den frey, Dir zu dienen kraft ver leih. Kyriel. 7. Mein geist und herze wollst du zu dir neigen; Nimm mich mir, sib mich dir eigen. Du bist der weinstock, ich bin deine rebe, Nimm mich in dich, daß ich lebe. Kyriel. Ach in mir sind ich lauter fün: den, In dir müssen sie bald verschwinden. In mir find ich höllenpein; Jn dir muß ich selig seyn. Kyriel. 8. Komm, meine freude: komm, du schönste crone, JEsu! komm und in mir wohne. Ich will dir fallen, HErr! zu deinen füffen, Dich mit lieb' und glauben küffen. Kyr. 3. Du angenehmes himmel: brot! Du wolleft mir verleihen, Daß ich in meiner seelen- noht zu dir mag kindlich schreyen. Dein Eleid des heils bedecke mich, Auf daß ich möge würdiglich An deiner tafel figen. 4. Tilg allen haß und bitterkeit, O HErr! aus meinem herzen. Laß mich die sünd zu dieser zeit Be reuen ia mit schmerzen. Du heiß gebratnes ofter lamm, Du meiner feelen bräutigam! Laß mich dich recht geniessen. s. Zwar ich bin deiner gunst nicht wehrt; Als der ich jest er scheine Mit fünden allzuviel be schwert, Die ich voll schmerz be weine. In solcher trübsal tröstet mich, HErr JEsu! daß du gnàs diglich der fünder dich erbarmest. Bring mir mit, was meine seel erfreut, Deiner treu und liebe füs sigkeit, Deine sanftmuht und ge duld, Deine unerhörte huld. Kyr. 6. Ich bin ein mensch, Frank 9. Dis sind die mittel, die mich von der fünd; Laß deine hand much Edunen heilen, Uund mir lebens- heilen! Erleuchte mich, denn ich kraft ertheilen, Daß ich nun aus mir all untugend reisse, Dir zu die; iten mich befleisse, Kyriel. bin blind, Du kannst mir gnad er theilen. Ich bin verdammt, erbar me dich! Ich bin verlohren, suche mich, und hilf aus lauter gnaden! In dir hab ich alles, was ich soll, Deiner gnade brunnen ist stets voll. Eaß mich ewig seyn in dir, und bleib ewig auch in mir. Kyriel. 7. Mein brautigam! komm her zu mir, Und wohn in meiner fees len: Laß mich dich küssen für und für, und mich mit dir vermählen. Ach! laß doch deine füffigkeit Für meine seele feyn bereit, Und stille Mag dich ein fünder haben, Der nach dem himmel hungrigift, Und sich mit dir will laben; So bitt ichdich demühriglich, Komm fel ber und bereite mich, daß ich recht würdig werde. 10 mel. HErr JEfu Chrift du zc. lebens brot, 438. Dherr Jefu Chrift! ihren jammer. 8. Du lebens- brot, HErr JE fu Chrift! Komm, felbft dich mir zu schenken. O blut! das du ver soffen bift, Komm eiligst mich zu tränken. Ich bleib in dir und du in mir, Drum wirst du, meiner feelen sier! Auch mich dort aufer, wecken. 2. Auf grüner aue wolles du Mich diesen tag, HErr! leiten. Den frischen waffern führen zu, Den tisch für mich bereiten. Ich Mel. O GOtt du frommer ic. biv zwar sündlich, matt und trant; Doch laß mich deinen guas! 439 I Gott: Bum lie ch will anizt, mein ber und zwar bey der Vorbereitung zu dem heiligen Abendmahl. 277 Meloden 21. bes- mahl mich nahen, Und JEsu leib und blut zu meinem troft empfahen: Ach komm, und stärke 440. Schmücke dich, o lie mich! 2 Ach, weiche nicht von mir: Ach, ziehe doch mein her; In an dacht fest zu dir! be die dunkle sünden höle, Komm mit glaubigem verlangen An das helle licht gegangen: Denn der HErr voll heil und gnaden Will dich iezt zu gaste laden; Der, den welt und himmel ehren, dmmt iezt, ben dir einzukehren. 2. Eile, wie verlobte pflegen, Deinem brautigam entgegen; Er Elopft an die herzens- thüre, Daß er dich in andacht rühre: Deffu' ihm deiner seelen pforten, Red ihn an mit schönen worten: Komm mein freund! und laß dich küssen, Laß mich deiner nicht mehr miffen. 3. Ach! wie hungert mein ges mühte, Menschen freund! nach deiner gute. Ach! ich muß mich oft mit thrånen Nach dem lebens manna sehnen. Ach! ich spühr ein herzlich dürsten Nach dem trank des lebens- fürsten, Wünsche, daß er, als der meine, Mich durch sich mit GOtt vereine. 2. Vertreibe, HErr: von mir Die sündliche gedanken. Laß dei nen geist doch nie von meinem geiste wanken. Ja, richte meinen geißt Stets nach dem himmel hin, Daß er schon bey dir sey, Da ich auf erden bin. 3. Laß ja nichts eitles mich Ju meiner andacht stöhren, Ja, laß mich freud und wonn In meiner seele hören. Ach bete du in mir, Mein GOtt! entzünde mich, Daß ich, mit dir vereint, In lieb' um faffe dich. 4. Ach! heilige mein herz und alle meine finnen. Nimm herz und seele ein, und wohne selbst dar innen. Ja, mach durch deinen geist Mich heilig, schön und rein, Und laß mich immerdar Dein haus und wohnung seyn. 5. Erwecke je; t in mir Die wahre feelen- stille, Daß andacht, feelen luft und freude mich erfülle. Gib, daß ich schmecken mag HErr! deine süssigkeit und dei nes geiftes troft, Der herz und feel erfreut. 6. Wenn ich nun deinen leib Wahrhaftig selbst genossen, Wenn auch dein theures blut, Das du für mich vergossen, Mich kräftiglich erquickt; So bleib auch stets in mir, Daß ich in ewigkeit Vereinigt sen mit dir. 7. Ja laß die heiligung, Die in mir angefangen, Zum wachsthum mehr und mehr Durch deine kraft gelangen. Laß mich in frömmigkeit und glauben feste stehn, Bis ich vom glauben einst 3um schauen werde gehn. will mich in bewegung segen. 4. Beides, zittern und ergetzen, Das geheimniß dieser speise, und die unerforschte weise Macht, daß ich erstaunend merke, HErr! die gröffe deiner werke. Ift auch wol ein mensch zu finden, Der dein' allmacht könnt' ergründen? <.Nein, vernunft die muß hier weichen, kann dis under nicht erreichen, Daß uns Chriftus so bes denket, Uns sein fleisch im brote schenket; Macht, daß mit dem saft der reben 11ns wird Christi blut gegeben. O! der grossen heimlichkeiten, Die nur GOttes geift kann deuten! 6. JEsu, meine lebens- fonne, Jesu, meine freud und wonne, JEsu, den ich mir erwähle, Le53 bens: i domom bete Von dem Sacramente des heiligen Abendmahls me 278 bensquell und licht der feele!, Dem hilft der glaube nichts, Der Hie fall ich zu deinen füffen, Laß dieses mahl veracht't. mich würdiglich geniessen Dieser deiner himmels speise, Mir zum heil und dir zum preise. 4. Man wendet ferner Vergebung meiner fünden Jft oh te abendmahl In GOttes wort 7. HErr! es hat dein treues zu finden. O spötter! läffet dir lieben Dich vom himmel abge- GOtt doppelt gnade fehn, Muß trieben, Daß du willig haft dein( denn das abendmahl Darum verleben In den tod für uns gegeben, und im leiden unverdrossen, Haft dein blut für uns vergossen: Das kann uns ist kraftig tränken, Deiner liebe zu gedenken. 8. JEsu, wahres brot des le: bens! Hilf, daß ich doch nicht vergebens, Oder mir vielleicht sum schaden, Sen zu deinem tisch geladen. Laß mich durchidis see: len essen Deine liebe recht er messen, Daß ich auch, wie jestäauf erden, Mag ein gast im himmel werden. 200 ein, achtet stehn? 5. Wir sorgen gar zu sehr, So hört man andre sagen, Daß wir unwürdig gehn; Wer wollte dieses wagen? Verachter! kehrt zurück, Sucht JEsum in der zeit; Weil, wenn euch busse fehlt, Ihr schon verdammet send. 6. Man ruft: das abendmahl Sey viel zu hoch zu schätzen. Doch eben diesen schak Laßt euren geist ergeßen. Ach kommt! sonst macht ihrs ia, Als wenn ein kranker spricht: Die arzeney ist gut, Al[ ein ich mag sie nicht. 7. Wir fürchten, fagen sie Wenn wir dis mahl schon schmek. ken, Wir mögten uns darauf Mit neuer schuld beflecken. Verach: ter! sündigt nicht Aus bosheit, ficherheit: Die schwachheit ſchenkt euch GOtt Aus gnad und freundlichkeit. Von der nichtigen Entschuldi gung derer, die sich des hei ligen Abendmahls ent halten. Mel. O GOtt du frommer zc. 441. Ich bitt, entschuldge mich: So sprachen die verachter, Und trieben mit dem inahl Des höchsten ein gelächter. Sie kamen dennoch nicht, Ob es schon war bereit. Dergleichen menschen sind auch noch zu unsrer jeit. 2 Sie sagen: wir sind schon Zum abendmahl gegangen, Die weil wir es im geift Und glaubenskraft empfangen. O spotter! wenn dich gleich Des glaubens kraft ergent, I denn das abendmahl Bergebens eingesetzt? 3.Dein JEsus, schnödes herz! Will sich dir doppelt geben, Theils in des glaubens kraft Zu einem 10. Der spricht: ist kann ich neuen leben, Theils in dem abends nicht, Weil mirs an kleidern feb mahl; Und dieses nimm in acht: let. Verachter! hat denn Gott : Den 8. Viel sagen freventlich: Wir haben kein verlangen: Kein hun ger und kein durft Treibt uns, es zu empfangen. Ach weh! es man gelt euch Erkenntniß, heil und licht; Jhr kennet Chrifti mahl Und euer elend nicht. 9. Man ruft: ich will vorher Dem ftreit ein ende machen. D menschen! überlaßt Dem richter folche sachen; Lebt ohne zank und haß, Neid, bitterkeit und freit, So schadet der proces Nichts all der würdigkeit. und zwar bey dem Genusfe des heiligen Abendmahls. 279 Den kleiderschmuck erwählet?] ich ein, Mach du es, JEfn! Er siehet auf das herz: Wenn durch dein blut Mit mir an leib JEsus das regiert; So bist du und seele gut. fchön genug Zum liebes mahl geziert. = Bey dem Genuffe des heili u. Ein andrer wendet ein: Ich muß mit schmerzen sehen, Wie man die bösen läßt Zum gnadenmahle gehen. Ach armer! sich auf dich: Und bist du selber rein; gen Abendmahls. Mel.3. Mein GOtt ich bin jezt 2² He wird der andern ſchuld Dir 443. Seele! laß die ſpeife seyn. 12. Mein heil! dein abendmahl Soll meine feel erquicken, Bis in der herrlichkeit Ich dich dort werd' erblicken. Otheure himmels fpeif, manna, feelen- gab'! Ich sehne mich nach dir, Wol mir! wenn ich dich hab. stehen, nur eckel dir erweckt. Eile ju dem mahl zu gehen, Welches nach dem himmel schmeckt, Das die teufel war entrüstet, Doch die engel selbst gelüftet. 2. Trachte die vernunft zu ftile len, Die dem glauben widerspricht. Reinige den argen willen Durch des glaubens gnaden- licht, Vor der Communion eines Laß die sünden; deinen hirten JEKranken. fum würdig zu bewirten. Mel.Vater unser im himmelreich. Du deinen füffen liege 3. Willt du in mein herz einkehren? HErr! deß bin ich ja nicht wehrt; Deine glut wird mich vers 442. weil du es bea gehrt, Glaub ich fest, du wirst mich schwachen Dieser ehre würdig machen. blicke doch auf mich. Du bist der arzt und wunder- mann, Der alle zeit erretten kann: Drum, bin ich gleich von hülfe bloß, So ist doch mein vertrauen groß. 4. Soll ich mit dem brot em pfangen, Was zuvor am creuze 2. Mein troft und meines her: hieng? Soll ich aus dem kelch ers seus theil! Mach erstlich meine langen, Was aus deinen wunden feele heil; Besprenge sie mit dei- gieng? Soll der himmel mit der nem blut, und mache mein ver- erden, Gott und mensch, vereibrechen gut: Und denn gib, nach nigt werden? vergebner schuld, Bey meiner schwachheit auch geduld. 4. Ey! so faume nicht, mein le: ben! Reiche mir den heilgen leib, Welchen du für mich gegeben, Daß dein geift in meinem bleib, und mich weder leid noch freude von dem haupt und gliedern scheide. 6. Laß die ströme deiner striemen Waschen ab den fünden koht. 4. Wenns meiner feele selig ist; Es sey ferne, von mir rühmen, So heile mich, HErr JEsu Als von deinem creuz und tod Chrift: Soll sterben aber besser als allein von deiner liebe, Die seyn, Wol mir! auf JEsum schlaf zu diesem bund dich triebe. 4 7. HErr 3. Berühre mich mit deiner hand, Die so viel bdses abge: wandt. Dein leib mich speise, da ich krank, Dein blut sen meiner feelen trant. Ich will, wie Lazarus, allein, Auch wenn ich krank, der deine seyn. u mom 280 Von dem Sacramente des heiligen Abendmahls.a 7. HErr! ich sage für die than. Rühre nicht die bundes schmerzen, Für die speise, für den lade Mit verwegnen händen anl trank Dir mit meinem mund Soll nicht GOttes grimm erwa und herzen Unablässig lob und chen, und dich gar zu nichte ma dank: Um die sünd' in mir zu chen; Armer fünder! so tritt du kranken Will ich deines tods ge- Bitternd und mit furcht herzu. denken. s. JEsu! mache meine sinnen und mein ganzes herze rein. Laß ist deine wunden rinnen, Sente mein herz tief hinein. Komm, du könig aller ehren! Eile ben mi einzukehren Unter meines herzens dach, Obs gleich niedrig, arm und schwach.ho) Swis 8. Mache mich im glauben kraftig; Laß mich im gewissen rein, In der lieb und treu geschäftig, In der andacht brünstig seyn. Gib mir neue kraft zu kämpfen, und der feinde macht zu dắmpfen. 9. Gönne, daß die himmelsipeise Meiner seelen arzenen, Und, ben letter todes- reise Meine kraft und labung sey, Bis ich werde mit den frommen zu des lammes hochzeit kommen. 6. JEsu laß mich gnade fins den, und vertreib mir alles weh. Laß die rosin farbne sünden Weisser seyn als woll' und schnee. Komm, mein herz voll glauben, hoffen, Lieb' und sehnsucht sicht Dir offen: Laß dein herz, das ewig Mel. JEsu meines Lebens leben. 444. Meine feele! laß rein, und mein bers, ein ber dich finden Auf seyn. der wahren glaubens- bahn, Dich mit Chrifto zu verbinden; Thu ihm auf, er klopfet an. Den die himmel nicht umfasſen, Will in die sich nieder lassen: JEsus will im brot und wein Wesentlich zuge: gern seyn. Mel. Allein GOtt in der höh sey. ist doch 445. 2 dieser ort, Da ich anjiezo stehe! Ist dieses nicht die lebenspfort, Die ich hier offen sehe? O tisch des HErrn! o himmels thor! Ich trete it erfreut davor, und knie gläubig nieder. 3 2. Wie heilig ist dis lebens brot, Das hier mein geist erblik ket, Das meine feel nach angi und noht Geheimniß- voll erquit tet! O füffe speif! o himmels 3. D! wie hungert nach den brot! lebens- manna! das feelen Selbst das wahre lebens- mir GOtt An seinem altar rel brot! Selig, die dis brot erwäh- chet. len Für des geiftes hungers- noht! Seht, an dieser heilgen stelle Lechzet felbst die lebensquelle Nach der armen fünder heil. JE fus ist das beste theil. 4. Sieh, o mensch! den schat der gnade, Den dir JEfus aufge: 2. O geheimniß volle weise, Die kein menschen witz ermißt! Hier giebt sich ein lamm zur speise, Das der erz- hirt selber ist. Hier will, zu der gåste leben, Sich der wirth zur speise geben: Und zum opfer stellt sich bier Selbst der hohepriester für. 3. Wie heilig ist doch diese trank, Den ich allhier empfahe, zu dem ich mich mit lob und dank Im glauben freudig nahe! O seelen. trank! o heilig blut! Du meiner feelen höchstes gut! Hie komm ich, dich zu nehmen. Jed und zwar bey dem Genusse des heiligen Abendmahls. 281 4. So nehm' ich, heilge speise!| gute, Wir kommen mit zerschla dich Mit andachts- vollem herzen; genem gemühte, Und bitten dich, O heilger trank! erquicke mich du wollst ansehn uns armen, Und Und stille meine schmerzen. Wie dich erbarmen. wird und ist mir doch so wol, Da 2. Nimm von uns weg all unfre ich in JEsu leben soll, und mich missethaten und alle schuld, dar in ihm erfreuen. mein wir sind gerahten: Damit wir s. O welch ein ruhm und glück dir ein reines opfer bringen, Und für mich! Ich bin mit GOtt verrecht lobsingen. bunden. Er kömmt zu mir; und so 3. Wahr ist es, HErr! wir has hab' ich mein ewig heil gefunden. bens grob verdienet; Doch hat Mein JEfus kehrt selbst ben mir cin, Will meiner feelen brautgam scyn, und sich mit mir vermählen. nad dein sohn uns völlig ausgefühs net, Nachdem er, uns zu gut, vom himmel kommen, Fleisch ange: nommen. 4. Weil wir dir oft halsstarrig widerstrebet, Hat er dafür gehorsam stets gelebet: Weil dein ge bot von uns war überschritten, Hat er gelitten. 5. Daß wir nicht straf und schande dürften tragen; Hat er für uns erduldet schmach und plagen, Und endlich gar sich in den tod ges geben, Auf daß wir leben. 6. Wir können sonst für uns und unsre sünden kein life- geld, kein andres opfer finden: Dein sohn, o GOtt! ifts, den wir bringen müssen, Für uns zu büssen. 7. Schau seinen leib ans creuz für uns gehenket, Sich an sein blut, mit welchem er uns tränket: Der leib, dis blut, so allenschaden beilet, Wird ausge= theilet. 8. Der süß' geruch zu dir gen himmel steiget, Daß sich dein herz zu uns herunter neiget, Nun wir in buß und demuht vor dich treten, und zu dir beten. 9. Dis opfer zum gedächtnis wird begangen: Man ist den leib, der an dem creuz gehangen: Man trinkt das blut, das von ihm ist geflossen, Für uns vergof sen. 10. Du kannst, o Gott! dis gnade, lieb' und opfer nicht verachten, Das sich S5 für 6. Ach: mdgt ich doch ganz heilig seyn: War mein her; ohne sünde! Damit, wenn JEsus ge het ein, Er reine wohnung fünde. Ach! war mein her; der reinste ort, In welchem JEsus fort und fort In gnaden bleiben mögte! 7. Doch, fehlt mir die vollkommenheit, Die GOtt allein ergezet; So wird durch Christi heiligkeit Doch alles reich ersetzet. Drum, heiland komm und reinge mich, Damit ich durch dich würdiglich Dis sacrament empfange. 8. Komm, heilge mich, daß her; und geist Dein wohnhaus ewig bleiben. Was sich noch fünd lich an mir weist, kannst du allein vertreiben. Bereite mich so, wie du willt, und laß dein heilig ebenbild Beständig an mir leuchten. 9. Nun GOtt sey dank, deß gütigkeit mich heute so gelabet. Gepriesen sey, der mich erfreut, Und selbst mit sich begabet. Nun höchster! laß mich allezeit Von nun an bis in ewigkeit mit dir vereinigt bleiben. Mel. Wend ab deinen zorn 2c. 446. bater! groß von D 282 Von dem Sacramente des heiligen Abendmahls für uns so willig lassen schlachten: und frölich darauf sterben, Dein Auf dis lamm ist die sünd der welt geleget, Die es all' tråget. reich ererben. 1. Drum, vater! laß um JEfu Chrifti willen Sich dei nes grimms gerechten eifer stil len: Dein sohn hat ja an unsrer statt erduldet, Was wir verschul- dich loben. det. 12. Bergib die fünd, in welcher wir empfangen, und was wir felbft für bosheit oft begangen, Mel. HErr GOtt der du erforsch. Was auch beit ist versehen, und nicht ge schehen. 13. Ins tiefe meer wollst du es alles senken, nicht mehr daran um Chrifti willen denken, Des halben auch, warum wir zu dir schreven, Uns fort verleihen. 14. Schüß deine Firch, hilf, daß ben reiner lehre Sich gottes: furcht und heilges leben mehre: Die Jugend sich, all' sünd und schand zu fliehen, Wol lasse zie: hen. s. Gib friede, glück und heil zu allen zeiten Dem landes herrn und seinem(* Der obrigkeit und ihrem*) Land und leuten: Das böse laß fie ftrafen und abwenden An allen enden. 4916. Die elenden, die ihre angst und plage Mit seufzen vor dich bringen alle tage, Die in gefahr sind und mit creu; beladen, Ers rett in gnaden. 19. O heilger geift! durch deine gnad und stärke Zerstöhr der welt, des fleischs und satans werke; Wir wollen hier und denn im himmel oben, O Gott! Es drücket ihn der fünden last; Es ist dein kind, mein schöpfer! Dafür dein fohn gestorben ist, Das du getauft, das Jesus Chrift zu fei nem tisch geladen. Hier komm ich, ach! dein armes kind, Bin Frank, bin elend, voller sünd Und uns wehrt deiner gnaden. 2. Allein ich bringe JEsum mit Nebst seinem tod und schmerzen, Der mich durch sein verdienst ver tritt; Nimm dessen pein zu herzen. Ach sieh, was er für mich gethan! Sich mich dein kind, und JE. sum an! Sen mir durch diesen gnädig. In ihm willt du mein vater seyn, Und ich dein kind: durch ihn allein Sprich mich von sünden ledig. 17. GOtt vater! hilf du uns, sib deinen segen, um deines sohns und seins verdienstes wegen, Daß wir dadurch vollkommen gute gaben von oben haben. 18. HErr JEfu Chrift! dein lieb, dein blut, dein leiden Er quide uns, wenn wir von hin nen scheiden, Daß wir getroft zeit kommt, o HErr! 447. Jettarmet gat in ein 3. Mein glaube siehet JEsum hier, Und ich lieg' ihm zu füssen. Als heiland zeiget er sich mir, läßt sein blut auf mich flieffen. Er hänget an des creuzes joch, Da bluten alle wunden noch; Was reicht er mir für speifen? Sein leib im brote, und im wein Soll mir sein blut geschenket feyn. O! kdnnt ich ihn recht preifen. 4. Mich dünkt, ich hör ihn izo laut, Als meinen brautgam, schreyen: Nimm diesen mahl schat, und zwar bey dem Genusfe des heiligen Abendmahls. 283 schar, meine braut! Es soll dich mein; So muß ich gets dein nicht gereuen: Jß meinen leib, eigen seyn, und einst dein reich und trink mein blut: Also hast du ererben. das größte gut, Mich ganz mit meinem leiden: Ja komme in mein hinein, Das iezt und fiets foul offen ſeyn, komm, ruh' in meiner feiten. s. Nun seh ich, wie der engel hut Mich mauren gleich umrins get, Daß weder satans lift noch wuht Durch deren wache dringet. Denn der mir schuß und beystand leift't, Ift GOtt der wehrte heilge geist, Der will nun ob mir schwe ben. Dreyeinger GOtt! lenk jederzeit Mein thun zu deiner herrlichkeit, und mir zum ewgen leben. 6. Dir öffn' ich jetzo herz und mund, Und was sich in mir reget, Ach! reinige des herzens grund, Worein sich JEsus leget. Ver leih, daß nun durch deine treu Leib, herz und geift gereinigt fen. Gib, was die feele zieret, Gib glaus ben, lieb', und luft zu dir, Und wirk dein heilig werk in mir, Bis du es gar vollführet. 7. Nun will ich, theurer JE su! dich Im brot und wein empfangen. Komm selber, speif und tränke mich, Komm, stille mein verlangen! Komm jest zu mir, wie ich zu dir. Ich schmecke dich, weil du ju mir In guad und liebe kommen. Nun weiche kummer, angst und schmer;; Da mein und dein ein einig herz: Weil du mich aufgenommen. Mel. HErr JEfu Chrift wahr ic. mein brautigamm, Der 3 448. du aus lieb' am creuzes- stammDen tod für mich gelitten hast, Getil. get meiner fünden last: 2. Ich komm zu deinem abends mahl Verderbt durch manchen fünden fall: Ich bin krank, uns rein, nackt und bloß, Blind und arm; ach! mich nicht verstoß. 2 3. Du bist der arzt, du bist das licht, Du bist der HErr, dem nichts gebricht, Du bist der brunn der heiligkeit, Du bist das rechte hochzeit- kleid. 4. Drum, o HErr JEsu! bitt ich dich, In meiner schwachheit heile mich: Was unrein ist, das mache rein Durch deinen bellen gnaden schein. 5. Erleuchte mein verfinfert herz: Sünd an die schöne glaubens- kerz: Mein armuht in reichthum verkehr, Und mir des geistes gaben mehr'; 6. Daß ich das rechte himmelbrot, Dich, JEfu, wahrer mensch und Gott! Mit höchster ehrerbietung eß, und deiner liebe nie vergeß. 17. Lösch alle laßter aus in mir, mein herz mit lieb' und glauben zier, Und was sonst ist von tugend mehr, Das pflanz in mir zu deiner ehr. 8. Ach! habe, frommer JEsu! dant, Für deine liebes speise, Für deinen edlen blutes trant; Dein bin ich, die zum preise. Ach! zeig mir auch zur sterbens für und für. 8. Gib, was mir nüß an feel und leib; Was schädlich ist, fern von mir treib. Komm in mein herz, laß mich mit dir Vereinigt bleiben heut, Dein leiden und dein sterzeit kraft Das bis in mir werd' ben! So glaub ich feste, daß du abgeschafft, Erlaffen alle fündenfchuld, Von dem Sacramente des heiligen Abendmahls. du trinkt, das ist mein blut, Das cuch vergossen wird zu gut. So hat dein mund gesprochen. 4. Wie damahls deine jünger nun Dein fleisch und blut empfans gen; So werden auch dasselbe thun, Und eben das erlangen, Die, gleich wie deine jünger dort, Auf dein befehl, nach deinem woit Das heilige brot essen; Und die, wie du's gesetzet ein, Auch trinken von dem heilgen wein, Dein nim mer zu vergessen. 284 schuld, Erlangt des vaters lieb' und huld; 10. Vertrieben werden meine feind, Die sichtbar und unsichtbar seynd: Den guten vorsag, den ich führ, Durch deinen geift feft mach in mir. II. Mein leben, sitten, sinn und pflicht Nach deinem heilgen willen richt: Ach! laß mich meine thg' in ruh Und friede chriftlich bringen zu. 12. Bis du mich, o du lebens fürft! Zu dir gen himmel nehmen wirst, Daß ich ben dir dort ewiglich An deiner tafel freue mich. s. Daß ich mit brot und wein ießund Dein fleisch eß, dein blut trinke, Glaub ich aus meines her zens grund, Wie fremd michs auch bedünke. Denn wenn das: wie? uns war bekannt, und wir es könn Mel. HErr GOtt der du erforschten durch verstand Mit der ver er alle fünder zu nunft ergründen, So war es kein Wer darf 449. mich mit eingeladen: Drum stell wenn die allmacht spricht, Am ich mich an dieser stått Mit ein können zweifel finden? zum tisch der gnaden. HErr, 6. Dis mahl halt ich auf dein Fleide mich! HErr, wasch mich rein! Denn wer bey diesem mahl will seyn, muß sich geprüft einstel ten, Daß dis nicht auch sen sein bescheid: Woher, mein freund! ohn hochzeit- kleid? Hinaus mit ihm zur höllen. gebot, Mit dank dein zu geden. ken, wie du dich selbst zur pein, zum spott, Ja gar ans creu; henken, Für uns gegeben haft da hin: Hilf, daß in meiner feel und sinn Dis wol erwogen werde. Du bist der HErr, ich bin der ich Eknecht, Du ohne schuld ungerecht, Du groffer Gott, ich erde. 2. Mein kleid, o HErr! ist glaub und reu, Mit vorsatz, fromm zu werden; O vater aller lieb' und treu! Bor dir knie ich zur erden, Ich bitt, ich fleh, ich schren um gnad: Bergib mir meine missethat Durch Christi blut und sterben; Alls was er hat verdient, ist mein, Ich will hinführo frömmer seyu, und mich nicht mehr verderben. 3. Also geprüft tret ich hinzu; Gib, JEsu! mir die stärke, Daß ich in stiller glaubens- ruh Auf deine worte merke; Du selbst sie mir ins herze schreib: Nehmt hin, und eßt, das ist mein leib, Der für euch wird gebrochen: Nehmt hin, und 7. Was für ein abgrund zeigt sich hie Bon allmacht und von liebe? Es ist kein chrift gewesen nie, Der nicht entzückt hie bliebe. Hie spührt man lauter wunder: that. Hie sieht man lauter lieb und gnad, Gleich starken sirdh. men, fliessen: Hie fühlt man lau ter vater treu und mutter- heri so immer neu Sich über uns er giessen. 8. Mein GOtt! was foll, was kann ich dirFür so viel guts erweis fen? Ich will dich lieben mit be gier, und war bey dem Genusfe des Heiligen Abendmahls. gier, und über alles preisen: Ich will von herzen jederzeit Dir zu gehorchen seyn bereit, Mein creu; geduldig tragen; Den nächsten lieben mit der that, Wenn er mich gleich beleidigt hat, Dir dank in allem jagen. ansa nis 9. Wer die verspricht, Betrügt mich nicht, und kann mich nicht 9. Weh mir! das wollen hab betrügen; Der die wahrheit sel ich kaum, We werd ich kraft beber ist, kann unmöglich lügen. kommen? Doch, nun du selbst dir 10. Verleih, o GOtt! Durch einen raum In meiner feel genom Christi tod, Daß weder wit noch men, Werd ich erlangen neue teufel Mir beym heilgen abendkraft, und eine gute ritterschaft mahl Mache furcht und zweifel. Durch deinen arm vollbringen. 11. So will ich dir, HErr JE Ein neuer mensch bin ich hinfort, fu! hier und dort im himmel Und geh einher nach deinem oben Für dein theur: vergoß wort. HErr! hilf, HErr! laß, nes blut Danken und dich lo. gelingen. ben. Mel. 8. JEsus meine zuversicht Mel. O traurigkeit zc. frisch zu tisch: Hilf, vater! hilf in gnaden, Daß mir keine misfethat Hierbey mdge scha 450.36ttes til 451.Komm, du angenehmer gast! und herze steht dir offen: Bringe, was du gutes haft, Und befriedige mein hoffen, Freund der seelen weiß und roht* Himmels- thau und lebens- brot!* Hohel. Sal. 5, 10. den. 2. Allerhöchste majestät! Laß dich in mein her; hernieder. Siehe mich als ein magnet, Liebe mich, so lieb' ich wieder. Lege mich an deine brust, Nehre mich mit bimmels luft. 2. Jch leugne nicht Was mir gebricht; Jch beichte meine schulden. Reu für fünden pflegst du ja, Frommer GOtt! zu dulden. 3. Weils ndhtig fällt, Durch löse geld Die handschrift zu vernichten; Wird der HErr der herr: lichkeit Das für mich entrichten. 4. Drauf stell ich dir Mich, JEfu! für Im kindlichen ver: trauen, JEsu! den die cherubim Luftet anzuschauen. 285 s. Laß immerhin Vernunft und sinn, Was möglich scheint, vergleichen; Ich will nun und nimmermehr Von dem buchstab weichen. 5. Dein leib und blut, So mir zu gut Gebrochen und ver: gossen, Wird, o tiefe wunderthat! Hier am tisch genossen. 6. Jch soll jekund Mit feel und mund( Kein wit kann dis ermes fen) JEfu Chrifti wehrtes fleisch Unbegreiflich effen. 7. O grüble nicht, Wie das geschicht, Noch ob es mag gesche ben: Gott kann überschwenglich thun, Das wir nicht verstehen. 3. Führe mich, o treuer hirt! Auf die füssen lebens- auen, Daß mein herz gesättigt wird, Wenn du läßt dein manna thauen. Siehe, wie dein schäflein lechit, Und für heissem hunger ach; t. 4.O du wahres ofter- lamm! Laß mich jest dein fleisch geniessen, Welches dort am creuzes: stamm Meine schulden büssen müssen. Du bist mir, o lebens- brot! Ar ¡ enen in noht und tod. s. Schenke mir den felch voll heil, Das aus deinem blute quil let. Wird mir dieser schatz zu theil, So ist aller durft geftillet. Was aus 286. Von dem Sacramente des heiligen Abendmahls aus deinen wunden trieft, Ift net, Lebens- brot, ja GOttes herz! des todes gegen- gift. Welches man mit sittern nennet, 16. Mache himmlisch meinen Stille doch den heiffen schmer; sinn Benm genuß der himmelsgaben, Daß ich recht begierig bin, Mich an deiner bruft zu laben. Schränke die vernunft hier ein, Laß den glauben brünstig seyn. Den ein beilger hunger heget, Der die feele selbst beweget, Die sonst keine luft begehrt, Als die dein genuß gewährt. 7. Nun wolan, so geh ich hin, Mir gescheh nach deinem willen. Ob ich gleich nicht würdig bin, Wirst du doch dein wort erfüllen. Mache du mich selbst geschickt, Und zum hochzeit mahl ge: schmückt. ad dots 19 8. Komm, gebenedentes fleisch! Komm, o blut des neuen bundes Machet meine seele keusch, Send der zucker meines mundes, Seyd das labsal meiner brust, Meiner feelen troft und luft. 9. Sey willkommen lebensbrot! Sey willkommen wein der freuden! Hie vergeß ich alle uobt, Alle mangel müffen scheis den. Ach! hie werd ich höchst- beglückt, Hie wird meine feel erquickt. 4. Süsses blut aus Jacobs- faa men, Daß der ewigkeit verwandt! Bleib mir mit dem holden namen So, wie im genuß, bekannt. Dann wird aller durft verschwinden, Wenn ich diese quell kann finden, Die aus JEsu wunden springt Und mir heil und leben bringt. s. Heiland, bräutgam, scha und liebe! Nimm mein danken gütig an Für die heisse gnaden. triebe, Die dis mahl mir kund ge than. Weil ich noch in diesem leis be Der verwesung wohnend blei be, Macht, Immanuel! mein mund Deines namens gröffe kund. 6. Wirke, HErr! zu deinem preifen mir wahre frömmigkeit. Daß die wahre feelens speise Sen mein troft in allem leid. Sie er theilt mir schon den frieden Und das reich, so mir beschieden; Bis in tener ewigkeit mich des lammes Mel. JEfu meines Lebens 2c. 452. Wer bin ich? was ist mahl erfreut. leben, Das mein JEsus hoch geacht't, Daß er fich für mich gegeben, und mich mich zu ihm nahen? HErr! wie soll also fren gemacht? Wie soll ich ich dich empfahen? Komm, zeuch in mein ber; binein, Da soll deine wohnung seyn. 2. Pein und marter, feuer flammen, Schwefel- bäche, belial Schlugen über mich zusammen; 2. Ich fünder war von Gott. Durft und hunger ist das mahl, Und GOtt von mir, geschieden. Es Das ich hatte schmecken müssen, drückte mich der fluch, Drum hatt Nun mich JEsus von den flüssen ich keinen frieden. Denn dein ge Seines theuren blutes tranft, feze stieß Mich in die höllen- pein, Weder noht noch tod mich kränkt. Dahin sollt ich verbannt Mit leib 3. Manna, das den himmel ken- und feele seyn. 05040 3. Was se dallo i 63 de in in the d Mel. Nun danket alle GOtt*. $ 165 FITUS noch an mich denken, und meiner feele 453. D JEfu! wille du dich Im abendmahle schenken? Laß dein gedächtniß auch In mir lebendig seyn, Da ich dein fleisch und blut Empfang im brot und wein. und zwar bey dem Genusse des heiligen Abendmahls. 3. Was könnt ich armer wurm Dir zur versöhnung feßen? Kein engel und kein mensch, Kein gold mit allen schäzen Bezahlte meine schuld, Und riß mich aus der noht. Mein lestes urtheil war Allein der ewge tod.. 4. Doch du, mein heiland! bift An meiner statt gekommen; Du der Mel. O GOtt du frommer zc. auf dich genommen, Du truget 454. A JEfu! laß mich GOttes zorn, Du littest höllen pein, Daß ich in dir gerecht und selig sollte seyn. HEDSIN geschehn, iest Jn deiner liebe brennen, Da deine liebe mir Dein abendmahl will gönnen. Otheu. res liebes- mahl! Du willt im brot und wein Der angenehmste trank, 5. GOtt lob! es ist Ich habe nun das leben: Denn du, Die süßßte speise seyn. haft leib und blut Zum opfer hins gegeben, und Gott ist ganz vers söhnt. Was, theurer JEsu! du In deiner kraft gethan, Das rechnet er mir zu. 6. Mein glaube hält dich fest; Und dein nicht zu vergessen, Giebst wahren leib zu effen, Den leib, der für mich starb; Doch nicht den leib allein: Dein blut, dein wahres blut Trink ich auch unter wein. 7. Geschah dein opfer gleich Vor mehr als tausend jahren; So muß ich deffen kraft Doch jego noch erfahren: Denn dein verdienst ist mir So selig, frisch und neu, Als obs erst diesen tag Von dir erworben sey. 8. Ach! nun ich danke dir, Ich danke dir von herzen Für deine huld und treu, Für deine vein und schmerzen, Für deinen theuren tod, Für deinen leib und blut, Und preise dich um dich, mein als lerhöchstes gut 287 10. Laß mich noch ferner oft Zu deinem tische kommen, Doch würdig iedes mahl; Bis du mit allen frommen Mich in den him mel rufft. Ach ia, du führst mich ein; Solls heute noch geschehn, Je lieber wird mirs seyn. 100 9. Laß deine liebe doch In mark und feele dringen. Hilf mir mein fündlich fleisch mit allen lu ften wingen. Halt meine seele rein. Mein herze sey dein haus, und wirf, was weltlich ist, Durch deinen geift hinaus. 2. O mögte meine feel Recht durft und hunger haben; So würde mich dein mahl Vollkommen kräftig laben. Ach mögte mir dis mahl Von deiner angst und pein, Von deiner lieb' und treu Ein fie: tes denkmahl seyn! 3. Die liebe war, was dich Zum leiden hat bewogen; Die liebe war das feil, Daß dich ans creus gezogen. Die liebe hat dich gar Ins dunkle grab versenkt. Die liebe hat dich mir Im teftament geschenkt.is mo bi! 4. Ach! mögt ich dich dafür Auch wieder herzlich lieben, und alle stunden mich In deiner liebe üben: Ovater! du verdienst, Daß man dich brünstig liebt, Da deine liebe uns Den fohn zum beiland giebt. s. Mögt ich mein leib und blut, Hers, glieder, feel und leben, und alles, was ich bin zu deinem dienste geben! Oliebe! nimm mich dir Nun ganz zu eigen hin, Weil ich zu deinem dienst So theur erkaufet bin. 6. Laß dieser liebe frucht Mich auch am nächsten üben; Und, weil du mich geliebt, Denselben wieder lieben. Du haft uns ins gesammt zu einem leib getauft, zu cinem 288 Von dem Sacraniente des heiligen Abendmahlsy einem geift getränkt, zu einem. Dieses sey die frucht davon, sinn erkauft. smi Dich und auch den nächsten lie ben. Hast du in mir deinen thron; Werd ich, durch den geist getrie ben, Welt und fleisch auch täglich dampfen, Unter deiner fahne fämpfen. 30000 300 7. Wir trinken einen felch, Dein blut: ja, HErr! wir essen Auch nur ein brot, dein fleisch: Drum laß uns nicht vergessen, Daß wir in Christo nur Ein leib, und insgemein, Sowol hier unter uns, Als Chrifti, glieder 6. Laß mich immer himmlisch seyn: Denn die kost schmeckt nach dem mein auch 8. O! laß, als glieder, uns An zu dir ein Ueber alles welt- getum einem leibe leben, und uns ein- mel. Dorten werd ich mehr gi ander stets zu treuem dienst ergeniessen, Wo mir milch und ho DUR ben. Erfüll uns nun hierzu nig flieffen. Durch deiner liebe geift, Und 7. Nun ich geh, du gehst mit gib, daß uns dein leib zu dieser mir, Frdlich in mein haus zurücke, pflicht gespeift. Bleib in mir, ich bleib' in dir, Da ich dich ins herze drücke. Laß mich, JEsu! dieses essen, Diejes tri Fen nie vergessen. diu Nach dem Genuffe des bei ligen Abendmahls. Mel. Liebster JEfu wir sind zc. 455. Nun GOtt lob! ich bin getränkt mit lauter leben. Sollte nicht mein froher geist Meines JEsu ruhm erheben, Daß er mich To hoch geliebet, Und das höchste gut mir giebet. Mel. Wie schön leucht uns x. 456. HErr JEfu! dir fer diese seelen- speis und trank, Da mit du uns begabet; Im brot und wein dein leib und blut Kömmt uns wahrhaftig wol zu gut, Und unsre herzen labet: Daß wir In dir Und nach allen Wolgefallen Heilig leben, Solches wollest du uns geben. O * 2. Pet. 1/4. 2. Du kehrest, o Immanuel! Ja selber ein in unsre feel, Dir wohnung da zu machen: Drum uns ein solches herz verleih, Das 3. Guter hirte! habe dank Für von der welt- lieb' ledig sey Und die füffe himmels- weide. Segne allen eitlen sachen. Bleibe, Trei beides speiß und trank, Und verbe Unfre sinnen und beginnen, mehre meine freude, Daß ich an Daß wir trachten, Alles irdsche der theuren gabe Einen schaß im zu verachten. himmel habe. 4. Laß mich dieses wehrte gut, Als mein bestes theil, bewahren, Und mit deinem leib und blut Künftighin also verfahren, Daß ich stets an deinem leibe Ein le: bendig gliedmaas bleibe. 2. HErr! ich bin ein fleisch mit dir, Du ein geift mit mir ge worden. Ich bin, denn GOtt wohnt in mir, Höher als der en gel orden. Du hast mich selbst angenommen, Daß ich dein* geschlecht bekommen. 3. Ach HErr! laß uns doch nehmen nicht Dein wehrtes nacht mahl zum gericht: Ein ieder recht bedenke, daß wir mit diesem lebensbrot m glauben stillen unsre noht: Der fels des heils uns tránke: Büchtig, Tüchtig Dich Dort und zwar nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. 289 dort oben Stets zu loben, Bis| Dein' übergrosse gute, Dis theure wir werden zu dir kommen von pfand der gnaden Tilst allen meinen schaden. der erden. 4. O! daß wir solcher seligkeit Erwarten mögten allezeit In hoffnung und vertrauen; und fol. gends aus dem jammerthal Eingehen in den himmels- faal, Da wir GOtt werden schauen; Tröst lich, Köstlich uns als gaste Auf das beste Bey ihm laben, und gan: volle gnüge haben. **. Das gib du uns von deinem thron, Jesu Christe GOttes sohn! Gibs durch dein bitter lei den: Daffelbe, weil wir leben hier, Laß uns betrachten für und für, All bsses darum meiden. Amen, Amen, Hilf uns kämpfen, Hilf uns dampfen Alle sünden; Hilf uns frölich überwinden. 8. HErr! laß mich nie vergess fen, Vielmehr mit dank ermessen, Was durch die himmels: speise Mir deine huld erweise. Mel. Nun laßt uns GOtt dem zc. welt abtreten. 457. JEfu: meine wonne, Du meiner feelen sonne, Du freundlichster auf erden, Laß mich dir dankbar werden. 4. Ich lobe dich von herzen Für alle deine schmerzen, Für deine schlig und wunden, Die du für mich empfunden. 9. Du wollest in die fünde. Die ich annoch empfinde, Aus meinem herzen treiben, und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich los gezählet Von sünden, und vermählet Mit dir, mein liebstes Leben! Was kannst du bessers geben? 11. Laß, schönster! meine seele Doch stets in dieser hdle Des leibes mit verlangen Andeiner liebe hangen 12. Laß mich die fünde meiden, Laß mich geduldig leiden, Laß mich mit andacht beten, und von der 5. Dir dank ich für dein leiden, Den ursprung meiner freuden. Dir dank ich für dein sehnen und mild vergoßne thränen. 6. Dir dank ich für deinlieben, Das standhaft ist geblieben. Die dank ich für dein sterben, Das mich dein reich läßt erben.ps 7. Jest schmecket mein gemüthe 13. Im handel, wandel, essen Laß mich ja nie vergessen, Wie trefflich ich beglücket, Wie himmlisch ich erquicket. 2. Wie kann ich gnugsam schätzen Dis himmel füß ergeßen, und diese theure gaben, Die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dir nun danken, du mich kranken mel. Nun lob mein feel den 2c. Geſpeiſet und getränket, Ja felb 458.a.Wie wol haft du dich mir geschenket. gelabet, ster JEfu! deinen gast, Wie reich lich mich begabet! Jezt fühl ich freude, ruh und raft. O wunderba respeise, O süsser lebens- trank, O liebesmahl! ich preise Dich durch den lebgesang; Es stärket und ers quicket Mein leben, Herz und muht. GOtt lob! mein geift er= blicket nunmehr das höchste gut. 2. Du hast mich jest geführet, HErr! in deinen gnadenssaal, Wo nun mein geist berühret Die gnabengüter allzumabl. Du haft mir bie, mein leben! Aus gnaden C mil. 14. Nun kann ich nicht verderben, Drauf will ich selig sterben, und freudig auferstehen, OJEsu! dich zu sehen. 290 Von dem Sacramente des heiligen Abendmahls mildiglich Das lebenss brot gegessen, Ein herz, das gan; zerknir ben, lind das ergeket mich. Du haft schet ist, Dem wirst du nicht vers mir zugelassen, Den rechten see len wein Jezt glaubens voll zu fassen, und deine braut zu seyn. 3. Was gabst du mir zu essen? Die speise der unsterblichkeit, Was war mir zugemessen? Der kelch, der meinen geist erfreut. O wie viel gnad und liebe Erzeigt mir deine gunst! Drum schenk ich dir die triebe Der reinsten liebesbrunst. Was ist, das mich nun schrecket? Da ich dis lebens- brot Dich, JEsum selbst, geschmecket, Veracht ich höll und tod. sagen Dein guaden, dl, o JEfu Chrift! Du wirst es nicht verach ten; Drum eifert stets mein sinn, Nach deiner huld zu trachten. Nimm doch das opfer hin Des herzens und der zungen; Denn billig wird von mir Dein theurer ruhm befungen mit wahrer danks begier. 4. So lang ich hie noch wohne Sen, JEsu! deine huld gepreist, Weil du mich meine crone! Durch dich so gnaden- reich gespeist. Du baft mich reich getränket, und durch dein theures blut Dich selbst ju mir gelenket, D unvergleich lich gut! Nun werd ich ja nicht sterben, Weil mich dein troft und raht zu deines reiches erben Hie: durch erkläret hat. <. Allein wie kann ich faffen, Daß du dich mit so viel begier So tief herab gelassen von deinem himmels saal zu mir? Du schip. fer aller dinge, Besuchest deinen knecht: Ach hilf! daß ich dir bringe Ein herz, das fromm und schlecht, Das glaubig dir vertraue, Damit Ott nach dieſer zeit Ich einst dein aut- 458.b. Gutfen gelede gebenedeis Mit seinem fleische und mit ſei et, Der uns selber bat gespeiset nem blute; Das gib uns, Herr GOtt! zu gute. Kyrieleison. deiner b. Du bist, der ewig bleibet; Ich aber bin dem schatten gleich, Den bald ein wind vertreibet. HErr! ich bin arm, und du bist reich. Du bist sehr groß von gute, Kein unrecht gilt bey dir; Ich boshaft vom gemühte, Jch irre für und für: Noch tömmest du hernieder, und nimmst dich meiHer an. Was geb' ich dir doch wies der, Das dir gefallen kann? 7. Ein herz, durch reu zerschlalim 8. Gib, daß die Lebens- speise In buß und glauben mich erhält, Damit auf keine weise Das her; zur welt zurücke fällt. Gib, daß es Feine wonne In diesem leben spührt, Als die von meiner sonne, von meinem JEfu, rührt. Gib, daß ich nichts begehre, Als deine lieb' allein; Denn wenn ich der entbehre, Kann ich nicht selig seyn. mit wahrer himmels fpeis und 9. Wol mir! ich bin versehen trank! Nun will ich frölich fic: ben, zu singen dir lob, ehr und dank. Fahr hin, du welt- getüm: mel, Du bist ein eitler tand; Ich seufze nach dem himmel, Dem rechten vaterland, Da will ich freudig leben Ohn unglück und verdruß, Da wirst du, GOtt! mir geben Der wolluft überfluß. HErr! durch deinen heilgen leichnam, Der von deiner mutter Maria kam, Durch das heilige blut, Hilf uns stets aus aller noht. Kyriel. 2. Der heilge leib ist ia für uns gegeben Zum tod, daß wir dadurch leben: Nicht gröffre gute konnte er und zwar nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. 291 er uns schenken, Daben wir sein blut geschlicht't. Meinen JEfum sollen gedenken. Kyr. laß ich nicht. diste HErr! dein lieb' so groß dich ge wungen hat, Daß dein blut an uns groß wunder that, Und bezahlte unsre schuld, Daß uns GOtt ist worden huld. Kyr. 6. Dich, lamm GOttes! laß ich nicht, Denn du trägst auf deis nem rücken, Was mein fündlich her; verbricht, und mich ewig sollte drücken. Wenn mich meine sünd ansicht, Laß ich dich, lamm GOt tes! nicht. * 3. GOtt geb uns allen seinen gnaden- segen, Daß wir gehn auf seinen wegen In rechter lieb' und brüderlicher treue, Daß die speis uns nicht gereue. Kyr. 7. Meinen JEfum laß ich nicht, Er ist ja mein bruder worden. Troß, daß welt und satan spricht, Ich sey noch in ihrem orden; Nein: mein JEfus ist mein licht. Dich, mein bruder! laß ich nicht. 8. Mein gewissen! stille dich; Denn die handschrift ist zerrissen; JEsus, der so jammerlich Ward gemartert und zerschmissen, Der vertritt mich vor gericht. Meinen JEsum laß ich nicht. mir hohn, Fraget, ob ich GOttes 9. Kommt der teufel, spricht erbe? Freilich: JEsus, GOttes sohn Bleibt mein erbtheil, wenn. ich sterbe. Troß, wer mir dis gut ich nicht. abspricht: Meinen. JEfum laß HErr! den heilgen geist uns immer laß, Der uns geb zu hal ten rechte maaß: Daß dein arme christenheit Leb in fried und einigkeit. Kyr. 459. einen Mel. 8. JEsus meine zuversicht. einen JEsum laß ich nicht, Mei ne feel ist nun genesen, Daß ihr ferner nichts gebricht, Da ich JEsu gast gewesen. Darum ruft mein herz, und spricht: Meinen JEsum laß ich nicht. 2. Meihen JEfum laß ich nicht, Weil er mich so brünstig liebet, Daß er, als mein Lebens- licht, Sich mir gar zu eigen giebet, mit mir ewig sich verspricht; Meinen JEsum laß ich nicht. 3. Dieser leib, dis theure blut, JEsu! das ich jest genossen, Stärkt mich, und macht alles gut. Wer will mich nunmehr verstof fen, HErr! von deinem angesicht? Meinen JEsum laß ich nicht. 4. Wol mir! daß mich nichts mehr drückt. Ach wie wol ist mir geschehen! Meine seel ist recht er: quickt, Weil ich, JEsu! dich gese: hen, JEsu, meine zuversicht! Dich, mein JEfu! laß ich nicht. Mosis donner lege sich; Das gefer ist schon erfüllet: JEfus hielt es felbst für mich, Der des vaters jorn gestillet, Der dis werk durchs zwey; Christus ist dein gift gewors 10. Tod! dein stachel ist ins den: Für dir bin ich ewig fren: Nun kannst du mich nicht ermors sticht! Denn ich laffe JEfum nicht. den. Troß, daß mich dein stachel Ist nun völlig ausgeldschet. JE 11. Hölle, schweige: deine glut sus ist es, dessen blut Mich von allen sünden wäschet, Und vom feuer ledig spricht. Meinen JE, fum laß ich nicht. Weil er sich mit mir verlobet. Er * 12. JEfus ist und bleibet mein, ift brautgam, ich bin fein. der feind gleich schrecklich tobet; Weiß ich, daß mir nichts gebricht, Den nich laffe JEsum nicht. 13. Laß mich auch, mein JEsu, nicht, Kommt es einst mit mir zum ende, Daß mir sinn und herze bricht, 292 Von dem Sacramente des heiligen Abendmahls bricht; Nimm den geift in deine) ben müssen; Dein tod soll meiner hände, Bleib auch dann mein les seyn. bens licht. Ach mein JEsu! laß mich nicht. 14. Und deß bin ich auch gewiß, Weil mein JEsus mir verheissen, Aus des todes finsterniß Mich mit starker hand zu reissen. Nun mein berze glaubt und spricht: Amey! JEfum laß ich nicht. 6. Die welt war dir gehässig, Und suchte deinen tod; Man bot dir gall und essig Auch in der lez ten noht zu deinem labsal dar: Und mir willt du das leben In deis nem blute geben, Das schon ver. lohren war? 7. Ich preife dich von herzen, Mein heiland und mein GOtt! Für alle deine schmerzen, Für Mel. Von GOtt will ich nicht te den so bittern tod. Hab dank, lamm! was 460.Dangen! Deint ei ich verschuldet, So williglich erduldet An deinem creuzes- stamm. gen fleisch und blut Hab ich nunmehr empfangen; O welch ein theures gut! Deß freut sich leib und seel; Denn ich bin wieder deine, Du bist nun wieder meine, O mein Immanuel! 8. An dich will ich gedenken, So lang ich denken kann. Die welt mit ihren ranken Ist ben mir aus gethan. Mein aufenthalt bist du; Drum schick ich leib und feele Zu 2. Das opfer für die sünden deiner wunden- höle, Daselbst ist Wird mir ist speis und trank.nfeine ruh. Nun werd ich hülfe finden, Wenn mein gewissen krank; Ich halt ihn JEsum für: Den kann mir niemand nehmen, Der teufel muß sich schamen, Der tod hat nichts an mir. ad der Communion eines Kranken. Mel. JEfu meine freude*. 3.D was ist das für freude, mit GOtt verbunden seyn! Ich weiß von keinem leide, Mich schrecket keine pein. Ja nehmet alles hin, Den Himmel fammt der erden; Doch muß ich selig werden, weil ich in JEfu bin. Weil wes 461, Nun bin ich geneſen, sen Mich, als Christi gast, Da ich su ihm kommen, Gnädig aufge nommen. Keine sünden- last Und kein schmer; Betrübt mein heri; Christi blut hat mich verneuet, Und davon befreyet. 4. Hier ist von seiner liebe Mein allerbestes pfand, Das er aus eignem triebe mir armen zu gewandt. Hier ist mein Isse- geld: Hier ist mein brot des lebens, Das eß ich nicht vergebens; Den tisch hat GOtt bestellt. <. Ach HErr! das sind ja dins ge, Die ohne maaß und ziel. Bin ich nicht zu geringe? Jsts nicht für mich zu viel? Doch nein, HErr JEsu! nein: Denn ich soll das geniessen, Daß du haft ster2. Muß ich gleich noch leiden, Ruf ich doch mit freuden: Nun ist JEsus mein. Er hat diese stun den Sich mit mir verbunden Un ter brot und wein: Drum will ich Ihn ewiglich mit dem Herzen feste fassen, Ibn nicht von mir laffen. 3. Nun ich bin zufrieden, and von dir geschieden, Sünden volle welt! Weil mir dein gepränge, Deiner lufte menge Nun nicht mehr gefällt. Was du haft, Giebt noht und zwar nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. 293 noht und laft: Deine pracht und deine schäße Sind nur feelens меке. froh zu bette legt, als ich? Gott lob! mir gab mein lebensfürst, Wornach mein herz so sehr gedürft. 4. Nun bin ich beschirmet: Ob gleich satan stürmet. Will sein ganzes heer Mich gleich ängstlich schrecken, Wird mich JEsus dekken; Was verlang ich mehr? Teu fel, weicht! Mein JEsus reicht Mir die hande, die euch jagen, Und zu boden schlagen. 2. Mein HErr ist bey mir eingekehrt, und hat ben mir nun feur und herd. Er ist in mir, mein heil und licht; Ich halt ihn fest, und laß ihn nicht. 3. Nun bin ich freudig und getroft, Ich habe ja die himmelss kost, Ich habe Christi fleisch und blut; Darüber jauch; t mein berz und muht. 4. Mein freund ist mein und ich bin sein, Die liebe foll ohn ende seyn. Dich vreiß ich, JEfu! für und für, Mein her; erfreuet sich in dir. r. Kann ich wol auf erden Mehr geehret werden? Ich bin GOt: tes kind, Das nach diesem leiden Dort mit tausend freuden Jenes erbe findt, Wo mein geift Den heiland preist, Der mich durch sein blut getränket, Der sich mir geschenket. 6. Nun bin ich erquicket; Denn mein JEfus drücket Mich an seine brust. Ich kann nicht verderben, Muß ich auch gleich sterben, Sterb ich nun mit lust; Weil der tod nur meine noht Meine quahl und kummer endet, Mich zum himmel fendet. 7. Ich bin nun ergeßet, JEsus Esmmt und setzet Mich ins freuden: reich: Wie werd ich ihn loben! Denn ich bin dort oben Seinen engeln gleich; Und dann wird Mein treuer hirt Mir, nach diesem kranken Leben, Lebens cronen geben. 3 8. Ich bin nun beglücket und der welt entrücket: Himmlisch ist mein sinn. Nicht eh ruht mein wille, Nicht eh wird er stille, Bis ich bey dir bin: Drum, mein heil! Ach! komm in eil, JEsu! JEsu! komm behende! Gib ein feligs ende. Abens Lies eines Communiconten. Mel. Chrift der du bist der helle zc. 462 Wer er ist doch auf der melt, der sich So 1. Ich habe deine lieb erkannt, Da du dein blut an mich gewandt, Mich mit dir selbst gespeist, gee trånkt, Mir volle gnüge haft ges schenkt. 6. Ja deine lieb' ist mein panier, Zum schirm und schilde über mir, Darunter schlaf und wach ich gut, Weil mir kein feind hie scha den thut. 7. O freude, die du mir bereit! Nimm hin mein her; voll dankbar: keit, Nimm leib und feel, und was sonst mein, Es ist doch alles wirklich dein. 8. Ich geh mit solcher luft zur ruh, und schließ die augen frölich zu. Bleib auch die finstre nacht ben mir, So bin ich auch im traum ben dir. 9. In deinen armen schlaf ich ein, Dein blut laß meine becke seyn; Hilf, daß mich hier in meis nem zelt Nichts stöhrt und weckt, bis dirs gefällt. 1o. Ich schlafe, doch mein herze wacht, und bittet, daß es tag und nacht Fest in dein herz geschlossen bleibt; So daß mich nichts von JEsu treibt. IV. Don Von der christlichen Kirche IV. Von der christlichen Kirche und zwar Von der Stiftung derselben. mel. Allein GOtt in der höh zc.junsre mutter, Chrifti weib, Ein ein Gott! ob hochzeit- mahl, ein weinberg. 463. Mgleich dein weiſer raht Nach Adams fall uns fündern Das paradies verschlossen hat; So gabst du deinen kindern Doch wiederum ein paradies Aus vater- huld, und solches hieß Der garten deiner kirche. 7. Ach GOtt! befestige den grund, Den deine gnade bauct. Ach JEsu! stärke du den bund, Der dich mit uns vertrauet. Ach guter geist! sen hoch gepreist; Wir sind durch dich ein leib und geist In deiner kirche worden. 294 2. Derselben grund soll JEsus 8. Gib lehrer, welche stets dein seyn, Der liebte die gemeine: wort Der firche lauter lehren. und, daß sie unbefleckt und rein Gib hörer, die auch immerfort Ihm dargestellt erscheine; Hat Bollbringen, was sie hören. Ach er, mein Gott, durch eignes blut wehre selbst der kegeren! Ach Sich, als sein eigenthum und gut, steure du der heucheley Und allen Die kirche selbst erworben. kirchen- feinden. 3. Er sandt hiezu fein reines 9. Doch müssen hier noch rots wort, und der apostel lehre Anten seyn, Womit die kirche freis jedes volk, an jeden ort, Daß tet; So führ uns in den himmel alle welt es höre. Wo nun die ein, Den JEsus uns bereitet. gnaden mittel sind, wo man sie Triumph! lob, ehre, preis und rein und lauter findt, Da ist die macht Sey dort dem lamm und wahre Kirche. GOtt gebracht; Triumph! da siegt die kirche. 4. Zwar stellt sich mancher beuchler ein, Als unkraut bey dem saamen. Er ist ein christ, doch nur zum schein, Trigt ohne kraft Mel. Kommt her zu mir spricht 2. den namen, Ift nur der ſichtbarn 464, menschen hort Eirche glied; Doch ist ein gros fer unterschied Der unsichtbaren Durch dessen theirer wehrtes kirche. wort Wir in dein reich gelangen; Wir rühmen deine gütigkeit, Die sich gleich, von der ersten zeit Der gnaden, angefangen. 2. Du selber haft vor unsrer Zeit Im stande deiner niedrigkeit, Dein lebens- wort gelehret. Du festest drauf apostel ein, Die muß ten unsre lehrer seyn, Als duzu Gott gekehret. 6. Die kirche ist ein himmel reich, Ein tempel, ein gebäude, 3. Die haben, was du ausge Dem garten und dem acker gleich, streut, mit treu und eifer aus Giebt eine seelen: weide. An gebreit't, und keine schmach ge Christi haupt ist sie der leib, Iflschenet. Sie zeigten ihren helden<. Denn da muß man in werk und that Den christen namen weisen. Das wort, das uns berufen hat, muß man durch werke preisen. Wer GOttes wahrheit lauter lehrt, Durch buffe, glau ben, leben, ehrt, Den liebt GOtt und die Firche. S 295 und zwar von der Stiftung derfelben. den muht, Wenn gleich der feind| ¡ eugen gleich, Durch dich stets mit marter- glut, Und vieler wubt gedrauet. überwinden. 11. Ja gib uns einen helden4. Sie wurden oft mit schimpf muht, Damit wir gleichfalls gut gestäupt, Sie sind gesteiniget, und blut Für deine lehre wagen, enthaupt't, Und litten es mit freu- Daß unsre treu in noht und pein den: Und was ertrug die chri- Auch viel erweckt, dir treu zu stenheit nicht von den feinden seyn, Und wir die crone tragen. nach der zeit Für jammer, schmach und leiden? 12. Laß dir die christliche gemein, HErr! insgesammt befohlen seyn; Erhalte sie anf Erden In krieg und sieg, in leid und freud, Bis ihr die himmels- herrlichkeit Wird offenbaret werden. <. Und dennoch hat dein theus res wort, Durch solche marter fort und fort Mit freuden zugenommen: Es ist durch quahl, verfolgung, noht, Und durch so mancher christen tod Nur weiter fort gekommen: 6. So, daß die ganze welt er kennt, Es sen der kirchen regis ment In deinen allmachts- handen; Daß weder feuer oder schwert Die schäflein deiner reinen heerd Von dir, dem hirten, wenden. 7. Nun HErr die ganze christenheit Wird diese gnade jederzeit Erheben, rühmen, preis sen, Daß du, trok aller feinde macht! Dein theures wort empor gebracht, um unsern geift zu speisen. 8. Wir seufzen, flehen, bitten dich, Du wollest ferner gnädiglich Ob deiner heerde walten; Bey deinem wort, durch starken schuß, Auch gegen aller teufel truß Die christenheit erhalten. 9. Das evangelium, das du Uns diese zeit in stiller ruh So reichlich läsfest hören, Laß stets erkenntniß, glauben, licht, Vertrauen, liebe, zuversicht, In un fern herzen mehren. to. Und sollte sich bey unfrer jeit Verfolgung, marter, herze. teid, Angst, noht und trübsal fin den; So mach uns, HErr! om dlauben reich, Damit wir, jenen Mel. Chrift unser HErr zum ze Ott! dir sey ewig 465.69 preis und ruhmDer unsere vorfahren Gebracht aus jenem Heidenthum, Darin sie alle waren Verblendet an ver, stand und sinn, Sich selbst nicht konnten rathen, Den stummen gözen immerhin Göttliche ehr anthaten, Die doch kein leben hatten. 2. Vom baum und holze ward ein theil Vom zimmermann verbrennet; Das übrige ward mitt lerweil Gefärbt, und gott genen net. Der meister, der es erst gemacht, mußt' alsdenn davor treten: Was seine hand hervor ges bracht, Tas mußt' er nun anbeten, Sein eigen werk höchst ehren. 3. Des himmels heer von an dern ward Zum Gottesdienst ers wählet, Viel Sterne sind zu solcher art Der götter mit gezählet. Auch sind gar viel verstorbne leut Her nach zu Göttern worden, Die doch verübt zu ihrer zeit Sünd, schande, rauben, morden: Die wurden ans gebetet. 4. Drunt fey, HErr! für dein wort gepreist, und was wir darinn lesen, Daß du, o vater, fohn und geist! Nur einig bist im we T4 fem. 296 Von der christlichen Kirche und zwar fen. Du bist der wahre GOtt al-, sich derselben anvertraut, Der ift lein, Der einige erretter. Nichts zum heil erkohren. Wer draussen gegen dich zu rechnen seyn Der bleibt, und nicht recht glaubt, Hat heiden falsche götter: Die kön- heil und troft verlohren. nun niemand helfen. <. Daß uns dein wille würd be Fannt, O vater! hier auf erden, So hast du deinen sohn gesandt, Und ihn mensch lassen werden: Da GOttes heil und gütigkeit 3. Doch nein: ich bin ein wahres uns allen ist erschienen; Daß wir glied; Weil man die zeichen bey ihm züchtig iederzeit, Gerecht und mir sieht, Die Christi glieder ha heilig dienen, Auf ſein erscheiben: Gott schmücket mich za 2. Drum geht mein sorgen nur dahin, Ob ich ein glied der kirche bin, Wenn ich mich also nenne; und ob ich mich Nur äuserlich Zur christenheit bekenne. nung gnädiglich mit seines geistes gaben. 4. GOtt schenket meinem glaus ben kraft, Es bleibt nicht bey der wissenschaft; Mein geist wird auch erquicket, Wenn mir das wort GOtt, meinen hort, Feft in das herze drücket. * 6. HErr JEfu gib uns gnad und stärk, Daß wir der blinden heiden Ungdttlich wesen, thun und werk Verleugnen stets und meiden. Erleucht auch, die im irrweg seyn, Bring sie zu deinen heerden: Führ sie in deinen schaaf stall ein, Daß aller sung' auf erden Dich JEsum Christ befenne. 7. Wie du vor diesem, HErr! dein wort Durch heilge fromme leute Haft ausgebreit't anman: chem ort, So thu es auch noch heute. Gib treue hirten, die zu dir Fortan auch andre bringen: Mit reiner Lehre für und für Durch aller herzen dringen, Und alle dir juführen. 8. Hilf, daß fie fleiffig allezeit Ermahnen, trösten, strafen; Im glauben, lieb', gottseligkeit Vor gehen ihren schaafen. Laß uns ia alle thater seyn Des wortes, nicht nur hörer! Daß überall und allgemein Wir, und all' unsre lehrer Des glaubens end erhal ten Don oer Glückseligkeit, beren man in der Gemeinschaft e Rirche genießt. Mel. In dich hab ich geboffet ze. 466. Gott hat die kirche wol gebaut; Wer 5. Sein wort ift hell und offen. bar, Da werd ich JEsum bald ge wahr, Durch den ich troft empfin de; Weil ich mein theil, und ihn, mein heil, In allen sprüchen finde. 6. Er hat das pfand der gnadenwahl In taufe, glauben, abendmahl Ausdrücklich eingesezet; Drum laß ich auch Den rechten brauch Ji allen unverleget. 7. So drückt mich keine sündennoht. Ich warte freudig auf den tod; Denn hier ist GOttes na: men, Der helfen kann: Den rufich an, und spreche frölich: amen! 8. Derhalben ist mir herzlich wol, Wenn ich an himmel denken soll, wo mein fürsprecher wohnet, Der alles leid In ewigkeit Aus gnaden wol belohnet. 9. Thut mich der feind schon in den bann; Guug, daß mich Gott heraus gethan. Verdammt man meine lehre; Gnug, daß der geist In mir beweist, Daß ich Gott zu gehöre. to. Nun GOtt! bewahre dieses gut, Und schüße mich für über muht, 297 von der Reformation der Kirche. muht, Daß ich gehorsam glaube, s. Da wurde denn nach eignem In liebe, jucht und glaubens- finn Ein gottesdienst erdichtet, frucht Ein gliedmaaß Chrifti bleibe. Den man, aus geiz, nur auf ges winn Und gleißneren gerichtet. Des höchsten wort blieb unbes kannt, Man konnt' es felten hören; So mußte sich der menschen- tand Fast täglich häufig mehren. 6. Und wenn man gleich das schwere joch Durch lange zeit ges noch, und konnte niemand sagen, tragen; So zweifelten die herzen Ob er damit genug gethan, Den himmel zu erwerben; Und trat die leste noht heran, Muster im weifel sterben. . GOtt gönnet uns noch iho frist; Drum weil die kirche sicht bar ist, So laff er nichts verderben, Daß wir so fort An unserm ort Auf diesen glauben sterben. Don der Reformation der Birche durch Lu= therum. Mel. Durch Adams fall ist zc. HErr! 467. machend wort Ift preis gebracht, daß wir zur wahr* 7. dir dank und heit kommen, Daß deines wortes licht, die nacht Der blindheit wegs genommen. Wir wiffen: wer auf Christum traut, Erlanget heil und leben; Indem er glaubig auf ihn schaut, Wird ihm die schuld vergeben. lang verdunkelt blieben; Dieweil ſie fast an jedem ort Nur men schen- sarung trieben. Der glau bens kraft ward nicht gedacht, Durch die man dir vertrauet, Und allen andern trost nicht acht't, Nur blos auf JEsum schauet. 2. Die heilgen wurden immerdar Zur fürbitt hergezählet, Verehrt, und endlich auch so gar zu helfern auserwählet: Da du doch, GOtt! der helfer bist Im himmel und auf erden, Der nur im na men JEfu Christ Will angerufen werden. 3. Die werke, die man da be fahl, Hatt' eigen- wiß erfunden, Der aberglaube ward zumahlRecht ernstlich eingebunden. Was aber du geboten haft, Das war nicht noht zu wissen; War man nur sonst, die menschen- last zu tragen, recht beslissen. 4. Dis einzuführen, ist die lift, Vornemlich die gewesen: Dein wort, das unsre richtschnur ist, Hat man nicht dürfen lesen; Das blinde volk war zu der zeit Also leicht zu betrügen, Sie wußten nicht den unterscheid Der wahr beit und der lügen. 8. Dann thut der mensch, auf GOttes raht, Durch dessen geiftes stärke, Was GOtt ihm anbefohlen hat, Als rechte gute werke, Daß er sich in bescheidenheit, Geduld, treu, demuht übet; Voll keuschheit, friede, freudigkeit GOtt und den nächsten liebet. 9. So viel sagt uns desHerren mund, Woben wir feste bleiben: Wir lassen uns von diesem grund auch keinen engel treiben. Nun wird von uns die grosse güt, Die GOtt an uns erwiesen, Allzeit mit dankbarem gemüht Erkannt und hoch gepriesen. 10. HErr! eile und bekehre noch Die in der irre gehen. Wach auf, zerbrich und stürze doch, Die dir entgegen stehen; Laß nichts dein seligmachend wort Und seinenlauf verhindern, Erhalt und schenk es fort und fort, Nach uns, auch uns sern kindern. T 5. Um Von der christlichen Kirche und zwar 298 Um die Erhaltung der Birche bey reiner Lehre und beiligem Leben. Mel., HErr Gott der du erforsch. 468. Gott! der du licht und quelle bist, Daraus wir alle gaben, Der'r un fer heil bendhtigt ist, Getroft zu schöpfen haben; Wir danken dir, daß du dein wort Uns bis anher an diesem ort So lauter läsfest hören. Der wahrheit pfeiler stehet noch: So drückt uns auch kein fremdes ioch Unnüßer menschen lehren. 2. Wir danken dir, daß uns dein licht in alle wahrheit leitet. So lang uns dis dein angesicht Wie Jirael begleitet; So haben wir dein kinder- recht, So heissen wir stets dein geschlecht, Das du dir auserlesen. Dein wort spricht uns von fünden frey, Es ist der seelen arjeney, Durch welche wir genesen. dadurch erkenntniß bey, Darin der glaube thätig sey, Der innre mensch stark werde: Auf daß, durch deines geistes kraft, Wir üben gute ritterschaft In allerley gefährde. 6. Wie wir bisher mit frobem muht Dein liebes wort vernom. men; So laß auch dieses theure gut Auf unsre nach- welt kommen. Die kirch und schulen segne du, Erhalt uns selbst in guter ruh, Als deine hausgenossen. Den leuchter deiner reinen lehr Wollst du ber uns, HErr! nimmermehr Von feiner ståtte stoffen. 4. Durch dieses zeugniß wird die feel mit deiner Eirch verbunden. Durch dieses wort hat Michael Den drachen überwunden. Es zeigt, als eine richtschnur an, Wie man recht glauben, leben kann, Wenn man nur darauf achtet. Des himmels vorschmack findet sich, wenn man die wort recht ins niglich Erforscher und betrachtet. 5. HErr! gib uns kraft, damit Dein wort Recht tiefe wurzel schla: 7. Warum hast du der ersten welt Die fündfluht zugerichtet, Das haus zu Silo abgestellt, Jes rusalem zernichtet? Die ursach zeigst du selber an: Weil sie, nach ihres herzens wahn, Dein wort vorüber giengen. So geht es noch zu dieser frist: Was ein geruch des lebens ist, kann tod und strafe bringen. 3. Es fleuret allem herzeleid, 8. Nun GOtt! Dein wort bes WeilChristus in uns wohnet; Und kehre die, So deine wahrheit haf der, als unser trost und freud, sen. Lehr, überzeug, und treibe Macht, daß Gott unser schonet. sie, Den irrthum zu verlassen. Da Es ist der rechte lebens- faft, Esmit, nach aller bitterkeit, Der läßt uns niemahls wonne, kraft, blindheit schuppen mit der zeit Trost, heil und stärke fehlen. So von ihren augen fallen, So wie still auch GOttes brünnlein fließt; du dort dem Saul gethan*; So reich und segens- voll ergießt Daß sie mit uns auf rechter bahn Es sich in unsre feelen. Zum himmel mögen wallen. * Ap. Gesch. 9, 18. 19. 9. Wenn aber dir es, HErr! gefällt, Dein häuflein zu bewäh ren, Ob es in noht auch glauben hält; So höre sein begehren: Gib, daß dein volk beständig siegt, mit deiner gnad nie unterliegt, wenn gleich die feinde schrecken. Laß fie bekennen, trok dem spott: Zu zion ist der rechte GOtt, Der kann fein volk bedecken. viel gute früchte trage. Bring uns 469. Erhalt uns, HErr! deinem wort, Und um Erhaltung derselben ben reiner Lehre. Und steur des pabsts und türken mord, Die JEsum Christum dei nen sohn Stürzen wollen von seis nem thron. 2. Beweis dein macht, HErr JEfu Chrift! Der du ein HErr all'r herren bist: Beschirm dein' arme christenheit, Daß sie dich lob' in ewigkeit. 3. GOtt heilger geist, du tröster wehrt! Gib dein'm volk ein'rley sinn auf erd. Steh ben uns in der lezten noht, Leit uns ins leben aus dem tod. 4. Ach HErr! laß dir befohlen seyn Die arm' bedrängte christen dein; Bey festem glauben uns erhalt, und reiß uns aus der feind' gewalt. . Ihr auschläg, HErr! zu nichte mach, Laß fie treffen die böse fach, Und stür; sie in die grub hinein, Die sie machen den christen dein. 6. So werden sie erkennen doch, Daß du uns'r HErr GOtt lebeft th, und hilft gewaltig deiner schaar, Die sich auf dich verläsfet gar. * 7. Verleih uns friede gnadiglich, HErr GOtt! zu unsern zeiten: Es ist doch ia kein andrer nicht, Der für uns könnte streiten, Denn du unser GOtt alleine. 8. Gib unserm könige und aller obrigkeit Fried und gut regiment, Daß wir unter ihnen Ein geruhi ges und stilles leben führen mögen n aller gottfeligkeit und ehrbar Teit. Amen. 299 2. Weil bey hütern und bey fchaafen Oft zu groffe ficherheit Herrscht in dieser lezten zeit; Så't der feind, indem sie schlafen, Auf den acker, da dein wort Wachsen foll, list, trug und mord. Mel. 2. Alles was mir GOtt 2c. 470.ott! du weißt in was für zeiten Deine liebe Firche schwebe, Die nach deinen willen lebt: Ach! an allen ort und seiten Uleberall in jedem stand Nimmt das unkraut überhand. 3. Hilf, daß deine diener wachen, Daß nicht unkraut, fünd und schand Plözlich nehmen übers haud. Hilf du selbst in allen sachen, Gib den regen früh und spat; Gib trost, hülfe, raht und that. 4. Laß uns deines wortes saas men, Lehr und leben halten rein, und ein reiner weizen seyn, Daß wir deinen wehrten namen Rühmen hier in dieser zeit und in alle ewigkeit. s. Wirst du endlich selber kom. men, Bricht die ernte einst her. ein; Sammle uns mit freuden ein, Und laß uns, mit allen frommen, In des Lebens bündelein Ewig eingebunden seyn. ch 471.Aht vom hims und laß dich deß erbarmen! Wie mel! sich darein, lassen sind wir armen. Dein wort wenig sind der heilgen dein! Verläßt man nicht haben wahr, Der glaub ist auch verloschen gar Bey allen menschen- kindern. Die eigen wiß erfindet: Ihr herz 2. Sie lehren eitel falsche list, nicht eines sinnes ist In GOttes wort gegründet. Der wählet dis, der andre das; Sie trennen uns shu alle maaß, und gleissen schön von aussen. 3. GOtt woll ausrotten ganz und gar, Die falschen schein uns lehren und deren zung stol; offen= bar Spricht: trog, wer wills uns wehren? Wir habens recht und macht allein; Was wir setzen, das gilt gemein: Wer ist, der uns soll meistern. 4. Darum spricht Gott: ich muß. 300 Von der christlichen Kirche und zwar muß auf seyn: Die armen sind 3. Da war niemand auf rech zerstöhret, Jhr feufzen dringt zu mir herein, Ich hab' ihr klag er höret: Mein heilsam wort soll auf dem plan Getrost und frisch sie greifen an, Und seyn die kraft der ter bahn, Sie war'n all ausge schritten: Ein ieder ging nach seinem wahn, Und hielt verlohr, ne sitten. Es that ihr keiner doch kein gut; Wiewol gar viel betrog der muht, Ihr thun sollt Gott gefallen. armen. s. Das silber, durchs feur siebenmahl Bewährt, wird lauter funden: An GOttes wort man war ten soll Desgleichen alle stunden. Es will durchs creuz bewähret seyn, Da wird erkannt sein' kraft und schein, und leucht't stark in die lande. 6. Das wollst du, GOtt! be wahren rein Für diesem arg'u geschlechte: Und laß uns dir be fohlen seyn, Daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos hauf sich immer findt, Wo diese lose Leute sind In deinem volk er haben. * 7. O dämpfe selbst, du star ker GOtt! Die dir die chre rauben: O JEfu Chrift! in aller noht Stark unsern schwachen glauben: heilger geist! verleih uns gnad, Daß wir für sünd und missethat mit allem eruft uns hüten. der unwei472. fen mund wol: Den rechten GOtt wir meinen. Doch ist ihr herz unglaubens voll, Mit that sie ihn verneinen. Ihr we fen ist verderbet zwar, Vor Gott ist es ein greuel gar, Ihr keiner thut was gutes. 2. GOtt felbst vom himmel sah herab Auf alle menschen kin der, zu schauen sie er sich begab, Ob er iemand mögt finden: Der sein'n verstand gerichtet hätt, Mit ernst nach GOttes worten that, und fragt nach seinem willen. 4. Wie lang wollen unwissend seyn, Die solche müh aufladen, Und freffen dafür das volk mein, und nehren sich mit schaden? Es steht nicht ihr vertraun auf GOtt, Sie ruf'n ihn nicht an in der noht: Sie woll'n sich selbst versorgen. 5. Darum ist ihr her; nimmer still, Und steht allzeit in furch ten. GOtt bey den frommen bleiben will, Dem sie im glaub'n gehorchen. Ihr aber schmäht des armen raht, und höhnet alles, was er sagt, Daß Gott sein troft ist worden. 6. Wer soll Ifrael dem armen 3u zion heil erlangen? GOtt wird sich seins volks erbarmen, und lösen die gefangnen. Das wird er thun durch seinen sohn: Davon wird Jacob wonne bab'n, Und Israel sich freuen. Blagen Jions über den Verfall her Kirche. Mel. Wer nur den lieben GOtt zt. 473. Du beiligstes und Vollkommenste gerechtigkeit, GOtt! du hast uns dir auserlefen, Und von Egyptens joch befrent; Daß uns dein evangelisch licht In JEfu alles heil verspricht. 2. Du schenkest uns das wort des Lebens Nunmehro schon so manches jahr. Uns droht der feind noch jest vergebens Mit to ben, morden und gefahr. Die fefte 301 um Erhaltung derselben ben reiner Lehre. schuld, Behalt uns noch in dei ner huld. feste burg bleibt doch beschirmt, So sehr der satan auf sie stürmt. 3. Wir wissen, daß wir sollen 10. Wir wollen stets in deinem glauben, Daß unser heil nur lichte, Als kinder, in der wahrs JEsus sey; Doch muß des glau- heit stehn, Und durch rechtschaff bens kraft uns treiben, zu leben, ne glaubensfrüchte zu deinem ohne heuchelen; Herz, mund preise einher gehn; Entzeuch uns und that muß überein Vor dir gut nur dein heitres licht, Dein wort evangelisch seyn. und deine gnade nicht. 4. Ach! aber, ach! wir müssen Elagen, Daß wir gar sehr verfal len sind. Viel sind, bey hellen gnaden tagen, unwissend, und mit vorsag blind. Wie kalt und lau wirst du geehrt? Wie ungern wird dein wort gehört? r. Viel dichten sich zwar einen glauben, Der doch nur ihr ge hiru erfüllt; Dieweil sie frucht und leben rauben, Das aus dem wahren glauben quillt: Sie bil den sich recht fromm zu seyn, ushtig und unmöglich ein. 6. Doch leider! auch der größte haufe Misbraucht die guadenmittel sehr; Man troßt auf nachtmahl, beicht und taufe und läßt das Herz von JEsu leer: Bey auferm dienst und sicherheit Hofft! man doch auf die seligkeit. 7. Man mögte blut für thranen weinen, Wenn man die brüche sions sieht! Ach Gott! wie trennen sich die deinen! Es zankt und beißt sich glied mit glied, Das ärgerniß nimmt überhand, Und breitet sich durch stadt und land. Blagen 3ions über die Sicher, beit und Bosheit der Welt. Mel. We GOtt der HErr nicht. Err! deine gut und 474. treu ist groß, Daß wir uns wundern müssen. Wir liegen vor dir arm und bloß, Voll schmerz zu deinen füssen: Die bosheit währet immerfort, Und du bleibst doch der treue hort, Und willt uns nicht verderben. 9. Jedoch wir fallen dir zu fuffe, und suchen in der gnaden jeit, mit wahrer reu und herzensbusse, Ben dir, o GOtt! barmberzigkeit; Vergib in Jesu alle 2. Die sünden nehmen überhand, Dis siehest du mit fetimeren: Die wunden sind dir wol bekannt Der sehr verkehrten herzen. Die schulden nehmen täglich zu; Es haben weder raft noch ruh Die dir den rücken kehren. 1 3. Dein auge stehet wider die, So deiner wege fehlen, und voller bosheit spat und früh Die lasterbahn erwählen, Die nur im schnöden fünden- wust Des fleisches höchst verderbte luft zu büf sen eifrig trachten. 8. Wenn du den leuchter von 4. Deswegen flehn und seufuns ftiesfest, Wenn du das evanzen wir, Du wirst uns, HErr! gelium Ben uns ganz untergehen| erhören, und die, so bsses thun, lieffest, Ja schlügst du uns, dein zu dir Durch deinen geift bekeheigenthum, mit allertieffter fin ren. Erleuchte doch die böse welt, sterniß; Ach! so verdienten wirs Die sich ben fünden selig bålt, und gewiß. fo jur höllen eilet. 5. Erbarme dich, o treuer GOtt! Der welt, die du geliebet, Der welt, die ganz in fünden todt, In fünden dich betrübet. Gieb, daß dein wort durch seine kraft Von der christlichen Kirche und zwar 302 kraft In solchen herzen früchte schafft, Die harten felsen glei chert. 6. Wir bitten dich, entdecke doc) Der welt und ihren kindern, Wie sanft und angenehm dein joch Den bußfertigen fündern, Die sich von ihrer fünden- schuld zu Chrifti blut und deiner huld, In buß und glauben, wenden. 7. Die heerde, die du dir er wählt, HErr! seze selbst zum segen: Verleih ihr alles, was ihr fehlt, Führ sie auf deinen wegen. Mach deine treu und vater- hand Den Findern allen wol bekannt Die deiner gute trauen. 8. Ein hirt und vater meint es treu und herzlich mit den feinen: Du bist noch mehr, deß ich mich freu, Wie kannst du's böse meinen? Druim trauen wir allein auf dich, Ach! leite du uns väterlich Nach deinem raht und willen. 9. Hie sind wir deine erben schon, und freuen uns darneben, Daß du uns wirst zum gnaden lohn Die ehren crone geben: Wir hoffen, bald dein angesicht Zu sehen dort in deinem licht, Wo uns das lamm wird weiden. Um Schug und Erhaltung der Kirche wider die Macht der Feinde. zu wenig, Wo du nicht, Immanuel! Su der deinen rettung wachst, und dich selbst zu felde machst, Für dein wahres wort zu kämpfen, und der feinde wuht zu dämpfen. 3. Es betrifft selbst deine ehre, Deiner wahrheit heiligthum, JE fu! deine glaubens- lehre, Deis nes leidens kraft und ruhm, Und den dienst, den dir allein Wir zu leisten schuldig seyn. Darzu kannst du ia nicht schweigen; Du mußt deine macht hand zeigen. 4. Du verlachst der feinde tücke, Treibst den bdsen raht und schluß, Wuht und anschlag felbst zurücke, Daß er nicht gelingen muß. Die verfolgung hat ihr ziel, Du ver: hängst ihr nicht zu viel, und pflegst derer nur zu spotten, Die, HErr! wider dich sich rotten. s. Stärke nur den schwachen glauben, Den, ben so betrübter zeit, Fleisch und fatan uns zu raus ben, und mit furcht und bld digkeit uns zu schrecken, sich bemüht. Deine weisheit kennt und sieht Deiner kinder schwach vermögen, und wird nicht zu viel auflegen. 6. Hilf den deinen, und be tehre Der verfolger blindes heer: Der verfolgung steur und wehre, Daß sie uns nicht sey zu schwer. Nimm dich der bedrängten an, Leit auch die auf rechter bahn, Die noch jest durch satans li gen Sich selbst um ihr beil bes trügen. Mel. JEsu deine heilge wunden reuer hirte deiner 475. heerde, Deiner glies der starker schut! Sieh doch, wie die afch und erde, Grosser GOtt! 7.Laßuns recht und redlich han mit grimm und trußTobt und wideln, und gelassen, heilig, rein, tet mider dich; Sie vermißt sich In der tauben- einfalt wandeln; freventlich, Deine kirche zu vers Klug dabey in allen seyn, uns zu föhren, und dein erbtheil zu verschicken in die zeit, und für fal beeren. 2. Du, HErr! bist ja unser könig; Wir sind dein mit leib und feel. Menschen- hülf ist ja scher heiligkeit Auch der feinde lift und wüten, uns mit schlangens Flugheit hüten. 8. Gib, daß wir mit beten, was chen um Erhaltung derselben gegen ihre Feinde. chen Allzeit stehn auf unsrer hut; Dich, HErr! alles laffen machen; Denn du macheft alles. gut. JE sus schüßet uns schon hier, Und vertritt uns dort bey dir, Bis wir auf der neuen erden Bev ihm triumphiren werden. 303 Israels schuß nicht ist, und selber bricht der feinde lift; So ifts mit uns verlohren. 2. Was menschen kraft und wizz anfäht, Söll billig uns nicht schrecken: Er sitzer an der höchsten stått, Und wird ihr'n raht aufdecken. Wenn sie's aufs klugs 476. fer GOtt, Ein' gute wehr und waffen. Er hilft uns frey aus aller noht, Die uns aniezt 3. Sie wüten fast und fahren betroffen. Der alte böse feind Mit her Als wollten sie uns fressen. Zu ernst ers jezt meint; Groß macht würgen steht all ihr begehr, GOtt und viel list Sein' grausam rů- ist bey ihn'n vergessen. Wie mee. stung ist: Auf erd'n ist nicht seins res wellen einher gehn, Nach leib gleichen. und leben sie uns stehn: Deß wird sich GOtt erbarmen. ein' andre bahn: Es steht in fei nen handen. 2. Mit unsrer macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verloh- 4. Sie stellen uns wie fegern ren. Es streit't für uns der rechte nach, Nach unserm blut sie trachmann, Den GOtt selbst auser ten; Noch rühmen sie sich chris kohren. Fragst du, wer er ist? sten auch, Die GOtt allein groß Er heißt JEsus Christ, Der HErachten. Ach GOtt! dein theurer re zebaoth, und ist kein andrer nam' allein Muß ihrer schalkheit GOtt; Das feld muß er behal- deckel seyn. Du wirst einmahl aufs wachen. ten. 3. Und wenn die welt voll teufel war, und wollt'n uns gar verschlingen; So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der fürfte dieser welt, Wie sauer er sich stellt, Thut er uns doch nichts: Das macht, er ist gericht't; Ein wirts lein kann ihn fällen. 4. Das wort sie sollen lassen stahn, und kein'n dank darzu haben: Er ist bey uns wol auf dem plan mit seinem geist und gaben. Nehmen sie uns den leib, Gut, ehr, kind und weib; Laß fahren da hin, Sie habens kein gewinn: Das reich muß uns doch bleiben. 477.23 nicht ber uns balt, Wenn unsre feinde toben, Und unsrer fache nicht bepfällt Im himmel hoch dort oben; Wo er s. Aufsperren sie den rachen weit, und wollen uns verschlingen. Lob und dank sey GOtt allezeit, Es wird ihu'n nicht gelinsen. Er wird ihr'n strick zerreissen gar, Und stürzen ihre falsche lehr; Sie werdens GOtt nicht wehren. * 6. Ach HErr GOtt! wie reich tröstest du, Die gänzlich sind verlassen; Die gnaden thür steht nimmer zu. Vernunft kann dis nicht fassen; Sie spricht: es ist nun alls verlohrn, Da doch das creuz hat neu gebohrn, Die deiner hülf erwarten. 7. Die feind' sind all in deiner hand, Darzu all ihr gedanken, Jhr anschlag ist dir wol bekannt, Bernunft wider den glauben ficht, Aufs künftge will fie traus ren nicht, Da du wirst selber trdsten. 8. Den 304 Von der christlichen Kirche und zwar 8. Den himmel und auch die lehnen auf, und den, den er ge erden Haft du, HErr GOtt! ge- falbet. gründet. Dein licht laß uns helle werden, Das her; werd uns entsündet In rechter lieb' des alaubens dein, Laß uns ans end be: ständig seyn: Die welt laß immer 2. Sie wollen Chrifti fanftes ioch Und leichte last nicht tragen, Verwerfen es und lästerns noch, Weil sie nach Gott nicht fragen. Der aber in dem himmel wohnt Lacht ihrer, wenn er ihnen lohnt, Und ihren hochmuht strafet. 3. Er wird im zorn sie sprechen murren. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 478. eriallerliebster JE- en, Im grimm wird er ſie ſchrekChrist! Sich an die noht, in welcher ist Dein armes kirchen- schiffelein, Wach auf! sonst wirds geschehen seyn. 2. Die starke wellen brausen sehr: Drum steure doch dem tollen meer. Wo du ihm selbst nicht wirst beystehn, So muß es ganz zu grunde gehn.. 3. Wach auf, wach auf, du starEer hort! Und schüße deine kirch und wort. Nimm dich des kleinen haufleins an, Weil ihm sonst niemand helfen kann. 4. Die wellen, die um uns her sind, Still, und bedraue selbst den wind. Wend ab verfolgung, angst und noht, Und sonderlich den seelen tod. <. Hab auf die Deinen fleissig acht, Damit man deine stark und macht, nicht halte gar für einen ( pott, Und spreche: wo ist nun ihr GOtt? 6. Nun allerliebster JEsu Chrift! Du weißt, wie uns zu rahten ist: Hilf so, damit die christenheit Dich lobt und preift in ewigkeit. Mel. Es spricht der unweisen ze. 479. Weshalben, toben überall die beiden? Die kön'ge wollen Chrifti reich In ihrem land nicht leiden. Die Herren Halten raht zu hauf, Sich wider Gott zu Wird er gesammt entdecken: Wie fie des höchsten nicht geacht't, Mit ernst auch niemahls drauf gedacht, Daß ihm recht würd' gedienet. 4. GOtt hat gefert in seinem reich Zum kön'ge den zu hören, Der an gewalt ihm völlig gleich, An herrlichkeit und ehren: Der ist sein sohn, den hat er heut, Das heißt bey GOtt: von ewigkeit, Gezeugt aus seinem wesen. 5. Der vater hat vom himmels- thron Der heiden erb, dar diesem sohn Zum eigenthum ges neben Den ganzen welt- Freis, geben: Daß, die verachten, was er heißt, Mit seinem scepter er jer. schmeißt, Wie eisen bricht die töpfe. 6. Jhr Ein'ge laßt euch weisen nu, Des höchsten sohn zu küssen. Ihr richter eilt gesammt herzu, kommt, fallt zu seinen füssen: euch, wenn ihr sorgfältig seyd, Dient ihm mit furcht; und freuet sein reich und ehre zu befördern. 7. Wo ihr die zucht noch ferner haft, Und Christum nicht lernt kennen, nicht das gottlose wes fen laßt: So wird sein zorn an: brennen, und ihr mit schanden untergebn: Der aber wird vor von trauet. * 8. Hilf, JEfu! daß an iedem ort Die mächtigen auf erden Gern hören deine stimm und wort, Yorum Ausbreitung der christlichen Lehre. wort, und dadurch glaubig werden. Erleucht sie alle, daß sie dir Im land und herzen thor und thir Zu deinem dienft eröffnen. Um Ausbreitung derchrift lichen Lehre, und um Vermehrung der Kirche. 480, wolle Gott uns gnädig seyn, und jeinen segen geben. Sein antlig uns mit hellem schein Erleucht' zum ewgen leben; Daß wir er8 kennen 305 2. Erbarme dich der blinden leut, Die sich selbst so bethdren Durch ihrer sinnen eitelkeit, und wollen dich nicht hören, Daß du der wahre GOtt auch seyft, Mit vater und mit heilgem geiftGleich ewig und allmächtig. 3. HErr! mache ihnen doch bekannt, Daß kein geschöpf zu fins den, Das durch erschaffenen ver stand Den schöpfer kann ergrün den. Sein wesen ist verborgen gar, Doch ist durchs wort uns offenbar, Wie wir dich sollen ehren. seine werk, und was ihn liebt auf erden: Und JEsu Christi heil und stårk Bekannt den heiden werde, Und sie zu GOtt bekehre. 2. Se danken GOtt und loben dich Die heiden über alle; Und alle welt die freue sich, Und sing' mit grossem schalle: Daß du auf erden richter bist, und läßt die fund nicht walten. die hut und weide ist, Die alles volk erhalte, In rechter bahn zu wallen. Dein wort tes sohn! Herab zu uns auf ers 4. Du kamst darum, o GOt den, Daß GOttes will' vom himmels- thron uns völlig kund mögt werden: Wir danken dir, und bitten dich, Laß deine lehr gewaltiglich In aller welt ers schallen. Gött wissen recht zu nennen, 5. Die aber in der christenheit ihn also bekennen, Verknüpfe Daß er ist drey in einigkeit; Die durch der liebe band, Daß man fried und wahrheit suche. in jedem reich und land Nur 3. Es danke GOtt und lobe dich Das volk in guten thaten. 6. Für denen, die in glaubensDas land bring' frucht und bessresach Als kezer uns verdammen, sich; Dein wort las mol gerah- und noch darzu uns stellen nach ten. Uns segne vater und der sohn, uns segne GOtt der heilge geift, Dem alle welt die ehre thut. Für ihm euch fürchtet al lermeist, und sprecht von berzen: mit drangsal, schwert und flame men, Nimm uns in deinen star Fen schuß. Laß aller feinde lift und truß zunicht, zu schanden werden. huu siks amen. Mel. Es spricht der unweisen 2c. treuer heiland JE du 7. Verleih, daß deine reine lehr Dampf' allen aberglauben, Das mit man dir nicht deine ehr Aus falschem wahn mag rauben: Daß in noht dich allein, den wahren GOtt, um hülf und rettung bitte. am creuz gestorben, und von dem tod erstanden bist! Du hast uns ja erworben, Daß alle menschen ins gemein Durch dein blut können 8. Und weil so viel an man chem ort Aus unverstande fehlen! felig seyn, wenn sie nur an dich So gib, daß die auch durch dein glauben. wort Die rechte bahn erwählen. 11 Bilf, Von der christlichen Kirche und zwar 306 Hilf, daß wir von dem irre- weg Sie bringen auf der wahrheit feg In freundlichkeit und sanft. muht. Vom heiligen Lehr- und Predig- Amte. Mel. Nunfreut euch liebe zc. * y. Dein wort erhalte hell und 483. Der Herr ist mein klar Bei kind und kindes- kindern, Daß man dabei bleib immerdar: So wird uns gar nicht hindern, Was die vernunft ie hat erdacht, Und menschen- tand hervor gebracht Zuwider deinem willen. getreuer hirt, Der mich im worte weidet. Er ruft das schaaf, das sich verirrt, Und von der heerde scheidet. Er führet mich mit seiner hand, Und heiligt, selbst darzu den stand Der hirten und der lehrer. 10. Gib auch uns allen deine gnad, Daß wir das böse lassen, Und vorfeßliche missethat Al zeit von herzen hassen: Auf daß wir nach dem jammerthal Des glaubens ende allzumahl, Die se ligkeit erlangen. Mel. Erhalt uns HErr bey sc. 3 Als ISfus fich run cinge wah er sich die zwölfe und schickte sie in alle welt, Als hirten unter wölfe: Durch wel che GOtt, an Christi statt, Die menschen tren ermahnet hat: Last euch mit GOttversöhnen. 482. res licht! Erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner heerd, Daß ihre seel auch selig werd. 2. Erfüll mit deinem gnaden schein, Die in irrthum verführet senn; Auch die, so heimlich ficbtet an In ihrem sinn ein falscher wahn. RUDSL 3. Und was sich sonst verlaufen hat Von dir, daß suche du mit gnad, Und sein verwundt gewissen heil; Laß es am himmel haben theil. 4. Den tauben öffne das gehör: Die stummen richtig reden lehr; Die nicht bekennen wollen frey, Was ihres herzens glaube sey. 2. Der HErr berief unmittel bar Im alten testamente Der heil gen männer grosse schaar, Die man propheten nennte. Durc dieser männer schrift und mund Entdeckte GOTT den guaden bund, Und ließ von Chrifto zeu gen. 4. GOtt ruft auch noch, doch mittelbar, Nach seinem herie, birten, und sendet sie noch im merdar Den fündern und verirr ten; Die lehren uns noch immer fort Des allerhöchsten theures wort, Das in der schrift verfasset. 5. Dis ist vornehmlich ihre pflicht, Die Firche zu vermehren; Durch lehre, straf und unterricht. Durch zucht und troft zu lehren; Wie auch die heilge facrament, Die man als gnaden- mittel kennt. Den menschen mitzutheilen. 6. Ein lehrer ist ein ackermann Und GOttes wort, sein saamen; Ein wächter, der nicht schlafen kann; Er führt den vater namen. Er ist ein streiter und ein hirt: Ein engel, der gesendet wird; Ja ein haushalter GOttes. * 7. Erhalt uns, HErr! dein theures wort In unverfälschter lehre 5. Erleuchte, die da sind verblendt; Bring her, die sich von uns getrennt; Versammle, die erstreuet gehu; Mach feste, die im zweifel feln. 6. So werden sie mit uns zu gleich Auferden, wie im himmel reich, Hier zeitlich und dort ewiglich Für folche gnade vreifen dich. 18 um Ausbreitung der chriftlichen Kirche lehre, Und rüste selbst noch immer fort, zu deines namens ehre, Getreue streiter Chrifti aus; Be wahre dein geweibres; haus Und die dasselbe bauen. 8. Laß deine knechte deinen ruhm In lehr und leben preisen, Daß sie das wahre christenthum Auch mit der that beweisen: Damit des wortes theure kraft, Die nur allein das leben schafft, Ja nicht verlästert werde. Einweihung einer neuen Kirche. 9. HErr! lad uns durch die mel. Aus tiefer nohtschrey ich zc. boten ein, Und weck uns aus dem ſchlafe. Laß alle hörer thäter ſeyn, 485. Dr repeinig Dreven beilig: Als Christi fromme schaafe; Daß alle treue lehrer fich, und die sie hören, HErr! durch dich Dort ewig selig machen. grosfer GOTT!! sich von des himmels höhen Dein armes volk, HErr sebaoth! Dein häuflein vor dir stehen. Vernimm das seufzen und gebet, Das jetzt zu deinem throne geht Von dieser heilgen stätte. 2. Wir weihen dieses GOttes: haus, O höchster! deinem na men. Schmück es mit deinem segen aus; Laß uns und unsern saamen Dein jeugniß, recht und heilig wort An diesem dir geweihten ort, Zum heil der seelen, hören. 3. Des glaubens grund ist JEfus Chrift; Apostel und propheten Sind pfeiler, und die grund- feft ist Ihr wort, worauf in ndhten, Wie weit der feinde wuht auch geht, Die GOttes- stadt doch lustig steht mit ihrem jions- brunnen. Mel. Wer nur den lieben GOtt ze. GOTT! etreuer 484.6 dein gnaden- wal ten Versorgt und labt uns alles famt. Dein will ist, mit uns haus zuhalten Durch deiner diener hei lig amt. O welcher gaben theu res gut Legst du durch sie in herz und much! 2. Wenn deine lehren rein erschallen Durch deiner' friedensboten mund: Laß ihre kraft auch auf mich fallen Bis in der seelen tiefsten grund. Ja senke täglich mehr hinein. Und laß es geist und leben seyn. 3. HErr! segne deiner knechte werke, Durch sie regiere stets dein haus. Ach! rüste sie mit muth und stärke, Zum kampfe mit den feinden, aus. Hilf, daß ein jeder vor dir treu In lehre, troft, und firafe, sey. 307 kraft, Die reu und bittre thränen schafft. 5. Wird endlich denn, o HErr der schaaren! Das letzte richter: wort von dir Den rath der herzen offenbaren; So offenbare doch auch mir Dich, seligmacher: als mein heil, Den himmel, als mein ewig theil. - HErr! segne doch auch unser hdren, Erwecke den, der geistlich todt. Der gnaden botschaft füffe Lehren Seyn unser labsal in der noth; Und dein geseße sen die Bey 4. Nimm an die kinder, die wir dir Hier in der taufe schenken. Laß sich die reinen lehren hier In ihre seele senken, und hilf sie selbst zur glaubens frucht, In deiner furcht und christen- zucht, Als himmels- pflanzen ziehen. 5. Hier beichten wir mit leid und reu, Gebeugtem herz und knieen: Drum schenk, wenn wir mit glaubens- treu Zu Christi creuze flichen, Vergebung, liebe, gnad und huld. Lösch aus der fün11 2 dent Von der wahren Busse und Bekehrung 308 den grosse schuld Alhier mit Christi blute. 6. Hier stell dich, heiland! fel ber dar, Hier schenk uns deine gaben, Wenn bey dem heiligen altar Sich unsre feelen laben. Gib deinen leib, gib uns dein blut, So du für uns, und uns zu gut, Gege- ehren, loben. ben und vergossen. 7. Hier segne selbst den ehstand ein. Die fürbitt für die kranken Erhdr, und laß erfüllet seyn Dein haus mit Lob und danken. Hör, wenn wir den regenten ständ, Kirch, schulen, bäuser, stadt und land Dir, Gott! hier anbefehlen. 8. Nun segne, vater! dieses haus, Das wir nach dir, HErr! nennen. Treib feindschaft, stoli und zank hinaus, Lehr uns dich hie recht kennen. Stöhr alles, was uns stöhren will; Laß uns in dieser zions still' Dich freudig 2 9. Lob, ehre, dank und herrlichkeit Sey dir, o HErr! gesun gen, Daß uns bey dieser schweren zeit Dis merk durch dich gelun gen. Gib daß, was wir jezt fam gen an, Nicht eher ende nehmen kann, Bis erd und himmel bre chen. V. Von den Pflichten des Menschen. 1. Von der wahren Busse und Bekehrung und zwar Erweckungen zur Busse. 486. S Mel.Vater unfer im himmelreich.| herzigkeit; Doch wer auf gnade fündigt hin, Fährt fort in seinem bösen sinn, und seiner feele selbst nicht schohnt, Dem wird mit un gnad abgelohnt. wahr ich lebe! spricht dein Gott, Mir ist nicht lieb des fünders tod; Vielmehr ist dis mein wunsch und will, Daß er in fünden halte still, Von seiner bosheit kehre sich, Und lebe mit mir ewiglich. 5.Guad hat dir zugesaget Gott, Von wegen Christi blut und tod; Zusagen hat er nicht gewollt, Ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt sterben, ist dir kund; Verborgen ist die todes- stund. 2. Dis wort bedenk, o men schen kind! Verzweifle nicht in deiner fund: Hier findest du troft, heil und gnad, Die GOtt dir zu gefaget hat, und zwar mit einem rheuren eid, selig! dem die fünde leid. 3. Doch hute dich für sicher heit; Denk nicht: zur buß ist noch wol zeit, Ich will erst frdlich seyn auf erd: Wenn ich des Lebens müde werd, Alsdenn will ich befehren mich, GOtt wird wol mein erbarmen sich. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich: Eh morgen kommt, kanns ändern sich. Wer heute frisch, ges sund und roht, Ist morgen krank, ia garwol todt. So du nun stir best ohne buß, Dein feel und leib dort brennen muß. * 7. Hilf, o HErr JEsu! hilf du mir, Daß ich noch heute komm zu dir, und busse thu den augenblick, Eh mich der schnelle tod hin 4. Wahr ists: Gott ist wol rück: Auf daß ich heut und jederzeit stets bereit Dem fünder mit barm- gu meiner beimfahrt fen bereit. Mel. 309 und zwar Erweckungen zur Buffe Mel. Es ist das heil uns kommen. I treu Beschüßt, versorgt und lies 487. Lebt nicht so ficher in bet: Und ihr wollt GØtt und ſeit nen treu, spott und hohn Beschimpfen und verachten? 8. Noch ist es zeit, noch kehrt zurück; Noch währt das reich der gnaden: Eh ihr durch satans lift und strick Den fluch auf euch ge laden, Den fluch, der alle sünder drückt, Der euch das lebens- ziel verrückt, Für dem die teufel zit. tern. geweihte christen! Als die von nichts, als gold und geld Und eitlen dingen, wüßten: Dis alles frißt und raubt die zeit. Sucht schage jener ewigkeit, Die euch kein zufall raubet. 2. Jhr wendet leider! fleiß und zeit Auf dinge, die nichts taugen; Und setzt, was eure seligkeit Bes fördert, aus den augen. Den leib versorgt ihr wunderschön, Die seele muß zu grunde gehn und ewiglich verderben. 3. Versäumet doch das kleinod nicht, Darnach die feelen rungen, Die nun durch buß im glaubenslicht Zum leben durchgedrungen. Ja denkt der lehre JEsu nach: Besinnt euch, was Johannes sprach, Als er im geist entbrannte: 4. Thut busse, weil ihr es noch könnt, Und glaubt an JEsu wor: te. Bedenkt, daß schon die hölle brennt; Verlaßt die weite pfor te. Betrachtet euren sünden stand, Die jammer- volle scheide wand, Die euch vom himmel trennet. 5. Wie bald komt euer sterbenstag Mit vollem ich denkt ben jedem glocken: ichlag An ienes zorn- gerichte, Das über jeden fünder geht, Der nicht in buß und glauben steht; und rettet eure feelen. 6. Was für ein neues himmelreich Erwarten doch die fünder? Sie leben hier dem viehe gleich, Ja oftmahls noch viel blinder. Es geht kein thier zum himmel ein, Es müssen christen menschen ſeyn Voll buß und glaubensfrüchte. S 7. Ein heidnisch her; spürt leid und reu, Das seinen herrn betrů bet, der ihn mit mehr als vater 9. Seht, wie der fromme va ter steht! Er eilet voll verlangen, Um den, der glaubig zu ihm geht, Mit inbrunst zu umfangen. Kommt, werft in buß euch vor ihm hin: Sein durch den sohn verföhnter sinn Will alle schuld erlaffen. 10. Erwecket euch und lernt hiebey, Ja nehmet recht zu hers zen, Wie nöhtig euch die busse sen ,. Denn hier ist nicht zu scherzen z Wer sicher schläft, in lüsten träumt, Und so die gnadens zeitversäumt, Der hat sich selbst bes trogen. Mel. JEsu deine heilge wunden. 488. Willt du noch in fünden bleiben? Seele! laß dich deine noht Doch einmahl zur busse treiben: Auf! verlaß den fünden- koht, und bes denke, was du thust, Wie du in der sünden- luft Dich je mehr und mehr ertränkeft, und dich selbst zur Hölle senkest. 2. Siehst du nicht, in wessen stricken Du bisher geführet wirst? Der dich suchet zu berücken Ist der schudde höllen- fürst. Brüllend gehet er umher Wie ein Idw, und dürftet sehr Von begierde, von verlangen, Dich, verirrtes schaaf zu fangen. 3. Dent 310 Von der wahren Busse und Bekehrung 3. Dent, es wägen deine sün- Bist nicht mit angst umgeben? J den Schott viel tausend centuer nichts mehr, das dir bange macht, schwer, Wer will dich der last ent Daß du bisher so schlecht bedacht, binden? Und du häufst noch mehr Was du dir zugezogen? und mehr Deine schuld und Got tes rach? GOtt wird dir mit weh und ach! Dieses warlich einft vergelten, und dich unter augen schelten. 2. Beschau dein leben, das du führst: Betracht all deine wege. und sich, ob du dich so regierst, Daß du gehst GOttes flege? Haft du den höchsten so verehrt, Wie fein gebot von dir begehrt? Haß du ihn recht geliebet? 4. Es ist nur ein dünner faden, Welcher GOttes rach- schwert hält: Trubsal, augst, noht, see- 3. Ach! du hast schlecht an ihn len- schaden Führt es mit sich, gedacht; Du folgtest deinem wil wenn es fällt. Da muß schmer- len. Dein wunsch und ziel war zen, quahl und pein Sichrer fün- tag und nacht, Die fünde zu erfülder strafe feyn. Nach dem kumlen! Du kehrtest zwar in creui mer- vollen sterben Folgt ein ewi- und noht Mit thränen oft zu deiges verderben. nem GOtt; Doch wichst du bald zurücke. 4. Mit Falten lippen dienst du GOtt; Weißt oft nicht, was he lallen. Die andacht ist dir oft ein spott, Die fünde dein gefallen. Du bist auf lust der welt erpicht, und kannst darum die seele nicht Bu deinem schöpfer richten. 5. Kannst du nicht den sarg schon seben, Deines Leibes lestes haus? Denke doch, wie viele gehen Un verhofft zur welt hinaus? Wer kann bis zum morgen- licht, Bis zur stunde, die anbricht, Für dem tode freyheit geben? Denk! so flüchtia ist das leben. <. Kömmt dir die reu bisweilen ein, So fehlt doch dein bestreben. Du wünschst von sünden los i seyn, Willt doch nicht frömmer leben. Da ist kein fester vorsag nicht, Weil ihn die luft oft unter | bricht, Die dich zur fünde leitet. 6. Du läßt die andacht bald vergehn, Sie währet niemahls lange. Die wollust deucht dir gor zu schön, Bey fromm- seyn wird Wirf dir bange. Du suchst die breite Zürne sünden- bahn; Es kömmt dir gar zu lieblich an, Nach deinem sinn zu leben. 6. Darum kehre, kehre wieder Du verirrte ſulamith! Fall vor deinem schöpfer nieder, Fleh um gnade, eil und bitt mit zerknirsch ter feel und geist: Komme, weil es heute heißt, Eh dich GOttes jorn betroffen; Noch stehn seine arme offen. 7. Nun ich komm und kehre wie der: HErr! vor deinem angesicht Leg ich alle fünden nieder, Vater, ach! verwirf mich nicht. Die schulden hinter dich. ferner nicht auf mich. Laß durch Chriftum auf mein flehen Gnade für das recht ergehen. 7. Erwache doch, o sichres bers! Bereue deine sünden. Noch läßt sich Gott, auf reu und schmerz, Wie vormahls, guädig 489.We du zu finden. Er hat die oftmahls huld geneigt, und dir die schuld vergeben. 8. Jch Mel. Aus tiefer noht schrey ich zc. daß du doch, So wolgemuht kannst leben! Em pfindest du denn keinen schmer;? und zwar Erweckungen zur Buffe. 8. Ich weiß, er läßt sich auch jezund Voll gut und liebe finden, Entsage nur mit her; und mund Aufrichtig deinen finden. Ja kom, beweine deine schuld, Faß glaubig seine vater- huld: So wirst du gnad erlangen. 9. Kehr dich zu Gott, Gott s. Zwar sieht die thür der ana: wird auch sich Mit gnaden zu dir den offen, So lang es annoch heu kehren. Doch faß den vorsatz, te heißt. Der fünder kann noch niemahls dich Mit sünden zu begnade hoffen, Wenn er dem geiste schweren. Verfluch und haß, was folge leif't: Doch folgt er nicht; fündlich heißt; Gott wird dir so wird die zeit Der gnaden dort felbst den neuen geißt, Der ihm zu spät bereut. recht dienet, geben. 10. Nun GOtt! nimm mich durch JEsum an, Und laß mich armen leben. Vergib, was ich bis her gethan. Laß mich fort eifrig fireben Dir treu zu seyn, durch deine kraft Stets eine gute ritter schaft Bis in den tod zu üben. 311 4. Wirst du den reichthum nun verachten, Den GOtt dir ießt au gnade reicht; So wirst du leider! dann verschmachten, Wenn seine gnade von dir weicht, Und wenn kein brunn des troftes quillt, Der deine matte feele sillt. Erweckung zur Busfe durch die gegenwärtige Gnaben: Zeit. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 490.52ein her, ach! denk an deine buffe, Da noch des hirten stimme lockt. Ach! falle GOtt noch heut ju fuffe; Denn bleibst du fernerhin verstockt, So wird auch dir die straf und pein Jerusalems bestim met seyn. 6. Drum trau doch auf die teste sunden und auf die späte busse nicht. Hat gleich ein schächer gnade funden, Eh ihm der tod das herze bricht; So kann man auch viel tausend sehn, Deu'u solche gnade nicht geschehn. 7. Wir können uns nicht selbst bekehren, Wir sind dazu gar nicht geschickt: Gott felber muß die kraft gewähren, Die uns aus dem verderben rückt. Drum suche GOtt, und faß ihn fest, Dieweil er sich noch finden läßt. 8. Wenn wir die herzens- thür verstopfen, Wenn wir den gnadenruf verschmähn; So müssen wir vergebens klopfen, GOtt läßt uns unerhöret kehn. Weil wir den gnaden- ruf veracht't, So wird uns auch nicht aufgemacht. 2. GOtt läßt es nicht an rufen fehlen: Drum fünder, auf und beßre dich! Noch kannst du fluch und segen wählen. GOtt selbst bezeugt ja väterlich, Ihu jammre deine groffe noht, Er wolle nicht des sünders tod. 3. Bedenk, was kannst du noch begehren, Das GOtt nicht schon andir gethan? Er will, du sollt um himmel kehren, und zeigt durch einen end schwur an, Er sey dir gnädig, treu und hold, Er wolle, daß du leben sollt. 9. O web, wenn GOtt von uns gewichen! Wie schrecklich sieht es um uns aus? Da kommt der feind mit allen flüchen, Bezicht des hers zens schnddes haus, und macht den fünder ganz verstockt, Daß er nicht hört, wenn JEsus lockt. Que 10. Mein herz! drum folge GOttes stimme; Erneure deinen gnaden bund, Eh dich der Herr in seinem grimme, Weil du das theure guaden- pfund So schnöder Weise durchgebracht, Zum zorn gefäß auf ewig nacht. 114 Ers Von der wahren Busse und Bekehrung Erweckung zur Busse durch die, den- zeit; Denn die lange ewigkeit Gefahr der späten Buffe. Kommet, wie ein strom, geschoß Meloden 27. fen, Will dich in den abgrund stoß fen. Auf! GOtt ruft dich noch zu fich; Eile, und errette dich! Da du bis anher geträumt: Such 9. Eile, du hast viel versäumt, es wieder einzubringen, und mit Gott ruft dich noch zu sich; Eile, erust hindurch zu dringen. Aus! und errette dich! Gib doch, daß die gnadenszeit 10. Vater der barmherzigkeit! nicht von mir versäumet werde; Führ mich selbst zu deiner heerde. Vater, ach! ich bitte dich, Eile, und errette mich! 312 ünder! willt du 491.S ruhig seyn, Und befreyt von furcht und pein; Ach! so laß dir nicht belieben, Deine besfrung aufzuschieben. Auf! GOtt rufet dich zu sich; Eile, und errette dich! 2. Eile! Sodom brennet schon, und empfängt den schwefel- lohn. Der erzürnte himmel blißet, Such ein Zoar, das dich schützet. Auf! GOtt rufet dich zu sich; Eile, und errette dich! 2. Denke, daß es schaden thut, Wenn das tråge fleisch und blut Mag nach seinem willen leben 1 Weil ihm stets wird frist gegeben. Auf! GOtt rufet dich zu sich; Eile, und errette dich! Mel. Herzlich thut mich zc. in die verſidhrer deiner ruh, 492. Herr! wir arne Deine sünden, nehmen zu. Dein gewissen wird beschweret, Und des zornes last vermehret. Auf! GOtt ruft dich noch zu sich; Eile, und errette dich! der! so verderbt, Daß wir, als fünder Sind leis Adams kinder, Die schuld, die wir geerbt, Durch eigne schuld ver mehren; Daß mancher wol zuleit. Sich gar nicht zu bekehren, Vers stockt sich widersetzt. 5. Deines herzens hårtigkeit Steigt und wächst von zeit zu zeit. Sünden, die dich ist noch schrekken, Wirst du bald mit luft voll strecken. Auf! GOtt ruft dich noch zu sich; Eile, und errette dich! Erweckung zur Busse durch die zu befürchtende Verstok, Fung. 6. Was du böses an dir haft, Wird sonst wie ein alter aft, Def jen krummen gleich zu ziehen Man sich wird umsonst bemühen. Auf! GOtt ruft dich noch zu sich; Eile, und errette dich! 7. Eile, denn es kommt der tod: Da entstehet angst und noht. Du mußt unbereitet gehen, und vor deinem richter stehen. Auf! GOtt ruft dich noch zu sich; Eile, und errette dich!: 3. Brauch, ach! brauch die gua2. O du betrug der fünden! Der du durch satans lift So schwerlich zu ergründen Und tausendfältig bist; So scheinbar, unvermerket Dein gift anfänglich lockt; So bald wird es gestärket, Bis daß es gar verstockt. 3. Erst willt du schwachheit heiss sen, und leicht entschuldigt seyn. Daß du nicht auszureissen, Dringst du bald tiefer ein: Bis dich gewohnheit stärket, und du in herrschaft bist: Da denn, ch man es merket, Der mensch vers stocket ist. 4. Was die vernunft uns leb, ret, Was GOttes wahrheit sagt, Das wird so dann verkehret, Dar, nach wird nichts gefragt. Kein rufen und zwar Erweckungen zur Buffe. 313 rufen, bitten, flehen, Kein droh, blender finstre leute! Verstockt und eiferwort Bewegt ihn, still die herzen nicht. Ach hört! wie zu stehen; Er rennet blindlings| GOttes lehre Den tag des heils fort. euch weist. Wer ohren hat, der ydre, So lang es heute heißt. 5.Das kann GOtt nicht gefallen; Er selbst verstockt so nicht. Sein rufen zeiget allen Sein gnaden angesicht. Doch wer sich von ihm 6. Da denn zur lockt; Der hat sich selbst verblendet und selbst sein herz verstockt. strafe, Den hart verstockten finn In seinem todes schlafe Dem eigen- dunkel hin. Da will Gott feiner lachen;* Sein unglück wird ein spott. Er fällt dem tod in rachen, Und so verstocket GOtt. * Ps. 214. 7. Ach vater! dem aus liebe Das her; in jammer bricht: Der du erbarmungs- triebe, Dein gua den- angesicht, Die uns geneigten shren, Die ausgestreckte hand, Den mund, der uns geschworen, Uns gnädig zugewandt: 8. Ich sehe deine gute; Du wendest dich zu mir. Beweg auch mein gemühte, und wende mich zu dir. Nimm weg aus meinem Herzen Den harten felfenstein; Zer knirsch es doch mit schmerzen, Und laß es fleischern seyn. 9. Nimm weg, nebst ärgernissen, Die stirn, die ehern heißt, Das brandmahl im gewissen; Gib mir den neuen geist. Bewege füß und hånde, Erleuchte das gesicht, Daß ich mich zu dir wende: Verstocke mich ja nicht. Erweckung zurBusse durch das aufwachende Gewissen.. Mel. JEfu deine heilge wunden. end493. Awie willes d lich werden? Ach immer an der erden, Bin ohn ans. wohin? o eitles her:! Ich kleb dacht, reu und schmerz. Ich geh im verkehrten sinn Ohne wahre buffe hin. JEsu! komm, mein herz zu rühren Und zur buß und reu zu führen. 10. Laß mich, zu deinem saamen, Ein guter acker seyn, Und fireu in JEsu namen Ihn in mein herz hinein. Durch JEfu blut befeuch tet Hat dieser seine kraft; Durch JEfu licht erleuchtet, Wird auch die frucht geschafft. 2. Ach! ich fühle keine renc, Ach! mein herz ist kalt und todt, Ich erkenne sonder scheue Meine fehler, meine noht: Aber ohne traurigkeit Leb ich stets in sichers heit. JEsu! komm, mich recht zu rühren, Laß mich wahre busse spühren. 11. GOtt lob! es scheint noch heute Das angenehme licht. Ber: 3. Ach! ich kann an GOtt nicht denken Wie ich soll: mein schndder geist Läßt sich willig dahin lenken, Was mich JEsus fließen heißt. Diesem hängt er feste ar, Was zur hölle stürzen kann: JEsu! hilf mein herz aus gnaden Dieser schweren last entladen. 4. Ach! indem mein geift er storben, Hat mein fleisch die oberhand. Ich seh kaum, was ich erworben, Da ich mich von Gott gewandt. Mein verderben merk ich kaum, Denn dem fleische geb ich raum. JEfu! mir die gnade gönne, Daß ich die gefahr er: kenne. s. Nun, so wache doch von sünden Ernstlich auf, o sichrer geift! Suche GOtt, weil er zu finden, Weil er noch dein vater heißt. Komme, JEsus öffnet dir Heute 11 5 noch 314 Von der wahren Busse und Bekehrung noch die gnaden- thur; JEsu! gib, wolthat ganz vergessen, und das mir andacht, stårke, Geist und kraft schuld maaß voll gemessen. zu diesem werke. 25116 3. Bater! ia ich hab gefündigt In dem himmel und vor dir, Dir hab ich oft aufgekündigt Meine schuldge finds gebühr. Ach! ich will kein kindes- recht; Halt mich nur als deinen knecht. Ich mis falle mir und allen, Doch laß du mich dir gefallen. 6. Ach mein herz: bedenk die schulden, Die du aufgebäufet hast. Wie lang soll dich GOtt noch dulden? Deffen huld dich noch umfaßt. Er ruft dich zu seiner ruh, Und du eilft der hölle zu? JEsu! hilf mein herze lenken, Meine noht recht zu bedenken. 4. Lang und oft hat deine gute 7. Noch ist zeit mich zu bekeh- 3u der busse mich gelockt, Und ren: Ich verlaß den fünden- stand. noch harrt dein treu gemühte; Du, mein JEsu! wirst mich Aber ich bin gar verstockt. Creas hören, Komm, und reich mir deine turen, creu; und wort Rufen mir hand. Hilf mir schwachen, hilf noch immerfort: Aber weil mein mir auf, Steure meinem sünden- ohr verstopfet, Hör ich nicht, wer lauf. HErr! um deiner marter ruft und klopfet. willen Wollst du meinen wunsch crfüllen. s. Alle meine seelen- Fräfte, Leibes- glieder groß und klein, Sollten billig zum geschäfte Dei nes dienstes fertig seyn; Aber sie find allezeit mehr zur ungerech tigkeit und zum schudden diens der fünden Willig und bereit zu finden. 6. Dein ist odem, luft und leben, Sonne, mond, und deren licht, Und was du mir sonst gegeben; Aber ich gebrauch es nicht Dirjur ehre, mir zu gut, Wie es uns von ndhten thut: Ich misbrauche dei ner gnaden Dir zur unehr, mir zum schaden. 8. Heiland, ach! wie tröstlich finde Ich schon jezo durch dein blut Die abwaschung meiner fünde! Dieses stärket meinen muht, Dis erfrischet meinen sinn, Ob ich gleich ein sünder bin: JEsu! mich forthin regiere, Und mich stets zum guten führe. Erweckung zur Busse durch die zur Busse leitende Güte GOttes. Mel. JEsu deine heilge wunden. 7. Bey dem hellen licht der 494. Groffer Gott! je mehr an güte Du gnaden Sollt ich werk des lichtes mir lebenslang erzeigt; Defto thun; Aber so will, mir zum scha mehr wird mein gemühte Jest zur den, Nur mein Herz im bösen kümmerniß gebeugt, Daß ich mei- ruhn. Was ich bisanher voll nen GOtt und HErrn Oft mit bracht Ist, was mich zu schanden vorsatz, oft nicht gern Durch die macht, Sonderlich im glanz des missethat betrübet, Da du mich lichtes Deines strengen zorn- ge doch stets geliebet. richtes. 2. Du hast mich mit dir verbun den Durch so manches liebes band, Als du alle tag und flunden Deine huld an mich gewandt. Aber mein verkehrter sinn hat den schatz und den gewinn Deiner 8. So viel jahre, tag und stun den Du mir armen zugelegt; So sehr war ich auch verbunden, Weil sich blut und herze regt, Dir zum dienst bereit zu stehn: Doch ich hab es oft verfehn Und von mei nem und zwar Erweckungen zur Buffe. 315 nem ganzen leben, Dir das wes, volles quälen. Es wird ihr gans nigste gegeben. zes sünden- beer Ins unergründ lich tiefe meer Durch seinen tod und blut versenket, Und ihnen GOttes geist geschenket, Der freu dig, abba! rufen kann. Mein hei land nimmt die fünder an. 4. So bringt er sie dem vater hin, In seinen blut- befloßnen armen; Das neigt sodann den vaters sinn zu lauter ewigem erbarmen. Er nimmt sie auf an findes ftatt, Ja alles, was er ist und hat, Wird ihnen eigen übergeben; Und selbst die thür zum ewgen leben Wird ihnen frölich aufgethan. Mein heiland nimmt die fünder au. 9. Deiner gnade lockungs- gaben hab ich oft ben mir gefühlt; Herz, gedanken, sinnen haben Jederzeit dahin gezielt Voller reu zu dirzugehn, Dich um guade anzuflehn: Doch ich habs nie recht betrachtet, und die lockung bald verachtet. 10. Jezt, mein vater! ninim mein bitten Aus zerschlagnem herzen an: Denke, was dein sohn erlitten; Er ist, der mir helfen kann. Ist mein geist und fleisch befleckt, So hat es sein blut bedeckt; Durch ihn kann ich dich dort oben Mit den engeln ewig loben. Erweckung zur Busse durch die erbarmende Liebe JEsu. Mel. 24. Beschrenkt ihr weisen. 495.Mein beiland nimmt die fünder an, Die unter ihrer laft der fünden Kein mensch, kein engel trösten kann, Die nirgend ruh und rettung fin den: Den'n selbst die weite welt ju klein, Die sich und GOtt ein greuel seyn, Den'n Moses schon den stab gebrochen, und sie der Hölle zugesprochen, Wird diese freystadt aufgethan: Mein hei land nimmt die fünder an. 2. Sein mehr als mütterliches herz Trieb ihn von seinem thron auferden: Ihn drang der sönder weh und schmerz, An ihrer statt ein fluch zu werden. Er senkte sich in ihre noht, Und schmeckte den verdienten tod. Nun da er dann sein eigen leben Zur theuren sahlung hingegeben, und seinem vater guug gethan, So heists: er nimmt die fünder an. 3. Nun findet man in seinem schooß Ein sichres schloß geiagter seelen: Er spricht sie von dem urtheil los, und tilgt ihr jammers.O solltest du sein herze sehn, Wie sichs nach armen fündern sehnet, Gowol wenn sie noch irre gehn, Als wenn ihr auge vor ihm thrånet! Wie eilt er in Zachai haus, Streckt berz und hand nach dunern aus! Wie ftillt er iener Magdalenen Den milden guß erpreßter thränen, Denkt deß nicht mehr, was sie gethan! Mein heiland nimmt die fünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, Ob er gleich noch so tief gefallen! Dis hat er nicht allein gethan, Da er auf erden müssen wallen: Nein, er ist immer einerley, Gerecht und fromm und ewig treu: Und wie er unter schmach und leiden, So ist er auf dem thron der freuden Den fündern liebreich zugethan. Mein heiland nimmt die fünder an. 7. So komme denn, wer fünder heißt, und wen sein sünden- greul betrübet, zu dem, der keinen von sich weist, Der sich gebeugt zu ihm begiebet. Wie? willt du dir im lichte ftehn, Und ohne noht verlohren gehn? Willt du der fün de länger dienen, Da, dich zu retten, er erschienen? O nein! vera laß Von der wahren Busse und Bekehrung Erweckung zur Busse durch die gute Bewegungen des hei ligen Geistes. 8. Komm nur mühselig und ge bückt, Komm nur, so gut du weißt Met. JEfu deine heilge wunden. zu kommen. Wenn dich die last gleich niederdrückt, Wirst du auch Friechend angenommen. Sieh, wie sein her; dir offen steht, Und wie er dir entgegen geht! Wie oft hat er nicht voll verlangen Ges fucht, dich brünstig zu umfangen. So komm denn, armes herz! her: an. Mein heiland nimmt die fünder an. 310 laß die fünden- bahn: Mein hei and nimmt die fünder an. 9. Sprich nicht: ich habs zu grob gemacht, und alle güter sei ner gnaden So lang und schändlich durchgebracht, Er hat mich oft umsonst geladen. Wenn du es jezt nur redlich meinst, Und deinen fall mit ernst beweinst: So soll ihm nichts die hande binden, und du follt iezt noch gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein heiland nimmt die fünder an. 10. Doch sprich auch nicht: es ist noch zeit, Ich muß erst diese luft geniessen; Gott wird ja eben nicht gleich heut Die offne gnaden pforte schliessen. Nein; weil er ruft, so höre du, Und greif mit glaubens händen zu. Wer die sen tag sein heil verträumet, Hat eine gnaden- zeit versäumet, Die ihm den himmel aufgethan. Heut komm! heut nimmt dich JEsus ail. 11. Ja zeuch du selbst uns recht zu dir, Holdselig- suffer freund der sünder! Erfüll mit sehnender be gier Auch uns und alle Adamsfinder. Zeig uns bey unserm seelen schmerz Dein aufgespaltnes liebes- her;! Und wenn wir unser elend sehen, So laß uns ja nicht fille stehen, Bis daß ein jeder sagen kann: GOtt lob! auch mich nimmt JEfus an. 496. Err! hie bin ich, nimm mein herze; Nimm es nur in deine zucht: Nim nach langem fünden- schmerze, Was du längstens schon gesucht. Mit was sehnsucht: vollem ach! Gieng mir deine liebe nach, Mich aus schwarzen höllen- ketten Endlich kräftig zu erretten. 2. Vielmahls fand ich mich bes weget, und ich täuschte mich doch nur: Denn was sich in mir geres get, War die trügende natur. Bey dem allen dacht ich doch: Ich bin fromm, was fehlt mir noch? Denn was der und jener übet, Hat mein herz ja nie geliebet. 3. Sab die welt mit ihren blik ken Mich liebkosend wieder an; konnte sie mich leicht berücken, Und ihr wille ward gethan. Was mir erst ein laster hieß, Schien mir nachher zuckersüß: Bis ich zu mir selbst gekommen, Und du mich der welt entnommen. 4. Da ward ich von dir gerüh ret; Aber ach! wie gar zu bald Wieder von mir selbst verführet. der fündlichen gewalt! Hätt ich von der argen welt, Wenn sie mir oft nachgestellt, Mich so bald entreiffen können, Wår ich glück licher zu nennen. 5. Doch nun bin ich durchges drungen; Du hast meinen starren siun Durch des geistes kraft bes zwungen; Ey so nimm mich völlig hin. Von mir selbst kann ich nichts thun, Alles muß auf dir beruhn; Darum stärke mein verlangen, Crône, was du angefangen. 6. Geist und brunnquell heilger triebe! Mehre meines glaubens kraft, Und der himmlisch reinen 317 nd zwar um göttliche Gnade zur Bekehrung. liebe Gegens volle leidenschaft. F in uns schafft, Aus gnaden mir Laß mein dichten dahin gehn, Rein vor GOttes thron zu ftchn. Laß mich stets an JEfum denken, Mich in seine wunden senken. gewehren. 7. Locken mich die eitelkeiten, Ach so drück mein auge zu! Zeig mir die vollkommenheiten Jener ewig sel'gen ruh. Der verlacht die schudde lust, Den au des erlösers brust Gottes liebe so entjündet, Daß er freud in ihm ems pfindet. 8. Laß mich immer abba! rufen: 3war du rufft es selbst in mir. Die fonsi schwere himmels stuffen Gehen wir auch leicht mit dir. Mengt sich gleich das creuz mit ein, Ogar recht! so muß es seyn: Es vergällt die lust der erden, Läßt das berz nicht schläfrig werden. 9. Wer sich dir nur überlassen, Wer nur JEsu liebe fühlt, Kann die führung nimmer haffen, Die auf seelen- wolfahrt zielt: Der spührt täglich trieb und kraft, Wo durch man was gutes schafft: Wol zu thun und GÖtt zu loben, Sind stets neue christen- proben. 10. Dauret fort, ihr heilgen triebe! Bis ich meinen lauf vollbracht: So erleuchtet Christi lie: be meine finstre todes nacht. Er ist mein und ich bin sein, Er führt mich zum leben ein. Bey so himmlischen gedanken Will ich nie vom guten wanken. 2. Natürlich kann ein mensch doch nicht Sein elend selbst ems pfinden: Er ist, ohn deines wortes licht, Blind, taub, ja todt in fünden. Verkehrt ist will', verstand und thun: Des groffen jammers wollst du nun, O vater! mich entbinden. Bekehrung. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. meiner 3. Klopf durch erkenntniß bey mir an, Und führ mir wol zu sinnen, Was böses ich vor dir gethan: Du kannst mein herz ge: winnen, Daß ich aus kummer und beschwer Laß über meine wangen her Viel heisfe thränen rinnen. HErren mich bekehren. Du wollst mir selber bülf und raht, O GOtt! hiezu beschehren, und deines gu ten geistes kraft, Der neue herzen 4. Wie hast du doch auf mich gewandt Den reichthum deiner gnaden: Mein leben dank ich deiner hand: Du hast mich über laden Mit ehr, gesundheit, ruh und brot: Du machst, daß mir noch keine noht Bis hieher können schaden. Ulm göttliche Gnade zur fünden- wurm gebissen. 5. Du hast in Chrifto mich erwählt Tief aus der höllen- fluhten; Es hat mir sonst auch nicht gefehlt An irgend einem guten: Bisweilen bin ich auch dabey, Daß ich nicht sicher lebt' und frey, Gestäupt mit vater- ruhten. 6. Hab ich denn nun auch gegen dich Gehorsams mich beflissen? Ach nein! deshalben ängstet sich Mein herz und mein gewissen: Darinn ist, leider nichts gesund, An allen orten ist es wund, Vom 7. Die thorheit meiner jungen jahr Und alle schnöde sachen Ver Flagen mich zu offenbar. Was soll ich armer Ich will von 497. miffetatum HErr! mir vors geſicht Dein unerträglich zorn- gericht, Der höllen offnen rachen. S. Ach meine greuel allzumahl Scham ich mich zu bekennen Als 319 Von der wahren Busse und Bekehrung Als deren weder maaß noch zahl: auf dich genommen haßt, Ins meer Ich weiß sie kaum zu nennen. sie alle senke. Doch ihrer keiner ist so klein, Daßs. Hierauf will ich zu jeder ich um solchen ganz allein nicht zeit Mit ernst und sorgfalt mei ewig müßte brennen. 9. Bisher hab ich in sicherheit Faft unbesorgt geschlafen, Ges dacht, es hat noch lange zeit, GOtt pflegt nicht gleich zu strafen; Er fähret nicht mit unsrer schuld So strenge fort, er hat geduld, Als hirt mit seinen schaafen. 1. Wo bleib ich denn in sol cher noht? Nichts helfen thor und riegel. Wo flieh ich bin? omorgen roht! Ertheil mir dei ne flügel. Verbirg mich, o du fer nes meer! Bedecket mich, fallt auf mich her, Jhr klippen, berg und hügel! 10. Jest aber alls zugleich erz wacht Mein herz will mir zers 498.versicht, Mein springen. Ich sehe deines downers macht, Dein feuer, auf mich dringen: Du regest wider mich zugleich Des todes und der höl len reich, Die wollen mich ver: schlingen. beiland und mein leben! Verstoß mich armen sünder nicht für den du dich gegeben. Gedenke an dein blut und tod und an dein schmerzlich sterben. Ach! hilf mir von der sünden- noht Und schrecklichem verderben. 2. Du weißt ja selbst, was für ein wust, Und wie viel tausend Von der verderbten fünden Adams- lust Sich in mir armen finden. Da regt sich wolluft, si cherheit, Stoli, hoffart, eigen lie be, Verkehrter will und eitelkeit, Und andre sünden- triebe. 3. Des satans reich tobt selbst in mir, Und schwächt der seelen kräfte. Das fleisch verhindert für und für Die göttlichen geschäfte. Mein ohr ist taub, die zung if stumm, Mein auge kann nicht se hen; Verstand und urtheil sind zu dumm, Das gute zu verstehen. 12. Ach! alls umsonst, und könnt ich gleich Hinauf gen him mel steigen, a könnt ich in das höllen- reich mich zu verkrie: chen neigen: So bist du mir doch immer nah, Siehst meine schuld, und wirst sie da Der lichten sonne seigen.d * 13. HErr JEsu! nimm mich zu dir ein, Ich flich in deine wunden; Laß mich da eingeschlos sen seyn Und bleiben alle fun den. Dir ist ia, o du GOtteslamm! All meine schuld am creuzesstamm zu tragen aufgebunden All böse luft und eitelkeit; und lieber alles leiden, Als daß ich sünd aus vorsatz thu: Ach HErr! gib du stets kraft dazu, Bis ich von hier muß scheiden. den. 14. Dis ftell du deinem vater für, Daß er fein herze lenke, Daß er fich gnädig kehr zu mir, Nicht meiner fünden denke, Und we gen dieser straf und last, Die du l Mel. Was mein Gott will 2. 4. Ja, Herr! wie kann ich ar mer doch Den jammer meiner see len, Das elend in dem fünden ioch Und alle noht erzehlen? Ich Fenne mich ia selber nicht, Und habe von dem allen Faft kein er: kenntniß und kein licht: So tief bin ich gefallen. 5. O treuer GOtt! was fang ich an, Bey so verderbtem wesen? Ik denn nichts, das mir helfen kann? und zwar um göttliche Gnade zur Bekehrung. 319 kann? Wie soll ich doch genesen? laß mich dich mit herzens- luft GeChu busse, rufft du mir zwar zu, treu und ewig lieben. Laß mich Und glaube meinem worte; So in demuth, mässigkeit, Geduld und öffnet sich zu deiner ruh Die rechte fanftmuht prangen, Und schmück guaden- pforte! mein herz zu jederzeit Mit beili gem verlangen. 6. Allein wo ist in mir die kraft, Dis beides auszuführen? Wird nicht dein geist, der alles schafft, Mein sündlich herze rühren; So bleibt es todt, so kann es nicht Zur wahren reu gelangen, Noch wen'ger kann es zuversicht Zu deiner huld empfangen. 7. Drum stehe du mir selber bey, Du abgrund aller gnaden! Und mach mein armes herze fren Von diesem rodes- schaden. Ach HErr! verleih, daß ich durch dich Mich selber recht verstehe, Und alles elend, welches mich Verder bet, recht einsehe. 8. Zerschmelze du mein hartes hers, Daß es wie wachs zerfliesse, Und in wahrhafter reu und schmer; Die thränen fluht vergieffe. Ach mach es durch den glauben rein, Und gib gerechte werke; Ja kehre du selbst bey mir ein, O meiner feelen stärke! 9. Zerstöhr in mir des satans reich, Zerbrich die macht der höllen, Sprich selber, daß er von mir weich, Mit dir kann ich ihn fällen: Ertddt und zähm das bö fe fleisch Sammt aller fünden- liebe; Mach aber mich recht rein Mel. JEfu deine heilge wunden. bed keufch, und gamz voll glaur 499.2v dkiuar ich mich bens- triebe. 10. Zerbrich die schnöde eigen beit und meinen bösen willen, Und laß mich, was dein wort gebeut, Durch deinen Geist erfüllen. Eröffie ohren, herz und mund, Gib deines worts ver ständnis, Und thu mir deine wahrheit Fund, zu deiner selbst erkenntniß. 12. O vater, hilf! denn meine kraft kann dieses nicht erwingen; Du aber bist, der in uns schafft Das wollen und vollbrin gen. Ach stärke mich, o treuer GOtt! Durch deine macht in gnaden, Daß fünde, welt und höllen- rott mir niemahls können schaden. 13. O JEsu, theurer GOttes. fohn! Gedenk iezt an mich armen. Du bist der ein'ge gnaden- thron; Ach gönn mir dein erbarmen: Und weil ich ganz erstorben bin, Das gute zu vollführen: So wollst du selbst mein herz und sinnDurch deinen geist'regieren. 14. Oheil'ger geist, mein trost und hort! Du geift voll kraft und stärke! Führ mich in deiner wahrheit fort, Schaff in mir deine werke. Laß deinen frieden in mir senn, Und schreib den neuen namen, Den der nur kennt, der seelen ein, Der ihn empfäbet, amen. Offenb. Joh. 2, 17. 11. Gib deine furcht in meine brust, Das gute auszuüben; Und mein herz denn stein und stabl? Flieffet doch ihre beisse zähren, Kommt ihr seufzer ohne zahl! Brich, du felsen- herz, ach brich: Weint, ihr augen! bitterlich, Meines GOttes her: zu brechen, Eh' er cilet, fich zu rächen. 2. Schlage doch mit Mosis stabe, Jesu! diesen felfen- fiein, Daß ich mich in thránen labe, Und die engel sich erfreun Ueber meiner buß; zerbrich) Und zerfnirsch Bon der wahren Busse und Bekehrung 320 Enirsch durch reue mich, JEsu! rubre mein gewissen, So wird die fer fels terriffen. 3. Ach! wie kann ich mich bekehrung kraft ertheilet. Fehren? Ach ich bin ja geistlich todt! Laß mich deine stimme hd ren, Hilf aus dieser todes noht. Ach! ich lieg im fünden- schlamm; Komm, du reines GOttes lamm! Sprich mit kraft: du sollt aufste hen, und ins neue leben gehen. 4. Gib, daß mir von deiner gü-| te Nur ein blick der gnade scheint: Daß mein ängstliches gemühte, Petro gleich, die schuld beweint. Ja ich meine bitterlich, Daß ich oft verleugnet dich Als ein schndDer heuchel- chrifte Bey dem feuer böser lufte. . Wirke wahrer buffe triebe, Und erneure Herz und muht, Rein'ge mich in deiner liebe Durch dein rein und theures blut, Liebster JEsu GOttes sohn! Mache mich verderbten thon Durch ein gläubiges bekchren Zum gefäffe deiner ehren. 6. Schaff in mir ein neues le ben, Gib mir einen neuen geift, Deinem willen nachzustreben, Wie dein wort mich unterweist. Tilge meine missethat, Laß mir nach der thranen- faat Eine freu densernte grünen; So will ich dir ewig dienen. Mel. 9. Erwünschter bruñquell zc. rquicke mich, du heil 500. der fünder! Durch dich und deinen gnaden schein; Und laß, o freund der menschenFinder! Dein her; auf mich gerich tet seyn. Komm, gönn dem heilbedürft'gen armen, Sich zu bekeh ren, dein erbarmen. rettet werden, Der allen mens schen helfen kann, Der allen scha den tilgt und heilet, Der zur be 2. Du bist und bleibst der troft der erden; Wir flehen dich als helfer an, Durch welchen wir er3. Durch dich, HErr! kann der blinde sehen, Der taube hört durch deine kraft; Der lahme kann ge rade gehen, Der ausfaz wird hinweg geschafft; Den todten hast du geift und leben, und als len armen troft gegeben. s. Du weißt ja, was wir men fchen taugen: Wir sind verblendt und sehen nicht; Darum erleuch te mir die augen, Damit sie durch dein gnaden- licht Erken nen, was nur diese sehen Die, HErr! in deinem lichte stehen. 6. Eröffne die verstockten ob ren, Daß ich dir recht gehorsam fey. Laß mich, als völlig neu ge bohren, Mit herzens- luft und se fter treu Auf dein wort merken, heilig handeln, Und stets nach dei nem willen wandeln. 7. Ich wanke mit gelähmten füffen, Ich strauchle leider! hier und dort: Laß kraft und segen auf mich fliessen, und führe mich ge rade fort, Daß meine tritte nims mer gleiten, Noch von der bahn der wahrheit schreiten. 8. Mein arzt! du wirst ja nicht verweilen, Der krankheit aller schlimmsten theil, Der feelen auss saß, bald zu heilen; Ach! heile mich, so werd ich heil. Laß deine wunden, o mein leben! Für meine wunden pflaster geben. d 2. Ich bin gan; todt, und meine kräfte, Will' und verstand, sind ohne kraft, zu thun recht göttliche ges 4. Hast du vor diesem solche thaten, O HErr! durch deine hand gestift; So wirst du jest dem jammer rahten, Der unsre schwa che feelen trifft. Ach! zeig auch iego deine stärke Durch unvers dicure guaden- werke. und zwar von der Erkenntniß und Bekenntniß der Sünden. 321 geschäfte. Verleih mir neuen leweil gar oft darwider Mein geist bens faft, Um als ein baum frisch und meine glieder Gedacht, geauszuschlagen, und tausendfache than, gesprochen, und deinen bund frucht zu tragen. gebrochen. 10. Jch bin mit elend ganz um 7. Ach HErr! vergib du mir. geben, Voll armuht, traurig, ohne Ich wende mich zu dir. Ich kann ruh: Drum sende mir, mein heil die schuld nicht zählen, Doch will und leben! Die füffe friedens ich nichts verhehlen; Denn du botschaft zu: Laß mich dadurch kannst auch erkennen, Was wir schon hier auf erden Vor GOtt verborgen nennen. gerecht und selig werden. 8. Doch du, mein JEsu! haft Die mir zu schwere laft Der schuld mich gekommen. So komm ich auf dich genommen, Du bist für nun beladen Zur fülle deiner gnaden. 9. Jf denn der fünden joch Gleich machtig; so ist doch Die fti fülle giebet, Weit machtiger, gnade, die mich liebet Und Chris das leben Durch Chrifti kraft zu geben. Von der Erkenntniß und BeFenntniß der Sünden. Mel. Wo soll ich fliehen hin zc. HErr! dir ift be W wußt Die innre böse lust, Die quelle meiner fünden, Die niemahls zu ergründen; Der faame, der stets bleiber und böse früchte treibet. 501. 10.Wie nun des fleisches macht 2. Des fleisches werk wird gar zuvor ihr werk vollbracht; So Auch öfters offenbar: Der junfoll des geiftes stärke, In mir die der wird zu flammen, Die ewiglich verdammen. Ich seh an mir guten werke Auch wirklich zu vollbringen, Des fleisches macht und merke Des alten Adams werke. bezwingen. II. HErr: gib mir deinen geift, 3. Des bösen herzens grund Der sich in früchten weist, Der Regiert den leib, den mund, Die niemahls müssig bleibet, Der mich augen, füff und hände, Daß ich sein werk vollende. Das dichten mir gesendet, Der anfängt und zum guten treibet, Den Jesus und das trachten Der feel ift, GOtt verachten. vollendet. 4. Mein schöpfer! wider dich, Den nächsten, und auch mich, Hab Mel. Es ist gewißlich an der zeit. ich oft misgehandelt; Bin oft den es gewandelt, der mich von dir 502. Weh mir! daß ich ſo oft und viel, શાં s gewendet, Der in der quahl sich war ich gar verblendet, Gefündigt ohne maaß und ziel, Von GOtt endet. . Doch wie will ich die zahl mich abgewendet; Der mir doch Der fünden allzumahl In meinem nichts, als lauter guad Und wolfleisch und blute, und das ver that stets erwiesen bat In meinem faumte gute Nach jeder art erzäh- ganzen leben. len? Wer weiß, wie oft wir fehlen? 2. Weh mir: daß ich für mei nem GOtt Mein her; so fest vers Verschlossen: Deß schuß und troft Die in meiner noht Jch doch allzeit ge noffen. * 6. Ein tegliches gebot Plaget, flucht und droht; 322 mon von der wahren Busse und Bekehrung noffen. Viel misfethat hab ich Das sich von dir gewendet, und vollbracht: Des HErren gutthat, mit dem frechen welt- gesind Sein nicht bedacht, Muhtwillig fie erbtheil hat verschwendet; Dich. vergessen. als das lebens- brot dabey Hintan gesetzt, und wie die sau Nach trå bern sich geschnet. 3. Mich überzeuger her: und sinn; Und muß ich frey bekennen, Daß ich ein grosser fünder bin, 10. Ich habe dir oft widerstrebt, Darf mich nicht anders nennen. Gefolget meinem willen; Den bd Doch schau ich dich, mein heisen lüften nach gelebt, Daß ich hie land! an; Mit nichten ich vers mögt erfüllen. Das höchste gut zweifeln kann, Du kannst und hab ich veracht, Auf das, was zeit willt mir helfen. lich ist, gedacht, Mein Herz daran gehenget. 4. Groß ist zwar meine misse that, Sehr viel sind meiner fünden: Doch ist weit grösser deine gnad, Kein mensch kann sie ergrün den. So groß, o groffer GOtt du bist, So groß ist auch zu aller frist Ben dir die gnad und güte. . Die hast du keinem ie verfagt, So lang die welt gestanden. Wer dir vertraut und nicht ver ¡ agt, Wird nimmermehr zu schau den. Ich bitt, ich fleh, ich ruf und schren, Ich hoff auf deine guad und treu, Ach laß mich gnade finden! 6. Jest denk ich, welch ein theures wort Aus deinem mund gegangen, Das mich erquickt; denn du, mein hort! Sprichst sel ber voll verlangen: Du haft, o mensch war pflicht und treu Hintan und Mit andern zugehalten: 7. Doch komm, bereu, was du gethan, Laß fremde bulen fahren; So nehm ich dich dann wieder an Und will dein her; bewahren. Bey diesem worte faß ich dich, Ich komm und glaube festiglich, Du werdest mich annehmen. s. Denn ich bin eben diese feel, Die andern nachgesprungen, Und sich von dir, Immanuel! In allen schlamm gedrungen. Ich habe fremde luft gesucht, die nicht erfreut, die du verflucht, Die wie ei rauch verschwindet. 9. Ich bin das ungerathne kind, II. Deßwegen müßt ich nackt und bloß In meinem elend fier ben: Ich könnte meines vaters schooß nicht durch mich selbst er werben: Die seele müßte nach dem tod In höllen- angst, in pein und noht, Die ewig quählet, bussen. 12. Allein ich bitte dich um guad; Du wollst nicht mehr ge denken, Was ich verübt für fre velthat: Ins meer wollst du hie senken. Ich bitte dich durch Chr fti huld, Schenk mir der sünden straf und schuld, Gib mir ein neues herie. Mel. Durch Adams fall ist z. 503. komm zu dir Mit ch armer fünder wehmuht vollem herzen, O GOtt deß gnad bleibt für und für! Be kenne dir mit schmerzen Die fün den all, Ein'n jeden fall, Wie ich ihn hab begangen Von jugend all Mit grossem hauf, Drinn ich jest bin gefangen. 2. Die sünden sind, die ich se than, Unmöglich zu erzählen: Doch ich sie auch nicht bergen kann, Weil sie mich immer qual len: Dein liebster sohn Hat mich davon Durch seinen tod entbun den: Dennoch hab ich Oft laffen mich Den fatan neu verwunden 3. So ist auch mein' undank barkeit, und zwar von der Erkenntniß und Bekenntniß der Sünden. 323 barkeit Sehr groß bis diese stun de: Ich habe dir zu keiner zeit Gedankt von herzens- grunde Für deine treu, Die täglich neu, Für deine lieb' und gute, Die ich in mir Gar reichlich spühr Am leib und am gemühte. 4. Vornemlich haft du mit ges duld Viel jahr bisher verschohnet, Und mir nicht, wie ich oft ver: schuldt, Jm zorn bald abgelohnet: Haft fort und fort, höchster bort! Dich meiner angenommen: haft nichts gespahrt Nach man ther art, Daß ich zu dir mdgt kommen. 9. Unwehrt bin ich, daß man mich nennt Ein werk von dir ges schaffen: Wehrt bin ich, daß all element' Zur firafe mich hinraffen. So weit hats bracht Der sünden macht, Jch muß es fren bekennen: Siehst du, HErr! an, Was ich ges than, So muß ich ewig brennen. 8. Wenn dis mein herz ben sich bedenkt, Mögt es in stücken sprinen: Die angst, daß ich dich so getränkt, will mark und bein Durchdringen. Kein höllen pein Mag so groß seyn, Jch habe sie verschuldet; Ich bin nicht wehrt, Daß mich die erd Trägt, nehrt und auf sich duldet. 113102 * 10. O vater aller gütigkeit! Ich falle dir zu fusse: Verwirf den nicht, der zu dir schreyt, Und thut rechtschaffne busse. Dein angesicht Mit gnaden richt Auf mich betrübten fünder. Gib einen blick, Der mich erquick; So wird mein' angst bald minder. 1. Mit deinem wort hast du gar oft An mein her; angeschlagen, Auf meine besserung gehofft, Dein heil mir angetragen. Haft früh schmer:. und spat Durch manche gnad Zurübe In dem, was dir Gefällt an busse mich bewogen, Auch mit mir; Und alles böse meide, Bis ich trubsal, Angst, noht und quahl hinfahr 3ur engel schaar, Ta nichts denn lauter freude. II. Eröffne mir dein freundlich herz, Die quell der gut und liebe; Vergib die sünd, heil meinen Hilf, daß ich mich stets 2 Zu dir hinauf gezogen. 6. Dennoch, das ich nicht leugnen kann, Wenn du gleich an geklopfet; Hab ich dir nie recht Mit unbedacht Dis ganz veracht, Den rücken dir gekehret; Doch bast du mich So gnädiglich Geduldet, nicht verzehret. 7. Du könntest mir mit gutem recht Das leben zwar verkürzen, und mich, als einen bösen knecht, Hinab zur Hölle stürzen, Der ich ohn scheu, Ohn leid und reu In fünden mich verweilet: Den och giebst du mir raum und ruh, haft mich nicht übereilet. Mel. Mein herz und feel den 2c. ier lieg ich, GOtt! 504. und asche, Sieh wie ich mich in heissen thranen wasche. Ach! blicke mich mit gnaden augen au, Und strafe nicht, was ich bisher sethan. 2. Ich muß mich selbst vor dir, mein GOtt! verklagen; O was für schuld hab ich dir abzutragen! Wie schrecklich ist die pein und höllen noht, Womit dein grimm den schndden fündern droht 3 3. Ich gieng bisher auf breitem lafter wege, Es war mein herz zum guten faul und träge: Hinges gen blieb die schnöde fünden luft Ohn alle sehen die berrschaft meiner bruft. 4. Was stand und pflicht mir täglich vorgeschrieben, Ist oft aus trotz und trägheit unterblieben: Was aber mir dein wort verboten 2 hat, 324 Von der wahren Busse und Bekehrung per inu hat, War, was ich oft mit luft und Mel. Ich glaub an einen GOttu. freuden that. 1 r. Dein heilig wort hab ich hins an gesetzet, Die majestät verach tet und verlegzet; Mich nicht vor dir, gerechter GOtt! gescheut, Wenn mir dein zorn gleich fluch und tod gedraut. Die 505. Wie groß if meine dich, o GOtt! erzürnet hat, Dir will ich gern bekennen Die fün den, die mich brennen: Sie, deren mehr, als fand am meer, Gehn über meine scheitel her, Daß sit mein her; beschweren, Ja mark und bein verzehren. 6. Ich habe mich den satan las sen blenden, und mich die welt jum bösen lassen wenden. Mein fleisch, das mir so liftig nachgesest, Hat mich verführt, und meinen GOtt verlegt. 7. Dis ist, was mich am schmerzlichsten betrübet, Daß ich nicht Gött, nur fünden luft, geliebet, Daß ich nie recht an besserung gedacht, und so viel jahr in fünden, ¡ ugebracht. 8. Du seyft verflucht, du schnd de sünden freude! Du bringest mich zu solchem herzeleide. Du seyft verflucht, du so verdorbne jeit! Die ich verbracht mit so viel üppigkeit. 9. Nun bring ich dir, GOtt: ein zerknirschtes herze Voll angst und weh, voll thränen, reu und schmerze, Das glaubens- voll auf Chriftum JEsum sieht, und in der angst in seine wunden flieht. 10. Ach sprich mich los von allen meinen sunden, und laß mich doch durch Christum gnade finden! Ach laß mich doch, auf dis mein gläubig flehn, Nicht ohne troft von deinem antlik gehn! II. Umfange mich mit deinen liebes- armen, Und laß dich mein, und meiner noht erbarmen, Nimm auf das schaaf, das sich von dir verirrt, und sich so sehr in eitelkeit verwirrt. 12. Laß über mir im himmel freud entstehen, Die engel luft an meiner buffe sehen. Erweck in mir, Ort! einen neuen geißt, Der dich mit dank für deine gute preist. and Sie steigen, HErr: zu dir hin auf; Dein heilig auge merkt dar auf. Ach! mit dir rechten kann ich nicht, Drum schrey ich: ge nicht ins gericht, Sons bin ich gar verlohren. 2. Wie könnt ich dir gefällig seyn? Du bist vollkommen, hei lig, rein; Und meine viele für den Sind nimmer zu ergründen. Wer zählet meine missethat, Die feel und leib bedecket hat? Sie if mir angeerbet, Und hat mich gam verderbet. Mein bdser will', o Herr! if dirGanz widerspenstig für und für Ich bin ein ungerahtner knecht Der dich nicht kennt, vielmen'ger recht, Wie du befiehleft, liebet. 3. Ich traue deiner allmacht nicht, Jch unterlaffe meine pflicht. Sogleich von erster jugend Ver gaß ich aller tugend. Gleich mit ein brunn sein waffer quillt, Da endlich gründ und seen füllt So quillt mein herz die fünde Die ich in mir empfinde: Als unzucht, lügen, foli muht, Neid, rachgier, geiz nad fremden gut, Und andre lafter denen tod Und fluch, ia ewge hol len noht Durch dein wort wird gedrauet. 1 4. Verlohren ist dein ebenbild, Drum ist mein herz so roh und wild. Jeh bin im fünder- orden Ein bild des satans worden. Mein geist ist blind, krank, elend bloß; Mein iammer ist erfered lich und zwar von der Reu und Leid über die Sünde. lich groß, Jet fann nicht alles kla gen, Ich muß fast gar verzagen. Mein leben und gerechtigkeit Ist ein beflecktes lafter kleid, Die sünde wird mich armes kind noch 325 Don der Reu und Leid über die Sünde. Traurigkeit über die Sünde. Mel. HErr JEsu Christ du zc. gedich, wie die ſpreu der wind 506. 2. mie betrübt es dahin führen. . Wie fündlich hab ich doch ges lebt: Wie freventlich dir wider trebt! In wie viel bdse thaten Bin ich bisher gerahten! Mir galt die kurze luft der zeit Mehr, als die frohe ewigkeit: Dis bringet meinem Herzen Jest eitel quahl und schmerzen. her;! Es fängt an sich zu gråmen, und ist voll trauren, angst und schmerz! Es muß sich, leider! schämen, Weil es so manche missethat, heils insgeheim begangen hat, Theils öffentlich verübet. 2. Ach GOtt! ich scheu und fürchte dich, Ich fürchte deine ruhten Mein herze quählt und ångstet sich, Für jammer mdgt es bluten, So oft es denkt, was ich gethan Ach! siehst du mich im eifer an, So muß ich gan; vers derben. Nun bin ich der verlohrne john, Dein grimm ist mein vers Dietter lohn. Ich seh mich als den schuld knecht an, Der nimmer mehr bezahlen kann Wo soll ich hülfe finden? 3 6. Bey dir allein ist hülf und raht, Wenn menschen húlf ein ende hat: Mein GOtt! du kannst mich lehren, Du kannst mein herz bekehren. Drum helfer! komm, vers wirf mich nicht von deinem guaden angesicht. Eil, mir ein neues leben Durch deinen geift zu geben. Ich bin dein schaaf, HErr! suche mich, Laß mich doch ja nicht ewiglich Verirret seyn: komm, steh mir bey, Daß ich mit thränen, buß und reu Dich wieder such und finde. 7. Ich habe deiner Liebe macht Und meine Eindschaft nicht bedacht, Die ich nunmehr verloh ten: Jedoch haft du geschworen, Du wolleft nicht des fünders tod, Drum glaub ich fest, in meiner noht Wirst du mich nicht verlas sen, Vielmehr mit huld umfassen. Laß mich dein kind nun wieder seyn, O treuer GOtt! erbarm dich mein Um Chrifti willen, daß ich dich, Durch sein verdienst, dort ewiglich Für deine gnade preise. spinge 3. Ich hab kein freudig herze mehr, Kein kindliches vertrauen; Mein herz scheut dich, als richter, sehr, Hat für sich selbst ein grauen. Jch tret in furcht und schaam vor dich, Jch seufze; denn die angst läßt mich Für zagen nicht recht beten. 4. Viel gutes hast du mir ges than, Ich kann nicht drüber klas gen: Nun seh ich es mit trauren an; Mein herz scheint mir zu sagen, Du werdest mir, zu meiner quahl, Die liebes- proben allzumahl Entreissen, oder mindern. s. Ja, was nur huld und gnade heißt, Und was du mir gegeber, ft, was ist mein gewissen beißt: Weil dich mein schnödes leben Mit undank und mit das bes lohnt: Denn da du meiner stets geschehut, Ward ich nur inimer ärger. 6. Ach ja: ich bin ein schnöder hrift, Der GOttes wink verachtet, Der keiner gnade würdig ist; Weil ich es nie betrachtet, Wenn mich gefahr und noht erschreckt, Wenn 3 326 Von der wahren Busse und Bekehrung Gu Wenn GOttes geift mich aufge auf. Mein herz will mir im leibe weckt, um mich zurück zu ziehen. beben, Wenn ich betrachte meinen lauf. Ach! wie viel böses ist voll bracht! Mein GOtt! wo hab ich hin gedacht? 7. Ach hör mich ist, o treuer GOtt, Mein einz'ger trost auf erden! Ach! laß mich nicht ein Auch und spott, Der sünden wegen, werden. Die huld, die du für fün der daft, Ist ja viel gröffer, als die last Von meinen missethaten. s. Wie? hat denn deine gnade sich mir nunmehr ganz entzogen? Gehöret JEsus nicht für mich? Ift er mir nicht gewogen? Oia! mein theurer heiland hat Ja mein' und aller missethat Gebüffet und bezahlet. 9. Wenn meine fünden schon wie blut Und rosin- farbe wären, Kann sie doch Chrifti rohte fluht Wie woll' in schnee- weiß kehren; So lehrt die schrift*: drum wasche mich, HErr! durch dis blut, und bilf, daß sich Mein glaube in mir mehre. * Efa. I, 18. 10. Nimm mich um Chrifti wil len an, Merk, vater in der höhe! Was er, und nicht was ich, gethan; Damit ich gnade sehe. Gib mir auch deinen guten geift, Daß er mir kraft und beystand leist, Die lebens- bahn zu gehen. 507. Mel. Wer nur den lieben GOtt zc ein GOtt! ich leb' in schweren for gen. Ich weiß fast weder aus noch ein. Mein fummer ist die nicht verborgen; Du weißt, was für ein jorgen stein Mir ist auf meinem berzen liegt, Der tausend centner überwiegt. 12. Jeh sorge, HErr: für meine fünde, Die ist mir eine schwere last. Weil ich dafür kein mittel finde; So hab ich weder ruh noch raft. Die fünde ruhet vor der thur; Ach, was für strafen zeigt sie mir! 3. Ich führte sonst ein sichres leben: Nun wachet das gewissen 4. Verfluchte lüfte meiner fees len! Nunmehr gebährt ihr mir den tod. Nun fangt ihr an, mich recht zu quälen, Nun bringt ihr mich in angst und noht; Nun stürzt ihr mich, gedenkt mein herz An GOttes zorn, in hollenschmerz. s. Der zorn schlägt mich zur hölle nieder, Ach! er ist über mich entbrannt. Verflucht sind meine sünden- glieder, Die mir des höch ften huld entwandt. Ich soll, zu ewger straf und pein, nunmehr ein kind des todes seyn. 6. Gerechter GOtt! dis ist mein sorgen, Dis liegt mir tag und nacht im sinn. Dis krånket mich am frühen morgen; Am abend, wenn der tag dahin, Geht dieje forge mit ins bett, und macht mein bett zur thrånen stått. 7. Ach! wälze doch von meis nem herzen, Mein GOtt! den stein, der mich so drückt. Ach! nimm hinweg die feelen- schmerzen: Und wie du Davids herz era quickt, So schenke mir, nach dei ner huld, Auch alle meine sündenschuld. 8. Vergib sie mir um Chrifti willen; In diesem sich mich gnäs dig an: Der kann ja deinen eifer stillen, Der hat ja gnug für mich gethan. Auf ihn vertraut mein herz und spricht: Verstoß mich armen fünder nicht! 9. Ich weiß, ich finde bey dir gnade; Dein wort sagts meiner feele zu. Verzweifelt böf ist zwar der schade; Doch JEsus schafft mir hulf und ruh. Ich glaub, und darum rufe ich: Erbarme dich, GOtt! über mich. Angst und zwar von der Reu und Leid über die Sünde. Ungst und Schrecken bes Gewissens. Mel. JEsu deine heilge wunden. 508. Ach was hab ich ausgerichtet! Ach was hab ich doch gethan! Wer ist, der die fache schlichtet? Mein gewis jen klagt mich an. Ich bin selber wider mich, Weil ich mich so fres ventlich Durch den sünden wußt beflecket, und des höchsten zorn erwecket. 2. GOtt! ich muß mit zittern agen: Ich, ich bin ein sünden fuecht. Jezzo fühl ich deine pla gen; Aber du, du bist gerecht. Mein verderbtes fleisch und blut Hat das rechte wahre gut, Durch des teufels trieb, verachtet, Und den luften nachgetrachtet. 3. Vorhin hab ich mich gefreuet Meiner schweren fünden last: Jezo, da mich solche reuet, Hab ich weder ruh noch raft: Was mich chedem ergeßt, hat mich jest in angst gesert: Was vorhin den leib erquicket, Ist, was iest die feele drücket. 3 327 flucht in ewigkeit. Ewig sey vers flucht die stunde, Da ich sündenluft empfunde. 7. O! wie bist du sünde: fünde! Eine laft, die centner- schwer. Alles, was ich an mir finde, Aengstet, drückt und kränkt mich sehr.GOtt! deinjorn hat mich erschreckt, Ach! wer ist, der mich bedeckt? Keine creatur kann rahten Meinen schweren missethaten. 8. HErr! es steht in deinen häns den; Du alleine hilfft aus noht. Du kannst meinen kummer wenden, Und mich retten aus dem tod. HErr! es steht allein bey dir, Denn sonst niemand hilfet mir. Deine huld kann mich verneuen, Und in ewigkeit erfreuen. 9. Jch verdamme feel und glieder: Sprich du sie in gnaden los. Bittlich fall ich vor dir nieder: Nimm du mich in deinen schoof. Laß, HErr! gnade gehn für recht Ueber mich verworfuen knecht. Willt du ins gerichte gehen, HErr, mer kann vor dir bestehen? 10. Deines sohnes marter. 4. Ach! mit dem verruchtenzeichen Stell ich zwischen mich baufen Bin ich nun den irreweg und dich: Hiedurch laß mich guad Leider! so viel jahr gelaufen. Aber erreichen, Denn er starb ja auch deinem guten steg, Der zur him- für mich. Schaue, GOtt! auf mels pførte führt, Hab ich nie diesen tod, Dieser reißt mich aus recht nachgespührt, die bereut, der noht: JEsus hat ja schon rie was ich begangen: Wo werd ich plagen, Der ich würdig war, ges nun troft erlangen? tragen. 1. GOtt! wie ist mir doch ge schehen, De mein her; so von dir wich? Ach! ich soll gen himmel ſehen, aber ich seh unter mich. Ich bin wehrt, daß zorn und wüht Mich mit trübsal, flamm und glut Gar zerschmettre, gar zerschlage, Und zur pein der höllen jage. 6. Alle freude sen versluchet. Die von sünden hergerührt. Alle jeit, da ich gesuchet, Was nur bollen angst gebiehrt, Was mir GOttes wort verbeut, Sen verS 11. Du verheisfest gnad und leben, Und uns aus barmherzigkeit Alle sünden zu vergeben: Denk an deinen theuren eyd, Der den sündern troft verspricht; Du willt ihren tod ja nicht, Sondern heil und leben schenken, Wenn sie sich nur zu dir lenken. 12. Darum bitt ich, ach! erhd. re, Mater! den verlohrnen sohn, Der ich wieder zu dir kehre; Blicke von des himmels thron. Ich bring ein zerknirschtes herz, Ganz voll € 4 328 Von der wahren Busse und Bekehrung voll reue, leid und schmerz, Das schade, Den niemand heilet, als nach deiner gnade trachtet, Sol ches hast du nie verachtet. 13. Laß die engel frölich werden, Daß ein sünder busfe thut. Weil ich lebe auf der erden, Will nur du; Ach aber, vater! gnade, gnade! Ich laß dir doch nicht eher ruh. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein erbarmer! über mich. 6. Ach! nicht, wie ich verschul ich, was sonst fleisch und blut Bis det, lohne, Und handle nicht nach anher so hoch geschäßt und mein meiner fünd. O treuer vater! her; so hart verlegt, Fliehen, mei- schohne, schohne! Erkenn mich den, ernstlich haffen, und dich wieder für dein kind. Erbarme ganz allein umfaffen. dich, erbarme dich, GOtt mein erbarmer! über mich. 14. Wirst du mir zur feite stehen Durch des guten geiftes kraft; 7. Sprich nur ein wort, so werd Werd ich nie den weg mehr gehen, ich leben, Nur dieses wort if Der hinab zur hölle rafft. Gott! mein begehr: Geh hin, die sünd ich kehre mich zu dir, Kehre du dich ist dir vergeben, Nur fündige fort auch zu mir; Dafür will ich deinen bin nicht mehr. Erbarme dich, namen Ewig loben, preisen, amen! erbarme dich, GOtt mein erbars mer! über mich. Mel. Wer nur den liebenGOtt 2c, charmer mensch, ich 8. Ich zweifle nicht, ich bin er höret: Erhöret bin ich zweifels 509.J armer fünder Steh| frey, Weil sich der troft im herzen hier vor GOttes angesicht: Ach mehret; Deßwegen end' ich mein GOtt! ach GOtt! verfahr gelin geschrey. Erbarme dich, erbarme der, Und geh nicht mit mir ins ge- dich, GOtt mein erbarmer! über richt. Erbarme dich, erbarme dich, mich. GOtt mein erbarmer: über mich. Mel. O traurigkeit 2c. 2. Wie ist mir doch so herzlich bange Von wegen meiner miffe: that! Hilf, daß ich wieder gnad er: 510. angst und leid! Otraurigkeit, Die lange, Weil mich dein soh: ver- ich aniezt empfinde! Mein gewis föhnet hat. Erbarme dich, erbar sen naget mich Wegen meiner me dich, GOtt mein erbarmer! fünde. über mich. 2. O furcht und noht! Denn 3. Hdr, ach erhör mein seufzend höll und tod, Die mich mit wuht schreyen, Du allerliebstes vater- umringen, Deffnen ihren rachen herz! Eil, mir die fünden zu ver- schon, um mich zu verschlingen. jeihen, Und lindre meinen seelenschmer;. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein erbarmer! über mich. 3. O ungemach! O weh und ach! Wo soll ich mich verstecken? Mögte mich die tiefste gruft Für dem zorne decken! 4 Ach! soll ich gar vergeblich klagen? Hörst du denn nicht? ach hörst du nicht? Wie kannst du das geschren vertragen? Hdr, was der arme fünder spricht: Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein erbarmer! über mich. 5. Wahr ist es, übel steht der 4. Der erden saum hat keinen raum, Drinn ich mag sicher bleis ben. Meine bosheit will mich ganz In den abgrund treiben. *. Wie werd ich dort Ein firenges wort Vor GOttes richtstuhl hören! Weil ich mich die sündenluft Laffen so bethdren. 6.0 und zwar von der Reu und Leid über die Sünde. 329 6. O GOttes sohn, Du gnas ser gnaden- zeit; Nimm den auf der den thron! Ich flieb in deine in busseVoll glauben zu dir schreyt. wunden, Wo die fünder iederzeit Sich mich mit einem blicke Der Raht und troft gefunden. gnaden wieder an. Wirf hinter dich zurücke, Was ich nicht recht gethan. 7. Du haft dein blut Jamir zu gut Am creuzes- stamm vergoffen; Und dadurch ist lauter heil Auf mein Herz geflossen. 8. Darum mein heil! Eaß mich it theil An deinem gnugthun haben: Meine fünde werd hinfort In dein grab begraben. 9. 3war treuer hirt! Der sa tan wird Mich ferner noch verklagen; Aber still ihn durch dein blut; Sonst muß ich verzagen. 6. Entbinde mich in gnaden Von meiner schweren laft. Vers binde meinen schaden, Wie du versprochen haft. HErr! heile mein gewissen, und träfte meinen geistl Ich werde sterben müssen, Wo du nicht troft verleihst. 7. Komm, JEsu! mir zu gute, Vertritt mich kräftiglich. Tilg aus mit deinem blute Die handschrift wider mich. Wasch ab all' meine fünden, Deck alle fehler zu; Für angst laß mich empfinden Die wahre seelen- ruh. 8. Denn du bift ia gebohren, Die feelen insgemein zu suchen, die verlohren, und aller heil zu seyn: Drum suche doch mich armen, Und zeige mir dein heil; Ja gib mir aus erbarmen An deinem Mel. Herzlich thut mich verlang. 511. Ach weh mir bösem Finde! Ach weh der missethat! Mich ångstet meine sünde: Denn deinen guten raht hab ich, mein GOtt! verachtet, Und dir mich widersetzt. Dem hab ich nach getrachtet, Was deine hald verlegt. 2. Ich habe deinem willen Un- himmel theil. willig nachgelebt, Das gute zu erfüllen, Muhtwillig widerstrebt. Dein wort hab ich vergessen, von dir mich abgelenkt; Auch vielmahl ganz vermessen Dein treues herz gekränkt. 3. Ach weh nun meiner feelen! Sie muß des todes seyn. Will ich es gleich verhehlen; Kann ich mich jolcher pein Doch hiedurch nicht entbrechen, Weil alles GOtt be9. Führ mich aus meiner irre In deinen liebes- schooß. Wenn ich aus angsten girre; So reiß mich gnädig los. Von sünden, tod und hälle Sprich mich in gnaden fren: Zur rechten hand mich stelle, Daß ich dein eigen sey. Schaam vor Gott. Mel. Wo soll ich fliehen hin 2c. Sein jorn ist entbrannt. cit: Er will die fünde rächen. 512. Mein Gott! ich ſchä 4. Drum bitt ich deine treue, Mein GOtt! vergib mirs doch. Weil ich die schuld bereue; So nimm das schwere toch von mei nem armen herzen. Nimm weg die ſünden noht; Nimm weg die see lenschmerzen und den verdien2 ten tod. 5. Ich falle dir zu fusse In die me meine fünden dich Für die genoßue gaben So sehr beleidigt haben. Wie kann vor deinen augen Ein solches scheusal taugen? 2. Du bist die heiligkeit: Ich voll vermessenheit und ganz voll fünden flecken. Wo soll ich mich verstecken? Wie kann ich mit den deinen Getrost vor die erscheinen? 5 Von der wahren Busse und Bekehrung o 330 3. Ich hielt ja gut und geld, Die schudd und eitle welt, Nebst deren luft- getümmel, Viel höher als den himmel; Und wollte diese gözen In Salems tempel setzen. 4. Ich habe vielmahls schon, Dir junt verdruß und hohn, Dein janftes ioch zerschmissen und mich der last entriffen, Die denen leicht zu tragen, So nach dem himmel fragen. <. Ein kind der seligkeit Wird ben bedrängter zeit, Auch wenn die stürme toben, Den allerhschwinden. ften loben; Da ich in unglücks jeiten Pflag wider dich zu streiten. 6. Dein wort befiehlt zwar wol, Daß ich beständig soll Mit ringen und mit beten Vor dich, mein vater! treten: Doch blieb ich kalt und träge Auf meinem fänden wege. Mein gutes kommt von dir; Doch hab ich öfters mir Sehr vieles beygemessen, und deiner fast vergessen, Wenn mich die ruhm begierde Auf hohe zinnen führte. s. Du förderft meinen lauf; Und höreft niemahls auf, Zu meinem wolergehen Auf treuer hut su stehen: Ach! aber mein ge mühte Denkt schlecht an deine gute. 9. Wie deutlich legst du mir Trost und verheiffung für, Du wolleft ieden morgen Als vater für mich sorgen; Doch wank ich in dem stehen, Wenn kleine winde wehen. 10. Mit kurzen: was ich bin, Mein Herz, mein geist und sinn Hat Adams schuld geerbet, Und ift durchaus verderbet: Mich schäm ich, mich zu nennen, Du wirst mich nicht mehr kennen. u. Ja, HErr! ich schäme mich: Erbarm, erbarme dich Jeh falle dir zu fuffe, Gib mir doch wahre busse: Laß allen fluch verschwin den, Und mich versöhnung finden. 12. Mein vater! nimm mich an; Dein sohn hat gnug gethan: Denn seine schmach und bande, Sein antlig voller schande, Die werden meine flecken mit reiner unschuld decken. 13. Ich will mich fernerhin, Go lang ich hier noch bin, Der sün den ernstlich schämen, Und meine neigung zähmen: Drum laß dich gnädig finden, und hilf mir überSaß gegen dte Sünde. Mel. JEsu deine heilge wunden. 513. Euch, ihr schudden eitelkeiten! Sag ich ewig gute nacht. Ich bereue tag und jeiten, Die ich mit euch zuges bracht. Seh ich alle fünden an, Die ich bis anher gethan, Muß ich ängstlich und mit klagen Aus und herz zur erde schlagen. 2. Was ich ernstlich sollen haf sen Als ein gift, das mich erstickt, Was ich billig sollen lassen; Daran hab ich mich erquickt. Finsternis war mir ein licht; Was ich sollte, that ich nicht. So befleckt' ich herz und sinnen Durch mein thdrigtes beginnen. 3. Nur die welt hat mich erseget; GOttes lehre, treu und zucht hab ich kindisch ausgesezet. O wie war mein herz verrucht! Nun erkenn ich mein versehn: Wie werd ich der angst entgehn? Was ich nur bisher geliebet. Macht mich ängstlich und bes trübet. 4. Falsche welt! durch deine tücke Hast du mich ins nes ges bracht: Nunmehr ziehst du dich zurücke, Da du mich so blind gemacht, Daß ich, als ein sünden. knecht, GOtt und tugend, licht und und zwar von der Neu und Leid über die Sünde. 331 einft den lebenslauf, Ach! so faffe, voll erbarmen, Meinen geist mit liebes armen. und recht, Ja die seligkeit verachs tet, Und allein nach dir getrachtet. <. Ach dis krånket mein gemühs te: Daß ich in der eitelkeit meis ner besten jahre blühte GOtt geraubt, und dir geweiht. Du verEleinertest die schuld, Und vermir glück und Nann Verlangen nach ser Gnade. nach Luc. 15. test ſchand und lafter, tugend: 514. Brigkeit, Bater aller Mel. Christus der uns selig zc. gü Und verführteft meine jugend. 6. Nun empfind ich angst und gnaden! Sieh doch auf das schweschmerzen, Die mir deine wolluftre leid, Das mein herz beladen. macht. Hilf nun auch dem kranken herzen Du, die mich in noht gebracht. Doch dis alles hilft mir nicht, Denn ich selbst muß vors gericht, und für mein ver ruchtes leben GOtt genaue rechnung geben. Ich bin der verlohrne sohn, Und das kind der sünden. Gib mir nicht verdienten lohn, Laß mich gnade finden. 2. Ach! ich fühle quahl und schmerz; Weil ich so betrübet Dein getreues vater herz, Das mich brünstig liebet. Ach! ich habe tag und nacht In dem lafter- leben Alle gûter durchgebracht, Die du mir gegeben. 3. Meine sünd ist stets vor mir, Der ich nachgewandelt; In dem himmel und vor dir Hab ich misgehandelt. Vater, der mein heil begehrt: Dir will ich bekennen: Vater, ach! ich bin nicht wehrt, Mich dein kind zu nennen. 7. Was für noht ist hier zu finden! Denn vielleicht heißt Gött mich nun, Wegen meiner vielen sünden, Bald und pldzlich rechnung thun. Sen verflucht, verlohrne zeit, Die ich eitler luft geweiht! Send verfluchet, dunst und schatten, Die mein her; be schweret hatten. 8. Hoffart, wolluft, fleisches triebe, Augen luft und schudde pracht, Welt und laster- volle lie be, Euch, euch sag ich gute nacht! JEsu! komm, erbarme dich, Rühr mein her; und heile mich, Daß dich nunmehr meine seele Als ihr höchstes gut erwähle. 9. Laß mich alle lüfte baffen, Die der Freis der erden hegt. Laß mich nur das creuz umfassen, Das dich, meinen JEsum, trägt, Wo dein tod und theures blut Gnug für meine schulden thut. Laß mich dich beständig suchen, und, was eitel ift, verfluchen. 10. Dir will ich mein übrig les ben, Freund der seelen! ganz allein Als dein eigenthum ergeben; Laß es auch dein eigen seyn. Nimm dis opfer gnädig auf. Schließ ich 4. Vater, der an gnade reich, Brünstig von erbarmen! Mache mich den knechten gleich, Hilf, ach hilf mir armen! Siche doch die hungers- noht, Die mich schmerzlich plaget. Reiche mir dein gnaden- brot, Eh mein her; verzaget. s. Sieh' ich falle nackt und bloß, Vater! vor dir nieder. Deine treu ist ewig groß, Trößte mich doch wieder; Weil ich sonst verschmachten muß In der angst der sünden. Laß den süssen liebes Fuß Meine feel empfinden. 6. Ziere meine glaubens hand Mit des geistes ringe; Gib, daß mir dis liebes pfand Croft und freude bringe; Meinen fuß bereite du, Deine bahn zu gehen; Führ ihn nach 332 36 Von der wahren Busse und Bekehrung das nach dem himmel ju, Dis ist ,, bricht: Geht es gleich voll misse: HErr: mein flehen. that Auf dem breiten höllen- pfad; Willt du ihm doch alles schenken, Und es selbst zur busse lenken. 7. Schenke mir das schöne kleid, Das dein sohn erworben, Als er aus barmherzigkeit Für die welt gestorben.Laß dein theures gnaden mahl mich im glauben schmek ken, und mir wider alle quahl Freud und troft erwecken. 5. Suche mich, dein schäflein, wieder; Such es, weil es, treuer hirt! Da es irret auf und nieder, Wölfen souft zum raube wird Das verscheuchte täubelein Schleuß in Chrifti wunden ein; Reiß es aus dem welt- gebüsche, 8. HErr mein GOtt! verwirf mich nicht, Vater aller gute, Des sen her; aus liebe bricht! Eröfte Daß es satan nicht erwische. mein gemühte. Hilf mir aus der 6. HErr! ich habe zwar verzo fünden noht Die mein herz um- gen, Bin, nach Noa raben art, geben. Sprich: mein sohn! du wares todt, Und sollt wieder le ben. Sicher hin und her geflogen, hab die busse lang gespahrt. Jest thu ich zu dir den tritt, Bringe reu und glauben mit, HErr ich kom Mel. JEsu deine heilge wunden.me hoch beladen, Nimm dein ars 15. Bater, ach laß troft er mes kind zu gnaden. scheinen! Sieheft du dein kind denn nicht Bitterlich Mel. JEsu meines Lebens 2. mit Petro weinen? Wie es mit Manaffe spricht? Wie es schlägt 516. Ach! wo soll ich fünder finden an feine bruft? Wie es alle sün- und sicherheit? Weil die menge den luft Höchst bereuet, gar verneiner fünden Wider mich gen fluchet? Wie es weinend gnade himmel schreyt; Weil mich mein fuchet? ; gewissen naget und mich tag und nacht verklaget. Ach! wo flich ich armer hin? Weil ich so ge ångstet bin. 2. Vater! du hast mich geliebet Je und je von ewigkeit. Da mich nun die schuld betrübet, Trdst ich mich der gnaden zeit. JEsu creuz und dornen cron Bring ich, HErr! vor deinen thron; Der, so selbst für mich gelitten, Hört nicht auf für mich zu 2. Höchster! tröfte mein ge mühte, Das zu dir mit weinen fleht. HErr! ich weiß, daß deine güte Ueber alle himmel geht. Was ren aller menschen fünden An mir armen gleich zu finden; Würde deine gut allein Gröffer, als sie al le. feyn. bitten 3. Du bist heilig, und ich schame Mich der ungerechtigkeit. Wenn ich feigen- blåtter nähme; Deckte doch dis heuchler kleid Meiner fünden blösse nicht. Läs seit du nicht vor gericht Gnade, ondern recht, ergehen, Wer ist rein, wer wird bestehen? 4 Doch verheisfest du das le ben, Willt den tod des fünders wicht: Du willt alles das verge ben, was ein böses herz ver3. HErr! dein wort hat ja ver sprochen, Armen fündern hold zu seyn. Ach! mein herz ist ganz zers brochen und zerknirscht in reu und pein; Ja mein geift ist gant zerschlagen. Laß dis opfer dir bes hagen, Nimm mein herz, das zu dir schrent, Vater aller gütigkeit! 4. Sich auf deines Sohnes büffen, Auf sein leiden ohne zahl, Auf 333 und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. Auf sein theures blut- vergieffen, gedenke, Jus meer fie tief vers Und auf seine todes- quahl. Er hat mich mit dir verglichen, Und die schuld mit blut durchstrichen, Als er auf dem creuz- altar Für die welt ein opfer war. . Ldse mich, ich bin gebunden, Stärke mich, denn ich bin matt; Heile mich, ich bin voll wunden; 6. It meine bosheit groß, Go Trößt mich, denn kein troft hat werd ich ihr doch los, Wenn ich statt. Hilf, weil du zur hulf erkoh- dein blut auffasse, und mich dars ren; Suche mich, ich bin verloh- auf verlasse. Wer sich zu dir nur ren; Rette mich, ich bin in noht; findet, All angst ihm bald ver, Gib mir leben, ich bin todt. schwindet. 6. Reiche mir die gnaden- hande. Hilf mir schwachen täglich auf; Daß ich felig einst vollende Dieses lebens kurzen lauf. Hilf, HErr JEsu! hilf mir ringen, Teufel, fleisch und welt bezwin gen. Führe mich aus angst und streit Im triumph zur ewigkeit. senke. 5. Du bist der, der mich tröst, Weil du mich selbst erlöft: Was ich gesündigt habe, Haft du verscharrt im grabe; Da haft du es verschlossen, Da wirds auch bleiben müssen. 7. Mir mangelt zwar sehr viel; Doch was ich haben will, Ift alles mir zu gute Erlangt mit deinem blute, Womit ich überwinde Tod, teufel, höll und fünde. 8. Und wenn des satans heer mir ganz entgegen war, Darf ich doch nicht verjagen: Mit dir kann ich sie schlagen. Dein blut darf ich nur zeigen, So muß ihr trog bald schweigen. Don der im Glauben gefuchten Gnade und Dergebung. 9. Dein blut, der edle saft, Hat solche stårk und kraft, Daß es kann ganz alleine Die welt Mel. Auf meinen lieben GOtt. 517.Wo foll ich fliehen von fünden reine, Ja gar aus tenrachen Frey, los und ledig hin? Weil ich befels schweret bin mit viel und gross machen. sen fünden? Wo kann ich rettung finden? Wenn alle welt herkäme, Mein' angst sie nicht wegnehme. 10. Darum allein auf dich, HErr Chrift! verlaß ich mich, Jezt kann ich nicht verderben, 2. O JEsu, voller guad! Auf Dein reich muß ich ererben: Denn dein gebot und raht Kömmt du haft mirs erworben, Da du für mein betrübt gemühte zu deiner mich gestorben. groffen güte. gewissen Ein flieffen. Laß du auf mein II. Ach führ mein her; und gnaden trdpflein sinn Durch deinen geiß dahin, Daß ich mdg alles meiden, Was 3. Ich, detu betrübtes Find, mich und dich kann scheiden: Daß Werf alle meine fünd, So viel ich an deinem leibe Eingliedmaaß ihr in mir stecket, und mich so hef ewig bleibe. tig schrecket, In deine tiefe munden, Da ich stets heil gefunden. ☆ 12. Amen zu aller stund Sprech ich aus hersens grund: 4. Durch dein unschuldig blut, Du wolleft mich ja leiten, Herr Die schöne rohte fluht, Wasch ab Chrift! zu allen zeiten: Auf daß all meine fünde: Mit troft mein ich deinen namen Ewiglich preise, her verbinde, und ihr nicht mehr amen. Mel. 334 Von der wahren Busse und Bekehrung Mel. JEfu deine heilge wunden. leben Sey aus gnaden die vergeben. 518. Vater ater: laß mich gnade finden, Tröste meis nen bidden sinn, Der ich wegen meiner fünden So betrübt und traurig bin. Sieh, mein vater! wie ich hier Jezt vor deiner gna den thür Mit dem zölner schaamroht stehe, und dich um vergebung flehe. 7. Wirst du nur mir armen sün: der, O mein GOtt! barmherzig seyn; Nimmst du mich zur zahl der kinder Wiederum in gnaden ein; Ach! so rühm' und preis' ich dich Jeit und einsten ewiglich. Hore mich in Christi namen, und sprich selbst ein kräftig amen! 2. Du bist heilig, ich hingegen Bin voll ungerechtigkeit, muß mich blos aufs bitten legen; Blos auf deine gütigkeit Seß ich meine zuversicht; Denn ach! würde dein gericht Ohne gnad und huld ergehen; O wie würd ich doch be stehen! 3. Doch nach deiner gnaden lehre Willt du keines fünderstod: daß er bekehre, wenden. entgeh der höllen- noht. Dieser trost erquicket mich, Als der ich auch angstiglich Ueber meine schwere sünde Neu und leid bey mir empfinde. +. Es vergoß auf dieser erde Selbst dein sohn sein theures blut, Daß ein leder selig werde, Der im glauben busse thut. Des sen creuz und dornen- cron Bring ich jest vor deinen thron. Sei nen tod und blut vergieffen Laß mich armen auch geniessen. 5. Zwar ich sollte längst feyn kommen; Aber deiner gütigkeit Ist dadurch noch nichts benommen: Denn noch ist die gnaden zeit. Keine busse ist zu spät, Wenn sie nur von herzen geht; Darum wird dir auch mein flehen zu ch 519. Gott und Herr! Wie groß und schwer Sind mein' begangne sünden! Da ist niemand Der helfen kann In dieser welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser zeit Bis an der welt ihr ende, Und wollt los seyn Der angst und pein, Würd ich es doch nicht 3. Zu dir flich ich, Verstoß mich nicht, wie ich es wol verdienet. Ach GOtt! zurn nicht, Geh nicht ins g'richt, Dein sohn hat mich verfühnet. 4. Solls ia so seyn, Daß ftraund pein Auf sünde folgen müß fen: So fahr hie fort, Nur schohf ne dort, Und laß mich hie wol büffen. 5. Gib, HErr! geduld, Vergiß der schuld, Gib. ein gehorsam herze, Daß ich nur nicht, Wies oft geschicht, mein heil murrend verscherze. 6. Handle mit mir, Wies dünket dir: Durch dein' gnad will ichs leiden: Nur dort laß mich Nicht ewiglich Von dir seyn abgescheiden. 7. Gleichwie sich fein Ein vdgelein Jn hole baum' verstecket, Wenns trüb hergeht, Die luft unstet, Wenn mensch und wich erschrecket: 6. Grosser GOtt, voll lieb' und treue Eaß durch Christi tod und pein Meine spåte buß und rene Jezt noch vor dir gültig feyn. Denke doch nicht weiter 8. Also, HErr Chrift: Mein' bran, Wie viel übels ich gethan. suflucht ist Die hdle deiner wunSprich: dein arges sünden- den: Weil sünd und tod Mich bracht und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. bracht in noht, hab ich mich drein gefunden. 9. Darinn ich bleib, Obgleich der leib Und feel vonander schei: den: So werd ich dort Bey dir, mein hort Seyn in ewigen freuden. 335 Der für die welt genug gethan; Durch den wir GOttes kinder Sm gläubigen vertrauen sind Der ists, bey dem ich ruhe find: Er ist ja stets gutthätig. Drum faß ich ihn und laß ihn nicht, Bis GOttes her: mitleidig bricht: GOtt sey mir fünder gnädig! <. Regiere doch mein herz und sinn In diesem ganzen leben; Du bist mein GOtt, und was ich bin, Bleibt ewig dir ergeben. Ach! heilige mich ganz und gar, Mach meinen glauben immerdar Durch wahre liebe thätig. Läßt sich dann noch viel ſchwachheit ſehn; So ſoll mein * 10. Ehre sey nun GOtt vater, sohn, und heilgem geist zusam men. Ich zweifle nicht, Weil Christus spricht: Wer glaubt, wird ſelig, amen. Mel. HErr GOtt der du erforsch 520, foi defe ber ieståt Sich alles hebet, Dem erd und meer zu dienste steht, Vor dem der erdkreis bebet. Der himmel ist dein, helles kleid, Du bist voll macht und herrlichkeit, Sehr groß und wunderthätig. Ich armer wurm vermag nichts mehr, Als daß ich ruf zu deiner ehr: Gott sey mir sünder gnädig! md 2. Hier steh ich, wie der ¡ duner that, Beschämet und von ferne, Ich suche deinen trost und raht: Mein Gott: du hilfft ia gerne. Doch meiner fehler groffe sabi 521. Erbarm dich mein, o Und menge, macht mich überall Voll flecken und unslåtig; Drum schlag ich nieder mein gesicht Vor dir, du reines himmels licht GOtt sey mir fünder gnädig: 3. Die schulden, der ich mir be wußt, Beangsten mein gewissen; Drum schlag ich reuend an die brust, Die schmer; und leid zerrissen. Ich, der ich mich von dir gekehrt, Ich bin des lebens gar nicht wehrt; Doch weil du winkst, jo bet ich Mit gan; zerknirschtem bangem geist, Der gleichwol dich noch abba! heißt: GOtt sev mir fünder gnädig! 4. Mein vater: schaue Jesum an, Den gnaden- thron der fünder, Gott sey mir fünder gnädig! 6. Mein leben und mein fierben ruht Allein auf deiner gnade. mir geh es übel oder gut, Gib, daß es mir nicht schade. Und Edmmt das lezte stündlein an; So sey mir auf der todes- bahn, Mein JEsu! selbst beyrähtig: Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, Go nimm den lesten seufzer an: Gott sey mir fünder gnädig! deiner groff'i barmherzigkeit: Wasch ab, mach rein mein' miſsethat; Ich bekenn mein' sünd, und ist mir leid. Allein ich dir gesündigt hab, Das ist wider mich fietiglich: Das bds vor dir mag nicht bestehn. Du bleibst gerecht, ob du urtheilst mich. 2. Sieh, HErr! in fund bin ich gebohrn, In sünd empfing mich mein' mutter. Die wahrheit liebst, thust offenbahrn Deiner weisheit heimlich' güter. Bespreng mich, HErr! mit yfopo: Rein werd ich, so du wäschest mich, Weiffer denn schnee; mein gehör wird froh, Au mein gebein weird freuen sich. 3. HErr! sich nicht an die fünde mein, Von der wahren Busse und Bekehrung 336 mein, Thu ab all ungerechtigkeit: Und mach in mir das herze rein, Ein'n neuen geißt in mir bereit, Verwirf mich nicht von dein'm angesicht, Dein'n heilgen geist wend' nicht von mir, Die freud deins heils, HErr! zu mir richt, Der will'ge geift enthalt mich dir. 4. Die gottlof'n will ich deine weg', Die fünder auch darzu, lehren, Daß sie vom bösen falschen steg zu dir durch dich sich bekehren. Beschirm mich, HErr! meins heils ein GOtt! Für dem urtheil durchs blut bedeut: Mein zung verkündt dein recht gebot, Schaff, daß mein mund dein lob ausbreit. Ach HErr! ach ich betenn es dir; Denn meine sünd ist stets vor mir: Gefündigt hab ich dir allem, Und meine übelthaten seyn Mi immer vor den augen. 2. Du bist gerecht von ewigkeit, und dein gericht ist recht allzeit: Ich aber muß mich schämen, Im fack und asch mich grämen. Sieh, HErr! ich bin in missethat Ges zeugt, und meine mutter hat In sünden mich empfangen, Die mir nun fort anhangen. Du willt, daß auch des herzens grund Aufrichtig fen zu feder stund: Drum giebest du mir, daß ich dich Und deine weisheit, innerglich Erkennen kann und wissen. 5. Kein leiblich opfer von mir 3. Spreng mich mit Chrifti heischft, Ich hätt dir das auch gegeben: So nimm nun den zerknirschten geißt, Betrübt und traurig her: darneben. Verschmäh nicht, GOtt! das opfer mrein, Thu wol in deiner gutigkeit Dem berg' zion, da chri sten seyn, Die opfern dir gerech tigkeit. blute an; So wird der ausfaz abgethan, Die fünd, die ich geer bet, Und die mich sonst verder: bet. HErr! wasche mich und mach mich rein; So werd ich unbeflecket feyn, Und weisser kdn nen werden Als nie kein sence auf erden. * 6. GOtt vater in dem höchften thron! Steh mir in allen ndhten bey. O JEsu Christe, GOttes sohn! Dein blut von sünden mich befren. O heilger geift führ mich allzeit, Damit ich geh auf rechter bahn. O heilige dreyeinigkeit, Nimm meine bitte gnådig an! 522.29 Mel. Ich glaub an einen GOtt 2c. ch sen mir gnädig, HErr mein GOtt! Nach deiner gut in meiner noht; Tilg durch dein reich erbarmen All fünde in mir armen. Durch deine vater treu und huld Wasch mich recht wol von meiner schuld und reinge mich von fünden, Die ficb in mir befinden. NISH Laß mich doch hören wonn und freud Nach dieser groffen traurigkeit, Daß die gebeine, die du haft Zermalmt durch deines grinimes laft, Gestärkt und frd 100 lich werden. 4. Denk nicht, wie ich gesün digt hab. Ach kehr dein antlik davon ab! Tilg alle missethaten, In welche ich gerahten. Schaff in mir, GOtt! aus lauter gut Ein reines herze und gemüht; Auf wahre buß und reue Inwen dig mich erneue. Ach vater! ach verwirf mich nicht Jm zorn von deinem ange sicht: Gib, daß ich wieder in mir merk Des guten geiftes kraft und stärk: Laß den nicht von mir weichen. <. Der tros deins geiftes mich erfreu, Daß ich zum guten willig fen, und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. sey, Und darnach, weil ich lebe, Stets ungezwungen strebe. HErr! deinen weg will ich hinfort Die sünder lehren durch dein wort, Daß sie zu dir sich kehren, Und buß zu thun begehren. Gott, der du mein heiland / bift! Die berze frißt, Nimm weg, rett davon deinen knecht, Daß meine zunge deine recht, Das gnaden- urtheil, rühme. 6. HErr! thu mir meine lippen auf, Zeuch mein gemüht zu dir hinauf, Dich, GOtt im himel oben! Mit Herz und mund zu loben: Weil dir dank opfer nicht gefällt, Wenn dir nicht erst wird vorgestellt Ein her: voll angst und klagen, Zerbrochen und der schlagen. 337 Daß ich dem bösen widerfireb, Und ficts nach deinem willen leb Bis an mein leztes ende. Mel. JEsu deine heilge wunden. 523. Straf mich nicht, michigroffen der, Neiß mich nicht im zorne hin; Da ich aus der zahl der kinder Freventlich gewichen bin. Mache mich, gerechter GOtt! Nicht, wie ich verdient, zu spott. Schohne, strenger richter! schobne, Und mir nicht nach fünden lobne. 2. Ach! verflucht seyn meine werle, Die dich gar zu sehr betrübt. Ach daß ich so spät vermerke, Was für lafter ich verübt! Aus gerechter feelen noht Wünsch ich mir wol gar den tod. Habe, schöpfer! mit mir armen Und beWer dir in wahrer reu und buß Mit heiffen thranen fällt zu fuß,| trübten, doch erbarmen. Hat ein gar ndhtig opfer bracht, Das niemahls wird von dir vers acht't; Du nimst es an zu gnaden. 7.Thu wol an deiner kirch auf erd, und mach sie herrlich, hoch und wehrt, Daß auch fortan die heiden Sich nicht mehr von dir scheiden. Verleih uns in der chrifenheit, Daß wir des glaubens einigkeit, Auch sonst ein gut ges wissen zu halten seyn geflissen. Dann wird dir bracht an jedem ort Ein reines opfer fort und fort, Wenn wir so unser lebelang Dir durch gebet und lob- gesang Der lippen farren opfern. * 8. GOtt vater in dem höchften thron! Gedenk an deinen eingen sohn; Und um desselben willen Laß deinen grim sich stillen. DJEfu Chrift! durch deinen tod Errette mich aus aller noht; Ich weiß für meine fünden Sonst keis nen troft zu finden. beilger geift! regiere mich Durch deine gnade kräftiglich: 3. Ach! mein herz beklagt voll jammer, Daß es dich verlasſen hat. Jezt schlägt des gesetzes hammer; Ach! wo find ich trost und raht? Vater! schohne, denn ich bin Schon gestraft: mein troft ist hin; Und, was mich am meisten schmerzet, GOtt und beil hab ich verscherzet. 4. Was wird dirs für ehre brinsen, Wenn du mich ganz elend machst, Mir nun nichts mehr låst gelingen, Und mirzum verderben wacht? Mein Gott! dars um bist du GOtt, Daß du derer, die in noht, Dich erbarmest und beweisest, Daß du ein erbarmer heißfest. 5. Drum, erbarmer! ach verschohne, Ob ich dessen gleich nicht wehrt. Schohne mein in deinem sohne, Der den zorn schon abgekehrt. Freylich übt ich freventlich Taufend lafter gegen dich: Doch er hat die straf erduldet, Die ich armer wurm verschuldet. Y 6. Nun 338 Bon der wahren Busse und Bekehrung. 6. Nun schlag ich die augen suun: Der uns sein' gnade leiste, nieder, Slage mich als fünder an: Damit wir gehn auf seinem pfad, Nimm mich liebster vater! wieder Daß uns des teufels lift nicht Als dein kind in aden an. Gib schad; Wer das begehrt, sprech mir nun des geiftes kraft, Die amen. ein neues herze schafft. Schohn um Chrifti willen, schohne, Und mir nicht nach sünden lohne. 1525.augen us diesem tiefen grunde ich dir, HErr 524. Austiefer noht schrey ruf ich hier Mit herzen und mit $ 24. su munde, O HErr mein GOtt! ¡ GOtt! erhör mein rufen. Deindir. Ich rufin buß und reue, Ach anddig ohr neig ber zu mir, und neige, HErr! dein ohr. Erhör, meiner bitt es öffne. Denn so du warum ich schreye, Laß meine seufwillt das sehen an, Was sünd und unrecht ist gethan; Wer kann, HErr! vor dir bleiben? jer vor. 2. Wo du zurechneft sünden, Und was wir oft begehn: Soif 2. Bey dir gilt nichts denn kein mensch zu finden, Der vor dir grad und gunst, Die fünde zu kann bestehn. Bey dir steht das vergeben: Hiczu ist unser thun vergeben, Daß man dich fürchten amsonst, Auch in dem besten les foll; Und daß man rühm darne ben. Vor dir niemand sich rüh- ben, Wie du bist gnaden- voll. men kann, Es muß dich fürchten 3. Ich wart auf GOttes güte, jedermann, und deiner gnade leben. und hoffe auf sein wort, Es harret mein gemühte Des HErren fort und fort; Es harrt mit fleiß und sorgen, Ist, wie die wächter sind, Die warten, bis es morgen Und tag zu seyn beginnt. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, Auf mein verdienst nicht bauen: Auf ihn mein her; soll laffen sich, und seiner gute trauen, Die mir zusagt sein wehrtes wort: Das ist mein rroft und treuer hort, Deß will ich allzeit harren. 4. Ein christe muß mit wachen Und beten halten an: Weil GOtt in allen sachen Viel rettung schaf fen kann. Gewiß wird er vom bösen und aller missethat Aus gnaden den erlösen, Der ihm vertrauet hat. 4. Und ob es währt bis in die nacht, und wieder bis zum mors gen; Soll doch mein her; an GOts tes macht Verzweifeln nicht noch forgen. So thu' Israel rechter art, Das aus dem geift erzeuget ward, Und seines GOttes harre. . Ob bey uns ist der fünden elend, angst und noht: O heil viel; Bey GOtt ist vielmehr gnager geist! mich führe, Stärk, de. Sein hand zu helfen hat kein gründ und vollbereit; Daß ich ia siel, Wie groß auch sen der schade, nicht verliere Des glaubens freus Er ist allein der gute hirt, Der digkt. Ifrael erlösen wird aus seinen fünden allen. * 6. Ehr sey dem vater und dem geifte, Als es im anfang war und **. GOtt vater! hilf mir ar men Durch deines sohnes tod: Laß, JEsu! dich erbarmen Mein Mel. Ach GOtt vom himmel 2. vater der barmher tigkeit! Ich falle dir 339 und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. dir zu fusse. Verstoß den nicht ,, so elend bin. Mein heri will mir der ju dir schreyt, Und thut noch verzagen, Mein' sünd liegt mir endlich buffe: Was ich begangen im finn: Ich kann ihr nicht vers wider dich, Verzeih mir alles guàs geffen, Sie ist zu groß und schwer, diglich Durch deine grosſe güte. Sie hat mich gar besessen, Sie kränkt und quählt mich sehr. 2. Durch deiner allmacht wunderthat Nimm von mir, was 2. Ich bin in sünd' empfangen, mich quählet. Durch deine weis- In sünden auch gebohrn, Viel heit schaffe raht, Woran mir es fünd hab ich begangen; Darum sonst fehlet. Gib willen, mittel, bin ich verlohrn. Ich kann nicht kraft und stärk, Daß ich mit dir freudig werden, Den himmel ans all meine werk Anfange und zuschn: Und schäme mich, auf ers vollende. den Vor dir, o Gott! zu stehn. 3. OJEsu Christe! der du haft 3. Nun sollt ich ia vertrauen Am creuze für mich armen Getra- Dem HErren JEfu Chrift, Auf gen aller fünden laft, Wollst mei- sein verdienst fest bauen; Weil ner dich erbarmen. O wahrer Gott, o Davids sohn! Erbarm dich mein, und meiner schohn! Sich an mein kläglich rufen. er mein fürsprach ist: So schreckt mich mein gewissen, Das zweifelt immerdar, Und spricht: dich werd verdriessen, Daß ich die sünd nicht spahr. 4. Ich wollt auch herzlich gerne Bessern das leben mein, Mit werk, wort und geberden Fromm und gottsfürchtig seyn: Ich kanns so nicht vollbringen, wie ich es oft bedacht; Ich laß mich davon dringen Durch satans lift und macht. 5. Was soll ich denn nun machen? Wie kann ich doch bestehn? Ich fall der hdu' in rachen, Wenn ich dir will entgehn. HErr! ¡ u dir komm ich wieder, und such nieder, Mein' finde ist mir leid. barmherzigkeit; Ich falle vor dir 6. Du haft dein'n sohn gegeben. Für aller missethat, Daß jedermann soll leben, Der glauben an ihn hat. Will gleich mein heri nicht trauen, So glaub ich den. noch feft: Hilf du meinem unglauben, Dein hülfe ist die best. 7. Ich bin nicht wehrt der güter Die du an mir gethan, Daß für mich mit sein'm blute Bezahlt dein lieber sohn: Doch war mir Drum Mel. Aus diesem tiefen grunde. ich muß 527, Air Klagen, Daß ich glaub ich dir allein, der du verz Y 2 sprichst 4. Laß deiner wunden theures blut, Dein' todes pein und sterben Mir kommen kräftiglich zu gut, Daß ich nicht muß verder ben. Bitt du den vater, daß er ir Im zorn nicht lohne nach ges bühr, Wie ich es wol verschuldet. (. O heilger geift, du wahres licht, Regierer der gedanken! Wenn mich die fünden- luft anficht, Laß mich nicht von dir wan: ken: Verleih, daß nun und nimmermehr Begierd nach wolluft, geld und ehr In meinem herzen herrsche. 6. Und wenn mein stündlein kommen ist, So hilf mir treulich kämpfen; Daß ich des satans trug und lift Durch Chrifti fieg mag dampfen: Auf daß mir krankheit, angst und noht, Und dann der leite feind, der tod, Nur sey die thür zum leben. Von der wahren Buffe und Bekehrung 340 sprichst beständig: Wer glaubt, wird selig seyn. 3. Zwar unsre schuld in groß und schwer, Unzählig das verbre 8. So wahr, als ich selbst lebe, chen; Doch deiner gnade ist viel Sprichst du, mein HErr und mehr, als die nicht auszuspre GOtt! Ungern ich übergebe Denchen: Die suchen und begehren fünder in den tod: Ich will, daß er wir, Und hoffen, HErr! dubit umkehre, Und ewig leb' ben mir. an dir Es uns iezt nicht gebre Den rechten weg mich lehre, Sochen. komm ich, HErr! zu dir. 9. Mit deinem heilgen geifte Meinen schwachen glauben mehr. Mir hulf und beystand leiste zu deines namens chr. Leit mich auf deinem flege, Für aller sünd und schand, Fürs teufels strick und wege Bewahr mich deine hand. * 10. Segne mein leib und le ben, Auch mein beruf und werk, Was du mir, HErr gegeben, Behût durch deine stärk: Erhdr mein flehn und schreyen, Mein tammer volles wort, Daß ich mich dein kann freuen, Ver acht'n des satans mord. 11. Zulejt laß mich abscheiden Mit einem sel'gen end, Und nimm aus diesem leiden Mein' feel in deine hånd. Dafür will ich dich preisen Mit dank zu federzeit: Du wirst mir gnad erweisen, Und helf'n in ewigkeit. 528.Aus Mel. Es ist das heil uns zc. us tiefer noht laßt uns zu GOtt Von ganzen herzen schreyen, Und bitten, daß er uns aus noht In gnaden mag befreyen, Und alle sünd und missethat, Die unser fleisch begangen hat, Uns väterlich ver seihen. 2. Wir sprechen: vater! sieh uns an: Erbarm dich der elenden, Die so viel missethat gethan Mit herzen, mund und händen. Ver leih uns, daß wir busse thun, Und fie durch JEfum Chriftum nun Bur feligkeit vollenden. 4. Du willt nicht, daß der fün der sterb, Und zur verdamm fahre: Vielmehr daß er das gu den erb Erlange und bewahre: Sohilf uns nun, o HErre GOtt Damit uns nicht der ewge tod J fünden wiederfahre. s. Vergib, vergib und habge duld Mit uns armen und schwachen: Laß deinen sohn all unstschuld Durch sein verdienst g machen. Nimm unfrer feelem eben wahr, Daß ihr kein schad wiederfahr Von jenem höllen drachen. 6. Wenn du sonst vor gericht gehn, Und mit uns wollteft redh ten, Wie würden wir doch de bestehn, Und wer würd uns ver fechten? O HErr! sich un barmherzig an, und hilf uns wic der auf die bahn, Zur pforte de gerechten. 7. Wir opfern dir uns arm un bloß Durch reue ganz zerschlagen O nimm uns auf in deinen schoo und laß uns nicht verzagen. hilf, daß wir getroft und frey Oh alle lift und heucheley Dein is ans ende tragen. 8. Sprich uns durch deine be ten zu, Befriedge das gewissen Stell unser her: durch sie in ruh Thu uns durch sie zu wissen, We Christus vor dein'm angesicht A unsre sachen hat geschlicht: De trofts laß uns geniesſen. in 9. Erhalt unsers bergen grund Dein wort den edle faamen: Und hilf, daß wir de neuen bund In deines sohne na 341 und zwar von der im Glauben gesuchten Guade. Hamen Bollenden, mit beständig- blut Vergoffen reichlich mir in Feit, Und so der crone der klarheit Versichert werden: amen. gut. Mel. Wenn wir in höchsten zc. Dein größrer troft kan 529. feyn im schmers, Als daß man GOttes vater- hers Durch seinen sohn darf sprechen an, Der allen jorn abwenden kann. 2. Wie oftmahls kömmt man, durch den sohn Befördert, vor des königs thron! Wie mancher, der den tod verdient, Wird durch des richters kind verfühnt! 3. So wird auch manch leibeigner knecht Bey seinem herrn gebracht zu recht, und wird gestellt auf freyen fuß: Da er sonst ewig dienen muß. 4. Dis tröstet mich, o frommer GOtt! Der ich befleckt mit sün den koht, Daß ich vor deine ma jestät In deines sohnes namen tret. Aus lieb' zu ihm sey gnädig mir, Mich aus dem fünden ker fer führ: Des teufels bande reiß inwen, Mach meine feel um leben fren. 10.Sieh da, sein opfer ist so groß, Daß ich werd aller fünden los; Das opfer, das dir wolgefällt, Dadurch versöhnt ist alle welt. 8. Sich doch, o Gost! hier ist dein sohn, Mein einges heil und gnaden thron: Der sich für meine missethat Am creuz felbst aufgeopfert hat: i Das unbefleckte lamm ist hier, Das meine fünden nahm von mir: Das lamm, das seinen mund nicht rührt, Da man es hin jur schlacht- bank führt. 12. Der gar nichts übels hat gethan, Den man mit recht nicht tadeln kann, Der hat die schwere fünden last Der ganzen welt auf sich gefaßt. 13. Durch seine wunden sind wir heil, und haben jest am hims mel theil: Darum, o GOtt! cr barm dich mein, Der ich vor dir mit ihm erschein. 14. Laß dis ja kommen mir zu statt, Was er am creuz erworben hat: Ich sezz all meine hoffnung drauf, Hilf meinem schwachen glauben auf.us * 15. O GOtt mein vater, mich regier! HErr JEsu! hilf mir, und mich führ. Oheilger geift! mein her; ausmahn, Daß ich fiets geh auf rechter bahn. 6. Zwar mein verdienst und würdigkeit Dräut mir den tod folles leid: Doch bittet dein 530. Nimm sohn selbst für mich, Drum laf durch ihn verföhnen dich. 7. Wen soll ich sonsten bringen dir, Der dein Herz neigen könnt ju mir, Als den, der für die schuld der welt Ist worden selbst das löse geld. von uns, HErre GOtt! All unsre sünd und missethat, Auf daß wir mit rechtem glauben und reis nem herzen In deinem dienfi erfunden werden. 2. Erbarm dich, erbarm dich, Erbarm dich deines volks, o Chri fte! Das du erlöset haft Mit deis nem theurbaren blute. 3. Erhör uns, erhör uns, Erhöre unsre bitt, GOtt vater, schöpfer allerdinge! Du vater der barms berzigkeit! Hilf uns, und sey uns gnädig. 9. Der nicht versöhnet werden darf, Ob das gesetz ist noch so 4. Erhör uns, crhör uns, Erhöre scharf: Er selber hat sein eigen unsre bitt, o Chrifte aller welt 3 heis 342 Von der wahren Busse und Bekehrung heiland! Bitt für uns, und sey| Mel. Herzlich lieb hab ich dich uns gnädig. ich hi 5. Erhör uns, erhör uns, Erhöre 532. Por gericht, her unfre bitt, GOtt heilger geist, zu dir beug ich meins herzens du einger tröster! Erleucht uns, knie, Kann mir selbst gar nicht und sey uns gnädig. rahten. Mein' groß und viele missethat mich hier und dort ver dammet hat: Doch will ich nicht verzagen. HErr JEfu Chrif Dein blut allein Macht mich ver allen sünden rein, Weil ichi wahrer reu und buß an dich glaub Mein zu 6. So wahr ich lebe! Spricht GOtt der HErre, Ich will nicht den tod des sünders, Sondern daß er sich bekehre und lebe: amen. llein zu dir, HEr hoffnung sieht auf erden: Ich Chrift:: deß dank ich dir: J weiß, daß du mein trößter bist. will mich bessern, hilf du mir Kein troft mag mir sonst werden. Von anbeginn ist nichts erkohrn, Auf erden war kein mensch ge bohrn, Der mir aus nöhten helfen Err JEfu Chrif kann: Dich ruf ich an, Bu dem ich 533.eu hochftes gut. mein vertrauen hab. 2. Mein' sünd ist schwer und übergroß, Und reuet mich von berzen: Derselben mach mich quit und los Durch deinen tod und schmerzen: Und zeige deinem vater an, Daß du haft gnug für mich gethan; So werd ich quit der fünden- last. HErr! halt mir fest, Weß du dich mir versprochen haft. 3. Gib mir nach dein'r barn berzigkeit Den wahren christenglauben, Auf daß ich deine süssigkeit Mög inniglich anschauen: Vor allen dingen lieben dich, Und meinen nächsten gleich als mich. Am lezten end dein hülf mir send, Damit behend Des teufels list sich von mir wend. 4. Ehr sey GOtt in dem höch ften thron, Dem vater aller güte: Und JEsu seinem eingen sohn, Der uns allzeit behüte: Und GOtt dem heiligen geiste, Der uns sein' bülf allzeit leiste: Damit wir ihm gefällig fenn In dieser zeit, und folgends in der ewigkeit. du brunnquell aller gnaden! Sig doch, wie ich in meinem mut Mit schmerzen bin beladen, Und in mir bab der pfeile viel, Die im gewissen ohne siel Mich armen fünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solche laft, Nimm sie aus meinem herze So wahr du sie gebüffet haft An holz mit todes schmerzen: A daß ich nicht mit grossem web meinen sünden untergeh, Nod ewiglich verzage. 3. Ach GÖtt! wenn mir da Edmmet ein, Was ich mein t begangen; So fällt mir auf me herz ein stein, und bin mit furd umfangen: Ja ich weiß wede aus noch ein, und müßte gar ver lohren seyn, Wenn ich dein wo nicht hätte. 4. Dein heilsam wort mir abe sagt, Daß alles wird vergeben Was hier mit thränen( buffe wird beklagt, und nichts foll schad'n am leben; Dieweil es alle guad verheißt Dem, der da mi zerknirschtem geis Im glauben dir kommet. 5. Unt und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. 343 <. Und weil ich denn in meinem zeigt er sein verlangen! Wie hun, Wie ich zuvor geklaget, Auch schmerzt ihn mein verderbter ein betrübter fünder bin, Den stand. Drum hilft er mir gefalls sein gewissen naget: Ind wollte nem auf, Bewahrt und fördert gern im blute dein Von sünden meinen lauf. abgewaschen seyn, Wie David und Manasse: 6. So komme ich zu dir allhie Ju meiner noht geschritten, und will dich mit gebeugtem knie Von ganzem Herzen bitten: Vergib mir, HErr! doch gnädiglich, Was ich mein lebtag wider dich Auf dieser welt begangen. 7. Ach Herr mein Gott! vergib mirs doch Um deines na mens willen, Und thu in mir das schwere joch Der übertretung ftillen: Daß sich mein herz zufrieden geb', Und dir hinfort zu ehren leb' Im kindlichen gehorsam. nen wunden. * 8. Stark mich mit deinem freuden- geist, Heil mich mit deiWasch mich mit deinem todes- schweiß In meiner lezten stunden, und nimmt mich denn, wenn dirs gefällt, Im wah ren glauben aus der welt Zu deis nen auserwählten. 4 Er überläßt sich mir ju eis gen, und sein verdienst ist mein panier* Will mir der feind die rechnung zeigen, und hält mir tausend fünden für; So hab ich JEsum, dessen blut Den allerbe fien abtrag thut. * siegeszeichen. Mel.Wer nur den lieben GOtt 2. darf 534. noch nicht verzagen, Obgleich des satans höuen brut Und mein gewissen mich ver klagen; Hier hab ich meines JEsu blut. Troß allem, was mir schaden kann! Mein JEsus nimmt die fünder att. s. Wie sollt ich mir nun grauen laffen? Ich hab und halte Jesum fest. Mein glaube soll ihn recht umfaffen, Bis er mir seinen fegen läßt. Wenn erd und himmel weicht und bricht, Was acht ichs? JEsum laß ich nicht. 6.Jch will ihn immer fester hals ten, Wenn er sich zu entfernen scheint. Ich weiß, wenn herz und blut erkalten; So bleibet er der beste freund. Ich kleb an ſeiner gnad allein, Wie könnt er mir ents gegen seyn? 7. Er hangt am crenze aus er. barmen, lind spricht: kommt, arme fünder! kommt; Kommt, ruhet fanft in meinen armen, Bedenkt, was euer berz mein eigen seyn: So kehr ich wieder ben euch ein. 8. Mein JEsu! weil dirs so bes liebet, So stell ich mich auch ben dir ein. Mein herz, das sich dir uun ergiebet, Soll deine ruh und wohnung feyn. O wie gewünscht er 2. Ich habe mich zwar sehr verscheinst du mir! Denn tod und fündigt, und bin nicht solcher güte fünde sleucht vor dir. wehrt. Wer GOtt das bündniß aufgekündigt, und niemahls seis ner recht begehrt; Verdiente frci lich grimm und fluch, und des er sürnten richters spruch. 9. Jch bringe dir mit vielem kämpfen Mein her;; ach schmück es selber aus! Hilf sund und widerfacher dämpfen, Bewahr dein dir vertrautes haus. Mein glaube hängt und klebt an dir. Bleib JEfu! bleib doch stets an mir. 24 Mel. 3. Doch JEsus eilt, mich ju umfangen, Ergreift und nimmt mich bey der hand. Wie sehnlich 344 Von der wahren Buffe und Bekehrung Mel. JEfu meines lebens leben. weil du so zerschlagen Haßt die an Ey der at du mene ſprich mich endlich frev, daß ich Banz dein eigen sey. schrecken Und des satans grimmig 7. Weil mich auch der höllen teit Vielmahls pflegen aufzuwel, ken, Und zu führen in den streit, Daß ich schier muß unterliegen: Ach so hilf, HErr JEsu: fiegen. ia verzagen nicht. O du meine zuversicht! Laß mich 535.feel nen bittern tod Aus des teufels finstern böle Und der schweren fünden noht Kräftiglich herausgerissen, und mich solches laffen wissen Durch dein gnadenreiches wort: Sey und bleib auch ist mein hort. 2. Treulich hast du ja gesuchet Die verlohrne schäfelein, Als sie liefen ganz verfluchet In den hol Deine nägel, cron und grab, Und 8. Deine roth- gefärbte wunden, len- pfubl hinein. Ja, du fatans- der schmerz, den du empfunden, überwinder! Haft die hoch be- Wenden alle plagen ab. Deine trübte sünder So gerufen iu pein, dein blutig schwißen, der buß, Daß ich billig kommen Deine striemen, schlag und rizen, muß. HErr JEsu! trösten mich. Deine marter, angst und stich, 3. Ach! ich bin ein kind der sünden, Ach: ich irre weit und breit. Es ist nichts an mir zuten, Da man nicht entfliehen kann, 9. Wenn ich vor gericht soll tre finden, Als nur ungerechtigkeit. All mein dichten, all mein trachten Heißt mich meinen GOtt verachten. Böslich leb ich ganz Ach! so wollest du mich retten, Ach! so nimm dich meiner an. Du allein, HErr! kannst es wehren, Daß ich nicht den fluch darf bound gar, Und sehr gottlos imren: Ihr, zu meiner linken hand, von mir noch nie erkannt. zen, Du erkennest meine pein. Es 10. Du ergründest meine schmer ist nichts in meinem herzen Als dein herber tod allein. Dis mein herz mit leid vermenget, Das dein theures blut besprenget, So am creuz vergoffen ist, Geb ich dir, HErr JEfu Chrift! stillen Mein gewissen, das mich II. Nun ich weiß, du wirsi mir nagt; Es wird deine treu erfüllen, Was du selber zugesagt: Daß auf dieser weiten erden Keiner je ver lohren werden, sondern ewig le ben soll, Wenn sein herz nur glau bens- voll. merdar. 4. HErr! ich muß es ia bekennen: Gar nichts gutes wohnt in mir. Das war, was wir gutes nennen, Halt ich meiner feele für: Aber fleisch und blut zu zwingen, und das gute zuvollbringen, Fol get gar nicht, wie es foll: Was ich nicht will, thu ich wol. r. Aber HErr! ich kann nich wissen, Wie viel meiner fehler seyn: Mein gemüßt ist ganz zer riffen Durch der fünden schmer: und pein, Und mein herz ist matt von sorgen. Ach! vergib mir, was verborgen. Rechne nicht die miffethat, Die dich, HErr! erzür net hat. 6. JEsu! du haft weggenommen Meine schulden durch dein blut: Laß es, o erlöfer! kommen Meiner seligkeit zu gut: und die12. HErr! ich gläube, hilf mir schwachen, Laß mich ja verzagen nicht. Du, du kannst mich står fer machen, Benn mich sünd und tod anficht. Deiner gute will ich trauen, und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. trauen, Bis ich frölich werde schauen Dich, HErr JEsu! nach dem streit In der frohen ewigkeit. Mel. Kommt her zu mir spricht zc. 536. Hein höchster trost! Err JEsu Chrift, Der du für mich den tod gekost, Mein' sünd muß ich bekennen; Sie liegt mir auf dem herzen sehr, Daß ich kaum odem hole mehr, Will mich wie feuer brennen. 345 nicht, Die angst mir alle kraft zerbricht: Wollst mich mit troft erquicken. 2. Ich war empfangen und se bohrn In sünden; ich sollt seyn verlohrn: Du machtest mit dem blute, Das dir aus deiner feite floß, Mich ganz von meinen fün den los, Und starbest mir zu gute. 3. Nun aber hab ich mich aufs neu Mit grössern fünden ohne scheu An leib und feel beflecket. Gebohrn lag ich im sünden koht: Jegund lieg ich mit schand und pott Mit eigner sünd bedecket. 4. Du gabeft mir, HErr JEsu! ein, Ich sollte dir gehorsam seyu, Auf rechten wege wallen, Dich lieben mehr, als alle schätz, Jm ganzen leben trachten stets, Wie ich dir mögt gefallen. 8. Schau doch, o HErr! wie lang soll ich in meinem Herzen wende dich zu mir, und mich aus angsten mich? Schau doch, wie meinen ängsten führ, Der ich mich dir befehle. THE . Und ich begieng, nach meinem raht, Nur eitel schand und missethat Bey tag und nacht mit haufen. Wenn ich mein leben beffern sollt, So hab ich nicht daran gewollt; Bin fünden nach gelaufen. 6. Wie hast du, HErr! so gua diglich zu deinem bild erschaffen mich, und mich so hoch geehret! Und doch begieng ich böses kind Gar oft viel laster, schand und sünd: Dein bild bab ich serköhret. 9. Erbarme dich, HErr JEsu Chrift! Der du allein barmherzig bist; Der schmer; hat mich durchfreffen. Verfahre mit mir nicht so scharf: Denk, daß ich deiner guad bedarf, Der wirst du nicht vergeffen. not mism 10. Wer ist, der kann und will dem kind, Das er in nöhten stecken findt, Nicht lindern seine schmerzen? Und wenn ers gleich mit ruhten schlägt, Er dennoch liebe zu ihm trägt In seinem vater herzen. stu 13ldams II. Ich bin dein kind, das dir, HErr Chrift! So sauer worden, da du bist Für mich am creuz gehangen. Gebohren hast du mich mit schmerz: Drune wend zu mir dein vater- herz, Darnach trag ich verlangen. 7. Die fund ist eine centners last: Sie läßt mir weder ruh noch raft, Sie wird mich unterdrük. ken. Jeb kann sie langer tragen 12. Ich habe zwar gesündigt sehr: Doch war der fünden noch vielmehr, Wirst du sie mir er lassen. Und wenn du gleich auch züchtigst mich; So thuft du alles väterlich, Dein kind kannst du nicht haffen. 13. Wo ist ein weib in aller welt, Die ihres Kindes sich enthålt? Sie schleußts in ihre armen: Und wenn sie gleich vergessen wollt Ihr eingepflanzte lieb und huld; Wirft du dich doch erAn barmen. 14. Dis hast du zugefaget mir, Dein wort ist wahr, ich traue dir; Du wirst an mich gedenken: Und mich, wie du versprochen haft, Fren Y5 mas Von der wahren Busse und Bekehrung de 346 machen von der schulden last, Jus tiefe meer sie senken. 15. DJEfu Chrifte, GOttes fohn! Erhöre mich von deinem thron: Verzeih mir alle sünden; Damit dein leiden, tod und pein An mir nicht mag verlohren seyn. Ach laß mich gnade finden! Mel. Komm heiliger geist zc. JEsu, liebster 537. menschen freund! Verstoß den nicht, der hier er scheint mit fünd und missethat beladen: Ach nimm den fünder auf zu gnaden! Verwirf mich nicht, mein troft und heil! Gib mich der hölle nicht zu theil. Schau, wie das heri nach troste lechzet, Und meine seele nach dir achiet. Halleluja, Halleluja. 2. Ich muß gestehn, daß ich ge fehlt, und der verdammten weg erwählt; Nun komm ich auf dein rufen wieder, Und werfe mich in demuht nieder; Mein JEsu! nimm den fünder an, Der zwar viel misfethat gethan, Jest aber alles hoch bereuet, Und heisse thrånen vor dir streuet. Hall. Hall. 3. Ich bin ia das verlohrne schaaf, Ich lag im tiefenfündenschlaf; Ach! ich bin der verlohrne groschen, Auf welchem GOttes bild verloschen. Du aber bist der treue hirt, Das auge, das mich fuchen wird: Ja, ia du hast mich schon gefunden, und siehest meine feelen wunden. Hall. Hall. 4. Ach heile den, der schmerzlich Frank! Ach führe mich den rechten gang, Damit ich, von dir aufgenommen, zu deiner gnade mdge kommen. Sprich meiner feele tröstlich zu, Und schenke dem gewissen ruh: Ich liege hie vor dir darnieder, Versöhn mich mit dem pater wieder. Hall. Hall. s. Ach hirte! heb dein schäflein auf, Und trage mich in vollem lauf Zu deinerauserwählten heers de, Die ich im himmel finden werde. Bewahre mich in deinem schak, Und gib mir bey den engeln plak, Die sich mit dir izt höchstens freuen, Wenn mich die sünden herzlich reuen. Hallel. Hall. An einem öffentlichen Bus. Tage. Mel. Wer nur den lieben Gott x. deinen füffen, Ach 538. Wir liegen biezu HErr von groffer gut und treu, Und fühlen, leider! im gewissen, Wie sehr dein zorn entbrennet sey. Das maaß der fünden ist ers füllt, Ach weh uns! wenn du strafen willt. 2. Du bist gerecht, wir alle fünder; Wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungerahtne kinder, Die wege des verderbens gehn, Die würdig, daß uns pest und schwert Und hunger längstens aufgezehrt. 3. Doch vater! denk an deinen namen, Gedenk au deinen lieben sohn. Dein wort heißt immer ja und amen, Dein endschwurzeuget selbst davon: Du willt der fünder tod ja nicht; Drum geh mit uns nicht ins gericht. 4. Wir liegen vor dir in dem staube, Und unser herz ist ganz jerknirscht. Uns tröstet ganz als lein der glaube, Daß du dich noch erbarmen wirst. Ach du haft noch ein vater: her;; So sieh doch ist auf unsern schmerz. s. Der mittler selbst tritt in die mitten, Ach! schaue feine wunden an, Die er für unsre schuld erlits ten, wodurch er dir schon gnug gethan. Wirst du nicht gnädig auf und und war von der im Glauben gesuchten Gnade. uns sehn, So muß sein blut verlohren gehn. 6.Ach blut! ach blut von GOt tes sohne! Schren für uns um barmherzigkeit. Schau, JEsu! von dem gnaden throne, und denke doch der alten zeit, Da dich der fünder schmerz gebeugt, Da du oft gnad und huld erzeigt. 7. Ach! laß die wolverdiente strafe Nicht über unsre häupter gehn, Daß wir nicht als verlohrne schaafe Von deiner hut verlassen stehn. Samml' uns in deinen gnaden- schooß und mach uns aller plagen los. 8. Steck ein das schwert, das uns soll fressen; Den würger laß porüber gehn. Laß uns das brot in frieden essen. Laß keine solche jeit entstehn, Die uns dein wort so theuer macht, Daß unser her: baben verschmacht't. 347 ner vater- huld Aufs neue mich entrückt. 2. Ich kannte dein gebot, Doch hab ichs unterlassen. Mich trieb die fleisches luft Zur breiten hdls len straffen. Ich bin der böse Entecht, Der vieler streiche wehrt, Der wol verdient, was dort Vers dammten wiederfährt. 3 9. Gib fried im land und im gewissen, Gefunde luft, wolfeile keit, und laß uns deinen schuß ge: niessen. Befördre die gerechtig. keit. Erdn unser feld mit deinem gut, Nimm kirch und haus in deine hut. 10. So wollen wir dir opfer bringen, und deine seyn mit leib und feel. Es soll dein lob zum him mel dringen; und dein erlöstes Ifrael Wird in der hütten Jacobs schreyn: Der HErr foll mein GOtt ewig seyn! 3. Mein bldder sinn fühlt iezt, HErr! deines grimmes schrecken. Wo flieh ich armer hin? Und was kann mich bedecken? Dieweil dein unglücks- pfeil Und strenges rich. ter- schwert Von mir schon rache fucht, und schrecklich auf mich fährt. 4. O JEsu GOttes sohn, O zuflucht armer fünder! Du bist der gnaden- thron, Der höllen überwinder: Komm jest, mein heil, mein schutz und zuversicht zu seyn. Komm, still des vaters jorn, Und tritt jest mitten ein. Gesuchte Gnade wegen öfteren Xückfalles in vorige Sünden. Mel. O GOtt du frommer zc. 539. Wie oft versprach ich ben abzustehen, zu thun, was du befiehlst, Den tugend- weg zu ge hen: Doch hat mich satan fiets Mit neuer lift bestrickt, und deis. Zwar meine schuld ist groß, Die mich vor GOtt verklaget: Ich hab ihn oft getäuscht und bessrung zugesager; Doch wich ich wieder ab. Jest steh mir gnädig bey, Daß ich, durch deine kraft, Treu und beständig sey. 6. Wasch mein gewissen rein, Hilf meinem Franken herzen Durch dein verdienst und tod: Befreye mich von schmerzen, Von angst und höllen- pein. Halt mich fort gnädiglich mit deiner treuen hand. HErr hilf! HErr, bire mich! Buß- Gedanken über die Sün den der Jugend. Mel. Allein zu dir HErr JEfu 2c. 540. Ich ſchäme mich vo du prüfft aller herzen. Ach schohne mich, oGOttes sohn! Mich, der voll fünden schmerzen. Erbarme dich und S 348 Von der wahren Busse und Bekehrung und nimm mich an, Du bist allein, meine that, Die dich so oft belei der helfen kann. Geh ja nicht mit digt hat. mir ins gericht, Verstoß mich nicht, Judem mein her: für angst serbricht. 7. Hilf mir von sünden abzu: stehn, Und durch ein heilig leben Den wahren tugend- weg zu gehn. 2. Ach! wenn mein herz zurücke Dir will ich mich ergeben. Ich will denkt, Mit wie viel missethaten durch deines geistes kraft, Der Jch dich von jugend auf gekränkt; wollen und vollbringen schafft, So kann es sich nicht rahten. Ich voll reu und leid mich dir allein fündigte voll unverstand. Dein Zum dienste weihn, Acb! laß es wille war mir unbekannt. Das ia und amen feyn. böse wußt ich allzuwol. Wie blind. und toll Macht ich das maaß der von den Früchten der sünden voll. 3. Trieb mich die zucht zum gu- Buffe, als: dem guten Vorten an; Hab ichs doch wider wil fatze und der Befferung len Aus fürcht der strafe nur ges des Lebens. than, Zum scheint es zu erfüllen. So gieng ich hin, so wuchs ich auf; Mel. Herzlich thut mich verlang. So nahm mein schudder lebens: 541.ich wieder Den fün Ott lob! nun hab an Die seelen ruh Verschwand; dis den abgesagt, Der satan liegt dar alles sahest du. nieder, Der mich bisher verklagt. Ich bin ein kind der gnaden; GÖtt nimmt mich wieder an, Daß mir kein fluch nicht schaden, kein jorn mich schrecken kann. 4. Mit trug und lügen deckte ich Des herzens böse tücke. Kein ernstlich drauen schreckte mich, Es zog mich nichts zurücke. Mein ganzes thun war wider dich; Mein eigen berg verführte mich: Ich brachte fünden greul zu hauf. Mein lebens- lauf War ganz verderbt von jugend auf. 2. Beicht nun von mir, ihr fünden! Denn euer sitrick zerreißt. Ich will mich dem verbinden, Der mir fein herze weist. Der mich mit blut erworben, Der nach so man cher peint So gar für mich gestorben, Soll mein beherrscher seyn. 3. Nimm alles, was ich habe, Mein JEsu! von mir hin: Mein <. Die schuld ward mit den jahreu groß, Brach aus zu wildem wesen: Gleich wie ein roß, das sügel los, Lief ich zu allem bösen. Ich wuchs an hoffart, üppigkeit, her; ist eine gabe, Die ich dir schulAu frechheit, wollust, trok und neid: Und meine schnöde luft- be sier Zog mich von dir. Ach JEsu! ach! vergib es mir. dig bin. Ich will mit allen kraften In deinem dienste stehn, Mein fleisch ans creuze beften, Auf dich, mein vorbild, sehn. 6. Gedenke nicht der jugend- 4. Ich will fets heilig leben; schuld, Des frechen übertreten. Laß deine gnaden: hand Mir Trag ferner noch mit mir geduld, schwachen starke geben. Erleuchte Erhör mein ängstlich beten. Lösch den verstand, Und beuge meinen aus, HErr JEsu! durch dein blut, willen, Daß er dein joch erwählt. Und mach das schuld- register gut. Du wollft in mir erfüllen Das, Viel mächtiger ist deine gnad, Als was mir annoch fehlt. 5. Dein und zwar von den Früchten der Buffe. 349 1. Dein geift wird dis verleider brechen. Ich will gehorsamshen, Der alles gute schafft; Jch voll, Durch dich, in wort und that will mich dessen freuen: Er gie Bezeugen, was dir her: Und mund bet troft und kraft. Laß ihn mein versprochen hat. her; verriegeln, So kömmt kein böses drein: Laß ihn es dir versie: geln, So werd ich selig seyn. Mel: O GOtt du frommer 2c. o komm ich denn, 542.S mein Gott! Ein frommer chrift zu werden, zu audern herz und sinn, Wort, sitten und geberden. Es soll der alte mensch Durch deine gnaden kraft, Und was noch fündlich ist, In mir feyn abgeschafft. 2. Ich will hinfort nicht mehr Nach meinem willen leben. Ich will mich ganz und gar Dir, mei nem GOtt, ergeben. Ach! mache du mich selbst Von welt und sünde rein. Laß unser beider her: Ein herz, ein wille seyn. 3. Mein geift soll nun nicht mehr An schudder erde kleben, Er soll sich, GOtt! ¡ u dir, zu deinem himmel heben. Ich will dein tempel seyit, Ein reines GOttes- haus In welchem JEsus wohnt; Die sünde soll hinaus. 4. Ich will mein leben nun Nicht mehr in fünden führen. Ich wills mit gottesfurcht Und from men wandel zieren. Ach GOtt! regiere mich. Ach lebe du in mir! Und richte mund und her: Und that allein zu dir. 5. Laß mich nun fernerhin Mit mehrer andacht beten, Nicht mehr im eiteln sinn Vor dich, mein könig! treten. Ein laulichtes gebet Gefällt dem höchsten nicht, Das nur der blosse mund, Und nicht das her:, verricht. 6. Was ich im beichten dir Hins führo werd versprechen, Will ich nicht, wie bisher, mit vorfag wie 7. Dein abendmahl soll mich Im wahren glauben stärken, Daß man die besserung Im leben könne merken. Ach! dieses himmelsbrot Und trank verandre mich, So werd ich himmlisch seyn, So leb ich heiliglich. 8. Weil ich ein christe bin, Will ich auch christlich wandeln, Nicht wider meinen GOtt Und mein gewissen handeln. Mein thätig christenthum Zeigt sich nun jeder zeit Im glauben, gottesfurchtund wahrer heiligkeit. 9. Ich will mich auch der welt Hinfört nicht mehr gleich stellen, noch in gesellschaft mich Den bösen zugesellen. Nur weg, o welt! nur weg! Ich andre meinen sinn, Ich will nun nicht mehr seyn, Der ich gewesen bin. 10. Die fünden will ich nun, Die ich soust liebte, haffen. Gott, den ich sonst gehaßt, Will ich in lieb' umfassen: Und will die welt zu luft, Pracht, üppigkeiten gehn; Will ich mit feel und leib ZuChrifi dienste stehn. II. Ich will zum gottesdienst nicht aus gewohnheit gehen: Es soll hinfort aus lieb' Zu deinem wort geschehen. Nach dem, was ich gehört, Richt ich mein leben ein: Denn hören und nicht thun Vers grössert strafund pein. 12. Ach JEsu! gib mir kraft, Damit ich treu verrichte, Wozu ich mich dir jezt Aus herzens grund verpflichte. Ach! ich bin ganz verderbt und fündlicher natur; Drum mache du mich selbst Bur neuen creatur. 13. So kann ich auch getroft In JEsu selig Berben, und als ein GOttes- kind Dein freudenreich ers 350 Von der wahren Busse und Bekehrung ererben; Da werd ich ganz und, in GOttes huld zu ruhn. Dis gar Vollkommen und verneut, heißt ben Christo: busse thun. Von sünd und leiden los, In ewigkeit erfreut. 7. So andre, JEsu! mein ge mühte: So gib mir einen neuen sinn. So laß mich nun, o höchsic Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. gute! Auch busse thun: und reiß 543. Mein ſchöpfer! lehre dahin, Was noch von fünden anl mich deinem willen Was wahr und rechte busse sey. Hilf mir die fünden ernstlich haf fen, und laß mich ohne heucheley Mein Leben beffern: dis allein Kann ein beweis der busse seyn. 2. Dein theurer sohn befiehlt: thu buffe! Das heißt: verandre deinen sinn, Fall GOtt in reu und leid zu fusse, und bleibe nicht mehr, wie vorhin Als ein verlohrnes sünden kind, Mel. HErr GOtt der du erforsch. Ungdttlich, boshaft, welt ge 544.Shaff in mir, Gott! sinnt: ein reines heri, Und heilge meine sinnen. Laß 3. Trag nicht, wie sonst, an dem mich forthin in ernst und scheri belieben, Was fleischlich, irdisch, Nichts fündliches beginnen. Gib, weltlich heißt. Nun folge GOt daß gedanken, werk und wort tes heilgen trieben, Daß sich dein Stets lauter seyn; gib, daß hinfort beri der welt entreißt. Sey nun- Dein geist mein herze rühre, Daß mehr, als ein GOttes- kind, Nur geistlich, himmlisch, fromm gefinat: ich erkenn', wie fünden wußt, Pracht, hoffart, geiz und fleischess luft Zuleit zur Höllen führe. 2. HErr! gib mir einen neuen geift, Der dir gewiß vertraue; Auf alles, was dein wort verheißt, Ohn allem zweifel baue: Daß ich ges troft und ohne scheu Mich deines treuen beystands freu, Wenn ich aufrichtig handle, Und in dem stande, drein dein raht mich auf der welt geseget hat, Ereu und unsträftlich wandle. 4. Dein fromm seyn sen kein beuchelwesen, Dein beten nicht scheinheiligkeit. Laß aus den aufern werken lesen, Daß du dein berze GOtt geweiht. Vollführe nun, was GOtt gefällt, und haß das wesen dieser welt: 5. Gib deinem nächsten alles wieder, Was ihm betrug und lift entwandt. Ja reinge die befleckte glieder Von sünden- schuld; mit deiner hand Chu iedem, auch dem feinde wol: Sey stets von lieb' und sanftmuht voll: 6. Verwirf beschimpfung, haß und lügen: Begehr nicht, was des nächsten ist. Zeig, durch den ab fcheu für betrügen, Daß du ein freund der tugend bist. Such stets widerstrebt. 8. Laß mich in meiner feele Ekranken, Daß ich das eitle so ges liebt; Und dir mein herz sur woh nung schenken, Dir, der mir so viel gnade giebt; Auf daß ich so in buß und reu Ein neuer mensch jeit lebens fey. 3. Hab ich gleich böses ausge richt, Wollst du den zorn nicht schärfen; Noch mich von deinem angesicht, Gerechter GOtt! vers werfen. Denn meiner sünden straf und schuld Tilgt deines sohnes lieb' und huld, Worauf ich mich verlasse; So daß ich um ver gebung fleh, und, weil ich noch auf und zwar Beicht Lieder vor der Beichte. auf erden geh, Die fünde flieh und hasse. 4. Den heilgen geift nimm nicht von mir, Und laß mich seine gaben, Glaub, hoffnung, liebe für und für Ju meinem herzen haben. Der geist der weisheit lehre mich Recht kennen, recht verehren dich; Auch laß in allen dingen, In mei nem amt, durch ihn allein Den an fang fiets gesegnet seyn, Das ende wol gelingen. 3. Bisher läßt dich Gott leben Und trägt geduld mit dir. Er hat dir frist gegeben, Damit dein herz noch hier Auf wahre beffrung denkt. Drum auf! und thue busse, Fall ihm in reu zu fuffe, Weil er noch gnade schenkt. 4. Ach! sprich: ich bin in fün. den Empfangen und gebohrn: Mein kinds- recht will verschwin den, Das erbtheil ist verlohru: Den tod hab ich verdient: Dis machen meine thaten. Doch GOtt! du wirst mir rahten, Weil mich dein sohn verfühnt. 6. Ermuntre mich, daß, HErr! s. Er ist für mich gestorben: durch dich Mein gram und leid Was ich nicht zahlen kann, Hat verschwinde. Dein freudger geist mir sein blut erworben, Das guug enthalte mich, Daß ich erkenn und für mich gethan. Und dis bring finde, Nichts auf der ganzen welt ich dir dar; Drum rette mich von fey wehrt, Daß sich mein her; dar banden, Weil Christus ausgestan. um verzehrt, und sich in schwerden, Was mir bestimmet war. muht setzet, Die traurig macht, 6. Mit diesem starken glauben die glieder frißt, Dem nächsten nur beschwerlich ist, und dich, mein GOtt! verleget Tret ich vor deinen thron; Nichts soll mir JEsum rauben. Und HErr! durch diesen sohn Muß ich dereinst sogar Das ewge leben erben, Weil er dir bis zum sterben Für mich gehorsam war. 7. Wolan, ich will bekennen Im beicht stuhl meine sünd, Und mich aufrichtig nennen Ein tief verschuldet kind. Laß deinen guten geift Mein herz mit ans dacht zieren, Zerknirschen, schlas Mel. Aus meines herzens zc. 545. Auf! auf an dieſem gen, rühren, Daß es in thränen r. Und wenn du mir zur besses rung Viel trübsal jugeschicket; So gib, daß solche züchtigung Mich nicht gar unterdrücket. Komm felbst, mein GOtt! und tröste mich mit deiner hülfe kräftiglich; Und lehre mich bedenken, Wie alles leiden dieser zeit Nicht wehrt fen iener herrlichkeit, Die du uns dort wirst schenken. 351 2. Bezeuge deine reue, Erken= ne deine schuld. Ruf, achze, seufs ze, schreye Um GOttes gnad und huld. Verwirf die sicherheit: Laß feine nacht der fünden In deinem herzen finden: Wach auf! noch ist es zeit. Beicht- Lieder. 1. Vor der Beichte. Morgen- Lied am Tage da man beichten will. schwing dich empor, Die feele zu versorgen; Tritt an das licht her: vor, Und suche nun einmahl Das bise zu verlassen, Die finsterniß zu baffen, Die dir dein leben stahl. 8. Du haft ia felbft versprochen, Dein geist verachte nicht Ein herz in ren zerbrochen, Ein flehend angesicht. Jcb bitt um gnad und huld, Ach laß mich die erlangen, Vers 352 Von der wahren Busse und Bekehrung Vergib, was ich begangen, Und wort: Will die knie in demuht tilge meine schuld. biegen, Dir bekennen, trener hort! Was sich bdses bey mir findt. Ich bin das verlohrne kind, Das, durch satans lift verblendet, Deine guter hat verschwendet. 9. Ich tret in deinem namen Jeit meinen buß- tag an. Sprich auf mein beichten: amen! Daß ich mich trösten kann, Du seyft mein vater noch, Wenn ich dich kindlich flehe, In deinen wegen gehe. Erhör, erbör mich doch! 6. Nun was soll ich weiter sa gen? Ich will nun an meine brust Mit dem armen zöllner schlagen; Weil dir alles wol bewußt, Was mein boses beri gethan. Sieh mich wieder gnädig an: Ich fall dir arme, Meiner mein GOtt! erbarme. Mel. JEfu deine beilge wunden. du schöpfer aller mein gebet, Das ich jeho vor dich bringe, Weil mein her; in angsten steht. Meine sünden drük Feu mich, Drum komm ich und suche dich, und bekenne meine sünden; Ach! laß mich doch gnade finden. 2. HErr! du heisseft alle kom men, Ladest jedermann zu dir. Drum bin ich nicht ausgenommen, Noch von deiner gnadenthür Ausgeschlossen: sondern du Willt und wirst mich noch darzu Von den fünden, die mich druk ken, Ganz entbinden und erquikfen. 3. HErr! Dein wort bleibt ungebrochen, Das du uns einmahl geredt. Da du gnaden- reich gesprochen: Sucht mein antlig mit gebet Darum komm ich auch vor dich, Such' dein antlig, HErr! laß mich Die vergebung meiner fünden, Leben, troß und gnade finden. 4. Deine handschrift übergebe Ich dir selbst, o treuer Gott! Diese heißt: so wahr ich lebe, Ich will nicht des fünders tod, Son: dern daß er sich bekehrt Von den fünden, und begehrt Mir, als sei nem GOtt, zu leben; So will ich die schuld vergeben. <. Nun wolan, du kannst nicht lügen, HErr! ich halt mich an dein 7. Jeh verleugne nicht die fün den, Ich verleugne nicht die schuld; Aber laß mich gnade finden, Trage nur mit mir geduld. Alles, was ich schuldig bin, Zahlt mein JEsus, nimm es hin, Nimm die zahlung meines burgen, Der sich ließ für mich erwürgen. 8. Nun, o vater aller gnaden! Schaue dessen leiden an. Meine schuld kann mir nicht schaden, Er hat für mich gnug gethan. Die ses ist es, was mich tröst: Durch fein blut bin ich erlöst, und in seis nen tiefen wunden Hab ich fried und ruh gefunden. 9. Nun ich eile, zu geniessen, JEsu! deinen leib und blut; Mein so sehr bedrängt gewissen Tröstet dieses höchste gut. Laß mich würdig vor dir stehn, In dir schmecken, und ist sehn, Wiedu süß und freundlich denen, die sich herzlich nach dir sehnen. Mel. Es wolle GOtt uns gnädig ch will 547. I to nun in den Und meine fünden beichten. GOtt wird in gnaden bey mir stehn, Und meine feel erleuchten, Daß sie der fünden schwere schuld Erkennet und bereuet, Sucht gläubig GOttes gnad und huld, Und sich im und zwar Beicht Lieder nach der Beichte. im geift erneuet Zum wahren chriften- leben. 2. Nach der Beichte. 2. du, mein das wollen mir Aus grad und huld ge- 548. F gewissen! Sen verMel. JEsu meines lebens leben. Treu dich, ängstliches geben, Daß mich verlangt, hinfort vor dir In frömmigkeit zu leben; So gib mir auch die kraft darzu, Daß ichs vollbringen möge, Mit freuden deinen willen thu, Und nie zum guten träge, Was du befiehlst, verrichte. gnügt und gutes muhts: Denn die handschrift ist zerrissen; Dein erlöser thut dir guts. Laß dein trauren, laß dein weinen, Gott läßt gnade für dich scheinen. Du bist fren und sollt allein Deines JEsu eigen seyn. 3. Ach HErr! du selbst bekehre mich, So werd ich recht bekehret. Ich bitte dich herzinniglich, Laß mich nicht unerhöret. Ach! stehe mir doch gnädig bey, Verleih mir gnad und stärke. Mach mich von allem zweifel frey In diesem see. len- werke: Dein geist mich unterstüße. 4. Laß mich jekund aufmerksam seyn Auf alle meine worte; Gib mir die worte selber ein An deinem heilgen orte. Gib, daß ich auch mit allem fleiß Aus deines dieners munde Dein wort recht zu erwegen weiß. Hilf mir in die ser stunde Den gnaden- bund erneuren. 5. Laß mich, HErr! nicht leichtsinnig seyn In bessrung mei nes lebens: Laß mich dis werk nicht blos zum schein Verrichten, noch vergebens, Daß ich da wieder finge an, Wo ichs zuvor ge endet. Ach! wer sich von der sünden- bahn nicht zu der tugend wendet, Der beichtet ganz ver gebens. 353 6. Den guten vorsag stärk in mir, Nichts laß mich davon treiben, Auf daß ich möge für und für In deiner gnade bleiben; Hilf, daß ich nunmehr wandle fiets Im glauben und in liebe, und durch die kräfte des gebets, Erfüllt mit deinem triebe, Viel gutes schaff auf erden. 2.3war dich drückten deine sünden, Jhr gift nagte dir das herz: Niemand konnte dich verbinden, Niemand linderte den schmerz, Von den centner- schweren ketten Konnte dich kein mensch erretten: Doch dein JEsus heilte dich, Und nahm alle straf auf sich. 3. Dein verdammliches verbre: chen Sollten teufel, höll und tod Unaufhörlich an dir rächen: JE sus aber nimmt die noht, Die dich ewig sollte drücken, Selbst auf seinen heilgen rücken, Leidet trübfal, tod und pein, Um dich völlig zu befreyn. 4. GOttes eifer, grimm und toben, Die dein frevelmuht ers regt, Wird gestillet und gehoben, Und auf GOttes sohn gelegt, Der dich aus geneigtem willen Läßt mit gnad und segen füllen: Der dir volle gnüge schenkt, Sich mit gall und myrrhen tränkt. 5. GOttes kind auf seinen reis fen, Die es blos für dich gethan, Muß sich so mit Fummer speisen Als man kaum erdenken kann; Nur damit an seinem tische Sich dein geist dereinst erfrische. Hier speist seine liebes- glut Dich mit seinem fleisch und blut. 6. Ja, er stillt der höllen fluhten, Die des höchsten zorn ers regt. Durch sein leiden, durch sein bluten Wird des vaters sinn bewegt, Um des theuren sohnes 3 wils 354 7. Treuster Jesu, tr trost und leben, Meiner seelen bestes theil! Du bist, der mir ruh gegeben, Der mein ganz verlohrnes heil Samimit dem segen wiederbrachte, Hilf, daß ich nichts höher achte Weder hier noch ewig dort, Als dich, meinen schuß und hort. Von der wahren Busse und Bekehrung willen Setnen fluch nicht ju er 2. Mein schöpfer! ich bekenne füllen, Den dein abfall doch ver- dir, In meinem fleische wohnet dient: So wirst du mit GOtt vers) Ein bdser fünden- gift, wofür fühnt. Dein jorn mit ftrafen lohnet. Ich habe die gerechtigkeit, So dirge: fällt, vor langer zeit In Adam ganz verlohren. Zum guten bin ich taub und blind, Dieweil ich armes sünden kind In fünden bin gebohren. 8. Nimm mein alles, was ich habe, Zur vergeltung deiner treu: Ists doch dein geschenk und gabe; Billig, daß ich dankbar sey. Rich te sinnen und gemühte Auf den reichthum deiner gute, Daß sonst nichts als deine treu Mir stets im gedächtniß sey. 9. Tilge meiner fünden menge, Hilf, daß mich kein schneller fall, List und anstoß von dir dränge; Sondern laß mich überall Stets in deinen wegen bleiben, Deinen geißt mich dazu treiben, Was dir, beiland! wolgefällt, Mich in dei nem dienst erhält. to. HErr! ich will für diese güte, Für so theure gnad und huld, Mit höchst dankbarem gemühte, Mein vermögen, meine schuld Dir, mein heiland! gern abtra gen, Dir stets lob und ehre sagen. Du sollt ewig und allein Meines herzens freude seyn. 549. Mein Mel. HErr GOtt der du erforsch. ein GOtt! nun bin ich abermahl Der fünden laft befreyet: Nun bin ich in der chriften zahl Aufs neue GOtt geweihet. Mit was für worten preif ich dich, Da du mich wieder gnädiglich Als dein kind angenommen? Auf, meine feele! lobe GOtt; Wir wollen nun auf fein gebot Bu seinem altar kommen. 3. Nun aber bringt dein lieber sohn Mich wiederum zu gnaden. Er kam von seiner gottheit thron, Erkauft' uns arme maden. Durch ihn allein erbarmst du dich, Mein treuer vater! über mich; Die schuld ist mir erlaffen, und ich kann deine gnad hinfort Im sacrament, im geist und wort Mit ſe: stem glauben faffen. 4. Dein thearer name sey ge preist, O JEsu meine freude! Was mir dein wort für troft er: weist Nach ausgestanduem leide, Das weiß mein hoch erfreutes ber;, Als welches faft der herbe schmerz Zur höllen bingerücket. Die fünden last war schrecklich schwer, Sie quälte mein gewissen sehr, O weh dem, den sie drük Fet! s. Nun aber ist die schwere laft, GOtt lob! hinweg genommen. Nun darf ich, als ein lieber gast, Zu meinem schöpfer kommen. Nun hat er mir durch seinen knecht Im himmel schon das bür: ger- recht Aus gnaden angetragen. HErr JEsu Chrift! deß dank ich dir, Denn alles dis erwarbst du mir Durch deinen tod und plagen. 6. Gib mir nur deinen guten geift, Der freudig in mir walte, und mich im glauben allermeist Bis an mein end erhalte; Damit mein herz in angst und leid Fest auf dich hofft, und jederzeit Dich fromm und kindlich ehret: Und, trifft mich auch ein creuzes- stand, Ges und zwar Beicht- Lieder nach der Beichte. 355 Geduldig harrt, bis deine hand Weil ich nach GOtt voll sehnsucht Mich deiner hülf gewehret. bin: Die nacht, und schwarze 7. Verleih auch, daß ich ieden weile Vergehe bald; Mein herze tag Ein chriftlich leben führe: wallt Nach GOtt dem groffen Daß ich das übel haffen mag, Daß gute. Mein wünschen steht, Mein ich mich prüf, und spühre, Wie hoffen geht Nach Christi leib und mein verderbtes fleisch und blut blute. Gar nicht, was recht und chrift3. Geselle, JEsu! dich zu mir lich, thut: HErr! hilf mir tapfer Und wecke mich ben zeiten. Kehr streben. Mein geift der wünschet meinen geift allein zu dir, Und gib nichts so sehr, Als daß er möge mehr und mehr Nach deinem wil len leken. zu beiden feiten Dein englisch heer, Das mehr und mehr Sich zu den sündern neiget, Wenn Salomon, Wenn GOttes sohn Sich bey denselben zeiget. 8. Jedoch mein fleisch ist tråg und schwach, Und lüftert nach den funden: Es folget oft dem bösen nach, Das ich sollt überwinden. Ich wünsche, dir recht treu zu seyn, Doch wirft das fleisch viel hindrung ein, und unterbricht den willen: Drum komm und hilf, o treuer hort! Den bösen trieb durch geist und wort In meinen gliedern stillen. 4. So gar im traum erquicke mich, Laß mich zu Bethel liegen*, Die himmels leiter zeige sich; So will ich mich vergnügen. Des hauptes stein Soll JEsus seyn, Der hirte bey den schaafen. Hab auf mich acht, Wenn niemand wacht; So will ich selig schlafen. 1.B. Mof. 28, 12. U. 19. * Danksagung für die Gnade 9. Es fucht der alte mensch al lein Mein ewiges verderben: Flßß mir kraft, geift und leben ein, daß der Bekehrung. Mel. O GOtt du frommer 2c. ich als ein glaubens- held Recht 551. W dank, HErr! dir as ich doch kämpfen mag, und mich der welt O Durch deine kraft entreissen; So dafür sagen, Daß du mich mit kann ich nach der bösen zeit In der geduld So lange zeit ertragen; gewünschten ewigkeit Dich rabt Da ich in mancher fünd Und über: und helfer heiffen. tretung lag, Und dich, o frommer GOtt! Erzürnte jeden tag. Abend Lied an dem Tage da man gebeichtet hat. Mel. Was mein GOtt will 2c. Ott lob! mein herz 2. Sehr grosse lieb und gnad Erwiesest du mir armen: Ich fuhr in bosheit fort, Du aber in erbarmen. Ich widerstrebte dir, und schob die buffe auf: Du scho550. folgte drauf. stein ist abgehoben; um mich ist alles wieder neu. Die engel- schaar dort oben Ift hoch erfreut, Weil ich mich heut Zur busse eingefunden. Ich eile fort, O GOtt, mein bort! In meines JEfu wunden. 3. Daß ich nun bin bekehrt, Hast du allein verrichtet: Du haft des satans reich Und werk in mir vernichtet. HErr! deine güt und treu, Die an die wolken reicht, 2. Ach, hüter! ist die nacht, hat auch mein steinern herz Geschier hin: Du froher morgen eile, brochen und erweicht. 32 4. Selbst Von der wahren Busse und Bekehrung 356 4. Selbst kornt ich allzuviel Beleidgen dich mit fünden: Ich konnte aber nicht Selbst gnade nieder finden. Selbst fallen konnt ich wol, und ins verderben gehn: Doch konnt ich selber nicht Von meinem fall aufstehn. 5. Du hast mich aufgericht, Und mir den weg gewiesen, Den ich nun wandeln soll, Dafür fey, HErr! gepriesen. Gott sey ge lobt, daß ich Die alte fünd nun haß, Und willig ohne fürcht Die todten werke laß. 6. Damit ich aber nicht Aufs neue wieder falle; So gieb mir deinen geist So lang ich hier noch walle, Der meine schwachheit stärk Und darinn mächtig fey, Und mein gemühte stets Zu dei: nem dienst erneu. * 7. Ach leit und führe mich, So lang ich leb' auf erden. Laß mich nicht ohne dich Durch mich gefüh ret werden. Führ ich mich ohne dich, So werd ich bald verführt; Wenn du mich selber führst, Thu ich, was mir gebührt. 8. O Gott, du großer Gott! O vater, hör mein fehen! O JEsu, GOttes sohn! Laß deine Fraft mich sehen Dwehrter heilger geist! Regier mich alle jeit, Daß ich dir diene hier Und dort in ewigkeit. Mel. Nun freut euch liebe: c. 552. Mwie liebst du mich! Wie groß sind deine aaben, Die mich von kind auf kraftiglich Zu dir gelocket haben; Wie theuer, GOtt! ist deine treu, Die mich beständig täglich neu Bis diese seit behütet. 2. Ognade! denn ich bin er wählt In dir zum freuden- leben, Ofreude! denn ich bin gezählt zu deinen edlen reben. Du haft mir schon von ewigkeit Des vaters freudensreich bereit, Da soll ich einst hinkommen. 3. Wie sorgtest du für meine feel; Wie kräftig war deinziehen, Daß ich zu dir, Immanuel! Vor GOttes zorn mögt fliehen. Wie groß war deine gütigkeit, Da du mich aus der sicherheit Zum him mel rufen lassen. 4. Du haft, mein treuer feelen hirt! Dich meiner stets erbarmet. Ich ging in eitelkeit verirrt: Doch hast du mich umarmet, Mich von den finden abgeschreckt, Mein bers zur wahren buff erweckt, Daß ich dich wieder suchte. 5. Wie groß ist, Jesu! die ge duld, So du mit mir getragen. Hättst du mich gleich, nach meiner schuld, Sur höllen- pein geschla gen; So bleibeft du dennoch ges recht, Jch aber ein verdammter knecht, Den du mit recht verstoßen. 6. Nun aber steht es wol mit mir, Doch blos durch deine gna de. Und bleib ich nur allzeit an dir, So ist nichts, das mir schade. Ich war der höllen freilich werth; Weil mich der fünden last be schwert, und fast zu boden drückte 7. Jedoch mein her; erholet sich Durch deinen theuren glau ben, Den du geleget hast in mich: Nun soll mir niemand rauben Das kleinod, das du vorgesteckt; Weil mein herz sich nur darnach streckt, und erden- luste hafſet. 8. Ach holder Jesu! bleibe du Stets meiner feelen leben. Sen du nur einzig meine ruh, Laß mich an nichts sonst kleben. Hilf daß ich dieser argen welt, Der ich mich sonsten gleich gestellt, Von nun an gar absterbe. 9. Weg fleisches- luft, weg ehr und geld! Ihr seid nur schudde gaben. Die schäse jener freudens welt und zwar von der täglichen Busse der Frommen. welt Die sollen mich nur laben. O eitler tand der eitlen zeit Flieb weg! die schöne ewigkeit Bringt mir die wahren güter. 10. Mein JEsu! dir sey ewig preis Für solche theure gaben. Ach! dies sei täglich meine speis: Wenn ich nur dich kann haben. Hilf, daß ich ringe immerfort, Bis du in deinem freuden- ort Mich ewig wirst ergeßen. Von der täglichen Buffe der Frommen. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. ein JEsu, meines 553.Mei lebens licht! Du weißt gar wol, was mir gebricht, Es ist dir mein betrübter stand Weit besser, als mir selbst, bekannt. 2. Das fleisch ist schwach, ob gleich der gert Durch deine kraft sich willig weist. Die fünde klebt mir immer an, und zicht mich von der rechten bahn. 3. So thu ich denn, was ich nicht will, und steh im laufen ofts mahls still. Es lenkt mich der vers derbte sinn Stets zum verbotnen baume hin. 4. Die bdse luft regt sich in mir, Und zieht mein herz gar oft von dir. Die liebe zu der eiteln welt Macht, daß mein thun die oft misfällt. 5. Jch nehme mir das gute vor, Doch steigt der böse trieb empor: Drum flich ich, leider! deine zucht, Und höre dein wort ohne frucht. 6. Wie laulich ist nicht mein gebet! Wennich, Herr! vor dein antlig tret, mich mit dem munde zu dir nah; Jst oftermahl mein her nicht da. 7. Ich weiß, ich soll rechtschaf: fen seyn; Doch zeigt sich oft nur 357 bloffer schein. Mein christenthum und glauben hat nur oft den Namen ohne that. 8. Sichst dit dis als ein richter an, Der her; und nieren prüfen kann; Willt mit mir ins gerichte gehn; So kann ich nicht vor dir bestehn. 9. Ach vater, habe doch geduld! ergiß der schwachheit fünden schuld. Sieh, was ich selbst nicht merken kann*, Um Chrifti willen ja nicht an.* Pf. 19, 13. 10. Dein blut und tod, mein JEsu! schafft, Das was von schulden an mir haft, Vor GOtt mich nicht verdammen kann; Ich ziehe deine unschuld an. 11. Bespreng mich täglich durch dein blut, und mache meine fehler gut. Erneur' in mir herz, muht und sinn, Damit ich täglich frömmer bin. 12. Laß meinen vorsag feste stehn, und mich auf guten wegen gehn. Steh mir mit deinem geis kebei, Daß ich ein kind des lichtes sey. 13. Dein Geist ermutre meis nen geist, Daß er der welt sich gan; entreißt, mit eifer nach dem himmel strebt, und nur in dir alleine lebt. 11. Führt fleisch und blut mich in den streit, So rüste mich mit tapferkeit, und treibe mich stets freudig an, Daß ich mich selbst verleugnen kann. 15. Den alten menschen dämpf in mir, mit neuer kraft den neuen zier. Laß Adam täglich unters gehn, und mich mit Christo aufs erstehn. 16. Und endlich führe mich da hin, Wo ich erst recht vollkommen bin: Da will ich jauchzend vor dir stehn, und ewig deinen ruhm erhöhn. 33 II. Von 358 Von dem wahren Glauben und zwar dhu Ul. Bon dem wahren Glauben, und zwar Von den Lehren 554. Wir glauben all' an einen GOTT, Schöpfer himmels und der er den, Der sich zum vat'r gegeben hat, Daß wir seine kinder werden. Er will uns allzeit ernehren, Leib und feel auch wol bewahren. Allem unfall will er wehren, kein leid soll uns wiederfahren. Er forget für uns, hüt't und wacht, Es steht alles in seiner macht. 2. Wir glauben auch an JEsum Chrift, Seinen sohn und unsern HErren, Der ewig ben dem vater ist, GOtt von gleicher macht und ehren. Von Maria der jung: frauen Ift er wahrer mensch ges bohren, Durch den heilgen geißt empfangen; Für uns, die wir war'n verlohren, Am creu; gestorben, und vom tod Wied'r auferstanden ist durch GOtt. 3. Wir glauben an den heilgen geift, GOtt mit vater und dem sohne, Der aller blöden tröster heißt; Uns mit gaben zieret fchöne: Die ganze christenheit auf erden Halt in einem sinn gar eben. Hier all' fünd vergeben werden. Das fleisch soll uns wieder leben, Nach diesem elend ist bereit uns ein leben in ewigkeit: amen. die wir gläuben. Durch seine weisheit, macht und gut au sein geschöpfe er behüt't. Er ist mein vater und mein GOtt, Der mir zu hülfe Eömmt in noht, mich schützet und ernähret. 2. Ich glaube auch an JEsum Chrift, Der GOtt vom vater ewig ist, und denn ein mensch ge bohren, Daß ich nicht würd verlohren: Der mir des vaters huld erwarb, Am stamm des creuzes für mich starb, Fuhr zu der hölle nieder, Stund auf von todten wieder: Und, zu vollenden seinen lauf, Fuhr er zum himmels- thron hinauf: Von da er kommen wird einmahl, Daß er die menschen richte all', Die lebenden und todten. 3. Ich glaub auch an den heil gen geist, Der gleich ist wahrer GOtt, und heißt Ein lehrer unsrer sinnen, Der ewig ohn beginnen Vom vater und vom sohn aus geht: Der den betrübten hier bey: steht, Daß sie vergebung finden All ihrer schuld und sünden. Ich glaube, daß erhalten werd Ein' allgemeine kirch auf erd, Bey der stets bleibt des geiftes gab. Ich glaub, daß dieses fleisch vom grab Werd auferstehn zum leben 555.3 Gott allein, Der ch Den Der auch mich alle dinge groß und klein, himmel nebst der erden Aus nichts Mel 8. JEfus meine zuversicht. hat lassen werden: felbst dienst erschaffen hat, Mir leib und erd und alle werke, Die dein wort feel gegeben, Sinn und ver- schuf und erhält, Zeigen gnugsam nunft darneben. deine stärke. Alles dis hat deine et aus lauter gnad zu seinem 556. Schöpfer dieſer gan. en macht von den Lehren die wir glauben. 359 macht Blos aus nichts hervorge, schwach und kleine. Bet' und seufbracht. je selbst in mir, Sprich mir selbft das abba! für. 2. Alle creatur ift gut: Gib, daß ich den misbrauch meide, Und mein fündlich fleisch und blut Nicht in fünden an ihr weide. Das geschöpfe weise mich, Groffer schöpfer! nur auf dich. 3. Ich bin auch dein hände werk, Leib und feel ist dein ge schenke: Gib, daß ich es fleissig merk, Und mit dank daran gedenke; Daß ich deiner macht vertrau, Und noch ferner auf dich bau. 4. HErr! ich web' und leb' in dir, Laß mich dir zu ehren leben. Du wirst auch noch ferner mir Meines Lebens nohtdurft geben. Ich verlasse mich auf dich, Sorge hier und dort für mich. 5. Mittler, heiland, gnadenthron! Priester, könig und prophete! GOttes und Marien sohn, Den man an das creuz erhöhte; Gib, daß dich mein glaube kennt, Mir Du, mein fuffer JEfu! bist gebohren, mir gestorben. Was in Adam ich vermißt, Haft du wiederum erworben. Gib mir kraft, daß ich forthin Stets dein glied, dein eigen bin. 6. 7. Alles heil kömmt nur von dir, Heiland aller armen fünder! Dein tod ist die lebens- thür, Du des todes überwinder; Laß dein lei den, tod und pein Mein verdienst im glauben seyn. 8. Tod und hölle sind durch dich, Groffer sieger! überwunden, Und durch diesen sieg hab ich Naht im tod und grabe funden. Durch dich werd ich auferstehn. Und getroft zum richter gehn. 9. Geist vom vater und dem sohn! Leuchte mir mit deinem cheine, Stärke mich von GOt tes thron, Wenn mein glaube 10. Gib, daß ich ein wahres glied In der kirche Chrifti heisse, Daß mich nichts von dir abzieht, Deinen tempel nichts zerreiffe, Welchen du, o wehrter gast! Dir in mir erbauet hast. 11. Tröfte mich in buß und reu mit vergebung meiner fünde. Stehe mir mit seufzen bey, Daß für recht ich gnade finde. Wenn mir aller troft zerrinnt, Zeuge, daß ich GOttes kind. 12. Laß mich denn nach dieser seit Auf ein andres leben hoffen, vis des glaubens freudigkeit In dem schauen eingetroffen: Bis was hier mein glaube weist, Mir dort lauter amen heißt. um ein frenoiges Bekenntniß der erkannten Wahrheit. Mel. 8. JEsus meine zuversicht. Ott! der du wahr, haftig bist, Und 557. aus dessen herz und munde Lauter snad und wahrheit fließt, Daß ich auch auf diesem grunde, Als auf felfen, bauen kann; Frische mich jur wahrheit an. 2. Dieses wort bleibt immer wahr: Wer sich einen christen nennet, Und dich doch nicht of fenbar Vor den menschen hier bekennet; Den bekennet auch dein sohn, Bater! nicht vor deinem thron. 3. Unter seiner creuzes- fabn Hab ich dir die treu geschworen; Hält mein glaube sich nicht dran, Ist die crone schon verlohren. Drum laß JEsum nur allein Meines mundes lofung seyn. 4. Ist mein fleisch und blut ver: zagt, Will die welt die junge bins den, Werd ich hin und her gejagt, 34 Wie Von dem wahren Glauben und zwar 360 Wie ein leichtes rohr von roinden: Ist der feind auf mich erbost; Ach! so mache mich getrost. 5. Fordert man von mir den grund Dessen, was ich hoff und glaube; Ach! so öffne meinen mund, Daß er bey der wahrheit bleibe, Und ein gut bekenntniß thut: Hierzu gib mir kraft und muht. 6.David glaubt und redet auch, Beydes muß beysammen stehen; Das ist wahrer christen brauch, Die nicht heuchelen begehen. Und dafür behüte mich; Denn sie ladet jorn auf sich. 7. Ach! du wirst die kraft verleihn, Daß ich lebe, wie ich glaube: Dieses wird ein zeugniß feyn; Daß ich stets in Christo bleibe, Der, als ein getreuer hirt, Mich sein schäflein kennen wird. 8. Laß mich bis an meinen tod Meinen JEsum recht bekennen, Und mich in der lezten noht Seines leibes gliedmaaß nennen. Leb und sterb ich nur auf ihn, Weiß ich, daß ich selig bin. Von der Treu und Beständig Feit in der erkannten Wahrheit. gnaden- gabe, Die Christus in mir schafft. 3. Ach was ist das für fünde, Nicht fest im glauben stehn! Wer, wie ein rohr vom winde, Sich hin und her läßt wehnt, Wer weis che kleider sucht, und bey der welt mit heucheln Sich trachtet einzus schmeicheln; Der ist bey Gott verflucht 2. Auf menschen kraft und muhte Wirds freilich nicht bes sichn. Man kann bey fleisch und blute Leicht einen fall begehn. Doch, daß ich muht und kraft In meinem herzen habe, Ist eine 4. O web euch, eitle sinnen! Gesest, ihr könntet gleich, Die ganze welt gewinnen Und würdet überreich; Was hülf dis insge sammt? Jhr würdet doch nur scha den Auf eure feelen laden, Und ewiglich verdammt. 5. Treibt immer, was ihr treis bet, Und thut, was euch gefällt: Wenn mir der himmel bleibet, Was frag ich nach der welt! Sie brohet oder lacht, Das ist mir was geringes; Ich achte keines dinges, Das mich nicht selig macht. 6. Von herzen kann ich sagen: Mich schrecket keine noht, Mich schrecken keine plagen, Mich schreckt sogar kein tod: Ich bin, mein Jesu! dein, Und will im creuz und leide, Als wär es glück und freude, Treu und beständig seyn. Mel. Von GOtt will ich nicht zc. Mel. Kommt laßt euch den x. 558. Von Gott foll mich nichts trennen, Es fen auch, was es sey. Sein wort 559. Gott läßt durch ſein wort uns will ich bekennen, Jch bleib ihm ewig tren. Mein glaube wanket nicht, So lang ich leb auf erden. Ich will kein Demas werden, Der bund und glauben bricht. Daß im lezten theil der zeit So tan menschen wird bethdren, Von des glaubens richtigkeit Schnöder weise abzustehn, Und den lehren nachzugehn, Die der lügen- geift erdichtet, und zum feelen- giftge richtet. 2 Tim. 4,10. 2. Er zeigt ihnenherrlichkeiten, So die eitle welt befißt, Welche fie gar bald verleiten, Das, was ihren seelen nügt, Christi evan gelium, Und das ächte chriften thum von der gläubigen Zuversicht mit welcher wir gläuben.' 361 men Auch auf die verführte sehn: Leit auch sie mit deinen armen, Daß sie zu der wahrheit gehn, Die du selbst zur seligkeit Allen seelen zubereitt. Ach! bekehr sie, daß sie glauben, und dir ewig treu verbleiben. thum, Ja GOtt selber zu ver laffen, und das eitle zu umfaffen. 3. GOtt, ach! wie so unbesonnen Sind die leute dieser art; Die der hölle zwar entronnen, Da dein sohn ihr heiland ward; Aber ihr verkehrter sinn Stürzt sie wiederum dahin, Daß sie hier auf dieser erden, Dir zur schmach, abtrünnig werden. Von der gläubigen Zuver. sicht, mit welcher wir gläuben. 4. Mögten sie doch recht be denken, Der nur hab' am himtheil, Der sich Mel. O GOtt du frommer zc. Err! ohne glauben lenken, Thu, ohn welchem sonst 560. Hann Dir niemand kein heil, Fest umfaßt, sich ihm ergiebt, Jhn als weg und wahrheit liebt: Ach! so würden sie von allen, Was du lehrest, nicht abfallen. wolgefallen; Ach darum lege mir Vor andern gaben allen Den wah. ren glauben bey: Denn der ist, wie du weißt, Nicht jedermannes ding, Und kömmt von deinem geist. 5. JEsus ist der grund im glauben, Welchen keine macht zer stöhrt. Wenn gleich welt und teufel schnauben, Steht er dennoch unversehrt, Hält uns alle fest, und macht, Daß man alle wuht verlacht. Darum müssen diese fehlen, Die sich andern grund erwählen. 6. Jch, mein GOtt! wills bef ser machen; Ich will niemahls von dir gehn, Fleisfig beten, sorgsam wachen, Welt und satan wi derstehn. Wenn ihr troß mich gleich ansicht, Soll er deines wors tes licht, und den felsen festen glauben Nie aus meinem Herzen rauben. 2 7. Der mag die welt lieb gewinnen, Der, wie Demas*, fallen will; Mich bringt nichts zu solchen finnen; Nein, ich halte bey Gott still: Wer in Christi lehre bleibt, It Gott selber einverleibt, Jch will ihn allzeit bekennen, Nichts soll mich von ihm abtrennen. * 2Tim. 4, 10. 3. AberHErr! laß dein erbar 2. Laß mich insonderheit, Daß du seyst, herzlich glauben, und bey dem, was dein wort Verheisset, feste bleiben: Daß du dem, der dich sucht, Stets ein vergelter feyst, Und daß ihn deine hand Aus allen nöhten reißt. 3. HErr! laß mich auf dein wort Von ganzem Herzen trauen, Und stets auf deine treu Und wahrheit feste bauen. Gib, daß ich dir in noht, In creuz und tod getreu, und durch des glaubens kraft Allzeit gehorsam sey. 4. Mein JEsu! laß mich dich Im glauben recht erkennen, Dich meinen HErrn und GOtt, Trost, schuß und heiland nennen. Laß mich im glauben thun, Was mich dein wort gelehrt, Daß dich herz, mund und that Als den erlöser ehrt. 5. Mein könig und prophet! Komm, herrsch in meiner feelen. Regier und führe mich, Laß mich mit dir vermählen. Du sollt mein könig seyn, Dem ich gehorchen 3,5 will, Von dem wahren Glauben und zwar 362 will, Mein Lehrer und prophet, Deß willen ich erfüll. 6. Ich will auch, HErr! an dich, Als hohenpriester, glauben; Laß JEsu! dein verdienst Den grund des glaubens bleiben, Daß meine seele fich Hierauf getreu und fest, Als auf mein einzig heil Und wahren troft, verläßt. 7. Ach JEsu! stärke mich In diesem meinen glauben: Laß mir ihn weder tod, Noch welt, noch teufel rauben. Bleib in demselben stets Genau mit mir vereint, Daß ich dein und du mein, O theurer feelenfreund! * 1. B. Mos. 32, 26. 6.Beklemmt gleich erst die traus rigkeit Das schwache herz in fol chem streit; Wird doch die freude hergestellt, So bald der glaube sieg erhält; Drum schmeckt die seel in Chrifto luft, Als kinder an der mutter brust. 7. Ein herz, das folchen glauben hat, Bezeuget ihn durch wort und that. Es weist durch hoffnung, lieb und treu, Daß es voll heilger en Es sich offenbar, und reicht im glauben tugend dar. Mel. Vater unser im himmelr. er glaub iftGOttes s. Der glaube wird durch creuz gemehrt, und durch die glut, wie gold, bewährt. Er ringet, wie dort Jacob that, Als er GOtt hielt und brünstig bat*; Erläßt nicht ab, bis GOttes geift Jhm beystand, heil und troft erweist. ich nicht von mir selber hab. Ein wahn, den fleisch und blut ers dicht, Und was des sünders zunge spricht, Ist heucheley und selbst betrug, und rührt nicht von des geistes jug. 8. Doch, was nicht aus dem glauben geht, Und nur aus heucheley entfieht; Zerfället bald, hat nie bestand, und wird von from: men bald erkannt; Denn wolluft, eigen nuß und ehr Verräht die gleisner gar zu sehr. 9. Mein GOtt! verleih mir, daß ich treu Im glauben und in liebe sey. Blaf auf das tocht, das annoch glimmt, Bevor es gar ein ende nimmt; Im creuzes kampf und lezten streit Gib kraft, muht und beständigkeit. 2. Der wahre glaub' ist GOttes licht, Das, wie der tag, in uns an: bricht. Wenn uns das wort des höchsten lehrt, Uns ruft, erleuch tet und bekehrt, und unser herz zur busse lenkt; Wird uns dis licht von GOtt geschenkt. 3. 3war wenn die furcht und luft der welt Das her; bestürmet und befällt; Wird oft der glaube schwach und klein, Und scheint gar unterdrückt zu seyn. Er steigt, Mel. HErr JEfu Chrift du x. wenn er sich wieder fest Auf Gott 562. Mein JEſu! du willt und wort 4. Er wird durch Gottes geift tedermann busse zu dir wenden. Du fångst den glauben in uns an, Du willt vermehrt, und bleibt in trübsal ihn auch vollenden: Mein Herr unversehrt: Er geht vielmehr und GOtt! drum bitt ich dich; durch spott und schmach Auf Hilf du mir, und bekehre mich: schmalem weg' dem heiland nach, Ach hilf mir, HErr! zum glauMit dem die feele fieghaft ringt, ben. Und sich, gleich adlern, aufwärts schwingt. 2. Es kann vernunft und eigne kraft Dich, JEfu! nicht erkens itett; von der gläubigen Zuversicht mit welcher wir gläuben. nen; Dein geist nur giebt die wis senschaft, Dich meinen HErrn zu nennen. Dein wort legt meines glaubens grund, Dein sacrament bestärkt den bund. HErr! gründe meinen glauben. 3. Wenn du die menschen neu gebiehrft In deinem wasser- bade, Und sie mit deinen gaben sierft Nach deiner grossen gnade: So sündest du den glauben an, Daß er dein licht erkennen kann. HErr! schaff in mir den glauben. 4. Da wird erst mein verstand verklärt, Dich aller heil zu nennen. Das leben, welches ewig währt, If, GOtt und dich erken s. Der benfall hält auch alles dis, Was wir dennoch nicht sehen, Für unbetrüglich und gewiß: Es ist, und muß geschehen, Was GOttes wahrheit uns verspricht. Vernunft und sinnen! richtet nicht: HErr! richte du den glauben. 6. Dann bringt die fefte zuversicht Den glauben recht zum leben, Die im vertrauen feste spricht: Die schuld ist mir verge: ben; Mein Gott und JEsus lieber mich, Für mich gab mein cridser sich. HErr! segne diesen glauben. nen. Drum macheft du, gerechende meinen glauben. ter knecht! Durch dein erkenntniß 11. Ich kann und will in dieser uns gerecht. HErr! Lehre mich den glauben. seit nicht fehn, und doch vers trauen. Dort werd ich meine fe ligkeit nicht glauben, sondern schauen. So kampf und end' ich meinen lauf; Hört gleich einst glaub und hoffnung auf. HErr! hilf mir nur zum schauen. 7. Ach ja, mein GOtt! ich sünder bin Mühselig und beladen. Ich bin voll reu: wo flieh ich hin? Zur fülle deiner gnaden. Erquicke mich: die laft ist groß, Doch JEsus macht die knechte los. HERR: halte mich im glauben. 363 er in liebe thätig sen. Behüte mich für heucheley. HErr! nehre meinen glauben. 8. Laß ihn, o HErr! lebendig seyn In JEfu meinem Leben Entzünd ihn, feines lebens schein In kraft von sich zu geben; Daß 9.So kann kein leid noch trübsal mir Den troft der hoffnung rau: ben. Mich scheidet nichts, mein GOtt! von dir; Ich faß im wahren glauben, Daß GOttes sohn an meiner statt Vielmehr, als dis, erlitten hat. HErr! stärke die sen glauben. 10. Doch leb' ich darauf nicht allein, Ich will auch darauf sterben: Ich soll ein kind in glauben feyn, um dort das reich zu erben. Auf dieses leben hoff ich nicht, Auf ienes geht die zuversicht. HErr Mel. Ach GOtt vom himmel zc GOttes sohn, 563.D HErr JEfu Chriß! Daß man recht könne glauben, Nicht jedermannes ding hier ist, Noch standhaft drinn zu bleiben. Drum hilf du mir von oben her. Des wahren glaubens mich ges währ, und laß mich drinn bes barren. 2. Lehr du und unterweise mich, Daß ich den vater kenne: Daß ich, o JEfu Chrifte! dich, Den sohn des höchsten nenne: Daß ich auch ehr den heilgen geist, Zugleich gelobet und gepreis, Als drey in einem wesen. 3. Laß mich vom groffen gnaden heil Das wahr erkenntniß finden, Wie der nur an dir habe theil, Dem du vergiebst die fünden. Hilf, das ichs such, wie mire ges 364 Von dem wahren gebührt: Du bist der weg, der mich recht führt, Die wahrheit und das leben. 4. Gieb daß ich traue deinem wort Es wol ins herze fasse: Daß sich mein glaube immerfort Auf dein verdienst verlasse: Daß jur gerechtigkeit mir werd, Wenn mich die fünden- last beschwert, Dein creuz- tod zugerechnet. 5. Laß meinen glauben trösten sich Des bluts, so du vergossen: Auf daß in deinen wunden ich Bleib allzeit eingeschlossen; Und durch den glauben auch die welt, Und was dieselb' am höchsten hält, Für koht und unflaht achte. 6. War auch mein glaube noch so klein, Uud daß man ihn kaum merke: Wollst du doch in mir mächtig seyn, Daß deine gnad mich stärke, Die das zerstoßne rohr nicht bricht, Das glimmend tocht auch vollends nicht Auslöscher in den schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorgfäl tig sey, Den glauben zu behalten, Ein gut gewissen auch daber: Und daß ich so mag walten, Daß ich sen lauter iederzeit Ohn anstoß, mit gerechtigkeit Erfüllt und ih ren früchten. * 3. HErr, durch den glauben wohn in mir, Laß ihn sich immer stärken, Daß er sey fruch bar für und für, und reich an guten werken: Daß er sey thắtig durch die lieb', Mit freuden und geduld sich üb', Dem nächsten fort zu dienen. 9. Jusonderheit gib mir die Fraft, Daß ich einst bey dem ende leb' eine gute ritterschaft: Zu dir allein mich wende, und nach vollbrachter todes noth Des glaubens end durch deinen tod, Die feligkeit, erlange. 10. HErr JEsu! der du angezündt Das fünklein in mir Glauben und zwar schwachen, Das sich vom glau ben in mir findt; Du wollst es stärker machen. Was du gefangen an, vollführ Bis an das end, daß dort beo dir Auf glauben folgt das schauen. Mel. O GOtt du frommer sc. 564. Mersuchet euch doch selbst, Ob ihr im glauben fiehet? Ob Christus in euch ist? Und ob ihr ihm nachgehet In demuht und geduld? Ob ihr in freundlichkeit und liebe jeders mann Zu dienen willig send? 2. Der glaub' ist zwar ein licht, In unsrer brust verborgen; Doch bricht sein glanz hervor, Gleich einem hellen morgen, und zeiget kraft und glut, Macht Christo gleich gesinnt, Erneuert muht und herz, und macht zu GOttes Find. 3. Aus Christo schöpft er heil, Gerechtigkeit und leben; Will, was ihm Christus gab, Dem nächsten wieder geben. Weil er in Chrifto reich An gnade worden ist; So preist er solches hoch, Bekennet JEfum Chrift. 4. Er hofft voll zuversicht Auf das, was Gott zusaget: Drum muß der zweifel fort, Die schwer. muth wird verjaget: So folgt dem glauben fiets Die sichre Hoffnung nach, Die hält im Wetter aus, Besteht im ungemach. 5. Dann steigt die lieb' empor, Und die ertragt mit freuden, Was GOtt ihr auferlegt; Sie murret nicht im leiden, und gläubt, daß Gott es gut und heilsam mit ihr meint: Drum liebt sie jedermann, Sowol den freund als feind. 6. Gott schenkt uns seinen sohn, Da wir noch feinde waren, Sest liebe gegen haß, Und läßt uns gnad erfahren, Die wir doch längst von der heiligen Zuversicht mit welcher wir gläuben. 365 Mel. Vater unfer im himmelreich längst verscherzt. Wenn dis der glaub' erkannt, So wird die lieb entzündt, Und zorn und haß vers 565.Du haft bei mir, der bannt. ich GOtt! den glauben angezündt: Gib, daß sein unverfälschtes licht Bey mir in vollen glanz auss bricht; Erhalt und mehr es jeder: zeit Zu deines namens herrlichfeit. 2. Bisweilen ist mein glaube schwach, Es giebt der geist dem fleische nach. Oft wirft mich zweis fel hin und her, Da wankt mein herz und zaget sehr: Drum stärk es, daß es ja nicht fällt, Daß sichs an Jesum fefte hält. 7. Und wie uns GOtt geliebt, So lieben wir die brüder: Wir geben, flucht man uns, Den se gen dafür wieder, Das leben für den tod: Bey schimpf, ben spott| und hohn Getrösten wir uns stets Der ewgen ehren- cron. 8. Läst GOtt uns schweres creuz Zur glaubens- probe tragen; Der glaube bringt geduld, Erleichtert alle plagen. Statt murren und verdruß Wird das gebet erweckt; Der glaube weiß, daß GOtt Der noht ein ziel gesteckt. 3. Mein herz hält dir dein wort ist vor, Daß du, Herr! das 9. Man lerner auch dadurch zerstoßne rohr Nicht brechen willt, Sein elend recht verstehen; und daß du nicht Ein glimmend Merkt GOttes gut und treu; tocht, ein lodernd licht VerlöHålt an mit bitten, flehen; Verschen läßt; weil deine kraft Es jaget an sich selbst, Erkennet sich für nichts, Sucht blos in Christo kraft, Jm ursprung alles lichts; 10. Hält sich an sein verdienst, Erlanget geift und fårke In solcher zuversicht, Zur übung guter werke; Steht ab vom eigensinn, Flieht die vermessenheit, Bleibt ben der gottesfurcht In glück und leidens- zeit. 11. So prüfe dich denn wol: Ob Christus in dir lebet? Denn Christi leben ist Wornach der glaube strebet. Erst machet er ges recht, Dann heilig, treibt sodann ( Ach spührst du seinen trieb?) Zu guten werken an. 12. HErr! laß sich doch in mir Den wahren glauben meh. ren; So werde ich dich auch In guten werken ehren. Wo licht ift, bricht der schein In helle strahlen aus. Du bist mein licht, darum Erleucht mein herzensbaus. stærkt, und neue nahrung schafft. 4.Es hat bey mir dein glaubenss schaß m irdischen gefäffe play: Sein licht scheint oftmahls ganz versteckt, Weil es mein sündlich fleisch bedeckt. Wie leicht, wie listig und wie bald Verld scht ihn nicht des feinds gewalt? 5. Mein GOtt: was kann ich nunhieben, Als daß ich zu dir feufi' und schrei? Mein glaubens- licht empfehl ich dir, Und fleh', daß es dein geist in mir Durch seine gnaden kraft vermehrt, Damit es ja kein feind versehrt. 6. Mach du mich in der finsterniß Des lebens und der welt ge wiß: Daß ich in deinem licht als lein Soll jest und künftig felig senn. Dein wort erleuchte mich, HErr Chrift! Das mir troft, licht und leben ist. 7. Wenn mich der böse feind versucht, Wenn mich die böse welt verflucht, Verfolget, drücket, und Von dem wahren Glauben und zwar 366 und verjagt, Ja, wenn mich mein gewissen nagt; So gib, daß deines wortes kraft Mir freudig feit des glaubens schafft. e 8. Schaff du durch deinen geift in mir, Daß meine seele voll bes gier Dem folge, was die schrift bestimmt, Und die Mel. O GOtt du frommer 2c. nimmt, Sich durch den glauben 566. Err, allerhöchfer treu und fest Auf dich und auf dein wort verläßt. GOtt! Von dem wir alle gaben, und was uns nüßlich ist, Durch flehn und bitten ha ben: Ich fünder klage dir, Daß leider! ich nicht kann Dich, wie ich gerne will, Im glauben beten an. 9. Du giebst uns, was dein wort verspricht, Allein aus guaden; aber nicht Nach werken, denn die gelten nichts: Und die ser strahl des gnaden lichts Giebt mir nun desto grössern muht, Weil mein glaub' auf dir selber ruht. G 10. Ich weiß, mein JEsus kehrt allein Durch glauben in die herzen ein: Drum gib mir glau ben, daß dabey Mir JEsus stets in herzen sey, Darinnen lebt, es selbst regiert, und stets zur wahren tugend führt. mein GOtt! Selbst angefangen in der jeit, Damit ich in bestän digkeit Zum glaubens- ziel und ende geh, und dort des himmels erbe feb. 12. Gib mir im glauben muht und kraft, Daß er in seiner ritter schaft Auch wider teufel, höll und welt Obsieget, und das feld be: hält, Ja allem bösen widersteht, Und siegreich zu dem leben geht. 13. Laß meines glaubens licht und schein Von tag zu tag ver mehret seyn; Damit es, weil ich lebe, leucht't, Bis es das volle licht erreicht, und durch des todes dunkelheit Mich fübret zu der feligkeit. 14. Vollführe, bis an meinen tod Das gute werk, das du, 2. Ich glaube freilich wol, Doch nur mit schwachem glau ben; Und diesen will mir noch Dar: zu der satan rauben. In solcher noht, mein GOtt! Flieh ich zu dir allein, Und traue feft, du wirst | Mein treuer helfer seyn. 11. Es ist des wahren glaubens kraft Allein, was gute werke schafft, Der grund zur lebens- hei:| thum seyn. ligkeit: Drum stårk ihn, JEsu! iederzeit, Damit er gute werke zeigt, und stets in geistes- früchten steigt. 3. Ach, eil und reiche mir, HErr! deine gnaden- hände. Hilf meiner schwachheit auf, Mir fraft von oben sende. Ist schon mein glaube schwach, und, als ein senf- korn, klein; So laß ihn doch ben mir In ftetem wachs. 4. Ich bin zwar schwach, doch sey Der glaub' in mir geschäftig, und deine stårk und kraft Sev in mir schwachen kraftig. Ach zich mich doch zu dir, HErr meine versicht! Und mehre selbst in mit Des wahren glaubens licht. s.O GOtt! der du in mir Dis fünklein angezündet, Ach blaf es täglich auf, Daß, wenn sich leiden findet, Ich wol gerüstet sey: Denn durch des glaubens kraft lebt mein gestärkter geift Stets gute ritterschaft. 6. HErr JEsu! sich mich an, Wie du ansahst in gnaden DasCa nanäsche weib. Wenn ich mit creu; beladen, Wenn alles mich verklagt; Vertritt mich selbst bey GOtt: 7. Wie du, barmherziger! Für Petrum haft gebeten, Daß er nicht ganz und gar Vom glauben mögte treten; So bitt auch nun für mich, Der du mein mittler bist: Weil dis mein wille sucht, Und mir ersprießlich ist. von der gläubigen Zuversicht mit welcher wir gläuben. 367 GOtt: So wird mein schwaches schwachen! Stärke mich, denn licht Des glaubens nicht zu ich bin schwach. Du, du kannst spott. mich stärker machen, Höre doch mein seufzend ach! Hebe du das schwache rohr Meines glaubens selbst empor, Daß es, bey deni sturm der winde, Schuß an deiner feite finde. s. Feuchte mit dem gnaden dle Meines glaubens töchtlein an In der lampe meiner seele. Auf der dunkeln todes: bahn Stehe mir, o allmacht! bey, Daß ich stark in schwachheit sey, Daß ich dich, bis ich erkalte, Feft mit 8. Erhöre mich, mein GOtt! Und merk ist auf mein flehen; Was meine seele wünscht, Laß, JEsu! bald geschehen. Daß sie die feligkeit, Des glaubens ziel, er langt, Und dort sodann bey dir schwachen hånden halte. In vollem schauen prangt. Mel. Nun lob mein feel zc. wenn ich ant Mel. JEfu deine beilge wunden. 568. Ich weiß, ein Je 567. Liebe, die nicht aus gläube: JE jusprechen! JEsus sus ist des glaubens grund, Bey hebt, was schwach, empor. Sei- dessen wort ich bleibe, und das ne hand will nicht zerbrechen Das bekennet herz und mund. Vererstoßne glaubens- rohr. Seine nunft darf hier nichts sagen, Sie huld verschmähet nicht meines sen auch noch so klug. Wer fleisch slaubens schwaches licht, Das und blut will fragen, Der fällt in nur einem töchtlein gleichet, Das selbst betrug. Ich folg in glaukaum glimmt, und fast erblei bens- lehren Der heilgen schrift chet. allein: Was diese mich läßt hören, Muß unbetrüglich seyn. 2. HErr! stårke mir den glauben: Denn satan trachtet nacht und tag, Wie er dis kleinod rauben Und um mein heil mich bringen mag. Wenn deine huld mich führet, So werd ich sicher gehn; Wenn mich dein geift regieret, Wirds selig um mich stehn. Ach fegne mein vertrauen und bleib mit mir vereint. So laß ich mir nicht grauen, Und fürchte keinen feind. 3. Laß mich im glauben leben, Soll auch verfolgung, angst und pein Mich auf der welt umgeben: So laß mich treu im glauben seyn Im glauben laß mich sterben. Wenn sich mein lauf beschließt, Laß men. 2. Ob ich gleich mit Perro sinfe*; Beut mein Jesus doch die band, Giebt mir suffe liebes win te, Stärket meinen schwachen stand. Wie ein vater- herz gefinnt Gegen sein noch kleines Eind: So trägt Gott auch mit erbar: men Schwache kinder auf den ar* Matth. 14.30. Beut mein hirte nicht den rücken Seinem schwachen schaflein an? Kranke seelen zu erquit fen, Tritt er auf die todes- bahn. Selbst die höchste Fraft ver schmacht't, Da sie ruft: es ist vollbracht! Daß ich schwacher moge siegen In den lesten todes: jügen. 4. JEfu, stårt und kraft der 368 Von dem wahren Laß mich das leben erben, Das mir verheissen ist. Nimm mich in dei ne hände Bey leb- und sterbensseit; So ist des glaubens ende Der seelen seligkeit. Mel. Wer nur den liebenGOtt zc. Ich habe nun den 569. grund gefunden, Wo Der meinen anker ewig hält: anders, als in Jesu wunden? Da lag er vor der zeit der welt( a): Ein grund, der unbeweglich sieht, Wenn erd und himmel unter geht. 2. Es ist das ewige erbarmen, Das alles denken übersteigt: Es sind die offne liebes- armen Deß, der sich zu den fündern neigt, Dem allemahl das herze bricht, Wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verlohren werden, Gott will, uns soll ge holfen seyn: Deswegen kam der Darein will gläubig fenken, Dem will ich mich getroft vertraun: Und wenn mich meine funden kränken, Nur bald nach Gottes herzen schaun; Da findet sich zu aller zeit Unendliche barmberzigkeit. Glauben und zwar noch so weit: So bleibt mir doch barmherzigkeit. 6. Wird alles andre weggeris fen, Was feel und leib erquicken kann; Darf ich von seinem troste wissen, und schein ich völlig aus Bethan; Scheint die errettung 7. Beginnt das irdische zu drücken, und häuft sich kummer und verdruß, Daß ich mich noch in vielen stücken mit eitlen din gen plagen muß; Ja werd ich oft mahls sehr zerstreut: So hoff ich auf barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten werken, In welchen ich beschäf tigt bin, Viel unvollkommenheit bemerken: So fällt zwar alles rühmen hin, Doch ist auch dieser troft bereit: Mein glaube hofft barmherzigkeit. 9. Es gehe nur nach dessen wil len, Bei dem so viel erbarmen ist. Er wolle selbst mein herze stillen, Damit es ihn nur nicht vers gist; So stehet es in lieb' und leid In, durch und auf barmher sigkeit. ſohn auf erden, und nahm her:| trägt. Dis will ich denken, thun nach den himmel ein. Deswegen klopft er für und für So stark an unsre herzens- thür. 4. Dabgrund, welcher alle fünden Durch Christi tod verschlungen hat! Das heißt die wunden recht verbinden, Da findet kein verdammen statt; Weil Christi blut beständig schrent: Barmher: sigkeit! barmherzigkeit! und treiben, So lange sich ein glied bewegt: So sing ich einsten höchst erfreut: abgrund der barmherzigkeit! ( a) Nach dem rathschlusse GOt tes, der Jesum von ewigkeit zum grunde unsers glaubens bestimmet hat. 10. Ben diesem Grunde will ich bleiben, So lange mich die erde Mel. Herzlich lieb hab ich dich u dir HErr 570.3 komme ich, der du so treu und liebreich mich zu dir haft heißen kommen. Mich drücket meiner fünden last, Sie läßt mit. weder ruh noch raft: Wird sie mir nicht benommen, So muß ich unter ihr vergehn. Ich kann ja nicht vor GOtt bestehn, Vor dem die himmel selbst nicht rein, Ich müßt ein kind des todes seytt. HErr JEfu Chrift:,: mein trof und von der gläubigen Zuversicht mit welcher wir glduben. und licht! Erquicke mich und laß mich nicht. 2. Das sünden- joch ist mir zu schwer, Es drückt den matten geift zu sehr: HErr! eil, es zu zers brechen. Gedenke, daß du diese laft Darum für mich getragen haft, Daß GOtt nicht mögte rachen, Was meine missethat vers schuldt; Vielmehr, daß seine gnad und huld Mir würde wiederum zutheil. Mach mich durch dei ne wunden heil, HErr JEsu Chrift:,: und für mich bitt, Wenn satan wider mich auf tritt. 3. Zu dir steht meine juvers sicht; Sonst weiß ich keinen helfer nicht, Als dich, o arst der fünder! All andre helfer sind zu schlecht; Du bist allein vor GOtt gerecht, Des todes überwinder, Die freystadt, und der sichre ort, Das feste schloß, der schild und hort, Der mittler und der gnaden- thron, Des vaters herz, und liebster sohn, HErr JEfu Chrift:,: bas glaube ich; In folchem glaus ben stärke mich. 369 sicher ruhn. Mich schrecket tein getümmel, Kein fall, der sonst verlegt. Mein wandel ist im himmel, Mein glaub' ist fest ge fest. 2. Fragt temand nach dem grunde; Dem bin ich allezeit Mit herzen und mit munde Zur rechenschaft bereit. Der grund, auf den ich baue, Ift Christus ganz allein: Und weil ich dem vertraue, So muß ich selig seyn. 3. Auf mein verdienst und werke Vertrau und bau ich nicht. Im HErren hab ich stärke und feste zuversicht. War ich sehr tief vers schuldet, In groffe noht gebracht; Er hat die straf erduldet, und mich gerecht gemacht. 4. Dis bleiber meine freude, Wenn ich in ängsten bin, Mein troft in allem leide. Reißt auch der tod mich hin; So laß ich mir nicht grauen, Dieweil mein glaube spricht: Geh, eile GOtt zu schauen; Dein hoffen trüget nicht. 5. Drum will ich nimmer wan, ten, Mein heiland, halte mich! Bleib du mir in gedanken, Wenn furcht und schrecken sich zu meis nem fall verbinden, Wenn die verfolgung blißt, Gefahr und noht sich finden, Und sich die häu erhigt. 4. Ach! komm und mache mich bereit; So trag ich künftig jeders eit Dein joch, die sanfte bürde: Darunter find ich fried und ruh, Da nehm ich stets im guten zu. Wenn ich da müde würde, weil meine schwachheit dir bekannt, So hilf du mir mit deiner hand Doch immer wieder gnädig auf. Hilf, so vollend ich meinen lauf, HErr JEfu Chrift:,: durch dich allein Kann ich hier und dort se lig fenn. Mel. Herzlich thut mich verlang. Ott lob: ich bin im 571.69 glauben, Wer will mir schaden thun? Wenn höll und satan schnauben, So kann ich 6.Wenn ich fodannam schwächsten, Wiewol nicht trostlos, bin; So sen du mir am nächsten, und stärke meinen sinn, Daß ich dabey gelassen Voll seist und muhtes sey, Mich als ein chrift zu faffen; Hilf, HErr! und sich wir ben 7. Ich will dich fefte halten, Wenn trübsals hize sticht. Und werd ich auch erkalten, So laß ich dich doch nicht Dein geist spricht meinem geiste Troft und erquickung ein; HErr! fårke Aa mich nsdublys Von dem wahren Glauben hidubla zid uds 6. Ich b bin gewiß in meinem sterben, Daß mich der tod nicht tödten kann. Nach ihm macht mich mein GOtt zum erben Von dem beglückten Canaan. Ein ander leben folgt auf dis: Mein JE 370 mich und leiste Wir kraft, dir treu zu seynd His 8. Nun, HErr: du giebst den willen, Verleihe mir zugleich Auch kräfte zum erfüllen; So bin ich ewig reich. Drum reiche mir die hande, So bleib ich unverfus lebt, ich bin gewiß. letzt, und bis zum lebens ende Durch Chriftum fest geseßt. tb Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 572.3em glauben, 21s Als der mich Christo einverleibt. Wer kann mir dieses kleinod rauben, Das mir sein blut und tod verschreibt? Sein theures wort bekräftigt dis, Drum sagt mein Mel.Wer nur den lieben GOtt 2c. glaub ich bin gewiß. liebe, Die nur an meinem JEsu flebt: Daß, wenn ich mich im glauben übe, Mein JEsus in dem Herzen lebt. Ihn lieben ist mein paradies, Er liebet mich, ich bin gewiß. erreichen, 2. Ich bin gewiß in meiner 573. Des glaubens nel Ist stets mein eifriges bemühn. Doch, soll mein eifer, HErr! nicht weichen, Mußt du mich selber nach dir ziehn; Denn fleisch und blut ist gar zu schwach: Wenns schwer hergeht, so giebt es nach. 2. HErr! stärke selbst die mu den hande, Ermuntre du die mat ten knie: Sonst fehlet leicht am lesten ende Die lange zeit gehabte müh. HErr, meine stärke! halte mich, Sonst sink und fall ich ohne dich. 3. Ich bin gewiß in meinem les ben, Daß JEsu gnade ben mir ist, Die hilft mir allen kummer he ben. Wenn sich mein her; an seines schließt, So acht ich keiner hinderniß. GOtt sorgt für mich, ich bin gewiß. 4. Ich bin sewiß in meinem leiden: Kein enge: und kein für stenthum Mag mich von meinem JEsu scheiden, Er ist mein heil, mein theil, mein ruhm: So schas det mir kein schlangen biß, Ge duld sagt doch: ich bin gewiß . Ich bin sewiß in meinem hoffen. Was gegenwärtig ist, vers geht; Mein künftig erbtheil steht mir offen, Wohin sich auch mein geift erhöht. Die hoffnung macht die wermuht süß, Weil sie stets fingt: ich bin gewiß. dife for sing ingi 190 mis grubinars 7. Ich bin gewiß, so soll es beis fen, Bis aus dem glauben schauen wird. Es soll mich nichts von JE fu reiffen, Ich bin sein schaaf, er iſt mein hirt. In ewigkeit folgt Die ich bin gewiß. 3. Doch nein, ich weiß du läßt nicht fallen Den, der auf dich, mein vater! traut. Selbst satan muß zurücke prallen, Wenn er dich stärkern bey uns schaut. Ich wei che feines fuffes breit, Jch weiß, der sieg folgt auf den streit. Mein auge blicket nach dem siele, Mein fuß eilt schon dem zwecke zu. Und ob ich auch aus schwachheit fiele, Getreuer helfer! so wirst du mir schwachen den noch gnädig seyn, Und mir des glaubens siel verleihn. od 2 himmel o 0 m odun 1 Von dem heiligen Leben und Wandel. til. Von dem heiligen Leben und Wandel toe. Und und war d Don dem wahren Met. Ach GOtt vom himmel ze. ch GOtt! wie ist das 574.21% christenthum zu diefer zeit verfallen! Der name war hat groffen ruhm, und findet sich ben allen: Doch was es selber mit der that Für einen schlechten zustand hat, Das weißt du GOtt! am besten. 3. Viel pflichten einem glauben bey, Der aus verkehrtem we fen, Trug, irrsal, thorheit, heuches ley Zusammen ist gelesen. Sie halten sich für recht und schlecht, Und meinen, daß sie so gerecht und selig werden können. Mel. Liebster JEsu wir sind hier. 575. fienthum! Wie bist keht Aus glauben und aus liebe. Wo beides in die übung geht du so selten worden! Wo ist dein Durch deines geistes triebe; Da gepriesner ruhm Unter unserm muß dirs wolgefällig seyn: Und folche herzen schreibst du ein Ins buch der auserwählten. christen orden? Christen können auf der erden Zwar genug gezäblet werden: 4. Ben andern wird ein heisses lied Von liebe hergesungen, Die doch in blossen worten glüht; Sie sitzt nur auf der zungen. Dagegen herz und hand sergißt, Was lieb in that und wahrheit ist. O was sind das für heuchler! 5. Viel stellen solch ein leben an, Als blinde heiden führen. Bom wahren christenthume kann Man da kein fünklein spüren. Ihr GOtt und himmel ist die welt; Und was der fleisches- luft gefällt, Das ist und heißt ihr glaube 371 7. Christenthume... Gib du mir deinen guten geist, Daß ich mich thätig übe, So wie dein wort die wege weist, Im glauben und in liebe: So leb ich als ein wahrer chrift, Der voll gewisser hoffnung ist, Daß er auch felig sterbe. 6. Was für ein urtheil werden die an jenem tage hören? Ach Gott, ach mein GOtt! rühre sie, Daß sie sich bald bekehren; und hilf, daß sonst ein jeder chrift Auch das, was er mit namen ist, In that und wahrheit werde. bus in un 2. Aber ach! die christenheit Führet meisiens nur den namen. Die sind sparsam ausgestreut, Die, als GOttes reiner saamen, Christum ehren, Chriftum lieben, Sich in seinem willen üben. 3. Liebster JEsu! der du mich Selber durch dein blut erkaufet, Und auf dessen namen ich Langstens als ein chrift getaufet; Laß mich deinen geift regieren, Solchen namen recht zu führen. 4. Laß mich meiner taufe bund Immerdar mit ernst betrachten. Laß mich doch von herzens- gründ Satan, welt und fleisch verachten, und mich immer treulich üben, Gott und menschen recht zu lie. ben. 5. Laß mich, HErr! den schmalen weg Durch die enge pførte gehen. Laß auf deines wortes steg Herz und augen ernstlich sehen. Gib geduld in creuz und leiden, Daß fie mich nie von dir scheiden. 6. JEsu! komm, vermähle dich Gnaden- voll mit meiner feelen. Laß durch wahren glauben mich) Dich zum brautigam erwählen, Na 2 Stets Von dem heiligen Leben und Wandel 372 Stets in deiner liebe brennen, Keine trübsal von dir trennen. 7. Gib mir kraft in dieser welt Als ein wahrer chrift zu leben: Laß mich dann, wenn dirs gefällt, Chriftlich meinen geift aufgeben, Auch im himmel zu den frommen Und verklärten christen kommen. 8. Freudig laß ich glück und ruhm, Ehre, luft und pracht der erdn; Kann ich nur dein eigen tuhm Dort vor deinem throne werden, Wo die theure lebenscronen Wahrer cbriften fleiß be: lobnen. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 576. Mein Gott! bu prüfest herz und niereu, Du siehest die gedanken ein, Du weißt, was wir im sinne führen, und haffeft allen falschen schein Du bringest alles an den tag, Was noch so tief verborgen lag. ligkeit, Von innen wölfen ähn lich sehen, Die grausam und voll wuht und neid: Denn dieses is nur Judas art, Der küssend ein verrähter ward. 6. Bekenn ich dich mit meinem munde; So laß es auch von her: zen gehn, und mich in deinem gnaden bunde Durch frommen wan del feste stehn; Daß keine falsch heit mich bethört, Noch in der ein falt Chrifti fidhrt. 7. Was hilft es, vor den men schen prangen, Vor GOttes augen häßlich seyn? Soll ich den wahren schmuck erlangen; So Eleide mich in tugend ein, Die un gefärbt und lauter ift: Die liebet nur ein wahrer chrift 8. So giebt mir auch ein gut gewissen Im creuze lauter freu digkeit, und wenn sich schon die augen schliessen, Geschieht es ohne angst und leid. Mein tod beför dert mich dahin, Wo ich vollkom men selig bin. 2 Laß mich in meinemchriftenthume Die heuchelen von herzen fichn. Es dienet mir zu keinem enhme, Wenn ich den gräbern ähnlich bin, Die man von aussen schön geschmückt, von innen doch voll afch' erblickt. 3. Die frömmigkeit liebt kein verstellen, Sie braucht der fals schen schminke nicht. Die sich den heuchlern zugesellen Vermeiden. den gern der wahrheit licht. Wer ein rechtschaffnes wesen hat, Bewieft es auch in wort und that 4. Ach laß mich deiner ja nicht sporten, Denn solches thut ein heuchel- chrift. Du drauest, alles auszurotten, Was ein geschmink tes wesen ist. Wer böse ist, der bleibet nicht Vor deinem bellen angesicht Mel. JEsu deine heilge wunden. 577. Schaffet och finden! S menschen Schaffet eure seligkeit. Bauet nicht, wie freche fünder, Nur auf diese kurse jeit; Sondern schauet über euch, Ringet nach dem him. melreich, und bemühet euch auf erden, Wie ihr mdget felig wer 2. Daß nun dieses mag gesche hen, Müßt ihr nicht nach fleisch und blut Und nach deffen neigung gehen: Nein, was JEsus will und thut, Das muß einzig und allein Eures lebens richtschnur seyn; Es mag fleisch und blut allen Uebel oder wol gefallen 3. Ihr habt urfach zu erkennen. Daß in euch noch fünde steckt; s. Laßmich nicht in schaafs- kleis Daß ihr fleisch vom fleisch zu nen dern geben, und äuserlich voll hei, nen, Daß euch lauter elend deckt; Und und zwar von dem wahren Christenthume. 373 Und daß GOttes gnaden kraft armen ins gericht. Gib mir deis Nur allein das gute schafft; Ja daß, auffer feiner gnade, Nichts in euch, als seelen- schade. 4. Selig, wer im glauben kams pfet, Selig, wer im kampf besteht, Und die fünde in sich dampfet; Selig, wer die welt verschmäht. Unter Chrifti creuzes schmach Jaget man dem frieden nach. Wer den himmel will ererben, Muß iu vor mit Christo sterben. 1. Werdet ihr nicht treulich ringen, Sondern tråg und lässig seyn Bdse neigung zu bezwingen; So fällt eure hoffnung ein. Ohne tapfern streit und krieg Folget nie mahls rechter sieg. Wahren siegern wird die crone Nur zum beyge: legten lohne. 6. Sich in fünden luftig ma chen, hat ben christen keine statt. Fleischlich reden, thun und lachen Schwächt den geift und macht ihn matt. Unter Chrifti creuzes- fahn Geht es nun und nimmer an, Mit verwegnem rohen herzen Gicher leben, sicher scherzen. ustas 2. Glaube legt den ersteu stein Zu des heils bewährtem grunde, Sieht auf JEsum nur allein, Und bekennt mit herz und wunde Sich zu seines geiftes lehren, Läßt sich keine trübsal stöhren. 3. Liebe muß des glaubens 7. llebt euch, furcht für GOtt frucht GOtt und auch dem nächu tragen; Denn er kann mit leib sten zeigen, Unterwirft sich Chri und geift Euch zur hölle nieder sti sucht, und giebt sich ihm ganz schlagen: Er ist, der auch guad er zu eigen, Laffet sich in allem lei weist, und dem, der sich zu ihm den Nicht von ihrem JEfu schei lenkt, Wollen und vollbringen den. ou mound din Gall schenkt. D! so laßt uns zu ihm ge- 4. Hoffnung macht der liebe hen, Ihn um gnade anzuflehen: 8. Und dann schlagt die finden glieder, Die des fleisches luft ers regt, In dem creuzes- tode nieder, Bis ihm seine macht gelegt. Hauet hand' und füffe ab: Was euch är gert, fenkt ins grab, Und denkt oft an Chrifti worte: Dringet durch die enge pforte. bing muht, Alle noht zu überwinden. Sie kann in der trübfals fluht Jhe ren anker feste gründen. Sie will künftig dort verfüssen, was wir hier erdulden müssen. du nes geiftes waffen, Meine feligkeit iu schaffen. 10. Amen! es geschehe, amen! GOtt versiegle dis in mir, Daß ich so in JEsu namen Meinen glaubens- kampf vollführ. JEsus gebe kraft und stärk, und regiere felbft das werk, Daß ich wache, bete, ringe, Und also zum bimmel dringe. 9. Ich will zittern für der fün de, Und daben auf JEsum sehn, Bis ich seinen beystand finde, In der gnade ju beftehn. Ach, mein heiland! geh doch nicht mit mir Mel. Liebster JEsu wir sind hier. nung sind Der 578. Glaube, liebe, hoffe wahrhafte schmuck der chriften. Hiemit muß sich GOttes kind Höchst bestreben auszurüsten. Wo man GOtt will eifrig dienen, Da muß dieses kleeblat grünen. S. JEfu, du mein HErr und GOtt! Ach! bewahr ni mir den glauben; Mache du den feind zu spott, Der dis kleinod denkt zu rauben. Laß das schwache rohr nicht brechen, und ein glimmend tocht nicht schwächen.neid nog 6. Mache meine liebe rein, Daß sie nicht im schein bestehe. Fisk A a 3 Von dem heiligen Leben und Wandel 374 mir kraft des geiftes ein, Daß sie mir von berzen gehe, Und ich aus rechtschaffnem triebe Dich und auch den nächsten liebe. 7. Gründe meine hoffnung fest, Stärke fie in allen ndhten, Daß sie dich nicht fahren läßt, Wenn du mich gleich wolltest tödten. Laß sie nach dem himmel schauen, und auf das, was künftig, bauen. 8. Glaub' und hoffnung höret auf/ Wenn wir zu dem schauen kommen: Doch die liebe dringt hinauf, Wo sie ursprung hat ges nommen; Ach! da werd ich erst recht lieben, Mich im lieben ewig üben. 150 ich ruf zu dir, HErr bitt, erhde mein flagen. Verleih mir gnad zu dieser frist, Laß mich doch nicht verzagen: Den rechten glauben, HErr! ich mein, Den wollest du mir geben, Dir zu leben, Dem nächsten nüß zu seyn, Dein wort zu halten eben. anz. Ich bitt noch mehr, o HErre GOtt! Du kannst es mir wol ge: ben, Daß ich werd nimmermehr zu spott: Die hoffnung gib darneben; Voraus wenn ich muß hie davon, Daß ich dir mag vertrauen, Und nicht bauen Auf all mein nichtig thun, Sonst wird michs emig reuen. on S du 3. Berleih, daß ich aus herzens grund Den feinden mag verge ben. Verzeih mir auch zu dieser stund, Schaff mir ein neues Leben. Dein wort mein' speif laß allweg fenn, Damit mein' feel zu nehren, Mich zu wehren, wenn unglück geht herein, Das mich bald mögt abkehren. wem du's giebst, der hats umsonst: Es mag niemand ererben Noch er werben Durch werke, deine gunst, Die uns errett vom sterben. . Ich lieg im ftreit und wider. fireb: Hilf, o HErr Chrift! dem schwachen. An deiner gnad allein ich kleb, Du kannst mich stärker machen. Kommt nun anfechtung her, so wehr, Daß sie mich nicht umstoffen; Du kannst maassen, Daß mirs nicht bringt gefahr: Ich weiß, du wirsts nicht lasſen. mel. Nun danket alle GOtt 2. 580.ch wer if schuld, mein herz! Daß du zurücke bleibes, Stets schwach im glauben gen treibest? An JEsu fehlt es nicht, Er ist voll lieb' und treu, und steht dem, der ihn sucht Und wirken läffet, bey. rachub 2. GOtt, der die menschen schuf, Und den ihm theuren seelen Die feligkeit versprach, Läßt seine kraft nie fehlen. Aus liebe gab er ja Den sohn in höllen- pein, um dich heraus zu ziehn, Kann etwas grösser seyn? 3.Nichts gutes war in dir; Ach! eine welt voll fünden, Ein pful voll schand und wust War, was in dir zu finden. Du lagst in deinem blut, Trugst Adams fünden- bild, Du warst, o jammer- stand! Mit zorn und fluch erfüllt. dile 4. Da kam dein seelen- freund, Und heilte diesen schaden Durch sein vergoßnes blut, und setzte dich in gnaden. Da er dein fleisch annahm, Verband er dich mit Gott; Durch seinen tod entrif dua Er dich der höllen noht: e 64. Laß mich kein lust noch furcht. Und was hat GOttes her: von dir In dieser welt abwenden. So gnadenreich bewogen, Daß er Beständig seyn ans end' gib mir; so vielmahl dich Durch ſeinen Du hafts allein in hånden, und trieb gezogen? fich, ob Gott es und zwar von der göttlichen Guaden- Regierung. 375 4. Ach bringe mir die Flugheit ben, Daß dis mein wahres leben fen, Wenn ich nur dich erkenne, Dich lebenslang mit wahrer treu Im herzen habe, und dabey In deiner liebe brenne. s. Doch weil du meine schwachbheit weißt; So bitt ich, daß dein guter geist Mich unterweiß und stärke: Daß man an mir, zu deis nem ruhm, Durch mein rechts schaffnes christenthum Den wahe ren glauben merke. 6. Laß mich, wie eine rebe pflegt, Die nur die kraft des weinstocks trägt, An dir, mein JEsu! hangen; Mein brautigam! laß deine braut, Mit der du ewig dich vertraut, * Tit. 2, 14. 3. So wird mein leib und geift Troft, heil und gnad erlangen. Sich recht in dir erfreuen, und. Du bist mein HErr; was täglich deinen ruhm Durch die ses lob verneuen: Was ist, das GOttes treu, Die mich umfasset, gleicht? Sein ruhm erstrecket sich So weit der himmel reicht. Von der göttlichen Gnaz Jeid den hilfts dem knecht, Der gottlos, sicher, ungerecht, wenn er nur HErr HErr! saget? Gib, wenn mein mund dich HErr HErr! nennt, Daß dich mein her; dafür erkennt, Dich ehrt und noch dir dan olish 15thles Regierung. Mel. Kommt her zu mir spricht ze. u, GOtt der weiss 8. Ich bin, mein GOtt: auf dich getauft, Und dir zum eigenmich dir 581.Deit! icigeſt mir zu deinem worte, wie ich dir Soll wolgefällig dienen, Und wie ich, als ein guter baum, In deines gartens weitem raum zu deinem preis muß grünen. den auch leben, Und wieder alles, was du mir Aus vater huld geschenket, dir Zum ofand und opfer ge. ben. 2. Ach leit und lenke da mein herz, Damit es sich nicht hinter wärts Von deinem wege wende. Versiegl' in mir was wahrheit ist, Behüte mich für trug und lift Bis an mein lestes ende. 9. Gleich wie der baum dem früchte trägt, Der ihn gepflanzet und verpflegt: So schaff durch deine pflege, Daß auch dein herz die glaubens frucht, Die es an deinen kindern fucbt, An mir fiets finden möge. es nicht Recht treulich mit dir meint? Bist du nicht selber schuld, Und deiner wolfahrt feind? 6. Ach ja, mein treuer GOtt! Du bleibest der gerechte, Wenn man dich richten will: Nur wir find böse knechte. Du hast mich iederzeit Gesucht zu dir zu zichn: Ich aber suchte nur Dein guadenwerk zu fliehn. 7. Vollbringe doch dein werk, Das du selbst angefangen. Laß mich durch deinen geift Gewis dazu gelangen, Wo mich dein wort hin weist, Zur wahren hei ligkeit, zu welcher du dein volk Dir hie schon zubereit't. On misio. Es wird der eingepfropfte 3. Die bosheit steigt und wächszweig Dem baum an faft und fet fehr, Sie zeigt sich leider! mehr wachsthum gleich, In welchem und mehr In arger lehr und leer bekleibet: So laß mich, HErr! ben: Drum ſen mein führer, troft in dir allein Auch leben, wachsen, und licht, Und laß sich doch mein fruchtbar seyn Weil ich dir ein herze nicht Dem falschen schein verleibetu nood sim ergeben. jusliber DQ 113 is! Wenn sturm und wetter mitr Aa 4 376 Von dem heiligen Leben und Wandel mir usest; So halte du mich un- 2aß mich deine gnad und fegen verlegt, Daß ich nicht von dir Stets empfinden; früh und spat weiche: In aller angst gib troft und kraft, Die auch im sterben freude schafft, Bis ich das ziel ers reiche. Segne denken, wort und that. 12. Nun seelen freund! ich weiß gewiß, Du wirst mich einst ins paradies Der ewigkeit verses jen: So komm und bring mich aus der zeit In deines reiches herrlich Feit Zum ewigen ergeßen. 7. Endlich laß mich, JEsu! kommen Aus der unvollkommen. heit Zu des himmels herrlichkeit: Da ich denn mit allen frommen Deine huld nach dieser zeit Preise dort in ewigkeit. Mel. Vater unser im himmelr 583. Dis ist doch ja die leż Mel. 2. Alles was mir GOtt 2c. te jeit, Davon der Esu! du, licht Wunder und 582. I und leben, meiner und seichen sind gemein, Viel seelen troft und zier, Rufeft: kommt sünd und schand bey groß und lernt von mir. Ich, der ich dir klein; Der glaub erlischt, die lieb' ganz ergeben, Komme jest voll erkalt't, Das spüret man bey jung reu und leid; Lehre mich die frdms und alt. migkeit. 2. Hochmuht und pracht nimmt 2. Ach, wie ist mein herz ver überhand, Viel schwere plagen derbet! Fesfelt nicht das fünden fühlt das land: Darum erwach, band Glieder, sinnen und ver- oherz! noch heut, Steh auf von stand? Was von Adam angeerbet, schlaf der sicherheit, Sen fiets Sündlich wesen, fleisch und blut, Bleibet fleisch und thut nicht gut. im glauben wol bereit: Des HErren zukunft ist nicht weit. 3. Reiß mich, HErr! aus dem 3. HErr JEfu Chrift! deß blut verderben; Faß doch unkraut, haß mich tröft't, Du hast mich ja gar und neid, Hochmuht, ungerech- theur erlöft: Ach sich, ich leb' tigkeit, Und was fündlich, in mir hier in der welt, Mir sind viel sterben. Mach mein herz doch tausend neg' gestellt; Wie leicht: täglich neu, Mach es aller bosheitlich könnt es gehen an, Daß ich frey. ad auch lief die breite bahn.mit. 4. Pflanze du in mein gemühte Wahre frömmigkeit, geduld, Sanftmuht, freundlichkeit und huld, Andacht, heiligkeit und gute, Liebe, treu, zufriedenheit, Wahrheit und gerechtigkeit. <. Laß mich dir zu ehren leben, JEfu, meines Lebens licht, Mein Troft, heil und zuversicht! Laß mich dir so seyn ergeben, Daß ich fterbe dieser welt, Daß ich thu, was dir gefällt. but maits 6. Führe mich auf deinen we gen. Gib mir deinen guten geist, Der mir hülf und benstand leist't. 4. Die welt kann gar zu liftig seyn, Jhr gottlos wesen schmük ken fein: Der teufel reizt zu fün den an, Spricht: eine fund if leicht gethan; Mein schwaches fleisch ist bald gefällt, Es hat schon luft zum lauf der welt. 5. HErr JEfu Chrift! thu du das best, Halt mich allzeit im glauben feft; Ich bin ja, HErr! dein fleisch und bein, Ein gliedmaaß an dem leibe dein. Mein HErr und GOtt! laß nicht von mir, Auf daß ich auch nicht laß von dir. 6. Der welt: lauf gehet nach der und zwar von der göttlichen Guaden- Regierung. der boll; Dafür bewahre meine feel. Durch deinen geift regier mich recht, Daß ich nicht sey der fünden knecht. Hilf, daß der feind zu keiner frist Mir schaden mag mit seiner lift. 7. Mein glaub ist wol gering und klein; Doch trau ich, HErr! auf dich allein, Und will mich ganz ergeben dir: Ich weiß, es wird gelingen mir, Wenn sich mein herz aller noht Auf dich verläßt bis in den tod. d curs 8. Kommt nun creuz, trübsal, berzeleid, Noht, krankheit, angst und bangigkeit, Und wars auch noch ein hartrer stand; Bleib ich doch fest in deiner hand: Denn mir muß alles heilsam seyn, Weil ich vertraue dir allein. 9. JEfu! mit dir will ich bestehn, Sollt auch die welt zu grunde gehn. Es fürchte sich ein heuchelhrift, Und wer ohn glaub und hoffnung ift. Ich wart auf dich, HErr! komm nur heut, Daß ich eingeh zu deiner freud. 377 und gute werke übe; Daß ich, dein Enecht, Stets schlecht und recht Nach deinem worte wandle, Und jederzeit Voll freundlichkeit Mit freund und feinden handle. 3. Lösch aus in mir des fleisches luft, Und pflanze Chrifti liebe und heiligkeit in meine bruft: Daß ich mich täglich übe, Auf ihn zu sehn, Ihm nachzugehn, Die tugend zu vollbringen, Mich von der welt, Die dir misfällt, Zu dir, mein GOtt! zu schwingen.no 4. Treib aus von mir den stolzen sinn, Laß mich in demuht le ben. Neid, rach und zorn nimm von mir hin; Und laß mich bald vergeben, Wenn gleich durch lift Mein neben- chrift Mich ängstet und bes trübet. Gib, daß mein herz Bey allem schmerz Die årgsten feinde liebet. 5. Mein GOtt! ich bitte dich, verleih Mir einen festen glauben, Der standhaft, treu und thätig sen, Den lift und macht nicht rauben: So üb' ich mich, So lieb' ich dich, Und hoff auf deine gute, Die mich, o Gott! Für schand und spott Auch bis ins grab behüte! 6. Nach vielem reichthum, gut und geld, HErr! laß mich ja nicht trachten. Laß mich die ehren diefer welt Für eitle schatten achten, Und nie nach pracht, Nach grof fer macht Und grossem namen freben; Laß mich vielmehr Nach Mel. Hilf mir mein GOtt 2c. 584. Ach böchfter GOtt deiner lehr, Als einer richtſchnut, verleihe mir, Daß ih nur dich begehre; Und daß dein geist mich für und für Durch dein wort neu gebähre; Daß ich, dein 7. Für schmeicheln, lift und heuchelen Bewahre meine sinnen, und laß mich ia durch gleisnerey kind, Dich such und find In allem| Den nächsten nicht gewinnen. Laß creuz und leiden; Daß weder tod, Noch angst und noht Mich, vater! von dir scheiden. ia und nein Mein' antwort seyn. Laß mich la niemand richten, Und jank und streit Mit freundlichFeit, Mit lieb und fanftmubt schlichten 8. Entferne mich von eitelkeit. Aa 5 Gib 10. Indeß, mein GOtt! so bitt ich doch: Weil ich das elend baue noch, Erhalt dein wort, gib fried schwere seiten linbre bu. Bib fahrung und gut egiment, Glaub, lieb und hoff nung bis ans end und thie. 2. Erfüll mein her, mit wahrer reu, Mit glauben, hoffnung, liebe Daß ich das böse haß und scheu, 378 Von dem heiligen Leben und Wandel dnu Bib mir ein rein gemühte, Auff dein heilig wort; Damit ich an daß ich mich zu jederzeit Für schnö dich glaube, Und in der wahr den lüften hüte. Des herjens beit bleibe, Trok satans lift und grund Sen, wie der mund, Dem mord! nächsten nicht zu schaden: So werd ich mich nicht freventlich Mit schmach und fchimpf beladen. 9. Gib, daß ich ia den müssig gang Sammt aller trägheit haffe: Dagegen, HErr! mein lebelang Mein werk also verfasse, Daß ich zur noht Mein täglich brot mit ehren mög erwerben, und, wenn ich soll, Getroft und wol In dir, HErr JEsu! sterben. 10. Ach! gib mir deinen guten geiſt, daß ich ich die laster fliehe, Mich nur um das, was christlich heißt, mit allem fleiß bemühe: So kann kein schmerz Noch leid mein her; Aus deinen Händen treiben; Und so laß mich Denn ewiglich Bey dir, mein JEsu bleiben. Mel. HErr Chrift der einge ic. 585. HErr JEfu, gnaden sonne, Du wahres lebens licht! Laß leben, licht und wonne Mein biddes angesicht Nach deiner huld erfreuen, Ind meinen geist erneuen; Mein GOtt! versag mirs nicht. 2. Vergib mir meine fünden, Und wirf sie hinter dich. Laß al sen zorn verschwinden, und hilf mir gnädiglich. Laß deine frie dens gaben Mein armes herze la ben; Ach HErr! erhdre mich. 3. Vertreib aus meiner feelen Des alten Adams sinn, Und laß mich dich erwählen; Auf daß ich mich forthin zu deinem dienft ers sebe und dir zu ehren lebe. Weil ich erlåset bin. 5. Leit mich in dieser wüste, Und unterdrück in mir Die herrschaft böser lüfte: Und laß mich für und für Der eitlen welt absterben, Dem fleische nach verderben, Mein GOtt! so leb' ich dir. 6. Ja zünde deine liebe In mei ner feelen an, Daß ich aus innrem triebe Dich ewig lieben kann, Und, dir zum wolgefallen, Beständig mdge wallen Auf rechter lebens bahn. Sult 7. Nun HErr! verleib mir stärke, Verleih mir muht und kraft; Denn das sind gnaden. werke, Die dein geist in uns schafft: Hingegen meine sinnen, Mein lassen und beginnen Ift bds und mangelhaft. will b 8. Darum du GOtt der gnaden, Du vater aller treu! Wend allen feelen- schaden, und mach mich täglich neu. Gib eifer, deinen willen Mit freuden zu erfüllen, und steh mir kräftig ben. ilf mir, mein Gott! 586. hilf, daß nach dir Von herzen mich verlange: Daß ich dich suche mit begier, Wenn mir wird augst und bange. Ver. leih, daß ich Mit freuden dich In. meiner angst bald finde. Gib mir den sinn, Daß ich forthin Meid alle schand und fünde. i 2. Hilf, daß ich stets mit reu und schmerz Mich deiner gnad ergebe, Hab immer ein zerknirschtes bers, In wahrer buffe lebe: Vor dir erschein, Herzlich bewein 1. All meine missethaten. Die hånd +. Befördre dein erkenntniß In allzeit Laß seyn bereit. Den dürf mir mein seelen- hort! Und öffne tigen zu rahten. S mein verständniß, HErr! durch 3. Die lust des fleisches dämpf int und zwar von der göttlichen Gnaden- Regierung. 379 Idocrysere in mir, Daß sie nicht überwinde. mir, Und daß in solchem leib Ein' Rechtschaffne luft und lieb' zu dir unverletzte feel und rein gewissen fund In meiner feel' anzünde; Daß bleib. ich in noht Bis in den tod Dich! und dein wort bekenne, Und mich kein truk Noch eigennut Von deiner wahrheit trenne. 2. Gib, daß ich thu mit fleiß, Was mir zu thun gebühret, Wo zu mich dein befehl In meinem ftande führet. Gib, daß ichs thue bald zu der zeit, da ich soll: und wenn ichs thu, so gib, Daß es ge rahte wol. 06 regen. 4. Behüte mich für zorn und grimm, Mein herz mit sanftmuht iere; Auch alle hoffart von mir nimm, Zur deiaubt mich anführe. Was sich noch findt Von alter fünd, Laß mich hinfort ab legen. Troft, fried und freud Laß jederzeit Sich in mir armen Aid gister 5. Den glauben stårk, die lieb erhalt, Die hoffnung mache feste, Daß ich von dir nicht wanke bald: Beständig seyn ists beste. Den mund bewahr, Daß nicht gefahr Durch ihn mir werd erwecket. Speis ab den leib, Doch daß er bleib Von geilheit unbeflecket. 16. Gib, daß ich treu und fleisſig fey Ju dem, was mir gebühret: Daß ich auch nicht durch heuche len Und ehrgeiz werd verführet. Leichtfertigkeit, Haß, zank und neid Laß in mir nicht verbleiben. Verstockten sinn Und diebs ges winn, Wollst du fern von mir treiben. 3. Hilf, daß ich rede stets, Wo mit ich kann bestehen. Laß kein unnüßes wort Aus meinem munde gehen. Und wenn in meinem amt (* stand*) Ich reden soll und muß; So gib den worten kraft und nachdruck ohn verdruß. 4. Findt sich gefährlichkeit, Go laß mich nicht verjagen. Gib einen helden muht, Das creu; bilf felber tragen. Eib, daß ich meinen feind Mit sanftmuht überwind; Und wenn ich raht bedarf, Auch guten raht erfind. s. Laß mich mit jedermann In fried und freundschaft leben, To weit es chriftlich ist. Willt du mir etwas geben An reichthum, gut und geld; So gib auch dis dabey, Daß von unrechtem gut Nichts untermenget sey. 6. Soll ich auf dieser welt Mein leben höher bringen, Durch manchen sauren tritt Hindurch ins alter dringen; So gib geduld, und mich Für sünd und schand bewahr, Daß ich mit ehren trag Alsdenn ein graues haar. 7 Huf, daß ich folge treuem raht, Von falscher meinung trete: Den armen helfe mit der that, Für freund und feind stets bete: Dien' iedermann, So viel ich kann: Das bdse haß 7. Laß mich an meinem end Nach deinem wort An jedem ort: Auf Chrifti tod abscheiden. Die an und meide Bis ich von binnen scheide. feele nimm ¡ u die Hinauf zu detnen freuden. Dem leib ein räum lein gonn Bey frommer chriften grab, Auf daß er seine ruh An ihrer seiten hab. him indi ut o 181 Gott, du from $ 87.D mer GOtt, Du brunnquell guter gaben! Obn den nichts ist, was ist; Von dem wir alles haben: Gefunden leib gib 8. Wenn du an jenem tag Tie todten wirft erwecken; Wolla du auch deine hand Zu meinem grab ausstrecken. Laß hören deine stimm, Von dem heiligen Leben und Wandel un 380 flimm, Und meinen leib weck auf, Und führ ihn schon verklärt Zum auserwählten hauf. dild * 9. GOtt vater! dir sey preis Hier und im himmel oben, GOtt sohn, HErr JEfu Chrift! Dich will ich allzeit loben. Gott heil ger geist! dein ruhm Erschalle mehr und mehr. OHErr drey: einger GOtt! Dir sey lob, preis und ehr. 6. Hilf, was dahinten ist, Von herzen zu verachten; Und laß mich ftets mit fleiß Nach jenem klei nod trachten, Das du mir vorge steckt. Laß JEfum mir allein Das wahr und höchste gut, Die welt ein eckel seyn.2109 7. Was du mir auferlegt, Laß mich geduldig leiden. Laß mich die missethat mit größtem ernfie meiden, und denken, daß, 0 HErr! Dir nichts verborgen ist, Und daß du überall Selbst gegen. wärtig bift. STRAD 8. Laß mich behutsam seyn, Daß ich dem zorn entgehe, Und nichts als fegen, beil, Troft, schuß und gnade sehe. Laß mich mit freuden thun, Was mir dein wort gebeut; Gericht ich auch da durch In schmach und herzeleid. 9. Hilf, daß ich stets auf dich, Als meinen felfen, baue. Dir iederzeit allein In noht und tod vertraue. Du Fennes, mehr als ich, Die forge die mich plagt; Ver läßt, versäumst uns nicht, weil du es zugesagt. 10. Laß mich hier deinen geist Mit himmelsgütern speisen, Bis ich dich einsten dort mit allen engeln preifen Und völlig rühmen kann Für deine gütigkeit, Wenn mich vor deinem thron Dein emig licht erfreut. OH OH Mel. O GOtt du frommer 2c. Err! lehre du mich 588. thun Nach dei nem wolgefallen. Laß mich im herzen schon Bey dir im himmel wallen. Dein heilger guter geift Führ mich auf ebner bahn, Und gebe, daß ich dich Recht sehn und ehren kann 2. Gib, daß ich stets durch ihn Im glauben stärker werde, und federzeit mich selbst, Die luft und pracht der erde Durch ihn vers leugnen mag. Laß mich vom heu: chel schetn, Verstellung, laulich feit und lift entfernet fenn. 3. Laß mich, HErr! meinen gang, Mein denken, thun und dichten, Heri, augen, hand und mund Nach deinem worte rich ten. Gib, daß ich jederzeit voll reiner lieb und treu, mein va ter! gegen dich, Und meinen nach ften fen. 4. Gib, daß ich überall Ben je der that bedenke, Ob ich mich auch von dir und meinem tauf bund lenke; Ob namens ruhm Mein fteter end; weck bleibt: Ob mein unachtsam her: Was findlichs denkt und treibt: schafft, und denkt, wie leicht der tod uns von der erden rafft. <. Ob ich mich täglich mehr, HErr! von dir heilgen lasse; Ob auch mein her; dich stets Jm glauben feffer faffe; Ob es die feligkeit mit furcht und zittern" 920 Mel. Aus tiefer noht schrey*. GOtt mein va589.Det meer, Halt mich in deiner gnade; Dein wort mich leite für und für Auf deinem himmels- pfade. Gott mein vater! mich bewahr Für sol cher angst, noht und gefahr, Die meinen geift besieget. dig 2. O JEfu Chrifte! ftch mir ben; und zwar von der göttlichen Guaden- Regierung. ben; Mach mich von schuld bes schwerden Und fünden durch dein leiden fren; Laß mich nicht sicher werden. Erbarm dich mein, o GOttes sohn! Wenn wir ders einst vor deinem thron Das urs theil hören sollen. 3. O heilger geift: der weis beit brunn, Sey meines glaubens nehrer. Gib glück und heil zu meinem thun, Sey stets mein troft und lehrer. Chu auf den mund zu GOttes ehr, Erhalt mein herz in deiner lehr, und laß mich darnach streben. + heilige dreneinigkeit! Mein schuß in noht und leiden, Ach! laß mich weder luft noch leid Von deiner liebe scheiden. Bewahr in mir nach deiner huld Glaub', liebe, hoffnung und geduld, lind laß mich selig werden. 381 3. Du gångelst mich; wie kann ich gleiten? Dein wort muß ewig feste stehn: Das spricht: dein auge soll mich leiten, Dein angesicht soll vor mir gehn, Ja deine gut und dein erbarmen Soll mich mit vater- treu umarmen. Drum gib, daß ich recht kindlich sey, In allen gläubig zu dir flehe, und stets auf deinen willen sehe, So spür ich täglich neue treu. Meloden 28. vater: 0 590. licht, o leben, O treuer hirt, Immanuel! Dir bin ich einmahl übergeben, Dir, dir gehöret leib und feel. Ich will mich nicht mehr selber führen, Du, vater! sollt dein kind regieren; So geh nun mit mir aus und ein, und leite mich in allen tritten. Ich geh', erhör o HErr! mein bitten, Für mich nicht einen schritt allein. 4. Damit sich nun mein glaube stårke; So gib, daß ich auf deine treu und weisheit auch im kleinsten merke, Dich liebe, lob' und ruhig sey, Und dich in allen walten lasse, Stets ordnung halte, dich umfasse; Sonst fall ich, ja sonst lauf ich an. Laß mich in dir gelaffen bleiben, und alles dir, mir nichts zuschreiben. Was du nur thuft, ist wol gethan. s. Du weißt allein die beste weiden, Und was mir schädlich oder gut; Drum laß dein schäflein alles meiden, Was meiner feele schaden thut. Ach laß mich niemahls von dir irren, Mich durch zerstreuung nie verwirren; Es blende mich kein falscher schein. Hab acht auf mich an allen enden, und trage mich auf deinen hän den; So geh ich sicher aus und ein. 6. Laß deinen geift mich täglich treiben Zum wachen, ringen, seufzen, schreyn. Laß mir dein wort im herzen bleiben, und in mir geist und leben seyn. Laß mich nach deinem wolgefallen In heilger ehrfurcht vor dir wallen; Du willt euch mein herz völlig zu dir hin. Gib geist und kraft, durch heilig leben Dir ehre, lieb und furcht zu geben, Hüt mich für kalt und lauem sinn. 7. O! daß ich mich in nichts verweilte, Was mir hie jeit und kraft verzehrt. O! daß ich stets jum 2. Was kann dein schwaches kind vollbringen? Ohu dich weiß ich ja keinen raht. Drum sey in groß und kleinen dingen Wir allzeit felber raht und that. dich meiner selbst nicht schämen; Und wollt ich dich zu allem nehmen, So willt du mir auch alles seyn. Drum wol! du sollt in al len sachen Den anfang und das ende machen, So stellt sich lauter fegen ein. Von dem heiligen Leben und Wandel d 382 zum himmel eilte: Mein held umgürte du dein schwert, und brich durch alle hindernisse; Ja, laß nach deinem wort die füsse Hinfort gewisse tritte thun. Laß mich in allen wort- und werken Auf deinen wink und willen merMeloden 29. fen, Und nie in eignem willen 591. Mein open met schöpfer! sich ruhn 8. Mach mein herz einmahl treu und stille, Daß ich dir immer folgen kann. Nur dein, nur dein vollkommner wille Sen mir stets schranken, lauf und bahn. Laß mich nichts, ohne dich, vergnügen, Laß mir nichts mehr am herzen lie gen, Als deines grossen namens ruhm; Der sey allein mein ziel auf erden, Dis laß mir nie verrücket werden, So bleib ich, HErr! dein eigenthum. gam, zu gefallen, Sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach! heilge dir all meine sinnen, Und zeuch mich, zeuch mich bald von hinnen Zu dir, o glanz der ewigkeit! nes lebens licht. Dein auge leite mich, Bis mir mein auge bricht. Hier leg ich herz und glieder Vor dir zum opfer nieder, Und widme meine Fräfte Für dich und dein geschäfte. Du willt ja, daß ich deine sey: Drum, schöpfer! fich mir bey. scheusal ohne dich, mein heiland! wasche mich. 2. Mein heiland! wasche mich Durch dein so theures blut, Das alle flecken tilgt, und lauter wun der thut. Schließ die verirrte feele In deine wunden- höle, Daß 9. Laß deinen geist mir klärlich sie von zorn und fünde Hier wah weisen, Daß mir dein sohn gere frenheit finde. Ich bin ein schenket ist. Laß mich in ihm dich, vater! preisen, Wie du die liebe selber bist. Ach! offenbar mir deine liebe, und wirke doch die heissen triebe Der reinen gegenlieb'in mir; Hiemit erfülle herz und sinnen, Daß ich hinfort mein ganz begin nen In deiner lieb' und lobe führ. do. Dir, JEsu! sehn ich mich zu leben, Der du mein HErr und brautgam bist, Ach laß mich dir nie widerstreben. Was dir in mir entgegen ist, Das stelle bald vor mein gewissen. Laß mich von keis ner bosheit wiffen; Bertilge, was nicht lauter heißt. Laß dein gebot mein manna werden, Und füll uns, JEsu! deine heerden Mit einer lieb' und einem geist.. 3. Mein tröfter! gib mir kraft, Wenn sich versuchung zeigt. Re: giere meinen geist, Wenn er zur welt sich neigt. Lehr mich den sohn erkennen, Ihn meinen HErren nennen, Sein gnaden wort verstehen, Auf seinen wegen gehen. Du bist, der alles gute schafft, Mein tröster! gib mir kraft. 198 4. GOtt vater, sohn und geist! Dir bin ich, was ich bin. Ach! drücke selbst dein bild Recht tief in meinen sinn. Erwähle mein ge mühte Sum tempel deiner gute. Verkläre an mir armen Dein gra denreich erbarmen. Wol mir, wenn du der meine heißt, Gott vater, sohn und geift! ix. So lob' und lieb' ich in der fille, Und ruh als kind in deinem schooß. Das schäflein trinkt aus deiner fülle, Die braut fteht aller forgen los. Sie forget nur als Mel. O GOtt du frommer ic lein, in allen Dir, ihrem braut: 592. er allerliebfier mir und zwar von der göttlichen Gnaden- Regierung. mir dieses leben, Leib, seele und vernunft Aus gnaden haft geges ben: Regiere ferner mich Durch deinen guten geist, Daß er in als lem thun Mir kraft und beystand leift. 472 2. Hilf, daß ich stets ein feind Der fleisches- lufte bleibe, HingeMel. Nun danket alle GOtt 2c. freefiglich des geißtes werke 593. Gib mir ein frommes treibe, Und gute ritterschaft Ausübe; auch dabey In hoffnung im mer stark und fest gegründet sey. 3. Gib, daß ich, als ein chrift, Wie Christus mich bezeige, Und herz und ohren stets zu seiner leh. re neige. Im glauben stärke mich, Daß ich der argen welt Nicht fol ge, wenn sie mich Von deinem wort abhält. heri, Du geber at ler gaben! Das soll mein reichthum seyn, Den ich begehr ju haben, Das ist mein höchster ruhm, Mein schmuck und schönste pracht; Denn fromm seyn wird ben Gott Und engeln hochgeacht't. 4. Entzünde du mein her: Mit deiner wahren liebe, und gib, daß ich zugleich Am nächsten liebe ube. Verleihe mir geduld, Wenn trübsal bricht herein: Und hilf, daß ich im glück Demühtig möge seyn. 383 denn einmahl Von dieser weit abscheiden; So stehe du mir bey Mit deiner gnaden- hand, Und führe mich hinauf Ins rechte vaterland 130 1. Verleihe, daß ich stets Nach deinem reiche ringe, Aufdaß dein fegen sich zu mir herunter dringe. Wer nach dem ewigen Vor allen dingen tracht't, Der wird auch wol mit dem, was zeitlich ist, be: dacht. * 7. Mit deiner rechten hand, HErr! wolleft du mich leiten, Und schützen tag und nacht, Das mei ne tritt nicht gleiten. Du wolleft meine burg, Und schuß in nöhten seyn, wenn ich in meinem amt Ausgehe oder ein. 8. Bulest erlöse mich von al lem creuz und leiden: Und soll ich 2. Gib mir ein frommes her: In allen meinem denken, Wenn sich mein eitler sinn Zum bösen wollte lenken. Ach schrecke mich doch ab Von der gottlosen weg, Und führe mich, o Gott! Den rechten himmels- steg 3. Gib mir ein frommes hers, Das sich nicht läßt verführen: Laß deinen guten geift Dasselbe kräftig rühren. HErr! laß mich nimmermehr Auf böses benspiel fenn, Vielmehr mit aller treu In Christi stapfen gehn. 4. Gib mir ein frommes herz, Wenn ich viel böses hore: Daß die gewohnheit mich Nicht auch 6. Haß, falschheit, übermuht, sulest bethöre: Schleuß mir die Und heucheley darneben, Laß ia ohren zu, Gib deinem worte kraft, nicht an mir feyn In meinem gan Das sagt: du forderst auch Vonen leben. Lift, unrecht, frevel, worten rechenschaft. isa geiz, Und unbarmherzigkeit Sen. Gib mir ein frommes herz, ferne weg von mir, Gott! ich die fünden- luft Und eitelkeit O au ich die welt betrachte, Daß aller zeit. verachte. Es muß die schudde welt Mit ihrer luft vergehn Den frommen aber bleibt Der bimmel offen fiehn. nor 6. Gib mir ein frommes herz, Daß ich fromm sen und bleibe, Und nur, was dir gefällt, In meinem leben treibe. Heut fromm seyn, morgen bös, Und so in wankel muth Von dem heiligen Leben und Wandel 384 muht, Bald recht, bald unrecht thun, Stürzt in die höllen- glut. 7. Gib mir ein frommes herz, Daß ich nicht von dir weiche, und nicht der schudden welt In ihren sünden gleiche. Ich trenne mich von ihr Nunmehro völlig ab; In meiner gottesfurcht Beharr ich bis ins grab. 8. Gib mir ein frommes heri, So wird mirs wol ergehen; Du wirst mein beystand seyn, Wenn unglücks winde wehen. Den frommen ist ja gnad Und hülfe zugesagt, Wenn dort die böse schaar Verdiente strafe plagt. 3. Laß mich zu deinem preis, Zum dienst des nächsten leben, Mich nie vom schmalen steg Zum breiten weg begeben. Wenn satan nege legt, So leite mich, mein hirt! Damit dein schwaches schaaf Ja nicht gefangen wird. 4. 3ich mich, mein Gott! m dir Durch Christi tod und schmer: ¡ en, und bleib mir immerdar Vor augen und im herzen, Daß ich nicht fündige. HErr! decke me nen stand, Leib, seele, ehr und gut, mit deiner vater- hand. Sen mir, mein vater: trost, Schuß, heil und alls in allen, Mein leiter, wo ich geh, Mein stab, um nicht zu fallen, Mein raht in meinem thun, Mein helfer in der noht, Mein arzt, so oft ich krank, Mein leben in dem tod. 9. Gib mir ein frommes herz, HErr! laß mich selig sterben Und, als ein GOttes- kind, Das him melreich ererben. Im himmel wird dereinst Die frömmigkeit ge cront, Die diese böse welt Verlachet und verhöhnt. 6. Sen mit und neben mir; Dein geift mich leit und führe, in. Gib mir ein frommes herz: Daß ich kein unglück stift', Und Wirst du mir dieses geben, Solmich kein unfall rühre. Gib mir will ich dankbar seyn In meinem zu allen heil, Gib mir, o treuer ganzen leben; So lenk ich herz Gott! Im leben frömmigkeit, und sinn Durch dich stets him: Am ende sanften tod.. melwärts. Drum sag ich noch einmahl: Gib mir ein frommes heri. 7. Ich will dir, vater: nun Als Find, voll glauben trauen, und fest auf deine treu, Macht, huld und wahrheit bauen. Ich will in dei ner lieb und Chrifti wunden Mel. O GOtt du frommer ze 194. Mein Gott! verlaß ruhn. Vor, in und nach dem tod mich nicht In Wirst du mir gutes thun. diesem welt- getümmel Jch heb auf JEfu blut Heri, aug und hand zum himmel: In JEsu lie: be mich, Bergib mir alle fchuld, 595. Umfaß mich, als dein kind, mit ewger vater- huld. 2. Dein name sey gelobt, und ewiglich gepriesen Für alles, was du mir an leib und feel erwie: sen Ich will von nun an stets Dafür dein eigen seyn; Ach hierzu Adfe mir Geift, kraft und leben cin.mof Mel.Chriß unser HErr zum Jord GOtt mein ſchöy fer, fürst, Du vater meines lebens! Wodu mich nicht regieren wirft, So leb ich hie vergebens. Denn ach! ich bin auch lebend todt, Der fün de ganz ergeben Wer sich be fleckt mit fünden koht, Der hat das rechte leben Noch niemahls recht gesehen vo SER 2 Drum wende deine gnad und 385 Und also bist du auch bey mir. Ich bin und bleib in deinen händen, Mein ganzes wesen hängt an dir. Du kennest meines herzens gründ, Dir ist all mein vermögen kund. schwache brüder Theils stärken, 2. O! laß mich doch wol überletheils erbauen. gen, Daß ich mich nie von dir vergeh; Vielmehr voll ehrfurcht allerwegen, Als wie vor deinen augen steh. Ach treib mich alle stunden an, Daß ich an dich geden: ken kann. 3. Wenn satan, welt und fleisch verlangen, Daß ich was böses üben soll; So laß die reizung nicht verfangen. Mach meine feele glaubensvoll, Daß ich der lift und heucheley zu widerstehen mächtig sey. 4. Regiere meiner augen licht, Daß sie nichts arges treiben; Ein unverschämtes angesicht Laß ferne von mir bleiben: Was ehrbar ist, 4. Ach! gib mir, GOtt! in deiwas zucht erhält, Wornach die nem lichte Mein grosses elend einengel trachten, Was dir beliebt zusehn. Laß mich vor deinem anund wolgefällt, Das laß auch mich gesichte In wahrer herzens- dehoch achten, All üppigkeit ver- muht gehn; Ich bin ja nichts, als lachen. staub und koht, Und du der HErr Gott zebaoth. <. Drum laß mich immer vor dir wandeln, Ach gib mir kräfte, fromm zu seyn; So kann ich immer heilig handeln, So trifft die Hoffnung richtig ein, Daß du mein Gott und vater bist, Und daß mein erb' im himmel ist. und zwar von der göttlichen Gnaden- Regierung. und treu zu deinem armen kinde; Steh mir mit raht und stärke bey, Damit ich schand und fünde Auch solche worte meiden kann, Die dir, mein GOtt! zuwider. Treib mich zu solchen reden an, Die meine 3. Bewahr, o vater! mein ge bor; Gib, daß es sonst nichts höret, Als was mir nüket, deine ehr Und Chrifti reich vermehret. Regier mich, schudden läster- gift Ja nie mahls anzurühren; Denn wen ein solcher unraht trifft, Den pflegt er zu verführen, Und gänzlich zu verderben. 5. Behüte mich für schwelgeren, Für schlemmen und für prassen, Daß deine luft mein eigen sey, Ob andre sie gleich haffen. Die luft, so nur das fleisch ergeht, Verlei tet uns zur Höllen; Und was die welt für freude schätzt, Pflegt feel und leib zu fällen, Ja ewiglich zu quälen. 6. Gib, daß mein her; sonst nichts begehrt, Nichts höret, sicht lengdenker, Als was den rech ten glauben nährt, und kraft zum guten schenket, Was uns zu ienem leben bringt, wo man bey JEfu lebet, und mit den engeln heilig! singt, In ewger wonne schwebet, und dich unendlich gißt mein nicht. preiset. memer Mel.Wer nur den lieben GOtt zc 597. Mein lieber Gott! Im besten jest und allezeit: Denn auffer dir, mein heil! ist keiner, der mich mit raht und troft er freut. Dein wort macht mich voll zuversicht, und sagt mir: du ver2. Gedenke meiner, wenn ich höre Dein füffes evangelium; und mache mir die himmels- lehre zu faft und kraft im chriften. an allen enden, thum, saame wol ge336 lingt, Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 596. Mein Gott! du biſt 386 Von dem heiligen Leben und Wandel lingt, Und hundertfältig früchte| de, meine wonne! Ich komm vor bringt. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und merke stets in gnaden drauf; Weil ich in Chrifto vor dich trete, So schließ mir herz und ohren auf; Doch gib mir, vater! dis allein, Was mir kann gut und selig seyn. dein angesicht; Ob ich schon ein fünder, bin, Werf ich doch den muht nicht hin, Weil ich, auch als asch und erde, nicht vondir verstossen werde. 2. Zwar ich muß vor allen din gen, Ob ich schon nicht völlig kann, Dir ein schwaches danklied brin gen, Daß du mir viel guts gethan Wollt ich, HErr! von jugend auf 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, Und wirf mich nicht im zorne hin. Weil ich, wie andre men- Durch den ganzen Lebenslauf Ichen alle, Im fleische schwach und Alle deine wolthat zählen, Wür blöde bin; So fördre meinen gang und stand Durch kraft und stärke deiner hand. den zeit und worte fehlen. s. Gedenke meiner, wenn ich leide; Wen hab ich sonst, als dich allein, Der, bey der menschen haß und neide, Mein freund und trd fter könnte seyn? Mit dir verlacht mein froher muht Der welt, und gar des teufels wuht. 6. Gedenke meiner auch in al len, Woran ich nicht gedenken Fann, und blicke mich mit wolge fallen, In meinem ganzen leben an. Denn giebst du mir, was dir gefällt, So ifts um mich recht gut bestellt. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe, Und wenn mich alle welt vergißt: Verseze mich in jenes erbe, Wo du mein theil und leben bift. Denn bleibst du nicht im himmel mein, So mögt ich nie ge bohren seyn. 8. Ich will mich über nichts be trüben; In deine hände haft du mich Zum heil und fegen ange schrieben; Drum sieht mein hof fen blos auf dich, und denkt, im glauben ungekraukt, Daß mein GOtt mein im besten denkt. Mel. JEsu deine heilge wunden. 598.L'den sonne, Meines Liebster bergens zuversicht, meine freu: 3. Alles was ich bin und habe Leib und feele, gut und stand, kommt, als dein geschenk und gabe, Blos von deiner vater- hand. Habe dank für deine treu, Die mir alle morgen neu: Habe dant für deinen segen, Woran alles heil gelegen. 4. Stärke mich mit deiner gute, Vater! ferner tag und nacht.Füht mich felber, und behüte Mich durch deiner engel wacht; Laß die felbe ben mir stehn, Wenn ich aus und ein muß gehn, Wenn ich reife wache, schlafe, Wenn ich etwas gutes schaffe. s. Segne alle meine thaten Durch den wehrten segens- geiß; Laß sie täglich so gerahten, De mein her; dich täglich preist: Es dein, und nicht mein werk, Drum verleih mir muht und stärk, Stets gerade durchzugehen, Nicht auf menschen- gunst zu sehen. 6. Treuer GOtt! du wirst mich lehren, wie ich klüglich handeln soll, Daß mein thun zu deinen ehren und des vaterlandes wol Immer eingerichtet sey; Höre mich, und steh mir bey, Daß des satans list und tücke Nie mein gu tes ¡ iel verrücke. meine noht und plagen, Meines antes bürd und last, Und sonst alles freudig tra gen und zwar von der göttlichen Gnaden- Regierung. 387 gen, Was du auferleget hast. Fin det sich gefährlichkeit, Hinderniß, verdruß und neid; Laß mein her; sich ja nicht quälen, Sondern al les dir befehlen. 2. Jch aber bin arm, blind und bloß, Mein mangel, meine noht ist groß: Drum bring ich mein gebet vor dich, Erhör, erhör es gnädiglich: Ach, schenke mir, o höchstes gut! Doch alles, was mir nohtig thut. 8. Dir befehl ich meine fachen, Dir sey alles heimgestellt; HErr! du wirst es damit machen, Wie es 3. Erleuchte mein verfinstert deinem raht gefällt. Bricht auch her, Gib wahre busse, reu und creuz und noht herein, Scheinet schmerz, und habe, nach so mans es gar aus zu seyn; Laß mich ruhncher schuld, Noch fernerhin mit in deinem willen, und damit den mir geduld. Gib meinem glauben fummer stillen. kraft und licht, Erseke selbst, was | mir gebricht. 4. Nimm, vater! der es einzig kann, Dich meiner feelen herzlich an. Bewahre mich für heuchelschein, Und mache mein gewisſen rein; Ja stehe mir, o heiland! bey, Daß ich recht fromm und glaubig sey. 5. Gib mir verstand in allem thun, Und laß mich ganz in dir beruhn. Wo mein gemüht im zweifel steht, Und, gleich den kin dern, wankend geht: Da leite mich nach deinem raht Und fördere zus gleich die that. 6. Wenn meine hand das ihre schafft, So gib dem leibe stark und kraft. Erhalte mich gesund und frisch, Und segne nahrung, haus und tisch. Beschehre mir mein täglich brot, und sorge für mich in der noht. 7. Hilf, daß des lebens hiß und laft, Die du mir auferleget hast, mir nicht zu schwer zu tragen sey. Bricht meines Leibes haus ins wey, So führ durch Chrifti blut und pein Den geift in falems tempel ein. 9. Muß ich auch verspottung hören, Werd ich hie und da vers lacht; Laß dis meine ruh nicht stöhren. Bin ich, welt! von dir vers acht? Wol! mach immer, was du willt, GOtt ist mir doch sonn und schild, Wider den will ich nicht sprechen, Noch mich an den fein den rächen. 10. Soll ich hier noch länger leben, Nehm ichs gern und willig an. Ich will Gott nicht wider streben, Wenn ich ihm nur dienen kann. Drum, HErr! mach mich dir getreu, Gib gesunden leib dabey, Und laß mich an deinem fügen Und an deiner huld begnügen. II. Soll ich aber bald erblaf fen, Will ich auch zufrieden seyn; Kann ich sterbend dich umfassen, Ach! so schlaf ich frölich ein. Nim die seel in deine hand, Laß den leib im kühlen sand Ruhen bis zum auferstehen: Amen, vater! bör mein flehen. Mel. Vater unser im himmelr. Err GOtt von 599. He offer majestát! Dem alle welt zu dienste steht, Du bist der HErr, der alles trägt, Was lebet, webt und sich bewegt; Dein ist ja reichthum, ehr und pracht, In deiner hand steht kraft und macht. 8. Nun, HErr! ich bin in deiner hand: Mein leben, tod, beruf und stand, Mein wissen, wollen, reden, thun, Mein gehen, stehen, wachen, ruhn Befehl ich deiner treuen hut, Mach anfang, end und mittel gut. Bb2 9. Mein 388. Von dem heiligen Leben und Wandel 9. Mein GOtt! ich habe viel der rechten christen zahl: Sie be begehrt, und bin doch, leider! kei- kennen mit dem mund, Gläuben nes wehrt; Allein mich treibt die feft von herzens- grund, Und bemü noht zu dir, Denn dieses alles feh- hen sich darneben Guts zu thun, let mir: Drum tret ich hie vor so lang sie leben. deinen thron, Erhöre mich durch deinen sohn. 10. Der hat die handschrift ab: gethan, und macht, daß ich recht beten kann. 2. Selig sind, die demuht haben, Und sind allzeit arm im geift, Rüh men sich ganz keiner gaben; Daß GOtt werd allein gepreift, Dan Sein geist hilft meiken ihm auch für und für: Denn ner schwachheit auf, Er rufet: das himmelreich ist ihr; Gott abba! merke drauf, Daß dis mein flehen und gefchrey Bor dir ein füffer weihrauch sey. wird dort zu ehren setzen, die sich selbst gering hie schätzen. Mel. Ans tiefer noht schrey ich zc. 3. Selig sind, die leide tragen, Da sich göttlich trauren findt, Die beseufzen und beklagen Jhr und andrer leute fünd; Auch deshal vor Gon 600. traurig so schicks mit mir mit thränen stehn: Diese follen Im leben und im sterben: Zu dir noch auf erden, und dann dort geallein steht mein begier, Laß mich tröstet werden. doch nicht verderben. Erhalte mich in deiner huld, Sonst wie du willt; gib nur geduld, Dein will ist doch der beste. 2. Verleihe mir zucht, treu und ehr, und luft zu deinem worte: Behüte mich für falscher lehr, Gib mir an jedem orte Was dient zu meiner' seligkeit. Wend ab all ungerechtigkeit In meinem gan zen leben. 4. Selig sind die fromme her zen, Da man sanftmuht spüren kann, Welche hohn und trohver: schmerzen, Weichen gerne ieder mann, Die nicht suchen eigne rach Und befehlenGOtt die fach: Dieſe will der HErr so schützen, Daß fie noch das land besitzen. 3. Soll ich einmahl, nach dei nem raht, von dieser welt ab. scheiden; So gib mir, HErr! mur deine gnad, Daß ich es thu mit freuden. Mein leib und feel befehl ich dir, Ein felig end, o HErr! gib mir, Durch Jesum Chriftum, amen. Von dem Gewinn der Gottseligkeit. Mel. JEsu deine heilge wunden. 601. Dommt, laßt euch den HErren lehren! Kommt und Lernet allzumahl, Welche die seyn, die gehören zu 5. Selig sind, die fehnlich fire ben Nach gerechtigkeit und treu, Daß an ihrem thun und leben Nicht gewalt noch unrecht sey; Die da lieben gleich und recht, Sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, betrug und unrecht hassen: Die wird Gott satt wer den lassen. 6. Selig sind, die aus erbar men Sich annehmen fremder noht, Sind mitleidig mit den armen, Bitten treulich für sie GOtt: Die behilflich sind mit raht, Auch wo möglich mit der that, werden wieder hulf empfangen, und barmherzigkeit cr langen. 7. Gelig find, die funden wer Die den Reines herzens jederzeit, 389 und zwar von dem Gewinn der Gottseligkeit. in werk, wort und geberden Lie- Troft, heil und zuversicht, Wird ben zucht und heiligkeit. Diese, er nur GOtt vertrauen, Auf sei. welchen nicht gefällt Die unreine nen schöpfer bauen; So können luft der welt, Sondern sie mit seine thaten Sm fegen wol ges ernst vermeiden, Werden schauen rahten. GOtt mit frenden. 3. Aus GOtt entspringt das [ heil, Er ist das beste theil, Das unsern geist beglücket, Die quelle, die erquicket, Ein hartes her: er= weichet, Dem dürren labsal rei8. Selig sind, die friede machen: Und drauf sehn ohn unterlaß, Daß man mög in allen sachen Fliehen hader, fireit und haß. Die da stiften fried und ruh, Rahten chet. allerseits darzu, Sich des friedens4. An diesem bache steht, Al8 felbst befleissen; Werden GOttes wie ein baum erhöht, Wer fest an kinder heiffen. JEsu banget, Und weiter nichts verlanget, Als ihm, vor andern allen, Beständig zu gefallen. 9. Selig sind, die müssen dul den Schmach, verfolgung, angst verschulden, Und gerecht befun den seyn. Ob des creuzes noch so viel, Sezzet GOtt doch maaß und ziel, und hernach wird ers belohnen Ewig mit den ehrencronen. * 10. HErr! regier zu allen seiten Meinen wandel hier auf erd, Daß ich folcher(* aller*) feligkeiten Auch aus gnaden fähig werd.Gib, daß ich mich acht gering, Meine Flag oft vor dich bring, Sanft: muht auch an feinden übe, Die gerechtigkeit stets liebe. 11. Daß ich armen helf und diene, Immer hab ein reines her;: Die in unfried stehn, verfühne, Dir anhang in freud und schmerz. Bater! hilf von deinem thron, Daß ich glaub an deinen fohu, Und durch deines geistes stärke Mich befciffe guter werke. blühu, Es stehet frisch und grün. Wie kann sein saft veralten? GOtt selbst will ihn erhalten; Und dessen fülle schenket, Was ihn erquickt und tränket. 6. Fällt eine durre ein, Die schädlich könnte seyn; So bleibt er unbetrübet, Weil GOtt auch gnade giebet, Daß er in trauer- tagen Kann feine früchte tragen. 7. Ach JEsu, höchftes gut! Dis macht mir einen muht, Mit die mich zu verbinden. Ach! tilge meine fünden, Vertreibe furcht und zweifel, Welt, schudde luft und teufel. 8. Ich schwöre dir die treu, Ind will hinfort aufs neu Dein eigen thum verbleiben, und die mich ganz verschreiben; Halt mich in deinen armen Voll güte, voll er barmen. Go ( 1193 9. Ich weiß, es wird zuleit Die müh mit ruh ersetzt, wenn alles leid geendet, Wenn alle noht gewendet; Drum gib mir, nach dem leiden, Dort deine himmels Freuden. T DAD Mel. Auf meinen lieben GOtt zc. 602.Gesegnet ist der mann, An dem man sehen faun, Daß er sich Gott ergebe, und ihm zu ehren lebe, Das böse meid und hasse, Sich auf den Mel. Wo GOtt der HErr nicht zc. HErrn verlasse. 2. Jft nur der HErr fein licht, 603. Von allen menſchen Bb3 gent 390 gen himmel oben, O HErr! hab ich mein herz und hand In meiner noht erhoben. Mein GOtt! ich hoff allein auf dich, Laß nicht zu schanden werden mich, Daß sich mein feind nicht freuet. 2. Denn keiner wird beschämet gehn Von denen, die dir trauen; In deiner hut die sicher stehn, Die fefte auf dich bauen: In schande werden die gebracht, Die deine Langmuht, gut und macht Heillos fer weis verachten. Von dem heiligen Leben und Wandel 3. HErr! zeige mir doch deinen weg, Und deine recht' mich leh re Leit mich auf deiner wahrheit steg; Du bist mein ruhm und ehre, Mein heil und trost, mein schuß und raht; Auf deine rettung, hülf und guad, HErr! wart ich alle tage. 4. Gedenke der barmherzigkeit, De mir dein wort zusaget, Und wende alles creuz und leid, Das mich im herzen naget. Zeuch dei ne treu dir zu gemüht, und deine wunderbare gut, Die von der welt her währet. f. Gedenke doch hinfort nicht mehr An meiner jugend fünde, Noch daß ich dich erzurnt so sehr, Wie ich es nun empfinde. Geden ke aber mein allzeit Nach deiner groffen gütigkeit und väterlichen 1138 huld Vergib mir meine gr schuld um deines namens willen 9. Wer GOtt stets fürchtet, liebt und ehrt, Wird sein ge heimniß wissen: Er wird den ge den bund gelehrt, Kann reicha trost geniessen. Mein auge sieht, HErr! stets au dir, Denn du wiri meine füffe mir Bald aus dem nege ziehen. * 10. Ach GOtt! dein antlig mir kehr Durch gnädiges erbar men, und schick mir hülf und re tung her, Mir einsamen und ar men. Mein' herzens- angst ist gro und viel, Mach deren nun ein end und ziel, Führ mich aus meine nöhten. 11. HErr! siehe meinen jamma an, mein elend, sorg und plage: Bergib die fünd, die ich gethan, meiner feinde grosse zahl; Bekehr Und täglich noch beklage: Schau die doch allzumahl, Die mich aus frevel haffen. 12. Ich trau auf dich, be wahre mich, Laß mich zu spott nicht werden: Laß schlecht un liebe. Gutt dite mu recht mich stetiglich Behüte 6. Der HErr ist gnädig, fromm und gut, Den sünder zu berichten, Der elend ist, und busse thut Dhn heuchel schein und dichten: Er lehrt ihn seinen willen rein Schreibt ihm den gar ins her: hinein, Den rechten weg zu wandeln. 2011 hier auf erden. Ich harre dei und bitt, o Gott! Du wolle mich aus aller noht, Als Ifracl erlösen. 7. Des HErren weg ist lauter treu, Und svahrheit jung und al ten: Wenn sie ihn lieben, und dabey Sein zengniß willig halten. DHErr! durch deine gnad und 8.Wer in des HErren furcht sid hält, Der geht die beste firaffen: Wer gerne thut, was GOtt gefällt Den wird er nicht verlassen: G segnet ihn mit milder hand, De er kann wohnen in dem land, Un giebt es feinem saamen. mel. Von GOtt will ich nicht 604. Wol dem, der ohn Auf Got tes wegen geht, In seinem thum und handel Nicht bey den fündert steht; Tritt auch nicht auf de plan, Wo böse spötter richten und zwar von dem Gewinn der Gottseligkeit. Ind freventlich vernichten, Was gut und recht gethan. 2. Wer GOtt von herzen liebet, Und nimmt sein wort in acht, Sich in demselben über Sowol bey tag als nacht; Ist wie ein baum am fluß, Der sich stets höher schwinget, und reife früchte bringet; Weil er stets grünen muß. 3. Obschon die winde toben, Wird er doch nicht gefällt: Weil ihn der HErr von oben Mit star kem arm erhält, Daß ihn kein bd ses rührt; Weil GOtt selbst, was er sinnetünd durch die that begins net, Zum guten ende führt. 4. Dagegen zu verachten Sind gottsvergesfue leut; Ihr dichten und ihr trachten Wird so von GOtt erfireut, Wie spreu ein schneller wind Hoch in die lüfte treibet, Mit aller macht zerstäubet, Daß man sie nicht mehr findt. 391 fleißt, und liebet die gerechten: Nicht fremde güter zu sich reißt mit einem schein des rechten: Hat nie betrug in seinem mund, Die wahrheit sagt von herzens- grund Und hasset alle lügen. 3. Wer seinen nächsten nicht veracht, Noch aus verbittrung schändet: Kein unglück mit der unge macht, All ding jum besten wendet; Und lobet nicht gott. lose leut, Hält aber hoch die frömmigkeit, und alle die GOtt fürchten. <. Zulest bleibt der gerechte Vor GOttes richter- thron. Die frechen fünden knechte Bekom men ihren lohn: Ihr weg in eil vergeht.Wer GOttes güte trauet; Sein antlik ewig schauet Und wol vor ihm besteht. 4. Wer seine wort und zusag hält, Nicht hinterliftig schwöret, nicht wucher treibt mit forn und geld, Noch wittwen- brot verzehret; Und nimmet kein geschenke an, Zu hindern den gerechten mann In seinen guten sachen. s. Wer das thut, ist ein from mer christ, Das mag man sicher glauben: Es wird ihn keine macht noch lift Von seinent orte treiben; Er wird beschützt von GOttes hand, Behält sein glück und ehrenstand Bis an sein selig ende. * 6.GOtt vater! hilf mir kräf, tiglich Das böse überwinden. JEfu Chrift! befreye mich Von misfechat und fünden. Oheilger geist! durch deine lehr Ermuntre mich ie mehr und mehr, Dem guten nachzustreben. 6. HErr! gib durch deine gute, Daß ich zu ieder stund Ja hab ein ſolch gemühte, Daß ich von her zens- grund Mich deiner recht be fleiß: Daß ich dieselben liebe, Darinnen mich stets übe, Zu deinem lob und preis. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 605. Err! wer wird in der hütten dein Die wohnung dort erlangen? Auch in der christlichen gemein Den ruhm noch hier empfangen, Daß er mit glauben sen geziert, Vom heilgen geiste werd regiert, Und sen ein kind der gnaden? 2. Wer sich der reinen lehr be: Mel. JEsu deine heilge wunden. 606,2l dem, der ſich fürcht und scheuet vor dem HErren seinem Gott! Selig, der sich herzlich freuet Zu erfüllen sein gebot. Wer den höchsten liebt und ehrt: Wird ers fahren, wie sich mehrt Alles, was in seinem leben Ihm der HErr sein GOtt gegeben. 2. Seine kinder werden stehen, Wie die rosen in der blüht. Sein ge= 364 ol 392 Von dem heiligen Leben und Wandel geschlecht wird einhergehen Reich| Wird er untergehen sehn: Denn an GOttes guad und güt; Und den feinden und dem neide Kann was diesen leib erhält, Wird der es nie nach wunsche gehn. Wenn herrscher aller welt Reichlich und es ihnen gleich verdrießt, Daß mit vollen händen Ihnen in die der fromme glück genießt; Bleibt häuser senden. es ihm doch sicher stehen, Neid und bosheit muß vergehen. 3. Das gerechte thun der from men Steht gewiß und wanket nicht: Sollt auch gleich ein wetter kommen, Bleibt doch Gott der HErr ihr licht, Tröstet, stårket, schüßt und macht, Daß nach aus gestandner nacht, und nach dem betrübten weinen Freud und son ne wieder scheinen. * 9. HErr! regier mein ganzes leben, Daß ich deine rechte halt: Daß ich herzlich gern darneben Armen helfe mannigfalt. Segue meinen tisch und haus, Daß ich wieder streue aus: Wende doch von mir aus gnaden Noht, verfolgung, spott und schaden. 4. GOttes gnädiges erbarmen Bleibt den frommen immer fest. Wol dem! der die noht der armen Mel. Kommt her zu mir spricht ei da niemand unrecht thut, Soule, weil dirs so gefällt, Eriage schän Sich zu herzen gehen läßt. Wer 607. Lauf immerhin, ver. dern alles lieb' und gut; Dent wird und güter. Was wird dein vor: GOtt viel heil verleihen, Alles theil endlich seyn? Ein klumpen thun muß ihm gedeyen. gold, cin eitler schein, Ein fum. mer der gemühter. F. Wenn die wolken werden blißen, Wenn es donnert in der luft; Wird er ohne forge sitzen, Wie ein vöglein in der kluft: Er wird bleiben ewiglich, Auch wird sein gedächtniß sich Hier und dort auf allen seiten, wie die grüne weig' ausbreiten. 2. Ein GOtt- ergebner chriften muht Erwählet sich ein beſser gut, Ein gut, das nicht vergehet: Das, wenn dein schlackens werk zerfällt Und weder feur noch probe hält, In ewigkeit bestehet. 6. Wenn das unglück will an 3. Entfernt euch, güter dieser kommen, das die rohe fünder seit! Die crone der gerechtig plagt; Bleibt der muht ihm unbekeit Jft meines wunsches fülle, nommen, Und das her; stets un- Der tag ich, weil ich lebe, nach, verjagt. Unverjagt ohn angst und Durch kampf und streit, durch pein Bleibt das herz, das sich noht und ſchmach; Und siehe nieallein ergiebet, und die lieb' am nächsten übet. 7. Wer betrübte gern erfreuet, Wird vom höchsten wol ergeßt: Was die milde hand ausstreuet, Wird vom himmel reich ersetzt. Wer viel giebt, erlanget viel: Was fein herz nur wünscht und will, Das wird Gott nach seinem wil len Und zu rechter seit erfüllen. S. Aber seines feindes freude und stille. 4. Mein leib und feele ruhen nicht, Weil herz und wunsch da bin gericht, Das kleinod zu er greifen: Ich eil und lasse niemahls ab, Wenn mir auch schrecken, furcht und grab Die hindernisſe häufen. 5. Bleibt, säuden- kinder! blei bet weg. Wer sich der tugend schmalen fieg Zur lauf- bahu aus ersehen; Wirst alles eitle willig hin, Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden. 393 hin, Und weiß den irdischen ges| blut gleich schmerzlich ein, Nach winn Mit großmuht zu verschmå iener crone ringe. hen. 8. Erhalte mich durch deinen geist, Der mir den weg zum leben weist, In unverleztem glaubeni: So wird mir weder streit noch neid Die crone der gerechtigkeit, Die mir bestimmt ist, rauben. 9. Ach JEsu! wenn erscheint die zeit? Wenn soll ich in der 7. Drum gib, daß weder furcht ewigkeit Den gnaden- lohn ernoch luft, HErr! meine dir gelangen? Zerreiß, serbrich das marweihte bruft Von deiner liebe ter joch, Und laß mich, wär's auch bringe; Hilf, daß ich auch durch heute noch, In meiner crone augst und pein, Gehts fleisch und prangen. 6. Zwar hemmt der satan mei nen lauf, Mein fleisch ist trag und hält mich auf, Die welt will mich berücken: Allein, HErr! der du mächtig bist, Wirft ihre stärke, trug und lift Gewaltig unterdrücken. V.Von dem heil. Leben und christlichen Tugenden und zwar Von der wahren Weisheit und Erkenntniß GOttes Von der natürlichen Erkenntniß Gottes. Mel. Es ist gewißlich an der seit. 608. Err GOtt! du bist von ewigkeit, Und bleibest sonder ende; Die welt so groß, das meer so breit Sind werke deiner hände. Des himmels bau, der erden last, Und was du, HErr! geschaffen haft, Lehrt uns dein wesen kennen. 2. Du bist voll glan; und maje tät, Voll herrlichkeit und stärke. Wer deine grösse nicht versteht, Dem zeigen deine werke, Daß du ein HErr der herren bist, Daß dei ne macht unendlich ist jm himmel und auf erden. 4. Ach! aber ach! wie schrecklich blind Sind menschen, die doch sehen. Ach! menschen, die vernünftig sind, Verleugnen dich und schmähen: Es ist kein GOtt, es ist kein GOtt. Verdammtes wort! verfluchter spott! Der aus der häu entspringet. 3. Ich ehre dich in solcher pracht Im Herzen und mit wor ten; Mein geist erweget tag und nacht Dein heil an allen orten: Mein mund bekennet jedem frey, Daß sonst kein Gott und herr: scher sey, Als du, den wir verehren. s. Verkehrte thoren dieser welt, Ihr GOtts vergeßue leute, Die fatans strick gefangen hält, Ach, ändert euch noch heute! Erkennet GOtt, jest ist es zeit, Sonst müßt ihr ihn in ewigkeit Mit quahl und pein erkennen. 6. Es zeigt euch ja der sinnen licht, Was doch der wahn bestrei. tet. Wer hat das erdreich zugericht, Den himmel ausgebrei. tet? Wer hat der sternen grosses heer, Das tief und stark umdammte meer, So wunderbar geschaffen? 7. Es muß ein grosser meister seyn, Ein wesen, dem nichts gleichet, Das diesen allen glanz und scheint, Nebst der bewegung rei Bb 5 chet. Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 394 chet. Gewiß, wer dieses über: legt, Dem wird sein steinern her; bewegt, Den wahren GOtt zu glauben. 3430 s. Geht nur zurück in euer herz, Und treibt mit dem gewiß sen Nicht etwa felbst verdammten scherz; So müßt ihr gleichfalls schliessen, Was iedes volk auf er den glaubt: Es ist ein GOtt, der ewig bleibt, Ohn anfang lebt und herrschet. 3. Lehre mich dich recht erken nen, und den welt- dunft einzu sehn; So kann ich dich vater nen nen, und die eitelkeit verschmähn. So entsag' ich dieser welt, Die mir feelen- neke stellt; So kann ich mein heil der feelen, JEfum, fin den und erwählen. 4. Nun mein licht! ich seh viel mangel, und viel finsterniß bey mir; Sende deines bundes engel, Dieser leite mich zu dir: Dein geift stärke mein bemühu, Mich dem schatten zu entziehu, Hier das licht schon zu erblicken, Das mich ewig soll erquicken. 9. Ach GOtt! erwecke doch die weit, Die ganz im argen lieget, Dich und dein wort verächtlich hält, und deinen ruhm bekrieget. Du schlägest sie, sie fühlens nicht. Ach! wenn sie doch dein zorn- gericht noch zur erkenntniß brachte. 10. Ich glaube, HErr! du bift Mel.HErr GOtt der du erforsch 610. Gott, mein vater und mein HErr, mein GOtt, Das will ich jeden lehren; Sollt auch der frechen Du brunnquell aller gaben! Du thoren spott Deswegen sich verbautest himmel, erd und meer; mehren. Ich weiß gewiß, ich Und was sie in sich haben. Zulet traue dir, Du wirst noch ihnen, hat deine wunder macht Den und auch mir, Daß du regiereft, und deine weisheit wollte, Daß menschen selbst hervor gebracht; zeigen. er auf erden weit und breit Mit heiliger gerechtigkeit und weis Von der übernatürlichen Erheit herrschen sollte. Fenntniß GOttes. Mel. Werde munter mein 2c. schfter in 2. HErr! diese weisheit man gelt mir, Der fall hat sie entrip wir welche 609. deinem lichte Seh' Das wahre heil nicht wisſen. Sie ists, durch welche wir allein Schon hier im glauben felis seyn, und dort im schauen werden. Was dir gefällt, was den gebot Von uns erfordert, weiser GOtt! Weiß man durch sie auf erden. ich erst das rechte licht; Wenn ich mich nach solchem richte, Fehlen meine tritte nicht. Nun, mein licht! erleuchte mich, Ich bin finster ohne dich. Laß dein licht, zu deinen ehren, Sich in mir bestån dig mehren. 3. Ach! Diese weisheit sende 2. Gib mir weisheit, zu verste mir Von deinem heilgen throne, hen, Was mir gut und näglich ist. Daß sie, o vater! für und für Gib verstand, dem nachzugehen, Ju meinem herzen wohne. Ver Was ich, als ein rechter chrift, wirf mich in dem jammerthal Durch den wandel zeigen soll, Doch nicht aus deiner kinder Daß ich, deines lichtes voll, Allezahl: Ich bin dein knecht geboh seit das beste wähle, und des him- ren. Ich bin ein schwaches men mels nicht verfehle. fchen kind, Deß tage böf und we: und zwar von der wahren Weisheit und Erkenntniß GOttes. 395 wenig sind, Deß weisheit längst, lichte, Dahin zwar niemand komverlohren. men kann; Doch zeigst du uns dein angesichte Jm worte deiner wahrheit an, Durch dieses licht seh ich dein licht, und finde troft und unterricht. 4. Gib, daß sie mir in dieser welt Stets helfe thun und rahten, Mich lehre, was dir wolge fällt, und mich in allen thaten So führe, daß ich jederzeit, Durch ehr und schmach, voll freudigkeit Auf deinem wege gehe. Dein geist der weisheit leite mich; So irr' ich nicht, bis daß ich dich In ienem leben sehe. 5. Kein sterblicher weiß deinen raht, Kein mensch weiß dein be ginnen; Und was dein sinn be schloffen hat, Begreifen keine sin nen. Des menschen thun ist wan delbar, Sein raht und anschlag voll gefahr, Das her; beschwert mit fünden: Wir können, was auf erden geht, Und was uns unter hånden steht, Kaum treffen und ergründen. 6. Wer will denn nun, was himmlisch ist, O HErr! erforschen können? Wer will, was, HErr! dein raht beschließt, Erfahren und benennen? Es sey denn, daß du weisheit giebst, und sendest denen, die du liebst, Den lehrer aus der höhe, zu lernen, was auf dieser welt Aufrichtig ist, und dir gefällt, Und so ins leben gehe. 2. Befrey mich von den finsternissen, Die im verstand und willen seyn, Daß aug und herz sich öffnen müssen Bey deinem hellen graden- schein. Nimm alle blindheit von mir hin, Daß ich im geist ers leuchtet bin. 3. Ich kann dich von natur nicht kennen, Weil lauter thorheit in mir steckt; Drum laß dein licht im herzen brennen, Daß mir es deinen glanz entdeckt, und, durch den ftrahl der herrlichkeit, Mein herz ju deinem tempel weiht. 7. Drum wende dich, mein GOtt! zu mir, Erhöre dis mein flehen; Laß deine weisheit für und für In, um und bey mir stehen. Gib, daß sie stets mein herz regiert, Damit mich nichts von dir verführt, Damit ich dich recht kenne, Dich liebe, und dich fort und fort, HErr! meinen vater, schuß und hort, Raht, troft und heiland nenne. 4. Dein wort sey mir ein licht im glauben, Das mich zum wahs ren lichte führt. Laß mir doch keinen irrthum rauben, Was mir ein ewig heil gebiert. Kein schwindels geift verführe mich, Kein zweifel fen mir hinderlich. s. Gib, daß ich JEfum mit dem munde und mit der that bekennen mag; So legt der glaub' im her¡ ens- grunde Sich auch durch werke an den tag. Leg mir ein solch erkenntniß bey, Das immerfort lebendig sey. 6. Und, wenn ich dich als vater kenne, Laß mich ein kind des lichtes seyn. So oft ich meinen JEsum nenne, Drück mir sein bild ins herz hinein. Ich gläub an deinen heilgen geist, Drum gib, daß er mein führer heißt. 7. Leg mir in deines wortes lichte Erkenntniß deines willens bey, Daß ich kein baum, der ohne früchte, Kein schein, der ohne wesent fen. So thu ich denn mit allem fleiß, was ich nach deinem willen Mel. Wer nur den liebenGOtt ze. 611. Mein Gott! du weit wohnst in einem 8. Laß dein erkenntniß mir im leis 395 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden leiden Ein brunnquell wahres tro, sur grube ziehen? Dis macht, daß stes seyn. Und scheinst du gleich er in augsten bleibt; Doch diese von mir zu scheiden, Verbirgst du todes furcht vertreibt Die klug deines lichtes schein; So hab ich heit der gerechten. dich doch schon erkannt, Du schlägst und heilst mit einer hand. <. Wie denkt die klugheit dieser jeitSo schlecht an tod und sterben? 9. Zwar mein erkenntniß ist auf Wie schlecht sucht sie die ewigkeit erden Noch stets voll unvollkom- Der sel'gen zu ererben? Viel grdf menheit: Dort aber wird es herr- fern trost, viel bessern raht, Und lich werden, In der vollkommnen ein gewisses erbtheil hat Die klug ewigkeit; Da leuchtet mir der heit der gerechten. Klarheit licht Von angesicht zu angesicht. 10. Indessen laß mich dich er kennen, Und künftig weder noht noch tod Von deiner hellen wahrbeit trennen; Dieweil dein wort mit schrecken droht, Wer dich erkennt und nicht bekennt, Sen ewiglich von dir getrennt. Mel. Es ist das heil uns kommen. 613. Praemiffent, Das da Mel. JEfu deine heilge wunder. deis wissen, du 612. Die mehr welt iezt so hoch gebracht; Ich kann deis b menschen klug und dadurch zu bringen; Ob ihr ver als himmel acht't. Meines JEsu stand schon ungemein In welt- ge- creuz und pein Soll mein liebstes innten dingen; So sagt doch ein wissen seyn: Weiß ich das in waherleuchter chrift: Die rechte wahrem glauben, Wer will mir dell re flugheit ist Die Flugheit der gehimmel rauben? rechten. 2. Wer nur auf Gottes gnade sieht, Und sucht darin zu stehen; Wer sich im glauben stets bemüht, Den weg mit lust zu gehen, Den Christi wort und leben weist; Ein folcher lebenswandel heißt Die Flugheit der gerechten. 3. Laß alle klugheit dieser welt Sich insgesamt verbinden, Sie macht ein herz, das GOtt mis: fällt, Dennoch nicht rein von sünden: Dis grosse werk dagegen thut, Durch Christi JEsu theu: res blut, Die klugheit der gerech telt. 6. GOtt! mache mich gerecht und klug, Nach deiner grossen gü te, Damit ich mich für selbst be trug Bey welt und fleische hute, und setze, nach vollbrachtem lauf, mir dort in tenem leben auf die erone der gerechten. 4. Wer ist so klug, daß er vermag Dem tode zu entfliehen? Ja wer erkennet, welcher tag Shutz wird 2. Andre mögen weisheit nennen, Was hier in die augen fällt; Ob sie den schon nicht erkennen, Dessen weisheit alles bält: Mir foll Chrifti tod und pein Meine kunst und weisheit seyn; Das geheimniß seiner liebe Ist, wo ich mein wisſen übe. 3. Schärft, ihr menschen! eure sinnen Nur in lift und eitelkeit; Sucht nur ehre zu gewinnen Bey den grossen dieser zeit: Ich nur denke iener schmach meines JEsu ernstlich nach; Weil es chriften nicht geziemet, Daß man sich des eitlen rühmet. 4. Ich will andern gerne gön nen, Wenn sie hurtig und geschickt Groffe schäze sammlen können, Und und zwar von der wahren Weisheit und Erkenntniß GOttes. 397 Und wenn ihnen alles glückt:| 3ur eitelkeit der schnöden welt, Denn mein reichthum, glück und Darinnen mich zu üben. theil Ift der armen fünder heil; Dis kann ich in JEsu finden, Und die welt so überwinden. 3. Ich bin zum guten träg und blind, Vergib mir, vater! solche sünd: Erleuchte mein gemühte, Daß es hinfort die weisheit liebt und sucht von deiner gute. 5. Ey so komm, mein wahres leben! Komm und unterweise mich: Dir will ich mich ganz er geben, Daß ich sonst nichts weiß als dich. Allerliebste wissenschaft! Ach beweise deine kraft, Daß ich einzig an dir hange Und nichts, als nur dich, verlange. 6. Weiß ich keinen troft auf er den, Klagt mich mein gewissen an, Will mir angst und bange werden, Ist nichts, das mir helfen kann, Drückt mich des gesetzes ioch; So erinnre du mich doch, Daß, da du für mich gestorben, Du mir guad und heil erworben. 7. JEsu! pflanze dieses wissen Täglich tiefer in mein herz, Sen mein licht in finsternisfen, Sey mein troft in todes schmerz. Laß mir deinen tod und pein Immer im gemühte seyn, Daß es glau bens- voll bedenker, Wie du mir dich selbst geschenket. 8. Endlich, wenn des todes grauen Alles wissen von mir treibt; So laß mich den trost noch schauen, der mir einsten ewig bleibt; JEfu leiden, creuz und pein Soll mein leztes wissen seyn. JEsu! hilf mir das vollbringen, So will ich dir dort lobsingen. Mel. In dich hab ich gehoffet zc, 614. Gott Ott, dessen güt sich weit ergießt, Du quell, draus alle weisheit fließt: Ich klage dir mit schmerzen, Daß teine lieb zur weisheit ist Bey mir in meinem herzen. 2. Die weisheit ist die höchste ier, Doch hab ich wenig luft zu ihr: Vielmehr hab ich belieben 4. Denn ich erkenn und spüre nun, Daß mein und aller menschen thun, All glück und aller se gen Bey dir besteht: wer ihn da sucht, Der geht auf rechten wegen. <. Es steht in keines menschen macht, Daß sein raht werd ins werk gebracht, Daß er sich des fen freue: Des höchsten raht macht ganz allein, Daß menschenraht gedeye. 6. Oft denkt der mensch in sei nem muht: Dis oder jenes sey ihm gut; Und ist doch nicht getrof fen. Oft meinet er, daß schädlich sey, Worauf er sollte hoffen. 7. So fängt auch mancher weiser mann Ein werk oft stark und eifrig an, Und bringts doch nicht zum stande: Er meint, daß er gar fest gebaut, und steht doch nur auf fande. 8. Obgleich ein mensch sonst weisheit hat; So weiß er doch nicht GOttes raht, Noch was der auserwehlet: Der irdsche leib beschwert den geißt, Daß er gar leichtlich fehlet. 9. Drum gib mir, GOtt! das eble licht, Das sich von deinem angesicht In fromme feelen ftrek. ket: Auf daß in mir durch deine kraft Die weisheit werd erwecket. IO, Verleih, o HErr! daß ich zu dir Mein herz mag richten für und für, So oft ich was anfange; Und daß ich denn aus gnaden auch Den raht von dir erlange. 11. Gib mir verständniß aus der höh, und daß ich nimmermehr besch Auf eignem sinn und willen: Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 398 len: Laß mich ia nicht, was du nicht willt, Begehren zu erfüllen. 12. Hilf, daß mein herz zu jeder zeit Zuvor gern höret andre leut Und alls wol unterscheidet, Die geister prüft, ihr herz erkennt, Was mir kann schaden, meidet. dars hütten( a) wohne; Laß mich auf deinem rauch- altar Kein fremdes feuer bringen dar, Das mich verzehren mögte. 2. Laß immer eine reine glut In meinem herzen brennen; Im wahren glauben auf dein blut Dich meinen heiland nennen, Und weil der satan mächtig ist; So mach mich immerdar gerüst, Ihm stark zu widerstehen. 3. Ein reines opfer laß mich dir, 14. Was ich thun und verrich- So lang ich lebe, bringen, In un ten soll, Laß andern mit gefallen schuld, tren und glaubens- zier wol; Ihr her; auch dazu wende, Viel andachts- lieder singen. Ers Daß ichs darauf mit ihrer hülf halt mein her; bey diesem sinn, Auch bald nach wunsch vollende. So lang ich hier noch wallend bin; Dort wird es besser werden. is. Den stolz und vorwig von mir treib, Daß ich in meinen schranken bleib; Und mich zu dem bequeme, Was mir obliegt in meinem amt, Daß ich mich deß annehme. 16. Gib, daß ich wag' all meine wort, Stets unterscheide zeit und Mel.Wer nur den lieben GOttx ort Bey allem thun und lasſen: 616.Wie lieblich ist es in Wenn auch Daß ich sie recht mag fassen. 17. Das finstre laß mich nicht zum licht, Das licht zum finstern machen nicht: Hilf, daß ich ehrlich handle, In allem thun bis an mein end Aufrichtig por dir wandle. 2. Wol dem, der stets in Got tes schranken Geift, her; und sin * 18. GOtt vater in dem höch- nen halten kann: Der schwinget ften thron! Gib mir durch Chri- sich mit den gedanken, In heilger stum deinen sohn Des geistes gute luft, zum himmel an; Der schmek gaben: Daß ich dadurch in allem ket schon in dieser zeit Des hims mag Die rechte weisheit haben. mels reiche füffigkeit. 13. Ifts werk von dir, so gib mir glück; Ifts wider dich, so treibs zu rück, und andre meine sinnen: Was dir misfällt, laß von sich selbst Ohn nachtheil nur zerrinnen. Von der Erhebung des Herzens zu GOtt durch Andacht und gute Bes trachtungen. ( a) d. i. unter den gottlosen Pf. 120, s. die von Ismaels geschlechte und bosheit sind. 1. B. Mos. 25, 13. GOtt allein zugegen ist, Woun fer her: in seiner fülle Der süssen einsamkeit genießt' Da schmeckt man in zufriedenheit Des höchsten güt und freundlichkeit. 3. Was hängt man doch an cit ler erden, und denkt bald da, bald dort hinaus? Ihr, die ihr wollet selig werden! Gedenket doch an ienes haus, Das GOttes huld für euch erbaut, und das the jest im glauben schaut. Mel. HErr JEfu Christ du zc. sein JEsu! ach ich 4. Verschließt das her; den ci nahe mich Mitteln sinnen, Laßt ihre wuht nicht furcht zu deinem throne, Jch, der meister seyn; Laßt euch die lifte ich schwach und jammerlich In Ne nicht gewinnen, und haltet die 615. M begier und zwar von der Erhebung des Herzens zu Gott. begierden ein. Schweift ihr ver Fehrter trieb herum; So eilt zu GOttes heiligthum. s. Ergezet euch an geißtes schåzzen, Die schön und unvergänglich find, Die euren geist in ruhe segen, Als der da volle gnüge findt. Geht selbst in euer herz hinein, und fammlet lauter gutes ein. 6. Mein GOtt! eröffne mir die pforten, Führ mich in deinen liebes faal: Ich habe luft zu dei nen worten, Denn diese stillen alle quahl. Komm, nahe dich, tilg allen schmerz Und öffne mir jest schrift und herz. 7. Mein glaube sieht den himmel offen, Der mich bereits zu dir erhöht, Wo ich kann gnad und leben hoffen, Ob sturm und wetter auf mich geht. Wer sich in dir vergnügen kann, Sieht welt und pracht verächtlich an. 399 gezet; So daß mein geist ganz ungestört Nur JEsum schmecker, sieht und hört, Der mich in wonne feket. 8. Ich will mich von der welt entfernen; Weg schnöder eitel keiten wußt! Hinauf, mein herz! hinauf zun sternen. Mein Jesu! du bist meine luft! Wie selig geht die feit dahin, Wenn ich mit dir alleine bin. 4. Ja zeuch mich, JEsu! selbst von dem, Was welt und fleische angenehm; Und fülle mein gemühte mit deines geiftes füffigkeit, Mit dem, was mich in dir er freut, Mit firômen deiner gute. s. Ich feb oft sehnlich in die höh, Es geh auf erden, wie es geh: Kann dich mein glaube sehen; So acht ich keine lust der welt, Weil sie mein her: für nichtig hält; Nach dir, HErr! geht mein flehen. 6. Denn wird von dir mein matter geiß Mit lebens- manna nur gespeift, Will ich an nichts sonst denken; Ich will dir feele, muht und sinn, Sammt allem was ich hab und bin, Zum eigenthume schenken. 7. Ach, theurer JEsu! höre mich, Gib mir ein solches herz, daß ich Doch sonst von nichts mag wissen, Als nur von dem, was dir gefällt; Laß mich der eitelkeit der welt Nur völlig feyn entriffen. Mel. Werde munter mein zc. Mel. Kommt her zu mir ſpricht. 618. Rede, Herr! denn enn wir des 617.W sten freundlichkeit Mit herzens luft in dieser zeit Zu sehn, zu schmecken denken; So müssen wir herz, muht und sinn Ganz von der welt zum himmel hin, Zu GOtt und JEſu lenken. dein knecht höret, Herz und ohr ist aufgethan. Was mich deine stimme lehret, Nimmt mein geift begierig an. Gib mir deinen willen ein, Ich will gern dein schüler seyn. Rühre mich in deiner lehre, Daß ich wie ein isn ger höre, 2. Glückselig ist, wer seinen geift Der eitelkeit mit macht entreißt; Er lebt in fried und freuden. Wer aber in der erde wühlt, und nur den trieb zum eitlen fühlt, Spürt nichts als sorg und leiden. 3. Drum richt ich auch verstand und her: Zu meinem JEfu him: melwärts, Der ist, was mich er2. Rede, HErr! durch deine schriften In des herzeus grund hinein. Laß mich hier auf zions triften Unter deinen schaafen sevn: Diese weide macht mich satt, Wenn die seele schwach und matt, Daß ich neue Fräfte kriege, Und, als adler, aufwärts fliege. 3. Ne 400 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 3. Rede, HErr! durch mein ges| erbebet höll und welt; Und was wissen, Weck es doch mit schrecken dein arm umschlossen hält, Muß auf: Reiß mich aus den finster deinen scepter scheuen, und sich niffen, Hemme meinen fünden mit zittern freuen. Lauf; Wenn sich das gewissen regt, Wird die bosheit abgelegt. Weck es auf, damit ich kämpfe Und der fünden anfall dämpfe. 2. Du hast durch deine kraft Den himmel ausgestreckt, Die erde fest gesetzt, Der see ein ziel gesteckt. Dein wort bewegt der berge grund, und stürzt sie in des Willt du zur meeres schlund. strafe ziehen, So kann kein mensch entfliehen. 4. Rede, HErr! durch deine knechte, Die im heiligthume stehn; Denn da hört man deine rechte, Bornach wir zum himmel gehn. Doch, wenn man dieselben 3. Wir alle sind dein thon Und hört, Sen du selbst, der uns bewerke deiner hand; Leib, feele, kehrt; Laß dein wort das her; gut und blut Hast du uns zuge: durchdringen Und gewünschte wandt. Du schreibst dem mensch, früchte bringen. lichen geschlecht Gesetze vor mit höchstem recht, und kannst sein thun und denken, Wie dirs beliebt, umschränken. 5. Rede, HErr! und gib uns allen Deinen guten geist dabey, Der, wenn uns dein wort entfallen, Unser treuer lehrer sen. Dies fer macht das Herz gewiß, Und er innert alles dis, Was dein theures wort zusaget, Wenn das Herz im zweifel fraget. 4. Gib meiner seele doch, O Gott! dein göttlich licht, und unterweise mich, O HErr! von meiner pflicht: Bis du mich über seuget haft, Wie hoch ich, deiner erden gast, Verbunden, deinen willen Gehorsam zu erfüllen. 6. Rede, HErr! und laß uns hdren, Daß dein volk in friede sey: Wider alle, die ihn stähren, Steh uns, vater! kräftig ben; Sprich uns muht und leben ein, Wenn wir in bedrengniß seyn. Laß uns freud und wonne hören, Wenn sich welt und höll empören. s. Präg deine gegenwart, Hert: den gedanken ein, Laß mich im dunkeln auch Dein helles auge scheun. Erinnere mich deiner macht, und iener pein der langen nacht, Wenn ich es wollte wagen, Gehorsam zu versagen. 6. Doch gib, daß meine furcht Vor dir nicht knechtisch sey; Be freye mein gemüht Von zwang und heucheley. Schenk einen Eindlich- freyen geist, Der willig thut, was du ihn heißt, Und der, ben reiner liebe, Gich im gehor sam übe. 7. Rede, HErr! ich habe ferner Mit der welt nichts mehr zu thun; Ihre reden sind wie dörner, Ach wer kann auf solchen ruhn? Dein wort ist, was troftreich klingt, Und voll kraft ins herze dringt. Weg, was unsre ruhe stöhret. Rede, HErr! denn dein knecht höret. 7. Laß, schöpfer! diese furcht Vor deiner majestät Den güldnen jugel seyn, Darin mein wille geht: Halt ihn damit auf rechter bahn, zu an; wird in dem gewissen Sich fried Mel. Von der furcht GOttes. Meloden 30. 619. Erhabne majestät, An macht und reich! Wer ist dir an gewalt zu welt und himmel gleich? Vor dir und freude küssen. und zwar von der Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 620. Mein Gott! weil in ben Dich stets vor augen haben soll; Wirst du mir auch ein herze geben, Das deiner furcht und liebe voll: Denn soll mein christenthum beftehn, Muß lieb und furcht beysammen gehn. 2. Laß deine furcht bey thun und benken Den anfang aller weisheit seyn, und mich auf solche wege lens ken, Die sicher, heilig, gut und rein. Denn fürchtet man dich in der that, So meidet man der thor: beit pfad. 3. Der geist, den du mir, HErr! gegeben, Jft ia ein geift der furcht des HErrn; Laß mich nach seinem triebe leben, Daß ich dich herzlich fürchten lern: Doch laß die furcht auch kindlich seyn, Und ihn in mir das abba! schrennt. 4. Gib, daß ich stets zu herzen nehme, Daß du allgegenwärtig bist; Und das zu thun mich hût und schäme, Was, HErr! vor dir in greuel ift: Ja deine furcht bes wahre mich Für allen fünden gegen dich. Furcht GOttes. 40x du siehst ins herz hinein, Nichts kann vor dir verborgen feyn. 8. Doch laß mich keine trübfal scheuen: Durch creuz und widerwärtigkeit Muß wahre gottes: furcht gedeyen, Die cronet und zu seiner zeit. Drum gib mir einen tapfern sinn, Wenn ich in furcht und hoffnung bin. . Laß mich vor deinem sorn er: beben, und wirke wahre buß in mir.Laß mich in furcht und sorgen leben, Daß ich die gnade nicht verlier, Die mich, der ich voll mis fethat, Mit langmuht noch ertragen hat. 9. Laß mich, mein GOtt! mit furcht und zittern Stets schaffen meine seligkeit, Und deinen geist ia nie erbittern Durch eigensinn und sicherheit. Ach stelle mir die hölle für, Daß ich den himmel nicht verlier. 10. In deiner furcht laß mich auch sterben, So fürcht ich weder tod noch grab; Da werd ich die verheissung erben, Die mir dein wort aus gnaden gab: Die gottes: furcht bringt fegen ein, Ihr lohn wird eine crone seyn. Mel. Aus diesem tiefen grunde. 621. guddigfter erbarmer, aller treu! Ach hör, ist klag ich armer Voll seufzen, schmer; und ren: So herzlich ich auch wollte, Co wenig kann ich dich Doch fürchten, wie ich sollte: Erbarm dich über mich! 2. Die gröffe deiner stärke, Den zorn, der schrecklich draut, Die 6. Erhalt in mir ein gut gewisweisheit deiner werke, Die macht, fen, Das weder welt noch teufel scheut. Wehr allen schndden hindernissen, Nimm weg des fleisches blodigkeit; Daß keine menschen furcht mich schreckt, Noch ie, un3. Drum bitt ich dich von her: recht zu thun, erweckt. zen, Ach vater! laß mich nicht 7. Hilf, daß ich immer also mit deinem worte scherzen. Gib, wandle, Daß deine furcht mein daß dein streng gericht Mir fiets leitstern sen; Damit ich allzeit vor augen schwebe, Daß ich nicht redlich handle, Nichts thu zum sicher, frey, Noch gottsvergessen ſchein aus heuchelei. Ich weiß, lebe, Und nie vermessen sey. allwissenheit, und ungemeßnegüte, HErr! fürchtet jedermann; Nur mein verderbt gemühte Denkt leis der nicht daran. 5 c 4. Weil 402 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden + 20eil gottesfurcht und liebe ewiglich Von deiner furcht nicht Der weisheit anfang beißt: So trennen; Denn sonst verläßt du schenk mir deren triebe, und gib mich. mir deinen geift, Den geist der kraft und stärke, Den geist der furcht des HErrn: So üb' ich gute werke Durch seine leitung gern: *. So merk ich deine worte, Die scharf und gnädig sind, und fürcht an jedem orte Dich, als dein liebes kind; So sollen her; und sinnen, Wort, werke, lust und trieb Nichts denken und be ginnen, Als, höchfter! was dir lieb. 11. Laß mir den troft der from: men, Auch unter aller laft, Nicht aus dem sinne kommen; Du du versprochen hast, Du wollst erbar men, fesen, Trost, rettung aus der pein, Und heil auf alle legen, Die gottesfürchtig fenn. 12. Gib kraft, ju allen zeiten In deiner furcht zu fichn; Laß sie mich führen, leiten, Mir stets zur rechten gehn. Denn fürcht ich deinen namen, So bleibest du mir 6. Laß mich mit schmerz empfin- nah, Und so wird auch mein amen den, Was wahre busse sen. Gib, In JEfu Christo: ia! daß ich alle sünden, als teufels werke, schen, und mich so wol be trübe, Daß ich der höllen wehrt, Als, daß ich deine liebe Berscherit, in haß verkehrt. Don der Liebe beides ge gen GOtt und den táchsten. Mel. Von GOtt will ich nicht u. 7. Wenn trübfal, angst, gebrechen, und creu; mir meine ruh, 622. Du ursprung guter Geduld und glauben schwächen; der freundlichkeit, Du wesent So sprich mir triftlich zu. Ach liche liebe! Der du zu aller zeit gib mir armen fünder Kein knech Den menschen gnädig bift, Der tisch schrecken ein: Laß mich, wie gegen geistlich armen So mild, so wahre kinder, Voll furcht und lie- voll erbarmen, Der auch mein va be feyn. ter ift. 2. Ach ich gesteh mit schmerzen, und klage dir mit reu, Daß deiner lieb im herzen Bey mir gar wenig sen. Zwar deine schöpfers, hand Schuf uns voll reiner liebe; Doch diese heilge triebe hat uns die 420 fünd entwandt. 8. Verwahre meine sinnen, Und alles, was an mir, Von aussen und von innen, Durch wahre furcht vor dir; Daß ich mich zu dir lenke, Nichts denke, red und thu, Woben ich nicht gedenke: Mein vater schauer zu. 9. Gib, daß sich mein begehren Nach deinem willen richt't; Laß mich aufmerksam hören, Was dei ne weisheit spricht. Laß nichts ohn überlegen, Ohn demuht volles flehn, Ohn deine furcht und fegen In meinem thun geschehn. 1 3. Die flamme liegt erstorben, Die du, mein licht! entzündt. J bin durchaus verdorben, Ein un gerahtnes kind. Dich, JEfu! Lieb ich nicht; Auf das, was ich soll ba sen, Und was ich müßte lasſen, J all mein sinn gericht. 10. Geld, hoheit und vergnügen, Des fleisches ungeduld, Des fatanas betrügen, Der menschen furcht und huld, Und was man sonst kann nennen, Laß mich, HErr! TISUR 4. Das urtheil ist gesprochen: Tod ist der fünden sold. Du läßt nicht angerochen, Wenn man der fünde hold; Ja, der ift gar verflucht, Der JEsum nicht will und zwar von der Liebe gegen GOtt und den Nächsten. 403 will lieben: Drum wollst dy gha| de üben Au dem, der fie iezt sucht. 1. Will etwa mein verlangen An welt und creatur, und an mir selber hangen; So dämpfe du es nur: Reiß aus, was fündlich heißt. Dein göttliches geschäfte Dämpf alle böse kräfte, und was mich von dir reißt. 6. O JEfu! deine flammen Sind feurig, zart und rein; Weil fie von liebe stammen, und reich an kraften seyn. Ach reinster! rein ge mich; Ach flamme! laß mich brennen; Ach liebe! laß dich kennen; Ach JEsu! zeige dich. 7. Gib, daß ich alles laffe, Was dir zuwider ist; Gib, daß ich alles haffe, Dem du entgegen bist. Ach laß doch, schönstes Licht! Mich deinen guten willen In lieb' und leid erfüllen, Bis einst mein herze bricht. 8. Gib mir, o lebens fürfte Daß ich nach deiner treu Nur feufze, hungre, dürfte, Und auch ge fattigt sen. Laß nur von dir allein Und deinen liebes- proben Mein reden und mein loben, Und all mein dichten seyn. 2. Ich bitt noch mehr, o HErr mein GOtt! Gib, daß es mir ge linge, Daß dich mein geift, HErr zebaoth! Mehr liebt, als alle dinge. Gib, daß ichs auch von herzen gut mit meinem nächsten meine: Du alleine Entzündst auch diese glut; Was gut an mir, ift deine. Mel. Ich raf zu dir HErr ze. 623.J chruf dich an, HErr JEfu Chrift, Du brunnquell reiner triebe! Der du die liebe selber bist: Verleih mir wahre liebe. Entzünde meine kalte brust, und gib mir, wie ich flehe, Aus der hohe Zum lieben rechte luft, Daß dein gebot geschehe. 3. Verleih, daß ich aus herzens grund, Nicht blos mit worten, lie be, Daß sich die hand, so wie der mund, In liebes- werken übe; Damit mein nächster auch durch mich In gegen- lieb' entbrenne, Und ers Fenne, Daß in der wahrheit ich mich JEfu jünger nenne. . 4. Laß mich nicht luft noch furcht von dir, Mein Gott und schöpfer! Fehren. Laß deinen gus ten geist in mir Die liebes- flamme nehren, Die dir mein treues herje weiht; Laß ihre glut nichts hins dern Noch vermindern: Die un vermögenheit Herrscht noch in deinen Findern 200 <. Ich lieg im ftreit und widertreb'Der bosheit in dem herzen; Jeh fürchte, wenn ich lieblos leb', Dein lieben zu verscherzen. Drum, HErr! vereinge dich mit mir, Damit ich fromme triebe Reiner lies be, Wie du willt, für und für An meinem nächsten übe 9. Laß mich, um deinetwegen, Auch gegen jedermannWahrhafte liebe hegen: Und wird mir leid gethan, Das deck' die liebe zu: Gib, daß ich ohn verschulden Mit 12 mel. Ach GOtt vom himmel zc. Benen, beren, dulden Auch fein- 624. Mein Gott! du fel ber heißt und bist Die wesentliche liebe: Gib, daß ich als ein wahrer chrift, Rechtschaffne liebe übe. Gib nach dem reichthum deiner gut, Du liebesquell! in mein gemüht Die reinsien liebes- triebe. 2. Ich habe dich von herzen lieb, HErr, meine kraft und stärke! Durch deine gnade, geißt und trieb Vollbring' ich liebeswerke: Mein fels und burg, mein € ¢ 2 horn Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 404 horn und heil, Wohin ich allzeit Alieb und eil, Wenn ich ein unglück merke. sind deine triebe! Du gabst den sohn für alle hin; Gib, daß ich die fem ähnlich bin, und lieb' an allen übe. 3. Was alle creaturen mir An trefflichkeiten zeigen, Das find ich, höchstes gut! in dir viel besser und ganz eigen: Wie sollte sich nun her; und sinn Nicht, grosser schöpfer! zu dir bin In wahrer lies be neigen? 4. Je näher ich mich zu dir thu, Jemehr werd ich vergnüget. Die weil mein theil, darinn ich ruh, In dir verborgen lieget. Du bist ia aller dinge schön, Und was läßt Don der Liebe zu GC# und Jfu. Mel. Wer nur den lieben GOtt u. aller bu für weisheit fehn, Die alles 625. Dreinen liebe! Der du herrlich füget! <. Verlangt mich nach gewalt und macht, So bist du, HErr! all machtig; Begehr ich hoheit, ehr und pracht, So bist und machst du rächtig; Begehr ich reichthum, stårk und kraft, Du bist, der dieses alles schafft, Und giebst es wolbe dächtig. du mich je und je geliebt: Erfülle mich mit solchem triebe, Daß dir mein her; sich ganz ergiebt, Und stets mit allen kraften strebt, Daß es in deiner liebe lebt. 6. Dieweil du mich von ewigkeit Geliebet und noch liebest, und dich in dieser gnaden seit Mir gan; ¡ u eigen giebest; So lieb' ich dich, und will allein Zeit lebens dir ergeben seyn. Auch wenn du mich betrübest. 10. Ich liebe, vater: den du liebst, An dem so viel gelegen, Daß du ihm deinen himmel giebst; Ich lieb' ibu deinetwegen. Laß diesen liebes- trieb in mir So wol zum nächsten als zu dir Sich ohn auf hören regen. 7. Entzünde mich, und laß mich nur In deiner liebe brennen; HErr! laß mich keine creatur Von deiner liebe trennen. Du sollt mein höchstes gut allein, Und meiner feelen monne senn; So will ich dich stets nennen. 8. Muß denn aus deiner liebe nun Des nächsten liebe fliessen: So las mich gerne gutes thun, und nie mein her; verschlieffen Für de ren noht, die deiner huld, Ob sie gleich fünder, die voll schuld, So gnadenreich geniessen. Es sey mein nächster, wer er ist, Er ist in deiner liebe: Jedoch if er ein wahrer christ, Wie heiß 2. Da du mich als ein váter lie: beft, Laß mich dich lieben als em kind: Da du dein eigen kind mir giebest, So mach mich dir auch gleich gesinnt; Laß meiner liebe gegenschein Aufrichtig und voll inbrunft seyn. 3. Gib, daß dein geist, der geist der liebe, Mein ganzes her; recht brennend macht: Daß ich mich stets im lieben übe, Dieweil du mich so hoch geacht, und mir dis theure liebes- pfand Zum troft der seelen zugesandt. 4. Hilf, daß ich dir vor allen din. gen Mit reiner lieb' ergeben sen: Ja, laß mich deine liebe dringen, Damit ich ohne heucheley Von ganzem Herzen, muht und ſinn Durch lieb und treu dein eigen bin 5. Vertilg, o HErr! durch deine liebe In mir die liebe dieser welt Daß ich dein her: ia nicht betrübe enn mir die eitelkeit gefällt; Die liebe zu der creatur Erstickt die liebe GOttes nur. 6. Paf und zwar von der Liebe zu GOtt und Jesu. 405 5. Laß mich, um deiner liebenes falles: Denn liebst du mich, willen, Was du befiehlst, mit freus was ficht mich an? Ich glaub und den thun: Kann ichs nicht insges weiß, du bist mein theil, Mein hersammt erfüllen; Wird deine huld zens- trost, mein seelen- heil. daben beruhn, Daß ich aus liebe das gethan, Was meine schwachheit leisten kann. Mel. Wer nur den lieben GOtt se. Ber dich recht liebt, muß 627. 23ie follt ich meinen alles haffen, wodurch man deine huld verliert: Drum gib mir gnade, das zu lassen, Was mir nur fluch und zorn gebiert. Laß mich die liebe zu dir ziehn, und alle fünden ernstlich fliehn. GOtt lie: ben, Der mich doch ie und je ge liebt, Der mir sein ganzes herz verschrieben, und seinen sohn zu eigen giebt. Durch diese gabe zeigt er an, Wie herzlich er mir zugethan. 8. Aus liebe laß mich endlich leis den, Was mir dein weiser raht bestimmt; Nichts soll mich von der liebe scheiden, wenn mich auch gleich der tod hin nimmt. Liebt JEsus mich, so hats nicht noht, Die lieb' ist stärker als der tod. 9. In dieser liebe laß mich ster3. So liebreich ist er mir gewoben, So ist auch sterben mein gegen, So liebt er mich von anbes vinn; Weil ich, mit allen him- ginn. Und weil er mich zu sich ges mels- erben, In deiner liebe selig ogen, Daß ich nicht mehr mein bin. Da wird die lieb' in vollem eigen bin; So mach ich billig dies schein Kein stückwerk, stets volls sen schluß, Daß ich ihn wieder lies kommen seyn. ben muß. 4. Wer wollte sich nicht ziehen Mel. Wer nur den lieben GOtt 2len geht? Gewiß, der muß fich lassen, Wenn man in liebes seis einGOttlach wenn selber hassen, Den dieser kräftige 626. magnet zu Frag ich nach erd und himmel nicht; Dieweil ich mich an dir nur labe, Der du mein Gott, mein troft und licht. Mein hers, dem sonst kein troft bewußt, Sucht dich, und lacht der eitlen luft. 2. Er hat von ewigkeit beschlos fen, Ich soll sein kind und erbe seyn. Bisher ist keine zeit verslof sen, Da nicht ein neuer liebesschein Mich täglich fester übers zeugt, Er sen mir väterlich ge neigt. 2. Sollt mir auch leib und feel verschmachten, So hoff ich doch ge: troft auf dich. Nichts will ich alle plagen achten, Denn blos an dir erquick ich mich. Erhebt sich alles wider mich, Ich bleib an dir und liebe dich. 3. Hab ich nur dich, so hab ich alles, Was meine seele wünschen kann; Mit dir fürcht' ich mich keizieht, Die ie und je im herzen glüht. <. Doch weil ich nicht von sols chen kräften Bey meines fleisches schwachheir bin, Mich an dein treues her; zu heften; So zich, mein GOtt! den trägen finn Durch deine kraft so fest zu dir, Daß ich in dir sey, du in mir. 6. Gib, daß ich mich der welt entziehe, Die nur in fünden- strikken führt, und ihre güldne nege fliehe, Darinnen mancher sich vers liert, Wenn er, ben wollust, gut und geld, In feelen- noth und tod verfällt. CC 3 7. Führst 406 Von dem heiligen Leben und chriftlichen Tugenden 7. Führst du mich gleich auf Daß meine augen sehen dich In rauhen wegen, Ist doch dein creuz aller freud o GOttes sohn ein liebes- feil; Die dessen vortheil Mein heiland und mein gnadens recht erwegen, Die finden hier thron! HErr JEfu Chrift! er das beste theil; Dieweil sie auch höre mich, Ich will dich preisen die doruen- bahn Zu lauter rosen ewiglich. führen kann. s. Und endlich reiche mir im Meloden 27. kterben Auch deine liebes- arme zu, 62 Wünſcheft du, n aus herz! zu ruhn Und Durch JEsu tod, ins land der rub. dir ewig wol zu thun, Denkest du Dort ist die beste einigkeit, Davon angst, beschwerden, Furcht liebt man in vollkommenheit. und kummer frey zu werden; Liebe JEsum, und sonst nichts, Liebe feele! so geschichts. 2. Niemand hat sich je betrübt, weil er JEfum treu geliebt: Nies mand hat ie weh empfunden, Weil er JEsu sich verbunden. Jesum lieben ist allein Schon so viel, als selig seyn. 628. er: lich lieb hab ich dich, o HErr! Ich bitte, sen von mir nicht fern Mit deiner hülf und gnaden. Die ganze welt erfreut mich nicht, Nach erd und himmel! frag ich nicht, Wenn ich nur dich kann haben. Und wenn mir gleich mein her: zerbricht, Bist du doch meine zuversicht, Mein theil und meines herzens troft, Der mich durch sein blut hat erlöst. HErr JEfu Christ, mein GOtt und HErr! In schanden laß mich nimmermehr. 2. Es ist ja dein geschenk und gab mein leib, feel und alls was ich hab In diesem armen leben; Damit ichs brauch zum lobe dein, Zum nuß und dienst des nächsten mein, Wollst du mir gnade geben. Behüte mich für falscher lehr, Des satans mord und lügen wehr; In allem creu; erhalte mich, Auf daß ichs trag geduldiglich. HErr JEfu Chrift, mein HErr und GOtt! Tröst meine feel in todes noht. 3. Ach HErr! laß deine enge: lein Am lesten end die seele mein In Abrahams schooß tragen: Den leib in seinem kämmerlein Gar sanft ohne einge quahl und pein Ruhn bis zum jüngsten tage: Alsdenn vom tod erwecke mich, 3. JEsus ist das höchste gut; Wer in seiner liebe ruht, Dem wird er vergnügtes leben, und der einst die crone geben. Seine liebe macht die zeit Gleich der füffen ewigkeit. 4. Traure doch, mein herz! daß du Diese wahre seelen- ruh Nicht erkannt, nicht ehr gesuchet, Und den trieb zur welt verfluchet; Tra ge leid und sey betrübt, Daß du GOtt nicht ehr geliebt. s. Schäß der erden freud und Luft Nur für fünden- koht und wust; Denn dir kann von solchen dingen Keines wahre freude brin gen. Liebe JEsum, dis allein Wird die wahre freude seyn. 6. Nun mein JEsu! rühre mich Gib mir kraft, so lieb ich dich Einzig und von ganzem Herzen; Ich will alles gern verschmerzen; Dich zu lieben, soll allein Stets mein wunsch und wille seyn. 7. Geuß, mein heiland! deinen geift, Der ein geißt der liebe heißt, Reichlich über mein gemühte, Daß es deine lieb' und gute Völlig fchmeckt, und zwar von der Liebe zu GOtt und Jepu.. schmeckt, und meine treu Durch ihn fest und ewig fen. 8. Muß ein herz nicht selig seyn, Deffen trieb zu JEsu rein, Das nichts wünschet, nichts verlanget, Als nur ihn, an dem es hanget? Denn in JEsu trifft es an, Was es sucht, und wünschen kann. 9. Leben, friede, cherheit, Heil und troft und freudigkeit Schenkt mir, JEsu! deine liebe: Hilf, daß ich mich treulich übe, In der liebe fest und rein, Und dir ewig treu zu seyn. 407 3. Durch deine kraft treff ich das ziel, Daß ich, so viel ich foll und will, Dich allzeit lieben mdge. Nichts auf der ganzen weiten welt, Pracht, wolluft, freude, ehr und geld, Wenn ich es recht erwäge, Kann mich Ohn dich Gnugsam laben; Ich muß haben Reine liebe, Die trdft't, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaffst seinem herzen fried und ruh, Erfreuest sein ges wissen. Es geh ihn, wie es will auf erd, Wenn ihn das creuz gleich ganz verzehrt; Soll er doch dein geniessen. Ewig Wird sich Nach dem leide Grosse freude Für ihn finden: All sein trauren muß verschwinden. 5. Kein ohr hat jemahls dis ges 11. Nun du reine liebes- glut! hört, Kein mensch gesehen noch geKomm, entzünde geist und muht: lehrt, Es kann niemand beschreiLaß mich nach der liebe ringen, ben, Was denen dort für herrlichTreibe mich vor allen dingen Dichkeit Ben dir und von dir ist bereit, u lieben: so allein Mann ich ewig felig feyn. Die in der liebe bleiben. Grunds lich Läßt sich nicht erreichen, Noch vergleichen Den weltschäz¡ en, Was alsdenn uns werd er 10. GOtt ist selbst die lieb', und treibt Den zur lieb', in dem er bleibt; Man kann aus den liebes werken, Ob GOtt in uns wohne, merken; Weil uns selber GOt: tes geift Gott und JEsum lieben beißt. Mel. Wie schon leucht uns der ze. 630. JEfu JEſu, Got6 tes sohn! bruder und mein gnaden throu, Mein schar, trost, freud und won ne! Du weisfest, daß ich rede wahr, Vor dir ist alles sonnen- klar, Ja klarer als die sonne. Herzlich Lieb' ich Mit gefallen Dich vor al len; Nichts auf erden kann und mag mir lieber werden. geken 6. Drum laß ich billig dis allein, Meino JEfn! meine sorge seyn, Daß ich dich herzlich liebe, Daß ich in dem, was dir gefällt, und mir dein flares wort vermeldt, Aus liebe mich stets übe; Bis ich Endlich werd abscheiden, und mit freuden zu dir kommen, Aller trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine füffigkeit, 2. Dis ist mein schmerz, dis kran- Dein himmlisch manna jederzeit ket mich, Daß ich nicht gnug kann In reiner liebe schmecken, Und lieben dich, wie ich dich lieben fehn dein liebreich angesicht, Mit wollte. Ich werd von tag zu tag unverwandtem augenlicht, Ohn entzündt, je mehr ich lieb' je mehr alle furcht und schrecken, Reichich find, Daß ich dich lieben sollte. lich Werd ich Senn erquicket Von die Laß mir Deine gute Ins und geschmücket Vor dein'm gemühte Lieblich fliessen; So wird throne, Mit der schönen lebenss sich die lieb' ergieffen. crone. Cc 4 Mel. Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 408 Mel. 3 Mein GOtt ich bin jezt zc. Piebster JEfu, höchste ter, quahl und last Aus dem allerreinsten triebe Für mich ausge: standen haft; Deine liebe kann auf erden Nie genug bewundert wer den. 2. Was ist ihr wol zu vergleichen? Du bist GOttes liebster sohn, und verläßt, wer kanns er reichen? Deiner höchsten allmacht thron, Kömmst in dieses 3. O mit was für wunder kräften Reisfest du mich aus der noht! Läsfest dich ans creuze hef ten, Duldest någel, schmach und tod, Läßt dich schänden und verspeyen, Mich verdammten zu befreyen. 4. Aber ach! ich bin nicht tüchtig, Dieses völlig zu verstehn: Meine lieb' ist kalt und flüchtig Und will nur aufs eitle sehn; Denn die flammen schudder lüfte Machen deine wohnung wüste. 5. Komm, erwärme mich doch wieder, Komm, o schönster, meine lust! Reisse satans tempel nieder, Und erfülle meine brust, Statt der ungezähmten triebe, Mit dem feuer deiner liebe. welt- getümmel und erwirbest mir 632. Dieneſtarte! Dich den himmel. 6. Laß mich rein und himmlisch werden, und entrücke meinen geist Von den lüften dieser erden, Wo man babels früchte speist. JEsu! herz und adern wallen. Dir alleine zu gefallen. nicht; Denn dis ist, was meinen schmerzen Linderung und trost verspricht. über geben, Heißt in luft und wonne leben. 7. HErr! du haft mich aufgenommen, Schlage nur! ich bleibe dein: Schläge, die von liebe kommen, Müssen mir ein balsam fenn; Auch im leiden und betrü ben Will ich dich, mein heiland! lieben. 9. Weicht, ihr funken schudder triebe! Komm, mein JEsu, meine luft! Stärke mich in deiner liebe, Und ergeze meine brust; Laß mich stets in deinen armen Ruhig lie gen, fanft erwarmen. 2. Mein herz hängt an deinem her; en, Treuefter! verschmåh es Mel. Wer nur den lieben GOttu. ich stärke! will ich lieben, meine zier! Dich lieb' ich, HErr! durch wort und werke, Gedanken, sinnen und bes gier, Dich lieb' ich, o vollkomm nes licht! Bis mir der tod das herze bricht. 2. Dich lieb' ich, o mein wahres leben! Dich lieb' ich, meinen bes ften freund! Dich will ich lieben und erheben, So lange mich dein glan; bescheint. Dich, dich umfaß ich, GOttes lamm! Als meiner feelen bräutigamm. 4. Ich lief verirrt, und war verblendet; Ich suchte ruh und fand sie nicht, Blos, weil ich mich von dir gewendet, Der einzig rub und troft verspricht. Gott lob! nun zeigst und schenkest du Mir dich, und wahre seelen- ruh. <. Drum dank ich dir, du wahre fonne! Weil du mir glanz und licht gebracht; Ich danke dir, du him mels- wonne! Daß du mich froh und frey gemacht: Dir dank ich, höchste gütigkeit! Die mir geist, feel und leib erfreut. 6. Er 3. Ach! daß ich dich so spät ge kennet, und dich mein troft und höchstes gut! So spåt umfaßt und mein genennet, Da doch mein heil in dir beruht. Ach! meine feele ist betrübt, Dieweil ich dich so spåt geliebt. und zwar von der Hoffnung auf GOtt.ge 6. Erhalte mich auf deinen stegen Und laß mich nicht mehr irre gehn; Laß meinen fuß in deinen wegen Nicht straucheln oder stille stehn. Du reines licht, du gnaden- glan;! Erleuchte meine seele ganz. 7. Gib meinen augen füffe thränen, Gib meinem herzen lieb' und treu. Laß meine seele sich ge wöhnen, Damit sie ewig deine sey, Damit verstand und sinn und geift Dich ewig liebt und ewig preift. 8. Dich lieb' ich ewig, meine freude! Dich lieb' ich, meinen HErrn und GOtt. Dich lieb ich stets in und lieb ich auch in noht und tod, Dich lieb ich hier in dieser zeit, und völlig in der ewigkeit, 409 Mit deinem theuren blute. Entsünde mich, So lieb' ich dich; Er fülle mein gemühte Mit deiner lieb und güte. <.Nimm mich als deinen tempel ein, und wohn in meinem herzen; So kann ich in dir frölich seyn, Auch in den größten schmerzen: So leb ich dir Hie für und für, So will ich dir auch sterben; So kann ich nicht verderben. stürzt und hält! Ich bekenne und bereue, Daß mich zweifelmuht bes fällt. Ach! wie hängt mein herz an dingen, Die mich nicht zur ruhe bringen. Ach! wie leicht vergeß Mel. Was GOtt thut das ist zc. 633. Ach Jefu, meines le: ich dein, Wenn mein troß soll ſichts bens Nimm hin mein herz und sinnen; Nach erd und himmel frag ich nicht, Laß mich nur dich gewinnen. Reiß mich zu dir, O meine zier! Schleuß mich und meine feele In deine wunden- höhle. 2. Schlägt trübsal, tammer, noht und pein Gleich über mich jusammen; So kann ich dennoch frölich seyn Bey Christi liebes: flammen. Nur JEsu! du Bist meine ruh, Nur du bleibst mein ergezen, Du schatz von allen schäzen! 3. Lebst du in mir und ich in dir, Was kann mir alsdenn schaden? Regiere mich nun für und für Durch deinen zug der gnaden: Nichts, ohne dich, Vergnüget mich; Ein strahl von deiner sonne Bleibt meine luft und wonne. Von der Hoffnung auf GÖtt. Mel. JEsu meines lebens leben. 634.Ewge mahrheit, deren hoffnung +. Niat halt, o feelen- brautis sam! Mich nur ben festem muhte. Besprenge mich, o GOttes lamm! 2. Ach vergib mir diese sunde, Nimm die strafe von mir hin. Schenke deinem armen kinde, Vater! einen andern sinn, Den nicht falsche hoffnung bindet, Die, wie dünner reif, verschwin det, Die, wie leichter rauch, verfleucht, und das her; zur erden zeucht. 3. Laß mich eitle forge meiden, Weil du für mich sorgft und wachst, Und im trauren, wie in freuden, Dich um mich zur mauer machst. Laß mich, HErr! auf dein wort hoffen, das noch all; eit eingetroffen. Hoffnung, die auf Gott nicht baut, Wird zulezt be schämt geschaut. 4. Laß den anker meiner seelen, Unter aller stürme wuht, Nur dein herz zum grunde wählen, Wo er fest und sicher ruht; So wird sich kein zweifel wagen, Mir mein schifflein umzuschlagen. Ich CC 5 werd 410 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden werd unbeweglich stehn, Wenn, nung bist; Bisher ist alles einge auch berge untergehn. troffen, Was mir von dir versprochen ist. Dein wort ist wahr, dein mund ist treu, Dein herz ohn alle heuchelen. <. Laß mein herz versichert werden, Daß dein wort wahrhaftig sey: O! so werd ich auf der erden Vieler sorg und unruh frev: So werd ich im glauben beten, und crhört zurücke treten; So wächst meine zuversicht, So wankt meine hoffnung nicht. 2. Du bist ein fels; wer auf dich bauet, Kann fest und unbeweglich stehn. Wer deiner allmacht fest vertrauet, Wird nie mit schanden untergehn: Sein anker findet gu ten grund, Er hält sich stets an deinen bund, dun 3. Drum laß bey mir in meinem glauben Die hoffnung fest gegründet seyn; Laß welt und satan mir nicht rauben, Was deines wor tes heller schein Mir für ein trofi licht aufgesteckt, Ist mir es gleich noch ist verdeckt. 6. Vater! meine hoffnung grün der Sich auf deines sohnes tod; Ach! in seinem blute findet Sie gewissen troft in noht: Durch sein fiegreich auferstehen, kann ich neu gebohren gehen zu den bürgern iener welt, Wenn der erden- bau zerfällt 7. Da mein haupt sich aufgeschwungen, und auf GOttes thron 4. Verhüte, daß in meinem le gefert; Bin ich auch mit durchge- ben Mich eitle hoffnung nicht ver drungen und den engeln gleich führt; Denn die ist gleich den geschäßt. Ich besig ein ewig le spinne- weben, wenn sie ein leich: ben, Das mir Jesus selbst gege: ter wind berührt. Ein herz, das ben. Ich bin, in der Hoffnung zeitlichem vertraut, hat nur auf schon, Mit erhöht zu feinem leichten sand gebaut. thron. c. Laß mich allein auf JEfum bauen, Laß mich in allen meinem thun Boll hoffnung dir, mein GOtt! vertrauen, und in der zu versicht beruhn, Du werdest auf mein bestes fehn, und mir es loss fen wol ergehn. s Hie muß ich als pilgrim wal Icn. Oben ist mein vaterland; Dort, wird einst die welt zerfal len, Find ich meinen ehrenstand. Ich erwarte nur die stunden, Da ich, von der sünd entbunden, Meinen heiland werde sehn. Und verkláret vor ihm stehn. Unterdessen laß mich hoffen, Auch in trubsal, auf dein licht; Zeige mir den himmel offen, So schreckt tod und grab mich nicht. Las mich, HErr! voll troft und freuden, Aus dem thal der thränen scheiden, Und, was ich gehofft all hier, Mich dort schauen, HErr! ben Dir 6. Laß mir die hoffnung leichte machen, Was fleisch und blut be schwerlich fällt: Und wenn auch unglücks- stürme krachen, Erhebt sich fatan und die welt; So flösſe mir die hoffnung ein, Du werdest doch mein helfer seyn. 7. Wenn ich von einer morgenwache Bis zu der andern warten muß; Gib, daß ich mir nicht kummer mache. Schenk meiner hoff nung den genuß, Daß deine hülfe schöner blüht, Je länger deine hand verzieht el Wer nur den lieben GOtt zc. 535. Mein Gott! der du mich heisseft hof 8. fen, Und auch ein GOtt der hoffUnd wolltest du mich, HErr! auch tödten, So fag ich doch: ich hoff und zwar von dem Vertrauen auf Gott. af 411 hoff auf dich; Das sey mein troft 6. JEfu! deine liebes- feile Binin allen nöhten, Drauf leb' und sterb ich sicherlich, Daß ich ben fe ster glaubens tren Schon in der hoffnung selig sey. den meinen anker an, Daß ich nicht mehr von dir eile, Daß ich dich nicht lassen kann. Nichts soll dieses band zerbrechen, und mein mund wird täglich sprechen: Meine hoffnung fehlet nicht; Denn sie ist zu Gott gericht. 5103 Mel. Alle menschen müssen zc. bin ruhig und zu7. und gedane 636.friever, Alle trau- ten Werden nimmermehr zu rigkeit vergeht, Alle sorgen sind spott, Meine Hoffnung kann nicht geschieden: Weil mein schiff im wanken; Meine Hoffnung ruht in hafen steht, Wo der welt betrogne GOtt. Meine hoffnung hat die wellen Sich nicht mehr zu mir gestunden Ihrer freudigkeit gefunfellen. Meine Hoffnung fehlet den. Meine hoffnung fehlet nicht; nicht; Denn sie ist zu GOtt ge- Denn sie ist zu Gott gericht. richt. 2. Was kann meine ruh nun Röhren? Lieg ich doch an Jesu brust. Eitelkeit mag ich nicht hören. Welt- luft bleibt mir unbe wußt. Reichthum will ich andern Von dem Dertrauen auf GOtt. Mel. Kommt laßt euch den 2c. laffen, und ein beſſer gut umfaſſen. 637. GOttes mund hat Meine Hoffnung fehlet nicht; Denn sie ist ja GOtt gericht. 3. Meine Hoffnung grünt dort oben, Wo sie immer grünend bleibt; Sie hat mich zu Gott er hoben, Der die angst und quahl vertreibt. Sie erweckt in mir ein grauen. Dieses eitle anzuschauen. Meine Hoffnung fehlet nicht; Denn sie ist zu Gott gericht. uns verheissen, Es soll uns aus seiner hand Weder welt noch teufel reiffen. Seine wahrheit ist bekannt, Darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich welt und himmel bricht. Seine treu kann nimmer brechen Jhr hochheiliges versprechen. 2. Mögen doch die berge weichen und die felfen untergehn: Unser trost wird nicht erbleichen, Und der gnaden bund bleibt stehn.. Fallt ihr hügel immerhin! Kann doch GOttes vater sinn Weder schlag noch fall erschüttern, Wenn gleich erd und himmel zittern. 4. Alles hoffen und verlangen, Das GOtt nicht zum ziel erwählt, If mit nichtigkeit umfangen, Die der menschen herzeu quält: Es sind traume in dem wachen, Die den geist verwirret machen. Meine hoffnung fehlet nicht; Denn sie ist zu Gott gericht. 3. Er hat sich mit uns verbunden Durch den bund, der ewig gilt. Dieser bund währt alle stunden, 1. Drum hinweg, ihr eitelkei Dieser bund ist unser schild Gegen ten, Die die welt hofft und be des versuchers pfeil: GOtt bleibt. gehrt! Weg, du wolluft dieser zei unser erb' und theil, Das hat uns ten! Du bist nicht der mühe wehrt. sein mund geschworen, Da fein Alle pracht der ganzen erden Mußbad uns neu gebohren mir nun ein eckel werden. Meine 4. Drum sey ruhig, meine seehoffung fehlet nicht; Denn sie ist le! Trau auf Gott, der für dich zu GOtt gericht. wacht, Wenn in dieser fammerhöhle Bild 412 Von dem heiligen Leben und chriftlichen Tugenden höhle Dir ein weifel kummer| fal schauen. Ach GOtt! ich komm macht. Wer sich nur auf GOtt zu dir, Ach! sorge du für mich, Ach! verläßt, Der steht unbewegt und nimm dich meiner an, Und hilf feft. Dein erbarmer wird dich mir gnädiglich. fügen, Seine treu wird dich be schützen. 7. Wol mir, ich traue GOtt: Es mag mir immer gehen, Wie GOtt mein vater will. Ich bleibe drauf bestehen, Daß GOtt den nicht verläßt, Der feste auf ihn baut, Daß dem geholfen wird. Der feinem GOtt vertraut. 638.W Mel. O GOtt du frommer zc. ol dem, der GOtt vertraut, Und stets in seinen sachen Dem alles über giebt, Der alles wol kann ma chen. Leg dein beschwertes haupt in des schooß, So wirst du ruhig fevn, und aller 639. K Gött sur rub, Ent Mel. Wenn mein stündlein 2. feele! in forgen los. 2. Wol dem, der GOtt verfage deinem willen. Bernunft! traut; Denn ihm ist nichts un- schleuß hier die augen zu; kaß dich möglich. Sein starker allmachts- den glauben stillen: Ergreife die arm Hilft treu und unverzüglich. zufriedenheit. Es stehet alle deine Und scheint uns was zu schwer, So seit In GOttes vater- hånden. ist es ihm gar leicht; Weil auf sein almachts- wort All unser kummer weicht. 2. Wo JEfus geht, da folge nac, Wie und wohin er führet: Weil dich gewiß kein ungemach, Wenn er nicht will, berühret. Ohn ihn geschiehet dir kein leid; Es stehet deine lebens- zeit Allein in seinen hånden. 3. Gefeßt, er steller dich einmahl Auf hohe creuzes- stuffen; Es trifft dich leiden ohne zahl, Du mußt vergebens rufen, Es scheint, die bülfe sen sehr weit; Nur unvers zagt: die rettungs- zeit Steht auch 3. Wol dem, der GOtt vertraut; Kannst du kein mittel finden, Dein elend, deine noht Und pein zu über winden: Vertrau dem weisen GOtt, Fleh ihn um beystard an; Ben ihm ist raht und that, Wenn niemand helfen kann. 4.Wol dem, der GOtt vertraut, Denn seine liebes- proben Muß felber die natur Mit frohem munde loben; Der ieder creatur Kraft, in seinen händen. speis' und nahrung giebt, Der for4. Du bleibest doch sein liebes get auch für dich, Als den er herz- kind; Gefeßt, daß aug' und wan lich liebt. . Wol dem, der GOtt vertraut und nicht den menschen kindern; Denn sie sind öfters falsch, und suchen das zu hindern, Was uns doch nüßlich ist: Ob sie, was uns gebricht, Schon wis sen und verstehn, So helfen sie doch nicht. gen Auch selten ohne thränen sind, Weil alle Inft vergangen, und dich gar selten was erfreut: So glaus be nur, die thranen- zeit Steht auch in seinen hånden. s. Die zeiten werden oft gar schwer; Das fleisch fångt an zu fragen: Wonehm ich meine noht durft her? Weil alle leute klagen. 6. Drum wol, es bleibt daben: Ach! bleib bey der vergnüglichkeit; Ich will nur GOtt vertrauen, Auf Es steht ja die versorgungszeit feine vater- hand In meiner trüb. Auch blos in GOttes hånden. 6. Du und zwar von dem Vertrauen auf Gott. 6. Du sieheft auf dein christenthum, Und bist noch sehr zurücke; Du liebeft heimlich luft und ruhm, Und merkst viel andre tüks ke; Dein herz ist noch gar schlecht erneut: Sen nur getreu, die wachsthums zeit Steht auch in GOttes hånden. 7. Du must gar oft mit fleisch und blut, Mit welt und teufel kampfen; Es fällt dir schwer, der lufte glut, Die sie erweckt, zu dämpfen; Ach geh nur freudig an den streit, Du siegeft: denn die fieges zeit Steht nur in GOttes händen. 413 2. Zwar ist mein fleisch und blutGar oftmahls voll mistrauen, Wenn es den segen nicht Gleich kann in handen schauen; Deswe: gen ist es auch Oft voll kleinmühtigkeit, Sieht nicht aufs künftige, Hängt nur an dieſer jeit. 3. Was menschen kinder thun Und rahten, das soll gelten; Was GOttes wort verspricht, Gilt, leider! nur gar selten: Was aber kann ein mensch? Was nüket dessen raht? Es sind ja mehreutheils Nur worte ohne that. 4.Du aber, treuer GOtt! Kannsi, 8. Sehnst du dich weg von dei- was du sprichst, erfüllen. Bey dir ner hut, und wird dir dfters banist raht und that, Du kannst den ge; Entfällt und sinket her; und kummer stillen. Wer dir nur fest muht, Währt dir der streit zu lanvertraut, Dem hilfft du aus der ge: Getroft, die crone liegt be reit, Es steht auch deine ersnungszeit In Gottes vater: hånden. 9. Verbleibet dir dein todes- tag Und sterbensart verborgen, Du weißt nicht, wo er kommen mag: Nur weg mit allen sorgen. Gnug, daß dir GOtt die hande beut, Und daß auch so die sterbenszeit Darinnen sicher stehet. noht, Wär sie auch noch so groß, a war es gar der tod. s. Drum wend ich mich zu dir, In meines JEsu namen, In welchem mein gebet Schon lauter ia und amen. Ach gib mir in mein her; Des geiftes freudigkeit, Doß er in höchster noht Ein kräftig abba! schreyt. 6. Ja, abba! höre mich, Und hilf mir, deinem kinde, Daß, wenn 10. Nun du regierer meiner ich dir vertrau, Jch hülfe bey dir jeit! Gib mir geduld und stärke finde: Das recht der kindschaft Bey meiner unvollkommenheit; läßt mir solch vertrauen fehn, Und Bis daß ich dort recht merke, Wenn mich dein angesicht erfreut, Wie sicher alle meine zeit In deis ner hand gestanden. darauf gründ ich mich In allem meinem flehn. 7. Ich traue, laß mich nur Nicht vom vertrauen fallen, Das ich auf dich gestellt; Du hilfft den Mel. O GOtt du frommer zc. glaubgen allen. Ich glaube, hilf & v 11 640. mein dank ich dir dafür: Ach stärke beri und muht GOtt! Wer sollte dir nicht trauen, Und auch in al ler noht Auf deine hülfe bauen? Ich trau auf dich, ach hilf, Daß es gegründet sen In deiner lieb' und huld, In deiner vater: 641. Gott ist mein licht Mel. WoGOtt der HErr nicht zc. treu. er mein Das ich erwählet habe: Er ist die Fraft 414 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden kraft zu der ich eil, Und meine 8. Ich such es iest, verwirf feele labe. Was gråm' und fürcht' ich mich denn nun? Wer kann mir also schaden thun Auf dieser ganz zen erde? mich nicht um meiner vielen fün den: Ich such, o HErr! dein an gesicht, Laß mich es gnädig fin den. Verstoß mich in nicht, dei 2. Wenn mich die böse rott annen knecht; Denn du hilft mir fällt, und will mein fleisch vers allein zurecht, Bringst mich aus schlingen; So kann sie dieser starke allen nöhten. held Gar leicht zu boden bringen. Und wenn auch gleich ein ganzes heer Um mich und mir entgegen war; Mein Gott kann sie bald schlagen. " 3. Eins bitt ich ihn, das hätt ich gern: O mögte GOtt mir geben, Daß ich bey ihm, als meinem HErrn, Stets wohnen mögt und leben, und alle meine tag' und jahr In seinem hause ben der schear Der heiligen zubringen! 4. Da wollt ich meines herzens freud An seinen diensten sehen, und rühmen, wie zur bösen zeit Mir so viel guts geschehen: Wie erimich väterlich gedeckt In seiner hütten, und versteckt In einem farken felfen. 5. Und also wird er ferner noch Mich wissen zu regieren; Er wird mich schützen, und sehr hoch An fichre örter führen: Mein haupt wird über meine feind', Ob sie gleich hoch erhaben seynd, Den noch erhöhet bleiben. 6. Dafür will ich denn wiederum GOtt freuden voll erhöhen: Sein ruhm soll in dem heiligthum Aus meinem munde gehen. Ich will ihm opfern dank und preis, Ich will sein lob, so gut ich weiß, Vor allem volke singen. 9. Mein vater, mutter, und was hier Sonft für bekannte le ben, Sind viel zu schwach, und können mir nicht troft und hülfe geben: Verläffet mich gleich alle welt, Nimmt GOtt mich doch in fein gezelt; Da find ich schuß und rettung. 10. HErr! leite mich auf deiner bahn, Halt mich in deiner gnade, Und nimm dich meiner herzlich an, Daß mir kein feind nicht schade: Sie zeugen fälschlich wider mich, und thun mir unrecht troziglich, Dieweil sie niemand scheuen. 11. Noch dennoch hab ich gu ten muht, und glaube feft, ich werde Im lebens- land das rechte gut Dort sehn: und auf der erde Bin ich getroft und unverzagt, Denn wers mit Gott im glau ben wagt, Der wird den fieg er halten. * 12. GOtt vater, sohn und heilger geift Ohn anfang und ohn ens de, Der mir viel gut und treu er weist Durch allmacht deiner han: de: Sey von mir jezt und allezeit on nun an bis in ewigkeit Gelo bet und gepriesen. Mel. O GOtt du frommer ic. * 7. Hör meine stimme, wenn ich ſchrev, und ſeuf; in meinem 642. tt! unter deinem finne: Gib, daß mein bitten kräftig sen, Und, HErr! dein herz ges winne. Mein herz hält dir, o treuer hort! Beständig vor dein eigen wort: Ihr sollt mein antlik fuchen. zu bleiben mir verstatte, Und mich mit deiner huld Und ailmacht überschat te, Der du der höchste bist: Vom himmels thron und siz, So lang ich wallen muß Auf erden, mich beschüß. Soldes und zwar von dem Vertrauen auf GOtt.ne 415 eft, die du liebst. 2. Ich spreche, HErr! zu dir:| Wie du die bösen strafs, und schůzMein GOtt, mein heil, mein les ben, Fels, burg und zuversicht! Dir hab ich mich ergeben. All meine hoffnung ist Allein auf dich gestellt, Was auch für angst und noht Mich in der welt befällt. 3. Wenn mir der jäger nun Mit seinem firick und neßen, Der liftge bösewicht, Begehrer zuzu sehen; So steh mir bey, daß er, Und was sein anhang ist, Au mir zu schanden wird mit aller macht und list. 4. Für gift and peftilen: Mich gnädiglich befrene; In allerhand gefahr mir bülf und raht ver: leihe; Mit deinen flügeln deck Und halt mich stets in hut, Wie eine henne souft Ben ihren küch: lein thut. 9. Dis, allerhöchfter GOtt! Sind deine groffe werke: Drum bitt ich dich, o HErr! Mein zuflucht, schuß und stärke! Gib ja, daß sich fortan Kein übel, keine plag Zu mir und meinem haus Annahe nacht und tag. 10. Befiehl der engel- schaur, Sich rings um mich zu legen, Be hüte mich durch sie Auf allen meinen wegen: Durch sie und ihr geleit Laß mich bewahret seyn, An welchem orte ich Ausgehe oder ein. 11. Verleih, daß sie mich stets Auf ihren handen tragen, Daß ich versichert sey Für anstoß, noht und plezen: Und daß der satanas, So oft er dringet an, Zurück ges trieben wird, Daß er nicht siegen kann. s. Auf dich, GOtt! traue ich, Du haft mir schuß versprochen. 12. Die man fo fürchten muß Was du uns zugesagt, Hast du noch Als löwen oder drachen, Derselben nie gebrochen: Du hast es immer macht und lift Wollst du, HErr! dar Mit grosser treu erfüllt, und kraftlos machen, Daß sie nicht deine wahrheit ist, HErr! unser| schaden thun, Sie seyn jung oder schirm und schild. alt: Zu schanden mach die lift. Zu6. Kein grauen laß bey nacht nichte die gewalt. Mich schrecken oder äffen; Laß315115 mich auch keinen pfeil, Der fleucht ben tage, treffen. Behüte mich für pest, Die in dem finstern schleicht, Für Frankheit, die verderbt, Wenn heller mittag leucht't. * 8. Gib, daß es mich nicht trifft, Ob tausend mir zur feite, Zur rechten neien gar Zehn tausend böfer leute Hilf, daß ich stille schau, Wie du vergeltung übst, * 13. O frommer treuer GOt:! Dieweil ich dein begehre, So nim dich meiner an, Die hülfe mir gewehre: Ich kenne deinen nam, Drum sey mein starker schut: Wend ab von mir gefahr, Dämpf aller feinde trug. 7. Hilf mir den teufel selbst, Sucht er mich zu verschlingen, 14. Ich ruf dich, höchster! an Im glauben durch dein wort ver- mit herzen und mit munde: Dartagen und bezwingen; Mach um erhdre mich, Und sen zu jeder alles sonst zunicht, Was menstunde In aller noht ben mir: Reiß schen wider mich, Der eine mich auch bald heraus. Und fegne heimlich thut, Der andre sf mich darauf In meinem stand und fentlich. haus. 15. Was ich verrichten soll, Laß alles wol gelingen, Daß ichs zum guten end Mit ehren möge brin gen. Bin ich hie lebens fatt und hab ich meinen theil; Go zeige 416 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden seige mir denn auch Dort ewiglich alles gleich, Den reichen klein und dein heil. arm zu machen, Den armen aber 16. GOtt vater, sohn und geist! groß und reich: GOtt ist der rechte Behüte mich aus gnaden Für al- wunder- mann, Der bald erhöhn, lem, was mir kann An leib und fee: bald stürzen kann. le schaden: Bewahr mir ehr und gut, Bewahre was nur mein: Ich will dir lebenslang Für alles dank bar seyn. er nur den lieben GOtt läßt wal643.Wer ten, und hoffet auf ihn allezeit; mel. Wer nur den lieben GOttic. er erhalrent In aller noht und traurig- 644. Jin allen fachert, Und ch Feit. Wer nur dem allerhöchsten traut, Der hat auf keinen fand gebaut. laß es gehen, wie es geht; Er kann es doch am besten machen, Ob gleich mein her; in trauren steht. Mir geh es, wie es GOtt gefällt; Es sey ihm alles heimgestellt. 2. Was helfen uns die schwere sorgen, Was hilft uns unser weh und ach! Was hilft es, daß wir alle morgen Beseufzen unser ungemach? Wir machen unser creu; und leid Nur gröffer durch die traurigkeit. 7. Sing, bet und geh auf Got: tes wegen, Berricht das deine nur getreu, Und trau des himmels reichem segen: So wird er bey dir werden neu. Denn wer nur seine zuversicht Auf GOtt feßt, den ver. läßt er nicht. 3. Man halte nur ein wenig stille, Und sey doch in sich selbst vergnügt, Wie unsers GOttes heilger wille, Wie fein' allwissenheit es fügt: GOtt, der uns ihm hat aus erwählt, Der weiß auch sehr wol, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechte zeit und stunden, Er weiß wol, was uns nüglich sey. Wenn er uns nur getreu erfunden, und merket keine heucheley; So kömmt GOtt, eh wirs uns versehn, Und lässet uns viel guts geschehn. s. Denk nicht in deiner drang fals- hike, Daß du von GOtt verlaffen seyft, Daß der nur GOtt im schooffe size, Der sich mit stetem glücke speist; Die zeit, so folgt, vers andert viel, und feget ieglichem fein ziel. 6. Es sind ja GOtt sehr schlech te fachen, und ist dem höchsten 2. Ich trau auf GOtt im unge: lücke, Wenn mir gleich sturm und wetter draut. Wenn ich mich nur in GOtt erquicke, und sich mein geist in ihm erfreut; Mag sturm und wetter auf mich sehn, Und über meinem haupte stehn. 3. Ich trau auf Gott, wenn meine feinde Mich schmähn; und drücken sie mich oft, So denk ich: hab ich Gott zum freunde, So zeigt er mir wol unverhofft, Wie mich sein starker schutz erhält, Wenn lift und wuht gleich nebe stellt. 4. Ich trau auf auf Gott: bin ich verachtet, und lebe jammer voll allhier; Gnug, daß mein geist nur dahin trachtet, Wo JEfus lebt. und wo er mir, Nach ausgestand: ner traurigkeit, Ruhm, ehre, freud und luft bereit't. s.Jch trau auf Gott, wird mein vermögen Auch täglich schlecht, gering und klein. Ich will auf ihn die sorgen legen, Er segnet, giebt und hilft allein. Wenn ich nur und zwar von dem Vertrauen auf Gotr.g 417 nur reich in JEſu bin; Hab ich 646. Will, che att den mein gescheh all zeit; Sein will ist doch der beste. zu helfen ist er dem bereit, Der an ihn gläubet feste. Er hilft aus noht, Der fromme Gott, Er tröstet ohne maassen: Wer GOtt vertraut, Feft auf ihn baut, Den will er nicht verlaffen. 6. Jch trau auf Gott so lang ich lebe; Gott ist mein heil und suversicht, An dem ich klettens weise klebe, Ich laß ihn nun und nimmer nicht. Dis soll mein fester vorsak seyn. Ich trau auf meinen GOtt allein. 7. Ich trau auf Gott, muß ich erkranken, Ja winket mir sogar der tod, und will mein lebensschifflein wanken; Hilft JEsus doch aus aller noht, und giebet mir auf kurzes leid Des himmels froße feligkeit 3. Muß gleich ich fünder von 645. Auf meinen lieben der welt Hinfahrn nach GOttes Trau ich angst und noht: Er kann mich allzeit retten Aus trübsal, angst und nöhten. Mein unglück kann er wenden. Es steht in seinen hånden. meinem wenns ihm gefällt, Will ich ihm halten stille. Mein arme feel Ich Gott befehl In meiner leiten stunden. frommer GOtt! Sünd, höll und tod Hast du mir überwuns den. 2. Ob mich die sünd' ansicht, Verzag ich dennoch nicht, Auf Chriftum will ich bauen, und ihm allein vertrauen; Ihm bleib ich fest ergeben Im tod und auch im leben. 3. Ob mich der tod nimmt hin, If sterben mein gewinn: Denn Christus ist mein leben, Den hab ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, Wird er mein feel 4. O mein HErr JEfu Chrift! Der so geduldig ist für mich am creus gestorben, Der mir das heil erworben: Führ uns alle zugleiche Zum ewgen himmelreiche. 2. GOtt ist mein troft und zu versicht, Mein hoffnung und mein leben: Was mein Gott will, daß mir geschicht, Will ich nicht widerstreben: Sein wort ist wahr, Daß all mein haar Er selber hat gezählet. Er hüt't und wacht, Stets für uns tracht't, Auf daß uns ja nichts fehler. * s. Amen zu aller stund Sprech ich aus hersens grund: Du wolleft uns ia leiten, HErr Chrift! zu allen seiten, Auf daß wir deinen namen Ewiglich preisen, amen..3Gnut C 4. Noch eins, HErr! will ich bitten dich, Du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse geift anficht, Laß mich doch nicht verzagen. Ach hilf und wehr, O GOtt mein HErr! Zu ehren deinem namen. Was du zusagst, Das hältst du fest, Drauf sprech ich frölich: amen. on GOtt will ich 647. Vnicht laffen; Denn er läßt nicht von mir, Führt mich auf rechter straffen, Da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine hand; Den abend als den morgen Will er mich wol versorger. Een wo es woll im land. 2. Wenn sich der menschen hulde und wolthat ganz verkehrt: So findt sich GOtt gar balde. Sein macht 418 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden macht und gnad bewährt Hilft uns in aller noht, Errett't von sünd und schanden, Von ketten und von banden, Und war es auch der tod. mich erschaffen hat; Sein sohnhat gnts die fülle Erworben, und viel gnad: Auch Gott der heilge geist Im glauben uns regieret, Zum reich des himmels führet; Jhm sey lob, ehr und preis. 3. Auf ihn will ichvertrauen In meiner schweren zeit; Das kann mich nicht gerenen, Denn er wendt alles leid; Jhm sey es heimgestellt. Mein leib, mein seel, mein Von der Demubt. Mel. Alle menschen müssen x. leben SeyGOtt dem HErru erge: 648. du majeſtätiſch Er machs, wies 4. Es kann ihmnichts gefallen, Als was mir nüßlich ist. Er meints gut mit unsallen, Schenkt uns den Herren Christ, Sein'n eingebohrnen sohn; Durch den er uns beschehret, Was leib und feel ernehret. Lobt ihn im himmelsthron. wesen! Das unzugänglich licht Sich zum si und thron erlesen; O wie schudde bin ich nicht, wenn ich mich, mich kind der hölle, Neben deine klar: heit stelle. Ach, wie finster, arm und klein Schein ich mir dann selbst zu seyn! 5. Lobt ihn mit her; und munde Für das, was er uns schenkt; Das ist ein' selge stunde, Dariu man sein gedenkt: Soust verdirbt alle zeit, Die man zubringi auf er den. Wir sollen selig werden, und leb'n in ewigkeit; o. Auch wenn die welt vergehet Mit ihremstolz und pracht, Wed'r ehr noch gut bestehet, Das vor ward groß geacht't. Wir werden nach dem tode Zwar in die erd begraben; Wenn wir geschlafen haben, Erweckt uns unser GOtt 7. Die seel bleibt unverlohren, Geführt in Adams schooß: Der leib wird neu gebohren Von allen sünden los, Ganz heilig, rein und zart, Ein kind und erb des HErren: Daran muß uns nicht irren Des teufels liftig art. 8. Darum, ob ich schon dulde Hie widerwärigkeit, Wie ich auch wol verschulde: Kömmt doch die ewigkeit, Ist aller freuden voll. Dieselb ohn einig ende, Dieweil ich Christum kenne, Mir wiederfahren soll. 9. Das ist des vaters wille, Der 2. Dein glanz hat nie angefangen, Du bist Gott von ewigkeit; Ich bin gestern aufgegangen, Und vergch vielleicht noch heut. Deine macht hat keine schranken, Meis ne kraft will immer wanken. Du bift selbst die quell des lichts, Ich bin weniger denn nichts. 3. Nichts von währheit, nichts von güte Wohnet in mir von na tur; Dem verdorbenen gemühte Fehlt der ersten schönheit spur. Ach! dein bild ist ganz erblichen, Alle kräfte sind entwichen; Und mein corper fällt dahin, Wie die blumen die verblühn. 4. Fluch und elend, zorn und fünde Ist was mich allhier um giebt; Dis macht mich zum höl len- kinde, Das selbst sein verder ben liebt. Tausend fehler, tau send flecken Schänden mich an al len ecken: Und in der verderb ten bruft Grünt die wurzel böser lust. 5. Was ich gutes an mir habe, Ist ein denkmal deiner hand, Deine wirkung, deine gabe, Die du, HErr! mir zugewandt. Deine freye milde gnade Schmückt mich armen wurm und made. Nähmest und zwar von der Demuth. mest du zurück, was dein, Ach! was würde übrig seyn? 6. Doch die menge deiner gaben Klaget meinen undank an; Weil ich sie oft gar vergraben, Oft mit ihnen groß gethan, Oft zur sünde so misbrauchet, Daß dein zorn izt billig rauchet. Ach, wie häuft sich meine schuld Durch verachtung deiner huld. 7. HErr! die wunder deiner liebe Machen mich beschämt vor dir. Ach, wie zart sind deine triebe! Was für huld erzeigst du mir, Da du, allerhöchstes wesen! Dir zur lust mich wurm erlesen, Mich, der elend, arm und bloß; Wie is deine gnade groß. 8. HErr! hie lieg ich in dem staube, Unter deinen fuß gekrümmt; Doch mein demuhts: voller glaube, Der noch in der afche glimmt, Freut sich heimlich deiner gute, und mein tief gebeugt gemühte Hebt sich aus des todes thor Voller zuversicht empor. 9. Meine Fräfte, meine glieder Stehn zu deinem dienst bereit. Sieh! hier sink ich vor dir nieder, Voller ehrerbietigkeit. Deinen willen thun, und leiden, Sey der gipfel meiner freuden. Du beherrscher aller welt! Thu mit mir, was dir gefällt. 419 vergangen. Da fiel des menschen. herrlichkeit, Da hat sich alles her zeleid und elend angefangen. Mel. Aus tiefer noht schrey ich zc. 649. Wie fällt der schöne morgenstern,( a) Wenn er sich selbst erhebet, Und wider seinen GOtt und HErrn Verdammter weise strebet! Da muß er von dem ehren- stuhl In seinen pech- und schwefel- pfuhl, Wo lauter jammer schwebet. 2. Das erste paar verstieg sich auch Durch list der alten schlangen: Drum ist, gleich wie ein leichter rauch, Scin edles bild 3. Jch bitte dich, o höchstes gut! Laß mich nicht hoch herfah ren; Laß mich mein Herz für stols zem muht Und pracht stets wol bewahren. Ach laßsichiederzeit mit mir Der christen schönste sittens zier, Die holde demuht paaren. 4. Gib, daß ich mich in meinem sinn Durchaus nicht frömmer schäße, Als ich im grund der wahrheit bin, Noch mich an mir ergeße; Daß ich nicht auf mich selber bau, Noch auf mein eigen werk vertrau: Denn, das sind fas tans neke. 5. Wenn ich mit meinem tu gend- ruhm mich über andre stelle, Und auch von meinem christens thum Ein milder urtheil fälle, Als mein verhalten würdig ist: So fall ich, als ein heuchel- chrift Vom himmel in die hölle. 6. Was wollen wir uns viel ers höhu? Wir sind doch alle sündes Wir wollen nur zu JEsu gehn, Der will der armen kinder, Die aus der tiefe zu ihm schreyn, Jhr trost und fünden- tilger seyn; Weil er ihr heils- erfinder. 7. Ach JEsu! laß doch unser hers Dis lafter recht erkennen. Gib, daß wir uns voll reu und schmerz Die größten sünder nennen! Auf daß man ohne heucheley Von gans ser feele niedrig sey; Sonst muß man ewig brennen. 8. du verderbte fündenbrust! An dich schlag ich voll schmerzen; Du brunnquell meiner bösen luft! Mit dir ist nicht zu scherzen. Ach spring in wahrer buß und reu, Du felsen- hers, nun. mehr inzwey; Bewein die schuld von Herzen. 9. Ich will allhie von ferne stehn. O darf ichs denn auch D2 was 420 Von dem heiligen Leben und chriftlichen Tugenden wagen, Und dir, meinJEsu! näher, 3. Da wird, statt schöner leibs gehn, Und dir mein elend klagen? gestalt, Ein häßlich bild gefunden, Ach ja! der liebste GOttes- sohnJf Da ist der vorzug an gewalt ja mein heil und guaden thron, Dem darf ich alles sagen. Kunst, wie und pracht, ver schwunden. Der sich vor andern groß gemacht, und alles neben sich veracht't, Wird dann als slaub zertreten. 10. Wiewol ich es kaum wagen kann Den himmel anzuschauen; Doch, weil du, JEsu! gnug gethan, So will ich auf dich trauen. Be schämet mich gleich meine schuld, So hast du doch mit mir geduld: Auf dich will ich fest bauen. 11. Ach JEsu, ach! ich suche gnad, Ach sich auf mich elenden, Sen gnädig meiner misfethat: Es steht in deinen händen. Sey guddig, allertreuster GOtt! Du willt ja nicht des fünders tod, und kannst mein elend wenden. 12. Erkläre mich gerecht und rein, Laß dein verdienst mich beis len; Du siehest meine feelen- pein, Du kannst mir troft ertheilen. Ich bin ein armer fünden- knecht, Dein blut und leiden macht ge recht. Drum will ich zu dir eilen. ( a) Ift der fatan, welchen der hochmuht aus der zahl der heiligen engel, die bey dem Hiob c. 38. 7. morgensterne genennetwerden, gestürzet hat. Siehe Jef.14,12. Mel. Es spricht der unweisen 2c. as 1 8 mag sich doch der 650.200 arme staub, Die erd and asch erheben? Furcht, elend, noht, des todes raub Ist des sen ganzes leben. Wie oft er nach dem arzte schickt, Wie lang auch dieser an ihm flickt; Muß er doch endlich sterben. 2. Er geht gar oft mit web und ach! Boll jammer von der erden, Fällt unverhofft, und muß darnach zu staub und moder werden. und ist sodann nicht arm und reich und groß und klein einander gleich? Wo bleibt dann stand und ebre? 4.Wie oftmahls wendet sich das blatt, Daß gut und pracht verder ben, und die man hoch verehret hat, In schimpf und schande fier ben: Weil GOtt zu seiner zeit und fund Den stolzen zeigt, daß sie den grund Aufs schlüpfrige ge bauet. <. Dem, der sich rühmt, als ob er gar Bom höchften nichts be tommen, und nur sein eigner ab gott war; Wird alles schnell ge nommen. Dem, welcher glaubt, er ftehe fest, Sich nur auf macht und pracht verläßt, IA fall und schlag am nächsten. 6. Wer seine mängel nicht be tracht't, nicht siehet oder glaubet: Den neben- chriften doch veracht't, und GOtt die ehre rauber; Auf dessen beystand gar nicht schaut, Vielmehr auf eigne Fräfte baut: Deß thun muß untergehen. 7. Und weil aus hoffart, zant und neid Und alles unglück rubret; So wird unsegen, fluch und stre ftreit, Und tausend noht gespüret. Gott widersteht dem übermuht, Denn er misbraucht gewalt und gut: Der demuht giebt er gnade. 8. Stolz, hohe augen, groffe pracht, Nebst schwülftigen gebers den Und ruhmsucht, ist vor GOtt veracht, und muß zu schanden wer den: Denn alles zeiget, daß dabey Ein her: voll eitler hoffart sev, Die doch vor GOtt ein greuel. 9.Wohl aber dem, der oft erwegt, Daß man hier GOttes gaben In irdischen gefäfsen trägt, Die groffe schwachheit haben; Denn er if fiets und zwar von der Demuht. Tisd nad HOËR fers an demuht reich, Damit er nicht, dem fatan gleich, Durch stolz verdammet werde. 421 s. O höchst- verblendte sinnen Bedenkt des lebens schluß, Wenn euer geift von hinnen Vor jenen richter muß. Was kann euch dann erretten, Wenn alles flieht und fällt, Was euch mit thorheits: tetten Anist gefesselt hält? 6. Entreiffe mich den banden, HErr! reisse mich doch los; Mach allen stol: zu schanden, Mach meine demuht groß. Du bist hoch und erhaben, Ich arm, gering und klein; Drum laß auf meine gaben mich nicht vermessen seyn. 10. Er thut, was Christus ihn gelehrt, indem er demuht liebet, Und GOtt, so oft man ihn verehrt, Die ehre wieder giebet; Erachtet sich gering und schlecht. Durch solchen fromm und niedern knecht Thut GOtt oft groffe dinge. *. HErr! gib, daß ich voll demuht bin, Den nächsten nie vers nichte, In herzens einfalt immerhin Mein amt getreu verrich te: Nicht menschen- gunst noch ehre acht, nur nach der ehren: crone tracht, Die nimmermehr verwelket. Mel. Herzlich thut mich verlang. 651, as frag ich nach den So hab ich ehre gnug. ehren, Die mir welt verspricht? Ich weiß aus Mel. Wer nur den lieben GOtt ze schlechte zu versicht Auf ihren glans zu ſetzen: 652. Mene in verhobe höhe, Und siehst auf das, was niedrig ist. Weil ich nun auf der erde gehe, Und du einHErr des himmels bift; So gib, daß ich in meinem sinn Der demuht fiets ergeben bin. Ein rauch vergeht geschwind, Und fo flieht ihr ergegen Auch schnel. ler, als der wind. 7. Will mich die welt verachten, So geb ich mich darein: Wirst du nur meiner achten, kann ich vers gnüget seyn. Die eitle pracht ist schaden, Die ruhmfucht nur be trug. Bin ich bey dir in gnaden, Versuchungs- neg und stricke, Verfolgung, haß und neid, Groll, hader, faure blicke, Erbitterung und streit Umgiebt die, so mit forgen Nach ruhm und ehre stehn: Sie müssen oft vor morgen Mit schrecken untergehn. 3. Die welt führt groß gepränge Und unerlaubte pracht: Der rühmt der güter menge, Der an dre feine macht, Der dritte schönheit, künste, Bergnügen, gunft und geld; Und alles sind nur dünste, Die man für Edftlich hält. 4. Man sucht nur groß zu wer den, Man kennt sich selber nicht, Vergißt, daß man aus erden Und asche zugericht. Nur aufre werke taugen; Was andere gethan, Gilt nichts in unsern augen: Man sichts verächtlich an. 2. Was bin ich denn? nur asch und erde, Ein armer wurm, ein maden- haus. Wenn ich nun ein mahl sterben werde, So trägt mau meinen staub hinaus. Das präge mirdoch fleissig ein, So werd ich gerne niedrig seyn. 3. Der hochmuht ist ein schlüpf rig pflaster, Das vielen schon den fall gebracht. So weiß ich auch, daß dieses laster Aus engeln teufel hat gemacht. Behüte mich für dieser bahn, Die leicht zur bolle führen kann. 4. Die hoffart hat dir nie gefallen, Du bist und bleibst den stol. zen feind. Du liebst die berzen un ter allen, Aus welchen wahre demuht scheint: Der ist dein freund, der DD 3 422 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden der in der welt Sich selber nicht,| zu fassen, Und Gottes weisem nur dir gefällt, vater- wink Sich willig überlas sen, So wol bey trüber noht und pein, Als bey vergnügtem sonnenschein. Geduld erhält das leben. 5. Laß mich in Christi stapfen treten, Der hier die demuht sels ber war: Ich kannsonst nichterhde: lich beten; Jch stürz mich sonst in die gefaht, Daß mein gebet dir sum verdruß, Und mir zur fünde, werden muß. 6. Nicht meiner, sonderndeiner chre Laß all mein thun gewidmet feyn. Und daß sich nur dein ruhm vermehre: So präge mir mit nachdruck ein, Ich sey nicht wehrt der gnaden kraft, Dicalles gute in mir schafft. 7. Hätt ich gleich alle tugendgaben, und hätte doch die demuht nicht; So würd ich nur ein blends werk haben, nur dampf und schats ten, und kein licht. Drum laß der tugend größten schein Bey mir auch wahre demuht seyn. 8. Hilf daß ich mich in demuht Fleide, Daß ich, von stolz und hoffart frey, Die eitle pracht von aussen meide, Und demuhts- voll im herzen sey. GOtt sieht nicht auf das schlechte kleid, Er liebtdes herzens niedrigkeit. dun 9. Gib, daß ich mich nicht übers bebe, Dieweil wir alle brüder find; Daß ich dem kleinsten ehre gebe, Als der sowol, als ich, dein kind. Der tod macht endlich arm und reich, Auch schlecht und hoch, einander gleich. 10. Auch laß mich dir bey allem leiden In demuht unterworfen fenn. Dort wirst du mich mit ehren kleiden, Nach ausgestandner schmach und pein. Denn wer sich selbst erniedrigt hier, Steht dort gewiß erhöht bey dir. unt Von der Geduld. Mel. Es ist das heil uns kommen. $ 1 gewiß ein 653. ding, Sich in geduld 2. Drum auf, mein herz! ver zage nicht, Wenn dich ein leiden drücket, Flich nur zu GOtt, deß feeuden licht mit troft und kraft erquicket. Er crònt dich oft mit vater- huld, Drum Füß die ruhte mit geduld. Geduld kriegt muht und kräfte. 3. Nur frisch im glauben fort ge kampft, Bis sich der sturmwind le get. Im creuze wird die lust ges dampft, Die sich im fleische reget; Der geist kriegt neue kraft und muht, Daß er in GOtt gelassen ruht. Geduld erlangt viel gnade. 4. Es wird auch keiner dort ge eront, Als der hie recht gestritten. Ja der wird dermahleinst vers Höhnt, Der nicht getroft gelitten. Doch dem, der Christi joch hie trägt, Wird Christi schmuck dort angelegt. Geduld erlangt die crone. 5. GOtt hilft dir auch bey aller noht, Dem kannst dusicher trauen. Er übergiebt dich nicht dem tod, Du sollt das leben schauen: Er steht dir bey, er trdstet dich, Be weiset sich recht väterlich. Geduld ist stets voll segen. 6. Erwarte nur die rechtezeit, Du wirst den trost empfinden; Er wird in lieb' und freundlichkeit Sich fest mit die verbinden. Er wird, nach ausgestandner pein, Dein labfal unaufhörlich seyn. Geduld wird nicht zu schanden. * 7. Nun GOtt des trostes, der geduld! Geduld ist deine gabe: Drum gib sie mir nach deiner huld, Weil ich sie nöhtig habe. Laß mich im leiden, creuz und pein Hier meinem JEsu ähnlich seyn, Bis ich ihn dort umfaffe. Mel. und zwar von 654. M Mein Mel. Wer nur den lieben Gott zc. ein Gott! du bist von grosser güte, Und trägst uns selber mit geduld: Regiere du auch mein gemüthe, Damit es deine vaterhuld, Wenn sie mir liebes- schläge giebt, Ja nie durch ungeduld betrübt. 2. Ich habe ja wol mehr verdienet, Als du mir jemahls auferlegt: Da mir nun noch die hoffnung grünet, Daß deine hand aus liebe schlägt, und mich mit trofte will erfreun; wie sollt ich nicht geduldig sein? 3. Ich bin der thon, du bist der dir gefällt. Die creatur bleibt ihrem schöpfer zu seinem willen heimgestellt. Drum gib geduld, wenn deine hand Mir creuz und trübsal zugesandt. 4. Mir ist die züchtigung so nüße, Als meinem leibe täglich bret: Denn wenn ich stets in ro sen size, Stürzt sicherheit mich bald in noth. Drum hilf, daß ich auf jeden schlag die vater- ruhte küffen mag. 5. Behûte mich, daß ich im creuze Mit murren oder ungeduld Dich nicht zum zorn und strafe reije: Denn also bin ich selber schuld, Wenn mir des creuzes überdruß Zur scharfen ruhte werden muß. 6. Laß mich auf meinen Jesum sehen, Der in geduld den creuzwegtrat; Der alles leiden, fluch und schmähen Ganz willig übernommen hat. Das unschuldsvolle Gottes- lamm Gieng freudig an den creuzes- stamm. der Geduld. 423 8. Wenn du mich auch nicht bald erhörest; So rüste mich doch mit geduld; Denn was du mich im creuze lehreft, Sind lauter proben deiner huld. Halt ich die trübfal redlich aus, so wird mir lauter labsal draus. 9. Geduld hilft alles überwinden: So werdich nach dem kampfe dort Die schönste sicges- crone fin den! Geduld bringt endlich an den port: Da werden keine Dornen sein, Da erntet man nur rofen ein. Mel. 15. Sollt ich meinem Gott ieber vater! Gott der mir, 655. er geduld bezeigt, Deffen ewiges ers barmen Unsre fünden übersteigt! JEfu Christe, sohn der gnaden, Du geduldigs Gottes- lamm! Der am schweren creuzes- stamm Uns der fünden last entladen; Und du gnter friedens- geist! Der der beste tröster heißt: 2. Ich bekenne dir mit schmer zen Meine angebohrne schuld. Es entspringt in meinem Herzen Leider! oftmals ungeduld. Ach! ich habe deinem willen nicht gehors fam nachgelebt, Jhm mit murren widerstrebt, Nicht gesucht ihn zu. erfüllen. Ach! ich bitte, rechne du. Mir die fünde doch nicht zu. 3. Ach! befrey mich von dem drauen, Da der mund der wahrs heit spricht: Die sein joch des creuzes scheuen, Finden seine ruhe nicht*. Laß mich dieses elend flie. hen, Gib mir gnade, deiner laft, Die du selbst getragen hast, Wil 7. Er hat mir stapfen hinter| lig mich zu unterziehen, Daß mein laffen, In welchen ich ihm folgen herz von unmuth frey, Und im soll. Ach! laß mich, HErr! ein creu; gelassen sen. herze faffen, Ihm nachzugehn durch weh und wol; Gib, daß ich in gelaßnem sinn Dem bilde Jesu ähnlich bin. Matth. 11, 29. 4. Laß dein schicksal mich vers gnügen, Wenns auch mißvers gnügen schickt. Denn ohn unsers D4 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 424 GOttes fügen Wird uns nicht ein haar entrückt. Gib, daß dis mein bers erkennet, Gib ein dankbares gemüht, Das auf deine schickung sieht, Und dich findlich vater! nennet: Das, wie Isaac*, er trägt, Was der vater auferlegt. * 1. B. Mos. 22, 6. a s. Beige, daß mir bösem kinde Nur was wenigs widerfährt; Weil auch meine kleinste sünde Schon der größten plagen wehrt. Laß mich keine pein ermüden; che mich getroft und still, Daß ich noch mehr leiden will, Wenn dein raht es so beschieden: Wird dein name nur geehrt, Und mein wahrer nuß gemehrt. nen händen, Machs nur mit mir, wie dirs gefällt. Ich will mich nach den bergen wenden*; Es feh dir alles heimgestellt. Die hülfe kömmt allein von dir, Mein bester helfer! hilf du mir. Pf. 121, 1. 3. Wenn furcht und hoffnung in mir streiten; Heißt mich der glaube stille seyn: Ich sehe deine hand von weiten, Die wird mir troft und kraft verleihn; Ich wer de, HErr! es wird geschehn, Noch lust an deiner gnade sehn. gegen, Mein glaube ringt und 4. Mit Jacob geh ich dir ent kämpft mit dir; Ich laß dich nicht, gib mir den segen, Dein fegen rul und bleib auf mir; Dein segen ist, der mir die nacht Zur schönen morgenröhte macht. 6. Was du willt, das soll gesche hen, Was uns schädlich, willt du nicht: Nur vergib mir was verse4. Nur deiner allmacht will ich hen, Wenn mein wille wider trauen, Die allen kummer aus spricht; Nur vertreib aus mei- dern kann. Auf dein wort will ich nem herzen Sorgen, trauren, felfen bauen, Du haft gefaget: umgeduld, Furcht und angst um ruf mich an; Ich hoffe uun, ich deine huld, Und die allzugroffe rufe nun, Du wirst nach deinem schmerzen; Daß ich, unter deiner worte thun. treu, Start im überwinden sey. 7. Gib mir mitten im betrů ben Ein verträgliches gemüht, Das auch feinde weiß zu lieben, Und die eigne rache flieht. Wink und worte, sinn und werke Und begierden faffe du Selbst in eine faufte ruh; Und gib rechte glau: bensstärke, Standhaft in des creuses pein, Gelig nach dem creuz zu seyn. schmerzen: War JEsus doch der 6. Beleg mich nur mit allen schmerzensmann, und diesem greif ich nach dem herzen, Ich weiß, daß michs nicht laffen kann: Ihm bricht sein herz, sein mund verspricht: Ich laß dich nicht. ach! laß mich nicht. Von der Gelaffenheit und Zufriedenheit in GOtt. Mel.Chriftus der uns selig macht. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. einGOtt! 656.Meine rich wart 657, Laffet boch den weijen Ob sie gleich nicht geschlagen hat. Ich habe diesen troft zum grunde: Ben GOtt ist immer raht und that: Dein wort wird endlich doch erfüllt, Die stunde komme, wenn du willt. 2. Ich bin, mein GOtt! in deis! ben machen. Ueberlaßt ihm eure noht und verworrne sachen. Sei ne weisheit weiß ia wol, Wenn sie hülfe geben, Wo und wie sie rahten soll In dem ganzen leben. 2. Schreibt dem weisen GOtt nicht für Stunde, jeit und maasse; Fra und zwar von der Gelassenheit und Zufriedenheit in GOtt. 425 Fraget nicht mit ungebühr, Was, hoffnung blickt. Ein herz, das er thu und lasse? Er fängt ja nicht ihm vertrauet, Und glaubig auf heute an, Erst für euch zu sorgen. ihn bauet, Wird doch zulezt ers Alles, was euch wüßen kann, It quickt. odmolgaila ihm unverborgen. Je phot 3. Was der weife GOtt nur thut, Was er schafft auf erden, Das muß uns gewißlich gut, Und ersprießlich werden: Giengen gleich die fachen nicht, wie wir gerne wollten, Und wie sie, nach unserm licht, Etwa gehen sollten. s. Ach! wenn wir nur bedach, ten, Wie treulich er es meint! Es sorgt für die gerechten, und ist ihr herzens- freund. Siehts gleich ge fährlich aus, Kann er sie doch nicht hassen, Noch in der unruh lassen, Er reißt sie endlich draus. 4. Drum, o weiser GOtt! dir fey Alles beimgestellet; Leite mich nach deiner treu, Wie es dir gefället. Geht es mir gleich wunderlich hier auf dieser erden; Laß mich nur, ich bitte dich, Endlich felig werden. 6. So fall ich denn mit freuden JnGOttes arme hin. Nichts kann mich von ihm scheiden, Weil ich fein eigen bin. Er bleibt auch ewig mein, und wird mir alles geben, Was meinem stand und leben Wird gut und selig seyn.module Mel. Allein Gott in der höh zc. Mel. Von GOtt will ich nicht zc. 659. Wführt, so will ich 658. Was hilfts, daß ich mich quähleDurch dis und lenes leid? Entreiß dich, meine seele! Doch aller traurigkeit: GOtt machet alles wol, Er wirds auch ferner machen, Wie dirs und deinen sachen zum besten dienen soll. gehn, Ohn alles eigne wählen, Geschieht, was er mir auserfehn, Wird mirs an keinem fehlen.Wie er mich führt, so geh ich mit, Und folg' ihm willig schritt vor schritt, In kindlichem vertrauen. 2. Wie GOtt mich führt, so bin ich still, und folge seinem lei ten; Will gleich des fleisches eis genwill Ihm öfters widerstreiten. Wie Gött mich führt, bin ich bes reit, In zeit und auch in ewigkeit Stets seinen schluß zu ehren. 2. Du wirst doch nichts gewin nen, Wirst du gleich nacht und tag Mit furcht und sorgen sinnen, Wie dirs noch gehen mag: Bey GOtt bestehts allein, Laß seine hand dich führen, Die wird dich so regieren, wie dirs wird müglich jeyn. 3. Was dich will niederschlagen, Was dich zur erden biegt, was dir mit angst und klagen Auf deinem herzen liegt; Das wirf in seinen schooß, und mache dein gemühte, Durch troft auf seine gute, Von allem kummer los. 4. Er wird dich wol versorgen, Und beffer, als man denkt: Wer weiß, wie nah der morgen, Der dir den segen schenkt, Auf den die 3. Wie GOtt mich führt, bin ich vergnügt, Jch ruh in seinen hånden. Wie er es schickt und mit mir fügt, Wie er es selbst will wen den; Sey ihm hiemit ganz heims gestellt: Er lenk es, wie es ihm ges fallt, zum leben oder sterben. 4. Wie GOtt mich führt, so geb ich mich In seinen vater- willen. Scheints der vernunft gleich wunderlich; Sein raht wird doch erfüllen Was er voll lieb' und tren bedacht, Eh er mich an das licht De 5 ges 426 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden duu gebracht; Ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie GOtt mich führt, so bleib ich treu Im glauben, hoffen, leiden: Steht er mir nur in gnaden bey, Was will mich von ihm scheiden? Ich faffe mich im glau ben feft; Was GOtt mir wieders fabren läßt, muß mir zum besten dienen. stille, Mach sie mit alle dem vergnügt, was deiner weisheit gua den- wille Mit mir und meinem leben fügt. Nur nimm dich meiner seelen an, So hab ich, was ich wünschen kann. 6. Ich weiß du thusts; sie istia deine, Sie koster dich dein theures blut: und dadurch mach sie schön und reine; Laß dis dein mir ver trautes gut Den entzweck me ner forgen sein; So trifft mein ganzes wünschen eine 6. Wie GOtt mich führt, so will ich gehn, Es geh durch dorn und hecken. GOtt läßt sich nicht vom anfang sehn; Der ausgang wird entdecken, Wie er, nach seis nes vaters raht, Mich treu und wol geführet hat; Dis sey mein glaubens- anker. Mel. Wer nur den liebenGOtt ze. 660. Beficht dem Herren deine wege, Und mach dich aller sorgen los; Vertrau dich dessen vater- pflege, Dem nichts zu wichtig, schwer undgroß, Das er, zu seines namens preis Nicht herrlich auszuführen weiß. 2. Wo du ihn nur haft rahten laffen, Hat er es immer wol ge macht: Denn was dein denken nicht kann fassen, Hat er schon längst vorher bedacht. Wie dieses nun sein raht ersehn, So muß es, und nicht anders, gehn. 3. Wie wirst du deine lebenstage Von mancher kummer- last befreyn! Wie leicht wird dir die noht und plage In diesem jams merthale seyn: Wenn du nichts wünscheft auf der welt, als was GOtt will und ihm gefällt. 4. Dir wirds an keinem gute fehlen, Wenn du dein herz gewöhnst und lehrst, Nur GOttes willen zu erwählen, und deinem eignen willen wehrst. Uns täuscht nichts mehr auf dieser welt, Als eigne wahl, die uns gefällt. 5. Mach JEfu! meine feele 7. Indeß, mein heil! sey fiets gepriesen Für alle sorgfalt, die du mir, Eh ich gebohren war, erwies sen; Da du mich, füffer Jesu! dir Zu deinem eigenthum erwählt, Und deinen schaafen zugezählt 8. Dir sey auch preis und lot gegeben, Daß du mich armen er den- gast In diesem meinem gan zen leben So gnadenreich versor get hast. Denn was dein raht fchluß mit mir thut, Ist alles liebs reich, nüß und gut. 9. Dort preis ich deiner liebe thaten Dereinst erst in vollkom menheit, Wenn mir der heisse wunsch gerathen, Daß ich in je ner ewigkeit Erkenne wie dein weiser raht Es wol mit mirge meinet hat. 661. Wist wol gethan, es as Gott das bleibt gerecht sein wille; Wieer fängt meine fachen an, Haltich ihm willig stille. Er ist mein Gott Der in der noht Mich wol weiß zu erhalten; Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wel gethan, Er kann mich nicht betru gen. Er führet mich aufrechter bahn, Drum laß ich mir begnügen An seiner huld, Und hab geduld: Er wird mein unglück wenden, Es steht in seinen händen. 3. Wad und zwar von der Gelassenheit 3. Was GOtt thut, das ist wol gethan, Er wird mich wol bedenfen. Er, als meinarzt undwundermann, Wird mir nicht gift einschenken Für arzeney: Gott ist getreu, Drum will ich auf ihn bauen Und seiner gnade trauen. 4. Was GOtt thut, das ist wol gethan, Er ist mein licht und leben, Der mir nichts böses gönnen kann: Ihm will ich mich ergeben In freud und leid; Es kommt die jeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 15. Was GOtt thut, das ist wol gethan: Muß ich den kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach mei nem wahn; Laß ich mich doch nicht schrecken., Weil er zule; t Mich doch ergeßt mit süssem trost im herzen: Da weichen alle schmers jen. 6. Was GOtt thut, das ist wol gethan, Dabey will ich verbleiben; Es mag mich auf die rauhe bahn, Noht, tod und elend treiben; So wird GOtt mich, Gan; väterlich, In seinen armen halten: Drum laß ich ihn nur walten. Mel. Nun ruhen alle wälder zc. und Zufriedenheit in GOtt. 427 4. Jch traue feiner gnaden, Die mich für allem schaden und allem übel schüßt; Leb ich nach seinen fåten, So wird mich nichts vers legen, Nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Er wird mich meiner fünden In gnaden ganz entbinden, Durchstreichen meine schuld; Er wird auf mein verbrechen Nicht stracks das urtheil sprechen; Ich weiß, er hat mit mir geduld. 6. Leg'ichmich späte nieder, Ere wach ich frühe wieder, Lieg' oder zich ich fort, In schwachheit, noht undbanden, Und was mir stößt zu handen: Sotröstet mich sein kräf tig wort. 7. Hat er es denn beschlossen, So will ich unverdrossen An mein verhängniß gehn; Kein unfall uns ter allen wird mir so schrecklich fallen, Mit GOtt werd ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben Zu sterben und zu leben, So bald er mir gebent; Es sey heut oder morgen, Dafür laß ich ihn forgen; Er weiß die rechte helfens jeit. 9. So sey nun seele! deine, Und traue dem alleine, Der dich ers 662. Sten Laß ich den höch schaffen hat. Es gehe, wie es ges he; Dein vater in der hohe Weiß schon zu allen sachen raht. sten rahten, Der alles kann und hat. Er muß zu allen dingenz Solls anders wol gelingen, Selbst geben segen, raht und that. 2. Vergebens ist mein sorgen Mel. Wer nur den liebenGOttic. lasse GOtt in almabendbis zum morgen, Ver- 663. Jaten, Er mach müh mit meinen sachen Nach seinem willen machen, Ich stells in seine vater- gunst. es, wie es ihm gefällt. Ich will ihn gerne stille halten, So lang ich leb in dieser welt. Wie er, mein lie ber GOtt, es fügt, So ist mein herz auch wol vergnügt. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was er selbst versehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet; Was ihm von mir beliebet, Das hab ich auch zum zweck erkiest. 2. Gehts gleich nicht fiets nach meinenr willen, Stürmt gleich ein unfall auf mich zu.; So kann mich GOttes wille stillen, Denn der 4281 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden der allein fest mich in ruh. Ich, meiner ganzen lebens- frift, Als bin mit allem, was er sügt, Bon was des höchsten raht versehen, ganzem Herzen wol vergnügt. Und was mir nüz und selig ist. HErr! mach es, wie du willt, mit mir, Jch bleibe dennoch stets an dir. 3. Ift mir nicht groffes gut be: schieden, Bin ich nicht reich, noch hoch geschätzt: Ich bin mit meinem theil zufrieden, Wenn andre groffes gut ergeßt. Ich bin mit wenigem vergnügt, Weil GOtt nicht mehr für mich gefügt. 4. Wie mancher fällt in seelen schaden Durch viel erscharrtes geld und gut! Wie mancher fällt aus GOttes gnaden Durch reichthum in die höllen- glut! Deshalben leb ich wol vergnügt mit dem, was GOtt mir zugefügt. 5. Ich strebe nicht nach hohen stuffen, Viel sichrer ist der mittel stand: Wie mich der höchste GOtt berufen, So folg ich seiner gua: den- hand. Wie seine macht es mit mir fügt, So bin ich auch sehr wol vergnügt. 6. Will mir die glückes- sonne lachen, So acht ich ihre reizung nicht; Auch laß ich mich nicht zaghaft machen, Wenn alles un glück auf mich bricht. Ich bin getrost und höchst- vergnügt, Wie mein getreuer GOttes fügt. 7. Ich steh in GOttes hand geschrieben, Der selbst mein haar gezählet hat: Drum kann mich keine noht betrüben, mich trifft nichts ohne GOttes raht. Ich leb in allem wol vergnügt, Wie mein getreuer GOtt es fügt. 8. Mein wille soll sich fest ver pflichten, Sich so im leben als im tod Nach seinem vater: wink zu richten; So schreckt mich weder angst noch noht; Weil ich mit dem, wie GOtt es fügt, Jm leben und im tod vergnügt. 2. Du leitest mich bey meiner rechten, und führest mich durch wol und weh: Du bist mein licht in trübfals nächten, Mein leit stern auf der jammer see. HErr! mach es, wie du willt, mit mir, Ich bleibe dennoch stets an dir. 3. Du magst mich küssen oder schlagen, Ich weiß doch, daß du vater bist. Dein herz kann mir ja nichts versagen Was meiner seele selig ist. HErr! mach es, wie du willt, mit mir, Jch bleibe dennoch stets an dir. 4. Drum soll mein her: doch standhaft stehen, Ob mancher wind des creuzes weht; Es kann mir niemahls übel gehen, Wenn es nach GOttes willen geht. Herr mach es, wie du willt, mit mir, Ich bleibe dennoch stets an dir. s. Mein Gott! dir bleib ich ganz ergeben: HErr! leite mich auf rechter bahn, Und nimm mich einst nach diesem leben Mit gua: den und mit ehren an. Her! mach es, wie du willt, mit mir, Jeh bleibe dennoch stets an dir. mel. Von GOtt will ich nicht. 665. Soll ich nach deinem vater! seyn gekränkt? Soll ich den becher trinken, Den du mir einge schenkt? Soll ich des creuzes wel So lang ich lebe, dulden; So if es mein verschulden. D HErr! dein will gescheh. 2. Du kennest meine forgen, Du weißt, sie drücken mich: Dir und äuserlich Die matte feele quablt Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. ch 664 mir nichts geschehen In und zwar von der Gelassenheit und Zufriedenheit in GOtt. 429 quählt. Dir ist es unverholen:, sind, Die freund und feind verlas Drum sey dirs anbefohlen; Dusen, und als ein scheusal haffen: weißt ja, was mir fehlt. 3. Willt du es von mir nehmen, Wolan so dank ich dir: Soll es mein fleisch noch zahmen, So fahre fort mit mir, Und schlag, o rei ner geift! In meinem herzen nies der, Was dir an mir zuwider, Was bds und fündlich heißt. Denk, was ihr her: empfindt. 10. Ach ia! so denk ein jeder Und trösie sich dabey: Es treffe Christi glieder So viel und mancherley, So manche leidens- art, So manche noht und schmerzen; Die sich in frommen herzen Durch leiden offenbart. 4. Und kann ich nicht verstehen, 11. Drum sprich: mein Gott! Warum bald dis, bald das Bis ich leide, Was meine schuld vers her an mir geschehen, Warum ohn dient; Weil ich in luft und freus unterlaß Mich creuz und leid ge- de Mich sonst zu viel erkühnt; Ich drückt: So wirst du's offenbaren, lebte nach der welt. Du bist ge Und werd ich noch erfahren, War- recht, drum richte, und mache um du's zugeschickt. ganz zunichte, Was mich von dir abhält. 12. Ich küffe deine ruhte, Und beuge mich vor dir, Bis in dem fleisch und blute Die fündliche begicr, Die mich zum bösen treibt, Nebst allem zorn gedämpfet, Da mit, wenn der bekämpfet, Der lies GOSUDI 1. Drum bin ich nur gelaffen In einfalt, als ein kind, Und gehe meine straffen, Bis ich den ausgang find: Ich will in hoffnung still Auf meinen JEfum schauen, und ihm die noht vertrauen, Bis er mich retten will. 6. Ich weiß doch, daß mein lei- jbe herrschaft bleibt. den Mir nüß und felig ist. Denn 13. So will ich dich erheben In also lern ich meiden Der fünden allem creuz und leid, Und dir ge schlangen- lift; Mein fünden- leib verdirbt, Des geistes neues leben Wird sich ie mehr erheben, Je mehr das alte stirbt. 7. Da lebt mein heil verborgen, Wo sich mein leiden zeigt. Wo creuz und laft der sorgen Die feele niederbeugt; Da ist er ganz gewiß Mit seiner lieb' und segen Im her: sen selbst zugegen, und stehet vor den riß. 8. Drum feele fen zufrieden, Und bulde deine pein, Es wechselt stets hienieden Bald sturm, bald sonnenschein. Schau an die grosse jahl, Die mit dir auf dem wege: und werde ja nicht trage, Jf gleich der weg sehr schmal. 9. Meinst du, daß deine plagen Bu überhauft und groß; So dent, was andre tragen, Die elend, nackt und bloß, Ja gar gefangen horsam leben In zeit und ewigfeit. Wenn dis das creu; gebiert, So hab ich gnng erhalten, und laß dich ferner walten, Wie deine hand mich führt. Herz Mel.Wer nur den lieben GOtt ze. 666. beri ergeben In meines GOttes herz und sinn, So kann ich ohne forgen leben, Weil ich bey ihm im segen bin. Dis glaubens wort zieht viel nach sich: Gott sorgt für mich recht väterlich. 2. Zwar mich bekümmern mans che sachen; Denn was ich suche find ich nicht. Viel nachte muß ich schlaflos wachen, Wo oft das herz in thrånen bricht. Doch meine feele faffet sich: GOtt forgt für mich recht väterlich. 3. 3war 430 Von dem heiligen Leben 3. Zwar kehret mir das glück den rücken, Und sein gesicht stets andern zu; Wohin die trüben augen blicken, Da seh ich nichts zu meiner ruh. Doch dis allein vers gnüget mich: GOtt sorgt für mich recht väterlich. 4. Ach schon in meinen besten tagen Bin ich an creuz und leiden alt; Allein ich will's geduldig tra gen: Wer weiß, es ändert sich wol bald. Denn dieses trost- wort stärket mich: GOtt sorgt für mich recht väterlich. 5. Wie könnt ers übers herze bringen, Daß er mich ließ ohn hûl: fe stehn? Mein seufzen wird mir wol gelingen, und alles noch nach wunsche gehn. Sein theures wort versichert mich: GOtt sorgt für mich recht väterlich. 6. Ich will nicht mit mir selber janken, Wie dis und das noch kommen wird; Weil man durch unruh der gedanken Sich in sich selber nur verirrt. Gnug dieser troft erquicket mich: GOrt sorgt für mich recht väterlich. rigkeit: Ich sprech ihm zu: gedulde dich! GOtt sorgt für mich recht väterlich. Mel. HErr JEfu Christ du zc. 667 Wie mein getreuer und christlichen Tugenden ferner machen. Er wird schon, wenn mirs nüß und gut, Dieweil ich steh in seiner hut, Für meine wolfahrt wachen. 7. Und nun, weswegen sollt ich sorgen: Da GOtt die sorgen auf sich nimmt? Kömmts heute nicht, fokdmmt esmorgen, Wasmir sein vater- herz bestimmt. An solche hoffnung halt ich mich: GOtt sorgt für mich recht väterlich. 8. So bleibt mein herz in GOtt gelassen und ruhet in zufriedenMel. O GOtt du frommer?. beit. So kann mein ſinn ſich freu 668. Willt du dir, meine dig mitten ge danken machen, Das nicht zu än dern steht? Befiehl Gott alle fachen: Was ich nicht fassen kann, Da weiß der höchste wol, Wie er zu seinem preis noch alles rich ten soll. vater will al len schweren fachen; So halt ich ihm gehorsam siiik, Und laß ihu 1008 2. Ob ich gleich denke dis und das Mit hochhetrübten sinnen, Ob ich gleich sorg ohn unterlaß, Was ich doch soll beginnen: So kann ich, durchmeinherzelcid, Der größten widerwärtigkeit Doch nie was abgewinnen. 3. Drum laß es gehen wie es geht, und meine thränen fliessen; GOtt wird sie, weil es bey ihm sieht, zu rechter zeit versüssen: Sein liebreich herz wird schon einmahl Sich über mich, nach dies ser quahl mit lauter gnad er giessen. 4. Indessen leid ich mit geduld Bis GOtt sich wieder finde; Denn dis und mehr hab ich verschuldt mit meiner grossen sünde: Ich weiß, GOtt reißt mich wunderbar Noch solchermaassen aus gefahr, Als ich jest nicht ergründe. 5. Wirst du nur ferner, GOtt mein hort! Des zweifels mich befreyen, und mir im glauben durch dein wort Beständigkeit verleihen; So weiß ich, daß mein grosses leid Sammt aller wider wärtigkeit, Mir muß zum nuß ges deyen. 2. Elender erden- wurm! Willt du gen himmel steigen? Du arme creatur! Willt du dem schöpfer seigen, Was er anordnen soll? RELATED TO BE word die Be und zwar von der Gelaffenheit und Zufriedenheit in Gott. 431 Bedarf der jezo raht, Der so viel tausend jahr Die welt regieret hat? 3. Ach nein: dir, grosser GOtt! Sen alles heimgestellet: Mach du es auch fortan Blos, wie es dir ge fället. Obs gleich oft feltsam scheint; So ist doch endlich gut, Was deine wundermacht und höchste weisheit thut. 4. Indessen wollest du, O vater! nur verleihen, Daß alles mir, und auch zum besten muß gedeyen Dem orte, wo ich din; Damit es insgemein, und mir insonderheit Erträglich möge jeyn. 5. Zwarist mein glaube schwach: Doch, HErr! aus lauter gnaden Gib, daß es heilsam sey, Und mir nicht könne schaden, Wie wunderbar sichs Fehrt; Denn alles steht bey dir; Ich will auch dir allein Drum danken für und für. * 6. GOtt vater! dir, nicht uns, Nicht uns, nur dir sey ehre: Dein lob, o Jefu Chrift! Dein lob sich immer mehre: Nur dir, GOtt beilger geist! Nur dir sey ewig preis Für alles, was du thust Im ganzen erden- kreis. Mel. Was mein Gott will sc. in Jh herz und sinn Mein her; und sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir gewinn, Der tod felbst ist mein leben. Ich bin deß kind, Der tod und sünd Die waf fen ausgezogen; Ob er gleich schlägt, Und creuz auflegt, Bleibt er mir doch gewogen. 2. Ich glaube fest, es fehlt mir nicht, Mein vater muß mich lieben. Verbirgt er gleich sein an gesicht! So will er mich nur üben, Mich durch geduld In seiner huld Gewöhnen fest in stehen: Wenn sich mein geist Nur treu erweist, Wird er mich schon erhöhen. 3. Er hat mich selber zugericht, Mir leib und feel gegeben. Er ist, der unterhalt verspricht, Er fristet mir das leben, Erbarmet sich, Und zählet mich Aus gnaden zu den seinen. Wer so viel thut, Deß her; und muht Kanns nimmer böse meinen. 4. Bey ihm istweisheit und verstand und macht in allen thaten; Zeit, ort und stund istihm bekannt Zu helfen und zu rahten. Er weiß wenn leid und freudigkeit Uns seinen kindern diene; Und was er thut, Ist alles gut, Obs noch so traurig schiene. 5. Du denkest war, wenn du nicht hast, Was fleisch und blut begehret: Als ob dich GOtt mit grosser last und gar aus haß beschweret; Haft spät und früh Viel sorg und müh, An deinen wunsch zu kommen, und denkest nicht, Das, was geschicht, Gescheh zu deinem frommeu. 6. Fürwahr, der dich geschaffen hat und sich zur ehr erbauet, Hat längst in seinem weisen raht Auch auf dein heil geschauet. Er sieht voll treu, Was dienlichsey Für dich und für die deinen: Drum laß ihn nun, Was er will, thun; Er kanns nicht böse meinen. 7. Gefällt es GOtt, so kanns nicht seyn, Es muß zulezt ers freuen: Und leiden, kummer, noht und pein Muß dir zum heil gedeyen. Wart in geduld. Die vater: huld Wird sich doch endlich fin den. Angst, noht und quahl Wird auf einmahl, Gleich wie ein dampf, verschwinden. 8. Ey nun, mein GOtt! so fall ich dir Getrost in deine hände: Nimm mich, und mach es nur mit mir Bis an mein leztes ende So, wie du weißt, Was feel und geist Er: 432 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden Erbauet, tröstet, lehret, Wasdei- ich armer geben? Du forderst viel nen ruhm, Mein christenthum, von mir. und meinen glauben mehret. 19. Giebst du mir ruh und sons nenschein, So nehm ich es mit freuden. Solls aber creu; und unglück seyn, Will ichs geduldig leiden. Soll ich allhie Noch fort voll müh, Voll creuz und kum mer leben; Ich folge dir Doch für und für Gelassen und ergeben. ro. Soll ich denn auch des todes weg Und finstre straffe reisen: Wolan! ich gehe bahn und steg, Den du mir, HErr! wirst weisen. Du bist mein Gott, Der noht und tod zu solchem zwecke Fehret, Daß dich mein geift Dort ewig preift, Und mit den engeln ehret. Von der Uebergebung an GOtt and deffen Willen durch beiligen Gea #E op borfam. 670.h Mel. Helft mir GOtts güte zc. Err, dem die engel dienen! Hier ist ein fünden- knecht Vor deinem thron erschienen, Verwirf ihn nicht nach recht. Du bist ja treu und gut: Drum laß mich gnade finden, Und tilge meine fünden Durch meines JEfu blut. 2. Ach dis ist meine freude, Wenn ich in dngfien bin; Im allergrößten leide Eilt mein gemüht dahin. Ich finde früh und spat Bep noht und iammer stunden In meines JEsu wunden Erwünschten troft und raht. Idammsu 3. Drum will ich nicht versas gen, und mich vor dein gesicht Getroft und freudig wagen; Denn du verwirfft mich nicht. Was aber bring ich dir? Mein GOtt, mein beil, mein leben, Was kann 4. Nun, weil ich sonst nichts hos be: Nimm geist, herz, sinn und muht Statt einer armen gabe, Ja leben, leib uns blut, Und alles von mir hin: Ich schenk es dir zu eigen, Um dir dadurch zu zeigen, Daß ich nur deine bin. 5. Mein denken, reden, wiß fen, Mich selbst, mein ganzes thun, Werf ich zu deinen füssen: Hier will ich stille ruhn: Hier will ich ganz vertraut Mit dir mich dein erfreuen, und keine schmer zen scheuen, Wofür mir sonst ge graut. 6. Mich soll kein schicksal tren nen; Kein leiden, keine pein, Ver folgung, lästern, brennen Goll mir entfeßlich fenn. Kömmt felbfi der tod herbey Um mir das her zu brechen; So will ich frendig ſprechen: GOtt lob! nun werd ich 7. Da will ich nach dir blicken und den erlöften geistDahin gelas, fen schicken, Wo man dich heilig preist. HErr! reiche mir die hand, Entbinde mich der fünde, Und füh re mich geschwinde In dein gelob tes land. 8. Nun laß es bald geschehen, So bleib' ich dir verpflicht; Du wirst mich nicht verschmähen, Ob mir gleich viel gebricht. Ich bin und bleibe dein; Ja soll ich noch auf erden Dein treuer zeuge wer den, So will ich standhaft seyn. Mel. Ir. Sollt ich meinem Gott 671.ch ergebe mich dem tes, der mich liebt; Der wird auch an mir erfüllen, Was mir ewig vortheil giebt. Schaue groffer GOtt! hernieder, Sich, hier leg ich muht und sinn, Herz und zwar von der Hebergebung an GOtt durch Gehorsam. 433 und seele vor dir hin; Nimm doch| Wenn er sich ganz an GOtt ers mich und meine glieder, Mach aus giebt, Und sich nur übt nach dem ihnen, was du willt, was du willt, zu streben, Was GOtt der höchste vater liebt; Der kann in aller mein GOtt und schild! angst und pein Mit seinem GOtt vergnüget seyn. 2. Ach ich kenne dich, mein leben, GOtt! der du mein vater bist; Den, der sich für mich gege ben, Kenn ich, der ist Jesus Christ; Ja ich kenne meinen führer, der mir deine wege weist, Das ist GOtt der heilge geift: Hab ich dich nun zum regierer, Dich, du dreneinger GOtt! So er schreckt mich keine noht. 3. Und wie darf ich doch verzagen, Gieng es noch so wunderlich? Da ich bis hieher kann sagen: GOttes hände führen mich. Und erleb ich dann den morgen, Ey! fo lebt mein GOtt auch noch; Des sen treu verspricht mir doch, Daß er mich sein kind, versorgen, Mich, fein schäflein, führen wird, Als mein vater, Gott und hirt. 4. Gieng mirs immer, wie ich wollte; So gieng mir es selten gut. Denn wenn das geschehen sollte, Was sich wünscht mein eitler muht; Würd ich oft mein unglück wählen. Ich empfinde, leider! oft Böses, wenn ich glück gehofft: Drum halt ich von grund der see: len Meinem Gott im glauben still; Mir geschehe, was er will. 2. Er weiß von keinen welt- gedanken, Er weiß von keiner eitlen luft; Er bleibet ftets in GOttes schranken, Jhm ist nichts, ausser GOtt, bewußt. Gottliebet ihn, an dessen raht Er seine lust und freude hat. 3. Ach GOtt du kennest meis nen willen, Du forscheft, prüfft, ers gründest mich; Was dir gefällt, will ich erfüllen. Mein geist er hebt und lobet dich: Und was mich auf der welt vergnügt, Ift JEfus, der im Herzen liegt. 4. An diesen hab ich mich er. geben Durch meine ganze lebenszeit, Dem will ich blos zu ehren leben; Drum bin ich allemahl bereit zu thun, was dieser Heiland will: Was ihm beliebt, ist auch mein ziel. r. Die welt mag ihre luft behalten, Die nur voll furcht und hoffnung ist; Ich laffe Gott und JEsum walten, So weichet alle furcht und lift. Was welt- gesinnte frölich macht, Das hat mein hers schon längst veracht. Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. 672.Wie felig tann ein christ hier leben, 6. Denn ich erfreue mich im Herren, An diesem hab ich meine luft. Will alles wider mich sich sperren: So bleibt mir Gott, mein troft, bewußt, Der selbst in meinem Herzen wohnt, und mir mit luft und wonne lohnt. f. Was du willt, gescheh mir immer; Was ich will und schädlich ist, Vater! das geschehe nimmer, Weil du groß und gütig bist, Und weil dir mein unvermögen Im ge horsam längst bekannt; Ey! so las doch deine hand Meiner schwachbeit kraft beylegen, Vater! dadurch folg ich dir. Was du willt, bet, In ihm kann ich vergnüget 7. Der hat mich ie und ie gelie. geschehe mir. seyn; Wenn mich so manches leid betrübet, Floßt er mir troft und les ben ein. Mein herz trifft alles bep ihm an, Was es verlangt und wünschen kann. 8. Darum befehl ich meine wege Dem Ee Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 434 dem HErrn, der mich so wol res giert: Ich überlaß ihm tritt und stege, Bis mich der weg zum him mel führt: Auf diesen soll in aller pein Mein bester troft gerichtet seyn. 9. GOtt lob! der wunsch ist ein getroffen; GOtt ist und bleibt mein bestes ziel. Auf diesen will ich eifrig hoffen, So thu ich, was der höchste will; Der machet alles gut und wol, Daß sich mein her crfreuen soll. 10. Wolan! ich bin in deinen hånden, GOtt! führe mich, wie dirs gefällt. Du kannst die noht am besten wenden, Drum führe mich bald aus der welt. Dort geht das rechte leben an, Da ich mich ewig treuen kann. el. Wer nur den lieben GOtt ic ib 673. 5. Gib, daß mein wille deinem willen Sich kindlich unterwerfen kann. Und kann ich alles nicht er füllen, So nimm den guten willen an; und habe du aus grosser huld Mit meiner schwachheit noch ge duld. scheine, So laß mirs auch gefällig 6. Willt du, daß mir die sonne seyn. Willt du, daß mir der him: met weine, So lenke mich gelasſen drein. Soll ich zum creuz und gra be gehn, So laß es auch mit lus geschehn. willen, Der schatten folgt der son 7. Ich folge demnach deinem ne nach. Willt du mich nur mit kraft erfüllen; So fols ich dir, Gott! allgemach. Wer sich nach deinem willen richt't, Spurt im mer kraft und neues licht. 8. Mein JEsus ist mir vorge: und vollbringen, Othat. Will ich nun mit dem namen vater aller gütigkeit! Und mache prangen, Den er mir selbst gege: mich vor allen dingen Durch deiben hat; So muß ich auch darauf nen guten geist bereit, Daß mei beruhn und deinen willen willig nem herzem nur gefällt, was mir thun. dein wille vorgestellt. 2. Du hast mir deinen guten willen In deinem worte gnug er klärt: Ach könnt ich den nur recht erfüllen, So wär ich dir auch lieb und wehrt. Nun aber fehlt mir noch gar viel, Ich bin noch weit vom rechten ziel. 9. Laß mich im leben und im sterben Nach deines willens lei tung gehn, und diesen trost im glauben erben, Dein wille werde feste stehn; Du willt ja meine fe ligkeit, So mache mich dazu be reit. 3. Mein eigenwille steht im wese, daß ich nicht will, was dir ge- Mel. Wer nur den lieben GOtt 2 fällt; Indem ich das zu wollen pflege, Was welt und fleisch für rathsam hält. Des menschen wil le bleibt verkehrt, Der oft, für segen, fluch begehrt. 674. bu baf mir zu befehlen. Ich muß dir auch gehorsam seyn, Laß mich das beste theil erwählen, Mein wille stimme deinem ein. Du bist der HErr und ich der Enecht, was du gebentft, ist gut und recht. 4. Dein wille, vater! aber lenFet Mich allezeit zum guten hin. Denn wo der Mensch nicht hingedenket, Da leitest du doch unsern finn, und läsfest uns am ende sehn, Es sey zu unserm heil geschehu. 2. Gehorsam soll vor allen din gen Dein angenehmstes opfer seyn: Laß mich nun auch die gabe brin: 435 und zwar von der Verleugnung sein selbst und der Welt. bringen, und mich nur deiner| ruhte küßt, Liegt endlich auch an rechte freun. Die christen müssen deiner brust, Und alle laft wird ihm dein gebot Aus liebe thun, und zur luft. nicht aus noht. 3. Ich sehe, wie auf dein geheif e Dir wind und meer gehorsam sind, Die creatur mit größtem fleisfe Jhr anbefohlnes werk be ginnt: Vielmehr kömmt mir, als menschen, itt, Daß ich nach deinem thu. 4. Dein sohn that deinen wil len gerne, Und stellte sich zum muster dar; Daß ich gehorsam von ihm lerne, Wie er dir selbst gehorsam war, Und solches freudig in der that, Bis in den tod, be zeiget hat. . Laß mich nicht erst in solchen dingen Mit fleisch und blut zu rahte gehn, Die mein gehorsam soll vollbringen; Sie werden mir nur widerstehn. In unsern gliemich, nur dich zu lieben, an, Und dern findet sich nur ein gesetz, das dampf die eigenliebe.on Ald wider dich. 3. Gib, daß ich aller bösen luft Absterbe, dir nur lebe. Kein unbestand sen mir bewußt, enn ich mich dir ergebe. Gib, JEsu: daß ich niemahls mir Noch meinem willen, sondern dir und deinem willen folge. 4. Wird fleisch und blut erst unterdrückt, Wird schudder eigen: wille Jn meiner eitlen bruft er: stickt, Sind die begierden stille: Co fängt Gott sein werk in mir an, Daß ich durch seine gnade kann Mir felber gang absterben. 19 5. Mein herz ist eitler lüfte voll, Blind, finster, ohne leben; Was GOtt in mir gefallen soll, Muk er mir selber geben. Erleuchtet mich sein gnaden schein; So kann ich ihm gefällig seyn, Und ihm zu ehren leben. 13119 6. Gib, JEsu! mir den gnaden. schein, Daß ich dich recht erkenne, Dich ehre, gegen dich allein In wahrer Liebe brenne. Entreiß mich 6. Ach schreibe selber dein gefeße mit groffer traft in meinen sinn, Daß ich nicht deinen bund verlege, Noch sonsten ungehorsam bin. Laß mich dein joch mit freu den ziehn, und alle widerstrebung fliehn. 7. Sobald ich deine stimme hd re; So mache herz und ohr bereit, Daß ich sie mit gehorsam ehre, Und thue, was sie mir gebeut. Ein hörer soll ich nicht allein, Nein! auch zugleich ein thäter seyn. Von der Verleugnung fein felbft, der Welt und aller Eitelkeit. Mel. Allein GOtt in der höh zc. 675. Will iemand Chrift jünger seyn, Der muß sich sein nicht schämen, Sich selbst verleugnen, Christi pein Und creuz gern auf sich nehmen. Drum JEsu! gib mir deine kraft, Die dieses einzig in mir schafft, Damit ich dir nachfolge. 2. Du weißt ja, daß es schwerer fällt, Den eigensinn zu lassen, Sich selbst verleugnen, als die welt Und ihre luft zu haffen. Drum wirk in mir, was ich nicht kann: Führ 8. Will mich die böse welt vers suchen, Daß ich dir nicht gehorsam sey; So laß du mich ihr wert verfluchen Nebst aller ihrer gau beren. Wer menschen folgt, ist thorheit voll; Weil er GOtt mehr gehorchen soll. 9. Und endlich gib mir auch im creuze Ein herz, das dir gehor sam ist, Daß ich dich nicht zum torne reize: Ein Find, das deine 436 Von dem heiligen Leben mich mir, und gib mich dir; Laß meine seele für und für Mit dir verbunden bleiben. 7. Ich feufie, HErr! nach dei ner kraft, Stark mich mit deiner güte. Dein geist, der alles gute schafft, Erfülle mein gemühte; Daß es nicht eigne ehre sucht, Dir ähnlich wird, und stets verflucht, Was dein reich in mir stöhret. 8. HErr! deine liebe giebt allein Heil, seligkeit und leben; Die eis genliebe kann nur pein, Uuruh und unheil geben. Du giebst uns fegen, heil und ruh; Der eigne ruhm schreibt sich es zu, Drum muß er dir misfallen. 9. Dein ist preis, ehr und ruhm, den dir Doch stolz und hochmuht fehlen: Darum zerstdhre doch in mir Den hochmuht eitler seelen. Nimm eigne liebe volig hin, Und gib mir Christi hert und sinn, Der dich nur liebt und ehret. falt fiets und christlichen Tugenden heit sahe; So hat man ihn sich freuen sehn, Wenn GOttes wort geschabe. 6. Sein wille blieb auf ebner bahn; Doch macht er seinen wil len Des vaters willen unterthan, Den kam er zu erfüllen. Er hatte Peiven tropfen blut, Der sich für GOtt nicht regte, und der sich nicht dem höchsten gut Mit luftu Mel. Was mein GOtt will zc. die nicht 676. gewohnet fend, 7. Gib mir, mein heiland! trafe Kº Euch selber abzusagen; Kommt, die allein nach eitelkeit, Nach ehr und welt lust fragen; Seht JE fum, ever vorbild, an, Und lernt euch heilsam schämen; Laßt euren fuß nach seiner bahn Sich unges faurat bequemen. und lust, Dirvöllig gleich zu wer den; Verbanne selbst aus meiner brust Die liebe dieser erden. E Gottes willen ganz allein Die richtschnur meiner schlüsse, Mein zinzig ziel und speise seyn, Die mich erquicken müffe. arbeit seiner hand, Der inhalt seis ner pflichten. 4. Ward menschen- ehr ihm angethan, So wollt er sie nicht ha ben; Man bot sie ihm yergebens an, Er sloh für solchen gaben. Die wollust, so die welt verspricht, Ver. langt' er nicht zu schmecken. Er sprach zur lust: dich kenn ich nicht, und ließ sich nicht beflecken. 2. GOtt war sein alles, und allein Sein höchstes gut in allen; Er ließ sich nichts gefällig seyn, 24s dessen wolgefallen. Den wils len deß, der ihn gefandt, In eine 677. inmensch, der finn eigensinn Als einem gott verehret, Hält das für flugheit und gewinu, Was ihn die thorheit lehret. Ein fels ist hart ein demant fest: Ein kopf, der sich nicht rahten läßt, If härter als fe beide. 3. Sein geift war ganz der welt entführt, Der heiligkeit geschens fet: Er ward durch teine luft ges rührt, Durch keinen schmeri ges frantet. Drum fand man ihn bes trübet stehn, Wenn er die bos 5. Es konnte nichts, was irdisch heißt, In seine seele dringen: Sein ganz mit Gott verbundner geif War frey von mammons schlin gen. Er sah sich dürftge eltern aus; Der erbe aller fachen War selbs ohn eigenthum und haus, Ward arm, uns reich zu machen. Wiber den Eigensinn. Mel. HErr JEfu Chrift du t. 2. Er meint, daß ihn die weisbeit fich Zum meister- stück berei tet und zwar von der Verleugnung sein selbst und der Welt. 437, tet, und wiß und klugheit mildig geift den schluß: Dein wille lich In seine brust geleitet: Al HErr! geschehe das höchft- verderbrekind, Die eigenliebe macht ihn blind, Daß Von der guten und bösen Et. er den fehl nicht siehet. genliebe. 3. Was seinem eigensinn ge fällt, Das soll auf erden gelten. Mel. JEsu deine heilge wunden felber Was er für recht und billig hält, 678. Gott! daß man sich Soll GOtt und welt nicht scheldir nicht zuwider seyn: Denn du ten: Drum spricht er GOtt und menschen hohn: Gewissen und res ligion Sind ihm geringe sachen. den menschen ein. Jeder lenket pflanzest diese triebe Von natur 4. Ein treu und wolgemeinterberg und finn Auf sein eigen wol seyn hin. Niemand, den der erdereis faffet, hat sein eigen fleisch gehaffet. raht Wird nie von ihm betrach tet: Und, was ein andrer gutes hat, Verhöhnet und verachtet. Schlägt Gott auch gleich mit strafen drein, Und läßt den zorn empfindlich seyn: Wird eigensinn doch härter. . Wo bleibt des wahren glau bens schein Bey solchem wüsten leben? Wer fromm ist, muß auch littsam seyn, Nicht boshaft widers streben. Seht, christen Christi lebenslauf, Der stellt sich euch um beyspiel auf, Die sanftmuht auszuüben. 6. Vollbringt nicht, was euch fleisch und blut und eigenliebe rahten; Erfennet selber, was euch gut, Und prüfet cure thaten. Will eigner wille meister seyn; So räumt ihm keine herrschaft ein, Sonst rennt ihr ins verderben 7. Getreuer JEsu! leite mich Nach deinem raht und willen; Mein sehnlich auge sieht auf dich, Du kannst die unruh stillen. Drum, wenn ich widerspenstig bin, So hilf mir meinen eigensinn und bösen willen brechen. 8. Gib, daß ich nicht zu heftig en, Wenn man mir widerstehet; Und mache mich von unmuht frey, Wenns nicht nach wunsche gehet. Ja, wenn ich manches dulden muß, So senk in meinen 2. Wenn nur dis den vortheil brachte, Daß man recht sein wah. res wol und die seligkeit bedächte, Die uns glücklich machen soll. Wer sich seinem GOtt ergiebt, Nur die ewgen guter liebt, und der seelen hohen adel Kennet, liebt sich ohne tadel. 3. Aber leider! nach dem falle, Der von Adam auf uns erbt, Sind wir arme menschen alle Auch in diesem stück verderbt. Unfer böses her; allein Will sein eigner abgott fenn, Sich nicht erst zum höchsten kehren, Sich nur über alles ehren. 4. Mein GOtt diesen schnöden gdhen Will mein herz auch mit gewalt Ueber GOtt und menschen setzen: Dämpfe doch dis übel bald, ampfe mit mir wider mich. Ich verlaffe mich auf dich, Wenn mich fatan mit den stricken Eigner liebe will berücken. s. Statt der schnöden ehrbe: gierde Floß mir wahre demuht ein; Sen du meine freude, jierde, Luft und ehre ganz allein. Ehrgeiz ist dir ia verhaßt, und den men schen eine laft; Drum gib, daß ich mich zwar ehre, Doch nur, weil ich dir gehdre. 6. Wer nur geiz und wolluft Ee 3 beget, Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 438 beget, Liebt sich selbst zu seiner schmach. Wer nach GOtt verlangen tråget, Dent geht GOttes liebe nach. Welt und wolluft macht nicht satt; Wernicht GOt res guade hat, JEsum liebt von ganzem Herzen, Wird sein eigen heil verscherzett. 7. Mache denn, mein GOtt! in gnaden Meine eigenliebe rein; Faß mich nicht, zu meinem schadett, In mich selbst verliebet seyn. Sen du cinzig meine luft, und gewöhn auch meine brust, Nach bes näch zu trachten, ihn, als mich selbst zu achten. 8. Nun es bleibet feft gestellet, Darauf soll mein herz beruhn'; Erst, was dir, o GOtt! gefället, Eifrig und mit fleiß zu thun; Dann dem nächsten beyzustehn, Auf ihn, als auf mich, zu sehn: Diefe liebe will ich üben, Dich, mich, und den bruder lieben. nun erhöht Zur rechten sieht, Und schüßt mich, seine braut. 2. Die thorheit volle luft der welt, So süß sie heute lacht, hat morgen ihr gesicht verstellt, und den in leid gebracht, Der auf sie baut: Allein vertraut Man GOtt und seiner treu; So sieht man schon Die Himmels cron, Und freut sich ohne reu. 3. Mein Jesus ist, der mich erfreut, Was frag ich nach der welt, Sie ist voll furcht und traurigkeit, Die endlich selbst zerfällt: Ich bin ia schon mit GOttes sohn Im glauben hier vertraut, Der 4. Ach JEsu! tödt in mir die welt und meinen alten sinn, Der sich dir stets entgegen stellt: HErr! nimm mich selber hin, und binde mich Ganz festiglich An dich, HErr, mein hort! So irr ich nicht In deinem licht, Bis an den freu den sort. Mel. Durch Adams fall ist ganz 680. Hier ist mein he herz, HErr! es hin, Dir hab ich mich ergeben: Welt! immer fort aus meinem sinn Mit deinem lafter leben. Dein thun und tand Hat nicht be stand, Das werd ich täglich innen; Drum schwingt und reißt Mein freyer geist Sich ganz zu GOtt von hinnen. 2. GOtt ist mein allerbestes gut, Ben ihm feht mein verlangen. Ach! könnt ich nur mit frohem Meloden 31. 679. Was mich auf dieser mubt Beständig an dir hangen! Ach! war mir doch Das sünden joch Nun völlig abgenommen! Könnt ich einmahl Jn jene zahl Der auserwählten kommen! welt betrübt, Das währet kurze zeit; Was aber meine feele liebt, Das bleibt in ewig keit. Drum fahr, o welt! Mit ehr und geld und deiner wolluft hin: In creuz und spott Erquickt mein GOtt Mir feele, mußt und sinn. 3. Es ist ja doch aus dieser welt und ihren eitlen sachen, und was sie schönes in sich hält, Kein wah res gut zu machen: Ihr gut ver. schwindt Wie staub und wind, und ihre luft zerstäubet: Nur GOtt, mein schaz, Behält den plag; Nichts ist, das ihn ver. treibet. 4. Wie thdricht hab ich doch ge than! Den lüften dieser erden Hieng ich mit groffem eifer an, Die doch zunichte werden. Ich sehe nun, Daß all ihr thun, So schön es scheinet, kränket, In seelennoht, Und, nach dem tod, In böl. len- pein verfentet. 5. Ach schmerz! die fünden- luft allein und zwar von der Verleugnung sein selbst und der Welt. allein hat mich so sehr bethöret: Die fünde nahm die sinnen ein, Und hat sie ganz verkehret; Drum ließ ich mich So williglich Von dir, mein schöpfer! trennen. Ich bitte dich, Ach! laß es mich Mit wahrer reu erkennen. 6. Gib, daß ich seele, geist und fian Zu dir gen himmel schwinge, Im glauben dir vereinigt bin; Laß mich an keinem dinge, Als dir allein, GOtt! mich erfreun. Denn du, mein heil und leben, Kannst jederzeit, Was mich erfreut, Hier und dort ewig geben. 7. Nur weg, was schndd und flüchtig ist, Ich laß es alles fahren; Weil du mir, GOtt! im her zen bist, wirst du mein her; bes wahren, Daß es die pracht Der welt verlacht. Laß mich nur dich verlangen; Laß meinen muht, höchstes gut! Nur einzig an dir hangen. 439 ten herrlichkeit, Ein tand, traum und verlust der zeit. 4. Du reizest die bethörte sinnen, Indem das herz voll unruh steht. Ein jeder sieht, wie ihr be ginnen Von einer lust zur andern geht, und wie zuleßt, Was sie ers gezt, Und was ihr lüstern herz ges rührt, Sie lebend schon zur hölle führt. 5. Bey dir, o Gott! find ich den frieden, Den mir die welt nicht geben mag. Du kenneft, labst und stärkst die müden; Ich spüre ja, daß jeder tag In dieser zeit, | Die dir geweiht, Von sorgen, lust und fünden frey Viel besser, als sonst tausend sey. 6. So reiß mich doch, du theure liebe! Necht aus der thorheit eitler welt; Vermehr in mir die für sen tricbe, Daß mir von nun an nichts gefällt, Als solche lust, Die meine brust Aus deinem wort und wunden saugt, und mehr als alle welt- luft taugt. 7. Verbittre mir die schudde freuden, Davon ich noch betbôs ret bin. Zermalme mich durch creuz und leiden, Zerknirsch in mir den eitlen sinn! Erbarme Dich Und ziehe mich, Aus dieser weit beschwerlichkeit, Zur freud und wonne jener jeit. Melodey 32. 681. Entreißt euch, meiner feelen kräfte! Von allem, was noch weltlich heißt. Wirf hin die eitle welt- geschäfte, Mein hierbey fast verschnachter geist! Sprich: gute nacht! Welt, geld und pracht; Ich fang ein ans dres leben an, das nicht mit euch bestehen kann. 2. Wie preis ich, JEsu: dein verlangen? ich Gottes vater- huld, Die mir jo liebreich nachgegangen? Sie trägt mich noch mit viel geduld. Jch gieng verirrt; Doch du, mein hirt! Haft mich nach deiner gut und macht Aus den verderben wiederbracht. 3. Ich dacht erst in der welt zu finden, was unsern geist vergnü gen kann; Ich wälzte mich in koht und fünden: Izt klag ich meine thorheit an. Verblendte welt! Was dir gefällt, Ift bey der größMel. GOtt des himmels und der befte 682. Meine leben ber himmel, GOttes thron; Meiner feelen trost und weide st mein JEsus, GOttes sohn. Was mein Herz allein erfreut, Ist in jener ewigkeit. 2. Andre mögen sich erquicken An den Gütern dieser welt; Ich will mich zum himmel schicken, Weil mir JEsus nur gefällt; Denn der erden gut vergeht, JEsus und sein reich besteht. 3. Net: 440 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 3. Reicher kann ich nirgend wer- So manche traurigkeit versüßt. den, Als ich schon in JEsu bin; Dein geift ist ja ein freuden- geist, Alle schäße dieser erden Sind ein Der uns in dir erfreuen heißt. schndder welt- gewinn. Jesus ift 2. Erweck in mir dergleichen. das rechte gut, Wo die feele freu- freude, Die nur aus deinem her: dig ruht. en quillt. Sey meiner feelen trof und weide, Dadurch sich aller kummer stillt: Und gib mir immer frischen muht, Wenn mir das creuz gleich wehe thut. 3. Das welt- kind suchet sein er: gegen In lauter tand und eitels keit; Es freuet sich ben grossen schägen, Die nur ein spiel und raub der zeit; Es findet seine luft daran, Wenn es viel ehre haben kann. 4. Glänzet gleich das welt- ges pränge, Ist es lieblich anzusehn; Währt es doch nicht in die lange, Und ist bald damit geschehn: Die ses lebens glanz und schein Pfleget plöglich aus zu seyn. s. Aber dort des himmels gaben, Die mein Jesus innen hat, Können herz und seele laben, Machen ewig reich und satt; Jenes lebens herrlichkeit Bleibet nun und allezeit. 4. Doch das giebt christen kein 6. Rost und motten, raub und vergnügen; Drum laß es ferne feuer Schaden auch der freude von mir seyn. Die eitle luft kann nicht, Die mir JEfus, mein ge nur betrügen, Auf lachen stellt treuer, und sein vater, fest versich trauren ein. Wer aber sich in spricht. Dort ist alles abgethan, dir erfreut, Der schmecket lauter Was die seele kranken kann. 7. Einen tag ben JEsu sizzen, ' jft viel besser, als die welt Eausend jahr in freuden nügen; Doch, wen GOtt zur rechten stellt, Der erlangt von seiner hand Erst den rechten ehren- stand. 8. Welt- luft, ehre, iauchen, foringen Labet meine seele nicht; Aber nach dem himmel ringen Ift, was reine lust verspricht: Wer ich fest an JEsum hält, hat mehr luft, als alle welt. 9. Ach! so gönne mir die freude, JEsu! die dein himmel hegt. Sen du selber meine weide, Die mich hier und dort verpflegt. Nimm mich in den himmel ein, um in dir recht froh zu seyn. ift Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. 683. Mia nicht zuwider, ein GOtt! Wenn unsre feele frölich ist, Wenn unser mund durch freuden lieder füffigkeit. s. Sollt ich mich über dich nicht freuen? Du bist mein schaß und höchsies gut; Du giebst mir segen und gedeyen, Und deckest mich mit deiner hut: So hab ich ehre gnug ben dir, Ich bin dein kind, was fehlet mir? 6. So sey denn dieses meine freude, Daß ich mich zu dir halten kann, Daß ich die schnöde lust ver meide, Der eitle seelen zugethan. Dein wort fen meines herzens luft, Durch dis ergeze meine bruft. 7. Laß mich an JEsum stets ge denken, So werd ich allzeit frd lich seyn; Er kann mein herz mit wollust tränken, Und schenkt mir freudenbecher ein: So geh ich war als traurig hin, Doch daß ich allzeit frölich bin. haben von jener füffen himmels. luft; Da wirst du mich ohn ende laben, Wo mir kein herzeleid be wußt. und zwar von der Nachfolge JEfu. 441 wußt. Führ mich in deinen him- f durch sein bemühen uns alle nach mel ein, Da wird der freuden fülle sich ziehen. seyn. 2. Mein JEsus rufet: folge mir! Ich folg ihm zwar im glau. ben; Allein die kraft kömmt nur von dir: Soll die kein zweifel raus ben, So muß dein wort Mich imSonst kann ich leichtlich gleiten merfort 3. Gib, daß ich folge seiner lehr, und allen irrthum meide; Daß noht und tod mich nimmermehr von seiner wahrheit scheide. Ich weiß, es ist Mein JEsus Christ weg, wahrheit und das leben, Er kann mir alles geben. Don der Fachfolge JEfu. Mel. Kommt her zu mir spricht zc. 684. K tommt zu mir, und fürchtet euch doch nicht, die ihr Mühselig und beladen! Kommt her, ich bin der gute hirt, Der euer her: erquicken wird: Kein übel soll euch schaden. 2. Nehmt in geduld auf euch mein joch, Seht nur auf mich, und lernet doch, Wie ihr euch follt erzeigen. Send stets sauft mühtig, wie ich bin; Liebt demuht, laßt sich euren sinn In hoffart nie versteigen. 3. So werdet ihr zu jeder zeit Für eure feel in freud und leid Trost und erquickung finden. Mein och ist sanft, leicht ist die last; Wer sie geduldig auf sich faßt, Dem helf ich überwinden. * 4. Ich komm zu dir, HErr JEsu Christ! Der du der nachfolg vorbild bist, Laß mich das stets be trachten; Daß ich mich selbst, und was die welt Mir aus betrug für luft vorstellt, Kann gegen dich verachten. 4. Mein JEsus rufet: folge mir! Ich folg ihm nach im leben: Du aber wolleft der begier Den besten nachdruck geben. Beuch mich nur hin Nach Chrifti sinn, und laß mich ihm auf erden Im wandel ähnlich werden. 1. Gib, daß ich wahre demuht üb, Den nächsten fiets mit sanft muht lieb', Dein joch trag bis ans ende, Für meine seele rub erlang; Und dort die ehren- cron empfang, Wenn ichs durch dich vollende. r. Hilf mir, so geh ich, weil ich kann, Auf seinen tugend- wegen, und führe mich zur demuht an, Laß mich zum grunde legen, Was feine that Erwiesen hat, Die mir nur lauter lieben Im wandel vors geschrieben. 6. Mein JEsus rufet: folge mir! Ich folg ihm auch im leiden. zwar følg ich ihm mit viel begier, Doch muß ich mich bescheiden. Sein creuz- felch war Sehr wun. derbar; Ich denk an das mit schrek. ken, Was seine lippen schmecken. 7. Zeuch aber mich zum creuze nach, Das JEsus selbst getragen. nimmt nun verfolgung, hohn und schmach, Und tausend andre pla gen; So gib mir muht Durch Christi blut, Bis ich in seinen Mel. Was GOtt thut das zc. 685. Mein Gott: mir wunden Den schönsten sieg gefunden. dein lieber sohn Ein vorbild hinterlassen, 8. Mein JEsus rufet: folge Mein ganzes Leben soll hievon mir! Ich folg ihm auch im ster. Ein wahres muster faffen. Er geht! ben; Sein creuz verbleibe mein voran Und zeigt die bahn; Er will panier,* und lasse mich dort erben e5 Ir Von dem heiligen Leben und chriftlichen Tugenden 442 In ewigkeit, Was mir bereit;; So folg ich, nach dem leiden, Jhm zu viel tausend freuden. * d. i. mein sieges- zeichen. schranken Deines wandels nie mahls wanken. Laß mich allen insgemein Liebreich, hold und freundlich seyn; Mich zur wollust nie gewöhnen, Nie nach guten tagen sehnen, Sondern auch zum Mel. Ich will meine ftimm erheb. 686. Folget mir! ruft uns leiden gehn, Wo wir deine fühdas bittet, will ich geben, Gehet nur den rechten steg, Folget, ich bin felbst der weg. Folget mir von ganzen herzen, Ich benehm euch alle schmerzen; Lernet von mir insgemein Sanft, und reich an demuht feyu. 7. Du bist Josua und führeft, Die du leitest und regierest, Auf der selbst- betretnen bahn In das rechte Canaan: Gib, daß wir den weg recht sehen, und ihn stets mit freuden gehen; Leit uns so mit deiner hand In dein hochgelobtes land. 2. Ja, HErr JEsu! dein de gehren Will ich dir mit lust gewäh ren, Weil dein jünger deine last Gern auf seine schultern faßt. Doch, mein heil! zu diesem werke Fehlt mir deine kraft und stärke: Geh ich dir gleich sorgsam nach, Fall ich doch, weil ich zu schwach. 8. JEsu, du mein licht und les ben! Deine bahn ist rein und eben; Gib, daß mich darauf nichts schreckt, und kein sünden- koth bes fleckt. Laß mich deine gnade spüh ren, Meine tritte so zu führen, Daß mein fuß voll unschuld geht, nicht bei spöttern stille steht. 9. Mach mich nicht allein in 3. Zwar mein geist wird oft bewogen, Aber bald durchs fleisch befreuden, Sondern auch im creuz trogen: Denn die wolluft tritt her und leiden, Durch so manchen für, Rufet freundlich: folge mir! kampf und streit, Dir zu folgen Ehrund pracht, sammt andern sa stets bereit. Laß mich nicht bey chen, Wollen mich zum sclaven angst, beschwerden, Creuz und dor machen: Geiz und ungerechtigkeit nen müde werden; Zeig mir, daß Mengen sich in diesen streit. der erden- plan Nichts als kum mer geben kann. 10. Laß mir doch mein ziel auf erden Nimmermehr verrücket werden, und entreisse mir daß licht Deiner gnad und liebe nicht. Gib, daß ich mir, von der jugend Bis zum alter, deine tugend Recht von herzen, nicht zum schein, Angelegen lasse seyu. 11. Hilfmir, HErr! vor allen dingen, Meinen lauf also voll bringen, Daß mein geift dich brünstig liebt, Sich in wahrer de muht übt. Hilf, daß ich dir hie ver: traue, Und dich dort mit freuden schaue: Jenes gib mir in der zeit, Dieses in der ewigkeit, Mel. 4. Aber ich will alles lassen, und dich ganz allein umfaffen; Hilf mir gnädig, stärke mich, HErr! so faß und halt ich dich. Nur mit dir will ich mich paaren; Welt und mollust laß ich fahren. Ihre wege find betrug: Wer dir fölget, der ist klug. <. Du bist ohne stolz und pran gen Uns in demuht vorgegangen, Du haft jedem guts gethan; Führ mich diese tugend- bahn. Jadein überschwenglich lieben Hat dich an das creus getrieben; Gib, daß meine lieb' und treu Deiner liebe ähnlich sey.. 6. Laß mich aus den tugend. und zwar von der Nachfolge JEfu. 443 Mel. Mein Herz und feel den sc.| fürft! Es alles mir zum besten fü gen wirst. 687. De mich mit dir GOttes 0 gehen Auf sions berg, da laß mich bey dir stehen; Nimm mich auch mit in der geliebten zahl, und führe mich zu deinem hochzeit mahl. 2. Ach! bilde du mich ganz nach deinem sinne: Gib, daß ich dich recht herzlich lieb gewinne; Und wo du gehst, da leite mich 688. Magen lebens- CB, Mel. Aus tiefer noht schrey ze. sach doch enauch hin, Damit ich hier und ben dir bin. reg, Den du, mein beil! betreten, und deinen schmalen creuzes- steg, Dein ringen, wachen, beten Mir täglich mehr und mehr bekannt; So eil ich, HErr! in deiner hand Voll sehnsucht nach dem himmel. 2. Gib, daß ich, als ein kind res lichts, Die finsterniß besiege. Die arme welt hat warlich nichts, Woran ich mich vergnüge: Drum gib mir kraft, dir nachzugehn, Und nie von dir zurück zu sehn, Ich fol. ge dir, dem lamme. 3. Willt du mich auch auf gol gatha mitnehmen, Go laß mich ia nicht deines creuzes schämen. Soll ich denn auch mit dir verklåret seyn, So nehm ichs an, bleibst du nur ewig mein. 4. Laß du mich, HErr! die ehre nur erreichen: Schreib GOttes bild und namen als ein zeichen An meine stirn, daß ich der deine sey, Und mache mich von schudder welt lust frey. 9. lied erklingen*; So werd ich dort das lied des lammes singen, Wenn ich den sieg durchs lammes blut erlangt, und, nach dem streit, mein haupt mit cronen prangt. * 2.B.Mof. 15. und s.B.Mof.32 1. Du hast mich schon von dieser welt erkaufet Durchs bundes blut; ich bin auf dich getaufer: Du jogst auch, als die welt mich von dir nahm, Mich wiederum zu dir, o GOttes lamm! 3. Laß in mir deines lichtes strahl Die dunkelheit vertreiben, Und mich bey der so kleinen zahl Wahrhafter jünger bleiben, Dir folgen bis zum creuzes stamm, Wo du aus liebe, theures lamm: Mir alle schätz' erworben. 6. Laß mich nun stets verbleiben bey den deinen, und unbefleckt 4. Wie groß wird meine freude vor deinem thron erscheinen; Laß seyn, Wenn ich dir treu geblieben: bosheit, lift und allen heuchel Wenn weder schmach noch creu: schein Nur fernerhin von mir ent-: es- pein Mich ie zurück getrieben, fernet seyn. 7. Laß mich dereinst das neue lied verstehen*; Und dort mit dir um innern tempel gehen, Wo GOttes stuhl ganz frey zu sehen ist, Und wo du selbst in allen alles bist. * Offenb. Joh. 519. 8. Laß mich es fiets mit dir, o JEsu! halten, Und glaubens- voll mit deinem allmachts- walten zu frieden seyn; weil du, o lebensWenn ich nur deinen ruf gehört, Dir treu gefolgt, und ungestöhrt n liebe nachgegangen. s. Wolan, so sey es denn gewagt, Ich wähle deine dornen. was mir dein treuer mund gesagt, Dient mich nur anzuspornen; Drum geh ich nun durch sport und hohn Zur lebens- crone, welchen lohn Dein joch den from men schenket. 639. 444 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 689.. Dommt her zu mir, ganz vergaß, Dieweil er lebt auf erden. spricht GOttes sohn: All' die ihr send beschwes ret nun, Mit fünden bart be laden, Jhr jungen, alten, frau und mann! Ich will euch geben was ich kann, und heilen euren schaden. 2. Mein toch ist süß, mein' last gering; Wer mirs nachträgt in dem geding, Der wird der höll entweichen; Ich will ihm treulich helfen trag'n, mit meiner hülf wird er eriag'n Das erge himmel reiche. 3. Was ich gethan und g'litten hie In meinem Leben spat und früh, Das sollt ihr auch erfüllen: Was ihr gedenkt, ia redt und thut, Wird denn erst alles recht und gut, Wenns g'schieht nach GOttes willen. 4. Gern wollt die welt auch selig seyn, Wenn nur nicht wär die schwere pein, Die alle chriz sten leiden: So mag es doch nicht anders seyn; Darum ergebe sich darein, Wer ewge pein will meiden. f. All creatur bezeuget das, Was lebt in wasser, luft und gras, Sein leiden kanns nicht meiden: Wer nicht in GOttes namen will, Der muß zulezt des teufels ziel Mit schwer'm gewissen leiden. 6. Heut ist der mensch schön, jung und schlank, und morgen ist er schwach und krant, Bald muß er wol gar sterben. Gleich wie die blumen auf dem feld; Also muß auch die schnöde welt In einem hun verderben. 8. Und wenn er nicht mehr le ben mag, So hebt er an ein groffe flag, Will sich erst GOtt erge. ben: Ich fürcht fürwahr, die göttlich gnad, Die er allzeit ver ſpottet hat, Wird schwerlich ob ihm schweben. 9. Dem reichen hilft doch nicht sein gut, Dem jungen nicht sein stolzer muht, Er muß aus diesen mayen; Wenn einer hätt die ganze welt, Gold, silber, gut und alles geld, Noch muß er an den reihen. 10. Dem g'lehrten hilft doch nicht sein' kunst, Die weltlich pracht ist gar umsonst, Wir müssen alle sterben. Wer sich in Chrifio nicht bereit't, Weil er lebt in der gnaden- zeit, Muß ewiglich verderben. II. Drum hört und merkt ihr lieben kind, Die ieho Gott erge ben sind: Laßt euch die müh nicht reuen; Halt't stets am heilgen GOttes wort, Das sey eur troft und höchfter hort; Gott wird euch schon erfreuen. 12. Nicht übel ihr um übel gebt; Seht, daß ihr hie unschul dig lebt, Laßt euch die welt nur affen; Gebt GOtt die rach und alle ehr, Den engen steg geht im mer her; GOtt wird die welt schon ftrafen. 13. Wenn es gieng nach des fleisches muht, In gunst, gesund, mit groffem gut, Würd't ihr gar bald erkalten: Darum schickt Gott die trübsal her, Daß euer fleisch gezüchtigt werd. Zur ewgen freud erhalten. 7. Die welt erzittert ob dem 14. Ift euch das creuz bitter tod: Liegt einer in der leiten und schwer: Gedenkt, wie heiß noht, So will er gleich fromm die hölle war, Darein die welt werden. Der schaffet dis, ders will rennen: An leib und feel andre das, Sein'r armen feel er muß leiden seyn Ohn unterlag die 445 verschmacht; So weißt du, HErr, daß ichs nicht acht. Wenn ich dich habe, hab ich wol, Was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ia mit leib und feel, Was kann mir thun sünd, tod und böll? 6. Kein beffre treu auf erden ist, Als nur bey dir, HErr JEsu Christ! Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, Dein' wahrheit bleibt mir ewig fest. Du bist mein rechter treuer hirt, Der ewig mich behüten wird.* 7. JEsu, mein ehre, freud und ruhm, Mein herzensschag und mein reichthum! Ich kann doch ja nicht zeigen an, Wie hoch Mel. Vater unfer im himmelr. dein nam' erfreuen kann; Wer ch 690. Gott! wie viel glaub und lieb im Herzen hat, Der wirds in that. Hab ich in meiner wallfahrts- zeit! Der schmale weg ist arbeit- voll, Den ich zum himmel wandeln sou. Wie schwerlich läffet fleisch und blut Sich zwingen zu dem ewgen gut. 8. Drum hab ich oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht freude hätt, So wollt ich den tod wünschen her: Ja, daß ich nie ge bohren wär: Denn wer dich nicht im Herzen hat, Der ist gewiß lebendig todt. 2. Wo soll ich mich denn wen den hin? Zu dir, HErr JEsu! steht mein sinn, Bey dent mein herz trost, hülf und raht Allzeit gewiß gefunden hat. Niemand jemahls verlassen ist, Der sich verließ auf JEfum Chrift. 9. JEsu, du edler brdutgamm wehrt, Mein einger troft auf dieser erd, An dem allein ich mich erger Weit über alle güldne schak': Mein ganz gemüht erfreuet sich, So oft ich nur gedenk an dich. und zwar von der Nachfolge JEſu. die ewge pein, Und mag doch nicht verbrennen. 1. Jhr aber werdt nach dieser jeit Mit Chrifto haben ewge freud: Dahin sollt ihr gedenken. Rein mensch lebt, der aussprechen kann Die wonne und den ewgen lohn, Den euch der HErr wird schenken. 16. Und was der ewig gutge GOtt In seinem wort versprochen hat, Geschwohrn ben seinem na men, Halt und giebt er gewiß für wahr: Der helf uns zu der engel schaar, Durch JEfum Chriftum, amen. 3. Du bist der groffe wunder mann, Das zeigt dein amt und dein person. Welch wunders ding hat man erfahru, Daß du, mein GOtt! bist mensch gebohrn? Du führest uns durch deinen too Ganz wunderbar aus aller noht. 4. JEsu, mein HErr und GOtt allein, Wie füß ist mir der name dein! Es kann kein trauren feon so schwer, Dein füsser nam erfreut vielmehr. Kein elend mag fo bitter feyn, Dein füffer troft der linderts fein. 10. Wenn ich mein hoffnung stell zu dir, So fühl ich fried und troft in mir: Wenn ich in nihten bet und sing', So wird mein herz recht guter ding'; Dein geift be zeugt, daß solches fren Des ewgen lebens vorschmack sey. 21. Drum will ich, weil ich leben mag, Das creuz dir frölich tragen nach: Mein GOtt! mach mich darzu bereit, Es dient zum besten allezeit. Hilf mir mein werk recht greifen an, Daß ich den lauf vol. 12. Hilf 5. Ob mir gleich leib und feel| lenden kann. Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 446 12. Hilf mir auch zwingen fleisch und blut, Für sünd und chanden mich behût. Erhalt mein her; im glauben rein, So leb und sterb ich dir allein. JEsu, mein troft! hör mein begier, O mein heiland! war ich bey dir. Don der geifilichen Wachfamfcit. 691.9 Mel. 33. Straf mich nicht in ze. pache dich, mein geist! bereit, Wa che, fleh und bete! Daß dich nicht die böse zeit Unverhofft betrete: Denn es ist Satans list Ueber viele frommen Zur versuchung kommen. 2. Doch wach erst von fünden auf Und vom sünden- schlafe. Dens fenach, was folgt darauf? Eine lange strafe; Und die noht, Ja der tod Mögte dich in fünden Unver muhtet finden. kann sich selber heucheln, Und voll hochmuht schmeicheln. 7. Aber bete stets daben Mit ten in dem wachen: Rufzu Gott; er muß dich frey Von dem kum mer machen, Der dich drückt Und bestrickt, Daß du schläfrig bleibest, Und sein werk nicht trei best. 3. Wache auf! sonst wird das licht Dir noch ferne bleiben. Deine nacht kann JEsus nicht, Wie er wünscht, vertreiben; Denn GOtt will, Für die füll Seiner gnaben gaben, Offne augen ha4 8. Ja, GOtt will gebeten seyn, Soll er etwas geben; Und auf un fer flehn und schreyn Crônt er un fer leben. Ruf ihn an, Denn er kann, Welt, fleisch, satan, sünden Kräftig überwinden. 9. Ach so laßt uns immerdar Wachen, flehen, beten; Weil uns trübsal und gefahr Immer näher treten; Denn die feit Jft nicht weit, Da uns GOtt wird richten, und die welt vernichten. Von dem geistlichen Rampt und Streite. 692. Mel. Ach GOtt vom himmel. chau, lieber GOtt, wie meine feind, Womit ich stets muß tämpfen. So listig, und so mächtig seynd. Daß sie mich leichtlich dämpfen, Wo mich dein guaden- arm nicht hålt, So kann mich teufel, fleisch und welt Gar leicht in fünde stürzen; ben. 4. Wache! laß dich satans lift Ja nicht schlafend finden; Weil er sonst geschäftig ist, Dich ins net zu winden. Und GOtt giebt, Die er liebt, Oft in seine strafen, Wenn sie sicher schlafen. 2. Weil satanas mit seiner lift Jm anfang gar süß locket, Und, wenn die find begangen ist, Das herz darauf verstocket. Er treibt mit trug und mit gewalt Von einer sünd zur andern bald, Und endlich in die houe. .Wache! daß dich nicht die welt Durch gewalt bezwinge, Oder, wenn sie sich verstellt, Listig an sich bringe: Wach und sieh, Daß dich nie Falsche brüder fällen, Die dir nege stellen. 3. Der welt art ist dir auch be wußt, wie die kann anlaß geben 3u augen luft, zu fleisches lust, 6. Wach auch selber gegen dich und hoffärtigem leben. Wenn aber und dein böses herze, Daß es ja GOttes zorn angeht, Ein jeder da nicht liederlich GOttes huld vers zurücke steht; Die freundschaft scherze: Denn es ist Boller lift, hat ein ende. bilgi de 4. Unt und zwar von dem geistlichen Kampf und Streite. 447 4. Und dennoch will mein fleisch Daß ich da immer einen sieg Ers und blut Von dem ungerne laf- halte nach dem andern. fen, Was ihm so groffen schaden thut; Es will die welt nicht has Melodey 34. wol: Drum wills nicht, daß ich 693.Du betauft, Mit meiden soll Des teufels nez und ftricke. s. Nun muß ich armer immer fort Mit diesen feinden streiten. Sie angsten mich an jedem ort, Und sind mir stets zur feiten. Der satan seßt mir heftig ¡ u, Die welt last mir gar keine ruh, Mein fleisch reizt mich zur fünde. 6. Zu dir flieh ich, o treuer GOtt! Ich weiß sie nicht zu stillen. Hilf, vater! hilf in dieser noht, Um JEfu Chrifti willen: Verleih mir deines geistes stårt, Das mei ner feinde lift und wert Dadurch zerstöhret werde. 7. Laß diesen deinen guten geift Mich innerlich regieren, Daß ich stets thu, was du mich heißt, und mich nicht laß verführen: Daß ich dem argen widersteh, Und nie von deinem weg abgeh Zur rechten oder linken. * 8. Ob böse luft noch mannig falt Mich anficht, weil ich lebe: So hilf, daß ich ihr alsobald Im anfang widerstrebe: Und daß ich ia vergeffe nicht Die todes- stunde, das gericht, Den himmel und die hölle. 9. Gib, daß ich denke jederzeit An die vier lezten dinge, Und das durch alle fünden- freud Aus meis nem herzen bringe: Damit ich mag mein lebelang Dir dienen oh ne furcht und zwang, Im willigen gehorsam. to. GOtt vater! deine Praft und treu Laß reichlich mich empfinden: O JEfu Chrifte! fteh mir ben, Daß ich kann überwinden: Hilf, beilger geift! in diesem krieg, du dem du freundschaft aufgerichtet, Das, so bald es auf dich getauft, Sich zu des satans haß verpflichtet, Sieht, wie es selbst sich nicht beschirmen kann, und rufet dich um sieg und beistand an. 2. Du haft der schlangen kopf zerknirscht, Ihr gift gedämpft, ihr reich bezwungen. Es hat dein tod, o sieges- fürst! Den tod im frohen sieg verschlungen, Die schuld ges tilgt, die freche welt besiegt, Da nun der feind zu deinen füssen liegt. 3. Ward deine ferse gleich ver legt und blutig von der schlangen biffen, Die sich dir äußerst widerseit; So hat sie doch dir weichen müssen. Ihr kopf ist hin, dein fersen- stich ist heil, Ihr wird der fall, und dir der sieg, zu theil. 4. Lob, weisheit, ehre, ruhm und macht Sei dir, erwürgtes lamm! gefungen; Du hast in iener groß sen schlacht Durch blut und tod den feind bezwungen. Der drache liegt nunmehr gefesselt da, Dir aber singt dein volk: halleluja! zeit; Drum haft du ihm die macht 5. Doch hier ist unsre prüfungs gelassen, uns noch durch lift, durch kampf und streit, Bey un serm fleisch und blut zu fassen. Es stimmt die welt, als die ihm folgt, mit ein, Hier ist es noth auf seiner hut zu seyn. 6. Mit so viel feinden finden wir, O HErr! uns überall umges ben. Der eine reizt und schmei chelt hier, Dort droht ein andrer unserm leben. Ach schmerz! sie sind gesammt darauf bedacht, Daßunser geist werd um sein heil gebracht. Wer 448 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 7. Wer ist hie tüchtig zu bes, aller fünden frey, Und hilf uns stehn, Und über lust und furcht selig sterben. Für dem teufel uns zu siegen? Soll es durch unsre bewahr, Halt uns ben feftem glau kraft geschehn, So werden wir ben, und auf dich laß uns bauen, bald unterliegen. Die feinde sind aus herzens- grund vertrauen, zu listig, stark und groß, Und wir Dir uns lassen ganz und gar: Mit von macht, von fraft und klugheit allen rechten chriften Entfliehn bloß. des teufels lüften, Mit waffen GOtt's uns rüsten. Amen, amen, das sey wahr, So singen wir balle luia. 8. Doch was uns fehlt, das fin den wir, Erwürgtes lamm! in dei nen schäzen; Dein beystand ist ia gut dafür, Daß uns kein satan kann verlegen; Du ziehest uns mit kraft und weisheit an, Daß unser geist weit überwinden kann. 9. Dein sieg, o lamm! wird unfer Mel. GOtt des himmels und der ſieg, Wenn wir dein blut im glau 695. wie find doch mei ben Du für uns den schweren Frieg, Wir können uns auf dich verlassen. Dugiebst uns selbst die waffen in die hand, und machst dich uns, als einen held, be kannt. ner gar unbeschreiblich viel! Auch die al lerbesten freunde Selbst verrücken mir das ziel, Wenn ihr sinn, was GOtt verflucht, Emsig zu erlan. gen sucht. ro. Gib nur, daß wir nicht tråge seyn, Noch selbst die waffen nie: derlegen. Floß uns die kraft des glaubens ein, Damit wir muhtig treiten mögen. Bewahr uns doch für weicher zärtlichkeit, Wenn fleisch und blut sich für dem creuze scheut. 11. Ach lege deinen edlen geift, Als zur besagung, in den willen; Damit, wenn satan sündgen heißt, Wir sein begehren nicht erfüllen. Ach laß uns stets erweckt und wachsam stehn, um durch gebet aus kraft in kraft zu gehn. 12. So wollen wir, wenn nach dem ftreit Die frohe sieges- lieder Elingen, Im frieden jener ewigkeit, Oheiland! deinen ruhm bes fingen, Wenn du den tod, den lezten feind, besiegt, und alles nun zu deinen füffen liegt. 2. JEsu Christe! wohn zc. 3.Heilger geift, ach wohn uns x. 3. HErr! erleuchte mein gesich te, Daß ich nicht so blindlings hin Mich nach jeder reizung richte, Daß ich niemahls ficher bin. Lehre mich doch recht verstehn, Wie se fährlich hier zu gehn. 4. Stärke mir die müden hån de, Wenn es hart im ringen hält, Wenn der feind mir bis ans ende viel besondre nege stellt. Sprich: verführer! weich von hier, Denn dis kind gehöret mir. *. Ich will, als ein guter streiter, An den kampf mit freuden gehn. Durch dich überwind ich weiter: Du wirst mir zur feite stehn. Ja dir, treuer Jonathan! Folg ich; denn du gehst voran. 6. In dem creu; werd ich doch siegen, Gleich wie du geſieget haft; 694. Gott der vater! wohn uns nicht verderben: Mach uns uns 2. Ach wo sind so helle augen, Welche alle stricke sehn? Da wir von natur nicht taugen, Gern auf böfen wegen gehn. O wie willig folget man, Da man leicht verder. ben kann. und zwar von dem geistlichen Kampf und Streite. 449 haft: So werd ich die crone krie: Mel. Ein'feste burg ist unser Gott. gen, Nach des kampfes harter laft. Streit, o feele! wohlge: muht, Du siegst durch des lammes blut. 696. en dich hab ich gehof 1 daß ich nicht zu schanden werd, Noch ewiglich zu spotte: Das bitt ich dich, Erhalte mich In deiner treu, HErr GOtte! 2. Dein gnädig ohr neig, HErr! zu mir, Erhdr mein flehn, thu dich herfür! Eil bald, mich zu erretten In angst und weh; Ich lieg od'r steh, Hilf mir aus mei nen nöhten. 3. Mein GOtt und schirmer! steh mir bey, Sen meine burg, darin ich fren und ritterlich kann freiten Wider mein' feind, Der gar viel seynd An mir auf beyden feiten. 4. Du bist mein' stärke, fels und hort, Mein schild und kraft, ( fagt mir dein wort) Mein' hülfe, heil und leben, Mein starker GOtt In aller noht: Wer mag dir widerstreben? Dein 697. ter! steh mir bey. und hilf mir treulich kämpfen, Du bist von grosser gut und treu, Kannst meine feindedämpfen. Du bift in aller noht Mein beystand und meinGOtt: Drum nimm dich in deinch von mir, Nimm mich Aus aller noht Hilf mir am legten ende. kann, Als du, mein treuer vater. 2. HErr JEsu! mach dich eis lend auf, Sey mit mir in dem wers ke; Regier und schütze meinen lauf, Daß ich den beystand merke; Du bist raht, kraft und held, Der feind ist schon gefällt. Regt er sich ja aufs neu; Stehst du dem glaus ben bey, Der kömmt durch dich zum siege. 4. Und wenn du mir dein heil erweist, Will ich dich ewig preis sen, und mich dir, vater, sohn und geist! Fromm, dankbar, treu erweisen: Ich will dir immerfori Allhier und endlich dort, Hosans beimlich stricke. HErr! nimm na, gloria! Preis, ruhm, hallelu, mein wahr In der gefahr, B'hûtia! Mit deinen kindern singen. mich für falscher tücke. 5. Durch Lügen und durch falsch gedicht hat mir die welt trüglich gericht't viel neß und 7. Glori, lob, ehr und herrlich feit Sey dir, Gott vat'r und fohn! bereit, Dem heilgen geift mit namen: Die göttlich kraft Mach uns sieghaft Durch JEsum Christum, amen. 3. O heilger geift, du GOttes kraft! Du wirst mich nicht verlas fen; Durch dich wird raht und troft geschafft, Dis will ich glaubig fassen. Gib nur zur schweren zeit Muht, weisheit, freudigkeit; imm weg furcht, angst und noht Hilf mir bis in den tod, Hilf mir ins Leben dringen. * 6. HErr! meinen geist befehl ich dir, Mein Gott, mein Gott! Mel. Durch Adams fall ist ganz zc. in dem streit, 698. Wir liegen täglich selbst zu überwinden: Die welt, das fleisch, die eitelkeit, Die böse lust der fünden, Und was dem reich Des satans gleich, Pflegt Gott zu widerstreben; Darwider ficht Des glaubens licht, Das uns GOtt selbst gegeben. 2. Viel stärker ist, der selber fich, 450 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden fich, Als andre überwindet, Daß| gebrechen, und ohne heimlich mi er der alten schlangen stich Im herzen nicht empfindet: Geiz, Reisch und blut, Neid, stolzer muht Herrscht nicht in seinen sins nen; Das fleisch erliegt, Wo liebe kriegt, Sie muß den streit gewindersprechen, In deinen wegen wandeln will. Hilf mir, um deines namens willen, Des geistes trieb nach wunsch erfüllen; Ach führ ihu selbst zu seinem ziel. 5. Ich klage selbst des fleisches triebe, Und was mich lau in deiner liebe und faul zum kampfe ma chet, an. Ach lehre mich dawider streiten, und ienes kleinod friſch erbeuten; Tilg selbst, was mich entkräften kann. nen. 3. Wer GOtt also ergeben ist, Wird schudde lüfte hassen, und wider alle höllen- lift Die glau bens- waffen fassen. Der schwere fireit Bringt nach der zeit Die ewge himmels- crone: Wer übers windt, Gewiß, der findt Sie dort jum gnaden- lohne. 4. Ach GOtt! der du das wol len giebt, Verleih auch das volt bringen. Der geist ist willig, den du liebst, Das fleisch ist schwer zu zwingen. Wer wird uns doch Von diesem ioch Des leibes noch erlösen! HErr, reich an huld! Vergib die schuld, Errett uns von dem bösen. Meloden 31. 6. Es komme mir der sieg zu gu te, Dadurch das lamm mit seinem blute Die macht der finsterniß er legt. Laß mich des mittlers all macht stärken, wenn sie mit ihren schudden werken Sich wieder in der feele regt. 7. Laß endlich fünd und kampt verschwinden, und mich den ort der ruhe finden, Wo weder schuld noch elend ist. Da will ich dich o vater! droben mit allen überwindern loben, Wo du das ziel des lo bes bift. u dir, o vater aller mein geangstetes gemühte, und zeiget sein verderben an. Ich bin lem guten trage, Da ich mich schnell zum bösen rege, Es auch gar bald vollbringen kann. 3. Laß fleisch und blut doch nie mahls siegen: Und wenn ich ja mit ihnen kriegen, und ihren anfall spüren muß; So hilf mir, bater! überwinden, und ihre base träfte binden, so folg ich deines geiftes schluß. 4. Du weißt, wie gern ich, ohn Mel. Ju dich hab ich gehoffer Herr komm, o treuer 700. Gott zu dir: Ad habe doch geduld mit mir, Mit mir betrübtem fünder; Erbarme dich, Und zähle mich, HErr! unter deine kinder. 2. Dein geift hat stets in mir zu kämpfen, und die erregte luft zu dampfen, Die sich so oft dem zaum 2. 3war bin ich solcher huld entreißt. Laß deinen beystand mir nicht wehrt, weil mich die fün auf erden Doch nimmermehr entden- last beschwert! Wer will ben togen werden; Ståärk mich durch diesem bösen, Das täglich siegt deinen guten geiß Und wachsthum kriegt, Mich sin, der doch erlösen! 3. Du mußt es thun durch dei nen geist, Der uns der sünden macht entreißt und zu dem guten treibet; Der, wenn der feind s ernstlich meint, Ein wahrer trd fter bleibet. 4. Ach laß doch desſen gnaden fraft, und zwar von dem geistlichen Kampf und Streite. 451 kraft Zum neuen leben ein, Und laß mein sehnen nicht So gar vergeblich seyn. 4. Ja HErr! erbarme dich Ich lieg zu deinen füffen; Laß deine gnade stets In meine seele flies fen: Ich schren, und laß dich nicht, Bis deines geiftes kraft Den tod in mir besiegt, und neues le ben schafft. s. Du hast ja zugesagt: Du wolleft gern erquicken, Wenn nur ein armes her:, Befrent von heuchlers tücken, Sich dir ergeben will; Wer deines geiftes trieb Nur in ſich merken läßt, Der ist dir, JEfraft, Die, was dir wolgefällig, schafft, In unsre seelen dringen: Und gib uns muht, Der fünden wuht Und herrschaft zu bezwingent. . Durch unsern ganzen lebenslauf Hört deren sturm nicht völlig auf: Drum hilf mir täglich kämpfen. Hilf ihre macht So tag als nacht Bezwingen, tödten, dämpfen. 6. Ja, mach du selbst mein her; bereit, Der fünden schånd- und schädlichkeit und grösse zu erkennen: Die kleinste kann uns von der bahn Zum leben, ewig trennen. 7. Drum, wenn die leicht- su! lieb. gesinnte welt Die fünden nur für spielwerk hält; So laß mich an ders denken, und feel und herz, Voll reu und schmerz, In demuht zu dir lenken. 8. Mein heil! der du der fünden macht und herrschaft unter dich gebracht, Hilf meiner schwachheit ringen, Wenn sünd und noht, Wenn höll und tod Auf leib und seele dringen. Mel. O GOtt du frommer 2c. 701, Mein Jesu! sich darein, Und hilf mir armen siegen. Mein herz fühlt nichts als tod, Mein geist muß un terliegen; Das wollen hab ich wol, Nur das vollbringen nicht, Wohin der matte geift Die schwachen kräfte richt't. 6. So nimm denn alles hin, Laß mich mir nicht mehr leben; Hingegen, treuer hirt! An deiner fühs rung kleben. Ach fasse mich nur fest, Und jag den feind hinaus; So wird mein innerstes Ein dir ge weihtes haus. 7. Beweise deine macht, Du starker schlangen- treter! Und zeig der finsterniß, Du seyft noch mein erretter; Vollführ in mir den sieg, Troß aller feinde fpott; Vollführe deinen raht, Es kofte blut und tod. 8. Wie lange soll der feind Sich über mich erheben? Wie lange raubet er Mir freude, troft und leben? Befren die seele bald, Die durch dein blut erkauft, Die sonst, von ihm bestrickt. In ihr verder. ben lauft. 9. Gib muht und glaubens. kraft, Wenn schändliche gedanken, Lift, wuht und trug entstehn; und laß mich ia nicht wanken, Wenn deines geiftes fraft Des fleisches kräfte bricht, Wenn deine dornen- cron Den alten menschen sticht. 10. Hilf allen widerspruch, O heiland! überwinden; Laß mich in deinem blut Die sieges- palFf 2 men 24. Mich hat der tod bestrickt, Die fünd hält mich gefangen: Wo sich mein geist hinkehrt, Bleibt nichts als nur verlangen. Ich lauf, und fehle doch Den weg der wahren, ruh: Denn des gesetzes fluch Führt mich der hölle zu. 3. Du, JEsu! du allein Kanns meinen jammer wenden, Mein können stehet nur in deinen gna den- hånden. Fldß mir doch neue 452 Von dem helligen teben und chriftlichen Tugenden men finden. Dein sanftmuht- vol-| muht Nach wollust, ehre, geld und les herz Sey meines geistes schild; gut, Und solchen eitlen dingen. Bis du von feinden mich Dort ganz befreyen willt. 11. Wirst du dich nur in mir So kräftiglich verklaren, Mich tödten, und aus dir Hinwieder neu gebähren; So bleib ich dir ver eint, So geh ich unverrückt Zum vorgesteckten ziel, Das mich mit cronen schmückt. 6. Nun sollt ich mich der sünd luft nicht gleich gefangen geben, und( so macht mir dein wort be wußt) Ihr allzeit widerstreben Doch denk ich nicht so fleissig dran, Ruf dich nicht fort um beistand an, Ich bin oft tråg und sicher. 7. Kömmt mir was boses in den sinn, Dawider ich soll kam pfen; So tracht ich nicht alsball dahin, Das feur mit macht dämpfen: Das nimmt denn in mir in sünd und schand Darüber fallen mdgte. 8. Oft will mich auch die arge welt, die ich doch stets foll flichen, Wenn meinem fleisch ihr werk ge fällt, Mit zur gesellschaft ziehen: Sie will, daß ich auch übels thu, und andre reizen soll dazu, daß sie es mit begehen. Mel. Es ist gewißlich an der zeit ze. 702. GOtt! allein, Das mir ist angeerbet, Und wie mir als le kräfte seyn Durch Adams fall verderbet. Weil mein verstand oerfinstert ist; Kann ich dich gar nicht, wie du bist, noch deinen raht erkennen. 2. Mein wille ist so sehr verkehrt In allem thun und lassen, Daß er am meisten das begehrt, Was du befiehlst zu hassen: Wogegen doch, HErr! was du willt, Bey mir gar oft sehr wenig gilt: Ich seß es aus den augen. 3. Es geht des alten Adams trieb Nur immerdar zur fünde, Daß recht vertrauen, rechte lieb' Ich nicht in mir befinde. Ich diene meinem nächsten nicht, wenns nicht zu meinem nuß geschicht; Ich suche nur das meine. 4. Ja, wenn man alles recht be tracht, So wird gar leicht auf er: den Ein abgott aus mir selbst ge macht, Dem fort gedient soll werden: Weil eigne lieb' und eigne ehr, Auch eigennus, und mas deß mehr, Mir leider! noch anhanget; 5. Dis ist die wurzel und der grund, Draus alles unheil rüh ret; Daß ich zu mancher zeit und stund von dir werd abgeführet. Es steht mir stets mein her; und 9. Ach GOtt! ich hab nach sol cher art Gar lang mit grossem scha den, Eh ich zu dir bekehret ward, Gelebet ausser gnaden: Ich bin auch noch nicht ohn gefahr, Die weil mir ist und immerdar Die sünden- luft anklebet. 10. Darum, HErr! in derglei chen noht Sich mich an mit er barmen; Komm mir zu hülfe, treuer Gott! Und steh mir bey, mir armen; Erleucht durch deine gnad und güt Mein unverstän diges gemüht, Daß ich dich recht erkenne. 11. Den willen leit nach deinem wort, Daß ich dich herzlich liebe: Dir fest vertrau, und fort und fort In gottesfurcht mich übe; Daß ich dir meine tauf- zusag Mit star kem vorsatz ieden tag Aufs neue wiederhole. 12.HErr! weil dir niemand ohn' gebet Beständig kann anhangen: D und zwar von der Beständigkeit im Guten. 453 So gib, daß ich oft vor dich tret, I wandle: Daß ich halt mein gewiss Die gnade zu erlangen, und so sen rein, In allem, was ich handle, mein ganzes christenthum Des Und achte keines menschen gunst, nächsten nuß und deinen ruhm Wenn mich die welt durch ihre Ohn heuchelen befördre. kunst Von dir zu sich will ziehen. 13. Gib mir des geiftes freudig Feit, Daß ich dadurch verachte Geld, ehr und wollust dieser zeit, Das ewge nur betrachte. Ach nimm mich mir, und gib mich dir, Daß ich dir leb, und sterbe mir Und meinen böfen lüften. 14. Des fleisches und des geistes frieg Ist dis bey jung und alten; Laß mich da immerfort den sieg Durch deine kraft erhalten, HErr! stärke mich, und mach mich neu, Daß ich stets unverdrossen sey, An diesen streit zu treten. 15. Für stolz und ehrsucht mich behût, Daß sie nicht funden wer: den In meinem Herzen und gemüht, In worten und geberden. Denn hoffart war des teufels fall; Drum hilf! HErr! daß ich überall Fest an der demüht halte. 16. Die sorg der nahrung nimm von mir, Laß mich nicht mehr be gehren, Als was ich nähtig habe, hier Mich ehrlich zu ernehren; Daß ich auch keinen zweifel hab, Du werdest mich bis in mein grab Mit unterhalt versorgen. * 17. Herr! gib mir gnade, daß ich dampf Des fleisches bösen wil len, und wider mich ia selber kampf, Die lust nicht zu erfüllen, Wenns gleich nur in gedanken war: Hilf auch, daß ich mich nicht beschwer Mit effen oder trinken. 20. Dem bösen feind gib nimmer zu, Mich irgend zu verlegen, und meine feel aus ihrer ruh Aufs neu in noht zu sehen: Wenn sich versuchung zu mir wendt, Laß sie gewinnen so ein end, Daß ich es könn ertragen. 21. Verleih, o Vater! gnä diglich, Daß es ja mag geschehen, Was ich, dein kind, ist bitte dich Mit feufzen und mit flehen. Hilf, wenn mir alle hulf zerrinnt, Daß ich doch frölich überwind In JEfn Christi namen. IS. Gib, daß ich oft der höllen quahl Hiewider mag bedenken, Wie häufig man die werd' einmahl Für böse luft einschenken; Vech, ſchwefel, fammer ohne maaß Erfolget dort ohn unterlaß Aufkurze luft und freude. Von der Treu und Beständigkeit im Guten. Mel. JEfu deine heilge wunden zc. 703. Sen getreu bis an das ende, Damit feine quahl und noht Dich von deinem JEfu wende, Sey ihm treu bis in den tod. Ach! das leiden dies fer zeit Ist nicht wehrt der herrs lichkeit, Die dein Jesus dir will geben Dort in seinem freuden leben. 19. Laß mich allzeit vorsichtig ſeyn, Mit wem, und wie ich 2. Sey getreu in deinem glanben: Laß dir dessen festen grund ja nicht aus dem herzen rauben; Halte treulich deinen bund, Den dein herz durchs wasserbad Fest mit Gott geschlossen hat. Denn wie oft geht der verlohren, Der ihm treulos hat geschworen. 3. Sey getreu in deiner liebe Gegen Gott, der dich geliebt. Auch die lieb' am nächsten übe, Wenn er dich gleich oft betrübt; Denke, wie dein heiland that, Als er für die feinde bat. Du mußt, soll dir GOtt vergeben, Auch ver. zeihn und liebreich leben. 3f3 4. Sep 454 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 4. Gey getreu in deinem leiden, himmels herrlichkeit Die schöne Und laß dich kein ungemach, Kei- lebens- crone. ne noht von JEsu scheiden; Murre nicht in weh und ach. Denn Du macheft deine schuld Grösser durch die ungeduld. Selig ist, wer willig tråget, Was sein GOtt ihm auferleget. 3. Allein du siehst, wie fleisch und blut Mir widerstand in allen thut! Es reizet mich zur fünde, Daß ich zu allem guten mich Stets tråg und schläfrig finde. <. Hat dich creuz und noht be troffen, Und GOtt hilft nicht alsofort; Bleibe treu in deinem hoffen, Traue fest auf GOttes wort. Hoff auf JEfum feftiglich, 4. Der satan sucht gelegenheit, Sein her: bricht ihm gegen dich, Braucht lift, gewalt und wach Seine hülf ist schon vorhanden: samkeit, um mich ins nez zu brin. Hoffnung machet nie zu schan- gen. Er sett mirzu, er wünscht den. und hofft; Es werd ihm einst ge lingen. 6. Sen getreu in allen sachen, In dem anfang, mittel, schluß, Fürchte GOtt, und laß ihn machen, Hüte dich für Joabs kuß; Such in allen GOttes ruhm, Führ ein wahres christenthum. Sen zwar flug in deinem glau ben, und doch ohne falsch wie tauben. 7. Sen getreu in todes stunden, Halt dich glaubens- voll an GOtt; Flieh getroft in Christi wunden, Sen getreu bis in den tod! Wer mitJEsu glaubig ringt, Ibn, wie Jacob, hält und zwingt, Dem will er in ienem leben Seine freuden- crone geben. 8. Nun wolan! ich bleib im leiden, Glauben, lieb und hoff nung feft. Ich bin treu bis an das scheiden: JEfus, der mich nicht verläßt, If, den meine seele liebt, Dem sie sich im creuz ergiebt. Jhm befehl ich meine fachen, Denn ich weiß, er wirds wol machen. 2. Wie gern, o vater! will ich nun Nach deinem gnaden- willen thun, Und dir getreu verbleiben: Denn dazu sucheft du mich ja Bes ständig anzutreiben. Mel Da JEfus an dem creuzes zc 704. Du rufft mir zu, treuer GOtt! Sen mir getreu bis in den tod, So geb ich dir zum lohne Dort in des 5. Die eitle welt sucht über dismir täglich durch viel ärgerniß Ein fallbrett zu bereiten; Sie will durch ehre, geiz und luft Mein armes herz verleiten. 6. Ich setz mir oft was gutes vor, Doch steigt der fünden- trieb empor, um mich davon zu wen den. Ich kann, was bds ist, zwar mit luft, Was gut, nicht so vollenden. 7. Ach vater! nimm dich meiner an, Daß ich das gute leisten kann. Gib mir ein ander herze, Das dir gefällt; damit ich ja Den himmel nicht verscherze. 8. Dich lieben und dir treu ju seyn, Nührt, HErr! von deinem geift allein; Den wolleft du mir geben, Der leite mich auf rechter bahn In meinem ganzen leben. 9. Laß mich in deiner lehre rein, Im glauben treu und redlich seyn, Nach deinem worte leben, In rel ner lieb und heiligkeit, Dir zu ge fallen, streben. 10. Gib kraft, dir auch in lei denszeit Stets mit geduld und freudigkeit Getreulich auszuhal ten; Weil creu: und trübsal heil sam ift. Laß ich dich, vater! walten. II. Laf und zwar von der Liebe gegen den nächsten.com 455 II. Eaß mich dereinst in letter plagt, Daß sie der nächste drückt noht nicht fünde, tenfel, höll und und plagt: Sie kehret alls zum tod Von deiner liebe scheiden; Und besten. führe mich durch Christi blut Ges troft zu deinen freuden. 12. Gib, daß ich dir im leben treu, Und auch getreu im sterben fen. So wirst du mich ergegen; Und mir dort, wie dein wort verspricht, Die lebens- cron aufs feßen. <. Die liebe sich da nimmer freut, Wo unrecht wird gerichtet; | Der wahrheit und gerechtigkeit Von herzen sie beypflichtet: Des nächsten mängel sie erträgt, Be decket und zurücke legt und sie ihm nie aufrücker. 13. Ich bitte nochmahls innig lich, Ach! laß bis an mein ende mich Dir, HErr! getreu erweisen; Erhöre mich durch Christi blut, So will ich dich dort preisen. Don der Liebe und Baruberzigkeit gegen den Nächsten. Mel. Ach GOtt vom himmel zc. enn einer alle ding 705. en: in gelzungen redte, Wenn er zu gleich weissagen kount, Den wunderglauben hatte, Daß er verfekte berge hin; und hätte nicht der liebe sinn, Wår alles dis ver gebens. 2. Wenn einer auch all seine haab Austheilete den armen; und that er nicht dieselbe gab'Aus liebe und erbarmen; Wenn er sich brennen ließ daber, und hätte nicht mel. 8. JEfus meine zuversicht die lieb' und treu; So war es ihm 706, einen nächsten las nichts nüße. ich 3. Die lieb' ist lauter fanftmuht voll, Ift gütig und gelinde, Daß man es komme wie es woll, Nichts bittres an ihr finde. Wenn einer etwas guts verricht, So eifert und misginnt sie nicht: Sie thut nichts ungeschicktes. 6. Die lieb' vom nächsten gern das best Ohn argwohn glaubt in allen: Sie hoffet seine beßrung fest, Wenn er in fünd gefallen: Wo man ihr leid thut un. verschuldt, Verträgt sie alles mit geduld, Wird auch daben nicht müde. 4. Die lieb' nicht aufgeblafen ist, Die lieb' beschimpfet keinen, Sie sucht nicht ihren nuß mit lif Sie rahtet dem gemeinen: Entrüft sich nicht, ob man gleich 7. Und wenn julegt die wissen: fchaft, Und alles wird aufhören; Behält die lieb' doch ihre Fraft; Und wird sich noch vermehren, Wenn wir dort in der seligkeit Bollkömmlich lieben werden. * 8.Du selbst, HErr JEsu! fielleft dich zum vorbild wahrer liebe: verleib, daß dem zu folge ich Die lieb' am nächsten übe. Daß ich in allem, wo ich kann, Treu, lieb' und hülfe iedermann, Wie ich mirs wünsch, erweise. fo treu, als mich, zu lieben. Dis erfordert meine pflicht, Mich im lieben stets zu üben. Liebe ist was GOtt gebot, Liebe bleibt bis in den tod. 2. Liebe bleibt auch nach dem tod: Dort geht sie recht an im himmel, Dorten stöhrt sie keine noht, Die sie in dem welt getüm mel Oftmahls schwächt und oft betrübt, Daß man unvollkommen liebt. 31 4 3. GOtt Von dem heiligen Leben rnd chrift den renter 450 3. GOtt ist selbst, der liebe übt, Weil er mich zu sich gezogen, und mich ie und ie geliebt, Eh ich mut ter- milch gesogen; Er nahm, da ich nackt und bloß, Mich voll lieb' in seinen schooß. 4. JEsum trieb der liebe macht, Daß er von dem himmel kommen, Mir das leben wiederbracht, und sich meiner angenommen; Er, das reine GOttes lamm, Starb für mich am creuzes- stamm. 5. Hat die liebe GOttes geist Nicht voll huld zu mir geneiget? Daß er nun mein tröster heißt, Sich mir fünder gnädig zeiget, Und mich, durch der taufe bad, Feft mit Gott verbunden hat. 6. Weil denn GOtt mich so geliebt, Sollt ich nicht den nächsten lieben? Wer denselben oft be: trübt, Wird von fatans lift getrie: ben. Mich soll GOttes lieb' und treu Treiben, daß ich liebreich sey. * 7. Gib, daß meine seele sich, Höchster, stets im lieben übe, Meinen nächsten stets als mich, Und Dich über alles, liebe. Gib, daß meine lieb und treu Rein und ohne falschheit sey. 8. Endlich bring in deinem reich Uns nach deiner huld zusammen, Daß wir dich, o GOtt! zugleich In den reinsten liebes flammen Ehren, lieben und erhöhn, Und vereinigt vor dir stehn. Mel. Herzliebster JEsu was it. 707.6ft du brunn quell aller wahren liebe! Gib, daß ich mich mit ernst im lieben übe, Laß mich die liebe, will sie sonst erkalten, Stets feft behalten. 2. Ach ja, du willt dis feuer gern entzünden, Du suchst uns stets in liebe zu verbinden: Du wirfi ja auch in mir, zu deinen ehren, Die liebe mehren. 3. Vor allen will ich meinen geist bedenken; Du gabst ihn mir, dir will ich ihn auch schenken, und ihn, als einen schar, bey viel gefahren Dir treu bewahren. 4. Mein neben- chrift foll meiner auch geniessen, Es soll von mir stets wohlthat auf ihn fliessen; Er soll von deinen mir geschenkten gaben Sein antheil haben. 5. Ich will den brüdern keinen anstoß geben; Vielmehr also mit meinem nächsten leben, Daß alle, die mein thun und wesen schauen, Sich dran erbauen. 6. Weg alles, was die seele kann verlegen; Nichts, was es sey, will ich so herrlich schätzen, Daß ich es, weil es GOttes augen hassen, Nicht sollte laffen. 7. O schöpfer! steure selbst der alten schlangen, Die unter uns die feelen sucht zu fangen: Hilf, HErr! und wehr, auf daß dein liebes erbe Ja nicht verderbe. 8. Und endlich, da wir bey viel ärgernissen uns auf der welt noch immer leiden müssen; So laß mich doch im himmel mit den frommen Zur ruhe kommen. Mel. Herzliebster JEsu was 2. 708. Hilf, JEfu! daß ich meinen nächsten liebe, Durch splitter- richten ihn ja nicht betrübe, Ihn nicht ver laumde, noch durch falsche ranke Muhtwillig kranke. schwäch' und flecke In wahrer 2. Gib, daß ich immer seine sanftmuht vor der welt bedecke, Aus treuem herzen seinen fall beklage und ihn ertrage. bessern trachte, und seine feele 3. Hilf, daß ich fleissig ihn zu hoch und theuer achte; Du hafi für und zwar von der Einträchtigkeit. 457 für solche, bis zu'n todes- banden, deß, was Jesus spricht, Bezeugt Viel ausgestanden. erst rechte liebe. 4. Laß mich das gute, das wir an ihm haben, In liebe loben, es sind deine gaben, Verleihe, daß ich eher alles leide, Als ihn beneide. 5. HErr! laß mein herz barm herzig seyn, Den armen auf ihr flehen Aus wahrer liebe, nicht zum schein, Mit hülfe beyzustes hen; Damit sie in der hungerss noht An meinem troft und stücklein brot Sich laben und er freuen. 6. Ovater! deine lieb' und treu Ift gegen mich ohn ende; Drum gib, daß ich dir ähnlich sey. Ja gib, daß herz und hände Von dem | mittheilt, was du beschehrt, Daß sich der arme auch ernehrt Von deinem milden segen. 7. Hat gleich die schnöd und har te welt Jhr bsses herz verschlossen: So mach in dem, was dir gefällt, Mein herz doch unverdrossen, Das Mel. Ach GOtt vom himmel 2c. 709. Wo bleibet die barm- mit es dir in allem gleich, An mits Die Nie JEsus uns aupreiset? Wer findet wolzuthun ermüde. ich zu dieser zeit, Der sich liebreich erweiset? Der, gleich wie GOtt der reinste geist, Barmherzig ist und gütig heißt, und zwar aus berzens- grunde. 2. DaßGOtt barmherzig, spricht der mund; Wer ist, der das nicht glaubet? Allein macht GOtt es darum kund, Daß er zu folgen treibet; Ach! so verschließt man herz und ohr, So wankt der glau: be wie ein rohr; man hält es für unmöglich. 5. Gib mir ein herz, das wahre demuht liebet, Und jedermann das feine gönnt und giebet, Nichts ar ges denket, ganz in liebe brennet, Sich selber kennet. 6. Und also bleib ich stets ben dir in gnaden, Feind, welt und teufel wird mir nimmer schaden; Du wirst mich schützen, und ich will dich loben Hier und dort oben. 3. Bedenke, wie dir GOttes mit dein herz auch gütig sey, Und wohl zu thun geneiget; Damit du dem, der dürftig ist, und gar ein gliedmaaß JEfu Chrift, Nach JEfu willen gebeft. 4. Ein unbarmherziges gericht Wird über den ergehen, Der dis erkannt, und gleichwol nicht In werken lasset sehen. Das blosse wissen macht es nicht; Die übung 8. Gib mir ein herz, das jeden liebt, und das von deinen gaben, Die du mir giebst, auch andern giebt, Die dürftigen zu laben; Daß ich nach deinem ebenbild Sen liebreich, gütig, sanft und mild; Das bitt ich herzlich, amen. von der Einträchtigkeit. Mel. OGOtt du frommer 2c. on dir, treuer 710. Vott! Muß fie und eintracht kommen, Der du uns gnädiglich Zum frieden auf genommen. Dir ist die eintracht lieb, Und du belohnst sie wol, Und lehrest, wie man hie Necht einig leben soll. 2. Drum flehen wir zu dir Um deines geistes gabe, Daß jeder unter uns Ein friedlich herze habe; Gib, daß wir allesammt Im guten $ 15 einig 458 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden einig seyn; So fammlen wir geband Ein geheiligt brüder- band. fammt Die frucht des friedens ein. Binde herz und herz so fest, Daß es 3. Laß eins dem andern stets sich nicht trennen läßt. Zum edlen balsam werden, Daß ein bedrängtes herz, In allerley beschwerden, Von seinem nächsten troff Und hülfe kommen seh, Und daß ein bruder jaDen andern nicht verschmäh. 9. So, wie vater, sohn und geift Dren, und doch nur eines heißt*; So verbind in einigkeit Deine ganze christenheit. 4. Laß uns in einigkeit Stets ben einander wohnen, Und duld uns allezeit Mit guädigem verschonen: Laß unter deinem volk Die eintracht herrlich blühn, Bis wir aus krieg und streit Zum ews gen frieden ziehn. Mel. Nun komm der heiden zc. ieh, wie lieblich und 711. wie fein Jsts, wenn brüder einig seyn, Wenn ihr wan del ohne lift, Ohne trug und falschheit ift. 2.Diese sinds, den'nGottes geift Reiches heil und troß verheißt; Diese werden in der zeit und in ewigkeit erfreut. 3. Aber wie verlischt die treu! Ueberall ist heucheley, Und kein herz wird mehr gespürt, Das des bruders elend rührt. 4. Jeder lebt nach seinem sinn Auf der erden vor sich hin, Denfer an den andern nicht. Ach. wo bleibt die liebes- pflicht? 6. Sammle, groffer menschenhirt! Alles das, was sich verirrt; Laß in deinem gnaden schein Alles fed vereinigt fenn. * Joh. 17. v. 11. 20 23. 10. Was für freude, was für luft Machest du uns dort bewußt! Was man wünschet und begehrt, Wird uns selbst von Gott ges währt. 7.Gieß den balsam deiner kraft, Der den herzen leben schafft, Tief in aufer herz hinein, Gib uns dei nen freuden schein. 8. Knüpfe selbst durch deine II. Herzen, die anist zerfreut, Preisen dann in einigkeit GOttes tren und liebes- macht, Wenn er fie in eins gebracht. 12. Kraft, lob, ehr und herr. lichkeit Sen dem höchfien allezeit. Der, wie er ist drey in ein, Uns in ihm läßt eines feyn. Von der Sanftmuht, fried. fertigkeit und Versöhn lichkeit. 2. Regiere meine sinnen, Daß . O HErr JEsu, GOttesorn und rache nicht Ein beses sohn! Schaue doch von dei- werk beginnen, Wenn mir vernem thron, Schaue die zer- druß geschicht. Laß mich nur deistreuung an, Die fons niemand nen willen In allen treu erfüllen. bessern kann. Gib sanftmüht und geduld. el. HErr Chrift der einge x. 712, Dein herz, HErr JEfu haß und neid, Du bist, der deutlich faget: Daß die die feligkeit Dort nicht erlangen mögen, Die hab und feindschaft hegen, Und un versöhnlich sind. 3. Ach schmer:! die that bezeuget, Daß ich zur rachgier, baß Une bittern zorn geneiget; Weil id ohn unterlaß Die rache willig übe. Den feind mit fleiß betrübe, Sc viel mir möglich ist. 4. Ach heiland! ach verzeihe Aus gnaden diese schuld; Im gegenthei verleihe Mir fanftmuht und ge duld u.. von der Santtmuht, Friedfertigkeit, Versöhnlichkeit. 459 duld, Damit ich gern vergebe, Mit allen freundlich lebe, Die mir zuwider sind. nenschein; So laß auch ihre noht und flehn Ben mir fiets troft und hülfe sehn, Und schreib mir tief in her; und sinn, Wie huldreich ich versöhnet bin. s. Laß mich nicht feindschaft tragen, Laß mich den haß und neid Der welt dir, JEfu! klagen; Laß mich zu jederzeit Den fegnen, der mir fluchet, Den lieben, der da fuchet Mein unglück und verdruß. 6. Wie du für die gebeten, Die dich in noht gebracht, und sie am creuz vertreten; So laß mich tag und nacht Die feinde herzlich lieben, und solche sanftmuht üben, Wie du erwiesen haft. Mel. Bater unser im himmelr. 713.21h freundlichster HErr Der du die liebe selber bist, und nichts von haß und zorne weißt, Der du die sanftmuht selber heißt: Du rufeßt uns voll liebe zu, Wir sollen heilig seyn, wie du. 2. Liebt, prichst du, liebt, wie ich geliebt Die feinde, welche euch betrübt. Wünscht niemand bd ( es, flucher nie, Und wenn ſie flu chen, segnet sie. Chut denen, die euch hassen, gut, Ertraget sie mit sanftem muht. 3. Ach! gib mir freundlichkeit, und nimm Ausmeinem herzen zorn und grimm, Als der die liebe unterdrückt, und alle glaubensfrucht erstickt. Befren mich doch, nach deiner huld, Von rachgier, eifer, ungeduld. 6. Gib, daß sie meine freundlichkeif Erquicket, triftet und er. freut; Gib langmuht, die ertra: gen kann, was sie mir zum verdruß gethan. Gib huld, die gegen- huld erweckt, und ihrer fehler mense deckt. 7. Mein GOtt: mir trägt es ja nichts ein, Wenn sie gestraft und elend seyn; Jhr feelen- schade freut mich nicht, Wenn ihnen kraft und troft gebricht: Vielweni. ger ist meine lust, Wenn du sie einst verdammen mußt. 8. Dafür bewahre sie und mich, Erbarmender! recht väterlich. vater! der du gnädig bist, Du sohn der liebe, JEfu Chrift! Du geift des friedens! bdre mich, o preif' ich dich dort ewiglich. 4. Die rachgier ist ein sünden wust, Ach! tilge sie aus meiner bruft; Ja, allerliebster GOtt! verleih, Daß ich den feinden gern verzeih, Daß mein mund ihnen nimmer flucht, Auch nirgends ih ren schaden sucht. Mel. Kommt her zu mir spricht ze 714. Wie is die welt ſo feindschaft voll? Sie lebt in rachgier, streit und groll, und will sich nicht verfühnen: Man kommt zum altar obne scheu, Im heuchel- glauben ohne reu, und meint doch GOtt zu dienen. 2. Doch opfert iemand sein ge schenk, und wird vorher nicht eingedenk, Das iemand etwas habe, Das wider ihn; der hat nicht theil An JEsu tod, ist GOtt ein greul Mit seiner opfer- gabe. 3. Wer seinem bruder nicht vergiebt, Noch ihn von reinem her. zen liebt, Der kann GOtt nimmer lieben; Er ist aus Cains mordand geschlecht, und ein verdammter . Du schenkft, ob sie schon fünden knecht, Gott muß da böse seyn, Doch ihnen deinen son- rache üben. is ge 4.0 400 Von dem heiligen Leben und chriftlichen Tugenden 4. O mensch geh einmahl in| Mit welchem ich gemessen; Laß dein herz, Und treibe ferner keinen meine sünde doch Auf ewig seyn scher: Mit Gottes heilgen lehren. vergessen. Gib mir den neuen Der heiland spricht: wer feind geist, Der mich die rechte lehrt, schaft übt, und seinem bruder Die du gegeben haft, und mich zu nicht vergiebt, muß zu der hölle folchen kehrt. kehren. 5. Bewahre mich, Herr JEsu Chrift, Daß meine seele nicht vergißt, was du mir vorgeschrieben. Laß mich, HErr! täglich siebzigmahl, Ja gar vergeben ohne zahl, Und meinen bruder lieben. 7. Laß mich nicht furcht noch gunst Vom rechten wege kehren; Laß mich der heuchler lift Und schmeicheln nicht bethdren. Gib, daß aufrichtigkeit, Und treu mein herz regiert, und jeder redlichkeit In wort und werken ſpürt. 8.Laß mich, so viel ich kann, Die trößten, decken, schützen, Die un ter der gewalt Der ungerechten schwißen: Laß mich auch bey dem schein Des rechten, selber nicht Gewalt und unrecht thun, Wenn mir gewalt geschicht: 9. Daß treu auf erden wächst, Daß recht vom himmel schauet, Und jeder land und feld In fried und segen bauet, Daß Gott uns gutes thut, Das land im segen steht, und daß gerechtigkeit Bev uns im schwange geht. 10. Gib mir den geift des rahts, Der weisheit und der stårke; Durch den regiere selbst mein denken, meine werke, und nicht durch menschen- raht noch eigne phantasen, Daß ich nicht, wider recht, Der welt gefällig sey. II. Herr! hilf mir doch mein her; zu deinen rechten neigen, Und gegen jeden mich Gerecht und billig zeigen: Und gib mir dort den lohn Von der gerechtigkeit; Da ungerechten nichts Als fluch und schmach bereit. Voll Von der Gerechtigkeit und Billigkeit gegen den Vächsten Mel. O GOtt du frommer 2c. 715. Gerechter beilger daß ich spüre, Wie eigennus, be trug und falschheit mich regiere. Ach! die gerechtigkeit Wird oft von mir verlegt, und eigennus dem nuß Des nächsten vorge: feßt. 6. Entferne meinen geist Vom ungerechten wesen, Gewalt, un billigkeit; Und laß mich stets er lefen, Was recht und billig ist, Was selbst der wahrheit nüßt, Und sie bis in den tod Befördert und beschüßt. 2. Ich weiß, daß ich mich mehr Als meinen nächsten liebe, Durch unrecht richten, thun, Und handeln ihn betrübe. Sein schade freut mich oft, Ich hindre solchen nicht; Da sich mein herz doch dis Von andern selbst verspricht. 3. Ach du gerechter GOtt, Feind aller ungerechten! Du selber willt das recht Noht- leidender verfechten: Du richteft recht und gut; Ach! geh mit deinem knecht, Mein GOtt! nicht ins gericht, Wer ist vor dir gerecht? 4. Laß guad ergehn für recht, Vergib mir alle sünde; Vergib, damit ich nicht verdammten lohn empfinde. Denn ungerechtigkeit Schlägt feel und leib zugleich, Und du verschliesseft dem, Der ungerecht, dein reich. 5. Miß mir nicht mit dem maaß, und zwar von der Wahrheit und Aufrichtigkeit. 461 Von der Wahrheit und| Und aus lift und ehrbegier Mit geschmückten de worten trügen; Treib, o JEfu! weit von mir. Laß mich dir an allen orten Aehnlich seyn in that und worten, Daß bes Aufrichtigkeit. Rel. Alle menschen müssen 2c. Efu, wahrheit, licht 716. Jen allen lügen feind: Ach! du wirst mir gnade geben, Daß ich sey ein wahrheits- freund. Reizt mich fas tans lift zum lügen, Laß die wahrbeit in mir siegen: Irr ich, hilf mir bald zurecht, Denn wer lügt, ist fatans knecht. D 2. Ach! dein geist, der wahr heit liebet, Kehr in meiner feelen ein: Weil ihn lügen höchst betrůbet, Ach so laß es ferne seyn. Fal sche zunge sen verfluchet, Die nur schand und schaden suchet: Falsche reden ohne grund Treibe mir aus berz und mund. 3. GOtt der wahrheit, ach! regiere mich, daß ich dir ähnlich bin. Lenk mein denken, Leit und führe Wort und that nach deinem sinn; Daß ich ben der wahrheit von mir treibe. Mach aus mir der wahr: heit kind, Wo sich keine lügen findt. munde sey. 7. Drückt mich, ohne mein vers schulden, Andrer falscher lügens mund; Hilf es mir getroft erdul. den, Gib nur, daß es ohne grund. Doch, soll ich mein schweigen brechen, und den lügen widers sprechen; Gib, daß ich, wie du ge than, Sie voll sanftmuht strafen kann. 8. So bleibst du mein licht und leben, Meine wahrheit und mein schild! Und ich bleibe dir ergeben, Führe mich nur, wie du willt. Falsche tücke, lügen, trügen Wirft du selbst in mir besiegen: So bin ich der wahrheit kind, Woran sas tan nichts gewinnt. 4. Soll ich schweigen, HErr! so lege Selbst ein schloß an mei nen mund. Macht mein wort nicht deine wege, Deinen ruhm und ehre kund: So verhindr' es, HErr! und zeige, Daß ich klug sey, wenn ich schweige. Schweigen, und zu rechter zeit, Uebertrifft bes redsamkeit. 5. Laß die falschheit, die dem berzen Eigen ist, nicht meister seyn. Will ich mit der wahrheit scherzen, Stimmet zung und herz schon ein; Ach so halte mich zu rucke, Und zerreiß des ligners ftricke: Lenk den mund, damit er nicht, Was der argwohn denket, frricht. Jadore ng 6. Andern zu gefallen lügen, Mel. Wer nur den lieben GOtt 2. Err! der wah 717. res wort gegebent, Der treu und glauben ewig hält.. Herr JEfu! wahres licht und le ben Und weg und wahrheit in der welt: Du geist! der auf der ebnen bahn In alle wahrheit leiten kann! 2. Dir flag ich, was der satan stiftet, Wie dieser mord- und lägen- geist Mein armes hers so sehr vergiftet, Daß es der lügen sich bes fleißt. Die wahrheit hab ich oft betrübt, Den frieden niemahls recht geliebt. 3. Vergib doch deinem armen finde, Verzeihe deinem eigens thum. Nimm weg die strafe meiner sunde, Die heißt: GOtt bringt die lügner um, GOtt stürzt die fal schen in der eil, Blutgierige sind ihm ein greul. 4: Pflanz Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 462 4. Pflan; in mich deine GOt tes liebe, So hab ich auch die wahrheit gern; Damit ich mich und meine triebe Recht in dem grunde prüfen lern; Auf daß ich nicht aus schmeichelen Mein eiges ner betrüger sey. s. Laß mir kein solches falsches berje, Das ia! spricht, und doch nein! gedenkt, Stein herz, das mit der wahrheit scherze, Und sie nach eignem vortheil lenkt. Richt mir gedanken, wunsch und sinn Nur einzig nach der wahrheit hin 6. Gib mir die wahrheit in dem glauben, Die herzlich glaubt und frey bekennt; Denn wer will dem den himmel rauben, Den GOtt 4. Gib mir auch nach deinem gerecht und selig nennt? Mach willen, Einen freund von solcher mich zur rechenschaft bereit; treu, Der mir, meine quahl zu fil Denn dein wort bleibt in ewig- len, Tröstlich und beständig sey; feit. ständig, Bleibt getreu bis in den tod; Menschenfreundschaft wird leicht wendig, und verliert sich in der noht. Wenn uns glück und segen grünet, Finden wir uns wol bedienet: Wird das wetter unge: ftum, Kehrt sich oft die freund. schaft um. 7. Eaß mich die wahrheit gern bekennen, Denn du haft zu der wahrheit lust. Laß mich dein wort mein kleinod nennen, Das liebste kleinod meiner brußt: So geb ich willig in gefahr um wahrheit, leib und leben dar. Dem ich ohne furcht und grauen Dürfe meine laft vertrauen, Die mir auf dem herzen liegt, und oft centner überwiegt. 8. Gib mir die wahrheit in der tugend, Damit sie christlich heiß fen kann. Ach gångle mich, als wie die jugend, In redlichkeit auf eb: 1. Davids troft und größtes glücke War sein treuer Jonathan, Der durch göttliches geschicke Ihn so herzlich lieb gewann, Daß er seines vaters willen Nicht begehrte zu erfüllen, und vielmehr mit hand und mund Wie ein fels ben David stund. ner bahn, und laß mich einst in 6. HErr! ich bitte dich, erwähle jions höh'n Die ewge wahrheit ewig fein. mir aus aller menschen zahl Eine tugendhafte seele, Die in diesem tammerthal Mir, nach deinem sinn und geiste, Freundschaft, troft und hülfe leiste, Troft, der in der noht besteht, Hülfe, die von her: sen geht. 7. Wo die bloffe zunge liebet Da ist freundschaft schlecht be stellt, Die nur süsse worte giebet, und betrug im Herzen hält: Alle freundschaft sen verfluchet, Die nur ihr vergnügen suchet; Eigen muß und heuchel- schein Muß von freundschaft ferne seyn. 8. Hab Um einen treuen Freunt. Mel. Alle menschen müffen 2c. ch will meinen JE fum preifen, Der es 718. treulich mit mir meint. Ich will ruhm und ehr erweisen Diesem meinen herzens- freund, Der mich aus der welt erfohren, Eh ich noch sur welt gebohren; Der mein nimmermehr vergißt, Der mein bru der worden is. 2. Deffen freundschaft ist be 3. Gib mir, Gott! ein treu gemühte Gegen meinen wahren freund, Das ihm hand und heri anbiete, Wenn die sonn ihm schon nicht scheint; Das bey gut und bösen tagen Ihm die bürde helfe tragen, Wenn du, wie ein vater pflegt, Jhm ein creuz haft auferlegt. und zwar von der Keuschheit und Reinigkeit des Herzens. 463 element, Dein tempel, wo dein opfer brennt. 8. Hab ich schwachheit und ges brechen: HErr! so lenke meinen freund, Mir mit fanftmuht zuzusprechen, Weil wir alle men schen seynd. Wer mich freundlich weiß zu schlagen, Ift, als der bey freuden tagen Auf mein haupt den balsam gießt, Der von Arons scheitel fließt. 3. Treib aus, was in mir wüst und wild: Erneu in mir dein gåttlich bild. Laß mich, HErr heilig, keusch und rein Durch deines geistes triebe senn. 9. Owie reich ist dessen haabe, Dem der HErr nach seinem raht Eine solche himmels gabe, Einen freund beschehret hat, Der mit unverfälschter treue Ihn in weh und wol erfreue; Wer GOtt fürchtet, liebt und ehrt, Dem ist solch ein schatz beschehrt. 10. Wahre freunde sind wie 6. Der augenblick, der hier erstäbe, Dran der menschen gang gekt, Wird nur von thoren hoch ich hält, Dran der schwache fuß geschäßt. Auf einen tropfen frdsich hebe, Der sonst leicht zu bolichkeit Erfolgt ein meer voll herden fällt. Weh dem, dem das glück zelcid. entgangen, Solche stäbe zu erlangen; Wenn er fällt in seinem lauf Wenn er stürzt, wer hilft ihm auf? 11. JEsu: laß mich dir gefallen, Bleib mein freund bis in mein grab. Bleib mein troft, bleib un ter allen Mein getreufter stärkster stab. Wirst du mich dir so verbinden, So wird sich schon iemand finden, Der, durch dich mir zuges führt, Mein wahrhafter freund ſeyn wird. 4. Ich habe nie mit ernft be dacht, Was dich, mein hort! ans creuz gebracht. Wie kann, bey dei: ner quahl und pein, Mein her: noch voll von lüften seyn? bist der årgsten seuche gleich: Dein gift erschleichet und entzündt, Was sich bey deinen flammen findt. Hergegen komm, o GOttes sohn! Mein herz fen deiner liebe thron, Dein wohnhaus und dein <. Und warum sollt ich meine brust Besudeln mit verbotner luft? Indem ihr end ein elend heißt, Das uns zulegt zur bölle reißt. 7. Schaff in mir, GOtt! ein reis nes her, Bewahre mich für tand und scher;; Erneure meinen geiß und sinn, Wenn ich voll schnöder wolluft bin. 8. Erweck und stärke mein ge müht, Daß es auf das, was droben, sieht. Nimm mich in deinen liebes- schooß, So werd ich alles eitlen los. Don der Benschheit und Reinigkeit des Gerzens. Mel. Vor deinen thron tret ich zc. el. Nun freut euch liebe zc. 719.Wes, wolluft, die an 720. Ott fagt, daß bie nur selig seyn, Die unluft reich! Du stets erfunden werden Im herzen heilig, keusch und rein In werk, wort und geberden: Diefelbe sind es, welche dort mit allen engeln fort und fort Ihn ewig schauen follen. 10011 9. Ja führ mich endlich zu der luft, Die eitlen herzen unbewußt, Die der nur siehet und erfährt, Der dir im leben angehört. 2. Web aber allen, weiche sich Der fleisches freud erge. ben 464 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden ben, und in der luft- seuch üppig-| ernst dahin, Daß er ein gut gewiß lich, Als schnöde heiden, lesen, Ein keusch gemüht und reinen ben: Die sehen GOttes antlik| sinn zu haben ist geflissen; Der nicht, Sie bleiben ewig im sein gefäß nach GOttes raht In gericht mit den unsaubern gei- heiligung und ehren hat, Machts fitern. nicht zu huren- gliedern. 3. Denn weil ihr schnödes herz so sehr Mit böser luft besessen, Daß ne des höchsten wort und lehr Gar liederlich vergessen; So zeucht er ab die gnadenhand, Daß sie aus einer sünd und schand Bald in die andre fallen. 10. Desselben leib und seele bleibt Des heilgen geistes tempel, Der unzucht flieht und von sich treibt, Giebt niemand bös erems pel. Der Christi marter oft erwegt, An dessen creuz die luste schlägt, Und sie dadurch stets dämpfet. 4. Die augen sind bey ihnen frey, Wild, frech und ungezähmet, Voll ehbruch, lift und hureren; Die stirn ist unverschämet, Das * 11. Herr! schaff in mir ein rein gemüth, Gib, daß ich mässig bleis be, und mich für böse gesellschaft hut, Auch meinen leib betäube: herz verachtet ehr und zucht; Un- Daß er nicht etwa werde geil, und reine luft wird nur gesucht Von folchem leichten volke. leib und seele ihren theil Des him. melreichs verlieren. 5. Sie sind dem vieh an blindheit gleich, Das an der erde hanget, Das GOtt nicht kennet, und fein reich Nicht suchet noch ver langet. Sie folgen ihrem frechen finn, und eilen ungesäumt dahin, Wo sie die lust hintreibet. 6. Doch kriegen sie zuletzt den lohn, Nach dem sie so gelaufen; Denn siechthum, armuht, schand und hohn Frömmt über sie mit haufen. GOtt haffet all unreinigleit, Drum strafet er zu seiner zeit Die hurer und ehbrecher. 7. Die, deren gott der bauch allhier, Die zucht und tugend fliehen; Die wird der höchste dort dafür Gewiß zur strafe ziehen. Ihr jammer, herzeleid und pein Wird ewig, ewig, ewig seyn, Für kurze seit und wollust. 8. Wol aber dem! der immer dar Betrachtet hier auf erden, Daß alles dort muß offenbar Und hart bestrafet werden: Und was im winkel hie geschicht, Von JEfu an das helle licht Dort soll gestellet werden. 112 9. Wol dem! der denkt mit tid Mel. Vater unser im himmelr. 721.2hErr, mein Gott gut! Du forderst reinen sinn und muht, Und willt, wir sollen dir allein In wah, rer tugend heilig seyn; Und ernst lich fliehn, was dich verlegt, Und uns in seelen- schaden fest. 2. Du kennest unsere natur, Die ganz verderbet ist, und nur Zur sünd und bösen luft geneigt, Die nichts als schnöde lüfte zeigt, Die uns in noht und jammer stürzt, Und gar das lebensziel verkürzt. 3. Drum bitt ich, gib mir dei nen geist, Der seine kraft in mic beweist, Wenn böse luft sich in mit regt, und mich zu fündigen bes wegt; Durch dessen trieb lenk hers und sinn Zur reinigkeit und tus gend hin. 4. Gib, daß er sich geschäftig zeigt, Sobald die woluft in mic steigt; Damit er ihrem wachsthum wehrt, Eh ihre kraft sich stärke und mehrt: Damit er meine feels rührt, und zwar von der Keuschheit und Reinigkeit des Herzens. 465 flammen böser luft, So viel ihrer meine brust Ueberschwemmen, quählen, drücken; Laß sie ganz und gar ersticken. <. Meine feel ift deinem dile de Gleich gemacht, und hoch ge schäßt: Dein sohn hat sein blut so milde Für sie sterbend jugefert. Drum, mein vater! that ich in Dir und Christo viel zu nah, Wenn ich unkeusch leben wollte, und dein bild so schånden sollte. rührt, Daß mich die reizung nicht verführt. . Bewahre mich, wenn luft der welt Mir stricke legt und ne; je stellt. Sie nimmt das herz zu schleunig ein; Drum laß mich flug und wachsam seyn. Wirf selbst die schlangen brut hinaus, Denn sonst entheiligt sie dein haus. 6. Erfüll hingegen meine brust Mit keuscher zucht und reiner luft. Mein wunsch, verlangen und begier Sen, höchstes gut! allein nach dir; Daß ich, von schudden lüßten frey, Dein heiligthum und tempel sey. 6. Christus wohnet durch den glauben Selbst in mir; fein heil. ger geist Läsfet sich mein herz nicht rauben, Weil es nun sein tempel heißt. Darum steht er mir auch ben, Daß sein tempel heilig fey, Daß ich ihm, an feel und geiste sehen, denn Gott ist das reinfie eusch und rein, gehorsam leiſte. Mel. JEfu deine heilge wunden. 722. Hereft, Daß man eilger vater! da be7. Wer unrein, kann GOtt nicht feusch und züchtig sey; Du verbie licht. Der kann nicht vor dir beste. test und verwehrest Unzucht und hen, Dem die reinigkeit gebricht. unflåterey. Ach ich fleh durch Soll mir nun der helle schein Deis Jefum Chrift, Der mein seelen- nes anblicks selig seyn; HErr! so brautgam ist, Der mich ihm zur braut erwählet, Sich in treu mit mir vermählet: reinge geist und glieder, Mach mir böse luft zuwider. 2. Gib, daß ich an feel und leibe, Junerlich und duserlich, Heilig, keusch und rein verbleibe. Deine guade stärke mich, Daß mir leib und feele rein, und befreyt von wolluft seyn: Ja laß, HErr von bösen lüften nichts in meiner feele niften. 3. Tilg in mir unkeusche triebe, Todte das verderbte fleisch; Gib mir deine furcht und liebe, Da durch mach mich rein und keusch. Unterbrich der lüfte lauf, Zieh mein herz zu dir hinauf, Daß es nicht am eiteln Flebe, Sich der wollust nicht ergebe. 4. GOtt der gnaden, ach: ers gieffe Deinen gnaden strom auf mich, Daß er in mein herze flieffe: Dadurch lösche gnädiglich Alle 8. GOttes geist wird schon be trübet Durch ein einzig schandbar wort; Und wer sich in lüften übet, Treibt ihn völlig von sich fort. Geilheit machet sorg und gram, Ihr vollbringen schand und scham. Will es denn zum ende laufen; Folget erst die reu mit haufen. 9. Darum, HErr der reinen schaaren! Laß mir deines geiftes kraft, und die gnade wiederfahe ren, Die ein reines herze schafft. mache mir, o herzens- gaft! Die unreinigkeit verbaßt. Hilf mir meine lufte zäumen, Und das herz von fünden räumen. 10. Laß mich hureren vermei: den, Alle sünden werke fliehn, Keine brunst im herzen leiden Mich um reinigkeit bemühn. 38 Dennl 2 466 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden Denn du willt ja nicht allein, Daß sen, Del zur wolluft- glut gegosſen. nur leib und glieder rein; Son Ja wer ist, der recht beschreibt, dern daß auch seift und seele Chri- Was man da für bosheit treibt? sti keusches vorbild wähle. Laß mich, vater! völlig sehen, Was für laster draus entstehen, Daß mir ja die volleren Lebenslang ju wider sey. 6. Laß mich doch mit faften, be ten, Flehn und danken vor dich treten, Daß mein herz, sammt feel und geist, Dein gefällig opfer heißt; Daß die leibs- und seelen. gaben Täglich neuen wachsthum haben, Daß zu dir, o höchstes gut! Steige eine reine glut. 11. Creusge meines fleisches lüs ste, Und was sonst mein herz bes fleckt, Als wofür du, JEsu Christe! Tod und höllen quahl ges schmeckt. Treib die geilheit gar von mir, Daß ich geist und seele dir Als dein heiligthum bewahre, Bis ich einsten zu dir fahre. 2c. Don der Maffigkeit. Mel. Ich will meine stimm 723. Gott! Du bist alleine gütig, Darum bitt ich dich demühtig: Bater! dein verlohrner sohn Stellt sich ein vor von der Begnügsamkeit. Mel. Herzlich thut mich verlang. deinem thron: Laß mich nicht in 724. Was hat der mensch missethaten Auch in schlemmen nicht gerahten. Ach behüte künf tig hin mich für unverschämtem finn. 2. Gib mir, denn du kannst es geben, Luft in mässigkeit zu leben, Daß doch nicht durch völleren Mein gebet verhindert sey. Trunkenheit verderbt die gaben, Die wir nur zur nohtdurft haben, Die man nicht zum überfluß Lies derlich misbrauchen muß. 3. Alle weisheit wird verschüts tet, Sinn und nachsinn wird zerrüttet, Gut und ehre wird vers heert, Leib und seele wird zerstöhrt. 3. Will glut und fluht entste Ja dein geißt, der fromme liebet, ben, Giebt sich ein räuber an; Es Wird vertrieben und betrübet, wird ihm nichts entgehen, Weil GOttes schwerer zorn erweckt, er sich trößten kann, Gott werd ihm Und die rach- glut angesteckt. immer bleiben; Drum hat kein mangel plaß. Wenn andre wucher treiben, Schäßt niemand seinem seinen GOtt nicht hat? GOtt muß uns alles werden, Bey ihm ist raht und that. Wenn alle mittel wei chen, So ist das herz doch froh, Denn er macht einen reichen Aus einem Lazaro. 2. Wer JEsum nur befizet, Der hat das höchste gut; Labey wird er geschüßet, Daß ihm nichts abbruch thut. Er wird sich täg lich nehren, Ob ihn gleich ar muht drückt, Ob gleich mit korn und ähren Sein vorraht nicht ge schmückt. 4. Luft zur arbeit wird gemindert, Alle munterkeit verhindert, Alles nähtige versäumt, Schand schat. und läsrung ausgeschäumt. Ernst 4. Wie kann der felig werden, und vorfag liegt erstorben, Aller Der nur auf reichthum sinnt weise raht verdorben; Selbst die Und wenn er auf der erden Die feele scheint ersäuft, weil sie nichts mehr recht begreift. ganze welt gewinnt? Die feele geht verlohren: O schrecklichen verlust! Wenn in des todes tho5. Da wird böser raht geschlof tem md und zwar von der Begnügsamkeit. and mat ren Ihm sonst kein troft be: wußt. 1.So bin ich denn zufrieden Mit dem beschiednen theil. Jft mir nicht viel beschieden, Deukt GOtt doch auf mein heil; Er will mich nicht beladen, Weil ich zum himmel geh; Genug, daß ich in gnaden Ben meinem vater steh. 6. Mein Cad* wird immer baben, Mein krug nicht ledig seyn, Daß ich den leib kann laben. Gott giebt dem keinen stein, Der brot begehrt: indessen hab ich an GOtt genug; Er fegnet ben dem effen Auch meinen wasser- frug. * mein gefäß 1.B.dn. 17, 16. 1. Giebt mirGOtt nicht die füls le, Mag es nach nohtdurft seyn: Genug, fein vater- wille Bringt, was mir nöhtig, ein. Wenn andre sorgen treiben, So folg ich Got tes raht, Und will ein mensch vers bleiben, Der nichts und alles hat. 2. Ich weiß nicht, was ich wüns schen soll, Bin blind mein heil zu sehen; Doch ist mein her; verlangens gehevoll, Es heißt mich oftmahls Auf einem deinem raht Und willen ganz entgegen; Daher mein fleiß, Witz, stärke, schweiß, und arbeit nichts vers mögen. 467 Für dein geschöpfe sorgen Und was du heut Aus gütigkeit Ges than, thußt du auch morgen. 2. Du willt uns, weil du gütig bift, Du kannst uns, alles geben; Du weißt, was noht und felig if Zu unserm ganzen leben. Du wirst( denn du, HErr! sagst es zu) 4. Mein wille sey, HErr! was du willt; Er sey dir heimgegeben; Was dir beliebet, werd erfüllt. Ich will nicht widerstreben. Von deiner hand Wird uns gesandt, Was wir hie ndhtig haben: Ja, HErr! du bist, Zu jeder frißt Der geber aller gaben. Mel. Durch Adams fall ist zc. zch komm, o guter 725. Gott! zu dir, Dem 7. Was soll mir grosses gut und geber aller gaben. Ich wünsche geld, Glück, ehr und langes leben? freilich öfters hier Bald dis, bald Es bleibet alles in der welt. Dort das zu haben. Wie kümmerlich willt du mich erheben. Du crónft Bestreb ich mich und kanns doch mich dort; Drum will ich fort: Was nicht erwerben; Allein du bistAll- hält mich noch auf erden? Ach weis, und siehst, Daß dis wol mein verderben. rufe mir, Nimm mich zu dir, So werd ich selig werden. s. Nun vater! was und wie du willt, Geschehe mir auferden. Mein wunsch und seufzen wird erfüllt, kann mir nur dieses werden, Daß ich allzeit, In freud und leid, In deiner furcht verbleibe, Und dir, mein GOtt! Mich bis zum tod Mit fefter treu verschreibe. 6. Hab ich nur dich und deine huld, So bin ich wol begabet; So trag ich alles mit geduld, Wenn mich dein geist nur labet. Ja wăse du Mir so viel zu, Als vater deinem kinde, Daß ich zur noht Ein stucklein brot Und noch was übrigs finde. Mel. JEsu deine heilge wunden. mens chöpfer 726.Shefer alle schen- kinder, Höchs fter! ich verklage mich; Denn ich armer böser fünder Murre viels mahl wider dich. O wie oftmahls meistre ich Dich, HErr! dein ges schöpf, und mich! Gröffer will ich wol auf erden, Aber niemahls frdmmer werden. 2. Seh ich einen, der gelehrte, Der beglückter ist als ich, Der da 382 reicher 469 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden reicher und geehrter; O wie| gen und abgdtterey. Armuht, wo schnell entrüst ich mich! Denke zu viel gebricht, Und auch reich, trozig und voll neid: Was soll die thum, gib mir nicht. Allzu arm, ser unterscheid? Warum soll ich und allzu reich Ist nicht gut, und solche gaben nicht so wol als iener beides gleich Stürzt die feel ins haben? sünden reich. 3. HErr! du hast mich, dein geschöpfe, So aus thon hervor gebracht, Als ein töpfer seine töpfe; Und es steht in deiner macht, Was du machen willt mit mir: Und doch widerstreb ich dir, Ich, den du durch tausend plagen Leichtlich kannst zu boden schlagen. 4. Gnad ist alles, was wir haben, Weil du uns nichts schuldig bist; Du giebst alle gute gaben, Wie es dir gefällig ist. Dieses lehre mich doch recht, Laß mich, als ein from mer knecht, Stets mit dem ver: gnüget leben, Was du mir, mein GOtt! gegeben. : HErr! der nichts als gutes siebet, Sieh, hier bin ich, dein gefäß! Lege drein, was dir belie: bet, Und was deinem raht gemäß. Dich, der bessers geben kann Als ich denke, ruf ich an: Mache mich auf dein begehren Zum gefäffe deis ner ehren. 3. Laß mich aber, o mein heil! Nehmen mein beschieden theil, Und beschehre mir zur noht hie mein täglich bißlein brot. Ein klein wenig, da der muht Und ein gut gewissen ruht, Ift fürwahr ein groffes gut. Mel. Singen wir aus herzens' e 727.3weverley bitt ich von dir, ver leihe mir, HErr! der allesreichlich giebt, Was uns dient, und dir beliebt. Gib mirs, weil ich hier noch leb, und in diesem elend schweb, Eh der tod von hier mich heb. 2. Gib, daß ferne von mir sey£ ft. 4. Sonst mdgt ich beym überfluß Bald empfinden überdruß, Dich verleugnen, dir zum spott Fragen: wer ist HErr undGött? Wird das her; erft frechheit voll, Weiß es nicht, dieweil ihm wol, Wie es sich erheben soll. s. Steht es aber nackt und bloß, Und die armuht wird zu groß: Wird es untreu, stielt und stellt Nach des nächsten gut und geld: Thut gewalt, braucht rank und lift, Ift mit unrecht ausgerüft, Fra get nicht, was christlich ist. 6. GOtt, mein schatz und ju versicht! Armuht, reichthum dient mir nicht: Beides schmälert deine 6 Laß mich kein gefäß der fün- ehr, Beides macht der fünden den, Noch des fatans werkzeug mehr. Bater! gib mir speis und senn: Laß mein herz sich rein behüll, Und was sonst dein gnadenfinden, Lege lauter gnade drein, will, Daß ich friedlich sen und stillDie es immer rein erhält, Daß es dir fiets wolgefällt. Mein Gott! dein sind alle gaben: Was ich soll, das werd ich haben. Mel. Es ist gewißlich an der zeit 728.24 ruf zu dir, Hilf, daß mich nicht bethdre Die böse luft. die steckt in mir, Nach reichthum. wollust, ehre: Daß ich mich a dein wort nur halt, Und dadurch was überwinde. 2. Sollt, der dem vich sein futter schafft, und speiset auch die raben, Nicht uns durch seine gna den- kraft Mit trank und speise la ben? Sollt, der das gras und blu mer und zwar von guten Gedanken. men jiert, An kleidung nicht, was uns gebührt Und ndhtig ist, mittheilen? 469 ren, Das wolls du mir an haab und gut Bey meinem fleiß bescheh. ren: Daß ich, und mein geschlecht nach mir, Nicht andre leute vor der thür Aus noht drum bitten dürfe. 3. Von vielen gütern lebt man nicht: Der hat, daß er GOtt preis se, Der bey dem werk, was er vers richt, hat kleidung, trank und speise: Ob uns ein mehres werden foll, Das weiß er, als der vater, wol, Obs seinen kindern nüße. 4. Wer wenig hat, und das mit recht, KannGOttes huldbehalten; Er bleibet redlich, fromm und schlecht, Und läßtGOtt ferner walten. Sein wenigs auch vielmehr gedent, Als groffes gut viel böser leut, Das sie erschunden haben. s. Der troft, der in dem reich- ben; Darum denk ich auch nicht thum steht, Wird unverhofft zu darauf, Und will mein her; zu schanden; Und wenn es an das GOtt hinauf und seiner fülle scheiden geht, So ist erst noht vor: richten. handen. Denn geld und gut errettet nicht Von GOttes schwerem jorn- gericht; Dis brennt bis in die hölle. * 12. O höchstes gut! sen hier und dort Mein reichthum, lust und ehre. Gib, daß in mir sich fort und fort Das sehnen nach dir mehre: Daß ich dich stets vor au gen hab, mir selbst und allem fierbe ab, Was mich von dir will ziehen. 6. Drum wol dem! der sein her erhebt Gen himmel von der erde, Sucht, daß er reich, dieweil er lebt, An guten werken werde; Wenn GOct ihn segnet und sein haus, Theilt er den armen wieder aus, Und giebt es gern und frölich. 7. Bey seinem gut erweist er noch, Daß ers darauf nicht setze: Er freuet aus, und sammlet doch Im himmel wahre schäße: Die fliegen niemahlsauf im rauch, Und seyn darneben sicher auch Für dies ben, roft und motten. 8. Es ist fürwahr ein groß gewinn, Wer keinen je betrüget, Ver GOtt vertraut, und fürchtet ihn, und sich dabey begnüget. Bloß kommen wir in diese welt, Bloß müssen wir, wenns GOtt gefällt, Hinaus und alles laffen. ** 10. Ach! meine feel fann ibre ruh Jm zeitlichen nicht finden. Was ich da vornehm oder thu. Pflegt als ein rauch zu schwinden, Unsterblich ist die feel, und muß Unsterblich seyn, was ohn verdruß Dieselbe soll vergnügen. II. Nun ist auf erden nichts bewußt, Das solche ruh tann ge. ben, nicht augen luft, nicht flei: sches- lust, nicht hoffärtiges le 13. Hilf, daß ich meinen wan. del führ Bey dir im himmel oben, Wo ich werd ewig seyn ben dir, Dich schauen und dich loben. So kann mein herz zufrieden seyn, Und findet, GOtt! in dir allein Die wahre ruh und freude. 14. Hiezu gib mir von deinem thron, Ovater! gnad und stärke. Zerstshr, o JEfu, GOttes sohn! Des satans reich und werke. O heilger geift! steh du mir bey, Daß mein begehren dis nur fey: GOtt über alles lieben. Don guten Gedanken. Mel. JEfu deine heilge wunden 9. HErr! was mir hie von ndh ten thut, Mich ehrlich zu erneb. 729. Gutes denten, gutes dichten mas 69 3 470 Von dem heiligen eben und Schriftlichen Tugenden GOttes gnade schafft. Wir selbst der rauch im starken winde, G könnens nicht verrichten, Denn verfliegt es durch den finn. Die uns mangelt stark und kraft. Wo gedanken gehn vorbey, Und kaum nicht GOttes gütigkeit hiezu ist die feele fren; So sucht sie im guad und kraft verleiht; Werden welt getümmel Wieder freude. wir mit unsern sinnen Nie was rub und himmel. heiliges beginnen. S 2. Von natur sind die gedanken Sündlich und voll missethat, Weichen stündlich aus den schranFen, Die GOtt vorgeschrieben hat. Unfre herzen sind ein quell, Der nicht lauter, rein und hell, Woraus arges denten fliesset, Und sich strömen gleich ergieffet. 3. Denn die angebohrne fünde Hat uns leider so verderbt, Daß fogar dem kleinsten kinde Diese schwachheit angeerbt; Daß es von der jugend auf Durch den ganzen lebens- lauf Sündliche gedanken beget, und sich böses in ihm reget. 4. Aber GOttes vater liebe Macht, daß die gedanken rein, Und die vormahls böse triebe Gut, und ihm gefällig seyn. Er erneu ret unsern sinn, Nimmt die bosheit von uns hin, Heiliget durch feine gute Herz, gedanken und gemühte. 8. Doch nicht nur ben frechem fündern Wirket dis des HErrem hand; Sondern auch bey frommen tindern Zeiget sich dis gnadenpfand; Macht her; und gedanken rein, Daß sie GOtt geheiligt seyn. Daß die sinnen göttlich denken. Und sich von der erde lenken. 9. 3war ein chrif muß oftmahls klagen: Was ich nicht will denk ich doch; Sündliche gedanken plagen Ihn als ein beschwerlichjoch. Doch er weiß, Got steht ihni bey, Darum kampfer CE getreu, Hofft und fileht, daß Gott ihn lenke, Daß er Gott- gefällig than! Ach! mich frechen übertre: ter Klaget höll und himmel au. Dieses wirket GOttes geift, Der ihm sein verderben weist, Der ihn will durch solch bemühen Von den funden zu sich ziehen. Aber ach! wie gar geschwinde Geht dis denken überhin! Wie denke. 10. Nun meinGOtt und treuer vater! Heilge mir herz, muht und finn: Sey da helfer und berahter, Wo ich selbst nicht tüchtig bin Mache die gedanken rein, Sib mir selbst solch denken ein, Da ich immer chriftlich walle, Und din all; eit wolgefalle. von der Unsträflichkeit im Reden. Wirkt es in den geiſtliche Franken 730. Hund if, was bein *. Auch bey den verstockten her. sen Klopft der geift der gnaden an, Daß man andacht, reu und schmerzen, Und viel gutes finden kann: Ja, wenn GOttes gnaden- Mel. Es ist das heil uns kommen. licht bricht; Err! und ist, deim raht Mir gnaden voll gegeben; Gib, daß mein herz wol acht drauf tod und Denn, ach! sie flucht, sie lober dich: Drum gib mir, vater! gnå diglich, Daß ich sie recht ge brauche. Rein und heilige gedanken. 3 6. Oftmahls denkt ein misses 2. Bewahre mir doch zung und mund, Daß sie dich nicht betrů. ben, nichts reden, als was mir dein bund zu reden vorgeschrie ben. und zwar von guten Werken ben. Git, das mein mund die wahrheit spricht. Und also mein gewissen nicht Gefahr und schiffs bruch leide. 3. Laß es mit klugheit ohn vers druß, Mit vorbedacht geschehen, Wenn ich ja reden soll und muß: Gib, daß nur beten, flehen, und was dem nächsten dient und nügt, Was deine ehre mehrt und schüßt, Aus meinem munde gehe. 4. Schandbare worte, narrens tand Laß mir ja nicht belieben; Dis schåndet meinen chriften: stand, und muß dich, GOtt! bes trüben: O heilger geißt! Drum leite mich, Daß kein unnük geschwäre dich Aus meinem herzen treibe. 5. Was züchtig, teusch und ehr: bar ist, Sammit allem, was wol Elinget, Das redet billig jeder chrift, Dieweil es nutzen bringet: Und damit kann man wol be: stehn, Wenn lästerer mit schrecken fehn, Was böse worte schaden. 6. 3ahm meinen mund, daß er nicht flucht, Vielmehr nur deine ehre und andrer menschen beß: rung fucht, Daß ich mich nicht bes thore: Denn fluchen bringet fluch und noht, und, wo nicht busse folgt, den tod: Dafür bewahr mich gnädig. 7. Laß lügen ferne von mir seyn, Der teufel ist ihr vater: Denn Dieser blaft sie selber ein, und ist der lügner rahter. Die wahrheit bringet lob und ruhm, und ziert das ganze christenthum; Und hier: nach laß mich fireben. 471 sind ein fluch, und immerdar Als fleisch vom fleisch gebohren: Wir unterlassen unsre pflicht, und hale ten dein gesetze nicht; Weil uns die kräfte fehlen. Don guten Werken. Mel. Nun freut euch liebe zc. GOtt! wir men 731.Ah® schen sind so gar Von jugend auf verlohren. Wir 2. Du haft uns freilich dein ge. bot Zur richtschnur vorgegeben; Jedoch, weil wir in sünden todt, Kann niemand darnach leben. Es ftellt mir als ein spiegel dar, Was ich nach GOttes bilde war, und was ich nun geworden. 3. Nur den, der dis mit schmerz erkennt, Bekennet und bereuet, Der JEsum seinen heiland nennt, Sich seines blutes freuet, Und als ein neugebohrner chrift Durch ihn gerecht gemachet ift; Machf du zum guten tüchtig. 4.Der kann erst gute werke thun, Den dein geift dazu treibet: Sein glaube lebt, und kann nicht ruhn, So lang er lebend bleibet: Er muß durch liebe thätig seyn, Und låffet feines lichtes schein Auch vor den leuten leuchten. s. Er denket, spricht und thut so fort, Durch GOttes geift ges trieben, Mit herzens luft, was ihm dein wort zu leiften vorge. schrieben: Er zeigt des neuen le. bens kraft, Wozu ihn Gott in Chrifto schafft, In tugendhaften werken. 6. Dis thut er, dich, o höchstes gut! Durch gutes thun zu preisen: und, weil er es mit freuden thut, Den glauben zu beweisen; So stopft er auch den läster- mund, und machet seinem nächsten kund, Daß er, wie sich, ihn liebe.de 7. Durch solche werk verdient er nichts: Es sind la geiftes- ga. ben, Die nur, als ftrahlen deines lichts, Von dir den ursprung haben. Auch fehlet die vollkommen. heit, Der geift ift willig und be reit, Das fleisch bleibt schwach und träge. 684 8. Drum Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 472 8. Drum, vater! laß doch deis, ne kraft, Die mir zu guten wer Fen Luft, willen und vollbringen schafft, Auch meine schwachheit starken. Laß mich in busse zu dir gehn, In wahrem glauben feste stehn, Und ihn durch werke jei: gen. 9. Ja, theurer heiland! wie du mir Dein vorbild selbst gege: ben; So stark mich auch, und laß mich hier Beständig darnach les ben; Dein leiden hat mich GOtt verfühnt, Und was mir fehlet, schon verdient: Dis schenke mir in gnaden. 10. O guter geist! erneure mich, Und wohn in meiner feele, Damit ich lebenslang durch dich Nur guts zu thun erwähle. Gib kraft, und lehre du mich nun Nach dei nem wolgefallen thun, Und gute werke üben. Von dem rechten Gebrau= be der Zeit. 4. Dir sey preis! du schenteft mir Annoch zeit und raum zur buffe: Nun ich komm, und falle dir Mit gebet und flehn zu fusse; Richte diese gnaden- zeit Mir zu meiner feligkeit. erinnern mag. 2. Ach wie flügelschnell verstreicht Jahr und tage, zeit und stunden! Als ein rauch, der bald entweicht, Als ein blik, der schnell verschwunden. Der ist klug und höchft beglückt, Der sich in die zeiten schickt. 3. HErr! vergib mir väterlich, Daß ich manche zeit und stunde Uebel und mit herzen, hand und munde Sehr betrübt, und oft gethan, Was mich hoch verdammen kann. s. Laß mich die vergangne jeit Niemahls aus denaugen setzen.Laß mich mit bedachtsamkeit Die vors handne höher schätzen, Als bisher von mir geschehn: Und vergib mir mein versehn. 8. Bleibet mir die ewigkeit In der eitlen welt im sinne, Daß ich JEsum in der zeit Recht von herzen lieb gewinne; So leg ich, Mel. 8. JEsus meine juversicht. 732. Groffer fchöpfer, so gut ich kann, Meine zeit nicht HErr zeit! Gib an. doch, daß ich bis ans ende Von der kurzen sterblichkeit einen augenblick verschwende. Gib, daß jeder glockenschlag Mich der zeit 6.Lehr mich, daß die lebens- frist, Die du mir noch zugemessen, Als ein schneller strom verfließt, Laß mich nimmermehr vergessen, nach der zeit sey keine zeit, Son dern lauter ewigkeit. Chem 7. Geht die welt den lafter fieg, Weil sie nicht die stunden zählet; So gib, daß mein fuß den weg Nach dem himmel nicht verfehlet: Denn von dieser kurzen zeit Hängt die lange ewigkeit. 9. Muß ich endlich aus der zeit In die ewigkeit hingehen; Ach! so mache mich bereit, Daß ich kann vor dir bestehen. Mach durch dei nes sohnes blut Meine böse fache gut. 10. Ich will teinen augenblick Von der edlen zeit verschwenden: So im unglück, als im glück Lehr mich, sie so anzuwenden, Daß mich in der ewigkeit Niemahls meine ¡ eit gereut. Mel. Ach GOtt vom himmel. 733. Die flüchtigkeit Der der seit doch recht bedachte, Und fie nicht so in sicherheit und lieder: lich und zwar von dem gnten Gewissen. pose 473 Und hilf durch deine guad und huld, Daß ich den rest der tage Noch künftig wol anlegen mag. Und kömmt dereinst mein letter tag, So schenk mir ewig freude. lich verbrachte Ach! daß er doch zu herzen nahm und ihm nie aus dem sinne kam, In welchem stand er lebet. 2. Die ersten jahre bringt man ju Mit lauter tåndeleyen, Und wenn wir denn der kinderschuh Uns denken zu befreyen, und mei nen, daß wir klüger sind; So sind wir oftmahls noch so blind, Als wir 3. Da mancher sich bemühen follt Um wissenschaft und tugend; So ist er schudden lastern hold, Und bringet in der jugend Die schönste zeit mit wollust zu; Ja fuchet einzig feine ruh In schudden uppigkeiten. 4. So gehn die besten jahre hin, Und wenn sie nun verschwunden; So denkt er denn in seinem sinn: Ach, hätt ich meine stunden Doch nicht so übel zugebracht! Wår noch die zeit in meiner macht, Die mir so schnell verfloffen! r. Allein da hilft kein wünschen nicht, Kein seufzen und beklagen; Er muß das göttliche gericht nur mit geduld ertragen. Und sollts ihm noch so elend gehn, So muß er selber doch geftehn, Daß er es wol verschuldet. 6. Nun GOtt' ich mögte wol für leid Und für verdruß erkalten, Daß ich auch mit der edlen zeit So übel hausgehalten: Wie manchen tag, wie manche nacht hab ich unnüglich zugebracht, Und übel an gewendet! 7. Indessen kommt das alter nah, Wo alle kräfte schwinden. Vielleicht ist auch mein grab schon da: Doch weiß ich nichts zu finden, Was mein gemüht zufrieden stellt, Wenn du, als richter aller welt, Einst rechnung von mir fors derft. 8. Drum bitt ich dich, vergib die schuld, Die ich mit reu beklage; Don dem guten Gewissen. Mel. HErr GOtt der du erforsch, 734. Acht! deß geiſt die geister prüft, Der jedes herz ergründet; Da liegt kein böses so vertieft, Das nicht dein auge findet. Wie geht es da so seltsam zu? Wie wunderbarlich ordnest du Die menschliche gewissen, Daß sie von furcht und freudigkeit, Von gut und bösem, luft und leid Mit wahrheit zeugen müssen. 2. HErr! kann der arme mensch sich nicht Vor seiner eignen fee: len, Die selbst sein thun und las sen richt't, Verbergen und verhehlen; Straft das gewissen seinen geift, Das nur ein innrer ¡ euge heißt, Straft es sein thun und dichten; Wer will vor dir ver borgen seyn? Du siehst der menschen herzen ein, und wirft sie alle richten. 3. Ach, wahrer GOtt! du bist allein Der wahre arzt der herzen: Du heilest die zerbrochen seyn, Verbindest ihre schmerzen. HErr! heil mich, weil du gütig bist, Und mein gebein erschrocken ist, Mein geift ist sehr erschrocken; Ich bin ja todt, belebe mich, Und laß nicht mein gewissen sich Verhärten noch verstocken. 4. HErr JEsu! durch dein theures blut, Das mich verföhnen müssen, Mach meinen feelenschaden gut, und reinge mein ge wissen Zu dienen dem lebendgen GÖtt; Denn sonst bin ich jum guten todt. Voll fluch und quah! der fünden. Laß mein gewissen 085 wie: 474 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden. wieder ruhn: Weil mir die wuns| Mel. GOtt des himmels und x. zu Crommer GOtt! ein den webe thun, So eil, fie iu 735. verbinden. sut gewiſſen Ist der christen schatz und ruhm; Wenn sie haab' und güter missen, Bleibt doch dis ihr eigenthum. Nimmt der feind, beraubt die glut; icbt doch dieses troft und muht. 2. Es steht fester als die mauren, Wenn sich sturm und wetter regt: Und weiß herzhaft auszudauren, Wenn schon alles auf uns schlägt; Ja man ruht bey lift und wuht Doch auf diesem küffen gut. 3. Aber ach! ein bis gewissen Klagt den frechen fünder an. Wenn er sich von Gott gerissen Und das böse fren gethan; Tritt es doch zulezt empor, Und bålt ihm die bosheit vor. 5. Ach! gieß dein gnaden dl darein, Den balsam kranker fee: len; Dein'n geift laß meinen trd fter seyn, Wenn mich die fünden quälen. Noch dauret ja die gnaden- zeit, Drum hilf du mir mein feelen- leid Und meine angst verkürzen; Damit die furcht für dem gericht mich überzeugten fünder nicht Mag in verzweiflung stürzen. 6. Die handschrift ift ¡ war wis der mich; Doch mach mit Christi blute Dadurch auf ewig einen strich, und tilg sie mir zu gute. Auf meines Herzens tafel stund, HErr! des gesetzes strenger bund, Den hab ich zwar gebrochen: Nun schreibe gnade dafür hin; Schreib, daß ich dein versöhnter bin, Weil JEfus es versprochen. 7. Ach! schenke doch an deinen knecht Die handschrift: du sollt leben; Die handschrift: nun dift du gerecht, Die fünden sind vergeben. Gib, daß glaub, hoffnung, lieb und treu Mir in das Herz ge schrieben sey, Dein geift sey selbst das siegel; Zeig mir da die ges rechtigkeit, Die GOtt aus gnaden anerbeut. Als wie in einem spiegel. . HErr! von dir kömmt alles gute; Mache mein gewissen rein. Ich will dir mit frohem muhte Unterthan und eigen seyn. Bessre meinen geift und sinn, Bis ich dir gefällig bin. 6. Halte mich daben im glau ben, Mach mich Christo gleich gesinnt; Laß mir nichts den vor 8. Ach treuer JEfu lasse du, zug rauben, Daß ich, HErr: dein Durch ruh in dem gewissen, Den liebfies tind. Schmäher mich ein vorschmack deiner himmelsruh falscher mund, Du kennst meines Mich auf der welt geniessen; Laßherzens grund. 4. Darum laß die freche rot ten, Die nur fleisches- luft ergeht, Ueber das gewissen spotten, Es erwachet doch zulezt: Denk du nur ben zeiten dran, Und erwähl die tugend- bahn. felber mein gewissen rein, Als 7. Ziehe mich von deren handel. wie die reinen engel, seyn. Will Wo man falsche ranke schließt mich die angst ermüden, So zeig Weil dergleichen lebens- wandel mir, was du schenken wirft: Ja Wider das gewissen ist. Laß mid schent mir, füffer friedens- fürst! fest darauf beruhn, Nichts i Hier den gewissens- frieden. scheuen, recht zu thun. braderin VI. Bon Von dem menschlichen Elend. VI. Von dem menschlichen Elende und zwar 1. Von dem Falle des Menschen. Mel. Ach GOtt vom himmel 2c. gleich, An unumschränkter freys 736, unaussprechlicher beit reich, Groß, mächtig, weiſer erlitten haben! Als licht und recht aus unsrer bruft, Sammt al len schönen gaben, Die unsers schöpfers milde hand Den ersten eltern zugewandt, Aus feel und leib entwichen. 2. Der mensch war heilig, gut, und rein Von dir, o HErr! ge schaffen. Er wußte nichts von schuld und pein, von sünd und funden strafen; Sein wille war voll zuversicht, und sein verstand voll glanz und licht, Voll friede fein gewissen. ? 3. Du fordertest zur dankbars keit, Daß du ihn so erhoben, Pflicht, liebe, treu, ergebenheit, Nebst den gehorsams- proben: Die frucht von einem eingen baum Sollt in des grossen gartens raum Unangetastet bleiben. 4. Hier nahm das haupt von jenter schaar Der abgefallnen geis fter Der ihm erwünschten stunde wahr, Dir, seinem HErrn und meister, Den aufersten verdruß zu thun; Der feind entschloß sich, nicht zu ruhn Bis er dein bild zers stöhret. 475 7. Sie glaubten dem verführer mehr Als deinen warnungs- stimmen; Ihr herz ward von der unschuld leer, Und voll von schlan gen- krümmen, Der ungehorsam ward gewagt: Sie affen, was du untersagt, Verachteten dein drohen. 8. Im augenblick ward der verstand Mit finsterniß umgeben. Der wille, der sich abgewandt, Verlohr das wahre leben. Zorn, fünde, jammer, fluch und tod, Ja mehr als tausendfache noht Ümringte die rebellen. s. Er machte sich, durch neid erregt, An deine liebe kinder, und ward, eh sie es recht orwegt, Mit list ihr überwinder; Er bracht in die vergnügte brust Den saamen der verbotnen luft Ein heimlich mißvergnügen. 6. Es ließ ihr herz, durch stolz bethört, Sich von dem feinde neigen; Sie wollten, von dir abges gen, und dir, dem höchsten weſen, 9. Dis elend wird nun fort geerbt Auf alle menschen- tinder; So stamm als zweige sind verderbt; Der fluch trifft alle fünder. Die erste schönheit ist dahin, Der schlangen gift hat leib und finn Durchkrochen und verwüstet. 10. O HErr! laß uns in deinem licht Den schweren fall erkennen. Verwirf uns, die gefallne, nicht. Die wir dich schöpfer nennen. Hilf uns durch Chriftum wieder auf, und mach uns tüchtig, un: fern lauf Zur ewigkeit zu richten. von dem aus dem Falle ent standenen Verderben des Menschen und zwar 1.Don dem geistlichen Elen de und Verderben. Mel. HerrJEfuChrist du höchstes. 737. Aber mensch Gott wie wird ver derbt 476 Von dem menschlichen Elende, und zwar derbt Empfangen und gebohren! Der mensch wird der geschdose Die fünde wird ihm angeerbt; knecht; Denn der gebraucht sie Dein bild ist gar verlohren. Der ungerecht, Der erst ihr herr geme alte mensch, das fleisch und blut, fen. Das weder gutes denkt noch thut, Macht ihn dem satan åhus lich. 2. Du stelltest ihn aus erde dar, Nicht, daß er irdisch werde. Die weil der mensch dir ähnlich war, Hieng er nicht an der erde: Denn sein verstand war weis und klug, Im willen hatt' er kräfte gnug, Was himmlisch ist, zu suchen. 3. Wie du gerecht und heilig bist, So war des bildes zierde. Wie deine liebe göttlich ist, So war auch die begierde Des menschen in der liebe rein; Sein leib follt auch nicht sterblich senu: Ihm dienten die geschöpfe. 4. Dis ebenbild ist ganz und gar Durch Adams fall verlohren. Von dem, der erst dein bildniß war, Ward bald sein bild gebohren, Ein Adams- bild, ein sünden- bild, Der ruhm, der vor dem höchsten gilt, Ist weg; wir sind nun fünder. 1. Die erbschuld ist nun von natur Uns allen angeerbet, So daß der mensch durch lüfte nur In irrthum sich verderbet. Die eigne luft, die uns regiert, Die leicht empfängt und bald ges biert, Macht, daß wir fleisch vom fleische. 6. vernimmt nicht der verstand, Nur thorheit ift ſein dichten: Die weisheit ist ihm nicht bekannt, Was geistlich ist zu rich ten. Im willen ist er ganz und gar Nicht gut, und trachtet immerdar Nach dem verbornen bösen. 8. Ach GOtt! so groß ist meine schuld, Ich kann es nicht verheh len: Jedoch der reichthum deiner huld Ist auch nicht zu erzählen. Im alten menschen bin ich alt, Doch du erneurest die gestalt In JEsu, dir zum bilde. 9. Der sohn, des vaters eben. bild, Muß für die menschen ster. ben, Den ruhm, der vor dem höchsten gilt, uns wieder zu er werben. Er ward, doch ohne fünd' uns gleich, und stiftete fein gnaden reich, Daß wir ihm ahn. lich würden. 10. HErr! durch sein leiden, tod und grab Hilf mir mich selbst bekämpfen. Dem alten menschen sag ich ab, Sein herrschen will ich dampfen. Er soll, kraft deiner todes pein, Gecreuzigt und ge tödtet seyn, In JEsu tod be graben. 11. So schaff in mir den neuen geift, und seine glaubens- waffen, Der GOttes werk und bildniß heißt, In Christo neu erschaffen; Damit ich, wenn die welt vergeht, und wenn mein cörper aufersteht, Nach deinem bild erwache. Mel. Auf meinen lieben GOtt 2c. 738. allgemeiner tod Nach Adams sünden- falle Sind feine kinder alle In Adams schuld gebohren, und von natur verlohren. * den geist GOttes 1.Cor. 2, 14. 7. Drum wird der fünden sold der tod: Die erde wird zur erden. Daher kommt auch die seelen- noht, Daß wir verdammlich werden. 3. Hier ist kein unterschied; 2. Ju Adam fielen wir, Und seine schuld wird mir, Als hätt ich selbst gegessen, mit rechte zu gemessen. In ihm ward ich ein fünder, Wie alle seine kinder. Gott, von dem geistlichen Verderben des Menschen. Gott, der vom himmel sieht Auf aller menschen wandeln, Sieht, daß wir thdricht handeln. Das dichten ist verblendet, Das trach ten abgewendet. 4. So bin ich menschen- kind, Wie alle menschen sind, zu allem guten tråge, und suche bdse wege. Die wurzel aller fünden Ist auch in mir zu finden. 5. Ich leugne solches nicht. Allein mein GOtt verspricht: Wie sein geset uns alle Verdammet nach dem falle; So will er sich der armen, Die fünder sind, erbarmen. 6. Das ist gewißlich wahr: Ein fünder bin ich zwar; Doch JEsus mußt auf erden Ein heil für alle werden, und uns aus fatans rachen Erldsen, selig machen. 7. So allgemein die schuld, So groß ist auch die huld. Mit allen Adams erben Mußt ich des todes sterben. Der allen heil erworben, Ist auch für mich gestorben. 8. Nun so bekenn ich dir, Mein GOtt! vergib du mir. Du bleis best der gerechte, und wir sind böse Enechte. Wer mag vor dir beste: hen, Vor dein gerichte gehen? 9. HErr! habe nur geduld. Du rechneft Adams schuld Uns billig uzum sterben; Doch willt du dei nen erben, Die glauben, heil und leben Durch Chriftum wieder geben. 477 von natur verlohren! Der fünden gift hat die natur So gar vers: derbt, daß keine spur Des guten mehr zu finden. 2. Dein ebenbild, wozu du mich In Adam erst geschaffen, Ist ganz verlohren; nun trag' ichDer sünden schudde waffen. Es ist in mir nun keine kraft, Die etwas guts und heiligs schafft, Das dir, mein GOtt! gefalle. 10. So wahr ich fündhaft bin, So feste glaubt mein sinn: Der andre mensch in gnaden Macht von des ersten schaden Und schuld mich los und ledig. Bott! fev mir fünder gnädig! 3. Aus eigner fraft kann ich dich nicht Als meinen GOtt erkennen, Dich auch, nach wahrer kindespflicht, Nicht meinen vater nennen. Es fehlt mir wahre lieb' und treu, Es fehlt mir lindes- furchund scheu, und herzliches vers trauen. 4. Mein will ist ganz und gar verderbt, kann nichts als wider: streben, Kann, weil ihm sünden angeerbt, Dir nie gehorsam leben; Er folgt allein der bösen luft, Und thut, wie dir, mein GOtt! bewußt, Was dein wort untersaget. 5. Ich fühle stets der fündeutriebDurch alle meine glieder, Ich thu, was dir und mir nicht liebt Was dir und mir zuwider. Jch ar: mer! wer erlöst mich doch Von die. sem schweren sünden joch, Vom leibe dieses todes? 6. Zwar bin ich, HErr! als ich getauft, Durch deinen geift erneuet; Von sünden bin ich zwar er. kauft, Doch noch nicht ganz be freyet. Die bittre wurzel bringt in mir noch immer böse frucht herfür, Die sich in werken zeiget. fels- voll, und hat fast kein verz 7. Mein herz ist immer zweitrauen Zu dir, dem es doch glaus ben foll; Ift stets voll angst und grauen, Ist voll geiz, hoffart, un Mel. Aus tiefer noht schrey ich zc. 739. Gerechter Gott! ich geduld; Und ach! wer zählt die bin in fünd Em pfangen und gebohren. Jcb ein verderbtes menschen kind Bin fünden schuld, Die sich darinnen findet? 8. Was zeugt nicht meines Hers zens 478 Von dem menschlichen Elende und zwar zens grund Für fündliche gedans, bosheit angefüllet! Und die be fen? Wie oftmahls tritt nicht hand gierden sind geneigt, Die luft, die und mund Aus den gehorsams aus dem herzen steigt, Im werke schranken! Der giftge brunn wird zu vollbringen. nie geftillt, Der lauter bdses wass fer quillt In lüften, worten, wer Een. 9. Doch liebster vater! handle nicht mit deinem armen Enechte, Vor deinem schrecklichen gericht, Nach deinem strengen rechte; Hor den, der aus der dürftigkeit Zur tülle deiner gnaden schreyt, und sey mir fünder gnädig! i 10. Dein sohn ist, bin ich gleich verderbt, In heiligkeit empfangen, Hat weder fünden- schuld ge: erbt, Noch missethat begangen; Drum laß mich doch durch diesen rein, Durch sein empfängniß bei lig fenn, Und tilgemeine fünden. 11. um Chrifti willen schone mein, Laß die verborgne sünden Der erb schuld ganz vergeben fenn, Die missethat verschwinden; Ach stelle sie ja nie ins licht Vor dein gerechtes angesicht, Daß sie mich nicht beschämen. 12. Sich auf den allerliebsten sohn, Den du mir selbst gegeben 3um mittler, heil und gnadenthron; Ach laß mich in ihm leben, Daß seine unschuld alles deckt, Was an mir sündlich und befleckt, Damit ich dir gefalle. 3. Mir fehlt die kraft, dich, hoch: stes gut! Zu kennen und zu lieben. Hingegen regt sich fleisch und blut Mit fünden- vollen trieben. Dich fürcht ich und vertrau dir nicht, Jch unterlaffe meine pflicht, Und thu, was dir entgegen. 2. Wie schrecklich ist nicht mein verstand Mit finsterniß umbüllet, Der wille von dir abgewandt, Mit 4. Wer sagt, wie groß der greuel sey, Der leib und feel beflecket? Wer macht mich von dem auffas frey, Der mein herz angestecket? So groß die noht, so hart dis isch, So wenig weiß ich armer doch Mich davon los zu reissen. <. Doch jetzt komm ich in wahrer reu, und bitte dich von herzen, Mein JEsu! bilf mir, und befrey Die feele folcher schmerzen, Und dessen, was sie sonst beschwert, Was ihre lebenstraft verzehrt; Sonst muß ich untersinken. 6. Wen rufich sonst um rettung an, Als dich, mein heil und le ben! Du bist allein, der helfen kann, Du mußt mir rettung geben. Drum mach mich durch dein blut und tod Von sünden rein, daß ich vor GOtt Gerecht erfunden werde. 7. Du weißt, o JEfu! was mir fehlt, Du kannst nach deinem wil len Die noht vertreiben, die mich quählt, und meinen jammer dillen; Du willt es auch, drum trau ich fest, Daß du mich nicht im Durch bösen gift der fünden, Die angst verläßt: Du beißt und bist mir von Adam angeerbt! Wo follia JEfus! ich rettung finden? Es ist mein 740. Mel. HErr JEfu Chrift du zc Gott: wie sehr bin ich verderbt dienen angen bloß, Wie tief mein 741. vie eitelkeit un elend viel und groß; Es ist vor Mel. HErr GOtt der du erforsch ilf wie hat her; verdorben. menschen so vernichtet, Daß fast kein alter, teine zeit Was gutes mehr verrichtet! Ob mans von an: von dem geistlichen Verderben des Menschen. anfang bis zum end Auch über leget, kehrt und wendt; Muß man es doch bekennen: Worauf man seket her; und sinn Von kindbeit bis ins alter hin, Jft eitelkeit 3. Die jugend, so nach frechheit trebt, Die suchet hin und wieder, Wie man in lebt, Misbraucht gefunde glieder. Man fåbret zu mit unbedacht, Das künftige wird nicht betracht, Zum guten ist man tråge: Auf jucht und tugend man nicht denkt, Nur herz und finn man das in lenkt, zu gehn die krummen wege. 479 dem tod Und von dem himmel hdren. ju nennen. 2. Die ersten jahre gehn vorben Unwissend, wie bey thieren. Man schläft, man treibet kinderen, Nichts weises ist zu spüren.dmmt mit den kraften der verstand: So wächst die bosheit auch zur hand, Die steckt ins knaben herzen. Wenn nun die zucht und scharfe Mel. 3. Mein GOtt ich bin iezt ruht Anweisung zu der tugend Bringts ihm verdruß und 742. Ach was find wir als ne JEsu? Dürftig, arm und jammerlich, Voll bes drum erbarme dich; Laß dich unire drängniß, noht und elend. JEsu! noht bewegen, Die wir dir zu füf fen legen. 2. Wir sind ohne dich, o JEsu! nichts als lauter finsterniß. Ach wie heftig drückt und quablet Uns der giftge schlangen- biß: Dieses gift steigt zu dem herzen, Und erweckt gehaufte schmerzen. 4. Das männlich' alter folgt darauf, und rühmt sich grosser thaten: Man will da immer hoch hinauf, und über alle rahten; Der ehrgeiz macht zu zank und streit Ein solches herz gar leicht bes reit, Das sich allein hoch schätzet: Ob auch noch etwas guts geschicht, Giebt man doch Gott die ehre nicht; Er wird hintan gefeget. 6.Ach GOtt! ach sich dis elend an, und hilf, daß wir ben zeiten Abtreten von der breiten bahn Der fünd und eitelkeiten: Gib kraft von oben her, daß wir Das flüchtig eitle wesen hier Für nichts, ja schädlich achten, und nach dem wahren gut allein, Das uns dort soll beständig seyn, Zeit unfers lebens trachten. 3. Ohne dich, getreuer JEsu! Schreckt uns teufel, böll und tod, Ja, mich setzet die verdammniß Sonst in zittern, angst und noht. Mein gewissen will erwachen, Und der abgrund scheint zu krachen. 4. Ohne dich, herzliebster JE fu! Kommt man nicht durch diese welt; Weil sie fast auf allen we gen Unsern füssen neße stellt. Sie fann trogen, sie kann heucheln, Und betrügt uns durch ihr schmeis cheln. *. Ach wie kraftlos, theurer JEfu! Richten sich die kranken auf. Unfre macht ist lauter ohnmacht, Durch den ganzen lebenslauf: Denn man sieht uns, da wir wallen, Defters Straucheln, vielmahl fallen. 6. Darum stark uns, liebster s. Wenns alter timmt, so lås fet fich Der geiz rechtschaffen blits fen: Da spielet man sehr meisterlich Mit bösen rank und tük ken. Man forget und hat wenig ruh; Denn man gedenket immer Sein irdisch gut zu mehren; Der leib wird schwach und voller noht; Doch mag man ungern von 1 480 Von dem menschlichen Elende, und zwar JEfu! Gey in finsterniß das licht:| erd, Und auch daraus erbauet, Deffne unsre herzens- augen, Zeig Der würmer speise, die nicht dein freundlich angesicht; Strahl wehrt, Daß mich dein aug' an auf uns mit lebens blicken, Die schauet. HErr! alles dis ist dir uns herz und feel erquicken. bekannt; Entziehest du mir deine hand, So muß ich schnell verge hen. 7. Tritt den satan, starker JEs fu! Unter unsern schwachen fuß. Geh uns, deiner braut entgegen, Gib uns deinen segens kuß; Laß uns himmelsfreuden spühren, Und kein leiden mehr berühren. 8. Leit uns selber, süsser JEsu! Führ uns durch den schmalen steg. Laß uns unermüdet wallen, Führ uns stets den rechten weg. Laß uns firick und net entgehen, und in nicht zurücke sehen. 9. Ach! dein geißt der kraft, HErr JEsu! Gebe unserm geifte Fraft, Dir stets brünstig nachzu wandeln, Nach der liebe eigen schaft; Mache du uns selber tüch tig, So ist unser wandel richtig. 4. Ich bin ein mensch, und habe hie nur kurze zeit zu leben; Mein leben ist mit unruh, müh Und her ¡ eleid umgeben; Ich bin wie nichts, und muß davon. Mein leib zerfällt als staub und thon, Wenn du mich hart angreifest. <. Wie blumen zwar voll an: muht stehn, Wenn sich der som, mer findet, Bald aber welken und vergebn: Wie schatten flieht und schwindet, wie eine wafferblaf entsteht, In eil zerplagt und schnell vergeht; So ist dis arme leben. 6. Was ist, das man vom leben 10. Dann erschallet dir, o JE findt, Als nur den bloffen na. fu! Lob und dank aus herzens men; Der tod berückt uns so ge grund: Dann soll alles jubiliren; schwind, Als einen fisch der has Dann erhebt dich her; und mund, men: Je mehr es steigt, je mehr es Dann wird dort und hier auf erfällt: So schnell es cilet durch die den JEfus hochgelobet werden. welt, So schnell läuft es zum ende. jum argen. 3. Ich bin nur asche, staub und 2. Von dem leiblichen Elende. Mel. HErr JEfu Chrifi du zc. er bin ich? 77.Dis wissen wir: doch kann nies amand Die rodes- stunde wissen. Es ist und bleibet unbekannt, Wenn wir Wer 743.20 tebaoth! Daß ich noch munter, jung und stark, Muß oft vor abend in den farg, Und un verhofft erblaffen.dg mich unterfange Mit dir zu re: den: ach die nobht Macht mir jest angst und bange! Ach wehe mir, erbarmst du dich, Mein vater! nicht bald über mich, So bin ich gan; verlohren. 2. Ach GOtt! der ersten eltern fall Und was auf mich geerbet, hat mich elenden überall An leib und feel verderbet: Ich kann aus eignen kraften nun nichts gutes den fen, reden, thun; Nur hab ich luft * 8. HErr! hilf mir, daß ich nicht vergeh; Laß mich in dir verbleiben, und weber elend, schmerz noch weh, Noch leiden von dir treiben. Ich bin doch dein geschöp und werk, Du bist mein heil un meine stårk, Drum laß mich nicht verderben. 9. Gedente nicht der erster schuld, Darin ich bin empfangen Vergib durch deine lieb' und huld Was ich hier selbst begangen. J ben von dem leiblichen Elende des Menschen. beuge, GOtt! vor dir allhie In demuht meines herzens knie, Du wollst dich mein erbarmen. 10. Komm mir zu hülfe, meine kraft! Durch dich werd ich erhal ten. Du lebens- brunn! gib les bens saft, Laß mich nicht schnell erkalten. Du bist mein licht und herrlichkeit, Erscheine mir in angst und leid, So werd ich in dir leben. Mel. Herzlich thut mich verlang. bin ein gast auf 744. fefter stand; Der himmel soll mir werden, Da ist mein vaterland. hie reiß ich nur zum grabe, Zu der gewünschten ruh; Und diese GOttes- gabeSchließt auch die ar beit zu. 2. Was ist mein ganzes wesen Von meiner jugend an, Als müh und noht, gewesen? So lang ich denken kann, Hab ich so manchen morgen, So manche liebe nacht, Mit kummer und mit forgen Des bergens zugebracht. 3. Hat mich auf meinen wegen Nicht mancher sturm erschreckt? hat donner, blik und regen Mir nicht viel angst erweckt? Verfolgung, haß und neiden Muß ich oft ohne schuld Mit angst und schmer: en leiden; Doch trag ichs mit ge duld. 4. Hier ist ein lammer- leben, Das voll mühseligkeit; Doch bleib ich Gott ergeben, und trage schmerz und leid. Es muß ja durchgedrungen, Es muß gelits ten seyn; Wer hier nicht wol ges rungen, Geht nicht zum himmel ein. 1. GOtt will ich treu verblei: ben, und nur in dieser welt Mein werk, als pilgrim, treiben; Sie ist ein fremdes zelt, Sie ist nur eine 491 straffe, Die mich zur heimat führt, Wo GOtt mich ohne maaffe Mit freud und wonne ziert. 6. Mein wohnhaus ist dort oben, Wo aller engel heer Den groffen herrscher loben, Der him. mel, luft und meer In feinen häns den tråget, Und für und für ers hält; Der alles hebt und leget Nachdem es ihm gefällt. 7. Dahin steht mein verlan. gen, Da wünsch ich sehnlich bin. Ich bin die welt durch gangen, Daß ich fast müde bin. Je länger ich hie walle, Je wen'ger gefalle; Weil alles koht und wust. 8. Die welt ist viel zu bdse, Der trübfal ist zu viel: Drum komm mein GOtt! erlöse Mich, wenn dein rahtschluß will. Komm, mach ein felig ende In meiner wan derschaft; Und was mich kränkt, das wende Durch deine gnadenkraft. 9. Wo ich bisher gesessen, Ift nicht mein rechtes haus. Mein ziel ist abgemessen; Ist dis nun einsten aus, So scheid ich dann mit frieden, So leg ich alles ab, Und wenn ich abgeschieden, Bedecket mich das grab. 10. Du aber meine freude, Du meines lebens licht! Du ziehst mich, wenn ich scheide, Hin vor dein angesicht Ins haus der ewgen wonne, Da ich fiets freuden voll, Gleich als die helle sonne, Nebst andern leuchten soll; 11. Da will ich ewig wohnen, Doch nicht mehr als ein gast, Bey denen, die mit cronen Du schön geschmücket haft; Da will ich herrlich singen von deinem groffen thun Und, frey von schndden dingen, In meinem erbtheil ruhn. த Mel. 482 745.2 Von dem menschlichen Elende, und zwar Mel. Wer nur den lieben GOtt ze.| kaum mehr schreyn; Die angst ch wie so manches verzehrt und drückt mich sehr. ungelücke Betrifft Ach wenn ich doch im himmel den menschen weil er lebt! Daß war. er fast alle augenblicke In sorge, furcht und kummer schwebt; Das macht das leben hart und schwer: Ach wer doch in dem himmel war. 2. Es mag uns noch so glücklich gehen; So wird die lust doch oft vergällt, und muß ein jeglicher ge stehen: Es sey der ganze kreis der welt nichts, als ein grosses un glücks- meer. Ach wer doch in dem himmel war. 3. Die kindheit muß viel noht erfahren, Die sich schon in der wiegezeigt: Und wenn das alter mit den jahren Zur höchsten lebensstuffe steigt; Ift man doch nie von sorgen leer. Ach wer doch in dem himmel war. 4. Bald muß der leib viel schmerzen leiden, Und bald ist das gemühte krank. Bald sieht man gute freunde scheiden, Bald des vermögens untergang; Bald schrecket uns ein krieges heer. Ach wer doch in dem himmelwar. 5. Jetzt stöhrt man uns in un ferm glauben, Daß man nicht ru hig beten kann; Jest will man uns die freyheit rauben, und legt uns gleichsam fessel an; Jest kränkt uns etwas ohngefehr. Ach wer Doch in dem himmel war. 6. Spürt man nun so viel un gewitter, So lange man die welt durchreist; Und ist das leben so gar bitter, Wenn es auch noch so köftich heißt; So seufzt mein herz um desto mehr: Ach wenn ich nur im himmel war. 7. Ich bin des lebens satt und mude, Ach JEsu! ende meine pein. Es weiß mein her; von keinem friede, Der matte mund kann 8. Die welt will mich zwar gern erquicken, Allein ihr labsal reicht nicht zu. Ich kann noch nirgend was erblicken Von einer rechten seelen- ruh; Nach jener ruh vers langt mich sehr. Ach wenn ich doch im himmel war. 9. So fahrt denn hin, ihr eitels keiten! Du aber, JEsu! halt mich fest, Daß ich nicht etwa mdge gleiten, Da nun mein sinn die welt verläßt, Da ich zu dir allein mich kehr. Ach wenn ich doch im himmel war. 10. Nun gute nacht, du zeits lich leben! Sorg, elend, jammer, angst und noht, Womit der arme mensch umgeben, So lange bis er starr und todt. Das ist mein herz liches begehr: Ach wenn ich bald im himmel wär. 11, 746. Mel. Kommt her zu mir spricht- GOtt! bist aus Ber aller zeit Von ewigkeit zu ewigkeit; Eh als die welt gestanden, Warst du schon was du jego bist: Und bleibst, wenn alles nicht mehr ist, Dods immerfort vorhanden. 2. Hingegen ach! wir menschen sind Vergänglich, flüchtig, raud und wind. Auf dein wort sind win kommen, Befehen kaum den erden- kreis; Und werden straks, au dein geheiß, Auch wieder weggenommen. 3. Wir fahren hin gleich wis ein traum, Vergehn wie schatten reif und schaum, Wie eine wa fer- blase; Der zeit gewalt eilt mi uns fort, Wie mit den wolken thu der nord, Wie herbst- luft mit dem grafe. 4. Wenn von dem leiblichen Elende des Menschen. 4. Wenn der und jener auch vielleicht Ein gutes antheil jahr erreicht; Was wird es groß verfangen Bey dir, dem sich nichts gleichen mag, Wo tausend jahr als wie ein tag, Der gestern kaum vergangen. 4. Darum wir auch von deinem grimm So schnell verzehret werden: Eh man es meint, reißt er uns um, Und legt uns in die erden. Wir bringen ohne raft und ruh, Wie ein geschwäß, dis leben zu, Und flichen schnell von hinnen. 5. Wie lang dis leben währen kann, So ist es dennoch um und an Nur arbeit, angst und leiden: Angst ist, was uns zur welt ge5. Ach wie gar nichts ist unfre biert, Angst, was uns hier begleizeit, HErr, gegen dich zu rechnen! tet, führt, und einsten heisset scheiden. Du bist ein GOtt von ewigkeit, Wer kann dir widersprechen? Du bleibest immer für und für, Ja tausend jahre sind vor dir Wie ein tag, der vergangen. 6. Der menschen leben aber ist Gar kurz und stets voll plagen; noch stecken sie voll trug und lift Und lassen sich nicht sagen; Als wären sie ganz ohn gefahr, Da sie doch selten achiig jahr In ihrem lauf erreichen. 6. Erbarmt dichs, pater! alles nicht? Stellst du doch vor dein angesicht Den greuel unsrer fünden? Ach zürne nicht mit dürrem heu, Mit rauch und staube, dampf und spreu! Ach laß uns gnade finden! 7. Des eitlen lebens flucht und pein Prag unserm herzen ernstlich ein, Daß wir die bosheit fliehen, Raht suchen blos bey deinem ſohn, Und lebens fatt, wieSimeon, Zu dir von hinnen ziehen. 483 macht, HErr! dein gerechter zorn! Weil wir in sünden sind gebohrn, Und dein gebot nicht halten. Mel.Es ist gewißlich an der zeit zc. Gott! du haft die 747. menschen- kind, deinen sohn bekennen, Ehr als die berg' erschaffen sind, Gewußt schon her zu nennen: Du sahst sie schon im gnaden- bund, Eh noch der weiten erden grund Durchs wort geleget worden. 2. Sieh doch, HErr! wie uns Adams fall So schändlich hat verderbet! Der tod verfolgt uns überall, Und ist uns angeerbet; Er steckt In unserm fleisch und bein, und nagt die menschen groß und klein, Bis daß er sie verzehret. 3. Wir wachsen wie die blumen auf, Und fallen wieder abe: Oft traget man mit grossem hauf uns menschen hin zum grabe. Das 7. Lehr uns bedenken, daß wir nun, HErr! alle sterben müssen; Daß wir klug werden, busfe thun, Die feit der gnade wissen, Zum tos de stets bereitet ftehn, Voll glau ben aus dem leben gehn, Auf Chriftum sanft einschlafen. * 8. Kehr dich zu uns, du frommer GOtt! In diesen bösen tagen: Errett uns nun aus unsrer noht nach viel und langen plagen. Schaffuns doch endlich hülf und raht, Weil unsre hoffnung früh und spat, Auf dich allein nur stehet. 9. Gib heilsam glücklich regis ment Die drangsal end' und wende. Befördre stets zum guten end Die werke unsrer hände. So wollen wir dich für und für, Auch unsre kinder, HErr! allhier Von herzens- grunde preisen. 10. GOtt vater, sohn und heilger geift! Dir sey lob, preis und ehre Für alles, was du uns er Hb 2 weißt; 494 Von dem menschlichen Elende, und zwar weist; Dein segen sich vermehre. menschen leben! Wie ein neb Ereis uns deine gnad und gut, bald entfiehet, Und auch wied Laß uns mit willigem gemüht Dir bald vergehet; So ist unser leben und dem nächsten dienen. fehet! Mel. JEsu meine freude zc. 748. as ist unser leben, Was Und wornach wir streben? Eitel eitelkeit. Was ist unser dichten, Wollen und vers richten? Eitel müh und freit. Ei tel ist, Was man erkiest; Und die wünsche unfrer herzen Bringen angst und schmerzen. 2. Ach wie schnöd und nichtig, Ach wie schnell und flüchtig f die lebenszeit. Wenn wir hier auf erden Kaum gebohren werden; Droht uns neid und streit. ist leid Und traurigkeit, Da muß man mit bösen leuten Unaufhdr fich freiten. Da 3. Dieses unser leben Pflegt sich anzuheben Mit viel crenz und noht; Da ist eitel neiden, Sorgen, angst und leiden, Und zulezt der tod; Wem gefällt Nun diese welt? Ich weiß dort ein bes fer leben, Darnach laßt uns fire ben. Du bist was ich haffe, Welt! darum serlaffe Jch die eitelkeit. Für dein schnddes wesen hab ich mirerlesen Jene himmels- freud; Und dahin Steht mir der sinn. Stetig hab ich die gedanken In den himmels- schranten. 4. Wenn ich nur die gabe Dei nes geiftes habe, HErr! so bleibt die welt Stets von mir verachter. Wenn die seele schmachtet, Und der leib zerfällt: Bist du doch, 0 JEfu! noch, Meines herzens theil und freude, Wonne, troß und weide. Melodey 36. 749. Achmie nichtig, ach: flüchtig der 2. Ach! wie nichtig, ach! w flüchtig Sind der menschen tage Wie ein strom beginnt zu rinner Hält mit laufen niemahls innem So geht unsre zeit von hinnen. 3. Ach! wie nichtig, ach! w flüchtig Ist der menschen freude Wie sich wechseln stund und i ten, Licht und dunkel, fried un ftreiten; So sind unfre frdlich keiten. 4. Ach! wie nichtig, ach! w flüchtig Ift der menschen schö beit! Wie ein blümlein bald ven gehet, Wenn ein rauher furn wind wehet; So ist unfre schön heit, fehet! 5. Ach: wie nichtig, ach: wi flüchtig Ist der menschen glüde Wie sich eine kugel drehet, D bald da, bald dorten stehet: Goi unser glücke, fehet! 6. Ach! wie nichtig, ach! wi flüchtig Ist der menschen ehre! Us ber jenen, dem man müssen Heut und Geht ma morgen wol mit fuffen. 7. Ach! wie nichtig, ach! we flüchtig ist der menschen stärke Der sich wie ein löw erwiesen, e berworfen mit den riesen; Schla gen oft nur kleine drüsen. 8. Ach! wie nichtig, ach! w flüchtig Jft der menschen wissen Die, so wiß und weisheit zierem Wort und thaten Flüglich führen Müssen oft den wig verlieren. 9. Ach! wie nichtig, ach! w flüchtig at der menschen dichten Der die künfte lieb gewonnen Manches schöne wert erfonnen Ift dem tode nicht entronnen. 10. Ach! wie nichtig, ach! wi flüchtig Ist der menfchen prange Der in purpur Und als wie ein gott gefeffen, Wird im tøde bald vergessen. von dem leiblichen Elende des Menschen. 1. Ach! wie nichtig, ach! wie fluchtig ft der menschen herrschen! Der durch macht empor gestiegen, muß im grabe nieder liegen, und sich vor dem tode schmiegen. 12. Ach! wie nichtig, ach! wie flüchtig Sind der menschen schaz je! Es kann glut und fuht entstes ben, Daß, eh wir es uns versehen, Geld und gut zu grunde gehen. 13. Ach! wie nichtig, ach! wie flüchtig Sind der menschen fachen! Alles, alles, was wir sehen, Muß zerfallen und vergehen: Wer GOtt fürchtet, wird bestehen. Melodey 36.( a) 750. ch! wie nichtig und untüchtig ft der menschen denken! Kein beginnen Kann die sinnen Zu dem guten lenken. Wir sind blind uns vor susehen, Der verstand kann nicht verstehen, Welchen weg er müsse gehen. Erster chor. Die Litaney. 7. Gib, versage, Tröste, plage, HErr! nach deinem willen; Dein 3war wir streben, Was im gemübte, Das voll güte, Soll mein leben Nüket, auszuspühren: Un- herze stillen. Du wirst alles dir zu vermögen Steht entgegen Sol ehren, Meine seligkeit zu mehren, ches auszuführen; Was kann un- Und zum nuß des nächsten kehren. ser denken machen? Fleiß und( a) Diese Melodey ist die vorherschweiß, in sorg und wachen Trifft gehende, nur daß die zwey ergar nicht das ziel der fachen. ßen zeilen derselben bey dies sem gefange wiederhohlet werden müssen. 3. Schöpfer! höre, Ich verehre Dein allweis regieren; Dein er 485 barmen Kann mich armen Stets jum zwecke führen. Darum stehe mir jur seiten; Laß mich deine hand begleiten, Und auf rechtem wege leiten. 4. Deine stärke Führ die werke Stets zum besten ende: Heb die plage, Die ich trage, Durch der allmacht hände. Hilf und rahte deinem kinde, Daß ich, was ich schweres finde, Frölich mit dir überwinde. II. In gemeiner Noht. Zweyter chor. yrie 751. Schrifte <. Meinen sorgen Jft verbor. gen, Wo mein heil entspringet. Ich kann fehlen, und erwählen, Was mir schaden bringet.Oft hat, wider alles hoffen, Weil mir der ne gnade offen, Mich ein reiches glück betroffen. Kyrie Eleison. 6. Dein geschicke Sucht mein glücke; Drum ich meine fachen Dir befehle, Mich nicht quähle, Denn du wirsts wol machen. Deiner weisheit will ich trauen, Und auf deine allmacht bauen: Also werd ich wunder schauen. HErr GOtt fohn, der welt hei land Erbarm dich über uns! Eleison. Eleison. HErr GOtt heilger geist Erbarm dich über uns! ChrifteErhöre uns. HErr GOtt vater im himmel Erbarm dich über uns! Sey uns gnädig! Berfchohn un HOS GOtt! de dans H 13 436 Sen uns gnädig! Hilf uns lieber HErre GOtt! In gemeiner Noht. Für allen sünden Für allem irrfal Für allem übel Für des teufels trug und list Für bösem schnellen tod Für pestilen; und theurer zeit Für krieg und blut- vergies fen Für aufruhr und zwietracht Für hagel und ungewitter Für feuer- und wassers- noht Für dem ewigen tod า Behût uns lieber HErre GOtt. Hilf uns lieber HErre GOtt. Alle irrige und verführte wiederbringen. Den satan unter unsere füffe treten, J Durch deine heilige ges buhrt Durch deinen todes- kampf und blutigen schweiß Durch dein creuz und tod Durch dein heiliges aufers. stehn und himmelfahrt In unsrer lezten noht Am jüngsten gerichte Wir arme sünder bitten Du wolleft uns erhören lieber HErre GOtt! und deine heilige chriftlichen kirche regieren und führen, Alle bischöffe, pfarr herren und kirchen diener im heilsamen worte und hei ligem leben erhalten, Allen rotten und ärgernissen wehren, Erhör uns, lieber HErre GOtt. Treue arbeiter in deine ernte senden, Deinen geift und kraft zum worte geben, Allen betrübten und blöden helfen und sie trösten. Quen königen und fürsten friede und eintracht geben, j Unserm kaiser steten sieg wis der deine feinde gönnen, Unsern landesherrn mit allen feinen gewaltigen lei ten und schüßen. Obern, Unfern( berschule und Raht, gemeine fegnen und behůtent. Allen, so in noht und ges fahr sind, mit hülfe erschei nen, Allen schwangern und säu genden fröliche frucht und gedeyen geben, Aller kinder und kranken 3 pflegen und warten, Alle unschuldig gefangene los und ledig laffen, Alle witwen und waisen vers theidigen und versorgent, Aller menschen dich erbar men, Unsern feinden, verfolgern und lästerern vergeben und sie bekehren. Die früchte auf dem lande geben und bewahren, Und uns gnädiglich erhdren: OJEfu Chrifte Got- 1 tes sohn! odu GOttes lamm, daß der welt sünde trägt! O du GOttes- lamm, daß der welt sünde trägt! Erhör uns, lieber HErre GOtt. Erbarm dich über uns. Odu GOttes- lamm, das der welt fünde trägt! Verleih uns steten fried. Chrifte Kyrie Chrifte Amen. Beyde chöre zusammen. Kyrie Eleison. Erhdre uns. Eleison. Eleison. Mel. In gemeiner Noth 487 Mel. O GOtt du frommer GOtt.| kraft Die wahre christenheit Fort wächset und sich mehrt Durchs band der einigkeit. 752.6 Ott vater, sohn und geist! Voll weisheit, gut und stärke, Erhöre unser flehn, Erhöre, HErr! und merke, Sich an all unsre noht; Erbarm dich gnädiglich, Erbarme dich, o HErr! OHErr, erbarme dich! 2. Wir fallen dir zu fuß, Du wolleft unser schonen, uns nicht nach unserm thun, nicht nach verdienste lohnen; Gib, daß durch deine hülf Uus allen feel und leib, Auch ehre, haab und gut, Ohn al len schaden bleib. 3. Behût uns, treuer GOtt! Für satans trug und tücken, Daß er durch seine liftuns ja nicht kann berücken. Laß uns auch niemahls thun, Was hier der bösen welt und unserm fünden- fleisch Belies bet und gefällt. 4. Für irrthum, sünd und schand In gnaden uns behüte: Bewahr uns immerdar Durch deine macht und gute Für theurung, krieg und pest, Für feur- und wassers- noht, Für schnell und bösem end, und für dem ewgen tod. 2 8. Erhalt in reiner lehr Und heilig frommen leben, die sich in deinem dienst In kirch und schulen geben; Daß sie in deiner ernt Seyu fleissig und getreu, Und spüren mehr und mehr Des wors tes kraft dabey. 9. Die sect- und rotten dämpf, Den ärgernissen wehre; Und die den irrweg gehn, Durch deinen geift bekehre. Laß uns nichts fu chen fonst In unserm chriftens thum, Als nur des nächsten nuk Und deines namens ruhm. 10. Laß die doch überall Mit schanden untergehen, die deinem geist und wort Halsstarrig widers stehen. Schüß deine kleine heerd, Und gib ihr immerdar Troft, rets tung, hulf und raht In trübfal und gefahr. * 5. GOtt vater! hilfuns doch, Wir bitten dich von herzen Durch deines sohns gebuhrt, Blut schweiß, creuz, tod und schmerzen, Auch durch sein auferstehn und seinen himmelsgang Hilf uns, HErr unser GOtt! All unser lebelang. 6. Verleih uns auch, daß wir Auf sein unschuldig leiden Und heiliges verdienst Aus dieser welt abscheiden. Hilf uns, o HErr! hilf uns, O HErr! verlaß uns nicht In unsrer lezten noht, Am künftigen gericht. * 7. HErr! gib, daß deine kirch Im ganzen kreis der erden Durch deinen heilgen geift Regieret md gewerden; Daß durch desselben * 11. Laß alle köntge, Regenten, fürsten, berren, und alle obrigkeit, Sie sey nah oder fere ren, Erwegen oft ben sich, Von wem da sey ihr amt, Daß sie es führen wol und friedlich insge sammt. 12. Gib unserm kaiser glück und fried zu allen zeiten; Schüß unsern landes- herrn Mit seinen land und leuten. Gib heilsam res giment, Gib nahrung, muß und frucht, Auch fleissig treu gesind, Und gute kinder- zucht. miler 13. HErr! allen, die in angst, In noht und creuz sich finden, Mit deiner hülferschein, Daß fie es überwinden: Die schwangern wol entbind, Die säugenden er halt, Der kinder pfleg, wie auch Der kranken mannigfalt. 14. Erldse die, so nicht Von wegen übelthaten, nur durch neid, unglück, haß In bande find 504 488 In gemeiner gerahten. Die wittwen schüß und trift In ihrem trauer- stand, Die waisen auch versorg Durch all macht deiner hand. 15. Die traurigen erfreu; Rett alle, die dir klagen, Daß sie im elend seyn, Daß treiber sie noch plagen. HErr! aller menschen dich Erbarme, sie bekehr, und dei- Wir bitten dich von herzer 3. O vater! hilf uns doch ner gnad und hülf An leib und feel Durch deines sohns gebuhr gewähr. 16. Die uns zuwider seyn, Den wolleft du vergeben; Berleih, daß sie hinfort Stets friedlich mit uns leben: Gib, daß wir wie derum Dem, der uns leid gethan, Vergeben, und in noht Uns feiner schmerzen, Auch durch sein aut Blut- schweiß, creuz, tod un erfehn, und seinen himmel- gang Hilf uns, HErr unser GOtt! unser lebelang. nehmen an. weil sie stets muß kämpfen; S 4. Beschüge deine tirch, Unc 17. Die früchte auf dem land bilf der feinde macht und lifger Wollst du uns, HErr! bewahren auschlag dämpfen: Erhalte bis Für hagel und wodurch kann schaans end Auch, HErr! an unferm de wiederfahren; Thu auf die mil- ort Den reinen gottesdienst, Deim de hand: Hilf, daß wir allzeit auch feligmachend wort.pa Dir dafür dankbar seyn Bey måf figem gebrauch. s. Gib allgemeinen fried, Dak deine kirch auf erden und uns vaterland Erquicket môge wer den; Behût für theurung, petFür waffers- noht und brandGib heilsam regiment, Gib glück zu allem stand. * 18. O JEsu GOttes fohu In gnaden uns erhöre; O JEsu Christe! hilf Zu deines namens ehre: O JEsu GOttes lamm, Du heil der christenheit! Erbarm dich über uns, Gib friede, troft und freud. Noht. wolleft unser schohnen, uns nich 2. Wir fallen dir zu fuß, du nach unserm thun, nicht nac verdienste lohnen: Gib, daß durch deine hülf uns immer se und leib, Auch ehre, haab und gut Ohn allen schaden bleib. 19. GOtt vater, sohn und geist, Voll weisheit, gut und stärke! Erhöre unser flehn, Erhd re, HErr! und merke: Sieh an all 6. Errett uns all aus noht, wende gnädig ab Furcht, elend, Die wir darinnen stecken: Ach! angst und schrecken. Sen unser schuß und raht, Gott! brich da unfre noht; Erbarm dich gndall Bon plag und drangfal frev. joch inzwen, und mach uns überdiglich, Erbarme dich, o HErr! DHErr! erbarme dich. Sel. O GOtt du frommer 2c. 753. Gott vater, sohn und geist, Voll weisheit, gut und stärke! Erhö er unser flehu, Erhöre, HErr! und merke, Sieh an all unsre noht; Erbarm dich gnädiglich, Erbarme Dich, o HErr! O HErr! erbarme dich. * 7. O JEsu GOttes sohn In gnaden uns erhöre; O JE Christe! bilf Zu deines namens ehre. O JEfu, GOttes lammDu heil der christenheit! Erbarm dich über uns, Gib friede, trom und freud. 8. GOtt vater, fohn und geift, Voll weisheit, gut und starte, Erhöre unser flehn, Erhöre ne bight HErr! und merke; Sich an all In gemeiner Noht. 489 unsre noht: Erbarm dich guås| sohn! O JEfu Chrift, du gna: diglich, Erbarme dich, o HErr! den- thron! O JEfu Chrift, du O HErr! erbarme dich. GOttes lamm! Das aller welt fünd auf sich nahm; Erbarme dich, Hör unsre bitt, Erbarme dich, gib deinen fried. Mel. Vater unser im himmelr. Err, der du gnad 754. und hülf verheißt, Gott vater, sohn und heilger geift, Du heiligste drepeinigteit, Erbarm dich deiner christenheit! Erbarm dich, HErr, du treuer Gott! Erbarm dich, HErr, in aller noht! 8. HErr! der du gnad und hülf verheißt, GOtt vater, sohn und beilger geist, Du heiligste dreyeinigkeit! Erbarm dich deiner christenheit, Erbarm dich, HErr, du treuer GOtt! Erbarme dich in aller noht. 2. Verschohn uns, Gott, ach GOtt! verschohn, Und uns nicht nach verdienste lohn: Gedenk an deine grosse gnad, Vergib uns unfre missethat: Gib, daß uns ehr, gut, feel und leib Durch deine hulf ohn schaden bleib. 3. Wir bitten dich, o vater! noch um Chrifti willen, hilf uns doch: Durch sein gebuhrt, blut schweiß und noht, Durch seine w uden, creuz und tod, Auch auferstehn und himmel- gang, Hilf uns, HErr! unfer lebelang. 4. Verleihe daß, ben reiner lehr Auch gottesfurcht sich bey uns mehr; Daß man die ingend wol erzieht, All ärgerniß und sünden flieht: Hilf, daß mit schanden untergehn, Die deinem worte; widerstehu. 5. Laß die regenten insgesammt Sorgfältig seyn in ihrem amt: Den landes herrn(* Die obrigkeit*) und unsern ort Beschüß und fegne immerfort: Gib heilsam friedlich regiment, Pest, theurung, unglück von uns wend. 6. All denen, die in nähten feyu, Mit rettung, hülf und trost er schein: Zerbrich das joch, nimm weg die laft, Womit du sie beleget haft; Durch deine allmacht, gut und treu Mach sie von plag und brangfal fren. 7. O JEfu Chrifte, GOttes Mel. O GOtt du frommer 2c. Ott vater, höre 755. doch Nach deiner grossen güte, Was unser blöder mund Und trauriges gemühte In unsrer angst und noht Nicht wol vorbringen kann. O HErr! hilf uns, o HErr! Sieb uns in gnaden an. 2. Du weißt all unser leid, Du tennest unfre plagen: Ach tröß uns, lieber GOtt! Und laß uns nicht verzagen. Es stehet ia bey dir und deiner starken hand: Wend ab die schwere straf, Und rette unser land. 3. Gedenk der sünden nicht, Die wir begangen haben So viel und manches jahr: Da wir oft deine gaben Verachtet und mis braucht, Die bosheit fortgesetzt, und ohne furcht und scheu Dein rach- schwert mehr gewegt. 4.Ach schohne! HErr, ach schohn! Wir fall'n dir in die arme; Jezt ist die gnadenzeit, In gnaden dich erbarme: Laß deine gut und treu, Die uns bisher gefrift't, Auch hinfort gröffer seyn, Als unsre fünde ist. s. Wir lassen eh nicht ab, Bis du dich zu uns neigeft: Wir seuf ten fort und fort, Bis du uns hülf erzeigeft. HErr! deine allmacht hh5 kann 490 In gemeiner Noht. kann mit einem wort allein Uns| Für waffers noht und brand; Gib retten kräftiglich Aus trübsal, heilfam regiment, Gib glück zu angst und pein. allem stand. * 6. HErr! wir bekennen es, Wir 13. Errett uns all aus noht, Die habens wol verdienet: Doch hat wir darinnen stecken: Ach! wende dein lieber sohn Uns völlig aus- gnädig ab Furcht, elend, angst und gefühnet, Da er am creußes schrecken: Sen unser schuß und ftamm Für unsre missethat Zum raht, GOtt! brich das joch in lieblichen geruch Sich dir gezwey, Und mach uns überall Von opfert hat. 7. Wir können, ausser ihn, Für uns und unsre sünden Kein ander löse geld, Kein ander opfer finden: Der eingebohrne sohn Der ifts, den tragen wir Dir, vater! allemahl Zum füffen opfer für. 8. Ach! den hochheilgen leib Ans creuz für uns gehenket, Das rosinfarbne blut, mit welchem er uns tränket, Das bringen wir vor dich In wahrer reu und leid, Im glauben und gebet, GOtt aller gütigkeit! 9. D vater! du wirst ia Dis opfer nicht verachten, Das sich so williglich Für uns hat lassen Es ist Auf welches is gelegt Die fünd der ganzen welt, Die es alleine trägt. 10. Darauf vertrauen wir, Drum laß uns nicht verderben: Nimm an deins lieben johns Gebuhrt, creuz, leiden, sterben, Und heilig auferstehn, Für unsrer väter schuld, Auch selbst begangne sünd, Und schenk uns deine huld. * 11. Beschüß, HErr! deine kirch; Und weil sie stets muß kämpfen, So hilfder feinde macht Und liftgen anschlag dämpfen: Erhalte bis ans end Auch HErr! an unserm ort Den reinen gottesdienst, Dein feligmachend wort. 12. Gib allgemeinen fried, Daß deine kirch auf erden und unser vaterland Erquicket möge werden: Behüt für theurung, peft, plag und drangfal frey. 14. Für diese wolthat all, Die du uns wirst erweisen, O vater! wollen wir Hernach dich immer preisen, und deine gnad und güt Und deines namens ehr In steter dankbarkeit Ausbreiten mehr und mehr. 15. Hierauf so sprechen wir In JEfu Chrifti namen Auf sein un trüglich wort Ein gläubig freus digamen. OJEfu Chrift! durch dich und dein verdienst allein Wird alles ganz gewiß Ja, ja! und amen seyn. Mel. Vater unser im himmelr. Err! unser 756. Herr der du her ter heiland JEfu Chrift! O süsser troft, o heilger geist! Dreyeinger Gött! der hülfe leist; Erhalte deis ner kirchen wol, Mach alle lehrer geistes voll. 2. Erhalt dein wort und facra, ment, Wehr dem, der uns von solchen trennt. Brich aller feinde joch inzwey, und mache die bes drängte frey. Laß deine kirch im wachsthum stehn, Und nichts als güldnen frieden sehn. GOFT 3. Regiere unsre obrigkeit, Daß sie dein lob und ehr ausbreit, Die unterthanen wol regiert, Und einen guten wandel führt.€ 8 schmücke sie zu jederzeit So gnadeals gerechtigkeit. 4. Sen unsers kaisers schuß und hort, Lenk sein herz auf dein reines wort. Halt unsers königs haupt In gemeiner Noht. haupt beglückt, mit alter, beil| und ruhm geschmückt: Schüß den beschüßer deiner lehr, Und allen seinen feinden wehr. 5. Bau unsers königs hohes haus, Und breite dessen macht weit aus, Laß stamm und zweig' im flore stehn; Laß uns stets einen erben sehn, Der thron und cron und chur besist, und unser land im frieden schützt. 6. Gib seinen rähten weisen raht, Befördre selber raht und that Zu unser aller wolergehn, Laß selbst ihr wol im flore stehn; Nimim unsre stadt(* unsern ort*) und ganzes land In deine treue vater- hand. 491 2. Erbarm dich deiner bösen knecht, Wir bitten gnad und nicht das recht. Denn so du, HErr! den rechten lohn Uns geben willt nach unserm thun; So muß die ganze weit vergehn, und kann kein mensch vor die bestehn. 7. Schüß uns für krieg, pest, theurer zeit, und gib uns fried und fruchtbarkeit; Gib berg- und falzwerk dein gedeyn, Laß alle nahrung glücklich seyn; Gib al len, die in hungers- noht Und dürftig sind, ihr täglich brot. 8. Sey wittw- und waisen zugethan, Nimm dich der alt und schwachen an: Bewahr, o HErr! die schwangre wol, Die jugend mache tugend- voll: Bewahr diech für schmerz und weh, Die unter drückten, HErr! erhöh. 9. O frommer GOtt! was nüßlich ist, Das schenk uns doch zu ieder frift. Gib uns dich, als das höchste gut, Gib was der seele nohtig thut, Auch was des leibes nohtdurft heißt; Daß unser Herz dich lobt und preist. Mel. Vater unser im himmelr. imm von uns, HErr, Die schwere firaf und grosſe noht; Die wir mit fünden ohne zahl, Verdienet haben allzumahl. Behüt für krieg und theurer zeit, Für feuchen, feur und grossem leid. 3. Ach HErr und GOtt! durch deine treu Steh uns mit troft und rettung bey: Beweis uns deine grosse gnad, Und straf uns nicht Wohn uns mit nach unsrer that. deiner gute bey, Dein zorn und grimm fern von uns sey. 4. Warum willt du so zornig seyn Auf uns, als arme würme lein? Weißt du doch wol, du grosser GOtt! Daß wir nichts sind als erd und koht: Es ist ia unfre schwachheit nicht Verborg'n vor deinem angesicht. 5. Die fünd hat uns verderbet sehr, Der teufel plagt uns noch vielmehr; Die welt, auch unser fleisch und blut Uns zu verführen niemahls ruht. Solch elend kennst du, HErr! wir flehn, Ach laß es dir zu herzen gehn! 6. Gedenk an Chrifti bittern tod, Sieh an sein' heilge wunden roht, Die sind ja für die ganze welt Die zahlung und das ldse geld; Deß trösten wir uns allezeit, und hoffen auf barmhers zigkeit. 7. Leit uns mit deiner rechten hand, Und segn' uns ferner stadt und land! Gib uns allzeit dein heilig wort, Behüt fürs teufels lift und mord. Beschehr ein felig stündelein, Auf daß wir ewig bey dir seyn. in 758. Wend ab deinen zorn, gnaden, Und laß nicht wüten deine schwere ruhte: Nicht uns nicht streng nach unsern missetha ten, Sondern nach gute. 2. Denn Fu gemeiner Noht. 492 2. Denn so du wollteft nach ver dienste strafen, Wer könnte deinen Mel. Aus tiefer noht schrey xc. grimm und; orn ertragen? Es müst 760. HErr! schau in was vergehen, was du, HErr! geschaffen, Für deinen plagen. 3. Vergib uns gnädig unfre groffe schulden, Laß deine gnade über das recht walten: Ach GOtt! ach schohn nach deiner grossen hulde Uns zu erhalten. gefahr und noht Wir lest zusammen schweben! Ge dente, daß du, treuer GOtt! Ver: sicherung gegeben: Ruf mich nur an zur zeit der noht, So rett ich dich, dein HErr und GOtt. Drum rufen wir: HErr! hilf uns. 4. Sind wir doch arme wür: mer, staub und erden, mit erb fund, schwachheit, noht und tod beladen: Ach! warum sollen wir zu nichte werden Im zorn ohn gnaden? . Sieh an deins sohnes creuz und bitter leiden, Der uns erlöset hat mit seinem blute, Und gar er öffnen läßt fein herz und seite Der welt zu gute. 3. Der frommen anzahl ist war klein, Die dieses land be: wohnen; Doch, würden auch nur tehne seyn, Wirst du des landes 6. Darum, ach vater! laß uns schonen: Damit dein strenges nicht verderben, Durch Christum straf- gericht Die frommen, nebt wollst du geift und gnade geben: den bösen, nicht Zugleich verder. Machuns sammtihm deshimmel- ben möge. reiches erben, Mit bir zu leben. 4. Laß dir die viele kinder doch Zugleich zu herzen gehen, Als die, was link und recht ist, noch Aus unschuld nicht verstehen; Ach! schaue sie mitleidig an, Wie du zu Ninive gethan*, Schohn uns um ihrent willen.* Jon. 4, 11. s. Weil fünder, welches még lich ist, Sich noch bekehren kön nen; So wirst du ihnen lezt noch frift und raum zur busse gönnen. Du willt ja, HErr! nicht ihren tod; Drum laß die allgemeine noht Sie nicht sammt uns verderben. 6. HErr! würde sich dein groß fer ruhm Nicht unter uns ver mindern, Wo du dein erb' und ei genthum, Mit allen deinen kin dern Ju folcher trübsal unter gehn, Und in gefahr ohn hülfe fehn, Und jezt verderben läsfest. 7. Wiewol dis alles dienet nicht, Die hülfe zu erzwingen: Daher wir vor dein angesicht Ein ander Mel. Vater unfer im himmelr. Ott vater! dent an 759.6 Christi tod, Sieh an deins sohnes wunden roht, Die sind la für die ganze welt Die zahlung und das löse geld; Deß träften wir uns allezeit, und hoffen auf barmherzigkeit. 2. HErr! dieser hülfe sind wir zwar nicht wehrt, als groffe sün. der; Doch finden sich noch hier und dar Viel deiner frommen tin. uns rettung, raht und hülfe zu, der: Um deren willen schicke du In diesen groffen nöhten. 2. Die obern leit mit deiner hand, Beschüß und segne unser land, Gib allerends dein heilig wort, Wend ab pest, theurung, krieg und mord: All denen, die in udhten seyn, Mit rettung, half und troft erschein. 3. Amen, dis alles werde wahr: Erhör und hilf uns immer dar, O vater in dem höchsten thron! Durch Christum deinen eingen sohn: Daß du, dein sohn, und beider geift zu allen von uns werd gepreift. In gemeiner Noht. 493 ander mittel bringen, Die bitte, 3. Hierauf so rufen wir zu dir die dein theurer sohn Für uns ab legt; drum vater! schohn Um dieses mittlers willen. Jn Chrifto deinem sohne; Wir flehn und seufzen mit begier, Sen gnädig, HErr! und schohne. Wend ab die wolverdiente noht, Dein grimm uns heftig schreckt und droht, Ach HErr! uns nicht verstoffe. 4. Laß es mit uns nicht gar feyn aus, Wie unsre feinde hoffen. Laß uns dein heiligthum und haus Noch ferner stehen offen. Den feind von unsern grenzen lag, Mach, daß ihm herz und muht verzag, Wehr allen, die gern kriegen. **. Hilf, HErr! daß wir die güldne zeit Der heimsuchung er kennen: Behüt für theurung, Frieg und streit, Für waffer, pest und brennen. Ach fen uns gnadig, HErre GOtt! Ach sey uns gnädig in der noht, Auf deine gut wir hoffen. 8. Laß seine wunden, creuz und tod Dein vater her; erweichen. Laß darum diese grosse noht Ihr ende bald erreichen. Durch seine marter, quahl und pein Laß das verderben ferne seyn, Und gnädig von uns eilen. 9. HErr unser GOtt! wir lie: gen hier Vor dir auf unsern knien, Wir lassen auch nicht ab von dir, Bis du uns dis verliehen. Wir hoffen feftiglich darauf, Und hdren nicht mit beten auf, Bis du uns, HErr! geholfen. 10. Nun, treuer vater! laffe dir Die noht zu herzen gehen, und die gefahr, darinnen wir Im ganzen lande gehen. Erreti uns bald durch deine hand, Daß wir und unser armes land Beschüßt erhals ten bleiben. 11. Wir wollen für die hülfe dich Von ganzem Herzen preifen; Und was der schwachheit halber sich Auhier nicht läßt erweisen: Das wollen wir zu seiner zeit Zu sammen in der ewigkeit Durch ewig lob ersehen. 762,2enn wir in höchſten nöhten seyn, Und wissen nicht wo aus noch ein, Und finden weder hülf noch raht, Ob wir und: 2. So ist dis unser troft allein, Daß wir zusammen insgemein Dich fehnlich bitten, treuer GOtt! Um rettung aus der angst und noht: 3. Und heben unser aug und her: Zu dir in wahrer reu und schmers, Flehn um der fünden vergebung, Und aller ftrafen linderung. 4. Die du verheisfest gnädiglich all denen, die drum bitten dich Im namen deins sohns JEfu Christ, Mel. Aus tiefer noht schrey ich zc. 761. Err! ftraf uns nicht wir es wol verdienen. Wir sind sonst ganz und gar verlohrn. Ach laß dich doch verfühnen Durch deines sohnes theures blut, Das gnug für alle fünde thut, Die wir begangen haben. 6. Erleuchte unsre herzen nun, Mit deines geiftes gaben, Daß wir rechtschaffne busfe thun, Dich stets vor augen haben; Der wol verdienten straf entgehn, Und ewiglich dein antlik sehn, Durch JE fum Chriftum, amen. 2. HErr! weil die überhäufte fund, Die nimmermehr zu zählen, uns leid von ganzem Herzen sind; Sen gnädig unfrer feelen. Dich iammert ja des fünders noht, Haft nicht gefall'n an seinem tod, Und willt nur, daß er lebe. 494 In gemeiner Noht Chrift, Der unfer heil und für| kleine heerde Allerends geängset sprech'r ist. werde. P a tt fin 4. Reine Lehre vorzubringen Manches orts verboten ist: Jrrthum andern aufzudringen, Brauchet man gewalt und list. Gottesfurcht wird nicht geacht, Sondern nur dahin getracht, Wie man seines herzens willen Auch mit fünden mög erfüllen. 5. Drum kommen wir, o HEr reGOtt! Und klagen dir all unsre noht: Weil wir jetzt stehn verlafs sen gar In grosser trübsal und ge fabr. * 6. Sich nicht an unsre sünde groß, Sprich uns davon aus gnaden los. Steh uns in unserm elend bey, Mach uns von allen plagen frey. 7. Auf daß von Herzen können wir Nachmahls mit freuden dan ken dir, Gehorsam seyn nach dei nem wort, Dich allzeit preisen hier und dort. 8. GOtt vater, sohn und heilger geist, Von dem uns alle gnade fleußt! Hilf uns, die wir dein erbe seyn, Du bist ia unser GOtt allein. Mel. JEfu deine heilge wunden. 3 verlaffen, ion spricht: ich bin vergißt mein ganz und gar; Er will nicht zu herzen fassen Meine trübsal und gefahr. Aber findt sich wol ein weib, Das den sohn von ihrem leib nicht gern faßt in ihre arme, Und sich über ihn er barme? 2. Ob auch eine mutter sollte Haben solch ein steinern her;, Daß fie gan; nicht achten wollte Ihres Findes noht und schmerz: So vergesse ich doch nicht Meine vatertreu und pflicht; Du bist mir im herzen blieben, und in meine hand geschrieben. 5. Ja kein mitleid, kein erbar men Ist da, wo man kriege führt; Man beraubt und quählt die ar men, Denen hülf und schuß ges bührt. Man sieht, wie man sie auszehrt, Ohne ende ganz verbeert, Insgemein auch so be schwere, Db kein GOtt im himmel wäre. 6. Noch sind sonst viel fromme herzen, Die im creuz und elend seyn, Die in krankheit, angst und schmerzen, In anfechtung, noht und pein: Oder die zu ihrem lohn Haben neid, haß, spott und hohn, Wenn sie nicht in bösen sachen * 7. Ach HErr! siehe an und höre, Die da seufzen fort und fort. Hilf, daß übung reiner lehre Sey und bleib an allem ort; Daß man nicht einander haß, Deine wahr heit nicht verlaß, Auch nach sol cher möge streben Heilig und ge recht zu leben. 8. Die gewaltigen der erden Laß doch stiften fried und ruh: Laß sie feind den kriegen werden, und darneben sehen zu, Daß krieg, elend, noht und plag Ueberall auf hören mag: Daß die arme vor GOtt treten, Freudig für die obern beten. 3. Dieses hast du, HErr! ver sprochen; Es ist ia dein eignes 9. Denen, die in noht sich fin wort, Das du nimmermehr gebro- den, In betrübniß, sorg und leid, chen, Sondern hältst es immer Gib, daß sie es überwinden, War fort: Darum sich auch nun und ten deiner stund und zeit. Vater! hör, Wie sich quahl und noht hilf doch gnädiglich, Daß dein vermehr; Schau, wie deine zion freue sich, Wir auch denn im und zwar um Abwendung der Krieges- Noht. 45 im himmel oben Allesammt dich| Daß gut und treu zu jeder zeit, ewig loben. Und friede und gerechtigkeit Sich küssen und begegnen. 7. Daß treu auferden wachsen kann, Recht auch vom himmel schaue: Auf daß hinführo jeder 764. baue: Daß uns der HErr so gutes thu, Und doch gerechtigkeit dazu m schwange vor ihm bleibe. * 8. Dis alles, vater! werde wahr, Du wolleft es erfüllen: Erhör und hilf uns immerdar Um JEfu Christi willen; Denn dein, o HEr! ist allezeit Von nun an bis in ewigkeit Das reich, die macht und ehre. Mel. Wo GOtt der HErr nicht zc. Err, der du vor Geholfen deinem lande, Jacobs gefangne auch der last Befreyet undder bande: Der vormahls auch aus lauter gnad Deins volkes sünd und missethat Bedecket und vergeben: 2. Der vormahls auch die jammer- stimm Der armen stets erhdret, und deines jorns gerechten grimm In gnad und huld verkeh ret; Trößt uns nun, unser heil und GOtt! Errett uns aus der groffen noht: Laß all' ungnade fallen. 3. Ach zürnest du denn immerdar, Ohn ende, ziel und maassen? ſo viele Willt Mire du den grimm jahr brennen Geht ohn' erbarmen dein gericht? Willt du uns, HErr! erquik ken nicht, Daß wir uns deiner freuen? 4. Ogrosser GOtt! erbarm dich doch, Es steht in deinen händen; Du kannst allein das schwere joch Der drangfal von uns wenden. Erjeig uns gnad, und hilf uns, HErr! Um deines groffen namens thr; Reiß uns aus unsern ndh tent. 5. Ach, daß man einmahl hdren sollt GOtt reden und zusagen, Wie er selbst rettung schaffen (* friede geben*) wollt, und tilgen alle plagen: Daß unser land nicht gar verderb, Und daß sein volk und heilig erb Auf thorheit nicht gerahte. 6. Doch jeigt er die hilfreiche hand, Woman ihn fürcht't und liebet; Daß ehre wohnt in unserm land, Wenn man die tugend übet. Um Abwendung der Brieges- Toht, um beständi. gen Frieden. Mel. Du friedefürst HErr JEfu. 765. Wol dem der rul und friede hat, Dem weder furcht noch streit Das kurze leben früh und spat In dieser bösen zeit, Bey müh und nohtBey thränen- brot, Betrübt und sauer machet. 2. Wer mit dem HErrn in freundschaft steht, Mit menschen friedlich lebt, Dem zwiespalt aus dem wege geht, und nur nach eintracht strebt; Der schläft und wacht, Wenns blißt und kracht Mit ruhigem gewissen. 3. Doch dem wird nur dis glück beschehrt, Der gläubig und getren Den höchsten liebet, fürchtet, ehrt, und keine heucheley Noch falschen raht, In wort und that, Belicbet und erwählet. 4. Drum, HErr! weil du den frieden giebst; Gib doch denselben auch Den deinen, die du herzlich liebst, Die du, nach vaters brauch, Als schuß und hort, Noch immers fort Mit preis und ehre kröneft. 5. Be 496 In gemeiner Noht 2 s. Bewahre ferner dieses land, treiben! Wer sich von arbeit nåh Für mord und kriegs geschren, ret, kannBey brot und ehren blei Und mache hoch und niedern stand Bon noht und kummer fren; Daß dein geschlecht, Nebst heil und recht, Den friedens- ölzweis führe. ben. Der land- mann wartet vieh und feld, Und wenn er seine saat bestellt; So erntet er in frieden. 4. In unserm lande raaft kein schwert, Unschuldige zu tddten; Es bleibt von feinden unverheert, und frey von allen ndhten. Man lachet böser leute truß, Die obrig: keit verschafft uns schutz, Wir kön nen sicher schlafen. 5. Allein was hört man für be schwer Bon vielen andern lan den! Wie kläglich geht es da nicht her, Wo krieges noht vorhanden! Weil schwert und hunger man chen frißt, Weil da die pest nicht ferme ist, Nebst raub, brand, noht und jammer. 6. Hierben laß uns mit ieder mann In lieb' und freundschaft stehn; Laß jeden, wie er immer kann, Auf friedens- wegen gehn. Wend alles leid, Tritt zank und freit, HErr ¡ ebaoth! zu boden. 7. Weil JEsus uns mit dir verföhnt, So schenk uns deine huld; und gib, wenn man uns schmäht und höhnt, Nebst sanftmuht auch geduld; Und wenn der feind Es bd fe meint, Ein ruhiges gewissen. s. Und kömmt des lebens schluß berben, So hilf, daß geift und muht Ju dir still und gelassen sey; Daß ich, durch Christi blut, Nach streit und leid, Aus dieser zeit Mit fried und freuden fahre. 9. Dann will ich in der friedensstadt, Wo wietracht, haß und streit Und aller Frieg ein ende hat, In ruh und sicherheit, Ohnende dort Bey dir, mein bort! Die frie dens- zweige brechen. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 766. Err GOtt! wir lo 6. GOtt lob! es macht uns dei ne treu Von den gefährlichkeiten Bis diesen tag in gnaden frey.Gib ferner stille seiten; Breit überall den frieden aus, und treibe krieg und streit hinaus: Gib ruh in un fern grenzen. 7. Wenn auch der feind schon auf uns gieng; HErr! wolleft du ihm wehren. Leg' in die naß ihm einen ring, Heiß ihn zurücke kehren. Beschuß die riegel unsrer thor, Hilf der gerechtigkeit m sich küssen. Wir preifen deine gute, Die uns so väterlich bewacht, Mit freudi- 8.Gib allen mächtigen den finu, gem gemühte; Dieweil du kriegs- Daß sie doch friede halten, Und gefahr und leid Von uns bis feit durch gerechtigkeit forthin Jhr auf diese zeit, Aus gnaden abgesamt in ruh verwalten; So wollen wendet. 2. Wir häufen täglich unsre schuld Durch unser bsses leben; Allein du haft uns, voll geduld, Noch raum und frift gegeben, Daß ieder von uns immer zu Sein amt und werk in fried und ruh Verrichtet und vollendet. 3. Wie ruhig kann der handels mann Sein werk und handelständig grün und blühe. wir denn für und für Die gnaden reiche gut allhier Mit Herz und munde rühmen. 9. GOtt vater, sohn und heilger geift! Für solche hohe gnaden Sey jezt und immerdar gepreift- Bewahr uns fort für schaden, und gib, daß künftig immerfort Glück, fried und ruß an unserm ort Be Bey und zwar um Abwendung der Krieges- Noht. Bey berannahender Brie ges- Gefahr. Mel. Wo GOtt der HErr nicht. ( ch 767. hie vor dich Mit traurigem gemühte: Wir bitten dich demühtiglich, Rett uns durch deine gute. Schau wie die grosse friegs- gefahr Sich zu uns naht, und ganz und gar Uns zu verder: ben drauet. 2. Gedenke, vater! ist nicht mehr, Daß wirs verdienet haben. Gedenke nicht, daß wir so sehr Geschändet deine gaben. Wir ha ben sie viel jahr und zeit Zur! Mel. O GOtt du frommerc. pracht, jur wolluft, üppigkeit und 1768. 4. Verzeih uns solche missethat Um Jesu Chrifti willen, Der für uns deinen eifer hat Am creuze wollen stillen: Da ist die schuld auf ihn gelegt, Er ist das lamm, das für uns trägt Die sünd und funden strafe. 497 7. OHErr! wir fallen dir zu fuß, Du wolleßt uns doch geben, Daß wir gesammt durch wahrebuß Auch bessern unfer leben; Daß wir unferm hindern dieses grosse heil, In fried und ruh zu leben. 8. Breit allerends um unser land Die flügel deiner gnaden. Beschüß und segne ieden stand Für drangfal, noht und schaden. Wir wollen solche gütigkeit und vater- treu zu jederzeit Mit dank. barkeit erheben. 3. Wir haben unsern neben chrift Gedrückt und oft betrogen: Durch schein des rechts, gewalt und lift, Das sein' ihm oft entzogen: Darum sich nun die strafe findt; Ach! unsre unreut. erkannte fund Wird öffentlich ver golten. 4. Um dessen willen hilf uns nu, Und höre unsre klagen. Verleih uns wieder fried und ruh, Daß niemand uns darf plagen. Er barm, o HErr! erbarme dich, und rett uns alle gnädiglich Von krieg und kriegs- beschwerden. 6. Der kön'ge herzen, raht und finn Haft du ja, HErr! in handen: Du kannst sie auch allein dahin, Wo dirs belieber, wenden. Ach neig fie kraftiglich dazu, Daß sie doch halten fried und ruh, Und allem jammer fleuren. GOtt! Die noht, so uns betroffen; Das unrecht haben wir Wie wasser eingesof fen: Doch dis ist unser troft, Du bift voll gütigkeit, Du nimmst die strafe weg, Wenn uns die fünde 2. Wir liegen hier vor dir, Be. reuen unsre fünden: Ach laß uns gnad und huld Vor deinen augen finden! Treib kriegs- gefahr zurück Durch deine starke hand, Verleih uns fried und ruh, Schüß unser vaterland. 3. Erhalte deine kirch In diesen lezten zeiten, Da teufel, höll und welt Sie überall bestreiten. Dein ist die fach, o GOtt! Drum wach, und mach dich auf; Schlag eine wagenburg Um deinen kleinen hauf. 4. Laß alle menschen sehn, Laß iedermann erfahren, Du eben seyft der Gott, Der sein volk treu bewahren und hülfe senden kann, Wenn niemand hülfe weiß. Da für sagt alles volk Dir dank, lob. ehr und preis. . Hierauf so sprechen wir Ju JEfu Chrifti namen Auf sein un trüglich In gemeiner Noht und zwar 498 trüglich wort, Ein glaubig freus digamen! O JEfu Chrift! durch dich und dein verdienst allein Wird alles gan; gewiß Ja, ia! und amen! fenn. Mel. Singen wir aus herzensgr reuer 770. Trael: Deiner frem friede fürst, sich leib und seel, Du 769.D HErr JEfuChrift, alles leid Deiner armen christen nur weiffef Du wahrer mensch und Gottheit: Odu wächter: der du nich Der unsre starke zuflucht ist Im Schläfft noch schlummerst, zu uns leben und im tod: Drum wir aleicht Dein hulfreiches angesicht. lein Im namen dein Zu deinem vater schreien. 2. Recht grosse noht fällt uns jest an Von krieg und ungemach, Daraus uns niemand helfen kann Als du; drum führ die fach: Den vater bitt, und uns vertritt, Daß uns sein zorn nicht strafe. 2. Schau, wie grosse noht uni quahl Trifft dein volk jezt überall Täglich wird der trübfal mehr Hilf, ach hilf! schütz deine ehr Wir verderben, wir vergehn, W wir schon vor augen sehn, Wo da uns nicht wirst benstehn. Bey gegenwartiger Kris ges- loht. 3. Gedenk, o HErr GOtt! an dein amt, Daß du ein fried fürst bift: Und hilf uns gnädig insge: fammt Jegund zu dieser frist. Laß uns hinfort Dein göttlich wort In friede långer hören. 3. Hoherpriester JEfu Chrif Der du eingegangen bist In da heiligste zu Gott, Durch den creu; und bittern tod: Uns ver föhnt mit deinem blut, Ausge löscht der höllen glut, Wieder bracht das höchste gut: 4. Zwar wir verdienen straf und pein, und leidens mit ge duld: Doch deine gnad soll gröffer 4. Sizeit auch ins vaters reid Jhm an macht und ehren gleich unser einger gnaden- thron, GO seyn, Als unsre sünd und schuld; tes allerliebster sohn, Den er i Darum vergib Nach deiner lieb' dem herzen trägt, Dessen fürbit Die du fest zu uns trågest. ihn bewegt, daß er kein gebe abschlägt. 5. Es ist groß elend und gefahr, Wo pestilenz regiert: Allein viel grösser ist fürwahr, Wo krieg geführet wird; Da wird veracht't, Und nicht betrach't, Was recht und löblich wäre. gnad, Daß wir nicht treiben da mit scherz, Der unfrer feelem schadi. OJEfu Chrift! Allein du bist, Der solches kann ausrichten. 6. Da fragt man nicht nach ehrbarkeit, Nach zucht und nach gericht: Dein wort liegt auch zu folcher zeit, Und geht im schwange nicht: Drum hilf uns, HErr! Freib von uns fern Krieg und all schändlich wesent. 7. Erleucht dach unsern sinn und herz Durch deines geiftes 5. Kläglich schreien wir zu die Klopfen an die gnaden- thur, We dein volk und eigenthum, Chen erkauft zu deinem ruhm. Herr wir sind nach dir genennt, Deine vaters zorn abwend, Der anics wie feuer brennt. 6. Zeig ihm deine wunden roh Halt ihm vor dein creuz und too Und was du sonst mehr getha 3eig ihm unfernt wegen an.Sage daß du unsre schuld Schon beja let in geduld, Uns erlanget gna und huld. 7. JE um Abwendung der Krieges- Noht. 499 7. JEsu! der du JEsus heißt, freuen sich. Und dich preifen ewig. Als ein JEsus hülfe leift. Hilflich. mit deiner starken hand, Mens schen hülf hat sich gewandt: Eine mauer um uns bau, Daß dem feinde dafür grau, Und mit zittern sie anschau. Dant- Lieb nach wieder er; langtem Frieden. Mel. Auf meinen lieben GOtt.. 8. Treuer hort, Immanuel, Dit beſchützer unfrer feel! GÖtt 771. Sagt GoT dem mit uns in aller noht, GOtt um uns, und in unsGOtt, Gott für uns zu aller zeit: Troß sey dem, der uns thut leid, GOttes straf it ihm bereit. höchsten dank, Erhebt den lobgefang, Ihr alte nebst den jungen! Erhebet mund und zungen, Daß ihr den helfer preiset, Der uns den frieden weiset. 9. Du des vaters starter arm! komm und unser dich erbarm: Zeig uns iezo deine macht, Drauf wir hoffen tag und nacht. Unfrer feinde schaat zertrenn, Daß dich alle welt erkenn, Aller herren Herren nenn. 10. Andre traun auf ihre kraft, Auf ihr glück und ritterschaft: Deine christen traun auf dich, Auf dich traun wir festiglich: Laß nicht werden uns zu schand; Schüße uns und unser land, Unsre noht ist dir bekannt. 2. Dir, liebes vaterland! Ist leider! wol bekannt, Wie sehr der feind verheeret, Und alles ausgezehret: Dis unglück wird geendet, Weil GOtt den frieden sendet. 3. Erhebt Gott immerdar Ihr, welche die gefahr Des krieges hart geplaget, Von haus und hof gejaget: Gott bricht nun schwert und waffen, Und will uns friede schaffen. 4. Sagt unfer lebelang Jhm ehre, preis und dank; Er legt das kriegen nieder, Und giebt den frie den wieder; So, daß der fried erquicket, Was erst der frieg gedrücket. . Gürte dein schwert an die ſeit, Als ein held, und für uns freit: Und zerschmettre deine feind So viel ihe auf erden seynd. Auf die hälse tritt du ihn'n, Leg' sie die zum schemel hin, Und brich ihren stolzen sinn. <. Was hat uns seine hand Für schäße zugewandt! Dieweil wir alle gaben In friede ruhig haben, Wodurch wir hier auf erden Beglückt und frölich werden. 12. Du bist ja der held und mann, der den kriegen steuren kann, Welcher spieß und schwert 6. Nun, GOtt! wir loben dich, erbricht, Der die bogen macht und danken ewiglich, Daß du, brennt, und der menschen herzen fortgeiaget, Und uns in diesem nicht, Der die wagen gar vers was uns geplaget, Nun gnädig wendt, Daß der krieg gewinn ein end. 3. JEsu, wahrer friedes fürt! Der der schlangen kopf zer: thirscht, uns durch seinen creuiestod Wiederbracht den fried ben Gott! Gib uns friede gnädiglich, So wird dein volk leben Nun fried und ruh gege ben. 7. Hilf doch durch deine treu, Daß er beständig sey; Laß uns in unfern jahren Den krieg nicht mehr erfahren; Laß uns in friede sterben und deine ruh ererben. 312 8. Dein 500 In gemeiner Noht und zwar 8. Dein geift, HErr: lehr uns haben dich Oft freventlich Mit auch Des friedens rechten brauch, übelthun betrübet. Daß uns die friedens- zeiten Zur buß und beßrung leiten; Und wir durch neue fünden nicht neuen Frieg entzünden. 9. Dis alles wollst du aun, HErr GOtt! aus gnaden thun, Sprich selbst das ia und amen Uns, die wir deinen namen Hier und im himmel oben Ohn alles ende loben. Um Abwendung der Pest und anderer ansteckendi den Seuchen. Wenn die Pest sich zu unsern Grenzen nahet. Mel. In dich hab ich gehoffet ze. 772. A Gott, du unser lebens- licht, HErr! unsre burg und zuversicht, Du troft und heil der armen! Wir bitten dich Demühtiglich, Erzeig uns doch erbarmen. 2. Wir hören(* sehen*) HErr! daß ist die pest Sich hin und wie der(* unter uns stark*) merken läßt, Sie fånget an zu wüten; Drum flehen wir, Du wollst dafür Uns gnaden- voll behüten. 3. Ach straf uns nicht, o höch. ftes gut! In deines strengen zor nes wuht, Mit dieser bösen feuche; Hilf uns, o GOtt! Daß nicht die noht In unsre häuser schleiche. 4. Zwar könntest du, o treuer hort! Auch unser land und diesen ort Durch seuch' und pest ver beeren, und ganz und gar Uns fünd'ge schaar Aufreiben und ver. jehren. 3. Wir haben dir oft wider strebt, und öfters arg vor dir ge, lebt viel misſethat verübet; Wir 6. Doch handle nicht, liebreicher GOtt! Ach handle nicht, Herr zebaoth! Mit uns nach unsern sünden: Nein, vater! nein, Laß uns allein Für recht izt gnade fin den. 7. Ach schenk uns doch aus gu tigkeit Die schuld, die uns von herzen leid, und laß uns nicht verderben; Ach sprich uns frey, Und steh uns bey. Daß wirnicht plöglich sterben. 8. Ninim unsers armen lebens wahr, und schüß uns gnädig für gefahr Des leibes und der feelen: Laß, ewges licht! Kein übel nicht Uns tödten oder quälen. 9. Beschüß uns, HErr! min deiner hand, Beschütze dieses gam se land, Sammt allem was wir ha ben: Verlaß uns nie, Erfüll un früh mit deiner gnade gaben. 10. So wollen wir, voll dan barkeit, Dich, höchfter vater iederzeit Von herzen ehrem preisen, Und denn auch dor O wehrter bort! Dir ewig lo erweisen. Mel. Aus tiefer noht schrey ich 60: 773. Gerechter uns liegt im sin Die schwere straf und plage, T in der näh viel werden hin Ger fen alle tage: Denn ach! die pe dein scharfer pfeil, Fliegt da be um in schneller eil Von einem zum andern. 2. Wir alle müssen nun vort O groffer GOtt! bekennen, D grimm hab' ursach, auch allhi Und wider uns, zu brennen: wir ia leider! insgemein Nicht geringsten frömmer seyn, Als du iegt heimsucheft. 3. Deshalben treten wir g [ um Abwendung der Pest und ansteckenden Seuchen. dich In herzens reu und busse, Wir fallen dir demühtiglich, GÖtt, un fer schuß! zu fusse: Die pest und scuchen von uns kehr, Durch deia süt und allmacht wehr Dem 774. Allmächtiger HErr engel, zebaoth, Du ewiger gerechter GOtt! Es drohet uns in deiner schriftDein zorn, der alle sünder trifft; Wer dein allmächs tig wort veracht't, Reizt deines 4. Ach HErr! ach zeig uns iezt dein heil, Laß uns doch vor dir le ben, und auch an dir fort haben theil; Gesundheit gib darneben. I eifers strenge macht. Gleichwie man dem augapfel thut, So halt du uns in deiner hut, Daß wir bewahret bleiben. f. Befiehl den engeln auch hin: fort, Auf händen uns zu tragen; Und mach uns frey an iedem ort Auf unserm weg von plagen: Wend ab die noht und die gefahr, Und für der pestilen; bewahr uns, die wir auf dich trauen. 6. Nun, vater! thu, was dir beliebt, Wir wollen dirs empfehlen. Wer sich in deinen willen giebt, Darf sich nicht angstlich qualen. Ein sperling ist sehr we: nig wehrt, und doch fällt keiner auf die erd, Wenn du es nicht verstattest. 501 Bey gegenwärtiger Past Seuche. Mel. Vater unser im himmelr. 7. Wir wissen, daß du alle haar Auf unserm haupt gezählet: Es dient zum besten immerdar, Was du uns auserwählet. Du wirst uns allen groß und klein, Was uns wird gut und selig seyn, Bis an das ende geben. 8. Steh denen anderswo auch bey, Die schon das unglück trof fen: Gib, daß ihr glaub beständig sey, Laß in geduld sie hoffen, Daß du aus gnaden ihnen doch Mit hülfe wirft erscheinen noch, Es komm auch wie es wolle. * 9. GOtt vater, sohn und beilger geist! Der du zu allen zeiten Die größte gut und macht bes weist In viel gefährlichkeiten: Behüt auch uns nun gnädiglich daß wir für alle wolthat dich * Noch erden 2. Wer GOtt nicht höret, wenn er ruft, Den schlägt er mit vers gifter luft. Wer GOtt nicht sucht, wer ihn verläßt, Den ftrafet er mit gift und pest. Wer übels thut und stets gethan, Dem hängt er sterbe- drüsen an. 3. HErr! wir bekennen dir mit reu, Daß unsre wunde stinkend sey: Der fünden giftiger gestank Macht uns an dieser feuche krank; Es ist nur unsre missethat, Die uns die noht erwecket hat. 4.Wo laster eingeschlichen seyn, Da schleichen auch die seuchen ein; Und wo der teufel sonst res giert, Wird ein regierend gift ges spürt. Der todten werke ihr gee ruch Bringt uns den wolverdiens ten fluch. <. Ach vater! der gebrochne bund Reut uns von ganzem hers zens grund; Das grosse übel schmerzet uns, Wir schämen uns iezt unsers thuns. Wir klagen uns selbst vor dir an, Daß wir so gar nicht recht gethan. 6. Verfchohn uns doch nimm weg den fluch. Ach! riech den süssesten geruch Des opfers, das der heis land that: Wir wissen sonst ia teinen raht; Erhdr im himmel unsre bitt, Wo unfer JEfus uns vertritt. 1 Mel. Wer nur den liebenGOtt xc. 775. Nun wachen Gottes Bey über: Ji 3 502 In gemeiner Noht und zwar überhäuften fünden auf: Nun werden pldzlich viel zu nichte, Und schliessen ihren lebens- lauf. Ach jürne nicht, HErr JEsu Chris! Der du im zorn auch gnädig bist. 2. Du sprichst ja selbst, du seyft geduldig, Und zürnest niemahls für und für*: Giebt man sich nur der fünden schuldig, und tritt in wahrer reu zu dir. Denk an dein wort, HErr JEfu Chrift! Der du der mund der wahrheit bist. * Jerem. 3, 12. 3. Wir folgen, wie du uns ges rahten, und sagen ohne heuchel schein, Daß unsre schwere misses thaten, Wie sand am meer, unzählbar JEfu Chrift! Dieweil du der er: barmer gereuen, Das uns schon hart ge troffen hat. Hör unser winseln, tlagen, schreien; Sey gnädigun ferm land und stadt, Und thu uns wol, HErr JEfu Chrift! Weildm die segens- quelle bift. 9. Laß unfre seelen vor dir le ben, Laß sie dir lieb und theuer seyn: So wollen wir dein lob aheben, So preisen wir dich indgemein. Erhör uns doch, Her JEfu Chrift! Dieweil du unse Bruder bist. 5. Laß uns durch deinen angstschweiß finden In aller noht den freuden muht, und mach uns rein von unsern fünden Durch dein für uns vergoßnes blut. Ver: gib die schuld, HErr JEfu Chrift! Der du der fünden- tilger bift. Danksagung nach überstande ner Pest- Seuche. Mel. HErr GOtt der du erforsch 776. Nun wollen wir die GOtt unser helfer! bringen 4. Es will das her: für weh. Wir wollen dir, nach höchsten muht brechen, Die augen weinen fleiß, mit herz und mund lobsinbitterlich; Der mund kann nicht gen; Dieweil du uns in sterbens viel worte sprechen, Der schwache noht So treu beschüßet, daß den geist betrübet sich: Ach! tröst uns tod Uns nicht dahin geriffen doch, HErr JEsu Christ! Der du| Wofür wir alle lebenslang Dir der rechte tröster bist. 0 GOtt vater! preis und dan Von herzen sagen müssen. 2. Wir waren noch vor kurzen zeit Ein scheusal allen leuten Sie alle wichen weit und brei Von uns auf allen feiten. Wi wurden deiner strafe siel, Wei uns die pestilen; befiel, Der lohn für unsre fünden; Hier war kein mensch der sicher war, Kein or befreyet von gefahr, Kein plaß, we 6. Erlaß die wolverdiente strafen, Raff uns im zorn nicht aus der welt; Damit wir nicht im tod entschlafen, Wenn schleunig un- euh zu finden. fer leib zerfällt. Erhalt uns doch, HErr JEfu Chrift! Der du der fürft des lebens bift. 7. Wir bitten dich um deine wunden, um deine marter, noht und pein: Ach! laß doch unsre lebens- stunden Nicht plözlich ab gekürzet seyn: Gib raum zur busse, JEfu Chrift, Der du von groffer langmuht big. 8. Laß dich des übels doch 3. Wir waren, höchster! allzu mahl Mit herzens- angst umgeben In lauter trübfal, furcht un quahl Bestund das arme leber Der tod riß täglich viel ins grab Die noht nahm zu, die menſchen ab, Die arzuen war vergebens nichts trieb des würgers mach zurück, Es schien uns jeder auger blick Der leite unsers lebens. 4 Jedoch ein jeder von uns ha SIRE am Abwendung der Theurung und Hungers- Noht. 503 Wir Doch S Mit ernst zu dir geschrien: Drum; Als seiner hände werken: hast du uns die missethat Aus vas sehn es mit erstaunen an, Wir tertreu verziehen. Du hast durch könnens täglich merken; deine gnaden hand Das übel will er, daß insonderheit Wir chrivon uns abgewandt, Uns gnàsten feine gütigkeit Gebührend diglich behütet. Gott lob und dank! wir leben noch, Da die gemeine feuche doch Betrübt um uns gewütet. . GOtt lob! nun kann man ob ne scheu Vergnügt beysammen les ben; Ein ieder ist der forge frey, Darin er mußte schweben. So gnädig hast du's, Gott! gemacht, Drum sind wir sämmtlich drauf bedacht, Daß wir dich würdig preis sen; Und dir für solche gütigkeit Durch unsre ganze lebenszeit Von herzen dank erweisen. 6. Lob sey dir, GOtt im höchften thron! Für deine vater- güte: Lob sagt dir, JEsu GOttes fohn! Herz, lippen und gemühte: Lob en dir, o GOtt heilger geist! Sen jgt und immerdar gepreist, Daß du uns nun erhöret. Wir sind erliset von der pest, Und sehn, wer sich auf Gott verläßt, Der bleibet unversehret. 7. Die fünden straf ist nun da hin, Drum stehn wir ab von sünDen: In unserm GOtt- ergebuen sinn Soll sich nichts böses finden. Der vorfaz bleibt: der fünden lauf Hört mit der pest nun völlig auf: Nichts soll GOtt mehr erre: gen, Uns fort mit zorn und pest zu draun. Du wirst uns, HErr! bes hülflich feyn. Daß wirs erfüllen mögen. darum bitten. 2. Deshalben rufen wir zu dir, Um deine milde gaben, Die wir, o höchster GOtt! allhier An meis sten nähtig haben: Wir bitten nicht um überfluß, Nur was die nohtdurft haben muß An essen und an trinken. 3. Laß uns in gutem fried und ruh, Was du uns giebst, geniessen: Gib dein gedeyen immerzu 3um pflanzen und begiessen. Ernehr uns, segne dieses land, Die obrig keit und jeden stand; Laß heil und wolfahrt blühen. 4. Gib kleider, nahrung, brot und was Zum unterhalt gehöret; Daß ehr und zucht ohn unterlaß Sich unter uns vermehret. Gib fromme kinder und gemahl, Und laß uns sämmtlich überall Getreue nachbarn finden. lim Abwendung der Thenrung und SungersLlobt. Um die tägliche Vtohtdurft. Mel. Nun freut euch liebe zc. Ott giebt die nah rung jedermann, 777. 0 s. Behût uns chriften insges mein Für geiz und nahrungs for gen; Laß unser herz zufrieden seyn, Nicht angsten um den morgen. Ein jeder tag hat seine laft; Drum nehm ich an, was du mir haft Für dieses mahl gegeben. Bey gegenwärtiger Sun: gers: oht. Mel. Auf meinen lieben Gott zc. on dir, liebreicher GOtt! Kdmmt uns 778. fer täglich brot, Was hat dich doch bewogen, Daß du es uns entzos gen? Nur unsre schwere fünden, Die sich an uns befinden. 2. Dein eifer höre auf, Brich nun der theurung lauf; Las dich so vieler armen, D milder Gott! Laß uns nicht gar erbarmen. ver: In gemeiner Noht und zwar mail ke verderben, und nicht durch hun-| Weil du gebet erhörst; Go kommt ger sterben. zu dir im beten Auch alles fleisch | getreten, Weil du es alles nehrst. 3. Wir hättens zwar verdient; Jedoch wir sind verfühnt Durch Christi tod und leiden; Drum laß den hunger scheiden, Der uns antego plaget, Und groß und kleine naget. 2. HErr! unsre groffe sünden Verdienen diese noht, Daß wir mit recht empfinden, Was uns dein wort gedroht: Ein frucht: bar erdreich soll, um seiner burs ger willen, Nichts tragen, sie nicht füllen. Ach! unser maaß ist voll. 504 4. Vergiß der alten schuld, Erseig uns deine huld In diesen theuren zeiten, und schenk uns armen leuten Zur nohtdurft dei ne gaben, Den matten leib zu laben. <. Du nehrst der vågel schaar; Darum vergiß nicht gar Der halb verschmachten deinen: Hör unser kläglich weinen, Sey gnädig deinen kindern, Laß dich den zorn nicht hindern. 6. Die vater- treu steht fest, Die uns nicht darben läßt; Willt du an die gedenken, So mußt du nah rung schenken, Den jungen nebst den alten Das leben zu erhalten. ters geben. Dir sey es heimgestel: let, Machs, HErr! wie dirs gefället. r. HErr, unsre zuversicht! Laß unsern glauben nicht In theurung untergehen, Du wirst ia bey uns stehen; Du kannst, was unser leben Erfordert, reichlich geben. 8. Jedoch, gefällt es dir, Nimmst hat, Nehrst du mit wolgefallen: du durch hunger mir Dis jam- Drum auf, und gib uns allen, O mer- volle leben; Wirst du ein befvater! nahrung satt. 9. Wir habens wol verschuldt; Drum gib uns nur geduld, So lang dis elend währet: Wird uns denn troft beschehret, So wollen wir dich oben Bey dir, und hie schon loben. 3. Ach! unser boshaft leben Drückt uns nun allzuhart. Du wolleft uns vergeben Nach treuer vater- art. Die fünde trägt zwar frucht; Doch diese frucht bringt schaden: Ach HErr! vergib aus gnaden Dem, der dein antlik sucht. Mel. Von GOtt will ich nicht zc. 4. Ertrag uns mit erbarmen, Wir tragen herzlich reu. Erhöre doch uns armen Nach deiner wunder- treu. Du bist die zuver sicht, zu der wir alle fliehen, Nach der wir alle sehen; Darum ver laß uns nicht. 6. Du rufft dem nichts, o vater! Damit es etwas fey: Sen jest auch GOtt und rahter, Und hör das angst- geschrey, Da uns der hunger frißt: Ja hilf uns, und erhäre zu deiner gnaden ehre, Die immer tröstlich ist. 7. HErr! deine brünnlein fliesfen Mit waffer angefüllt; Laß une es auch geniessen, Daß uns deir heim, Bereichre sie durch was segen quillt. Such unsre felder u reicher GOtt fern, Damit durch dein verbessert Einst alles wieder keim. 8. Laß alle frucht gerahten, Un baue du das land; Erquicke sein faaten 779.0" der armen, Du schöpfer aller welt, Du vater voll erbarmen, Der ewig glauben hålt! 5. GOtt, unser heil, ach! wende Der seiten schweren lauf; Thu deine milde hände, Den schatz der allmacht, auf. Was nur ein leben in Feuers und Wassers- Noht. : 505 ter! sey uns gnädig. faaten Mit deiner gnaden- hand| mand von uns löschen kann. O vas Ja segne, was man pflügt, und mach es weich mit regen, Daß sein gewächs und segen uns wiederum vergnügt. 5. HErr fille deines zornes lauf, Gib, daß wir uns bekehren; Denn hört dein zorn nur erstlich auf, Wird auch der brand aufhören. Bewahr uns, HErr! wir bitten dich, und die da Ide schen, gnädiglich. O vater! sey uns gnädig. 6. Dahin, wo noch kein feuer ift, Laß doch die gluht nicht gehen; Und wo der brand noch weiter frißt, Da heiß ihn stille stehen, Und sprich: bis hieher komm allein, Hier sollt du ruhn und stille seyn. O vater! sey uns gnädig. 7. Wir, Sodoms art, verdie nen zwar Den schweren schwefelregen: Kaum zehn sind fromm in unsrer schaar; Doch laß dich, HErr! bewegen, Sieh doch die arte kinder an, Ob dis dein her: noch rühren kann. O vater! sey uns gnädig. 9. Dein gutes überschütte Und cron uns jahr und zeit; Es triefen Deine tritte Von fetter fruchtbar feit. Laß alles, was nur webt, Am morgen wol gedeyen, Am abend sich erfreuen: Mach frdlich, mas da lebt. 31 feuers- und Waffers Llobt. Jn feuers Gefahr. Mel. Ach GOtt vom himmel 2c. s hat dein zorn, der 780. s stark entbrannt, Ein feuer angestecket, Das ohne zweifel deine hand, höchster GOtt! So strafft du unsre missethat, Die mehr, als dis, ver: dienet hat. O vater! sey uns gnädig. erwecket. 2. Du liesfest auf die bösen pech, Gluht, feuer, schwefel regnen; Und willt dem noch, der wild und frech, Mit flamm und gluht begegnen: Soll dieses auch an uns geschehn, Wie elend wird es uns ergehn? O vater! sey uns gnädig. 3. Ein heftig feuer brennet jehr, Wirft funken, gluht und flammen: Allein dein eifer brennt vielmehr, und schlägt mit macht jusammen: Und, geht er erst vollz kommen an, Wer ist denn, der ihn löschen kann? O vater! sey uns gnädig. 4. Vergib die schuld, heil unsre feel, So wird die gluht sich stillen: Die fünden sind ihr nahrungs- dl; Und blos um deren willen, HErr! sündest du dis fener an, Das nie: 8. Hilf gnädig, und erseze auch, Durch deinen reichen segen, Was wind und feuer, dampf und rauch In staub und asche legen. Behüt uns, schohne diesen ort Für gluht und brand, und sey hinfort Uns, treuer vater! gnädig. Mel. Wenn wir in höchsten zc. ein feuer 781. Mein Gott! es aus: Beschüße menschen, vieh und haus, Richt es zu deines namens ruhm, Bedeck uns, HErr! dein eigenthum. 2. Jch ruf dich an in dieser noht, Beweise deine macht, o Gott! Und rett uns doch durch JEfum Christ, Wenn deine stunde kommen ift. 3. HErr! hilf und Idsche gnädiglich, Jezt bitt ich, und dann preiß ich dich; Gott, rett uns doch, 506 In gemeiner Noht und zwar doch, durch Christi tod. Von dieser| So ist doch deine gnade Noch und von aller noht. gröffer, als die schuld: Du kannst uns nicht verderben, Denn Chri fti blut und Berben Erwirbt uns deine gnad und huld. 9. Wir flehn durch seine wun. den, Wo wir fiets heil gefunden, für Abgebrannte. Mel. Nun ruhen alle wälder. 782. Dimmervolle tage Da lauter gib uns und plage Uns hart betroffen hat Ein grosses maaß voll thränen Ift unter ach und sehnen Jezt unsre speise früh und spat. 2. GOtt hat mit schweren stra: fen Den hirten mit den schaafen Im eifer angesehn; Es war das unglücksfeuer So schnell und ungeheuer, Daß niemand konnte widerstehn. 3. Bo sind doch unsre häuser! Sie wurden als die reiser Berzehret durch die glut. Wir suchen allerwegen, Wo wir doch bleiben mögen, Gleichwie ein armer fremdling thut. 4. Man höret auf den gaffen Von denen, die verlassen, Ein Fläglich angst- geschrey: Ach weh! wer will der armen Sich fernerhin erbarmen, Wer steht uns in dem iammer bey? 1. HErr! dessen strenge rechte Uns arme fünden knechte, Wie billig, nicht verschont: Wir häuf ten nur auf gnaden Zorn, ftrafe, grimm und schaden; Drum haft du nach verdienst gelohnt. 6. Doch fallen wir in buffe, Dir, In Wassers- obt. Mel. Hilf mir mein GOtt 2. ir in noht, kennen unsre schuld: Ach schlage 783.20 Laß uns, o Gott! doch gelinder Auf uns erschrockne Finder, Und zeig uns wieder gnad und huld. sich um deren wegen, Zorn, grimm und eifer legen, und bleib du un. ser bester theil. 10. Es soll dir leib und leben Zu deinem dienft ergeben, und aufgeopfert seyn. Dein geist HErr! soll uns führen, und jeder. zeit regieren; Dein wort allein soll uns erfreun. 11. Indessen gönn uns armen, Ovater! dein erbarmen, und sieh uns mächtig ben, Daß fernerhin dein segen Auf allen unsern wegen Erfreulich um und bey uns sey. 12. Gib wieder, was zusammen Wir in den heissen flammen So schleunig eingebüßt. Erfülle dis begehren, Wenn solches deinen ehren Und unsrer wolfahrt dien. lich ist. 13. Erbaue, was zerstöhret, Und was die glut verhehret; Erseke diesen brand: So wollen wir von neuen uns deiner gute freuen: So freuet sich das ganze land. Die fluht nicht überschwemmen: Nimm uns in acht, Wehr ihrer macht, Du kannst sie leichtlich 7. Gedenk an deine treue, Die hemmen; Verbirg ist nicht Dein alle morgen neue, Gleich wie die, angesicht, Gedenk an uns in sonu, aufgeht: Du bist ia unser gnaden. Die tiefe draut uns allbater, Erhalter und berahter, bereit Mit einbruch, noht und Wenn gleich ein unglücks- fturm schaden. entsteht. 2. Zwar haben wirViel unrecht 8. Ist groß der fünden schade; hier, Wie waffer, eingesoffen; Drum bey grossem Sturm und Ungewitter. 507 Drum rauscht dein grimm Mit 6. Ach GOtt! sich an die noht, ungestüm, Und angst hat uns be- Das elend und den tod, Den wir troffen; Der fünden hauf Erhebt vor augen sehen, Laß dirs zu her den lauf Des stroms, der schnellenzen gehen; Ach GOtt! wir müf wogen: Allein verzeih Aus vafen sterben, Ach hilf, eh wir ver: ter- treu, Die sich uns nie ent- derben. zogen. 3. Sen unser hort Nach deinem wort Um JEfu Chrifti willen; Wenn der uns ist nicht selbst beschüßt, wird nichts die wel len stillen. Du mußt allein Die schuß wehr seyn Um unser gut 7. Du liesseft, GOttes lamm An deinem creuges stamm Das blut mit strömen fliessen, Ach! laß uns deß geniessen, Ach JEsu! wir verderben. Ach! laß uns selig sterben. 8. Ach! guter geist, wir flehn, und leben; Wir wollen dir, Laß uns bald rettung sehn, und HErr! dafür Dank, preis und sende sie behende; Sonst gib ein ehre geben. felig ende, Daß, wo wir ja verderben. Wir dennoch selig ster: bent. Bey groffem Sturm und Ungewitter. Bey beftigen Donner- Ge wittern. Mel. Auf meinen lieben GOtt: c. 2. Ach GÖtt! das wilde meer Rauſcht schrecken- voll daher, Will 785. Es freigt ein wetter alles überschwemmen; Wer will die fluhten hemmen, Wer will das für bestehen? Ach! alles muß vergehen. auf: Mein zu Gott hinauf, Fall ihm, durch wahre busse und ren, in eil zu fusse, Daß jego meine sünden Durch Christi tod verschwinden. 2. HErr! der du gnädig bist, Jch habe JEsum Chrift In meinen glaubens- armen, und flehe um erbarmen; Ach! schohn um dessen willen. Er kann den eifer stillen. Mel. Auf meinen lieben GOtt. 784. Die groß: Ach Gött! wir fliehen blos zu dir und deiner gute, Daß sie uns jezt behüte; Weil alles sich ergieffet Und schrecklich auf uns fliesset. 3. Es raubt die wilde fluht Uns güter, muht und blut: Dein grimm läßt ströme fliessen, Die sich wie berg' ergieffen, Daß lånder, städt und flecken Voll angst dafür er schrecken. 4. Vergib uns unsre schuld, Und hab, o HErr! geduld, Laß Chrifti blut verfühnen; Was wir mit recht verdienen; Befreye deine schaafe Von der verdienten strafe. 5. HErr! deines jorns gewalt Verdirbt uns allzubald: Ach, laß, um JEfu willen, Sich sturm und wellen stillen; Man hört die luhten schallen: Ach! laß das was fer fallen. 3. Gib mir, durch Christi blut, HErr! einen frohen muht, Der sich nicht knechtisch scheue, Dich liebe, deiner treue In allem kind: lich traue, Auf deine hülfe baue. 4. Ich will mit dem, was mein, In dir gelassen seyn; Dein flügel wird und decken, Verjage nur das schrecken; Umfaß uns, HErr! in gnaden, Laß uns den bliß nicht schaden. 5. Wolan, verlaß uns nicht, Bleib 508 Bleib unsre zuversicht, Daß deine vater- liebe Sich jetzt auch an uns übe. Wir wollen, weil wir leben, Dir preis und ehre geben. In gemeiner Noht und zwar Mel. Erbarm dich mein o HErre. 786.21h Gott wie schreck lich ist dein grimm, Wenn du stark auf den wolken gehst, und deine schwere donner stimmMit starkem krachen von dir stößt. Wir arme bidde menschen kind Erkennen deine grosse macht: Drum wir in furcht und schrecken sind, Weils von dem himmel blißt und kracht. 2. Die erde, die sich sonst nicht regt, Erschüttert sich jezt fürchterlich: Wenn du nur schnaubest, wird bewegt Der berge grund, und fürchtet dich. Dein arm ist stark, dein' hand ist schwer, Wenn du im zorn sie hebest auf, Und wirfft die strahlen hin und her; Mit zittern treten wir zu hauf. 7. Bedecke du mit deiner hand Leib, leben, haus, vieh, gut und haab. Bewahr die früchte auf dem land, Und was uns sonst dein se, gen gab: Für schloossen, hagel, wasserfluht, Für feur und an derm wetter- schad Halt uns, e GOtt in deiner hut; So rühmen wir denn deine gnad. 8. Du bist allein der HErr und GOtt, Dem donner, bliz, luft, feuer, wind, Dem alles stehet 3. Wir hätten wol verdient, ou gebot, und seinen willen thut GOtt! Weil unsre fünden schwer und viel, Daß du uns schlügst mit grimm zu todt, Weil niemand fast gehorchen will; Doch weil wir deine kinder seynd, Dein volk und schaafe deiner weid, Das volk, das seine schuld beweint; So hoffen wir barmherzigkeit. geschwind. Ach HErr! wo ist dir iemand gleich Im himmel und in aller welt? Wer hat ein solch ge waltig reich, Dem alles firacks zu fusse fällt? +. Wir wissen nichts, und nirgend hin, Durchlaufen wir gleich alle welt, Wohin wir sicher mdg ten fliehn: All dein geschöpf zur rach sich stellt. Wir wissen nichts als deine guad, Die alle morgen neu aufgeht, Die groß ist und kein ende hat, Die iedermann stets of fen steht. merthal. Durch Christum deinen Bir ſchreien aus dem jam liebsten sohn, Hinauf zu dir im himmels faal; um seinet willen ? unser schohn. Ovater der barm herzigkeit! Straf uns ia nicht, wie wir verschuldt: Uns ist die funde herzlich leid, Kehr dich zu uns mit gnad und huld. 6. Entzünde nicht durch deinen blik, Was du an nahrung haft be schehrt: Für donnerschlagen uns beschüß: Halt unsern leib doch unversehrt. Sen du bey uns in dieser noht, All hoffnung ist zu dir gericht. Behüt für bösem schnel. len tod. Versag uns deine hülfe nicht. 9. Sprich nur ein wort, so weis chet bald Des schweren wetters grausamkeit: Dein wort durch dringet mit gewalt, Drum uns zu retten sen bereit. Ach komm, ach komm jezt, und beweis, Daß du der rechte helfer senst. So fins gen wir dir lob und preis, Sammt Chrifto und dem heilgen geift. Mel. Wer nur den lieben GOtt x. und Herr der ganzen welt! Hilf, 787.50tt, herrſcher über alle dinge, Du daß ich jezt mit andacht singe, Gib, daß mein seufzen dir gefällt; Ja, bey groffem Sturm und Ungewitter. 509 Ja, laß den sehr betrübten ton Vor deinen hohen gnaden- thron. 2. Grausam ist des windes wü ten, Der so schrecklich tobt und 2. Die wolken ziehen sich zu reißt; Du allein kannst ihm verbiesammen, Der himmel sieht erzür- ten. Wie du deine nacht erweist, net aus; Er speyet blik und feuer: Als der bangen jünger schaar Mit flammen Auf unsern ort, auf dir in dem schiffe war; So laß unser haus. Der donner knallet auch aniezt den deinen Deine in der höh, Die menschen sind voll gnaden macht erscheinen ach und weh! 3. Zwar du haft den wind er3. Ihr fünden dieses jorn schaffen, llebst durch ihn dein gerichte, Dis wetter habet ihr erschrecken aus, Läßt ihn bdse kinder regt: Wenn GOtt die ganze welt strafen, Stürzeft durch ihn hof zunichte Durch seine donnerkeile und haus. Und wie grob vergreischlägt, Wenn uns sein strahl zur fen wir uns, liebreicher GOtt! an asche macht; Wird alle schuld auf dir; HErr! du könntest solch veseuch gebracht. brechen Wol mit schrecken an unr rächen. 4. Doch, vater! höre bey den bligen Doch deiner Finder kläglich schreyn: Du wollest stadt und land beschützen, und uns im zorne gnädig seyn. Streck aus den arm, der uns bedeckt, Bertreib das wet ter, das uns schreckt. s. Allein der donner deines wortes Zerknirsch uns den befleck ten geift, Damit ein ieder seines ortes Dich, GOtt! durch from: mes leben preist. Rühr unsre her: en allemahl Durch einen buß- und glaubens- fitrahl. 6. Erscheinst du aber in dem wet: ter, DJEsu, richter aller welt! So sey mein bruder und erretter Damit das urtheil gnädig fällt, Das uns den himmel zuerkennt, und keine glut, die ewig brennt. 4. Doch du pflegst an uns zu denken, Und das her;, in zorn und wuht, Doch voll huld auf uns zu lenken. Ach wir flehn durch Christi blut: HErr! ach reiß uns dieses mahl Aus der angst und bangen quabl: Laß uns eilend hülfe finden, Schenk uns gnädig straf und fünden. 5. Drau dem wind, daß er sich lege, Gib uns wieder stille ruh; Hilf, daß sich kein sturm mehr rege, Denn wir sagen beßrung zu. HErr! wir wollen jederzeit Deines namens herrlichkeit Jezo hier, und einst dort oben, Unaufhörlich dafür loben. Dank- Lied nach überstant: nem Lingewitter. Mel. JEfu meines Lebens: c. Ott, vor desfen Bey heftigen Sturm, Winden. Mel. Kommt laßt euch den 2c. 1789. G 788., ach hilf und vergehen in der noht. Ach wir müssen kläglich sterben, Wenn du nicht aus noht und tod Unser armes leben führst, und des windes sturm regierst. HErr! wir fliehn zu deinen armen HErr! wir suchen dein erbarmen. Erd und himmel fich bewegt! Wenn mein herz die groffen werke Deiner allmacht überlegt; So bekenn ich dir, mein könig! Mein verstand ist viel zu wenig, Deine wege bleiben mir unbegreiflich für und für. 2. Geb ich auf des himmels kraf: 510 In gemeiner Noht und zwar träfte und auf erd und wasser, Nicht gnug rühmet, lobt und acht, wie ein jedes sein geschäfte, preift. Und, wozu du es gemacht, Gleich auf dein geheiß vollbringe; Find ich ja in jedem dinge Wunder, der ren hohen preis Ich nicht auszu sprechen weiß. 3. Du, HErr! bringst des windes brausen Aus verborgnen orten her: Und sein ungestümes fausen Hören wir nicht ohnges fehr. Wenn die wolken sich ergiessen, und die strahlen heftig schiessen, Wenn der donner blitt und kracht: Zeigst du deines eifers macht. 8. Ach daß ich doch, wie ich sollte, Lebte dir, mein GOtt! allein, Nichts als deinen willen wollte, Dir gehorsam mögte seyn; Und von elementen, sternen, Mond und sonne mögte lernen! Denn die sind zu jederzeit Dir zu dienen höchst bereit. 7. Wer ist, der die liebes tha: ten Deiner hand nicht rühmen muß? Wenn du allem wol gerahten, und von deinem überfluß Uns die fülle läsfest nehmen, Muß ich mich ia billig schämen, Daß dich Gott! mein tråger geift, für die Früchte des feldes. Um fruchtbares Gewitter. Mel. Wenn wir in höchsten z. 4. Doch vergißt du deine liebe Gegen deine kinder nicht. Sind 790.vater! deine ſon: ne Auf die wolken schwarz und trübe; bdp und fromme, freund und Ihnen scheint dein guaden- licht. Mitten in dem sturm und wetter Bist du selbst ihr schuß und retter: Schoneft ihrer biddig keit, Wenn ihr herz in ångsten schreit. feind: Es wird die ganze welt er: leucht't, Mit thau und regen auch befeucht't. 5. Wenn du( prichst, so muß sich stillen Regen, donner, sturm und wind, Als die alle deinen willen Auszurichten fertig sind. Sommer, winter, frost und hike Ordnest du so, wie es nütze Zu der erden fruchtbarkeit, Alles zu bestimmter zeit. 6. Denn dich jammert deiner kinder: Ob es dir schon wol be: kannt, Daß sie böse sind und sünder; Hdret deine milde hand Doch nicht auf, das land zu segnen, Denn du läßt nicht immer regnen: Es muß auch der sonnenschein, Nach dem regen, fruchtbar seyn. 24 Du machest berg und auen naß, Und läßt drauf wachsen laub und gras; Daß sich die thiere mannigfalt Jm felde nähren und im wald. 3. Uns menschen giebst du brot und wein, Daß unser Herz kann frölich seyn: Du machst, daß es die erde bringt, und uns die arbeit wol gelingt. 4. Wir bitten deine gnad und güt, Daß deine wolthat uns behüt. Die frucht der erden uns bewahr, Und gib uns ein gesegnet jahr. 5. Ein fruchtbar wetter uns bes schehr, Frost, hagel, miswachs von uns kehr. Wind, regen, thau und sonnenschein Muß deinem wort gehorsam seyn. 6. Die maus und schnecken, deine ruht, Und was den früchten schaden thut, Solch ungeziefer von uns treib, Daß dein geschenk uns völlig bleib. 7. Und wenn sich fünde ben uns findt; Denk, daß wir deine kinder find a für die Früchte des Feldes. sind: Thu auf, HErr! deine mils de hand, Dein fußstapf fegne un fer land. * Um Sonnenschein. 8. Den himmel mach von wolken rein, Auf daß die sonn beståns dig schein, und bald erwärme und aufricht, Was sonst verdirbt, und wird zunicht.* * Um Regen. 8. O GOtt! erhöre unfre bitt, Und theil uns milden regen mit, Daß wir geniessen deine gab', Und auch das vieh sein futter hab.* 9. Wenn deine gnad das jahr denn crónt, Sind wir mit deinem gut belehnt: Thu aber dieses noch dazu, Und gib gesundheit, fried und ruh. IC. Ben dir steht alles, HErr! bar seyn, Und deines grossen na mens ehr Dafür ausbreiten mehr und mehr. Um Regen bey groffer Dürre. 511 nimm HErr! unser ängstliches ge. schren. Wir flehen: lege deinen grimm, Und mach uns von den plá. gen frey; Ach HErr! wir kehren uns zu dir, Wir ehren dich als un. fern GOtt, Und flehn voll herz licher begier: HErr! hse und hilf uns aus der noht. 791.Sh Mel. Erbarm dich mein o HErre. chließ auf, schließ, HErr den himmel auf, Den deine hand bisher verschließt; Eröffne doch der wolken lauf, Damit ein milder regen fließt. Zwar wir verschliessen oft vor dir und unserm nächsten im merhin, treuer GOtt! die herzens- thur, Ja benstand, hülfe, muht und sinn. 2. Doch haft du dem ein offnes herz und öffnen himmel zugesagt, Der mit viel reu und seelenschmerz Dir seine noht und fünden klagt; Der auch die ursach aller noht, Die fünde selbst, mit cifer flieht, Die ihm zorn, unglück, strafe, tod, und deinen fluch zu fammen sieht. 3. Wir schreien in der noht: ver4. Ach hilf uns bald von deinem thron, Gedenke nicht der sünden schuld; Verschohn uns, HErr! durch deinen sohn, Und zeig uns wieder gnad und huld. Leit du uns selbst auf rechter bahn Durch deines geistes kraft und licht; Sieh auch das land in gnaden an, Verfag uns doch den regen nicht Mel. O GOtt du frommer 2c. Err, allerhöchster mel, meer und erden, Dem wolten, luft und wind Allzeit gehorsam werden, Wenn dein allmächtig wort Sie heißt zu dienste stehn: Laß unser seufzen doch it in er: füllung gehn. 2. Ach überschütt uns doch, HErr! mit deinem segen; Erfreu uns gnädiglich Mit einem milden regen: Damit das arme land, Das dürr und elend liegt, Sich wiederum erquickt, Und lebens- fäfte kriegt. 3. Ach schau erbarmend an, Wie vieh und menschen schmachten, und nach dem himmels- thau Mit offnem munde trachten. Soll denn dein segen stets Bey uns vorüber ziehn? Dein gnadenschatz von uns, Als von verfluchten, fliehn? 4. Ach freilich, ach: wir sind Ja als verfluchte fünder. Als ein abtrünnig volk, Als ungerahtne finder, Nicht solcher wolthat wehrt; Und unser undank macht, Daß billig feld und wald mensch und vieh verschmacht. Und 5. Wir 512 In gemeiner Noht und zwar <. Wir brauchen, leider! zwar kräften, Entzeuch den sinn vom Den überfluß, die fülle, So du irdischen geschäften; Damit mein bisher geschenkt, Nicht so, wie es lied, das dir die andacht bringt dein wille, Zu unserm unterhalt: Dir wol gefällt, und durch die Drum trifft uns ist mit recht, wolken dringt. Was wir, o GOtt! verdient: Wir sind ein bss geschlecht. 6. Wir haben oftermahls, Was du uns gabst, verschwendet, Auf wolluft, üppigkeit Dein reiches gut verwendet: Drum stellet sich mit recht Der mangel bey uns ein, 2. Erhebe selbst die flügel mei ter sinnen; So preis ich dich, der von des himmels zinnen Num unser flehn und seufzen angehört: Dein name fey, o vater! höchs geehrt. 3. Du höreft stets des armem Und dieser soll nunmehr Des misvolkes flehen, Willt sein geschre brauchs strafe seyn. 7. Doch, HErr! du haft uns schon Durch Christi blut und schmerzen So manche schuld ge! hilfest du uns schon. schenkt: Drum flehen wir von herzen: Vergib auch diese schuld, Und öffne deine hand, und mach uns deine treu und gütigkeit be kannt. 8. Befeuchte doch das land, Und trănk die matten felder. Gieß deinen segens thau Auf wiesen, gärten, wälder; Daß, was bisher gedürft, nun wiederum aufs neu Aus deinem himmels- schak Be negt, getränket jey. und seufzen nicht verschmähen Wir haben kaum vor deinem guaden- thron Die noht geklagt, Dank Lied für den Regen. Mel. Mein herz und feel zc. 4. Du siehest auf das lächzende gefilde, Und wässerst es reich gnädiglich und milde: Du giebs befehl, daß sich die wolken fluht Ergiessen muß, so wie sie iese thut. <. Ein regen- firom, getrieben von dem winde, Ergieffet sich un negt die dürren gründe. Und unser feld, das zu verschmachten schien Steht jest, GOtt lob! ganz fruchtbar, frisch und grün. 9. Ja, vater! nimm uns doch 6. Wo ist doch wol ein GOtt di Nun wiederum zu gnaden; Laß zu vergleichen? Wer gieber uns unsre fünden uns Hinkünftig so gnaden- volle zeichen, Wie du nicht mehr schaden: Wir sind auf deinen dienst und deinen ruhm bedacht; Erfreue, was bisher Dein sorn betrübt gemacht. o GOtt! dir muß der sonnen. schein, Wind, regen, blik fiets zu gebote feyn. 10. Ergieß zugleich dein wort, Als deinen gnaden- regen, In un7. Nun, groffer HErr wir danken deinem namen: Wir danken ihm, daß er gras, frucht fer mattes her: Mit tausendfa- und saamen Zur rechten zeit chem segen. Gib dein gedenen, durch regen, thau erquickt, und HErr! Zum pflanzen und beguß, wieder drauf ein warmes wetter Damit die glaubens frucht Im schickt. regen wachsen muß. 8. Auch bitten wir: laß deinen gnadensegen Sich ferner noch um unsre felder legen, Daß man mit dank in ruh, und ungekränkt Geniessen kann, was uns dein segen 793. Bereit, Gott! mein schenkt. nebst allen um für die Früchte des Feldes. 513 3. Das machet unsre missethat Und höchs verkehrtes leben, Das deinen zorn entzündet hat, Das wir in nöhten schweben. Wir füns Err der schönen erkennen nun: Weil 794. Himmels Lichter: wir nicht wollen busſe thun, Muf Klare deinen Himmel auf; Sen iezt der himmel weinen. nicht ein zu scharfer richter Weber unsern fünden- lauf: Laß die wol ken einst vergehen, und die sonne wieder sehen. 4. Doch denk an deine gnad und treu, Und laß uns hülfe se: hen. Mach deine gnade bey uns neu, um die wir kindlich flehen. Wie hält sich deine freundlichkeit So hart ben dieser schweren zeit? Du bist ia unser vater. Um Sonnenschein bey anhaltendem Regen. Mel. 3. Mein GOtt ich bin jest, 2. Zwar das licht müßt uns nicht scheinen, Weil wir finsterniß geliebt; Sollte nicht der himmel weinen Ueber die, die GOtt be: 5. Gib uns, o HErr GOtt trübt? Sollt er die mit licht erzebaoth! Das licht der heitern freuen, Die den HErrn des lich sonne, Und überschütt uns nach tes scheuen? der noht Mit freude, luft und 3. Doch er läßt die sonn aufgewonne; Entdeck uns jest, nach hen Beides über bss und gut; deiner treu, Daß ausser dir kein Sonnen klar daraus zu sehen, segen sey Jm bimmel und auf Wie er als ein vater thut, Der oft erden. mit dem bösen Finde Langmuht trägt bey deffen fünde. Danksagung nach wieder ers langtem Sonnenschein. 4. Frommer vater! laß uns blicken Deine vater lieb und treu; das land die sonn' er: Mel. Nun danket alle GOtt tc. quicken, Deine guade werd uns 796, M bist gerecht, und neu; zu won ne Leucht uns selbst, o gnadens sonne! bleibst doch lauter liebe: Stehts mit uns armen gleich Oft kümmerlich und trübe; Scheints gleich, als dachtest du, Bey überhäufter schuld, Nicht mehr an deine treu und väterliche huld. 2. Wir alle reizen dich Mit überhäuften sünden; Und gleichwol läsfest du uns huld und gnade finden: Wenn du den arm auch schon zu strafen ausgestreckt, und der gedrohte schlag Das sündenher: erschreckt 3. HErr! dein erbarmen kann Kein menschen sinn erreichen, Weil's unermeßlich ist: Wenn berg und hügel weichen, Wenn erde, sonn und mond Aus ihrem laufe gehu; Bleibt deine wahrheit doch Stets unbeweglich stehn KE 4. Wir Mel. Wo GOtt der HErr nicht. 795. Gott, du kannst den Himmel ganz Mit schwarzen wolken decken; Du kannst den heitern sonnen- glanz Auch wieder bald erwecken; Halt doch mit vielem regen ein, und gib uns wieder sonnenschein, Daß unser land sich freue. 2. Die felder trauren weit und breit, Die früchte leiden schaden; Weil sie von vieler feuchtigkeit Und nässe ganz beladen. Dein se gen, den du uns gezeigt, Der sich betrübt zur erde neigt, will leider! ganz verderben.re disissez 514, In gemeiner Noht und zwar 4. Wir haben, die ¡ um preis, auf der erden: Drum kann das felt Nun dis von jahe zu fahren, Mein Mit nuk bestellt und angebauer GOtt! ohn unterlaß, lind jego werden. noch erfahren, Da du die eifers fluht, Nach fündlichem verdienst. In stetem regen- guß Auf uns zu schütten schienft. <. Die fonue mußt ihr licht Viel tage lang verstecken: Wind, 3. Jedoch hat deine gnaden ungewitter, sturm Erfüllten uns! hand Den fluch gemildert un mit schrecken; Weil man nur duns gewandt: Du läßt uns gnädig wif Felheit und finfire nebel fah: Und sen. Daß reiche frucht, So mat unfres landes saat War dem vers derben nah. gesucht, Die arbeit soll verfüssen. 6. Es schien, als hättest du Den bund zurück gezogen, Den du mit Noah machtst; Als du den gnaden bogen, Nach der verderbungs- suht, In diese luft gestellt, Und schwurst: tein regen: guß Verderbe mehr die welt. 3 2. Der ersten eltern fünden- fal Hat auf die welt zwar überall Eu schweres ioch geleget; Es koftc schweiß, Weil ohne fleiß Der ace dornen tråget. 4. Drum ftreut die hoffnung saamen aus; Doch, segneft d nicht feld und haus, So ist di mäh vergebens: nur deine kraf und gute schafft Uns unterhal des lebens. s. Laß unsre saat nun glücklic seyn: Gib regen, wind und som 7. Doch aber, was dein mund nenschein, Daß wachsthum un Uns fündern treu versprochen, gedeyen Uns spat und früh, Nac Das bleibt an deinem theil Wolforg und müh. Einst wiederun fest und ungebrochen. Dein name erfreuen. heiffet treu, Wahrhaft, unwandelbar, Und so ist auch dein ruhm; Dein wort bleibt ewig wahr. 8. Nun, HErr! auf deinen wink Berrichten alle kräfte, Auch regen, fonne, wind Und himmel, ihr geschäfte. Wir preifen deine huld, Die sich jest unser flehn Bey unsrer kümmerniß Zu herzen läffet gehn. 9. Ja, HErr! wir preisen dich, Wir loben deine gute. Versorg uns fernerhin Mit gnädigstem gemühte; Gib uns zu rechter zeit Thau, regen, sonnenschein: Wir wollen dir dafür Von Herzen dankbar seyit. 6. Bewahre sie das ganze jah So wol für feindlicher gefahr, All schädlichem gewitter; Sonst feh das brot Und macht die nol uns alle freude bitter. 7. Nun bey der saat seh ich al hier Zugleich ein triftlich bild ve mir; Denn unter sturm und wir den Erhebt sie sich: So mu auch ich Durch creu; den himme finden. 8. Gleichwie das körnlein er verdirbt, und in der erde gleid sam stirbt, um neue frucht bringen: So werd, o Gott! Je durch den tod Ins besfre lebe dringen. 9. Auf diesen feligen gewin Freut sich bereits mein her; um len Die thranen- saat, Nach de sinn; Wenn ich ben trüben få nem raht, Hier öfters muß b Jur Saat: Zeit. Mel. In dich hab ich gehoffer zc. 797 Liebreicher Gott! bein segens- wort Erzeiget fich noch fort und fort Geschäftig 10. Verleih mir, vater! aue bien für die Früchte des Feldes. hierben, Daß ich vor dir kein unkraut sey; Vielmehr zu deiner ehre Stets grün' und blüh', Auch ie und ie Zur reinen saat gehöre. 7. Und also laß uns künftig les ben, Wie uns dein will im worte lehrt, Daß wir dir dank und ehre geben, und sich dein segen täglich mehrt: Führ uns auch endlich Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. insgemein In deine himmels. Vor der Ernte. 798.Dott! dein milder segen es fieht scheuren ein. Bey der Ernte. In unsern feldern jezo schôn; Wir follten billig allerwegen Die wolthat Du Mel. Nun danket alle GOtt. rohlocket iung und lockeſt dadurch jedermann Zur buß 799. Fol alt, Ihr reiche mit und frommen leben an. den armen! Da GOtt den unters halt von neuen aus erbarmen Für euch nun auf ein jahr So mildiglich beschehrt. Was euer wünschen war, Ift våterlich er hört. 2. Es hat, GOtt lob und dank! Hier fried und ruh gewohnet. Für frieg und untergang Hat uns der HErr verschonet. Kein feuer, keine gluht, Kein schwerer hagel- ftein, Kein hunger, keine fluht Noch seuche brach herein. 3. Die ernte hat der HErr Uns treu und wol bewahret: Wer hätt, wenn GOtt nicht war, Uns sonst die frucht gesparet? Wer gåb uns sonnenschein? Wer regen oder thau? Was würds ohn ihn wol fevn Mit unserm ackerbau? 4. Umsonst war unsre müh, Umsouft wär saat und pflügen. Wir würden sonsten nie Ein kdrnlein wieder kriegen. Wir mögten früb aufstehn, und bis zur mitternacht nicht wieder schlafen gehn; Es war umsonst gewacht. 2. Allein wer folget deinem triebe? Wo ist die wahre dank barkeit? Man steckt in welt- und fleisches liebe, In fünde, schand und sicherheit; So, daß dein se gens überfluß Uns blos zur wollust dienen muß. 3. Ach wunder! daß du nicht durch strafe uns auch, wie andre volker, schreckst, uns aus dem tiefen fünden schlafe Durch hunger, krieg und pest erweckft; Das machet deine gütigkeit, Die schonet uns bis diese zeit. 4. O GOtt! bekehr uns groffe under, Vergib uns unsre schwere schuld; Erbarme dich der armen linder, und habe doch mit uns geduld. Wirk in uns kräftig durch dein wort, Und treib die luft zur fünde fort. 515 that jederzeit Den misbrauch deis ner gütigkeit. S. Ach! segne ferner deine gaben, Die jekund in dem felde tehn; Laß uns gut ernte wetter haben, und alle noht vorüber gehn. Gib, lieber GOtt! daß je dermann Die früchte völlig ernten fann. 6. Hilf, daß wir sie in ruh verjehren, Und auch den armen in der noht, Voll lieb und treu, davon ernehren; Verhüte doch, o treuer GOtt! Ben deiner wol s. So aber hüt't und wacht Der herrscher in der höhe; Sein vater segen macht, Daß unser wert bestehe. Der hat auch dieses mahl Des såmanns wunsch ges stillt, und reichlich überall Der schnitter hand gefüllt. 26. Des In gemeiner Noht und zwar 516 6. Des segens überfluß Wird nunmehr eingeführet: Daß man gestehen muß, Daß Gott Nach der Ernte. Mel. Von GOtt will ich nicht. der ruhm gebühret, Der uns mit reis 800, Die ernte ist zu ende einge cher hand Erfreuet und erquickt, Und unserm vaterland Ein gutes jahr geschickt. bracht, Woraus GOtt alle stånde Satt, reich und frdlich macht. Der alte GOtt lebt noch, Man kann es deutlich merken An so viel liebes werken; Drum preisen 7. Wir bringen garben ein; Drum soll uns korn und weizen Und garben groß und klein Zum lob' und danke reizen. Wir prei fen unsern GOtt, Der seine kins der liebt, und alle jahr ihr brot Zur zeit der ernte giebt. 8. Gut ist, o HErr! das land, Darein du uns geseket; Groß deine starke hand, Die uns so oft crgezet; Unendlich deine macht, Und ohne ziel dein ruhm: Drum lobt dich tag und nacht Dein volk im heiligthum. 9. Verleih, o frommer GOtt! Uns ferner deine gnade, Daß ia die feuers- noht Nicht unsern huts ten schade: Daß uns nicht angst und leid, Nicht sterben, wasser: fluht, Noch andre fährlichkeit und iammer schaden thut. 10. Gesegne, treuer GOtt Das was wir täglich essen. Gib auch den armen brot, Du kannst sie nicht vergessen; HErr! deine mil de hand Erfreue jedermann, Daß ben uns stadt und land Den segen spühren kann. 11. Laß unser korn zur faat, Ja bis zur ernte, reichen. Gib sel ber raht und that, Und thu an uns ein zeichen; Daß ieder sehen kann, Du seyft, HErr sebaoth! Ben uns ein wundermann, Der rechte treue GOtt. 12. Lob, preis und ehre sen Jest und zu allen seiten Dir, der du eins und drey, Ein GOtt der ewigkeiten! Dir vater, dir GOtt sohn, Und dir GOtt heilger geist! Den man im himmels- thron, Und hier auferden, preift. 12 wir ihn hoch. 2. Wir rühmen sein erbarmen Das uns das feld bestellt, und un verdient uns armen Gethan, was uns gefällt; Das immer noch ge schohnt, Ob wir gleich gottlos le ben; Das fried und ruh gegeben, Daß jeder sicher wohnt. 3. Zwar manchen schönen segen Hat böses thun verderbt, den wir auf guten wegen Sonst noch von ihm ererbt; Doch hat Gott mehr gethan Aus unverdienter gute, Als mund, her; und gemühte Nach würden rühmen kann. 4. Er hat sein Herz geneiget, uns fünder zu erfreun; Und sid uns gnug bezeuget Durch thou und sonnenschein, Wenn wir e nicht geacht't, So hat er sich ver borgen, Und uns durch noht und sorgen Zu dem gebet gebracht. s.O allerliebster vater! D hast viel dank verdient: Du, mil defter berahter! Machst, daß dein segen grünt; Wolan! dich loben wir Für abgewandten schaden, Für tausend andre gnaden. Herr GOtt! wir danken dir. 6. Zum danken kommt das fle hen: Laß uns, o frommer GOtt Für feuer sicher stehen, und auch für andrer noht. Gib friedens volle zeit, Erhalte deine gaben, Daß wir uns damit laben. Regier die obrigkeit. 7. Verleih zu deinem worte Be sonders dein gedeyn, Daß wir an unserm orte Uns deß beständig freun für die Früchte des Feldes. freun; Halt diesen faamen rein, Laß ihn viel früchte bringen, Daß wir in allen dingen Recht fromm und chriftlich seyn. 8. Laß dis uns zu dir lenken, Was du zum unterhalt Des lei: bes wollen schenken: Daß wir dich mannigfalt In deinen gaben fehn, Mit herzen, mund und leben Dir dank und ehre geben. D! laß es doch geschehn. 9. Kommt unser Lebens ende: So nimm du unsern geist In deine vater- hande, Wo er der rub geneußt, Wo ihm kein leid bewußt: So ernten wir mit freuden, Nach ausgestandnem leiden. Die zar: ben voller luft. 2. Ach! wir habens nicht ver. dienet, Daß du uns so heimge: sucht. Ob gleich unfer feld gegrü net, Brachten wir doch keine frucht. Wolltest du nach trauben fragen, Hat man heerlinge getra gen. sorm 3. Bater! der du aus erbar. men Böse kinder doch gespeist. Der du beiden, reich und armen, Dei nes fegens kraft beweist; Sen ge: lobet, fen gepriesen. Daß du so viel guts erwiefent. 517 5. Als das feld nun reif fur ernte, Schlugen wir die sichel an, Da man erst recht kennen lerns te, Was dein groffer arm gethan. Werden bey des segens menge Doch die scheuren fast zu enge. 6. Ach! wer ist, der solche gute Dir genug verdanken kann? Nimm ein dankbares gemühte Für die grosse wohlthat an. Alle felder fol len schallen: Gott macht fatt mit wolgefallen. Bey reicher Ernte. Mel. 3. Mein GOtt ich bin jest zc. 801. tt auf erden, Err in himmel, Herrscher dieser ganzen welt! Laß den mund voll lobes werden; Da mant dir zu fusse fart, Für den reisingen, den ernte segen Dank und opfer darzulegen. 4. Du haft früh- und späten regen Uns zu rechter seit geschickt, Und so hat man allerwegen Auen boller korn erblickt; Berg und thaler tief- und haben Sehen wir IN segen stehen. 7. Gib nun fraft, den milden segen, Den uns deine hand be schehrt, Auch so löblich anzulegen. Daß der fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alter fünden, Kann das gute leicht verschwinden. 8. Schenk uns auch vergnügte herzen, Stolz und geiz laß ferne seyn. Laß den undank nichts ver scherzen, Stren den saamen wieder ein, Daß wir jezt and künftig haben, Auch die dürftigen zu laben. 9. Laß dein wort auch früchte bringen, Daß man täglich ernten kann; So wird man hier jährlich wie du uns so wol ge than. Gib auch, nach den thras nen- faamen, Freuden- ernt' im himmel, amen. Bey sparsamer Ernte dun Mel. Was GOtt thut, das ist e 802.2008 Gott that, das ist wol gethan, So denken GOttes kinder. Sieht GOtt uns gleich nur farglich an, Liebt er uns doch nicht minder. Er zicht das herz Doch himmel wärts, Ob wir gleich oft auf erden Ein ziel des jammers werden. 312. Was GOtt thut, das ist wol gethan: Im geben und im nehs men Sind wir bey ihm stets wol daran, Wenn wir uns nur bequemen. Die linke schmerzt, Die berzt, und beide hände KF 3 müssen mal rechte 518 Creuz und müssen wir doch in demuht küs fen. 3. Was GOtt thut, das ist wol gethan. Er weist uns oft den ses gen, und eh er noch gedeyen kann, Muß sich die hoffnung legen; Weil er allein Der schat will seyn, So macht er andre güter Durch den verlust nur bitter. 6. Was GOtt thut, das ist wol 4. Was GOtt thut, das ist wol gethan; So wollen wir fiets gethan; Man laß ihm seinen wil schliessen. Ist gleich ben uns kein len. Es läßt sich oft zum hunger Canaan, Bo milch und honig an, Den er doch weiß zu stillen, Ob fliessen; Doch ists genung Zur fåt gleich das feld nicht ernte hält; tigung, Wenn GOtt nur spar Man kann auch bey den brocken sam segnet, Obs gleich nicht man Vergnügt fenn, und frolocken. i na regnet. sig III. Creuz- und Trost- Lieder, 1. In allerley Trübsalen überhaupt. Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. feelens luft was Esftlichs hieß? 103. Verderbte welt! wie Denn wenn der leib aus angst ers bittre gaben Schenkst du nicht unserm becher ein? Bald scheint ein kleines wol zu laben, Bald quàlet groffe höllen- pein. Wie mancher dorn vers letzt und sticht, wenn man nur eis ne rofe bricht! stickt, Wird doch der geift in GOtt erquickt. 2. Bald streiten geist und fleisch zusammen, Sald fliegt ein pfeil des bösewichts: Bald stehet haus und stadt in flammen, Bald tråget feld und acker nichts: Bald mangelt kleid, bald speis und trank, Bald seufzt ein Lazarus, der Frank. Trost- Lieder s. Was GOtt thut, das ist wol gethan, Das feld mag traurig stehen; Wir gehn getroft in seiner bahn, und wollen ihn erhöhen. Sein wort ist brot, So hats nicht noht; Die welt müßt eh verder ben, Als wir durch hunger ster ben. 3. Doch frommen sind es vater: schläge, Womit sie GOttes liebe rührt. Wer weiß, wie manchen GOttes wege Durch trübsal in fein reich geführt? Denn auf der breiten wolluft- bahn Geht keine feele himmel- an. 4. Wenn uns die welt nicht bit: ter schmeckte, Würd uns der himmel nimmer füß: Wer ist, wenn leibes- noht nicht schreckte, Der s. 3ur trübsal führt derruf der gnaden, Der uns zu Chrifti glie dern macht: Wie schwer war der nicht selbst beladen, Wie hart ver folgt, wie sehr veracht? Trägt nun dein haupt so williglich, So nimm auch Chrifti creuz auf dich. 6. Er ward beleidigt ohn ver gelten, Gegeisfelt ohne widers stand, Gescholten ohne widers schelten, Ohn widerspruch ans creu; verbannt; So trage doch was du verschuldt, Die last der trübsal mit geduld. 7. Der hirt und bischof unsrer feelen, Der mehr erlitt als ich und du, Führt uns aus dieser kummer- höhlen Bald jener hims mels- weide zu; Da soll das labſal ohne pein, Das lachen ohne wei nen seyn. 8. Dis muß dein leiden über wiegen: Gott giebt nach kurzer jammer- zeit Das allerfeligste vers gnigen in allerley Crübfalen überhaupt. 519 gnügen Der freuden- vollen ewig- Wenn dich in trübsal niemand feit. Verschmachte leib! ftirb, Fennt; GOtt dich bey deinem nafink ins grab! GOtt wischt dort men nennt. Den er selbst anges alle thrånen ab. schrieben. 804. De Mel. Wo GOtt der HErr nicht 2c. er arme Lazarus der lag Veracht und voll geschwüre, Bat um die brosamen mit klag Vors reichen mannes thüre: Und niemand kam und gab sie ihm, Man fuhr ihn an voll ungeftum Mit hart- und rauhen worten. 2. So gehts der rechten kirch auf erd Mit ihren lieben kins Dern: Sie ist verachtet, arm, be ſchwert, Ihr creuz will niemand lindern. Sie lieget vor dem rei chen mann, Sie flagt, sie schreyt, so sehr sie kann; und niemand will sie hören. 3. Sie fleht nur um die brosam lein, Drauf man oft tritt mit füß sen: Damit will sie vergnüget eyn, Und wills zu rühmen wissen. Sie wünscht nur einen kleinen ort, Daß sie mag hören Christi wort: Daran sollt ihr begnügen. 4. Wolan! du armer christen hauf, Laß dein her; nicht gleich wanken: Schrey nur mit Lazaro hinauf zu Gott; bleib in den schranken, Darein er dich gefezet hat; Dien in geduld ihm früh und spat, Laß dir an wenig gnügen. . Du brachteft nichts auf diese welt, Nichts wirst du mit dir nehmen; Drum darfst du dich um schnides geld Auhier auch nicht viel grämen. Wer GOtt hat, der hat was er soll: Und war er sonst gleich armuht- voll, Kann ihm doch kein gut mangeln. 6. GOtt denkt an dich in allem schmerz, Wer will den troft ermessen? Er faßt dich in sein vater- herz, Kan deiner nie vergessen. 7. Es ist noch mancher from mer mann, Dem Gott sein herz kann rühren, Daß er dir hilft, so viel er kann: Du kannst es oft wol spüren. Ja könnt ein mensch auch wie ein stein So hart, und wol noch härter seyn, Daß ihn nichts jammern wollte: 8. So kann doch GOtt, der alles kann, Auch wol die hund' erwecken, und zur erbarmung führen an, Daß sie die schwären lecken. Die raben kann er gleicher weif Ers muntern, dir zu bringen speis, Wenn du das elend baueft. 9. Und schärft ein feind auch mit gewaltDiezähn in seinem rachen: Sokannsie GOttes macht garbald Stumpf und zunichte machen; Daß er von seinem grimm absteht, mit fanftmuht dir entgegen geht, Dich liebet und befördert. 10. Er fendet stets die engel aus, Das unglück abzutreiben: Und räumt die seele einßt ihr haus, kann sie nicht länger bleiben; So tragen sie aus aller noht Die ens gel also fort zu Gott, Der sie mit troft erquicket. 11. Groß ist das elend, das uns kränkt In diesem ganzen leben: Wer aber an die freude denkt, Die GOtt uns dort wird geben; Trägt alles cren; ganz ohn verdruß, Wenn er auch gleich viel leiden muß Um Chrifti namens willen. 12. Da wird dich GOtt in seinem schooß In ruh und freude segen, Macht dich von allem unglück los; Nichts kann dich da ver. legen. Da ist und bleibet Gott dein freund, Dadrückt und quàlet dich kein feind, Der dich anjezt verfolget. * 12. O JEfu Chrifte! hilf du RF 4 mit 520 Treuz- und Trost- Lieder al mir mein elend überwinden: innen raht zu finden: Der troft Erinnre mich selbst für und für, Was ich dort werde finden: Und daß auf erden alles leid Nicht wehrt sey deiner herrlichkeit, Die du mir dort wirft geben. des höchsten ist der best, und blei bet fest. Was zeitlich, muß ver schwinden. Das ewge gut Macht rechten muht, Dabey ich bleib, Wag' gut und leib: GOtt helf mir überwinden. mel. JEsu deine heilge wunden. 3. Allein zu dir mein hoffnung 805.h wie ist mein her; if, HErr JEfu Chrift! Ach siche suschlagen! Stürmt doch alles auf mich zu. Tausend sorgen, tausend plagen Lassen tag und nacht nicht ruh; GOtt, ach! wohin wend ich mich? Noht ist inn und auferlich; Welt und sünde, höll und teufel Stürzen mich in angst und zweifel. mir zur seiten! Sieh auf mein unglück, noht und pein, Als wär es dein, Wenns wider mich will ftreiten. Ich bitte dich, Erlöse mich, HErr! wie du willt; Du biſt mein schild, Und wirft mich wol begleiten. 2.Will ich mich gen himmel kehren, Schrey ich, liebster GOtt! zu dir; Ach! ſo ſcheinst du nicht zu hdren, und so wars ia aus mit mir. Aber nein! ich faffe mich: Führt mich GOtt gleich wunderlich; Endlich widerfährt mir armen Dennoch raht, trost und erbar men. 3. Ja, mein GOtt! dich laß ich walten, War des elends noch so viel. Du wirst mich, dein kind, erhalten, Du setzst aller noht ein siel. Wenn du mich gleich hart betrübst; Glaub ich doch, daß du mich liebst. Bleib ich nur bey GOtt in gnaden, Kann mir noht und tod nicht schaden. Mel. HErr ich bekenn vom zc. 806. Mag ich denn nicht von angst und pein Befreyet seyn, Muß ich im un glück schweben: Weiß ich doch, daß mir meine schuld Durch GOttes huld In Christo ganz vergeben. GOtt ist nicht weit; Nur kurze seit Tritt er was fern, Und rettet gern, Die feinem wort nachleben. 2. Der menschen hülf in meis ner sach Ist viel zu schwach, Dar. Mel. JEfu deine heilge wunden. du mein verges 807. Mein Gott! haft fen? Denkest du nicht mehr an mich? Soll mein herz der jammer fressen? Ach wie lang verbirgst du dich! Ich vergeh aus angsten fast, Weildu mich verlaſſen haft; Ich bin nahe bey der höllen, Wer wird mich zufrieden stellen? lassen! Rufest du mir selber zu; 2. Nicht vergessen! nicht ver. Ich soll nur ein herze fassen, Se findt meine seele ruh. Du hast dich nur so gestellt, Willt uns, weil dirs so gefällt, Oft nur auf die probe sehen, und dann wiederum ergeßen. 3. Du willt la in deinem lieben Zärter als die mütter seyn; Ich soll mich nur nicht betrüben, Du schließt mich ins herz hinein, Wel ches voll barmherzigkeit, Das zur hülf und trost bereit: Von erbar mung hingerissen, wird es end. lich brechen müssen. 4. Ja, wenn alle mutter- treue In der welt verloschen wär; Lie best du doch ohne reue, Unter läsfest nimmermehr, uns von her, zen wol zu thun. Wollten wir in dir in allerlev Trübsalen übrhaupt. 521 dir beruhn, Würdest du bey allen, ren, Als einer, der aus diesem licht plagen Uns in deinem schooße tra 3ur finsterniß muß fahren. Ich gent. steh mit einem fuß im grab, Da ich judem sonst niemand hab Der mich elenden tröstet. <. Du willt mit den vater- håns den, Drein du mich gezeichnet hast, Meinen kummer treulich wenden; Diese mindern meine last: Darinn bleibt mein name stehn, Wenn gleich welt und zeit vergehn; Und du wirst nach diesen zeiten Mich dadurch zum himmel leiten. 6. Nun ich traue deinen wors ten, Du bist vater! ich dein kind. 5. Ach HErr, ach HErr! erWenn mir auch der holen pforten barm dich mein, Vergib mir meiNoch so sehr zuwider sind; One sünden. Eil, mich von angst, so glaub ich dennoch fest, Daß von furcht und pein Aus gnaden mich deine hand nicht läßt, Weil zu entbinden. Nach deiner weißdu dich so hoch vermeffen, Meiner beit hülf mir schick, Jm zorn mich nimmer zu vergessen. nicht von hinnen rück, Du allerliebster vater! 7. Du wirst schon dein wort er füllen, Daß kein punct verlohren geht: Und den durft der seele stillen, Die um troft zum himmel fleht. Deine wahrheit stellet mir Lauter ja und amen für; So darf ich mich nicht mehr kränken, Du wirst schon an mich gedenken. 4. Die freunde stehen fern von mir, und scheuen meine plage. Ein ieder denkt: wer fragt nach dir? Mir hilft nichts, daß ich klage. Die trübsal häuft sich mehr und mehr; Des creuzes last drückt mich so sehr, Daß ich fast muß ver. gehen. Mel. Es ist gewißlich an der zc. 808. Mein Gott, ich 7. Doch bitt ich nicht aus fre. chem muht, Ich stells in deinen willen: Was mir an leib und feele fchreye für und gut, Wollst du an mir erfüllen für, Du wollst dich mein erbar: Thu an mir, vater! wie du weißt men! All meine Hoffnung steht zu| Daß mir es dient, vnd allermeist dir, Ach rette bald mich armen, zu deines namens ebre. del fat Der ich mit angst umgeben bin; Ich weiß iegund sonst nirgends hin, Als nur zu dir alleine. 2. Mein' arme feel voll tam mers ist, Der geist in mir ver. schmachtet: Mein her; im leib sich nagt und frißt, Viel sinnet und betrachtet: Und: findt doch weder raft noch ruh, O lieber GOtt! spring du mir zu: Sonst muß ich gar versinken. * 6. Wend dich zu mir, o treuer GOtt! Laß dich mein flehn erweichen: Errette mich aus dieser noht, Und thu an mir ein zeichen, Daß jederman dadurch versteh, Daß kein gerechter untergeh, Der deinem worte tranet. 3 Ich bin geachtet, wo du nicht mich gnädig wirst bewah8. Ich will, HErr! dir und dei ner macht mich ganz und gar ergeben: Aufrettung hoffen tag und nacht, Zum sterben oder leben: Es geh mir, vater! wie du willt, Der tod mir wie das leben gilt; Gib nur, was mir das beste. 9. Weil ich durch deines gei: ftes gab, Wie ich es kann empfinden, Den heiland in dem herzen hab, Muß aller zweifel schwinden: Ich glaube feste, daß mein GOtt Mich wird durch Stf 5 leben 522 Creuz und Troft- Lieder leben oder tod Gewaltiglich er-| Wie schwerlich läßt sich lieb' und lösen. leid Bey uns zusammen reimen. 10. Nun was mir GOtt der 6. Was mir noch fehlt, gib selbst höchste hat Hierinnen ausersehen, o GOtt! Erhalte meinen glaus Das wird nach seinem weisen raht ben, Daß mir ihn weder creußes. Bald folgen auf mein flehen. O noht Noch trübfals: winde raus HErr mein GOtt! ich laß dich ben. Erhalte mich, mein fels nicht, Bis mir die gnaden- hülf und bort! Befestge mich in dei geschicht, Drauf ich so sehnlich nem wort, Behüte mich für warte. Ich treuer 809.A Mel. Aus tiefer noht schrey ich zc. GOtt, barmherzig herz Deß güte sich nicht endet: Ich weiß, daß du mir diesen schmerz Und kummer zugesendet: Ich weiß, daß du mir diese last Aus lie: be zugetheilet hafi, Und nicht aus haß und grimme. 2. Denn das ist allzeit dein gebrauch: Wer kind ist, muß auch leiden: Wen du HErr! liebst, den ftaupst du auch, Giebst schmer zen, statt der freuden; Führst uns zur höllen, thuft uns weh, Und führst uns wieder in die höh, Und wechselst luft und thränen. 3. HErr! dis erfuhr dein lieber sohn Ja felber auf der erden: Denn eh er kam zum ehren- thron, Mußt er gecreuzigt werden. Er gieng durch trübsal, angst und noht; Ja durch den herben bit tern tod Drang er zur himmels. murren. 7. Bin ich ja schwach; laß deine treu Mir an die feite treten, Hilf, daß ich unverdrossen sey Zum ru fen, feufzen, beten. So lang ein herz noch hofft und glaubt, Und im gebet beständig bleibt, So lang ists unbezwungen. 8. Daß, JEsu! du mein heiland bist, Zeugst du mit deinem blute, Du weißt, was creuz und trübsal ist; Du weißt, wie dem zu muhte, Den leiden, noht und unglück plagt, und wirst, was angst und wehmuht Flagt, Auch leicht zu herzen faffen. 9. Ich weiß, du wirst in deinem sinn Jezt mitleid mit mir haben; und mich, wie ichs bedürfig bin, Mit gnad und hülfe laben: Ach! eil, mir schwachen benzustehn, Laß mich durch dich gewisser gehn, Laß meinen fuß nicht straucheln. 10. Sprich meiner feele kraftig zu, Und träfte mich aufs beste; Denn du bist ja der müden ruh, Der schwachen thurm und feste. Greif mich auch nicht zu heftig an, Daß ich geduldig tragen kann, Was mir dein raht beschieden. 11. Und findet mirs dein rahts schluß gut, Ein wenig hier zu lei den; So laß mich nur in deiner hut, Als wie ein schäslein, weiden, Daß ich im glauben die geduld, und durch geduld, GOtt! deine huld, Nach schwerer pein, ers halte. freude. 4. Hat sich dein sohn, der so ge: recht, So willig drein gegeben; Was will ich armer fünden knecht Dir noch viel widerstreben? Er ist ein spiegel der geduld: Und sehnt man sich nach seiner huld; Muß man ihm ähnlich werden. s. Ach vater! ach! wie schwer lich pflegt Es die vernunft zu glauben, Daß die, so deine rechte schlägt, In deiner gnade bleiben. 12. O beilger geift, du freu Das creuz sezt uns in bangigkeit; den- dl, Das GOtt vom himmel febicket! in allerley Crübfalen überhaupt. 523 ftårt schicket! Erfreue mich, gib meis Sind voll weisheit, gut und ner feel, Was marck und bein erquicker. Laß mich schon hier die freude sehn, Die alle, so durch trübsal gehn, Voll berrlichkeit er: langen. 13. Da wirst du denn in ewger luft Höchst- gnädig mit mir hans deln; Mein creuz, das dir und mir bewußt, In freud und ehre wandeln. Da wird mein weinen guter wein, mein ächen lauter jauchzen seyn, Das glaub ich: hilf mir! amen. 5. Tehr mich deine wege gehen, und in deiner wahrheit stehen: Halt mein herz bey dem allein, Daß ich dich, GOtt! fürchte rein: Dank will ich dir, höchster! sagen, Wenn du mich befreyft von plas gen: Deines namens herrlichkeit Will ich preifen jederzeit. 6. Groß ist deine gut und gabe: Du hast aus dem tiefen gra be Meine seele vorgebracht. nicht stolzer leute macht, dich nicht vor augen haben, Sich an meinem jammer laben; Die Laß Die Mel. Ich will meine stimm zc. 810, HErr! dein obr gottlofen stehen mir Nach der se es für und für. sich neigen, Dir mein wort zu herzen steigen: Stoß mich ja nicht von dir hin, Weil ich arm und elend bin. Hüter über feel und leben, welches ich dir ganz ergeben, Bringe deinen tuecht aus noht, Der auf dich nur hofft, 0 GOtt! 2. Gnade! wenn ich mit ge 8. Laß doch deinen knecht sich bete Ale tage vor dich trete: stärken, Deiner magd sohn rets Meine fünden mir verzeih, Und tung merken: Laß ein gnaden: mich, deinen knecht, erfreu. Dennzeichen fehn, und es mir zu gut zu dir steht mein gemühte, Du bist geschehn; Daß sich meine feinde gut und selbst die gute: Du vergrämen, und darüber müssen schåstösfest keinen nicht, Welcher dich men, Daß du mich in schuß gefaßt, um schuß anspricht. Und so reich geträftet haft. 3. HErr! ich bitte, laß mein schreyen Vor dein treues obr ge deyen: Hdre mir geneiget zu, Wie ich meine bitte thu. Will mich trübfal ganz umringen, und mit angsten auf mich dringen; So geht mein geschren vor dich, Denn ich weiß, du hdreft mich. 4. Niemand kann sich dir ver gleichen, Jede that muß deiner weichen; Aller heiden grosse Deine werke ben, Herr! fich vor dir neigen, 7. Du hingegen haft erbarmeri, HErr mein helfer! mit den ar's men: Du bist gnädig für die schuld, Trägeft lange zeit geduld: Deine gut ist nicht zu zählen, Dei ne wahrheit kann nicht fehlen, Siehe mich nun wieder an, Daß ich gnade spüren kann. Deinem namen ehr erteigen: Du bist groß, und deine werk * 9. Hilf, Gott: daß sich deine ehre Allenthalben herrlich mehre. JEfu Chrift! durch deis nen tod Rette mich aus aller noht. Heilger geist! mich fort regiere, und auf rechtem wege führe, Daß ich jezt und allezeit Dir zu dienen sey bereit. Mel. Ach GOtt vom himmel 2c. 811.Dott! We jemand uhaft gefagt, o treuer muß ertragen Creus, trübsal, unglück, angst und noht; Der folle nicht Creuz und Troft: Lieder 524 nicht verzagen: Du wolleft ihn auf seine bitt, Wenn er im glau den vor dich tritt. Durch starke hand erldsen. 2. Nun bleibt dis wort auch heute wahr Bey denen, die drauf bauen; Und du errettest immers dar, Die dir von herzen trauen. Drum ruf ich dich auch jego an, Da mir sonst niemand helfen kann, Als du, GOtt, meine hülfe! 3. HErr! der du vormahls gnådig haft Aus unglück mich geführet: Dazu verhüt't, daß manche laft Und noht mich nicht berühret: Der vormahls mir aus lauter gnad All meine sünd und missethat Bedecket und vergeben: 4. HErr! der du meine jammer stimm Auch vormahls oft erhdret, und deines zorns gerechten grimmi In gnad und huld verfehret: Er höre mich auch dieses mahl, und fchick vom hohen himmels faal Trost, hülfe und errettung. 5. O groffer GOtt, erbarm dich doch! Es steht in deinen hånden, Du kannst allein das schwere joch Der trübsal von mir wenden: Ich fege nicht zeit maaß noch ziel, Rey dir sind ja der mittel viel; Ach hilf mir, HErr! in gnaden. 6. Erhör, o vater! mein ge schrey, Laß deinen grimm sich stil len; Und, was ich bitte, das verleib Um JEfu Chrifti willen: Daß ich, weil ich noch lebe hier, HErr: deine gute für und für Mit her; und mund erhebe. diese plagen, Die mich alle tage nagen. 2. Ach! ich hab es wol verschuldet: Was ich jezt für straf empfind, und ich noch bisher erduldet, J dagegen noch gelind: Dein ge richt, HErr! ift gerecht leber mich, den bösen knecht, Der ich mich von dir verlaufen, Sünden ausgeübt mit haufen. 3. Was ich hätte sollen haffen, Hab ich leider oft gethan. Gutes hab ich unterlassen Mehr als ich nur wissen kann; Durch gedanken, werk und wort Dich erzürnt an manchem ort, Auch den nächsten nicht geliebet, Sondern ofter: mahls betrübet. 4. Wenn ich nun daran geden. te; Steigt mirs dergestalt zu siun, Daß ich mich von Herzen Franke, Und in höchsten ängsten bin. Mei ner schulden groffe zahl Drückt und kränkt mich überall: Ach! ich fürcht, ich muß vergehen, Weil ich nirgends kann bestehen. s.Dir, HErr! fall ich ist zu fuffe, und begehre gnad und gut: Nimm für meine schuld die busse Auszer: schlagenem gemüht. Vater! schenk mir gnädiglich, Daß ich oft er; ür: net dich; Laß um JEfu Chrifti willen Sich den grimm nun völlig stillen. * 6. GOtt, ach Gott! durch dein erbarmen, Gute, weisheit, lieb' und macht, Hilf mir einfa men und armen: Auf dich wart ich tag und nacht. Ach! eridse mich doch bald Aus der noht, die wollst eilen und nicht länger mannigfalt. HErr! ich bitte, du mehr verweilen. Mel. JEfu deine heilge wunden Ott mein vater! zähl 812. in gunden Meine 7. Solltest du mich fort so las feufzer, die ich thu. Wende von sen, und mir künftig nicht ben mir spott und schaden, Schick mir stehn: Würden die, so dein wort raht und hülfe zu: Denke nicht hassen, Ihren spott nur an mir der misfethat, Die mein fleisch fehn, und mir hönisch rücken für, begangen hat; Sondern sich auf Daß ich zwar fets schrey zu dir: PALION Weil in allerley Trübfalen überhaupt. $ 25 Weil ich aber so gefehlet, Bleib 3. Deuk, o HEre! daß deine ich tag und nacht gequählet. 8. Ich bekenn in reu und schmerzen, Dieses war mein güte Vor der welt her ewig ist: Zeuch dir, vater! zu gemühte, Daß du voll erbarmen bist; Meirechter lohn: Hätt ich dich gener jugend missethat Wollst du fürcht von herzen, War ich frey von solchem hohn. Doch dein raht und weisheit ist So groß, als du selber bist; Laß mir noch dadurch auf erden Alles nütz und heilsam werden: 9. Daß ich deines namens ehre, Deine wunder- güt und treu Immerfort allhier vermehre, und dem nächsten nüßlich sey: Daß auch kund wird jedermann, Wie viel besser der gethan, Der auf deine allmacht bauet, Als der feinem wig vertrauet. * 10. Nun, GOtt! du kannst ret tung senden Zu der angenehmen zeit; All mein elend kannst du wenden, Nebst betrübniß, sorg und leid. Komm, HErr! komm, und eile doch, Nimm mir ab das schweee joch: Gott! ich weiß, du hörst mein flehen: Amen, laß es bald geschehen. 813. Nach d dir, HEr steht mein verlangen, Auf dich hoff ich, HErr mein GOtt! Laß mich keinen schimpf empfangen, Noch den feinden seyn ein sport; Weil du den in schand und hohn, Der dein harrt, nicht läsfest setzen: Schand und schmach ist deren lohn, Die dein wort verächtlich schätzen. 2. HErr! du wollest mich stets führen, und mir zeigen deine bahn; ich durch deinen geist regieren, Daß ich richtig gehen kann. Schreib mir selbst ins beri hinein, Was dein wort befehl und sage: Du bist, der mir hilft allein. Gott! dein wart ich alle tage. iezt nicht mehr gedenken; Sondern mir aus lauter gnad Aller sünden strafe schenkeu. 4. Fromm ist GOtt, und weiset allen, Die voll wahrer reu und buß, Wie man ihn soll wolgefallen, Wie man vor ihm wandeln muß. Die zerbrochnes herzens sind, Tröstet er zu allen zeiten: Wo er geiftlich arme findt, Will er feinen weg sie leiten. 5. GOttes wege sind zu nennen Treu und gut an jedem ort, Denen, die ihn recht er kennen, Thun nach seinem bunt und wort. HErr! vergib durch deine huld, Und um deines namens wegen, Meiner fünden grosse schuld, Die sich häufig ben mir regen. 6. Wer GOtt herzlich fürcht't und liebet, Wandelt auf der rechten bahn; Wer cuf seinen bund acht siebet, Ift am allerbesten dran: Denn in gutem friedenstand Wird der HErr ihn allzeit schüßen, und sein saame wird das land Erblich haben und besitzen. 7. Wer GOtt fürchtet, wird geniessen Reichert troft und wahre ruh; Das geheimniß wird er wis sen, Im erkenntniß nehmen zu. meine augen sind zu dir, HErr! gericht't in allen sachen; Weil du meine füffe mir Aus dem neße frey wirst machen. 8. Wend dich zu mir mit erbarmen, Daß mir enad und hülf erschein: Ach errette bald mich armen, Der ich muß so einsam seyn. Grosse angst und bangigkeit Hab ichiest in meinem herzen. Führe mich aus noht und leid, Mach mich fren von sorg und schmerzen. 9. Schau, was ich für plag em finde ,. Creuz und Troft- Lieder 526 pfinde, Siehe meinen jammer an; Und vergib mir alle fünde, Die ich lebenslang gethan. Aendr auch meiner feinde finn, Die sich auf gewalt verlassen, Denen ich im wege bin, und die mich aus frevel haffen. * 10. HErr GOtt! groß von wunderthaten, Sen mein schuß, und mich bewahr. Laß mich nicht in spott gerahiten, Dir vertrau ich ganz und gar, Schlecht und recht behüte mich, Denn dir hab ich mich ergeben. GOtt! wir hoffen stets auf dich: Hilf uns, hilf, so lang wir leben.. s. Will er nicht mehr gut erwei sen, Daß man ihn drum könne preisen? Seine zusag und sein wort Währen die nicht immer. fort? Jft der HErr zu weit ent seffen? Hat er lieb' und huld ver gessen? Will er nicht barmherzig seyn Nach so vieler straf und pein? 6. Eestlich sprach ich in dem denken: Soll ich mich zu tode krånken? Kann doch Gottes rechte hand Leichtlich ändern sol chen stand. Starker GOtt! du kannst noch rahten Durch derglei Mel. Laß o.HErr dein ohr zc. 814. ch will meine stimmchen wunderthaten, Als du schon erheben, und nach der ganzen welt hin und wieder GOttes rettung streben: Meine vorgestellt. ftimme steigt empor, Und er neigt 7. Ueberleg ich im gemühte zu mir sein o hr. Dich, HErr! Bey mir deine lieb' und güte, Dei such ich an dem tage Meiner grofne weisheit, deine macht; Hoff sen noht und plage: Und bey ich darauf tag und nacht. HErr! yacht breit ich 11 dir Meine hände ich bitte, hilf mir armen Durch dein väterlich erbarmen; Gende für und für. mir bald rettung zu, Und an leib und feele ruh: 8. Daß ich mich zufrieden gebe, Und dir immer heilig lebe, Deis nes namens herrlichkeit Auszu breiten sen bereit. Ich will beten, ich will wachen, Dich, was übrig, laffen machen. Gott! ich weiß, du höreft mich, Denn dir trau ich feftiglich. so bleiben, Mich im zorne von sich treiben? Hat sein gnaden- bund ein end, Daß sich Gott so von mir wendt? 2. Meine feel ist als verlassen, Und will keinen troft mehrfassen: Nicht ohn sen fien in der noht Tret ich vor dich, treuer Gott! Mein gebet muß zu dir dringen, Und mein elend vor dich bringen. Meines jammer ist so viel, daß mein geifi verschn tachten will. 3. Du bist, der mein auge rühret, Daß es keinen schlaf mehr spühret. Mich kommt augst und reden kann. Ich gedenk der alten ohnmacht an, Daß ich auch nicht zeiten, Die mich ehedem erfreuten: Mein gemühte untersucht Ihre allzuschnelle flucht. 4. Ach mein saitenspiel und fingen Will vor trauren jest nicht Elingen; Meine seele forscht ben nacht; und hat oftmahls dis ge dacht: Wird der HErr denn stets 815.rubte tüffen, Die Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. will die hand und mich zu meinem besten schlägt, GOtt läßt mich seine liebe wiffen. Die er, als vater, zu mir trågt. Er zeiget, daß mir seine treu In ewigs feit gewogen sey. 2. Ich weiß nicht viel von gu ten tagen, Doch also bin ich Chris fto in allerley Trübfalen überhaupt. 527 to gleich: Drum will ich alles Mel. Wer nur den lieben Gott ze freudig tragen, Er macht mich I doch an trofte reich: So, daß mir 816. Betrübtes hers, ach leiden und verdruß zu meinem besten dienen muß. dein weinen: Mußt du schon jest auf dornen stehu; Pflegt doch der himmel mit 3. Die sonne kann nicht immer den seinen Hier in der welt so umscheinen, Der himmel ist nicht allzugehn. Ist gleich dein jammer zeit klar: GOtt hålts nicht an ders mit den seinen, Er führt die heilgen wunderbar. Doch wies noch so schwer, Ach! seiner gnaden ist vielmehr. GOtt meint, und was er thut, Das meint und macht er alles gut. 4. Muß ich nun gleich in meinen jahren, und auf dem wege dieser zeit, Die grosse vieler angst erfahren; So bleib ich doch in Gott erfreut. Ja war ich auch dem tode nah, Ist dennoch kraft und leben da. <. Und Edmmt es endlich gar jum sterben, So fällt mir doch der muht nicht hin; m tode kann ich nicht verderben, Weil ich sein kind und erbe bin. Ich weiß, daß GOtt mich ewig liebt, und mir die lebens- crone giebt. 6. Liegt schon der leib im finstern grabe, So steht er doch verklaret auf. Denn wenn ich ausges schlafen habe, Hohlt GOtt mich aus der tief berauf, Und führt mich in den himmel ein; Da werd ich ewig ben ihm seyn. 7. Ich wünsche mich von dieser erden Je eher noch, je lieber los. Im himmel muß mir alles werden, Da macht mein GOtt mich berrlich groß: Da, da bin ich an troste reich, und GOtt und seinen engeln gleich. 2. Er schlägt, doch beilt er auch die wunden: Er liebt, wenn er uns gleich betrübt. Ja, wenn wir kaum den schmerz empfunden, Sucht er schon, was uns labsal giebt. Aus seiner hand kommt lieb' und leid, Bey ihm quilt luft und traurigkeit. 3. Drum sey getroft, gekrånktes herze! Das creuz trennt dich und JEsum nicht. Verkehrt sich deine freuden- terze Anizt schon in ein todten- licht; O lerne dies ses wol verstehn: Den frommen pflegt es so zu gehn. 4. Hie führt uns GOtt durch rauhe wege Auf einer bahn, die trübsal heißt: Erträgt man aber feine schläge Geduldig und mit stillem geist: Wird doch zulest, was uns beschwert, In lauter honigseim verkehrt. 5. Trink nur getroft das maaß voll thränen, GÖttzählt sie dir ja selber zu. Ich weiß, es trifft dein ängstlich sehnen Noch endlich die gewünschte ruh. Geht gleich das creu; sehr bitter ein, Muß dir doch alles heilsam seyn. 6. Ben dieser welt muß luft und freuden Oft reu und schmerzen nach sich ziehn; Hingegen aus der frommen leiden kann nichts, als tugend- rosen blühn; GÖtt průfet nur erst unsern muht, Eh er uns wieder gütlich thut. 8. En nun, mein GOtt! so magst du walten; Jch dulde mich im creuz und schmerz, und will dir millig stille halten. Gib du mir nur ein frdlich her;; Daß du, mein liebster GOtt! allein Magst meine luft und hoffnung feyn. 7. Fromm und geduldig seyn in plagen, Bricht GOtt sein treues vater- herz. Er kann uns nicht be. ständig schlagen, Jbn jammert ends 528 Creu; und Troft- Lieder endlich unser schmerz. Ja, wenn vergehen, Sein zorn riß mich er uns am weitften scheint, Tritt er dahin. zu uns, eh man es meint. 8. Verlieren wir die besten freunde, O ihn verliert man nimmermehr. Was thun uns denn die größten feinde? GOtt geht im streite vor uns her. Ach! wer nur fest auf ihn vertraut, Hat auf den stärksten fels gebaut 2. Ruht demnach', ihr betrübte sinnen! Ach! lebt nur GOtt, so hats nicht noht. Die hoffnung muß zulezt gewinnen; Er giebt nicht immer thränen- brot. Creuz, elend, schmach und alle pein Kann keinem christen schädlich seyn. c. Mein JEsus tilgt und löschet Fluch, hollen- pein und tod. Er ist, der mich rein wäschet, Macht schneeweiß, was nur roht. In ihm kann ich mich freuen, Hab einen helden muht; Darf kein gericht nicht scheuen, wie sonst ein fünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich vers dammen, Nichts nimmt mir mei nen muht. Die hdu und ihre flammen Löscht Chrifti theures blut. Kein urtheil kann mich schrecken, Mich tröst't, was mich betrübt; Denn mich will Chriftus decken, Der mich als bruder liebt. 817. mir meinen Mel. Herzlich thut mich verlang. 7. Sein geist wohnt mir im * ft trete Gleich alles Vertreibt mir sorg und schmer. wider mich: So oft ich ruf und zen, Nimmt allen kummer hin, bete, Weicht alles hinter sich. Giebt segen und gedeyen Dem, Hab ich das haupt zum freunde, und liebet mich mein GOtt; Was schadet mir der feinde Und neider schmach und spott. was er in mir schafft; Hilft mir das abba! schreven Aus aller mei. ner kraft. 2. Nun weiß und glaub' ich feste, und rühm es ohne scheu, Daß GOtt der höchst und beste, Mein freund und vater sey: Daß er in allen fallen zu meiner rechten stel. Er dåmpfet sturm und wellen, Er stillt mein ach und weh. 8. Und läßt sich schwachheit sehen; Vertritt mich dieser geist mit seufzen, bitten, flehen, Das unaussprechlich beißt. Gott, dem der grund der herzen, Und meine noht bewußt, Erhört es, hebt die schmerzen, Giebt geist- und ſeelenluft. 3. Der grund, drauf ich mich gründe, Ift Christus und sein blut: Durch dieses seh und finde Ich dort das wahre gut. An mir und meinem leben Ist nichts der liebe wehrt: Nur was mir GOtt gegeben I was man würdig ehrt. 9. Sein geift spricht meinem geiste Manch füffes troft- wort zu; Wie GOtt dem hülfe leiste, Der ihn mit stiller ruh Gesucht, und ihm vertrauet; Er zeigt ihm GOttes stadt, Wo herz und auge schauet, Was es gegläubet hat. 10. Da ist mein theil und erbe Mir prächtig zugericht. Wenn 4. Wenn JEsus, meine ehre, ich gleich fall und sterbe, Fällt Mein glanz und schönstes licht, doch mein himmel nicht. Mein Mir nicht im Herzen ware; So JEsus hilft mir ringen; Muß ich dürft und könnt ich nicht vor GOttes augen stehen, weil ich ein fünder bin: Jeb müßte firacks gleich meine zeit Oft thranenvoll zubringen, Durchfüßt er doch mein leid. 11. Wer in allerlep Trübfalen überhaupt. 529 II. Wer sich mit dem verbin- 1 HErr! meines JEsu blut Machet det, Den faran flieht und haft; Der wird verfolgt, und finder Nur hart und schwere last Zu leiden und zu tragen, Geräht in hohn und spott: Das creuz und alle plagen Sind ihm ein täglich brot. 12. Das ist mir nicht verbor: gen, Doch bin ich unverzagt; GOtt will ich lassen sorgen, Dem ich mich zugesagt. Es koste leib und leben, Mich selber, gut und ehr; Jhm bleib ich fest ergeben, Ihn laß ich nimmermehr. 4. Immer an das creuz gedenken, Macht die laft noch eins so groß; Durch ein ungeduldig kränken Wirst du doch der laft nicht los. Dein troft sey, geduld und glaube; Mach es nur wie Noà taube, Die auf trübem was fer fliegt, Bis daß sie ein dl- blatt triegt. <. Nimm die hoffnung wahrer christen, Die auch noch im tode hofft. Trost, nach welchem wir gelüften, Kömmt bey JEfu unvers hofft. Creu; und palmen, schmerz und lachen Sind zwar unterschiedne sachen; Doch ein froher augenblick Läßt uns oft ein wel zurück. 6. Achte das für fein verder ben, Wenn dich schwere krankheit drückt, Wenn der HErr ein täglich sterben Dir in deine glie: der schickt. Das sind keine böse schläge, Sondern lauter liebesMel. Alle menschen müssen 2c. 818. Reiß dich los von allen wege, Wo das ziel der freuden Ob dirs ver: 13. Kein engel, teine freuden, Kein thron und herrlichkeit; Kein lieben und kein leiden, Kein' angst, gefahr und streit, Was man nur kann erdenken, Es sen klein oder groß; Soll mich von JEsu lenken, Reißt mich aus seinem schooß. alle schulden gut. 3. Flich zu des erlösers wunden, Wodurch er sich ewiglich Ganz genau mit dir verbunden: Hier ist ruh und schuß für dich. Wer in JEfu wunden lieget Hat schon manche noht besieget: Und sein blut, der lebens trank, Heilet die, so schwach und krank. 2 14. Mein her; ist wol zufrieden, Und kann nicht traurig seyn, Von angst und furcht geschieden, Sieht lauter sonnenschein. Die sonn', die mich anlachet, st mein HErr JEsus Chrift; Das, was mich fingend machet, Ift, was im him mel ift. seele! reiß dich los. Wirf die unruh aus dem herzen, Fall in Gottes gnaden- schooß: Trockne deine heisse thränen, Etille dein gehäuftes sehnen; Denn dein va ter in der höh Siehet auf dein ach und weh. 2. Eile doch zum gnaden- stuhle, Wenn sich fünd und unglück regt; Wenn dich in der elendsschule GOtt mit harten ruhten schlägt, Eil zu GOttes vater- armen, Flehe sehulich um erbarmen, Sprich: deckt. 7. Trinke nur den creukes- becher, Den dir JEsus eingeschenkt. wird der leib, die schale, schwa cher Und mit angst und noht gekränkt; Kriegt dein geist doch neue träfte, JEsus mischt die bittern fäfte Durch sein stårkungs- volles blut, Das die größte wirkung thut. 8. Alles, was dich jego quälet ,. Dient zu deiner feelen heil; Ja dein schmerz ist schon gezählet; LI Und 530 Creuz und Trost- Lieder und dein JEsus trägt ein theil.| gebricht; Himmel und erd ist Greif nur zu mit glaubens han fein: Er ist mein vater, HErr und den: Deine schmach wird sich| GOtt, Der mir beysteht in aller bald enden, Wenn GOtt nach der noht. jammernacht Dir den tag der freuden macht. 9. Mache dir nun keine sorgen, Denn der höchste sorgt für dich: Und vielleicht siehst du schon morgen, Wie dein lieber vater sich Junigst um dein wol bemühet, und auf dein vergnügen siebet; Wie er dich, nach kurzer vein, Auch recht lange kann erfreun. 3. Weil du mein Gott und vater bist, Wirst du dein kind verlassen nicht, Du väterliches herz! Ich bin ein armer erden. klos, Auf erden weiß ich keinen trof. 11 10. Mußt du gleich noch immer weinen; Ev, dein GOtt bleibt deine lust. Will das licht nicht immer scheinen, JEsus schmückt doch deine bruk Endlich, nach den trüben Stunden, mit dem purpur seiner wunden, Und du bist, als feine braut, Ewiglich mit ihm vertraut. 4. Der reich verläßt sich auf sein gut, Doch ich vertraue met nem GOtt: lind werd ich gleich veracht't, So weiß und glaub ich festiglich, wer dir vertraut, dem mangelt nicht. s. Elia! wer ernehret dich, De es so lange regnet nicht, In so schwer- theurer seit? Ein' wittwe im Zidonier- land, Zu der du von Gott wars gesandt. 6. Da unter dem wacholder: baum Der engel Gotts vom him 11. J es aber GOttes wille, mel kam, Bracht er ihm speis und Dich von dieser welt zu ziehn; Otrank. Er gieng gar einen wei so halt gelaffen Bille: Denn so ten gang Bis zu dem berg, Horeb wirst du selis fliehn Von dem jammer zu der freude, Von der schmach zum ehren- kleide; Nach der übersandnen quaht, zu des lammes hochzeit- mahl. genannt. 12. Nun so komm, mein JEsu, eile! Eile! mich verlangt nach dir; Weil ich aber hie verweile, O mein freund! so gdune mir Glauben, liebe, hoffnung, freude, Und, nach hingelegtem leide, Je nes schöne Canaan, Wo ich ewig jauchzen kann. 819. Wat arum betrübst du dich, mein hers! Bekümmerst dich und trägest schmerz Nur um das zeitlich gut? Vertrau doch deinem HErrn und GOtt, Der alle ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich laffen nicht, Er weiß auch wol, was dir 7. Des Daniels GOtt nicht vergaß, als er unter den Idwen saß; Sein' engel fandt er hin, Lief ihnen nehmen grimm und wuht Durch seine wunder- macht und hut. 8. Joseph in Egypten verkauft ward, Vom Pharao gefangen hart, um seiner Frömmigkeit. GOtt macht ihn zu ein'm grossen herrn, Daß er konnt vat'e und brüber nehrn. 9. Es ließ auch nicht der treue GOtt Die drey mann'e im feur ofen roht. Sein engel fandt er hin, Bewahrt sie für des feuers glut, Half ihnen aus der angst und noht. * 10. Ach Gott! du bist noch heut so reich, als du gewesen ewiglich: Mein vertraut sieht ganz zu dir. Mach mich an met Her in allerley Crübsalen überhaupt. ner feele reich, So hab ich gnug bie und ewiglich. II. Der zeitlich'n ehr will ich gern entbehrn; Du wolft mir nur das ewge gewähru, Das du erwors ben haft Durch deinen herben bit: tern tod: Das bitt ich dich, mein HErr und GOtt! 12. Das alles, was auf dieser welt, Es sey gold, silber oder geld, Reichthum und zeitlich gut, Währt hier nur eine kleine zeit, Und hilft doch nicht zur feligkeit. 3. Ich dank dir, Christe, GOttes sohn! Daß du mir sols ches kund gethan Durch dein gött liches wort: Verleih mir auch beständigkeit zu meiner feelen feligkeit. 14. Lob, ehr und preis sen dir gesagt Für alle dein erzeigte wolthat. Ich bitt demühtiglich, Laß mich nicht von dein'm angesicht Verstossen werden ewiglich. Mel. JEfu deine heilge wunden. 820. Dion! gib dich nur zu noch bey dir darinn; Du bist nicht von ihm geschieden, Er hat einen vater- sinn. Wenn er ftraft, so liebt er auch, Dis ist sein belieb. ter brauch: Zion! Lerne dis bedenker, Warum willt du dich so kranken? 2. Treiben dich die meeres wellen In der wilden tiefen see; Wollen sie dich gar zerschellen, Russt du ängstlich ach! und weh! Schweigt auch JEsus still dazu, Gleich als in der sanften ruh: Zion! Laß dich nicht bewegen, Diese fluht wird sich bald legen. 3. Berg und felfen mögen weis chen, Ob sie noch so feste stehn. Mond und sonne mag erbleichen, Ja die welt mag untergehn: Hat es mit im 531 leben als im tod Wird dich Gott nicht sinken lassen, Sondern và: terlich umfaffen. 4. Müssen deine thränen- quellen Dir an statt der perlen seyn; Muß sich angst und noht gesellen, Drückt dich kummer, schmerz und pein: Ist dein purpur, schmach und blut, Dürftigkeit dein haab und gut; Zion! laß dir doch nicht grauen, Du kannst deinem Gott vertrauen. 5. Draut man die mit schmach und banden, Schreckt dich tod und herzeleid? Ey! du wirst doch nicht zu schanden, Denk nur an die ewigkeit. Sey nur froh und wolgemuht, Da der HErr dir folches thut. Zion! GOtt wird.. dich schon stärken, Dieses mußt du glaubig merken. 6. Freue dich! es kommt das ende und der abend schon herben, Gib dich nur in GOttes hände, Dieser machet dich bald fren: Und für trübfal, spott und hohn Giebt er dir die freuden- cron. Zion! so bie nur stehn deine fachen: Darum laß 7. Halleluja! deine wonne wird nun herrlich, schön und groß. JEsus, deine guaden- sonne, Nimmt dich gar in seinen schooß, Trößtet, liebt und küffet dich, Deckt und schützt dich gnädiglich. Zion! wo ist nun dein klagen? kannst du nicht vonfreuden sagen? 8. Freuen sich die himmels. erben, Zion! nicht schon über dir? Denn du lebeft nach dem sterben Dort bey ihnen für und für, Wo dein JEsus dich erfrischt, Dir die thränen selbst abwischt. Wer will dich nun von den freuden, Bey des lammes hochzeit, scheiden? Mel. Von GOtt will ich nicht ze. 821 Was willt du dich bes 21 2 liebe 532 Creuz und Troft- Lieder liebe seel! Sieh, daß du den magst Abwendest noht und schaden, Sey lieben, Der heißt Immanuel. immerdar gepreist. Vertrau dich ihm allein: Er wird es alls gut machen, und fördern Mel. Aus meines herzens grunde. deine fachen, Wie dirs wird felis 822. Mein herz!( en seyn. zufrieden, Stell 2. Denn GOtt verlässet keinen, doch dein trauren ein. Du mußt Der sich auf ihn verläßt. Er bleibt nicht stracks ermüden, Noch so getreu den feinen, Die ihm ver- verzaget seyn, Wenn dich ein un trauen fest. Läßt sichs an wunder- glück drückt. Laß dir es doch in al lich; So laß dir doch nicht grauen, lenMit freuden wol gefallen, Wie Mit freuden wirst du schauen, GOtt schüß und rette dich. GOtt es mit dir schickt. 3. Auf ihu magst du es wagen, Mit unerschrocknem muht: Du wirst mit ihm eriagen, Was dir hie muß und gut. Was GOtt be schlossen hat, Das kann niemand verhindern Aus allen menschen kindern: Es geht nach ſeinem raht. 2. GOtt sucht durch creuz und plagen Dein bestes allezeit. Du weißt, ben guten tagen Findt sich, oft sicherheit, Bist dann voll fün den luft, Hängst an den eitelkei ten, Die dich also verleiten, Daß du zur Hölle mußt. 3. Kommt aber je zuweilen Ein creuz und drücket dich; Pflegst du 4. Wenn auch gleich aus der zu Gott zu eilen, Dein geift er: hillen Der satan selber sich Dir muntert sich, Dein beten hat wollt' entgegen stellen, und unter: mehr kraft. Du lernest Gott treten dich: So muß er doch mit vertrauen, Geduldig auf ihn bau. spott Von seinen ranken lassen, en, Bis er dir hülfe schafft. Womit er dich will faffen: Denn dein werk fördert GOtt. 5. Er richts zu seinen ehren und deiner seligkeit, Solls seyn, kein mensch kanns wehren, Und wars ihm noch so leid. Will es Gott aber nicht, So kanns nie mand forttreiben, Es muß zurücke bleiben: Was GOtt will, das geschicht. 4. Drum sen doch gutes muh tes, Mein herz:! in deiner noht. Bedenke, wie viel gutes Erweiset die dein GOtt; Dem klage deine pein. Ermuntre dein gemühte, und hoff auf seine güte, So wirsts du glücklich seyn. t. Laß nur den höchsten ma chen, Sey fill und murre nicht; Befiehl ihm deine fachen, Er 6. Drum ich mich ihm ergebe, weiß, was dir gebricht, und wird, Alls sey ihm heimgestellt. Nach nach seiner treu, Durch seiner all. nichts ich sonst mehr strebe, Als macht thaten, Dir wol und weis: nur, was ihm gefällt: Drauf lich rahten; Getroft! GOtt fteht wart ich, und bin still; Sein will dir bey. ist doch der beste, Das glaub ich steif und feste, GOtt mach es, wie er will. 6. Und ob er lang ausbliebe, So warte mit geduld; Es wartet feine liebe Auch dein mit grosser * 7. HErr! gib, daß ich dein' huld. Je länger creuz und leid ehre Ja all mein lebelang Von Je beffer es sich endet: Und wenn herzens- grunde mehre, Dir fage GOtt hülfe fendet, Je mehr sie Lob und dank. O vater, sohn und dich erfreut. geist! Der du aus lauter gnaden 7. Darum sollt du nicht sorgen In in allerley Trübfalen überhaupt. In langer creuzes pein. VielMeloden 13. arum follt ich mich leicht kann dir schon morgen Nach 823. W bent grämen? War wunsch geholfen feyn. denn hab ich doch Christum noch, Wer will mir den nehmen? Wer will mir den himmel rauben, Den mir schon GOttes sohn Beygelegt im glauben. 2. Nackend lag ich auf dem boden, Da ich kam, Da ich nahm Meinen ersten odem. Nackend werd ich auch hinziehen, Wenn ich werd aus der erd als ein schatten fliehen. is niemahls so nah, Als wenn die noht sich mehret; Wenn men schen- raht aufhöret, Ist seine hülfe da. 8.WerGOtt in allen dingen, Getrost vertrauen kann: Dem wird es me mislingen; GOtt nimmt sich seiner an. Denn wo er ihn ver: ließ, Müßt auch sein wort betrügen; Allein GOtt kann nicht lügen, Drum hilft er auch gewiß. 9. Es ist niemahls geschehen, Daß ein geplagter christ, Wenn er auf GOtt gesehen, zu schanden worden ist. Gewiß ist, daß sich Gott Nicht unsern vater nennte, Wenn er nicht helfen könnte Noch wollte in der noht. 10. Mein herz! von diesent al len Nimm troft in deiner noht. Hat dich ein creuz befallen, Es bringt nicht gleich den tod; Dein vater kann und will Dich heben, retten, tragen: Auf ihn wirf deine plagen, und halt ihm willig still. *. Nun GOtt! was dir ge fället, So mir begegnen soll; Das werd ins werk gestellet. Ich bin der hoffnung voll, Du wirst nach deinem raht Geduld und trost verleihen, Zulezt mich auch erfreuen Durch hülfe in der that. 523 12. Du wollest mich nur stärken In meiner blödigkeit. Ja, laß mich chriftlich merken Des creuzes ußbarkeit; und daß desselben pein, Wie fehr sie auch betrübet, Doch jedem, der dich liebet, Muß nüß und heilsam seyn. 3. Gut und blut, leib, feel und leben Ist nicht mein, GOtt allein Ift, der mirs gegeben. Will ers wies der zu sich kehren, Nehm ers hin: Ich will ihn Dennoch frölich ehren. 4. Schickt er mir ein creuz zu tragen, Dringt herein Angst und pein: Sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wens den; Er weiß wol, Wie er soll All mein unglück enden. 5. GOtt hat mich ben guten tagen Oft ergeßt; Sollt ich jest Auch nicht etwas tragen? Fromm ift Gott und straft mit maaffen: Er, mein licht, kann mich nicht Gan; und gar verlassen. 6. Satan, welt und ihre rotten können nun Nichts mehr thun, Als nur meiner spotten. Laß sie fpotten, laß sie lachen: Gott mein heil Kann in eil Sie zu schaus den machen. 7. Unverzagt und ohne grauen Soll ein christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der tod aufreiben; Soll der muht Dennoch gut und fein stille blei: ben. 13. Weil ich dich auch soll prei: en Für creuz und ungemach; Dis aber zu erweisen, Ich leider! viel schwach: So gib, HErr! daß 8. Kann uns doch kein tod nicht tädten, Sondern reißt Unsern geist Aus viel tausend ndhten, ich dort In jenen himmels- freu- Schließt das thor dem bittern den, Für alles creuz und leiden, leiden, und macht bahn, Da man Dich preise fort und fort. kann Gehn zun himmels- freuden.a 813 9. Da 534 Creuz- und Troft Lieder 9. Da soll ich bey Chrifti schät-, Wenn dich creuz und noht betrof zen Geist und herz, Auf den fen, Trag es willig; mit der zeit schmerz, Ewiglich ergeßen. Hier Erntest du auch frölichkeit. ist kein recht gut zu finden; Was die welt In sich hält, muß wie rauch verschwinden. s. Harre nur mit Ifrael; Hoff nung machet nicht zu schanden. Es ist ja noch freuden: dl Für die GOttes 10. Was sind diese lebens- gü- traurigkeit vorhanden. ter? Eine hand Voller fand, Kum- wort, dein Gilead, Jk, was immer mer der gemühter. Dort, dort balsam hat. sind die edle gaben; Christus wird, Als mein hirt, Mich dort ewig laben. 11. HErr, mein hirt, brunn aller freuden! Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheis den: Ich bin dein, weil du dein leben und dein blut, Mir zu gut, In den tod gegeben. 6. Will ich Chrifti jünger seyn, Muß ich ihm das creuz nachtra gen; Und wer wollte sich nur freun In den angenehmen tagen? Auch ein böser tag stellt mir meines GOttes güte für. 7. O wie macht das creuz so fromm! Creibt es doch zu Got tes armen. Ist es gleich ein bit 12. Du bist mein, weil ich dich trer strom; GOtt versüßt ihn faffe, ind dich nicht, mein licht! durch erbarmen, Perlen liegen auf Aus dem Herzen laffe. Laß mich, dem grund: Welch ein segens. laß mich hingelangen, wo du reicher fund! mich und ich dich. Ewig werd um fangen. 8. Liebes her;: ach finde dich In des lieben GOttes weise; Er führt uns nur wunderlich, daß man seinen namen preise, Wenn er, nach der finstern nacht, Einen Mel. 8. JEsus meine zuversicht. 824. Tra raure nicht, betrübstag der wonne macht. tes herz! Steht die doch der himmel offen; Da kannst du im größten schmer; Croft und Mel. Alle menschen müsſen e. fecuden- blicke hoffen. Laß den 825. Werde munter, mein seufsern ihren lauf, Nimm den weg zu GOtt hinauf. 2. Der das ohr gepflanzet hat, Sollte der nicht selber hören? Nur ben GOtt ist raht und that, Die erfahrung wird dichs lehren. Klopfe nur an seine thür, Stell ihm deine nohtdurft für. gemühte! War um kränkest du dich so? Denk an deines GOttes güte, Diese machet dich noch froh: Denn der, so dich jest betrübet, Hat dich ie und ie geliebet, und fein güldner gna. den- schein Wird auch künftig um dich seyn. 3. Bricht dein herz? ihm bricht es auch, Und er muß sich dein er barmen. Es ist seiner liebe brauch, Nach den schlägen zu umarmen; Weil dem sohn, den er geftaupt, Doch fein herz gewogen bleibt. 2. Seine hand hält diese sitten Daß sie schläget, eh sie heilt. Wer mit viel geduld gelitten, Was ihm JEfus zugetheilt; Den bringt er hernach zu ehren: Wie uns alle fromme lehren, Die GOtt durch die böse welt Eingeführt ins him mels- jelt. 4. Heberwind ihn durch geduld, Du mußt stille seyn und hoffen; 3. JEfus stehet hinterm gitter Das setzt dich in seine huld. Und sieht deinem kampfe zu, Da cr in allerley Trübjalen überhaupt. 535 tr, nach dem ungewitter, Dich vers| nen felch geschmecket; Reichet er. setze zu der ruh. JEsus, der des Zucker her, und giebt nach dem creuzes plagen Selbst persönlich leiden Wieder troft und freuden. hat getragen, Weiß am besten stund und zeit, wenn sich enden soll dein leid. 4. Weine nicht, Gött höret dich, Wenn dein herz nur girret. Hast du dich gleich wunderlich In der noht verwirret; Ruf ihn an, Denn er kann Deinen unglückswellen Ziel und grenzen stellen. 4. Traue seinem wahren munde: Deffen wort is lauter that, Der auch deine trauer stunde Richtig abgetheilet hat. Freud und leid hat er ermessen, und er follte dein vergessen? Nein er ist dir viel zu hold, Daß er dich vers laffen sollt. s. Mußt du jego galle trinken: und ist wermuht deine kost? Laß dich die nicht fremde dünken, Hierauf folgt der freuden most. JEsus, der an dich gedenket, Hat den wein schon eingeschenker; Der wird dir, auf creuzes- pein, Ein er wünschtes labsal seyn. 6. JEsu! ich will gerne leiden, Gib mir nur geduld und kraft, Bis ich komme zu den freuden, Welche mir dein creuz geschafft; Da in ungekränktem leben Ich werd unaufhörlich schweben; Darnach trachtet muht und sinn, Ach! wenn komm ich doch dahin. Mel. 33. Straf mich nicht in 2c. 826, W lebet noch, Du betrübte feele! Drückt dich gleich ein hartes joch In der trauer: höle; Nur geduld, GOttes huld Laßt oft nach dem weinen Auch die sonne scheinen. 5. Weine nicht, GOtt liebet dich, Wenn die welt betrübet, Und so manchen schlangen stich Deinem herzen giebet. Nichts be trübt Den GOtt liebt. Will gleich alles krachen; GOtt kann frölich machen. 2. Weine nicht, GOtt denkt andich, Ob du's gleich nicht den fest. Oftermahls verbirgt er sich, Wenn du dich sehr kränkest: Da die welt Eh zerfällt, Eh er dich wird haffen, Oder gar verlaffen. 6. Weine nicht, GOtt sorgt für dich; Ey, was kann dir fehlen? Was willt du dich stetiglich Mit den sorgen quälen? Wirf auf ihn Alles hin, Er wird deine sachen Gut und besser machen. Mel. Allein Gort in der höh zc. eine nicht, Gott 827. Wer in dem schuß des höchsten ist, und sich an Gott ergeben, Spricht: HErr, du meine zuflucht! bift Mein' hoffnung, beit und leben; Ich weiß ia, du errettest mich Von teufels stricken gnädiglich, Und von der pestilenze. 2. Mit seinen flügeln deckt er dich, Drum sollt du ihm vertrauen: Ja feine wahrheit schüßet mich, Daß mich ben nacht kein grauen noch sousten was erschrecken mag, auch kein pfeil, fliegt er gleich bey tag: Weil uns sein wort selbst leuchtet. 3. Kein vestilen; dir schaden Fann, 214. 7. Weine nicht, GOtt tröstet dich Nach den thränen- güssen. Endlich wird der kummer sich Durch Ganz verlieren müssen. den tod Stirbt die noht: Und wenn der erscheinet, Hafi du aus geweinet. 3. Weine nicht, GOtt siehet dich, Scheint er gleich verstecket. Wenn du nur geduldiglich Sei 530 Creuz und Trost Lieder kann, Die in dem finstern schlei, Mel. Nun freut euch liebe* chet; Dich rührt kein' feuch noch frankheit an, die im mittag um streichet. Ob tausend fielen dir zu seit, und zehentausend anderweit; Soll dich es doch nicht 828. DerHErr ist mein ge mich in seiner hute: Darum mir treuer hirt, gend einem gute. Wie soll und gar nichts mangeln wird An ir tes sohn will bey mir stehn, Mich kann mirs übel gehn? Denn Got. schüßen und regieren. 2. Er weidet mich mit seinem läßt sich ben mir fort und fort Auf wort Auf einer grünen auen, Und beyden feiten schauen: Er ist, da mich mit troft berührt, und mich um frischen waffer führt, Zum brunn der reichsten gnaden. 3.. Er ist, der mich in noht er quickt Mit seiner wahrheit muns de: Mir hülf und trost von oben schickt Zur rechten zeit und stun de: Er führt mich auch ohn unters laß An seiner hand auf rechter straß, um seines namens willen. 4. Er leitet mich bey tag und nacht mit seinem hirten stabe: Mir leib und feel mit fleiß be wacht, Treibt alles unglück abe. Ich fürchte nichts im finstern thal; Denn Gott ist ben mit überall Auf allen meinen wegen. 5. Er fegnet täglich meinen tisch, Obs gleich den feind ver driesset: Begießt mein haupt mit dle frisch, Daß es herunter fließ fet; und schenkt mir den troft becher voll, Auf daß ich ja nicht zweifeln soll an seinem wort der gnaden. 6. Viel gutes und barmherzig keit Wird über mir stets schwes ben, und groffe guade jederzeit Nachfolgen in dem leben: Ich werde so ganz offenbar Im hauſe GOttes immerdar Hier und dort ewig bleiben. 7. Das hilf mir, o HErr JEsu Christ! Durch deine grosſe gute, Und mich für fatans macht und lift treffen. 4. Ja du wirft luft und freudigkeit mit deinen augen sehen ,! Wenn GOtt dir, nach dem herze leid, Auch hülfe läßt geschehen: Denn er ist deine zuversicht, Der dir gewissen schutz verspricht, Dies weil du ihm vertraueft. 5. Kein übels wird begegnen dir, Dein haus bleibt fren von plagen: Weil dich die engel für und für Auf ihren handen tragen, Den'n er befiehlt, dich überall zu schüßen, daß dirweder fall Noch stein den fuß verlege. 6. Auf low' und ottern wirst du gehn, Und treten auf die drachen: Auf jungen Idwen wirst du stehn, Jhr gift und zähn verlachen: Weil dir der keines schaden kann: Gott ( rufst du ihn nur brünstig an) Be hütet dich in gnaden. 7. Er suchet mich aus herzens. grund, und hofft auf meine gute: ( Spricht GOtt) drum helf ich ihm zur stund, Er ist, den ich behüte: Ich will sein helfer seyn, denn er Kennt meinen namen; und daher Soll er sich deß auch trösten. 8. Er ruft mich an als seinen GOtt, Drum will ich ihn erhören. Ich steh ihm ben in aller noht, Jch will ihm schutz gewähren: Zu ehren ich ihn bringen will, Und ihm der tage geben viel, mein heil will ich ihm zeigen. * 9. Ehr sey dem vater und dem sohn, und auch dem heilgen gei ste: Der mir vom hohen himmelsthron Stets hülf und gnade leiste, Daß ich nach seinem willen leb', Mit ernft dem bösen widerstreb, Bis ich von hinnen scheide. in allerley Trübfalen überhaupt. 537 lift Mit starkem arm behüte: Auffnen maaß. Gott führt; ich darf daß ich, als dein liebes schaaf, Im nicht klagen. GOtt giebt und rechten glauben sanft einschlaf, liebt; Nur unbetrübt: Er wird Und mit dir ewig lebe. mir endlich geben, Auch dort mit ihm zu leben. Mel. Was GOtt thut das ist zc. Mel. Es ist das heil uns kommen. 829. Ott lebt: was kann ich traurig seyn, Als war kein GOtt zu finden? Er weiß ia wol von meiner pein, Die ich muß hier empfinden. Er kennt mein herz, und meinen schmers: So darf ich nicht verzagen, lind ihm nur alles klagen. 2. GOtt hört, wenn niemand 2. Belegt er dich mit creuz und hdren will: Waswill derfeind denn noht, und greift dir nach dem her: sprechen, Als schwieg GOtt zu zen; So denke nur: das kömmt von den feufjern still, Die durch die Gott. Drum laß es dich zwar wolken brechen. Schrey ich entschmerzen; Doch hûte dich für uns por, So hört sein ohr, So steigt geduld, Du mögtest sonst durch die hülfe nieder, und schallt das grosse schuld Dein bestes theil vers scherzen. amen! wieder. 3. GOtt sieht: wie klaget denn mein herz, Als seh er nicht mein weinen? Vor ihm muß auch der tiefste schmerz Ganz offenbar er scheinen. Kein thränlein fällt, Das er nicht zählt, Ja wehrt und theuer schåget; Worauf er mich ergezet. Ott 830. hält bey uus haus: Was sagst du, mensch! dawider? Was schlägst du seinen willen aus? Leg dich zum staube nieder. Schweig still, laß ihn nur meister seyn; Er ist das haupt, wir insges mein Sind seine schwache glieder. 4. GOtt führt; so geh ich im mer fort Auf allen meinen wegen. Und will die welt durch lift und mord Mit tausend stricke legen; Ist ers, der mich zwar wunderlich, Jedoch auch selig führet, Daß mich kein unfall rühret. 1. GOtt giebt: und fehlt mirs überall, Soll ich doch nicht verderben. Was hilft mich grämen, angst und quahl, Als müßt ich hungers sterben? Er hat ja brot; Und wenn die noht uns nach der wüsteweiset, Wird man auch da gespeiset. 3. Dis ist sein brauch von alters her: Jest hält er sich verborgen, als wüßt er nichts um dein bes schwer, und läßt dich immer fors gen, Hat gegen dich sich hart ges macht; Dis währt vom abend in die nacht, und wieder an den morgen. 4. Doch bald erscheint sein freuden- blick, Der endet alles leis den, Nimmt deinen sack von dir zus rück, umgürtet dich mit freuden. Er züchtigt dich zwar väterlich: Jedoch soll seine gnade sich Dar: um nicht von dir scheiden. 5. Wie wol ist doch der mensch daran, Der sich in GOttes wege In tiefster demuht schicken kann, Ihm aushält alle schläge! Dis nimmt der höchsten kunft denpreis. HErr! gib uns, daß sich aller fleiß Auf dis zu lernen lege. 6. GOtt lebt; wolan ich merke das: hört; ich wills sa Meloden 27. Ott! du bleibeft gen. Gott ſieht; er ſetzt den thra, 831. Got doch mein Gott, 215 Gott, Creuz- und Troft- Lieder 538 GOtt, mein fels, mein schuß und retter! GOtt in freude, noht und tod! Stürmen auf mich alle wet ter; Will ich doch fest bey dir ste hen, und auf deine hülfe sehen, Denn sie läßt nicht untergehen. 2. GOtt! du bleibest doch mein GOtt, Wie ich oft und viel erfahren; Rettest mich von deren spott, Welche mir gehässig waren, Daß sie selbst beschämet sagen: Sein GOtt hilft ihm, seine plagen Freudig und getroft ertragen. 3. GOtt! du bleibeft doch mein Gott: Will mich welt und teufel haffen, Drückt und quählt mich manche noht; Werd ich dich doch nicht verlaffen. Hölle, welt und fatan, wüte! Dennoch freut sich mein gemühte: Denn mich schůz set GOttes gåte. 4. GOtt! du bleibeft doch mein GOtt: Ob ich gleich mit fünden friege. Macht mich mein ge wiffen roht; Macht mein JEfus, daß ich siege. Seine plagen, seine wunden, Und was er für mich empfunden, haben mich der firaf entbunden. 1. GOtt! du bleibest doch mein GOtt. Hått ich keinen freund auf erden, Tritt mich bosheit in den koht, Will die list mein meister werden; wirst du dich doch zu mir neigen, und mir deine freund: schafft zeigen, So wird list und bosheit schweigen. 6. GOtt! du bleibest doch mein GOtt. Kann ich dich, 0 HErr! nur haben; So veracht ich noht und tod, Himmel, erd und ihre gaben. Sollte auch mein leib zer: stäuben, Soll mich doch nichts von dir treiben: Gott wird doch mein GOtt verbleiben. troft, mein leben, Mein schuß der allzeit helfen will. Weil ich mich ihm ergeben, Stürzt mich nun mehr kein unfall nicht, Wie groß er mir auch sugericht von denen, die mich haffen. 2. Wie lange stellt die bosheit doch nur einem nach vor allen? Und weiß nicht, daß sie selber noch Muß in die grube fallen: Nicht anders als ein alte wand, Die plözlich ohne menschen- hand Zunichte wird und fäller 3. Der welt sinn ist dahin ge richt, Daß sie die tugend dampfe; mit lügen- tand und mit gedicht Stets wider fromme kämpfe: Sie giebt zwar oftmahls gute wort, Und fluchet doch im Herzen fort: So falsch ist ihr geschlechte. 4. Ich aber wart auf Gott allein, zu dem steht mein ver trauen: Er wird mein troft und helfer seyn, Drum will ich auf ihn bauen. Ich weiß, ich sink und falle nie, Er ist mein heil und schuß auhie, Mein fels, mein ehr und stärke. Jibbi 5. Ihr lieben leute, hofft auf Gott, Entdeckt ihm eur gemüh te: Er läst den nimmermehr zu spott, Der traut auf seine gute. Gott ist nicht wie die menschen find; Wo sich oft wenig hülfe findt, Ob man gleich darauf harret. 6. Wenn GOtt was redet, so geschichts: Er hält stets sein ver sprechen. Die menschen aber find ia nichts, Sie haben viel gebre chen. Es fehlen auch die groffe leut, Und wiegen so nicht allezeit, Wie sie wol billig sollten. 7. Auf unrecht, frevel und ge walt Soll keiner sich verlassen: Pracht, eitle luft soll man alsbald Von erster jugend haffen. Fällt Mel. Wo GOtt der HErr nicht zc. etwa einem reichthum zu; So Daß en GOtt ist meine fee: balt er doch sein herz in ruh, 832. Ile still, Er ist mein er es nicht dran hänge. 8. Jd in allerley Trübfalen überhaupt. 539 8. Jch hab ein wort gehört von| dein glaubens gold In trübfals: GOtt, Daß niemand sonst zu fin- glut bewähren. Nimm nur von den, Der uns so mächtig reißt aus GOttes hand Den creuz- kelch noht, So gnädig hilft von fünden. ohne scheu, Der lebensbecher HErr! du vergilteft iedermann, folgt. GOtt ist und bleibt getreu. Was er verdient, was er gethan Durch werke feiner hände. 6. GOtt ist und bleibt getreu, Laß alle wetter krachen: GOtt * 9. GOtt vater! hilf mir krafs wird der trübsal doch Ein solches tiglich Das böse überwinden. Dende machen, Daß alles creuz JEfu Chrift! befreye mich Von und noht Die ewig nüßlich sey: missethat und fünden. geist durch deine lehr Ermuntre mich je mehr und mehr, Dem gu ten nachzustreben. Oheilger So liebt der höchste dich. Gott ist und bleibt getreu. Mel. Wer nur den lieben GOtt 834. Wer will mich von der liebe Die Mel. Nun dauket alle GOtt. nur allein in JEsu ist? Und sollt Ott ist und bleibt ich allen jammer leiden, Der hier 833.9 getreu: Sein herz die herzen nagt und frist; So bricht ihm von lieben. Pflegt er bleib ich immer unbetrübt, Mein gleich oftermahls Die feinen zu betroft ist, daß mich JEfus liebt. trüben; So prüft er durch das creuz, Wie rein der glaube sey, Wie standhaft die geduld: GOtt ist und bleibt getreu. 2. Mein JEsus hat mir heil verschrieben, Die handschrift ift mit blut gemacht. Die liebe selbst hat ihn getrieben, Daß er sein les ben nicht geacht: So leb ich im mer unbetrübt, Mein heil ist, daß mich JEsus liebt. 2. GOtt ist und bleibt getreu: Erbilft ia felber tragen, Was er ans auferlegt, Die last der schweren plagen; Er braucht die ruhten oft, und bleibet doch dabey Ein vater, der uns liebt; GOtt ist und bleibt getreu. 3. Will mir die welt hie nege ftellen? Mein JEfus hat ein lie. bes- band. Will mich der feind zu boden fällen? Mein JEfus hält mich bey der hand; So leid ich immer unbetrübt, Mein schuß ist, daß mich JEsus liebt. 3. GOtt ist und bleibt getreu: Er weiß, was wir vermögen. Sollt er den schwachen wol Zu schwere last auflegen? Er macht sein Israel Von last und banden frey, Wenn grosse noht entsteht. Gott ist und bleibt getreut. 4. GOtt ist und bleibt getreu: Er tröstet nach dem weinen, Er läßt in trüber nacht Die freu: den- sterne scheinen. Der sturm, der creuzes- sturm Geht, eh mans glaubt, vorben. Sen seele! nur getroft, Gott ist und bleibt ge treu. <. GOtt ist und bleibt getreu Und stillet dein begehren; Er will 4. Ein andrer mag sich schäße graben; In JEsu liebe bin ich reich. Wer wollt ein solches gut nicht haben, Dem nichts auf die fer erden gleich? So geh ich immer unbetrübt, Mein schatz ist, daß mich JEfus liebt. 5. O du vergnügte JEsus- lie be! Mein heil und theil, mein schatz und schuß; Erhalt mich nur in solchem triebe; So biet ich allen feinden truk; So sterb ich endlich unbetrübt. Mein troft ist, daß mich JEfus liebt. Mel. 540 Treuz und Troft: Lieder Mel. Wer nur den liebenGOtt 2c.| GOtt gefügt, Der wird durch 835.Ich bin getroft in meis dessen schuß vergnügt. nem leiden: ist mein heil, GOtt ist mein licht. Er überschüttet mich mit freuden, und ist der seelen zuversicht. Er heiffet meine lebenskraft, Ein Gött, der schuß und ruh verschafft. 2. Bey ihm kann ich geruhig le ben, Er nimmt mich gnädig auf und an. Wenn alle feinde mich umgeben, Daß ich nicht widerstes hen kann; So stärket er die müde hand, Chut ihnen selber wider stand. 3. Für wem darf ich alsdenn erschrecken? Wer stürzet den, den GOtt bewahrt? Ich weiß die flü gel, die mich decken, Ich kenne seine vater art; Die ist, daß er mich brünstig liebt, und sich mir selbst zu eigen giebt. 4.Auf diesen grund kann ich nun bauen, Wenn unglück auf mich stürmen will. Es ist gut, auf den höchsten trauen, Hier liegt die müde seele still. Wenn alles wider mich sich regt, Bleibt dieser grund doch unbewegt. s. Ben dieser zuflucht bin ich frdlich, Hier hab ich alles, was mir dient. Bey dem bin ich gewiß schon felig, Hier ist der baum, der ewig grünt; Hier ist mein anker und mein stab, Hier ist mein helfer bis ins grab. 6. Troß kann ich jezt dem satan bieten: Er rase mit gewohnter wuht: Mein wächter wird mich 8. Will bliß und hagel auf mich regnen, Will alles mit mir unters gehn; Weiß mich dennoch mein GOtt zu seguen, Ich werde seine treue sehn. Es gehe noch so wun derlich, Es bleibt dabey: Gott schüßzet mich. 9. Will sich der neider an mich machen, Gebraucht er ränke, kunst und list; Muß ich doch sei ner thorheit lachen, Die ihm am meisten schädlich ist. Er glaube, daß sein grimm und gift mich nicht nach seinem wunsche trifft. 10. Behalt ich meinen Gott zum freunde, und wird mein glau be offenbar; So fallen alle meine feinde, So zittert, was sonst muh tig war. Denn so erkennt man in der that, Was GOttes freundschaft auf sich hat. II. Der lezte feind kann mich nicht zwingen, Denn GOtt sieht mir im sterben bey: Muß ich auch sterbend schmerzlich ringen, Hilft doch mein GOtt und macht mich frey: Ben so gewünschter sicher. heit Betrübet mich kein herzes leid. 12. So kann der wahre glaube sprechen, So eignet er sich alles zu; Nichts soll die freude unter brechen, Nichts stöhret meiner feclen ruh. Mein herz und mund spricht einerley: Daß Gott mein licht und erbtheil sey. er Mel. Durch Adams fall ist ganz 2c. armheriger vater, ſchaden thut: Drum Lach ich gar 836.Böchster Qtt! Ge der höllenmacht: Ich bin in sicherheit gebracht. 7. Geraht ich auch in finsternis fen: So leuchtet mir sein gnaden schein, Er wird mich zu erhalten wissen, Wenn sonst gleich keine mittel seyn. Wol dem, der sich zu denk an deine worte; Du sprichst; ruf mich an in der noht, und klopf an meine pforte; So will ich dir Errettung hier Nach deinem wunsch erweisen, Daß mich dein mund Und herzensgrund Voll freudigkeit soll preisen. 2. Ach in besondern geistlichen Nöhten und Anfechtungen. 54³ 2. Ach füsfer hort! wie tröstlich| fen aufzulegen: Leg auf, doch daß klingt Was du versprichst: dem Auch nicht das maaß Sey über frommen Will ich, wenn trübsal mein vermögen. einher dringt, Nach wunsch zu hülfe kommen; Er liebet mich, Darum will ich Ihn lieben und beschüßen: Er soll bey mir Im schoof se hier Frey aller forgen sizzen. 8. Du bist ja ungebundner kraft; Ein held, der alles stürzet, und deine hand, die alles schafft: Jft auch noch unverkürzet. HErr zebaoth Wirst du, mein GÖtt! Genennt zu deinen ehren: Bist groß von raht, Und deiner that kann keine stärke wehren. 3. Ach lieber GOtt, ach vater: her! Mein troft von so viel jah ren! Wie läßt du mich so manchen schmer; Und so viel angst erfah ren? Mein her; verschmacht't, Mein auge wacht, Und weint sich krank und trübe: Mein angesicht Verliert sein licht Vom seufzen, das ich übe. 4. Ach HErr! wie lange willt du mein So ganz und gar verges fen? Wie lange soll ich traurig seyn, Und mein leid in mich fresfen? Wie lang ergrimmt Dein herz, und nimmt Dein heil von meiner feelen? Wie lange soll Sich sorgen voll Mein her: im leibe quählen? 9. Du bist Israels troft und licht, Deß ist mein herz gegründet: Bey dir, o meine zuversicht! Sich immer hülfe findet. Drum schaffest du Auch denen ruh, Die du nach dir läßt heissen; Und bist bereit, zu rechter zeit Sie aus der noht zu reiffen. 15. Ach Gott! ich klopf izt inniglich Voll flehn an deine pforte: Ach hdre doch und rette mich, Ich traue deinem worte. Hilf, HErr! hilf mir; So will ich dir Hie freuden opfer brin gen, Auch nachmahls dort Dir fort und fort Dant, lob und ehre 5. Willt du verstoffen ewiglich, Und nicht mehr guts erzeigen? singen. Soll dein wort und verheissung sich nun ganz zum ende neigen? Zürnst du so sehr, Daß du nicht mehr Dein heil magst zu mir sen den? Doch, HErr! ich will Dir halten still; Dein arm kann alles wenden. 2. In besondern geistlichen dhten und Anfec tungen. mel. JEfu deine heilge wunden. be* 6. Nach dir, o HErr! verlan- 837.Geht ihr traurige geget mich Im jammer dieser erden: Mein GOtt! ich harr und hoff auf dich; Laß nicht zu schanden wer: den, HErr! deinen freund, Daß nicht mein feind Sich meines un glücks freue. Gib mir vielmehr, Daß, dir zur ehr, Ich sieg und kraft verneue. 7. Ach HErr! du bist und bleibst auch wol Getreu in deinem sinne: Darum, wenn ich ia kämpfen soll, So gib, daß ich gewinne. Leg auf die last, Die du mir haft Beschlos schwert ihr mir das herz? Flieht aus meiner sinnen schranken, Schwermuht, traurigkeit und schmerz! Ich will frey und freudig seyn; Denn mein JEsus wird die pein, Die mich drückt, nach ſeinem willen Völlig heben, tilgen, Billen. 2. Was sollt ich mich selber tranken, Damich doch mein JE. fus liebt? Hieran will ich sets gedenken. Satanas, sey du betrübt; Du bist nicht, wie ich, ges tauft Creuz und Trost- Lieder 542 tauft, Du bist nicht, wie ich, erkauft: Dir ift Chriftus nicht ge: storben, Nicht, wie mir, das heil erworben. 3. Wenn ich freuden, ehren, schäße Gegen dieses Isse- geld, Ges gen diese würde sete; So verlach ich alle welt. Wüßt ich gleich die größte luft, Die der ganzen welt bewußt, Aber JEsum nicht zu haben; Würde sie mich doch nicht laben. schirmet Seine gläubigen gewiß: Fürchte nichts, bedrängter simm! Lege furcht und sorgen hin; JE fus wird dich wol erhalten, Laß ihn nur geduldig walten. 9. JEsu, meiner feelen freude! Gib mir deinen freuden geift, Der mein her; mit trofte weide, wie dein heilsam wort verheißt. Ach mein hort! benimm mir doch Dieses schwere trauer- joch! Werd ich nie von dir geschieden, Ach so bin ich wol zufrieden. 4. Nun er ist mir ja gegeben, Daß ich mich sein freuen kann.Leis den, tod, verdienst und leben, Was mein JEsus mir gethan, Er, and was er hat, ist mein, und ich bin auch wieder sein: Teufel, hölle, tod und fünden kann ich durch ihn überwinden. s. Es ist wahr, ich bin ein sünder: Aber meines JEsu blut Sest mich unter GOttes kinder, und macht alle schulden gut: Das gerechte GOttes- lam Mußte mich am creuzes- stammDurch sein heiliges verdienen Mit dem höchften GOtt verfühnen. 6. Es ist wahr, ich muß zwar sterben, Durch das that des todes gehn; Doch ich kann ja nicht ver- el. Wer nur den lieben GOtt x. derben, Ich muß wieder aufer: keht. Jesus tilgt des todes 838. Gerechtich fagen? Es kann kraft Durch sein sterben, und vers schafft, Daß er mir zum engel or den Nur ein schritt und durch gang worden. scheint, ich soll verlohren sepn: Da mich so viele fünden nagen, Empfind ich lauter höllen- pein. Und bey den martern meiner noht Fehlt nichts, als gar der ewge tod. 7. Freilich satan tobt und schrecket, und ist tag und nacht bemüht, Wie er angst und furcht erwecket, Noht und pein zusam 2. Ich weiß, daß mich dein geist men zieht. Doch ich weiß, daß im herzen Auch allzuoft erinnert JEsus Chriß Auch der starke hel- hat; Doch wollt ich mit der gnade fer ist, Der des teufels macht scherzen, Damit verwarf ich allen geschlagen, und die bölle schau; raht; So, daß ich schändlich von getragen. mir fließ, Was heilig, gut und 10. Laß mich ungeduld vermei: den, Die sich oftmahl bey mir regt. Laß mich dir zu ehren leiden, Was du, HErr! mir auferlegt. Zwinge felbst mein fleisch und blut, und erhebe meinen muht, Daß ich deine fen und bleibe, und mich nie was von dir treibe. 11. JEfu! laß mich ja nicht fal len: Deine rechte halte mich, Daß ich unverwandt in allen, Treuer JEsu! seh auf dich, Laß mich alle pein und noht. Angst und furcht, ia selbst den tod Durch dich frölich überwinden, und des glaubens ende finden. 8. JEfus hat den pfuhl bestür- chriftlich hieß. met, Nebst der macht der finßter: 3.Wie kann ich alle schulden zäh niß; Nun beschützt er und be! len, Die deinen sorn auf mich ge hauft? in besondern geistlichen Nöhten und Anfechtungen. 543 häuft? Da nun nach meiner ars rechterbahn, Nach deinem weisen men seelen Der satan durch ver- rahte, führen; Sonimmst du mich zweiflung greift; So weiß ich we mit ehren an, Und crsnest mich, der aus noch ein, und soll ein nach dieferzeit, Im reiche deiner brand der höllen seyn. herrlichkeit. 4. Wo lauf ich hin in solchen schmerzen? Wo eil ich in den angsten hin? Ach HErr! es reuet with von herzen, Daß ich ſo abges mich wichen bin. die gnaden thür; So ist es ganzlich aus mit mir. 5. Laß dich mein elend doch er barmen, Barmherzger GOtt! durch JEsum Chrift: Durch JE sum Chrift, der für mich armen Geplaget und gestorben ist. hat für mich genug gethan, Nimm sein verdienst zur zahlung an. Er 6. Ihn halt ich fest mit glaubens hånden; In ihm verstöffest du mich nicht. Der fünder wird die gnade schånden, Die allen sün dern trost verspricht, Der durch verzweiflung untergeht, Und nicht bey JEsu feste steht. 7. Ja, GOtt! du hast mich losgesprochen Von dem, was mein ge wissen schreckt: Und was ich gegen dich verbrochen, It ganz bezahlet und bedeckt. Trok, satan! troß, und halte mir Nun meine fünden weiter für. 8. Von nun an, Gott! sey meinem leben Dein wort zur richt schnur vorgestellt. Du wirst mir traft und segen geben: Und wenn das fleisch aus schwachheit fällt; So richte mich von neuen auf, Und fördre meinen tugend- lauf. 9. 3war, treuer GOtt! wenn du die fünden Hier zeitlich noch bestrafen willt; So laß mich auch den trok empfinden, der aus der bater- liebe quillt: Du bleibst im creuze doch mein freund, Ders niemahle bdse mit mir meint. 10. GOtt lob! so kann ich ruh verspühren, So wirst du mich auf Mel. Wo GOtt der HErr zc. sohn, Du 839. DefuChrifte, Gotz schöpfer aller dinge! Schau doch herab von deinem thron: Hör, was ich vor dich bringe. Du bist, HErr! das höchste gut; Ich bin ein mensch, der arges thut, Ein' hand voll erd und asche. 2. Du bist sehr herrlich, schön geziert, Boll majestät und ehren; Ich bin in jammer tief geführt, Der niemahls will aufhören: Du bist das licht, ich aber blind: Du bist gerecht, und ich voll fünd, Als die mich ganz besessen. 3. Du bist die wahrheit, licht und freud, Der arzt, das heil und leben: Ich eitel, krank, voll trans rigkeit, Muß schnell den geist aufgeben. Der leib muß die verwesung sehn, Es kann in kurzer zeit geschehn, Und nichts kann mieb erhalten. 4. Wahr ist es, du hast selber mich Mit deiner hand bereitet, Aus mutterleibe wunderlich Ans tagelicht geleitet: Was hilfts mich aber, daß ich bin, HErr! dein geschöpf? iezt fahr ich hin, Und muß zunichte werden. s. Doch weil du selbß mein schöpfer bis: Wolls du dein werk nicht hassen, und mich in meiner angst, HErr Christ! Mit hülfund tros nicht lassen. Du haffes nicht, was du gemacht; Vordir ist alles hoch geacht tub wehrt in deinen augen. 6. Ach schau doch deine hånde an: Durch die bin ich formi. ret. Dein herz mich nicht ver stoffen 544 Creuss und Trost- Lieder stoffen kann, Weil dich erbarmung ich das licht der ewigkeit In dei rühret. Dis sind die hande, die nem licht anschaue. für mich Mit någeln haben lassen sich Aus bols des creuses schlagen. 7. Darinnen fieht mit deinem Lies doch die schrift, die mir zu gut In deinen handen blieben: So wird und muß dein liebreich her; Sich mein erbarmen, allen schmerz, Den schmerz des geistes, stillen. 8. Ich schrey, dein arme creatur: Mit gnaden auf mich blicke. Du bist mein arit, in deiner cur Mit labsal mich erquicke. O GOtt mein heiland! hilf du mir, und bring mich wiederum zu dir, Eh ich gar muß verderben. 9. Was sind doch aue meine tag'? Als nichts sind sie zu rechnen. Ich armer mensch, wie daß ichs wag', So fren dich anzusprechen? Ach, grosser GOtt! ach zürne nicht, Daß ich vor deinem angesicht zu reden mich erwinde. io. Die noht, o HErr! hat kein gesez, Die mich jest hart umringet. Drum dis für teine frechheit schäß: Die angst mich zu dir zwinget, Der kranke nach dem arzte schreyt, Der blinde sich des lichtes freut, Der todte sucht das leben. Mel. JEfu deine heilge wunden Jefu 840. Laß es, erbarmen, Treuer mittler! seblåfest du? Denkst du nicht mehr an mich armen? Sprichst du mir nicht weiter zu? GOtt, mein GOtt! ach wie so lang! Meiner feel ist angst und bang; Schaust du noch, mein freund! durchs gitter In dem schweren ungewitter? 2. Hölle, fatan, welt und sün den Stürmen schrecklich auf mich zu. Wenn werd ich die stätte fins den, Wo für mich schirm, schuß und ruh? Hilf mir, HErr, mein fels, mein hort! Mein herz hålt dir vor dein wort, Da du schwörst: dein herze wolle, Daß der fünder leben solle. 3. Sünde, wie magst du nun drücken, und mich plagen ohne raft? Hier auf meines JEsu rük ken, Liegt die mir zu schwere last. Alle meine schwere schuld Träst und zahlt er mit geduld. Gott bestraft an seinem kinde Seiner knechte schmach und fünde. II. Eil, JEsu, grosser lebensfürst! Dich meiner zu erbarmen, Den stets nach deiner hülfe dürft't; Hilf mir, HErr, hilf mir armen! D GOttes und auch Davids 5. Theurer JEsu! hdr mein sohn! Erbarm dich mein, und mei- sehnen, und mein wiederhohltes ner schohn, Hör den, der nach dir flehn; Zähle meine heisse thränen, schreyet! 4. Kommet, kommet her, ihr armen! Höret, wie GOtt selber schreyt; Eurer will ich mich erbar men, Die ihr hoch beladen send. Nun ich komme mit begier, Als ein matter hirsch zu dir; Laß es, JEsu! mir gelingen, Laß dein lebens- waffer springen. 12. Eil nicht so fort du wahres licht, hier ist, der auf dich hoffer: Steh frill, dein auge zu mir richt: Hdr den, der dir nachrufet. Mit deiner hand mich zu dir leit, Daß Laß mich troft und hülfe sehn. Stärke die erschrockne seel Mit dem füffen freuden- d1, und er leichtre mein gewissen, Nach so viel bekümmernissen. 6. Senk, o JEsu! meine fün den in besondern leiblichen Nöthen und Anfechtungen. 545 den Ju des tiefen meeres grund. angk und noht Nun ganz und gar Laß den harten zorn verschwins befrenet; So bitt ich, höre doch den, Thu mir deine gnade kund. Dein kind, das ängstlich schreyet, Deiner fürbitt ängstlich schreyn Und lindre dessen joch. Laß ben GOtt fiets kräftig seyn. Zeig mich ihm in deinen wunden: Denn dadurch bin ich entbunden. 7. Alsdenn will ich täglich sin gen, HErr! von deiner liebestreu. Ich will dank und orfer bringen, Rühmen, daß GOtt gnädig sey: Ja in deinem heiligthum, HErr! erheb ich deinen ruhm, Wo mein herz ihn täglich ehret: Amen, ja! ich bin erhdret. 6. Laß sich den feind nicht freuen, Daß er mich schreckt und plagt: Laß mich nicht länger schreven. Du hast ja zugesagt. Daß uns, was wir begehren Gewißlich werden soll, Wenn unsre heisse zähren und fichn nur glaubens- voll. 7. Beweise deine stärke an mir, groffer GOtt! Zerstöhr des fatans werke, Hilf mir aus dieser noht. Ich bin ein kind des HEr ren, Der über alles ist. Du kannst dem satan wehren, Drum steure ſeiner lift. 8. Zwar läffet meine fünde Es Leider! schwerlich zu, Daß ich die hülf empfinde; Sie fidhret meine ruh. Doch will ich nicht verzagen; Ich weiß, daß du, HErr Chrift! Die frafe schon getragen, Und mein erlöser bist. 9. Kanns seyn, ach so be reye mich doch von dieser pein: Ach höre, wie ich schreye, Laß es nicht fruchtlos seyn. Ach zähle meine tähren: Wie lange willt du doch Dein antlig von mir kehren? Nimm weg das schwere joch. Mel. Herzlich thut mich verlang 841. Laß, JEfu! bir mein flehen und seufzen ohne zahl Aniest zu berzen gehen. Bemerke meine quahl, Mein weinen und mein klagen. Erhör, und rette mich: So will ich dir lob sagen Hier und dort ewiglich. 2. Du schlosses mit mir armen Den bund der lieb und treu, Daß ich durch dein erbarmen Der höll entrissen sey. Du hast mich in dem bade Des lebens rein ge macht; Ich bin durch deine guade Dem himmel zugebracht. 3. Du, fatans überwinder! Ramft selber in die welt, zu retten alle fünder. Du hast, o starker held! Der bosheits- vollen schlan gen Den alten kopf zerknickt, Den seelenfeind gefangen, Für dem mein hert erschrickt. 10. Doch will ich dich nicht leh ren: Mach du, was dir gefällt. Willt du dem creuze wehren, So en dirs heimgestellt. Soll mich es länger plagen; Dein wille mag geschehn: Du wirst mirs helfen 4. Du has dein blut vergoffen, tragen, und mir zur feite stehn. JEsu GOttes lamm! Du gien11. Des feelen feindes tücke gest unverdrossen Für uns ans Sind zwar sehr groß und viel: Er creuzes flamm, Schmers, iammer fellt mir neg und stricke; Doch u empfinden, Ja gar den tod zu haft du, HErr! ein ziel Für seine h; Damit wir, rein von sün- wuht gestecket, Da muß sie stille den, Des satans macht entgehn. 2 ftehn: Die sich nur so weit strek. fet, Als du sie läffeßt gehn. Dieweil du meine feele Durch deinen herben tod, Aus 12. Laß mich durch deine waf fatans pfuhl und hölle Aus aller fen, Die du mir vorgestellt, Viel Mm nuk Creuz und Troft: Lieder died of 546 nuß und vortheil schaffen. Wenn mich der herr der welt Mit sei nen feuer- pfeilen, mit seiner list und wuht Gedenkt zu übereilen; Halt mich in deiner hut. 13. umgürte meine Gib mir den glaubens- schild, Die pfeile abjuwenden, Womit er auf mich zielt. Sein drauen zu zernich lenden, Mel: HErr GOtt der du erforsch. ten, Gib mir des geiftes fchwert; 843. Dir fev elast, d kann ichs wol ausrichten, Wenn alles auf mich fährt. 14. So kann ich widerstreben, Wenn GOttes harnisch mich so fest und treu umgeben; So, teus fel: spott ich dich: Denn du bist schon gebunden, Du fällst, du lie: gest schon; Denn der dich über wunden If selber GOttes john. seift! Dai ich auf keine maasse Mich, bey der unruh, die mich plagt, Jemahls recht trösten laffe. Ja, ob du gleich in meiner last Mir tröstung ange boten haft; Jaß ichs doch nicht zu herzen. Drum ist mir auch um trost sehr bang, Denn du verbirg dich gar zu lang, und läsfest mich in schmerzen. 842. Ash Mel. Es ist das heil uns kommen. ch GOtt! der satan giebt mir ein, Du wollst, der sunden wegen, Forthin mir nicht mehr gnädig seyn; Du feyst, mir ganz entgegen, Rufft alle creatur herbey, Daß sie zur rache fertig fen, Mich ewig zu verderben. Ach eil und sieh mich gnädig an, Daß ich mich wieder freuen kann; So will ich dir, HErr! danken. 2. Du wirst mich ja nicht, lieb ster GOtt! Von deiner gnade scheiden: Denn deines sohnes bittrer tod und ausgeständnes leiden Vertilget meine sündenschuld, Und hat mir wieder deine huld, Durch sein verdienst, erworben. Klage über die Unempfindlich Feit bey den göttlichen Tröstungen. 3. Drum gib mir einen guadenblick! Wo werd ich sonsten blei ben? Ach treib des satans lift zurück; Und lehre mich fest glauben, Daß du mein Freund und vater feyst, Der mir nun alle gnad er weist um JEfu Chrifti willen. 2. Gib doch, daß deine süssigteit Mein hartes herz erweiche: Damit ich einst, auf langes leid, Auch deinen trof erreiche. Denn was mir Adam angeerbt; Hat lei der! mich so sehr verderbt, Daß ich, mir selbst gelassen, HErr! dei nen trost und dessen kraft, Die al les gute in mir schafft, nicht kons zu herzen fassen. 3. Ich müßte ja, HErr! ohne dich Ohn allen troft verderben: Drum eile und erquicke mich, La mich nicht trofilos fierben. Schau mich, mein GOtt! in gnaden an Daß ich mit David sagen kann: Ich ward in angst gesehet; Doch deines wortes gnaden kraft hat meiner seele ruh geschafft, und fie mit trost ergeget. 4. Ach stell dich nicht so lange seit, als wollst du mich nicht se hen: Ich mögt in meiner bangig 4. Ach las mich doch nicht länger schmerz Und so viel kum mer haben. Ach fang doch an mein mattes herz Durch deinen troft zu laben. Verwandle meine angst in ruh, und sprich mir wie der gnädig zu. Führ mich, nach die feit, Sonst ohne troft vergehen. sem leben, zu deinen himmels frem in besondern geistlichen Nöhten und Anfechtungen. 547 freuden ein, Wo ruh, troft und| Womit ich den feind kann schlaerquickung seyn: So will ich dich gen, Alle pfeile von mir jagen. erheben. 6. Heilger geift ins himmels throne, Gött, von gleicher ewigFeit mit dem vater und dem soh ne, Der betrübten troft und frend Der du in mir angezündt; So viel glauben ich noch find, Ueber mir mit gnaden walte, Fer Blage über die Schwachheit des Glaubens. Mel. JEfu deine heilge wunden. 844. muß dir klagen 7. Deine hülfe zu mir sende, O Meines hersens jammer stand: du edler herzens gaft! Und das Ob dir gleich all meine plagen Besser, als mir selbst, bekannt. Grosse schwachheit ich bey mir In anfechtung oftmahls spühr; Wenn der satan allen glauben Will aus meinem Herzen rauben. gute werk vollende, Das du angefangen hast. Blas das kleine funklein auf, Bis ich, nach voll. brachtem lauf, Allen auserwähls ten gleiche, Dort des glaubens ¡ iel erreiche. 8. GOtt, groß über alle götter, Heilige dreveinigkeit! Ausser dir ist kein erretter: Tritt mir selbst zur rechten feit, Wenn der feind die pfeil abdrückt, meine schwachheit mir aufrückt, Will mir allen troft verschlingen, und mich in verzweiflung bringen. 9. Zeuch du mich aus seinen stricken, Die er mir geleget hat: Stür ihn selbst nebst seinen tük. ken, Drauf er sinnet früh und spat. Gib kraft, daß ich allen straus Nitterlich mag stehen aus; Und so oft ich noch muß kämpfen, Hilf du mir die feinde dämpfen. 2. Du, GOtt! welchem nichts verborgen, Weißt, daß ich nichts von mir hab, Nichts von allen meinen sorgen: Alles, HErr! ist deine gab'. Was ich gutes find an mir, Das hab ich allein von dir: Auch giebst du, nach wolge fallen, Selbst den glauben mir und allen. 3. O mein GOtt! vor den ich trete, Hör in meiner grossen noht, Wie ich jest so sehnlich bete: Laß nicht werden mich zu spott, Mach zunicht des teufels werk, Mei en schwachen glauben stårk, Daß ich nimmermehr verzage, Christum stets im herzen trage. 4. JEsu, du brunn aller gnaden! Der du keinen von dir sidst, Der mit schwachheit ist beladen, Son dern deine jünger tröst't: Sollt ihr glaube gleich so klein Als ein fleines senf korn seyn, Wollst du sie doch würdig schäßen, Grosse berge zu versetzen: 10. Reiche deinem schwachen tinde, Das auf matten füssen seht, Deine gnaden hand geschwinde, Bis die angst vorüber geht. Wie die jugend gångle mich, Daß der feind nicht rühme sich, Solch ein her; bab er gefäl let, Das auf dich sein hoffnung stellet. 5. Laß mich gnade vor dir fin. II. Du bist meine hülf, mein den, Der ich ganz voll traurigkeit; leben, Mein fels, meine suver: hilf du mir selbst überwinden; sicht, Dem ich leib und feel erge Hilf, so oft ich muß in streit, Daß ben: Gott, mein GOtt! verzeuch mein glaub' sich täglich mehrt. doch nicht! Eile doch, und seh Gib mir deines geiftes schwert, mir bey, Brich des feindes pfeil Mm 2 ins 548 Creuzs und Trost, Lieder inzwey: Laß ihn selbst zurücke entzünd' Und meinen glauben prallen, und mit schimpf zur bölle stårke. fallen. 12. Ich will alle meine tage Rühmen deine starke hand; Daß du meine noht und plage, HErr! so gnädig abgewandt. Nicht nur in der sterblichkeit Soll dein ruhm fenn ausgebreit't: Jch wills auch hernach erweisen, und dich dort einst ewig preisen. 6. Den glauben, welcher jest so klein Als wie ein senf- korn schei net, Laß doch nicht ganz verwerf lich seyn: Dein kind, das iezo weinet, Erfüll, o HErr! mit zu versicht, und mehr mein schwa ches glaubens- licht, Damit es belle leuchte. enel. Aus tiefer noht schrey 2c. gnädger 7. Bouführ das gute werk in mir, Das du selbst angefangen, Gib meinem glauben kraft, um dir Be und 845. barmherigerGott! halte mein gewissen rein, Laf Du willt uns selig haben, Du machst den bösen feind zu spott, Und giebst des glaubens gaben; Ach schau, ich seufze zwar nach dir; Allein der glaube fehler mir, Ich finke fast zur höllen. mich im kampf beständig seyn, Bis ich in JEsu siege. 8. Hilf meinem unvermögen auf, und stärk mir herz und hän de. Wohn selbst in mir, daß ich den lauf Durch deine kraft vollen 2. Wie gerne wollte sich mein de; Und gib mir einen freyen geist In deiner lieb erquicken, finn, Ergreif mich, der ich kraft Nach welcher deine treu verheißt, los bin, und selbst mir nicht kann Une trostreich anzublicken! Wie belfen. gerne wollt ich Christi tod, In meiner schweren feclen- noht, mit festem glauben faffen. 9. Die waffer- wogen heben sich, Es fängt an hart zu wittern: Die winde stürmen sehr auf mich, Mein schiff will fast zersplittern: Drum, HErr! den glauben mir bewahr, Daß ich nicht in den ab grund fahr, Wo ferner Fein er retter. 3. Ich kann mein blödes her: doch nicht, wie ich wolwünsch, erheben. Mir mangelts an der zuversicht, Ach! alle glieder beben. Mich dünkt, daß meine sündenschuld Mir deine väterliche buld Bereits entrissen habe. 4. Ich weifle fast an deiner tren, Ob sie den fündern leben, Und, nach bezeugter buß und reu, Auch gnade werde geben. Es in mir aber heftig leid: Jch gräme mich, mein herze schrept Und seuf set sehr darüber. 10. GOtt! der du hach dem glauben siehst, Ach stärke doch mich schwachen! Wenn du, böchster! von mir siehst, Wer wird mein heil bewachen? Komm, treuer GOtt! und steh mir bey, Auf daß ich unbezwungen fer, Bis an den tag des HErren. s. O frommer GOtt! ich fühl in mir ein funklein von dem Mel. Alle menschen müssen. glauben: Das rühret doch allein 846.21h Herr! ftårte von dir, Das will der feind mir rauben. Gib, daß des geiftes sauf ter wind Das faft verloschne tocht meinen glauben, Ach HErr! hilf, er wird sehr schwach, Satan will mir ihn fast rauben, Da sich häuft mein un. Ford ges in besondern geistlichen Nöthen und Anfechtungen. 549 gemach. Ach! mein glaubens- forgen gråmen, und mit verzags licht verschwinder; Weil sich kei tem sinn Vor deinen augen schäne hülfe findet. Wo ist doch mein men; Wenn wieder neue noth HErr und GOtt? Ruf ich jest in Mich in die schule führt, Zu prů meiner noht. fen, ob mein her; Dir traut, wie sichs gebührt. 2. Wo sind seiner allmacht proben? Wo ist feine vater hand, Die viel andre freudig loben? Bin ich ihm denn unbekannt? Weiß er nicht, wie mir es gehet? Weiß er nicht, wie's um mich sehet? If mein leid zu groß für ihn, Daß ich ohne hülfe bin? 3. HErr! ich glaube, hilf mir schwachen! Ja ich glaube feftigs lich: Du weißt alles wol zu mas chen, Darum komm und stärke mich. Glaub ich doch, daß du noch lebeft, Und fiets ob und bey mir schwer best, Daß dein auge auf mich sieht, Ob die hulfe gleich verzieht. 4. HErr! ich glaube, daß mich armen JEsus auch erlöset hat, Der sich aller will erbarmen, Der der fünder trost und raht; Daß er in dem größten leide Gleichwol sich von mir nicht scheide: Nur mein her; empfindt es nicht, Weil mir stark und trost gebricht. . Hilf, daß ich bald stärke finde: Stärke mich doch fort und fort. Schenke deinem schwachen finde Einen troft aus deinem wort, Der mich lehre dir vertrauen, und auf verheissung schauen, Die du mir im worte giebe; Ob du schon die hulf aufschiebt. die 2. Ich hätt aus dem, was du Mich oft erfahren laffen, Die weisheit deines thuns Schon längstens sollen faffen, Daß du mich nicht versäumft; Mich zu verlassen scheinst, Doch hilfest wenn es eit, und alles treulich meinst. 6. Laß mich deinen geiß noch trösten, Nimm ihn nimmermehr von mir. Wenn die noht am al lergrößten, Heberieug er mich von dir, Daß du noch an mich geden left, und mir deine hülfe schenkest, Kömmet nur erst stund und seit, Welche du zur hulf bereit. 3. Ich aber will den trof So gleich mit handen greifen, Eb deine prüfung noch zu solcher frucht kann reifen, Wozu du sie geschickt; Bin angst und zagens: voll, Wenn ich nach deinem rath Auf hülfe warten soll. 4. Ach! mehr und Särke du Mein kindliches vertrauen, Wenn mein verderbter sinn Sich oft will laffen grauen; Wenn lauter finsterniß Der trubsal auf mich fällt! Wenn sich auf mein geschren Dein her; verborgen hält. s. Je mehr die noht sich häuft, Je fester laß mich fassen Dis wort: Du wollst mich nicht Versäumen noch verlaffen: Dein treues vater her; Vergeffe meiner nicht, Wie mein verzagtes her: Oft un, recht denkt und spricht. 6. Dein geißt ist mächtig gnug, Die Hoffnung aufzurichten, Wenn satan, welt, vernunft Sie denken zu vernichten. Wenn eine noht erscheint, Der aller rabt entsteht, Die über menschen macht und ihre weisheit geht: 7. Da seiget deine fraft Jhr übergroß vermögen, Daß sich unmöglichkeit und alle zweifel le: gen: Auf diese soll, mein Gott! Mein glaub' und hoffnung ruhn. Mel. O GOtt du frommer 2c. 847. Ich muß mich, o mein Was du ſchon oft gerhan, Wirst Mit vielen du noch ferner thun. mm 3 Bey 550 Creuz- und Troft- Lieder Bey sweifelhaften Gedanken| rein. Denn was gånzlich abges wegen der Erwählung. funden, Muß auch ganz vergess sen seyn. Mich erquickt der frie: Mel. Kommt laßt euch den 2c. 848. Laß mich nicht in irr dens- bund, und was mir dein wort und mund Zugesagt, das kann nicht trügen: Welt und teu: fel mdgen lügen. thum fallen, Daß mein herz sich zweifel macht: Ob du, GOtt! uns menschen allen Deinen himmel zugedacht; Oder ob du eine zohl Auserlesen, deren quahl Christi blut nicht tilgen wollen, Weil sie ewig leiden sol len. 7. Jß für alle welt gestorben, GOtt! dein sohn aus lieb' und huld: Ey, so ist auch mir erwor ben Die vergebung meiner schuld. Sollte denn des Adams noht Stärker seyn, als Chrißi tod? Adams fall hat all' ersticket, Chri ki tod hat all' erquicket. 8. Dein geiß tröftet mein ge wissen, Er giebt meiner seelen rub, Beugt: ich sey der graf ent. rissen, Rufet mir die buffe zu. Chrifti euge schweiget nicht, Er ruft aus der nacht zum licht; Hier: an kann mein geiß sich laben, Daß mich Gott will felig haben. 2. Du schleußt ja mit deinen ar men Aller himmel himmel ein: Sollt an uns denn dein erbarmen, HErr! so sehr verkürzet seyu? Wer hat deine guaden- hand Gol chermaaffen eingespannt? Sollte dir, dem nichts zu gleichen, nicht der fünden menge weichen? 3. Was verlohren, willt du su: chen; En so wirst du mich auch nicht, Allerliebster GOtt! verz sluchen. Wende, HErr! dein angesicht, und verwirf mich nicht von dir; Deinen heilgen geißt gib mir, Laß ihn immer in mir bleiben, und sein heilges wefen treiben. 9. Dem, den GOtt zur buffe locket, Deffnet er den himmel auch; Weil er feines her: verstok. fet, Falschheit ist nicht sein ge brauch. Der da sizt im höchsten thron, Hält kein ansehn der pers son; Weil er selbst für aller leben Chriftum in den tod gegeben. 10. Christi blut tilgt alle fün den, Ob sie noch so groß und schwer: Sein verdienst will über winden, Schreckt gleich satan noch so sehr, Hier ist Christus, unser held, Der versöhner aller <. Will nun Christus selig ma- welt. Weg, was meine feele chen, Was verderbt am fleisch quale?! Christus macht mich aus. und sinn; Wol! so hilft er auch erwählet. mir schwachen, Weil ich auch ein sünder bin. Will er nicht des fün- Mel. JEsu deine heilge wunden. ders tod: Wird er mich in meiner noht, Die mich angiet, auch nicht lassen, Sondern sie zu her: sen faffen. 849. Weg, mein herz! mit ob du verstossen wärft. Bleib in GOttes wort und schranken, Wo du anders reden härft. Bist du bös und ungerecht? Ey, so ist 6. Hat dein sohn durch seine wunden Ganz bezahlt; so bin ich Gott 4. Dein sohn ist darum geboh ren, Daß, wer sich nur zu ihm hält, Selig sey und nicht verlohren; Sein blut gilt für alle welt. Dein wort fehet unverlegt: Busse hast du, HErr! gesetzt nicht gerechten, sondern fündern, Und gefallnen menschen- kindern. in besondern geistlichen Nöhten und Anfechtungen. 551 GOtt fromm und schlecht. Haft, Stellt man sich nun gläubig em, duzern und tod verdienet? Sinke Sucht von fünden los zu seyn, nicht, GOtt ist verfühnet. Fliehet satans reich und rachen, Thut man GOtt- gefällge sachen. 2. Du bist, wie die menschen alle, Durch den fünden- gift be fleckt, Welchen Adam mit dem falle Durch der schlangen lift er: meckt: Aber Fehrst du nur zu GOtt, Besserst dich; so hats nicht noht. Sen getroft, GOtt wird dein flehen und dein bitten nicht verschmähen. 8. GOtt und alles heer dort oben, Das ihniezt und ewig ehrt, Jauchzet auch, wenn sie ihn loben, Daß der fünder sich bekehrt. GOtt bedecket und vergißt Alles, was verbrochen ist; Alles, alles wird vergraben, Wie wir ihn be. leidigt haben. 3. Er hat stets ein her; voll liebe, Das uns nie zu schaden denkt: Daß sich, durch die reinsten trie: be Des erbarmens, zu uns lenkt. GOtt hat einen vater- sinn, Unser jammer jammert ihn, Unser un glück macht ihm schmerzen, Unser tod kränkt ihn von herzen. 4. Ruft er nicht? so wahr ich lebe, Ich will nicht des sünders tod, Sondern daß er sich bestrebe zu bekehren: ia, mein GOtt Freut sich herzlich, wenn er hört, Daß ein fünder wieder kehrt; Will nicht, daß aus seiner heerde Nur ein schaaf verlohren werde. s. Kein hirt kann so fleißig ge hen, Wenn sich dessen schaaf ver lauft: Solltest du sein herz pur sehen, wie sich lieb' und sorgfalt häuft, Wie es für verlangen brennt, Wenn ein kind sich von ihm trenut Und von den geliebten: seinen; Würdest du für freuden weinen. 6. GOtt liebt nicht allein die frommen; Sondern die der fee len- feind Ihm durch lift und wuht entnommen, Weil ers treu mit allen meint. Und sein väterlich bemühn Suchet sie zurück zu ziehn: Ja sein locken, sorgen, wachen Will die fünder selig machen. 9. Himmel, erde, meer und seen Mögen noch so grundlos seyn: Dis und alles, was wir sehen, Ift und bleibt unendlich klein Gegen GOttes lieb' und huld, Die bey unsrer fünden schuld Uns erträ get, duldet, liebet, Und uns raum ¡ ur buffe sieber. 2 10. Nun so ruh und sey zufrie: den, Geele, die du traurig bist! Was willt du dich viel ermüden, Da es doch nicht nähtig ist? Sind gleich deiner fünden viel: GOt: tes huld ist ohne ziel, und kann alle deine flecken, Als die welt ein fäubchen, decken. 11. Könntst du tausend welten finden, Die der höchste GOtt gemacht, und du hättest alle fünden, Die in selbigen vollbracht: Wår es viel; doch seine treu, Welche täglich groß und neu, Würde føle che last besiegen, und unendlich überwiegen. 12. Mein GOtt! öffne mir die pforten Solcher gnad und gütigkeit. Zeige mir an allen orten Deiner huld vollkommenheit: liebe mich, und treib mich an, Daß ich dich, so gut ich kann, Wiederum umfang und liebe, Und dich ja nicht mehr betrübe. 7. Darum bleiben auch die flammen Seiner liebe immer groß:| Mel. 2. Alles was mir GOtt x. Denn er ruft uns allzusammen In den weiten himmels- school. 850. Dahl und angst muß M ni 4 ich empfinden, Ob ich 552 Creuz und Troft Lieder ich GOttes kind noch sey? Denn der findschaft pflicht und treu Brach ich oft durch schwere sünden, Die ich ohne scheu verübt, Und wodurch ich GOtt betrübt. 9. Du sollt doch mein vater bleiben, Wenn gleich deine ruhte schreckt und mir schmerz und angst erweckt. Dir will ich mich ganz verschreiben, HErr! dir leist 2. Ach! der bund ist übertreten, ich treu und pflicht, Bis mein heri Den GOtt durch das waffer- bad im sterben bricht., Mit mir aufgerichtet hat. Will ich nun zum höchsten beten, Fält mir oft der zweifel ben: Ob ich GOttes kind noch sey? Mel. Christus der uns selig macht 851. Schwing dich auf zu deinem GOtt, Du 3. Gott erhört nur seine tin- betrübte feele! Was liegst du der, Welche seinen willen thun; GOtt faft zum spott, In der Kann mein herz nun also rubn, schwermuhts höle? Merkst du Da ich ein verhaßter fünder? Ja nicht des satans list? Er will durch mich drückt der sorgen- stein: Wie sein kämpfen Deinen troft, den kann GOtt dein vater feyn? JEsus Chrißt Dir erworben, 4. Stürmen auf mich trùbfals- dämpfen. winde, ch! so wird mein glaube klein, Und der satan giebt mir ein: GOtt verfährt mit seinem kinde Nicht so scharf; wärst du sein kind, War er nicht so hart gesinnt. 2. Schüttle deinen kopf und sprich: Fleuch du alte fchlange! Was erneurst du deinen stich Machst mir angst und bange? It dir doch der kopf zerknickt, und ich 5. Darum fleh' ich: hilf mir bin durchs leiden Meines JE armen, Vater der barmherzigkeit! su dir entrückt In den faal der Tilge dieses herzeleid Durch dein väterlich erbarmen; Und verwirf mich armen nicht Ganz von dei nem angesicht. freuden. 6. Vater! laß mich gnade sin den: Sprich mich, den verlohr nen sohn, Wieder fren vor deinem thron: Chrifi blut foll mich entbinden, Darum schenke mir die schuld. Und ertrag mich mit geduld. 7. Dein kind fernerhin zu heiß sen, Bin ich freilich nicht mehr wehrt. Doch da mich dein geiß bekehrt, kannst du auch den bund nicht reiffen. Schau, ich kehr zu meiner pflicht, HErr! darum ver: froß mich nicht. HErr! ich fage Dir aufs neue Wieder pflicht und liebe zu, Die du forderst: blicke du Nun, nach deiner vater treue, Den mit gnaden- angen an, Für den JEfus gnug gethan. 3. Wirfst du mir die fünde für? Wo hat GOtt befohlen, Daß mein urtheil ich bey dir leber mich soll holen? Wer hat dir die macht ge schenkt, Aubre zu verdammen? Liegest du doch selbst versenkt J den höllen- flammen. 4. Hab ich was nicht recht ge than, Reut es mich von herzen; blut und schmerzen: Denn dis if Dabingegen nehm ich an Christi die ranzion* Meiner miſſethaten; Bring ich die vor GOttes thron, Jt mir wol gerahten. * das Iofesgeld. 5. Christi unschuld ist mein ruhm, Sein rebt meine crone, Gein verdienst mein eigenthum, Wo ich sicher wohne Als in e nem festen schloß, Das kein feind kann fallen; War fein ganzes her auch los, Nebst der macht der höllen. 6. Sturs in besondern geistlichen Nöthen und Anfechtungen. 553 Da wird all ihr gram und leid Lauter freud und lachen. 6. Stürme teufel, höll und tod! Was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner noht GOtt mit vielen gnaden, Der GOtt, der mir seinen sohn Selbst ge schenkt aus liebe, Daß der ewge spott und hohn Mich dort nicht betrübe. 7. Schreye, tolle welt! es fey GOtt mir nicht gewogen: Es ist lauter tauscheren Und im grund erlogen: Wäre GOtt mir gram und feind; Würd er mir die gaben, Die mein eigen worden seynd, Nicht verliehen haben. 8. Denn was ist im himmels jelt? Was im tiefen meere? Was if gutes in der welt, Das mir nicht gut wäre? Und wem brennt das fternen licht? Wozu ist gege: beneuft und waffer? dient es nicht Mir und meinem leben? 9. Ich bin GOttes, Gott is mein: Wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe creus herein Sammt dem bittern leide? Laß es dringen: kommt es doch Von geliebten händen. Wie bald weicht das creuzes- joch, wenn es GOtt will wenden? 10. Kinder, die der vater soll Ziehn zu allem guten, Die gerah ten selten wol Ohne zucht und ruhten. Bin ich denn nun GOt tes kind; Warum will ich fliehen, Wenn er mich von meiner fund Auf was guts will ziehen? 11. Es ist herzlich gut gemeint Mit der christen plagen; Wer hie zeitlich wol geweint, Darf nicht ewig klagen, Sondern hat voll kommne luft Dort inChrißi garten ( Dem allein er recht bewußt) Endlich zu gewarten. 12. GOttes Finder säen war Traurig und mit thränen; aber endlich bringt das jahr Wornach sie sich sehnen: Denn es kommt die erntezeit, Da sie garben machen. 13. En so faß, o chriften- herz! Alle deine schmerzen; Wirf sie frds lich hinterwärts, Laß des trostes kerzen Dich entzünden mehr und mehr: Gib dem groffen namen Deines GOttes preis und ehr, Er wird helfen, amen. Blage über GOttes- lästerliche Bedanken. mel. Kommt her zu mir spricht ze armer wo 852. I denk ich hin? Wie laß ich jego herz und sinn, Zwar wider meinen willen, Doch gegen dich, HErr JEfu Chrift! Durch lästerung erfüllen? fatans tücke, trug und lift Mit 2. Du hast mir ta von kindheit an an leib und feel viel guts ges than, Und alle gnad erwiesen: Ist denn nun dis der dank dafür? Wirst du, mein GOtt! also von mir Für deine huld gepriesen? 3. Ach HErr! ich hätte wol vers dient, Daß du mich, als ein böses Find, Alsbald zur hölle stieffent, und mich daselbst, ben höchster quahl, Die lästerungen allzumah! Im feuer büffen liesfest. 4. Drum lehre mich doch recht verstehn, Daß solches lästerliche schmähn Vom bösen geift herrühre, Daß er durch solche lästerung Mich armen in verzweifelung und andre lafter führe. <. HErr! rette deinen ruhm und mich, Daß nun in meinem herzen dich Der fatan nicht mehr schmähe; Gid, daß ich diesem lästergeist, Der mich nur dich betrüben heißt, Nun kräftig widerstehe. 6. Verleih mir kraft, zu solcher seit, Wenn sich der böse geift nicht scheut Durch lästerung zu toben, mm S Dich Creuz und Trost: Lieder 554 Dich, HErr! in meines herzens grund, Und auch zugleich mit wort und mund, Zu preisen und zu loben. : <. Ach! schaue meine noht, Bald will mich der verdammen, 7. Ach HErr! ich schrene noch Der selbst verdammet liegt Mit zu dir, Laß deinen guten geist in Eetten in den flammen: Bald mir Mit seiner gnade bleiben; Ich kömmt ein feuer- pfeil, Gott raum ihm herz und alles ein, Ich wüßte nicht von mir, Du ftiesseft, will sein heilger tempel seyn, Seino mein GOtt! Mich ganz und werk darin zu treiben. gar von dir. 6. Ach ia: die lästerung Mischt sich in alle dinge, Jn alles, was ich nur Thu, lefe, bete, singe. Was ich zu deiner ehr und ruhm voll bringen soll, Das mach ich, wie mich deucht, Von sünd und schau. de voll. 8. Ach heilger geist: komm, heilge mich, Daß satans bosheit, welche dich Bisher gelästert, weiche. Ach! wirk in mir kraft, fried und ruh, Daß alles, was ich red und thu, Nur dir zum preis gereiche. diese grosse quapl Frißt mir das her: noch ab. Mel. O GOtt du frommer zc. 853. Ich klage dir, o GOtt! feele Wie grosse feelen- angst Mich täglich nag und quäle: Ach! bdse lästerung, Gedanken wider dich, Die oft ben mir ents stehn, Mein Got:! betrüben mich. 2. Ach weh! wo soll ich hin? Wem soll ich davon sagen? Den menschen trau ich nicht: Ach GOtt! dir will ichs klasen; Du kennst des herzens grund, Du fennest meinen finn, Wie ich darüber stets von herzen traurig bin. 3 7. Der läster worte kann Ich mich nicht gleich entschlagen: Auch wider willen muß Ich sie oft nicht zu. Was ich so leiden muß; Ich widersprech ihm oft, und leid es mit verdruß. 8. Mein GOtt! dir iß bekannt, Wie heftig ich mich wehre, Wie ich mich bald zu dir und bald zum beten kehre. Ich schreye tausend. mahl: Ich mein' und will das nicht, Was böse lästerung In mei. nem herzen spricht. 9. Drum gib doch, daß dein geist Die lästrung von mir trei bet, Mich gutes denken lehrt, In meinem Herzen bleibet, Es durch dein lob erfüllt, mich heilig macht, regiert, Gedanken, zung und mund, Dich stets zu preisen, rührt. 3. Wie herzlich gern wär ich Der låstrung überhoben? Ich qual' und martre mich, wenn sie fast in mir toben. Ach! wenn mein herz auch nur an dich, mein GOtt! gedenkt; So wird es 3. In besondern leiblichen gleichsam ganz Jn lasterung vers fenkt. tähren und Leiden 4. Dein wort, woran ich denk, HErr! wird in mir verkehret, Und Die als in Verfolgungen. Mel.Wer nur den lieben Gott*. Gott für uns; was wird gestöhret. Ich höre andre 854. tenn uns schaden, Ob wort, Als ich im Herzen hab: Und sich uns alles widerfekt? Denn find in befondern leiblichen Nöhten und Leiden. 555 sind wir nur bey GOtt in gnaden, dem lager keine ruh In meinem So bleiben wir stets unverlegt. Wer GOtt nur hat, hat immer schuß, Er bietet welt und teufel truß. 2. If GOtt mit uns; wird aus dem feinde Gar oft der aller beste freund. Und haben wir nur Gott zum freunde, Was schadet uns der ärgste feind? GOtt hin tertreibet allen raht, Der trug und falschheit in sich hat. 3. Jfi GOtt bey uns; so stehn wir feste, Wenn sturm und wetter blißt und kracht. GOtt decket uns aufs allerbeste Und machet tag aus fintstrer nacht. Wer un ter feinem schatten sist, Der wird für aller noht beschützt. 4. If GOtt in uns; so steigt im herzen Durch seine kraft ein helden muht; So spührt man lust in noht und schmerzen, So heißt uns alles böse gut. Gott und ein gut gewissen macht, daß man der feinde zorn verlacht. herzen haben? 3. Wie lange soll sich doch mein feind noch über mich erheben, Ders mit mir auf das ärgste meint, Und gönnt mir kaum das leben? Er trott und pocher auf gewalt, und setzet mir gar man nigfalt Sehr zu an leib und feele. 4. Sieh an, o HErr! und höre doch mein flehen und weh. klagen. Erlöse mich vom harten ioch Der viel und schweren pla gen: Die augen, GOtt! erleuchte mir, Daß ich nicht plötzlich muß von hier, und in dem tod entschlafen: s. Daß sich mein feind nicht rühm daben, Er habe rache funden, noch sich in seinem herzen freu, 213 wär ich überwunden; Nicht über meinen unfall lach: Da du doch weißt, daß mei. ne sach Kein unrecht mit sich führet. <. Wer wollte nun an GOtt verjagen? Er will für, mit, bey, in uns feyn. Drum weg mit euch, ihr bange klagen! Ich traue mei nem GOtt allein. Tritt, welt und teufel! nur herfür, Ich fage: trog! Gott ist allhier. 6. Ich aber hoffe, daß du mich Bald rettest, und in gnaden Von mir abwendest kräftiglich Angst, elend, spott und schaden. Ich weiß, du bist voll gut und treu, Und stehst mir armen kräftig bey, Der täglich darauf wartet. Mel. HErr JEfu Chrift du höchst ch GOtt, wie schwer 855.2% ist mir mein hers! 7. Drum sey nur frölich, ban. ger geist! Laß alle schwermuht fahren: Und glaub, GOtt, der dein vater heißt, wird dich getreu bewahren Für aller feinde list Wie angst ist mir zu muhte. Mein und tück, In kurzem auch dein geift empfinder grossen schmerz, ungelück In euh und freude kehUnd wird niemahls zu gute. Mirren. if an allen orten bang: Ach from-* 8. O vater, sohn und heilger mer vater! ach wie lang Willt du geift, Voll weisheit, gut und mein fo vergessen! stärke! Sen stets aus herzens. 2. Wie lange willt du, treuer grund gepreift Für alle groffe wer GOtt! Dein antlik so verdecken, ke. HErr! führ und schüß mich Und meine feel in solcher noht immerfort Durch deine gnad an Und trübsal lassen stecken? Soll allem ort Zu deines namens ich denn sorgen immerzu, Und auf ehre. Bey 556 di Bey Neid und Verfolgung. Mel. Aus tiefer noht schrey ich. 7. So glücket manchem zwar die kunst, Durch heucheln, trug und 856. 2 wie und fal geht mirs doch, Da meine feinde toben? Wie hart und schwer ist dieses ioch! Ach schaue doch von oben! Die trübsal macht mich můd und matt, Ach! komme bald, ach! schaffe raht, Und stille mein verlangen. schen dunst Die menschen zu bes trugen: Weil sein verstand durch falsche lißt, Durch haß und neid verfinstert ist; Doch kann er GOtt nicht tauschen. Treuz- und Troft- Lieder 2. Ach! schaue, was für gram und pein Mir die verfolgung bringet; Dieweil sie mir durch mark und bein Bis in die seele dringet. Ach schmerz! der bis zum herzen frißt, Wenn der, so selbst voll lafter ist, Uns lästert, schimpft und schmähet. 8. Wer iedem zu gefallen denkt, Muß ohn gewissen leben, und dem, der zucht und tugend kränkt, In allem beyfall geben; Er achte weder amt noch pflicht: Denn sonst gefällt er diesem nicht, Den haß und neid besessen. 3 9. Ach HErr! erbarm dich über die, So sich dem neid ergeben. Erwecke, rühr und lenke sie Von solchem bösen leben, und führ ſie Christi schaafen zu, Damit ſie jes dermann in ruh Und fillem friede laffen. 3. Wie quählet den nicht haß und neid, Der stets nach freund schaft strebet, Der gern in fried und einigkeit mit seinem bruder lebet! Der neid ist blos des faz tans ruhm; Der haß der hunde eigenthum; Die ruht ein werk der tieger. 10. Erbarm dich meiner! denn ich bin mit solcher zunft umges ben. Verleih mir einen fanften sinn. Und laß mich freundlich le ben. Ach! gib mir sanftmuht und geduld, Damit ich ihnen ihre fchuld Vergeb und auf dich hoffe. 4. Zu fried und ruh beruft uns Gott, Wir müssen sanftmuht üben: Es ist ja dieses sein gebot, Daß wir uns herzlich lieben. Ein 11. Mein helfer, ach! verlaß blosser nam' und eitler ruhm Ift mich nicht, Ach! eil, mir benzuste nur ein solches christenthum, Bohen, und zeige mir dein ange fried und liebe fehlen. sicht: HErr! laß mich freudig se hen, Wie mächtig deine gnade fey, Durch diese mach mich völlig frey: Dir will ich fest vertrauen. s. Und dennoch sieht man weit und breit, Wo chriften leute le ben, Nichts als verleumdung, zwist und streit; Man ist dem haß ergeben: Doch soll dis laster tu gend seyn, Deswegen sucht man falschen schein, Um es damit zu schmücken. Mel. Wo GOtt der HErr nicht z. 857. HErr, bilf mir! denn ich werde sehr Von meinem feind gedränget, Der wi 6. Der hat bald dis, bald das der meinen glimpf und ehr Viel gethan, Den wir nicht leiden kön- böses ausgesprenget: Er suchet nen, Den nennt man einen bdsen mich um haab und gut, Ja gar mann, Dem wir die luft nicht um leben, leib und blut, Durch gönnen: Wir plagen, drücken, feinen mund zu bringen. suchen ihn Auf alle weise durch zuziehn. Und dis heißt wol ge handelt. 2. Du, HErr! der du allwiss fend bist, Erkennest feine lügen: Er sucht in dem, was unwahr ist, Sein in besondern leiblichen Nöthen und Leiden. 557 Sein schåndliches vergnügen. Du| nichts, und bleibet Ein staub, der weißt, daß mir zu viel geschicht: Denn ich verschulde das ja nicht, Was er mir aufgebürdet. leicht zerstäubet. 5. Ach Herr! wie gar nichts seyn Die menschen insgemein, Die doch so sicher leben, und gar nicht acht drauf geben, Daß all ihr thun und glücke Verschwind im augenblicke. 3. Drum nimm dich meiner gnådig an, Und rette meine ehre; Daß jedermann erkennen kannlind überzeugend hdre, Daß alles falsch und ohne grund, Was meines feindes läfter- mund Mir schånd lich nachgesprochen. 4. Verleih mir einen solchen muht, Der sich darob nicht kranket, Was mein feind redet oder thut; und der vielmehr bedenket: Der lügen werde leichtlich raht, Wenn man sich für der bösen that Nur hütet, und fromm lebet. . Auch bitt ich dich, liebreicher GOtt! Du wolleft die bekehten, So mich mit lüger, hohn und sport Bisher so sehr beschweren. Führ sie zur buffe, reu und leid, Damit sie ja die seligkeit Deswegen nicht verlieren. 6. Sie suchen gut und geld, Gehn her in dieser welt Als wie ein schatt' und schemen: Und können nichts mitnehmen, Wenn sie dereinst voll leiden Aus diesem leben scheiden. 7. Sie schlafen ohne rüh, Arbei ten immerzu, Sind tag und nacht geflissen; Und können doch nicht wissen, Wer, wenn sie niederlies gen, Ihr erbtheil werde kriegen. 8. Nun, HErr! weß soll ich mic Doch trösten nicherlich? Auf dich will ich nur bauen, und deiner gute trauen. Rett mich von aller sünde, Die ich noch in mir finde. Mel. Auf meinen lieben Gott. 9. Laß mich doch, treuer GOtt! Nicht seyn der thoren spott. Mein mund soll stille schweigen, Das 858. Mein G ein GOtt! ich haber; zur ruh sich neigen; Du ftifs ter aller fachen! Kannst, willt und wirsts wol machen. be mir Fest vorge sest: allhier Will ich mich fleissis hüten, Ob gleich die feinde wüten, Daß ich, wenn ich was spreche, Ja dein gebot nicht breche. 10. Wend deine plag von mir, Schlag mich nicht für und für; Denn ich bin arm, verachtet; Bey2. Wenn mein gemüht entnahe ganz verschmachtet; Weil du brennt, Daß man sich von dir die hand ausstreckeft, und mich wendt; So will ich vor dich treten, im sorne schreckeft. In meinem herzen beten: Daß du geht deinem knechte zu thun nach deinem rechte. II. Strafft du die missethat, Die man verüber hat; So fällt die kraft der glieder und alle schönheit nieder. So gar nichts sind die fünder und alle menschentinder. 12. Zu dir, o HErr, mein hort, Ruf ich noch immerfort: Sich an mein her; lich sehnen, Mein' angst und heisse tbränen. Erhöre meis ne bitte, Wenn ich mein ber: 13. Dein 3. HErr! Lehre mich doch wol Bedenken, daß ich soll von dieser schnöden erden Hinweg geraffet werden: Und daß mir deine hånde Gesetzet ziel und ende. +. Die tage meiner zeit Sind einer hand nur breit; Und wenn man dis mein bleiben Soll recht und wol beschreiben; So ist es ausschütte. 558 13. Dein pilgrim bin ich bier, Dein bürger für und für, Wie meine våter waren, Und alle die vorfahren, Die, von dir aufge nommen, Zur rechten heimat kommen.pd Treuz und Troft Lieder dit 7 14. Laß meiner quabl und pein Nunmehr ein ende seyn. Benimm mir creuz und leiden, Eh ich von hier muß scheiden: Daß ich dich ewig droben, und auch noch hier, mag loben. * IS. GOtt vater, fohn und geift! Sen immerbar gepreift. Du wollst in meinem Leben Mir troft und stärke geben, Daß ich drauf felig sterbe, Dein reich aus gnaden erbe. Bey Sorgen un, Bekümmer nissen um das Zeitliche. Melodey 38. 859. so sehr, Meine Nicht feele! sen betrübt, Daß dir GOtt an gut und ehr nicht so viel als andern giebt. Nimm für lieb mit deinem GOtt, Hast du GOtt, so hats nicht noht. eins mitgehen kann? Bleibt nicht alles in der welt, Wenn dein fug nach GOttes schluß, Diese welt verlassen muß? 6. Aber was die feele nehrt, GOttes huld und Christi blut, Wird von keiner zeit verzehrt, J und bleibt ein ewig gut. Erden. gut zerfällt und bricht, Seelen gut verschwindet nicht. 7. Darum denke nicht so sehr Auf ein gut das eitel ift. Gott giebt dir zudem noch mehr, Als du brauchst und würdig bist: Sag ob dich sein weiser raht Nicht bis ber verforget hat? 8. Wüßte der im Himmel lebt, Daß, wornach dein fleisch und rebt, Deiner seele nüß und gut; blut Mit so grosser sehnsucht O so reicht er dir fürwahr Dis und mehres reichlich dar. voll, Gott ist dir von Herzen tren. 9. GOtt ist lieb' und gnaden. Wenn du wünscheft, prüft er wel Wie dein wunsch beschaffen sey: Ift dirs gut, so geht ers ein, It dirs schädlich, spricht er: nein. 10. Unterdessen trägt sein geist Dir in deines herzens haus Man na, das die engel speist, Ziert und schmückt es herrlich aus; Ja er wählet, dir zum heil, Dich zu sei nem gut und theil. 2. Was hast du, o menschen kind! Für ein recht zu gut und geld? Sind nicht, die geschaffen sind, Gäste dieser fremden welt? Gott ist HErr, dis ist sein haus; Wie er will, so theilt er aus. 3. Bist du doch darum nicht hier, Daß du erde haben sollt. Schau den himmel über dir, Da, da ist dein edles gold, Da ist ehre, da ist freud, Freud' obn end', ehr ohne neid. 4. Chiricht ist, der sich hie kränkt um ein' hand voll eitelkeit; ziel. Da ihm JEsus schätze schenkt, thron Welche keine seit zerstreut. Bleibt der himmel dein gewinn, Gib den staub nur immer hin. 5. Schau nur alle guter an. Die dein ber; für güter hält; Sag, ob II. Ey, so richte dich empor, Du betrübtes angesicht! Laß das seufzen, nimm davor Deines glau bens freuden licht; Das behalt, wenn dich die nacht Deines kums mers traurig macht. 12. Seße, als ein himmels sohn, Deinem willen maaß und Rühre stets vor GOttes Deines dankens faiten spiel; Weil dir mehr gegeben ist, Als du, fünder! würdig bist. 13. Führe deinen lebenslauf Alteit GOttes eingedenk. Wie es Fimmt, nimm alles auf, Als ein wol 559 in besondern leiblichen Nöhten und Leiden. wolbedacht geschenk: Geht dirs| segne mich, Laß uns die nohtdurft widrig, laß es gehn, Gott und haben, Beraht uns väterlich. himmel bleibt dir ftetit. 7. Laß alles wol gelingen, Der fluch geh hinter sich. Naht mir in allen dingen, und benedeye mich. Rett mich, bewahr für schande, und hilf dem elend ab; Ich will in solchem stande Dich preifen bis ins grab. 8. Ich leb in deinem willen, Als ein gehorsam kind. Willt du die noht nicht stillen, die sich bey mir befindt; So füll das her; mit freuden, und mach es sorgen frey, Und schaff, daß ich im leiden Voll rub, geduldig sey. Mel. Herzlich thut mich verlang. 860. Warum willt du verlassen, mein GOtt! dein feufzend kind, Das sich nicht weiß zu fassen, Da sich viel forge findt? Ach sorge doch, mein vater, Mein GOtt von alters her! Sen ferner mein berahter, Sunft wird die last zu schwer. 2. Schwer wird mirs ¡ war vo: andern: Sie gehen frölich her, nur ich muß traurig wandern; Mein leben wird mir schwer. Ich scheu michs zu entdecken, Drum feufs' ich inniglich; O GOtt! laß dich erwecken, Mein vater! rette mich. Mel. Jeju deine beilge wunden. 861.2ater! Du weißt mei3. Das matte her; vou grämen Spricht: ne forgen, Die mit lieber ehrlich todi, Als mir zu bette gehn, Und auch an daß mich soll beschamen Bald die, dem frühen morgen Wieder mit bald jene noht. Mein sorgen wird mir auferstehn; Die mich armen gemehret, Wenn auch der kum- immerdar Nagen, und mir manmer gar Des betens andacht Edh- ches jahr Centner- schwer am her. tet, Das sonst das beste war. jen liegen, Hilf! ach bilf sie mir besiegen. 2. Siehst du nicht, wie vielen tammer Mir die grosse noht er: weckt? Weil der schwere sorgen. hammer Mich erbärmlich schlägt und schreckt. Hörst du nicht dos ang geschren, Das wir in so vie lerley Noht, gefahr und höllenstricken, Sie zu wenden, zu dir schicken. 4. Hirt GOtt vielleicht mein Flagen und ängstlich feufzen nicht? So denk ich in dem jagen, Wenn mir das Herz fast bricht: Bligt etwan, du gerechter! Dein fluch und forn auf mich? Wie? strafft du den verachter, DHEr! und rächst du dich? In Dürftigkeit und Armuht. . Ich hatt es wol verdienet, Daß GOtt ein rächer wär: Und war ich nicht verfühnet, Gieng ich in zittern her. Doch laßt den teufel zittern, Der ohne hoffnung ist; Ben allen ungewittern Be deckt mich JEsus Chrift. 6. Drum will ich jest noch boffen, Mein Gott verwirft mich nicht. Sein obr steht ja noch offen, Ich weiß, fein herze bricht. Gib, geber! gute gaben; Mein vater! 3. Hebe doch die nobt und pla se, So die arme seele drückt, Daß ich endlich frölich sage: GOtt hat es doch wol geschickt. Sorge für uns allzumabl, Sorge für die harte quahl, Die, so sehr wir uns bestreben. Ohne dich doch nicht zu heben. 4. Du regiers ta alle dinge, Du versorgest mensch und vieh: Ja, fein Creuz und Troft Lieder 560 kein wurm ist so geringe, Ohn dein wiffen stirbt er nie. Du verpflegest groß und klein; Wie du willt, so muß es seyn: Was du heisseft, muß geschehen; Laß uns raht und beystand sehen. 5. Laß, um JEsu Christi willen, Keinen von uns untergehn, Noch, um unsre noht zu stillen, uns nach bösen mitteln sehn. Gib, daß ieder zu dir flieht, und sein leiden so ansieht, Daß du uns von höllenstuffen Dadurch willt zum bimmel rufen. 6. Und gesegne denn von oben, Was hier ohne segen ist: Daß wir dich mit freuden loben, Der du raht und helfer bift; Der das leid, so uns beschwert, nun in frölich keit verkehrt, Der uns nun, für das verderben, Heil und himmel låffet erben. Wenn jemand durch Unglück das feine verlohren. Mel. O GOtt du frommer 2c. 862. gleich, In meinem aschen- haufen, Da noht und her zeleid Bey mir zusammen laufen. Ich seh, wohin ich will, So seh ich lauter noht; Ach GOtt! wie beu gest du Mein her; bis in den tod. 2. Wie ruhig war ich sonst! Wie war ich fromm und stille! Der Fammer fehlte nichts An vor raht, schatz und fülle. Ich nahm, in dir vergnügt, Bald dis, bald das heraus; Hier, glaubte jeder mann: Sey Obed- Edoms haus.* * 2.Sam. 6, II. 3. Der feelen fehlt es nicht An reichem trost von oben, Ich mußt' im leiblichen Auch deine güz te loben. Mein gut vermehrte fich Faft ieden augenblick: Du gabft mir überall Gedenen, heil und glück. du bim for 4. Ich sprach in solcher zeit, Da mich dein raht vergnügte, Und mir es alles wol Nach wunsch und willen fügte: Nun hat es keine noht, Ich falle nimmermehr; Trok aller unglücks- nacht! Trok aller feinde heer! <. Ach! aber das entzichn Von GOttes angesichte Reißt allen muht dahin, Macht allen ruhm zunichte; Wo ist nun deine lust, Vergnügung, freud und scherz? O sehr verzagtes ding! O trokig menschen her! 6. Doch, HErr! du lebrest mich Durch der propheten schriften: Wer kann wol in der stadt Ein einzig unglück stiften, Wobey nicht GOtt der HErr Die hand im spiele hat? Er ist der schlägt und heilt, Von ihm kommit rath und that. 7. Drum auf, bedrängtes herz! Wenn dich die noht be schweret; So schren nur angstig lich, Gott ist es, der dich hdret. GOtt läuft als mutter zu, Er ergeßt, er dich wiederum In faufte rub gefert. 8. Hat dir dein vorig glück Den rücken zugekehret, Hat dich ge häufte noht Faß ganz und gar verzehret? Hier ist ein reicher Gott, Der wieder füllen kann: Der bau- herr dieser welt Nimmt sich des schadens an. 9. Drum, feele! kehr zurück und suche deine fille. Ach sorge nicht, mein leib! Für nohtdurft, hüll und fülle; Gott bleibt ein treuer GOtt, Der feel und leib erquickt, Der ehre, gut und heil zu deiner wolfahrt schickt. 10. Des creuses augenblick, So plötzlich er entstanden, So plötzlich geht er bin und ist nicht mehr vorhanden. So bald der ruthen streich Des kindes beßrung fchafft, in besondern leiblichen Nöhten und Leiden. 561 6. Wenn man sonst nur ein eins ¡ ig wort Aus deinem munde hör: te; So mußte schmerz und krankheit fort, Die ruh und wolseyn fdhrte. Sprich auch zu mir: Ich helfe dir; So wird mein ganzes wesen Sich stärken und geneſen. 7. Du kannst es auch anjeßo thun, Da du im himmel wohnest: Es schrent mein herz, und wird nicht ruhn, Bis du, HErr! meiner schohnest. Ich weiß, du wirst, Mel. Was GOtt thut das ist zc. Mein lebens- fürft! In gnaden an In Krankheiten. 863. Mein lieber GOtt: mich denken und die gesundheit 8. Sey du der arzt und helfers. mann, Um deines namens willen. dir bekanntDie krankheit die mich drücket. Ich weiß, sie kömmt von deiner hand; Du haft sie zugeschicket, Das glau leich: Du prüfest mich und kaunsts Wenn niemand sonst mehr helfen kann, kannst du die krankheit ftil. nicht böse meinen In züchtigung dir: HErr! hilf mir armen kran len. Ich liege hier, Und schren zu der deinen. 2. Wo wend ich mich nun aber ken, Ich will dir ewig danken. hin? Wem soll ich mich vertrauen? Chrifto fieht mein sinn, Mel. Aus tiefer noht schrey ich zc. auf diesen will ich schauen. Er 864. Drechter Gott! Die Zu JEfu ist der welt Ja vorgestellt Zum chafft, Erlangt es wieder huld ,, Und die giebt neue traft. 11. Gefeßt, daß dich die noht Bis; u dem grabe drücket: Wenn der erlöfte geißt Sodann nur Gott erblicket, Wo gar kein un glück ist; So nehm ich alles an, Wenn ich sodann nur GOtt Boll freude schauen kann. arst an leib und feele: Der ist es, ich jest an mir spühre, Bezeugt den ich wähle. 3. Mein JEsu! heile doch dein find Zuförderst an der seele. Die besten arzeneyen sind In deiner wunden höhle. Ich rufe nur um diese cur: Laß mich doch meiner sünden Vergebung bey dir finden. 4. Befriedige du mir das heri, und träfte das gewissen: So wird des tranken leibes schmerz Zur hälfte weichen müssen. Dein gnaden- bund macht schon gesund, Und giebt den Franken stärke, Mehr als des arztes werke. . 3war brauch ich auch des stes raht: Doch soll er mir geden: So muß, HErr! deine wanderthat Die beste kraft ver: leihen. Drum hilf mir auch Bey Dem gebrauch Erwählter arzeneyen, Und laß sie wol gedeyen. mir, daß ich meinen tod Stets in und bey mir führe; Denn jede stund und jede zeit Erinnert mich der sterblichkeit, und spricht: dent an dein ende. 2. Du haft die schmerzen auferlegt, Die ieit die glieder tragen; Und da mich deine ruthe. schlägt, So willt du damit sagen: Des todes ursach ist in dir, Dein leben aber kömmt von mir Und steht in meinen händen. 3. So ist es: deine vater- hand Will mich durch leiden rühren, und mich so in den gnaden stand und von der welt abführen. Wenn ich gleich sehr entkräftet bin, Wird doch dein treuer vater sinn Mir aus der Frankheit helfen. 4. Du giebst den blinden ihrgesicht, Die lahmen heißt du gehen; Nn 562 - mok Creuz- und Trost Liedern Es müssen, wenn dein wort nur, So oft und gnädiglich: Ach hör spricht, Auch todte auferstehen: mein flehn und sehnen, Zähl ist Und also kannst du auch allein Der aus meine thränen, und kehre arzt in meiner schwachheit seyu, dis mein leiden In troß und füffe Wenn du ein wort wirst sprechen. 5. Die menschen schreiben mit tel für, Daß sich die schmerzen legen; Allein die hülfe kömmt von dir: Und ohne deinen fegen Macht uns kein fraut noch pflafter frey. Dein wort, HErr! ist die artenen, Die unsre schmerzen beilet. 6. Beschlieffeßt du in deinem raht: Ich solle langer leben; So fannst du leicht auch in der that Den mitteln kräfte geben. Ist aber dis dein weiser schluß, Daß ich antego sterben muß: Go bin ich auch zufrieden. 7. Dis eine bitt ich: heile nur Die wunden meiner feelen; Wenn gleich im leiblichen die cur Und alle mittel fehlen. Denn lebt der geist in dir, mein GOtt! So foll der mund, bis in den tod, Auch diese gute preisen. freuden 5. Dis bitt ich, dis geschicht: und kommt die rettung nicht diesem welt getümmel, So gib mir nur den himmel, Wo lauter licht und sonn. Wo fiete frend und wonne. 6. Nun mach es auf der welt; Mein Gott! wie dirs gefällt, Hilf mir aus allen nähten, Und wirst du mich auch tddten; Will ich im tod und leben mich dir doch gan; ergeben. Mel. GOtt des himmels und* chaue von des 866.himmelsbühnen Grosser herrscher dieser welt! Wie mein kindliches erkühnen Deine hand umschlossen hält; Wie sich meine demuht übt, Deine ruhte küßt und liebt. 2. Laß die bache meiner thránen Langer nicht vergeblich seyn. fas mich nicht beständig sehnen Nach verlangtem sonnenschein. Beid Mel. auf meinen lieben GOtt b trau auf meinen 865. GOtt und noht: Hat mich viel creu; be troffen, Will ich doch auf ihn hofs fen. Er wird mir hülfe senden Und alles elend wenden. 2. If gleich mein lcis voll schmerz, und angstet sich mein hers, Will es für leid und plages Faft gar in mir verzagen; Wird Gott, nach seinem willen, Doch alles wieder Billen. hält schon die schwachheit an, Daß ich daher nicht kann Das haus des HErren schauen, Und mich dafelbft erbauen: Soll mir mein lager dienen, Wit Gott mich zu versöhnen. 4. Mein Gott! du hörtest mich fast entfeelt gemacht. 3. Zu den füffen deines thrones Leg ich meine werte nicht: Nur die wunden deines sohnes Stell ich vor dein angesicht. Dieses opfer hält den lauf Des entbrannten eifers auf. 4. Gnuge dich an meiner plage Gönne meiner feelen rub; In de helfte meiner tage Geh ich son dem grabe zu. HErr! in tiefen höllen- nacht Wird ja deiner nicht gedacht. <. Blos zu deines namens ch ren Wünsch ich meines Leben frißt: Doch verwerf ich mein be gehren, Wenn es dir zuwider in besondern leiblichen Ndbten und Leiden. Deinem willen geb ich sinn, Seel und leib zu eigen hin. 5. Willt du mir das Leben geben, Nehm ich es mit freudigkeit. Soll ich auch nicht langer leben; HErr! so bin ich auch bereit. Mich ver: gnügt allein der fehluß, Der zum besten dienen muß. 7. Hilf indeffen tapfer kämpfen, hilf, mein GOtt! in diesem streit, Was dir widerstrebet, dämpfen; hilf ur frohen ewigkeit. Da wird, ohne streit und pein, Geis und fleisch in frieden seyn. ell CS 11 Mel. JEfu meines Lebens zc. ch gedenk an deine 367.34 wunden, Höchft unschuldigs GOttes- lamm: Die dein larter leib empfunden, Als du an des creuses kamm, Blos um meiner bösen thaten, In die größte noht gerahten: Daich jest um eigne sünd Deine züchtigung e empfind. 563 nen rücken Unter seine ruhte buk ten; Macht er nur das her; recht rein, Wird der semer; erträglich seyn.. 5. Es sind dis die leidens- fiunden, Es ist dis die prüfungs- zeit: HErr! ich fühle tiefe wunden, Stärke mich in diesent fireit, Daß ich alles auf dich wage, Und mein leiden willig trage. Leiden bringt dem fleische pein, Führt doch auch jum himmel ein. 11 2. Wirke doch in meinem herjen Wahre buß und rechte reu. Mach auch mich, durch deine ſchmerzen, Jest von meinen schmerzen frey. Oder ist es dein belieben, Mich noch mehr im creu zu üben; So gib auch geduld und muht, Kraft und särke durch 28 dein blut. 6. Ach! ich kann mich nicht be. schweren, Daß du mir zu viel gethan: Willt du meine schmerzen mehren, Nehm ich sie geduldig an. Mir gebührt nicht, vorzufebreiben, Sondern stille zu verbleiben; Mach mich nur zu deinem knecht, und durch dein vere dienst gerecht. 7. Ich will den nicht scheel an: lacht: Meine feele soll nur flehen, sehen, Der in steten freuden Daß mir deine gnaden macht Kräfte schenket, meine plagen, Meine schmerzen so zu tragen; Daß ich hier nur fromm und treu, und dort ewig selig fen. 8. Du bleibst dennoch mein ergegen, Meine luft und frdlichkeit: Muß ich gleich die wangen neßen, und in manchem herzeleid Meine lebenszeit zubringen; Sollt ich dem wol widerstre- Auch mit vielen feinden ringen, ben, Der es doch so herzlich Schau ich doch durch diefe teit In meint? Nein, ich will mich ihm die frohe ewigkeit. ergeben, es trübe scheint. Ich will harren, ich will Mel. Was GOtt thut das ist wol. hoffen, Es hat allieit einge: 868. Jerlöfer lebt; Der weiß, mein troffen: Kinder, die der vater er liebt, Werden durch die zucht selber ist mein Leben. Ob gleich htbetrübt. + mein Herz im kummer schwebt, Ich umgeben; nen, Es wird meine fraft ver. If ſeine traft, Die hülfe schafft, be lennen, Daß GOtt nur dem bss Drum laß ich ihn uur machen. iehrt: Doch muß ich dabey er. Doch mächtig in mir schwachen, iffen wehr't: Darum will ich mei ers 2. Er lebt, mein arzt: ihm fehlt Nn 2 es 562 mok Creuz- und Trost Lieder de Es müssen, wenn dein rort nur, So oft und gnädiglich: Ach her spricht, Auch todte auferstehen: mein flehn und sehnen, Zähl ist Und also kannst du auch allein Der aus meine thränen, und kehre arzt in meiner ſchwachheit ſeyu, dis mein leiden In troß und füfte Wenn du ein wort wirst sprechen. freuden. s. Die menschen schreiben mit tel für, Daß sich die schmerzen legen; Allein die hülfe kömmt von dir: Und ohne deinen segen Macht uns kein Fraut noch pflafter fren. Dein wort, HErr! ist die artenen, Die unsre schmerzen beilet. 6. Beschlieffeßt du in deinem raht: Ich solle langer leben; So fannst du leicht auch in der that Den mitteln träfte geben. Ist aber dis dein weiser schluß, Daß ich antego sterben muß: Go bin ich auch zufrieden. 7. Dis eine bitt ich: beile nur Die wunden meiner feelen; Wenn gleich im leiblichen die cur Und alle mittel fehlen. Denn lebt der geist in dir, mein GOtt! So foll der mund, bis in den tod, Auch diese gute preisen. Mel. Auf meinen lieben GOtt db trau auf meinen 865.382 GOtt In aller angs und noht: Hat mich viel creus be troffen, Will ich doch auf ihn hoffen. Er wird mir hülfe senden Und alles elend wenden. 2. Ift gleich mein leis voll schmerz, und ängstet sich mein herz, Will es für leid und plages Faft gar in mir verzagen; Wird Gott, nach seinem willen, Doch alles wieder fillen. 3 Hält schon die schwachheit an, Daß ich daher nicht kann Das haus des HErren schauen, Und mich daselbst erbauen: Soll mir mein lager dienen, Wit GOtt mich zu versöhnen. 4. Mein Gott! du hörtest mich s. Dis bitt ich, dis geschicht: und kommt die rettung nicht In diesem welt- getümmel, So gib mir nur den himmel, Wo lauter licht und sonn. Wo fete frend und wonne. 6. Nun mach es auf der welt; Mein GOtt! wie dirs gefällt, Hilf mir aus allen nähten, Und wirst du mich auch tädten; Will ich im tod und leben mich dir doch gan; ergeben. Mel. GOtt des himmels und x von des 866. auc 866.immelsbühnen, Grosser herrscher dieser welt! Wie mein kindliches erkühnen Deine haud unschlossen hält; Wie sich meine demuht übt, Deine rubte küßt und liebt. 2. Laß die bache meiner thránen Länger nicht vergeblich seyn. La mich nicht beständig sehnen Nach verlangtem sonnenſchein. Brich die trübe jammer- nacht, Die mich fast entfeelt gemacht. 3. Zu den füffen deines thrones Leg ich meine werte nicht: Nur Die wunden deines Sohnes Stell ich vor dein angesicht. Dieses opfer hält den lauf Des entbrann ten eifers auf. 4. Gnuge dich an meiner plage Gönne meiner feelen rub; In der helfte meiner tage Geh ich sont dem grabe zu. HErr! in tiefe höllen- nacht Wird ja deiner nicht gedacht. <. Blos zu deines namens ch ren Wünsch ich meines lebens frißt: Doch verwerf ich mein be gehren, Wenn es dir zuwider it Deis 563 nen rücken Unter seine ruhte bük ten; Macht er nur das her; recht rein, Wird der semer; erträglich seyn.. 5. Es sind dis die leidens- fiunden, Es ist dis die prüfungs- zeit: HErr! ich fühle tiefe wunden, Stärke mich in diesem streit, Daß ich alles auf dich wage, Und mein leiden willig trage. Leiden bringt dem fleische pein, Führt doch auch Dazum himmel ein. in besondern leiblichen ndhten und Leiden. Deinem willen geb ich sinn, Seel und leib zu eigen hin. 5. Willi du mir das Leben geben, Nehm ich es mit freudigkeit. Soll ich auch nicht langer leben; HErr! so bin ich auch bereit. Mich ver: gnügt allein der fehluß, Der jum besten dienen muß. 7. Hilf indeffen tapfer kämpfen, hilf, mein GOtt! in diesem streit, Was dir widerstrebet, dämpfen; hilf sur frohen ewigkeit. wird, ohne streit und pein, Geis und fleisch in frieden fenn. 6. Ach! ich kann mich nicht be. schweren, Daß du mir zu viel gethan: Willt du meine schmerzen mehren, Nehm ich sie geduldig an. Mir gebührt nicht, vorzue febreiben, stille zu ver367.3 wunden, Höchft sheiben; Mach mich nur zu deis Mel. JEfu meines Lebens zc. ch gedenk an deine unschuldigs GOttesslamm: Die dienst gerecht. dein arter leib empfunden, Als nem knecht, und durch dein verdu an des creuses kamm, Blos um meiner bösen thaten, In die größte noht gerahten: Da ich jest um eigne sünd Deine züchtigung empfind. 7. Ich will den nicht scheel an. sehen, Der in fteten freuden lacht: Meine feele soll nur flehen, Daß mir deine gnaden macht Kräfte schenket, meine plagen, Meine schmerzen so zu tragen; Daß ich hier nur fromm und treu, und dort ewig selig fer. 8. Du bleibst dennoch mein ergeßen, Meine luft und frdlichkeit: Muß ich gleich die wangen netzen, und in manchem herzeleid Meine lebenszeit zubringen; 3. Sollt ich dem wol widerstre- Auch mit vielen feinden ringen, ben, Der es doch so herzlich Schau ich doch durch diese zeit In meint? Nein, ich will mich ihm die frohe ewigkeit. ergeben, wenn es noch so trübe hoffen, es hat allieit einges 868. Jerlöfer lebt; Der will harren, ich will Mel. Was GOtt thut das ist wol. scheint. Ich weiß, daß mein troffen: Kinder, die der vater liebt, werden durch die sucht selber ist mein leben. Ob gleich mein her; im fummer schwebt, Mit schmerz und tod umgeben; Jkt seine kraft, Die hülfe schafft, Doch mächtig in mir schwachen, 2. Wirke doch in meinem heren Wahre bus und rechte reu. Mach auch mich, durch deine schmerzen, Jest von meinen schmerzen frey. Oder ist es dein belieben, Mich noch mehr im creuz zu üben; So gib auch geduld und muht, Kraft und stärke durch dein blut. + Ich mus ¡ war in hige bren. neu, Es wird meine Fraft verjehrt: Doch muß ich dabey er. Fennen, Daß Gott nur dem bss Drum laß ich ihn uur machen. fen wehrt: Darum will ich mei1 2. Er lebt, mein arzt: ihm fehlt Nn 2 es -Creuz- und Troft: Lieder 564 es nicht an weisheit und sermd Y ળ, Er ist es, der mir croft zu spricht: Wenn kleiumuht sich will regen; So läßt er doch Der krank heit ioch, Nicht ohne sein erquitfen. Die schwachen glieder druk ken. 3. Ihm leb ich, was ich leb allhier, Mein leben ist verborgen In ihm*, und er lebt selbst in mir: Wie sollt er denn nicht sorgen Für meine noht? Troß, daß der tod Mir darf das leben rauben; Denn hier leb ich im glauben.* Col. 3, 3. 4. Du lebst, daß ich auch leben soll. Du leben meines Lebens! Dis macht mein herz vertrauens voll; Weil du das nicht vergebens Fest zugesagt. Drum unverzagt! Dein wort muß wahrheit bleiben, Und auch an mir bekleiben. 1. Wenn du mich gleich zu tddten scheinst, Bleib ich doch an dir Fleben. Ich weiß, mein heil! wie gut du's meinst, Du denkst auf lauter leben. Laß nur den schmerz, Der mir mein herz Fast stündlich droht zu brechen, Mir diesen troft nicht schwächen. 6. Auf menschen- hülfe wart ich nicht, Denn die ist hier nicht nüge: Mein aug ist blos auf dich gericht, O meines lebens stüße! In meis ner noht; Droht gleich der tod Mit aufgesperrtem rachen. Es mit mir auszumachen. 7. Es soll mein glaube niemahls ruhn, Dir mein her; auszuschütten: Du kannst ja überschwenglich thun, Mehr als wir menschen bit: ten. Ich weiß, du wirst, Mein lebens fürft! Dem creuse grenzen segen, und mich sodann ergehen. 8. Macht gleich der feind mich oft verzagt, Sucht boshaft mich su sichten: Ja, wenn mich gar mein heri verklagt, Die hoffnung inzernichten; So rufe du Mir gnädig zu: Du bleibst in meinem frieden, Bist von mir ungeschie bett. 9. Laß diesen frieden herz und sinn Ohn unterlaß bewahren; Und laß mich, daß ich in dirbin und lebe, stets erfahren: Ja stelle mir Dein creuz- bild für, So wird in deinem willen Sich meine seele stillen. 10. Ich bin von aller fündenlast Durch dein verdienst entbun den; Und die erlösung, die du haft Durch deinen tod erfunden, Gilt für und für, Mein GOtt! vor dir; Dein mir erworbnes erbe Bleibt mein, auch wenn ich sterbe. 11. Sind gleich der leiden viel und schwer, Die meinen leib betrüben; So laß mein herz sich desto mehr In dir, an deinem lie ben, Das mich als braut Mit dir vertraut Und dir will ähnlich ha ben, In größter schwachheit la ben. 12. Du, mein erlöser! bist ja treu; Wie bleibst du denn so lange? Ach eil mit deiner hülf herbey, Das warten macht mit bange. Denn meine kraft, Mein lebens faft Vertrocknet als die scherben: Ach hilf! ich muß ver berbent. 13. Nein, aber nein, du kannst mich nicht Versäumen noch ver: lassen; Das achien meiner zuver sicht Wirft du zu herzen fasſen. Dueilft herzu, mir hulf und ruh Und neue kraft und leben Zu dei nem preis zu geben. 14. Mich soll und kann nicht schmerz und noht, Nicht trübsal, angst und leiden, Noch auch der leste feind, der tod, Von dit mein JEsu! scheiden. Die leb ich hier, Auch sterb ich dir; In dir kann, auch im sterben, Mein leben nicht verderben. 15. Mach mich nach deiner lies be frey Von dieses todes leibe; Go bleibt in besondern leiblichen Nöhten und Leiden. bleibt es, lebens- fürft! dabey, Daß ich doch lebend bleibe: Denn so bin ich, Mein heil! durch dich, Der du den tod verschlungen, Zum leben durchgedrungen. 16. Nur wollest du mich, JEsu! dir Recht wolgefällig machen: Reut alles aus, und tilg in mir, Was noch von eiteln sachen Den in zerstreut; An eitelkeit, An forge, noht und kränken Laß mich nicht mehr gedenken. 17. Laß deinen geift, des erbes pfand, Mit troft nicht in mir schweigen, Mir sterbend das vers beissungsland Auch schon von ferne zeigen; Weil nur ein blick In solches glück Mein herz so muhtig machet, Daß es des todes lachet. 18. Dort fänget erst mein les ben an, Wo mich das lamm wird weiden; Wenn schmerz und leiden abgethan, Und ich mit taufend freuden Umgeben bin, Wo nichts forthin Mir wird mein leben rauben, Wo schauen folgt auf glauben. 565 Den, der dich suchet und begehrt, Aus seiner noht zu reiffen; Drum komm ich auch vor deine thur: Ach, frommer vater! hilf du mir, Und wende meine plage. 4. Denn du bist doch ein star. ter held, Der tod und leben zwin get, Ein treuer arzt für alle welt, Dem alles wol gelinget: Drum eil und stärkemeinen geist, Nimm weg, was noht und krankheit heißt, Und tilge meine schmerzen. Bey anhaltender Krankheit 7. Nun, treuer GOtt! ich traue dir: Weil du mich selbst geschla gen, So werde deine liebe mir Die schwachheit helfen tragen; Daß mich die schwere schmerzenss Mel. HErr JEfu Chrift du zc. ch 369. A frommer Gott: laft, Die du mir aufgeleget haft, Was nicht 8. Soll aber ich in dieser noht und krankheit unterliegen; So laß mich über meinen tob Im wahren glauben siegen, Daß ich durch iammer, creuz und leid, Zu deiner himmels herrlichkeit Ge troft und frölich dringe. ummt beständig zu, Daß ich den tod beforge. s. Beschenke mich mit deiner huld, Erhalte mich in gnaden, Verleihe chriftliche geduld. Was aber mir kann schaden, Laß, liebster GOtt! entfernet seyn: Und gib mir trost und leben ein, Durch deines geistes gaben. 6. OJEsu, treuer seelen- hort! Sprich, wegen deiner wunden, Aniest ein einzig liebes- wort, So bin ich schon verbunden. Ja, wenn du, liebster meister! willt, So wird mein leiden bald gestillt Und meine pein gedämpfet. mich in meinem herzen Für augst und elend drückt und plagt: Mein leib ist ganz voll schmerzen, Ich bin mit krankheit hart beschwert, Und meine kraft ist fast verzehrt Von deinem zorn und drauen. Ich werde für die missethat Mit recht also gequälet, Daß mir dein troft, dein treuer raht Und 2. Doch hast du dich voa huld erklärt Und väterlich verheissen, Mel. Werde munter mein ic. Drankheit und ein bater: liege da ganz ohne ruh, Die schwachheit 870.K fieches Leben ein täglich neuer tod; Und der hat auch mich umgeben, Da ich kummer, schmer; und noht, Jammer, quahl und herzeleid Schon so eine N113 lange 566 Treuz und Troft- Lieder lange zeit Unter winseln, ach und| pein Geht ein chrift zum himmel Elage n dem schwachen leibe trage. ein; Und wer dort will freude schmecken, Den muß hier kein creuz Felch schrecken. 2. Glücklich war ich, als vor dies sen Herz und glieder noch gesund, Täglich neue kräfte wiesen, und der leib sich wol befund. Ach! gesundheit, welch ein schat! Der den allerbesten plaz Unter dieses lebens gaben Muß vor allen gütern haben. 8. Daß ich recht geduldig wer. de: Laß mich sehn wies andern gieng, Was Hiskias für beschwer. de Trug, bevor er troft empfieng: Was für centner- febwere last Hiob deinen knecht umfaßt, Und wie Lazarus voll schwären Alles labfals mußt entbehren. 3. Uch! um den bin ich gekom men; Von der scheitel bis zum 9. Nun mein GOtt! so schwer fuß ft mir alle kraft benommen, und lange Trag ich weder schmerz Daß ich nunmehr siechen muß. noch noht. Kranter leib! was ist Gott, der jederzeit gerecht, Läßt dir bange? Trau auf deinen star. mich armen sünden- knecht, Weken Gott: Hat er noch zu rech gen meiner missethaten, In des ter zeit Jene mit der hulf erfreut: arztes hand gerahten. O so wird er dich vom bösen Auch zu rechter zeit erlösen. 4. Ach! ich habe viel erlitten: Ach! ich bitte schmerzensvoll, Daß er mich aus Kedars hütten Bald in zion führen soll; Wo mir keine schwere nacht Schmerzen, angst und bange macht, Wo man JEsu nur lobsinget, und ein ewis dank lied bringet. 10. Jis nicht eher, doch im ster. ben: Da verschwindet alle pein: Da sind die des himmels erben, Die allhie beständig seyn. En to machs, Gott! wie du weißt, daß es gut und selig heißt: Wenn du mich auch wolltest tödten, Hoff ich doch in allen nshten. *. Doch bisher hat ihm gefal len, Daß ich buß- und hoffnungsvoll, Gleich den glaubgen kindern uns herannahender To allen, Warten, und erkennen soll: Bey zunehmender Krankheit Schmerzen, kummer, angs und noth, Krankheit und zulezt der tod Rühren blos von unsern des Gefahr. fünden, die sich häufig ber uns 871. 2! ſo lies in die Mel. JEfu deine heilge wunden. so ich, und empfinde, Was 6. Ach vergib, vergib, o vater! fünde angericht. Sünde! ach ver Denk an Christi blut und pein, dammte fünde! Wie verderbeß du Und sen jetzt auch mein berahter,| uns nicht? Du, o feel und leibes. Denn kein mensch kann helfer feyn. Nimm und tilge meine schuld, Gib mir kräfte zur geduld. Laß mich, vater! voll vertrauen, Blos auf deine hülfe schauen. gift! Plagest uns; durch dich be trifft Meinen leib, nebst meinem herzen, Krankheit, jammer, pein und schmerzen. 7. Laß mich Christi wort erken: nen, und mit dieſem tröste mich: Die sich meine jünger nennen, Nehmen auch mein creus aufsich. Durch viel trübsal, schmerz und 2. Ach mein GOtt! schau wie ich liege Schmerzen voll, mait, müd und schwach. Schau, wie ich mich vor dir schmiege, Ganz voll thränen, weh und ach! Was an mir ist, leidet noht: Ach, wie nah tritt in besondern leiblichen Nöhten und Leiden. tritt mir der tod! Zung und mund find matt zu sprechen, Herz und augen mollen brechen. 507 wittwen schuß und schild, Bleib den waisen gut und mild; Gib doch gnade recht zu glauben, Und dabey recht fromm zu bleiben. 3. GOtt! zu dir nur will ich flies hen: Dich, dich ruf ich sehnlich an, Du wirst dich mir nicht ent: ziehen; Denn du bist der helfen fann. Herz und knie beug ich vor dir, Mund und seele schreyt: hilf mir! Hilf, ach hilf! in meinen nohten: Laß mich doch die angst nicht tödten. 9. Nun, ich will mich zu dir wenden, Liebster GOtt! ich faffe dich Mit des wahren glaubens handen, halte mich auch gnädigs lich: Heilige dreneinigkeit! Nimm mich zu dir, wann es zeit; Dir leb ich, dir will ich sterben, Mach mich nur zum himmels- erben. 4. In der helfte meiner tage Reiß mich, schöpfer! nicht dahin. Schau und hdre meine klage, Der Mel. Liebßer JEsu wir sind hier. GOtt! efnum noch lebend bin. Lindre 872.Solles, liefert geschehn, Daß ich so leid, Frifte meine lebenszeit. Du alleine fannst es geben, Daß wir sterben, daß oir leben. beut an diesem tage Dir das lezte mahl mein flehn, Trübsal, noth und creu; vortrage; Ach! so richs te meine sinnen Nach den hohen himmels zinnen. 1. Willt du mir das leben schenfen; So soll seele, herz und muht Deiner gnade stets gedenken, und erheben, was sie thut. Herzlich will ich zu dir flehn, um mir gnadig benzustehn, Daß ich deines namens ehre Durch ein heilig le: ben mehre. 6. Doch, mein GOtt! was dir beliebet, Soll auch mir gefällig seyn; Hilfdem, der sich dir ergie: bet; Ich bin dein, und du bist mein. Leb ich, HErr! so leb ich dir. Sterb ich, wol! bleib nur bey mir: Bater! was dein weiser wille Mir ersprieslich sieht, er fülle. 2. Tausend und viel tausend mahl Sev, o vater! hochgepriesen, Daß in deiner kinder jahl Du mir einen plak gewiesen, Wo mein her: dich lernen kennen, und in Christo vater nennen. 3. Heilig, beilig, heilig sen Deines groffen namens ehre, Dei: ne güte mancherley, Deine kraft und wahre lehre! Ich will dich dort ewig loben, Wenn du mich zu dir erhoben. 7. Leib und feel, mein ganzes leben hab ich nur allein von dir. Alles haft du mir gegeben, Nichts, iq nichts gehöret mir. Drum so nimm, was deine heißt, Vater, sohn und heilger geift, Nimm es bin zu deinen händen, Hilf mein leben felig enden. 1. Dir will ich auch die derschreis ben, Die in dieser kerblichkeit Finst nach mir zurücke bleiben; bilf auch ihnen jederzeit. Sen der 4. Dein reich hast du auch zu mir hier in gnaden lassen koms men: Mich berufen, auch zu dir Aus des satans macht genommen: JEsus hat mir heil und frieden Durch sein blut und tod beschies den. <. Darum wart ich mit begier Gan; getroft aufs reich der ehren; Nichts durchaus kann mich allhier Mehr von jener freude kehren, Komm, okduig! was die deinen mit mir hoffen. laß erscheinen. 6. Deinem willen will ich mich Ganz zu einem opfer geben: Hat NN 4 in Creuz und Trost Lieder opdat - 568 ich hier nicht vöuiglich Nach dem Deine kraft wird ewig stehen, jelben können leben; So werd ich Deine herrschaft nie vergehen. dort deinen willen Mit den engeln recht erfüllen. 7. Täglich brot und mancherlev, Bas zu meinem stand gehsret, Hat mir deine vater tren Durch die lebenszeit beschehret: Nun du himmels- brot willt se: ben, Laß ich gern dis arme le ben. 8. 3 war die meinen bleiben hier, Die mich gern noch länger ähen: Doch ich weiß, mein GOtt! ben dir Steht ihr weh und wolergehen. Drückt noch etwas mein gemühte, So befehl ichs deiner gute. 9. Nur, o vater! sprich zu mir: Dir ist alle schuld vergeben; Ach! to geh ich rein zu dir Aus dem fünden- vollen leben. JEsus hat mir guad erworben, Mit ihm ist die schuld gestorben. 10. So vergeb ich auch gar leicht, Wie du, höchster GOtt! geheiffen: Rache, zorn und ftrafe weicht, Jch will nichts als lieb' erweisen; Weil du, GOtt! so viel erlassen, Will ich armer mensch nicht haffen. 11. Rückt der lezte kampf herzu, Tobt und wütet sünd und hölle, Daß sie mir die himmels ruh Raub, und meinen glauben fälle; Ach! so steh auf meiner seiten, Die versuchung zu beftrei ten. 12. Mach mich alles übels los, Gib der fünden noht ein ende, HErr! ich flieh in deinen schooß, und in deine vater hände; Laß mich die von allen bdsen, Wie du willt und kanne, erlöfen. 13. Nun du hörs, ich zweifle nicht, Denn du bist der himmels Ednig; zu dir steht die zuversicht, welt und höll ist dir zu wenig: Mel. Vater unser im himmelr. 873. Schau HErr! die Sie sehnt sich nach der ewigkeit. matte seele schreyt, Ach sich, wie angstet sich der geist, Bis er sich aus dem leibe reißt! Schau wie er durst und hiße fühlt, Bis ihn die lebens- quelle fühlt. gejagt: Wie hat mich sünd und 2. Ach GOtt, wie früh bin ich welt geplagt! Wie manche feel. und leibes- noht Betrübet mich bis in den tod! Du kenneßt mich, dein armes kind, Wie viele sorgen in mir sind. 3. Du aber bist der seelen ruh: Drum eilt sie dieser quelle zu: Wie lieblich ist dein angesicht! Wie hell dein allerklärses licht! Wie stark ist deine vater- hand! Wie schön ist dort mein vaterland! 4. Du lebest, HErr! und ich bin dein, So führ mich auch zum le ben ein! Was ich hier lebe, ist ein tod: Selbst meine freud ist angst und noht. Bey dir ist leben ohne fireit, Bey dir vergnügung ohne leid. s. Ich soll vor deinem antlik stehn, Ich soll mit vollen freuden sehn Den vater, der mich hoch ge liebt, Den sohn, der sich selbst für mich giebt, Den geift, der troft und weisheit schenkt. O felig! welcher Dis bedenkt. 6. So oft mein her; im geist beschaut Den tempel, den du auf gebaut, Die tafel, die du zube. reit, und alle deine herrlichkeit: So wallet her; und geist in mir, Und sehnt sich, groffer Gott! nach dir. 7. Nun HErr! du kennent mei nen sinn, Wie elend, arm und schwach ich bin: Du haft die tage långst in besondern leiblichen Nöhten und Leiden. 569 längst gezählt, wie lange mich| den. Gott, der mich so getreu die trübsal quählt: Olebens- hü ter! ist die nacht Der trübfal bald hindurch gebracht? bewacht, Wird, nebst der engel orden, Auch heute mit und bey mir seyn, Und hülfe, raht und troft verleihn: Er weiß wol was mich drücket. 8. Die leidens- tage sind vor bey, Es endet sich das angst- geschrey. Mein JEsus kommt, und bohlet mich, Erkömmt und hohlet mich zu sich. Die quell ist fri schen wassers voll, Wo ich mich ewig laben soll. Morgen- Lieb eines Kranken. Mel. Allein GOtt in der höh zc. Ott die nacht ist hin, Es kommt der liebe morgen: Auf schwacher geist und matter sinn! Dir ist la unverborgen, Wie du die finfire schmerzens nacht In GOttes schuße zugebracht, Und glücklich überstanden. 6. Ihm will ich meinen schwachen geist und kranken leib befehlen. Was JEsus, der mein helfer heißt, Erwählt, will ich auch wählen; So geht es mir im leben wol, Und wenn ich heute sterben soll, Kann mir der tod nicht schas dent. 7. Ich bin ja, HErr! dein lie. 374. bes werd es blei. ben: Kein schmerzens- sturm, kein creuzes- wind Sou mich von JEsu treiben: Ach! bleib ben mir bis an mein end, und nimm die feel in deine hånd, So bin ich wol ver. forget. 3. GOtt hat mir mein sebet gewährt, Ich kann das licht noch sehen: Drum will ich ihn, der mich erhört, Mit dank und preis erhöhen, und flehn, daß er es dies sen tag Mit mir und meinem creuze mag, Nach seinem willen, machen. 2. Als ich mich zu der rub gelegt, War ich mit schmerz umge ben. Ich sprach, durch schmerz und furcht bewegt: Werd ich auch Mel. JEsu deine beilge wunden. [ rzt morgen leben? Die faſt verdorrte 875. Art des leibes, trofi " junge frug, So oft die viertel stunde schlug: Wenn wird der tag erscheinen? 4. Leb ich nicht frölich, frisch, gesund; Bin ich dennoch zufrieden, hat schon der schmerz mein herz verwundt, Will ich doch nicht ermüden. Ich trage dieses harte joch Auch diesen tag, und weis ter noch, So lang es GOtt be: liebet. Abenb- Lieder eines Branken. Mem elend ist um tug und nacht Nun gleichwol kürzer worhdr mein dank lied an: Ich will deine huld erzählen, Die du heut an mir gethan: Durch sie, die mich hebt und trägt, Ift der tag zurück gelegt. Deine kraft hat mich erquicket, Daß der schmer; mich nicht ersticket. 2. Unter schmerzen und ver langen, Sind die hunden fortge. rückt. Ach! ich war den tag ver gangen, Wo ich, HErr! dich nicht erblickt. Ach! ich leide groffe noht; Doch haft du, getreuer GOtt! Sie auf mein gebet ge mindert, und mir schmer; und angst gelindert. 3. Dein erbarmendes gemühte Hat mich kranken wol bedacht; JEsu! deine lieb' und gute Schü mich auch diese nacht Leg mir nicht mehr schmerzen zu, Gib den Nite schwas Creuz- und Troft- Lieder 570 schwachen gliedern ruh. Bleib, HErr! es will abend werden, Bey mir; lindre die beschwerden. 4. Laß dir mich zusammt den mei nen, Treulich anbefohlen seyn; Weck uns wieder, als die deinen, 3. Deck ich mich zu, denk ich: Wenn der helle sonnenschein die erde Bedecket auch dereinsten Aus des schlafes finstren gruft mich, wenn ich darein geleget uns, dir dank zu opfern, ruft. Laß mich bis auf morgen leben, So will ich dein lob erheben. werde: Doch, theurer JEsu! hab ich dich, So ruh ich wol auf meis nem bett, Und wol in meiner grabes stått. S <. Doch soll mich ides todes schrecken, HEr! nach deinem weisen raht, Diese schwarze nacht bedecken; Ach! so denke was ich bat: Tod und sterben scheu ich nicht, Wenn es felig nur geschicht. Dir hab ich nicht vorzuschrei ben, Du wirst mein, ich dein verbletben. liegt mir im sinn. Doch wenn ich JEsum bey mir habe, Wenn ich mit ihm vereinigt bin: So schlaf ich aller sorgen los, Und ruhe sanft in seinem schooß. 6.Laß mich nicht in fünden ster 5. Ich denke, da ich mich ent. ben, Nimm die feel in deine hand. Fleide: So kleidet man mich ein Mache mich zum himmels- erben, gen aus, Wenn ich von dieser welt Führe mich ins vaterland. JEsu! laß mich auf mein flehn Einst ein selig ende sehn. Bringe mich, nach creuz und leiden, In das reich vollkommner freuden. 7. Ach! wenn werd ich dich er reichen, Du von GOtt gesetztes siel! Schrecke, tod! ich will nicht weichen: Und ob mir der muht entfiel; Stärkt mich, HErr! dein theures wort, Und zeigt mir den rechten port, Der mich aus dem welt getümmel Führt in deinen freuden- himmel. 4. Man eilt, das licht schon auszuthuen, Denn was hat man des nachts zu sehn? So wird, soll ich im grabe ruhen, Mein le bens- licht geschwind ausgehn. Doch JEsus, meiner feelen licht, Verlischt in meinem herzen nicht. Das bett ist gleich dem ftil( cu grabe, Mein bett und grab 6. Man will die kammer nun verschliessen, Ja man verriegelt haus und thür, Der sichern ruhe zu geniessen; Drum ftell ich mir im geiste für: So schließt mein GOtt, zu meiner ruh, Mein grab mit liebes händen zu. 7. Wie wir denn aus dem bett aufstehen, Wenn uns die morgens röht anbricht; So werd ich aus dem grabe gehen, Wenn Jesus, meiner seelen licht, Mich aus dem moder, der mich deckt, Zur ewgen herrlichkeit erweckt. Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. ch will mich nach der 876. Iruh umsehen, Weit mich die krankheit matt gemacht. Een: Und damit schlaf ich frdlich 8. Dis sind die seligen gedan Ich will mit JEsu schlafen gehen, ein. Mein herz soll nicht von JE, Der selber ben den franken wacht. Ich denke iegt an meinen GOtt, fu wanken, Ich will im schlaf auch Doch auch dabey an meinen tod. bey ihm seyn. O füffer schlaf! belle nacht! Da JEfus in dem herzen wacht. abscheide, Und geh in meines gras bes haus. Fahrt hin, ihr kleider! fahrt nur hin, Weil ich in Gott gekleidet bin. Danks in besondern leiblichen Nöthen und Leiden. Dank, Lied nach überstande ner Krankheit. Mel. Aus meines herzens grunde. ch preise und befin877.3 ge, HErr! deinen wunderraht, Der mir so groffe dinge Bisher erwiesen hat: Denn das ist meine pflicht, In meinem ganzen leben Dir lob und dank jugeben; Mehr hab und kann ich nicht. 2. HErr meinGOtt! wenn ich armer Bom bette zu dir schrey; So wirst du mein erbarmer, Und stehst mir gnädig ben. Viel andre fahren hin zur finstern todes: höhle: Doch hältst du meine feele, Daß ich noch lebend bin. 3. Ihr heiligen! lobsinget Und danket unsrem HErrn, Der, wenn die noht eindringet, Bald hört, und herzlich gern Uns gnad und hülfe giebt: Rühmt den, deß hand uns träget, Und, wenn er uns la schläget, Nicht allzusehr betrübt. 4. GOtt hat ja vater hände, Er strafet mit geduld. Sein zorn nimmt bald ein ende, Sein herz ift voller huld, Und gönnt uns lau ter guts: Des abends währt das weinen, Des morgens macht das scheinen Der fonn uns gutes muhts. 571 7. Mein GOtt! für solche güte Sag ich mit höchstem fleiß, Aus dankbarem gemühte, Dir ehre, Lob und preis; Bis ich, nach die fer zeit, Dort deine wunder- dins ge mit mehrem lob befinge, In alle ewigkeit. Bey tem Verzuge göttlicher Sülfe. Mel. Liebster JEsu wir sind hier. Err! wie lange foll 878. ich doch Gar von dir vergessen bleiben? Und wie lange willt du noch Mich von deis von einem morgen Immer zu dem nen augen treiben? Soll ich denn andern sorgen? 2. Soll denn diese quahl und pein Meine feel ohn ende plagen? Soll mein her; denn nur allein, HErr! von keiner hülfe sagen? Soll mein feind inzwischen leben, Und sich über mich erheben? 3. Schaue doch und hdre mich, HErr mein GOtt! nach deiner firafe. Halt mein auge kråf tiglich, Daß ich nicht im tod ent, schlafe, Oder meine feinde sagen: Dieser ists, den wir geschla. sen. 4.Was ich leide, kömmt von dir, Dir gebührt der ruhm der siege. Warum soll man über mir Jauch den, daß ich niederliege? Hålt mich deine hand an ketten, So 5. Als GOtt fein angesichte Unlangst von mir gewandt; Gieng war mein troft zunichte, Ich fiel in armen sand: Ich war in angst kann sie mich auch erretten. und noht, Jch führte schwere kla gen, Ich rief in meinen plagen: Ach: wie so lang, o GOtt! s. Nun, o HErr! ich hoff auf dich; Denn ich kenne dein ge mühte, und mein her; erfreuet sich Ueber deine groffe güte. Ich will 6. Nun wol! ich bin erhöret, Mein feuffen ist erfüllt. Mein dir mit lob und singen Auch noch creus ist abgekehret, Mein her: dank und opfer bringen. zeleid gestillt. Mein gråmen endet sich, Es gehn der krankheit Mel Ein fete burg ist unser Ott schmerzen Aus meinem bangen berzen; Und dis geschieht durch 879. Wie lang, o HErr! dich. wie lange soll Dein her; doch mein vergessen? Wie 572 Creuz und Troft Lieder 4 mi Wie lange soll ich iammers- voll, Dank- Lieder nach erlangter Mein brot mit thrănen effen? Wie lange reichst du nicht Dein meinem Sülfe. Mel. Allein GOtt in der höh zc. Err grote dar? Willt du denn ganz 880. Het ich betracht wenn und gar Dich nun vor mir verbergen? voll 2. Wie lange soll mein danges herz Im trauer- kerker sigen? Wie lange soll ich doch schmerz Jm kummer- bade schwiz zen? Soll ich denn jederzeit nur angst und herzeleid, Die welt im gegentheil Nur immer luft und heil, Nach ihrem wunsche, haben? Dein ewiges regieren, und wie durch deine wunder- macht Du mich oft pflegft zu führen; Vers wundert sich mein herz, und spricht: HErr! deiner weisheit recht gericht If sonnen- klar zu spühren. 2. Du läsfest mich zwar sehr viel noht Nebst groffer angst erfahren; 3. Ach! schaue doch vom him- Doch giebst du mich nicht in den mels faal, Und siehe, wie ich leide! tod: Du kannst mich wol bewahMein herzens weh und grosse ren, Und wiederum, zur rechten quahl It meiner feinde freude. seit, Des lebens neue freudigkeit HErr, mein getreuer hort! Erhör Mir gnädig offenbaren. mein ängstlich wort, Das sich, durch leid gepreßt, Voll wehmuht hören läßt: Laß dein gemüht er weichen. : 4. Erleuchte meiner augen licht mit deinem gnaden- winke, Damit ich in dem tode nicht Ent: schlafe noch versinke. Gib, daß die böse schaar Sich doch nicht immerdar an meinem fall' er freut, als wär ich jederzeit von dir, mein GOtt! verlaffen. .Ich glaub und hoffe steif und feft, Daß du, mein GOtt! die deinen Nicht endlich untergehen! läßt: Du kannss nicht böse meinen. Obs gleich bisweilen scheint, Als wärest du uns feind, Und gånzlich rider mich; Doch endlich sindet sich Dein vater- her; ia wieder. 3. Verstösfest du mich gleich von dir Oft hin zur tiefen erde; So bist du wieder bald bey mir, und reißt mich aus gefährde. Du trösteft mich mit deinem wort, und holest mich vom finstern ort, Daß ich ers quicket werde. 4. Wie sollte dir mein harfen flang Nicht ruhm und ehre ge ben? Mein pfalter- spiel und lob sesang Soll dich, mein GOtt! er heben: Dich, heiliger in Israel! Preist meine seel, die von der höll Du selbst erlöft zum leben. s. Auch dichtet meine zung all zeit Allein zu deinen ehren, Daß dein lob der gerechtigkeit Sich immer möge mehren. Mach die zu schanden, welche dich Nicht ehren wollen, bis sie sich voll reu zu dir befehren. 6. Es lacht mein her: für freu* 6. O vater, john und heilger digkeit, Wenn ich ben mir bes denke, Wie herzlich gern in böser geist Voll weisheit, gut und seit Dein herz sich zu uns lenke. stärke! Sey stets aus herzens: Der HErr ift frommes muhts, grund gepreift Für alle groffe wers Erweist uns lauter guts: Das is te: Regiere mich doch immerfort, mein lob- gesang, Den ich ihm le- Daß ich, o HErr: an jedem ort benslang So hier als dort will Den gnaden- beystand merke. bringen. Mel. in besondern leiblichen Nöhten und Leiden. 573 Mel. In dich hab ich gehoffet zc. ben: Laß spät und früh, Mein elobet seyfi du, GOtt! mich nie Ermüden, dich elo GOtt, mein hort! zu loben. 381. Der du noch täglich fort und fort 10. Du hast durch deine gnadenDein wahres wort erfülleft, Der hand Mein creu; nun abermahl trübfal wehrft, Gebet erhörst, gewandt; Drum will ich, und die Und allen kummer stilleft. meinen Zugleich mit mir, Ein dank- lied dir Jest bringen nach dem weinen. 2. Schlägst du die deinen väter lich: So rufen sie ganz ängstiglich, Und halten dein versprechen Dir glaubig für; Wie sollte dir Dein vater- herz nicht brechen? 11. Dein groffer name sey ge preist, Der uns so vieles heil erweist, Der herrlich ausgeführet Zu seiner ehr, Was uns zu schwer; Daher ihm dank gebühret. 3. Ihr beten steigt mit macht empor, Und dringt zu deinem vater- ohr, Das dem geschrey des armen Stets offen sieht, und, wenn er fleht, Geneigt ist zum erbarmen. 12. Sey ferner unser troß und schild: Und wenn du noch uns schwache willt mit einer last be legen; So schaue doch, Auch unterm loch, Auf unser unvermsgen. 4. Eh sie dich rufen, bist du da, Und sprichst, noch weil sie bitten, ja: So bald sie vor dich treten, HErr! hilfft du oft Gan; unverhofft, Eh sie recht können beten. 13. Denn unsre schwachheit kennest du; Drum sprich dem blsden herzen zu, Den glauben stärk und mehre, Daß unser her: Bey allem schmer; Dich mit gehorsam ehre. 14. Und wenn die noht ihr ziel erreicht, Das dir zu sehen gut gedeucht: So laß das schwache lallen, Das dir mein mund Aus herzens- grund Entrichtet, dir ge fallen. 15. Ja nimm mein dank- lied gnädig an, So schlecht und schwach ich dir es kann In diesem 7. Wår dein erbarmen nicht so leben bringen; Ich werde dir groß: Ich käm so gnädig niemahls Dort für und für Ein halleluja! los, Wenn du mir billig lohnteft singen. s. So liebreich ist dein herz ges sinnt: Dis hab ich selbst, dein böses lind, Von meiner Kindheit jahren Unzählig mahl und überall Bis diese stund erfahren. 6. Wenn angst und kummer mich umsieng, Die fluht mir an die feele gieng, und über mich sich häufte; Hieltst du den lauf Der strafen auf, Deß er mich nicht er faufte. Nach meiner schuld, Und mit geduld Mein nicht vielmehr vermel. Wer nur den lieben GOtt zc schohnteft. s. Du missesi aber allezeit Mir, 882. HErr! nach deiner gütigkeit, und nicht nach meiner fünde, Mein creuz- theil ju; Drum staupest du Mein vater! so gelinde. 9. Drum mein erbarmer fey iegund Und immerdar von her: iens- grund Gerühmet und erho. furchtsamkeit. Dein tre dich nun wie. der, Und singe mit erquicktem muht Jest neue dank- und freu den- lieder Dem HErrn, der grof fe dinge thut: Denn er beschämt zu rechter zeit Nun wieder deine 2. HErr! 574 Creuz und Trost Lieder 2. HErr! Deine hand ist immer 9. Doch will ich dir mein opfer offen, zu geben, was mein herz bringen, Das opfer meiner dank begehrt; Hingegen ist mein jag barkeit, und, dir zum lobe, les baft hoffen Oft leider keiner hülfe der singen, So viel dein geist wehrt; Und doch verträgst du mir kraft verleiht: Im namen mit geduld Des wankenden ver- JEsu sing ich dir, In diesem trauens schuld. nimm es an von mir. 3. Wenn oft der trost, womit dein sorgen Mich armen zu erquik el. alle mensen müssen 2c. Een meint, Vor meinen augen tief verborgen und noch sehr weit 883. Wenn die not us entfernet scheint: Haß du schon meine noht bedacht, und dich zu helfen aufgemacht. aufs höchfie kommen; wenn uns aller raht benommen, Pfleget GOtt nicht weit zu seyn. 4. Dein unermeßliches erbar. Findet er sich bey uns ein: Er men J immer wolzuthun ge- versüsset unsre schmerzen, Und er wohnt; Drum wird mir sündlich quickt die matte herzen. Denn schwachen armen Nicht, wie ichs der höchste vater thut Nichts, als würdig bin, gelohnt. Dich iam was uns nüß und gut. mert der gebrechlichkeit, Du hilfft jur recht gewünschten seit. 2. Dieses hab ich auch empfun den, Wie du, HErr! am besten s. If deine seit doch stets die weißt. Aller trof war fast ver: beste; Indeffen wenn die noht sich schwunden Meinem hochbetrüb häuft, So bist du meine starke ten geis. Sorgen, schwermuht, feste. Wenn fluht und lammer angst und klage Häuften sich mit auf mich läuft; So siehst du mit jedem tage; Ja die her;- und seeerbarmen drauf, und endes len- noht Machte mich lebendig todt. schleunig ihren lauf. 6. Herz, feel und geist, muht und gemühte Sind deines ruhms, mein helfer! voll: Die wunder aber deiner güte Mit dank zu preifen, wie ich soll, Reicht mein ser mögen nimmer zu; Es ist voll schwachheit, was ich thu. 7. Doch läßt du auch mein schwaches lallen, Der du des her: jens redlichkeit zu prüfen weißt, dir wolgefallen, Siehst auf die un: vollkommenheit: Als wie ein hol der vater pflegt, Der schwachheit mit geduld erträgt. S 8. Nichts hat mein armes un vermogen, Wiedir mein GOtt! schon offenbar, Dir zur vergel tung darzulegen: Bst ich mich felbst zum opfer dar; So ist ia alles schon vorhin Dein eigen, was ich hab und bin. 1900 3. Meine kraft lag gan; darnie: der Unter solcher schweren last. Meine Franken augen- lieder hat. ten weder ruh noch raft. Was mir lieb und wehrt vor allen, Konnte mir nicht mehr gefallen; Kein vers gnügen kannt' ich nicht, Ja ich scheute gar das licht. 4. Was mich noch am meisten quählte, War, o allerhöchstes gut! Daß mir deine hülfe fehlte: Denn mein sehr verzagter muht Wollte keinen troft annehmen, Sich zum beten nicht bequemen; Scheiden rollte zwar mein sinn, Doch be dacht ich nicht, wohin? s. Ach! wie war es mir ergan gen? Wo mich nicht, HErr! deine macht mit dem gnaden- arm umfangen und aus meiner noht ge bracht. Daß ich deiner so vergess fen in besondern leiblichen Ndhten und Leiden. 575 sen, Hast du mir nicht bengemess gutes hat er mir gethan, Weit sen, Dein gesicht davon gewandt, Und mir rettung zugesandt. mehr, als ich erzählen kann. 2. Er hat geholfen überall: Und sonderlich zu diesem mahl Hat er allein durch seine hand Mein unglück völlig abgewandt. 6. HErr! du haft mir nun das leben, Nach der bangen creuzes last. Ja dich selbst, mein GOtt! gegeben, Da du mich entledigt haft. Denn ein leben, das voll quählen, Ohne troft und ruh der feelen, Ja, was mehr ist, ohne GOtt, J viel ärger als der tod. 3. Sonst niemand mir zu hülfe kam, Noch meines elends sich annahm; Ja menschen- hülfe war zu seowach, Darum befahl ich Gott die fach. 4. Zu ihm rief ich bey tag und nacht: Daß seine weisheit, gut und macht Mich reiffen mögt aus der gefahr, Mit der ich gani um ringet war. s. Der bitte hat er mich ge währt, Und solche rettung mir beschehrt, Daß ich erkenne, seine treu Sey alle morgen an uns neu. 6. Durch seinen engel hat er mich aus meiner noht gewal tiglich Errettet, und zu rechter seit Von trübsal, sorg und furcht befrent. 7. Sehr groß, 0 HErr! is deine güt, Die mich beschüßer und behüt't: Ich will sie rühmen hier auf erd, Solang ich odem holen merd. 8. Jch sage dir lob, ehr und preis, Daß du auf wunderbare weis Mir meine schwere creuzes. last So gnädig abgenommen haft. 9. Wiewol ich alles höchst verschuldt; So hat doch deine lieb und huld Mit viel erbarmen mein verschohut, mir nicht, wie ichs verdient, gelohnt. 10. Nun seh ich, HErr! dein bater- herz Schickt mir deswegen pein und schmerz, Daß du mich jiehen willt zu dir, Weil ich auch gnad im strafen spühr: 7. Nun sollt ich ein opfer brin gen, Daß du mir so wol gethan: Welch ein dank- lied kann ich singen, Das vor dir bestehen kann? Doch erfordert deine gute Nur ein dankbares gemühte; Und das soll auch dir allein Ewiglich gewid met seyn. 8. Wenn ein creu mich treffen sollte, Stößt mir künftig leiden ju, Daß mein herz verzagen wollte; Ach so sehe mich in ruh, Daß mein glaube nie erkalte, Sich an dein wort feste halte. Ich werf alle forg' auf dich, Denn ich weiß: du sorgt für mich. 9. Laß mich traurige gedanken Nicht mehr angsten, o HErr Chrift! Denn dis macht den glau ben wanken, Dieses kommt von sa tans lift. Gib, daß ich in diesem leben Mich an dem, was du gegeben, Stets erfreu, und daß dabey Meine lust nicht sündlich sey. 10. Allen zweifel von mir wen de, Der doch nie was gutes schafft; Deinen heilgen geist mir sende, Daß ich durch desselben kraft Ein getroftes herz gewinne, Und mit muntrem muht und sinne Dir, o GOtt der freudigkeit! Stets zu dienen fen bereit. II. Weil da mein her: erfreut erwegt, Wie GOtt die ruht bald niederlegt, Wie liebreich er die Mel. Das ist fürwahr ein töfli. ch will so lang ich Teb', höchfien preifen für und für. Viel 884. einen augenblick. asdad- moidet 12. Und 570 Bom Tode und 12. Und ob es schon was länger scheint; Ifts doch zum besten stets gemeint: Er weiß wol mittel, zeit und raht, Jcb babs erfahren in der that. 13. Verleih, o HErr! daß mirs zugleich Hinfort jur lehr und troft gereich, Wenn mich vielleicht noch in der welt Neu unglück wie der überfällt. 14. Gib, daß ich denke, ¡ u was end Die probe mir wird zuge sendt: Daß ich dem golde gleich mag seyn, Und durch dis feuer werde rein. Sterben und zwar is. Daß ich auch alsbald vor dich tret Mit glauben, hoffnung und gebet; Damit anhalt, und laß nicht ab, Bis ich die hülfer: langet hab: 16. Und wenn die rettung kom men ist, Weil du, GOtt! allzeit gnädig bist, Daß ich dir danke nacht und tag, Mit her; und munde also fag: * 17. Gelobet sen des HErren nam, Der mächtig ist und wun dersam: Erschallen müsse seine ehr In allen landen mehr und mehr. VII. Von den vier lezten Dingen des Menschen. 1. Vom Tode und Sterben und zwar de der Vorbereitungs- Lieder zum Tode. Rel. Kommt laßt euch den zc. bedenken, Daß ich einmahl fierben muß. Lehre mich die sinnen lenken Auf den leiten lebens- schluß. Stelle mir mein ende für, Und erwecke die begier, Mich noch ben gesunden jeiten Auf das grab wol zu bereiten. 2. Endlich muß ein licht verbrennen; Endlich läuft die stunde aus. Also kann ich leicht erkennen, Daß ich dieses leimen- haus Endlich auch gesegnen muß; Denn es ist der alte schluß: Menschen, als des todes erben, müssen endlich alle sterben. 3. Wenn wir kaum gebohren werden, Ift vom ersten lebens tritt Bis ins kühle grab der erden Nur ein kurz gemeßner schritt. Ach! ein jeder augenblick Weift fins auf das grab zurück, und mir und in jedem jahre Reif genug zur todten- bahre. 4. Und wer weiß, in welcher 885. 2 die stimme weckt; Denn GOtt hat mit seinem mun de Keinem noch sein ziel entdeckt, Wer sein haus nun wol bestellt, Geht mit freuden aus der welt; Und die sicherheit dagegen Kann den ewgen tod erregen. 5. Predigen doch meine glieder Täglich von der sterblichkeit; Leg ich mich zur ruhe nieder, Zeigt sich mir das leichen- kleid. Wenn der schlaf die augen füllt, zeigt er mir des todes bild; Ja das bette will mir sagen: So wird man ins grab getragen. 6. Drum, HErr! lehre mich bedenken, Daß ich nimmer sicher bin. Will die welt mich anders lenken; Ac so schreib in meinen sinn: Du mußt sterben, menschen kind! Daß sich ja mein beri ge schwind Von der eitelkeit erhebe, End sich dir voll reu ergebe. 7. Laß mich nicht die buffe spa ren, Vorbereitungs- Lieder zum Tode. 577 ren, Bis die krankheit mich er-| geben, Das ist und bleibt mir uns greift; Sondern bey gefunden bekannt. Hilf, daß ich jeden glokjahren, Eh sich fünd und frafe ken schlag Auf meinen abschied hauft, Laß mich täglich busse thun; denken mag.dun Daß das allerleite nun mich schon 6. Ein einiger schlag kann alles fren von aller fünde, und mit dir enden, Wenn fall und tod beyversöhnet findes sammen seyn: Drum schlage nur mit vater- hånden, Schließ mich in Chrifti wunden ein; Daß, wenn der leib ju boden fällt, Die seele sich an JEsum hält. 7. Vielleicht kann ich kein wort mehr sagen, wenn sich mund, ohr und auge schleußt; Drum bet ich ben gefunden tagen: HErr! dir befehl ich meinen geiß. Verschlief fen meine lippen sich: So schreye Christi blut für mich. 8. Laß ich den meinen keinen segen, So segne du sie selbst für mich: Ja, klagt und weint man meinetwegen, Ovater! so erbarme dich, Laß der verlaßnen schmers und pein Bey meinem tod er: träglich fenn. 9. Dringt mir der lezte ftoß zu herzen, So schließ mir, HErr! den himmel auf: Verkürze mir des todes schmerzen, Und hohle mich zu dir hinauf; So wird mein abschied keine pein, 3war traurig, dennoch selig seyn. 8. Nun, mein GOtt! du wirst es machen, Daß ich frölich sterben kann. Dir befehl ich meine sachen, Nimm dich meiner feelen an. Dei nes sohnes theures blut Komme mir alsdenn zu gut; Daß mein lestes wort auf erden JEsus! JEsus! möge werden. Mel.Wer nur den lieben GOtt 2c. 886.h kerbe täglich, und mein leben Geht immer nach dem grabe hin. Wer kann mir einen bürgen geben, Ob ich noch morgen lebend bin? Die seit geht hin, der tod kommt her; Ach, daß ich täglich fertig war! 2. Ein mensch, der sich mit fün den tråget, Ist immer reif au farg und grab. Ein apfel, der den wurm schon heget, Fällt endlich unversehens ab. Der alte bund schließt keinen aus; Mein leib ist auch ein todten- haus. 3. Es kann vor abend anders werden, Als es am morgen mit Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. mir war. Den einen fuß hab ich 887. Jende kommen; Doch of erden, wird mein todten- bahr. Mich trägt ein einger schritt dahin, Wo ich der wür mer speise bin. weiß ich nicht wo, wenn und wie? Vielleicht werd ich der welt entnommen Heut abend oder morgen früh. Vielleicht ist auch mein ziel bestimmt, Eh diese stund' ein ende nimmt. 2. Dis alles kann mich nicht be. trüben: Ich weiß gewiß, daß meine zeit In GOttes hånden ange fchrieben. Der tod hilft mir zur seligkeit: Wenn ich, was sterb lich, abgethan; Zieh ich, was un verweslich, an. 3. Ich 4. Es schickt der tod nicht immer boten; Er kommet oft unangemeldt, und fordert uns ins reich der todten. Wol dem, der herz und haus bestellt: Denn ewig wol, und ewig leid Hångt nur an einem punct der zeit. 5. HErr aller herren! tod und leben Steht nur allein in deiner band: Wie lange du mir frift wirft 578 Vom Tode und Sterben und zwar 3. Ich weiß aus GOttes theus rem worte, Der tod sey gläubigen Fein tod: Er ist nur eine himmels- 3. Hier hab ich lebenslang zu pforte, Ein ziel und ende meiner noht; Ein fanfter abend, der mich kühlt, Wenn ich des tages laft gefühlt. IG lernen, Mich von den fünden ab zuziehn, Mich von der erde zu ent fernen und um den himmel zu bemühu; Dieweil der tød allein beweist, Was christenthum und glaube heißt. 4. Drum wart ich fehnlich voll verlangen, Bis mich der tod der welt entrückt: Mit freuden will ich 4. Ich muß ia nach der wohnung trachten, Worinn ich ewig bleiben kann; Drum lehr mich auf den himmel achten, Den feh ich als mein eigen an; So wird mein haus, hier auf der welt Und auch im himmel, wol bestellt. <. Mein Herz ist nun im himmel droben; Denn da ist auch mein schat und theil, Den hat mir JE sus aufgehoben, Da ist das mir bersprochne heil. Die welt- luft ist mir viel zu schlecht, Jm himmel ist mein bürger- recht.bg just si 6. Wolan, so will ich täglich sterben, Ich lebe so, als lebt ich nicht: Und also kann ich nicht vers derben, Wenn mir der tod die au gen bricht. Mein ende kommt mit füsse für, Denn du, mein JEsu! lebst in mir. de in 7. Dein bote kann mich nicht erschrecken, Die welt uur schreckt des todes bild: Mir soll es lauter lust erwecken, Weil du mich durch ihn holen willt. Wo man mit ihm bekanntschaft hat, Da hat das fechrecken keine statt. sed s ihn empfangen; Weil JEfus die sen boten schickt, Der mir den weg zum himmel weist, Wo JEfus mich mit wonne speist. 4. Laß nur, HErr JEsu! meine feele Im wahren glauben fertig stehn. Soll sie aus dieser jam mer- höhle Und von der schudden erde gehn; So mache stets mein bers bereit Zur reise nach der feligkeit. 6. Gib, daß ich stets in busse lebe, Verleih mir ein zerknirsch tes herz. Und wenn ich eine den geift aufgebe, Gescheh' es blos auf Christi schmerz: Dann laß mir scine todes pein Mein labsal, troft und leben seyn. te 7. HErr JEsu! laß mich täglich sterben; Steh mir im lezten kampfe bey, Damit der tod mir kein verderben, Vielmehr des lebens anfang sey; So scheid ich frölich von der welt, Wie, wo und wenn es dir gefällt. Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. Err GOtt! ken 888. neft meine tage; Du siehst, daß ich, dein schwaches Find, Dent schah in solchen schalen trage, Die irdisch und zerbrechlich sind; Drum mache du mich allezeit Sum sterben fertig und bereit. 2. Laß mich nach dem erkenntnis fireben, Daß du mir selbst ein siel bestimmt; Und daß mein unge: wisses leben vielleicht gar bald ein ende nimmit. Ja lehre du mich deinen schluß, Das ich einmahl von hinnen muß. ftunden! Komm, eile, mein erlö sungs- tag! Da ich, von aller noht entbunden, Bum leben sterbend dringen mag: Da find ich in des höchsten hand Mein Eden und ge lobtes land. 9. Doch, HErr! dir will ich mich ergeben, Dir, dessen eigenthum ich bin. Du, Liebster JEfu! bift mein leben, und sterbert bleibet mein gewinn. Ich lebe dir, ich fierbe 579 grenze, In waffers noht, big oder kält, Krieg oder pestilenze, Nach deinem rahte nehmen hin; So richte mich nach meinem sinn, Den ich im leben führe. ont Vorbereitung& Lieder zum Tode. S sterbe dir, Sen du nur mein, so gnüget mir. 10. Willt du mich länger leben So geb ich mich geduldig brein: Und soll ich heute noch erLaff blaffen, So wird dein schluß mein 6. Wenn ich auch, weil die wille seyn. Wer deinen raht er kennt und ehrt, Der ist zum himmelreich gelehrt. schwachheit groß, Mich ungebührlich hatte, Gieng etwa oder låge bloß, Und unbescheiden redte: So laß mich dis entgelten nicht, Weils wider mein bewußt geschicht, und mich nicht kann besinnen. nads 11. Laß mich dich, mich, die welt erkennen; Dich, daß du mir mein alles bißt: Mich, daß ich staub und nichts zu nennen; Die welt, daß sie mein kerker ist. Wer dich, sich und die welt erkennt, Der macht ein richtig testament. Mel. Wenn mein stündlein 2c. Err JEfu Chrift! ich 889. ich einmahl muß sterben: Wenn aber das geschehen soll, Und wie ich werd verderben Dem leibe nach, das weiß ich nicht; Es steht allein in dein'm gericht. Du siehst mein lestes ende. em 2. Und weil ich denn, wie dir bewußt, Durch deines geistes gabe An dir allein die höchste lust In meinem herzen habe, und glaube fest, daß du allein Von sünden mich gewaschen rein, und mir das reich erworben: * 7. Ach HErr! gib mir in to des- pein Ein' säuberlich geberde, und hilf, daß mir das her; dann fein und sanft gebrochen werde, Und wie ein licht, ohn übrig weh, Auf dein unschuldig blut ausgeh, Das du für mich vere 8. Jedoch ich dich nicht lehren will, Noch dir mein end vorschreiben; Vielmehr dir allweg halten still, Ben deinem worte bleiben, und glauben, daß du, als ein fürft Des lebens mich erhalten wirft, Ich sterbe, wie ich wolle. ibi 9. Darum will ich in meinem sinn Mich, HErr! dir ganz erge: ben: Denn sieh, der tod ist mein gewinn, Du aber bist mein le ben: Und wirst den leib ohn alle Flag, Das glaub ich fest, am jüngsten tag Zum leben aufer wecken. doud 3. So bitt ich dich, HErr JEsu Chris! Halt mich bey den gedanken, und laß mich ja zu keiner frist Von diesem glauben wanken: Daß Mel. Wer nur den lieben GOtte. biedebey beständig bleib, Bis daß 890. Nichts baseer als feel aus Wird in den himmel fahren. 4.Kanns seyn, so gib durch deine hand Mir ein vernünftig ende, Daß ich die seele mit verstand Befehl in deine hände; Und so im glauben, sanft und froh, Auf mei nem bettlein oder froh Von hins nen fahren mdge. . Willt du mich aber auf dem feld, Durch raub, auf fremder Vielleicht muß ich auch bald dare an: Drum will ich mich nur bald bewerben, Daß ich recht selig sters ben kann. Ich will erfi sterben, ch mein licht Erlischt; so sterb ich serbend nicht. 2. Jedoch es ist dis eine fache, Die nicht in unsern krästen steht, Damit ich es nun klüglich mache, Daß dis mein werk von flatten geht; 002 580 Vom Code und Sterben und zwar geht; So lauf ich meinen JEsum| Mel. Wer nur den lieben Goux an Der, wol zu sterben, helfen kann. 3. Er ist mein JEſus, der sein leben Für meines aufgeopfert hat, Und der mir sein verdienst gegeben: Er litte ja an meiner statt. Sein blut und seine todes noht Erwirbt mir einen selgen tod. 891 Mein Gott! ich weiß wol, daß Ich bin ein mensch, der bald ver geht: Und finde hier kein solches erbe, Das ewig dauret und be steht: Drum zeige mir in gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. 4. Ach liebster schaß! ach denke meiner; Steh mir in nöhten treulich bey. Es macht mich sonst auf erden keiner Von todes furcht und fünden frey: Drum laß ich dich, mein JEsu! nicht, Ob mir der tod das herz gleich bricht. 2. Mein GOtt! ich weiß nicht wenn ich sterbe, ein augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine scherbe? Die blume kam ia leicht verblühn. Drum mache mich nur stets bereit hier in der seit zur ewigkeit. r. Gib, daß ich erst der welt und sünde Absterben kann durch buß und reu; Im glauben mich mit dir verbinde, Erkenne, daß ich sterblich sey; Und mach mich so zu jederzeit Zum selgen ende wol bereit. 6.Nimm, JEsu! nimm zu treuen händen Den, der auf deinen tod getauft. Laß meinen geist nichts von dir wenden, Den du durch dein verdienß erkauft: Er stehet nicht in meiner macht, Drum nimm ihn selber wol in acht. 7. Bereite mich von aus und innen, Wie du mich selber haben willt. Bermehr den glauben, stärk die sinnen, Und sen mir immer sonn' und schild. Vergib die schuld, wehr satans macht, und schüß mich durch der engel wacht. lisba 8. Zur ruh wähl ich mir deine wunden, Dein wort und blut zur arzenen; Zur stärkung in den todes- stunden Des vaters huld, des tröfters treu. Mein grab sey deiMel. Wer nur den lieben GOtt x. ne offne feit, und dein verdiens 892. Wer weiß, wie nahe mein mein Die zeit geht hin, herkömmt der tod. Ach wie geschwind, ach wie behende Kann kommen meine to des noht! Mein GOtt! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 2. Es kann vor nacht leicht an ders werden, Als es am frühen mors 9. Auf diese weise mag ich ster ben In kurzer oder später zeit: Mir ist, als einem himmels erben, Das her; ohn alle bangig keit: Denn GOttes lieb' und JEsu blut Machts schon mit meinem ende gut. 3. Mein GOtt! ich weiß nicht wie ich sterbe, Dieweil der tod viel wege hält: Dem einen wird das scheiden herbe, Wenn jener fanft und ruhig fällt. Doch wie du willt; gib, daß dabey Mein ende nur vernünftig sey. 4. Mein GOtt! ich weiß nicht wo ich sterbe, und welcher fand mein grab bedeckt. Doch wenn ich nur dis heil ererbe, Daß mich dein wort zum leben weckt; So nehm ich leicht ein pläggen ein, Die erd ist allenthalben dein. s. Nun, liebster GOtt! wenn ich ja sterbe: So nimm du meinen geift zu dir, Den ich mit Chrifti blute färbe. Und hab ich Jesum nur bey mir; So gilt mirs gleich und geht mir wel, Wenn, wie und wo ich sterben soll. Vorbereitungs- Lieder zum Tode. morgen war; Denn weil ich leb' auf dieser erden, Leb' ich in fteter tods- gefahr. Mein GOtt! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 3. HErr! lehr mich stets ans ende denken, und laß mich, wenn ich sterben muß, Die feel in JEsu wunden senken, Und ja nicht spahren meine buß. Mein GOtt! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut.. 4. Laß mich bey seit mein haus bestellen, Daß ich bereit sey für und für, Und fage frisch in allen fällen: HErr! wie du willt, so schicks mit mir. Mein GOtt! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. . Mach mir stets zucker füß den himmel, und gallen bitter diese welt. Gib, daß mir in dem welt getümmel Die ewigkeit sen vorgestellt. Mein GOtt! ich bitt durch Chrifti blut, Machs nur mit meinem ende gut. 6. Ach vater! deck all meine sünde Mit dem verdienste Chrifti iu, Darein ich mich fest- gläubig winde, Das recht ers bitshte ruh. Mein Gott! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 7. Ich weiß, in JEsu blut und wunden Treff ich die schönste ruh statt an; Da find ich trost in todes Kunden, und alles was er quicken kann. MeinGOtt! ich bitt durch Chrifti blut, Machs nur mit meinem ende gut. 581 tauf: Du bleibst mir auch daher gewogen, Nimmst mich zum kind und erben auf. Mein GOtt! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 11.So komm mein end heut oder morgen, Ich weiß, daß mirs mit JEsu glückt. Ich bin und bleib in deinen sorgen, Mit JEsu blut schön ausgeschmückt. MeinGOtt! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 12. Ich leb' indeß in dir vergnüget, und sterb ohn alle kum merniß; Mir gnüget wie mein Gott es füget, Ich glaub und bin es ganz gewiß: Durch deine guad und Chrifti blut Mach& du's mit meinem ende gut. 8. Nichts ist, das mich von JEfu scheide, Nichts, es sey leben oder tod; Ich leg die hand in seine feite, und sage: mein HErr und mein GOtt! Mein Gott! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 10. Ich habe Chrifti leib geges sen, Sein blut hab ich getrunken hier: Nun kann er meiner nicht vergessen, Ich bleib in ihm und er in mir. Mein GOtt! ich bitt durch Christi blut, Mache nur mit meinem ende gut. 9. Ich habe JEfum angezogen Schon längst in meiner heilgen Mel. HErr JEsu Christ du höchst mir betracht, 893.Dtt! wenn ich ben alles fleisch verdirbet: Und nehm ich dis daben in acht, Wie schleunig mancher stirbet: So ruf ich dich, o vater! an; Denn deine gut und allmacht kann mir auch hierinnen helfen. 2. Ich weiß wol, daß ich sterben muß, Doch nicht, in welcher siun den: Drum gib, daß ich in steter buß und gottesfurcht werd funden; Auf daß ich jezt und allezeit zu meiner heimfahrt sen bereit, So bald du mich abforders. 3. HErr! rechne mir es ja nicht zu, Daß ich michs unterfange, Und an dich diese bitte thu, Warum mir oft wird bange: Aus lauter unverdienter güt Für vielen 00 3 schmers Vom Tode und Sterben und zwar 582 schmerzen mich behüt Und langs wierigem lager. 4. Ich traue deiner treu Durch JEsu blutvergiessen, Und will auch weder zeit Noch ort zum tod aus: schliessen. Komm, wenn, wie, wo du willt, eds mich nur selig auf Und führ mich, durch sein blut Und tod, ju dir hinauf. 5. So lang ich lebend bin, Und werd ich einst entschlafen, Gott vater! geb ich dir das, was du selbst erschaffen; GOtt sohn! was du erlöst, Das übergeb ich dir: Was du, GOtt heilger geift! Ge beilget, nimm von mir. 6. Mein JEsu! zeige dich Mir stets in deinem leiden, und sprich mir freudig zu: Nichts soll dich von mir scheiden. Halt mich mit deiner hand, Worein mich deine 6. Hilf, HErr! hilf in der to des noht, Laß mich nicht lange qualen. Dir will ich meine feel, opein Gezeichnet, sprich: du sollt GOtt! In deine hand befehlen: Nicht, nicht verlohren seyn. Verkürz mir alle angst und pein, Daß, wenn mein ende da soll seyn, Jch bald in fried abscheide. 7. Tritt, JEsu! vor den tod, Vor sünd und satans schrecken, und laß mich dann dein blut Für ihrer wuht bedecken. Fisß mir im ster ben schon Des lebens vorschmack ein; So kann bey dessen luft Mein rod nicht bitter seyn. sorge, schütze, liebe, Daß mich im 8. Was ich verlaffen muß, Ver. sterben nichts Verhindre noch be trübe. Erhalt mich bey verstand, Gib einen frohen muht, Daß mitten im gebet Ich sterb auf JEsu blut. 4. Doch aber auch bewahre mich Für schnellem bösen ende. Wahn wiß und jammer gnädiglich, treuer GOtt! abwende. Ein solches stündlein mir verleih, Daß ich noch meine fünd dabey Jm glauben mag bereuen. c. Laß mich den wehrten heilgen geift Bis an mein end regieren: Gib, daß ich alsdenn allermeist Kann seinen beystand spüren: Daß mir ia kräftig komm zu gut Des HErren JEsu theus res blut, Das er für mich vergoffen. Mel. O GOtt du frommer zc. 894. Dreneinger GOtt, ich mir auserlesen! Gedenk an deine treu, Die vor der welt gewesen: Ach! sich mich fünder doch So hold und gnädig an, Daß ich dir chriftlich leb, Und selig sterben kann. 9. Nun geb ich meinen geift nochmahls in GOttes hände, und warte bis er kömmt mit einem felgen ende; Drück du mir nach dem tod Die augen selber zu. Bis auf den jüngsten tag Gib eine 2. Hier will ich leib und feel In Chrifti wunden senken; Ach lehre du mich stets An meinen tod gedenken, und sterben, eh ich sterb, Und mach mir stündlich kund: Auch du mußt sterbent, mensch! Es ist der alte bund. fanfte ruh. 3. Weil JEsus mir zu gut Ge 10. Ich weiß, durchs lammes storben, wie gebohren; So glaub blut Werd ich schon überwinden, ich ganz gewiß, Auch ich sey nicht und einen grådgen GOtt Im tod verlohren. Weck mich nur stetig und leben finden. Ich halte mich auf, Daß, wenn mein ziel erfüllt, an GOtt Und meines Eſu blut; Ich fiets bereitet fey, Wie du mich Ich weiß, GOtt macht es schon haben willt. Mit meinem ende gut. 11. Nun Vorbereitungs Lieder zum Tode. u. Nun sag ich amen drauf In meines JEsu namen: Sprich du auch selber, HErr, Mein GOtt und vater! amen. Sprich: ia! dreveinger GOtt! Mein vater komme du, Und sage: sen getroft, Mein kind! ich komme nu. Mel. HErr JEfu Chrift wahr zc. 895. vater, fohn und heilger geift! Er hör mich hierinn allermeist, Daß durch ein sanft vernünftig end All meine noht sich selig endt. 2. O JEsu, wahrer mensch und GOtt! Der du den tod durch deinen tod Und auferstehn zunicht gemacht, Auch heil und leben wie derbracht: 3. Laß mich so enden meinen lauf, Damit ich komm zu dir hinauf: Laß mich gehn aus dem iam merthal, Und eingehn in den freus den faal. 4. Ich weiß, mein Ichen hat ein iel: Es sey nun wenig oder viel, So muß ich seyn zu jederzeit Zum tod und zum gericht bereit. s. Gestorben bist du, HErr! für mich, Für mich hat man gerich tet dich; Drum mir, iedoch aus lauter gnad, Der tod und das ge richt nicht schadt. 6. Wenn dieser hütten irdisch haus Zerbrochen wird, und ich 583 9. Wenn sich die zunge nicht mehr regt, und sich die sprache gänzlich legt; So hör die seufzer, die ich thu, Und bring mich bald zu deiner ruh. drog 3jat att 10. Bricht drauf in meiner angst an mir Der todes schweiß bereits herfür: So laß mir kommen da zu gut, HErr! deinen tods- kampf, schweiß und blut. 11. Wenn ich zulejt verlaffen werd von allen menschen hier auf erd: So nimm, HErr! meiner fel. berwahr, Mit troft bleib bey mir immerdar. 7. Wenn mir wird dunkel das gesicht, Ja sehen meine augen nicht: Sound des glaubens licht recht an, Daß ich dich, GOtt! er kennen kann. 12. Verleih, daß ich dir still da den Aushalte und geduldig sey; Bis daß die feel zu rechter zeit Aus dem gefängniß wird be: frent: Schwächt mich die krankheit denn so sehr, Daß mir vergehet mein gehör; So laß mich inner: lich das wort Des lebens hören fort und fort. 13. Gib ja nicht zu, daß mittler: weil Der satan mich da übereilz Hilf, daß durch deiner wunden Fraft Sein feurig pfeil nicht an mir haft. 3d dist 14. Laß dieses seyn mein lezt gebet, Was du zulezt am creus geredt: Daß ich mit seufzen meis ne feel Jn deine treue hand be mod fehl. JOIN QUI deiner macht, Du dieſem neft Jus haus, das ewis 396.Jch bin ja, herr! in bleibet Is. Wenn ich so selig scheid von hier; Ift mir der tod die lebensthür, So werd ich frölich aufere stehn, und mit dir in dein reich u ild eingebu. haft mich an das licht gebracht, Du unterhältst mir auch das leben: Du kennest meiner monden sahl, Auch, wenn ich diesem iam merthal Die lezte gute nacht muß geben: Wo, wie und wenn ich sterben soll, Das weißt du, frommer vater! wol. 2. Wen hab ich doch, als dich allein, Der mir in meiner lezten pein Mit troft und raht weiß bey004 4115 584 Vom Tode und Sterben und zwar zuspringen? Wer nimmt sich mei-| lebte, war ich dein, Todt kann ich ner seelen an, Wenn nun mein les Feines andern seyn. ben nichts mehr kann, Und ich muß mit dem tode ringen, Wenn aller finnen kraft zerbricht? Thuft du Mel. Wer nur den lieben GOttx, es, Gott, mein heiland! nicht? 897. Mein Gottliche 3. lieg 1 hab meinem leben schon, und seh Den kranken leib Schon manchen tag zurück gelegt. mit ach und weh, Das herz mit Jedoch soll ich den ausschlag ge todes angst befallen; Gehör und ben, Wer wol den preis vor allen sprache nehmen ab, Die augen trägt; So seh ich billig ben mir neigen sich zum grab: Doch kränkt die fünde mich vor allen; Auch setzt mir satan ohne ruh Mit anklag und versuchung zu. an, Wen ich den besten nennen Fann. Si dom 2. Der tag, der mich der welt geschenket, Zeugt wol von deiner gütigkeit: Doch wenn mein herz dabey gedenket, Daß er mit thrà nen eingeweiht, und ein prophete vieler pein; So kann er nicht der beste fenn. 4. Mich dünket, der posaunenton Verkündge den gerichtstag schon, Das leite urtheil mir zu fällen: Hier weifet mein gewiß sens- buch und dorten des gesetzes fluch Mich sünden- kind hinab jur 3. Der tag, der mich zur taufe bollen. Wer hilft mir nun in fol- brachte, War noch ein größrer cher noht, Als du, mein GOtt, gnaden- tag, Der mich zu deinem des todes tod! tinde machte, Das dir an deinem s. Der feind hat keine macht herzen lag: Doch stund ich nu rim an mir: Ich hab allein gesündigt glauben hier, Das schauen aber dir, Dir, der du missethat ver- fehlte mir. giebest. Was maaßt sich denn der meiner an, Der kein geseß mir geben kann, Und nichts an dem hat, den du liebest? Er nehme das, was fein ist, hin; Ich weiß, daß ich des HErren bin. 4. Ein tag in deinem heiligthu: me Gab mir wol manche füffig. keit; Doch fehlte mir bey solchem ruhme Das unbefleckte feyer: kleid: Der vorhof ist doch nicht so schön, Als wenn wir gar jum tempel gehn. s. So hast du mir auch manche tage Durch deine gute gut ge macht; Doch ieder hatte seine plage, Und mancher seine trauer. nacht: Ich hoffe noch ein schöner licht, Das alles leiden unter. bricht. 125 m 6. Es kommt ein tag, der al 7. Nein, nein, du hältst mich len tagen Dereins ein selig ende fest, mein heil! Läßt mich, dein macht: Dann werd ich auch mit glied, deins leibes theil, In dei- wahrheit fagen, Daß er das schön nen wunden sicher sizen, Da sport ste licht gebracht, und bild ich mir ich aller macht und noht: Es mag gewißlich ein. Der leite wird der gefer, höll oder tod Auf mich her beste fepit.d and di donnern oder bliken. Dieweil ich 7. Mein GOtt! gib, daß ich alle 6. Ich bin besprengt mit Chrifti blut, Bum jeugniß, ich sey Chrifti gut, Das niemand sonsten an gehore: Was darf mich denn der bösewicht viel schrecken mit dem Jorn- gericht? HErr! rette deines namens ehre, Laß reiffen nicht aus deiner hand, An welchen du so viel gewandt. Vorbereitungs- Lieder zum Tode. 585 alle tage An diesen tag gedenken, ken wol, Daß wir bie sterblich mag, Und daß ich fleißig forge tra- allzumahl: Auch wir allhie kein ge, Daß er ein buß- und glaubens- bleiben hab'n, Müss'n all davon tag; So führt er mich zum him- Gelehrt, reich, jung, alt oder mel ein, Wo tausend jahr ein tag schön. nur seyn. 9. Das macht die fünd, o treuer GOtt: Denn dadurch kam der bittre tod: Der nimmt und er ch hab' fach 898. Jott heimgestellt, fie findt: Fragt nicht, weß stands und ehr'n sie sind. Er machs mit mir, wies ihm gefällt. Ich will, soll ich hie länger leb'n, Nicht widerstreb'n: Sein'm willen hab ich mich ergeb'n. 2. Mein zeit und fund ist, wenn GOtt will, Ich setz ihm weder maaß noch ziel: Es sind gezählt all härlein mein, So groß als Elein Fällt keines ohn dem willen fein. 3. Es ist allhier ein jammerthal, Angst, noht und trübsal überall: Des bleibens ist nur kurze zeit, Voll mühseligkeit, Und wers bes denkt, ist stets im fireit. 4. Was ist der mensch? ein er den- klos, Von mutt'r- leib tömmt er nackt und bloß, Bringt nichts mit sich auf diese welt, ein gut noch geld; Nimmt nichte mit sich, wenn er hinfällt. 10. Ich hab hie wenig gute tag', Mein täglich brot ist müh und klag: Wenn mein Gott will; so will ich mit Hinfahrn in fried, Sterb'n ist mein gewinn und schadt mir nicht. II. Und ob mich schon mein sünd ansicht, Will ich dennoch verzagen nicht; Ich weiß, daß mein getreuer GOtt Für mich in tod Sein'n eingen sohn gegeben bat. 100. 5. Es hilft kein reichthum, geld noch gut, nicht kunst noch gunst, noch stolzer muht: Fürn tod kein kraut gewachsen ist, Mein from mer chrift! Alles was lebet, fterblich ist. 12. Derselbe mein HErr JEsus Chrift Für all mein sünd gestorben ist, und auferstanden mir zu gut, Der höllen glut Geldscht mit seinem theuren blut. 13. Dem leb und sterb ich alle: zeit, von ihm der tod selbst mich nicht scheidt; Ich leb od'r sterb so bin ich sein: Er ist allein Der einge trosft und helfer mein. 6. Heut sind wir frisch, gesund und stark, und liegen morgen todt im sarg: Heut blühn wir wie die rosen roht, Bald krank. und todt: Und überall ist müh und noht. 7. Man trägt eins nach dem andern hin, Wol aus den augen aus dem sinn: Die welt vergif fet unser bald, Seyn jung od'r alt, Auch unsrer ehren mannig talt. * 8. Ach HErr! lehr uns beden14. Dis ist mein troft zu aller zeit In allem creuz und traurigkeit: Ich weiß, daß ich am jungften tag Ohn alle klag Werd auferstehn aus meinem grab. 1. Mein frommer GOtt, mein treuer hirt All mein gebein be wahren wird; Da wird nicht eins vom leibe mein, Sey groß oder klein, Umkommen noch verloh ren fenn.d 16. Mein'n lieben GOtt von angesicht Werd ich anschaun, dran zweifl' ich nicht, In ewger freud und seligkeit, Die mir bereit: Ihm sen lob, preis in ewigkeit. 00 5 * 17.0 Vom Tode und Sterben und zwar 586 * 17. O JEsu Christe, GOttes sohn! Der du für uns hast gnug gethan, Schleuß mich in deine wunden ein, Du mußt allein Mein einger troft und helfer seyn. 18. Amen, mein lieber from mer GOtt! Gib uns all'n einen felgen tod. Hilf, daß wir mögen allzugleich In deinem reich Bald mit dir leben ewiglich. Mel. Was meinGOtt will gescheh. GOtt! wer wird 899. D von diesem leib Des todes mich erldsen? So lang ich noch im fleische bleib, Empfind ich luft zum bösen. Das gute wollen hab ich wol, Nicht aber das vollbringen: Drum laß mich, wenn ich sterben soll, Vom tod ins leben dringen. 2. Zwar heßlich scheint es an zusehn, Den leib mit koht zu dekken, Woraus denn endlich wür me gehn: Doch laß dich dis nicht schrecken; Der beste theil, die seel ist dann Bereits an ort und enden, Wo keine quahl sie rühren kann, Sie ruht in GOttes händen. de dol 3. Der alls aus nichts hervor gebracht, Wird leichtlich meine glieder, Ob sie gleich staub, durch seine macht In ordnung bringen wieder: Das weizen- körnlein muß voran, Solls fruchtbar seyn, verwesen: So fault der leib auch, eh er kann Dort ewiglich genesen. 4. Ich weiß, weil mein erlöser lebt, Werd ich auch mit ihm les ben; Der wird mich, wenn der erdkreis bebt, Mit dieser haut umgeben; Da werd ich, und kein fremder nicht, Mein glaub hat dis vertrauen, Des allerhöchsten an gesicht In meinem fleisch an schauen. 5.Hievon kann mich nicht pracht noch ruhm, Noch selbst der hollen rachen, nicht engel oder fürsten. thum Noch schmer; abwendig ma chen: Da wird mich weder noht noch tod, Nach ausgestandnem leiden, Ja teine creatur von Gott und seiner liebe scheiden. 6. Inzwischen muß der leib ic doch Den tod, zuvor empfinden, Und dulden dieses schwere joch Von wegen seiner fünden: Er muß auf eine kleine frist, Dieweil er war von erden, So bald die seel im himmel ist, Zur erde wieder werden. G 7. Gch hin, mein volk! spricht unser held*, Geh hin in deine kam mer, Verbirg dich in dein schlaf gezelt, und schleuß vor diesem fammer Die thür ein wenig nach dir zu, Bis daß mein zorn vers schwinde; Und ich nicht mehr so schrecklich thu Von wegen deiner fünde. * Efa. 26, 20. 8. Es hat ja GOtt durch seine macht Der höllen reich zerstöhret, und unsre lezte todes nacht Ju einen schlaf verkehret: Jus grab gehn, heißt: sein kammerlein Vers schlieffen ohne sorgen, und halten sich für größrer pein Ein augen blick verborgen. 9. Was zagst du denn, o meine feel! Den leichnam zu verlasſen? Dort wird dich dein Immanuel Recht brüderlich umfassen, Und deinen leib, der nichtig war, Voll unflaht und voll schwären, An ic nem tage ganz und gar, Wie seinen leib verklären. 10. Wacht auf, und rühmt des höchsten raht, Die ihr in gråbern lieget, Nachdem der fürst des le bens hat Dem sterben obgesieget. Wie herrlich wird zu aller zeit, In solchem freuden leben, Die crone der gerechtigkeit Auf euren häuptern schweben. 11. Wer nur ein' auferstehung glaubt, Lieder zum Tode. 587 7. Ein frdlich auffiehn mir ver. leih, Am jüngst'n gericht mein fürsprach sey: Und meiner fünd nicht mehr gedenk, Aus gnaden mir das leben schenk. 8. Wiedu, HErr! jugefaget mir In deinem wort, das trau ich dir: Vorbereitungs glaubt, Vergebung auch der fünden, und daß ein ewig leben bleibt; Der wird sich leichtlich finden, Ob krankheit, angst, gefahr und noht Ihn plözlich über fallen; Der wird mit freuden durch den tod In Abrahams ſchooß wallen. 12. Wie selig sind die todten nun, Die in dem HErren sterben! Sie ruhn von allen ihrem thun, Und werden nicht verderben Von nun an, sagt der heilge geift: GOtt! mehr uns dis vertrauen, Daß wir im sterben allermeist Aufs andre leben schauen. Veturit 900. wahr mensch und Err JEfu Chrift, GOtt! Der du littst marter, angst und spott, Für mich am creuz auch endlich starbst, und mir des vaters huld erwarbft: 2. Ich bitt durchs bittre leiden dein, Du wollft mir fünder gnådig seyn, Wenn ich nun komm in sterbens- noht, Und ringen werde mit dem tod. in 3. Wenn mir vergehet mein gesicht, und meine ohren hören nicht: Wenn meine zunge nicht mehr spricht, und mir für angst mein her; zerbricht: 4.Wenn meinverstand sich nicht belent, und mir all menſchlich beſinnt, half zerrinnt; So komm, o HErr Chrift! mir behend zu hülf an meinem lezten end, Wer mein wort hält und glaubt an mich, 9. Der wird nicht kommen ins gericht, und den tod ewig schmekken nicht; Und ob er gleich hier zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt: An 5. Und führ mich aus dem jam merthal, Verkürz mir auch des todes quahl; Den bösen geift fern von mir treib, mit deinem geist stets ben mir bleib; 6. Bis sich die feel vom leibe trennt, So nimm sie, HErr! in deine hånd: Der leib bab in der erd fem ruh, Bis sich der jüngst tag naht herzu. 1o. Sondern ich will mit starker hand Ihn reiffen aus des to: des band, Und zu mir nehmen mir zugleich in mein reich, Da soll er denn mit OG Gm!! II. In freuden leben ewiglich, Dazu hilf mir ia gnädiglich. Ach HErr! vergib all unsre schuld, Hilf, daß wir warten mit geduld, 12. Bis unser stündlein kömmt herbey, Daß unser glaub fiets wacker sen, Dein'm wort zu trauen feftiglich, Bis wir einschlafen feliglich. Bezeugtes Verlangen nach ei nem feligen Tobe. Mel. Alle menschen müssen ze 901. Eitle welt, ich bin dein feele sehnet sich. Nach des himmels ruh und friede: Ach, mein Gott! wenn rufft du mich? Rufe mich; mit allen freuden Will ich aus der trübsal scheiden: Denn ich weiß, durch Christi blut Macheft du mein ende gut. 2. Mir macht gar der tod nicht bange, Denn ich bin des lebens fatt. Wer das jammerthal fo lange, Als wie ich, gemessen hat: Wird wol alle stunden zählen, Bis die freyheit seiner feclen, und der ab 588 Vom Tode und Sterben und zwar abschied aus der welt Sich erwün- sinn, Daß ich nicht ruhen kann, schet eingestellt. Bis ich darinnen bin. 3. Zwar ich bin nicht ungedul3. Ach daß die feele nicht kann dig, Daß mich creuz und elend wie ein adler fliehen! Sie sollte drückt: Ich bin mehr zu leiden heute noch Aus ihrem kerker jie schuldig, Als mir JEsus zugehen, und unermüdet seyn; Bis schickt. Weiß ich doch, daß mich daß sie GOttes stadt, Das haus kein leiden kann von seiner liebe, der herrlichkeit, Für sich gefun scheiden; Sondern daß das creuz den hat. ein kuß Seiner gnade heissen muß. 4. Blos deswegen will ich sterben, Daß ich JEsum möge sehn, und sein ewig heil ererben; Mögt es heute noch geschehn! Doch wer weiß, wie nah die stunden, Da ich, aller angst entbunden, Auf der müden lebens- bahn Meinen lauf vollenden kann. 5. So ist mir der tod ein segen, Und das sterben ein gewinn. Kommt ihr engel! kommit entge: gen, Traget meine seele hin. Ach! mir wird von jenem leben Jezt der vorschmack schon gegeben; Darum wünsch ich nur allein, Auch im schauen da zu seyn. 6. Alle, die mich hier geliebet, Alle, denen ich bekannt, Die mein abschied jest betrübet, Uebergeb ich GOttes hand: GOtt versor get, GOtt beschüket, Gott be: schehret, was euch nüßzet. Also ist mein haus bestellt; Gute nacht, du eitle welt! 4. Drum will ich aus der welt und nach dem himmel scheiden; Weg, eitelkeiten, weg! Weg welt, mit deinen freuden! Hin auf nach GOttes suhl, Hinweg aus dieser welt, In der mich nichts vergnügt, In der mir nichts gefällt. Mel. O GOtt du frommerc. JEfu, meine luf, Dleben meiner 903. feele! Wenn rufft du mich zu dir Aus dieser jammer- höhle? Wenn werd ich einst befrent Dich, lieb. ster JEsu! sehn, Und zu dir in dein reich Erlöst und selig gehn? 2. O du mein aufenthalt, Mein leben, meine wonne, Mein einzi ger gewinn, Und rechte freuden sonne! Mein Herz und ganzer geist Schrent stets, o GOtt! zu dir; Wenn, ach! wenn schau ich dich, OJEsu! meine zier? 902. Weg, himmelsfreuden: Ich will mit größter luft In meinem JEsu scheiden, Ich will zu GOtt hinauf: Hinweg aus dieser welt, In der mich nichts vergnügt, In der mir nichts gefällt. 3. Wenn schickst du doch die zeit, Da ich in deinen freuden Mich Mel. Nun danket alle GOtt. ewig freuen soll? Wenn endest du eg, eitelkeit der das leiden? Wenn soll ich doch welt! Ich fühle zu dir und deiner wonne gehn; Wenn kann ich dich, mein heil! In deinem lichte sehn? 4. Da wirst du mich erfreut zu deiner rechten stellen, und mit, den du erlöst, Ein gnädig ut theil fällen; Dann führst du mich 2. Jch fürchte nicht den tod, ins reich, Wo deine herrlichkeit, Ich liebe nicht das leben: Wer Die ich denn schauen kann, Mich wollte doch die welt Nicht für den| ewiglich erfreut. himmel geben? Die himmels <. Ach! könnt ich heute noch freude liegt mir so in herz und von diesem jammer scheiden! Ach! Vorbereitungs- Lieder zum Tode. 589 Ach! kam ich heute noch Zu ienen, Vom tod' ins Leben gangen; Und himmelsfreuden! Ach! daß ich heute noch Die welt verlassen müßt! Ach! kam ich an den ort, Wo nichts als jauchzen ist! ich werd auch zu JEsu Christ Durch diesen weg gelangen: Der schritt zu ihm aus dieser zeit Ge schieht durch selig sterben. Ift dort mein haupt in herrlichket, Wie soll sein glied verderben? 6. Wenn wirst du mich, mein heil! Zu solchen freuden führen, Und in der herrlichkeit Mit jener crone zieren, Die du mir beygelegt? Wenn küß ich deine brust In jenem freuden faal! OJEsu, meine luft! 6. Drum zage nicht, o schwacher sinn! Verlaß den leib der er: den: Wirf alles eitle willig hinDer leib muß erde werden, die feele bleibt in GOttes hand Bey solchem wolergehen, Daß dort der geift, hie kein verstand, Erkennt und kann verstehen. Mel. Was mein Gott will ic. 904. So komm, du ausgang meiner pein, Erwünschte todes stunde! Und führ mich bald zum himmel ein Aus diesem sünden- grunde. Ach, liebster tod! komm bald heran, Ich warte mit verlangen, Mit weissen kleidern angethan Vor GOttes thron zu prangen. 2.Jhr, schwache glieder! scheuet war So früh entseelt zu werden: Die feele selber kann nicht gar Ohn alle pein, der erden, Auf welcher sie bisher gelebt, Den lezten abschied sagen; Bald ist sie freuden boll, bald schwebt Sie wiederum in jagen. 3. Doch, JEsu! deine liebe macht, Daß furcht und angst verschwinden: Ich werd in dieser todes nacht Dich lebensfürsten finden. Ich finde, ia ich halte dich, Mein leben, mein verlangen! Mein leben, du wirft selber mich Mit deinem licht umfangen. 4. Drum sterb ich nicht in die sem tod; Er ist ja nur mein leben. Nach kurzem kampf und kurzer noht Soll ich bey JEsu schweben Voll freude, ruh und herrlichkeit, Voll friede, trost und wonne, Voll feligkeit, wo jederzeit Gott selber licht und sonne. 5. Der herzog meines lebens ist 7. Es wird am ende dieser zeit Die freuden- zeit entdecken, Daß GOtt der seelen jetzig kleid Auch aus dem staub erwecken, Und ewig herrlich machen kann; O was ist das für wonne! Wenn wir, mit klarheit angethan, Dort leuchten wie die sonne. 8. An uns stirbt nichts als sterblichkeit, Wir selbst sind unverloh ren: Der leib wird nur der laft befreyt, Und himmlisch neu ge bohren. Er wird in schwachheit ausgesät, und fällt verweslich nieder: Und kömmt, so bald er aufersteht, Voll pracht und klarheit wieder.. 9. Drum, schwache glieder! leget ihr Euch willig in die erde: Wißt, daß von eurer zahl und zier Gar nichts verlohren werde. Die haut, die euch anizt bedeckt, Wird euch dort wieder kleiden, Wenn ihr, in eurem fleisch erweckt, Gott seht in seinen freuden. 10. Den ich im glauben hier gesehn, Der wird mich dorthin bringen, Wo tausend tausend vor ihm stehn, Und ewig beilig! singen; Da werd ich seine herrlichkeit Mit meinen augen sehen, und was mir hier in dieser zeit Für heil von ihm geschehen. 11. GOtt wird in seinem angesicht 690 Vom Tode und Sterben ficht mich ewiglich erquicken; welt: Befehlt es ihm, er wird mol Dort werd ich ihn in seinem licht, Mir selbst zum heil, erblicken. O herrlichkeit! wie freu ich mich, Wenn engel reine seelen Mit son nen- klaren leibern sich Vor GOt tes stuhl vermählen. 905. Gº In Todes öhten. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. Ott lob! es geht nunmehr zum ende, Das größte schrecken ist vollbracht: Mein JEsus reicht mir schon die hande, Mein JEfus, der mich selig macht. Drum laßt mich gehu, ich reife fort, Denn JEsus ist mein lestes wort. 2. Dweifelt nicht an meinem glauben! Ich glaube, daß mich JEsus liebt: Kein tod soll mir die freude rauben, Weil JEfus troft und leben giebt. Ich fahre wol, und weiß den ort: Denn JEsus ist mein leztes wort. 3. Die hoffnung hat mich nie betrogen, Ich bin auf sein gebot getauft; Da hab ich JEsum angezogen, Da hat er mich vom tod erkauft: Drum bleibt er auch mein heil und hort, Sein name sey mein fegtes wort. 4. Wiewol die sünde will mich kranken: Wer ist, der ohne tadel lebt? Allein ich darf an JEsum denken, Der mich in seinen tod begråbt; So komm ich an den lebens port, Und JEsus bleibt mein leztes wort. 5. Mein JEsus hat den tod be zwungen, Als er am creuze selbst verschied, Da ward mein tod zu gleich verschlungen: Er ist mein haupt, ich bin sein glied. Was JEfus hat, das hab ich dort; Drum sey er auch mein legtes wort. 6. Gedenkt mir nicht an eitle fachen: Der höchste forget für die 100 machen, Daß licht und recht den plak behält. GOtt wende jammer lift und mord Durch JEsum, all mein lestes mort. 7. Nun freuet euch, es geht zum ende, Mein JEfus heißt meinla ter ruhm. Wie frölich klopf ich in die hande! Wo bleibst du doch, mein eigenthum! Ach JEſu, JE fu! sey mein wort: Ich schweig und eil zum himmel fort. 906. Wenn mein frund lein vorhanden ist, und ich soll fahr'n mein' straffe So leit du mich, HErr JE Chrift! Mit hülf mich nicht ver Lasse. Mein feel an meinem lezten end Befehl ich, HErr! in deine händ, Du wirst sie wol bewahren. 2. Mein' fünde wird mich krån ken sehr, und mein gewissen n gen; Denn ihr ist mehr als fand am meer: Doch will ich nicht verzagen, Und denken nur an deinen tod, HErr JEsu! deine rounden roht Die reerden mich er halten. 3. Ich bin ein glied an deinem leib, Deß tröst ich mich von her. zen: Von dir ich ungeschieden bleib In todes- noht und schmer. zen. Wenn ich gleich erbe, fierb ich dir, Ein ewig leben hast du mir Durch deinen tod erworben. * 4. Weil du vom tod erstanden ben: Mein höchster troft dein auf bist, Werd ich im grab nicht ble fahrt ist, Sie kann tods- furcht ver treiben: Denn wo du bißt, da komm ich hin, daß ich stets ben dir leb und bin; Drum fahr ich hin mit freuden. Chrift, Meir arm thu ich aus 5. So fahr ich hin zu JEfu frecken: Ich ruhe fein und schlafe feft und zwar in Todes Ndhten. R fest, Kein mensch kann mich auf wecken, Als JEsus Christus GOt tes sohn, Der wird die himmels-; thür aufthun, Mich führ'n ¡ um Mel. HErr ich bekenn von herzen ergeit leben. 109 vitt IST - Mel. Wer nur den lieben GOtt ze ( uf 907. will ich sterben Ge trost, voll fried und freudigkeit. In seinem blute will ich färben Mein allerschönstes hochzeit Fleid, Mein JEsus ist mein troft allein, AufJEfum leb' und schlaf ich ein. 2. Auf meinen JEfum will ich ferben, In seinen wunden stirbt sichs gut. Er läßt mich nimmer mehr verderben, Ich wasche mich in Chrifti- blut. Mein Jesus ist mein troft allein, Auf JEsum leb' und schlaf ich ein. trasie 591 seyn, So leb' und schlaf ich selig ein. 3. Auf meinen JEsum will ich terben, In seine feite schließ ich mich, Das paradies heut zu erer: ben. Brich immerhin, mein hers! ach brich: Mein Herz und schaß soll JEfus feyn, Auf JEsum leb' und schlaf ich, ein. 4. Auf meinen, JEsum will ich sterben; Er bleibt, wenn alles mich verläßt. Weil er mit blut mich wollen werben, Steh ich bey 908. lob! ist bald voll. bracht; Welt! gute nacht, Wir In werden uns nun JEfu namen sanft und still ch wandern will Zur seligkeit mit freuden. In dieser welt Ift mir bestellt Nur angst und noht, Zuleit der tod: Dort endet sich mein leiden. 2. In JEsu namen schlaf' ich ein, Er führt allein Mich aus dem tod ins leben: Denn sein am creus vergoßnes blut Kömmt mir zu gut, Macht frölich mich darneben: Der edle saft Bringt rechte kraft, Stärkt mir mein hers In todes- schmerz, Kann freud und wonne geben. 3. In JEfu namen fahr ich hin; Denn mein gewinn Ift Chriftus, wenn ich sterbe: Ich weiß, daß er mich nicht verläßt, und glaube feft, Im tod ich nicht verderbe. In ewigkeit I mir bereit Von Gottes sohn Die ehren- cron, Das rechte himmels- erbe. 909. Hel erglich thut mich verlangen Nach einem selgen end; Denn hie bin ich umfangen Mit trübfal und elend. Ich hab lust abzuscheiden Von dieser bösen welt, Seyn' mich nach ewgen freuden: O JEsu! komm nur bald. 2. Du hast mich ja erldfet Von fund, tod, teuf'l und höll: Es hat dein blut gekostet, Drauf ich mein hoffnung stell. Warum follt mir denn grauen Für'm tod und höllschem g'sind: Weil ich auf dich thu bauen, Bin ich ein selig 3. Ob mein panier allein, Auf JEsum leb und schlaf ich ein. . Auf meinen JEsum will ich sterben; Vergeht mir gleich der augen licht, Wenn mund und lippen sich verfärben, und wenn mein bers im leibe bricht: Soll JEfus beil und leben senn. Auf JEfum leb und schlaf ich ein. 6. Auf meinen JEsum will ich fierben; Ach JEsu! hilf in letter noht, Laß mich das beste theil ererben, Verfüffe mir den bittern tod. Dein blut soll mir das leben kind. 592 Vom Tode und Sterben und zwar 3. Ob gleich süß ist das leben, zer zeit Einander wieder schauen Der tod sehr bitter mir; Will ich Dort in der ewigkeit.** mich doch ergeben Zu sterben wil lig dir: Ich weiß ein besser leben, Da fährt die feele hin, Deß freu ich mich gar eben: Weil sterben mein gewinn. 4. Der leib wird in der erden Von würmen zwar verzehrt: Doch unsre hout wird werden Durch Christum neu verklärt, Ganz leuchten als die sonne, und leben ohne noht In himmels freud und wonne. Was schadt mir denn der tod? 5. Ob mich die welt gleich reizet Länger zu bleiben hier, und mir auch immer eiget Ehr, geld, gut, all ihr zier; Doch ich das gar nicht achte, Es währt nur kurze jeit: Das himmlisch ich betrachte, Das bleibt in ewigkeit. 10. Nun will ich mich ganz wen den Zu dir, HErr Chrift! allein: Gib mir ein selig ende, Send mir dein' engelein; Führ mich ins ewge leben, Das du erworben haft Durch dein leiden und sier: ben, und blutiges verdienst. II. Hilf, daß ich ja nicht weiche von dir, HErr JEfu Chrift! Den schwachen glauben stärke In mir zu jeder frist. Hilf mir ritterlich ringen, Halt mich durch deine macht, daß ich mag frölich fingen: GOtt lob! es ist voll. bracht.satu mde ** V.7.8. und 9. können nach Beschaffenheit der Umstände ausgelassen werden. 6. Muß ich auch gleich nun scheiden von meinen freunden Mel. Von GOtt will ich nicht. gut, Das mir und ihn'n bringt 910. Erfreu dich, liebe fee leiden; Doch tröstet mich mein muht, Daß wir in grossen freuden Zusammen werden komm'n, Und bleiben ungescheiden Vordem himmlischen thron. Dein kömmet schon, Führt aus der let beshöle Dich hin vor seinen thron; So sey nun wolgemuht; Denn der für dich gestorben, Dir alles heil erworben, Schenkt dir das höchste gut. ** 7. Ob ich gleich hinterlaffe Betrübte kinderlein, Der'n noht mich über die maasse Jammert im herzen mein; Will ich doch gerne sterben, Und trauen meinem GOtt: Er wird sie wol versorgen, Retten aus aller noht. 8. Was thut ihr so verzagen, arme euch Gott hülf versagen, Der speift die 2.Nimm abschied von der erden, Die hier den leib behält: Dir foll ein bessers werden, Du fährst ins fternenzelt, An ienen freuden. ort, Wo GOtt die seraphinen Und alle heilge dienen; Da lebst du fort und fort. S 3. Und sehen mir die fünden Gleich noch so heftig zu; So kann raben flein? Frommer wittwen ich mich doch finden: Ich fielle und waisen Ift er der vater treu, mich in ruh, Und weiß, daß JE Der kann und will sie speisen: Das sus Chrift, Mein heil, der starke gläubt ohn allen scheu.** beter, Mein kräftiger vertreter, Zu GOttes rechten ist. 9. Gesegn' euch GOtt der HEr: re, Jhr vielgeliebten mein! Ach! 4. Muß gleich der leib erblaf trauret nicht zu sehre Ueber den sen, Hüllt ihn das grab schon ein abschied mein, Beständig bleibt und muß ich die verlassen, die im glauben: Wir werd'n in kur: meine freunde seyn: Dis alles und zwar in Codes- Nöhten. 593 hadet nicht; Ich sehe sie ta wie- te frisch Der fünden striemen mit der. Wenn meine leibes- glieder abwisch, Dein hohn, dein spott Erstehen zum gericht. und dornen- cron, Laß seyn mein ehre, freud und wonn. 6. Dein durst und gallen- trank mich lab', Wenn ich nun keine kraft mehr hab: Dein angsts geschrey komm mir zu gut, Behut mich für der höllen- glut. Und da ich auch hinfahren Und die verlaffen muß, Die mir uwider waren; Vergeß ich den verdruß: Ja ich verheiffe noch, Ich will um vater treten, mit meinem JEfu beten: Vergib, bekehr sie doch! 7. Hilf, daß mein feel den him mel findt, Wenn meine augen werden blind: Dein leites wort laß seyn mein licht, wenn mir der tod das herze bricht. 8. Durch deine aufgespaltne seit mein arme feele heim begleit. HErr! auf dein auferstehn ich 7. So sen denn, feele! deine trau, auf deine zukunft hoff und Und in dich selbst vergnügt; Sey bau. deine und auch seine, Deß, der die 9. Thu mir die thür des him welt besiegt. Er führt dich himmels auf, Wenn ich beschließ den mel ein; Wo ich mit meinem lebens- lauf: Mit dem gericht leibe, Verspricht er, ewig bleibe, nicht lang ausbleib, Mach mich Soll auch mein diener fer. gleich dein'm verklärten leib: 6. Indeß sey hech gepriesen Gott vater, föhn und geist! Der sich mir treu erwiesen, Mich lebenslang gespeist Mit huld und gütigkeit: In jenem freuden leden Wirst du weit mehres geben, Das du für mich bereit. 10. Daß ich mit allen engelein Mel. HErr JEsu Christ wahr zc. Dann singen mag und frölich mein lebens- licht, elar. Err JEfu Chrift, feyn: Und mit der auserwählten febaar Dein antlig enig schauen ( 110) my ohin dystr 911, Mein heil, mein trost und zu versicht! Auf erden bin ich nur in gaft, und drückt mich sehr der Mel. JEfu deine heilge wunden. funden reuer GOtt! 2. Ich hab vor mir ein schwere 91 2. ChandeGoll mein geit Zu dir ins himmels- para- befohlen seyn: Denn der trof Deis; Da ist mein rechtes vater am lesten ende Stellt sich nun land, Woran du dein blut hast gedoppelt ein, Daß du mich von herzen liebst, und dich mir zum pfande giebft: Weil ich nun dis wol bewahre; Weiß ich schon, wohin ich fahre. gewandt. 2. Meine kräfte sind verschwun. den, Doch dein heil ist mir be kannt. Noht und tod hat mich ge bunden: Doch du reichst mir deine hand, als in welcher ich forthin Gnädig eingezeichnet bin, Und vorin ich mein geschenke Ewig zu behalten denke. P p 3. Je 3. 3u reisen ist mein her; sehr matt, Der leib gar wenig kraft mehr hat. Die seele ruft und hrept in mir: HErr! hol mich beim, nimm mich zu dir. 4. Stark mich, HErr! durch das leiden dein In meiner leiten todes pein; Dein blut schweiß nich tröst und erquick, Eb mich der fünden last erdrück. 5. Dein backen- streich und ruh 594 Vom Tode und Sterben 3. JEsus läßt den nicht ver-| ledig machen? Das thuft du, derben, Den fein blut erlöset hat; HErr! alleine; Es jammert dein' Also bin ich in dem sterben Nur barmherzigkeit Unsre sünd und am leibe schwach und matt: In groffes leid. Heiliger HErre dem herzen zeugt der geist, Daß Gott, Heiliger starker Gott! GOtt selbst mein varer heißt; Und Heiliger barmherziger heiland, durch dessen guaden- gaben Werd Du ewiger GOtt! Laß uns nicht ich die erlösung haben. verzagen Für der tiefen höllen glut. Kyrie eleison. 4. Chrifti des erldsers wegen Bleibst du mir, mein GOtt! ges 3. Mitten in der höllens angst treu; Und sein hochverdienter se: Unfre sünd uns treiben. Wo sollen gen Wohnet mir wahrhaftig ben: wir denn fliehen hin, Da wir md So gewiß der bund besteht, Der ingen bleiben? Zu dir, HErr Christ! meiner tauf angeht, und so wahr alleine: Vergossen ist dein theures. ich für die fünde Durch sein blut vergebung finde. blut, Das gnug für die fünde thut. Heiliger HErre Gott, Heiliger starker Gott, Heiliger barmherziger heiland, Du ewi ger GOtt! Laß uns nicht entfallen Von des rechter glaubens trofi. Kyrie eleison. 5. Hilf nur, daß ich JEsum faffe, Bis er mir den fegen spricht: Und wenn ich die welt verlasse, So verlaß die meinen nicht: Nimm sie wol und gnädig an, Führe sie auf rechter bahn, Bis sie fer: ner nach den thränen Sich nach deiner wonne sehnen. 6. Nun, Gott lob! hier ist das ende, Herz und geift hat wol gesielt, welcher sich in deine hände Zu der schönsten ruh befiehlt. Nun ich werde nicht zu spott; Denn du bist mein treuer GOtt, Und auf diesen theuren namen Spricht mein JEfus felber: amen. itten wir im leben 913. umfangen: Wen suchen wir, der hälfe thut, Daß wir gnad erlangen? Das bist du, HErr! alleine. Uns reuet unfre missethat, Die dich, HErr! eriürnet hat. Heiliger HErre GOtt, Heiliger starker GOtt, Heiliger barmherziger bei land, Du ewiger GOtt! Laß uns nicht versinken In der bittern todes noht! Kyrie eleison. 2. Mitten in dem tod ansicht Uns der höllen rachen: Wer will uns aus solcher noht Fren und Mel. JEsu deine heilge wunden reu dich nun, o mei 914. ne feele! Und vergif angst, noht und quahl: Denn aus dieser jammer- höhle Ruft dich GOtt zum freuden- saal. Aus be kümmerniß und leid Führt er dich zur seligkeit, Die kein ohr iemahls gehöret, Die bey JEsu ewig währet. 2. Bisher rief ich nacht und tage Zu dem HErren meinem Gott: der Reiß mich aus der creuzes- plage, Ach! ich wünscht und seufzte oft, Wie ein wardrer wünscht und hofft Seinen weg bald zu vol lenden, auch mein leben bald i enden. 3. Denn wie rosen auf der erde unter scharfen dornen stehn: So muß Chrifti fromme heerde Unter angst und trübsal gehn. Wie die meere nie von wind, Sturm und wellen sicher sind: So ist auch auf dieser erden Unser lauf stets voll beschwerden. und zwar in Todes- Nähten. 4. Welt, tod, teufel, feelen schmerzen, Unser eigen fleisch und blut Plagen unsre arme herzen, Nehmen uns fast allen muht. Täglich drückt uns angst und noht, Creuz und leid ist unser brot: Wenn wir nur gebohren werden Findt sich iammer gnug auf erden. . Von dem allerersten mors gen, Wenn wir aus dem bette gehn, Beigen sich die bange Welche stündlich um uns stehn. Thränen müssen uns fer wein, Sorgen unsre speise seyn: Wenn der tag auch schon vergangen, Sind wir doch mit noht umfangen. 6. Drum, HErr JEsu, gua den- sonne, Der du ewiglich aufs gehst! Zeig miriero deine wonne, Mir, den dein verdienst erlöst: hilf daß ich noch diesen tag Se ligu dir fahren mag. Hilf mir, o mein licht und leben! Meinen geift bald aufugeben. 7. Laß mich ist in todes- stun den In dein' offne feite fliehn; laß mich, HErr! durch deine wunden Zu dem paradiese ziehn, Wo der schächer hingereift, Wo mich brot des lebens speift, Wo du mich mit klarheit schmückeft, Und in ewigkeit erquickest. 595 der erde, und mit ihr vereinigt werde. 10. Freu dich sehr, o meine seele! Und vergiß jezt noht und quahl. Chriftus ruft dich aus der höhle Dieser welt, zum freudens faal; Da sollt du in ewigkeit Schön verklaret, hoch erfreut mit den engeln jubiliren. Und vor JEfu triumphiren. 915. Chriftus der ist mein leben, sterben mein gewinn: Ihm hab ich mich ergeben, Mit freud fahr ich dahin. 2. Mit freud fahr ich von dans nen Zu Chrift, dem bruder mein, Daß ich mag zu ihm kommen, Unt ewig ben ihm seyn. 3. Nun hab ich überwunden Creus, leiden, angst und noht, Durch seine heilge wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine kräfte brechen, Mein odem geht schwer aus, Wenn ich nicht mehr kann spre: chen; HErr! nimm mein seufzen auf. 5. Mein heri, sinn und gedanten Zergehn schon, als ein licht, Das hin und her thut wanken; Weil mir die fraft gebricht. 1 6. Drum laß mich an dir kleben eine am ewig ben dir leben, In deiner feligkeit. 7. Fein selig, sanft und stille, Gleich als vom süssen ton, Schlaf ich, weils GOttes wille; Mein troft ift GOttes sohn. 8. Jch sing im himmels- throne Ihm nun lob, ehr und preis, Wo ich nun ewig wohne, In jenem paradeis. mehr sprechen, Ob gleich mein gehor verschwindt, Ob mir schon die augen brechen, Mein verstand sich nicht besinnt: Bist du doch mein licht, mein heil, Leben, wahrs heit, schak und theil, der mich leitet und regieret, Und die bahn um himmel führet. 9. Führ mich auf Elid wagen Durch die engel himmel an, Laß sie meine feele tragen, wie sie Lazaro gethan; Laß sie dir im schoofse ruhn, Trdft, erfreu und Mel. Herzliebster JEsu was zc. lab' e nun, Bis der leib tömmt aus 916. Mein JEfus kommt, fterben ist Pp2 por: Vom Tode und Sterben 596 vorhanden; Ich werde frey von dieses leibes banden: Wie soll ich aber wol und selig sterben, Dein reich ererben? 2.Wie du, mein troft! am creuze bift gestorben, und mir dadurch die seligkeit erworben: So laß auch mich auf deinen tod ab scheiden Zu deinen freuden. 3. Und was du noch zum lezten ausgesprochen, und deines vaters herz damit gebrochen; Das will ich dir, indem die augen brechen, Getroft nachsprechen. 4. Vergib, o vater! denen, die mich haffen, Die wider mich viel bosheit ausgelassen: Vergib, die weil die feinde nicht versehen, Was sie begehen. 5. Vergib auch mir, o vater! alle fünde, Und was ich jezt noch böses an mir finde. Vergib, wenn fleisch und blut mich wider wiffen Von dir geriffen. 6. Ich hab, o JEsu! feele, teib und leben In meinem testament dir übergeben: Ich weiß, du wirft die meinen heut und morgen Auch wol versorgen. 7. Ich übergebe sie zu deinen hånden, Du wolleft fund und schmach von ihnen wenden! Du wirft, o vater! diesen meinen wil ten Liebreich erfüllen. 11. Ich aber will die seufiertic: fer faffen: Mein Gott! mein GOtt! du kannst mich nicht ver laffen: Dieweil du selbst von Gott verlassen hingeft, und mich um fingest. 10.3war fünd und hölle fangen an zu quälen, Und ängsten mich an meiner armen feelen; Weil ich dein wort in dieser fünden- hütten Oft überschritten. 12. Ich durge, GOtt! nach dir, ich schren und achze; Ich seufze nach dem himmel, ach ich läche Nach dir: nach dir, mein JEsu! dürft ich armer, Omein erbarmer! 13. Ach! laß mich nicht in mei ner noht versinken; Laß mich die kraft aus deinen wunden trinken. Jch dürfte wie ein hirsch, laß dich erblicken mich zu erquicken. 14. Jit kommt der trofi, igt wird mein Herz gelabet; Jit wird es schon mit Christi blut begabet. Ich bin nunmehr, was ich noch nie gewesen, Jch bin genesen. Is. Es ist vollbracht: nun endet sich mein tammer; Nun, schwa cher leib! schlaf' fanft in deiner kammer, Bis JEsus kömmt, der giebt mir diese gliederEinßt schöner wieder. 16. Nimm meinen geift an me nem lesten ende, O treuer Gott! in deine vater- hände. Ich bleibe dein, ich sterb in deinem namen. Sprich, JEfu! amen. Mel. Wer nur den lieben GOtt- ds. Drauf wendet sich mein her; you dieſer erden: Dein paradies, 917. Mit dir, Herge HErr! laß mein eigen werden, In deinem paradiese stell mich heute Dir, HErr! zur feite. will ich schei den; So leb' ich ewig dort bep dirDein leites wort im tod und leden, Sen auch mein lestes wort allhier: Nimm, JEsu! mich, mit deinem sinn Vereinigt. aus dem leben hin 9. Ach JEsu! zeige mir ist bei ne gute, Gib mir ein glaubig himmlisches gemühte, und richt es ganz nach deinem gnaden- loh. ne, Der lebens- crone. 2. Von herzen fen es euch ver geben, Den vater ruf ich für cud an, Die ihr in meinem ganzem leben mir irgend was zu leid ge than: Mein JEfus hat auch end geliebt, Nicht ihr, die fünd' hat mich betrübt and bi 3. Den und zwar in Codes- Nöhten. 3. Der mutter: bruß des aller-| reich mir deine hände ¡ u, höchsten, Des fohnes ewigfester führe mich zu deiner ruh. treu Befehl ich euch, ihr meine nächsten! So mach ich mich der für euch, und mache leib und feele refred, GOtt forge lebenslang reich. 918. Alle menschen müssen fterben, Alles fleisch vergeht wie heu: Was nur lebet, muß verderben, Soll es wieder werden neu. Dieser leib muß erst verwesen; Soll er anders einst ges nesen, und erstehn zur herrlich leit, Die den frommen dort bereit. 2. Darum will ich dieses leben, Weil es meinem Gott beliebt, Auch ganz willig von mir geben, Bin darüber nicht betrübt: Denn in meines JEsu wunden hab ich schon erlösung funden, und mein trost in todes- noht Ja des HErren JEsu tod. 3. JEsus ift für mich gestor. ben, und sein tod ist mein gewinn. Er hat mir das heil erworben, Drum fahr ich mit freuden hin Aus dem fünden welt- getümmel, Aus der trübsal in den himmel, Da ich werde jederzeit Schauen. die dreveinigkeit. 4. Da in jenem freuden leben So viel tausend seelen schon mit des himmels glan; umgeben, Dienen GOtt vor seinem thron: Da die seraphinen prangen, Und dis hohe lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der + Noch heut( hör ich dich, JE ju sagen) Bist du bey mir im paradies: Auf dis versprechen will ichswagen, Ach mach es, JEsu! doch gewiß; Laß nunmehr alle meine pein Ben dir mit troft vers füffet seyn. 597 Und bild 1. Mein JEsu! höre du mich armen In meiner größten bangig feit; Hor meine feele mit erbar meu, Die jego laut und sehnlich chrent: Ach tränke mich, du lebensfürst und freuden: quell, nach der mich dürft! 6. Mein JEsu! hast du mich verlassen? Nein: Gott verließ dich ja für mich. MeinGOtt! hie: bey will ich dich fassen, Giebt gleich der tod den lezten stich; Mein Bott! wenn mir das herz ia bricht, mein GOtt, mein Gott! verlaß mich nicht. 7 Es ist haft erhöret, und Gott Mein JEsu du haft mir gewähret, Daß ich mit dir ser scheiden soll. GOtt lob! der vater, sohn und geist! alles wol gemacht, Gott ewig preis, es ist vollbracht. vollbracht, du Mein HErr ich sterbe wol. 5. Da die patriarchen wohnen, Die propheten allzumahl, Wo auf 8. Nimm, vater! nimm in deine zwölf erhabnen thronen Sizet hande Den geist, den nun mein der apostel zahl: Wo in so viel taufeelen- hirt, Mein JEsus, an dem send jahren Alle fromme hinge. lebens- ende von diesem leibe fahren, Deren jeder GOtt zu ehr'n cheiden wird. Er geht zu ihm kast sein halleluja hör'n. himmel ein, Da kann er emig felig fenn. 9. Dis soll mein wort und sinn verbleiben, wenn mir auch wort und sinn vergehn. Du wirst mirs in die feele schreiben, O JEfu Chrift! und bey mir stehn; Ach 6. O Jerusalem, du schöne, wie helle glänieft du! Wie ein lieblich lob- getone hör ich jest in stiller ruh! O der groffen freud und wonne! Jeko gehet auf die sonne, Jezo geht mir an der tag, Der kein ende nehmen mag. Pp3 7. Nun 598 7. Nunmehr hab ich schon ers blicket Jenen glanz der herrlich. Feit; Jeho werd ich schon ges schmücker mit dem weissen himmels- tleid. Mit der güldnen ehren.crone Steh ich schon vor GOttes throne, Schaue solche freuden an, Die tein mensch be fchreiben kann. 8. Nun hier will ich ewig woh: nen: Hinterbliebne, gute nacht! GOtt woll' euch die treu beloh nen, Die ihr habt an mir voll bracht; Allen meinen anverwan ten, Freunden, lieben und be fannten Wünsch ich nochmahls gute nacht! GÖtt sey lob! es ift aollbracht. Vom Tode und Sterben Weils GOttes wille: Getroft ist mir mein herz und sinn, Sanft und stille, Wie GOtt mir verheif sen hat. Der tod wird mein schlaf verden. 2. Das machet Christus, GOt tes sohn, Der treue heiland, Den du mich, HErr! haft laffen sehn: Und machst bekannt, Daß er mein heil und leben sey In noht und auch im sterben. 3. Den hast du allen vorgestellt, Mit groffen gnaden: Zu seinem reich die ganze welt Heiffen laden, Durch sein heilsam theures wort, Das überall erschollen. 2. Nun wird das nek zerrissen Das sünd und welt gelegt. Bal lieget mir zu füffen Was nohtum schmer; erregt. 3. Die wahlstatt ist gefärb Mit meines JEsu blut, Dera les selbst ererbet, Was mein feele gut. 919. Mit fried und freud feinde neid: 4. Er ist das heil und selge licht, Für die heiden, 3u erleuchten, die dich kennen nicht, und sie zu weis den: Er ist deins voltes Israel Preis, ehre, freud und wonne. 4. Erreicht mir schon die cron Die meine scheitel deckt, Alst er mir ¡ um lobne Des glauben vorgesteckt. s. Den rock von weisser sei Legt mir nun JEsus an, Woi auf sions weide Dann rosen be chen kann. 6. Er hat mich eingeschrich Ins buch der seligkeit: Da b ich auch geblieben, Croß all 7. Da löscht mich weder fin de, Noch tod, noch teufel au Dort wo ich JEfum finde, I meines vaters haus. 8. Dort ernt' ich lauter fre den Nach milder thránen fac Die Christi blut und leiden längst erworben hat. 9. Nun HErr! nun muß scheiden, Ach hilf, ach! laß mi nicht: Hilf, daß mein heri freuden Sanft, still und se bricht. 10. Ach reiffe nur die stri Des lebens bald inzwey, Daß dich bald erblicke, und ewig dir sey. II. Zu guter nacht, o er Du himmel! fen gegrüßt, ich getröstet werde mit de was ewig ist. 12. Mein glaube geht schauen: Ich zich als pilgers Und werd in GOttes auen Mel. Chriftus der ist mein leben. 920. Bald hab ich über froher bürger seyn. wunden: Nun gus te nacht, o welt! Ich zieh durch Mel. Wie schön leucht uns der Chrifti wunden In jenes fernenOtt lob es kommt jelt. 921. seit heran, Daß und zwar in Todes- Nöhten. die hoffnung haben kann, Bald von der welt zu scheiden. Wie wünscht ich mich so manches mahlAus dies sem thranen vollen thal Zu meis nes JEsu freuden! Sehnlich hab ich Dieses leben Aufzugeben Oft begehret, Bis mich GOtt nun mehr erhöret. 2. Derteufel und die böse welt hat mir hie täglich nachgestellt, um mich in noht zu bringen. Die funde, die mir angeklebt, Mein fleisch und blut, das widerstrebt In allen guten dingen, Hat mir Nie hier Zugegeben, So zu leben Wie ich sollte, Und von berzen gerne wollte. 3. Es kam zu alle diesem noch Der trübsal hart und schweres joch, Das mußt ich öfters tragen. Bald lam verfolgung, haß und neid, Bald krankheit, schmer; und andres leid, Und sonst viel tausend plagen. Drum ich Sehnlich GOtt deswegen Angelegen, Meinem leben Bald ein selig end zu geben. 4. Nun die erlösung nahet sich: Gott lob! deswegen mach ich mich Befaßt jur himmels- reise. Da werd ich nun in kurzer zeit Ben Gott, mit GOtt, in GOtt er frcut, Den ich dann ewig preise. Ewig Werd ich um ihn schweben, Ben ihm leben: Welche freude find ich nach dem kurzen leide! s. Nun so beschließ ich meinen lauf: HErr JEsu! nimm den geiß nur auf In deine treue hånde. Jch terbe, komm und laß mich nicht: Gib, daß mein her; bald selig bricht, Gib mir ein sanftes ende; Daß ich Ewig GOtt dort oben Moge loben, Dir lobsingen, Und in ewig dank- lied bringen. 599 diesem bösen leben. Jekund trägt man mich in das grab; Darauf wird sich anheben Die neue freud und seligkeit Bey Chrifto, mei: nem HErren, Die allen frommen dort bereit, Das ist die cron der ehren. 2. Der leib verweft ¡ war ganz und gar, Und muß zu staube wer. den: Doch hieraus wird ein cörper klar, Der nicht mehr hier auf erden, Nein, sondern dort ben JEfu Chrift Ohn jammer und elende Verbleiben wird zu aller frift, Der sich von Gott nicht wende. Nel. Was mein GOtt will zc. 922. Mein wallfahrt ich vollendet hab In 3. Solch ewig leben hat er mir und jedermann erworben Der tod harrt auch vor meiner thur, Bis ich nunmehr gestorben: Und dieses ist der fünden schuld, Wir müssen alle sterben; Jedoch läßt Gott nach seiner huld Die glaub. gen nicht verderben. 4. Nein: wie ein weizen- tornelein Gesået wird mit fleisfe, Ver fault und grünt hernach sehr fein: So müssen gleicher roeife Die frommen chriften in der erd Ein' weil verscharret bleiben; Hernach erstehn sie unversehrt, Mit schön verklärten leibern. 5. Ich hab auf meinen JEfum Christ Mein hoffnung, thun und lassen Gestellt, der auch zu jeder frist Mein heiland ist gewesen. Der wird die lieben freunde hier, Die ich muß hinterlassen, Beschirs men und mit groffer zier Auch endlich zu sich fassen. 6. Drum laffet ade traurigteit, Hört auf, mich zu beweis nen; In mir ist nichts als lan ter freud, Weils GOtt so gut will meinen: Ja meine seele preift den HErrn Für solches freuden= leben, Was könnt ih herrlichers begehrn? Gott wolls euch allen geben. Aufs Pp4 600 Vom Tode und Sterben Kufmunterung an einen Sterbenten. Mel. JEsu deine heilge wunden. Atac 923. Werde munter, liebe seele! Denn nun ist es bald geschehn, Daß du aus der leibes- höhle Wirft zu Chrifti mehren; freuden gehn. Alles leiden, creuz und noht Endet sich nun durch den tod. Nunmehr wirst du über winden, und ein beffer leben finden. thron, Wo sie mit erhöhtem ton JEsu lob und dank erweisen, Und GOtt ewig also preisen: 7. Lob und preis mit höchsten ehren Sen dir, HErr! daß unsre tahl Sich noch täglich muß ver Sonderlich daß dieses Sich in unsern chdren findt: Laß mahl Auch dis dir geliebte kind doch bald die andre frommen Aus der welt auch zu uns kommen. 8. Dann wird dich Gott selbst den um dein bette, welche dir den wangen Alle thränen, so das 2. Schaue nur, die engel schwe umfangen, und mit lieb' und freundlichkeit Dir abwischen von Das geleite wollen geben, Bis zur leid Dir hie ausgepresset hat. Er schönen himmels- thür. Schaue wird an derselben statt Dir sein nur: Gott sendet schon Von der himmlisch freuden- leben Ewig zu allmacht gnaden- thron Den tri umph- und ehren- wagen, Der soll dich zum himmel tragen. besigen geben. 9. Da weißt du sodann von sün 3. JEsus heißt dich zu sich kom nicht. Lauter wonne wirst du fin den, Elend, creuz und jammer men: GOtt dein vater wartet den, und vor GOttes angesicht dein, und räumt dir bey jenen Lebst du dann in ewigkeit Hert. frommen Die bestimmte wohnung lich, in vollkommenheit, Die dir ein. Er hält dir das weisse kleid Chrifti blut erworben, Als er ſelbs Und die crone schon bereit, Diese für dich gestorben sollst du frey von plagen, Ewig und mit freuden trager 10. Nun, geliebte feele! reise dir! denn auf solche weise Endet Hinzu deinem lieben GOtt. Wol sich auch deine noht. Eile nur aus diefer zeit, Freue dich der seligkeit: Da wird, mehr als wir versichen, Dir es ewig wol ergehen. 4 Drum, o feele! sey doch fertig, Eile dahin, wo die zahl der erlösten dein gewärtig: Diefe reis chen allzumahl Dir bereits die han de dar; Ja, die ganze frohe schaar Kömmt mit heiligem verlangen, Dich voll freuden zu empfangen. <. Und dabey sind viel der nen, Deren Herzens wunsch schon ist, Daß du mögteft bald erschei: der fehn. Gott! der alles wenden nen, weil du sehr willkommen kann, Sieh auch uns in gnaden an, bist. Denke, wie wird dir geschehn, Laß uns bald von allem böſen, Wenn du die wirst wieder sehn, Durch den sanften tod erldſen. Welche dir vor vielen jahren Durch den tod genommen waren. dei 11. Weh uns aber! denn wir müssen noch im jammerthale gehn; Da wir leider! noch nicht wissen, wenn wir dich dort mie 2 6. Diese auserwählte from Bey Begräbniffen men, Nebst den engeln, heissen Mel. Nun laßt uns den leib 2. dich Tausend- tausendmahl will fugien, Führen dich dann präch: 924. Nun laſſet uns die leib begraben; riglich Hin vor deines Gottes weil wir keinen zweifel haben, Et werde und zwar bey Begräbnissen. 001 werde wieder auferstehn, und führ uns ein, Wo wir auch ewig schön verklärt um himmel bey dir seyn. gehn. 2. Er ist nur erd' und von der den: Drum muß er wieder erde werden. Jedoch nach dieser zeiten lauf Steht er von dieser erden auf. duinbod 925. Nun laßt uns den leib begraben: Weil wir keinen ameifel haben, Erwerd am jüngsten tag aufstehn, Und uns verweslich hervor gehn. and man .Jft nun auch gleich der leib gestorben; So bleibt der geist doch unverdorben: Denn dieser ist in GOttes hand, Und jener schläft im fühlen fand: 3. Sein geißt, befrent von schmerz und leiden, Lebt unter deß bey GOtt in freuden: Denn seines JEsu blut und tod Ent: reisfet ihn der höllen noht. sidangehn. 4. Sein leiden, trübfal, noht und plagen Sind nun durch seinen tod zerschlagen. Nur hier er: trug er Chrifti laft, Dort ist es luft, was ihn umfaßt. 2. Er ist erd, und von der erden, Wird auch zur erd wieder werden, Und von der erd wieder auf stehn, Wenn GOttes posaun wird 6. Bis daß ihn GOtt am tung sten tage, Vollkommen frey von aller plage, Erweckt und tauchjend dahin führt, Wo er dann ewig triumphirt. 7. Hier ist er nur in angst ge: wesen; Dort aber wird er einst ge nesen, Wo er so gar der sonne gleicht und in vollkommner wonne leucht't. 8. Nun schlafet sanft, erblaßte glieder! Wir unterdessen fallen nieder, und bitten dich, getreuer GOtt! Verleih uns einen sanften tod. 9. O JEsu! dessen blut und sterben uns von welt, fatan und verderben Ganz frer gemacht, ach! 3. Sein' seele lebt ewig inGOtt, Der sie allhier aus lauter gnad Von aller fünd und missethat Durch seinen sohn erlöset hat. 4. Sein jammer, trübsal und elend Ist kommen zu ein'm sel: gen end: Er hat getragen Christi joch, I gestorben, und lebet noch. s. Die feele lebt ohn alle klag, Der leib schläft bis am jüngsten tag; An welchem GOtt ihn verklaren, und ewger freud wird gewähren. 6. Hier ist er in angst gewesen, Dort aber wird er genesen, In ewiger freud und wonne Leuchten wie die helle sonne. 7. Nun lassen wir ihn hie schlafen, und gehn all' heim unsre straffen: Schicken uns auch mit allem fleiß, Denn der tod kömmt uns gleicher weis. 8. Das helf uns Christus unser trof, Der uns durch sein blut hat erlöst Vou teufels g'walt und ewger pein: Ihm sen lob, preis und ehr allein. II. Von der Auferstehung der Todten. Mel. JEsu meines Lebens leben. lange satt gepreßt. Doch ihr dür926, ebt zu grabe, müde fet nicht erschrecken, Daß euch glieder! Und beerd und staub bedecken; Denn ihr schließt des lebens rest. Legt die steigt, wenn JEsus ruft. Wieder. bange sorgen nieder, Die euch um aus eurer gruft. 1 say 2. Jhr Von der Auferstehung der Todten. 602 2. Ihr zerfallet zwar als schers ben, Als ein haus, das nicht mehr hält: Doch die feele kann nicht sterben, Ob ihr wohnhaus gleich serfällt. Ob den leib gleich moder drücket, Wird sie doch ben Gott erquicket, Und geniesset nach der teit Der gewünschten ewigkeit. 3. Müsset ihr gleich zur verweung In des todes kammer gehn; 3weifelt nicht an der genesung, Ihr sollt herrlich auferstehn. Was euch jezt für schwachheit drücket, Wird denn völlig weggerücket; Wenn den höchsten leib und geift Wiederum vereinigt preist. 4. O: wie freudig kann der ster ben, Der in solchem glauben stirbt! Weil er weiß, daß im verderben Seine seele nicht verdirbt; Denn unverlohren. Mel. Nun freut euch liebe zc. ch weiß, daß mein ere Ver demnach aus Gott gebob- 927. Storer lebt, Das kann löser mich nicht betrügen: So lang mein glaube an ihm klebt, Werd ich nicht unterliegen. Nimmt gleich der tod mein leben hin; Ge nug, daß ich versichert bin, Mein JEsus wird mich wecken. 2. Er wird mich denn mit die fer haut Und diesem fleisch umges ben: Denn was er ihm zur ehr erbaut, muß ewig mit ihm le ben. Mit diesem meinen augen: licht Werd ich ihn selbst, kein fremder nicht, Den lebens- fürsten schauen. ren; Legt den zweifel völlig ab, Und geht hoffnungs- voll ins grab. <. Aber, ach! wie viele leben in die welt so frech hinein, Daß fie sich ihr ganz ergeben, Gleich als folgte teine pein Auf den frevel ihrer thaten. Ach! wie wollen sie sich rahten, Wenn das groffe weltgericht Einsten durch die wolken bricht? 6. Dieses wird nicht aussen blei ben, Lacht ihr spotter immerhin! GOtt wird schon die rechnung schreiben, und euch vor gerichte siebn, Daß die bösen nebst den frommen Den verdienten lohn be kommen; Euch erwartet schmach und hohn, Dieser kämpfen folgt der lohnt. folgt der seit Ganz gewiß die ewigkeit. 8. Darum ziehe meine sinnen Von der eitelkeiten wußt, Bu des himmels hohen zinnen, zu der ewig süssen luft. Muß ich hier mit löwen kämpfen, So hilf ihren hochmuht dämpfen: Sprich mich ihres grimmes frey, und brich ih ren zahn inzwey. 7. GOtt, der du vor allen zei ten Ewig und unendlich bist! Hilf mir diesen wahn bestreiten, Der in vieler her: en ist. Gib, daß ich für meine feele Jederzeit das beste wähl. Denn ich weiß, es 9.dmmt es endlich zu dem ende; Ey! so nimm, HErr! meinen geist In die treue vater- hände, de nen ihn kein feind entreißt. Laß mich dort auf falems höhen Bey den auserwählten stehen, Und von deinem glanz und schein Ewig un getrennet seyn. 3.So komm o tod! wenns GOtt gefällt, Nimm an die müden glie der. Verlaß ich gleich den bau der welt, Dort find ichs besser wieder: mir stehet in der ewigkeit Die schönste wohnung schon bereit, Die nimmermehr zerfället. 4. Wird auch mein leib ju asch und saub, Ein scheusal dieser ers den, Der maden und der würme raub; Wird er doch herrlich wer: den: Weil der auch meinen staub bes 603 Von der Auferstehung der Todten. bewacht, Der diese welt aus nichts| GOtt wird dann von mir geschaut gemacht, und die gebeine jählet. Selbst in diesem meinem leibe; Und in diesem fleisch seh ich Meinen JEsum ewiglich. If JEfus wieder aufge: wacht; So giebt er mir die glie: der, Wenn einst der lette donner kracht, Voll kraft und leben wieder. Er läßt aus seiner sieges hand, Womit er tod und hölle band, Die seinen sich nicht neh6. Dieser meiner augen licht Wird ihn, meinen heiland, ken. nen. Selber ich, kein fremder nicht, Werd in seiner liebe brens nen: Nur die schwachheit um und an Wird von mir gan; abge: than. men. 7. Was hie kraftlos seufzt und fleht, Wird dort frisch und herrs lich gehen: Irdisch werd ich aus. gesa't, Himmlisch werd ich auf erstehen: Hier geh ich natürlich ein, Nachmahls werd ich geist. lich seyn. 6. Nimm dann, o schöpfer! meinen geift In deine vater- hånde. Wenn meines lebens band zerreißt, Und ich die wallfahrt ende; So zeige mir in deinem licht Von angesicht angesicht, Daß mein erisfer lebet. 8. Send getroft und hoch erfreut, JEfus trägt euch, meine Meloden 8. * Esus, 928. Jicht meine super slieder, land, ift im leben, Dieses weiß ich: follt ich nicht mich darum zu frieden geben? Was die lange to: des nacht mir auch für gedanken macht. JEsus, der mein heiland, lebt; Ich werd auch das leben schauen, Seyn, wo mein erlöser schwebt: Warum sollte mir denn grauen? Lasset auch ein haupt sein glied, Welches es nicht nach sich zieht? rigkeit! Sterbt ihr? Chriftus ruft euch wieder, wenn einst die pos faune klingt*, Die auch durch die gråber dringt.* 1Cor. 15, 52. 9. Lacht der finstern erden. kluft! Lacht des todes und der höllen! Denn ihr sollt euch durch die luft Eurem heiland zugesel len: Der legt schwachheit und verdruk Völlig unter euren fuß. 10. Nur daß ihr den geift erhebt Von den Lüften dieser erden, Und euch dem schon jest ergebt, 3. Ich bin durch der hoffnung band Ganz genau mit ihm verbunden: Meine starke glaubens: Dem ihr beygefügt sollt werden. hand Wird in ihn gelegt befun- Schickt das Herz leit dahinein, den, Daß mich auch kein todes: Wo ihr ewig wünscht zu seyn. bann Ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin fleisch, und muß das Mel. Was GOtt thut das ist zc ich er auch einmahl zu asche werden; 929. Ich freu mich auf die Dieses weiß ich: doch wird er Mich soll auferstehen, und Gott in erwecken aus der erden, Daß ich schdnfter herrlichkeit, und meinen in der herrlichkeit um ihn seyn, heiland sehen: Da werd ich seyn mag allezeit. In der gemein Der auserwählten frommen, und zu den våtern kommen. 2. Ach 5. Dann wird eben diese haut Mich umgeben, wie ich glaube: 604 Von dem jüngsten Gerichte. 2. Ach: kam die stunde bald nicht Ein tag voll angst und heran: Die stunde der erldsung: schmerzen, Wie den verruchten Die stunde, wo ich hoffen kann herzen. Troft, freyheit und genesung: Wo engeln gleich, Im himmelreich Mich wonne, pracht und leben In ewigkeit umgeben. 4. Ich hoffe dann den gnaden. lohn Durch Chriftum zu erlan gen, und vor des allerhöchsten thron Im schönsten schmuck zu prangen: Komm JEſu! doch, komm heute noch, Mich bey dir zu erquicken. Und emig zu beglük. Fen. 3. Ich weiß, daß ich durch JE jum Chrift, An den ich herzlich glaube, Der meine auferstehung ist, Auch nicht im tode bleibe; und fein gericht Jft mir dann III. Von dem jüngsten Gerichte. Mel. Kommt her zu mir spricht zc. was sich stürzen kann, Fallt her, mich zu bedecken. 6. Du aber, meine zuversicht, HErr JEsu! laß dein zorn- ge richt, Ach laß es mir nicht scha den! Zeig deinem vater den vers trag, Damit ich dort einst hören mag Den füffen spruch der gna: den. 930. Du siehst, o mensch! fort und fort Der eine hier, der andre dort, Uns gute nacht muß geben: Der tod hält keinen andern lauf, Er sagt salezt die wohnung auf uns allen, die wir leben. 2. Bedenk es weislich in der zeit, und fleuch den schlaf der 7. Bereite mich bey gutem sinn, ficherheit, Sen augenblicklich und weil ich noch ben kräften bin wacker: Denn sieh, es bleibet Durch deinen geist zum sterben. nicht dabey, Daß hier dein leib und laß mich dann nach dieser begraben sen Auf einem gotteseit, Der seelen heil und seligkeit acker. Durch dein verdienft ererben. 3. Wir werden aus den gråbern zehn, und alle vor gerichte stehn, Das Christus selbst wird hegen: Wenn auf der engel feldgeschrey Mel. Wacht auf ihr chriften 2. Die glut dis groffe weltsgebäu 931. Das blinde volk der Wird in die asche legen. Das keine hoffnung hat, Empfindet grosses leiden, und ist ohn allen raht, Wenn ihm was liebes stirbet: Uns lehrt des glaubens kraft, Daß kei ner je verdirbet, Den hier der tod wegrafft. 4. Alsdenn wird erstlich aller welt Straf und belohnung vor. gestellt: Die fünder follen büffen, Und sich dann ohne trug und schein Selbft flager, richter, henker senn, Verdammt durch ihr gewissen. 2. Weil Christus auferstanden, So wird er dich und mich Auch aus den todes banden Erretten kräftiglich; Zum allerersten wer: den Die todten auferstehn, Eb al les volk der erden Wird vor ge 3. Fr Ach GOtt! lömmt mir dis urtheil vor, So steigen mir die haar empor, Mein herz fühlt angst und schrecken. Ihr bügel, hebt ein bdser an, Jhr berg', und richte gehn. Von dem jüngsten Gerichte. 605 3. Er selbst der HErr der hers Wie ist es dann um dich beren Wird durch ein feld- geschren Bezeugen weit und ferren, Daß er jugegen sen: Des engels wort wird schallen, Wird sagen: kommt herfür! Zu denen menschen allen So ie gewesen hier. stellt? 4. Es isi darum mit dir nicht aus; Muß ienes groß erschaffne haus Gleich in sein nichts verfal len. Ob erd und himmel gleich verbrennt, und iedes element sich trennt, So bleibst du doch vor allen: Denn deine seele ist ein geiß, Der ewig und unsterblich heißt. 4. Er wird uns, die wir leben, Vom erden- kreis zu sich Hin in die wolken heben; Da wir denn ewig lich Beym HErren wohnen wer: den. Glaubt sicherlich und frey, s. Der todte leib wird auferDaß unfer tod auf erden Des le ftehn, und aus des grabes höhle bens anfang fey. geht, Der seele sich verbinden; und gleich von solcher funde an, Nachdem, was er allhie ge than, Gnad oder strafe finden. Die himmels luft, die höllen. pein Wird beiderseits auch ewig seyn. 6. Ach was für angenehme lust Wird dort der auserwählten brust In ewigkeit genieffen! Hingegen die verdamnite schaar Wird mit den teufeln immerdar Zu neuer quahl gerissen, Die ohne maaß und ende währt, und die verfluch ten nie verzehrt. bus tomm und eile 3u halten dein gericht: Gib, daß wir mittlerweile, Im glauben wanken nicht, uns dazu fertig machen, und immer seyn bereit Mit beten und mit wachen. Bis kommt die rechte seit. lid Mel. 39. O ewigkeit du donner 2c 932. Auf, auf mein geift, ermuntre dich! Der tag des HErren nahet sich, Ein tag, der ganz voll schrecken, Voll kummer, angst und jammer ist, Wofern du nicht bereitet bist: Drum laß dich doch erwecken, Daß dich derselbe groffe tag Nicht unbereitet finden mag. 2. Du weißt, daß GOttes mun der- macht Die ganze welt hervor gebracht: Doch dieses prachtgebäude Wird endlich auch sein ende sehn; Und das wird ganz gewiß geschehn.GOtt schwört mit einem eide, Daß einsten erd und himmel bricht, Sein wort allein sergehet nicht. 3. Du thdrichter verblendter finn, Wonimmst du deine zuflucht hin? Zur welt? die doch verge: het, Und zwar in einem kurzen nu; Die selbst, und ihre pracht dazu, Schon nah am ende stehet; Wenn sie nun in einander fällt, 7. Willt du derselben noht ents flichn; So mußt du dich mit ernst bemühn Die fünden zu verlaf sen: Du mußt wahrhafte buffe thun, In JEsu wunden gläubig ruhu, Und sein verdienst umfaf fen. Wer dieses sich zu eigen macht, Dem ist der himmel zu gedacht. 8. Um GOttes willen fäume. nicht! Es kann das groffe welt- ge richt Eh'r, als du meinst, erschei nen. Drum mache stets, und fey bereit, So darfst du deine sicher. heit nicht ewiglich beweinen; und du erlangst das schöne ziel, Das ende komme, wenn es will 9. HErr JEsu! gib, daß solcher tag Mich wol bereitet finden mag, Laß mich zur rechten stehen; Ruf mir mit freud und liebe zu: treuer 606 treuer tnecht, du sollt zur ruh Der auserwählten gehen. Dann schenke mir in tener zeit Die crone der gerechtigkeit. Von dem jüngsten Gerichte. sie hier betrübet, Verdammt einst GOttes sohn. Mel. O GOtt du trommer x. wird jüngste 933. Wacht auf, ihr chri: 934. tags Ein freuber sten alle! Wacht auf und send bereit In diesem iam merthale: Wacht auf, es ist schon zeit. Der HErr wird nun bald kommen, Und zum gerichte gehn, Die sünd'r wird er verdammen: Wer wird vor ihm bestehn? tag der frommen, Der bösen quahl und pein, Nun bald und plsslich kommen: Wol dem, der sich mit ernst Auf diesen tag be reit't: Weh dem, der dis versäumt, Weh dem in ewigkeit! 2. Geld, gut kann da nicht rah: ten, Es hilft nicht hoher muht: Du mußt es kurz verlassen, Wenn kommt der bittre tod. Bist du gleich schon von farben, Bist du gleich jung und reich: Gott kann dich bald verderben Im augenblick der zeit. 2. Hilf GOtt! daß ich mit fleiß So früh als spät bedenke, Was dort geschehen wird: Ach! rühr mein Herz und lenke Mich von der eitelkeit; Laß mir vor augen fiehn. wie alle menschen einst Nur an wen orte gehn. dun to 3. Darum ihr christen alle, Die hie beysammen seyd, Laßt euren Hochmuht fallen, und wartet auf die zeit. Wollt ihr bey JEsu leben, So sucht das ewge gut: Er wirds euch reichlich geben, Und helfen aus der noht. 4. GOtt's wort ist uns gegeben Aus groff'r barmherzigkeit, Daß wir darnach soll'n leben, und machen uns bereit: So laßt uns das nun fassen, und kleben fest daran; Woll'n wir das nun verlassen, So ifts mit uns gethan. 3. Hilf mir in dieser welt In diesen lezten seiten, Mich jeden augenblick Recht würdig zu be reiten Zum lezten augenblick: Ja mach mich selbst bereit zum tod, zum jüngsten tag, zu je ner herrlichkeit. 4. Laß mich den lebens- lauf Al ich nicht vermag, Durch deine lein zu JEfu wenden. Hilf, was kraft vollenden; So ist dein wort: kommt her! Ein lebensswort für mich; So preis ich deine trea Dort, böchfter! ewiglich. <. Ach! war der nie gebohren, Der GOttes wort veracht! Es ift Mel. JEsu deine beilge wunden mit ihm verlohren, Er wandert 935. Es find ſchon die leite in der nacht, Voll laster und voll herz! bereite dich. Das gerichte schande, Er spott't mit GOttes tömmt von weiten, Seine zeichen wort; O weh! die höllen- bande zeigen sich: Himmel, erde, luft Erwarten ihn schon dort. 1190 6. Der armen noht und gråmen Laßt euch zu herzen gehn, Daß sie euch nicht beschämen, Wenn ihr vor g'richt sollt stehn: 2. Es ist alles faft verdorben In Denn wer den armen giebet, Ers der ganzen brisenheit: Glaub langt den gnaden- lohn; Den, der und liebe sind erstorben, Alles und meer Machen sich, als GOt tes heer, Auf, zur rache sonder schohnen, Ueber die im finstern wohnen. 101933 lebt Von dem jüngsten Gerichte. 607 lebt in eitelkeit. Alles ist in sicherten, und mach selber bahn und heit, Als wie dort zu Noah zeit: plaz, Daß dein zion werd erbaut, Denn ach! die meiste chriften und laß diese deine braut Von den Folgen ihren bösen lüften. banden dieser erden Bald, ach! bald erlöset werden. 3. Heucheley und sünden- leben Herrschet und nimmt überhand. GOtt und menschen widerstreben Es It durch alle welt bekannt: Got 936, ist gewiklich an der tesfurcht ist sehr veracht't, und die bosheit wächst mit macht. Wie ist denn der welt zu rahten Bey so vielen frevelthaten? Daß GOttes sohn wird kommen In seiner grofe sen herrlichkeit, zu richten bös und fromme: Dann wird das lachen werden theur, Wenn alles wird vergehn im feur, Wie Petrus davon schreibet. 2. Pet.3,12. 2. Posaunen wird man hören gehn Bis an der welt ihr ende; Darauf bald werden auferstehn All todten gar behende: Die aber noch das leben hab'n, Wird Gott der HErr von stunden an Ver wandeln und verneuen 4. JEsus wird bald selbst ein brechen: Er hat sich schon aufge: macht, Sein erwähltes volk zu rachen; Denn dis seufzet tag und nacht. Darum hebt das haupt empor Zu des himmels thür und thor, Daß ihr euer heil um fahet, weil sich die erlösung nahet. <. Wenn der baum jezt knospen tråget, Sagt uns dieses hoffmungs- kleid, Daß sich frost und falte leget, Daß der sommer nicht mehr weit: Ach! jest läßt der frommen flehn, Angst und schmerz, die knospen sehn; Und die noht der schweren zeiten Lehrt uns dies ses gleichniß deuten. 3. Darnach wird man ablesen bald Ein buch, darin beschrieben, Was alle menschen jung und alt auf dieser welt getrieben: Da dann gewißlich jedermann Wird hören, was er hier gethan In ſei. nem ganzen leben. 6. Wächst das reich der finsternissen, So wächst auch des lichtes reich: Jenes wird bald weichen müssen; Aber der gerechten zweig Wird in steter blüte stehn, Wird die welt gleich untergehn. Darum freuet euch, ihr frommen! Euer JEsus wird bald kommen. 4. O weh demselben: welcher hat Des HErren wort verachtet, und nur auf erden früh und spat Nach luft, geld, ehr getrachtet: Er wird fürwahr gar schlecht bestehn, Und mit dem satan müssen gehn Von Christo in die hölle. 7. Hütet euch, daß ihr indessen Eure herzen wol beschickt, und fie nicht mit faufen, fressen, Noch mit nahrungs- sorgen drückt; Daß nicht dieser schwere tag Wie ein blig und donnerschlag Ueber die auf erden wohnen Schrecklich kömmt, ohn einig schonen. s. OJEsu! bilfur selben zeit, Hilf wegen deiner wunden, Daß ich im buch der seligkeit Werd eingezeichnet funden: Woran ich denn auch zweifle nicht, Denn du hast ja den feind gerichr't, Und meine seuld bezahler. 6. Deshalben mein erbarmer sey, Wenn du nun wirft erschei nen: Und lies mich aus dem buche frey, Darinnen stehn die deinen; 8. Nun, wir folgen deinen wor. Auf daß ich sammt den brüdern ten, JEfu, theurer feelen- schar! mein Mit dir geh in den himmel Stöhr der höllen troß und pfor:| ein, Den du uns selbst erworben. 608 Von dem füngsten Gerichte. 7. OJEfu Chrift! du machst es, Durch feuer soll verzehret werd'n. lang Mit deinem jüngsten tage: Kyrieleis. Den menschen wird auf erden bang Von wegen vieler plage. Komm doch, komm doch, du rich ter groß! Und mach uns bald in gnaden los Von allem übel, amen. jur rach bestellt, Kann iezt nicht mehr seyn ferren, Nah ist das end der welt: Drum mensch, ben zeit Dein her: bereit; Steh auf vom schlaf der fünden, Damit dich nicht GOtt im gericht Untüchtis möge finden. 2. Er selber wird aufschlagen Die bücher, und daraus Genau zu jedem sagen, Wie er gehalten haus: Drauf wird mit spott Der under rott Bald zu der hölle müssen, Da allzumahl Am ort der quahl Sie ewig werden büffen. end dig 937. Deret, der tas bern allzumahl. Kyr. HErren, 3. Zorn, furcht, ungnad und schrecken In ihnen da bereit: Kein berg wird sie bedecken Noch schüßen für dem leid. Ihr wurm sie nagt, Jhr feur sie plagt, und mögen doch nicht sterben. O groffe noht! Weil auch der tod Nicht endet das verderben. 2. Da wird erschrecken alle welt Wenn sie der fallstrick überfällt Gan; unversehns mit eil und macht: Wie ein dieb einbricht bey der nacht. Kyr. 4. So straff du, HErr! die sünden, Dein urtheil ist gerecht: Ach! laß mich gnade finden, Sprich mich, den bösen knecht, Durch deine huld Fren aller schuld: Daß ich der straf entgehe, und recht bereit, mit freudigkeit Vor deinem richtstuhl stehe 3. Der starke sieges- held als bald Wird sehen lassen sein ge walt, Die menschen durch po faunen- schall Dann vor sich for: 4. Sehr wunderbarlich wird es seyn, Wenn alle todte groß und klein Stracks aus den gräbern auferstehn, und vor den strengen richter gehn. Kyr. *. Niemand sich da verbergen kann, Er muß hervor und auf den plan. Der muß da selber vors gericht, Der alles hier hält für gedicht. Kyr. 6. Da hilft nicht pracht noch stoler muht, Zurück ist blieben geld und gut: Gewalt, trok, fre vel hat ein end, und alles hat sich umgewendt. Kyr. 7. Da gilt die gleisnerey nicht mehr, Schmückt man sie hier gleich noch so sehr: Der heuchler sich hie bergen mag, Dort kommt der falsche schein an tag. Kyr. 8. Da ist ganz hell und offenbar, Was allen hier verborgen war: Was hier bedeckt die finsterniß, Ist da ganz licht, klar und gewiß. Npr. 9. Der richter kennt des herzens grund: Er achtet nicht des mens schen mund, Ob er ta faget oder nein; Er sieht nur, ob das her; auch rein. Kyr. 1o. Dis liegt mir tag und nacht im sinn, Weil ich ein grosser sun der bin: Ich weiß nicht, was ich machen soll, Mein ber; ift furcht und schrecken voll. Kyr. Mel. Dis sind die heilge 2c. 938. find nunmehr die zeichen dar Daß nun der jüngste tag schon nah: An dem der himmel nebst der erd'n JEfu Chrift! Der du der richter II. 3u dir flieh ich, Herr Von dem jüngsten Gerichte. 609 selber bist: Ich suche rettung, hülf| güt, Die hier verstocken ihr ge und raht Für alle meine misse: müht, Fort müssen nach der höl that. Kyrieleis. len zu, Und ewig, ewig seyn ohn ruh. Kyr. 12. Jch falle dir, mein Gott! ju fuß, Laß mich thun rechte frucht der buß, Daß sich mein her; in fteter reu Zum guten jeden tag erncu. Kyr. 13. Ach HErr! der bitte mich gewahr, Daß ich mich nicht von dir abkehr, Daß mich der tod nicht mittlerweil In einger sünde übereil. Kyr. 14. 3war meiner schulden sind sehr ihr viel, Doch deine gnade hat theures blut Macht alles für mich armen gut. Kyr. 15. Auf dis allein verlaß ich mich: Ich weiß und glaube sicher lich, Daß du auch meine schulden last Am creuzes- stamm ertragen haft. Kyr. 16. Jch acht auch keine sünd gering, Ich lieb' dich über alle ding; So daß ich alles böse haß, Und dein gebot zu herzen faß. Kyr. 22. So werd ich dort zur rechten feit Die freude deiner seligkeit Ers [ erben in des vaters reich, Und leben da den engeln gleich. Kyr. 23. Dahin denk ich nun immers fort, Daß ich bald sen an jenem ort. Machs, JEsu! nicht mehr lang allhier, Bereit mich, und nimm mich zu dir. Kyr. 17. Ob gleich das fleisch stets widerstrebt, und gern nach seinen lüften lebt; So dämpf ichs doch durch deine kraft, Und übe gute ritterschaft. Kyr. 18. Jt mach ich meinen taufbund neu: Ich will dir bleiben ewig treu, Mit wissen keine sünd begehn, Im guten vorsatz feste stehn. Kyr. 19. Komm ich nun also vor gericht, So weiß ich, du verdammsi mich nicht: Du wirst vielmehr, wenn ich erschein, Mein heiland und erbarmer seyn. Kyr. 20. Darauf ich denn mit freuden kann Das gnaden- urtheil hdren an; Das wird seyn, wie ichs wünsch und such, Der ewge segen, nicht der fluch. Kyr. 21. Wenn die verachter deiner Mel. Her; lich thut mich verlang. 939. Ich den an dein ges aller welt! Das nur für ein ge dichte Manch rohes welt- kind hält: Dein wort und mein gewis sen Zeigt mir ja deutlich an, Du werdest richten müssen, Was jeder mensch gethan. 2. Ich höre die posaunen In meinen öhren schon, Und sehe mit erstaunen Den grossen richterthron; Auf diesem wirst du sizzen In deiner herrlichkeit, Wenn feld- geschrei und blißen Der welt das ende draut. 3. Mein geist erblickt die schaas ren Vor deinen stuhl gestellt, So viel als menschen waren Von an beginn der welt. Hier muß sich ieder stellen, und seinen urtheilspruch Sich von dir lassen fällen 3um segen, oder fluch. 4. Da geht es an ein scheiden: Du läßt zur rechten hand Die lie ben lämmer weiden, Die dir allein bekannt; Die böcke gehn zur linken Von deinem angesicht, und müs sen da versinken, wo weder trost noch licht. 5. Ach! ihr zur rechten ſeiten, Wie liebreich ruft man euch: kommt, ihr gebenedeiten! Erbt meines vaters reich; Denn ihr habt mich gespeiset, mit trank 24 und Von dem jüngsten Gerichte. Mel. JEfu deine heilge wunden. 940. wird es gehen Bev Liebster GOtt, wie 6. Doch was für donner schief der allerlegten zeit: Ruft man sen Auf die zur linken hand! Sie, nicht in ¡ ions- höhen: Der ge als verfluchte, müssen, Als wie richtstag sen nicht weit? Treffen ein böllen- brand, Jus ewge feuer schon die zeichen ein? Ach! wie rennen: Denn JEsus tann sie bange wird uns seyn, Wenn die nicht Aus ihrem glauben kenzeit sich selber zeiget, Da es sich nen, Dem lieb und kraft ge bricht. 610 und kleid versehn: Wer armen guts erweiset, Läßt mir es selbst geschehut. 7. So gehen die gerechten Ins freuden leben ein: Und jenen fatans knechten Wird lauter schmach und pein. Die feligen er langen Der engel bruderschaft: Die bösen nur empfangen Des ewgen feuers Fraft. 8. Laß, JEsu! dis gerichte Mir fets vor augen seyn. Daß mich dein angesichte Dereinsten mag erfreun; So laß mein ganzes le ben Aus wahrem glauben gehn, Und mir selbst zeugniß geben, Ich werde wol bestehn. 9. Gib, daß ich mich anschicke, Und auf den letzten tag Mich alle augenblicke Recht wol bereiten mag. Treib mich, voll furcht und schrecken, Zur ewgen seligkeit: Weil geichen gnug entdecken, Das ende sen nicht weit. zum ende neiget. 2. Ich erstaune für dem tage, Den der HErr hierzu bestimmt; Weil erst da die noth und plage Ihren rechten anfang nimmt. Ach! wer bildet sich nicht ein, Daß ihm bange werde feyn; wenn die was ser- wogen brausen, Und die wet ter schrecklich faufen. 11. Ach! komm roch, mein erls fer! Mit deiner herrlichkeit: Die welt wird immer böser, Drum komm in kurzer zeit, und laß die stimme hören: Kommt ihr ge segneten! So wollen wir dich ehren Mit allen beiligen. 3. Doch! was können diese so chen, Die nur todt und leblos sind, Mir viel angst und bange machen? Bin ich doch ein GOttes- kind. Ich erschrecke gar nicht sehr, Sons dern freue mich vielmehr! Weil der heiland selbst beiabet, Daß sich die erldsung nahet. 4. Nun so bald dies wird gesche hen; Werd ich JEsum über mit In den wollen kommen sehen, Den umfang' ich voll begier. Ach! wie werd' ich mich erfreun, Wenn der HErr wird ben mir seyn! wie will ich da mit beten Unter die erlösten treten! 10. Und wenn dein tag vorhan den, Da alles soll vergehn; So <. Baume werden uns zu je laß mich nicht mit schanden Vorchen. Wenn sie ausgeschlagen beinem throne ftehn. Laß mich sind; Daß die winter- tage wer dein blut von frafen Der ewgen chen, Daß sich nun der sommer quahl befrenn, Stell mich zu dei- findt. Auch die zeichen in der höh nen schaafen, Die dir zur rechten Sagen, daß die welt vergeh, und seyn. erweisen allen landen, GOttes reich sey nun vorhanden. * 6. Jesu! las mich stets beden ten, Daß die welt vergånglich fev. Hilf den geift zum himmel lenken. Und erhalte mich daben: Denn so glaub ich jederzeit, der gerichts- tag sen nicht weit; Ja, so jabl Von der Ewigkeit. ¡ ähl ich alle stunden, Bis du dich felbst eingefunden. 7. Deine zukunft soll auf erden, Nicht wie sonst ein andrer tag, Sondern wie ein fall- ftrick wer müssen. den, Den man kaum vermerken 9. Nun ich werde täglich tre. mag. Ja der schluß ist schon gesten Vorbes großen vaters thron; macht: Wie ein dieb in dunkler Hilf mir wachen, hilf mir beten, nacht, Also wirst du auch erschei, Du gerechter GOttes sohn! Daß nen, Eh die welt es wird vermeis ich dem gericht entgeh, und in allem wol besteh; So wird mich kein bdses zeichen Weder hier noch dort erreichen. nen. 8. JEsu, ach! drum hilf mir wachen: Hilf, es ist nun hobe zeit, Daß ich alle meine fachen Richte 611. nach der ewigkeit. Ewig, ist ein fchweres wort, Ewigkeit ein sols cher ort, Wo man keine zeit wird wissen, Sondern ewig bleiben IV. Von der Ewigkeit. nicht Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. fehn lebt? Laßt euch den hochmuht hrmenschen, wie send bethdren, Was habt ihr, man euch als ein schlechtes sterbe- kleid; Ach denkt doch an die ewigkeit! 6. Ja auch ihr andre freche fünder: Die ihr euch an der welt ergeßt, Und also GOttes liebe Finder Für thoren und für narren schätzt, Die ihr auch keine bosheit scheut; Ach denkt doch an die ewigkeit! 941. ihr die schndde luft der welt Und ihren schaum weit höher ehret, Als was der himmel in sich hält. Was if denn, das euch so erfreut? Ach denkt doch an die ewigkeit! 2. Gefeßt, ihr lebtet hundert jahre, Das doch nur selten möglich ist; Doch müßt ihr endlich auf die bahre, Da euch denn wurm und moder frißt. Erwegt, wie turi ist diese zeit! Drum denkt doch an die ewigkeit. 7. Ihr werdet euch einst selbst verfluchen, wenn ihr in der verdammniß steht; Und ganz umsonst 3. Erfreut ihr euch, ihr mams erldsung suchen, Wenn alle mars mons- brüder! Mit eurem reichter anf euch geht: Gott hat euch thum, geld und gut? O schlaget längst damit gedräut. Ach denkt doch die augen nieder, Seht, wie doch an die ewigkeit! der reichekläglich thut, Der um ein tropflein wasser schreyt* Ach denkt doch an die ewigkeit!* Euc. 16, 24. 4. Vergnügt ihr euch an So doms freuden, An lüften, geil heit, volleren? So denket, daß ein ewig leiden und ewig weh er schrecklich sen. Wenn ihr von wolluft trunken seyd; So denkt doch an die ewigkeit. 8. Jhr aber, ihr verfolgte from: men! Könnt ihr in dieser jammers welt zu keiner ruh und friede kommen, wenn unglück häufig auf euch fällt; Ja wenn euch alles elend draut; So denkt nur an die ewigkeit. 9. Die lust der welt muß bald vergehen, Sie habe noch so schö, nen schein; Hingegen eure wird bestehen, und dauern, weil ein Gott wird seyn. Dort in dez 292 fieg, 1. Erhebt ihr euch, die ihr in ehren, und vor der welt in an 612 Von der Ewigkeit. sieg, hier kampf und streit, Hier| trägt, und alles auf die wage schmerz, dort frend in ewigkeit. legt, Und denn zur andern sei ten Des ewgen lebens herrlich keit; So überwiegt dis jenes weit. 10. So geht euch denn allhier zufrieden, Und haltet es für einen ruhm, Daß euch hier angst und noht beschieden: Und wenn man 5. Sieht man denn die ver euer christenthum Verlacht, verdammten an, Wie lang die mar höhnt, ja gar verspeit; So tröstet ter währen kann, Die sie so grauz euch der ewigkeit. 11. Mußt du, mein kummer volles berze! Gleich oft in creu; sam plaget; Nur immer sterben ohne tod, und leben in der höch sten noht, Von glut und wurm und trübsal stehn: Auf! faffe dich! benaget: O welch ein glück ist dis im größten schmerze, Laß dir ihn nicht zu nahe gehn. Gedenk in deinem kreuz und leid An GOtt, und an die ewigkeit. allein, Von solcher quahl befreyt zu seyn. 6. Jm himmel lebt der chri sten schaar Bei Gott viel tau send tausend jahr. Und werden deß nicht müde: Sie haben mehr Mel. 39 O ewigkeit, du donner: c. als sonnen licht, Sie sehen GOt wie er ewigkeit, du freutes angesicht, und haben güldnen 942. du erquickst mich fort und fort, verheist, Das manna, so die engel Danfang sonder ende! O ewig keit, freud ohne leid! Ich weiß für herzens- fröhlichkeit Fast nichts mehr vom elende, Das uns in diesem leben guählt: Da ich die ewigkeit erwählt. speist. 7. Mit wie viel sehnlicher be gier Verlangt mein mattes berz nach dir, Du höchst erwünschtes leben! Ach wenn gelang ich doch dahin, Wornach ießt feele, muth und sinn Mit allen kräften stre ben? Der schudden welt vergeß ich ganz, So reizet mich des him mels glanz. 8. Fahr hin, du schnöde lust und pracht, Die nur bey GOtt verächtlich macht! Fahr hin, du sündlich wesen, Du stolzer geist, du schndde brunst, Gold, gut und reichthum, eitler dunst, Und was die welt erlesen, Gleich als ihe einig höchstes gut: Das erge macht viel bessern muht. 9 ewigkeit, du freuden wort! Du tröstet mich hier fort und fort; O anfang sonder ende! Dewigkeit, freud ohne leid! Ich weiß von keiner traurigkeit, wenn ich mich zu dir wende. Herr JEsu! gieb mir solchen sinn, Bis ich dort ewig bey dir bin. Mel. 2. Kein herrlichkeit ist in der welt, die nicht in kurzerzeit verfällt, und gänzlich muß vergehen: Allein die lange ewigkeit Bleibt ohne jahre, ziel und zeit Stets unverändert stehen: Ja, wie der heil'ge Petrus spricht*, Verwe set und verwelkt sie nicht. * 1. Petr. 1, 4. 3. Dewigkeit, du währest lang! Wird mir gleich oft auf erden bang, Weiß ich, daß dis aufhsret: Erweg' ich aber jene zeit Der ewig langen seligkeit, Die unverändert währet; So acht ich alles leiden kaum Als einen ängstlichbösen traum. 4. Was ist doch aller christen quahl, Die pein der mårtrer all zumahl, Der jammer aller zeiten? Wenn man es gleich zusammen Von der Ewigkeit. Meloden 39. 943. ner wort! Ovorhanden. Die zeit, so niemand schwert, das durch die seele bohrt! Danfang sonder ende! O ewig keit, zeit ohne zeit! Ich weiß für groffer traurigkeit nicht, wo ich zählen kann, Die fänget fiets von neuen an. 7. Liegt einer Frank, und ruhet gleich In betten die an purpur mich hinwende. Mein ganz erreich, und herrlich ausgezieret: schrocknes her; erbebt, Daß mir die So hasset er doch solche pracht, jung ant gaumen klebt. Auch so, daß er die ganze nacht Ein kläglich leben führet: Er zählet jeden glocken- schlag, und hofft mit seufzen auf den tag. 8. Und was ist dies? der höllen pein Wird nicht wie leibes- frankheit seyn, Noch mit derzeit vergehen; Es wird denn die vers dammte schaar In glut und feuer immerdar Mit wuht gemartert stehen: Und dis ihr unbegreiflich leid Soll währen bis 2. Kein unglück ist in aller welt, Das mit der zeit nicht endlich fällt, Und gänzlich wird gehoben; Nur die unselge ewigkeit Ift ohne maasse, ziel und zeit, Läßt nimmer ab zu toben: Ja, wie mein heilaud felber spricht, Stirbt da ihr wurm und feuer nicht. Marc. 9,44. 613 lange frist Voll grausamkeit ges 3. Dewigkeit! du machst mir bang. Dewig, ewig ist zu lang! Hier ist gewiß kein scherzen. Drum wenn mein geist die lange| in ewigkeit. nacht Zusammt der grossen pein bes tracht't, Erschreck ich recht von herzen: Denn ach! nichts ist ja weit und breit So schrecklich, als die ewigkeit. 4. Was acht ich wasser, feuer, schwert? Dis alles ist kaum nennens wehrt, Es kann nicht lange dauren. Was war es, ließ mich ein tyrann, Der wenig Jahre le ben kann, mit tausend schmach vermauren? Gefängniß, marter, angst und pein Die können ja nicht ewig seyn. 5. Und sollte der verdammten quahl So manches jahr, als an der zahl Sich mensch und vich ernehren, Als manchen stern der himmel hegt, Als manchen staub das erdreich trägt, Und noch viel langer währen; So wär doch solcher pein zuletzt Ein ende, maaß und ziel gesetzt. 6. Nun aber, wenn du die gefahr Viel hundert tausend taufend jahr Voll schmerzen ausgestanden, und denn von ihr durch 9. Ach Gott! wie bist du so ge recht! Wie strafest du den bösen knecht Im heissen pful der schmer zen! Auf kurze sünden dieser welt Hast du so lange pein bestellt! Ach nimm es wohl zu herzen, und merk auf dis, o menschen. kind! Die zeit ist kurz, der tod geschwind 10. Ach, fliehe doch des teufels strick! Die luft kann einen augenblick, und langer nicht, ergeßen; Und dafür willt du armer dich In jenem feuer ewiglich In größte trübsal setzen? Verworfner tausch, der etwas wagt, Das er in ewger pein beklagt. 11. So lang ein Gott im himmel lebt, und über alle wolken schwebt, Wird solchemarter wäh ren: Es plagt sie trübsal, angst und wuht, Zorn, schrecken, weh und feuer- glut, Und wird sie nicht verzehren; So denn nur endet sich die pein, Wenn Gott nicht mehr wird ewig seyn. Q43 12. Die 614 12. Die marter bleibet immers dar, Als anfangs sie beschaffen war, Sie kann sich nie vermindern: Da ist nur arbeit sonder ruh, Sie nimmt an flag und seufzen zu Bey ienen höllen- kindern. O sünder! deine missethat Empfindet weder troft noch raht. Von der Ewigkeit. * 13. Wach auf, o mensch! vom funden- schlaf, Ermuntre dich, ver lohrnes schaaf! Und beßre bald dein leben: Wach auf, noch ist es bobe jeit, Es kommet schon die ewigkeit, Dir deinen lohn zu ges ben. Vielleicht ist jest der leite tag; Wer weiß, wie man noch sterben mag. ficherheit, Die falsche welt und böse zeit, Zusamt des teufels wis ten: Vor allen dingen nimm in acht Die vorerwähnte lange nacht. IS. O du verführtes menschen kind, Von sinnen toll, von her. zen blind! Laß ab die welt zu lieben. Ach! soll dich denn die höllen- pein, Wo mehr denn tau send plagen seyn, Dort ewiglich betrüben? Wo lebt ein so bered ter mann, Der dieses recht aus: sprechen kann. 16. O ewigkeit, du donner wort! O schwert, das durch die feele bohrt! O anfang sonder ende! Orewigkeit, seit ohne zeit! Ich 14. Laß dir die wollust dieser weiß für groffer traurigkeit Nicht welt, Pracht, hoffart, reichthum, wo ich mich hinwende! Nimm ehr und geld nicht länger mehr JEsu! wenn es dir gefällt, Mich gebieten: Schau an die groffel bald zu dir ins freuden- jelt. Ach daß ihr so sicher seyd! Wißt ihr nichts vom jüngsten tage? Ach! vielleicht ist er nicht weit. Hätt' es auch noch keine noht, So kann euch der schnelle tod Durch ein unverhofftes schrecken Einen jüngsten tag erwecken.* Luc. 19, 42. A) Von der Hölle. Mel. JEsu deine beilge wunden. sens- pein, welche sie nach ihren 944. Sünder, hört doch fünden In dem höllen- pfuhl em4. Macht uns hier das feuer bange? Jene gluht verlöscht gar nicht. Fürchtet man hier eine schlange? Jener wurm nagt fiets und sticht. Zittert unser ganzer geist, Wenn sich hier was schreck lichs weist? Ach! was wird als denn geschehen, Wenn wir tau send teufel sehen? 5. Und ben solchen kummer nöhten Giebt sich kein erlöser an: Weil die flamme weder tödten Noch den leib verzehren kann. Ewig, ewig bleibt es wahr, Keine ren, Daß sie JEsum nicht begeh- seit, kein tag und jahr Wird die 2. Ach! da wird auf alle fünder Ein betrübtes urtheil gehn: Weil sie, als verdammte kinder, Dop: pelt in der rechnung stehn: Erst lich setzt die sünden- schuld Sie aus GOttes gnad und huld; Doch das wird sie mehr beschwe ren. hollen- quahl vertreiben, Sie wird 3. Was ein mensch für marter ewig neu verbleiben. siehet, was ihn selbst am leibe krankt, Was für angst und noht lenken, Nehmt doch euer heil in 6. Drum ihr seelen! laßt cuch geschiehet, was man noch dazu acht! Wollt ihr reden, thun und erdenkt; Das wird kaum ein denken, Was euch dort verdamm sebatten seyn Gegen die gewißlich macht? Ach! die füffe gnas dens Von der Hölle. 615 den geit, Die euch Gott noch hier, ungemeines leiden! Mein JEsu! verleiht, Jft vielleicht in wenig stunden mit der lebenszeit ver schwunden. ach bewahre mich Für diesen schmerzen gnädiglich, Schenk mit des himmels freuden; Entreiß mich durch dein theures blut, Das mich erlöst, der höllen- gluht. 7. JEsus heißt der überwinder, Der sich in das mittel schlug, Und, ant statt der armen fünder, GOttes jorn am creuze trug; Wer sich Mel. Ach GOtt vom himmet sich. ns 946.11 ¡ wen orte vor, Eh 945. O wir von hinnen scheiden; Der tod eröffnet uns das thor Zu einem dieser beiden. So wie man seine Mel. 39. O ewigkeit du donner 2c.zeit beschließt, und selber einen unerhörte hollen- auserlieft; So wird man ihn erquahl! O marter halten. ohne jahr und zahl! Dungemeines leiden! Mein geift erzittert ins niglich, Mein ganzes her: entsetzet ich, Bergiffet aller freuden; Ja die betrübte höllen- pein Nimmt mein gemüht vollkommen ein. 2. Der ein' ist iener freuden: ort Wo GOtt und Christus wohnet; Der andre führt zur hölle fort, Wo er den fündern lohnet. Dort geht es wol, hier übel zu: Hier ist viel pein, dort hat man ruh: Dort lacht man, hier ist weinen. 2. Wie schrecklich ist der mar tersort! Sie liegen als die schaafe dort, Wo sie der tod fiets naget. Nichts ist auf erden weit und breit, Kein jammer, angst und herjeleid, Das sie nicht grausam plaget. Der schmerz ist unermeßlich groß, Von allem troft und hoffnung bloß. 2 das Idse geld, und darf endlich nach dem sterben In der hölle nicht verderben. 3. Man bringe jede marter- art, Die noch so grausam, streng und hart, Aus aller welt zusammen; Man zähle tausendmahl so viel, So bleibt es doch ein kinder- spiel Dort gegen jene flammen: Denn was nur ängstlich quählen kann, Trifft man daselbst beysammen an. 4. Da wird die ordnung umge kehrt: Viel, die man hier als götter ehrt, Trifft dort die größte schande. Die, so in ungezähmter luft Geweidet ihre geile brußt, Em pfinden solche bande, Die mit der übergroffen pein Gan; unerträg lich schmerzlich seyn. 3. O hölle! welch ein wort ist das? Nichts wird dadurch bedentet, Als jammer ohne ziel und maaß, Als quahl, für die bereitet, Die GOttes schndde feinde seyn, Für alle teufel insgemein, Für fün der die verworfen. 5. O unerhörte höllen- quahl! O marter ohne zeit und zahl! O 4. Ist etwan eine noht bewußt, Und schrecklich anzuhdren; Kann etwas unfre freud und luft In traurigkeit verkehren: Macht ets was schmerzen, noht und pein, Und ein verlangen nie zu seyn: Ist es die quahl der höllen. 5. Da trägt der mensch, kommt er hinein, Ein unaussprechlich quählen: Er leidet unerhörte pein Am leib und an der seelen. Den jammer- wurm, der nimmer stirbt, Das feuer, welches nie verdirbt, Muß er beständig fühlen. 6. Die angst, die sein gewissen hat, die furcht in seinemherzen, Die, pein für manche frevelthat Macht ihm viel tausend schmerQ94 zen. 616 zen. Was er gethan, gedacht, gesagt, Das kömmt ihm vor, das nagt und plagt Die fünden- volle feele. 7. Die augen, die nach pracht geschaut, Die wollust- vollen ohren, Die junge, die auf lügen baut, Und oftmals falsch geschworen, Der mund der oft gelästert hat, Die hand voll mord und missethat, Die lasterhafte füffe; S. Ja alle glieder insgemein, Die sich in sünden üben, Wird künftig die verfluchte pein In ewigkeit betrüben. Sie werden ihre fröhlichkeit mit desto gröf serm herzeleid Dort ewig büssen Atüffen. Von der Hölle. 9. Omensch! das überlege wol, Dis wird sich dort begeben: Denk, was man thun und lassen soll, Und führ ein christlich leben. Dvater! lehr uns jederzeit hier recht zu thun, und jenes leid Der hölle zu entfliehen. Mel. Vater unser im himmelr. sichrer mensch! lebeft hier nicht ewiglich, Du mußt zu deiner zeit davon, Und dann| empfängst du deinen lohn; So wie du hier auf dieser welt Dein thun und leben angestellt. 2. Bedenke doch die ewigkeit, was für eine lange zeit, Die sonder ende bleibt und ist. Nach dieser kurzen lebens- frist Muß da der fünder in der pein Gemartert und gequälet sein. jahr Sind wie der tag der gestern war, Und ach! es wird der harten pein In ewigkeit kein ende sein. 5. Darum, o sichres menschen kind! Schlag diese warnung nicht in wind: Laß ab von deiner misse that, noch ist es zeit, noch ist es raht. Versäumst du dis in dieser zeit, So büsfest du in ewigkeit. Mel. Erbarm dich mein o Herre o mensch! 948. Erwach erwach einmahl vom tiefen schlaf der sicherheit: Verlaß der frechen fünder zahl, Der GOtt die Strafe schon bereit. Jest lebt sie zwar in lust und scherz, Hat weder noht noch angst um sich: Dort quält sie feuer, pein und schmerz Für ihre bosheit ewiglich. 947. und 4. Doch in der hölle geht so dann Die marter stets von neuen au; Viel hundert tausend- tausend 2. Ach! ach! welch angst und weh wird seyn, Wie schwer und traurig wird es stehn! Wenn die verdammten in die pein Mit schrecken, furcht und zittern gehn: Wenn sie von GOttes angesicht Wo schmerz und angst sie ewig sticht, We höllisch feuer ihr ges winn. 3. Sie leben zwar, doch fort und fort In ach und weh, in angst und qual, Sie knirschen, heulen, schreien dort, Entfernt von GOt tes freuden- saal. Sie schmachten da für herzeleid Und jammer, der unendlich ist, Der ihnen denn voll traurigkeit Dieglieder drückt, das her; abfrißt. 3. Man nenne so viel plagen her, Als körner fand am weiten 4. Sie leben in dem finstern meer, Als fternen lichter groß und| thal, In wuht und glut, und klein Um jenen kreis der erden schreyen sehr Nach labsal in der seyn; War jener schmerzen nur so heissen quahl, und doch wird viel, So hätten sie doch maaß und ihnen nimmermehr Ein einzig siel. tröpflein dargereicht zur linde rung in ihrem leid; Weil alle hulf und rettung weicht, Die marter bleibt in ewigkeit. 5. Die Von der 5. Die pein, die ohne grenzen ift, hebt sich dort stets von neuen an, Daß sie, wenn sie gleich nagt und frißt, Doch nie zu tode quälen kann. Das feuer brennet immerdar, Und jederzeit mit neuer wuht, Und doch verzehrt es keinen gar, Sißt er gleich mitten in der glut. Hölle. 617 GOtt bekehrt, Erlanget dort ein ewig gut, Schläft sanft in JEsu ein, und fährt Ins paradies durch Christi blut. 11. Wolan, o mensch! du hast die wahl, GOtt hat dir jego vorgestellt Entweder freuden oder 6. Der strenge GOtt vergilt so quabl: Aus zweyen nimm, was dir dann, Nachdem ihn dort nichts gefällt. Kann dich die ewge seligmehr versühnt, Was jeder sündli- keit nicht locken daß du busse ches gethan, Was jede missethat thust; So laß, durch ewges herverdient. Lebt iemand hier den geleid Gerührt, von deiner fünsündern gleich, Boll frevelthat, den- last. in sünd und schand; So muß er in das höllen- reich, In jenen grossen jammer stand. * 12. O JOfu Christ, mein heil! du hast mich durch dein leiden, tod und blut Von meiner schulden 7. Da hört das ohr zu jederzeit schweren last, Und von der tiefen Zähn- knirschen, winseln, angst- ge- höllen- glut Erlöst, und warnst, schrey; Die augen sehn nur grau- und suchest mich Von jener pein samkeit, Wuht, rauch, glut, feuer, zurück zu ziehn: Bekehre mich und dabey Biel tausend, die in sol auch gnädiglich, und lehre mich cher quahl, Verdammniß, noht und die fünden fliehn. flammen stehn, Worin sie ohne jahr und zahl, Dieweil sie GOtt verachtet, gehit. 8. Ihr wurm, der ihr gewissen magt, Sezt allzeit seinen stachel an. Die glut, die unaussprechlich plagt Und nie gedämpfet werden konu, Beißt, quält und brennt sie stetiglich, Verfolgt und drückt sie für und für. Und bei der qual verschließet sich Die helfers- hand und gnaden thür. 13. Regiere mich durch deinen geist, Ohn den ich nichts vermag noch kann, Daß er mir deine wege weist, und mich von breiter höls len- bahn Auf Christi reine stapfen führt, und mich dereinst zum himmel bringt, Wo mich kein leid noch jammer rührt, Wo alles heis lig, heilig! singt. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 9. Gestank und dampf wird glut gedenkt, leib ſeyn; Davon zwar feel und 949. Wer an die höllenleib verdirbt: Doch so, daß er in die er durch viele sünden Verodurch er GOtt gekränkt, steter pein zu sterben wünscht; dient, doch nimmer stirbt. Sie sterben Muß angst und schmer; empfinstets, und leben auch Im sterben den: Denn weil ihn das gewissen stets in pein und noht, Sie leben plagt, Verklagt, verdammet, quält da im dampf und rauch, Ihr leben und nagt; Fühlt er schon höllenist ein emger tod. schmerzen. 10. So sehr wird dort die angst gehauft Dem fünder, der verstockt und blind Anießt in fatans firik ken läuft, Und gnad und warnung schlägt in wind. Wer aber sich zu 2. Es kommt zuleßt der schnelle tod, Seßt fünder in viel schmerzen, Seigt ihnen noch in legter noht, Mit jammer- vollem herzen, Wie schrecklich GOttes straf- gericht, Q95 Das Von dem Himmel. 618 Das sie von seinem angesicht In ewigkeit verstoffet. 3. Ein baum, so wie er nieder fällt, Bleibt er beständig liegen. Wie sich ein mensch im tode hält, Wird er den lohn dort kriegen: Und dann hilft keine thränen fluht; Weil die verdammten in der glut Sonst ewig weinen würden. 4. Wer kann in einer flamme jeyn, Die sich doch nimmer leget? Wer winselt nicht in einer pein, mie pech und schwefel heget, Wo Dan nach tausendfacher nohtDoch ohne troft ist? weil kein tod Das iammer- leben endet. hin ihr wandel zielte. Da hat sich denn das blatt gewandt: Die fromme sind in GOttes hand, Die bösen in der flamme. 6. Bedenk, o feele! diese noht Und andre doch dein leben: Er rette dich! noch hat dir GOtt Zur busse frist gegeben. Versäumeft du die gnaden- zeit, So ist dir dort in ewigkeit Die höllen- quabl be reitet. 5. Sodann ist alle reu zu spat: Die man für thoren hielte, Sind gegentheils in GOttes stadt, Wo- langen. 7. Hilf, höchster! daß doch je dermann Sein leben so anstelle, Daß er nach seinem tode kann Befreyt feyn von der hölle. Hüf uns durch Chriftum deinen sohn, Daß wir der frommen gnadenlohn Im himmel all ers B) Von dem Himmel. Mel. Von GOtt will ich nicht zc., Muß ich aufs andre denken, Und 950. Wie lieblich sind damitoftmahls kranken Leib, ſcele dort oben All dei muht und sinn. ne wohnung, GOtt! Da wir stets werden loben Dich, o HErr zebaoth! Mein herz und feel begehrt, Daß ich bald hingelange, Und ruh von dem empfange, Was mich allhie beschwert. s. Dort werd ich von nichts wis fen, Das mir zuwider sen: Und ims mer ruh geniessen, Von müh und plagen frey. Sorg, schwachheit, hig und kalt Man da nicht mehr erfähret; Was uns allhie beschwe. ret, Ist nicht in iener welt. 2. Hier muß ich immer fireis ten, Weil ben mir böse luft Ein6.Hie muß ich manchmahl leben schleicht von allen seiten, Oft ohne In noht und dürftigkeit: Was mein bewußt: Die setzt mir denn mir das glück gegeben, Ift in ge fo zu, Daß ich mich unterweilen| fahr allzeit: Bon allem, was ich Von ihr laß übereilen, Und man- hab, Kann ich im tod nichts faffen, che fünde thu. Ich muß es alles lassen, Bis aut ein tuch ins grab. 3. Dort wird nicht mehr empfunden Des fleisch- und geistes krieg; dann hab ich überwunden Durch Christi tod und sieg: Ich kann da meinenGOtt Von ganzem herzen lieben, Erfüllen und stets üben Dies allergrößt gebot. 7. Dort hab ich zu empfangen Reichthum und überfluß: Ich werd es alls erlangen Ohn mis gunst und verdruß, Auch ist es ohn gefahr Vom rofte und von schaben, Kein dieb kann darnach graben; Es bleibt mir immerdar. 8. Hier bin ich oft von leuten Ganz einfam und allein: Ich ruh und raft. Ist ein anliegen hin; I muß auch wol zu zeiten Bey bösen 4. Hier hab ich manche plage, Müh, arbeit, sorg und last: Hier hab ich nacht und tage Oft wenig men: Von dem Himmel. menschen seyn. Ist noch ein from: mes herz, Das ich nicht gern will missen; Wirds doch von mir gerissen Nicht ohne leid und schmerz. 9. Dort aber find ich wieder Die frommen allzumahl; Dort lieben mich die brüder Und heilgen ohne jahl: Die engel werden sich Mein jelber da nicht schämen, Mich willig zu sich nehmen, um mich seyn ewiglich. 619 15. Gib auch, daß mich nichts siehe Aufbreite fünden- bahn, Daß ich mit sorgfalt fliehe, Was dich ers zürnen kann; und niemahls laffe ab, Die böse luft zu dampfen, Da wider stets zu kämpfen, Weil ich das leben hab. 10. Hie muß ich oft erdulden Verachtung, schmach und hohn: Oft krieg ich ohn verschulden Für wolthun schlechten lohn: Der menschen gunst und ehr Sich ins gemein bald endet; Eh man die hand umwendet, Hat man davon nichts mehr: 16. Hilf, daß mit reinem hers zen Ich all mein thun verricht; Daß ich auf müh und schmerzen Dich schau von angesicht, Wo du, GOtt! alles bift, Und lohneft deinen knechten, Dort, wo zu deiner rechten Stets lieblich wesen ist. 17. Der engel chor wird bringen Uns da der wollust viel: Weit bes fer wird erklingen, Als alles faitenspiel, Das dank- und sieges- lied, Dadurch man, HErr! dich ehret, Und deinen ruhir vermehret In herzens freud und fried. II. Da dort im himmels- throne, Aus unverdienter gnad, Mir 18. Drum will ich hier auch loGOtt die ehren- crone Schon ben- ben Dich, vater, sohn und geift! geleget hat: Kein auge hat ge- Daß du im himmel oben mir so sehn, Kein ohrhatie vernommen, viel freud verheißt In alle ewigEs ist in kein herz kommen, Was keit. Du wollst mich nur vom bds uns da wird geschehn. fen Auferden bald erldsen. HErr! komm zur rechten zeit. 12. Wenn ich dis recht betrachte, Vergeß ich alles leid: Für nichts ich denn mehr achte Die welt mit ihrer freud: Ehr, wolluft, geld und gut Ift eitel und betrü get: Was ewig bleibt, vergnüget Vollkömmlich her; und muht. * * 13. Die hier mit thränen säen, Mit freuden ernten dort: Die seufzen hier und flehen, Dort jauchzen fort und fort. Ik hier der trübsal viel, Die ich ein seits lang leide; Weit mehr ist dort der freude, Die ohne end und ziel. 14. Gib, HErr! daß ich auf ers den Mick sehne stets darnach, Und nie mag müde werden Ben allem ungemach. Hab ich mehr arbeit hier, Wird auch ins himmels wohnung Vor andern mehr belohnung Dort wiederfahren mir. Mel. Es ist gewißlich an der zeit 951. Ott! wer dieses tet, der wird finden, Daß solches allenthalben voll, Angst, elend, noht und fünden; Voll müh, bes schwerniß, sorg und leid, Voll schwachheit und voll eitelkeit, Auch wo es noch am besten. 2. Nun hab ich leider! so viel jahr Dis niemahls recht erwogen; Es hat die welt mich immerdar Mit falschem schein betrogen. ergib mir, HErr! durch deine gnad Auch diese meine miſsethat, und andre schwere fünden. 3. Allein ich denke je; t hieran, und an das fünftge leben: Ich rufe dich demühtig an; Du wolleft mir doch geben, Worzu du mich 620 Von dem Himmel. mich erschaffen hast, Erlöset von| mel kommen, Und wiederum zu der sünden last, Aus lauter gnad sehens bist In himmel aufgenom berufen. men: Hol mich bald nach, und 4. Was mich allhie für sorg anzeige mir Die macht und herrlichficht, Die mich noch mögte quäh keit, die dir Der vater hat ge len; Will ich, Gott meine zu geben. versicht! Dir einzig anbefehlen: Wenn mir denn leib und feel verschmacht't, So hilft du, HErr! daß ichs nicht acht, Weil ich dich hab im herzen. 5. Es ist das leiden dieser zeit, Wie schwer es auch auf erden, Nicht werth der grossen herrlichkeit, Die uns darauf soll werden; Wer die erlangt von Gottes sohn, Empfängt ganz überreichen lohn Auf sehr geringe arbeit. 1. O heilger geist! regiere mich, Bis ich von hinnen scheide, Daß ich empfinde kräftiglich, Den vorschmack jener freude, Die kein mensch ie erfahren hat, Und doch an uns, nach GOttes raht, Soll offenbaret werden. * 12. Nun hilf denn, daß ich meinen lauf, HErr Jesu! bald vollende. Ich sehne mich zu dir hinauf, Mach hier ein selges ende. Komm bald, HErr! und erlöse 6.Die thränen werden allzumahl| mich, Denn meine hoffnung steht Von augen abgewischet; Weil stolze ruh im freuden- saal Die her zen stets erfrischet; Kein schmerz, kein trübsal, keine pein Wird allda mehr zu finden sein, Nur lauter freud und wonne. auf dich: Komm, JEsu! komm in gnaden. 7. Der leib wird leuchten hell und klar, Wie Christi leib verklaret: Und ob er schon von würmen war Gefressen und verzehret; So wird er doch im himmelreich, Den heilgen engeln GOttes gleich, Mehr als die sonne glänzen. 8. Als denn wird unser augenlicht GOtt, wie er ist, ansehen Von angesicht zu angesicht: Ach! wenn wird das geschehen, Daß dieser hütten irdisch haus Zerbrvchen wird, und ich daraus Geh in des HErren freude? * 9. OGOtt mein vater! höre doch Mein sehnliches begehren, Und laß mich hier das fünden- joch Nicht langer mehr beschweren: Bring mich bald an denselben ort, An welchem ich werd immer fort Ohn fünd und schwachheit leben. Mel. Nun freut euch liebe* 952. Wie froh wird meine seele seyn, Wenn JEsus einst wird sagen: Kommit ihr gesegneten herein, Befrent von allen plagen, Kommt, erbet meines vaters reich, Das er be reitet hat für euch, Eh er die welt erschaffen. 2. Wie froh werd ich zu JEſu gehn, Zum freunde meiner feelen: Ich werd ihm dann zur rechten stehn, Mich wird kein feind mehr quählen; Das auserwählte GOt tes lamm, Mein schönster und mein bräutigam Wird mich zur hochzeit führen. 3. Der vorschmack muß mich schon allhier Im gnaden- reiche la ben; Im himmel soll ich für und für Das brot des Lebens haben. Die lebens- brünnlein sollen dort Auf leib und feele fort und fort Aus seiner fülle fliessen, 4 Gesegnet bin ich durch sein IO. O GOttes sohn, HErr blut, Das er für mich vergossen; JEfu Chrift! Der du vom him- Dis blut macht allen schaden gut Von dem An seinen reichs- genossen; Es tilget alle meine schuld, Drum läßt mir GOtt auch seine huld So reichlich wiederfahren. 5. GOtt ist mein vater, ich sein kind, Drum kann ich nicht verderben: Die güter, die erworben sind, Soll ich im himmel erben. Ich trage Christi ehren- kleid, Ich erbe iene seligkeit, Die hier kein auge siehet. 6. Mir ist von anbeginn der welt Dis erbtheil schon bereitet; Ihm gleichet weder gold noch geld, Das oft zur höllen leitet. Dis erbtheil bleibet ewig mein: So lange GOtt wird ewig seyn, So lange soll ichs haben. 7. Drum, o mein herz! verzage nicht In deinem creuz und leiden: Dein JEsus ist dein trost und licht, Nichts kann dich von ihm scheiden. Das kurze leid, das dich beschwert, Ist iener herrlich keit nicht wehrt, zu der wir kommen sollen. 3. Da wirst du GOtt von an gesicht zu angesichte sehen: Wie wol wird dir bey diesem licht In ewigkeit geschehen! Du wirst befrent von aller pein, Gesegnet in dem HErren sein, Und dich dann ewig freuen. Himmel. 621 wir mit lauter forgen: Und die überhäufte noht Heißt hier unser täglich brot. 3. Ach! wer wollte sich nicht sehnen, Dort in zion bald zu stehn, und aus diesem thal der thränen In den freuden- ort zu gehn, Wo sich unser creuz in palmen, Unser klage- lied in psalmen, Unfre last in lust verkehrt, Wo das jauchzen ewig währt. Mel. Alle menschen müssen zc. 953. wie fröhlich, v wie selig Werden wir im himmel seyn! Droben ernten wir unzählig Unfre freuden gar ben ein Gehen wir hie hin und weinen; So wird dort die sonne scheinen. Dort ist tag und keine nacht, Wo man nach den thränen lacht. 2. Es ist doch um dieses leben Nur ein jammerliches thun, Und die noht, die uns umgeben, Lasset uns gar selten ruhn. Von dem abend bis zum morgen Kämpfen 4. Da wird unser aug' erblicken, Was ganz unvergleichlich ist! Da wird unsern mund erquicken, Was aus GOttes herzen fließt. Da wird unser ohr nur hören, Was die freude kann vermehren: Da empfindet unser her: Lauter freuden ohne schmerz. 5. O wie werden wir so schöne Bey der klarheit GOttes seyn! Wie wird uns das lob- getdne Seiner engel- schaar erfreun! Wie wird unsre crone glänzen Bey so vielen sieges- kränzen! Wie wird unser kleid so rein, Heller als die sonne seyn. 6. Manna wird uns dorten thauen, Wo GOtt selbst den tisch gedeckt Auf den schönheits- vollen auen, Wo man reinste wollust schmeckt. Wollust wird wie sirdme fließen, Und uns alle noht verfüssen; Was für anmuht wird man sehn Dort in edens garten siehn! 7. Ach! wenn werd ich dahin kommen, Daß ich Gottes antlik schau! Werd ich nicht bald aufge nommen In den schönsten himmels- bau, Dessen Grund den perlen gleichet, Dessen glanz die sonne weichet, Dessen wundervolle pracht Alles gold beschämet macht? 8. Nun ich sterbe voll verlangen, O du groffer lebensfürst! Laß mich dich dort bald umfangen, Wo du mich recht trösten wirst. Unter: Von dem Himmel. Unterdessen laß auf erden Hier ist noch eine ruh erfunden, Wo mein herzschonhimmlisch werden, Bis mein looß in iener welt Auf das allerschönste fällt. man in Chrifti armen liegt. s. Da wird man freuden- gar ben bringen, Denn unsre thränen, faat ist aus. O welch ein jubel wird erklingen, Welch dank- lied füllt des vaters haus! Schmerz, seufzen, leid, tod und dergleichen Muß flichn und ewig von uns weis chen. Es wird das lämmlein, das wir sehn, Uns aus dem lebens Brunnerfrischen, Die thränen von den augen wischen: Wer weiß, was sonst noch soll geschehn! 022 S Mel. 28. O vater herz o licht zc. 954. Es it noch eine ruh vorhanden, Auf, müdes herz, und werde licht! Du feufzeft hier in deinen banden, Und deine sonne scheinet nicht. Sich auf das lamm, das dich mit frenden Dort wird vor seinem Huhle weiden, Wirf hin die last und eil herzu. Bald ist der schwere kampf geendet, Bald ist der saure lauf vollendet, So gehst du ein zu deiner ruh. 2. Gott hat dir diese ruh er Fohren, Die rub so nie ein ende nimmt; Eh noch ein menschen Find gebohren, Hat siedie lieb' uns schon bestimmt, Das lämmlein wollte darum sterben, Uns diese ruhe zu erwerben; Es ruft, es locket weit und breit: Ihr müde 7. Da ruhen wir und sind in feelen und ihr frommen! Ver- frieden, und leben ewig forgens säumtnicht, heute noch zukommen, los. Ach fasset dieses wort, ihr Zu meiner ruhe lieblichkeit. müden! Legt euch dem lamm in seinen schooß. Ach flügel her! wir müssen eilen, und uns nicht läns ger hie verweilen, Dort wartet schon die frohe schaar. Fahr hin, mein geist! zumjubiliren, Umgürte dich zum triumphiren! Auf! auf! es kommt das ruhe- jahr. 3. So kommet denn, ihr matte feelen, Die manche last und bürde drückt! Eilt, eilt aus euren kummer- höhlen, Geht nicht mehr krumm und sehr gebückt. Ihr habt des tages laft getragen, Dafür läßt euch das lämmlein sagen: Ich will selbst eure ruhe seyn. Jhr seyd fein volk, gezeugt von oben, Ob fünde, welt und teufel toben; Send nur getroft und gehet ein. laben, Was stärckt den müden 4. Was mag wol einen kranken wandersmann? Wo jener nur ein bettlein haben Und sanft auf folchem ruhen kann; Wenn dieser sich darf niedersetzen, An einem frischen brunn ergeßen; So sind fie bepde höchst- vergnügt. Doch dis sind kurze ruhe- stunden. Es 6. Kein durst und hunger wird uns schwächen, Denn die erquik kungs- zeit ist da. Die sonne wird uns nicht mehr stechen, Das lamm ist seinem volke nah: Es will selbst unter ihnen wohnen, und ihre treue wol belohnen Mit licht und trost, mit ehr und preis. Es wer den die gebeine grünen, Der groffe sabbath ist erschienen, Da man von keiner arbeit weiß. Mel. O GOtt du frommer ic. mel steht mir offen; Und was mich 955.as frag ich nach der JEsus da Für wonne låsset hofs fen, hat mir sein wort bereits Im spiegel vorgestellt. Drum sprech ich glaubens- voll: Was frag ic nach der welt? 2. Mein geist ist auffer sich, Wenn er daran gedenket. Mit was Von dem was für wollust ihn Dort JEsus labt und tránket: Den vorschmack hab ich schon; Und weil mir der gefällt, Bin ich im himmel mehr Als unten auf der welt. 3. Ach mögte heute noch Mein heiffer wunsch geschehen, Dich al lerliebßter schaß! Von angesicht zu sehen; Ist meine zeit bald hin? Wenn wird die uhr gestellt, Da meine fiunden aus? Wenn geh ich von der welt? 4. Hinweg, du eitelkeit! Hin weg, du lust der erden! Mein geist kann nimmermehrDurch dich ver gnüget werden. Mir gilt kein irdisch gut, Das mich zurücke hält: Was iener freude gleicht, Ift gar nicht auf der welt. Himmel. 623 ten? Du sollt ein erbe GOttes feyn und seiner herrlichkeiten. Du sollt nicht nur von ferne stes hen, Und sie, wie Moses Canan*) sehen, Ach nein! du wohnst da für und für; Was JEsus hat, das giebt er dir.*. B. Mos. 32,49 4. Da wirst du an das meer ge führt, Das keine grenzen kennet, Wo man im überfluß verspürt, Was man nur anmuht nennet, Jzt mußt du dich mit tropfen las ben: Dann wirst du recht und freyheit haben, Dich gar zu baden in der fluht, Die dir so sanft und lieblich thut. Dario feito 6. Da wirst du deinen vater fehn, und deinen Bruder finden: Sein glanz wird dir durchs herze 956. deine Flemmter geift! Und fieter liebe brennen, laß dein banges klagen, Das dir Wenn du die schönheit wirft er: nur muht und kraft entreißt: Du follt dich einmahl wagen, Dich wie ein adler, aufzuschwingen, Und in des himmels glanz zu drin, gen Weit über fterne, sonn und mond, Wo JEfus, dein versch, ter, wohnt. kennen, Dafür der erden pracht und schein Nur koht und todte kohlen seyn. 7. Die engel GOttes werden dich, Als ihren bruder, grüßen, und dich, mein geist! gar füffiglich In ihre mitte schlieffen. Es wer: Sen selbst die cherubinen Der gross sen braut des lammes dienen. Die weil der könig, der sie liebt, Ihr gleichen glanz und ehre giebt 2. Willt du dein traurig ange licht nur auf dein elend heften? Was wunder, daß dirs denn gebricht An freudigkeit und kräften? Weg mit den augen von den fa 8. Da siehest du die groffe chen, Die deinen kampf nur schwe- schaar, Die deinen mittler ehret, rer machen: Nur da voll glauben Aus deren mund man immerdar hingeschaut, Wo dir dein heiland Das heilig! heilig! höret. Du hütten baut. wirft mit in den reihen treten, Das höchste resen anzubeten, Da rühmt dein ewig muntrer fleit Des 1. Was frag ich nach der welt? Jest öffnen sich die thüren, Wo durch die engel mich zu meinem JEfu führen. Die stätte seh ich schon, Die er für mich bestellt; Drum sag ich noch einmahl: Was frag ich nach der welt? Meloden 40. 4. Angst, klagen, jammer, weh und leid Wird wie ein rauch ver fliegen. Du wirst im schooß der ewigkeit Vergnügt und ruhig lie gen. Die thränen, die sich hier ergieffen, Die werden dort nicht weiter fliessen. Der schweiß, der sich damit vermischt, Wird dort vont vater abgewischt. 3. Ist dir das kleinod noch zu flein, Aufs blut darum zu streiDu wirst in 624 Von dem Himmel. Des vaters ruhm, des lammes| will mich zu GOtt erheben, und preis. mich sehnsuchts- voll bestreben, JEsu! nur bey dir allein Nun und ewiglich zu sein. 9. Was wird da für ein firom der luft Durch alle glieder dringen! Wie wird in der jest bangen brust Das her; für freuden springen! Und, was die sinnen übergehet, Und jenes lebens wehrt erhöhet, St, daß desselben süsser schein Wird ewig, ewig, ewig sein. 10. Auf auf, mein geist! entschliesse dich, Bis in den tod zu kämpfen: Erlege was dir hinder- 6.Komm, o tod! du schlafes- brulich und deinen muht will dam- der, Komm! und führe mich nur pfen: Willt du den kran; der ehren fort; Löse meines schiffleins ru tragen, So mußt du was für JEder, Bringe mich in sichern port: sum wagen. Es wird die crone, Es mag wer da will, dich scheuen, die so schön, Nur auf der sieger Du kannst mich vielmehr erfreuen: baupte stehn. Denn durch dich komm ich dahin, Wo ich stets bey JEsu bin. Mel. Alle menschen müssen 2c. 7. Laß doch, HErr! die lebens u, o schönes welt- bande Heute noch zerrissen seyn: 957- D gebäude! Magst Führe mich zum frohen lande Deiz gefallen, wem du willt: Deine ner auserwählten ein. Laß mich scheinbarliche freude Ist mit lauda mit engel weisen Christi lieb ter angst umhüllt. Denen, die den und gottheit preisen, und bey dir himmel hassen, Will ich ihre welt- und ihm allein Nun und einsten lust lassen; Mein verlangen und ewig seyn. begier, JEsu! geht allein nach dir. 2. Mude, die der arbeit menge Und der sonnen glut beschwert, Wünschen, daß des tages länge Mit der Nacht zum ende kehrt; Daß sie nach so vielen lasten, Wie der sanft und süsse raften: Ich nur sehne mich allein, JEsu! bald bey dir zu sein. 8. Doch soll ich ist salems- auen und den güldnen freuden- faal Noch nicht, wie ich wünsche, schauen? Soll ich hier im thranenthal Noch voll angst und kummer leben? Soll sich doch mein herz erheben, und indeß bey dir allein, JEsu! schon im himmel ſeyn. 3. Fånd ich bald in deinen armen, Wo man ewig sicher ruht, Theurer feelen- schas! erbarmen Ach so wollt ich alles gut, Das wir auf der erde zählen, Nicht für solchen schaß erwählen; Könnt ich bald bey dir allein, Schönster JEsu! ewig seyn. 5. Tausendmahl pfleg ich zu sa gen, und noch tausendmahl dazu: Würd ich bald ins grab getragen; Ach! so kam ich bald zur ruh, Und mein bestes theil das würde, Frey von dieser Leibes- bürde Nun und ewig um dich seyn, Allerschönstes JEsulein. 4. Andre mögen durch die wellen, und durch wind und klippen gehn, Grossen schäßen nachzustellen, Gut und ehre zu erhöhn: Ich Mel. Wer nur den lieben GOtt*. feelen 958. Ach wie betrübt find hier auf dieser jammer- welt! Wer kann ihr leiden alles zählen, Das sie fast stets gefangen hålt? Das schmerzet nun und kränket sehr: Ach wer doch nur im himmel wår! 3. Ich mag mich, wo ich will, hinwenden, So seh ich nichts als tausend noht. Ein jeder hat ſein creuz in handen und sein beschie den Von dem Himmel. 625 den chranen- brot; und deß wird| trink oder effe; Jedennoch ich bey immer mehr und mehr; Ach wer doch nur im himmel war! keiner sach Mein lettes end vregeffe. Ich denke stets, was ich auch hier zu schaffen immer habe, An dieses wort: nun kommt herfür Jhr todten! aus dem grabe; Steht auf, kommt vor gerichte. 3. Im himmel wird das creu; der erden, und was uns hie für fummer drückt, zu lauter lebensCronen werden: Ach war ich nur schon hingerückt! Die liebe noht it ziemlich schwer: Ach wenn ich nur im himinel wär! 4. Hier kann das glück oft vieles machen; Doch kommt es nicht in jedes haus, und bringt zwar die sem lust und lachen; Doch preßt es jenem thrånen aus. Mich quält es nur, mich läßt es leer; Ach wenn ich nur im himmel wär! . Im himmel sind viel größre gaben: Im himmel sind wir alle reich, Im himmel kann man alles haben, Im himmel sind wir en geln gleich, Im himmel ist kein unglück mehr: Ach wenn ich nur im himmel war! 6. Hier ist der mensch in ftetem iammer, Mit jammer kömmt die abend- ruh, Mit jammer geht er aus der kammer, Mit jammer gar dem grabe zu; Das macht das leben ziemlich schwer: Ach wenn ich nur im himmel wär! 7. Im himmel wird sich niemand kränken, Im himmel wird nur freude seyn. Mein JEsus wird uns alle tränken Mit engellust und freuden- wein. Im himmel ist kein jammer mehr; Ach wenn ich nur im himmel wär! 8. Ey nun, mein liebster JEfu! führe, Ach führ mich bald ins himmels zelt! Daß mich die lebens- crone ziere, Worauf mein wunsch und ziel gestellt. Ich achte nun die welt nicht mehr: Ach wenn ich nur im Himmel wär! Mel.Chriß unser HErr zum Jord. 959. b ich einfchlafe oder wach, Ob ich 2. Ich weiß, daß man an jenem ort Bon allem thun und leben, Auch teglichem unnügen wort Dann rechenschaft muß geben. Was hie für übelthat geschicht, Und oft nicht wird erfahren; Wird dort das schreckliche gericht Ganz klärlich offenbaren Vor als len heilgen GOttes. 3. O JEsu Chrift! ich ruf dich an, Du wolleft von mir nehmen Was ich für missethat gethan, Laß sie mich nicht beschämen. Durch deinen tod die schuld schon ist Be tablet für mich armen; Drum, weil du selbst der richter bist, Wirst du dich mein erbarmen, Mich in dein reich einführen. 4. So wird die seele deß gewährt, Warum sie hier gebeten: Der leib wird herrlich und verklart Hervor da können treten. Er wird mehr leuchten als die sonu, Und an ihm alle glieder: Keins wird da in der freud und wonn Dem andern seyn zuwider: Da ist nur fried und freude. f. Wie hart geht hier es manch mahl her, Um wohnung zu erlangen! Dort werd ich sie ohn all beschwer mit größter rub empfan-= gen. Hier muß man endlich doch heraus, Man kann nicht immer bleiben: Dort aber in des vaters haus Wird niemand mich vertreiben, Die ståtte bleibt mir ewig. 6. Dort werd ich in der herrlichkeit von schwachheit und von sünden, Von trübfal, noht, gefahr und leid Durchaus nichts mehr empfinden. Was ich für fummer, angst und pein Hier oftmable Rr müffen 626 Morgen- Lieder. müssen leiden; Wird alles dort| reih Erz- väter und propheten: Die vergessen seyn, Jch werd in höch- treue martyrer dabey, Die sich hier Ben freuden GOtt, wie er ist, ans lassen tödten; Auch die an Gott schauen. gehalten fest in trübsak noth und plagen, und stets beständig seyn gewest, Die werden frölich sagen: Das lamm hat überwunden. 11. Dein lob, o HErr! kann hier mein mund Bisweilen nur was lallen: Dort laß ich es von herzens grund und allezeit erschallen. Ich werde ganz mit neuer kraft Seyn angethan dort oben, Und in der engel bruderschaft Ohn un 8. Wie JEsus Christus GOtterlaß dich loben; Das stückwerk tes sohn Ein mensch hat können hat ein ende. * 7. Daß GOtt dreyfaltig, und zugleich nur einig ist im wesen, Wird aus dem wort im gnadenreich Gelehret und gelesen: Von herzen glaub ich es auch zwar; Doch wie es mag zugehen, Ist mir allhie nicht offenbar: Dort werd ich erst verstehen Dis allerhöchst' geheimniß. werden, und wie GOtt selbst vom himmels- thron Ein knecht gewest auf erden: Hat nie ein menschlicher verstand Ergründet und ge funden: Dort wird mirs klar und recht bekannt, Und wie in ihm verbunden Die gottheit und die menschheit. 9. Niemand kann hier der engel zahl, Herrschaft und thronen nennen; Dort werde ich sie allzumahl Stets sehen und erkennen. Ich werde dort erst würdig seyn, HErr! deinen ruhm zu mehren, Wo diese heilige gemein Dir, grof fer GOtt! zu ehren Singt: heilig, beilig, beilig! Io. Es werden seyn in folcher 12. Wenn ich ben mir in meis nem sinn Dis alles recht betrach te; So sehn' ich mich alsbald das hin, Daß ich die welt verachte, Ehr, reichthum, wollust dieser welt Für koth und thorheit schäße, mir eitelkeit nicht mehr gefällt, Mich hier an nichts ergene, Und luft hab abzuscheiden. * 13. So komm, o JEfu! wie ich nu Mit seufzen dein begehre; und mich der wahren freud und ruh In deinem reich gewähre HErr JEsu! dir befehl ich mich In deine treue hånde: Hilf, daß ich alles feliglich Durch dich allbier vollende: Komm, JEfu, mem erbarmer! VIII.Morgen- Tisch- und Abend- Gesänge I. Morgen- Lieder. Mel. Was Gott thut das ist wol.| geruch, Zu meines schspfers thro 960. mein In ie nacht ist hin, ne: Kommt, bittet segen für den herz! Du sollt ein opfer bringen. Laß die gedanken himmel- wärts Sich nach den wolken schwingen. DennGOttes treu Jft wieder neu, Als die dir licht und leben Von neuem hat gegeben. Der öffnet hier Die guaden- thur Drum lasset euer beten zu Got tes herzen treten. 3. Du sonne der gerechtigkeit: Vertreib die nacht der fünden; Laß mich bey dieser morgen jet Den thau der gnade finden. Ha 2. Bringt seufzer! lieblichen DI Morgen- Lieder. du die nacht Mich wol bewacht; So sey auch nun am tage Ein schuß für alle plage. 4. Das gute wende du zu mir, Das bise laß mich fliehen. Laß deine hand mich für und für Nur nach dem himmel ziehen. Gib raht und that So früh als spat Zu allen meinen werken; Laß deinen geist mich stärken. 5. Ich werfe meine last auf dich, Ach hilf fie treulich tragen; Machs wie du willt, nur seliglich, Mit die will ich es wagen. Kein freuz ist mir zu schwer bey dir. Ich küsse deine ruhten; Sie leiten fets zum guten. 627 3. Schenke mir, HErr! und gewähre, Was die arme feele ftillt. Ach! erneure und verklare Stets in mir dein ebenbild. Sende mir den geist der kraft, Der ein neues leben schafft, Daß ich himmlisch auf der erde, und ein geist mit Christo werde. 4. Segne meiner hände werke, Und befördre meine pflicht. Bleis be meiner schwachheit stärke, Meis nes lebens kraft und licht. Laß mein lebens- ziel allein Deines namens ehre seyn. Hilf, daß ich stets wahre liebe Gegen meinen nächsten übe. 5. Führ mich bald zu ienem. 6. Du bist mein GOtt, das weiß| lichte Deiner höchsten majestät, ich wol, Laß mich nur dein verblei ben Und was ich heute wirken soll, Zu deinen ehren treiben. Dein egen blüh Durch meine müh, Daß, wenn ich schweiß vergiesse, Er nicht vergeblich fliesſe. Wo por deinem angesichte Die verklärte seele steht Heller, als der sonnenschein, Schön, unsterblich, engel- rein: Laß sie seyn mit dir vereinet, Wenn mein lezter tag erscheinet. 7. Laß auch die meinen diesen tag Dein gnaden auge leiten. und weil ich gar nicht wiſſen mag 962. Das ende meiner zeiten; So gib, daß ich mich stetiglich Im glau ben, buß und reue Des Tezten tages freue. mich seyn des lichtes kind, Hilf mt, der ich geistlich blind, JEsu! daß ich wieder sehe, und in deinem lidhte gehe. Mel. Herr Christ der einge 2c. GOtt, nun gepriesen! Du haft in dieser nacht Durch deinen schuß erwiesen, wie treulich du gewacht: Du wollest heut auch geben, Was meinem leib und les ben Sum segen dienen kann. 2. Gib mir ein gut gewissen, Das von der bösen welt und ih ren ärgernissen Sich unbefleckt behält; Daß ich des fleisches lüfte, Als ein gerechter chrifte, Stets überwinden mag. Mel. Werde munter mein 2c. 961. Ott Ott, du licht, das ewig bleibet, Das on allen wechsel ist, Das die finberniß vertreibet, Der du bleibest, wie du bift! Ich verlasse meine ruh: Rufe: werde licht! mir zu, Daß ich, der ich nacht und erde, Durch dein licht verkläret werde. 2. Wecke, da der leib geschlafen, Auch die seele geistlich auf! Gib ihr deines lichtes waffen, Richt und leite ihreit lauf. Laß Die sich auf dich verläßt. 3. Gib mir ein fröhlich herze, Damit ich alles leid In dir getrost verschmerze, Daß keine traurigkeit Den muht mit sorgen schwäche, Noch meine hoffnung breche, 4. Gib mir ein treu gemühte, Das redlich lebt und liebt, Das auch mit aller güte Den armen hilft und giebt; Das ehr und tu Rr2 gend Morgen- Lieder. 628 gend suchet, und alles das verfluchet, was dir ein greuel ift. s. Gib mir auch gute freunde, Sie sind ein groffer trost; Und wären etwa feinde Durch neid auf 6. Nun feel und leib sey dir er mich erbost: So wollst du sie bes geben, Bey dem sie wol verwah Fehren, und mir ein herz beschehret ftehn. Und soll der reft von ma ren, Das wahre freundschaft hält. nem leben Noch diesen tag 6. Gib mir, was du willt geben, ende gehn; So mache du durch Ich will zufrieden seyn, Und dir Christi blut Auch meinen leiten nicht widerstreben; Gib mir nur abschied gut. dich allein. Denn kann ich dich nur haben, Veracht ich alle gaben, Weil du mir alles bifi. nicht verzagen, Wenn mich ein creuz und unglück rührt: Ded mich durch deine gnaden- hand, So wird es glücklich abgewandt. 7. Wolan, deß trdft ich mich in glauben: Im glück und unglüc bin ich dein, Aus deiner hand kann mich nichts rauben; Drum soll mein ftetes denkmahl sey Das mir im sinn und herzen liegt: Was mein GOtt fügt, macht mic vergnügt. Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. Crmuntert euch, er 963. quickte glieder! Die dunkle schatten sind vorbey; Der liebe morgen zeigt sich wie: Mel. 33. Straf mich nicht der, und machet GOttes güte 3. Sein guter geißt wird mich regieren; Er leite mich auf ebner bahn, und helfe mir mein wert vollführen, In seinem namen fang ichs an. Sein segen wird mein sonnenschein, und seine huld mein schatten seyn. 4. Mein GOtt! so laß dich gnådig finden, Dir hab ich alles heimgestellt: Ach! nur behüte mich für fünden: Doch wenn das fleisch aus schwachheit fällt, So richte mich durch JEfum auf, Und sey du selbst mein lebens- lauf. nen, die mich in dieser nacht be 964. 2h runt di deckt, nun arbeit aufge weckt. mein geiß! Ba den frühen stunden, Da sich licht 2. GOtt lob! der mich für al- und sonne weist, Da die nachtver lem schaden Bey meiner stillen schwunden. Weißt du nicht da ruh bewacht, Daß mich der reich- ne pflicht? Willt du nicht mit sin thum seiner gnaden Zu seinem sen GOtt ein opfer bringen? preise tüchtig macht. Ich bin vers gnügt, ich bin erquickt, und warte, was GOtt heute schickt. 2. GOtt! mein herz lobsinge dir, Sen du hoch gepriesen Für d wolthat, die du mir Diese nach erwiesen: Deine kraft hat v schafft, Daß ich ohne weinen Ed die sonne scheinen. de nacht 3. Finsterniß und schwarzen Hatten mich umgeben; Doch du haft für mich gewacht, Daß d noch kann leben. Deine treu Stund mir bey, Welt und satans tücke Hieltest du zurücke. 4. Doch laß mich auch diesen t Deine gute spüren. Gib, daß i mein leben mag Dir zu ehren fü ren. Lehre mich, Daß ich dich Uche alle schaße Dieser erden seße. <. Weil jeglicher von unsern s. Lehre mich den falschen tagen Auch seine plage mit sich schein Dieser welt verachten, geb führt; Wein GOtt! so laß mich re mich nur blos allein Nach den bim Morgen- Lieder. himmel trachten. Wenn die welt Nege stellt, HErr! so bilf mir kämpfen, und das böse dämpfen. 6. Hilf, daß ich die alte schuld Nicht noch mehr erhöhe: Doch hab auch mit mir geduld, Wo ich mich vergehe. Fällt mein fuß; Laß den guß, Laß den thránen regen Dich, o GOtt! bewegent. 7. Gib, daß ich den fünden- gift Stets mit forgfalt meide, und, wenn mich ein unfall trifft, Stets geduldig leide: Doch, o Gott! Laß in noht mich nicht unterliegen, Hilf mir wieder siegen. 8. Laß mich mein beschieden theil Bis ans ende finden; Gey, GOtt! mein schuß und heil Bey den unglücks- winden. Steh mir bey, HErr! verleih, Daß ich bis jum. grabe Dich vor augen habe. 629 4. Du sprachst: mein kind, nun liege, Trotz dem, der dich betriege. Schlaf wol, laß dir nicht grauen, Du sollt die sonne schauen. r. Dein wort ist nun geschehen, Ich kann das licht noch sehen, Für noht bin ich befreyet, Dein schuh 191 hat mich verneuet. 6. Du willt ein opfer haben: Hie bring ich meine gaben, Mein weihrauch, farr und widder Sind mein gebet und lieder: 7. Die wirst du nicht verschmähen, Du kannst ins herze sehen, Und weißt wol, daß zur gabe Ich ja nichts bessers habe. 8. So wollst du nun vollenden Dein werk an mir, und senden, Dermich an diesem tage Auf seis nen händen trage. 9. Sprich ia! ju meinen thaten, Hilf selbst das beste rahten, Den anfang, mittel, ende, Ach HErr! zum besten wende. 10. Mit fegen mich beschütte, Mein herz sey deine Hütte, Dein wort sey meine speise, Bis ich zum himmel reise. 9. Segne, was ich red' und thu, laß es wol gelingen, und mich in gewissens ruh Meinen lauf voll bringenz Bis ich dort Dir, mein hort! Bey den seraphinen Ewis werde dienen. Mel. Alle welt was lebt: c. 10. Soll auch meines lebens band Diesen tag zerspringen; So wird JEsu hand auch helfen der erden, und allein ringen. JEfu vein Sol 966, ott bes himmels allein Auf dem Ferbeküffer Meister, sohn und heilger geist! Der nen tod verfüffen. uns tag und nacht läßt werden, Sonn und mond uns scheinen heißt, Dessen starke hand die welt Mel. Nun laßt uns GOtt 20. 965. Wach auf mein her;: Und was drinnen ist, erhält: ang und singe Dem 2. GOtt! ich danke dir von her. schöpfer aller dinge, Dem geber zen, Daß du mich in dieser nacht aller güter, Dem frommen men. Für gefahr, angst, noht und fchen- büter. schmerzen Treu behütet und be. wacht, Daß des bösen feindes lift Mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die nacht auch meiner funden Jezt mit dieser nächt vergehn: S HErr JEfu! laß mich finden Deine wunden offen stehn, wo alleine hülf und raht Jft für meine missethat. Rr 3 4. Hilf 2. Heint als die dunkle schatten Nich ganz umgeben hatten, Hat fatan mein begehret, Gott aber hats gewehret. 1717 3. Ja, vater! als er suchte, Daß er mich fressen mögte, War ich in deinem schooffe, Dein flügel mich umschloffe. Morgen- Lieder. Demühtiglich, Wollst mir mein| derfahr, Daß mich der faran nicht fund vergeben, Womit in diesem verlegt, Noch mich in schand und leben Ich oft erzürnet dich. schaden setzt. 3. Du wollst auch mich behuten Aus gnaden diesen tag Fürs teufels lift und wüten, Für fünden, schmach und plag, Für feur und wassers noht, Für armuht und für schanden, Für ketten und für banden, Für bösem schnellen tod. 600 m 3 632 4. Mein leib, mein feel und leben, Mein ehr und gut bewahr: Dir will ich übergeben Jezund und immerdar, Als dein geschenk und gab', Mein eltern( obern) und verwandten, Gefreunde und bes kannten, und alles was ich hab. 3. Des vaters huld mich heut anblick, Des sohnes güte mich er: quick, Des heilgen geiftes glan; und schein Erleucht meins finstern herzens schrein. 4. Mein schöpfer! fteh mir kräf tig bey, O mein erldfer! ben mir ſey, Otroffer! weiche nicht von mir, Mein herz mit deinen geben zier.d thi Mel. HErr JEfu Christ meins sc. 970. Du beiligte dren* s. HErr! fegne und behüte mich, Erleuchte mich, HErr! gud diglich: HErr! heb auf mich dein angesicht, und deinen frieden auf mich richt. *. Dein', engel laß stets bleiben Und weichen nicht von mir, Den Auf daß der Mel. Aus diesem tiefen grunde. ch dank dir, lieber böf feind hier In dieſem iammers 971. Terre! Daß du mich thal Sein tück an mir nicht übe, treu bewahrt In dieser nacht für HErre!! Leib und feel nicht betrübe, Und g'fährde, Darinn ich war so hart mich nicht bring' zu fall. 16. GOtt will ich lassen rahten, nicht ausser noht: Draus bin ich Mit finsterniß umfangen, Daju Der alle ding' vermag: Er segne nun entgangen, Drum preiß ich meine thaten, Mein vornehmen dich, mein GOtt! und fach: Weil ich ihm heimge: stellt Mein leib, mein feel, mein leben, und was er sonst gegeben; Er machs, wies ihm gefällt. du mein GOtt und HErr Im 2. Mit dank will ich dich loben, himmel hoch dort oven! Den tag will bitten, Das auch dein will mir auch gewähr, Warum ich dich 7. Darauf so sprech ich amen, Und zweifle nicht daran: GOtt hört in Chrifti namen Mein seuf- mas seyn: Leit mich in deinen sitzen gnädig an: Nun fireck ich aus ten, und brich den willen mein. die hand, Greif an mein werk 3. Gib, daß ich nicht abwei mit freuden, wozu mich GOtte Von deiner rechten bahn, bescheiden In mein'm beruf und Der feind mich nicht erschleiche, stand.am si me and Damit ich irr mögt gehn. Halt mich durch deine gute, Das bitt ich fleissig dich, Fürs teufels lift und wüten, womit er setzt an hochgelobte einigkeit: Gott va 4 Den glauben mir verleihe ter, sohn und heilger geift! Heut Au dein'n sohn JEsum Christ; diesen tag mir beystand leift Inn 2. Mein feel, leib, ehr und gut bewahr, Daß mir nichts böses wie Mein sünd mir auch verzeihe Allhie zu dieser frißt Du wirst mirs nicht versagen, Weil du verheisſen haft # 10 Morgen Lieder. 533 haft, Daß er mein' sünd soll tragen, Mich lösen von der last. doch mein herz dargegen bar, Als lob und dank auf deinem brand: altar? . Die hoffnung mir auch giebe, Die nicht verderben läßt: Darju 3. Nimm gnädig an bas opfer chriftliche liebe Zu dem, der mich meiner lippen, Das ich dir bring verlegt; Daß ich ihm guts erzei in dieser jammer- klippen: Ent ge, Darin nicht such das mein, Ihnzünd in mir das her; mit deiner liebe als mich eigen, Nach all dem brunst, Auf daß ich stets empfinde willen dein.nl du deine gunst. him ol d 6. Dein wort laß mich beken nen Vor dieser argen welt, Mich deinen diener nennen, Nicht fürchten g'walt noch geld, Das mich bald mögt ableiten Von deiner wahrheit klar: Wollst mich auch nicht abscheiden Von der s. Befiehl, daß deiner engel chriftlichen schaar. nd'ou afchaar mich leite, Und wider mei 4. So lang ich noch hier auf der welt muß wallen, Laß mich, mein GOtt! in keine sünde fallen: Gib, daß ich stets denk an das lebens. end, und meinen sinn nach deinem willen wend. 7. Laß mich den tag vollenden 3u lob dem namen dein: Laß mich nichts von dir wenden, Ans end beständig seyn. Behit mir leib und leben, Dazu die frücht im ne feinde kräftig fireite: Denn nimmst du dich nicht meiner treu. lich an; So weiß ich wol, wie leicht ich fallen kann. istedad 6. Ach! sind vor dir die sper land; Was du mir, HErr! gegeling hoch geachtet, Hast du die ben, Steht all's in deiner hand. zahl der kleinsten haar betrachtet; So wird von dir auch nicht ver: gessen seyn, Den du in deine hand geschrieben ein. * 8. HErr Chrift! dir lob ich sage Für deine wolthat all, Die du mir all mein tage Ereiget überall: Dein'n namen will ich preifen, Der du allein bist gut; mit dei nem leib mich speise, Tränk mich mit deinem blut. En 9. Dein ist allein die ehre, Dein ist allein der ruhm, Dein gut sich ben uns mehre, Dein segen zu uns komm: Daß wir in fried einschlafen, Mit gnaden zu uns eil: tufung des glaubens waffen Fürs trufels 7. Laß deine gut ob allen frommen walten, Du kannst sie wol in noht und tod erhalten. Regier uns, HErr! wir warten deiner gnad, und treten frisch auf unsers dienstes pfad. and son spi Mel. Wer nur den lieben GOtt xc. 973. Mein Gott, nun ift Mel.HErr unser Gott beherrscher. 972. Das walte Gott, der es wieder morgen, Die nacht vollendet ihren lauf, Nun wachen alle meine sorgen Auf einmahl wieder mit mir auf. Die rub ist aus, der ſchlaf dahin, mich aus ich gnaden Erhalten hat für leibs2. Ich bin noch immer auf der und feelen- schaden: Ich lobe dich, erde, Wo ieder tag sein elend hat. denn deine gut und treu Ift mit Wo ich nur immer älter werde, der morgen- sonne wieder neu. bi und häufe sünd und misſethat: 2. Ich bin, o HErr! zu solcher Ich leb' und web in GOtt allein, gnaden gabe, Viel zu gering, die Ach mögt ich ihm auch nüße seyn. ich empfangen habe: Was legt diri 3. Du giebst mir kraft jezt aufRr 5 juste= 634 Morgen Lieder. sustehen: Regier mich auch in die Unter deinem gnaden- flügel, Als ser welt: Du weißt, was heute wohin mein herz gericht't, Diese wird geschehen; Mach alles so, wie kurze tageszeit Ohne noht, ges dirs gefällt. Schleuß mich in deifahr und leid, Ganz beglückt zu ne vorsicht ein, Dein will ich todt und lebend seyn. ende bringen; Laß mir auch mein thun gelingen! 4. Vergib mir, vater! alle sün den, Die mit mir aus dem bette gehn, Und laß mich gnade vor dir finden, Erhöre mein gebet und flehn: Denn steh ich nur bei JEju wol, So geh es, wie es gehen foll. 4. Leib und feele, geist und sin nen, Muth, gedanken, werk und wort, Thun und lassen und be ginnen Sey allein dir, treuer hort! zu regieren heimgestellt; Machs mit mir, wie dirs gefällt: Dir nur will ich mich ergeben, Ich mag sterben oder leben. 5. Tilge meine schwere sünden, JEsu! durch dein theures blut; Taß mich deine gnad empfinden, Wenn in angst sie nöthig thut! Sei mein reichthum, schuß und licht, Wenn mir alles sonst ge 6. Behüte mir leib, feel und bricht: Gönne meiner matten leben, Verwandte, freunde, haab seele Nuh in dieser wundens und gut: Laß deine hand den sehöhle. gen geben, Wenn meine hand das ihre thut. Hilf, daß ich alles wol verricht', Du wirft es thun, ich iweifle nicht. 5. Hilf du in allen sachen rahten, Ich bin mir selbst nicht klug genug. Behüte mich für misse: thaten, Für böser menschen list, und trug. Hilf gutes schaffen, wo ich kann, So leg ich diesen tag wol an. 6. Laß auch diese hülf empfins den, Die in angst und nöhten seyn: Will r trost und raht vers schwinden; Geuß dich selbst ins herz binein. Segne, Vater! jeden stand, Segne dieses ganze land, Mel. JEsu deine heilge wunden. 974. Here! ich danke dei- und laß deiner engel ſchaaren für allem 7. Ach HErr JEsu! ach regiere Mich durch deinen heilgen geist, Daß ich so mein leben führe, Wie dein wort mich unterweist. Richte meinen lebenslauf, Heiland! stets zu dir hinauf: Kömmt es aber zu dem sterben, Laß mich dann den himmel erben. ich preife deine macht, Die mich diese nacht für schaden Voller lieb und treu, bewacht; Daß mein feelenfeind durch list Mein nicht mächtig worden ist, Daß ich freu dig auferstehe, Und mit lust die sonne sehe. 2. War ich ohne dein erbar men Eingeschlafen, was für pein Würde mir verlaßnem armen Diese nacht begegnet seyn! SaMel. 39. O ewigkeit du donner ze. tan und die böse welt Hätten mich 975, Nun tret ich wieder aus der ruh, Und mit list gefällt: Aber weil du geh dem sauren tage zu, Wie mich bedecket, Haben sie mich nicht, GOtt mir auferleget; Zwar weiß erschrecket. S001 ST ich nicht, was mir den tag Für plag und noht begegnen mag: Allein ich weiß, mich tråget Mein from mer 3. Laß mich nun, mein fels und hügel, Jesu, meine zuversicht! 300 1621 Tisch Gefänge. 635 mer GOtt in seiner hut, Daß mir| Muß ich von allen sünden frey, die last nicht schaden thut. Auf GOttes wegen gehen; Mein Gott geht nimmer meinen steg, Ich wandle denn erst seinen weg. 6. Drum führ mich, GOtt! auf deiner bahn, Daß ich in busse fol gen kann, und lautre mich von fünden; So streit ich als ein kühs ner held, Mit satan, sünden, fleisch und welt; Denn du hilfft übers winden. So tret ich muthig att den tag, Und scheue nicht, was E 2. 3war meine bürd' ist täglich neu; Doch ist mein GOtt auch täglich treu, Er tråget meine for gen. Wer ist, der vor der nacht vernimmt, Was ihm den tag hindurch bestimmt? Es bahnt ein jeder mor gen Mir einen frischen weg zur pein, Der kann mit Gott erstie gen seyn. 3. Ach war doch, hab ich oft ge dacht, Auch dieser tag bereits vollkommen mag. bracht mit seiner last und plagen! Des abends hab ich denn gespürt, Daß mich dein gnaden arm geführt, und alles helfen tragen, Daß mir auf meinem creuzes- pfad Dein gnaden- licht geleuchtet hat. 4. Weil ich denn deß versichert bin, So traure nicht, verzagter sinn! Die bürd auf dich zu legen: Trag, was du kannst; GOtt trăget mit, Er folget dir auf jeden schritt mit gnade, kraft und segen; Mit diesem geh ich frisch daran, Und scheue keine leidens- bahn. 8. Jch schließ in Chrifti wuns den ein Die meine bluts- vers wandte seyn, Da sind sie wol be schlossen; Ich lege meinen geist dazu, Hier schließ ihn ein, hier gib 5. So freuet sich mein frischer ihm ruh: Und wenn mein ziel muht, Wenn ich mich in des höch- verflossen, So nimm ihn auf, und ften hut Kann eingeschlossen sehen: sen mein GOtt Jm leben, leiden, Doch, daß ich deß versichert sey, I noth und tod. 7. Ich leg auf dich, mein GOtt und HErr! Die last, die mir allhie zu schwer, Die last, die mich gebo gen: Ich lege bürde, pflicht und stand In deine grosse allmachtss hand, Die du mir nie entzogen: Die führte ia von jugend auf Schon meinen ganzen Lebenslauf. II. Zisch- Gesänge. Mel. Herzliebster JEsu was ze. andacht durch gebet und singen 976. Lobt und erhöht des Stets aufwärts schwingen. 4. Sie füllen uns mit vielen te, Denn sie bezeugt sein våtergeistes- werken, Sie werden uns lich gemüthe: Sie ist es, die den den trieb zum guten stårken; Daß tisch so reich beseget, Und uns er wir uns auch der kranken und der geket. armen Allzeit erbarmen: 2. Er suchet uns so väterlich zu nehren: Wie sollte das nicht unsre hoffnung mehren, Daß wir nach wunsch auch seines geistes gaben Jezt von ihm haben: 3. Die werden uns im glauben feste gründen, Das herz mit liebe gegen ihn entzünden, Die feel in 5. Daß wir in unschuld unsern wandel führen, mit treu und demuth alle thaten zieren, Der weltluft und dem fleisch, als GOttes erben, Getrost absterben: 6. Und so im vorschmack seine rub geniessen, Bis wir in Chrifto unser leben schliessen, Und denn, von 636 Tisch Gefänge. von ihm aus gnaden aufgenommer wird uns mehr beschehet, Als men, Zur freude kommen, wir zusammen alle wehrt. 7. Die er bereitet denen, die 66. Wir wollen dieses nie ver: ihn lieben, Die er uns selbst durch geffen, und dir ein täglich dank Christi blut verschrieben, Dar lied weihn; Ein jeder bisfen, den auf wir einzig und alleine bauen wir effen, Soll deines segens denk. Und fest vertrauen. tundmahl seyn: Und herz und mund s. Nun ihm, saint vater und singt lebenslaug Für unsre nah: dem theilgen geiste, Dem alle rung preis und dank. welt dan, pflicht, gehorsam leiz ste, Sey hier und dort mit herzen, mund und zungen Stets lob ge: fungen. Mel. HErr Christ der eingexc. 978. gepreiset, Wir ja wol gespeiset, Du gabst uns guten gen dir jest dank; Du hast uns wol gespeiset, Du sabft uns guten trank, Dein' mildigkeit zu mcr. ken, und unsern glaub'n zu får. 977. Die welt ist ein sehr groffes hausten, Daß du seyst unser GOtt. Du aber theileft deine gaben, Recht wie ein vater, drinnen aus. Dein segen macht uns alle reich: Ach lieber GOtt! wer ist dir gleich? 2. Und haben wirs genommen Mit lust und übermaaß: Dadurch wir mögten kommen Vielleicht in deinen So laß es uns aus gnaden,& HErr! doch ja nicht schaden, Durch Christum deinen sohn. 2. Wer kann die menschen alle sählen, Die jest ben dir zu tische gehn? Doch muß die nohtdurft keinem fehlen, Denn du weißt allem vorzustehn. Es giebet deine vater hand Die nahrung für ein jedes land. m2 Mel. Wer nur den lieben GOtt ze. Gott, von dem wir alles haben! 3. Du machst, daß man auf hoffnung fået, Und endlich auch der frucht genießt. Der wind, der durch die felder wehet, Die wolke, so das land begießt, Des himmels thau, der sonnen- strahl Sind deine diener allzumahl. 3. Du wolleft allzeit nehren, HErr! unsre seel und geist, In Chrifto sie bekehren; Und helfen allermeist, Daß wir den hunget meiden, Stark seyn in allem letden, Und leben ewiglich. 5. Nun HErr! was soll man erst bedenken? Der wunder sind hier gar zu viel. So viel, als du, kann niemand schenken, und dein erbarmen hat kein ziel: Denn imvater aller frommen, Geheiligt werd dein nam, Laß dein reich zu uns kom, men, Dein wille mach uns zahm: Gib brot, vergib die fünde, Kein args das her; entzünde, 28f uns aus aller noht.sjed is of w 4. 4. Und also wächst des menschen speise, Der acker felbft reicht ihm das brot: Es mehret sich viels fältger weise, Was anfangs schien, als war es todt; Bis in der ernte jung und alt Erlanget fei 979. Singen wir aus her. nen unterhalt. Loben GOtt mit unserm mund, Der uns so viel güt erweist, und uns reichlich hat gespeift: Gott, der thier und vögel nehrt, hat auch gnädiglich beschehrt, Was wir iezt allhie verzehrt. 2: 80. Tisch- Gesänge. 2. Lobet ihn als feine Enecht', Wie wir schuldig sind mit recht: Und erkennt, wie er uns liebt, Und dem menschen gnade giebt, Den er von bein, fleisch und haut Artig hat jusamm'n gebaut, Daß er dies ses licht anschaut. 637 verleihe, Daß es uns auch wol WENG gedeihe. 2. Hilf doch, daß wir nicht ver messen, HErr! dein wort und dein gebot Bey dem überfluß verges fen: Halt uns doch, o treuer GOtt; Bey der gaben rechten brauch Gib uns gnade, daß wir auch, Was du täglich wirst beschehren, Stets in deiner furcht verzehren. 3. So bald er sein leben hat, Seine küche vor ihm steht. In dem leib der mutter sein Jft er zugerichtet fein: Ift er gleich ein kleines kind, Doch er nirgend mangel findt, Bis er an die welt denn kömmt. 3. Lehr uns deine gab' erkennen, Daß wir, groffer schöpfer! dich Kindlich unfern vater nennen, Welcher uns so gnädiglich Schüket, nehret und erhält, Der uns, was uns nihtig fällt, Hier in diesem armen leben Pflegt mit reicher hand zu geben. 4. Nun, wolan! auf deine gute Nehmen wir, was du beschehrt; Gib, daß sich leib und gemühte Wol erfrischt und nicht beschwert, Daß sich beides, wol erquickt, Wieder zu der arbeit schickt. Laß die mahlzeit so geschehen, Wie du es wirft gerne sehen. 4. GOtt hat die erde zugericht, Läßts an nahrung mangeln nicht: Berg und thåler macht er naß, Daß dem vieh auch wächst sein gras. Aus der erde wein und brot Schaffet GOtt, und giebts uns fatt, Daß der mensch sein le: ben hat. s. Das wasser muß uns geben fisch, Die Gött tragen läßt zu tisch: Eyr von vögeln eingelegt, Werden junge draus geheckt, Müssen unsre speise seyn: Hirs sche, schaafe, rinder, schwein Nach dem Essen. Schaffet GOtt und giebts al Mel. Allein GOtt in der hob zc lein. ihn um des heilgen geistes sinn: 6. Wir danken sehr, und bitten Daß wir solches recht verstehn, Stets in sein'n geboten gehn, Seinen namen machen groß In Chrifto ohn unterlaß; So sing'n das gratias. woundt i Wir haben schon gegessen: Mein 981. Die mahlzeit ist nunGott! du hast es wol gemacht, und jedem zugemessen, Was ihm von dir beschieden war; Du reis chest uns voll güte dar, Was unfre leiber ſpeiset. Vor dem Essen. Mel. JEfu deine beilge wunden. 980. Groffer Gott! wir 2. Wie groß ist deine freund. lichkeit! Wie herrlich deine gute; Denn sie versorgt zu jederzeit Den leib und das gemühte. Du le bens- freund, du menſchens luft! Du haft uns allen raht gewußt, und uns sehr wol gelaber. arme sünder Seuf jen, flehn und bitten dich, Speise doch uns arme kinder Jit aus gna- 3. Des himmels fenster öffnest den mildiglich. Gib uns, ohne du, Und schenkeßt milden regen; schmach und noht, Immer unser Duschleußt die erde auf und zu täglich brot; Segne solches und und giebst uns deinen segen. Die foft 638 Abend- Lieder. Fost ist da auf dein geheiß, Wen| schmah es nicht, Laß dir es wol follte das zu deinem preis, O va ter! nicht bewegen? gefallen. 4. Du selber speisest alles vieh, Und auch die jungen raben; Du machest, daß sie täglich hie Brot, speiß und nahrung haben: HErr! du thuft auf die milde hand Und fattigest das ganze land Mit gros fem wolgefallen. 7. Laß une dereinst in ewigkeit 5. Mildreicher GOtt! nunj Am tisch des lammes essen, Da wollen wir für deine trank und wird, was leib und feel erfreut, speisen, Als liebe kinder, für und Uns reichlich zugemessen: Da für Dich loben, rühmen, prei- schmeckt man deine freundlichkeit, sen; Wir danken dir nach unsrer Da wollen wir in jener zeit Dich pflicht, Getreuer GOtt! bersunaufhörlich preisen. III. Abend- Lieder. Mel. O traurigkeit, o herzeleid.| die unruh dieser zeit, JEsu! fich 982. Der tag ist hin: Mein bald legen. und Sehnt sich nach jenem tage, Der uns ganz entreissen wird Aller noht und plage. 2. Die nacht ist da; Sey du mir nah, Mein heil! mit deinen kerzen; Treib der fünden dunkelheit Weg aus meinem herzen. 6. Vergib uns unsre misfethat, Und gib, was wir begehren. Schaff uns, o vater! ferner raht, Daß wir uns ehrlich nehren. Verleihe künftig gute zeit, Glück, nahrung, fried und einigkeit, Ges sundheit, heil und segen. 3. Der sonnen glanz Entweichet ganz; O unerschaffne sonne! Brich mit deinem licht hervor, Mir zur freud und wonne. 4. Des monden schein Fällt nun herein, Die finsterniß zu mindern; Laß doch nichts veränderlichs Meinen lauf verhindern. 5. Es kommt nunmehr Das sternen- heer, Und glänzet schon von fernen; Wol dem, der im himmel einst Leuchtet gleich den fternen. 6. Was sich geregt, und erst bewegt, Ruht iegt von seinen werkent; Laß dein werk in meiner ruh Sich, HErr! in mir merken. 7. Ein jeder will, Weil alles ftill, Der süßen ruhe pflegen. Laß 8. Ich selbst will auch, Nach meinem brauch, Nun in mein bette steigen; Laß mein herz sich auch zu dir, Als zum bette neis gen. 9. Halt du die wach, Damit kein ach Und schmerz den geist berühre: Sende deiner engel schaar, Die mein bette ziere. 10. Wenn soll denn nun Der wechsel ruhn, Und tag und nächs te weichen? Wenn erscheint denn iener tag, Welchem nichts zu gleichen? II. Führ uns von hier, O Gott! zu dir, uns, die wir hie noch weis nen, Dahin, wo dein sonnen- glanz Uns wird ewig scheinen. 12. Da sollen wir Der sonnen zier und freude nie verlieren; Denn das lamm ist selbst das licht, Das die stadt wird zieren. 13. Halleluja! Ach war ich da, Wo alles lieblich klinget, Woman ohn abwechselung Heilig! heilig! finget. 14. JEsu du! Mein trofi und ruh! Laß uns dahin gelans gen, Abend- Lieder. gen, Wo wir denn in deinem glanz Ewig vor dir prangen. Mel. 8. JEsus meine zuversicht. 983. reuer JEsu! wache T du, Denn ießt geh ich, einzuschlafen: Gib mir und den meinen ruh, Bleib, o hirt, bey deinen schaafen: Schließ die thüren selber zu, Treuer JEsu! wache du. 2. Trener JEsu! weiche nicht, Sonst wird grauen, furcht und schrecken, Das oft mit der nacht einbricht, uns mit ach und weh erwecken: Bleib bei uns, o gnaden- licht, Treuer JEsu! weiche nicht. 639 2. Freilich wirst du manches finden, Das dir nicht gefallen hat: Denn ich bin annoch voll sünden In gedanken, wort und that; Und vom morgen bis jegund Pfle get feele, hand und mund So ge schwind und oft zu fehlen, Daß es leider nicht zu zählen. 3. Treuer JEsu! steh uns bey, Daß in uns der geist und glaube, Wenn wir schlafen, wacker sen, Und kein feind uns solchen rau: be; Deine hülfe mach uns frey. Treuer JEsu! steh uns bey. 4. Treuer JEsu! kommt es nu Einst einmahl mit mir zum sterben: So bring mich zu deiner ruh, Mache mich zum himmels erben; Schließ mir selbst die augen zu, Treuer JEsu, meine ruh! 3. Aber, o du GOtt der gnas den! Habe noch einmahl geduld. Ich bin freilich schwer beladen; Doch vergieb mir alle schuld. Deine grosse vater- treu Werde diesen abend neu; So will ich nach deinem willen Künftig mehr, als heut, erfüllen. 5. Treuer JEsu! nimm zu dir Endlich mich und auch die mei4. Heilige mir das gemühte, Daß der schlaf nicht sündlich sey: Decke mich mit deiner gute, HErr! dein engel steh mir bey. Schüß und decke stadt und haus, Lösche glut und flammen aus, Laß mich morgen mit den meinen Nicht in noth und kummer weis nen. 5. Steure selbst den bösen leu ten, Die im finstern arges thun. Wollen sie sich gleich bereiten uns zu schaden, wenn wir ruhn So zerstöhre du den raht, Und verhindre selbst die that: Wend auch alles andre schrecken, Das der satan kann erwecken. 6. HErr! dein auge geht nicht nen: Bricht dereinst der tag herunter, Wenn es bei uns abend für, Da du selber wirft erschei nen, Ach, so führ uns insgemein, Treuer JEsu! zu dir ein. wird; Denn du bleibest ewig munter, und bist selbst der gute hirt, Der auch in der finstern nacht Ueber seiner heerde wacht: Darum hilf uns deinen schaafen, Daß wir alle sicher schlafen. Mel. JEfu deine heilge wunden. Err! es von 984. nem leben Wiederwachen, wenn es rechte zeit wird 7. mich denn er: um ein tag dahin: Lehre mich nun seyn, Richte selber meine fachen achtung geben, ob ich frömmer Blos zu deinen ehren ein. Doch worden bin? Zeige mir auch sel- bestimmst du, lieber GOtt! Mir ber an, So ich was nicht recht ge- noch heute meinen tod; So befehl than: und hilf mir in meinen fa- ich dir am ende Leib und feel in chen Ein gesegnet ende machen. deine hände. Mel Abend- Lieder. 640 Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. Ort lob! der tag 935.09 ist nun beschlossen, Die ruhe stunde stellt sich ein. Viel gutes hab ich heut genoffen, GOtt muß dafür gepriesen seyn. An GOtt und an sein lob gedacht, Bringt eine rechte gute nacht. 2. Des leibes arbeit geht zu en- Mel. Wer nur den lieben GOttic de: Die seele nimmt das ihre vor. Mein GOtt! ich hebe herz und 986. Gottlobe bett hände nun zu empor: Weil ich dich vater nennen kann, So nimm mein kindlich opfer an. 3. Der tag verstreichet ohne plagen, Der abend bricht vergnügt herein. Muß mancher über un glück klagen; So kann ich gutes muhtes seyn. Dein auffehn schützt mich väterlich, und deine liebe crdnet mich. von meinem leben Nun abermahl ein tag vorbey Die stille nacht hat mich umge ben, und macht mein herz von sorgen frey. Dis ist mein troft, der mich erfreut: Stets näher zu der ewigkeit. 4. Nun GOtt! vom grunde meiner seelen Stimm ich ein lob: und dank- lied an. Gern wollt ich alles das erzählen, Was deine hand an mir gethan; Doch, lieber GOtt! unzählig ist, was feel und leib von dir genießit. s. Ach nur vergib mir alle fünde! Mein JEsus nimmt die schuld 3. Ob sich gleich leib und feele scheiden, und meines leibes kleid jerreißt; Wird JEsus doch die feele kleiden Mit dem, was un verweslich heißt. Dis ist mein auf sich; Darum in diesem dei- ziel bey freud und leid: Stets nem kinde, Getreuer GOtt! er barme dich! Ich weiß, du geheft mit mir nicht um Christi willen ins gericht. 6. Drauf schlaf ich unter deiner liebe, Und was mir lieb, befehl ich dir. Siehts um mein lager schwarz und trübe; So leuchte nur dein licht in mir, Das nacht und dunkel lichte macht, und mich mit vater- treu bewacht. 8. So geb ich mich in deine hände, Ich leb' und sterbe, wie du willt. Ich weiß, daß aus dem le bens ende Des rechten lebens an: fang quillt. So schlaf ich nun auf JEsum ein; So muß mein schlaf gesegnet seyn. 7. Wolan ich will der ruh genieffen; Soll diese nacht die leite feyn, Da ich mein leben muß beschlieffen; So geb ich mich von herzen drein. Das leben ist mir fein gewinn, Als bis ich wol ge ftorben bin. 2. Ein ieder abend kann mir zei: gent, Es werde sich mein lebenslicht Zum stillen todes- abend nei gen. Dis ist mein troft und schreckt mich nicht: Ich komm aus dieser kurzen zeit Stets näher zu der ewigkeit. näher zu der ewigkeit. 4. Ich finde nur im kühlen grabe Das befte bette meiner rub. Und wenn ich ausgeschlafen habe, Führt JEfus mich dem himmel zu. So bringt mich jeder blick der zeit Stets näher zu der ewigkeit. 5. So lieg und schlaf ich ganz mit frieden, Dieweil mein hirt selbst ben mir wacht. Von JEsu bleib ich ungeschieden Auch in der lesten todes nacht. Er lenket meiner tage zeit Stets näher zu der ewigkeit.d 6. So kommt ihr sanften abend funden! Ihr müden augen schließt euch tu! Die seele ruht in Christi wunden, So hat der leib Abend- Lieder. 641 leib auch seine ruh. Mein wunsch| 8. Worum ich dich jezt gebe: und ziel ist jederzeit: Stets näher juder ewigkeit. Mel. GOtt des himmels und 2c 987. David teach, Gott will legen, so denk ich erst daran, Wie mir bein gewünschter segen Heute so viel guts gethan. Nun in Chrifto opfern dir Geist und lippen dank dafür. 2. Segne mich mit neuen gnaden, Segne mich mit neuer buld: Laß mir keine fünde schaden, Und erlaß mir alle schuld: JEsum imm zum bürgen an, Der bezah len will und kann. 3. Segne mich in meinem schlase: Gib, daß unter deiner hut, Creuer hirte deiner schaafe! Leib und seele sicher ruht. D! wie schläft sichs, so vergnügt, Wenn man dir in armen liegt! 4. Segne mich mit schutz und schirmen Durch die engel deiner wacht; Daß des teufels wuht und türmen Mir nicht furcht und schrecken macht. Ich bin dein, so bat bey dir Satan auch kein theil an mir. 5. Segne mich an meiner haabe: Weil du deine freunde liebst, Und so manche gute gabe Ihnen auch im schlafe giebst: Also wirf mir in der ruh, Was mir gut und nüßlich, zu. 6. Segne mich mit kraft und tarke, Segne mich auf künftgen tag, Daß ich meines standes werke Frisch und froh verrichten mag; Daß denn alles wol gelingt, was die arbeit mit sich bringt. 7. Segne mich mit langem le ben, So mirs anders selig fällt. Alles sey dir übergeben, und ges laffen heimgestellt. Wie du willt, ſo schicks mit mir; Denn ich leb' und sterbe dir. ten, Laß, mein GOtt! erhöret seyn. Morgen will ich vor dich treten, und mich dankbar drüber freun. Nun, mein leib, fo lege dich, Schlafe wol! GOtt ſegnet 988. Di ihrem glanz Mel. HErr unser GOtt beherrsch. ie fonn hat sich mit ge= wendet, und ihren lauf auf diesen tag vollendet: Die dunkle nacht dringt allenthalben zu, Bringt menschen, vieh und alle welt zur ruh. 2. Jch preise dich, du HErr der nächt und tage! Daß du mich heut für aller noht und plage Durch deine hand und gnadenreiche macht So unverlegt und sicher durchgebracht. 3. Vergib, wo ich ben tage so gelebet, Daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet. Laß alle schuld durch deinen gnaden schein In ewigkeit bey dir erlaffen seyn. 4. Schaff, daß mein geift dich ungehindert schaue, Indem ich mich der trüben nacht vertraue; Und daß der leib auf diesen schweren tag Sich seiner kraft fein sanft erholen mag. 5. Vergönne, daß der lieben engel scharen Mich für der nacht der finfierniß bewahren; Damit ich für der lift und tyranney Der feinde nun im schlafe sicher sey. 6. HErr! wird mich einst die lange nacht bedecken, und in die ruh des tiefen grabes firecken; So blicke mich mit gnaden- augen an, Boraus ich licht im tode nehmen kann. 7. Laß mich hernach, zugleich mit allen frommen, zu jenem glanz des andern lebens kom men, Allwo du uns den grossen tag bes $ 42 Abend Lieder. bestimmt, Dem keine nacht licht,| HErr Chrift: Daß uns nicht schad glanz und klarheit nimmt. des feindes lift, Das fleisch in züch ten reine sey: So sind wir mans 989. Chrift, der du bist der cher forgen frey. helle tag, Vor die nacht nicht bleiben mag! Du leuchtest uns vom vater her, Und bist des lichtes prediger. 2. Ach lieber HErr! behüt uns heint In dieser nacht für'm bösen feind, und laß uns in dir ruhen fein, Und für dem satan sicher seyn. 3. Ob schon die augen schlafen ein, So laß das her; doch wacker seyn: Halt über uns dein' rechte band, Daß wir nicht falln in fünd und schand. * 6. Befiehl dem engel, daß er komm Und uns bewach dein eigen thum: Gib uns die lieben wächter zu, Daß wir für'm satan baben ruh. 4. Wir bitten dich, HErr JE su Chrift, Behüt uns für des teufels lip! Der stets nach unsern feelen tracht't, Daß er an uns nicht habe macht. <. Sind wir doch dein ererbtes gut, Erworben durch dein theures blut: Das war des ergen baters rabt, Als er uns dir ge- 991. Nurub m schenket hat. der, Vieh, men schen, städt und felder, Es schla fet diese roelt: Jhr aber meine sinnen Auf, auf! ihr sollt begin. nen, Was eurem schöpfer wol gefällt. 7. So schlafen wir im namen Dein, Weil deine engel bey uns seyn: Du heilige dreyeinigkeit, Wir loben dich in ewigkeit. ein, Laß unser ber; doch munter 4. Wenn unsre augen schlafen seyn. Beschirm uns, GOttes rechte hand! Und IdP uns von der fünden band. s. Beschirmer deiner christen. heit, Dein hülf sey uns allzeit bereit: Hilf uns, HErr GOtt! den, pein und tod. aus aller noht, Durch deine wun 990. Chrifte, der du bift tag und Vor ist, HErr! verborgen nichts: Du väterlichen lichtes glauz! Lehr uns den weg der wahrheit ganz. 2. Wir bitten dein' göttliche macht, Behut uns heint in die fer nacht: Bewahr uns doch für allem leid, GOtt vater der barmherzigkeit! 3. Vertreib den schweren schlaf, 6. Gedenk der schweren zeit, HErr Christ! Darinn der leib ge fangen ist, Die seele, die du haft erlöst, Der gib, o JEsu! deinen troft. und preis, Und deinem ſobne * 7. GOtt bater, dir sey lob gleicher weis, Des heilgen geiftes gütigkeit Sep bey uns bis in ewigkeit. 2. Wo bist du sonne blieben? Die nacht hat dich vertrieben, Die nacht, des tages feind: Fahr hin! ein andre sonne, Mein Jesus, meine wonne, Jß der in meinem herzen scheint. 3. Der tag ist nun vergangen, Die güldne sterne prangen Am blauen himmels- faal: Also werd ich auch stehen, Wenn Gott mich heisset gehen Zum himmel aus dem jammerthal. 4. Der leib eilt nun jur rube, Legt kleider ab und schuhe: Das bild der sterblichkeit Zieh ich nun aus: dagegen Wird Chriftus mir anle Abend- Lieder. anlegen Den rock der ehr und herrlichkeit. 1. Das haupt, die füß und hände Sind froh, daß nun zum ende Die arbeit kommen sey: Herz, freu dich! du sollt werden Vom elend dieser erden, Und non der fünden-| arbeit frey. 6. Nun geht, ihr matte glie der! Geht hin, und legt euch nie der, Der betten ihr begehrt. Es kommen stund und zeiten, Da man euch wird bereiten Zur ruh ein bettlein in der erd. 7. Mein augen stehn verdros sen, Wie bald sind sie geschlossen! Wo bleibt denn leib und feel? Nimm sie zu deinen gnaden, Sey gut für allen schaden, Du aug' und wichter Israel! 8. Breit aus die flügel beide, O JEfu, meine freude! Und nimm dein küchlein ein. Will satan mich verschlingen; So laß die engel singen: Dis kind soll unverlezzet seyn. 9. Auch euch, ihr meine lieben! Soll heint kein leid betrüben, Kein unfall, noch gefahr. Gott laß euch selig schlafen, Stell euch die güldne waffen Ums bett und seiner engel schaar. Mel. Vater unser im himmelr. ch danke dir, lieb992. The reicher GOtt! Daß du mich heut für schand und spott Und schweren fällen haft behütt: Es kommt von deiner grad und gut. Mein ganz verderben is aus mir, Mein heil kömmt, HErr! allein von dir. 643 3. Doch bin ich gar nicht engelrein, Ich find, o JEsu! stets das mein: Den alten Adam ich noch spür, Der mich anreizet für und für, Daß ich mein beri, be gierd und sinn Zur eitelkeit soll neigen hin. 4. Ich klag an mein unachtsamfeit Vor dir, o GOtt! mit reu und leid; Wie du auch alles felbst gefehn, Was oft aus schwachheit ist geschehn. Den innern menschen hab ich nicht mit fleiß verwahrt nach meiner pflicht. 2. Wenn du nicht hättest mir gereicht, HErr! Deine hand, wär ich gar leicht Gefallen auch so tief sünd, Als sonsten manches men schen kind. Ohn' deine hülf und gnaden- hand Fallt auch der frömmst in fund und schand. 3 s. Den sinnen hab ich oft zu weit Den zaum gegönnt zur eitelkeit. Ich habe viel geredt, gedacht, Gehört, gesehen und vollbracht, Das mir nicht wol gestanden an, Und ich nicht alles wissen kann. 6. Aus gnaden alles mir vergib, Verbrenns im feuer deiner lieb'. Du bist voll heiligkeit und gnad, Was mir noch fehlt, für mich erstatt. Dein blut mich wasche, daß ich werd So rein, wie mich dein herz begehrt. * 7. Ich dank auch, liebster JEsu! dir Für alle gnade, die du mir Erzeiget haft von kindheit auf, Bis diese stund in grossem hauf. Du hast mir so viel guts gethan, Daß ich nicht alles zählen kann. 8. Jch bitte, halt auch gnädiglich Dein auge offen über mich, Daß mich der feind mit lift und macht Nicht überfall in dieser nacht. Für unglück schüße feel und leib, Gefahr und noht weit von mir treib. 9. Gib, daß ich nach gepflogner ruh Erwach, aufsteh und freudig thu, Was du, HErr! anbefohlen mir, und einen guten wandel führ. Steh mir mit deinem geiste ben, Daß nichts verdammlichs an mir sen. 682 10. Für . 644 Abend Lieder. 10 Für einem böfen schnellen, Einen solchen tempel werden, Der tod, Ď du liebreicher frommer nur dir, und nicht der welt, Ewig GOtt! Mich heut und jederzeit licht und feuer hält. bewahr, Laß ben mir seyn der engel schaar, Daß satanas und sein gesind An mir ja teine macht nicht find. Mel. JEsu meines lebens zc. u laßt mich die nacht erreichen, 993. Gött, der mein erretter ift! Das ist mir ein neues zeichen, Daß du treu und gnädig bist, Laß anizt mein schwaches singen Durch die trübe wolken dringen. Und sen gegen diese nacht Ferner auf mein heil bedacht. 2. Neige dich zu meinem flehen, Und verstoß mein opfer nicht: Hab ich gleich sehr viel versehen, ind viel bofes ausgericht't: So ver Auch ich meine fünden, und will mich mit dir verbinden. Reiß du nur aus meiner bruft Alle wurzel bdser luft. 3. HErr! es sey mein leib und leben, und was du mir sonst geschenkt, Deiner allmacht über geben, Die den himmel selbst umschränkt. Laß um mich und um die meinen Einen strahl der guade scheinen, Der, was deinen namen trägt, Als dein gut zu schützen pflegt. 4. Laß dein heil mich jeit bethauen, Gib mir deffen überfluß. Schüge mich für angst und grauen, Wende schaden und verdruß, Brand und sonst betrübte fälle: Beichne meines Hauses schwelle, Daß hier keinen jener schlag Des verderbers treffen mag. 6. Geht ihr meine müde glie der! Geht und senkt euch in die ruh: Reget ihr euch morgen wie der; Schreibt es eurem schopfer ¡ u, Der so treue wacht gehalten: Müßt ihr aber heint erkalten, Wird des bittern todes pein Doch der feelen vortheil ſeyn. 994. Werde munter mein tret zu Gott ich Für, Und noch preise seine gute, Die er heut ge than an mir: Da er mich den gan jen tag Für so mancher noht und plag, Für betrübniß, schand und schaden Treu behütet hat in gna: den. 2. Lob und dank sey dir gefun gen, Vater der barmherzigkeit! Daß mein werk durch dich gelun gen, Daß du mich für allem leid, Und für fünden mancher art So gar väterlich bewahrt, Auch den feind hinweg getrieben, Daß ich unbeschädigt blieben. 3. Keine junge kann aussprechen Deine güt und wunderthat: Kein mensch kann jemahls ausrechnen, Was dein' hand erwiesen hat. Deiner wolthat ist zu viel, Ihr ist weder maaß noch siel; HErr! du hast mich so geführet, Daß kein unfall mich berühret. 4. Dieser tag ist nun vergan: gen, und die dunkle nacht bricht ein: Nach dir, GOtt! ist mein verlangen, Dein licht kann nur mich erfreun. Stehe mir, o vaz ter! bey, Daß dein glanz stets vor mir sey, Und mir auch im fill fern scheine; Denn ich hoff auf dich alleine. 2. B. Mos. 12, 29. . Wirke selbst in meinen sinnen, Steh mir auch im dunkeln bey, Daß mein schlafen und be: s. HErr! verzeihe mir aus ginnen Dir auch nicht zuwider gnaden Alle sünd und missethat, fey. Laß mich jego schon auf erden Womit sich mein her; beladen, Und Abend- Lieder. 645 Und dich hoch erzürnet hat. Treib Laß mich Frankheit nicht aufwets des satans lift und tück, Gott! durch deine Fraft zurück: Laß es ihm ja nicht gelingen, Mich in angst und noht zu bringen. ten. Treibe weg des krieges schall. Wend ab feur und wassers- noht, Pest und bösen schnellen tod: Laß mich nicht in fünden sterben, Noch an leib und feel verderben. 14 6. Bin ich gleich von dir gewis chen; Stell ich mich doch wieder * 12. O du groffer GOtt! erhd. ein: hat uns doch dein sohn verre, Was dein kind gebeten hat. glichen Durch sein angst und to des pein; Ich verleugne nicht die chuld, Aber deine gnad und huld ft viel gröffer als die fünden, Welche sich in mir befinden. JEsu! den ich allzeit ehre, Bleibe doch mein schutz und raht: O du wehrter heilger geift! Stärke du mich allermeist. HErr! erhöre dis mein flehen! Amen, ja, es soll geschehen. 7. O du licht der frommen see len! Odu glanz der ewigkeit! Dir will ich mich ganz befehlen Diese nacht und allezeit: Bleibe noch, mein GOtt! bey In dem finfern thal allhier: Trößte mich mit 995.J Deiner liebe, Daß kein unfall mich betrübe. 8. Für des teufels strick und neken, GOtt mein vater! mich bewahr, Daß er mir nicht kann zusehen Mit angst, unglück und gefahr. Laß mich dich, o wahres licht! Nimmermehr verlieren nicht: Denn wer dich nur hat im her: ien, Fühlet keine feelen- schmer jen. 9. Wenn die tages werke mahen, Daß die augen schlafen ein; faß ich doch mein her; fiets wa chen, und zu dir gerichtet sepn: Geift, gedanken, feel und sinn Geben immerfort dahin, Daß mich nichts von dir abtreibe, und ich dein im schlaf auch bleibe. * 10. Laß mich diese nacht em pfinden Eine sanft und füsse ruh: Alles übel laß verschwinden, Deck mich selbst aus gnaden zu. Leib und feele, sinn und muht, Auch mein zeitlich haab und gut, Freund, verwandte(* Ehgatt, finder,) hausgenoffen, Sepu in deinen schuß geschlossen. Mel. Aus tiefer noht schrey ich zc. ch dank dir, vater! denn du haft Die nachtszeit bey dem tage Erschaf fen frey von sorg und laft, Von arbeit, noht und plage; Daß man sie bring in stille zu, Und vieh und menschen ihre ruh Zur leibess nohtdurft haben. 11. Ach bewahre mich für schret ten, Schüße mich für überfall. 2. HErr! deine weisheit, güt und macht Ist nimmer zu ergründen: Du hast es alles wol bedacht, wie wir es oft empfinden. Gib. daß ich dich je mehr und mehr Er, kenne, und dein lob und ehr Bey tag und nacht ausbreite. 3. Jest preif ich dich insonders heit, Daß du aus lauter gnaden Mich und die meinigen auch heut Bewahrt für allem schaden; Daß deine treu verhütet hat, Daß ich in schand und missethat Nicht gröblich bin gerahten. 4. Woben ich doch nicht leugnen kann, Daß ich viel guts gelas. sen; Hingegen aber das gethan, Was du befiehlft zu haffen: Ich habe nicht so immerfort, Wie mir gebeut dein heilig wort, Untade, lich gewandelt. 5. Was aber noch verschen ist, und wo ich ausgeschritten; Das hat versöhnet JEsus Christ, Als 583 646 er am creu; gelitten; Um dessen willen, HErr! verzeih Mir alle fünden, und verleih, Daß ich mich täglich beßre. h 6. Nun fehet noch, o HErr: zu dir Mein herzliches verlan gen, Du wolleft nun auch seyn ben mir Jest, da der tag vergangen, und mir leid, feele, sinn und muht, Mein ehre und mein haab und gut In dieser nacht be huten. Abend- Lieder. 8. Erhalt durch deine gradenthand, zu deines namens ehren, Die mir mit freundschaft sind verwandt, Und sonst mir angehören; Gib, daß die nacht und im merdar Dein heilger engel uns bewahr Für unfall, noht und schaden. werd ich klug, Und scheue mich zu fehlen. Es ist nun abermahl Ein ück des Lebens hin, Daß ich dem richter- ftuhl Schon etwas näher bin: 7. Du wolles für dem argen 3. Komm, meine feele! komm, feind In deinen schutz mich fassen; Wir wollen uns selbst richten, Daß er, und die sein anhang Und auf mein heutig thun Mit fennd, Mich stets zufrieden laffen: wahrer sorgfalt dichten. Schohn mich auch für schnellem bösen tod, deiner selber nicht, Durchsuch es Für feuer und für waffers nohtia mit fleiß, und denke, daß es und allem leid beschirmen. GOtt Und dein gewisfen weiß. 9. HErr! laß mich ruhig schlafen ein, Hilf, daß mich nichts erschrecke: Und wenn die rechte zeit wird seyn, Alsdenn mich wie der wecke; Daß ich an meine ar 2. Vor diesem soll ich nun, Was ich im ganzen leben Geredt, ge dacht, gethan, Genaue rechnung geben: Hilf, daß ich dir anjest, Zu meiner feelenruh, Noch erst mit buß und reu Durch Christum rechnung thu. VEHICL 4. Fang von dem morgen an, Betrachte zeit und stunden, Die dir den tag hindurch, Bis diese zeit verschwunden. Fingst du mit beten an? Und lobteft du den tag Den HErren deinen GOtt Bey iedem glocken- schlag? 5. Steht auch dein tauf: kand fest? Und dachtest du mit freuden An GOttes gnaden- geift? Mit dank an Christi leiden? Haft du GOtt treu geliebt? Den näch ften, gleich als dich? Warst du auch ärgerlich? keinem mein gebet Dir meine werk be fohlen. 6. Hast du kein faul geschwäß, 10. Verschmäh, o GOtt mein Kein fluchen angefangen? Erwe vater nicht mein feufien, bits ge wo du warst, Mit wem du um ten, flehen: Laß JEsu, mich dich, gegangen? Ob du auch Gottes wahres licht! Auch in dem fin- wort Geliebet, gern gehört; Dich Bern fehen: beilger geit! am darnach eingericht't, und Gott lezten end mit deinem troft dich darnach geehrt? AT CHRON zu mir wend, Daß ich drauf fanft 7. Hast du im glauben so, Als einschlafe. vor dem HErrn, gewandelt? Mit will und wissen auch nicht wider ihn gehandelt? Wie? oder lieb test du den alten sünden- wust? hinsdoy 7 Vergnügte sich dein herz An ſchudMel. O GOtt du frommer 2c. 996 Herr mein Gott! lehre mich Stets meme tage zählen: Denn also 8 Hafst du wol ohne dank Des Her: Abend- Lieder. Herren gab' empfangen? Dem geiz und eitler ehr Unbillig ange hangen? Die GOtt dir vorgeseßt Geliebet und geehrt? Des nach ften fehler nie zum schimpf und pott gekehrt? 9. Hast du den nächsten wol Beschimpfet und betrübet? Ihn um sein gut gebracht? Dis mehr, as ihn, geliebet? Hast du ihm fets genügt? Jhn nicht aus baß gericht't? Thatst du den armen guts? Verließt den bruder nicht? If. 647 Doch ich getrößte mich Blos deines gnaden- thrones, Und wasche mich icgund Im blute deines sohnes: Dis hat die schuld getilgt, Die dich beleidigt hat: Hiermit bezahl ich dir All meine misfethat. II. Erweg, ob sich dein herz An GOtt begnüget habe? Mis brauchtst du seine huld, Zeit, güter, glück und gabe? Kurz, hast du fromm gelebt, und immerdar ge wollt, daß dich der HErr so fand, Wenn er jest kommen sollt? 16. Mein JEsu! laß mich nicht, Ich hüll mich in dein leiden; Die fünde, die uns schied, Soll uns nicht wieder scheiden. Durch dei nes geistes kraft Sag ich nun bis ins grab Dir, GOtt! gehorsam zu, lind allen fünden ab. 10. Hast du auch keusch gelebt?| ließt du in wort und werken, In Eleidung, speiß und trank Dich immer mässig merken? Hast GOt tes ruhm gesucht, Gerechtigkeit geliebt? Die demuht und geduld Im leiden treu geübt? * 17. HErr! lehre mich stets chun Nach deinem wolgefallen: Laß mich nie wissentlich In ein ge sunde fallen: Regier und führe mich, Daß ich in glück und noht Dich besser fürchten mag, Und hale ten dein gebot. 13. Ach! meine sünden sind Nicht alle zu erzählen: Denn ach! wer merket doch, Wie oft und viel wir fehlen? Ich zittre, weil mein 18. Nun Christi theures blut Hat meine schuld durchstrichen, und mich mit meinem GOtt Auf ewiglich verglichen. Die rechnung ist gethan, und alles wieder gut: wie ruhig schlaf ich nun Auf meis nes JEfu blut! 12. Die prüfung ist geschehn, 19. Mein heri ist mir mun Und leider! so befunden, Daß leicht: Ich lebe oder sterbe; Ich Gott beleidigt sen und war zu weiß, daß ich gewiß Das himmele allen stunden; Daß ich die zeit reich ererbe. Ich fürchte nun misbraucht, An GOttes güte, nichts mehr: Werd ich gleich of macht, Gericht, wort, ewigkeit,| fenbar Vor Christi richter- stuhl, Und ende schlecht gedacht. Geh ich zur engel- schaar. Mel. Werde munter mein gem. Esu! sey von mir 997. I augen, ohren, mund, Und hand und fuß befleckt. gnade, die du heut Väterlich au mir erwiesen Ohne meine wür14. Das böse nicht mehr thun, digkeit. Schenke mir noch die. Ist eine frucht der busse; Drum ses gut, Laß mich durch dein theu. fall ich weinend dem, Den ich beres blut Die vergebung meiner trübt, iu fuffe: Ich schlag an mei ne brust, Ich fleh, so sehr ich kann: GOtt! sich mich fünder doch In Christo gnädig an, fünden Jest in gnaden ben dir finden. 2. HErr! nun will ich schlafen gehen; Gib mir deinen engel zu: 584 Laß 649 Abend Laß ihn um metu bette stegen, Und so schüße meine ruh. Laß mich un ter deinem schuß Wider satans Abeno- Lico am Sonnabend. Mel. Herzlich thut mich verlang. lift und truß Durch den glauben 998. Die woche geht zum tapfer siegen, und die nacht fein ficher liegen. ende, aber GOttes treu: Denn wo ich mich hinwende, Da ist sie immer neu. Die jeit kann wol verschwinden, Nur GOttes güte nicht; Sie läst sich täglich finden, Und giebt mir troft und licht. 2. O gnädigster erhalter Von allem was ich bin! Hör meines mundes pfalter, Und nimm mein opfer hin Für alle gnaden- gaben, Die nicht zu zählen seyn; Denn was wir menschen haben, Ift, höchster! alles dein. 3. Die ganze woche zeuget Von deiner gütigkeit, Die du zu mir geneiget. Ja meine lebenszeit Vom ersien wasser- bade Bis diesen augenblick Rühmt deine wunder. gnade Im glück und ungelück. 4. Allein mein herze bebet, Wenn es zurücke denkt, wie übel ich gelebet Und dich, mein GOtt! gekränkt? Je mehr du mich gelie. bet, Und meiner haft verschont; Je mehr ich dich betrübet Und nur mit haß belohnt. 3. Wend, o treuer menschen hüter! Schaden, noht, gefähr lichkeit. Halte haabe, haus und gürer Diese nacht in sicherheit. Nimm dich meiner gnädig an, Daß mir ja nichts schaden kann. Laß die treuen engel scharen Mich, und was nur mein, bewahren. 4. Sollt auch dein gerichte kom men, Sollt es diese nacht geschehn: HErr! so laß mich mit den from men Diese nacht zum himmel gehn. Laß mich dir zur rechten seyn, Sprich dis urtheil: komm herein, Du getreuer knecht! zum leben, Wo die frommen ewig schweben. Oder reisfest du den faden Meines Lebens diese nacht; HErr! so habe doch aus gnaden Auf mich armen treulich acht. Nimm mich nur im slanben bin, wenn du willt; denn ach! ich bin Willig, zu den himmels- freuden Jn dir, bei land abzuscheiden. 6. Ist es aber auch dein wille, Daß ich heint noch leben soll; Ach so schlaf ich sanft und stille, Denn in JEsu ruh ich wol. Laß mich morgen frisch aufstehn, und an meie arbeit gehn, Diedu mir in diesen tagen zu verrichten aufgetragen. 7. Hierauf geh ich nun zu bette, Schlafe, JEfu! auf dein wort, Kleb an dir als eine klette Schla fend, wachend, fort und fort: Weil mein herz beständig glaubt, Daß es fest dabey verbleibt, Daß du uns willt selig machen, ob wir schlafen oder machen. Lieder. s. Straf nicht in deinem grimme, HErr! meine miſfethat. Weil rufen hat; So schrey ich um er deine vater- stimme Mich selbst ge barmen: Erbarm dich über mich! Ich fall dir in die armen, Ach schone gnädiglich! fen, Es sey durch Christi blut Ein 6. Mein glaube heißt mich hof neuer bund getroffen, und alles wieder gut. Drum will ich dirge: loben Von nun an treu zu ſeyn; Dein guter geift von oben Wird hierzu kraft verleihn. Drum gib, daß diese nacht Mich 7. Ich bin dein kind aufs neue: auch dein schuß erfreue, Der alles sicher macht: Ich werde gleichsam sterben, Der schlaf ist wie ein tod; Doch Berufs- und Standes- Lieder. Doch kann ich nicht verderben; Du lebst in mir, mein GOtt! 8. Ja du, mein GOtt! wirst was chen, Ich werde ruhig seyn; So mag der höllen- rachen Sein gift nur auf mich speyn: Dein kind wird sicher liegen, als wenns im himmel war. Will mich der feind bekriegen; Deckt mich der engel heer. 9. Du wirst auch die versor: gen, Die mein und deine seyn: So IX. Berufs: Standes und Reise- Lieder. I. Für jeden Stand insgemein.be dail Mel. O GOtt du frommer zc. Mel. Werde munter mein 2c. Ott! ber uns 1000. auf dieser erdent nichts kann 999. Von uns menschen insgemein Ohne dich verrichtet werden, Oder wol gedeylich seyn. Steht uns deine gnad und treu Nicht in allen werken bey; Ach! so wirds in allen dingen Anders nicht als misgelingen. arbeit zugemessen, Der uns das brot im schweiß Des angesichts heißt effen: Dir ist der müssiggang, Der böses lehrt, verhaßt, Dem fatan eine luft, Dem nächsten eine laft. 2. Gib, daß ich willig mich n deine ordnung schicke, und unter! 2. All' mein thun und meine meiner müh Auf deinen raht- fachen, HErr! empfehl ich deiner schluß blicke. Wird gleich mein treu. Du weißt alles wol zu ma angesicht Mit saurem schweiß be chen, Drum fteh mir in allem bey. nest; Genug, daß du mich selbst Laß mich deinen fegen sein, Laß In den beruf gesetzt. mein werk von statten geht, und, wozu es angefangen, Sein er: wünschtes jiel erlangen. 3. Laß mich treulich alle pflich: ten, Die mich mein beruf gelehrt, Immer unversäumt verrichten: Hilf mir thun, was mir gehört, Richte meinen ganzen sinn, Eifer, her; und fleiß dahin, Dir zu die: nen, als dem höchsten, Doch zu: gleich auch meinem nächsten. 4. Hilf, daß ich durch müssiggehen keine zeit verderben mag. Laß mich stets beschäftigt stehen; Hilf mir ferner ieden tag. Als ein GOtt- ergebner chrift, Was in S$ 5 meis 3. Bewahre nur mein her: Für bauch- und nahrungs- sorgen. Gib mir mein täglich brot, Und forge jelbst für morgen; Laß mich an meinem theil Das meine fleiffis thun, Doch mein vertrauen stets In deiner liebe ruhn. 649 werden wir uns morgen In deiner kraft erfreun; Wir weiden opfer bringen, Und deiner gnaien macht Mit Herz und mund lobsingen, Die uns so treu bewacht. 10. Soll dis in diesem leben Die leite woche senn; Will ich nicht widerstreben, Ind mich im geifte freun Auf jenen feverabend, Den Chrifti tod gemacht: Und diese hoffnung habend Sag ich nun: gute nacht! 4. Ach fördre, segens GOtt! Die werke meiner häude; Sen du mein A und O, Mein anfang und mein ende. Laß mich ben mei ner last Auf ienen fabbath fehn, Wo wir nach müh und kampf zu deiner ruhe gehn. Berufs- und Standes Lieder. 650 meinen kräften ist, Deiner ord: nung nachzuleben, Alles mit dir auzuheben. 5. Laß dem satan nicht gelin gen Sein ihm vorgefertes ziel, Der mich um den himmel bringen und zur hölle stürzen will. Stehe mir, o vater! bey, Daß sein werk vergebens fen; Wehre seinem mord beginnen, Laß ihn nichts an mir gewinnen. 5. Bewahre mich für hinder: nissen, Die welt und teufel öfters macht: Und gib mir stets ein gut gewissen, Das auch bey saurer arbeit lacht. Bezäme du mein fleisch und blut, Wenn ihm die arbeit bange thut. 6. Gib mir fleissig zu bedenken, Wozu ich geseket bin. Laß mich deinen geiß stets lenken, und regiere meinen sinn, Daß ich, als 6. Gib mir auch ein vergnügtes dein treuer Enecht, Dein wort liebe, solches recht, Und so viel ich kann, erfülle; Denn dis ist dein gnaden- wille. herse, Daß ich mit dir zufrieden bin, und deinen segen nicht ver scherze Durch ungeduld und eigen. sinn. Der ist gesegnet in der that, Der sein beschieden theil nur hat. 7. HErr! so wird es auch geschehen, Daß mir deine mildigkeit Alles reichlich wird ersehen, Was mir müßt in dieser zeit. Gib mir nur mein täglich brot, Und was mir zum himmel noht. Was mir nüglich auf der erden und dort selig, laß mir werden. 7. Vermehren sich gleich die be schwerden, Stellt sich dein segen nicht bald ein; So laß mich doch nicht müde werden: Die stunde will erwartet seyn, In welcher du nach hiß und last Den gröschen mir bestimmet haft. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. ein GOtt! es ist IOOL, Mein dein guter wille, Daß ich was gutes schaffen soll. Du giebest uns zwar hüll und fülle, und machest alles segens- voll; Doch sollt du kraft dazu verleihn, So willt du angerufen seyn. 2. Gebet und arbeit bringt den segen, lind müssen stets beysammen stehn; So laß mich nun auf allen wegen In meines JEsu namen gehn; Mein auge heb' ich auf zu dir, Wirf einen blick herab zu mir. 3. Gib mir gemühts und lei beskräfte; und stärke mich auf diesen tag, Damit ich die berufs: geschäfte mit freudigkeit verrichten mag. Was mir zu schwer und mühsam deucht, Mach mir durch deinen beystand leicht. 4. Laß mich in allen meinen werken Auf deines namens ehre sehn, Und das vor allen dingen merken: Nichts könne sonder dich geschehn; und so verdienst auch du den preis, Nicht aber unser schweiß und fleiß. 8. Und wenn du mir nun das gegeben, Was mir hie nuk unt felig ist; So laß mich deine gut erheben: Weil du die segens: quelle bift, Die man gar leicht ver: stopfen kann, Nimmt man nicht alles dankbar an. 9. Die arbeit kann nicht ewig währen, Es kommt einmahl der ruhe- tag: Der wird die laft in luft verkehren, Die uns hier auf dem rücken las; Da leget uns der tod ins grab, Und wischet schweiß und thrănen ab. 10. So werf ich nun in deinem namen Mein netz, wie du befoh len, aus*: Sprich du zu allem thun dein amen! Und mache lauter segen draus. Thu ich nicht einen reichen zug, Hab ich mit dir doch stets genug. Luc.<,<. II. Für Für die drey Haupt: Stände. II. Für die drey Haupt- Stände. Mel. Nun ruhen alle wälder. 1002. Err! hdre, HErr! erhöre, Breit deines namens ehre An allen or ten aus. Behüte die drey stände Durch deiner allmacht hande, Schüß Eirche, obrigkeit und haus. 2. Ach! laß dein wort uns al len Noch ferner rein erschallen, Zu unsrer feelen nuß. Bewahr uns für den rotten, Die deiner wahrheit spotten, Biet allen dei nen feinden truk. waisen Wollst du mit trofte spei sen, Wenn sie zu dir um hülfe schreyn. 651 9. Sey vater aller kinder, Der schwangern ihr entbinder, Gib säugenden gedepu; Zieh unfre zarte jugend Zur frömmigkeit und tugend, Daß sich die eltern ihrer freun. 10. Hilf, als ein arzt, den kranken: Und die im glauben wanken, Laß nicht zu grunde gehn. Die alten heb und trage, Auf daß sie ihre plage Und noht geduldig 3. Gib, HErr! getreue lehüberstehn. rer, Und unverdroßne hörer, Die beyde thắter seyn; Auf pflanzen und begieffen Laß dein gedeyen fliessen, und ernte reiche früchte ein. 4. Gib unserm könig glücke; Eaß deine gnaden- blicke auf den gefalbten gehn; Schüß ihn auf seinem throne, Laß scepter, reich und crone In segens- vollem glanze stehn. 8. Die hungrigen erquicke; Und bringe die zurücke, Die sonst ver irret seyn. Die witwen nebst den 11. Bleib der verfolgten stüße, Die reisenden beschütze; Die sterbenden begleit Mit deinen engelschaaren, Laß sie in friede fahren Zu jions freud und herrlichkeit. 12. Nun HErr! du wirst er füllen, Was wir nach deinem wil len In demuhtiest begehrt: Wir sprechen nun das amen In unsers JEfu namen, So ist gewiß der wunsch gewährt. s. Laß alle, die regieren, Ihr amt getreulich führen, und schaf fe iedem recht, Daß fried und treu sich küssen, Wir nichts als gnade wissen; Segn' uns als dein erwählt geschlecht. Für die Obrigkeit. mel. HErr Christ der einge zc. 1003. feget, Als feine 1003.2[ obrigkeit Git 6. Ach: wend in allen gnaden Krieg, feuer, wasser schaden, ordnung, ein: Wer sie nicht dafür Sturm, pest und hagel ab; Beschäket, Wird nicht ohn strafe wahr des landes früchte, und seyn. Die GOttes stell verwalmache nicht zunichte, Was uns ten, Soll man in ehren halten, dein milder segen gab. Der sie drum götter nennt. 7. Verleih uns ruh und friede, Mach alle feinde müde, Gib uns gefunde luft; Laß noht und theu re jeiten Sich nie ben uns aus breiten, Wo man nach brot aus hunger ruft. 2. Was sie amts halber heissen, Muß man nicht weigern sich, Ge horsams sich besleissen; Sind sie gleich wunderlich. Gott kann ihr herz bald lenken, Daß sie doch einst bedenken, Sie stehen unter Gott; 3. Daß sie von ihrem leben, Was hier durch sie geschicht, Einst schwer 652 schwere rechnung geben Dort müß fen vor gericht: Auf daß von ih nen werde Die anvertraute beerde Geliebet und gepflegt. Berufs- und Standes- Lieder 4. Durch sie uns GOtt verleihet Nuh, sicherheit und schuß: Wir sind durch sie befreyet Von böser leute truß: Es müssen, die uns haffen, Uns doch zufrieden lassen; Das schafft die obrigkeit. <. Darum ihr auch gebühret Schoß, schatzung, dienst und pflicht: Denn was ihr amt mit führet, Wird dadurch ausgericht't: Und soll mans auf begehren Ohn murren und beschweren Entrichten milliglich. 6. Wenn man zu dienft nur fte het Vor augen und zum schein, Daß man der straf entgehet; Da ist das herz nicht rein. Der hat ein gut gemisfer, Deß herz also be flissen, Daß es die obern liebt. 7. Ach HErr! verleih uns al len, Daß wir nach deinem wort Den obern zu gefallen Bereit seyn immerfort: Daß wir als treue glieder Dem haupt nie seyn zu wider, Das für uns sorgt und wacht. Durch lift und rechtes schein: Ich haß den übertreter, Und laß den übelthäter nicht bleiben hie ben mir. 4. Ein gottlos her: muß wei: chen, Den bösen leid ich nicht, Noch den, der pflegt zu schleichen, Daß er die leut vernicht. Bey mir fann nicht alt werden, Der stolz ist von geberden, und hoch von muth und sinn. sten amtleut! hårt, Wie euch, recht flug zu werden, Ein grosser könig lehrt*, Deß regiment vor allen Dem HErren wol gefallen, Er fa get dieses wort:* David, Pf. 101. 2. Von gnad und recht zu singen Bin ich, o HErr! bereit: Mein thun laß so gelingen, Daß ich dein lob ausbreit, Und stets vorsichtig wandle, Auch redlich mit dem handle, Der mir hie zugehört. 3. Ich nehm nicht vor die sa chen. Die böf und unrecht seyn, Daß ich sie gut wollt machen s. Mein aug' im lande schauet Nach denen, welche treu: Mein her; dem diener trauet, Der GOtt fürcht't ohne scheu. Die fal schen leut ich meide, Den lügner ich nicht leide In meinem haus ben mir. 6. Die bosheit thun und schande, Vertilg ich allesamt; Jch jag sie aus dem lande, und brauche bald mein amt: Die müssen von mir ferren Seyn aus der stadt des HErren, Die gerne übels thun. * 7. GOtt! der du uns gegeben Christliche obrigkeit: Erhalt ſie lang im leben und deiner furcht allzeit. Gib ihnen kraft und gna: de, Daß fünde, schand und schade Durch sie werd' abgewandt. Mel. Allein Gott in der höh: c. Mel. HErr Chrift der einge zc. hr richter hier auf 1004. Jerben, es höch: 1005. und wunderthat! Von dem der stand und orden Der obrigkeit, durch weisen raht, Selbst eingesetzet worden: Du haft, nachdem du ihn gestift, Jhn auch in deiner heilgen febrift Aus gnaden fest geseget. 2. Erhalte doch die obrigkeit, Durch die wir sicher bleiben, In segen und zufriedenheit; Laß deinen geist fie treiben, und fülle sie mit glaubens- kraft, Damit sie dir viel nugen schafft, Und niemahls von dir weiche. 3. Gib ihr gesundheit, stärk und 653 für die drey Haupt: Stude. und muht, Und laß sie reichlich| le: kundbar werden; Du pflanzeft spüren, Was leib und seele nõhtig dein so theures wort Durchs prethut, Laß sie gerecht regieren. Ja, dig- amt beständig fort, Das uns crône sie mit glück und heil, Seysur busse locket. selbst ihr vater, schuß und theil, Halt sie in deiner gnade. 4. Laß unter ihrer hut und macht uns nichts als friede spůren: Daß wir, durch ihren schuß bewacht, Ein filles Leben führen, Geruhig in gottfeligkeit Die tu! gend üben jederzeit Zu deines namens ehre. 5. Beschirme sie durch deinen schuß, Daß, die ihr übels gönnen, Mit aller macht, gewalt und trug Ihr niemahls schaden können. Was ihrem amt entgegen ist, Der feinde trug, der bosheit lift, Laß, HErr! zu schanden werden. 6. Gib denen eifer, fleiß und treu, Die unter ihnen leben; Daß jedermann gehorsam sey, Ihr schoß und pflicht zu geben. Laß uns das haupt, den höchsten stand, Und alle, die von ihm gesandt, In allen ehren halten. 7. Behût uns aber, höchstes But! Für dem, der leicht entbrens tet, schaden thut, Durch jorn in unglück ren. net. Gib obern fanftmuht und geduld, Daß sie durch macht, doch mehr durch huld, Flor, heil und ruh befördern. 8. Bekehre die verirret seyn: Und hilf vor allen dingen, Daß haupt und glieder insgemein Dir lob und ehre bringen. Führ uns dereinst nach dieser seit Gesamt jener herrlichkeit, Wo wir dich ewig preisen. Der Zuhörer für die Lehrer. Mel. HErr JEfu Chrißt du höchst. 1006.ie lieb du doch, o treuer GOtt! Die menschen auf der erden? Du läffeft ihnen dein gebot Und wil. 2. Nun HErr! du wollst uns gnädig seyn, Und immer lehrer geben, Die heilig, unverfälscht und rein Im lehren und im leben. Verleih uns deinen geist, daß wir Sie freudig hören, und allhier Auch heilig darnach leben. 3. Laß uns den lehrern, die dir treu, Gehorsam seyn, sie lieben, Uns, ihnen ohne heucheley Zu folgen, treulich üben; Sie wachen auf des HErrn befehl, Und müssen wegen unsrer feel Einst schwere rechnung geben. 4. Regier uns auch, daß wir sie nun Versorgen, lieben, ehren; Daß sie ihr amt mit freuden thun, Und nicht mit feufzen lehren: Denn solches ist uns ja nicht gut, Wenn iemand ihnen übels thut: Dafür behüt uns gnädig. Dom Ebestande. Mel. HErr JEfu Chrifti meins 2c. 1007.tt! de gua den- voller raht Den ehstand eingesetzet hat, Der du ihn segneft, fchüßest, liebst, Und ihm glück, heil und gnade giebst: 2. Wend ab des fatans macht und lif, Als der ein feind der ehen ift, Damit fein bosheit- voller gift Nicht zwietracht, haß und schaden stift: 3. Gib segen, wenn ihr treuer fleiß In ihres angesichtes schweiß Die nahrung sucht: gib, daß da bey Auch Bets ein rein gewissen ſen. 4. Sib, daß sie mit gebet und flehn, Mit lieb' und eintracht zu bir gehn: Und wenn ihr herz voll andacht schrent, Gib, daß ihr werk auch wol gedent. Ja, wenn sie creuz und fum, 654 Berufs- und kummer drückt; So zeige, daß du es geschickt. Hilf bald, und gib, daß sie zulest Dein gnadenreicher troft ergent. 6. Laß eltern schand und sünde fliehn, Und fromme kinder auf erziehn, Daß einigkeit, zucht, schaam und treu zu aller zeit im wachsthum sey. Standes Lieder regnet Täglich Reichlich Auf die seelen, Die GOtt wählen, Die sich lieben, und zugleich die tu: gend üben. 7. Laß, die im eheftande fiehn, Stets tausendfachen segen sehn. Gib, daß sie deinen willen thun, Und fiets in deinen armen ruhn. 8. O treuer GOtt! wir bitten dich, Regiere sie stets gnädiglich, Und halte sie die lebenszeit In deiner furcht und heiligkeit. 9. So sagen sie dir lebens- lang, Dreyeinger GOtt! von herzen dank; Bis dich, GOtt vater, sohn und geift! Dort unser mund unendlich preift. 4. GOtt schmückt ihr ihm ge. liebtes haus Mit wolgerahtnen zweigen aus, Woran sie freude sehen: und bricht gleich oft ein creuz herein; Will er selbst troft und helfer seyn, und stets zur feite siehen. Endlich Soll sich Nach dem leide Ewge freude Für sie finden: GOtt will ihnen kränze winden. **. Nun GOtt! du hast es wol bedacht, Die heilge ordnung selbst gemacht, und willt sie noch bedecken. Dein geift regiere mann und weib, Daß sie ein herz ein fleisch und leib, Dein bündniß nie beflecken. Rühre, Führe Ihre feelen, Dich zu wählen, Dich zu ehren; Laß sie keine noht be: schweren. Mel. Wie schön leucht uns der zc. 1008. Wie berrlich leucht't der gnadenfiern Voll güt und liebe von dem HErrn, Im ftande beilger ehe! Fångt iemand ihn mit JEsu an; Dem ist GOtt gnädig zugethan, Dem hilft er aus der hohe; Denn er Selber Schafft die triebe Reiner liebe In den herzen, Und versüßt des creuzes schmerzen. 2. GOtt ist es, dessen weiser raht Den ehestand gestiftet hat: Er ist, der Evam machte, Und diefe tugend- volle braut, Die er aus Adams ribb' erbaut, Zum ersten menschen brachte. Ehen Sehen Derowegen GOttes segen; GOtt beglücket, was er stiftet, fügt und schicket. 3. So lebt ein Abraham beglückt, Wenn ihm GOtt eine Sara schickt. Ein Jacob wird ges 2. Sie sind dir von kindes- bei segnet, Wenn ihn die Lea zärtlich nen Schon durch Christum dei liebt, Wenn ihm der HErr die nen sohn, Zugeworfen als die dei Rahel giebt. Und so viel wolfeyn nen; Weil dein gnaden bund sie schon 6. Führ ihre ganze lebenszeit Zur gottesfürcht und heiligkeit, Durch deines geistes stärke. Negier und lenke doch ihr herz Von fleisches- luft, vom eitlen schers, Allein auf gute werke. Laß die, So hie Ehen schliessen, Heil ge nieffen, Gegen sehen, und sur lammes- hochzeit gehen. Der Eltern für ihre Kinder. Mel. JEsu deine heilge wunden. 1 meine I009. Gorge doch für Vater! nimm dich ihrer an: Sind sie gleich vor dir nur fünder; Sind sie dir doch zugethan, Und durch deines sohnes blut Gleich wol dein erworbnes gut; Darum sey ihr lieber vater, Heiland, schüt er und berahter. für die drey Haupt: Stände. 655 schon Durch das heilge waffer- bad, GOtt! Daß sie nie ein unfall Liebreich aufgenommen hat; Und schreckt, Ihnen nie ein leid er du machst sie, wenn sie sterben, weckt. Laß den feind nicht ihrer Gar zu deines reiches erben. lachen, Noch ihr unglück grösser machen. 3. Du haft sie bisher ernehret, Und so manchem unglücksfall Mehr als väterlich gewehret, Der sie sonsten überall Leicht und pls:lich umgestürzt, und ihr leben abgekürzt; Aber deine vater treue Bleibt bey ihnen täglich neue. 9. Endlich wenn die jeit verflossen, Daß sie diese lebens- zeit Tugendhaft und fromm genossen, und sie nun zur ewigkeit Ihren eintritt müssent thun; So laß alle schmerzen ruhn, Und sie dann, nach sanftem Serbent, Glaubens: voll den himmel erben. 10. Ginne mir die grosse freuden, Daß ich an dem jùngfien tag, Nach so vielem creuz und leiden, Einft mit jauchzen sagen mag: Liebster vater! ich bin hier Nebst den kindern, die du mir Dort in tiener welt gegeben: Ewig will ich 4. Sollt ich dir für solche güte, HErr nicht stets verpflichtet seyn, Und mit dankbarem gemühte Mich ben folchem glücke freun? Zeigt ich, HErr! nicht jedermann Diese gnaden wolthat an; Ach! so müßt ich, als vermessen, GOt tes, meines heils, vergessen. <. HErr! du bist was mich er- dich erheben. geget, meiner feelen troft und heil, Das mein herz am höchsten ſchäßzet: HErr! du bist mein gut und theil. Bleib auch meiner kinder GOtt, Laß sie doch in keiHer noht, Und in keinem creu; verderben, Bis sie endlich selig sterben. 6. Schüße sie für bösen leuten, Und für der verführten schaar; Laß doch ihren fuß nicht gleiten, Führe sie doch immerdar Auf der wahren tugendbahn, Lenk ihr herz stets himmel an, Bis sie einf iu deinen freuden Aus dem iam mer- leben scheiden. 7. Können sie auf dieser erden Hier, und wo es dir gefällt, Dir und menschen nüßlich werden: So laß ihnen in der welt, wo sie wandeln, stehn und gehn, Deine furcht vor augen stehn, Daß sie dich im thun und laffen Stets in ihre herzen faffen. 8. Mach fie dein und ihren feinden, Treuer vater! nie zum spott; mache sie zugleich den freunden Nie zur Laft: verleih, o Mel. Das ist fürwahr ein köstlich. 1010, W GOtt nicht haus, Da richtet keine müh wae aus: Wo GOtt die stadt nicht selbst bewacht, Da schüßt sie keins stark und macht. 2. Es ist umsonst, daß ihr auf steht Früh morgens, und spät schlafen geht: Daß ihr das brot est ohne ruh, und bringt die zeit mit sorgen zu. 3. Wer bey der arbeit Gott ruft an, Befindet, daß er wol gethan; Weil GOtt es denen, die er liebt, Im schlaf und ohne for: gen giebt. 4. Sieh, tinder sind des höchsten gab, Und edler als all andre haab: Gott ist, der leibes- frucht beschehrt, Wenn er der eltern bitt' erhört. 5. Wie pfeile in des starken hand, So ists mit knaben auch bewandt: Viel gutes da gewiß geschieht, wo man die jugend wol erzieht. 6. Wol 656 Berufs- und Standes- Lieder 6. Wol dem, dem GOttes gna-| Der Kinder für ihre Eltern. den raht iel fromme föhn ge- Mel. In dich hab ich gehoffet zc. hat, wird GOtt! nimmermehr, Er hat bey freund IOII.Dromer und feinden ehr. * 7. Hilf GOtt! daß ja die kinder sucht Geschehe stets mit nur und frucht, Daß aus der kinder mund dir tverd Ein lob bereitet auf der erd. 2. Verzeihe mir die missethat, Die dich und sie beleidigt hat; 8. Laß sie den eltern insgemein, Laß mich es nicht entgelten, Daß Den obern auch gehorsam seyn, ich, mein GOtt! Auf dein gebot Und meiden all ihr lebenlang Den Geachtet so gar selten. eigensinn und müssiggang. 3. Gib mir ein her; voll dank: 9. Gib in, daß ihnen mangle barkeit, Das meiner eltern eifer nicht Heilsame lehr und unterscheut, Nicht thut, was ihn erre. richt; Damit aus deinem wort get, Sich ihrer lehr Auch nimmerund mund Ihr glaube babe festen mehr Aus bosheit widerleget. grund. 10. Darimten laß sie seyn ge wiß, Auch flichen schand und ärgerniß: Daß man sie ia daselbst nicht findt, wo sich versammlet leicht gesind. 4. Ach! prag mir ein, wie saur und schwer Ich bis anizt vom ursprung her Den treuen eltern wors den: Belohne sie Für solche müh Dort in der engel orden. 5. Gib meinen eltern fried und 1. Durch deine weisheit, macht ruh, Es decke sie dein segen zu, und güt Für allem unfall sie behilf ihr creuz ihnen tragen; Be hüt: Führ du sie selbst auf rechter hüte sie Doch spät und früh Für bahn, Weil dann ihr fuß nicht trübsal, angst und plagen. gleiten kann. 6. Und wenn dahin ist ihre zeit, 12. Hilf, daß sie dich, GOtt! So führ sie aus der sterblichkeit überall Vor augen haben allzu Hinauf ins reich der ehren: So mahl, und sich besteiffen ieders preif ich dich, HErr! ewiglich, zeit Der tugend, zucht und erbar- Wenn du mich wirft erhören. keit. du so liebe eltern mir Aus gnad und huld gegeben, und noch zur zeit Sie, mir zur freud, Erhalten bey dem leben. 113. Wo sie ausgehn oder Eines Waisen. ein, Da laß du sie gesegnet seyn: Mel. Warum betrübst du dich zc. Daß sie die Lebenszeit und jahr zu bringen chriftlich immer dar. IOI 2. welch ein leiden, das mich drückt! Das du mir, vater! zugeschickt; 14. Und endet sich dereinst ihr Weil leider! mir der tod Die el lauf, So nimm sie, HErr! zu dir tern zwar auf deinen raht, Doch hinauf: Auf daß samt ihnen wir viel zu früh, entriffen hat. sugleich Dich preifen dort in deinem reich. 2. Ich weiß in angsten nicht wo hin: Ach! weil ich arm und elend * 15. GOtt vater, fohn und heil- bin, So stehe du mir bey: Zu dir ger geist! Von dem uns alle guad steht meine zuversicht, Sen selbst herfleußt, Wir loben dich, wir mein vater, troft und licht. danken dir Zusammt den kindern für und für. 3. Ach! Adß mir wahre tugend ein, So werd ich immer glücklich feyn, 657 2. Mir ist ein pfund vertrauet Von deiner gnaden- hand; Dein heilig antlik schauet, Wie es wird angewandt: Drum gib mir deinen segen, Regiere meinen sinn, Daß ich auf allen wegen Geschickt und weise bir.. 3. Laß, was ich vorgenommen Und thu auf dein geheiß, Zum guten ende kommen; Und lenke meinen fleiß Zu deinem preis und eh. ren. HErr! hilf mir gnädiglich, Du kannst die nahrung mehren; Drum komm und segue mich. 4. Laß mich zum ersten trach, ten, DGOtt! nach deinem reich; Ich weiß, die dich verachten, Die müssen einst zugleich An leib und feel verderben. Wer dich nur liebt und ehrt, Der kann sein brot erwerben; Weil ihn dein segen nehrt. 5. Gib mir zu meinen sachen Verstand und guten raht Und kraft, es so zu machen, Wie man es gerne hat. Regier auch die gedanken, und laß doch meinen sinn, Nie von der tugend wanken, Wenn ich im handel bin. 6. Nun HErr, mein vater! sende Die engel vor mir her, Durch Diese wächter wende, Was mir allein zu schwer. Doch wo du mich mit plagen Und creuz belegen willt; Laß michs geduldig tragen, Bis daß dein will erfüllt. Eines Kaufmannes. 7. Dis alles wirst du geben, Du, Deffen weiser raht Mir feele, leib und leben Und gut verliehen hat. HErr! schütz es, HErr! behüte nur mein, Wel. Herzlich thut mich verlang: Mich selbst and lauter sute vterou Nimm mich ans lauter gute Zu1013. Mein Zuin ein. regiereft Den ganzen Freis der welt, Du leiteft, lenkeft, führeft Uns, wie es dir gefällt. Du hast es selbst gegeben, Daß ich, als handelsmann, In ehr Mel HErr JEfu Chrifi dich zu zc. und treu mein leben Durch dich erhalten kann. Eines Sandweito: se Mannes. 1014. Das walt Gott Bater, undGOtt Ct sohn, Berufs- und Standes: Lieder. feyn, HErr! leit und führe mich; Laß mich bey dir in gnaden stehn, So wird mirs immer wol ergehn. 4. Von dir kömmt alles, was mir gut: Drum gib mir weisheit, fraft und muht Durch deinen guten geist; Damit mein her; ja niemahls fehlt, Und stets das beste theil erwählt. 1. Beschüß mich auch, o treuer Gott! Im creuz, verfolgung, angst und noht, In feel- und Leibsgefahr: Bedeck mich durch der engel wacht, Als GOtt und helfer, tag und nacht. 6. Obrunnquell aller gütigkeit! Beschehre mir doch jederzeit Mein stucklein täglich brot: Du weißt ja leicht für jeden raht, Den deine band erschaffen hat. 7. Du hörest, wenn die raben schreyn; Drum laß dein kind erhöret seyn, Und nimm mein seufen auf: Gib kleider, unterhalt, und brot, So viel zu diesem leben noht. 8. Ich werf all meine sorg auf dich, Mein Gott und HErr! ver forge mich, und mach es immer wol; So lob ich dich, so dank ich dir Für solche gnade für und für. 9. Bricht denn mein lebensiel herein, Laß mich ein kind des himmels seyn. Erlang ich dieses ur, So acht ich weder noht noch quahl In diesem jammer vollen Berufs- und Standes- Lieder. 658 sohn, und heilger geift im höchsten thron! Mit dir fang ich die arbeit an, Hilf, daß ich sie vollen den kann. 2. Herr! segne mich: dein geift verleih, Daß, was ich treibe, glücks lich sey; Leit meinen anschlag, that und raht, Daß er erwünschten fortgang hat. 3. Ach lente meinen sauren schweiß zu deines groffen namens preis, Und denn zu meinem nuk daben; Gib, daß es niemand schädlich sey. 4. Bey meinen werken groß und klein Laß deinen milden fegen seyn; Weil ich nicht groffes gut vermag, So gib mir nöthigen verlag. treu mit dir und meinem nächsten meine. Erhalte mich gesund, He wahre mir mein land: Bewahre haus und hof Für dieben, mord und brand. 6. Nun, HErr! durch deine milde hand, Gesegne mich und meinen stand: Bring uns auch endlich allzugleich Mit freuden in dein himmelreich. 4. Gesegne mich, mein Gott! Gesegne was ich habe; Denn al les dieses ist nur deine gnaden. gabe. Gesegne feld und frucht, Gesegne thier und vieh, Gesegne haus und hof, Gesegn' es spät und früh. <. Laß mich zufrieden seyn Mit dem, was du mir giebest, Du kannst leicht mehr verleihn, Wenn du es nur beliebest. Gib mir mein lebe lang Mein bisgen ehrlich brot, und bleib im sterben auch mein und der meinen GOtt. Alter Leute. <. Nimm dich auch meines hauses an, Das ohne dich nichts schaf fen kann: Steh ihnen bey, gib ih Mel. OGOtt du frommer GOtt. höch nen ein, Daß fie fromm, treu und 1016. Dich preif ich, bein schuß und mein erhalter! Weil du mich gnädig führst Und leiteft bis ins alter. Vergib mir alles, was Ich wider dich gethan, Und sich durch Christi blut Wich mit erbarmen an. Eines Ackermannes. Mel. O GOtt du frommer GOtt. 1015. Mein Gott! du sel 2. Ich nehm an träften ab, Und zu an unvermögen; Drum wirst du mich hinfort Auch väter ber haft Ja meilich serpflegen. Mein hoffen ift nen stand gestiftet: So bald der und bleibt auf dich, mein Gott! schlangen lift Des menschen her: gestellt, Bring mich mit ehren vergiftet, Haft du dem Adam schon durch, Und selig von der welt. Den feldbau auferlegt; Du bist, 3. Heb, trag und führe mich, der noch den stand Voll tren erhält ein GOtt! wie du verheissen; und trägt. Laß mich für deine huld Dich lie ben, loben, preisen. HErr JEſu! schliesse mich In deine wunden ein; Laß mich durch sanften tod Bald ewig ben dir seyn. 2. Gib, daß ich fleissig sey In meines standes werken. Laß dei ne kraft mich stets Bey meiner arbeit stärken. Gib, daß mein her; an dich Ben größter arbeit denkt, Und sich von eitelkeit und geiz zum himmel lenkt. Reise- Gesänge. Mel. Nun freut euch lieben chrift. 3. Erhalte mir dein wort Und facramente reine. Gib, das ichs I017. In deinem 0 brit HErr Chrift! Will Berufs- und Standes: Lieder. Will ich zur reife gehen; Du, der mein hirt und hüter ist, Wirft mir jur seite stehen. Mein leib und feel befehl ich dir, Nebst ehr und gut, und was du mir Auf dieser welt beschehret. 2. Ich weiß, ich bin in dieser jeit mit viel gefahr umfangen: Ich werd in dieser sterblichkeit Auch niemahls ruh erlangen. Ich bin ein pilgrim, der fo fuß Als ab fets weiter sehen muß, und hier kein bleiben findet. 3. Doch hilfft du, daß ich im merzu Die noht auch überwinde, Bis daß ich dort die wahre ruh Und rechte heimat Da ist denn müh und ſorgen aus, dai ich eigentlich zu haus; Die unruh hat ein ende. 4. An diese ruhstatt denk ich un Aniezt bey meinem wallen: HErr! hilf und lehre mich hier, thun Nach deinem wolgefallen. Leit mich allzeit auf rechter bahn; und fang ich etwas gutes an, So führes wol zu ende. Dir ist, o GOtt! mein amt bekannt, und was dis mit sich fühtet. Du weißt, daß mir in meinem and Den weg zu thun gebühret. Bring mich gesund, wohin ich soll, Lent meine werke segens voll, Führ mich gefund zurücke. 659 her, Den weg mir zu bereiten. Befiehl, daß er dem satan wehr, Und allen bösen leuten: Nimm mich, o HErr! in deinen schuß, Daß ihre lift, gewalt und trus Mir nimmer schaden könne 6. Wend unterdessen noht und pein Von meinen anverwandten, Von allen die zu hause seyn, Von freunden und bekannten; Laß sie dir, GOtt! befohlen seyn, Hilf, daß ich sie, und was nur mein, Im guten fande finde. 9. Nun, vater! dir ergeb ich mich, Du kannst mir hülfe senden: Bewahr und führ mich gnås diglich Hier und an allen enden: und laß mich bald, wo dirs ge fällt, Nach aller unrub dieser welt, Bey dir dort ruh erlangen. Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. 1018. Wer nur mit ſeinem GOtt verreiset, Dem wird von GOtt auch bahn gemacht; Weil er ihm lauter we ge weiset, Worauf sein gnadenauge wacht. Hier gilt die lofung früh und spat: Wol dem, der GOtt zum führer hat. 2. Wenn Jacob durch die wüste gehet, Trifft er ein liebes Beth. el an. Wenn Israel am Jordan ftehet, Zeigt ihm der HErr ein Canaan. Geht David in das thal hinab, So lehnt er sich auf Gottes stab. 3. GOtt hat sich gar zu sehr verbunden: Er wolle bey den seinen seyn. Kein ort wird in der welt gefunden; GOtt zieht mit ihnen aus und ein, Durch feuer und durch wassers- noht, Auch felber mitten durch den tod. 4. Er gångelt mich mit vaterhänden, Sein gnädig auge leiter mich. Er will mir luft und wetter senden, Das meiner reife förderlich. Ja seine liebe foll allein Mein bester schirm im sturme Ich bitte dich, mein GOtt! berleih, Daß ich behutsam wandle, Und immerdar voll vorsicht sey In allem was ich handle. Durch seyn. eines geistes gütigkeit Gib raht, . Er ist mir wolk- und feuer. verstand und rechte zeit zu mei- säule So wol ben tag als Ben der nem thun und laffen. 8. Schick deinen engel vor mir meile nacht. Er ist, der mir die längste Zu einem kurzen schritte macht. St 2 Berufs- und Standes- Lieder. 660 macht. Sein stein wird in den weg gelegt, Den er nicht auf die feite trägt. 6. Er selbst ist wahrheit, weg und leben, und wer ihm folgt der irret nicht. Er hat uns selbst sein wort gegeben, Daß uns bey ihm kein leid geschicht: Und wenn der weg voll drachen wär; Geht doch sein schuß stets vor uns her. 13. Wir wollen einen altar 7. Die wagenburg ist stets ge- bauen, Der Eben- Ezer heissen schlagen, Die er um Dothans foll*; Daran soll man die worte berg gesetzt*. Er läsfet uns auf schauen: GOtt führet feine fin hånden tragen, Daß uns kein der wol. So findet diese lofung stoß den fuß verlegt. Die engel statt: Wol dem, der GOtt zum müssen, wo wir gehn, Zur rech- führer hat!* 1. Sam. 7, 12. ten und zur linken stehn. 2. B. Kön. 6, 17. 9. Indessen lassen wir uns führen, Wie GOttes hand uns guddig lenkt; Weil wir aus seiner leitung spüren, Daß er auf unfer bestes denkt. So wunderlich es oftmahls scheint, So felig ist es 8. So wallen wir allhier auf erden, ſeyn; Bis wir dort himmels bürger werden, Da gehen wir zu, die zu vollenden war: Dir, durch JEfu ein. Ein fanfter tod zeigt den ich sie geendet, Bring ich nun uns die bahn, Wie man ur bei mein dank- lied dar: Weil mich mat kom men kann. deine gnaden- hand Wol und sicher durch das land Wieder bis hieher geführet, Daß mich keine noht berühret. 10. Jch reise, HErr! in deinem namen: Sey du gefährte, weg und stab. Die helden die zu Jacob kamen*, Send auch zu meinem schutz herab. Mach aus- und eingang so beglückt, Daß mir kein fall das ziel verrückt. So trößt uns auf die ruhe statt, Die man in Christi schooffe hat. 12. Wirst du bey mir auf die sem wege Mit deinem schuß und leitung seyn, und auch indessen deine pflege Den meinen insge fammt verleihn; So soll dis unser opfer seyn: Gelobet sey der HErt allein. Nach geendigter Reise. Mel. Werde munter mein gemüh. 1019.Nun die reiſe if 19 2. Du. mein Gott! haft mich bewachet, Deiner engel schirm und hut Schüßte mich, und hat gemachet, und wolgemuht Hier nun angelan get bin. Nimm mich selbst zum opfer hin Für die gnade die mich deckte, Daß mich kein betrüben schreckte. 3. Nun ich bitte, vater! mwe che nicht von mir mit raht und * 1. B. Mos. 32, 1. that, Bis ich ienes ziel erreiche, 1. Bleib bey uns, wenns will Das mein geist noch vor sich hat; abend werden, Gib licht durch Führ mich aus der fammer zeit deine gegenwart. Sen hier mein Dort zur frohen ewigkeit. Ich leitstern auf der erden: Und ist verlange von der erden; Laß mich der creuz steg schwer und hart: I ewig selig werden. S Jepuis monise Regi Register des Gesang Buchs. 61 ach könnt ich mich doch bekehr. 319 Ach muß Gottes sohn selbst Ach sey mir gnädig Herr Ach so lieg ich und empfinde Ach treuer Gott barmherzig Ach treuer Gott ich ruf zu Ach treuer Gott wie geht Ach vater der barmherzigkeit Ach vater unser Gott der Ach vater zürne nicht der A. Abba lever vater höre 260 Ach allerliebster schat ach 93 Ach daß der mensch die flücht. 472 Ach daß ein jeder nahm in acht 6 Ach erkenner liebste seelen 160 Ach ermuntre dich mein geift Ach freundlichster Herr Jesu Ach frommer Gott dir sey Ach Gott der satan giebt mir. Ach Gott deß geift die geisler Ach Gott du unser lebens Ach Gott ich muß dir klagen Ach Gott verlaß mich nicht Ach Gott und Herr wie groß Ach Gott som himmel ſieh Ach Gott wie ist das christen. Ach Gott wie schrecklich ist 628 459 $ 65 $ 46 473 soo 336 $ 66 339 167 334 299 371 ros sss ( 22 468 2.59 268 327 ch was hab ich ausgerichtet Ach was hat für wunder- liebe 144 Ach was sind wir ohne Jesum 479 Ach weh mir bösem kinde ach 329 149 374 324 478 445 Ach Gott wie schwer ist mir Ach Gott wie sehr bin ich Ach Gott wie viel mühselig. Ach Gott wie wird der mensch 475 Ach Gott wir menschen sind Ach Gott wir treten hier vor 471 497 Ach wer giebt mir worte her Ach wer ist schuld mein herz Ach wie betrübt ist mir mein Ach wie betrübt sind fromme 624 Ach wie ist mein herz zuschlag.( 20 Ach wie laufen doch die jahre 49 Ach wie nichtig ach wie flücht. 484 Ach wie nichtig und untüchtig 481 Ach wie so manches ungelücke 482 Ach wie will es endlich werden 313 Ach wo soll ich sünder finden 332 225 Ach wunder- grosser sieges 321 Adam hat im paradies seinen 32 Allein Gott in der höh sey ehr Allein zu dir Herr Jesu Chrift 342 Alle menschen müssen sterben 85 Allergrößter menschen- freund 312 Alles was mir Gott gegeben 377 Alle weit was lebt und webet 176 Allmächtiger Herr jebaoth. 287 All obrigkeit Gott feget op Allwissender vollkommner geift 134 Et 3 113 $ 76 ( 548 464 Ach Herr bekehre mich zu Ach Herr dir ist bewußt die Ach Herr lehre mich bed. Ach Herr stärke meinen glaub. Ach Herr mein Gott und Ach Herr wie schrecklich ist Ach Heir wir arme fünder Ach höchser Gott verleihe Ach Jesu deffen treu im Ach Jesu laß mich jest in Ach Jesu meines lebens licht 592 271 20 3 ( Or 65x Als 556 25* Register des Gesang Buchs. 2 44 206 Ð 191 351 28 Ais Christus gebohren war Also hat Gott die welt Anfang, mittler und vollender An Gott will ich gedenken Arzt des leibes troft der Auf auf an diesem morgen Auf auf mein ganz gemühte 162 Auf auf mein geift ermuntre 60s Auf Chrifti himmelfahrt 116 Auf die ihr Jesum liebt Auf du fremdes volk heran Auf freuet euch von herzen Auf meinen Jesum will ich Auf meinen lieben Gott Auf seele nimm die glaubens Aus diesem tiefen grunde Aus meines herzens grunde Aus tiefer noht laßt uns zu Aus tiefer noht schren ich zu 223 Da ich mich zur ruh will legen 641 $ 69 Da Jesus an dem creuzes stamm 9s Dank sagen wir alle Gott Das alte jahr vergangen ist Das blinde volk der heiden Das elend weißt du Gott 38 Das ist fürwahr ein kdftlich. 14 Daß Gottes sohn der wahre 45 Das walte Gott der mich Das walt Gott vater und Dein erbe Herr das du 84 Dein herz Herr Jefu klaget 408 Dein wort Herr ist die 591 417 447 240 284 340 3. 139 $ 98 97 $ 36 Der alle fünder zu sich lädt Der arme Lazarus der lag 338 Der glaub ist Gottes werk Der groffe tag des Herren Der Herr hat nie sein wort Der Herr ist mein getreuer hirt Bald hab ich überwunden der mich 306 Barmherzger vater höchster 40 Der Herr ist mein getreuer birt Bedenk o mensch die angst Befiehl dem Herren deine wege426 Befiehl du deine wege und Beladner geist den jorn und Bereit o Gott mein herz Beschränkt ihr weisen dieser Betrübtes her: ach still dein Bis hieher hat mich Gott Brich heller morgenstern Bringt her dem Herren Brunnquell aller gütigkeit 338 631 12 212 $ 27 hält mich Der mensch ist Gottes bild 157 164 Der tag ist hin mein geist und 638 87 Des glaubens ziel einst zu 370 €. Chrift der du bist der helle Chriße der du bist tag und Chrifte du lamm Gottes der Christ fuhrgen himmel Christ ist erstanden von der Chrift lag in todes banden Christ unser Herr zum jordan Christus der ist mein leben Chriftus der uns selig macht kein bds hat 62 Chriftus der uns. felig macht ward ein knecht $ 95 $ 2 642 642 66 47 604 412 7 182 633 657 113 105 $ 19 22 Die krankheit du gerechter 192 Die mahlzeit ist nunmehr 2 Die nacht ist hin wach auf Die neue woche geht nun an Die seele ist dazu gebohren Die sonn hat sich mit ihrem 641 Die wassers- noht ist groß 331 507 Die woche geht zum ende 648 Dir dir Jehova will ich singen 2 Dir sey es heilger geist ( 46 105 264 362 608 Dich will ich lieben meine Dich preis ich höchster Gott 658 Die ernte ist zu ende der 408 $ 16 $ 61 637 626 29 146 Dir sey o Jesu dank bereit 181 Dis ist doch ja die lezte zeit 376 Dis sind die heilge zehn 242 307 Dreyeinig heilig groffer Dis war die nacht der finsternis 77 Du bist allmächtiger im Du bist getreu mein Gott Du brunnquell aler liebe {( 4 413 72 Du Register des Gesang: Buchs. 404 Erschienen ist der herrlich tag 498 Erwach o mensch erwach 246 123 482 375 367 Du brunnquell aller reinen Du friede- fürß Herr Jesu Du gehst in garten um zu Du geift des Herrn der du Du Gott bist auser aller zeit Du Gott der weisheit zeigest Du haft bey mir der ich dein du haft gesagt o treuer du haft Gott in der ganzen Du haft o allerhöchster Gott Du heiligste dreyfaltigkeit Du heiligstes und höchstes Du Herr der seraphinen Du läßt mich die nacht err. Du lebens- brot Herr Jesu Du lebens- fürst Herr Jesu Du o schönes welt- gebäude Durch Adams fall ist ganz Du reicher Gott der armen Du rufft mir zu o treuer Gott 454 170 404 Du schöpfer dieser grossen Du siehst o mensch wie fort Du unerforschlich meer Du ursprung guter triebe Du weinest für Jerusalem Du weiser schspfer aller dinge Du wesentliches wort vom 623 152 247 632 300 143 644 276 114 624 227 604 267 402 186 136 46 [ 20 6 Erwünschter brunnquell aller Es hat dein zorn der stark 194 Es hat zwar Gottes groffe Es ist das heil uns kommen 201 Es ist gewiß ein köstlich ding 422 607 622 Es ist gewißlich an der zeit Es ist noch eine ruh vorhan. Es ist vollbracht muß noch Es sind nunmehr die zeichen 303 40 Edler geist im himmels Ehr sey Gott in der höh und Ein fefte burg ist unser Gott Ein kindelein so lsbelich ist Ein lamm lein geht und trägt 70 Ein mensch der seinen eigen. 436 Eitle welt ich bin dein müde$ 87 Entreißt euch meiner feelen 439 Erbarm dich mein o Herre 335 Erfreu dich liebe seele dein Erhabne maieftåt an macht Erhalt uns Herr bey deinem Erheb o wehrte christenheit Erkenne mein gemüthe wie Ermuntert euch erquickte Ermuntre dich beklemmter Ermuntre dich mein schwacher 37 Erneure mich o ewig licht 227 Frquicke mich du heil der 320 623 $ 92 400 298 40 98 608 Es sind schon die leite zeiten 606 Es spricht der unweisen mund 300 Es steigt ein wetter auf mein ( 07 Es wird der jüngste tag ein 606 237 628 r 3 661 74 507 Es wolle Gott uns gnädig Euch ihr schndden eitelkeiten Ewge liebe mein gemühte 3०१ 330 233 Ewge wahrheit deren treue 409 Ewig wefentliches licht TOS Gebundner Jefu iene stricke Geht ihr traurige gedanken Geht zu grabe müde glieder Gelobet sey der Herr der Gelobet feyst du Gott mein Gelobet feyft du Jesu Chrift Gerechter Gott der du von Gerechter Gott ich bin in Gerechter Gott uns liegt in Gerechter Gott vor dein 3. 79 $ 9 194 13 Falsche zeugen falsche jungen Fließt ihr augen fließt von Folget mir ruft uns das leben 442 Freu dich ängstliches gewissen 353 Freu dich nun o meine feele Freut euch des Herren Freut euch ihr chriften alle Frolocket jung und alt ihr Frommer Gott ein gut Frommer vater Gott der Frommes lamm durch deffen 77 Früb morgens da die sonn 122 SIS 174 231 104 19 ( 41 601 ( 73 43 477 500 138 Gerech Register des Gesang- Buchs. Gerecyter Gott was kann ich Gerechter heilger Gott ich Gesegnet ist der mann an Gefes und evangelium sind Getreuer Gott dein gnaden Getreuer Gott wie viel Getreuer heiland hilf mir Getreuer hirt und Gottes Gib Jefu wenn mein her; Gib mir das wollen und Gib mir ein frölich herz du Gib mir ein frommes herz Glaube liebe hoffnung sind Gnaden- geist ach sey willkom. Gott daß man sich selber Gott dein scepter fuhl 355 72 Gott lob nun hab ich wieder 348 434 Gott lob so geht mit gutem 224 Gott lob und dank die nacht 383 Gott meines Lebens meister Gott mein vater sey gepriesen Gott mein vater zähl in Gott sagt daß die nur selig Gott sey gedankt zu jeder Gott sey gelobet der allein 373 121 437 194 164 298 47 Gott dem kein ding unmögl. 141 Gott der an allen enden Gott der du licht und quelle Gott der du mit deiner treue Gott der du wahrhaftig bist Gott der vater wohn uns bey Gott der uns nach dem fall Gott des himmels und der Gott dessen allmacht sonder Gott dessen güt sich weit Gott dessen hand die welt Gott dir sey dank gegeben Gott dir sey ewig preis und Gott du bist alleine gutiy Gott du bleibest doch mein Gott du haft in deinem sohn Gott du licht das ewig Gott du weißt in was für Gottes mund hat uns verh. Gottes sohn dein reines blut Gottes und marien sohn Gott giebt die nahrung Gott hat die kirche wol Gott herrscher über alle Gott herrschet und hält bey Gott ist die liebe selbst von Gott ist mein licht er ist Bott ist und bleibt getreu Gott läßt durch sein wort Gott lebt wie kann ich Gort lob der tag ist nun Gott lob die höchst- gewünsch. 36 $ 98 $ 42 Gott lob es geht nunmehe 460 Gott lob es ist von meinem 389 Gott lob es kommt die zeit Gott lob ich bin im glauben Gott lob ich darf noch nicht 139 Gott lob ich habe dich gefund. 211 254 Gott lob ich habe frieden 211 Gott lob mein her; ist 248 307 369 343 208 - 359 448 649 299 411 $ 90 640 Gott vater denk an Christi Gott vater höre doch nach Gott vater sohn und geist $ 69 142 17 ( 24 63 ΠΙΟ 224 Gott sey gelobet und gebened. 290 Gott sey lob der tag ist 274 Gott sorgt für mich was 162 492 489 487 123 629 Eben dis kürzer. 154 Gott vater sohn und heilger 397 Gott unser vater der du biß 169 Gott unter deinem schirm 144 Gott vor desfen angesichte 295 Gott vor desfen macht und 466 Groffer Gott Herr jebaoth 137 Grosser Gott ich muß dir Grosser Gott je mehr an Groffer Gott wir arme Grosser Gott wirf aus Grosser mittler der zur 95 Groffer schöpfer Herr der 41 Grosser schöpfer heute treten F03 Groß ist o treuer Gott die 296 Guter sämann deine gånge ros Gutes denken gutes dichten H. 627 137 163 219 148 Hab acht auf mich in aller 413 Habe deine luft am Herrn $ 39 Halt aus mein herz in deinem 149 360 Halt im gedechtniß Jesum 137 Heiland deine menschen 640 Heilger vater& begehreft Helf mir Gotts gute preifen 26 Herr 175 465 488 266 258 414 136 r09 133 314 637 201 186 472 31 497 239 469 ISO Register des Gesang- Buchs. 288 r09 Herr Jesu dir sey preis und II Herr Jesu gnaden sonne 366 Herr im himmel Gott auf*** 17 Herr lehre du mich thun 378 116 380 646 649 361 492 49% Herr ach hilf uns wir Herr allerhöchster Gott dem Herr allerhöchster Gott von Herr auf erden muß ich Herr Christ der einge Gottes Herr deine allmacht reicht Herr deine gut und treu Herr deine rechte und Herr dein gesetz das du der Herr dein wort mein grund Herr dem die engel dienen Herr der du grad und hülf Herr der du unser vater bift Herr der du vormahls gnädig 495 Herr der schönen himmels 490 $ 13 245 133 6 Herr der sein wahres wort Perr du haft für alle fünder Perr du haft im wasser- bade 199 Herr du haft in deinem reich 14s Herr du stellst mir deinen Perr es ist von meinem Leben 639 Herr Gott der du erforscheft Herr Gott dich loben wir Herr GOtt du bist son Herr Gott du kenneft Perr Gott nun sey gepreiset Perr Gott nun sen gepriesen Herr Gott von groffer Herr Gott wir loben deine Perr hie bin ich nimm mein Herr hilf mir denn ich Herr Höre Herr erhöre Herr ich bekenn von herzen Herr ich danke deiner 179 135 Herr mein Gott lehre mich 301 Herr nichts kann auf dieser Herr ohne glauben kann dir 244 Herr schau in was gefahr 247 Herr straf uns nicht in 238 432 489 ( 72 234 391 388 470 Herr wie so lange soll ich doch 571 461 Herr zung und mund ist 274 Herzallerliebster Gott der Herzallerliebster Jesu Christ 304 Herzlich lieb hab ich dich 382 393 578 636 627 387 82 Herzlich thut mich verlangen Herliebster Jesu was haft Heute fährt mein heiland auf s Heut ist der christen ruhetag Heut ist uns der tag erschienen( 7 Heut will ich füffer trdster dir 24 124 Hie bin ich Herr du rufeft 197 Hier ist mein herz Herr nimm 438 Hier lieg ich Gott vor dir 323 $ 60 Hier sig ich Hiob gleich in Hilf Gott wie hat der teufel 161 556 Hilf Gott wie hat die eitelkeit 478 651 Hilf Herr Jesu laß gelingen Hilf Jesu daß ich meinen Hilf mir mein Gott hilf daß Himmels- könig böchfter Gott 76 Hochgepriesne leibes- frucht Höchster Gott in deinem Höchstes wesen ich verehre Hosianna Davids sohn der 142 J. 553 Jch armer mensch ich armer 328 Ich armer mensch wo denk Ich armer sünder komm zu dir 322 ch bin ein gaß auf erden Ich bin ein mensch das weiß* 48 481 496 316 Herr unser Gott beherrscher Herr unser Gott wenn ich Herr son unendlichem Herr wer wird in der hütten Herr wie du willt so schicks 172 634 10, 294 28 Herr Jesu aller menschen Herr Jesu Christ dein theures 94 Herr Jesu Christ dich zu uns Herr Jesu Christ du böchstes 342 Herr Jesu Christ mein Herr Jesu Christ ich weiß Herr Jesu Christ mein böchster troft der 275 $ 79 for 1345 Herr Jesu Chris mein höchstes gut mein 219 Herr Jefu Chris mein lebens 193 Herr Jefu Chr wahr $ 87 Herr Jefu deine angst und TO 406 191 SO 456 378 394 159 35 Register des Gesang- Buchs. 46x 2701 Ich will meinen Jefum $ 40 Jch will meine fimm erheben$ 26 208 Ich will mich mit dir verloben 216 370 Ich will mich nach der ruh $ 70 26 92 83 Ich will nun in den beichtstuhl 352 234 Ich will o vater allezeit 411 Ich will so lang ich leb' allhier$ 75 263 Ich will von meiner misfethat 317 278 Ich will zu aller stund erheben 10 632 Jesu deine bheilge wunden 645 Jesu deine passion herzlich 643 Jesu der du meine feele 609 Jesu der du thür und riegel 432 Jesu der du wollen bussen 603 Jefu du haft blut geschwizet 63 Jesu du mein licht und leben 376 358 Jesu groffer wunderstern 368 Jesu Jefu deine wunden 429 Jefu komm mit deinem vater 214 431 Jesu meine freude meines $ 85 Jesu meiner seelen leben 176 Jefu meiner feelen licht Jesu meiner feelen ruh 467 Jesu meines Lebens leben 450 Jesus Chriftus unser heiland der 76 ( 3 91 221 ** 4 69 427 den tod 106 Ich bin getauft auf deinen Ich bin getrofit in meinem Ich bin getrost und freue Ich bin gewiß in meinem Ich bin ja Herr in deiner Ich bin im himmel Ich bin ruhig und zufrieden Ich bin und werde noch zur Ich bitt entschuldge mich Ich dank dir lieber Herre Ich dank dir vater denn du Ich danke dir liebreicher Ich denk an dein gerichte Ich ergebe mich dem willen Ich freu mich auf die frohe Ich gedenk an deine wunden Ich glaub an einen Gott Ich habe nun den grund Ich habe sinn und herz Ich hab in Gottes her; und Ich hab mein sach Gott Ich kann mein Jesu dich ben Ich klage dir o Gott mit Ich komm o guter Gott zu dir Ich komm o treuer Gott zu Ich lasse Gott in allen Ich lasse Jefum nicht mit Ich muß mich o mein Gott Ich preise und besinge Herr Ich ruf dich an Herr Jesu Ich ruf zu dir Herr Jesu Ich schäme mich vor deinem Ich schrei aus meinen fünden Ich sterbe täglich und mein Ich trau auf Gott in allen Ich trau auf meinen Gott Ich trete frisch zu Gottes Ich weiß an wen ich glaube Ich weiß daß mein erlöfer Das kann Ich weiß daß mein erisfer Der felber Ich weiß es kann mir nichts Ich weiß es wird mein ende Ich weiß mein Gott daß Ich will anizt mein Gott Ich will die hand und ruhte Ich will frölich seyn in Gott 60 344 III 66 Ihr christen seht daß ihr 563 hr menschen wie send ihr 428 hr richter hier auf erden 477 Ihr tdchter zions kommt 168 m finstern kall o wunder 276 Immanuel der Herr ist hier $ 26 Immanuel mein freund 222 In allen meinen thaten laß 218 68 221 216 Jesus Christus unser heiland der $ 49 von uns 273 647 603 201 94 571 Jesu ser von mir gepriesen 403 Jesus meine zuversicht und 374 Jesus nimmt die fünder an 347 Jesu troft der armen ſeelen 198 Jesu ursprung meiner freude 179 177 Jesu wahrheit licht und 416 Jesu wahrer Gottes- sohn $ 62 Jefu wenn ich mein gemüht 232 285 Jesu wie war dir zu finne 367 Jeit kommt o Herr ein armer 282 lebt, Ihr augen weint beym creuz 602 hr chriften auserkohren hört 44 461 67 79 87 lebt, [ 12 611 652 180 43 39 427 Register des Gefang: Buchs. 658 Lauf immerhin verreprte Lebt nicht so sicher in der Lehr mich o Herr du treuer 169 Liebe die nicht auszusprechen 198 Lieber vater Gott der 138 Liebreicher Gott dein segens 28 Liebster Gott wie wird es Liebster heiland du bist mein Liebster Jefu deine gute Liebster Jefu gnaden sonne Liebster Jesu höchste liebe Liebster JEsu liebstes leben Liebster Jefu fen willkommen 36 Liebster Jefu thu mir auf Liebster Jesu wir sind hier Litaney 554 241 255 28 484 Lobet den Herrn denn er Lobt Gott ihr seine knechte Lobt Gott mit vollem schalle Lobt und erhöht des groffen 907. In deinem namen o Herr In dich hab ich gehoffet Herr In dieser morgen- stund will In Gottes namen fang ich In Gottes reich geht In Gott ist meine feele ftill If Gott für mich so trete It Gott für uns was kann K. 119 117 Kein größrer troß kann feyn in 341 Komm du angenehmer gaft 285 Komm Gottes geift komm Komm heilger geift erfüll die Komm heiliger geift Herre Komm o Gott schöpfer heilger Komm tochter zion komm den 35 Komm feele geh in Gott zur komm seele komm betrachte Komm seele mit betrübten kommst du groffer königs- sohn$ 7 kommt alle zu mir kommt zu 441 412 158 80 444 kommt die ihr nicht gewohnet 436 kommt her zu mir spricht Kommt laßt euch den Herren 388 kommt menschen- kinder rühmt 2 Kommt seelen dieser tag muß 118 kommt wieder aus der finstern ros König dem kein könig Krankheit und ein sieches Kyrie eleison Chrifte eleison Korie Gott vater in ewigkeit 188 L. 449 630 117 117 83 Lamm du mußter wahrer liebe Lamm Gottes das zur schlacht 84 Laß es Jesu dich erbarmen$ 44 Lasset doch den weisen Gott 424 Laffet uns den Herren preisen auf vermehret 16 Laffet uns den Herren preisen o ihr chriften 108 Laß Jesu dir mein flehen Laß mich Herr die gerechtig. Laß mich nicht in irrthum laß mir alle wochen seyn Laß o Herr dein ohrsich Laßt uns doch Chrifto dankbar 392 309 $ 45 227 367 423 $ 14 610 77 174 386 408 443 446 Mache dich mein geift bereit Mach doch den engen lebens Mag ich denn nicht von ange( 20 Mein bester freund ist mir Meinen Jesum laß ich nicht denn er will mich 100 177 291 48 217 4 Meinen Jesum las ich nicht meine feel ift 65Meinen Jefum laß ich nicht weil 129 Meinen nächsten laß ich nicht 45 er sich für Meine feel erhebt den Herren Meine seele laß dich finden Meines Lebens befte freude Mein fester fels und starker Mein Gott ach wenn ich Mein Gott der du mich Mein Gott die sonne geht mein Gott dir ist ja nicht Mein Gott du bist an allen Mein Gott du bist gerecht Mein Gott du bist von Mein Gott du hast mich 97 Mein Gott du haßt mir zu < 23 Mein Gott du prüfest her: 64 Mein Gott du selber haft * fo 4 189 1 63 ¢ 210 439 171 401 410 22 440 384 ( 13 423 23 434 371 648 Mein Register des Gesang- Buchs. $ 94 99 72 4031 Mein Jesus ift getreu 229 Mein Jesus kommt mein 421 Mein Jesus lebt was soll 110 395 Mein Jesus stirbt was fol 236 Mein Jefu füffe feelen- luß 220 640 Mein Jesus wird ein fluch cos Mein lauf Gott lob ist bald 20 Mein lieber Gott gedenke 24 Mein liebes her; was zage 557 Mein liebster Gott dir ift $ 84 Mein schöpfer lehre mich 261 Mein schöpfer fteh mir bey 262 Mein treuer Gott dein 326 Mein treuer Gott was foll 228 Mein vater du regiereft den 20 Mein vater zeuge mich dein Mein wallfahrt ich vollendet$ 99 Mensch- gebohrner Gottes Mensch willt du leben $ 80 Mit dir Herr Jesu will ich 241 Mit ernst o menschen kinder 441 Mit fried und freud fahr icb 354 Mit seufzen klag ich dir 633 Mitten wir im leben sind Müssen allbereits die wunden< N. 657 193 329 $ 21 184 424 $ 94 Mein Gott du selber heißt Mein Gott du weißt aufs Mein Gott du wohneßt in Mein Gott du wohnst in Mein Gott du zeigst dein Mein Gott es ist dein guter Mein Gott es kommt ein. Mein Gott hast du mein Mein Gott, ich bin izt Mein Gott ich habe mir Mein Gott ich hab in Mein Gott ich klopf an Mein Gott ich komme Mein Gott ich leb in Mein Gott ich nahe mich Mein Gott ich preise dich Mein Gott ich schäme mich Mein Gott ich schreye für Mein Gott ich wart auf Mein Gott ich weiß wol Mein Gott ich wil anjezt Mein Gott mir hat dein Mein Gott nun bin ich Mein Gott nun ist es wieder Mein Gott ob gleich dein Mein Gott verlaß mich nicht Mein Gott und könig deine Mein Gott und vater steh Mein Gott weil ich in Mein Gott wie bist du so Mein Gott wie groß ist dein Mein heiland ach wie liebst Mein heiland du mußt dich 200 Mein heiland nimmt die fünder 315 Mein heiland sizet droben Mein herz ach denk an Mein her; ach rede mir nicht Mein herzens- freund ach Mein herz ermuntre dich Mein her sey wol zufrieden Mein Herz und feel den Herren Mein hirte wie fo treulich Mein Jesu ach ich nahe mich 398 Mein Jesu der du vor dem 270 Mein Jefu du willt jedermann 362 Mein Jesu liebster menschen 346 Mein Jefu meines lebens Mein Jesu sich darein und 356 196 294 384 191 44 573 32 4 381 166 $ 61 310 382 230 21 243 546 33 $ 99 201 12 $ 79 190 206 491 449 Nach dir Herr steht mein 401 Nichts ist gemeiner als das 165 Nicht so traurig nicht so sehr$ 58 Nichts verdammlichs ist an Nimm von uns Herr du Nimm von uns Herre Gott Nun bin ich genesen weil 116 Nun bitten wir den heilgen 311 Nun bricht die finstre nacht 217 Nun danket alle Gott mit Nun die reise ist vollendet Nun freut euch liebe christen 171 Nun Gott lob es ist vollbracht 28 Nun Gott lob ich bin 660 288 34 3 Nun hosianna Davids sohn Nun jauch; dem Herren alle Nun jauchzet all ihr frommen 31 Nun ist der tag der seligkeit Nun ist es alles wol gemacht 100 357 Nun komm der beiden heiland 32 41 Nun kommt das neue kirchen 31 Nun 34) 292 122 29 8 des Gesang Buchs. 6001 O Gott mein vater mich us 380 601 Gott mein vater und mein 394 O Gott voll macht und 46c2 O Gott von dem wir alles 530 636 O Gott wenn ich ben mir O Gott wer dieses leben O Gott wer wird von diesem 00581 1619 86 O Gott wir ehren deinen[ 30 Register Nun lasset uns den leib Nun laßt uns den leib Nun laßt uns Gott dem Nun laßt uns Gottes güte Nun lob mein seel den Herren Nun ruhen alle wälder vich Nun singet und send früh Nun tret ich wieder aus der 8 9 14 642 43 634 106 FOI Nun triumphiret Jesus Nun wachen Gottes straf Nun wollen wir dir lob undiscoz groffer geist o ursprung 1.0137 O grosser Gott du reines 209 O grosser Gott wir danken u 49 O haupt voll blut und wunden 90 O heilger geist kehr ben uns 19 heilige dreneinigkeit O heiliger gerechter Gott Oheiliger und reiner geifi O heiligste drepeinigkeit O Herr dein seligmacheud D Herr mein Gott ich hab 201 O höchstes licht vollkommnes 146 jammer- volle tage da 506 182 O Jesu Chrifte Gottes sohn$ 43 418 O Jesu Christe wahres licht 306 312 O Jesu Christ ich preife # 266 183 646 93 O Jesu du mein brautigam 613 O Jesu Jesu Gottes sohn 612 O Jesu komm zu mir mein 66 O Jesu meine luft o leben Jesu meine wonne du Jesu meine zuversicht O Jesu mein verlangen did Jefu willt du noch so 265 O Ednig dessen maieftat 143 O lamm das meine schulden 63 O lamm Gottes unschuldig 18 66 153 Olehrer dem kein andrer 456 O liebes- glut wie soll ich dich 147 48 401 339 10: 188 C 251 109 O allerhöchster Gott dir Dallerschönster freuden- tag O allgemeine nohti n 476 O angst und leid o traurigkeit 328 auferstandner sieges- fürst 107 Ob ich einschlafe oder wachd 62 Ob menschen klug und weised 396 OChriste Jesu Gottes sohn Oder ungemeinen huld die Odu dreyeinger Gott den Odu majestätisch wefen das O du schöpfer aller dinge O edle wunden was soll ich Dewigkeit du donner- wort Dewigkeit du freuden- wort 62 183 falsche treu o heuchelen Ofrommer Gott ich danke Ogläubig herze beneden Ognådger und barmheriger Ognädigster erbarmer Gott da ich gar keinen Gott der du aus herzen Gott des gnaden- voller OGott des himmels und Gott du brunnquell aller Gott du frommer Gott 379 Gott du haft die menschen 483 O Gott du höchster geift 0125 Gott du kannst den himmel s13 O Gottes lamm o laß mich 443 Gottes sohn Herr Jesu Christ daß man 363 Gottes fohn Herr Jefu Chrift du leben Gott es steht dein milder Gott mein schöpfer weiser 13213 meine feel des Herren O meine feel du follt den 1 13 428 IE 126 297 $ 88 289 30318 293 286 181 O meine seel erhebe dich mit m Opfer für die ganze welt du O feele welche seligkeit ist O seligmacher Jesu Chrift O sichrer mensch bekehre dich 616 O süsses gnaden- wort das 173 O tiefe mer kann dich 194 160 O tod wo ist dein ftachelm 106 384 O traurigkeit o herzeleid 195 O treue Register des Gesang- Buchs. O treuer heiland Jefu Chrift 30s| Schöpfer aller menseben finder 129 groffer richter 200 TIO Schöpfer aller menschen 381 260 483 338 höchster 129 Schöpfer diefer ganzen welt 281 Schwing dich auf mein gani 19 Schwing dich auf zu deinem Schwinget euch mein her; Seele denk an jene nacht Seele geh auf Golgatha Seele laß die speise stehen Seele mach dich heilig auf 279 ( 8 Seht welch ein mensch ist das iht freche Seht welch ein mensch ist das ihr 81 210 264 menschen 81 28 89 Selig sind die Gottes wort 621 Sende vater deinen geift Send stille sinn und geist Sep getreu bis an das ende Sen lob und ehr dem höchsten 18 Sey mir tausendmahl gegrüsset 92 Sieh an uns arme fünder 64 Ovater allmächtiger Gott Ovater deine sonne scheint O vater der barmherzigkeit O vater Gott von ewigkeit O vater groß von gnade Ovater- her; o licht o leben Ovater in dem himmelreich O vater sohn und heilger Ovater unser Gott es ist Dunaussprechlicher verlust Durerhörte höllen- quahl O wahrer Gott und menschen O welch ein leiden das mich Owelch ein ungemeiner O welch ein unvergleichlich O welt sich hier dein leben O wie frölich o wie felig O wie sind doch meiner feinde 448 O wir arrie fünder unfre O wunderfluht das höchste 6 185 Prange welt mit deinem Prophete Jesu du bist groß Q. Quabl und angst muß ich R. Rede Herr denn dein knecht Reiß dich los von allen Reißt ihr felfen erde bebe 6. 252 475 615 184 646 ** 399 529 101 396 Sich wie lieblich und wie fein 418 187 Singen wir aus herzen 636 So gehst du nun o Jesu hin Sohn des höchsten sollt du So ist das jahr nun auch So ist die woche num finder 467 I( 1 272 86 Schaue von des himmels Schau Herr die matte feele Schau lieber Gott wie Schließ auf schließ Herr Schmücke dicho liebe feele füllen SII 22 £. 272 Cheures wort aus Gottes Schmücke dich liebe feele laß Traure nicht betrübtes her: die dunkled 277 Creuer Gott ich muß die 2011 13 30 So komm du ausgang meiner 189 So komm ich denn mein Gott 349 Soll es liebster Gott $ 67 73 83 ( 1 499 Sagt Gott dem höchsten Schaffet doch ihr menschen Schaff in mir Gott ein reines her: 372 Soll ich nach deinem winken 428 Sollt ich meinem Gott nicht 146 Sorge doch für meine kinder 644 So ruheft du o meine ruh So wahr ich lebe spricht dein Stell liebe feele dich in rub Straf mich nicht mich groffen 337 Sünder hört doch Chrifti $ 62 Sünder willt du ruhig seyn $ 68 Süffes evangelium das wie meill 226 Schaff in mir Gott ein reines her: und heilge 3r0 614 446 102 308 211 312 24 235 $ 34 $ 47 Treuer Register Treuer Gott in deine hände Treuer hirte deiner heerde Treuer Jesu wache du Treuer wachter Ifrael 11. des Gesang- Buchs. 498 332 420 93 Was hat doch des viehes 302 Was hilfts daß ich mich 639 Was ist der mensch die arme Was ist unfer leben und Was kann ich armer machen Was kann ich doch für dank Was lobes soll man dir 459 Was mag sich doch der arme 334 Was mein Gott will gescheb 417 257 Was mich auf dieser welt 167 Was sorg ich doch in diesem $ 18 Was willt du dich betrüben 132 Weg eitelkeit der welt ich 364 Weg ihr irdische gedanken 128 Weg mein herz mit 61s 438 223 Weg welt mit deinen freude 371 Weg wollust die an unluß 140 Weh mir daß ich so oft und 37 Weicht ihr berge fallt ihr 38 Weine nicht Gott lebet Vater ach laß troft erscheinen Vater du weißt meine sorgen Vater laß mich gnade finden Vater unser im himmelreich Vater welchem nichts Verderbte welt wie bittre Verklärte maieståt anbetens Versuchet euch doch selbst Unendlicher Gott höchkes Uns menschen stehn zwey orte Unverfälschtes christenthum unumschränkte liebe gönne Vom himmel hoch da komm vom himmel kam der engel Vom tod erstandnes ofter. von allen menschen abgew. Von dir liebreicher Gott von dir o treuer Gott von ganzem Herzen und mit von Gott soll mich nichts von Gott will ich nicht lassen Vor deinen thron tret ich Vor gericht Herr Jefu seb 18. 360 417 631 342 94 *< 5 484 246 355 491 112 Wend ab deinen zorn lieber 389 Wenn dein herzliebßter sohn 104 ro3 Wenn dich unglück bat 457 Wenn die noht aufs höchste 240 14 ( 3) 488 41 550 5.60 463 321 138 $ 31 Bach auf mein her; die 10 606 Wach auf mein herz und denk 269 er an die höllen- glut Wach auf mein Herz und singe 629 Wacht auf ihr chriften alle Warum betrübst du dich Warum sollt ich mich denn Warum willt du verlassen Was alle weisheit in der Was darfst du biddes her: Was frag ich nach den ehren Was frag ich nach der welt Was für schande was für Was Gott thut das ist wol gethan es bleibt 426 Was Gott thut das ist woi gethau so denken Was hat der mensch auf $ 74 Wenn einer alle ding verstund 4** Wenn ich jest ohne thränen Wenn ich mein her: vor dir Wenn meine feel den tag Wenn meine fündn mich Wenn mein stündlein Wenn wir des höchsten Wenn wir in höchsten nöhten 84 ** 7 3 96 68 190 399 493 617 480 286 Wer bin ich o Herr jebaoth Wer bin ich was ist mein $ 30 Werde licht du stadt der 133 Werde munter liebe feele 559 Werde munter mein gemühte daß fr 600 127 ich tret 644 204 Werde munter mein gemühte 421 622 78 warum 134 Wer in dem schuß des höchsten< 3< 74 Wer ist der der seine noht Wer ist doch auf der welt Wer nur den lieben Gott Wer nur mit seinem Gott < 17 Wer sich im geift beschneidet 466 Wer weiß wie nahe mir mein 18 Wer 291 476 649 Register des Gesang- Buchs. Wer will mich von der liebe Wer will was Gott Wesentliche liebe vater Weshalben toben fastWie daß du doch o sündlich Wie fällt der schöne Wie froh wird meine seele Wie Gott mich führt so will Wie groß ist deine herrlichkeit Wie groß ist doch o Gott Wie groß ist Gottes vater Wie groß ist meine missethat Wie heilig ist doch dieser ort Wie herrlich leucht der Wie ist die welt so feindschaft Wie ist Herr Jesu doch dein Wie kündlich groß sind doch Wie lang o Herr wie lange Wie lieblich ist es in der Wie lieblich sind doch deine Wie lieblich sind dort oben Wie liebst du doch o treuer Wie mein getreuer vater will Wie oft versprach ich Herr Wie schön leucht uns der morgen: stern mit ſeinen 100$ 4 Wie schön leucht uns der morgenfern voll gnad 3180 Wie selig ist der ort zu nennen 24 Wie felig kann ein chrift bier 433 Wie soll ich dich empfangen Wie sollt ich meinen Gott Wie wol hast du gelabet Will jemand Chrifti jünger datdimas nist 193 SOF Los Aires 304 313.6 1190 156 1 ism $ 39| Willt du dir meine feel 210 Willt du noch in fünden 148 Wir glauben all an einen 304 Wir liegen hier zu deinen 310 Wir liegen täglich in dem 419 Wir menschen sind in Adam 171 620 Wir menschen sind zu dem Wir stehn in noht laßt uns Wo bleibet die barmherzig. 449 231 $ 06 457 42s 232 209 Wo Gott der Herr nicht bey 303 Wo Gott nicht selber baut 262 658 Wo ist der ort da meine seele 88 390. Wol auf herz und gemühte Wol auf mein her; du mußt Woldem dem Gott all seine Woldem der Gott vertraut 40 Wol dem der ohne wandel $ 71 Wol dem der ruh und frieden 491 398 Wol dem der sich fürcht und 391 112 Womit soll ich dich wol loben 17 618 Wort des höchsten mundes 653 Wo soll ich fliehen hin weil 430 Wünscheft du mein her;: 406 347 249 333 30 ne manistim u 324 280 654 459 178 3. 30 Zeuch ein zu deinen thoren 3ion gib dich nur zufrieden br moci a 08785 4967 1211 $ 31 3ions freuden- tag erscheinet 48 Zion spricht ich bin verlassen 494 33 3u deinen füffen liege ich 405 Zu dir Herr Jesu komme ich 289 Zu dir o vater aller gute 43* Zweierley bitt ich von dir on sin hour 1909 dop 430 309 358 sipl 346 23 250 207 411 279 368 410 A68 CARR ki and Jud) 1100 3080 dan dodaad An Anhang. Lob und Danklieder. Mel. Nun danket alle gott 2c. 1020. 3. Dein auge schaut auf ihn herab; So geht er nicht verloren. Nicht für die welt, nicht für das o lang ich ath- grab Jft er allein geboren. Die me, Gott Will welt vergeht mit ihrer luft. Der ich dein lob er du den willen gottes thuß, Dein heben. Du riefft mich aus dem glück soll ewig dauern. nichts. Du gabft mir dieses le ben. Du schenkteft mir vernunft, Die dich erkennen kann, und botest ewig heil Durch deinen sohn 4. Wenn ich erwache, denk ich dein, und wenn ich schlafen ges he; Denn du, mein Vater, kannst verleihn, um was ich findlich flehe. Drum seuf;' ich immerfort zu dir: Herr, was mir nüßet, schenke mir Um deiner gute willen! mir an. 2. Was bin ich, milder Gott, Daß du so viel mir schenkeft? Was der erdensohn, Herr, daß du sein gedenkest? Und doch gedachdu Schon vor der welt an mich; fiets. Nur ich vergeß oft dich 3. Und dennoch nimmst du mich, Wenn ich die schuld bereue, Voll made wieder an, und segnefst mich aufs neue. Bis an des grabes nacht Sey dir mein dank geweiht, und einst vor deinem thron, Gott der barmherzigkeit. Mel. Allein gott in der höh zc. 102 1. Wie viele freuden dank ich dir, Die du mir, Herr, verliehen! Und wie viel fünden hast du mir Aus gnaden nicht verziehen! Gott voll langmuth und geduld! Noch täglich häuf ich meine ſchuld; und deine liebe währet. Mel. Vom himmel kam der zc. 1022.Dich, Herr und Va aller welt, Preiß mein gefang, und dir mis fällt Der menschen stammeind loblied nicht, Mein Gott und meine zuversicht! 2. Von mutterleib' an warst du es. Wie freut sich meine feele deß, Daß du auch mir ein vater bift, Der seines kindes nie vergißt. 3. Früh ward ich in der taufe schön Geweihet dir und deinem sohn; Früh lehrte mich dein unterricht Mein beil und meine ganze pflicht. 4. Du sorgtest täglich für mein Owohl; Trugst meine fehler langs muthsvoll; und, stürmte trübfal auf mich zu: Wer half sie überstehn als du? 2. Bedenk ich, Schöpfer, deine macht; Blick ich in jene ferne, und überseh des himmels pracht, und sonne, mond und sterne; So be ich dich voll ehrfurcht an. Was der mensch, ruf ich alsdann; daß du dieb sein erbarmest?, 5. Herr, deffen augen stets mich sahn Du ließft auf meiner pilgerbahn, Für mich so viele freuden blühn, Durch wohlthun mich zu dir zu ziehn. dar 6. Du bist und wareft immers Mein schus, mein retter 21 in Unbang. 2 in gefahr, Der Sister meines wohlergehns, Und der erbörer meines filehns. Bergaß schon deiner oft dein kind, Doch blieb du väterlich gesinnt, Und nahmt, bereut' ich meine schuld, ich micder auf in deine huld. 8. Unzahlbar sind und täglich neu Die proben deiner vater treu. Dir rinnt, o Gott, der gern erfreut, Die ehre meiner Dankbarkeit. 9. Nimm va ichs nicht vers gelten kann, Das opfer meines dankes an. Mein leben müsse zeuge seyn, Jcb fev erkenntlich, ich sev dein. el. O Gott des himels und zc.*) 1023. Dir, Gott, dir will ich fröhlich sin gen, Dir, deffen freude wohlthun is. Dir will ich dank und ehre bringent, Dir, der du gut und freundlich bist. Ja, Gott, du bist ganz lieb und freu. Gieb, daß mein herz ganz freude sey.cui 2. Dich preifen aller engel Bee re; Dir singt der ganze himmel dant. Dir, Herrscher, brausen wind und meere; Ihr braufen ist dein lobgefang. Die ganze schö pfung ruft dir zu: Weiß ein sol er gott, wie du?. 3. Du, unser Gott, bist hoch zu loden; Denn nichts gleicht deis ner mildigkeit. Du, hoher Schd pfer, blick von oben Auf der gefchöpfe dürftigkeit. Kein wurm Friecht unbemerkt dahin. Du fiehß, du nährst, du schüßeft ihn. müthe Durch manche wohlthat 4. Du haft, o Vater, mein ge schon erfreut. O sieb mir auch, nach beiner gute, Noch ein ge ( chenk; die dankbarkeit. Lehr als les, Gott, was in mir ist, Frob rühmen, daß du gnädig bist. 5. Wer schuf die seel' und ihre Fräfte, Gedächtniß, willen und ver stand? Wer segnet mein berufs geschaffte? Wer stärkt die arbeit fame hand? Wer schenket mir den edlen freund, Der treu mit mir im Fummer meint? 6. Wer wog so weislich meine leiden mir nach dem maaß des glaubens zu? Wer wechselte sie bald mit freuden? Wer gab in ihnen troft und ruh? Wer schüt te mich vor der gefahr, Die un gefehn mir nahe war? 7. Wer frifict meine lebensta ge? Wer schmückt und krdnet sie mit heil? Thuts nicht mein gott? drum seele, sage: Gott, ewig bleibeßt du mein theil! Vongans zem herzen liebst du mich. Von ganzem Herzen preiß ich dich. * 8. Bie kann ich deine treu vergelten? Ich bin zu schwach zu dieser pflicht. Das lob aus mil lionen welten Erreicht, Gott, ihs re größe nicht. Mein wärmfier dank ist viel zu klein, Ein wüts dig opfer dir zu seyn. 9. Dir will ich ferner auch vers trauen; Denn stets haft du mir wohlgethan. Ich will auf dich mit glauben schauen; Schau mich mit vaterblicken an. So geh ich ruhig durch die zeit, Und fröhlich in die ewigkeit. Mel. In dich habich gehoffet, Herr Herr, der du mich so väterlich Bis 1024. Von ganzer feele diefen *) Von den beiden Melodien des Gefanges: Wer nur den lieben gott läßt walten 2c. ist die neue bey den Gesängen zu gebrau chen, bey denen als Melodie darüber gefegt ift: 0 Gott des bimmels und der erden; die alte aber, wo darüber als MeloDie gefegt ift: Wer nur den lieben gort läßt walten. Unhang. diesen tag erhalten. Noch für und für Laß über mir Dein segnend auge walten. 2. Wer schenkt uns leben, glück und ruh? er gicbt uns kraft zur pflicht? nur du Schaffft wollen und vollbringen. Wird dein ge deihn uns nicht erfreun, So fann uns nichts gelingen. 3. Du schufst, und du regierßi die welt Nach deinem rath, wie dirs gefällt. Du lenkst der men schen Herzen. Sens auch mein licht, und laß mich nicht, Gott, deine huld verscherten! 4.Dein wort lehrt, wie ich wan dein soll. Ich folg' ihm auch, doch fühl ich wohl Die schwachheit meiner seele. Ach! Gott der huld! Vergieb die schuld, Wenn ich aus ichwachheit fehle. 5. Verstand und herz iß fehlerhaft. Bald fehlt mir licht; bald fehlt mir kraft, Mich weislich zu regieren. Drum bitt ich dich, Laß, höchster, mich Stets deine meis beit führen. 6. Herr, dessen huld uns ewig liebt! Laß mich beim segen, den sie giebt, Auf dich, den geber hauen. Selbst wenn du schlägst, und freuz auflegst, Laß dir mich fest vertrauen. 7. Gieb, daß ich meine lebensjit, Nur dir mit ganzem trnst geweiht, In deiner furcht vollbringe, Bis ich einst dir Dort für und für Rob, preis und ehre finge. 3 Kein endlicher verstand. Wer darf sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein bild! Wer Eann den höchsten sehen; Ob er gleich alle höhen und jede tief erfüllt? Mel. Aus meines herzens zc. gedanken, 1025. Schwingt, heilige von der erde los! Gott, frey von allen schranken, If unaussprechlich groß. Kommt, menschen, und lobsingt Vor seinem angesichte! Gott wohnt in einem lichte, zu dem kein auge dringt. 2. Kein sinn kann ibn erreichen 3.Die sonn' in hoher ferne Mag stralenreicher glühn! Glänzt hel ler noch, ihr fterne! Bas send ihr gegen ihn? Mit aller eurer pracht Send ihr im schönsten lichte Vor seinem angesichte Doch dunkler, als die nacht. 4. Du bist des weltbaus meifter, Der deinen ruhm erhöht; Der water aller geister, Voll macht und majestät. Du schufest, Gott, auch mich, Um felig einf zu leben. Mein herz sey dir ergeben! Mein leben preise dich! 5 m geifte bet' ihn, ſeele, und in der wahrheit an. Lieb ich des herrn befehle, Die felig bin ich dann! Er hat unsterblich feit, und seligkeit und leben: Das alles wird er geben Dem, der sich ganz ihm weiht. mel. Es ist das heil uns komen ze. enn ich, o Sch d1026. pfer, deine macht, Die weisheit deiner wege, Die liebe, die für alles wacht, Anbetend überlege: So weiß ich, son bewundrung voll, Nicht, wie ich dich erheben soll; Mein Gott! mein Herr! mein Vater! 2. Mein auge sieht, mohin es blickt, Die wunder deiner werke, Der himmel, prachtig ausge: schmückt, Preift dich, du Gott der stärke! sonn' an ihm erhöht? Wer Eleidet sie mit majestät? er ruft dem heer der sterne? 3. Wer mißt dem winde seinen lauf? Wer heißt die himmel regnen? Wer schließt den schooß der erden auf, mit vorrath uns * 2 2 Unhang. iu fegnen? Gott der macht| teit mein herz an dich ergebe und herrlichkeit! Gott! deine Und, über deine huld erfreut güte reicht so weit, So weit die Lobsingend dich erhebe: So sieht wolken reichen. du es, und stehst mir bey. Daß ich dir immer treuer ſey. 4. Dich predigt sonnenschein und sturm, Dich preist der fand am meere. Bringt, ruft auch der geringste wurm; Bringt mei nem schöpfer ehre. Mich, ruft der baum in feiner pracht; Mich, ruft die faat, hat gott gemacht! Bringt unserm schöpfer ehre! 5. Der mensch, ein leib, den 6. O drück, Allgegenwärtiger deine hand So wunderbar berei- Dieß tief in meine feele, Daß, wo tet; Der mensch, ein geist, den ich bin, nur dich, s Herr, Mein fein verstand, Dich zu erkennen, herz zur zuflucht wähle; Daß ich leitet: Der mensch, der schöpfung bein heilig ange scheu, Und from ruhm und preis, st sich ein tag zu leben eifrig sey. icher beweis Von deiner gut' und größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein geift! Erhebe feinen namen! Gott, unser vater, sen gepreist! Und alle weit fag': amen! Und alle melt fürcht' ihren herrn, und hoff' auf ihn und dien' ihm gern! Wer wollte gott nicht dienen? * irkst an allen enden. Wo ich nur bin, Herr aller herrn, Bin ich in deinen händen. Durch dich nur leb' und athme ich; Denn deine rechte schütet mich. 5. Du höreft meinen feufjern zu, Daß hülfe mir erscheine. Voll mitleid, Vater, zähleßt du Die thránen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen schmers, Und stärkst mit deinem troft mein herz. In eigner Melodie. Mel. Herr deine allmacht reicht z. 1028.2ie groß ist des all macht'gen gute! 1027. mit ges ie bistdu Höchster, Ist der ein mensch, den sie nicht müthe Den dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine liebe zu ers messen, Sey ewig meine größte pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen. Vergiß mein her: auch seiner nicht! 2. Was ich gedenke, Gott, weißt du. Du prüfest meine feele. Du fiehst es, wenn ich gutes thu; Du hehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem aug' entfliehn, Und nichts mich deiner hand ent: izehn. 3. Du merkst es, wenn es herzens rath Berkehrte wege wäh let, und, bleibt auch eine böse that Vor aller welt verhehlet; So weißt du sie, und strafest mich zu meiner befrung eaterlich. 4. Wenn ich in stiller einsam 7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem wort mich handeln; und stärke mich dann auch mit kraft, or dir getroft zu wandeln, Daß du, o Gott, stets um mich fepst; Dieß tröst und beßre mei: nen geift. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit lang muth mich geleitet? Er, dessen rath ich oft verwarf. Werstärkt den frieden im gewissen? Wer giebt dem geiste neue Fraft? Wer läßt mich so viel glück genießen? Jfis nicht sein arm, der alles, chafft? 3. Blick, o mein geist in jenes leben, zu welchem du erschaffen bist, Wo du, mit herrlichkeit um geben, Gott ewig sihn wirkt wie er Unhang. er ift. Du haft em recht zit diesen freuden. Durdh gottes gute sind sie dein. Sieh! darum mußte christus leiden, Damit du Fönn test felig feyn." 4. Und diesen gott sollt ich nicht thren? Und seine gute nicht ser stehn? Er foute rufen? ich nicht hören? Den weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein will' ist mir ins berz geschrieben. Sein wort be tärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben, und meinen nächsten gleich als mich. 5. Dieß ist mein dank; dieß ist fein wille: Ich soll voll liebe seyn, wie er. So lang ich dieß gebot er fülle, Stell' ich sein bildniß in mir her. Lebt seine lieb' in meiner fee: le: So treibt sie mich zu jeder pflicht; und, ob ich schon aus schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die fünde nicht! 6. O Gott, laß deine gut' und liebe mir immerdar vor augen feyn. Sie särk in mir die guten triebe, Mein ganzes leben dir zu weihn. Sie träfte mich zur zeit der schmerzens Sie leite mich zur jeit des glücks; und sie besieg' in meinem herzen Die furcht des legten augenblicks. 5 Bor Ihren beitern fraten, Benn uns the licht erfreut, Fliehn selbft die bengsten qualen; Gleich nes bein leicht zerstreut. Wer zählt die millionen, Die sie erwärmt und nährt? So weit nur wefen wohnen, hat sich auch sie verklärt. 3. Zwar lieblich ist die sonne Dem auge, das ihr stral entzückt; Doch lieblicher die wonne, Womit uns gottes gut' erquickt. Erfreu lich ist das leben, und schauervoll der tod: Doch besser noch, als les ben, ft deine gute, Gott! Wie ist sie uns so theuer! Gie, sie vers läßt uns nic. Was ist woh! mil. der, treuer, Und trdstender, als sie? 4. Wer wollte sie nicht loben, Sie, die doch allen alles gab, Bom hohen seraph droben Bis zu des staubs gewürm herab? Denn wie sie von entzücken Stets für den himmel quoll, Ist auch, wos hin wir blicken, von ihr der erdFreis soll. Uns zeigen ihre fpuren Luft, berg und that und meer. Von so viel creaturen Läßt sic nicht eine leer. * 5. Zu gottes lob erwecke Vor allen du dein herz, o chrift! Kom her, und sieh, und schmecke, Bie freundlich gott, dein vater, ist. Auf! feinen ruhm erzähle Dein frommer lobgefang! Und deine Mel. Nun lob, mein' seel' zc. 1029. Mit fröhlichem ge- ganze seele Sey lieb und heißer dank! gute treu sie für uns wacht, Ein tag dem andern tage, Die nacht der nächsten nacht. Dankt, die ihr chrifto angehört! Dankt gott, daß feine gute, Gleich als fein leben, eroig währt. Nach so viel tausend jahren, Die durch ke alle reich An frohem segen wa ten Bleibt sie sich immer gleich. Nie hört sie auf zu sorgen, und forget immer treu, Und wird mit ledem morgen An den geschöpfen 6. Wir sind viel zu geringe Der tren, die du an uns gethan, Wir schaun die großen dinge, Erbar. mer, mit bewundrung an. Du schenkst den sohn uns fündern; Er löseft uns durch ihn; Erwähleßt uns zu findern; Wills selbst uns zu dir siehn. Auf! de inieſu nas men Jhm unfer lob gefäät, Lote singt ihm! amen! amen! Sein lob füll' alle welt! teit. * 3 Omel. 2. Stürzt, felfen! berge, mei het! Doch wankt nicht gottes vatersinn; und seine gute reichet Durch aller himmel bimmel hin. 6 Mel. Komm, heiliger Geift, ic. 1030 Lob, preis und ehre bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir! Dein ruhm foll unter uns erschallen. Laß unser lob dir wohlgefallen! Laßt, menschen, seiner lieb' uns freun, Und ewig, ewig dankbar jenn. Lobsingt ihm, christen, unsre brüder! Fallt vor dem gott der liebe nieder! Und betet an! Und betet an. Unhang. 4. Lob, ehr' und preis, Sohn Gottes, dir! Verlorne fünder waren wir. Du aber dift für uns gestorben, und hast uns ewig beil erworben. Wer dir nachfolgt, und an dich glaubt, und in versuchung tren dir bleibt; Der soll, befrent vom sluch der fünden, Erbarmung, ruh und leben finden, In ewig Feit; In ewigkeit. freudig terben, und weihes uns tu himmelserben Durch chrift tod; Durch chrifti tod. 2. Er hieß und leben; wir sind sein. Du bist die lieb'; und wir sind dein. Wie groß und schön sind deine werke, Du Gott der Mel. Wie schön leucht uns der 2. Dein weisheit, gut und stärke! Dein 1031.Dein leben, Gott, ift itt der erdkreis, und in dir, Odenken ist allwissenheit, und allHöchster, sind und leben wir. Du,| macht ist dein wollen.Unendlicher, Herr, erschufft der engel heere.uns wie groß bist du! Stets ruft uns auch erschufst du, dir zur ehre; alles, alles zu, Daß wir dich preis Uns sterbliche, Uns sterbliche! fen follen. Heilig, Heilig, Heilig fingen, Dirzu bringen Preis und ehre, Deiner engel hohe chöre. 3. Herr, du gedenkst nicht unsrer schuld; Uns fünder trägst du mit geduld; Umfasseft uns mit vaterarmen; Neigst, wenn wir flehn, dich zum erbarmen; Hilfft uns durch unsre prüfungszeit; Führst uns durch sie zur seligkeit; Schicks nur zu unserm heil uns leiden; Undsegnest lieber uns mitfreuden: Du Gnädiger! Du Gnädiger! 2.OVater, deine gut'und macht gäßt uns, die sie hervorgebracht, Auch nun kein gutes fehlen. Du haft uns, da wir dich verkannt, Aus liebe deinen sohn gefandt Zur rettung unfrer seelen. Bater! Va ter! Dein erbarmen Bleib' uns armen Unvergeßlich! Deine lieb' ist unermeßlich. 5: Lob, ehr' und preis dir, Geist des Herrn! Wir waren einfi von christo fern; Fern von der feele wahrem leben, mit irrthum, wahn und nacht umgeben. Du has durch deines wortes macht Auch uns sum wahren licht gebracht: Du lehrst fromm leben, 6 Lob, preis und ehre bringen wir, Gott Vater, Sohn und Geißt, nur dir. Es müsse jedes land auf erden Voll deines hohen ruhmes werden. Wie selig, wie begnadigt ist Ein volk, deß zuversicht du bift! Allmächt'ger, deinem groß sen namen Sey ewig ruhm und ehre! amen.Sen hochgelobt! Sen hochgelobt! 3. O Sohn, der aus des vaters schooß Hernieder kam; die gnad ist groß. Die uns dein tod erwor ben. Wer danket jemals gnugsam dir? Als mensch geboren, gleich als wir, Bist du für uns gestor ben. Mittler! Mittler! Dieß heil bleibet Dem, der glaubet, Unvers gänglich. Deine gnad' ist überschwenglich. 4. O beilger Geift, der du uns lehrst, Das herz erforscheft, uns bekehrst, Uns hin zu christo führeft; Die wunden des gewiß sens heilst, Der kindschaft zeug niß uns ertheilft, uns leiteft. uns regieres. Tröfter! Tröfter i er Anhang. 7 crquickend, Wie beglückend, Him| Du, Softes Sohn von ewigkeit! melsgaben Durch gemeinschaft mit dir haben! Du, Abglanifeiner herrlichkeit! Ließß dich berad, ein menfeb ju feon, Uns menschen wieder gott ju weihn, Und herrsche nun in deinem reich Mit gnad' und macht, dem vas ter gleich, 5. Gott, Vater, Sohn und heils ger Geist.Dich, Geber hoher segett, preift Dein#olk mit einem munde. Von dir erschaffen; dir er: kauft; Geheiligt dir; auf dich ge tauft, Stehn wir mit dir im bun de. Heilig, Heilig, Heilig singen, Dir zu bringen Preis und ehre, Wir auch in der engel chore. An hohen Festen. Nel. Herr Gott, Dich loben 2c. 1032. Here Gott, dich io: ben wir! Herr Gott, wir danken dir! Dir, Vater, Sohn, und heil'sem Geift! Dir, den die ganze schöpfung preift! Vom aufgang bis zum niedergang Erschallet dir ihr lobgesons. Der engel lobgesang bißt du. Ein seraph ruft dem andern zu: heilig ist unser gott! heilig in unser gott! heilig ist unser gott! der adge waltge gott! Weit, über alle himmel weit, Reicht deine macht und herrs lichkeit. Was le den erdkreis aufgeklärt, Was le die welt dein heil ge lehrt, Prophet, apoßel, märtyrer, Preis dort im höhern chor dich, Herr. Hier preis dich, noch vom leib Bis du in herrlichkeit dereins, Als richter aller welt, erscheint. Hilf! hilf uns, Herr! wir sind ja dein, Freun ans, durch dich erlöst zu feyn. Su deines hohen namens ruhm, Hilf deinem volk und eigenthum! Leit uns durch unsre prüfungszeit Den weg zu deiner herrlichkeit! Wir wollen ihn, dir folgsam, gel, 11z Und dankbarfroh dein lob er, höhn. Die erd' erfüße, Herr, dein ruhm, Wie deines himmels heilig, thum. In unsers lebens pilgerschaft Ik, Herr, dein wort uns licht und kraft! Sey gnädig uns, o treuer Gott! Du karker Schuß in ieder noth! Du bilff, wo bülf und ratb getricht) Im tod' auch läsfest du uns nicht. Dann wird im himmel unser theil Dein großer lohn, dein ewigs heil. Amen. Bey feyerlichen Vorfällen. Mel. Herr Gott, dich loben 2c. Dein voft nur schwach, dach 1033. ben wir. err gern gehört. Dich, Bater, auf der himel thron, Dich, Jefu Chrift, des Vaters Sohn, Herr Gott, wir danken dir. Dein segen firdmt ohn' unterlaß Auf uns herab im reichsen maaß. Und dich, o Beist, deß gnad und traft In fündern neues Leben swafft. Von uns Beig'denn zu deinem ohr Ohn'unterlaß auch dank empor, Und 8 Unhang. Unendlicher! wer is, wie du? Uns rufen's alle himmel zu: Der uns erschuf, ist groß! An macht und weisheit groß! An güt' and segen groß! ist un ermeßlich groß! Der du das nichts ins daseyn Groß zeigtest du dich, als du schuff. Wer deine wege forscht, erkennts, und freut sich deines regiments. Groß, weise, gut und herrlich ist, AUherrscher, was dein rath be schließt. Die kronen sind in deiner hand. Den weisen schenkst nur du ver: stand; Giebst helden ihren heldenmuth; Und krónft das jahr mit deinem gut. Dein wort gebot, und es geschah. Gleichstunden zahllos welten da; Und jede trat alsbald die bahn, Die ihr dein wink wies, freudig an. Groß bleibst du, da du aller denkft, Du aller welten schicksal lenkft. Erntelied. Die erd' auch ist dir nicht zu klein. Mel. Lobet den herren:,: denn. christen, Du willst ihr milder herrscher 1034 3 jauchjet:: Die feyn. gefilde lachen. Herr deine luft ifis, alles froh zu machen. Durch dich, Gott, keimt und reifet das getreide, Zu unsrer freude. 2. Mit jedem jahre:,: Füllt das land dein segen. Auf glut der son ne giebst du milde regen.:,: Gleich stehn erfrischt die hingesunknen saaten, und sie gerathen.:: 3. Stets unerschspflich:,: Bleibt, Gott, deine gnade; Und, wo du wandelst, zeichnen deine pfade:: Gedeihn und wachsthum, also daß von ihnen Selbst wüsten grünen..: 4. Du welternährer,:,: Läffest keinen darben. Den arm der schnit ter füllen volle garben.:,: Die fat ten heerden auf der fetten weide Beseelet freude.:,: Du treibß vom staate feuch' und Frieg; Verleibst am tag des streites sieg; Gewährst ju fröhlichem genuß Durch frieden neuen überfluß. In unserm staub, Here, flehen wir, Gott, unfre zuflucht für and für! Thu deinem knecht, dem könig, wohl. Das land mach deines segens voll. Von deines hohen namens ruhm Erschallet heut dein heiligthum. Nim an die opfer unsers danks; Die jubel unsers lobgesangs. Herr, dir gefällts. ja wohl, wenn Dein Schüß' es und sichre seinen flor, Und hebe stets ihn mehr empor; Vor allem hilf, daß frömmigkeit In unserm land stets mehr gedeibt. Vor die sich deine menschen freun. Sie zu beglücken, schufft da sie; Und deine gut' erschöpft sich nie. Wenn wir dich lieben, und dir traun, Birst du auf uns mit gnade schaun. Amen. 5. Und dank und jubel:,: Jauch zet denn aus allen, Und wald, und hügel und gefild' erschallen Vom lauten dir frohlockenden ges tümmel Bis zu dem himmel.:;: 6. Dankt, chriften, danket!::: Danket dem erhalter! Dem schuß der Eindheit! ihm, der stütz' im alter!:,: Dem frohen geber, dess sen tren nicht wanket. Dankt, christen, danket!:: Bonn Anhang. Sonntagslieder. Mel. Unumschränkte liebe ic. 1035. Gott ist gegenwär: ihn treten, Ihn in ehrfurcht an jubeten! Gott ist gegenwärtig. Jedes herz erfülle Demuth, an dacht, fromme stille! Wer ihn fennt; Wer ihn nennt, Falle vor ihm nieder; Singe fromme lieder! 2. Höchfter, wir entſagen Allen dir die leiten. Unsers geistes kräfte, Gin: ne, leib, und leben wollen wir dir übergeben. Du allein Sollft es sepu, Dessen wir uns freuen, Dem wir ganz uns weihen. 3. Möchten wir doch würdig Deinen namen preifen! Stets dir dankbar uns erweisen! Möchten wir, gleich engeln, Einst dein lob erhöhen, und, wie sie, dein antlik sehen! Hilf, daß wir hier schon dir, Einzig dir vor allen, Streben zu gefallen. 9 3. Hilf, daß alle fünder sich Durch dein wort zu dir bekehren; Auch wir alle, Gott, Gern was durch dich 4. Gieb, daß unsre kenntniß Sich von dir vermehre; Uns zum heil, und dir zur ehre. Unste ganze feele müsse schon auf erden, Grof fer Gott, dein tempel werden. wir stehn, Wo wir gehn, Hilfuns, dir nur leben, und dich stets er: heben. o Alle fromm durch dich auferden, All' im himmel selig werden. Advents- u. Weihnachtslieder Mel. Aus meines herzens ic. frommen. Der 1037. Erhebet Gott, ihr hält, was er verspricht. heiland ist gekommen; Der völfer troß und licht. Gott, der uns nicht verstößt, Hat, uns zum heil und leben, Selbst seinen sohn gegeben; und der hat uns erlöst. 2. Erlift! o welche gnade! Ach! ganz unheilbar schien Der feelen tiefer schade. Nun heilt Gott dennoch ihn. Sein rath ist wunders bar. Von sünd' und vom vers derben Uns rettung zu erwerben, Stellt gottes sohn sich dar. 3. Er stellt sich dar auferden In niedrer knechtsgestalt. Voll müh und voll beschwerden War hier sein aufenthalt. Er floh geräusch und pracht, Entsagt auch gern den freuden, Bis er durch todesleiden Sein hohes werk volls bracht. 4. Er hats vollbracht! s dan: Fet! Nühmt laut: er hats volls bracht. Der, dessen rath nicht. Mel. Liebster Jefu, wir sind hier ic. 1036, eines bunds ge nen wir, Dich in eintracht zu verehren, und mit frommer lehrbegier Auf dein göttlich wort zu hören, Daß es unsre kenntniß mehre, Und uns wohl sie nüßen lehre. dacht. Der helfen will und kann; Der mittler ift geboren. Ihr seyd nun nicht verloren. Nur nehmt ihn glaubig an. 5. Dich glaubig anzunehmen, Herr, kommen wir zu dir. Uns 2. Gieb durch deinen geift, odeiner nie zu schämen; Das, das Gott, Daß wir an dein heil fest geloben wir. Nichts, Heiland glauben! Nimmer laß der låstrer aller welt; Nichts soll uns ie den spott Diesen besten troft uns rau- glauben Von unsern herzen rauben! Gieb auch licht und muth ben, Der fest an dich sich bält. und stärke uns zu jedem guten werke. 6. Die fest an dich sich halten; Die läsfest du auch nic. Dein gnas Unhang. gnadenreiches walten Schüßt, det gottes finder! Wervet seiner stårket, leitet sie. Nach wohlwerth! Eilt, des herrn vereh: vollbrachtem lauf Nimmst du sie, rer! Folgt dem großen lehrer! wenn sie scheiden, Hinauf in deine Bleibet seiner werth! Preiset ihn, freuden. Nimm einst auch uns Daß er erschien, Durch das freu hinauf! digfte bestreben, Ihm, nur ihm zu leben. 10 Mel. Jesu meine freude zc. ottes sohn ist kom1038.ott Mel.O vaterherz, o licht, o lebé x. teine frommen! Dankt ihm, daß| 1039. Gelobt fey gott! er kam; Daß er hier auf erden, Unser heil zu werden, Seine woh: nung nahm Mensch, wie wir, Erschien er hier, Der zum erd: Freis sprach: entstehe! Und einf spricht: vergehe! er erschienen, Der uns von gott serheißen war. Der selbst, dem alle himmel dies nen, Stellt sich zu unserm retter dar. Das ew'ge wort wird mense geboren. Heil uns! mir sind nun nicht verloren. Der fluch wird von uns abgewandt. Welch pfand, daß gott uns nicht verstoße! Er selbst, er hat aus seinem schooße Uns feinen eiguen fohn gefandt. 2. Laßt uns niederfallen; Dan ken, daß er allen Freund und retter ist. Gott auf seinem throne Liebt uns in dem sohne, Hilft durch iefum chrift. Welch ein heil, Am sohne theil, Theil, durch ihn und seine gaben, Auch am vater haben! 3. Keine macht der leiden kann von ihm uns scheiden. Er bleibt ewig tren. Dort wird er vom bösen Gänzlich uns erlösen. Hier steht er uns bey. Sigt er schon Auf sottes thron; Seine brüder sind ihm theuer. O wer liebt uns treuer! 2. Uns will er nicht nur nicht verstoßen; Die gnade soll noch höher gehn. Zu unsers elends mitgenossen Macht er den fohn, uns zu erhöhn; Und wie so hoch wer kanns erreichen? Die sichs erfrecht, von ihm zu weichen, Lädt er zu seinem himmel ein. Sie sollen, kehren sie nur wieder, Aufs neu, als seines sohnes brus der, Nun seine werthen kinder feyn. 4. Von der wallfahrt müde, Sinken wir in friede In des grabes nacht. Unsre todten glieder Giebt die erd' einst wieder Dem, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der gruft, Er, der selbst den tod einst schmeckte; Den die gruft auch deckte. 3. er kann der liebe größer messen, womit uns gott in chrifto liebt? Wer dürfte deffen ie ver. gessen, Der uns den sohn zum heiland giebt? Freut euch vor ihm, erlößte fünder! Freut euch, daß ihr nun wieder kinder, Und erben seines himmels feyd! Fühlt, fühlt der freude fromme triebe! Die allmacht ist zugleich die liebe. Für zorn wirdeuchbarmherzigkeit. 5. Auf dem richterthrone Wer den wir im sohne Unsern heiland schaun. Er wird ewigs leben Dann bort allen geben, Die ihm 4. O wie so reich ist an erbar hier vertraun. Er ward hier Ver- men, Der selber niemands je bes fucht, wie wir. Ueberschwenglich darf! Der hdu entreißt mit vas wird er lohnen, und der schwachterarmen Gott ein geschlecht, das beit schonen. ihn verwarf. Uns zu befreyn von 6. Ellet, eilt ihr fünder! Wer slavenketten; Uns vom verders ben Unhang. ben zu erretten, Schont er des eignen sohnes nicht. Schaut, wie er unfer elend kehret In herr: lichkeit, die ewig währet, und unsre finsterniß in licht. * 5. Stimmt in der engel laute chore Durch eure frohe iubel ein. Jhr, ihr sollt eures gottes ehre, Jhr seiner größe denkmaal seyn. Bewundernd schaun einst alle wes sen Auf uns, die seine gnad' erlesen, zu zeigen, wie er lieben kann. Dankt ihm; und euer dank jey liebe! Gedenkt, er selber ift die liebe, und nimmt zum dank nur herzen an. 6. Wie blind sind seines heils verachter! Wie fühllos! und wie undankbar! Wohlan! ihr gottes söhn' und töchter! Jhm, ihm bringt eure herzen dar! Laßt seine weg' euch wohlgefallen! Nie werdet müde, sie zu wallen, Bis ihr hinauf zu ihm gelangt! Wie wird euer glück vollenden, wenn ihr dann dort aus seinen häuden Derkinder erbtheilun empfangt. 11 ter spricht: Ich komm', ich kom me; zage nicht. Des vaters willen thu ich gern. Gelobt fey, der uns kömmt vom herrn. 6. Herr, der du mensch geboren wirft! Immanuel und Friedefürft! Auf den die water hoffend fahn! Dich, Gott, Meffias! bet' ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, Vereineft dich mit fleisch und blut, wirst unser freund und bruder hier, und gottes Finder werden wir. 8. Gedanke boller majestät! Du bikt es, der das her; erhöht! Ges danke voller seligkeit! Du bist es, der das herz erfreut. Nel. Vom himmel kam der zc. 1040.Die in der tag, den gott ge macht. Sein werd' in aller welt gedacht! Ihn preise, was durch iesum chriß Im himmel und auf erden ist! 2. Die väter haben dein seharrt, Bis daß die zeit erfüllet ward. Da fandte gott von seinem thron Das heil der welt, dich, seinen sohn. 3. Wenn ich dieß wunder faf sen will, So steht mein geift anbetend fill, Fühlt hier, was kein verstand ermißt, Daß gottes lieb' unendlich ist. * 9. Durch eines fünde fiel die welt. Ein mittler ifts, der sie erhält. Was jagt der mensch, wenn der ihn schützt, Der in des eaters schooße fizt? 4. Damit der fünder gnad' er hält, Erniedrigst du dich, Herr der welt; Nimmist selbst an unsrer menschheit theil, Wohnst unter uns, und schafft uns heil. 5. Welt, freue dich! dein ret 10. Jauchzt, himmel, die ihr ihn erführt, Den tag der heiligs sien geburt! Und, erde, die ihn. heute sieht, Sing' ihm, dem Herrn, ein neues lied. dupla 11. Dieß ist der tag, den gott gemacht. Sein werd' in aller welt sedacht! Ihn preise, was durch je fum chrift Im bimmel und auf erden ist! Mel. Gelobet fenßt du, Jeju zc. Gottes Sohn, IO41. Gelobet fena du, Der du auf der allmacht thron Jeßt herrscheft, und einst warst, wie wir. Preis fer, o weltvers föhner, dir! Dir ewig preis! 2. Dich, davids sohn und da vids herrn, Sahn die nater schon | son fern. Wie sehnlich fenfiten sie nach dir! O wie viel seliger sind wir! Wir freun uns dein. 3. Die nacht entflicht; der tag bricht an Ueber die, die nie ihn fahn. Auf die, die finsterniß umgab, Stralt Gottes wahrheit nun berab! Gott sey gelobt! 12 Unbanh. 4. Durch den die welt einf wors freuen; Mußt du die menschliche den ist, Der einst richtet, iefus natur Durch sünden nie entwei chrift Wird uns, als seinen brü- ben. Sie, die dein gott so hoch dern, gleich, Wird selber arm, und geehrt; Sie sey dir heilig! fey dir macht uns reich. Wie liebt er uns! werth! Daß nun auch du sie ehrest. 5. Jauchzt, himmel! erde freue dich! Gott versöhnt die welt mit * 6. Auf! Deine würd' ist großz du bist Dem ew'gen sohn verbri sich. Uns, adams fündiges gedect. O schande, wenn nun noch schlecht, Entfündigt er, macht uns gerecht. Dankt, menschen. dankt! der chrift zur fünde sich erniedert! Drum, wenn sie locket, widersteh! Blick auf und sich, auf welcher hdh Durch ihn die menschheit ihn d stralet! 7. Denn, ob er wohl zu leiden kam, Wollt' er doch nach dem lei den Der menschheit, die er an sich nahm, Nicht wieder sich ents Fleiden. Er nahm, nach ganz voll brachtem lauf, Sie im triumph mit sich hinauf; Und stets bleibs So hoch wird er erhöhet. Welcher dein bruder. 1042. Mel. Nun freut euch lieb'n 2c. o tief der mensch gefunken war 6. Belobet feyst du, Jesu Chrift, Daß du mensch geboren bist. Dir ist der erdkreis unterthan; Dich beten alle himmel an. Sey hochgelobt! wunder stellt der welt sich dar! S. So fühle sich denn auch dein Kommt, menschen her, und fehet! geift Mit ihm zur höh erhoben! Des ewgen vaters ebenbild Er- Wie dorthin dichdeinglaube weiſt, scheint, in unfer fleisch gehüllt; Sen auch dein wandel droben! Wie wir, zur welt geboren. Chrift! göttlichen geschlechts big du! Des sohnes menschheit ruft dir zu: Dent edel! denke göttlich! 2. Jm elend schauten wir um her nach rettern; da war keiner. Doch unfrer noth erbarmt sich er; Wird als der unfern einer. Er, der der welt ihr dafeyn gab, Läßt bis zu uns ſich tief berab, zu sich uns Mel. Nun lob mein' feel' den 2. 1043. om grab, an dem JefuChrift, dein lobgefang Empor 3. Benn nun schon tod und zum himmel schallen. Dir opfre elend drobn; Was wollten wir jede seele dank! Und jeder der ges noch jagen? Uns wird der menschbornen Freu sich, ein mensch zu gewordne sohn Nie unser fehn seyn! Und jeder der verlornen versagen. Er hilft; er ist uns nah verwandt. Mit uns, geschöpfen feiner band, Stamt er aus einem blute. Freu sich, erlöst zu feyn! Uns ist das kind gegeben; Geboren ans der sohn. Mit ihm erscheint das leben; Mit ihm des himmels lohn. 2. Kommt! laßt uns niederfal len Vor unserm heiland, Jesu christ, und danken, daß er allen Erretter, freund und bruder is. Er, gleich der morgensonne Mit ihrem ersten stral, Verbreitet light und wonne Und leben überall. Durch ihn kömmt heil and gnade Auf unfre welt berab. Er fegnet unfre 4. Mit uns freun über unser glück Sich selbst der engel chore. Der friede kehrt zu uns zurück. Gott in der höh sey ehre, Der von der hdhe seines throns, Auf uns, die brüder seines fobns, Mit wohl gefallen fehauet! 5. Des glücks, das hier dir wts derfuhr, Christ, würdig dich zu Unbang. 13 Sey dir für das verfloßne jahr Ein heilig lied gesungen; Für ie: den segen deiner gnad; Für das gedeihen jeder that, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dieß jahr gesegnet seyn, Das du uns neu gegeben. Verleih uns kraft,( die kraft ist dein) In deiner furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrß Der menschen glück, wenn sie zu erst Nach deinem reiche trachten. 4. Gieb uns, wofern es dir ges fällt, Des lebens ruh und freuden. Doch schadet uns das glück der welt, So üb' uns auch durch leiden. Nur stärke zur geduid das herz, Und laß uns nicht in noth und schmerz Die glücklichern bes neiden unire pfade Durchs Leben bis ins grab. 3. Getroft, ihr mitgenossen Des elends und der sterblichkeit! Klagt nicht: euch sey verschlossen Der tingang zu der herrlichkeit. Zu unfrer erd hernieder am got tes eigner sohn Nun hebt er sei ne brüder Empor zu Gottes thron. Er ward das heil der fünder. Sie, glaubig durch sein wort, Sind hier nun gottes Einder, Und got tes erben dort... 4. Du, dem in jubelliedern Sein lob durch alle himmel challt! Neig' auch dein ohr zu liedern, Die dein noch sterblichs volk dir lallt. Auch du warst einst auf erden, Was deine brüder sind, Ein dulder von beschwerden, Der duldend überwindt. Was du denn nun bist, werden Einst deine brü der seyn, wenn sie, entrückt der er den, Sich deines anschauns freun. 5. Bald sind auch wir zum lohne Ter himmelsbürger dort erhöht. Rah sind wir dann dem throne, Und schauen deine majestät. Nicht mehr aus dunkler ferne Dringt dann der dank zu dir. Hoch über soun' und sterne Erhaben, jauch en wir; Und in der engel chore! Schallt unser lobgefang. Erbar mer dir sey ehre! Dir, Weltvers föhner, dank! Neujahrslieder. Mel. Es ist das heil uns konten 2c. er droben in der 1044. De hähe wohnt, Wog selbst das maaß der zeiten. Er schuf die sonn', und rief dem mond, die erde zu begleiten. Der lauf der sonne mißt das jahr. Der lauf des mondes theilt das lahr. Rühmt, rühmit den berrn der zeiten! 2. Herr, der da ist, und der da war! Von dankerfüllten jungen 5. Laß auf uns deine gnade ruhn, Daß auch in diesem Jahre Sich, Herr, in allem unserm thun Dein segen offenbare. Regier'uns, Bater, väterlich, Daß an sich jes der, daß auch ich, Wie gut du fenft, erfahre. 6. Daß unsers landes flor ge deih; Bey uns furcht gottes wohne; Dem könig feine vatertreu Der völker liebe lohne; Wir alle deiner huld uns freun; Dieß Ba. ter, wolleft du verleihn In christo, deinem sohne. Mel. Nun komm der heiden ic. 1045. Chrifien! unfer les ben eilt. Ohne raft und unserweilt eilt sie hin, die kurze zeit; Hin ins meer der ewigkeit. 2. Wellenreich und ohne ruh Stürzt ein strom dem meere zu Schaut, wie keine welle bleibt Eine stets die andre treibt. 3. So vertreibt auch immerdar Dießfahr schnell ein folgend jahr Und das legte rauscht herbep, Eh man merkt, wie nah es sep. 4. Last uns sorgen, daß uns niş 14 Anhang. nie ungenügt die seit entflieh. 6. Herr, mein Heil, an dess Weil der tag des heils noch währt, Bleib uns jede stunde werth. sen blut ich glaube. Ich liege hier vor dir gebückt im staube, Ver liere michmit dankendem gemüthe In deiner gute. 5. Laßt uns hig und last nicht scheun; Stets zum guten wirksam seyn; Denn die nacht rückt schnell heran, 200 man nichts mehr wirten kann. 6. Jede funde, wo der geift Sich der erde mehr entreißt, Bleibt uns, flieht sie schon dahin, Doch ein ewiger gewinn. 7. Jede stunde, wo man nüßt, Andre trößtet, bessert, schüßt, Gern erfreut, die dauert dort Stets in ihrem lohne fort. 8. Nimm, Herr, unsrer gnädig wahr! Allen werde dieses jahr, Das uns deine huld verleiht, Fruchtbar für die ewigkeit. Passionsgesänge. Mel. Herzliebster Jefu, was haft zc. err, stärke mich, 1046. Herr dein leiden zu bedenken, Mich in das meer der liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller schuld des böfen Uns zu erlösen. 2. Vereint mit gott, ein mensch gleich uns auf erden, und bis zum tod am kreuz gehorsam werden! An unsrer statt gemartert und zerſchlagen, Die fünde tragen! 3. Welch wundervoll hochheiliges geschaffte! Sinn' ich ihm nach: so zagen meine Fräfte. Mein herz erbebt; ich seh und ich empfinde Den fluch der fünde. 4. Gott ist gerecht; ein rächer alles bösen. Gott ist die lieb'; und läßt die welt erlösen. Dieß kann mein geift, mit schrecken und entsücken, Am kreuz erblicken. 5. Es schlägt den stolz und mein verdienst darnieder. Es stürzt mich tief; und es erhebt mich wieder; fehrt mich mein glück; macht mich aus gottes feinde Zu gottes freunde. 7. Sie übersteigt die menschli chen gedanken. Doch sollt ich drum im glauben zweifelnd wanken? Ich bin ein mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das größt' in gott ift, gnad' und lieb erweisen. Uns kömmt es zu, sie demuthsvoll zu preisen; zu sehn, wie boch, wenn gott uns gnad' erzeiget, Die gnade steiget. 9. Laß deinen geist mich fiets, mein heiland, lehren, Dein götts lich kreuz im glauben zu verehren, Daß ich getreu in dem beruf der liebe ich christlich übe. 10. Das gute thun, das böse fliehn und meiden, Herr, diese pflicht lehrt mich dein heilig leis den kann ich zugleich das böse mir erlauben, und an dich glauben? 11. Da du dich selbst für mich dahin gegeben; Wie könnt' ich noch nach meinem willen leben? Nur dir leb ich, dir, dem ich an gehöre, zu deiner ehre. Mel. Liebster Jefu, wir sind z. 1047. Meine feeli muntre dich, Deffen liebe, deffen segen. Der für dich am kreuz erblich, Fromm und dankbar zu erwägen, Daß dein herz der großen treue Deis nes iefu sich erfreue. 2. Sieh! dein jesus, gottes sohn, Jft für dich ans kreus ges heftet; Ueberhäuft mit spott und hohn; Blutig, schmerzenvoll, ent Fräftet; Ach! für dich mit fluch beschweret! Wo ist größre lieb' er höret? 3. O wie mag mein volles her: Dem sich dankbar gnug erweiſen, Der sogar durch blut und schmer; Seine lieb' an mir will preisen? Unhang. Er, er felt ft, trägt meine fünden, Daß ich könnte gnade finden? 4. Fern denn, finden, fern son mir! Euch kann ich an mir nicht dulden. Welch ein schnöder greul send ihr! Mir ganz untilgbare schulden! Und was brachtet ihr dem herzen Meines jefu nicht für schmerzen? 5. Dir, mein Jefu, die mein, heil, Will ich ganz mich überge ben Als dein eigenthum und theil, Was ich lebe, dir zu leben, Daß ich dir einst sterben edune, Und kein tod von die mich trenne. 6. Herr, wie viel schenkst du schon hier! Welchen hohen seelens frieden: Freudigkeit zu sott in dir! Neue Fraft, wenn wir ermů den! Schenkst du schon so viel auf erden: Wie weit mehr wird dort uns werden! 7. Was für wonne nach dem leid: Nach der schmach o was für chre! Was für ruhe nach dem freit! Was für frohe jubelchdre! Ewig werd' ich gott dort loben, Wenn er mich zu sich erhoben. 8.Oft und herzlich freu ich mich Auf dies freudenvolle leben. Hei land, dir sey dank, durch dich Wird es mir dereinst gegeben. Du, Herr, hilft,( das hofft mein glaube,) Daß mir nichts die krone raube. 15 Ich werde dort, von herrlichkeit umgeben, Einst ewig leben. 4. Wenn ich nur fiets der tu gend pfad betrete, Im glauben kampf, im glauben wach und bete: So ist mein heil schon so gewiß erstrebet, Als jesus lebet. 5. Lockt böse luft mein herz mit ihrem reize: So schrecke mich dein wort, das wort vom kreuze! Und werd ich matt im laufe guter wer ke: So sen mirs stärke. heiland, an Mel.Herzliebster Jefu, was haft ze. 1048.2ie reich, mein besten fegen Ift mir dein leiden! laß michs recht erwägen! Stets müsse mir sein bild vor augen chweben! Stets in mir leben! 2. Unendlich glück! du litteft mir zu gute. Ich bin versöhnt mit deinem theuren blute. Du haft am kreuz, da du für mich geftor ten, Mir heil erworben. 3. So bin ich denn schon felig bier im glauben; Und mir wird nichts, nichts meine krone rauben. 6. Ein reines herz, gleich det. nen edeln herzen; Dieß ist der Dank für deines Freuzes schmerzenz und gott giebt uns diekraft in deis nem namen, Dich nachzuchmen. 7. Wie sollt ich nicht, wenn leis den dieser erden, wenn kreuz mich. trifft, gelaßnen herzens werden! Da du so viel für uns, die wirs verschuldet, Liebreich erduldet? 8. Für welche du dein leben selbst gelassen; wie könnt ih sie, sie meine brüder, haffen? Und nicht wie du, wenn sie mich uittertreten, Für sie noch beten? 9. Ich will nicht haß mit gleis chem haß sergelten. Wenn man mich schilt, will ich nicht wieder schelten. Du, Heiliger, du, Herr und Haupt der glieder, Schalts auch nicht wieder. * 10. Seh ich dein kreuz den klugen dieser erden Ein ärgerniß und eine thorheit werden: So feys doch mir, troß alles frechen 11. Dein ftrafgericht verzieh, sie zu zerschmettern! Erbarm dich, Gott, wenn einer von den sødttern Sich spät bekehrt, und dich, den er geschmähet, Um gnade flehet. 12. Wenn endlich, Herr, mied meine fünden kranken: Solaß dein Freuz mir wieder ruhe schenken. Dein Freuz; dieß fen, wenn ich den tod einst leide, Mir fried' und Freude. Mcl. 16 Anhang. mel. Herzliebßer Jesu, was haft ic.| Mel. Herzlich thut mich verlangen 1050. Du, der aus edlem dern heil errang! Du, den sein herz voll liebe Für uns zu bluten drang. O mit wie schweren pla gen Schloß deine laufbahn sich! Welch zittern und welch zagen Befiel am ölberg dich! 2. Schon lag vor deinen blik ken Dein ganzes leiden da; Von des verräthers tücken Zum kreuz auf golgatha. Du sahst die gra beshöhle, und fühlteft todes: noth. Betrübt war deine seele; Betrübt bis in den tod. 3. Des ew'gen sohn tritt, gleich als menschenkinder, In unsre welt; der heil'ge büßt für fünder; Des lebens fürst will selbst,( wer kann 3. Auf dich, der menschen be das fassen?) Am kreuz erblaffen.ter, Drang angst auf angst her: 4. Kannst du, o mensch, so hohe zu, Und doch hing niemand fe gnadenzeichen, So große wunder ster An seinem gott, als du. feiner lieb' erreichen? Thut er, Sollt' ich den kelch nicht trinken, nicht mehr, vom staub uns zu er- Den mir mein vater beut?" höhen, Als wir verstehen? Dieß ließ dein herz nicht sinken: Wars gleich voll bangigkeit. 5. Allweiser rath! auf dir sieht mein vertrauen! Gelüftet engel selbs, dich zu durchschauen; Sollt' ich nicht dich, von danke hingeris fen, Anbeten müssen? 4. Nach seinem rath zu leiden, Bleibt dein entschluß doch fest, Der dich so hohe Freuden Vor fern erblicken läßt. Um millionen 6. Herr, lehr' mich selbst des seelen Vom tode zu befreyn, Wilf heiles größ' erkennen; Dich meidu den tod selbst wählen; Nicht nen herrn in that'gem glauben nennen, Den ganzen troft son tilgung meiner fünden Gerührt empfinden. schmach noch marter scheun. 5. Swar aus der bosheit fülle Strömt auf dich wilde wut. Doch welche geiftes fille! Welch uner: schrockner muth! Du scheneft kei er du uns dich 1049. in den tod gege: in den tod gege: ben, Wie kann ich gnugsam deine treu erheben! Wie herrlich zeigt du im erlösungswerke Der liebe fårke! 2. Was ist der mensch, daß du sein so gedenkest? Für ihn dich felbft fo tief ins elend senkest? Du willst die strafen, die wir felbft verschulden, Für uns er dulden? 郎 * 7. Ich, Heiland, flich zu deinen offnen armen; Gewiß, du werdeft meiner dich erbarmen. Nein du versidßest nicht, die fünden hassen, und dich umfassen. 8. Ja! hulf und troft find' ich bep detinem Freuze. Gieb nun auch, daß dieß kreut mich dring' und reise, Tich, den erwerber aller guten gaben, Recht lieb zu haben. 9. Dir, Jesu, leb ich; dir will ich auch terben. Ich weiß, du laßt die deinen nicht verderben; Hilfs, daß ich nicht im legten kantof erliege. Und sterbend fiege. ne schmerzen, Womit ihr grimm dir droht. Zu schwer wird deinem herzen Selbst nicht der Freuzestod. 6. Der menschen heil zu fördern, Gabst du mit sanftem sinn Dich willig deinen mördern und ihren martern hin. Um dich war alles trübe; Doch du bliebst ruhevoll. So stark war deine liebe Zu uns und unserm woh!! * 7. O freund der menschen Finder, Den ehr' und preis nun schmückt! Wie hoch haft du uns fünder, Durch deinen tod bes glückt! Er beilet das gewissen; Stärkt 17 3. Entblößt vonallem reize, Der menschen wohlgefällt, Hingst du an deinem freuze; Ein fluch vir aller welt.Dichflohen deinefreun de! Du warst des volkes spott; Dich höhnten deine feinde: Wo ift denn nun sein gott? 4.Wer kann dir nachempfinden Den schmerz, die todesangst, Mit welcher du, von sünden uns zu erretten, rangft. Es stürste plag' auf plage Mit felfenlaft auf dich; Gott, wie verläßt du mich! Drang lauten Mel. Okam Gottes unschuldig 2. 1051. SohnGottes! im tube Mit blut und thrånen bedecket! Auf dich 5. Und diese laft von plagen, bin blicke mein glaube, Wenn tod Herr, es war meine laft. Ich und fünde mich schrecket. Dein hätte sollen tragen, Was du ge trauern, seufzen, klagen, Deintragen haft. Sieh gnädig auf mich ringen, zittern, zagen Sey meine armen, Der Zorn verdienet hat, ruhe, Herr Jesu! Und hilf mir aus erbarmen Bon meiner missethat. 2.O Sohn Gottes! unschuldig Trugst du die herbe verhöhnung, Und trugst, als held, sie geduldig, Zu meiner fünden versöhnung. Dein bild müß uns beleben, zu dulden, zu vergeben, Wie du zu lieben, Herr Jesu! 3.D Sohn Gottes! freywillig Für uns am kreuze gestorben, Dir, dir nur, leben nun billig, Die du so theuer erworben. Auch ich will dir nur leben, Dir gans mich übergebenzur treuften liebe, Herr Jesu! linhan. Stärkt uns zu leder pflicht; Giebt troft in kümmerniffen, m code zuversicht. 8. Wie viel sind wir dir schuldig, Daß du die schwere laft Des kreuzes so geduldig Für uns se tragen haft! Dich wollen wir er heben, So viel die schwachheit kann, und die zu ehren leben. Nimm unser opfer an. 6. Da haft uns durch dein let: den Vergebung, beßrungskraft, Hier trost und muth, dort freu den, Die ewig sind, verschafft. D gieb an dieser gnade Auch meinem glauben theil, und auf des lebens pfade mir muth, kraft, troftu.heil. 2. Wie viel hast du erduldet, Erhabner Menschensohn, Als du, der nichts verschuldet, Empfingst der fünder lohn! Da folgte schmer; auf schmerze; Da trafdich fchmach auf fchmach; Da lag auf deinem berjen Angst, die das her; dir trach. * 7. Aus tiefgerührtem herzen Sag ich nun lebenslang Für deis ne todesschmerzen, Mein treufter Freund, dir dank. Ach hilf, daß ich mich halte zu dir mit gleicher treu, Und, bis ich einft erkalte, Ganz, ganz der deine sey.. Nel. Herzlich thut mich zc. voll blut und 8. Und ich dann 1052.Dwunden, Für uns den, Ach! Herr, verlaß mich nicht am freuze starbst, Und unfern lek- In meinen todesleiden Sey du ten stunden Den höchsten troft er mein troft und licht; Und wenn warbst! Der du dein theures le- am allerbängsten mir um mein ben, Noch eh ich war, auch mir herz wird seyn, Dann reiß mich Sur rettung, hingegeben! Mein aus den ångsten Kraft deiner angst Heil, wie dank' ich dir! und pein. 9. Dann, Jesu, laß mein hof. fen In schauen übergehn. Im geifte laß mich offen, Herr, deinen himmel sehn; Im geifte mit entzücken 1nd heil ger sehnsucht voll, Nach dir, Vollender, blicken. 3er so stirbt, der stirbt woh! Mel. 18 Unhang. Mel.O ewigkeit, du donnerwort zc.| heilst du mich. Die tief erniedrigs er du der strafen test du dich! Tief bis zum tod 1053.0 schwere laft Anam kreuze, Bo du der sclaven meiner statt getragen hast; Für schmach empfingst, Du als ein mich den tod! erlitten! Wie soll fluch am holze hingst. ich dir gnug dankbar seyn, Daß du durch leiden, tod und pein Das leben mir erstritten? Herr, dessen eigenthum ich bin, Nimm ganz zu deinem dienst mich hin. 7. Bloß auf das meine dürft' ich sehn, Und, statt dem nächsten beyzustehn, Jhm meinen dienst versagen; Da du, Herr, selbst zu dienen kamst, Die schwersten 2. Croft hab ich ja allein durch burden auf dich nahmst, Um sie dich So starket auch dein leiden für uns zu tragen? Wie du, dien' mich zu meinen schwersten pflich- ich, von trägheit fern, In müh ten. Ich schaue, Herr, auf mei- und schweiß dem nächsten gern. ner bahn Stets glaubensvoll dein vorbild an, Den gang darnach zu richten. Mich schreckt kein noch so steiler pfad, Da ihn dein fuß vor mir betrat. 3. Nichts ist, was mich gefes selt hält. Dn haft den himmel, Herr der welt, Für mich hintangesetzet. Was auch mein herz liebt, opferts doch Dir gern auf, weil es nichts so hoch, Als deine Mel. Herzlich lieb hab ich dich, liebe, ſchäßget. Dwie ſo viel hab 1054.11 eft leht I ich ihr! Du dankst ich alles dir. fünderwelt iesus blutig und entstellt, Da 4. Wer nur nach sinnenlust be fünder ihn verspotten. Durch alle gehrt, Der ist, o Jesu, dein nicht glieder tobet schmerz; Doch rührt werth, Ist fleischlich, ist verblen sein liebevolles her; Das heil so det. Leg leiden auf; ich bin bewilder rotten. Von ihnen, die reit. Du, Stifter unsrer seligkeit, voll grimms ihn schmähn, Kehrt Bist auch durch sie vollendet. Dir, der mir diese bahn erst brach, Trag' ich das kreuz nun willig nach. sich sein sanfter blick auf den, Den ihre wuth in ihm entehrt, Und, daß es erd' und himmel hört, Ruft er: vergieb! Führ, Vater, nicht Sie ins gericht! Was sie ist thun, verstehn sie nicht. 2. Erstaunt bewundr' ich solche huld, Die mit so gdttlicher ge duld So bittrem haß begegnet; Ach! nicht nur mit geduld ihn trägt; 3um wärmsten mitleid auch bewegt; Die mörder gar noch segnet. Herr, dieß dein fegnendes gebet hat uns aud ewigs heil erfleht. Auch uns sagt es, zu unfrer ruh, Erbarmen und vergebung zu. Herr, fer ges Tobt 5.Mich schreckt nicht roher spdt ter hohn. Du auch ließst in der dornenkron' Gelaffen dich vers spotten. Sollt' alle welt auch wider dich Und wider deine lehre sich Aus haß zusammenrotten; Ein weltsinn fcheu des frevlers spott! Er ehrt mich; er ist ruhm bei gott. 8. Du, Jesu, selbst bists, der mich stärkt, Daß nicht mein herz sich unvermerkt Von deinem pfad entferne. Da ich dir ganz mich schuldig bin, Hilf, daß von dir ich edeln sinn und selbstverlengs nung lerne; Denn für das heil, das du gewährst, Ift dieß der dant, den du begehrft. 6. Auch hab ich auf mein herz fets acht Daß es nicht stol; nach eitler pracht, Nach ruhm und hoheit, geize. Vor allem stol; e Anhang. obt! Durch deinen tod. Den theuern tod, Ist uns versöhnt gott, unser gott. 3. Daß die, die schuld auf huld gehauft, nicht gottes straf alsbald ergreift, wie sie's verbienet hätten; Daß gott deß, der doch sein vergißt, So gnädig denket, und ihm frift Gewährt, ich noch zu retten; Daß ich auch freudig fagen kann: Auch mich, mich fünder, nimmt gott an; Wer hat, mein Heiland, dieß geschafft, Als du durch deiner fürsprach' fraft, O Jesu Christ! Mein Herr undGott! Mein Herr und Gott! Vertritt du mich bis an den tod. * 4. Hilf, Herr, daß ich dir thnlich sey, Gleich dir, beleidis 19 kus sprach, Als er am kreuze sich nun nah Dem ausgang seiner leiden sah. Es ist vollbracht. 2. Es ist vollbracht; ganz iß erfüllt Die schrift, und alles nun enthüllt; Vollführet des allwetsen rath; Geschehn die große got. testhat. Es ist vollbracht. 3. Es ist vollbracht; volkom: men ift Das opfer, dessen blut hier fließt. Das was sein sohn that, sieht gott an, Als hätt es ich, ich selbst, gethan. Es ist vollbracht. 4. Es ist vollbracht ich bin ers Idft, Weiß nun, daß gott mich nicht verstößt. Der christi tod mit ehre krönt, Bezeugt, ich fen durch ihn versöhnt. Es ist volls bracht. verzeih Mit fanfter froher ele. Hilf, daß ich, ohne rachegier, Gott meine fache, gott, gleich dir, Der feinde heil befehle; Und wenn mein herz, vom orn emport, Durch stolz und ei: nug bethört, Der rachsucht slut nicht dampfen kann; Dann, dann erinnre du mich dran, 6. Es ist vollbracht; in heitrer ruh Wall' ich nun meinem grabe zu. Er, der dem tod die macht Jefu Chrift! Wie du gesleht, und hier nimmt, Hat dort sein les ein gebet Selbst deinen mdr- ben mir bestimmt. Es ist volldern gnad erfleht. bracht. 5. Wenn du selbft feinde so ver ittst; So bin ich deß gewiß, du itt Stets kräftig fü: die deis Sink ich, so nimm dich meiner a ran; und, sollt' ich fallen, ß mich dann um troft nicht ruchtlos weinen; Und schreckt todes grauen mich; Sey du ur mir nicht fürchterlich! Du, meine Zuversicht in noth! Dann Herr Jefu Chrift! Wie selig ist; ich troft und much im to Die felig ist Der mensch, daß fein heiland bift! 5. Es ist vollbracht; der jugang steht zu gott mir offen im gebet. Jch darf mit kindlichem vertraun In noth auf seine hülfe baun. Es ist vollbracht. 7. Es ist vollbracht! ach nie vers giß, Mein geist, dieß wort! es ist gewiß. und folg im glauben christo nach: So sprichst du einst wie christus sprach: Es ist volls bracht. Ostergesänge. Mel. Nun jauchz' dem herren? c. hohen tags der herrlichkeit! Halr geift, erfreut Des 1056, Erinnre dich, mein im gedächtniß fesum chrift, Der von dem tod' erstanden ist. 2. Fühl' alle dankbarkeit für ihn, As ob er heute dir erschien; Als ſpräch' er: Friede ser mit denk ihm Dir! So gein el. Erschienen ist der herrlich zc. 1055. Es ist vollbracht! oft hein geift! dem wort, das chris in mir. * 332 Anhang. 20 3. Schau über dich, und bet' ihn an. Er mißt den sternen ibre bahn. Er lebt und herrscht, mit gott vereint; und er, dein berrscher, ist dein freund. 4. Macht, ruhm und hoheit immerdar Dem, der da ist, und ber da war! Sein name ſey ses benedent Von nun an bis in ewigkeit! 5. O glaube, der das herg er poht! Was ist der erde majestät, Wenn sie mein geißt mit derver: gleicht, Die ich durch gottes sohn erreicht? 6. Vor seinem thron, in seinem reich, Unsterblich, heilig, engein gleich, und ewig, ewig selig seyn Herr, welche herrlichkeit ist mein! 7. Mein herz erliegt froh unter ihr; Lieb und verwundrung tämpft in mir. Dich, Gott, bet' ich soll ehrfurcht an, Der mehr schenkt, als ich faffen kann. 8. Du, der du in den himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst; Und du erfüllst einst mein vertraun, Dort deine herrs lichkeit zu schaun. 9. Ich soll, wenn du, des lebens fürst, In herrlichkeit erscheinen wirft, Erweckt aus meinem grabe gehn ten ftehn. 10. Mit engeln fing ich dann dein lob, Das ich hier stammelnd nur erhob. Mit allen frommen aller zeit Freu ich mich dein in ewigkeit. 4. Sein werk wars, uns die neue bahn Sum himmel zu be reiten. Sein opfer gilt; dankt! betet an! Es gilt auf alle jers Verklärt zu deiner rechten. Denn gott hat ihn, da er mit sieg Gekrönt, aus seinem gra bestieg, Als feinen sohn verkläret. 5. Mein herz frohlockt, Erstand ner, dir, Der du nun ewig les beft. Ich weiß, du lebst, daß du auch mir Das ew'ge leben gebeft; Weiß, daß du mein versöhne feyst; Weiß, daß du kräfte mit verleiht, Mit freuden gott dienen. 6. Mein Herr und Gott! hilj mir dazu! Hilf, daß ich, frev po fünde, Im frieden gottes fest ruh Für meine feele finde. Her pflanze deinen sinn in mich, und lebe selbst in mir, daß ich Ster deiner würdig wandle. * 11. Zu welchem glück, zu wel: em ruhm, Erhebet uns das christenthum! Mit dir gekreu sigt, Gottes Sohn, Sind wir auch auferstanden schon. ist es werth. So lange dene wallfahrt währt, Halt im ges dächtniß iesum chrißt, Der von dem tod erstanden ist. 12. Nie komm es mir aus mei nem sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin; Damit ich, stets in liebe treu, zu deinem bilde mich erneu. hid sy 13. Auf; denn, mein geifi! er Mel. Allein Gott in der höh sey ic. preis und 1057. Bringt ein be land dar! Auf! singt ihm jubels lieder! Er, der für uns getödtet war, Heil uns! er lebet wieder. Indem er starb, hat er gesiegt. Er stand vom tod auf, und nun liegt Der tod zu seinen füßen. 2. Wo ist, da ihn sein gott er höht, Der unsern troft uns raube? Nein! ewig unerschüttert fteht Durch ihn des chriften glaube Trog dem, was sich dagegen legt! Die hohe gotteslehre trägt der wahrheit festes siegel. 3. Wo wollt ich, fünder, wär er nicht Erstanden, ruhe finden? Ich hätte weder troft noch licht, und blieb in meinen fünden. Doch seines opfers hoher werth ft feverlich von gott bewährt. Er hat ihn auferwecket. Anbana 7 So Darf ich nicht vor tod and grab, Wenn gott mich ruft, erschrecken. Denn herrlich kömms du einst herab, Die todten zu er wecken. Froh werd' auch ich dann auferstehn; Froh dich des todes fieger, fehn; Nicht deinen richt iul fürchten. 21 4. Herr, deine boten fiegen, Von dir und deinem geist gelehrt. Die gößentempel liegen. Der erdkreis wird zu gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube; Bin freuden voll ein chrift. Ich bet' ihn an im staube; Jhn, der mein retter ift. Ich werd' ihn ewig schauen, Wenn er auch mich erhebt. Der herr ist mein vertrauen. Er farb für mich, und lebt. 8. Wo du, Herr, bist, soll auch dein freund, mit herrlich feit untgeben, Auf ewig nun mit dir vereint, In deiner wonne leben. Solch hohes erbtheil werd' auch mein! Und ewig werd' ich Mel. Jefus meine zuversicht ze. mich auch auch ich. to erft freun, Daß du vom 1059.Jefus lebt; mit ihm wo sind nun deine schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich Von den todten aufermecken. Er vers klärt mich in sein licht. Dieß ift. meine Mel. Nun lob, mein feel, den ic. 1058 Lobinge meine feele! aufer Bet' ihn, fandnen, an. Lobsing' ihm und er jable, Was dir zum heil der herr gethan. Er hat für dich gerungen. Er hat durch seine macht Des tos des macht bezwungen, Erhellt des grabes nacht. Singt! singt ihm jubellieder! Sein sieg hat uns freyt. Uns krdnet gott nun wie der Mit gnad und feligkeit. 2. Frob führte seine sonne Den ftlich hohen tag herauf. Dastand er, meine wonne, Der held, der weltverföhner, auf. Gedanke, der ju freuden Des himmels mich er. hebt! Gedanke, der in leiden Mit reichem troft belebt! Des höhern lebens quelle! Mein schild in je der noth! Wo ist dein sieg, o hdt le? Wo ist dein stachel, tod? 3. Der felfen grund erbebet. Die Wächter fliehn; das grab ist leer. Der todt war, sieh! er lebet, Er lebt, und stirbt hinført nicht mehr. Die schwachen jünger wan ten, Er stärkt die wankenden. Sie fehn ihn, freun sich, danken Dem auferstandenen. Sie sehn empor on steigen, und gehn, wie er ges bot, Mit freuden hin, und zeugen Von ihm bis in den tod. 2. Jesus lebt; ihm ist das reich Ueber alle welt gegeben. Mit ihm werd' auch ich zugleich Ewig herr. schen, ewig leben. Gott erfüllt. was er verspricht. Dieß ist meine zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verjagt. Schmälert unsers gottes ehre. Gnade hat er zugesagt, Daß der fünder sich bekehre. Gott verstößt in christo nicht. Dies ist meine zuversicht. 4. Jefus lebt; fein heil ist mein. Sein sey auch mein ganzes leben. Reines herzens will ich seyn, Und den lüften widerstreben. Er ver: läßt mich schwachen nicht. Dieß ist meine zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß: Er, mein heiland, hats verheißen. keine macht der finsterniß Wird mich seiner hand entreißen. Seis ne treue wanket nicht. Dieß if meine zuversicht. 6. Jefus lebt; nun ist der tod Mir ein eingang in das Leben. Welchen troft in todesnoth Wird es meiner feele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr! meine guversicht! B3 SML 22 Unhang. Mel. Hosianna, Davide sohu zc.| Wie ich auf dein wort fest glaube. 1060. Der für mich ge- Dich, Erwecker aus dem flaube, war, bewundernd an. 7. Ewig werd' ich dann dich schaun, Den ich längst zu schaun begehret, Sicher vor des todes graun; Aehnlich dir; wie du, vers klåret; Ewig dankbar, ewig dein, Der du für mich fündenvollen Dulden, bluten, sterben wollen, Mich vom tode zu befreyn. nicht hin für tand der erde! Flieh 8. Seele, folche feligkeit Gieb den schlaf der sicherheit, Daß nicht pein, statt glücks, dir werde! Auf! wofern du weise bist, Reiß dich los von allen banden, und, mit christo auferstanden, Suche fiets, was droben ist. Mein erldser, lebt nun wieder; Lebt auch mir; lebt immerdar; Nun schlägt mich kein Eummer nieder. Mich schreckt nicht des todes nacht; Nicht das grauen der verwesung. Ganz vollbracht ist die erlösung. Christus ist vom tod' erwacht. 2. Er, er lebt, der sich für mich In den tod dahin gegeben! War lich! leben werd auch ich; Ben ihm leben; ewig leben. Warlich! warlich! er, das haupt, Laßt nicht feines leibes glieder; Liebt die gläubigen, als brüder. Selig ift. wer an ihn glaubt! 3. Stets ift er mit hülf' uns nah. Wenn wir diesen trost nicht Ach! schwaehen da Troft auf unsern sterbe betten. Nun erquickt uns christi heil. Wenn auch seel' und leib verschmachten; Christus hilft, daß wirs nicht achten; Bleibt im tod' auch unser theil. 4. Drum getroft! dort lebet ihr, Brüder, wenn ihr hier schon fter. bet; Lebet dort noch mehr, als hier, Dort, wo ihr mit chrifto erbet. Selbst, was an euch stirbt, selbst dieß Stirbt nicht ewig; lebt einst wieder. Solche hoffnung,( freut euch brüder!) Bleibt in christo euch gewiß. 5. Geht nicht auf des tods geftalt, Die so leicht das auge schrek Fet. Jhm fehlt stachel und gewalt, mel. Erschienen ist der herrlich erstanden! tiens lebt 6. Deine stimme, Herr, schallt cinst In die graber aller todten, Wenn du zum gericht erscheint Mit den engeln, deinen boten. mich auch mich erweckst du dann 1061. O troft, der unser her: erhebt! Gestärkt durch ihn, sehn wir aufs grab Mit unerschrocknem aug' hinab. O süßer trost! 2. Welch neue welt voll seligs keit Erwartet uns nach dieser zeit. Da findet der verklärte chrift Das heil, das unaussprechlich is. O feligkeit! 3.Der du für unsre feelen wacht, Sie zu dir ziehst, und selig macht! Laß uns mit freudigem vertraun Jm tod' auf dich, Vollender, schaun. Das hilft du, Herr! Auf die Gimmelfahrt Christi. Mel. Komm, o Gott Schöpfer, 2. Stralen deiner herrlichkeit Ha: 1062.Sperlichkeit, ben, großer Hirt der schafe, uns nunmehr, sum fanften schlafe, Unfre gräber eingeweiht. Herab vom thron der majestät, um den, auf deinen wink bereit, Die schaar der starken helden steht. 2. Denn als du ganz dein werk vollbracht: So schloffest du den edlen lauf, und führst in göttlich hoher prachtzu deinem vater wies der auf. 3. Anhang. 3.Schan, Herr, aus deiner beilgen höh Auf uns die deinen, die du kennst, Daß alle welt erkenn' und seh, Daß du uns deine brüs der nennft. 4. Du bist in deine herrlichkeit Schon eingegangen; aber wir, Wir sind noch immerdar im ftreit, Und seufzen noch im elend hier. 5. Doch darum fürchten wir uns nicht, Da deine hand uns hält und hüßt. Du, unsre kraft und unser licht, Bift mitte unter unsauchigt. 6. So setzen wir denn unverzagt Und freudig unfre wallfahrt fort. Ein hoher lohn( du hafts gesagt,) Erwartet deine kämpfer dort. 7. Ja, aufgefahrner Jesu chrift, Aufdich nurschaun undhoffen wir, Drum suchen wir, was droben ist. Und unser herz ist schon bei dir. 8. Vollenden wir einst unsern lauf: So eil', uns mächtig beizus tehu! Nim unsre feelen zu dir auf! Eaß deine herrlichkeit uns sehn! Mel. Vom himmel kam der zc. 1063. Groß, Herr, ift deis 23 * 6. Herr, unfre herjen trauu auf dich. Dein freuct unfre feele sich. Du! Held von unserm fleisch und blut! Du, du bis unfer höchstes gut. och freut sich deine christenheit, Daß du, erstandner Jesu Chrift, Erhöht zur rechten gottes bist. 2. Du sigest auch als menschen ſohn, Sohn Gottes, auf der him mel throu, Und doch schämsidudich inster nicht; Bleibt ewig unsre iuversicht. 7. Was uns gebricht, is dir bekannt. Der fegen ist in deiner hand. Von keinem deiner freuns de fern, Siehst du auf ibn, und bilft ihm gern. S. Mit huld sich, bis an unfer grab, Von deinem thron auf uns herab; und zu der tugend schwes rem lauf Hilf du, Herr, unsrer schwachheit auf. 3. Dein ist die macht; dein ist das reich. Wer ist an majestät dir gleich? Mensch, engel, iede creatur I dein, Beherrscher der natur. 4. Umsonst, umsonst empdret ich Das reich der holle wider dich. Du hafts besieget, Gottes Sohn, Und unerschüttertsteht dein thron. 5. Du, unser triumphirend Daupt! Wie felig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein licht, fein toß, sein theil, Sein Barter itur, und esges beil. 9. Gen himmel fuhrst du, als ein held. Als herr und richter aller welt Wird dich dereinst der erdkreis sehn. Da wirst du uns zu dir erhöhn. Pfingstlieder. Mel. Komm heiliger Geist, zc. ne herrlichkeit! 1064. as, der erleuchtung 10.Dan rühmen wir dichhocher. freut. Dan zeigt derdeine feligkeit, Daß du, erstandner Jesu Chrift, Erhöht sur rechten gottes bist. den uns unser gott gemacht! Mit inbrunst sey von allen zungen Zu guttes ew'gem preis befungen. Die erde lag von nacht umhüllt, Mit wahn und gößendienst erfüllt. Da hat den dicken finsterniffen Der geift des herrn die erd' entriffen. Gott sey gelobt! Sep bochgelobt. 2. Heil uns! der uns erlöjet hat, ft nach vollbrachter großer that Zum vater siegreich hinges gangen, Für uns viel gaben zu empfangen. Untrüglich ist, was er verheißt. Von ihm gesandt, köit gottes geist Auf seine jünger, die als brüder, Ein fromm gebet vers eint, hernieder. Gott sey gelobt! Sey hochgelobt! 3. Ein sturmwind brauß; das baus erbebt; Und febt! in feuers flammen schwebt Der geist tes herru 24 Undang. Herrn herab auf jeden; Lehrt siel 3. Umsonst, daß wilder eifer in fremden sprachen reden; Giebt schüchternen freymüthigkeit; Un mündigen beredsamkeit. Erstau nend sieht der Freis der erden Nun fischer seine lehrer werden. Bott sey gelobt! Sen hochgelobt! stürmt, mit schwert und martern drauet! Das christenthum, von gott beschirmt, Wankt nicht, wächst an; gedeihet. Die jünger schreckt nicht pein noch müh. Du, Geift der stärke, stärkest sie In martern und im tode. Sie beken nen iefum frey Bleiben ihrem herrn getreu, und preifen ihn im tode. 4. Jhr glaubenshelden, gott mit euch! The baut dem herrn fein weites reich, und wirkt, tros alles grimms und spottés, Vor feinden große thaten gottes. Das wort vom freuzesieget schnell, Wo nacht einst herrschte, wird es hell. Erfenntniß iesu dringt zu heiden, Und völker dienen ihm mit freude. Gott fey gelobt! Sen hochgelobt! 5. Entfesselt von abgötterey, Lernt nun die weifre welt aufe neu Den längst vergeßnen schö ofer kennen, Ja, ihn in chrifto va- mel reifer. ter nennen und solcher segen danert fort. Gelobt fey gott! er sab fein wort mit schaaren von evangelisten. Auf! rühme! Danke! volk der chriften! Lobsinge gott! Lobfinge gott! kraft; Noch ist der menschen leb 4. Noch ist bist du der geist der rer; Ihr schuß auf ihrer pilgers schaft; Des höllenreichs zerstörer. In fündern wirkst du ernfte reu; n glaub'gen kindessinn und treu; In frommen tugendeifer. Leidens den gewähreft duTroft, geduld und feelenruh; Machst sie zum him 5. Des Baters und des Sohnes Geift DuGeist und Quell der liebe, Den iefus betenden verheißt! Ach heilge meine triebe. Gieb mir ein herz, das gläubig, treu, und stets in liebe thätig fen: So kann ich stunden mich. Hilf im legten nicht verderben. Erdf' in bangen kampf, daß ich Mag froh und selig sterben. Mel. Ein kindelein fo löbelich zc. 1065. Troh dank ich, vater, dir, daß du uns Deinen fohn gegeben; Denn der bracht' unfern feelen ruh; Erwarb Dir, daß du den geist, Der uns den weg zu fesu weift, Wie ers verhieß, gesendet. Er, der geist, der wundersam Auf die boten je su kam, Hat gan; dein werk vollendet. Mel. Jefu, deine heil'gen. uns ewigs leben. Froh dank ich 1066.D er du unsrer huld reich denkest, Treuer Gott, und deinen geift De nen die dich bitten, schenkest, Ja um ihn uns bitten heißst! De muthsvoll fleh ich zu dir: Vater, send' ihn auch zu mir, Daß er met 2. Erfüllt mit seiner wundernen geift erneue, und ihn dir zum Fraft, Gehn sie, die welt zu leh ren. Der geift, der neue herzen schafft, Hilft ihnen, sie bekehren. Der gnadenlehre freudenschall, Erfüllt den erdkreis überall. Vernunft und wahrheit siegen, Blind heit, ahn und lafter flieht. Wo man ottes finger siebt. Muß fa tan unterliegen. tempel weihe. 2. Ohn' ihn fehlet meinem wiss fen Licht und krafthund fruchtbars keit, Trost dem zagenden gewisſen, und dem herzen frömmigkeit. Ja von gottes heile fern, Fern von iefu, meinem Herrn, Blieb ich todt in meinen fünden; Ließ nicht er mich bülfe finden. 3. Komm Unhang. 25 beſeelen! Du, Geift Gottes, kank 1067. tig gut ber seit, 3. Komm denn! komm, mich zu Mel Nun sich der tag geendet zc. icht um ein allein Durch die fünd' entfiellte feelen zu der gottheit bild erneun. Komm! mein herz begehrt nach dir. Schaffe du dein werk in mir! Mache mich zu deinempreiseGläubig, fromm, zum himmel weife. Ich fleh um deinen geist, Den mir zu meiner feligkeit, O Gott, dein wort verbeißt. tedal manzel 2. Die weisheit, die vom hims mel stammt, O Vater, dehr er mich; Die weisheit, die das berz entflammt Bur liebe gegen dich.. 4. Lenke meines herzens triebe Von der liebe dieser welt Hin auf meines gottes liebe, Hin auf das, was ihm gefält; Daß, da er soboch mich liebt, mir solch heil in chrifto giebt, Jch mein ganzes her; ihm gebe, und nur seinem ruhme lebe. 5. Geift des friedens und der liebe! Bilde mich nach jesu sinn, Daß ich doch noch fanftmuth übe, Wenn ich oft gereizet bin. Laß mich denken: deine frucht Sen nicht haß, nicht eifersucht, Sen nur lieb und herzensgüte. Die, die pflanz in mein gemüthe! 3. Dich lieben, Gott! is feligkeit; Gern thun, was dir gefällt, Wirkt edlere zufriedenheit, Als alles glück der welt. 4. Dann, dann hab ich vertraun zu dir; Dann schenket selbst dein geift Das freudige bewußtseyn mir, Daß du mir gnädig seyft. 5. Er leite mich zur wahrheit hin; Zur Tugend stärk' er mich Beweise, wenn ich traurig bin, Auch mir als trister sich. inds 6. Er schaff' in mir ein reines herz, Versiegle deine huld, Und waffne mich in jedem schmera Mit muth und mit geduldades 6. Lehre mich, mich selbst er Fennen, Auchverborgnte fehlerfehn, Sie in demuth gott bekennen, und ihn um vergebung flehn. Doch Mel. Warum sollt ich mich dennze. auch besſern laß mich ſie For 1068. Werther trofe dert dieß schon und hernies Dennoch wirds durch dich mir der! Geift des Herrn, Sen nicht glücken, Stets sie mehr zu unfern! Stärke chrifti glieder. Der terdrücken. fein wort noch nie gebrochen, Chris tus hat Troft und rath: Uns in dir versprochen. * 7. Wenn, der vor'gen sünden wegen, Angst aufs neu mich nie derbeugt; Wenn in mir sich zweifel regen, wie sie wahn und stolz erzeugt, wenn mein aug' in angsten weint, Daß Gott nicht zu hören scheint; Sey, Geist Got tes, meine früße! Sen der schild, der mich beschüße! 8. Was ich gutes an mir habe, hab ich nur durch dich erlangt; Und selbst das ist deine gabe, Daß mein herz nach dir verlangt. Geist des Herrn, fet durch dein wort Dein geschafft in mir stets fort, Bis es, wenn mein lauf sich endet, Mich zur feligkeit vollendet. Bid med dig 2. Schöpfer unsers neuen les netten te bens! Fern von dir, Suchen wir Unser heil vergebens. Giebst uns du nicht licht und stärke: So ges bricht Kraft und licht uns zum schwersten werken as usu 3. Herr, wir fallen dir zu fuße! Eins ist noth! Eins ist noth! Buße, wahre buße. Zeig uns du den gråul der fünde, Daß das herz Angst und schmerz, Neu und scham empfinde. 4.3eig uns des dersöhners wun den. Ruf uns zu: Ihr habt ruh, Ihr habt heil gefunden. Gott hat usidrne ind is siune Unhang. 26 uns den sohn gegeben. Wer fo liebt, So viel giebt, Biebt auch ew'ges leben. Biz 5.Sichre weck'aus ihremschlafe. Rette doch heute noch Die verlornen schafe! Rette du sie vom verderben, Daß sie nicht Im ges richt Der verstockung sterben. 6. Geist der weisheit! gieb uns allen Durch dein licht Unterricht, Wie wir gott gefallen. Lehr uns, froh zum vater treten. Sen uns nah, und sprich ia, Wenn wir Findlich beten. ha 4. Stärke mich, wenn zu der fünde Mein gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht überwin. de. Hab' ich irgend mich verirrt: O so stärke selbst mein herz, Daß Saia ich, unter reu und schmerz, Mich vor gott demüthig beuge, Meinen sinn zur beßrung neige. * 7. Geift der kraft! hilf du uns tampfen. Gieb uns muth, Jede glut Böser luft zu dämpfen. Laß uns auch gefahr und leiden, Angst und noth, Schmerz und tod nie von iefu scheiden. 8. Hilf uns nach dem beden freben! Gieb uns kraft, Tugend baft, Jefu gleich, zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen. Treib uns an, Seine bahn Froh, wie er, zu gehen. 9. Sen in schwachheit unfre stüße! Steh uns bey! Mach uns treu In der drangsalshizze! Und ruft gott uns nach dem leiden Nun zur ruh; Führe du uns zu feinen freuden! 3. Hilf, daß ich, von dir getrie ben, einem gott und water treu, Ihn mög' über alles lieben, und mir nichts so wichtig sey, Als mich seiner huld zu freun, Und drum fünden stets zu scheun, Sei nen namen zu erhöhen Seine wege gern zu gehen. werden. 2. Laß auf jedem meiner wege Deine weisheit mit mir seyn, Und, daß ich nicht irren möge, Deine wahrheit micherfreun.Suchen laß mich in der welt Nichts, als was dir wohlgefällt. Lehrst du mich, was recht ift, wählen: Werd' ich nie mein beil verfehlen. 5. Fehlt mir Fraft zu guten werken; Treibe zum gebet mich an, Das zur tugend schwache står ken, Träge neu beseelen kann. Laß. mich aber mein vertraun nie auf meine tugend baun; Nie der thas ten lohn verlangen; Was gott giebt, als gnad' empfangen. 6. Steh in allen meinen leiden Mir mit deinem trofte bey, Daß ich auch alsdann mit freuden Deis ner führung folgsam sey. Still' im sterben angst und schmerz, Daß noch da mein brechend her Deines troftes kraft empfinde, Männlich kämpf und überwinde. Mel. Jefu, deine heil'gen 2c. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 1069.und vom ter 1070.eift der weisheit, Fraft und Der du unser tröster bift, und von Der du fromme herzen lenkst, und unsers gottes thronehülfreich auf die wohlthat guter triebe Gott uns schwache siehst! Stehe du mir geweihten feelen schenkft; Seelen mächtig bey, Daß ich gott ergeschenkst, die arges haffen, Gern von ben sey, Daß mein ganzes herz dir sich leiten lassen. Wohne, heil auf erden Mög' ein tempel gottes ger Geist, in mir! Sieb! mein her ergeb' ich dir. 2. Mich auch laß dein licht ers füllen, zu erkennen meine pflicht, Herr, beherrsche meinen willen. und verlaß mich schwachen nicht. Gieb mir wollen und vollbringen' Laß mir auch den kampf gelingen; Wenn mein hert sich träge zeigt. Sich schon bin iur fünde neigt. Unhang. 27 3. Beige mir des mittlers un| Wie preiß ich würdig dich dafür! den, enn mein herz sich selbst verklagt. In der prüfung heißen kunden Stärk' es, daß es nicht verzagt. Wachen lehre mich und sehen, Und hinauf zum kleinod schen, Das gott dem zum lohne giebt, Der ihn bis ans ende liebt. Vom Worte Gottes. Mel. O Gott des himmels und zc. 1071.Dein wort, o och nie kann mein dank dich gnug ers beben. Durch christum schenkst du weisheit mir. Kennt' ich die lehre iefu nicht: Wie wenig bätt' ich trost und licht! ist mir der tod! 2. Es leuchtet uns auf unsern wegen; Berfirent des irrthums finsterniß; Verkündigt gnade, heil und segen, und macht uns deiner bald gewiß; Lehrt, daß du unfer pater bist, und iesus unser bei land ist. 2. Auf ungewiffem finstrem pfas de Würd' ich ein raub des irrs thums seyn; Ach! unbekannt mit Deiner gnade, In dir den strengen richter scheun. Ich fände keinen trost in noth; und schrecklich wäre men. Es lehrt uns unsre ganze 3. Doch diesen trüben finster, pflicht; Es giebt dem sänder und nissen Des irrthums, und der dem frommen Zum leben sichern fünde macht hat jesu lehre mich unterricht. Ofelig, wer es acht entrissen. Ihr licht zerstreut des sam hört, Bewahrt und mit gezweifels nacht, Lehrt mich, wie borsam ehrt! viel gott für mich that, und ebs net selbst den rauhften pfad. Mel. O Gott des himmels und 2c. er du dein wort mir bast gegeben, 1072. 4. Ich weiß, wozu mich gott geschaffen; Ich kenne meine ganze pflicht; Weiß, muß ich gleich im tod entschlafen: So stirbt mein ew'ger geist doch nicht. Der tha ten lohn folgt: dort ihm nach, und gott erfüllt, was er versprach. 3. Dein wort erweckt uns, dich ju lieben, Weil du so väterlich 5. Gott, laß mich dieser guten uns liebst; Erweckt uns, dein ges lehre Gehorchen mit stets größ, bot zu üben, weil du uns so viel rer luft, und keines zweiflers spott Butes giebst; Erweckt uns, sün- zerstöre Ihr troftgefühl in meiner den stets zu scheun, um beilig, brust. Mein ganzes Leben preise gleich als du, zu seyn. dich! Dein heil im tod' erfreue mich! 4. Gott, deine tröstungen er gößen; Veredeln auch geift, her; und sinn. Weit höher ist ihr werth welt sewinn. Wenn andrer troft uns Bang verläßt, Steht dieser trofst noch felfenfest. 5. Laß mich dein Wort mit ehr furcht hören; Dein forschen mit bescheidenheit; In demuth glauben seinen lehren; Mit freuden thun, was es gebeut: So führts mich deinem himmel zu, Und hier schon schenkts mir heitre ruh. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 1073. lich ist, Heiland, deine gnadenlehre. Ach! so oft mein geißt ermißt, Was ich, kennt ich sie nicht, wäre: So entflam met der gedanke mich zum freus denvollsten danke. 2. Keines menschen weisheit lehrt, wie wir Gott uns nahen sollen, wenn wir, seiner strafen werth, Gnad' und troft erlangen wollen. Nun hat, was kein ohr gehöret, uns bein wort vem kres; gelebret. song or inminen 3. Unbang. 2899 3. Dieses theure wort zeigt mir, Wo ich heil und rube finde: Zeigt, o Jesu, mir in dir Den versöhner meiner fünde, Der, mir gnade zu erwerben, Bich entschloß, für mich zu sterben. 4. Huldreich rufft du allen zu: Kommt! beladne múde feelen! Kommt zu mir! hier findt ihr ruh, Wenn euch angst und unruh qualen. Zaget nicht! gott will verge ben. Wer an mich glaubt, der wird leben. 5. Herr, dein evangelium Hats nicht millionen zeugen, Die, zu Deines namens ruhm, Dankbar ihre knie dir beugen, Daß du dieß bein wort erfülleft; Gern die angst der herzen fillest m * 6. Theures gnadenreiches wort! Wenn nun das gesetz mir drauet, Als ein schwerdt mein herz durchbohrt: Wie werd ich durch dich erfreuet! Denn in Gott feh nun ich armer, Statt des råchers, den erbarmer. 156 7. O in welchem mildren licht gern ich dadurch gott erkennen; Ihn mit voller zuversicht Kindlich meinen vater nennen! Denn er hebt er nicht uns fünder Bis zur würde seiner kinder? uns goanet, uns bier den weg zur wahrheit zeigt, Selbst unser herz zum guten neigt. Gebt uns ferm Gott die ehre! 8. Und nun schiene mir noch laft Sein mir vorgeschriebner wille? So viel huld läßt mir 2. Gott, durch dieß wort erken nen wir: Im himmel und auf ers den Kömmt alles, alles nur von dir. Du hießeft welten werden. Der du des segens quelle bift; Deß furcht der weisheit anfang ift; Dir, dir gebühret ehre! 3. Dieß wort entdecket uns das heil, Das du der welt gegeben. Dir, Jesu, durch den unser theil Hier ruh ist und dort leben; Der du für uns am kreuze starbft, Und uns ein ewig heil erwarbft; Dit, dir gebühret ehre! 4. Dieß wort verspricht uns deinen geist, Der uns zum glau ben leitet, Zur gottesfurcht uns unterweist, Zum himmel uns bes reitet. Es giebt uns freudigkeit ins herz, Verfüßt uns einst des todes schmerz, und hilft uns überwinden. 5. Sey innigst, Gott, dafür ges preift! Du, den wir vater nennen; Von dem, was uns dein wort vers heißt, Soll ewig uns nichtstrens nen. Nicht lob der menschen, nicht ihr sport, kein leiden, wär es auch der tod; Nichts soll von dir uns scheiden. * 6. Den meg der wahrheit nicht raft, Bis ich freudig ihn erwählen wir; Wir wissen deinen fülle, Stets ihn fertiger voll willen. Gieb uns die Fraft, fie bringe, Stets nach böhrer tu- kömmt von dir, Jhn treulich zu gend ringe. erfüllen. Erhalt in deiner furcht das herz, Daß es in freuden und in schmer: An dich sich findlich balte. 9. O wie köftlich ist sie mir, Deine holde gnadenlehre! Dank fen, Heiland, dir dafür! Hilf, daß sie mein wandel ehre, Bis dein himmel ganz mich lehret, Welch ein heil sie uns gewähret. 7. Herr, wir sind dein; verlaß uns nicht! Stark' uns in unserm glauben! Vermehr des glaubens zuversicht! Nichts, nichts laß uns sie rauben! Getreu bist du; auch Mel. Es ist das heil uns 2c. 1074.Gerührt erhebe got uns mach treu, Daß uns dein Gott, wort sey dank und ebre! Auf ihn, als chrift, erkennet, Daß er in evangelium Bon jugend auf Anhang. Auf das Reformationsfest. mit ihr. Der hilft ihr; und fein Mel. Nun jauch dem herren sc. wort besteht, Bis einst der eri 1075. Lobfingt! das licht treis untergeht. Vom Gebete. ftralt wieder hell, Das einft, in seinen siegen schnell, Durch wahrheit, die gott felbe Mei. O Gott des himmels und zc. gelehrt, Den finstern erdkreis auf 1076.Dein heil, o chrin, geklärt. nicht zu verschers 2. Ach! kaum war jene nachten, Sen nach und nüchtern zum zerstreut, Als selbst im schooß der gebet. Ein flehn aus reinem gutem christenheit Schon viele herzenherzen hat gott, dein vater, nie menschenwahn Der wahrheit got verschmäht. Er ist die liebe felbst, er hört, Was feiner kinder herz tes abgewann. begehrt. 3. Verdunkelt ward ihr helles licht. Viel christenlehrer sahens nicht. Aus unterricht ward glaudenszwang, Der kämpfend nach der herrschaft rang. 2. Erschein vor seinem angesich te Mit dank, mit demuth, oft und gern, und prüfe dich in seinem lichs te und klage deine noth demherrn., So wird die hülfe dich erfreun. Und deine tugend recht gedeihn 4. Und bald hatt er sich sie er: kämpft. Bald war der edle muth gedämpft, Der für der wahrheit rechte sprach, Da der verfolgung grimm ihn brach. 3. Welch glück, so hochgeehrt zu werden, und im gebet vor gott zu fiehn! Der herr des himmels und 5. Lobsingt! befiegt durch got der erden; Bedarf der eines mens tes macht ward schnell des aber schen flehn? Its nicht blos deine glaubens nacht, Die auf der kir- feligkeit, wenn er zu beten dir che iefu lag. In ihr wards pldt lich wieder tag. gebeut? 4. Sagt gott nicht: bittet, daß 6. Du, Gott, fundst deinen ihr nehmet? Ist des gebetes frucht Enechten ben. Nur du haft von nicht dein? Wer sich der pflicht zu der tyranney, Die die gewissen beten schämet, Der schämt sich, unteriocht, So herrlich zu begottes freund zu seyn, Und stößt frenn vermocht. das angebotne glück Undankbar selbst von sich zurück. Gott, 7. Ob auch noch ist die wahr heit nicht Die nebel überall durch bricht: Ihr licht nicht alle lander jehn; Gott hat sich seine seit erfehn. 5. Sein heil von dir, begehren, wie leicht ist sie, wie füß die pflicht! Des herzens wünsche dir erklären, wie stärketdasdiefees le nicht! Gebet giebt muth, gebet giebt kraft Zur dämpfung ieder Leidenschaft. 8. Seht gottes sonn' an! sie erhellt Nicht auf einmal die ganze welt. Wohl dem, der rein res licht genießt, wenn er ein kind des lichtes ist! 9. Bleibt, wenn sich mancher irrthum regt, An gottes wahrheit unbewegt! Doch bleibt dabey auch fiets bereit zu frommer faufter duldfamkeit! 10. Die tugend fey ber wahes beit sier. So sieget fie: gott ift 6. Was kann zum fleiß in guten werken Mir fräftiger den muth erhöhn? Was mehr in leidensstuns den stärken, Als, Gott, zu dir mit inbrunst flehn? Ja, Vater, met ner feele ruh Nimmt, wenn ich bete, fühlbar zu. 7. Drum laß mich nicht mein beil verscherzen! Sieb luft und fraft Anhang. 30 kraft mir zum gebet! Und, wenn aus reinem frommem herzenMein mund zu dir um hülfe fleht: So höre mich von deinem thronDurch iesum christum, deinen sohn. Mel. Allein Gott in der höh feyze. ott, deine gute 1077. reicht so weit, So weit die wolken gehen. Du krönft ans mit barmherzigkeit, Und eilft, uns beyzustehen. Odu, zu dem der engel fleht! Vernimm, o Gott, auch mein gebet! Vernimms, und sey mir gnädig! 2. Jch bitte nicht um überfluß, Und schätze dieser erden. Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner gnade werden. Gieb mir nur weis heit und verstand, Dich, gott, und den, den du gefandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Jch bitte nicht um ehr' und rahm, Sosehr siemenschen rühren. Des guten namens eigenthum Laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer ruhm sey meinepflicht, Der ruhm vor deinem angesicht, Und frommer freunde liebe. 4. So bitt' ich dich, mein Herr and Gott, Auch nicht um langes leben. Nur wolleft du mir muth in noth, Jm glücke demuth geben. In deiner hand steht meine zeit. Laß du mich nur barmherzigkeit Vor dir im tode finden. Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu zc. 1078. angesicht, Ver ch komme vor dein wirf, o Gott, mein flehen nicht. Bergieb mir alle meine schuld, Du Gott der gnaden und geduld. 2. Schaff du ein reines herz in mir; Ein herz, voll lieb' und furcht vor dir; Ein herz, voll demuth, preis und dank; Ein ruhig her: mein lebenlang. 3.Sey mein beschüßer in gefahr. Jcb barre deer immerdar. If wohl ein übel, das mich schreckt, enn deine rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner. hand. Von dir empfing ich den verstand. Erhalt' ihn mir, Herr, fort und fort, und stärk' ihn durch dein göttlich wort. 5. Laß, deines namens mich zu freun, Ihn fiets vor meinen aus gen seyn. Laß meines glaubens mich zu freun, Ihn stets durch liebe thätig seyn. 6. Das ist mein glück, was du mich lehrst. Das sey mein glück, daß ich zuerst nach deinem reiche tracht, und treu In allen meis nen pflichten sey. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Fraft Zum siege meiner leidens schaft. Du aber ziehst mit kraft mich an, Daß ich den sieg erlan gen kann. * 8. Gieb von den gütern dieser welt Mir, Herr, so viel, als dir gefällt. Gieb deinem Enecht ein mäßig theil; Zu seinem fleiße glück und heil. 9. Schenkt deine hand mir über fluß: So laß mich mäßig im genuß, und, dürft'ge brüder zu erfreun, Mich einen frohen geber seyn. Io. Gieb mir gesundheit, und verleih, Daß ich sie nük'und dank bar sey, Und nie aus liebe gegen sie mich zaghaft einer pflicht entzieh. II. Erwecke mir fiets einen freund, Ders treu mit meiner wohlfahrt meynt, Mit mir in deis troft und bevspiel giebt. ner furcht sich übt, Mir rath und 12. Bestimmst du mir ein längs res ziel, und werden meiner tage viel: So laß du, meine Zuvers sicht! Gott, laß mich auch im alter nicht. 13. Und wird sich einst mein ens de nahn: So nimm dich meiner herzlich an, und sey durch chris ftum, deinen sohn, Mein Schirm, mein schild und großer lobn. el. Anhang. 31 Mel.Dieß sind die heil'gen zehn 2c.| de krdnt! Gott, Mittler! Gohr, der uns verföhnt! Gott, Trdſier! 1079. De fich alle himmel Erbarm Auch unsre feele freut sich dein, unsrer! denn vor dir, Du Hei Daß du, deß macht unendlich ist, ligfter, erscheinen wir, mit fün Daß du, Gott, unser vater bist. denschuld beladen. Groß aber, Sey hochgelobt! groß ist deine huld. Uns fünder trägst du mit geduld. Ach merk auf unser heißes flehn! Laß gnas de noch für recht ergehn! Herr, unser Gott! Verbirg uns nicht Dein angesicht, und geh mit uns nicht ins gericht! 2. Durch böse luft, durch mort und that Sind wir oft aus dem ebnen pfad Der tugend ausges schritten. Doch fündern willst de ja verzeihn, Die ernstlich ihre schuld bereun, Und um erbars men bitten. Der du herab vom himmel kamft, Und unsre mensch heit an dich nahmst, Sohn Got tes! der du für uns littst, Gott hört uns, wenn uns du vertritts. Herr Jesu Chrift! Vertritt uns du! Sprich troft uns zu! So finden unsre feelen ruh. 3. Schüß' uns vor irrthum und bewahr uns, chrifti gliederu, immerdar Der glaubenseintracht segen. Dein wort zeig' an uns seine kraft; Bleib' uns in unsrer pilgerschaft Ein licht auf unsern wegen! Behüt uns, Herr, daß feuersglut, Der theurung druck, der fluten wut, Der feuchen gift, des Krieges schwert Nie unfre wohnungen verheert. Herr, un ser Gott! Hör unfer flehn! Und laß uns sehn, Daß wir in deiner obhut ftehn! * 2. Weit über unser stammeln, weit Geht deines namens herrlich teit. Ihn ehre stets, von lieb' ents brennt, er deinen großen namen nennt, Unendlicher! 3. Verbreite deiner gnade ruhm Durch jesu evangelium! Mach unser herz ihm unterthan; So beten wir dich kindlich an, Allgütiger! 4. Der du ein milder herrscher bist; Nichts willst, als was uns beilsam ift; Dein wille, Weisefter! geschel Auf erden, so wie in der boh. Das hilf uns, Herr! 5. Gieb du, Ernährer aller welt! uns täglich, was den leib erhält. Doch gieb uns auch ein herz da bey, Das dankbar und genügsam sey, Und dir vertrau. 6. Erlaß, erlaß uns unsre schuld. Trag unfreschwachheitmitgeduld. Wir wollen auch, von rachgier rein, Des bruders fehler gern verjeihn. Wir wollens, Herr! 7.3u heiß sey die versuchung nicht. Uns leucht', Erbarmender! dein licht. Steh uns zum siege machtig bey. Mach uns im guten fest und treu.Gott! mach uns treu! 8.Erlis, erlds uns, unser Gott, Nach deinem rath aus ieder noth. Auch wenn das Herz uns serbend bricht, Ach! Vater, dann verlaß uns nicht. Verlaß uns nicht! 9. In deines himmels heiligthum; Auf deiner erd'erschallt dein ruhm. Gott, groß an macht und berrlichkeit! Sen hochgelobt in ewigkeit! In ewigkeit! 4. Den tinig schüße deine macht! Er, der für unsre wohl, fahrt wacht, Jft uns von dir ges seben. Du, der in ihm so viel uns giebt, Schenk' ihm, der vas terlich uns liebt, Das frobfic Mel. Herzlich lieb hab ich dich zc. langste leben. Gott! schütt auf PRA 1080. *) mit gita; deiner ſegen aus. Laß keiner räthe Bater! sein besten der tban Urbang. 32 thun gedeihn, Recht, ordnung, treu das land erfreun. Herr, unfer Gott! In deiner hand Ik unfer land. Beglück es! fegne teden stand! her; und hand belebe; Des fleißs ses schußwehr friedes fey. 3. Schenk' ihm der jahre langste reihe, und noch im Alter mun terkeit, Daß sein sich auch der enkel freue, wie unser her; sich seiner freut. Daß er sich stets ers muntert füble; So schütt' auf ihn der segen viele, Auf ihn die besten segen aus; Und gegen jes des unglücks stürme Bedeck mit deiner allmacht schirme Sein ganz zes königliches Haus. 5. Vernimm'der leidenden ge bet! Dem, der zu dir im elend feht, Hilf, daß er nicht erliege! Gieß troft in iedes wunde herz! Die kranken lab' in ihremschmerz! Hilf sterbenden zum siege! Doch du thuft mehr, als wir verstehn; Kannst mehr sewähren, als wir flehn; Weißft desfer, was uns nügt, als wir. Wir überlaffen ganz uns dir! Herr, unser Gott! Durch alles leid Der prüfungszeit Führ uns zu deiner herrlichkeit. *) Confirmationslied, wie es die Gemeine singl. Mel. Kom heiliger Geist, Herren. beiden letztern, mit einem Dbiger Gesang kann in den Afteriffus bezeichneten, Ver: sen nach der Predigt statt des sonst gewöhnlichen: Gott, va ter denk an christi tod zc. ter, Sohn, und Geist, Den se mit gebraucht werden; ganz Igen, den dein wort verheißt. Er aber an den öffentlichen fülle sie mit deinen gaben! Laß Buß und Betragen. sie mit dir gemeinschaft haben! Erbarme dich! Erbarme dich! kinder, die hier vor dir fichn! heiße flehn Der I082.a.Erhör, o Gott, das Erbarmend blick auf sie hernies der! Denn dein sind sic; sind chrifti glieder. Gieb ihnen, Vas Mel. Ovaterherz, o licht und ic. ott, Herrscherüber 2. Sie wollen, deiner sich zu freun Sich ist, Gott, deinem diens Den deiner weisheit rath sind wir Verlich erneuern, und dir mit heri knüpft im staat durch feste bande; und mund betheuern, In ihrem Und obrigkeiten sind von dir. Für glauben fest zu stehn, In ihrem sie dich bitten, ist dein wille. thun auf dich zu sehn, Im wan Hör denn! aus unsers herzens del rein, und rein im herzen, fülle Flehn wir mit kindlichem Dein heil nie sorglos zu verschers vertraun. Stårk unserm könig zen. Gieb kraft dazu! Gieb kraft seine Fräfte zu dem schwerlasten dazu! den geschaffte, So bieler völker wohl zu baun. 2. Gott, laß an ihm mit jedem morgen Sich deine gnad und treu erneun. Für seine våterlis chen sorgen Sen aller herzen liebe sein. Laß für die wohlfahrt sei nerstaatentets feine rathe weiss lich rathen, und hilf, daß ieder rath gedeih; Sich stets des lan des flor mehr bebe: Fleiß aller 3. Schenk ihnen much und freu digkeit! Laß ihrer zusag' heiligs keit So stark, so tief ihr heri durchdringen, Daß sie ihr wols len treu vollbringen. Auch uns laß ist mit herz und mund Mit dir erneuern unsern bund, und einft,( hör unser brünstig flehen! mit ihnen ein um himmel ges hen. Erhör uns, Gott: Erbör uns, Gott! 33 fungsstand; Und doch schon hier, welch segenspfand in seinem leib und blute! Anhang. wie es die Confirmanden zu singen haben. 1082.b. Frhör, Sort, das heiße flehn Von uns, die wir hier vor dir tehn! Erbarmend blick auf uns hernieder! Denn dein sind wir, sind chrifti glieder. Gieb uns, Gott, Vater, Sohn und Geift, Den fegen, den dein wort ver heißt. Erfüll' uns du mit dei nen gaben Laß uns mit dir ges meinschaft haben. Erbarme dich! Erbarme Dich! 2. O herrlichs mahl, an wonne reich! Was ist der liebe jeju gleich? Daß er uns ihm vereine, Macht er im brod' und meine Uns theilhaft feines leibs und bluts. Wie wird die seele da voll muths! Im glauben fest gegründet; Zu heißrer lieb' entzündet. Wir fühlen uns mit neuer kraft Gestärkt zu unsrer pilgerschaft, Wie sollten wir uns deß nicht freun! Der Herr ist unser; wir sind sein. O felige gemeinschaft! 2. Wir wollen, deiner uns zu freun, Uns ist, Gott, deinem dienste weihn, Den taufbund fenerlich erneuern, Und dir mit Herz und mund betheuerk, In 1084. J und ſuche dich Mel. Herr Gott der du erforscheft komme, In unserm glauben fest zu stehn, unserm thun auf dich zu sehn, Fm Mühselig und beladen. Gort, wandel rein, und rein im herzen, mein Erbarmer, würdge mich Dein heil nie sorglos zu verscher- Des wunders deiner gnaden. Ich jen. Gieb kraft dazu! Gieb liege hier vor deinem thron, Sohn kraft dazu! 3. Schenk, Herr, uns muth and freudigkeit! Laß unsrer zu fag' heiligkeit So stark, so tief das Herz durchdringen, Daß wir das wollen treu vollbringen. Ach! laß ist aller herz und mund, Bleich uns, erneuern ihren bund. Sie alle laß, hör unser flehen Mit uns einst ein zum himmel gehen. Erhör uns, Gott! Erhör uns, Gott! Gottes und des Menschen Sohn, Sch Mich deiner zu getrösten. fühle meiner fünden müh. Ich suche ruh, und finde sie Im glau ben der erlösten. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an; Du bist das heil der fünder. Du haft die schulden abgethan; und wir sind gottes kinder. Ich denk an deines leidens nacht, und an dein wort: es ist volls bracht. Du haft mein heil vers dienet. Du haft für mich dich dargestellt. Gott war in dir, und hat die melt In dir mit sich ver fühnet. 3. So freue dich, mein herz, in mir! Er tilget deine fünden, Und läßt an seiner tafel bier Dich snad' um gnade finden. Ich ruf, und er erhört mich schon: Spricht liebreich: sey getroft, mein sohn, Die schuld ist die bergeben. Du bift auf meinen tod getauft, Und du wirst dem, der dich erkauft, Von ganzem Herzen leben. Zu Abendmahllieder. Del. Ich glaub an einen Gott zc. 1083.Der für die fünder feyern ein gedächtnißmahl Der wunder seiner liebe, Das auf die nachwelt bliebe Bis einst der erdkreis untergeht, Und er in pracht und majestät, Zum jubel aller frommen, wird sichtbar wieder kommen. Dann zeigt sichs ganz, às er erwarb, Als er für uns aus liebe starb. Now währt ist unser prü4. 34 Unhang. 4. Dein ist das glück ber felig-| miterlöße brüder! Que seinem teit; Bewahr' es hier im glau- diens geweiht! Alle seines leibes ben, und laß durch keine sicher glieder! Komt versöhnte! tomt! beit Dir deine frone rauben. erneut Euren bund der seligkeit! Sich, ich vereine mich mit dir, 2. Nehmet bin, und eßt sein Ich bin der weinstock; bleib' an brod! Jesus chriftus ward gege mir, So wirst du früchte brin- ben Für die fünder in den tod! gen. Ich helfe dir; ich stärke dich, Nehmt und trinkt! ihr trinkt das und durch die liebe gegen mich, leben! Seht, wie er die sünder Wird dir der sieg gelingen. liebt, Da er selbst für sie sich giebt! 5. Ja Herr, mein glück ist dein gebot. Ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen tod Um kraft zu meinem rillen Laf mich von nun an würdig seyn, Mein ganzes her: dir, Herr zuvon deiner demuth seyn. weihn, und deinen tod zu preis fen. Eaß mich den ernft der heiligung Durch eine wahre besserung Mir und der welt beweisen. Mel. Jefus, meine zuversicht zc. 1085. ! wir sind hier Deinen mittlertod zu feyern. Und mit ganzem Herzen dir Das gelübde zu erneuern, Wie du uns erkauft baft, dein, Dein bis in den tod ju feyn. ju 2. Freudig nahn wir and hers Wir empfahn hier heil und leben. Hier, hier starkt dein leib, den du Selbst für uns dahin ges geben, Dein für uns sergoßnes blut tins das hers mit troß und muth. 3 Auf! bringt chrifto preis und ehr'! Betet an! er ist zuges sen; Mitten unter uns is er 3fts mit allen seinen segen. Und, o wie gesegnet ist, wessen freund du, Jesu, bift 4. Unser Herr, und unser Gott! an dir hängt glaube. Hilf, daß weltluft oder spott Uns ihn nie som herzen raube! In des todes finsterniß Mach er noch Das hers gewiß! 3. Die mit voller zuversicht, Jesu, deines heils sich freuen. Die laß fiets in diesem licht Wan deln, und sich ganz dir weihen Laß ihr herz von stolze rein Vol 4. Die, die noch soll kümmer: niß Zagen, aber stehn und machen, Mach' in deinem heil gewiß. Herr, sie glauben; hilf den schwachen! Unerhört lässt du nicht flehn, Die gebeugt von ferne fiehn. 5. Gott ist gnädig, und wir traun Setner gnade nicht verges dens, Theures pfand vom künftgen schaun! Hoher vorschmack ew'gen lebens! Jniger fühlt heut der geist, Daß gott hält, was er serheißt. 6. in aller welt verkündigt; Er, der Jesu chrifti mittlertod Berd segensreiche tod, Der uns rettet, uns entsündigt, Neuige mit gott versöhnt: Glaubige mit gnade Front. 7. In das chor des himmels schwingt, Herr, sich unser schwa ches fallen. Benn, von engeln niederfallen, Singt ein höhrer einst umringt, wir auch vor dir lobgesang Dir dann einen wür's gern bank. Mel. Es ist das heil uns komen ze. 1087. Ther, mein heil Für deine todesleiden. Hab ich an ihren früchten theil; Was fehlt dann meinen freuden? Du vardit ein opfer auch für mich. 1086. Die ihr chrißi jûn gieb, daß meine seele sich Des Mel.Jesus, meine zuversicht zc. ger fend! Theure enig freuen möge. diose Unhang. 35 wie dank ich würdig dir. 2. Den hohen werth von dei| Und erquickest mich im leide. Heil nem tod Laß mich ist ganz em- und Leben schenkst du mir.( Sott, pfinden! Er tilgt den fluch, der mir gedroht. Er reinigt mich von funden. Gewissensruh und beß rungskraft, und troft in meiner pilgerschaft: 0 was für theure gaben! 3 Dein mahl ist mir ein un terpfand Von deiner großen gute. Wie viel hast du an mich gewandt! Dieß stärke mein gemüthe Im gläubigen vertraun auf dich, Daß ich, so lang ich lebe, mich An deine gnade halte. 4. Herr, da ich ist voll rea und schmerz Der sünden burde fühle: So gieb, daß mein gebeugtes her Izt deinen troft auch fühle: Den troft: wenn wir die schuld bereun, Mach' uns dein blut von fünden rein, Und stark uns, Gott zu dienen. 2. Unachtsam auf seinen ruf Hab ich oftmals gott betrübet; Shn, der mich zum glück erschus und mich stets so treu geliebet. Jeh, mit scham gefteh' ichs ein, Bin nicht werth, sein kind zu seyn. 3. Und doch nimmt er huldreich mich wieder an zu seinem kinde, Und vergißt nun väterlich der güt'ge! meiner fünde, Ja er thuts; es bürget mir Jesu leib und blut. dafür. 4. Tag der wonne! heiligs mahl! Ewig will ich dein geden: ken. Meines Jesu todesqual Son mir troft im leiden schenken; und mein leben soll allein Seinem ruhm gewidmet seyn. 5. Troft, der zu himmelswonn' entzückt! Dir wallt mein her; sitgegen! Wie fühl ich mich durch fegen! Wenn ich ermüde, süße mich! Und, zag ich, so ergieße dich In mich mit neuer stärke! Auch besonders bey Confirmas tionen zu gebrauchen. Mel.Schmücke dich o liebe feele zc. 1089.Dankbar fall ich vor dir, Herr, freudenlieder. Wer, o Tilger meiner fünden, Ber kann deine lieb' ergründen? MÄ wie liebevollem herzen Wolltes du die tiefsten schmerzen, Schmach und spott für meine schulden, Ja. des kreuzes tod, erdulden? * 6. Die liebe iefu, meines herrn; wer kann sie ermessen? Stets sey von mir der undank fern, Je ihrer zu vergessen! Herr, mache du mich selbst ihr tren, Daß dir gemeiht mein leben sen, und noch mein tod dich preise. 2. Meine fünden willst du bek ken, Mich zur tugend neu er wecken, Auch mir dort ein enigs 7. Ach! mir errang in schwererleben, wenn ich an dich glaube, qual Dein tod ein ewig leben. geben. Nun! so sen der bund ers Mich wecke denn dein abendmahl, Mit ernst darnach zu fireben; Es rufte mich dazu mit kraft; und, end ich meine pilgerschaft, So stårk' es mich zum siege. neuet! Ganz sey dir mein herz geweihet! Täglich will ich mich bestreben, So, wie du gelebt, iu leben. 3. Dir gelob' ich, deine glieder, Jefu Chrift, als deine brüder, Stets mit reinen frommen tries ben, Stets in ihnen dich, in lies ben. Ich gelobe dirs von herzer. Meiner brüder noth und schmeren Gern und brüderlich zu lins beril, Mel. Jefus meine zuversicht 2c. ag den mir der 1088. Herr gemacht! Sen gesegnet, tag der freude! Du erbellst des kummers nacht, Unbang. 36 dern, Elend, wo ich kann, su mindern. 4. Ich gelob' es dir, auch freu den Leicht zu misſen, ftill zu fei den; Ungeduldig nie zu klagen; Und an Gott nie zu verzagen. Herr, was du liebst, will ich lie ben: Nie mit vorsaß dich betrü ben; Was du haffeft, fliehn und bassen; Sanz von dir mich lei ten laffen. 5. Bisar ich kenne meine schwa che, Jesu, da ich dirs verspreche. Drum hilf du mir selbst, und darke mich zu jedem guten werke. Laß den ersten reiz zu sünden Ungesäumt mich überwinden; Mich der fünden folgen schrecken; Mich der unschuld freuden schmecken. 6 Schaff dir noch der jünger vicle, Die bis zu des laufes ziele Dir, Herr, leben, leiden, ster ben, Deine herrlichkeit zu erben. Broßes abendmahl der frommen! Freudentag! wann wirst du kommen, Wo wir mit der engel chsren Dich, Herr, fehn, und ewig thren! Nach der Communion. u el. Wie schon leucht uns der zc. 1090. Dant, Jefu, dir; ach! sind wirs werth, Daß so viel heil uns wie derfährt? Du unsrer so gedenkest? Erst bis zum tod am kreuz uns liebst? Nun folch ein pfand der lieb' uns giebst? Ach! dich so ganz uns schenkeft? Heil uns! Heil uns! Wir empfinden, Nein von fünden, Gottes frieden. Mehr noch ist uns dort beschieden. Von der Buße. Ne. Wer nur den lieben gott 2c. 1091. Erbarmer Deiner menschenkinder! Du, der allein begnad'gen kann! O sich auch mich, gebeugten fün der, Mit chonung und erbarmen an. Ich fühle reuvoll meine schuld, Den misbrauch deiner vaterhuld. 2. Wie oft hab' ich dir nicht versprochen, zu fliehn der über tretung schmach! Und doch hab ich so oft gebrochen was ich dir feyerlich versprach. Anstatt der fünde reiz zu fliehn, Ließ in ihr net ich doch mich ziehn. 3. Wie beugt das mich! wie ik mir bange Um trost in dieser mei ner noth! Wer rettet mich vom untergange, Den dein geser den fündern droht? Mein ganz ver traun seg' ich auf dich. Du Freund des Lebens, rette mich! 4. Es floß ja auch für meine sünden Des welteridsers theures blut. O laß durch ihn mich gnade finden, und mache mich gerecht und gut. Sprich, mein Erbarmer, prich zu mir: Die ganze schuld erlaß ich dir. 5. Dir, Gott, gelob' ich es aufs neue: Mein herz ol dir gewid, met seyn. Dir will ich nun mit ernst und treue Hinfort mein gan jes leben weihn. Der fünde will ich widerstehn, Und standhaft dei ne wege gehn. 6. Doch ich bin schwach, wer wird mich stärken? Wer helfer in versuchung feyn? Wer mit sum fleiß in guten werken Kraft und beständigkeit verleihn? Du fannst es, meine Zuversicht! stärke mich, so wank' ich nicht. Mel. Herzliebster Jefu, was haft. 1092. Herr, höre! mit be schwes rem herzen Ruf' ich zu dir in met nen fündenschmerzen. O mache. Gott, mich meines kummers les dig, Und sen mir gnädig! 2. Beschämt erkenn' und fühl ich meine fünden. Laß, Vater, mich erbarmung bey dir finden. Will fi Anhang. Vill du aufschuld und übertre: tung sehen. Wer wird bestehen? 3. Bey dir allein steht's, fünden vergeben. Du willst nicht tdd, ten: nein, wir ſollen leben. Uns soll die größe deiner liebe lehren, dich findlich ehren. 4. Berzeih denn mir auch alle meine fehle. Gott, deiner harret meine mude seele. Laß troft und ruh, um des versöhners sillen, Mein herz erfüllen. 5. Vom abend an bis zu dem frühen morgen Hoff ich auf dich; stille meine sorgen! Du schen left ia beladenen und müden Gern deinen frieden. 6. Ja hoffe, teete! hoff auf gottes gnade! Noch macht'ger ist e, als dein tiefer schade, und ainst wird er dich ganz von allem bösen Im tod erlösen. Mel. Wer nur den lieben gott ic. ie theuer Gott, 1093.W ist deine gute, Die alle missethat sergiebt, So bald ein reniges gemüthe Die fünden, die es sonst geliebt, Erkennt, verdammt und ernstlich haßt, Und juversicht zum mittler faßt. 37 finde noe beharrt. Für die der berr ein opfer ward? 5. In demuth fall ich dir zu füßen. Vergieb, mein Gott, mir meine schuld, Und beile mein vermundt gewissen Durch troft aus deiner vaterhuld. Ich will,( Herr, dir gelob ichs an,) Die fünden fliehn, so viel ich kann. 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an gna- s de bist. Wie kurz ist meine seit auf erden, Die mir, on dir serliehne friß; Hilf, daß sie stets mir wichtig sey; Ich meiner beß cung ganz sie weih! 3. 3war, deine gnade zu verdies nen, Vermdgen reu und beßrung nicht. Doch darf mein herz sich wohl erkühnen, Daß es sich deine huld verspricht, wenn es doch fünden nicht bereut, nicht ganz sich reiner tugend weiht? 6. In fteter übung guter merke will ichs zu zeigen mich bemühn; In christo sen mit gnad'auch stärke Zu jeder tugend mir verliehn; In allem thun beseele mich Dankbare liebe gegen dich. Du wirft mich ungeftarkt nicht laffen, Der du fo gnädig mir vergiebst! Was du, Herr, hasseft will ich haffen, Und alles lieben, was du liebst. Laß, Vater, mein gewissen rein, Und beilig meinen wandel feyn. Mel. Jesu meines lebens leben 2c. beuer, Gott if 1094. deine gute! wie theuer ist sie mir! Sieh, mein harrendes gemüthe Dürstet ſehns fuchtsvoll nach dir. Gort, Urhes ber unsers lebens! Keiner harri auf dich vergebens. Nur verachter deiner huld Stürzt ins elend eigne schuld. 2. Lehre mich, Herr deine wege, Daß ich deinen willen thu. Ach, ich selbst bin blind und träge. Leite du mich ihnen zu. Täglich, täglich harr' ich deiner. Du, ich weiß, erbarmst dich meiner Deis ne vatertreu, Gott, if wie du selber bift ip, 3. Ach! denk aller meiner fünden, Auch der jugendsünden nicht! Las or dir mich gnade finden! Geh mit mir nicht ins gericht Sünden willst du ja verzeiben! fün- Wenn sie ernstlich uns sereuen, Bater, sich denn auch auf mich, und verzeih mir väterlich! 4. Ja, du willst des sändersle: ben; 4. Wie kannst du dem die schuld erlaffen, Der wissentlich in den lebt? Darf der ein herz zu Jefu faffen, Der sein verdienst imar hoch erhebt, Doch in der 38 Unhang. ben; Dir iß seine feels werth.| anden, was deiner vorschrift wi Gnädig wif du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. Mit ten auf dem sündenwege Machst du sein gewissen rege Kehrt er um zu feiner pflicht; Wohl ihm! du verwirfft ihn nicht. 5 Alle, die zu dir sich wenden, Nimmst du, Bater, gnädig an; Leiteft sie mit vaterhånden Auf der fugend ebne bahn. O! wie freut sich deiner gute Ein geang ftetes gemüthe Das du seiner fündenlaft Liebevoll entledigt haft! 6. Und zu was für seligkeiten Willst du in die beßre welt Je den treu hinüberleiten, Der nur dir auch treue hält; Welch ein heil! wohl allen seelen, Die zu ihrem theil dich wählen! Deinem himmel führest du, Die in chris ko dein sind, zu. 7. Nun, so darf denn ich auch hoffen: Darf in chrifto dir mich nahn. Durch ihn steht der zu gang offen, Daß auch fünder gnad' empfahn. Würd'ge mich, die großen segen Seines tods auf mich zu legen, Daß mein herz, von angst befrent, Deines fries dens sich erfrent. * 8. Dir will ich dieß her er: geben. Gott! mein Gott! verlaß mich nicht. Hilf, daß ich mag heilig leben; Treu fer meiner ganzen pflicht. Keine schndde luft der finden Soll hinfort mich übers winden. Ach beftark' ,. ich bitte dich, In dem fromen vorsatz mich. el. Wer nur den lieben Gott ic. 1095. Wie felig, Gott, if Ihn drückt nicht mehr der fünde loch. daß ich ganz gerecht seyn möchte! Doch ach! wie wenig bin ichs noch! Sie bin ich leider! noch so weit Vom siele der soll kommenheit! 2. Wie viel ist noch an mir zu derspricht! Oft werd ich übereilt von fünden, und billige sie felbst doch nicht. Oft weich' ich auch aus deiner bahn, Und mein', ich babe recht gethan. 3. Ber kann, wie oft er fehle, merken? Ganz siehst nur du mich wie ich bin. Nur du kannst mich zum guten stärken; Drum werf ich, Gott, vor dir mich hin, Und flehe: hilf mir, daß ich frey Auch von verborgnen fehlern sey. 4. Vom selbstbetrug der eigen liebe Befreye mich durch deine kraft. Erweck und mehr' in mir die triebe zu dem, was wahre beßrung schafft. Laß meinen fleiß gesegnet seyn, und reichlich seine frucht gedeihn. 5. Du wirst das Demuthsvolle flehen Des fünders, der dich scheut und ehrt, O Gott, mein Bater, nicht verschmähen; Du bist es, der gebet erhört. Mein Fels, mein Heil, ich traue dir, was ich dich bitte, giebst du mir. Vom christlichen Glauben. Mel. Allein Gott in der höh sey 2c. I 1096, Wir glauben all an einen gott, Den geber aller gaben, Von dem wir hülfe hier in noth, Dort ew'ges leben haben. Kein gott ist außer ihm; er heißt, Gott Water, Sohn und heil'ger Geist; Der enige, der eine. 2. An Gott, den Vater, glaus ben wir. Wie sein almacht'ger wille Die welt erschuf: so giebt er ihr Noch stets des guten fülle, uns seinen eignen sohn gesandt, mit ihm uns zu verföhnen. 3. Wir glauben auch an Gottes Sohn, Der mensch ward, uns zu retten. Er starb am Freux in schmach und hohn, Damit wir frieden hätten; Bezwang der helle macht; der gerechte! er da wir Anhang. 39 macht; ersand: Fihr aut za gots| gottes gnad and chrifti dlui; Ich hoff ein ewigs leben. Gott ist ein vater der verzeiht, hat mir das recht zur feligkeit in feinem fohn gegeben. 2. Herr! welch ein unaussprechlich heil, An dir, an deiner gnade theil, Theil an dem himmel bas ben; m herzen durch den glass ben rein, Dich lieben, und vere fichert seyn Von deines geiftes gaben! is rechter hand, und kommt der tinßt zu richten. 4. Wir glauben auch an Got tes Geiß, Der heilig uns vers bindet, und durch sein wort uns unterweist, wie man vergebung indet. Er fläßt, wenn tob and grab uns draun, Uns troft der aferstehung ein, Und troß des togen lebens Mel. Jefu meines Lebens leben 2c. ins if noth! ach 1097. Gin Herr, dies eine prage tief dem herzen ein, Daß ich nicht zu spät beweine, Elend durch mich selbst zu seyn. Denn unsterblich ist die seele. Wenn ich bier nicht weislich wahle, Ach! verloren ist sie dann, Daß ich sie nicht retten kann. 2. Bahre hoffnung ew'gen les bells; Diese, diese ſey das ziel Meines eifrightenbestrebens; Denn sie schenkt der freuden siel. Und wo kann ich die wohl finden? Wars lich nicht im dienst der fünden! Nein! mit ihr erfället mich Jefu nur der glaub' an dich. 3. Und die fegen sind unzählig, Die uns dieser glaube schafft. Er, er macht gerecht, er felig; Er auch weis und tugendhaft. Er erleichtert jede bürde, Er giebt thatigkeit, giebt würde; Giebt geduld und troßt im schmerz: Biebt im tobe muth ins hers. 3. Dein wort, was wort der feligkeit, Wirkt göttliche zufrie denheit, Wenn wir es treu be wahren. Er spricht uns troft im elend zu, Verfüsset dieses lebens ruh, und stärkt uns in gefahren. 4. Erhalte mir, Herr, fort und fort Den glauben an dein gåttlich wort Um deines namens wil len. Laß ihn mein licht auf er den seyn Jhn täglich mehr mein her erneun; und mich mit trofi erfüllen. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, 20 du, barm, 1099. berger Gott! Ges lobt für unsers mittlers tod, Der uns das heil erworben. Wie has du, Gott, auch mich geliebt! Er, der mir ew'ges leben giebt auch für mich geforben. Mein ganzes herz frohlockt in mir. O Vater ich lobsinge dir. Hilf, daß ich jeden tag aufs nen Mich det: 4. Solcher slaub' erfüllet feiner vaterhuld erfreu. Sott meines heils! Sen ewig mein,:: nen, Der noch seinen fünden Und laß mich dir recht dankbar fröhnt. Drum hilf, Hert, daß fenn. nach dem einen Ernfilich stets mein herz sich sehnt. Lehr mich nach dem em'gen leben Stets be: gehren, trachten, streben, Bis es einst mein geist im tob Frob ergreift; denn eins ist noth Nel. Kommt her zu mir, spricht ze. hoff ich denn mit 2. Voll froher ehrfurcht beug' ich mich Vor dir, Sohn Gotres, der du dich Für mich dahingege ben. Nie komm es mir aus meis nem sinn, wie viel ich dir, Herr, schuldig bin. Dein tod bringt mir das leben. Durch deines opfers em'ge fraft Hast du mir, ein Ein beil, 40 Unbang. heil, das mich der ftrar' entrückt;| Doch schau ich einßt, was ich ge Ein beil, das eig mich beglückt. glaubt. er ift, der mir mein Herr Jefu Chrift! Wie liebst du erbtheil raubt? Es ruht in jesu mich!:: Hilf, daß ich ersig liebe händen. dich. 3. Mit inbrunft fleh ich, Herr, ¡ u dir, Befördre du doch selbst in mir Ein gläubiges gemüthe. Wie ehnet meine seele sich! O wie, Erldser, dürftet mich Nach deiner großen gute! Mit schmerz fühl ich, was mir gebricht. O stärke meine zuzersicht, Daß du auch mein erldser feyst, Auch mich vom ew'gen tod befreyst. Herr, diefer troft Sen fest in mir!: So dien' ich voller freuden dir. 4. Zur weisheit und gerechtigteit, Zur heiligung und seligkeit Bist du mir ausersehen. Auch mir zum herrlichsten gewinn Gabe du dein leben willig hin. Hör denn auch nun mein flehen. Mein Heiland, zich mich ganz zu dir ja durch den glauben wohn' in mir: So nimmt in mir die fee: enruh Und meines herzens beß rung zu. Mein Herr und Gott! Verlaß mich nicht!:, So komm' ich einft nicht ins gericht. 5. Du öffneft deinen himmel mir. Der freuden fülle ist bey dir. Auch ich soll sie genießen. Belebe mich mit muth und kraft, So meine ganze pilgerschaft zu führen und zu schließen, Daß ich bein fanftes joch nie scheu; Stets bis zum tode dir getreu, it freuden thu, was dir gefällt; Und dich auch ehre sor der welt. O Herr, mein Heil! Sen stets mit mir!:,: So komm ich einf gewiß zu dir. Mel Es ist das heil uns komen ze. 1100 Imein beri fich bält. ch weiß, an wen Den tros soll nichts mir rauben. Als bürger einer beffern welt war noch im glauben. 2. Mein leben ist ein kurzer ftreit, und herrlich ist die krone. Die krone der gerechtigkeit Wird mir zum ew'gen lohne. Und wer entreißt mir die? mich schüßt; Der nun zur rechten gottes sist. Mein heiland, mein vollender. 3. Du, Jesu, du bist mir allein mein chuß und troft auf erden, und dort soll ich dir ähnlich seyn. Was kann mir größers werden? Voll muthes eil ich unverweilt Dem ziele zu, bis ichs ereilt, Und nun die kron' empfange. 4. Herr, lenke selber meinen blick vom eiteln weltgetümmel Auf dich, auf meiner seele glück, Auf ewigkeit und himmel. Die welt mit ihrer herrlichkeit Ver: geht, und währt nur kurze zeit. m himmel sey mein wandel! 5. Jest, da mich dieser leib bes schwert, Ist mir noch nicht ers schienen, Was denen iene welt gewährt, Die hier gott treulich dienen. Wenn mein erlösungs tag erscheint, und nun mein auge nicht mehr weint; Dann werd ichs ganz empfinden. 6. Hier war ist schwachheit noch mein theil, Die hellern blicken wehret. Nur dunkel seh ich hier dies beil. Dort wird mirs ganz verklåret. Dort wird mein werth mir ganz enthüllt, wenn ich, erwacht nach deinem bild. Dein antlig ewig schaue. 7. Zu diesem glück bin ich er kauft, Herr, durch deine lei den. Auf deinen tod bin ich ge tauft. Wer will on dir mich als dein, erkannt; Bezeichnet, scheiden? Nein! von dir, Herr, in deine hand: Bin schon in hoffnung felg in deine heirs * 8. Wie groß ist lich. Unhang 41 lichkeit. Frohlocke, meine feele!| thu an mir barmherzigkeit! Ser Vom tand der weltluft unent weiht, Sey gottes ganz, o feele! Der weltluft glänzend nichts ver geht. Nur des gerechten glück besteht Durch alle ewigkeiten. TOTO Vom christlichen Wandel überhaupt.dnd Nel. Es woll uns Gott gnädig zc. Mel. Es ist das heil uns komen ze ein bin ich, Herr, IIOI Rewahr mich, Gott, 1102. dir will ich mich daß nie der wahn Mein schwaches herz bethdre, Als war es schon genug gethan, Wenn dir nur außre ehre Der mensch dein unterthan, erweist. Erinnre Das gewissen, Daß in der wahrheit und im geift Die dich ver ehren müssen, Die dir gefallen 2. Die kommen nicht ins him melreich, Die Herr! zu iesu sa gen, Doch nicht mit ganzem ernst jugleich Der heiligung nachiagen Nur die, die deinen willen thun, Läßßt du, als deine kinder, Bey dir in emgem frieden ruhn, enn beuchlerische fünder Von dir vertoßen werden. gnädig meiner feele! Hilf selbst alsbald mir wieder auf! Dein wort laß bell mir scheinen, Bis ich, nach wohlvollbrachtem lauf, Dort ewig mit den deinen Dir ohne fehltritt diene. Zum opfer übergeben; Rechtschaf fen, heilig, rein will ich Vor dei nen augen leben! Wie könnt' ich eines andern seyn? Bin ich nicht' durch die schöpfung dein? Nicht dein durch die erlösung? 2. Ich fiel, und wandte mich von dir, Zur finsterniß vom lichte. du zu 5. Doch wenn ich aus unwiffen beit und übereilung fehle: So 3. Dein, dein ist die barmherzigkeit: Dich iammert selbst der fünder. Seyd, rufft du, wieder mir geweiht! Send wieder meine kinder! Laßt euch erneuern! wers 3. Drum laß mich doch som det gut! Dort fließet der versöh glauben nie Ein heilig leben trennung blut, Von fünd' euch rein nen, mich nicht für jesu jünger zu machen. bie Bloß äußerlich bekennen Laß meinen glauben thätig seyn, und reiche früchte bringen, Laß mich, im herzen vor dir rein, mit eifer darnach ringen, Im guten zuzu nehmen. 4. Dein sohn, o Gott, wird mensch, und stirbt, und leidet unfre strafen; Büßt selbst für lafter, und erwirbt Befreyung ihren sklaven. Wie dürft' ich eines andern feyn? Bin ich nicht durch die schöpfung, dein? Nicht dein durch die ers Issung? 5. Durch ihn versöhnt, und dir zum ruhm Erkauft durch seine leiden, Will niemals ich, dein eigenthum, Von dir mich wieder schei den. Gekreuzigt werde mir bie welt! Ertödtet, was dir nicht ges fällt! Damit ich dir nur lebe. * 4. Du kennst, o Gott, der menschen herz, und liebst, die redlich handeln. O laß in freude, wie in( chmerz, Vor die mich richtig wandeln. Dent wille sey mein angenmerk Hilf selbst mir ihn vollbringen. Durch dich muß ledes gute werk, Sollt es auch nicht gelingen, zum fegen mir gereichen. d Init mir mit deinem angesichte. Er barmen war dein angesicht, Mich von der finsterniß ins licht zu dir zurückzubringen. 6. Dieß wirke deine kraft in mir! Mir selbst fehlts am vermö gen, Mich umzubilden, und was Anhang. 42 Dir, Bott, misfällt, abzulegen. Hier ist mein herz! nimm ganz es hin! Bild' es du selbst nach deinem sinn, Damit es dir gefalle! 7. So werd ich, der ich finster war, Ein licht in deinem lichte; Besteh mit deiner frommen schaar Vor dir einst im gerichte; Froh tocke dann, und preise dich. Daß Peine gnad' und freue mich Dem himmel zugeführet. Zu denken und zu handeln. Wahr ists, die tugend kostet müh; Denn sie bekämpft die lufte. Doch richte felbst! was wäre sie, wenn ſie nicht kampfen müßte? 2. Die, die sich ihrer lafter freun; Trifft die kein schmerz hienieden? Sie sind die sklaven eigner pein, und haben keinen frieden. Der fromme, der die liste dämpft, Hat oft auch seine leiden, Allein der schmerz, mit dem er kämpft, Ver Mel.Es ist gewißlich an der zeit zc. wandelt sich in freuden. er sich des 3. Des anfangs ; 103. Wrands rühmen will, Der muß auch ihm nur les ben. Ihm wohlgefallen, fey mein iel! Ihm folgen, mein bestreben! Rein ist er selbst; so muß auch rein, Wer ihm will angehören, seyn, Und dienst der fünde fliehen. zwar ein breiter weg durch auen, Allein sein fortgang wird gefahr; Sein end' ist nacht und grauen. Der tugend pfad ift anfangs feil, Läßt nichts, als müh, erblicken; Doch weiter fort führt er zum heil, Und endlich zum entzücken. 1 2. Denn nicht vergoß der herr fein blut Der fünde reich zu schürzen. Mir solls, wie zu getro stem muth, Zur heiligung auch nüßen. Am kreuz dein banges Flaggeschren, Versöhner, zeugt, wie schwer es sey, Der sünde schuld zu tilgen. 4. Nimm an, gott hätt' es uns vergönnt, Nach unsrer lüfte wil. len, Wenn wolluft, neid, und zorn entbrennt, Sie ungestraft zu ftil. len; Nimm an, gott ließ' den un dank zu, Den frevel, dich zu kran, ken, Den menschenhaß, was wür. dest du Von diesem gotte denken? 4. Ich will im kampfe wider fie Durch nachsicht nichts verschulden; Verwerfliche begierden n'e In meiner seele dulden. Hey Jefu freuz gelob' ichs an. Ich will, o siel ich immer kann, Sie kreutigen und tüdten. 5. Gott will, wir ſollen glücklich seyn; Drum gab er uns gefeße. Sie sind es, die das herz erfreun; Sie sind des lebens schäße. Er spricht in uns durch den verstand, und spricht durch das gewissen, Was wir geschöpfe seiner hand, Fliehn oder wählen müssen. 6. Ihn fürchten, das ist weis heit nur; und freyheit ists, fie wählen Ein thier folgt fesſeln der natur; Der mensch dem licht der seelen. Was ist des geiftes eigen | thum? Was sein beruf auf erden? Die tugend ists; und was ihr ruhm? Gott ewig ähnlich werden. 7. Lern nur geschmack am wort 1104. Oft flagt der christ, des heren und ſeiner gnade fin wie schwer es fey, den, und übe dich getrey und Den weg des herrn zu wandeln, gern, Dein herz zu überwinden. und täglich seinem morte treu, er kräfte bat, wird durch ge Mel. Durch adams fall ist gan; 2c. braud 3. Wie darf nun, wer sich selbst nicht haßt, Ihr noch zu dienen agen? Nein! mein entschluß ist fest gefaßt; Ich reill der sünd' entsagen und kann ichs, wenn ich nicht mit macht, Sobald die böse luft erwacht, Ihr maunlich widersiche? Unbang. 43 2. Ollaß in seiner netgung doch Den geist nicht länger wanken. Erheb' ihn aus der sinne joc Zu himmlischen gedanken. Wenn von dem diens der eitelkeit Mies deines geistes kraft befrent, So wird es mir gelingen. Ich will mich bessern; Herr! ich will. Dies, dies ist meiner wünsche siel. Gieb du, Herr, das vollbringen. 3. Umsonst such ich der tugend bahn, Wenn du nicht mich bes gleitest; Nicht du von täuscherey und wahn Zur wahrheit selbst mich leitest. Doch hilf auch, daß ich, ihr getreu, Stets sie zu üben eifrig sey! Hilf es um jefu wil len! Hilf mir durch deines geis stes kraft, Die stürme wilder leidenschaft Bekämpfen, und sic stillen! 4. Metn Gott! mein Gott! ges denke nicht Der sünden meiner jugend. Wie hart schien mir oft meine pflicht! Wie rauh die bahn der tugend! Und doch trugt du mich mit geduld. Laß, Bater, laß mich diese huld zu meinem heile nügen. Dein weg, Herr, ist mein wahres heil; Ich will ihn gehn; ist er schon steil. Du wirft mich unterstüßen. 5. Ich bin ein mensch, und irre leicht, und schwach sind meine träfte, und schwer ist, wie dem herzen deucht, Der heiligung ges schäfte. Du aber wirkt mein herz erneun; Du aus der höh mir kraft verleihn, Vor dir gerecht zu leben. Ich, dein erkauftes eis namens ruhmJn ewigkeit erheben brauch Von Gott noch mehr bekommen. Wer aber nicht hat, dem wird auch Das, was er hat, ges nommen. 8. Du streiteft nicht durch eigne traft, Drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, Das wollen und vollbringen. Wen gab ein water einen frein Dem ſohn, der brod begehrte? Bet' oft; gott müßte gott nicht seyn, Wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der tugend fad Das benspiel fel'ger geifter. Jhn zeigte dir, und ihn betrat Dein gott und herr und meister. Dich müsse nie des frechen spott Auf diesem pfade hindern. Der wahre ruhm ist ruhm bey gott, Und nicht ben menschenkindern. * 10. Sen stark! tritt oft mit beiterkeit Im geist an deine bahre! Vergleiche mit der ewigkeit Den tampf so kurzer jahre. Das kleinod, Das dein glaube hält, Wird neuen much dir geben; Und kräfte der zukünftigen welt, Die werden ihn beleben. II. Und dann auch, chrift, bleib' unverzagt, wenn dies nicht immer glücket; Wenn dich, so viel dein herz auch wagt, Stets neue schwachheit drücket.: Gott sieht nicht auf die that allein; Ersieht auf deinen willen. Ein göttliches verdienst ist dein. Dieß muß dein herze stillen. Mel. Erforsch mich, Gott erfahr zc. 1105. Erbarm dich, Gott! bers, Geneigt zu eitelkeiten, Laßt bald durch freude, bald durch ſchmerz, Sich auf den irrweg leiten So schwankt ein rohr, som wind bewegt; So schwankt, wenn leidenschaft sich regt, Oft unstet meine feele. Jezt fühl ich, daß entschlossenheit, Jegt wieder, daß die festigkeit In dem ent schluß mir fehle. Mel. Alle menschen müssen zc. 1106. A: wann werd ich von der Gott mein Vater völlig frey, Daß ich ganz sie überwinde, Ganz dir wohlgefällig sey Dir gesteh' ichs mit beschämung; Des verderbten hangs 44 Untang. bangs befähmung, Die die kräfte bestreben, Stets der tugend mehr ganz ihm bricht, Glücker mir noch zu leben, Ganz som sündendien, immer nicht. de frey, Rein von aller gleißnerey. 2. In der andacht sel gen stun 8. Lehr' auf meinen weg mid den, wo der geift auf wahrheit merken; und, wenn sich verſu hört, Hab' auch ich das glück chung naht: Ach! dann eile, mic empfunden, Daß die frömmigkeit zu stärken Eh sie mich gefäller gewährt. Dann wünscht' ich auch hat Sen mein schußz! ſey mein mir hienieden Nichts so sehr, als begleiter! Täglich führe, Gott innern frieden, Als ein herz, dir, mich weiter, Bis ich in der ewig ang geweiht, Als der tugend se- keit Dringe zur vollkommenheit. ligkeit 3. Gleich war mein entschluß Vom pflichtmäßigen Verhalter gefaffet, Dir mein leben ganz zu gegen Gott weihn. Alles, was dein auge hafFurcht Gottes. fet. Sollte mir ein abschen seyn. met. Gott des himmels und z. Gott, du sahest mein bestreben, Diesem Die sem vorfar nachzuleben; Suns 1107 Willst du der wei den sets zu widerstehn; Standbaft deinen weg zu gehn. heit quelle fen nen? Es ist die furcht or gott, dem herrit. Soll man dich klug 4. Aber ach! wie oft empören und weife nennen, Thu alle deine Leidenſchaften sich in mir; Ueberpflichten gern; Nicht, weil dein raschen mich und stören Meine Herz die strafe scheut, Nein, weil freudigkeit zu dir. Des verderb ten bertens triebe, Sinnlichkeit, koli, eigenliebe, haben mich schon oft berückt, mich, eh ichs gemerkt, verstrickt. dein gott sie dir gebeut. igusel 5. Ach, ich schwacher! dem zur treue Feste seelenftärke fehlt, Den so oft aufricht'ge reue, Und so oft doch fruchtlos quålt! Ach! wer wird mich doch vom bösen. Das mich stets bekämpft, erlösen? Ich elender! wer befrent Mich vom foch der finnlichkeit? 6. Doch du trägst ja die gebre chen Unfrer fündigen natur. Schwachheit willst du, Gott nicht rächen; Bösen sorsak strafft du nur wär' ben meiner fehler bür de Dieß mein troft nicht; ach! ich würde Ganz erliegen, und mich dein, Höchftes But, nie können freun. ne 17. Stellt mir, Gott, schon hier auf erden Lebenslang die fünde noch, Kann ich nicht vollkommen werden; Bin und bleib' ich hier noch schwach; Du, du segnest mein 2. Lern gottes größe recht em: vinden, und fühle ganz, wie nichts du bist; So wirst du nie dich un terwinden, zu tadeln, was sein rath beschließt. Was dein verband nicht fassen kann, Das beteft du in ehrfurcht an. 3. Wenn du den höchsten kind lich scheueft: So wird dir keine pflicht zur laft. Du übst sie freu dig und bereueßt, Daß du ſie je versäumet hast: Denn wer Gott gern zum zeugen hat, Der freut ich jeder guten that. 4. Wenn fünder sich in nacht verhüllen, So scheuest du dock nicht das licht; Erfüllest freudig seinen willen; Und bebst vor dei nem richter nicht; Denn schwache trägt er, und verzeiht Der tugend unvollkommenheit. 5. Den höchsten überall verch ren, Vor menschen, und in eine samkeit; Auf des gewissens stime hören, Selbst, wenn sie, was dieb reizt, verbeut; Auch das lehrt sim dich Unbang. diep die furcht des herrn, Auch das thut, wer ihn ehret, gern. 4. Du erideft om verderber sich durch deinen sohn, o Gott; 6. Die eitle welt mag dich verließest mir zum heil ihn sterben. achten, Daß nicht auch du ihr mir zum leben ward sein tod, gleich dich stellf! Furcht gottes nur durch ihn ward mir gegeben, lehrt dich das nicht achten, Benn Ewig dort ben dir zu leben, Und du nur deinem gott gefällst. Was in deinem anschaun dein Ewig kümmert den, der ihm gefällt mich, mein Gott, ju freun. Spott and verachtungdieser welt. 5. Sollt' ich dich nicht wieder lieben, Der du mich zuerst geliebt? Ja meit mehr, als våter lieben; Ünermeßlich mich geliebt? Und wo fand ich doch hienieden, Liebt' ich dich nicht, wahren frieden? Wo im himmel fähigkeit zum genuß der seligkeit? 6. Heil mir dann, wenn ichs empfinde, Wie so liebenswerth du bist: enn mein herz vom haß der fünde Inniglich durchdrungen ist; wenn ich allen deinen willen Freudig eile zu erfüllen. Heil mir! dann verwirfst du nicht Mich von deinem angesicht. 7. Sich sters vor dem allmächtgen scheuen, Giebt heldenmüth'ge tapferkeit, Wenn macht'ger men schen stolzes drauen Dir fünden vider gott gebent. It gott mein chuß, mein heil und licht; So bebt meinherz vor menschen nicht. 8. Laß, Gott, mich deine furcht regieren, In allem nur auf dich zu schn Sie, sie laß mich zur weisheit führen So werd' ich nie mals irre gehn. Wohl dem, der dich stets kindlich scheut! Dich findlich scheun, ift feligkeit. Liebe gegen Gott. 7. Noch lieb ich dich unvollkomNel. Jesu meines lebens leben c.| men; Das fühlt meine seele wohl. rquell der vollkom- Ach! wann werd ich zu dir kom108.11 men? Ganz dich lieben, wie ic vie liebenswerth bist du! Undo! soll? Ganz werd ich dann deinen welchen seligkeiten Führt uns dei- willen Kennen, schätzen und er ne liebe zu! Wer dich liebt, der füllen; Stets zu neuer freud' ent wirds nicht achten Wollt ihm zückt, Fühlen, wie mich gott auch sein herz verschmachten, Jhm beglückt. wird deine lieb' allein Mehr, als erd' und himmel seyn. 2. Denk ich dein; o wie erhebet Meine feele sich in mir! Wie ges tröstet wie belebet Fühl ich mich, mein Gort vor dir! jeder blick auf deine werke, Deine weisheit, gut und stärke; Wie entlastet der mein herz Von bekümmerniß und ſchmerz! 45 3. Flossen nicht aus deiner füle Segen mir auf segen zu? Daß ich ward, war, Gott, dein wille; Daß ich noch bin, schaffest du. Daß ich denke, daß ich wähle; Das auch dankt dir meine feele: Dankt dir, daß sie dich erkennt, Und dich findlich cater nennt. Mel. Es ist gewißlich an der zeit zc. u gott, o feele I I09. schwing dich auf, und freue dich der wonne! Er der da lenkt der sterne lauf, Den lauf der milden sonne; Er, der die ganzeschöpfunglenkt; Uns tag lich, stündlich freude schenkt; Er ift allgegenwärtig. 2. Wenn sich in stiller einsamkeit Der geift zu ihm erhebet; Ganz voll von lieb und dankbar keit, In hoher wonne schwebet; Da freut gott, o wie väterlich! Sich meines glückes, denn um mich If er stets gegenwärtig. 3. Anhang. 3. Buch, wenn sich unser schicker thdricht hinter sich. Du sollst fal trübt, Und thránen uns ent- ihn nicht mehr regieren; Klügli fließen, Benn stets uns dickre cher nach seinem wahn Wählt er nacht umgiebt, uns leiden ganz eine beßre bahn. Diese soll zum umschließen: Ift er bey uns mit glück ihn führen, und die bahn teiner Fraft, Die trißet, stärket, ift sündenvoll, Die zum glück ihn hülfe schafft, 3m leiden gegen- führen soll. wärtig! 4. Wenn nun mein sterbend ange bricht; Wenn alle sinne schwinden; Das starre herz hier ferner nicht Der freundschaft trofit empfinden, Nicht liebevoll mehr schlagen kann, Wohl mir! du, Bater, du bist dann Bep mir noch gegenwärtig. 5. Zu gott, o feele, schwing dich auf, uns freue dich der wonne! Er, der da lenkt der fterne lauf, Den lauf der milden sonne; Er, der die ganze schöpfung lenkt, Jm tod' und leben freude schenkt: Er ift abgegenwärtig. Gehorsam gegen Gott. Mel. Sollt ich meinen gott zc. ut und heilig ift LIIO. Cut dein wille, Wie du selbst es bist, o Gott; Und in ehrerbiet ger stille Hört die schöDie himmel dir lobsingen, Stehn um deinen thron bereit; Freuen sich der feligkeit, Deinen willen zu vollbringen. Nur der mensch erFennts oft nicht Für sein glück und seine pflicht. 2. Dir gehorcht mit sanfter wonne Aller welten zahllos heer, Deine feffe, deine sonne, Sturm und donner, erd' und meer. Alles cienet deinem willen; Ales, Schd pfer, mas du schufft, Eilt und drängt sich, wenn du rufft, Dein gebot schnell zu erfüllen. Nur der mensch erkennts oft nicht Für fein glück und seine pflicht. 3. Stol; empört des freviers feele, Großer Schöpfer, mider dich Deine göttlichen befehle irft 4. Laß doch, Gott, uns früh empfinden, Daß uns unser heri verführt; Daß die eitle luft der fünden uns zuletzt den tod gebiert. Mach' uns deinen willen wichtig. Führ auf deine bahn uns hin, Lehr' uns jeden irrweg fliehn; Denn dein weg allein ist richtig. Mach' uns unsern pflichten tren, Daß der wandel heilig sey. 5. So wird auch bey uns auf erden, Wie im himmel, dein ges bot Freudig ausgerichter werden. Heiliger und großer Gott! Würde doch eink noch von allen, Herr, dein wille gern gethan! Auf die erde schautsi du dann, mit wel chem wohlgefallen! Denn sie wär an tugend reich, Wäre deinem himmel gleich. Mel.Kom o Gott schöpfer, heil ic IIII. Gott, dein ich mach: iestat und alles ist die unterthan. Dir werde preis und ruhm gebracht Fallt nieder, menschen! betet an! 2. Du schufft das menschliche geschlecht; Durch dich, Gott, find wir, was wir find. Du bist mein herr, und ich dein knecht. Du bist mein vater, ich dein kind. 3. Wie darf, wer, Bater, dich nicht ehrt, Des glücks, dein kind zu seyn, sich freun? Nur die sind dieser ehre werth, Die ganz sich deinem dienste weihn. 4. Wie billig, wie gerecht, wie gut ft alles, was uns gott ge beut! Wohl dem, der seinen wil len thut: Ihn thun, ist freud' and feligkeit. 5. Nur das, was böf und schäd lich Unhang. 47 recht nenn' ich das frömmigkeit? lich ist, und uns entehrt, verbeut| lastern nicht ergebe, mit welchem uns gott. Weh dem, der seiner pflicht vergißt! Er stürzt sich felbft in schand' und noch. 6. Leicht ist die laft, und fanft ein toch. Wers willig tragt, sert seinen lauf Stets freudig fort; und fällt er noch: So bilft gott selbst ihm wieder auf. 7. Bald heißt uns seine lieb' and huld Gehorsam seyn aus dankbarkeit; Bald warnt er uns por neuer schuld und über uns durch schmerz und leid. 8. Sein mort ermahnet, droht, verheißt, und hält uns tod und leben vor. Uns rühret und erweckt sein geift. Und ich erschlöffe berz und ohr? 9. Nein! Gott, dir sey mein herz geweiht: Gehorsam sey mein größter ruhm! Verleih mir auch beständigkeit; So bleib ich stets dein eigenthum. 4. Wenn ich den geiz aus furcht der schande fliche, Aus weichlichkeit mich wohlzuthun bemühe, und mäßig bin, bloß um gesund zu seyn; Wenn ich die rach' aus eigennuke haffe, Der ehrsucht pfad aus trägheit nur verlasse: Ifts tus gend wohl? nicht bloß der tugend schein? 5. Und, Gott, wie oft find an fre beften triebe Nicht frdmmigFeit, nicht früchte deiner liebe! Sind wirkungen bloß von natur und zeit. Wann fühlen wir der tugend ganze würde? Dünkt dein gefes uns niemals schwere bürde? Gehorcht das her: ihm stets mit freudigkeit? 6. Doch, Herr, mein Gott, wenn auch zu deiner ehre Mein herz nun rein, rein meine tugend ware; Rührt das von mir? isis nicht dein eigenthum? Wer lief michfrüh zur tugend unterrichten? Mein wahres glück mich sehn in meinen pflichten? In folgsamkeit mich suchen meinen ruhm? 7. Wer gab mir muth, Herr, dein gebot zu lieben? Wer gab mir kraft, es freudig auszuüben? Und wer im kampf entschlossenheit und sieg? Weß ist der quell, der mich mit weisheit trånkte? Und weß der freund, der mich zum gus 2. Wie oft fehlt mir zum guten lenkte, und, fehlt' ich, mir ten selbst der wille; ie oft, wen den fehler nicht verschwieg? ich auch dein gebot erfülle, Erfüll' ichs doch weit minder, als ich soll Sind lieb und furcht stets die be: wegungsgründe Der guten that, der unterlaßnen fünde? Und ist mein herz des tugendeifers voll? 3. Gedenke nicht der fünden mei 8. Du triebst mich an, daß ich das gute wählte, und riefest oft, wenn ich des wegs verfehlte, Mich wieder auf den pfad der heiligung, Zogst mich durch kreuz, durch wohls that auch, von fünden; Ließft wen ich rief, mich wieder gnade fin ner jugend! Gedenke nicht der unden, und gabft gedeihn zu mei vollkommnen tugend Jm weisern ner befferung. lauf der reifern lebenszeit! Benn ich noch oft aus solz nach tuzens ftrcbe, Aus menschenfurcht mich antze 9. Was ist der mensch, daß du, Gott, fein gedenkest, Gerechtigkeit in deinem sobn ihm seben HTING OG Feft, eu 11 Demuth gegen Gott. M. O meine seel', du sollst den 2c. 1112. err, lehre mich, wenn ich der tus gend diene, Daß nicht mein herz des stolzes sich erkühne, Und nie vor dir auf sie vermessen sey; Herr, lehre mich, wie oft ich fehle, merken. Was ist der mensch bey ſeinen guten werken? Wann sind fie je ganz von gebrechen fren? 48 Anhang. Feft, Der findschaft recht, der segern. Stillt, dulder, euer weinen ligkeit gewinn? Und wenn ich nun, Gott hilft gewiß den feinen. durch deines geistes gabe, Des staubens kraft, und alle werke, Mel. Was Gott thut, das ist. habe: Thu ich wohl mehr, als er alleweltenüber was ich schuldig bin? 1114. Vertrauen auf Gott. Del. Was Gott thut, das ist zc. uf gott, und nicht 1113.2 auf meinen rath zu jedem seiner ziele. Will ich mein glück fiets bauen, Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer seele trauen. Er, der Die welt Allmächtig hält, wird mich in meinen tagen Als gott und vater tragen. 2. Er sah von aller ewigkeit, Wie viel mir nüßen würde, Be ftimmte meine lebenszeit, mein glück und meine bürde. Was zagt mein herz? Ist auch ein schmerz, Der, zu des glaubens chre. Nicht zu besiegen ware? 3. Gott kennet, was mein herz begehrt, und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, Wenns feine weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich. Nicht was ich mir erfehe; Sein wille, der geichehe. 4. Jft nicht ein ungestörtes glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrige geschick, Bey def fen Die größte noth Hebt doch der tod; und ob re, glück und haabe Verläßt mich doch im grabe. fhaut, Denktnicht nach menschenweise. Er ist es dem mein herz sertraut; Denn er ift der allweise. Er setzt sein ziel Sich, wie er will, und hat der bege viele 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, Läßt Gott es keinem fehlen. Gesundheit, ehre, glück und pracht Sind nicht das glück der feelen. Wer gottes rath Vor augen hat, Dem wird ein gut gewissen Die trubsal auch verfüßen. 6. Was ist des Lebens herrlich Feit? Wie bald ist sie verschwuns den! Was if das leiden dieser seit? Wie bald ists überwunden! hofft auf den berrn! Er bilft uns 2. Ein blick deß, der uns stets bes wacht, Herab zu uns auf erden Ih schon entschluß, reif überdacht, Der gleich eilt, that zu werden; Und immer muß Chat, wie entschluß, Ihm wohl, ihm ganz gelingen; Auf einmal viel sollbringen. 3. Nie hat er lust an unserm schmerz Bey seinen züchtigungen. Nein, die auch hat sein vaterhers, Hat lieb' ihm abgedrungen. Er prüft und übt Die, die er liebt; Und wohlgenüßte leiden Verwechselt er mit freuden. 4. Auch bleibt er, deß bin ich ge wiß, Getreu infeinem bunde. Mein schicksal decke finsterniß! Still wart' ich seiner stunde. Verzicht sie noch; Einst kommt sie doch. Da werd ich den allweisen Für den verzug auch preisen. Mel. Nun ruhen alle wälder zc. uf deine weisheit 11 15.20 ben, auf deine güte trauen, Das, Gott, giebt trof und muth. Du führeft selbst durch leiden zu wahren sichern freuden: Denn alles, was du thuft, ist gut. 2. Vor dir ist nichts verborgen. Was wollt ich dngfilich forgen, Da du mein vater bift? Du gabst mir Gott, das leben, und wirft mir al les geben, Was mir zur wohlfahrt nöthig is dus met 3. Wir streben oft nach dingen Die, wenn wir sie erringen, Und doch bloß bürde sind. Ein schein, der uns bethöret, und unsern stol; tut Unhang. 49 nur nahret, Macht uns für beßre| hand. Hat er schmerz dir zuers güter blind. kannt: Schicke dann dich, wohl 4. Dein wille fey der meine. zu leiden. Gut ist alles, was Gott Auch wenn ich hülflos scheine, will. Dulde willig, und sey ftill! Soll dieß mir muth verleihn. Es 5. Will dein anschlag nichtgedei. müffe, Herr, mir armen Dein bey- hen: Mislingt alles dein bemühn; stand, dein erbarmen Stets mehr, als aller reichthum, seyn. 5. Nie laß mich zweifelnd wan fen, Wenn traurige gedanken Mir deinen trof entziehn. Jeh werde nie vergebens, Zu dir, Herr meines Lebens, mit kindlichem vertrauen fliehn. 6.Erleichtre meine leiden Durch deines geißes freuden, Durch muth und hoffnung, mir. Beugt mich die laf son schmerzen: So sprich zu meinem Herzen: Ich, dein erretter, helfe dir. 7. Was sollt ich mich betrüben? Gott, denen, die dich lieben, Muß alles fegen seyn. Ich bin ja dein erlöfter. Soufit weiß ich keinen trifter; Sonst keinen schutz, als dich allein. Ergebungin Gottesfügungen. Mel. Alles, was mir Gott zc. 1116.Wohl dem, der mit fillem herzen der als liebt, Gani ſein beſtes übersiebt; und, wenn auch die leiden schmerzen, Seinem schmerze weislich wehrt; Nicht durch gram ihn noch vermehrt. 2. Mensch! kein schicksal deines lebens, Sorgft du schon von jugend auf, Nimmt drum einen andern lauf. Sorge quält; sie quält vergebens; Deine kräfte zehrt sie ab; Stürzt dich seitiger ins grab. O! was glück dem menschenschien, Mußt' er oft hernach bereuen. Wohlthat wars für dich vielleicht, Daß du nicht dein ziel erreicht. 6. Wenn Gott nicht so reiche se: gen, Als dem nächsien, dir verlich; Müsse doch ihr anblick nie Neid in deiner bruft erregen.Lernefremden glücks dich freun! Fremdes glück wird dadurch dein. 7. Wenn dir frevler angst ers wecken; Dich ihr haß verfolgt und kränkt: Gottes macht hält ihn umschränkt. Droht der tod mit feinen schrecken: Der vom tod er: retten kann, Jft dein gott; nimmt dein sich an. 8. Sey denn unbesorgt und hei: ter! Im vertrauen auf sein wort Sete deine wallfahrt fort. Der bisher half, hilft dir weiter. Gott hält feft, was er verspricht. Er. dein gott, verläßt dich nicht. 3. Långst, eh du die welt betra: teft, Wog, der dir dein leben gab, Bas dir nun begegnet, ab; Gab Dir glück, eh du noch batest. Eh noch deine thrane rann, Sab er sie schon gnädig an. 4. Dankbar nimm des lebens freuden Aus des böchsten milder, Mel. Mein herz und seel' den 2c. Herr, mein Gott 1117. durch den ich in and lebe! Gieb, daß ich mich in deinen rath ergebe. Laß fiets mein herz des murrens frevel scheun. Dein wille muß auch stets der meine seyn. 2. Du, du regierft, bift weisheit, lieb und stärke, Du, Herr, erbarmfi dich aller deiner werke. Was zag' ich denn noch einen augenblick? Du bist mein gott, und willf nichts, als mein glück. 3. Von ewigkeit hast du mein Was du bes loos entschieden. fimmst, das dient zu meinem fries den. Du wogft mein glück diz wogft zugleich mein leid, und, was du schickt, ist für mich seligkeit. * D. 4. Unhang. 50 4. Gefällt es die so masse feine plage Sich zu mir nahn; gieb mir sufriedne tage! Doch hindern sie der seelen ewigs heil: So bleibe aur dein troft, o Gott, mein theil. 5.Du giebst aus huld uns dieser erde freuden. Aus gleicher huld verhängst du unsre leiden. Lud ich fie nicht auf mich durch eigne chuld: So zag ich nicht; ich weiß, du giebs geduld. 6. Soll ich ein glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe wege führen: So wirst du doch,( denn du er börft mein flehn,) Z3u rechter seit mir eine hülf' ersehn. * 7. Vielleicht muß ich nach we nig tagen sterben. Herr, wie du willst! soll ich den himmel erben; und ist nur der gewiß im glaaben mein: Wie sollte dann der tod mir schrecklich seyn! Geduld in Leiden. Mel.Hersliebster Jefu, was haft ze. II 18.Ein herz, o Gott, im leiden stets geduldig, Das bin ich dir und meinem beile schuldig. Laß diese pflicht, der wir so oft vergessen, Mich wohl ers meffen! 2. Bin ich nicht saub, wie alle meine väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein übertreter? Leift ich zu viel, wenn ich die schweren tage Mit muth ertrage? 3. Wie mancher, der ein leiden muß erdulden, Erduldet dann nur seiner thorheit schulden, Undnennt doch lohn, den er verdient bekom. men, Ein freuz der frommen. 4. If dürftigkeit, mit der die tragen ringen, Sind haß und pein, die stolz und wolluft bringen, Des schwelgers schmers, des neids vermißtefreuden, Einchriftlich leiden? 5.Jft derer qual, die deinen rath verachtet, Nach deinerfurcht, nach glauben nie getrachtet. Wenn sie sich nun in finßrer schwermuth qualen, Prüfung der seelen? 6. Doch selbst, o Herr, in strafen nnfrer finden, Läßßt du den weg zy unserm heil uns finden, Wenn wir dadurch uns, sie forthin zu haffen, Erwecken lassen. 7. Du süchtigst uns, daß wir zu dir uns nahen, Die heiligung des geiftes zu empfahen, und mit dem troft der hülfe, die wir merken, Auch andre stärken. 8 Jag' ich nur nach dem frieden im gewissen, wird alles mir zum besten dienen müssen. Du, Herr, regierst; dein väterlicher wille Wirkt guts die fälle. 9. Die trabfal bringt geduld; geduld erfahrung; Erfahrung giebt dem glauben muth und nah rung. Ein solches herz steht auch in nöthen feste; Hofft stets das beste. Mel.Herzliebster Jefu, was haft 2. bin ich auf er 1119.En vilger nur, ein den. Nicht hier, erß dort, soll ich ganz glücklich werden. Dort war ten mein, muß ich schon hier oft leiden, Des himmels frenden. 2. Wenn ich nur nicht mein elend selbst verschulde; Wenn ich als chrift, was Gott verhängt, er: dulde: So darf auch ich der hülfe der erlöften mich sicher trösten. 3.Ich bin ein mensch, und leiden müssen kranken. Doch in der noth an seinen schöpfer denken, und ihm vertraun: tärkt in den herbsten schmerzen Der chriften herzen. 4.Schau über dich! wer trägt der himmel heere? Merk' auf! wer spricht, bis hieher! zu dem mee re? Ist nicht auch er dein helfer, dein berather, Dein bester vater? 5. Willst du so viel, als der all weise, wissen? Jetzt weißst du nicht, warum du leiden müssen. Allein, du wirsi, mas seine wege waren, hernach erfahren. Aad: Unhang. 51 ich dein ächter fünger sey; Mich fremder wohlfahrt herzlich freu 1120.Welch hohesbepspiel tets menschenfreundlichhandle gabst du mir, Mein heiland, durch dein leben! Sollt' ich nicht gern und mit begier Dich nachzuahmen streben? Nicht gehn den weg, den du be tratst? Nicht freudig thun, was du, Herr, thatst? 2. Dein leben in der niedrig, Feit war für uns heil und segen. Dir folgten lieb und freundlich. Feit Auf allen deinen wegen. Der franken troft, der schwachen stab; Ließßt du, voll demuth, dich her, ab zu niedrigen und armen. Elenden halfft du; und sogar Dein tod für uns am kreuze mar Großmüthiges erbarmen. 2. Dein herz, von fünden nie entweiht, War rein, wie deine leh re; Dein ganzer wandel heiligkeit; Tein streben Gottes ehre. Du gabst mit ächtem kindessinn Dich ganz in seinen willen hin. 3. Auch iezt noch auf der him. mel thron Erbarmst du dich der sünder. Auch da bleibst du, o 3. Der kummervollen trost zu GottesSohn, Ein freund der men. seyn Zu wehren jedemleide, Stets schenkinder. Den deinen schaffst wohlzuthun und zu erfreun, ar du troft und ruh, Und dieverirr. deine forg' und freude; Und jedes ten suchef du Auf rechten weg menschen nothund schmerzDurch- zu leiten. Du hört der seufzen drang und jammerte dein herz. den gebet, und braucheft deine majestät Nur, segen auszubreiten. 4.Du trugst mit fanftmuth und mit huld Die schwachheit deiner freunde. Auch fünder trugt du mit geduld, Batst selbstfürdeinefeinde, Und uns zum dienst entsagtest du Gern deiner hoheit, freud' u. rub. 4. O laß in meiner pilgerschaft mich auf dein vorbild sehen! Ers fülle mich mit luft und kraft, Dem nächsten beyzustehen, Verlaßner süß und troft zu seyn; Mich mit den fröhlichen zu freun; Mit weinenden zu klagen. Nie müß' ich dem, der meinen rath, Der meine hülfe nöthig hat, Was er bedarf, versagen. 5. Mit nachsicht laß mich brüderlich Des nächsten fehler dek ten. Den tragen laß mit fanfts muth mich aus seinem schlum mer wecken. Herr gieb mir deis nen edeln sinn, So oft ich auch beleidigt bin, Großmüthig zu ves: zeihen: So wird in deiner herrs lichkeit ich dort dereinfi in emigkeit Der liebe lohn erfreuen. Nachahmung Jefn. Nel. Herr, deine all macht reichtze. 5. Solch hohes beyspiel hast du mir Zum vorbild hinterlassen, Wie du zu leben, ähnlich dir, In mei nem thun und lassen. Owohl mir, wenn ich deinem sinn In ieder tugend ähnlich bin! 6. Herr, stärke mich! gieb kraft and licht, Daß ich mein heil erkenne, Dein wahrer jünger sey, und nicht mich nur den deinen nenne, Damit ich, deinem bilde treu, Nun andern auch ein beyspiel sey. Mel.Herr Gott, der du erforsch.ic. 1121.D ich, Freund der menschen Jesu Chrift, Erhebet mein gemüthe, Dom pflichtmäßigen Verbel. Der du das höchfte mufter bift Von wohlthun, lieb' und gåte! neige selbst mein herz dazu, Doß ich gesinnet fen, wie du Wie du gewandelt, wandle; Daß ten gegen den nächsten. Tächstenliebe. Mel.Herr deine allmachtretcht: c. 11 22. o jemand spricht II ich liebe Gott, D2 Ind 52 Unhang. und hast doch seine brüder; Der| sen; Auch macht christ Idfegeld treibt mit gottes wahrheit spott; uns zu eines heils genossen; Und Eritt fein gefes darnieder. Gott uns alle drůcket hie Einer wall. ist die lieb', und will, daß ich fahrt laßt und mich. Dennächsten liebe, gleich als mich. 2 Uns alle schuf ein gott und berr zu bürgern einer erde, Daß auf ihr jeder glücklicher Durch andrer liebe werde; Und ich, um dieser mich zu freun, Muß auch sur liebe thätig seyn. 3. Eine sterbliche natur Kürzt uns allen unser leben. Uns hat eine hoffnung nur Gott in seinem sohn gegeben; Eines himmels seligkeit Steht uns allen dort bereit. 3. Ein heil giebt allen troß und muth, und die, die sollt' ich haf fen, Die gott durch seines sob nes blut, Gleich mir, erkaufen lassen? Daß gott mich sünder ihm verfühnt, Hab ich dieß mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkft mir täglich so viel schuld, Du, Herr von mei nen tagen! Und ich, ich sollte nicht geduld mit meinen brüdern tragen? Dem nicht verzeihn dem du vergiebs? Nicht lieben, den du, Bater, liebst? 5. Was ich den menschen hier gethan, Dem kleinsten auch son diesen, Das siehst du, mein Erldser, an, als hätt' ichs dir erwie sen. Und ich, ich sollt ein mensch noch seyn, und dich im bruder nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges gericht Wird über den ergehen, Der nicht barmherzig ist, der nicht Die rettet, die ihn fiehen. Drum sieb mir, Gott, durch deinen geift Ein hert, das dich durch liebe preißt. Mel. Jesus, meine zuversicht 2c. 1123.21en menschen, und auch mir Hat der schöpfer vorgeschrieben: Euern nächsten follet ihr, Als euch selbst, von herzen lieben. Bey ihm gilt, so fagt sein wort, Menschenhaß als brudermord. 2. Wir, die bürger einer weit, Sind aus einein blut entsprof 4. Und wir souten uns ent weyn? Lieblos uns einander haffen? Uns zu unsrer eignen pein Stolz und neid beherrschen lassen? Wer der menschheit pflicht vergißt, Rühme nicht, er sen ein chrift. 5. Laßt uns auch aus gottes hand Manchen äußern vorzug haben; Ehre, reichthum hohenstand, Leibeskräfte, geiftesgaben; Alles dieß befrept uns nicht von der menschenliebe pflicht. 6. Nein; der gaben unterschied Knüpft das große band auf erden. Bo, um eignes wohl bemüht, Allen alle nüglich werden. Den, der höhern dienen muß, Nährt der böhern überfluß. 7. Nach dem dir vertrauten pfand essensich auch deine pflich. ten. Gab gott viel in deine hand; viel hast du dann zu entrichten. Mit dem herrn hat dort derknecht zur belohnung gleiches recht. 8. Dein erldser fagt es dir: Wer hier der geringsten einen Mild erquickt; der thut es mir; Labt mich selber in den meinen. Mancher, den die welt verschmäht, If in gottes aug' erhöht. * 9. Gieb, mein heiland, mir ein herz Das von menschen liebe brens net; Theil nimmt an des bruders schmerz; Selbst den ärmsten nicht verkennet; Nie voll stolzen wahns vergißt, Daß auch er mein nach. fter ift. 10. Laß, du großer menschen freund, Mich, so lang' ich leb' auf erden, Unbarg 53 7. Noch hoher laß bey mir Dit nächstenliebe fireben. Ihr siel sep nicht allein Sein glück in diesem leben. Noch stärker müffe mib, Sein ewig glück erfreun, Noch mehr fein seelenheil Mir wertch mir wichtig seyn. Mel. O Gott, du frommerGott zc. ieb mir, o Gott, 1124. ein herz, Das alle menschen liebet; Sich ihrer wohlfahrt freut; Bey ihrer noth betrübet; Ein herz, das eigenmuß und neid und härte flieht; Sich, wie um eignes glück um andrer glück bemüht. 8. Hilf, daß ich, wenn er wankt, Ihn mög' im glauben stärken, und, wenn er fallen will, Ihn waru', auf sich zu merken, und wenn er auf den pfad Des lafters sich verliert, Nicht raste, bis ich ihn Der tugend zugeführt. 2. Erblick ich dürftige: So laß mich gütig eilen, Von dem, was 9. Ach heilige du felbfi Mein herz und seine triebe Durch deine du mir gabst, Gern ihnen mitzulieb und furcht zu wahrer men: theilen; Nicht aus dem eiteln schenliebe. Wer nicht den nächs trieb, Groß vor der welt zu seyn, Und mich verehrt zu sehn; Nein! menschen zu erfreun. en liebt, Geht nicht zum bime mel ein. Laß diese wahrheit, Gott. Mir fiets vor augen seyn. erden, Alem menschenhaffe feind, Aehnlich dir an liebe merden, um der hoffnung mich zu freun, Stets von dir geliebt zu seyn. 3. Dieß sey mein gottesdienst, berzigkeit. Auch unbemerkt von ihnen, Müß'| Milstbåtigkeit und Barm, ich durch hulf und rath Mit freuden andern dienen. Mich treibe erst dank Zu milder wohlMel. Herr, deine allmacht reichtic. erde that all. Drein, was ich brüdern 1125. Weiterer, er thu, Das werde dir gethan. 4. Ein trunk, mit dem mein dienst Dem durstigen begegnet; Ein blick voll trost, womit mein her; bedrängte segnet, Ein rath, durch den mein mund Im kummer andre stärkt; nichts bleibt, so klein es ist, Von dir. Gott, unbemerkt. dürftige sicht leiden, und macht doch hungrige nicht satt, Nicht nackende läßt kleiden; Verletzt des chriften erste pflicht, und ken net gottes liebe nicht.. 2. Wer zwar dem armen gar ben beut, Ihn hülfreich unters stüzet, Doch nur aus ehrsucht, weichlichkeit, und eigennut ihmi nüset; Nicht aus gehorfam, nicht Der liebet seinen 5. Freut sich ein boshaft her Unfrieden anzurichten; So freuaus pflicht; das meine sich, Der brüder zwist nächsten nicht. zu schlichten. Aus schmähsucht kranke nie mein mund des näch ften rub. Verdienste rühm' er gern; Gern deck' er fehler zu. * 6. Die rach' ist dein, o Gott! Du sprichst: ich mill vergelten. Lehr mich gelassen seyn, wenn menschen schmähn und schelren. Sieb, daß ich dem verzeih, Der mir zu schaden sucht; Den liebe, der mich haft; Den fegne, der mir flucht. 3. Wer harret, bis, ihn anzu flehn, Ein dürft'ger erst erschei net; Nicht eilt, dem frommen benzufichu, Der im verborgnen weinet, Nicht gütig forscht, obs ihm gebricht: Der liebt auch sei nen nächsten nicht. 4. er für der armen heil und zucht, Mit rath und that nicht wachet, Dem übel nicht zu wehs ren sucht, Das oft sie dürftig * D3011 ma 54 machets Nur forglos ihnen ga-| ben giebt, Der bat fie menig Unhang. 5. Zwar, allezeit vermage du nicht. So durch die that su lie ben. Doch bist du nur geneigt, die pflicht Getreulich auszuüben, Und wünscheßt dir die kraft dazu, Und firebst nach ihr: so liebest du. ad 6. Ermattet diefer trieb in dir: So fuch', ihn zu beleben. Sprich oft: gett is die lieb', und mir Hat er fein bild gegeben. Denk oft: Gott, was ich hab', ist dein. Sollt' ich, gleich dir, nicht milde Sienn? Mel. Mein Gott, ich bin itt 2c. 1126.en barmhersig: chriften böret! Hort das heilige gebot, Das euch der erloser lehret. Gend barm herzig! fend's, wie gott! Gebt, so wird auch euch gegeben; Segen hier, dort ew'ges leben. 562. So viel menschen; so viel beider ein gott ist's, der alle Febuf. Alle sind wir chrifti glie: der Allgemein ist Gottes ruf. den bösen, wie den feinen, Lafit gött feine fonne scheinen. Dienstfertigkeit. Mel. OGott, du frommerGottic. ienkfertig soll ich 1127. Die ferie! menn ichs erkenne, Und nun, was ich erkannt, zu thun, vor eifer brenne; Verpflichtet mich auch schon nicht amt und eid dazu, Ohn amt und eid es doch Aus menschenliebe thu. 2. Die welt hat la ein recht Auf meine dienst und kräfte. Ihr nügen, ser für mich Ein seliges geschaffte. Nichts ist, was un ferm gott An menschen mehr ge fällt; Und darum schuf er uns 3u bürgern einer welt. 3. So denkt der menschenfreund. Dieß, dieß ist sein bestreben. Er fucht, so lang' er lebt Für andrer wohl ju leben. Er, feines hohen rafs Zum wohlthun sich bewußt, Verbreitet berall Zufriedenheit und luft. diy dng 4. Dich, Höchfter, ahmt er nach. Um deinem bild zu glei chen. Dem facht er sich zu nahn; Kann ers schon nicht erreichen. fördert andrer wohl, Und nugt, so viel er kann, Und sieht nicht bloß für sich Die welt ge fchaffen an. 3. Gleicht dem vater an er barmen! Send barmherzig! seyd's 5. Nichts, was er hat, wird er wie er! Gebt mit milder hand Für sich auein besitzen, macht, den armen! Was ihr gebt, em reichthum, scharfsinn, freund pringt der herr! Helft! und eilt, Gern auch für andre nüßen. Er auch angeſehen, Guern brüdern trägt die bärde mit, Die feine behzusehen. C bing brider drückt; Woll freude, wenn 4. Holfreich zu bedrängten et en Der verlaßnen stäze seyn; mmer lindern; wunden bei Ten Wohlthun, trößten, und er Freung Und das thun aus edlem es ihm, Sie zu erleichtern, glückt. 6. Was ihr bedürfniß heischt, Reizt jeden seiner triebe, Auch ohne vahm und lohn, zu werken achter liebe. Nicht folz, nicht eigennus Wirkt seine gåtigkeit. tekben test der übt sie, und mit luft, Weil thebeDas ist achte menfchen 5. Gott, wir geben's von dem sie sein Gott gebeut. denen. Unfre hand verweigre nie Halle damo brüder weinen. infer mitleid trüßte sie, Daß, wenn wir zu dir uns nahen, Wir auch hilf und troßt empfahen. 7 Durch chriftum laß mich, Gott. Solch eines finnes werden, Denn das war chrifti finn; Das war sein thun auf erden. Was that Unbang that er nicht für ans! Ihm wi ich ähnlich seyn, 11m Tein und seines heils Eins ertg mich zu freun. Demuth gegen den ächsten. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Son dir 1128. Vel gerufen, 55 7. Der niedrige foll ehrerbietig, Leutselig soll der hohe seyn, Der reiche niemals übermüthig; Der dürftige nie kriechendklein; Denn edel denkt er demuth liebt, Schlecht denkt, wer sich dem foli ergiebt. Stehn, Schöpfer, alle menschen hier Auf vielerley verschiednen fufen Der kräfte, die du gabe, vor dir; Nie gleich einander an gestalt, An ständen, gütern und gewalt. * eitler ents behret, Und tugend auch an mie dern gern Erkennt und schätzt und ehrt, der ehret Der niedrigkeit und hoheit herrn. Wohl! wohl ihm! denn bescheidenheit Ik al, ler fånde herrlichkeit. 9. Sie schmückt das alter, giebt der jugend Reiz, liebenswürdig feit und werth, and glanz, und hoheit jeder tugend, Die eitelu schimmer gern entbehrt: Denn demuth und bescheidenheit If unfre wahre herrlichkeit. 2. Nicht jeder hat, was andre haben; Und das ist güte, denn du gieb Dem diese, ienem andre gaben, weil du uns, Vater, alle liebs; Denn alle sollen glücklich seyn, und einer sich des andern freun. 3. Beglücken und beglücket wer den, Jf aller ruf, is alle loos. Nur darum, Gott, ist der auf erden Gering' und arm; der reich und groß. Der hat mehr kraft; der mehr verstand; Denn jener müßt, was der erfand. 4. Wer hat mich andern vor gezogen? Wer wieder andre men schen mir? Du, Herr, durch freye huld bewogen; Denn alles gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich Bin alles, was ich bin, durch dich. 5. Und ich, ich sollte nicht be scheiden, Ich sollte stolz und eitel fern? Ich den verachten, den be neiden? mich, weil er mehr em pfing, nicht freun, Als wär ich hätt' ich mehr als er, Auch besser dann; auch seliger? 6. Laß drum in meinem ganzen leben mich meines glücks und 3. Und ich, ich dürfte mich den porzugs nicht zu andrer från deinen nennen? Und doch von fung überheben; Verkennen nie rachgier gegen feinde brennen? der demuch pflicht; nie bloß auf ge ihren haß mit gleichem baß meinen vorzug fehn, nie andrerergelten? Je a ieder schelten? daben stol; verschmähn. 4. Wie kann ich, Water, zu dem 10. Gieb, Herr, zu allen deis nen gaben Auch die, daß wir, von ftolte rein, So alles brau, chen, was wir haben, Daß wir einander gern erfreun. Wir wers den alle dann zugleich An frohem muth einander gleich. Sanftmuth und Verföhn, lichkeit. mel. Hertliebster Jesu, was haftzc. der du 129.Here, mein Verföh, mich littest. Und ist zur rechten gottes für mich bittes! Ach lebre mich, gleich dir, gern sanftmutb üben; Selbst feinde lieben! 2. Wann hast wohl du ie haß mit haß vergolten? Wann schal, test du, so frech man dich geschol, ten? Du fegnetest mit wohlthun nicht bloß freunde; Nein, auch felbßt feinde. 56 Dem höchften fagen, Und grod im berten gegen bruder tragen? Wie zu ihm flehn, mir fünden zu verzeihen, und rache schreyen? Unhang. 5. Herr, dein verdienst bedeckt nur deffen schulden, Der auch erlaßt dem nächsten seine schulden. Hilf, daß mich deines heils nie durst nach rache Verlustig mach:! Nie uns rächen, wenn wir lei den; Niezu dir um rache schreyn: Nein, versöhnlich vor dich tre ten, und für untre feinde beten. 6. Laß mich mit fanftmuth mei nem feind begegnen, Und, so wie du, den, der mir fluchet, fegnen: Herr, mache gegen alle, die mich baffen, Mein her; ge laffen. 7. Ernen dann selbst alsbald in meinem herzen, Herr, das gehaben. dächtniß der weit herbern schmer zen, Die du in deinen bangen leidensstunden Für mich em pfunden. 8. Reizt mich der wahn, ich muß auf rache dichten; Sons wurd' ich selbst mein ganzes glück vernichten: Alsbald muß ich auf dich, mein vorbild, schauen: Dir, Herr, vertrauen. Mel. Mein Gott, ich bin ist zc. 1130.20 en elche nicht vergeben, Wirft du, Bater, nicht verzeihn, Trost los werden sie im leben; Trostlos einst im tode seyn. Sündern, welche brüder hassen, Kannst du keine schuld erlassen. 2. Bie den herz mit jedem fünder Väterliches mitleid hat; Wie der todesüberwinder Selbst für seine mörder bat: So soll auch der chrift verzeihen, und sich nicht der rache freuen. 4. Vater; stark uns, deine frommen, Treu zu bleiben dies fer pflicht. Wenn wir in verfus chung kommen; So besiege sie uns nicht. Laß sie uns gewaffnet finden! Laß uns schnell sie über minden! 3. Wir gelobens dir mit freu den: Willig wollen wir verzeibn; 5. Mach in unserm ganzen le ben Deinem sohn uns gleichge sinnt, Lehr uns dann noch gern vergeben, wenn wir oft belei digt sind; Daß wir, so wie wir vergaben, Auch in ihm vergebung Mel Herr, deine almacht reichtze 9. Du ſelber fliegst aus marter, 1131. Der du, dem tode für die, schand' und hohne, Nun hoch. Die dich erwürgten, batest, Zur erhöht, hinauf zu gottes throne.rettung ihrer seelen sie Beym Du, Herr, regiert, und schüßest, vater treu pertrates! Wann werd die auf erden Dir ähnlich werden. ich doch dir ähnlich seyn, und meinem feinde gern verzeihn? 2. Ich wollte hoffen, troft im tod, Guad' im gericht zu finden? zu dir einst flehen: richte, Gott, Mich nicht nach meinen fünden? und hörte nicht die stimm' in mir: Wie du vergieba, sergiebt gott dir? mir Durch meine ganze feele: 3. Du, stimme gottes: schalle Wie du vergiebst, vergiebt gott dir. Erwäg es, und dann wähle! Der wählt den segen, wer ver giebt; und der den fluch, er rache liebt. 6. Heil uns! Gott verzeiht uns fündern; Geht nicht mit uns ins gericht; Nimmt uns auf zu ſei nen Kindern; Zürnet mit uns ewig nicht. Laßt uns beten! laßt uns kämpfen! Rachaier gan; uns z dämpfen. 4. Auch mein beleidiger hat theil Am beiland aller fünder. Mit Unbang. 57 Mit blut erwarb auch ihm feiner gebeut: nd, wenn er ftrafet, beil Der todesüberwinder. An mildert güte Selbst der verweife mich und ihn ergeht der ruf Des bitterkeit; und tröstet er, wenn gottes, der uns beide schuf. kummer drückt, Wie fühlt sich iedes herz erquickt! 5. O könnt ihn meine fanft muth noch Zur seligkeit bekehren! Jhn, der mich haßt, das fanfte och Der liebe tragen lehren! Wie göttlich würd' es mich er freun, Der retter meines feinds zu seyn! 5. Nicht rauh, noch hart noch menschenfeindlich; Nein! eifrig, ieden zu erfreun, Und sanft und anmuthsvoll und freundlich Sol ieder jünger lefu seyn. Ach waren wir's! ach glichen wir, Du Borbild wahrer liebe, dir. 6. Wie würd' er mir am weltgericht mit heißen thränen danken! Als freund und bruder, ervig nicht von meiner feite wanken! Mit mir gott preifen, dessen hand Uns für die ewigkeit verband. 7. feele! welche feligkeit, Sich felber überwinden! Duld und sergieb; denn gott verzeiht, und ftraft nicht deine finden. Nicht rache, fegen rufe du, Beghadigte dem feinde zu. 6. In allen worten und gebers den, In allen thaten laß, o Herr, Uns aller menschen freude wers den; Dir, Heiland, immer ähn, licher: So werden wir uns ewig freun, Und gottes wahre kinder fern. Wahrhaftigkeit und Reb lichkeit. Mel. Ich dank dir, lieber herre 2c ohl dem, der rich, Freundlichkeit. 1133 2 tig wandelt, Der Mel. O Gott des himmels und ic. als ein wahrheitsfreund In wort 132.9icht mürrisch, fin- und werken handelt; Ganz das fter, ungesellig, ift, was er Nie Lügen Ist, wer ein chrift zu seyn, sich redt; nie schmeichelt: Nie dop freut; Ift ohne schmeichelen ge- pelzungig spricht; Nie redlichkeit fällig; Vereinigt ernst mit freund- bloß heuchelt; Nie treu und glaulichkeit; und was er sagt, und ben bricht. was er thut, If anmuthsvoll, if wahr und gut. 2. Sein antlig, heiter, wie der morgen, Umwölkt sich; feine freud' entflieht, wenn er beküm merniß und sorgen In seines bruders auge sieht, Und Gralt in neuer heiterkeit, Wenn ein aes trifteter sich freut. 2. Wohl ihm, da deine gute Jhn leitet, ihn umgiebt! Ein redliches gemüthe Hast du, Herr, stets geliebt. An lugnern, an serräthern, An falschen haft du graul; Und bey den übelthätern ft dort dereinst ihr theil. 3. Sein liebliches gespräch erheitert Des blöden schüchtern an Besicht, und jedes herz fühlt sich erweitert Und freubenvoller, wenn er spricht; Denn haß in lächelnder gestalt Liegt nie ber ihm im hinterhalt. 3. Laß falschheit denn, und lu. gen, Gott, ferne von mir seyn. Nie laß die lippen trügen; Nie sen die tugend schein. Erinnre mein gewissen, Du baseft heu. beley, Damit ich stets beflissen Der treu und wahrheit sey. 4. Laß niemals mich verspre chen, was ich nicht wohl be. dacht: Auch dann mein wort nie brechen, weil mirs beschwerde macht 4. Verlangt sein stand, daß er gebiete, nie spricht er ftoli, wenn 58 Unhang. macht. Nie reise meine feele Wis Idrer unschuld schützet; Wer aus oder leichtsinn an, Daß ich als wahr erzähle, Was lattersucht erfann. 5. Gieb muth, daß ich, nicht bidde, Wenn pflicht dazu mich Dringt, Die wahrheit dennoch rede, So viel gefahr sie bringt. Sieb flugheit, daß ich wisse, Wo ich ohn' alle scheu Freymüthig reden masse, Wo schweigen beffer feo. gefälligkeit Selbe ein verleum. der is, Und nichts zum besten tehrt; Sprich! is der wohl ein chrif? 4. O mensch! bedent es wohl! Gott, der an jedem orte Bey dir sugegen is, hört iedes deiner morte. Er, er, der alles sieht, Wie sollt er dich nicht sehn, Wenn sich dein mund erkühnt, Die un schuld frech zu schmähn? 6. Kämpft mich zu unterdrüt fen, Durch arglift fürchterlich, Ein feind mit argen tücken und lügen wider mich: Müß' ich doch deß mich schamen, zu lügen gleich, als er, Die zuflucht je zu neh- los dann du Ihn in den feinen men, und nicht zu dir, o Herr. schmähu? Hört nicht der rächer 7. Ein herz 5. Wenn du des frommen lacht; Die reinse tugend schandeft; Dem würdigen das lob, Das ihm gebührt, entwendeft. Verleums ber! siehts nicht gott, wie zugel ben, Dag bell treu und glauzu? Gott, dein auge 6. Er hört die ju, und zählt scheut, Dieß soll mir niemand Die thränen, die die feinen, Die rauben; Dieß giebt mir freudig- du entehret haß, vor ihm im teit. Fren darf ich aufwärts blik ftillen meinen. Es kommt ein tag; fen, Benn ligner alles schreckt; er kömmt, Wo gott einfi vor ge Und mich wird ruhm dort schmük- richt, Im angesicht der welt, Auc fen, Wenn jene schande deckt. dir dein urtheil spricht. Blimpf im Urtheilen, Mel. O Gott, du frommerGott zc. enn du des nach 7. Statt deines nächsten ehr' Aus schmähsucht zu verlegen, Such sie, wenn du sie schon Ges Franft, ihm zu ersetzen. Sein gus 1134.2 ften ehr' Und achter name sey Dir, als ein heiligs tung fuchs zu schmälern, von nichts lieber sprichst, son des bruders fehlern; ehrfucht oder ftoli Berkleiners feinen ruhm, und seine schuld erhöht, Wo bleibt dein chriSelbsthum; So deinem Herzen werth, Als Als selbst dein eigner ruhm. Aus* S. Ach, Gott! bewahr uns doch vor misbrauch unsrer jun gen! Flöß selbst uns abscheu ein Vor allen läherungen! Das vrag uns tief ins herz: Nur der seg deiner werth, Der seine brüder liebt, und durch die that sie ehrt. fenthum? 2. Wenn du aus argwohn bloß Vom nächsten böses denkest, Du durch ein falsch gerücht Ihm schadek, und ihn Frankeft; Dein leichts sinn, neid und haß Jhn vor der welt entehrt: Bist du alsdann Sorge für ses trächsten. Seelenheil. Mel. Jefu meines Lebens Leben ze. aß mich wohl noch Des chriftennamens 1135 La es Jeft mehr, werth? empfinden: als einer welt gemtan, Sen es, wenn ich selbst von fünden Durch dein beil gerettet bin. Denn, von deinem Wer, wenn er laftrer hört und unter sportern siget, Aus scheuer menfchenfurcht nicht an Unhang. Deinem geißt getrieben, nun von bergen gott zu lieben, Nun zu liehn, was er verbent; Was gleicht dieser seligkeit? 3. Gott ruft uns hier zur hei ligung, Zum himmel reifzu wer: 2. Ach! wie könnt' ich dieß emfinden, und doch fühllos andre fehn, In der fklaveren der sünden Wege des verderbens gehn? Sehn, wie sie zum abgrund ei en? Und doch tråg' und kalt verden. So sex denn meine beffe weilen, Sie zu retten, wenn ichs rung Mein hauptgeschafft' auf ers fann, Eh sie sich dem abgrund den! Gieb, Gott, dazu verfland und trieb! Nichts, was es sen, fey mir zu lieb. Dirs willig aufs juopfern. nahn? 3. Auch für meiner brüder feelen, Nichtfür meinheil nur allein, Soll ich sorgen, wenn sie fehlen: Soll dann gern ihr führer feyn. Vor der Lafter schlauen garnen, Soll ich, wo ich kann, sie war nen, und, eh die sie noch um jehn, Ihnen rathen, daßsie fliehn. 5. Wenn sie sehn, mit was für freuden mich die frömmigkeit be glückt, und wie selbe im herbsen leiden Mich der reichsie troft er quickt: Müß' ihr caumel sich ser treuen, Sich ihr herz der tugend weihen, Selig, so wie ich, zu seyn, Dein, Herr, ewig sich zu freun. 4. Nicht erbittern, nur erweiluft Von deiner gnad ersetzen? den Soll ich, und wenn bitten 5. Was führet zur zufrieden. nicht Bis zu ihren herzen reichen: heit? Versüßt schon dieses leben? Dann leucht ihnen doch mein Was kann mir troft und freudigs licht; Daß sie an mir sehen md- keit Selbst noch im tode geben? gen, Wie auf unsers gottes we gen, Wenn das Herz sie lieb ges innt, Fried' und heil zu finden sind. nicht menschengung, nicht ir disch glück; Nein! chrifii heil nur; und ein blick Auf ienes lebens freuden. 59 2. Erst, wenn man nicht mehr fünd'gen kann, Bon sünden laffen wollen; Jm sterben anfahn erf, was man Vorlängst vollenden fol, len: Dieß ist der weg zum leben nicht. Go lehret nicht der unter: richt, Den gottes geift ertheilet. Dom pflichtmäßigen Verhalten gegen uns selbst. Sorge für die Seele. Mel. Es ist gewißlich an der zeitze. 1136. feligkeit Win ich hüten, 4. Gewonn' ich auch die ganze welt mit allen ihren freuden: Doch wollt' ich nicht, was dir ge fällt, um ihrentwillen meiden. kann wohl die welt mit ihrer luft Die schnell vergeht, mir den vers oleifers ringen; Mich Im schlummer Mnaubringen. 38t ift für mich der tag des heils. Itt sen die wahl des bessern theils Die erste meiner forgen 7. Doch was vermag ich, wenn mich nicht Du selbst vor tragheit schüßeft; Du selbst zur treu in drefer pflicht mich kräftig unter, füßeß? Ofàrte mich, meinGott. dazu: So find ich hier schon wahre ach meiner feele rub, Und dort eins enges leben. 6. Nach diesem Fleinod lehre mich Aus allen kraften trachten; und, ist die welt mir hinderlich, Sie und ihr glück verachten. Daß ich, Gott, deine wege geb, im gericht dereinst besteh; fev mein täglich fireben. Und Dieß mel.kommt ber zu mir, spricht zc. ott, meiner feele 1137.Garten met een großen werth, mir dein the res wort erklärt, Lehr mich mit ernft bedenken, Und auf 60 Unhang. auf die forge für ihr wohl Colab, Auf deiner wallfahrt bis ans unermüdet, als ich soll, Den größ- grab Dem kleinod nachzutrach: ten eifer lenten. fol, Den ten. Auf! strebe! ringe sonder 2. Wie hoch ist sie vor dir geraft!#Belch glück, wenn du's er acht't! Welch glück haft du ihr rungen haft, Jf deinem gleich ingedacht! Welch glück schon zuzu achten! gewendet! Du schufest sie, dein bild zu seyn, und haft, es in ihr zu erneun, Selbá deinen sohn gesendet. 3. 3u groß für diese turze zeit; Bestimmt zum glück der enigkeit; Lebt sie im fleisch auf erden, Durch glauben und gottseligkeit Zu himmlischer vollkommenheit Hienieden reif zu werden. 4. Mit vatertreue wille du fie Durch dieses lebens kurze muh zu deinem himmel führen. laß sie nicht durch eigne schuld Die feligkeit, die deine huld Jhr zu gedacht, verlieren. 5.Wenn sie in fünden blieb und nicht Dem uns erwartenden gericht und seinem flucb entrônne: In welch ein elend stürzt' ich mich! Dann ach! was hulf es mir, wenn ich Die ganze welt gewonne. 10. Ach wer ist seliger, als du! Schon hier verbreitet heitre rub Sich auf dein ganzes leben; Und schließt sich deine prüfungszeit, Dann wird zu seiner herrlichkeit Dich dort dein gott erheben. Selbsterkenntniß. Mel. Wer nur den lieben gott. I I38.Wer bin ich? wel che fras ge! Herr, Lehre sie mich recht verstehn. Gieb, daß ich mir die wahrheit fage, und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt Bleibt von der weisheit weit entfernt. 2. Ich kam, o Gott, aus de nen handen. Du schufest mich zu deinem preis. Dazu mein leben anzuwenden, Ift mein beruf, und Dein geheiß. Doch leb' ich, als dein eigenthum? Und, wie ich folt, zu deinem ruhm? 6. Stets sen, mit dir vereint ju seyn, Gott, deiner emig mich zu freun, Der heiße wunsch der feele! Du, ihr Erbarmer, hilf, daß sie Aus leichtsinn oder trägbeit nie Ihr großes ziel verfehle. * 7. Wer bös ift. Gott, bleibt nicht vor dir. Drum schaff durch deinen geift in mir Ein herz, das fünden haffet; Voll ren sich selbst 4. Du kenneft meines herzens das urtheil spricht, Doch auch tiefen. Oft täuscht mich eigne durch chriftum zuversicht zu dei- heuchelen. Drum laß mich oft ner gnade faffet. 3. Ich zähle mich zu deinen christen. Beweist es aber auch die that, Daß dein bekenner al len lüften Der fünde ganz entfa get hat? und folg' ich, wie ich dirs versprach, Mit fefter treue christo nach? 8. Umringt mich schon ist wachheit noch: Du hilfft, daß ich im glauben doch Der tugend Finne leben; Im glauben, daß dein sohn auch mich So hochge: licbet, daß er sich Für mich das bingegeben. und ernstlich prüfen, Ob ich dir gleichgesinnet sen. Verwahre mid vor menschenwahn, Der auch den Flügsten täuschen kann. 5. Wer viel zwar weiß, dod sich verborgen, Stets unbekannt sich selber bleibt; Wie kann der für sein bestes forgen? Was i das ihn zur beßrung treibt? Si 9. Auf denn, o feele, las nicht felbe Unhang. 61 lb recht kennen, if verstand.| bösen schein. Die Unschuld wird Drum mache mich mit mir bes fannt. gott retten. * 6. Was mir zu meinem heil noch fehlet, Lehr, Gott, mich immer mehr verstehn, und, hab' ich deinen weg gewählet, Mich Deinen weg auch standhaft gehn. Stets leite mich dein helles licht: So tauscht mein eignes her; mich nicht. 7.Bin te noch fern vom schma en slege, Der uns zum ew'gen leben führt; zeit mich auf ihn om breiten wege, Der ins vers Derben sich verliert. Gieb mir zur eßrung luft und kraft. Du bists, der beides in uns schafft. 8. Ich muß dereinfi es doch erfahren, was ich hier war; was ich hier that. Laß mich die prùfung nicht versparen, Bis sich die leste stunde naht. Was nügt mir ſelbsterkenntniß dann, wann ich mich nicht mehr bessern kann? Gutes Gewissen. Rel. Es ist das heil uns komen 2c. 1139. Welch edles un. schäßbares gut nicht ein rein gewiffen! Wer das besitzt, hat da noch muth, Bo frevler zagen müssen. Sein ruhig her: erzittert nicht Ihn schreckt nicht tod, nicht weltge richt; Denn er bat gott zum freunde. 4. Sein geißt sieht mit zufrie: denheit Der künft'gen welt ents gegen. Die giebt ihm muth und freudigkeit Selbst auf den rauh. sten wegen: Denn dort, o Herr, macht einst dein mund Den wah ren werth von jedem kund. Dort wird der fromme siegen. 5. Verleihe denn, mein Vater, mir Ein unverlegt gewiffen; Und meine seele werde dir Durch fün den nie entriffen. Gott, deines benfalls mich zu freun, Dein hei lig recht nicht zu entweihn, Sey täglich meine sorge. 6. Wer des gewissens richter( pruch, Als stimme gottes ehrei, Hort nie dann des geseges fluch, Den einst der frevlerhöret. Hilf, daß ich seinen wink versich, Nie seine warnungen verschmäh, Gern ſeinem ausspruch folge. 7. Mich müsse, täuscht mich ficherheit, Schnell mein gewissen wecken. Bey fehlern sieh's sogleich bereit, Sie frey mir aufzudecken, Und dringe mich, daß unverweilt mein herz voll reu und glaubens eilt, Vergebung zu erfleben. * 8. Gott, deine gnade färke mich, Daß ich stets wach' und bete. Und nie voll leichtsinns wiss sentlich Aus deinem pfade trete. Wohl dem, der reines herzens ift! Hier dir versöhnt durch iesum chrißt, Bird er eins dort dich schauen. 2. Gott, deines benfalls sich be wußt, Vertraut er deiner gnade. Dein friede wohnt in seiner brust; Und wer ist, der ihm schade? Er Wachsamkeit über das Herz. eht auf dich in ieder noth, mit, Mel. er nur den lieben gott zcer die zukunft ihn bedroht. Ibn 1140. N Picht, daß du's triftet deine schon ergriffen 3. Befleckt auch seines namens hättest! Das kleinod wird uns ruhm Das gift von lästerzungen: erst am ziel; Chrift! daß du deine Gemüthsruh bleibt sein eigen: feele rettest, Auf! eil ihm zn, und thum; wird nicht durch sie versteh nie still! Ach! tugend ohne rungen. Er weiß ja sein gewis wachsamkeit Verliert sich leicht ſen rein. Auch flicht er sorgsam in sicherheit. Unhang. 62 2. So lange du im leibe wal9. Du opferst deine schwä left, Bleibst du ein kind, das strauchern triebe, Gott, wenn ers for chelnd geht. Sieh sorgsam zu, daß du nicht fallest! Wie bald kann fallen, wer noch steht! Auch die bekämpfte böse luft Stirbt nie mals ganz in unsrer brust. dert, willig auf. Doch opferst du, wills seine liebe, Jhm auch die liebste neigung auf? Dieß ist das auge, dieß der fuß, Die sich der chrift entreißen muß. 3. Nicht jede besserung ist tusend. Oft ist sie nur ein werk der seit. Die wilde hige roher jugend Wird mit den jahren sittsamkeit; Und was natur und zeit gethan, Sieht unser stolz für tugend an. 4. Oft ist die andrung deiner jeele Ein tausch der triebe der natur. Du fühlß, daß ftolz und ruhmsucht quale; Du dampfß fie; doch du wechselft nur. Dein herz fühlt einen andern reiz. Dem tolz wird wolluft, oder geiz. 5. Oft ist, wenn du dich auch bezwungen, Weltklugheit, was dir tugend scheint. Durch bitterkeit und läßterungen Erweck test du dir manchen feind. Du wirft behutsam, schränkft dich ein, Flichst nicht die schmåbsucht, nur den schein. 6. Du denkst: weil reize dich nicht rühren, wodurch der andern tugend fällt: So werde nichts dein herz verführen. Doch 10. Du fliehst, geneigt zu ruh und stille, Die welt, und liebst die einsamkeit. Doch bist du, fors derts gottes mille, Auch dieser zu entfliehn bereit? Dein herz haßt habsucht, neid und zank. Doch flieht es auch den müssiggang? 11. Sep ámsig! bist du drum bescheiden? Sey mäßig! übst du auch geduld? Du leidest mit, menn freunde leiden. Vergiebst du feinden auch die schuld? Von allen lastern sollst du rein, Bu al ler tugend millig seyn. 12. Sep nicht vermessen! wach' und streite! Denn wachen muß, wer fallen kann! Dein herz hat feine fehwache feite, Die greift der feind der tugend an. Diesichers heit droht dir den fall. Drum wache stets! wach überall! Sorge für den Leib. Mel. Wer nur den lieben gott zc. I 141.Des es leibes warten welchen stolz und gold nicht rührt, hat oft ein blick, ein wort ver: führt. nein, Schöpfer! das verbeutst du nicht. Muthwillig seinen bau vers 7. Oft schläft die fünd' in dei sehren; Das streitet gegen meine nem herzen. Du scheinst von rachpflicht. Steh du mir ſelbst mit fucht dir befrent. Jegt sollst du weisheit bey, Daß diese pflicht eine sch mach serschmerzen, und sich! Dein herz wallt auf, und draut, Und schilt so lieblos und so hart, als es tuerst gescholten ward. mir heilig sey. 2. Sollt' ich, mein Gott, ges ringe schätzen, was deine hand mir anvertraut! Den wunders vollen bau verlegen, Den du, 8. Oft denkt, wenn wir der sein schöpfer, selbst erbaut? Weß aille pflegen, Das her; im stillen ist mein leib? er ist ja dein. Wie tugendhaft. Kaum lachet uns die dürft ich sein zerstörer seyn? welt entgegen, So regt sich unsre 3. Ihn zu erhalten, zu beschü leidenschaft. Wir werden im gegen, Giebst du mit milder vaters räusche schwach, und geben end- hand Die mittel die dazu uns lich strafbar nach. nüzer Unhang. nügen, und zum gebrauch giebst du verstand. Dir ist die forge nicht zu klein. Wie sollte sie denn mir es seyn? 4. Gesunde glieder, muntre träfte, Wie viel sind die o Gott, nicht werth! Wer taugt für des berufs geschaffte, wenn krankheit einen leib beschwert? Jst nicht der erde größtes gut Gesundheit und ein heit er muth? 5. So lehr mich denn mit sorg falt meiden, Was meines körpers wohlfeyn sidrt, Daß nicht, wenn feine kräfte leiden, Mein geiß den innern vorwurf hört: Du felbft bift störer deiner ruh: Du jogst dir selbst dein übel zu.. 6. Für ieden sinn, für alle glies der Müß' ich vernünftig sorgsam seyn. Wirft eine krankheit mich darnieder: So flüße selbst geduld mir ein. Greb frohen muth, und dann verleih, Daß auch des arztes rath gedeih. 7. Doch sieb, daß ich nicht über treibe, Was auf des leibes pflege jelt; Nein stets in jenen schranten bleibe, Die dein gesez mir anbefiehlt. Des Leibes mohl laß nie allein Das tiel von meinen sorgen seyn. * 8. Mein bester fleiß auf die ser erde Sep stets auf meinen seift gericht't, Daß ich zum himmel weise werde, Eh dieses Lei bes hütte bricht: So wird sich leib und seele deir In iener bei fern welt erfreun. mäßigkeit. Mel. Wer nur den lieben gott zc. 1142.2ie mannigfaltig die gaben, Wodurch, Gott, deine hand uns nährt, Die alles gute, das wir has ben, Aus freyer huld uns gern sewährt. Auch das, was unser mund genießt, Reigt, welch ein milder gott du bist. 63 2. Du fegnest auen und gefilde mit unerschöpfter fruchtbarkeit. Die jährlich, Bater, deine milde, Daß keiner darben môg', erneut. Denn ieder soll sich deiner freun, und im genuß dir dankbar seyn. 3. Du giebst, daß ich nicht man. gel leide, Brod, das die krafte mir ersett; Giebe zum bedürfnis auch noch freude, Womit der woblschmack mich ergeht. Wie ist zum wechsel im genuß So reich, so groß dein überfluß! 4. Doch laß die kraft, uns zu vergnügen, Die dem, was nährt, verliehen ist, Nie, Schöpfer, so mein herz besiegen, Daß es nan deiner huld vergißt; Der huld, die keine lust uns wehrt, Als die, die schadet und zerstört. 5. Mit speiß und trank sein her; beschweren; Geziemet dieß uns, chriften, wohl? Wird nicht dadurch, was uns ernähren, ind auch zugleich erquicken soll, Ein gift, das in die adern schleicht, und zum verderben uns gereicht? 6. Unmäßigkeit entnervt die kräfte; Bringt mißmuth; reizt zu streit und zank; Verekelt die berufsgeschäffte; Erzeugetschmerz macht siech und krank; Erniedrigt unters thier hinab; End stürzet vor der zeit ins grab. 7. Wer hier bloß sinnenluft ge noffen, In dem genusse nimmer satt, Dem bleibt der himmel dort verschlossen, Der auch für ihn nicht wonne hat. Weh ihm! denn hier ist schande schon, und dort verdammniß einft sein lohn. 8. Gott, ich will mäßig m genuffe Der gaben deiner gute nichts son deinem überflusse Je durch unmäßigkeit entweihn. Denn mäßigkeit und nüchternheit, Die sind die beste dankbarkeit. 9. So oft ich speif und trant genieße; So laß es mit vernunft ges Anhang. 64 geschehn, Und, daß ich beides mir| verfüße, Mit dank auf dich, den geber fehn, Auf dich, der du uns järtlich liebst. Uns nahrung und erquickung giebat. 7. Gieb, daß ich ihren schudden lüften Bald anfangs ernstlich wi dersteh, Auch fiets zum siege mich zu rüsten, Auf dich, Allgegenwärt'. ger feh. Wer dich, Gott, stets vor augen hat, Flieht auch ver borgne misfethat. Reuschheit. Met. Wer nur den lieben gott 2c. widerstreben, 1143. Der wolf reiz zu Eaß, Hochfier, meine weisheit fenn. Sie ist ein gift für unser leben, und ihre freuden werden pein. Drum fleh' ich demuthsvoll zudir: D. schaff' ein reines hers in mir! 2. Die wolust kürzet unsre tage; Verzehret früh des Körpers kraft; Bringt armuth, seuchen, schmerz und plage. O schnöde früchte, die sie schafft! Wie haßt sich selber, wer sie liebt, Sich hin in ihre feffeln giebt! 3. Sie raubt der feele muth and stärke; Schwächt den verstand, der seele licht; Erstickt den eifer edler werke, Hemmt ernst und luft zu jeder pflicht; Und das in wolluß trunkne her: Zerfoltern bald drauf reu und schmerz. 4. Der mensch sinkt unter ihrer burde zur niedrigkeit des thiers berab. Wie schändet er die hohe würde, Die ihm sein milder schd pfer gab! Gott haucht ihm kraft zu denken ein, und er wünscht nichts, als sinn, zu ſeyn. 4. Unthätig und zur arbeit träge, Berläßt der mensch leicht gottes wege; Und den, der müßig. ist, schüzt nichts. Der unschuld schußwehr sind geschaffte. Ent zich der wolluft ihre Kräfte Im schweiße deines angesichts. 5. So schimpflich sind der wol luft bande. Oft sind sie schon der welt ein spott. Straft ihre skla: ven hier nichtschande: Dortstraft mit höllenpein sie gott; Gott, der vor sein gericht einst sieht, Bas außer ihm kein zeuge sieht. 5. Erwacht ihr trieb, dich zu bekämpfen: So wach' auch du, ihn früh zu dämpfen, Eh er die frenheit dir verwehrt. Leicht ists, ihn im entstehn ersticken; Schwer aber ists, ihn unterdrücken, Wenn ihn dein herz zuvor genährt. 6. Den wirst auch du, o Gott, verderben, Derdeinen tempelfrech verderbt. Er wird des ew'gen to6. Oft Eleiden sich der wolluft des sterben. Wenn keuschheit emtriebe In die gestalt erlaubter ses leben erbt. Fliehn, fliehn will liebe; und du erblickft nicht die ich der wolluft greul, Daß dein gefahr. Ein langer umgang macht gericht mie nicht ereil. dich freyer: Und oft wird ein ver, Mel. Zu dir, o vater aller. I 144. Chrift, fiers fe zierde Erau nicht der schmei chelnden begierde, Als fey, der wollust fröhnen, süß. Die wolluft racht einst an den frechen Durch schmerz und elend die verbrechen, Die sie erst selbst verüben hieß. 2. Laß, ihr die nahrung zu vers wehren, Nie speiß und trank dein ber; beschweren, und sey ein freund der nüchternheit. Versag dir, um dich zu besiegen, Auch öfters ein erlaubt vergnügen, und steure deiner sinnlichkeit. 3. Laß nicht dein auge dir ge bieten; Und sey, die wollust ju verhüten, Stets schamhaft gegen deinen leib. Flich vor des leicht, finns rohen scherzen, und such im umgang edler herzen Erheitrung, benspiel, seitvertreib. Unhang. botnes feuer Aus dem, was fangs freundschaft war. 7. Dein fühlend herz wird sichs reihen; Es wird des lasters ausbruch scheuen, Indem es sei en trieb ernährt. Du wirst dich ark und sicher glauben, und Heine fehler dir erlauben, Bis deine tugend sich entehrt. 8. Doch nein! Du sollst sie nicht tehren. Du sollst dir siets die that verwehren. Ist drum dein herz hon tugendhaft? Ifts fünde nur, te that vollbringen? Sollst du nicht auch den trieb bezwingen? Nicht auch der unsch der lei enschaftsbisd ** 9. Begierden sind es, die uns Händen; Und, ohne daß wir sie vollenden, Verlegen wir schon fre pflicht. Wenn du vor diesen nicht errätheft; Nicht durch den if die lüfte tädteft: So rühme ich der keuschheit nicht. 65 geheiligt bleibez Daß rein und Feusch mein auge sey, Daß ich, durch nichts beschämt, es fren Zu dir erheben könne. 3. Auch meine junge schände nie, Was schändlich ist zu hören. Nie laß der unschuld rechte sie Durch frechen spott entehren. Bes stimmt zum opfer des gebets und deines lobes, rede fets Mein mund, was nugt und besſert. 4. Mein ohr laß dir nur offen seyn, nie der verführung bitten; Mein herz und meine sitten rein, Wie josephs hers und sitten, Das mit der wolluft schmeicheley Mir nicht durch ihre zauberey Der unschuld würde raube. 5. Denn, wo sie wandelt, haucht sie gift. Welch elend, das die slaven Unheiliger begierden trifft In tausendfachen strafen! 3u welcher schande tiefe sinkt, Wer ihren zauberbecher trinkt; Ber: trickt in ihren negen! 6. Ach! wo die unschuld weicht, da flicht Der tugend ruh und stil le. Da, wo der wollust flamme glüht, Fehlt selbst der gute wille. Sie wüthet tödtet und verheert Weit mehr, als ie das schwert zers stört, Als pest und glut zerstören. * 11. Chrift, fliche vor der wolitpfade, und wach' und flehe 7. In seinem taumel, Gott, ottes gnade um weisheit in vers vergißt Der trunkene serbrecher, chung an. Erzittre vor dem er- Daß du allgegenwärtig bist; Des ten schritte! Mit ihm sind schon frevels ernfter råcher. Der Tugend de andern tritte zu einem neuen lacht fein frecher spott, Eacht dei all gethan. nes heil'gen worts, o Gott, Lacht rachlos des erlösers. x320 Rel. Es ist gewißlich an der zeit ze. 8. Und dieser leib, den er ent 1145.Mein leib foll, Gott, eiht, Der wird einft auferstehen. tempel er der ewigkeit it allen seiner gliedern. Ich so deckt mit schande sehen; Wird n dir zum diensie weihns zum selbst sich fluchen; auch wird er dienst auch meinen brudern. Gieb, Der vollußt opfer um ihn her a ich dieß dein heiligtham Für Ihm ewig flachen hören. und, Herr, für deinen uhm 9. Heil dem, der deiner nie verStets unbefleckt berabre. 2. Gieb eine teasche feete mir einem tenschen leib, Daßer, en du erbaut, auch dir. Gott, fiets gißt! Nie, Gott, dein werk zer föret! Der immer reines Herzens ie! Der deinen Tempel ehret: Heil @ to. Erfille dich, scheinst du zu anken, Oft mit dem mächtigen danken Die unschuld ist der ele glück. Einmal verscherzt und aufgegeben, Berläßt sie mich im en leben, und keine reu ringt sie zurück. Unhang. 66 Heil ihm! frob wird er auferstehu. Dein antlik wird er ewig sehn, Berklärt, wie jesus chriftus. 10. Mein leib foll, Gott, dein tempel feyn Mit allen seinen glies dern. Ihn soll ich dir zum dienste weihn; Zum dienft auch meinen brüdern. Gieb, daß ich dieß dein heiligthum Für sie, und, Herr, für deinen ruhm, Stets unbe fleckt bewahre. Verhalten gegen irdische Güter. 3. Doch nach den gütern diesem seit Mit ganzer seele schmachten, Nicht erst nach heil und seligkei Und wahrer tugend trachten. If das für menschen wohl beruf, Die gott zur ewigkeit erschuf? 4. Der geiz erniedrigt unser herz, Erstickt die edlern triebe. Die liebe für ein schimmernd a Verdrängt der tugend liebe, Und macht dir, der vernunft zum spott Ein todtes gold zu deinem gott5.Der geij, so viel er an fichreißt. Läßt dich kein gut genießen. En quält durch hab sucht deinen geiß und tödtet dein gewissen, Unt reißt durch schmeichelnden gewinn | Dich blind zu jedem frevel bin. 6. Um wenig vortheil wirft de schon des meineids dich erfrechen nicht anstehn, der arbeiter lob unmenschlich abzubrechen. D wirst aus geiz der wittwen flehn Der waisen thrånen widerstehn Wel. O Gott, du frommer Gottze. ein Gott, laßmich 1146. M doch nie Den fchäßen dieser erden So meine neis gung weihn, Daß sie mein abgott verden. Beym überfluß fehlt doch Oft die zufriedenheit; und was ift ohne fie Des lebens herrlichkeit. 2. Ein weises frommes hers Das sey mein schat auf erden! Sonst alles, nur nicht dieß Kann mir entrissen werden. Das bleibt| im tod' auch mein, und folgt mir aus der seit, Zum feligften ge winn, Hin in die ewigkeit. 3. Wann dieses fehlt, dann ist Das reizendste vergnügen Nur füffen traumen gleich, Die unsern geift betrügen. Drum lenke, Gott, den wunsch Vom irdischen gewinn Durch deines geiftes fraft Zu ew. gen gütern hin. Mel.Herr, deine allmacht reichtre. 1147.28 dem, derbere fehåße liebt, chage dieser erden! Wohl dem, der sich mit eifer übt, An tugend reich zu werden; und in dem glauben, deß er lebt, Sieb über biese welt erhebt. tet hers Schmeckt nie des woh 7. Dein durch den geiz verhär thuns freuden. Dich rühret keine Franken schmerz, und keines arme leiden. Wo ist wohl eines stande pflicht. Die nicht der geis entebr und bricht? 8. Gewinnsucht raubt dir mut fagen, Du schweigst, wo ſie die und geift, Die wahrheit freyj reden heißt, Darfst kühnlich l gen wagen, und wirft um ein ver achtlich gold Der tugend feind dem lafter hold. * 9. Erhalte mich, o Gott, d bey, Daß ich mir gnügen lasſe Gei; ewig, als abgötterey, Vo mir entfern und haffe. Ein we ses herz und froher muth S meines lebens größtes gut. 2. Wahr ist es, gott verwehrt uns nicht, hier guter su besigen. Er gab sie uns, doch auch die Arbeitsamkeit. Mel. Obater, unser Gott, es flicht, mit weisheit ſie zu müken, 1148.3müffiggang, G ur arbeit, nicht um Siedürfen erfreun, und unfres fleißes antrieb fepn. wir bestimmt auf erden. Drum mid noo Unhang. mich hier mein lebenlang Durch Gebrauch der Lebenszeit. arbeit nüglich werden. Gieb mir Mel. Nun ruhen alle wälder*. und und kraft, Gott! mein beſchickt, treu und gewiſſenhaft 1149. difeb leben, das Rein werk hier zu verrichten. du mir selbst gegeben; Welch un schårbares gut! Du gabßt es mir, auf erden Zum himmel reif zu werden, Wie viel iets, das auf ihm beruht! 2. pilf, daß vor träger weich lichkeit Ich standhaft mich be abre, und, wenn die pflicht mir müh gebeut, Nie meine Fräfte pare. Wenn sie erschöpft sind, Dann will ich Durch reine stille freuden mich zu neuer arbeit tärken. 3. Gieb weisheit, mir zum vors urf nicht Die zeit mit nebens dingen, und mit versäumniß meis er pflicht, Verschwendrisch hin bringen. Mein eifrig streben müsse seyn, Mich den geschafften anz zu weihn, Die du mir auf teleget. 4. Ein heil'ger trieb beseele mich, Treu meines ftandes pflichen In deiner furcht, gestärkt durch dich, Mit freuden auszurichten. Ein herz, das sich des uten freut, Giebt zu der arbeit Hunterkeit, Läßt ihre laft nicht fühlen. 67 5. Lehr mich, mein Schöpfer, o ich bin, Vor deinen augen andeln. Und mich erkaufe kein winn, Gewissenlos zu handeln! Rich sporn' ein frommer eifer an, So viel zu nüßen, als ich kann. Das sen mir ehr und reichthum! 6. Mir sey bey allem, was ich hu, Mein ziel dein wohlgefalin: So werd ich zur gewissensuh Auf ebnem wege wallen. Dem, der dir, Heiligster, mis Alt: Was nüßet ihm die ganze helt mit allen ihren freuden? 7. Statt meinen irdischen bes Je trag' hintanzufeßen, Lehr nich du, der zu ihm mich schuf, gottesdienst ihn schägen! So erd ich durch geschäftigkeit In 2. Hier wird die faat geftreuet. und dort, wenn sie gedeihet. Wird reich die ernte seyn. Je from mer ich hier lebe, Hier gut zu handeln strebe; Je größer wird mein glück dort seyn. 3. Sollt' ich dieß glück mir ran ben? Herr, bilf, daß mir im glauben Der künft'gen erntezeit Mein Leben auf der erde werth, so wichtig werde, mir dein wort des heils gebeut. 4. Wer unnüs es verschwendet, Eh gott ruft, selbst es endet, Vergißt der treue pflicht. Ein redliches gemüthe Lohnt nie mit undank gute, Entweicht von fet nem posten nicht. So Als 5. Was leicht in krankheit fürs tet, Mein leben leicht verkürzet, Lehr mich mit sorgfalt fliehn; Doch auch es ohue sagen, Wenns mein beruf ist, wagen, Nie meis nen pflichten mich entziehn. 6. In deine vaterhände Befehl ich, Gott, mein ende, und mei ner tage lauf. Ich will, mich dein zu freuen, Gant deinem dienst sie weiben. Hilf du aur meiner schwachheit auf. 7. Was nügt ein langes leben, Wenn man nicht, gott ergeben, Nach wahrer tugend strebt? Wer gott und menschen liebet, und sich im guten übet, Nur der bar lang und wohl gelebt. Mel. Aus meines herzens ze. bennügung meiner seit 3u1150. Wir wallen hier, pilger, jener ew'gen stadt, Die uns der würden fündens 68 Unhang. ſündentilger Auss neu eröffnet| glut: Bricht die gewalt der sinne: hat. Als finder fanken wir Tief Erweicht dein herz, Daß frem; in den staub hernieder. Doch er der schmerz Dein mitleid leicht erwarb uns vieder Das bürgers gewinne recht in ihr. 2. Drum laßt uns unser eben Der großen hoffnung weihn. Hier 5. Auch übt dich leiden zur ge duld; Erhöht den merth von got tes huld; Stärkt machtig dein. ſoll es thätigs streben, Ganzertrauen, Lehrt im verlufi Dich vonne dort erst seyn. Glück, wie das herz begehrt; Glück, das nie jurcht erschüttert, Nie müh und leid verbittert, Wird uns erst dort gewährt. nun mit luf Anfs unsichtbare schauen. 6. 6. Der drangfal hig' entflammt dich stets zu größrer bruns des gebets Und läutert deinen glauben. Weit minder kann Ver suchung dann Dir deine krone rauben. 3. Hier hofft ihr das vergebens Hier herrschen furcht und muh. Gebraucht denn dieses lebens, Wozu es gott verlich. Der ho heit euch bewußt, Zu der euch gott erhöhet: Flicht weltlust; es sergehet Diemelt mit ihrer luft. 4. Euch, staub, hat gott ervählet, Daß ihr mit engeln dort Sein hohes lob erzählet; Sext froh die wallfahrt fort. Auf! bis euch Gottes ruh In ihren schooß empfange Wallt unter fobgefange Der engel chdren su. 7. Zwar stört die drangfal deme ruh; Denn unter thrånen säest du, und unter viel beschwerden. Christ, hoffe doch! Sie wird dir noch Zur reichen ernte werden. 8. Verschmerzt ift leicht ein ir difeh leid. Kurz ist der augen. blick der zeit. Dann folgt vas ewig währet, Folgt ein genu Ohn überdruß, Wie ihn der geif hegehret. Trostgesänge. Wel. In dich hab ich gehoffet, ze. n trübfal, chrift, 9. Auch bleibt, so weißft du sott getreu. Mit vaterhuld steht der dir bey; Sorgt, daß er die erquicke schafft rast, 1151. I( ep meriagt! Dap deine lapt die nicht gan niederdrücke. Wenn schwermuth an dein herz ich wagt, Erheitre dein gemü the! In jeder noth Blick auf zu gott, und trau auf seine gute. 2. Kein leiden kömmt von ohne gefähr, Dein gott schickt dir es ju, und er Bleibt fiets in seinen megen So groß von rath, Als 11 Viel fromme sind zu aller groß von that, Ind reicb anzeit Durch leiden in die herrlich gnød' und segen. 10 Berbirg: dein gott sein angesicht Dies raube deinen muth dir nicht. Er kann sein kind nicht hassen Sey, als sein kind, wie er gesinnt! Er wird bich nicht verlaffen. 3. Der dich in christs herzlich teht Sucht, wenn er dich durch leiden åbt, Die wohlfahrt dein ner seeles weckt dich daß nicht zu deiner pflicht Dir luft und ifer fehlalar 4. Solch leiden beugt den über den aver muth, Erstickt der wolust wilde Feit, Gleich jesu, eingegangen Begehrst denn du In träger rub Die krone zu erlangen? 12. Demüthige dich, gleich als sie! Fleh brünstig, und ermüde me! Dein gott erhört dein fle hen. Balb weicht dein leid. seiner zeit wird dich dein got erhöhen. Mel. Anhang Mel. Jesu, meine Freude zc. hrt, aus deinem 1152.C herzen Bañe gram und schmerzen, Schöpfe neuen muth! Wenn ein leid dich drükt; Gott ists, der es schicket. Bas gott schickt, ist gut. Wenn ich noth Ringsum bedroht, Bornach ihm fragt. stets mit dir erwachen: Wohl virds gott doch machen. 11: 2. Stürmen auf dich reude; Baukr die tren der freunde: brickt die last zu schwer; türst jedem tage Eine neue plage leber dich daher; Weicht das dick Stets mehr zurück; Scheints ich nicht mehr anzulachen: Wohl irds gott doch machen. 3. Bürden abzunehmen, Hilft cht angs, noch grämen; Schafft uch keine raft. Ingeduld macht urden, Die sonst Leicht seyn urden. Dir zur felfenlast. Za end herz! Still deinen schmerz! Bengt die burde tief dich schwaen; Wohl wirds gott doch machen. 69 Mel. Nun ruhen alle wilde zc. 1 153.Was ists, das sch mich quale? Harr seiner, meine feele: Harr, und fer unserzagt! Du weißst nicht, aas dir müzet; Gott weiß es, und er schüget; er schißet den, der 4. Du führst chrift namen. hriftum nachzuahmen, Das is eine pflicht. O wie schwere plaen mußte der ertragen! Und wankte nicht. Halt auch du Dein herz in ruh. Wenn rings dich wetter Frachen Bohl irde gott doch machen. 5. Herrlich ist die krone, Die christ zum lohne Seiner tren pfangt Gelbfi nur nichts ver huldet! nd dann still erduldet, das dein gott verhängt! Sieg held! Mag schon die welt Deiner hoffunng sportisch lachen: ohl wirds gott doch machen. 6. Nun! so soll es bleiben. Ich nie mich sträuben; Stets folgfam feyn. Stets, in tod 2. Er zählte meine tage, Metn glück und meine plage, Eh to die welt noch sah eh ich mich felbst noch kannte, Eh ich ihn sater nannte, War er mir schön mit hül ah. 3. Die kleinste meiner forgen dem gott nicht corborgen der alles sicht und hält; und was er mir beschieden, Das dient zu meinem frieden, Wirs auc die größte last der welt. 4. Ich lebe nicht auf erden, um glücklich hier zu werdenz Die lust der welt vergeht. Ich lebe hier, in fegen Den grund zum glück zu legen, Das ewig, wie mein geist, besteht.e 5. Was dieses glück vermehret, Sen mir von dir gewähret! Gott, du gewährst es gern. Was dies ses glück verleget, wenns alle welt auch schäßet, Sey, Herr, mein Gott, mir evig fern! 6. Sind auch der krankheit pla gen Und mangel schwer zu tragen, Noch schwerer haß und spott: So harr' ich, und bin stille, Zu gott, denn nicht mein wille, Dein wille nur gescheh, o Gott! 7. Gott ist der müden stärke, und aller seiner werke Erbarmt er ewig sich. Was kann mir wis derfahren, wenn gott mich will bewahren? Und er, mein gott, bewahret mich. Mel. Wer nur den lieben gott ze. leben, Bleib a 3ch via femper mein. 28as 1154, die ihr euch ver il Sep stets mein ziel! meden Bey langem leid in mir underbar mag gott es ma ben emport, Als habe meiner Gott Sohl wird ers doch machen. the 3.30 show Gastner 70 Unhang. vergessen, Weil er mich nicht| låsfest du mich hülfe sehn. Herr! alsbald erhört. Mag seine hülfe amen! ia! es wird geschehn. schon verzichn; Doch werf ich meine forg' auf ihn. 2. Gott sorgt für mich; wann find nicht väter Für ihrer Finder 1155. Hier wird ebe wohl besorgt? Und du, Gott, bester aller våter, Wärst für mein heil ganz unbesorgt? Du sorgft für mich; ich bin dein kind; Und du bist väterlich gesinnt. Mel. Jesu meine freude xc. selbst dem fein muth benommen; Seine laft ju schwer. Wenn sich wetter thür men, Unablässig stürmen, Ach! dann klagt auch er; Und sein herz Voll angst und schmerz, Klagt in seines unglücks größe, Daß gott fein vergesse. 2. Deine Fümmerniffe, Stil, ochrift, und wisse: Gott vergift dein nicht. Selbst aus herben leiden Schafft er neue freuden; Kehrt die nacht in licht. Unvers 4. Und du? du solltest das nicht hofft Führt er uns oft Auf den wiffen, Wenn furcht mich ängs rauhsten dornenwegen Größerm tet, noth mich quält? Du hart| glück entgegen. 3. Stets stellt sich deinem hel len blicke Die ganze zukunft of fen dar. Du überfahst mein ganz Beschicke, Eh mich die mutter noch gebahr. Du warst es selber, def sen rath Mein ganz geschick ge ordnet hat. 3. Drum lobfing' und preise! Dich liebt der allweise Als sein eigenthum. Stets für uns zu wachen; Alles wohl zu machen, ft und bleibt sein ruhm. Eh du's meynst, Der du ist weinst, Wird er dir auch deine zähren Schnell in wonne kehren. 4. Dieß, o chrift, erwäge, Wend in gottes wege Sich dein blick vers tieft. Lerne das wohl fassen; Du bist nicht verlassen; Du wirst bloß geprüft. Folge gern Der hand des herrn, Die dereinst, was dich ist kränket, Dir zum besten lenket. Dein her; vor mir verschließen? Du, der der seinen thränen zählt? Nein! über deiner finder schmerz Bricht dir dein väterliches herz. 5. Wie? derer solltest du nicht achten, Für die du deinen sohn doch gabft? Sie ließeft du vor dir verschmachten? Du, der du gern mit trofte labft? Du, Vater, der du, die du liebst, Gern bittrer leiden überhübst? 6. Wenn du luft zum verder ben hättest, Hättst du uns da den sohn gesandt? Hier fühlts mein bers, wie gern du rettest. Von deiner gut' o welch ein pfand! Du rettet feinde deines throns Gelbft mit dem blute deines sohns! mel. Auf meinen lieben Gott x. wetter, Doch bist du, Gott, mit big her; sich fest. So oft ich im 7. Verhüllen dich schon finstre 1156. Auf meinen gott ver hülf uns nah. Ja, helfen willst gebete Hin vor sein antlik trete, ou, starker retter, Nur deine Wird auf mein kindlich flehn Bund' ist noch nicht da. Die stunde Gott gnädig auf mich sehn. tömmt; die trübsal weicht, Go bald sie ihre frucht erreicht. 8. Du wirst denn auch an mir erfüllen, Was mir dein theures wort verspricht. Du wirkt auch meinen kummer fiillen. Dir trau ich fest, und zweifle nicht. Bald 2. Sein geift, den er verheißt, Giebt zeugniß meinem geist; J fey, obgleich voll fünde, Erwählt zu seinem kinde, und soll durch ihn auf erden Rein, fromm, und heilig werden. indom ho4 839 vier 3 Anhang. 3. Nur fou nie frevelhaft Mein er der gnade kraft Gelbst schwas den: foll nur streben, Wie er nich führt, zu leben. Verführunen zu fünden kann ich dann überwinden. 4. Er giebt entschlossenheit. Ich tehe fest im ftreit. Erneut zu gots te bilde; Bedeckt mit ſeinem childe; Werd' ich nicht unterlies gen. Er selber hilft mir siegen. 5. Und wohl! o wohl mir dann! Dingt mir schon schwachheit an; Durch chriftum gott versöhnet, Bleib' ich mit heil gekrdnet, Und erd' einst, wenn ich sterbe, Dort ines himmels erbe. 6. Gedank', ich fühle dich! Du, du beruhigt mich! Auch in den rauhften tagen Läßßt du mich nicht verzagen. Nichts müsse diesen lauben mir je vom herzen rauben. 7. Welch leiden dieser zeit I werth der herrlichkeit, Der, lenseits dieser erde, Jch mich ers freuen werde? Und dem ist sie bereitet, Den gottes geist hier $ leitet. 8. O leite lebenslang, Geißt Bottes, meinen gang. Hilf immerdar mir weiter, und bleibe mein begleiter, Der nimmer von mir weichet, Bis ich das ziel erttichet. 9. Versiegelt bin auch ich, Du Beift des Herrn, durch dich Auf lenen tag der freuden, Wo, fern on schmerz und leiden, Der uns schuld, die hier weinet, Ihr ret tungstag erscheinet. Rel. Herr Jesu Chrift, wahr'e zc. 1157.Glück oder unglück, was es sey, Nehm ich von deiner vatertreu, Gott, der mich nie verlaffen kann, Vertrauensvoll und dankbar an. 2. Nur du, der du allweise bist, Nur du weißt, was mir heilsam Nur du, Gott, siehst, wie jedes leid zu ewgen segen mir gedeiht. 3. Jft alles dunkel um mich her, Die feele måd' und freudenleer. Bist du doch meine zuversicht; In finstrer nacht, o Gott, mein licht. 4. Verzage herz, verjage nie! Die last sev schwer; gott kennet fie. Er weiß den kummer, der dich quält, und geben fann er, was dir fehlt. 5. Wie oft, Gott, weint' ich, und wie oft Half deine hand mir un verhofft. Den abend weint'ich, and bald drauf Ging mir ein frober morgen auf. 6. Gagts alle, die gott je ge prüft, Die ihr zu ihm um hülfe rieft! Sagts, fromme: hat er das gebet Des frommen dulders is verschmäht? 7. Ich weiß, es kommt die stuns de noch. Früh oder spät; so kömmt sie doch, Wo leiden, das nur fun den währt, In freudeniahre sich verkehrt. 8. Ich ernte meiner leiden lohn vielleicht in diesem leben schon. vielleicht, daß, eh ich ausgeweint, Mir gott mit seiner bülf erscheint. * 9. Wenn mich kein freund ers quicken kann, Darf ich mich meis nem heiland nahn. Ihm schütt ich frey in seinen schoof Mein bers aus; seine huld ist groß. 10. Einst hat auch er, der men. schenfreund, Biel thränen, sie für mich geweint. Er weiß, wie schwes res leid betrübt, und welche schwachheit mich umgiebt. II. Er hilft gewiß; ich zweifle nicht. Er hält getreu, was er verspricht. Der mit uns mitleid haben kann, Nimmt sich barmherzig meiner an. Mel. Herzlich lieb hab ich dich zc. ir trau 1158.Dund wante nicht, will gleich von meiner hoffnung licht Der letzte funke schwinden Mein belfer, Herr, mein Gott. bis Unbong. 72 bist du. Ich weiß, durch dich werd' ich noch rnh und freude sieder finden. Von jeher hast du mich geführt, und meines schicksals lauf regiert; Mit segenvoller va terhand so manche noth hinweggewandt. Unendlicher! Ich trau auf dich. Du leitest mich. Ich kämpf und siege, Gott, durch dich 2. Schwer ist der kampf der leiden, schwer! Kaum fühl ich muth und stärke mehr, Die prů fung auszudulden. Doch ewig, Vater, jürnst du nicht. Du gehst nicht mit uns ins gericht; Straff nicht nach unsern schulden. Bald ist der thränen maaß gefüllt; Bald meiner feele schmerz geftillt. Bald hat gott all' mein flehn erhört, Mich gnug geprüfet, mich bewährt. Du, Gott, voll huld! Er hört von dir, Lobsingt in mir Dann meine ganze seele dir. 3 Gott, alle leiden dieser zeit Sind doch nicht werth der herr lichkeit, Die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir der dulder lohn, Bald steh auch ich vor dei nem thron Mit treuer kämpfer schaaren, und danke dir, mein Gott, verklärt, Der ißt michprüft, dann mich bewährt, Daß ich, von allen leiden frey, Ein feliger des himmels sen. Barmherziger! Fest, ohne graun, Will ich dir traun; Denn einft werd ich dein antlik schaun. Voi Tobe. Mel. Sudir, o vater aller gúte zc. as forgst du angst 1159. Es gott gelassen übergeben, Jft wahre ruh und deine pflicht. Du follfi es lieben, weislich någen, Es dankbar als ein gut befizen, Berlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der tod soll nicht dein her: erschrecken: Doch, dich zureisbeit zu erwecken, Soll er dir stets vor augen seyn; Des irdschen le bens liebe mindern; Doch dich in deiner pflicht nicht hindern, Viel mehr die kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen pflich ten, o laß den tod dich unter eichten, Wie wenig deiner tag: sind. Sprich: sollt' ich gutes wohl verschieben? Nein, meine zeit, es auszuüben, ft kurz, und ſie ver fliegt geschwind. 4. Denk an den tod, wenn best triebe, Wenn luß der weltend th re liebe Dich reizen; und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und, könnt' ich auch die welt erwerben, Beging ich doch solch übel nie. 5. Denk an den tod, wenn dei nem leben Das fehlt, mornach die reichen streben. Sprich: bin ich hier, um reich zu fenn? Heil mir, wenn ich in christo serbé! Dann ist ein unbeflecktes erbe, Dann is des himmels reichthum mein. 6. Denk an den tod in hohen eh ren, Und wenn sich deine schake mehren, Daß du sie nicht zu heftig liebst, und, wenn die guter dieser erden, Dir, eh du's denkst entrif fen werden, Dich nicht zu sehr darum betrübst. * 7. Denk an den tod in fronen tagen. Kann deine luft sein bild vertragen: So ist sie rein und un schuldssoll. Sprich, dein vergnü gen zu versüßen: Welch glück werd' ich einst. Dort genießen, Wo ich unendlich leben soll! 8. Denk anden tod, wenn lei den schmerzen. Sprich: alle trüb frommer und im glauben leicht. Ich leide; doch von allem bösen Wird mich der tod bald; bald erlösen. Er ifts, der mir die krone reicht. 9. Denk an den tod, wenn fre che cotten Des glaubens une ber tugend spotten, und later floli ihr haupt erhöhv. Sprich bey dir Anhang. 73 felbft: gott trägt die frechen.7. Tritt im geift zum grad' oft Einstwird erseine wahrheiträchens hin! Sieb da dein gebein verfens Und ewig wird sein wort bestehu. fen! Sprich: Herr, daß ich erde bin, Lehre du mich oft bedenken! Zehre das mich jeden tag Def ich weiser werden mag. 10. Co suche dir in allen fallen Den tod oft lebhaft vorzustellen, Dann wirst du ihn nicht zitternd scheun; Dann wird er dir ein trofi in klagen, Ein weiser freund in suten tagen, Ein schild in der versuchung seyn. Mel. Jesus meine zuversicht zc. 1160.Ma eine lebenszeit ver ftreicht. Stündlich eil ich zu dem grabe. Wenig tage finds vielleicht, Die ich noch zu leben habe. Denke, mensch! an deinen tod. Säume nicht; den eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Bürden, die dir menschen gaben, Nichte wird dich im tod erfreun; Diese güter sind nicht dein 3. Nur ein herz, das Jefum liebt; Nur ein ruhiges gewissen, Das por gott dir zeugniß giebt, Wird dir deinen tod verfüßen; Giebt im leben heiterkeit, Giebt im ferben freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten noth Freunde hülflos um dich beben; Dann wird über welt und tod Dich dieß reine herz erheben: Dann erschreckt dich kein gericht. Gott ist deine zuversicht. Mel. Ich hab' mein fach gott zc 1101. on emigkeit. n ein bin ich, Gott, deiner hand steht meine zeit. Eh seiten waren, ward schon mir Mein leben hier, Und auch ſein siel, bestimmt von dir. 2. Rückt meine stunde nun her: an; Dann schau mich mit erbar men an! Hilf mir in meiner todesnoth! mein Herr! mein Gott! Ein fanfter schlaf sen mir mein tod. 3. Durchstürmt den leib det frankheit schmerz, So stärke das beklommne herz. Selbst in der schmerzen größter wuth Gieb mir den muth Zu denken: gott machts dennoch gut. 4. Verlei's gelaffenheit und ruh! In meinem herzen wohne du Geift Gottes! daß ich ohne graun, Und voll vertraun, Kann in die nacht des todes schaun. 5. Sen von mir schwachen dann nicht fern! Zeig mir den himmel, geift des Herrn! Daß ich, wenn ich um gnade fleh, Geträftet feh, Wie der mich liebt, zu dem ich geh. 6. Bist du nur mir nicht fürch terlich, O Bater! und erbarmeft. dich: Bergiebst mir du, und führ mich nicht In dein gericht: So schrecket selbst der tod mich nicht. 7. So, so vollende meinen lauf! So nimm in deine ruh mich auf! Werd ich vor deinem throne stehn, Dein antlik sehn, Wie frob mill ich dich dann erhöhn! 5. Daß du dir dieß herz erweroft, Fürchte gott und bet' und wache! Sorge nicht, nie früh du sterbs! Deine zeit ist gottes sache. Lern nicht nur den tød nicht scheun! Lern auch seiner dich erfreun! 6. Schreckt auch dich des grabes graun; Sprich: ich weiß, an wen ich glaube. Ja, ich weiß, ich werd 630-170 ihn schaan; Schaun in diesem meinem Leibe. Auch dem grabe Mel Gott des himmels and c. nahm die macht: Der dort rief es ift sollbracht! 1162.hu dich nich in tode Selbs 74 Anhang. Gelba nah am grabe preif ich| Dann wird der eitelkeiten tand dich. Zum segen gabst du mir mein leben; Du nimmst es mir, und segneßt mich. Mein Gott, im les ben war ich dein; Dein will ich auch im tode seyn. 2. Gott, welche feierliche ftuns den, Wenn du mich nun der erd' entziehst, Auf mich, den du getreu defunden, Voll schonender erbars mung siehst! Allmächtiger, in dein gericht Gehst du mit mir, erlöften, nicht. 3. Wann dieses Leibes irdne dütte, Die ist mein geift bewohnt, zerfällt; Dann geh ich mit gelaß nem schritte Den weg zu gott aus diefer welt. Ich bin getroft und sage nicht; Denn gott ist selbst mein heil und licht. 4. Wie sollt ich vor dem tode deben, Da du, Erldfer, für mich farbst? Er ist durch dich der weg um leben, Das du am kreuze mir erwarbft. Wie du ihn gingst, will ich ihn gehn; Wie du, werd ich auch auferstehn. 5. Ob leiden schon mich dann umringen: Mir dann die bängsten schrecken drann. Du, Herr, halfft mir die welt bezwingen. Mit dir darf ich den tod nicht scheun. So nah dem lohn, den gott verspricht, So nah am ziele sink' ich nicht. Von mir in seiner blöß' erkannt! Beym anblick ienes ew'gen lichts Verliert sich ird'sche pracht in nichts. Herr Jesu Chrift! Mein Herr und Gott: Dieß beil vers dank ich deinem tod. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, 2c. 1163.Mein beiland, wenn mein geift ers freut Im glauben auf die herr lichkeit Des en gen lebens blicket, Das du für mich bereitet haft: Bie leicht dünkt mir dann jede aft, Die mich bienieden drücket. 2. Wenn einst auf deinen wint mein geißt Des körpers banden sich entreißt: Dann stårk ihn aus der höhe, Daß, ungeschreckt von tod und grab, Ich in des todes thal hinab Getroft und heiter gehe. Die klarheit iener bessern welt Schaff, wenn mich dunkelheit be fällt, In meinem finstern herzen licht, und heiterkeit im angesicht. Dann Jesu Chrift, Mein Herr und Gott:: Dann wird ein schlummer mir der tod. 3. Doch wenn mein geißt mit bangigkeit Sich dennoch vor dem tode scheut, Weil ihn die fünden kranken: Dann mach', o Herr, dein mittlertod Mein herz gewiß; es werde gott Der sünden nicht gedenken. Der troft, den du auch mir erwarbst, Als du zum heil der fünder starbft, Stark mich, wenn andrer trost entweicht, und mach' den schweren kampf mir leicht. O Jefu Chrift! Mein Herr und Gott!:,: Verlaß mich nicht in meinem tod! 6. Jch will dich noch im tod' ers* 4. Auf kurze zeit schließt sich seben; Selbst nah am grabe preifzur ruh Mein thränenvolles auge ich dich. Denn ewig werd ich ben dir leben. Wie segneft du, mein Bater, mich! Für mich ist selbst der tod gewinn. Wohl mir, daß ich erldfet bin! zu. Und schlummert in dem staus be. Doch meine hulle bleibt nur hier. Mein geiß schwingt sie gleich auf zu dir. Ich weiß an wen ich glaube; Und du, der mich zum grabe ruft, Nuf mich einst wieder aus der gruft! Danno wie schön verklärt erscheint mein leib, mit mir aufs neu vereint! Herr Jesu Chrift! Mein Herr und Gott!:,: Zum leben führ du durch den tod. 5. Du bleibst mein tros; mic schreckt einst nicht Der erde brand, Anhang. 75 den, Laß mich meinen lacf gui enden. brand, das weltgericht, Der dons| befehle Meine feele Deinen häne ner der posaunen. Vor deinem thron werd' ich dann stehn, Dich, Richter aller völker, fehn, Dich 5. Vielleicht sind meiner tage fehn und froh erstaunen. Auch viel. Ich bin vielleicht noch weit mir schenkst du dann ienes heil, vom ziel, An dem die krone schim. Der auserwählten feligs theil. mert. Doch seys, daß erst in spås Ich soll, dein mund sagt mir es ter zeit Die hütte meiner sterbliche ju; Ich soll lebendig seyn, wie keit Der tod zu staub zertrümmert. du. Herr Jesu Christ! Mein Herr Durch dich Hoff ich Reiche saaten und Gott!:,: Stårk diesen glau- Guter thaten Auszustreuen, Die beit einst im tod. zur ernte dort gedeihen. 6. O wie wird, Jesu! dann mir Mel. Wie schön leucht't uns der zc. seyn, Wenn ich, mich deiner ganz zu freun, Dich dort anbeten wer 1164.Wie wird mir dann, Wenn ich, mich ganz des herrn zu freun, In ihm entschlafen werde; Von keiner fünde mehr entweiht; Entladen von der sterblichkeit; Nicht mehr der mensch von erde. Seele! Seele! Stärke, trößte Dich, erldste, mit dem leben, Das ents weiht; Ein mitgenoß der herrlich keit; Nicht mehr der mensch von erde. Preis dir! Daß mir Dur dein leiden Jene freuden Offen stehen. Ewig will ich dich erhöhen. Mel. Werde munter mein gem. c. dir dann dein gott wird geben.be 1165. eute, sprach mein He 2. Ich freue doch; So drückt mich meines elends joch, Der fünde fluch darnieder. Der herr erleichtert mir mein joch. Es stärkt durch ihn mein herz sich doch, Glaubt, und erhebt sich wieder. Jesu! Jesu! kaß mich streben, Dir zu leben, Dir zu sterben, Deines vaters reich zu erben. heiland, heute, An sein blutigs kreuz erhöht, Als ein fünder ihm zur feite Sterbend noch um gnade fileht, Heute, so bes theur' ich dir! Heute noch sollst du mit mir In das paradies erhas ben, Theil an meiner wone haben. 2. Theures wort aus jefu mun. de! Fest versiegelt durch sein blut! In der finstern todesfiunde Giebst 3. Berachtedann destodes graun, du freudigkeit und muth. Wenn Mein geist! er ist der weg zum der christ nun scheiden soll, Bleibt faun; Der weg im finstern tha er fester hoffnung voll; Sieht die le. Er sey dir nicht mehr fürchternacht in licht verwandelt: Weiß lich! Zum allerheiligsten führt dich gewiß, wohin er wandelt. Der weg im finstern thale. Reich- 3. Ohne zagen kann er sterben, lich, Herrlich, Unvergänglich, Seine seele stirbt ia nie. Jhr droht Ueberschwenglich Wird dich trd nicht nur kein verderben; Aus ten Dort das erbtheil der erlösten. Fein schlaf betäubet sie, wo sie erst 4. Herr! Her;! ich weiß die stun- aus langer nacht Nach jahrhun de nicht, Die mich, wenn nun derten erwacht. Nein! sie soll zu mein auge bricht, zu deinen tod neuem leben, Scheidend, schon ems ten fammelt. Vielleicht umgiebt por sich heben. mich ihre nacht, Eh ich dieß flehen Noch vollbracht, mein lob dir aus seftantmelt. Bater! Vater! Ich 4. Cheures mort des em'gen lebens! Trößte du mein brechend ber;; Und dann ängfiet nur ver. 76 Anhang. J gebens einen getst der trens| tem lauf Den geiß in feine hände. nung schmerz. Er sinkt nicht in finsterniß; Denn wahrhaftig und gewiß If das ort des treuen zeugen. Hier muß ieder weifel schweigen. Auch weckt er meinen feib einf auf Daß er mich gan; sollende Jcb bin getrost und unverzagt. Er hats den seinen zugesagt: 3 leb, und ihr sollt leben. 3. Wird gleich mein letb des todes raub, Er wird doch wieder leben, Wird einst aus der series sung staub Sich neugebildt erhe ben, Wenn du, o großer Lebensfürft, Nun deinen todten rufen wirst: Erwacht nach meinem bilde! 4. Wie froh und herrlich werd ich dann Vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimms du mich mit ehren an: Läßßt in dein reis mich gehen Forthin son feiner las beschwert, an leib and feele ganz verklärt. Eeb ich hen dir dann ewig. 5. Nun, wenn ich von hier foll scheiden, Zagt mein herz nicht mehr in mir. Dort sind unbefleckte freuden, Aber müh und sünden hier. Kein auch noch so frühes grab Kürzet ie mein leben ab. Es soll nur, los von beschwerden, Zeitiger veredelt werden. * 6. elig, frey von fünd' und mängeln, Ja! von nun an selig ist, Brüderlich begrüßt von engein Der im berrn entschlafne christ. Was fein glaube je gethan, jedes gute reek folgt dann Seiner feele von der erden Hin sor gott, sein loha ju werden. 7. Nen denn! wohl mir! ich defehle Einft, wenn ich faum tallen kann, Die durch dich er Idse feele, Heiland, deinen hän den an. Du, Herr, hörst und stärte mich! Rufest mir auch zu, daß ich noch am tage, da ich erbe, Deine herrlichkeit ererbe. 8. Ja noch an demselben tage Geh ich in den himmel ein, Los von aller furcht und plage, Herr, ben dir daheim zu seyn. Dort ge nieß ich deines lichts, Bis der tag des weltgerichts Auch dem grab die macht entwendet, Ganz die feligkeit ollendet. is mu * 5. Opelch ein feligs theil 3n jener welt bereitet. Der freuden füu' is, herr, bes dir, zu der dein geist mich leitet. eherde dort in deinem reich unterblich, deinen engein gleich, Vollkommner luft genießen. 6. Denn da, wo du bist, sollen die, Die hier dir tren sind, leben, und ewig frey son schmerz und müb Ihr siegreich haupt erheben. was sind leiden dieser zeit, Herr gegen jene herrlichkeit. Und un begränzte freuden! 7. Dieß wort voll sonne müße mich Im stillen oft entzücken! Und anauslöschlich müss es si In meine seele drücken, Daß oft mein auge dorthin blickt, 200 kei ne schwachheit mehr mich drückt. Nie sinnenlué mich blendet. Von der Auferstehung. Mel. Allein gott in der höh zc. ein heiland lebt! 1166. Men hat die macht 8. Mich stärke dieser blick zum Des codes ganz bezwungen, und fleiß Der heil'gung nachzuiggen, siegreich aus des grabes nacht Zuund, als dein junger, dir jum gott sich aufgeschwungen. Et fpreis, Dein sanftes joc z trus mein haupt; sein sieg ist mein; gen. Fühl ich auch hier noch noth Sein soll mein ganzes Leben seyn; und schmers, So teists dies das Und ihm will ich auch derben. bange bers: defimmt, ein beb 2. Ihm geb' ich nach vollbrach. I res leben. lang Unhang. 77 Rel. Herr, deine almacht reicht ze. Und als Morgenliet sv 1167. Sert, bu bis meine Du Frauchen. Mel. Werde munter mein ze. lebst, und ich sou leben. Du wirst mir, wie dein wort verspricht, 168. Wenn ich einst von ienem schlum Der freuden Fülle geben. Dein lünger kommt nicht ins gericht: Denn du bist seine zuversicht. 2. Hier geh ich oftmals reis nent hin, Den saamen auszus reuen Dort wird der herrlich te gewinn Der ernte mich er frenen. Auch tief in noth, verzag' ich nicht! Denn du bist meine juversicht. mer, Welcher tod heißt, aufer, steh: Frey von dieses lebens kummer, Nun den schönern morgen seh; dann wach ich anders auf! Schon am ziel ist dann mein lauf. Träume sind des pilgers sorgen, Großer tag! an deinem morgen. 2. Hilf, daß keiner meiner ta ge, Geber der unsterblichkeit, Im gericht mich einf verklage: Er sen ganz von mir entweiht. Auc noch heut wach ich auf! Dank sey dir! zu dir hinauf Führ mich de. Sie höhne nur! das irrt jeder meiner tage, Jede freude, mich nicht; Denn feft fteht meisiede plage. ne zuversicht. 3. Hier trag ich deine sanfte aft, Und fühle meine würde. Die eitle welt, die sie nicht faßt, Höhnt sie für schmach und bür 3. Gern müss ich sie vor mir 4. So darf ich auch den tod sehen, wenn ihr legter non er nicht scheun. Mein geist kann ja scheint; Jch us todesthal foll nicht sterben. Er eilt, ben dir dagchen, und mein freund schon heim zu seyn Eilt, dort mit dir um mich weint. Lindre denn des zu erben. Dieß, wenn das matte todes pein; Laß mein eud' ihm herz nun bricht, fi meine frohe lehrreich seyn, Daß ich ihn zum juversicht. himmel weise, Und dich, Herr des todes, preife. 5. Berfällt schon dieses leib in kaub; Du kommst, ihn herzustel len; Und ihn, nur hier des todes raub, Wird dort kein tod mehr fällen. Dieß ist im finfiern that Mel. O ewigkeit, du donnern. c. zum mein licht: Dieß stärket meine 1169.Dereicherten Dom Weltgerichte. zuversicht. play Dein retter, dein versöhner, ift Dein richter auch, o erde Ver deckt ist seiner zukunft zeit; Ges wiß, daß er in herrlichkeit Einst plötzlich kommen werde. Vers nimms, o erd, und befre di Dich. Der tag des schreckens nahet fie). 7. In diesem glauben tärke 2. Warum verzicht, so fragt mich. Laß mich destroft empfinder spott, Mit seinem weltgericht den Den großen troft, daß ich noch gott? Hört, fünder, hörts durch dich Den tod soll überwin- mit beben! Euch, die ihr frech den Tod und verwesung fehreckt ihm widerstrebetad in der bost mich nicht, Denn du bleibst meiheit ficher lebts Bur befrung ne zuversicht. 6. Wenn erd' und himmel einst vergehn; Auch dann darf ich nicht beben. Nie, Herr, kann dies dein wort vergehn eh leb' und ihr solit leben. Nicht tod, nicht gra, nicht weltgericht entreißt mir diefe zuversicht. frift u geben. Doch bald int euer 78 Anhang. euer maaß erfüllt. Sagt! Der zu richten kommt, vergilt. feit dem ersten tag der zeit Auf diesem erdkreis wohnen; Nur 3. Dann öffnet sich, euch fluch dem allwissenden bekannt, un iu draun, Der abgrundiener em'ählbar, wie am meer der sand: gen pein mit allen seinen schrek: Hier stehn sie vor dem richter. fen. Dann wird, wenn dieser fluch euch droht, nicht berg noch meer, nicht grab und tod, Euch vor dem richter decken. Denn nun nicht mehr erbarmt er sich, und sein gericht ist fürchterlich. 4. Wann gott zur erde spricht: vergeh! Und donner aus der tief und höh Ihr innerftes erschüttern; Ihr bau kracht von der flammen wuth, und felsen, mürbe von der glut, Jm kurz, wie glas, jers splittern; Wann, vor den richter bingerückt, Der spotter glaubet, und erschrickt: 3. Hier muß der falsche wahn der welt Der wahrheit unterlies gen; hier, wo das recht die wage hält, Wird keine bosheit siegen; Hier ist zur buße nicht mehr frifti Hier gilt nicht mehr betrug und lift; Hier gilt kein falscher zeuge. 4. Der richter spricht; der hims mel schweigt; Und allevölker ho ren Erwartungsvoll und tiefges beugt. Kommt! erbt das reich der ehren, So spricht er zu der from men schaar; Zu der, die wider. spenstig war: Weicht, weicht ihr übelthäter! 5. Dann ist nicht mehr zur buße 5. O Herr, mit welcher maje, seit Wo wollt ihr dann barmhers ståt Wirst du dein urtheil fällen! sigkeit, Wo half und rettung finDie sünder, die dich hier vers den? Die ihr der fünden maaß schmäht; Sie stürzen hin zur hdls noch häuft, Fühlt, eb euch diefer zag ergreift, Die laften eurer suns den, Daß nicht ihr selbst euch einst verflucht, Und in verzweiflung indrung sucht. len. Da trifft sie unerforschte pein. Wer wird da noch ihr retter seyu? Jbr warten ist ver loren. 6. Doch deiner frommen leid und müh Verwandelt sich in won ne, und herrlichkeit umftralet sie, Gleich als der glan; der sonne. Nun sehn sie mit erstauntem blick, zu welchem unnennbaren glück uns glaub' und lieb' erhöhen. 7. Sie gehn in jenes sel'g: reich, Das ihnen gott beschieden. Und schmecken, seinen engeln gleich, Des himmels hohen frieden. Das Mel. Es ist gewißlich an der zeit zc. stückwerk wird vollkommenheit. 6. Tag gottes! tag der ewig teit! Du predigt uns den werth der zeit Laut mit des donners stimme. Mensch! nůze sie zu dei nem heil, Damit gott nicht zum lohn und theil, Dir ew'ge pein bestimme. Denn ewig wird der fünder pein, So wie der from men wonne, seyn. 1170. Schon in der tag ein kummer, keine traurigkeit gott ferner ihre Wo, wer hier ie gewohnet, Sein leos aus gottes handen nimmt, Das ihm nach werken lohnet. Er Fimmt, er tömmt, des menschen sohn; Er kömmt; und wolken sind fein thron, und engel fein gefolge. * 8. Mein heiland! laß mic dein gericht Oft und mit ernst bedenken. Es särke meine ju versicht, Wenn hier mich leiden Franken. Es reize mich gewiss fenbaft, Und, eingedent der re 2. Hier an dem rand der ewig- chenschaft, Nach deinem wort Beit, hier Bebn die millionen, Diel au wandeln. el. Unhang. Mel. Mache dich mein geift bereit. err, ich bin dein eis ist 1171. enthum. Dein be auch mein leben. Mir sum beil, und dir zum ruhm, Hast du mirs gegeben. Väterlich Führst du mich Auf der prüfung wegen Meinem ziel entgegen. 2. Einst kömmst du mit großer fraft Zum gericht auf erden, Dann soll ich zur rechenschaft Dargestellet werden. Dein gericht Schont dann nicht, Richter aller welten; Denn du willst vergelten. 3. Web dann mir in ewigkeit, Wenn ich deine gabe, Meine träfte, meine zeit, Hier gemißs braucht habe! Weh dann mir! Hab ich hier Dein geschenk vers schwendet, Thdricht angewendet! 4. Möchte täglich dein gericht Mir vor augen schweben! Mocht ich immer, meiner pflicht Creu ju bleiben, fireben, Daß ich nie Thdricht sie Aus den Augen seşte, Noch mit fleiß verlegte. 5. Lehr mich, Gott, gewissen baft Meine tage zählen; Einge denk der rechenschaft, Nur, was gut ist, wählen. Gieb, daß ich Ernstlich mich Täglich und auch beute, Bum gericht bereite. 6. Beigt die ewigkeit schon sich Furchtbar in der nähe: It wohl das die zeit, daß ich Erkt um gnade flehe? Wenn der tod Mir schon droht, kann ich deinen willen Dann wohl noch erfüllen? 7. Mein gewissen straf alsbald Mich um jede sünde: Daß ich, Herr, durch dich alsbald Gnade fuch' und finde. Rufe du mir zu: Alles ist vergeben; der, du sollst leben. 79 8. Dann, am tage des gerichts Werd' ich mit den frommen 3y dem anschaun deines lichts Gna dig angenommen. Wonnevoll, Jefu, soll Dich im höhern leben Dann mein dant erheben. Vom ewigen Leben. Mel. O Gott des himmels und zc. 1172. Nach einer prüfung tage wartet uns die ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die klage In göttliche zufriedenheit. Hier übt die tugend ihren fleiß, und iette welt reicht ihr den preis. sid 2. Wahr ist's; der fromme schmeckt auf erden Schon man chen fel'gen augenblick; Doch alle freuden, die ihm werden, Sind ihm ein unvollkommnes glück. Er bleibt ein mensch, und feine ruh Nimmt in dem herzen ab und zu. 00.0 3. Bald fören ihn des körpers. schmerzen, Bald das geräusche dieser welt, Bald kämpft in feis nem eignen herzen Ein feind, der öfter siegt, als fällt; Balb sinkt er durch des nächsten schuld n kummer und in ungeduld 4. Hier, wo die tugend öfters leidet, Das lafter öfters glücklich ist; Woman den glücklichen bes neidet, und des bekümmerten vers gißt; Wer kann je sicher hier vor pein, Wer frei von eigner schwachs heit seyn? 5. Hier fucb' ichs nur, dort werd' ichs finden; Dort werd ich heilig und verklärt Der tugend ganzen werth empfinden; Den un aussprechlich großen werth. Jhn, der die lieb' ist, werd' ich sehn, Ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der vorsicht beil's ger wille Mein will' und meine wohlfahrt seyn; und lieblich we Dann sen, heil die fülle am throne got, Súntes mich erfreun. Dann läßt ge.. winn fiets auf gewinn mich füb. len, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im licht ers fennen, was ich auf erden dun kel sah; Dat wunderbar und heis lig nennen, was unerforschlich bier gefebab; Da denkt mein geif 80 Unhang. mit preis and dank Die schickung| grab, Das ziel son meinen thra im jusammenhang. a. nen! Was wäre meines lebens glück Mehr, als ein flacht ger augenblick, Mehr, als ein ban ges fehnen? Was sind die freu den dieser weit, Wenn em'ge nacht uns einst befällt? w him. 8. Da verd' ich zu dem throne dringen, Wo gott, mein heil, fich offenbart; Ein heilig, heilig, heilig! fingen Dem, der für mich defreuzigt ward; Dem aller him mel lob ertönt, Daß er die fün 3. Der leiden welche große zah! dermelt verföhnt. this ist oft in diesem dunkeln thal 9. Das werd' ich in der engel Das loos des pilgerlebens! Hier schaaren Mich ihnen gleich und ist das lafter oft beglückt; und beilig fehn, Das nie gestörte glück feufzt nicht, tief in saub gebückt, erfahren, Mit frommen stets from Die tugend oft vergebens? Wie amzugehnle Da wird mit jedem manchen geist beugt sklaverey! augenblick Jhr heil mein heil, und wer bleibt hier von irrthum mein glück ihr glück. dusomis fren? odna sni 10. Da verd' ich dem den dank Bezahlen, Der gottes weg mich gehen hieß, und ihn zu millionen malen Noch segnen, daß er mir ihn wies. Da find ich in des böchsen: hand Den freund den mein grab; Doch wird mein geifi ich auf erden fand. d thaifich heben; Sich heben über erd und staub; Dann keinem tode mehr ein raub. and of th 4. Heil mir, daß mich mein schöpfer schuf! Die ewigkeit is mein beruf, und stufe nur dieß leben. Zwar diese hulle fällt einst ab, und asch und moder füllt 11. Da ruft( o möchte gott es geben!) Bielleicht auch mir ein fel'ger in: Heil dir! denn du, du haß das leben, Die feele mir ge rettet! du! O Gott! wie muß das glück erfreun, Der retter einer feele fennungis 5. Heil mir! mein frohes aug, erblickt Die lieben, die, nun schon beglückt, Vor mir den sieg erftritten; und andre lieben fol. gen mir. Gott, alle sammelf du zu die Injene friedenshütten; und meinem blick enthüllt sich dann, Mein Gott, dein großer weifer plan.dhad ni 10X 12. Was send thr, leiden dies er erden Doch gegen iene herr lichkeit, Die offenbart an uns follaverden Von ewigkeit zu ewig Feit? Wie nichts, wie gar nichts gegen fic ft doch ein angenblick vol müh! dail sid Mel. O vaterhers, o licht, o zc. auchit! es ist eine Met. Denigkeit, du donnerw. 2c. 1174. vorhanden. Bedanke voller felig Wo tapfre ftreiter gottes man, 1173. über troff der serblichkeit! Glaub' anwanden, von aller ihrer arbeit ein em'ges leben! Was war mein ruhn. Dort fließen ferner keine dasenn ohne dich? mit welchem tähren; Kein mund läßt dort chauder würde mich Die zukunft noch feufter hören; Dort angen oft durchbeben? Umsonst erhabe schmers and plagen nie; Dort sich mein her gum himmet ber sind wir selbst der furcht entrük so manchem schmerz.dottet; Ruby die den måden geift 2. Ich irrt ein dunkles that erquicket Folgt auf des lebens binab Bis au mein febreckenvolles laft unermühes Imad nism ne Unhang. 2. Christ, froh entschlaf auf Jefu namen; Denn der ist, wenn du stirbst, die nah. Voll freudigkeit sprich: amen! amen! Die feyerliche stund' ist da. Ich bin am ziel! genug gelitten! Genug gerungen, und gestritten! Er ist vollbracht; der schwere lauf! Nun folgt die ruh; aus allen leiden Schwing' ich mich nun in ew'ge freuden Zu dem verklärten mitt ler auf. 81 Völlig, Völlig Giebt sich ihnen, Die ihm dienen, Der zu kennen, Den sie hier schon vater nennen. 5. Vor seinem antlik wandeln sie, Auf ewig frey von aller müh, Und schmecken seine gute. Dieß glück, das sie mit wonne nährt, Den frieden ihrer herzen stört Kein feindliches gemüthe! Kein neid, Kein streit Hemmt die trie be Reiner liebe Unter seelen, Die, ganz heilig, nicht mehr fehlen. Mel. Wie schön leucht't uns zc. ein ganzer geist, 1175.Mei Gott, wird ent * 6. Gott, welche schaar ist dort vereint! Die frommen, die ich hier beweint, Die find' ich droben wieder. Die deine liebe hier verband, Sie knüpfet deine vajuckt, wenn er nach jenem erbeterhand Nun all in eins, als blickt, Das du uns dort berei: brüder. Ewig Werd ich Fren teft, Wo du, von uns schon hier von mangeln Selbft mit engeln erkannt, Durch neue wunder dei Freundschaft pflegen. O ein umner hand Zum vollen schaun uns gang voller segen! leitest. Seele! Seele! Deinen brüdern Preis in liedern Gottes treue, Daß mit dir sich jeder freue. 2. Was sind die freuden dieser seit, Gott, gegen jene herrlich keit Die wir bey dir dort finden. Du stellst uns hier auf erden zwar Viel wunder deiner gute dar, Daß wir sie froh empfinden. Doch hier Sind wir Bey den freuden Noch mit leiden Stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes leben. 7. Wo ist mein freund, des höchsten sohn? We find ich ihn? wo glänzt sein thron? O himm | lisches entzücken! Ihn, der mich liebte bis zum tod; Ihn meinen herrn, und meinen gott, Jhn, ihn soll ich erblicken. Jesu! Jesu! Wie wird ewig, Ja, Herr, ewig, Dir zu füssen Sich mein herz in dank ergießen! 8. Wie herrlich ist die neue welt! Die gott den frommen vorbehält. Wer konnte sie erwerben? Du, Jesu, der du sie erwarbst; Als du für deine menschen starbit! Ach, hilf mir sie ererben! Ein stral, Ein stral Jeuer sonne, Je ner wonne Stårk mich schwachen, Einst den tod mirleicht zu machen. 3. Dort ist kein tod mehr, und kein grab. Dort trocknest du die thránen ab Von deiner kinder wangen. Dort ist kein leid mehr, kein geschrey. Geworden ist nun alles neu; Das alte ganz ver gangen. Rühmet! Rühmet! Denn, ihr frommen! Sollt, entnommen Allen plagen, Dort vor keiner jukunft zagen. Mel. Jefu, meines Lebens leben zc Ï 4. In gottes höherm heiligthum Erschallet seines namens sprechlich selig ruhm Von millionen zungen. Hier werden wir im himmel seyn! stammelten sie nur sein lob. Was Denn die freuden sind unzählig, hier ihr lied nur schwach erhob, Die dann ewig uns erfreun. KeiWird würd'ger dort besungen. I ne forgen, keine zähren Werden $ den Anhang. 82 den genuß dort stdren. Gott! zu welcher seligkeit Führst du uns durch diese zeit! 2. Hier zwar ist, was du den frommen Dort für glück bereitet hast, Noch in keines herz gekommen; Kein verstand hats noch gefaßt. Nach der erde kurzen lei den Warten dort der ew'gen freuden Mehr, als ie ihr herz begehrt, Aller, die dich treu verehrt. 3. Neue wunder deiner güte Stellen ihrem Blick sich dar. Mit erstaunendem gemüthe Nehmen fie stets heller wahr; Deine huld sen überschwenglich, Groß das heil und unvergänglich, Das dein rath dort jedem giebt, Der hier redlich dich geliebt. 4. Dann wirst du dich unsern seelen Offenbaren, wie du bist. Keine wonne wird uns fehlen, Da wo alles wonne ist. Zu so hohen seligkeiten Wird uns da der mittler leiten, Die er, als er für uns starb, Uns in müh 6. O wer sollte sich nicht seh nen Aufgelöst und da zu seyn, Wo nach ausgeweinten thränen Engelfreuden uns erfreun. Kam pfer tragen siegespalmen. Dul der singen freudenpsalmen. Auf die angst folgt heitre ruh. Gott, wie hoch beseligst du! 7. Was ist unser loos auf erden, Obs auch noch so köstlich sey? Ganz ists niemals von beschwer den, Ganz von kummer niemals fren. Bittre thrånen weint oft heute, Wer noch gestern hoch sich freute. Dort, wo uns kein wechfel beugt, Sinkt die wonne nie; sie steigt. S. Auf! bestimmt zu solchem glücke Sen, o seele hoch erfreut! Täglich richte deine blicke Auf des himmels herrlichkeit. Streb' auch du mit allen from men, Strebe, dorthin einst zu kom men! Trachte, weil du hier noch bist, Nur nach dem, was droben ist! und pein erwarb. 9. Ohne heiligung wird keiner, 5. Da wird deiner kinder men- Herr, in deinen himmel gehn. ge Ein her;, eine seele seyn; Mache drum mein herz stets rez Liebe, dank, und lobgesänge Dir, ner, Daß auch ich dich möge sehn! Gott, ihrem vater, weihn; Dir Hilfdu selber meiner seele, Daß und dem, der selbst sein leben sie nicht den weg verfehle, Der Willig für uns hingegeben. Mit mich sicher dahin bringt, Wo ihm, unserm treusten freund, Sind man ewigs lob dir singt! wir ewig dann vereint. Regi ve Register des Anhangs. A. F. 48 48 70 Ach wann werd ich von der 43 Ein herz, o Gott, in leiden fiets 50 Auf deine weisheit bauen Ein pilger nur, ein gaft bin 50 Auf gott und nicht auf Eins ist noth! ach, Herr, dieß 39 Auf meinen gott verläßt Erbarm dich, Gott! mein 43 Allen menschen und auch mir 52 Erbarmer deiner menschenkind.36 Allen, welche nicht vergeben 56 Erhebet gott, ihr frommen Erhör, o Gott, das heiße flehn 32 B. Erinnre dich, mein geift, erfreut 19 Er ist erstanden; christus lebt 22 Es ist vollbracht! oft denk ihm 19 9 Bewahr mich, Gott, daß nie Bringt preis und ruhm dem C. Chrift aus deinem herzen Christen, unser leben eilt. Christ, stets fey keuschheit 41 20 F. Froh dank ich, Bater, dir, daß 24 6. Gedanke voller seligkeit 80 10 39 28 Geist der weisheit, kraft und 26 Geist vom vater und vom 26 Gelobet feyst du Gottes Sohn 11 Gelobt sey gott! er ist ersch. Gelobt seyst du barmherziger 6Gerührt erhebe gottes ruhm Gieb mir, o Gott, ein her; Glück oder unglück, was es Gott, deine gute reicht so Gott, dein ist majestät und Gott, Herrscher über alle lande 32 Gottes sohn ist kommen Gott ist gegenwärtig 53 30 46 TO 69 13 64 29 Dankbar fall ich vor dir nieder 35 Dank, jesu, dir! ach sind wirs 36 Dein bin ich, Gott, von ewigkeit 73 Dein bin ich, Herr, dir will ich 41 Dein heil, o christ, nicht zu Dein leben, Gott, ist seligkeit Dein wort, o Höchster, ist vollk. 27 Der alle welten überschaut 48 Der droben in der höhe wohnt 13 Der du dein wort mir haft 27 Der du, dem tode nah, für die 56 Der du der strafen schwere last 18 Der du für uns dich in den 16 Der du unsrer huldreich denkest 24 Der du voll blut und wunden 17 Der einst zum wohnplaß dich 77 Der für die fünder starb, Der für mich gekreuzigt war 22 Der wollust reiz zu widerstreben 64 Des leibes warten und ihn Dich, Freund der menschen, Dich Herr und Vater aller welt 1 Die ihr christi jünger send Dienstfertig soll ich seyn Dieß ist der tag, den gott Dir, Gott, dir will ich fröhlich 2 Dir trau ich, Gott, und wanke 71 Du, der aus edlem triebe Du, deß sich alle himmel freun 31 33 62 SI 34 54 II 16 9 59 31 X Gott Bater, der mit gnade Gott, vor dir erscheinen wir Groß, Herr, ist deine herrlichk. 26 Gut und heilig ist dein wille 46 3 H. Herr, du bist meine zuversicht 77 Herr Gott dich loben wir, Herr gott wir danke dir, Dein segen 7 Herr Gott dich loben wir, Herr gottwir danken dir. Dir Vater 7 Herr, höre! mit beklommnem 36 Herr, ich bin dein eigenthum 79 Herr lehre mich, wenn ich der 47 Herr, mein Versöhner, der du 55 Herr, stärke mich, dein leiden 14 Hen: Register des Unhangs. Heute, sprach mein heiland, 75 Send barmherzig; chriften, 54 Hier wird selbst den frommen 70 Sohn des höchsten, wir sind 34 So hoff' ich dann mit festem 39 So iemand spricht, ich liebe 51 So lang ich athme, Gott So tief der mensch gesunken 12 J. I 8 Jauchzt, chriften, jauchzet Jauchzt, es ist eine ruh vorh. So Ich konime, Herr, und suche 33 Ich komme vor dein angesicht 30 Ich preise dich, o Herr, mein Ich weiß, an wen mein herz Ich will dich noch im tod Jesus lebt, mit ihm auch ich In trübfal, christ, fey unverz. 68 K. 27 Köftlich, wie so köstlich ist L. Laß es, Jesu, mich empfinden 58 Lob, preis und ehre bringen 6 Lobsinge meine feele Lobsingt! das licht kralt wieder 29 21 m. 34 Tag, der erleuchtung uns geb. 23 40 Tag, den mir der herr gemacht 35 Theuer, Gott, ist deine gute 37 11. 73 21 um gnade für die fünderwelt 19 Urquell der vollkommenheiten 45 V. Von dir auf diese welt gerufen 55 Vom grab, an dem wir wallen 12 Von ganzer seelc preif ich dich 2 23. Was ists, daß ich mich quale 69 Was sorgst du ängstlich für 72 Welch edles unschatbares gut 61 Welch hohes beyspiel gabst du 51 Wenn du des nächsten ehr' 58 Wenn ich einst von jenem 77 Wenn ich, o Schöpfer deine 3 Wer bin ich? welche wichtge 60 Wer dieser erde güter hat 53 Wer sich des heilands rühmen 42 Werther Tröster, kom hernied. 25 Wie mannigfaltig sind die Wie groß ist des allmächtgen 4 63 Wie reich, mein Heiland, an 15 Wie selig, Gott, ist der ger. 38 57 Wie so unaussprechlich felis 81 25 ie theuer, Gott, ist deine 4 37 Wie viele freuden dank ich dir! Wie wird mir dann, o dann 75 Willst du der weisheit quelle 44 Wir glauben all' an einen 38 Wir wallen hier als pilger 67 Wohl dem, der beßre schäße 66 Wohl dem, der mit stillem 49 Wohl dem, der richtig wandelt 57 3. Meine lebenszeit verstreicht 73 Meine scel'! ermuntre dich, 14 Mein ganzer geift, Gott, wird 81 Mein Gott, laß mich doch nie 66 Mein heiland lebt, er hat die 76 Mein Heiland, wenn mein geift 74 Mein leib soll, Gott, dein temp. 65 Mit fröhlichem gemüthe 5 N. Nach einer prüfung kurzer tage 79 Nach meiner seele seligkeit 59 Nicht, daß du's schon ergriffen 61 Nicht mürrisch, finster, ungef. Nicht um ein flüchtig gut der Nie bist du, Höchster, von uns O. Oft klagt der chrift, wie schwer 42 O Gott, mein irdisch leben 67 Herr, mein Gott, durch den 49 O Sohn Gottes im staube 17 Schau, großer Herr der herrl. 22 Schon ist der tag von gott 78 Schweigt, weifel, die ihr euch 69 Schwingt heilige gedanken 3ur arbeit, nicht zum müssigs. 66 313u gott, o feele/ schwing dich auf 45 Vermehrtes Gebet- Buch aus Arnds, Gerhards, Lassenii und anderer evangelischen Lehrer geistreichen Büchern zusammen getragen, nebst den Kirchen- Collecten und Antiphonen. Hannover, 1851. bu 1110 medidas dis du moisting wordt millon 100 1881 d 1. Wochen: Morgen- und AbendGebete. Gebet um die Gnade des berzlicher aufmerkung unsers gemühtes, ohne heuchelen und ehrgeiz; und daß wir nichts von dir begehren, als nur allein was dein I göttlicher wille, dein lob und ehre, darzu unserer seelen seligkeit ist. Ewiger, barmherziger Verleihe auch, daß wir alles dass GOtt, du vater un ienige, was wir von dir bitten, mit fers HErrn Jefu starkem glauben und gewisser zus Chrifti! weil wir nicht versicht von deiner milden güte zu wissen noch begreifen erlangen, ungezweifelt hoffen; können, was und wie wir beten auch dir hierinnen nicht zeit, ziel ſollen; du aber überschwenglich zu oder maaß der hülfe segen; sondern than vermagst, über alles was wir uns deinem gnädigen willen, der bitten und verstehen mögen: so allewege der beste ist, in allen dinschreyen wir, geus über uns aus, gen mit starker hoffnung und genach deiner verheissung, den geiß duld, in demuht unserer herzen, der gnaden und des gebets, der gänzlich unterwerfen. Darzu gib uns ben dir vertrete mit unaus gnade, daß wir nicht vor dir liegen prechlichen seufzen; auf daß wir mit unserm gebet auf umere ges dich mit mund und herzen andäch- rechtigkeit, sondern auf deine grof tig, in rechtem ernst anrufen, und se barmherzigkeit, und in dem nadir ein angenehmes lob- opfer brin- men deines lieben sohnes JEsu gen mögen. HErr! thue unsere lip pen auf, daß unser mund deinen ruhm verkündige. Erwecke unsere ſeele und gemühte, daß wir uns nicht nur mit unserem munde zu dir nahen, und dich alleine mit den lippen ehren, aber das her: ferne von dir sey; sondern verleihe uns made, daß wir dich, als die rechts schaffene anbeter, im geiste und in der wahrheit, ohne andere und fremde gedanken, anrufen mit beiligen Geistes, daß man recht und GOtt wolgefällig be ten könne. Chrifti, in welchem wir freudigkeit haben, vor deinen gnadenstuhl zu treten, und dich mit kindlicher zuversicht unsern lieben vater zu nennen. Stärke uns auch, daß wir vom beten nicht abgeschrecket wer. den um unserer unwürdigkeit willen. O du gütiger GOtt! so bilf nun, daß wir( jego allhier im hause GOttes und sonst) an allen orten aufheben heilige hande, ohne zorn, zwietracht und zweifel, und emsig lich 4 Morgen Gebet am Sonntage. lich anhalten mit flehen, damit, mir, was mir zu meiner zeitlichen wir nach deiner gnädigen verheis und ewigen wolfahrt ndhtig und fung, was uns an leib und feele nüglich ist. Auf dis dein wort su ndhtig ist, von deiner milden güte che ich, o HErr! laß mich dein vas empfangen,( und insonderheit in ter- her, finden. Auf dein wort gegenwärtiger allgemeinen gefahr klopfe ich an: thue mir, o HErr! und noht hülfe und rettung er- die thür deiner gnaden hier in dies langen) durch deinen lieben ein- fer welt auf, und öffne mir endlich gebohrnen sohn Jefum Chrißum die thür deines ewigen himmel unsern HErre, amen. reichs, um Jesu Christi deines lieben sohnes willen, amen. Gebet um die Gnade recht zu beten, und um gnádige Erhörung des Gebets. Morgen- Gebet am Sonntage. In deinem namen steh ich auf, HErr! fegne meinen lebenslauf: Bedecke mich aus huld und gnaden 2.0 HErr, mein fort und mein erlsfer! las dir wolgefallen das opfer meines mundes und das gespräch meines herzens vor dir. Laß mein gebet vor bir tagen, wie ein rauch- opfer, Für sünden, unglück, noht und und das aufheben meiner hände, wie ein abend- opfer. Häre mein wort, merke auf meine rebe, ver nimm mein schreyen, mein könig und mein Gott, denn ich will vor Bir beten. HErr! frühe wollest du meine simme hören, frühe will ich mich zu dir schicken und darauf merken. Höre die flimme meines flehens, wenn ich ju dir sehreye, fey mir gnädig, und verbirge dich nicht vor meinem fleben. Merke auf mich und erhöre mich, denn ich rufe täglich zu dir; erfreue die fees le deines Enechtes,( deiner magd) denn nach dir, HErr! verlanget mich. Meine seele wartet auf dich von einer morgenwache bis zur andern. Wein herz hält dir vor dein wort: Ihr sollt mein antlig fuchen: Bittet, so wird euch ges geben: fucket, so werdet ihr fin den: klopfet an, so wird euch auf yethan. Auf solcb dein wort fu che ich auch Herr! dein antlig; ich thue meinen mund getroft auf, und bitte dich herzlich, oh Err! gib fchaden. 3. und dank, preis und Los ehre sey dir, barmherziger Gott und vater, du getreuer hú ter Ifrael, der du nicht schläfest noch schlummerst, daß du dieſe vergangene nacht an mir deine barmherzigkeit erzeiget, meinen feind vertrieben, und mich frisch, gesund und ohne gefahr schlafen laffen; daß du mich behütet wie einen aug- apfel im auge, und mich beschirmet unter dem schatten deiner flügel, auch mir vergöns net, das licht dieses tages wieder frölich anzuschauen. O vater! so groß ist deine liebe: wer kann fie aussprechen? Ich preise dich um alle teine wunder, und danke dir für alle gnade, die du mir von mutterleibe an, bis auf diese fun de erwiesen haft. Ich erkenne gar zu wol, das ich meiner fünde und undankbarkeit wegen so groffer gute nicht mehrt bin. Aber, ach grundgütiger GOtt! gedenke an deine barmherzigkeit die von der welt Abend Gebet am Sonntage. dich über mich( und alle die meis nigen) und fen mir gnädig, ießt, in der stunde meines todes, und am tage beines legten und firen. gen gerichtes, um deines beiligen namens willen, amen. welt her gewesen ist Erbarme dich aufgenommen werde. Erbarme über mich armen etenden men schen, vergib mir alle meine funde, und jeuch deine hand nicht von mir ab. Ja vater! gedenke an das theure blue, das dein kind JEsus für mich vergoffert hat, um deifen willen fen mir gnavig, und verwirf mich nicht von deinem heiligen angesichte. Nimm mich aber auch heute diefen tag in deinen voters lichen schur und schirm. Bewahre meine feele, das sie nicht aus den Schranken deiner gebote trete. Behre dem fatan, daß er mich HErr! schüße mich durch deine nicht zu falle bringe. Bändige mein Abend Gebet am Sonntage. Der tag ist hin: es Edmmt die nacht, macht, eigen fleisch und blut, daß es mich und bleib in finsterniß mein licht; nicht verführe. Gib mir himmlis sche gedanken, und zeuch mich von der lug dieser welt ab. Ach va ter! laß mich heure völlig von dem thlafe der fünden auffichen: lag ich meine seele durch die predigt lebens: dein thun ist ja lauter deines heiligen wortes weiden, bis güte und treue; Du hast mich dies sie endlich zu ihrem eigenen hirsen tag lebendig erhalten, und mir ten JEfu in den Himmel wird auf alles gute erzeiget, auch mich nach genommen werden. Behüte mir deiner groffen und unergründlis auch diesen tag nach deinem và chen barmherzigkeit für allem übel terlichen willen leib und leben; behütet, mein leben erhalten, und beschüre mich durch deine heilige mich mit welthaten überschüttet, engel, und laß sich zein bifes zu ia dein aufsehen hat meinen odem meiner hätten nahen. Denn in bewahret. Darum preiset dich deine väterliche hände befehle ich meine seele, und mein mund ist voll alles, was mein ist. Dubist mein deines ruhmes. Billig aber muß pater, ich dein kind; ach! las mich ich mich schämen, daß ich mich in deine heilige hande, um zeit auch heute an dir verfündiget, und lichen und ewigen fegen stets ein nicht rechtschaffen in deinem wege gezeichnet bleiben. Du licht der gewandelt habe. Aber, ach HErr! menschen, las leuchten dein antwer kann merken, wie oft er fehle? lig über mich, daß ich im lichte Vergib mir doch auch die verbors wandele, und heute deinen fab gene fehler; hilf mir um deines bath also heilige, daß ich der schul- namens willen, du troft Ifraels! digen ehre, die dir gebühret, und vertilge meine missethat wie eine der werke der liebe, damit ich mei wolke, und meine fünde wie den nem nächsten verpflichtet bin, nicht nebel; reinige mein gewissen von vergeffe; bis ich endlich, Fraft ellen tobten werken durch das blut der frölichen auferstehung deines Jesu Chrifti: siehe deine hand johnes Jesu, auch zu dir, zu dem nicht von mir ab, und verlaß mich ewigen rube: tage des himmels nicht. Schaue liebster vater! iekt 073 3 : So schreckt mich nacht und höl, le nicht. 4. HErr GOtt vater im him. 6 Morgen: Gebet am Montage. jest dricht die nacht herein, und I willen nicht betrüben oder beschä es it ganz finster um mich. Ach du mein licht! verlaß mich nicht. Meine sonne! gehe ja nicht unter in meinem herzen. Lege die wache deiner heiligen engel um mich, daß sie mich( mein haus und hof, mein weib und kind, und alle das meinige) für allem schaden und gefahr gnädiglich bewahren. Se fegne meinen schlaf, und treibe das schrecken des satans ferne von mir, daß dieser mein feind keine macht an mir finde. Laß mich in dir ruhe haben, o grundgütiger vater! Dein heiliges wort, das ich heute gelehret bin, sey mein leit stern und mein licht. Dir befehle ich mich, meine hoffnung stehet zu dir. In dir schlafe ich ein. Laß mich unter dem schatten deiner allmächtigen flügel wol bewahret feyn. Nimm dich meiner feelen ferner an, und laß mich nach dei nem willen morgendes tages dir zu lob und ehre frölich wieder er wachen, um der fürbitte deines geliebtesten sohnes JEfu millen, digen können. Damit nun ferner mein mund deines ruhmes und deines preises täglich voll sey; so vergib mir alle meine fünde, und thue mir wol. Gedenke nicht der fünden meiner jugend, noch meiner übertretung; gedenke aber meiner nach deiner barmherzigkeit um deiner güte willen, und regiere mich heute, diese angehende woche, und die ganze zeit meines lebens, daß ich in allem meinen vorneh men deinem worte folge. Behüte mich, liebster vater! für der ver: suchung des satans, und meines eigenen fleisches und blutes, daß ich nichts übels thue, noch wider dich fündige. Laß mich deine hei lige engel auf allen meinen we gen behüten, daß ich für allem schaden väterlich behütet werde Denn dir, o GOtt! übergebe ich meinen leib und feele,( mein haus und hof, mein weib und kind, und alle die meinen.) Behüte, schüße und erhalte mich, daß sich kein übel zu mir nahe. Sey du mein schild und schirm, segne meinen eingang und ausgang, und verlaß nicht, die deinen namen kennen. Triffe alle betrübte und kranke. Hilf allen nohtleidenden und ver laffenen. Und wenn auch eine trübe unglücks wolke nach dei nem willen über mich kommen follte, so gib mir geduld und raht. Besegne auch, liebster vater! heute und die ganze woche über meine meines berufs, daß meine mühe und arbeit nicht verlohren sey. Laß mich stets an dich gedenken, dich in meinem herzen behalten, und deine furcht vor augen haben, daß ich chriftlich lebe und selig sterbe: das verleihe mir um Jeſu Christi deines lieben sohnes wil len, amen. amen. Morgen- Gebet am Montage. Meinen anfang und mein ende Geb ich, HErr!, in deine hände: Vater! steh mir gnädig ben, Daß der tag gesegnet sen. 5. ster GOtt und vater! in dieser morgen- stunde erscheine ich vor dem throne deiner göttlichen gute mit herzlichem danke, daß du nach zurück gelegter finste rer nacht mich abermahl gesund und frisch aufstehen lassen. Ova ter deine hand hat mich geschüßet, daß mich der satan nach seinem Abend Abend Gebet am Montage. = Abend Gebet am Montage. Der tag entweicht: ich fleh u dir, Mein licht, mein JEsu! bleib ben mir, Schür mich durch deine gnaden hånde Von nun an bis zum lezten ende. 7 e GOtt! und unter dem schatten deiner gnaden flügel traue ich. Wehre dem fatan, und der bösen welt, daß sie mir weder am leibe noch an der feele schaden zufügen können. Laß meine glieder sanft ruhen und schlafen, das her; aber stets zu dir machen, daß ich auch im traume dein gedenke. Ach! gnådiger GOtt, triste auch in dieser nacht alle bekümmerte und verlass sene menschen; laß deine güte allen angefochtenen und betrübten zu satten kommen. Gey gnädig der ganzen christenheit deinem auserwählten häuflein; und gib. daß wir allesamt den weg deiner gebote willig laufen. HErr GOtt allmächtiger vater! in deinem namen schlafe ich ein, laß die heili gen engel meine wächter um mich seyn, und mich zu rechter zeit dir zu lob und ehre wieder erwachen. Dir sey lob und ehre in ewigFeit, amen. 6. Auch uch dieſer tag ist bin, al lergütiger, liebreichefter Gott und vater und ich bin an demselben durch deine stets wachende gnädigste vorsehung våterlich bewahret worden. Deiner barmherzigkeit danke ich dafür von ganzem Herzen. und flehe dich dem namen deines geliebtesten ſohnes JEfu Chrifti demühtigst an, vergib, o vater! mir deinem finde, womit ich dich diesen tag gedanken, worten und werken, beleidiget habe. Ach GOtt voll guade und güte! gedenke an das theure und blutige life- geld meines erldsers Jesu, um dessen wil len ser mir gnädig, und rechne mir weder meine wissentliche noch verborgene fehler zu. Erbarme dich meiner, e liebreicheter GOtt! Ich liege hier vor deinem heiligen angesichte mit busfertigem und gläubigem herzen; und rufe: ach Gott! sey mir armen fünder gnädig. ende die augen dei ner väterlichen barmherzigkeit zu mir, und laß deinen heiligen se gen, schuß und schirm auch diese instehende nacht über mich kom men. Bewahre mir leib und feele, alle das meinige, und die meinen, für aller gefahr und noht, daß uns kein schrecken und be trübniß beunruhige. Sey du unfer wächter, unser heil und bort. Auf dich allein verlasse ich mich, Morgen- Gebet am Dienstage. Jesu, meines Lebens leben! Dir sey alles, was nur mein, Dir sen leib und feel ergeben, Laß es dir befohlen seyn, flerfreundlichfter, licbrei. chester HErr JEfu, geliebtester beiland! deinem heili. gen namen und deiner theuren liebe hab ich es zu danken, daß die finstere schatten dieser nacht mich nicht in die finstere nacht des todes versetzen können. Ja du forne der gerechtigkeit! du haft mich an leib und seele gnädiglich behütet, und mich nach deiner allmacht auch die sen tag erleben laffen. Du fergest ia, mildreicher beiland! täglich für mich, und überschütteft mich mit deiner gnade viel taufendmahl a 4 mebr 8 Abend- Gebet am Dienstage. mehr, als ich dir verdanken kann und würdig bin. Denn ich erkenne, Abend Gebet am daß ich bisher nicht rechtschaffen Dienstage. an dir gehangen, und mein gemüh- JEfu, licht der frommen see. len! te mehr auf das zeitliche als auf Dich gerichtet habe. Ich erkenne, daß mein ganzes leben und alle Laß in deinen wunden- höhlen meine werke vor deinen allerheilig- Diese nacht mein bette seyn, ften augen nichts sind, als fünde Ach! so schlaf ich ruhig ein. und ungerechtigkeit, wodurch ich 8. Wie kann ich deinen no Denzorn himmlischen vaters men und den ewigen tod vielfältig ver- und deine liebe fattsam preisen, dienet habe; aber ich bitte dich, o allerliebster HErr JEfu Chrifte! boldseligster HErr JEsu! der du Deinem gnaden flügel habe ich es aller menschen fünde getragen und zu danken, daß ich mit allem, was gebüffet haft, auch allen buffer ich um und um bin, diesen tag tigen fündern deine gnade ver gnädiglich behütet, und für allem sprichst; ach! sey auch mir armen leide bewahret worden, auch daß sünder gnädig und barmherzig; mein werk wol gelungen ist. Ach vertritt mich mit unaussprechli- JEsu! gedenke auch meiner ferner chem seufzen vor deinem himmli- im besten, und laß mir bey dieser sehen vater, und laß mich gnade einbrechenden finstern nacht, deine vor ihm und vor dir finden. Ach barmherzigkeit nicht untergehen. HErr JEsu! laß dein heiliges blut Sey du, o mildester heiland! bis an mir armen fünder nicht verandas ende meines Lebens, mein lohren seyn. Regiere mich auch licht und mein hort. Gedenke heute diesen tag durch deinen hei nicht meiner übertretung, damit ligen geist, daß ich das böse meide, ich diesen tag wider dich mishan und in deinem dienste getreu fey. delt habe. Vergib mir alle meine Laß alle meine glieder zu deinen wissendliche und unwissendliche ehren wirken, alle meine gedan sände; wirf sie in die tiefe des ken, worte und werke auf dich meeres, und gib mir hinführo gerichtet, und in die gethan seyn; deine gnade und deinen heiligen bewahre mich, du allmächtiger beysand, daß ich um deiner liebs schlangen treter, für der höllischen willen mich aller luft zu fündigen schlangen biß und verführung entschlage, mein her; dir allein Beschüße mich für der welt betrug einräume, und in deiner erkennt und lift, und laß mich unter dei- niß und furcht stets beharre. nem gnädigsten schuge seyn und liebreicher JEsu! tritt doch diese unbeschädigt verbleiben. HErr nacht in meinem herzen mitten JEsu! dir befehl ich heute und al ein, und sprich: Friede sen mit lezeit meinen leib und feele,( mein dir. Durch deine kraft wehre dem weib, kind, haus, hof, und alle das fürften der finsterniß, daß er mir meinige,) ach! las deinen segen nicht schade. Treibe alle betrüb stets über mir bleiben. Gesegne die niß leibes und der feelen von mir werke meines berufes, und gib mir ab. Sey diese nacht mein schuß meinen beschiedenen theil. Sorge und schirm, daß mir nichts bö du für mich, o JEsu! und verbleibe ses begegne. HErr ich bin stets mein heil, so werde ich hier dein und du bist mein, du mein und dort genug baben, amen. I haupt, Morgen- Gebet am Mittewochen. 9 Morgen- Gebet am Mittewochen. Meiner seelen troft und licht, JEsu! komm, verweile nicht. Nimm mich auf zu deinen gnaden, haupt, verlasse nicht das glied an machen, und laß mein her; deinen deinem leibe. Zu deinen heiligentempel und wohnung seyn. Ach wunden habe ich alle meine zuver HErr allmächtiger GOtt! du bist sicht, ach laß mich darinnen ruhen. mein vater, ich dein kind; verlaßi Gesegne meinen schlaf, und laß mich nicht, denn auf dich bin ich die füffigkeit des heiligen namens geworfen aus mutter- leibe, mein JEfu meine feele erfreuen. Er glück und unglück steht allein ben halte mir mein leben nach deinem dir: Soll ich nach deinem willen willen. Lege die feurige und bei diesen tag glück haben, so verleihe lige wache deiner engel um mich, mir deinen beyßand, daß ich mich und um alle das meine, daß ich an deffen wol bediene. Goll aber auch dem morgenden tage unbeschädigt ein unglück über mich kommen, wieder aufwache, und dich, HErr! so gib mir geduld es zu ertragen. mit freudigem munde preise. Er In deinem namen, o vater: fanhöre mich, o JEfu mein licht um ge ich alles an, gib daß ich mein dein selbst willen, amen. werk in dessen fraft vollbringe, für deinen väterlichen beystand dir stets herzlich danke; mit dem, was mir deine gute verliehen hat, mich kindlich begnügen lasse, und nicht nach mehrent oder verbote. nem trachte. Beuch mich von der welt und ihrer luft ab; ich begehre ihrer nicht. Gey du mir nur, mein GOtt! nicht schrecklich, in der noht! denn wenn ich nur dich babe, fo frage ich nichts nach hims ich danke dir von grunde meiner mel und erden. Du bist mir feelen, baß du auch in dieser verwehrter, als alle schåße der welt. gangenen nacht die hand deiner Ach! gib, daß ich dich, du süsse väterlichen barmherzigkeit über liebe, nimmermehr verlaffe: Bleis mich gehalten, mich durch den be diesen tag und allezeit bey mir. schuß deiner heiligen engel behü- Ich befehle dir alle das meinige, tet hast, und mich zu deinem lobe auch alle meine freunde und feins wieder auffiehen lassen. Ich bitte de; iese erfreue, bieſe belehre. dich, durch Christum deinen sohn, Nimm dich auch, nach beiner gross meinen heiland, ach grundgütiger sen liebe, aller armen und nohtleis vater! lag mich dir diesen tag zu denden, aller bekümmerten und gleicher gnade, liebe und vorsorge troslosen, und insonderheit aller befohlen fenn. Regiere mein herz, verlohrnen und irrenden schaafe sinn und gedanken, worte und Ifraelis an; sey das ewige heil deis werke, durch deinen wehrten beili- ner kirchen, und las auch mich in gen geist, daß ich nichts übels thue, derselben ein wahres und lebendi: noch dich beleidige. Leite mich auf ges glied seyn, das, wenn ich aus ebener bahn. Gib mir die erkennt diesem leben scheiden soll ich zu bir niß, Deine liebe je mehr und mehr in den himmel aufgehoben werde. zu erkennen. Gib mir das ver Ach vater! erhöre mich und gewäh langen und die kraft mich derfel re mich meines gebets, in dem na: ben je mehr und mehr würdig zu men deines sohnes JEfu, amen. Und bewahre mich für schaden. HErr GOtt vater und 9. D HErr meines lebens! 95 Abende Abend: Gebet Abend Gebet am Mittewochen. Wirst du mich, JEsu! selbst be wachen, So darf ich mir nicht sorge machen. Drum bleibe doch, ich schren zu dir, am Mittewochent. für meinem verführerischen fleisch und blute, daß es mich nicht ver führe noch zu falle bringe. Sey du in dieser finstern nacht das licht meiner feele; und wenn ja unglück, gefahr und noht über mich koms men sollte, so halte mich, HErr! unter dem schirm deiner hände, daß es mich nicht treffe. Bewahre mich für bösen schändlichen trau men, daß ich auch im schlafe nicht IO. erliebreichester GOtt, an dir fündige. Erbarme dich in gnädiger himmlischer dieser nacht aller menschen, die zu vater! der du den tag zur arbeit dir rufen. Sey der kranken troft, und die nacht ¡ ur ruhe geschaffen, der armen schuß, der wäisen und ich will mich auch izo zurruhe be witwen zuflucht, aller menschen geben; aber meine angst mehret vater und versorger. In deinem sich um ein groffes: denn mein her:; tamen schlafe ich geruhig ein. und gewissen zeiget mir, wie man HErr! bleibe ben mir, sey mein nigfaltig ich durch übereilung, wächter und schuß. Ich befehle nachlässigkeit, versäumniß meiner mich dir, und bitte, laß mich an besserung und auf andere weise dem morgenden tage frdlich auf dich, o du getreues vater her: machen. Haft du aber beschlossen, dieser tag erzürnet, und wie ich daß ich in dieser nacht von hinnen dannenher in dieser hereinbrescheiden soll: ach HErr! so gib, daß chenden finsterniß mehr deinen ge- ich recht bereit sey. Mache es mit rechten zorn, als deinen schuß und mir, wie du willt, dein wille ges gnade verdienet habe. Ich komme schehe. Sen mir gnädig, und laß aber dennoch, als jener verlohrne deine gute über mich kommen, john wieder, und bitte um gnade denn ich hoffe auf dich, amen. und vergebung. Ach vater! verstoß dein gefallenes und schwaches kind nicht im zorne. Gedenk an dein eigenes wort, ia an deinen schwur, daß du nicht begehreft den Unter deinem schuß! o Gott! tod des fünders, sondern daß er sich Fürcht ich weder noth noch tod. bekehre und lebe. Es ist mir alles Sey mit mir, gieb raht und leid, was ich misgehandelt habe. that, Bekehre du mich, HErr! so werde Bis mein thun ein ende hat. ich bekehret. Nimm deinen heiligen Morgen: Gebet am Donnerstage. geist nicht von mir, sondern leite II.allmächtiger, starker und gewaltiger GOtt, lieber mich durch denselben, dir fers himmlischer vater! der du mich nach deinem willen zu dienen und von mutterleibe an bis auf diese immer heiliger zu werden. Achstunde lebendig erhalten haft; vater! nimm auch diese nacht mich, ich komme vor bein majestätisches dein Füchlein, unter deine flügel. angesicht an diesem morgen, und Bewahre mir leib und feele, alle preise dich um alle deine barm das meine, und alle chrißen, für herzigkeit, die du auch in dieser des teufels und der welt bosheit, nacht våterlich an mir erwiesen haft. 10 = Die nacht und lebenslang ben mir. Abend Gebet am Donnerstage. 2 II schändlichen reden, fluchen, schwsren und narrentheidung, daß nicht dein fluch über mich komme. Bewahre mein herz für bösen gedanken, und meine glieder für verbo tenen werken. Laß mich aber den ganzen tag in deiner furcht dir zur ehre und mir zur seligkeit zubringen; um JEfu Chrifti deines ge liebtesten sohnes, meines heilandes willen, amen. Abend- Gebet am haft. Deiner allmacht habe ich es zu danken, o vater! daß ich gesund wieder aufgestanden. Ach HErr! du erzeigeft mir ja tausendfältig viel gutes. Ich aber muß mit herzlicher reu und leid bekennen, daß ich nicht vor dir wandele, noch fromm bin, wie sich es gebühret. Aber, ach GOtt! gedenke an die fürbitte deines sohnes, meines gecreuzigten heilandes. Vergib ihnen, vater! sprach er: sie wissen nicht, was sie thun. Ach! ich fündige oft unwissend, und werde übereilet von meinem eigenen fleisch und blute; es ist mir aber leid, o Gott! ja es ist mir leid, daß ich dich so oft versuche. Ach vater! vergib mir es doch um deines na Erzeige deinem Enechte barmherzigkeit, und ver mens willen. fornen schwaches kind nicht im 12. Herr GOtt vater! voll Du bist ia mein von emigkeit her ist das dein name. Laß mich wieder gnade ben dir finden, und erbarme dich auch heute diesen tag über mich. Dein heiliger geift regiere mich zu allem guten, und stärke mich, daß ich tåglich, ia stündlich gottseliger und dir gefälliger werde; deine heilige engel beschützen mich für allem bd fen. Denn siche, o HErr! meinen leib und feele, und alles, was mir deine gnaden hand gegeben hat, befehle ich dir zu deinen treuen vater: händen. Sey du mein, und aller menschen, die dich erkennen und fürchten, licht und heil. Sey mit mir in allem meinen thun, daß ich in deinem namen, und auf deinen befehl in dem amte und stande, darein du mich gesehet hast, wache. Laß es alles wol gerahten, daß ich mein# ücklein brot für mich und die meinigen, nach dei ner zusage von deiner hand mit danksagung empfange. Regiere meine junge, und behüte mich für gnade und güte, der du barmherzigkeit erweiseft bis in das tausendeglied; wie soll ich deinem namen gnugsam ehre und ruhm geben, daß du mich so herzlich ge liebet, und diesen tag ohne allen schaden und gefahr hinbringen las sen. Ach vater! nimm an meiner statt das vollkommene opfer dei nes liebsten sohnes JEfu Chrifti an, und sey mir um seinet willen auch ferner gnädig und barmherzig: denn ohne dich, mein Gott! bin ich in der finsternis dieser nacht verlohren. Du aber bist mein licht und starker hort, nimm mich in deine gnaden arme, o GOtt! der du verheissen, meiner nimmermehr zu vergessen. Mein herz ist betrüber meiner fünde wegen, da mit ich dich auch heute vielfältig beleidiget habe; ach GOtt! vergib sie mir, und schaffe in mir einen freudigen geift, daß ich in wahrem vertrauen fete ju dir rufen md. ge: Abba, lieber vater! Segne diese nacht meinen schlaf, daß es nicht Donnerstage. JEsu! dessen starke macht ich den ganzen tag bewacht, Sen auch diese nacht mein licht; Schütze mich, und laß mich nicht. 12 Morgen Gebet am Freytage. nicht ein sünden- schlaf fey. Las men undelenden menschen so gnäs meine feele stets ihre ruhe in dir dig bewiesen; und bitte dich fle haben. Und wenn meine augen] bendlich ach HErr JEfu! zeige mir und glieder ruhen, so halte du, auch heute diesen tag deine gestalt, o milbreicher GOtt! deine augen denn sie ist lieblich. Erfreue die fiets wachend über mir, daß mich seele deines Kindes mit deiner heis Fein unfall berühre und sich kein ligen gegenwart. Stärke mich mit böses zu meiner hütten nahe. Ich dem beystande deines wehrten beis übergebe auch diese nacht deiner ligen geiftes. Vergib mir alle mei väterlichen vorsorge meinen leib, ne fünde und missethat, mit wel feele und alle das meine, HErr! cher ich bisher wider dich und deis forge für mich. Wenn ich schlafe, ne heilige liebe misgehandelt has HErr! so mache für mich, daß ich be; und regiere heute und alle für allem leid behütet, in deiner seit mein ganzes Leben, und in gnade wieder erwache, und dich demselben meine werke, daß ich preise. Tröfte auch in dieser nacht nichts bdses thue, nichts gutes un alle bekümmerte und betrübte, terlaffe. HErr JEsu! kärke mei und lak allen, die den namen dei- nen glauben, mehre meine liebe nes sohnes JEfu in wahrem glau zu dir, und gib mir ein fetes vers den anrufen, hülfe wiederfahren. trauen zu deinem heiligen versch. Und weil der schlaf ein vorbote des nungs- blute. Zeuch mich nach dir, todes ist; so verleihe mir, o güti so werde ich den weg deiner gebo ger vater! Deine gnade, und den te nimmermehr vergessen. HErr beystand deines geiftes, daß ich Jesu! der du an dem heutigen mich also zubereite, daß ich am tage deinen heiligen Leib in das ende meiner tage jurewigen ruhe grab legen lassen; ach! giv mir des himmels aufgenommen werdeine guade, das ich meine fünde de. Erhöre mich, und erbarmetief vergrabe, und sie nimmer dich mein, o Gott! um ber kräf- mehr über mich herrschen lasſe. Ja, tigen fürbitte deines Sohnes JE HErr Esu! wirfdu sie alle hinter fu willen, amen. dich zurück. Ofreundlichster heis land: decke meine übertretungen ( u, und euch mir deine heilige gerechtigkeit an. Lat mich heute in deinem lichte wandeln, und unter dem schutze deiner heiligen engel ficher seyn. Gesegne mich an leib und seels, bewahre mich als einen aug- apfel. Mimm dich meis Morgen- Gebet am Frentage. Laß mich, HErr! mein thun und dichten Ganz zu deinen ehren richten. Laß mich heute dir allein Heilig, fromm, ergeben seyn. 13. als deines herzlichgeliebtester findes. Und wenn der satan und JEsu! wie fanft und wol habe ich andere meine sichtbare und un diese nacht geruhet und geschlafen sichtbare feinde an mich wollen: wie vergnüget bin ich nun wie so laß das jeichen demes heiligen der aufgestanden! Ach getreueter blutes ihnen ein schrecken, und beiland! deine liebe ist in der vermir ein parter schuß seyn. Sey gangenen nacht mein schild und du, o Jefu! mit mir in allen meis schirm gewefen Ich danke dir für nen verrichtungen; laß sie wol alle deine güte, die du an mir ar gerathen, wenn sie in dir gethan find. Abend Gebet am Freitage. = sind. Erbarme dich auch aller, die dir anhangen, und gib einem ies den fein täglich brot, und verlaffe dein kirchen- hauflein nicht, deffen erz- hirte du bifi. Gib uns fer ner die füffigkeit deiner heilige liebe zu geniessen: und wenn wir endlich am ende unsers lebens den weg des todes gehen sollen, ach HErr JEfu! so laß deinen tod unser Leben, und dein heiliges grab unsere ruhe seyn, das wir durch den tod zum leben eingehen. Erhöre uns, o JEsu! um deines namens und um deiner liebe mil len, amen. 13 Abend: Gebet am Freytage Beschüße mich in dieser nacht Mein JEsu! durch der engel wacht, deine wunden mit meinen füaden mannigfaltig betrübet habe, und nicht gedacht an die todes angst, die du meiner übertretungen wegen im dl- garten ausgestanden hast. Ach Herr Hüll mich in ein, So kann ich hier schon selig seyn. Esu! vergib mir es doch um deis ner heiligen wunden und um deines blutes willen. Sch! zeige mir, wie deinen jüngern zu Jerusalem, deine heilige feite, darinnen ich ruhen und sicher sey möge. HErr JEsu! vergib mir meine bekannte und unbekannte fünden, und ent sündige mich durch dein heiliges blut und leiden. Laß mich diese nacht, mich dein armes kind, deis ner gnade und aufsicht empfohlen feyn. Laß deiner heiligen frieden über mich kommen an leib und feele, und mich in den fels- löchern deiner heiligen munden wol vers wahret bleiben, daß ich das mor gende tageslicht frdlich wieder anschaue. Sen allen gnädig, die dich in wahrem vertrauen anrifen, und erbarme dich der ganzen christenheit. Förbere die gerechlob! der tas bat ten, und bekehre die gottlosen, daß sich abermahl geneis dein heiliges blut ta an niemanget, und die nacht ist herben kom- den verlohren sey. O HErr JEſu! men; ich komme auch immer ei laß mir in dieser nacht das licht nen tag nach dem andern nåber deines göttlichen troftes und der zu dem grabe und zu dem tode. Ach ner gnade stets helle scheinen, daß allergütigster und liebreichester meine seele allezeit zu dir wache, JEfu deine gnade und grund- und ich allhier im glauben meine lose gute hat auch diesen tag freude an dir habe, bis ich dich an barmherzigkeit an mir erwieſen, ienem tage von angesicht zu anges und mich unbeschädigt bewah- ficht schauen werde; das bitte ich ret. Getreuester Immanuel! wie dich, o mein heiland! um deiner forget du so väterlich für deine theuren liebe und verheiffung wil Finder! wie beschüket du sie solen, amen. kraftiglich für allem unheil: Ach! daß ich dir so vollkommen dienen könnte, als vollkommen du mir deine liebe mittheileft; aber ach leider! ich muß mit wehmühtigem bergen klagen, daß meine seele bes trübt ist bis in den tod, daß ich dich, du heilige liebe, diesen tag 14. Gott Morgen- Gebet am Sonnabend. Steb heute! treuer GOtt! bey mir Denn meine hoffnung steht zu dir. Ach! Morgen: Geber am Sonnabend. Ach! gib durch deine vatertreu, Daß mir der tag gesegnet sey. allmächtiger, barmvater ner übertretung, gedente aber sünden meiner jugend, noch meis meiner nach deiner barmherzigkeit um deiner gute willen. Verwirt welches 15. von dir abzuführen suchet, all mächtiger GOtt! so stehe du mir bey, daß dessen tücke und lift an mir vergeblich seyn mögen. Leite du mich in deiner liebe, und stehe voll gnade und liebe! ich armer sich auf das theure verdienst dei elender und fündiger mensch ers nes einigen sohnes JEsu verläßt. kenne in dieser morgenstunde Und weil der fatan mich stets deine väterliche guade und huld, dadurch du mir von meiner fündlichen gebuhrt an, bis auf diese stunde, alles gute an leib und feele reichlich bewiesen haßt. Ich preise dich, o gnädiger vater! fest ben mir. Ach lieber himmlis für alle solche unzählige woltha- scher vater: ich lasse dich nicht, ten; absonderlich aber, daß du du seguest mich denn; so müsſe mich in deinem sohne JEsu, ehe denn auch heute diesen tag alle noch der welt grund geleget wors mein thun gesegnet seyn. In den, so herzlich geliebet; auch ihn deinem namen fange ich es an, sen um meinetwillen am stamme des mit mir, und laß es zu deiner ehre creuzes haft sterben lassen, damit und meiner seligkeit wol gerahich dem erigen tode entgienge. ten. Auf dich, HErr! verlasſe Ach vater! ich danke dir, daß du ich mich. Laß mich in meinem amte mich in der wahren christlichen kir- und berufe treulich wandeln, und chen haft laffen gebohren werden, dich über alles suchen: mehre und mich zu einem mitgliede der deine erkenntniß in mir, und er: selben gemachet, auch mich mit halte mich bey dem einigen, daß deinem heiligen worte lehrest, trs- ich dich fürchte. Gesegne auch ftest und unterrichteft. Uch aller- nach deiner zusage meinen vor: gütigfter GOtt! ich bitte dich her:- raht, daß ich für mich und die lich, gib daß ich solcher deiner meinigen, meine tägliche nohts groffen gnade nimmermehr vers durft haben möge, und laß meis gesse, sondern dich mit fetem nen saamen nicht nach brote gehen. danke dafür ehre. Jch bitte dich Soll ich auch nach deinem willen auch demühtigst, verleihe mir dei diesen tag über oder sonst mit creuz negnade und den beystand deines und drangsal, verfolgung und wehrten heiligen geiftes, daß ich anderer noht beleget werden; mich aller solchen himmlischenj so reiche mir elenden in den wellen güter durch mein fündliches leben der trübsal nur deine hand, daß ia nicht verlustig mache. Laß mich ich nicht versinke; stärke mich, stets vor dir, o Gott! wandeln daß ich nicht falle; lehre mich, und fromm seyn. Vergib mir, daß ich geduld habe, und auf dich ach ich bitte dich demühtig! alle hoffe. Erbarme dich nach deiner meine sünde und mishandlun- unendlichen güte aller menschen, gen, fo ich die ganze zeit mei die dich suchen und lieben. Schüße nes lebens, die abgewichene wo- deine bedrängte kirche, und ers che, und allejeit, mit gedanken, halte dir in dieser lezten und bösen worten und werken wider dich beszeit ein häuflein gläubiger chriften, gangen habe. Gedenke nicht der die dich anbeten und ehren. Laß al ler Abend Geber am Sonnabend. 15 ler nobileitenden und verlassenen obhut bin ich, liebreicher vater! debet ben dir erhörlich seyn; schaf ſe ihnen raht und troft. Gib dem lande, darinnen ich wohne, friede, welchen die welt nicht geben kann; und laß uns die gaben deiner gute darinnen mit danksagung empfanden, und måsfig gebrauchen. Absonderlich gib mir deinem Einde ein herz, das dich chret, liebet und dir vertrauer. Verlaß mich nicht, mein GOtt! denn ich hoffe auf dich. Meinen leib und feele, ( mein haus und hof, mein weib und kind, meine ehre, stand und gut) und alle das meine befehle ich iezt und allezeit in deine hände. Ach HErr! sey mein schuß und beil, mein helfer und erretter. Les ge deiner heiligen engel wache um mich und um alle das meine, daß ich für aller gefahr gesichert in dei ner gnade bis an mein lettes ende verbleibe. Laß mir diesen tag, wie die ganze vergangene woche glück lich seyn, daß ich mich deiner gnade und deines göttlichen beystandes stets zu erfreuen und zu getrdsten habe. Erhöre mich, o GOtt vater! um Jesu Chrifti deines geliebten sohnes willen, amen. Abend- Gebet am Sonnabend. Ich bin ein Glied an deinem leibe, O JEfu! meiner feelen schuß Gib, daß dein Geist stets ben mir bleibe, So biet ich allen feinden truk. 6.D eine gnabe und barmherzigkeit, gnädigster GOtt und lieber himmlischer va ter! ist so groß, als du selber bist; das erkennet meine feele mit heri lichem danke in dieser abendfunde. Durch deine hand und diesen tag und die ganze woche über so gnädiglich für aller gefahr behütet worden. Aber ach! wie oft hat die meine seele betrübet, und wie sehr zeugen meine sünden wider mich! Ich bekenne, o vater! daß ich ein verlohrner sohn bin, der deine groffe güter und gaben vielfältig übel angewendet hat. Ja mein GOtt! ich muß gestehen, daß ich ein schwaches kind, ja uur ein verlohrnes schaaf bin, das lei der! oft auf bose irrwege der fün den gerahten ist. Doch ich weiß, HErr! daß du guådig und barmHerzig bist, und um das heil der fünder auch deinen einigen sohn in das fleisch gesandt hast, daß er die verlohrne gerechtigkeit wieder brachte. So bitte ich dich denn mit zerschlagenem und zerknirschten hersen: ach vater! sey mir armen fünder gnädig: sey gnädig meiner missethat, die da groß ist. Erbarme dich meiner nach deiner unendlichen güte. Tilge alle meine mis sethat, und gib mir hinführo ein gehorsames her;. Bereite mich, mein GOtt! selbst hier in der zeit, wie du mich dort in der ewigkeit haben willt. Entzeuch mir deine gnade und beysand nicht in der noht. Mein GOtt! verlaffe dein kind nicht, um welches wil vergossen hat. Ach HErr JEſu! len dein sohn sein heiliges blut komme mir mit deiner kräftigen fürbitte zu hülfe, und laß mein geängstetes her; und betrübtes ges wissen die tröstliche morte hören: Friede sen mit dir! HErr GOtt heiliger geift! sey du mein lehrer, und hilf mir in meiner schwach heit; nimm weg aus meinem hers en das befleckte gewissen, und gib mir, daß ich wie am tage in deis nem lichte wandele. O du hochs gelobte dreneinigkeit! laß mich fer, 16 Gebet nach den Morgen- und Abend- Gebeten. ferner unter den flügeln deiner frölich und gesund auschauen, göttlichen gnade, deines schußes zu deines namens preis und und schirmes, als dein kind, wol ehre, amen, in JEsu namen, verwahret bleiben; und in dieser amen. anbrechenden finstern nacht dar unter für aller gefahr leibes und Ein Gebet nach dem der seele gesichert seyn. Meine sees le, meinen leib und alles was mir täglichen Morgen- und Abend: Gebete. ich 17. HErr! ich lebe und : deine gnaden- hand gegeben hat, befehle ich deiner göttlichen lie be. Wache, o HErr! über mir, daß mich kein unglück betrübe. Laß auch meine feele zu dir was weiß nicht wie lange, ich muß ster. chen, und ihre luft an dir haben. ben, und weiß nicht wenn; du, Dämpfe den fatan, steure der bs- mein himmlischer vater! weißt es. fen welt, und hintertreibe alles, Wolan! soll dieser tag( oder diese was mir schädlich seyn könnte, nacht und stunde) die leste meis daß ich in deiner gnaden- hand an- nes lebens seyn; HErr, so geschehe gezeichnet bleiben, in deiner kraft dein wille, der ia allezeit und alle morgen wieder aufstehen, und wege der beste ist. Nach demsel: dich preifen möge. Und weil du ben deinem heiligen willen laß meinem leben ein ziel geseket hast, mich allezeit bereit seyn, in wah das ich nicht überschreiten kann, rem glauben an meinen erlöser ich aber nicht weiß, wenn es her. JEfum Chriftum zu leben und zu ben nahen dürfte; so laß ia mei fierben. Allein mein frommer nen schlaf diese nacht nicht einen GOtt! gewähre mich dieser bitte, fünden oder todes- schlaf seyn. daß ich nicht plößlich in meinen Bewahre mich für einem bösen fünden sterben und verderben msschnellen tode; gib mir aber deine ge. Stelle sie mir erst in diesem gnade, daß ich mich zum tode frets leben zu meiner bekehrung unter bereit halte, und am ende meines augen, damit sie mir nicht am lebens meine feele mit vernunft iüngsten tage, zu meiner vers in deine häude befehlen kann. dammniß, vorgestellet und zuge So schlafe ich denn sicher ein, o rechnet werden mögen. Verleihe GOtt! denn du bist bey mir. mir, daß ich noch in der gnaden Bedecke mich, HErr JEsu! mit zeit meine mannigfaltige schwere deinem purpur mantel, und laß fünden erkenne, bekenne, sie von mich mit dem zeichen deines heili- herzen bereue, einen festen vorsag gen blutes besprenget seyn, daß faffe mein Leben zu bessern, und sich kein unfall zu mir nahen Edn ne. Sen du in meinem herzen, o HErr GOtt heiliger geis! daß ich auch im schlafe meines GOttes nicht vergesse, oder wider ihn fündige. O du heilige DreyeinigFeit! dir befehle ich mich iezt und allezeit, fen mit mir im Leben und tode. Laß mich nach der sin sterniß wiederum des tages licht auch vergebung derselben von dir erlange. Alsdenn, mein GOtt! geschehe dein heiliger wille, laß mich sterben, wenn es dir gefället, nur gib mir ein sanftes und vers nünftiges ende. Barmherziger Gott und vater! der du bey dei nem leben geschworen haft, du wolleft nicht den tod des gottlo fen, sondern daß er sich von seinem böfen Gebet in den Montags- Bet- Stunden. 17 wider dich, HERR unser GOtt! vielfältig gefündiget haben; so ist uns solches berzlich leid, und bitten wir alle um gnade und vergebung. Laß uns der heiligen leidens- und marter- woche deines lieben sohnes, und dessen, was er uns durch sein leiden, creuz und tod in derselben erworben hat, beilsamlich genieffen. Gib, daß wir aus der alten woche keine alte sünde mit in die neue nehmen, sondern den alten sündlichen menfchen ausziehen; hingegen den neuen menschen, der nach dir in rechtschaffener gerechtigkeit und heiligkeit geschaffen ist, anziehen. Gib uns mit dieser neuen woche neue herzen und einen neuen ges wissen geist, und kräfte, ein neues dir wolgefälliges leben zu führen. Wochen- Gebet in den Insonderheit laß deine gnade alle morgen über uns neu aufge hen, und erhalte uns bey deinem reinen worte und bey dem rechten gebrauche der heiligen sacramenböfen wesen bekehre, und lebe: GOtt sohn, der welt heiland! der du alle, die an dich glauben, ben deiner wahrheit versichert haft, was sie den vater in deis nem namen bitten werden, das wolle er ihnen geben: GOtt heilis ger Geist der du unserer schwachheit aufhilfeft, und wenn wir nicht wissen, was und wie wir erhörlich beten sollen, uns mit unaus prechlichen seufzen vertrittst; er barme dich über mich armen fünder, und laß diese meine bitte, ia, amen, und erhdret seyn. In dei ne hande befehle ich meinen geist, du hast mich erlöset, du getreuer GOtt! amen. öffentlichen MontagsBet Stunden. ? 18 auch aus der höhe unsere gnädigste landesherrschaft und alle chriftliche obrigkeiten und fromme regenten, sonderlich an diesem orte. Fördere guten raht und nützliche that, und wende krieg, peft, theurung, feuersbrunst, was fersnoht, und sonst alles berze: leid in gnaden von uns ab. Gib uns friede und gesundheit, auch glück und heil zu unserer aller be ruf und stande. Und weil wir nun mit der neuen woche unsere amts: und berufs- arbeit wieder antreten; so fange, o GOtt! vom neuen an uns zu segnen: laß uns das werk, dazu du uns beschieden haft, mit freuden angreifen; und führe durch deinen segen alles, was wir in deinem na men anfangen, zu deiner ehre, zu unserer und unseres nächsten wolfahrt, glück b vater! nachdem wir abermahl eine woche zurück geleget, und in eine neue eingetreten find; so danken wir dir für alle erwiesene wolthaten. Du haft dein wort und facramente unter uns rein und lauter erhalten, uns ruhe und friede, auch tägliche nahrung beschehret: und ob wir dich schon mit sünden oft erzürnet, dennoch unser in gnaden geschonet; uns zwar gezüchtiget, aber im zorne nicht aufgerieben, noch dem tode übergeben. Du haft uns der vorigen woche tage und plage gnädig überwinden helfen, und läsfest uns diese woche mit gesundheit und freuden antreten. Für solche und alle andere gutthaten sagen wir dir von herzen Lob und dank. Weil wir aber in der vergangenen woche 18 glücklich hinaus. Und wenn es uns bey unserem ftande und nah rung fauer und schwer fället; so laß uns an die hoffnung unsers berufs im himmel gedenken, wo alle unsere arbeit von dir aus gnaden desto völliger soll belohnet werden. Befiehl deinen heiligen engeln diese woche über uns, daß fie uns und die lieben unsrigen anf allen unfern wegen behüten, ia gar auf den hånden tragen, das mit der böse feind und sein anhang keine macht an uns finde. It es ferner dein wille, und nns nüglich und selig; so laß uns nicht diese woche allein, sondern auch viele folgende in guter gesundheit und erwünschtem wol stande leben und ableben. Ges fället es dir aber, lieber vater! uns in der angehenden woche mit creuz und trübsal heimzusuchen; ſo gib geduld, vergiß der schuld, verleih ein gehorsames herz, und mache uns das creu: nicht schwes rer, als wir es ertragen können. Hast du endlich über einen oder den andern von uns beschloffen, ihn in dieser woche durch den zeit lichen tod aus dieser welt abzufors dern; so gib demselben hier ein seliges ende, daß er dort ewig bey dir sey, und wir zuletzt ins gesammt, nach aller mühe und arbeit auf erden, ben dir im himmel einen fabbath nach dem andern in ewiger freude und herrlichkeit feyren mogen; das verleihe uns, GOtt! in des heiligen Geistes kraft durch Jefum Christum, amen. Morgen: Gebet ter der barmherzigkeit! ich danke dir von grunde der seelen, daß du mich diesen tag erleben läsfest, woran ich mich mit ernst und eifer zur buffe anschicken will, und mich so wol mit dir, als mit deiner. gemeine, recht herzlich versöh. nen kann. Groß ist deine treu, welche mich in der verwichenen nacht umgeben: denn sie hat mich für allem übel bewahret, an leib und feel erhalten, wider alle anfälle des teufels beschüket, in sanfter ruhe gestärket, und jest von neuen mit leben und ges sundheit mildiglich begabet. Ich bin dir dafür, o mein GOtt! zu ewigem lobe und dienste unendlich verpflichtet; und wünsche nichts mehr, als daß ich mich, heute und allezeit, recht erkenntlich und ehrerbietig gegen dich be zeigen mdge, in wahrer verändes rung und heiligung des her: zens, mit ernstlicher vermeidung aller fünden, und mit freudi ger vollbringung deines heili gen willens. Am allermeißen, o groffer menschen freund! bes wundere und preise ich den herr lichen reichthum deiner güte, ge duld und langmuht, womit du auch bey dem jest angebrochenen tageslichte meine gnadenzeit verlängerst, und mir die trößli che versicherung giebeft, daß du buffe für die fünde annehmen wolleft. Heiliger GOtt! lehre mich bedenken, daß mich deine süte zur buffe leite, und daß ich, weil es noch heute heisset, mein hers ja nicht langer verstocken dürfe. Wie viele fahre und tage babe ich jego schon erlebet? Wie lange haft du bereits auf meis ne bekehrung gewartet? Je schäme mich deswegen mit bes trübniß vor dir, und bekenne, daß du nichts gesparet habeft, meis Morgen Gebet wenn man beichten will. 19.Allmächtiger, und gud, diger GOtt, du va wenn man beichten will. 19 meines herzens bärtigkeit mit reichen kann. Verwirf deine arme unaufhörlicher güte und wolthat geschöpfe nicht von deinem anges ju erweichen und zu überwinden. sichte, und nimm deinen heiligen Darum soll auch gleich mit dem Geist nicht von uns. Behüte anfange dieses meines besonde auch mich und alle menschen für ren buß- tages, aller vorsag und allem unglücke leibes und der alle neigungen zur fünde bey seelen. Willt du aber mit dei mir aufhören, und alle begierde nem creuze ben mir einkehren: so und bemühung zur heiligkeit.in gib, daß solches eine beförde meinem herzen merklich erwecket rung meiner buffe, und ein of werden. Versage mir, o getreuer fenbahres zeugniß deiner liebe und gütiger GOtt! deinen heili- sey. Segne meinen ausgang und gen geift zu einem so heiligen eingang von nun an bis in ewigvorhaben nicht. Du weißt am keit. Thue deinen engeln befehl besten, daß ich ohne dich in mei über mir, daß sie mich mit ihrer ner bekehrung nichts vermag. heiligen wache umgeben, und für Siehe mich mit dem seile deiner allem anstoß bewahren. Erhals liebe völlig zu dir. Laß nicht te und heilige mich, und die nach, bis ich aller sunde und ei- ganze christenheit, im wahren telkeit auf ewig abschied gebe. glauben an Jesum Chriftum Wecke mich recht auf von dem deinen sohn, und laß mich schlafe der sicherheit, wie du mich sammt ihr diesem meinem hei lego aus dem leiblichen schlafe lande leben und sterben. erwecket haft. Mache ein Eind mir endlich gegen meinen nach des lichtes aus mir, und laß die sten ein versöhnliches, wolthätis sonne nicht wieder über meiner ges, friedliches und liebreiches fünde untergehen. Gib mir kraft ber;; ia verschaffe, daß dieser und vermögen, in meinem stan- gange tag ein rechter versöh de und berufe viel gutes auszunungs- tag sey, woran ich mit richten. Laß deine ehre das siel dir, meinem vater, und mit alaller meiner sedanken, worte len deinen kindern friede mache, und werke seyn; zu meines und den ewigen segen in frieden nächsten dienfie mache mich freu empfahe, um JEfu Chrifti willen, dig, tüchtig und munter. Leh- amen. Gib te mich auch bedenken, daß ich sterben müsse, auf daß ich klug werde; und erinnere mich jeders jeit, daß nur eines noht sen, und Abend Gebet nach der ich das beste theil erwählen müs fe. Ich befehle dir mich und die meinigen, mit feele und leib, ganzen Beichte. 20.Mein verſöhnter, lieb himmlischer nimm sie alle in deine heilige vater! ich, dein von dir be regierung, väterliche beschir- gnadigtes kind, opfere die in mung, mildthätige vorsorge und dieser abendstunde dank, und ewige gnade. Versorge sie und bete dich demühtig an, weil du mich, mit alle dem, was dir den verwichenen tag über nicht gefällig ist, und uns zu zeitli- nur mein natürliches leben er chem und ewigem wohlseyn gehalten, und mich mit unzähli 62 gen 20 Abend Gebet nach der Beichte. gen wolthaten überschüttet, fons hinzu, daß du mich in dieser dern auch mein geistliches und nacht, auf die norgende verer ewiges leben durch die gnade nigung mit deinem sohne, noch der buffe befördert, und mich rechtschaffen reinigest und vorbe dessen versichert haft. du reitest. Bewahre mich, und al treuer GOtt! heute ist meiner les, was du mir gegeben haft, für feelen groffes heil wiederfahren; des teufels bosheit, lift und heute habe ich recht gesehen, daß macht. Hilf auch deiner ganzen du nicht luft habest an der armen christenheit wider das reich der fünder tode, sondern wolleft, finsterniß machtig streiten, und daß sie sich bekehren und leben laß sie alle houlen- pforten fiegreich sollen. Ich kann nun gerechtferti- überwinden. Wenn sich meine get in mein bette gehen; o der augen schliessen, so öffne mein grossen gnade! Mein gewissen ist herz, deine guade zu empfangen. in deinem frieden beruhiget, o Wenn mein leib auf seinem la der unaussprechlichen seligkeit, ger ruhet, so laß die seele in und welche du mir geschenket haft! ben dir ihre ruhe finden. Be Alles, was ich zu deinem lobe hüte mich für fündlichen und er hievon sagen kann, ist noch viel schrecklichen träumen, für unruzu wenig und zu geringe gegen higem wachen, für unnüßen for deine unermäßliche erbarmung. gen, und für aller schädlichen Doch soll mein mund deinen ruhm quaht. Soll etwan diese nacht niemahls verschweigen; und als eine nacht des leidens seyn, so les, was in mir ist, soll deinen beiligen namen loben. Sind noch viele unvollkommenheiten bey mirübrig geblieben; finden sich noch unzählige fehler und gebre: las mir in derselben das licht deiner göttlichen hülfe hell aufgehen, und gib gnade zum wachen und beten, damit ich in der anfech tung nicht versinke. Stehe auch chen zu heilen und abzuthun: allen andern nohtleidenden bey. ach! so habe ich das herzliche vertrauen zu dir, daß du, o mein arzt und helfer! um der felben willen mich nicht verstoß fen, sondern das gute werk, wels ches du in mir angefangen haft, bis auf den tag JEfu Chrifti vollführen werdeft. Diesemnach ist nur noch übrig, daß ich auch in der gegenwärtigen nacht mich deiner göttlichen liebe und barmherzigkeit, und alle die meinigen Laß niemanden zu schanden wer den, der auf dich hoffet. Wenn ich niederliege, so hilf mir wieder auf; gefäller es dir aber, mich in dieser nacht von der welt ab zufordern, so laß mich selis fier ben, und aus aller finsterniß in das ewige licht eingehen, durch JEfum Chriftum, meinen bei land, amen. deinen treuen Händen anbefehle Morgen Gebet eines Communicanten. Nimm mich auf, HErr! und sey in der finsterniß mein licht; wenn ich schlafe, sey mein wächter, wenn ich erwache, mein leben und mein 21.00 himmliſcher vater! so ist denn beil. Chue zu deinen woltha durch deine barmherzigkeit nun ten, die ich heute von dir em: wieder eine nacht vergangen pfangen habe, auch diese noch und das erfreuliche licht ange. bro Morgen- Gebet eines Communicanten 21 brochen. Ich erlebe abermahl den, zu einem eigenthum und gefäß tag, woran ich meinen feelen brautigamm, Chriftum Jesum, freudig umfangen, und ihm als eine wolgeschmückte braut zuge führet werden soll. Wecke mich auf, daß ich vor allen deinen Findern deine barmherzigkeit mit frd lichem munde preisen mdge; diese ist es, welche mich diese nacht beschüßet, beruhiget und gesegnet hat. Jest aber ist solche deine erbarmung nen über mir, und ich werde durch sie wieder erwecket, aufgerichtet, und mit neuer le bens- und geistes kraft begnadiget. Ermuntere mich hiedurch, o vater des lichtes! meinem heilande mit heiligem verlangen entgegen zu eilen, und ihn mit reinem herzen zu empfangen. Du haft mir das natürliche licht wie der geschenket; ach! laß mir auch das geistliche und ewige licht auf gehen. Deine gnade werde mir im glauben zu einem leitstern in das ewige leben. Die erhaltung meines Leibes sen eine stuffe zur wolfahrt und errettung meiner feele. Sib, daß ich diesen gan sen tag zu deinen ehren gebrauchen möge, und alle meine jest erneu rete träfte zum preis deiner liebe gewidmet seyn lasse. Alle nei Bungen meines herzens laß zur ergreifung meines heilandes angewandt werden. Ich empfehle dir, meinen dürftigen leib, daß du ihn ferner heiligen, erhalten, beschüßen, versorgen, ernehren, und zu deinem dienste stärken wolleft. Noch vielmehr aber empfehle ich dir auch meine arme feele. HErr! mache sie in Chrifto JEfu reich; erfreue sie mit der vereinigung dieses meines himmlifchen feelen- schakes; fegne, sättige und erquicke sie ferner, wie sie es nohtig hat, und bereite sie endlich deiner gnade und heiligkeit. Willt du mir heute sonst nichts geben, fo schenke mir nur meinen JEfum: denn dieser wird mir schon ge nug, ia alles seyn. Soll ich mein leben an dem heutigen tage beschliessen; so laß mich in JEfu, dem lebens- fürsten, durch den tod in das leben dringen. Soll ich aber noch länger auf der welt wallen; so vereinige mich heute und allezeit so genau mit meinem erlöfer, daß er meines Lebens ursprung und fortgang fey. willt du mir diesen tag über ei nige freude, rube, vergnügung und glückseligkeit mittheilen, ach! so laß den grund davon deine vereinigung seyn, daß ich mich nemlich an dich, und meinen heiland halte. Gib darneben auch eine kindliche dankbarkeit für deine wolthaten in mein bers. und laß mich alles, was du mir gutes giebest, in deinen ehren anwenden. Soll aber diefer tag ein tag der trübsal oder des leidens werden; soll ich heute im elende, lammer und traurigkeit leben; so verfüffe mir alles dadurch, daß ich meinen gecre uzigten JEsum in meiner bruft tra gen könne, und von ihm zu ge duld und gelaffenheit gestärket werde. Mein GOtt! ich ergebe mich selbst, die meinigen und alle meine mitchristen ganz und gar in deine hände. Thue wol an mir und an allen deinen fins dern, nach deiner groffen gute. Sey mein schirm und schild, mein leben und heil. Laß mich bey dem heiligen abendmahl JE, fu Chrifti dermaassen in deiner liebe vergnügt werden, daß mir dieser tag in ewigkeit zum segen sen, um deines heiligen namens willen, amen! Abend: b3 22 Abend Gebet eines Communicanten. eines gnaden angenommen, mich von allen meinen fünden gereiniget und losgezählet, auch zu wahrer 22. Preife Jerusalem den versicherung deiner gnade, und HErru, lobe Zion der erlangten vergebung der fün deinen GOtt! Lobe den HErrn den, mich in deinem hochheiligen meine feele, und was in mir ist abendmahl mit deinem wahren seinen heiligen namen. Lobe den leibe und blute unter dem brot HErrn meine feele, und vergiß und weine heilsamlich gespeiset nicht, was er dir gutes gethan und getränket hast. O wie treubat; der dir alle deine sünde vers lich haft du, mein treuer hirt giebt, und heilet alle deine gesund bischof meiner feelen! an dem brechen; der dein leben vom ver- heutigen tage mich, dein armes derben erlöfet, der dich crdnet schaflein, gepfleget und gehütet! mit gnade und barmherzigkeit, Du hast mir nicht allein leib und der deinen mund frölich machet. feele, und alles was ich habe, Ich danke dir von ganzem Herzen, für aller gefahr und unfall guds und will dir lobsingen, so lange diglich bewahret; sondern auch ich lebe; denn du haft deinen na dermaafsen geweidet, gelabet und men über alles herrlich gemacht erquicket, daß ich dir solche liebe durch dein wort. Du hast mich und wolthat in alle ewigkeit nicht mit vielem segen geschmücket, und genug verdanken kann. Gott sey mein her; mit überschwenglicher gelobet und gepreiset, der uns chre, troft und freude erfüllet. selber hat gespeiset mit ſeinem Barmherzig und gnädig ist der leibe und mit seinem blute, das HErr, geduldig und von grosser gib uns, HErr GOtt! zu gute. gute und treue. Er handelt nicht nicht gröffere gute konntest du mit uns nach unsern fünden, und uns schenken, daben wir deiner vergilt uns nicht nach unserer sollten gedenken. Ach! daß ich nun missethat. Denn so hoch der dich, mein HErr und erldser! von himmel über der erden ist, låsset ganzem Herzen, von ganzer feele, er feine gnade walten über die, von allen kräften, und von gan jo ihn fürchten. So ferne der sem gemühte so hoch zu loben morgen ist vom abend, läffet er vermögte, als deine wolthaten unsere übertretung von uns seyn. von mir erfordern! HErr, da Wie sich ein vater über finder hast mich dir unendlich und un erbarmet, so erbarmet sich der abträglich verbunden. Nur so Herr über die, so ihn fürchten. thue auch diese wolthat hinzu, Die gnade des HErrn währet und verleihe mir deine gnade, von ewigkeit zu ewigkeit über die, daß ich durch deines guten heili so ihn fürchten, und seine gerech- gen geistes wirkung solche gute tigkeit auf Eindes- kind, bey de- und barmherzigkeit in stetem an nen, die seinen bund halten, und denken behalte und erkenne, dich gedenken an seine gebote, daß in meinem ganzen leben dafür fie darnach thun. Gelobet feyft lobe und preise, nichts gedenke, du derowegen, mein GOtt und rede, oder thue, das deinem hei heiland! daß du so wol an mir ligen willen oder meiner zusage gethan mich armen, elenden und zuwider sey, sondern in allen fündigen menschen abermahl zu dingen deinen heiligen geboten freus Gedi Abend- Gebet Gebet Communicanten. 23 morgen- Gebet eines Kranten. Morgen- Gebet eines Kranken. freudig nachwandele; auch, so ich wieder in fünde fallen sollte, also: ald durch wahre buffe wieder zu dir kehre, und meinen glauben burch liebe gegen meinen nächfien thätig erweife. Tröfte mich sodann herzlich, und versichere mich der erlangten gnade und vergebung der fünden, der versiegelung der gerechtigkeit, der allergenauesten vereinigung mit dir, deiner bülfe und deines beystandes in allem creuz und leiden, auch der gnädigen erhaltung und erfolgenden auferweckung zum ewigen leben. Ach treuer GOtt und HErr! zies he die hand nimmermehr von mir ab. GOtt mein beil! laß auch diese nacht, da der leib sich zur rahe leget, meine feele und geift stets zu dir wachen. Walte über mir und den meinigen mit deiner guade; beschirme mir feel und leib, haabe und gut, und was du mir gegönnet haft, durch deiner beiligen engel gewaltigen schut; daß der böse feind mit allen seinen werkzeugen und gefehrten mir keinen schaden zufügen mdge. laß mich nach deinem gnädigen willen morgenden tages gesund wieder erwachen, und mit dem frohen tages lichte deine gute und treue, die alle morgen neu ist, von neuem sehen, spühren und geniessen, auch loben und preifen; ia iezt und allezeit freudig sagen: GOtt vater, was du erschaffen haft, GOtt sohn, was du erlöset haft, GOtt heiliger geift, was du geheiliget hast, das befehle ich dir in deine hände; das erhalte, stärke, regiere und führe in diesem, und nach die fem, sum ewigen leben. Deinem namen sey Lob, ehre, preis und herrlichkeit, uns aber friede, freude, troft und seligkeit jezt und in ewigkeit, amen. 23. Gerechter GOtt, barmherziger vater, bu liebhaber des lebens! bier liege ich in einer Frankheit, mit wel cher du mich beimgesuchet haft. Mein herz bebet, meine Fraft ver. läffet mich, meine geftalt ver. fället; die angst meines herzens ist groß, meine gebeine sind er: schrocken. Hier liege ich unter deiner ruhte, und ist nichts ge fundes an meinem leibe. Ich weiß wol, gerechter GOtt! daß du mich billig um meiner fünde und unbußfertigkeit willen, Iftrafest: ich wende mich aber iegs mit bußfertigem herzen zu dir: Ach Gott sey mir armen fünder gnädig! Wende dein erbar mendes herz wieder zu mir, denn siehe! um troft ist mir sehr bange. Wende dich, HErr! und errette meine feele; siehe an meinen jammer und elend; nimm dich meiner herzlich an, und errette mein leben vom verderben. Ge denke, HErr! an deine treu, und lege mir ja nicht mehr auf, als ich ertragen kann. Ist es dein gnädiger wille, so mache meines heulens und seufzens ein ende, und nimm diese beschwerliche krankheit in gnaden von mir, und bringe mich zu meiner voris gen gesundheit; gib auch der ars zeney kraft und stärke, meiner schwachheit abzuhelfen. Wo du aber, gnädiger vater! ein ane ders und bessers über mich zu meiner seelen wolfahrt beschloss fen hast, so geschehe dein wille; nur gib mir geduld zu ertragen, was deine vorsehung über mich be: schloffen hat. Jesu, du sonne der gerechtigkeit! erleuchte diesen tag mein betrübtes hers, und laß auch die 54 24 Abend Gebet eines Kranken. die zerschlagenen gebeine, wo nicht| noch pflaster, sondern dein wort, völlig genesen, doch durch dein heiliges zusprechen ein tröpflein troftes und deiner ruhe finden. Vor allen dingen halte deine hand über mich dein kind, daß ich mitten in den gröffeften schmerzen deiner füffen liebe eingedenk sen, und mich deines gewiß ankommenden troftes und hülfe stets er freue. Erhöre mich, o JEsu, mein arzt und meister zu helfen! und sey mir gnädig um deines na mens willen, amen. HErr! welches alles heilet. Soll es aber zum tode gehen, so laß mich, mein GOtt! getroft seyn und gedenken, daß der tag des todes besser sey, als der tag der gebuhrt. HErr JEsu! du bist mein leben, und sterben ist mein gewinn. Schicke es mit mir nach deinem väterlichen willen, und hilf, daß ich meine seele mit geduld faffe, iederzeit frölich in hoffnung, muhtig in trübfal, willig zum leiden, bereit zum ster: ben, beständig im glauben bis ans ende verbleibe. Meine seele war. tet auf dich von einer morgen: wache bis zur andern, und vom Abend: Gebet eines Kranten. 24. Almächtiger, gnädiger mittage bis zur mitternacht Gebet wenn man zut kummer hat mich umfangen, denn du, HErr! haft mir jammer sugefüget. Die angst meines herzens ist groß, ich winsele wie ein Kranich und schwalbe, ich girre wie eine taube; ach HErr! siche an meine schmerzen, die ich in dieser krankheit empfinde, und die sich bey dieser anbrechenden Kirche gehen will. finstern nacht vermehren. Ach HErr JEsu! du licht der men 25. Allmächtiger GOTT himmlischer vater! schen! laß leuchten dein antlig auf deine grosse gute will ich in über mich, so genese ich. Er dein haus gehen, und anbeten barme dich meiner, mein hei in deinem heiligen tempel in dei land! und weiche nicht von mir ner furcht. HErr! leite mich in in dieser nacht, da mich sonst deiner gerechtigkeit, richte deinen alle welt verläßt: denn alle meine weg vor mir her; führe mich auf hoffnung steht zu dir. Ich bin von dem steige deiner gebote, denn du aller welt verlassen; doch du bist bist mein GOtt und HErr meines mein vater und ich dein kind, heils. Lust habe ich zu deiner wohDarum führe meine feele aus dienung, und bin gerne in der ge fer tiefen höle; erquicke mich auf meine der heiligen, die dich loben meinem siech bette; hilf mir und bekennen. Wie lieblich sind von aller meiner Frankheit, und deine wohnungen HErr sebaoth! triste mein wegen der fünde be meine seele verlanget und sehnet trübtes her:. Ach HErr! sprich sich nach deinen vorhöfen. Kom nur ein wort, so werde ich gesund; met lasset uns anbeten, knien cs heilet uns doch weder Frauf und niederfallen vor dem HErrn, der komme nun, HErr, mein arit! und heile mich; komm mein vater! und hilf mir; komm mein HErr und GOtt! und führe mich aus aller noht, amen. Gebete in der Kirche. 25 der uns gemacht hat; denn er ist dieser streitenden tirche zu der unser GOtt, und wir das volk triumphirenden gemeine deiner seiner weide und schaafe seiner auserwählten im himmel gelanheerde. Erhebet den HErrn unge. Amen mein JEsu! verweigere fern GOtt, betet an zu seinem fuß- schemel, denn er ist heilig. Ich bete zu dir zur angenehmen zeit, HErr! durch deine groffe güte erhöre mich mit deiner treuen hülfe, amen. mir nicht, was mein mund zu deiner ehre und meiner seligkeit bit. tet, um deines heiligen verdien. stes willen, amen. Gebet in der Kirche. 26. Mein Jesu, du trener Gebet wenn man aus der Kirche nach Hause gehen will. heiland! siehe, auf 27. Barmherziger vater! dieweil du meine dein wort und befehl komme ich jest in dein haus, dich zu ehren seele durch die himmlische gnaund deinen namen zu preisen. Ich den- speise deines göttlichen worerscheine an der heiligen stätte, tes abermahls gesättiget haft; so da deine ehre wohnet, dein selig fage ich dir deswegen herzlich lob machendes wort anzuhören, und und dank. Und bitte dich von süffen troft für meine seele zu ho grunde meines herzens, du wollest len. Du weißt aber, o HErr! hierauf mich in meinem stande wie trage mein gemühte, wie un und berufe deiner verheissung nach heilig mein herz, wie blind mein gnädiglich ansehen und segnen, verstand, wie schwach mein ge mich allezeit in wahrer andacht er dächtniß, wie geringe mein ver- halten, damit ich dich dermahlmögen ist, daß ich von mir selber einst in der seligkeit mit allen als von mir selber, solches gute himmlischen Heerschaaren unaufvorhaben nicht vollbringen kann. hörlich preisen möge. Dir sey Darum bitte ich dich, liebster sammt deinem geliebten sohne beiland! ermuntere doch mein Jesu Christo und dem heiligen gemühte; heilige das hers, ergeiste für diese und alle andere leuchte den verstand, stärke das wolthaten auch hier zeitlich lob, gedächtniß, mehre das vermd ehre und dank gesagt, amen. gen, und hilf, daß ich dein theures wort mit freudigem verlangen hören und in gläubiger an dacht fassen und behalten, dadurch auch in deiner seligen erkenntniß und in dem verständniß der göttlichen wahrheit merklich zunehmeu, ia mein ganzes leben hinfort nach deinem willen gottselig einrichten möge. Erquicke meine arme feele mit deinem troste wis der fünde, tod, teufel und hölle, und alle zeitliche trübsal; und verleihe, daß ich dermahleinst aus Gebet wenn man aus der Kirche nach Hause kömmt. mich 28. Dank fey dir, gütiger dieses gute werk haft vollenden laffen. Preis sey dir für alles, was du iko an meiner feele gethan haft. Deine gnade ist mein leitstern, deine liebe mein gefehrte, deine wahrheit mein sehirm und schild, Danksagung für die Schöpfung. 26 schild, dem wort meine speise und mein trank gewesen. Nun bin ich abermahl an meiner feelen erquicket worden. Laß mich nun nicht vergessen, wie du mich so wol bedacht haft. Gib, daß ich in einem reinen herzen behalte was mir durch die predigt deines wortes darein geleget worden. Deine lehren laß mich klug, dei ne vermahnungen fromm, deine tröstungen stark machen, und so amen. wird meine seele indessen nahrung genug haben, bis ich wiederum in deinen tempel vor dein heiliges angesicht komme. Soll aber die fes das letzte mahl seyn, daß ich in deinem hause gewesen bin; fo bringe mich in das haus, welches nicht mit menschen- händen ge macht ist, da will ich deine rechte preifen, und deinen ruhm ver. kündigen immer und ewiglich, II. Danksagungen für die Wolthaten GOttes. Danksagung für die Schöpfung. 29. himmlischer vater! der du nicht geschaffen, nicht gebohren, sondern vor allem anfans ge von ewigkeit bist! ich bete dich an, ich ehre, Lobe, preise dich, und sage dir vom grunde meines herzens dank für alle deine wol thaten; und sonderlich daß du himmel und erde, sonne, mond und alle creaturen, dazu alles was da lebet und ist, durch deine allmacht und göttliches wort geschaffen haft, und durch deine weisheit regiereft, und erhältest. Auch danke ich dir, daß du den ganzen erdboden, sammt allen creaturen, durch deine gute und barmherzigkeit, dem menschlichen geschlechte dienstbar untergeben, hoch als du würdig bist, und ich und ihm zu gut ausgetheilet schuldig bin: so will ich doch haft. Jusonderheit aber lobe barum nicht schweigen, sondern ich dich meinen schöpfer und deinen heiligen namen ohne un HErrn, daß du mich, deine terlaß rühmen, so viel ich kann, creatur, zu einem vernünftigen und so viel du gnade geben wirst. mensehen nach deinem bilde ge: Ich will deine gerechtigkeit, gua machet; mir leib und seele und de und grosse barmherzigkeit alle glieder, vernunft, verstand preifen, so lange ich lebe; und und alle sinne gegeben haft, und noch bewahrest. Groß und wun derbar ist deine gute an mir, der in mut. terleibe verschlossen war, erhal ten und ernehret; auch von dan nen heraus gezogen, und mich nicht blind, taub, stumm, lahm, oder gebrechlich haft lasſen ge bohren werden; mich auch nicht zu einem viehe, welches ohne verstand und vernunft ift, ge schaffen haft. Viel und man nigfaltig ist deine barmherzigkeit an mir, wer kann die groffe thaten des HErrn ausreden, und alle fei ne löbliche werke genugsam pret sen? Wer kann alle sein lob erzäh len? Niemand ist, der alle seine wolthaten auszusprechen vermag. Ob nun wol ich armer fünder dich nicht loben kann, so viel und weil Danksagung für die Erlöjung. 27 weil ein lebendiger odem in mir, werke, verdienst und würdig. ist, will ich nicht vergessen, was Feit. Olieber HErr GOTT! du mir gutes erzeiget hast. Mei wie groß ist deine liebe gegen das ne junge, die du mir gegeben, menschliche geschlechte! sintemahl soll deiner ehre voll werden, du gerechter für die ungerechte und immer sagen: Hochgelobet und gottlose gestorben bift. Wie bist du in allen deinen werken, kann doch immer grösfere liebe hochgelobet ist deine göttliche seyn, als wenn einer sein leben majestät. Ich danke dem HErrn für seine freunde läffet? Nun in seinem heiligthum; ich lobe aber beweiseft du deine allerhöchihn in der feste seiner macht; ste und überschwengliche liebe an ich preife ihn in seinen thaten; uns, daß du für uns gestorben ich rühme ihn in seiner grossen bist, da wir noch fünder und deiherrlichkeit. Alles, was odem ne feinde waren; und hast uns hat, danke dem HErrn, balle durch deinen tod mit dem vater luja. versöhnet, seinen gerechten zorn gestillet; und die handschrift aus: getilget, so wider uns war, welDanksagung für die che durch sazungen entstund, und uns entgegen war, und haft sie aus dem mittel gethan, und an das creus geheftet. Du haft ausgezosen die fürstenthümer, und die gewaltigen der finsterniß, und sie schau getragen öffentlich, und einen triumph aus ihnen gemacht durch dich selbst. Dazu haft du mit deiner heilwärtigen auferftehung von den todten, unschuld und ewiges leben, wahre ge rechtigkeit und seligkeit mir und allen wieder gebracht, die solches O du von herzen glauben. treuer heiland! laß dein heiliges leiden an mir armen fünder nicht übel angewendet seyn. Hilf, daß ich hinfort nicht mir selbst lebe, ſondern dir, der du für mich ge. storben, und wieder auferstanden bift! daß ich auch von sünden aufstehe, und in dir lebendig werde, dein eigen sen, und in dei nem reiche unter dir lebe und dir diene. Der du bist aufgefahren gen himmel, fizeſt zur rechten beines vaters immer und ewiglich, ament. Erldsung. 30. HErr JEfu Chrifte, des lebendigen GOt tes sohn! der du bist das ebenbild und der glanz deines vaters, nicht gemacht noch erschaffen, sondern von ewigkeit gebohren, in einem göttlichen unzertrennlichen wes en, gleicher majestät und herr: lichkeit! ich bete dich an, ich ehre, lobe, preise dich, und sage dir Dank für alle deine wolthaten; onderlich aber, daß du zur bes fimmten zeit, nach deinem gått lichen willen und wolgefallen, von Maria der reinen und Feu ſchen jungfrau, wahre menschlithe natur an dich genommen haft; mich armen verlohrnen und vers dammten menschen erfdset, er worben und gewonnen, von allen sünden, vom tode und von der ger walt des teufels, nicht mit gold oder silber, sondern mit deinem heiligen theuren blute, und mit deinem unschuldigen leiden und sterben: und solches alles aus lau ter grundloser liebe, gnade und barmherzigkeit, ohne alle meine Dant 28 Danksagung für die heilige Taufe. Danksagung für die dir vermählet, und in ewigkeit Heilige Taufe. verlobet haft. Und weil ich durch die taufe dich angezogen: so bin 31.A du bist der anfang, das gehorsam, verdienst, gerechtig mittel und ende unserer seligkeit: keit, heiligkeit und unschuld, du haft das sacrament der heili- als mit dem rocke der gerechtig gen taufe gestiftet, und dasselbe feit bekleidet. Du hast mich in dem werke der erlösung bezeu durch das bad der wiedergeburt get, da aus deiner eröffneten feite und erneuerung des heiligen gei. blut und wasser geflossen ist; stes neu gebohren, aus einem fün daher Johannes faget: Dren der einen gerechten gemachet: in sind, die da zeugen auf erden, dem ich in deinen tod getaufet, der geift, das wasser, und das der frucht deines todes theil blut, und die drey find beysam- haftig worden, deinem gehor men. Du haft auch dieses sacra- fam und verdienste einverlei. ment durch deine eigene taufe in bet, und demnach aus einem kin: dem Jordant, als durch dein eiges de des zorus ein kind der gnade nes exempel, bestätiget und gehei worden bin. Du hast mich aus eis liget. Ich danke dir herzlich, daß nem armen, elenden, verlohrnen du mich durch dieses sacrament, menschen- linde zu GOttes kinde deiner heiligen christlichen Eir- gemacht, mir den heiligen geit chen einverleibet, und mich da der kindschaft gegeben, durch durch in die gemeinschaft aller welchen wir rufen: Abba lieber deiner himmlischen und ewigen vater! haft mich dadurch in güter gesetzet, die du durch dein deinen ewigen gnaden bund auf bitteres leiden und sterben erworgenommen, und dich mit mir ben haft. Du hast mich dadurch verbunden durch deine verheiß von dem greulichen gift und aus sung, mein vater zu seyn in fag der erbsünde gereiniget und ewigkeit: haft mir auch das fin abgewaschen, mir alle meine sün- des recht, nemlich das ewige de, schuld und missethat aus himmlische erbe und die seligkeit gnaden vergeben, und mich ge- gegeben. Summa, mir ist in der reiniget durch das wasserbad im heiligen taufe das höchste gut, worte, und alle meine übertre GOttes lieber sohn mit al tungen getilget, daß nicht eine len seinen wolthaten geschenket. überblieben, die mich verdammen Christus ist mein mit allem was könnte: weil nun nichts verdammer ist und hat. Was kann mir nun liches mehr an denen ist, die in die sünde thun? Ist doch Chri Christo JESU sind. Du haft stus meine gerechtigkeit. Was mich auch, weil die fünde verge kann mir der tod thun? Ist doch ben, von dem ewigen tode, und Chriftus mein leben. Was kann von der angst, furcht und schrek mir der teufel thun? Chriftus ift ken des zeitlichen todes, auch meine stärke und sieg. Was kann von der gewalt des teufels erld- mir die welt thun? Christus hat set; weil du mich dir einverleibet, sie überwunden. Ja mein HErr zu einem gliede deines geistlichen Christus hat mich schon felig ge leibes gemachet, mich in dein macht, und mir alle seligkeit in gnaden reich verseket, mich mit der heiligen taufe geschenket: ; : dar: Danksagung für die Offenbahrung des göttlichen Wortes. 29 darum warte ich der künftigen Danksagung für die Of herrlichkeit in geduld: Was kann mir armuht, elend, creuz, vers folgung und verachtung schaden, bin ich doch schon selig; die güter fenbahrung des göttlichen Wortes. mi guaden habe ich alle in und 32. Ich preiſe dich, vater mit und himmels Chrifto empfangen, nun war und der erden! daß du dein heilite ich nur auf die guter der herrs ges wort, das liebe evangelium, lichkeit. Weil ich aber, o mein und in demselben deinen eingeHERR JEfu Christe! durch die bohrnen sohn, JEfum Chriftum, taufe mit dir gestorben und bes in welchem alle schäße der weisgraben bin; so bilf mir, weil ich heit und der erkenntniß verborgen noch im fleische lebe, daß ich nicht liegen, uns unmündigen und nach dem fleische lebe, sondern verachteten offenbahret haft, wel daß meine taufe täglich in mir ches doch den weisen und klugen fruchtbar sen, und die tödtung des dieser welt unbekannt ist. Ja va fleisches wirke; daß ich durch herz- ter! es ist also wolgefällig gewe liche reu und leid täglich mit dir sen vor dir. Um solche deine sterbe: denn wer täglich in ihm wolthat will ich dich allezeit loselbst stirber, der har allezeit einen ben, und mein lebelang dir danneuen anfang seines Lebens inidir. Fen, daß du mich von christlichen Und weil ich dir, mein HErr und eltern haft lassen gebohren werGOtt! als ein pfropfreis dem bau- den, durch welche ich mit deiner me des Lebens einverleibet bin; so hülfe zu dem rechten feligmachenlaß mich in dir, als einen reben am den glauben und zu der neuen gelebendigen weinstocke, frucht brin- buhrt aus dem wasser und geiste gen, nicht früchte des alten, son kommen bin. Ich preise dich, dern des neuen menschen, der daß du die finsterniß meines herneuen creatur; früchte des geistes, ens mit dem glanze deines gött daß ich täglich bedenke, daß ich zu lichen lichtes erleuchtet, und mich einem neuen leben getaufet sey: von aller falschen lehre und ab ia daß ich dich angezogen habe als gåtterey errettet haft; auf daß ich ein geschenk der ewigen gerechtig- ein miterbe und mitgenoß deikeit und seligkeit, und als ein ner verheissung in Chrifto durch neues leben dadurch du in mir das evangelium sen, welches uns und ich in dir ewiglich leben und den unerforschlichen reichthum bleiben möge. Ja laß mich den deiner gnade verkündiger, und bund, den du mit mir gemacht jedermann erleuchtet, daß wir erbast, nimmermehr vergessen, den kennen, welches da sey die gemeinſelben nicht brechen noch verläug- schaft des geheimnisses, das vor nen, weder mit dem Herzen und der zeit her verborgen gewesen ist. munde, noch mit einem gottlosen Du hast uns gesegnet mit allerley leben; sondern laß mich dessen geistlichem segen in himmlischen jederzeit freuen und träften, und gütern durch Christum; wie du darauf wider alle anfechtung mich uns denn erwählet haft durch densicherlich verlassen, daß ich in die selben, ehe der welt grund geles fem bunde, welcher ewig fest und get war; und hast uns wissen les gewiß ist, auch ewig bleiben und sen das geheimniß deines willens selig werden möge, amen. nach deinem wolgefallen und das fel 30 Danksagung für die göttliche Vorsorge. selbige durch ihn hervorgebracht, schlecht auf dem ganzen erdboden daß es geprediget würde, jest da die zeit erfüllet ist; durch welchen wir hören das wort der wahrheit, nemlich das evangelium von un jerer seligkeit; durch welchen wir auch haben freudigkeit und zugang wohnen, und ihnen ein ziel ges feget, wie lang und breit sie wohnen sollen, damit sie dich den HErrn suchen. Ich danke dir, daß auch ich so wunderbarlich ge macht bin; denn deine hände ha, in aller zuversicht, durch den glauben mich gearbeitet, und gemacht den an dich. Denn auser dem alles, was ich um und um bin. felben ist sonst in keinem andern Du hast mich aus leimen gemacht heil, ist auch kein anderer name und wirst mich wieder zur erde den menschen gegeben, darinnen machen. O wie wunderbarlich sie sollen selig werden, denn al sind, HErr! deine werke, und das lein in dem namen JEsu, welcher erkenner meine feele wol. Ich er ist der weg, die wahrheit und das kenne, HErr! daß du GOtt bist, leben, die thür und pforte zum du hast uns gemacht, und nicht himmelreich, der mit dem voll wir selbst. Ich danke dir auch, kommenen opfer seines unbefleck daß du mich von mutterleibe an ten leibes uns eine ewige erld lebendig erhalten, und mir alles sung, ohne alle unsere werke und gutes gethan haft. Hilf, daß ich verdienft, erworben hat. Den dich mein lebelang vor augen felben haft du von den todten auf und im Herzen habe; mein anlie: erwecket, und gesetet zu deiner gen auf dich werfe, und feft hoffe: rechten im himmel, über alle für- du werdest mich und uns alle ver, ftenthümer, gewalt, macht, herr sorgen, denn du bist unser vater; schaft, und alles was genennet wir sind thon, du bist unser werden mag, nicht allein in dieser töpfer: wir sind alle deiner hände welt, sondern auch in der zukünf werk. Gedenke denn, daß wir tigen. Ich bitte dich, du wollest staub seyn. Chue deine hand nicht uns ben solchem heilwärtigen von mir, und verlaß mich nicht. glauben und erkenntniß fest erhals In deiner hand ist ja alles, die ten. Denn dich erkennen, und feele alles deffen, das da lebet, und deine macht wissen, ist eine wur- der geist alles fleisches eines jegli. el des lebens! auf daß unser glauchen. Du hast auch alles geord be, den wir mit einander haben, net mit maaß, zahl und gewichte. in uns kräftig werde, durch er: kenntniß alle des guten, das wir haben in Chrifto JEfu, unserm HErrn, amen. Deine vorsicht, vater! regieret es, und du erbarmest dich über alle deine werke, sorgest auch für alle gleich. HErr! meine wege find in deiner hand. Du bist meine Danksagung für die zuversicht, HErr, HErr! meine hoffnung von meiner jugend an: du willt auch, daß allen menschen geholfen werde; denn du bist der heiland aller menschen. So sen nun, mein GOtt! auch mit mir; gib mir ferner, was mir zum un terhalt dieses zeitlichen lebens ndthig ist. Ich werfe alle meine forge göttliche Vorsorge. ch lobe, HErr! deinen 33. J namen, und danke dir mit her; und munde, der du allenthalben jedermann odem gies best; und gemachet haft, daß von cinem blute aller menschen ge. Danksagung für GOttes Barmherzigkeit. 31 orge auf dich, denn du forgest für keit, unterschiedlich in dreven per mich. Beweise auch an mir deine fonen, und doch einig im wesen, wunderliche güte; du heiland des ein HErr und ein GOtt in glei rer, die dir vertrauen. Laß mich cher majestät und herrlichkeit! nicht versuchet werden über mein Wir beten dich an, wir ehren, lo vermögen, nimm mich auch nicht ben, preisen dich, wir danken dir weg in der helfte meiner tage. vom grunde unserer herzen für als Die haare auf meinem haupte sind le deine wolthaten, die du uns ers gezählet, darum fürchte ich mich zeiget haft. Denn es ist ja billig nicht: auf dich habe ich mich ver- und recht, und ist heilsam, daß laffen von meiner mutter leibe wir dir, o heiliger vater! an als an. Du hast mich wunderbarlich len orten und zu jeder zeit dank geführet, aber alles wol gemacht; sagen, durch JEfum Chriftum uns ich hoffe noch darauf, ia mein sern HErrn, welchen da loben die herz freuet sich, daß du so gnädig engel, und welchen alle chore der bist, und immer hilfest. Verlaß himmlischen heerschaaren, die ges mich nicht in meinem alter, und waltigen und fürften im himmel wenn ich grau werde; thue deine und alle kräfte der erden anbeten, hand nimmer von mir ab. Be- welchen auch absonderlich deine wahre mich für allem übel, und heilige christliche Kirche in dem errette mich von allem bösen. Ach ganzen umkreis der welt mit ho. HErr! habe deine wohnung unter hem gezeugniß ohne unterlaß los uns, daß uns deine seele nicht ver- bet und preiset. Mit denselben werfe. Wandele ferner unter uns, wollest du auch unsere stimme zu fey unfer GOtt, und laß uns dein lassen, und dieses unser gebet, lob volk seyn. Laß den bund deines und danksagung annehmen, die friedens nicht hinfallen, und wenn wir ieko für deine groffe barmher. es abend mit uns werden will, so zigkeit thun, welche, so hoch der bleibe, HErr! bey mir. Denn himmel über der erden ist, über wenn ich nur dich habe, so frage uns alle morgen neu aufgehet. ich nichts nach himmel und erde, Denn da wir todt waren in füns denn du allein bist meines herzens den, hast du uns in Chrifto lebentroft und mein theil. Hilf aber, big gemacht und den überschwengdaß ich auch deinen bund halte, an lichen reichthum deiner gnaden deine gebote gedenke, und mein durch deine gute über uns erzeiget. lebelang darnach thue, dich fürch- O wie ist die barmherzigkeit des te und ehre, in einem vernünftis HErrn so groß, und läßt sich gnås gen gottesdienste, daß ich den tod dig finden denen, so sich nicht sehe ewiglich, und mich nie bekehren! Wer kann seine barme mand aus deiner hand reisse; so herzigkeit erzählen? Sie ist ja so will ich den HErrn loben, weil ich groß, als er selber ist. Er strafer lebe, und dir meinem GOtt lob- und züchtiget, er lehret und pfle. lingen, weil ich hie bin, amen. get uns, wie ein hirt feine beerbe. Er erbarmet sich aller, die sich Danksagung für GOt- siehen lasſen und Gottes wort fleissig hören. Wie sich ein vater über finder erbarmet, so erbarmet fich der HErr über die, ſo ihn fürchten. Wo ist solch ein GOtt, wie tes Barmherzigkeit. 34. Du beiligste breyfals tigkeit! wahre einig 32 Danksagung, daß uns GOtt in Noth erhalten. wie du bist? der die fünde vergies, ner feele trachten. Darum will bet, und erläffet die misferhat den ich schauen dein antlik in gerech übrigen seines erbtheils: der feitigkeit, ich will fatt werden, wenn nen jorn nicht ewiglich hält, son- ich erwache nach deinem bilde. dern sich unserer wieder erbarmet, Du, HERR! erleuchtest mich; unsere missethat dämpfet, und der HErr, mein GOTT, ma alle unsere fünde in die tiefe des chet meine finsterniß lichte. Ach, mecres wirft. Solche deine gute mein GOTT! du hast mich in und über alle maaß reiche barm- meiner noht oft erhöret, dein na herzigkeit wollen wir rühmen und me hat mich oft geschüßet; du verkündigen, von geschlecht zu haft mir oft hülfe gefandt von dei geschlecht, und dich preisen, daß nem heiligthum, und mich aus du gnädig und barmherzig, ge zion gestärket. Darum rühme duldig und von groffer gute und ich, daß du mir hilfest, und in dei treue bift. Wir bitten dich, laß nem namen werfe ich das panier uns arme fünder bey dir auch auf. Du hast mich mit deinem barmherzigkeit erlangen, durch segen überschüttet, und erfreuet JEfum Christum, unsern HErrn, mit freuden deines antlikes! Du haft das elend der armen nicht verschmähet, und dein antlig vor mir nicht verborgen, und da ich u dir schrie, hast du mir aus mir, deinem armen schälein, nic geholfen. Du getreuer hirt hast etwas mangeln laffen, hast mich al lezeit auf grüner aue deines göttamen. Danksagung, daß uns GOtt in mancherley Noht und Gefahr erhalten und behütet hat. 35. feele, und was in mir ist frischen trost brünnlein Israels seinen heiligen namen! Lobe den geführet. Du haft allezeit meine HErrn, meine seele, und vergiß feele erquicket, und mich aufrech nicht, was er dir gutes gethan hat! ter strasse geführet um deines na Der dir alle deine sünde vergiebet, mens willen. Und ob ich gleich oft und heilet alle deine gebrechen: im finstern thale des creuzes und Der dein leben vom verderben in mancherley gefahr gewandelt erlöset, der dich crdnet mit gna- habe: so habe ich doch kein unglück de und barmherzigkeit. Mein gefürchtet, denn du bist allezeit GOtt! ich danke dir, daß du mei- bey mir gewesen; dein stecken und nen gang erhalten haft auf deinen stab hat mich allezeit getröstet; du fußsteigen, daß meine tritte nicht haft vor mir einen tisch bereitet gegleitet haben. Du haft deine gegen meine feinde. Du hast wunderbare gute an mir bewiesen mein haupt mit dem himmliſchen wider die, so sich gegen deine rech- freuden- die deines heiligen geiftes te hand gesetet haben, du heiland gesalbet, und mir deinen gött: derer, die dir vertrauen. Du haftlichen trost und raht voll einge mich behütet, wie einen augapfel schenket. Du haft mir gutes und im auge, du hast mich beschirmet barmherzigkeit mein lebelang fol unter dem schatten deiner flügel gen lassen, daß ich hoffe zu blei für den gottlosen, für meinen ben in deinem hause immer und feinden, die um und um nach mei: ewiglich. Ach HErr! du haft meis Danksagung für die gnädige Erhdrung des Gebets. 33 meine seele aus der hölle geführet; hütte zur bösen zeit, und mich du hast mich lebendig erhalten, beimlich verborgen in deinem ge da andere in die hölle fuhren. Duzelte für jedermannes trok! Wie haft mich unterwiesen und mir oft haft du mich für zorn, rach. den weg gezeiget, den ich habe wandeln sollen; du hast mich mit deinen augen geleitet. Ach GOtt! wie theuer ist deine gute, daß menschen- Finder unter dem schat ten deiner flügel trauen und zuflucht finden. Sie werden truns ken von den reichen gütern dei nes Hauses, und du tränkeft sie mit wollust als mit einem ftros me. Denn bey dir ist die les bendige quelle, und in deinem lichte sehen wir das licht. Mein GOtt! du hast mich viel und gros se angst erfahren lassen; du haft mich wieder lebendig gemacht und aus der erden heraus geholet. Darum sey nun zufrieden, meine feele! der HErr thut dir gutes: denn er hat meine seele aus dem tode gerissen, meine augen von den thränen, meine füsse vom gleiten. Ich will wandeln gier und andern fleischlichen lu sten bewahret, daß ich nicht schrecklich gefallen bin! Ja, wie oft bin ich gefallen, und du hast mich nicht weggeworfen, sondern mich ben meiner hand gehalten, und mich wieder aufgerichtet. Ach GOtt! wie kann ich dir gnugsam für deine gnädige hülfe, erret. tung, stärke und troft danken? Wie oft haft du deinen engeln über mir befehl gethan, daß sie mich behütet haben auf allen meinen wegen, daß sie mich auf den händen tragen müssen, und ich meinen fuß nicht an einen stein gestoffen habe. Gelobet seyft du, o mein HErr und GOtt! der du allein wunder thuft; gelobet fen dein heiliger name ewiglich, und alle lande müssen deiner ehre voll werden, amen. vor dem HErrn im lande der les Danksagung für die gnå. bendigen. Wie soll ich dem HErrn vergelten alle seine wolthat, die er an mir thut? Ich will dige Erbörung des Gebets. des HErrn namen predigen. U 36. HErr GOtt! du geben. mein Ach, GOtt! wie oft haft du mich für dem brüllenden löwen, dem teufel, bewahret, daß er meine ſeele nicht verschlungen! wie oft hat der satan mein begehret, daß er mich sichten mögte, wie den weizen! Du aber, mein HErr JEfu Christe, mein fürsprecher! haft für mich gebeten, daß mein glaube nicht aufgehöret hat. Wie oft hast du mich von den lügenmaulern und zänkischen Leuten errettet, die ihre junge schärfen, wie eine otter! Wie oft haft du mich aus noht und gefahr gerissen und mich bedecket in deiner kest ja noch an mich, und verläsfest nicht, die dich ans rufen, und dich lieben; denn du erhöreft gebet, darum kommet alles fleisch zu dir. Du haft auch mich zur angenehmen seit erhd. ret, und am tage des heils geholfen. Ich sprach in meinem zagen: ich bin von deinen augen verstoffen; dennoch hörtest du mei nes flebens stimme, da ich zu dir schrie. Ich danke dir, daß du meine ftimme und mein flehen erhöreft, und dein ohr zu mirneigest! darum will ich dich mein le belang anrufen. Denn wenn ich rufe, werde ich inne, daß du mein GOtt C 34 to Gebet um rechtschaffene Buffe.in GOtt bist. Rein herz ist frölich| ret. Vater! ich danke dir, daß in dem HErrn, der mich erhöret du mich erhdret haft, ich weiß, daß hat zur zeit meiner trübfal. HErr! du mich allezeit erhdreft. Gelo ich lobe deinen namen ohne un bet sey GOtt, der mein gebet terlaß; ich preise dich und danke nicht verwirft, noch seine gute von dir, denn mein gebet ist erbd- uns wendet, amen. III. Gebete vor und Im rechtschaffene Busse. nach der Beichte. HErr! so werde ich heil. Hilf du mir, so ist mir geholfen. Siehe 37. ziger GOtt! du bist ge: duldig, von groffer gute und treue: du berufest uns täglich durch die gnaden- predigt deines wortes zur chriftlichen bekehrung; du läsfest in deinem namen allen menschen buffe und vergebung der fünden verkündigen. Dazu hast du auch, nach deiner langmuht und unaussprechlichen barmherzigkeit, geduld mit uns, indem du die sünder nicht auf frischer that in ihren mishandlungen pldzlich überfäls left, dieselben mit deinem gerech ten zorn und gerichte zu strafen; sondern du giebest raum und frist aur bekehrung, also, daß niemand über dich zu klagen hat, und dich beschuldigen kann. Denn es ist ia nicht dein wille, daß iemand verlohren werde, sondern daß fich jedermann zur busfe bekehre, und das ewige leben habe. O lie: ber GOtt du weissest unsers fleisches trägheit, und des herzens bärtigkeit, daß wir durch die erbschuld dermaaffen verderbet und jo tief in die fünde gefallen seyn, daß wir von uns selber nicht auf stehen oder wiederkehren können. Darum bitte ich dich, durch die wunden JEfu Chrifti unsers HErrn, bekehre mich, so werde ich befehret! denn du bist mein Gott und so ich bekehret werde, thue ich buffe. Heile du mich verlohrnes schaaf; fuche deinen Enecht,( deine magd) auf daß ich deine gebote nicht vergesse. Be schneide du die vorhaut meines herzens. Entsündige mich, daß ich rein werde, wasche mich, daß ich schneeweiß werde. Schaffe in mir GOtt ein reines herz, und gib mir einen neuen gewissen geist. Verwirf mich nicht von deinem angesichte, und nimm deinen hei ligen geist nicht von mir. O lie berGÖtt! siehe mich so gnädig an, wie du angesehen haft die buß fertige fünderinn, als sie zu deinen füssen lag, und herzlich über ihre missethat weinete: und wie den zöllner im tempel, als er an ſeine bruft schlug, und um gnade bat. verleihe mir ernstliche reue und leid über meine sünde, auch einen wahren glauben, mit rechter jus versicht auf deine gnade, dazy würdige früchte der buffe. Las mich die seit meiner heimsuchung erkennen, und den reichthum deiner güte nicht verachten, auf daß ich die angenehme zeit und den tag des heils nicht versäume, und nicht verziehe, mich zu dir, meinem Gott und HErrn, zu be kehren: daß ich meine buffe nicht von einem tage auf den andern, noch auf das lezte stündlein spare; sondern daß ich jego diesen tag mich bekehre, und beffere, amen. ( 33e= Gebet um wahre Erkenntniß der Sünden. 35 Gebet um wahre Er licht erleuchte mein finsteres herz, daß ich in deinem lichte die finsterniß meiner fünden erkennen und herzlich bereuen måge, amen. fenntniß der Sünden. 38. beiliger und gerechiger vater! ich bekenne und klas se bir meine angebohrne blinds Gebet um Vergebung heit, daß ich meine fünde nicht so vollkommen erkenne, noch so herz der Sünden. 39. die lich bereue, als es wol ſeyn ſollte. ewiger vater! groß Ach HErr! du stellest unsere uns erkannte sünde ins licht vor deis sind meine sünden, viel und machnem angesichte. Gib mir die grösse tig sind meine missethaten, unzäh und mannigfaltigkeit meiner sün- lig sind meine übertretungen: den zu erkennen, stelle sie mir in denn alle mein dichten und trach- diesem Leben unter die augen, ten von jugend auf ist nur zum damit sie mir nicht am jüngsten bösen geneiget. Ach HErr! wer tage unter die augen gestellet, und kann merken, wie oft er fehle! ich dadurch vor engeln und men- Siehe, ich erkenne meine miſſe: schen zu schanden werden möge. that, und meine fünde ist immer Ach HErr! du siehest und weißt vor mir. Allein an dir habe ich meines herzens härtigkeit, gesündiget, und übel vor dir ges mir angebohren ist; nimm diesels than, auf daß du recht behaltest be von mir hinweg, und erweiche in deinen worten, und rein blei mein Herz durch dein heiliges best, wenn du gerichtet wirst. Ich wort, daß ich meine fünde in- bitte aber deine unaussprechliche niglich bereuen möge. O HErr barmherzigkeit, gehe nicht ins geJEsu! der du dein heiliges blut richt mit deinem Enechte,( mit am stamme des creuzes vergossen deiner magd) denn vor dir ift haft, auf daß du mein herz da kein lebendiger gerecht. Wenn durch erweichen mögtest; laß du, HErr! willt sünde zurechnen, dieses dein heiliges blut und HErr! wer wird bestehen? Denn theures leiden an mir nicht ver- siehe, auf tausend kann dir der lohren seyn. Du treuer lehrer haft mensch nicht eines antworten; sin in den tagen deines fleisches ge- temahl alle unsere gerechtigkeit rufen: Thut buffe; du wollest jego vor dir ist wie ein beflecktes kleid. auch kräftiglich in mein herz ru- Derohalben erbarme dich meiner fen: Thue busse, und bereue dei- nach deiner gute, und tilge meine sünde! Du stehest vor der thür ne sünde nach deiner grossen barmmeines herzens, und klopfest an; herzigkeit. Wasche mich wol von ach! gib gnade, daß ich deine stim- meiner missethat, und reinige me höre, daß ich nicht mein herz mich von aller meiner fünde um verschliesse, sondern die thür auf deines namens willen. HErr! thue. heiliger geift! der du jen mir gnädig, heile meine feele, in taubensgestalt über Chriftum denn ich habe leider! an dir ge berab gefahren bist; gib mir auch, fündiget. Gedenke, HErr! an daß ich in wahrer reu und leid über deine barmherzigkeit, und an der meine fünde girren möge wie eine ne gute, die von der welt her ge= taube. Odu ewiges himmlisches wesen ist. Gedenke nicht der fün ( 2 Bebet um Vergebung der Sünden. 36 fanden meiner jugend, noch meis ner übertretung: gedenke aber meiner nach deiner groffen barms herzigkeit, um deiner gute willen. Gedenke auch, daß wir fleisch sind, ein wind, der dahin fähret und nicht wieder kommet; und laß ab von deinem zorn und grimm uns. He Err! du haft gefaget: Wer zu mir Edmmet, den werde ich nicht hinaus stoffen; auf solche deine verheiffung komme ich zu dir, und glaube feftiglich, ich wer de nicht hinaus gestossen werden. bekenne ja, daß nicht meine werke noch mein verdienst meine fünden austilgen mögen; sondern allein das heilige leiden und sterben JE fu Chrifti, des unbefleckten lam ch komme aber, weil ich müh mes, ist eine reiche bezahlung für felig und beladen bin. Es drücket unsere mishandlungen; und sein und beschweret mich der sünden blut- vergieffen zur vergebung un- laft, welche ich in demühtiger serer fünden, ist eine abwaschung beichte vor deinem angesicht nie: und reinigung unserer seelen. Auf derlege. Ach vater! ich habe ge solches vertrauen und auf solche fündiget in dem himmel und vor hoffnung rufe ich zu dir, du wol- dir; ich bin hinfort nicht mehr left mir meine übertretungen aus wehrt, daß ich dein kind heisse. gnaden vergeben, die fünde be- Ach! wie oft habe ich dich belei: decken, und meine missethat mir diger und zum zorne gereizet. Ich nicht zurechnen. Verzeihe mir mag nicht alle meine fünde er auch die verborgene fehler, auf daß zählen; es gereuet mich, daß ich meine betrübte feele, und die sie begangen habe; ich schäme gebeine, welche sehr erschrocken mich, viel worte davon zu machen. find, wiederum erfreuet und ges Dis einige sage ich, und bekenne triftet werden. Denn dein ist die es gerne, daß ich viel und groffe barmherzigkeit und vergebung: strafen verdienet habe, welche ich ben dir ist gnade und viel er mit meinen kraften nicht abwenIdfung. DHErr! erhöre die stim- den kann. Du aber bist gnä me meines flehens, und verachte dig und barmherzig, und von nicht das heulen meines berzens groffer güte. Darum trete ich um JEfu Chrifti deines lieben sobnes willen, amen. mit freuden zu deinem gnadens stuhle, und begehre demühtiglich gnade. Erlaß mir, o Gott! was ich dir schuldig bin: ich kann nicht umahlen aus unvermögen; du aber fannst es mir erlassen aus gnade. Behe nicht, ach gehe nicht mit deinem Enechte( mit deiner magd) ins gerichte! Rechne mir die fün aus Noch ein Gebet Vergebung der Sünden. Joel. II, 12. 13. 14. HErrn euren GOtt, denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von grosser güte, und reuet ihn bald der strafe. Wer weiß, es mag ihn wiederum gereuen und einen segen hinter sich laffen. spricht der HErr: 40. mir von ganzem Herzen, mit fas sten, mit weinen, mit klagen. Zer reisfet eure herzen, und nicht eure Fleider, und bekehret euch zu dem vorsatz, oder aus irrthum und un wissenheit begangen habe. Siehe an das blut deines sohnes: daß selbe ist vergoffen für die fünde der Gebet wenn man zum Beicht- Stuhle treten will. 37 der welt. Ich bin auch in der, wegen, du wolleft in mir eine welt, und bin ein fünder; darum rechte andacht, begierde und vers ist es auch für mich vergoffen. Ach langen nach deiner gnade anzüns HErr! du hast mich geschlagen, den, und mir einen festen glaus verbinde mich: du haft mich zer: ben an deine verheissung geben; riffen, beile mich. Gib mir glaus daß, ob ich wol schwach und vers ben mit beständigkeit, daß ich sagt bin, ich mich dennoch solches an deinem tische ein würdiger gast nicht irren laffe, sondern die versen, und in der gottseligkeit zu gebung der sünden mit starkem nehme. Führe und regiere mich glauben ergreife, und dadurch hinfort, daß ich das gute, so ich zum rechten vaterlande komme, mir vorgenommen, ins werk rich amen. ten möge. Beuge das Herz zur ottesfurcht, die ohren zur fleif: deines wortes, HErr JEfu Chrifte, mein erldser! du deiner die junge zum lobe deines na ben tirche hier auf erden, und ih mens. Segne meine arbeit, ver: ren getreuen dienern, das heilige leihe frieden im hause und öffent- amt der schlüssel hinterlassen, mit lich, wende ab die ärgernisse, be: angehefteter verheissung: was fie hute die meinen, und regiere al in kraft derselben lösen oder bin les unser thun, daß es dir ange den werden, das solle auch im hims nehm, und den gläubigen heilsam mel geldset oder gebunden seyn. eyn möge. Hdre mein seufzen, Für dieses guadenreiche mittel mein GOtt! ja erhdre es, daß ich sage ich dir ewiges lob, ehre und in dir, und du in mir seyn und preis, und bitte von grunde meibleiben mögeft! amen. nes herzens; weil ich als ein are mer gebundener fünder dieses Iss Gebet wenn man zum fes schlüsſels bedürfig bin, damit ich von allen sünden und von den banden der höllen befreyet wers de: du wolleft deffelben kraft Beicht- Stuhle treten will. 41.Allmächtiger ewiger durch meinen beichtvater HErrn JEfu Chrifti! der du lich an mir kund machen, und dem donner deines heiligen wors mich von allen meinen sünden tes kraft giebeft: du haft mir um deines blutes und todes wilmein her; mit deinem geseze gelen gnädig entbinden; darneben rühret, daß ich nun meine sünden erkenne, bereue, und nach der gnädigen vergebung derselben ein herzliches verlangen habe. Dar um haft du auch nebst dem gepredigten worte geordnet, daß ich armer verderbter, fündhafter mensch zum reichthum deiner himmlischen gnade kommen und vergebung suchen soll. So gehe ich un hin, meine fünde dir zu bes tennen, dargegen troft und absolution zu empfangen. Bitte deromir deinen heiligen geift verleis hen, daß ich die heilige absolution in rechtem glauben, in ungezweis felter zuversicht, gutem vorsatz, brüderlicher liebe und dankbarkeit faffe, und endlich ewig selig werde, amen. " D GOtt heiliger geift, barmherziger GOtt! dieweil ich auf erkenntniß meiner fünden zu stärkung meines glaubens, iest gleich zur beichte gehe, allda die c 3 vers 38 Von der Buffe und Bekenntniß der Sünden. vergebung meiner fünden zu empfangen; so bitte ich dich von herzen, erwecke in mir ein herzliches verlangen nach diesem heilsamen und träftlichen gnaden merke. Gib mir auch dessen kraft und nutzen wol zu erkennen, daß alles dasienige, was der diener deines wortes in der ab solution auf deinen befehl mit mir redet und handelt, so gewiß und wahr sey, als wenn es von dir selbst vom himmel geschähe, und du mich selbst von meinen fünden los zähletest. Laß mich deffen in aller widermärtigkeit, anfechtung und noht trösten und mich fest darauf verlaffen.O GOtt heiliger geist! absolvire, wasche, reinige, stärke und erhalte mich auch ieko durch deine grundlose güte und kraft, auf daß ich die groffe gnade mit freuden und danksagung erkenne, und gewiß glaube, weil ich von allen sünden entbunden bin, daß ich nicht übel fahren noch verlohren werden könne; dazu verhelfe mir das theure verdienst JEfu Chrifti, unsers erldfers, amen. Beichten und Bekennt: nisse der Sünden. Eine gemeine öffentliche Beichte. und mistrauen, mit ungehorsam und halsstarrigkeit. Wir haben uns oftmahls zu viel auf men. schen, oder auf andere vergängliche dinge verlassen. Wir haben dich nicht allezeit über alles geliebet wie wir sollten, noch deinen hei ligen namen gnugsam geehret; den schuldigen gottesdienst, und was demselben angehdrig, has ben wir mannigmahl versäumet, oder nicht, wie uns wol gebüh ret hätte, in acht genommen. Verfündiget haben wir uns auch oft an unserm nächsten, und den: felben nicht geliebet wie uns selbst; seinen nußen nicht allezeit befördert, wie wir billig gefollt; seinen schaden nicht allezeit ab. gewendet, wo wir wol gekonnt hat. ten. Und, o lieber GOtt! wie oft, wie unbesonnen, haben wir wider unsern nächsten gefündiget mit bösen, hoffärtigen, neidischen, zornigen, argwöhnischen, schmäh ligen gedanken, worten, geber. den und werken. Verfündiget haben wir uns zum öftern an uns selbst, mit bösen begierden, lüften und mancherley unbesonnenem vornehmen. Summa, wir haben fünden sind mehr, denn daß sie sehr misgehandelt, und unserer gezählet werden mögen. Diesel: be sind uns aber, o HErr und Gott! von herzen leid, und uns dürftet nach deiner barmherzigkeit und vergebung. Darum unferer herzen vor dir, und bitten dich, HErr! um gnade. Ach HErr! wir haben gesündiget, und er kennen unsere missethaten. Wir bitten und flehen, vergib uns, b HErr! vergib uns! Laß uns nicht in unsern fünden verderben, fon dern erbarme dich unser; habe geduld mit uns, und hilf uns elenden und unwürdigen, nach dei: 42. fer und erschreckliz cher GOtt! der du deinen bund und gnade hältest denen, die dich lieben und deine gebote halten: wir haben gesündiget und uns recht gethan: wir sind gottlos gewesen, und von deinen geboten und rechten gewichen. Verfündiget haben wir uns an dir unserm Gott mit unglauben Eine Privat Beichte. 39 deiner groffen barmherzigkeit! so fers mittlers und eriófers willen wollen wir unser lebelang dich amen. loben. Entsündige uns, unser GOtt mit dem theuren blute JEfu Chrifti, daß wir rein wer: Eine Privat- Beichte. den; wasche uns, daß wir schnee: weiß werden. Eaß uns hdren freu: armer fündiger lich werden, die du zerschlagen haft. Verbirge dein antlig vor unsern fünden, und tilge alle un fere misfethaten. Schaffe in uns, GOtt, ein reines Herz, und gib uns einen neuen gewissen geift. Verwirf uns nicht von deinem angesichte, und nimm deinen heiligen geist nicht von uns. Träfte uns wieder mit deiner hülfe, und der freudige geift enthalte uns. Bekehre du uns, HErr! so wer den wir bekehret. Gib je längerie mehr deinen geist in unsere herzen, und mache solche menschen aus uns, die in deinen geboten wandeln, und deine rechte halten. Du haft geboten fleissig zu halten deis ne befehle: o daß unser Leben deis ne rechte mit ganzem ernst hielte! Nun, HErr unser schöpfer! du weißt, was für ein geschöpf wir seyn: du weißt, daß wir ohne dich nichts thun können. Du bist es allein, der in uns wirket beide das wollen und das vollbringen, nach deinem wolgefallen. Wollen haben wir wol, aber das gute ies desmahl zu vollbringen, finden wir nicht. So gib du uns denn, lies ber vater! daß wir es vollbringen können, und nach deinem willen leben. Neige doch unser her nicht auf etwas böses, ein gottloses leben zu führen mit den übelthätern; neige es aber zu deinen zeugnissen, damit wir dir dienen in heiligkeit und gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Er höre uns, lieber himmlischer vater! um deines lieben sohnes uns 43. beken Elage meinem lieben GOtt, daß ich in fünden empfangen und ges bohren bin, also, daß in mir von natur nichts gutes, sondern lauter sünde wohnet; und daß dieselbe angebohrne sünde mich leider! oft zu falle gebracht in wirkliche fünde, mit gedanken, worten und werken, wider die erste und andes re tafel des gesetzes GOttes. Ich erkenne und bekenne auch, daß ich den reizungen des satans, der welt und meines eigenen fleisches nicht allezeit mit gehörigem fleisse wis derstrebet; sondern leider! oft die fünde in mir herrschen lassen, und dadurch den heiligen geift betrü bet habe. Ja wenn ich gleich einen guten vorfat habe, so hån get mir doch das böse allezeit an, daß ich zum guten unwillig, kalt, faul und überdrüssig, zum bösen aber leider! sehr geneigt und wil. lig bin. Der glaube ist schwach, Ich erkenne die liebe ift kalt. und weiß auch, daß solcher meis ner fünden sold GOttes zorn und Derohalben der ewige tod sey. gereuen mich meine fünden, und sind mir leid; allein das beklage ich, daß ich dieselben, wenn ich sie gleich erkenne, mir nicht so leid seyn lasse, wie ich billig sollte, und wie mein lieber GOtt von mir haben will. Weil aber JE sus Christus in die welt kommen ist, die fünder selig in machen, und mein frommer treuer Ott spricht: So wahr ich lebe, ich will nicht den tod des sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe: so C 4 wende Danksagung nach der Absolution. wende ich mich in wahrem glaus, crönet mit gnade und barmherben zu meinem lieben mittler und zigkeit. Er handelt nicht mit uns erldser JEfu Chrifto; und bitte nach unsern sünden, und vergilt GOtt den himmlischen vater, uns nicht nach unserer misſethat: daß er meinen schwachen glauben sondern so ferne der morgen ist stårke, mir um desselben seines vom abend, låsset er unsere über: lieben sohnes willen, aus gnaden tretung von uns seyn. Wie sich alle meine sünden vergebe, mir ein vater über seine kinder erbars durch seinen heiligen geift, wahre met; so erbarmet sich der HErr busse und beständige besserung über die, so ihn fürchten. Dar des lebens verleihe, und mich in um freue ich mich, und bin frölich meinem guten vorsage durch seine in dir, und lobe deinen namen, kraft stärken, und bis an mein en- du allerhöchster! Laß mich noch de erhalten wolle, amen. ferner vor deinen augen gnade fin den. Weise mir, HErr! deinen weg, daß ich wandele in deiner wahrheit. Erhalte mein her; bey Danksagung nach der dem einigen, daß ich deinen namen fürchte. Lehre mich thun nach deinem wolgefallen: denn 40 Absolution. ch 44. I ben allezeit, sein lob soll immerdar in meinem munde fenn. Meine seele soll sich rühmen des HErrn, daß die elenden hören, und sich freuen. daß ich dir von ganzem Herzen danken, und dich mit vollem munde los ben könnte! Nun merke ich, daß der HErr nahe ist bey denen, die zerbrochenes herzens sind, und des nen hilft, die ein zerschlagenes gemüht haben. O wie ist die barmherzigkeit des HErrn so groß, und läsfet sich gnädig finden des nen, die sich zu ihm bekehren! Denn da ich den HErrn suchte, Danksagung für die Buffe und Bekehrung. antwortete er mir, und errettete mich aus aller meiner furcht. Er hat meine seele beym leben erhal ch freuden verwandelt. Er hat mei ne finsterniß licht gemachet. Dars um lobe den HErrn meine seele, und vergiß nicht, was er dir gus tes gethan hat: der dir alle deine fünde vergiebet, und heilet alle deine gebrechen; der dein leben vom verderben erlöset, der dich geift führe mich auf ebener bahn. Erhalte meinen gang auf deinen fußsteigen, daß meine tritte nicht gleiten. Rüfte mich aus mit kraft aus der höhe, und mache meine wege ohne wandel, damit ich glau ben und gut gewissen behalte, und in deiner gnade bleiben möge: das bitte ich um Jesu Christi deines lieben sohnes meines eini gen erlösers und heilandes willen, amen. 45. GOtt! daß du mein hartes und unbußfertiges herz zu dir bekehret, das steinerne hers aus meinem fleische weggenom men, und mir ein fleischern heri und einen neuen gewissen geift ge geben hast. Von mir selber habe ich zwar in fünden und schuld fallen können, aber von mir selbst konnte Danksagung für die Busse und Bekehrung konnte ich zur busse nicht wieder mehr zu dir aufgerichtet. Hât auferstehen. Irren und des rech- test du mich nicht erleuchtet, ich ten weges fehlen konnte ich wol hatte dich nie erkannt. Meine durch mich selbst; aber durch funden waren mir füsser denn honiemanden, als durch dich, konn- nig und honigseim; daß sie mir te ich wieder auf den rechten weg aber nunmehr herbe und bitter kommen. Gleichwie derjenige, sind, das habe ich dir zu danso von mutterleibe an krumm ken, der du mir des geiftes vors und lahm gebohren wird, durch schmack verliehen haft, daß ich natürliche Fräfte und mittel nicht nun alles nach dem geiste richurechte gebracht werden mag; ten kann. Die guten werke wasondern deine göttliche allmacht ren mir bitterer als galle und muß ihn aufrichten und rich wermuht: daß sie mir aber nuntig wandeln machen; also war mehr lieb und angenehm seyn, auch meine seele gleichsam habe ich auch dir allein zu danken, krumm, zu allem bösen, und al- der du den fleischlichen sinn von lein zur liebe zeitlicher dinge ge mir genommen, und mir deinen neigt; sie konnte sich derowegen guten und gewissen geift mitges durch keine menschliche Fraft theilet haft. Ich gieng in der irre noch vermögen, sondern allein wie ein schaaf, und folgete meis durch deine gnade wieder zu deinem wege in der ungerechtigkeit: ner liebe und zum verlangen der du aber, als der gute und getreue ewigen himmlischen güter aufrich: hirte, haft mich gefuchet und zu ten und erheben. Ich konnte mich der heerde der heiligen zurücke vol mit mancherlen sünden sehr gebracht. Ach ich habe dich späte schändlich zurichten und verders kennen lernen, du wahrhaftiges ben; du aber allein konnteft mich ewiges licht! Denn es schwebete wieder verändern und erneuern. eine dicke finstre wolke der weltSo wenig ein mohr feine haut, lichen eitelkeit vor meinen augen, oder ein parder seine flecken wan die mich verhinderte, daß ich deln kann; so wenig konnte ich auch dich, o seliges licht! nicht sehne gutes thun, weil ich des bösen konnte. Ja spåt habe ich dich kene gewohnet und der fünde ergeben nen lernen: denn ich war blind, war. Du aber, o mein GOtt! und liebete die blindheit, wan haft mich bekehret, und siehe, delte auch in den werken der ich bin bekehret worden. Nach finsterniß nach der höllischen findem ich durch dich bekehret ward, sterniß hinzu. Du aber mein that ich buffe: und nachdem ich erleuchter und seligmacher haft gewißiger bin, schlage ich mich mich gesuchet, da ich dich nicht auf die hüfte. Ich war in fün- anrief: da ich von dir abgewenden todt, und du hast mich leben- det war, hast du dich zu mir ge dig gemacht: so viel ein todter wandt und mich bekehret. Wie thun kann zu seiner auferweckung, du in der schöpfung das licht aus to viel habe ich thun können zu der finsterniß Hiesfest hervor meiner bekehrung. Hättest du leuchten; also hast du die kräftimich nicht zu dir gezogen; ich gen worte zu mir geredet: Es werwäre nimmermehr zu dir kom de licht, und ein heller schein inmen. Hättest du mich nicht erwendig in diesem Herzen! Und wecket, so hätte ich mich nimmer siche, es ward hell und licht darinnen, € 5 Danksagung daß Gott so lange auf die Busse gewartet. innen, und ich sahe deinlicht, und| erbarmen. Ich hielt mit meiner erkannte meine blindheit. Für sol bekehrung zurücke, und du hiel. che unaussprechliche wolthat will test zurücke mit deiner ganz ge ich deinen namen preisen immer rechten strafe. Ich gieng in der und ewiglich, amen. irre, und du riefeft mir. Ich weigerte mich zu kommen, und du warteteft auf mich. Diese Danksagung daß GOtt deine grosse güte, o geduldiger auf die Busse und Bekeh rung so lange gewartet hat. lieber vater! kann ich nimmers mehr gnugsam rühmen und prei sen. Diese deine langmuht, o gù: 46. Barmherziger, gnädi tiger GOtt! kann ich durch keiner. und va len verdienst iemahls vergelten. ter, dir bin ich schuldig immer Du hast mich behütet für unzäh ligen sünden, darein ich mich wes und ewiglich lob und dank zu sagen, daß du mit so grosser güte gen meines verderbten fleisches, und langmuht auf meine bekeh durch reizung der bösen welt und verführung des leidigen sarung warten wollen, und mich tans, so wol als andere, hätte von dem wege der fünden zur gestürzen können. Ja, du haft meinschaft deines ewigen reiches mich nicht allein für vielen sün gebracht hast. O wie groß ist den behütet, daß ich nicht darein deine geduld und langmuht, gefallen bin; sondern haft auch daß du mich, unangesehen ich es bey denenselben, darein ich leis wol tausendmahl verdienet, den der! gefallen bin, meine buffe noch nicht gar von deinem an- und bekehrung geduldig erwars gesichte haft verstoffen und zur tet. Deine gute und gnade ist holle stürzen wollen! Dargegen, weit grösser denn meine sünde wie so unzählig viel leute hat doch und bosheit. Ich fündigte, und der tod dahin gerissen, ehe sie du- thateft, als sähest du es nicht. wahre busse gethan haben! Wie Ich enthielt mich nicht von al viel sünder hat der teufel verlerley gottlosigkeit: du aber ents frocket, und ihnen die herzen verhielteft dich von den verdienten härtet, daß sie keine vergebung der schlägen und plagen. Ich blieb fünden vor ihrem ende erlanget lange in meiner ungerechtigkeit, haben! Von solchen leuten hat und du bliebest viel länger in deis mich nicht meine eigene bessere ner erbarmung. Was hatte ich natur, oder die werke meiner ge damahls gutes gethan? Ganz rechtigkeit, sondern allein deine nichts, sondern noch darzu sehr langmühtige gnade und gute un- viel bdses., Es war meine fünde terschieden, und meiner mehr denn und übertretung nicht allein viel jener verschonet. Meine schuld und mannigfaltig, sondern auch ist nicht geringer, sondern deine über macht groß und schwer, ia gnade ist grösser und überschweng faft über alle maassen abscheulich licher über mir gewesen. Dein und erschrecklich. Darum habe mitleiden und erbarmen stritte ich es allein deiner gnade und güz gleichsam mit meinem jammer te zu danken, daß du mit solcher und elende. Ich fuhr fort mit langmuht und geduld auf meine fündigen, und du führest fort mit bekehrung haft warten, und meine arme 42 Idomonsen Gebet um Besserung des Lebens. 39 43 arme seele aus so viel fünden- striks| zens mit deinem heiligen blute, fen befreyen und los machen wollen. Dir, HErr! sey lob, ehre und herrlichkeit, von nun an bis in ewigkeit, amen. daß es gebeffert werde. Rühre es mit der kraft des heiligen Geiftes, daß es hinführo luft gewinne, dir zu dienen, und dich nach deinen geboten zu ehren. Hilf auch, alles Gebet um Besserung so viel immer möglich, verrichte, des Lebens zu der heiligen Dreneinigkeit. 47.2 D Laß lie: und GOtt! ich habe dit zugesaget frömmer zu werden, hilf du mir es vollen den, gib mir das wollen und das vollbringen. Gib mir deinen heiligen Geist, der mich meiner usage täglich erinnere, und zum gottseligen leben antreibe. alle fünden- luft, alle üppige be und verkehrte gedanken, alles was sündlich ist, in mir sterben; und hilf, daß ich mich mein lebelang an deiner huld und gnade ergere, mich an deiner liebe fattige, mich an deiner treue halte, mich nach deinem worte richte, durch deine gnade christlich lebe, geduldig leide, und auf des HErrn JEfu theures verdienst selig sters be, und freudig in den bimmel eingehe, amen. Ich HErr JEsu! andere und reinige hinführo die hartsin nige art meines verderbten her: was du mir befohlen haft; und dich und deinen heiligen willen mehr liebe, als die ganze welt; und daß ich endlich zu der ges wünschten ewigkeit gelange, wo ich in wahrer gerechtigkeit und heiligkeit dir ohne unterlaß diene und endlich aus gnaden selig wer. de, amen. Herr GOtt heiliger Geist! leite, regiere und führe mich auf ebener bahn; bewahre mich für allen sünden und lastern, damit ich nicht auf das neu: in GOttes ungnade und zorn falle, und mir also nicht zeitli. ches und ewiges unheil auf leib und seele muhtwillig zuziehe, und mich an dem leibe und blute meines HErrn JEfu Chrifti nicht selber schuldig mache. Ach du heiliger guter Geist! erhalte meis nen gang auf deinen fußsteigen' daß meine tritte nicht gleiten, hilf mir aber zur ewigen felig keit, amen. IV. Gebete vor und nach dem heiligen Abendmahl. Gebet um die Gaben, welche zur würdigen Ge niessung des heiligen Abendmahls ndhtig sind. 48. Siehe, hier komme ich, augen, du liebhaber des lebens! mein heiland! auf Denn wer bin ich, daß du mir deine holdfelige einladung. Laß so freundlich rufest? Wäre ich mich guade finden vor deinen gleich beiliger als die engel, so ware Gebet um wahre Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. wäre ich doch darum dieser mahls, ner feelen leben, beil und segen. zeit nicht würdig; wie sollte ich amen. denn würdig seyn, nachdem ich unreiner lippen, ein greuel und schudde bin: es sey denn, daß du mich würdig machest. Derowe Gebet um wahre Vorbereitung zum würdigen Ges nuß des heiligen Abendmahls. gen komme mir zuvor mit deiner grade, und bereite mich. Du haft ( a gefaget: wer zu dir komme, den wollest du nicht hinaus stos sen; so nimm dich doch nun meiner seelen an, nach deiner grof sen barmherzigkeit. Gedenke, mein JEsu! daß ich von mir selbst zwar viel böses, aber nichts gutes habe: und hilf mir um deiner gute willen. Siehe doch, wie arm und elend ich bin. Ges denke an deine treue, du hei: land der welt, und erfülle mein herz mit gnade. gerne molte ich mit brünftiger andacht 49. HErr Gott zebaoth, und gebührender ehrerbietigkeit im völligen glauben erscheinen; aber wo ist das vollbringen, wenn ich es nicht von dir erlange? du anfänger und vollender meines glaubens! Darum gib mir, was dir wolgefällig ist. Nimm gnädiglich von mir, was dir misfäl let; oder bedecke es zum wenigs sten, ich bitte dich demühtiglich, mit dem rocke deiner barmherzigkeit. Wol der seelen, die dir angenehm ist! Eröffne mir die augen, daß ich sehe die wunder an deiner einsehung. Erwecke mein herz, und entledige mich von allen fremden gedanken. Stärke meinen glauben, mehre meine hoffnung entzünde meine be: gierde, mache meine andacht brünstig, reinige mich von aller un reinigkeit, und heilige mich durch und durch, auf daß ich in freudiger zuversicht hinzutrete, mit reinem munde und heiligem hersen nehme, und mit herzlicher begierde effe und trinke zu meidu heiliger in ich weiß fast wol, und muß bekens nen, daß ich nicht wehrt bin meinen mund aufzuthun, und das hochwürdige sacrament des Leibes und blutes deines lieben sohnes JEsu Christi zu empfangen; denn ich bin ein fündiger mensch, ein armer wurm und eine elende made, ein fliegendes blatt und dürrer halm, erde und asche, die wie ein wind dahin fähret und nicht wieder kommt; ja ich bin unreiner lippen, in fünden empfangen und gebohren, und freylich nicht wehrt des irdischen brotes; geschweige, daß ich sollte geschickt seyn, diese himmlische mahlzeit würdiglich zu geniessen. Ich glaube aber von herzen, und hoffe feftiglich, du werdest, als mein barmherziger vater, mich unwürdigen mit deiner gna de würdig machen; denn du bist der GOtt, der allein vermag rein und heilig zu machen das, was von unreinem saamen Edmmet. Aus fündern kannst du gerechte und heiI. an die Cor. XI, 28.29. Der mensch prüfe sich selbst, und also esse er von diesem brote, und trinke von diesem kelche. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der iffet und trins fet ihm selber das gericht, da mit, daß er nicht unterscheidet den leib des HErrn. JGebet vor dem heiligen Abendmahl. heilige menjchen machen; darum Gebet vor dem heiligen bitte ich dich, erbarme dich meiner nach deiner grossen barmhers sigkeit! vergib mir meine misses Abendmahl. that, und reinige mich von allen meinen fünden. DO HErr JEsu Christe! der du am stamme des creuzes für meine und der gan en welt sünde deinen allerheiligsten leib gegeben, und dein theures rosinfarbenes blut vergos sen haft; ich komme zu dir auf deine würdigkeit, auf deine groffe liebe gegen alle bußfertige sünder, auf deine allerholdseligste verheif sung, durch welche du alle zu dir rufeft, und sprichst: Kommet her ju mir alle, die ihr mühselig und indem du uns verordnet und vers beladen send, ich will euch erschaffet haft deinen wahrhaftigen quicken. Ich habe es nicht vers leib mit dem gesegneten brote zu dienet, bin auch nicht würdig, essen, und dein heiliges blut mit daß du unter das dach meines dem gesegneten weine zu trinken; herzens eingeheft. Darum kom sammt angehefteter verheissung me ich in keiner andern zuversicht, der vergebung unserer fünden, wel als weil ich deine süsfe worte ge: che du uns hiemit versiegelft; und höret habe, womit du mich zu deren du unsere herzen hiedurch diesem tische einladeft. O GOtt vergewisserst. Wir arme elende heiliger geist! du mächtiger und menschen kommen zu dir, dem reicher geber alles guten, komme brunnen aller gnaden und barm. mir armen dürftigen zu hülfe, herzigkeit, und bitten dich, du und entzünde mein herz mit eis wolleft alle unsere sünden und nem herzlichen verlangen, hun flecken abwischen, und unsere seele ger und durft nach der ewigen reinigen und erquicken, auf daß speise meiner feelen. Erleuchte wir mit wahrer reu und leid, in mein schwaches fleisch und blut, rechtem festen glauben, mit schuldaß ich mich ben dieser heiligen diger ehrerbietung und gebührlihandlung der unnützen gedanken cher hochachtung, geschickt und und sorgen entschlage, damit ich würdig deinen allerheiligsten leib meinem HErrn Chrifto JEsu eine und blut zu unserer seligkeit embeilige wohnung bereite, und diese pfangen. Hilf, daß durch dieses fostbare speise, nicht anders als geheimniß des neuen testamentes ich schuldig bin, mit gebührlicher der glaube in uns gemehret, die ehrerbietung und herzlicher an- hoffnung gestärket, die liebe ent. dacht zu stärkung meines glau zündet, das schwache gewissen ge. bens, und zum trofte meiner ar träftet, alle anfechtungen übermen feele empfangen möge, um wunden, und wir in unserm her: des bittern leidens und sterbens en deiner göttlichen huld, und JEfu Chrifti meines heilandes der ewigwährenden erlösung un und erldfers willen, amen. ferer feelen allenthalben versichert und 45 JEfu Christe, 50. HErr ewiger tes! du haft in wahrer mensch heit für uns den tod erlitten, und uns von sünden und der ewigen verdammniß erlöset: und damit wir solcher deiner treu nims mermehr vergessen mögen, haft du in dem lezten abendmahl uns ein ewiges gedächtniß des aufgerichteten neuen bundes gestiftet, darinnen der fünde der glaubigen nun und in ewigkeit nicht mehr soll gedacht werden: Gebet im hinzugehen zu dem H. Abendmahl. und versiegelt werden, damit wir, abendmahl einen dir angenehmen also die überschwengliche gnade, gast seyn. Gib mir was du ver welche in diesem sacramente verheissen haft, und laß mich nehmen borgen ist, empfinden. O gütis was mir von dir beschieden ist, ger HErr gib uns erleuchtete auienes nach deiner wahrheit, und gen unsers verstandes, daß wir dieses zu meiner gerechtigkeit. erkennen mdgen, welches da sey der reichthum deines herrlichen abendmahls, in welchem du uns nebst deinem leibe und blute ver gebung der sünden, wahre gerechtigkeit, und alle himmlische güter ertheileft; auf daß wir oft mit herzlicher begierde und verlangen dis heilige facrament würdig empfahen, deine füffigkeit schmecken, deine liebe empfinden, und durch dieselbe wiederum gegen dich entzündet werden. Nimm von uns weg, alles was dir misfället, und uns hiidert oder von dir wendet, und gib uns, was uns zu dir kehret und fördert, damit wir der früchte des heilwärtigen tisches theilhaftig, und unsere hungerige und durstige feelen allhier auf erden mit deinem allerheiligsten lei be und blute, zu ihrem sonderbas ren trofte und groffer freudigkeit gespeiset und getränket werden, und wir auch in jenem leben das himmel- brot mit dir ewiglich es ien mögen, amen. O GOtt heiliger geift, erbar me dich über mich! und verleihe mir deine gnade, daß ich dieses heilige sacrament würdig empfange, damit meinen schwachen glauben stärke, mein kaltes herz mit liebe entzünde, mein blödes ge wissen träfte, meine hoffnung erfris sche, mein sündhaftes leben bes fere, und darauf selig werde! O HErr hilf, o HErr laß wol ge lingen! amen. 46 O HErr JEsu Christe! dieweil du dein fleisch und blut für meine sünde an das creuz gegeben: so bitte ich dich von herzen, verlei he mir deine gnade und kraft, daß ich das facrament deines Leibes und blutes, als meinen himm lischen sehr- pfennig, mit rechts schaffenem und starken glauben zu meiner seelen heil und seligkeit würdiglich geniessen möge, amen. Ach GOtt! sey mir armen fün der gnädig. HErr JEsu! du sohn des hochgelobten GOttes, erbarme dich meiner. das da traget die fünde der welt, HErr JEsu! du lamm GOttes, erbarme dich meiner. Gebet im hinzugehen sum heiligen Abendmahl. vater im 51. mel, erbarme dich über mich! und sey mir gnädig, deinem tinde, welches anieko mit kindlicher furcht zu deinem heiligen al Seufzer bey dem Ge tar kommet, Laß himmlischen mahlzeit geniessen, brauche des heiligen Abendwie du sie mir bereitet haft, nem- mahls, und zwar bey Rei des gesegneten lich zu meiner feelen seligkeit. dung Brotes. O GOtt sohn der welt heis land, erbarme dich über mich! und las mich jego bey deinem heiligen 52. Se mir willkommen, mich dein abendmahl würdig und fruchtbarlich geniessen, amen. JEfu Chrifte! Bebet ben währender Communion. 47 Chrifte! mit der edlen speise deines werden. Errette mich vom bösen allerheiligsten leibes, den du mir feinde, erhalte mich in wahrem ist im facramente des altars glauben, aufdaß ich dich mit allen mit dem gesegneten brote, auf uns auserwählten ewiglich lobe und begreifliche art, jedoch wahrhaftig preise, amen. ju effen giebest, wie du ihn für mich in den bittern tod des creuzes ges geben haft zur vergebung meiner funde; das laß mir zum ewigen leben gedeyen. HErr JEsu Christe! dein heilis ger leib stärke und bewahre mich im rechten glauben zum ewigen 55. leben, amen. BeywährenderCommunion, auch für diejenigen, so nicht zum heiligen Abendmahl gehen. fcher vater! das opfer s ist ia, lieber himmli deines sohnes nicht weniger kräfs tig, sondern eben so gültig und Ben Reichung des gese: fo theuer vor deinen augen geachaneten Relches. tet, als es an dem tage war, da der heilige leib gegeiffelt und gecreu53. Su füffer HErr JEsu blut aus seiner feite floß. So ift du Christe! mit dem edlen tranke dei- ja auch allhier in diesem sacranes allerheiligsten blutes, das du mente derselbige leib und daffelmir jezo im facramente des altars bige blut gegenwärtig, welches mit dem gesegneten weine, auf damahls das opfer für meine sünde unbegreifliche art, jedoch wahr worden ist. Darum bitte ich dich haftig zu trinken giebeft, wie du nun durch den tod deines sohnes. es für mich am creuze vergoffen durch seinen heiligen leib und haft zur vergebung meiner fün blut, sey mir und allen armen fün den; das laß mir zum ewigen ledern gnädig und barmherzig. Wir ben gedeyen. haben zwar, lieber HErr und GOtt! die wir bie beysammen sind, insgesammt schwerlich und vielfäl tig an dir gefündiget, und fehlen noch alle tage mannigfaltig. Aber dein lieber sohn ist ja die voll Wenn man nach em- kommene versöhnung worden für pfangenem Leibe und Blute Chrifti wieder in seinen Stand getreten. fünde. Er hat sich selbst dargege: unsere und für der ganzen welt ben für uns zur gabe und opfer, dir, o GOtt! zu einem füffen ge ruch. Wir wissen auch im him. mel und auf erden kein ander Isse: geld noch opfer zu finden, als diesen deinen eingebohrnen sohn, welchen wir dir iego in wahrem glauben und kindlicher zuversicht vortragen. So wissen wir auch Feinen andern mittler und fürspres cher HErr JEfu Chrifte! dein heilis ges blut tärke und bewahre mich im rechten glauben zum ewigen leben, amen. 54. De ein heiliger leib, JEsu Chrifte! speise mich. Dein rosinfarbenes blut tränke mich. Dein bitteres leiden und sterben stärke mich. HErr JEsu Chrifte! erhdre mich. Verbirge mich in deine heilige wunden, laf mich von dir nimmer geschieden 48 Danksagung nach dem heiligen Abendmahl. cher, zwischen dich und uns zu stel, creuzigung des heiligen leibes, 1 Ten, als diesen einigen. HErr! deis der hier im sacramente genossen; nes sohnes heiliger leib, der an das| und durch die vergiessung des hol: des creuzes für uns gehenket theuren und allerheiligsten bluist, wie auch das rosinfarbene tes, so hier jekund ausgetheilet blut, das aus seinen händen und und getrunken wird. Du weißt, füffen und aus seiner eröffneten HErr! all unser anliegen, und feite gefloffen ist, bringen wir in was für noht und gefahr wir in herzlicher reu und ungefärb- stecken; was uns mangelt und tem glauben vor dich. Das voll- noht thut, ist dir unverborgen. kommene versöhn- opfer, das un So erhöre uns doch in dieser stun schuldige unbefleckte lamm, das de, und verweigere uns nicht, was sich so willig für uns schlachten, wir so flehendlich durch den tod und der ganzen welt sünde auf sich deines sohnes und durch seinen werfen lassen, und getragen hat, gecreuzigten leib und vergoffenes wirst du, o HErr! nicht verach- blut von dir bitten. Hilf auch, ten, sondern fein creuz, fein lei den und sterben für unserer våter missethat, und für die von uns felbft begangene fünden zur gnug sam völligen bezahlung gnädiglich annehmen. Das trauen wir von ganzem Herzen, und sprechen in folchem glauben: HErr, laß uns nicht verderben! laß an uns ar men verlohrnen und verirreten schaafen seine theure wunden, seine bittere schmerzen, feine schreckliche angst, marter und pein, und das to mildiglich vergoffene unschuls o HErr! durch denselben tod, und durch diesen leib und blut, allen elenden, armen, betrübten, trau rigen, verlassenen und troftlosen, auch den irrenden und verführten christen, und allen denen, für die wir bey dir bitten müssen. Laß ih. nen deines sohnes tod und leiden in allen ihren nöhten zu statten kommen, und hilf endlich uns al len zu deinem ewigen und unver. gånglichen reiche, amen bige heilige blut, den todes- kampf Danksagung nach Ge und nieffung des beiliger Abendmahls. blutigen schweiß, die thras nen, und das angst- geschrey, den schmähligen und schmerzlichen tod, nicht umsonst noch verlohren seyn. Ach das blut deines lieben sohnes, unsers beilandes JEfu Chrifti, wasche und mache uns rein von allen unsern fünden! Sein heiliger letb sey unsere fiårs kung und Fraft, und das theure und heilige blut sey ein troft und labfal unserer feelen in unserer legten todes stunde. Ja alles, was wir an leib und feele bedürfen, das bitten und begehren wir von dir durch den tod deines fohnes, welchen wir hie verküns digen; und durch die marter und Psalm CXI, 1. 2. 3. 4. 5. Ich danke dem HErrn von gan zem herzen, im raht der from: men und in der gemeine. Groß sind die werke des HErrn, wer ihr achtet, der hat eitel luft daran. Was er ordnet, das ist löblich und herrlich, und seine gerechtigkeit bleibet ewiglich. Er hat ein gedächtniß gestiftet seiner wunder, der gnädige und barmherzige HErr. Er giebt speise denen, so ihn fürchten; er gedenket ewiglich an seinen bund. Barm Danksagung nach dem heiligen Abendmahl. 49 16. Barmherziger, ewiger ehrens crone: Denn ich habe den preis sen deiner göttlichen majes stät, für die überschwengliche gnade und güte, daß du mich abers mahl mit dem wahren leibe und Ascher vater! ich sage dir herzs blute deines geliebten sohnes JEfu Christi gespeiset und getränket haft; wodurch ich mit dir un ganz und gar wieder versöhet und zu frieden gestellet bin. Ich bitte dich von grunde meines herzens, verleihe mir deinen hei ligen und guten geift, der mich erleuchte und regiere, daß ich die er groffen wolthat nimmermehr vergesſe; sondern daß, so oft ich von diesem brot effe, und von dies sem kelche trinke, ich an den tod deines sohnes gedenke, denselben verkündige, und erzähle, was du mir dadurch erworben und zuwe ge gebracht haft, nemlich vergebung der fünden, ewiges leben und seligkeit. Laß mir, o treuer GOtt! dieses hochwürdige facra ment eine starke anreizung feyn lich lob und dank, daß du mir armen fünder nicht allein aus gnaden, um deines geliebten sohs nes JEsu Chrifti willen, alle meis ne fünde verziehen, sondern mir auch darauf seinen leib und blut im heiligen abendmahl zum pfan de gegeben haft. Wie hättest du mich besser trösten können? Wie hättest du mich mehr deiner gnade versichern, und der verheissung des ewigen lebens vergewissern können? Ach! verleihe mir deine snade, daß ich dieses nimmermehr aus meinem herzen lasse, sondern alle augenblicke bedenke, daß ich in Chrifto gnade, vergebung der fünden, leben und seligkeit habe. Gib, daß es meinen schwachen glauben stärke, mein biddes ges wissen tröfte, mein gemüht ers quicke, und zu allen guten in mir kraft schaffe. Du wolleft dir auch meinen leib und seele allezeit be fohlen seyn lassen; und so es zu deinem lobe und meiner feelen heil gereichet, mich auch an dem ten; wo aber nicht, mir doch beleibe wie an der seele gesund erhals duld und hoffnung, bis ans ende ständigen glauben, chriftliche ge geben, auf daß ich nach deiner verheiffung durch JEfum Chriftum, der liebe gegen meinen näch ten, daß ich denselben als mich felbft liebe, ihm seine gebrechen und fehler von herzen vergebe; damit ich in der übung der gottse ligkeit von tage zu tage wachse und zunehme, und nach vollen dung meines lebens das liebliche wesen zu deiner rechten immer und ewiglich geniessen mdge, ament. Noch eine Danksagung beffen leib und blut ich darauf em pfangen habe, die freude des ewis gen lebens einnehmen und besitzen mdge, amen. Bu JEfu Chrifto. HERR JEfu Christe, du treuer Immanuel! dir sen lob und ehre, daß du mich würdig geschäget haft, zu deinem heiligen D abend: nach dem heiligen Abendmahle. un mein und vater mein vers 57. ſchonen. Nun wird Jesus Chris stus in und bey mir wohnen. Nun bilft mir der heilige Geift zu der abendmahl empfangen, und meis ne feele ist genesen, amen. Zu GOtt dem vater. Danksagung nach dem heiligen Abendmahl abendmahl zu kommen, und mir ist mir armen menschen aniego darinnen nicht nur brot und wein, wiederfahren! wie wol haft du sondern auch deinen wahren leib mich geweidet; wie reichlich haft und dein wahres blut zum unters du mich gespeiset, und wie gnä pfande des ewigen lebens gege: diglich hast du mich getränket! ben haft. Ich bitte dich von grun- Wie hätte ich doch immermehr de meines herzens, laß an mir daju kommen können, wenn du armen fünder auch in gnaden er mich nicht dahin berufen hätteft? füllet werden, was du gesaget Wie hätte ich daran glauben könhaft: Wer mein fleisch isfet, und nen, wenn du mir nicht davon ge trinket mein blut, der bleibet in prediget hättest? Wie hätte ich mir, und ich in ihm. Ach HErr! JEsum Christum einen HErrn in dir bin ich gerecht, heilig, nennen können, wenn du mich fromm, ein kind und erbe des nicht erleuchtet hättest? Und wie ewigen lebens; aber auser dir ist hätte ich sein heiliges abendmahl Feine verheiffung, keine gnade, würdiglich empfangen können, keine vergebung der sünden, keine wenn du mich nicht darzu bereitet gerechtigkeit, kein leben, keine ses hätteft? Ach du edler tröster! ich ligkeit. Darum halte ich mich danke dir von grunde meines her: an dich, ich senke mich ganz in zens, daß du nach dem willen des dich, ich lege mich in deine eröff vaters, und nach der verheissung nete feite, und lasse dich nicht, du meines heilandes Chrifti mich segneft mich denn ewiglich. Ich lehrest, trößteft, bereitest, und in bin zwar für mich selbst nacket alle wahrheit führeft. Ich bitte und bloß, mangele des ruhms, auch ferner demühtiglich: komm den ich vor GOET haben sollte; heiliger Geift, HErre GOTT! aber mit wahrem glauben Fleide kommiest und allezeit zu mir, und ich mich in deine kleider des heils, erfülle mit deiner gnade mein and ziehe an den rock der gerech herz, mein gemühte, meine sinnen, tigkeit, und komme damit zu dei- und alle meine gedanken. Erhal nem vater, nicht zweifelnd, er te das licht des glaubens in mei werde mich auch für sein kind und nem verstande, entzünde brünfii erbe aus gnaden auf und anneh ge liebe in meinem herzen, erwek men und wie sollte mir es feh ke friede und versöhnlichkeit in len? denn du, HErr Chrift! woh meinen ohren, zucht in meinen neft in mir und ich in dir: der vas augen, pfalmen und lob- gesänge ter hat dich lieb, und hat dir alles auf meiner junge, das gebet in in deine hande gegeben; und wer meinem munde, heiligen beruf an dich glaubet, der hat das ewige unter meinen händen, und den leben. Verleihe mir nun auch dei- weg des HErrn unter meinen füs ne gnadenreiche einwohnung, in sen. Verlaß mich auch in der ges dem glauben beständigkeit, und in der hoffnung freudigkeit, so werde ich gewiß auch die ewige seligkeit in und bey dir finden, amen! HErr JEsu, amen. 50 3u6Ott dem heiligen Geiste. heiliger Geift, HErr GOtt! eine genwärtigen noht und trübseligen zeit nicht mit deinem troste: denn ich bin dessen hoch bendhtiget. Hilf durch deine kraft meiner schwachheit auf, denn ich binde ren sehr bedürftig; und fiebe mir mit deiner gnade bis an das ende und Gebet um Erhaltung der erlangten Gnade. 51 augen- luft, fleisches- luft und hoffärtiges wesen, großmühtig ins tertrete. Eaß meine seele an allen geistlichen und übernatürlichen kräften zunehmen. Laß mich wachsen an den früchten des geistes, laß mich wachsen an der gnade und erkenntniß, laß mich wachsen in dem glauben und in der liebe, laß mich wachsen in einem unbefleckten leibe, laß mich Gebet um Erhaltung wachsen in allen stücken an dir, und Vermehrung der durch den Gebrauch des heiligen Abend mahls erlangten Gnade. meinem haupte, bis ich endlich ge lange an das maaß deines vollkommenen alters. Laß mich fruchtbar seyn in allen guten wer ken, und gib gnade, daß ich im glauben bringe tugend, und in der be un, 58. deiner kraft will ich scheidenheit mässigkeit, in der mäfhingehen, und was noch übrig figkeit geduld, in der geduld gotte ist im fleische zu leben, nach deis feligkeit, in der gottseligkeit brünem willen zubringen. Weil derliche liebe, und in der brüderes aber nicht in eines menschen lichen liebe gemeine liebe. In fraft stehet, wie er wandele und summa, vollführe das gute werk, seinen gang richte; so gib du mir welches du in mir angefangen das vollbringen. Regiere mich haft; bleibe in mir, und laß mich durch deinen heiligen Geist, laß in dir bleiben, mein heil! denn deine gute und treue mich allwege wenn ich nur dich habe, so frage behüten. Laß mich empfinden, ich nichts nach himmel und erden, daß du durch den glauben in mir wenn mir gleich leib und feele wohneft, durch die liebe in mir verschmachtet, so bist du doch, o lebest, und durch die hoffnung Gott! meines herzens troft und mich täglich stärkest. Gib, daß mein theil. Laß mich in deiner ich ohne heucheley in fanftmuht liebe und erkenntniß zunehmer, und demuht beständig einher ges daß ich im glauben bleibe, und dir he, damit dein leben ie länger je im geifte so diene, daß ich hie ritmehr an mir offenbahr werde. Gib terlich ringe, und durch den tod mir alle tage neue kraft, daß ich zu dir in das leben dringe, wo mich verleugne, die welt ver freude die fülle, und liebliches we schmähe, dein creuz auf mich sen zu deiner rechten ewiglich ist. nehme, und dir beständig nach Da ich denn mit allen auserwählfolge. Gib mir muht und stärke, ten vor deinem throne fiehen und daß ich meinen feinden getroft wi- fingen werde: Lob, preis und derstrebe, die werke des teufels in dank, und weisheit, und kraft mir beständig tödte, auch die und stärcke sey unserm GOtt von welt, und was in der welt ist, als ewigkeit zu ewigkeit, amen. V. Geand gröffefite noht ist. Darum hilf, daß ich schande und tod nicht fürchte, sondern allezeit bestän dig bleibe, und die trübsal mich nicht abtreiben lasse. O HErr! bereite mich durch deine kraft, und stärke des fleisches blödigkeit, daß ich hie ritterlich ringe, durch tod und leben zu dir dringe, amen. 52 Gebet um den heiligen Geist und seine Gaben. V. Gebete um Zuwendung alles guten und um Abwendung alles bösen. Gebet um den heiligen attlichen tärke, den teufel, die Geist und seine Gaben. welt, und alle menschen- furcht zu überwinden. Gib mir den geist 59. scher lieber vater! ich klage und bekenne dir, daß ich von natur ungeistlich, unheilig, ungdttlich bin, und mich mehr mein fleisch und blut und des bösen geistes trieb, als deinen heil'gen geist habe führen lassen. Ach vergib mir die fünde, und erbarme dich meiner! Wende von mir die schwere strafe, die du allen denen draueft, fo deinem heiligen geiste widerstreben: denn die den geist Chrifti nicht haben, die sind nicht sein; und nur diese sind Got: tes kinder, die der geift GOttes treibet. Darum gib mir deinen heiligen geist, nach der verheif fung deines lieben sohues, da er ſpricht: Weil ihr, die ihr böse send, euren kindern gute gaben geben könnet, wie vielmehr wird der himmlische vater den heiligen geift geben allen, die ihn darum bitten. Laß denfelben deinen werthen heiligen geist meinen leib, geist und seele heiligen zum gebete, und den tempel meines herzens reinigen von als ler unsauberkeit, und darinnen anzünden das feuer der göttlichen liebe und brünstigen andacht; das licht deines göttlichen erkenntuis ses, das böse zu meiden; die gnade des verstandes, meines berufes treulich zu warten; die himmli, sche göttliche weisheit, das höchfte gut zu lieben; die heiligkeit der furcht GOttes, dir wol zu gefallen; die herzhaftigkeit der fraft GOttes, mein creuz geduldig zu tragen; die tapferkeit der den geift des trostes, der mich erquik ke; den geist der freudigkeit, der mich erfreue; den geift der wie dergebuhrt, der mich erneure; bas siegel GOttes, durch welches ich bekräftiget werde im glauben; das pfand des ewigen erbes, welches meine hoffnung stärke. Schreibe durch deinen göttlichen finger dein geseg in die tafel mei nes herzens, deinen willen in liebe und leid zu vollbringen. Gib mir den geist der kindschaft GOttes, der in meinem herzen zeuge, daß ich GOttes kind sey. Geuß aus deine liebe in mein herz durch dei nen heiligen geist; zünde durch denselben in mir an eine heilige begierde und verlangen nach himmlischen dingen und nach dem ewigen leben. O GOtt heiliger geist! der du die ruchlosen fleucht für und für, aber dich in die heilige seelen giebeft, und ma chest propheten und Gottes freun de; mache mein herz zu einem les bendigen opfer, das im feuer dei ner liebe brenne, und dadurch gang erfüllet werde, so daß alle meine fleischliche begierden durch dis heilige feuer völlig getilget werden. Komm in mein herz du göttliches licht, du göttliches feuer, du göttliche liebe, du himmlischer trost, du füffer gast meiner seelen, du göttliche zierde, du göttliche kraft. Treibe von mir alles was fleischlich ist, und gib mir dagegen was göttlich ist. Ma che mich zur wohnung und zum beiligthum Gottes. Du himm. Sebet um den rechten seligmachenden Glauben. 53 lijches täublein, der du über meis| macht, in aller geduld und langnem HErrn Chrifto in seiner taufe mühtigkeit mit freuden. Gib mir geruhet haft: gib mir heilige kind kraft, nach dem reichthum deiner liche einfalt des herzens, daß mich, herrlichkeit, stark zu werden an was schlecht und recht ist, behüte. dem inwendigen menschen, daß Du göttliche salbung und freu Chriftus durch den glauben in den dl, lehre und trößte mich. O meinem herzen wohne. Olieber eine selige feele, die dich zum ein- GOtt! Dieweil niemand deiner wohner hat! denn du erleuchtest fohn kennet, denn nur der vaten, der feelen finsterniß, du heilest die und niemand kennet dich vater, verwundete seele, du tröstest die denn nur derselbige dein sohn, traurige feele, du stärkeft die schwa- und wem es der sohn offenbah. dhe feele, du erhältest die strauch ren will; so bitte ich dich, siche lende seele, du lehrest die demühti- du mich zu ihm, und er führe mich ge feele, du erquickest die müde zu dir. Gib mir erkenntniß deis feele, du giebst kraft den sterben- nes heils, die da ist in vergebung den, wenn leib und seele sich scheider fünden. Komme meinem den; du bleibest ewiglich ben der schwachen glauben zu hülfe, auf gläubigen feele: zeige dieses alles daß er zunehme, und ich in dir auch an mir, und bleibe auch bey eingewurzelt und erbauet, darzu mir nun und ewiglich, amen. fest und unbeweglich sey. O from: mer GOtt! der du das fünklein lim den rechten seligma- des glaubens in mir angezündet, benden Glauben und Er fenntniß Christi. und das gute werk in mir anges fangen haft; ich schreye zu dir, du wollest es auch vollführen bis an das ende, daß ich ie mehr und mehr reich werde in allerley erkenntniß und erfahrung; auf daß ich lauter und unanstässig sey, bis auf den tag Christi, erfüllet mit früchten der gerechtigkeit, die zu deiner ehre geschehen. Erhalte was du in mir gewirket haft, auf daß mein glaube im creu; und anfechtung nicht abnehme. Ma che mich beständig in wahrer christlicher bekenntniß des glaubens, damit ich das vorgesetzte siel der seligkeit erreiche. Behüte mich, mein GOtt! daß ich unter so viel irrthümern und spaltungen, dieser welt nicht verführet werde. Bewahre mich für aberglauben, und allem falschen gottesdienste, daß ich in keinem articul des heiligen glaubens irre oder wei fete. Darzu gib auch gnade, daß berselbe mein glaube nicht todt, D 3 werklos 60. H ERR, allmächtiger GOtt, ein vater des lichts, bey welchem keine veráns derung noch wechsel des lichtes und der finsterniß ist, von dem alle gute und vollkommene gaben zu uns herab kommen: ich bitte dich, weil der glaube nicht jedermannes ding ist, du wolleft durch deinen heiligen geist rechtschaffene er kenntniß deines sohnes JESU Chrifti in mein herz pflanzen und darinnen erhalten, auch von tage ju tage mehren; daß ich erfüllet werde mit erkenntniß deines wil lens, in aller geistlichen weisheit, und verstand; auf daß ich dir, meis nem HErrn, würdiglich wandele ju allem gefallen, und fruchtbar sey in allen guten werken, und wachse in derselben erkenntniß, und gestärket werde mit aller kraft nach deiner berrlichen 54 Gebet um die Wiedergebuhrt. werklos oder unkräftig, sondern| begierde des guten alle böse neithätig und geschäftig sey, der gungen in dem willen überwinde, durch die liebe ausbreche, auf daß und den alten Adam in uns tilge; ich das ende des glaubens, nemlich so laß uns in täglicher erneuerung der seelen seligkeit, davon brineinhergehen und zunehmen, bis ge, amen. Gebet um die Wieder alles an uns neu werde, und wir heilige stadt des neuen Jerusa durch iene wiedergebuhrt in die lems, wohin nichts des alten eins gebuhrt. 61. Ach liebster vater, heis gelaffen wird, eingehen, und dir und dem lamme das neue lied singen, das ewig nie veraltet, amen. liger GOtt! dir sey demühtigt dank gesagt, daß du nicht nur so willig bist, uns von natur verdammten zorn kindern die macht zu geben, in kraft des verdienstes deines sohnes deine finder zu werden; sondern uns Gebet um die Recht alle bereits in der heiligen taufe 62. t, lieber vater! fertigung. Hei wie können wir deine gute und barmherzigkeit gnugsam preifen, daß, da wir die wahre anerschaf fene gerechtigkeit, in der wir sonst vor dir hätten bestehen sollen, selbst verlohren haben; du dich unserer doch erbarmet, und von deinem rechte gegen uns gleich: sam nachgelassen; hingegen diese gnaden ordnung gemachet haft, daß du uns aus lauter güte, ohne unsere werke und verdienst, durch den glauben rechtfertigen, uns die sünde vergeben, und die gerechtigkeit deines lieben soh nes vor deinem gerichte zurech nen und schenken wolleft. Ach groffe weisheit, daß du uns ei ne solche gerechtigkeit schenkest, die keine menschliche vernunft hätte erfinden können! Ach unermäßliche gute, daß du uns eien ganz fleischern, und geneigt zu ne solche theure gabe der gerech deinen geboten werden. Schreitigkeit selbst anbietest, beinen be dein geser mit lebendigen buch sohn dazu gemacht, und uns den staben deines geistes in unsere selben geschenket haft, auch noch seelen, und mache uns demselben ferner in uns, was darzu ndhtig gleich gefinnet. Damit auch dein ist, wirken willt! welch ein gewis himmlisches licht alle finfierniß fer trost, indem wir unseres heils aus unserm verstandevertreibe, die versichert sind! Bergib uns and diglich wiedergebohren hast. Ach! daß wir aber solches edle gut noch alle ben und an uns hätten, und wir nicht besorgen müßten, daß derer viele waren, die aus dem gnadenstande der wieder gebuhrt gefallen sind, und dir nicht mehr in dem neuen wesen des geistes dienen. Gelobet aber sen deine groffe barmherzigkeit, daß du allen solche gnade wieder anbietest. Ach! so rufe denn dieje: nigen zur buffe, welche deine gnade bisher von sich gestoffen haben, und lasse sie aufs neue wiedergebohren werden, bis daß Christus eine gestalt in ihnen gewinne. Wy du aber noch den unvergang lichen saamen deines geistes in uns haft, so erhalte ihn ferner. Nimm völlig von uns hinweg, was noch von dem steinernen herzen ben uns übrig ist, daß unsere her Gebet um den geistlichen Frieden. 55 diglich, daß wir bisher so undank, geschehen, zu deiner ehre und los bar gegen diese deine gnade gewes be, bis wir in kraft der gerechtig sen sind, da wir uns theils nicht be feit deines sobnes in iene ewigkeit mühet haben, dieses geheimniß, eingehen, und daselbst in vollkomdaran uns doch alles lieget, rechts menster gerechtigkeit, nach able: schaffen zu lernen; theils wol gar gung aller flecken, ben dir pranfolche gnadenlehre zum muht gen, und in deiner anschauung willen und zur sicherheit misbrau dir, gerechter GOtt! ähnlich chet, zum wenigsten deiner gna- werden. Ach lieber vater! erfülde uns nicht so sorgfältig bedies te alles dieses in uns allen um der net haben als wir sollten. Erhals erworbenen gerechtigkeit JEfu te doch diese deine reine evangelis Chrifti willen, amen. sche troft- lehre, und gib, daß die troftlose lehre der rechtfertigung aus den werken, uns dieselbe um Gebet um den geistliunsers undanks willen nicht ent reiffe, als womit die feinde der chen Frieden. 63. vater, du GOtt des das licht solches deines gnadenwangelii auch denjenigen helle friedens! wir sagen dir herzlich aufgehen, die noch jest in irr- dank, daß, da wir von dir lei thum und finsterniß des zweifels der! durch die fünde abgewichen stecken. Gib deinen predigern und deine feinde worden sind, da weisheit, solche lehre der recht her du auch wol ursach gehabt fertigung deinen gemeinden alle hätteft, uns ewig als deine feinde jeit also vorzutragen, daß weder zu strafen und von dir zu stossen ,. der muhtwilligen fünder sicher du dich dennoch unser erbars heit gestärket, noch auch der frommet, und durch deinen sohn men seelen troft geschwächet wer- uns, deine feinde, dir haft versöhde. Schreib du aber selbst die wahrheit deines wortes mit le bendigen buchstaben in unser aller herzen, daß wir wahrhaftig, und vornemlich aus eigener erfahrung, erkennen, was die wahre rechtfertigung sen. Wirke und stärke in uns allen wahre buffe und glauben, und vergib uns also alle unsere fünde vor deinem ges richte. Wirke aber auch ferner unsern seelen durch deinen heiligen geift die gerechtigkeit der heiligung, ohne welche dich niemand sehen wird: daß man auch an unserem leben erkenne, wie wir durch deine gnade gerecht worden seyn: ja erfülle uns mit früchten der gerechtigkeit, die durch JEfum Chriftum in uns nen laffen; auch uns stets auf das freundlichste durch das amt der verföhnung zu deiner völligen freundschaft und zu deren genuß einladest, und bereit bist deinen frieden in unsere herzen zu geben. Vergib uns gnädiglich unsern schändlichen undank, da wir uns so oft aufs neue wiederum gegen dich feindselig bezeiget, deinen zorn mit muhtwilligen fünden gereizet, und also den frieden gebrochen ha ben. Aber gelobet sey deine barms herzigkeit, daß du dennoch auf deiner feite den frieden und des sen bund nicht gänzlich aufgebo ben haft, sondern uns noch immer wieder darzu gelangen läsfeft. Ach! laß denn die kraft deiner stimme, die uns rufet uns mit dir versöh in 11C11 04 56 Um die Gnade GOttes ein heiliges Leben zu führen. nen zu lassen, also in unsere seelen ser deiner theuren gabe von uns eindringen, daß wir den heiligen ab: stille sonderlich in dem leiden entschluß fassen, nimmermehr die angehende unruhe bald, und etwas feindliches wider dich zu schaffe vielmehr dadurch eine begehen. Wirke also deinen friedsame frucht der gerechtigkeit, frieden in unsern seelen, daß wenn du uns nach deinem willen wir darinnen mit freudigem vers wirst geübet haben. Lehre uns alle trauen, deiner gegen uns tragen sorgen wegen des künftigen, und den liebe und treue versichert, und was dieses leben angehet, ſchlechdadurch unser gewissen zu einer terdinges auf dich und deine và heiligen ruhe gebracht wert e, sick terliche vorsorge werfen; damit allezeit gegen dich des besken zu sie uns den frieden unsers herzens versehen. Befriedige aber auch nicht nehmen. Ja drücke du felbst unsere seelen in dir, daß wir, we die edle gabe deines friedens in gen der versicherung deiner gnade, unsere feelen, die uns keine crea mit allem zufrieden seyn, und in tur geben kann. Nun dein friede, dir, es mag auch auferlich um uns welcher höher ist denn alle ver stehen, wie es will ruhen lernen. nunft, bewahre unsere herzen Lehre uns auf unser her; achtung und sinne in Chrifto JEfu im geben, uns für allem zu hüten, was glauben und liebe, bis du uns einiger maaßen nnfern frieden endlich mit freuden zu dem ewis föhren wollte; sonderlich daß wir gen frieden und der unzersidhrli alle fünden meiden, die das gewischen ruhe, zu deinem ewigen prei fen verlegen, und deinen frieden aufheben: hingegen lehre uns uns jern frieden mit einem heiligen wandel befestigen. Stelle uns fiets vor augen, wie gütig du ge: gen uns gesinnet seyst, und wie wir in dir alles, und daher über flüssig genug haben: auch wie dein wille zu allen zeiten der beste und fe, fahren läsfest. Ach, erhöre uns, lieber vater! um deines sob nes unsers friedens- fürstens JEfu willen! amen. Um die Gnade GOttes ein heiliges Leben zu führen. barm beffer als der unfrige fen, damit 64. Heiliger vater echter wir diesen recht verleugnen ler nen, der uns sonst in unruhe setzen würde. Laß uns die geistliche güter über alles halten, und nimmermehr die herzen an einige ir dische dinge bängen, wodurch wir uns in unruhe feßen. Laß uns für aller vermeffenheit und vorwiß auch für unndhtigen geschäften und gesellschaften, uns sorgfältig hüten, auf daß wir uns nicht selber deines friedens verluftig machen. Hingegen laß uns streben nach der fanftmuht, demußt und geduld, zu bewahrung deines friedens. Wende ferner alle hindernisse die berziger, GOtt! du bist heilig und gerecht, ich aber bin von unreinen lippen, und muß mich schämen. Dir be kenne ich meine unart und vielfäl tige schwere gebrechen und fün den, und bitte dich um gnädige vergebung derselben im namen JESU Chrifti deines sohnes. und dieweil du mich erschaffen haft zu guten werken in Chrifto JEsu, auch durch desselben theu: res blut mich erldset zu deinem bunde, und mich zur hoffnung des ewigen lebens berufen, und uns allen befohlen haft, wir sollen hei lig 57 Gebet um wahre Weisheit. lig fenn, dieweil du heilig bift;, alle unsere gedanken erforschest, so bin ich freilich schuldig, dir, o und an den tag bringest auch was mein GOtt! zu dienen in heilig im finstern verborgen ist; heilige, keit und gerechtigkeit, die dir wol erleuchte und reinige mein her: gefällig ist; auf daß ich also mich durch deinen heiligen geift, das dankbar erzeige gegen deine groffe mit ich allezeit redlich, aufrichtig güte, daß ich meines berufes und und ohne falsch, als vor deinem meiner erwählung desto gewisser angesichte wandele, nicht auf mens werde, und damit ich meinen schen, sondern auf dich, den richnächsten dir gewinnen, und ich ter aller gedanken, sehe, und dir endlich selber zu dir in dein heili wolgefallen möge. Weil ich auch ges, herrliches und ewiges reich als ein schwacher mensch vielfältig kommen möge. Ach mein GOtt! strauchele und fündige, so wirf wollen habe ich wol, aber das mich doch nicht weg, lieber vater! gute vollbringen finde ich nicht sondern erhalte mich mit deiner Du aber, o HErr! der du das starken hand. Richte mich auf, wollen gegeben haft, gib auch das und verleihe mir eine herzliche, vollbringen nach deinem wol- beständige besserung, ungefärbten gefallen durch deinen heiligen glauben, und frdliche hoffnung. geist um Chrifti willen. GOtt, Bekehre auch sonst andere, die zu der du verheissen haft: Ich will ih bekehren sind, damit dein heiliger nen meine furcht in das herz ge- name in allen landen geehret wernen, daß sie nicht von mir weide, und deine augen an den men. chen: ich will ihnen einerley her; und wesen geben, daß sie mich fürchten sollen ihr lebelang, auf daß es ihnen und ihren kindern nach ihnen wolgehe; gib auch mir deine furcht in mein herz, daß ich dich findlich fürchte, und dir heis liglich diene mein lebelang; damit es mir und den meinigen wol gehe. Stärke mich, lieber vater! da mit ich alle hindernisse und böse aureizungen des satans, der welt und meines eigenen fleisches überwinden mdge. Laß mich nicht mir selbst, damit ich nicht mich selbst verderbe. Ich ergebe mich dir, denn du mich schen kindern ihre luft sehen. Heiliger vater, du GOTT des friedens! heilige uns durch und durch, daß unser ganzer geist, sammt feel und leib, unsträflich behalten werden, bis auf die zu Funft unseres HErrn JEfu Chri sti. Du bist getreu, der du uns rufeft; so thue es nun, HErr, um dein selbst, und um des theuren verdienstes Chrifti Jesu willen, amen. bin dein, denn du hast mich er set. Ach so gib mir doch die gnade, daß ich auch dir heiliglich diene, und allerdings nach deinem wolgefallen lebe! Behüte mich, mein GOtt! für heuchelen und gleißners- werken. GOtt, der du in das verborgene siehest, und berzen und nieren prüfest, der du Gebet um wahre Weisheit. 65.2ch du ewiger, under gänglicher, unsichts barer und allein weiser GOTT! ach HErr JEfu Chrifte, du ewige weisheit und himmlischer raht Gottes! o GOtt heiliger geist, du brunn der göttlichen weisheit! ich bekenne und klage dir meines herzens angebohrne blindheit und thorheit, daß ich von natur nich tüchD5 58 Gebet um wahre Weisheit. aus tüchtig bin, etwas gutes zu ge-| unsterblichen namen, und ein denken oder raht zu finden von ewiges gedächtniß bey den nach mir selbst, daß ich auch ganz keine kommen. O GOtt mein vater luft noch liebe zu deiner göttlichen und HErr aller güte! der du alle weisheit; sondern mehr gefallen dinge durch dein wort gemachet, an der fleischlichen thorheit und und den menschen durch deine eitelkeit dieser welt habe, wel: weisheit bereitet hast, daß er che die welt- kinder loben. Ach herrschen soll über die creaturen, vergib mir diese groffe sünde, und daß er die welt regiere mit gerech wende die strafe von mir, die du tigkeit, und richte mit rechtem denen drauest, die wie rosse und herzen: gib mir die weisheit, die mauler sind, welchen man jaum stets um deinen thron ist; denn und gebiß in das maul legen muß, ich bin ein schwacher mensch, und wenn sie nicht zu dir wollen; kurzes lebens, und zu geringe in imgleichen da du bezeugest, du erkenntniß desfen, was recht ist: habest an niemanden gefallen, er und wenn einer gleich unter den bleibe denn in der weisheit. Ach menschen Findern vollkommen HErr! führe du mich auf dem wäre, so gilt er doch nichts, wo wege der weisheit, der du die er ohne die weisheit ist, die von weisen regierest; denn in deiner dir kömmet. Sende sie herab aus hand sind beide wir selbst und deinem heiligen himmel, unsere reden, darzu alle Klugheit dem throne deiner herrlichkeit; und kunst in allerlen geschäften. fende sie, daß sie bey mir sey, Lehre mich deine weisheit, die und mit mir arbeite, daß ich eraller künste weisheit ist; gib mir kenne, was dir wolgefalle, denn den geift der weisheit, der ver- sie weiß und verstehet alles: laß ständig, heilig, einig, mannig sie mich leiten in meinen wer faltig, scharf, behende, beredt, ken, und mich behalten durch rein, klar, sanft, freundlich, ihre heiligkeit, so werden dir ernstlich, frey, wolthätig, Icut meine werke angenehm und dei felig, fest, gewiß und sicher ist, nes rahts würdig seyn; denn welcher sich in die heilige seelen welcher mensch weiß GOTTes giebt, propheten und freunde raht, und wer kann denken, was GOttes machet, und alles wol Gott will? denn der sterblichen regieret. Laß diese deine weis: menschen gedanken find mißlich, heit meine braut seyn, und laß und ihre anschläge sind gefähr mich ihre schönheit lieb gewin lich; denn der sterbliche Leib be nen; denn sie ist herrliches adels, schweret die feele, und die irdiihr wesen ist ben GOtt, und der sche hütte drücket den zerstreue. HErr aller dinge hat sie lieb. Sie ten sinn. Wir treffen das kaum, ist der himmlische raht im er was auf erden ist, und erfinden Fenntniß Gottes, und ein angeber schwerlich, was unter händen ist; feiner werke, ihre arbeit ist eitel wer will denn erforschen, was im tugend; fie lehret zucht, gerechtig himmel ist, wer will GOTTes keit und stärke: sie ist ein tröster raht erfahren? Es sey denn, daß in sorgen und traurigkeit. du weisheit gebeft, und deinen jüngling hat durch dieselbe herr heiligen geist aus der höhe sen lichkeit bey dem volke, und ehre deft, daß also das thun auf erden ben den alten: fie machet einen richtig werde, und die menschen Iers Ein 59 Um Verleugnung fein selbst und alles Welt- Wesens. lernen, was dir gefället, und sie bekenne von ganzem Herzen, daß. durch die weisheit selig werden. die blinde liebe meiner selbst und Darum gib mir, lieber vater! dieses irdischen wesens und ledaß ich meines herzens gedanken bens mir leider! noch allzusehr zu dir richte, eh ich etwas anfans anklebet. Ach! wie schwer kömge, und um deinetwillen in dir, met es unserm fleische an, das irandir, durch dich, alles thue, was disch gesinnet ist, sich des irdis dir wolgefället: daß ich in allen schen, davon es genommen ist, zu dingen deinen willen durch das ges entschlagen und zu enthalten! Ja bet erforsche, und mit dir raht mein lieber GOtt! das fleisch, die schlage und raht nehme: daß ich sündliche natur, sehnet sich immer darnach erwähle, was recht ist, nach der erden; und wenn die und dir wolgefället: daß ich noht kommet, so bemühet es sich, auch anderer leute raht höre und die liebe deines namens, deiner ihn nicht verachte, daß ich auch in wahrheit, deiner ehre also zu meinem berufe bleibe, und nicht drehen, zu mittlen und zu thei auser demselben noch über mein len, daß ich gleichwol auch bey vermögen etwas vornehme: auch dem irdischen ruhig bleiben möge. jeit und ort, künftiges und gegen Ach wie gar eitel, schädlich und wärtiges unterscheiden lerne. Lehs thdricht sind alle solche gedanken re mich auch alle geister prüfen und anschläge! Mache mich, mein und unterscheiden, und die raht- heiland! durch die kraft deines schläge beurtheilen; daß ich den heiligen geistes davon frey. Står stricken des teufels und seiner te und wapne mein herz mit eiwerkzeuge, und den negen ihres nem solchen sinne, daß ich, dir zu irrthums entfliehen möge: daß ich gefallen und um deinetwillen, auf das künftige gedenken, flüglich mich felbft verleugnen, alle welts sorgen und verstehen möge, was liche ehre verachten, meinem eige gegenwärtig und künftig werden nen willen absagen, aller welt kann: daß ich in allen dingen dich freundschaft hintan setzen, den fürchte, denn das ist die wurzel raub meiner güter mit freuden er und der anfang der weisheit, daß dulden, die weltliche gesellschaft ich mich die ehre und eitelkeit die- und lust meiden, auch mein lefer welt nicht betriegen lasse, und ben, wenn es dein wille ist, getroft in allen dingen erkennen möge, lassen möge. Ach verzeihe mir was recht und gut ist; daß ich es, mein GOtt! daß ich bisher nicht aus der finsternis licht, und das vergängliche wefen so sehr ges aus licht finsterniß mache; daß liebet habe. Ich weiß, HErr! daß ich ewig in deiner liebe bleiben ich dein jünger nicht seyn kann, ich möge, denn du liebest niemanden, verleugne mich denn selbst, und ohne der in der weisbeit bleibet, alles was in der welt ist. Gib, daß ich hinführo mich defto eifriger dir als dem höchsten gute, amen. Um Verleugnung sein und meinem einigen trofte, erges felbft und alles Welt be. Seuch mich nach dir, daß ich aller ehre, freude, luft, freund schaft und allen gütern dieser welt absage, und meine gedanken, sinn und willen allein nach dir richs Wefens. 66.2 HErr JEfu, mein einiger heiland! ich US Um Tödtung des alten Menschen. 60 richte, dir zu dienen, und deinen tamen ohne unterlaß hier zeitlich und dort ewig zu preisen, amen. Um Tödtung des alten Menschen und der Geschäffte des fündlichen Fleisches. eiliger und barmhers ist, gelüftet wider den geift: und den geift wider das fleisch. Der geist zwar ist willig, aber das fleisch. ist schwach; verleihe dannenher meinem geiste deine kraft und stärke, damit er die bösen be gierden des fündlichen fleisches überwältigen könne. Du, HErr, allein mußt mich durch deinen geist an dem inwendigen menschen 67. werde und unterliege. O wie ist es so ein harter und beschwerli cher kampf, wider sein fleisch, das ist wider sich selbst, zu streiten! wie schwer und mühselig fället es, diesen einheimischen feind ju überwinden! Warlich, wo du, HERR! in dem kampfe mit der kraft aus der höhe mich nicht aus, rüstest, so muß ich nohtwendig der grausamen gewalt und lift dies unfers HErrn JEfu Chrifti! ich rufe dich an, und bitte dich im namen desselben deines einigen und geliebten sohnes, durch den heiligen geist, daß du die creu zigung und tödtung des alten menschen, welcher ich täglich bedarf, kräftiglich in mir wirken wolleft, damit ich nach dem in wendigen menschen in mir stark und machtig werde. Es wohnet leider! o mein HErr und GOtt! ses täglichen einheimischen fein in meinem fleische nichts gutes, des gewonnen geben. Ach HErr, sondern die leidige fünde. So verleihe mir doch wider diefelbe deines geistes kraft, damit ich sie nicht stark werden, noch über mich herrschen lasse. Du, HErr! stel left ia sonst unsere unerkannte sünde ins licht vor deinem ange fichte; ach so stelle sie doch auch meinem herzen ins licht, damit ich sie sehen, bereuen, und die vergebung in herzlicher demuht ben dir suchen möge. Ich bin noch nicht fren von der sünde, die in mir wohnet; gib aber, o HErr! daß ich fren sen von ihrer herrschaft, schuld und verdamminiß. Das gesetz der fünden in meinen gliedern fireitet wider das gesez in meinem wiedergebohrnen und ers neuertem gemühte. Verleihe mir aber dagegen deines geiftes gnade, dadurch ich solches gesetz über winden und gefangen nehmen mdge, damit es mich nicht gefangen nehme. Das fleisch, so in mir unterdrücke, creuzige und tödte diesen alten verderblichen men schen und seine irrigen lüfte in mir, auf daß ich seiner liebkosenden betrüglichkeit und verführung entfliehen möge! Laß mich täglich in mir selbst sterben, damit ich durch das sündliche fleisch an dem wahrhaftigen leben, das in Chri sto deinem sohne ist, nicht gehin dert oder davon getrennet wer de. Ach zünde in meinem herzen. das heilige feuer deines guten geistes an, auf daß dadurch alle unziemliche begierden und mein eigener böser wille unterdrücket und gänzlich getilget, hingegen nur heilige triebe und neigungen darinnen angezündet werden. Denn, HErr! die nach dem fleische leben, mögen dir nicht gefallen, noch das reich der herrlichkeit er: ben. Laß derowegen mein fündli ches fleisch sterben, damit ich von deinem reiche nicht ausgeschlossen wer Gebet wider die täglichen Sünden- Fälle. 61 flåtiges kleid; was will denn erst meine ungerechtigkeit seyn? Dare um darf ich mich freilich nimmermehr unterstehen, mit meiner eis genen gerechtigkeit vor dir aufzus treten; sondern ich demühtige mich vor deinem richter- stuhle, und rufe aus der tiefe zu dir: HErr! so du willt fünde zurechnen, wer wird bestehen? Wenn du mit mir in das gerichte gehen wolltest, wo würde ich bleiben? Wo du mich nach der schärfe deis ner gerechtigkeit auf die probe feßen wolltest, wie könnte ich vor dir beharren? Hättest du luft mit mir zu hadern, und wolltest genaue rechnung meines Lebens, thuns und lassens von mir fodern; so Gebet gegen die tägli- tönnte ich dir auf taufend nicht eis nes antworten. Deswegen will ich, zu meiner entschuldigung, den mund nicht aufthun, sondern vielmehr erkennen, daß ich auch dieser meiner täglichen fündenfälle halber den ewigen tod verdienet hätte. Damit aber derfel be an mir keine macht haben mdge, so stelle ich dir, heiliger va den fälle das theure blut deines ter! für diese meine tägliche fünfohnes dar, das er auf dem altare des creuses vergoffen hat reiniget mich von allen und also auch von diesen meinen fünden. Laß mir dieses vollkommene Idse: geld deines sohnes zur vergebung aller meiner fünden gedeyen! amen. werde. Die nach dem fleische les ben, die müssen sterben; die aber durch den geift des fleisches geschäffte tddten, die werden leben; darum auch diejenigen, so Christo angehören, ihr fleisch creuzigen ſammt den lüsten und begierden. So laß mich nun, o du gecreuzigter HErr JEsu! mein fleisch recht chaffen betäuben, creuzigen und tödten, auf daß ich hinführo nicht den lüften der menschen, sondern dem willen GOttes deines vaters lebe, und dermahleins mit dir die ewige ruhe, das himmlische leben und die ewige seligkeit besigen möge! amen. chen Sünden- Fälle. 68. eiliger GOtt, gerech ter richter! vor dir it niemand unschuldig, niemand ist von der befleckung der fünden befreyet; darum mangele ich auch des ruhmes, den ich billig mit vor dein gerichte bringen follte; es fehlet mir das kleid der unschuld, mit welchem ich ange: jogen, vor deinem antlig erschei nen sollte. O wie oft fündige ich! der geist ist zwar bisweilen willig was gutes zu thun, aber das fleisch ist schwach; gestärket wird wol zu zeiten in mir der inwendige mensch, Frant aber lieget dar nieder der äuserliche; denn das gute, das ich will, das thue ich nicht allemahl; sondern das böse, das ich nicht will, das thue ich leider! vielfältig. Ach wie oft steis gen ben mir eitele, böse und gott Gebet um ein gutes Gewissen. GOtt loſe gedanken auf: wie oft ents 69. Ach GDit aller herzens the worte: wie oft verunreinigen mich wol gar verkehrte werke: alle meine gerechtigkeit ist wie ein un du das gewissen des menschen so wunderbarlich gemacht, und zum zeugen des guten und bösen verord: Gebet um ein gutes Gewissen. ordnet, und mit furcht und freus| gewissens, die ich zerbrochen habe, digkeit, mit freude und leid wuns deine guade, vergebung der fün derbarlich begabet; daß es alle den, gerechtigkeit, den glauben, menschen der gerechtigkeit erinne die liebe, die lebendige hoffnung, re, und einen jeden überzeuge, seduld und gebet; daß in meinem daß du ein gerechter GOtt senst, gewissen, als in einem spiegel; vor welchem sich jedermann fürch deine gerechtigkeit leuchte, die ten müsse: daß du auch überall mir aus gnaden durch den glau gegenwärtig seyst, vor welchem ben geschenket ist. Deine edle sich niemand verbergen könne. bluts- tröpflein zieren meine feele Denn so man sich für seinem eiges als der schönste schmuck; die kraft nen gewissen nicht verbergen deines heiligen opfers, leidens Fann, welches nur ein richter und und todes erquicke mein gewissen. innerlicher unbetrieglicher zeuge Ach, du edler weinstock! blühe in eines einigen menschlichen herzens meinem herzen und gewissen, ist; wie sollte man sich vor dem und vertreibe durch deinen les allwissenden GOtt verbergen, der bensgeruch allen höllischen schlan ein richter ist aller menschlichen gen- gift; tödte den nagenden her. berzen? Ach! wie oft habe ich mei- zens- wurm, und stille die anklage nem eigenen gewissen widerstre- der fünden und des geseges in mir. bet, und bin demselben nicht gefol: Laß mein gewissen den rechten get, ob mich es gleich erinnert und freuden- wein des heiligen geifics geftrafet hat! Ich habe einen groß schmecken, daß ich mich in dir sen, schweren und unruhigen zeu- allein erquicke und erfreue. O gen wider mich selbst erweeket. meines herzens einige freude und Ach, mein GOtt! du wahrer und rube! in mir selbst muß ich er. einiger seelen- arzt, der du heileft schrecken und verzagen: in dir die zerbrochenes herzens sind, und aber erfreuet und erquicket sich verbindest ihre schmerzen, heile mein betrübtes gewissen. Ach! mich, HErr! denn meine gebeine laß mich empfinden, was David sind erschrocken, und meine feele faget: darum freuet sich mein ist sehr erschrocken. Ach! reinige herz und meine ehre ist frölich. mein gewissen, HErr JEsu! mit Ach! laß dein licht, das in mir ist, deinem blute von den fodten werden glauben, die liebe, die hoff ken meiner fünde, zu dienen dem nung und deine erkenntniß in mir lebendigen GOtt. Heile die wun- nicht finster werden und erlöschen; den meines gewissens, die mir sondern laß es in dir, und durch schmerzlich wehe thun; geuß dein dich leuchten und helle werden, gnaden- shl hinein, als den rechten daß es mir leib und seele erleuchte feelenbalsam, nemlich deinen wie ein blit; daß ich mit freudiheiligen geist, der mich trößte, gem geiste vor dir erscheinen, und und mir die feelen- schmerzen lin- vor deinem angesichte bestehen dere, daß ich nicht allzusehr er möge. Ach! wie ist ein gut ge schrecke, daß nicht die furcht vor wissen eine groffe freudigkeit vor beinem gestrengen gerichte mich Gott und menschen. wie freudig in verzweifelung stürze. Tilge die sind die heiligen mårtyrer, so um handschrift, die wider mich ist, der gerechtigkeit und wahrheit mit deinem blute aus: schreibe willen gelitten haben, zum tode in die tafel meines herzens und gegangen! Wer kann mich ver Fla: 62 Gebet um die Nachfolge Chrifti. 63 lagen, wenn mich mein gewissen freude in dir, o mein HErr und osspricht? Wer kann mich betrü- mein GOtt! schmecken; so wird ben, wenn mich mein gewissen er mich keine schmach der welt be freuet? Dargegen aber, wer kann| trüben, kein verlust deszeitlichen mich erfreuen, wenn mich mein gewissen betrüber, ohne du allein, omeines herzens freude! wer kann mich rechtfertigen, wenn mich mein gewissen verdammet? als du allein, o mein Erlöser JEsu Christe! in dessen verdienst meine gerechtigkeit steher und gegründet ist. Ach mein HErr und mein GOtt! laß mich diesen schatz wol bewahren: und wenn durch dein traurig machen, kein verläumder beleidigen, keine furcht erschrekken, keine gewalt verlegen, keine fünde verdammen, kein teufel mit seinen feurigen pfeilen überwinden, amen. Um die Nachfolge Christi. 70. Ach du holdfeliger, Ach blut mein gewissen gereiniget ist; freundlicher und liebso laß mich durch deine gnade das reicher HErr JEfu Christe! du ſelbe rein behalten, daß ich in sanftmühtiges und geduldiges dieses geheiligte und reine gefäß herz! wie ein schönes tugendrei. nichts unreines lege, damit es ches exempel eines heiligen lebens nicht wieder beflecket und verun- hast du uns gelassen, daß wir nachreiniget werde, sonst ist leib und folgen sollen deinen fußstapfen. seele beflecket. Laß mich aber ei- Du bist ein unbefleckter spiegel nen guten schak hinein sammlen, aller tugenden, ein vollkommenes welchen ich an jenem tage hervor vorbild der heiligkeit, eine untabringen möge, als aus einem gu delhafte regel der frömmigkeit, ten schake meines herzens. eine gewisse richtschnur der ge du gerechter GOtt! der du her rechtigkeit. Ach! wie ist doch mein ien und nieren prüfest, wie haft fündliches leben deinem heiligen du in dem gewissen des menschen, leben so ungleich! Ich sollte in dir beides himmel und hölle und die als eine neue creatur leben; so unsterblichkeit der feelen zu erlebe ich mehr in der alten creatur, tennen gegeben! denn ein gut gewissen ist der himmel, und ein bifes gewissen ist die hölle: so wunderbarlich haft du das gewisfen gemacht, daß ein ieder mensch entweder seinen himmel oder sei ne holle in ihm selbst haben und tragen muß. Und weil wir in diesem leben mit fleisch und blut, auch wider die arge welt, kämpfen müssen: so bilf mir, lieber GOtt! einen guten kampf kämpfen, daß ich diese beide edlen schätze, den glauben und das gute gewissen behalten möge. Laß mich durch die rube meines gewissens die rube des ewigen lebens, friede und nemlich in Adam, als in dir, meinem lieben HErrn JEfu Chrifto, Ich sollte nach dem geifte leben, fo lebe ich leider! nach dem fleische und weiß doch, was die schrift fa get: Wo ihr nach dem fleische les bet, so werdet ihr sterben müssen. Ach, du freundlichster heiland! vergib mir meine fünde, decke zu meine gebrechen, übersiehe meine missethat, verbirge deine heilige augen vor meiner unreinigkeit, verwirf mich nicht von deinem angesicht, verstoß mich nicht aus deinem hause, als einen un reinen und aussäßigen. Tilge aus in meinem herzen alle hoffart, als 64 Gebet um die Liebe GOttes. als des teufels unkraut; und pflanze in mich deine demuht, als die wurzel und den grund der tugend. Reute in mir alle rach gier völlig aus, und gib mir deis ne edle sanftmuht. Ach du heis ligstes vorbild aller tugenden! schmücke mein herz mit reinem glauben, mit feuriger liebe, mit lebendiger hoffnung, mit heiliger andacht, mit kindlicher furcht. O du meine ewige zuversicht! meine liebe, meine hoffnung, meine ehre, meine zierde; dein leben ist ja nichts anders gewesen, als liebe, faustmuht und demuht: darum laß dieses dein edles leben auch in mir seyn, daß ich dein tugendhaftes leben auch in meinem leben zeige. Laß mich einen geist, einen leib und eine seele mit dir seyn, auf daß ich in dir und du in mir lebest. Lebedu in mir und nicht ich selbst, laß mich dir leben, und nicht mir selbst. Gib, daß ich dich also erkenne und lieb habe, daß ich auch also wandele, gleichwie du gewandelt haft. Bist du mein licht, so leuchte in mir: bist du meine zierde, so schmücke mich schön: bist du meine freude, so er freue mich in dir: bin ich deine wohnung, so besige mich allein; laß mich allein dein werkzeug fenn, daß mein leib, meine seele, und mein geift heilig sey. Du einiger weg, leite mich; du ewige wahrheit, lehre mich; du ewiges leben, erquicke mich. Laß mich ja nicht des bösen geiftes werk zeug seyn, daß er nicht seine bos heit, lügen, hoffart, geiz, torn, unsauberkeit durch mich und in mir ausübe und vollbringe; denn das ist des satans bild, davon du mich, o du schönes vollkommenes ebenbild GOttes! erlösen wolleft. Erneure aber meinen leib, geist und seele täglich nach deinem bilde, bis ich vollkommen werde. Laß mich der welt absterben, auf daß ich in dir lebe; laß mich mit dir auferstehen, auf daß ich mit dir gen himmel fahre; laß mich mit dir gecreuziget werden, auf daß ich zu dir in deine herrlichkeit einges hen möge, amen. Gebet um die Liebe GOttes. freundlicher und gna71. du liebreicher Gott, diger vater! du ursprung und brunnquell aller liebe, aller freundlichkeit, güte, gnade und barmherzigkeit! Ich klage und bes kenne dir schmerzlich, daß in meis nem herzen die göttliche liebe, mit welcher ich dich über alle dinge lieben sollte, durch die erb- sünde so gar erloschen und erstorben ist, daß ich von natur mehr geneigt bin zu mir selbst, zu meiner eige nen liebe und zu der liebe der creaturen, als zu dir, meinem lies ben GOtt und vater; und daß ich demnach dich, meinen lieben Gott und vater, meinen erlöser JEsum Chriftum und den beili gen geist, meinen wahren trößter nicht rechtschaffen und über alle dinge geliebet habe; da du doch das höchste und ewige gut selber bist, welches über alle dinge geliebet werden sollte. Ach! vergib mir solche schwere sünde und grosse thorheit; und wende die schwere strafe von mir ab, da geschrieben stehet: Wer JEfum Chriftum nicht lieb hat, der sen verfluchet. Cilge aber in mir aus alle unor dentliche liebe, die welt- und creas turen liebe, die eigene ehre, die aus gen- luft, die fleisches- luft, das hof färtige leben, welches die herzen der menschen von dir abreiffet. Zünde aber dagegen in mir an die reine Gebet um die kindliche Furcht GOttes. 65 alle menschen in dir und um dei net willen als mich selbst liebe; daß ich aus erbarmender liebe meinen feinden vergebe, dieselben liebe, für sie bitte, ihnen wol thue, und sie also mit güte überwinde; und das alles um der groffen liebe willen meines lieben vaters im himmel, meines er. barmers; um der vollkommenen liebe willen GOttes des sohnes, meines erlösers; und um der inbrünftigen feurigen liebe willen GOttes des heiligen geiftes, meis nes einigen und wahren tröfters, amen. reine und unbefleckte flamme der liebe, daß ich dich um dein selbst willen, als das höchste gut, als die ewige liebe, als die höchste freundlichkeit, als die holdselige lieblichkeit, als die überschwengliche gütigkeit, als die wesentliche heiligkeit, als die lauterste weisheit, gerechtigkeit und wahrheit, und überhaupt als alles gute, und als einen ewigen ursprung alles guten, von herzen lieb habe; nicht sowol in ansehung der beloh nung, des nukens, und der vergeltung, welche du mir aus gna den deswegen verheissen haft; als vielmehr um dein selbst als des höchsten gutes willen: daß ich dir mein hers, willen und vers stand unterwerfe, mit freuden deine gebote und deinen willen gerne chue: denn darins 72. dich. HErr JEsu! die reine liebe deines herzens entzünde mein kaltes her;; die zarte liebe deiner unbefleckten feele erleuchte meine feele. Die liebe deines edlen gemühtes erfülle mir sinn and gemühte. Die liebe deiner göttlichen kraft stärke meine seele und leibeskräfte in deiner liebe; daß ich auch, um deiner liebe wil: len, alles unterlasse was dir mis fället, und alles thue und leide was dir gefället, und darinnen beharre bis ans ende; denn dich also lieben ist die allerschönste weisheit, und wer sie siehet, der lieber sie; denn er siehet, wie groffe wunder sie thut. Gib daß mich auch deine liebe zu dir ziehe, mit dir vereinige, und mit dir, meinem HErrn, einen geift mache, daß ich allezeit an dich gedenke, von dir rede, nach dir hungere und dürfte, und in deiner liebe gesättis get werde, in dir bleibe und du in mir; daß ich durch solche liebe Gebet um die kindliche Furcht GOttes. erschrecklicher Gott, Err, du greffer und der du himmel, erde, meer, und alles was darinnen ist, gemacht bast! dich soll billig fürchten alles was da lebet: denn groß ist deine gute, die du verheissen haft denen, die nicht auf menschen, sondern auf dich trauen. Groß und wunderfam sind deine werke, Herr allmächtiger GOtt! gerecht und wahrhaftig sind deine wege, du könig der heiligen! Wer sollte dich nicht fürchten, HErr, und deinen namen nicht preisen? denn du bist allein heilig. Aber ach HErr! wie gar verderbt sind wir von natur, daß wir so leicht und gerne ohne gottesfurcht in eitelem wesen da hin wandeln, dein wort und gesez, deine liebe und wolthaten, ja deine gerichte und strafen aus den augen segen, und den lüsten des fleisches, wie auch den verführungen der welt, leider! allzuviel folgen. Sch bekenne auch in diesem stücke meine übertretungen vor dir, und bit. te dich in dem namen Chrifti JEsu dei. 66. Gebet um beständige Hoffnung.b deines Sohnes um vergebung. glauben bewahret werden zur ses Und dieweil ich mir selbst in diesem ligkeit. Denn nun wissen wir ar elende nicht helfen kann, so wol me menschen, worauf wir unsere left du, o HErr! durch deinen heis hoffnung segen sollen; nemlich ligen geist die fleischliche sicherheit nicht auf irdische dinge, sondern von mir austilgen, und mein her; allein auf deine grundlose barm jur wahren gottesfurcht lenken, herzigkeit in Chrifto JEfu unserm daß ich dich allezeit vor augen ha heilande. Darum, HErr mein be, für fünden mich hüte, und GOtt! schütte ich jezund mein dich nicht als meinen feind, son herz vor dir aus, und bezeuge, dern als meinen vater fürchte daß ich, mit hintansehung aller ir und ehre. Weise mir, HErr! dischen zuflucht, meine hoffnung deinen weg, daß ich wandele in ganz und gar auf deine gute und deiner wahrheit. Erhalte mein allmacht seze. Du bist der allher: bey dem einigen, daß ich dei mächtige und allein weise GOtt, nen namen fürchte, und in fol- darum weiß ich, du kannst wol hel cher kindlichen furcht, und festem fen: du bist mein gnädiger vater vertrauen auf deine gute, bis an um Chrifti willen, darum hoffe das ende beständig bleibe, amen. ich auf deine väterliche gute, du wirft mich nicht verlaffen. Es ist ta keiner jemahls zu schanden wors den, der auf dich gehoffet hat; und dein wort versichert uns, die hoff nung der elenden werde nicht ver lohren seyn ewiglich. So laß denn mich zu wer dir, wie es die wahrheit erfordert, den über meiner Hoffnung, son daß alles in dieser welt ganz eitel dern erweise an mir deine groffe und vergänglich ist, und daß dem güte. Ja, HErr! erhalte und nach alle diejenige unweislich hans stärke in mir eben diese hoffnung, deln, und sich selbst mit thörichter die ich auf dich gesetzer habe: denn hoffnung betriegen, welche sich auf ich fühle und bekenne, daß mein menschen, auf geld und gut, oder fündhaftes fleisch und blut allzu sonst auf irgend etwas irdisches sehr auf irdischen und vergångli verlassen. Denn es ist freilich chen troft siehet, und sich deswegen nicht anders, als ob man auf trau- eine hoffnung machet, die doch me halten, nach dem schatten nichtig und umsonst ist. Bergib greifen, oder den wind haschen mir, mein Gott! solche meine wollte. Gelobet aber seyst du, va fünde. Tilge aus meinem herzen ter unsers HErrn JEfu Chrifti! alle falsche betrügliche Hoffnung, daß du uns nach deiner groffen die wie ein traum vergehet, wie barmherzigkeit wiedergebohren ein schatten verschwindet, und haft zu einer lebendigen hoffnung, wie der wind dahin fähret. Nimm durch die auferstehung JEfu Chri- auch von mir alle vergebliche, un fti von den todten, zu einem ungläubige und herzfressende forge, vergänglichen, unbefleckten und und gib die gnade und kraft deines unverweltlichen erbe, das behal- heiligen giftes, daß ich im feften ten wird im himmel, uns, die wir glauben beständig auf dich hoffe, aus GOttes macht durch den deiner grundlosen barmherzig keit, 73. Gebet um beständige Hoffnung. armherziger gnädiger Gebet um die Ruhe des Herzens in GOtt. 67 feit, unaussprechlichen güte, und, angerichtet worden ist. Ich bitte unfehlbaren verheiffung gänzlich dich, barmherziger lieber vater! vertraue, und deine gnaden- hül- vergib mir meine fünde, und tilge fe ungezweifelt erwarte. Stärke meine missethaten, um deines und wapne mein her:, o GOtt! lieben sohnes JEfu Christiwillen. daß ich den liftigen anläufen des Erwecke auch in mir friede und fatans in fteter hoffnung auf dich, freude in dem heiligen geifte, daß getroft begegne, die feurige pfeile ich aus erkenntniß und empfinseiner anfechtungen ritterlich aus- dung deiner gnaden, in allen zus schlage, und also, nach dem erem- fällen dieses elenden lebens, allein pel meines heilandes JEsu Chri- deiner barmherzigkeit mich tröste i, einen guten kampf kampfen, und erfreue; ia daß ich in mein m und seliglich überwinden möge. ganzen leben mich deiner väterli Lindere und verkürze mir auch die chen und allein weisen vorsehung trübfal, damit ich sie ertragen kön- gänzlich ergebe; in meinem berufe, ne. Ja du GOtt der hoffnung! was mir gebühret, nach meinem erfülle mich mit aller freude und besten vermögen fleisfig verrichte, friede im glauben, daß ich völlige und im übrigen dir alles befehle, hoffnung habe, durch die kraft deis und deine hülfe und göttlichen nes heiligen geistes, um JEsu segen in kindlicher zuversicht er Chrifti willen, amen. warte, auch darüber geduldig sey und mit freuden aus deiner hand annehme, was du mir nach dei nem heiligen allein weifen willen zuschickest. Ach wie wol ist dem unſehen, der ſolchergestalt ruhe friede in seinem Hilf mir, lieber GOtt! daß ich solche ruhe in allem elende emdeiner hülfe, und dein freudiger pfinden möge. Tröfte mich mit geift enthalte mich. O HErr, mein GOtt! auf dich bin ich ia gewors fen von mutterleibe. Meines her: zens luft stehet zu deinem namen: erhalte mich in stetem kindlichen vertrauen auf deine gute, damit ich alle feurige pfeile des satans, alle anfechtung des gewissens, ja auch alle versuchungen der welt und meines eigenen fleisches rit terlich und mit freuden überwinden, und die verheissene crone der ehren erlangen möge, amen. Gebet um die Ruhe des Herzens in GOtt. und 74. Himmlischer vater, bei sigerGOft! es ist ja diese welt voll unruhe und trübfeliger verwirrung: denn die gottlosen sind wie ein ungestümes meer, das nicht fille feyn kann, und desſen wellen koht und unflaht auswerfen. So ist auch in unserm eigenen fleisch und blute lauter unruhe weiche uns bald zur sicherheit, bald zur kleinmühtigkeit oder ver weifelung, bald zur vergeblichen hoffnung, bald zur ängstlichen sorge antreibet. Ach der grossen eitelkeit und des elendes, daß der mensch sein lebetage so viel schmeren hat mit grämen und leid, daß auch sein herz des nachts nicht rus ber! das machet alles unsere fünde und verderbniß, dadurch der friede gestöhret, die gewissens- ruhe aufgehoben, und hingegen unruGebet um die Erhaltung der christlichen Kirche. be, grämen und herzeleid in uns 75. bater aller barmher, du dir € 2 ne 68 Gebet um die Erhaltung der christlichen Kirche. ne heilige gemeine und kirche auf te, und deinem heiligen namen erden, durch dein wort und den mit reinem berjen diene. Ach heiligen geift sammleft und er HErr! schone deines volkes, und hältest: ich bitte dich, du wollest, laß uns nicht entgelten unsere deine kleine heerde, das arme häuf- fünden, der du die missethat vor: lein, so dein wort durch deine gua mahls vergeben haft deinem volke, de angenommen hat, ehret und be- und alle ihre fünde bedecket; der fördert, ben der rechten, erkannten, du vormahls haft allen deinen reinen und allein seligmachenden zorn aufgehaben, und dich gewenlehre, auch bey dem rechten ge- det von dem grimme deines jorns! brauche der heiligen facramente, trößte uns, GOtt unser heiland! wider alle pforten der höllen, wi- und laß ab von deiner ungnade der alles wüten und toben des lei über uns. Beschütze deine chri digen teufels, wider alle bosheit stenheit, welche sich auf dich al und tyranney der argen welt, belein verläffet, daß die pforten der ständig und fest erhalten. Erhalte höllen sie nicht überwältigen. dein schifflein samt deinen christen mitten auf dem ungestümen meere, unter allen wellen und wasserwogen, daß es nicht sinke noch untergehe. Laß deine liebe kirche feft und unbeweglich auf dem grund fels stehen, darauf sie gebauet ist. OGOtt zebaoth! wende dich doch, schaue von himmel, und siehe an und suche heim deinen weinstock, und halte ihn im bau, den deine rechte gepflanzet hat, und den du Sen und bleibe du mitten unter uns, und weiche nicht von deiner gemeine: thue solches um deines namens willen, daß derselbe nicht entheiliget werde; ia thue es um JEsu Christi deines lieben sobnes willen, amen. Gebet um rechtschaffene Liebe. dir feftiglich erwähler haft, auf 76. HErr JEfu Chriße, daß sein ausgebreitet, deslebendigen Got seine zweige groß werden. Nimm tes sohn! du spiegel der göttli uns, deine schaafe, in deinen chen majestät und ewigen klar schuß, daß uns niemand aus deiheit, der du uns geliebet haft bis ner hand reisse. Behüte uns für in den rod, und aus brünstiger lie. allen denjenigen, welche die ver tilgung der rechten lehre, und die aufricht ung und bestätigung der schändlichen abgötteren fuchen. Laß dein liebes wort, das helle und umwandelbare licht, so uns iezt scheinet, nicht unterges drücket oder ausgeldschet werden; sondern thue hülfe durch deinen groffen und ausgestreckten arm, und erhalte deine tirche und gemeine unter so viel anstöffen in der welt, auf daß du unter uns hie auf erden auch ein volk habest, das dich erkenne, ehre und anbe be am creuze für uns arme sünder gestorben bist, uns damit von dem ewigen tode erlöset, und ein vor: bild der rechten inbrünftigen liebe gelassen haft, wie wir uns unter einander erzeigen sollen: ich bitte dich durch deine groffe treue, du wolleft unsere kalte herzen mit dem feuer deiner göttlichen liebe erwärmen, daß wir dich wahren GOtt, mit dem vater und dem heiligen Geifte in einem ewigen und unzertrennlichen wesen, über alle dinge, und von ganzem her: zen lieb haben; und aus folcher liebe Gebet um Geduld in Leidens: Zeit. 69 liebe dein wort und gebot haltiges, weder hohes noch tiefes ten: daß wir uns auch nach deinem noch keine andere creatur von dei neuen gebote und exempel unter ner ewig währenden liebe scheis einander herzlich lieben, und da den könne, der du lebeft und regies mit, als deine rechtschaffene iün- reft mit dem vater und heiligen ger und wahre christen, beweis geifte in ewigkeit, amen. sen, daß wir wiedergebohren sind, nicht aus vergänglichem, sondern aus dem unvergänglichen saamen, uemlich aus dem lebendigen wors te, das da ewiglich bleibet. Ver: leihe, daß ſich ein jeder chrift des 77.Allmächtiger, sütiger andern, als glieder eines leibes, mit brüderlicher liebe und herz licher treue annehme; und daß solche liebe nicht falsch oder er dichtet, sondern rechtschaffen und ungefärbet fen, daß wir uns un ter einander nicht nur mit wor ten und mit der junge, sondern auch mit der that und mit der wahrheit lieben. Entzünde durch deinen heiligen geist unsere her jen, daß wir nach deinem vorbilde auch unsere feinde lieben, und gutes thun denen, die uns haffen und verfolgen, und dir die rache in allen dingen mit geduld übergeben. O du sohn GOttes! nimm von uns weg allen haß, neid, feindschaft, und laß alle bitter: feit, sammt aller bosheit, ferne von uns seyn, auf daß wir nicht dos band der vollkommenheit trennen und auflösen. Hilf, daß wir einander von Herzen verzeihen, gleich wie du uns vergeben haft; und daß wir die sonne über unserem zorne nicht untergehen lassen, auch nicht raum geben dem läftes rer und leidigem bösewicht. gnade, daß wir dirdienen in recht schaffenem glauben, der durch die liebe kräftig und thätig ist, auf daß wir in dir ewiglich bleiben und du in uns, also, daß uns wes der tod noch leben, weder engel noch fürstenthum, noch gewalt, weder gegenwärtiges noch zukünf Sib Gebet um Geduld in Leidens- Zeit. du eis ne stärke der schwachen, ein heil der Franken, eine kraft der mühselis gen, ein trost der betrübten, eine freude der traurigen, eine zuflucht der verlassenen, eine hülfe der angefochtenen, ein leben der ster benden, ein GOtt der geduld und alles troftes: du sieheft und weisfest, daß wir von natur schwach, und bidde und verzagt seyn im creuze ohne deine göttliche hülfe und beystand nicht bestehen können. Derowegen rufe ich zu dir, wenn du mir Frankheit, oder sonst widerwärtigkeit, nach deis nem göttlichen willen und wolge fallen, zuschickeft; du wolleft mich darunter fest im glauben, und be ständig in der geduld erhalten. Verleih mir gnade, daß ich deine väterliche hand und züchtigung mit sanftem geiste und stillem her. zen ertragen möge. Gib mir ge duld in leidens- zeit, welche mir hoch von nähten ist, und lehre mich, daß ich dir, meinem Gott, stille halte, wenn es mir übel ges het, damit ich die trübsal nicht achte für ein zeichen deiner ungnas de und in meinem herzen nicht ets wa wider dich murre, oder sonst ungeduldig werde; sondern laß mich erkennen, daß, welchen du, HErr! lieb haft, denselben du auch züchtigest zu seiner besserung, denn die trubsal bringet geduld, seduld aber bringet erfahrung, ers fahrung € 3 70 Bebet um wahre Gottseligkeit. fahrung bringet hoffnung, hoff, Deine gnade, daß ich es recht wisse nung aber läsfet nicht zu schanden und verstehe, auch durch deine werden, und selig ist der mann, den kraft könne und vermdge: gib, du, GOtt! strafest oder züchti- daß ich es also ins werk richten geft. Darum soll sich niemand mdge, wie sich es geziemet, und weigern der züchtigung des all wie es meiner feele zu ihrer seligmächtigen: denn du verleßeft keit nüglich und heilsam ist. Ver und verbindest: du zerschmeissest, leihe mir deine gnade, daß der und deine hand heilet. Aus sechs weg, den ich zu dir wandele, sicher, trübsalen wirst du mich erretten, richtig und vollkommen sey; ich und in der siebenden wird mich auch davon im glück und unglück kein übel rühren. So hilf nun, nicht abweiche; daß ich ben guten ewiger barmherziger GOtt! daß tagen mich nicht erhebe, und in ich meine seele mit geduld fasse, bösen tagen nicht verzage: daß ich und in gewisser hoffnung unabge: dir dank sage, wenn es mir wol ge wendet stets an dir bleibe: auf daß het, und geduldig sen, wenn mir es ich mit kindlicher zuversicht dein übel gehet; daß mich nichts er väterliches herz, welches unter freue, als das allein, so mich zu dir dem creuze verborgen ist, erkennen leitet: und mich nichts betrübe, möge: mit allerley kraft mächtig ohne allein das, so mich von dir ab. gestärket werde, nach der grof führet. Laß mich alles thun aus sen macht deiner herrlichkeit, und liebe zu dir: und was zu deinem mit aller geduld und langmuht, in dienste und ehren nicht gereichet, aller anfechtung und widerwär- laß mich als ein lauter todtes werk tigkeit, gewapnet ftehe, und frölich achten. Eaß mich nicht nur aus mit dankbarem gemühte in aller gewohnheit gutes thun, sondern noht, sammt allen deinen gläubis alles zu dir richten mit herzlicher gen, dich preifen möge; auf daß, wie andacht. Laß alles, was vergang ich mitChriftoJEfu deinem lieben lich ist, vor meinen augen gerin sohne, allhie leide, also auch mit ge scheinen; und alles, was dein ihm zur ewigen herrlichkeit erha ift, mir lieber seyn, als das an ben werde, amen. dere alles. Laß mich einen eckel haben für allem, was ohne dich ist; und laß mich nichts begehren, was nicht zu deiner ehre oder zu des nächsten nur gereiche. Laß ge mich mein ganzes Herz zu dir rich brechen mit einem guten vorsaße der besserung bereuen. Hilf mein GOtt! daß ich sey demühtig ohne heuchelen, frölich ohne leichtsin nigkeit, traurig ohne jagen, wahr haftig ohne betrug. Laß mich dich fürchten ohne zweifel, auf dich hoffen ohne vermessenheit, züch tig seyn ohne unreinigkeit, den nächsten strafen ohne rachgier, ihn lieben ohne falschheit, ihm ers baulich Sebet um wahre Gott feligkeit. erleih mir, allmäch 78. ger GOtt! daß ich nach demienis gen, was dir wolgefällig ist, fleifs fig und inbrünstig verlangen trage, weislich und verständlich darnach forsche, es wahrhaftig und eigentlich erkenne, es rechtschaf fen und vollkömmlich ins werk stel le. Richte und lenke meinen stand zu deines namens lob und ehre; und was du von mir for derst, das ich thun soll, darzu gib Gebet um den heiligen Gehorsam. 71 baulich seyn mit worten und wers, gehorsames her: geben. Solches fen ohne hochmuht, gehorsam mein demühtiges gebet wolleft ſeyn ohne widerspenstigkeit, geduldu gnädig erhören, und dir es so, dig ohne murren. Gib mir, o du wie des Salomonis gebet, gefal gnädigster vater! ein munteres len laffen. OHErr JEfu Christe! und wachendes herz, welches keine der du uns einen flaren ſpiegel unnütze sorgen und gedanken von und ein heiliges exempel eines dir abführen; ein unbewegliches vollkommenen gehorsams vorges her, das keine böse neigungen und stellet, indem du deinem himmlis begierden zu sich ziehen; ein un- schen vater gehorsam worden bis überwindliches herz, das keine zum tode, ja zum tode am creuwiderwärtigkeit müde oder matt ze; du wolleft auch in meinem mache; ein freyes und lebendiges herzen solchen gehorsam wirken, bers, welches keine böse luft bin- daß ich in die heilige fußstapfen den und zwingen könne; ein rich deines gehorsams treten möge. Du tiges hers; das kein böser vorsak haft allen denen, die dir gehorsam frummen und beugen mdge. Gib sind, ewige seligkeit versprochen, mir verstand, dich zu erkennen; ach! verleihe mir deine gnade; deiß, dich zu suchen; weisheit daß ich diesen schat der ewigen fe dich zu finden; einen wandel, so ligkeit ja nicht durch ungehorsam Dir gefalle; einen glauben, so dir verscherze. O heiliger geift! der vertraue; eine beständigkeit, so du vonGOtt gegeben wirft denen, sicherlich deiner warte; laß mich die ihm gehorchen; tilge aus meis deine strafen reizen zur buffe, deinem Herzen allen ungehorsam, ne wolthaten treiben zur dank- und pflanze in mich die himmlis barkeit, bis ich deiner freude gesche frucht des gehorsams, auf nieffe in der herrlichen ewigkeit, daß ich auch deiner gnade und gus ter mdge theilhaftig werden. Du bist ein geist des glaubens; amen. du Gebet um heiligen Ge: wollefst auch in mir den gehorsam horsam. des glaubens wirken. Du bist ein geift der heiligung: du wolleft in 79. allmächtiger GOtt, himmlischer vater! ich bekenne und klage dir von grunde meines herzens, daß ich dir nicht allezeit gehorsam gewesen, als ich billig seyn sollen; sondern daß manches mahl widerspens tigkeit in meinem herzen aufſteis get. Ach lieber vater! verzeihe mir diese schwere fünde des unge horsams, und gib gnade, daß ich forthin im kindlichen gehorsam gegen dich wandele. Jchrufe zu dir, himmlischer vater! mit dem Fönige Salomon; du wolleft dei nem knechte,( deiner magd) ein lebens wirken, zur ehre GOttes und erlangung meiner ewigen fe ligkeit, amen. Sebet um Demuht allmächtiger 80. weil dir ein hoffärtiges herz ein greuel ist, und nicht ungestraft bleiben mag: denn wer zu grunde gehen soll, der wird ¡ us vor stolz, und stolzer muht kömmt vor dem falle: ja du, HErr ze. basth! haft allezeit den hochmuht geschändet und endlich gestürzet: du zerstreuest die hoffärtig sind in ihres € 4 72 Gebet um christliche Sanftmuht. ihres herzens sinn, aber den des; bühret zu halten: sondern daß wir mübtigen giebst du gnade, und er von uns mässiglich halten, unse bebeft die niedrigen aus dem stau- re fünde erkennen, und ein zer be; so bitte ich dich, verleihe mir Enirschtes und zerbrochenes her; rechtschaffene chriftliche demuht, haben, welches du nicht verach daß ich lerne von herzen demüh- ten wirft. Behüte mich auch für tig fenn, nach dem exempel mei den ruhmrähtigen, daß ich nicht nes HErrn JEfu Chrifti, welcher, der stolzen spott, und der hof ob er wol in göttlicher gestalt war, färtigen verachtung werde: laß es nicht für einen raub hielt, mich von ihnen nicht untertreten Gott gleich seyn; sondern er dus werden. Gib, daß wir uns alle. ferte sich selbst, und nahm knechts sammt demühtigen unter deine gestalt an: er erniedrigte sich gewaltige hand, auf daß du uns er. felbst, auf daß wir durch ihn zum höheft zu deiner zeit, amen. ewigen leben erhöhet würden, auch solche demuht von ihm lers nen mögten. Behüte mich für Gebet um christliche Sanftmuht. 81. gütiger HERR und aller geistlichen und fleischlichen boffart, laß sie nicht in meinem herzen noch in meinen worten herrschen: sintemahl sie ein anfang ist alles verderbens; denn hoch muht thut nimmer gut, und kann nichts denn arges daraus erwach sen; und wer darinnen stecket, der richtet viel greuel an. Verleihe mir gnade zu bedenken, daß ich nichts als ein schåndlicher koht sey. Was will sich denn die arme erde und asche erheben? darzu was bilft einem der reichthum sammt dem hochmuht? es fähret ia al les dahin wie ein schatte. O lieber GOtt bewahre mich für al lee hoffart und vermessenheit, wie viel harte worte, und wie welche nichts gutes, sondern ei viel härtere schläge, ia die aller: nen jammer nach dem andern an- härteste pein und schmerzen hat richtet. Laß mich nicht aufgebla dein lieber sohn, mein heiland, fen und übermühtig werden in ga- meinetwegen erlitten! und hat, ben, die du mir mittheileft, auf da ihm gefluchet ward, nicht wie daß ich dieselbigen nicht misbrau: der gefluchet; sondern alles dem che, noch iemanden vor mir vers heimgestellet, der da recht richtet. achte: denn wir haben ja nichts von Was ist es denn für ein hochmuht uns felber, sondern alles, was wir und widerspenstigkeit von mir, haben, das kommet von dir; wie daß ich elender sterblicher mensch, kann sich denn iemand rühmen, ich arme erde und asche, nicht eins als ob er es nicht empfangen hat mahl ein hartes wörtlein vertra te? Darum hilf, daß niemand weigen, und die von dem nächsten mir ter von sich halte, denn sich es ge: zugefügte beleidigung und schaden leutselig zur busfe einladeft, und so langmühtig auf unsere bekeh. rung wartest: gönne und gib mir den reichthum deiner langmuht und sanftmuht. Ach HErr! wenn mir das allergeringste von mei nem nächsten zuwider geschiehet; so gehet leider! oft das feuer des jorns und der rachgier in meinem herzen an. Darum bitte ich de mühtiglich, du wolleft diese schno de begierde meines sündlichen fleisches durch deinen geist tödten. nicht Gebet um Billigkeit und Barmherzigkeit. 73 nicht mit fanftmühtigem herzen, tch ia wider meinen feind zürnen erdulden und überwinden kann? und rache üben will; so gib, daß Ach du liebster HErr JEsu! du ich wider meinen eigenen zorn, schreiest ja überlaut: lernet, ler und also wider mich selbst ürne net von mir, denn ich bin sanft und ergrimme: denn der zorn ist mühtig, und von herzen demühia einer von meinen größten und tig! So rufe ich dich nun an mit gefährlichsten feinden; weil er flehendlichem seufzen; nimm mich meine seele tödten, und mich dem auf in die schule des heiligen gei- ewigen tode und verdammniß stes, da man ein thäter deines übergeben will. Gib auch, daß ich wortes wird; daß ich darinnen meinen mund bewahre, und meivon dir rechte wahrhaftige sanft nen gang in allen meinen wegen muht wol fassen und lernen möge. Flüglich führe und richte, auf daß Ach mit wie so mannigfaltigen ich meinen nächsten weder mit und schweren sünden erzürne ich worten noch mit werken beleidige. dich, o gütiger vater, deren ver O HErr JEsu Christe! du leutfes gebung ich täglich bedarf! Wie liger, sanftmühtiger und freund. dürfte ich denn, der ich ein menschlicher lieber heiland! gib, daß bin, gegen einen menschen zorn ich vor allen dingen den fußstapfen halten, und hingegen von dir, dem deiner sonderbaren fanftmuht HErrn des himmels und der er- und geduld richtig nachfolge, und den, vergebung bitten? Das wollte mit aufrichtigem treuen herzen ja ein ungeschickter handel seyn: meinen nächsten liebe, und ungegen meines gleichen begehre ich sträflich sey vor GOtt und unserm keine erbarmung zu üben; aber vater auf deine zukunft sammit ale von dir, o HErr, dürfte ich verzeilen deinen heiligen, amen. hung bitten! nein, wo ich dem näch Ren feine fehler nicht vergebe, so Gebet um Billigkeit und kann ich auch von dir meiner fünden vergebung nicht hoffen. Dar um, o gnädiger vater! der du bist Barmberzigkeit gegen den Nächsten. von groffer langmuht und erbar 82. Barmherziger GOTT, mung, gib mir den ge duld und sanftmuht, damit ich wider meinen nächsten, wenn er mir etwas zuwider thut, keinen jorn fasse: sondern mich für eifer und rachgier, als für meiner feelen feinden hüte: oder da ich ja aus unvorsichtigkeit einen zorn und unmuht gefaffet, daß ich den felben geschwind ablege. Laß die fonne niemahls über meinem zor ne untergehen, damit sie nicht zum jeugniß meines grimmes wegschei de. Laß mich auch nicht im zorne einschlafen, damit solcher schlaf mich zornigen menschen nicht dem tode überantworte. Und wenn reicher vater! wir arme sündliche menschen bekennen dir unseres herzens angebohrne unart und härtigkeit, daß wir leider! zur unbarmherzigkeit, haß, feind schaft, ungerechtigkeit, unbilligkeit und eigennuß von natur geneigt sind; und damit an unserem nächsten uns mannigfaltig verfündiget haben, mit ihm derge= stalt nicht mitleiden gehabt, noch ihm so willig vergeben noch benges sprungen, wie wir sollten. Wir haben leichtlich gerichtet und ver: dammet, ungern vergeben, frar: sam und nachlässig gegeben. Ach HErr, € 5 74 Gebet um die Versöhnlichkeit. HErr, barmherziger vater! vers geift såen, auf daß wir nicht von gib uns diese schwere sünden, um dem fleische das verderben, son deines lieben sohnes JEfu Chri- dern von dem geifte das ewige le sti willen; und laß ja nicht hins ben ernten mögen. So wirst du wieder nach deinem gerechten uns, HErr! erretten zur bösen gerichte unbarmherzigkeit oder zeit, und nicht geben in unserer strenges recht wider uns ergehen. feinde willen. Insonderheit wirst Gib uns allesammt mitleidige er du uns barmherzigkeit ben dir barmende herzen, welche da des finden lassen an ienem tage und nächsten elend jammere; damit in unserer legten noht; und wirkt wir ja feine betrübniß nicht gröffer nach deiner grossen barmherzigkeit machen, sondern so viel möglich uns aushelfen zu deinem himmlis fie lindern helfen; daß wir uns schen reiche. Dir sey ehre von der fremdlinge, der witwen und ewigkeit zu ewigkeit, amen. raisen erbarmen, und allerweebet um die Versen nach vermögen gerne helfen. Ach lieber GOtt! du haft gefal len an barmherzigkeit, und nicht am opfer: so laß uns doch allesammt anziehen herzliches erbarmen, freundlichkeit, demuht, sanft muht, geduld, daß wir ia gerne vergeben, gleichwie uns Christus vergeben hat. Gib, daß wir allenthalben in worten und wer Een gegen unsern nächsten also handeln, wie wir wollen, daß man mit uns handeln soll; und unsere sachen also einrichten, daß wir nie manden unrecht thun. Regiere uns durch deinen heiligen geist, söhnlichkeit. Gnädiger GOLF und 83. vater! ich beklage meine unart vor dir, wie ich so trage bin denen zu vergeben, die mich beleidiget haben. Du hättest ursach mich deswegen von dei nem angesichte zu verwerfen, und mir auch nicht zu vergeben: aber du bist GOtt und nicht ein mensch; bey dir ist gnade und viel vergebung, weil deine wege nicht wie unsere wege sind. Darum vergib und tilge in mir, mein Gott! daß wir vorsichtiglich wandeln, solche unversöhnlichkeit. Lehre nicht zu weit greifen, noch iemand mich bedenken, wie ich dich so übervortheilen im handel. Neige oft, täglich und stündlich beleidis unsere herzen zu deinen zeugnis ge, und doch vergebung von dir ein, und ja nicht zum geiz, welcher hoffe; daß ich also nach deinem iene wurzel ist alles übels. Gib exempel meinem bruder, der an uns erbarmende und mitleidende mir fündiget, voll liebe und fanft: herzen, daß wir dem dürftigen muht, nicht nur siebenmahl, son gern mittheilen, und wol zu thun dern siebenzigmahl siebenmahl nimmermehr vergessen. Eaß ja, vergebe. Gib mir gnave, die strafe recht zu betrachten, die du den unversöhnlichen draueft, welchen du auch nicht vergeben, sondern sie in den kerker werfen willt, bis sie den letzten heller bezahlen. Laß mich auch das exempel Chrifti, meines HErrn, der für seine fein de und creuziger bat, zur wahren und o HErr! unsere bergen durch die schåndliche liebe des seitlichen nimmermehr bethdret werden; sondern gib, daß wir alles für fobt achten, gegen der über ich wenglichen erkenntniß JEsu Chrißi, und unser zeitliches nicht auf das fleisch, sondern auf den Gebet um Sieg über den Satan, 75 and herzlichen versöhnung bewes, waltigen und liftigen feind wir gen, daß ich meinem bruder seine fehler von herzen vergeben möge. Endlich laß mich auch der verges bung meiner fünden theilhaftig und gewiß werden: laß mich in deiner gnade leben, und in derselben selig sterben, durch JEsum Chriftum unfern HErrn, amen. haben; da wir nicht mit fleische und blute, sondern mit dem fas tan, der ein fürft dieser welt ist, zu kämpfen haben. Erbarme dich unser, du getreuer GOtt! mache uns wacker und stark in der macht deiner stärke. Thue uns an mit deiner rüstung, daß wir bestehen können gegen die liftige anläufe Gebet um Sieg über des teufels; siehe uns an deinen den Satan. 84.Darker sütiger harnisch, umgürte unsere lenden mit wahrheit, lege uns an den krebs der gerechtigkeit, und hilf, GOtt, himmlischer daß wir gestiefelt feyn mit dem vater! wir hören aus deinem evangelio des friedens. Vor algöttlichen worte, daß der teufel, len dingen aber gib in unsere hers der alte drache, die listige schlanzen den schild des glaubens, mit ge, unser widersacher, um uns her welchent wir ausldschen können gehe, wie ein brullender löwe, und alle feurige pfeile des bösewichts. fuche, welchen er verschlinge; und Seße uns auf den helm des heils als ein tausend künstler nach un- und reiche uns das geistliche serer seele stelle, wie er uns in schwert, welches ist dein ſeligmaschande und laster, oder gar zur chendes wort; damit wollen wir verzweifelung bringen möge. Denn thaten thun, und mit dir wollen siehe, er hat uns nachgestellet, uns wir unsern widersacher, den teumit überfluß, mit armuht, mit fel, ritterlich überwinden, und wollüften, mit bekümmerniß, mit in deinem namen zurück schlagen. begierde nach seitlicher ehre und So du uns beystehest, fürchten hoheit, mit verlangen nach zeit wir uns nicht, wenn gleich die lichem reichthum und gewalt, mit welt unterginge, und die berge bauch- und nahrungs- sorgen, mit mitten ins meer sünken: denn aller ungerechtigkeit und fünden du bist unser helfer, der du lebest iu fangen: er hat uns fallstricke und regierest in ewigkeit, amen. geleget in worten und werken, tag und nacht. Wo wir uns hin wenden, sch leicht er uns mit seinen Gebet um Regierung versuchungen nach; wir wachen oder schlafen, so gehet er uns nach der Zunge, daß man mit der als ein brüllender löwe und fü Rede nicht fündigen mrige. chet uns zu verschlingen. O HErr! ver kann entfliehen? denn siehe, 85.2 here, bu heiliger, wachet unterlaß, und ruhet nicht; wir aber, aus trägheit unsers fleisches, wachen nicht em fig genug, daß wir ihm durch deis ne hülfe widerstand thun mögten. So eröffne nun unsere augen, das wir erkennen, was für einen ge: wahrhaftiger und treuer GOtt, lieber himmlischer vater! ich bekenne und klage dir von grunde meines herzens, daß ich armer elender mensch neben andern vielen fünden auch damit deine gebote sehr übertreten habe 76 Gebet um Regierung der Zunge. narren haben ihr her: im maule, aber die weisen haben ihren mund im herzen: wo viel worte sind, da gehet es ohne fünde nicht ab; wer aber seine lippen hält, der ift Flug: und wer seinen mund bes wahret, der bewahret sein leben, mer aber mit seinem munde hers aus fähret, der kommt in schrekken. So lehre mich nun auch die edle tugend der verschwiegen heit, und daß ich kein unnüßes faules geschwät aus meinem munde gehen lasse, sondern was gut und nüglich zur besserung ist, da es noht thut, daß es holdselig sen zu hören. Chue meinen mund auf, daß meine lippen deinen ruhm verkündigen. Laß mich als lenthalben deines namens ehre suchen, dich recht erkennen, loben und preisen, darneben meinem nächsten aus christlicher liebe al les gute von herzen gönnen und wünschen, ja auch diejenige je: gnen, die mir fluchen, und für die bitten, so mich beleidigen. Gib, daß ich die wahrheit von ganzem ge mühte liebe, und kein falsch hers habe, sondern treu und wahrhaf tig sen in allen meinen zusagen. Stärke mich durch die kraft dei nes heiligen geistes, daß ich den listigen und geschwinden verfüh tens, verrahtens, afterredens, verrungen des bösen feindes, welcher leumdens und aller falschheit ein vater der lügen ist, kräftiglich enthalte und schame; der wahrheit widerstehe. Pflanze hergegen in aber und des glimpfes mit allem mein her; treue und aufrichtigernste mich befleisse und alles zum feit, damit ich ein gutes freudi besten wenden helfe; und gegen ges gewissen vor dir habe, und meinen nächsten mich auch im iedermann redlich unter die augen erden also verhalte, wie ich wollte, gehe. Gib, lieber himmlischer daß man mir thun mågte. Schre vater! daß wir allesammit, aus bes trach. daß ich meine junge und mund mich ein schloß an meiner mund nicht recht und vorsichtig regie legen, und ein fest siegel auf mein ret, auch in meinen worten und maul drücken, daß ich dadurch geberden die wahrheit, aufrich nicht zu falle komme, und meine tigkeit, glimpf und verschwiegen- ¡ unge mich nicht verderbe. Dein heit, wie auch den rechten ehrer- wort saget ia ausdrücklich: die bietigen gebrauch deines hohen und heiligen namens nicht gebührlich in acht genommen habe. Ach! wie oft habe ich, mein GOtt! mit meiner junge die unwahrheit geredet, oder meinen nächsten ver unglimpfet, unbesonnener weise verachtet, oder ungütlich von ihm geurtheilet! Wie oft habe ich deinen namen misbraucht, und vergeblich geführet, auch wol gar im zorn, oder sonst geschworen, gefluchet, und dem nächsten böses gewünschet! Das ist mir al les von grunde meines herzens leid. Ja HErr! du kennest mei nes herzens grund, du weißt, daß mir es herzlich leid ist: ach! so vergib mir doch alle solche meine finde um Jesu Christi willen. Erleuchte meinen verstand, daß ich erkenne, wie hoch und heilig deine majestät sey. Rühre mein und unser aller herzen, daß wir aus kindlicher furcht uns für al em misbrauch deines heiligen namens, und für allem leichtfers tigen schwören, fluchen und bösen wünschen von Herzen hüten und vorsehen. Regiere mich auch durch deinen heiligen und guten geist, welcher ein geift der wahr: heit ist, daß ich die zeit meines lebens mich alles lugens, verach Gebet gegen des Fleisches Anfechtung 77 trachtung deiner hochheiligen mas, heiliger geift regiere, und ich dem. jestät, uns für aller gotteslås selben in wahrer gerechtigkeit fol sterung, für allem misbrauch dei nes heiligen namens und selig machenden wortes, für schandbaren worten, narrentheidungen und unziemlichen scherz, auch für falschen worten und geberden, hüten; von deinem namen, worte und werken nicht anders als chrerbietig und mit andacht gedenken und reden; und unsere freude nicht im faulen geschwät oder afterreden über unsern nach sten, sondern im frölichen lobe der nes heiligen namens suchen; da mit wir dermahleins mit herzen und munde in deinem reiche dich ewiglich ehren, und mit freuden zu deinem lobe und preise singen mogen: Heilig, heilig, heilig ist GOtt, der HErr jebaoth! amen. ge; weil ich und alle, die Christo deinem sohne angehören, nicht fleischlich, sondern geistlich seyn sollen, und schuldner sind, nicht dem fleische, sondern nach dem geiste zu leben; auf daß wir nicht an der seele sterben müssen. Nachdem aber das fleisch allwege wider den geist, und den geift wider das fleisch gelüftet, und die selbigen stets wider einander seyn, und im kampfe liegen; so bilf, getreuer GOtt! daß der heilise geift, welchen du mir in mei ner heiligen taufe und durch dein liebes wort geschenket hast, in mir über das fleisch herrsche und die oberhand gewinne, und ich demselben allezeit unter worfen sey; auch durch seine kraft des fleisches geschaffte mit allen begierden und wollüften tödten Gebet möge, daß ich hinfort nicht nach meinem eigenen willen in eitelkeit meines sinnes wandele. Laß 86. Barmherziger fanft mich nicht von fünden und werken übergegen des Flei sches Anfechtung. 1 ger vater! du weißt, daß in mei nem fleische nichts gutes wohnet: sintemahl ich gan; in fünden empfangen und aus fündlichem saamen gezeuget bin: darzu mein fleisch und blut also verderbet ist, daß ich aus eigener vernunft nicht vernehmen noch verstehen kann, was des geistes GOttes ist: ich rufe zu dir, du wollest mir das rechte erkenntniß deines lieben sohnes offenbahren, auf daß ich dein heiliges wort und die geistli the dinge nicht nach meinem fleischlichen verstande richte oder beurs theile, auch nicht fleischlich gesins net sey. Bib, daß ich meinen leib betäube, das böse fleisch zwinge, und es fammt den lüßen und begier den creuzige; also, daß mich dein wunden werden. Und wenn ich ia bisweilen vom fleisch und blute übereilet werden, oder aus schwachheit in fünden fallen und straucheln sollte; so gib gnade, daß ich durch deine göttliche hülfe. und durch die kraft des heiligen geistes, mich endlich wieder auf richten möge. Verleihe, daß mein leib nicht geil, frech und unge. zähmet werde; sondern daß ich ihn betäube durch ein nüchternes und mässiges leben, und ihn unter das ioch deiner gebote bezwinge, auf daß ich mich durch deine gnade reinige von aller befleckung des fleisches und gemühtes, und fort fahre mit der heiligung in deiner furcht; damit mein geift sammt der seelen und dem leibe unsträflich behale 78 Gebet gegen des Fleisches Anfechtung. behalten werde auf die zukunft| welche des fleischesluft angereizer unseres HErrn JEfu Chrifti, zur und entzündet wird, und daß ich ewigen herrlichkeit, amen. mich hingegen zu deinen zeugnis sen halte, und alle meine luft an deinen geboten habe: sonderlich aber daß ich alle; eit bedenke, wie so eine groffe unaussprechliche und ewige pein auf die kurze und elende luft diesee lebens erfolgen werde; damit ich desto lieber aller fleischlichen luft widerstrebe, und allein trachte nach dem, das dro ben ist, da mein heiland JEſus Christus ift; damit ich dermahleins allezeit ben ihm senn möge, da ich mit rechter himmlischer wolluft, als mit einem strome, werde ges tränket werden; da ewige freude über meinem haupte seyn, frende und wonne mich ergreifen und al ler schmerz und herzeleid weg müf fen wird. Dahin hilf, o vater! mir und allen frommen hersen, um JEfu Chrifti willen, amen. Noch gegen des Fleisches Anfechtung, bdse Gedanfen und Lüfte. 87. Heilige GOtt, eiliger und gerechter barmherziger lieber vater! dir bekenne und kla ge ich die groffe unart meines ver kehrten fleisches, und die unrei: nigkeit meines herzens, aus wel chem, als aus einer giftigen quelle allerley böse lüfte entspringen, die wider die seele streiten. Ach HErr! wie oft, wie geschwind übereilet und bethöret mich ein böser gedanke, eine verkehrte luft, und untersicher sich mein her: eins zunehmen, und zur sünde zu verz leiten! Herzlich leid ist mir sol ches, und ich habe keinen gefallen an den bösen gedanken und lüften des fleisches. So vers wirf mich doch nicht von deinem angesichte, o mein GOtt! und nimmt deinen heiligen geist nicht von mir. Schaffe aber in mir ein Gebet um sein felbft Erkenntniß. reines herz, und gib mir einen 88.2ch mein lieber himm lischer vater! von neuen gewissen geift, damit ich die welchen alle weisheit und alle er vergängliche luft der welt fliehe, kenntniß kommet: gib mir weis und nicht nach meinen lüften wan heit, daß ich mich selbst recht er dele; sondern meinen willen bre tenne, wer ich von natur sey, wo che, und deinem allein guten wil her ich sey, und was ich seyn wer len von herzen gehorche. Ber de. Von natur bin ich leider! gib mir auch, o HErr! meine ein armer fünder, voll unreinig verborgene fehler um Chrifti wil- keit; ich bin aus fündlichem faa len, und wapne mich durch deinen geist, daß ich ia die fünde in mei nem fterblichen Leibe nimmer mehr herrschen lasse, ihr gehor: sam zu leisten in ihren lüften; son dern daß ich dir lebe im glauben und rechtschaffener heiligkeit. Regiere mich allezeit, daß ich von bergen alle dinge fliehe, durch herab gebohren aus dem waffer men gezeuget, und meine mutter hat mich in sünden empfangen: über dis bin ich annoch im elende, auser dem rechten vaterlande, im hause der fünder, und werde dem tode und den würmern zu theil werden. Aus gnaden aber bin ich dein liebes find, von oben und Gebet um treue Verrichtung seines Berufes. 79 verunreinige; sondern daß ich thue was dir wolgefällt, und ich dein werkzeug sey, dadurch du deinen heiligen willen vollbringen md gest. Gib, daß in mir nichts sey, als was dein ist, und was du in mir wirkest. Omein GOtt! bes halte und bewahre deinen stuhl, deinen sig und wohnung in meinem herzen, auf daß ich in dir, und du in mir ewig bleibeft, auf daß nicht ich, sondern mein HErr Christus in mir lebe; und daß, was ich hie im fleische lebe, ich im glauben des sohnes GOttes leben möge, der mich geliebet, und sich selbst für mich dargege ben hat. Darum gib, daß ich als ein rebe in dir, dem lebendigen weinstocke bleiben, und gute früchte bringen möge, daß ich in dir grüne wie ein palm- baum, und wachse im glauben, wie eine ceder auf dem geistlichen Libano, und daß ich gepflanzet bleibe im hause des HErrn, und in den vorhöfen meines GOttes grünen möge, damit ich verkündige, wie du, e mein HErr und Gott! so fromm bist und ist kein unrecht an dir, amen. und heiligen geiste: bin hie im reiche der gnaden, und glaube, daß ich in das reich der herrlichkeit kommen werde. Ach mein GOtt! ich danke dir, daß du mich zu einem vernünftigen menschen, und nach deinem ebenbilde ge schaffen. Gib, daß ich freundlich, fanftmühtig, liebreich, gütig, barmherzig, demühtig und milde sen gegen jedermann. Du hast mir ,. lieber vater! eine unsterbliche feele gegeben: gib mir nun auch die guade, daß ich nicht sterbliche dinge suche, und meine unsterbliche feele nicht mit sterblichen dingen beschwere: denn wer feine feele mit eitel fierb lichen dingen beschweret, der macht sie zum guten immer unge schickter, und sersenket sie endlich inden ewigen tod. Ach wie viel feinde hat unsere arme feele! und wenn wir dieselbe dem HErrn wieder geben, der sie uns gegeben hat, so haben wir hie wol gefirits ten. Ach mein HErr JEsu Chris se! du hast mich durch dein wort und facramente und durch dei nen heiligen geift zu einer neuen creatur wiedergebohren. Gib mir die gnade, daß ich in der neuen gebuhrt lebe in rechtschaffener gerechtigkeit. Sib mir gnade, daß ich bedenke, daß ich zum ewigen leben geschaffen und erldGebet um treue Verrichtung seines Berufes. hit ſet ſen, auf daß ich die zeitliche 89.2llmächtiger, ewiger wolluft verschmähen lerne. Gib, das ich stets bedenke, daß ich zu göttlichen himmlischen dingen er leuchtet und geheiliget bin, da mit ich nicht irdisch gesinnet sey; sondern mein fleisch zwingen ler ne, auf daß es die göttlichen wer fe in mir nicht verhindere. Gib, daß ich fiets bedenke, daß du mich in deinem tempel und wohnung geheiliget haft, auf daß ich mich durch die fleischlichen lüfte nicht GOtt, himmlischer vater! ich bekenne und Flage dir von grunde meines herzens, daß ich in meinem stande und bes rufe nicht so treulich und fleiffig gearbeitet, als ich billig thun fol len; daß ich manchesmahl tråge gewesen zu dem, was ich hätte thun sollen. Ach lieber vater! verzeihe mir diese fünde, und gib gnade, daß ich forthin die werke meines berufs mit treuem fleiffe verrichte; sende die weisheit herab vonl Gebet um des Leibes Nahrung und Unterhalt. 80 von deinem heiligen himmel und aus dem throne deiner herrlich keit; sende sie, daß sie ben mir sey, und mit mir arbeite, daß ich erkenne, was dir wolgefalle. HErr JEfu Christe! der du uns so treulich und fleissig vermahnet haft, wir sollen in den weinberg GOttes gehen und darinnen arbeiten; wir sollen handeln, bis du wiederkommen wirst: bist uns auch selber mit deinem exempel vorgegangen, indem du das werk, darzu dich dein himmlischer vater auf erden gesandt hatte, mit groß sem fleisse verrichtet haft; gib gnade und segen, daß ich deiner getreuen vermahnung, und deinem heiligen exempel folge, in meinem ftande und berufe fleissig arbeite, und des göttlichen segens und ges deyens dabey erwarte. O heiliger geist! dämpfe und bezwinge in mir mein sündliches fleisch, welches immerdar zum müssiggange, jur trägheit und faulheit geneigt ift. Hilf, daß ich brünstig im geifte fen, und den weg meines berufs und der göttlichen gebote mit freudigkeit laufen möge. Segne meine arbeit, und regiere mein her; also, daß ich alle mein thun und arbeit zu GOttes ehren und des nächsten nuk richten, und endlich in die ewige ruhe und freude, nach der mühseligen arbeit dieses sebens, eingehen möge, durch JE lum Chriftum meinen treuen bei land, amen. Aller nähret haft, und mir alle tage speise, trank und kleider verschaf feft; mich mit aller nohtdurft und nahrung des leibes und leObens reichlich und täglich versor: geft. Denn siehe, nacket und bloß, dürftig und elend bin ich auf diese welt kommen: du aber beschereft mir, was zu meiner unterhaltung ndhtig ist. solcher deiner wolthaten beken: ne ich mich ganz unwürdig und habe deren keine verdienet. Herr mein GOtt! groß sind deine wun der der gnade, die du an uns bes weiseft, dir ist nichts gleich: ich will sie verkündigen, und davon sagen. Und wiewol sie nicht zu zählen sind, so will ich doch dein lob nicht verschweigen; sondern deine gute verkündigen den kin des- kindern, und von deiner treu sagen den nachkommen, weil ich hie bin. Ich bitte dich, wollest mich hinfort auch nicht verlassen, sondern mir speise und trank, nahrung und kleider be scheren; denn du weisfest, daß wir solcher deiner gaben, zu die sem zeitlichen leben, nicht entbeh ren können, auch solche uns sel ber, ohne dich, nicht zu erwerben vermögen; sondern wenn du gie: best, so sammlen wir, und wenn du deine hand aufthust, so wird alles, was da lebet, mit wolgefallen ge sättiget. Desgleichen verleih auch, daß wir deine milde gaben nicht misbrauchen zur fünde, uns nicht damit überschütten, noch unsere herzen beschweren mit fref sen und saufen, und mit sorgen der nahrung: damit wir nicht dem mammon dienen, und in versu du Gebet um des Leibes Nahrung und Unterhalt. ch danke dir, du könig 90. himmels und der erden! daß du mich die ganze zeit meines Lebens, von jugend an bis auf diese ge genwärtige stunde so väterlich erviel thörichter und schädlicher lu fte fallen, welche die menschen ins verderben und in die verdammnik versenken. Behüte uns für dem leis digen Gebet um ein seliges Ende. 81 igen getze, welcher eine wurzel gedenke, auf daß ich in dieser welt alles übels ist, daß wir uns durch nicht mir selbst, sondern dir lebe denfelben nicht verführen lassen, und sterbe; damit ich im wahren damit wir nicht vom glauben irre glauben den tag meiner heimgehen, und uns viel schmerzen fahrt, und der erscheinung deines chaffen. Dargegen aber, o gütiger sohnes JEfu Chrifti wacker und GOTT! gib guade, daß wir alle frölich erwarte, und derselben mit unsere sorge und anliegen auf heiligem wandel und gottseligem dich unsern lieben vater im him wesen freudig und geschickt entge: mel jederzeit werfen, und uns an gen eile. Begnade mich mit ei dem täglichen brote, und an deinem seligen abschiede, wenn mein er milden gabe begnügen lassen, temahl es ein groffer gewinn it, wer gottselig ist, und ihm begnügen lasset in Christo JEfu un crm HErrn, amen. stündlein herzu nahet; daß ich selig sterbe, und ein vernünftiges ende nehme, daß mir verstand und sinne nicht verrücket werden, und ich nicht aberwißig rede, oder låster worte wider dich, meinen Gebet um ein seliges HErrn, und wider meine feligkeit führe. Behüte mich auch für einem bösen schnellen tode, und für STA Ende. 91. sütiger GOtt! du haft dem menschen ein iel geseget zu leben, welches er nicht überschreiten kann: denn er hat seine bestimmte zeit, die zahl ſeiner monden stehet bey dir. Alle unsere tage haft du gezahlet, wel: he doch schnell dahin fahren, wie in strohm, nicht anders als fldgen e dahin: alle unsere jahre sind wie ein rauch und schatten, der der ewigen verdammniß. Laß mich nicht plözlich und unversehens von meinem lezten stündlein überfallen werden, sondern daß ich mich zuvor mit wahrer busse und rechtem glauben bereite; und wenn dasselbige kommet, so mache mich freudig und unverzagt zu dem seitlichen tode, der mir nur die thur aufthut zum ewigen le ben; und laß mich deinen diener alsdenn in friede fahren, denn meine augen haben deinen heiund wie eine blume auf dem land gesehen, welchen du bereiter felde, die bald verwelket. So haft, vor allen völkern, ein licht zu lehre mich doch nun erkennen, daß erleuchten die heiden, und zum ein ende mit mir haben muß, preis deines volkes Ifrael. Gib, daß mein leben ein ziel hat, und daß mein leates wort sen, welches ich davon muß. Siehe, meine tage dein lieber sohn am creuze gesproand einer hand breit bey dir, und chen: Vater, in deine hände be mein leben ist wie nichts vor dir. fehle ich meinen geist. Und wenn Bie gar nichts sind alle menschen, ich nicht mehr reden kann, so erdie doch so sicher leben! Ja HErr! höre doch mein lestes seufzen, lehre mich bedenken, daß ich fter durch JEsum Chriftum, amen. ilich vergehet. Der mensch itwie gras, welches bald verdor Noch um ein seliges en muß, und allhier in dieser ilgrimschaft keine bleibende ståt habe. Thue mir kund mein es und vergängliches wesen, Ende. ich oft und viel an mein ende 92. HErr JEfu Chrifte! Der den 82 Gebet um ein feliges Ende. den tod überwunden, und durch deiner heiligen engel, mit würdi dein leiden ihm den stachel geger geniessung deines allerheilig. nommen hast, also, daß der tod uns nur eine thür zudem himmel, und ein eingang zu der ewigen ses ligkeit worden ist: erbarme dich meiner, und insonderheit in mei ner lezten todes- stunde; so dann nimm dich ja, lieber HErr: mei ner armen feele herzlich an. Laß mich doch deine guade alle tage meines Lebens regieren und leiten, damit ich in starkem glau-: ben und heiligem wandel auf deine zukunft warte, und fertig und bereit sey zu dir einzugehen, zu welcher zeit du auch kommest und mich absorderst. Ach HErr! laß mich doch nicht unversehens noch allzu schleunig sterben, sondern nach gemeiner weise der men: Testament eines from ichen, aber mit rechtschaffenem men Christen, alle Wochen oder glauben und wahrer gottseligkeit; alle Monate zu sprechen oder zu betrachten. auf daß alle, die mich sterben ses. hen, deine sonderbare gnade ar mir erkennen, und dieselbe meis 93.Barmherziger GOTT! himmlischer vater, netwegen preifen. Ach HErr! laß dieweil ich weiß, daß ich einmahl mich doch bis an meinen lezten sterben werde, weiß aber nicht, teuffer bey vollem verstande; und wenn es geschehen soll, sondern verleihe ia, daß ich sterbe des to muß alle augenblicke gewärtig des der gerechten! Gib, daß ich seyn, daß ich durch den zeitlichen vorher alles zum ende gebracht tod von dir abgefordert werden habe, was ich dir angelobet und könne: so treibet mich die höchste versprochen; und daß ja niemand noht daß ich mich, weil ich noch nach mir zurück bleibe, den ich ge- odem in mir habe, zum sterben be drücket oder dem ich unrecht ge- reite, und mein testament aufrich than hätte. Walte mit deiner te, solches wirst du, o GOtt! nicht gnade über diejenigen, so ich hin verachten. Derowegen danke ich terlaffe; und gib, daß wir an dem dir vor allen dingen, allmächtiger orte der ruhe und erquickung wie GOtt! für alle deine gaben, die du derum zusammen kommen. Er mir die ganze zeit meines Lebens halte mich, o HErr! in friede und bis hieher geschenket haft; daß du in der einigkeit deiner kirchen und mir einen menschlichen leib, und gemeine, und segne mein todten- eine vernünftige feele gegeben, bette mit einem treuen, weisen auch mich mit innerlichen und und trostreichen seel- forger, oder auferlichen gütern der feelen, des mit einem andern treuen und verleibes und des Lebens gezieret ständigen christen, wie denn auch haft. Insonderheit sage ich dir in mit dem beystande und geleite ewigkeit von grunde meines her: zens sten abendmahls, mit starkem glauben, mit fester hoffnung, mit geduld und mit brünstiger liebe gegen dich, meinen GOtt, und ge gen alle menschen. Dir befehle ich meine seele, o HErr! als eine theure kostbare beylage, nimm sie auf in deine arme, und laß sie da warten auf den tag deines grossen gerichtes, und laß sie alsdenn midem leibe der vollkommenen klar heit und herrlichkeit, deines ewis gen und himmlischen reiches theils haftig werden, laß mir diese, alles aus gnaden wiederfahren, HErr JEsu, amen. Testament eines frommen Christen. 83 jens lob, preis und dank für die wolle. Lebe in mir, wenn ich feligmachende erkenntniß deines sterbe; und wenn nun meine fecle lieben sohnes JEfu Christi. In aus diesem meinem Leibe, als derselben bekenne ich hiemit vor aus ihrer herberge, reifen wird: dir, daß ich ein armer fünder bin, so nimn: meinen geist in deine wegen der verderbten natur, auch hände zu den himmlischen freuwegen täglicher wirklicher fünden; den leib aber laß in die erde den, die ich wissend und unwissend verscharret werden, und verleihe begangen habe, über welche alle ihm am jüngsten tage eine fröliche ich schmerzlich leid trage; iedoch auferstehung zum ewigen leben. aber traue und baue ich, mit kind- und damit mir zu meiner reise licher zuversicht, auf deine grund aus diesem leben nichts hinderli: lose gute und väterliche gnade, in ches vorfalle; so habe ich schon Christo JEfu, der für meine fünde wegen des irdischen richtigkeit mit seinem verdienste vollkom- gemachet. Ich fage derohalben men genug gethan, und die strafe in meinem Herzen ab den zeitlider ewigen verdammniß aufgeho- chen gütern, allen weltlichen anben hat. In solchem wahren glaus gelegenheiten, und kürzlich allem, ben bin ich gewiß, daß du mich was meinen seligen abschied nicht durch dein heiliges wort und befördert, und nur in diese welt durch die heiligen sacramente, als gehöret. Nacket und ohne sorge ein kind des ewigen lebens, anneh bin ich aus meiner mutter Leibe mest und liebest: darauf ich auch, kommen; nacket und ohne sorge in kraft deines heiligen geistes, dir des zeitlichen will ich meinen abs in heiligkeit und gerechtigkeit, in schied wieder nehmen. Alle meine kindlichem gehorsam und schuldi- freunde und verwandten gesegne ger dankbarkeit hie zeitlich dienen ich und befehle fie, o mein will, so viel ich wegen meiner GOtt! in deinen schuß und schwachheit kann, bis ich dich dort schirm, du wirst sie wol versorin ewigkeit vollkommen preise: gen. Allen meinen feinden verdazu hilf mir mein getreuer gebe und verzeihe ich alles, was sie GOtt! in ChristoJEfu, durch den mir übels gethan haben, sie er. beiligen geist, amen. kennen gleich ihre fünde, oder nicht; und habe ich wider keinen einzigen menschen auf der ganzen erde haß, neid, oder einigen widerwillen; sondern gönne von herzen iedermann alles gute, und bitte meinen GOtt, er wolle allenthalben ben allen menschen mit seiner väterlichen gnade wohnen. Hingegen bitte ich jeder mann, den ich iemahls mit worten oder mit werken mögte belei diget, geärgert, oder wol gar verführet haben, er wolle mir aus brüderlicher liebe, um unfers allgemeinen bruders Chrifti JEsu willen, meine gebrechen f2 1 Dis, lieber GOtt! ist meines glaubens bekenntniß, in welchem ich leben will, so lange du willt; auch bereit bin zu sterben, wenn es deinem väterlichen willen gefällig seyn wird. Darauf sey dir in deine gnade und allmacht befohlen meine seele, vernunft, finnen und gedanken, mein leib, und alle deffen glieder, mein le ben, und alles was ich bin. ReBiere mich, weil ich lebe, und iwinge meinen willen, damit er sich dir nie widerseke, noch et was begehe, was deinen heiligen seboten zuwider ist, es sey was es 84 Testament eines frommen Chriften. zu gute halten und verzeihen, stiget, dieses testament mündlich gleich wie uns GOtt der himmlis sche vater unsere schuld und mis fethat gnädig vergiebet. Darauf nehme ich nun einen christlichen abschied von meinen freunden und von allen menschen; begebe mich auch alles zeitlichen, was mir unser HErr GOtt in dieser welt anvertrauet hat, und verlaffe willig und bereit alles, was zu diesem leben gehöret. Schließlich, lieber GOTT! ist hier meine seele, und wartet, wenn fie nach deinem willen in Abras hams schooß, ia in die arme mei nes lieben heilandes JEfu Chridi foll getragen werden. Hier ist der leib, welcher sanft zur ruhe in mein kammerlein soll beygefeget werden. Mache mich bereit und tomme alsdenn, lieber vater! so foll mir keine zeit zu früh seyn, aus der zeit in die ewigkeit zu gehen. und in eigener person nicht gnug sam aussprechen und wiederholen könnte, oder ich mich der schmerzen halber ungeduldig erzeigen, oder aus heftigkeit der bize irre reden sollte, oder wie sich die fälle sonst ereignen mögten; welches doch GOtt nach dem reichthum seiner unaussprechlichen barmherzigkeit abwenden, und mich mit einem wolversehenen, friedlichen, fröli chen, getrosten und sanften christ lichen ende in allen gnaden segnen wolle: so bezeuge ich doch vor dem angesichte meines schöpfers, erld. fers und heiligmachers, iest als sodann und sodann als jezt, auf al le begebnisse, wie sie namen haben mögen, daß dasselbe gegen und wis der meinen willen geschehe, und daß diese jest abgelegte bitte und anbefehlung meiner seelen meine endliche schluß bitte in meinem hersen seyn und bleiben solle; i daß ich auf diese maasse, und durch, aus nicht anders, mit dem beystan de Gottes des heiligen geistes, jest oder wenn und wie es dem all mächtigen gefället, leben und ster. ben, meinen HErrn und seligma cher JEsum Christum allzeit in meinen gedanken fest haben und behalten, auch in seine blut- tric fende wunden beständig einges schlossen seyn und bleiben wolle, Das geschehe und werde wahr! Amen, erhöre mich Gott vater, sohn und heiliger geist, amen. Dis, lieber GOtt! ist mein te stament und letter wille, welchen ich mit wolbedachtem rahte mei nes berzens gestellet, dir demühtig zu deinen füssen lege, darauf ich auch das heilige sacrament des altars, welches von meinem HErrn Christo zu stärkung meines glaubens und zur versicherung des ewigen lebens eingeseget ist, verschiedentlich empfangen habe, auch noch ferner, nach dei nem willen, empfangen will: mit gewissem vorsaße, fest und steif, beständig und unverbrüchlich da ben zu verharren. Dieses testas ment will ich die zeit meines les bens, so lange ein Lebendiger geist in mir ist, stets in meinem herzen wiederholen, auf daß es Gebet vom jüngsten Gerichte. nimmermehr aus meinem se 94. Allmächtiger, ewiger und dächtniß falle. Wenn es aber ges GOtt, lieber himmlischer vater! fchehen sollte, daß ich durch ge- wir sagen dir lob und dank, daß schwinde zufälle übereilet, oder du uns nicht allein das leibliche durch grösse der krankheit seång- und zeitliche leben gegeben und bis: Gebet bom fangsten Gerichte. 85 bishero erhalten; sondern uns| beständig bleiben; auf daß wir der auch das himmlische und ewige mahleins das erfreuliche antlig felige leben in deinem worte geofs unsers liebsten bräutigams JEſu fenbaret; und darinnen gnädiglich Christi mit freuden sehen, ihm versprochen hast, daß dein lieber als die klugen jungfrauen, wenn sohn Jesus Christus, dem du er nun zur himmlischen hochzeit das gericht übergeben, wieder aufbricht, mit den brennenden kommen, und nachdem er dasselbe lampen des glaubens und der gehalten, uns in das reich der ewis| liebe, voll freuden entgegengehen, gen herrlichkeit zu sich nehmen folle. Wir erkennen, lieber va ter! daß wir gegen solche guas denreiche offenbahrung nie recht dankbar gewesen, noch uns zu dem bevorstehenden lesten gerich te so zubereitet haben, wie sich es sebühret. Wir bitten dich aber, barmherziger GOtt und HErr! du wolleft uns um desselben deines lieben sohnes JEsu Christi wils len solchen undank und unachts samkeit gnädiglich verzeihen; und uns durch deinen geist also regieren, daß wir ja in jeiten bes denken, was zu unserer ewigen wolfahrt und seligkeit dienet; das mit wir von tage zu tage in wah rer erkenntniß deines sohnes, in glauben, gottesfurcht, hoffnung und geduld zunehmen, alles ungöttliche wesen und die weltliche lüfte verleugnen; und also mit aufgerichteten häuptern und groß fer freudigkeit, die erscheinung des grossen GOttes und unseres beilandes JEfu Chrifti erwarten. Ach HErr! verleihe uns doch, nach deiner grossen erbarmung, die grade, daß wir diese böse gefähr liche arge welt, und das elende kümmerliche leben von Herzen geringe schätzen und verachten, und, wenn du es forderst, gern und willig verlassen; daß wir doch, die geringe zeit dieses kurzen lebens hindurch, unserer seligkeit halber, gerne mühe und fleiß anwenden, auch, wo es seyn soll, willig leiden, und also bis an das ende treu und und aus der sterblichkeit in die uns sterblichkeit, aus der schwachheit in die kraft, aus dem leid in die freude, aus dem irdischen in das himmlische, mit ihm eingehen und versezzet werden mögen. Ach laß uns doch, du frommer GOtt und vater! nimmermehr sicher wers den, noch der zukunft deines soh nes und dieses grossen gerichtes vergessen: denn er wird ja pldilich kommen wie ein blik, und junversehens, wie ein dieb in der nacht, und mit grossem schrecken wider die gottlosen; weil himmel und erde in einander fallen, und das feuer die ganze welt verbrennen soll. So behüte uns nun, du from mer GOtt! daß wir unsere herzen ja nicht beschweren mit freffen und saufen, mit unreinigkeit und fleisches lust, oder mit forgen der nahrung, damit dieser tag des grossen gerichtes nicht schnell und wie ein fall- strick über uns kommes sondern laß uns allezeit wacker feyn und beten, auf daß wir wür. dig werden mögen zu entfliehn solchen erschrecklichen dingen, und zu stehen vor des menschen sohn. Hilfuns, HErr! durch deines gei ftes kraft, daß wir allemahl mit heiligem wandel und gottseligem wesen geschickt und bereit fenn, und also auf diese zukunft des ta ges des HErrn warten und ihr freudig entgegen eilen. Und weil wir nach deiner verheissung eines neuen himmels und einer neuen erde, darinnen gerechtigkeit wohf3 net, 86 Gebet som ewigen Leben. net, warten sollen; so gib ja vor und feele. Wenn ich nur dich allen dingen, daß wir fleiß anwen habe, so frage ich nichts nach him den, damit wir vor deinem sohne mel und erden; wenn mir gleich unserm heilande unbeflecket und leib und feele verschmachtet, so bist unsträflich in frieden erfunden du doch, o GOtt! meines her: werden, und mit allen deinen aus- sens trost und mein theil. Was erwählten den erfreulichen aus ist dieser zeit leiden? es ist doch spruch anhören mögen: Kommet nicht wehrt der herrlichkeit, die an her, ihr gesegneten meines va uns soll offenbahret werden. Ach ters! ererbet das reich, welches wenn werde ich dahin kommen, euch von anbeginn der welt berei- daß ich dein angesicht sehe, mein tet gewesen. Gib, daß wir darauf GOtt! da ich von deiner gerech fammt allen gerechten in das ewitigkeit werde satt werden: da ich ge leben eingehen. Das verleihe uns, lieber himmlischer vater! um deines allerliebsten sohnes JEsu Christi, unsers HErrn und heis landes willen, amen. Gebet vom ewigen Leben. 95.Her in sichern wohnungen und in stol. ser ruhe seyn werde: da alle thras nen von meinen augen werden ab gewischet werden: da aller schmeri und herzeleid wird weg müssen, und freude und wonne wird über meinem haupte seyn: da mein leib verkläret und ähnlich seyn wird dem herrlichen leibe Jesu Chri Err mein GOtt! ich sti: da ich den engeln gleich seyn, erkenne die eitelkeit, und leuchten werde wie die sonne und das nichtige wefen der welt, in deinem reiche: da ich dich, o und dieses zeitlichen lebens. Es mein GOtt und mein erlöser! ist ja lauter elend, sünde, schwach von angesicht zu angesichte sehen, heit, gefahr, widerwärtigkeit, und mich mit unaussprechlicher forge, furcht, hoffnung, und zulezt ewiger freude freuen werde: da ich der tod, ia mühe und arbeit, wo bey dir meinem GOtt, bey den lie: es am besten ist. Ach wie wol ist ben engeln, bey der gemeine der dent, der überwunden hat und erstgebohrnen, die im himmel an felig abgeschieden ist. Ich habe geschrieben sind, bey den geistern es bisher nicht erkannt, wie sich es der vollkommen gerechten alle: gebühret; ich habe nach dem zeit seyn und bleiben werde. Ach himmlischen gute nicht also ge- wie gut wohnen wird da seyn in trachtet, wie ich sollte. Vergib deinem, als meines vaters, hause! mir es, mein GOtt! und habe ge: welches ein haus voll heiligkeit duld mit mir. Dir ergebe ich mich und gerechtigkeit, ein haus voll nun, o HErr! von ganzem Herzen. freude und wonne, ja ein haus Du hast mich geheiliget, und zur voll leben und ewiger seligkeit ist. feligen hoffnung und gemein- Uch vater! nimm mich zu dir; ach schaft des ewigen lebens gebracht. HErr JEsu! komme bald, und Ich hatte zwar viel sorgen, die euch mich zu dir, auf daß ich sey mich sehr plagen mögten, aber ich wo du bist, und deine herrlichkeit lade sie ab in deinen schooß. Ich sehe, die dir der vater gegeben schütte mein herz vor dir aus, denn hat. Ach HErr GOtt heiliger du bist meine zuversicht. Dir begeist! laß mich unterdeß bis an fehle ich mein leben, meinen leib mein feliges ende allezeit einen vor: Gebet nach der Ordnung des Vater Unsers. 87 wrschmack dieser ewigen freude und unglück, leben und sterben, und herrlichkeit empfinden! Ich dich heiligen, ehren, loben und veiß zwar, daß ich von der obrig preisen. Regiere und führe uns feit der finsterniß erlöset, und durch deinen guten und heiligen ſammt Christo in das himmlische geist: bleibe bey uns mit dem reivesen verseket bin: ich weiß, daß che deiner gnaden, und breite es ich ein kind GOttes bin, aber es ist unter uns aus; bis du auch endlich noch nicht offenbahr, was ich seyn am jüngsten tage mit dem reiche werde; es wird aber offenbahr wer- deiner unendlichen herrlichkeit zu den, wenn mein HErr JEsus kom uns kömmest, und uns in die ewige men und mich in sein reich zu sich freude und herrlichkeit einführest. nehmen wird. Ach komme doch Erhalte unterdeß ben uns das bald, HErr JEsu! der tag deiner heilige predig, amt, und den reiukunft wird mir ein tag des tro- nen gottesdienst: verleihe uns ftes, ein tag der erquickung, ein tag deine guade, daß wir alle, und ein der freude und des wollebens ieder insonderheit, beides in un seyn; wie kann ich seliger seyn, als serm ganzen christenthume und wenn ich Gott sehen, Gott hd gemeinem leben, wie auch in unret, GOtt loben, GOtt in mir serem sonderbaren amte und be und um mich haben, ia mit GOtt rufe, als fromme chriften, treu ewiglich seyn werde? da wird und fleissig seyn, und in demselben GOtt mein licht, mein heil, mein deinen willen allhie auf erden also leben seyn. Hilf mir, mein verrichten, wie die heilige engel GOtt! daß ich im glauben und im himmel thun. Versorge uns in der gottseligkeit beständig sey, auch, o lieber vater! mit aller und getreu bleibe bis in den tod, leiblichen nohtdurft, und gib uns damit ich bey dir seyn, mit dir den lieben frieden. Wende ab leben, und dich in himmlischer die wolverdienten strafen des krie: freude ewiglich loben möge, ges, der theurung, der feuers amen, HErr JEsu! amen. und wassers noht, und mancher: len krankheiten, und segne uns nach deinem gnädigen willen; da Gebet nach der Ord- mit wir dir in unserm göttlichen nung des Vater Unsers. berufe desto ungehinderter und 96. barmherziger himm- besſer dienen können. Erhalte und allmächtiger GOtt! der du obrigkeit. Erbarme dich, o HErr! uns bishero so gnädiglich erhaldes ganzen landes, und sonderlich ten hast, und auch als ein getreuer deiner lieben gläubigen, und be vater und allmächtiger GOtt uns schüße dieselben in aller noht noch ferner alles gute geben willt und gefahr. Vergib uns alle un und kannst: wir arme fünder bit- fere fünde um Christi willen, wie ten dich, in dem namen JEfu Chri- wir denn auch durch deine gnade fi deines sohnes, du wollest uns das zeugniß in unsern herzen has erleuchten durch dein wort und ben, daß wir unserm nächsten wahrheit, daß wir dich recht er verzeihen, und in christlicher liebe tennen, und mit Herz und munde, und einigkeit zu leben begehren. mit worten und werken, im thun Du wolleft uns, o HErr! nicht und lassent, in Liebe und leid, glück mehr versuchung auflegen, als f 4 wir 98 Gebet für die drey Haupt- Stände. wir ertragen können, damit wir friedens geben, und das löbliche nicht versinken; sondern stärke du haus Braunschweig und Lüne unsere herzen, und hilf uns über- burg dabey in gnaden erhalten winden. Erldse uns auch endlich und beschirmen; insonderheit von aller gewalt und von allen an aber unserm geliebtesten Könis laufen des bösewichts und allerge, Churfürsten und Landes feiner werkzeuge; und hilf uns Herrn, Dero Königlichen Ges aus zu deinem himmlischen reiche. mahlin, dem Prinzen von Wal Denn du, HErr! bist unser ks- lis, wie auch dem gesammten nig, dessen kraft unendlich, und Königlichen, Chur- und Fürstlis desfen herrlichkeit ewig ist. Dar chen hause, alles wahre woler: um vertrauen wir dir, daß du als gehen, langes leben, beständige ein allmächtiger GOtt könnest, gesundheit, glückliche regierung, und als unser lieber vater auch und deinen zeitlichen und ewigen wolleft uns erhören, gewähren segen verleihen: auch deroselben und helfen, um deines eingebohr- geheimten- und andern rähten, nen allerliebsten sohnes JEsu geistlichen und weltlichen, sammt Chrifti willen, amen. allen Königlichen Churfürstlichen beamten und bedienten im lande, ( wie auch bürgermeistern und raht dieser stadt) wollest du mit rahtes beystehen, gnade, einigkeit dem geiste der weisheit und des und gewissenhaften fleiß geben, Gebet für die drey Haupt- Stände und gemeine Wolfahrt. 97.2 vater unseres HErrn göttlichen willen und wolgefallen JEfu Chrifti, ein HErr himmels zu regieren, auf daß die gerech und der erden! wir danken dir tigkeit befördert, die bosheit ges von herzen für deine gnade, liebe hindert und gestrafet werde, da und treue, die du uns bisher mit wir in stiller ruhe und gu erwiesen; insonderheit, daß du tem friede, als christen gebühret, dein heiliges wort und den reis unser leben führen und vollenden nen gottesdienst unter uns erhals mögen. Laß dir auch in gnaden ten haft: und bitten dich herz befohlen seyn die löbliche Georg lich, du wolleft deine heilige Augustus Universität zu Göttin christliche kirche, mit ihren die gen, wie auch die schulen insge nern, wächtern und hirten, durch fammt, damit solche dem ganzen deinen heiligen geist regieren, lande und deiner kirche zum be daß sie bey der rechtschaffenen fien bey gutem wolstande erhalten weide deines seligmachenden wors werden, und viele tüchtige und ge tes erhalten werden möge, da schickte manner zu deinem dienste durch der wahre glaube, und die und zu des vaterlandes wolfahrt liebe gegen dich und alle menschen auferziehen und darstellen mögen. in uns erwachse und zunehme. Wir bitten dich ferner, lieber Du wolleft auch der weltlichen himmlischer vater! für den haus obrigkeit, dem römischen kaiser, stand und alle die darzu gehören; allen christlichen königen, chur: Gib gottesfürchtige ehe Leute fürsten und herren, gedanken des eltern und herren, gehorsame Finder, 89 Gebet frommer Unterthanen für ihre Obrigkeit. finder, eine wolge; ogene jugend,| mehr deiner grundlofen gnade, chrliche und gewissenhafte zünfte, gute und barmherzigkeit eingekauf leute und Handwerker, denk seyn, deine strafe und zorns frommes und getreues gesinde, ruhte von uns abwenden, und redliche arbeiter und tagelöhner, uns für grossem unglück und herund segne alle ehrliche handthie seleid, wie auch für alle dem, fo rung, nahrung und gewerbe. Gib, uns sammt und sonders an leib daß alle unsere feinde und wider- und seele schädlich seyn mag, våfacher ablassen, und sich begeben terlich behüten. Auch bitten wir mit uns friedlich zu leben: steure dich um alles, darum du, ewiger und wehre, o du starker GOtt! GOtt! gebeten seyn willt, daß du allen friedhässigen leuten: schaffe uns solches gnädiglich verleihen unsern gränzen beständigen frie wolleft, durch das bittere leiden den; und mache des raubens, und sterben deines lieben sohnes plunderns, blutvergiessens und JEsu Chrifti, welcher mit dir alles frevels und feindseligkeit und dem heiligen geiste lebet und an allen orten durch deine all- regieret in gleicher macht und eh mächtige hand ein gnädiges ren, wahrer GOtt und mensch, ende. Du wolleft auch, gnädi- unser mittler, hochgelobet in ger lieber vater! alle witwen und ewigkeit, amen. waisen, und alle diejenigen, so in trübsal, armuht, krankheit, Eindes- banden, hungers- noht, krie ges- gefahr und andern anfechtungen sind, auch die, so um deines heiligen namens und der angefochten gefangen sind, oder sonst verfolgung leiden, mit deinem heiligen geiste trösten, daß sie solches alles als deinen väterlichen willen auf nehmen und erkennen. Du wol left uns auch alle früchte der er den, die zur leiblichen nohtdurft gehören, mit fruchtbarer erwachfung und gutem bequemen gewit ter gerahten und gedeyen lassen, auch unsere berg- und falz- werke, ſammt dem löblichen brauwesen icdes ortes, segnen und erhalten. Und ob wir zwar mit unsern überhäuften fünden deinen gerechten jorn und allerhand strafen wol verdienet haben; so bitten wir doch, o treuer barmherziger vater! du wollest unserer fünden nicht gedenken, noch uns unsere über tretung zurechnen; sondern viel Gebet frommer interthanen für ihre Obrigkeit. 98 allmächtiger Gott, vater, du HErr aller herren, und könig aller könige! wir danken dir von grunde unserer seelen, daß du uns christliche und gottselige obrigkeit gegeben, und unter derselben schuß und schirm uns bisher gnådig erhalten haft: und bitten dich herzlich, du wollest dieselbe bey beständiger leibes- gesundheit und langem leben erhalten, sie durch die wache deiner heiligen engel ferner bewahren; und sie vornemlich mit deinem guten geiste also leiten und führen, damit sie erkenne, daß sie allein von dir ihr amt habe, und demnach gehalten sey, die person des gerechten vorzuziehen, und den armen und dürfe tigen zu ihrem rechte zu verbel fen. O HErr JEfu Christe! du bist die weisheit Gottes, durch f5 wel: 90 Gebet in Krieges- Noht. welche die könige regieren, und haben wir zuflucht, bis daß das die rahts- herren das recht fest sez- unglück vorüber gehe. HErr! sen: verleihe deine gnade, daß wir Fehre dich doch wieder zu uns, allesammt diese deine heilige und und sey deinen knechten gnädig. nüßliche ordnung erkennen, und Fülle uns früh mit deiner gnade, unserer lieben obrigkeit schuldi- so wollen wir rühmen und frd. gen gehorsam leisten. Du himmlich seyn unser lebelang. Erfreue lischer friede- fürst! gib gnade, daß uns wieder, nachdeia du uns so wir unter ihrem schuß ein gerus higes, stilles und fried sames Leben führen mögen, in aller gottselig keit und ehrbarkeit. O heiliger geist! der du bist ein geist der stärke und der kraft, rüste unsere liebe obrigkeit aus mit weisheit und stärke, daß sie ihr hohes amt auch in der kirche GOttes recht führe, daß sie die thore weit und die thure in der welt hoch mache, damit der könig der ehren Chrilange plagest, nachdem wir so lange unglück leiden; und der HErr unser GOtt sey uns freund. lich, und fördere das werk un serer hände. Ach HErr! unsere misfethaten haben es ia verdie net, aber hilf doch um deines namens willen; so wollen wir dir ein freuden- opfer thun, und dei nem namen danken, daß er so tröstlich ist, amen. stus Jesus in ihrem lande mit feinem gnaden- reiche einziehe.Du freudiger geist! erhalte alle christ liche fürsten und regenten, daß fie 100. christliche darüber halten; zur ehre deines göttlichen namens und zu der unterthanen zeitlichen und ewigen wolfahrt, amen. Gebet in Kriegess Noht. Noch ein Gebet in Krieges Nobt. Err du Gott! wir bekennen vor deinem heiligen ange sichte, daß wir die schwere strafe des langwierigen krieges und der verwüstung, mit unsern viel fältigen groben sünden wol verschuldet und verdienet haben. Denn ach! wir haben ja deiner ser her: hält dir vor ten undankbarlich vergessen, deine dein wort: Ihr sollt mein antlik gnädige heimsuchung schändlich suchen: darum suchen wir nun, verachtet, des lieben güldenen HErr! dein antlit. Verbirge dein friedens, und deines so reichen antlik nicht vor uns, verstosse dei- jährlichen segens zur wollust, ne kinder nicht in deinem zorne. hoffart, üppigkeit, oder zum Wir wissen nicht was wir thun geiz und anderer ungerechtigkeit follen, sondern unsere augen sehen böslich misbrauchet, das gebet nach dir: dein name heisset HErr versäumet, dein wort hindan ge zebaoth, groß von raht und mach- feket, mit haß und neid, hader tig von that; bey dir allein, HErr! und zwietracht, hochmuht und findet man hülfe, und segen über verachtung, mit unrecht und dein volk. So sen uns nun gna- frevel uns unter einander belei. dig, HErr! sey uns gnädig: denn diget und aufgefressen; haben mit auf dich trauet unsere seele, und uns auch an die strafen, unter dem schatten deiner flügel welchen du uns lange vorher ge drauet Gebet in Krieges: Noth. 91 drauet, wenig gekehret. Darum| ta und fragest nach dem vergoffe. hast du nun auch deinen frieden nen blute, und vergissest nicht von uns hinweg genommen und des schreyens der armen: ach! uns dahin gegeben, daß wir so höre doch von deiner heiligen jedermannes raub seyn müssen. höhe, und siehe an unsern iame Ach lieber HERR und GÖtt! mer und elend. Erhöre doch das das land siehet allenthalben jám ångstliche seufzen, die heisse thras merlich und eiend aus, der fluch nen, das erbarmliche winseln friffet es, und seine einwohner und wehklagen so vieler verlasse: werden geangstiget, beraubet, vernen und bekümmerten herzen; laget und getödtet. Ein solches und laß sie erfahren, daß du noch richter auf erden und ein schild seyst denen, die dir vertrauen. um deines namens willen er. leuchte die herzen der hohen häupter der christenheit, daß sie doch den grossen jammer und das herzeleid so vieler hundert tausend christen zu herzen neh. men, und die feindschaft fahren lassen, die ein solches verderben und solche verödung stiftet, und ganze länder und reiche mit mord, brand, frevel, tyranney, und allen schanden und lastern anfüllet. Ach GOtt! laß doch nicht zu, daß kirchen und schu len ben uns untergehen; son dern laß einen segen übrig, daß wir dir noch in ruhe und friede dienen, und ein iedweder seines berufs mit stillem wesen warten, und das seinige schaffen könne. Behüte uns für der giftigen feuche der pestilen;, für miswachs, theurer zeit, und für als len andern verderblichen land. plagen. Befiehl deinen engeln, den heiligen wächtern und himmlischen heerschaaren, daß sie sich rings um uns her lagern, und uns aushelfen. Erbarme dich sonst auch aller andern bekümmerten Herzen in andern reichen und landen, die in gleicher noht und gefahr stecken. Träfte und stärke alle arme, gefangene, kranke, anges fochtene und nohtleidende chri: ften. Hilf allen verlaffenen witwen verderben läsfest du, gerechter GOtt! in deinem zorne über uns ergehen, daß die menschen sich unter einander selbst auffressen und verzehren. Willt du uns denn aber, o HErr! ewig verstossen, und keine gnade mehr erzeigen? ist es denn ganz und gar aus mit deiner gute über uns? hast du denn vergessen gnädig zu seyn, und deine barmherzigkeit aus zorn verschlossen? ach nein: du bist ia grådig, barmherzig, geduldig und von grosser güte und treue. Du hast nicht lust an der fünder verderben, sondern willt, daß sie sich bekehren und leben: so be kehre uns nun, o HErr! und gib uns busse zum leben. Sen gnädig unserer misfethat, die da groß ist; und neige unsere herzen zu deinen zeugnissen, daß wir in allen deinen wegen wandeln, und alle deine gebote und rechte halten. Du bist in der HErr, und niemand mehr, der den frieden machet: du nimmst den fürsten den muht, und bist erschrecklich unter den königen auf erden: du erstreuest die volker, die da gerne kriegen: ach! so habe doch nun endlich gedanken des friedens über uns, und nicht gedanken des leidens. Hilf, daß wir auf deine gebote merken, so wirst du den frieden über uns ausbreiten wie einen strom und wie einen ergoffe: nen bach. Du, HErr! gedenkeft W Gebet in Pest- Zeiten und Sterbens- Läuften. 92 wen, waifen, unmündigen und fäuglingen, welche in diesen zei ten groffe unbarmherzigkeit, fre vel, und tyranney erfahren müs sen: zeige ihnen und uns allen dein heil, wie du weißt, daß es uns nüglich und selig ist, um deines allerliebsten sohnes JEsu Christi, unsers einigen mittlers und erld: fers willen, amen. wasche uns, daß wir schnee- weiß werden. Heilige und regiere uns auch durch deinen geist, daß wir von herzen busfe thun, und dir in deine arme fallen. Du bist meine zuversicht, meine burg, mein GOtt, auf den ich hoffe. Ers rette mich von dem stricke des id gers, und von der schädlichen pe stilenz, decke mich mit deinen fit. tigen, daß ich nicht erschrecken müsse für dem grauen des nachts, für den pfeilen die des tages flics gen, für der pestilen; die im fin stern schleichet, für der seuche die im mittage verderbet. Behüte mich, daß mir kein übels begegne, und keine plage zu meiner hütten sich nahe. Befiehl deinen engeln über mir, daß sie mich behüten auf allen meinen wegen, daß fie mich auf den hånden tragen, und stein stoffe. Ich begehre dein, so ich meinen fuß nicht an einen hilf mir doch: ich kenne deinen namen, so beschüße mich: ich rufe dich an, HErr! so erhöre mich. Sey bey mir in der noht, reiß mich heraus, und zeige mir dein heil. Ist es aber dein wille, mich heimzusuchen, oder gar aus diesem Leben abzufordern; fo verleihe mir beständigkeit im glauben, kräftigen troft, und eine fröliche hoffnung und ges duld, durch die kraft deines heis ligen geistes. Lindere mir die schmerzen, verkürze die todes: quahl, wende ab des satans gez walt, und nimm du meine feele auf in deine hände, um JEft Christi meines erldsers und selig machers willen, amen. Gebet in Pest: Zeiten IOI oder andern SterbensLauften. allmächtiger Gott! ich danke dir herz lich, daß du mich von jugend auf bis hieher gnädiglich und và terlich erhalten, und so mächtig beschußet; ia mich auch durch dein feligmachendes wort zur hoffnung des ewigen lebens beru fen hast. Ach mein GOtt! ich bekenne von herzen, daß ich nicht weniger als andere dich mit fünden erzürnet, und die jego grasſi rende plage der giftigen seuchen und krankheiten wol verdienet habe. Du bist wahrhaftig in dei nen drauungen, und gerecht in allen deinen gerichten; wir aber müssen uns schamen; denn wir haben deine gebote übertreten, und vielfältig gesündiget. Da her trifft uns nun auch der fluch, den du uns gedrauet hast. Wir haben mit unsern stinkenden funden die luft vergiftet; daher treffen uns nunmehr billig die pfeile der krankheiten. Aber, ach HErr! du bist ia barmherzig, gna dig geduldig und von groffer güte! Handele doch nicht mit uns nach unsern fünden, und vergilt uns Gebet in Theurung und nicht nach unsern missethaten, sondern sey uns gnädig um JEsu Chrifti willen. Hungers- Noht. Entsündige uns mit dem theuren blute Chrifti, 102.2 HErr, du groffer und gewaltiger Gott, und Hungers- Noht. 93 gute, und laß deine fußstapfen trie. fen von fett. Gott, der du rufen kannst dem, das nicht ist, daß es sey: der du dem vieh sein futter giebest, den jungen raben, die dich anrufen; laß doch uns menschen, die wir nach deinem ebenbilde geschaffen, auf deinen namen getauft, ja mit dem theuren blute JEsu Christi deines sohnes erkauft sind, nicht verschmach ten. Deine augen sehen ja auf die, so dich fürchten, und auf deine gute hoffen, daß du ihre feele errettest vom tode, und ernehrest sie in der theurung; ach, so siehe doch bey dieser schweren tbeuren Siehe, Gebet in Theurung Gott, reich über alle, die dich anrufen wir bekennen dir von grunde unserer herzen, daß wir die eingerissene theurung und hungers- noht mit unsern vielfältigen fünden, und sonderlich mit dem schändlichen misbrauche deiner herrlichen gaben, sehr wol verdienet haben. Denn du, HErr! hast dich zwar nicht unbe euget gelaffen; sondern uns viel gutes gethan, und bisher fruchtbare zeiten genug gegeben, und unsere herzen erfüllet mit speise und freuden. Wir aber haben nicht allein für solche deine wolthaten dir nicht, wie wir schuldig waren, gedanket; sondern nochzeit in gnaden auf uns. darzu theils deine gaben unnüz lieber GOtt! wie unsere ange lich verschwendet, und mit völ- sichter verfallen, unsere leiber lerer und unordentlichem leben verschmachten, und unsere herenthetiiger: theils haben wir zen abgemattet sind. Erquicke Begeizer, den nächsten übervor uns doch wieder, denn unser aller Cheilet, den armen verlassen, augen sehen auf dich. Thue und nur das zeitliche gut gefu- doch die fenster des himmels auf, chet und geliebet. Darum, o und überschütte uns wieder mit gerechter GOtt! hast du uns bil deinem segen. HErr JEsu! dich lig solchen segen entzogen, den hat ia des volks herzlich gejam himmel wie eisen, und die erde mert, das nur etliche tage bey dir wie erg gemachet, unsere mühe verharret, und hunger gelitten und arbeit verlohren seyn lassen, hatte; so laß dich doch auch unser daß unser land sein gewächs nicht elend iammern, die wir jezo siebt, und hast den vorraht des theurung und kummer leiden. brotes verderbet. Ach HErr! Hebe doch wieder an zu segnen die sey uns gnädig, und vergib uns hände deiner knechte: denn was unsere sünden, um JEfu Chrifti du, HERR! segnest, das ist ge willen. Erhöre doch den himmel, segnet ewiglich. Verleihe auch daß derselbige die erde erpöre, uns allen wahre herzliche buffe, und die erde korn, most und an- und regiere uns durch deinen dere früchte erhöre. Thue deine geist, daß wir deine väterliche milde hand auf, und sättige uns gute hinführo besser erkennen, wieder nach deinem wolgefallen. und deine gaben und wolthaten Suche das land heim, und was mit grösserer dankbarkeit gebrau fere es, und mache es fruchtbar: chen, zu deiner ehre, zu unserm deine brünnlein, HErr! haben ia unterhalt, und zu des armen waffers die fülle. Ach! laß das dürftigen nächsten erquickung. getraide wol gerahten, baue das Vor allen dingen aber speise uns land, und segne sein gewächs, mit dem geistlichen brote deines und erdne das jahr mit deinem heiligen worts zu unserer selig Feit; 94 Gebet eines Reifenden. keit; und gib, daß wir der zeitlis, mögen. Sonderlich bitte ich dich, chen nahrung also gebrauchen, mein GOtt! bewahre mich für daß wir derselben ia nicht mis- aller lift und bosheit des höllischen brauchen: sondern allezeit vors feindes und seiner werkzeuge. Er nemlich trachten nach dem, das halte und stärke in mir den wahdroben ist, da JEsus Christus ren feligmachenden glauben, die ist, damit wir dermahleins mit liebe, geduld und hoffnung: und ihm seiner himmlischen guter ge- gib, daß ich die wallfahrt dieses le: niessen mögen in alle ewigkeit, bens getroft und mit unverleztem gewissen verrichten, feliglich en den, und frölich in das himmlische vaterland eingehen möge. Dir, HErr! befehle ich meinen aus. sang und eingang von nun an bis amen. barmherziger ge in Chris stum, amen. Gebet eines Reisenden. 103.immlischer vater, treuer GOtt! ich danke dir herzlich, daß du mich bisher so gnadiglich behütet, und mir so viel gus tes an leib und seele erzeiget haft. Ich bitte dich, o HErr! sey mir armen fünder gnädig, und verdeihe mir alle meine miſſethaten um JEfu Chrifti willen. Heilige und erneure mich ie langer je mehr durch die kraft deines heiligen geistes, damit ich mein leben täglich bessere, in deinen wegen wandle, und dir diene in heiligkeit und gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Heiliger vater! leite und führe mich ferner auf dieser reise durch den schuß deiner lieben engel, daß ich für mördern und räubern, für giftiger luft und bösen seuchen, für streit und unfull sicher sey. Gib mir, o HErr! nahrung und kleidung, führe mich den rechten weg, den ich wandeln soll, und gib deinen fegen zu meinem vorhaben, damit alles zu deiner ehre, und zum gemeinen besten, wie auch zu meiner und der meinigen zeitlichen und ewigen wolfahrt gereichen mdge. Erhalte und bewahre unterdessen auch alle die meinigen, und was du mir beschehret haft; und gib, daß wir einander gesund und mit freuden wieder sehen Gebet in Noth und Trübfal. 104. Ach du grundgütiger der barmherzigkeit und GOtt al: les trostes! ich klage und be kenne dir mit reuendem und jer: brochenem herzen voll demuht, daß ich nicht allein die trübsal, so du mir aufgeleget haft, sondern noch viel grössere strafen mit meinen fünden wol verdienet habe; dar. um will ich deinen zorn tragen, denn ich habe wider dich gesündi. get. Ich erkenne und weiß auch, daß du es bist, der mir dieses lei. den zugeschicket, und daß es von deiner hand herkomme. Ach HErr! laß deine hand nicht zu schwer auf mir seyn, daß ich nicht ver. gehe. Ich will den kelch gern trinken, den du mir, lieber vater! eingeschenket haft: laß ihn nur nicht einen kelch deines zorns, sondern deiner gnade seyn. Sey, lieber vater! meiner schwachheit eingedent, und strafe mich nicht in deinem zorn, und züchtige mich nicht in deinem grimme: sen mir gnädig, denn ich bin schwach: übe nicht deine gewalt wider mich, der Gebet in Noht und Trübfal. 95 der ich ein schwacher halm bin; ich nicht erbarme über den sohn ih konn deine gewalt und zorn nicht res leibes? und ob sie gleich des ertragen, ich fürchte mich für deis felben vergesse, will ich doch dein ner hohen majestät; ich beuge die nimmermehr vergessen; siehe! in fuie meines herzens vor dir, und die hande hab ich dich gezeichnet. bitte um gnade, laß mich in die Dieses deines wortes wollest du, sem unglücke nicht verderben. HErr! eingedenk seyn, und meiner Ach vater! so es ia dein wille ist, nie vergessen. Ach! stärke meine daß ich dieses leiden tragen soll; so hoffnung, lieber vater! denn du vollbringe deinen heiligen willen haft gesagt: es sollen nicht zu an mir, nicht zu meinem verder schanden werden alle die auf dich ben, sondern mir zum besten und hoffen. HErr! auf dich traue ich, zu meiner seligkeit. Du hast ja laß mich nimmermehr zu schannicht lust an der fünder tode, und den werden. Errette mich durch haft deinen lieben sohn nicht ge deine gerechtigkeit, neige deine fandt die menschen zu verderben, ohren zu mir, eilend hilf mir. Sen sondern zu erhalten. Ach lieber mir ein starker fels und eine vater! erhalte mich unter dieser burg, daß du mir helfeft, denn last des leidens. Du hast mich du bist mein fels und meine burg. verwundet, heile mich wieder: du Um deines namens willen wolleft haft mich getödtet, mache mich du mich leiten und führen, du wieder lebendig: du hast mich in wollest mich aus dem nege ziehen, die holle geführet, führe mich wie denn du bist meine stärke. Ich der heraus: laß mir das licht dei begehre dein, HErr! darum wol ner gnade in der finsterniß wieder lest du mir aushelfen; ich kenne aufgehen, daß ich meine lust an deinen namen, darum wolleft du deiner gnade sehe. Du hast meine mich schüßen: ich rufe dich an, du wunden mit scharfem weine gewollest mich erhören. Sen du ben waschen, lindre nun dieselbe mit mir in meiner noht, reiß mich dem die deiner gnade. Laß mei heraus, und mache mich zu ehren; nen schwachen glauben, das glim- sättige mich mit langem leben, mende tschtlein, nicht ausls und zeige mir dein heil, amen. schen, zerbrich das zerbrochene rohr nicht vollends. Gib daß ich dich im creuze so herzlich liebe, als Gebet eines Kranken is in guten tagen; und das ver 105. HErr, himmliſcher bater! ein trauen zu dir habe, du werdest getreuer GOtt, und läsfest nies mitten im creuze ein vater her: mand über sein vermögen ver. gegen mich dein armes kind besucht werden; sondern schaffest, halten. Stärke meine hoffnung, daß die versuchung so ein ende ge daß sie nicht zweifele, meine ge- winne, daß wir sie ertragen mö duld, daß sie nicht wanke noch gen. Ich bitte dich in meinen grof jage. Mache mir diesen bittern sen nöhten und schmerzen, laß mir Felch heilsam und füffe, daß ich das creuz nicht zu schwer werden. denfelben getroft von deiner hand Stärke mich, daß ich es mit ge annehme, und deinen namen an duld ertragen möge und an deiner rufe. Ach, lieber vater! du hast barmherzigkeit nimmermehr ver: la gefaget: kann auch eine mutter sage. O Christe! des lebendigen ihres Findes vergessen, daß sie sich Gottes sohn, der du des creujes 96 Gebet eines Stranken. ses pein für mich gelitten haft, und in chriftlicher geduld bestån und endlich für meine fünde ge storben bist, zu dir rufe ich aus meines herzens grunde! erbarme dich über mich fündigen menschen; vergib mir alle meine mishande: lungen, die ich wider dich in meinem ganzen leben gethan habe. Erhalte mich im wahren glauben bis an mein ende. O GOtt hei liger geist! du wahrer tröster in aller noht; erhalte mich in der geduld und herzlichen anrufung GOttes; heilige mich mit wahrer suversicht, und weiche nicht von mir in meiner lezten noht. Leite mich aus diesem jammerthale in das rechte vaterland, amen. dig bleibe. Laß mich nicht vers sucht werden über mein vermö gen, sondern mache den schmerzen und der anfechtung so ein ende, daß ich es ertragen könne. Ist die Frankheit nicht zum tode, so segne die ordentliche mittel und arze ney, die du beschehrest; und hilf mir gnädiglich, daß ich hinfort mein leben bessern, deiner wolthaten nimmermehr vergessen, sondern deinen namen mit freu den preisen möge, so lange ich lebe. Ist es aber dein wille, daß ich von dieser krankheit nicht aufstehen, sondern diese welt gesegnen soll, so geschehe dein wille. Ich weiß doch, daß mein erlöser lebet, und er wird mich hernach aus der er: den auferwecken, und ich werde darnach mit dieser meiner haut umgeben werden, und werde in meinem fleische GOtt sehen, und meine augen werden ihn schauen, und kein fremder. Ich habe lust abzuscheiden, und bey Chrifto meis nem HErrn zu seyn, welches mir auch viel besser wäre. Darum hie bin ich, HErr! mache es mit mir, wie dir es gefället. Ver laß mich nur nicht, damit ich dich nicht verlasse; und erlöse mich endlich von allem übel, und hilf mir aus zu deinem ewigen himm lischen reiche, um JEfu Chrifti willen, amen. Noch ein Gebet eines Kranken. 106. Barmherziger ewiger GOtt, und lieber vater! ich bekenne dir von her zen, daß ich diese leibes- schwachheit mit meinen fünden, leider! mehr als zu viel verdienet, und meiner gefunden tage sehr misbrauchet habe. Ich habe dir freilich nicht gedienet, wie ich schuldig war; sondern mehr der welt, dem fleische und mir selbst gelebet als dir: das ist mir, HErr! von Herzen leid. Ich bitte dich aber in dem namen JEfu Chrifti, vergib mir duch alle meine fünden um seines theuren leidens und sterbens willen, und strafe mich Gebet eines Kranken nicht in deinem zorne; sondern laß mir diese leibes schwachheit der sich des Todes vernur eine väterliche züchtigung feyn. Lindere mir aber doch auch 107. vater! ich merke, fiehet. Err lieber meine schmerzen: hilf die last tra gen, die du mir auferleget haft, und laß deine kraft in mir schwachen machtig seyn.Tröfte und står ke mich auch durch deinen geist, damit ich im wahren glauben, daß meine zeit fast dahin ist, und mein leben bald wird abgerissen werden: nun dein wille geschehe. Aber weil mein herz noht leidet, und meine schwachheit und quabl groß Gebet eines Kranken. 97 groß ist, daraus du allein helfen| nen geift in deine hände. Du fannst; ach HErr! so lindre und treuer GOtt! du hast mich erldverkürze mir die todes- schmerzen! fet, der du lebeft und regierest in Laß ab von mir, daß ich erquicket ewigkeit, amen. werde, ehe denn ich hinfahre, und nicht mehr hie sey. Mir ist um troft sehr bange, ach HErr! nimm dich meiner feelen herzlich an; vergib mir meine fünde um JEfu Chrifti willen; stärke meinen glau ben, verleihe mir troft, geduld und fandhaftigkeit, durch die kraft des heiligen geiftes, und hilf mir selig überwinden, amen. Gebet der Umstehenden für den Sterbenden. 109. Barmherziger, lieber GOtt und vater, der du tod und leben in deinen hånden haft! weil du dieses dein find so schwerlich heimgesuchet; so bitten wir dich in dem namen JE fu Chrifti, im wahren glaubenauf feine theure verheiffung, sey uns und diesem armen Franken menschen um Christi willen gnädig. Verzeihe ihm und uns allen unseNoch ein Gebet eines Kranken, der sich zum Sterben anschicket. 108. vater aller gnade! refunden; heilige und stärke uns, erbarme dich über und meine arme feele. Vergib mir alle meine sünde, die ich leider! wis der dich gethan habe. Verachte nicht dein armes geschöpf, verſchmähe mich nicht, der ich deiner bände werk bin. Laß den nicht umkommen, welchen du gemacht und geschaffen haft; denn auf dich hoffe ich, du bist meine hülfe und mein GOtt. O Chrifte, wahrer heiland! der du bist das lam Got tes, welches da trägt die fünde der welt; der du mich mit deinem blus te gewaschen und gereiniget haft: Ich bitte dich durch dein bitteres leiden, sonderlich aber durch die schmerzen, die du zu der stunde em funden haft, da deine alleredelste feele von deinem heiligsten leibe zum ewigen leben, um Jesu Chris fti willen, amen. ausgieng, erbarme dich über meisonderlich diese kranke person, mit der kraft deines heiligen geiftes. Ach gnädiger GOtt, du vater der barmherzigkeit! siehe das geangstigte herz, die matte seele, die derschlagene glieder in gnaden an, und komme bald mit deiner hülfe. Ser du durch deine kraft in fei und verkürze ihm die grosse angst ner schwachheit mächtig. Lindere und schmerzen; trößte ihn, du ge waltiger tröster, hilf du starker nohthelfer, und zeige uns und ihm dein heil. Erhalte in ihm den wahren glauben, beständige hoffnung und geduld: und so es ja dein wille ist, ihn sterben zu lafsen; so hilf ihm selig überwinden, durch die kraft des heiligen geistes ne arme feele ben ihrem ausgange, Danksagung eines, der und von seiner Krankheit wieder aufkommt. O GOtt heiliger geist, du süsser trost! erhalte mein herz wider alle anfechtung des bdsen feindes; stärte meinen glauben, daß ich eine I IO. HErr, mein, Gott, vergebung der fünden und ein ewis ges leben glaube. So befehle ich nun, o heilige dreneinigkeit! mei mein troft, mein erretter, mein einiger nohthelfer! dir danke ich von grunde meines berzens, für deine unausspreebliche Gebet ben Donner und Ungewitter. 98 che vielfältige wolthaten, die du mir armen fünder erzeiget haft: sonderlich aber, daß du in meiner grossen noht, krankheit und elende mich in gnaden angesehen, mein herz gestärket, mein ges bet erhöret, und mir so väter lich wiederum aufgeholfen hast. Ich danke dir, HERR! daß du Fornig über mich gewesen bist, und dein zorn sich so gewendet hat, daß du mich nun wiederum trdstest. Ach wie gut ist mir es, daß du mich Gebet bey grossem Don gedemühtiget haft! Du haft, 0 lieber vater! mich gezüchtiget, damit ich nicht mit der gottlofen welt verdammet werde. Umtrost war mir sehr bange, aber, HErr! du hast dich meiner feelen herzlich angenommen: wie soll ich dir vergelten alle das gute, das du an mir gethan hast? Ich will dir dans fen mein lebelang, und deinen ruhm verkündigen für und für. Da ich dich, HErr! suchte, ants wortetest du mir, und erretteteft mich aus meiner noht. Du verlaffest die nicht, die dich suchen. Du erhöreft gebet, darum köms met alles fleisch zu dir. Du bist nahe denen, die zerbrochenes hers jens sind, und hilfest denen, die erschlagene gemühter haben. Ach, mein GOTT! verleihe mir eine herzliche beständige buffe, durch die kraft des heiligen geistes, um JEfu Chrifti willen: Damit ich hinfort nicht mehr fündige, auf daß mir nicht etwas ärgers widerfahre; sondern daß ich mich mein lebelang für solcher betrübniß meiner feelen hüte. Beschüße mich auch hinfort durch deine heilige engel, daß sie mich bewahren auf allen meinen wegen. Und dieweil ich doch endlich dieses leben werde gesegnen und sterben müssen; so erhalte und vermehre in mir den wahren seligmachen den glauben, gottesfurcht, geduld und trost; damit ich ritterlich kämpfen, selig überwinden und frölich in dein himmlisches reich eingehen möge, dich, o vater aller barmherzigkeit! fammt deinem sohne und heiligem geifte, den eini gen wahren GOTT, ewiglich zu preisen. Dir, o allerhöchster Gott! sey lob, ehre und dank gesagt in alle ewigkeit, amen. ner und Ungewitter. III. du groffer und er dem feuer, hagel, schnee, dampf und sturm- winde dienen müssen; der du auf den wolken fähreft, wie auf einem wagen, und deinen donner mit hagel und bliken aus läsfest. Wir arme menschen müßten ja in einem augenblicke vers derben, wenn du deine donnerstrahlen auf uns gehen lieffeßt. Denn die erde beber, und wird. beweget, die grund fefte der berge regen sich, und beben, wenn du zornig bist. HErr! wir sehen, und hören deine grosse macht, und entsegen uns vor dem erschreckli chen praffeln deines donners. Ach! gedenke nicht unserer fünden und mifethaten; sondern sey uns gnå dig, um deines sohnes JEfu Chris fti willen. Verfolge uns doch nicht mit deinem wetter, und zerschmet tere uns nicht mit deinen donners schlägen; bewahre uns leib und seele, haus, hof, viehe, und die lieben früchte auf dem felde. Be hüte uns für grausamen schrecken und einem bösen schnellen tode. Nimm von uns alle kleinmübtig Feit und ungläubige furcht. Er halte und stärke in uns den wahren glauben, herzliche bußfertigkeit, fröliche hoffnung und geduld, da mit wir bereit seyn, wenn es dein wille Danksagung nach dem Ungewitter. 99 2 wille ift, aus diesem leben felig, wenn der HErr JEfus mit feuerabzuscheiden. Nimm uns, o HErr! flammen, mit einem feld- geschrey unter den schatten deiner flügel, und mit der stimme des erz- engels bis das ungewitter vorüber gehe; kommen wird? Wenn die himmel und behüte uns, daß wir die don- vom feuer zergehen, und die ele. ner stimme deines grimmigen mente für hige zerschmelzen wer orns, womit du die gottlosen der den? Hilf, lieber GOtt! daß wir mahleins in das höllische feuer geschickt seyn mit heiligem wanweisen wirst, in ewigkeit nimmer del und gottseligem wesen; da mehr hören müssen, sondern nim mit wir unbefleckt und unsträfuns auf in dein reich, daß wir lich erfunden werden, und mit dich, vater, sammt deinem sohne freuden in das reich der ewigen Jesu Christo, und dem heiligen herrlichkeit zu dir eingehen mö geiste, den einigen wahren GOtt, gen, amen. in ewigkeit preifen mögen, amen. Danksagung nach dem Ungewitter.am 112. Barmherziger, ses treuer GOtt! ich danke dir von ganzem Herzen, daß du das ungewitter so gnadig abgewendet, und uns so väterlich verschonet haft. Du hast uns Deine groffe macht gezeiget, und deinen donner mit hagel und blitjen ausgelassen. O wie bald wäre es um uns arme menschen gesche: ben, wenn du deine strahlen auf uns schiessen und uns zerstreuen wollteft! Wie sollte doch ein mensch noch an deiner göttlichen macht und machtigen vorsehung weifeln? Ach HErr! regiere doch unfer aller herzen, daß wir dich ie langer ie mehr recht erkennen, fürchten und ehren, in deinen wegen wandeln, unter dem schat: ten deiner flügel zuflucht suchen, und alle sicherheit und gottloses wesen von herzen meiden; damit du nicht über uns dermahleins blig, feuer und schwefel regnen läsfest. Schrecklich ist es, wenn du uns deinen donner hören, dei he wasser- güsse und hagel sehen, und dein erdbeben fühlen läsfest. Wie viel schrecklicher wird seyn des jüngsten gerichts denn tag der Danksagung nach erhal tener guten Ernte. 113. Allmächtiger Gott, Herr himmels und der erden! der du uns reichlich allerley zu geniessen darreichest! wir deine geschöpfe bekennen vor dir in tiefster ehrfurcht: daß wir ohne deine gabe und fegen gar nichts haben, noch das geringste hervor bringen können; aber wenn du deine milde hand auf thust, so sammlen wir, wenn du segen herab schüttest, so werden menschen und vieh auf erden mit wolgefallen gesättiget. Deiner überschwenglichen gute haben wir es zu danken, daß du unser land auch in diesem jahre so heimgesus chet hast, daß es sein gewächs gege ben. Du hast abermals deine gnadige verheissung erfüllet, daß, ſo lange die erde stehe, nicht aufhdren solle saamen und ernte, frost und hige, sommer und winter, tag und nacht. Du hast, o brunnquell alles guten! die arbeit derer gefegnet, welche das feld bauen. Durch deine segens- kraft muß der acker das brot, so des menschen herz stärket, hervorbringen und geben. Wenn du von oben herab die berge befeuchtest, und das land voll früchte machest, die du schaf feft; g 2 100 Danksagung nach erhaltener guter Ernte. fest; wenn du gras wachsen läsfest sünde gerathen, und von dir weis für das vieh, und faat zu nur den chen; sondern daß wir massie es menschen; wenn du vom himmel sen, trinken und uns kleiden, und berab regen und fruchtbare zeiten sparsam haushalten, den armen giebest: wenn du deine sonne über und dürftigen die schuldige liebess böfe und gute aufgehen, und über werke gern erzeigen, nicht weni gerechte und ungerechte regnen ger auch von dem bescherten segen, läsfest; so wird alles, o gnädiger was zur erhaltung der kirchen und vater im himmel! durch deine schulen erfordert wird, willig dar gnaden strahlen erquicket und ers legen, und also von unserm gute, freuet. Ach du einiger höchster be und einkommen dich ehren. Ver herrscher des ganzen erdbodens! húte, daß niemand, dessen feld wol wir bekennen, daß wir nicht alles getragen, deine gaben zum geiße maht so leben, als es unser beruf und vertrauen auf das irdische erfordert, noch deine gaben so misbrauche, noch zum schändli anwenden, als wir billig sollten. chen wucher und beschwerung der Aber, o HErr, HErr! du bist den armen. Der überfluß müsse uns noch barmherzig und gnädig, ge nicht zum stol; und hochmuth, noch duldig und von groffer güte und der mangel zum bittern neid und treue. Wolltest du uns nicht eher misgunst gegen die begüterten gutes thun, bis wir aufhörten verleiten. Gib, daß wir uns an zu fündigen, so müßten wir ver- dem begnügen lassen, das da ist, schmachten und verderben. So und allezeit an den groffen gewinn aber lockest du uns mit deinen desienigen gedenken, der gottfelis vielfältigen wolthaten zum auf ist und ihm begnügen läffet. Wenn richtigen gehorsam: Darum ist es wir denn also den misbrauch mei ein werk deiner göttlichen gnade, den, uns dankbar gegen dich, un daß du nicht abläsfest noch aufhs: fern milden wolthäter und liebrest uns zu fegnen. Am gegenwärs reich gegen unfern nächsten erwei tigen tage erkennen, ehren und sen, und unsre arbeit mit fleiß und preisen wir insgesammt, o gnädi- gebete christlich verrichten; so ger vater! folche deine erhaltende weifeln wir nicht, du werdest das, und verschonende güte, nach wel was uns deine milde hand so gnd cher du auch dieses jahr mit deis dig geschenket hat, väterlich be nem gute gecrdnet haft. Wir bit: wahren, auch krieg, krankheiten ten dich, lieber himmlischer vater und feuchen unter menschen und du wolleft durch deinen heiligen vieh, feuers- und waffers- noht, geift und allezeit regieren, und und andere plagen in gnaden von grade geben, daß wir dir nicht uns abwenden; deinen uns ver nur mit dem munde danken; son liehenen fegen uns in friede, ruhe dern auch mit unserm ganzen wan- und gesundheit geniessen lassen, det und christlichen leben dich im und, was uns sonst nähtig und kindlichen gehorsam ehren, loben nüglich seyn mögte, uns gnädig und preisen. Behüte uns, daß wir lich verleihen; bis wir endlich, diefe deine geschenke und gaben nachdem alle befchwerliche arbeit nicht misbranchen zur üppigkeit vollbracht ist, zur ewigen ruhe und wolluft, sum fressen und faus kommen: daju wollest du uns ver fen, und dergleichen unordentli- helfen durch unsern HErrn und chem wesen, wodurch wir unsere beiland JEfum Chriftum, amen. berzen befchweren, in mancherlen Siden night VI. Gebet auf Advent. VI. Dank, Gebete auf die vornehmste Feste im Jahre. Bebet auf Advent von gehorsam unterwerfen, und un fere verder te vernunft unter deinem gehorsam gefangen nehmen. Hilf, daß wir dir den weg zu un fern herzen bereiten, die there weit die der welt hoch machen, daß wir mit danken vor dein angesicht kommen, und immerdar fagen: Hochgelobet sen GOtt! Hilf, daß wir dich öffent: lich und ungeschenet mit jenem volke vor der welt bekennen, und allezeit in chriftlicher bereitschaft erfunden werden, dir in heiligkeit und gerechtigkeit unfer lebelang zu dienen. Laß uns dir handrei. chung von unserem vermögen thun, und deinen geistlichen ein. zug, so viel uns möglich, beför dern; auch im falle der noht dei. nethalben gerne alles verlassen, der du um unsert willen so arm worden, daß du eine eselinn ent: lehnen müssen, und am stamme des creuzes in deinem höchsten durfte nicht einen trunk waffers bekommen können. Gib, daß wir also in deiner leiten zukunft das ende des glaubens, nemlich der feelen feligkeit davon bringen, die du uns durch dein eigen blut fo theuer erworben haft. Indessen bleibe, o HErr! mit deinem wor te und mit der reinen wahrheit auch in diesem nunmehr ange. tretenen Firchenjahre bey uns, wie du das verwichene ben uns geblieben bist. Breite deine wahr. heit ie långer je weiter aus, und fegne die arbeit getreuer lehrer und prediger. Beschüße, regiere und segne unsere und alle andere chriftliche obrigkeit, fammt ders rathen und getreuen dienern. Hilf, HErr JEfu, du starker helfer! @ 3 dem Einzuge Christi in un sere Herzen. HErr JEfu Chri 101 114. chren, ein sohn des lebendigen GOttes und Davids! du bist im namen deines vaters in die welt fommen; du hast dich als ein kömg von Israel, als ein gerechter und helfer, ben deinem volke zu erufalem eingestellet, daß du das felbige zur gerechtigkeit brachtest, deine elenden rettetest, und sie von finden selig machtest: weil sie dich aber nicht auf- und angenom men haben; so hast du dich zu uns armen heiden gewendet, daß wir dein volk seyn sollten. Du Rehest noch täglich in deinem worte und facramenten ben deiner firchen ein, dafür wir dir von her en danken. Wir bitten dich, daß du uns solche deine guade recht ill erkennen gebest. Ach HErr! ehe auch bey uns ein, und mathe dir eine wohnung in unfern herzen. Du bist ja unser heiland und helfer, nicht allein in leibli hen nöhten, sondern zuförderst gegen tod und teufel: darum fragen wir nichts nach himmel und erde, wenn wir nur dich ben uns haben: und wenn uns gleich leib und feele verschmachtet, so bist du doch, Gott! allezeit unsers herzens troft und unser theil. Gott ist ja unser vater, darum wirst du als ein vater die tochter Zion, deine kirche, nicht lassen und du, o JEfu kannst und mußt ie schußen als ihr mächtiger 18. nig. So hilf nun, daß wir auch, wie die apostel, uns dir im vollen Gebet von der Gebuhrt des Sohnes GOttes. 102 fer! daß sie alle mit einander, und wir sammt ihnen, dir von herzen dienen, das reich deiner wahrheit befördern, und alles, was wir ver mögen, dir zu ehren unterlegen und ausbreiten: daß unser christenthum allewege grüne, als ein schöner palm- zweig, und wir durch deine Fraft alle schmach, verfol gungund trübsal dieser welt aber winden; bis wir einmahl mit dir, unserm Ednige, den seligen und frölichen eintritt in das himmli sche reichter ewigen herrlichkeit thun. Amen, HERR Chrifte JEsu! amen. Sebet von der Gebuhrt des Sohnes GOttes am Chrift Tage. uns, sondern dir leben, dir ver trauen, dich lieben und loben un ser lebelang. Gib auch, daß wir in allem creuze und trübsal unsers einigen heilandes, seligmachers und getreuen hirten JEfu Chrifti uns trösten, und daß wir alles, was in der welt ist, getroft hindan segen, und es, gegen der über: schwenglichen erkenntniß deines lieben sohnes, für koht achten mö gen. Erhalte auch bey uns und unsern nachkommen dein heiliges feligmachendes wort, sende treue diener in deine ernte. Wir bitten auch für alle menschen, insonder beit aber für unsere christliche obrigkeit. Regiere sie durch dei nen geist, daß sie zuförderst und vor allen dingen bey ihrer regie: 115. himmlischer vater! unsers einigen ewigen königes wir danken dir von grunde un-, JEfu Chrifti befördern und aus ferer herzen, daß du aus lauter breiten, und ja ihren stand und wolgefallen und unaussprechlicher liebe deinen eingebohrnen sohn JEsum Christum, den glanz deiner herrlichkeit und das eben bild deines wesens, in diese welt nefandt haft, welcher unser armes fleisch und blut an sich genommen, und uns in allem gleich worden ist, ausgenommen die sünde; auf daß er uns von sünden, tod, teufel und hölle erls fete, und mit sich in das reich der ewigen selig keit versezzete. Dis alles, o hochster GOtt! hat deine herzliche barmherzigkeit gethan, durch wel, che uns besuchet hat der aufgang aus der höhe, auf daß er erscheine denen, die da sizen in finsterniß und schatten des todes, und richte unsere füsse auf den weg des frie: dens! So erfülle nun, o HErr! unfer aller herzen mit deiner gnade; und gib, daß wir solche deine groffe liebe und barmherzig feit dankbarlich erkennen, nicht wandel auf dieser welt also füh ren, damit sie dermahleins mit ihm in himmelreiche in alle ewigs keit herrschen mdge. Siehe auch deine arme bedrängte Firche und kleine heerde in gnaden an; komme ihr zu hülfe, und errette sie end lich aus den grossen ndhten, die sie betroffen haben. Triste sie, HErr! durch deinen geist, nachdem du weißt, daß es ihre nohtdurfter fordert, auf daß sie sich deiner gute erfreuen, und deinen namen emig preifen möge. Laß heute in den herzen aller angefochtenen, Franken, verfolgten, witwen, waisen, und aller andern, so in noht und trübfal stecken, eine tröstliche Christ- freude aufgehen; Auch die, welche deinen sohn JE fum Chriftum noch nicht erkennen noch ehren, bringe an das Licht deiner wahrheit, damit sie sammt uns und allen auserwählten en geln und menschen dich loben, und dir Gebet am Neuen Jahrs- Tage. 103 dir zu lobe im wahren glauben, bisher begangene sünden uns aus und mit herzlicher freudigkeit singen mögen: Ehre sey GOtt in der höhe, friede auf erden, und den menschen ein wolgefallen, amen. gnaden um JEfu Chrifti willen schenken, und sie mit dem alten jahre zurück, ia in die tiefe des meeres werfen, und derselben nimmermehr gedenken. Gib uns auch mit dem neuen iahre neue kraft, dir in heiligkeit und gerech tigkeit zu dienen. Erleuchte aufs Gebet am Neuen Jahrs Tage. 116. Err himmels und T ser und starker GOtt! wir sagen dir von Herzen lob und dank, daß du uns nicht allein erschaffen, bisher erhalten, und sonder lich auch das vergangene jahr so gnädig und väterlich beschüßzet, und uns so viel unzählbare wol thaten erzeiget haft; sondern auch und vornemlich, daß du uns aus lauter gnaden deinen sohn, Jesum Christum, zum erlöser und heilande geschenket, und da die seit erfüllet war, ihn in die welt gesandt haft, welcher sich sei ner göttlichen gestalt geäusert, knechts- gestalt an sich genommen, sich dem gesetze unterworfen, und dir gehorsam worden ist, bis zum tode, ja zum tode am creuze, da len und geheimniß zu erkennen; lenke und erneure unsern willen zu einem neuen und heiligen ges horsam, auf daß wir es genng fenn lassen, daß wir die vergan gene zeit in fünden und eitelem wandel zugebracht haben; und was noch hinterstelliger zeit im fleische ist, nicht uns, nicht der welt, nicht den fleisches luften, sondern dir leben, und auf deinen wegen gehen. Beschneide du, HErr! durch deinen geist unser aller herzen, und reinige sie von aller ungerechtigkeit und bösen lüften. Gib uns, nach deiner vers heiffung, einerley her; und wesen, daß wir dich fürchten unser lebes lang, auf daß es uns und unsern kindern nach uns wol gehe. Erhalmit er also für uns das geser erste ins künftige bey uns und unsern füllete, und uns von dem sluche nachkommen dein heiliges wort: den wir verdienet hatten, erlö sete. Wir erkennen und bekennen von ganzem Herzen, daß wir nicht allein das abgewichene jahr, son dern auch die ganze zeit unsers lebens von jugend auf für solche deine wolthaten sehr undankbar gewesen, und dich vielfältig er. ürnet haben; daß du ia wol ur fach hättest, deine guade von uns abzuwenden, und uns nach deiner trengen gerechtigkeit zu bestrafen. Wir bitten dich aber, himmlischer vater in dem namen deines sohnes JEfu Chrifti, unsers einigen heilandes, du wollest uns mit dem neuen fahre neue gnade wiederfabren lassen, unsere alte Gib auch in diesem und in den fols genden jahren deinen segen zu den früchten der erde; wende alle wotverdiente land- plagen gnädig ab, und sey uns noch ferner gnädig. Laß dir auch unsere christliche herrschaften und obrigkeiten in deinen väterlichen schuß befoh: ten seyn, regiere und fegne ihre anschläge, ihr thun und lassen, daß es zur ausbreitung deiner ehre, iu fortpflanzung der göttlichen wahrheit, und zu des vaterlan. des wolfahrt gereiche. Dafern auch in dem neuen jahre neues creuz und trübfal erfolgen sollte; so wollest du, o Gott! uns mit 84 neuem 104 Am Tage der Offenbarung Christi. ueuem troste, stärke und geduld| daß wir von den vorigen irrwegen wapnen, und durch deine kraft in unserer schwachheit machtig seyn; damit wir überwinden, alles wol ausrichten, und wider alle anfechtungen das feld behal ten mögen. Laß doch dieses künf tige neue jahr deiner armen bedrängten kirchen, und allen betrübten, angefochtenen, verfolgten, oder sonst nohtleidenden her: zen, ein trost- und freuden- reiches fröliches erlösungs- jahr seyn. Und wenn wir die zeit unsers elenden lebens in dieser welt nach deiner bestimmung erfüller haben; so hilf uns getroft hindurch in das rechte neue himmlische ewige ju bel- jahr, um deines allerliebsten sohnes unsers ewigen heilandes JEfu Chrifti willen, amen. Am Tage der Offenba rung Christi. unserer fünden abweichen, und durch einen andern weg in unser ewiges himmlisches vater- land eingehen. Warne und bewahre uns, o du treuer menschen- hüter! für allen unfern verfolgern und widersachern, und verhüte alles unheil. Laß dir sonderlich unsere liebe obrigkeit, als deinen aug apfel in deinen väterlichen schuß befohlen seyn: erhalte sie gnd dig, und schüße sie an leib und seele. Gib, daß durch sie die gerech tigkeit und wahrheit befördert, die bosheit aber gehindert und be strafet werde. Segne diese ganze christliche gemeine, und über. schütte sie mit väterlicher bestán. diger gnade.Segne die früchte des landes; triste alle arme, kranke, verfolgte und betrübte herzen. Erbarme dich unser, o HERR! verzeihe uns um Christi willen alle wol1 GOtt, himmlischer vater! wir danken dir herzlich, daß du auch uns, die wir aus dem hei: denthum herkommen, das licht und den hellen stern deiner wahr heit, zur seligmachenden erkennt niß JEfu Chrifti deines sohues, haft leuchten lassen. Wir bitten dich barmherziger GOtt! erhalte daffelbige licht ben uns, und gib, daß wir ihm folgen, dich, und den du gesandt haft, JEfum Chriftum, ie länger je mehr erkennen, und im wahren glauben und rechter Gebet am Tage der Reigottseligkeit dir dienen; daß wir dir auch das bewährte köstliche gold des beständigen glaubens, nigung Maria. den weihrauch des inbrünstigen 118.HErr JEfu Chrifte, du gebets, und die myrrhen der ge: tendes licht der heiden, der du duld in allem creuse, mit aufrichti- heute dem HErrn im tempel dar gen und freudigen herzen opfern. gestellet bist! wir danken dir, daß Verzeihe uns auch, 0 HErr! unsere du unserntwegen dich unter das bisher begangene sünden, und lei geser gethan; und bitten dich, er te uns durch deinen heiligen geist, leuchte uns, daß wir uns dir erge ben verdiente strafe des krieges und blutvergiessens gnädiglich ab. Decke uns mit deinen fittigen, und bewahre uns durch deine hei: lige engel. Wende allen jammer und verwüstung ab, gib, daß wir in steter bereitschaft, busse, glau ben und geduld erfunden werden, und würdig seyn mögen endlich zu stehen vor des menschen sohn, und mit ihm in die ewige seligkeit einsugehen, amen; HErr JEsu, amen. 31 Am Tage der Verkündigung Maria. ben zu einem opfer, das lebendig, heilig und dir wolgefällig sen, auch deinen tempel oft mit andacht besuchen. Reinige unsere sündliche natur und unser verkehrtes herz durch deinen heiligen geist und durch dein unschuldiges blut. Zünde in uns an das licht der er kenntniß deines göttlichen willens und eines thätigen glaubens, dich unsere glaubensarme fest zu faffen. Erleuchte unsere augen, daß wir nicht im tode entschlafen, sondern vielmehr mit Simeon ei ne stille und fröliche hinfahrt aus der welt in den himmel erlangen. Amen, o HErr JEsu! amen. 105 vater. Schüße und erhalte uns wider welt, fünde, teufel, tod und hölle, und laß uns in deinem reiche mit dir leben, und dir dienen in ewiger gerechtigkeit, unschuld und seligkeit. O GOtt heiliger geist! der du durch deine kraft die empfanguiß des sohnes gewirket haft, bilf, daß wir uns deiner unendlichen kraft und macht jederzeit trösten, die mit wahrem glauben, willigem gehorsam und herzlicher demuht jederzeit anhangen, und also die frucht der seligmachenden menschwerdung Chrifti, nemlich die ewige freude im himmel, davon bringen und erhalten mögen, amen. Gebet am Tage der Berkündigung Marid. Err 119. fcher vater! wir dans fen dir, daß du deine triftliche verheissung erfüllet, uns deinen allerliebsten einigen sohn zum heilande gesendet, und denselben in dem leibe der jungfrau Maria haft menschliche natur annehmen laffen. Hilf, daß wir uns solcher deiner liebe, die du hierinnen gegen uns arme fünder erwiesen haft, jederzeit von herzen trösten und erfreuen. Laß deines sohnes heilige empfängniß unsere unreinigkeit, fünde und missethat til gen, daß wir deiner gnade wieder theilhaftig seyn mögen. O HErr JEfu Chrifte, GOttes und Maria ſohn! wir danken dir, daß du unsere menschliche natur an dich genommen, und unser heiland und seligmacher worden bist. Wir freuen uns dessen von herzen, und sind nun versichert, daß du uns, als dein eigen fleisch und blut, nie verlassen werdest. Du bist ja darum mensch worden, daß du uns helfen mögtest: daher vertritt uns ben deinem himmlischen mahlen zu solchem deinen gnaden. 85 tische Gebet am grünen Donnerstage. I 20.2ch liebster JEfu, treuer hirte der du deine schaafe mit deinem flei sche speisest und mit deinem blute tränkeft; dir sey für deine un aussprechliche liebe ewig dank gefaget, daß du dich für unsere fünde und um unserer feligkeit willen in den tod, und zu deffen versicherung uns deinen leib und blut zu essen und zu trinken gegeben, und, uns damit deiner göttlichen natur theilhaftig zu machen, verordnet hast. Ach! freilich eine groffe liebe, daß du nicht ur in uns wohnen, sondern dich, als unsere himmlische speise und trank, innigst mit uns vereinigen willt. Dir sey dank, daß du auch bisher solches dein heiliges facra ment in deiner kirche wider des fatans gewalt, lift und verführung, sowol was die wahre lehre davon, als was den rechten ge: brauch desselben anlanget, erhal ten, auch uns bereits zu vielen 106 Danksagung für das Leiden JEfu am stillen Freyrage. tische gelaffen haft. Vergib aber| kraftig in uns, daß wir dabey gnädiglich, daß solche deine hei lige ordnung so oft verkehret, und nicht allezeit von allen denen, die sich bey deinem mahle einge funden haben, gehöriger fleiß, würdig daben zu erscheinen, anges wendet; ia so gar auch nach mahls dein theurer leib und blut oft verunehret, und misbrau chet, dadurch aber dein gerichte gereizet worden ist, daß du uns folches theure gut mit recht ent jiehen könntest. Laß aber auch hier gnade für recht ergehen, und er halte uns dein heiliges facrament und dessen reinen gebrauch so lange, bis du selber Esmmest. Steure dem fatan, daß derselbe die würdige genieffung auf keine weise hindere, und also verursache, daß das ienige, was von dir zu unserem heil verordnet worden, zu der feelen verderben gereiche. Richte dargegen deine kirche also ein, daß die fes heilige facrament von allem misbrauche der unwürdigen ge rettet, hingegen die wahre wur:digkeit ben allen befördert werde, deinen tod würdiglich verkündis gen, die wolthaten, die aus dei nem leiden auf uns fliessen, in dem heiligen sacramente dankbarlich erkennen, deinem exempel, im liebreichen gehorsam gegen dich und deinen vater, in aufrichtiger liebe gegen unsern nächsten, und in williger geduld in allem leiden, freudig nachfolgen. Laß also un sern innern menschen durch diese seelen- speise stets wachsen und zu nehmen an dir, unserm hochgelob ten haupte: und führe uns end. lich, erfüllet mit früchten der ge rechtigkeit, so du in uns wirkest, zu deinem himmels- saale, wo du, nachdem du uns durch den vor: schmack iener freuden hier schon erquicket hast, uns mit dir selbst in ewigkeit sättigen wirst. Ach! haben wir dich, und giebst du dich uns ganz, so haben wir genug, amen. Dir ser für deine Liebe und güte ewig preis, sammt dem vater und heiligen geifte, amen. Wirke auch, treuer heiland! deine gnade in uns, so oft wir uns zu dei nem tische nahen, daß du uns alleseit durch deinen heiligen geist herzlich zur wahren würdigkeit be Danksagung für die Erlösung oder für das Leiden Chrifti am stillen Freytage. reiteſt, uns ſelbst nach dem geſetze 121. Ich danke dir, HERN Christe, wahrer und evangelio aufrichtig zu prü GOtt und mensch! daß du mich fen, ja uns ſelbst zu richten und zu armen fünder und verdammten verdammen, damit wir nicht von menschen, ohne alle meine werke, dir gerichtet, sondern durch deine verdienst und würdigkeit, durch guade losgesprochen werden. Gib dein heiliges leiden, sterben und uns auch die gnade, nicht nur dei blutvergiessen erlsfet hast. nen leib und blut zu essen und HErr JEsu Christe, wie groß ist zu trinken, sondern auch deinen dein leiden! wie schwer ist deine leib im wahren glauben und herz: pein! wie viel ist deiner marter! licher ehrerbietung zu unterscheiwie tief sind deine wunden! wie den, in dein gedächtniß in dem bitter und schmerzlich ist dein tod! glauben zu begehen. So oft wir aber dieses pfandes unsers heils gewürdiget werden; so sey wie unaussprechlich ist deine lie. be, wodurch du mich mit deinem lieben vater versöhnet hast! da du Danksagung am heiligen Oster Tage. 107 am ölberge blutigen schweiß für, durch in mir ausgeld fchet und ge groffer angst geschwißet, daß die dämpfet, dargegen alle tugenden blutstropfen auf die erde gefal- eingepflanzet und gemehret wers len, und du darauf von allen den; auf daß ich der fünden ab. deinen jüngern verlassen worden, gestorben der gerechtigkeit lebe, und dich in die hände der schud- und deinem mir gelassenen vors den jüden und gottlosen schaar bilde nachfolge, in deine fußstapfen willig für mich gegeben hast, wel- trete, das übel mit geduld ertrache dich hart gebunden, und von ge, und das unrecht mit gutem einem ungerechten richter zu gewissen leide. Das gib und verdem andern unbarmherzig ge- leihe mir nun, o HErr JEfu! um führet hat! Daselbst bist du deines heiligen theuren verdien. fälschlich verklaget, verurtheilet, ftes willen, amen. verspenet, verhöhnet, und mit fausten in das angesicht gefchlas gen worden. unserer 3 Danksagung für die missethat willen verwundet, und siegbafte Auferstehung JEsu um unserer fünde willen zuschlagen, gegeisfelt, mit dornen geerdnet, und iämmerlich zuge Christi, am heiligen Ofter Tage. richtet worden, wie ein armer 122. HErr JEfu Chrifte, wurm, der keinem menschen ähnlich ist. Denn du warest der aller verachteste und unwehrteste, voll schmerzen und krankheit, also, daß es auch ein heidnisch her; erbarmet hat, daß es gesaget: Siehe, welch ein mensch ist das! Du bist wegen meiner mishande: lungen unter die übelthäter ge rechnet, und als ein fluch mitten zwischen sie aufgehenket, an hånden und füssen mit någeln durchgraben, darzu in deinem höchsten durfte mit effig und galle getranFet worden: und mit grossen schmerzen haft du deinen geist aufgegeben, auf daß du meine schuld bezahletest, und ich durch deine wunden geheilet würde. Für alle diese deine marter und vein sage ich dir lob und dank, und bitte dich, laß dein heiliges bitteres Leiden an mir nicht verlohren seyn; sondern gib, daß ich mich dessen vo herzen tröste und rühme, auch desselben gedächtniß also begehe, und es solcher maaffen betrachte, daß alle böse lüfte da: todes und zerstöhrer der höllen! wir sagen dir herzlich dank für deine sieghafte fröliche auferstehung, dadurch du dem tode die macht genommen, und ein ewi ges und unvergängliches wesen wieder an das licht gebracht hast. Du hast dich als einen allmächtigen HErrn bewiesen, der die schlüssel der höllen und des todes hat, der da aufschleußt und niemand zuschleußt. Du wa. rest todt, und siche, nun lebeft du von ewigkeit zu ewigkeit. Du hast dein volk vom tode er rettet und aus der höllen erlöset, daß wir nun mit freudigkeit sagen können: Tod, wo ist dein stachel? Hölle, wo ist dein sieg? Dir sey dank, daß du uns den sieg gegeben haft: denn tu bist dem tode ein gift, und der höllen eine pestilen; gewesen, du hast den tod verschlun gen ewiglich; darum freuet sich unser herz, und unsere ehre ist frölich. Denn Gott hat deine seele nicht in der hölle gelaffen, und nicht zugegeben, daß sein heis liger 108 Danksagung für die Himmelfahrt Chrifti. liger die verwesung sehe. Du bist uns die gnade des heiligen geistes, eine kleine zeit von GOtt verlaf daß wir die kraft deiner auferste fen gewesen, aber nun mit ehren hung, und den beständigen troft und schmuck geerdnet worden: in unsern herzen empfinden, daß Du bist aus der angst und gerichte nunmehr weder fünde noch vers hinweg geriffen, wer will deines dammniß, weder fluch noch tod, lebens länge ausreden? Der weder satan noch hölle, einige stein, den die bauleute verwors macht und anspruch an uns habe. fen hatten, ist zum eckstein wor- Laß uns auch, o HErr! mit dir den: das ist von dem HErrn ge durch wahre busse auferstehen; laß schehen, und ist ein wunder vor uns theil haben an der ersten auf unsern augen. Man singet mit erstehung, auf daß der andere tod freuden in den hütten der gerech- an uns nicht macht habe. Erwecke ten: die rechte des HErrn be auch am jüngsten tage, durch die hält den sieg, die rechte des HErrn kraft deiner auferstehung, unsere ist erhöhet, die rechte des HErrn Leiber zum ewigen leben; damit behält den sieg. Ach HErr JEsu!| unser nichtiger, verweslicher, du bist hervor gebrochen, wie die schöne morgenröhte majestätis scher weise bist du auferstanden in einem erdbeben. Deine heilige en gel eröffnen und zeigen uns das grab, und sagen: Was sucht ihr den lebendigen bey den todten? kommet her, sehet die stätte, da der HErr gelegen. O du freund licher leutfeliger HErr! du er scheinest der Maria Magdalena und Petro, und sprichst: Gehe hin, und sage meinen brüdern: ich fabre auf zu meinem pater, und zu eurem vater, zu meinem Gott, sterblicher leib unverweslichkeit, unsterblichkeit, fraft und ehre an ziehe, und wir ähnlich seyn dei nem verklärten leibe; denn unser leben ist jego ben dir verborgen; wenn du aber, unser leben, offen: bar werden wirst, so werden wir auch mit dir offenbar werden in der herrlichkeit. Das verleihe uns, o HErr JEfu Chrifte! durch deine siegreiche auferstehung, und um deines namens ehre willen, amen. und zu eurem Gott. Du wirst ein Danksagung für die Himmelfahrt Christi. vilgrim nach Emmaus, und legest deinen betrübten alle schrift aus, du kömmest zu den app: steln in dem verschlossenen hause, zeigest ihnen hände und füffe, deine offene feite und wunden- maale, und heilest damit die wunden ihres unglaubens, iffest mit ihnen aus liebe und zum jeugniß, daß du wahrhaftig lebest, auf daß du sie speisest mit den früchten deiner auferstehung; denn du theileft dieselben früchte aus durch deinen edlen frieden, welcher alle himmlifche güter in sich begreift. Wir bitten dich, lieber HErr! gib I 23. u allmächtiger fie ges- fürft: der du dich durch deine neghafte und fröliche himmel. fahrt zur rechten der majestät und kraft GOttes gesetet, und alle deine feinde, sünde, tod, tens fel, bölle und welt zum schemel deiner füffe geleget haft: wie sollen wir diesen triumph, diesen sieg, diese herrlichkeit, diesen deinen hohen namen gnugsam und wür; diglich rühmen und preifen? Denn nachdem du die reinigung unserer fünde durch dich selbst ge machet Danksagung für die Himmelfahrt Chrifti. Iog machet haft, hast du dich in den dem geiste der weisheit und des himmel geseget, zur rechten der verstandes! Du haft ein ewiges ho majestät GOttes, und bist so viel bes priesterthum, darum kannst du besser worden als die engel, so viel allezeit selig machen, und deren gar einen höhern namen du vor gebet erhören, die zu dir kommen, ihnen ererbet hast. Denn zu wel und dich anrufen. Du hast uns chem engel hat GOtt iemahls ge durch deine himmelfahrt den richfagt: sese dich zu meiner rechten? tigen weg zum himmel gezeiget, Dein himmlischer vater bat dir das paradies eröffnet, und die alles unter deine füffe gethan, ståtte im himmel bereitet. Weil nichts ausgenommen, als nur sich du nun als unser haupt im him. selbst: du hast dir die engel, die mel bist; so werden auch wir, dei gewaltigen, die fürstenthümer ne glieder, gewiß nicht draussen und alle kräfte unterthan ge bleiben; du wirst uns alle nachhomacht, auch hast du in diesem len, auf daß wir seyn wo du bist, herrlichen siege die höllische für daß wir deine herrlichkeit sehen. fenthümer und gewaltige aus Durch deine himmelfahrt ist un gezogen, sie öffentlich schau ge- fere felige hoffnung bestätiget. tragen, und einen triumph aus daß wir gewiß zu dir kommen wer ihnen gemachet durch dich selbst. den; es ist auch unsere gerechtigDu starker GOtt fährest auf mit feit dadurch bekräftiget; denn du jauchzen, und du HErr mit hel- erscheinest nun vor deinem himmler posaunen. Lobsinget unserm lischen vater, zum zeugniß, daß GOtt, lobsinget ihm klüglich! du durch dein blut in das allerhei derer wagen GOttes ist viel taus ligste eingegangen bist, und eine fendmahl tausend. Du bist aufges ewige erlöfung erfunden, und die fahren in die höhe, und hast das ewige gerechtigkeit wieder ge gefängniß gefangen geführet. Du bracht hast. Beuch uns nach dir, haft gaben empfangen für die daß wir mit unsern gemühtern menschen, du bist erhöhet über bey dir im himmlischen wesen alle engel und fürstenthümer, und leben wandeln und wohnen über alle gewalt und macht, und mögen; daß wir allda unser aller über alles was in dieser und jener haben, wo unser schah ist, und welt genennet werden mag. GOtt suchen, was droben, und nicht bat dich zum haupte deiner ges was auf erden ist, und uns nach meine geseget, die da ist dein leib, dem strecken, was zukünftig ist: und die fülle deß, der alles in allem zeuch uns nach dir, so laufen wir. erfüllet. Du bist unser ewiges Gib uns flügel der bimmlischen einiges haupt, das seinen leib morgenröhte, und des heiligen und seine glieder mit leben, licht, verlangens nach dir, daß wir zu fraft, troft, stärke, fieg, friede dir fliehen. O wenn werden wir und freude erfüllet. Du bist uns dahin kommen, daß wir dein an fer ewiger hoherpriester, salbest gesicht sehen, und mit dir aufe uns mit deinem heiligen geifte, fahren zu deinem vater, und zu zu deinem Gott siebst evangelisten, apostel, pro- unserm vater pheten, hirten und lehrer, auf und zu unserm GOtt! Komm, daß dein geistlicher leib erbauer HErr JEfu!, und nimm uns zu werde. Ach sende treue und fleis dir, amen amen. sige bauleute und erfülle sie mit i Dant= hiz Danksagung am Pfingst Feste. In Danksagung für die te andacht zu unserm seufzen und gebet, daß wir mit wahrer zu Wolthaten des heiligen Geistes versicht und findlichem vertrauen am Pfingst- Feste. schreyen und sprechen: Abba, lie: H 124. geist! der du von dem vater und dem sohne aus geheft, mit ihnen in einem gott lichen und unzertheilten wesen gleich ewig bist! wir beten dich an, wir ehren, loben und preisen dich, und danken dir von grunde unserer herzen für alle deine woltha ten; sonderlich daß du uns durch heiligen aposteln haft sehen lassen, deine gnade zum heiligen christli- damit wir die salbung empfangen. vater! uns einfair des herzens, ohne alle galle und bitterkeit, der du in gestalt einer tauben über unserem HErrn JE, fu Christo am Jordan in seiner heiligen taufe erschienen bist. Ent zünde in uns das feuer der herzli chen inbrünstigen liebe, der du dich in feurigen zungen über den Erneure uns an dem inwendigen menschen, daß wir durch dich, der du durch das wort und die facra mente kräftig bist, je mehr und mehr wiedergebohren, und nach dem innerlichen menschen von ta ge zu tage erneuert werden. Be hüte uns für abgdtteren und lü gen, für irrthum und unglauben, und für aller bosheit und gottlo sem wesen, nimm hinweg die un reinigkeit unsers gemühtes. Laß die fündlichen lüste in unserm sterblichen leibe nicht kräftig wer den; sondern mache du deine wohnung in uns, und herrsche in allen unsern gliedern; begleite uns auch endlich in das rechte ewige vater. land, auf daß wir daselbst in voll kommner heiligkeit dich, sammt dem vater und sohne, von angesicht zu angesicht anschauen, und ewiglich loben und vreisen mögen, amen. 110 3 lichen glauben berufen und ge bracht; dich selbst unseren seelen in der taufe eingegossen hast, und noch ohne aufhören deine werke in uns wirkest. Wir bit ten dich, weil wir nicht aus eige: ner vernunft noch kraft an JE fum Christum unsern HERRN glauben, oder zu ihm kommen Ennen; du wolleft uns lehren, in alle wahrheit leiten und führen, den wahren glauben in uns erhal ten und vermehren, mit rechtem verstande deines wortes begaben, uns in wahrer anrufung und rechtem vertrauen heiligen, uns in nerlichen frieden des gewissens mit ewig währendem troste, nebst aller freudigkeit und beständigkeit geben und schenken. Schreibe du JEfum Chriftum in unsere her sen, der du der lebendige finger GOttes bist: vergewissere uns mit deinem zeugniß, tröste uns wider alle furcht und blödigkeit des flei sches; sen du unser treuer beys Danksagung für die Of stand wider des bösen feindes ans Flagung; stärke uns wider diefenbarung der heiligen verzagung, auf daß wir also im glauben verheiſſung vergewiffert und ver: fiegelt werden; denn du bist das pfand unseres erbes zu unserer erldsung. Verleibe uns auch rechDreyeinigkeit. du 125. hochgelobte, utzer theilte dreneinigkeit, du ewiges, unendliches, unbegreifliches, geist: liches und einiges wesen, dreyfal tig Danksagung für die Offenbarung der heiligen Dreyeinigkeit 111 tig in personen! wir sagen dir lob, ehre und dank für die göttliche offenbarung deiner heiligen er fenntniß, in welcher das ewige leben stehet, nemlich, daß wir dich, GOtt den vater, und welchen du gesandt hast, JEsum Christum deinen lieben sohn, in fraft des heiligen geistes, erken nen. O GOtt vater! der du die erste person der heiligen dreyei nigkeit bist, dich erkennen, lieben, chren, preisen und beten wir an, als unfern allerliebsten vater, der der rechte vater ist über alles, was finder heisset im himmel und auf erden. Dein lieber sohn hat befoh: len, dich als unsern lieben vater anzurufen, und gesaget: Was ihr ihn in meinem namen bitten wer det, das wird er euch geben; Ich fahre auf zu meinem vater, und ju eurem vater, ju meinem GOtt, und zu eurem GOtt. O GOtt sohn! der du bist die andere person der heiligen drey einigkeit, aus dem göttlichen wes und seligmacher, GOTT und mensch in einer person; du sigeft auf dem stuhle der herrlichkeit zur rechten der maiestät GOttes, hdrest unser gebet und seufzen, und bist bey uns alle tage bis an das ende der welt: dir sagen wir auch. für deine groffe liebe, leiden und tod, auferstehung und himmelfahrt, lob, ehre und dank. GOtt heiliger geist, ewiger und allmächtiger GOtt! gleich ewig und allmachtig mit dem vater und dem sohne, der du ausgehest, und von dem vater und dem sohne, als ein geift des vaters und des sohnes, gesandt wirst, und uns zu tempeln und wohnungen der heiligen drepeinigkeit machest, der du uns neu gebiereft, erleuchtest, heiligest und tröstest, du bist unser einiger, allerliebster und allerhöchster trö ster, der ewiglich bey uns bleibet, wenn uns die ganze welt und alle creaturen verlaffen: dir sagen wir lob und dank für die wiederge buhrt, erleuchtung und heiligung. sen des vaters von ewigkeit her du heilige drepeinigkeit, ungezeuget. GOtt von GOtt, wahr: terschiedlich nach den personen, haftiger GOtt vom wahrhaftigen unzertrennlich nach dem wesen, GOtt, licht vom lichte, du we GOtt vater, sohn und heiliger fentliches ebenbild deines himm- geift eines göttlichen wesens, lischen vaters, du glan; seiner einer ewigen gottheit! wir be herrlichkeit, du wahrhaftiger kennen drey unterschiedene per. GOtt und ewiges leben, du an- fonen, gleich ewig, gleich allmäch fang und ende aller dinge, durch tig, gleich heilig, gleich herrlich, welchen alles geschaffen, beide das gleich unermäßlich: darum sin sichtbare und unsichtbare, beide gen wir mit den Seraphim: heidie thronen und herrschaften, lig, beilig, heilig ist Gott der durch welchen alle dinge gemacht HErr zebaoth! heilig ist GOtt der find, und in welchem alles bestehet.vater, heilig is GOtt der sohn, Du bist in der fülle der zeit mensch worden, und von deinem himmlischen vater gesandt zu suchen und felig zu machen, was verlohren war; du bist unser fleisch und blut worden, bist unser erlöser, fürspre cher, gnaden- stuhl, hoberpriester, mittler, einiges versöhn opfer, heilig ist GOtt der heilige geist, und sagen mit Paulo: von ihm, in ihm, und durch ihn sind alle dinge: ihm sev ehre und preis in ewigkeit, amen. O du beilige drepeinigkeit! tomme zu uns, und mache wohnung bey uns. Du bist ja über uns alle 112 in Gebet am Tage Johannis des Täufers alle, durch uns alle, und in uns freuen, und dir allezeit dafür danallen. Ach GOtt vater, du ewige ken. Und gleichwie du Zachariam liebe und barmherzigkeit, du uners und Johannem den täufer mit schöpflicher brunn aller gütigkeit! dem heiligen geifte erleuchtet, und Ach Gott sohn, unsere ewige ge beständig im glauben erhalten rechtigkeit, weisheit, heiligkeit haft; also erfülle uns, alle chrift: und erldsung, unser licht, unser liche haus vater und haus- müt heil, unfer leben und feligkeit! Achter, fammt ihren Kindern und ge GOtt heiliger geist, unser einiger finde, mit deiner gnade. Erhalte und ewiger troft, friede, freude, uns bey der rechten feligmachen: stärke und kraft! vereinige uns den lehre Johannis, daß wir dei mit dir, besige und bewohne unser nen sohn JEfum Chriftum, der bers, bewahre uns wie einen aug- da ist das lamm GOttes, welches apfel im auge, beschirme uns unter der welt sünde tråget, allezeit mit dem schatten deiner flügel, segne wahrem glauben anschauen. Ach uns, erleuchte uns, trößte uns in HErr jebaoth, bewahre uns für unserer lezten noht, nimm unfere unglauben! Du aufgerichtetes feelen zu dir, erwecke unsern teib horn des heils, beschüße uns! Er am jüngsten tage jur ewigen rette uns von unsern feinden; gib, freude, und laß uns deine herr: daß wir dir dieuca in heiligkeit lichkeit ewiglich sehen, amen. und gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Zacharias und Elisabeth leben iegund in den himmlischen freu den; ach! gib und verleihe, allerliebster vater! daß wir nach diesem zeitlichen leben die ewige himmels- und engel- freude erlau gen mögen. Wenn unser todes stündlein kommen wird, so laß GOtt den herligen geist uns mund und herzen regieren, uns des HErrn Christi und seines theuren verdienfies trösten, und dermableins auch mit Zacharia, Elisabeth, Johanne dem täufer und allen gläubigen im ewigen le ben mit engelzungen singen: Hochgelobet und gepreiset fen GOtt fammt feinem eingebohr nen sohne und dem heiligen geiste immer und ewiglich, amen. Gebet am Tage Johannis des Taufers. 1 26. elobet fey der HErr, der GOtt Ifrael! denn er hat besuchet und erlöset sein voll. Wir danken dir, o aller: liebster vater! daß du uns mit der sendung deines lieben sohnes in gnaden heimgesuchet haft. Odu ewiger GOtt! der du die engel im himmel und deine auserwählte auf erden mit heiligkeit begnadet und erfüllet haft; wir danken dir demühtiglich, daß du uns zu der gemeinschaft der heiligen berufen haft. Hilf, daß wir täglich in der gottesfurcht wachsen und zuneh: men, und in der gemeinschaft der heiligen ewiglich bleiben mögen. Im Hause Zacharia und Elisabeth war groffe freude über der gebuhrt Johannis des täufers; ach du ewis gib die rechte Gebet am Tage der Heimsuchung Maria. llmächtiger gütiger liche feelen- freude in unsere her: I 27.2 GOtt und vater! zen, daß wir uns über deiner grof fen uns reichlich erzeigten barm berzigkeit im leben und sterben wir danken dir von Herzen, daß du nach deiner zusage, welche dem Abraham und seinem saamen ge fchehen Gebet am Tage Michaelis. 113 schehen ist, uns barmherzigkeit, dinge an ihr gethan: deine gute bewiesen, und dem ganzen menschlichen geschlechte durch deinen sohn aufgeholfen haft, welchen du in diese welt gesandt, daß wir durch ihn leben sollen. Wir bit ten dich, erfülle uns mit dem lichte deines heiligen geistes, daß wir deine grosse liebe und unermäß liche barmherzigkeit erkennen, und deinen namen mit unserem ganzen leben heiligen, loben und preisen. Gib auch, gütiger GOtt! daß wir dem exempel der hochgelobten jungfrau Maria nachfolgen, die deinem worte ge und barmherzigkeit währet noch immerdar bey denen, die dich kindlich fürchten. Du erhsheft die niedrigen, und erfülleft die hungrigen mit gütern; hilf uns, schaffe und mache, daß wir auch unter den gottesfürchtigen, unter den niedrigen und hungrigen seyn, die du zu seiner jeit erhöhen, und mit den reichen gütern deines hauses sättigen wolleft, damit unsere feele dich erhebe und alles, was in uns ist, deinen heiligen namen lobe, amen. gläubet hat, weswegen sie von Am Michaelis- Tage. Elisabeth selig gepriesen worden, und in betrachtung der gnade, die ihr wiederfahren, eines des mühtigen geistes gewesen ist, ihre 128. Avott, du beſchirs ch du gerechter freundinn besuchet, ihr gedienet hat, und allen christen zum vors mer und erhalter des menschlichen bilde des glaubens an dein wort, geschlechts, du HErr der heers jum vorbilde der liebe, der de schaaren, durch welchen alles ge. muht und aller christlichen tugen- schaffen ist beide das sichtbare und den worden ist. Gib uns, lieber unsichtbare, die thronen und die HErr GOtt! auch einen rechten herrschaften! wie hast du die menglauben, wahre liebe und demuht, schen so lieb, daß du ihnen von daß wir deinem worte, welches kindheit auf deine heilige engel uns deine diener verkündigen, die starke helden und heilige gläuben. Behüte und bewahre wächter zugeordnet hast, welche uns für hoffart, daß die weisen sich als das heer GOttes um die dieser welt deinem worte in ihrer jenigen berlagern müssen, die weisheit nicht widerstreben, und deinen namen fürchten; durch nicht zerstreuet werden: daß die welche du auch die drey hauptgewaltigen sich nicht wider deine stände auf erden, so du selbst gehand, deine macht, deinen raht, ordnet haft, beschüßest. Ach lie. und deine Firche segen, und ber getreuer GOtt! was ist der nicht von ihrem throne gestossen mensch, daß du ihn so achteft? und erniedriget werden; daß sie Dir sagen wir einmühtig lob und sich nicht auf den vergänglichen dant, daß du diese dienstbare geis reichthum verlassen und ledig gester, die vor deinem throne ste lassen werden. Du haft die armeshen, und dir tag und nacht dienen, und niedrige jungfrau Maria noch immerfort zum dienst um gnädig angesehen; und da sie vor derer willen aussendest, so die se der welt verachtet, und von keiligkeit ereriben sollen; und bitten nem ansehen war, sie zu hohen dich herzlch, du wolleßt diesen ehren gebracht; du bast grosse deinen creaturen, deinen beili b. gelt Danksagung für den Schuß der heiligen Engel. Geber am Reformations Feste. 114 gen engeln, auch über uns bes fehl thun, daß sie uns behüten auf allen unsern wegen: daß sie uns auf den hånden tragen, damit wir unsern fuß nicht an einen stein stossen, daß wir auf löwen und ottern gehen, und auf die jungen Iswen und drachen treten. Ach HErr! treibe alle böse unsau: bere geister von uns hinweg, welche lügner und mörder vom anfange sind. S grimm und wüten, für ihren lús gen und lästerungen, für ihrer argen lift und betrug. Wehre dem lügen- geiste in aller falschen propheten und lehrer munde, dem mord geiste in allen tyrannen, dem hoffarts: und unflahts- geiste im haus- stande. Laß uns hingegen deine heilige engel leiten, daß sie uns, die unserigen, und alles was wir haben, allezeit bewahren, daß der böse feind an uns und den unsrigen keine macht fin. den möge. Laß uns allesammt in deiner furcht leben, dein wort und evangelium lieb haben, welches auch die engel zu schauen gelüftet. Gib in aller sünder und unbußfertiger leute herzen wahre ernst liche buffe, auf daß die engel GOttes im himmel sich ihrer freuen mögen. Laß uns allezeit inbrünstig beten und ohne unterlaß deinen namen von gan jem herzen loben; wie deine engel im himmel dich allezeit preisen, und gegen einander das heilig, heilig, heilig ist GOtt der HErr der heerschaaren! immerfort singen. Und wenn wir von dies fer welt scheiden müssen, so laß doch deine liebe engel unsere seelen auffaffen, und sie in Abrahams schooß tragen, bis wir endlich in der auferstehung an ienem tage ihnen, den heiligen engeln, gleich werden, in ihrer erfreus lichen gesellschaft ewig bey die seyn und wohnen midgen, durch deinen lieben sohn JEsum Chri um, der uns solches alles theuer versprochen und erworben hat, amen. Gebet am Reformations Feste. vater lichts! der Behüte uns für ihrem 129. Bådiger GOtt, du du willst, daß allen menschen gehol feu werde, und sie zur erkenntniß der wahrheit kommen; wir preisen an dem heutigen tage deine gnade undwahrheit, daß du dein allein se ligmachendes evangelisches wort in feiner reinigkeit und lauterkeit, bey der gesegneten reforma. tion, wieder ans licht gebracht; auch unser land bald dadurch er leuchtet und uns solches bisher mächtig und gnädig erhalten haft. AchHErr, du gnädiger und barm. herziger Gott! die reine lehre nach deinem worte, der rechte ge brauch der heiligen facramente nach deiner einsetzung, nebst der freyen ungehinderten bekenntniß der wahrheit, sind ja die größten wolthaten, die du deinem volke erzeigest. Diese theure gaben haft du uns und unseren vorfahren, durch den dienst Lutheri und seiner treuen gehülfen, wiederum ge schenket; da vorhin dein wort lange zeit sehr theuer, unbekannt und verdeckt worden war, daher unwissenheit, aberglaube und irr thum allenthalben in deiner chri fenheit herrschten. Dagegen kens nen wir durch deine gnade den richtigen weg zum leben, wie wahrhaftig bußfertige durch den glauben an unsern einigen mitt ler, ohne eigene genugthuung, ver gebung der fünden und freudigen zugang zu dir erlangen. Wir ha ben 1 Gebet am Reformations- Feste. unter uns und unsern nachkommen. Thue wol an deinem evange lischen zion; gib demselben friede, daß sich deine gemeine baue und in deiner furcht nach dem lichte wandele. Gib, daß dein name sehr erhöhet sey bey den mächtigen der erden: Erhalte in deiner wahrheit alle diejenigen, welche dieselbe noch erkennen. Bewahre uns vor allen falschen lehren, daß sie uns von der lauterkeit und dem rechtschaffenen wesen in Christo JEfu nicht abziehen. Steure und wehre auch den feinden und abers gläubischen verfolgern der evan. gelischen wahrheit, daß fie weder durch list noch gewalt uns scha: den. Verhüte aber auch in gnaden, daß die schädliche gleichgül tigkeit in der religion nicht statt des grausamen verfolgungs- gei. stes, noch der unglaube statt des blinden aberglaubens einreiffen, sondern laß deine christenheit beyGOtt! zu danken, je mehr wir des die wahrheit und den frieden bekennen müssen, daß diese groffen in liebe fuchen. Weil es aber dein vorzüge nicht von allen unter uns heiliger wille ist, daß die, so dein gebührend geachtet worden, son- wort haben, auch im gehorsam des dern vielmehr manche durch kalt sinnigkeit, unglauben, unbußfer tigkeit und gottloses leben sie gemißbrauchet und verachtet haben. Dadurch hätten wir ja wol ver- mit deinem kräftigen trofte und schuldet, daß du diese theure heils- beystande allen zu hülfe, die um und gnaden- güter auch von uns deines namens und wortes willen wieder wegnahmeft, wie nach dei verfolgung leiden. Gib ihnen ge nem gerechten gerichte verschiede- duld und standhaftigkeit, und nen ländern und städten schon schaffe nach deiner weisheit ihnen wiederfahren ist. Wir erkennen schuß und errettung. Erleuchte aber, o heiliger GOtt! dieses ein übrigens und bekehre alle, die noch geriffene verderben mit schaam, im irrthum stecken, auf daß sie mit wehmuht und reue, und bitten de uns dir, o GOtt! in reinem glaumühtig, vergib es, und habe geben und mit gutem gewissen die duld mit uns, um unsers heilannen, und dich ewig loben und preides JEfu Chrifti willen. Erzeige fen mögen. Das thue alles in uns, o getreuer vater! auch fer gnaden um unsers einigen haupner deine gute, sonderlich durch tes JEfu Chrifti willen, amen. fernere erhaltung der reinen lehre gewissen sind frey von dem zwange menschlicher gebote und allem ver geblichen gottesdienste. An un ferer feligkeit dürfen wir nicht ¡ weifeln, wenn wir in der erkann ten ordnung des heils zu beharren uns aufrichtig bemühen. Ja wir haben auch die freudigkeit und hoffnung im tode, daß deine gläubigen alsobald zurruhe kommen. In diesen und andern schäßen der erkenntniß hast du unsre kinder reicher gemacht, als unsre erwachfene vorfahren in ienen finstern zeiten waren. Für diese unaussprechlich groffe wolthaten und deren bisherige erhaltung sind wir um so viel mehr schuldig, dir, glaubens darnach leben sollen, so mache uns von herzen gehorsam dem vorbilde der lehre, welchem wir ergeben sind. Komm auch h 2 Bußben eine Lehre, dabey wir in der rede Chrifti bleiben, und erbauet sind auf den grund der apostel und propheten, auch die gelegenheit und frenheit, dein festes prophe tisches und apostolisches wort in unserer sprache zu lesen. Unsre 115 176 Bus Tages: Gebete.. 5 Buß- Tages- Gebet. demühtig um gnade. Wir bitten 130. Barmherziger, und flieben, vergib uns, ach HErr! vergib uns, und sey gnädig unferer missethat die da groß ist. Wende dich nicht wieder von uns wegen unserer sünde, sondern vergib uns dieselbe um deines lieben sohues JEfu Chrifti, unsers eini gen mittlers und heilandes willen. Gib ia, gnädiger vater! um un gnås diger GOtt und vater! wir arme fündige men schen kommen mit demühtigem herzen zu dir; dir, o HErr! unsere unwürdigkeit und fünde zu bes tennen, deine gnade zu suchen, und uns in deinen schuß und schirm zu ergeben. Ach lieber GOtt und vater! wir müssen ia fers groffen undankes willen nicht bekennen, daß wir deine vielfälzu, daß grausame völker und solche tige gutthaten, die du uns an leib feinde und tyrannen über deine und feele erwiesen haft, und noch arme christenheit macht bekom täglich erweiseßt, leider! wenig men, die deinen namen nicht wahrgenommen, und dir dafür tennen, oder sonst die wahrheit nicht von berzen und in der that des heiligen evangelii anfeinden gedanket haben. Wol die mei- und verfolgen, daß sie sich nicht sten unter uns haben deine gute rühmen und sagen: wo ist nun ihr und gnade schändlich misbrau- GOtt? Hilf, daß wir dich desto: chet; dein wort, welches du uns mehr fürchten, und uns befleissi reichlich vortragen lassen, entwegen, nach unserem berufe und dem der geringe geschäget, oder gar evangelio würdiglich zu wandeln: verachtet, und nicht hören wol- damit wir deine kinder, welche len; oder da sie es gehöret, es nicht dein sohn Christus Jesus zum mit sanftmuht angenommen, noch frieden berufen, und dazu so nach demselben in deiner furcht theuer erkaufet hat, allhier im zu lebent uitd rechtschaffene früchte friede leben, und dir unserm GOtt zu bringen sich beslissen; also unser lebelang in beiligkeit und daß auch der ungehorsam gegen gerechtigkeit dienen, die dir gefäl dich und dein wort nur immer lig ist. Erhalte uns zu dem ende gröffer worden, und allerhand immerdar ben deinem heiligen angerechtigkeit und fünden auch worte, denn das ist unsers her: ben uns überhand genommen ha- zens freude und troft. Laß uns ben: wie folches offenbar und am dadurch mit erkenntniß deines tage ist, und wir vor dir, du alls willens in allerley geistlicher weis wiffender und allgegenwärtiger heit und verstand erfüllet werden, Gött! nicht leugnen können. dir würdiglich zu wandeln zu alDeswegen müssen wir ja geftehen, lem gefallen und fruchtbar zu seyn daß du. HErr! als ein gerechter in allen guten werken. Behüte richter, dem gottloses wesen nicht uns für falscher lehre und aller gefället, ursache genug hätteft, verführung: sende tüchtige, und uns nicht unrecht thateft, fromme und treue diener in deine wenn du die verdiente frafen über eirchen und schul ernte, und gib uns kommen liesseft, uns gar zu reichen segen und gedeyen zu aller vertilgen. Aber wir kehren uns ihrer arbeit. Laß dir sonderlich au dir, o getreuer barmherziger unsere liebe obrigkeit befohlen GOtt! wir beugen die knie unse- seyn; gib derselben den geift der rer herzen vor dir, und bitten dich weisheit, des verstandes und dei ner Collecten oder kurze Kirchen: Gebete. 117 ner furcht; und verleihe gnade ,, auch derer, fo anderswo betrübet, daß durch sie allenthalben deines gedrenget und geplaget werden. namens ehre und die gemeine Beige ihnen und uns allen dein wolfahrt gesuchet und befördert heil, wie du frommer GOtt! weif werde. Beschirme uns und das fest, daß es uns sammt und sons ganze land wider alles unheil und ders nüglich und selig seyn mag. übel. Mache, o GOtt! die riegel Weil du aber deine hülfe und unserer thore feste, und segne deine gnade denen verheisfeft, die sich in finder darinnen. Laß in unserem rechter bußfertigkeit und wahrem lande ehre wohnen, daß güte und glauben zu dir wenden; so bitten. treue einander begegne, und ges wir dich von herzent, erneure rechtigkeit und friede sich küffen. und bekehre du uns je mehr und Behüte uns auch, lieber vater! für mehr durch die kraft deines heili neuen strafen und plagen, für in- gen geiftes. Erhalte und vers nerlichem aufruhr und wietracht, mehre in uns den wahren glau: für schädlichem miswachs und ben, herzliche buffe, beständige theurer zeit, für feuer- und was hoffnung und geduld in allem sers noht, insonderheit für gifti- leiden. Lehre uns thun nach dei gen ansteckenden feuchen und nem wolgefallen, denn du bist krankheiten. Erbarme dich auch unser GOtt, dein guter geift führe aller irrigen und verführten, und uns auf ebener bahn. Dieses alles aller so im unglauben und unbuß- und was wir sonst an leib und feele fertigkeit stecken; erleuchte und bedürfen, wollest du uns, o himms bekebre dieselbe durch deinen lischer vater! geben und verleiheiligen geift, und bringe sie hen, um JEfu Chrifti deines lie wieder zurechte. Laß dir auch zu nes sohnes willen, in kraft und herzen gehen die angst und gefahr gemeinschaft des heiligen geistes, aller betrübten und traurigen, als du wahrer GOtt, hochgelobet in ler elenden und nohtleidenden, ewigkeit! amen. 1 VII. Collecten oder kurze Kirchen: Gebete auf die vornehmsten Feste im Jahre. Auf Advent, Danksa: sieren und führen, daß wir diesen gerechten könig und heiland wahrs gung für die Ankunft Chrifti. haftig erkennen, uns an ihn allein balten, an ftalt, an seinem verachteten worte und reiche nicht ärgern; sondern in einem gerechten vertrauen auf ihn ewig selig werden mögen: durch denselben deinen sohn JEsum Chriftum unsern HErru, amen. Am Chrift- Tage, von 131. scher vater! wir danken dir von ganzem Herzen, daß du uns armen fündern zum trofte deinen sohn Chriftum zu einem gefalbten verordnet und gesandt haft, daß er ein gerechter könig und heiland seyn, fein voll von fün den erlösen und aus des teufels ty ranney, von dem ewigen tode ers Wir bitten von herzen, du wolleft uns durch deinen 132. Hott! daß wir der der Gebuhrt des Sohnes GOttes. ilf, lieber heiligen geift also erleuchten, res b3 heiligen Collecten oder kurze Kirchen- Gebete 118 heiligen gebuhrt deines lieben sobnes theilhaftig werden, und von unserer sündlichen gebuhrt erledi: get, dir in der neuen gebuhrt die nen: durch denselben deinen lie: ben sohn JEfum Chriftum unfern HErrn, amen. Am neuen Jahrs- Tage. ( auch sonst für alle Stände.) ( ch lieber himmlischer 135. vater! wir ſind zu Danksagung für die Ge- geringe aller barmherzigkeit und aller treue, die du( in dem vergan genen jahre, und die ganze zeit unsers lebens) an deinen unnügen gethant Vergib uns unsere viele fünden und missethaten, und erhalte un fern gang auf deinen fußsteigen, daß unsere tritte( in diesem neuen jahre) nicht gleiten. Bewahre und segne unsere liebe obrigkeit und herrschaft, und alle die ihre stelle vertreten. Gib gnädiges gedeyen zu dem dienste deines wortes. Laß die kinderzucht und nahrung, und was wir sonst gutes schaffen, wol gerahten. Laß uns allesammt ein stilles und ruhiges Leben füh ren, und dir unserem HErrn und GOtt dabey mit luft und freuden unsers herzens dienen; durch Jefum Chriftum deinen sohn, unsern HErrn, amen. buhrt Chrifti. Err GOtt himmli 133. fen dir für deine grosse gnade und barmherzigkeit, daß du deinen eingebohrnen sohn in unser fleisch kommen, und uns durch ihn von fünden und dem ewigen tode gnådiglich haft erldsen lassen. Wir bitten dich, erleuchte unsere her sen durch deinen heiligen geift, daß wir dir für solche deine gnade dankbar seyn, uns derselben in aller noht und anfechtung träften, und dermahleins dadurch ewig selig werden mögen: durch den selben deinen sohn unsern HErrn JEsum Chriftum, amen. Noch für die Gebuhrt Christi. fte in seiner herrlichkeit ewiglich anschauen mögen, amen. 134.Dett, and diger vater! der du in der fülle der zeit deinen sohn haft mensch werden lassen, daß er unser fleisch und blut an sich genommen, und unser bruder wor den ist: wir danken deiner wahr heit und väterlichen güte, daß du uns diesen heiland geschenket, und uns durch seine gebührt von fünden, tod, teufel und höue errettet haft; und bitten dich von herzen, du wolles uns in der rechten er Fenntniß dieses unsers erlösers bis an unser ende erhalten, auf daß wir uns über seine gebuhrt mit allen heiligen engeln freuen, und in mit dir und dem heiligen gei noch am neuen Jahre von der Beschneidung Chrifti. 136. lifcher vater! wir HErr himm danken dir für deine väterliche gnade, daß du dich der armen fünder angenommen, und deinen sohn Christum, ihnen zu gut, unter das gesetz gethan haft, daß er mit seinem vollkommenen ge horfam deinen gerechten zorn stil len, und unsern ungehorsam hei len mögte. Wir bitten dich, du wollest durch deinen heiligen geißt unsere berzen also erleuchten, daß wir uns solches gehorsams wider unfere 119 is auf die vornehmsten Feste. unsere fünde und das böse gewiß Auf das Fest der Verkünfen trösten können, und durch die hulfe des heiligen geistes auch an digung Maria. fangen, gehorsame finder zu wer teit und endlich die ewige felig: 139. HE GOtt himmlis feit erlangen mögen; durch den selben deinen sohn Christum JE, sum unsern HErrn, amen. scher danken dir für deine unaussprech liche gnade, daß du uns arme sünder so gnädig bedacht, und deinen Auf das Fest der Erschei fohn in unser fleisch geschicket, und aung oder Offenbarung ihn um unsernt willen mensch haft werden laffen. Wir bitten Christi. dich von ganzem herzen, du wol. Err GOtt himmli- left uns durch deinen heiligen geift 137. der du gnade uns ſei. deinen eingebohrnen sohn JEfum ner menschwerdung, seines leis Chrikum den heiden offenbaret, dens und sterbens trdien, ihn für und uns auch in diesen lezten zei- unfern HErrn und ewigen könig ten durch das selige licht deines erkennen und annehmen, und göttlichen wortes zu der erkennt durch ihit, mit dir und dem heilis niß deines lieben sohnes haft kom- gen geiste, ewig leben und selig werden mögen, amen. men lassen; wir bitten von gan zem herzen, du wolleft uns durch deinen heiligen geist also begna Am grünen Donners: Mad den und begaben, daß wir nach solchem lichte deiner wahrheit immerdar wandeln, uns mit ganzer juversicht unsers heilandes alle jeit erfreuen, und also zur ewigen seligkeit erhalten werden; durch denfelben deinen sohn, unsern HErrn, amen. Auf das Fest der Reinis gung Maria. tage. 140, DHErr JEfu Chrifte, du liebhaber des bens, der du denen, die dich fue chen, das brot des lebens bift! wir bitten dich, sen auch im heiligen abendmahl die rechte speise und der rechte trant unserer seelen, daß wir dadurch erwecket, au allem guten und zu einem dir wolgefäl ligen leben gestärket werden, und 138. scher vater! der du deinen sohn uns zum heilande bereitet hast, daß er der heiden licht und der juden preis seyn sollte: wir bitten dich, erleuchte unsere herzen, daß wir deine gnade und väterlichen willen in ihm erkennen, auch hülfe und wider Von dem Leiden Christi. schuß bener die fünde, verdamminiß und 141.Barmherziger, ewiger den leidigen satan an ihm haben, und endlich ewig selig werden md gen; durch denselben deinen sohn unsern HErrn, amen. finden, auch dermahleins vor deis nem throne im himmel ewiglich erfreuet werden; um deiner grundlosen güte und barmherzigfeit willen, amen. und der du deines einigen sohnes nicht verschonet, sondern ihn für uns alle dahin gegeben hast, daß er un fere sünde am creuze tragen sollte: b4 verleihe 120 Collecten oder kurze Kirchen: Gebete. verleihe uns, daß unsere herzen in deinen sohn für uns des creuzes folchem glauben nimmermehr er- pein haft leiden lassen, auf daß du schrecken noch verzagen; sondern uns von des feindes gewalt erret: feft darauf vertrauen, daß er alle ten mögteft; verleih uns, daß wir unsere sünde hinweg, und die das gedächtniß seines leidens also ftrafe auf sich genommen, auf daß dankbarlich begehen, daß wir da wir friede hätten. Laß uns auch, durch die vergebung der fünden lieber vater! dieser grossen erls und erlösung vom ewigen tode er: fung nimmermehr undankbarlich langen, und dermahleins durch vergessen; sondern den fünden, die den zeitlichen tod zu dir in das dein sohn so theuer für uns ges ewige leben dringen mögen; durch büffet hat, absterben, und der ges denselben deinen sohn JEſum rechtigkeit leben; durch denselben Christum unsern HErrn, amen. deinen lieben fohn JEsum Chris ftum unsern HErrn, amen. Noch von dem Leiden dom Chrifti. 142. barmherziger, gnås diger GOtt und vater! wir danken dir von herzen, daß du deinen lieben sohn Jejum Chriftum für uns den schmählichen tod des creuzes haft leiden, und ihn unsere sünde an seinem leibe auf dem holie tragen lassen, auf daß wir durch seine wunden heil werden mögten; und bitten dich demühtiglich, gib, daß wir uns solches seines leidens und sterbens wider alle anfechtung des teufels, der welt, und unsers fleisches träftiglich träften, nach seis nem exempel, in allerley creuz und leiden, geduld, und gegen unsern nächsten herzliche liebe und treue beweisen; und, nachdem wir so theuer erlöset worden, nimmer Am Heiligen Ostertage, mehr sicher oder vermessen wers den; sondern, als deine kinder, alin von der Auferstehung Chrifti. 145.heater! der du Err GOtt himmlis deinen eingebohrnen sohn um un ferer fünde willen dahin gegeben, und um unserer gerechtigkeit wil daß wir als glieder feines Leibes an len wieder auferwecket haft: hilf, ihm, unserm haupte und lebens fürsten, fest hangen, und der mahleins wandeln mögen, bis wir endlich von allem übel erlöset, ewig selig werden; durch denfelben deinen lieben sohn unfern HErrn, amen. fe. wir danken dir Am stillen Freytage, von der Erönung Chrifti. 144. von herzen für deine schmähliche erdnung und unschuldiges leiden; und bitten dich demühtiglich, du wolleft uns deine unschuld zu gute kommen lassen, unsere blut rohte fünden mit deinem purpur mantel bedecken, und uns mit gnade und barmherzigkeit crönen, auch unsere füffe auf den weg des friedens und des ewigen heils rich. ten; daß wir endlich durch dich zu der crone der ehren im lande der lebendigen gelangen, und vor dei nem throne, mit einem weissen eleide angethan, dich ewiglich preifen mögen; um deines heilis gen und unschuldigen leidens wil len, amen. Noch vomLeiden Christi. 143. Almachtiger Gott, ewiger vater! der du std auf die vornehmsten Feste. nahleins in der herrlichen aufers tehung der gerechten an jenem tas e, mit freudigkeit vor ihm erschei nen, und mit ihm in sein ewiges reich eingehen mögen, da er als ein siegbafter überwinder aller feiner und unserer feinde, mit dir und dem heiligen geifte in ewigkeit lebet und herrschet, amen. 121 left uns bey deinem vater ohne un terlaß vertreten, uns deinen heilis gen geist senden, fromme und getreue Lehrer und vorsteher deiner gemeine geben, dem satan und alleu feinden deiner kirche wehren, und dein reich gewaltiglich be schüßen und erhalten, bis daß alle deine feinde zu deinen füffen lies gen, und wir auch fünde, tod und teufel durch dich und deines gei. ftes kraft überwinden, amen. Noch von der Auferste: Bung Chrifi. GOtt 146. Amachtige berger Am Pfingst- Tage, von und barmherziger himmlischer vater! der du durch tod die der Heiligung. und den tod sunichte gemachet, und durch seine auferstehung, unschuld, gerechtigkeit und ewiges leben wiedergebracht haft, daß wir von der gewalt des teufels erlöfet, in deinem reiche Leben und dir dieren sollen; verleib uns, daß wir solches von ganzem Herzen glauben, und in solchem glanden der fünde und dem alten menschen abfterben, und zu einem neuen leben auf erstehen; auf daß wir hinfort nicht uns selbst, sondern demNoch von der Heiligung. 149. HErr JEfu Chris se, du des allmächtigen GOttes! wir bitten dich, du wollest deinen heiligen falten, der für uns gestorben und auferstanden ist, leben, und an jenem herrlichen tage zur ewigen freude und herrlichkeit auferstehen mögen; durch denselben dei- geift durch dein wort in unsere en sohn JEfum Christum unsern herzen geben, daß derselbe uns allezeit nach deinem heiligen wil HErrn, amen. len regiere und führe, in allerlen unglück und anfechtung träfte, und in deiner wahrheit wider allen irrthum leite und erhalte, Am HimmelfahrtsLage. Err GOtt, lieber vater! der du( an 148. diesem tage) deiner gläubigen herzen durch den heiligen geist ( erleuchtet und gelehret haft:) erleuchtest und lehrest; gib uns, daß wir auch durch denselben geist rechten verstand haben, und uns seines troftes und seiner kraft zu aller zeit freuen, um Jesu Christi unsers HErrn willen, amen. 147. ste, du sohn des allmächtigen GOttes! der du nun forthin nicht mehr auf erden arm und elend bift, sondern zur rechten deines vaters, als ein gewaltiger HErr, über alles was im himmel und auf erden ist, herrscheft und regiereft; wir bitten dich, du wolauf daß be stehen, in deiner liebe und guten werken zunehmen, und durch eine gewisse hoffnung auf deine erworbene und geschenkte gnade ewig selig werden mögen; der du mit dem vater und heiligem geiste regierest von ewigkeit zu ewigkeit, amen. Am Collecten oder kurze Kirchen- Gebete. Am Tage der heiligen fechten mag, beschüßen, damit wir die drey personen der gottheit in der einigkeit des göttlichen we: sens hier, und dort in der ewigkeit, recht anbeten, rühmen und preisen mögen, amen. 122 Dreieinigkeit. ewiger, allmächtiger, einiger GOtt, 150. du heilige dreveinigkeit! der du allenthalben gegenwärtig bist, al les Fräftiglich erhälteft, erfülles Am Feste Johannis des und regierest: du haft uns, da wir nichts waren, erschaffen, und da Täufers. verlohren fer güte erlöſet, uns auch su tot 152. heter der bu chem deinem erkenntniß erleuch durch den heiligen täufer Johantet. Wirdanken deiner göttlichen nem, uns allen zum trofte, haft be majestät und herrlichkeit für alle zeugen lassen, daß JEsus Chrisius peine hohe werke und grosse wol- das wahre unschuldige lamm sey, thaten; auch insonderheit daß du welches der ganzen welt sünde uns gelehret haft, im rechten glau- tragen sollte, in welchem auch alle ben zu wissen und zu bekennen, daß glaubigen das ewige leben erlan du in dreyen personen von glei gen werden; wir bitten dich von cher macht und ehren, ein einiger, herzen, du wolleft uns durch deinen ewiger GOtt, und dafür anzube beiligen geift erleuchten, daß wir ten bist: und bitten dich herzlich, uns solches zeugnisses von unferm du wollest solches erkenntniß dei heilande JEsu Christo allezeit tro nes heiligen namens in unsern sten und erfreuen, im rechten glau herzen erhalten und vermehren, ben darinnen beständig beharren, und deine gnade und treu noch fer- und endlich mit Johanne dem taue ner an uns groß machen, auf daß fer und allen gläubigen die ewige wir mit allen engeln und auser- seligkeit erlangen mögen; durch wählten dich, GOtt vater, sohn denselben deinen sohn JEfum und heiligen geist, den einigen Chriftum unsern HErrn, amen. wahren GOtt, immerfort ehren und preifen mögen; der du lebeft und regiereft von ewigkeit zu ewigkeit, amen. Am Feste der Heimsu Noch am Tage der heilischer vater! gen Dreyeinigkeit. chung Maria. danken dir für alle geistliche und 153. HErr GOtt himmlis leibliche wolthaten, die du uns so [ Umächtiger, ewiger reichlich haft wiederfahren lassen; GOtt! der du uns und bitten dich, behüte uns für arme menschen gelehret haft, im hoffart und sicherheit, daß wir rechten glauben zu wissen und zu nicht in undankbarkeit und fün bekennen, daß du in dreyen perso- den gerahten, und deine huld vernen, von gleicher macht und ehren, lieren; weil weder weisheit und ein einiger, ewiger GOtt, und gewalt noch reichthum denen hel dafür anzubeten bist: wir bitten fen soll, die dich nicht fürchten. dich, du wolles uns bey solchem Gib uns aber ein solches herz, glauben allezeit fest erhalten, wi- das in deiner furcht bleibe, und der alles, was uns dargegen an- an deinem wort hange; auf daß mir 123 356 auf die vornehmsten Feste. lle bir deinen segen erhalten, und bleiben mögen, auf daß wir all. endlich selig werden mögen: durch hier an leib und seele, samt allem Deinen sohn JEsum Christum un was wir haben, wol bewahret, sern HErrn, amen. dir allezeit ungehindert dienen, und dermahleins zu ihnen in dein Um Feste Johannis, und reich versammlet werden: um dei der Heimsuchung Marid.nes lieben sohnes JEfu Christi 54. HErr JEfu Chrifte, unfers HErrn willen, amen. li Noch vom Noch vom Schuße der heiligen Engel. Err du ewi gen GOttes! wir danken dir von herzen, daß du durch deine menschverdung, leiden, creuz und tod 156. cher vater! wir uns eine ewige erlösung erworben, und uns von fünde, tod, teufel und hölle errettet haf; und bitten dich, regiere uns durch deinen hei ligen geist, daß wir solches bis an unser ende feftiglich glauben; auch dir im reinen gewissen hier zeitlich also dienen, daß wir an jenem tage das verheissene ewige erbe en pfangen; der du mit dem vater und heiligem geifte lebest und regiereft, ein ewiger, allmächtiger, und einiger GOtt, in ewigkeit, ament. danken dir für deine väterliche barmherzigkeit und trene, daß du deine liebe engel darju verordnet hast, daß sie auf uns sehen, und uns gegen des leidigen satans vornehmen und lift schützen sollen; und bitten dich, erleuchte unsere herzen und sinne durch deinen heiligen. geist dermaassen, daß wir beständig in deiner furcht und kindlicher de muht bleiben, und wider deinen willen nichts vornehmen; auf daß wir in allerley zufällen und ndhten die zuversicht behalten mögen, daß Am Michaelis Tage, deine liebe engel um uns, und vom Schuße der heiligen Engel. um alles, was wir haben, eine starke und feste mauer machen werden; damit uns weder der faz das geleite tan noch die arge welt schaden Umächtiger HErr der heiligen engel sicher und ungehindert zum ewigen leben ges langen, und unsere seelen in der stunde des todes in den schooß Abrahams getragen werden; um deines lieben sohnes JEfu Chrifti unsers HErrn willen, amen. ; 55. danken dir von ganzem Herzen, daß du deine heilige engel zu dienstbaren geistern erschaffen und verord net hast, daß sie sich rings um die gottesfürchtigen her lagern und he auf allen ihren wegen behüten müssen, damit sie vom teufel und der gottlosen welt nicht beleidiget werden. Wir bitten dich von herzen, du wolles uns durch deinen heiligen geißt im rechten glauben und bacht erhalten, damit wir in dem geleite und schuße dieser himlischen heerschaaren und heis ligen wächter allezeit seyn und Am ReformationsFeste. 157. Allmächtiger Gott, ter! der du das licht aus der fins fterniß hervor gehen lassen; wir danken dir herzlich, daß du dich unsrer 124 Collecten oder kurze Kirchen Gebete. unfrer und unsrer vorfahren, die len; erhalte uns deine lehre in in finsterniß und schatten des to- der wiederhergestellten lauterkeit; des fassen, erbarmet, und uns bewahre uns vor undank, schånd. durch den treuen dienst Lutheri lichem rückfall, und vor der lift und seiner gehülfen, um lichte und gewalt aller feinde, daß wir des evangelii gebracht hast; wir ruhig leben und auch würdig dem bitten dich, vertreibe durch deines evangelio wandeln mögen: um heiligen Geistes erleuchtung alle JEfu Chrifti unsers feligmachers finsterniffe aus aller menschen fees willen, amen. VIII. Andere Collecten oder kurze Kirchen- Gebete. S Nach der Communion. telches theilhaftig worden sind also mit dem bande der liebe uns untereinander verknüpfen; sinn und einerley meinung fest aneinander halten, und mit der that und wahrheit uns untereinander bis an das ende lieben; durch JEfum Christum deinen lieben sohn un. fern HErrn, amen. 158. Wir danken dir, au mächtiger HErr GOtt! daß du uns durch diese heilsame gabe erquicket haft; und bitten deine barmherzigkeit, daß du uns solches gedeyen lasseft, ju starkem glauben gegen dich, und zu brünstiger liebe unter uns allen, um JEfu Chrifti unsers HErrn willen, amen. Noch nach der Communion. Um Erhörung des Gebetes. 160.Allmächtiger, ewiger du uns un serer fünden, gerechtigkeit und ewiges Leben verheissen haft; wir bitten dich, du wollest unsere hers sen durch deinen heiligen geift al so führen und erwecken, daß wir folche hülfe durch tägliches gebet, und sonderlich in aller anfech tung, bey ihm suchen, und durch festen glauben auf feine zusagung und auf sein wort gewiß finden und erlangen: durch denselben deinen sohn unsern HErrn JEsum Chriftum, der mit dir und dem heiligen geiste lebet und regieret in ewigkeit, amen. GOtt! wir sagen deiner göttlichen mildigkeit lob und dank, daß du uns jego mit dem heilsamen fleische und blute dei nes sohnes JEfu Christi gespeiset und getränket haft; und bitten demühtiglich, du wollest dadurch gnädiglich in uns wirken, daß wir deiner göttlichen gnade, der vergebung aller fünden, der vereinigung mit Chrifto und des ewigen lebens, welches alles du uns in diesem heiligen facramente kräf tiglich versiegelft, im feften glauben und ungezweifelter hoffnung versichert seyn und bleiben. Wol left uns auch damit wider die UmErhörung in Gefahr liftigen anläufe des teufels start und Noht. und unüberwindlich machen; und wie wir alle cines brotes and 161. 2[ llmdchtiger GOttund vater! der elen den Collecten oder kurze Kirchen Gebete. den feufzen nicht verschmähest, Noch um Vergebung und der betrübten herzen verlandoch an der Sünden. HErr, du groffer unfer gebet, welches wir in unse: rernoht vor dich bringen, und er höre uns gnädiglich, daß alles, was uns so wol vom teufel als von menschen widerstrebet, zunichte, und durch den raht deiner gütigfeit zerstöret werde; auf daß wir, von aller anfechtung unversehret, dir in deiner gemeine danken und dich allezeit loben; durch JEsum Christum deinen sohn unsern HErrn, amen. 164.Att! unsere fun den sind groß, und wie eine schwe. re last uns zu schwer worden: dar um beugen wir vor dir die knie unserer herzen, und bitten um gnade und vergebung. So vergib nicht in unsern fünden verderben; uns nun, o HErr! und laß uns sondern bilf uns elenden und unwürdigen nach deiner groffen barmherzigkeit. Ach GOtt! laß doch das theure verdienst deines lieben sohnes JEfu Chrifti an uns armen elenden fündern nicht verlohren seyn; gib deinen geist ie lånmehr in und Um den Frieden. 162. HErr GOtt himmlimache folche leute aus uns, bie in scher vater! der du heiligen muht, guten raht, und rechte werke schaffest; gib deinen dienern friede, welchen die welt nicht geben kann, auf daß unsere herzen an deinen geboten hangen, und wir unsere zeit, durch deinen schuß, still und sicher für feindeinen geboten wandeln, und deine rechte halten; um desselben deines lieben sohnes unsers HErrn und heilandes willen, amen. dur leben; durch JEfum Chri: 165.Baherziger G. St deinen unsern HErrn, amen. himmlischer vater! der du nahe bift denen, die zerbrochenes herzens sind: du sie heft, wie leid uns unsere sünden feyn, und wie wir uns von herzen zu bessern begehren. So vergib uns doch unsere missethaten, und Um Vergebung der Sünden. 163. die des fcher vater! der du nicht luft haß an der armen fünder tode, läsfest sie auch nicht gerne verderben; sondern willt, daß sie bekehret werden und leben; wir bitten dich herzlich, du wollest die wolverdiente frafen unserer füns den gnädiglich abwenden, und uns hinfort deine barmherzigkeit zu unserer besserung mildiglich vers leihen, um Jesu Christi unsers HErrn willen, amen. 125 Noch um Vergebung der Sünden. geistes freude und wonne empfin den, daß die gebeine frdlich werden, die du zerschlagen haft. Wir hof fen ja darauf, daß du so gnädig bist, und unser her: freuet sich, daß du so gerne hilfest; darum sey doch uns armen fündern gnädig und barmherzig. Erfreue uns wieder mit deiner gnade, so wollen wir rühmen und frölich fenn unser lebelang. Neige unsere herzen nicht auf etwas böses, ein gottlo fes 126 Collecten oder kurze Kirchen- Gebete. ſes wesen zu führen mit den übel Um Linderung der Strathätern; neige sie aber zu deinen jeugnissen, auf daß wir deine gebote bewahren, und thun, was fen, und um Stärke in Anfechtungen. dir gefällig ist; durch JEfum Chris 168.hervater! du weiß GOtt, himmli ftum deinen lieben sohn, unsern HErrn, amen. Noch um Vergebung der feft, daß wir aus menschlicher schwachheit in so mancher und groffer gefahr, die uns auf erden befallet, ohne deinen beystand nicht bleiben noch bestehen mögen. Ver: leih uns beides an leib und feele Sünden. 166. HErr JEfu Chris krafte, daß wir alles, ſo uns um un und an tes des allerhöchsten! wir bitten ficht, durch deine hülfe überwin dich von herzen, du wolleft uns den, und durch deine starke hand arme sünder gnädig ansehen mit davon gewaltig errettet werden; den augen deiner gute und barm- um JEfu Chrifti unsers HErrn herzigkeit, mit welchen du ange willen, amen. sehen haft Petrum, der dich vers leugnete, die groffe fünderinn im Um die Wiedergebuhrt hause des pharifäers, und den und Kindschaft Gottes. schächer am creuze. Gib uns Gott, nuch, lieber HErr und erlöfer! 169.& nbiger daß wir unsere fünden mit Petro wir sind von natur fleisch, vom flei himmlischer vater! bitterlich beweinen, mit der grof sche gebohren, und nicht geiſtlich fen fünderinn dich herzlich lieben, und dich einft mit dem schächer gesinnet; es sey denn, daß du uns deinen geift gebeft, der unseren in deinem paradiese immer und seelen das geistliche leben mit ewiglich loben und preisen; um theile. Ach! so gib uns doch deideines heiligen namens und theunen guten geist, daß er unsere her: ren leidens willen, ament. jen, unsern verstand, willen und begierden andere, uns neue geist liche lebens- Fräfte mittheile, und uns zu kindern GOttes wiedergebähre, die dir, als ihrem lieb. reichen vater, in kindlicher 167. furcht, und verschone unserer fünde: und wiewol den fündern borsam heilig und williglich die nen; um deines heiligen kindes ewige ftrafe gebühret; so bitten JEfu Chrifti willen, amen. wir doch von ganzem Herzen, laß uns alles zu einer zeitlichen gnädi Um die Rechtfertigung. gen ftrafe und erträglichen züchvor tigung kommen, was wir um 170. erechter und and ewigen verderben gar wol verdies welchem unsere eigene gerechtig net haben; durch JEsum Chri- leit und verdienst nicht bestehen um deinen sohn unsern HErrn, mag, sondern aus dessen gnade wir ohne unser verdienst durch Christi erld: amen. Daß uns GOtt mit der ewigen Strafe verschonen wolle, Collecten oder kurze Kirchen Gebete. 127 erlöfung gerecht werden sollen; recht erkennen, uns von der finwir danken dir für diese deine un ermaßliche barmherzigkeit; und bitten dich von ganzem herzen, sprich uns bußfertige fünder vor deinem gerichte von unserer sünden schuld und strafe los und les dig; rechne uns unsere missethaten nicht zu unserer verdamniß zu; fondern rechne uns vielmehr an deren ftelle zu die theuer- erworbene gesterniß zu dem lichte, und von der gewalt des satans zu dir bekehren, auch als kinder des lichtes wandeln und dir gefällig leben mögen; um deines eingebohrnen sohnes unsers HErrn willen, amen. Ilm den wahren beständichtigkeit deines lieben sohnes JEfu Chrifti, und laß uns um des fen willen gnade, vergebung der funden, leben und seligkeit erlan gen, um seines vollgültigen und hohen verdienstes willen, amen. gen Glauben. 173. HErr Gott himmlis scher der aus vaterlicher liebe uns armen fündern deinen sohn geschenkte haft, daß wir an ihn glauben, und durch solchen glauben felig wer den sollen: wir bitten dich, gib Um den heiligen Geist deinen heiligen geift in unsere her. zen, der unsern schwachen glauben allezeit stärke; damit wir in an: Err GOtt himmlifechtung an deinen verheissungen und dessen Gaben. 171. dein lieber sohn versprochen hat, sondern uns im leben und sterben daß du deinen heiligen geist de nen geben wolleft, die dich darum bitten; so bitten wir dich herzlich in dem namen JEfu Chrifti deines geliebten sohnes, du wolleft uns deinen heiligen geift geben, daß amen. er uns in alle wahrheit leite, uns von ganzem Herzen darauf verlaf fen, und durch solchen glauben alles überwinden mögen; um des felben deines lieben sohnes JE. fu Chrifti unsers HErrn willen, Um die Vereinigung mit il allem guten antreibe, regiere und führe. Heilige uns durch denselben durch und durch, und erfülle uns mit feinen heiligungs gaben, damit wir als deine kinder wandeln, Christo angehören, und deine rechte halten mögen; um der theuren verheissung und für bitte deines geliebten sohnes JE fu Chrifti willen, amen. GOtt. eiliger GOtt und 174.heiland JEsu Christe! der du als die himmlische weisheit nicht in eine boshaftige feele kümmest, auch nicht in einem leibe wohnteft, welcher der fünde unterworfen ist: reinige und hei: lige unsere berzen durch dein wort und deinen geift, daß wir dich über alles lieben und dein wort halten. Ach! mache uns dadurch zu dei nen tempeln, zu deiner beständigen wohnung, und laß uns mit dir im glauben und in der liebe vereinigt seyn und bleiben um deiner ewigen liebe willen, um Um die Erleuchtung. 172.Heiliger und gnädiger du, HErr! bift Gott, der uns er leuchtet: gib uns den geift der weisheit und der offenbarung und erleuchtete augen unsers verstandes, daß wir dich in deinem lichte amen. Collecten oder kurze Kirchen Gebete. 128 Um die Erneuerung. 175.2mächtiger, beiliger und du das alte fündliche wegnimmst, bitten dich, gib uns die kraft dei und das neue in uns schaffeft; wir nes heiligen geistes, daß wir den al ten menschen, der sich durch böse lüfte in irrthum verderbet, täglich ablegen; hingegen unsere herzen in heiligkeit und gerechtigkeit immer mehr und mehr erneuren, in der wahren lehre fester werden, und im gottseligen leben von tage zu tage zunehmen, durch unsern lehrer und heiland JEfum Chriftum, amen. Um die Gnade GOttes ein beiliges Leben zu führen. eiliger vater, barm ter GOtt du haft uns befohlen, wir sollen heilig seyn, weil du heilig bist; haft uns auch deswegen durch deinen eingebohrnen sohn aus der hand unserer feinde erisfet, daß wir dir unser lebelang ohne furcht dienen sollen in heiligkeit und ge rechtigkeit, die dir gefällig ist. Ach HErr, unser GOtt! wir sind aus allesamt in fünden empfangen und gebohren. Wollen haben wir wol, aber das gute zu vollbringen, fin den wir nicht. So gehe nun, HErr! nicht ins gericht mit dei nen knechten und mägden, denn vor dir ist kein lebendiger gerecht. Reinige und heilige uns aber in deiner wahrheit, damit unser geift, samt feele und leib auf die zukunft unsers HErrn JEfu Chrifti un fräflich behalten werde; um beffelben deines lieben sohnes, unsers HErrn und heilandes wil len, amen. Noch um die Gnade GOttes ein heiliges Leben zu führen. du gefaget haft, du wollest dein ge gerechter der 177. HErr du heiliger und fetz in unser her: geben, und in un. fern sinn schreiben; gib, daß wir dich herzlich fürchten, und in al len deinen geboten untadelich einher gehen. Behüte uns, o Gott! für heucheley und gleis ners werken. HErr! der du ins verborgene siehest, und herzen und nieren prüfeft, erleuchte uns durch deinen heiligen geist, daß wir allezeit redlich, aufrichtig und ohne falsch vor deinem angesichte wandeln, und in allem unsern thun und lassen nicht auf men sehen, sondern auf dich, den rich: ter aller gedanken, sehen; auf daß und an herrlichen tage freudigkeit haben, und nicht zu schanden werden mdgen; um deines lieben sohnes Efu Chrifti unsers HErrn wil len, amen. Um einen christlichen Wandel. Err himmli 178.her vater! der du uns elende menschen durch das se lige licht deines wortes zu der er. kenntniß deines lieben sohnes JE fu Chrifti haft kommen lassen; wir bitten dich von ganzem Herzen, du wolleft uns durch deinen heiligen geist also regieren, daß wir nach solchem lichte immerdar wan deln, uns mit ganzer zuversicht unsers heilandes allezeit erfreuen, und also zur ewigen feligkeit er halten werden mögen; durch den selben deinen lieben sohn unsern HErrn, amen. Collecten oder kurze Kirchen Gebete. 129 Um göttliche Regierung. Um die Liebe gegen den 182. Ewiger GOtt und va ter! wir danken dir von herzen, daß du uns durch dein wort gelehret haft, wie wir mit einander allhie wandeln, und unserem nächsten dienen sollen; wir bitten dich, gib deinen heiligen geist in unsere herzen, daß er die rechte herliche liebe in uns an zünde, und uns für alle dem, das der liebe entgegen ist, behüte und bewahre; auf daß wir nach deinem willen leben, und unserm nächsten alle liebes- dienste und hülfe gern und willig beweisen; allen ¡ orit, 1 ungeduld und rachgier fallen und fahren welt und verachtung geduldig leiden; unfern feinden von berzen vergeben, und also in rechter liebe und uns gefärbtem glauben von tage zu tage zunehmen, und bis ans ende beständig darinnen verharren; durch JEfum Chriftum deinen fohn unsern HErrn, amen. Umächtiger HErr beschüßer aller, die auf dich hof fen; ohne welches gnade niemand etwas vermag, noch vor dir gilt. Laß uns deine barmherzigkeit reichlich wiederfahren, auf daß wir durch dein heiliges eingeben den en was recht ist, und dasselbige auch durch deine kraft vollbringen, um Jesu Chrifti unsers HErrn willen, amen. Im göttliche Regierung und den lieben Frieden. 180. HErr GOtt himmlis scher vater! wir bitten dich, du wollest deinen heiligen geift in unsere herzen geben, uns in deiner gnade und wahrheit ewiglich erhalten, in aller anfech tung behüten und träften, für unfern feinden und verfolgern bewahren, und deiner armen chrifenheit heilsamen frieden verleis hen, durch JEsum Christum uns fern HErrn, amen. 3 Um die Hoffnung des ewigen Lebens. barmherziger Um die Liebe zu Gott. 183.bigerGott und was 81. H nädiger GOtt, liebter! wir loben, ehren und preisen reicher vater! der du dich von grunde unserer herzen, uns in Chrißo JEfu vor der welt daß du uns nach deiner grossen geliebet hast, und uns mit allerley barmherzigkeit zu der lebendigen gütern an feel und leib täglich hoffnung eines unvergånglichen, und reichlich überschütteft: verleis unbefleckten und unverweltlichen he uns, daß dein geißt in unsern erbes durch die auferstehung JE berjen rechtschaffene liebe anzün fu Chrifti wiedergebohren und ans de, daß wir dich, deine gute und genommen haft; und bitten bich wolthaten erkennen, dich von demühtiglich, tröfte, stärke und ganzen herzen über alles lieben, regiere uns durch deinen heiligen und alles, was in der weit ist gegen geift, daß wir uns keine trübfal dich für nichts achten, und also noch anfechtung von dir abwendeiner ewigen liebe fähig werden, dig machen lassen; sondern durch um deines lieben sohnes JEfu die hoffnung des ewigen lebens Chrifti willen, amen. alles mit geduld überwinden, und 130 Collecten oder kurze Kirchen- Gebete. julezt auch das ende unsers glau: gen namens ehre und um Chrifti bens, die ewige seligkeit, davon willen, amen. bringen mögen; durch denselben deinen sohn JEfum Chriftum un seru HErrn, amen. Um rechte Heiligung des Um wahre Gottesfurcht. 184. Gerechter, ſtarker und ber himmlischer vater! erhalte unfer herz bey dem einigen, daß wir deinen namen fürchten, und ernstlich zu aller zeit und an allen orten forgfalt tragen, dich im geringsten auch nicht mit einer fünde zu beleidigen. Laß uns alle unfere worte und werke zuvor wol bedenken, deine allgegenwart, allwif fenheit, zorn und straf- gerechtigkeit uns stets vor augen stellen, und uns hüten, daß wir nicht in ei: ne fünde willigen und wider eines deiner gebote handeln; sondern dich vielmehr in deiner furcht, als deine Finder, allezeit ehren, die dienen und gehorchen mögen; der du unser HErr und Gott bist, hochgelobet in ewigkeit, amen. Sabbaths. Err GOtt himmli 186. her vater! wir bit ten dich, du wolleft uns durch deieifriger nen heiligen regieren und führen, daß wir als die wahr haftige anbeter dich im geiste und in der roahrheit heute und allezeit anbeten, dein wort mit ganzem herzen hören und annehmen, und den fabbath recht heiligen; damit wir durch dein wort und durch die anrufung deines namens auch ge beiliget werden, auf JEfum Chri stum deinen sohn alles unser ver trauen und hoffnung im tode und leben setzen, uns für allem ärger: niß hüten, uns von aller beflek kung des fleisches und geistes rei nigen, und mit unserer heiligung in deiner furcht immer fortfah ren, bis wir endlich aus gnaden ewig selig werden; durch densel ben deinen lieben sohn JEsum Chriftum unsern HErrn, amen. Um Vertrauen auf Gott. 185. Almächtiger, sütiger und wahrhaftiger GOtt! wol dem menschen, der sich auf dich verläffet, denn du bist ei he iuflucht aller derer, die dir fes figlich vertrauen. Tilge in uns als len unglauben, mistrauen, zweifel und kleinmühtigkeit, wie auch alle sicherheit und vermessenheit. Zaß uns unser vertrauen nicht auf andere menschen noch auf ehre, gewalt, ansehen, gut und reichthum feßzen; sondern dir als dem leben: digen, unsterblieben, allmächtigen, weifen, gütigen und wahrhaftigen GOtt fest vertrauen, und von dir allerlen geistliche und leibliche gas ben bülfe, errettung, beystand und segen erlangen, um deines heiliUm kräftige Wirkung des gepredigten und angehörten Wortes GOttes. GOtt und va: 187. eriger, barmherst ter! wir danken dir herzlich, daß du uns dein heiliges evangelium geoffenbaret, und uns bisher treue diener desselben gegeben haft; und bitten demühtiglich, stärke und re giere uns durch deinen heiligen geift, damit dein liebes wort viel frucht in uns schaffe, und wir in erkenntniß deines willens, im glauben, in der liebe, geduld, fanft muht und demuht täglich zunch men, und bis an das ende bestån dig daben verharren, auch die zeit unfes Collecten oder kurze Kirchen: Gebete. 131 ches geift alles regieret, durch wel ches vorsehung alle dinge geordnet werden; der du bist ein GOtt des friedens, von welchem alle einig keit zu uns kommet: wir bitten dich, du wolleft uns alle unsere sünde vergeben, und uns mit deinem göttlichen frieden und einigkeit Für die gemeine Chris begnaden, damit wir dir in rechter unserer wallfahrt zu deinem gefal| mels und der erden! durch wellen allhie würdiglich wandeln; daß wir endlich mit allen heiligen die selige hoffnung, die uns beygele get ist, erlangen, und in das reich deines Sohnes versetzet werden mögen, durch denselben deinen sohn, unsern HErrn, amen. ftenheit. furcht dienen, zu lob und preise 188.2llmächtiger, ewiger deines namens; durch JEsum Chriftum unsern HErrn, amen. GOtt! der du die ganze christenheit durch deinen heiligen geist heiligeft und reinigest; erhöre unser gebet, und gib diediglich, daß ſie mit allen ihren in reinem glauben, heiligkeit und gerechtigkeit, so dir gefällig ist, durch deine gnade die ne; um JEfu Chrifti deines soh nes unsers HErrn und heilandes willen, amen. Für die weltliche Obrigkeit. 189. Barmherziger himms lischer vater, in welches hand aller menschen gewalt und obrigkeit stehet! wir bitten, sen gnädig allen chriftlichen regenFür Bekünmerte unt Traurige. und landes- herrn, wie auch allen, die gewalt von ihm haben; erleuchte und regiere sie durch deinen heiz ligen geist, gib ihnen weisheit, ver: stand, eine glückliche und friedlithe regierung, auf daß sie alle ihre unterthanen in gottesfurcht, in friede und ruhe schützen und regieren. Verlängere ihnen ihre tage, auf daß wir unter ihrer herrschaft ſammt ihnen deinen göttlichen na men heiligen und preifen mögen; durch deinen lieben sohn JEfum Christum unsern HErrn, amen. 191. allmächtiger ewi GOtt! trost der traurigen und eine starte der schwachen! laß vor dein angesicht gnädiglich kommen die bitte aller derer, so in bekümmerniß und an fechtung zu dir seufzen und schrei en; auf daß jedermann in der noth Deine göttliche hülfe empfinde und dich dafür ewiglich lobe und preise, durch JEfum Chriftum unsern HErrn, amen. Um Trost und Errettung im Creuz und Unglück. ewiger 192. GOtt, lieber himm. lischer vater! der du uns deine Finder aus väterlicher wolmei. nung allhie auf erden unter das creu; stelleft, und allerley leiden über uns ergeben läsfest, der füns de damit zu wehren und uns zur busse, glauben, hoffnung und em sigem gebete zu reizen: wir bitten dich, du wolleft uns durch deinen heiligen geift in aller anfechtung und noht stärken und trösten, un fer gebet erhören, und gnädige hülfe verschaffen; auf daß wir nicht von dir weichen noch verzagen, son dern deine väterliche gnade und Um Friede und Einigkeit. 190. Eniger, allmächtiger ben stand reichlich empfinden, und GOtt, einHErr dich 132 Collecten oder kurze Kirchen- Gebete. 9 dich mit allen heiligen hier und um die Tödtung des dort ewiglich loben und preisen indgen; durch JEsum Chriftum, deinen sohn unsern HErrn, Fleisches und Erneuerung des Geistes. he amen. ger GOtt und va 195. Barmherziger, ewis ter! wir sagen dir lob, ehre und preis, daß du uns arme verlohr Im Dankbarkeit für die Wolthaten GOttes. Umächtiger 193.2 er GOtt, himmlischer vater! von dem wir ohne unter laß allerley gutes ganz überflüssig empfangen, und noch täglich für allem werden; wir bitten dich, laß uns folches alles durch deinen geift mit ganzem Herzen in rechtem glauben erkennen, auf daß wir deiner milden güte und barmherzigkeit hier und dort ewiglich danken und dich loben, durch deinen lieben sohn JEfum Chriftum unsern HErrn, amen. Gegen des Teufels Anfechtung. HErr GOtt himm 194. lischer vater! du 11m einen heiligen Wan D weisfest, in was für groffer gefahr wir alle augenblicke wegen des leis del nach dem Tauf: Bunde. digen fatans fchweben, und daß 196. Amachtiger und wir ohne 1 sünder durch das blut deines fohnes gereiniget, und zu neuen menschen und erben des ewigen dich, regiere uns durch deinen lebens gemacht haft: und bitten heiligen geift, daß wir die werke des alten verderbten menschen, als da sind allerley sünden und unreinigkeit, ablegen, und dar gegen den neuen menschen, der mit seinen guten werken anzie nach deinem bilde geschaffen ist, hen, und also im heiligen unstråf lichen leben, mit gutem frdlichen gewissen hie zeitlich vor dir wan deln, und endlich dort ewig selig. werden; durch JEfum Chriftum deinen lieben sohn, unfern HErrn, amen. GOtt vater! wir danken dir von her ien, daß du uns in der heiligen taufe, um deines lieben sohnes JEsu Chrifti willen, alle fünde ver geben, uns gerechtigkeit, den hei ligen geist, und ein ewiges leben geschenket baft: und bitten dich, du wolleft uns durch denselben deinen heiligen geist bis an unser ende also regieren, daß wir solche deine väterliche gnade an uns nicht verlohren seyn lassen; fons dern wie wir in der taufe zugefaget haben, also auch dem teufel und der fünde mit allen ihren lüften von tage zu tage te länger je mehr absagen und abfterben; hingegen aber schug und schirm gegen die listige anläufe des grausamen feindes nicht bestehen können: darum bitten wir dich von grunde unse: rer herzen, du wolleft uns mit deinem worte und beiligen geiste wider den bösen feind ausrüften, auf daß wir in dir stark seyn, und in der macht deiner starte alle feu rige pfeile des bösewichts ausld: fchen; auch wenn das böse und lein tömmt, uns mit dem schwers te des geiftes wehren, alles wol ausrichten und das feld behat ten mögen; durch deinen sohn JEfum Chriftum unsern HErrn, amen. CHEC Collecten oder kurje Kirchen- Gebete. 133 aber dir und deiner gerechtigkeit, ende verharren, und die ohne Ichen, bis wir endlich durch den knechtische furcht unser lebelang tod von aller sünde gänzlich bedienen in heiligkeit und gerechtig repet, emig selig werden; durch keit die dir gefällig ist, um deffel. Jesum Chriftum deinen sohn un ben deines lieben sohnes JEfu fern HErrn, amen. Chrifti willen, amen. Um Keuschheit und Reinigkeit des Herzens. Gaben GOttes. 199. Her Gott himmli. Err fcher vater wir fen dir von herzen, daß du uns zu mancherley amtern berufen, und dazu nohtdürftige gaben durch deinen heiligen geist mitgetheilet haft: und bitten demühtiglich, du wollest solche gaben um unsers un dankes und misbrauches willen nicht von uns nehmen, sondern sie in uns vermehren; und uns durch deinen heiligen geift lehren, leiten und führen, daß wir uns in unse. rem berufe allezeit treu und fleissig ermeisen, alles in deiner furcht an fangen und vollenden, und alle deine gnade und gaben zu deinen ehren, zu des nächsten dienfic und unserer eigenen wolfahrt recht gebrauchen, und als deine Wider die Knechtschaft treue haushalter und diener hie und Dienstbarkeit der Sünde. und dort ewig selig werden mögen; durch deinen sohn JEfum Chri amen. 97. ten und gefast haft: follet heilig seyn, denn ich bin heilig; der du das anschauen GOttes und die seligkeit nur deen verheiffen, die reines Herzens ind: laß uns alle unreine lüfte und begierden ernftlich fliehen, und reinige unsere herzen von als er befleckung des fleisches und des cistes. Gib, daß wir auch unsere leiber dir begeben zum opfer, das da lebendig, heilig und dir volgefällig sey, damit wir in das himmlische Jerusalem, we tein unreines eingehen wird, gelangen, und dir hier und dort mit reinem stifte dienen mögen; der du bist in reiner und heiliger GOtt, hochgelobet in ewigkeit, amen. THU Um die Vermehrung der 198. Barmherziger GOtt fa gen dir lob und dank für deine un aussprechliche gute und gnade, daß du uns durch deinen sohn unsern heiland JEfum Chriftum von der dienstbarkeit der fünde und vom luche des geseßes fren gemachet, 200. Allmächtiger, eniger GOtt, du zu erben lebens angenommen haft: und bitten dich von Herzen, regiere uns durch dei en heiligen geist, daß wir nicht wieder unter das joch der fünde and des todes gefangen werden, sondern in der chriftlichen freyheit und in deiner gnade bis an unser Um den rechten Gebrauch der Gliedmaaffen unsers Leibes. schöpfer aller dinge! wir danken dir, daß du uns einen gesunden leib gegeben, und unsere zungen, ohren und andere gliedmaasſenfür dem bösen feinde behütet haft: und bitten dich, gib uns deine gnade daß wir unsere ohren, zunge, und 13 alle 134 Collecten oder kurze Kirchen, Gebete. alle glieder unsers leibes, na ch ihm zum ewigen himmlischen deinem heiligen willen recht ges| freuden leben eingehen mögen. brauchen; mit unsern ohren dein Das gib uns, o lieber himmlischer wort fleissig hören und wol merken: vater! durch denselben deinen und mit unserm munde und zun- sohn JEsum Christum unsern gen deine gnade preisen und rüh- HErrn, amen. men, auch niemand damit ärgern, sondern iedermann dadurch bessern Im ein seliges Ende. und erbauen mögen. Laß uns, lieber HErr und GOtt! unsere Leiber und glieder allesamt begeben zum opfer, das da lebendig, heilig, und dir wolgefällig sey; auf daß wir dich, sowol an unserm Leibe, als an unserm geifte immerfort ehren und preisen; um deines lieben sobnes JEfu Chrifti willen, amen. 203. allmächtiger Gott, vater! der du durch den tod deines lieben sohnes die fünde und den tod zunichte gemachet, uns durch fein heiliges blut von sünden ge reiniget, und durch seine siegreiche auferstehung, unschuld und ewiges leben wiedergebracht haft; daß wir in deinem reiche vor dir ewiglich Um Bereitschaft zum leben sollen: gib, daß wir solches von ganzem Herzen gläuben, uns in solchem glauben mit heiligem leben und wandel zu einem seligen ende bereiten, und bis an unser ende also glauben und leben, damit wir der frölichen auferstehung un ferer leiber am jüngsten tage mit freuden erwarten mögen: durch denfelben deinen sohn JEsum Chriftum unfern HErrn, amen. noch um ein feliges Ende. und barm 204. Allmächtiger HErr, herziger GOtt! der du durch den tod uns aus dieser fündigen welt zu dir forderst und hinweg nimmst, daß wir durch stetiges sündigen nicht verderben; sondern in dei nem reiche die vollkommene hei ligkeit und gerechtigkeit deiner auserwählten erlangen und be. sitzen mögen: wir bitten dich, du wolleft uns solches recht erkennen und glauben lasſen; auf daß wir uns unsers abschiedes herzlich freuen, und dem berufe zu deinem ewigen reiche gern und willig fol gen: durch JEfum Chriftum dei nen sohn unsern HErrn, amen. jüngsten Gerichte. 201 Pieber HErr GOtt! wecke uns auf, daß wir bereit seyn, wenn dein lieber sohn kömmt, ihn mit freuden zu empfangen, und dir mit reinem bergen zu dienen, durch denselben deinen sohn Jesum Christum infern HErrn, amen. Noch um Bereitschaft zum jüngsten Gerichte. ErrGott himmlischer vater! wir bitten dich, gib uns deinen heilis gengeist, daß wir nach deinem hei ligen willen unsere lenden recht umgürten; unser fleisch und blut zahmen und betäuben; in dem lichte deines wortes ohne anstoß wandeln, auch das licht eines rechten glaubens und heiligen lebens vor den menschen scheinen und leuchten lassen, und als treue diener auf die zukunft deines lieben sohnes alle stunden und augenblicke warten; damit wir an ie nem groffen tage mit freuden von ihm empfangen werden, und mit 202. 202. Nod Gebet am Hagel- Feier. 135 Noch um ein seliges Ende.| segnen, daß es seine früchte und wirvon 205. Ama GOtt' der du durch uns selber nicht ein körnlein aus deinen sobu vergebung der fünden der erde hervor bringen oder demund rettung von dem ewigen tode selben helfen können, wo du nicht jugefaget haft: wir bitten dich, står das gedeyen giebest. Darum verfeuns durch deinen heiligen geist, leihe den lieben früchten ein gnà daß wir in folchem vertrauen auf diges gewitter, daß sie wachsen dich durch Christum täglich zuneh- und wol gerahten. Behüte sie für men, und die Hoffnung fest und ge- hagel und ungewitter, für verhees wiß behalten, daß wir nicht ster- rung, für allem ungeziefer und ben, sondern entschlafen, und am schaden. Laß das land nicht seiren lungsten tage zum ewigen leben er in deinem zorne, laß es nicht wüste wecket werden sollen; durch densel- liegen, und unfruchtbar bleiben. ben deinen sohn JEfum Chriftum Schließ den himmel in deinem unsern HErrn, amen. grimme um unserer fünde willen nicht zu, daß er nicht wie eisen, und die erde so hart wie er; werde; son: dern gib uns früh- und ſpat- regen, darzu fruchtbare- zeiten, suche das land heim, und wässere es, und mache es sehr reich. Gottes brünnlein hat ia waffer die fülle; o Herr! so laß doch unser getreide wol gerahten, denn also bauest du das land. Träufe unsere furchen, und befeuchte sein gepflügtes mit res gen; mache es weich, und segne fein gewächs. Cröne das jahr mit deinem gute, daß deine fußstapfen von fette triefen; so werden unse re wohnungen auch fett werden, daß sie triefen, und die hügel umher werden lustig seyn, die anger werden voll schaafe seyn, und die auen werden dicke mit korn ftes Gebet um die Früchte hen, daß man jauchzet und sin get. So laß dir, lieber GOtt! den lieben saamen, und alle früchallmächtiger 207. te des ganzen erdreichs in deinen GOtt, seyn; himmels und der erden! der du erhalte sie in frost, kälte, eis, durch deine überschwengliche gute schnee und wind, hiße und dürre, den ganzen erdboden mit aller: in regen und allem vorfallenden ley früchten ziereft und erfülleft, wetter, daß sie nicht beschädiget von welchen menschen und vieh werden. Behüte uns für misihre nahrung haben: wir bitten wachs, thenrung, hunger und dich um deiner barmherzigkeit fummer. Siehe, wir betennen unwillen, du wolleft unser land fere sünde mit reuendem herzen i 4 und Um das ewige Leben. 206. Barmherziger, ewis ger GOtt und va ter! der du uns in Christo JEsu u einer lebendigen hoffnung des ewigen lebens berufen haft: ver: leihe uns, daß wer durch deinen geift die welt und alle lüfte dieses lebens bestreiten; unfer fleisch creuzigen und tödten; und nach dem, was droben is, am ersten trachten; bis wir im glauben, hoffnung und geduld alles über winden, und vor deinem angesich tegecrdnet und ewiglich erfreuet werden, um JEfu Chrifti unsers feligmachers willen, amen. des Landes, an dem so genann ten Hagel- Feier. 136 Um ein gutes Gewitter. und schreien zu dir unserm GOtt ,, cheft, und unserm lande staub du wolleft hören im himmel, in und asche für regen giebeft.) Aber dem sike, da du wohnest, und gnä- hilf doch um deines namens wil dig seyn der fünde deines voltes, len, und laß die liebe sonne wies und uns nicht mit leiblicher nah- derum scheinen und leuchten; rung verlassen; sondern unser( und laß doch das land durch eis leben erhalten, und uns mit aller nen fruchtbaren regen wiederum nohtdurft versorgen, auf daß wir befeuchtet werden;) damit sich die in allen dingen deine göttliche nohtleidende früchte erholen, und kraft und milde hand mit danksa- wir solchen deinen segen zu unse gung erkennen, und dich preisen: rer nohtdurft wol einbringen und der du uns an leib und seele hier mit danksagung in friede geniessen zeitlich und dort ewiglich reichlich mögen, durch deinen lieben sohn ernehrest, amen. JEfum Chriftum, amen. Um eine glückliche Um ein gnädiges Ges witter. 208. Er allmächtiger HErr allmächti ger GOtt und vas GOtt! der du al 210. les, was da is, regiereft und erster unsers HErrn JEfu Chrifti! nehreft, ohne welches gnade nichts du machest frölich, was da lebet geschehen kann: gib uns deinen kin beide des morgens und abends; dern, lieber vater! ein gnädiges du baueft das land, segneft sein ges gewitter und warmen sonnen wachs, läsfest das getreide wolge schein,( und fruchtbaren regen) rahten, und crdneßt das jahr mit auf daß unser land durch deinen deinem gute: und haft auch dieses fegen mit früchten erfüllet werde, jahr unser land heimgesuchet, reich und die früchte, so du uns aus gna- gemacht, und das getreide wol ge den beschehreft, nicht verderben, rahten lassen. Wir sind auch jego ondern fein trocken eingesammlet an der arbeit, diesen deinen fegen werden, und wir unser tägliches einzusamlen, und in unsern nuken brot und nohtdurft davon haben zu verwenden: darum bitten wir mögen: so wollen wir dich gnädi- dich herzlich, weil dir wind und gen GOtt und vater dafür loben meer gehorsam ist, die wolken sich und preisen, durch deinen sohn, Fehren wohin du willt, und thun, JEfum Chrifum unfern HErrn, was du ihnen gebeuteft; du wolleft amen. Ernte. oder Dürre. zu dieser ernte arbeit bequemes Ben anhaltenden Regen schein geben, und das angesicht der wetter und beständigen fonnen: erden frölich seyn, auch nach dem 209. 2llmächtiger, barm regen- wetter die sonne wieder herziger GOtt, scheinen lassen; damit allerhand himmlischer vater! wir haben es feld- und garten- früchte für allem mit unsern fünden wol verschul- schaden behütet, ihre vollige reife det, daß du uns jego mit vielem erlangen, von uns mit grossem überflüssigen regen und betrübten nußen in gutem frieden und ſi naffen wetter firafest und heimsucherheit trocken eingesamlet, auch cheft,( daß du den himmel wie von uns und den unsrigen aus eisen, und die erde wie erz ma' deiner milden hand genommen, jur Gebet vor und nach der Ernte. 137 Das Vater Unser. ir nohtdurft unseres leibes mit sie zu deinen ehren, zu der nächsten danksagung gebrauchet, und in besten und unserer nohtdurft also guter gesundheit genossen werden. anwenden, damit wir auch hinDu weißt, lieber vater! daß wir des fort deinen segen und gnådige bes täglichen brotes und deines erde- nedenung in allem, was wir bedür. segens hoch bedürfen; weil du es fen, allezeit verspüren, dasienige, also geordnet haft, daß der mensch was du beschehrest, in friede und vom brote lebe, und sein herz da- ruhe geniessen, und zugleich mit mit stärke, daß auch das vieh aus allerley geistlichem segen in himm dem erdboden seine nahrung has lischen gütern gesegnet werden; be: darum gönne uns auch für durch JEfum Chriftum deinen dieses jahr deinen gezeigten fegen, sohn unsern HErrn, amen. und wie du angefangen haft uns zu segnen, so segne uns ferner. Gib uns unsere speise zu seiner zeit, thue deine milde hand auf, und fattige uns mit deinem gute. 2 12.ater unser,( unser HErr! du erhdreft das gebet, dar um kommt alles fleisch zu dir: höre auch jezt unser gebet, und vernimm unser schreien, daß wir hieben dein väterliches her erkennen, und ur fach haben, dich für deine wolthat ju loben und zu preisen, so lange wir leben: darzu hilf uns, liebreicher GOtt! und gib uns was wir von uns selber nicht vermd gen; denn dein ist das reich, und die traft, und die berrlichkeit in ewigkeit, amen. nach Matth. 6,9.20. Danksagung nach der Ernte. armherziger gnädiger 211.B water: 213. Der Herr fenedich behüte wir danken dir herzlich für deinen reichen fegen, den du uns bisher der HErr laffe fein angesicht leuch auf dem felde und sonst täglich ten über dir, und sev dir gnädig: aus väterlicher gute mitgetheilet der HErr hebe sein angesicht über baft; und bitten dich, verzeihe uns dich und gebe dir friede. um deines lieben sohnes JEsu Christi willen, daß wir so undant Seufzer von der christlibar gewesen, und dir und unserem nächsten nicht treulicher damit chen Gemeine hierauf zu sprechen. gedienet, ſondern denfelben zum 214. Der friebe Gottes öftern zur fünde misbrauchet hawelcher höher ift himmel! geheiliget werde dein name: dein reich komme: dein wille geschehe, wie im himmel, also auch auf erden: unser täglich brot gib uns heute: und vergib uns unsere schuld, als wir vergeben unsern schuldigern: und führe uns nicht in versuchung: sondern erlöse uns von dem bösen. Denn dein ist das reich, und die kraft, und die herrs lichkeit, in ewigkeit, amen. Der Segen des HErrn. welchen der DienerGOttes über die chriftliche Gemeine ben. Hilf durch deinen heiligen denn alle vernunft, tewahre ungeift, daß wir hinfort alle deine fere herzen und sinne in Christo gaben mit dank annehmen, und JEsu, amen. IX. Una 138 Antiphoner vor den Kirchen Collecten IX. Antiphonen, oder gebräuchliche Verse vor den Kirchen- Collecten. Zu aller Zeit. ittet, so werdet ihr neh: men, Halleluja! k 1.) Bit Daß eure freude vollkommen fey. Halleluja! 2.) Rufe mich an in der zeit der noht, So will ich dich erretten, und du sollt mich preifen. 3.) Bittet, so wird euch gegeben, fuchet, so werdet ihr finden, Halleluja! Klopfet an, so wird euch aufge than. Halleluja! 4.) Der HErr denke an uns und fegne uns, Halleluja! Er fegne die den HErrn fürchten beide kleine und grosse. Hall. 5.) Bey dem HErrn findet man bülfe, Halleluja. Und deinen segen über dein volk. Halleluia! Auf Sonn- und Fest- Tage. 6.) Der HErr sen mit euch, Und mit deinem geifte. Nach der Communion. 7.) Danket dem HErrn, denn er ist freundlich, Und seine gute währet ewiglich. 8.) Lobe den HErrn meine feele, Halleluja! Und was in mir ist seinen heiligen namen. Halleluja! 9.) Schmecker und fehet wie freundlich der HErrift, Hall. Wol dem, der auf ihn trauet. Halleluja! Auf Advent. 1o.) Bereitet dem HErrn den weg, Halleluja! Machet seine steige richtig. Hall. 11.) Machet die thore weit und die thuren in der welt hoch, Hall. Daß der könig der ehren ein ziehe. Halleluja! Auf Weihnachten. 12.) Euch ist heute der heiland gebohren, Halleluja! Welcher ist Christus der HErr in der stadt David. Halleluja 13.) Ein kind ist uns gebohren, Halleluja! Ein sohn ist uns gegeben. Hall. 14.) Das wort ward fleisch, Hall. Und wohnet unter uns. Hallel. 15.) Kündlich groß ist das gott felige geheimniß, Halleluja! GOtt ist offenbaret im fleische. Halleluja! 16.) Christus kommt her aus den vatern nach dem fleische, Hall. Welcher ist GOtt über alles ges lobet in ewigkeit. Halleluja! Am euen Jahrs- Tage. 17.) HErr, crône das jahr mit deinem gute, Halleluja! Und laß deine fußstapfen triefen von fett. Halleluja! 18.) Die gute des HErrn ist, daß wir nicht gar aus sind, Hall. Und seine barmherzigkeit hat noch kein ende. Halleluja! Am feste der Erscheinung Christi. 19.) Es wird ein stern aus Jacob aufgehen, Halleluja! Und ein scepter aus Ifrael auf kommen. Halleluia. 20.) Das volk so im finstern wan delt, siehet ein grosses licht, Halleluja! und über die, so da wohnen in finsterniß, scheinet es helle. Hall 21.) Lobet den HErrn alle hei den, Halleluja! Und preiset ihn alle volker. Hall. Auf Maria Reinigung. 22.) Bald wird kommen zu seinem tempel der HErr, den ihr suchet, Halleluja. Und Antiphonen vor den Kirchen Collecten. Und der engel des bundes, deß Und um unserer gerechtigkeit ihr begehret. Halleluja. willen auferwecket. Hallel. 23.) HErr, nun läsfest du deinen 33.) Christus von den todten erwecket, stirbet hinfort nimmer, Halleluja! diener in friede fahren, Hall. Denn meine augen haben deis nen heiland gesehen. Hallel. Zur Fasten- Zeit. 24.) Christus ist um unserer mif sethat willen verwunder, Und um unserer fünde willen zuschlagen. 25.) Die strafe liegt auf ihm, auf daß wir friede hätten, Und durch seine wunden sind wir geheilet. 26.) Mir hast du arbeit gemacht in deinen sünden, Und haft mir mühe gemacht in deinen misfethaten. 27.) GOtt hat seines eigenen soh nes nicht verschonet; Sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben. 28.) Chriftus hat unsere fünde selbst geopfert an seinem leibe auf dem holze, Der tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Halleluja! 34.) Christus hat dem tode die macht genommen, Halleluja! Und das leben und ein unvergängliches wesen an das licht gebracht. Halleluja! Auf daß wir, der fünden abgestor ben, der gerechtigkeit leben. Auf Mariä Verkündigung. 29.) Siehe, eine jungfrau wird schwanger seyn, Halleluja! Und einen sohn gebähren, den wird sie beiffen Immanuel. Halleluja. Am grünen Donnerstage. 30.) So oft ihr von diesem brote effet, und von diesem felche trinket, Sollt ihr des HErren tod vers kündigen. 35.) 139 Ich weiß, daß mein erldser Tebet, Halleluja! Am Und er wird mich hernach aus der erden auferwecken. Hall. Sagelfeier, auch sonst UN gutes Gewitter. 36.) HErr, erzeige uns deine gnade und güte, Halleluja! Daß unser land fein gewächs gebe. Halleluja! 37.) Aller augen warten auf dich, HErr, Halleluja! Und du giebeft ihnen ihre speise zu seinerzeit. Halleluja! 38.) HErr, du feuchteft die berge von oben her, Halleluja! Du macheft das land voll früchte, die du schaffeft. Halleluja! Auf Simmelfahrt. GOtt fähret auf mit jauch¡ en, Halleluja! 39.) Am stillen Freytage. 31.) Siehe, das ist GOttes lamm, Halleluja! Welches der welt fünde trägt. Halleluja! Auf Ostern. 32.) Christus ist um unserer fünde willen dahin gegeben, Hall. Und der HErr mit heller posaunen. Halleluia. 40.) Ich fahre auf zu meinem va ter und zu eurem vater, Hall. Zu meinem GOtt, und zu eu rem GOtt. Halleluia. Auf Pfingsten. 41.) Ich will meinen geißt aus. giessen über alles fleisch, Hall. Den geift der gnade und des gebets: Halleluja! 42.) Schaffe in uns, GOtt, ein reines her, Halleluja! and gib uns einen neuen gewissen geist. Halleluja! 43.) AL 140 Autiphonen vor den Kirchen Collecten. 43.) Also hat GOtt die welt ses An Buß- Tagen, und zu liebet, Halleluja! Daß er seinen eingebohrnen sohn gab. Halleluja! 44.) HErr, lehre uns thun nach deinem wolgefallen, denn du bist unser GOtt, Dein guter geißt führe uns auf ebener bahn. Auf Trinitatis> Fest. 45.) Wir loben GOtt den vater, sohn und heiligen geißt, Hall. Und vreisen ihn von nun an bis in ewigkeit. Halleluja! 46.) Heilig, heilig, heilig ist der HErrzebaoth, Halleluia! Alle lande sind seiner ehre voll. Halleluia. 2 andern Zeiten. Um Vergebung der Sünden. 54.) HErr, handle nicht mit uns nach unfern fünden, Und vergilt uns nicht nach un serer miffethat. ss.) Wir haben gesündiget mit unsern vätern, Wir haben misgehandelt und sind gottlos gewesen. 6.) Hilf uns, HErr unser helfer! um deines namens ehre wil len. Errette uns, und vergib uns unsere fünde um deines na. mens willen. $ 7.) HErr, gehe nicht ins gerichte mit deinen knechten und magden, Denn vor dir ist kein lebendiger gerecht. s.) GOtt! sey uns gnädig nach deiner gute, Und tilge unsere fünde nach dei ner groffen barmherzigkeit. In gemeiner Globt. seele erhebet den$ 9.) GOtt, gib friede in deinem lande, Auf Johannis- Tag. 47.) Siehe ich sende meinen engel vor dir her, Halleluja! Der deinen weg vor dir bereiz ten soll. Halleluja! 48.) Gelobet sen der HErr, der GOtt Ifrael, Halleluja! Denn er hat besuchet und erlsset fein bolk. Halleluja! Siehe auch Num. 10. Auf Mariä Heimsuchung. 49.) Meine HErrn, Halleluja! Und mein geift freuet sich Gottes meines heilandes. Hall. 50.) GOtt öffet die gewaltigen vom fuble, Halleluja! Und erhebet die niedrigen. Hall. 51.) Es wird eine ruhteaufgehen Siehe Num. 42. Und 44. von dem stamme Jfai, Hallel. um göttliche Regierung und Und ein zweig aus seiner wurzel sen heiligen Geist. wird frucht bringen. Hallel. um Erhaltung des göttlichen Auf Michaelis- Tag. 52) Der HErr hat seinen engeln Glück und heil zu allem stande. 60.) HErr, hilf uns deinem volke und segne dein erbe, Hallel. und weide sie und erhöhe sie ewiglich. Halleluja. Wortes. Heiliger vater! heilige uns in deiner wahrheit, Denn dein wort ist die wahrheit. 62.) HErr, erhalte uns dein wort, Halleluja! befohlen über dir, Halleluja! 61.) Da sie dich behüten auf allen deinen wegen. Halleluja. 53) Der engel des HErrn lagert sich um die her, so ihn fürchs ten, Halleluja! Und hilfet ihnen aus.Halleluja! Dein vort ist unsers herzens freude und troft. Halleluja! 63.) Dein Antiphonen vor den Kirchen Collecten. 141 63) Dein wort ist meines fuffes| 69.) Preiset mit mir den HErrn leuchte, Halleluja! Und ein licht auf meinen wes gen. Halleluja! Klage der Kirche über wenig Seilige. 64.) Hilf, HErr! die heiligen has ben abgenommen, Und der gläubigen ist wenig un: ter den menschen- kindern. Dank der Kirche für ihre Erhaltung. 65.) GOtt gedenket der barmher: sigkeit, Halleluja! Und hilft seinem diener Ifrael auf. Halleluja. Um Glauben und Liebe. 66.) HErr, las Chriftum durch den glauber in unsern her: zen wohnen, Und durch die liebe fes gewur: zelt und gegründet werden. 67.) Siehe, wie fein und lieblich ist es, wenn brüder einträchs tig ben einander wohnen. Denn daselbst verheisset der HErr segen und leben immer und ewiglich. Allgemeine Danksagungen für göttliche Wolthaten. 68.) Ich will den HErrn loben so lange ich lebe, Halleluja! Und meinem Gott lobsingen weil ich bie bin. Halleluja! Register des Gebet- Buches. 1. Wochen Morgen und 9 Am mittwochen imorgen, ges Abend: Gebete. : I Halleluja! Und lasset uns mit einander seinen namen erhöhen. Hallel. 70.) Freuet euch des HErrn, ihr gerechten, Halleluja! Die frommen sollen ihn schön preisen. Halleluja! 71.) Dername des HErrn sey ges lobet und gebenedenet, Hall. Von nun an bis in ewigkeit.Hall. Siehe auch num. 7. und s Dom Tode und Sterben. 72.) In deine hände befehle ich meinen geist, Halleluja! Du hast mich erlöset, HErr, du getreuer GOtt. Halleluja! 73.) Selig sind die todten, die in dem HErrn sterben von nun an, Ja der geift spricht, daß sie rus hen von aller ihrer arbeit. 74.) HErr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, Auf daß wir klug und selig werden. Siehe auch Num. 23. und 35. Dom jüngsten Gerichte. z.) Siehe der HErr kömmt mit viel tausend beiligen, Hall Gericht zu halten über alle. Hall. Vom ewigen Leben. 76.) Vor dir ift freude die fülle, Halleluja! Und lieblich wesen zu deiner rechten ewiglich. Halleluja! bet 9 10:: abends gebet 10 ebet um die gnade, GOtt wolgefällig ju beten II am Donnerstage morgens ge bet 3 IO 2 um guddige erbörung des ge bets 3 Am fonntage morgen- geber 4= 3 abend gebet $ Am montage morgen- gebet S* abend gebet 6 7 Am dienstage morgen- gebet 8 sabend gebet = 12 3 abend gebet 4 13 m frentage morgen- gebet 4 14 > abend- geber 13 $ 15 Am sonnabend morgen- gebet 14 6 16 3 abend gebet 15 7 17 Gebet nach dem morgen- und abend gebetet 7 16 81 II 12 142 18 Wochen gebet in den mons tagsbetstunden 17 19 Morgen gebet, wenn man beichten will 18 20 Abend Der gebet nach beichte 19 21 Morgen gebet eines com municanten 22 Abend gebet deffelben 23 Morgen gebet eines kranken 30 Register des Gebet- Buchs. 24 Abend gebet; deffelben 25 Gebet, wenn man zur kirche 31 32 33 20 22 S S 34 gehen will 24 26 Gebet in der kirche 25 1 Jm hingehen zum heiligen To abendmahl 46 25 27 Gebet, wenn man aus der kirche gehen will 28 Geset, wenn man aus der kir 3 che nach hause kömmet 254 II. Danksagungen für die Wolthaten GOttes. 29 Danksagung für die schöps fung 52 Seufzer ben reichung des brotes 46 ben reichung des kelches 47 Wenn man nach empfange nem abendmahl in sei47 nen stand getreten ** Während der communion, auch für die, so nicht zum 47 abendmahl gehen 26 für die erlösung 27 für die heilige taufe 28 56] Danksagungen nach dem ge $ 7 s für die offenbahrung nuß des abendmahls 48.49 des göttlichen wortes 29 8 Um erhaltung und vermeh. für die göttliche vor: rung der durch das abend: mahl erlangten gnade 51 Gebere um zuwendung alles guten und abwen 23 24 forge 30 für GOttes barmhersV. zigkeit 35: 31 daß uns GOtt in noht und gefahr erhalten 32 36 für die erhörung des gebets 33 III. Gebete vor und nach der Beichte. 37 um rechtschaffene buffe 38 Um wehre erkenntniß fünden 39] Um vergebung der 40] fünden 41 Wenn man zum beichtftuhle treten will 42 Eine gemeine öffentliche beichte 43 Eine privat beichte 44 Danksagung nach der abso: lution d 40 34 46 45 Danksagung für die busse und bekehrung al 40 daß GOtt auf die bekehrung so lange gewartet 42 43 47 Um besserung des lebens IV. Gebete vor und nach dem heil. Abendmahl. 48 Um würdige geniessung des abendmahls 43 49 Um wahre vorbereitung zum würdigen genuß 44 so Vor dem heiligen abends mahl 45 53 61 Um die wiedergebuhrt 54 62 Um die rechtfertigung 54 63 Um den geistlichen frieden 55 35 64 Um die gnade ein heiliges les 56 der 35 36 37 dung alles bösen. 19 Um den heiligen geißt und feine gaben 60 um den glauben und erkennt niß Chrifti 52 ben zu führen 6r Um die wahre weisheit 57 66 Um verleugnung sein selbst 59 67 Um tödtung des alten men schen 60 38 68 Gegen die tägliche fünden 39 falle 61 69 Um ein gutes gewissen 61 70 Um die nachfolge Chrifti 63 Register des Gebet- Buchs. 71 Um die liebe GOttes 64 72 Um die kindliche furcht Ots tes 23 Um beständige hoffnung 74 Um die ruhe des herzens 75 Um erhaltung der chriftlichen firche 83 Um verföhnlichkeit 84 Um sicg über den satan 67 76 Um rechtschaffene liebe 68 77 Um geduld in leidenszeit 69 78 um wahre gottseligkeit 79 Um heiligen gehorsam 80 Um demuht 70 71 71 SI Um christliche fanftmuht 72 82 Um barmherzigkeit gegen den nächsten 6 66 E 90 Um des leibes unterhal: Um ein feliges ende 67 110 Danksagung für die gene fung 85 Um regierung der junge 86 Gegen des fleisches anfech 77 tung S7 Gegen böse gedanken und lüfte 78 88 Um sein selbst erkenntniß 78 89 Um treue verrichtung seines berufs 73 74 75 74 noht 103 Eines reisenden 104 In noht und trübsal 105] Eines kranken 106/ 143 107] Eines kranken der sich des 108] todes versiehet 96.97 109 Der umstehenden für den sterbenden 97 92 93 Testament eines frommen christen 94 Vom jùngsten gerichte 95 Vom ewigen leben 96 Nach der ordnung des Vater Unsers 87 97 Auf die drey haupt- stände und gemeine noht 98 Für die obrigkeit 99 In krieges noht 100 Jn krieges noht ausführ licher 84 86 118 An Marià reinigung 119 AnMaria verkündigung 120 Am grünen donnerstage 121 Am stillen freytage 122 Am oster- fefte 79 123 Am himmelfahrts- tage 80 124 Am pfingstfefte 81124 Am feste der heiligen dreyei. nigkeit 88 89 90 lor In pest- zeiten und fierbens läuften 102 In thenrung und hungers -97 111 Bey grossem donner und un gewitter 112 Danksagung nach dem unge: witter 99 113 nach erhaltener guten 99 ernte VI. Gebete auf die vor: nehmsten Seste im Jahre 114 Auf advent IOI I Am chrift tage 102 116 Am neuen jahrstage 103 117 Am tage der offenbahrung Chrifti 126 Am Johannis: tage 127 An Mariä heimsuchung 128 Am Michaelis- feste 104 104 105 105 106 % 90 107 108 110 [ 10 112 112 113 U6 129 Am Reformations- fefte 114 130 Buß tages- gebet VII. Collecten oder kurze Rirchen- Gebere auf die vornehmsten Sefte. 131 Auf advent 1327 133 m brift fefte 134 117 117 92 135 Am neuen jahre- tage 118 136] 92 137 Eluf das feßt der erscheinung 94 119 Chrifti 24 138 auf Marià reinigung 119 139 Auf Marià verkündigung 95.90 119 140 Am grünen donnerstage 119 Register des Gebet- Buchs. 183 Um die hoffnung 129 Vom leiden Chrifti 119 184 Um wahre gottesfurcht 130 vertrauen auf 130 18 Um das GOtt 120 186 Um beiligung des sabbaths [ 20 130 121 187 Um wirkung des gepredigten wortes 130 121 X49] Iso Am feste der heiligen dreys einigkeit 188 Für die gemeine chriftenheit 189 Für die obrigkeit 131 ( 31 131 190 Um friede und einigkeit 191 Für bekümmerte und traus nens rige 131 192 Um troft und rettung in creuz und unglück 131 123 193 Um dankbarkeit für GOttes 123 wolthaten 132 194 Gegen des teufels anfech 144 140 142 : 43 144 Von der crdnung Chrifti 120 145 Am ofter: feste 146 147 Auf himmelfahrt 148 Am pfingstfefte [ ÇI 122 152 Auf Johannis: tag 122 153 Auf Marià heimsuchung 122 tr4 Auf Johannis und Maria heimsuchung * 55 146] Auf Michaelis 157 Am Reformations- fefte 123 VIII. Andere Collecten oder Furze Kirchen- Gebete. Nach der communion [ 58] 159 160 Um erhörung des gebets 161 Um erhörung in gefahr 162 Um den frieden 1637 164 Um vergebung der fünden 175 Um die erneuerung 176 124 124 197 Um teuschheit 133 124 198 Wider die knechtschaft der fünde 125 133 199 Um die vermehrung der ga ben GOttes 133 200 Um rechten gebrauch der gliedmaassen 133 2017 Um bereitschaft zum lungften gerichte 202 134 2037 165 12( 166J 126 167 Um verschonung von ewiger fitrafe 126 126 126 204 Um ein feliges ende 126 201J 168 Um linderung der prafe 169 Um die wiedergebuhrt 170 Um die rechtfertigung 171 Um den heiligen geift 172 Um die erleuchtung 173 Um den wahren glauben 174 Um vereinigung mit Gott 127 127 206 Um das ewige leben 207 Gebet am bagel- fever 127 208 Um gnädiges gewitter tung 132 195 Um tödtung des fleisches 132 196 Um ein heiliges leben nach dem tauf- bunde 132 127 128 128 128 129 129 Um ein beiliges leben 177 178 Um chriftlichen wandel 179 Um göttliche regierung 180 lm den frieden 181 Um die liebe zu Gott 182 Um die liebe gegen den nächs 129 felt s 129 EN 134 135 135 185 136 209] 210 Um glückliche ernte 136 211 Danksagung nach der ernte 137 212 Das Vater Unser 137 213 Der segen des HErrn 137 214 Geufier nach dem segen 137 IX. Die Antiphonen vor den Kirchen- Collecten. DE 138 Biblische Episteln und Evangelien auf alle Sonn- und Fest- Tage, nebst den Festlichen Vorlesungen so wie die aus den vier Evangelisten zusammengezogene Geschichte von dem Leiden, Sterben und Auferstehen unsers Herrn Jesu Christi, und die Beschreibung der Zerstörung Jerusalems. Hannover, 1851. Gedruckt und zu bekommen bei P. L. Schlüter. @DILECTE @ DUTC11 rasprit- ptile it x pit in an Infern par jousta rath 10 mi Dil bup remiKdamagedik and, th 15g? me? ក់ តាម ខ ចំ របស់ na seasidimina 88 tonsa astlp Tesgiis pag យ ដ្ឋ មន Um ersten Advent- Sonnt. Epistel, Röm.Cap.13, v.11. bis 14. eil wir folches wissen, nemlich die jeit, daß die stunde da ist, aufiufichen Der HErr bedarf ihr; so bald wird er sie euch lassen. Das geschahe aber alles, auf daß erfüllet würde, das gefaget ist durch den propheten, der da spricht: Saget der tochter Zion, siehe, dein könig kömmt zu dir sanftmühtig, und reitet auf einem V pom schlafe; sintemahl unser heil esel, und auf einem füllen der laft, jest näher ist, denn da wir es glau- baren eselinn. Die jünger giengen beten; die nacht ist vergangen, der hin, und thaten, wie ihnen Jesus tag aber herben kommen: so laffet befohlen hatte und brachten die uns abiegen die werke der finster- eselinn und das füllen, und legten niß, und anlegen die waffen des ihre kleider drauf, und faßten ihn lichts. Laffet uns ehrbarlich wan drauf. Aber viel volk breitete die deln, als am tage, nicht in fressen kleider auf den weg; die andern und saufen, nicht in kammern und hieben zweige von den bäumen, unzucht, nicht in hader und neid: und streueten sie auf den weg. Das ſondern ziehet an den HErrn JE: volk aber, das vorgieng und nachs fum Chriftum, und wartet des lei- folgete, schrie und sprach: Hosians bes, doch also, daß er nicht geil na, dem sehne David! gelobet sen werde. der da kömmt in dem namen des HErrn, Hosianna in der höhe! Vorlesung, Vormitt. Pf. 40, v.6. bis 18. Er mein Gott, groß sind dei ne wunder, und deine gedanken, die du an uns beweiseft; dir ist nichts gleich: ich will sie verkündigen, und davon sagen, wiewol fie nicht zu zählen sind. Opfer und speis- opfer gefallen dir nicht, aber die ohren hast du mir aufgethan: du willt weder brand- opfer noch A 2 fünd Evangelium, Matth. Cap. 21, v. 1. bis 9. a fie nahe ben Jerusalem ka Delbers; fandte JEfus feiner jün: den ger zween, und sprach zu ihnen: Gehet bin in den flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine eselinn finden angebunden und ein füllen bey ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir; und so euch je mand etwas wird sagen, so sprecht: Episteln und Evangelien fünd- opfer. Da sprach ich: siehe, aber ein jeglicher unter uns also, ich komme, im buch ist von mir ges daß er seinem nächsten gefalle zum schrieben; Deinen willen, mein guten, zur besserung: denn auch GOtt, thue ich gerne, und dein ge Christus nicht an ihm selber gefals fer habe ich in meinem herzen. Ich len hatte; sondern wie geschrieben will predigen die gerechtigkeit in stehet: die schmach derer, die dich der groffen gemeine: siehe, ich will schmähen, sind über mich gefals mir meinen mund nicht stopfen len. Was aber zuvor geschrieben laffen, HErr, das weisfest du. Deine ist, das ist uns zur lchre geschrie gerechtigkeit verberge ich nicht in ben, auf daß wir durch geduld und meinem herzen, von deiner wahr troft der schrift hoffnung haben. heit und von deinem heil rede ich, GOtt aber der geduld und des troich verhele deine gute und treue stes gebe euch, daß ihr einerley ge nicht vor der groffen gemeine. Du finnet send unter einander, nach aber, HErr, wolltest deine barm- JEfu Chrifto: auf daß ihr einherzigkeit von mir nicht wenden: mühtiglich mit einem munde lobet las deine gute und treue allewege GOtt und den vater unsers HErrn mich behüten. Denn es hat mich JEfu Chrifti. Darum nehmet umgeben leiden ohne zahl; es ha- euch unter einander auf gleichwie ben mich meine fünden ergriffen, euch Christus hat aufgenommen das ich nicht sehen kann: ihrer zu GOttes lobe. Ich sage aber, ist mehr denn haar auf meinem daß JEsus Christus sey ein diener haupt, und mein herz hat mich ver- gewesen der beschneidung, um der laffen. Laß dirs gefallen, HErr, wahrheit willen GOttes, zu bestàs daß du mich errettest: eile, HErr, tigen die verheissung, den våtern mir zu helfen. Schämen müssen geschehen: daß die heiden aber sich, und zu schanden werden, die GOtt loben, um der barmherzigmir nach meiner feele stehen, daß feit willen, wie geschrieben stehet; sie die umbringen: zurück müssen Darum will ich dich loben unter fie fallen, und zu schanden werden, den heiden, und deinem namen die mir übels gönnen. Sie müssen singen. Und abermahl spricht er: in ihrer schande erschrecken, die Freuet euch, ihr heiden, mit seinent über mich schreien: da, da. Es volke! Und abermahl: Lobet den müssen sich freuen und fröhlich HErrn, alle heiden, und preiset fenn alle, die nach dir fragen; und ihn alle sölker. Und abermahl die dein heil lieben, müssen sagen spricht Jesaias: Es wird seyn die allewege: der HErr sen hoch gelo- muriel Jeffe, und der auferstehen bet. Denn ich bin arm und elend, wird zu herrschen über die heiden, der HErr aber forget für mich: du auf den werden die heiden hoffen. bist mein helfer und erretter; mein Gott aber der hoffnung erfülle GOtt, verjeuch nicht. euch mit aller freude und friede im glauben, daß ihr vollige hoffs nung habet, durch die kraft des beiligen geiftes. 21m andern Advents- Soft. Epistel, Rdm. Cap. 1, v. 1. bis 13. Wir, die wir stark find, sol Evangelium, len der schwachen gebrechlichkeit tragen, und nicht gefallen Luc. Cap. 21, v. 25. bis 36. an uns ſelber haben. Es felle fichfusſprach zu feinen jüngern es werden seichen gesches ben: nebst den Festlichen Borlesungen. hen an der sonne und mond und| Am dritten Advents- Sont. sternen, und auf erden wird den leuten bange seyn, und werden jagen, und das meer und die waf ſerwogen werden brausen. Und die menschen werden verschmachten für furcht und für warten der dinge, die kommen sollen auf er den: denn auch der himmel kräfte sich bewegen werden. Und als denn werden sie sehen des menschen sohn kommen in den wolken mit grosser kraft und herrlichkeit. Wenn aber dieses anfähet zu ge schehen, so sehet auf, und hebet eure häupter auf, darum daß sich eure erlösung nahet. Und er sagete ihnen ein gleichniß: Sehet an den feigenbaum und alle bäume! wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihr es an ihnen, und merket, daß jeßt der sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dis alles fehet ange ist es ein geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen tage: auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wol nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; der HErr ist es aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der zeit, bis der HErr komme, welcher auch mird an das licht bringen, was im finstern verborgen ist, und den rath der herzen offenbaren: alsdenn wird einem jeglichen von Gott hen, so wisfet, daß das reich Gotlob wiederfahren. Solches aber, tes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: dis geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und erde werden verge hen, aber meine worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure herzen nicht beschweret werden mit fressen und saufen, und mit sorgen der nahrung, und komme dieser tag schnell über euch: Denn wie ein fallstrick wird er kommen über alle, die auf erden wohnen. So send nur wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden mö allen, das lieben brüder! habe ich auf mich und Apollo gedeutet, um euret wil len, daß ihr an uns lernet, daß nicmand höher von sich halte, denn ießt geschrieben ist, auf daß sich nicht einer wider den andern um iemandes willen aufblase: denn wer hat dich vorgezogen? Was hast du aber, das du nicht empfans gen hast? So du es aber empfans gen hast, was rühmest du dich denn als der es nicht empfangen hätte? Evangelium, Matth. Cap. 11, v. 2. bis 10. im geschehen soll, und zu fichen vor werke Chrifti hörete, fandte des menschen sohn. 5 Epistel, I Cor. Cap. 4, v. 1. bis 7. Dafür halte uns jedermann, haushalter über GOttes geheim nisse. Nun suchet man nicht mehr an den haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber * statt dessen: Das Evangelium vom 26. Sonnt. nach Trinitat. Matth. Cap. 25. v. 31. bis 46. wenn solches in demselben Jahre ausgefallen. er seiner jünger zween, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kom men soll, oder sollen wir eines an dern warten? JEsus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget johanni wieder, was ihr sehet und höret: Die blinden sehen, die lahmen gehen, die ausfa 23. Bigen 6 Episteln und Evangelien, Evangelium, Joh. Cap. 1, v. 19. bis 34. is ist das jeugniß Johannis, da die Juden sandten von Jes rusalem priester und Leviten, daß Rigen werden rein, und die tauben hören, die todten stehen auf, und den armen wird das evangelium geprediget: und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hins gingen, fieng JEfus an zu reden zu dem volke von Johanne: Was sie ihn fragten: Wer bist du? send ihr hinaus gegangen in die Und er bekannte und leugnete wüste, zu sehen? wolltet ihr ein nicht, und er bekannte: Ich bin rohr sehen? das der wind hin und nicht Christus. Und sie fragten her wehet? oder was send ihr ihn: Was denn? bist du Elias? hinaus gegangen zu sehen? woll- Er sprach: Ich bin es nicht. tet ihr einen menschen in weichen Bist du ein prophet? Und er ants kleidern sehen? Siehe, die da wortete: Nein. Da sprachen sie weiche kleider tragen, sind in der u ihm: Was bist du denn? daß könige häuser. Oder was send ihr wir antwort geben denen, die hinaus gegangen zu sehen? woll- uns gefandt haben; was sageft du tet ihr einen propheten sehen? ja, von dir selbst? Er sprach: Ich ich sage euch, der auch mehr in bin eine stimme eines predigers denn ein prophet; denn dieser ist HErrn, wie der prophet Efaias in der wüsten, richtet den weg des es, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen engel vor dir her, der deinen weg vor dir bereiten soll. Epistel, gesagt hat. Und die gefandt wa ren, die waren von den Pharis fåern, und fragten ihn, und spras chen zu ihm: Warum taufesi du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein prophet? Am vierten Advents- Soft. Johannes antwortete ihnen, und Philipp. Cap. 4, 5. 4. bis 9. ſprach: Ich taufe mit waffer; reuet euch in dem Herrn alle aber er ist mitten unter euch ges wege und abermahl fage ich: treten, den ihr nicht kennet. Freuet euch. Eure lindigkeit laf Der ist es, der nach mir koms jet kund seyn allen menschen. Der men wird, welcher vor mir ge HErr ist nahe, forget nichts; son wesen ist, deß ich nicht werth bin, dern in allen dingen laffet cure daß ich seine schuhriemen auflöse. bitte im gebet und flehen mit Dis geschahe zu Bethabara, iens danksagung vor GOtt kund wer seit des Jordans, da Johannes den. Und der friede GOttes, wel- taufete Des andern tages siehet cher höher ist, denn alle vernunft, JohannesJEfum zu ihm kommen, bewahret eure herzen und sinne in und spricht: Siehe, das ist Gottes Christo JEsu. Weiter lieben brü- lam, welches der welt sünde trägt der! was wahrhaftig ist, was ehr. Dieser ist es, von dem ich gesagt har bar, was gerecht, was keusch, was be: Nach mir komt ein Mann, wel lieblich, was wohl lautet, ist etwa cher vor mir gewesen ist: denn er eine tugend, ist etwa ein lob, dem warehe, denn ich. Und ich kannte denket nach. Welches ihr auch ge- ihn nicht; sondern auf daß er offen lernet, und empfangen, und gehd- bar würde in Israel, darum bin ich ret, und gesehen habet an mir, das kommen, zu taufen mit wasser. Und thut, so wird der HErr des friedens Johannes zeugete, und sprach: Ich mit euch seyn. fabe, nebst den Festlichen Vorlesungen. 7 sahe, daß der geift herab fuhr, wie, war: auf daß er sich schäßen liesse eine taube vom himmel, und blieb mit Maria, seinem vertrauten auf ihm. Und ich kannte ihn nicht; weibe, die war schwanger. Und aber der mich fandte zu taufen mit als sie daselbst waren, kam die zeit, waffer, derselbige sprach zu mir: daß sie gebähren sollte; und sie ge Ueber welchen du sehen wirst den bahr ihren ersten sohn, und wickelte geift herab fahren, und auf ihm ihn in windeln, und legte ihn in bleiben, derselbige ist es, der mit eine krippe: denn sie hatten sonst dem heiligen geifte taufet. Und ich keinen raum in der herberge. Und sabe es, und; eugete, daß dieser ist es waren hirten in derselbigen ges GOttes sohn. gend auf dem felde bey den hurs den, die hüteten des nachts ihrer heerde. Und siehe, des HErrn engel tratzu ihnen, und die klarheit des HErrn leuchtete um sie; und sie furchten sich sehr. Und der engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! fiche ich verkündige euch grosse freude, die allem volke wies derfahren wird: denn euch ist heute der heiland gebohren, wels cher ist Christus der HErr, in der stadt David: und das haber zum seichen: ihr werdet finden das kind in windeln gewickelt, und in einer krippe liegen. Und alsbald war da bey dem engel die menge der Am ersten Chrift- Tage. Epistel, Tit. Cap. 2, v. II. bis 14. ist erschienen die heilsame snade GOttes allen menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungdttliche we fen, und die weltlichen liste, und süchtig, gerecht und gottselig leben in dieser welt: und warten auf die selige hoffnung und erscheinung der herrlichkeit des grossen GOttes und unsers heilandes JEfu Chrifii, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlöfete von aller ungerechtigkeit, bimlischen bheerschaaren, die lobes und reinigte ihm selbst ein voll um eigenthum, das fleissig wäre iu guten werken. ten GOtt und sprachen: Ehre sen GOtt in der höhe, und friede auf erden, und den menschen ein wol gefallen. Und da die engel von ihe nen gen himmel fuhren, sprachen die hirten unter einander: Laffet uns gehen gen Bethlehem, und die geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der HErr fund gethan bat. Und sie kanten eilend, und funden beide Mariam und Joseph, dazu das kind in der krippen lies. gend. Da sie es aber gesehen hat: ten, breiteten sie das wort aus, welches zu ihnen von diesem kinde ge, fagt war. Und alle, vor die es femwunderten sich der rede, die ihnen die hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese worte, und bewegte sie in ihrem herzen. Und die hirten kehrcten wieder um, A 4 preiz Evangelium, Luc. Cap. 2, v. 1. bis 20. s begab sich zu der zeit, daß ein gebot von dem taifer Augusto ausgieng, daß alle welt geschätzet würde. Und diese schaBung war die allererste, und ge schahe zu der zeit, da Cyrenius landpfleger in Syrien war; und iedermann ging, daß er sich schaßen lieffe, ein jeglicher in seine stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der stadt Nazareth, in das jüdische land, jur stadt David, die da heiffet Bethlehem; darum, daß er von dem hause und geschlechte Davids 8 Episteln und preifeten und lobeten GOtt, um alles, das sie gehöret und gesehen harten, wie denn zu ihnen gesagt war. Vorlesungen, Vorm. 1 Joh.Cap. 4, v.1. bis 16 hr lieben! glaubet nicht einem fet die geifter, ob sie vonGOtt sind: denn es sind viele falsche propheten ausgegangen in die welt. Daran follt ihr den geist Gottes erkennen: Ein jeglicher geist, der da bekennet, daßJEfusChristus ist in das fleisch komen, der ist von GOtt. Und ein jeglicher geist, der da nicht bekennet, daß JEsus Christus ist in das fleisch kommen, der ist nicht von Evangelien, len wir uns auch unter einander lieben. Niemand hatGOtt iemals gesehen. So wir uns unter einan der lieben, so bleibetGOtt in uns, und seine liebe ist völlig in uns. Daran erkennen wir, daß wir in uns von seinem geiste gegeben hat. ihm bleiben, und er in uns, daß er gen, daß der vater den sohn gesandt hat zum heiland der welt. Welcher nun bekennet, daß JEsus Gottes fohn ist, in dem bleiber GOtt, und er in GOtt. Und wir haben ers kannt und gegläubet die liebe, die Gott zu uns hat. Nachm. Hebr. Cap. 2, v. 1. bis 18. GOtt. Und das ist der geift des wi- Wir sollen desto mehr wahrnch derchrists, von welchem ihr habet ge höret, daß er kommen werde, und ist ießt schon in der welt. Kindlein! ihr send von GOtt, und habtiene überwunden: denn der in euch ist, ist grösser, denn der in der welt ift. Sie sind von der welt, darum re den sie von der welt, und die welt hdret sie. Wir sind von GOtt, und wer GOtt erkennet, der höret uns, welcher nicht von GOtt ist, der hd: ret uns nicht. Daran erkennen wir den geist der wahrheit, und den geift des irrthums. Ihr lieben! laf set uns unter einander lieb haben: denn die liebe ist von GOtt, und wer lieb hat, der ist von GOtt ge bohren, und kennet GOtt. Wer nicht lieb hat, der kennet Gott nicht: dennGOtt ist die liebe. Dar an ist erschienen die liebe Gottes gegen uns, daß GOrt seinen eingebohrnen sohn gesandt hat in die welt, daß wir durch ihn leben fol len. Darinen stehet die liebe, nicht, daß wir GOtt geliebet haben; son dern, daß er uns gelieber hat, und gefandt seinen sohn zur verföh nung für unsere fünde. Jhr lieben! men des wortes, das wir hd. ren, daß wir nicht dahin fahren: Denn so das wort fest worden ist, das durch die engel geredet ist, und eine jegliche übertretung und un sehorsam hat empfangen seinen rechten lohn: Wie wollen wir entfliehen, so wir eine solche seligs keit nicht achten? Welche, nachdem sie erstlich geprediget ist durch den HErrn, ist sie auf uns kommen durch die, so es gehdret haben. Und GOtt hat ihr zeugniß gegeben mit seichen, wundern und mancherley kraften, und mit austheilung des heiligen geistes nach seinem wils len: Denn er hat nicht den engeln untergethan die zukünftige welt, davon wir reden. Es bezeugt aber einer an einem orte, und spricht: Was ist der mensch, daß du sein ges denkest, und des menschen sohn, daß du ihn heimsuchest? Du haft ihn eine kleine zeit der engel mangeln laffen, mit preis und ehre hast du ihn gecrönet, und haft ihn gesezet über die werke deiner hände. Alles hast du untergethan zu seinen füf sen. Indem, daß er ihm alles hat hat uns GOtt also geliebet, fo fole untergethan, hat er nichts gelaffen daß nebst den Festlichen Vorlesungen. 9 daß ihm nicht unterthan sey; jest! se geredet hat zu den våtern durch aber sehen wir noch nicht, daß ihm die propheten, hat er am lesten in alles unterthan sey. Den aber, der diesen tagen zu uns geredet durch eine kleine zeit der engel gemangelt den sohn, welchen er gesetzet hat bat, sehen wir, daß es JEsus ist, zum erben über alles, durch wel: durch leiden des todes gecrdnet chen er auch die welt gemacht hat. mit preis und ehren, auf daß er von Welcher, sintemahl er ist der glanz GOttes gnaden für alle den tod feiner herrlichkeit, und das eben: schmeckete: Denn es ziemete dem, bild seines wesens, und tråget alle um deß willen alle dinge sind, und dinge mit seinem kräftigen worte. durch den alle dinge sind, der da und hat gemacht die reinigung viele kinder hat zur herrlichkeit unsrer sünden durch sich selbst, hat geführet, daß er den herzogen ihrer er sich geferzet zu der rechten der seligkeit durch leiden vollkommen majestät in der höhe. So viel bes machte; Sintemahl sie alle von ei ser worden, denn die engel, so gar nem kommen, beide der da heiliget, viel einen höhern namen er vor ih und die da geheiliget werden. Dar nen ererbet ha. Denn ja wels um schämet er sich auch nicht, sie chem engel hat er iemahls gesabrüder zu heissen, und spricht: Ich get: Du bist mein sohn, heute will verkündigen deinen namen habe ich dich gezeuget? Und aber, meinen brüdern, und mitten in mahl: ich werde sein vater seyn, der gemeine dir løb singen. Und und er wird mein sohn seyn. Undabermahl: Ich will mein vertrau- abermahl, da er einführet den ersten auf ihn setzen. Und abermahl: gebohrnen in die welt, sprichter: Siehe da, ich und die kinder, wel Und es sollen ihn alle engel GOts che mir GOtt gegeben hat. Nach tes anbeten. Von den engeln dem nun die kinder fleisch und blut spricht er zwar: Er machet seine haben, ist ers gleichermaaffen theil engel geifter, und seine diener baftig worden, auf daß er durch feuer- flammen; aber von dem ſph. den tod die macht nähme dem, der ne: GOtt dein stuhl währet von des todes gewalt hatte, das ist dem ewigkeit zu ewigkeit; das scepter teufel; und erldsete die, so durch deines reichs ist ein richtiges furcht des todes im ganzen leben scepter. Du haft geliebet die ge knechte seyn mußten. Denn er rechtigkeit, und gehaffet die unges nimmt nirgend die engel an sich; rechtigkeit: darum hat dich, o sondern den saamen Abrahä nimit Gott! gefaltet dein GOtt, mit er an sich. Daher mußte er aller! dem dle derfreuden, über dein dinge seinen brüdern gleich wer- genoffen. Und: Du, HErr! haft den, auf daß er barmherzig würde, von anfang die erde gegründet, und ein treuer hoherpriester vor und die himmel sind deiner hände Gott, zu verföhnen die sünde des werke: dieselbige werden verges volks. Denn darinnen er gelitten hen, du aber wirst bleiben; und sie hat, und versucht ist, kann er hel- werden alle veralten wie ein kleid, fen denen, die versucht werden und wie ein gewand wirst du sie Am zweiten Chrift: Cage wandeln, und sie werden sich vers Epistel. wandeln. Du aber bist derselbige, und deine jahre werden nicht auf hören. Zu welchem engel aber hat Nachdem vorzeiten GOttiman er iemahls gefaget: Cege dich au Hebr. Cap. 1, v. 1. bis 14. nigmal und mancherley wei2 5 Episteln und Evangelien, meiner rechten, bis ich lege deine feinde zum schemel deiner füffe? Sind sie nicht allzumahl dienst bare geister, ausgesandt zum dienst, um derer willen, die ererben sollen die feligkeit? Evangelium, Joh. Cap. 1, v. 1. bis 18. m anfang war das wort, und das wort war ben GOtt, und Gott war das wort: dasselbige I'm ift: denn er war ehe, denn ich. Und von seiner fülle haben wir alle ges genommen gnade um gnade: Denn das geser ist durch Mosen gegeben, die gnade und wahrheit ist durch JEfum Chriftum worden. Nies mand hat GOtt ie gesehen, der eingebohrne sohn, der in des vas ters schooß ist, der hat es uns verFündiget. Vorlesungen, war im anfang bey GOtt. Alle Vormitt. Rom. C. 8, v. 28. bis 39. dinge sind durch daffelbige gesir wissen, daß denen, die GOtt macht, und ohne dasselbige ift lieben, alle dinge zum besten nichts gemacht, was gemacht ist. dienen, die nach dem vorsage berus In ihm war das leben, und das fen sind: Denn welche er zuvor vers leben war das licht der menschen. sehen hat, die hat er auch verord. Und das licht scheinet in der finnet, daß sie gleich seyn sollten dem ferniß, und die finsterniß habens ebenbilde seines sohnes, auf daß nicht begriffen. Es war ein mensch derselbige der erstgebohrne sey un son GOtt gesandt, der hieß Jo ter vielen brüdern. Welche er aber hannes; derselbige kam zum zeug- verordnet hat, die hat er auch bes niß, daß er von dem lichte zeugete, rufen; welche er aber berufen hat, auf daß sie alle durch ihn glau- die hat er auch gerecht gemacht; beten. Er war nicht das licht, welche er aber hat gerecht gemacht, sondern daß er zeugete von dem die hat er auch herrlich gemacht. lichte. Das war das wahrhaftige Was wollen wir denn weiter sas licht, welches alle menschen er- gen? Ist GOtt für uns, wer mag leuchtet, die in diese welt kommen. wider uns seyn? Welcher auch seis Es war in der welt, und die welt nes eigenen sohnes nicht hat vers ist durch daffelbige gemacht; und schonet; sondern hat ihn für und die welt Fannte es nicht. Er kam alle dahin gegeben, wie sollte er in sein eigenthum, und die seinen uns mit ihm nicht alles schenken? nahmen ihn nicht auf. Wie viel Wer will die auserwählten GOt ihn aber aufnahmen, denen gab er tes beschuldigen? Gott ist hie, macht, GOttes kinder zu werden, der da gerecht machet. Wer will die an seinen namen gläuben; wel verdammen? Christus ist hie, der che nicht von dem geblüte, noch gestorben ist, ja vielmehr, der auch von dem willen eines mannes, son auferwecker ist, welcher ist zur rech dern von GOtt gebohren sind. ten GOttes, und vertritt und. Und das wort ward fleisch, und Wer will uns scheiden von der liebe wohnete unter uns, und wir sahen GOttes? trubfahl? oder angst? feine herrlichkeit, eine herrlichkeit oder verfolgung? oder hunger? als des eingebohrnen sohnes vom oder blöffe? oder fährlichkeit? oder vater, voller gnade und wahrheit. schwert? Wie geschrieben stehet: Johannes zeuget von ihm, rufet um deinet willen werden wir ge und spricht: Dieser war es von tädter den ganzen tag, wir ſind ge dem ich gesagt habe: nach mir achtet für schlacht- schaafe. Aber in wird kommen, der vor mir gewesen This dem nebst den Festlichen Borlesungen. dem allen überwinden wir weit, nuße, und hat die verheissung um deß willen, der uns geliebet dieses und des zukünftigen lebens. bat: Denn ich bin gewiß, daß we- Das ist je gewißlich wahr, und ein der tod noch leben, weder engel theuer werthes wort. Denn dahin noch fürstenthum, noch gewalt, we arbeiten wir auch, und werden ges der gegenwärtiges noch zukünfti- schmähet, daß wir auf den lebendiges, weder hohes noch tiefes, noch gen GOtt gehoffet haben, welcher feine andere creatur, mag uns ist der heiland aller menschen, sonscheiden von der liebe GOttes, die derlich aber der gläubigen. Solches Chrifto JEfu ift, unserm HErrn. gebeut und lehre. Niemand vers achte deine jugend; sondern sey ein vorbild den gläubigen, im worte, im wandel, in der liebe, im geiste, im glauben, in der keuschheit. Halte an mit lesen, mit ermahnen, mit lehren, bis ich komme. Laß nicht aus der acht die gabe, die dir geges ben ist durch die weisfagung, mit handauflegung der ältesten. Gol ches warte, damit gehe um, auf daß dein zunehmen in allen dingen of fenbahr sey. Habe acht am dich selbst, und auf die lehre; beharre in diesen stücken: denn wo du solches thuft, wirst du dich selbst selig machen, und die dich hören. Am An Sonntage nach dem Chrift: Tage. Epistel, vom Cage Stephani. Ap. Gesch. Cap. 6, v. 8: bis Ir. und Cap. 7, v. 54. bis 19. Nachmitt. 1 Tim. Cap. 3, v. 15. bis Cap. 4, p. 16. Fin pfeiler und grund- fefte der wahrheit, und kündlich groß ist das gottfélige geheimniß: GOtt ist offenbahret im fleisch, gerechtfertiget im geiste, erschienen den engeln, geprediget den heiden, geglaubet von der welt, aufgenommen in die herrlichkeit. Der geist aber faget deutlich, daß in den lezten zeiten werden etliche von dem glauben abtreten, und anhangen den ver führischen geistern, und lehren der teufel, durch die, so in gleisnerey lügen- redner sind, und brandmah le in ihrem gewissen haben, und verbieten ehelich zu werden, und ju meiden die speise, die GOtt geschaffen hat, zu nehmen mit dank sagung, den gläubigen und denen, die die wahrheit erkennen: Denn alle creatur GOttes ist gut, und nichts verwerflich, das mit danksagung empfangen wird: denn es wird geheiliget durch das wort GOttes und gebet. Wenn du den brüdern solches vorhältest, so wirft du ein guter diener JEfu Chrifti ſeyn, auferzogen n den worten des glaubens und der guten lehre, bey welcher du immerdar gewes sen bist. Der ungeistlichen aber und altvettelischen fabeln entschlage dich. Nebe dich selbst aber an der gottfeligkeit: Denn die leibliche übung ist wenig nüße; aber Die gottseligkeit ist zu allen dingen II tephanus voll glaubens und kräfte, that wounder und große zeichen unter dem volke. Da stunden etliche auf von der schule, die da heisset der Libertiner, und der Cyrener, und der Alexanderer, und derer, die aus Cilicia und Asia waren, und befragten sich mit Stephano; und sie vermochten nicht wider zu sehen der weisheit und dem geiste, aus welchem er redete. Da richteten sie zu et liche manner, die sprachen: Wir haben ihn gehöret läfter worte reden wider Mosen und wider GOtt. Und bewegten das volk und 12 Episteln und Evangelien, und die ältesten und schriftgelehr- det sie verfolgen von einer stadt ten, und traten herau, und riffen zu der andern, auf das über euch ihn hin, und führeten ihn vor den komme alle das gerechte blut, das raht, und stelleten falsche zeugen vergoffen ist auf erden, von dem dar, die sprachen: Dieser menschblute an des gerechten Abels, bis höret nicht auf zu reden läster worte wider diese heilige ståtte und das geset; denn wir haben ihr hören sagen: JEsus von Na zareth wird diese stätte zerstören, und andern die sitten, die uns Mofes gegeben hat. Und sie sahen auf ihn alle die im rahte saffen, und sa ben fein angesicht, wie eines engels angesicht. Da sie solches höreten, gieng es ihnen durch das herz, und biffen die zähne zusammen über ihn. Als er aber voll heiligen gei fies war, sahe er auf gen hinimel, und sahe die herrlichkeit GOttes, und JEsum stehen zur rechten BOttes, und sprach: Siehe, ich sehe den himmel offen, und des menschen sohn zur rechten GOttes stehen. Sie schrien aber laut, und hielten ihre ohren zu, und stürmeten einmühtiglich zu ihm ein, fieffen ihn zur stadt hinaus, und feinigten ihn. Und die zeugen legten ab ihre kleider zu den füssen eines jünglinges, der hieß Sau lus. Und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: JEsu, nimm meinen geist auf! Er kniete aber nieder und schrie laut: HErr! behalte ihnen diese fünde nicht. Und als er das gesaget, auf das blut Zacharia, Barachià sohn, welchen ihr getddtet habet zwischen dem tempel und altar. Warlich ich sage euch, daß solches alles wird über dis geschlechte kommen. Jerusalem! Jerusalem! die du tödteft die propheten und steinigest die zu dir gefandt sind, wie oft habe ich deine kinder vers sammeln wollen, wie eine henne versammlet ihre küchlein unter ihre flügel? und ihr habt nicht ge wollt. Siehe, euer haus soll euch wüste gelassen werden; denn ich fas ge euch; Jhr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gelobet sen der da kömmt im nas men des HErrn: Vorlesungen, Vormittags. Pr. 90. HErr err GOtt du bist unsere zus flucht für und für. Ehe denn die berge worden, und die erde, und die welt geschaffen worden: bist du, GOtt, von ewigkeit zu ewige keit. Der du die menschen läſfest sterben, und sprichst: Kommet wies der, menschen- kinder. Denn tausend jahr und vor dir wie der tag, der Bestern vergangen ist, und wie eine fahren wie einen sirohm, und ſind nacht wache. Du läsfest sie dahin wie ein schlaf: gleich wie ein gras, das doch bald welk wird; das da frühe blühet, und bald welk wird, und des abends abgehauen wird, und verdorret. Das machet dein jorn, daß wir so vergehen; und dein grimm, daß wir so plößlich dahin müssen. Denn unsere misſe that stellst du vor dich, unsere un erkannte sünde ins licht vor dei nem angesicht. Darum fahren alle entschlief er. Evangelium, Matth. Cap. 23, v. 34. bis 39. Esus sprach zu den Pharisäern Sund schriftgelehrten und obersten der Jüden: Siehe, ich sende zu euch propheten und weise und schriftgelehrten, und derselben werdet ihr etliche tödten und creuzigen, und etliche werdet ihr geiffeln in euren schulen, und wer un 13 nebst den Festlichen Vorlesungen. unfere tage dahin, durch deinen würde mich doch deine hand da Horn: wir bringen unsere jahre zu, selbst führen und deine rechte mich wie ein geschwar.Unser leben wäh halten. Sprache ich, finsterniß md ret siebenzig jahr; und wenns hoch gen mich decken: so muß die nacht kommt, so sinds achtzig jahr; und auch licht um mich seyn. Denn wenns köftlich gewesen ist, so ifts auch finsterniß nicht finster ist ben mühe und arbeit gewesen: denn es dir, und die nacht leuchtet wie der fähret schnell dahin, als flögen wir tag: finsterniß ist wie das licht. davon. Wer gläubets aber, daß du Denn du hast meine nieren in dei so sehr zürnest? und wer fürchtet ner gewalt, du wareft über mir in sich vor folchem deinem grimm? mutterleibe. Ich danke dir darü lehre uns bedenken, daß wir sterber, daß ich wunderbarlich gemacht ben müssen, auf daß wir klug wer- bin: wunderbarlich sind deine wers den. HErr, kehre dich doch wieder zu uns, und sen deinen knechten gnädig. Fülle uns frühe mit deiner gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich seyn unser lebenlang. Er freue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plageft: nachdem wir so lange unglück leiden. Zeige deinen knechten deine werke, und deis ne ehre ihren kindern. Und der HErr, unser GOtt, sey uns freund lich: und fördere das werk unserer bande ben uns, ia das werk unse: rer hände wolle er fördern. ke, und das erkennet meine feele wohl. Es war die mein gebeine nicht verholen; da ich im verborges nen gemacht ward, da ich gebildet ward unten in der erde. Deine aus gen saben mich, da ich noch unbereitet war: und waren alle tage auf dein buch geschrieben, die noch werden folten, und derselben keis ner da war. Aber wie köstlich sind vor mir, GOtt, deine gedanken? Wie ist ihr so eine groffe fumma? Solt ich sie zählen, so würde ihrer mehr seyn, denn des sandes. Wenn ich aufwache, bin ich noch bey dir. Ach GOtt, daß du tödteft die gott: losen; und die blutgierigen von mir weichen müssen. Den sie reden von dir lästerlich, und deine feinde erheben sich ohn ursach. Ich haffe ia, HErr, die dich haffen: und verdreußt mich auf sie, daß sie sich wies der dich sezen. Ich haffe sie in rechs tem ernst: darum sind sie mir feind. Erforsche mich, GOtt, und erfahre mein herz: prüfe mich, und erfahre, wie ichs meine. Und siehe, ob ich auf bösem wege bin: und leite mich auf ewigem wege. Am Neuen Jahrs- Tage. Nachmittags. Ps. 139. Err, du erforschest mich, und Fenneft mich. Ich size oder stehe auf, so weisfest du es: du verstehest meine gedanken von ferne. Ich gehe oder liege: so bist du um mich, und fiehest alle meine wege. Denn siehe, es ist kein wort auf meiner zunge, das du, HErr, nicht alles wisseft. Du schaffest es, was ich vor oder hernach thue: und hältest deine hand über mir. Solches erkentniß ist mir zu wunderlich und zu hoch, ich kanns nicht begreifen. Wo soll ich hingehen vor deinem geift? und wo soll ich hinfliehen vor deinem angesicht? Führe ich gen himmel, so bist du da. Bettete ich mir in die bolle: siehe, so bist du auch da.Nähme ich flügel der morgen- rithe, he denn der glaube kam, und bliebe am meer: So Epistel, Galat. Cap. 3, v. 23. bis C. 4,0.7. vens 14 Episteln und Evangelien, verwahret und beschlossen auf den dem engel, ehe denn er im mutter, glauben, der da sollte offenbaret leibe empfangen ward.. Vorlesungen, Dormittags. Pf. 33. ge rechten: die frommen ſollen ihn schön preisen. Danket dem HErrn mit harfen, und lobsinget ihm auf dem pfalter von zehen faiten. Sin set ihm ein neues lied, machets gut werden. Also ist das gefes unser suchtmeifier gewesen auf Chris ftum, daß wir durch den glauben gerecht würden. Nun aber der glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem zuchtmeister. Denn ihr send alle GOttes kinder Durch den glauben an Christo JE fu: denn wie viel eurer getauft find, die haben Chriftum angezo: auf faitenspielen mit schalle. Dent gen. Hie ist kein Jude noch Grieche, des HErrn wort ist wahrhaftig: hie ist kein knecht noch freyer, hie und was er zufaget, das hält er ift kein mann noch weib; denn ihr gewiß. Er liebet gerechtigkeit und fend allzumahl einer in Chrifto gericht, die erde ist voll der gute des JEsu. Seyd ihr aber Chrifti, HErrn. Der himmel ist durchs so send ihr ja Abrahams saamen, wort des HErrn gemacht, und und nach der verheissung erben. alle sein heer durch den geist seines Ich fage aber, so lange der erbe mundes. Er hält das wasser im ein kind ist, so ist unter ihm meer zusammen, wie in einem und einem Enechte kein unterschlauch: und leget die tiefe ins schied, ob er wol ein herr ist aller verborgene. Alle welt fürchte den güter: fondern er ist unter den HErrn: und vor ihm scheue sich vormündern und pflegern, bis auf alles, was auf dem erdboden wohdie bestimmte jeit vom vater. Al net. Denn so er spricht, so ge so auch wir, da wir kinder wa- schichts: so er gebeut, so stehets ren, waren wir gefangen unter da. Der HErr macht zu nicht der den äußerlichen fazungen. Da aber die jeit erfüllet ward, fandte GOtt seinen sohn, gebohren von einem weibe, und unter das gesez gethan, auf daß er die, so unter dem geseze waren, erlösete, daß wir die kindschaft empfingen. Weil ihr denn kinder send, hat GOtt gefandt den geißt seines soh: nes in eure herzen, der schreiet: Abba lieber Vater! Also ist nun bie kein knecht mehr, sondern eitel kinder: Sind es aber kinder, so find es auch erben GOttes durch Chriftum. heiden rath, und wendet die ges danken der völker. Aber der rath des HErrn bleibet ewiglich, seines herzens gedanken für und für.Wol dem volk, des der HErr ein GOtt ist: das volk, das er zum erbe ers wählet hat. DerHErr schauet vom himmel, und siehet aller menschen Einder: Von seinem feften thron sie: bet er auf alle, die auferden woh nen. Er lenket ihnen allen das hers, er merket auf alle ihre werke. Einem könige hilft nicht seine grof se macht, ein riese wird nicht erret tet durch seine groffe kraft. Roffe helfen auch nicht, und ihre groffe fårke errettet nicht. Siehe, des HErrn auge siehet auf die, so ihn die auf Daß er ihre seele errette vom tode, und ernehre sie in der theurung. Un Evangelium, Luc. Cap. 2, D. 21. das kind beschnitten würde, da ward sein name genennet JE fus welcher genennet war von nebst den Festlichen Vorlesungen. Unsere seele barret auf den HErrn, trist unsere hülfe und schild. Denn unser hers freuet sich sein, und wir trauen auf seinen heiligen namen. Deine gute, HErr, sev über uns, wie wir auf dich hoffen. Nachmittags. Pf. 67. Bott!! Ott! sey uns gnädig, und segne uns; er laffe uns sein antlig leuchten, Sela: Daß wir auf er: den erkennen seinen weg, unter al len heiden sein heil. Es danken dir, Gott, die volker: es danken dir alle volker. Die volker freuen sich und jauchzen, daß du die leute recht richtest, und regiereft die leute auf erden, Sela. Es danken dir, Gott, die volker, es danken dir alle volker. Das land gibt sein gewächs: es segne uns GOtt, un fer Gott. Es fegne uns GOtt, und alle welt fürchte ihn. Auf das Fest der Erschein. Chrifti, so am Sonnt. nach dem Neuen Jahre gefeyert wird. Epistel, Tit. Cap. 3, v. 3. bis 8. Wir waren auch weyland uns weise, ungehorsame, irrige, dienende den lüften und mancherlen wollüften, und wandelten in bosheit und neid, und haffeten uns unter einander. Da aber erschien die freundlichkeit und leutseligkeit GOttes unsers heilandes, nicht um der werke willen der gerechtig feit, die wir gethan hatten: son dern nach seiner barmherzigkeit, machte er uns selig durch das bad der wiedergebuhrt und erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Chriftum unfern hei land; auf daß wir durch desselben gnade gerecht, und erben seyn des ewigen lebens nach der hoffnung: das ist gewißlich wahr. Solches will ich, daß du feft lehreft, auf daß 15 die, so an GOtt gläubig sind wor den, in einem stande guter werke funden werden. Solches ist gut. und nüt den menschen. * oder: Die Ep. vom 1. Sonnt. nach dem Fefte der Erscheinung Chrifti, wenn es auf diesem Sonntag fällt. Evangelium, Matth. Cap. 2, v. 1. bis 12. a JEfus gebohren war u Bethlehem im jüdischen lan de, zur zeit des kdniges Herodis, siehe! da kamen die weisen vom morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugebohrne könig der juden? wir haben seinen stern gesehen in morgenlande, und sind kommen ihn anzubeten. das der könig Herodes hôrete, erschrack er, und mit ihm das ganze Jerusalem, und ließ versammlen alle hohepriester und schriftgelehrs ten unter dem volke, und erforsch te von ihnen, wo Chriftus sollte ges bohren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen lande; denn also stehet geschrie Da ben durch den propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinefte unter den fürsten Juda; denn aus dir foll mir kommen der herzog, der über mein volk Ifrael ein HErr fen. Da berief Herodes die wei sen heimlich, und erlernte mit fleiß von ihnen, wenn der stern erschie nen wäre, und weifete sie gen Bethlehem, und sprach: Ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Findlein; und wenn ihr es findet, so faget mir es wieder, daß ich auch komme, und es anbete. Als fie nun den könig gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der flern, den sie im morgenlande gesehen hatten, gieng vor ihnen bin, bis daß er kam und stund oben über, Da Episteln and Evangelien, 16 da das kindlein war. Da sie den stern sahen, wurden sie hoch er freuet, und giengen in das haus, und funden das kindlein mit Maria seiner mutter, und fielen nieder und beteten es an, und thaten ihre schäße auf, und schenketen ihm gold, weyhrauch und myrrhen. Und GOtt befahl ihnen im traume, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken; und zogen durch einen andern weg wieder in ihr land. nung hattet, und waret ohne Ott in der welt. Nun aber, da ihr in Christo JEfu feyd, und weyland ferne gewesen, scyd nun nahe wor den durch das blut Chrifti: Denn er ist unser friede, der aus beiden eines hat gemacht, und hat abges brechen den saun, der dazwischen war, in dem, daß er durch sein fleisch wegnahm die feindschaft, nemlich das gesetz, so in geboten gestellet war, auf daß er aus zween einen neuen menschen in ihm sel ber schaffete, und friede machte. Und daß er beide versöhnete mit Vorlesungen, Denn durch ihn haben wir den zu Vormitt. Eph. Cap.2, v. 4. bis 22. Ott, der da reich ist von barm Ott in einem leibe, durch das herzigkeit durch seine grosſe tädtet durch sich selbst, und ist kom. Freuz, und hat die feindschaft ges liebe, damit er uns geliebet hat, da wir todt waren in den fünden, hat den frieden, euch, die ihr ferne was men, hat verkündiget im evangelio er uns samt Chrifto lebendig geret, und denen, die nahe waren: macht: denn aus gnaden send ihr selig worden; Und hat uns samt ihm auferwecket, und samt ihm in das himmlische wesen gesetzet, in Chrifto JEfu, auf daß er erzeigete in den zukünftigen zeiten den über schwänglichen reichthum seiner gnade, durch seine gute über uns inChriftoJEfu: Denn aus gnaden send ihr selig worden, durch den glauben, und dasselbige nicht aus euch, GOttes gabe ist es nicht aus den werken, auf daß sich nicht jemand rühme: Denn wir sind sein werk, geschaffen inChrifto JEfu zu suten werken, zu welchen GOtt uns zuvor bereitet hat, daß wir Darinnen wandeln sollen. Darum gedenket daran, daß ihr, die ihr veyland nach dem fleische heiden gewesen send, und die vorhaut getennet wurdet, von denen, die ge nennet sind die beschneidung nach dem fleische, die mit der hand geschiehet, daß ihr zu derfelbigen seit waret ohne Chrifto, fremde und ausser der bürgerschaft Israel, und fremde von den testamenten der serbeißung, daber ihr keine hoffs gang alle beide in einem geiste zum vater. So send ihr nun nicht mehr gäfte und fremdlinge, sondern bürger mit den heiligen, und auf den grund der apostel und pros GOttes hausgenossen, erbauet eckstein ift: auf welchem der ganze pheten, da JEfus Chriftus der bau in einander gefüget, wächſet zu einem heiligen tempel in dem HErrn, auf welchem auch ihr mit sung GOttes im geifte. erbauet werdet, zu einer behaus * Nachmitt. Jes. 42, v. 1. bis 12. und mein auser Siehe, das ist mein knecht, ich ers wählter, an welchem meine feele wolgefallen hat. Ich habe ihm mei, unter die heiden bringen. Er wird nen geift gegeben, er wird das recht nicht schreien noch rufen, und seine flimme wird man nicht hören anf den gassen. Das zerstoffene rohr wird er nicht zerbrechen, und das glimmendetocht wird er nicht auss löschen: er wird das recht wahrhafs tiglich nebst den Festlichen Vorlesungen. 17 tiglich halten lehren. Er wird nicht welches sey euer vernünftiger got. murrish noch greulich seyn, auf daß er auf erden das recht anrichte: und die inseln werden auf fein ge es warten. So spricht GOtt, der Herr; der die himmel schaffet und ausbreitet, der die erde machet und ihr gewächse; der dem volk, so dar auf ist, den odem gibt; und den geist denen, die darauf gehen: J der HErr, habe dir gerufen mit ges rechtigkeit, und habe dich bey dei er hand gefasset; und habe dich behütet, und habe dich zum bund unter das volk gegeben, jum licht der heiden; das du sollt öffnen die augen der blinden, und die gefangenen aus dem gefängniß führen, und die da fizen im finsternis, aus dem ferker.& der HErr, das ist mein name: und will meine ehre feinem andern geben, noch meinen ruhm den gözen. Siche, mas fom men foll, verkündige ich javor, und verfündige menes: che denn es auf schet, take the end hören. Singet dem ein neues lieb, fein ruhm is an der welt ende: die im tesdienst. Und sellet euch nicht dieser welt gleich; sondern verans dert euch durch verneuerung eures finnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sen der gute, der wol gefällige, und der vollkommene GOttes wille. Denn ich sage durch die gnade, die mir gegeben is, jedermann unter euch, daß nie mand weiter von ihm halte, denn sich es gebühret zu halten; sondern daß er von ihm másfiglich halte, ein jeglicher, nach dem GOtt aus. getheilet hat das maaß des glaus bens. Denn gleicher weise, ale wir in einem leibe viele glieder haben, aber alle glieder nicht einerlen geschäfte haben: alfo sind wir siele ein leib in Chrifto, aber unter einander ist einer des andern glied; und haben manchers les gaben, nach der gnade, die uns gegeben is Evangelium, meer fahren und was darinnen is die infeln, und die darinnen wohe. Euc. Cap. 2, s. 41. bis 52. en Jeruſalem auf das ofter, alle Und da er milf jahr alt en. Rufet lant, ihr wüten und war, giengen sie hinauf gen Jerus die städte darinnen: fammt den falem, nach genohnheit des festes. dirfern, da Kedar mohnet. Es Und da die tage vollendet waren, Jauchzen, die im felfen wohnen; und sie wieder zu hause giengen; and rufen son den höhen der ber: blieb das find JEfus zu Jerufa se. Laffet fie dem HErrn die ehre lem, und seine eltern wußten es geben, und seinen ruhm in den nicht. Sie meineten aber, er wäre infeln verkündigen. unter den gefährten, und kamen eine tagereise, und suchten ihn un ter den gefreundten und bekann tet. Und da sie ihn nicht funden, giengen sie wiederum gen Jerusa: lem, und suchten ihn. Und es bes gab sich nach dreyen tagen, funden sie ihn im tempel sizen mitten uns ter den lehrern, daß er ihhen zuhdrete, und sie fragete. Und alle die ihm zuhöreten, verwunderten sich feines verstandes und seiner ant, Am 1. Sonntage nach dem efte der Erscheinung Chrifti, gold Epistel, Rom. Cap. 12, b. 1. bis 6 hermahne euch lieben brüder! durch die barmherzigkeit GOttes, daß ihr eure leiber be gebet um opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig fey, 18 Episteln und Evangelien, Evangelium, Joh. Cap. 2, v. 1. bis 11. sward eine hochzeit zu Cana in Galilda, und die mutter JEsu wort. Und da sie ihn sahen, ent- Gegnet die euch verfolgen: segnet, fagten sie sich; und seine mutter und fluchet nicht. Freuet euch sprach zu ihm: Mein sohn, warum mit den frölichen, und weinet haft du uns das gethan? siehe, mit den weinenden. Habt einers dein vater und ich haben dich mit ley sinn unter einander. Trach schmerzen gefuchet. Und er sprach tet nicht nach hohen dingen, sons zu ihnen: Was ist es, daß ihr mich dern haltet euch herunter zu den gefuchet habet? wisset ihr nicht, niedrigen. daß ich seyn muß in dem, das meis nes vaters ist? Und sie verstunden das wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er gieng mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und feine mutter behielt alle diese war da; JEsus aber und seine jüns worte in ihrem herzen. Und JEser wurden auch auf die hochzeit us nahm zu an weisheit, alter, geladen. Und da es an wein ges und gnade bey GOtt und den brach, spricht die mutter JEsu zu ihm: Sie haben nicht wein. JEsus menschen. spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? meine stunde ist noch nicht kommen. Seine muts ter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs feinerne wassers trüge geseßet, nach der weiſe der nach der gnade, die uns ge iüdischen reinigung, und giengen geben ist. Hat iemand weisfagung, ie in einen zwey oder drey maaf. so sey sie dem glauben ähnlich. JEsus spricht zu ihnen: Füllet die Hat jemand ein amt, so warte er wasserkrüge mit wasser; und sie Lehret iemand, so fülleten sie bis oben an. Und er warte er der lehre. Ermahnet iespricht zu ihnen: Schöpfet nun mand, so warte er des ermahnens. und bringet es dem speisemeister: Giebt iemand, so gebe er einfäl- und sie brachten es. Als aber der tiglich. Regieret iemand, so sey speisemeister kostete den wein, der er forgfältig. Uebet iemand barmwasser gewesen war, und wußte bersigkeit, so thue er es mit luft. nicht von wannen er kam,( die dies Die liebe sey nicht falsch. Hasset ner aber wußten es, die das was das arge, hanget dem guten an. fer geschöpfet hatten) rufet der Die brüderliche liebe unter einans speisemeister dem brautigam, und der sey herzlich. Einer komme spricht zu ihm: Jedermann giebt dem andern mit ehrerbietung zu- zum ersten guten wein, und wenn vor. Seyd nicht tråge, was ihr sie trunken worden sind, alsdenn thun follet. Send brünstig im geis den geringern: du haft den guten te. Schicket euch in die zeit. Send wein bisher behalten. Das ist das frdlich in hoffnung, geduldig in erste zeichen, das JEsus that, ge trübfal. Haltet an am gebet. schehen zu Cana inGalilda, und of Nehmet euch der heiligen noht: fenbarete feine herrlichkeit. Und Herberget gerne. feine jünger glaubeten an ihn. Rom. Cap. 12, v. 6. bis 16. Wir haben mancherley gaben, des amtes. dur ft an. Am Am 2. Sonntage nach dem Fefte der Erscheinung Chrifti. Epistel, nebst den Festlichen Vorlesungen. 19 Um 3. Sonntage nach dem sprach: HErr! ich bin nicht wehrt, Feste der Erscheinung Chrifti. daß du unter mein dach geheft; sondern sprich nur ein wort, so Epistel, wird mein knecht gesund: denn ich bin ein mensch, darzu der obrigkeit unterthan, und habe unter mir wenn ich Rom. Cap. 12, v. 17. bis 21. fage zu einem: Gehe hin, so geht er, und zum andern: Komm her, fo kommet er, und zu meinem knechte: Thue das, so thut er es. Da das JEsus hörete, verwuns derte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolgeten: Warlich ich sage euch, folchen glauben habe ich in Israel nicht funden. Aber ich sage euch: viele werden koms men vom morgen und vom abend, und mit Abraham und Isaac und Jacob im himmelreiche siren; aber die kinder des reichs werden ausgestossen in die duserfte finsters niß hinaus, da wird seyn heulen und zähnklappen. Und JEsus sprach zu dem hauptmann: Gehe hin, dir geschehe wie du gegläubet haft. Und sein knecht ward gefund u derselbigen stunde. Haltet euch nicht selbst für klug. mit bssem. Fleissiget euch der ehrbar feit gegen jedermann. I es möglich, so viel an euch ist, so habet mit allen menschen friede. Rachet euch selber nicht, meine liebsten sondern gebet raum dem zorne GOttes;) denn es fiehet geschries ben: Die rache ist mein, ich will vergelten, spricht der HErr. So nun deinen feind hungert, so speise ihn; dürftet ihn, so tränke ihn: wenn du das thuft, so wirst du feu rige kohlen auf sein haupt sammlen. Laß dich nicht das böse über winden, sondern überwinde das böfe mit gutem. Evangelium, Matth. Cap. 8, v. 1. bis 13. Da JEfus vom berge herab sieng, folgete ihm viel volks nach. Und siehe, ein ausfäßiger fam, und betete ihn an, und sprach: HErr, so du willt, kannst du mich wol reinigen. Und JEsus streckte seine hand aus, rührete ihn an, und sprach: Ich will es thun, sey gereiniget: und alsbald ward er von aussage rein. Und JEsus sprach zu ihm: Siehe zu, fage es niemand, sondern gehe hin und zeige dich dem priester, und opfere die gabe, die Moses befohlen hat, zu einem zeugniß über sie. Da aber JEsus eingieng zu Capers naum, trat ein hauptmann zu ihm, der bat ihn, und sprach: HErr! mein knecht liegt zu hause, und ist sichtbrüchig, und hat grosse quahl. JEsus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der hauptmann antwortete und Am 4.Sonntage nach dem Fefte der Erscheinung Chrifti. Epistel, Rim. Cap. 13, v. 1. bis 10. edermann unterthan obrigkeit, die gewalt aber den ihn hat: denn es ist keine obrigkeit, oh: ne von GOtt; wo aber eine obrig: leit ist, die ist von GOtt verordnet. Wer sich nun wider die obrigkeit feget, der widerstrebet GOttes ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein urtheil ems, pfahen: Denn die gewaltigen sind. nicht den guten werken; sondern. den bösen zu fürchten. Willt dus dich aber nicht fürchten vor der, obrigkeit, so thue gutes, so wirst dus lob von derselbigen haben: denn 32 sien 20 Episteln und Evangelien, fie ift GOttes dienerinn, dir zu stille. Die menschen aber verwun gut. Thust tu aber bdses, so fürchte derten sich, und sprachen: Was ist dich: denn sie tråget das schwert das für ein mann, daß ihm wind nicht umsonst, sie ist GOttes dies and meer gehorsam ift. nerinn, eine rächerinn zur strafe über den, der böses thut. So send nun aus noht unterthan, nicht al lein um der strafe willen; sondern auch um des gewissens willen. Des rohalben müsset ihr auch schoß geben: denn ſie sind GOttes diener, die solchen schuß sollen handhaben. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig send, schoß, dem der schoß gebühret, zoll, dem der zoll gebühret, furcht, dem die furcht gebühret, ehre, dem die ehre gebühret. Send niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet, denn wer den andern liebet, der hat das gesez erfüllet. Denn das da gefaget ist: Du sollt nicht ehebrechen; Du sollt nicht tödten; Du sollt nicht stehlen; Du sollt nicht falsch zeugniß ge ben; Dich soll nichts gelüften; und so ein ander gebot mehr ist, das wird in diesem worte ver faffet: Du sollt deinen nächsten lieben als dich selbst. Die liebe thut dem nächsten nichts boses. So ist nun die liebe des gesetzes erfüllung. Evangelium, Matth. Cap. 8, d. 23. bis 27 Efus trat in das schiff, und sei ne Am 5. Sonntage nach dem Feste der Erscheinung Christi. Epistel, Col. Cap. 3, v. 12. bis Cap. 4,0. 1. an, als die außer wählte GOttes, heilige und geliebte, herzliches erbarmen, freundlichkeit, demuht, fanft muht, geduld; Und vertrage einer den andern, und vergebet euch unter einander, so iemand klage hat wider den andern: gleichwie. Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber alles aber ziehet an die liebe, die da ist das band der voukommenheit: und der friede GOttes regiere in euren herzen, zu welchem ihr auch berufen send in einem leibe, und feyd dankbar. Caffet das wort Chrifti unter euch reichlich wohnen in aller weisheit; lehret und vermahnet euch felbf mit pfalmen und lobgesängen, und geistlichen lieblichen liedern, und finget dem HErrn in eurem her ien. Und alles was ihr thut, mit worten oder mit werken, das thut alles in dem namen des HErrn JEsu, und danker GOtt und dem vater durch ihn. Ihr weiber, send unterthan euren männern in dem 7 fiehe, da erhub sich ein großunge stüm im meere, also, daß auch das schifflein mit wellen bedecket ward, und er schlief. Und die janger traten zu ihm, und weckten ihn auf, und sprachen: HErr, bilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr kleingläubige, warunt send ihr so furchtsam? und stund auf, und bedrauete den wind und das meer; da ward es gan; männer, liebet eure weiber, und send nicht bitter gegen sie. Ihr tinder, seyd gehorsam den eltern in allen dingen: denn das ist dem HErrn gefällig. Jbr väter, erbit tert eure Finder nicht, auf daß sie nicht scheu werden. Ihr knechte, send gehorsam in allen dingen eu ren leiblichen herren, nicht mit dienste vor augen, als den men sehen zu gefallen; sondern mit eins fåls nebst den Festlichen Vorlesungen. 21 fältigkeit des herzens, und mit gots gleichniß vom unkraut auf dem ak tesfurcht. Alles, was ihr thut, das thut von herzen, als dem HErrn, und nicht dem menschen, und wif iet, daß ihr von dem HErrn en pfahen werdet die vergeltung des erbes; denn ihr dienet dem HErrn Christo. Wer aber unrecht thut, der wird empfahen, was er unrecht gethan hat, und gilt kein ansehen der person. Ihr herren, was recht und gleich ist, das beweiser den knechten, und wiffet, daß ihr auch einen HErrn im himmel habt Evangelium, Matth. Cap. 13, V. 24. bis 30 und v. 36 bis 43 JEfus fprach: Das himmel fer. Er antwortete und sprach ju ihnen: Des menschen sohn ist es, der da guten saamen fäet. Der ak Fer ist die welt. Der gute saame sind die kinder des reichs. Das un traut sind die kinder der bosheit. Der feind, der sie fået, ist der teu. fel. Die ernte ist das ende der welt. Die schnitter sind die engels Gleichwie man nun das unkraut ausgåtet, und mit feher verbren, net; so wird es auch am ende dieser welt gehen. Des menschen sohn wird seine engel senden, und sie werden sammlen aus seinem rei che alle årgernisse, und die da un recht thun; und werden sie in den feuer- ofen werfen, da wird ſeyn reich ist gleich einem men heulen und zähnklappen: Denn fchen, der guten saamen auf sei werden die gerechten leuchten, wie nen acker fåete. Da aber die leus die sonne, in ihres vaters reich. te schliefen, Famt sein feind under ohren hat zu hören, der höre! facte untraut zwischen den weizen, und gieng davon. Da nun das fraut wuchs und frucht brachtes da fand sich auch das unkraut. Da traten die Enechte zu dem haus2 Petr. Cap. 1, v. 16. bis 21. bater, und sprachen: HErr, haft du nicht guten faamen auf deinen Wir haben nicht den kluger fa beln gefolget, da wir euch acker gefäet? woher hat er denn das unkraut? Er sprach zu ihnen: Fund gethan haben die kraft und Das hat der feind gethan. Dazukunft unsers HErrn JEfu Chris sprachen die tnechte: Willt du sti; sondern wir haben seine herrs denn, daß wir hingehen und es lichkeit selber gesehen, da er em ausgäten? Er sprach: Nein; auf pfieng von GOtt dem vater ehre daß ihr nicht zugleich den weisen und preis, durch eine stimme, die mit ausraufet, so ihr das unkraut zu ihm geschahe von der groffen ausgåtet: Lasset bendes mit ein herrlichkeit, dermaassen: Dis ift ander wachsen bis zu der ernte, mein lieber sohn, an dem ich wol und um die erntezeit will ich zu gefallen habe. Und diese stimme den schnittern sagen: Sammlet zu haben wir gehöret, vom himmel vor das unkraut, und bindet es in bracht, da wir mit ihm waren auf bundlein, daß man es verbrenne, dem heiligen berge. Wir haben aber den weizen fammlet mir in ein festes prophetisch wort, und ihr meine scheuren. Da ließ JEfusi thut wol, daß ihr darauf achtet, das voll von sich, und kam heim. als auf ein licht, das da scheinet in Und seine jünger traten zu ihm, einem dunkeln orte, bis der tag und sprachen: Deute uns diese anbreche, und der Morgenstern 33 aufs Am 6. Sonntage nach dem Fefte der Erscheinung Chrifti. Epistel, 22 Episteln und Evangelien, aufgehe in euren herzen. Und das follt ihr für das erste wissen, daß Feine weisfagung in der schrift geschiebet aus eigener auslegung. Denn es ist noch nie keine weissagung aus menschlichen willen her vorgebracht; sondern die heilige menschen GOttes haben geredet, getrieben von dem heiligen geift. Evangelium, fen alle; aber einer erlanget das kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da fåmpfet, enthält sich alles dinges, jene also, daß sie eine ver gångliche crone empfangen, wir aber eine unvergångliche. Ich laufe aber also, nicht als auf das ungewisse: ich fechte also, nicht als der in die luft streichet; sondern ich betäube meinen leib, und zähme Matth. Cap. 17, v. 1. bis 9. werde. JEfus nahm zu sich Petrum und ihn, daß ich nicht den andern preJacobum und Johannem seis nen bruder, und führte sie benseits auf einen hohen berg. Und ward vor sein licht leuchtete wie die ſonne; und wir haben alles verlasſen, und feine kleider wurden weiß als ein sind dir nachgefolget, was wird licht. Und siehe, da erschien ihnen uns dafür? JEsus aber sprach zu Moses und Elias, die redeten mit ihnen: Warlich ich sage euch, daß ihm. Petrus aber antwortete und ihr, die ihr mir send nachgefolget, sprach zu JEsu: HErr, hier is in der wiedergebuhrt, da des gut feyn; willt du, so wollen wir menschen sohn wird sizen auf dem bie drep hütten machen, dir eine, ftuhle seiner herrlichkeit, werdet Mosi eine, und Elias eine. Da ihr auch sigen auf zwölf Stühlen, er noch also redete, siehe, da übers und richten die zwölf geschlechte schattete sie eine lichte wolke. Und Israel. Und wer verläffet häus fiehe eine stimme aus der wolken fer, oder brüder, oder schwestern, sprach: Dis ist mein lieber sohn, oder vater, oder mutter, oder weib, an welchem ich wolgefallen habe, oder kinder, oder acker um meines den sollt ihr hören. Da das die namens willen, der wird es hunjunger höreten, fielen sie auf ihr] dertfältig nehmen, und das ewige angesicht, und erschracken sehr. JEfus aber trat zu ihnen, rührete sie an, und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre augen aufhuben, sahen sie nie mand, denn JEsum alleine. Und da sie vom berge herab giengen, gebot ihnen JEsus, und sprach: Ihr sollet dis gesicht niemand sa gen, bis des menschen sohn von den todten auferstanden ist. Am Sonnt.Septuagesimä. Epistel, Cor. Cap. 9, v. 24. bis 27. Wisset ihr nicht, daß die, so in den schranken laufen, die lau: Evangelium, Matth. C.19, v. 27. bis C.20, 0.16 leben ererben. Aber viele, die da sind die ersten, werden die leiten, und die lezten werden die ersten seyn. Das himmelreich ist gleich einem haus- vater, der am morgen ausgieng arbeiter zu miethen in feinen weinberg. Und da er mit den arbeitern eins ward um einen groschen zum tagelohn, fandte er sie in seinen weinberg. Und gieng aus um die dritte stunde, und sahe andere an dem markte müſsig fie hen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den weinberg, ich will euch geben, was recht ist; und sie ziengen hin. Abermahl gieng er nebß den Festlichen Vorlesungen. er aus um die sechste und neunte funde, und that gleich also. Um die eilfte ftunde aber gieng er aus, und fand andere müssig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hie den ganzen tag müffig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den weinberg, und was recht seyn wird, soll euch werden. Da es nun abend ward, sprach der HErr des weinberges zu seinem schaffner: Rufe den arbeitern, und gib ihnen den lohn, und hebe an von bem lezten, bis zu dem ersten. Da kamen die, so um die eilfte ftunde gedinget waren, und empfieng ein jeglicher seinen groschen. Da aber die ersten kamen, meineten sie, sie würden mehr empfangen und fie empfiengen auch ein jeglicher seinen groschen. Und da sie den empfiengen, murreten sie wider den haus- vater, und sprachen: Diese leiten haben nur eine stunde gearbeitet, und du haft sie uns gleich gemacht, die wir des tages laft und hiße getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein freund, ich thue dir nicht unrecht: bist du nicht mit mir eins worden um einen groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber Diefen leiten geben, gleich wie dir; oder hab ich nicht macht zu thun, was ich will, mit dem meinen? Siehefst du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die lesten die ersten, und die ersten Die leiten feyn. Denn viel find berufen, aber wenig sind auser: wählet. Am Sonnt. Seragesima. Epistel, 2 Cor. Cap. 12, v. 1. bis 10. Es ist mir das rühmen nichts nüge; doch will ich kommen auf die gesichte und offenbarungen des HErrn: Ich kenne einen mens schen in Chrifto, vor vierzehen iahren,( ift er in dem leibe gewes sen, so weiß ich es nicht; oder ist er auffer dem leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht: Gott weiß es,) derselbige ward entzücket bis in den dritten himmel. Und ich kenne denselbigen menschen,( ob er in dem leibe oder ausser dem leibe gewesen ist, weiß ich nicht; GOtt weiß es.) Er ward entzüks ket in das paradies, und hörete unaussprechliche worte, welche kein mensch sagen kann: davon will ich mich rühmen; von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner schwachheit: und so ich mich rühmen wollte, that ich darum nicht thörlich; denn ich wollte die wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht iemand mich höher achs te, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen offenbarun gen überhebe, ist mir gegeben ein pfahl in das fleisch, nemlich des fatans engel, der mich mit fauften schlage, auf daß ich mich nicht überhebe: dafür ich dreymahl dem HErrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir ges jaget: Laß dir an meiner gnade genügen; denn meine kraft ist in den schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rüh: men meiner schwachheit, auf daß die kraft Chrifti ben mir wohne. Darum bin ich gutes muhts in schwachheiten, in schmachen, in nshten, in verfolgungen, in ang ften, um Chriftus willen: denn went ich schwach bin, so bin ich stark. 23 Evangelium, Luc. Cap. 8, v. 4. bis is viel velfs ben einander aus zu ihm 34 24 Evifteln und Evangelien, d ihm eileren, sprach JEsus durch Am Sonntage Quinqua eingleichniß: Es gieng ein fãe: mana aus, zu fäen seinen saamen; und indem er såete, fiel etliches an den weg, und ward vertreten und die unter gefimä, oder Esto mibi. Epistel, 11 Cor. Cap. 13, v. 1. bis 13.00 ich mit fen es auf. Und etliches fiel auf mit engel- sungen redete, und 20 Da den fels; und da es aufgieng, ver hatte der Liebe nicht; so wäre ich dorrete es, darum, daß es nicht ein thönend erz, oder eine klingen, faft hatte. Und etliches fiel mit de schelle. Und wenn ich weissa. ten unter die dornen, und die dorgen könnte und wüßte alle geheim nen giengen mit auf, und erstick- nisse, und alle erkenntniß, und ten es. Und etliches fiel auf ein hätte allen glauben, also, daß ich gut land; und es gieng auf, und berge versekete, und hätte der trug hundertfältige frucht. liebe nicht; so wäre ich nichts. er das sagte, rief er: Wer ohren Und wenn ich alle meine Haabe den hat zu hören, der höre. Es fragten armen gåbe, und liesse meinen leib ihn aber feine jünger, und spra: brennen, und hatte der Liebe nicht; chen, was diese gleichniß wäre? so wäre mir es nichts nüße. Die Er aber sprach: Euch ist gegeben liebe ist laugmyhtig und freunds zu wissen das geheimniß des rei lich, die liebe eifert nicht, die liebe ches GOttes; den andern aber in treibet nicht muhtwillen, sie blas gleichnissen, daß sie es nicht fehen, het sich nicht, sie stellet sich nicht ob sie es schon sehen, und nicht ungebärdig, fie suchet nicht das verstehen, ob sie es schon hören. ihre, fie läffet sich nicht erbittern, Das ist aber die gleichnik: Der sie trachtet nicht nach schaden, ſie saame ist das wort GOttes. Die freuet sich nicht der ungerechtig aber an dem wege sind, das sind keit, sie freuct sich aber der wahr die es hören; darnach kommt der heit, sie vertråget alles, sie glaubet teufel, und nimmt das wort von alles, sie hoffet alles, sie duldet al ihrem herzen, auf daß sie nicht les. Die liebe höret nimmer auf, glauben und selig werden. Die so doch die weissagungen aufhören aber auf dem fels, sind die, wenn werden, und die sprachen aufhören fic es hören, nehmen sie das wort werden, und das erkenntniß auf mit freuden an; und die haben hören wird. Denn unser wissen ist nicht wurzel, eine zeitlang glauben stückwerk, und unser weisfagen ist fie, und zu der seit der anfechtung stückwerk. Wenn aber kommen fallen sie ab. Das aber unter die wird das vollkommene, so wird das dornen fiel, sind die, so es hören, stückwerk aufhören. Da ich ein und gehen hin unter den sorgen, find war, da redete ich wie ein reichthum und wollust dieses le find: und war klug wie ein kind, bens, und ersticken, und bringen und hatte kindische anschläge: da keine frucht. Das aber auf dem ich aber ein mann ward, that ich guten lande, sind die das wort ab, was kindisch war. Wir ſehen hören und behalten in einem fei- iest durch einen spiegel in einem nen guten herzen, und bringen dunkeln worte, dann aber von an frucht in geduld. gesicht zu angesicht. Jeit erkenne ich es stückweise, dann aber werde ich nebst den Festlichen Vorlesungen. ich es erkennen, gleich wie ich erst Vorlesungen, fennet bin. Nun aber bleibet glaube, hoffnung, liebe, dieſe dren; aber die liebe ist die gröffefte unter ihnen. 25 Evangelium, Luc. Cap. 18, b. 31. bis 43. Vormitt. An diesem und den folgenden Sonntagen in der Fa ften: ein Stück der Leidens- Ge schichte JEfu Chrifti; Ausfer am Fefte der Empfängniß Chris fi, auf Judica, da solches Mach. mittags vorgelesen werden kan. JEfus nahm zu sich die zwölfe, Nachm. Matth. Cap. 16, v. 13. ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jeruſalem, I ftadt Caſarea Philippi, und oder 21. bis 28. Efus kam in die gegend der wer und es wird alles vollendet den, das geschrieben ist durch die fragte seine jünger, und sprach: propheten von des menschen sohn. Wer sagen die leute, daß des Denn er wird überantwortet wer- menschen sohn fey? Sie spra: den den heiden, und er wird ver- chen: Etliche sagen: du seyft Jo. spottet und geschmähet und ver- hannes der täufer; die andern, speyet werden, und sie werden ihn du seyft Elias; etliche, du fenf geiffeln und tädten; und am drit Jeremias, oder der propheten ten tage wird er wieder auferstes einer. Er sprach zu ihnen: Wer hen. Sie aber vernahmen der kei- faget denn ihr, daß ich sey? Da nes, und die rede war ihnen verantwortete Simon Petrus, und borgen, und wußten nicht was das sprach: Du bist Chriftus, des gefaget war. Es geschahe aber, lebendigen GOttes sohn. Und da er nahe zu Jericho kam, saß ein JEsus antwortete und sprach zu blinder am wege, und bettelte. Da ihm: Selig bist du Simon, Jond er aber hörete das volk, das durch sohn! denn fleisch und blut hat hin gieng, forschete er, was das dir das nicht offenbaret, sondern wäre? Da verkundigten sie ihm: mein vater im himme!. Und ich JEsus von Nazareth gienge vorů- fage dir auch: Du bist Petrus, ber. Und er rief und sprach: JEsu, und auf diesen felfen will ich bauen du sohn David, erbarme dich meine gemeine, und die pforten mein! Die aber vorne an giengen, der höllen sollen sie nicht überwäl bedraueten ihn, er sollte schweigen; tigen: und will dir des himmel er aber schrie vielmehr: Du sohn reichs schlüssel geben; alles, was David, erbarme dich mein! JEsus du auf erden binden wirst, soll auch aber stund stille, und hieß ihn zu im himmel gebunden seyn: und sich führen. Da sie ihn aber nahe alles was du auf erden lösen wirft, ben ihn brachten, fragte er ihu, soll auch im himmel los seyn. Da und sprach: Was willt du, daß ich verbot er seinen jüngern, daß sie dir thun soll? Er sprach: HErr! niemand sagen sollten, daß er JE daß ich sehen mdge. Und JEsus sus der Christ wäre.036 sprach zu ihm: Sey sehend, dein * glaube hat dir geholfen. Und alss Round zeigete feinen jüngern, 1011039 der an an, bald ward er sehend, und folgete ihm nach, und preisete GOtt. Und alles volk, das solches sahe, lobete GOtt.. wie er mußte hin gen Jerusalem gehen, und viel leiden von den ältesten, und hohenpriestern und B5 fchrifts de Episteln und Evangelien, schriftgelehrten, und getödtet wers| geben, auf daß unfer amt nicht ver den, und am dritten tage aufersteslästert werde: sondern in allen din: ben. Und Petrus nahm ihn zu sich, gen lasset uns beweisen, als die dies fuhr ihn an, und sprach: HErr, ner GOttes in groffer geduld, in schone dein selbst, das wiederfahre trübfalen, in nohten, in ängsten, dir nur nicht. Aber er wandte sich in schlägen, in gefängnissen, in auf. um, und sprach zu Petro: Hebe ruhren, in arbeit, in machen, in dich, Satan, von mir, du bist mir fasten, in keuschheit, in erkenntniß, ärgerlich: denn du meinest nicht, in langmuht, in freundlichkeit in was göttlich, sondern was mensch dem heiligen geifte, in ungefärbs lich ist. Da sprach JEsus zu seinen ter liebe, in dem worte der wahrs tüngern: Will mir jemand nachs heit, in der kraft GOttes, durch folgen, der verleugne sich selbst, waffen der gerechtigkeit zur rechs und nehme sein creuz auf sich, und, ten und zur linken, durch ehre und folge mir: Denn wer fein leben er- schande, durch böse gerüchte, und halten will, der wird es verliehren; gute gerüchte, als die verführer, wer aber sein leben verleuret um und doch wahrhaftig; als die uns meinet willen, der wird es finden. bekannten, und doch bekannt; als Was hülfe es dem menschen, so er die sterbenden, und siehe, wir leben; die ganze welt gewonne, und näh- als die gezüchtigten, und doch nicht me doch schaden an seiner feele? ertödtet; als die traurigen, aber Oder was kann der mensch geben, allezeit frölich; als die armen, damit er feine seele wieder lose? aber die doch viele reich machen; Denn es wird je geschehen, daß des als die nichts inne haben, und menschen sohn komme in der herr doch alles habent. lichkeit seines vaters, mit seinen engeln, und alsdenn wird er vers gelten einem jeglichen nach seinen werken. Wahrlich, ich fage euch: Es stehen etliche hie, die nicht schmecken werden den tod, bis daß fie des menschen sohn kommen se: hen in seinem reiche. 26 2m 1. Sonntage in der Sa ften, genannt Invocavit. Epistel, 2 Cor. Cap. 6, v. 1. bis 10. Wir ermahnen euch, als mithel fer, daß ihr nicht vergeblich die gnadeGOrtes empfahet. Denn er spricht: Ich habe dich in der an genehmen seit erhöret, und habe dir am tage des heils geholfen. Sehet, jest ist die angenehme seit, iest ist der tag des heils. Lasset uns aber niemand irgend ein ärgerniß Evangelium, Matth. Cap. 4, D. 1. bis 11. Esus wüste geführet, auf daß er ward vom in die von dem teufel versuchet würde. Und da er vierzig tage und vierzig nächte gefaftet hatte, hungerte ihr. Und der versucher trat zu ihm, und sprach: Bist du GOttes sohn, so sprich, daß diese steine brot werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: der mensch les bet nicht vom brote allein, sondern von einem jeglichen worte, das durch den mund GOttes gehet. Da führete ihn der teufel mit sich in die heilige stadt, und stellete ihn auf die zinne des tempels, und sprach zu ihm: Bist du GOttes sohn, so laß dich hinab, denn es fies het geschrieben: Er wird seinen engeln über dir befehl thun, und sie werden dich auf den hånden tra gen nebst den Festlichen Vorlesungen. 27 gen, auf daß du deinen fuß nicht, ist weiser, denn die menschen sind; an einen stein stoffeft. Da sprach und die göttliche schwachheit ist JEsus zu ihm: Wiederum stehet stärker, denn die menschen sind. auch geschrieben: Du sollt GOtt Sehet an, lieben brüder! euren bes deinen HErrn nicht versuchen. ruf, nicht viel weise nach dem fleis Wiederum führete ihn der teufel sche, nicht viel gewaltige, nicht viel mit sich auf einen sehr hohen berg, edle sind berufen; sondern was und zeigete ihm alle reiche der thöricht ist vor der welt, das hai welt und ihre herrlichkeit, und Gott erwählet, daß er die wei sprach zu ihm: Dis alles will ich sen zu schanden mache; und was dir geben, so du niederfälleft, und schwach ist vor der welt, das mich anbetes. Da sprach JEsus hat GOtt erwählet, daß er zu ju ihm: Hebe dich weg von mir, schanden mache, was stark ist; satan! denn es stehet geschrieben: und das unedle vor der welt Du sollt anbeten GOtt, deinen und das verachtete hat Gott ers HErrn, und ihm allein dienen. wählet, und das da nichts ist, daß Da verließ ihn der teufel: und er zunichte mache, was etwas ist; siehe da traten die engel zu ihm, auf daß sich vor ihm kein fleisch und dieneten ihm. rühme. Von welchem auch ihr her: kommt in Chrifto JEfu, welcher uns gemacht ist von GOtt jur weisheit, und zur gerechtigkeit, und zur heiligung, und zur erlösung, auf daß,( wie geschrieben stehet,) wer sich rühmet, der rühme sich des HErrn. Nachm. Vorlesung, I Cor. Cap. 1, v. 18. bis 31. Das wort vom creuse ist eine thorheit denen, die verlohren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es eine Gottes- kraft: Denn es stehet geschrieben: Ich will zunichte machen die weisheit der weisen, und den verstand der verständigen will ich verwerfen. Wo sind die klugen? Wo sind die schriftgelehrten? Wo sind die weltweisen? Hat nicht GOtt die weisheit dieſer welt zur thorheit gemacht? Denn dieweil Am andern Sonntage in der fasten, oder Reminiscere. Epistel, 1 Theff. Cap. 4, v. 1. bis 12. Lieben brüder, wir bitten euch), und durch ihre weisheit GOtt in seiner JEfu, nachdem ihr von uns emweisheit nicht erkannte, gefiel es pfangen habet, wie ihr sollet wans GOtte wohl, durch thörichte pre- deln und GOtt gefallen, daß ihr digt selig zu machen die, so daran immer völliger werdet. Denn ihr gläuben. Sintemal die jüden zei- wisset, welche gebote wir euch chen fordern, und die griechen nach gegeben haben, durch den HErrn weisheit fragen. Wir aber predi- JEsum. Denn das ist der wille gen den gecreuzigten Christum, den GOttes, eure heiligung, daß ihr juden ein ärgerniß, und den grie- meidet die hurerey, und ein jegchen eine thorheit: Denen aber, licher unter euch wisse sein faß die berufen sind, beyde iüden und zu behalten in heiligung und ehgriechen, predigen wir Chriftum ren, nicht in der luftfeuche, wie göttliche kraft, und göttliche weis- die heiden, die von GOtt nichts heit: Denn die göttliche thorheit wissen: und daß niemand zu weit greife, 28 Episteln und Evangelien, greife, noch vervortheile seinen den Kindern ihr brot nehme, und bruder im handel: denn der HErr werfe es vor die hunde. Cie ist råcher über das alles, wie wir sprach: Ja HErr! aber doch essen euch zuvor gefaget und bezeuget die hundlein von den brosamen, haben. Denn GOtt hat uns nicht die von ihrer herren tische fallen. berufen zur unreinigkeit, sondern Da antwortete JEfus, und sprach zur heiligung. Wer nun verachtet, zu ihr: O weiß! dein glaube ift der verachtet nicht menschen, son groß, dir geschehe wie du willt. dern GOtt, der seinen heiligen und ihre tochter ward gesund zu geist gegeben hat in euch. Von der derfelbigen stunde. brüderlichen liebe aber ist nicht noth euch zu schreiben: denn ihr fend selbst vonGOtt gelehret, euch unter einander zu lieben. Und das Nachm. Vorlesung. S 2 Cor. Cap. 5, v. 14. bis 21. uns als that ihr auch an allen brüdern, die Die, intemalt wir halten, daß, fo, in ganz Macedonia sind. Wir er: mahnen euch aber, lieben brüder! daß ihr noch völliger werdet, und ringet darnach, daß ihr stille ferd, und das eure schaffet, und arbeitet mit euren eignen hånden, wie wir euch geboten haben, auf daß ihr ehrbarlich wandelt gegen die, die draussen sind, und ihrer keines bes dürfet. od so einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. Und er ist darum für sie alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben; sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. Darum von nun an kennen wir niemand nach dem fleische. Und ob wir auch Christum gekannt has ben nach dem fleische, so kennen wir ihn doch jest nicht mehr. Darum ift iemand in Christo, so ist er eine neue creatur; das alte ist vergan gen, siehe! es ist alles neu worden; Evangelium, Matth, Cap. 15, v. 21. bis 28. I Efus gieng aus von dannen, Tyri und Sidon: und siehe, ein mit ihm selber verföhnet hat durch Cananaisch weib gieng aus der JEfum Chriftum, und das amt ges felbigen grenze, und schrie ihm geben, das die versöhnung predinach und sprach: Ach HErr, du get: Denn GOtt war in Chrifto, fohn David! erbarme dich mein, und versöhnete die welt mit ihm meine tochter wird vom teufel selber, und rechnete ihnen ihre füns übel geplaget! under antwortete de nicht zu, und hat unter uns aufs ihr kein wort. Da traten zu ihm gerichtet das wort von der versöh feine iunger, baten ihn und soranung. So sind wir nun botschafter chen: Laß sie doch von dir, denn an Christus statt: denn GOtt vers fie schrevet uns nach. Er antwormahnet durch uns. So bitten wir tete aber, und sprach: Ich bin nicht gefandt, denn nur zu den verlohrnen schaafen von dem hau: je Ifrael. Sie kam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: HErr, hilf mir! aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man nun an Christus statt: Lasset euch verföhnen mit GOtt. Denn er hat den, der von keiner fünde wußte, für uns zur fünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die ge rechtigkeit, die vor GOtt gilt. Am nebst den Festlichen Vorlesungen. 29 Um 3. Sonntage in der aber vernahm ihre gedanken, und Fasten, oder Oculi sprach zu ihnen: Ein jeglich reich, so es mit ihm selbst uneins wird, Epistel, das wird wüste, und ein haus fället über das andere. Ist denn Ephef. Cap. 1, v. 1. bis 9. der fatanas auch mit ihm selbs end GOttes nachfolger, als uneins, wie will fein reich beste die lieben finder, und man hen? dieweil ihr faget: Ich treibe delt in der liebe, gleich wie Chri- die teufel aus durch beelzebub. So ftus uns geliebet hat und sich selbst aber ich die teufel durch beelzebub dargegeben für uns, zur gabe und austreibe, durch wen treiben sie opfer, GOtt zu einem füffen ge- eure Finder aus? darum werden ruch. Hureren aber und alle un sie eure richter seyn. So ich aber reinigkeit, oder geiz lasset nicht durch GOttes finger die teufel von euch gefaget werden, wie den austreibe, so kömmt je das reich heiligen zustehet, auch schandbare GOttes zu euch. Wenn ein stars worte und narrentheidung, oder fer gewapneter seinen pallast be scherz, welche euch nicht ziemen, wahret; so bleibet das seine mit sondern vielmehr danksagung.| frieden. Wenn aber ein stärkerer Denn das sollt ihr wissen, daß über ihn kömmt, und überwindet kein hurer, oder unreiner, oder ihn; so nimmt er ihm seinen har geiziger( welcher ist ein gözen- dienisch, darauf er sich verließ, und ner) erbe hat an dem reicheChrifti theilet den raub aus. Wer nicht und GOttes. Laffet euch niemand mit mir ist, der ift wider mich; verführen mit vergeblichen mor- und wer nicht mit mir fammilet, ten; denn um dieser willen kommt der zerstreuet. Wenn der unsau der zorn GOttes über die kinder bere geist von dem menschen aus des unglaubens. Darum send fähret; so durchwandelt er dürre nicht ihre mitgenoffen: denn ihr state, suchet ruhe, und findet ihrer waret meiland finsternis, nun aber nicht; so spricht er: Ich will wie feyd ihr ein licht in dem HErrn. der umkehren in mein haus, dar Wandelt wie die kinder des lichts. aus ich gegangen bin. Und wenn Die frucht des geiftes ist allerley er kömmt, so findet er es mit be sütigkeit und gerechtigkeit, und femen gefehret und geschmücket. wahrheit. Dann gehet er hin, und nimmt sieben geifter zu sich, die ärger sind denn er selbst; und wenn sie hin: ein Fonamen, wohnen sie da, und wird hernach mit: demselbigen Evangelium, Euc. Cap. II, p. 14. bis 28. JEfus trieb einen teufel aus, der war es menschen ärger denn vorhin. Und da der teufel ausfuhr, da redete es begab da er erhub ein weib im volk die stimder stumme, und das volk verroun- me, und sprach zu ihm: Selig derte sich. Etliche aber unter ist der leib, der dich getragen hat, ihnen sprachen: Er treibet die teu- und die brüfte, die du gesogen fel aus durch beelzebub, den oberhaft. Er aber sprach: Ja, felig ften der teufel. Die andern aber sind, die GOttes wort hören und versuchten ihn und begehrten ein bewahren. jeichen von ihm im himmel. Er og td start Nachm. 30 Episteln und Evangelien, nachm. Vorlesung. Hebr. Cap. 12, v. 1. bis 15. affet uns ablegen die fünde, so uns immer anklebet, und träge machet, und lasset uns laufen durch geduld in dem kampfe, der uns vers ordnet ist; und aufsehen auf JE fum, den anfänger und vollender des glaubens, welcher, da er wol hätte mögen freude haben, er duldete er das creuz, und achtete der schande nicht, und ist gesessen sur rechten auf dem stubleGOttes. Gedenket an den, der ein solches widersprechen von den fündern wi der sich erduldet hat, daß ihr nicht in eurem muthe matt werdet, und ablaffet: denn ihr habt noch nicht bis aufs blut widerstanden, über dem kämpfen wider die sünde; und babt bereits vergeſſen des troftes, tigkeit denen, die baturch geübet sind. Darum richtet wieder auf die läßigen hände, und die müden knie; und thut gewisse tritte mit euren füssen, daß nicht iemand strauchele wie ein lahmer; sondern vielmehr gefund werde. Jaget nach dem friede gegen jederman, und der heiligung, ohne welche wird nies mand denHErrn sehen. Und sehet darauf, daß nicht jemand GOttes ne bittere wurzel aufwachse, und gnade versäume, daß nicht etwa ei unfriede anrichte, und viele durch diefelbige verunreiniget werden. Am 4. Sonntage in der faften, oder Lätare. Epistel, Hebr. Cap. 9, v. II. bis 1. Chriftus ift kommen, daß er der zu euch als zu den ein jus dern: Mein sohn, achte nicht ge künftigen güter, durch eine gröss ringe die züchtigung des HErrn, fere und vollkommenere hütte, die und verzage nicht, wenn du von nicht mit der hand gemacht ist, ihm geftrafet wirft: denn welchen das ist, die nicht also gebauet ift: der HErr lieb hat, den züchtiget auch nicht durch der böcke oder er; er ståupet aber einen jeglichen Fälber blut, sondern er ist durch sohn, den er aufnimmt. So ihr die fein eigen blut einmahl in das hei süchtigung erduldet, so erbeut sich lige eingegangen, und hat eine euch Gott als kindern: denn wo ewige erldsung erfunden. Denn so ist ein sohn, den der vater nicht der ochsen und der böcke blut, und süchtiget? send ihr aber ohne züch- die asche von der kuhe gesprenget, tigung, welcher sie alle find theil heiliget die unreinen zu der leibs baftig worden, so send ihr bastarte, lichen reinigkeit: wie vielmehr und nicht kinder. Auch so wir has wird das blut Chrifti, der sich selbst ben unsere leibliche väter zu züch- ohn allen wandel durch den heilis tigern gehabt, und sie gescheuet, gen geift GOtt geopfert hat, unser follten wir denn nicht vielmehr unterthan seyn dem geistlichen vater, daß wir leben? und jene zwar haben uns gezüchtiget wenige tage nach ihrem dunken; dieser aber zu nuß, auf daß wir seine heiligung erlangen. Alle süchtigung aber, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht freude, sondern traurigkeit zu feyn; aber darnach wird sie geben eine friedsame frucht der gerech gewissen reinigen von den todten werken, ju dienen dem lebendis gen GOtt? Und darum ist er auch ein mittler des neuen testaments, auf daß durch den tod, so geschehen ist zur erldsung von den übertres tungen,( die unter dem ersten teftas mente waren) die, so berufen sind, das verheissene ewige erbe em pfahen. Evans nebst den Festlichen Vorlesungen. 31 Warlich, warlich ich sage euch: ehe denn Abraham war, bin ich. Da huben sie steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber JEfus verbarg sich, und gieng zum tem pel hinaus. Evangelium, JE Joh. Cap. 8, v. 46. bis 19. Esus sprach zu den Juden Welcher unter euch kann mich einer fünde zeihen? So ich euch aber die wahrheit fage, warum gläubet ihr mir nicht? Wer von GOtt ist, der hdret GOttes wort: darum höret ihr nicht; denn ihr I himmel, und ſprach: Bater, augen auf gen send nicht von GOtt. Da antwors teten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und haft den teufel? JEsus antwortete: Ich habe keinen teufel, sondern ich ehre meinen vater, und ihr verunehret mich; ich suche nicht meine ehre, es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Warlich, warlich ich fage euch: So jemand mein wort wird halten, der wird den tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun er kennen wir, daß du den teufel haft; Abraham ist gestorben und die propheten, und du sprichst: So iemand mein wort hält, der wird den tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr denn unser vater Abraham, weicher gestorben ist? und die propheten sind gestorben: was machst du aus dir selbst? JE sus antwortete: So ich mich sel ber ehre, so ist meine ehre nichts. Es ist aber mein vater, der mich ehret, welchen ihr sprechet: er sen euer GOtt, und kennet ihn nicht, ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen, ich kenne sein nicht, so würde ich ein lügner, gleich wie ihr fend; aber ich kenne ihn und halte sein wort. Abraham euer vater ward froh, daß er meinen tag sehen sollte, und er sahe ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig jahr alt und haft Abraham gesehen? JEfus sprach zu ihnen: die stunde ist hie, daß du deinen sohn verkläreft, auf daß dich dein sohn auch verkläre. Gleichwie du ihm macht haft gegeben über alles fleisch, auf daß er das ewige leben gebe allen, die du ihm gegeben haft. Das ist aber das ewige leben, daß sie dich, daß du allein wahrer GOtt bist, und den du gesandt haft JE fum Chriftum, erkennen. Ich habe dich verkläret auf erden, und vols lendet das werk, das du mir gege ben haft, das ich thun sollte. Und nun verkläre mich, du vater, bep dir selbst, mit der klarheit, die ich ben dir hatte, ehe die welt war. Ich habe deinen namen offenbaret den menschen, die du mir von der welt gegeben haft. Sie waren dein, und du haft sie mir gegeben, und sie haben dein wort behalten. Nun wissen sie, daß alles, was du mirges geben hast, sey von dir: Denn die worte, die du mir gegeben haft, has ' be ich ihnen gegeben, und sie haben es angenommen, und erkant wahrs haftig, daß ich von dir ausgegane gen bin, und glauben, daß du mich gesandt haft. Ich bitte für sie, und bitte nicht für die welt; sondern für die, die du mir gegeben haft: denn sie sind dein. Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein, und ich bin in ih nen verklåret. Und ich bin nicht mehr in der welt; sie aber sind in der welt, und ich komme zu dir Heiliger vater! erhalte sie in deis nem Nachm. Vorlesung. Joh. Cap. 17. 32 ugh Episteln und Evangelien, Epistel, Jef. Cap. 7, v. 10. bis Is. Der HErr redete abermahl zu nem namen, die du mir gegeben dich nicht, ich aber kenne dich, und haft, daß sie eines seyn, gleich wie diese erkennen, daß du mich ge wir. Dieweil ich bey ihnen war in sandt haft. Und ich habe ihnen der welt, erhielt ich sie in deinem deinen namen Fund gethan, und namen. Die du mir gegeben hast, will ihnen kund thun, auf daß die die habe ich bewahret, und ist kei- liebe, damit du mich liebest, sev ner von ihnen verlohren, ohne das in ihnen, und ich in ihnen. verlohrne kind, daß die schrift ers füllet würde. Nun aber komme ich zu dir und rede solches in der welt, auf daß sie in ihnen haben meine freude vollkommen. Ich habe ih nen gegeben dein wort, und die welt haffet sie: denn sie sind nicht von der welt, wie denn auch ich nicht von der welt bin. Ich bitte nicht, daß du ſie von der welt neh Ahas und sprach: Fordere dir mest; sondern daß du sie bewahrest ein zeichen von dem HErrn deinem vor dem übel. Sie sind nicht von Gott, es sey unten in der hölle, der welt, gleich wie auch ich nicht oder droben in der höhe. Aber Ahas von der welt bin. Heilige sie in dei- sprach: Ich will es nicht fordern, ner wahrheit, dein wort ist die daß ich den HErrn nicht versuche. wahrheit. Gleich wie du mich ge. Da sprach er: Wolan, so höret fandt haft in die welt, so sende ich ihr von dem hause David: Ist es fie auch in die welt. Ich heilige euch zu wenig, daß ihr die leute bes mich selbst für sie, auf daß auch sie leidiget, ihr müsfer auch meinen geheiliget seyn in der wahrheit. Gott beleidigen? Darum so wird Ich bitte aber nicht allein für sie; euch der HErr selbst ein leichen ge sondern auch für die, so durch ihr ben: Siehe, eine jungfrau ist wort an mich glauben werden, auf schroanger, und wird einen sohn daß sie alle eines seyn, gleich wie gebähren, den wird sie heiffen Im du, vater! in mir, und ich in dir, manuel. Butter und honig wird daß auch sie in uns eines seyn, auf er effen, daß er misfe böses zu ver daß die welt glaube, du babest mich werfen, und gutes zu erwählen. gesandt. Und ich habe ihnen gege ben die herrlichkeit, die du mir geseben haft, daß sie eines fenn, gleich wie wir eines sind, ich in ihnen, und Drott in eine Stadt in GaEvangelium, Luc. Cap. 1, v. 26. bis 38. er engel ward gefandt du in mir, auf daß sie vollkommen fenn in eines, und die welt erkenne, daß du mich gesandt haft, und lie best fie, gleich wie du mich liebest. Vater! ich will, daß, wo ich bin, quch die ben mir seyn, die du mir gegeben haft, daß sie meine herr lichkeit sehen, die du mir gegeben haft: denn du haft mich geliebet, ebe denn die welt gegründet ward. Berechter vater! die weit tennet lilda, die heisfet Nazareth, zu einer jungfrau, die vertrauet war einem manne, mit namen Joseph, vom hause David; und die jungfrau hieß Maria. Und der engel kam zu ihr hinein, und sprach: Ge grüsset fenst du, holdselige, der HErr ist mit dir, du gebenedenete unter den weibern. Da sie aber ibn sabe, erschrack sie über seiner rede, Aufdas fest der Empfäng: niß Christi, oder der Verkün digung Maria, ſo am fünften Sonntage in der Fasten, oder Judica, gefeiert wird. nebst den Festlichen Vorlesungen. 33 rede, und dachte: welch ein gruß lichkeit, die GOtt geben soll. Nicht ist das: Und der engel sprach zu allein aber das, sondern wir rüh ihr: Fürchte dich nicht, Maria, men uns auch der trübsalen, dies du haft gnade bey GOtt funden. weil wir wissen, daß trübsal geSiehe, du wirst schwanger werden duld bringet; geduld aber bringet im leibe, und einen sohn gebähren, erfahrung, erfahrung aber bringet des namen sollt du JEsus heissen: hoffnung; hoffnung aber låsset der wird groß, und ein sohn des nicht zu schanden werden: denn höchsten genennet werden: und die liebe GOttes ist ausgegoffen in GOtt der HErr wird ihm denstuhl unser herz durch den heiligen geißt, seines vaters David geben; und er welcher uns gegeben ist: Denn wird ein könig seyn über das haus auch Christus, da wir noch schwach Jacob ewiglich, und seines Ednig- waren, nach der zeit, ist für uns reichs wird kein ende seyn. Da gottlose gestorben. Nun stirbt sprach Maria zu dem engel: Wie kaum jemand um des rechtes wil soll das zugehen? sintemahl ich von len: um etwas gutes willen dürfte keinem manne weiß. Der engel vielleicht jemand sterben. Darum antwortete, und sprach zu ihr: Der preiset GOtt seine liebe gegen uns, heilige Geist wird über dich kom- daß Chriftus für uns gestorben ist, men, und die kraft des höchsten da wir noch fünder waren. Co wird dich überschatten; darum auch werden wir ievielmehr durch ihn das heilige, das von dir gebohren behalten werden vor dem jorn, wird, wird GOttes sohn genennet nachdem wir durch sein blut ges werden. Und siehe, Elisabeth deine recht worden sind: Denn so wir gefreundin ist auch schwanger mit Gott versöhnet sind, durch den einem sohne in ihrem alter und ge- tod feines sohnes, da wir noch bet iezt im sechsten monat, die im feinde waren, vielmehr werden geschren ist, daß sie unfruchtbar sen; wir selig werden durch sein les denn ben Gott ist kein ding un- ben, so wir nun versöhnet sind. möglich. Maria aber sprach: Sie nicht allein aber das; sondern wir be, ich bin des HErrn magd, mir rühmen uns auch GOttes, durch geschehe, wie du gefaget haft: und unsernHErrnJEfumChrift, durch der engel schied von ihr. welchen wir nun die versöhnung empfangen haben. Vorlesungen, Vorm. Rim. Cap. 5, v. 1. bis 21. vor Wenn Nachmittags ein Stück der Passion, oder dieEpistel gelesen wird; Sonst bis v. 11. und Nachmittags die andre Hälfte. Nun wir sind gerecht worden durch den glauben, so haben wir friede mit GOtt, durch unsern HErrn JEfum Chrift. Durch wel chen wir auch einen zugang haben im glauben zu dieser gnade, barin nen wir stehen, und rühmen uns der hoffnung der zukünftigen herrs einen Demenschen die fünde ist komen in die welt, und der tod durch die fünde, und ist also der tod zu allen menschen durchgedrungen, dieweil sie alle gesündiget haben: Denn die fünde war wol in der welt, bis auf das geset; aber wo kein geses ist, da achtet man der fünde nicht; Sondern der tod herrschete von Adam an bis auf ofen, auch über die, die nicht gefündiget haben, mit gleicher übertretung, wie Adam, € welcher 34 Episteln und welcher ist ein bild deß, der jukünf tig war; Aber nicht hält sichs mit der gabe, wie mit der fünde; denn so an eines sünde viele gestorben sind, so ist vielmehr GOttes gnade und gabe vielen reichlich wieder fahren, durch die gnade des einigen menschen JEfu Chrifti. Und nicht ist die gabe allein über eine sände, wie durch des einigen sün ders einige fünde alles verderben: denn das urtheil ist kommen aus einer fünde zur verdammniß; die gabe aber hilft auch aus vielen sünden zur gerechtigkeit. Denn so um des einigen sünde willen der tod geherrschet hat durch den einen; vielmehr werden die, so da empfahen die falle der gnade der gabe zur gerechtigkeit, herrschen im leben, durch einen, JEfum Christ. Wie nun durch eines sünde die verdammniß über alle menschen kommen ist: also ist auch durch eines gerechtigkeit die rechtferti sung des Lebens über alle men schen kommen: Denn gleich wie durch eines menschen ungehorsam viele fünder worden sind: also auch durch eines gehorsam werden vies le gerechte. Das gefer aber ift neben einkommen, auf daß die fünde mächtiger würde. Wo aber die fünde mächtig worden ist, da ist doch die gnade viel mächtiger worden; Auf daß, gleich wie die fündege herrschet hat zu dem tode: also auch herrsche die gnade durch die ge: rechtigkeit zum ewigen leben, durch JEsumChrift, unsern HErrn Evangelien, Sondern aufferte sich selbst, und nahm Enechts gestalt an, ward gleich wie ein ander mensch, und an geberden als ein mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum tode, ja zum tode am creuze. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen namen gegeben, der über alle namen ist: daß in dem namen JEfu sich beugen sollen alle derer knie, die im himmel und auf erden, und unter der erden sind; und alle zungen bekennen sollen, daß JEsus Christus der HErr sey, zur ehre GOttes des vaters. Also, meine liebsten, wie ihr allezeit feyd gehorsam gewesen, nicht allein in meiner gegenwär tigkeit; sondern auch nun vielmehr in meinem abwesen, schaffet, daß ihr selig werdet mit furcht und zit tern: Denn Gott ist es, der in euch wirket, beide das wollen und das vollbringen, nach seinem web gefallen. Statt des Evangelii, Jes. Cap. 53, welches auch Sachmittags vorgelesen wird. o spricht der HErr! Siehe, mein knecht wird weislich thun; und wird erhöhet, und sehr hoch erhaben seyn: Daß sich viel über dir ärgern werden; weil seis ne gestalt häßlicher ist, denn ande rer leute; und sein ansehen, denn der menschen kinder. Aber also wird er viel heiden besprengen, daß auch könige werden ihren mund gegen ihm zuhalten. Denn wel chen nichts davon verkündiget ift, dieselben werdens mit luft sehen: und die nichts davon gehöret haben, die werdens merken. Aber wem wird der arm des HErrn of wer glaubet unserer predigt? und fenbahret? Denn er scheußt auf vor ihm wie ein reis, und wie eine murs Um Palm- Sonntage. Epistel, Philip. Cap. 2, v. 5. bis 13. Fin in jeglicher sey gefinnet, wie Jesus Christus auch war. Welcher, ob er wol in göttlicher Bestalt war, hielt er es nicht für einen raub, GOtt gleich seyn. nebst den Festlichen Vorlesungen. 35 wurzel aus dürrem erdreich. Er durch sein erkenntniß wird er, hatte keine gestalt noch schöne: wir mein knecht, der gerechte, viel ge sahen ihn, aber da war keine gerecht machen; denn er tråget ihre ftalt, die uns gefallen hätte. Er fünden. Darum will ich ihm groffe war der allerverachteste und un- menge zur beute geben, und er föll wehrtefte, voller schmerzen und die starken zum raube haben: dar krankheit; er war so verachtet, daß um, daß er sein leben in den tod man das angesicht vor ihm ver: gegeben hat, und den übelthätern barg; darum haben wir ihn nichts gleich gerechnet ist, und er vieler geachtet. Fürwahrer trug unseresünde getragen hat, und für die krankheit, und lud auf sich unsere übelthäter gebeten. schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplaget und vonGOtt geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer missethat willen verwundet, und um unserer sunde willen zerschlagen. Die firafe liegt auf ihm, auf daß wir friede hätten: und durch seine wunden sind wir geheilet. Wir giengen alle in der irre wie schafe, ein jeglicher fabe auf seinen weg: aber der HErr warf unser aller fünde auf ihn. Da er gestraft und gentartert ward, that er seinen mund nicht auf: wie ein lamm, das zur schlacht bank geführet wird; und wie ein schaf, das verstummet vor seinem scherer, und seinen mund nicht aufthut. Er ist aber aus der angst und gericht genommen, wer will feines Lebens länge ausreden? Denn er ist aus dem lande der les bendigen weggeriffen, da er um die misfethat meines volks geplaget war. Und er ist begraben wie ein gottloser, und gestorben wie ein reicher: wiewol er niemand un recht gethan hat, noch betrug in feinem munde geweft ift. Aber der HErr wollte ihn also zerschlagen mit krankheit. Wenn er sein le: ben zum schuld- opfer gegeben hat: so wird er samen haben, und in die länge leben, und des HErrn vornehmen wird durch seine hand fortgehen. Darum, daß seine feele gearbeitet hat, wird er seine luft sehen und die fülle haben: und * Wortachmittags über die Pass sion geprediget wird, ist Vors mittags die Epiftel zu erklären. Am grünen Donnerstage. Epistel, 1 Cor. Cap. 11, V. 23 bis 32. ch habe es von dem HErrn empfangen, das ich euch ge geben habe: denn der HErr JE. sus, in der nacht da er verrathen ward, nahm er das brot, dankete und brach es, und sprach: Nehs met, effet, das ist mein leib, der für euch gebrochen wird, folches thut in meinem gedächtniß. Desffelbis gen gleichen auch den kelch, nach dem abendmahl, und sprach: Dies fer kelch ist das neue testament in meinem Stute; folches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem ges dächtniß. Denn ſo oft ihr von diefem brote effet und von diesem felche trinket, follt ihr des HErrn tod verkündigen, bis daß er kömmt. Welcher nun unwür: dig von diesem brote iffet, oder von dem kelche des HErrn trinket, der ist schuldig an dem leibe und blute des HErrn. Der mensch prüfe aber sich selbst, und also effe er von diesem brote, und trinke von diesem kelche. Denn welcher uns würdig iffet und trinket, der iffet und trinket ihm selber das gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den leib des HErrn. Darum sind € 2 auch 36 Episteln und Evangelien auch so viel schwache und krankes dern er ist ganz rein; und ihr seyd unter euch, und ein gut theil schla rein, aber nicht alle. Denn er fen. Denn so wir uns selber rich wußte seinen verräther wol, darum teten, so würden wir nicht gerich sprach er: Jhr send nicht alle rein. tet. Wenn wir aber gerichtet Da er nun ihre füffe gewaschen werden, so werden wir von dem hatte, nahm er seine kleider und HErrn gezüchtiget, auf daß wir setzte sich wieder nieder, und sprach nicht samt der welt verdammet abermahl zu ihnen: Wisset ihr, werden. was ich euch gethan habe? Jhr beiffet mich meister und herr, und faget recht daran, denn ich bin es auch. So nun ich, euer herr si si Evangelium, Joh. Cap. 13, v. 1. bis 14. JEfus erkannte, daß seine zeit kommen war, daß er aus die fer welt gienge zum vater; wie er batte geliebet die seinen, die in der welt waren, so liebete er sie bis an das ende. Und nach dem abendeffen, da schon der teufel hatte dem Juda Simonis Jscharioth in das wußte JEsus, daß ihm der vater batte alles in seine hande gegeben, und daß er von GOtt kommen war, und zu GOtt gieng: stund er von dem abendmahl auf, legete feine kleider ab, und nahm einen schurz und umgürtete sich. Dar nach goß er wasser in ein becken, hub an, den jüngern die füsse zu waschen, und trocknete sie mit dem schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und derselbe sprach zu ihm: HErr, foll: test du mir meine füffe waschen? JEfus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weissest du jest nicht, du wirst es aber her: nach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollt du mir die füffe waschen. JEsus ant wortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: HErr, nicht die füffe allein, sondern auch die Hände und das haupt. Spricht JEfus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die füffe waschen, fons sehen habe, so follet ihr auch euch unter einander die füsse waschen. Ein benspiel habe ich euch gege ben, daß ihr thut, wie ich euch ges than habe. Vorlesungen, Joh. Cap. 6, v. 47. bis 58. Efus sprach: Wahrlich, wahr mich glaubet, der hat das ewige leben. Ich bin das brot des lebens. Eure vater haben manna gegessen in der wüste, und sind gestorben. Dis ist das brot, das vom himmel kommt, auf daß, wer davon isset, nicht sterbe. Ich bin das lebendige brot, vom himmel kommen; wer von diesem brot essen wird, der wird leben in ewigkeit. Und das brot, das ich geben werde, ist mein fleisch, welches ich geben werde für das leben der welt. Da zankten die juden unter einander, und sprachen: Wie kan dieser uns fein fleisch zu essen geben? JEsus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich fage euch: Berdet ihr nicht effen das fleisch des menschen sohns, und trinken sein blut, so habt ihr kein leben in euch. Wer mein fleisch iffet, und trinket mein blut, der hat das ewige leben, und ich werde ihn am jüngsten tage auferwecken: Denn mein fleisch ist die rechte speiſe, und mein blut ist der rechte trank nebst den Festlichen Vorlesungen. 37 trank. Wer mein fleisch isfet, und aus, auf daß ihr ein neuer teig trinket mein blut, der bleibet in send, gleich wie ihr ungesäuert mir, und ich in ihm. Wie mich geseyd. Denn wir haben auch ein fandt hat der lebendige vater, und ofterlamm, das ist Chriftus, für ich lebe um des vaters willen: also, uns geopfert. Darum lasset uns wer mich isfet, derselbige wird oftern halten, nicht im alten sauers auch leben um meinet willen. Dis teige, auch nicht im fauerteige if das brot, das vom himmel kom der bosheit und schalkheit, sondern men ift: nicht, wie eure våter ha in dem süßteige der lauterkeit und ben manna gessen, und sind gestors wahrheit. ben. Wer dis brot iffet, der wird leben in ewigkeit. Evangelium, Marc. Cap. 16, v. 1. bis 8. Da der fabbath vergangen war, oder: Pf. 111. ch danke dem HErrn von gan men und in der gemeine. Groß specerey, auf daß sie kamen und fal sind die werke des HErrn; wer ih- beten JEfum. Und sie kamen zum rer achtet, der hat eitel luft daran. grabe an einem sabbather sehr Was er ordnet, das ist löblich und frühe, da die sonne aufgieng. herrlich und seine gerechtigkeit und sie sprachen unter einander: bleibet ewiglich. Er hat ein ges Wer wälzet uns den flein von des dächtniß gestiftet feiner wunder, grabes thür? Und sie sahen das der gnädige und barmherzige hin und wurden gewahr, daß ver HErr. Er giebt speise denen, so ihn kein abgewälzet war; denn er fürchten: er gedenket ewiglich anwar sehr groß. Und sie giengen seinen bund. Er läffet verkündi gen seine gewaltige thaten seinem volk, daß er ihnen gebe das erbe der heiden. Die werke seiner hände sind wahrheit und recht, alle seine gebote sind rechtschaffen. Sie werden erhalten immer und ewiglich, und geschehen treulich und redli. Er sendet eine erlösung seinem volk: er verheisset, daß sein bund ewiglich bleiben soll. Heilig und hehr ist sein name. Die furcht des HErrn ist der weisheit anfang; das ist eine feine Klugheit; wer dar nach thut, des lob bleibet ewiglich. hinein in das grab und sahen ei: nen jüngling jur rechten hand sigen, der hatte ein lang weiß kleid an; und sie entsazten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht: ihr suchet JEsum von Nazareth, den gecreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hie, siehe da die stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin und saget es seinen jüngern und Betro, daß er vor euch hingehen wird in Galilia, da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesaget hat. Und sie giengen schnell heraus, und flohen von dem grabe; denn es war sie zittern und entsezen ankommen, und fagten niemand nichts; denn sie furchten sich. Am ersten Ofter= Tage. Epistel, 1 Cor. Cap. s, v. 6. bis 8. Fuer ruhm ist nicht sein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig fauer: Vorlesungen, Vormitt. Matth. Cap. 28. teig den ganzen teig versäuert? m abend des fabbaths, welcher Darum feget den alten sauerteig anbricht am morgen des ersten fener: € 3 38 Episteln und Evangelien feyertags der fabbathen, kam Ma- würde auskommen bey dem landria Magdalena, und die andere pfleger, wollen wir ihn stillen, und Maria, das grab zu besehen. Und schaffen, daß ihr sicher seyd. Und siehe, es geschah ein groß erdbeben: sie nahmen das geld, und thaten, denn der engel des HErrn kam vom wie sie gelehret waren. Golches ist himmel herab, trat hinzu, und wål- eine gemeine rede worden bey den jete den stein von der thur, und sag iüden, bis auf den heutigen tag. te sich darauf. Und seine gestalt Aber die eilf jünger giengen inGawar wie der blit, und sein kleid liläam auf einen berg, dahin JE, weiß als der schnee. Die hüter er sus sie beschieden hatte. Und da sie schraken vor furcht, und wurden ihn saber, fielen sie vor ihm nieders als wären sie todt. Aber der engel etliche aber zweifelten. Und JE antwortete, und sprach zu den weisus trat zu ihnen, redete mit ihnen, bern: Fürchtet euch nicht, ich weiß, und sprach: Mir ist gegeben alle daß ihr Jesum den gekreuzigten gewalt im himmel und auf erden. suchet. Er ist nicht hie, er ist aufer: Darum gehet hin, und lehret alle standen, wie er gesagt hat. Kom- völker, und taufet sie im namen des met her, und sehet die stätte, da der vaters, und des sohns, und des heis HErr gelegen hat. Und gehet eiligen geistes. Und lehret sie halten lend hin, und saget es seinen iún alles, was ich euch befohlen habe. gern, daß er auferstanden sey von und siehe, ich bin ben euch alle den todten. Und siehe, er wird vor tage, bis an der welt ende. euch hingehen in Galiläam, da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gefaget. Und sie giengen eilend zum grabe hinaus, mit furcht und groffer freude, und lies * * nachm. 1 Petr. Cap. 1, v.3. bis 21. Gelobet sey GOtt und der vas ter unsers HErrn JEfu Chris fen, daß sie es seinen jüngern verti, der uns nach seiner groffen kündigten. Und da sie giengen, sei- barmherzigkeit wiedergebohren nen jüngern zu verkündigen, siehe, hat zu einer lebendigen hoffnung, da begegnete ihnen Jesus, und durch die auferstehung JEfu Chris sprach: Send gegrüsset. Und sie si von den todten, zu einem rraten zu ihm, und griffen an seine unvergänglichen und unbefleckten füffe, undfielen vor ihm nieder. Da und unverwelklichen erbe, das bes sprach JEsus zu ihnen: Fürchtet halten wird im himmel, euch, die euch nicht, gehet hin, und verkündi- ihr aus GOttes macht durch den get es meinen brüdern, daß sie geskeit, welche zubereitet ist, daß ſie glauben bewahret werdet zur selig hen in Galildam, daselbst werden sie mich sehen. Da sie aber hingien gen, siehe, dakamen etliche von den hütern in die stadt, und verkündig: ten den hohenpriestern alles, was geschehen war. Und sie kamen zu sammen mit den älteen, und hiels ten einen rats, und gaben den friegs- knechten geltes genug, und sprachen: Saget: Seine jonger tamen des nachts, und stahlen ihn, dieweil mir schliefen. Und wo es offenbar werde zu der lezten zeit, in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr iest eine kleine seit( wo es seyn soll) traurig seyd in mancherley anfechtungen, auf daß cuer glaube rechtschaffen, und viel kösis licher erfunden werde, denn das pergängliche gold, das durch das fewer bewähret wird, zu lobe, preis und ehre, wenn man offens baret wird Jesus Christus, wel 1991chen nebst den Festlichen Vorlesungen. 39 chen ihr nicht gesehen, und doch[ digen und unbefleckten lammes lieb habet, und nun an ihn gläu- Der ¡ war zuvor versehen ist, che bet, wiewol ihr ihn nicht sehet; so der welt grund geleget ward, aber werdet ihr euch freuen mit un offenbaret zu den lezten zeiten um aussprechlicher und herrlicher euret willen: die ihr durch ihn freude, und das ende eures glau- glaubet an Gott, der ihn aufers bens davon bringen, nemlich der wecket hat von den todten, auf daß feelen feligkeit. Nach welcher se ihr glauben und hoffnung zuGOtt ligkeit haben gesuchet und geforhaben mögtet. schet die propheten, die von der zu fünftigen gnade auf euch geweiss Am andern Ofter- Tage. saget haben: Und haben geforschet, auf welche und welcherleyjeit deutete der geist Christi, der in ihnen bezeuget Epistel, Ap. Gesch. Cap. 10, v. 34. bis 41. leiden, die in Chrifto find, und die Petrus that ſeinen mund auf, berrlichkeit und sprach: Nun erfahre darnach; welchen es ich mit der wahrheit, daß Gott offenbaret ist, denn sie habens die person nicht ansiehet; sonnicht ihnen selbst, sondern uns dar- dern in allerley volk, wer ihn gethan: welches euch nun verkün- fürchtet und recht thut, der ist ihm diget ist durch die, so euch das evan- angenehm. She wiffet wol von gelium verkündiget haben, durch der predigt, die GOtt zu den kinden heiligen geist vom himmel ge dern Israel gesandt hat, und vers fandt, welches auch die engel gelü kündigen lassen den frieden durch ftet zu schauen. Darum so begürtet JEfum Chriftum( welcher ist ein die lenden eures gemühts, send HErr über alles) die durch das nüchtern, und setzet eure hoffnung ganze jüdische land geschehen ist, gan; auf die gnade, die euch ange- und angegangen in Galiläa nach boten wird durch die offenbarung der taufe, die Johannes predigte; JEfu Chrifti: Als gehorsame kin wie GOtt denselben JEsum von der, und stellet euch nicht gleich wie Nazareth gefalbet hat mit dem vorhin, da ihr in unwissenheit nach heiligen geiste und kraft; der um den lusten lebetet; sondern nach her gezogen ist, und hat wol ge dem, der euch berufen hat, und hei- than, und gesund gemacht alle, die lig ist, send auch ihr heilig, in allem vom teufel überwältiget waren, curem wandel. Denn es stehet ge- denn GOtt war mit ihm. Und chrieben: Ihr follt heilig seyn, wir sind zeugen alles deß, daß er denn ich bin heilig. Und sintemahl gethan hat im indischen lande und ihr den zum vater anrufet, der ob zu Jerusalem: den haben sie ge ne ansehen der person richtet, nach tödtet und an ein holz gehangen. eines jeglichen werk; so führet eu- Denselbigen hat GOtt aufermek: ren wandel, so lange ihr bie wallet, mit furchten: Und wisset, daß ihr nicht mit vergänglichem silber oder golde erlöset send von eurem eiteln wandel, nach väterlicher weise; sondern mit dem theuren blute Chrifti, als eines unschul fet am dritten tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem volke, sondern uns, den vorerwählten zeugen von Gott, die wir mit ihm gegeffen und getrunken has ben, nachdem er auferstanden ist von den todten. ( 4 Evan: Epistein und Evangelien Evangelium, pheten geredet haben. Mußte Luc. Cap. 24, v. 13. bis 35. nicht Chriftus folches leiden, und iu seiner herrlichkeit eingehen? 3 meter ween aus den jüngern JEsu und fieng an von Mose und allen giengen an dem tage seiner auf propheten, und legte ihnen alle erstehung in einen flecken, der war schrift aus, die von ihm gefaget von Jerusalem sechzig feldweges waren. Und sie Famen nahe zu weit, deß namen heisset Emmaus. dem flecken, da sir hingiengen: und Und sie redeten mit einander von er stellete sich, als wollte er vorder allen diesen geschichten. Und es gehen; und sie nähtigten ihn, und geschahe, da sie so redeten, und bessprachen: Bleibe bey uns, denn fragten sich mit einander, nahete es will abend werden, und der tag JEsus zu ihnen, und wandelte hat sich geneiger. Und er gieng mit ihnen. Aber ihre augen wur: hinein, bey ihnen zu bleiben. den gehalten, daß sie ihn nicht und es geschahe, da er mit ihnen kannten. Er sprach aber zu ihnen: zu tische saß, nahm er das brot, Was sind das für reden, die ihr dankete, brach es, und gab es zwischen euch handelt unterwe- ihnen. Da wurden ihre augen ges, und send traurig? Da ant geöffnet, und erkenneten ihn, und wortete einer mit namen Cleo er verschwand vor ihnen. Und sie phas, und sprach zu ihm: Bist du sprachen unter einander: Brannte allein unter den fremdlingen zu nicht unser herz in uns, da er mit Jerusalem, der nicht wisse, was uns redete auf dem wege, als er in diesen tagen darinnen geschehen uns die schrift öffnete? Und sie ift? Und er sprach zu ihnen: Wel- stunden auf zu derselbigen ftunde, ches? Sie aber sprachen zu ihm: Fehreten wieder gen Jerusalem, Das von JEsu con Nazareth, und funden die eilfe versammlet, welcher war ein prophet, mächtig und die bey ihnen waren, welche von thaten und worten, vor GOtt sprachen: Der HErr ist wahrhaf und allem volke, wie ihn unsere tig auferstanden, und Simoni hohepriester und obersten überant erschienen. Und sie erzähleten wortet haben zum verdammniß ihnen, was auf dem wege gesches des todes, und gecreuziget; mir hen war, und wie er von ihnen aber hoffeten, er sollte Ifrael er: erkannt wäre an dem, da er das Issen und über das alles ist brot brach. heute der dritte tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns ers fchrecket etliche weiber der unsern, Vorm. I Cor. Cap. 15, v. 1. bis 22. die sind frühe ben dem grabe gech erinnere euch, lieben brüder! haben gefunden, kommen und sagen, sie haben ein gesicht der engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und et liche unter uns giengen hin zum grabe, und funden es also, wie die weiber fagten, aber ihn funden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: Dihr thoren und trages herzens, zu glauben alle dem, das die proVorlesungen, 40 des kündiger habe, welches ihr auch an genommen habt, in welchem ihr auch siehet. Durch welches ihr auch felig werdet, welcher gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es be halten habt, es wäre denn, daß ihr es umsonst gegläubet hättet. Denn ich habe euch zuförderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß nebst den Festlichen Vorlesungen. daß Christus gestorben sen für un- 1 in euren fünden. So find auch dies fere fünden nach der schrift; Und so in Chrifto entschlafen sind, vers daß er begraben sey, und daß er lohren. Hoffen wir allein in dies auferstanden sey am dritten tage sem Leben auf Christum, so sind nach der schrift; Und daß er ge- wir die elendesten unter allen men sehen worden ist von Kephas, dar- schen. Nun aber ift Chriftus aufs nach von den zwölfen. Darnach ist erstanden von den todten, und der er gesehen worden von mehr denn erstling worden unter denen, die fünf hundert brüdern auf einmahl, da schlafen. Sintemahl durch ei derer noch viele leben; etliche aber nen menschen der tod, und durch sind entschlafen. Darnach ist er einen menschen die auferstehung gesehen worden von Jacobo, dar der todten kommt: Denn gleich nach von allen aposteln. Am lez- wie sie in Adam alle fierben: also ten nach allen ist er auch von mir, werden sie in Chrifto alle lebendig als einer unzeitigen gebuhrt, gese gemacht werden. hen worden. Denn ich bin der ges ringfie unter den aposteln, als der ich nicht wehrt bin, daß ich ein gemeine GOttes verfolget habe. Aber von GOttes gnade bin ich, das ich bin, und seine gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen; sondern ich habe vielmehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, fon dernGOttes gnade, die mit mir ist. Es sey nun ich oder jene, also predigen wir, und also habt ihr geglaubet. So aber Christus gepre diget wird, daß er sey von den todten auferstanden, wie sagen denn etliche unter euch: Die auferste bung der todten sey nichts? It aber die auferstehung der todten nichts; so ist auch Chriftus nicht auferstanden. Ist aber Chriftus nicht auferstanden, so ist unsere predigt vergeblich; so ist auch euer glaube vergeblich. Wir würden aber auch erfunden falsche zeugen Gottes, daßwir widerGOtt gezeuset hätten, er hätte Chriftum auf erwecket, den er nicht auferwecket bätte, sintemahl die todten nicht auferstehen: Denn so die todten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ift Chriftus aber nicht auferstanden, so ist euer glaube eitel, so send ihr noch Nachm. 1 Cor. C. 15, 0. 35. bis 18. mögte iemand fagen: Wie wers den auferstehen? und mit welcherley leibe werden sie kommen? Du narr, das du säeft, wird nicht lebendig, es sterbe denn. Und das du säest, ist ja nicht der leib, der werden soll: sondern ein blos korn, nemlich weizen, oder der andern eins. Gott aber giebt ihm einen leib, wie er will: und einem ieglichen von den samen feinen eigenen leib. Nicht ist alles fleisch einerley fleisch: sondern ein ander fleisch ist der menschen, ein anders des viehes, ein anders der fische, ein anders der vogel. Und es sind himmlische körper, und ir dische körper. Aber eine andere herrlichkeit haben die himlischen, und eine andere die irdischen. Eine andere klarheit hat die sonne, eine andere klarheit hat der mond, eine andere klarheit haben die sterne: den ein stern übertrifft den andern nach der klarheit. Also auch die auferstehung der todten. Es wird gefäet verweslich, und wird auferfiehen unverweslich. Es wird gefået in unehre, und wird auferstehen in herrlichkeit. Es wird gefäet in schwachheit, und wird auferftes hen in kraft. Es wird gesået ein € 5 MAS Episteln und Evangelien, dan natürlicher leid, und wird aufers stehen ein geistlicher leib. Hat man einen natürlichen leib, so hat man auch einen geistlichen leib. Wie es geschrieben stehet: Der erste mensch Adam ist gemacht ins natürliche leben, und der letzte Adam ins geistliche leben; Aber der geistli the leib ist nicht der erste; sondern der natürliche, darnach der geistli che. Der erste mensch ist von der ers de, und irdisch; der andere mensch ist der HErr vom himmel. Wel cherlen der irdische ist, solcherley find auch die irdischen, und wel cherley der himmlische ist, solcher len sind auch die Himmlischen. Und wie wir getragen haben das bild des irdischen: also werden wir auch tragen das bild des himmlifchen. Davon sage ich aber, lieben brüder! daß fleisch und blut nicht können das reich GOttes ererben, auch wird das verwesliche nicht er ben das unverwesliche. Siehe, ich fage euch ein geheimniß: Wir werden nicht alle entschlafen, wir wer den aber alle verwandelt werden. Und dasselbige plsslich in einem augenblick, zur zeit der letzten pofaune: denn es wird die posaune schallen, und die todten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden: Denn dis verwesliche muß anziehen das unverwesliche, und dis fterbliche muß anziehen die unsterblichkeit. Wenn aber dis verwesliche wird anziehen das unvermesliche, und dis fterbliche wird anziehen die unfterblichkeit: denn wird erfüllet werden das wort, das geschrieben fiehet: Der tod ist verschlungen in den sieg. Tod, wo ist dein stachel? holle, wo ist dein sieg? Aber der stachel des todes ist die fünde; die Fraft aber der fünde ist das gesetz. GOtt aber sen dank, der uns den sieg gegeben hat, durch unsern HErrn JEfum Chriftum. Darum, meine lieben brüder! send feste, un betreglich, und nehmet immer zu in dem werke des HErrn, sintemahl ihr wisset, daß eure arbeit nicht vergeblich ist in dem HErrn. Am ersten Sonntage nach Oftern, Quasimodogeniti genannt. Evistel, 1 Joh. Cap. s, v. 1. bis 13. er da glaubet, daß JEſus sey der Chrift, der ist von GOtt gebohren. Und wer da liebet den, der ihn gebohren hat: der liebet auch den, der von ihm gebohren ist. Daran erkennen wir, daß wir GOttes kinder lieben: wenn wir GOtt lieben, und seine gebote halten. Denn das is die liebe zu GOtt, daß wir seine gebote halten: und seine gebote sind nicht schwer. Denn alles, was von GOtt geboh, ren ist, überwindet die welt; und unser glaube ist der sieg, der die welt überwunden hat. Wer ist aber, der die welt überwindet, ohne der da glaubet, daß JEsus GOttes fohn ist? Dieser ist es, der da kömmt mit wasser und blut, Jesus Christus; nicht mit wasser allein, sondern mit wasser und blute. Und der Geist ist es, der da zeuget, daß geist wahrheit ift. Denn drey sind, die da zeugen im himmel; der vater, das wort und der heilige geift, und diese dren sind eins. Und drey sind die da zeugen auf erden: der geist, und das wasser, und das blut, und die drey sind beysammen. So wir der menschen jeugnis annehmen; so ist GOttes teugnis gröffer: denn GOttes zeugniß ist das, das er gezeuget hat von seinem ſohne. Wer da gläubet an den sohn GOttes, der hat solches zeugniß bey ihm. Wer GOtt nicht glaubet, der' nebst den Festlichen Vorlesungen. 43 der machet ihn zum lügner: denn, mahl seine jünger drinnen, und er glaubet nicht dem zeugniß, das Thomas mit ihnen: kömmt JEGOtt zeuget von seinem sohn.Und sus, da die thüren verschlossen was das ist das zeugniß, daß uns GOtt ren, und tritt mitten ein, und das ewige leben hat gegeben: und spricht: Friede sen mit euch. Dars solches leben ist in seinem sohn. nach spricht er zu homa: Reiche Wer den sohn GOttes hat, der hat deine finger her, und siehe meine das leben: wer den sohn GOttes hånde; und reiche deine hand her, nicht hat, der hat das leben nicht. und lege sie in meine feite, und sey Solches habe ich euch geschrieben, nicht ungläubig, sondern gläubig. die ihr gläubet an den namen des Thomas antwortete und sprach sohnes GOttes: auf daß ihr wis zu ihm: Mein HErr und mein set, daß ihr das ewige leben habet, Gott! Spricht JEsus zu ihm: und daß ihr gläubet an den namen Dieweil du mich gesehen haft, des sohnes GOttes. Thoma, so glaubest du: selig sind, die nicht sehen, und doch glauben. Auch viel andere zeichen that JE fus vor seinen jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem buche; diese aber sind geschrieben; daß ihr glaubet, JEsus sey Chriftus, der sohn GOttes, und daß ihr durch den glauben das leben habt in seinem namen. Evangelium, Joh. Cap. 20, v. 19. bis 31.. Um fm abend desselbigen fabbaths, da die jünger versammlet, und die thüren verschlossen wa ren, aus furcht vor den juden kam JEsus und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sey mit euch! Und als er das fagete, eigete er ihnen die hande und seine feite; da wurden die jünger froh, daß sie den HErrn sahen. Da sprach JEfus abermahl zu ihb nen: Friede sey mit euch! Gleichs Epistel, wie mich der vater gesandt hat, 1 Petr. ſo sende ich euch. Und da er das es gewiſſens willen zu GOtt Cap. 2, v. 19. bis 25. as ist gnade, so iemand um fagete, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den hei: das übel verträgt, und leidet das ligen geift: welchen ihr die fünde unrecht. Denn was ist das für ein erlaffet, denen sind sie erlassen: ruhm, so ihr um missethat willen und welchen ihr sie behaltet, denen streiche leidet? Aber wenn ihr um sind sie behalten. Thomas aber, wolthat willen leidet und erbuldet, der zwölfen einer, der da heisset das ist gnade ben GOtt. Denn das iwilling, war nicht ben ihnen, dazu feyd ihr berufen, sintemahl auch JEsus kam. Da sagten die an dern jünger zu ihm: Wir haben den HErrn gesehen. Er aber sprach iu ihnen: Es sey denn, daß ich in seinen handen sehe die nägelmahl, und lege meine finger in die nagel mahl, und lege meine hand in feine feite, will ichs nicht glauben. Und über acht tage waren aber er ftellete es aber dem heim, der Christus gelitten hat für uns, und uns ein vorbild gelaffen, daß ihr follet nachfolgen feinen fustapfen, Welcher keine fünde gethan hat, ist auch kein betrug in seinem munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drauete, Da er litte; da Am andern Sonntage nach Ostern, Misericordias Do. mini genannt. 44 Episteln und Evangelien da recht richtet. Welcher unsere| grimm: enthaltet euch von fleisch fünden selbst geopfert hat an seis lichen lüften, welche wider die seele nem leibe auf dem holze, auf daß streiten; und führet einen guten wir der fünde abgestorben, der gewandel unter den heiden, auf daß rechtigkeit leben: durch welches die, so von euch afterreden als von wunden ihr send heil worden. übelthätern, eure gute merke sehen Denn ihr waret wie die irrende und GOtt preisen, wenn es nun schafe, aber ihr feyd nun bekeh- an den tag kommen wird. tet zu dem hirten und bischof eu unterthan aller menschlichen ord rer seelen. Send Evangelium, Joh. Cap. 10, v. 12. bis 18. nung, um des HErrn willen, es fey dem könige, als dem obersten; oder den hauptleuten, als den ges fandten von ihm, tur rache über frommen. Denn das ist der wille GOttes, daß ihr mit wolthun vers stopfet die unwissenheit der the richten menschen, als die freyen, und nicht als hättet ihr die freys heit sum deckel der bosheit, sons dern als die knechte GOttes. Chut ehre jedermann. Habet die brüder lieb. Fürchtet Gott: ehret den könig. Ihr knechte, send unterthan mit aller furcht den herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. birte, ein guter hirte laffet fein Leben für die schafe: ein mietling aber, der nicht hirte ist deß die scha fe nicht eigen sind, siehet den wolf kommen, und verlasset die schafe, und fleucht; und der wolf erha schet und zerstreuet die schafe. Der mietling aber fleucht, denn er ist ein mietling, und achtet der schafe nicht. Ich bin ein guter hirte, und erkenne die meinen, und bin be kannt den meinen; wie mich mein vater kennet, und ich kenne den vater, und ich laffe mein leben für die schafe. Und ich habe noch andere schafe, die sind nicht aus diesem stalle, und dieselbige muß ich her: führen, und ſie werden meine leber ein kleines, so werdet stimme hören, und wird eineheer: de und ein hirte werden. Darum liebet mich mein vater, daß ich mein leben lasse, auf daß ichs wie der nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selber. Ich habe es macht zu lassen, und habe es macht wieder zu nehmen. Solches gebot habe ich empfangen von meinem vater. Um dritten Sonntage nach Oftern, Jubilate genannt. Epistel, ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum vater. Da sprachen etliche unter seinen jüngern unter einander: Was ist das? das er faget zu uns: Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er saget: über ein klei nes? wir wissen nicht was er re det. Da merkte JEsus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter eins 1 Petr. Cap. 2, v. 11. bis 18. Lieben brüder, ich ermahne euch, als die fremdlinge und pils Evangelium, Joh. Cap. 16, v. 16. bis 23. nebst den Festlichen Vorlesungen. einander, daß ich gesagt habe:, welchem ift keine veränderung über ein kleines, so werdet ihr noch wechsel des lichtes und finmich nicht sehen, und aber über ein fterniß. Er hat uns gezeuget nach Eleines, so werdet ihr mich sehen. seinem willen, durch das wort Wahrlich, wahrlich ich sage euch: der wahrheit, auf daß wir waren Ihr werdet weinen und heulen erstlinge feiner creaturen. Dar: aber die welt wird sich freuen, ihr um, lieben brüder! ein jeglicher aber werdet traurig seyn: doch mensch sen schnell zu hören, lang cure traurigkeit soll in freude verfam aber zu reden, und langsam fehret werden. Ein weib, wenn zum jorn: denn des menschen zorn fie gebieret, so hat sie traurigkeit, thut nicht, was vor GOtt recht denn ihre stunde ist kommen: wenn ist. Darum so leget ab alle uns sie aber das kind gebohren hat, sauberkeit, und alle bosheit, und denket sie nicht mehr an die angst, nehmet das wort an mit sanft, um der freude willen, daß der muht, das in euch gepflanzet mensch zur welt gebohren ist. ist, welches kann eure seelen selig Und ihr habt auch nun traurig machen. feit, aber ich will euch wieder ses hen, und euer herz soll sich freuen, eure soll niemand von euch nehmen; und an demſelbi: gen tage werdet ihr mich nichts fragen. Um vierten Sonntage nach Oftern, Cantate genannt. Epistel, Jac. Cap. 1, v. 12. bis 21. 45 Evangelium, Joh. Cap. 16, v. s. bis 15. Esus sprach zu jún Jern: Nun gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fraget mich: wo gehest du hin? sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ift euer her; voll traurens worden. Aber ich sage euch die wahrheit: es ist euch gut, daß ich hingehe; ich fechtung erduldet: denn nach der tröster nicht zu euch: so ich dem er bewähret ist, wird er die aber hingehe, will ich ihn zu euch frone des Lebens empfahen; welche senden. Und wenn derselbige GOtt verheiffen hat denen die ihn timmt, der wird die welt strafen lieb haben. Niemand sage, wenn um die fünde, und um die gerecher versucht wird, daß er von GOtt tigkeit, und um das gericht: um versucht werde. Denn Gott ist die sünde, daß sie nicht glauben an nicht ein versucher zum bösen, er mich; um die gerechtigkeit aber, versuchet niemand: sondern ein daß ich zum vater gehe, und ihr ieglicher wird versucht, wenn er mich fort nicht sehet; um das ges von seiner eigenen luft gereiset richt, daß der fürft dieser welt ges und gelocket wird. Darnach wenn richtet ist. Ich habe euch noch die luft empfangen hat, gebiehret viel zu sagen, aber ihr Edunet es sie die fünde: die fünde aber, wenniest nicht tragen: wenn aber je fie vollendet ift, gebiehret sie den tod. Irret nicht, lieben brüder! alle gute gabe, und alle vollkom mene gabe kömmt von oben herab, von dem vater des lichtes, bei ner, der geift der wahrheit kommen wird, der wird euch in alle wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, son: dern was er hören wird, das wird er 46 Episteln und Evangelien, er reden, und was zukünftig ist, nem namen: bittet, so werdet ihr wird er euch verkündigen. Der felbige wird mich verklären, denn von dem meinen wird er es neh men, und euch verkündigen. Alles was der vater hat, das ist mein, darum habe ich gesagt: er wird es von dem meinen nehmen, und euch verkündigen. Am fünften Sonntage nach Ostern, Rogate genannt. Epistel, nehmen, daß eure freude vollkoms men sey. Solches habe ich zu euch durch sprichwort geredet; es tömmt aber die zeit, daß ich nicht mehr durch sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frey heraus verkündigen von meinem vater. An demselbigen tage wers det ihr bitten in meinem namen: und ich sage euch nicht, daß ich den vater für euch bitten will: denn er selbst, der vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom vater ausgegangen, und kommen in die welt, wiederum verlasse ich die welt, und gehe zum vater. Sprechen zu ihm seine jünger: Siehe, nun redest du frey heraus, und sagest kein sprichwort: nun wissen wir, daß du alle dinge weisfest, und bedarfft nicht, daß Jac. Cap. 1, v. 22. bis 27. end thäter des wortes, und nicht hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so je mand ist ein hörer des wortes, und nicht ein thäter; der ist gleich einem manne, der sein leiblich angesicht im spiegel beschauet: denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von stund an da von, und vergiffet, wie er gestaltet mar. Wer aber durchschauet in dich jemand frage: darum glau das vollkommene gesek der frey- ben wir, daß du von GOtt aus: heit, und darinnen beharret, und gegangen bist. Jesus antwortete is nicht ein vergeßlicher hörer, sondern ein thater; derselbige wird selig seyn in seiner that. So aber sich jemand unter euch lasset dünken, er diene GOtt, und hält seine junge nicht im laum, fon dern verführet sein herz, deß got tesdienst ist eitel. Ein reiner und unbeflecter gottesdienst vor GOtt dem vater ist der: die waisen und witwen in ihrer trübsal besuchen, und sich von der welt unbefleckt behalten. ihnen: Jezt glaubet ihr. Siehe, es kommt die stunde; und ist schon kommen, daß ihr zerstreuet werdet, ein jeglicher in das feine, und mich alleine laffet: aber ich bin nicht alleine, denn der vater ist bey mir. Solches habe ich mit euch geredet, daß ihr in mir friede habet. In der welt habt ihr angst: aber send getroft, ich habe die welt überwunden. Evangelium, Am Tage der Himmelfahrt Christi. Epistel, Joh. Cap. 16, v. 23. bis 33. JEfus ſprach zu seinen längern: Apoßt. Gesch. Cap. 1, v. 1. bis II. euch: so ihr den vater etwas bits Die erste rede habe ich zwar ges than, lieber Theophile, von ten werdet in meinem namen, so alle dem, das JEsus anfiens, beide wird er es euch geben. Bisher zu thun und zu lehren, bis an den habt ihr nichts gebeten in meis tag, da er aufgenommen ward, nach: nebst den Festlichen Vorlesungen. 47 nachdem er den aposteln, welche er schalt ihren unglauben, und ihs 1 hatte erwählet, durch den heiligen res herzens hårtigkeit, daß fie geift befehl gethan hatte: welchen nicht gegläubet hatten denen, die er sich nach seinem leiden lebendig ihn gesehen hatten auferstanden; erzeiget hatte durch mancherley und er sprach zu ihnen: Gehet hin erweisungen, und ließ sich sehen in alle welt, und prediget das unter ihnen vierzig tage lang, und evangelium aller creatur. Wer redete mit ihnen von dem reiche da glaubet und getauft wird, der GOttes. Und als er sie versamm- wird felig werden; wer aber nicht let hatte, befahl er ihnen, daß sie gläubet, der wird verdammet nicht von Jerusalem wichen, son- werden. Die zeichen aber, die da dern warteten auf die verheiffung folgen werden, denen die da glaudes vaters: welche ihr habt gehs ben, sind die: In meinem namen ret( sprach er) von mir. Denn werden sie teufel austreiben, mit Johannes hat mit wasser getaus neuen zungen reden, schlangen vers set; ihr aber follet mit dem heili treiben: und so sie etwas tödtliches gen geifte getaufet werden, nicht trinken, wirds ihnen nicht schalange nach diesen tagen. Die aber, den: auf die kranken werden sie ſo zusammen kommen waren, die hände legen, so wird es besser fragten ihn, und sprachen: HErr! mit ihnen werden. Und der HErr, wirst du auf diese zeit wieder auf nachdem er mit ihnen geredet hat: richten das reich Israel? Er sprach te, ward er aufgehoben gen him aber zu ihnen: Es gebühret euch mel, und siket zur rechten hand nicht zu wissen zeit oder stunde, GOttes. Sie aber giengen hin, welche der vater seiner macht vor und predigten an allen orten, und behalten hat; Sondern ihr werder HErr wirkete, mit ihnen, und det die kraft des heiligen geistes bekräftigte das wort durch mits empfahen, welcher auf euch kom men wird, und werdet meine zeugen seyn zu Jerusalem, und in ganz Judda und Samaria, und bis an das ende der erden. Und da folgende seichen. Vorlesungen, Vormitt. Hebr. Cap. 4, v. 14. bis Cap. 5, v. 9. te folches gefasst, word et auf. Dieweil wir einen groffen hoz henpriester haben, zusehens, und eine wolke nahm ihn auf vor ihren augen weg. Und als sie ihm nachfahen gen himmel fahren, siehe da stunden bey ihnen zween männer in weiffen kleidern, welche auch fag ten: Ihr männer von Galiläa, was stehet ihr und fehet gen himmel? Dieser JEfus, welcher von euch ist aufgenommen gen himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen himmel fahren. Evangelium, Da Marc. Cap. 16, U. 14. bis 20. die eilfe zu tische saßen, offenbarte sich JEfus, und den sohn GOttes, der gen himmel gefahren ist, so laffet uns halten an dem bekenntniffe: Denn wir has ben nicht einen hohenpriester, der nicht könnte mitleiden haben mit unserer schwachheit; sondern der versucht ist allenthalben, gleich wie wir, doch ohne fünde. Darum lass fet uns hinzutreten mit freudigkeit zu dem gnadenstuhle, auf daß wir barmherzigkeit empfahen, und gnade finden auf die zeit, wenn uns hülfe noth seyn wird: Denn ein jeglicher hoherpriester, der aus den menseben genommen wird, dee wird 48 Episteln und Evangelien dan die fünde aufzuheben. Und wieden menschen ist gesetzt, einmahl zu sterben, darnach aber das gericht: Also ist Chriftus einmahl geopfert, wegzunehmen vieler fünde. Zum andernmahl aber wird er ohne fünde erscheinen denen, die auf ihn warten, zur seligkeit. Denn das gesetz hatte den schatten von den zukünftigen gütern, nicht das wes sen der güter selbst. Allejahr muß man opfern, immer einerley opfer, und kann nicht, die da opfern, volls kommen machen. Sonst hätte das opfern aufgehöret, wo die, so am Gottesdienste sind, kein gewissen mehr hätten von den fünden, wenn sie einmahl gereiniget waren. Gondern es geschiehet nur durch dieselbigen eingedächtniß der sünden alle jahr: Denn es ist unmöglich, durch ochsen- und bocks- blut fünden wegnehmen. Darum, da er in die welt kommt, spricht er: O pfer und gaben hast du nicht ges wollt, den leib aber hast du mir zu bereitet. Brand- opfer und fündopfer gefallen dir nicht. Da ſprach ich: Siehe, ich komme, im buche stehet vornehmlich von mir ge schrieben, daß ich thun foll, GOtt, deinen willen. Droben, als er ges sagt hatte: Opfer und gaben, brand- opfer und fünd- opfer haft du nicht gewollt, sie gefallen dir auch nicht,( welche nach dem geseße ges das heilige, so mit handen geopfert werden,) da sprach er: Sies macht ist,( welches ist ein gegens he, ich komme zu thun, Gott, deis bild des rechtschaffenen,) sondern nen willen. Da hebet er das erste in den himmel selbst, nun zu er- auf, daß er das andere einsetze. In scheinen vor dem angesichte GOt welchem willen wir sind geheiliget, tes für uns. Auch nicht, daß er sich einmahl geschehen durch das opfer oftmahls opfere, gleich wie der ho- des leibes JEfu Chrifti. Und ein hepriester gehet alle jahr in das hei teglicher priester ist eingesetzt, das lige mit fremden blute; Sonst er alle tage Gottesdienst pflege, hatte er oft müssen leiden vom an und oftmahls einerley opfer thue, fang der welt her. Nun aber am welche nimmermehr können die ende der welt ist er einmahl er fünde abnehmen; Dieser aber, da 32 01 wird gesetzt für die menschen gegen, schienen, durch sein eigen opfer, GOtt, auf daß er opfere gaben und opfer für die fünde, der da könnte mit leiden über die da unwissend sind, und irren, nachdem er auch felbst umgeben ist mit schwachheit. Darum muß er auch, gleichwic für das volk, also auch für sich selbst, opfern für die fünde, und niemand nimmt ihm selbst die ehre; sondern der auch berufen sey von GOtt, gleich wie der Aaron: Also auch Christus hat sich nicht selbst in die ehre gefest, daß er hoherpriester würde, sondern der zu ihm gesagt hat: Du bist mein sohn, heute habe ich dich gezeuget. Wie er auch am andern orte spricht: Du bist ein priester in ewigkeit, nach der ord nung Melchisedeck. Und er hat am tage seines fleisches gebet und fle: hen mit starkem geschrey und thranen geopfert, zu dem, der ihm von dem todekönnte aushelfen, und ist auch erhöret, darum, daß er GOtt in ehren hatte. Und wiewol er GOttes sohn war, hat er doch an dem, das er litte, gehorsam gelers net. Und da er ist vollendet, ist er worden allen, die ihm gehorsam sind, eine ursache zur ewigen feligkeit. Christus ist nicht eingegangen in er Nachm. Hebr. Cap. 9, v. 24. bis Cap. 10, v. 14. nebst den Festlichen Vorlesungen. er hat ein opfer für die fünde ge opfert, das ewiglich gilt, siget er nun zur rechten GOttes, und wartet hinfort, bis daß seine feinde zum schemel seiner füffe geleget werden: Denn mit einem opfer hat er in ewigkeit vollendet, die geheiliget werden. Um sechsten Sonntage nach Ostern, Eraudi genannt. Epistel, 1 Petr. Cap. 4, v. 8. bis 11. Send mässig und nüchtern zum gebet: vor allen dingen aber habet unter einander eine brünftige liebe; denn die liebe decket auch der fünden menge. Send gastfren unter einander obne murmeln, und dienet einander, ein jeglicher mit der gabe, die er empfangen hat, als die guten haushalter der mancherlen gnade GOttes: so iemand redet, daß er es rede als GOttes wort: so iemand ein amt hat, daß er es thue, als aus dem vermögen, das GOtt darreichet, auf daß in allen dingen GOtt gepreifet werde durch JEfum Chriftum, welchem sen ehre und gewalt, von ewigkeit zu ewigkeit, amen. 45 einen dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die seit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ich es euch gesaget habe. Solches aber habe ich euch von anfang nicht gefaget, denn ich roar ben euch. Am ersten Pfingst- Tage. Epistel, Ap. Gesch. Cap. 2, v. 1. bis 18. Als der tag der pfingsten erfüller war, waren die jünger des HErrn alle einmühtig bey einans der. Und es geschahe schnell ein brausen vom himmel, als eines ges waltigen windes, und erfüllete das ganze haus, da sie fassen. Und man sabe an ihnen diezungen zertheilet, als wären sie feurig; und er satte sich auf einen jeglichen unter ihnen, und wurden alle voll des heis ligen geistes: und fingen an zu pres digen mit andern zungen, nachs dem der geift ihnen gab auszuspres chen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige männer, aus als lerlev volk, das unter dem dimmel ist. Da nun diese stimme geschahe, kam die menge zusam. men, und wurden bestürzt: denn es hörete ein jeglicher, daß sie mit feiner sprache redeten. Sie ents fazten sich aber alle, verwunderten sich, und sprachen unter ein. ander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galilda? wie hören wir denn ein jeglicher feine sprache, darinnen wir geboh, ren sind?( parther, und Reder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Judda, und Cappadocia, lia, Egypten, und an den enden der LiPonto und Afla, Phrygia und Pamphys byen ben Eyrenen, und ausländer von D Rom, Evangelium, Joh. Cap. 15, v. 26. bis C. 16, v.4. Esus sprach zu seinen iún gern: wenn der tröster kom men wird, welchen ich euch fenden werde vom vater, der geift der wahrheit, der vom vater ausgehet, der wird zeugen von mir: und ihr werdet auch zeugen; denn ihr send von anfang ben mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den bann thun: es kömmt aber die zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue GOtt Epifteln und Evangelien, 50 Rom, Juden und Jugengenoffen, Creter and Araber) wir hören sie mit uns fern zungen die grossen thaten GOttes reden. Sie entfaßten sich aber alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die an dern aber hatten es ihren spott, und sprachen: Sie sind voll süsses weins. Da tratPetrus auf mit den eilfen, hub auf seine stimme, und redete zu ihnen: Ihr Juden, lieben manner, und alle, die ihr zu Jerufalem wohnet, das sey euch kund gethan, und lasset meine morte zu euren ohren eingehen: Denn dieſe sind nicht trunken, wie ihr wähnet, fintemal es ist die dritte stunde am tage; Sondern das ist es, das durch den propheten Joel zuvor gesagt ift: Und es soll geschehen in den letz: ten tagen, spricht GOtt: Ich will ausgiessen von meinem geiste auf alles fleisch, und eure föhne und eure töchter sollen weissägen, und eure jünglinge sollen gesichte se hen, und eure ältesten follen trau me haben. Und auf meine Enechte, und auf meine mägde will ich in denfelbigen tagen von meinem gei sie ausgiessen, und sie follen weissagen. Evangelium, Joh. Cap. 14, v. 15. bis 31. hen: denn ich lebe, und ihr sollt auch leben. An demselbigen tage werdet ihr erkennen, daß ich in meinem vater bin, und ihr in mir, und ich in euch. Wer meine gebo te hat, und hält sie, der ist es, der mich liebet. Wer mich aber liebet, der wird von meinem vater gelies bet werden, und ich werde ihn lieben, und mich ihm offenbaren. Spricht zu ihm Judas, nicht der scharioth: HErr! was ist es, daß du uns dich willt offenbaren, und nicht der welt? JEsus antworte te, und sprach zu ihm: Wer mich liebet, der wird mein wort hab tens und mein vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und wohnung bey ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine worte nicht und das wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern. des vaters, der mich gesandt hat. 1 Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bey euch gewes fen bin. Aber der tröfter, der heilige geist, welchen mein vater senden wird in meinem namen, derselbige wird es euch alles leh ren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gefaget habe. Den frieden lasse ich euch, meinen fries ben gebe ich euch. Nicht gebe ich die welt Euer beri erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehdret, daß ich euch gesaget habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Håttet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesaget habe: ich gehe zum vater; denn der vater ist gröffer denn ich. Und nun habe ich es euch gefaget, the denn es geschiehet, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht mehr viel mit euch reden: denn es kommt der fürst dieser welt, und ha Liebet ihr mich, so haltet meine gebote. Und ich will den vater bitten, und er soll euch einen andern trößter geben, daß er bey euch bleibe ewiglich, den geist der wahrs heit, welchen die welt nicht kann empfahen: Denn sie siehet ihn nicht, und kennet ihn nicht, ihr aber kennet ihn: denn er bleibet ben euch, und wird in euch seyn. Ich will euch nicht waisen lassen, ich komme zu euch. Es ist noch um ein kleines, so wird mich die welt nicht mehr sehen, ihr aber sollt mich set nebst den Festlichen Vorlesungen. 51 hat nichts an mir. Aber auf daß| hoffen. Durch welchen auch ihr die welt erkenne, daß ich den vater liebe, und ich also thue, wie mir der bater geboten hat, stehet auf, und lasset uns von hinnen gehen. gehöret habet das wort der wahrs heit, nemlich das evangelium von eurer seligkeit, durch welchen ihr auch, da ihr gläubetet, versiegelt worden send mit dem heiligen geiVorlesungen, fte der verheissung; welcher ist das Vorm. Eph. Cap. 1, v.2 bis 23. pfand unsers erbens zu unserer ers nade sen mit euch, und friede lösung, daß wir sein eigenthum von GOtt, unserm vater, und würden, ju lobe seiner herrlichkeit. dem HErrn JEfu Chrifto. Gelo Darum auch ich, nachdem ich ges bet sey GOtt und der vater unsers höret habe von dem glauben bey HErrn JEfu Chrifti, der uns ge- euch an den HErrn JEfum, und fegnet hat mit allerley geistlichem von eurer liebe zu allen heiligen, segen in himmlischen gütern durch höre ich nicht auf zu danken für Chriftum.Wie er uns denn erwäh- euch, und gedenke eurer in meinem let hat durch denselbigen, ehe der gebete: Daß der GOtt unsers welt grund geleget war, daß wir HErrn JEfu Chrifti, der vater der follten seyn heilig und unsträflich herrlichkeit, gebe euch den geift der vor ihm in der liebe; und hat uns weisheit und der offenbarung, zu verordnet zur kindschaft gegen seiner selbst erkenntniß, und ers ihm selbst, durch Jesum Christ, leuchtete augen eures verständnisnach dem wolgefallen feines wil- fes, daß ihr erkennen möget, welche lens; zu lobe seiner herrlichen da sen die hoffnung eures berufes. gnade, durch welche er uns hat an und welcher da jey der reichthum genehm gemacht in dem geliebten, feines herrlichen erbes an seinen an welchem wir haben die erld- heiligen, und welche da sey die üs fung durch sein blut, nemlich die berschwängliche grösse feiner Fraft vergebung der fünde, nach dem an uns, die wir glauben, nach der reichthum feiner gnade: Welche wirkung feiner mächtigen stärke, uns reichlich wiederfahren ist, welche er gewürket hat in Chrifto, durch allerlen weisheit und klug- da er ihn von den todten aufers beit. Und hat uns wissen lassen daß wecket hat, und gefeßer zu seiner geheimniß seines willens, nach sei- rechten im himmel, über alle fürnem wolgefallen, und hat daffel fienthum, gewalt, macht, herr, bige hervorgebracht durch ihn, daß schaft, und alles, was genannt mag es geprediget würde, da die zeit werden, nicht allein in dieser welt, erfüllet war, auf daß alle dinge sondern auch in der zukünftigen. jusammen unter ein haupt ver- und hat alle dinge unter seine füße faffet würden in Chrifto, bey gethan, und hat ihn geferzet zum de das im himmel und auch auf haupte der gemeine über alles; erden ist, durch ihn selbst; durch welche da ist sein leib, nemlich die welchen wir auch zum erbtheil fülle deß, der alles in allen erfüller. kommen sind, die wir zuvor vers ordnet sind nach dem vorsage deß, der alle dinge würket nach dem rathe seines willens, auf daß wir etwas feyn zu lobe feiner herrlich feit, die wir zuvor auf Chriftum * Nachm. Rom. Cap. 8, v.1 bis 11. Es ist nichts verdammliches an denen, die in ChriftoJEfu sind, die nicht nach dem fleische wans deln; sondern nach dem geifte. D2 Denn 52 Episteln und Evangelien, da Denn das gesez des geistes, der day ordnet von GOtt ein richter der les lebendig macht in Christo JEsu, hat mich frey gemacht von dem ges fege der fünden und des todes. Denn das dem gesege unmöglich war,( sintemahl es durch das fleisch geschwächet ward,) das that GOtt, und sandte seinen sohn in der gestalt des sündlichen fleisches, und verdammte die fünde im fleische durch fünde; auf daß die ge rechtigkeit, vom gesege erfordert, zu uns erfüllet würde, die wir nun nicht nach dem fleische wandeln, fondern nach dem geiste: Denn die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnet; die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnet. aber fleischlich gesinnet seyn, ist der tod, und geistlich gesinnet seyn, ift leben und friede: Denn fleischlich gesinnet seyn, ist eine feind schaft wider GOtt, sintemahl es dem geseße GOttes nicht unter: than ift: denn es vermag es auch nicht. Die aber fleischlich sind, mis bendigen und der todten. Von dies fem zeugen alle propheten, daß durch seinen namen alle, die a: ibu glauben, vergebung der sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese worte redete, fiel der heilige geift auf alle, die dem worte zu höreten. Und die gläubigen aus der beschneidung, die mit Petro kommen waren, entsatten sich, daß auch auf die beiden die gabe des heiligen geiftes ausgegossen ward. Denn sie höreten, daß fie mit jungen redeten, und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch jemand das wasser wehren, daß diese nicht ges taufet werden, die den heiligen geift empfangen haben, gleich wie auch wir? Und befahl, sie zu taufen in dem namen des HErrn. Evangelium, gen GOtte nicht gefallen. Ihr hat Gott die welt gelies Joh. Cap. 3, v. 16. bis 21. Esus sprach zu Al aber seyd nicht fleischlich; sondern geistlich, so anders GOttes geift in euch wohnet. Wer aber Christus geist nicht hat, der ist nicht sein. So aber Christus in euch ist, fo ist der leib war todt um der fün. be willen; der geist aber ist das le ben um der gerechtigkeit willen. So nun der geift deß, der JEsum von den tødten auferwecket hat, in euch wohnet, so wird auch derselbige, der Chriftum von den todten auferwecket hat, eure sterbliche lei ler lebendig machen, um deß wil ben, daß sein geift in euch wohnet bet, daß er seinen eingebohrnen sohn gab; auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verlohren werden. sondern das ewige leben haben. Denn GOtt hat seinen sohn nicht gefandt in die welt, daß er die welt richte, sondern daß die welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; er aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den namen des einge bohrnen sohnes GOttes. Das ist aber das gericht, das das licht in die welt kommen ist, und die menfchen liebeten die finsterniß mehr, denn das licht, denn ihre werke waren böse. Wer arges thut, der buffet das licht, und kömmt nicht an das licht, auf daß seine werke Um andern Pfingst- Tage. Epistel, Ap. Gesch. Cas. 10, b. 42. bis 48 etrus sprach: Der HErr hat uns geboten ju predigen dem volke, und zu zeugen, daß er ist ver- nicht gestrafet werden. Wer aber die nebst den Festlichen Vorlesungen. 53 die wahrheit thut, der kömmt, in GOtt is, ohne der geist Got an das licht, daß seine werke offenbar werden, denn sie sind in GOtt gethan. tes. Wir aber haben nicht empfans gen den geist der welt; sondern den geist aus GOtt, daß wir wissen köns nen, was uns von GOtt gegeben ist. Welches wir auch reden, nicht mit worten, welche menschliche weisheit lebren kann, sondern mit worten, die der heilige geist lehret, und richten geistliche sachen geifi. lich. Der natürliche mensch aber vernimmt nichts vom geiste GOt, tes, es ist ihm eine thorheit, und kann es nicht erkennen: denn es muß geistlich gerichtet seyn. Der geistliche aber richtet alles, und wird von niemand gerichtet: Denn wer hat des HErrn sinn erkannt? oder wer will ihn unterweisen? wir aber haben Chrifti sinn. * * Vorlesungen, Vormittags. I Cor. Cap. 2. Lieben brüder! da ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen wors ten, oder hoher weisheit, euch zu verkündigen die göttliche predigt: Denn ich hielte mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch, ohne allein JEsum Chriftum, den secreuzigten. Und ich war bey euch mit schwachheit und mit furcht, und mit grossem zittern. Und mein wort und meine predigt war nicht in vernünftigen reden menschlicher weisheit; sondern in bewei sung des geiftes und der kraft: auf daß euer glaube beftehe nicht auf menschen weisheit, sondern auf GOttes kraft. Da wir aber von achmitt. Apost. Gesch. Cap. 2, v. 32. bis 47. reden, das ist dennoch weisheit Petrus ſprach: Gott hat JEfum auferwecket, bey den vollkommenen; nicht eine weisheit dieser welt, auch nicht der obersten dieser welt, welche vers gehen; sondern wir reden von der heimlichen verborgenen weisheit GOttes, welche GOtt verordnet hat vor der welt, zu unserer herr lichkeit. Welche keiner von den obersten dieser welt erkannt hat: denn wo sie die erkannt hätten, hätten sie den HErrn der herrlich feit nicht gecreuziget; sondern wie geschrieben stehet: Das kein au ge gesehen hat, und kein ohr gehd ret hat, und in keines menschen herz kommen ist, dasGOtt bereitet hat denen, die ihn lieben. Uns aber hat es GOtt offenbaret durch seinen geift: denn der geist erfor schet alle dinge, auch die tiefe der gottheit. Denn welcher mensch weiß, was im menschen ist, ohne der geift des menschen, der in ihm ift? Also auch weiß niemand, was moolid wir alle zeugen. Nun er durch die rechte GOttes erhöhet ist, und empfan gen hat die verheissung des heilis gen geistes vom vater: hat er auss gegossen dies, das ihr sehet und. höret. Denn David ist nicht gen himmel gefahren. Er spricht aber; Der HErr hat gesagt zu meinem HErrn: Seze dich zu meiner rech ten, his daß ich deine feinde lege zum schemel deiner füffe. So wiffe nun das ganze haus Israel gewi, daß GOtt diesen JEsum, den ihr gecreuziger habt, zu einem HErrn und Christ gemacht hat. Da sie aber das höreten, gieng es ihnen durchs bers, und sprachen zuPetro, und zu den andern apofteln: Ihr månner, lieben brüder, was sollen wir thun? Petrus sprach zu ihnen: Thut busse, und lasse sich ein feslis cher taufen auf den namen JEfu Chrifti, zur vergebung der fünde; so werdet ihr empfahen die gabe D3 Des 54 Episteln und Evangelien, der Evangelium, Joh. Cap. 3, v. 1. bis 15. Es war ein mensch unter den $ des heiligen geistes. Denn euer und eurer kinder ist diese verheissung: und aller, die ferne sind, welche GOtt, unser HErr, herzu rufen wird. Auch mit viel andern worten pharisäern, mit namen Ni bezeugete er, und ermahnete, und codemus, ein oberster unter den sprach: Laffet euch helfen von diesen Juden, der kam zu JEsu bey der unartigen leuten. Die nun sein nacht, und sprach zu ihm: Meis wort gerne annahmen, lieffen sich ster, wir wissen, daß du bist ein taufen: und wurden hinzu gethan lehrer von GOtt kommen, denn an dem tage bey drey tausend see: niemand kann die zeichen thun, die len. Sie blieben aber beständig in du thuft, es sey denn GOtt mit der apostel lehre, und in der ges ihm. JEsus antwortete und meinschaft, und im brot- brechen, sprach zu ihm: Wahrlich, wahr: und im gebet. Es kam auch alle lich ich sage dir; Es sey denn, daß feelen furcht an: und geschahen viel iemand von neuen gebohren wers wunder und zeichen durch die apo de, kann er das reich GOttes stel. Alle aber, die glaubig waren nicht sehen. Nicodemus spricht worden, waren bey einander, und zu ihm: Wie kann ein mensch ges hielten alle dinge gemein. Ihre bohren werden, wenn er alt ist? güter und habe verkauften sie: und kann er auch wiederum in seiner theileten sie aus unter alle, nach- mutter leib gehen und gebohren dem iedermann noth war. Und sie werden? JÉsus antwortete: waren täglich und stets ben einan- Wahrlich, wahrlich ich sage dir; der einmühtig im tempel, und bra- es sey denn, daß iemand gebohren chen das brot hin und her in hau- werde aus dem wasser und geifte, fern: nahmen die speise, und lobe: so kann er nicht in das reich GOts ten GOtt mit freuden und einfältigem herzen, und hatten gnade ben dem ganzen volk. Der HErr aber that hinzu täglich, die da felig wurden, zu der gemeine. tes kommen. Was vom fleische gebohren wird, das ist fleisch, und was vom geifte gebohren wird, das ist geis. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gefaget habe: Ihr müsset von neuen gebohren werden. Der wind blåset wo er will, und du höreft fein sausen wol, aber du weißt nicht von wannen er kommt, und wohin er fähret; also ist ein jeglicher, der aus dem Umfefte der Dreyeinigkeit. Epistel, Róm. Cap. 11, s. 33. bis 36. welch eine tiefe des reich weisheit und erkenntniß GOttes! wie gar unbegreiflich sind feine gerichte, und unerforschlich seine wege! Denn wer hat des HErrn sinn er kannt? oder wer ift fein rahtgeber gewesen? oder wer hat ihm etwas juvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn, und in ihm sind alle dinge. Ihm sey ehre in ewigFeit, amen. antwortete, und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? JEsus antwortete, und sprach zu ihm: Bist du ein meister in Israel, und weißfest das nicht? Wahrlich wahrs lich ich sage dir: wir reden, was wir wissen, und zeugen, was wit gesehen haben, und ihr nehmet unser zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von ir dischen nebst den Festlichen Vorlesungen. 55 dischen dingen sage: wie würdet vater? Glaubest du nicht, daß ich ihr glauben, wenn ich euch von im vater, und der vater in mir ift? timmlischen dingen sagen würde? Die worte, die ich zu euch rede, die Und niemand fähret gen him rede ich nicht von mir selbst. Der mel, denn der vom himmel her vater aber, der in mir wohnet, nieder kommen ist, nemlich des derfelbige thut die werke. Glaubet menschen sohn, der im himmel mir, daß ich im vater, und der vaist. Und wie Moses in der wüter in mir ist? Wo nicht, so glaus sten eine schlange erhöhet hat: bet mir doch um der werke willen. also muß des menschen sohn ers Wahrlich! wahrlich! ich fage euch: höhet werden, auf daß alle, die Wer an mich glaubet, der wird an ihn glauben, nicht verlohren die werke auch thun, die ich thue, werden, sondern das ewige leben und wird grössere, denn diese thun: haben. denn ich gehe zum vater. Und was ihr bitten werdet in meinem nas men, das will ich thun, aufdaß der vater geehret werde in dem sohne. was ihr bitten werdet in meinem Borlesungen, Dorm. Joh. Cap. 14, v. 1. bis 17. Esus sprach zu seinen iûn nicht. Gläubet ihr an GOtt, so ihr mich, so haltet meine gebote. glaubet ihr auch an mich. In meis und ich will den vater bitten, und nes vaters hause sind viele woher sell euch einen andern tröster nungen. Wenn es nicht so wäre, geben, daß er bey euch bleibe ewigs so wollte ich zu euch sagen: Ich lich, den geist der wahrheit, welgehe hin, euch die stätte zu bereichen die welt nicht kann empfahen: ten. Und ob ich hingienge, euch denn sie siehet ihn nicht, und ken, die stätte u bereiten, will ich net ihn nicht, ihr aber kennet ihn: doch wieder kommen, und euch zu denn er bleibet bey euch, und wird mir nehmen, auf daß ihr seyd, in euch seyn. wo ich bin. Und wo ich hingehe, das wisset ihr, und den weg wiffet ihr auch. Spricht zu ihm The mas: HErr! wir wissen nicht, wo Nachm. B.Mos. C. 6, v. 1. bis 11 is sind die gesege, und gebore die der den weg wissen? JEsus spricht zu euer GOtt, geboten hat: daß ihr ihm: Ich bin der weg, und die sie lernen und thun sollt im lande, wahrheit, und das leben; nie dahin ihr ziehet, dasselbe einzu mand kommt zum vater, denn nehmen: Daß du den HErrn, dei durch mich. Wenn ihr mich kennen GOtt, fürchtest, und haltest netet, so lennetet ihr auch meinen vater. Und von nun an kénnet ihr ihn, und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: HErr! zeige uns den vater, so gendget uns. JEfus spricht zu ihm: So lange bin ich ben euch, und du kennes mich nicht? Philippe, wer mich siehet, der sichet den vater; wie sprichst du denn: Zeige uns den alle seine rechte und gebote, die ich dir gebiete, du und deine kinder, und deine kindes- kinder, alle eure lebtage, auf daß ihr lange lebet. Israel, du sollt hören und behal ten, daß du es thust: daß dirs mol gehe, und sehr vermehret wers deßt wie der HErr, deiner våter GOtt, dir geredt hat, ein land, da milch und honig innen fleufft. Hdre, 56 Evisteln und Evangelien, Höre, Israel, der HErr, unser des elendes. Um meinet willen, GOtt, ist ein einiger HErr. Und du sollt den HErrn, deinen GOtt, lieb haben von ganzem herzen, von ganzer feele, von allem vermögen. Und diese worte, die ich dir heute gebiete, sollt du zu herzen nehmen, und sollt sie deinen kindern schårfen: und davon reden, wenn du in deinem haufe sigeft, oder auf dem wege gehest, wenn du dich nie derlegeft, oder aufsteheft. Und sollt sie binden zum: eichen auf deine hand, und sollen dir ein denkmahl vor deinen augen seyn. Und sollt fie über deines hauses pfoften schreiben, und an die thore. Wenn dich nun der HErr, dein GOtt, in das land bringen wird, das er deinen vätern, Abraham, Isaac und Jacob, geschworen hat, dir zu geben, groffe und feine städte, die du nicht gebauet haft; und häuser alles guts voll, die du nicht gefülia um meinet willen, will ichs thun, daß ich nicht gelästert werde: denn ich will meine ehre keinem andern lassen. Hdre mir zu, Jas cob; und du Israel, mein berufes ner: Ich bins, ich bin der erste, dazu auch der lezte. Meine hand hat den erdboden gegründet, und meine rechte hand hat den himmel umspannet: was ich rufe, das stehet alles da. Sammlet euch alle, und höret: Wer ist unter diesen, der solches verkündigen kann? Der HErr liebet ihn: darum wird er seinen willen an Babel, und seinen arm an den Chalddern beweisen. Ich, ia ich habe es ges sagt, ich habe ihm gerufen: ich will ihn auch kommen lassen, und sein weg soll ihm gelingen. Tretet her zu mir, und höret dis: ich habs nicht im verborgenen zuvor geredt. Von der zeit an, da es ges let hast, und ausgehauene brun- redt wird, bin ich da: und nun nen, die du nicht ausgebauen hast, sendet mich der HErr HErr, und und weinberge und dhlberge, die fein geist. So spricht der HErr, du nicht gepflanzet haft, daß du es dein erlöser, der heilige in Israel: fest und satt wirft: so hüte dich, Ich bin der HErr, dein Gott, daß du nicht des HErrn vergesseft, der dich lehret, was nütlich ist: der dich aus Egyptenland, aus und leitet dich auf dem wege, den dem diensthause, geführet hat; du gehest. O daß du auf meine ges sondern sollt den HErrn, deinen bote merktest: so würde dein fries GOtt, fürchten, und ihm dienen, de seyn wie ein waffer- strom, und und bey seinem namen schwören. deine gerechtigkeit wie meercs. Und sollt nicht andern göttern wellen; und dein saame würde nachfolgen, der völker, die um seyn wie sand, und das gewächse euch her sind. Denn der HErr, deines leibes wie deffelbigen kies; dein GOtt, ist ein eifriger GOtt des name nicht würde ausgerottet unter dir: daß nicht der zorn des noch vertilget vor mir. Gehet aus HErrn, deines GOttes, über dich von Babel, fliehet von den Chal ergrimme, und vertilge dich von däern mit frölichem schall: vers der erde. fündiger und laffet solches hören, bringets aus bis an der welt ende: fprechet, der HErr hat seinen knecht Jacob erlöset. Sie hatten keinen durfi, da er fie leitete in der wüsten: er ließ ihnen wasser aus dem felfen fliessen: er riß den fels, daß Jef Cap. 48,$. 10, bis 22. o spricht der HErr: Siehe, ich will dich lautern, aber nicht wie filber: sondern ich will dich auserwählt machen im ofen nebst den Festlichen Vorlesungen. daß waffer heraus rann. Aber die gottlosen, spricht der HErr, ha ben keinen friede. Um 1.Sonntage nach dem feste der Dreyeinigkeit, oder Trinitatis. 57 ben: als er run in der hölle und in der quahl war, hub er seine aus gen auf, und sahe Abraham von ferne und Lazarum in seinem schooffe, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das äuserste feines fingers in das waffer tauche, und kühle meine zunge, denn ich leide pein in dieser flamme. Abras ham aber sprach: Gedenke, sohn, daß du dein gutes empfangen haft in deinem leben, und Lazarus dars gegen hat böses empfangen: nun aber wird er getrößtet, und du wirst gepeiniget. Und über dis alles ist zwischen uns und euch eine grosse kluft befestiget, daß, die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, bater, daß du ihn sendest in meines vaters haus: denn ich habe noch fünf brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen ort der quahl. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die propheten; laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, vater Abraham, sondern wenn einer von den todten zu ihnen gienge, so würden sie busfe thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die prophes ten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den todten auferstünde. Epistel, 1 Joh. Cap. 4, v. 16. bis 21. Gott ist die liebe, und wer in der liebe bleibet, der bleibet in GOtt, und Gott in ihm. Daran ist die liebe völlig bey uns, auf daß wir eine freudigkeit haben am tage des gerichtes. Denn gleich wie er ist, so sind auch wir in dieser welt. Furcht ist nicht in der liebe, sondern die völlige lie: be treibet die furcht aus: denn die furcht hat pein: wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So je mand spricht: Ich liebe GOtt, und hasset seinen bruder, der ift ein lügner; denn wer seinen bru: der nicht liebet, den er siehet, wie kann er GOtt lieben, den er nicht siehet? Und dis gebot haben wir von ihm, daß, wer GOtt liebet, daß der auch seinen bruder liebe. Bhd Evangelium, Luc. Cap. 16, v. 19. bis 31. Esus sprach: Es war ein reicher mann, der kleidete sich mit purpur und köflichem leinwand, und lebete alle tage herrlich und in freuden. Es war aber ein armer, mit namen Lazarus, der lag vor feiner thür voller schwären; und begehrte sich zu sättigen von den brosamen, die von des reichen ti sche fielen: doch kamen die hunde, und leckten ihm seine schwären. Es begab sich aber, daß der arme starb, und ward getragen von den engeln in Abrahams schooß. Der reiche aber starb auch, und ward begra QUI Am 2. Sonntage nach dem feste ber Dreyeinigkeit. Epistel, Joh. Cap. 3, v. 13. bis 24. erwundert euch nicht, meine brüder, ob euch die welt baf set. Wir wissen, daß wir aus dem tode in das leben kommen sind, denn wir lieben die brüder. Wer den D5 Episteln und Evangelien, on 58 den bruder nicht liebet, der bleibet im tode. Wer seinen bruder has fet, der ist ein todtschläger, und ihr wisset, daß ein todtschläger nicht hat das ewige leben bey ihm bleibend. Daran haben wir er Fannt die liebe, daß er sein leben für uns gelassen hat, und wir follen auch das leben für die brüder lassen. Wenn aber iemand dieser welt güter hat, und siehet seinen bruder darben, und schleußt sein herz vor ihm zu, wie bleibet die liebe GOttes ben ihm? Meine Eindlein, lasset uns nicht lieben mit worten, noch mit der junge; fondern mit der that und mit der wahrheit. Daran erkennen wir, daß wir aus der wahrheit sind, und können unser herz vor ihm stillen, daß, so uns unser Herz verdammet, daß GOtt grösser i denn unser herz, und erkennet alle dinge. Ihr lieben, so uns unser her: nicht verdammet, so haben wir eine freu- hen, und sahe allda einen mens digkeit zu Gott. Und was wir schen, der hatte kein hochzeitlich bitten, werden wir von ihm neh- kleid an, und er sprach zu ihm: men: denn wir halten seine gebo- Freund, wie bist du herein kom te, und thun, was vor ihm gefäl- men, und hast doch kein Hochzeitlig is. Und das ist sein gebot, daß lich kleid an? Er aber verstumme wir glauben an den namen seines te. Da sprach der könig zu seinen sohnes JEfu Chrifti, und lieben dienern: Bindet ihm hände und uns unter einander, wie er uns ein füffe, und werfet ihn in das auß gebot gegeben hat. Und wer seine serste finsterniß hinaus, da wird gebote hält, der bleibet in ihm, feyn heulen und zähnklappen. und er in ihm. Und daran erken- Denn viele sind berufen, aber wes nen wir, daß er in uns bleibet, an nig sind auserwählet. dem geifte, den er uns gegeben hat. den gästen: siehe, meine mahl seit habe ich bereitet, meine ochsen und mein maft- vieh ist geschlach tet, und alles bereit, kommet zur hochzeit. Aber sie verachteten das, und giengen hin, einer auf seinen acker, der andere zu seiner handthierung. Etliche aber grifs fen seine Enechte, hähneten und tödteten sie. Da das der könig hd. rete, ward er zornig, und schickte seine heere aus, und brachte diese mörder um, und zündete ihre stadt an. Da sprach er zu seinen knechten: Die hochzeit ist zwar bereitet, aber die gaste waren es nicht wehrt: darum gehet hin auf die straffen, und ladet zur hoch. zeit, wen ihr findet. Und die knechte giengen aus auf die stras sen, und brachten zusammen, wen sie funden, böse und gute: und die tische wurden alle voll. Da gieng der könig hinein die gäfte zu bese ober: Luc. Cap. 14, v. 16. bis 24. Esus ein S mensch, der machte ein groß Evangelium, Mattb. Cap. 22, v. 1. bis 14. Esus sprach: Das himmel reich ist gleich einem könige, der seinem sohne hochzeit machte: und fandte seine knechte aus, daß sie den gasten zur hochzeit rufe ten; und sie wollten nicht kom men. Abermahl sandte er andere knechte aus, und sprach: Saget abendmahl, und lud viele darzu: und fandte seine knechte aus zur stunde des abendmahls, zu sagen den geladenen: Kommet, denn es ist alles bereit. Und sie fiengen an alle nach einander sich zu entschul digen. Der erste sprach zu ihm: Jch habe einen acker gekauft, und muß nebst den Festlichen Vorlesungen. 39 Evangelium, muß hinaus gehen, und ihn bese: Der GOtt aber aller gnade, der hen; ich bitte dich, entschuldige| uns berufen hat zu seiner ewigen mich. Und der andere sprach: herrlichkeit in Christo JEfu, ders Ich habe fünf joch ochfen gekauft, felbige wird euch, die ihr eine kleis und ich gehe iezt hin sie zu bese ne jeit leidet, vollbereiten, stärken, hen; ich bitte dich, entschuldige träftigen, gründen. Demselbigen mich. Und der dritte sprach: Ich sen ehre und macht von ewigkeit habe ein weib genommen, darum zu ewigkeit, amen. kann ich nicht kommen. Und der knecht kam und sagte das feinem Luc. Cap. Is, v. 1. bis 10. herrn wieder; da ward der haus herr zornig, und sprach zu seinem s naheten zu JEfu allerley knechte: Gehe aus bald auf die zöllner und fünder, daß sie straffen und gaffen der Stadt, und ihn höreten. Und die pharifäer führe die armen, und krüppel, und schriftgelehrten murreten und und lahmen, und blinden herein. sprachen: Dieser nimmt die füns Und der knecht sprach: Herr, es der an, und isset mit ihnen. Er ist geschehen, was du befohlen sagte aber zu ihnen dis gleichnik, haft, es ist aber noch raum da. und sprach: Welcher mensch ist unter euch, der hundert schaafe Und der herr sprach zu dem knech- hat, und so er der eines verlieret, te: Gehe aus auf die land- straffen, der nicht lasse die neun und neuns und an die zäune, und nöhtige sie herein zu kommen, auf daß nach dem verlohrnen, bis daß er es sig in der ruften, und hingehe mein haus voll werde: ich sage finde? Und wenn er es gefunden euch aber, daß der manner keiner, hat, so leget er es auf seine achseln die geladen sind, mein abendmahl mit freuden. Und wenn er heim schmecken wird. FSmmt, rufet er seinen freunden und nachbarn, und spricht zu ihs nen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein schaaf gefunden, das verlohren war. Ich fage euch: also wird auch freude im himmel feyn über einen fünder, der busse thut, vor neun und neunzig ges rechten, die der buffe nicht bes dürfen. Oder welch weib ist, die seben groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein licht ans zünde, und kehre das haus, und suche mit fleiß, bis daß sie ihn finde? und wenn sie ihn gefunden hat, rufet sie ihren freundinnen und nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen groschen funden, den ich verlohren hatte. Also auch, sage ich euch, wird freude seyn vor den engeln GOttes, über einen fünder, der busse thut. one weddi Am Am 3. Sonntage nach dem Feste der Dreyeinigkeit. Epistel, 1 Petr. Cap. 5, v. 5. bis 11. lesammt send untereinander unterthan, und haltet fest an der Demuth: denn GOtt widerstehet den hoffärtigen; aber den demüthigen giebt er gnade. So demühtiget euch nun unter die gewaltige hand GOttes, daß er euch erhöhe zu seiner zeit. Alle eure sorge werfer auf ihn, denn er forget für euch. Seyd nüchtern und wachet, denn euer widersacher der teufel gebet um her wie ein brüllender Idwe, und suchet welchen er verschlinge, dem widerstehet feßt im glauben; und wiffet, daß eben dieselbige leiden über eure brüder in der welt gehen. 60 Episteln und Evangelien, con Um 4. Sonntage nach dem, Und so ihr liebet, die euch lieben, feste der Dreyeinigkeit, Epistel, was danks habt ihr davon? Denn die fünder lieben auch ihre liebha ber. Und wenn ihr euren wolthas Rom. Cap. 8, p. 18. bis 27. tern wol thut, was danks habt ihr es die seit leiden der herrlichkeit felbige auch. Und wenn ihr leihet, nicht wehrt sen, die an uns soll of von denen ihr hoffet zu nehmen: fenbaret werden. Denn das ängst was danks habt ihr davon? Denn liche harren der creatur wartet auf die fünder leihen den fündern auch, die offenbarung der kinder GOt auf daß sie gleiches wieder nehmen. tes. Gintemahl die creatur un Doch aber liebet eure feinde; thut terworfen ist der eitelkeit, ohne wol und leihet, daß ihr nichts da ihren willen, sondern um deß wil für hoffet: so wird euer lohn groß len, der sie unterworfen hat auf seyn, und werdet kinder des allera hoffnung. Denn auch die creatur höchsten seyn; denn er ist gütig fren werden wird von dem dienste über die undankbaren und boshaf des vergänglichen wesens, zu der tigen. Darum seyd barmherzig, herrlichen freyheit der finder wie auch euer vater barmherzig GOttes. Denn wir wissen, daß ist. Nichtet nicht, so werdet ihr alle creatur fehnet sich mit uns auch nicht gerichtet. BVerdam und ångster sich noch immerdar. met nicht, so werdet ihr auch nicht Nicht allein aber sie, sondern auch verdammet. Vergebet, so wird wir selbst, die wir haben des gei euch vergeben. Gebet, so wird stes erstlinge, sehnen uns auch euch gegeben. Ein voll, gedrückt, ben uns selbst nach der kindschaft, gerüttelt und überflüssig maak und warten auf unsers leibes er wird man in euren schooß geben: Issung. Denn wir sind wol felig, denn eben mit dem maasse, da ihr doch in der hoffnung. Die hoff mit messet, wird man euch wieder nung aber, die man siehet, ist nicht messen. Und JEsus sagte ihnen hoffnung: denn wie kann man ein gleichniß: Mag auch ein blin deß hoffen, das man siehet? Soder einem blinden den weg weis wir aber deß hoffen, das wir nicht sen? werden sie nicht alle bende in sehen, so warten wir sein durch die grube fallen? Der jünger ist geduld. Deffelbigen gleichen auch nicht über seinen meister; wenn der geift hilft unserer schwachheit der jünger ist wie sein meister, ſo auf: denn wir wissen nicht, was wir ist er vollkommen. Was siehest beren sollen, wie sich es gebühret; du aber den splitter in deines brus sondern der geiß selbst vertritt uns ders auge, und des balkens in deis aufs beste, mit unaussprechlichen nem auge wirst du nicht gewahr? feufien. Der aber die bergen for- oder wie kannst du sagen zu deis schet, der weiß, was des geiftes nem bruder: Halt sille, bruder, sinn ſey: denn er vertritt die heili- ich will den splitter aus deinem gen, nach dem, das GOtt gefället. auge ziehen, und du sieheft selbst Evangelium, nicht den balken in deinem auge? Du heuchler, zeuch zuvor den bal fen aus deinem auge, und siche denn, daß du den splitter aus deines bruders auge sicheft. OTO 919 20mm 38 Luc. Cap. 6, 3.31. bis 42. Esus sprach: Wie ihr wollet, daß euch die leute than sollen: also thut ihnen gleich auch ihr. nebst den Festlichen Vorlesungen. 61 Um 5. Sonntage nach dem, werfet eure nege aus, daß ihr einen 000 31 feste der Dreyeinigkeit. Epistel, 1 Petr. Cap. 3, v. 8. bis 14. zug thut. Und Simon antwor tete, und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze nacht gearbei tet, und nichts gefangen: aber auf will das neß auswerfen. Und da sie das thaten, beschloffen sie eine große menge fische, und ihr neg zerris. Und sie winketen ihren gesellen, die in dem andern schiffe waren, daß sie kåmen und hülfen ihnen ziehen: und sie kamen und fülleten bende schiffe voll, also, daß sie sunken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er JEſu zu den knien, und sprach: HErr, gehe von mir hinaus, ich bin ein fündiger mensch: denn es war ihm ein schrecken ankommen, und allen die mit ihm waren, über diesen fischzug, den sie miteinander ges than hatten; deffelbigen gleichen auch Jacobum und Johannem, die föhne Bebedai, Simonis gesels len. Und JEsus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du menschen fahen. Und sie führeten die schiffe zu lande, und verließen alles, und folgeten ibm nach. mitleidig, brüderlich, barm herzig, freundlich. Vergeltet nicht böses mit bösem, oder scheltwort mit scheltwort; son dern dargegen segnet, und wisset, daß ihr darzu berufen seyd, daß ihr den segen ererbet. Denn wer leben will, und gute tage sehen, der schweige seine junge, daß sie nichts böses rede, und seine lip pen, daß sie nicht triegen: er wende sich vom bösen, und thue gutes: er suche friede und iage ihm nach. Denn die augen des HErrn sehen auf die gerechten, und seine ohren auf ihr gebet. Das angesicht aber des HErrn Hehet auf die, die da böses thun. Und wer ist, der euch schaden könn te, so ihr dem guten nachkommet? und ob ihr auch leidet um der ge rechtigkeit willen, so send ihr doch felig. Fürchtet euch aber vor ihren trogen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber GOtt den HErrn in euren bergen. Am 6. Sonntage nach dem feste ber Dreyeinigkeit. Epistel, Rom. Cap. 6, v. 3. bis 14. Evangelium, Misſet ihr nicht, daß alle, die ges Luc. Cap., 3. 1. bis 11. s begab sich, da sich das volk zu JEsu draug, zu hören das wort GOttes, und er stund mir in Jesum Chriftum am see Genezareth, und fahe zwey tauft sind, die sind in seinen tod schiffe am fee ftehen; die fischer getauft? So sind wir je mit ihm aber waren ausgetreten, und wu- begraben durch die taufe in den schen ihre neze. Trat er in der tod, auf daß, gleichwie Chriftus schiffe eines, welches Gimonis ift auferwecket von den todten, war, und bat ihn, daß er es ein wes durch die herrlichkeit des vaters, nig vom lande führete: und er also follen auch wir in einem neuen fagte sich und lehrete das volk ausleben wandeln. So wir aber dein schiffe. Und als er hatte auf fammt ihm gepflanzet werden zu gehöret zu reden, sprach er zugleichem tode, so werden wir auch Simon: Fahre auf die höhe, und der auferstehung gleich seyn: dies weil 62 Episteln und Evangelien, weil wir wissen, daß unser alter aber thut und lehret, der wird mensch famt ihm gecreuziget ist, groß beissen im himmelreich. auf daß der fündliche leib aufhöre, Denn ich sage euch: Es sey denn daß wir hinfort der fünde nicht eure gerechtigkeit beffer, denn dienen. Denn wer gestorben ist, der schriftgelehrten und pharisäer, der ift gerechtfertiget von der fün- so werdet ihr nicht in das hims de. Sind wir aber mit Chrifto ge melreich kommen. Ihr habt ges storben, so glauben wir, daß wir höret, daß zu den alten gesager auch mit ihm leben werden; und ist: Du sollt nicht tödten, wer wissen, daß Chriftus von den aber tödtet, der soll des gerichs todten erwecket, hinfort nicht ftir: tes schuldig seyn. Jch aber fas bet, der tod wird hinfort über ihn ge euch: wer mit seinem bruder nicht herrschen. Denn daß er ge- zürnet, der ist des gerichtes schulftorben ist, das ist er der fünde ge dig. Wer aber zu seinem bruder ftorben zu einem mahl; daß er faget: Racha, der ist des raths aber lebet, das lebet er GOtt. schuldig. Wer aber faget: Du Also auch ihr, haltet euch dafür, narr, der ist des häuischen feuers daß ihr der fünde gestorben seyd, schuldig. Darum, wenn du deine und lebet GOtt in Christo JEfu gabe auf den altar opferft, und unserm HErrn. So lasset nun die wirst allda eindenken, daß dein sünde nicht herrschen in eurem bruder etwas wider dich habe; so sterblichen leibe, ihr gehorsam zu laß allda vor dem altar deine gas leisten in seinen lüften. Auch be- be, und gehe zuvor hin, und vers gebet nicht der fünde eure glieder föhne dich mit deinem bruder, zu waffen der ungerechtigkeit; son- und alsdenn komm und opfere dern begebet euch selbst Gott, als deine gabe. Sey willfertig dei die da aus den todten lebendig nem widerfacher bald, dieweil du sind, und eure glieder GOtte zu noch bey ihm auf dem wege bist, waffen der gerechtigkeit: Denn auf daß dich der widerfacher nicht die fünde wird nicht herrschen dermableins überantworte dem Fönnen über euch, sintemahl ihr richter, und der richter überant nicht unter dem geseze seyd; son worte dich dem diener, und dern unter der gnade. werdeft in den Ferker geworfen. Ich sage dir: wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den lezten heller bes zahleft. Evangelium, Matth. Cap. 5, v. 17. bis 26. Irodhnen, daß ich kommen b Efus sprach: Ihr sollt nicht das gesen oder die propheten auf zuldsen. Ich bin nicht kommen aufzulösen, sondern zu erfüllen: Denn ich sage euch: wahrlich, bis daß himmel und erde zergehe, wird nicht zergehen der kleineste buchvom geseze, bis daß es alles geschehe. Wer sondern unter der gnade sind? das nun eines von diesen kleinesten sey ferne! Wisset ihr nicht, wel geboten auflöset, und lehret die chem ihr euch begebet zu Fnechten Leute also, der wird der kleineste in gehorsam, deß knechte send ihr, heiffen im himmelreich; wer es dem ihr gehorsam seyd: es sey Der Am 7. Sonntage nach dem fefte der Dreveinigkeit. Epistel, Nom. Cap. 6, v. Ir. bis 23. ollen wir fündigen, dieweil wir unter nebst den Festlichen Vorlesungen 63 Und er fragte sie: Wie viel habt ihr brote? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem volke, daß sie sich auf die erde lagerten. Und er nahm die sieben brote, und dankete und brach sie, und gab sie seis nen jüngern, daß sie dieselbigen vorlegeten; und sie legten dem volke vor. Und hatten ein wenig fischlein: und er dankete, und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie affen aber und wurden satt, und huben die übrigen brocken auf, sieben körbe. Und ihrer waren bey vier tausend, die da gessen hatten: und er ließ sie von sich. der fünde zum tode, oder dem ge: horsam zur gerechtigkeit. Gott sen aber gedanket, daß ihr knechte der fünde gewesen seyd: aber nun gehorsam worden von herzen dem vorbilde der lehre, welchem ihr ergeben send. Denn nun ihr frey worden send von der sünde, seyd ihr knechte worden der gerechtig feit. Ich muß menschlich davon reden, um der schwachheit wil len eures fleisches. Gleichwie ihr eure glieder begeben habet ¡ um dienste der unreinigkeit, und von einer ungerechtigkeit zu der an dern: also begebet nun auch eure glieder zum dienste der gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der fünden Enechte waret, ober: da waret ihr frey von der gerech- an der stadt Liberias in GaliJoh. Cap. 6, v. 1. bis Is. über das meer tigkeit. Was hattet ihr nun zu der zeit für frucht? welcher ihr euch iezt schämet: denn das ende derselbigen ist der tod. Nun ihr aber send von der sünd: frey, und GOttes knechte worden, habet ihr eure frucht, daß ihr heilig werdet; das ende aber das ewige leben. Denn der tod ist der fün den sold; aber die gabe GOttes ist das ewige leben, in Chrifto JEfu, unserm HErrn. låa. Und es zog ihm viel volks nach, darum, daß sie die zeichen fahen, die er an den kranken that. JEsus aber gieng hinauf auf eis nen berg, und sagte sich daselbst mit seinen jüngern. Es war aber nahe die oftern, ber jüden fest. Da hub JEfus feine augen auf, und siehet, daß viel volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaus fen wir brot, daß diese effen? Das fagte er aber ihn zu versuchen: denn er wuste wol, was er thun wollte. Philippus antwortete ihm: zwey hundert pfennige werth Evangelium, Marc. Cap. 8, v. I. bis 9 uder zeit, da viel volks da war, 3 rief JEsus seine jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich iam mert des volks, denn sie haben nun drey tage ben mir verharret, und haben nichts zu essen; und wenn ich sie ungegessen von mir beim liesse gehen, würden sie auf dem wege verschmachten: denn etliche waren von ferne kommen. Seine jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir brot hier in der wüsten, daß wir sie sättigen? daß ein jeglicher ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner jûn. ger, Andreas, der bruder Simos nis Petri: Es ist ein knabe hie, der hat fünf gersten- brot, und ween fische; aber was ist das une ter so viele? JEfus aber sprach: Schaffet, daß sich das volk lagere. Es war aber viel gras an dem orte. Da lagerten sich ben fünf tausend mann. JEfus aber nahm die brote, dankete und gab sie den jún: 54 Evangelien, du Episteln und Evangelium, Matth. Cap. 7, v. 13. bis 29. Efus sprach: Gehet ein durch die enge pforte: denn die pforte jüngern, die jünger aber denen, die sich gelagert hatten; deffelbi gen gleichen auch von den fischen wie viel er wollte. Da sie aber fatt waren, sprach er zu seinen jungern: Gammlet die übrigen broks ist weit, und der weg ist breit, der ken, daß nichts umkomme. Dajur verdammniß abführet, und fammleten sie, und fülleten zwölf Förbe mit brocken, von den fünf gersten broten, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die menschen das zeichen fa hen, das JEsus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der prophet, der in die welt kommen soll. Da JE sus nun merkte, daß sie kommen würden, und ihn haschen, daß sie ihn zum königemachten, entwich er abermahl auf den berg, er selbst alleine. Am 8. Sonntage nach dem Fefte der Dreieinigkeit. Epistel, ihrer sind viel, die darauf wan deln. Und die pforte ist enge, und der weg ist schmal, der zum leben führet, und wenig ist ihrer, die ihn finden. Sehet each vor, vor den falschen propheten, die in schafs Eleidern zu euch kommen: inwendig aber sind sie reiffende wölfe; an ihren früchten sollet ihr sie er: kennen. Kann man auch traus ben lesen von den dornen? oder feigen von den disteln? Also, ein ieglicher guter baum bringet gute früchte; aber ein fauler baum bringet arge früchte. Ein guter baum kann nicht arge früchte brin gen, und ein fauler baum kann nicht gute früchte bringen. Ein Röm. Cap. 8, 0. 12. bis 17. teglicher baum, der nicht gute Wirfi ir sind, lieben brüder, schuld früchte bringet, wird abgehauen, ner, nicht dem fleische und in das feuer geworfen; darum daß wir nach dem fleische le an ihren früchten sollet ihr sie er ben: denn wo ihr nach dem flei- kennen. Es werden nicht alle, die sche lebet, so werdet ihr sterben zu mir sagen: HErr, HErr, in müssen, wo ihr aber durch den das vimmelreich kommen, son: geift des fleisches geschäfte tödtet, dern die den willen thun meines so werdet ihr leben. Denn wel vaters im himmel. Es werden che der geift GOttes treibet, die viele zu mir fagen an jenem tage: find GOttes kinder. Denn ihr HErr, HErr, haben wir nicht in habt nicht einen knechtlichen geißt deinem namen geweiffaget? Has empfangen, daß ihr euch aber- ben wir nicht in deinem namen mahl fürchten müßtet; fondern teufel ausgetrieben? Haben wir ihr habt einen findlichen geift em- nicht in deinem namen vicle tha pfangen, durch welchen wir ru- ten gethan? Dann werde ich ih fen: Abba, lieber vater. Dersel- nen bekennen: Ich habe euch noch bige geift giebt zeugniß unserm nie erkannt, weichet alle von mir, geiste, daß wir GOttes kinder sind ihr übelthäter. Darum, wer diese Sind wir denn kinder, so sind meine rede hdret, und thut sie, den wir auch erben, nemlich GOttes vergleiche ich einem klugen man erben, und miterben Chrifti; so ne, der sein haus auf einen felfen wir anders mit leiden, auf daß bauete. Da nun ein plat- regen wir auch mit zu der herrlichkeit er:' fiel, und ein gewässer kam, und we haben werden. beten 65 nebst den Festlichen Vorlesungen. heten die winde, und stiessen an suchen, wie etliche von jenen ihn das haus, fiel es doch nicht: denn versuchten, und wurden von den es war auf einen felfen gegründet. schlangen umgebracht. Murret und wer diese meine rede höret, auch nicht, gleich wie jener etliche und thut sie nicht, der ist einem murreten, und wurden umge: thôrichten manne gleich, der sein bracht durch den verderber. Solhaus auf den sand bauete. Da iunches alles wiederfuhr ihnen zum ein plag- regen fiel, und kam ein vorbilde. Es ist aber geschrieben gewässer, und weheten die winde, uns zur warnung, auf welche das und fliessen an das haus, da fiel es, ende der welt kommen ist. Dars and that einen grossen fall. Und um, wer sich läßt dunken, er fiche, es begab sich, da JEsus diese rede mag wol zusehen, daß er nicht vollendet hatte, entfagte sich das falle. Es hat euch noch keine, denn volk über seiner lehre: denn er menschliche versuchung betreten. predigte gewaltig, und nicht wie Aber GOtt ist getreu, der euch die schriftgelehrten. nicht läsfet versuchen über euer vermögen, sondern machet, daß die versuchung so ein ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Um 9. Sonntage nach dem Feste der Dreyeinigkeit. Epistel, 1 Corinth. Cap. 10, v. 1. bis 13. will brüder, nicht Ich erhalten, daß unsere väter IEs war ein reicher mann, der sind alle unter der wolke gewesen, hatte einen haushalter, der ward und sind alle durchs meer gegans vor ihm berüchtiget, als hätte er gen. Und sind alle unter Mosen ihm seine güter umbracht. Und getauft, mit der wolke und mit er forderte ihn, und sprach zu dem meer. Und haben alle einerley ihm: Wie höre ich das von dir? geistliche speise gessen; und haben Thue rechnung von deinem hauss alle einerley geistlichen trank gehalten: denn du kannst hinfort trunken; sie trunken aber von dem nicht mehr haushalter seyn. Der geistlichen fels, der mit folgete, haushalter sprach ben sich selbst: welcher war Chriftus. Aber an ih. Was soll ich thun? mein herr rer vielen hatte GOtt keinen wol nimmt das amt von mir; graben gefallen; denn sie sind niederge mag ich nicht, so schäme ich mich schlagen in der wüste. Das ist aber zu betteln. Ich weiß wol, was uns zum vorbilde geschehen, daß ich thun will, wenn ich nun von wir uns nicht gelüsten laffen des dem amte geseget werde, daß sie böfen, gleich wie jene gelüftet hat. mich in ihre häufer nehmen. Und Werdet auch nicht abgöttische, er rief zu sich alle schuldner seines gleich wie jenter etliche wurden, als herrn, und sprach zu dem ersten: geschrieben fiehet: Das volk sezte Wie viel bist du meinem Herrn sich nieder zu essen und zu trinken, schuldig? Er sprach: Hundert und stund auf zu spielen. Auch las tonnen dls. Und er sprach zu set uns nicht hureren treiben, wie ihm: Nimm deinen brief, sege etliche unter ihnen hureren trie- dich, und schreib flugs funfzig. ben, und fielen auf einen tag dren Darnach sprach er zu dem andern: und zwanzig tausend. Laffet uns Du aber, wie viel bist du schuldig? aber auch Christum nicht ver: Evangelium, Luc. Cap. 16, v. 1. bis 12. 66 Episteln und Evangelia. Er sprach: Hundert malter wei| der erkenntniß, nach demselbigen zen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen brief, und schreib achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten haushalter, daß er klüglich ge than hatte; denn die kinder dieser relt sind kluger, denn die kinder des lichts, in ihrem geschlechte. Und ich sage euch: Machet euch freunde mit dem ungerechten mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewige hütten. Wer im geringsten treu ist, der ist auch im großen treu, und wer im geringsten un recht ist, der ist auch im großen unrecht. So ihr nun in dem unge rechten mammon nicht treu feyd,| auch Christus. geift; einem andern der glaube in demselbigen geist; einem andern die gabe gefund zu machen in demselbigen geist; einem andern wunder zu thun, einem andern weissagung, einem andern geister zu unterscheiden, einem andern mancherley sprachen, einem andern die sprachen auszulegen. Dis aber alles wirket derselbige einige geist, und theilet einem jeglichen seines zu, nachdem er will. Denn gleich wie ein leib ist, und hat doch viele glieder; alle glieder aber ei nes leibes, wiewol ihrer viele sind, sind sie doch ein leib; also wer will euch das wahrhaftige vertrauen? Und so ihr in dem fremden nicht treu feyd, wer will Evangelium, Luc. Cap. 19, v. 41. bis 48. euch geben dasjenige, das euer ist? Als JEfus nahe ben Jeruſalem Am 10.Sonntagenachdem Feste der Dreyeinigkeit. Epistei, 1. Corinth. Cap. 12, v. 1. bis 12. Vid on den geistlichen gaben will kam, er die an, und weinete über sie, und sprach: Wenn du es wüßteft, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner zeit was zu deinem frieden dienet: Aber nun ist es vor deinen augen verborgen. Denn es wird die zeft über dich kommen, daß deine fein de werden um dich, und deine kins der mit dir, eine wagenburg schlas gen, dich belagern, und an allen orten ängsten: und werden dich schleifen, und keinen stein auf dem andern laffen: darum, daß du nicht erkennet haft die zeit, darinnen du heimgesuchet bist. Und er gieng in den tempel, und fieng an auszutreiben, die darins nen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet ges schrieben: Mein Haus ist ein bets haus, ihr aber habt es gemacht zur mördergrube. Und er leh zum gemeinen nußen. Einemj rete täglich im tempel. Aber die wird gegeben durch den geift zu hohenpriester und schriftgelehr reden von der weisheit; dem an- ten, und die vornehniften im volke dern wird gegeben zu reden von trachteten ihm nach, daß sie ihn ich euch, lieben brüder, nicht verhalten; Jhr wisset, daß ihr heiden seyd gewesen, und hingegangen zu den stummen gößen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch kund, daß niemand JEsum verfluchet, der durch den geist GOttes redet. Und niemand kann JEfum einen HErrn heissen, ohne durch den heiligen geist. Es sind mancherley gaben, aber es ist ein geift: und es sind mancher lev ämter aber es ist ein HErr: und es sind mancherley Fräfte, aber es ist ein GOtt, der da wirket alles in allen. In einem jeglichen erzeigen sich die gaben des geiftes uilt: nebst den Festlichen Vorlesungen. umbrächten, und funden nicht, wie sie ihm thun sollten: denn alles Volk hieng ihm an, und hörete ihn. Am 11.Sonntage nach dem fefte der Dreyeinigkeit. Epistel, 1. Cor. Cap. 15, v. 1. bis 10. ch erinnere euch, lieben brü07 er auch von mir als einer unzeitigen gebuhrt gesehen worden. Denn ich bin der geringfie unter den aposteln, als der ich nicht wehrt bin, daß ich ein apostel heisse, dar um, daß ich die gemeine GOttes verfolget habe. Aber von GOttes gnaden bin ich, das ich bin, und seine gnade an mir ist nicht vergeb lich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern GOttes gnade, die mit mir ift. Evangelium, I Luc. Cap. 18, v. 9. bis 14. Efus sagte zu etlichen, die sich felbft vermassen, daß sie fromm dern, ein folch gleichniß: Es wären, und verachteten die ans giengen zween Menschen hinauf in den tempel zu beten, einer ein pharisäer, der andere ein zöllner. Der pharisäer stund, und betete euch verkündiget habe, welches GOtt, daß ich nicht bin wie andes ihr auch angenommen habet, in re leute, räuber, ungerechte, ehes welchem ihr auch stehet, durch wel- brecher, oder auch wie dieser zdllches ihr auch selig werdet, wel- ner: ich fafte zweymahl in der wochergestalt ich es euch verkündiget chen, und gebe den zehenden von babe, so ihr es behalten habet; es allem, das ich habe. Und der zdulwäre denn, daß ihr es umsonst gener stund von ferne, wollte auch gläubet hättet. Denn ich habe seine augen nicht aufheben gen euch zuvorderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sen für unsere fünde, nach der schrift; und daß er begraben sen, und daß er auf erstanden sey am dritten tage, nach der schrift; Und daß er gesehen worden ist von Kephas, dar nach von den zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert brüdern auf einmahl, derer noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Dar nach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen app. ift himmel; sondern schlug an seine bruft, und sprach: Gott sey mir sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser gieng hinab gerechtfertiget in sein Haus, vor jenem. Denn wer sich selbst erhdhet, der wird ers niedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Am12.Sonntage nach dem Feste der Dreyeinigkeit. Epistel, 2. Corinth. Cap. 3, v. 4 bis 9. Ein solch vertrauen haben wir durch nicht daß wir tüchtig sind, von uns selber etwas zu denken, als von uns selber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von GOtt: wels cher auch uns tüchtig gemacht hat, das amt zu führen des neuen teftas mentes, nicht des buchstabens, sons dern des geiftes. Denn der buchs stabe tödtet, aber der geift machet lebendig. So aber das amt, das durch die buchstaben tödtet, und in die steine ist gebildet, klarheit hatte, also, daß die kinder Ifrael nicht 68 Episteln und Evangelien, dan. nicht konnten ansehen das ange- die beiden käme in Chrifto JEsu, sicht Mosis, um der klarheit willen und wir also den verheissenen feines angesichtes, die doch auf geift empfiengen durch den glaus höret: wie sollte nicht vielmehr ben. Lieben brüder, ich will nach das amt, das den geißt giebt, menschlicher weise reden: vers Klarheit haben. Denn so das amt, achtet man doch eines menschen das die verdammnis prediget, teßament nicht, wenn es bestätis klarheit hat; vielmehr hat das get ist, und thut auch nichts dars amt das die gerechtigkeit prediget, iu. Nun ist ja die verheissung überschwengliche klarheit. Abraham und seinem samen zu gefaget: er spricht nicht, durch die famen, als durch viele, sondern als durch einen: durch deinen sa men, welcher ist Chriftus. Ich faz ge aber davon: das teftament, das von GOtt zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehaben, daß die verheiffung sollte durch das gesetz aufhören, welches geges ben ik über vierhundert und dreyss fig jahr hernach. Denn so das erbe durch das gesetz erworben würde, so würde es nicht durch verheissung gegeben; Gott aber hat es Abraham durch verheiss sung fren geschenket. Was foll denn das gesetz? Es is darzu koms men um der sünde willen, bis der same kame, dem die verheissung geschehen ist, und is gestellet von den engeln, durch die hand des mittlers. Ein mittler aber ift nicht eines einigen mittler: Gott aber ist einig. Wie? iß denn das geset wider GOttes verheissun gen? Das sey ferne. Wenn aber ein gesen gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so kame die ge rechtigkeit wahrhaftig aus dem gefege. Aber die schrift hat es alles beschlossen unter die fünde, auf daß die verheissung kame durch den glauben an JEfum Chriftum, ges geben denen, die da glauben. Evangelium, Marci Cap.7, v. 31. bis 37. Da JEfus wieder ausgiens von den grenzen Tyri und Sidon, kam er an das Galiläische meer, mitten unter die grenze der sehen städte. Und sie brachten zu ihm einen tauben, der stumm war; und sie baten ihn, daß er die hand auf ihn legete. Und er nahm ihn von dem volke beson ders, und legete ihm die finger in die ohren, und spüzete, und rührete feine junge, und sahe auf gen himmel, seufzete und sprach zu ihm: Hephatha, das ist: Thue dich auf. Und alsobald thaten sich seine ohren auf, und das band seiner sungen ward los, und redete recht. und er verbot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die maasſe, und sprachen: Er hat alles wol gemacht, die tauben macht er hdrend, und die sprach lofen redend. Am 13.Sonnte genach dem feste der Dreyeinigkeit. Epistel, Evangelium, Gal. Cap. 3, v. 13. bis 22. Shriftus hat uns erlöset von dem fluche des gesetzes, da er ward ein fluch für uns;( denn es fehet geschrieben: Verslucht ist Jedermann, der am bol; hänget;) fus wandte ſich in ſeinen Auf daß Abrahã Luc. Cap. 1o, v. 23. bis 42. derbeit nebst den Festlichen Vorlesungen. 69 wieder komme. Welcher dünket dich, der unter diesen dreyen der nächse sen gewefen dem, der unter die mörder gefallen war? Er sprach: Der die barmherzigkeit an ihm that. Da sprach JEsus zu ihm: So gehe hin, und thue dess derheit: Gelig sind die augen, die da seben, das ihr fehet; denn ich fage euch: viel propheten und Ednige wollten sehen, das ihr fehet, und haben es nicht gesehen; und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und siehe, da fund ein schriftgelehrter auf, vergleichen. Es begab sich aber, da suchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im ges fege geschrieben? wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollt GOtt deinen HErrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer feele, von allen kräften, und von ganzem gemühte; und deinen nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu JE su: Wer ist denn mein nächster? Da antwortete JEsus, und sprach: Es war ein mensch, der gieng von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die môrs der, die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und giengen davon, und liessen ihn halbtodt liegen. Es begab sich aber ohngefehr, daß ein priester dieselbige straffe hinab jog; und da er ihn sahe, gieng er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bey die stätte, und sahe ihn, gieng er vor über. Ein Samariter aber reife: te, und kam dahin, und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, gieng zu ihm, verband ihm seine wunden, und goß darein dl und wein, und hub ihn auf sein thier, und führete ihn in die herberge, und pflegete sein. Des andern tages reisete er, und zog heraus zween groschen, und gab sie dem wirthe, und sprach ju ihm: Pflege fein, und so du was mehr wirft darthun, will ich dir es bezahlen, wenn ich sie wandelten, gieng er in einen markt. Da war ein weib, mit na men Martha, die nahm ihn auf in ihr haus. Und sie hatte eine schwe ster, die hieß Maria, die fatte sich zu JEsu füssen, und hörete seiner rede zu. Martha aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: HErr, frageft du nicht darnach, daß mich meine schwester läffet al leine dienen? Sage ihr doch, daß sie es auch angreife. JEfus aber antwortete, und sprach zu ihr: Martha! Martha! du haft viel sorge und mühe, eines aber ist noth. Maria hat das gute theil erwählet, das soll nicht von ihr genommen werden. Am 14.Sonntage nach dem fefte der Dreyeinigkeit. Epistel, Gal. Cap. 5, v. 16. bis 24. ch sage: wandelt im geiste, so werdet ihr die lüfte des flei sches nicht vollbringen. Denn das fleisch gelüftet wider den geist, und den geift wider das fleisch: dieselbige sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der geift, fo feyd ihr nicht unter dem gesetze. Offenbar aber sind die werke des fleisches, als da sind: chebruch, hureren, unreinigkeit, unzucht, abgötteren, sauberey, feindschaft, hader, neid, zorn, tank, zwies tracht, rotten, haß, mord, saus fent, fressen und dergleichen; von welchen ich euch habe zuvor gefa€ 3 get, Epifiteln und Evangelia, 70 get, und fage noch zuvor, daß die folches thun, werden das reich GOttes nicht ererben. Die frucht aber des geiftes ift liebe, freude, friede, geduld, freundlichkeit, gus tigkeit, glaube, fanftmuht, keusch beit: wider solche ist das gesetz nicht. Welche aber Chriftum an gehören, die creuzigen ihr fleisch fammt den lüften und begierden. Evangelium, seyn, uns unter einander zu ents rüsten und zu haffen. Lieben brü der! so ein mensch etwa von einem fehl übereilet würde, so helfet ihm wieder zurechte mit fanftmühtis gem geiste, die ihr geistlich fend; und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Ei ner trage des andern laft, so wers det ihr das gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dunken, er sey etwas, so er doch nichts ist, der betrüget fich felbft. Ein jeglis sein werk, Luc. Cap. 17, v. 11. bis 19. Es begab sich, da JEfus reigen er mitten durch Samariam und und alsdenn wird er an ihm selber Galildam. Und als er in einen ruhm haben, und nicht an einem markt kam, begegneten ihm zehen andern; denn ein jeglicher wird aussäßige manner, die stunden seine laft tragen. Der aber unvon ferne, und erhuben ihre stim- terrichtet wird mit dem worte, me, und sprachen: JEsu, lieber der theile mit allerley gutes dem, meister, erbarme dich unser! Und der ihn unterrichtet. Irret euch da er sie sahe, sprach er zu ihnen: nicht, GOtt läßt sich nicht spots Gehet hin, und zeiget euch den ten; denn was der mensch fået, priestern. Und es geschahe, da das wird er ernten. Wer auf sein fie bingiengen, wurden sie rein. fleisch fået, der wird von dem fleis Einer aber unter ihnen, da er sche das verderben ernten. Wer fahe, daß er gefund worden war, aber auf den geift sået, der wird Fehrete er um, und preisete von dem geifte das ewige leben GOtt mit lanter stimme, und ernten. Laffet uns aber gutes thun, fiel auf sein angesicht zu seinen und nicht müde werden: denn zu füssen, und dankete ihm; und das seiner zeit werden wir auch ernten war ein Samariter. JEfus aber ohne aufhören. Als wir denn nun antwortete, und sprach: Sind zeit haben, so lasset uns gutes thun ihrer nicht zehen rein worden? an jedermann, allermeist aber an wo sind aber die neune? Hat sich den glaubens- genossen. sonst keiner funden, der wieder umkehrete, und gäbe GOtt die eh Matth. Cap. 6, v. 19. bis 34. re, denn dieser fremdling? UnderEsus sprach zu seinen Jüngern: nicht Evangelium, zu bin, dein glaube hat dir geholfen. sammlen auf erden, da sie die mot Am15.Sonntage nach dem Feste der Dreyeinigkeit. Epistel, ten und der roft fressen, und da die diebe nach graben und stehlen. Sammlet euch aber schätze im himmel, da sie weder motten noch roft fressen, und da die diebe nicht nach graben, noch stehlen: denn Gal. Cap. 5, v. 25. bis C.6, v. 1o. S o wir im geiste leben, so laffet uns auch im geifte wandeln. wo euer schatz ist, da ist auch euer Laffet uns nicht eiteler ehre geizig| herz. Das auge ist des leibes licht, wenn nebst den Festlichen Vorlesungen. 71 Ami6.Sonntage nach dem Feste der Dreyeinigkeit. Epistel, Mir, wenn dein auge einfältig ist, so| und nach seiner gerechtigkeit, so wird dein ganzer leib lichte feyn. wird euch solches alles zufallen. Wenn aber dein Auge ein schalk Darum forget nicht für den anist, so wird dein ganzer leib finster dern morgen, denn der morgende seyn. Wenn aber das licht, das in tag wird für das seine sorgen. Es dir ist, finsterniß ist, wie groß wird ist genug, daß ein jeglicher tag denn die finsterniß selber seyn? seine eigene plage habe. Niemand kann zween herren die nen, entweder er wird einen haf jen, und den andern lieben; oder er wird einem anhangen, und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren leib, was ihr anzies ben werdet. Ist nicht das leben mehr, denn die speise? und der leib mehr, denn die kleidung? Sehet die vögel unter dem him mel an, sie fäen nicht, sie ernten nicht, sie sammlen nicht in die scheuren, und euer himmlischer vater nähret sie doch. Send ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner länge eine elle zusetzen möge, ob er gleich darum forget? Und war um forget ihr für die kleidung? Schauet die lilien auf dem felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben eines. So denn GOtt das gras auf dem felde also kleidet, das doch heute stehet, und morgen in den ofen geworfen wird; sollte er das nicht vielmehr euch thun? o ihr lleingläubigen! Darum sollet ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns Kleiden? Nach solchem allen trachten die heiden, denn euer himmlischer vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche GOttes, Ephes. Cap. 3, b. 8. bis 21. ir, dem allergeringsten unter allen heiligen, ist gegeben diese gnade, unter die heiden zu verkündigen den unerforschlichen reichthum Chrifti, und zu erleuch ten jedermann, welche da sen die gemeinschaft des geheimnisses, das von der welt her in GOtt verbor: gen gewesen ist, der alle dinge geschaffen hat durch JEfum Chrift, auf daß jezt kund würde den für stenthümern und herrschaften in dem himmel, an der gemeine, die mannigfaltige weisheit Gottes. Nach dem vorsate von der welt her, welche er beweiset hat in Chrifto JEsu, unserm HErrn, durch welchen wir haben freudig keit und zugang in aller zuversicht, durch den glauben an ihn. Darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet, um meiner trüb falen willen, die ich für euch leide, welche euch eine ehre sind. Derohalben beuge ich mein kuie gegen den vater unsers HErrn Jesu Chrifti, der der rechte va fer ist über alles, was da kinder heiffet im himmel und auf eiden, daß er euch kraft gebe nach dem reichthum seiner herrlichkeit, stark zu werden durch seinen geist an dem inwendigen menschen, und Christum zu wohnen durch den glauben in euren herzen, und durch die liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreis 4 72 Episteln und Evangelien, don begreifen möget mit allen heili- delt, wie sich es gebühret eu gen, welches da sey die breite, rem berufe, darinnen ihr berus und die länge, und die tiefe, und fen send, mit aller demüht und die höhe; auch erkennen, daß, sanftmuht, mit geduld; und verChriftum lieb haben, viel besser traget einer den andern in der lies ist, denn alles wissen, auf daß ihr be; und send fleissig zu halten die erfüllet werdet mit allerlen GOteinigkeit im geifte, durch das band tes- fülle. Dem aber, der über des friedens. Ein leib und ein schwenglich thun kann über alles, geist, wie ihr auch berufen send auf das wir bitten oder verstehen, nach einerley hoffnung eures berufs. der kraft, die da in uns wirket, dem Ein HErr, ein glaube, eine taufe, fey ehre in der gemeine, die in ein GOtt und vater unser aller, Chrifto JEfu ift, ju allerzeit, von der da ist über euch alle, und durch ewigkeit zu ewigkeit, amen. euch alle, und in euch allen. D Evangelium, Evangelium, Luc. Cap. 7, v. 11. bis 17. 8 begab sich, daß JEfus in eine stadt, mit namen nain, gieng, und seiner jünger gien gen viel mit ihm, und viel volks. Als er aber nahe an das stadtThor kam, siche, da trug man einen todten heraus, der ein einiger sohn war seiner mutter, und sie war eine witwe, und viel volks aus der stadt gieng mit ihr. Und da sie der HErr fabe, jammer te ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht! und trat hinzu und rührete den farg an, und die träger funden. Und er sprach: Jungling, ich sage dir, stehe auf. Und der todte richtete sich auf, und fieng an zu reden, und er gab ihn seiner mutter. Und es kam sie alle eine furcht an, und preiseten Gott, und sprachen: Es ist ein groffer prophet unter uns aufge: standen, und Gott hat sein volk heimgesuchet. Und diese rede von ihm erscholl in das ganze jüdische land, u. in alle umliegende länder. Am 17.onntage nach dem Feste der Dreyeinigkeit Epistel, Luc. Cap. 14, v. 1. bis 11. Es begab sich, daß JEfus kam in ein haus eines obersten der pharifäer, auf einen sabbath, das brot zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein mensch vor ihm, der war wassersüchtig. und JEsus antwortete, und sag te zu den schriftgelehrten und phas rifäern, und sprach: Ist es auch recht auf den fabbath heilen? Sie aber schwiegen stille; under griff ihn an, und heilete ihn, und ließ ihn gehen, und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein ochfe oder esel in den brunnen fället, und er nicht alsbald ihn heraus zichet ani sabbath- tage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder antwort geben. Er sagte aber ein gleichniß zu den gåsten, da er merkete, wie sie erwählten oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein ehrlicher, denn du, von ihm geladen sey; und so denn kömmt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: weiche diesem, und du müsseft denn mit schaam unten an sizzen. Ich gefangener in dem HErrn| Sondern wenn du geladen wirst, ermahne euch, daß ihr wanEphef. Cap. 4, v. 1. bis 6. nebst den Festlichen Vorlesungen. 73 so gehe hin, und fege dich unten| fien lieben, als dich selbst. In dies an, auf daß, wenn da kömmt, der sen menen geboten hanget das dich geladen hat, spreche zu dir: ganze gesen und die propheten. Da Freund, rücke hinauf! dann wirft nun die pharisäer bey einander du ehre haben vor denen, die mit waren, fragte sie JEfus, und dir zu tische sitzen. Denn wer sich sprach: Wie dünket euch um Chris selbst erhöhet, der soll erniedriget fto? weß sohn ist er? Sie spras werden; und wer sich selbst ernte- chen: Davids. Er sprach zu ihnen: driget, der soll erhöhet werden. Am 18.Sonntage nach dem Feste der Dreyeinigkeit. Epistel, 1 Cor. Cap. 1, v. 4. bis 9. Ich danke meinem GOtt allezeit eurenthalben, für die gnade GOttes, die euch gegeben ist in Chrifto JEfu; daß ihr send durch ihn an allen stücken reich gemachet, an aller lehre, und in aller erkennt niß. Wie denn die predigt von Chrifto in euch kräftig worden ist, also, das ihr keinen mangel haz bet an irgend einer gabe, und ware tet nur auf die offenbarung un fers HErrn JEfu Chrifti, welcher auch wird euch fest behalten bis an das ende, daß ihr unsträflich fend auf den tag unsers HErrn JEsu Chrifti. Denn Gott ist getren, durch welchen ihr berufen seyd, zu der gemeinschaft seines fohnes JEfu Chrifti unsers HErrn: Wie nennet ihn denn. David im geifte einen HErrn? da er faget: Der HErr hat gesaget zu meinem HErrn: sebe dich zu meiner rech ten, bis daß ich lege deine feinde zum schemel deiner füffe. So nun David ihn einen HErrn nennet, wie ist er denn sein sohn? Und nies mand konnte ihm ein mort antwore ten, und durfte auch niemand von dem tage an hinfort ihn fragen. Am 19.Sonntage nach dem fefte der Dreyeinigkeit. Epistel, Evangelium, Matth. Cap. 22, v. 34. bis 46. a die pharisäer höreten, daß neris Ephef. Cap. 4, v. 17. bis 32. ch sage und jeuge in dem daß wandelt, wie die andern heiden wandeln in der eitelkeit ihres sin: nes; welcher verstand verfinstert ist, und sind entfremdet von dem leben, das aus GOtt ist, durch die unwissenheit so in ihnen ist, durch die blindheit ihres hersens: welche ruchlos sind, und ergeben sich der unzucht, und treiben allerley un reinigkeit fammt dem geize. Ihr aber habt Chriftum nicht also ge: maul gestopfet hatte, versammle höret habt, und in ihm gelehret ten sie sich. Und einer unter ih- seyd, wie in JEsu ein rechtschaffen nen, ein schriftgelehrter, verwesen ist. So leget nun von euch suchte ihn, und sprach: Meister, ab, nach dem vorigen wandel, den welches ist das vornehmste gebot alten menschen, der durch lüfte in im geseg? JEfus aber sprach zu irrthum sich verderbet; crneuert ihm: Du sollt lieben GOtt deinen euch aber im geiste cures gemühs HErrn von ganzem Herzen, von tes, und ziehet den neuen mens ganzer seele und von ganzem ge- fchen an, der nach GOtt geschafs mühte; dis ist das vornehmste und fen ist, in rechtschaffener gerechtigs größte gebot. Das andere aber ist keit und heiligkeit. Darum leget die dem gleich: Du sollt deinen nächs 5 74 Episteln und Evangelia, die lügen ab, und redet die wahrs| brüchigen: Stehe auf, hebe dein heit, ein jeglicher mit seinem näch- bette auf und gehe heim. Und er ften; sintemahl wir unter einander stund auf und gieng heim. Da das glieder sind. Zürnet und fündiget volk das sahe, verwunderte es sich, nicht; lasset die sonne nicht über und preisete GOtt, der solche eurem zorne untergehen: gebet macht den menschen gegeben hat. auch nicht raum dem lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den händen etwas gutes, auf daß er habe zu geben den dürf tigen. Fasset kein faul geschwäß aus eurem munde gehen, sondern was nützlich zur besserung ist, da Epistel, Ephes. Cap. 5, v. 8. bis 21. Evangelium, 3 zu hören; und betrüber nicht den dem HErrn. Wandelt wie die kin es noht thut, daß es holdſelig fen Ihr waret weiland finsterniß; licht heiligen Geist GOttes, damit ihr der des lichts. Die frucht des Gei versiegelt send auf den tag der er- ftes ist allerley gütigkeit, und ges Issung. Alle bitterkeit, und grimm, rechtigkeit, und wahrheit. Und und zorn, und geschrey, und läste: prüfet, was da sey wolgefällig dem rung, sen ferne von euch, sammt HErrn. Und habet nicht gemeins aller bosheit. Send aber unterschaft mit den unfruchtbaren einander freundlich, herzlich, und werken der Finsterniß, strafet fie vergebet einer dem andern, gleich aber vielmehr: denn was heimlich wie GOtt euch vergeben hat in von ihnen geschiehet, das ist auch Chrifto. schändlich zu sagen. Das alles aber wird offenbar, wenn es vom lichte Matth. Cap. 9, v. I. bis 8. gestrafet wird: denn alles, was Efus trat in das schiff, und offenbar wird, das ist licht. Darum fuhr wieder über das Meer und spricht er: Wache auf, der du kam in seine stadt. Und siehe, da schläfeft, und stehe auf von den brachten sie zu ihm einen gicht- todten, so wird dich Christus er brüchigen, der lag auf einem bette.| leuchten. So fehet nun zu, wie Da nun JEsus ihren glauben fa- ihr vorsichtiglich wandelt, nicht he, sprach er zu dem gichtbrüchi- als die unweisen, sondern als die gen: sey getroft mein sohn, deine weisen; und schicket euch in die sünden sind dir vergeben. Und sie zeit, denn es ist böse zeit. Darum be, etliche unter den schriftgelehr werdet nicht unverständig, son ten sprachen ben sich selbst: Dieser dern verständig, was da sey des läftert GOtt. Da aber JEfus ihre HErrn wille: und faufet euch nicht gedanken sahe, sprach er: War voll weins, daraus ein unordent um denket ihr so arges in eurem lich wesen folget; sondern werdet herzen? Welches ist leichter zu fa- voll geistes, und redet unter einans gen: Dir sind deine fünden verder von pfalmen und lob- gesängen, geben, oder zu sagen: Stehe auf und geistlichen liedern. Singet und und wandele? Auf daß ihr aber wiffet, daß des menschen sohn macht habe auf erden, die fünde zu vergeben, sprach er ju dem gichtl spielet dem HErrn in eurem her: zen, und saget dank allezeit für al les GOtt und dem vater, in dem da namen auf das Fest der Reforma: tion, so am 20. Sonntage nach dem Feste der Dreyeinigkeit gefeyert wird. bi se po bila nebst den Festlichen Vorlesungen. 75 namen unsers HErrn JEsu Chri-| ander beisfet und fresfet, so sehet sti; und send unter einander unzu, daß ihr nicht unter einander terthan in der furcht GOttes. verzehret werdet. oder: Epift. Gal. Cap. 5, v. 1. bis 15. Bestehet in der freyheit, damit uns Christus befreyet hat: Statt des Evangelii, Pf. 119, v. 29. bis 52. Err! wende von mir den fal und das knechtische ioch fangen. Siehe, gesen. Ich habe den weg der wahrich Paulus fage euch: Wo ihr euch heit erwählet, deine rechte habe ich beschneiden lasset, so ist euch Chri- vor mich gestellet. Ich hange an stus kein nüße. Ich zeuge aber deinen zeugnissen: HErr, laß mich mahl einem jeden, der sich be- nicht zu schanden werden. Wenn schneiden läffet, daß er noch das du mein herz tròfteft, so laufe ich ganze gesetz schuldig ist zu thun. den weg deiner gebote. Zeige mir, Ihr habt Christum verlohren, die HErr, den weg deiner rechte: daß ihr durch das gesetz gerecht werden ich sie bewahre bis ans ende. Unwollt, und send von der gnade ge terweise mich: daß ich bewahre fallen. Wir aber warten im geifte dein geset, und halte es von gans durch den glauben der gerechtig- zem herzen. Führe mich auf dem keit, der man hoffen muß: Denn steige deiner gebote: denn ich habe in Chrifto JEfu gilt weder be- lust dazu. Neige mein herz zu deischneidung noch vorhaut etwas; nen zeugnissen, und nicht zum geiz. sondern der glaube, der durch die Wende meine augen ab, daß sie liebe thätig ist. Ihr liefet fein. nicht sehen nach unnüßer lehre; Wer hat euch aufgehalten, der sondern erquicke mich auf deinem wahrheit nicht zu gehorchen? wege. Laß deinen knecht dein gebot Solch überreden ist nicht von dem, feftiglich für dein wort halten, der euch berufen hat. Ein wenig daß ich dich fürchte. Wende von sauerteig versäuert den ganzen mir die schmach, die ich scheue; teig. Ich versehe mich zu euch in denn deine rechte sind lieblich. dem HErrn, ihr werdet nicht an Siehe, ich begehre deiner befehle: ders gesinnet seyn. Wer euch aber erquicke mich mit deiner gerechtigirre machet, der wird sein urtheilkeit. HErr, laß mir deine gnade tragen, er sey, wer er wolle. Ich wiederfahren, deine hülfe nach deis aber, lieben brüder, so ich die be- nem wort. Daß ich antworten midschneidung noch predige, warum ge meinem lasterer; denn ich ver leide ich denn verfolgung? So lasse mich auf dein wort. Und nim hätte das ärgerniß des creuzes auf- ja nicht von meinem munde das gehöret. Wollte GOtt! daß sie wort der wahrheit; denn ich hoffe auch ausgerottet würden, die euch auf deine rechte. Ich will dein ges verstöhren. Ihr aber, lieben brü fesz halten allewege, immer und der, send zur freyheit berufen, al-| ewiglich. Und ich wandle fröhlich; lein sehet zu, daß ihr durch die freyheit dem fleische nicht raum gebet, sondern durch die liebe diene einer dem andern: denn alle gesetze werden in einem worte erfüllet, in dem: Liebe deinen nächsten als dich selbst. So ihr euch aber unter ein denn ich suche deine befehle. Ich rede von deinen zeugnissen vor kd nigen, und schäme mich nicht. Und habe lust an deinen geboten, und find mir lieb. Und hebe meine hans de auf zu deinen geboten, die mir lieb find, und rede von deinen rechten Episteln und Evangelien, rechten. Gedenke beinem Enechte an dein wort, auf welches du mich läsfest hoffen. Das ist mein troft in meinem elende; denn dein wort erquicket mich. Die stolzen haben ihrenspott an mir; dennoch wei che ich nicht von deinem gesek. wenn ich wie du von der welt her gerichtet haft: so hit euch reden als mit geift. Nachm. I Cor. Cap. 3. * ch, lieben Fonnte nicht werde ich getröstet. Vorlesungen, lichen; sondern als mit fleischlis chent, wie mit jungen kindern in vorm. Matth. C.11, v.20. bis 30. Christo. Milch habe ich euch zu Efus fing an, die städte zu schel trinken gegeben, und nicht speise: ten, in welchen am meisten denn ihr konntet noch nicht, auch seiner thaten geschehen waren, könnet ihr jetzt nicht, dieweil ihr und hatten sich doch nicht gebeffert. noch fleischlich seyd: denn sintes Wehe dir, Chorazin! wehe dir, mahl eifer, und zank, und zwies Bethsaida! wären solche thaten tracht unter euch sind, send ihr zu Tyro und Sidon geschehen, als denn nicht fleischlich, und wandelt ben euch geschehen sind: sie hätten nach menschlicher weise? Denn vorzeiten im sack und in der asche so einer saget: Ich bin Paulisch; busse gethan. Doch ich sage euch: der andere aber: Ich bin Apol Es wird Tyro und Sidon erträgli lisch, send ihr denn nicht fleischcher ergehen am jüngsten gericht, lich? Wer ist nun Paulus? Wer denn euch. Und du Capernaum, ist Apollo? Diener sind sie, durch die du bist erhaben bis an den him- welche ihr send glaubig worden, mel, du wirst bis in die hölle hin- und daffelbige, wie der HErr eis unter gestoffen werden. Denn so zu nem jeglichen gegeben hat. Ich Sodoma die thaten geschehen wa- babe gepflanzet, Apollo hat begos ren, die bey dir geschehen sind: sie fett; aber GOtt hat das gedeyen stünde noch heutiges tages. Doch gegeben. So ist nun weder der da ich sage euch: Es wird der Sodo: pflanzet, noch der da begeust, ets mer lande erträglicher ergeben am was; sondern GOtt, der das ges jüngsten gericht, denn dir. Zu der- deyen giebt. Der aber pflaniet, felbigen zeit antwortete JEfus, und der da begeußt, ist einer mic und sprach: Ich preife dich, vater der andere. Ein teglicher aber wird und HErr himmels und der erden, seinen lohn empfahen nach seiner daß du solches den weisen und klu- arbeit: Denn wir sind GOttes gen verborgen hast, und hast es den mitarbeiter; ihr send GOttes unmündigen offenbaret. Ja vater, ackerwerk, und GOttes gebau. denn es ist also molgefällig gewesen Ich von GOttes gnade, die mir vor dir. Alle dinge sind mir übergegeben ist, habe den grund gelegt, geben von meinem vater. Und nie: als ein weifer baumeister, ein anmand kennet den sohn, denn nur derer bauet darauf. Ein jeglicher der vater: und niemand kennet aber sehe ju, wie er darauf baue. den vater, denn nur der sohn, und Einen andern grund kann zwar wem es der sohn will offenbaren. niemand legen, auffer dem, der ges Kommet her zu mir alle, die ihr leget ist, welcher ist Jesus Chrift. mühselig und beladen seyd, ich will So aber jemand auf diesen grund euch erquicken. Nehmet auf euch bauet mein joch, und lernet von mir, denn ich bin sanftmühtig und von bergen demühtig: so werdet ihr ruhe finden für eure feelen. Denn mein joch ist sanft, und meine laft ist leicht. nebst den Festlichen Vorlesungen. 77 bauet gold, silber, edelstein, holz,| und gewaltigen, nemlich mit den heu, stoppeln, so wird eines jegli- berren der welt, die in der finsters chen werk offenbar werden, der niß dieser welt herrschen, mit den tag wird es klar machen: denn es bösen geistern unter dem himmel. wird durchs feuer offenbar wer Um deß willen so ergreifet den den, und welcherley eines jegli- barnisch GOttes, auf daß ihr, chen werk sey, wird das feuer be: wenn das böse stündlein kömmt, währen. Wird jemands werk blei- widerstand thun, und alles wol ben, daß er darauf gebauet hat, ausrichten und das feld behalten so wird er lohn empfahen. Wird möget. So siehet nun, umgur. aber jemands werk verbrennen, so tet eure lenden mit wahrheit, wird er deß schaden leiden; er aber und angezogen mit dem krebs der selbst wird selig werden, so doch, gerechtigkeit, und an den beinen als durchs feuer. Wisset ihr nicht, gestiefelt, als fertig zu treiben das daß ihr GOttes tempel seyd, und evangeliumdes friedens, damit ihr der geißt GOttes in euch wohnet. bereitet send. Vor allen dingen So iemand den tempel GOttes aber ergreifet den schild des glaus verderbet, den wird GOtt verder bens, mit welchem ihr auslösschen hen: denn der tempel GOttes tft könnet alle feurige pfeile des bofes heilig; der send ihr. Niemand be wichts. Und nehmet den helm des trüge sich selbst. Welcher sich un- heils, und das schwert des geistes, ter euch dünket weise zu seyn, der welches ist das wort GOttes. Und werde ein narr in dieser welt, daß betet stets in allem anliegen, mit er mdge weise seyn: Denn dieser bitten und flehen im geiste, und welt weisheit ist thorheit bey wachet dazu mit allem anhalten GOtt; denn es stehet geschrieben: und flehen für alle heiligen, und Die weisen erhaschet er in ihrer für mich, auf daß mir gegeben wers Flugheit. Und abermahl: Der de das wort mit freudigem auf HErr weiß der weisen gedanken, thun meines mundes, daß ich mddaß sie eitel sind. Darum rühme ge kund machen das geheimniß des sich niemand eines menschen. Es evangelii; welches bote ich bin in ist alles euer. Es sey Paulus oder der Fette, auf daß ich darin freudig Apollo, es seyKephas oder die welt, handeln möge, und reden, wie es sey das leben oder der tod, es sey sich es gebühret. das gegenwärtige oder das zukünftige, alles ist euer. Ihr aber seyd Christi, Christus aber ist GOttes. Am 21. Sonntage nach dem Feste der Dreyeinigkeit. Epistel, Evangelium Joh. Cap. 4, v. 47. bis 54. Es war ein königischer, des Me sohn lag krank zu Capernaumk dieser börete, daß JEsus kam aus Judaa in Galildam, und gieng Ephes. Cap. 6, v. 10. bis 20. hin zu ihm, und bat ihn, daß er eine brüder, send stark in hinab kame, und bülfe seinem dem HErrn, und in der sohne, denn er war todtkrank. macht seiner stärke. Biehet an und JEsus sprach zu ihm: Wenn den harnisch GOttes, daß ihr be ihr nicht seichen und wunder se stehen könnet gegen die liftigen het, so glaubet ihr nicht. Der anläufe des teufels. Denn wir königische sprach zu ihm: HErr! haben nicht mit fleisch und blut zu komm binab, che denn mein Find kämpfen, ndern mit fürsten ftirbet. 78 Episteln und Evangelia. stirbet. JEfus spricht zu ihm: 1 das beste sen, auf daß ihr seyd laus Gehe hin, dein sohn lebet. Der ter und unanstässig, bis auf den mensch glaubete dem worte, das tag Christi, erfüllet mit früchten JEfus zu ihm sagte, und gieng hin. der gerechtigkeit, die durch JE Und indem er hinab gieng, begeg- sum Christum geschehen in euch neten ihm seine knechte, verkün- jur ehre und lobe GOttes. digten ihm, und sprachen: Dein kind lebet. Da forschet er von ihnen die stunde, in welcher es besser mit ihm worden war. Per und ſie Evangelium, Matth. Cap. 18, v. 21 bis 35. etrus wie oft muß ich meinem brus sprachen zu ihm: Gestern um die fiebente stunde verließ ihn das fieber. Da merkte der vater, daß es um die stunde wäre, in welcherJE fus zu ihm gesagt hatte: dein sohn lebet. Und er gläubete mit seinem ganzen hause. Das ist nun das an dere zeichen, das JEsus that, da er aus Judia in Galildam kam. der, der an mir fündiget, vers geben? Jsts genug sieben mahi? JEsus sprach zu ihm: Ich sage dir, nicht sieben mahl, sondern sieben. sig mahl sieben mahl. Darum ift das himmelreich gleich einem kds nige, der mit seinen knechten rechnen wollte. Und als er anfieng zu rechnen, kam thm einer vor, der war ihm zehentausend pfundschul> dig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der herr verkaufen ihn, und sein weib, und seine kins der, und alles was er hatte, und Am22.Sonntage nach dem Feste der Dreyeinigkeit. Epistel, Phil. Cap. 1, v. 3. dis 11. ch ich euer gedenke,( welches ich allezeit thue in allem meinem gebet für euch alle, und thue das gebet mit freuden) über cürer gemeinschaft am evangelio, vom ersten tage an, bisher. Und bin defelbigen in guter zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute werk, der werde es auch vollführen, bis an den tag JEsu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermassen von euch al len halte, darum, daß ich euch in meinem herzen habe, in diesem meinem gefängniß, darinnen ich das evangelium verantworte und bekräftige; als die ihr alle mit mir der gnade theilhaftig feyd. Denn Gott ist mein zeuge, wie mich nach euch allen verlanget von herzens- grunde, in JEfu Chrifto: und daselbst um bete ich, daß eure liebe je mehr und mehr reich werde in allerley erkenntniß und erfahrung; daß ihr prüfen möget, was der, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe geduld mit mir, ich will dir es alles bezahlen. Da iammerte den herrn desselbigen knechtes, und ließ ihn los, und die schuld erließ er ihm auch. Da gieng derselbige knecht bin aus, und fand einen seiner mits knechte, der war ihm hundert groschen schuldig, und er griff ihn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist, da fiel sein mit knecht nieder, und bat ihn, und sprach: Habe geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern gieng hin, und warf ihn in das gefängniß, bis daß er bezahlete, was er schuldig war. Da aber seine mitknechte solches sahen, wurden sie sehr be trübt, und kamen, und brachten vor ihren herrn, alles, was sich bes geben hatte. Da forderte ihn sein herr mednot nebst den Festlichen Vorlesungen. 79 herr vor sich, und sprach zu ihm:| ches vorhält die himmlische berus Du schalksknecht, alle diese schuld fung GOttes in Chrifto JEfu. habe ich dir erlassen, dieweil du Wie viel nun unser vollkommen mich batest. Solltest du denn dich sind, die laffet uns also gesinnet nicht auch erbarmen über deinen seyn, und sollet ihr sonst etwas hals mitknecht, wie ich mich über dichten, das laffet euch GOtt offenbas erbarmet habe? Und sein herr ren. Doch soferne, daß wir nach ward zornig, und überantwor- einer regel, darein wir kommen tete ihn den peinigern, bis daß er sind, wandeln, und gleich gesinbezahlte alles, was er ihm schul- net seyn. Folget mir, lieben brüder, dig war. Also wird euch mein und sehet auf die, die also wans himmlischer vater auch thun, so deln, wie ihr uns habet zum vor: ihr nicht vergebet von euren her bilde. Denn viele wandeln, von zen, ein jeglicher seinem bruder welchen ich euch oft gefaget habe; seine fehle. nun aber sage ich auch mit weis nen, die feinde des creuzes Christi; Welcher ende ist das verdammniß, welchen der bauch ihr gott ist, und ihre ehre zu schanden wird, dezer, die irdisch gesinnet sind. Unser wandel aber ist im himmel, von dannen wir auch warten des heis des Am23.Sonntage nach dem Feste der Dreyeinigkeit. Epistel, Phil. Cap. 3, v. 8. bis 21. ch achte es alles für schaden erkenntniß Christi JEsu meines HErrn, um welches willen ich al les habe für schaden gerechnet, und achte es für dreck, auf daß ich Chrikum gewinne, und in ihm erfunden werde; daß ich nicht habe meine gerechtigkeit, die aus dem ges sege; sondern die durch den glauben an Christum kommt, nemlich die gerechtigkeit, die von Gott dem glauben zugerechnet wird, zu erkennen ihn, und die kraft seiner JEfum fiengen in seiner rede, auferstehung, und die gemeinschaft und fandten zu ihm ihre jünger, seiner leiden, daß ich seinem tode sammt Herodis dienern, und spras ähnlich werde, damit ich entgegen chen: Meister, wir wissen, daß du komme, zur auferstehung der tod wahrhaftig bist, und lehrest den ten; Nicht, daß ich es schon ergrif- weg GOttes recht; und du fragest fen habe, oder schon vollkommen nach niemand, denn du achteft sen; ich iage ihm aber nach, ob ich es auch ergreifen mögte, nach dem ich von Chrifto JEfu ergriffen bin. Meine brüder! ich schäße mich felbst noch nicht, daß ich es ergrif fen habe. Eines aber sage ich, ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich zu dem, das da vornen ist. Und jage nach dem vorgesteck ten ziele, nach dem kleinod, wel nicht das ansehen der menschen. Darum sage uns, was dunket dich? Ist es recht, daß man dem kaiser zins gebe, oder nicht? Da nun JEfus merkete ihre schalkheit, sprach er: Jhr heuchler, was vers suchet ihr mich? Weiset mir die zins- münze. Und sie reichten ihm einen groschen dar. Und er sprach Jos epic 488-435 Ju welcher unsern nichtigen leib vers klären wird, daß er ähnlich wers de seinem verklärten leibe, nach der wirkung, damit er kann auch alle dinge ihm unterthänig machen. Evangelium, Matth. Cap. 22, v. 15. bis 33. Die pharifäer giengen bin, und co Episteln und Evangelien, zu ihnen: erfüllet werdet mit erkenntniß seis Die überschrift? Sie sprachen zu nes willens in allerley geistlicher ihm: des kaisers. Da sprach er weisheit und verstand; daß ihr zu ihnen: So gebet dem kaiser, wandelt würdiglich dem HErrn zu was des kaisers ist, und Gott, allem gefallen, und fruchtbar seyd was GOttes ist. Da sie das höres in allen guten werken, und wachset ten, verwunderten sie sich; und in der erkenntniß GOttes, und ges lieffen ihn, und giengen davon. tärket werdet mit aller kraft, nach An demselbigen tage traten zu ihm seiner herrlichen macht, in aller die Sadducher, die da halten, es geduld und langmühtigkeit, mit sen kein auferstehen, und fragten freuden; Und danksaget dem vaz ihn, und sprachen: Meister! Moter, der uns tüchtig gemachet jes hat gesagt: So einer stirbt, und hat zu dem erbtheile der heiligen hat nicht kinder, so foll sein bruder im lichte; welcher uns errettet fein weib freyen, und seinem bru hat von der obrigkeit der finsters der samen erwecken. Nun sind niß, und hat uns versetzet in das ben uns gewesen sieben brüder. reich seines lieben sohnes, an Der erste freyete, und starb, und welchem wir haben die erlösung dieweil er nicht samen hatte, ließ durch sein blut, nemlich die ver er fein weib feinem bruder. Des gebung der fünden... felbigen gleichen der andere, und der dritte, bis an den siebenden. Bulegt nach allen starb auch das weib. Nun in der auferstehung, welches weib Evangelium, Matth. Cap. 9, v. 18. bis 26. Es kam der obersten einer, und fiel vor den sieben? Sie haben sie ia alle sprach: HErr, meine tochter ist gehabt. JEfus aber antwortete, iezt gestorben; aber komm, und und sprach zu ihnen: Ihr irret, lege deine hand auf sie, so wird und wisset die schrift nicht, noch sie lebendig. Und JEsus stund die kraft GOttes. In der aufer auf und folgete ihm nach, und schung werden sie weder freyen, seine jünger. Und siehe, ein weib, noch sich freyen lassen, sondern sie das zmdlf jahr den blutgang ges sind gleich, wie die engel GOttes habt, trat von hinten zu ihm, im himmel. Habt ihr aber nicht und rührete seines kleides saum gelesen von der todten auferste an: denn sie sprach bey sich selbst: hung, das euch gesagt ist vonGOtt, mögte ich nur sein kleid anrüh da er spricht: Ich bin der GOtt ren, so würde ich gesund. Da Abraham, und der GOtt Isaac, wendete sich JEsus um, und sahe und der GOtt Jacob: GOtt aber sie, und sprach: Sen getroft, meis ist nicht ein Gott der todten, son ne tochter, dein glaube hat dir ges dern der lebendigen. Und da sol- holfen. Und das weib ward ges ches das volk hörete, entfagten fie fund zu derselbigen stunde. Und fich über seiner lehre. 21m 24.Sonntage nach dem feste der Dreyeinigkeit. Epistel, Coloff. Cap. 1, v. 9. bis 14. Wir hören nicht auf für euch zu Als aber das voll ausgetrieben beten und zu bitten, daß ihr domisli ola mar als er in des obersten haus kam, und fahe die pfeiffer und das ges tümmel des volks; sprach er zu ihnen: Weichet, denn das mägdz lein ist nicht todt, sondern es fchläft. Und sie verlachten ihn. nebst den Festlichen Vorlesungen. 81 war, gieng er hinein, und ergriff| aus seinem haufe zu holen. Und sie bey der hand; da stund das mågdlein auf. Und dis gerücht er schallete in daffelbige gange land. Um 25. Sonntage nach dem feste ber Dreyeinigkeit. Epistel, wer auf dem felde ift, der kehre nicht um, seine kleider zu holen. Wehe aber den schwangern und säugern zu der zeit. Bittet aber, daß eure flucht nicht geschehe im winter, oder am sabbath; denn es wird alsdenn eine grosse trüb. fal fenn, als nicht gewesen ist vom anfange der welt bis hieher, und 1 Theff. Cap. 4, v. 13. bis 18. Wir wollen euch, lieben brüals auch nicht werden wird. Und wo diese tage nicht würden ver kürzet, so würde kein mensch se. lig; aber um der auserwählten willen werden die tage verkürzet. So alsdenn iemand zu euch wird sagen: Siehe, hie ist Christus, oder da; so sollet ihr es nicht glaus ben. Denn es werden falsche Christi, und falsche propheten aufftes hen, und grosse zeichen und wüns der thun, daß verführet werden in den irrthum,( wo es möglich wäre,) auch die auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor ges faget; darum wenn sie zu euch fas gen werden: Siehe, er ist in der wüsten, so gehet nicht hinaus: Siehe, er ist in der kammer, ſo glaubet es nicht. Denn gleich wie der blitz aufgehet vom aufgange, und scheinet bis zum nieders gange; also wird auch seyn die zus funft des menschen sohnes. Wo aber ein aas ist, da sammlen sich die adler. Am 26.Sonntage nach dem fefte der Dreyeinigkeit. Epistel, 2 Theff. Cap. 1, v. 3. bis 10. der, nicht verhalten von denen die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig fend, wie die andern, die keine hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß JEsus gestorben und auferstanden ist, also wird GOtt auch, die da entschlafen sind durch JEsum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein wort des HErrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der jukunft des HErrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der HErr, wird mit einem feldgeschren und der stimme des erz- engels, und mit der posaune GOttes hernieder kommen vom himmel, und die tobten in Chrifto werden auferstehen zu erst: darnach wir, die wir leben und über bleiben, werden zugleich mit den felbigen hingerücket werden in den woiken, dem HErrn entgegen in der luft, und werden also bey dem HErrn seyn allezeit. So tröstet euch nun mit diesen worten un ter einander. Evangelium, Matth. Cap. 24, v. 15. bis 28. JEfus sprach zu seinen jungern: Wenn ihr ſehen werdet greuel der davon gefaget ist durch den propheten Daniel, daß er stehe an der heiligen stätte;( wer das liefet, der merke darauf!) alsdenn fliehe auf die berge, wer im jüdischen lande ist. Und wer auf dem dache ist, der steige nicht hernieder, etwas Wir sollen GO danken alles um euch, lieben der, wie es billig ist; denn euer glaube wächset sehr, und die liebe eines jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns euer rühmen unter den gemeinen GOttes, von eurer ges duld F Episteln und Evangelien, 82 duld und glauben, in allen euren verfolgungen und trübsalen, die ihr duldet. Welches anzeiget, daß GOtt recht richten wird, und ihr würdig werdet sum reiche GOttes, über welchem ihr auch leidet. Nachdem es recht ist bey GOtt, zu vergelten trübsal de: nen, die euch trübsal anlegen; euch aber, die ihr trùbfal leidet, ruhe mit uns, wenn nun der HErr JEsus wird offenbahret werden vom himmel, sammt den engeln feiner Fraft, und mit feuer: flam men, rache zu geben über die, so GOtt nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem evanges liounsers HErrn JEfu Chrifti: welche werden pein leiden, das ewige verderben, von dem anges sichte des HErrn und von seiner herrlichen macht, wenn er kom men wird, daß er herrlich erscheine mit seinen heiligen, und wunderbar mit allen gläubigen; denn unser jeugniß an euch von dem felbigen tage babet ihr gegläubet. Evangelium, Matth. Cap. 25, v. 31. bis 46. Efus sprach zu seinen jüngern: tränket; ich bin ein gaft gewesen, und ihr habet mich beherberget; ich bin nackend gewesen, und ihr habet mich bekleidet; ich bin frank gewesen, und ihr habet mich besuchet; ich bin gefangen gewe sen, und ihr seyd zu mir kommen. Denn werden ihm die gerechten antworten und sagen: HErr, wenn haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? oder durstig, und haben dich geträn fet? Wenn haben wir dich einen gaft gesehen, und beherberget? oder nackend, und haben dich be kleidet? Wenn haben wir dich krank, oder gefangen gesehen, und sind zu dir kommen? Und der Ed nig wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich ich sage euch, was ihr gethan habet einem unter dies sen meinen geringsten brüdern, das habet ihr mir gethan. Denn wird er auch sagen zu denen zu der linken: Gehet hin von mir, ihr verfluchten, in das ewige feuer, das bereitet ist dem teufel und seis nen engeln. Ich bin bungrig ges wesen, und ihr habet mich nicht ges fpeifet; ich bin durftig gewesen, und ihr kommen wird in seiner herrlich- tet; ich bin ein gaft gewesen, und keit, und alle heilige engel mit ihr haber mich nicht beherberget; ihm, dann wird er sigen auf dem ich bin nackend gewesen, und ihr fuble seiner herrlichkeit; und habet mich nicht bekleidet, ich bin werden vor ihm alle volker ver- krank und gefangen gewesen, und sammlet werden: und er wird sie ihr habet mich nicht besuchet. Da von einander scheiden, gleich als werden sieihmauchantworten und ein hirte die schafe von den böcken fagen: HErr, wenn haben wir dich scheidet; und wird die schafe zu hungrig, oder durftig, oder einen feiner rechten stellen, und die böcke gaft, oder nackend, oder Frank, oder ju der linken. Da wird denn der gefangen gesehen, und haben dir Fönig fagen zu denen zu seiner nicht gedienet? Denn wird er ih rechten: Kommet her, ihr geseg nen antworten und sagen: War neten meines vaters, ererbet das lich ich sage euch, was ihr nicht ges reich, das euch bereitet ist von than habet einem unter diesen ges anbeginn der welt: denn ich bin eingsten, das habet ihr mir auch bungrig gewesen, und ihr habet nicht gethan. Und sie werden in die mich gespeiset; ich bin durstig ge- ewige pein sehen; aber die ges wesen, und ihr habet mich gerechten in das ewige leben. Am nebst den Festlichen Vorlesungen. 83 Um 27. Sonntage nach dem, warten aber eines neuen hims Seste der Dreveinigkeit. Epistel, mels, und einer neuen erden, nach seiner verheissung, in welchen ges rechtigkeit wohnet. Darum, meine lieben, dieweil ihr darauf warten 2 Petr. Cap. 3, v. 3. bis 14. auf in den lesten tagen kommen werden spötter, die nach ihren ei: genen lüften wandeln, und sagen: Wo ist die verheiffung seiner zu die vater Evangelium, entſchlafen ſind, bleibet es alles, I gern: Das himmelreich wird Matth. Cap. 2, v. 1. bis 13. Esus jün wie es vom anfange der creatur gewesen ist. Aber muhtwillens wollen sie nicht wissen, daß der himmel vor zeiten auch war, dazu die erde aus wasser, und im wasser bestanden durch Gottes wort; dennoch ward zu der zeit die welt durch dieselbigen mit der fünd: fluht serderbet. Also auch der himmel jekund, und die erde werden durch sein wort gesparet, daß sie zum feuer behalten werden am tage des gerichtes und verdammniß der gottlosen menschen. Eines aber sey euch unverhalten, ihr lieben, daß ein tag vor dem HErrn ist, wie tausend jahr, und tausend jahr wie ein tag. DerHErr verjeucht nicht die verheiffung, wie es etliche für einen verzug achten: sondern er hat geduld mit uns, und will nicht, daß jemand verlohren verde, sondern daß sich jedermann ur busse kehre. Es wird aber des HErrn tag kommen als ein dieb in der nacht, in welchem die him mel zergehen werden mit groffem rachen: die elemente aber wer en vor bize zerschmelzen, und die erde und die werke, die darinnen ind, werden serbrennen. So nun Das alles soll sergehen, wie sollet hr. denn geschickt senn mit heiliem wandel und gottseligem we en? daß ihr wartet und eilet u der zukunft des tages des HErrn, in welchem die himmel vom feuer ergehen, und die elemente vor ke serschmelzen werden. Wir gleich seyn sehen jungfrauen, die ihre lampen nahmen, und giens gen aus dem bräutigam entges sen: aber fünfe unter ihnen was ren thdricht, und fünfe waren Flug. Die thörichten nahmen ihre lampen, aber sie nahmen nicht di mit sich; die klugen aber nahmen ôl in ihren gefässen, sammt ihren lampen. Da nun der bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig, und entschliefen. Zur mitternacht aber ward ein geschrey: Siehe, der bräutigam kömmt, gehet aus ihm entgegen. Da stunden diese jungfrauen alle auf, und schmück ten ihre lampen: die thörichten aber sprachen zu den Flugen: Ge bet uns von eurem dle, denn uns sere lampen verlöschen. Da ants worteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche: gehet aber hin zu den främern, und kaufet für euch selbst. Und da sie hingiengen zu kaufen, kam der brautigam, und welche bereit waren, giengen mit ihm hinein zur hochzeit, und die thür ward verschlossen. Zule; t kamen auch die anderen jungfraus en, und sprachen: HErr, HErr, thue uns auf. Er antwortete aber und sprach: Warlich ich sage euch, ich kenne euer nicht. Dars um wachet, denn ihr wisset weder tag noch stunde, in welcher des menschen sohn kommen wird. $ 2 Spis 1 ihm unbefleckt und unsträflich im frieden erfunden werdet. nighesive mag don Episteln, Evangelia und Vorlesungen an denen Festen, welche, wenn sie nicht auf Sonntage fallen, an dem nächstfolgenden gefeyert werden. Um Seste der Darstellung JEfu im Tempel, oder der Grim Reinigung Maria. Die Epistel desselben Sonntags; oder, Malach. Cap. 3, D. 1. bis 1. iehe, ich will meinen engel fenden, der vor mir her den weg bereiten foll: und bald wird kommen zu feinem tempel der HErr, den ihr suchet, und der engel des bundes, deß ihr begehret. Siehe er kommt, spricht der HErr Zebaoth. Wer wird aber den tag feiner zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen? Denn er ist wie das feuer eines goldschmiedes, und wie die seife der wäscher. Er wird sigen und schmelzen, und das silber reinigen; Er wird die kinder Levi reinigen und lautern, wie gold und silber. Denn werden sie der HErrn speis- opfer bringen in gerechtigkeit, und wird dem HErrn wolgefallen das speis opfer Juda und Jerusalem, wie vorhin, und vor langen jahren. Und ich will zu euch kommen, und euch ftrafen, und will ein schneller Jeuge senn wider die auberer, ehebrecher und meineidigen: und wider die, so gewalt und unrecht thun den tagelöhnern, witwen und waisen; und den fremdling drücken, und mich nicht fürchten, spricht der HErr Zebaoth. Evangelium, Luc. Cap. 2, v. 22. bis 40. Dadi a die tage ihrerreinigung nach dem gesetze Mosis kamen, brachten Maria und Joseph das kind JEsum gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstelleten dem HErrn, ( wie denn geschrieben stehetin dem gesetze des HErrn: allerley mannlein, das zum ersten die mutter bricht, soll dem HErrn geheiliget heissen) und daß sie gåben das opfer, nach dem gesaget ist in dem gesetze des HErrn, ein paar tur tel tauben, oder zwo junge taus ben. Und siehe, ein mensch war zu Jerusalem, mit namen Si meen, und derselbige mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den trof Israel; und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine antwort worden von dem heiligen Geiste, er sollte den tod nicht sehen, er hätte denn zus vor den Christ des HErrn gesehen; und kam aus anregen des geistes in den tempel. Und da die eltern das kind JEsum in den tempel brach ten, daß sie für ihn thäten, wie man pfleget nach dem gesege; da nahm er ihn auf seine arme, und lobete GOtt, und sprach: HErr, nun läsfest du deinen diener im frieden fahren, wie du gefaget haft; denn meine augen haben deinen heiland gesehen, welchen du bereis tet haft vor allen völkern: ein licht zu erleuchten die heiden, und zum preife deines, volkes Ifrael. Und fein Episteln und Evangelien, nebst den Festlichen Vorlesungen. ſein vater und mutter wunderten, seinem sohne, JEfu Chrifto. Und fich deß, das von ihm geredet ward. solches schreiben wir euch, auf daß Und Simeon segnete sie, und sprach eure freude völlig sey. Und das ist zu Maria seiner mutter: Siehe, die verkündigung, die wir von ihm dieser wird gesetet zu einem fall gehöret haben, und euch verkündiund auferstehen vieler in Israel, gen: daß GOtt ein licht ist, und und zu einem zeichen, dem widers in ihm ist keine finsterniß. So wir sprochen wird,( und es wird ein sagen, daß wir gemeinschaft mit schwert durch deine seele dringen,) ihm haben, und wandeln im fins auf daß vieler herzen gedanken of sterniß: so lügen wir, und thun fenbar werden. Und es war eine nicht die wahrheit. So wir aber prophetin Hanna, eine tochter im licht wandeln, wie er im licht Phanuel, vom geschlechte Afer, die ist: so haben wir gemeinschaft uns war wol betaget, und hatte gelebet ter einander; und das blut JEfu sieben jahre mit ihrem manne, nach Chrifti, feines fohnes, machet uns ihrer jungfrauschaft. Und war nun rein von aller sünde. So wir sas eine witwe bey vierund achtzig iah- gen, wir haben keine sünde; so ren, die kam nimmer vom tempel, dienete GOtt mit fasten und beten tag und nacht. Diefelbe trat auch hinzu zu derselbigen stunde, und preisete den HErrn, und redete von ihm zu allen, die auf die erld fung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten, nach dem geseze des HErrn, kehreten sie wieder in Galiläam zu ihrer stadt Nazareth. Aber das kind wuchs, und ward stark im verführen wir uns selbst, und die wahrheit ist nicht in uns. So wir aber unsere sünde bekennen; so ist er treu und gerecht, daß er uns die fünde vergiebet, und reiniget uns von aller untugend. So wir sas gen, wir haben nicht gefündiget; so machen wir ihn zum lügner, und sein wort ist nicht in uns. 1061 ali ne Vorlesungen, Dorm. 1 Joh. Cap. 1, v. 1. bis 10 as da von anfang war, das 85 . tefte, voller weisheit, und GDt. Ich laſſe euch mißen, welch eine gnade war ihm. kampf habe um Nachm. Col. Cap. 2, v. 1. bis 23. und um die zu Laodicea, und alle, die meine person im fleische nicht geses hen haben, auf daß ihre herzen ers mahnet, und zusammen gefaffet sehen haben mit unsern augen, das wir besebauet haben, und unsere hände betastet haben, vom wort des lebens;( und das leben ist erschie: nen: und wir haben gesehen, und zeugen, und verkündigen euch das leben, das ewig ist; welches war ben dem vater, und ist uns erschienen.) Was wir gesehen und gehöret haben, das verkündigen wir euch, auf daß auch ihr mit uns gemeinschaft habt; und unsere gemeinschaft sev mit dem vater und mit blisk thum des gewissen verstandes, ju erkennen das geheimniß GOttes und des vaters, und Chrifti; in welchem verborgen liegen alle schäße der weisheit und der ers Fenniniß. Ich sage aber davon, daß euch niemand betrüge mit vers nünftigen reden. Denn ob ich wol nach dem fleische nicht da bin, so bin ich aber im geiste ben euch, freue mich, und sehe eure ordnung, und euren festen glauben an Chriftum. Wie ihr nun angenommen F3 habt Episteln und Evangelien, 86 habt denHErrn Christum JEsum, so wandelt in ihm; und send ges wurzelt und erbauet in ihm, und jeyd feste im glauben, wie ihr gelehret send, und send in demselbigen reichlich dankbar. Sehet zu, daß euch niemand beraube durch die philosophia und lose verführung, nach der menschen lehre, und nach der welt fagungen, und nicht nach Chrifto: denn in ihm wohnet die gange fülle der gottheit leibhaftig; und ihr seyd vollkommen in ihm, welcher ist das haupt aller fürstenthümer und oberkeit: in welchem ihr auch beschnitten send, mit der beschneidung ohne hände, durch ablegung des fündlichen leibes im fleische, nemlich mit der beschnei bung Chrifti, in dem, daß ihr mit ihm begraben send durch die taufe: in welchem ihr auch send auferstanden durch den glauben, den GOtt würtet, welcher ihn auferwecket hat von den todten. Und hat euch auch mit ihm lebendig gemacht, da ihr todt waret in den fünden, und in der vorhaut eures fleisches, und hat uns geschenket alle fünde, und ausgetilget die handschrift, so wider uns war, welche durch jakungen entfund, und uns ents gegen war, und hat sie aus dem mittel gethan, und an das creus geheftet; und hat ausgezogen die fürstenthüme und die gewaltigen, und sie schau getragen öffentlich, und einen triumph aus ihnen ges macht durch sich selbst. So laffet aun niemand euch gewissen ma chen über speise, oder über trank, oder über bestimmten feyer- tagen, oder neumonden, oder sabbather, welches ist der schatten von dem, das zukünftig war; aber der kör per selbst ist in Chrifto. Laffet euch niemand das siel verrücken, der nach eigener wahl einher gehet in demuht und geistlichkeit der engel, ungi49 deß er nie keines gesehen hat, und ist ohne sache aufgeblasen in sei. nem fleischlichen sinne, und hält sich nicht an dem haupte, aus wel: chem der ganze leib durch gelenke und fugen handreichung empfähet, und an einander sich enthält, und also wächset zur göttlichen grösse. So ihr denn nun abgestorben seyd mitChrifto den satzungen der welt, was laffet ihr euch denn fangen mit fazungen, als lebetet ihr noch in der welt? Die da sagen: Du sollt das nicht angreifen, du sollt das nicht kosten, du sollt das nicht anrühren, welches sich doch alles unter handen verzehret, und ist menschen gebote und lehre, welche haben einen schein der weisheit, durch selbsterwählte geistlichkeit und demuth, und dadurch, daß fie des Leibes nicht verschonen, und dem fleische nicht seine ehre thun zu seiner nothdurft. Am Seste Johannis des Täufers. Epistel, Jefaid Cap. 40, v. 1. bis 8. röftet, trößtet mein volk, spricht euer GOtt, redet mit Jerusalem freundlich, und predis get ihr, daß ihre ritterschaft ein ende hat: denn ihre missethat ist vergeben, denn sie hat zweyfältis ges empfangen von der Hand des HErrn, um alle ihre fünde. Es ist eine stimme eines predigers in der wüften: Bereitet dem HErrn den weg, machet auf dem gefilde eine ebene bahn unserem Gott. Alle thale sollen erhöhet werden, und alle berge und bügel sollen ers niedriget werden: und was un gleich ist, soll eben, und was hökfericht ist, soll schlecht werden. Denn die herrlichkeit des HErrn soll offenbaret werden, und alles fleisch neba den Festlichen Borlesungen. 87 fleisch mit einanber wird sehen, lobet sey der HErr, der GOtt daß des HErrn mund redet. Es Ifrael, denn er bat besuchet und spricht eine stimme: Predige. Und erlöset sein volk: und hat uns auf er sprach: Was soll ich predigen? gerichtet ein horn des heils in dem Alles fleisch ist heu, und alle seine hause seines dieners Davids; als güte ist wie eine blume auf dem er vor zeiten geredet hat durch den felde. Das heu verdorret, die blu- mund seiner heiligen propheten: me verwelket; denn des Herrn geift blåset darein. Ja, das volk ist das hen. Das heu verdorret, die blume verwelket; aber das wort unsers GOttes bleibet ewiglich. Evangelium, Luc. Cap. 1, v. 57. bis 80. Flisabeth tam ihre seit, daß sie daß er uns errettete von unsern feinden, und von der Hand aller die uns haffen: und die barmhers sigkeit erzeigete unsern vätern, und gedachte an seinen heiligen bund, und an den end, den er ges schworen hat unserm vater Abras ham, uns zu geben: daß wir, erisfet aus der hand unsrer feinde, gebähren sollte, und sie ge ihm dieneten ohne furcht unser les bahr einen sohn. Und ihre nach belang, in heiligkeit und gerechs barn und gefreundte höreten, daß tigkeit, die ihm gefällig ist. Und der HErr groffe barmherzigkeit an du kindlein wirft ein prophet des ihr gethan hatte, und freueten höchsten heissen: du wirs vor dem sich mit ihr. Und es begab sich HErrn hergehen, daß du seinen am achten tage kamen sie zu beweg bereitest, und erkenntniß des schneiden das kindlein, und hief fen ihn nach seinem vater Zachas rias. Aber feine mutter antwors tete und sprach: Mit nichten, sondern er soll Johannes heiffen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner freundschaft, der also heisse. Und sie winketen ſeinem vater, wie er ihn wollte beiffen lassen? Und er forderte ein taflein, schrieb und sprach: beisfet Johannes. Und sie ver wunderten sich alle. Und alsbald ward sein mund und seine junge aufgethan, und redete, und lo: bere GOtt. Und es kam eine heils gebest seinem volke, die da ist in vergebung ihrer fünde, durch die herliche barmherzigkeit uns fers GOttes, durch welche uns besuchet hat der aufgang aus der höhe: auf daß er erscheine denen, die da sizzen im finsterniß und fehatten des todes, und richte uns fere füffe auf den weg des frie dens. Und das kindlein wuchs, und ward stark im geift, und war in der wüsten, bis daß er sollte hervor treten vor das volk Israel. Er Vorlesungen, furcht über alle nachbarn: undefter waren, da geſchah der Vorm. Luc. Cap. 3, v. 2. bis 22. und dem ganzen jüdischen gebirge. Und befehl Gottes zu Johannes, Bas alle, die es hôreten, nahmen es zucharias sohn in der wüste. Und er berzen, und sprachen: Was meitam in alle gegend um den jordan, neft du, will aus dem kindlein wer- und predigte die taufe der busse, den? denn die hand des HErrn zur vergebung der fünde. Wie ge war mit ihm. Und sein vater Zas schrieben stehet in dem buch der charias ward des heiligen Geistes rede Jefaias, des propheten, der voll, weisfagete und sprach: Ges da fast: Es ist eine stimme eines pres F4 83 Episteln und Evangelien, predigers in der wüste: Bereitet men seiner schuh auflöse, der wird den weg des HErrn, und machet euch mit dem heiligen geißte und seine steige richtig. Alle thale sols mit feuer taufen. In desselben len voll werden, und alle berge und hand ist die wurf- schaufel, und er hügel follen erniedriget werden, wird seine tenne fegen, und wird und was krum ist, soll richtig werden weigen in seine scheure samms den, und was uneben ist, soll len, und die spreu wird ermit ewis schlechter weg werden. Und alles gem feuer verbrennen. Und viel fleisch wird den heiland GOttes anders mehr vermahnete und vers sehen. Da sprach er zu dem volke, kündigte er dem volke. Herodes das hinaus gieng, daß es sich von aber, der vierfürst, da er von ihm ihm taufen lieffe: Ihr otternge: gestrafet ward, um Herodias wil züchte! wer hat denn euch geweilen, feines bruders weib, und um fet, daß ihr dem zukünftigen zorn alles übels willen, das Herodes entrinnen werdet? Sehet zu, thut that; über das alles legte er Jos rechtschaffene früchte der buffe, hannem gefangen. Und es begab und nehmet euch nicht vor, zusa- sich, da sich alles volk taufen ließ, gen: Wir haben Abraham zum und JEsus auch getauft war, und vater: denn ich sage euch, Gott betete, daß sich der himmel aufs kann dem Abraham aus diesen stei- that, und der heilige geist fuhr her nen finder erwecken. Es ist schon nieder in leiblicher gestalt auf ihn, die art den bäumen an die wurzel wie eine taube, und eine stimme gelegt. Welcher baum nicht gute kam aus dem himmel, die sprach: früchte bringet, wird abgehauen Du bist mein lieber sohn, an dem und in das feuer geworfen. Und ich wohlgefallen habe. das volk fragte ihn, und sprach: Was sollen wir denn thun? Er antwortete, und sprach zu ihnen: Wer zween röcke hat, der gebe dem, der keinen hat, und wer speise hat, der thue auch also. Es kamen auch fen, und sprachen zu ihm: Meister! was sollen denn wir thun? Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, denn gefert ist. Da fragten ibn auch die kriegs- leute, und spras chen: Was sollen denn wir thun? Und er sprach zu ihnen: Thut nies mand gewalt noch unrecht, und laffet euch begnügen an eurem sols de. Als aber das volk im wahn war, und dachten alle in ihrem her zen von Johanne, ob er vielleicht Chriftus wäre, antwortete Johannes, und sprach zu allen: Ich tau fe euch mit wasser; es kommt aber ein stärkerer nach mir, dem ich nicht gnugsam bin, daß ich die rie: Nachm. Jes. Cap. 40. Also nebst der vorstehenden Fest- Epistel 9. 1. bis 8. auch das folgende v. 9. bis 31. Cho Dion, du predigerinn, steige auf du predigerinn, hebe deine stimme auf mit macht; hebe auf, und fürchte dich nicht: fage den städten Juda: Siehe, da ist euer GOtt. Denn siehe, der HErr HErr komt gewaltiglich: und sein arm wird herrschen. Siche, sein lohn ist bey ihm: und seine vergeltung ist vor ihm. Er wird seine heerde weiden, wie ein hirte: er wird die lammer in seine arme fammlen und in seis nem busen tragen, und die schaf mütter führen. Wer misfet die waffer mit der fauft, und fasset den himmel mit der spannen, und bes greifet die erde mit einem dreyling, und wieget die berge mit eis nem nebst den Festlichen Vorlesungen. 89 aus? Der sie alle mit namen rufet: sein vermögen und starke kraft ist so groß, daß nicht an einem fehlen kann. Warum sprichst du denn, Jacob; und du, Israel, fageft: Mein weg ist dem HErrn verbors gen, und mein recht gehet vor meis nemGOtt über? Weisfest du nicht? hast du nicht gehöret? Der HErr, der emige GOtt, der die enden der erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt: sein verstand ist unausforschlich. Er giebt dem müden kraft, und stärke genug dem unvermögenden. Die knaben werden müde und matt, und die jünglinge fallen. Aber die auf den HErrn harren kriegen neue kraft: daß sie auffahren mit flügeln wie adler, daß fie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden. nem gewicht und die hügel mit ei-| bat solche dinge geschaffen, und ger waage? Wer unterrichtet den führet ihr heer bey der zahl hers neist des HErrn, und welcher rath geber unterweiset ihn? Wen fra get er um raht, der ihm verstand gebe und lehre ihn den weg des rechts: und lehre ihn die erkennt niß, und unterweise ihn den weg des verstandes? Siehe, die beiden sind geachtet wie ein tropfen, so im eimer bleibet: und wie ein scherfs lein, so in der waage bleibet. Sie: he, die inseln sind wie ein stäublein. Der Libanon wäre zu geringe zum feuer, und seine thiere zu geringe sum brand- opfer. Alle heiden sind vor ihm nichts, und wie ein nichtiges und eiteles geachtet. Wem wollt ihr denn Gott nachbilden? oder was für ein gleichniß wollt ihr ihm zurichten? Der meister geußt wol ein bild, und der gold schmidt überguldet es, und machet jilberne ketten daran. Desgleichen wer eine arme habe vermag, der måhlet ein holz, das nicht faulet: und suchet einen klugen meister dazu, der ein bild fertige, das bessed Epistel, ständig sey. Wisset ihr nicht? hdret ihr nicht? ist es euch nicht vors mahls verkündiget? habt ihr es nicht verstanden von anbeginn der erden? Er siget über dem Freis der erden; und die darauf wohnen, sind wie heuschrecken: der den him mel ausdehnt wie ein dunnes fell; und breitet sie aus wie eine hütte, da man inne wohnet. Der die für: sten zu nichte machet, und die rich ter auf erden eitel machet: als hätte ihr stamm weder pflanzen, noch faamen, noch wurzel in der erden; daß sie, wo ein wind unter sie wehet, verdorren, und sie ein wind- wirbel wie stoppeln wegführet. Wem wollt ihr denn mich nachbilden, dem ich gleich fen: spricht der heilige? Hebet eure augen in die höhe, und sehet: wer Jef. Cap. 11, v. 1. bis s. Fs wird eine ruhte aufgehen Am Sefte der Seimsuchung di Maria. ed von dem stamme Isai, und ein zweig aus seiner wurzel wird frucht bringen; auf welchem wird ruhen der geift des HErrn, der geift der weisheit und des verstandes, der geift des rahts und der stärke, der geist der erkenntniß und der furcht des HErrn, und sein riechen wird seyn in der furcht des HErrn. Er wird nicht richten, nachdem seine augen sehen, noch strafen, nachdem seine ohren hdren; fondern wird mit gerechtig: Feit richten die armen, und mit gerichte ftrafen die elenden im lande; und wird mit dem flabe seines mundes die erde schlagen, und mit dem oden seiner lippen den gottlo: 851 dard bild ninge offen Episteln und Evangelien, 050 90 fen tödten. Gerechtigkeit wird die gurt seiner lenden seyn, und der glaube die gurt seiner nieren. do Evangelium, Luc. Cap. 1, v. 39. bis 56. und gieng auf das gebirs ge eilend zu der sadt Juda, und kam in das haus Zacharia, und grüffete Elisabeth. Und es begab fich, als Elisabeth den gruß Maria hörete, büpfete das kind in ihrem leibe. Und Elisabeth ward des heiligen Geistes voll und rief laut, und sprach: Gebenedeyet bist du unter den weibern, und sebenevenet ist die frucht deines teibes. Und woher kommt mir das, daß die mutter meines HErrn zu mir fimmt? Siehe, da ich die stimme deines gruffes börete, hüpfete mit freuden das kind in meinem leibe. Und o selig bist du, die du geglaubet haß denn es wird vol lendet werden, was dir gefaget ist von dem HErrn. Und Maria sprach: Meine seele erbebet den HErrn, und mein geist freuet sich GOttes meines heilandes; denn er hat seine elende magd angese hen: Siehe, son nun an werden mich selig preifen alle findes- tinder. Denn er hat groffe dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und deß name heilig ist: und seine barmherzigkeit währet immer für und für bey denen, die thn fürchten. Er übet gewalt mit seinem arm, und zerstreuet die hoffärtig fint in ihres herzens sinn. Er stds fet die gewaltigen vom stuble, und erhebet die niedrigen. Die hun: gerigen füllet er mit gutern, und läffet die reichen leer. Er denket der barmherzigkeit, und hilft sei nem diener Israel auf. Wie er geredet hat unfern ratern, Abraham und seinem saamen ewiglich. Und Maria blieb bey ihr bey drey monate, darnach lehrete sie wies derum heim. Vorlesungen, Dormittags, Pf. 145. ch will dich erhöhen, mein 1 namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben, und deinen namen rühmen immer und ewiglich. Der HErr ist groß, und sehr löblich, und seine gröffe ist uns aussprechlich. Kindes- kinder wers den deine werke preisen, und von deiner gewalt fagen. Ich will re den von deiner herrlichen schönen pracht, und von deinen wundern. Daß man folle reden von deinen herrlichen thaten, und daß man erzähle deine herrlichkeit. Daß man preise deine grosse gute, und deine gerechtigkeit rühme. Gnas dig und barmherzig ist der HErr, geduldig und von groffer güte. Der HErr ist allen gütig, und erbarmet sich aller seiner werke. Es follen dir danken, HErr, alle deine werke, und deine heiligen dich loben. Und die ehre deines königreichs rühmen, und von deiner gewalt reden. Daß den menfchenkindern deine gewalt Fund werde, und die vers ehrliche pracht deines Königreichs. Dein reich ist ein ewiges reich, und deine herrschaft währet für und für. Der HErr erhält alle, die da fallen, und richtet auf alle, die niedergeschlagen sind. Aber augen warten auf dich, und du giebest ih nen ihre speise zu seiner zeit. Du thust deine hand auf, und erfülleft alles, was lebet, mit wolgefallen. Der HErr ist gerecht in allen feis nen wegen, und heilig in allen seiz nen werken. Der HErr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit ernft anrufen. Er thut, was die gottesfürchtigen begehren, und höret ihr schreyen, und hilft ihnen. nebst den Festlichen Vorlesungen. 9t ihnen. Der HErr behütet alle, die ben abre ewiglich solchen sinn und ihn lieben, und wird vertilgen alle gottlosen. Mein mund soll des HErrn lob sagen, und alles fleisch fobe seinen heiligen namen immer und ewiglich. gedanken im herzen deines volks, und schicke ihre herzen zu dir. Am Seste der Engel oder Michaelis. Statt der Epistel, ps. 34. * ch will denHErrn loben allezeit, in meis nem munde seyn. Meine seele soll sich rühmen des HErrn, daß die elenden hören, und sich freuen. Preiset mit mir den HErrn, und lasset uns mit einander seinen nas men erhöhen. Da ich den HErrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner avid der könig lobete GOtt und sprach vor der ganzen gemeine: Gelobet feyst du HErr GOtt Ifrael, unfers vaters ewig lich. Dir gebührt die majestät und gewalt, herrlichkeit, sieg und dank. Denn alles, was im himmel und auf erden ist, das ist dein. Dein ist das reich, und du bist erhöhet über alles zum obersten. Dein ist reich thum und ehre vor dir, du herrs scheft über alles: in deiner hand stehet kraft und macht, in deiner hand ftehet es jedermaun groß und fark zu machen. Nun, unser GOtt, wir danken dir, und rühmen den namen deiner herrlichkeit. Denn was bin ich? Was ist mein volk, daß wir sollten vermögen kraft, freywillig ju geben, wie dies gehet? Denn von dir ifts alles kommen, und von deiner hand haben wir Dirs gegeben. Denn wir sind fremdlinge und gåste vor dir, wie unsere väter alle. Unser leben auf erden ist wie ein schatten, und ist kein auf halten. HErr unser GOtt, allen diesen haufen, den wir geschickt haben, die ein haus zu bauen, deinem heiligen namen, ist von deiner hand kommen, und ist alles dein. Ich weiß, mein GOtt, daß du das Herz prüfest, und aufrichtigkeit ist dir angenehm. Darum habe ich dis al- HErrn sehen auf die gerechten; dis al les aus aufrichtigem herzen freywillig gegeben, und habe jest mit freuden gesehen dein volk, das hier vorhanden ist, daß es dir freywillig gegeben hat. Herr GOtt unserer vater, Abraham, Isaak und Israel, furcht. Welche ihn ansehen und anlauffen, derer angesicht wird nicht zu schanden. Da dieser elens de rief, hörete der HErr, und half ihm aus allen seinen ndhten. Der engel des HErrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, und hilft ihnen aus. Schmecket und sehet, wie freundlich der HErr ist; wol dem, der auf ihn trauet. Fürchtet den HErrn, ihr feine heiligen; denn die ihn fürchten, haben keinen mangel. Die reichen müssen darben und hungern; aber die den HErrn suchen, haben keinen mangel an irgend einem gute. Kommet her, Finder, höret mir zu; ich will euch die furcht des HErrn lehren. Wer ist, der gut leben begehret, und gern gute tage hätte? Behûte deine daß sie nicht falsch reden. Laß vom junge vor bösem, und deine lippen, bösen, und thue gutes; fuche friede und jage ihm nach. Die augen des und seine ohren auf ihr schreyen: Das antlig aber des HErrr ftehet über die, so bdses thun, daß er ihr gedächtniß ausrotte von der erde. enn die gerechten schreyen, fo böret der HErr, und errettet sie aus Nachmitt. 1 Chron. Cap. 30, v. 10. bis 18. 92 Episteln und Evangelien, aus aller threr noht. Der HErr leben eingeheft; denn daß du zwey ist nahe bey denen, die zerbrochenes augen habeft, und werdeft in das herzens sind; und hilft denen, die höllische feuer geworfen. Sehet serschlagen gemüht haben. Der zu, daß ihr nicht iemand von dies gerechte muß viel leiden; aber der fen kleinen verachtet; denn ich HErr hilft ihm aus dem allen. Er sage euch: ihre engel im himmel bewahret ihm alle feine gebeine, fehen allezeit das angesicht meines daß derer nicht eins zerbrochen vaters im himmel. Denn des menwird. Den gottlosen wird das uns schen sohn ist kommen, selig zu mas glück tödten; und die den gerech chen, das verlohren ist. ten haffen, werden schuld haben. Der HErr erlöset die feele feiner knechte; und alle, die auf ihn trauen, werden keine schuld haben. Evangelium, Vorlesungen, Vormittags, Pf. 103. den und was in mir ist, seinen heis ligen namen. Lebe den HErrn, meine seele: und vergiß nicht, was er dir gutes gethan hat. Der dir Matth. Cap. 18, b. 1. bis 11. ie junger traten zu JEsu und ist doch der gröffeste im himmelreich? JEsus rief ein kind zu sich, und stellete es mitten unter sie, und sprach: Wahrlich, ich sage euch: es sen denn, daß ihr euch umkehret, und werdet wie die kinder, so werdet ihr nicht in das himmel reich kommen. Wer sich nun selbst erniedriget, wie dies kind, der ist der gröffeste im himmelreich. Und wer ein solches kind aufnimmt in meinem namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser geringsten einen, die an mich glauben; dem wäre besser, daß ein mühlstein an seinen hals gebänget würde, und er ersäufet würde im meer, da es am tiefften ift. Webe der welt der ärgerniß halben! es mus ja ärgerniß kommen: doch wehe dem menschen, durch wel chen ärgerniß kömmt! So aber deine hand oder dein fuß dich årgert, so haue ihn ab, und wirf ihn von dir: es ist dir besser, daß du zum leben lahm oder ein krüppel eingeheft; denn daß du zwo hände, oder zween füffe habeft, und werdeft in das ewige feuer geworfen. Und so dich dein auge ärgert, reiß se aus, und wirf es von dir: Es ist dir beffer, daß du einäugig zum let alle deine gebrechen; der dein leben vom verderben erlöfet, der dich krdnet mit gnade und barmherzigkeit; der deinen mund frdlich macht, und du wieder jung wirst, wie ein adler. Der HErr schaffet gerechtigkeit und gericht allen, die unrecht leiden. Er hat seine wege Mose wissen lassen, den kindern Israel fein thun. Barm herzig und gnädig ist der HErr, geduldig und von groffer güte. Er wird nicht immer hadern, noch ewiglich zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unfern sünden, und vergilt uns nicht nach unserer missethat. Denn so hoch der hims mel über der erden ist, läßt er seine gnade walten über die, so ihn fürchten. So fern der morgen ist vom abend, läßt er unsere übertre tung von uns seyn. Wie sich ein vater über kinder erbarmet, so er barmet sich der HErr über die, so ihn fürchten. Denn er kennet, was für ein gemacht wir sind; er ges denket daran, daß wir staub sind. Ein mensch ist in seinem leben wie gras, er bluhet wie eine blume auf dem felde; wenn der wind darüs ber gehet, so ist sie nimmerda, und hier nebst den Festlichen Vorlesungen. ihre ftätte tennet sie nicht mehr. Die gnade aber des HErrn währet von ewigkeit zu ewigkeit, über die so ihn fürchten, und seine gerech des nen, die seinen bund halten, und gedenken an seine gebote, daß sie darnach thun. Der HErr hat sei nen stuhl im himmel bereitet, und jein reich herrscher über alles. Lobet den HErrn, ihr feine engel, ihr starken helden, die ihr seinen befehl ausrichtet; daß man höre die stim me feines wortes. Lobet denHErrn alle seine heerschaaren, seine diener, die ihr seinen willen thut. Lo bet den HErrn alle seine werke, an allen orten seiner herrschaft. Lobe den HErrn meine seele. Lobe 93 Die wasser zwischen den bergen hins flieffen: daß alle thiere auf dem felde trinken, und das wild seinen durft lösche. An denselben siken Tachmitt. Ps. 104, v. 1. bis 15. und s. 24. bis 35 unter den zweigen. Du feuchtest die berge von oben her: du machest das land voll früchte, die du schaf fest. Du läsfest gras wachsen für das vieh, und saat zu nuk den menschen: daß du brot aus der erden bringest; und daß der wein erfreue des menschen herz, und feine gestalt schön werde vom dl; und das brot des menschen herz stärke. HErr, wie sind deine werke so groß und viel? du haft sie alle weislich geordnet, und die erde ist voll deiner güûter. Das meer, das so groß und weit ist, da wims melts ohne zahl, beide groß und kleine thiere. Daselbst gehen die den HErrn, meine feele. schiffe: da sind walfische, die du ges HErr, mein Gott, du bist sehr macht hast, daß sie darinnen scherherrlich, du bist schön und präch- zen. Es wartet alles auf dich, daß tig geschmückt. Licht ist dein kleid, du ihnen speise gebeft zu seiner zeit. das du an haft; du breiteft aus Wenn du ihnen giebst, so sammeln den himmel wie einen teppich. Dusie: wenn du deine hand aufthust, wölbest es oben mit wasser: du so werden sie mit gut gesättiget. fährest auf den wolken, wie auf Verbirgest du dein angesicht, so ers einem wagen; und geheft auf den schrecken fie: du nimmst weg ihren fittigen des windes. Der du machst odem, so vergehen sie, und wer deine engel zu winden, und deine den wieder zu staub. Du läsfest diener zu feuerflammen. Der du aus deinen odem, so werden sie das erdreich gründest auf seinen geschaffen: und verneuerst die ges boden, daß es bleibet immer und stalt der erden. Die ehre des ewiglich. Mit der tiefe deckest HErrn ist ewig: der HErr hat du es, wie mit einem kleide: wohlgefallen an seinen werken. und wasser stehen über den bergen. Er schauet die erde an, so bebet Aber von deinem schelten fliehen sie: er rühret die berge an, so raus fie, von deinem donner fahren sie chen sie. Ich will dem HErrn sindahin. Die berge gehen hoch her: gen mein lebenlang: und meinen vor, und die breiten setzen sich her GOtt loben, so lange ich bin. unter; zum ort, den du ihnen ge- Meine rede müsse ihm wol gefalgründet haft. Du haft eine grenze len: Ich freue mich des HErrn. gesetzt, darüber kommen sie nicht: Der fünder müsse ein ende werden und müssen nicht wiederum das auf erden, und die gottlosen nicht erdreich bedecken. Du läsfest brun- mehr feyn. Lobe den HErrn meis nen quellen in der gründen, daß ne seele. Halleluja. Die 94 Die Geschichte des Leidens, Sterbens und der Auferstehung unsers HErrn und Heilandes JEsu Christi, aus den vier Evangelisten zusammen gezogen. 150130 D 1. Abtheilung. mort auch: Denn JEsus versamm asleiden JEsu amDelberge.lete sich oft daselbst mit seinen A JEsus und seine jünger, jüngern. Da sprach JEsus zu ( nach dem genuß des ofter ihnen: Seket euch hie, bis daß lamms und der einsetzung ich dort hingehe und bete. Und er desheiligen abendmahls,) den lob- nahm zu sich Petrum, und Jacogefang gesprochen hatten, gieng bum, und Johannem, die zween er hinaus, nach seiner gewohn- söhne Zebedai, und fieng an zu heit, über den bach Kidron, an den trauren, zu zittern und zu sagen, diberg. Es folgeten ihm aber fei- und sprach zu ihnen: Meine seele ne junger nach. Da sprach JEsus ift betrübt bis in den tod, bleibet zu ihnen: In dieser nacht wer bie, wachet mit mir, und betet, det ihr euch alle ärgern an mir, aut daß ihr nicht in anfechtung denn es fiehet geschrieben: Ich fallet. Und er tiß sich von ihnen merde den hirten schlagen, und die bey einem steinwurf, und kniete schaafe der heerde werden sich zer- nieder, fiel auf sein angesicht auf Breuen. Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen in Galilaam. Petrus aber antwortete, und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle sich an dir ärgerten, so will ich mich doch nimmermehr är gern. Jesus sprach zu ihm: Warlich, ich sage dir, heute in dieser nacht, ehe denn der hahn zweymah! Frähet, wirst du mich dreymahl verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich auch mit dir Sterben müßte, so wollte ich dich nicht verleugnen. Desselbigen gleichen fagten auch alle jünger. die erde, und betete, daß, so es mdglich wäre, die stunde vorüber gienge, und sprach: Abba, mein vater! es ist dir alles möglich, überhebe mich dieses kelchs, doch nicht, was ich will, sondern was du willt. Und er kam zu seinen jungern, und fand sie schlafend, und sprach zu Petro: Simon, schläs fest du? vermöchtest du nicht eine ftunde mit mir zu machen? Was chet und betet, daß ihr nicht in ans fechtung fallet. Der geift ift wils lig, aber das fleisch ist schwach. Zum andern mahl gieng er hin, betete und sprach: Mein vater! ift es nicht möglich, daß dieser Felch von mir gehe? ich trinke ihn denn; so geschehe dein wille. Und er kam, und fand sie abermahl feblas Da kam JEsus mit ihnen zu einem bofe, der hieß Gethsemane, da war ein garten, darein gieng JEfus und seine jünger. Judas aber, der ihn verrieth, wußte den unsers HErrn und Heilandes JEfu Chrifti. 99 erreget damit, daß er gelehret hat| Und das volk gieng hinauf, und hin und her im ganzen jüdischen bat, daß er that, wie er pflegete. lande, und hat in Galiläa ange! Und da sie versammlet waren, fangen bis hicher. fprach Pilatus zu ihnen: Jhr haber eine gewohnheit, daß ich euch einen losgebe auf oftern, welchen wollet ihr, daß ich euch losgebe, Barra bam, oder JEfum, den könig der Juden, von dem gesagt wird: Er sey Chriftus? Denn er wußte wol, daß ihn die hohenpriester aus neid überantwortet hatten. Da aber Pilatus Galiläam hd rete, fragete er: ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodis obrigkeit gehörete, übersandte er ihn zuHerodes, welcher in denselbigen tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes JEsum sahe, ward er sehr froh: denn er hätte ihn längst gerne ges seben: denn er hatte viel von ihm gehört, und hoffete, er würde ein zeichen von ihm sehen. Und er fragete ihn mancherley; er antwortete ihm aber nichts. Die hos henpriester aber und schriftgelehrten stunden, und vecklageten ihn hart. Aber Herodes mit seinem hof- gesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weifses kleid an, und fandte ihn wie der zu Pilato. Auf den tag wurden Pilatus und Herodes freunde mit einander: denn zuvorwaren sie einander feind. Pilatus aber rief die hohenpriester und die ober fen, und das volk zusammen, und sprach zu ihnen: Ihr haber diesen menschen zu mir bracht, als der das volk abwendet, und siehe, ich habe ihn vor euch verhöret, und finde an dem menschen der sachen keine, die ihr ihn beschuldiget, He rodes auch nicht: Denn ich habe euch zu ihm gefandt, und siehe, man hat nichts auf ihn bracht, das des todes wehrt sey, darum will ich ihn züchtigen und losgeben. Auf das ofter- fest aber mußte der landpfleger nach gewohnheit dem volke einen gefangenen losgeben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der zeit einen gefangenen, einen sonderlichen vor andern, der hieß Barrabas, welcher war um eines aufruhrs, der in der stadt geschahe, und um eines mords wils Ten in das gefängniß geworfen. Und da er auf dem richtstuh saß, schickte sein weib zu ihm, unt ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem gerechten: denn ich habe heute viel erlitten im traum von feinetwegen. Aber die hohenpriester und åltesten überredeten und reizeten das volk, daß sie um Barrabas bitten sollten, und JEsum umbrachten. Da antwortete nun der landpfleger, und sprach zu ihs nen: Welchen wollet ihr unter diesen zween, den ich euch soll losgeben? Da schrie der ganze haufe und sprach: Hinweg mit diesem, und gieb uns Barrabam los. Da rief Pilatus abermahl zu ihnen, und wollte JEsum los lassen, und sprach: Was soll ich denn machen mit JEsu, von dem gesagt wird: Er sey Chriftus, und den ihr beschuldiget, er fen ein könig der Juden? Sie schrien abermahl: Kreuzige, kreuzige ihn. Er aber sprach zum drittenmahl zu ihnen: Was hat er denn übels gethan? Ich finde keine ursach des todes an ihm, darum will ich ihn züchtigen und loslaffen. Aber sie lagen ihm an mit groffem geschren, und forderten, daß er gekreuzigt würde, und ihr und der hohenpries ster geschrey nahm überhand.se Da aber Pilatus sah, daßer nichts schaffete, sondern daß viel ein grösser getümmel wardgen dacht er dem volke genug in them, 10114 BIT) FOO Die Geschichte von dem Leidea nud Sterben and urtheilete, daß ihre bitte ges wannen bist du? Aber JEsus gab schehe; nahm wasser, und wusch ihm keine antwort. Da sprach die hande vor dem volke und Pilatus zu ihm: Redest du nicht sprach: Ich bin unschuldig an mit mir? Weisfest du nicht, daß dem blute dieses gerechten, sehet ich macht habe dich zu Freuzigen, ihr zu. Da antwortete das ganze und macht habe dich los zu ges volk, und sprach: Sein blut komme ben? JEsus antwortete: Du über uns, und über unsere kinder. bättest Feine macht über mich. Da gab er ihnen Barrabam los, wenn sie dir nicht wäre von oben der um aufruhrs und mords wil herab gegeben, darum, der mich len war ins gefängniß geworfen, dir überantwortet hat, der hats um welchen sie baten; aberJEsum grössere sünde. Von dem an trach ließ er geisseln, und überantwortete Pilatus, wie er ihn los liesse. tete ihn, daß er gekreuziget wurde. Die Juden aber schrien, und spra chen: Läsfest du diesen los, so bist du des kaisers freund nicht: denn wer sich selbst zum könige macht, der ist wider den kaiser. Da nahmen die kriegesknechte des landpflegers JEsum zu sich in das richthaus, und riefen zu fammen die ganze schaar, und jogen ihn aus, und legten ihm eis nen purpur- mantel an, und floche ten eine crone von dornen, und setz ten sie auf fein haupt, und gaben ihm ein rohr in seine rechte hand, und beugeten die knie vor ihm, spotteten ihn, und sprachen: Ges grüsset sevst du, der Juden könig! und gaben ihm backenstreiche, speis eten ihn an, und nahmen das rohr, und schlugen damit fein haupt. Da Pilatus das wort hårete, führete er JEsum heraus, und sagte sich auf den richt- stuhl, an der stätte, die da heisset Hochpflas fter, auf hebräisch aber Gabba tha. Es war aber der rüst- tag in oftern, um die sechste stunde. Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer könig. Sie schrien aber: Weg, weg mit dem, freuzige ihn. Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren könig kreuzigen? Die hohenpriester antworteten: Wir haben keinen könig, denn den kaiser. Da überantwortete er ihn, daß er gekreuziget würde. Da gieng Pilatus wieder her: aus, und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine schuld an ihm finde. Also gieng JEsus heraus, und trug eine dornencrone und purpur- kleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein mensch! Da ihn die hohenpriester 4. Abtheilung. Die Kreuzigung und der Tod JEsu a nahmen und die diener ſahen, schrien fie Deum,( den sie verspottet und sprachen: Kreuzige, Freuzige ihn. Pilatus spricht zu ihnen: hatten,) togen ihm den mantel Nehmet ihr ihn hin, und freuziget aus, und sogen ihm seine eigene ihn: denn ich finde keine schuld an leider an, und führeten ihn hin, ihm. Die Juden antworteten ihm: daß fie ihn kreuzigten; und er Wir haben ein geset, und nach dem trug sein Freuz. Und indem sie gefer soll er sterben, denn er hat hinaus giengen, funden sie einen sich selbst zuGOttes fohn gemacht. menschen, der fürüber gieng, von Da Pilatus das mort hörete, Cyrene, mit namen Simon, der fürchtete er sich noch mehr, und vom felde kam, der ein vater sie ng wieder hinein in das richt: Alexandri und Ruffi war, den bans, und spricht zu JEfu: Von storing Tighton wuns unsers HErrn und Heilandes JEfu Chrifti. lor wungen sie, und legten das kreuz Da sprachen die hohenpriester der 1 auf ihn, daß ers JEsu nachtrüge., Juden zu Pilato: Schreib nicht Es folgete ihm aber nach ein der Juden König, sondern daß groffer haufe volks und weiber, er gesagt habe: Ich bin der Jus die klagten und beweineten ihn. den König. Pilatus antwortes JEfus aber wandte sich um zu te: Was ich geschrieben habe, ihnen, und sprach: Ihr töchter das habe ich geschrieben. von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch elbß, und über eure finder Denn siehe, es wird die scit kom men, in welcher man sagen wird: Selig sind die unfruchtbaren, und die leiber, die nicht gebohren has ben, und die brüste, die nicht ges säuget haben: Denn werden sie anfahen, zu sagen zu den ber gen: Fallet über uns, und zu den hugeln: Decket uns: Denn so man das thut am grünen hol, was will am dürren werden? Und die kriegsknechte, da sie JEfum gekreuziget hatten, nahmen seine kleider, und machten vier theile, einem ieglichen kriegs Enechte ein theil, darzu auch den rock. Der rock Faber war unges nehet, von oben an gewirket, durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Laßt uns den nicht zertheilen, sondern drum losen, weß er seyn soll. Auf daß erfüllet würde die schrift, die da saget: Sie haben meine Fleider unter sich getheilet, und haben über meinen rock das loos geworfen; solches thaten die kriegsknechte. Und sie faffen allda, und hüteten sein. Es war aber um die dritte ftunde, da sie ihn Freuzigten. Es wurden aber auch hinges führet ¡ meen andere übelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. Und sie brachten ihn an die stätte, die da heißt auf ebräisch Golgatha, das ist verdeutschet, Schedelstädt, und sie gaben ihm myrrhen in wein zu trinken; und da ers schmeckte, wollte ere nicht trinken. Und sie kreuzigten ihn daselbst, und die zween übelthäter mit ihm, einen zur rechten, und einen zur linken, JEsum aber mitten innte. Da ward die schrift erfüllet, die da faget: Er ist unter die übeithater gerechnet. JEfus aber sprach: Vater, vergieb ihnen: Denn sie wissen nicht, was sie thun. Pilatus aber schrieb eine übers schrift, und setzte sie auf das Freui, oben zu seinem haupt, als die urfache seines todes: Es war aber geschrieben: JEsus von Nazareth, der Juden König. Diese über schrift lasen viele Juden: Denn die fiåtte war nahe bey der stadt, da JEsus gekreuziget ist. es war geschrieben auf ebräische, griechische und loteinischelsprache. Und Und das volk stund, und sahe zu. Die aber vorüber giengen, lăs sterten ihn, und schüttelten ihre köpfe, und sprachen: Pfui dich, wie fein erbricht du den tempel, und bauest ihn in dreyen tagen, hilf die selber. Bist du GOttes sohn, so steige herab vom kreuz. Desgleichen auch die bobenpriester verspotteten ihn uns ter einander, mit den schriftge lehrten und ältesten, sammt dem volke, un sprachen: Er hat an dern geholfen, und kann ihm ſelber nicht helfen. Ist er Chrift, der könig von Ifrael, der aus erwählte GOttes, so helfe er ihm selber, und steige nun vom freu;, auf daß wirs sehen, und glauben ihm. Er hat Gott vers trauet, der erlöse ihn nun, lus stet es ihn: Denn er hat gesagt: Ich bin GOttes sohn. Es verspots 63 102 Die Geschichte von dem Leiden und Sterben spotteten ihn auch die kriegsknech-| ihnen hin, nahm einen schwamm, te, traten zu ihm, und brachten und füllet ihn mit essig, und steckte ihm essig, und sprachen: Bist du ihn auf ein rohr von ysop, und der Juden König, so hilf dir selber. hielts ihm dar zum munde, und trånkete ihn, und sprach mit den andern: Halt, laß sehen, ob Elias komme, und ihn herab nehme. Da nun JEsus den effig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. und abermahl rief er laut, und sprach: Bater, ich befehle meinen geist in deine hände. Und als er das gefaget, neigete er das haupt, und gab seinen geift auf. Aber der übelthäter einer, die da gehenket waren, lästerte ihn, und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst, und uns. Da antwortete der andere, ftrafete ihn, und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher verdammniß biß: Und zwar wir sind billig drinnen: Denn wir empfahen, was unsre thaten wehrt sind, Und siehe da, der vorhang im dieser aber hat nichts ungeschicktempel zerriß in zwey stücke, von tes gehandelt, und sprach zu JE- oben an bis unten aus, und die fu: HErr, gedenke an mich, erde erbebete, und die felfen zerwenn du in dein reich kommest. riffen, und die gräber thaten sich Und JEsus sprach zu ihm: Wahr- auf, und stunden auf viele leis lich ich sage dir, hente wirst du ber der heiligen, die da schlies mit mir im Paradiese seyn. fen, und giengen aus den gråbern nach seiner auferstehung, und kamen in die heilige stadt, und erschienen vielen. Es stund aber bey dem Freuze JEfu seine mutter, und seiner mutter schwester Maria, Clesphas weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine mut: ter sahe, und den jünger dabey Gehen, den er lieb hatte, spricht er zu feiner mutter: Weib! Siche, das ist dein sohn. Darnach spricht er zu dem jünger: Siehe, das ist deine mutter. Und von stund an nahm sie der jünger zu sich. Und von der sechsten stunde an ward eine finsterniß über das ganze land, bis an die neunte stunde, und die sonne verlohr ihren schein. Und um die neunte stunde rief JEsus laut, und sprach: Eli, Eli, Lama Asabthani! Das ist: Mein GOtt, mein GOtt, warum haft du mich verlaffen? Etliche aber, die da stunden, da sie das höre: ten, sprachen sie: Siehe, er rufet den Elias. Darnach als JEfus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürftet. Da stund ein gefäß voll effig, und bald lief einer unter Aber der hauptmann, der das ben stund gegen ihm über, und die bey ihm waren, und bewahr ten Jefum, da sie sahen, daß er mit solchem geschren verschied, und sahen das erdbeben, und was da geschah, erschracken sie sehr, und preifeten GOtt, und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer mensch, und GOttes sobu gewesen. Und alles volk, das dabey war, und zusal, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre bruft, und wandten wieder um. Es stunden aber alle seine verwandten von ferne und viele weiber, die ihm ausGalilda waren nachgefolget, unter welchen war Maria Magdalena, und Mariades kleinen Jacobs und Joses mutter, und Salome, die mutter der kins der Zebedai, und viele andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren, und hatten ihm gedienet, und sahen das alles. Die unsers HErrn und Heilandes Jesu Chrifti. 103 man sollte Joseph den leichnam JEfu geben. 3 Die Juden aber, dieweil es der ruft tag war, daß nicht die leichname am kreuze blieben den Und Joseph kaufte ein lein: fabbath über,( denn desselbigen wand. Es kam aber auch Nieodes fabbathstag war groß) baten sie mus, der vormahls bey der nacht Pilatum, daß ihre beine gebrochen zuJEsu kommen war, und brachte und sie abgenommen würden. myrrhen und aloen unter einanDa kamen die krieges knechte, der, bey hundert pfunden. Da und brachen dem ersten die beine nahmen sie den leichnam JEfu, und dem andern, der mit ihm und wickelten ihn in ein rein leine gekreuziget war. Als sie aber zuwand, und bunden ihn in leinene JEsu kamen, da sie sahen, daß tücher mit specereyen, wie die Jr. er schon gestorben war, brachen den pflegeten zu begraben. Es war sie ihm die beine nicht; sondern aber an derstätte, da er gekreuziget der krieges knechte einer öffnete ward, ein garten, und in dem gar feine feite mit einem speer, und ten ein neu grab, das warJosephs, alsbald gieng blut und waffer welches erhatte lassen in einen felheraus. Und der das gesehen hat, sen hauen, in welches niemand je der hat es bezeuget, und sein zeug- geleget war. Daselbst hin legten niß ist wahr, und derselbige weiß, sie JEfum um des ruft- tages wil daß er die wahrheit faget, auf daß| len der Juden, dieweil der sabbath auch ihr glaubet: denn solches ist anbrach, und das grab nahe war, geschehen, daß die schrift erfüllet und wälzeten einen groffen stein würde: Jhr sollt ihm kein bein zer vor die thur des grabes, und gienbrechen. Undabermahl spricht eine gen davon. Es waren aber allda andere schrift: Sie werden sehen, Maria Magdalena, und Maria in welchen sie gestochen haben. Joses, und die weiber, die mit JEsu kommen waren aus Galis lãa, die folgeten nach, fazten sich gegen das grab, und beschaueten, 5. Abtheilung. Die Begräbniß JEfu. ward. Sie kehreten aber um, und bereiteten speceren und falben und den sabbath über waren fic stille nach dem geser. am rüft- tag war, welcher ist der vor- sabbath, kam ein reicher mann von Arimathia, der stadt der Juden, mit namen Joseph, der war ein rathsherr, ein guter from Des andern tages, der da fols mer mann, welcher auch auf das gete nach dem ruft- tage, kamen reich GOttes wartete; der hatte die hohenpriester und pharisäer nicht gewilliget in ihren rath und sämmtlich zuvilato und sprachen: handel; denn er war ein iún- Herr, wir haben gedacht, daß ger JEsu, doch heimlich, aus dieser verführer sprach, da er noch furcht vor den Juden. Der wagte lebte: Ich will nach dreyen tagen es, und gieng zu Pilato, und auferstehen. Darum befiehl, daß bat, daß er mögte abnehmen den man das grab verwahre bis an leichnam JEsu. Pilatus aber ver den dritten tag, auf daß nicht seis wunderte sich, daß er schon todt ne jünger kommen und sichlen war, und rief den hauptmann, und ihn, und sagen zu dem volke: er fragte ihn: ob er längst gestorben ist auferstanden von den todten, wäre? Und als er es erkundet und werde der letzte betrug ärger von dem hauptmann; befahl er, denn der erste. Pilatus sprach zu ibnen: 4 Die Geschichte von der Auferstehung und Himmelfahrt 104 ihnen: Da habet ihr die hüter, gebet hin, und verwahret es, wie ihr wisset. Sie giengen hin, und verwahreten das grab mit hütern, und versiegelten den stein. 6. Abtheilung. Unterdeffen gieng Petrus und der andere jünger auf die von der Maria Magdalena erhaltene nach richt hinaus, und kamen zum gras be. Es liefen aber die zween mit einander, und der andere jünger Die Auferstehung und Him- lief zuvor, schneller denn Petrus, melfahrt Esu. und kam zuerst zum grabe. Gucket Zur Ersparung des Raums ist das in hinein, und siehet die leinen ge denen Evangelten und Borlesungen leget, er gieng aber nicht hinein. hievon enthaltene nur dem Inhalt Da kam Šimon Petrus ihm nach, nach angefübret; das übrige aber in harmonischer Ordnung ausführ- und gieng hinein in das grab, und lidh beygefüget worden. fiehet die leinen gelegt, und das ls die im vorigen abschnitt be: schweißtuch, das JEfu um das nannten gottseligen weiber, haupt gebunden war, nicht bey die und etliche mit ihnen, an dem er leinen gelegt, sondern beyseits eins ften sabbather( d. i. wochentage) gewickelt an einen besondern ort; mit dem anbruch des tages sich und es nahm ihn wunder, wie das nach dem grabe JEsu begaben, um zugienge. Da gieng auch der andeihn mit den zubereiteten specerey- rejünger hinein, der am ersten zum en zu falben: wird noch vor ihrer grabe kam, und fahe und glaubete ankunft das grab JEfu, bey seiner es. Denn sie wußten die schrift noch auferstehung, unter einem erdber nicht, daß er von den todten aufers ben, durch einen engel, zur groffen stehen müßte. Da giengen die jünbestürzung der hûter eröffnet. ger wieder zusammen. Siehe das Evangelium und bie vormittägige Vorlesung am ersten Oster- Tage, ver glichen mit Zuc. 24, 1. Unter ihnen kommt MariaMag dalena zu dem grabe, und siehet, daß der fein vom grabe hinweg war. Da läuft sie, kommt zu Simon Petro und zu dem andern jünger, welchen Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den HErrn weggenommen aus dem grate, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. JEfus aber, da er auferstanden war, früh am ersten tage der sabbather, erschien er am ersten der Mas ria Magdalena, von welcher er sieben teufel ausgetrieben hatte. Diese Maria nemlich( die Petro und dem andern jünger gefolget und bey deren weggehen zurück ges blieben war) stund vor dem grabe, und weinete drauffen. Als sie nun weinete, guckte sie in das grab, und siehet zween engel in weissen fleidern sizzen, einen zum haupten, und den andern zum füssen, da sie Auch die übrigen weiber sehen den leichnam JEfu hingelegt hats den stein abgewälzet, und gehen ten. Und diefelbigen sprachen zu hinein in das grab, wo sie den leib ihr: Weib, was weinest du? Sie JEfu nicht finden; aber zu verspricht zu ihnen: Sie haben meis schiedenen mahlen durch engel die nen HErrn weggenommen, und ich versicherung seiner auferstehung weiß nicht, wo sie ihn hingelegt bas und den auftrag erhalten, solche ben. Und als sie das sagte, wandte tienen jüngern zu verkündigen. sie sich zurück, und siehet JEsum Siehe das Evangelium und stehen, und weiß nicht, daß es JE die Vorlesung des ersten sus ist. Spricht Jefus zu ihr: ofter- Tages, verglichen mit eib, was weineft du? wen sucheft Luc 24, 2. bis 11. du? unsers HErrn und Heilandes JEfu Chrifti. 105 du? sie meinet, es sey der gärtner, I tage nach Oftern, vergl. mit und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo haft dn ihn hingelegt? so will ich ihn hohlen. Spricht JEsus zu ihr: Maria.Da wandte sie sich um, und spricht zu ihm: Rabbuni, das heiss fet, meister. SprichtJEsus zu ihr: Rühre mich nicht an: denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem vater. Geh aber hin zu meinen brüdern, und sage ihnen: ich fahre auf zu meinem vater und zu eurem vater, zu meinem GOtt und zu eu rem GOtt. Maria Magdalena kömmt und verkündigt den jüngern, die mit ihm gewesen waren, die da leide trugen und weineten: Ich habe den HErrn gesehen, und folches hat er zu mir gesagt. Und dieselbigen, da sie höreten, daß er lebete und wäre ihr erschienen, glaubeten sie nicht. Gleich nach dieser ersten erscheinung des HErrn JEfu geschahe die zweyte den übrigen weibern, als sie auf dem wege waren, um die verkündigung der engel den jüngern anzuzeigen. Zu welcher seit auch die hûter des grabes den hohenpriestern von demienigen, was geschehen war, nachricht brin: gen; aber von selbigen durch beste chung zur verfälschung der wahrheit verleitet werden. denen er acht tage darauf, im Beyseyn des Thomas zum andern mable erscheinet. Siehe den andern Theil des Evangelii am ersten Sonntage nach Ostern. Darnach offenbarete sich JEsus abermahls den jüngern an dem meer bey Tiberias. Er offenbarete sich aber also: Es waren bey ein. ander Simon Petrus und Tho mas, der da heisfet#willing, und Nathanael son Cana in Galilda, und die söhne Zebedai und andere tween seiner jünger. Spricht Sis mon Petrus zu ihnen: Ich will hin fischen gehen. Sie sprachen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie giengen hinaus, und traten in das schiff alsobald, und in derselbigen nacht fiengen sie nichts. Da es aber test morgen war, stund JEsus am ufer, aber die jünger wußtens nicht, daß es JEfus war. Spricht JEsus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werfet das nes jur rechten des schiffs, so werdet ihr finden. Da wurfen sie, und konntens nicht mehr siehen vor der menge der fische. Da spricht der jünger, wels chen JEfus læb hatte, zu Petro: Gs ist der HErr. Da Simon Pe trus hörete, daß es der HErr war, gurtete er das Hemd unsich,( denn er war nacket) und warf sich ins meer. Die andern jünger aber kas men auf dem schiffe,( denn sie was ren nicht fern vom lande, sondern ben zwen hundert ellen) und zogen das net mit den fischen. Als sie nun austraten auf das land, sahen fie Fohlen gelegt, und fische darauf, und brot.Opricht JEfus zu ihnen: Bringet her von den fischen, die ihn iest gefangen habt. Simon Pe trus stieg hinein und zog das nch 3 aufs Siehe die Vorlesung am er. sten Ofter- Tage. JEfus offenbarete sich hierauf noch an dem tage feiner auferste: bung den zween iungern die nach Emmaus giengen. Tadem Evangelio bes 2ten Ofter- Tages; wo sugleich die nach I Cor. 15, v. 5. dem Petro besonders geschel, ene Erscheinung erwebnet wird. Und am abend desfelbigen tages seinen versammleten tängern, Siehe den ersten Theil des Evangelii am ersten Sonn 108 Die Beschreibung von der Berföhrung Jerusalems: fürsprache des Titus, und weil er dem Vespasian die künftige gelan gung zur kaiserlichen würde vor: her fagte, sein leben, und nach der erfüllung dieser seiner vermuhs tung auch die freyheit. Vespasian bemächtigte sich gar bald des gan den gewannen zeit sur gegenwehr,| schlagen wurden. Josephus ges und nähtigten sogar den Syri rieht selbst in die gefangenschaft schen statthalter mit einem sehr, der Römer; erhielt aber durch die beträchtlichen verlust zum abzuge. Dieser anscheinende vortheil vers mehrte ihren zu ihrem unglück den muht: Die damahls fast allges meipe erwartung eines irdischen erretters und machtigen beherrchers ftärkte ihre eitele hoflung, fich von der beherrschung der Rdiner zu befreyen, und der krieg wider selbigeward mit groffer heftigkeit beschlossen. Man machte dazu aberall die stärksten zurüstungen, wählte in Jerusalem den Joseph einen sohn Gorions, nebst dem hohenpriester Ananus, in Idumda den Eleazar, und in GaliläaJosephum einen sehr verständigen und tapfern mann, der diese geschichte hinterlassen hat, zu anführern; und fing die feindseligkeiten in verschiedenen gegenden, doch mehrentheils mit sehr grossem verlust an; wie denn allein sor der stadt Ascalon über 18000 Juden ihr leben einbüßten. en Galilda; wobey viele tausens de erschlagen, oder als leibeigene verkauft, oder sonst in eine elende felaveren geführet wurden. In Jerusalem und den übrigen ge genden des Jüdischen Landes häuf te sich gleichfals aufruhr und elend. Die parthen derer, die auf den krieg drungen, verübte gegen diejenigen, die zum frieden rich ten, die duffersten gewaltthätigkeis ten. Mit ihnen verband sich unter der anführung des Eleazar eine andere art von räubern, die Zeloten oder eiferer genannt wurden, weil sie unter dem vorgeben eines besondern eifers für religion und freiheit die größten grausamkei ten begiengen; und plünderung und mord breiteten sich allenthals ben aus. Der hohepriester Ana nus suchte in Jerusalem diefer bösen rotte einhalt zu thun; als aber Johannes von Giscala, ein sehr berüchtigter bösewicht, nach Jerusalem kam, und die Ze loten daselbst auf seine feite brach te, auch 20000 Joumaer in die stadt zog; so ward die parthey des Ananus überwältiget, und dieser hohepriester, den Jofephus als einen der besten männer der da mahligen zeit beschreibet, nebst 12000 der vornehmsten einwoh ner getödtet. Vespasianus eroberte in dem folgenden jahre unter vielem blutvergieffen die um Jerusalem liegenden festen drter, und näherte fich darauf dieser hauptstadt des Jüdis Die Christen hergegen waren der warnung ihres Heilandes eingedenk, und selten sich durch ihre flucht in die benachbarte stadt Pella in sicherheit. Als der Römische Paiser Nero diesen allgemeinen aufstand der Jüdischen nation erfuhr, trug er dem Vespasianus, einem sehr erfahrnen feldherrn, den frieg wider die Juden auf; der nebst seinem sohn, dem Titus, mit einem zahl reichen heere den anfang dessel ben in Galiläa machte. Jofephus hatte daselbst 100000 mann ver: fammlet; allein das schrecken zerstreucte solche sogleich bey der ankunft der Romer, und Josephus mard gendhtiget, mit dem reft sei ner truppen sich in die feftung Jotapata zu werfen; welche nach einer tapfern vertheidigung ers: brt, und 40000 Juden dabey er. Die Beschreibung von der Berfishrung Jerusalems. 109 Jüdischen landes. Sein heer Ben einer solchen verfassung rücks verlangte, daß er solche, ben der teTitus im siebentigsten jahre nach darin herrschenden uneinigkeit, Christi geburt im anfange des unverzüglich angreifen mögte Aprils mit seinem wolgerüsteten allein der Römische feldherr hielt heere, und in begleitung des Jo rathsamer, einem volke, das sich fephus, vor die stadt Jerusalem. selbst aufrieb, und welches GOtt, Selbige war mit einer dreyfachen wie er sagte, in die hande der sehr starken mauer und vielen Römer geben würde, zur eigenen thürmen versehen, und faßte, beförderung seines unterganges ausser dem sehr befestigten tem längern raum zu lassen. Der pel, die burg Antonia und andere tod des Nero, und die darauf ers feste schlösser in sich. Die feyer folgenden öfteren veränderungen des ofter festes hatte auch das mit dem Römischen Kaiserthum, mahls eine ungewöhnliche menge verzögerten die belagerung noch Juden in derselben versammlet, weiter; und als Vespasian selbst wodurch sowol die hungers- noht zum kaiser erwählt ward, begab er desto geschwinder vermehret, als sich nach Rom, und überließ die auch der auf der ganzen nation fortsegung des Frieges dem Titus. ruhende fluch um so deutlicher of Die durch die unerhörten grau- fenbar wurde. Bey dem anfans samkeiten des Johannis und der ge der belagerung vereinigten sich Zeloten dufferst beangstigten ein- zwar die drey aufrührerischen rot wohner in Jerusalem hatten in ten jum tapfern widerstande ges dieser zeit ein neues heer von rau gen dieRömer, fügten ihnen durch bern, unter einem anführer naheftige ausfälle vielen schaden zu, mens Simon, in die stadt gelas und setzten ben einem derselben fen, um durch sie von ienen unges felbft den Titus in die äusserste heuern befreyet zu werden; allein gefahr Allein jene vereinigung diese abermahlige verblendung dauerte nicht lange. Johannes vergrösserte nur ihr elend. Denn überwältigte durch lift und ges dieser Simon, der bereits in Jdu walt die parthey des Eleazar, und maa die fürchterlichten verwü- bemächtigte sich unter vielem fungen angerichtet, übertraf anblutvergiessen des ganzen tems noch den Johannes an grausam pels. Die vertheidigung der stadt Feit und blutbegierde: ¡ wang den- war also zwischen ihm und dem Sis felben, sich in den tempel zurück zu mon getheilet; die aber gleichfalls ziehen, und da auch deffen parthen nicht aufhörten, sich unter einans sich trennte, und ein theil dersel der zu bekriegen, so bald nur die ben unter dem Eleazar den innern Römer ihnen einige ruhe lieffen. tempel behauptete: jo bekriegten Nachdem Titus den Juden ver diese dren räuberische haufen sich geblich den frieden anbieten las nnter einander auf das beftigste, fen, ward die belagerung mit groß opferten eine große menge der fent eifer fortgeseit, und gegen das einwohner ihrer wuht auf, ver ende des Aprils die erste mauer, darben durch raub und brand den und fünf tage nachher die andere in der stadt befindlichen vorraht eingenommen; und obwol die Jus der lebensmittel, und legten das den sich der leztern wieder bemächs durch den grund zu der bald nachs tigten, ward solche doch nach einer her erfolgenden erschrecklichen dreytågen bestürmung mit einer hungersnoth& m se nadgroffen niederlage der Juden völlig 108 110 Die Beschreibung von der Zersöhrung Jerusalems. NIYA lig behauptet. Wenige tage nach lungsvollen gegenwehr he her ward der angrif auf die burg endlich den Titus, die sta Antoniam gerichtet. Titus ließ ner mauer völlig einzuſa nach seiner gütigen und mit Hiedurch ward dasienige ar n leidigen gesinnung die belagerten nauefte erfüllet, was Christus J abermahls durch den Jofephum her geweisfaget, und die erschre jur übergabe ermahnen; allein, lichste hungers- noth, nebst ob dieser gleich durch eine sehr lem damit verbundenen äussers nachdrückliche rede und mit thrå- elend nahm nun völlig überha nen sie zu bewegen suchte, so wur- Ausgezehrte menschen sucht den doch alle vorstellungen nur bey tausenden vergeblich i Die bewaffne mit schimpfworten und sogar mit erhaltung. pfeilen erwiedert. Viele ein räuber fielen in die häuser, wohner suchten indeß durch die machtigten sich aller nahrun flucht ihre errettung, und erhiel- mittel, und qualten mit den e ten auch solche, wenn sie der wach- feßlichfien martern alle und je samkeit und den schwertern der auf welche nur der verdacht ei befazung zu entgehen vermogten, ger verbergung fiel. Die elt durch die gelindigkeit des Titus. riffen ihren kindern, und diese Die aber als gefangene in die han ren eltern und geschwistern de der Römer fielen, wurden in so lezten biffen aus dem munde. V grosser menge in dem angesichte le, die diesem jammer durch der stadt gekreuziget, daß nach Jo- flucht zu den Römern zu entrin sephi ausdruck es zulezt an raum suchten, wurden von den folda und holz zu kreuzen mangelte. Ein in der vermuthung, daß sie& gewiß sehr merkwürdiger anblick verschlungen, lebendig au vor einer stadi, ren einwohner schnitten. Man fuchte durch die freuzigung Chrifti dem Pilatus unnatürlichsten mittel die stills mit der größten wuth abgedrun- des hungers, und eine bemitt gen hatten! Titus ließ inzwischen mutter, die durch diese plage diese grausamkeit zu, um zu verfu äussersten verzweifelung gebra chen, ob vielleicht die furcht vor war, schlachtete und kochte ih einer gleichen bestrafung die hart genes Find, und bot, da sie ei näckigkeit der belagerten über theil desselben verzehret, den gr dem Bespwinden mögte. Aber so wenig die samen kriegesknechten die ar ses, als die bereits sehr zuneh hälfte dar. Alle straffen waren fahrnen fe mende hungers- noth, noch auch teichen bedeckt, und das sten die wiederholten warnungen des war so häufig, daß vom 14ten 2 Römischen feldherrn, die stadt, bis zum ersten Julius 115880 ben in Garden tempel und ihr eigenes leben chen zu einem thore hinaus hatte dasens zu retten, vermogten etwas bey bracht, undoooooo über die m fammlet; d diesen gänzlich verstockten auszu geworfen wurden. Titus r richten; Te erklärten vielmehr durch diese erschrecklichen umg terstreuete dem Tite felbft mit untermengter de äusserst gerührt, und beze ankunft de rard gend! verschmähung, daß sie lieber fer mit gen himmel gehobenen ben, als sich ergeben wollten, und den, daß er an diesen unna ner truppe beriefen sich dabey frech auf den lichen grausamkeiten unsch tapata ju schuß Gottes, dessen verächter sie sey, und solche unerhörte gr einer tapfe unter den trümmern der fac boch waren. graben werden mußten. den ge und n fchen f betråd Dieser mehrte muht: meipe erretter chers ft ich von iner ju der selb Feit befo aberall wählte einen sc benprie den Ele phum et tapfern hinterla und fing verschied rentheils an; wie Ascalon leben ein Die C der warni gedenk, u flucht in Pella in Als/ de. diesen all Jüdischen die Juden at fohn, dem reichen he bert, und Die fortfegung ihrer verzweifs y ffend, denn ihre augen waren lafs, und wußten nicht, was antworteten. Und er ließ hd gieng abermahl hin, und ere zum dritten mahl, und revete dieselbigen worte. Es erschien ihm aber ein engel vom himmel, und stärkete ihn. und es kam, daß er mit dem tode rang, und berete heftiger. Es war aber fein schweiß wie blutstropfen, die fielen auf die erde. Und er stund auf vom gebet, and kam zu seinen jüngern, und fand sie schlafend für traurigkeit, und sprach zu ihnen: Ach! wol let ihr nun schlafen und ruhen! Es ist genug. Gehet, die stunde is kommen, und des menschen sohn wird überantwortet in der fünder hånde; steher auf, und lasset uns gehen, siehe, der mich verräht, ist nahe, betet aber, auf daß ihr nicht in anfechtung fallet. t 1 Und alsbald da er noch redete, tam Judas, der zwölfen einer, da er hatte zu sich genommen die schaar und diener der hohen priester und pharisäer, der ältesten und schriftgelehrten, gieng vor ihnen her, und kam dahin mit fackeln, lampen, mit schwerten und mit stangen. Als nun JEfus wußte alles, was ihm begegnen sollte, gieng er hin us, und sprach zu ihnen: Wen fuchet ihr? Sie antworteten ihm: JEsum von Nazareth. JEsus sprach zu ihnen: Ich bins. Ju das aber, der ihn verricht, stund auch bey ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins, wi tchen sie surück, und fielen zu bo den. Da fragte er sie abermahl: Wen suchet ihr? Sie aber spra: chen: JEsum von Nazareth. JE fus antwortete: Ich habe euch e gesagt, daß ichs seys fuchet ihr denn mich, so laffet diese gehen. al t el rt It bl Die Geschichte von dem Leiden und Sterben 2c. h af 95 Auf daß das wort erfüllet wurde, welches er sagte: Ich habe der keinen verlohren, die du mir ges geben haft. Der verråhter aber hats te ihnen ein zeichen gegeben, und gesaget: Welchen ich küffen werde, der ist es, den greifet, und führet ihn gewiß. Und alsobald trat er JEsu, ihn zu küssen, und sprach: Gegrüsset feyst du, Rabbi! und küfete ihn. JEsus aber sprach zu ihm: Mein freund! warum bist du kommen? Juda, verrähtest du des menschen sohn mit einem kus? Da traten e hinzu, und legten die bande angesum, und griffen ihn. Da aber fahen, die um ihn was ren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: HErr! sollen wir mit dem schwet drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein schwert, und zog es aus, und schlug nach des hohenpriesters knecht, und bieb ihmein recht ohr ab. Und der knecht his Malcbus. JEfus aber antwortete und sprach: Lasset sie dech so ferne machen. p ju Petro Stecke dein schwert in die scheide denn wer das schwert nimmt, der soa durch das schwert umkommen. Oder meineft du, daß ich nicht könnte meinen vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf legionen engel? Wie würde aber die schrift erfüllet: Es muß affe geschehen? Soll ich den feld nicht trinken, den mir mein vater gegeben hat? Und er rührete fein ohr an, und heilete ihn. Zu der stunde sprach JEsus a den hohenpriestern und hauptie ten des tempels, und den ältesten, die über ihn kom: en waren: br send als zu einem mörder mit schwerten und mit stangen aus gegangen mich zu fahen; bin ich doch täglich ben euch gewesen und babe gelebret im tempel und ihr bas THE S 108 den ge und n fchen f betråd Dieser mehrt muht; meipe erretter chers f fich vor iner ju der selb Feit bef überall wählte einen ſt henprie den El phum e tapfern hinterl und fin verschie renthei an; wi Ascalo leben e Die der war gedenk, flucht Pella i Als diesen Jüdisd dem V fahrne die Ju fohn, d reichen ben in batte 1 famml zerstrei ankuni rard g ner tru tapata einer ti bert, u 96 Die Geschichte von dem Leiden und Sterben habet keine hand an michgeleget. seine lehre. JEsus antwortete Aber dies ist eure stunde, und die macht der finsterniß, auf daß die schrift erfüllet werde. Da vers liessen ihn alle jünger, und flohen. Und es war ein jüngling, der folg te ihm nach, der war mit leinwand gekleidet auf der bloßen haut, und die jünglinge griffen ihn, er aber ließ den leinwand fahren, und flohe blos von ihnen. Ich habe frey öffentlich gerede vor der welt, ich habe allezeit ge lehret in der schule, und in den tempel, da alle Jüden zusamme kommen, und habe nichts in verborgenten geredet. Was fragef du mich darum? Frage die darum die gehöret haben, was ich z ihnen geredet habe; fiehe, dieselbi gen wissen, was ich gesaget habe Als er aber solches redete, gab de diener einer, die daben stunden Das Leiden JEsu vor dem geist. Esu einen backenstreich, un 2. Abtheilung. lichen Gerichte. sprach: Solltest du dem hohenprie Die schaar aber und der oberster also antworten? JEfus ant wortete: Habe ich übel gered. so beweise es, daß es unrecht sey habe ich aber recht geredet, wa schlägest du mich? Und Hanna hatte ihn gebunden gesandt zi dem hohenpriester Caiphas. hauptmann und die diener der Jüden nahmen JEsum, und bunden ihn, führeten ihn aufs erste zu Hannas, der war Caiphas schwäher, welcher des jahrs hoher: priester war. Es war aber Caiphas, der den Juden richt, es wäre gut, daß ein mensch würde umges bracht für das volt. Und sie fühe ten ihn za dem hohenpriester Cai phas, datin alle hohenpriester und schriftgelehrten und ältesten sich rersammlet hatten. Die hohenpriester aber und di ältesten, und der ganze raht such ten falsch zeugniß wider JEfum auf daß sie ihn zum tode brachten und funden keines, wiewol viel falsche zeugen herzu traten: deni ihre zeugnisse stimmeten nich Simon Petrus aber folgete JE überein. Zulezt traten herzu zweer fu son ferne, und ein anderer fün- falschezeugen, und sprachen: Win ger bis an den pallaft des hohen haben gehöret, daß er sagte: Ich priesters. Derselbe jünger war tann und will den tempel GOttes dem hohenpriester bekannt, und der mit handen gemacht ist, abbre gieng mit JEsu hinein in des ho- chen, und in dreyen tagen einer henpriesters pallafst. Petrus aber andern bauen, der nicht mit hån stund draussen vor der thur. Da den gemacht ist. Ihr zeugniß aber gieng der andere jünger, der dem stimmete noch nicht überein. Unt hohenpriester bekannt war, hin- der hohepriester stund auf unter aus, und redete mit der thürhü- sie, und fragte JEfum, und sprach terinn, und führete Petrum hin- Antwortest du nichts zu dem, das ein. Es hatten aber die knechte diese wider dich zeugen? JEsus und diener ein kohl- feuer gemacht aber schwieg stille, und antwortet. danieden mitten im pallaft; denn nichts. Da fragte ihn der hohe es war kalt, und wärmeten sich. priester abermahl, und sprach 31 Petrus aber sagte sich mitten un- ihm: Ich beschwöre dich bey den ter sie, und wärmete sich, auf daß lebendigen GOtt, daß du uns sa er fäbe, wo es hinaus wollte. geft, ob du feyft Chriftus, der sohe des hochgelobten GOttes? Jesus sprach: Du sageßt es, ich bin es Doc Aber der hohepriester fragete Jefum um seine jünger und um unsers HEren und Heilandes JEfu Chrifti. 97 Doch sage ich euch: von nun an| Galiläer, und deine sprache vers werdet ihr sehen des menschen räht dich; Spricht des hohenpries ohn sigen ur rechten hand der sters knechte einer, ein gefreunter kraft, und kommen in den wollen des, dem Petrus das ohr abgehau des himmels. Da zerriß der hohe: en hatte: Gabe ich dich nicht im priester seine kleider, und sprach: garten ben ihm? Da fieng er an Er hat GOtt gelåstert, was dür sich zu verfluchen und zu schwö fen wir weiter jeugniß? Siehe, ten: Ich kenne des menschen nicht, ezt habet ihr seine gottesläste von dem ihr faget. Und alsbald, rung gehöret, was dunket euch? da er noch redete, krähete der Sie aber verdaften ihn alle, und hahn zum andern mahl. Und der ſprachen: Er ist des todes schuldig. HErr wandte sich um, und sahe Die manner aber, die JEfum hiel Petrum an. Da gedachte Petrus ten, verspotteten ihn, und speyeten an das wort JEsu, das er zu ihm aus in sein angesicht, und schlugen gesaget batte: Ehe der hahn zwen hn mit fäuften; etliche aber vermahl krähet, wirst du mich drey sckten ihn, und die knechte schlu- mahl verleugnen, und er gieng en ihn ins angesicht, u. sprachen: Beiffage uns, Christe, wer ists, per dich schlug? Und viel andere afterung sagten sie wider ihn. hinaus, und weinete bitterlich. Des morgens aber versammel, ten sich alle hohenpriester, schrift gelehrten und die ältesten des Simon Petrus aber war,( wie volks, darzu der ganze raht, und vorhin erzählet worden,) draussen hielten einen raht über JEfum, im pallast, da kam des hohenprie- daß sie ihn tödteten. Und führters magde eine, die thürhüterin; ten ihn hinauf vor ihren raht, nd da siepetrum unter den knech- und sprachen: Bist du Chriftus? en bey dem feuer sabe; schauete fage es uns. Er aber strach zu ie ihn an und sprach zu ihm: Und ihnen: Sage ich es each, glaus du warest auch mit dem JEsu aus bet ihrs nicht; frage ich aber, so Galilda. Er aber verläugnete vor antwortet ihr nicht, und lasset Ihnen allen und sprach: Weib! ich mich dennoch nicht los. Darkm bins nicht, ich kenne ihn nicht, ich von nun an wird des menschen weiß auch nicht, was du sagest. Und sohn figen ur rechten hand der er gieng hinaus in den vorhof, und kraft GOttes. Da sprachen sie Der hahn krähete. Und als er zur alle: Bist du denn GOttes soin? thür hinaus gieng, sahe ihn nebst Er aber sprach zu ihnen: Ihr sader vorigen, eine andere magd, die gets, denn ich bins. Sie aber sprachen ju denen, die dabey ftun- sprachen: Was dürfen wir weis den: Dieser war auch mit dem ter zeugniß? Wir habens selber JEsu von Nazareth. Da sprachen gehöret aus feinem munde. sie zu ihm: Bist du nicht seiner juni 2. Abtheilung. ger einer? Und ein anderer sprach: Das Leiden JEsu vor dem Du bist auch der einer. Und er leugnete abermabhl, und sprach: weltlichen Gerichte. Mensch, ich bins nicht, und schwur Und der ganze haufe stund auf, menschen nicht. Und über eine Fleine weile ben einer stunde bekräftigte es ein anderer, mit denen, die daben stun, den, und sprachen: Warlich, du bist auch der einer: denn du bist ein ihn von Caipha vor das richthaus, und überantworteten ihn dem landpfleger Pontio Pilato, und es war noch frübe. how End 201 Die Geschichte von dem keiden und Sterben 98 welches er fagete, da er deutete, welches todes er sterben würde. Da fingen an die hohenpriester und die ältesten ihn hart zu vers flagen, und sprachen: Diesen fins den wir, daß er das volk abwens det, und verbeut den schoß dem Kaiser zu geben, und spricht: Er sey Christus, ein König. Da gieng Pilatus wieder hinein in das richt- haus, und rief JEfum, und fragte ihn und sprach: Bist du der Juden könig? Jesus aber stund vor dem landpfleger, und antwors tete: Redest du das von dir selbst, oder haben es dir andere von mir gefaget? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein volk und die hohenpriester haben dich mir übers antwortet, was hast du gethan? JEsus antwortete: Mein reich ist nicht von dieser welt, wäre mein reich von dieser welt, meine diener würden darob Fampfen, daß ich den Juden nicht überants wortet würde. Aber nun ist mein reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du den noch ein könig? JEsus antwortes te: Du sagest es, ich bin ein königs ich bin darzu gebohren, und auf die welt kommen, daß ich die wahrheit zeugen soll, wer aus der wahrheit ist, der höret meine stims me.Spricht Pilatus zu ihm: Was Die Juden aber giengen nicht in ist wahrheit? Und da er das gesa: das richt haus, auf daß sie nicht get gieng er wieder hinaus zu den unrein würden, sondern die ostern Juden, und spricht zu ihnen: Ich effen mdgten. Da gieng Pilatus finde keine schuld an ihm. und zu ihnen heraus, und sprach: die hohenpriester und ältesten bes Was bringet ihr für eine klage schuldigten ihn hart; er aber ants wider diesen menschen? Sie antwortete nichts. Da fragte ihn worteten und sprachen zu ihm: Pilatus abermahl, und sprach: Wäre dieser nicht ein übelthäter, Antwortest du nichts? Hdrest wir hatten dir ihn nicht überants du nicht, wie hart sie dich vers wortet. Da sprach Pilatus zu ih- klagen? Und er antwortete ihm nen: So nehmet ihr ihn hin, und nicht auf ein wort mehr, also, richtet ihn nach eurem gesetz. Da daß sich auch der landpfleger sehr fprachen die Juden zu ihm: Wir verwunderte. Sie aber hielten dürfen niemand tödten. Auf daß an und sprachen: Er hat das voll erffillet würde das wort JEsu, Da das sahe Judas, der ihn ver, rahten hatte, daß er verdammet war zum tode, gereucte es ihn, und brachte herwieder die dreyssig filberlinge den hohenpriestern und den ältesten, und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig blut verrathen habe. Sie sprachen: Was gehet uns das an? da siehe du zu. Und er warf die sil berlinge in den tempel, hab sich davon, gieng hin, und erhenkete sich selbst, und ist mitter entzwey geborsten, und sein eingeweide aus geschüttet. Aber die hohenpriester nahmen die silberlinge, und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den gottes- kaficu legen: denn es ist blut- geld. Sie hielten aber einen raht, und kauften eines to pfers acker darum, zum begräbniß der pilger. Vnd es ist kund worden allen, die a Jerusalem wohnen, also, daß derfelbige acker genennet wird auf ihre sprache: Akeldama, das ist, ein blut- acker, bis auf den heutigen tag. Da ist erfüllet, das gesaget ist durch den propheten Jeremiam, da er spricht: Sie has bez genommen dreissig silberlins pe, damit bezahlet ward der veraufte, welchen sie kauften von den kindern Israel, und haben sie gegeben um einen topfers acker, als mir der HErr befohlen hat. erre: Die Beschreibung von der Zerstöhrung Jerufalems. III Nachdem die burg Antonia nem antriebe, oder vielmehr von unter vielem blutvergiessen er einer höhern hand geleitet, einen obert und völlig niedergerien feurigen brand in ein fenster der war, mußte nun auch der sowot an den tempel gebaueten zimmer. durch seine lage als die stärkste Goaleich breitete sich das feuer manern ausnehmend feste tempel in diese neben- gebäude aus. Tis angegriffen werden, zu welcher zeit us eilte alsbald den brand zu denn auch das tägliche opfer in demselben aufhörte. Titus, der für dieses herrliche gebäude und für den gottesdienst der Juden eis ne bewundernswürdige ehrerbie tung aufferte, ließ sich dessen er haltung mit der duffersten sorgfalt angelegen seyn, und ermů dere nicht, sowol in eigener person, als durch den Josephus, den Johannes mit seinem gottlofen hau fen durch wiederhohlte rührende vorstellungen zu bersegen, daß sie durch ihren fortgefesten frevel das heiligthum GOttes nicht entweis hen, vielmehr durch eine endliche übergabe es dem nahen untergan se entreiffen mögten: versprach ihnen auch die ungestörte fort segung ihres gottesdienstes. Al lein diese bdsewichter verschmähes ten dieses alles, besegten die thore des tempels mit krieges- maschi nen, und machten denselben durch caub und blutvergieffen, nach Chrifti worten, nun völlig zur mörder- grube. Daher sabe sich Ti tus endlich gendhtiget, die duffer fe gewalt zu gebrauchen, und nach verschiedenen abgeschlagenen stür: men an die thore desselben feuer legen zu lassen, welches denn alle bedeckte gånge um den tempel ergriff. Er gab zwar sogleich den befehl, das feuer zu löschen, um das noch unversehrte haupt- ge: bäude des tempels zu erhalten; aber keine menschliche vorsicht vermogte den rathschluß GOttes zu verhindern. Ein heftiger aus fall der Juden zog das gefechte in die nahe des tempels, und ein Römischer soldat warf aus eiges chen; aber seine befehle wurden niet vernommen. sche legionen drangen wühtend Die Römis auf den tempel zu, unterhielten die immer weiter um sich greifens den flannen, und erfüllten alles mit blutand leichen. Titus bes gab sich me einigen seiner heers führer selbsn den tempel, besahe dessen heiligtum und die darin befindlichen geithe, und fand, daß die pracht alle mchrichten davon weit überträfe. Er ernenerte die eifrigften bemhungen, dieses innere des tempels retten; aber vergeblich; der ganze tempel ward, wie Josephus benerkt, an eben dem tage, da derersie von den Babyloniern verbrandt wors den, durch die flammen vokig vers sehret. Ein allgemeiner raub und die blutigste niederlage verbreites te sich ohne einiges verschoren in dem ganzen raum des tempels. Die römischen soldaten pflanzten an das dftliche thor desselben ihre Frieges jeichen, brachten daselbst ihre heidnischen opfer und riefen den Titus als sieger aus. Eine anzahl priester, so auf einer mauer des tempels ihre sicherheit gesucht, flehete vergeblich um ihr lebens Titus antwortete: die zeit der bes gnadigung sey geendet, und sie müsten nunmehro mit ihrem tems pel umkommen. Die aufrührer hatten sich ins zwischen mit gewaffneterhand den weg aus dem tempel geöffnet, und verlangten eine unterredung mit dem Titus. Dieser erbot sich, ihnen das leben zu schenken, и сни 112 Die Beschreibung von der Zerstdhrung Jerufalems. wenn sie sogleich die waffen nie- 1 schauspielen oder zu schweren ars derlegen und sich ergeben würdens beiten bestimmet: die, so unter 17 als sie sich aber dessen, unter der jahren, wurden verkauft. Die zahl vorschügung eines eides, weiger- aller in dem ganzen Friege ges ten, und einen freien abzug verfangenen rechnet Josephus auf langten, versagte er ihnen alle/ 97000, und der in der belagerung gnade; übergab die untere stadt der umgekommenen auf 1100000, plünderung und dem feuer, und auffer der grossen menge, die sonst griff den noch übrigen obern theil derselben an, in welchen sich die sämtlichen aufrührer unter dem Simon und Johannes gezosen hatten. So bald die Römi schen maschinen auch hie die mauer durchbrochen, überfiel diese hartnäckigen die mubtloseste ver wirrung Voll furcht und schrecken verliessen sie die von ihnen befes ten sehr festen thárme, versuchten vergeblich durch die Römischen verschanzungen zu entkommen, Die sämtlichen überbleibfel der und verbargmn sich endlich in unstadt, ausser dreyen thürmen und terirdische holen. Die Römer be mächtigten sich also auch der ganz zen obernstadt, plünderten selbige, und andeten sie nach der entfezlichfen niederlage unter den einwohnern mit feuer an. Dieses geschahe am Sten September des jalces 70 itach Chrifti geburt. in diesem kriege ihr leben verlohren; und macht jene grosse ans jahl aus der unter dem Cestins berechneten jahl der ofter- lämmer begreiflich. Simon und Johannes gerichten aus ihren hölen endlich auch in die hande der Römer. Sie wurden gleichfals zum triumph des Titus cufbehalten, und nach felbigem der erste zum tode, der andere aber seitlebens zum ges fångniß verurtheilet. einem theil der mauer, wurden auf Titi befehl dem erdboden gleich gemacht. Jerusalem ward also nach Chrifti weissagung vôllig geschleifet. Wie nun diese merkwürdige geschichte, nebst der ganz sons derbaren erhaltung der JüdiAls Titus in die nun völlig er- schen nation bey ihrer groffen zers roerte stadt gieng, und die unge fireuung, die göttlichkeit der lehre meine festigkeit ihrer mauren und JEsu ausnehmend bestätiget; so thürme bewunderte; brach er in mup einem ieden, der solche bes dieses ihm rühmliche geständniß| kennet, ben einer miticidigen ers aus: Wir haben mit GOttes bey- wegung dieser gerichte GOttes, stand krieg geführet; es ist GOtt, iene warnung des Apostels stets der die Juden aus diesen festun gen herausgetrieben hat: denn was würden menschliche hände und maschinen gegen solche thür: me vermögen? wichtig bleiben: Sen nicht stolz, sondern fürchte dich. Hat Gort der natürlichen zweige nicht vers schonet, daß er vielleicht dein auch nicht verschone. Darum schaue die gute und den ernftGOts tes: den ernst an denen, die ges fallen sind, die gute aber an dir! so ferne du an der gute bleibeft fonst wirst du auch abges hauen werden. Gleich nach der eroberung wurden die noch übrigen aufrührer sämtlich getödtet. Die ansehnlichsten jünglinge wurden zum triumph des Titus, die übrigen gefangenen aber zu den Römischen Javl ar Notf کار شده و اگر از Senſe recher. ach Inches Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 14 6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 5 12 13 Magenta 14 CO 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8