M DSCHAP CARANCICOARACARICI uur teppe BERRET Gb 1890 Univ.- Bibl Glessen Verbessertes Gesangbuch zum Gebrauch bei dem öffentlichen Gottesdienste sowohl als zur Privat- Erbauung. WASH UNIKAHA P MHGLES KROTO BAND Caffel, 1851. Druck und Verlag des reformirten Waisenhauses. สั ง 460 1890 udono a sijusidosito modilimanë ปลา เส $ 10 C Ber ST100 m pandan da( ht (#C the floflammid and not( St OPISEST mede 100 Os set de do mi om hip mghline mod ne Inhalt. Erste 41894812 mult in S8Seri Idignadly dy mant spilled and m8( 31 med mat( TT Abtheilung. 150 MOFE( BL Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. unidad vid gendeinstall no dau malontil) 195 3003 m( os SYS- 008. 19 1) Vom Worte Gottes, Num. 1-13. 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten, Num. 14-41, 3) Von der Schöpfung, Num. 42-48. 4) Von der Vorsehung Gottes, Num. 49-69. 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung, Num. 70-77.# 0119 016 6) Vom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen, und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens, Num. 78 bis 88. 7) Von der Erlösung der Menschen, und dem Erlöser überhaupt, Num. 89-98. 8) Von der Geburt Jesu Christi, Num. 99-119. radion mode CES Die 9) Vom Wandel Jesu auf Erden, Num. 120-123. om Wandel Jesu gill 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu, Num. 124-152. Von dem Begräbniß Jesu, Num. 153-155.( CS small 4 Inhalt. 11) Von der Auferstehung Jesu, Num. 156-172. 12) Von der Himmelfahrt Jesu, und seinem Sißen zur Rechten Gottes, Num. 173-189. 13) Von der Wiederkunft Jesu zum Gericht, Num. 190-196. 14) Von dem heiligen Geist und dessen Gaben, Num. 197-207. 15) Von der christlichen Kirche, Num. 208-217. 16) Von der heiligen Taufe, Num. 218-221. 17) Von dem heiligen Abendmahl, Num. 222-234. ber 18) Von der Vergebung der Sünden, Num. 235-241. Gün 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der Unvollkommenheit dieses Lebens, Num. 242-259. 20) Vom Tode der Gläubigen, und der Auferstehung der Todten, Num. 260-272. 21) Von dem ewigen Leben, Num. 273-280. ammoll 20-25 mit allee) pranon ndale Katinke and hold( C 3weite Abtheilung. noe du loft in co Lieder, die zur christlichen Sittenlehre gehören. 22) Von der Buße und Bekehrung, Num. 281-302. 23) Vom Glauben, Num. 303-322. 24) Von der Heiligung oder dem christlichen Wandel überhaupt, Num. 323-352. MOES( UP 25) Von der Erkenntniß Gottes, Num. 353-356, Inhalt. 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott, Num. 357-367. 27) Von der Furcht Gottes, Num, 368-371. giquarber and no col 28). Von dem Vertrauen auf Gott, und der Ergebung in seinen Willen, Num. 372-397. hisapod19 158 no CIM FIGSCIO muil 29) Vom Gebet, Num. 398-405. 30) Gebetlieder: Grun Sexela 1. Allgemeine, Num. 406-415. 2. Besondere, in geistlichen Anfechtungen, Num. 416-418. In allgemeinen Nöthen und Landplagen, Num. 419. Im Kriege, Num. 420-421. In Theuerung, Num. 422. In Seuchen, Num. 423. In Krankheiten, Num. 424. Auf der Reise, Num. 425. Bei Gewittern, Num. 426 Madame its 2010 CON ime bis 428. 5 Instag( SA .180 aid 10. f Fürbitten: für die Obrigkeit, Num. 429; für die Prediger, Num. 430; bei Einsegnung der Eheleute, Num. 431 bis 432; der Weltern für ihre Kinder und der Kinder für ihre Aeltern, Num. 433-434; einer Weise, Num. 435. 31) Vom Lobe Gottes, Num. 436-437. Loblieder: 1. Allgemeine, Num. 438-458. 2. Besondere, Num. 459-463. 33) Morgenlieder, Num. 470-479. 34) Abendlieder, Num. 480-489. 32) Gebet- und Loblieder beim Anfange des Jahrs, Num. 464 bis 469. 35) Vom öffentlichen Gottesdienste, Num. 490-494. 36) Von der Selbstliebe, Num. 495. 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth, Num. 496-498. 38) Von der Sorge für die Seele, Num. 499-507. 4 6 Inhalt. 39) Von der Sorge für den Leib, Num. 508-511. 9) Boit der ma( a 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauche der zeitlichen Güter, und mamia wider den Geiz, Num. 512-514mm mad#to( 89 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf, Num. 515-517. 301-808 ft dama( US 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden, Num. 518 bis 531. 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens und der Zubereitung zum Tode, Num. 532-542. Ma nonimplan 44) Von der Liebe des Nächsten, Num. 543-547.C in ou 45) Von der Gerechtigkeit, Num. 548. nadmone ROMOTIES poime 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, Num. 549-552. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit, Num. 553-555. 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge, Num. 556-558. 1901 190 CNN di sidi u serial vad 980 aid CCA 928 mai 181-88 il protials such an TEA 88mme esilo 400% mal- C16 Sundbildu 8ck388t mit animals 1 201 030 muiť srdnojst S 404 Jufe ord and semainile sunt aduildet din ho-( SE TOTA Undslimgrefe CCC 1969ilon( LC LPA OCA de mistati miltnis moll CCG GRA de defton nd hoff( OC 00s and thin our fatmirild: nd no 68 murind m2( 88 5: 08PA dal Shu d 32%# 1910 OOOOO THE Bitte um Segen zu Anhörung des göttlichen Wortes. 1. K KE omm heil' ger Geist, W erfüll' die Herzen deiner Gläubigen, und entzünde in ihnen das Feu'r deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast, in Einigkeit des Glaubens. Al- lelu- ja, Al- lelu- ja, All- lelu- ja. 103 100 Erster Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. mjet mat 0 0 48 U GEE 1) Vom Worte Gottes.cnh Gott, du unser Bater. ott, der du unfer Vater bist, durch Jesum Christ, gieb, daß dein Geist jeßt mit uns sey, und uns zur Wahrheit leite. Geheiligt sey dir diese Stund! Deffne den Mund des Lehrers, daß er rein und frei bei uns dein Wort verbreite. Hilf du selbst unsrer Schwachheit fort, laß nichts die Andacht stören! Du lehrest uns in deinem Wort, wirk' auch, daß wir's so hören, daß wir dich hier, und ewig dort, E in Heiligkeit verehren! Anmerkung. Bei dem ersten und zweiten Aleluja singt nur das weibliche Geschlecht und die Jugend, bei dem dritten die ganze Gemeinde. Sme stof 10h6 in anoth seming Theil. 55 1100 Mel. 2.€ f Erster Theil. Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu. 3. HE err Jesu! send' uns 8 14 Vom Worte Gottes. Himmels Erben, lehr' uns leben, lehr' uns sterben. Nach dem öffentlichen Gottesdienste. deinen Geist, den Geist, der, wie 4. dein Wort verheißt, mit ſeiner 5. Höchster, daß du uns dein Mel. Liebster Jesu, wir find hier. Gott! wir danken Gnade uns regiert, und auf den Wort gegeben! Hilf uns ferner, daß auch wir, nach demselben heilig leben: Gieb dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sey im Werke. Weg der Wahrheit führt. 2. Deffn' uns zu deinem Lob den Mund, und mach' uns deinen Willen kund; rühr' unser Herz, stärk den Verstand, so wird dein Nam' uns recht bekannt. 2. Unser Gott und Vater! du, der du lehrst uns, was wir sollen, schenk uns deine Kraft dazu; gieb zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen! so wird alles wohl gelingen. e Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. 3. Bis wir einst, deinen Engeln gleich, dich preisen, Herr, in deinem Reich, und schauen dich von Angesicht in ew'ger Freud' und fel'gem Licht. 6. M 4. Dir, Gott, Erd' und Himmel preis't, dir Vater, Sohn und beil'gem Geist, dir heilige Dreieinigkeit, sey Lob und Preis in Ewigkeit! 4. iebster Jesu! wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier zu des Himmels süßen Lehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht deines Geistes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet. Glaubend lehr auf's Wort uns merken; laß es uns zum Leben stärken! 3. D du Glanz der Herrlichkeit, Licht von Licht aus Gott geboren! Heiligster! von Ewigkeit, hast du dir uns auserkoren, lehre beines - ir Menschen sind von selbst, o Gott, zum Geistlichen untüch- tig; dein göttlich Wesen, dein Gebot, sind viel zu hoch und wich- tig. Wir wissen's und verstehen's nicht, wo uns, Herr, deines Wortes Licht den Weg zu dir nicht zei- get. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte; so wurden damals schon bekannt den Menschen deine Rechte. Zulegt ist noch dein lieber Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen uns zu lehren. 3. Mit Lob und Preis, o höchster Hort, muß Herz und Mund dich ehren; da wir in deinem theuern Wort dich zu uns reden hören. Mach' Erster Theil. Vom Worte Gottes. www - uns durch deinen Geist bereit zu dem, was uns dies Wort gebeut; hier redest du, nicht Menschen. 4. Hilf, daß der frechen Spötter Schaar uns nicht vom Wort abwende; E ihr Spott bringt tödtende Gefahr, und nimmt ein schrecklich Ende. D, laß dagegen immer mehr dein Wort zu deines Namens Ehr' an uns sich kräftig zeigen. 5. Herr, öffne du uns selbst das Herz, daß wir dein Wort recht fassen; gieb, daß wir es bet Freud' und Schmerz nie aus den Augen lassen. Laß uns nicht Hörer nur allein, nein, Vater, laß uns Thäter seyn, und uns nicht selbst betrügen. 6. Der Saame wird am Weg sofort vom Teufel weggenommen; in Fels und Steinen kann das Wort zu keiner Wurzel kommen. Der Saame, der in Dornen fällt, wird von der Sorg' und Lust der Welt verdorret und ersticket. 9. Laß uns dein Wort beständig seyn ein Licht auf dunkeln Wegen. Erhalt es bei uns hell und rein, und laß uns seinen Segen, Kraft, Rath und Trost in aller Noth, im Leben und noch mehr im Tod, mit frohem Herzen spüren. Mel. Wer nur den lieben Gott. 10. Laß dies dein Wort zu deiner Ehr', o Gott, sich weit verbreiten. D, möchte deine Gnadenlehr', Herr Jésu, jeden leiten! D heil'ger Geist, seg' durch dein Wort dein Werk bei uns beständig fort; stärk' Hoffnung, Glaub' und Liebe. ein Wort, o Höchster, ist vollkommen. Es lehrt uns unsre ganze Pflicht: es giebt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig! wer es achtsam hört, bewahrt und mit 7. Mach' uns durch deine Gnade gleich, Herr, einem guten Lande. Mach' uns an guten Werken reich in unserm Amt und Stande: daß mit beharrlicher Geduld, gerührt von deiner Lieb' und Huld, wir reichlich Früchte bringen. 8. Laß uns auf unsrer Pilgrim- lügest nicht. schaft den Weg der Sünder meiden. Gieb uns ein Herz, das an dir haft' auch in den schwersten Leiden. Herr! unser Herz ist vor dir blos; mach' uns von eitlen Sorgen los, und allen bösen Lüften. Gehorsam ehrt. Im 10 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, vertreibt des Irrthums Finsterniß; es füllt mit Freuden, bringt uns Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, was theu'r in deinen Augen ist. 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben; lehrt, wie viel Gut's du denen giebst, die freudig dein Gebot ausüben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr; du 4. Gott, deine Zeugnisse sind besser, und mehr der Sehnsucht werth, als Gold. Ihr Werth ist köstlicher und größer, als alles, was die Erde zollt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. Drum laß auch mich mit Luft betrachten, was mich dein Wort, o Höchster, lehrt, und mit Gehorsam auf das achten, was es von mir zu thun begehrt; so fließen Trost und Seelenruh' auch mir aus deinem Worte zu. Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. D u willst, Gott, daß mein Herz zur Heiligkeit genese; Erster Theil. drum gieb, daß ich dein Wort, oft und mit Andacht lese: das Wort, das deinen Rath von unserm Heil enthält. Dank sey dir für dies Wort, den größten Schaß der Welt. 2. Erfülle mein Gemüth mit Ebrfurcht und Vertrauen, mit Lust und frommem Ernst dadurch mich zu erbauen. Du bist's, der in der Schrift zu meiner Seele spricht; o segne doch an mir, Herr, deinen Unterricht. 3. Mein Gott, vor welchem ich Jetzt meine Hände falte, gieb, daß ich allezeit dein Wort für Wahrheit halte; und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Gesetz, am Wört vom Kreuze sehn! 10 180 4. Du, aller Wahrheit Gott, kannst mich nicht irren lassen. Untrüglich ist dein Wort; o, laß mich daraus fassen, so viel mein Heil verlangt. Du bist's, der Weisheit giebt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 5. Gieb, daß dein kräftig Wort, o Gott, mein Herze rühre, und daß ich mir den Spruch oft zu Gemüthe führe, der mich vor andern rührt. D, stärke mich durch ihn mit Ernst und Munterkeit, das Gute zu vollziehn. 6. Um tugendhaft zu seyn, dazu sind wir auf Erden. Wer deinem Wort gehorcht, den läss'st du inne werden, die Lehre sey von dir, die uns die Bibel giebt! man lernt ihr Wort verstehn, wenn man es treulich übt. 7. Spricht sie geheimnisvoll, fo laß mich dies nicht schrecken. Kein endlicher Verstand kann dich, Gott, ganz entdecken. Du bleibst unendlich hoch. Was mir dein Wort erklärt, nicht was mein Wiß verlangt, ist meines Glaubens werth. 8. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm, Vom Worte Gottes. und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott fich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise Demuth ist's, zu glauben, was Gott spricht.ds of mortoin A 150 9. Erinnre mich hieran, wenn mich die Zweifel kränken, und lehre mich dabei zu meinem Heil bedenken, dort sen die Zeit des Schau'ns, und hier des Glaubens Zeit; dort wachse, wie mein Glück, mein Licht in Ewigkeit. 10. Find' ich in deinem Wort noch manche Dunkelheiten, so laß mich einen Freund, der mehr, als ich sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweih't, ein angefochtnes Herz hebt manche Dunkelheit. 11. Stets sey dein Wort mir werth! Es ist mein Glück auf Erden, und wird es einst noch mehr in jenem Leben werden. Nie irre mein Gemüth der Bibelfeinde Spott! die Lehre, die sie schmähn, bleibt doch dein Wort, o Gott! mantic oud me that 1 on Mel. Nun danket alle Gott..( bishe hi elobt seyst du, o Gott, für deines Wortes Lehre! Gieb, Vater, daß ich sie mit Andacht fleißig höre. O, mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein und 9 TRE CROIT & laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen seyn. 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen. Höchster, leite selbst den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Wie thöricht ist es doch, blos andern Menschen glauben! Das heißt, Erster Theil. Vom Worte Gottes. 11 und Kraft zum ew'gen Leben. sich selbst den Grund zur ew'gen Ruhe Es sey mein Theil; es sey mir Heil rauben. Wer treulich hier dein Wort zu seiner Nichtschnur macht, dem giebt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. im Mel. Nun habe Dank für deineD. Mein Gott, bewahre mich vor 4. aller falschen Lehre, und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre! Gleb deinen Geist in's Herz, der Lust und Kräfte giebt, daß man die Wahrheit lernt, prüft, glaubt, erfährt und übt. Mel. Uch Gott und Herr. 10. - ott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir, im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr, laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott! mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verständ' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ew'ger Nath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt' ich nicht, wär' mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Neu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba! sagen. 7. Mich zu erneu'n, mich dir zu weih'n, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh' vermag ich's nie! dein Wort giebt neue Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort! denn du hast's uns gegeben. 234,10 er du das mir 11. Degeben, wie preif ich dich, o Gott, dafür! Nie kann mein Dank dich g'nug erheben! durch Chris stum schenktest du es mir. Kein Licht, kein Trost erfreute mich, kennt' ich nicht, Jesu Christo, dich. - 2. Auf ungewissen finstern Pfaden würd' ich ein Naub des Irrthums seyn; mit Sündenschuld und Fluch beladen, müßt' ich des Nichters Rache scheu'n; ich fände keinen Trost in Noth; mich schreckte stündlich Grab und Tod. 3. Wozu hat mich mein Gott erschaffen? was ist auf Erden meine Pflicht? wird auch mein Geist im Tod entschlafen? und, hält Gott künftig ein Gericht, wie werd' ich im Gericht bestehn? wie der verdienten Straf' entgehn? 4. Entscheidet die Vernunft die Fragen durch ihrer Einsicht schwaches Licht? Hebt sie die Zweifel, die mich sie verspricht? Ach! ohne Christi Licht plagen? und bleibt der Trost, den und Heil wär' Finsterniß und Tod mein Theil. 5. Ja, du hast mich den Finsternissen des Irrthums, und der Sünde Macht durch deine Lehre, Herr, entrissen; ihr Licht zerstreut des Zweifels Nacht. Du zeigest mir des Höchsten Rath, und führst mich auf der Wahrheit Pfad. 6. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen; ich kenne meine ganze Pflicht. Mein Geist wird nicht im Tod entschlafen; wer an dich glaubt, wird im Gericht durch dich, o Heiland, wohl bestehn, und dann verklärt dich selber sehn. 7. O Jesu, laß mich deiner Lehre gehorchen mit stets größrer Lust, und feines Spötters Wahn zerstöre dein Heiligthum in meiner Brust. Mein ganzes Leben preise dich! Dein Heil erfreu' im Tode mich! 12 Mel, etebster Sesu, wir sind hier.- 4. 12. und err, mein Licht! erleuchte dich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne. Höchster, laß mich doch auf Erden, weise zu dem Himmel werden. Erster Theil. Vom Wesen Gottes 15 Pfalm 100. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, und mir, deinem Knecht, gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen, laß mein Herz auch folgsam seyn, den erkannten Weg zu gehen. Denn sonst würd' ich bei dem Wissen doppelt Streiche leiden müssen. 4. Gieb, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre; daß ich was es mir verspricht, reichlich mir selbst erfahre. Ja, es sey in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden. an 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse vermehren! Find ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren; laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen. 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit Gewicht, und wie glücklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet und die Lust der Welt verachtet. 7. O, verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft, als dein treues Kind zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein bell'res Licht umgeben. - 8. 13. D 1 er Spötter Strom reißt viele fort. Erhalt' uns, Herr, bei deinem Wort! So können wir uns, Vater, dein im Leben und im Tode freu'n. Gott, mit wildem ausgelaß'nem 2. Ein Haufe Läst'rer wagt's, D Spott, den Heiland, deinen Sohn, zu schmähn, durch den die Himmel einst vergehn. 3. Ach, ihrer Lehre Pest, o Herr, schleicht jego nicht im Finstern mehr; am Mittag, Herr, bricht sie hervor, und hebt ihr tödtend Haupt empor. 4. Sie herrscht durch Große dieser Welt. Herr, Herr, wenn uns dein Arm nicht hält, so reißt sie uns zum Tod auch fort. Gieb Sieg und Leben durch dein Wort! 5. Beschüße uns, Herr Jesu Christ, der du zur Rechten Gottes bist. Sep unser Schild und starke Wehr! Staub ist vor dir der Spötter Heer. 6. Du hast von Ewigkeit gesehn, wie lange noch ihr Troß bestehn, und. wider dich hier schnauben soll. Vielleicht ist nun ihr Maaß bald voll. HO 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. Mel. D Gott, du frommer Gott. 14. Anbetungswürd'ger Gott! laß mich stets vor dir voll Ehrerbietung seyn. mit Ehrfurcht stets zu nennen, du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. D, flöße meinem Geist die tiefste Demuth ein, und 2. Du bist das höchste Gut; du weißt von keinem Leide; stets ruhig in dir selbst schmeckst du vollkomm'ne Freude, Dein ist die Herrlichkeit. 7. Ach, wären sie dir, Herr, versöhnt! sie, deren Spott dich so verhöhnt! Ach, gieb, daß vor der Todesnacht zur ernsten Reu' ihr Geist erwacht. und seinen Vollkommenheiten. D Auch ohne Kreatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefft dem, das nicht war, 15. um Lust und Seligkeiten auf's Mannigfaltigste um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst; Verstand und Rath ist dein; und du gebrauchst sie gern zu segnen, zu erfreun. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräft'gen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr. Der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub. Auch Geister kannst du E tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit befizet, der Leben giebt und nimmt; der unsern Odem schüßzet. Der Geist, der in uns lebt, den haben wir von dir. Willst du, so wird er Nichts. Du bleibest für und für. 7. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu den LichtesHöhen, wo du voll Majestät auf deinem Stuhle thronst, und unterm frohen Lob der Himmels- Heere wohnst. 8. Was wir, Unendlicher! von dei nem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir! und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deinen Namen fund. Mel. Allein Gott in der Höh'. 9. Doch hier erkennen wir dich noch gar unvollkommen. Wird aber dermaleinst der Vorhang weggenommen, der jeßt das Heiligste noch unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 10. Indeß sey auch schon jetzt dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein Lied im höhern Chor dich, großer Gott, erhöhn. 13 er Herr ist Gott und keiner mehr. Froblockt ihm alle From- men! Wer ist ihm gleich? wer ist wie Er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß! sein Nam' ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos in seinem ganzen We- sen. 2. Jhn trifft kein Wechsel flücht'ger Zeit. Nie größer oder kleiner wird seines Wesens Herrlichkeit. Der Erst ist er, sonst keiner! Wir Menschen sind von gestern her; eh' noch die Erde war, war Er; noch eher, als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Shn fassen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet! Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und nur offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Was wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er fennet uns, und was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und Kraft und Stärke, seine Hand umspannet Erd' und Himmel. 5. Ist er auch jemals von uns fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht! Gedanfen selbst entfliehn ihm nicht in ihrer ersten Bildung. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über alle! Du bist voll Freundlichkeit Erster Theil. Vom Wesen Gottes 14 und Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du vergilist mit Wonne! du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig seyn, hast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Du nur bist würdig, Lob und Dank zu nehmen, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, thr alle seine Heere! Der Herr in ist gleich? Wer ist wie Er, so herrlich, so vollkommen? Psalm 8. 16. S rhabner Gott! was reicht an deine Größe? Denk' ich forschend Denken ist. 2. Du wohnst im Licht, dazu kein Mensch kann kommen. Was ist's, das wir von deinem Ruhm vernommen? Ach! nur ein Theil von jener Majestät, die über alles dich, o Gott, erhöht. 3. Dein ew'ges Seyn, dein ganz vollkomm'nes Wesen, das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand! von Engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. 4. Wie sollt' ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? D, mache mich von solchem Dünkel frei, daß mir dein Wort des Glaubens Richtschnur sey. es bleibet ewig stehen. Erforsch' ich gleich dein göttlich Wesen nicht! so g'nüge mir davon dein Unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge. Gieb, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif' ich's nicht, wie du die Welt regierst; so sey mir's g'nug, daß du mich selig führst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren. Einst werd' ich mehr von deinem Rath erfahren; wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier an dich, so fühl' ich meine Blöße, ich fühle, Herr, daß du unendlich 17. G ott mache du mich bist, und daß umschränkt mein selbst bereit, vor deinen Thron zu treten, und deine große Herrlichkeit voll Ehrfurcht anzubeten. Laß, Herr, vor deinem Angesicht mein Herz sich deiner freuen, und einen Strahl von deinem Licht die Finsterniß zerstreuen, die mich F hier noch umgiebet.. 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr; 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle; zufrieden sey, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd' ich dich in hellerm Lichte sehen, und froh in dir, dein ewig Lob erhöhen. Herr, du bist groß und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Nath. 2. Du bist der Herr, und keiner mehr, nichts sind der Heiden Götter; nur dir gebühret Preis und Ehr'; kein Helfer, noch Erretter ist außer und seinen Vollkommenheiten. 15 wunderbar sie scheinen. dir: laß mich allein auf dich, o Herr,| tigkeit, und deine Wege preise, so vertrauen, mein ganzes Leben dir nur weih'n, mein Glück blos auf dich bauen, und dich niemals verläugnen. 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, vergiebst die Schuld dem Sünder; erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. Laß reichen Trost von deiner Gnad' auf meine Seele kommen. Von mir sey meine Missethat so fern hinweggenommen, als Morgen ist vom Abend. 3. Du bist der höchst vollkommne Geist, der Vater aller Geister, dich preiset, was vernünftig heißt, als seinen Herrn und Meister! Laß meiner Seele hohen Werth mich reine Tugend lehren, und so, wie es dein Wort begehrt, dich ungeheuchelt ehren, im Geist und in der Wahrheit. 4. Du bist, o Gott, von Ewigkeit, und wirst allzeit bestehen; es bleibet deine Herrlichkeit, wenn Himmel selbst vergehen. Laß von der Erde eitlem Tand mein Herz sich stets erheben zu meinem wahren Vaterland, und nur nach dem mich streben, was ewig mich erfreuet. 5. O Gott, was seyn wird, ist und war, und was wir thun und dichten, das ist dir alles offenbar; du wirst einst alles richten. Laß mich dein helles Auge scheu'n, aufrichtig vor dir wandeln, und, deines Betfalls mich zu freu'n, auch dann rechtschaffen handeln, wenn Finsterniß mich decket. 11. Gott, wenn ich dich so kenn' und ehr', dein Wort zum Grunde sege, erfreu' ich mich darüber mehr, als über alle Schäßze, bis ich dort, o mein Heil und Licht, dich ohne fallen nenne, von Angesicht zu Angesicht dich schaue, dich erkenne und unaufhörlich lobe. Psalm 27. deine Macht, zu retten, die dich lieben, und wenn 18. Auf! auf! mein Geist, auf! auf! den Herrn zu loben, der Frevler dich verlacht, auch Nach' an ihm zu üben. Gieb, daß mich deiner Allmacht Schuß stets als ein Schild bedecke, mich auch nicht Menschen Grimm und Truß, nur deine Strafe schrecke; du tödtest Leib und Seele. auf! auf! erwecke dich und säume nicht; was in dir ist, werd' still P und sanft erhoben zu Gott Jehova unserm Schild und Licht: nur er ist würdig Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Erheb' ihn dann mit 7. Voll böchster Weisheit bist du, Gott! kein Mensch kann sie ergründen. Umringt uns allenthalben Noth, du, Herr, weißt Rath zu finden. Gieb, daß ich dir stets traue zu, du werdest für mich sorgen, auch Uebels weder denk' noch thu', denn dir ist nichts verborgen; du prüfest Herz und Nieren. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, kannst keine Sünden dulden, wer sagen will, er sey dein Knecht, der meide Sündenschulden. Gieb, daß 10. Gott, dessen Wahrbeit stets besteht! wohl denen, die dir gläuben! Wenn Erd' und Himmel einst vergeht, wird dein Wort ewig bleiben. Gieb, daß ich fürchte dein Gericht, und alles, was du dräuest: auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du mir's gern verleihest; wer hofft, wird nicht zu Schanden. ich mich der Heiligkeit mit rechtem Ernst befleiße, nachjage der Gerech TELE GIAF घ S 到 计 ㄗ g m 场 价 級 16 V Erster Theil. $ 1 - Vom Wesen Gottes er Sünder strafen soll, und bleibt frohem Jubelschall, und geh' in die Lieb' in alle Ewigkeit. derselbe seyn. Er ist zu spüren, wo man sich hinwende, das Heimlichste wird flar in seinem Schein. Sein Licht ist nicht vermischt mit Dunkelheit. Die Kraft, die in ihm wohnt, wird nimmer if schwach. Höchst selig, tennet er kein ft Ungemach! Er ist und bleibt, wie er war vor der Zeit. sein erhabnes Heiligthum. 2. Er ist das große Wesen aller Wesen, Gott von unendlicher Vollkommenheit: von ihm, zu ihm, durch ihn ist, was gewesen, und ist, und seyn wird bis in Ewigkeit. Ein Gott, wie Er, hat seines gleichen nicht: ein Gott, vor dessen höchsten Majestät der Engel selbst gebückt und zitternd stebt! Sein Thron ist Licht, ein unzugänglich Licht, 3. Man sieht ihn nicht, und ist doch wohl zu sehen, man gebe nur auf seine Werke Acht; da sehn wir ihn gleich als vor Augen stehen in seiner ew'gen Kraft und Gottheit Pracht: Die Himmel rühmen ihres Schöpfers Ehr': Luft, Erde, Meer, was lebt und sich bewegt, ist das, was ihn zu zeigen, stets sich regt, und spricht: Er ist der Herr und keiner mehr. 4. Was gut und fein nur kann genennet werden, was uns mit Luft und Lieblichkeit anlacht, was in sich faßt der Himmel sammt der Erden, der große Bau, voll Schönheit und voll Pracht, und was dies Rund nur Köstlich's in sich schließt, das kommt aus diesem unerschöpften Meer und dessen unerforschten Fülle her; Er ist der Quell, der immer überfließt. 6. Was er verspricht, dem kann man freudig trauen, die That stimmt vi mit den Worten überein. Auf Menschen kann man niemals sicher bauen; doch Gottes: Ja, ist ja, sein: Nein ist nein. Voll Billigkeit ist sein Gericht allzeit, groß von Geduld ist er und Mitleids voll, nur langsam, wenn 7. Wie selig ist doch, der ihn also kennet, und zu ihm: lieber Vater! sagen kann. Er, er ist es, den Gott den Seinen nennet! Gott sieht ihn als sein Kind recht zärtlich an! Nichts ist so hoch, nichts kann so herrlich seyn! der höchsten Fürsten hocherhab'ner Stand ist, gegen dies zu rechnen, lauter Tand; es ist zu schlecht, es bleibt ein leerer Schein. g'nug erheben! Auch mich hast du 8. D Herrscher, wie soll ich dich den Deinen zugezählt, in Christo brachtest du mich schon zum Leben, in ihm hast du zur Kindschaft mich erwählt. Zwar seh' ich dich jetzt nur bei schwachem Licht; jedoch es kommt, es kommt der frohe Tag, da ich dich ohne Decke schauen mag, vertraut, von Angesicht zu Angesicht. 5. Ewigkeit, und obn' Ende iſt er, und wird auch stets 19. Gott ist mein Lied!& ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam' und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's: so sind und leben Welten. Und er gebeut; so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl bie beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Beste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 9. Indeß, mein Geist, auf! auf! ihn stets zu loben: Auf! auf! erwecke dich und säume nicht! Was in dir ist, werd' sanft und still erhoben zu Gott, Jehovah, unserm Schild und Licht! Herr! du bist würdig, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Lob' ihn im Vorhof schon mit frohem Schall, einst öffnet sich dir selbst das Heiligthum. und seinen Vollkommenheiten, 17 4. Unendlich reich, ein Meer von Von der Ewigkeit und Unvers Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? änderlichkeit Gottes. 5. Was ist und war, im Himmel, Erd' und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich ficher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen. Was dir 7. Er ist dir nah', du sizest oder einmal Wahrheit war, wird es ewig gehest: Ob du an's Meer, ob du gen bleiben müssen. Niemals kann dein Himmel flöhest: so ist er allenthal- Ausspruch fehlen; laß mich ihn zum ben da. Leitstern wählen. 3. Herr, du bist kein Menschenkind, daß dich etwas reuen sollte. Immer bleibst du gleich gesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noa). O, hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele, er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang' ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr send sein Loblied und sein Psalm! 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt' ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? Mel. Liebster Jesu, wir sind hier.- 4. keit dein 20. Gott du bist von Ewiggroßes Wesen ändert sich zu keiner Zeit; du bleibst stets, was du gewesen. Laß dies meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben. 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden, so frag' ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. Feind derer, die das Unrecht üben. 4. Immer bleibst du, Gott! ein Immer bleibst du, Gott! ein Freund derer, die das Gute lieben. Laß uns darum schon auf Erden, deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht! Du bist ewig der Getreue, der das hält, was er verspricht. O, daß dies mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu bleiben. 6. Stets ist Wohlthun deine Lust; ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn auch ich mit Lust mich in deinem Willen übe! Dann, o Herr, wird's meiner Seelen nie an wahrem Wohlseyn fehlen. 7. Erd' und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlassen. Hand wird mich umfassen, wenn ich Nur dn bleibst mir ewig stehn; deine nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden' diese deine Ewigkeit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen, und auf deinen Trost zu bauen. 2 18 Erster Theil. Aus dem 102. Psalm. 1 Mel. Erhabner Gott, was.€ 16, err Gott, du bist die Zu- Vom Wesen Gottes auf dein Geheiß, da stand, deiner Weisheit Preis. 21. du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh' Erd' und Himmel ward, eh' noch dein Arm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell enteilt das Leben doch von mir! Du Höchster, du nur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten, wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden, wie ein Gewand von dir verwandelt werden. Du bleibest, wie u bist; denn keine Zeit umgrenzet doch je die Unendlichkeit. 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte, du schüßest sie mit deiner starken Rechte, du läss'st ihr Herz sich ewig deiner freu'n und bleibst ihr Gott; deun sie sind ewig dein. 6. Das sey mein Trost in allen trüben Stunden. Vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Stein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir! Mel. Gott sey Dank in aller Welt. 22. 11 nermeßlich, ewig ist Gott, der Höchste. Herr, du bist, wie du dich uns offenbarst, nun und ewig, der du war'st. 2. Ewig bleibst du selbst dir gleich, weis allein und gnadenreich, ewig mächtig und voll Straft, heilig und untadelhaft. 3. Alle Werke deiner Hand waren dir, o Gott bekannt, eh' die Welt 4. Wie gegoßne Spiegel stehn deine Himmel; doch vergehn deine Himmel, Arm nicht hält. 5. Du nur bleibest, wie du bist, was dein weiser Rath beschließt, ist unwandelbar, wie du, gut und heilig stets, wie du. 6. Du bist nicht ein Menschenkind, daß du lügest! nicht gesinnt, wie der Mensch, der wandelbar nimmer bleibet, was er war. 7. Was du zusagst, ist gewiß; zwischen Licht und Finsterniß tappt der Mensch hin, wählt, bereut plößlich wieder, was ihn freut. 8. Sollt ich denn auf Fleisch vertrau'n? nicht, mein Heil, auf dich nur bau'n? ohne Weisheit und Verstand Brunnen graben in den Sand? 9. Nein, Unwandelbarer, dein soll sich meine Seele freu'n. Sey mein Fels, Gott, sey mein Licht, ewig meine Zuversicht! 10. Und in allgemeine Nacht sinke dann mit seiner Pracht jeder Himmel, und die Welt stürze hin, wenn Gott mich hält! Von der Alwissenheit Gottes. Der 139. Psalm. Mel. Gott, du frommer Gott.-8. 23. Herr, bu erforschest mich; dir du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu,' du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh' ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! Wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt' ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Führ' ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ' ich zur Tief' hinab, auch hier bist du mir nah. und seinen Vollkommenheiten. 19 4. Nehm' ich auch, schnell zu fliehn, 1 du klar, du prüfest Herz und Nieren, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand; denn du bist überall; und dein ist jedes Land. 5. Spräch' ich zur Finsterniß: Sep um mich, mich zu decken; so sucht' ich doch umsonst vor dir mich zu verstecken. Denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. und nichts bleibt dir verborgen. 3. Was deiner Freunde Herz be gehrt, das weißt du, eh' sie beten. Ihr Seufzen wird von dir gehört, eh' sie noch vor dich treten. Was deiner Feinde Herz beschließt, ist auch dir unverborgen; dir, der du ihren Anschlag siehst, so heiter als den Morgen, den Wolken nicht verdunkeln. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe; ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh' ich war, schon väterlich gedacht. 4. Was nach Verfließung vieler Zeit noch künftig wird geschehen, siehst du schon in Allwissenheit als gegenwärtig stehen. Du machst es deinen Knechten fund, es weiter auszubreiten, und läss'st durch ihren schwachen Mund die größten Heimlichkeiten der ganzen Welt entdecken. 7. Du kanntest mein Gebein, ch' ich an's Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh' ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 5. Bleibt gleich vor Menschen manches noch in dieser Welt verschwiegen, so wird vor ihrem Auge doch einst alles offen liegen. Herr, dein Gericht, dem nichts entflieht, wird alles offenbaren. Was noch so heimlich jetzt geschieht, wird alle Welt erfahren, und laut alsdann erzählen. 8. Was für Erkenntnisse! für köstliche Gedanken! unzählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sebn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 6. Laß mich, o höchste Majestät, dein belles Auge scheuen. Wo ist der, der dich hintergeht mit seinen Heucheleien? Laß mich auch in der Einsam9. Erforsche mich, mein Gott, und keit dich gegenwärtig denken! Laß prüfe, wie ich's meine; ob ich recht- Wahrheit und Rechtschaffenheit bei schaffen bin, wie ich's von aussen scheine. allem Thun mich lenken, und stets Sieh', ob mein Fuß vielleicht auf fal- mein Herz behüten. schem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. Mel. Gott, mache du mich selbst. 1 17. 24. Allwissender, vollkomm'ner Geist! des Auge alles siehet, was Nacht und Abgrund in sich schleußt und unserm Blick entfliehet. Es kann vor deinem hellen Licht sich kein Geschöpf verstecken. Auch Finsterniß verbirgt es nicht. Du weißt sie aufzudecken und Tag daraus zu machen. 2. Selbst die Gedanken sind dir kund, die unsre Seele heget, eh' fie noch der verschloßne Mund durch Worte dargeleget. Dir sind die Herzen offenbar; du kannst ihr Dichten spüren. Den Nath der Seele siehst Von der Weisheit Gottes. Mel. Nun habe Dank für deine.- 234. 25. D" u weiser Schöpfer aller Dinge, der alles ganz genau versteht! nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht; du schreibest der Geschöpfe Chor, Zweck, Maaß, Gewicht und Regeln vor. 2. Die wundervollen prächt'gen Werke, die unserm Auge fern und nah, die stehn sowohl durch deine Stärke, als auch durch deine Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand: der ganze Weltbau macht's bekannt. 3. Mit eben der allweisen Stärke, mit welcher du die Welt gemacht, regierst du alle deine Werke, die 2* 20 Erster Theil. dein Verstand hervorgebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht, der Menschen Rath und Beistand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, das kommt unfehlbar auch zur That. Wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Du kennst und wählst zu deinem Zweck beständig, Gott, den besten Weg. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo dieser hier, der darauf fällt, muß immer doch den Schluß erfüllen, den sich dein Wille vorbehält, der aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. 6. Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle in ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg des Friedens nicht; o, gönne mir dein sich'res Licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem klugen Rath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du auf's beste mich regiert. Leit' ferner mich durch Welt und Zeit bis zu der frohen Ewigkeit. Von der Allmacht Gottes. Mel. Machs mit mir Gott nach. Vom Wesen Gottes stehet eilend da, was noch zuvor kein Auge sah. 3. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerhin besteht die Welt, weil dein allmächtig Wort sie hält. 4. Die Menge vieler Wunder zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über die Geseze steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf hebst du nach weiser Willkühr auf. 5. Wer deiner Gnade folgsam wird, sein Herz zum Guten neiget, und wenn er sich von dir verirrt, vor dir sich innig beuget; o, dem vergiebst du Sünd' und Schuld, mit allmachtsvoller Gnad' und Huld! 6. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug' einst sehen, wenn nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, wenn du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden lässt. 7. Allmächt'ger, mein erstaunter Geist, wirft sich vor dir darnieder. Die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgfebet meine Glieder. Mach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 26. HEE err, deine Allmacht reicht so weit, als selbst dein Wesen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Es ist kein Ding so groß und schwer, das dir zu thun E 8. D, zünd' in mir den Glauben an, der deine Macht ergreifet, der start und mächtig werden kann, wenn er auf dich sich steifet. Gieb, daß ich traue deiner Kraft, die alles kann und alles schafft. Von der Allgegenwart Gottes. Mel. Erhabner Gott, was reicht.- 16. 27. O großer Gott! der alle Ding' erfüllet, vor dessen Blick kein Dunkel uns umhüllet, wohin soll ich vor deiner Allmacht gehn? und wohin fliehn, vor dir, Herr, ungesebn? unmöglich wär. 2. Könnt' ich auch schnell mich zu den 2. Du sprichst, und auf dein mäch- Wolken schwingen, und wieder schnell tigs Wort fällt alles bir zu Füßen. bis in die Tiefe dringen; so hielte mich Du führest deinen Anschlag fort bet doch deine Hand auch da: denn wo ich allen Hindernissen. Du winkst, so bin, da bist du, Herr, mir nah'. und seinen Vollkommenheiten. 3. Dein Auge sieht, was Nacht und Abgrund decken, es kann sich nichts vor deinem Licht verstecken; du kennst genau das Inn're der Natur, der ganzen Welt und jeder Kreatur. 4. Kein falscher Gott, aus falschem Wahn verehret, hat je sein Volk das Künstige gelehret! du aber weißt, was künftig wird geschehn, und läss'st auch uns in deinem Wort es sehn. 5. Du weißt und hörst, was deine Kinder beten, und siehst, wenn sie im Stillen vor dich treten; noch eh' ihr Mund dir ihren Kummer sagt, vernimmst du schon, was dir ihr Seufzen flagt. 6. Vor Menschen bleibt hier manche That verborgen, dir aber ist die Nacht ein heller Morgen, und was hier noch in Finsterniß geschieht, entdeckt einst dein Gericht, dem nichts entflieht. 7. Wohl dem, der hier vor deinem Antlig wandelt, und der vor dir und Menschen redlich handelt; der steht alsdann, als ein bewährter Freund, getroft vor dir, wenn nun dein Tag erscheint. 8. O prüfe selbst die innersten Gedanken, ob sie vielleicht von deiner Richtschnur wanken. Bin ich, o Gott, noch auf verkehrtem Steg, so führe du mich auf der Wahrheit Weg. Mel. Mach's mit mir Gott nach. 26. 28. Nie bist du, Höchster! von an - allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedenke, weissest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu: du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug' entfliehn; und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe; so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sey. 4. Du merkst es, wenn des Hergens Rath verkehrte Wege wählet, 21 und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet; so weißt du sie, und strafest mich zu meiner Beff'rung väterlich. 5. Du börest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine! voll Mitleid, Vater, zählest du die Thränen, die ich weine. Da siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück', Allgegenwärtiger! dies tief in meine Seele! daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu', und dir zu dienen eifrig sey. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seyst, das tröst' und beff're meinen Geist. BVon der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele.- Pf. 42. 29. ott, vor dessen AnP gesichte nur ein reiner Wandel gilt! Ew'ges Licht, aus dessen Lichte, stets die reinste Klarheit quillt! Deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß fie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen; denn kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 22 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 3. Herr, du willst, daß deine| stimmest jedem seinen Lohn, dem Kinder deinem Bilde ähnlich seyn. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein. Du biſt nur der Frommen Freund. Uebelthätern bist in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. Frommen und dem Sünder. Nie siehst du die Personen an, allein auf das, was wir gethan, sich'st du als rechter Richter. 3. Viel Gutes und Barmherzigkeit giebst du schon hier den Frommen; du schüßest sie vor manchem Leid, darin die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz rein von allen Fehlern. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer. Ihn strafend machst du offenbar, daß er dir nie gefällig war, der hier der Sünde dienet. 6. Der Untergang der ersten Welt, die aus der Art geschlagen, das Feuer, das auf Sodem fällt, Aegyptens lange Plagen, und andre Wunder deiner Macht sind Zeugen, wenn dein Zorn erwacht, wie du den Sündern lohnest. - 4. O, so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine Herzen, tödt' in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O, so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gieb uns, wie du selbst verheiff'st, gieb uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, und zu allem Guten führe. 6. Keiner fündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht! Unfres Wandels größte Zierde sey rechtschaffne HeiligFeit. Mach' uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben Heilig leben. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. E erechter Gott, vor dein Gericht, muß alle Welt sich stellen. Du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. O, laß mich dein Gericht stets scheun, # f1 und hier mit Ernst beflissen seyn, vor dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem festen Thron auf alle Menschenkinder! be 7. Bleibt hier viel Böses unbestraft, viel Gutes unbelohnet, so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet; da stellst du, Herr, in's hellste Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann triumphirt der Fromme. 8. Gerechter Gott, laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben! Gieb selber mir die Kraft dazu! Wirk inniges Betrüben, wenn sich die Sünd' in mir noch regt! Dein Herz, das lauter Gutes hegt, sey meines Herzens Muster. 9. Und weil vor dir, Herr Zebaoth, nur die allein bestehen, die gläubig auf des Mittlers Tod bet ihrer Reue sehen; so laß mich die Gerechtigkeit, die mich von Straf' und Schuld befreit, im Glauben eifrig suchen. und seinen Vollkommenheiten. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 31. Noch nie hast du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, verlegt. Du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd' und Himmel auch vergehn, bleibt ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Mund verheißen hat. Nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du das alles stets zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, was deine Lieb' uns zugedacht; so wird, wenn du Vergeltung übest, dein Drohwort auch gewiß volbracht. Wer dich, o Gott, beharrlich haßt, fühlt deiner Strafe schwere Last. 4. O, drücke dies tief in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut. Gieb, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen bau'n? du bist ein Fels, dein Bund steht fest: Wohl dem, der sich auf dich verläßt! 6. Wie stark sind unsers Glaubens Gründe! hier ist dein Wort, das niemals trügt. Und daß dies allen Beifall finde, hast du den Eid hinzugefügt. Wahrhaft'ger, was dein Mund beschwört, ist völlig unsers Glaubens werth. 7. Laß, Seele, laß dich dies beschämen! O, traue Gott, der treu es meint. Such' ihn zum Muster anzunehmen, und sey auch aller Lügen Feind. Beweise dich als Gottes Kind, bei dem man Treu' und Wahrheit find't. Mel. Gott des Himmels und der. 32. W 23 eicht ihr Berge, fallt ihr Hügel! Berg und Felsen stürzet ein: Gottes Treu hat dieses Siegel, sie soll fest und ewig seyn. Laßt den Weltkreis untergehn, Gottes E Gnade muß bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, seinen Bund mit mir gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, was er saget, das geschicht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt. Sie soll ihren Zweck erreichen, den sie ewig sich gestellt. Ist die Welt voll Heuchelet, Gott ist fromm, gut und getreut. 4. Will die Welt den Frieden bre chen, hat sie Krieg und Streit im Sinn:: Gott hält immer sein Versprechen. Ihm vertraun ist stets Gewinn; denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 5. Laßt sein Antlig sich verstellen; ist sein Herz doch treu gesinnt, und bezeugt in allen Fällen, ich sey sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch alle Hoffnung weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn sich schon die Welt empört. Ihre Liebe mag erkalten; ich bin seinem Herzen werth. Und wenn Höll' und Abgrund brüllt, bleibt doch er mir Sonn' und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genennt; welch ein Trost, nun werd' ich Armer nimmermehr von ihm getrennt. Sein Erbarmen läßt nicht ihn sich mir jemals ganz entziehn. 24 Erster Theil. 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen unbeweglich auf ihm rub'n: Felfen will ich auf ihn bauen; was er sagt, das wird er thun. Erd' und Himmel kann vergehn, doch sein Bund bleibt ewig stehn! Von der Liebe und Güte Gottes. Mel. des 66. Psalms. ME 1 33. W Vom Wesen Gottes 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren? Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? Den Weg, den er mir zeigt, nicht geh'n? Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank; dies ist sein Wille. Ich soll vollkommen seyn, wie Er. So lang' ich dies Gebot erfülle, stell' ich sein Bildniß in mir ber. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen feyn! Esie stärk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen; sie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des legten Augenblicks. ie groß ist des Allmächt'gen Güte! ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? Der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen sey ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch 34. D nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar berettet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? It's nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh', darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig seyn. Gott, du bist die Liebe! Allein zum Wohlthun hast du Lust. Der Quälsucht harte Triebe find deinem Herzen unbewußt. Ganz ohne alle Gränzen ist deine Gütigkeit. So weit die Himmel glänzen, BE übst du Barmherzigkeit. Du, Herr, haft Wohlgefallen an dem, was du gemacht; und hast uns Sündern allen noch Leben zugedacht. und seinen Vollkommenheiten. 2. Als du uns hießest werden, da schufst du uns zum ew'gen Wohl. Nicht nur auf dieser Erden ist alles deiner Güte voll; auch in dem Himmel droben hat deine Vaterhand uns Güter aufgehoben, die noch kein Aug' erkannt. Dorthin uns zu erheben ist, Gott! mit uns, dein Sinn. Drum gab für uns sein Leben dein ew'ger Sohn dahin. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Buße; und wenn, zur Neu' bewegt, der Sünder sich zu Fuße vor dir in Demuth legt, so siehst du auf ihn Armen mit väterlicher Huld, und schenkst ihm aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. 4. Mit jedem neuen Morgen wird über uns dein Wohlthun neu; du kommest unsern Sorgen zuvor mit deiner Vatertreu'. Du, Ursprung aller Gaben! Du weißt, was uns gebricht, und, was wir nöthig haben, verfagst du, Gott, uns nicht. Vom Wohl thun, das du übest, sind unsre Tage voll; auch wenn du uns betrübest, geschieht's zu unserm Wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, und bist stets treu verblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu segnen, ist ewig deine Luft. Mit Dank dir zu begegnen sey, Herr, auch unsre Lust. Laß uns, treu zu erfüllen, was du befiehlst, nie ruh'n. Wer sollte deinen Willen nicht gern, o Vater, thun. 6. Wer hier auf deinen Wegen sich willig deinem Dienste weiht, den sepest du zum Segen schon hier, noch mehr in Ewigkeit. Du kröneft seine Leiden mit herrlichem Gewinn, und führest ihn zu Freuden, zu ew'gen Freuden hin. Wie theu'r ist deine Güte! Gott, laß mich ihrer freu'n, und stets mein ganz Gemüthe voll ihres Ruhmes seyn. Mel. Wie schön leuchtet der. 25 35. E Hand die Welt erschaffen hat, und noch erhält! Ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüth von hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll Erbarmen, und voll Wohlthun nach mir Armen. 2. Seh ich den weiten Himmel an, so viel ich davon sehen kann, so seb' ich deine Güte. Der Himmelskörper Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Gemüthe, mächtig, freudig dir zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke: Groß sind deiner Hände Werke! Gott, deß starte der Lüfte fühle, führ' ich auch, Gott, 3. So oft ich athme und den Hauch deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines mein Gemüthe, täglich hier mich dein Wohlthuns lauter Preis, und rühren zu freuen, und von neuem, Herr, mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. In allem, was mich nähren soll, 4. Die Erd' ist deiner Güte voll! schmeck' ich, Gott, deine Güte. Ich seh' und hör' und fühle sie in Feld und Wald, an Thier und Vich. Dies dringet mein Gemüthe, Herr, dich innig ohn' Aufhören zu verehren. Hoch zu loben sind ja deiner Güte Proben! 5. Schau ich mich selber achtsam an, so viel ich mich beschauen kann, so seh' ich deine Güte. Die zeiget mir ein jedes Glied, ein jeder Sinn, ein jeder Tritt, mein Geist und ganz 26 Erster Theil. Gemüthe. Billig muß ich dir hinwieder meine Glieder ganz ergeben, und nur dir zu Ehren leben. Der 36. Psalm. Mel. des Psalms. 1 6. Herr! dazu, bitt' ich, hilf du mir! Zeuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte! O heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undank hüte. Laß mich, was ich bitt', erlangen; dir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. 36. G Vom Wesen Gottes wer kann sie, Gott, so wie du, mit voller Freud' erquicken? Wer kann der Deinen reine Brust mit Strömen nie gefühlter Lust, wer will sie so entzücken? 3. Fließt, fließt nicht alle Seligkeit, o Gott, aus deiner Gütigkeit, quillt nicht von dir das Leben? Auch kennten wir dich, Höchster, nicht, hätt'st du uns des Verstandes Licht, dein Wort, Herr, nicht gegeben! Wer diesem Lichte folgt, der wird zum höhern Licht, zu dir, geführt! Den wirst du nicht verlassen! Geuß deinen Segen über die, die dich verehren! schüße sie, die alle Falschheit hassen! ott, deine Huld und Gütigkeit erfüllet alles, reicht so weit, als deine Himmel reichen! Und alles sagt: daß deine Treu', wie du, unendlich, ewig sey! Eh' werden Berge weichen, eh' uns des Herren Huld verläßt! Nein, nein! sein Wort steht ewig fest auf nie bewegten Gründen! Du, Gott, von dem nur Gutes fließt, du läsfest uns, so lang' du bist, Erbarmung vor dir finden. rung zu bewegen. 2. Dein sind die Menschen, dein 2. Der Menschen Elend jammert das Vich! du, Gott, erhältst, er- dich. Wenn sie sich gleich verstocken, nähreft sie, wer kann dich gnug er- so suchst du sie doch väterlich durch beben! Du Gott voll Gnaden, voll Huld zu dir zu locken. Wie lange Geduld, stets fühlen deine Vaterhuld, sahst und riefest du nicht ehmals die hier auf Erden leben. Wer giebt deinem Volke zu, daß sich ihr Herz dem Menschen sichre Nuh Werbefehrte! wie trugst du nicht mit Univ. Bibl. Glessen Von der Geduld und Langmuth Gottes. 37. E etreuer Gott! Wie viel Geduld beweisest du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld, du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, und deinem Wink entgegen. Und gleichwohl, Vater, suchst du ihn langmüthig davon abzuziehn, zur Beß und seinen Vollkommenheiten. Gütigkeit die erste Welt so lange Zeit, eh' sie die Fluth verheerte! 3. Noch immer giebst du Sündern Raum, der Strafe zu entgehen. Du läss'st den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schonest sein von Zeit zu Zeit; verziehest, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzuhauen. Du wartest sein mit großer Treu', und hörst, damit er fruchtbar sey, nicht auf, an ihm zu bauen. 4. Langmüthigster! so große Huld bezeigst du frechen Sündern, und D, nicht weniger Geduld hast du mit deinen Kindern. Sie werden ja, weil Fleisch und Welt hier ihnen häufig Nege stellt, oft sicher, matt und träge. Sie straucheln, sie vergehen sich, und fehlen oftmals wider dich auf falsch gewähltem Wege. 5. Du rufest ihnen in Gefahr, so oft fie irre gehen; reichst ihnen Hand und Stärke dar, von Sünden aufzustehen. Du trägest sie mit Vaterhuld, bist willig, ihre Süudenschuld durch Christum zu vergeben; giebst ihnen neue Glaubenskraft und nach vollbrachter Pilgrimschaft ein ewig Freudenlehen. 6. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Vaterhuld zur Sicherheit uns führen! Trag' uns erbarmend fernerhin; doch gieb uns auch dabei den Sinn, daß wir die Sünde hassen, und uns noch in der Gnadenzeit den Reichthum deiner Gütigkeit zur Buße leiten lassen. Mel. Wunderbarer König. 38. 11 27 und zugleich freudenreich, Bösen und den Deinen, wie die Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre, wird durch neue Proben, immer herrlicher erhoben. O, wie weit, o, wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden, so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh' lieben, die dich hassen: Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dränet, und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. Höchster, sev gepriesen, daß du so verschonest, und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sey Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben. numschränkte Liebe, Lob der heiligen Dreieinigkeit. gönne blöden Augen, die zum Irr- 15. Mel. Allein Gott in der Höh'. unserm Gott allein diſchen kaum taugen, daß ſie in die 39.& fey Ebr! Ihm Dant Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmücken, - für seine Gnade! Uns drücket nun sein Zorn nicht mehr! geheilt ist unser Schade. Er, der uns seinen Frieden gab, schaut auf die Erde nun herab mit Lieb' und Wohlgefallen. 28 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 2. Gott Vater wir verebren dich,| Pilgerschaft im Glauben selig schliemit Loben und mit Danken; denn sen. Wir wollen dir gern folgen. - du regierest ewiglich! dein Thron kann niemals wanken. Herr, alles, was du sprichst, geschieht, so wie dein Aug' auf alles sieht: Wohl uns, daß du regierest! 3. Christe, Gottes ein'ger Sohn! Für uns ins Fleisch geboren! Kamst du nicht von des Himmels Thron, so waren wir verloren. Sey uns mit deinem Heile nah! Ach, für uns alle starbst du ja! Erbarm' dich unaller! 4. O heil'ger Geist! du theures Psand, du Tröster der Erlös'ten! Erleucht' mit Weisheit den Verstand, und komm', das Herz zu trösten. Sey, wo wir wandeln, unser Licht! laß uns auch im Tode nicht! trau'n auf deine Treue! VerWir 1 Mel. Gott, mache du mich. 17. 40. Het err, unser Gott, wer ist dir gleich? Du bist das höchste Wesen. Und doch hast du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlefen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Vater, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Väter ihrer Kinder. Du hast für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben. Dein Herz voll Güte und Geduld verleih' uns Trost und Leben, daß wir dich findlich fürchten. 3. O Jesu, ew'ger Gottessohn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns zu befrei'n von Sünd' und Tod, kamst du zu uns auf Erden. O, laß uns, unser Herr und Gott, froh deines Segens werden, und dir im Glauben dienen. 4. O beil'ger Geist, du Geist von Gott! Wehr in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod Hilf uns der Sünde sterben! Du giebst zum Guten Lust und Kraft. Laß uns deß auch genießen! damit wir unsre 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden schon als unsers Gottes freuen. Herr, segne uns von deinem Thron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit. Dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 41. O beiligste Dreieinigkeit, nach ehren bemüht sich deine Christenheit, dein Lob läßt sich stets hören. Wie hoch bist du, wie wundersam! Anbetungswürdig ist dein Nam', dein Wesen unerforschlich. 2. Es zeigt die herrliche Natur, und zwar an jedem Orte des Allerhöchsten Segensspur, doch Dank sey seinem Worte! Es zeigt uns ihn erst recht, er heißt: Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, der Gott des armen Sünders. 3. Nun weicht die Nacht, nun wird es hell, laßt Lobgesänge fließen! Du Vater, aller Wesen Quell und Ursprung, sey gepriesen! Du Vater, haft von aller Zeit in grenzenloser Ewigkeit den Sohn, dein Bild, gezeuget. 4. Du schufst den weiten Erdenkreis mit gnäd'gem Wohlgefallen. Du schufft den Menschen: Dank und Preis soll erst durch ihn erschallen. Du trägest durch dein mächtig Wort, was du erschaffen, immerfort, und herrsch'st mit weiser Güte. 5. O bester Vater steh' uns bei, uns, deinen armen Kindern! wir fehlen oft noch, ach verzeih', verzeth' uns armen Sündern., unsre Noth ist mannigfalt, errett' uns, Herr, und hilf uns bald, zeig' dich an uns als Vater! 6. Herr Jesu Christ, des ew'gen Sohn, von Ewigkeit geboren. Du herrsch'st auf deines Vaters Thron, zu unserm Heil erkoren. Durch dich erschuf er diese Welt, du bist's, durch den er sie erhält, o Gott, aus Gott geboren. und seinen Vollkommenheiten. 7. Du bist des Höchsten Ebenbild, der dich sieht, sieht den Vater; ein Mensch, nachdem die Zeit erfüllt, ein Helfer, ein Berather des Menschen. Du erwarbst ihm Huld, bezahltest seine schwere Schuld durch dein unschuldig Leiden. 8. Nun sizest du zur rechten Hand des Vaters hoch erhoben, beherrsch'st allmächtig jedes Land, und dämpfst der Feinde Toben. Hilf, unser Bruder, unser Gott, du bist's, auf den in Noth und Tod wir uns allein verlassen. SINIFL 9. Von Ewigkeit warst du auch schon, o Geist, Quell aller Wahrheit, Gott mit dem Vater und dem Sohn, erfüllt mit höchster Klarheit. Vom Vater und vom Sohn gesandt, mach' uns die Gottheit recht bekannt und ihr zu dienen willig. Der 19. Psalm. 42. ie Himmel rufen, jeder chret die Größe Gottes, seiner Pracht; die ausgespannte Veste lehret die Werke, die sein Arm 29 10. O heil'ger Geist, du Geist des Herrn, durch den wir Abba schreien, nur du kannst uns, und thust es gern, zu seinem Bild erneuen. Durch dich wird unsre Hoffnung fest, und wenn uns alle Welt verläßt, so bleibt dein Trost noch kräftig. 3) Von der Schöpfung. 11. Geist des Gebetes steh uns bei, daß wir in allen Nöthen voll Dankbarkeit, mit wahrer Reu' zu Gott im Glauben beten. Wenn unsre Stunde kommen ist, so hilf, daß wir auf Jesum Christ getrost und selig sterben. gemacht; und aller Welten Harmonie, verkündigt und besinget sie. 2. Es strömt von einem Tag zum andern, gleich Bächen, ihre Rede fort, und eine Nacht erzählt der andern laut ihr gedankenvolles Wort. Es sind nicht Sprachen, die sie spricht; doch wer hört ihre Stimme nicht? 12. Gott Vater, Sohn und beil'ger Geist, wie groß ist deine Güte; sey ewiglich dafür gepreis't, mit freudigem Gemüthe! Wenn dich der Engel Chor besingt, wo heilig, heilig, heilig klingt, so hör hier unser Lallen! und macht, damit der Mensch ihn preise, sein Lob der fernsten Welt bekannt; denn wer sieht ihre Wunderbahn, und betet nicht den Schöpfer an? 4. Wer schuf, daß uns der Tag erwache, der Sonne strahlend Zelt, als Er? Sie kommt; so geht vom Brautgemache der heitre Bräutigam daher; sie eilet, wie ein Held zum Streit erwachet und des Kampfs sich freut. gen, bis in den fernsten West ihr 5. Ihr hoher Aufgang ist im MorLauf. Nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen; sie gehet allen segnend auf. Ihr Glanz zerstreut das Grau'n der Nacht, beseelt die Welt und giebt ihr Pracht. 6. Das Recht, das uns der Herr gegeben, ist beilig und untadelhaft. Es stärkt die Seelen, daß sie leben, und giebt dem franken Herzen Kraft; 3. Die Ordnung kunsterfüllter Kreise sein Wort ist ohne Falsch und Trug, verherrlicht Gott durch jedes Land| erhellt und macht die Einfalt flug. 30 Erster Theil. Von der Schöpfung. 7. Aus seinen richtigen Gesetzen| 3. Daß Kraut und Pflanzen sich quillt Freude für die Traurigkeit. verjüngen, und alles neues Leben Sie heiligen, wenn sie ergößen. Wie fühlt, daß alle Bäume Blüthen brinlauter ist, was Gott gebeut! Herr, gen, das Feld mit tausend Farben deines Wortes reines Licht erleuchtet spielt, das flicht allein aus deiner jedes Angesicht. Gnad', die unsre Welt gezieret hat. 8. Die Furcht des Herrn erhebt und schmücket ein folgsam Herz, und macht es rein, und ewig bleiben die beglükfet, die sich dem Dienste Gottes weih'n. Denn alles, was der Herr gebeut, ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 9. Die Zeugnisse des Herrn sind besser und mehr der Sehnsucht werth, als Gold. Ihr Werth ist köstlicher und größer, als alles noch so feine Gold. Süß sind sie, wie der Honig ist, und mehr, als der vom Stocke fließt. 10. Wie warnen sie nicht deine Knechte! Der hat viel Segen, der sie hält! Doch oft vergißt man deine Rechte: Wer merkt, o Gott, wie oft er fällt? Vergieb, das bitt' ich, Gott, von dir, auch die verborg'nen Sünden mir! 11. Enthalte mich von frechen Sünden, die ein vermeßner Stolz erzeugt, und laß sie den nicht überwinden, der willig in dein Joch sich beugt! Daß ich unschuldig, rein und frei von großer Uebertretung sey! 12. Vernimm, voll Huld, aus mei nem Munde die Reden, die sich deiner freu'n, und laß, zur angenehmen Stunde,' dir mein Gebet geseufzet seyn! Ich habe ja dein gnädig Wort, Herr, mein Erlöser, Gott, mein Hort! - aller Himmel Pracht. Was wir nur schönes sehn und hören, hat deine Hand allein gemacht. An deine Weisheit, an dein Licht, reicht keines Menschen Denken nicht. 4. Wie viel vermag dein mächtig: Werde! erhabenster Herr Zebaoth! Dein Lob verkündigt zwar die Erde, doch herrlicher noch, reicher Gott, verkündiget der Himmel Pracht die Größe deiner Schöpfermacht. 2. Du bist's, der die Geschöpfe weidet, der ihnen ihre Zierde schenkt. Du bist es, der die Erde kleidet, und fie mit grünem Schmuck behängt. Du bist es, der durch seine Kraft dem Frühling neue Anmuth schafft. 5. Aus dir, du Quelle alles Lichtes, fließt auch der Sonne feurig Meer. Ja, großer Schöpfer des Gesichtes, von dir kommt auch das Wunder her, daß mir die Schönheit dieser Welt so strahlend in die Augen fällt. 6. Was zeugt das Heer von tausend Sternen, das selbst die Nächte reizend macht? Von ihnen soll ich hier schon lernen, wie groß, o Schöpfer, deine Pracht! Gott du bist nichts, als Heiterkeit; nur Licht und Strahlen sind dein Kleid. Met. Die Himmel rufen, jeder 42. 43. D Gott! den alle Himmel mein Herr, und Bater! ehren, von dir 7. Ach Schöpfer! heil'ge mein Gesichte, wenn ich so voll Verwund'rung steh', daß ich in deines Geistes Lichte allein auf dich, den Ursprung, seh'. Ach! reinige selbst meine Brust von jeder schnöden Erdenlust. Mel. Allein Gott in der Höh'.- 15. 44. W veine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege: so weiß ich, von Bewund'rung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät! Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoos der Erde auf, mit Vorratb uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Erster Theil. Gott, deine Güte reicht so weit, als nur die Wolken gehen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preis't der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt meinem Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wundervoll bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis 46. D von deiner Güt' und Größe. - Von der Schöpfung. 31 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden daf mich zu dir locken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden, der statt des Nußens Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne seyn! Mein Schatz und Ziel sey du allein. 6. Hier ist mein Leben eine Reise: hier geht mein Weg zur andern Welt. D, mache du mich klug und weiſe, daß ich hier thu', was dir gefällt. Nimm endlich nach vollbrachtem Lauf mich, Gott, in deinen Himmel auf. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist! erhebe seinen Namen! Gott, unser Bater, sey gepreis't, und alle Welt sag': Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn, und hoff' auf ihn, und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Mel. Wer nur den lieben Gott. 45. Gott des Himmels und der Erden, der du allgegenwärtig bist, und nimmer kannst begriffen werden, vor dem kein Ding verborgen ist. Ach ziehe mich, mein Gott, zu dir, und offenbare dich in mir! 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find' ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke die wundervolle Kreatur, so ruft mir gleichsam alles zu: Wie groß ist Gott, wie klein bist du. 3. Es zeigen alle Elemente, wie weis' und gut der Schöpfer sey. O, wenn das Stumme reden könnte, so stimmt es der Ermunt'rung bei: Ihr Menschen! ehrt des Schöpfers Pracht, auch euch zu gut sind wir gemacht. 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! die Erd' ist deiner Güte voll. O, gieb mir deines Geistes Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann, und hab', und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin! - - 7. Mel. des 140. Psalms. ie Himmel rühmen Gottes Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort. 2. Wer trägt die unzählbaren Sterne; wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimm's und sieh' die Wun derwerke, die die Natur dir aufgestellt. Verkündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzählbaren Heere der Wesen fühllos wohl beschau'n? Durch wen ist alles? gieb ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertrau'n! 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich werde seyn, der ich seyn werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisbeit, Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil; ich bin's, mich liebe dein Gemüthe, und nehm' an meiner Gnade Theil. 32 Erster Theil. Von der Schöpfung. Von den Engeln. 16 Mel. Jesus, meine Zuversicht. 47. S err, du hast in deinem Reich große Schaaren heil'ger Engel. Ihnen bin ich noch nicht gleich; denn ich bin noch voller Mängel. Ach! wann werd' ich auch so rein, als die guten Geister seyn. 2. Mich beschwert noch Fleisch und Blut; stärke mich bei der Beschwerde! Stärke mich mit Straft und Muth, daß ich hier schon auf der Erde als dein Erbe und dein Kind immer himmlisch fey gesinnt. pe 3. Gieb mir Weisheit, gieb mir Fleiß, dich, o Gott! recht zu erkennen. Laß mich deines Namens Preis gern auch vor der Welt bekennen; daß ich darin auf der Erd' deinen Engeln ähnlich werd'. 4. Herr, dein Wille soll geschehn, wie im Himmel, so auf Erden. Laß uns doch stets darauf sehn, daß wir dir gehorsam werden, so in deinem Willen ruh'n, wie die reinen Geister thun. 5. Unfre Welt ist voll Gefahr; voll Gefahr ist unser Leben. Sende deiner Engel Schaar, daß sie schüßend uns umgeben. Wo wir gehen aus und ein, laß sie unsre Wächter seyn. 6. Mach' es, wie mit Lazaro, wenn ich künftig werde sterben. Laß mich dann auch eben so deines Himmels Freuden erben. Bringe durch der Engel Hand mich hin in mein Vaterland. 7. Laß mich dann vor deinem Stuhl bei den Auserwählten stehen, wenn die Bösen in den Pfuhl der Verdammniß zitternd gehen. Mache mich in deinem Reich völlig deinen Engeln gleich. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. u Herr der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn: du herrlich großer Meister des ganzen Reichs der Geister! mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Herr, deine Himmelsheere, die Zeugen deiner Ehre, giebst du zu meiner Wacht. Sie sehn dein Angesichte im höchstvollkommnen Lichte, und haben dennoch auf mich Acht. 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüthe für diese WunderSchaar. Ich rühme deine Rechte für diefe deine Knechte, durch deren Schuß ich sicher war. MACHE ferner diese Hüter zu meinem Schirm 4. Gieb, Geber aller Güter, gieb mit ihnen stets umgeben, so bleib' mir bei. Es sey mein ganzes Leben ich manches Fehltritts frei. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen an wahrer Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben, und wahre Demuth üben, so mach auch mich dazu bereit. 6. Sie thun ja deinen Willen; laß mich den auch erfüllen. Sie leben völlig rein; laß mich, nach deinen Worten, o Herr an allen Orten auch so, wie sie, die Sünde scheun. 7. Wenn ich denn endlich scheide, so führe mich zur Freude, auf ihren Händen ein. Bet dir, o Höchster, droben will ich dich ewig loben, wenn ich den Engeln gleich werd' seyn. Matro hale 33 de 4) Von der Vorsehung Gottes. ALI Thu dne dal 5. Er spricht, um etwas zu vollbringen! so ist's im Augenblick geschehn. Er rufet unerschaffnen Dingen: wirklich schon zu sid this Mel. des Psalms. 49. Jhr Frommen, auf! die feh'n. Allen Rath der Großen weiß ihr die Ehren des Gottes aller Ehren singt; dieweil sein Lob von Zions Chören noch eins so angenehm erklingt! Spielt ihm streng und schöne! Mischt der Orgeln Töne in den Jubelsang! Lobet ihn auf Saiten, laßt ihm sich bereiten Der 33. Pfalm. eurer Flöten Klang. 2. Verherrlicht ihn mit neuen Weisen! Erhebt ihn durch ein ewig Lied! Und seyd, ihn würdiglich zu preisen, mit allgemeinem Fleiß bemüht! Was sein Wort uns lehret, was sein Mund uns schwöret, ist vollkommen wahr. Jedes seiner Werke leget, daß man's merke, seine Wahrheit dar. ffe 3. Gerecht und heilig ist sein Wille und jeder Ausspruch, den er fällt. Der Ausfluß seiner Segensfülle ergeußt sich durch die ganze Welt. Die gewölbten Lüfte, und der Himmel Klüfte, hieß sein Machtwort seyn. Aller Sternen Kreise, Wechsel, Licht und Weise schuf sein Hauch allein. 4. Er hält die Meer' und Wasserschäße in ihrem sichern Abgrund auf. Er schreibt der Ebb' und Fluth Gesebze, und ordnet aller Flüsse Lauf. Adams ganz Geschlechte fürchte Gottes Rechte, die dies wirken kann! Betet, freche Geister, Gott, des Donners Meister, mit Erstaunung an! er umzustoßen, wie es immer geh'. werden, daß sein Rath bestch'. Alle List der Erden muß zu Schanden 6. Er wechselt niemals in Gedanken. Kein Fall der Zeiten schwächt sein Reich. Er kann nicht, wie die sten ewig gleich. Wohl denn dem Menschen, wanken, und ist sich selbGeschlechte, welches sich mit Rechte zu den Seinen zählt! Wohl euch, Zions Kindern, die er aus den Sündern, als sein Erb', erwählt! 7. Er sieht von seiner Sterne Bühnen das Thun der Erdenkinder ein. Er unterscheidet, die ihm dienen und die vor ihm nicht lauter seyn. Gott, und Vater, aller Menschen wahr; der Weltberather, nimmt, als Herr seiner Fürsicht Proben werden uns von oben von oben stündlich offenbar. 8. Er hat das Herz in uns geleget; d'rum kennt er dessen Haß und Lust, und was sich da geheimes reget, ist eher ihm als uns bewußt. Nicht die vielen Machten siegen in den Schlachten, sondern Gottes Arm. Dieser ist bewährter, als der Helden Schwerter und der Riefen Schwarm. 9. Ein feurig Pferd, mit dem ein Sieger oft glücklich durch die Feinde riß, ist keinem Flüchtling, feinem Krieger mit aller seiner Kraft gewiß. Die sich Gott ergeben, deren Gut und Leben nimmt sein Aug' in Acht. Ihre Seele trauet, wenn dem Bösen grauet, seiner Huld und Macht. 10. Der Flügel Gottes deckt die Seinen vor allen Tod'sgefahren zu. Wenn andre lang nach Brode weinen, so speist er uns in milder Ruh'. Darum, fromme Herzen, harrt in allen Schmerzen seiner Hülf' und Kraft, die euch fest umringet, alle Noth verdringet, und euch Heil verschafft. 3 34 Erster Theil. 11. In dir, o Herr, in dir alleine erfreuen wir uns jederzeit. Der Trost für Ifraels Gemeine ist deine Treu' und Heiligkeit. Uebe dein Erbarmen ferner an uns Armen, du, o höchstes Gut! Gieb uns einst zum Lohne unsers Glaubens Krone, der auf dich beruht. FO Der 65. Psalm. Mel. des Psalms. 50. M Von der Vorsehung Gottes. an betet, Herr, in Zions Stille zu deiner Macht 5. Dein Wink gebeut den wilden Meeren, und stillet Wind und Fluth. Wenn Welt und Hölle sich empören, so dämpfst du ihre Wuth. So weit der Erde Theile reichen, erschrickt die Heidenschaft vor deiner wahren Gottheit Zeichen und deiner höchsten Kraft. 6. Du machest fröhlich, was da webet, so bald der Tag erwacht; und Abends danket, was da lebet, dem Schuße deiner Macht. Wenn du erquickst mit Thau und Regen der Erde heißen Schooß, so wird durch deinen milden Segen der Felder Reichthum groß. 7. Dein Brunn, der nimmermehr verseiget, erquickt sie früh und spät, bis Keim und Aehre treibt und stetget, und alle Frucht geräth. Wenn Frucht und Fluren sich verneuen, o Herr, so tränkst du sie, und thauest Wachsthum und Gedeihen auf unsre Saat und Müh'. 8. Du krönest alle Jahreszeiten mit segensvoller Hand, und träufelst eitel Fettigkeiten auf unser ganzes Land. Es triefen Wüsten, Haid' und Weiden Die von ihrem fruchtbar'n Guß. Hügel schmücken sich mit Freuden und Holdem Ueberfluß. 9. Es wimmeln von dem Schaafgedränge die Anger rings umher. Es stehen von des Kornes Menge die Auen dick und schwer. Da schallt der Dank von tausend Chören: der frohe Landmann singt des Allerhalters macht und Ehren, daß Berg' und Thal erklingt. und Huld. Da zahlt man dir der Opfer Fülle und der Gelübde Schuld: da merkest du auf unsre Lieder und Bitten für und für, und sammelst deiner Kirche Glieder aus aller Welt zu dir. 2. Daß uns der Sünden Last nicht schade, wie schwer sie immer sey, so spricht uns Arme deine Gnade von Fluch und Schulden frei. Wohl denen, die sie aus den Sündern zu deinem Dienste wählt, und hier und dort zu deinen Kindern und Hausgenossen zählt. Der 104. Psalm. 3. Du gießest nach den bangen Zetten den Trost auf Jakobs Haus, vom Sige deiner Seligkeiten, an allen Mel. Wie groß ist des Aumächt'gen. 33. Enden aus. Wir können beiner Liebe 51. Su loben, ihn, den Sefeurig, Gott Proben in tausend Wunder sehn, und dich als unsern Heiland loben, sobald wir zu dir flebn. 4. Die Hoffnung aller MenschenSchaaren ist nur auf dich gestellt: Denn du allein nur mußt bewahren, was See und Land enthält. Du bist es, dessen sichre Stärke die Berge gründen kann, und warest zu dem Schöpfungswerke mit Allmacht angethan. hovah Zebaoth! Sehr herrlich bist du, sehr erhoben, geschmückt mit Majestät, mein Gott! Licht, das auch Seraphinen schrecket, Licht ist dein strahlenvoll Gewand! den grenzenlosen Himmel strecket zum Vorhang aus, Herr, deine Hand. 2. Du bau'st in unermess'ne Höhen, Allgegenwärtiger, dein Haus; und - 35 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. wölbst mit dichten Wasserseen die gen die Bäume uns so manche Frucht, glanzesvolle Wohnung aus. Du fährst auf Wolken, deinem Wagen, nab'st dich in Wettern fürchterlich, dein Wagen donnert; willig tragen die Fittige des Sturmes dich! die Cedern Libanons, Herr, steigen empor, gepflanzt durch deine Zucht. 3. Die Engel fliegen, gleich den Winden, vor dir voran, Herr Zebaoth; wie Flammen, die sich schnell entzünden, sind deiner Allmacht Diener, Gott. Du hast der Erde Grund bereitet, sie steht und wanket nimmermehr. Einst war sie mit der Tief' umkleidet, und über Berge floß ein Meer. 9. Die Vögel bau'n in ihre Wipfel, die Störch in Tannen sich ihr Nest. Die Gemse liebt der Berge Gipfel, die sich auf steile Höb'n verläßt. In Klüften, in der Felsen Höhlen verbergen die Kaninchen sich. Die Zeit zu ordnen, sie zu zählen, theilt fie der Mond, o Gott, durch dich! 4. Du schalt'st die Wasser, und sie flohen vor deinem Schelten schnell vorbei. Sie hörten deinen Donner drohen, enteilten, und das Land ward fret. Der Berge Gipfel, Herr, er schienen, erhoben durch dein mächtig Wort; die Thäler sanken unter ihnen an den für sie bestimmten Ort. 10. Die Sonn' eilt, ohne zu ermatten, zum Abzug, ihn versäumt sie nie; dann herrscht die Nacht, und finst're Schatten umzieh'n die Erde, decken sie. Dann geht das Wild aus seinen Wäldern, was in den Wüsten wobnet, wacht, und suchet auf bethauten Feldern sich seine Nahrung in der Nacht. 5. Du hast dem Meer ein Ziel gestecket, das es nicht überschreiten kann; die Erde wird nicht mehr bedecket, es findet nie der Rückkehr Bahn. Von dir wird aus der Berge Höhlen mit Quellen jedes Thal erfüllt; da trinkt, wenn Hig' und Durst sie quälen, der Felder Volk, des Waldes Wild. 6. Und an der Bäche Ufer steigen viel schattenvolle Bäum' empor; zufrieden wohnt auf ihren Zweigen und singt voll Lust der Vögel Chor. Aus deinen Höhen wird mit Thaue und Regen jeder Berg erquickt. Dann grünen fröhlich Feld und Aue, mit deinen Früchten, Gott, geschmückt. 7. Du nährst mit Gras der Thiere Heerden, wie schön bekleidet es das Land! es wachsen Kräuter, und es werden die Saaten reif durch deine Hand. Brod giebst du für des Menschen Leben, und unsre Herzen zu erfreu'n, schenkst du aus traubenvollen Reben mit milder Hand uns, Herr, den Wein. 11. Der jungen Löwen laut Gebrülle begehret seinen Raub von dir; du nährst sie, Gott, aus deiner Fülle, und sättigst jedes wilde Thter. Doch melden kaum die hell'ren Lüfte des neuen Tages Ankunft an, so fliehen sie in ihre Klüfte, die nie der Sonnen Strahlen sah'n. 12. Der Mensch erwacht: mit neuen Kräften geht er zur Arbeit, baut das Feld, wirkt bis zum Abend in Geschäften, zu denen ihn dein Nuf bestellt. Wie zahllos, Gott, find deine Werke! die Welt ist deiner Güte voll, du giebst sie, daß man deine Stärke und Huld und Weisheit preisen soll. 13. Wie wimmelt's in den weiten Meeren von Thieren, die du, Herr, nur zählst, von größern und von kleinern Heeren, die du ernährest und beseelst. Die Schiffe finden sichre Bahnen, du führest sie bewahret hin, hin auf den wilden Oceanen, dein Leviathan spielt darin. 14. Herr, alles wartet auf der Erde, im Meer und in der Luft auf dich, daß es von dir gesättigt werde! 8. Wie heiter glänzt von deinem du segnest; sie erquicken sich. Du Dele des Menschen frohes Angesicht! giebst; sie sammeln. Deine Hände Du machst, daß uns das Brod nie eröffnest du; sie werden satt. Wie fehle, wen sättiget, wen stärkt es schrecket sie ihr nahes Ende, wenn nicht? Von deinem Saft ernähret zeu-| fich dein Blick verborgen hat! 3* Erster Theil. Von der Vorschung Gottes. 36 15. Du nimmst, Herr, deinen Odem wieder; so muß, was lebet, schnell vergehn; Staub werden der Geschöpfe Glieder; du sendest ihn, und sie entsteh'n. Wie oft erneu'rt dein Hauch der Erde Gestalt, und was auf ihr sich regt; daß ewig Gott verherrlicht werde, der Lust zu seinen Werken trägt. 16. Er schau't die Erd' an; sie erzittert. Er tastet an der Berge Höh'n; und Berg und Fels, durch ihn zersplittert, sind Flammen, dampfen und vergeh'n. Gott, meinem Gott, will ich lobsingen; ihm, weil ich lebe, Lieder weih'n; ihm soll voll Ruhms die Harf erklingen, sein Lob mein letztes Stammeln seyn. 17. Und süß ertönen meine Lieder dir, der du meine Freude bist! Bald reinigst du den Erdkreis wieder, der jetzt voll von Verbrechen ist. Sey feurig, Seele, Gott zu loben, ihn, den Jehovah Zebaoth! Er werd' in aller Welt erhoben, und Hallelujah fing' sie Gott! - Mel. Allein Gott in der Höh'. 52. Dir, unfer Gott! ift nie. gleich - - 15. mel und auf Erden. Du bist der Höchste, und dein Reich kann nie begriffen werden. Unendlich ist die Mafestät, die über alle dich erhöht, die Kron' und Zepter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich dein Geblet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh' ich deine Größe. Weit über alle Himmel weit geht deines Neiches Herrlichkeit; du herrschest über alles. 3. Du herrscheft weislich, recht und gut nach heiligen Gesetzen. Du pflegst nach deiner freuen Hut das Kleine werth zu schätzen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ist's dein liebstes Werk zu segnen, zu beglücken. 4. Wie recht ist, Höchster, dein Gericht, der du die Wahrheit liebest! Wie richtig ist nicht dein Gewicht, wenn du Vergeltung übest. Du handelst stets nach Billigkeit in dieser und der künft'gen Zeit, beim Strafen und Belohnen. 5. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über alles führest. Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regierest! Ich, dein geringster Unterthan, Herr, bete dich in Demuth an; o, sich auf mich in Gnaden! 6. Ich bin verderbt und schuldenvoll, und auf dem Tugendwege nicht stets so eifrig, als ich soll; bin oft zum Guten träge! doch du bist gnädig, und voll Huld vergiehst du Neuenden die Schuld; d'rum hoff ich auch Vergebung. 7. Ich hoff' es, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, welcher für mich litt, erwarb mir Recht und Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel fret, ob ich der Gnade fähig sev; auch mich hat er versöhnet. 8. Herr, ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Lust will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot durch deinen Beistand wandeln. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 53. übrwahr, du bist, o Gott, verborgen! Dein bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sorgen; du sorgtest, eh' die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich; dies sev genug zum Troft für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen für unsre Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach' auch entdeckt, warum dein Rath, der niemais fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Güt'. Du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen siebt. Aus Finsterniß bringst du das Licht. Du spricht, o Gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ängstliche Gedanken! Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib', Seele, in der Demuth Schranken; die Demuth wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst den, der dich liebt, und deiner Führung sich ergiebt, Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 37 5. Drum will ich mich dir überlassen du bleibst mein höchstes Gut. Was mit allem, was ich hab' und bin. Ich frag'ich nach der Feinde Wuth! Nichts werfe, was ich nicht kann fassen, auf kann ja ohne dich geschehen. deine Macht und Weisheit hin. Der hd p Ausgang zeigt doch immerdar, daß stets dein Rath voll Güte war. Der 145. Pfalm. 6. Gieb, daß dies mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud' und Leid'. Schick' alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seelen Seligkeit! So preif' ich einst vollkommen dich, so freu' ich dein auf ewig mich. Mel. des 62. Pfalms. 54. OF Wunder- Gott, der alles schafft, wie groß bist du von Rath und Kraft! Den hohen Himmel sammt der Erden, und was man überall erblickt, hat deine Hand, dein Nath beschickt, desgleichen, was noch erst soll werden. 2. Man spürt dich kräftig überall und groß ist deiner Werke Zahl; du ordnest Sonnenschein und Regen; du suchst uns heim durch dürre Zeit, und auch des Jahres Fruchtbarkeit beruht auf deinem Wort und Segen. 3. Die Erde starrt auf dein Geheiß vor Frost, und Herr, zu deinem Preis belebt der Frühling unsre Fluren. Wenn uns ein Glücke wird gewährt, sen wir den unglück stederfährt, ſo deiner Spuren. 4. Laß denn, o Schöpfer, der die Welt so fest in ihrer Ordnung hält, auch mich dein göttlich Auge leiten! Gieb, daß mein Herz geduldig trägt, was du mir, Herr, hast aufgelegt; hilf dankbar seyn in Segenszeiten. 5. Auch stärke meine Zuversicht, so quälet mich die Sorge nicht, wie mir's noch künftig möchte gehen. Du bist, 55. ch will, mein Gott, du König, dir lobsingen, und ewig Ehre deinem Namen bringen! Sey täglich ewig sey von mir erhoben! dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß! Wer kann seinem feurigsten Bestreben, wie groß ihn g'nug erheben? wer kann mit er ist, begreifen und empfinden, wer Gott ergründen? 3. Von unsern Vätern wurdest du Kinder loben, und deine Macht erhoben; dich werden unsrer Kinder besingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig, wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! das preis' ich, daß dein Nam' erhoben werde, der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle; die Welt von deinen Thaten wiederhalle, und deine Wahrheit, deine Huld besinge, und Prets dir bringe. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, barmherzig, gnädig, und von großer Güte; erbarmt sich ſeiner Werke, hat an allen ſein Wohl7. Jehovah, alle deine Werke sollen dir jauchzend danken. Deine Frommen wollen aus allen ihren Kräften sich bestreben, dich zu erheben! 8. Sie breiten aus den Ruhm von deinem Reiche, daß keine Macht, Jebovab, deiner gleiche, das rühmen fie, damit sie auf der Erde bewundert werde. duc dumil tar Von der Vorsehung Gottes. 38 Erster Theil. 9. Dein Reich, o Gott, ist herrlich; ewig währen dein Reich und deine Macht, die wir verehren, und ewig wird von aller Völker Zungen dein Lob besungen. 10. Der Herr bewahret alle, welche fallen; Jehovah hilft den Unterdrückten allen, und eilt, mit Heil die, die um Heil ihn bitten, zu überschütten. 11. Nach dir, Gott, schauen aller Wesen Blicke, daß deine Hand sie väterlich erquicke; du giebst auch einem jeden seine Speise, daß er dich preiſe. 12. Herr, du erhältst mit deinem Wohlgefallen, was lebt, thust deine Hand auf und glebst allen, was sie bedürfen; keiner sucht vergebens dich, Quell des Lebens! 13. In allen Wegen Gottes strahlet Gnade; untabelhaft sind alle feine Pfade, und was er thut, gereicht zu seinem Preise, ist gut und weise. 14. Der Herr ist nahe denen, die ihn bitten! die ernstlich ihn um seine Hülfe bitten; er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, von ihm begehren. 15. Der Herr behütet alle, die ihn lieben; die aber, die Gewalt und Frevel üben, verfolgt er, daß er sie zum Fluche mache mit seiner Nache. 16. Ja, ewig will ich seinen Namen loben! von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. Mel. Von Gott will ich nicht. 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterletbe lag, da wachte schon dein Sorgen für mich; und wie vermag mein endlicher Verstand die Wohlthat zu erheben, die du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? Enden viel große Wunder thut, in dessen treuen Händen mein ganzes Leben ruht. Du zählst die Zahl mir zu von meinen Lebenstagen mit ihrem Glück und Plagen, mit Unruh' und mit Ruh'. 3. Du fängst an uns zu liebennoch eh' wir sind, und hast nie Lust uns zu betrüben: doch nügt uns eine Last, so bleibst du mitleidsvoll, bist sorgsam, deinen Kindern die Bürde sanft zu lindern, die ste nun treffen soll. 4. Lässt du mich Notb empfinden; bein Wort, Herr, tröstet mich. Durch dich muß sie verschwinden! drum hoff ich stets auf dich mit findlich treuem Sinn. Drum werf' ich, was zu tragen mir schwer deucht, ohne Zagen, noch täglich auf dich hin. 5. Noch immer ist mein Hoffen, das sich auf dich verließ, so sicher eingetroffen, wie mir's dein Wort verhieß. Du hast mir wohlgethan; denn deine Gnad' ist größer, und macht's mit mir viel besser, als ich's ersinnen kann. 6. Dein Name sey gepriesen, der sich so oft an mir so herrlich hat erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, und deiner Güte singen jetzt und auch immerdar. 7. Du hast mir wohlgerathen und lauter Gut's gethan, daß deine Lierühmen 56. oft, der an allen kann. Hilf, daß ich ewig dort verklärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen dich preise, Herr, mein Hort. Aus dem 9. Pfalm. Mel. Valet will ich dir geben. 57.6 ott! meine ganze Seele macht deinen Ruhm bekannt. Dir dank ich und erzähle die Wunder Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. Der 121. Psalm. deiner Hand. Mein Geist ist froh. Ich singe: Herr meine Lust bist du. Dir, dem ich Lieder bringe, dir, Höchster, jauchz' ich zu. 2. Du sigest auf dem Throne als Richter aller Welt, der jeglichem zum Lohne das rechte Urtheil fällt. Wenn dich die Menschen schmähen, dann rächst du ihren Spott, Du schiltst; und sie vergehen vor deinem Zorn, o Gott. 3. Der Herr hat zum Gerichte sich seinen Thron erhöht. Vor seinem Angesichte bleibt nicht, der widersteht. Ihr kühnen Sünder zittert; bereu't noch euren Spott! Sein Thron wird nie erschüttert; der Herr bleibt ewig Gott. 4. Der Herr regiert und liebet, was ungerecht ist, nicht. Er wägt die Welt und übet partheilos sein Gericht. Die Wage sinkt und steiget, wie sein Gesetz gebeut, und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit. 5. Gott ist ein Fels der Armen, ein Fels in jeder Noth. Sie trau'n auf sein Erbarmen, wenn ihnen Unfall droht. Die Thränen, die sie weinen, sind dir bekannt und werth, du, Gott, versäumest keinen, der deinen Schutz begehrt. 6. Ihr Bürger Zions! preiset, verkündet in der Welt, wie groß sich Gott beweiset, der, was er zusagt, hält. Er denkt daran, und fraget nach des Gerechten Blut. Er hört ihn, wenn er klaget, und stillt der Wetter Wuth. 7. Herr! sey mir gnädig. Schaue voll Huld auf meine Noth! Du bist's, dem ich vertraue, du hilfft auch selbst vom Tod. Nach überwundnem Leiden geh' ich in's Heiligthum; und, über dich voll Freuden, erheb' ich deinen Ruhm. 39 Mel. Der Spötter Strom reißt.. 13. 58. Mein Auge sieht, o Gott, zu dir! Von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 2. Getrost mein Herz! dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert In Finsterniß ist er dein Licht. 3. Kein Uebel sey dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüßzet dich. Durch seine treue Baterhand wird, was dir schadet, abgewandt. nicht. 4. Sein Schutz gewährt dir Sicherheit, sein Trost füllt dich mit Freudigkeit. Er leitet dich auf eb'ner Bahn, und nimmt dich einst mit Ehren an. 5. Herr, segne und behüte mich. Du bist mein Heil, ich hoff' auf dich. Dein Segen folg' aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe. 59. N och immer wechseln ordentlich des Jahres Zeiten ab. Dein Regen, Gott, ergießet sich noch auf die Erd' herab. 2. Du öffnest deine milde Hand, uns Menschen wohl zu thun, und läss'st noch immer jedes Land in deinem Segen ruh'n. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeih'n und Fruchtbarkeit. Die Saat geht auf, und blüht und reift, und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet, giebt der Baum den Schatten, den man sucht, und unter seiner Zweige Raum Erfrischung und auch Frucht. 5. Du nährest jede Kreatur. O Herr, wer ist dir gleich? Dein Vorrathshaus, Gott, die Natur, ist unerschöpflich reich. Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 40 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Vergnügen zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? - 7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdienten's auch: Und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Wer, Gott, erfährt nicht deine Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht? 9. O, betet Gott, ihr Menschen, an! Erwägt's und dankt ihm nun! Was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? 10. Nicht blos für diese kurze Zeit, Herr, hießest du uns seyn. Du schufft uns für die Ewigkeit, uns ewig dein zu freu'n. 7. Mel. Wer nur den lieben Gott. Herr und Schöpfer unsers 60. res Vaterherz. Kein Mensch hofft je auf dich vergebens, du siehst und linderst gern den Schmerz, wenn wir als Kinder auf dich sehn, und dich um deine Hülfe fleh'n. - Leben schufst, wo uns vollkomm'ne Freuden fehlen, nein, sie zum bessern Erbtheil rufft: dein Sohn ging auf der Leidensbahn uns zum Exempel selbst voran. subiend 5. Du zählst und segnest unsre Tage, und dieses Lebens Ungemach ist uns zum Heil gewählte Plage. Ein ewig Wohlfeyn folgt ihr nach. Du führst die Deinen in der Zeit durch Leiden zu der Herrlichkeit. 11. Lässt du uns deine Freundlichkeit schon hier so herrlich sehn: was wird in der Vollkommenheit der künft'gen Welt gescheh'n? 12. Noch tiefer dringt alsdann mein Blick in deine Wunder ein. Herr, laß dies erhab'ne Glück mir stets vor 61. SEE Augen seyn! ha 6. Wenn dein Geschöpf, liebreicher Vater, zu dir um Hülf und Nahrung schreit, so bist du immer der Berather, der es zu rechter Zeit erfreut. Du, den der Engel froh erhebt, du sorgst für alles, was da lebt. 4. Doch, Herr, der du der Menschen Seelen nicht blos für dieses 7. Drum laß mich einzig auf dich sehen, und fern von aller eignen Wahl nach deinem Nath die Welt durchgehen. Du bist bei mir im finstern Thal. Ja, Herr, mein Glaube traut auf dich. Du leitest mich recht väterlich. ey zufrieden mein Gemüthe, Gott ist gut! was er thut, ist voll Lieb' und Güte. Schaue seine große Thaten; was die Welt in sich hält, ist ihm wohlgerathen. 2. Beides, Erd' und Himmel, preisen 2. Dem Fluche, der die Welt noch drücket, die ganz im Argen sicher liegt, hast du zwar schon dein Volk entrücket, das durch den Glauben an dich siegt. Es wird vom Heiligthum bedeckt, wenn dein Gericht die Sün- seine Macht, Tag und Nacht müssen es der schreckt. beweisen. Sonn' und Mond sind laute 3. Allein des Lebens bange Sor- Zeugen; was sich regt und bewegt, gen beschweren hier noch oft ihr kann es nicht verschweigen. Herz. Oft hältst du, Netter, dich verborgen, als kenntest du nicht ihren Schmerz Der Stolze wühlt im Ueberfluß oft, wenn der Fromme darben muß. 3. Schau' die Werke seiner Hände! Mensch und Thter melden dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub giebt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder 41 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. sonst zu finden, rühmt die Weisheit seinen Willen geborsam zu erfüllen, seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. so nimmt er selbst sich meiner an. 5. Wie muß ich sein Lob erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Leben? Seel' und Leib ist sein Geschenke, bin ich nicht ihm verpflicht't, wenn ich dies bedenke? 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht, dir Dank vers zum bindet. 7. Drückten mich des Kreuzes Plagen; wenn die Last kaum gefaßt, Half Gott selber tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden; seine Kraft hat geschafft, daß ich's überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan, denke d'ran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlassen; es geschicht wahrlich nicht, er kann dich nicht hassen. 9. Drum ergieb dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wird's auch erfüllen; denn er ist in allen Sachen groß von Ratb, stark von That; er, er wird's wohl machen! 1 2. Was nüßen uns vom Morgen bis Abend alle Sorgen, wenn sein Gedeihn uns fehlt? Er hat uns Glück und Plage, und bös' und gute Tage, eh' wir noch waren, zugezählt. Der 93. Psalm. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. 62. Jaß ich den Höchsten n allen meinen Thaten 63. Sjestät bekleidet, er gürtete Mel. Auf, auf mein Geist, auf. 18. Jehova mit Marathen, der alles kann und hat! Er muß in allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, der Helfer seyn durch Rath und That. sich selbst mit Allmacht an, und hat sich in der Welt ein Reich bereitet, so fest, daß nichts es je erschüttern kann. Von dem an steht dein Thron in Ewigkeit, denn ewig bist du, schauſt von deinen Höh'n, wie sich empörte Ströme schwellend bläh'n, siehst ihre Wuth, die weit Verderben dräut. 3. Was Gott für mich ersehen, das soll und muß geschehen, ist mein bescheiden Theil. Drum laß ich mir in allem, was er mir giebt, gefallen, und halt es für mein wahres Heil. 5. Er lasse meine Sünden vor ihm Vergebung finden, durchstreiche meine Schuld, und wenn ich zu ihm schreie, so schenk er mir auf's neue in Christo seine Vaterhuld. 6. Leg' ich zum Schlaf mich nieder, meines Lebens Pflicht, irr' ich auf weckt mich der Morgen wieder zu finstern Wegen, eil' ich dem Kreuz entgegen, so sey sein Wort mein Trost und Licht. 4. Ihm trau' ich in Gefahren: Er wird mich wohl bewahren, er, der da will und kann. Such' ich nur 7. Schein' ich von ihm verlassen, so will ich mich doch fassen, und seiner Hülfe trau'n: und wenn ich auf der Erde nicht groß und glücklich werde, voll Glauben in die Zukunft schau'n. 8. Ihm hab' ich mich ergeben zu sterben und zu leben, wie und wann er gebeut: ich lebe oder sterbe, so bleibt mein Theil und Erbe des Himmels ganze Seligkeit. 9. So sey nun, Seele, stille, dein Ruhm sey dessen Wille, der dich erschaffen hat: es gehe, wie es gehe! dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. - 2. Das Weltmer tobt; der starken Wogen Stimme braus't donnernd aus den Tiefen fürchterlich; du Stärkerer, siebst ruhig ihrem Grimme vom Himmel zu; du winkst: die Wuth legt sich. Wahrhaftig ist, was, Herr, dein Wort uns lebrt, gewiß, was du versprichst. Zu jeder Zeit ist deines Hauses Zierde Heiligkeit, sie nur, die dir gefällt und ewig währt. Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. Der 96. Psalm. Der 97. Pfalm. Mel. des Psalms. Mel. Wie groß ist des Aumächt'gen.- 33. Brhebet Gott durch neue 64. Lieder, voll nie gehörter Harmonie! Stimmt ein, ihr Welten, schallt sie wieder, bis an die Himmel schallet sie! Besingt den Herrn und seine Werke, lobt seinen Namen! Tag auf Tag erzählet froh, was seine Stärke und Huld zu unserm Heil vermag! 42 2. Groß ist dies Heil! O, sagt mit Freuden sein Lob der Erde Völkern an! Verkündigt unter allen Heiden die Wunder, die sein Arm gethan! Der Herr ist groß und hoch zu loben; erbebt vor seinem Angesicht! bewährt ihm eurer Treue Proben; nur vor den Göttern zittert nicht! 3. Die Götter, die die Völker ehren, sind Gößen ohne Seyn und Kraft. Gott aber, dem wir angehören, Gott ist es, der den Himmel schafft. Vor ihm ist Majestät und Ehre, voll Stärke glänzt sein Heiligthum. Bringt her, bringt, aller Völker Chöre, dem Herrn und seinem Namen Ruhm! 65. D er Köntg aller Welt ist Gott, der sie erhält. Ihr Länder fammt den Meeren, frohlockt zu dessen Ehren, der in den Himmeln thront, und in dem Dunkeln wohnt, allwo fein Stuhl besteht, und sein Gericht ergeht, das keinen Sünder schont. 2. Um feinen Wolkensiß erscheinet Blig auf Blig, die Bösen zu verzehren, wenn sie sich nicht bekehren. Es brüllet. Berg und Kluft, es glühet Erd' und Luft! und alles zagt und bebt, was immer lebt und webt, wenn er den 4. Bringt Opfer, welche Gott ge- Wettern ruft. fallen, im Schmucke, der ihm wohlgefällt; fallt hin in seines Tempels Hallen, ihn fürchte heilig alle Welt! Der Herr ist König! sagt der Erde: sein Reich wird ewig fest bestehn! Sagt: über alle Völker werde sein billiges Gericht ergeh'n! 6. Vor unsers Gottes Angesichte geht Freude, Lob und Jubel her. Der Herr erscheinet, daß er richte, den ganzen Erdkreis richtet er. Er wägt dem menschlichen Geschlechte sein Urtheil, Fromme, freuet euch! nach seiner Wahrheit, seinem Rechte, Verdienste und Vergeltung gleich! 3. Wie Wachs beim Feuer rinnt, so schmelzen auch geschwind vor seiner Allmacht Flammen die Berge selbst zusammen. Verschweigt, ihr Himmel, nicht sein heiligstes Gericht; und zeugt der Heidenschaft von seiner Gottheit Kraft, die aus den Wolken bricht! 5. Es jauchze dir, Herr, Herr, dein Himmel! die Erde dank' und freue sich! des großen Weltmeers froh Getümmel und sein Bewohner preise 4. O schämet euch forthin; und brauchet Aug' und Sinn, die ihr mit Gözenprahlet, und ihnen Opfer zahlet! dich! Last alle Felder, laßt die Heer- Verehrt den höchsten Geist, der sich als den aufhüpfen: lasset jeden Hain und Gott erweist, und welchen immerdar jeden Baum voll Jauchzens werden, die demuthsvolle Schaar der Engel selbsten preis't. sein Lob ertönen, sein sich freun. 5. Bekehrt, bekehret euch, damit sich Zions Reich auch über eurer Neue und eurem Heil erfreue! Wenn Gott, der uns regiert, auch eure Herzen rührt, so stimmet mit uns ein, daß ihm doch ganz allein der Gottheit Ruhm gebührt. 6. Shr, die ihr ihn nur liebt, und ihn nicht gern betrübt, vermeidet alles Von der Vorsehung Gottes. - Erster Theil. Böse, damit er euch erlöse. Er nimmt der Seinen wahr, und schützt sie wunderbar. Verfolgt sie Satans Macht, so hält er treue Wacht, und zeucht sie aus Gefahr. 7. Erscheint sein Freudenlicht dem Frommen heute nicht, so scheinet es doch morgen, und endigt ihre Sorgen. So stärke seinen Muth in Gott, dent höchsten Gut, so danke federzeit dem Gott der Heiligkeit, wer seinen Willen thut. Aus dem 127. Pfalm. Mel. des 130. Psalms. 66. Nimmt Gott, dem wir vertrauen, nicht unsers Werks sich an, will er das Haus nicht bauen, vergebens bau'n wir dann! Will er die Stadt nicht schützen, er, groß durch Rath und Macht, was wird der Wächter nützen? Umsonst ist's, daß er wacht. 2. Ihr wachet spät und frühe, und est voll Traurigkeit das Brod der Sorg' und Mühe, und häuft euch Leid auf Leid. Was nützt der bange Kummer, da Gott dem, den er liebt, was er bedarf, im Schlummer, und unerwartet giebt. Mel. Ach, Herr. mich armen Günder. 67. B efiehl du deine Wege, und was dein Herze kränkt, der treuen Vaterpflege deß, der den 43 Weltkreis lenkt; er zeichnet Stern und Winden die abgemeine Bahn; sollt' er nicht Wege finden, wo dein Fuß wandeln kann? 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohlergehn, und dein Werk auf ihn bauen, soll es vor ihm besteh'n. Gott läßt durch Sorg' und Grämen und durch selbst etgne Pein sich keine Wohlthat nehmen, sie muß erbeten seyn. 3. Dein Aug', o Gott der Gnade, steht immer ungeschwächt, was gut sey oder schade dem sterblichen Geschlecht. Und was du dann erleſen, dein Rath für's beste hält, bringst du zum Stand und Wesen, wie es dir wohlgefällt. 4. An wunderbaren Wegen fehlt dir's, Allweiser! nicht: Dein Thun ist Gnad' und Segen, dein Gang ist Recht und Licht, und wenn du deinen Kindern ein Glück hast zugedacht, so kann dein Werk nichts hindern: du willst, es ist vollbracht. 5. Hoff', o bedrängte Seele! hoff' und sey unverzagt! Gott weiß es, was dich quäle, den Kummer, der dich nagt, er wird dich ihm entrücken, erwarte nur die Zeit, bis dich mit holden Blicken sein Angesicht erfreut. 6. Auf, wehre deinem Schmerze, der Sorgen bange Nacht verfinstre nicht dein Herze! Auf! brich der Schwermuth Macht! Bist du doch nicht Negente, der alles führen soll! Gott sitzt im Regimente, und führet alles wohl. 7. Drum, Seele, laß ihn walten, er ist ein weiser Fürst, er wird dich aufrecht halten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, nach seiner Weisheit Rath, das Werk hinausgeführet, das dich geängstet hat. 8. Und blieb der Trost auch lange, den du von ihm begehrt, und würde die oft bange, daß er dich nicht ge 44 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. hört: Er wird dir Hülfe senden, wenn| gesättigt werde. Thau, Negen, Sondu's am mind'sten gläubst, und all' dein Unglück wenden, so du ihm treu verbleibst. nenschein und Wind, die deiner Allmacht Diener sind, erzählen deine Güte. 9. Wohl endlich deiner Treue! du trägst den Sieg davon. Auf! daß dein Herz sich freue! schau' nur den reichen Lohn! Gott giebt dir ſelbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 10. D, ende, Herr, o, ende, hier alle unsre Noth, und reich uns deine Hande im Leben und im Tod. Stets laß uns deiner Pflege und Treu' empfohlen seyn; so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit,- 30. - 7. Es strömen, wenn dein Donner dräut, wenn Berg und Thal erzittern, Gesundheit, Stärkung, Fruchtbarkeit selbst aus den Ungewittern! Dann bricht die Sonne neu hervor, und aller Kreaturen Chor jauchzt und erfreut sich wieder. 6. Du rufft die Wolken über's Land, und tränkest mild die Erde: daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch 8. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben! Dort wirst du uns mit Seligkeit in des Himmels Heere sich auch wir, reichen Strömen laben. Dein freu'n o Gott, wir loben dich, und sind, wie fie, unsterblich. 9. Doch schwach ist, Vater, unser Dank, den wir dir kindlich bringen. Wir wollen unsern Lobgefang einst würdiger dir singen. Dir weih'n wir uns're Lebenszeit, und seh'n das Heil der Ewigkeit im Geiste schon von ferne. 68. obt Gott, der uns den Frühling schafft, Gott der den Erdkreis schmücket; der mit allmächtig reicher Kraft das, was er schafft, erquicket! Der Herr erschafft, der Herr erhält! er liebt und segnet seine Welt: Lobsinget ihm, Geschöpfe. 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht, lebt nun wieder! es strömet jeden neuen Tag ſein Segen 69. DE neu hernieder: der Wurm, der in dem Staube webt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlig ist verjüngt und beiter glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel, und gnädig schauet Gott herab, der allen Seyn und Leben gab, auf seiner Hände Werke. 4. Doch fühllos nur und unbeseelt sind Auen und Gefilde: auch hast du nicht die Thier' erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner sich, kennt, fühlet und empfindet dich, und hofft ein ewig Leben. 5. Lobsinget ihm! er ist uns nah'! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist allenthalben da! im Himmel, Erd' und Meere. Ich lob', o Gott, ich preiſe dich! Wo ich nur bin, bist du um mich, und bist mir Lieb' und Gnade. Der 73. Psalm, Mel. des 89. Psalms. urch so viel Schein gestärkt, kämpft Zweifel, wie ihr wollt; Gott ist doch Israel, doch reinen Herzen hold. Allein wie hatte nicht mein Herz mit sich zu streiten! Mein Gang war ungewiß, mein Fuß sing an zu gleiten. Ich hörte eifersvoll das Jauchzen stolzer Thoren, sah' Frevler mit Verdruß zum Glück allein geboren. Erster Theil. Von dem Menschen, seiner Natur 2c. 45 2. Des Todes ernster Blick, sein| Herrn auf Erden und seiner Vorsicht Schmerz erschreckt sie nie, in immer Gang und ihren Grund zu wissen. frischer Kraft des Wohlseyns blühen Umsonst! Mein Aug' sah' nichts in fie, von aller Mühe fret, worunter ihren Finsternissen. Menschen zagen, von Andrer Sorgen frei, und frei von ihren Plagen. Stolz ist des Halses Schmuck, den sie sich umgehangen, und Frevel ist das Kleid, darin sie festlich prangen. 3. Der Körper nimmt an Fett, der Geist an Kühnheit zu, schweift in Entwürfen aus, kennt weder Maaß noch Ruh'; droht, alles um sich her zu drücken, zu vernichten, und will auf And'rer Noth sich seine Höh' errichten und spricht von ihr herab, und will bewundert werden; dem Himmel troßt ihr Mund, die Zunge herrscht auf Erden. 7. Bis ich in's Heiligthum des Höchsten Lehrers ging, und da meinblödes Aug' ein göttlich Licht empfing. Da ließest du mich, Gott, der Frevler Ende sehen: ich sah im Schlüpfrigen den Fuß am Abgrund stehen, sah schnell sie hingestürzt, sie schnell von dir gerichtet, und schreckenvoll ihr End, und all' thr Glück zernichtet. Traums Betrug vertreibt, der Bett8. Wie das Erwachen bald des lern Schäßze schenkt, so wird ihr Glück zerstäubt. Vom Pöbel kurz vorher verehrt, gleich einem Gotte, dient dann des Frevlers Bild, Herr, deiner Stadt zum Spotte. Den Abweg sah ich jetzt, worauf ich schier gerathen, als Schmerz und Eifersucht mein Herz bestürmet hatten. 4. Der Pöbel sieht ihr Glück; sucht Theil an threr Ruh'; drängt ihnen, gleich dem Strom, der überläuft, sich zu. Sie sprechen sollte Gott herab auf Erden sehen; in seiner Höhe wohl er wissen, was geschehen? Seht diese Frevler an! Ihr Spott sind die Gesebe; doch blüh'n sie ruhig hier, und häufen Schäß' auf Schäße. 5. So hab' ich denn umsonst gesucht, im Herzen rein, im Wandel ohne Schuld der Tugend treu zu seyn! So ist des Kampfes Lohn, daß ich hier meine Tage in Angst verseufzen muß, in mehr als einer Plage! Gezüchtigt werd' ich stets, mir bringet jeder Morgen statt Lichtes Finsterniß, statt Trostes neue Sorgen! 6. Schweig, schweig, empörtes Herz! fall' nicht den Frevlern zu! Denn schlösfest du, wie sie; wie treulos würdest du an aller Heil'gen Schaar, an Gottes Kindern werden? Und gleichwohl sann ich nach, den Weg des Namen preisen! - 9. Doch hatte der Verdruß fast die Vernunft verdrängt; ich war ein Vieh vor dir, das nur am Anschein hängt! Nun bleib' ich stets bei dir! du faffest meine Hände, führst mich nach deinem Rath zu der Verklärten Ende! Was würde ohne dich mir selbst der Himmel werden? Nichts, nichts gelüftet mich, Gott, außer dir, auf Erden! 10. Verschmachteten auch, Herr, mein Fleisch, mein Herz vor Leid; doch bleibst du hier mein Fels, mein Theil in Ewigkeit! Die treulos von dir fliehn, nach andern Göttern sehen, den falschen Buhlern gleich, wie werden sie vergehen! Zu dir halt' ich mich, Gott, das soll mein bestes heißen, nur dir will ich vertrau'n, und deinen 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Vater, riefst mich aus dem Nichts zum frohen Anschau'n deines Lichts. ist mein 70. Dein bin ich, Gott, dein Wie zu verdantröstlich ist mein Ursprung mir! Du ken, Herr, der du mich bereitet hast! haft den Odem mir gegeben, mein Als mich die ersten finstern Schranganzes Wesen kommt von dir. Du, 1 ten des ersten Daseyns noch umfaßt; 46 Erster Theil. Von dem Menschen, da war deln Auge über mir, da lebt'| zer Leib, erbau't von dir, sammt einem ich, Höchster, nur in dir. jeden Sinn an mir, beweiset deine Größe. 2. Haupt, Aug' und Ohr, und 133 3. Du gabst mir die vernünft'ge Seele, die nur so lang' im Fleische lebt, bis fehle, de daß ihr kein Wohlseyn Mund und Hand, die ich zu dir erhebe; Ruf zum höhern Geist erhebt. Du hast mir Sinnen und Verstand, Begierd und Wollen zugewandt. 4. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so tunstvoll ausgebild't, so wird, o Vater in der Höhe! mein Herz mit Ehrfurcht ganz erfüllt. Ein jedes Glied, ein jeder Sinn reißt mich zu deinem Lobe hin. 5. Durch deiner Vorsicht gnädig's Walten, die mich von Kindheit an umfing, bin ich bis hierher noch erhalten, so daß der Tod vorüber ging. Ich stehe noch und preise dich. Herr, deine Rechte schüßzet mich. 6. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan. Beschämt empfindet mein Gemüthe die Schuld, die ich nicht läugnen kann. Ich habe, was mich sehr erschreckt, vielfältig Leib und Seel' befleckt. 7. Sa, Herr, ich habe meine Glieder zu Sündengliedern oft gemacht. Vor dir fall ich in Demuth nieder; vergieb, was ich nicht recht bedacht! Verwirf mich, Vater, nicht vor dir! Schaff selbst ein reines Herz in mir. 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und redlich thu, was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit; daß ich bis in den Tod dir treu, und stets ein Freund der Tugend sey. 9. Fällt dieses Leibes Hütte nicder; vollend' ich dieses Lebens Lauf, o Gott, so richte du mich wieder verHerrlicht aus dem Staube auf. Dein ew'ges Leben sey mein Theil, so preis ich ewig dich, mein Heil! Mel. Allein Gott in der Höh'.- 15. 71. Dir, Gott, fey Preis und rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer, mein Erhalter! Mein gandie Haut, so künstlich ausgespannt, der Nerven fein Gewebe und alle Glieder sagen mir, ich sey, o Gott, ein Werk von dir, ein Werk von deiner Weisheit. 3. Wie biegsam, wie gelenkvoll schließt, den Thoren zu verdammen, der's läugnet, daß ein Schöpfer ist, sich Glied an Glied zusammen! Wie willig, Herr, gehorchen sie, wenn meine Seele spät und früh des Leibes Dienst verlanget. 4. Ach, hättest du mein Auge nicht so meisterlich bereitet: was nüßte mir der Sonnen Licht, ihr Glanz, vor mir verbreitet? Dann säh' ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht, was du erschaffen, schmückest. 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören, und empfinden, und reden. Beten will ich an, Gott sehen und empfinden. Mein Mund sey voll von deinem Dank! Mein Herz vernimm den Lobgesang der ganzen weiten Schöpfung. 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung' und schwellt' sie auf, damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag', Herz! Entflamme mich, o Blut! daß ich den Höchsten preise. 7. D, pries' ich, Höchster, immer dich, wenn ich die Sinne brauche, geh', lieg' und ausruh', oder mich bewege, athme, hauche! Gieb, daß ich ewig dein mich freu'! und daß mein Leib ein Tempel sey, worin dein Geist stets wohne. 72. G ott werde stets von dir erhoben, du, deines Schöpfers seiner Natur und Bestimmung. Bild, mein Geist! Sollt' ich nicht FFF seyn. meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preift? Er schuf mich ja, sein Bild zu seyn, ihn einst zu schau'n, mich sein zu freu'n. 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu ſeinem Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt; und mir, dem Thone seiner Hand, giebt er Empfindung und Verstand. 3. Anmuthig, prächtig zum Entzücken, ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sey, verstehn. 47 erwägen, mit welcher Güte du mich liebst! Möcht' ich mit allen Kräften dein, dein mit Verstand und Willen Mel. Wer nur den lieben Gott. 73. Was ist vor deinem Angesichte der Mensch, Gott, daß du sein gedenkst, und einen Strahl von deinem Lichte auf ihn, den Staub, hernieder senkst! Was ist er, wär' er noch so groß? Ein bald zerfallner Erdenklos. 2. Du sabest an den Menschenkine dern den schweren Fall schon vor der Zeit; und dennoch hast du diesen Sündern aus göttlicher Barmherzigkeit unzählig viel zu gut gethan, ja 4. Für Geister nur und nur für mehr, als semand fassen kann. Seelen, die zu den Geistern Gott 3. Du hast den Leib, obschon aus erhob, sind sie so herrlich! Sie erzäh- Erde, doch wunderbar und schön gelen nur ihnen meines Schöpfers Lob. bau't, daß er der Seele würdig werde, O Seele, jauchze, daß der Ruf der ihm Sprach' und Sinnen anvertraut. Allmacht dich zum Geiste schuf. Du hast ihn selbst zum Herrn der Welt, dem alles dienen soll, bestellt. 5. Gott, ich kann denken! Ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne, Gedanken tausendfacher Art; groß, mannigfaltig ist ihr Heer, und doch wird ihrer täglich mehr. 6. Ich kann sie sammeln und verbinden, und trennen, wie es mir gefällt; die Welt empfinden, mich empfinden, weit unterschieden von der Welt! Zu tausend Thaten hab' ich Kraft; wer giebt sie? Gott, der alles schafft. 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reu't. Doch, das ist, Vater, meine Schuld, vergieb sie mir nach deiner Huld. 8. Wie wundervoll ist das Vermögen, Gott, das du meinem Willen giebst. O, möcht' ich es doch stets 9. Gott, meine Lust sey, dich zu kennen, dich Urquell der Vollkommenheit; von deiner Liebe ganz_zu brennen, das sey mir Ruhm und Seligkeit. Bin ich vereinigt, Herr, mit dir, was brauch' ich noch? was fehLet mir in der lig 4. Du hast ihm noch viel mehr geschenket, du gabest ihm zum bessern Theil die Seele, welche will und denket, und ihr hast du ein ew'ges Heil, noch ehe sie nach dir gefragt, in deinem Worte zugesagt. 5. Drum laß es mich stets wohl bedenken, was du, o Gott, an mir gethan; dir Leib und Seele wieder schenken, da ich dir sonst nichts schenten kann, damit sie beide nach der Zeit dich preisen in der Ewigkeit. 6. Und nimm indeß sie alle beide, Allmächtiger, in deinen Schutz: so bieten wir in allem Leide, mit dir auch Welt und Satan Truß. Wenn wir in deiner Gnade stehn, so muß es uns stets wohlergehn. 7. Doch wenn erhöhet von der Erden, im Himmel, deiner ew'gen Stadt, dich Leib und Seele schauen 48 Erster Theil. werden, von deinem Licht stets froh Mel. Nun danfet alle Gott.- 9. und fatt; ſo sollen sie auch beide bich 75, Allmächtig großer Gott! rühmen Der 8. Psalm.ee Wer g'nug erheben? Du gabst der ganzen Welt ihr Daseyn, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd' Mel. Erhabner Gott, was reicht. 16. 74. wie voll deine ist deiner Ehren, was und lebt und webt in allen Land Meeren. Es reichen selbst die Himmel nicht so weit und nicht so hoch, als deine Herrlichkeit. Von dem Menschen, 2. Der Säugling muß schon deine Fürsicht preifen. Ein schwaches Kind fann deine Kraft erweisen. Sein zarter Mund bezähmt den frechsten Feind, der deine Macht noch troßet und verneint. 3. Ich seh' erstaunt die Größe deiner Werke, die ich zur Nacht am Himmelsbau bemerke, wo du des Mond's und aller Sterne Licht sammt ihrem Lauf so weislich eingericht't. 4. Was ist der Mensch, daß du noch fein gedenkest; daß du ihn suchst und als dein Kind beschenkest; daß er so theu'r in deinen Augen ist, und daß du selbst sein wahrer Vater bist. 5. Wie heilig ist der Schmuck, der ihn bekrönet! Wie hoch die Macht, womit du ihn belehnet! vermißt er gleich für eine kurze Zeit auf dieser Welt der Engel Herrlichkeit. 6. Du schaffest nichts, das ihm nicht dienstbar werde. Er ist dein Bild und König auf der Erde. Und was ihr Schoos nur immer zeugt und trägt, das hast du, Herr, ihm untern Fuß gelegt. 7. Das zahme Vich in Triften und in Feldern, das freie Wild, das in Gesträuch und Wäldern durch Thäler irrt, und auf Gebirgen flimmt, ist alles ihm zum Eigenthum bestimmt. 8. Der Vögel Schaar, der Sänger Chor in Lüften, der Fische Heer in Fluß- und Wasserklüften und was sich nur im Meere nähren kann, ist insgesammt den Menschen unterthan. 9. O unser Gott! Beherrscher aller Machten, wie herrlich ist dein Name doch zu achten! Wie heiliglich wird deine Majestät so weit verehrt, als Erd' und Himmel geht. gebaut, die jetzt noch alles trägt. 2. Du schufst, ich dank' es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wolltest, Gütigster, daß ich dein Bildniß wäre, drum hast du auch den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich seyn, ist unser größtes Glück. O, wohl mir, wenn ich's bin! Hilf mir zu diesem Glück. 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben. Mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun, sey dies, o Gott, allein, daß ich auch so, wie du, gefinnet möge seyn! 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrheit lieben, und mit stets munterm Fleiß in alle dem mich üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, die dich ehrt, und allem Beifall giebt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüfte zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun, und dem, der's üben will, auch gern behülflich seyn. 7. Gieb, daß ich so, wie du, ein Freund der Menschen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächsten gern erspart, dem Nächsten gern versüßt, und wo er helfen kann, zum Helfen willig ist. 8. Wie weit bin ich noch fern, o Gott, von diesem Ziele! Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich felber fühle, wie wenig ich dir noch seiner Natur und Bestimmung. im bin. bilde du Mel. Es ist das Heil uns kommen. 6. mich ganz nach dir und deinem Sinn. Mie wichtig ist doch der 77. ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt seyn, und mich ohn' Unterlaß, Gott, deiner Güte freun! den uns Herr gegeben; Gott, als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid, noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe. 59. 76. I genthum. ch bin, o Gott, dein EiDu schufft mich, dein zu seyn; mein ganzes Leben dir zum Ruhm und deinem Dienst zu weihn. 1 2. Du gabst mir den vernünft'gen Geist, bewundernd einzusehn, wie dich, Herr! deine Schöpfung preis't, mit ihr dich zu erhöh'n. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit. Zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühllos seyn? Ich rühmte dich, Herr, nicht? Herold deines Ruhms zu seyn, bleibt meine größte Pflicht. 6. Wer dich verehrt, bält dein Gebot. Shm ist's nicht Last, nicht Pein. Drum gieb auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu seyn. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut. Du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn, und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 49 - 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier. Laß mich dies nie vergessen! Wie viel an Zeit, Herr, hast du mir zur Wohlfahrt zugemessen? Nur weEinnig Zeit. Ist die vollbracht, so wird der Erde Gut und Pracht auf ewig mir vergehen. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr! laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben seyn. 2. Nicht hier ist unser Vaterland: allein bei dir, Gott, droben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein traurig Ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. O, laß mir doch dies große Ziel durch nichts verrücket werden! was hilft's, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn', wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmelreich zu erben? 5. O, mache dieser Vflicht mich treu, 5. Drum laß des Himmels Herrso treu, Herr, als ich soll. Meinlichkeit mich stets vor Augen haben. Herz, mein Mund, mein Wandel sey stets deiner Ehre voll. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene beff'ren Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemüh'n, damit ich nicht einst darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Bater! liebt, und deines Sohns sich freuet; das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz das wird allein sich ewig deiner Güte freu'n und einst dein Antlig schauen. 7. Und solch ein Herz das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich könne auch schon hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig sind; bis ich als dein bewährtes Kind zu deiner Freude gehe! 4 50 qurmdn@ 6) Vom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens. Mel. Auf meinen lieben Gott. 78. D u, der kein Böses thut, du schusst den Menschen gut. Du, Höchster, gabst ihm Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, stets recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden, vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster, sieht auf alle Menschenkinder, und sie sind alle Sünder. Da ist vor dir, Herr, keiner unschuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist aller Sinn. Die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur was dein Wille wollte mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu üben. 5. Fleisch sind wir von Natur. Uns rühren, leider! nur die Güter dieser Erden, die nie vollkommen werden, mehr als die höhern Gaben, die uns auf ewig laben. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang. Des bösen Herzens Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe. Und können wir auch zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. O Herr, was uns gebricht, laß in der Wahrheit Licht so heilsam uns erkennen, daß wir von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Bess'rung nachzujagen. 8. Wohl dem, der sie gewinnt. Gott, so verderbt wir sind, so willst du uns doch heilen, und Kräfte uns ertheilen, schon wiederum auf Erden dir gleichgesinnt zu werden. 9. Herr, diese deine Huld laß uns durch unsre Schuld nicht freventlich verscherzen. Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. Mel. des 38. Psalms. 79. J esu, Arzt todtkranker Seelen! Will's uns fehlen an Erkenntniß eigner Noth, so daß wir die Last der Sünden nicht empfinden, ruhig bei dem nähen Tod: 2. Ach, so gieb Gefühl von innen, mach' die Sinnen lebendig und aufs geweckt; bis die gräuelvolle Höhle unsrer Seele sich bei deinem Licht entdeckt. 3. Unsrer Sünden Meng' und Größe, unsre Blöße, zeiget dein Geset uns an; so daß wir nach dir uns sehnen, und mit Thränen zu dir, Arzt der Seele, nah'n. 4. Dein Geseß spricht: heilge Triebe, eine Liebe, welcher nichts an Stärke gleich, widmet Gott dem Allerhöchsten, euren Nächsten sollt ihr lieben, so wie euch. 5. Aber, ach! wer kann verhehlen? Hier will's fehlen, ach, das Herz ist Hasses voll, und wie die Erfahrung zeiget, abgeneiget von dem, was es lieben soll. 6. Jesu, ach, ach trag' Erbarmen mit uns Armen, Seelen- Arzt, der beilen kann. Zünde bei uns allzusammen reine Flammen deiner Lieb' im Herzen an. Erster Theil. Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. Mel. Jesu, Arzt todtkranker.- 79. 80. ! was bin ich, mein Erretter und Vertreter, bei dem unsichtbaren Licht! Sieh, ich lieg' in meinem Blute, ja das Gute, so ich will, das thu' ich nicht. 2. Ach! was bin ich, mein Erlöser! täglich böser find' ich meiner Seelen Stand! Drum, mein Helfer, nicht verweile, Jesu eile, komm und reiche mir die Hand. 1 5. Zuflucht der betrübten Herzen! Angst und Schmerzen setzen meiner Seele zu. Sieh, wie mich die Sünden quälen, Arzt der Seelen, schaffe meinem Herzen Nuh'. 3. Von Geburt bin ich ein Sünder und nicht minder sträflich durch gehäufte Schuld. Doch ich kenne dein Erbarmen, hilf mir Armen, groß ist deine Gnad' und Huld. 4. Ach! wann wirst du mich erhe- druck ben zu dem Leben, das erst recht ein Leben ist! Demuth kann dich bald bewegen, daß dein Segen sich zu meinem Heil ergießt. 6. Herr, errette mich vom Fluche, sieh, ich suche dich von nun an demuthsvoll. Sprich zu mir, daß ich im Sterben nicht verderben, sondern ewig leben soll. Mel. Zeuch mich, zeuch mich. 81. S H 51 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden von der angeerbten Noth! Heile meiner Seele Schaden durch des Mittlers Kreuzestod! Tilge alle meine Sünden! Laß mich vor dir Gnade finden! err! du kennest mein 4. Deinen Willen hier auf Erden zu vollbringen wird mir schwer. Soll ich dazu füchtig werden, mußt du selbst von oben her mir dazu die Kraft verleihen, und mein sündhaft Herz erneuen. 5. Schaffe denn ein reines Herze, Herr, durch deinen Geist in mir, daß ich nicht mein Heil verscherze. Laß widerstehen, und auf deine der sündlichen Begier mich mit NachHülfe sehen. 6. Unter Wachen, Beten, Ringen, hilf mir selbst mein Fleisch und Blut unter deinen Willen zwingen; denn dein Wille, Gott, ist gut. Was nicht kann dein Reich ererben, laß schon hier an mir ersterben. 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben beigelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn die Sünd' in mir sich regt. Hilf mir selber muthig kämpfen, alle böse Lüste dämpfen. 8. Sollt ich etwa unterliegen, 0 so bilf mir wieder auf! Laß in deiner Kraft mich siegen, daß ich meinen Lebenslauf unter deinen treuen Händen gut und selig möge enden. Verderben. Ach! es regt in meiner Mel. Alle Menschen müssen sterben. Brust, wie bei allen Adamserben 82. Großer Gott! Erhab'nes sich noch immer böse Lust, die mein Herz, Herr, von dir neiget, und Wesen, das, voll segnender Begier, Menschen sich zum Dienst erlesen! viel böse Thaten zeuget. ach! was ist der Mensch vor dir? 2. Wie verderbt sind meine Wege! Wie verkehrt mein eigner Sinn! Ich empfind' es, Gott, wie träge ich dir zu bin. Wenn ich deine Größ' erwäge, und vom Hang zum Bösen mich doch wiederum erlösen? was ich bin, überlege: O wie 4* 52 Erster Theil. Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. du aus Gnaden der Seele tiefen Schaden. 2. Des bösen Herzens Grund wird oft durch Thaten kund, die mich vor dir verklagen, und mein Gewissen nagen. Herr, willst du sie bestrafen, wer wird mir Rettung schaffen? dürftig und wie klein muß ich mir nicht selber seyn? Insatianism 2. Fluch und Elend, Tod und Sünde drücken, leider! mein Gemüth; machen mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Tausend Mängel, tausend Flecken schänden mich zu meinem Schrecken, und in der verderbten Brust regt sich täglich böse Lust. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vaterhand. D, wie manche gute Gabe hast du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zurück, was dein, ach, was würd' mir übrig seyn? 4. Doch die Menge deiner Gaben klagt nur meinen Undank an; weil ich sie oft ganz vergraben, oft damit nur groß gethan; oft voll Leichtsinn sie verschwendet, und zu Sünden angewendet. D, wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg' ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt; doch mein demuthsvoller Glaube, der auf meinen Heiland blickt, hofft auf deine Vatergüte, und mein tief beschämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder deiner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach! erhalte selbst die Triebe treuer Dankbarkeit in mir. Bater! laß das 84. schwache Lallen meines Lobes dir gefallen. Bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit! Herr! ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Deinen Willen thun und leiden, sey der Gipfel meiner Freuden, Gott und Herr der ganzen Welt, thu' mit mir, was dir gefällt. Mel. Auf meinen lieben Gott. 78. 83. Mein Gott, bir ist be wußt die inn're böse Luft, die Quelle meiner Sünden, die Menschen nicht ergründen. O heile - 3. Ich habe wider dich, den Nächsten und auch mich vielfältig, Herr, gehandelt; ich bin den Weg gewandelt, der Menschen von dir wendet, und sich mit Schrecken endet. 4. Ein jegliches Gebot zeugt wider mich und droht, weil ich, dies schlägt mich nieder, nur gar zu oft dawider gedacht, gethan, gesprochen, und deinen Bund gebrochen. 5. Verwirf mich nicht von dir. Hilf, Herr, erbarmend mir! Erneure meine Seele, daß sie nur Gutes wähle. Wer kann mich sonst vom Bösen, als du, o Herr, erlösen? 6. Drückt mich der Sünde Joch gleich mächtig, so bleibt doch weit mächt'ger deine Gnade. Wie groß auch nur mein Schade, so kannst du ihn doch heilen, und Leben mir ertheilen. 7. Hat sonst des Fleisches Macht in mir ihr Werk vollbracht: so gieb mir Lust und Stärke, daß ich nur gute Werke beschließe und vollbringe, und ewig dir lobsinge. Pfalm 51, ie Quell', woraus der Mensch ursprünglich ist, der ew'gen Gottheit Kraft und heil'ger Wille, die Allgenugsamkeit und Gottesfülle, die immerfort mit reinen Strömen fließt, die anders nichts, als was sehr gut, gemacht, Erster Theil. Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. 1 hat auch den Menschen gar nicht bös' erschaffen; nein, ihn zu Gottes Bild hervorgebracht. Wie könnte sonst der Herr das Böse strafen? 2. Gerechtigkeit und wahre Heiligkeit, das war die Zter von Gottes Ebenbilde, der schöne Glanz, womit 53 3. Da wall' ich hin, da wartet mein das Anschau'n Gottes, oder Pein. Ach Gott, mein Heil und mein Vertraun, laß mich dein selig Antlig schau'n. 4. Wir sind nur wie ein Schlaf vor dir, wie Gras, so blühn und welken wir: das machet unsre Missethat, die deinen Zorn entzündet hat. er gut und milde die Seele der die er sich geweiht. Es Mensch im Licht den Schöpfer sehn, das ganze Herz in Liebe zu ihm neigen, mit ihm vereint in ew'ger Wonne stehn, und so an sich den Ruhm der Gottheit zeigen. 3. Ach! aber ach! ein unglücksel'ger Fall, durch Satans List und Bosheit angerichtet, hat gar zu bald dies große Gut zernichtet, und Sünd' und Tod Herrscht jetzt und überall. Es ist das Gift der Wurzel zugeflößt: Drum 86. W kann der Stamm mit allen seinen Zweigen, nun ganz verderbt, von inn'rer Kraft entblößt, auch weiter nichts als bitt're Früchte zeigen. 4. Wo find' ich Heil? Hier ist kein Gutes mehr. Denn ich vermag mit allen meinem Dichten jetzt von Natur nur Böses auszurichten, bin unbequem zu meines Schöpfers Ehr'. Ach hilf, mein Gott und mach' mich wieder neu, durch deinen Geist, durch Licht und Kraft von oben: daß ich mit deinem Bild gezieret sey, und dich, o Lebensquell, mög' ewig loben. - 5. Ich zittre, Herr, und mein Gebein durchängstigt bein gewaltig Dräu'n! Denn denkst du in's Gericht zu gehn, wer kann, wer kann vor dir bestehn? 13. 6. Ach zürne nicht auf deinen Knecht, und Gnade, Gnad' ergeh' für Recht! Versöhner, Gottes Sohn, mein Heil, sey meine Zuflucht, sey mein Theil. 7. Auf daß ich klug sey, lehre mich der Tod, daß ich nichts fürcht, als dich. Dann leb' und sterb' ich dir allein; im Leben, Gott, im Tode dein. 12098 23 We Aus dem 90. Psalm. Mel. Der Spötter Strom reißt. 85. Wags verfließt Mie ein Geschwäß die des Zeit, die mir geliehen ist. So rauscht vorbei ein schneller Bach, und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach durchlebter Zeit: 4. Du kommst, Weltrichter, Gottes ich, wenn sie kömmt, sey was ich sey, Sohn! Bald kommst du und mit dir ein Sünder, oder Gott getreu.dein Lohn. Ach! gieb, daß ich mich te fleucht dahin der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Ewigkeit: wer denkt doch wohl an jene Stund' von Herzensgrund? Kaum spricht davon der träge Mund. 2. Das Leben ist ein eitler Traum; so nichtig, als ein Wasserschaum, der, wenn er sich jetzt stolz erhöht, gar nicht besteht, und eh' man es noch denkt, vergeht. 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir das, was du bist, ich traue dir; und fallen Berg und Hügel hin, so bleibt mein Sinn getrost, wenn ich bei Jesu bin.. 54 Erster Theil. Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. jeden Tag bereiten mag auf jenen| mein! das soll allein mein Trost im letzten Glockenschlag in niveTod und Leben seyn. 5. Was hilft die Welt in jener Noth, Luft, Ehre, Neichthum in dem Tod? O Mensch! das alles merkest du, sieh' dann wohl zu, sonst kommst du nicht zur wahren Nuh'. 6. Weg, Eitelkeit! der Thoren Spiel! Das höchste Glück sey stets mein Ziel! Was ewig bleibet, finden wir gewiß nicht hier, wir finden's, Jesu, nur bei dir. 7. Damit ich dich verklärt einsta seh', und froh vor deinem Throne steb', so lehre du, mein Heiland, mich YOU Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48, und gieb, daß ich nichts so begierig 88. Die Herrlichkeit der Erden als 1 Mel. Wie fleucht dahin der. 86. 87. ott hab' ich alles heimgestellt. Er thue, was ihm wohlgefällt, zum Tod und Leben gleich bereit, wie er gebeut, vertrau' ich seiner Gütigkeit. 2. Auch meine Zeit kommt, wenn Gott will, ich warte d'rauf und bleibe still. Gut ist mir, was sein Nath erwählt, der nimmer fehlt. Er hat auch meine Haar' gezählt. 3. Was ist die Welt? ein Jammerthal. Es wartet auf uns überall in unsrer kurzen Lebenszeit manch Herzeleid. Der Mensch lebt immer dar im Streit. 4. Zuletzt ruft dann doch Gott dem Tod. Er kommt und endigt unsre Noth. Sink' du, o müder Leib, hinab, in's stille Grab, dort wischt mir Gott die Thränen ab. 5. Wenn mich die Sünde schon ansicht, o so verzag' ich dennoch nicht; es gab ja mein getreuer Gott bei meiner Noth den Sohn selbst für mich in den Tod. 8. Der schon in dieser Prüfungszeit so oft mein schmachtend Herz erfreut, gönnt meinem Leib auch einen Blick, und ruft zum Glück, zum Leben meinen Leib zurück. 6. Heil mir! daß mein Herr Jesu Christ für meine Schuld gestorben ist; nun lebt und herrscht er mir zu gut; der Höllen Glut löscht sein vergoßnes theures Blut. 9. Ich werde dann von Angesicht Gott schau'n in jenem sel'gen Licht. Welch unaussprechlich große Freud' ist mir bereit't! Gott sey gedankt in Ewigkeit. 7. Dem sterb' und leb' ich allezeit, von dem mich auch der Tod nicht scheid't. D, sein bin ich, und er ist - werden und nichts bleibt ewig stehn! das, was uns hier ergößet, was man für ewig schäßet, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so tropig machen, als Tand und Eitelkeit? Was ist der Menschen Leben? Stets mit Gefahr umgeben, währt es nur eine kurze Zeit. 3. Was hilft uns unser Wissen? Wird's, wenn wir sterben müssen, ein großer Vorzug seyn? Was hilft uns Macht und Ehre, so glänzend sie auch wäre? Kann sie uns wohl alsdann erfreun? 4. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh' gewinnen; was unser Fleiß erwirbt? Kann wohl, was wir besitzen, uns vor dem Tode schüßzen, und stirbt nicht alles, wenn man stirbt? 5. Was sind die Lebensfreuden? Wie bald folgt Angst und Leiden und Reu' auf den Genuß? Was ist's, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr' erlangen, die nicht zuletzt verschwinden muß? 6. Was sind selbst alle Thronen? Giebt es wohl ird'sche Kronen, die unverwelklich blühn? Kann vor des Grabes Schrecken der Purpur dich bedecken? die Krone dich dem Tod entziehn? 7. Wie, wenn die Sonn' aufgehet, die Rose blühend stehet in ihrer schönsten Zier, und doch verwelkt sich Erster Theil.- Von der beuget, eb' sich der Abend neiget; so blühen und verwelken wir. 8. Froh wachsen wir auf Erden, und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch in den schönsten Tagen, noch eh' wir Früchte tragen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 9. Wir rechnen Jahr' auf Jahre, inzwischen wird die Bahre vor unser Mel. Jesu, meine Freude. 7) Von der Erlösung der Menschen und dem Erlöser überhaupt. 89. W ort aus Gottes Erlösung der Menschen 2c. 55 Haus gebracht. Man scheidet von den Seinen, die hülflos uns beweinen, und uns bedeckt des Grabes Nacht. 3. Alles ist vollendet, Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus, der sein Leben wollte für uns geben, stellt sich wirklich dar, ja er hat des Höchsten Nath ganz vollbracht, und lebt in Ehre; ach erwünschte Lehre! 10. Dies laßt uns wohl bedenken, und uns zum Himmel lenken, weil er uns offen steht. Wer dahin will gelangen, darf an der Welt nicht hangen, da sie mit ihrer Lust vergeht. 4. Da uns Strafen drohten; was für frohe Boten! troßtreich ist ihr Munde! Wort vom FriedensBunde! Evangelium! Bald, da wir gefallen, ließ dich Gott erschallen! du bist unser Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben schafft! gute Botschaft, uns zum Leben von Gott selbst gegeben! 2. dein vor der Zeit uns allen, Gott, bestimmet bat: 90. Durch Adams Fall ist was sonst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Nath. Daß dein Eid dich nicht gereu't, zeigst du nun; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. erst verderbt der Menschen Thun und Wesen. Dies Gift ist auf uns fortgeerbt. Wir wären nie genesen; wär' Jesu Heil nicht unser Theil. Denn wie so tiefe Wunden! Ach, Mund, licbreich ihre Füße, ihre Lehren süße. Welch ein theurer Bund! Gottes Huld trägt unsre Schuld, und wer ihn mit Glauben ehret, wird von ihm erhöret. 5. Auf! und wehrt den Schmerzen! kommt, ihr, deren Herzen das Gesetz zerschlug; kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Tod versöhnt euch Gott; Gott, der euch als Vater liebet, und die Schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen, und in ihm mich freun. Ihm will ich nur leben, ihm mich ganz ergeben, ewig treu ihm seyn. So werd' ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben und den Himmel erben. 56 Erster Theil.- Von der jeder hat in Adams That des Satans Neid empfunden. 2. Seit Satan ihn dahin gebracht, daß er frech abgefallen; so herrschet mit tyrann'scher Macht die Sünde in uns allen. Uns drückt der Tod. In solcher Noth beschloß Gott, uns zu geben den eignen Sohn zum Gnadenthron, damit wir möchten leben. 3. uns Schuld in Adam alle nieder; so bringt uns eine fremde Huld in Christo alle wieder. Und wie wir all' in Adams Fall des ew'gen Todes starben, so rettet Gott durch Christi Tod, die sonder ihn verdarben. Erlösung der Menschen 8. Du wollest, Herr, von meinem men; so weiß ich, läßt dein theurer Mund dein heil'ges Wort nicht nehBund mich, Sünder, nicht beschämen. Der Sünden Schuld deckt deine Huld! vertraut, auf sie fest baut, der wird nur ihr will ich vertrauen. Wer ihr den Tod nicht schauen. 9. Mir zeigt schon jetzt dein heil'ges Wort den Himmel aus der Ferne, denn dies Licht führt zu Christo fort, dem hellen Morgensterne. Bricht der nun an, ſo faſſet man alsdann die fremde die Geist auch uns verheißt, so wir nur Glauben haben. 4. Gott hat uns seinen Sohn geschenkt, da wir noch Feinde waren, der ist für uns ans Kreuz gehenkt, erstanden, aufgefahren. Tod und Gericht trifft uns nun nicht, so wir ihm nur vertrauen. Fest steht dies Wort! Wem mag hinfort noch vor dem Tode grauen! 5. Er ist das Licht, der Weg, die Pfort', die Wahrheit und das Leben, des Vaters Kraft, sein ew'ges Wort, zum Heiland uns gegeben. Dem Feind zum Truß umgiebt sein Schuß uns alle, die wir glauben. Er ist der Hirt, die Seinen wird aus seiner Hand nichts rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, und wird zulegt zum Spotte, der solchen Trost bei Menschen sucht, und nicht bei seinem Gotte. Denn wer sich will ein andres Ziel ohn' diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Feind's Gewalt und arge List erschrecken. 7. Wer hofft in Gott, und dem vertraut, kann nie zu Schanden werden. Wohl, wer auf diesen Felsen baut, trifft ihn schon hier auf Erden viel Angst und Müh'; hab' ich doch nie den Menschen sehen fal len, der sich nur fest auf Gott verläßt. Gott hilft den Seinen allen. Mel. Freu' dich sehr, o meine. 29. 91. Ew'ge Liebe, mein Gemütbe - waget einen fühnen Blick in den Abgrund deiner Güte; send' ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsterniß zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe! daß du dich erbarmet hast, und aus freiem edlen Triebe den allweisen Rath gefaßt, der verdammnißwerthen Welt durch ein theures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben Gnad' und Freiheit zu erwerben. 3. O, ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit! welcher und Hülfe beut. Liebe, die des Sohns uns hülflosen Armen Gnade, Trost nicht schont, der in ihrem Schooße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, daß sich jeder darin übe, der am Segen Antheil nimmt; wer nur an den Mittfer gläubt, und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Da du keinen zum Verderben ohne Grund verbannet hast, tragen Sünder, wenn sie sterben, ihrer eignen Bosheit Last. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, der hat Fluch und Tod zum Lohn, sein muthwillig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und Leben. und dem Erlöser überhaupt.( 3 6. Ewig sey mit Dank besungen, was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen heil'gen Rath, den der Glaub' in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört; wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu seyn. Nichte selbst mein ganzes Leben so nach oeinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugniß dienen möge: ich sey auf dem rechten Wege. 8. Laß mich hier schon mit Ver. trauen meinem Heil entgegen sehn; alsdann werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn; keine Creatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen können, noch von deiner Liebe trennen. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt: Es sind die offnen Liebesarmen, des, der sich zu dem Sünder neigt; er geht nicht mit und will den Tod des Sünders nicht. un 57 zen schau'n; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen seyn! deßwegen kam sein Sohn auf Erden, und nahm den Himmel siegreich ein. Nun ruft sein Wort und Geist uns zu: Kommt her zu mir, bei mir ist Ruh'. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 92. Ich gefunden, den meine Hoffnung ewig hält! Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt: Ein Grund, der unbeMel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. weglich steht, wenn Erd' und Himmel 93. Nun, Christen, laßt uns 4. O Abgrund, welcher unsre Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden, da findet kein Verdammen statt; weil Christi Blut beständig schref't: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertrau'n, und wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Her6. Wird alles andre mir entrissen, was Leib und Seel' erquicken kann; muß ich des Lebens Freuden missen, und nimmt kein Freund sich meiner an; scheint die Errettung noch so weit, mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Ich kann in meinen besten Werfen, wenn ich noch so behutsam bin, gar manchen, manchen Fehler merken; o, wie fällt aller Ruhm dahin! doch bleibt mir noch der Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist: Er wird gewiß sein Wort erfüllen. Er, der die Seinen nicht vergißt; sie währet ja in Ewigkeit, die göttliche Barmherzigkeit. 9. Auf diesen Grund will ich stets bauen, so lang' ich hier auf Erden bin; der Gnade Gottes will ich trauen, ich einst nach dieser Zeit: O Abgrund der Barmherzigkeit. - Dank und Ehre bringen, von Herzen seines Heils uns freun, mit Lieb' und Lust ihm singen. Wer faßt die große Wunderthat; was Gott an uns gewendet hat, wie theu'r er uns erworben. 2. Vom Teufel hart verstrickt war ich todt, elend und verloren. Stets quälte meine Sünde mich; verderbt war ich geboren. Ich sank auch immer tiefer brein, that niemals Gutes, war allein von Sünde ganz beseffen. 3. Gott jammerte von Ewigkeit der Barmherzigkeit, mir wollt' er helfen lassen! zu mir wandt' er sein Vaterherz, zu heilen meiner Wunden Schmerz; ließ er's sein Bestes kosten. 4. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit kommt, zu erbarmen! Eil', meines Herzens werthe Kron'! sey du das Heil der Armen! Hilf ihnen aus der tiefen Noth! für sie entwaffne du den Tod, und laß sie mit dir leben. 58 Erster Theil. 5. Der Sohn, der ihm gehorsam war, erschien nunmehr auf Erden, als eine Jungfrau ihn gebar. Mein Bruder wollt' er werden, hielt heimlich seines Arm's Gewalt, und ging einber in Knechtsgestalt, des Satans Reich zu stürzen. 6. Er sprach zu mir: Halt' dich an mich! Es soll dir jetzt gelingen. Mich selber gab ich ganz für dich; will mächtig für dich ringen. Denn ich bin dein und du bist meiu. Auch du sollst, wo ich bleibe, seyn. Uns soll der Tod nicht scheiden. - Von der Erlösung der Menschen Mel. Herr Chrift, der ein'ge Gottes. 94. Christe, EingeborOF s 2. Für uns ein Mensch geboren, der keuschen Jungfrau Sohn, wie Gottes Eid geschworen, erlittst du Qual und Hohn; starbst, daß wir leben möchten, erhubst uns zu Gerechten und Erben deines Reichs. 3. Gieb, stets in reichem Maaße, Erkenntniß deines Heils, daß keiner je verlasse die Wahl des besten Theils. Laß uns im Glauben bleiben, durch ihn zur Lieb' uns treiben, und zu der Lust an dir. 7. Vergießen wird man mir mein Blut, voll Grimms mein Leben rauben. Gern leid' ich alles dir zu gut. Das halt mit festem Glauben. Dein Leben, Sterblicher, ist mein, und mein Verdienst ist, Sünder, dein. So bist du selig worden. 5. Laß uns, mit dir begraben, mit dir auch aufersteh'n; mit dir zur Höh erhaben, nicht auf das Eitle sehn; dich wissen und dich hören, nach dir allein begehren; dein todt und lebend seyn. 8. Den Himmel nehm' ich wieder ein, und scheid' aus diesem Leben. Da will ich stets bein Meister seyn, und meinen Geist dir geben, der dir in Trübsal Trost gewährt, dich, wenn er mich in dir verklärt, in alle Wahrheit leite. 6. Dank, Lob und Preis und Ehre sey Gott in Ewigkeit für solche süße Lehre, mit der er uns erfreut. Sie tröst uns, wenn wir leiden; sie stärk uns, wenn wir scheiden; sie schüß' uns im Gericht. 9. Was ich gethan, was ich gelehrt, das sollst du thun und lehren; daß Gottes Reich sich stets vermehrt seines Nur Mel. D Trostwort, das uns Leben giebt. dich vor Menschenwahn, der vir den 95. Gedanke, der uns Leben Schatz leicht rauben kann, dies sey mein Abschiedssegen. giebt, welch' Herz vermag dich auszudenken! Also hat Gott die Welt ner, von Ewigkeit gezeugt! Des Vaters Auserkorner, zu dem sein Herz sich neigt! Mit ihm von einem Wesen, bleibst du, der du gewesen, der Glanz der Herrlichkeit. 4. Der du trägst alle Dinge, des Vaters ew'ge Kraft! ohn' den ich nichts vollbringe! der alles Gute schafft! Hilf, daß mich nichts verblendet, mein Herz nichts von dir wendet, nichts meine Liebe schwächt. geliebt, uns feinen Sohn zu schenken, 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit heil'gen Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majestät, und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Lauf und Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. 4. So kann mein Geist den hohen Nath des Opfers Jesu nicht ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 59 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ am Kreuz nicht meine Schuld 96. He noth ist Rettung uns getragen, nicht Erlöser ist: so werd' ich angstvoll zagen. Mel. Allein Gott in der Höh'.- 15. eil uns! Sündennoth erworben. Der Herr will nicht des Sünders Tod. Was Adams Fall verdorben, hat er aus Gnaden uns ersetzt. Wie werth sind wir vor ihm geschätzt! Wie groß ist sein Erbarmen! se und dem Erlöser überhaupt. 12 19 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn: so werd' ich ewig irren müssen, und wer Gott ist, und was ich bin, und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein frecher Spötter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum durch ihn des ew'gen Lebens Erbe, dies bin ich; und das ist mein Nuhm, auf den ich leb' und sterbe. 9. Er giebt mir seinen Geist, das Pfand, daran wir seine Liebe merken, und bildet uns durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang' ich seinen Willen gern mit einem reinen Herzen thue; so fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmecke Fried' und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, und ich zu seinem Kreuze trete; so weiß ich, daß er mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, daß ich erwecket aus der Erde, wenn er sich zum Gericht erhebt, im Fleisch ihn schauen werde. 13. Kann unsre Lieb' im Glauben hier für den, der uns geliebt, erkalten? Dies ist die Lieb, o Gott, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich deinen Namen nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 15. Sollt' ich dereinst noch würdig seyn, um deinetwillen Schmach zu leiden: so laß mich keine Schmach noch Pein von deiner Liebe scheiden. 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freudigkeit empfinden, so wirk' er doch sein Werk in mir, und rein'ge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, so laß mich noch im Tode denken: Wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken, 2. Selbst seinen eingebornen Sohn sandt' er zu uns auf Erden, von den verdienten Sündenlohn ein Retter uns Er kam und mit ihm zu werden. unser Heil: er kam, am ew'gen Leben Theil uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o Tod, dein Stachel nun? Hier ist dein Ueberwinder. Für unsre Schuld genug zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Wo ist nun, Sünde, deine Kraft? Hier ist der, der uns Kräfte schafft, dein Joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sey Gott! Gelobt sein Sohn, der Retter unsrer Seelen! nun kann uns auch auf Erden schon das wahre Glück nicht fehlen, getrost und froh in Gott zu seyn, wenn wir uns nur dem Heiland weih'n, den Gott für uns verordnet. 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! 6. D, laßt uns ihm uns anvertrau'n, und niemals sein uns schämen! Auf seine Mittlershülfe bau'n, ist der Weg zum ew'gen Wohl; der und sein Joch auf sich nehmen, das Weg, auf den man friedenvoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, laß uns diese Seligkeit doch über alles schäßen. Nie können Güter dieser Zeit den Mangel uns ersetzen, wenn uns das größte Gut gebricht; ein reines Herz voll Zuversicht zu dir, Gott, unser Vater! 8. D lent' auf dies erhab'ne Glück der Seele stärkste Triebe! Zeuch mächtig 60 Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen unser Herz zurück von schnöder Sün-| suchst liebreich von der Sünde Joch denliebe! An dem uns theu'r erworbnen Heil laß uns im wahren Glauben Theil stets suchen und gewinnen. Mel. An Wasserflüffen Babylons. 97. Lite ob, Ehre, Preis und Dank sey dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für. Wer kann dich g'nug erheben? Noch war die Welt ein Nichts, und schon warst du groß, herrlich Gottes und ihrem schnöden Lohne, die ihr noch dienen, zu befrei'n. Beschwerter Herzen Trost zu seyn, ist deines Herzens Freude. Du giebst den müden Seelen Ruh; und wer dich liebt, den stärkest du, daß nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet und endest thre Plage. Du bleibst bist Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage. Herr, dir sey ewig Dank und Rühm für deinen Tod und Marterthum, für alle deine Liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin, gieb daß ich mich, so lang' ich bin, in deinem Lobe übe. 4. Du warst es uns und bist es noch jetzt auf der Himmel Throne; Mel. Allein Gott in der Höh'. 15. 98. ich dich nach Würdigkeit besingen! Wie wagt's ein schwacher Geist jeßt, sich so hoch hinauf zu schwingen. Es glänzet Gottes Herrlichkeit in lauter Lieb' von Ewigkeit; bleibt noch mein Herz erkaltet? Sohn! gekrönt mit Schmuck und Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherrschest weit und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein sind sie, denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum Engel: Werde! Du bist es, dessen Allmachtsruf die ganze nichts erschuf. Du bist's, der alles träget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd' und Himmel in sich schließt, und was im Meer sich reget. Welt 3. Und dennoch bist du uns zu gut 4. Was ist die Welt? die arge in diese Welt gekommen; hast willig Welt, was sind doch Adams Kinder? unser Fleisch und Blut, o Herr, an daß sie dein Sohn so theuer hält. dich genommen. Aus der erschreck- Er rettet diese Sünder; da du im lichsten Gefahr zu retten, was ver- Zorne Belial mit seinen Engeln allzuloren war, warst du ein Fluch auf Er- mal zum finstern Abgrund stießest. den. O Huld, die sonst nichts gleiches hat! du starbst für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden. 2. Gott, der in sich ganz selig war, das allerreinste Wesen, hat sich der schnöd'sten Sünder Schaar zu lieben außerlesen. Du staunst, Verwolle unendlich lieben, mehr als du nunft? gieb Gott die Ehr'! Gott begreifen solltest. 3. O Liebe, die Gott seinen Sohn aus seinem Schooß genommen! Er ist von seines Vaters Thron zu uns herabgekommen. Sein Mangel, Knechtsstand, Kreuz und Grab malt uns mit starken Farben ab, wie sehr Gott lieben könne. 5. O, welche Tiefen seh' ich hier! nie werd' ich sie ergründen; doch seh ich g'nug, um, Gott, mich dir auf's stärkste zu verbinden. Herr, dir sey ganz mein Herz gewährt, ein Herz, und dem Erlöser überhaupt. 20 61 das dir allein gehört, als Schöpfer| gut ich immer kann, dich recht inbrünund Erbarmer. ftig liebe. Die Welt nicht, Gott sey meine Lust; laß ewig nichts in meiner Brust, als deine Liebe bleiben. 6. O liebster Vater, nimm es an, und rein'ge seine Triebe, daß ich, so 8) Von der Geburt Jesu Christi. Mel. Nun danket alle Gott. 9. belegt, für uns geschlachtet ward, 99. Es lag die ganze Welt mit und alle Sünden trägt. beladen; 8. Wohl dem, der dieses Lamm, auf das Johannes weiset, mit festem Glauben faßt, und auch im Leben preiset. Wer, seinem Taufbund treu, sich Jesu ganz ergiebt, der ist in ihm von Gott begnadigt und geliebt. 2. Gott, wer kann thun wie du? Schon wohlbetagt an Jahren gebiert Elisabeth. Der Sohn der Unfruchtbaren, den jenes Engels Mund verbeißen, sollt' allein der keuschen Jung- auf alle Zeit. Wer Buße thut und frau Sohn ein würd'ger Herold seyn. glaubt, der bleibt in Ewigkeit. 9. Das werd' auch unser Theil; Johannis Amt und Lehre verherrliche noch stets, Gott, deines Namens Ehre. Wer Buße thut und glaubt, hat Trost 1 da öffnetest du, Gott! die Fülle deiner Gnaden. Dein Sohn erscheint; du schickst den, dessen Dienst die Bahn dem Herrn bereiten soll, als seinen Knecht voran. 3. Du willst durch ihn die Welt von deinem Heil belehren; und ihn auch chrest du, um Sohn zu ehren. Mel. Von Gott will ich nicht laffen.-56. Menschenein Vater wird erſt ſtumm; der 100. Mtinder, das very in euch bestellt! damit das Heil der Sünder bei euch den Einzug hält. O, hemmt nicht seinen Lauf! Gott hat den Sohn gegeben, und mit ihm Heil und Leben, nehmt ihn mit Freuden auf. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haft; ihr Berge senket euch; senkt euch, und werdet eben, wenn Thale sich erheben; ihr Krümmen, werdet gleich. bei Gott am höchsten steht; ein Herz, 3. Ein Herz, das Demuth übet, das Hochmuth liebet, mit Angst zu Grunde geht. Ein Herz, das richtig ist, und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten; zu dem kommt Jesus Christ. Stumme schnell beredt und weissagt, Da auf ihn der Geist des Herrn geräth. 4. Das Kind wird stark am Geist, der Gnade treuer Lehrer, ein brennend, scheinend Licht, ein mächtiger Bekehrer, ein heil'ger Eiferer, der ohne Schonen straft. Auf seiner Seele ruht Eliä Geist und Kraft. 5. O welch ein Gnadenwort! welche füße Stimme, die in der Wüst erschallt! Gott straft nun nicht im Grimme die fündenvolle Welt. Sein Himmelreich ist nah! denn der die Welt mit Gott versöhnen soll, ist da. 6. Euch ist solch Heil bereit! Ihr Sünder, nehmt's zu Ohren! Freut mit Johannes euch! wie er, noch ungeboren, des Heilands sich erfreut, so freut er sich auch nun, durch Tauf' und Predigten ihn allen kund zu thun. 7. Allein zu Jesu hin verweist er seine Jünger; allein auf Jesum zeigt fein ausgestreckter Finger. Seht, das ist Gottes Lamm, das mit dem Fluch 4. Ach, mache du mich Armen zu dieser heil'gen Zeit, aus Güte und Erbarmen, Herr Jesus! selbst bereit! Zeuch in mein Herz hinein; dies sev statt jener Krippen! so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar seyn. 62 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 101. C - Thebt den Herrn, ihr Frommen; er hält, was er verſpricht. Der Heiland ist gekommen. der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zu unserm Leben, selbst seinen Sohn gegeben. Durch ihn sind wir erlös't. 2. Erlöst! O, welche Gnade hat uns der Herr erzeigt! der uns betroffne Schade, der uns so tief gebeugt, ist nun nicht unheilbar. Von Sünden und Verderben uns Rettung zu erwerben, gab Gottes Sohn sich dar. 3. Er kam zu uns auf Erden in armer Knechtsgestalt. Voll Mühe und Beschwerden war hier sein Aufenthalt. Der ihm gegebnen Macht enthielt er sich mit Freuden, bis er durch Tod und Leiden sein großes Werk vollbracht. 102. A lso hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb uns ſeinen Sohn zum Heiland giebt. Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Er, aller Menschen böchstes Gut, der alle segnen kann, nimmt, wie die Kinder Fleisch und Blut, doch ohne Sünden, an. 6. Bei dir steht unser Leben. Zu unserm ew'gen Heil hast du dich hingegeben. Gieb uns am Himmel Theil! Laß uns bir folgsam seyn! Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unfre Seelen sich Gottes ewig freun. 4. Ich freue mich, mein Gott, in dir. Du nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir nun? ist Gott mit mir, wer ist dann wider mich? 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mir Rath, Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürst, so wie das Heil der Welt. 6. Was mir zum Seligseyn gebricht, das, Herr, erwarbst du mir. Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab' ich nur an dir. 7. Dein Mangel wird mein reiches Theil; dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, gewinn' ich Herrlichkeit. 8. Gelobt sey Gott! 4. Er hat's vollbracht! D, bringet Gelobt sein Gott euren Lobgesang! Erlös'te Men- Sohn! durch den er Gnad' erweist! schen! singet dem Mittler ewig Dank. Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Wo niemand helfen kann, da hilft er Erheb' ihn auch, mein Geist. gern aus Gnaden, heilt unsrer Seelen Schaden. D, nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder! Verwirf uns, Jesu, nicht. Name, Heil der Sünder, ist unsre Zuversicht. Drum kommen wir zu bir. Hilf uns die Macht der Sünden doch glücklich überwinden! Denn dein, o Herr, sind wir. Dein 61. Mel. Sey zufrieden, mein Gemüthe. 103. Qaßt uns unserm Gott lobsingen! Hoch erfreut laßt uns heut' ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein! Gott allein, unserm Gott sey Ehre! - 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich! Christus ist geboren! Er, der König aller Wesen, steigt herab, bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Rathschluß fassen? Aber dies ist gewiß: Gott Erster Theil.- Von der Geburt Jesu Christi. kann uns nicht hassen! Kommt der Sohn aus freien Trieben zu uns her; wie sollt' er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nähm' er dann Menschheit an? Er spricht: Ich errette. Deß soll sich der Erdkreis freuen! zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch erlitten. Er wird niedrig euretwegen. Welch ein Freund! Er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen, gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann! betet an! opfert Freudenthränen! Liebt ihn, der von Liebe brennet, traut dem Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 8. Wenn euch eure Sünden kränken, eilt herzu, suchet Ruh! Er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken! Zittert nicht! denn er spricht: ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt mein Herz! Kein Erlöster zage! Bringet ihm an seinem Feste Zutrau'n her, wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen! mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? 63 13. Du kommst einst zum Weltgerichte! dann werd' ich, Nichter, dich schau'n von Angesichte. Gott, wie wird dein Hasser beben! Dann werd' ich deiner mich freu'n und ewig leben. 104. & clobet feyst du, Jesus Christ, daß du Mensch geworden bist! Da eine Jungfrau dich gebar, frohlockte selbst der Engel Schaar. Hallelujah! 2. Dich sahn die Väter schon von fern, Davids Sohn und Davids Herrn; ihr Heil und ihre Zuversicht, und aller Völker Trost und Licht. Hallelujah! Lieb' ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher Befreier folg' ich nach, obwohl schwach, doch um so viel treuer. Keine Kreatur, kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an über die, so nie ihn sahn; auf die, so Finsterniß umgab, glänzt Gottes Wahrheit nun herab. Hallelujah! 4. Durch den die Welt einst worden ist, der einst richtet, Jesus Christ, der Schöpfung Herr kommt in sein Reich, erniedrigt sich und wird uns gleich. Hallelujah! 5. Jauchzt Himmel, Erde freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich! Uns, Adams sündiges Geschlecht, entsündigt Er, macht uns gerecht. Hallelujah! 11. Gottmensch! du nahmst meine Bürde gern auf auch ich frei und felig würde. Wer kann deine 105. O vids Stamm! o meiMel. Wie schön leuchtet der. 35. Friedensfürst aus Da6. Geløbet sepst du Jesus Christ, daß du Mensch geboren bist. Dir ist der Erdkreis unterthan! dich beten alle Himmel an. Hallelujah! - ner Seelen Bräutigam! mein Trost, mein Heil, mein Leben! Dank sey dir o Immanuel! Du kommst zu uns. Nach Leib' und Seel' will ich mich dir ergeben. Heil dir! Heil mir! Weicht ihr Leiden, singt mit Freuden, Hosianna! seht er kommt jest: Hosianna! Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 64 2. Ich selbst bin nun von Freuden voll, und weiß nicht, was ich schenken soll dem auserwählten König! O theurer Jesu, nimm doch hin, mich selbst und was ich hab' und bin, ach freilich ist es wenig. Schließ mich in dich. Nichts auf Erden, nicht Beschwerden, keine Leiden sollen mich je von dir scheiden. 3. Bleib, böchstes Gut, du Himmelszier! mein Leitstern stets, o bleib bei mir! Du Hoffnung der Verzagten! Du Lebensquell, erquicke mich, du süßes Manna schenke dich zum Trofte der Geplagten! Laß nicht dein Licht hier auf Erden dunkel werden! Laß den Deinen hier dein Wort noch ferner scheinen. - Mel. Gott mache du mich selbst. 17. 106. Gottessohn und MenD schenkind! Mein Bruder, Gott und König! Mein Stammeln, meine Lieder sind vor deinem Glanz zu wenig. Wo Menschenweisheit sich wo fallen, da bliebe man wohl ewig stumm, wenn dir es würd mißfallen, was Kinder stammelnd bringen. 2. Was alles Denken übertrifft, was Wit unmöglich nennet, hat deine Wunderhand gestift't, die keine Schranken kennet; Gott wird ein Mensch, der Herr ein Knecht, und Menschenarme tragen den, der den ganzen Weltkreis trägt. Was kann ein Klüging sagen, dies Räthsel aufzulösen? 3. Du bautest aus Maria dir, o großer Erdgesandte, die Hütte, da dein Herz zu mir in Liebesflammen brannte. Du kamst in's Elend nackt und bloß, zu kleiden mich mit Segen; verließest deines Vaters Schooß, um mich darein zu legen, und ewig zu erquicken. 4 Was aller heil'gen Väter Schaar verlangte zu erblicken; was Adam schon verheißen war; was Lamech konnt' erquicken; was Jacob fah; was er besang; was Hiobs Trost gewesen; und was durch Davids Harf' erklang, das alles ist zu lesen in meines Heilands Krippe. 5. Mein Blutsfreund, mein Im manuel! was konnte dich bewegen, mein Goel, meine Lebensquell'! den Zepter hinzulegen, und kommen in dies Jammerthal, um dich mir selbst zu schenken? Ich wende mich hin überall, ob etwas auszudenken, die Gabe zu vergelten. 6. Wär nicht der ganze Himmel dein, und könnt' ich ihn dir geben, so würd' es doch zu wenig seyn: Könnt' ich mein Blut und Leben zu tausend mal hingeben dir, so blieb ich doch in Schulden; weil, was du hast gethan an mir, und für mich wollen dulden, unendlich mehr verdienet. 7. Doch sieh', mein Herz, o welche Lieb'! der Herr will keine Gaben; komm nur, und dich ihm selbst ergieb, das ist's, was er will haben. Der sich dir schenket, will allein mit Glaub' und Liebesarmen in Dankbarkeit umfasset seyn. Aus ewigem Erbarmen bist du von ihm erkaufet. Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. 107. Liebster Jefu! Sey Gottes Marien willkommen! der da Armuth, Spott und Hohn mit der Menschheit angenommen. Nette mich aus aller Noth welche meiner Seele droht! 2. Wir empfinden alle noch, was uns Adam einst verloren: und auch ich bin in dem Joch seiner Missethat geboren. Doch ich hoffe jetzt auf dich. Andrer Adam, ändre mich! 3. Du bist worden, was ich bin: Laß mich auch, was du bist, werden; nimm mein Sündenelend hin. Mache mich dir gleich auf Erden; und verleih' von deinem Heil mir, o Jesu, auch mein Theil! 4. Aus dem Himmel kamst du her, hilf mir Armen aus der Hölle: Nur ein Stall war dir noch leer; aber gieb mir eine Stelle unter denen, die bei dir wohnen werden für und für. 5. Steckt mein Herz in böser Lust, lasse du es nicht so bleiben! Wohne selbst in meiner Brust, alles Böse zu vertreiben, bis ich, ganz mit dir erfüllt, habe Gottes Ebenbild. Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 65 TTH 6. Wurdest du ein Menschensohn: und wir können deinetwegen nun auch mache mich zu Gottes Kinde, daß ich Kinder Gottes seyn. Hat die Sünd' stets vor seinem Thron einen Vater uns gleich verdorben: o so hast du neue an ihm finde! Er ist ja nicht mehr Kraft uns zur Heiligung verschafft, mein Feind, denn ich bin dein wahrer und die Tüchtigkeit erworben, einst, Freund. von Sünden völlig rein, deinem Bilde gleich zu seyn. 4. Du bist Mittler! Heil uns Sündern! huldreich gab der Vater ihn! Du hast armen Adamskindern nun sogar das Recht verliehn, in den Himmel einzugehen, und des Herren Herrlichkeit, nach vollbrachter Prüfungszeit ewig einst verklärt zu sehen. Nun hat meine Zuversicht einen Anker, der nicht bricht. er du uns das Heil errungen, Mensch geword'ner 5. Sollte Gott mich nun wohl hassen? Hier ist ja Immanuel. Sollt er mich wohl bülflos lassen? Hier ist ja der Hülfe Quell. Was vermag mich anzufechten? Er, der meinen Jammer kennt, und mich seinen Bruder nennt, sitzt als Herr zu Gottes Nechten. gesungen, daß du von des Him- Durch ihn bin ich Gott vereint. Gottes Sohn! ewig sey dir Lob Gott ist mein versöhnter Freund. mels Thron uns zu gut in's Fleisch gekommen. Der du voller 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich cein. Laß doch stets mein ganz Gemütbe voll von deinem Ruhme seyn. Nimmer will ich dein vergessen, dir will ich mich ganz vertrau'n, freudig folgen, auf dich baun. Deine Huld ist unermessen. Gieb, daß ich für deine Treu dir auf ewig dankbar ſey. Freundlichkeit längstens schon vor 7. Wenn der Teufel sich erbost auf uns schwache Menschenkinder, so hab' ich den großen Trost: daß du da bist, Heil der Sünder! Dir ergeb' ich Leib und Seel', hilf mir, mein Immanuel! ht 108. D E meiner Zeit dich auch meiner angenommen, und mein Bruder worden bist, sey gelobt, Herr Jesu Christ! 2. Sey gelobt, denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O, wie hoch hast du geehret unser sterbliches Geschlecht! Herr, du hast es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zur Lust dir auserwählet. Ja, in dir, du Gottes Sohn, sitzt der Mensch auf Gottes Thron. ng tin 3. Du, du bist der Völker Segen, tamst, vom Fluch uns zu befrei'n, Mel. Vom Himmel hoch da komm. 109. ies ist der Tag, den Gott gemacht. Sein werd' in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und E auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt. Doch, als die Zeit erfüllet ward; da fandte Gott von seinem Thron dich, Heil der Welt! dich, seinen Sohn! 5 66 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist voll Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. - 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Zion! kommt zu dir; er kommt voll brünstiger Begier, dich zu erfreun; er hilft dir gern. Gelobt sey, der da kommt vom Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst! Immanuel und Friedefürst! auf den die Väter hoffend sah'n; dich, Gott, mein Heiland, bet' ich an. 7. Du unser Trost und böchstes Gut! vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät! Du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit! Du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt, ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zag' ich nun, wenn der mich schüßt, der in des Vaters Schooße sitzt! 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 11. Herr, der du uns den Tag gemacht, der uns solch großes Heil gebracht. Dich preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 110. G ott! deine Gnade fey gepreis't! Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich, mein träger Geist ihr Wohlthun zu erheben. Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich eingestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! Erwünschte Nacht! von Engeln selbst besungen; Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der alles schuf und alles hält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel kamest, und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest! Sohn Gottes! o wie hast du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um meinem Heil zu dienen. 4. O, lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich auf dieser Erd', dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod; und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 5. Noch stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe. Du sahest unsre Sündennoth mit mitleidsvollem Triebe. Du stimmtest, unser Heil zu seyn, in deines Vaters Rathschluß ein; wardst Mensch, und kamst mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 6. Smmanuel! dein freu' ich mich. Du bist auch mein mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Besfrungstraft, und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du Erster Theil.- Von der Geburt Jesu Christi. - 112. bist's, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin. Ich will dich ohn' Aufhören mit Leib und Seel' verehren. 8. Zwar seh' ich dich im Fleisch noch nicht; doch du wirst wiederkommen; und dann schau'n dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd' ich auch, Herr Jesu Christ! dich schau'n so herrlich, als du bist. Dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. - 57. Mel. Valet will ich dir geben. hr, die ihr war't 111. rent for at der trösten kann! Der Heiland ist geboren, und nimmt sich eurer an. Deß freuet sich dort oben der Engel beil'ge Schaar, und ihre Chöre loben Gott darum immerdar. 2. Sie wissen nichts vom Neide, freu'n sich mit uns zugleich, und singen: große Freude verkündigen wir euch! Euch ist dies Kind gegeben! Ein solches Heil bereit't; bei Gott dereinst zu leben in stiller Seligkeit. 3. Daß sich kein Mensch betrübe! dies Kind zerbricht das Joch; bringt euch des Vaters Liebe; was trauert ihr nun noch? Er schenkt ein himmlisch Erbe! Wohl dem, wer an ihn gläubt, daß jeder fröhlich sterbe, da solch ein Schatz ihm bleibt! 4. Tod, Sünde, Teufel, Hölle, was wider euch gekämpft, hat er an eurer Stelle bestritten und gedämpft. Dies Kind tritt sie darnieder. Nun seyd ihr wohl gerächt, und Gott erhöht nun wieder das sterbliche Geschlecht. 5. So rühmen sie: mit ihnen frohlocket jeder Christ, daß Gott im Fleisch erschienen, der Herr sein Bruder ist. nun dir geloben wir: uns trennen weder Schmerzen, noch Freud' und Glück von dir. 67 err! laß mich doch recht feierlich des Heilands Fest mit Lob und Dank begehen! Lieb' ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir dich, du Gott der Lieb', erhöhen! 2. Wie bin ich froh, daß du also, o Gott, in deinem Sohn geliebet!, wer bin ich, daß du auch mich so herrlich hoch, noch eh ich war, geliebet? eint, zur Zeit, da wir noch seine 3. Er, unser Freund, mit uns verFeinde waren; er wird uns gleich, um, Gott, dein Reich, und deine Lieb' im Fleisch zu offenbaren. 4. An seinem Heil gieb mir auch Theil! Hilf, daß ich redlich glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht, und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich Gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in threm Schmerz mit Trost erfreu'n, und dein dabel gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden! die Christenheit preis't dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn, er hilft uns gern, und wer ihn sucht, den wird ſein Name trösten. Hallelujah! Hallelujah! Freut euch des Herrn, und jauchzt ihm, ihr Erlösten! Mel. Herr laß mich doch recht.- 112. 113. Christenheit; sey boch erfreut! das Heil der Welt, der Mittler, ist geboren, der uns erlös't und ewig tröst't. Wer an ihn glaubt, geht nimmermehr verloren. 5* 68 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. Mel. Ach Herr, mich armen S. 2. Ogroße That! nach Gottes 67. Rath hat sich sein ew'ger Sohn für 115. Wie soll ich dich empfanuns gegeben. doch ohne Sünd', ward er für uns, und bracht uns Heil und Leben. 3. D Seligkeit! er hebt das Leid, das durch den Sündenfall auf uns gekommen. Mit uns ist Gott nun in der Noth. O jauchzt dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr Frommen! gen, Zier! o aller Welt Verlangen, wie gerne will ich dir mein Herz zum Tempel weihen! Nur zeige du mir an: womit ich dich erfreuen, wie ich dir dienen kann. 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank. Du wurdest Mensch, damit wir selig würden. Du machst uns groß, und völlig los vom Fluch der Sünd' und ihren schweren Bürden. -- 5. Gelobt sei Gott' Auf unsre Noth sah er als Vater mitleidsvoll hernieder. O Christenheit! preif' ihn erfreut. Denn Gottes Sohn bringt das Verlorne wieder. 3. Nichts hast du unterlassen zu unsrer Seligkeit, als wir im Staube saßen, gebeugt vom schwersten Leid. Da mir das Reich genommen, wo Fried' und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen, und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du Mel. Herr, laß mich doch recht. 112. 114. Mirf, blöder Sinn, den kommst und machst mich los; ich stand Kummer hin. Gott ist für dich, was will dich ferner tränten? Hallelujah! Sein Sohn ist da, wie sollt' er uns mit ihm nicht alles schenken? in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß. Du hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie ird'scher Reichthum thut. 5. Was hat dich, Herr, getrieben, dich, den kein Himmel hält, als nur dein theures Lieben, womit du diese Welt bei ihren lauten Klagen, bei ihrer Jammerlast, bei ihren tausend Plagen so fest umfangen hast. 6. So jauchze nun von Herzen, du hochbetrübtes Heer! bei denen Gram und Schmerzen sich häufen immer mehr. Seyd unverzagt, erblicket die Hülfe vor der Thür; der euer Herz erquicket und tröstet, stehet hier. 7. Sollt' euch nun noch erschrecken der Sünde schwere Schuld? Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb' und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu wahrem Trost und Heil; macht sie zu Gottes Kindern, und Gott zu ihrem Theil. 2. Schlägt dir das Herz vor Angst und Schmerz, empfindest du, wie sehr die Sünden kränken? Dein Heil ist hier; wie? sollte dir nicht Gott mit ihm auch Gnad' und Friede schenken? 3. Ist deine Kraft zu mangelhaft, mußt du mit Schaam an deine Schwäche denken? er, der dir giebt, das, was er liebt, wird dir mit ihm zur Tugend Kräfte schenken. 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu entgehn der Bosheit schlauen Ränken? Erschrick nur nicht! Gott ist dein Licht. Er wird dir mit dem Sohn auch Weisheit schenken. - 5. Gebricht es dir bald da, bald hier, sorgst du, wer dich noch speisen wird und tränken? O, fasse Muth! das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorges hin, die dich in's Meer der Traurigfeit versenken. Dein Heil ist da. Hallelujah! Wie sollt' uns Gott mit ihm nicht alles schenken. 2. Dort streut dir Zion Palmen; wird nicht mein Herz gerührt? Es zeigt durch frohe Psalmen, was es für Regung spürt. Dich, Herr, foll es erheben, denn dir gebühret Ruhm, dir soll es Ehre geben, dies Herz, dein Eigenthum. 8. Laßt eure Feinde dräuen, weicht darum nicht zurück, der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, der große König! der Rächer eilt geschwind! stürzt, Feinde! die zu wenig zum Widerstande sind. - Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 9. Du kommst zum Weltgerichte, verklärter Menschensohn! in majestät'schem Lichte, und mit dir kommt dein Lohn. Geh' auf, o wahre Sonne! und leucht' in vollem Glanz, erfüll' mit ew'ger Wonne das Herz der Deinen ganz. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 116. WE ie lang' sollt' ich traurig stehen, du Gesegneter des Herrn. Solltest du vorüber gehen? Tritt doch nicht von mir so fern! Helfer in der rechten Zeit, der mit ew'gem Trost erfreut! Hilf, o Jeſu, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Schau auf meinen großen Jammer; stille des Gesetzes Dräun! Denn dies Wort ist als ein Hammer, und zermalmt mir mein Gebein. Es verkündigt Fluch und Tod. Ach, wie schrecklich wird mir Gott! Komm, von des Allmächt'gen Pfeilen mein verwundet Herz zu heilen. 3. Sieh', wie Satan seine Lügen noch in diese Schrecken mischt; als müßt' ich, gleich ihm, nun liegen in der Gluth, die nie verlischt. Weh' mir, zu noch größerm Schmerz wird mein schon zerriss'nes Herz durch das folternde Gewissen immer heftiger zerrissen. 69 5. Wo ist etwas, das nicht nichtig, dürftig und voll Mühe wär'? Hab' ich Hoheit, die ist flüchtig. Hab' ich Reichthum, was ist's mehr, als ein wenig schnöder Erd'? Hab' ich Lust, was ist sie werth? Was ist, das mich heut erfreuet, und nicht morgen schon gereuet? 4. Flieh' ich dann, die Angst zu lindern, da ich so beängstigt bin, zu der Welt und ihren Kindern, fall' ich vollends ganz dahin. Da ist Freude, die betrübt; Trost, der nicht Erquikkung giebt; Helfer, die mir Unlust machen; Freunde, die wohl meiner lachen. 6. Aller wahrer Trost im Leide ruht in dir, o Jesu Christ; und auch du allein giebst Freude, die ganz rein und lauter ist. Ach wie sehn' ich mich nach dir! Eile, Jesu! komm zu mir, daß ich deine Hülfe sehe, eh' ich in der Angst vergehe. 7. Freu' dich, Herz, du bist erhöret. Jego zeucht er bei dir ein. Sein Gang ist zu dir gekehret. Auf! heiß ihn willkommen seyn! Er verspricht dir Heil und Ruh. Auf! bereite dich ihm zu, daß er dich zur Wohnung wählet, und da klag' ihm, was dich quälet. 8. Wohl dir, daß dich Jesus liebet! Wo ist, was dir schaden kann? Was du Böses selbst verübet, das sieht Gott nun nicht mehr an. Auch wird, was sich in der Welt Böses dir entgegen stellt, statt dich in den Staub zu legen, dir nur laxter Glück und Segen. 9. Dir dient selber das zum Heile, was die Sünder schreckt und quält; denn du hast zum besten Theile deinen Jeſum dir erwählt. Sey ihm, wie er dir ist, treu, und es bleibet fest dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Von der Erscheinung der Weisen. - 32. Mel. Gott des Himmel und der. 2ott Gott 117. der Heiden! Aller Völker Heil und Licht! Saba siebt den Stern mit Freuden, der von dir am Himmel spricht: Sem und Japhet kommt von fern, dich zu sehn, du Jacobsstern. 70 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 2. Wir gesellen uns zu denen, die aus Morgenlande sind; unsre Fragen, unser Sehnen ist nach dir, du großes Kind! Unsre Kniee beugen sich, unser Arm umfasset dich. 3. O, mit welchen ird'schen Schäzzen mag ein armer Sterblicher dich erquicken und ergößen? Du bist über alles Herr. Ein Geschenk, das dich erfreut, ist ein Herz voll Dankbarkeit. 4. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb' und Hoffnung an. Was wir sind und was wir haben, sey dir gänzlich unterthan. Hier ist mehr, denn Salomon. Dein sind wir, o Gottes Sohn! 5. Nimm dies Opfer in Genaden 119. M ein Jeſu, du hast unsre Schuld mit ihrer Strafe Pla- gen, unerhörte Lieb' und Huld, freiwillig wollen tra- gen! Du, der Gerechte, ließest dich zur Sünde machen, daß ich mich in - von getreuem Herzen an. Sucht uns mancher Feind zu schaden, der dich nicht vertragen kann; so nimm uns bei seiner Wuth, starker Gott! in deine Hut. 6. Heilig führest du die Deinen; sicher machst du ihre Bahn. Laß uns gleichen Trost erscheinen, nimm dich unser mächtig an. Führe du uns bei der Hand in das wahre Vaterland. Der 98. Pfalm. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen.-33. 118. r Bölker, stimmet nun mit Freuden dem, der manch Wunderwerk gethan, dem Sieger über Feind und Leiden, dem Herrn, ein neues Loblied an! Denn euch, die ihr im Finstern waret, erscheinet Licht und Heil jegund! sein starker Arm ist offenbaret; sein Recht wird allen Völkern fund. 2. Er denkt daran, was er vor Zeiten dem Hause Israel verhieß: die Huld, das Heil, die Seligkeiten, die seine Wahrheit hoffen ließ, die fallen jedem ins Gesichte, die zeigen sich jetzt offenbar: es wird sein Heil in vollem Lichte auch den entfernt'sten Ländern klar. 3. Drum jauchzet, singet, lobet alle, preis't Gott mit Saiten und Gesang, der Harfen sanfter Ton erschalle, und der Posaunen heller Klang! Es lobe alles dessen Ehre, der als der größte König thront, die fisch- und insel reichen Meere, der Erdkreis, und was drinnen wohnt. 4. Die an der Ströme Ufern pflügen, besingen ihn, und freuen sich, und die, so auf den Bergen liegen, frohlocken vor ihm inniglich! Es kommt, es eilt mit hoher Stärke der Richter aller Welt herbei. Er stürzet Satans Neich und Werke, und schaffet alle Dinge neu. Von dem Namen Jesu. Mel. Aus tiefer Noth schrei. dir gerecht kann nen- nen. 2. So heißest du nicht Jesu nur; du bist auch, was du heissest; da du die menschliche Natur aus allem Jamdem Namen ein; du wolltest, was Die That stimmt mit mer reisfest. du heißest, seyn, mein Heil, mein Seligmacher. 3. In keinem andern ist ja Heil; kein Nam' ist uns gegeben, darin wir können nehmen Theil an Seligkeit und Leben; du bist's allein, der jedermann ein ew'ges Leben geben kann. Gelobet scy dein Name! 4. O Name! werde doch in mir durch Gottes Geist verkläret; da, was verborgen ist in dir, kein fleischlich Herz erfähret. Denn die Vernunft begreift es nicht, ohn' deines Geistes Gnadenlicht blieb es unaufgeschlossen. Erster Theil. Vom Wandel Jesu auf Erden. 71 5. Laß mich empfinden deine Kraft,| rung kennen. So wird der Sündennoth von heißer Liebe brennen, und deines gewehrt, in Hoffnung meine Furcht Namens Eigenschaft stets aus Erfah- verkehrt, und Seligkeit mein Erbe. 9) Vom Wandel Jesu auf Erden. Mel. Vater unser, im Himmelreich. 120. ein Lehrer ist dir, Jesu, gleich. An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort als That, der schwachen Men schen sich'rer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, 3. Du sahest in der Gottheit Licht, mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Höchsten weisem Nath die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen kund. 4. Dies, und die Wunder deiner Hand, sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sey Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott. gestärkt von dir, mit steter Treu' dir nachzufolgen eifrig sey. 5. Du lehretest durch Wort und That. Man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heil'gen Wandel an. Gieb, Herr, daß ich auf dieser Bahn, 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nußen schafft! dein und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig werden deiner Huld. Auf ewig sey dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 121. S 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte giebt. 8. Mein Heiland! send' ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit führ'; vom Eigendünkel mich befrei', damit ich dir gehorsam sey; bis mich bei dir in Ewigkeit ein hell'res Licht dereinst erfreut. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 121. HEE eiland! deine Menschenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz regieret, und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. D, wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 72 Erster Theil. 2. Ueber seine Feinde weinen, jeerscheinen, der Blinden, Lahmen, Armen, mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klage hören, sich in and'rer Dienst verzehren, das sind Proben wahrer Güte: und so, Herr, war dein Ge- Vom Wandel Jesu auf Erden. müthe. 3. D du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Trost und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! und wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren; Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir zu locken; das war täglich dein Geschäfte; selbst mit Aufwand deiner Kräfte. 5. O, wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, dich von Sündern ließ'st verhöhnen und zum Schimpf mit Dornen krönen, ja, uns Leben zu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben! Mel. Mach's mit mir Gott nach.- 26. 122. Dubit er allerböchsten Liebe! Du warst, o Jesu ganz erfüllt mit Gott geweihtem Triebe. Gott war dein Zweck, dein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm ein Sinn, ein Herz. Sein Wille war dein Wille. Du ehrtest ihn auch unter Schmerz stets mit zufriedner Stille. Auch auf der allerrauh'sten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen deinen Wandel ost erwägen! und bei des Gewissens Schmerze tröste mich dein huldreich Herze! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Menschenliebe! laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! vollkommen zu erfüllen, und unter3. Du suchtest nichts, als sein Gebot Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft warfst dich bis zum Tod ganz deines war das allein, ein Herold seines Ruhms zu seyn. bank hin, Gehorsam zu bezeigen. Man 4. Du gingst verstummt zur Schlachtsah dich mit gelaßnem Sinn zur Schädelstätte steigen. Du warst zur tiefsten Schmach gefaßt, und trugst die schwere Kreuzeslaft. 5. Heiland, der du mich versöhnt, laß dein Verdienst mich decken, wenn mich, der ich oft Gott verhöhnt, verdiente Strafen schrecken. Hilf mir, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; ohne Schelten, and'rer Schmach und Laft zu tragen, allen 123. W Jeju Lehren! Wie Mel. Gott werde stets von dir.,- 72. mie göttlich doch freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, deine Feinde zu vertreten und für Mörder selbst zu beten. überzeuget seine Macht! Wenn wir in dem Fleisch vollbracht: so stimmet nur von den Thaten hören, die er noch ihm der Glaube bet, daß er der Welt Erlöser sey. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten! o wie wenig haft du je nach Ruhm getrachtet, und auf Menschenlob geachtet. Willig litt'st du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigungen. Lob sey dir dafür gesungen. 2. Die Herrlichkeit war voller Gnaden, die man aus seinen Zeichen sah. Er wirkte nie zu Jemands Schaden, wie von Propheten sonst geschah; und raffete die Sünder nicht durch Tod und Plagen vor's Gericht. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör; der Aussaß mußte vor ihm schwinden; der Stumme sang ihm Dank und Ehr'. Sein Machtwort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Todten auferstehn. Erster Theil. Von dem 4. Er schalt des Satans Legionen; die Legionen scheuten ihn: so mußten sie die Menschen schonen, und plößlich in den Abgrund fliehn! Berief er setner Engel Schaar, so stellten sie sich dienstbar dar. 5. Sein Segen speis'te ganze Heere, da, wo es doch an Brod gebrach: und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sahe man in allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruh'n! - 2. Schöpfer! käme denn uns Armen ohne sein Versöhnungsblut nicht dein väterlich Erbarmen, deine Gnade nicht zu gut; wenn wir gleich Schuld bereuen, und um Gnade zu dir schreien? die 3. Und mußt du versöhnet werden? muß bei dir ein Mittler seyn? war denn keiner hier auf Erden, war kein Engel selbst so rein, der uns, Gott, mit dir versöhnte, und mit Heil und Segen frönte? 4. Gnade willst du zwar erweisen, doch soll die Gerechtigkeit auch der Sünder zitternd preisen, wenn ihn seine Schuld bedräut. Keiner kann bei seinen Sünden ohne Mittler Gnade finden. Leiden und Sterben Jesu. 73 6. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter sich bewährt! Wir nehmen solchen gläubig an, und sind ihm willig unterthan. 10) Von dem Leiden 124. Mel. Zeuch mich, zeuch mich.- 81. ertragen! welche Marott! was muß dein Sohn ter! welchen Tod! Allem Trost muß er entsagen! Konnt' ich denn in meiner Noth bei dem Schreien meiner Sünden sonst nicht Trost und Rettung finden? 5. Niemand aus der Engel Orden, niemand aus der Menschen Schaar ist dazu ersehen worden, weil doch keiner tüchtig war; Gott nur konnte Gott versöhnen, mich mit Heil und Segen krönen. 6. Darum kam sein Sohn hernieder, nun zugleich ein Mensch, wie wir, und versöhnte seine Brüder, Herr, durch seinen Tod mit dir. Heilig bist 7. Erfüll', o Herr, nur unsre Herzen mit seiner Lehr' und Göttlichkeit! damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein verleiht: und schaffe, daß ihm unsre Treu bis in den Tod beständig sey! und Sterben Jesu. du, und ein Rächer, und doch schonst du der Verbrecher. 7. O, Geheimniß weiser Güte, das kein Engel ganz durchschaut; rühre kräftig mein Gemüthe! wie mein Herz auf dich vertraut, Gottmensch! so laß auch mein Leben dir Lob, Preis und Ehre geben! Vom Seelenleiden. Mel. Ihr Frommen auf, die ihr. aller 125. Freuden! wirst du mit Traurigkeit erfüllt? Mußt du in deiner Unschuld leiden, daß Schrecken aus dem Herzen quillt? So viel theure Streiter sah man auf die Schetter und zur Feuergluth steigen, ohn' Entfärben in der Marter sterben, mit getrostem Muth. - 49. 2. Wie kommt's, daß deine Glieder zittern? Unüberwindlich großer Held! daß Schmerzen deinen Leib erschüttern, daß dich ein Grauen überfällt? Kann der Tod ein Schrecken dir vielmehr erwecken, als er jenen thut, wenn sie ohn' zu beugen von der Wahrheit zeugen, selbst mit ihrem Blut? 3. Ach ja, der Tod, der dich umgfebet, ist gar von einer andern Art; der Grimm, den er an dir verübet, ist mit des Himmels Zorn gepaart: denn du fühlst die Pfeile, und des Fluches Keile; jene fühlen's nicht: weil du dich mußt quälen, hatten ihre Seelen deiner Freuden Licht. 74 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 4. Du bist das Lamm, das Schuld| du von solcher Angst, o Herr, be und Strafe auf seinen Schultern wil- stürmet werden? lig trägt; der gute Hirt, der für die Schaafe sein theures Leben niederlegt. Du bezahltest Schulden, und willst das erdulden, was wir all' verdient; auf dir liegt's alleine, daß wir würden reine, und mit Gott versühnt. 5. Dies ist die Ursach' deiner Klagen; das Herz fließt über durch den Mund, und macht sein schreckenvolles Zagen durch schreckenvolle Worte fund: da du selbst bezeuget, daß dein Geist, gebeuget sey bis in den Tod. Dieses ist die Quelle, da die müde Seele sich erfreut in Gott. 6. Ich will für solche Liebesproben, dergleichen man noch nie gesehn, dich, mein Erlöser, ewig loben, werd' ich vor deinem Throne stehn. Laß bein traurig Ringen mir indessen bringen wahre Glaubensfrücht'; daß ich mich verschreibe, und dir treu verbleibe, o mein Lebenslicht! Mel. Getreuer Gott, wie viel.- 37. 126. Soget du, Jesu, williglich, dein Leiden anzutreten, mit heißen Thränen auch für mich zu kämpfen und zu beten. Du, der du nichts verbrochen hast, gehst hin, um aller Sündenlast auf dich allein zu laden. Da schon das Schwert gezücket war, stellst du dich seinen Streichen dar, damit sie uns nicht schaden. 2. Du Belo, der andern Stärfe giebt, was kann dich so erschüttern? Ach, seine Seele wird betrübt, des Helden Glieder zittern. Ach, hingesunken auf die Knie, arbeitet er in schwerer Müh', und kämpfet im Gebete. Er wünscht den bangen Kampf verkürzt. Wer sieht dies, und wird nicht bestürzt? O schauervolle Stätte! 3. Gott, wie bist du so wunderbar in allen deinen Werken! Ein Knecht, ein Engel, muß sogar den Herrn vom Himmel stärken. Er ringt. Von seinem Angesicht träuft Schweiß, ach, wer entfeßt sich nicht? Für Schweiß träuft Blut zur Erden. Der du in reiner Unschuld prangst, wie konntest 4. Ach, Herr, der Sündenknecht war ich. Ich sollte Blutschweiß schwißen. Es sollten billig nur auf mich der Nache Wetter blizen. Ich Armer, wie entrinn' ich da! vor Gottes Zorne müßt' ich ja ohn' allen Trost versinken. Und da kömmst du, daß du ihn stillst. Sohn Gottes du, du selber willst den ganzen Zornkelch trinken. 5. Heil mir! der Sohn des Höchsten hat für mich sich richten lassen. Gott, welch ein wundervoller Rath! wer kann dein Thun noch fassen? Ach, da uns Fluch und Strafe droh'n, so trägt er sie für uns, der Sohn, den Gott uns selbst gegeben. Nun jauchze, Seele! du kommst nicht in Gottes schreckliches Gericht; du dringst hindurch in's Leben. 6. Doch denk', um welchen theuren Preis dein Heiland dich erkaufet! für dich rang er im Todesschweiß, für dich mit Blut getaufet! ach Seele, ſorge, daß dich nie die Sünd' in thre Neze zieh', nichts deine Treu' erschütt're! Reizt dich das Fleisch, ach höre nicht! schau' hin in's furchtbare Gericht, das Jesum traf; und zittre! Von den Banden Jesu. 82. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 127. Geffen wunden unser ottes Lamm, durch dessen Heil wird festgesetzt! Ach, wie hart wirst du gebunden, und dein heil'ger Leib verlegt! Deiner Feinde strenge Hände wissen ihrer Wuth fein Ende! und du giebst mit stillem Sinn dich in ihre Fesseln hin. 2. Mehr, als zwölf der Legionen, welche dort um fenen Thron deines großen Vaters wohnen, stehn bereit, o Menschen Sohn! deine Ketten zu zerschlagen, deine Feinde zu verjagen: aber du verlangst es nicht, daß man deine Bande bricht. 3. Du bist selber reich an Stärke, die sich jetzt auch nicht verlor; aber hier in diesem Werke geht Geduld Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 75 der Allmacht vor. Denn sonst müß er anders nichts verlanget, als uns in ten Band' und Schlingen wie des des Vaters Schooß dermaleinst zu Simsons Stricke springen; und der führen ein, lassen wir von eitlem Feinde große Zahl stürzte deiner Gott- Schein lieber, als von seinen Schläheit Strahl. gen unsern schnöden Sinn bewegen. 3. Lehre mich, o Heil der Armen! deiner Streiche hohen Werth, was dadurch für ein Erbarmen und für Trost mir wiederfährt; da dein Blut, das von dir fließt, ein bewährter Balsam ist von dem Geist der Sündenbeulen mich zu rein'gen und zu heilen. 4. Willst du, daß ich mitempfinde, wie dich deine Geißel schmerzt, wenn mein Herz durch Schuld und Sünde, Jesu, deine Gunst verscherzt: ach Herr, so verbirg nur nicht dein genädig Angesicht, laß von deiner Strafe Ruthen nicht so sehr die Wunden bluten. 5. Herr, du littest nicht vergebens. Wenn ich dann nach Gottes Schluß, an dem Ende meines Lebens mit dem Tode ringen muß: ach, so zeige dich nur bald in der tröstlichen Gestalt, da vom Scheitel bis zu'n Füßen des Versöhnbluts Ströme fließen. 6. Was mußt du, mein Heiland, leiden, welche Schmach und welche Pein! doch du siehst auf jene Freuden, und erduldest Schmach und Pein. Laß mich auch voll Zuversicht, wenn dereinst das Herz mir bricht, meiner Leiden Ausgang schauen; fest will ich auf dich vertrauen. - 4. Starker Held, um meinetwillen streckst du deine Hände dar, um die Schriften zu erfüllen, schonest du der frechen Schaar, wehrst dem Schwerte deines Freundes, heilst die Wunden deines Feindes, und dein Arm nimmt Fesseln an, die er doch vermeiden kann. 5. Alles, was du ausgestanden, ist zu meinem Heil geschehn; und die Schmach von deinen Banden macht, daß ich kann ledig gehn. Weil man dich gefangen führet, bleib ich fret und unberühret; weil du deiner Ketten Last mir zu gut getragen hast. 6. Heiland, wie ist deine Güte für mich Sündenknecht so groß! mache dann auch mein Gemüthe immer mehr vom Eitlen los. Lasse mich mit ihren Stricken Welt und Lüste nicht berücken, daß ich von der Sünde frei, dir nun ganz ergeben sey! 7. Laß in diesen Prüfungstagen den durch dich erlös'ten Geist keine and're Bande tragen, als die du mich tragen heiß'st: Bande deiner Furcht und Liebe. Lege meines Fleißes Triebe solche Strick' und Fesseln an, die es nicht zerreißen kann. 8. Soll ich einst die Ehr' erlangen, daß ich deines Geistes voll, auch in andern Fesseln prangen und für dich was leiden soll; ach), so laß mich in den Banden, in Gefängniß, und Schanden, ja in aller Todespein dir, mein Heiland! ähnlich seyn. Von der Geisselung Jesu. Mel. Freu' dich sehr, o meine. 29. 128. Unser Seiland steht gebunden, voller Striemen, voller Blut, und fühlt so viel neue Wunden, als der Kriegsknecht Streiche thut. Seht, was seine Liebe kann! und wir denken kaum daran, daß er wegen unsrer Schulden dieses alles muß erdulden. 2. Da die Welt in Seide pranget, steht ihr König nackt und bloß, da Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. 129. Seht, welch ein Mensch! ach Schand' ist er bedecket, der Glanz der Herrlichkeit! Schaut Menschen, und erschrecket! Des Höchsten Sohn habt ihr so tief herab gebracht! so schwere Müh' hat ihm nur eure Schuld gemacht! - 2. Seht, welch ein Mensch! Weh' euch, wenn hier noch vor den Sünden nicht eure Seele gräult! Sein Zorn wird sich entzünden! Dann fordert er die Schmach, die er für euch empfand, so ihr euch nicht bekehrt, im Zorn von eurer Hand. die 3. Seht, welch ein Mensch! ihr in Heiligkeit ihm dienet, schaut, wie er Sünden büßt! schaut, wie 76 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. er uns verfühnet! Wohl euch, daß| ganz entzündet für mein Heil! Nichts seine Schmach euch schmerzet und betrübt. Erfreuet euch des Heils, das diese Schmach euch giebt. scheuest du: Nicht Marter, Schmach und Hohn, um aus der Noth mich ganz herauszuziehen, mich Sohn des Staubs o du, des Höchsten Sohn! wie kann ich g'nug vor Dankbegierde glühen! 4. Seht, welch ein Mensch! hier steht, Verbrechern gleich, gebunden, an dem sein Richter selbst gar keine Schuld gefunden! Dies Zeugniß ist mir werth! Denn wär' er nicht ganz rein, wie könnt' er dann für uns ein gült'ges Opfer seyn? 5. Seht, welch ein Mensch! ach seht! wie ist sein Leib zerrissen! Seht, was für Ströme Bluts aus seinen Wunden fließen. Heilsame theure Fluth! aus diesen Wunden quillt, was unsre Schaden heilt, und das Gewissen stillt. 2. Am Delberg wartet auf dich Angst und Qual, die Stund' ist da, nun willst du nicht verweilen, ich sehe dich aus Salems Pforten eilen. Du wallst dahin durch Kidrons schwarzes Thal, und Todesschrecken folgen dir dahin. Nichts kann indeß den großen Vorsatz hindern; des Menschen Rettung lag dir längst im Sinn. Ganz weihst du dich verlornen Adamskindern. 1- 6. Seht, welch ein Mensch! ach seht! schmerzhafte Dornen krönen sein majestätisch Haupt! doch mag die Welt dich höhnen! Mein Jesu! mir bleibst du ein König auch noch hier! Voll Ehrerbietigkeit beug' ich die Knie vor dir. 7. Seht, welch ein Mensch! Er muß, vom Nohrstab frech zerschlagen, noch in der eignen Hand des Frevels Werkzeug tragen! Ach wißt! daß dieſe Hand ein eisern Zepter trägt! Sorgt, Frevler, daß sie euch nicht einst im Zorn zerschlägt! 8. Seht, welch ein Mensch! schaut hin, o Sünder! und erschrecket! da so viel Speichel ihm sein Antlig über decket. Gott, wie viel schnöde Schmach trifft deinen Sohn um mich! Mein Dank ergießt vor dir in heißen Thränen sich. 9. Seht, welch ein Mensch! mein Herz im Leibe will mir brechen! Ob diese Leiden schon mir ew'gen Trost versprechen; Herr, ich kann ihrer nie mich ohne Wehmuth freu'n! Herr, laß mich ja für dich nie Spott und Schande scheu'n! - 5. Ganz sollst du nun ein Mann des Schmerzes seyn. Dich, Heiliger! Verbrechern gleich zu fangen, dringt jetzt auf dich mit Fackeln, Schwert und Stangen von Wuth beseelt die Schaar der Sünder ein. Du stellst dich dar; doch ihren harten Sinn kann weder deine Macht noch Unschuld rühren; gefesselt führen dich die Frevler 130. Mein ein Lebensfürst! nun hin, die bei dir nichts als Willigkeit Mann ich vich mein verſpüren. Mel. Die Quell', woraus der M. 84. 3. Nunmehr kommst du in jenem Garten an, wo dich, o du mein einziger Berather! so oft mit Ernst zu deinem großen Vater für unser Heil die Engel beten sahn. Jetzt wurdest du in Traurigkeit versenkt, mit Todesangst und Schrecken ganz befangen, daß ich von allem, was mich nagt und kränkt, bei deiner Angst Befreiung möcht erlangen. Theil, und meinen Trost, und meinen Retter nennen. Wie loderst du, wie werd' ich's g'nug erkennen, von Eifer 4. Dein blut'ger Schweiß zeigt, wie dich Gott jetzt schreckt: wie beben dir, o Held, vor Furcht die Glieder! Du sinkst vom Zorn des höchsten Richters nieder, wirst als ein Wurm mit Blut und Staub bedeckt. Hör seine Stimm', o Sünder, höre sie! Dir ruft er zu, in diese Noth gerathen: mit deiner Schuld machst du mir diese Müh', und diese Qual mit deinen Missethaten. 6. Mit größter Wuth greift dich der Feind nun an, als wärest du der größte Missethäter. Was thut der Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 77 Freund? Ach, er wird ein Verräther!| zürn' ich mit der Juden Wuth? Ach, Mit Abscheu seh' ich seine Bosheit hier kann ich des Menschen Chorheit an. Doch Judas schmerzt dich jezzo lesen; Tand wählet er, der Thor, nicht allein; bei deiner Noth siehst du für's höchste Gut: wie oft bin ich ein die Jünger fliehen; jetzt bleibest du solcher Thor gewesen. ganz hülflos und allein, du siehst sie all' und selbst auch Petrum fliehen. 7. Der Richter seines Volks steht vor Gericht, vor Caiphas läßt er sich laut verklagen, und schweigt, was auch die falschen Zeugen sagen; gescholten, schilt der heil'ge Gottmensch nicht. Er kommt noch einst und mit ihm kommt sein Lohn, und alle Bosbeit wird gewiß gerochen. Gleichwohl wird ihm, des Allerhöchsten Sohn, als einem Lästerer der Stab gebrochen. 12. Das Mordgeschrei, das an den Himmel stieß, schallt nicht so laut, als meine Sünden riefen. Die Ströme, die aus so viel Wunden liefen, als, Jesu, dich Pilatus geißeln ließ, entdeckten mir garmerklich meine Schuld; verdient hatt' ich des Satans Wuth und Morden: o! Dank sey dir! mich rettet deine Huld, heil bin ich nun durch deine Wunden worden. 8. Mein Jesu! bricht dir nicht die Schmach das Herz? Verspei't wirst du, geschlagen und verhöhnet. Wie ist dir, da der Läst'rung Stimm' ertönet? Wie weit treibt man den pöbelhaften Scherz? Du, der Propheten Größter, wirst ein Spott. Wie darf dein eignes Volk dich so entehren! Ach, theuer sey du mir! Von dir spricht Gott: das ist mein lieber Sohn, den sollt ihr hören. 9. Hat Petrus dreimal dich aus Furchtsamkeit verläugnet, und damit dein Herz durchstochen, ach! wie viel öfters hab' ich Treu' gebrochen! Doch ist es mir, o Herr, wie Petro, leid. Und darum hast du den treulosen Knecht beständig noch zu lieben fortgefahren. Ach, bring' mich auch, wenn ich verirrt, zurecht, laß deinen Geist dies schwache Nohr bewahren. 10. Folg' ihm, mein Geist, bestürzt in's Richthaus nach: D welch ein Schauplaß nie erhörter Leiden! wie duldet er von Juden und von Heiden. Er beider Heil, ganz unverdiente Schmach! Den Aufruhrstifter sieht Pilatus nicht; o, wie empöret sich jeßt mein Gewissen, da, Jesu, dir sein Mund das Urtheil spricht! bedroht, geschreckt, wird Er dahin gerissen. 11. Dir durfte man den Mörder Barrabas, o Theuerster! gar an die Seite seßen, und, was entseßlich ist! dich schlimmer schätzen. O Naserei! D, mehr, als Cains- Haß! Doch warum 13. Welch Schauspiel stellt sich meinen Augen dar; mit Dornen krönet man dich, o mein König! dem Frevler ist die Schmach noch allzuwenig, ein Rohr reicht man dir als ein Zepter dar! der Purpur höhnet dich, man beugt die Knie und spottet dich mit Worten und Gebehrden. Ach, meine Schuld! wie groß, wie groß ist sie! so tief mußt du für mich erniedrigt werden. 14. Ganz matt schleppst du bein Kreuz nach Golgatha, noch mehr vom Fluch, der auf dir lag, gedrücket. Was ist's, das nun mein schüchtern Aug erblicket? Wie schauervoll wirst du mir, Golgatha! Da hänget er, ein Scheusal, nackt und bloß; sollt er denn nicht mein Mitleid ganz erwecken! Ach, ihn drückt unsre Schuld! ein Berg! wie groß! und er verlangt nicht Mitleid, sondern Schrecken. 15. Du bist, o schreckensvolles Golgatha, die Trauerbühne, da mein Heiland litte; der Kampfplaß, wo des Weibes Saame stritte, der Ort, wo man das höchste Wunder sah. Hier hänget Er, der Opfer Gegenbild, der Gottes Zorn in vollem Mäaße fühlte! Hier trifft der Pfeil, dich, meines Glaubens Schild, der längst auf mich, mich großen Sünder, zielte. 16. Mein Heiland hängt dort zwischen Mördern. Mich wollt er der Schaar der Seel'gen zugesellen; hier will ich dann zu seinem Kreuz mich stellen: der Deinen Treu' und Wehmuth rühret dich. Der Kriegsknecht 78 Erster Theil. Von dem nimmt zwar deine Kleider hin, doch mir verläsfest du den besten Segen. Dein bin ich ganz, und was ich hab' und bin, will ich auch gern zu deinen Füßen legen. d 17. Das Bundesblut erwies die erste Kraft am Schächer, der noch in der letzten Stunde durch wahre Buß' und Glauben Gnade funde. Für alle Sünden war nun Rath geschafft. Doch ist aus tausend einem dies gescheh'n; so ist dem sichern Fleisch nichts eingeräumet; der andre Schächer mußt' zu Grunde gehn, weil er die rechte Gnadenzeit versäumet. Leiden und Sterben Jesu. Wasser slenst; Vergebung schafft mir sein vergoßnes Blut, sein Geift stärkt mich zu jedem guten Werke; ein offner Born, wie fließt er mir zu gut! ich bin im Herrn Gerechtigkeit und Stärke. 18. Der Mittag kommt. Der Sonne Schein hört auf: dir, ihrem Schöpfer, 23. So lang' ich aber noch ein will kein Licht mehr scheinen. Du, Pilgrim bin, soll in mein Herz dein Helfer, mußt als ein Verlass'ner weisterbend Bild sich schließen; mein Mund nen. Dein Angstgeschrei stört jegt der soll sich in Lob und Dank ergießen; Schöpfung Lauf. Wer zittert nicht? der Löw' aus Juda brüllt, den Sohn der Liebe trifft des Vaters Ruthe; was Wunder, daß sich die Vernunft verhüllt! D, du mein Trost! Was schmeckst du mir zu gute. ganz geb' ich mich zu deinem Opfer hin. Die Sünde, die dich mit so schwerer Last für mich gedrückt, will ich mit Ernst verfluchen! ich will, was du für mich geleistet hast, mit Lieb' und Trei dir zu vergelten suchen. 20. Von heißem Durst wirst du zuletzt gequält; und welch ein Labsal wird für dich gefunden! Ach, wie betrübt sind deine letzten Stunden! damit ja nichts an deinem Leiden fehlt. Es ist vollbracht; rufst du dann aus, und stirbst, und übergiebst den Geist des Vaters Händen. Welch Heil! das du so sterbend mir erwarbst! getroft kann ich nun meinen Lauf vollenden. 22. Kommst du mit Blut und Wasser nun zu mir, so will ich, Herr! dir mich zum Opfer bringen! beim offnen Vorhang wird es mir gelingen: freimüthig nab' ich mich nunmehr zu dir. Muth mache mir im letzten Kampf dein Blut, gestärkt durch deinen Geist laß mich dann scheiden, dein Blut lösch aus für mich der Höllen Gluth, dein Geist führ' mich zu deines Himmels Freuden. 19. Nun weiß ich, daß die Nacht der Finsterniß zerstöret ist. Sollt ichis noch rathlos stehen, und schmachtend 131. 119 hin durch dunkle Thäler gehen, so bleibt mir, Jesu, doch dein Trost gewiß. O sollt ich je von dir geschieden seyn! O, solltest du je meiner nicht gedenken! Eh' wird die Sonne sich, von Licht und Schein beraubet, in des Abgrunds Kluft versenken. JOD 21. Merk auf, o du in mir erschrochner Geist! Schau' Jesu Seite noch zuletzt durchstochen; nachdem der Tod ihm schon das Herz gebrochen, schau', wie sein Blut vereint mit Mel. Herzliebster Jesn, was haft. nschuld'ger Jesu, was hast du verbrochen? Dein Todesurtheil haben sie gesprochen. Ein Fluch gemacht sollst du am Kreuze sterben, wie Sünder sterben. 2. Gegeisselt wirst du und zur Schmach gekrönet, in's Angesicht geschlagen und verhöhnet! mit Finsterniß des Todes schon umschattet gehst du ermattet. 3. Du trägst dein Kreuz, du eilft auf blut'gen Wegen voll Zuversicht, voll Muth dem Tod entgegen! Sch sehe dich gekreuzigt, dich entfärbend, voll Wunden sterbend. 4. Was ist die Ursach' dieser deiner Plagen? Ach, unsre Sünden haben Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 79 dich geschlagen! Wir, großer Mittler,| Ueberwinder Krone, dein großes Lob haben das verschuldet, was du erduldet! viel würdiger besingen, stets Dank 5. Wie wunderbar ist, Richter, deine dir bringen! Strafe! der gute Hirte leidet für die der MittJITE har Gerechte, für seine Senechte! 6. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt! der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt! die Unschuld stirbt! der das Gesetz gebrochen, wird losgesprochen! 7. Ach, unsre Seele war entstellt von Sünden, an uns Verbrechern war nichts Gut's zu finden! das hätten wir, von Gott verworfen, müssen auf ewig büßen! 8. Liebe! Liebe niemals auszusprechen! du willst's! an dir soll es der Rächer rächen! Wir lebten mit der Welt in ihren Freuden, und du willst leiden! mustraded 9. Wer kann, o Herr, die großen Seligkeiten, die du uns gabst, mit vollem Dank ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? ig glad 10. Doch du sagst selbst: Eins werde dir gefallen: wenn wir vor dir mit Buße niederfallen, und unser Herz von neuem nicht entzünden mit alten Sünden! 11. Es ist, Versöhner, nicht in unsern Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften! O send' uns deinen Geist, der uns regiere, zum Himmel führe! 12. Dann wollen wir mit vollem Dank betrachten, was du gethan hast, diese Welt nicht achten. Wir wollen wachen, beten, deinen Willen mit Freud' erfüllen. 13. Dann wollen wir für dich, Herr, alles wagen; kein Kreuz nicht fürchten! keine Schmach und Plagen; uns sollen Spott, Verfolgung, Tod und Leiden nie von dir scheiden. 14. Dies alles ist zwar nur für schlecht zu achten, weil wir noch sterblich sind, im Staube schmachten! doch nimmst du's an; du wirst uns dennoch geben ein ewig's Leben! 15. Dort werden wir, o Herr, vor deinem Throne, geschmücket mit der Mel. Herzliebster Jesu. 131. 132. err! mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenten, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Menſch, gleich uns auf Erden; und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen. and 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Kräfte. Mein Herz erbebt; ich seh' und ich empfinde den Fluch der Sünde. tun? 193 ar 4. Gott ist gerecht; ein Rächer alles Bösen. Gott ist die Lieb', und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darniederbes stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde, 6. D Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deiner Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken: allein sollt' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? de the for 8. Das Größt' in Gott ist: Gnad' und Lieb' erweisen; uns kommes zu, sie demuthsvoll zu preisen; zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget.pndspotk 9. So sey denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich, ich will dich wieder lieben; und stets mit Freuden deinen Willen üben, o gieb zu diesem heiligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte. [ 12 80 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. Mel. Uch Herr, mich armen Sünder. 67. F zu dir und deiner Treu, und bis ich 133. Der du soll Blut und einft erkalte, ganz nur ber Deine ſey! Wunden für uns am Kreuze starbst, und unsern letzten Stunden den größten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh' ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Heil! wie dank' ich dir? 9. einst soll scheiden! ach! dann verlaß mich nicht! sey auch in Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze seyn, dann reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Pein. ng i 193 2. Wie viel hast du erlitten, erhab'ner Menschensohn! als du den Tod bestritten, den Tod, der Sünde Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herze brach, am sid phoi 10. Erhebe dann mein Hoffen, zur bessern Welt zu gehn, und laß im Geist mich offen, Herr! deinen Himmel sehn. Dahin laß mit Entzücken alsdann mich glaubensvoll nach dir, mein Heiland, blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! dgien jum negitim uzun 4. % 100% 3 Mcl. Liebster Jesu, wir sind. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du der Leute Spott; dich deine Feinde: wo ist denn nun dein Gott? l2 std 11070 4. O schreckliches Empfinden! du fühltest das Gewicht vom Fluche unfrer Sünden und Lind'rung ward dir nicht. Stets wuchsen deine Plagen; kein Helfer kam für dich. Man hörte dich selbst klagen: Gott! wie verlässt du mich! un min adam his 5. Mein Heil! was du erduldet, das ist auch meine Last. Ich habe mit verschuldet, was du getragen hast. Sieh gnädig auf mich Armen, der Zorn verdienet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr! nicht liebst? wo Reint gung von Sünden, wenn du sie mir nicht giebst? 7. Du hast mir durch dein Leiden Vergebung, Beßrungskraft, in Trübsal Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft., gieb an dieser Gnade auch mir im Glauben Theil; so wird mein Seelenschade durch dich, Erlöser! heil. ir jordal 01 8. Ich danke dir von Herzen, o du, mein größter Freund! für deine Todesschmerzen. Wie gut hast du's gemeint! Ach! gieb, daß ich mich halte 134. Meine Seel', ermuntre Jesu zu bedenken. Auf sein Kreuz hin müsse sich jetzt dein Blick voll Andacht lenken, daß dein Herz der großen Treue deines Jesu sich erfreue. nalog 2. Sieh'! der wahre Gottessohn ist für dich an's Holz geheftet! Hier hängt er voll Schmach und Hohn, blutig, schmerzenvoll, entkräftet! Ach für mich mit Fluch beschweret! wo ist größre Lieb' erhöret min nov 3. Du, du solltest große Pein ewig in der Hölle leiden, und von Gott verstoßen seyn, ewig fern von allen Freuden. Da trägt Jesus deine Sünden, daß du könntest Gnade finden. deines Richters Zorn und Nache. Er 4. Sein verdienstlich Leiden stillt hat das Gesez erfüllt, gut gemacht die böse Sache; Sünde, Teufel, Tod bezwungen, und das Leben dir errungen. 5. Nun, was liegt dir ob, mein Herz? Dem dich dankbar zu beweisen, der sogar durch Blut und Schmerz seine Lieb' an dir will preisen. Kannst du wohl in schwachen Liedern ihm so große Lieb' erwiedern? 6. Ach, ich kann ja nimmermehr das Geringste nur vergelten! Er verbind't uns ihm zu sehr. Meine Trägbeit muß ich schelten, daß ich ihn so lau geliebet, ja durch Sünden oft betrübet, bimbing med man Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 81 7. Was geschehen ist, das soll Mel. Getreuer Gott, wie viel.- 37. ferner nicht von mir geschehen. Fest 135. Erfülle, Herr! doch selbst entschlossen, eifersvoll, einen andern Weg zu gehen, will ich nun nur Jesum suchen, und, was ihn betrübt, verfluchen. mein mit reinem Andachtstriebe. Ich denk' an deines Leidens Schmerz, die Wirkung deiner Liebe. Dein Kreuz sey mir gebenedeit; welch Wunder der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Wenn hab' ich dies doch recht bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür gevriesen? 2. Rath, Kraft und Friedefürst, und Held, in Fleisch und Blut gekletdet, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet? Du ringst mit Angst und Todesnoth und gehst doch willig in den Tod: O Liebe sonder Ende! du nimmst auf dich der Menschen Schuld, und giebst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hände. -- 8. Weg ihr Sünden, fern von mir! euch kann ich an mir nicht leiden! Welch ein schnöder Greul seyd ihr! Ach, von dem wollt ihr mich scheiden, ohne welchen ist kein Leben, keine Gnade, kein Vergeben. 9. Dir, mein Jesu, dir mein Heil, will ich ganz mich übergeben; als dein Eigenthum und Theil, dir zu sterben, dir zu leben, dir zu reden, dir zu leiden, dir zu schweigen, dir zu meiden. 10. Du, mein Jesu, sollst es seyn, auf den stets mein Auge blicket. Wie du mein bist, bleib' ich dein, immer g ganz und unverrücket; was du liebst, will ich auch lieben; was dich kränkt, soll mich betrüben. 11. Drohten mir sogar um dich Tod und Martern, Schmach und Bande, mich schreckt nichts; von dir hab' ich deinen Geist zum theuren Pfande, daß ich soll den Himmel erben; darauf kann ich fröhlich sterben. 12. Nun dann, nimm mich ganz dahin! Jesu will ich seyn und bleiben, dem ich lebe, deß ich bin. Nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen. Ewig will ich dich umfassen. 13. Ist schon jezo, ist schon hier solche Freud' und Nuh' zu finden, wenn im Glauben wir mit dir uns, mein Sesu, recht verbinden, schenkst du schon so viel auf Erden: ey, was will im Himmel werden! 14. Was für Wollust nach dem Leid! nach dem Elend was für Ehre! was für Ruhe nach dem Streit! was für frohe Jubelchöre! Ewig werd' ich Gott dort loben, wenn er mich zu sich erhoben. 15. Täglich, täglich freu' ich mich auf dies freudenvolle Leben! Heiland, dir sey Dank! durch dich wird es mir dereinst gegeben! Laß, im Glauben mich zu halten, deine Kraft in mir stets walten. 3. Du trägst der Missethäter Lohn, und hattest nie gesündigt; du, der Gerechte, Gottes Sohn! so war's vorher verkündigt. Der Frechen Schaar begehrt dein Blut; du duldest göttlich groß die Wuth, um Seelen zu erretten. Dein Mörder, Jesu, war auch ich; denn Gott warf alle Sünd' auf dich, damit wir Friede hätten. 4. Erniedrigt bis zur Knechtsgestalt, und doch der Größt' im Herzen, erträgst du Spott, Schmach, und Gewalt, voll Krankheit und voll Schmerzen. Man sah dich, der Verheißung Ziel; doch an dir war nichts, das gestel, und nicht Gestalt und Schöne. Vor dir, Herr, unsre Zuversicht, verbarg man selbst das Angesicht, dich schmähten Bundessöhne. 5. Ein Opfer nach rem ew'gen Rath; belegt mit unsern Plagen; um deines Volkes Missethat gemartert und zerschlagen, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm, in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlachtbank führet. Freiwillig als der Helden Held, trägst du aus Liebe für die Welt, den Tod, der uns gebühret. 6. Du neigst dein Haupt. Es ist vollbracht. Du stirbst, die Erd' erschüt tert. Die Arbeit hab' ich dir gemacht; Herr, meine Seele zittert. Was ist der Mensch, den du befreit? D wär' 6 82 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. Huld erheben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnaden Stärke. ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß mich Gnade finden; und deine Liebe dringe mich, daß ich dich wieder lieb' und dich nie kreuzige mit Sünden. - 7. Welch Warten einer ew'gen Pein, für die, die dich verachten, die, solcher Gnade werth zu seyn, nicht nach dem Glauben trachten; für die, die dein Verdienst gestehn, und dich durch ihre Laster schmähn, als wirkliche Verhöhner. Wer dich nicht liebt, kommt in's Gericht, wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; ihm bist du kein Versöhner. 8. Du hast's gesagt; du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ist's, das mir Trost verschafft, wenn mich die Sünden kränken. Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb' und Demuth stets vor dir erfunden werden! dein Heil sey mir der Schirm in Noth, mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, mein letter Trost auf Erden. Mel. O Lamm Gottes, unschuldig. 136. O 2. Dein ew'ger Sohn selbst stirbt für Menschenkinder. Der Heiligste tritt an die Statt der Sünder! der Seligste begiebt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das aller Sünden träget, d'rauf du die Strafe weislich selbst geleget, daß du die Schuld an den verlornen Schafen nicht dürfteſt strafen. Mel. Ich will, mein Gott, du.- 55. ott, der uns 137. einen Sohn gegeben, wer kann doch g'nugsam deine 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Versöhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen für Wohlgefallen? 5. Verdient Verachtung göttlicher Gesezze, verdient Verschwendung unschäßbarer Schätze, verdient ein selbst gemachter böser Schade des Nichters Gnade? 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thust noch mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden stets geduldig, wiewohl du wurd'st verachtet; die Sünd' hast du getragen, sonst müßten wir verza- gen. Erbarm' dich unser, o Jesu, Jesu. 2. O Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden stets geduldig, wiewohl du wurd'st 138. M verachtet! Die Sünd' hast du getragen; sonst müßt' auch ich verzagen, Lob sey dir ewig, o Jesu, Jesu! 7. Ach, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Vater nennen, und zum Gehorsam dir mein ganzes Leben willig ergeben. 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, aus deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir zu meinem ew'gen Heile, nun auch zu Theile! 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen, und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen. Dein Geist ſev mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. Mel. Christus, der uns selig macht. ein Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich littest! und auch auf der Himmel Thron jetzt noch für mich bittest, Erster Theil. Von dem - welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden; D, wie preiß' ich würdig dich, Ursprung meiner Leiden und Sterben Jesu. 83 9. Stärke mich durch deinen Tod auf die letzten Stunden. Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden; o, so hilf dazu auch mir; laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank' ich ewig dir für dein bittres Leiden. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. 139. Welt! fieb hier bein D sich Freuden. Leben am Stamm des Kreuzes schweben! dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banzeit voller Freuden leben. Aber, oden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr! gegeben; und du konntest jederder großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath auch für meine Sünden. Unfre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh', mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Lust zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich auf's Todesthal noch mit Freuden sehen; und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, hast aus aller Noth Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen! Gieb mir Weisheit, gieb mir Kraft, du hast sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden. 2. Tritt her und schau' mit Fleiße! mit Blut und Todesschweiße ist ganz sein Leib bedeckt; und unnennbare Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, da er den Kelch des Zornes schmeckt. 3. Wer hat dich so geschlagen, und dieses Heer von Plagen, Herr, wider dich erregt? du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder: wie sind dir Strafen auferlegt? 4. Ich, ich und meine Sünden, der sich so viele finden, als Sandes an dem Meer, die haben dich geschlagen, die brachten diese Plägen auf dich, und dieses Marterheer. 5. Ich bin's, ich sollte büßen in ew'gen Finsternissen, was nun dein Tod versühnt: die Geißel und die Banden, und was du ausgestanden, das alles, Herr, hab' ich verdient. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken, wie ein Gebirge schwer! du wirst ein Fluch; dagegen erwirbst du mir den Segen und o wie gnadenreich ist er! 7. Du sehest dich zum Bürgen, ja läsfest dich selbst würgen für mich und meine Schuld; für mich läss'st du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sündenreiz hier zu widerstreben. Treib' mich mächtig dadurch an, Gottes Zorn zu scheuen; was ich Unrecht je gethan innig zu bereuen. 8. Für mich ihn zu erlegen, eilst du dem Tod entgegen mit großem Heldenmuth. Du stirbst, daß ich nicht sterbe, noch ewiglich verderbe; o unerhörte Liebesglut! 8. Drückt mich meine Sündennoth, straft mich mein Gewissen: o! dann 9. Wie bin ich dir verbunden, durch laß aus deinem Tod mich den Trost den ich Heil gefunden! ich bin dein genießen, daß du auch für meine Schuld Eigenthum. Mich dankbar zu erweisen, ૩૫ büßend bist gestorben, und Vergebung, soll Seel' und Leib dich preisen, und Gnad' und Huld mir bei Gott erworben. I dir gehorchen sey mein Ruhm! 6* 84 Erster Theil. Von dem 10. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mich trösten und erfreun. Es soll von meinen Pflichten mich täglich unterrichten, und Kraft zur Tugend mir verleihn. - 11. Wie strenge Gott Verbrechen an denen einst wird rächen, die seine Huld verschmähn; wie schwer sie ihrer Sünden Vergeltung werden finden will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Dein Beispiel soll mich lehren, den Nath des Höchsten ehren, und thun, was er gebeut. Nicht meinen eig'nen Willen, nur seinen zu erfüllen, ist meine Pflicht und Seligkeit. 13. Nach dir will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, nach dir, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getrost und willig tragen; und thun, wie mein Erlöser that. 14. Nie will ich wieder schelten; nie Spott mit Spott vergelten; nie, wenn ich leide, bräu'n; wie du gelassen dulden; dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzensgrund verzeihn. 15. Ich will ans Kreuze schlagen mein Fleisch, und dem entsagen, was dir, Herr, nicht gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. Mel. Meine Liebe hängt am Kreuz. 140. M ein Erlöser hängt am Kreuz und ist hier ein Ziel des Spottes, ach Sohn Gottes! Wo ist deines Arms Gewalt? Wo die göttliche Gestalt? 2. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Größ' und Hoheit sind verschwunden. Nichts, als Wunden! Nichts, als Blut, und Qual auf Qual! nichts, als Leiden ohne Zahl. 3. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und hängt hier auch meinetwegen; Leiden und Sterben Jesu. mir zum Segen. In ihm wird, statt Fluches, Heil, jedem, der da glaubt, zu Theil. 4. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Hier will ich ihn fest umfassen, ihn nicht lassen, ihn, der mich am Kreuz vertrat, bis er mich gesegnet hat. 5. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Auch für mich hat er sein Leben hingegeben. Brenne, Herz, in heißer Glut gegen ihn, dein höchstes Gut. 6. Mein Erlöser hängt am Kreuz. und ich sollte nun an Sünden Lust noch finden? Sie will ich voll Abscheu's flichn; meine Sünden kreuz'gen ihn. 7. Mein Erlöser hängt am Kreuzz und ich wollt' in rohen Freuden mich noch weiden? Das sey fern! Die Welt sey mir nun gekreuzigt, und ich ihr. 8. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich sollte seinen Willen nicht erfüllen? Theuer hat er mich erkauft, und auf ihn bin ich getauft. 9. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Sollt' ich nun in Hohn mich grämen? Sein mich schämen? Froh rühm' ich mich seiner Schmach; trage gern sein Kreuz ihm nach. 10. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt' in trüben Tagen trostlos zagen? Ach, die schwerste Bürde deucht, gegen seine Last, mir leicht, 11. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Herr, ich bleib' im Tod und Leben dir ergeben. Als du starbest, starbst du mir; wenn ich sterbe, sterb' ich dir. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr. 141. U m Gnade für die Sünderwelt rufst du mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wenn dich bei deinem herben Schmerz die Böse Erster Theil. Von dem - wichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf auf den den zurück, den diese Schaar zurück, den diese Schaar in dir entehrt; rufst, daß es Erd' und Himmel hört: vergieb o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; das, was sie thun, verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh' ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Shr, die ihr euren Heiland ehrt! fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget. Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt auch uns zu unsrer Ruh' Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ, gelobt sevst du für deinen Tod! Gott ist durch dich noch unser Gott. 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonetz daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh' nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an! hast du durch deiner Fürsprach Kraft, mein treuer Heiland mir verschafft. O Jesu Christ! mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis in den Tod. 4. Wird wo mein Herz vom Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o, dann versich're mich aufs neu', du stehest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket. Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich. Sey du mir nur nicht fürchterlich! und schließt sich meine Pilgrimschaft, so stärke mich mit neuer Leiden und Sterben Jesu. 85 Kraft. Herr Jesu Christ! der letzte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 5. Den sanften liebesvollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß', Herr, in meine Seele! Gieb, dir des Feindes hartes Herz und meine daß bei der Verfolgung Schmerz ich Sach' empfehle. Besänftige mein reges Blut; und flammt des Zornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an: Christ! wie du am Kreuz durch dein o, so erinn're mich daran, Herr Jesu Gebet selbst deinen Mördern Gnad' erfleht. 6. Mich tröste dein Versöhnungstod! es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! D, zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schutzpanier. Zeuch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fürsprach ewig freun. Herr Jesu Christ! wie selig ist, wie selig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! 47. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 142. 142. Swing' dich auf gen Golgatha! schau' den Herzen, daß dich ja seine Pein zur Heiland hier am Kreuze; nimm zu Buße reize. Härter bist du noch, als Stein, so du hier kannst fühllos seyn. zwischen Erd' und Himmel hangen! 2. Schaue doch das Jammerbild wie das Blut in Strömen quillt; daß ihm alle Kraft entgangen! schaue! ach, erschrickst du nicht, da sein sterbend Herze bricht? PROMEN alles das hätt' ich verschuldet, und 3. D Lamm Gottes ohne Schuld! du hast aus freier Huld Pein und Schmach für mich erduldet. Aus des ew'gen Feuers Glut mich zu retten, fließt dein Blut. 4. Du für uns erwürgtes Lamm! groß, ja groß ist deine Liebe! schau' von deines Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe! Ich bin schuldig; aller Schmerz, der dich trifft, durchbohrt mein Herz! note 86 Erster Theil.- Von dem 5. Herr, was kann ich dir dafür, daß du mich so liebest, geben? Nimm, was ich vermag, von mir! dir, nur dir gehört mein Leben! wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend seyn. 6. Nur bei dir allein such' ich Hülf' in meinen bängsten Stunden! schmachtend, lechzend sehn' ich mich nach dem Trost aus deinen Wunden, wie ein Hirsch nach Wasser schreit, bis er meine Seel' erfreut. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut! lehre mich die Welt verschmähen! laß auf dich, du höchstes Gut, immer unverwandt mich sehen, und im Kreuze führe mich selig, wenn schon wunderlich. 8. Endlich laß mich alle Noth freudig sterbend überwinden. Nirgends müsse mich der Tod, als bei dir, mein Hetland, finden. Wer nur dich zur Zuflucht macht, spricht getrost: Es ist vollbracht! - 3. Da du dich selbst für uns dahingegeben, wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben? und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelass'nen Herzens werden; da du so viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erbuldet? Leiden und Sterben Jesu. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott giebt uns die Kraft in deinem Namen dich nachzuahmen. 5. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt' ich sie, sie meine Brüder hassen; und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiligster! Du Herr und Haupt der Glieder, schalt'st auch nicht wieder. 8. Unendlich Glück! du littest uns zu gute. Ich bin versöhnt mit deinem theuren Blute. Du hast mir Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. Mel. Ich will, mein Gott, du König. 55. deinen Geist mich 143. tets, mein Helland, gen dieser Erden ein Aergerniß und 12. den Klulehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. eine Thorheit werden; so sey's doch mir, troß alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? 9. Nun bin ich denn schon selig hier im Glauben? so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben? so werd' ich dort von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben? 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf, im Glauben wach' und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize; so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd' ich matt im Laufe guter Werke, so sey mir's Stärke! 13. Gott! eile nicht, sie rächend zu einer von den Spöttern sich spät bezerschmettern! erbarme dich, wenn kehrt, und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet. 14. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränken; so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken! dein Kreuz, dies sey, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude. Mel. Ich will, mein Gott, du.- 55. 144. Se hochgepriesen, Herr, für deine Liebe! fie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. 2. Fürwahr, du trugest unfrer Sünden Schmerzen. D, welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen? du ließest unsre Schuld an dir bestrafen, uns Heil zu schaffen. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 87 3. D laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! was hab' ich sonst für sichern Troft auf Erden? was giebt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wenn ich einst scheide. 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Treu' geleitet, auch mir bereitet. - 5. O stärke selbst mein Herz in die sem Glauben. Kein banger Zweifel müsse ihn mir rauben! Er müsse mich zum Fleiß in guten Werken, beständig stärken. 6. Soll ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen? so wär' ich ja, o Herr, nicht sein Erlöster, du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sey mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. 145. B 2 Die letzten Worte Jesu. egleite mich, o Christ! wir gehen zum schmerzenvollen Golgatha, auf dessen fürchterlichen Höhen, was nie ein Engel faßt, geschah! Erwäg' an diesem heil'gen Orte des sterbenden Erlösers Worte, und rufe Gott um Glauben an! Sie können dir den Trost im Leben, und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr # trösten kann. 2. Schon zeigt der Blutberg sich von weitem! erschrick und zittre, frommes Herz! Sieh' deinen Retter, sieh' ihn streiten, und werde ganz Gefühl, ganz Schmerz. Hier hing, den Mördern übergeben, am Holze, Gottes Sohn, dein Leben; hier trug er unsrer Sünden Schuld; empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein Sterblicher empfunden, und bracht uns wieder Gottes Huld. 3. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an: Er ruft mit sanftmuthvollem Herzen; sie wissen nicht, was sie gethan. Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach! O Mensch, den Nach' und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Versöhner nach! 4. Welch Beispiel kindlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend anbefahl. Ach, in seiner letzten Stunde weinen, ſo wird mein Aug' einst um die Meinen soll dies Wort mir Trost verleih'n! der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schüßen strebte, wird auch der Meinen Pfleger seyn. 5. Froblockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese seyn. O Herr! laß an des Todes Pforte einst diese 88 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. frostesvollen Worte auch meiner Seele Trost verleih'n! Der Tod Jesu. 6. Wer kann die hohen Leiden als Christus an dem Kreuze rief: 146. S eht den leidenden Gerechten, so entehrt von LasterMein Gott, wie hast du mich verlassen? wie beuget ihn die Last so tief, die unsre Sünden auf ihn brachten! vor Angst und Pein müßt' er verschmachten, wär' Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! knechten! Er, der Herr, gekrönt, zum Hohne, träget seine Dornenkrone, und büßet büßet unsern Frevelmuth. 2. Unser göttlicher Vertreter wird geführt, wie Uebelthäter. Wer kann seine Leiden zählen? Eine Welt verlorner Seelen erkauft er sich um diesen Preis. - 7. Der Fürst des Himmels und der Erde, von Allem, was erquickt, entblößt, wünscht, daß sein Durst geſtillet werde! O Mensch, der dich so theu'r erlöst! der Heiland rufet dir noch heute aus tausend Armen, dir zur Seite, die Hunger, Durst und Mangel drückt: O selig, wer den Ruf erfüllet! denn, wer den Durst des Armen stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 3. Seht den Schönsten unter Allen 8. Nun enden sich die schweren Lei- bleich, entstellet und verfallen! Seiner den; der Heiland spricht: es ist voll- Hoheit Glanz vergangen! Schmach bracht! Wort des Sieges! Wort entweihte seine Wangen, und seine der Freuden! du nimmst dem Tode Nichterstimme schwieg. seine Macht. Heil uns! Wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlös'ten, zu verklagen, da er für uns genug gethan? Gieb, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: vollbracht ist nun des Leidens Bahn. 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Versöhner Gottes, sey auch mein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleih'n! du rufest: Bater, ich befehle in deine Hände meine Seele, die allen Menschen Heil erwarb! Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt er sanft sein Haupt und starb. 10. Bewein' ihn fromm mit stillen Zähren, o Christ, du hast ihn sterben sehn. Bald wirst du ihn durch Freuden ehren, und jauchzend seinen Ruhm erhöhn! Den deine Seufzer jetzt beklagen, der wird als Held nach dreien Tagen vom Grabe siegreich auferstehn! den freche Notten hier entehrten, den wirst du dort bei den Verklärten zur Rechten seines Baters sehn. 4. Ja, mit sanftem Edelmuthe litt er alles, uns zu Gute! daß der Sünder leben möge, wandelt auf dem Todeswege der Gottversöhner willig fort. 5. Keine Lind'rung stärkt den Müden, auf ihm liegt zu unserm Frieden, Fluch und Straf'! er trägts gelassen! seine Kraft hat ihn verlassen; er sinket wieder in den Staub. für uns ringen im Gebete. Schauet 6. Seht ihn auf der Schädelstätte mit zerschlagnem Herzen hin auf ihn, den Mann der Schmerzen, am Kreuz! Er hat's vollbracht und stirbt. 7. Herr, dein Leiden zu bedenken, wollest du mir Weisheit schenken. Mich vom Laster abzuschrecken, mich zur Tugend zu erwecken, lass mir es stets vor Augen seyn. 8. Daß ich dir mich ganz ergebe, niemals deiner unwerth lebe, nicht vor dir zu schanden werde, wenn du kommst, den Kreis der Erde zu richten mit Gerechtigkeit, man Erster Theil.- Von dem Mcl. Werde munter, mein. 116, eute, sprach mein Hei147. land, heute, an sein blut'ges Kreuz erhöht, als ein Sünder, ihm zur Seite, sterbend noch um Gnade fleht; heute, so betheu'r ich dir, heute noch sollst du mit mir in mein Paradies erhaben, Theil an meinem Reiche haben. - Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 2. Theures Wort aus Jefu Munde! 148. Es ist vollbracht! so ruft am Blut! der finstern Todesstunde giebst du Freudigkeit und Muth. Wenn der Christ nun scheiden soll, bleibt er fester Hoffnung voll, sieht die Nacht in Licht verwandelt, weiß gewiß, wohin er wandelt. 3. Ohne Zagen kann er sterben. Seine Seel' erstirbt ja nie. Ihr droht nicht nur kein Verderben, auch kein Schlaf betäubet sie, wo sie erst aus langer Nacht nach Jahrhunderten erwacht. Nein, sie soll zu neuem Leben scheidend noch empor sich heben. 4. Theures Wort des ew'gen Lebens! tröste du mein brechend Herz; und dann ängstet nur vergebens meinen Geist der Trennung Schmerz. Er sinkt nicht in Finsterniß! denn wahrhaftig und gewiß ist das Wort des treuen Zeugen. Hier muß jeder Zweifel schweigen. 5. Herr! nun führ' ich abzuscheiden eine heil'ge Lust in mir. Dort sind unbefleckte Freuden, aber Müh' und Sünden hier. Kein, auch noch so frühes, Grab kürzet je mein Leben ab. Es soll nur, los von Beschwerden, zeitiger veredelt werden. 6. Selig, furchtlos, rein von Mängeln, ja von nun an selig ist, brüderlich begrüßt von Engeln, der im Herrn entschläfne Christ. Was sein Glaube je gethan, jedes gute Werk folgt dann seiner Seele von der Erden hin vor Gott, sein Lohn zu werden. Leiden und Sterben Jesu. 89 8. Ja, noch an demselben Tage geh' ich in den Himmel ein, los von aller Furcht und Plage, Herr, bei dir daheim zu seyn. Hier genieß ich deines Lichts, bis der Tag des Weltgerichts auch dem Grab' die Macht entwendet, ganz die Seligkeit vollendet. 11100 7. Nun auch ich, o Herr, befehle, wenn ich kaum noch lallen kann, die durch dich erlöste Seele deinen treuen Händen an. Und du, Heiland, stärkest mich; rufest mir auch zu, daß ich noch am Tage, da ich sterbe, deine Herrlichkeit ererbe. den Erlösers Mund, O, Wort voll Trost und Leben! reize zur Freude meines Herzens Grund. Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben; der Sonne Schein verlieret sich; in Todte dringt ein neues Leben, der Heil'gen Gräber öffnen sich; der Vorhang reißt, die Erde kracht! und die Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug gethan; Gott nimmt uns nun genädig an. 4. Dankvolle Thränen! netzt die Wangen. Mein Glaube sieht nun offenbar die Handschrift an dem Kreuze hangen, die wieder meine Seele war. Er, den mir Gott zum Heil gemacht, rief auch für mich: es ist vollbracht! 5. D Herr! laß mich nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt. Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt. O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beff'rung ganz vollbracht. 6. Du litt'st so viel zu meinem Leben: drum laß mich stets voll Eifer seyn, mich deinem Dienste zu ergeben, und keine Schmach dabei zu scheu'n. Dein Dienst, mein Heiland, sey mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung ausersehn: so laß auch mich den Trost erfreun: es kommt das Ende meiner Pein, Serg AL 90 Erster Theil. Von dem 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stärke mich in solcher Last. Laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du ihn überwunden hast; so tret' auch ich ins Todes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! 1 Mel. An Wasserflüssen Babylons. 97. 149. Erhebe vom Geräusch der Welt, o Seele, deine Flügel. Hin, wo die Wrth ihr Opfer hält, zu jenem Leidenshügel! ihr Him mel! welch ein Mensch ist das! wie brückt ihn seiner Feinde Haß mit höllisch wilden Freuden! Er, der die Todten auferweckt, er muß, mit Wunden überdeckt, den Tod der Mörder leiden. 2. Geduldig siehet er sein Blut in vollen Strömen fließen! fleht für die Hasser, die voll Wuth es im Triumph vergießen. Schau, jetzt umhüllt in finstre Nacht; er ruft, er ruft: es ist vollbracht! Nun senkt sein Haupt sich nieder. O, meine Seele! freue dich; dir gab, der hier am Kreuz verblich, das Recht zum Himmel wieder. 3. Er, er hat deine Missethat, den Fluch für dich getragen. D Seele, beine Sünde hat den Frommen so zerschlagen. Durch ihn nimmt dich der Vater an. Die Wunder seiner Güte kann kein sterblich Lied erheben. Doch hört er unsre Lieder gern. Drum bringet Preis und Ruhm dem Herrn, der uns sein Heil gegeben. 48. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Crohlocke 150. Frode mein Gemüthe, in deinem Heiland an. Was selbst der Engel Schaaren zu thun nicht fähig waren, das hat des Menschen Sohn gethan. 1 2. Schau hin, wie der Gerechte für uns, der Sünden Knechte, den bittern Zornkelch trinkt; wie er für Frevler bittet! wie Wasser ausgeschüttet hängt er, da er in Tod hinsinkt. 3. Wir Sünder sollten sterben; Fluch lag auf Adams Erben, Fluch Leiden und Sterben Jesu. auf der sünd'gen Welt; doch er kam uns zu gute, und gab mit seinem Blute für uns ein ew'ges Lösegeld. 4. Kein Freund meint es mit Freunden so treu, als es mit Feinden Er, unser Mittler, meint. Preis ihm, dem Ueberwinder! Nun sind wir Gottes Kinder, mit Gott versöhnt durch unsern Freund. Mel. Wie fleucht dahin der. 86. - 151. Nun ist es Alles wohlgemacht! Mein Jesus ruft: Es ist vollbracht! der neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Erbe, welches nie verdirbt. 2. Der, dem an Hoheit keiner gleicht, der Herr der Herrlichkeit er bleicht. Was Wunder, daß die Erde kracht, die Welt deckt Nacht! denn Gottes Sohn wird umgebracht. 3. Das Heiligthum steht aufgedeckt; die Felsen bersten; Alles schreckt. Die freudenlose Kreatur klagt jego nur den Tod des Herrschers der Natur. 4. Weil denn die Kreatur sich regt, so werd' auch du, o Mensch, bewegt! Der Fels zerreißt, und du wirst nicht durch dies Gericht beweget, daß dein Herz dir bricht? 5. Du selbst, hast du es g'nug bedacht? Du hast den Herrn an's Kreuz'gebracht. Ihm, der für dich sein Leben gab, solg' in sein Grab, und stirb dem Sündengräuel ab. 6. Ach, Vater! ach, in Pein und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn. Nun ist kein Zweifel; deine Huld tilgt meine Schuld, und trägt forthin mit mir Geduld. 7. Ich will mit ihm zum Grabe gehn, und wo die Unschuld bleibet, fehn. Sein Tod soll meine Zuflucht seyn; auf ihn allein schlaf' ich einst sanft und selig ein. 8. Und nun dient' ich der Sünde noch? Wie drücket mich ihr schweres Soch! auf, Seele, daß du dich erhebst, nur Jesu lebst, nur Jesu zu gefallen strebst! 9. Töbt', Jesu, selbst in meiner Brust, was sich noch slud't von böser Erster Theil. Von dem Lust! dein Tod, der mir das Leben schafft, giebt mir auch Kraft und Muth auf meiner Pilgrimschaft. - 10. Ja, Herr, mein Heiland, kräftiglich stärkst du in meinem Vorsatz mich! ich seye freudig auf dein Wort den Kampf stets fört. Der reiche Lohn erfolget dort. 11. Wie dank' ich g'nug dir Jesu Christ, daß du für mich gestorben bist! dich preis ich auch in Angst und Leid; schon in der Zeit, noch würd'ger in der Ewigkeit. Kraft und Trost des Leidens Icsu. Mel. Freu' dich sehr, o meine S.- 29. 152. Jeund Wunden, deinen reſu, durch dein Blut martervollen Tod, hab' ich Heil bei Gott gefunden, Kraft zur Tugend, Trost in Roth. Mich sollt' ich durch Sünd' entweihn? Nein, ich denk' an deine Pein. Ach, den ganzen Gräu'l der Sünden läßt mich die mit Graun empfinden. 3. Scheint beim öden Weg zum Leben mir der Welt betret'ne Bahn Lustig, breit, gemächlich, eben; Jesit, dich schau' ich dann an. Da warnt mich des Zornes Last, welche du getragen hast, nicht mit dem verblend'ten Haufen ins Verderben hinzulaufen. 4. Hält mein schreckendes Gewissen mir der Sünde Menge vor: o, in meinen Kümmernissen schau' ich nach dem Kreuz empor. Bald verschwindet alles Weh'! In den Wunden, die ich seh', find' ich Sicherheit und Leben, und den Trost: Sie sind vergeben. Leiden und Sterben Jesu. 91 Müh'! durch dein Kreuz verschwindet sie; denn es führt durch kurze Leiden. zum Genuß von ew'gen Freuden. 5. Hier such' ich in Unruh' Friede; in der Angst Beruhigung; neue Kraft, wenn ich ermüde, und in Qualen Linderung. Schwer sey dieses Lebens 6. Ueber Alles, was zum Staube meine Seele niederdrückt, wird mit starker Kraft mein Glaube durch dein Leiden hingerückt. Deines Trostes Freudigkeit reißt mich fort zur Ewigkeit, die du, Herr, als du gestorben, mir auch mir am Kreuz erworben. 7. Hab' ich dich in meinem Herzen, Ursprung aller Seligkeit, so besieg ich alle Schmerzen, auch sogar im nun g'nug gekämpfet, um zu ruhn, legten Streit. Rufst du, und ich habe Herr, so dank' ich's deinen Wunden, daß ich sieghaft überwunden. 2. Schmachtet nach der Wollust Freuden mein verderbtes Fleisch und Blut, o, so blick' ich auf dein Leiden! schnell verlischt die wilde Glut. Tracht' ich eitler Ehre nach, und ich blick den Stolz darnieder, und giebt mich der Demuth wieder. auf beine Schmach; schnell schlägt die 153. S o schlummerst bu in stiller Ruh', der du für uns gestorben, und am Kreuz in schwerer Müh', ewig's Heil erworben. 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hat dich nun ein Grab umgeben. 8. Ja, auf dich steht mein Vertrauen; du bist meine Zuversicht. Du besiegst des Todes Grauen, rettest mich aus dem Gericht. Durch dein mir erworb'nes Heil hab' ich an dem Himmel Theil. Wahrlich, Herr, ein ewig's Leben wird dereinst dein Tod mir geben. Von dem Begräbniß Jesu. Mel. Der Tag ist hin, mein Geift. 3. Doch Heil sey mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen, sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 92 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Frieden liegen. Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Ihr, die die Welt gefesselt hält, zagt nur vor der Verwesung! ich, ich hoff' in Christo einst meines Leib's Erlösung. Nein, was firbt, der Leib wird auferstehen, und zum Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. 8. So sink in's Grab mein Leib hinab! ich will mich drum nicht kränken; theurer Heiland, mir zum Trost an dein Grab gedenken. Mel. Erhabner Gott, was.- 16. 154. Freund, meine Schuldenlast getragen, und als ein Fluch ist an das Kreuz geschlagen! nun nimmt man noch vor Abends dich herab, und trägt dich bin in Josephs neues Grab. 2. O tröstlich Bild, o gnadenvolles Zeichen, das aber nur der Glaube kann erreichen! Nun vom die Erde frei und rein; zum Zeugniß deß mußt du begraben seyn. 3. Nun weiß und glaub' ich, daß du bist gestorben, daß du den Tod geschmeckt und mir erworben Gerechtigkeit, daß ich bestehen kann vor Gott und daß die Schuld ist abgethan. 4. Des Höchsten Wort kann nicht gebrochen werden; drum muß dein Leib auch ruhen in der Erden. Was Jonas Beispiel liebreich vorgebild't, seh' ich hierin, mein Heil, an dir erfüllt. 5. Du bist das Waizenkorn, das man verscharret; doch wenn man nur des dritten Tages harret, wird man dich aus dem Grabe auferstehn, und tausendfache Früchte bringen sehn. 6. Indeß ist dein Begräbniß selbst ein Siegel der Unschuld, und der ganzen Welt ein Spiegel, in welchem mit Verwundrung jedermann ein Vorspiel der Erhöhung sehen kann. 7. Ich darf nun nicht vor meiner Gruft erschrecken, da du, mein Heil, ein Grab dich läsfest decken. Dein Grab macht meins zum stillen Schlafgemach; da ruh' ich einst bis an den lezten Tag. Mel. Der Tag ist hin. 153. der 155. A Marterlaft, per Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 1 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du schüßzest mich, und über dich Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hast's gethan. Dich bet' ich an, du König der Erlös'ten! dein will ich im Tode mich, glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht. Du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheil'ge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren. Der Erfinder meines Heils wird mir's einst erklären. 7. Allmächtig rief Er, der ent schlief, den Todten: sie erstanden! Leicht entriß der Lebensfürst sich des Todes Banden. mal durchwandeln ohne Grauen; denn 8. Das finstre Thal will ich eindurch dich, Erlöser, ist's mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich! Erforsche mich, und siehe, wie ich's meine: ja, du siehest, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Verges' ich dein so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang' ich bin, deine Lieb' ermessen. Mel. Dennoch bleib' ich stets an dir. 156. 20 SHO 11) Von der Auferstehung Jesu. uf mein Herz! ein froher Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben. Christus, der im Grabe FE lag, ist im Tode nicht geblieben. O, wie hoch sind wir getröst't! Jesus hat die Welt erlöst. 2. Er ist Gottes ew'ger Sohn. Ewig sey er auch gepriesen! seiner Feinde Schaar zum Hohn hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllet durch die That, was sein Mund geredet hat. 3. Unfre Schulden sind zwar groß, doch wir dürfen nicht verzagen: Gott läßt unsern Bürgen los, der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit Preis gekrönt, und wir sind mit Gott versöhnt. 4. Sterben war der Sünden Sold; nun ist Christus unser Leben, der für unfre Schuld nicht Gold, nein, sich selber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist Gott, der Hülfe schafft, hier ist Jesus, der kann retten, wenn gleich unser Fleisch und Bein wird in Staub verwandelt seyn. 6. Herr, dies glaub' ich dir zum Ruhm, und mein Trost ist nicht vergebens, denn ich bin dein Eigenthum, du die Quelle meines Lebens. Hoch erfreuet sing' ich dir jeßt und ewig Dank dafür. 157. D Mel. Christ lag in Todesbanden. 93 Grab gestreckt, für uns dahin 2 geben. Nun, da ihn Gott hat auferweckt, bringt er uns Sieg und Leben. Lasset drum uns fröhlich seyn, vor Gott von Herzen uns erfreu'n, Halleluja ihm sin- gen. Halleluja! 2. Der Tod, da nichts ihm Einhalt that, würgt alle Menschenkinder. Hier wußte niemand Trost und Rath; denn alle waren Sünder. Drum fället uns der Tod so bald. Von seiner furchtbaren Gewalt sind wir doch nun gerettet. Halleluja! 3. Der einige Sohn Gottes ist zu uns ins Fleisch gekommen, hat unfre Sündenschuld gebüßt, dem Tod die Macht genommen. Jesus macht uns frei und los. Vom Tode blieb ein Schatten bloß; sein Stachel liegt zerbrochen. Halleluja! 4. Es war ein wunderbarer Krieg, als Tod und Leben rungen. Dem Leben blieb zuletzt der Sieg; es hat den Tod verschlungen. Längst verkündigt' es die Schrift. Ein Tod war hier des andern Gift. Nun kann kein Tod uns schaden. Halleluja! 6. So feiern wir das hohe Fest in großer Freud' und Wonne, das uns der Herr erscheinen läßt. Er er Herr lag in das selber ist die Sonne! Mächtig strahlt sein Glanz daher! Das finstre Herz Eerleuchtet er! Es flicht die Nacht der ge- Sünden. Halleluja! 5. Hier ist das rechte Osterlamm, das unsre Schuld getragen. Am martervollen Kreuzesstamm ward es für uns zerschlagen. Nun bezeichnet uns sein Blut. Dies giebt dem Glauben Stärk' und Muth. Der Würger geht vorüber. Halleluja! 94 Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. Herrn, der uns zum Bei dem 2. Wie sträubte ſich die alte Schlang', Der alte Sauerteig sey fern vom theuren Wort der Gnaden! Christus selber will allein der Seele Speis' und Nahrung seyn! der Glaube lebt blos seiner. Halleluja! als Christus mit ihr kämpfte, und, wie ergrimmt sie auf ihn drang, doch ihren Grimm bald dämpfte? ob sie ihn in die Fersen sticht, so siegt sie darum dennoch nicht, der Kopf ist ihr zertreten. Mel, Herr Christ, der ein'ge Gottes.- 94. er Held hat überwun158. Der den der Höllen ganzes Heer; der Drache liegt gebunden; die Sünde kann nicht mehr mich durch's Gesetz verdammen, denn alle Zornesflammen hat Jesus ausgelöscht. 2. Auf dann, mein Herz, und bringe dem Heiland Dank davor; vertreib' die Furcht und schwinge im Glauben dich empor! wirf des Gewissens Nagen, dein Sorgen und dein Zagen in Christi leeres Grab. 3. Ist Christus auferstanden mit Herrlichkeit geschmückt, so bist du ja den Banden des Todes mit entrückt. Ist er dem Tod entrissen; so lässet Gott dich wissen, daß er versöhnet ist. 4. Gieb meinem Glauben Klarheit, zu sehn, Herr Jesu Christ! daß du Weg, Leben, Wahrheit, daß du mir alles bist. Laß nicht mehr die Gedanken in bangen Zweifeln wanken, und mache mich gewiß. 5. Hast du den Tod bezwungen, bezwing' ihn auch in mir; du bist bindurch gedrungen! zeuch mich, ich folge dir; laß Teufel, Höll' und Sünden mich auch nun überwinden, wie du für mich gethan. 6. Welch' Aussicht giebt dein Leben, dein neues Leben mir! Ich sollt' am Eiteln kleben? o, neige mich zu dir! daß ich die Welt verachte, und nach dem Himmel trachte, wo du, mein Heiland, bist. 3. Lebendig geht der Herr hervor; und nimmt den Feind gefangen; zerbricht der Hölle Schloß und Thor; trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts hält in seinem Siegeslauf den starken Held aus Juda auf. Er überwindet alles. 4. Des Herrn streitbarer Arm behält den Sieg, und ist erhöhet. Des Herrn erhab'ne Rechte fällt, was stolz ihr widerstehet. Besiegt ist alles, was uns droht: besiegt ist Teufel, Höll' und Tod, ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es ward getödtet Jesus Christ, und sieh', er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, steh'n wir auch auf, die Glieder. Wir wissen, daß, wer Christo gläubt, nicht in der Nacht des Todes bleibt: er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Neu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, dem keiner sonst entgehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen. 7. Dies ist die große Seligkeit, der wir theilhaftig werden, Fried', Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und hoffnungsvoll, daß unser Leib bort gleichen soll des Herrn verklärtem Leibe. 8. D Tod! wo ist dein Stachel nun; dein Sieg, o Grab, verschwindet; was kann forthin uns Schaden thun, da Jesus überwindet? Gott sey gedankt, der schwere Krieg ist nun geendigt, und der Sieg durch Christum uns gegeben. 3 Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 1 30. 159. Tod, wo ist bein D Stachel nun? dein Sieg, o Grab, verschwindet; was kann forthin uns Satan thun, da Jesus 160. B überwindet! Geendigt ist der schwere Krieg! Gott sey gedankt, daß er den Sieg durch Christum uns gegeben. ringt Preis und Ruhm dem Heiland dar; frohlockt Erster Theil. Von der Auferstehung Jesut. ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist dem Gericht entnommen. Sey gelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auf3. Gott selbst, der dich dem Grab' entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt, und dich als Sohn geehret. Deines Opfers hohen Werth hat er auf's Herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. Halleluja! erstanden! Halleluja! 2. Dein Leben in der Majestät Mel. des 32. pfalms, Sot befeſtigt unsern Glauben. Wer kann, 161. dein Gott erhöht, uns S ch weiß gewiß, daß den Trostgrund rauben, daß du für uns genug gethan, uns Sündern eine neue Bahn zum ew'gen Heil eröffnet? Halleluja! mein Erlöser lebet, Sünd', Teufel, Tod und was ihm widerstrebet, hat er erlegt; er stehet auf dem Staub der allerletzte und vertheilt den Raub. Die Erde bebt, da er den Fuß aufseßet, troß, daß ihn mehr ein Fersenstich verletzet, es blitt um ihn, wenn er vom Grab' auffährt: er ist der Herr, dem alle Macht gehört. 2. Er hatte zwar vom Bach am Weg getrunken, doch ist sein Muth ihm keineswegs gesunken; er hebt das Haupt nun sieghaft in die Höhy, kein Feind ist mehr, der gegen ihn besteh'. Dein Ehr' und Ruhm, da es dir so gelungen, sey ewiglich, o Siegesfürst, besungen: die Schlüssel sind bei dir 4. Erstand'ner! ich frohlocke dir, daß du nun ewig lebest. Du lebst und siegst, daß du auch mir das ew'ge Leben gebest, daß du mein Erretter seyst, und neue Kräfte mir verleih'st, mit Freuden Gott zu dienen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Gott! hilf mir dazu! Befreie mich von Sünden. Laß mich für meine Seele Ruh' im Frieden mit Gott finden! pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle. Halleluja! 95 7. D, laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen seyn und Handeln! daß ich, wenn ich aufersteh', und dich, des Todes Steger seb', vor dir dann nicht erschrecke. Halleluja! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorb'ne zu erwecken. Du rufst einst, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Halleluja! 8. Da, wo du bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wenn du nun erscheinft, zu deiner Freud' erheben. Laß dies auch mein Erbtheil seyn, so werd' ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden. Halleluja! 96 Erster Theil. zu Höll' und Tod, es trifft dein Volk nun ewig keine Noth. 3. Herr! laß auch uns vom Tod in's Leben dringen, hilf, wenn es kommt zum Todeskampf, vollbringen, dem zweiten Tod laß an uns keinen Theil, 109. erweck uns hier, reiß ab die starken 163. Ken Lauf die Sonn' in Seil, Mel. Vom Himmel hoch, da. steigt zu ihrem voller Pracht herauf; seht! so verläßt der Herr sein Grab, der erst für uns sein Leben gab. 2. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Segen wiederbracht. Er, der uns Ehr' und Sieg erstritt, 109. 162. Dich bet' ich an, erstand- der bringt uns ſeinen Frieden mit. ner Erretter einer Sünderwelt, du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 3. Zwar hier ist nicht ganz kund gemacht, was er uns aus dem Grab gebracht; der edle Schaß, die reiche Beut', der sich sein Volk vor ihm erfreut. 4. Uns lehrt es einst sein großer Tag, wie viel ſein ſtarker Arm vermag, und was er für Thaten er der Schlange Kopf zertrat. Von der Auferstehung Jesu. Erde heften. Erfüll' uns jetzt mit neuen Lebenskräften, und ruf' einmal die Leiber aus dem Grab, daß Leib und Seel' in dir das Leben hab'. 100 14 nd Mel. Vom Himmel hoch, da. di 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät; zu dir, denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preiset dich. Erlöst auf ewig hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ist's, der mich verdammen kann? ich glaub' an dich, und sage dann: der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein segenreicher Weg zu dir. So lang' ich hier bin, Herr mein Heil, hab' ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, sey der Schauplatz meiner Huld und Treu! wir sehen deine Huld und Treu auf deiner Erde täglich neu. 7. Zwar trifft noch mancher Schmerz uns hier, noch, o Erbarmer, sterben wir! doch du regierst! und wir sind dein! und ewig werden wir es seyn! 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! du Trost, der meinen Geist erhebt, ich seh', durch dich gestärkt, auf's Grab mit unerschrocknem Aug' hinab. 9. Welch' neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! da findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. 10. Der du für unsre Seele wachst, sie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit freudigem Vertrau'n im Tod auf dich, Vollender, schau'n! 1 5. D edler Sieg, o starker Held! wo ist ein Feind, den er nicht fällt! wo eine Plage, so ergrimmt, der Christi Sieg die Macht nicht nimmt. 6. Und daß der Herr erstanden sey, das ist von allem Zweifel frei. Ja, es ist je gewißlich wahr, das leere Grab macht's offenbar. 7. Die Erd' erbebt; es wälzt vom Grab den Stein ein Engel Gottes ab, und kündiget den Siegsheld an, den bald auch seine Jünger sahn. 8. Sie sehen, hören, fühlen ihn; und die Verzagten sind nun fühn. In vieler Schmach mit ihrem Blut versiegelt es ihr Heldenmuth. 9. Lebt Christus, was bin ich beliebt! und stürb' auch alle Welt mir ab, trübt? Ich weiß, wie herzlich er mich gnug, daß ich Christi Liebe hab'. 10. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich. Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm' ich auch hin! weit ich sein Theil und Gliedmaß bin. 11. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt; durch ihn mit Gnad' und Heil gekrönt. Mein banges Herz ermanne sich! Gott und die Engel lieben mich. Erster Theil. Von der Auferstehung Jeſu. 97 4. Laß schon jetzt an mir erscheinen, daß du auferstanden bist. Neige du mich zu dem Einen, das des Lebens Endzweck ist; daß zu jener sel'gen Rub' einzugeh'n, ich alles thu', daß ich diese Welt verachte, und nach deinem Himmel trachte. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet. Heil mir, daß ich dieses weiß! nun denn, ihr Erlös'ten, gebet seinem Namen Dank und Preis; kommt 164. Jesus Christus, unser Pan Gruft, hört die Stimme, welche ruft: Jesus, euer Haupt, lebt wieder, durch ihn leben seine Glieder. Hei- land, der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd' führt er gefangen. Erbarm' dich un- ser. 2. Der ohne Sünde war gebor'n, trug für uns Gottes Zorn; hat uns verföhnet, daß uns Gott seine Huld gönnet. Erbarm' dich unser! 3. Tod, Sünd', Teufel, Leben und Gnad', alles in Händen er hat: Er kann erretten alle, die zu ihm treten. Erbarm' dich unser! - 12. Durch seiner Auferstehung Kraft vollend' ich meine Pilgerschaft; freu' seiner mich in seinem Reich, und bin dort seinen Engeln gleich. 13. Für solchen Trost, du starker Held, mein Jesu, dankt dir alle Welt. Wenn wir dereinst dein Antlig sehn, soll dich ein würd'ges Lied erhöh'n. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele.. 165. Landen, jauchze, du erlöste Schaar! denn der Herr ist auferstanden, der für uns gestorben war. Seht, wie Gott sein Leiden krönt: nun sind wir mit ihm versöhnt; er heilt, aller Noth entrissen, unser schüchternes Gewissen. 29. 2. Jesus ruht den Sabbat über; nach dem Sabbat steht er auf. Einst komm' ich zu ihm hinüber; ruhe nach vollbrachtem Lauf. Tod, du bist mir teine Straf'; einst erwach' ich von dem Schlaf'; dann werd' ich mit seinen Theuern jenen ew'gen Sabbat feiern. 3. Muß ich dann von hinnen fahren, so schreckt mich doch kaum der Tod. Mächtig wirst du mich bewahren, Heiland, in der legten Noth. Meinen Geist, welch ein Gewinn! bringet er ja zu dir hin. Ruht indeß, entseelte Glieder! einst belebt euch Jesus wieder. Mel. Gott, du bist die Liebe.- 34. 166. obfinge, meine Seele, dem Welterlöser! bet ihn an! Lobsing' ihm, und erzähle, Er hat für dich gerungen. Durch was dir zum Heil der Herr gethan! seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, gestürzt der Höllen Heer. nun liegt ihr Troß darnieder, sein Sieg hat uns befreit. Uns krönet Gott nun wieder mit Huld und Seligkeit. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner auf. Gedanke, der Gedanke, der im Leiden mit reichem Trost belebt! Des höhern Lebens Quelle! mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Des Felsen Grund erbebet, die Wächter flieh'n, das Grab ist leer. Der todt war, sieh', er lebet! er lebt! und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Jünger wanken, er stärkt die Wankenden. Sie seh'n ihn, freu'n sich, danken dem Auferstandenen. Sie seh'n empor ihn steigen, und geh'n, wie er gebot, mit Freuden hin, und zeugen von ihm bis in den Cod. 4. Herr, deine Boten siegen, von dir und deinem Geist gelehrt. Die Gößentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Ihn ber ich an im Staube, ihn, 7 98 Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. der mein Netter ist. Sch werd' ihn| die Stimm' erhebst, so wird dies mein ewig schauen, wenn er auch mich er- Fleisch erwachen, denn du wirst es hebt. Der Herr ist mein Vertrauen: lebend machen, und mich bringen, wo er starb für mich und lebt. du lebst. Mel. Hosianna, Davids Sohn. 167. J esus, meine Liebe, lebt, dem es ist so wohl gelungen, daß der Feind nun vor ihm bebt, und der Tod im Sieg verschlungen: Er, mein Heil, ist wieder Licht, der im Grabe lag erbleichet, aber jeßt der Sonnen gleichet, mit verklärtem Angesicht. 2. Einen hoffnungsvollen Blick, und ein unvergänglich Wesen bringt mir diese Sonn' zurück, und giebt mir im Wort zu lesen: daß die Glieder ihrem Haupt gleich im Leben, gleich im Sterben, gleiches Leben sollen erben, dessen sie zuvor beraubt. 3. Liebe, stärker als der Tod! Du giebst klare Siegeszeichen, machst den Feind zum Friedensbot, läss'st den Tod zum Heil gereichen: denn wie follt' zur Sterbenszeit mich die Botschaft können schrecken, die mir sagt von Auferwecken, nichts von Todes Bitterfeit? 4. Sehet nicht auf die Gestalt! dieser Tod ist nur ein Schlafen: Nunmehr hat kein Feind Gewalt an auferstandne Hirt, der sich selbst für sie gegeben, führt sie durch den Tod zum Leben, wo er ewig triumphirt. 5. Bringt man mich dem Grabe zu, das du, Lebenssonn'! durchscheinest; so komm' ich zur süßen Nuh', da du mich mit dir vereinest: wenn du einst 6. Komm, mein Hirte! führe mich! Liebe! gieb, daß ich dich schmecké; Sonne! laß mich sehen dich, daß der Tod mich nicht erschrecke; führst du mich zum Leben hin: gieb, daß ich dir folgen möge, durch die dir beliebten Wege, bis ich ewig bei dir bin. Mel. Allein Gott in der Höh².- 15. 168. Mach auf, mein Herz; auf, träger Sinn! die Sonn' ist aufgegangen; wirf dich zu Heiland zu umfangen. Siegreich hebt er sein Haupt empor; er geht aus seinem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh' von dem Tod der Sünden auf, beginn' ein neues Leben! Vollführe deines Glaubens Lauf, nun mußt du dich erheben gen Himmel, droben, als ein Christ, der geistlich wo dein Jesus ist, such' nun, was auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist! mit unverwandten Blicken schau, weil du noch auf Erden bist, auf Jeſum, soll dir's glücken. Verlaß die Welt und ihren Schein! bei Jefu kannst du nur allein Nuh' und Erquickung finden. 4. Bald reizt dich freilich noch die Welt, bald sucht sie dich zu schrecken. Doch wer sich fest an Sesum hält, dem kann nichts Furcht erwecken. Wirf deine Sorgen auf den Herrn; er sorgt für dich, und thut es gern, d'rum ist er auferstanden. 5. Der Löw' aus Juda hat nunmehr vollkommen überwunden. Auch gegen aller Feinde Heer wird bei ihm durch ihn belebt, wirst du, was dir noch widerstrebt, auch siegreich überwinden. 6. Du warest todt, Herr Jesu Christ! nun bist du auferstanden. Du kennſt des Satans Macht und List, o, mache sie zu Schanden! daß wir in dieser 99 Erster Theil. Von der Auferstehung Jeſu. Prüfungszeit, mit ihm und mit der bim, mit allen Frommen aller Zeit Welt im Streit, zuletzt das Feld behalten. soll ich mich freu'n in Ewigkeit. 11. 3u welchem Glück, zu welchem 7. Kommt dann der Tod, der letzte Ruhm erhebt uns nicht das ChristenFeind, so stärk' uns, Herr! im Glau- thum! mit dir gekreuzigt, Gottes ben. dich als und was wird er uns rauben? Dort schon. find wir auch auferstanden wischst du uns die Thränen ab: auf Hoffnung ruht der Leib im Grab, einst wird er herrlich glänzen. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 169. Erinnre dich, mein Geist, erfreut, des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtniß Jefum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als er heute dir spräch' er: Friede sey mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau' übrr dich, und bet' ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar, dem, der da ist, und der da war! sein Name sey gebenedeit, von nun an bis in Ewigkeit. 5. Glaube, der das Herz erhöht! was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht. 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig seyn; Herr, welche Herrlichkeit ist mein. 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb' und Verwund'rung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht fall' ich, Gott, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Vertrau'n, in meinem Fleische dich zu schau'n. 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn. 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cheru12. Nie fomm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu'. 13. Er ist's, der alles in uns schafft, sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. reiwillig hast du dar170. für uns, Herr, dein Leben. Du hattest, es zu lassen, Macht; Macht, wieder dir's zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, weil du, gehorsam bis zum Tod, dich haft für uns erniedrigt. 2. Da warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott verlassen. Er krönte dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht fassen. Dein Kreuz, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majestät, denn du gingst aus dem Grabe. 3. Gehaßt in deiner Niedrigkeit, warst du ein Ziel des Spottes, und zeigtest doch zu gleicher Zeit an dir die Hoheit Gottes. Dein Kreuz schien zwar der Welt ein Greu'l; doch sterben für der Feinde Heil, dies ist die höchste Tugend. 4. Dein Reich war nicht von dieser Welt, dein Ruhm nicht Menschenebre. An Demuth groß, an Lieb' ein Held, und göttlich in der Lehre! geduldig und von Sünden rein, gehorsam bis zum Kreuze seyn; dies war, Herr, deine Größe. 5. Du starbst am Kreuz, doch war dir ja die Kraft des Herrn gegeben. Du schafftest, daß der Blinde sah; du gabst den Todten Leben. Du sprachst: es schwiegen Wind und Meer! und selbst der bösen Geister Heer gehorchte deiner Stimme. 6. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schan7* Von der Auferstehung Jesu. 100 Erster Theil. den. Du bist mein Herr, du bist mein Gott! denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch dessen mächtig Wort auch ich einst ewig lebe. 3. Nun verzagt auch nicht, Verbrecher! Gott ist euch nun kein strenger Nächer, wenn ihr die Schuld vor ihm bereut. Durch des Todes Ueberwinder ist er verföhnt, und gegen Sünder ein Bater der Barmherzigkeit. Er ruft sein Volk hinauf: schließt seinen Himmel auf, sie zu segnen. Der Himmel tönt: Gott ist versöhnt! weil Jesus lebt, ist Gott versöhnt! 4. Tod! wo sind nun deine Schrekken? nicht ewig wird das Grab uns decken, verwes't der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub erwenn den Hallelujah! Jeſus ruft. Dann wird das tødte Feld zu S einer regen Welt. Alles lebet, sowie verneu't zur Frühlingszeit das Pflanzenreich die Erde kleid't. 5. D Erstandner! welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat. Unnennbare Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald sind sie unser Theil. Bald krönet uns das Heil deines Lebens. Hallelujah! der Herr ist nah. Bald ist der Tag des Steges da! 7. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dies ist die Hoffnung deines Knechts, in dieser will ich sterben. Wie du vom Tod' erstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ! durch dich einst auferstehen. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. 171. lebet. Erlös'te Menschen, o erhebet, des Gottversöhners Majestät! Hört's, betrübte Sünder! gebet der Freude Raum! denn Jesus lebet: Gott hat ihn aus dem Staub' erhöht. D Seele! dein Gesang erschalle ihm zum Dank Hallelujah! dich, großer Held, erheb' die Welt weil deine Hand den Sieg bebält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! lobsinget ihm, und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er errung. Seht, der Tod ist überwunden! die ganze Hölle ist gebunden; für eure Schuld that er genung. Laßt eure Feinde dräu'n; ihr könnt getroft euch freu'n; Jesus lebet von Ewigkeit zu Ewigkeit, berselbe gestern und auch heut'. Mel. Dennoch bleib' ich stets an dir.-156. 172. wo Cesus lebt, mit ihm auch nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht! dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt: wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein; sein sey auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich seyn, und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht, Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu. 101 6. Jesus lebt: nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. - 12) Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Siten zur Rechten Gottes. 173. Mel. Auf diesen Tag gedenken wir. n diesem Tag frohlocken wir! Herr! du bist aufgefah- ren! Des Himmels Chöre jauch zen dir: o laß auch uns erfah. ren: daß wie voll Müh' das Leben ist, doch da du hingegangen bist, die Hoffnung es versü- Bet. Alle lujah, Alle Allelujah! 2. Gottlob! der Weg ist nun bereit't: uns steht der Himmel offen. Der Christ kann seine Herrlichkeit aus starken Gründen hoffen, wenn er im Glauben freudenvoll sich emsig rüstet, wie er soll, dem Herren nachzufahren. Allelujah, Alle- Allelujah! V 3. Wer nicht nach seinem Willen thut, verlangt nicht nach dem Herren. Er wird dem trägen Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Ist unser Glaube rechter Art, so läßt uns Christi Himmelfahrt nicht an der Erde kleben. Allelujah, Alle- Allelujah! 4. Zeuch uns dir nach, Herr Jesu Christ, daß wir, so lang' wir leben, zu dir, der du nun droben bist, uns immerdar erheben. Wir seh'n hinauf, du siehst herab, an Treu' und Lieb geht uns nichts ab, bis wir zusammen kommen. Allelujah, AlleAllelujah! 5. O großer Tag! an Freuden reich, wenn wir mit allen Frommen nun unserm großen Heiland gleich zum sel'gen Schauen kommen. Wie wohl, wie wohl ist uns zu Muth' in Ewigkeit beim höchsten Gut! mehr können wir nichts wünschen. Allelujah, Alle- Allelujah! Mel. Erhebt den Herrn, ihr. 101. er Herr fährt auf gen 174. Dimmel mit bellem - Jubelschall, mit jauchzendem Getümmel und mit Posaunenhall. Lobsingt, lobsinget Gott! lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth. 2. Der Herr wird aufgenommen in königlicher Pracht. Deß freu'n sich alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein des Himmels laute Heere, die seiner Pracht und Ehre sich, gleich als wir, erfreun. 3. Mit freudigem Gebete wird er von uns erhöht! wir wissen nun die Stätte, die uns bereitet steht. Der Heiland geht voran, läßt uns nicht von ihm trennen, macht, daß wir folgen können, uns freie sich're Bahn. 4. Wir Pilgrimme der Erden, die hier das Elend bau'n; wir sollen himmlisch werden, und Jesum ewig schau'n. Auf, Kinder Gottes, auf! wo Jesus hingegangen, dahin steh' eu'r Verlangen! dahin kehrt euern Lauf! 5. Gen Himmel laßt uns dringen mit herzlicher Begier! mit Inbrunst laßt uns singen: dich, Jesu, suchen wir! zu dir, o Gottes Sohn, soll sich Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu, 102 der Geist erheben. Du bist uns Licht und Leben, und unser großer Lohn. 6. Hinweg mit deinen Schätzen, du gleisnerische Welt! sollt' uns dein Nichts ergößen? dort ist, was uns gefällt! er, unser Fleisch und Blut, prangt auf der Gottheit Throne, giebt uns sich selbst zum Lohne, ist unser höchstes Gut. 7. Wann wird es doch geschehen; wann kommt die frohe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichkeit? du Tag, wann wirst du seyn, da wir ihn mit Entzücken zum erstenmal erblicken? Tag, brich bald Herein! - Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 175. Shau, großer Herr der vom Thron der Majestät, um den, auf deinen Wink bereit, die Schaar der starken Helden steht. 2. Denn als du ganz dein Werk vollbracht, beschloſsfest du den edlen Lauf; und fuhrst in königlicher Pracht zu deinem Vater wieder auf. 3. Ein ewig's Heil hast du geschafft, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! Nun sizzest du in großer Kraft, als unser Haupt, auf Gottes Thron. 4. Dein Arm, du Gottmensch, herrscht und siegt, du bist uns allenthalben nah! und selber das Verborgne liegt vor deinen Augen offen da. 5. Schau', Herr, aus deiner heilgen Höh' auf uns, die Deinen, die du kennst; daß alle Welt erkenn' und seh', daß du uns deine Brüder nennst. 6. Du bist in deine Herrlichkeit schon eingegangen; aber wir, wir sind noch immerdar im Streit, und seufzen noch im Elend hier. 7. Doch darum fürchten wir uns nicht, da deine Hand uns hält und schüßt. Du, unsre Kraft und unser Licht, bist mitten unter uns auch ist. 8. Von deinen Brüdern sey gelobt, Held, der du uns den Sieg erstritt'st! daß du den Satan, wenn er tobt, auch unter unsre Füße tritt'st. 9. So seßen wir denn unverzagt, und freudig unsre Wallfahrt fort. den Lohn, den du uns zugesagt, erwartet unser Geist erst dort. 10. Ja, aufgefahrner Jesu Christ, auf dich nur schau'n und hoffen wir. Wir suchen nur, was droben ist, und unser Herz ist schon bei dir. 11. Vollenden wir dann unsern Lauf; so eil', uns mächtig beizusteh'n! nimm unsre Seelen zu dir auf, laß deine Herrlichkeit uns seh'n! Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 176. Auf! Jesu Jünger! freuet Herr auf zu seinem Reich. Er triumphirt. Lobsinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht. Zerstört hat er des Todes Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht als sieggewohnter Held! er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schüßzet feine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und macht; und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an; was ist, das uns gebrechen kann? 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem giebst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst. 9. Du hast die Stätte uns berett't, bei dir zu seyn in Ewigkeit. Nach treu vollbrachtem Glaubenslauf, nimmst du uns in den Himmel auf. 10. O zeuch uns immer mehr zu dir. Hilf uns mit eifriger Begier nach und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 103 dem nur trachten, was da ist, wo du,| finden, und einst ewig bei dir seyn, verklärter Heiland, bist. ewig deiner sich zu freu'n. 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit, stärk' uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu trau'n, bis wir dereinst dein Antlig schau'n. 12. Dann wird sich völlig unsre Seel' in dir erfreu'n, Immanuel! dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. roßer Mittler! der zur 177. G Rechten seines großen Vaters sitzt, und die Schaar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schüßt; dem auch selbst die Seraphinen mit verhülltem Antlig dienen; Mel. Erhebt den Herrn, ihr Fr.- 101. deſſen Reich und Majestät über alle 178. Mein Jeſus triumpbiret, Dinge den 2. Dein Geschäft auf dieser Erden ist auf's Herrlichste vollbracht. Der Verlornen Heil zu werden, gingst du in die Todesnacht. Aus dem Tod trat'st du ins Leben. Welch ein Trost ist uns gegeben! ewig unser Haupt zu seyn, gingst du in den Himmel ein. 3. Nun, o Herr, ist dein Geschäfte in des Himmels Heiligthum, die er worbnen Lebenskräfte durch dein Evangelium den Erlös'ten mitzutheilen, und von Sünden sie zu heilen. O wohl allen, die dir trau'n, und auf deine Hülfe bau'n. 7. O, was sind wir Menschenkinder, daß du unser so gedenkst, und so hülfreich auf uns Sünder immer noch dein Auge lenkst? Hilf, daß wir dich gläubig ehren, und auf deine Stimme hören; nur bei dir steht unser Heil. Gieb uns ewig daran Theil. 8. Wenn wir zu dem Vater beten, und uns unsre Sünde schreckt; laß uns dein Verdienst vertreten, welches unsre Schuld bedeckt. Laß zum Fleiß in guten Werken deines Geistes Kraft uns stärken. Hilf uns durch bie Prüfungszeit, Herr, zu deiner Herrlichkeit. 4. Herr, du schauest voll Erbarmen stets auf diese Welt herab. Liebreich suchst du jeden Armen, der sein Herz der Welt ergab, von der Thorheit abzuschrecken und zur Buße zu erwecken. Selig, wer, o guter Hirt! deiner Stimme folgsam wird. 5. Keiner, keiner wird zu Schanden, der, o Heiland! dein begehrt. Rettung aus der Sünde Banden wird dem stets von dir gewährt, der von dir die Rettung suchet und den Sündendienst versluchet. Seiner Seele schenkest du Leben und Gewissensruh'. 6. Du vertrittst, die an dich gläuben; du bewahrst und stärkest sie, daß sie dir vereinigt bleiben; daß sie dieses Lebens Müh' standhaft durch dich überwinden, ihres Glaubens Ende mel ein. Er hat sein Werk vollführet, vom Fluch uns zu befrei'n. Die hohen Seraphim empfangen ihn mit Freuden nach überstandnen Leiden. Lobsingt, lobsinget ihm! 2. Wohl uns! die wir noch hoffen. Nun Jesus triumphirt, steht uns der Weg auch offen, der zu dem Himmel führt. Er selbst, er macht uns Bahn. Wer hier nur an ihn gläubet, ihm folgt und treu verbleibet, der wandelt himmelan. 3. Nur dort, nicht auf der Erden, ist unser bestes Theil. Um himmliſch einst zu werden, erwarb der Herr uns Heil. Erlöste! macht euch auf! wo Jesus hingegangen, dahin schickt das Verlangen! dahin geh' euer Lauf! 4. Herr! hilf uns darnach ringen mit eifrigster Begier. Laß unsern Fleiß gelingen; den Himmel suchen wir. laß uns in dieser Welt im Glauben an dich wandeln, so denken und so handeln, wie es dir wohlgefällt. 5. Was sind der Erde Freuden? wie bald sind sie dahin! o, hilf uns alles meiden, was hier noch unsern Sinn vereitelt und uns stört, das beste Theil zu achten, und nur nach dem zu trachten, was ewig Heil gewährt. 6. Sey du selbst unser Leiter in unsrer Prüfungszeit, und bring' uns immer weiter zu deiner Herrlichkeit! 104 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu, bis diese Zeit vorbet, bis wir dich, Heiland! sehen, und freudig vor dir stehen, bis Erd' und Himmel neu. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 179. Wir ir freuen uns, Herr Jesu Christ, daß du zur Rechten Gottes bist. Du starker Herr, Immanuel! o stärk' im Glauben unsre Seel'. - 2. Du sigest auf des Himmels Thron als unser Freund, als Menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht! drum bleibst du unsre Zuversicht. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur ist dein, du Herrscher der Natur! 4. Du mußtest Hoherpriester seyn: dein Opferblut, dein Beten, dein Segen konnte ganz allein uns helfen und vertreten. Und dir gebührt auch nur der Ruhm, daß dies dein Hohespriesterthum in Ewigkeiten währet. 4. Umsonst, umsonst empöret sich der Fürst der Hölle wider dich. Dein Thron steht fest, der seine liegt, durch deine Macht ist er besiegt. 5. Du, unser triumphirend Haupt! wie selig ist, wer an dich glaubt! du bist sein Licht, sein Trost, sein Theil, fein starker Schuß, sein ew'ges Heil. 6. Herr, unsre Herzen trau'n auf dich. Dein freuet unsre Seele sich. Du Held von unserm Fleisch und Blut, bist unser Trost und höchstes Gut. 5. Nun hörst du unser Flehen gern; wir sind dir unterthänig; nun waltest du als Herr der Herrn und der Monarchen König. Herr über Ewigkeit und Zeit, du Herrscher in Gerechtigkeit, Herr über Tod und Leben! 6. Immanual! du bist bei uns bis an der Zeiten Ende! und die Besorgung unsers Thuns gab Gott in deine Hände. Du stehst uns bei in aller Noth; 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt. du streit'st, und siegst, und hilfft im Der Segen ist in deiner Hand. Von Tod, durch Glauben überwinden. teiner Seele bist du fern; du siehst 7. Du sprichst: dem, welcher überauf sie, und hilfst ihr gern. 8. Sieh' auf uns gnädig allezeit vom Throne deiner Herrlichkeit! hilf unserm schwachen Glauben auf, und segne unsern Lebenslauf. wind't, will ich zu sizzen geben, auf meinem Stuhl, als Gottes Kind, und er soll ewig leben, wie ich gesiegt, als Gottes Sohn, und bin auf meines Vaters Thron voll Herrlichkeit gesessen! 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held. Als Herr und Richter aller Welt wird dich dereinst der Erdkreis sehn. Laß uns dann freudig vor dir stehn. 10. Dann triumphirt der Glaub' an dich. Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ! der du zur Rechten Gottes bist. Mel. Allein Gott in der Höh'. 180. Mein ein Jesus sigt zur rechten Hand des Vaters in der Höhe; er herrscht in meinem Vaterland, das ich von ferne sehe, und wo ich mit dem Herzen - bin, wo alle Engel Gottes ihn als ihren König ehren. 2. Denn über jedes Fürstenthum hat er sich nun erhoben, und über aller Engel Ruhm ist er sehr hoch zu loben. Ihm jauchzt der Seraphinen Stimm', die Cherubinen singen ihm das: Heilig! ohne Ende. 3. Ihm dient in seiner Herrlichkeit der Himmel sammt der Erden, und was sowohl in dieser Zeit, als dort genannt mag werden; was Kraft und Macht nur heißen kann, das ist ihm alles unterthan! er herrschet über alles. - 15. Mel. D Gott, du bist die Liebe. 34. 181. Mein Heiland, beine Größe geht über alle Himmel weit. Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott von Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur; kamst zwar für uns Verlorne in menschlicher Natur; doch in der Menschheit Orden trat'st du erst in der Zeit. Eh' noch die Welt geworden, hatt'st du schon Herrlichkeit. - 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein kräft'ges Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand und seinem Sißen zur Rechten Gottes. die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch eh'r erkannt. Ein Erbe über Alles! das ist dein ew'ger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort; das Große und Geringe geht blos durch deinen Willen fort. Sohn Gettes! du regierest den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir stebt Tod und Leben. Drum wird einst jede Gruft die Todten wiedergeben, wenn deine Stimme ruft. 4. Gott läßt dir Ehr' erzeigen, die keinem andern wiederfährt. Dir soll sich alles beugen! denn göttlich groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden. Wer aber dich verehrt, dem hilfst du vom Verderben; schaffst ihm Zufriedenheit, und macht ihn einst zum Erben vollkommner Seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jeßt, o Herr, in aller Welt. Dich preist der Frommen Saame, der gläubig dir zu Füßen fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! mit Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinem Thron. Wer follte dein sich schämen? werth bist du Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 6. Sohn Gottes! ich verehre und bete dich in Demuth an. Beschäme und bekehre die, die dir noch nicht zugethan; Wort und dir, Mel. Hosianna, Davids Sohn. 167. der für uns litt, die ſchuld'ge Ehre 183. Hofer in ſeines Vaters rauben. Theil ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen. Laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll' jedes Land. Namen sich erhebet auf den Thron über Jacobs Haus und Saamen, welchem Gott ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden endlich müssen dienstbar werden, und das Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich. 182. Herr Sefu, beiner Glie- selbst kein Ende nimmt! - 119. 105 erhört und der des Glaubens Wunsch gewährt, sobald wir zu dir kommen. 2. Uns muß durch deine Himmelfahrt der Himmel offen stehen. Du hast den Weg geoffenbart, wie wir zum Vater gehen. Der Glaube weiß und ist gewiß, du habest uns im Paradies die Stätte zubereitet. 3. Geht unser Haupt zum Himmel ein, so werden auch die Glieder gewiß nicht ausgeschlossen seyn. Du bringst sie alle wieder: sie werden da seyn, wo du bist, und dich verklärt, Herr Jesu Chrisi, dir ähnlich, ewig schauen. 4. Zeuch uns dir nach, so laufen wir: laß uns ein himmlisch Wesen in Worten, Werken und Begier von jegund an erlesen; zeuch unser Herz dem Himmel zu, daß unser Wandel, Schaß und Ruh' nur sey bei dir dort oben! 5. Was droben ist, laß künftighin uns unablässig suchen; was eitel ist, das laß uns fliehn, was sündlich ist, verfluchen! weg Welt! dein Lust- und Freudenschein ist viel zu elend, viel zu klein für bimmlische Gemütber. 6. Kleinod, das im Himmel strahlt, ich will nach dir nur laufen! o Perle, die die Welt nicht zahlt, dich will ich an mich kaufen! o Erbtheil vol Zufriedenheit, o Himmel voller Seligkeit, sey mein, aus Jesu Gnaden! 7. Wann fahr' ich auf aus dieser Noth? wann komm' ich, Heilserstatter, zu deinem und zu meinem Gott, zu dein- und meinem Vater? wann komm' ich zu dir, höchstes Licht? wann seh' ich einst dein Angesicht? komm bald, o Jesu! Amen! - kes Haupt der Schwachen! du hast ein ewig's Priesterthum, kannst allzeit selig machen; du bist, der das Gebet 1 2. Sen gesegnet, theures Reich, das ein solcher Herr besißet, dem kein Herr auf Erden gleich, der das Recht mit Nachdruck schüßet! Schwinge dich in Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu, 106 stetem Flor, groß durch Frieden, reich an Freuden, unter Juden, unter Heiden mit vermehrtem Glanz empor! 3. Deines Königs Majestät müsse Jedes Volk verehren, und so weit die Sonne geht, müsse sich sein Ruhm vermehren! selbst der kleinen Kinder Mund mache, zum Verdruß der Feinde, und zur Freude deiner Freunde, deinen grosen Namen kund! 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deine Unterthanen! ich will dir, so gut ich kann, in mein Herz die Wege bahnen. Ich geselle mich im zu großen die dein Hosianna schreien, wo man dich willkommen heißt. 5. Jauchzt, ihr Kräfte! freuet euch; seyd ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich wird bei euch auch Naum gewinnen. Kommt, und schwört den Huld'gungseid! kommt und küßt den Sohn der Liebe! Ach, daß niemand außen bliebe! Hier, ach hier ist Seligkeit. - Aus dem 47. Psalm. Mel. Allein Gott in der Höh' sey. 15. hr Völker in der ganzen 184. J Welt, frohlockt mit Herz stehn. und Händen! jauchzt unserm Gott! erhebt den Held, der sich an allen Enden stets als den größten König zeigt, an Hoheit alles übersteigt, und Feinden schrecklich bleibet! 2. Ihr, die ihr seinen Zepter ehrt, ihr werdet einst regieren; ihr werdet diese Welt zerstört zu euren Füßen spüren. Zu seinem Erbtheil wählt er euch; euch ist ein ewig Königreich: ein ewig's Heil beschieden. 3. Den Himmel nahm er jauchzend ein: ihm sangen Cherubinen. Wie? wollt ihr länger träge seyn, lobsingend ihm zu dienen? Nein, auf! lobsingt, lobsingt dem Herrn; denn er ist Gott und Jacobs Stern, ein König aller Menschen. Thron; der Höllen Heere sehn den Sohn, und fliehn vor seinem Schelten. 5. Es werden selbst die Herrn der Welt zu seiner Fahne schwören, und sich, besiegt durch diesen Held, zu ihm als Gott bekehren. Es beugen sich mit Jacobs Stamm dir, Herrscher, Gott von Abraham, die Mächtigen der Erde. 4. Mit klugem Lob erhöhet ihn, den König aller Heiden! für ihn laßt euren Eifer glühn, und dienet ihm mit Freuden! der Abgrund bebt vor seinem Aus dem 72. Psalm. Mel. Gott, du frommer Gott.- 8. 185. Gott! gieb bein Gericht dem Könige der Erden, laß die Gerechtigkeit durch ihn verschaffet werden! durch ihn, den Königssohn, sey, Herr, dein Volk befreit, und wer die Sünde fühlt zu deinem Bild erneut. 2. Von nun an müssen sich auf Zions Berg' und Hügeln Fried' und Gerechtigkeit in vollem Glanze spiegeln; der Held aus Juda nimmt des armen Volks sich an, er, dessen strengen Zorn kein Frevler tragen kann. 3. Dir, Heil der ganzen Welt, wird man mit Ehrfurcht dienen, so lange Sonn' und Mond an den gewölbten Bühnen im alten Prachte Von Kind und Kindeskind erschallt, wie groß und schön, Herr, deine Werke sind. 4. So sehr ein sanfter Guß das dürre Land erquicket, so mild und stärkend wird auch Zions Gott erblicket: er kommt, und seht, durch ihn wird der Gerechte blüh'n, mit ihm wird Fried' und Ruh' in alle Gränzen ziehn. 5. Als König herrschet er von einem Meer zum andern, ihm unterwerfen sich, die in der Wüste wandern: er wirft mit mächt'ger Hand die Feinde in den Staub, und macht, des Siegs gewohnt, aus ihnen einen Raub. 6. Bis an das fernste Meer wird sich sein Zepter schwingen, ihm werden Könige Geschenk und Gaben bringen, ihm dient, was in der Welt nur groß und mächtig heißt, von Heiden selbst wird auch sein hoher Ruhm gepreist. und seinem Sizen zur Rechten Gottes. 7. Warum? sein starker Arm wird die Elenden retten, sein mild und bülfreich Herz bricht ihre schweren Ketten; von Trug und Frevel macht sie sein Erbarmen frei, und zeigt, wie werth vor ihm sein Blut geachtet ſey. 8. Er lebt; und seine Macht weiß nicht von Ziel und Grenzen. Sein unermess'nes Reich wird jetzt und ewig glänzen. Ihm bringt man alle Zeit Gebet und Opfer dar, und dränget sich mit Lust zu seinem Lobaltar. 9. Wie, wenn ein gutes Land die reichsten Saaten decken, so reichlich wird sich auch der Segen einst erstrecken, der auf die Sterblichen aus seiner Fülle fleußt; und ewig wird dafür sein Nam' und Thron gepreis't. Nachahmung des 21. Psalms. 10. So lange Sonn' und Mond Glanze wird sich der Nachwelt Trost auf seinen Namen 187. Herren Sohn mit Hilf Mel. Wie schön leuchtet der. 35. du deinen theuund Kraft vor deinem Thron zum Mittleramte schmücktest! Gott, der du auch, da Höll' und Tod ihn schon mit Untergang bedroht, doch gnädig nach ihm blicktest! Siehe! Mühe, Schmerz und Wunden sind verschwunden. Nach dem Leiden lebt er nun in ew'gen Freuden. stüßen: durch ihn gesegnet, fniet der Heiden große Schaar mit Ehrfurcht, Dank und Ruhm vor seinem Sühnaltar. 11. Gelobet sey der Herr, den Israel verehrek, der einzig Wunder thut und Feind und List zerstöret! gelobet sey sein Nam'! bis in das fernste Land werd' seine Herrlichkeit je mehr und mehr bekannt. Aus dem 24. Psalm. Mel. Vom Himmel hoch, da. 1 109. 186. Die ie Erd' und was darinnen ist, das Meer, so weit es schäumend fließt, die Welt mit Sonne, Mond und Stern, dies Alles, Alles ist des Herrn. 2. Des Herrn, der seine heil'ge Stadt fo- felfenfest gegründet hat, daß sie, wenn alles untergeht, gleichwohl wie Berge Gottes steht. 3. Wer darf sich dieser Stätte nah'n? wen nimmt er zum Bewohner an? nur den, der durch's Versöhnungsblut die schweren Sünden von sich thut. 107 5. Ja, Segen und Gerechtigkeit theilt Gott, die Quell' der Seligkeit, dem, welcher vor sein Antlig tritt, recht überschwenglich gnädig mit. 6. Verlorne Sünder, machet doch die Thore weit, die Thüren hoch! und soll euch recht geholfen seyn, so nehmt den Ehrenkönig ein. 7. Ihr fragt: wer dieser König sey? Nichts, nichts kommt seiner Größe bei. Er ist der Herr von ew'ger Kraft, der statt des Streits bald Frieden schafft. 8. Eröffnet fröhlich Thür und Thor! geht aus der Finsterniß hervor, er kommt, der Herrscher Zebaoth! vor ihm fleucht Sünde, Höll' und Tod! 4. Nur dem, der reines Herzens bleibt und keine falsche Lehre treibt, des Meineids sich nicht schuldig macht, nur dem ist Segen jugedacht. - 2. In jenen Wohnungen des Lichts, im Glanze deines Angesichts erhebt er deine Güte. Da rühmt die Wunder deiner Huld nach unsrer ausgeföhnten Schuld sein göttliches Gemüthe. Nun preis't sein Geist deiner Liebe starke Triebe, die ihn hielten, als die Wetter auf ihn zielten. 3. Ja, Herr, was nur sein Herz begehrt, wonach sich nur sein Wunsch gekehrt, das hast du ihm geschenketf Denn nur auf unsre Seligkeit, aur deinen Ruhm und Herrlichkeit wa, stets sein Sinn gelenket. Kronen! Thronen und ein Regen deiner Segen muß ihm werden. Sel'ger Wechse der Beschwerden! 4. Um's Leben bat er, Vater, dich, da Trost und Vater von ihm wich; du gabst ihm langes Leben. Wer mißt jegt seiner Tage Lauf? das Lob, den Schmuck, den du ihm drauf in 108 Erster Theil.- - Von der Himmelfahrt Jesu, deinem Schooß gegeben? Freunde, Feinde, alle müssen zu den Füßen Jesu fallen, durch sie muß dein Ruhm erschallen. 5. Du, den mein Glaube zärtlich spürt, du hast es glücklich ausgeführt, was ich zum Leben brauchte. Des Vaters Rechte hielt dich fest, als von des ärgsten Grimmes Pest, der Feinde Nache rauchte. Schnöde, spröde, und mit Spotte sucht die Rotte dich zu tödten: Gott sieht drein, und sie erröthen. 6. Sein Zorn, gleich einem Feuer, frißt das Bolk, das seinen Bund vergißt, die mörderische Bande. Noch trägt ihr Saame diesen Fluch, und ist( welch harter Richterspruch!) ein Scheusal aller Lande. Erde, werde, bei der Sache dieser Nache, die noch brüllet, werde doch mit Furcht erfüllet. 7. Man dachte, Böses dir zu thun, Lamm Gottes! und dann erst zu ruh'n, wann du vertilget wärest. Weisheit! die du Macht und List, wie groß und fein sie immer ist, zu ihrem Schaden kehrest. Freunde! Feinde! hört: es flogen von dem Bogen seines Köchers Pfeile des erzürnten Nächers. 8. Erhebe dich in deiner Kraft, und dämpfe, was uns Schaden schafft, und die dein Zion stören! so soll auch unser Herz und Mund dich, Herr, und deinen Gnadenbund in lauten Liedern ehren. Nühre, führe selbst die Heiden zu den Freuden, zu den Kränzen, die so schön in Zion glänzen. 3. Lehre mich, die Welt verachten, und was in ihr Eitles ist! und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist. Wollust, Ehrsucht und Gewinn, soll mich dies zur Erde zieh'n, da ich jenseits über'm Grabe eine größ're Hoffnung habe? 4. Diese müsse mir nichts rauben; du erwarbst sie theuer mir; jezund seh' ich sie im Glauben, dorten find' ich sie bei dir. Dort belohnst du das Vertrau'n deiner Gläubigen durch Schau'n, und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. - 5. Dort bereit' auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu. Rufst du frühe oder späte mich zu meines Grabes Ruh'; leucht' auch mir in dieser Nacht, durch die Stärke deiner Macht, die des Todes Macht bezwungen und für uns den Sieg errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wieder an dem Ende dieser Zeit, o, so sammle meine Glieder, die Verwesung jetzt zerstreut! heil'ge und verklär' sie ganz, daß der Leib im Himmelsglanz dann nicht mehr von Staub und Erde. ähnlich deinem Leibe werde. mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 189. König, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, der zum Mittler uns erleſen, sich der Welt wollt' offenbaren als das Bild des Unsichtbaren, dir gehört das Recht zum Throne, als dem MittMel. Freu' dich sehr, o meine S. 29. 188. Herr! du fährst mit Glanz ler, als dem Sohne! und Freuden auf zu deiner Herrlichkeit! doch mich drücke noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit! Gieb mir, Jesu! Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge. 2. Laß mir deinen Geist zurücke, aber zeuch mein Herz nach dir: wenn ich nach dem Himmel blicke, o, so öffn' ihn gnädig mir! neige meinem Flebn dein Ohr, trag' es deinem Vater vor, daß er mir die Schuld vergebe, daß ich mich bekehr' und lebe, - 121. 1 2. Himmel, Erde, Luft und Meere müssen stets zu deiner Ehre dir, Herr, zu Gebote stehen, und dein Wille muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, alles ist dir übergeben, und vor deinem mächt'gen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Gränzen sieht man deine Wunder glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen: die nach deiner Vorschrift leben, dir nur zu gefallen streben, alles gern für dich verlassen, und, wie du, das Unrecht Hassen. und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 109 digung der Freunde, und an Siegen über Feinde. 4. In dem Reiche deiner Ehren hört an des Regimentes Länge, an Begnaman stets dein Lob vermehren von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen: die dich unermüdet preisen, und dir Ehr' und Dienst erweisen. 5. Herr, in allen diesen Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schäße, an der Ordnung der Geseße, an der Unterthanen Menge, 13) Von der Wiederkunft Jesu Christi zum Gericht. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neubeseelt, nun alle auf, und keiner fehlt. 190. S 6. Nun herrsch' auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deinen Schuß genießen, auf mich deine Gnade fließen; dich stets fürchten, ehren, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, kämpfen, streiten, dort mit herrschen, dir zur Seiten.d rhöh'ter Jesu, Gottes Sohn! der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher eingenommen. Du wirst dereinst zu rechter Zeit, in großer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wieder kommen. Gieb! daß dann froh und mit Vertrau'n dich, Herr, auch meine Augen schau'n. 2. Wer faßt, o Heiland! jeßt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die jest schon dir sich beugen. Dann sieht die Welt die Majestät, bazu dich Gott, erhöht. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um fedem den verdienten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein, den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer läugnet dann noch, Jesu Christ! daß du der Erden Richter bist? 5. O gieb, wenn nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh', und mit dir in den Himmel geh', ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wacker seyn, und auch die kleinste Sünde scheu'n. 6. Dein Name sey mir ewig werth! und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preift, aus aller Kraft zu lieben; so hab' ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Seligkeit. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich.- 119. 191.& r kommt, 191. r kommt, er kommt zum Weltgericht, der Hetland, den wir ehren. O weigert euch, Erlös'te, nicht, jetzt auf sein und schafft ein neues Leben. Auf dei- Wort zu hören. Wer hier nicht seine nen Wink muß Erd' und Meer das Stimme hört, und sie nicht mit Gehor3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab, unzählbare große Heer der Todten sam ehrt, wird nicht vor ihm bestehen. 110 Erster Theil. Von der Wiederkunft Jesu Christi 2. Herr, laß mich deiner Majestät mit wahrer Freude dienen! Wie herrlich dich dein Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen. Doch was uns hier verborgen war, das wird dereinst uns offenbar, wann du wirst wiederkommen. 3. Wenn vor dir die Natur dann bebt und unter deinen Füßen sich alles, was dir widerstrebt, wird völlig beugen müssen, wenn alle Engel vor dir stehn: dann werden aller Augen sehn, wie hoch dich Gott erhoben. 4. Wenn dann, o Herr! auf dein Geheiß die Todten wieder leben; dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis sich aus dem Grab' erheben; wer wird dann noch, Herr Jesu Christ! daß du die Auferstehung bist, mit Frechheit läugnen können? -- 5. Wer spottet dann noch deiner Kraft, wenn du, die dich hier flichen, für ihre Schuld zur Rechenschaft mit Majestät wirst ziehen? wenn nun ihr Auge dich erblickt, und sie dein Strafgerichte drückt, dann werden sie verstummen. 6. Und wenn du dann die Deinen nun mit Preis und Ehre zierest; und ihnen ewig wohlzuthun, sie zu dem Himmel führest, dann, Herr, wird völlig offenbar, daß dein die Macht und Gnade war, die Deinen zu beglücken. 7. O laß mich dann, Herr Jesu Christ, mit Freuden vor dir stehen; und dir, so herrlich du auch bist getrost entgegen sehen. Wenn deiner Feinde Rotte zagt, von Neu' und Angst und Furcht geplagt, dann jauchze meine Seele. 8. Daß ich dies Glück erleben mag; so laß in diesem Leben, o Heiland, deinen großen Tag mir stets vor Augen schweben. Er reize mich, dir mich zu weih'n, in deinem Dienste treu zu seyn, und nie dich zu verläugnen. Mel. Ewigkeit, du Dennerwort. 190. 192. D er unsre Menschheit an sich nahm, als er, uns zu versöhnen, kam, kommt zum Gerichte wieder. Nicht fern ist seiner Zukunft Zeit! in aller ſeiner Herrlichkeit steigt Jesus dann hernieder. O sich'rer Erdkreis bess're dich! der Tag des Schreckens nahet sich. 1 2. Warum verzeucht der Nichter, Gott? wo bleibt der Nächer? fragt der Spott. Hört, Sünder! hört's mit Beben! euch, die ihr frevelnd widerstrebt, und in der Bosheit sicher lebt, zur Bess'rung Frist zu geben. Doch bald ist euer Maaß erfüllt: bald kommt der Richter, und vergilt. 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird, wenn Gottes Fluch euch droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod vor seinem Zorn euch decken. Denn nun nicht mehr erbarmt er sich; und sein Gericht ist fürchterlich! 4. Wenn furchtbar seiner Donner Schall, und der Posaunen Wiederhall der Erde Grund erschüttern; und plößlich nun der Bau der Welt mit Krachen stürzt, in Trümmer fällt; wenn alle Menschen zittern, und vor den Richter hingerückt, der Spötter glaubet und erschrickt: 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit! wo werdet ihr Barmherzigkeit, und Gnad' und Rettung finden? die ihr der Sünde Maaß noch häuft, fühlt, eh' euch dieser Tag ergreift, die Lasten eurer Sünden! daß ihr euch einst nicht selbst verflucht, und ohne Hoffnung Lind'rung sucht. 6. Mein Herz erschrickt, es bebt in mir mein Innerstes, o Gott, vor dir! ich bin ein Missethäter. Begnadige, wann dein Gericht auch mir mein ewig's Urtheil spricht, Herr, mich, den Uebertreter! du, der die Sünder nicht ver stößt, du hast auch, Jesu, mich erlöst. 7. Tag Gottes! Tag der Ewigkeit! du predigst uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme. Reizt, Christen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß er nicht bald ergrimme. Denn ewig wird der Sünder Pein, sowie der Frommen Wonne seyn. Mel. Uch Herr, mich armen Sünder.- 67. 193. Bede 193. deiedenke, Mensch! das nen Tod. Der Tod kommt oft behende; der heute frisch und roth, kann mor affisgliad zum Gericht. i afro gen, und geschwinder, hinweggestorben seyn. Drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht. Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen; es wird dort jedermann den Lohn von ihm bekommen, nachdem er hier gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende: der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich Schmerzensschreien; ach, Sünder, hüte dich. 4. Bedenke, Mensch, das Ende: bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Throne ein müder Streiter prangt, der nach dem Kampf die Krone in Gottes Reich erlangt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten letzte Zeit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sey bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl: laß mich auch nicht verachten der Höllen Feuerpfühl. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag: im Tod und vor o Jesu! bei; daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sey. 1 111 Sündern und den Deinen giebst du gerechten Lohn. aller Welt, der Thor nennt's ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht, und mein Gewissen lehren: du haltest ein Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Nichterthron, um den die heil'ge Menge erhab'ner Engel steht. Welch herrliches Gepränge, welch hohe Majestät! 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich Angesicht. Schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen! erlös't von aller Müh', sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segneft siend 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du giebst der Sünde Knechten ihr Theil in ew'ger Pein; und führest die Gerechten zu deiner Freude ein. 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft, und sie erscheinen vor deinem Nichterthron. Den 6. Laß, Jesu! dein Gerichte mir stets vor Augen seyn, und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! laß fromm vor dir mich wandeln, und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 195. Schon ist der Tag von Gott da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn, er kommt, Ge- und Wolken sind sein Thron, der 67. Mel. Uch Herr, mich armen S. ch denk' an dein 194. Trichte, ich Nichter Erden Kreis zu richten. 7. Ist dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergeh'n, so werd ich nicht mit Schanden vor deinem Thron bestehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, hier stehn die Millionen, die seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie am Meer der Sand; hier stehn sie vor dem Nichter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeucht. Kommt Erster Theil.- Von dem heiligen Geiste 112 erbt das Reich der Ehren! so spricht Mel. Wachet auf, ruft uns die. 171. er zu der Frommen Schaar, doch die, 196. Wachet auf vom Schlaf, er nun erwacht! denn euch, o Menschenkinder, erwarten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben, hat Gott in eure Hand gegeben: erwacht! noch ist zur Buße Zeit! gerecht, gerecht ist Gott, er hört der Frevler Spott! Frevler zittert! wißt, was er spricht, gereut ihn nicht, er kommt gewiß, und hält Gericht. von sich weichen. 5. D Herr! mit welcher Majestät wirst du dies Urtheil fällen! die Sünder, die dich hier verschmäht, geh'n dann gewiß zur Höllen. Hier trifft fie unerforschte Pein. Wer wird dann noch ihr Retter seyn? ihr Warten ist verloren. 6. Sie, die Gerechten, leuchten dann so wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmst sie zu Ehren welch ein froh Getümmel! fehn sie mit erstauntem Blick, daß Glaub' und Lieb' das höchste Glück, uns Gottes Gnad' erworben. an. nun 7. Sie gehn nun in das sel'ge Reich, das Gott für sie bereitet, und seh'n auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohlseyn ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit! kein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre ew'ge Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! es stärke meine Zuversicht, wenn mich die Leiden kränken. Es reize mich gewissenhaft, und, eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. 14) Von dem heiligen 197. omm, o Gott, Schöpfer, heil'ger Geist, kehr' in das Herz der Menschen ein, und bilde sie so wie du weißt, daß dein GeGrip schöpf vor dir muß seyn. 2. Mach' du als Tröster dich bekannt. Gott ist für uns nun nichts zu theu'r; er hat uns seinen Sohn gesandt, und gönnt uns auch dein göttlich Feu'r. 2. Schrecklich wird sein Zorn entbrennen; dann wird der Spötter ihn erkennen, des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet! jauchzt, ihr seine Frommen! er wird zu eurem Heile kommen! bald kommt er und mit ihm sein Lohn! euch richtet Christus nicht! Er selbst ging in's Gericht für die Sünder: Gott ist versöhnt! mit uns versöhnt, wer überwindet, wird gekrönt! Geiste und dessen Gaben. 3. Verstand und Herz erfülle ganz mit deinem Licht, mit deiner Kraft. Es spiegle sich in uns der Glanz, o Geist, der alles Gute schafft. 4. In Wundergaben zeigst du dort den Finger Gottes, und wie schnell verbreitet sich darauf das Wort; du sprachst: auch bei uns ward es hell. 3. Seyd bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen: denn plößlich bricht sein Tag herein. Und der Richter wird vom Bösen sein Reich, die Erde, ganz erlösen, von Sünd' und Tode sie befrei'n. Heil, Wonne, Seligkeit ist ewig uns berei't! Amen! Amen! die Zeit ist nah'! bald ist sie da! gelobt sey Gott! Hallelujah! i 5. O, mach' es kräftig: treibe fern des Feindes List. Dein Friede sey mit uns, daß wir dir folgen gern, und steh' uns in Versuchung bei. 6. Stärk' uns im Glauben an den Sohn und Vater, bis das Schau'n ihn krönt und dann durch uns vor jenem Thron dein und ihr hohes Lob ertönt. mpi und dessen Gaben.lid nr Mel. Wie groß ist des Aumächt'gen. 33. Chr Christen rühmt, 198. Serhebt und preiſet, erhebet froh mit Herz und Mund die Gnade, die uns Gott erweiset; mit uns macht er den neuen Bund. Er ſegnet reichlich und wir nehmen den Geist der Kraft und Kindschaft hin. Sein Segen fließt in vollen Strö men: er schreibt sein Wort in unsern 2 ms 2. Gesalbet mit dem Del der Freuden vollendet Jesus seinen Lauf. Nun Herrschet er nach ſeinem Leiden, und thut uns seine Schätze auf. Sein Geist, in den Aposteln kräftig, schmückt ihm ein Volk zu seinem Ruhm, das nun, in seinem Dienst geschäftig, ihm danket als sein Eigenthum. 83. Auf! auf ihr Herzen! auf ihr Zungen! verkündigt Gottes hohen Nuhm; fein Name werde stets besungen von seinem heil'gen Eigenthum: urb was, mur Ovem hat, erfüll; daß Geist des Lebens wehe, immer und alle Welt die Wunder sehe, die Gott ind Christo schaffen will! ld dragu 4. So laßt uns denn die Pfingsten halten im Geist und nicht im Fleischessinn. Verbleiben wir allzeit im Alten, so ist dies Fest uns kein Gewinn. Wir müssen neu geboren werden, so daß sein Geist auch in uns lebt, und unser Geist schon hier auf Erden mit ihm vereint im Himmel schwebt. 19 5. Ach, Jesu! schenk' uns armen Sündern durch deinen Geist Genad' und Kraft. Mach' uns zu u Gottes ächten Kindern, theilhaftig deiner Eigenschaft! ach zünde deine reine Liebe in unsrer aller Seelen an; und schaffe, daß mit heil'gem Triebe, was lebt, dichy ewig loben kann. Mel. Bater aller Gnade. 199. Gott, groß von Erbarmen weise nicht mich Armen, nicht mein Flehen ab. Schau' von 113 deinem Throne, schau in deinem Sohne auf mich Wurm herab. Ich bin ein unwürd'ger Beter, doch dein Sohn ist mein Vertreter. 2. Nicht die Lust zu Schäßen, Würden und Ergößen, treibt mich, Herr! zu dir; deines Geistes Gaben wünsch' ich nur zu haben, so genüget mir; und die willst du gern verleihen, wenn wir brünstig zu dir schreien. 3. Mußt' dein Sohn nicht sterben, um mir zu erwerben diesen guten Geist? Sollte meiner Seelen dieser Beistand fehlen, den dein Wort verheißt? Soll ich Lob und Preis dir geben, so muß mich dein Geist beleben. 4. Arge Väter haben Kindern gute du wohl minder? werden deine Kinder von dir nicht erhört, wenn um deinen Geist sie flehen? das wird ewig nicht geschehen. 5. Zwar ich hab' in Sünden sicher, ohn' Empfinden, lange fortgelebt; deines Geistes Regung selbst mit Ueberlegung gar oft widerstrebt, ja, ich bin ein sind der Höllen, doch verzeihest du Nebellen. 6. Komm dann, mein Berather! Komm, du Geist vom Vater! Komm, du Geist des Herrn! du kannst Herzen zwingen, du kannst Ruhe bringen, und du thust es gern. Förd're du durch mächt'ge Triebe in mir Glanben, Hoffnung, Liebe! 7. Deff'ne mein Verständniß! Weisheit und Erkenntniß stammt von dir allein. Laß bei meiner Blöße mir der Gottheit Größe stets vor Augen seyn, und dann zeige du mir Armen Jesu göttliches Erbarmen. 8. Quelle brünst'ger Triebe, Feuer keuscher Liebe! lasse deine Glut auch mein Herz durchdringen, und in Flammen bringen, Gott, mein höchstes Gut! lasse mich gleich Seraphinen dir mit Lieb' und Eifer dienen. M 8 114 9. Ist bei schweren Plagen ganz mein Geist zerschlagen, so hilf gnädiglich. Macht die Prüfungshiße, daß ich schmachtend sige, so erquicke mich. Laß des Trostes Ströme fließen, und sich in mein Herz ergießen. Erster Theil. Von dem heiligen Geist 10. Ich kann alles tragen; ich darf alles wagen; du bist mir ein Pfand, das im tiefsten Leide mir des Himmels Freude und mein Vaterland auf das tröstlichste gewähret, und mich seufzend danken lehret. Mel. Werde munter, mein. 116. er du uns als Vater 200. und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ja, um ihn uns bitten heiß'st: demuthsvoll fleh' ich vor dir; Vater! send' ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand, zur Erleicht'rung der Beschwerden kann. dem Nächsten nüßlich werden. 7. Gieb mir wahre Selbsterkenntniß, daß ich meine Fehler seh', und durch demuthsvoll Bekenntniß Gott um die Vergebung fleh'. Mache täglich Ernst und Treu', sie zu bessern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäfte gieb mir immer neue Kräfte. JE und 8. Wenn der Anblick meiner Sünmit den mein Gewissen niederschlägt; wenn Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, daß micy Herr, verlangt nach dir. O, for ſeber durch dein Wort deine Gnadenwir kung fort, bis sie durch ein selig Endel herrlich sich an mir vollende. 1 bin dem fi mi molled 111 Mel. des 77. Psalms. eil' ger Geist, du Himmelslehrer! starker Tröster unde Bekehrer! kehre bei mir Sünder ein, laß mich deine Wohnung seyn. Gieb, daß stets durch heil'ges Denken sich mein Herz zu Gott mag lenken: klopf' an meinem Herzen an, wenn ich geh' auf falscher Bahn. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen, und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu! noch mit ächter Treu' meinen Gott und Herrn bich nennen, stebet 201. H mir so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 4. Ew'ge Quelle beilger Güter, hochgelobter Gottes- Geist! der du menschliche Gemüther besserst, und mit Trost erfreu'st! nach dir, Herr, verlangt auch mich! ich ergebe mich an dich. Mache mich, zu Gottes Preise, heilig, und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Baterhuld mich freu', und mit wahrer Kindestreu' stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk' und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb' und Sanftmuth übe, und mir's| hingil und dessen Gaben. 115 2. Treibe, leite und regiere, mich betrübten Stunden tröste mich durch zum Guten stetig führe, gieb selbst Lust und Kraft dazu, daß ich Gottes Willen thu'. Gieb mir stetiges Verlangen, Jesu fester anzuhangen, immer mehr von Sünden rein, heilig, unbefleckt zu seyn. 3. Hilf, daß ich mich bald betrübe, wenn was Böses ich verübe; gieb, daß bei mir wahre Reu' über mein Vergeben sey. Laß mich allezeit erwägen, daß Gott sey bei mir zugegen, der auf jedes Wort und That sehr genaue Achtung hat. 4. Laß mich, weil ich leb' auf Erden, wachsam stets erfunden werden, und nach göttlichem Geheiß thun mein Amt mit allem Fleiß. So werd' ich durch dieses Führen auch in meinem Herzen spüren, daß du, werther Gottes Geist, in mir wohnst und Jesu Wunden. 5. Pflanze du mich selbst in ihm, als ein Glied an seinem Leibe, und wenn ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es auch bleibe, und als eine gute Rebe Früchte bring' und in ihm lebe. 6. Glaube, Lieb' und Hoffnung sey stets die Zierde meiner Seele; in Versuchung steh' mir bei, daß ich stets das Beste wähle. Gieb mir Demuth in den Freuden, und Geduld und Muth im Leiden. dru 7. Hilf mir reden recht und wohl; und des Gottesdienstes Pflichten, wie du forderst, wie ich soll, ohne Heuchelei verrichten; christlich leben, felig sterben, und dein himmlisch Reich einst erben. Mel. Getreuer Gott, wie viel. - 37. ir, Vater! dankt mein 5. Stomm, erfülle, fomm, bewohne, 203. Derz und fingt, daß mit dem Vater und dem Sohne, Geist der Liebe, lieber Gast, was du so geheiligt haft; so will ich von ganzer Seelen deinen Gottesruhm erwählen, preisen dich, Dreieinigkeit, hier und dort in Ewigkeit. du den Sohn gegeben, den Sohn, der Heil den Sündern bringt, und unvergänglichs Leben! ich danke dir, daß du den Geist, der deinen Sohn durch Wunder preis't, zur Erde haft gesendet! der Geist der Wahrheit kam herab, der deinen Knechten Stärke gab, daß fie dein Werk vollendet. von Mel. Liebster Jesu, wir sind hier.- 4. ott! du hast in deinem 202. Sohn mich von Ewig- geb'n fie, die Welt zu lehren: ber Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen sie bekehren: der ganze Erdkreis hört erfreut die Botschaft unsrer Seligkeit, Vernunft und Wahrheit fiegen; das Laster und die Blindheit fliebt! wo man den Finger Gottes sieht, muß Satan unterliegen. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen. Der Name Jesu wird gelobt; sein Wort ist Kraft und Segen Die Jünger schreckt nicht Pein noch Müh'; der Geist der Stärke stärket sie in Martern und im Tode. Sie blieben ihrem König treut, bes kannten seinen Namen fret, und lobe ten ihn im Noch jetzt bist du der Geist der Kraft, noch jetzt der Menschen Lehrer, der Jesu neue Jünger schafft, des Höllenreichs Zerstörer. In Sünder 8* keit erwählet! Sende nun von deinem Thron, was noch meinem Heile fehlet, und gieb mir des Geistes Gaben durch sie werd' ich alles haben. 8 2. Bin ich noch in Sünden todt, und zum Guten ganz verloren: heil' ger Geist, mein Herr und Gott! mache du mich neu geboren; rette mich von dem Verderben; laß mich nicht in Sünden sterben! 3. Treibe weg die finstre Nacht falscher, zweifelnder Gedanken; wenn die Welt mich irre macht, halte die Vernunft in Schranken! wenn ich mich von dir entferne, wo ist's, daß ich Weisheit 4. Schaffe mir ein reines Herz, daß ich stets an Gott gedenke, und mich oft mit Reu' und Schmerz über meine Sünden kränke; doch nach den 116 Erster Theil. Von dem heiligen Geist wirkst du Buß' und Leid, in frommen| heißt! schenk uns Muth und Kraft im Seelen Trost und Freud', und Muth Krieg, und verleih' uns dann den Sieg! im Kampf der Sünden. In bangen Stunden schenkest du, so wie im Tode, Seelenruh', daß sie dich froh empfinden. 5. Des Vaters und des Sohnes Geist, du Quell des Lichts, der Liebe, den Gott den Betenden verheißt, ach, heil'ge meine Triebe! schaff' du in mir 9. Wenn wir endlich sollen sterben; ein neues Herz, gieb wahre Buß' und Sündenschmerz, hilf mir im Glauben beten. In bangen Stunden tröste mich, und zeige voll Erbarmen dich mir einst in Todesnöthen! M 8. Herr, bewahr' auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott, uns denselben möge rauben! du biſt unser Schuß und Gott! sagt das Fleisch gleich immer: Nein! Laß dein Wort gewisser seyn! soversichre uns jemehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimmt. Mel. Nun bitten wir den H. G. Mel. Gott des pimmels und der. 32. 204. Komm, o tomm, bu Geift 205. D wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sey nicht vergebens; sie erfüll' uns jederzeit! so wird Geist, und Licht, und Schein in dem dunkeln Herzen seyn. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht; daß wir anders nichts beginnen, denn was nur dein Wille sucht! dein Erkenntniß werde groß, und mach' uns vom Irrthum los. es Vaters und des Sohnes Geist, du, der uns den Weg zum Heile weis't, gnadenvoller Tröster! Laß, wenn wir sterben, uns das ewige Leben ererben, gieb E 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege! das, was dich betrüben kann, räume ferner aus dem Wege; führ' uns zu dem Guten au; wirke Reu' an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 14. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind: stärk' uns dann mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Drangsal find't; zeige, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! 5. Reiz' uns, daß wir zu ihm treten gläubig und mit Freudigkeit; mach' uns tüchtig, recht zu beten, und vertritt uns allezeit! so wird unsre Bitt' erhört, und die Zuversicht vermehrt. 16. Wird uns auch um Hülfe bange, daß das Herz oft rufen muß: ach, mein Gott, mein Gott, wie lange! o so mache den Beschluß; sprich der Met. Freu' dich sehr, o meine S. - 29. Seele tröstlich zu, und gieb Muth, 206. Edler Geist im Htinmelsund throne, Wesens, 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn uns Satan wanken| Flöße du die wahre Reu' in mein Herz einer Kraft mit dem Vater und dem Sohne! Geist, der neues Leben schafft. uns Jesu Frieden. 2. Es leucht' uns, Licht des Herrn, dein Schein, wenn schon Tod und Verwesung uns dräu'n; lehr' uns Jefum Christum, den Sohn, erkennen, und in der Liebe des Sohnes brennen, lebend und im Tode. 3. D du, der Liebe Geist! erhöh unsre Seele, daß sie schmeck' und seh', wie der Herr uns liebte, laß in den Brüdern, als in seinen geheiligten Gliedern, Jesum stets uns lieben. 4. Du höchster Trost in aller Noth! bilf getreu uns seyn bis in den Tod. Heilig laß uns leben; und nicht verzagen, wenn uns unsre Sünden verklagen vor der Welten Nichter! 20 md und dessen es mit jeiner Gabe Luft in mir zu wohnen habe. machst es in dem Herzen licht; du giebst, mächtiger Bezwinger, daß der Sünde Macht zerbricht. Kehrest du nur bei mir ein: so wird meine Seele rein, und auch schon auf dieser Erden eine Wohnung Gottes werden. 3. Geist der Wahrheit! komm' und führe mich zur wahren Weisheit an; daß des Höchsten Wort mich rühre, und ich willig folgen kann. Deffne du mir jene Schrift, die mein ewig Heil betrifft: Laß mich hier zum Theil verstehen, was ich dort soll völlig sehen. 4. Geist des Trostes! in dem Leiden steh' mir allzeit kräftig bei! wenn die besten Freunde scheiden, bleib' du mir beständig treu! gieb mir ein gelass'nes Herz, daß ich in dem größten Schmerz Trost der Seele bei dir finde, und den Unmuth überwinde. 5. Geist des Raths! wenn mir verschwindet aller Rath in Angst und Noth, wenn sich nirgends Hülfe findet, wenn ich leide, wenn der Tod mir fast unvermeidlich scheint, und mein trübes Auge weint; so gieb, daß es meiner Seele nicht an Rath und Hülfe fehle. 6. Geist der Freuden, mein Gemüthe sucht an dir nur seine Lust. Schmeck' ich deine große Güte; so verachtet meine Brust, was die Welt für Lust erdenkt, welche nur die Seele kränkt. Rechte Freude muß den Frommen einzig von Gott selber kommen. 7. Geist des Betens! lehr' mich beten: Abba, Vater in der Höh'! Treibe mich, vor Gott zu treten: und gieb, wenn ich vor ihm steh', daß mein Bitten träftig sey; stehe meinem Seufzen bei; sprich in mir, in Gottes Namen, nach dem Fleh'n ein kräftig's Amen! Gaben. 117 Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele.- 20. vom Vater und 207.& Sohne! der du unser Tröster bist, und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst. Stehe du mir mächtig bet, daß ich Gott ergeben sey; o, so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 15) Von der Aus dem 46. Psalm. Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. 208. in farker Schup ißt G 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir seyn; wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Lente kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlseyn hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd' ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe! daß mir nichts so wichtig sey, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöh'n; seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde, mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, o, so strafe selbst mein Herz, daß ich, unter Reu' und Schmerz, mich vor Gott darüber beuge, und mein Herz zur Beßrung neige. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gieb, daß ich auf Jesum Christ als auf meinen Mittler schau' und auf ihn die Hoffnung bau', Gnad' um Gnad' auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei; daß ich auch alsdann mit Freuden, Gottes Führung folgsam sey. Gieb mir ein gelassen Herz. Laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden deines Trostes Kraft empfinden. christlichen Kirche. unser Gott! auf ihn steht unser Hof- fen. Er bilft uns treu aus aller 118 Erster Theil. Von - Noth, so viel uns der betrof- fen. Satan, unser Feind, der mit Ernst es meint, rüstet sich mit List, troßt, daß er mächtig ist. Ihm gleicht kein Feind auf Er- den. 2. Nicht unsre Macht ist's, die ihn fällt. Wir wären bald verloren. És kämpft für uns der rechte Held, den uns Gott selbst erloren. Fragst du, wer er ist? er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth. Er, unser Herr und Gott, er muß den Sieg behalten. 3. Die ganze Hölle schäume Wuth, und droh' uns zu verschlingen. Trop thr! uns rüstet Gott mit Muth. Es soll uns doch gelingen. Wenn der Fürst der Welt sich schon grimmig stellt, schreckt er uns doch nicht. Er ist längst gericht't. Ein Wort kann ihn schon fällen. 4. Das Wort steht fest! die stolze Welt mag noch so heftig toben! der Herr mit uns! der starke Held! der giebt uns Sieg von oben. Tödten sie den Leib; nehmen Kind und Weib; rauben Gut und Ehr'; sie nehmen's! was ist's mehr? Uns muß der Himmel bleiben. 2. Gieb ihnen Gnade, dich recht zu erkennen, daß sie dich gläubig ihren Herren nennen; gieb ihnen Eifer, deinen guten Willen treu zu erfüllen. der christlichen Kirche. 4. Steure, Erbarmer! deiner Feinde Grimme. Warne die Deinen vor des Irrthums Stimme. Lehre sie prüfen, daß sie falsche Freuden flüglich vermeiden. 5. Sey du ihr Licht in ihren Finsternissen, heile selbst ihr verwundetes Gewissen. Schlägt oft ein Kummer ihre Herzen nieder; stärke sie wieder. 3. Mit heil'ger Achtung laß die Schrift sie ehren; denn sie verkündigt deines Mundes Lehren. Ausser thr suchen Sterbliche vergebens Worte des Lebens. 6. Schüße uns mächtig mitten unter Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen; bis wir zum Umgang der verklärten Frommen frohlockend kommen. Der 67. Pfalm. 4 Mel. Auf Christen preis't.- 436. der uns immer 210. Gutes gab, schau ſchau' gnädig stets auf uns herab, entzieh' dein freundlich Angesicht, Herr, deinen Auserwählten nicht! 2. O Gott, Jehovah, zeige dich der Welt! der Weltkreis freue sich, wird dein Erkenntniß ihm zu Theil, in dir, o Gott, und deinem Heil. Gott, deine Macht und Weisheit 3. Es mache aller Völker Mund, kund! kein Volk sey auf der weiten Welt, das deine Güte nicht erzählt! Mel. Ich will, mein Gott, du.- 55. 209. La defu lak der so beschüßen kann? dein Reich Erden unter den Sündern ausgebreitet wer den! Schenke doch ihnen, deiner Leiden wegen, Leben und Segen. das wird von deinem Lob entbrennt, 4. Ja, jedes Volk, das dich erkennt, wer dich anbetet, Gott, der freut sich deiner großen Gütigkeit. 5. Lob, Erdenkönig, dir! du bist ein Führer, der allmächtig ist! wer nimmt sich unser treuer an, wer ist, Gott, deine Macht und Weisheit 6. Es mache aller Völker Mund, tund! kein Volk sey auf der weiten Welt, das deine Güte nicht erzählt. 7. Die Erde ist nicht mehr verflucht, sie bringt uns segensvolle Frucht, wir wissen nichts von Hungersnoth; stets segne uns Gott, unser Gott! 8. Ja, mach' Jehovah, deine Treu' an uns mit jedem Morgen neu! dir diene deine ganze Welt mit einem Dienst, der dir gefällt. Erster Theil. - Von der christlichen Kirche. 211.6 rhalt' uns, Herr, bei deinem Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, vom Throne frech zu stürzen drohn. 2. Zeig' deine Macht, Herr Jesu Christ! der du Herr aller Herren bist: beschirme deine Christenheit, daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gieb, heil'ger Geist, uns einen Sinn, nimm alle Zwietracht von uns hin. Vor deines Wortes Licht und Macht entflieh' des Wahns und Frrthums Nacht. 4. Herr! laß uns dir befohlen seyn. Schau' unsre Noth: wir sind fa dein. Erhalt im Glauben uns getreu, und mach' uns von den Feinden frei. 5. Sie dichten, Herr! ein Frevelstück! es fall' auf ihren Kopf zurück! sie graben Gruben mit viel Müh'; in ihre Gruben stürze sie! 6. So werden sie erkennen doch, du unser Herr, Gott, lebest noch, du stehst bei deiner Kirche fest, die sich allein auf dich verläßt. 119 4. Ewig, o Heiland, sey dein Nam' erhoben. Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beherrscher deiner schwachen Heerde! Himmel und Erde. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden. Mach' ihre Siege herrlicher auf Erden. Gieb Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. Der 46. Psalm. Mel. Man betet, Herr.- 50. - 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ew'gen Frieden. ott ist uns Stärk' und 213. in Nöthen, Er weigert, und unsre Zuversicht. wenn wir zu ihm beten, uns feine Hülfe nicht. Und sollte gleich der Erdfreis zittern, und stürzt er auf uns her; uns würde keine Furcht erschüttern, und sänken Berg' ins' Meer. 2. Sollt auch das Meer so heftig toben; und stürzten vor der Wuth Gebirge, ihrem Grund enthoben, hinab in seine Fluth; sie bleibet doch mit ihren Bächen die Stadt des Herrn, in ihr wohnt Gott, der wird die Wogen brechen, sie jauchzet: Gott ist hier! Mel. Ich will, mein Gott, du.-55. 212. Süße die Deinen, die Zerstören schafft. nach dir sich nennen, und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, nichts sie entreißen. 3. Gott wobnet selbst in ihren Mauern, der Herr beschüßzet sie, fie wankt nicht, ewig wird sie dauern, der Höchste hilft ihr früh. Die Völker tobten, und im Grimme empörten Reiche sich! er sprach, vor seines Donners Stimme zertheilten Welten sich. 4. Wer ist der Feind, der uns zerGott ist mit uns, der Herr der störe? er, der uns hilft, ist Gott! Heere, uns schüßet Jacobs Gott! kommt her, und merkt auf Gottes Werke und lernet seine Kraft. Er ist es, es ist seine Stärke, die solch 5. Er macht sich auf, dem- Krieg zu steuern, der so viel Blut vergoß. Und er zerbricht, daß Länder feiern, Schwert, Bogen und Geschoß. Den Spieß hat seine Hand zerschlagen, daß er nicht tödten kann. Er zündet des VerheerersWagen mit seinem Feuer an. 6. Laßt ab, und wißt, und lernt mit Freuden, ich fey Gott, Herr der Welt! groß will ich werden vor den Heiden, und herrlich vor der Welt! Gebt alle unserm Gott die Ebre! er, der uns hilft, ist Gott! Gott ist mit uns, der Herr der Heere, uns schüget Jacobs Gott! 120 Erster Theil. 214. W enn Christus seine Kirche schüßt; so mag die Hölle 6 wüthen. Er, der zur Rechten Gottes sigt, hat Macht ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah: wenn er gebeut, steht's da. Er schüßt zu seinem Ruhm mit Macht das Christenthum. Mag doch die Hölle - Von der christlichen Kirche. wüthen. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören! denn den Gefalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott, doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstebn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sey Jesus Christ; wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf Christen! die ihr ihm vertraut, last euch kein Drohn erschrecken. Der Gott, ber von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, Herr Zebaoth bält über sein Gebot; giebt uns Geduld in Noth, und Kroft und Muth im Tod, was will uns dann erschrecken. 215. E A ch Gott vom Himmel sieh' darein, und laß es dich erbar- men! wie wenig Herzen sind noch dein; entzieh' dich nicht uns Ar- men! dein theures Wort hält man für Spott; empört Ech wider dich, o Gott! will deinen Sohn nicht kennen. 2. Sie lebren eitel Träumerei, was Eigenwit erfindet. In keiner Wahrheit ist dabei ihr unstät Herz gegründet. Der wählet dies, der andre das, es trennen sich ohn' Unterlaß, die mit Vernunft sich brüsten. 3. Ach Herr, mein Gott, vertilge Wie lange sprechen Frevler noch die doch des Irrthums freche Lehren. Menschheit zu entebren: tief schau'n wir in die Wahrheit ein; uns täuſcht kein gleißnerischer Schein. Nur blinde Herzen glauben! 4. Gott siebt's und spricht: bald kommt die Zeit, daß ich dem Frevel steure, damit sich in der Christenbeit kein Heidenthum erneure. Indessen greif' den schnöden Wahn mein Wort mit starken Waffen an, und bleib' unüberwindlich. 5. In Feuer siebenmal bewährt, glänzt edles Silber heller; und durch Verspottungen bewährt, strahlt Gottes Wort auch heller. Der Strahlen siegende Gewalt durchbricht der Zweifel Nebel bald, und blendet selbst die Feinde. 6. Sein Licht beschüß' uns, daß uns nie das frevelnde Geschlechte in seine schlauen Netze zieh', nie unter uns sich flechte; denn alle Bosheit wächst geschwind, wo frecher Spott erst Kraft gewinnt, sein Gift ertödtet Seelen. 7. O dämpfe selbst, du starker Gott, die dir die Ehre rauben. O Jesus Christ, bei ihrem Spott stärk 11 Erster Theil. Von der christlichen Kirche. Mel. Freu' dich sehr, o meine. 29. kräftig unsern Glauben. O bell'ger Geist, verleih' uns Gnad', daß wir 217. Te, du, der Deinen starreuer deiner Heervor Abfall und Verrath mit ganzem Ernst uns hüten. fer Schuß! siehe doch, wie Staub und Erde wider dich mit frechem Trußz tobt, und in den Waffen ist, und sich freventlich vermißt, deine Kirche zu Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich.- 119. zerstören und dein Erbe zu verbeeren. 216. Bater ber BarmberD zigkeit, bei allen Zeitverwandten, doch nun seit der Apostelzeit recht groß in allen Landen; du hast durch deines Geistes Kraft die große Schaar der Heidenschaft zu deinem Reich berufen. 2. Du, Herr! bist ja unser König; dein sind wir nach Leib und Seel'. Menschenhülfe ist zu wenig, wo du nicht, Immanuel, zu der Deinen Nettung wachst, und den Feind zu Schanden machst, wo du nicht sein Wüthen 2. Getrennt durch Mannichfaltig- dämpfest, und für deine Wahrheit feit des Glaubens und der Zungen, auf dieser ganzen Welt zerstreut, hat sie dein Wort durchdrungen! hat sie dein starker Geist gerührt und nun zu einem Zweck geführt in Einigkeit des Glaubens. 121 3. Ach, sey doch auch in dieser Zeit uns, Vater, wieder gnädig! und mach' uns von Uneinigkeit des Glaubens los und ledig! gieb, daß vereint auf einen Grund wir dir zugleich mit Herz und Mund im Geist der Liebe dienen. 4. Ach, schaue, wie des Satans List vereinte Brüder trennet. Wie man der Liebe ganz vergißt, von blindem Eifer brennet, und dann, von Wissen aufgebläht, um Dinge, die man nicht versteht, sich ohne Grund entzweiet. 5. O Herr! bilf diesem Uebel ab und gieb, daß deine Heerde bald unter thres Hirten Stab genau verbunden werde: im Wesentlichen einerlei; in Nebendingen aber frei, in allem liebreich denke. 6. Wenn Brüder, Herr, auf dein Geheiß vertraut beisammen wohnen, und ihrer Schwachheit wechselweis mit Zärtlichkeit verschonen; o, was kann angenehmer seyn; du selbst, Herr! wirst dich ihrer freu'n, und sie mit Segen krönen. kämpfest. 3. Es betrifft ja deine Ehre, es betrifft dein Heiligthum; deine theure Gnadenlehre, deines Todes Kraft und Ruhm, und den Dienst, der dir allein von uns muß geheiligt seyn; o, wie solltest du denn schweigen, und dich nicht als Retter zeigen! 4. Du bedrohest Wind und Wetter, und es schweigt ihr Ungethüm. Steure denn, Herr, unser Netter, auch der Feinde Wuth und Grimm. Saul bekehrst du, wenn er schnaubt, und dir Ruhm und Ehre raubt, ach, bekehre, die durch Lügen sich selbst um ihr Glück betrügen. 5. Doch nicht nur der Feinde Dräuen, die Verführung müssen wir auch bei unsrer Schwachheit scheuen, unsre Hülfe steht bei dir. Käm' es auf uns selbst nur an, ach, wie leicht wär' es gethan. Satan würde bald den Glauben uns aus unserm Herzen rauben. 6. Laß uns denn vorsichtig wandeln, und mit Tauben- Einfalt zwar, doch auch klug, wie Schlangen, handeln. Zeig' uns selbst bald die Gefahr. Schickt euch, es ist böse Zeit! sprichst du; mach' uns selbst bereit, daß wir wachen, beten, kämpfen, und so die Versuchung dämpfen. 302 WAND But monima 16) Von der heiligen Taufe. in 1 Einsetzung der Taufe. Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan. 122 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. O, laß mich nie die Pflicht vergessen, ich verband, als Wie Christus selbst du in deinen Bund mich nahmſt, und mir mit Heil entgegen kamst. 218. W zum Jordan kam, und nach des Vaters Willen die Taufe von Johannes nahm, um alles zu erfül- len, was Gott heischt'; so muß auch das Bad, das er, um uns von Sünden zu waschen, angeordnet hat, vielmehr uns willig finden. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier.- 4. Es bringt uns Heil und Le- ben. 2. Hört, wie es zu den Jüngern heißt: geht, spricht er, lehrt die Bölter, und auf den Bater, Sobn und 220. Mein Erlöser! der du mich dir zum EiGeist tauft nunmehr alle Völker.genthum erkaufet, als dein Jünger Wer glaubet, und die Tauf' empfängt, wird selig, wer hingegen ungläubig fest am Irrthum hängt, der fliehet vor dem Segen, und muß verloren gehen. bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. erwecke mich zum Fleiße, recht zu seyn das, was ich heiße. 2. Laß mich oft mit Achtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten; und nur das zu jeder Zeit für mein größtes Mel. Gott werde stets von dir erh. - 219. J ch bin getauft auf dei- Wohlseyn achten, daß ich, Jesu! deinen Willen treulich suche zu erfüllen. nen Namen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. O, welch ein Glück wird dadurch mein! Laß, Herr, mich deß auch ewig freun. 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater! und ein selig Theil hast du, Sohn Gottes! mir gewähret an dem von dir erworbnen Heil. Du willst, mein Leben Gott zu weih'n, Geist Gottes, selbst mein Beistand seyn. bleibt dieser Bund stets feste stehn. 4. Du bist getreu. Auf deiner Seite Ja selbst, wenn ich ihn überschreite, läss'st du dein Vaterherz mich sehn! du klopfft an mein Gewissen an, und lockst mich auf die rechte Bahn. 72. 5. Ich gebe, o mein Gott, auf's neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich' eitle Welt! o Sünde weich'! Gott hört es! jetzt entsag' ich euch. 6. Befestige dies mein Versprechen, mein Vater! und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils! sey ewig mein, und laß mich stets den Deinen seyn! 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ew'gen Glücke. Davon ist auch nach dem Sterben ewig Segen zu ererben. 4. Laß mich drum, wie dirs gefällt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben, und, entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben; daß ich einst auch, wenn ich sterbe, das verheiß'ne Leben erbe. Mel, Liebster Jesu, wir sind. 221. Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 4. err! wir stehen hier 123 3. Hirte! nimm dies Schäflein an! Haupt! mach es zu deinem Gliede! zeig' ihm beine Bahn! Friedefürst! sey du sein Friede! König! laß es deinen Willen künftig immer auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden, und treu erfüllen! im Himmel möge werden. 2. Wasch' es, o Herr Jesu! rein durch dein Blut von seinen Sünden: laß es deinen Geist erneu'n und mit dir genau verbinden! da wir ihm den Namen geben, schreib' es in dein Buch zum Leben! Einseßung des heiligen 17) Von dem heiligen Abendmahle. Abendmahls.and den Mel. des 91. Psalms. 222. A Is Jesus segund sterben wollt für unsre Missetha- ten, in jener Nacht um schnöden Sold aufs schändlichste verra- then: hielt er in dem bestimmten Saal, von Gottes Hand gelettet, mit seinen Jüngern noch das Mahl, das längst auf ihn gedeutet. 2. Hier sprach er: mich verlanget sehr, dies Paschah zu begehen; nun fei'r ich keinen Festtag mehr, bis Gott mich wird erhöhen auf meinem Stuhl in meinem Reich, das mir der Vater giebet, und dem, der hier mit mir zugleich in seiner Lieb' sich übet. 3. Drauf nahm er Brot, und brach's, und dankt, und sprach: nehmt hin und esset, damit ihr nicht im Glauben wankt, und meiner nicht vergesset, das ist mein Leib, der durch viel Qual 4. Laß uns alle in der Welt als rechtfchaff'ne Christen leben! endlich auch, wenn dir's gefällt, christlich unsern Geist aufgeben, und im Himmel zu den Frommen, zu den wahren Christen kommen. jetzt wird für euch gebrochen; daß eure Schuld und Adams Fall nicht werd' an euch gerochen. 4. Den Dankkelch nahm er auch hierauf; er that mit Wohlgefallen den Mund zum Lobe Gottes auf, und sprach zu ihnen allen: nehmt hin und trinkt, das ist mein Blut, das ich für euch vergieße; euch droht umsonst der Höllen Glut, indem ich für euch büße. 5. Das Blut, das an dem Altar dort in Opfern ward vergossen, tilgt nicht die Schuld, schafft sie nicht fort, drum sollt, wie Gott beschlossen, fest zur Vertilgung dieser Schuld mein Blut, mein Söhnblut fließen: nun denkt an Gottes Gnad' und Huld mit freudigem Gewissen. 6. Halt't oft den Brauch mit Brot und Wein, auf daß ihr mein gedenket; laßt euch mein Leiden theuer seyn; gespeiset und getränket, sagt laut: 0! wenn dein Tod nicht wär', wir müßten ewig sterben. Und lebt hinfort zu meiner Ehr', als würd'ge Himmelserben! 7. Kein Tropfen labt den reichen Mann in seinen schweren Leiden, schaut mich dagegen gläubig an, sein Schicksal zu vermeiden. Wer mir vertraut, und Buße thut, der ist durch mich versöhnet, doch web' dem Falschen, der mein Blut mit frechen Lastern böhnet. 8. Die Welt, die nicht ihr Heil versteht, bleibt an dem Neußern hangen, und meint damit, wenn's übel geht, Genade zu erlangen! doch dich 124 Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. entzeucht nicht Brot und Wein dem ernstlichen Gerichte; soll dies dein Trost, o Sünder, seyn; so wird dein Trost zu nichte. 9. Der rechte Labtrank ist mein Blut, mein Fleisch die rechte Speise; o, iß und trinke dir zu gut, und Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. auf die rechte Weise. Erkenn', daß ich mich in den Tod für dich dahin 224. ebaoth! gelobt für seyst du, Herr Hun1 141. gegeben; so weichet Durst und gersnoth, so hast du Heil und Leben. 10. Jch bleib' in dir und du in mir, damit von meinem Geiste, dein Geist getrieben für und für Gott Dank und Ehr' erweise. Du bist nun ganz mein Eigenthum, ich kann dich nicht verlassen. Ich will dich einst zu meinem Ruhm mit ew'ger Treu' umfassen. unsers Mittlers Tod, der uns das Heil erworben! wie hast du, Gott, auch mich geliebt! er, der uns ewig Leben giebt, ist auch für mich gestorben. Mein ganzes Herz frohlockt in mir. O Vater, ich lobsinge dir. Gieb, daß ich jeden Tag auf's neu' mich detner Vaterhuld erfreu'. Gott meines Heils! sey ewig mein, sey ewig mein, und laß mich dir recht dankbar seyn. 11. Dein Wort, o Jesu! fehlet nicht, das glauben wir von Herzen; nur gieb, daß wir nach unsrer Pflicht an deine Todesschmerzen stets denken, und auf ebner Bahn nach deinem Willen wandeln, und also, wie du uns gethan, mit unsern Brüdern handeln. Mel. Allein Gott in der Höh'. 15. 223. alt' im Gedächtniß Je- 5. Mein Heiland, den der Himmel preist, dich will ich ewig loben. D, stärke dazu meinen Geist mit neuer Kraft von oben. Dein Abendmahl vermehr' in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit neuer Treue diene. der auf Erden vom Himmelsthron gekommen ist, ein Heiland dir zu werden. Vergiß sein nicht: denn dir zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe! 2. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der für dich hat gelitten. Da er am Kreuz gestorben ist, hat er dir Heil erstritten. Errettung von der Sündennoth erwarb er dir durch seinen Tod. Dank ihm für diese Liebe! 3. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden, und jetzt zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden auch dir Befreiung ausgemacht, und ew'ges Leben wieder bracht. Dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, er wird einst wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Drum sorge, daß du dann bestehst, und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. 2. Voll hoher Ehrfurcht beug' ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich dahin gegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, wie viel ich Dein Tod dir, Herr, schuldig bin. bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ew'ge Kraft hast du, o Herr, auch mir verschafft, was mich vor dem Verderben schüßt, was meinem Geiste liebst du mich! wie liebst du mich! gieb, daß ich ewig liebe dich! 3. Mit Inbrunst fleh' ich, Herr, zu dir! befördre du doch selbst in mir ein gläubiges Gemüthe! mich dürstet, gleich den dürren Land, bei deiner Liebe Unterpfand, nach deiner großen Güte. Ich fühle, Herr, was mir gebricht. O stärke meine Zuversicht, daß du auch mein Versöhner seyst, und mich vom ew'gen Tod befreist. Herr, dieser Trost sey fest in mir, sey fest in mir, so dien' ich voller Freuden dir. 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mir ausersehen. Auch mir zum Herrlichsten Gewinn gabst du dein Leben willig hin, drum bör auch jetzt mein Flehen. Mein Heiland, zeuch mich ganz zu dir, ja, durch den Glauben wohn' in mir; so nimmt in mir die Seelenruh', und meines Herzens Bessrung zu. Mein Herr und Gott! ver Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 125 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen. D, gieb mir selbst durch deinen Tod die Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an tüchtig seyn, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu pretsen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. laß mich nicht, verlaß mich nicht, so komm' ich einst nicht in's Gericht. 5. Zu deinem Himmel hilf du mir. Der Freuden Fülle ist bei dir: laß sie mich einst genießen. Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgerschaft zu führen und zu schlieBen, daß mir dein Wort stets heilig fey, daß ich, bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu', was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. O Herr, mein Heil, sey stets mit mir, 226. mir, so komm' ich einst gewiß zu dir. 37. ch komme, Herr, und Mel. Getreuer Gott, wie viel. 1 der Schwachen Kraft und mächtiger Vertreter erbarme dich, du Hörer der Gebeter! gedenk' an mich, o mein Immanuel! ich stebe bier mit Furcht 225. belegt; ich flag' es bir, bu und beladen. Herr! mein Heiland, Prüfer meiner Nieren: Du bist ein segne mich mit den erworbnen Gna- Arzt, der kranker Seelen pflegt, du den! ich liege hier vor deinem Thron bist der Hirt, der selbst sein Schaf Sohn Gottes und des Menschen Sohn! will führen. mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh'! ich suche Ruh' und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Ich bin betrübt; ich fühle, was mich plagt; mein Auge darf ich kaum zu dir erheben, von ferne steh' und seh' ich nach dem Leben, wohin mein Geist nur seinen Wünsch noch wagt. Aus Demuth schlag' ich an die bange Brust, der Sünden Sig, die mich von dir geschieden. Ich schäme mich auch der verborg'nen Lust, in welcher oft die Herzen heimlich sieden. 3. Wo soll ich bin? Ich will zum Lebens- Gott. Es soll mich nichts von meinem Felsen treiben: dir, Jesu, will ich mich allein verschreiben. Tod! Höll'! dein Sieg und Stachel ist ein Spott. Der Ueberwinder, Jesus, ist mein Haupt, der Hölle, Tod und Teufel hat bezwungen; ich bin durch ihn der Sündenmacht entraubt, es ist dem Heldaus Davids Stammgelungen. 4. So tret' ich denn, mein Jesu, jetzt vor dich; ich komm' zu deinem Mahl, nach deinem Willen. Ach laß mich da den Durst und Hunger stillen; mein Heiland, dein Verdienst erquicke mich! wird nun mir so des Glaubens Kraft vermehrt; dann soll er sich in Werken thätig weisen; dann werd' ich dich, der du mein Fleh'n erhört, mit Herz und Mund hier und dort ewig preisen, 2. Dich bet' ich zuversichtlich an: du bist das Heil der Sünder. Du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Macht, und an dein Wort: es ist vollbracht! du hast mir Heil erworben. Für mich hast du dich dargestellt. Mit sich versöhnte Gott die Welt, da du für sie gestorben. Mel. Die Quell", woraus der M. 3. O freue dich, mein Herz in mir! er tilget deine Sünden, er nahet sich mit Trost zu dir, und läßt dich Gnade finden. Du rufft und er erhört dich schon; spricht liebreich: sey getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod ge tauft. Vergiß nicht, dem, der dich erkauft, zur Ehre stets zu leben. 4. Dein, spricht er, ist die Seligkeit, bewahre sie im Glauben; und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh', ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock: bleib' an mir; so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 1 84. Menschenfreund, Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 126 227. Wie groß ist deine Menschenliebe, mein theurer Heiland, Jeſu Christ, der du für mich gestorben bist! o, daß ich nur mit reinem Triebe dir treu verbliebe. 2. Dein Mahl, bei welchem du mich speisest mit deinem heil'gen Brod und Wein, muß mir ein göttlich Denkmal seyn, daß du mich auf dein Opfer weisest, mich glauben heißest. --treu von dem Pfad, den sein Wort gezeichnet hat. 3. Der ich fühn sein Recht entehrt, der ich seine Macht verkennet, ach ich bin es nicht mehr werth, daß er noch sein Kind mich nennet. Ich verdiene Fluch und Tod, die sein Wort den Sündern droht. 3. Auch ist mir das ein Pfand und Zeichen, wenn ich zu deiner Tafel geh', und Brot mir Mel. Un Wasserflüssen Babylons.- 97. aus zu werdest meiner Seel imgleichen 229. D" Barmherzigkeit zum du dich selber reichen. im N 4. Ach laß mich nur recht gläubig essen, und schenke mir in voller Kraft, was uns dein Opfertod verschafft! all' meiner Sünden werd' indessen vor Gott vergessen. monit 5. Ach Jesu! laß mich doch erscheinen voll Schnsucht nach Gerechtigkeit! ach, mach uns allesammt bereit! und laß in einem Geist die Deinen sich fest vereinen. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit wohlthätig eingeladen. Du rufft: Mühsel'ge, kommt zu mir. Du Weltversöhner! ja zu dir komm' ich auch heut', ein Sünder. Verstoß von deinem Angesicht, verstoß mich, o mein Heiland! nicht, vom Erbtheil deiner Kinder. 2. Zwar meine Missethat ist mehr, mehr als ich könnte zählen. Sie drückt mich, Herr, ich zittre sehr, vor Unruh' meiner Seelen. Weltrichter, ach! im Zorne nicht, im Zorne geh' nicht in's Gericht mit mir, Gott, reich an Güte! du kennst, was ich nicht recht gethan. Erbarmer! sich mein Herz auch an, mein reuiges Gemüthe. 3. Es seufzt um Trost, und änghastigt sich, gebückt vor dir im Staube. Auf mein Verdienst nicht, nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst, den Schwachen beizustehn, die nach Errettung schmachten. Stets bleibst du deinen Worten treu; und wirst ein gläubig Herz voll Neu', auch meines nicht verachten. 6. Du bist das Haupt, wir sind die Glieder, die eines Brots theilhaftig sind. Ach, daß uns deine Lieb' entzünd't! so finden wir uns einst als Brüder im Himmel wieder. 4. Dennoch nimmt der Güt'ge mich wieder auf zu seinem Kinde. Heut' vergißt er väterlich seines Zorns und meiner Sünde; giebt durch seiner Boten Hand mir der Gnade süßes Pfand. 5. Tag der Wonne, heil'ges Mahl, ewig will ich dein gedenken. Meines Jesu Todesqual soll mir Trost im Leiden schenken, und mein Leben soll allein seinem Ruhm gewidmet seyn. 47. 228. der Herr gemacht! Sey gefegnet, Tag der Freude! du erhellst des Kummers Nacht, und erquickest mich im Leide. Heil und Leben schenkst du mir. Gott, wie dank' ich dir dafür! - 2. Widerspenstig seinem Ruf, hab' ich meinen Gott betrübet, ihn, der mich zum Glück erschuf, und mich stets so 4. Mein Gott! regiere künftig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertraun auf dich, nach deinem Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 127 neuen, und dich seines Todes freuen. Nathe wandle. Gieb, daß aus Dank| geladen. Deinen Bund sollst du erfür deine Huld, in Lieb', im Glauben, in Geduld, ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst in deinem Reich, verklärt, unsterblich, Engeln gleich, dich ewig rein erhebe. 2. Eil', wie wahre Christen pflegen, glaubensvoll dem Herrn entgegen, komm, den gnadenvollen Willen deines Heilands zu erfüllen! komm mit brünstigem Verlangen, seine Güter zu empfangen. Daß er dich der Sünd' entgas mich Gnad empfahn und Leben. lade, giebt er heute Gnad' um Gnade. 3. Herr! ich freue mich mit Laß mich Gnad' empfahn und Leben. Du willst dich hier mit den Deinen durch des Glaubens Band vereinen; du willst sie mit Segen tränken, und dich ihnen selber schenken: o, wer darf sich unterwinden, deine Liebe zu ergründen! Heil und Leben zu empfahen. Ach! ich 4. Herr, ach laß mich würdig nohen, suche dich mit Thränen; sollt' ich mich vergeblich sehnen, meiner groß und schweren Sünden Tilgung, Herr, bei dir zu finden! laß, Erlöser! laß mich nahen, Heil und Leben zu empfahen. die, wie wir, auch Sünder waren, 5. Du, dem unsrer Väter Schaaren, Dank und Preis und Jubel singen, daß sie hier dein Mahl empfingen! Sohn des Vaters! Licht vom Lichte! laß von deinem Angesichte uns, die einem Ruhm sich weihen, Licht und Leben jetzt erfreuen. - pid pr 156. Mel. Dennoch bleib' ich stets an dir. 230. Dla nicht; du fannst Di mein Jesu, laff Seelen recht erquicken! du bist meine Zuversicht, du allein kannst mich beglücken! du, mein Jesus, sollst allein meines Herzens Freude seyn. 2. Nun mag das Gesetze noch mich verklagen und verfluchen! weiß es mein Gewissen doch, wo ich soll den Segen suchen! Jesus macht durch seine Huld mich gerecht von aller Schuld! 3. Ach, was hab ich für ein Gut! was für Schäße kann ich zeigen! meines Jesu Fleisch und Blut ist und bleibet nun mein eigen: Heil und Leben und was sein, ist mit ihm auch alles mein. 4. Kann die Liebe höher gehen? Läßt sie sich wohl tiefer finden? Mag die Treue fester stehn, oder näher sich verbinden, als da dieser, der uns liebt, uns sich selbst zum Pfande giebt? 5. Brenne, Seel' und Geist, in mir! lodre, Herz, in vollen Flammen; halt mit feuriger Begier mich und Jesum stets zusammen; daß ich ewig gegen ihn mög' in heißer Liebe glüh'n. 6. Erd' und Himmel fahre hin; Leib und Seele mag verschmachten! kein Verlust und kein Gewinn ist doch gegen das zu achten, daß mein Jesus in mir bleibt, und mich seine Liebe treibt. 7. Jesus ist des Herzens Theil; Jesus ist mir Trost und Leben; Jesus ist der Seele Heil; Jesus kann mir alles geben. Drum, was in mir lebt, das spricht: Dich, mein Jeſu! laſſ' ich nicht. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.- 121, 231. Se finden, drücket dich die Laft der Sünden, komm, Vergebung zu empfangen, denn dein Licht ist aufgegangen, und der Herr von Heil und Gnaden hat zu sich dich einmein göttlicher Bekehrer! du, der ſelbst 6. König! Hoherpriester! Lehrer! du dein eignes Leben für mich in den Tod gegeben, hier fall' ich zu deinen Füßen; deiner Himmelsspeise, mir zum Heil ach, laß würdig mich genießen dieser und dir zum Preise. 7. Zum Gedächtniß deiner Leiden, und zum Vorschmack jener Freuden, die du, Heiland, mir erstrittest, als du unaussprechlich littest, als dich Todestes schreckten, als du selbst für mich geschweiße deckten, und die Schrecken Gotstorben, mir des Vaters Huld erworben. 8. Deines Heils will ich mich freuen, will ich mich fleißig üben, dich zu kennen, dich zu lieben; einst werd' ich dich ganz erkennen, ganz in deiner Liebe brennen. Laß sie mich auch hier empfinden; hilf mir, hilf mir überwinden. 128 Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. Mel. Allein Gott in der Höh'.- 15. mel. Gott werde stets von dir. 721010 32. h preife dich, Herr, 233. Hier bin ich, Jeſt! zu für deine erfüllen, was du in Todesleiden. Hab' ich an ihren Früch deiner Leidensnacht, nach deinem gnazur Pflicht und ten Theil, was fehlt dann meinen denvollen Freuden? Du wardst ein Opfer auch Wohlthat mir gemacht. Verleih' zur für mich gieb, daß meine Seele Uebung dieser Pflicht mir deines sich deß ewig freuen möge! Geistes Kraft und Licht. dam 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erlösung aus der Todesnoth, Ver gebung aller Sünden, Gewissensruß, zur Behrung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 2. Es werde, Herr! für mein Gewissen dein Abendmahl ein Unterpfand, mir sey an dein versöhnend Büßen ein selig Antheil zuerkannt! so freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! o stärke mein gläubigen Vertrau'n auf dich, daß ich, so lang' ich lebe, mich an deine Gnade halte. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, damit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! o gieb von deinem Todesschmerz beut' neuen Eindruck mein 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz, die Last von meinen Süne den. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden, daß du, aus Gottes Vaterhuld, auch mir Vergebung meiner Schuld auf Buße haft erworben. 150,40 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Segen Er stärke mich mit neuer Kraft auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden, 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ist gar nicht zu ermessen. O, mache selbst mein Herz geneigt, sie nimmer zu vergessen! daß ich aus ächter Ge gentreu dir bis zum Tod ergeben sey, und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Lebens großen Zweck mir stets vor Augen stehen. Räum alle Hindernisse weg die eb'ne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weis't, und die einst den erlös'ten zu 8. Zum ew'gen Leben hast du dich für mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst darnach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, und werd' ich einst der Welt entrückt; so sey dein Tod mein Leben. 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst! durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir er warbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. 5. Ich übergebe mich auf's neue, du, mein Herr und Gott! an dich. Sch schwöre dir beständ'ge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig seyn. Du starbst für mich: d'rum bin ich dein. dol 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweist; mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen fündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu seyn. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und wenn er strauchelnd was verfiebt, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben. Nie komm' es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß aus des mich dein allmächt'ger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst! den Völkern sichtbar zeigen wirst. Nach der Communion. 9. Hier liege ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn, Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. Laß neue Gnade auf mich fließen! mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu' dein Abendmahl gesegnet sey. 234. N un, habe Dank für deine Liebe, du großer Mittler Jesu Christ! gieb, daß ich dich P nicht mehr betrübe, der du für mich gestorben bist. Laß deines Leidens Angst und Pein mir immerdar vor Augen seyn. 2. Wie kann ich dich genug erheben? ich, der ich Fluch und Tod verdient, ich soll nicht sterben, sondern leben, weil du mich selbst mit Gott verfühnt. Ach! du sein Sohn, du starbst für mich! Wie preif' ich, Herr, wie preif ich dich? 3. Heil mir! mir ward das Brod gebrochen, ich trank, Herr, deines Bundes Wein! voll Freude hab' ich dir versprochen, dir, treuster Jesu, treu zu seyn. Ich schwör' es nun noch einmal dir; schenk' du nur deine Gnade mir! Mel. Gott werde stets von dir. 72. ott, deine Gnad' ist 129 4. Laß stets mich dankbar, Herr, ermessen, was du für mich gelitten hast, und deine Liebe nie vergessen, die so viel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig seyn, und mir zum Guten Kraft verleihn. - schafft uns Heil und Seelenruh'. Dein ist's, die Sünden zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Dem dir verschuldeten Geschlecht schenkst du zum Leben neues Necht. 5. Im Streite hilf mir überwinden, und stärke mich zu meiner Pflicht, bewahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergoßnes Blut schenk' mir im Todeskampfe Muth. 18) Von der Vergebung der Sünden. 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, gabst du für uns selbst deinen Sohn. 6. Und euch, ihr seines Leibes Glieder, die Jesu Heil wie mich erfreut, euch lieb' ich stets als seine Brüder, als Erben seiner Herrlichkrit. Wir haben einen Herrn und Gott; uns speis't und tränkt ein Wein, ein Brod. Er litt, damit wir Friede hätten, 235. wie du uns für uns den Tod, der Sünde Lohn. 1 welch ein Erbarmen ausgeübt! 7. Wie jetzt in unsers Heilands Namen sein Volk vor ihm versammelt war, so kommen wir noch einsi zusammen vor ihm, mit seiner Engel Schaar, und preisen, als sein Eigenthum, dann ewig seines Namens Ruhm. 8. Hier will ich mich mit euch vercinen, die ihr ihn ewiglich erhöht, und, wenn er einst uns wird erscheinen im Glanze seiner Majestät, dann geh' ich im Triumph mit euch, ihr Auserwählten, in sein Reich. 9. So soll denn weder Spott noch Leiden, noch Ehre, Freud' und Lust der Welt mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein, o laß mich deiner würdig seyn. 3. Dank! ewig Dank sey deiner Treue, die niemand g'nug erheben kann! nun nimmst du jede wahre Neue mit Vaterhuld noch gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt, und gläubig seinen Mittler ehrt. 9 130 Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. 4. Den, Herr, befreist du von den zu dir! Gott, du siehest mein VerPlagen, die dem Gewissen furchtbar sind; der kann getrost und freudig sagen: Gott ist für mich; ich bin sein Kind; hier ist der, welcher für mich litt, und mich noch jetzt bei Gott vertritt. trauen. Sicher kann ich auf dich bauen. Deine Batertreue ist ewig, wie du selber bist. 5. O Herr! wie selig ist die Seele, die sich in deiner Gnade freut. Sie klagt nicht, daß ein Glück ihr fehle: ihr Loos ist die Zufriedenheit. Und, Gott, dein Fried' ist weit mehr werth, als alles, was die Welt gewährt. 6. Dein Friede stärkt zum frohen Muthe das Herz, auch in der größten Noth; giebt Hoffnung zu dem ew'gen Gute, und macht getrost selbst auf den Tod. Wer diesen Frieden hat, genießt Lust, die des Himmels Anfang ist. 7 7. Laß, Vater, denn in diesem Frieden auch meine Seele freudig ruhn. Auch mir hast du dies Glück beschieden; denn auch für mich genug zu thun, ward sterbend der am Kreuz ein Fluch, der aller Menschen Sünden trug. 8. D laß mich dies im Glauben fassen, und mich mit starker Zuversicht auf deine Bundestreu verlassen. Wenn alles wankt, so wankt sie nicht. Mit Reu' und Demuth such' ich dich; gieb mir den Trost: Gott ist für mich. 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freu'n, und deinem Dienst mein ganzes Leben, in kindlichem Gehorsam weih'n. Daß, Herr, bei dir Vergebung sey, das macht in deiner Furcht mich treu. Der 25. Psalm. Der 130. Psalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 236. ch erhebe mein Gemein 237. I zu deiner Gnad" und Mel. Ach Herr, mich armen. 67. ch in Neue Huld. Du, milder Gott, verzeihe mir Armen meine Schuld! eröffne meinem Sehnen, o Vater! Herz und Ohr, und lasse meine Thränen und meine Seufzer vor! 2. Ach! sollte, wenn wir fallen, für Gnade Necht ergeh'n, so würde von uns allen der Frömmste nicht bestehn. Du aber heilest gerne zer1 Gott, zu dir denn ich kenne deine Güte. O wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens! tei ner harrt auf dich vergebens. Nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Willen mir! daß ich nicht verirren möge, führe du mich selbst 3. Ach! gedenke an die Sünden meiner Jugendjahre nicht! laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor deinem Angesicht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater! ja verzeihen. Oso höre denn auch mich. Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; seine Seele ist dir werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er Mitten auf dem sich zu dir bekehrt. Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umfebrt, den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die Elenden, deren Herz sich dir ergiebt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld betrübt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen hast. 6. Herr! zu was für Seligkeiten du in jener bessern Welt jeden Frommen noch willst leiten, der dir Treu' und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Theil dich wählen; deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott! verlaß mich nicht. Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Luft der Sünden müsse mich mehr überwinden! Ach! bewahr', ich bitte dich, meinen Geist, und stärke mich! - Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. 131 knirschter Seelen Pein, daß man in die Fluth, die aus den Ufern bricht, Ehrfurcht lerne, dir treu und dankbar seyn. mag noch so mächtig toben. 3. Ich trau' von ganzer Seelen auf dich, du höchster Hort! wenn mich die Sünden quälen, so tröstet mich dein Wort. Nach dir nun schau' ich immer, wenn mich ein Schmerze drückt, wie nach des Morgens Schinmer der müde Wächter blickt. 5. Mein Schirm bist du; zu dir flieh ich, wenn drohende Gefahren mich mit Schrecken überfallen. Du machst dich mir in der Gefahr, als meinen Netter, offenbar, und läss'st mich sicher wallen. 6. Ich zeige, sprichst du selbst zu mir, den rechten Weg zum Heile dir; dich soll mein Auge leiten. Darum, mein Herz, verachte nicht des ew'gen Vaters Unterricht. Er führt zu Šeligkeiten. -- 4. Der Saame Jacobs gründe sein Heil allein auf dich! denn, Herr, du bist gelinde, und schonst uns väterlich. Du trägst die schwachen Sünder in deiner Liebe Schooß, und machest Zions Kinder von allem Bösen los. Der 32. Pfalm. Mel. Komm her zu mir, spricht. 238. WE ie felig, Gott! wie selig ist der Sünder, dem du gnädig bist, den Todesfurcht nicht schrecket! dem, weil ihn seine Schuld betrübt, dein Herz die Missethat vergiebt; den dein Erbarmen decket! 2. Wer seine Sünden dir verhehlt, deff' Seele wird mit Angst gequält vom strafenden Grwissen. Die Angst verzehret seine Kraft. Der Trost, den deine Gnade schafft, wird ihm dadurch entrissen, 3. Darum, mein Gott, bekenn' ich dir, was deine Huld entfernt von mir, die mir bewußten Sünden. Dann, dann, mein Gott, verzeihest du, und läss'st die müde Seele Ruh' in deinem Frieden finden. 4. Die Frommen werden deine Huld und deine schonende Geduld, o Vater! ewig loben. Du bleibest ihre Zuversicht; 7. Wer nicht von Gott die Weißheit lernt, der ist verblendet, und entfernt sich von den wahren Freuden. Wer aber sich auf Gott verläßt, hält seine Gnade ewig fest, auch in den schwersten Leiden. 8. Stimmt Gottes Lob, ihr Frommen, an! euch wird des Höchsten Güt umfahn. Von allen seinen Knechten bleibt Gott der Trost, die Zuversicht. Er rächet ihre Sünden nicht. Frohlockt ihm, ihr Gerechten! Mel. Erhabner Gott, was reicht. 16, 239. Ich schone doch, o großer Menschenhüter! ach strafe nicht, barmherziger Gebieter! bestehn? Mich schreckt dein Zorn! doch ach rechne nicht! wer kann vor dir will ich zu dir gehn. 2. Ach zürne nicht! in Jesu will ich kommen: Hat er nicht, Herr, die Strafe weggenommen? Er ist am Kreuz ein Fluch für mich gemacht; zu meinem Heil rief er: Es ist vollbracht! 3. Ach rechne nicht! auf tausend muß ich schweigen. Ich will mich vor dem Gnadenzepter beugen; laß Gnad', o Herr, anstatt des Rechts ergehn; sonst kann ich nicht vor detnem Thron bestehn! 4. Ach strafe nicht, du aller Bosheit Rächer! wo blieb' ich sonst, ich schuldiger Verbrecher! sieh' an den Sohn, der unsre Schulden trug, und den dein Zorn, als unsern Bürgen, schlug. 5. Ach schone doch! ich bin zwar Asch' und Erden; ein leichtes Blatt 9* 132 Erster Theil.- Von der Vergebung der Sünden. das bald zu Staub wird werden; doch| sprichst zu mir: du sollst leben! deine will ich seyn, o Herr, dein Eigen- Schuld ist dir vergeben; sey getrost, thum: ach nimm mich auf; gedenk' mein lieber Sohn! komm zu meinem an deinen Ruhm! Gnadenthron. 6. Nun, Herr! ich weiß, du wirst mich nicht verlassen; du wirst mich doch mit Lieb' und Huld umfassen. Drum tröst' ich mich, und fasse guten Muth: es ist bezahlt; die Schuld macht Jesus gut. 7. Seht, wie sich der Abgrund schließet! seht, wie sich der Himmel freut! da das Blut des Lammes fließet, da mich die Gerechtigkeit des vollkommnen Mittlers decket. Wer ist, der mich ferner schrecket? Wer ist, der sich an mich wagt, und ein HimMel. Alle Menschen müssen sterben. 82. melskind verklagt? - 240. Söpfer aller Menschenfinder, großer Richter 8. Richter, der mich losgesprochen; Vater, der mich zärtlich liebt! Mittaller Welt! sieh', hier wird ein ar- ler, der, was ich verbrochen und gemer Sünder, Herr, vor dein Gericht raubt, Gott wieder giebt! Geist, der gestellt, der in Sünden ist geboren, mir den Glauben schenket, der mich der dein Ebenbild verloren, der mit in den Mittler senket! Gott der GnaLastern sich befleckt, der in tiefen den! dir sey Nuhm, und mein Herz Schulden steckt. dein Eigenthum. 2. Mein erwachendes Gewissen, deine Strafgerechtigkeit, dein Gesetz, das ich zerrissen, nebst dem Satan, stehn bereit, meine Seele zu verklagen: ich weiß nichts darauf zu sagen; denn der Zeuge giebt sich an, der gesehn, was ich gethan. 3. Wehe mir, ich muß verderben! ich seh' nichts, als Höllenpein. Fre cher Sünder, du mußt sterben! wird mein strenges Urtheil seyn. erzittert meine Seele vor des off'nen Abgrunds Höhle; es erstarret Geist und Blut vor der ew'gen Flammen Glut. 4. Doch, Gottlob! die Furcht verschwindet, weil ein Bürg' in's Mittel tritt, weil sich ein Vertreter findet, der für den Verklagten bitt't. O, beglückte theure Stunden! Gottes Sohn hat seine Wunden, und sein blutig's Lösegeld meinem Richter dargestellt. 5. Nichter, siehe meinen Bürgen; siehe die Bezahlung an; dieser ließ für mich sich würgen, dieser hat genug gethan! der hat dein Gefeß erfüllet, der hat deinen Zorn gestillet. Herr! ich glaube: steh' mir bei; sprich von Straf und Schuld mich frei! 6. Siche mich im Staube liegen. Dwie drückt mich meine Schuld! doch dein Wort kann ja nicht trügen. Sündern gönnst du deine Huld. Du 9. Laß mich nun die Sünde hassen, die das Herz mit Angst beschwert: laß mich alles unterlassen, was den neuen Frieden stört: rein'ge täglich mein Gewissen, laß mich eifrig seyn beslissen, mit Verläugnung dieser Welt das zu thun, was dir gefällt! Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 241. ie theuer, Gott! ift deine Güte, die alle Missethat vergiebt, sobald ein reuendes Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, verdammt, und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt! 2. O! laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bift. Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegebne Frist! gieb, daß sie mir recht wichtig sey; daß ich sie meiner Bess'rung weih'! 3. 3war deine Gnade zu verdienen, sind Reu' und Bess'rung viel zu klein. Doch darf sich auch ein Mensch erkübnen, zu glauben, dir versöhnt zu seyn, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in der Sünde Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 133 noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer| will ich durch Uebung guter Werke ward. beweisen. Mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! sie dränge stets und leite mich! 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen; vergieb mir gnädig meine Schuld, und heile mein verwund't Gewissen mit Trost an deiner Vaterhuld. Ich will mit Ernst die Sünden scheu'n, und willig dir gehorsam seyn. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke durch Christum mir geschenket sey, lig meinen Wandel seyn! 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergiebst! das bassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst. Laß, Bater, mein Gewissen rein, und hei19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der Unvollkommenheit dieses Lebens. Der 1. Psalm. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.-59. 242. Dwohl dem Menschen, der dem Nath der Frevler sich entzieht; dem Menschen, der den krummen Pfad der Uebertreter flieht. 2. Der, wo der Gottheit Spötter lacht, die fromme Seel' entfernt; sich Gottes Recht zur Freude macht, und Tag und Nacht es lernt. 3. Er grünet, wie am Bach ein Baum von seinem Segen schwillt, sich hebt, und einen weiten Raum mit seinem Gipfel füllt; 4. Er trägt, wenn seine Zeit kommt, Frucht, stets unentlaubt und grün; er tröstet den, der Schatten sucht, der Wandrer segnet ihn. 5. Das ist der Fromme! was er macht, geräth ihm, und gedeiht; Staub ist der Sünder, der sein lacht, Spren, die der Wind zerstreut. 6. Der, der sich gegen Gott empört, besteht nicht im Gericht, in der Gemeinde, die Gott ehrt, bleibt der Verbrecher nicht. 7. Dir, Höchster, dir gefällt die Bahn, die der Gerechte geht, du schaust im Zorn den Sünder an, des Sünders Weg vergeht. Mel. des 1. Pfalms. 243. DE er Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn: wenn wir nur treu auf seinen Wegen gehn; so dürfen wir ihn unsern Vater nennen, und er will uns für Kinder auch erkennen. Bedürfen wir im Kampfe Trost und Muth; so giebt ihn uns dies Wort: der Herr ist gut. 2. Der Herr ist gut, und hat mit will der Sünder Schuld nicht, wie er uns Geduld; ist reich an Gnad', und könnt', nach höchster Strenge rächen; er übersieht der Irrenden Verbrechen: Blut. Was will ich mehr zum Trost? er ist versöhnt durch seines Sohnes der Herr ist gut! 3. Der Herr ist gut, und theilt sich willig mit. Er geht uns nach und merkt auf jeden Schritt, und giebt uns gern, was wir vonnöthen haben; er schenket uns den Reichthum seiner Gaben: wo ist ein Herr, der dies an Knechten thut? Ja wohl ist dies gewiß: der Herr ist gut! 4. Der Herr ist gut! in seiner Liebe Schooß trägt er uns stets, und ist das Elend groß, so hat er Kraft 134 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. bekehrt, der wird nicht, wenn er fleht, erhört. 4. Die Frevler mögen nicht bestehen! du hafsest jeden falschen Geist, der sich aus deinem Joche reißt, und sich erfrecht, dich, Gott, zu schmähen; dein strenges heiliges Gericht, verschont der frechen Lügner nicht. und Neigung uns zu schützen: es kann der Geist in stillem Frieden sißen, weil unter seinem Schuß man sicher ruht, und sich an ihm ergößt. Der Herr ist gut! 5. Der Herr ist gut! wer dies im Glauben schmeckt, dem wird erst recht, was Freiheit sey, entdeckt; er wird aus seinem Dienste nimmer gehen, vielmehr darin mit Lust und Freude stehen; nichts ist umsonst, was hier der Glaube thut, der immer besser sieht: der Herr ist gut! 6. Der Herr ist gut! er siehet huldreich an den schwachen Dienst, den man ihm leisten kann, giebt Gnaden lohn den Knechten, die ihn lieben; kein Wassertrunk ist unvergolten blieben; er giebt dafür die ganze Segensfluth: und so bleibt ewig wahr: der Herr ist gut! 7. Wenn meine Feinde vor mir Heucheln, wenn sie nach meinem Unfall sehn, und immer meiner Tugendund mit 244. Vernimm, o Gott! gen schmeicheln, so bin ich noch nicht ganz verzagt; noch hörst du's, wenn mein Herz dir's flagt. vernimm mein Flehen; verachte meine Bitte nicht! laß, laß mich, Herr, dein Angesicht, mein König, deine Hülfe sehen! Ich flehe Tag und Nacht zu dir, mein Gott, hilf, und sey gnädig mir! 2. Ich will auf dein Gebot aufmerken; ganz heilig will ich vor dir seyn! ach mach', mein Gott, mich selber rein! du hast an allen guten Werken ein innig's Wohlgefallen, Herr, drum heilige mich, Heiligster! 5. Ich aber, Gott, durch deine Güte erquickt, ich aber lobe dich! in deinen Tempel eile ich, o Gott, mit dankendem Gemüthe! anbetend fall' ich vor dir hin, ich, der ich durch dich selig bin. 6. Du kannst, du wirst mich ferner leiten nach deiner großen Gütigkeit, die gern erlöst und gern erfreut: du wirst mir meinen Weg bereiten; und wer, wenn du, Herr, bei mir bist, wer ist, der meiner mächtig ist? 3. Gott, bir mißfällt der Gräu'l der Sünden! wer bös ist, bleibet nicht vor dir! wer dich beleidigt für und für, der kann vor dir nicht Gnade finden; wer sich zu dir, Herr, nicht 8. Erfreue, Gott! die dir vertrauen, und eile, wenn sie zu dir schrein, mit deiner Hülfe zu erfreun, die, die auf deinen Namen bauen; sey ihren Feinden, Herr! zu Truß, stets der verlass'nen Frommen Schuß. 245. M ein Salomo! dein freundliches Regieren stillt alles Weh, das meinen Geist beschweret; wenn sich zu dir mein blödes Herze kehret; so kann ich bald von dir Erquichung spüren. Dein Gnadenblick ermuntert meinen Sinn, und Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen: c. 135 Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Nuh', und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen! laß ihn mein Licht auf Erden seyn, ihn täglich mehr mein Herz erneu'n, und mich mit Troft erfüllen! entente nimmt die Furcht und Unruh' von mir hin. 2. Gewiß, mein Freund giebt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen konnte! was ist's, womit sie ihre Diener lohnte? Es kann ja nicht die müden Seelen laben; mein Jesus kann's, er thut's im Ueberfluß, wenn alle Welt zurückestehen muß. 3. O bester Freund, du tröstest ein Gemüthe, das Gutes will, und Böses in sich findet, und betend deine Kraft gar bald empfindet! es schmecket deine wunderbare Güte, die alle Angst, die alle Noth verschlingt und unsern Geist zur 4. Es müsse dann mein Herz nur Christum schauen; schein' unverhüllt, o Sonn', aus jener Höhe! daß ich das Licht in deinem Lichte sche, und könnte schlechterdings der Gnade trauen. Kein Fehler sey so groß, so schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe führ. 5. Wenn meine Schwachheit mich darnieder schläget, und fast den Geist der Kindschaft in mir dämpfet, so daß mit Zweifel noch mein Glaube kämpfet, und dieser Streit mir neue Angst erreget, so laß mich bald dein huldreich Antlitz sehn, und neue Kraft und Zuversicht entstehn. 6. So ruh' ich nun, mein Freund, in deinen Armen; du läsfest deine Huld mich tröstlich schmecken. Von dir geschüßt, kann mich nichts mehr erschrecken, mein Zoar ist dein ewiges Erbarmen. Mein Geist ist still, da du ihm alles bist, und deine Gunst mein frohes Herz genießt. 2. D, wie erhaben ist das Recht, das du mir giebest, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! bei dir ist unser Vaterland, und wer will deiner starken Hand, Allmächt'ger! uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen streiten, und zu Zeiten schwach uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, schenkst unsern Seelen wahre Rub' und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erkauftes Eigenthum, und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? S 4. Es bleibet Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238. Ich hoff', 246. Tomuth auf deine der Gnade, die uns wiederfährt, verborgen hier auf Erden. Doch, wenn dereinst vor aller Welt, Er, unser Haupt, Gerichtstag hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, und mit Ehren für sein treues Volk erklären. Mel. Wie schön leuchtet der. 35. 247. Wie groß ist wufre Sen ligkeit, o Gott! schon in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergiebt, und treu in Jesu Dienst sich übt! wie groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird erheben, wo man Freuden erndtet von der Saat der Leiden! Gnad' und Christi Blut; ich hoff' ein ewig Leben. Du bist ein Vater, der verzeiht, hast mir das Recht zur Seligkeit durch deinen Sohn gegeben. 2. Herr! welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben! im 136 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 5. Wie glücklich, Gott, sind Chri-| sten dann! wie viel hast du an uns gethan! o laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit! so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gieb den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und das Leben ganz zu Jesu Dienst zu geben. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden. Auf deinen Tod bin ich getauft, wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! empfinde sie, o Seele! vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! 248. nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich. 119. ch Glaub' sich hält. Kein Feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer bessern Welt, leb' ich hier nur im Glauben. Dort schau' ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Händen. Der 112. Psalm. Mel. Ich will, mein Gott, du.- 55. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit. 249. Preis, Preis sey Gott! Lang' ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt; durch deinen Schild werd' ich bedeckt: was kann mir denn nun schaden? und Glück und Heil und Segen sey dem, der Gott ehrt und auf seinen Wegen einhergeht und sich freuet, seinen Willen stets zu erfüllen! 2. Er ist beglückt, und mächtig wird auf Erden der Saame derer, die Gott fürchten, werden. Der Herr läßt ihr Geschlecht, sie zu belohnen, im Guten wohnen. 3. Mit Neichthum wird der Herr sie überschütten; sein Ueberfluß erfüllet ihre Hütten; die fernste Nachwelt wird ihr frommes Leben mit Lust erheben. 4. In grauenvollen lichtberaubten Nächten umstrahlet Gottes Schimmer den Gerechten, den Milden! den, deß sich die Armen freuen, und den Getreuen! - 3. O Herr! du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum; du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu; d'rum eile ich ihm freudig zu. Du reichst mir meine Krone. 4. Herr! lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht, und währt nur furze Zeit. Im Himmel sey mein Wandel! 5. Jeßt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd' ich's froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh' ich hier mein Heil; dort ist mein Antlitz heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. 5. Beglückt ist, wer Bedrängte gern erfreuet; wer seinem Nächsten willig hilft und lethet; gerecht und eifrig, der verfolgten Armen sich zu erbarmen. 6. Heil ihm, daß er sie zu vertreten eilet, und seinen Ueberfluß mit ihnen theilet! sein Heil ist ewig; sein wird nie auf Erden vergessen werden. 7. Es mögen Boten des Verderbens kommen, und doch verzaget nicht das Herz des Frommen. Er hofft und traut mit freudigen Gemüthe auf Gottes Güte, Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen: 137 8. Er ist getrost, und seine Seele| Liebe, stärker als der Tod! Herr! und zittert vor keinen Plagen, ruhig uner- ich, ich sollte mich deiner Huld nicht schüttert; mit Lust wird er an denen, dankbar freuen? dir mein Herz nicht die ihn schmähen, gerächt sich sehen. weiben? 9. Er streuet aus, erquicket voll Erbarmen die Hungrigen, und tröstet gern die Armen! die fernste Nachwelt wird sein edles Leben mit Lust erheben. - 10. Der Frevler wird sein Horn erhöhet sehen, unmuthig zürnen, knirschen und vergehen; denn was der Frevler Wünsche sich erkoren, das ist verloren. Mel, Jesu, meine Freude. 89, 250. Wie getroft und heiter, du Gebenedeiter, machst du meinen Geist! der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen, und so gern erfreust! niemals wird bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquickung fehlen. 1 2. Deinem Nath ergeben, freu' ich mich, zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher, du mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrekfen, willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern: was brauch' ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde: doch ich überwinde sie, mein Hort, durch dich. Sink' ich oft noch nieder: du erhebst mich wieder, du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld, nie entziehst du deinem Knechte der Erlösten Rechte. me 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Vater nenne, und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank' ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweis't und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und mich gegeben; daß in ich nicht hilflos bliebe: Leben hin für meiner Noth groß ist deine 7. Würdig dir zu leben, dies sep mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! was die Welt vergnüget, o mein Heil, das g'nüget meiner Seele nicht. Hab' ich dich: wie gern will ich, das, wornach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreust des Menschen Geist, Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck' ich schon hienieden. Und was hoff' ich dort? unbegränzte Zeiten voller Seligkeiten boff ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib' ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? igne na de 10. Voll von deiner Güte frohlockt mein Gemütbe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. 251. 251. W wissen babe, so hab Mel. Die Himmel rufen. 42. ich ein gut Geich große Seligkeit: es ist des Himmets beste Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit. In Freud' und Leiden giebt es hier die wahre Nuh' der Seele mir. 1 2. Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und beilig ist. Mein Herz giebt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Chrift, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag' ich's, vor Gott zu treten, und ihn voll Glanbens Freudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Segen giebt, der ihn von Grund des Herzens liebt. dim 138 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 14. Mit Muth trag' ich des Le- 4. In stiller Nacht wein' ich oft, Herr, bens Leiden, Verfolgung, Läst'rung, Schmach und Hohn: denn des Gewissens innre Freuden sind süßer als der Welt ihr Lohn: und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden seyn? hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich, und meine Thränen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 5. Die Fröblichkeit in meinem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht: fie ist mein Labsal in den Schmerzen, und in der Finsterniß mein Licht. Sie macht getrost, wenn eine Welt erzittert und in Trümmern fällt.big 6. Ich eile mit geseßtem Schritte des Lebens letter Stunde zu: denn der verfall'nen Leibeshütte zeigt sich im Grabe sanfte Nuh', indem mein Geift, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch ein'ge Sünde, mein Heiland giebt mir Trost und Muth, ich weiß, daß ich stets Nuhe finde in der Versöhnung durch sein Blut! er, der für mich gebüßet bat, tilgt alle meine Missethat. 8. D Seele! darum sey beslissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszusersicht verleiht. Und bu, mein 253. W Gott, regiere mich, denn o was könnt' ich ohne dich? Mel. des 4. Psalms. BR 車 252. En der Welt, und furz Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. Fin Pilger bin ich in sind meine Tage: so manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, deine Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärkt mich selbst im Leiden. 5. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg' erweckt, ob ich sie auch ertrage: so mildert mir die Ewigkeit das kurze Elend dieser Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 6. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, mein Haupt zum Schlummer sinket: so sterb' ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, die alles übersteiget. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd' ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig seyn. Dies tröstet meine Seele. 3. Vor meinen Augen wandeln die, die dich, o Jesu, schmähen: ihr freches Herz bethöret sie, daß sie dein Heil nicht seben. Einst bebt der Spötter, Herr, vor dir; wenn du als Richter kommst, und wir frohlockend dich erheben. 7. Herr! diesen Trost, der mich erfreut, vermehr' in meinem Herzen. Mich stärke deine Ewigkeit bei meiner Wallfahrt Schmerzen. Sie sey in meinem Tod mein Heil, und einst mein längst gewünschtes Theil, wenn ich vom Tod' erwache! ie wohl ist, Jesu, meiner Seelen! In deiner Liebe find' ich Ruh'. Nichts läss'ſt du deinem Freunde fehlen; will irgend eine Noth mich quälen, so eil' ich deinen Armen zu. Mein Herz muß mir bald leichter werden, erquickt an deiner treuen Brust. Es weichen Sorgen und Beschwerden, den Himmel hab' Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 139 mich dich selbst erwählen, du selbst, mein Gott, vergnügest mich! zu deinem Wort gieb dein Gedeihen, laß mirs des Himmels Vorschmack seyn: weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost! mein Freund ist mein! Mel. des 46. Psalms. 254. B eglückter Stand getreuer Seelen, die Gott, den Höchsten, sich erwählen zu ihrem Zweck, zn ihrem Theil, und suchen nur in Jesu Heil! glückselig, wer aus reiner Liebe, und ungefälschtem Glaubenstriebe nach seines treuen Heilands Nath die Welt und sich verläugnet hat. urhe verlieren? Nichts, Seele, nichts! du 2. Wer Gott hat, was wird der wirst verspüren, daß er den Seinen alles ist. Wenn du mur deiner erst vergiss'st, dich ihm mit Leib und Seel' ergiebest, in seiner Liebe dich nur übest, so ist und wird dir Gott allein Gut, Ehre, Lust und Leben seyn. 3. der, die ihr euch selbst, nach Art der Betrogne Welt! bethörte SünKinder, betrügt und eilt dem Schatten nach! wie stürzt ihr euch in Weh' und Ach! Was hat die Welt, das recht vergnüget, das nicht durch leeren Schein betrüget? Ihr tappt im Finstern ohne Licht, ihr sorgt, ihr sucht, und findet nicht. ich schon auf Erden; hier such und find' ich Ruh' und Lust. 2. Die Welt mag ihre Freundschaft preisen, und mir mit lächelndem Gesicht, so wie sie kann, viel Gut's erweisen, sie mag selbst meine Feindin heißen: o Theuerster! das irrt mich nicht. Ich will mich ganz zu dir gesellen; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht, und Feinde mich zu Boden fällen. Trußz sey den stärksten Unglückswellen, wenn Jesus mir die Hände reicht! 3. Drobt Moses mit erzürnten Blicken mir großen Sünder Angst und Weh; muß ich bei meines Herzens Tücken mich selbst anklagen, schüchtern blicken, so fass' ich, wenn ich dich nur seh', doch Muth, du lösch'st des Zornes Flammen, du haft für mich genug gethan. Tritt alles wider mich zusammen; du bist mein Heil: wer will verdammen? du nimmst dich meiner kräftig an! 4. Führst du mich selbst auf rauhen Wegen, ich folg und lehne mich auf dich: sie enden sich in lauter Segen, du kommst mit Troste mir entgegen, mit deiner Liebe labst du mich. Ja, sollt ich dich nicht gleich verspüren, so wart' ich deine Stunde ab: du, mit dir zu triumphiren, über Sonn' und Sterne führen, den führst du erst recht tief hinab. wen willst 5. Der Tod mag andern schrecklich scheinen, er schwächet doch nicht mei, nen Muth. Am Abend bleibst du bei den Deinen: in jener Nacht verläss'st du keinen, dess' Zuversicht auf die beruht. Mich bringt der Tod nach allen Leiden an jenen Ort der Sicherheit. Du rufft, wie sollt ich nicht mit Freuden aus einer Welt voll Jammer scheiden! du rufft zur froben Ewigkeit! 6. Wie wohl ist, Jesu! meiner Seelen, weil du mich liebst; ich trau' auf dich! mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, du heißest 4. O süße Luft, die der empfindet, der sich im Glauben dem verbindet, und nur zu dem das Herze lenkt, der sich uns selbst zu eigen schenkt! 140 Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen c als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. Wie leicht wird ihm sein kurzes Leis den! er hat den Vorschmack jener Freuden; er schaut darauf, er denkt dabin, vergisset allen Weltgewinn. 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben den wird's doch nicht gelingen. 5. Laß, und alles das zu Mit deiner Freu' ſtebſt du mir bei, daß ich kann fröblich singen. fassen, die Welt hassen, was mich von dir nur trennen kann! Zeuch mich dir nach auf deiner Bahn! laß deinen Geist mich stets regieren, und hier durch Welt und Prüfung führen zum Himmel, wo man dein genießt, und du in allem alles bist. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß alle. 255. J ch freue mich, mein Gott, in dir. Du bist mein Mil. Ich ruf zu dir, Herr Jesu. Trost, und was kann mir in deiner 256. M² ME ein treuer Gott! Liebe fehlen! du, Herr, bist mein, dein gutes Werk, das in mir angefangen, muß ganz allein und ich bin dein: was mangelt durch deine Stärk' zu seinem Ziel gelangen. Soll ich, bis in den Tod getreu, in deinem Dienste bleiben, und bekleiben; so stehe du mir bei, im Glauben Frucht meiner Seelen? 2. Du hast mich von der Welt erwählt, und deinen Kindern zugezählt. Mag mich die Welt doch hassen. Du liebst mein Wohl; wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlassen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergiebst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du giebst mir Theil an seinem Heil. Dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es auf's Beste mit mir meint. Wo find' ich Deinesgleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 8. Du läss'st mir's ewig wohlergehn. Einst werd' ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! an die wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, Herr! weiden. 9. Noch hat's kein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh' ich's schon int Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil. Das wird mir niemand rauben. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag' ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht, in dir leb' ich zufrieden. So dort, zu trei- ben. 2. Herr! wie genau ist dein Gebot, wie groß ist meine Schwäche! der ich, verführt von Lust und Noth, manch guten Vorsatz breche. Ich bin nicht g'nug auf meiner Hut, wenn mit geheimen Tücken mich berücken die Welt und Fleisch und Blut; wer hilft aus so viel Stricken. 3. Doch, Vater! deine Treu' und Macht, doch, Mittler! dein Ver Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen: c. 141 treten, doch, Geist der Gnaden, deine Wacht, dein Trieb zum Kampf und Beten, wird alles, was mir Schaden bringt, ia selbst den weiten Nachen jenes Drachen, der sonst so viel verschlingt, bei mir zu Schanden machen. 3. Der Gott ist unveränderlich, der mich zum Heil ersehen. Er kennet mich, er liebet mich, wer will sich unterstehen, mich zu verderben? ſeine Hand wird mich und meinen Gnadenstand beständiglich bewahren. 4. Die in der Liebe redlich sind, läßt sich der Herr nicht nehmen. Mein Vater wird sein armes Kind im Hoffen nicht beschämen. Das allerkleinste Lamm läßt nicht mein treuer Hirt verschmachten, er wird achten, was mir annoch gebricht, und mir zu helfen trachten. 4. An meiner Statt hat Jesus sich zum Bürgen hingegeben; und nicht umsonst; er hat für mich erworben Heil und Leben. Die Sündenschuld ist abgethan, wer klaget mich nun weiter an? wer kann mich nun verdammen? 5. Mit dem mein Glaube sich verband, mein treuer Seelenretter, mein Jesus ist zur rechten Hand des Vaters mein Vertreter. Ihn aber hört Gott allezeit; wie könnt' er nach Gerechtigkeit mich denn verderben lassen? 5. Den Glauben, den er mir geschenkt, den wird er mächtig stärken. Die Kraft, die er in mich gesenkt, wird keinen Abgang merken. wird durch seines Geistes Trieb mich Schwachen vollbereiten, gründen, leiten. Er hat mich zärtlich lieb, drum wird mein Fuß nicht gleiten. Er 6. Führt er mich selbst in Kampf und Streit, so wird er mich auch schüßen, und durch Gebet und Wachfamkeit mich mächtig unterstüßen. Fall' ich, so wird er mich, sein Kind, nicht hülflos liegen lassen, und mich bassen. Ach nein, er kommt geschwind, mich bei der Hand zu fassen. 6. Ich bin's, auf den sein Auge sieht; sollt' er mich nicht regieren? Er ist mein Haupt; ich bin sein Glied: sollt' er mich denn verlieren? ich bin das Schaf; er ist der Hirt, der mich allmächtig schützen wird: wer will mich ihm denn rauben? 7. Mein Erbtheil ist die Seligkeit, die Jesus mir verheißen, die er verdient, die er bereit't: wer will sie mir entreißen? Dazu hat er mir seinen Geist, der Lehrer und auch Beistand 7. Er bleibet mir, ich ihm getreu: kein Tod, kein Schmerz, kein Leiden, nicht Furcht, nicht Lust, nicht Schmei- heißt, zum Unterpfand gegeben. chelei soll uns Verbundne scheiden! Was er zusammen hat gefügt, wird kein Geschöpfe können jemals trennen. Wohl mir, ich bin vergnügt! ich darf mich selig nennen. 8. Und dieser Geist soll ewiglich, sagt Christus, bei mir bleiben. Er stärket und versiegelt mich, nichts kann ihn von mir treiben. Durch ihn genieß ich allbereit den Vorschmack jener Seligkeit, die ich ererben werde. - Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. 9. Laß mich doch diesen Geist nur 257. Getrost, mein Herz, und nicht durch Sünd', o Herr, betrüben! zage allen ich Kummer fahren! weil mir mein Bundesgott verspricht, daß er mich will bewahren in aller Trübsal, Angst und Noth, ja selbst auch endlich in dem Tod. Er kann und will mich schützen. Er hat mich schon von Ewigkeit 2. zum Eigenthum erforen; er hat mich 258. J ist mein Freund! in Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 6 ch ein Gott in der Gnadenzeit durch Wort und Geist geboren. Der Gnadenrath, der starke Grund, der ewig feste Friedensbund wird nimmermehr gebrochen. dieser hohen Würde steh' ich und fürchte keinen Feind, und lache jeder Bürde. Der Rang erfüllt mit Muth und mich stets im Glauben üben! ach, mache mich je mehr und mehr bequem zu deines Namens Ehr', bis ich dich dorten lobe! 142 Erster Theil. Kraft mein Herz in dieser PilgrimVon dem Tode der Gläubigen, 12. Mein Glaube steht und wanket nicht; er ist zu fest gegründet. Er stüzet sich voll Zuversicht auf Jeſum Christ, und findet bei ihm allzeit Trost, Heil und Rub'; er eignet sein Verdienst sich zu und trozet Welt und Hölle. 3. Sollt' ich um Hoffarth, Eitelkeit und Güter dieser Erden, aus Wolluft oder Sicherheit der Tugend untreu werden? Nein, auf die Sünde folgt der Tod: allein die Tugend segnet Gott mit Leben und mit Friede. nd 4. Was sind die Leiden dieser Zeit mir gegen jene Kronen, womit Gott in der Heerlichkeit die Frommen will belohnen? was dieses Lebens kurze Frist, Gott, gegen das, was ewig ist? sollt ich nicht muthig kämpfen? 5. Ich fürchte nicht des Todes Macht mit allen seinen Schrecken. Gott will mich aus des Grabes Nacht zum grosen Tag erwecken; ich fürchte nicht der Höllen Glut, erkauft durch des Erlösers Blut zum Eigenthum und Erbe. 259. er Herr, mein Hirt, behüte mich in Gnaden; mir mangelt nichts und niemand darf mir schaden. Er weidet mich, wo sanfte Wasser fließen, und lässet mich der stillen Ruh genießen: wie wohl ist mir bei seiner treuen Pflege! er führet mich stets auf die besten Wege. 2. Drum, sollt' ich gleich in finstern Tiefen wallen, so würde mich kein Grauen doch befallen, du, Höchster, bist mit deinem Stab und Stecken mein sichrer Trost vor allen Todesschrecken. Noch mehr, du willst, daß ich an deinem Tische im Angesicht der Feinde mich erfrische. 3. Du salbst mein Haupt mit deinem Freudenöle; dein voller Kelch erquicket meine Seele. Mir folgt dein Heil auf meinem Lebenspfade zu jeder Zeit, mir folget deine Gnade. Ich werde stets, Gott wird es mir vergönnen! in seinem Heiligthume bletben können. 20) Vom Tode der Gläubigen, und der Auferstehung der Todten. Mel. Uch Herr, mich armen S. 67. in meiner letzten Stunden mir Geist ern will ich mich erge- und Leben seyn. 260. ben, dich zu verlaſsen, Welt. Ich geh' zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was wär's, das mich betrübte? dort schau' ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh' ich ihn geseh'n. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubigen Entzücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: kommt ber, beladne Herzen, zu mir, und findet Nuh'. Dies Wort aus deinem Munde laß, Herr, mich zu erfreu'n, 4. Der frohe Siegsgedanke: wo ist dein Stachel, Tod? stärk' mich, daß ich nicht wanke in meiner Todesnoth; so ist, obgleich ich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin und der Auferstehung der Todten. 13 Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 262. N Erbe! Gott mebri Noch biu ich dein o meiner Tage Zahl! daß ich reif zum Himmel werde, prüft er mich, läßt mir die Wahl, Böses oder Gut's zu wählen. Doch werd' ich viel Jahre zählen? oder ruft ein naher Tod mich zu banger Sterbensnoth? des Himmels Erbe: dein Wort sagt, daß ich's bin. 5. Du schreibst in's Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen seyn. Dir trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele! der du die Liebe bist. Mel. Wie fleucht dahin der. 86. 261. Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit. In deiner Hand steht unsre Zeit. Du hast der ganzen Menschenschaar ihr Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. - 2. Wenn nun auch unser Ende kömmt, und deine Hand das Leben hemmt, dann hilf uns in der Toresnoth, Herr, unser Gott, ein sanfter Schlaf werd' uns der Tod. 3. Nimm nach vollbrachtem Lebenslauf in deine ew'ge Ruh' uns auf. Verwirf, wenn unser Herz uns bricht, verwirf uns nicht, Herr, Herr, von deinem Angesicht! 4. Drückt uns dann noch der Krankheit Schmerz, so stärke das beklemmte Herz, daß es, auch in der Schmerzenswuth, mit starkem Muth in deiner weisen Fügung ruht. 5. Gieb Hoffnung zu der ew'gen Ruh'! In unsern Herzen wirke du, Geist Gottes, daß wir glaubend trau'n, und ohne Grau'n hin in die Nacht des Todes schau'n. 6. Hilf unsrer Schwachheit, Geist des Herrn! Zeig' uns den Himmel dann von fern; laß uns, wenn wir zum Vater flehn, getröstet sehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 7. Ach, Gnad' ergehe dann für Necht, denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer kann je dein, deine Gnade seyn? ein, Gott, ohne 8. O sey uns dann nicht fürchterlich, erbarme, Vater, unser dich! Wenn unser Auge sterbend bricht, leit' uns dein Licht! so fehlt uns Trost im Tode nicht. 143 2. Herr, du weißt's! Du hast die Tage meines Lebenslaufs gezählt. Ihre Freuden, ihre Plage sab dein Auge, das nie fehlt, früher noch als du auf Erden mich ließ'st einen Pilgrim werden. Da schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, o weiser Gott. 3. Einst, wenn es dein Wille fødert, wird mein reger Leib zu Staub, und das Feu'r, das in mir lodert, wird des kalten Todes Raub. wie So, wird Frühlingsblumen welken, und Odem nehmen ab, und den Leichmein Leben auch verwelken; nam nimmt das Grab. Kraft 4. Nimm ihn hin zu deinem Staube, Grab; verwandle ihn in Erd'. Dennoch triumphirt mein Glaube; denn mein Leib wird einst verklärt. Des verwesten Körpers Trümmer bleiben wahrlich nicht auf immer der Vermod'rung schnöder Raub. Neu beseelt wird einst mein Staub. 5. Durch dein schöpfrisch Wort: Es werde! rufst du, Herr, in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde wird alsdann mein Störper seyn Zu den himmlischen Geschäften schmückst du ihn mit neuen Sträften; und von Schwäch' und Sterblichkeit wird er ewig dann befreit. den jenen Ruf: das Grab ist da! 6. Hör', o Seele, einst mit Freudenn das Ende deiner Leiden ist mit Tod bezwungen, hat das Leben dir ihm zugleich dir nah. Der, der deinen errungen. Durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Ewigkeit. 7.Stärke mich auf dieseStunde, Jeſu, der du für mich starbst, und an Gottes Gnadenbunde ewig Antheil mir erwarbst. Laß mich Tod und Grab nicht scheuen; laß vielmehr mich darauf freuen. Denn nach treu vollbrachtem Laufnimmst du mich zum Himmel auf. 144 Erster Theil. Vom Mel. Jesus, meine Zuversicht. 47, 263. Selig, Gott, sind die, die nun schon im friedenvollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn, und sich deiner größten Gabe, eines ew'gen Lebens, freun. Möchten wir es auch schon seyn! 2. Doch du willst's, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch die des Lebens Stron' erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott! 3. Sesus selber lebte hier vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hat er auf der Erd' erlitten. Laßt uns gläubig auf ihn sehn, und durch ihn im Kampf bestehn. 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde, gegen jene Ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese Stunde, die Gott noch verkürzen kann, unser ew'ges Schicksal an. man 5. Gieb uns Weisheit, Herr, und Kraft, diese Stunde wohl zu nüßen, und beim Schluß der Pilgrimschaft wollest du uns unterstüßen, daß wir freudig auf dich sehn, und getrost zum Tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der bessern Welt laß uns wenn wir sterben, schmecken! flöß' uns Muth und Ruhe ein, selbst im Tode frob zu seyn. A 7. Wenn wir, um cinst auch zu ruhn, zu den Todten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefst du einst: es ist vollbracht! im Mel. Wie schön leuchtet der. 35. Tode der Gläubigen, der Fluch der Sünde nieder. Doch du, o Herr, erleichterst mir dies Joch mein Herz stärkt sich in dir, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, und dein Himmelreich zu erben. 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, 3. Verachte denn des Todes Grau'n, mein Geist, er ist ein Weg zum Schau'n in jenem bessern Leben. Er sey dir nicht mehr fürchterlich; zum Allerheiligsten wird dich der Herr dadurch erheben. Hier wird dein Hirt nach den Thränen, nach dem Schnen, dich Erlös'ten völlig und auf immer trösten. 4. Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, ch' ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach' mich fertig! ich befehle meine Seele deinen Händen. Laß mich meinen Lauf gut enden! 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, so sey mein Leben dir geweiht, bis einst mein Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir ganz mein Leben zu ergeben, daß ich droben dich unendlich fönne loben. 6. Wie wird mir dann, mein Heiland, seyn, wenn ich mich deiner ganz erfreu'n, dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von Sünd' und Leid, ein Mitgenoss' der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir! daß mir durch dein Leiden jene Freuden offen stehen. Ewig will 264. Wie wird mir dann, mein ich dich erhöhen! Heiland, wenn ich, mich deiner ganz zu freu'n, in dir entschlafen werde? Dann, Seele, wirst du, ganz befreit von Sünde und von Sterblichkeit, entfliehen dieser Erde. Freu' dich innig! stärke, tröste dich, Erlös'te, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. mel. des 103. Psalms. 265. Wie komm' ich doch mein Heil, zu dir hinüber? Du bist mir ja, mein höchstes Gut! apie und der Auferstehung der Todten. viel lieber, als diese Welt, woher kommt denn die Qual, daß mich des Tod's Erinnerung erschrecket? 266. B Wie kommt's, daß dem, den deine Huld bedecket, doch grauet vor dem finstern Todesthal. 2. Mit Dank muß ich von deiner Güte sagen, wie du mich durch die Wüste durchgetragen, und meine Seel' mit vielem Trost erquickt; ich weiß, wie manche Noth mir kam zu Handen, doch weiß ich auch, wie du mir beigestanden, daß mich die Last der Trübsal nicht erdrückt. 3. Nun aber will die Furcht den Glauben schwächen in mir, da ich durch diesen Jordan brechen, und durch den Tod in Canan gehen soll: ach, führe mich hindurch, o mein Erretter! mit starker Hand reiß mich aus Sturm und Wetter, das auf mich fällt, und macht mich schreckensvoll. 145 gieb mir hier die Lebensfrucht zu schmecken, damit ich kann in deiner Liebe ruh'n. 4. Dein Licht und Wahrheit, so mich durchgeführet durch diese Wüst', und nie den Glanz verlieret! das bleibe mir in Todesfinsterniß: geb' auf, o Sonn', mit deiner Kraft zu beilen, laß deinen Trost die finstre Wolk' vertheilen, und mache mich doch deiner Huld gewiß. 5. Du bist mein Fels: die Wunden sind die Höhlen, dahin ich flieh', was kann ich sonst erwählen, wenn mir der Tod das matte Herz zerbricht? Muß ich allhier im finstern Thale wandern, treibt Todesnoth von einem Ort zum andern; so komm ich doch aus deinen Wunden nicht. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. egrabt den Leib in seine Gruft, bis ihm des Richters Stimme ruft! wir säen ihn; einst blüht er auf, und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub, und wird's nun mehr; er liegt, er schläft, verwest, ermacht dereinst aus dieser Todesnacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübfal oft gedrückt; nun wird er, Gott, von dir erquickt; hier wandelt' er im finstern Thal; nun ist er frei von Schmerz und Qual. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab! was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit. 6. Nun, du Erlös'ter, schlaf' in Ruh'! wir geh'n nach unsern Hütten Freud' und Zittern uns bereit. zu, und machen zu der Ewigkeit mit Tod stärk' uns in unsrer legten Noth! 7. Ach, Jesus Christ, dein bittrer laß unsre ganze Seele dein, und freudig unser Ende seyn. Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. 6. O Gott! du bist's, der aus dem Tod erhebet, du hilfest dem, der nur 267. J an dir fest klebet; ich bin's, ich hoff, du wirst es ferner thun. Zum Leben wirst du mich hiernach erwecken, o ch freue mich der frohen Zeit, da ich werd' aufer10 Erster Theil.- Vom Tode der Gläubigen, 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, er wird doch wieder leben, stehen. Dann werd' ich in der und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebild't erheben, wenn du, Herrlichkeit, dich, Gott, mein Hei- o großer Lebensfürst, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben aufzuwachen. land sehen. Dann werd' auch ich, o Herr, durch dich, in's Reich verklärter Frommen als Mitglied 146 aufgenommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran, die Stunde der Erlösung; die Stunde, da ich hoffen kann, Trost, Freiheit und Genesung; da, Engeln gleich, im Himmelreich mich Rühe, Lust und Leben in Ewigkeit umgeben. 3. Der du die Auferstehung bist, du bist's, an den ich gläube! Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tode nicht verbleibe. Und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trübsal, Angst und Schrecken, so, wie die Heuchler, decken. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen, und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzugehen. D, hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigkeiten mich würdig zu bereiten. 4. Wie froh und herrlich werd' ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! dann nimmst du mich mit Ehren anz läss't in dein Reich mich gehen. Forthin von keiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb' ich bei dir dann ewig. 5. O, welch ein sel'ges Theil ist mir auf jene Welt bereitet! der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd' ich in deinem Himmelreich, unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Lust genießen. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Das ist's, was mich zufrieden stellt, selbst bei der Gräber Grauen. Ich bin getrost und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb', und the follt leben. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh', von Seligkeit umgeben, genießen deiner Herrlichkeit. D, was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden? 7. Laß die zukünft'ge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben; und mich in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir, der Sterblichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. ing 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Jünger, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben. Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz; so tröste selbst daMel. Allein Gott in der Höh'¹.- 15. 268. Mein Heiland lebt. Er mit mein Herz: es kommt ein bess'res Macht des Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt; fein Steg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben seyn, und ihm will ich auch sterben. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich.- 141, mein Geist erfreut, 269. Mein Heiland! wenn im Glauben auf die Herrlichkeit des ew'gen Erbtheils blicket, das du für mich bereitet hast: wie leicht dünkt mir dann alle Last, die mich hienieDann wird der Eitelden drücket? keiten Tand in meinen Augen schlecht, als Sand. Der Erde Pracht ist mir wie nichts, beim Anblick jenes ew'gen Lichts. Herr Jesu Christ, mein Herr und der Auferstehung der Todten. 147 und Gott, mein Herr und Gott! dies Mel. Jesus, meine Zuversicht. 47. Heil verdank' ich deinem Tod. Resus, 270. J und mein Heiland, ist mein Leben! dieses weiß ich, sollt' ich nicht auch zu sterben, mich ergeben? was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht! 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! ich werd' auch das Leben schauen, wenn er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Er ist der Gemeinde Haupt, und sein Glied, wer an ihn glaubt. 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; er hält mich bei meiner Hand in den dunkeln Todesstunden, er führt mich auf rechter Bahn und nimmt mich zu Ehren an. 4. Fleisch bin ich, und muß daher auch einmal zu Staube werden. Dieses weiß ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden; daß ich in der Herrlichkeit bei ihm sey in Ewigfeit. 2. Wenn einst auf deinen Wink mein Geist des Körpers Banden sich entreißt, dann stärk' ihn aus der Höhe; daß ich, durch deinen mächt'gen Stab beschüßt, ins Todesthal hinab getrost und freudig gehe. Die Klarheit jener bessern Welt schaff', wenn mich Dunkelheit befällt, in meinem finstern Herzen Licht, und Heiterkeit im Angesicht. Herr Jefu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! dann wird zum Schlummer mir der Tod. 9 3. Und wenn mein Geist aus Schüchternheit sich dennoch vor dem Tode scheut, weil ihn die Sünden kränken; dann laß mich, Herr, auf deinen Tod die Hoffnung bau'n; es werde Gott der Sünden nicht gedenken. Der Trost, den du auch mir erwarbst, als du zum Heil der Sünder starbst, und fühltest, wie dich Gott verließ, der mache mir das Sterben süß. O Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! verlaß mich nicht in meinem Tod. 4. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh' mein thränenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum Grabe ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft. Ich weiß, an wen ich glaube. Er lebet, und ich werd' durch ihn der Grabesnacht gewiß entflieh'n. Mein Geist und mein verklärt Gebein wird sich des Herrn, des Mittlers, freu'n. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! zum Leben schaffst du nun den Tod. 5. Du bleibest meine Zuversicht, mein Trost, wenn einst das Weltgericht die Engel ausposaunen. Vor deinem Thron werd' ich dann stehn, dich, Richter aller Völker, sehn, dich sehn und froh erstaunen. Auch mir schenkst du dann jenes Heil, der Auserwählten fel'ges Theil. Ich soll, dein Mund schwur es mir zu, ich foll lebendig seyn, wie du. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! stärk' diesen Glauben einst im Todes 5. Dann umgiebt mich diese Haut, dieser Leib, wie ich fest glaube; Gott wird dann von mir geschaut, wenn ich aufsteh' aus dem Staube. Ja, in diesem Fleisch werd' ich sehen, mein Erlöser, dich. 6. Ob dies Aug' im Tode bricht, wird's doch meinen Netter kennen. Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd' in seiner Liebe brennen. Dank ihm! Dank ihm! Preis und Ruhm! wunderbar schafft er mich um! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird nicht ewig untergehen; irdisch werd' ich ausgesä't, himmlisch werd' ich auferstehen. Zu verwesen, sink' ich ein; dann werd ich unsterblich seyn. 8. Freudig bin ich und getrost! dann steigt mein Versöhner nieder. Wann ich sterb', ist er mein Trost, und den Todten ruft er wieder, wenn einst die Posaune klingt, die durch alle Gräber dringt. 9. Und mich schreckte noch der Tod? mich die Gräber und ihr Grauen? meinen Mittler, meinen Gott, Jefum Christum, werd' ich schauen! Dann 10* Vom Tode der Gläubigen c. 148 Erster Theil. wird Leben, Sieg und Heil ewig, 6. In diesem Glauben stärke mich. ewig seyn mein Theil. Seel, er Laß mich den Troft empfinden, den den 10. Nur daß du dich, Seel', erhebst von den Lüsten dieser Erden, und schon hier dem Gotte lebst, mit dem du vereint sollst werden! Willst du seines Heils dich freu'n; mußt du, Seele, heilig seyn! großen Trost, daß ich durch dich Tod kann überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht; denn du bleibst meine Zuversicht. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach.- 26. 271. err! du bist meine Hje Zuversicht. Du lebst, ich werd' auch leben. Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht: dies stärket meine Zuversicht. 2. Hier geh' ich oftmals weinend hin, den Saamen auszustreuen; dort wird der herrlichste Gewinn der Aerndte mich erfreuen. Ich leide, und verzage nicht, denn du bist meine Zuversicht. 3. Hier trag ich deine sanfte Last. Wie groß ist meine Würde! jedoch die Welt, die sie nicht faßt, nennt's fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Spötter dein Gericht, und dann fiegt meine Zuversicht. 1. Sink' immer hin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd' ich nur des Todes Raub, dort werd' ich ewig leben. Wie stark ist dieses Troft's Gewicht; wie sicher meine Zuversicht. 5. Herr, diesen Segen dank ich dir! Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab' herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub' es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht. Mel. Wachet auf, ruft uns die.-171. 272. Machet auf! so ruft die Stimme einst nach der Zeit, der Engel Stimme, verlaßt das Grab, verlaßt die Gruft, wachet auf, erlöste Sünder! versammelt euch, ihr Gotteskinder! Der Welten Herr ist's, der euch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vor bei! erwacht! Halleluja! macht euch bereit zur Ewigkeit! sein Tag, sein großer Tag ist da! Pfalm 84. 273. Mein Leben iſt ein Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland! ich finde keine 2. Erd' und Meer und Hölle beben, die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben stehn sie auf; ihr Versöhner kommt voll Klarbeit, vor ihm ist Gnade, Treu' und Wahrheit; der Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Hosianna! Erlöser, dir! dir folgen wir zu deines Baters Herrlichkeit. 3. Ew'ges Lob sey dir gesungen! wird sind zum Leben durchgedrungen; am Ziel sind wir beim großen Lohn. Christus strömt der Freuden Fülle auf uns; wir schau'n ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. Kein Auge sahe sie, dem Ohr erscholl sie nie, diese Wonne; in Ewigkeit sey dir geweiht, Herr, unser Dank und Ehr und Preis! 21) Vom ewigen Leben. Ruh' auf Erden; ich suche die zukünft'ge Stadt, die Gott selbst fest begründet hat, da werd' ich Erster Theil. Vom ewigen Leben. Pfalm 16. erst recht glücklich werden: mein 274. A™ uf, träger Geift! Leben ist ein Pilgrimstand; der laß das, was sichtbar ist, nicht länger dich als angefesselt halten. Gedenke, daß du selbst ein Wesen bist, das, wann der Himmel als ein Kleid veralten, und wann die Erde brennend wird vergeben, in Ewigkeit wird dauern und bestehen. 2. Ja, hast du nicht im Glauben schon geſehen, daß, was dein Herz wahrhaftig kann ergößzen, nur droben sey? ist nicht der Schluß geschehen, du wolltest Jesum über alles schäßen, du wolltest dich und Alles gern drum geben, möcht'st du in ihm, möcht er in dir nur leben? ANTO Himmel ist mein Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne flieh'n, so flieht mein Leben schnell dahin; dies ist der Ort nicht, den ich wähle, ich eile nach der Ewigkeit: Herr, mache mich dazu bereit, erleuchte du selbst meine Seele, daß ich, was zeitlich, irdisch ist, verachte als ein wahrer Chriſt. 3. Man trifft auch auf der Lebensbahn sehr viele Hindernisse an: es ist nicht leicht, sie zu bestreiten! der Weg ist schmal, der Feinde viel, und weit entfernt ist noch das Ziel, stets fucht die Welt mich zu verleiten! ich muß durch dürre Wüsten gehn, und kann oft keinen Ausweg sehn. 4. Oft sah ich zwar die Sonne nicht, die Sonne, die mit Heil und Licht und Trost des Frommen Herz erfüllet; der Trübsal Sturm dringt auf mich zu, mein müder Geist find't nirgends Ruh', doch weicht die Nacht, die mich umhüllet, betracht' ich nur der Treue Lohn und jener Ueberwinder Kron'. 5. Hilf du mir selbst, Herr Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch haft angenommen, laß mich auf der Verläugnung Pfad, den mir dein Fuß gezeichnet hat, dem Ziele täglich näher kommen. Gieb, daß ich standhaft streite hier und ewig herrsche dann mit dir. 149 6. Verleihe mir Beständigkeit, und laß mich stets mit Freudigkeit und Muth auf deinen Wegen gehen. Fall' ich noch oft, so hilf mir auf, daß ich vollende meinen Lauf. Laß in der Noth mich feste stehen, getrost auf deine Hülfe traun'; so werd' ich einst das Leben schau'n! 3. Sfraels Arzt! vertreibe durch die macht, die so viel Blinden das Gesicht gegeben, in mir der Seelen finstre Blindheitsnacht. Die Augen werd' ich dann zu dir erheben, um so mit aufgedecktem Angesichte dein ew'ges Licht zu sehn in deinem Lichte. 4. Schenk Augensalbe für die Blö digkeit, die mich verhindert, flüglich zu vergleichen des Himmels Schätze mit dem Dampf der Zeit; laß nie das Seleinod aus den Augen weichen, das du mit theuerm Blut hast wollen kaufen, für alle, die in Lebensschranten laufen. 5. O selig's Volk! das du aus freier Gnad' zum Licht berufen, und Jehovah kennet; das Augen, um zu sehn, empfangen hat, das in verborgner Herzens- Andacht brennet, um über Sonn' und Sterne sich zu schwingen, und bis in's innerst' Heiligthum zu bringen. 150 Erster Theil. 6. Erwünschter Tag! der diese Scheidewand, den Sündenleib, der meine Freiheit störet, zerbrechen wird! o lang gehoffter Stand! wenn ich, mein Heiland, dich nun selbst verkläret in Klarheit seh'! o, dich will ich dort oben mit reinem Geist und reinem Munde loben. Moned Homepta in pid negail Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 275. Menschen ist's gesetzt, zu sterben, ihre Herrlichkeit verblüht. Welcher den von den Himmelserben lebet, der den Tod nicht sieht? Staub wird dieser Leib von Erde; doch damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott erneu't, an - Vom ewigen Leben. 7. Ich entbrenne vor Verlangen, dieß verheiß'ne Land zu sehn, jene Krone zu empfangen; bald erhöret Gott mein Flehn. Diese Hütte, ste verstäube, ich, ich weiß, an wen ich gläube. Mir ist Sterben ein Gewinn, denn zum Vater geh' ich hin. 8. Welche Tröstung, das zu wissen! dieser großen Hoffnung voll, zag' ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch bulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden, sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug. 2. Wollt' ich länger hier verweilen, als es meinem Gott gefällt? seinem Neiche zuzueilen, lass ich gern die Prüfungswelt. Jesus tilget meine Sünden, stärkt mich, hilft mir überwinden, auch in meiner letzten Noth rettet mich sein Blut und Tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? mein ist er und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; sein soll ich mich ewig freu'n. Sa, mir soll's durch ihn gelingen, mich zu ihm empor zu schwingen, freudenvoll vor ihm zu stehn, meinen Heiland, ihn zu sehn! 4. Dort bei ihm ist wahres Leben; Millionen stehen schon, ihren Retter zu erheben, selig da vor seinem Thron. Hohe Seraphinen ringen, mitanbetend ihm zu singen. Preis zu nehmen würdig ist der Erbarmer, Jesus Chrift! 5. Alle, die ihm nachgewandelt, seh'n des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schau'n verwandelt, und in Wonne jedes Leid; weihen ihm die neuen Lieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem Herrn und opfern Dank ihr unendlich Leben lang. 6. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichkeit und Ruh', was fein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewährest du. Freudenärndten schenkt er denen, die erst hier gesä't mit Thränen. Alle Thränen trocknet er, Sünd' und Elend sind nicht mehr. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 276. Es ist noch eine Ruh' jeden 1 Gott ergeb'nen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden, nach Gottes Willen einst entreißt, und nun nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe kommen, wie selig sind doch alle die! in deinen Himmel aufgenommen, ruh'n sie von dieses Lebens Müh. Nach aller Last, die sie gedrückt, wird ewig nun ihr Herz erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so segnet mit Zufriedenheit auch deine Gnade die Erlös'ten, nach überstandner Prüfungszeit. Du selbst machst ihnen offenbar, wie gut stets deine Führung war. 4. Da schweigen alle ihre Klagen; da bringt, mit frohem Lobgesang, selbst für die ausgestand'nen Plagen dir ihre Seele Preis und Dank; nun iauchzen sie: es ist vollbracht, der Herr hat alles wohl gemacht! 5. Wie Gott von seinen Werken ruh'te, als er die Welt hervorgebracht, so sehn auch mit zufriednem Muthe, vom Herren selbst gerecht gemacht, die Frammen, bei dem ew'gen Glück, auf ihr vollend'tes Werk zurück. 6. Forthin erwartet sie kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr. Gott führt sie zu vollkommnen Freuden und krönet sie mit Preis und Ehr'. Ounaussprechlich süße Nuh', wie herrlich, Höchster, segneft du! madaming Erster Theil. Vom ewigen Leben. 7. Wer kann hier deine Gnade fassen? Du willst den, der dich redlich liebt, nicht ewig in der Unruh' lassen, die dieses Leben noch umgiebt. O mache mich doch in der Zeit geschickt zu diefer Seligkeit. 8. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Last, so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 9. Gieb, daß in Hoffnung jener Ruhe, die Gottes Volk verheißen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist! so ärndt' ich von der Last der Zeit einst völlige Zufriedenheit. Mel. Wie schön leuchtet der.- 35. 277. Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt, wenn er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet; wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden: doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, dort nur ist vollkommnes Leben. 151 5. Vor seinem Antlig wandeln fie auf ewig frei von aller Müh', und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust, und ihre tausendfache Lust kein feindliches Gemüthe. Nein Neid, kein Streit bemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinführo nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! die Frommen, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd' ich frei von Mängeln, selbst mit Engeln, Freundschaft pflegen: O, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? wo glänzt sein Thron? In jenen Himmelshöhen. Da werd' ich dich, Herr Jesu Christ, so menschenfreundlich, als du bist, auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! kein Mensch kann sie erwerben. Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hast die Stätt' auch mir bereit't, hilf sie mir auch ererben. Laß mich eifrig darnach streben, und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heiligthum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern; hier wird ste ganz besungen. Völlig giebt sich den Erlös'ten, sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. Mel. Nun habe Dank für deine. 234. 278. Nach einer Prüfung kurzer Tage führst du uns, Gott, zur Ewigkeit. Dort endet sich der Deinen Klage in himmlische Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und dort reichst du ihr selbst den Preis. 2. Du schenkst dem Frommen zwar auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm noch kein vollkomm'Er bleibt ein Mensch, nes Glück. und seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Belt; bald kämpft in seinem eignen 152 Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt. Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Lafter öfters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und hier kann - 7.1. Mel. Wer nur den lieben Gott. u der Mensch nie frei von Pein, nic 279. D gabft mir, Ew'ger! frei von eigner Schwachheit seyn. 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden; dort werd' ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth. Dich, Gott der Liebe, werd' ich sehn, dich lieben, ewig dich erhöhn. dieses Leben nicht für den Augenblick der Zeit: nein, was du mir davon gegeben, gabst du mir für die Ewigkeit. Hier ist allein der Prüfungsort: Bestrafung und Belohnung dort. 6. Da wird, o Herr, dein heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt seyn; und lieblich Wesen, Heil die Fülle an deinem Throne mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich füblen, daß ich ewig bin. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und eine Richtschnur meiner Pflicht: der Tugend inneres Gefühl, und Freiheit, wie ich wählen will. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sab; das wunderbar und beilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preiß und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig fingen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. Erster Theil. Vom ewigen Leben. - 9. Da werd'ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn; das nie gestört Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezablen, der Gottes Weg mich geben hieß und ihn zu Millionen Malen noch segnen, raß er mir ihn wies. Da find' ich, Herr, in deiner Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchtest du es geben, vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sey dir, denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! o Gott, wie muß dies Glück erfreu'n, der Retter einer Seele seyn! 12. Was seyd ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die an uns offenbart soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh'! 3. Du schmücktest durch dein mächtig: Werde! mit Reiz und Pracht mein irdisch Haus, und gossest über diese Erde die Wunder aller Schönheit aus: und schufft mir feine Sinnen an, daß ich sie auch empfinden kann. 4. Und dennoch läsfest du mich wissen, daß dies mein irdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar dieser Welt genießen, doch als genöss ich ihrer nicht: ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, die mein Herz für so schmeichelnd hält; nach Wollust, Ehr' und Gold nicht trachten, das meinem Wahn so wohl gefällt: was Fleisch und Blut oft wehe thut, das soll ich wählen als ein Gut. 6. Die Prüfung, Gott, war nicht vergebens, du wolltest sehn, ob ich dir treu, in der Gemeinschaft jenes Lebens mit dir zu wohnen würdig sey? Ob ich vom Tand des Eiteln leer, einst höh'rer Freuden fähig wär? 7. Denn du willst eine neue Erde und einen neuen Himmel bau'n, und daß ich hier geheiligt werde, soll ich auf's Unsichtbare schau'n, dem Reiz der Lüste widerstehn, und stets auf deinen Wegen gehn. 8. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu seyn, und diese kurzen Prüfungstage Gott und der Tugend blos zu weih'n, Erster Theil. wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt. 9. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die noch mein Herz gefesselt hält, und, o welch glänzender Gewinn, hier Sieger, bin! - Vom ewigen Leben. 153 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Lust wird da uns fehlen, wo das Land der Wonne ist. Zu vollkommer nen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Glück erwarb, als am Kreuz er für uns 1971 10. Gott, gieb deines Geistes Stärke, der du in Schwachen mächtig bist, dem, der zu diesem großen Werke zu klein, zu schwach, zu sinnlich ist: lehr' mich das Irdische verschmähn, und stets nach meinem Ziele sehn. 11. Laß mich oft in gesunden Tagen mein Grab mir in Gedanken baun, und bei des Lebens Freud' und Plagen auf dich und auf das Künft'ge schau'n; damit ich, meiner Pflicht getreu, des böhern Lebens fähig sey. MONU OT Mel. ulle Menschen müssen sterben. 280. O wie unaussprechlich selig werden wir im Himmel seyn! da, da ärndten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein. Da wird, ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott! zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit. 82, 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet baft, noch in keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deines Himmels Herrlichkeiten? Doch beim Anbruch jener Zeiten werden alle, die dir trau'n, noch mehr, als ke hofften, schau'n. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sey überschwenglich, und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Baterhand dort giebt. 5. Da wird deiner Frommen Menge ein Herz, eine Seele seyn, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, erhab- c ner Gott! zu weih'n, dir und dem, s der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größ ten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. O, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelös't und da zu seyn, wo nach viel vergoss'nen Thränen ew'ge Güter uns erfreu'n, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört. 7. Was ist unser Loos auf Erden? b's auch noch so köstlich sey, ist's doch nie ganz von Beschwerden, Sor gen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen. Dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. hu 8. Sey, o Seele, hocherfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet; richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen mit dem Ernst, dahin zu kommen. Trachte, weil du bier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Himmel gehn. O, so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! hilf du selber meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, | wo man ewig dir lobsingt. 154 ndo napicas trad Zweiter Theil. Lieder, welche zur christlichen Sittenlehre gehören. and s 3 illic md? of mai22) Von der Buße und Bekehrung. en Der 51. Psalm. Mel. Die Quell', woraus der M. 84. 281. Se ey gnädig, Herr, nach deiner großen Huld, und tilge durch dein göttliches Erbarmen die Sünden eines tiefgebeugten Armen: wie schwer sind sie! ach tilge meine Schuld! Gott, wasche mich von meiner Missethat, und rein'ge mich vom Unflath meiner Sünden, du siehst, wie sehr er mich beflecket hat, ach, laß mich Reinigung und Gnade finden. 102. Ich fühle, Herr, mit Scham, mit Reu' und Weh' die Missethat und ihre ganze Größe: denn, ach, dein Geist hält meine Schand' und Blöße mir immer vor, wo ich nur geh' und steh': an dir allein, o Gott, vergriff ich mich, du sahest es, und ſolltest du es rächen, so müßte man, so müßt' ich selber dich ganz frei und los von allem Unrecht sprechen. 3. Von Jugend auf bin ich durchaus verderbt; mir war bereits, da ich unwissend lebte und annoch kaum in Mutterleibe webte, der Sünden Gift und Krankheit angeerbt. Du aber liebst des Herzens Neinigkeit, ach, gieb sie, laß in meinen Finsternissen das Licht mich sehn, das sie allein zerstreut: laß mich die Weisheit im Verborg'nen wissen! 4. Ich bin Aussäß'gen gleich ein Gräu'l, unrein! Laß des Versöhnbluts Kraft mich, Herr, empfinden, verzeih' und wasche mich von meinen Sünden, so werd' ich weiß wie Schnee und Wolle seyn. Laß aber auch des Glaubens Freudigkeit mich, wie zuvor, im innern Grunde hören; es müsse nun kein Schrecken, Furcht und Leid, der Seelen Ruh' und Wonne nicht mehr stören. 5. Sieh' meine Sünd', o Herr, nicht weiter an. Ach, streiche sie ganz aus in deinem Buche, und züchtige mich, der ich Gnade suche, nicht mehr, als es dein Knecht ertragen kann. Schaff' aber auch ein reines Herz in mir! gieb mir den neuen Geist, der dich erwählet, und mach' ihn fest, damit dein Knecht vor dir nie wiederum der rechten Bahn verfehlet. 6. Verwirf mich doch von deinem Antlitz nicht, entreiß mir nicht das Siegel deiner Gnade, den heil'gen Geist, laß ihn auf deinem Pfade mich leiten, nie verlösche mir sein Licht! erweck' in meinem Herzen Fröhlichkeit durch deine Hülfe, gieb den Geist der Freuden, der unterstüß' und mache mich bereit, was dir mißfällt, mit allem Ernst zu meiden. 7. Alsdann wird sich noch mancher Sündenknecht, wenn er mich sieht, zu dir, o Gott, bekehren; mein Beiſpiel wird ihn deine Wege lehren, nur mache du mich Sünder erst gerecht. Ach siehe, wie mich meine Sünde drückt; doch wirst du sie, mein Heiland, mir vergeben, so werd' ich ganz durch deine Huld beglückt, dein Recht und Heil vor aller Welt erheben. HO Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 155 8. Eröffne meine Lippen: daß ich| derlich. Dein will ich ewig seyn. O kann, Herr, deiner Gnade Ruhm mit Gott, erhöre mich! Dank erheben! dir wollt' ich Opfer und Brandopfer geben, jedoch dein Auge hat nicht Lust daran. Ein Herz, zermalmt durch Reue, und ein Geist, zerknirscht durch Kummer über seine Sünden, und der mit Macht sich eitler Lust entreißt, sind Opfer, die dein gnädig Auge finden. 9. Nach deiner Huld befördre Zions Wohl; sey ihm geneigt, und baue Salems Mauern; den Frieden deiner Stadt laß ewig dauern, und mache sie stets deines Segens voll. Erhalte deine Kirche selber rein; laß deinen Geist sie immerhin beleben. Laß, Heiligster, uns vor dir heilig seyn, und alles dich mit frohem Muth erheben! Aus dem 143. Psalm. d Mel. D Gott, du frommer Gott.- 8. 282. Herr! höre mein Gebet um deiner Wahrheit willen! du bist an Gnade reich, und wirst mein Seufzen stillen. Ach, gehe in's Gericht doch nicht mit deinem Knecht, vor dir, o Herr, ist ja kein Sterblicher gerecht. monism 2. Die Größe meiner Schuld schlägt meine Seele nieder. Beschämt empfind ich sie; o tröste du mich wieder, daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft verzehrt. Wer ist, der außer dir, mir wahren Trost gewährt? 3. Zu dir, o treuer Gott, erheb ich Herz und Hände. Mein Heil steht nur bei dir: v, daß ich Hülfe fände! für Necht laß Gnad' ergehn! ich hoffe, Herr, auf dich. Zeig' mir den rechten Weg; denn nach dir sehn ich mich. ng Der 95. Psalm. s Eigene Melodie. 283. rhebt, erhebet Gottes Ruhm! frohlockt in seinem Heiligthum, mit allgemeinem Subeltone! besinge du, erwählte Schaar, wie herrlich und wie offenbar, sein Schutz und Segen bei uns wohne. 2. Nur unser Gott ist groß von Kraft, der alle Majestäten schafft, und über alle Götter siget. Er ist's, der alles sieht und trägt, was je der Erden Abgrund hegt, und der den Bau der Berge stüßet. 3. Das w weite Meer und trockne Land, sind Werke seiner Allmachtshand, die uns auch, was wir sind, verliehen. So heiligt ihm denn, was ihr seyd, und danket voller Brünstigkeit dem großen Schöpfer auf den Knieen! 4. Denn er ist unser Gott und Heil, wir sein erkauftes Volk und Theil, und Schafe seiner Weid' und Pflege. Drum, wenn ihr seine Stimme hört, wenn sie euch heute lockt und lehrt: so seyd doch nicht verstockt und träge! 4. Ich will, o stärke mich! ich will die Sünde hassen. Auf deine Hülfe nur will ich mich, Gott, verlassen. Nur das, was dir gefällt, werd' auch von mir gethan. Führ' mich durch deinen Geist auf dieser ebnen Bahn. 5. O merkt, was sein Erbarmen spricht: verhärtet eure Herzen nicht, wie eure Väter in der Wüsten. Sie schau'ten, was mein Arm vollbracht, versuchten dennoch meine Macht, und reizten mich mit ihren Lüsten. 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers Willen. Laß seines Opfers 6. Ihr rohes Herz blieb doch verTrost auch mein Gewissen stillen. Du rucht, und war mit ihnen meine bist die Liebe selbst, ganz unverän- Zucht wohl vierzig Jahr umsonst be 156- Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. mühet. So fahrt denn, sprach ich, nur dahin in euerm blind' und tollen Sinn, weil ihr doch meine Wege fliehet! 7. War sonsten meine Langmuth groß! so brach mein Zorn doch endlich los; weil sie sich nicht bekehren wollten. Da schwur ich einen tbeuern Eid: daß sie zu meiner Herrlichkeit und Ruhe nicht gelangen follten. - Mel. Liebster Jesu, Trost der Herzen. 284. uf, o Sünder! laß dich lehren, komm, den großen Gott zu hören, säume keinen Augenblick: komm bald, an dem frühen Morgen, komm nur ohne Furcht und Sorgen, halte dich nicht selbst zurück! Gott hat lauter Heil und Segen dir, dem Sünder, vorzulegen. 2. O, das wäre großer Schade, so du wartest, bis die Gnade, als die nicht vergebens, da dir noch zu rathen steht: komm, weil du sie beut' noch hörest, daß du die Gefahr nicht mehrest. 3. Scheu' dich nicht, wenn's andre merken; Gott ist's, der nach deinen Werken, nicht nach andrer Urtheil fragt. Lerne, will man dich verleiten, alle Menschenfurcht bestreiten; sey getrost und unverzagt: sich der bösen Welt entfernen, heißt, die wahre Weisheit lernen. und vor deinem Heiland fliehest, desto mehr wächst dein Gericht; 0, wie wohl ist dem gerathen, der selbst richtet seine Thaten! 4. Schrecket dich die Macht der Sünden? Ei, du kannst noch Gnade finden; er, dein Gott, verstößt dich nicht. Doch je länger du verziehest, 5. Drum ergieb dich seiner Güte mit demüthigstem Gemüthe; Christus nimmt die Sünder an: ehre ihn als deinen Meister, fliehe alle blinde Geister, und erwähl' die rechte Bahn; so wirst du den Heiland finden, der dich frei macht von den Sünden. Mel. Freu' dich sehr, o meine.- 29. Sonne untergeht! komm' am Tage 285. Schaffet, schaffet, Mendie 6. Komm, bei ihm hinfort zu bleiben, laß dich nichts zurücke treiben, wenn dich lockt die arge Welt: bleibe, wenn du bist gekommen, danke, wenn du aufgenommen, thue, was ihm wohlgefällt: der hat seiner Gnaden Pfände, wer beharret bis an's Ende. 7. Willst du nur am Hören hangen? Nein, du mußt weit mehr erlangen, durch den Geist, der alles schafft; ruf' zu dem, der ihn will geben, daß du könnest christlich leben, angethan mit Glaubenskraft; noch scheint dir die Gnadensonne, und verspricht dir Heil und Wonne. 8. Ach! so öffne mir das Herze, daß ich nicht mein Heil verscherze! Jesu! gieb mir deinen Sinn: pflanz' in meinen Geist dein Leben; mache mich zur wahren Reben, Frucht zu bringen immerhin; daß ich dieser Frucht genicße, wenn ich meinen Lauf beschließe. schenkinder, eure Seligkeit! bauet nicht wie sichre Sünder auf die ungewisse Zeit; unverweilt bekehret euch, ringet nach dem Himmelreich, und bemüht euch, hier auf Erden heilig, selig dort zu werden. 2. Doch soll dieses recht geschehen, o, so müßt ihr Fleisch und Blut, Welt und Satan widerstehen, nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Nichtschnur seyn. Es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glauben kämtpfet, selig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüste dämpfet und --Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. den Reiz der Welt verschmäht! unter Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel 286. Gott! hilf mir, daß ich will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. Buße thue, weil mich noch deine Stimme lockt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, dabei das 4. Werdet ihr nicht standhaft rin- Herz sich leicht verstockt, wenn du gen, sondern träg' und lässig seyn, selbst das Gewissen rübrst, und zum eure Neigung zu bezwingen: wie kann Gefühl der Sünden führst. euch der Sieg erfreu'n? ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg: nur den Sieger schmückt zum Lohne unverwelkt des Himmels 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines einz'gen Sünders Tod; drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme Krone. hört, und redlich sich zu dir bekehrt. 3. Den rettest du von dem Verderben; nimmst seine Buße gnädig an; machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Vaterhuld, er tilget meine Sündenschuld. 4. Sollt' ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beff' rung reicht? Bom Troste leer, muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuleßt, der frevelhaft gering sie schäßt. 5. Sich voll Leichtsinn stets zerstreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf des Glaubens scheuen, ist der Welt, nicht Chrifti Geist. Wer ihn wünscht zu haben, kann auf der Tugend rauher Bahn nicht in sicherm Stolze leben, und den Lüften sich ergeben. 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich bemühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt: dieses wollen und vollbringen heißet nach dem Himmel ringen. 7. Drum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt seyd, und beweifet euch als Christen, muthig, standbaft in dem Streit. Schont der liebsten Neigung nicht, wär' es auch die schwerste Pflicht; und denkt oft an Christi Worte: dringet durch die enge Pforte. 8. Zittern will ich vor der Sünde, und dabei auf Jesum sehn, daß ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ja, mein Heiland, ach! geh' nicht mit mir Armen ins Gericht: gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 9. Gieb mir Wollen und Vollbringen, Muth und Kräfte zu dem Streit, lehre und verleih' Beständigkeit. Zeige mir von deinem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. 157 5. So gieb, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz stets offen sey! damit mich ja nicht die Verstokkung, wenn ich mein Leben ohne Neu' im Sündendienste zugebracht, zu deinem Zorngefäße macht. 6. Sich bessern, ist der Weg zum Leben, drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. die uns vom Sündendienst befrei't, 7. Verleihe mir dazu die Gnade, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffenheit! wie selig bin ich dann schon hier! wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! -O Mel. 3euch mich, zeuch mich. 81. 287. Dir allein hab' ich gefün. dem ich Gnade such'! ein gerecht Gesetz verkündigt jedem Uebertreter Fluch. Und was kann vor seinem Schrecken, Richter aller Welt, mich decken? 158 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 2. Kann ich deinem Arm entfliehen? Du bist allenthalben nah. Flöh' ich, dir mich zu entziehen, himmelan: so bist du da. Stürzt' ich in die Liefe nieder, deine Rechte hält mich wieder. 3. Herr, ich flieh' in deine Hände! außer dir ist keine Ruh'. Dein Er barmen hat kein Ende: wer ist gnäpiger, als du? Du bist Gott und kannst vergeben; ach, vergieb und laß mich leben! - manchen schweren Sorgen machteſt du mein Herze frei! was mir nüßte, gabst du mir. Aber ach, wie dankt ich dir? O, wie hab' ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt' ich ja die Sünde fliehn; und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemüh'n. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ach! an dir hab' ich gesündigt, Gott, mein Vater! zürne nicht! dir hab' ich oft aufgekündigt meine schuld ge Kindespflicht. Ach vergieb, was ich gethan! nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb' ich mich auf's neue! gieb, daß mein beschwerter Geist deiini pner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünde starb, Fried' und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. de 4. Groß sind meiner Sünde Schulden, ihre Last ist mir zu schwer. Ja, wenn länger mich zu dulden, deine Langmuth müde wär': müßt' ich, würdest du nur winken, in des Todes Nacht versinken. 5. Mich für straflos zu erklären, reichet nicht Bedaurung zu. Und zer flöss mein Herz in Zähren, fänd' ich darum doch nicht Rub'. Können eines Sünders Thränen, dich, o Heiliger, versöhnen? 6. Gottversöhner, dein Erbarmen, dein für mich vergoss'nes Blut, und dein Tod erlöst mich Armen, heilet mich und giebt mir Muth. Dein Verdienst ist's, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket.to 7. Rette mich von meinen Sünden; schaff' ein reines Herz in mir! laß bei dir mich Ruhe finden; zieh' mich immerdar zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, mein Erlöser, dir zu leben! Mel. Freu' dich sehr, o meine.- 29. 288. Höd öchſter! denk ich an die 284. Mel. Liebster Jefu, Trost der H. Güte, bie du mir bis- 289. Liebster Jefu, Troſt der Herzen! Stiller, banher erzeigt: 0, so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, dein Gebot hintangefeßt, und dich, der du mich geliebet, mit Vergebungen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig seyn. O, wie hab' ich sie entweiht! ach! zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weih'n. Gieb, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu seyn. Stehe mir stets mächtig bei! mache du mich selbst recht treu, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben. THIS 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie - ger Sündenschmerzen! einzig wahres Heil der Welt! wenn ich bei mir überschlage, was für Sündenschuld ich trage, die des Höchsten Buch enthält: ach! so kann ich nicht ersehen, wie ich fünftig soll bestehen. 2. Von Geburt hin ich ein Sünder, und nach meinem Thun nicht minder: meiner Seele wahre Zier, Gottes Bild, hab' ich verloren, ich bin Fleisch von Fleisch geboren; und nichts Gutes wohnt in mir; was ich in dem Herzen finde, was ich thu', ist lauter Sünde. Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 159 muß ich auch hier viel büßen. 3. Herr, wohin soll ich mich wen- so fahr' hier fort, nur schone dort, den? Was kann meinen Jammer enden? In mir sind' ich nichts, als Noth, keinen Trost im Weltgetümmel; oben schrecket mich der Himmel; Satan spricht von Fluch und Tod; und mich dünkt, daß selbst die Erde über mir zum Kläger werde. 4. Ach! dein ängstlich Sündenbüßen, und dein theures Blutvergießen, Jesu, komme mir zu statt! sey mein Helfer und Berather; sprich für mich vor deinem Vater; tilge meine Missethat! wolltest du für Menschen dulden; ach, so tilg' auch meine Schulden! - 5. Zwar ich muß vor Gott gestehen, daß ich gröblich mich versehen, und verdient der Sünder Lohn. Aber, Herr, ich komme wieder; fall' in tiefster Demuth nieder, so wie der verlorne Sohn, bitte, seufze, fleh' mit Thränen: Bater, ach, laß dich versöhnen! 6. Ist im Himmel größ're Freude, wenn ein Sünder kehrt mit Leide wieder zu der rechten Bahn, als um neun und neunzig Fromme: ach, so werde, wenn ich komme, mir auch gnädig aufgethan! ich will mich forthin bestreben, besſer, als bisher, zu leben. 7. Weg, ihr vor'gen Sündentriebe! weg, o Welt, mit deiner Liebe! Jesus ist nun alles mir. Ohn' ihn war ich ganz verloren; durch ihn bin ich neu geboren, in ihm leb' ich für und für, in ihm will ich selig sterben, durch ihn auch den Himmel erben. Mel. Uch Gott und Herr. 10. - 290. " und wie groß und schwer sind meine vielen Sünden! wie drückt mich doch des Elends Joch! wo kann ich Hülfe finden? 2. Flöh' ich gleich weit vor Bangigkeit hin an des Erdreichs Enden, der Angst und Pein befreit zu seyn: würd' ich sie doch nicht wenden. 3. Zu dir fleh' ich, verstoß nicht mich, der ich's so sehr verdienet. Ach geh' doch nicht, Gott, in's Gericht! dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Soll's ja so seyn, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen: 5. Vergiß die Schuld! Gieb mir Geduld, und ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Theil durch Murren nicht verscherze. 6. Verfahr' mit mir, wie's dünket dir: du stärkst mich, es zu leiden! nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. 7. Das thust du nicht, mit Zuversicht kann es mein Glaube hoffen! durch Christi Tod, steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 8. Herr Jesu Christ, mein' Zuflucht ist das Kreuz, an dem du starbest; und mir zu gut mit deinem Blut die Seligkeit erwarbest. 9. Dies tröstet mich, und ob auch sich mein Leib und Seele scheiden, so werd' ich dort, bei dir, mein Hort, ererben ew'ge Freuden. 10. Gott Ehr' und Ruhm! setn Eigenthum bleib' ich in Jesu Namen. Ich zweifle nicht, mein Heiland spricht: wer glaubt, wird selig. Amen. Mel. Es ist das Heil uns kommen her.- 6. 291. Herr err Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden! ich komme mit gebeugtem Muth, mühselig und beladen; da das Gesetz, das mich verklagt, und das Gewissen, das mich nagt, mich armen Sünder schrecken. 2. Mich drücket eine schwere Last; nimm sie von meinem Herzen, du, der du mich versöhnet ist, am Kreuz damit nicht mit Leid und Weh' in meinem Elend untergeh' und ewiglich verzage. 3. Ja, Herr, wenn mein erweckter Sinn, an mein Betragen denket, so sink ich fast vor Angst dahin; die Sünde drückt und kränket, und schrecket mich. In dieser Pein würd' ich gewiß verloren seyn, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Weil aber dies dein Wort mir sagt: auch, Sünder, du sollst leben, wer weinend seine Schuld beklagt, dem will ich sie vergeben, ja, weil du alle Huld verheiß'ßt dem, der sich 160 Zweiter Theil. mit zerknirschtem Geist, im Glauben zu dir nahet. Von der Buße und Bekehrung. - 5. So komm' ich, Herr, denn auch zu dir in meiner Noth mit Thränen, du kennst mein Leid, ach hilf du mir, verschmähe nicht mein Sehnen! vergieb mir, Herr, genädiglich, was ich, ich Frevler, wider dich von Jugend auf begangen. 6. Ach Herr! erbarm' dich meiner doch um deines Namens willen. Mich ängstigt mein Gewissen noch, du kannst sein Zagen stillen. Laß mich, von allen Sünden rein, nun gänzlich dir ergeben seyn, in kindlichem Gehorsam. 7. Dein freud'ger Geist stärk' mich im Fleiß; heil' mich durch deine Wunden, mich tröste noch dein Todesschweiß in meinen legten Stunden, und führe mich, wenn dir's gefällt, mein Heiland, selig aus der Welt, zu jenen Auserwählten. mel. Allein zu dir, Herr Jesu.- 308. 292. J ch schäme mich vor deinem Thron, o Prüfer aller Her- zen! verschone doch, o Gottessohn! ich bin voll Sündenschmer- zen. Erbarme dich, und nimm mich an, du bist's allein, der helfen kann. Geh' ja nicht mit mir in's Gericht, verstoß mich nicht, indem mein Herz vor Angst zerbricht. 2. Ach, wenn mein Herz zurückgedenkt, mit wie viel Missethaten ich kann es sich nicht rathen. Ich sündich von Jugend auf gekränkt: so digte voll Unverstand; dein Wille war mir unbekannt; das Böse wußt' ich allzuwohl; wie blind und toll macht ich das Maas der Sünden voll! 3. Trieb mich die Zucht zum Gu ten an, hab' ich's doch wider Willen aus Furcht der Strafe nur gethan, zum Schein es zu erfüllen. So ging ich hin, so wuchs ich auf; so nahm ich in dem Lebenslauf an Alter, nicht an Gnade zu; die Seelenruh' verschwand; dies alles sahest du. 4. Mit Trug und Lügen deckte ich des Herzens böse Tücke. Kein ernstlich Dräuen schreckte mich; es zog mich nichts zurücke. Mein Tichten, Worte hört' ich dich, und achtete Herr, verführte mich; in deinem jedoch nicht drauf; mein Lebenslauf war ganz verderbt von Jugend auf. 5. Die Schuld ward mit den Jahren groß, brach aus zu wildem Wesen: gleichwie ein Roß, das zügellos, lief ich zu allem Bösen. Ich wuchs an Hoffart, Ueppigkeit, an Frechheit, Wollust, Troß und Neid, und meine schändliche Begier zog mich von dir. Ach Jesu! ach, vergieb es mir. 6. Gedenke nicht der Jugend Schuld; vergieb mein Uebertreten; trag ferner noch mit mir Geduld: erhör' mein ängstlich Beten! lösch aus, Herr Jesu, durch dein Blut, und mach' mein Schuloregister gut; viel mächtiger ist deine Gnad', als meine That, die dich so oft beleidigt hat. 7. Hilf mir, von Sünden abzustehn, und durch ein heilig Leben den wahren Tugendweg zu gehn; dir will ich mich ergeben. Ich will durch deines Geistes Kraft, die Wollen und Vollbringen schafft, voll Reu' und Leid mich dir allein zum Dienste weih'n. Ach, laß es Sa und Amen seyn! Mel. Un Wasserflüffen Babylons. 97. 293. König, dessen Majestät sich über alles hebet, dem Erd' und Meer zu Dienste - Zweiter Theilu- Von der Buße und Bekehrung. 161 steht, vor dent der Erdkreis bebet.| sprechen kann, so nimm den letzten Der Himmel ist dein helles Kleid, du Seufzer an: Gott sey mir Sünder bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr gnädig. größ und wunderthätig. Ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr': Gott sey mir Sünder gnädig! nd sind umar 2. Hier steh' ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne, ich suche deinen Trost und Rath: mein ner Fehler große Zahl schreckt und verfolgt mich überall; mein Glaube ist nicht thätig: drum schlag' ich nieder mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht! Gott sey mir Sünder gnädig! du 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, beschweren mein Gewissen; drum schlag ich reuend an die Brust, die Schmerz und Leid zerrissen. Ichy, der ich mich von dir gekehrt, ich bin des Lebens gar nicht werth; doch weil du winkst, so bet' ich mit ganz zerknirschtem bangen Geist, der gleichwohl dich noch Vater heißt: Gott sey mir Sünder gnädig! Mel. Heil'ger Geist, du Himmelst. 201. 294. Wenn der Sünder bat breiten Weg gewandelt, welcher zum Verderben führt: bekehren Gott! du hilfft ja gerne. Doch mei- wird, steht der Himmer wieder offen, Friede wird mit Gott getroffen, Buß und Glaub' an Christi Blut machet alles neu und gut. hm 2. Beinstets fortgesetzten Sünden magst du keine Gnade finden, und kannst nicht vor Gott bestehn; tief muß dir zu Herzen gehn, was du Böses je begangen; um dem Guten anzuhangen, mußt du dich der Sünd' entziehn, sie wie Gift und Schlangen fliehn. 3. Seine Sünden stets bereuen, sich in Gott durch Christum freuen, ohne Zwang und Heuchelei, was der Wille Gottes sey, täglich prüfen, fröhlich üben, Gott und seinen Nächsten lieben, und im Guten niemals ruhn, ist des neuen Menschen Thun. 4. Dich zu diesem Stand der Gnaden sehr nachdrücklich einzuladen, brauchet Gott der Stimmen viel, hast du davon kein Gefühl? Stehst du nicht, o Mensch, die Werke seiner Langmuth, Gür' und Stärke? Zeigt nicht jede Kreatur ihres güt'gen Schöpfers Spur? 1 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade. Mir geh' es übel oder gut, gieb, daß es mir nicht schade. Und kommt mein Ende nun heran; so stärk' mich auf der Todesbahn, mach mich von Sünden ledig: und wenn ich nicht mehr 4. Mein Vater! schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder; der für die Welt genug gethan; durch den wir Gottes Kinder und Erben der Verheißung sind; der ist's, bei dem ich Ruhe find': er ist ja stets gutthätig. Drum fass' ich ihn und lass ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht: Gott sey mir Sünder gnädig. 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig 5. Doch viel heller ist die Klarheit, die dir ergeben. Ach heilige mich ganz kon nich zeigt im Wort der Wahrheits und gar, mach' meinen Glauben immerdar durch wahre Liebe thätig. Läßt sich dann noch viel Schwachheit sehn, so soll mein Herz mit Wehmuth flehn: Gott sey mir Sünder gnädig! des Versöhners, Stimm'. Komm' zu dieser Quell' der Gnaden; komm mühselig und beladen; er sagt deiner Seele Ruh', er sagt dir Erquickung zu. 6. Jesu, Trost der müden Seelen! du kannst uns nicht nur befehlen; du schaffst selbst durch deinen Geist, in uns, was dein Wort uns heißt. Sey zu meinem Heil geschäftig; mache selbst dein Wort so kräftig, daß mein Herz dadurch gerührt, endlich wahre Buße spürt, si dalis bi 11 162 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 295, 2 - 2. Eile! Sodom lehret dich, wie der Herr so fürchterlich auf verstockte Sünder bliget: such' ein Zoar, das Edich schüßet! auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 3. Denke, daß es Schaden bringt, wenn dein schnödes Fleisch dich zwingt, nur nach seiner Lust zu leben, weil ihm stets wird Frist gegeben. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 4. Die Verstörer deiner Ruh', deine Sünden nehmen zu. Dein Gewissen wird beschweret, und der Strafe Maaß vermehret. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 5. Deines Herzens Härtigkeit steigt und wächst von Zeit zu Zeit. Sünden, die dich jetzt noch schrecken, wirst du bald mit Lust vollstrecken. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! n dir allein hab' ich gesündigt, und übel oft vor dir gethan. Du siehst, was mir der Fluch verkündigt; sieh, Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott! wie lange soll ich sorgen? wie lang' entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht ch meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dich finden, du Gott der Langmuth und Geduld. 4. Früh' wollst du mich mit Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigfeit. Tröst' mich um deines Namens willen; du bist ein Gott, der gern erfreut, 5. Laß deinen Weg mich freudig wallen, und lehre mich dein heilig Recht, mich thun nach deinem Wohlgefallen: du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 296. 6. Herr, eile du mir beizustehn, und leite mich auf eb'ner Bahn. Gott hört mein Schrei'n, er hört mein Fleben und nimmt sich meiner Seele an. Mel. Meine Seele, willst du ruh'n. ünder, willst du sicher seyn, und befreit von Furcht und Pein: schaffe, daß du dich bekehrest, da du Gottes Stimme hörest! auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich. 6. Was du Böses an dtr haft wird sonst wie ein alter Ast. Dessen Krümmen gleich zu ziehen, wird man sich umsonst bemühen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 7. Eile, denn es kommt der Tod: und wie groß wird dann die Noth, wenn man aus der Welt soll gehen, und vor Gott nicht kann bestehen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 8. Brauch', ach brauch die Gnadenzeit! denn es kommt die Ewigkeit wie ein starker Strom geflossen, der durch Damm und Deich geschossen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 9. Suche, wo du weise bist, was von dir versäumet ist, schleunig wieder einzubringen, und mit Eifer durchzudringen! auf! Gott ruft dich noch zu sich! eile, und errette dich! 10. Vater der Barmherzigkeit! Gieb doch, daß die Gnadenzeit nicht von mir versäumet werde; führ mich selbst zu deiner Heerde! Bater! ach ich bitte dich: eile, und errette mich! kg 1900 190ft Mel. Jesu, Arzt todtkranker. 79. 297. H der Sünden, bald verschwinden? Hüter! ist die Nacht Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 163 bald hin? wird die Finsterniß der widerstehn, und seine Lüste dämpfen? Sinnen bald zerrinnen, womit ich umgeben bin? Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh' ist dies der einz'ge Weg. Und dem entsagest du? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch? Ist Gott denn ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann. 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene, und, seiner werth zu seyn im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 1 2. Seh' ich nicht das Rund der Eeden helle werden, bei der Sonne neuem Lauf! so geh' doch zu meiner Wonne, wahre Sonne! auch in meinem Herzen auf! 3. Sind wir nicht im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist? Und ich soll noch länger harren und erstarren, weil du mir so ferne bist? 4. Du hast ja, da du bist kommen, weggenommen alle Finsterniß und Nacht; willst du denn nicht mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach deinem Lichte tracht't. 5. Zeige mir in reiner Klarheit deine Wahrheit; laß die Wolken sich verzieh'n; so werd' ich das Gute lieben, Demuth üben, und der Nacht Geschäfte flieh'n. 6. Herr! du winkst, und auf der Stelle wird es helle, sprich auch zu mir: werde Licht! und mein Licht soll vor den Leuten sich verbreiten. Dir ist's Ruhm, versag' mir's nicht! 7. Des Vernunftlichts schwacher Schimmer zeigt zwar immer unsers großen Schöpfers Spur; aber es kann Trost und Leben mir nicht geben, dein Licht, Jesu, thut es nur. 8. Nur die Decké vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wo sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß ein freies Auge seyn. 9. Jesu! sollen meine Augen etwas taugen, o so rühre du sie an. Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Mel. D Gott, du frommer Gott.- 8. 298. Wi illst du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben: so schändest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? lind wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein, wie schwer ist's nicht, fein eigen Herz bekämpfen! Begierden 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? Weil es dein Unglück ist, bestehlt es Gott zu bassen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu seyn? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen; sollt' er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft; und du verläugnest sie? Er sendet dir sein Wort; und du gehorchst ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab' es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Laster loszureißen; jetzt ist das Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, se stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheust du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu seyn: um wie viel weniger wirst du dich morgen scheu'n! 9. Ist denn die Buß' ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Missethat, die wahre Heiligung? 10. Ist's g'nug zur Seligkeit, des Glückes der Erlöften, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; ist das Bekenntniß g'nug, daß uns 11* 164 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. die Sünde reu't; so ist kein leichter Werk, als deine Seligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen; ist keine Seele rein, der Glaub' und Liebe fehlen; ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst; so zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. - 12. Der Glaube heiligt bich. If Nein, Mensch! und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Giebt im verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuletzt dahin? 13. Hat Christus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben, und sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben? Gebeut uns Christo Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht: so ist es nicht von Gott, Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereu'n. 15. Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort; sey wacker, Gott ist nah! und stärkt dich durch sein Wort. 16. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Geseß erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb' ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Reu' in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Laster ist, so giebt's doch keinen Frieden; der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott kennt und liebt dein Glück; sie führt zu deinen Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, giebt Weisheit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht 19. Sprich selbst, ist dies kein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in dem Genusse seyn, und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freu'n? m 375 Mel. D Gott, du frommer Gutt. 8. 299. Laß mich doch, mein Gott, die Buße nicht verschieben, die mir dein Wort gebeut! wie könnt' ich sonst mich lieben? Ist wahre Besserung nicht meiner Seele Glück? O wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Du, Gott, gewinnest nichts, wenn ich dir kindlich diene und deiner werth zu seyn, im Glauben mich erkühne. Wenn ich das Gute thu', das mir dein Wort gebeut, wem dien' ich? nur mir selbst und meiner Seligkeit. 3. So süß ein Laster ist, so giebt's doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hast du dies Glück beschieden. Wer dir, o Gott, gehorcht, erwählt das beste Theil; wer dich, o Gott, verläßt, verläßt sein eigen Heil. - 4. Was weig're ich mich denn, das Laster zu verlassen? Weil es mein Unglück ist, befiehlst du es zu hassen. Was weig're ich mich denn, der Tugend Freund zu seyn? Weil sie mich glücklich macht, befiehlst du sie allein. 5. Die Buße führt mich nicht in eine Welt voll Leiden. Sie führet mich vielmehr, o Gott, zu deinen Freuden; macht meine Seele rein; füllt mich mit Zuversicht; giebt Weisheit und Verstand, und Muth zu meiner Pflicht. 6. Wahr ist es, es ist schwer, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden widerstehn, und seine Lüste dämpfen. Doch bleibt's ja meine Pflicht, und diese Schwierigkeit, die heute mich erschreckt, wird schwerer durch die Zeit. 7. Je öfter ich vollbring', was Fleisch und Blut befdhlen, je stärker wird der Hang, die Thatzu wiederholen. Scheu' ich mich heute nicht, o Herr, dein Feind zu seyn; um wie viel weniger werd ich mich morgen scheu'n. 8. Du reichst ja Kräfte dar, uns selber zu besiegen. Der Sieg, so schwer Von der Buße und Bekehrung. - Zweiter Theil. er ist, bringt göttliches Vergnügen; geht er im Anfang gleich nur noch sehr langsam fort, so bist du, Gott, mir nah, und stärkst mich durch dein Wort. 9. Wie schnell kann nicht der Tod mich dieser Welt entrücken! und Buß ist ja kein Werk von wenig Augenblicken. Ein Seufzer zu dir, Goit, ein Wunsch nach Besserung und Angst auf Missethat, ist noch nicht Heiligung. 10. So gieb denn, weil ich noch, Herr, deine Stimme höre, daß ich mich ungefäumt von allem Bösen kehre, so darf ich nicht dereinst zu meiner größten Pein mein hier verfäumtes Glück, wiewohl zu spät, 301, W Mel. 3euch ein zu deinen Thoren. bereu'n. W Mel. Vater unser im Himmelreich.- 120. 300. o wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er rechtschaffen sich bekehr', sich bess're in der Gnadenzeit, und mit mir leb' in Ewigkeit. antes 12. Dies Wort bedenk', o Sünder, wohl! verzage nicht verzweiflungsvoll! du nimmst an der Erlösung Theil; hier findest du Trost, Gnad' und Heil: und Gott besiegelt's mit dem Eid; o selig, wem die Sünd' ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, Zeit, ich will mich meines Lebens freu'n, und werd' ich dessen müde seyn, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es: Gott ist stets bereit zum Wohlthun, zur Barmherzigkeit; doch, wer anf Gnade Böses thut, und der Versöhnung theures Blut verachtet, seiner selbst nicht schont, dem wird, wie er verdient, gelohnt. 165 6. Heut' lebst du, heut' bekehre kann's dich; eh' morgen kommt, ändern sich! wer heut' ist stark, gesund und schön, kann morgen an dem Grabe stehn: stirbst du nun ohne Bess'rung bin, wie willst du dem Gericht entflieh'n? 7. Hilf, o Herr Jesu! hilf du mir, daß ich mich gläubig nahe dir, und mich bekehre unverweilt, eh' mich mein Ende übereilt, damit ich heut' und jederzeit zum letzten Abschied sey bereit. 5. In seinem Sohne will dir Gott das Leben schenken für den Tod: allein, entdeckt sein Wort dir wohl, wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir kund; verborgen ist die Todesstund'. te treu, mein guter Hirte, gehst du dem Sünder nach, der sich von dir verirrte, der, eiend, krank und schwach, in sein Verderben läuft, wo deine Hand den Armen, nicht selber aus Erbarmen, ch' er versinkt, ergreift. 2. Wie tröstlich ist die Stimme, die alle Sünder lockt! ach, sprächest du im von mir, ich will euch nicht erkennen! wer wollt' es unrecht nennen? Wer bist du? Wer sind wir? 3. Doch heißt dein Ruf uns kommen; und merken wir nicht d'rauf, ob wir ihn schon vernommen; so suchst du selbst uns auf. Dein Herz, o Hetland, brennt, daß doch das Schaaf zur Heerde zurückgeführet werde, davon es sich getrennt. 4. Nimmt nun der freche Sünder den Gnadenruf nicht an; so bist du viel gelinder, als man es denken kann. Sein Ziel verlängerst du, er kann noch Gnade hoffen, der Zugang steht ihm offen, er eile nur herzu. 166 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. Bußlied eines schwermüthigen Christen. 5. Liebhaber unsrer Seelen! mein Hirt! mein treuster Freund! was sollt ich es verhehlen, wie wohl du es gemeint? Ich war auf meiner Flucht ein Raub der schnödsten Lüste; doch du hast in der Wüste mich huldreich aufgesucht. Aus dem 6. Psalm. Mel. Mache dich, mein Geist, bereit. 302. S trafe nicht, o Heiligster, mich in deinem Grimme. Höre, Herzenskündiger, meines Flehens Stimme! sende du Trost mir zu! reiss' mich aus den Nöthen, 11 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, das mich zur Buße rief, als ich zu deinen Schmerzen den Weg zur Hölle lief. Du aber brachtest mich von diesem breiten Wege durch Kreuz zum wahren Stege. Mein Hirt! ich preise tich. 7. Ach! daß ich deiner Liebe nur immer folgsam wär', nicht oft zurücke bliebe, an Lieb' und Eifer leer; nicht, wie viel du gethan, mir oft entfallen ließe, da ich ja mehr genieße, als ich verdanken kann. 8. Nun, Jesu! ich beklage den Blöden Unverstand, und daß ich meine Tage so übel angewandt. Verstoß den Sünder nicht! mich reu't und schmerzt mein Schade, verwandle deine Gnade nicht in ein Zorngericht. 9. Für uns gemacht zum Fluche, gabst du dein Leben dar, daß so dein Eifer suche, was ganz verloren war. Ja, Nam' und That erweist, daß du, Herr, nicht vergebens das rechte Brot des Lebens, der Sünder Heiland seyst. 10. Das laß mich herzlich gläuben, doch gieb mir selber Kraft, dem Heile treu zu bleiben, das mir dein Tod geschafft; und wie ich glaubensvoll aus deinem Ueberflusse zum wirklichen Genusse stets Gnade schöpfen soll. 11. Doch sollt' ich mich auf's neue, ich schwach Geschöpf, vergehn; so laß mir deine Treue, mein Hirte! nie entstehn, erweck' und führe mich, daß nichts von dir mich wende; so preif' ich sonder Ende, als meinen Hirten, dich. ehe sie mich tödten. 2. Wird dies Herz im Grabe sich deiner Güte freuen? Gott des Lebens! todt kann ich dir kein Danklied weihen. Rette mich, daß ich dich, weil ich hier noch lebe, dankbar froh erhebe. 3. Nichts, als deine Vaterhuld kann mich glücklich machen. Ach, gedenk' nicht meiner Schuld! stärke du mich Schwachen. Heile mich, zeige dich mir in deiner Gnade, Gott, du Gott der Gnade! 4. Wann wirst du mich doch erfreun? wann mir Trost gewähren? Täglich, Helfer, harr' ich dein, und ich hab' in Zähren meine Nacht oft durchwacht. Eil', Erbarmer, eile deinem Knecht zum Heile! 5. Elend, tiefgebeugt bin ich und von Seufzen müde. Meine Seele sehnet sich nur umsonst nach Friede. Ach! wie lang' soll ich bang', Heiland müder Seelen, trübe Stunden zählen? 6. Doch, o Seele, zage nicht! Gott verstößet keinen, der ihn fleht mit Zuversicht, er vernimmt mein Weinen. Nie vergißt Jesus Christ seiner theu'r Erlös'ten, deß will ich mich trösten! der rechte Vater heißt; deß Daseyn die Natur mich lehret, und den die weite Schöpfung preist. 2. Der in sich Sel'ge sprach: es werde! und seiner Weisheit, Güt' und macht frohlockt der Himmel und die Erde, von ihm aus Nichts hervorgebracht. 23) Vom Das Apostolische Glaubensbekenntniß. Mel. Die Himmel rühmen Gottes.- 46. Ich glaub' an Gott! 303. fe verehret, er, der 12. Die Kirche glänzt durch ihn auf Erden, in Glaub' und Liebe fest vereiut, wie glänzend wird sie einst noch werden, wenn jene Klarheit ihr erscheint! 13. Glückselig, wer im Tod und Leben bußfertig Sesu sich ergiebt! ihm sind die Sünden all' vergeben, wie viel er ihrer auch verübt'. 3. An Jesum Christ, den Eingebornen des ew'gen Vaters, unsern Herrn, glaub' ich. Gott sprach: hilf den Verlornen, er kam, und half, und that es gern. 4. Er kam, und durch die Kraft des Höchsten gebar ihn einer Jungfrau Schooß. Er kam zu uns, als seinen Nächsten, und stellt sich unserm. Elend blos. 5. O, was läßt ihn Pilatus leiden! wo ist ein Schmerz wohl, wie sein Schmerz! am Kreuze selbst mußt er verscheiden, wie bricht ihm Pein und Schmach das Herz! 167 nun gedämpfet; dein Heil ist nun, o Mensch, gewiß. 7. Sein Leib wird zwar des Grabes Höhle, als ein erhaschter Raub, zu Theil, doch Jesu abgeschied'ne Seele bedenkt noch stets der Menschen Heil. dhe mba Glauben. 11. Auch an dem Gefft, ber ehmals mächtig in Christi ersten Zeugen war, glaub' ich noch stets ist er geschäftig, und mehrt der Frommen Christen 8. Bald steht er auf! Sein Haupt erhebet er siegreich über Tod und Grab. Nun weiß ich, daß mein Heiland lebet, und trotze siegreich Tod und Grab. 9. Er fährt gen Himmel, um zur Rechten des Vaters aller Herr zu seyn. Hier wacht er über seinen Knechten, daß hier sie einst mit ihm sich freu'n. 10. Als Richter kommt er endlich wieder. Erschreckt, ihr Sünder! freuet euch, ihr Frommen! er führt euch als Brüder nun mit sich in sein ewig Reich. 14. Laßt seinen Leib in Staub verwesen, er wird doch wieder auferstehn, vom Sündenschaden nun genesen, wie glänzend, wie unsterblich schön! Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. 6. So stirbt der Gottmensch und bekämpfet im Tod das Reich der 304. Es ist das Heil uns kom men aus Gottes Die Werke helfen freien Gnaden. nimmermehr, der Bürd' uns zu entladen. Der Glaube sieht auf Jesum Christ, der unser Mittler worden ist; der bat uns Heil erworben. 2. Da man, was das Gesetz gebot, nicht völlig konnt' erfüllen, erschreckt uns Zorn und große Noth, die NieDer Sünde mand mochte stillen. Macht nahm immer zu, nichts gab uns Sündern Trost und Ruh' beim Fluche des Gesetzes. 3. Und doch mußt' es erfüllet seyn: sonst mußten wir verderben. Drum stellt vor Gott sein Sohn sich ein, als Mensch für uns zu sterben. Der hat es ganz für uns erfüllt, damit den schweren Zorn gestillt, deß laft uns alle drückte. 15. Den Herrn erblickt er mit Vertrauen, und geht zu seinen Freuden ein, sein Antlich wird er ewig schauen, und ewig voll des Lobes seyn. 16. heil'ger Gott, dein Wort ist Wahrheit; es ist allein die rechte Lehr. Erleuchte mich durch deine Klarheit, und heil'ge mich fe mehr und mehr! 168 Zweiter Theil. Vom Glauben. 4. Da es durch den erfüllet ist, I ängstigt dich des Zweifels Pein; so durch welchen wir genesen; so lern' laß dir noch nicht grauen. und fasse wohl, o Christ, des Glaubens rechtes Wesen. Der Glaube spricht, du, Herr, bist mein, dein Tod muß mir das Leben seyn; du hast für mich gebüßet. 12. Von allen Zungen sey gepreist, um dieser Gutthat willen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! du selber wollst erfüllen dein in uns angefang' nes Werk zu Ehren deiner Größ' und 5. So glaub' ich fest, und zweifle Stärk! dein Name werde heilig! nicht; dein Wort wirst du nicht 13. Dein Reich komm', daß dein brechen. Wenn alle Welt die Treue bricht, hältst du doch dein Versprechen. Wer glaubt an dich und wird getauft, dem ist die Seligkeit erkauft, der gehet nicht verloren. d Wille mag, wie droben, hier geschehen! gieb unser Brod uns jeden Tag! verzeih', was wir versehen, als wir den Schuldigern verzeihn! Versuchung laß fern von uns seyn! Hilf uns som Bösen. Amen. 6. Vor Gott gerecht sind die allein, die dies von Herzen gläuben. Die Werke sind des Glaubens Schein; ohn' den wird er nie bleiben. Er Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. err! Glauben kann fehrt, in Gottes Willen ruhn, er lehrt, 305. He ein Mensch vor dir dem Nächsten Gutes thun, Geduld und Sanftmuth üben. bestehen. Drum wend' ich mich zu dir mit demuthsvollem Flehen. D zünde selbst in mir den wahren Glauben an, weil ich durch meine Kraft thn mir nicht geben kann. 2. Dein Daseyn laß mich, Gott, mit Ueberzeugung glauben. Nichts müsse mir das Wort aus meinem Herzen rauben: daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seyst, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreust. 7. Wer bei Gott Gnad' erlanget hat, muß ihn vor Augen haben, daß er bei ihm sucht Hülf und Rath; thm dankt für alle Gaben, in seiner Furcht freiwillig lebt; des Fleisches Lüsten widerstrebt! dies ist der Weg zum Leben. 8. Wer aber sicher gehet hin, thut, was ihm nur beliebet, lebt fort nach seines Herzens Sinn, den Lüsten sich ergiebet; ruft Gott nicht an, daß er ihn führ', mit seinem Geist ihn stets regier; der läuft den Weg zur Hölle. 9. Den meidet jeder, der recht gläubt, bewahrt, was ihm gegeben; sieht zu, daß er das Fleisch betäubt; sehnt sich nach jenem Leben; dient seinem Nächsten; ehrt und preis't in Christo Gott mit stillem Geist, es geh' ihm, wie es wolle. 10. Die Hoffnung wartet still der Zeit nach göttlicher Zusage, bestimmt zur Hülf' in unserm Leid dem Höchften nicht die Tage. Er weiß wohl, wenn's am besten ist, er, der der Seinen nie vergißt, und will, daß wir ihm trauen. 11. Verbirgt er je sein Angesicht, das laß dich nicht erschrecken. Selbst wenn er schon dein Joch zerbricht, will er's oft nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser seyn, und - 3. Wahrhaftig ist dein Wort. Laß mich ihm völlig trauen. Nie wanket deine Treu'; laß mich darauf stets bauen. Gieb, daß ich dir in Glück und Unglück stets getreu, und dem, was du gebeutst, von Herzen folgsam sey. 4. Laß mich, mein Jesu, dich im Glauben recht erkennen; dich, meinen Herrn und Gott, in Geist und Wahrheit nennen. Laß mich im Glauben thun, was mich dein Wort gelehrt, daß dich Herz, Mund und That, als meinen Heiland ehrt. 5. Dein göttliches Verdienst sey mir, o Herr, stets theuer. Es fülle mich mit Trost; es mache mich stets freier vom schnöden Lasterdienst. Es stärke mich mit Kraft zu deines Namens Ruhm in meiner Pilgerschaft. 6. Wie selig leb' ich dann im Glauben schon auf Erden! wie herrlich wird mein Theil dereinst im Himmel Zweiter Theil. Vom Glauben. 169 werden, dann schau' ich, was ich| laß mich allezeit des Glaubens Kraft hier geglaubt, in ew'ger Ruh'. stärk im Glauben mich, Gott meines Heils, dazu! 112 306. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich.- 119. Gottes Sohn, Herr, Jesu Christ, an wen soll ich mich wenden, daß man recht glaubt und standhaft ist, steht nicht in unsern Händen. O hilf du mir von oben her, daß ich gestärkt je mehr und mehr, recht und beharrlich glaube. 2. Komm dann und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich mit freud'ger Ehrfurcht dich den Sobn des Höchsten nenne; daß ich zugleich den heil'gen Geist, den mir dein theures Wort verheißt, von ganzem Herzen ehre. 3. Laß mich dein großes Gnadenheil im rechten Licht erblicken; und mich dazu an meinem Theil mit allem Eifer schicken. Nur in dir find' ich Trost 307. fürst! zu bir. Erbarund und I mel. Herzlich lieb hab' ich dich. komme, mend rufst du ja auch mir, den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer. O laß mein Herz von Trost nicht leer! laß es die Ruh' erlangen, die du dem tiefgebeugten Geist, der zu dir fliehet, selbst verheiß'st. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht! mein Trost und Licht! verwirf, verwirf du mich doch nicht. 2. Anbetend steh ich, Herr, vor dir. Dein Antlig neige du zu mir, und sey mir Sünder gnädig. Wenn mein Vergehn um Nache schreit, fo mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten hast! du trugest ja auch meine Last, als du zum Heil der Sünder starbst, und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! erlöse mich durch deinen Tod. 3. Du, du bist meine Zuversicht: durch dich entflieh' ich dem Gericht, dem schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn, und bist du, die Wahrheit und das Leben. 4. D gieb, dast ich dein theures Wort recht tief zu Herzen fasse; daß ich mich nun und immerfort auf dein Verdienst verlasse; und wenn mich gleich mein Herz verklagt, ich dennoch auf dich unverzagt, als meinen Mitt ter, hoffe. 5. Doch laß auch meinen Glauben sich des Bluts, das du vergossen, nicht anders trösten, als daß ich, zu deinem Dienst entschlossen, durch seine Kraft die arge Welt, und was sich die entgegen stellt, für Koth und Schaden achte. beweisen. 8. Wohn' in mir durch den Glauben so, o du, der Deinen Stärke! daß ich, als dein Erlöster, froh auch auf dein Beispiel merke! und eifrig, gleich wie du gethan, auf der mir abgemess'nen Bahn, Gott und dem Nächsten diene. 9. Insonderheit gieb mir die Kraft, daß ich an meinem Ende des Glaubens voll die Pilgrimschaft mit Freudigkeit vollende. Steb' dann zu meinem Trost bereit, daß ich der Seelen Seligkeit, des Glaubens End' erlange. 10. Dein ist's, was Gut's sich in mir find't; mit dir wird's mir gelingen; du wollst, was du hast angezünd't, zu vollen Flammen bringen. Dies fordert deines Namens Ehr¹, stärk' meinen Glauben immer mehr, und frön ihn durch das Schauen! 6. Noch ist mein Glaube schwach und klein; oft kann ich ihn kaum merken. Wer hilfet mir? nur du allein; du kannst mich mächtig stärken; der nicht ein schwaches Rohr zerbricht, der nicht ein nur noch glimmend Licht auslöscht, wird sich erbarmen. 7. Gieb, daß ich Schwacher lediglich auf deinen Beistand sehe; und dann, mit Macht gestärkt durch dich, fest in dem Glanben stehe. Mit Früchten der Gerechtigkeit erfüllet, Line 141. 170 Zweiter Theil. Vom Glauben. nimmt die Sünder an. mich mit Gott vereinigt sehn, und| bier ist, was sie retten kann: Sefas ew'ges Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil. Gieb mir an seinem Segen Theil. Er sey auch mir Beruhigung und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ! ich hoff' auf dich, ich hoff' auf dich! in dieser Hoffnung stärke mich. 4. Mein ganzes Leben preise dich. Erlöst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Wenn ich dein bin, so fehlt mir nichts; nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn deine Hand. Zu deinem Dienste stärke mich, und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! ein Leben sey mir einst der Tod. 2. Keiner Gnade sind wir werth. Dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erklärt, und des ew'gen Lebens Pforte durch sein Blut selbst aufgethan. Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte; zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus dern Gottes Kinder. Auf! und laßt uns zu ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an. 5. Jch Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden, Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden! daß dies Wort Mcl. Allein zu dir, Herr Jesu. 292. 308. Auf dich allein, Herr Jefu mich trösten kann: Jesus nimmt die mein Vertrau'n sich gründen, auf dich, der du mein Heiland bist, sonst ist kein Heil zu finden. Es ist kein Netter außer dir, kein Mensch, kein Engel, welcher mir aus meinen Nöthen helfen kann: dich ruf' ich an, du bist's, der helfen will und kann. 6. Nun, so hab' ich guten Muth. Sind schon meiner Sünden viele, macht doch dein Versöhnungsblut, daß ich ihre Last nicht füble, und versichert sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 7. Nun verdammt mein Herz mich nicht. Will mich das Gesey verklagen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an! 2. Erlöser! meine Schuld ist groß, fie reuet mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los, durch deines Todes Schmerzen, weil du für mich genug gethan, nimmt Gott auch mich zu Gnaden an. So bin ich los der Sündenlast! mein Glaub' umfaßt dich, der du sie getragen hast. 3. Hilf, daß ich meines Glaubens Kraft durch wahre Lieb' erweise. Ja, mache du mich tugendhaft zu deines Namens Preise. Sey mir in meiner ein Helfer voll BarmMel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. daß berzigkeit; und nabt die lette Stunde 310.Ju bas du meine Seele 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich bat er auch angenommen, und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen, und auch sterbend rühmen kann: Jesus nimmt die Sünder an! sich, dann zeige dich in deiner Gnad' tern Tod aus des Abgrunds tiefster und rette mich. Höhle, aus der allergrößten Noth, siegreich haft herausgerissen, läss'st du mich Verzagten wissen; dieses predimel. Jesus, meine Zuversicht, 47. 309, efus nimmt die Sünder get dein Wort, uns zum Trost noch an! dieses Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Wegen wallen! 2. Blindlings, als verirrte Schafe, eilten wir der Hölle zu; aber unfre Zweiter Theil.. Vom Glauben. 171 Schuld und Strafe, treuer Hirte,| der Drangsal mir erwecken. Welch trugest du; und nun rufft du allen Sündern: kommt! laßt euch die Welt nicht hindern! Euch heilt niemand, als nur ich. Herr, hier bin ich, heile mich. ein hart und banger Streit! Herr, laß da mich nicht erliegen. Hilf mir siegen! hilf mir siegen! wenn mein Fleisch mich selbst verklagt, hilf mir, daß es nicht verzagt. 3. Ich bekenne meine Sünden. Ach! ich frre weit und breit. Es ist nichts bei mir zu finden, als nur Ungerechtigkeit. Bess'rung hab' ich oft versprochen, und wie bald mein Wort gebrochen. Kaum erschreckt mich die Gefahr, die mir oft so nahe war. 4. Ach! ich müßte ganz verzagen, da die Sünden, welch ein Heer! mich vor Gott so laut verklagen, wenn dein theures Blut nicht wär'! doch im Bund, den du beschworen, heißt's: wer glaubt, geht nicht verloren. Ewig lebt er: in's Gericht kommt nun der Versöhnte nicht. - 5. Herr, ich glaube. Rette, rette! denn mich schrecket dein Gericht. Du starbs, daß ich Friede hätte. Hör mein Schrei'n! verlaß mich nicht: Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. ach, gieb Trost, die Angst zu lindern. 311. Ceſu! sieb mich an in mein Furchtbar donnert zu den dort dein Fluch vom Richterstuhl, bis hinab zum Feuerpfuhl. 6. Herr, durch deine Todesschmer zen heile meiner Seele Schmerz. Du, du Kundiger der Herzen, kennst ja mein zerbrochnes Herz. Dies mein Herz, von Angst bedränget, doch auch durch dein Blut besprenget, übergeb' ich, Jesu, dir. Nimm es gnädig an von mir. 7. Mach' es selber rein. Ich fühle, daß nichts Gutes in mir wohnt. Gutes sez' ich mir zum Ziele, Böses bin ich stets gewohnt. Nun kann ich mein Fleisch nicht zwingen; und das Gute zu vollbringen, hindert mich der Sünde Joch. Was ich nicht will, thu' ich doch. 10. Hilf durch deine blut'gen Wunden; denn durch diese werd' ich heil. Durch die Qual, die du empfunden, ist nun Seligkeit mein Theil. Deine Schmach und Dornenkrone stärke mich in Schmach und Hohne, und dein Blutschweiß, Schmerz und Tod tröste mich in jeder Noth. 11. Wie du mit dem Tod gerungen, steb' im letzten Kampf mir bei. Du hast ja den Tod bezwungen, daß auch ich sein Sieger sey. Dir, Herr! will ich fest vertrauen. Ich soll dort dein Antlig schauen. Muthig kämpf' ich. Auf den Streit folgt, das weiß ich, Seligkeit. 8. Brich des Fleisches starren Wil len, wenn es kühn den Aufruhr wagt. Auch an mir wirst du erfüllen, was du allen zugesagt. Du willst selber in uns leben, Kraft zu jeder Tugend geben, daß nun, von der Sünde frei, ganz das Herz dir eigen sey. 9. Oft wird auch der Hölle Schrekken neue Furcht und Bangigkeit in Elend, meine Noth: laß dich's jammern, hilf dem Schaden! ach! er bringt mir sonst den Tod. Solltest du Erlöser heißen, und mich nicht dem Tod entreißen? Wie dein Nam', ist auch dein Ruhm! das erfährt dein Eigenthum. 2. Gottes ewiges Erbarmen, das in dir sich zu uns lenkt, hat dich ein'gen Sohn den Armen und auch mir zum Trost geschenkt. Ach, wie hoch bedarf ich deiner; Jesu! so gedenk auch meiner; denk' an mich, sprich nur ein Wort, o so weicht mein Sammer fort. 3. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bis man dich am Delberg band; dein für uns geschmecktes Leiden, dein am Kreuz so schmerzlich's Scheiden ist, so bat es Gott versehn, zu der Sünder Heil geschehn. 4. Wenn die Hände sich nur regten, war die Hülfe schon bereit, wenn die Lippen sich bewegten, schallte lauter Seligkeit; ach, sie hießen zu dir kommen nicht die Heil'gen, Starken, 172 Zweiter Theil. Frommen; nur den Sünder riefen sie, die voll Arbeit, Angst und Müh. 5. denn wagen? sollt' ich denn zu dir nicht fliehn? Sollt' ich darum ganz verzagen, weil ich so verdorben bin? Nie verstießest du den Armen; meiner wirst 6. Herr, du dich erbarmen: weil doch deine Gnad' und Huld größer ist als meine Schuld. - Vom Glauben. 5. Dies müsse mein Vertrau'n zu dir, o Herr, erwecken. Zu schwach, der vom entdecken, bet' ich der Liebe Macht, die ich nicht fassen kann, mit froher Zuversicht, doch auch in Demuth an. deine Ewigkeit wird mir mehr Licht gewähren, und deine große Lieb' im Schauen mir erklären. Unendlich ist mein Heil! o Glaube, der erfreut! gelobet sey der Herr, gelobt in Ewigkeit. 6. Wo die Sünde mit Beschwerden also mächtig worden ist, da laß mir auch kundbar werden, wozu du geschenket bist! reiß mich los aus SaBand Mel. D Gott, du frommer Gott.- 8. err, allerhöchster Gott, in Stücken! nimm mein ganzes Herz 313. Hei dem wir alle Ga und Sinn, Leib und Seel' und alles hin! 7. Mach' mich dir auf ewig eigen; führ' mich, wie es dir beltebt! lehr' mich meiden, leiden, schweigen! folgen, wie dein Rath mich übt! ach! so still' mein ängstlich Quälen, daß ich mit erfreuter Seelen dich hier preise in der Zeit und dort in der Ewigkeit. Mel. D Gott, du frommer Gott 8. 312. Mag doch der Spötter Meer Namens Jesu spotten. Dich, Heiland, bet' ich an; du kommst, sie auszurotten. Dein Kreuz ist Thorheit nur dem, der verloren geht; uns, die der Glaube stärkt, ist's Heil und Majestät. 2. Nur du, des Höchsten Sohn, fonnt'st uns mit Gott versögnen, und uns mit nenem Recht zum ew'gen Glück belehnen. O! beides ist gleich groß, der Welt ein Schöpfer seyn, und eine Welt die fiel, von ihrem Fall befrei'n! 3. Wer kann die Majestät der Lieb' und Großmuth faffen? als Sohn des Ewigen der Himmel Thron verlassen, sich selbst erniedrigen, einher in Demuth gehn, der Wahrheit Herold seyn, und sich verspottet sehn. 4. Die Wunder Gottes thun, und, an das Kreuz geschlagen, mit himmlischer Geduld der Menschen Schulden tragen, um der zu seyn, der uns ein ew'ges Heil erwirbt; deß Herz ist göttlich groß, der selbst für Feinde ftirbt. ben, und was uns nüßlich ist, allein zu suchen haben; o, sich erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich, so wie ich will, dir nicht vertrauen kann. 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben. Oft will die Zweifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr, allein? Laß deine Hülfe doch von mir nicht ferne seyn! 3. D, reiche du mir selbst aus Gnade deine Hände; hilf meiner Schwachheit auf, daß sich mein Kummer ende. Ist schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube noch sehr klein, so laß ihn doch bet mir im steten Wachsthum seyn. 4. Gieb, daß die Zuversicht in meinem Geist sich mehre, daß du mein Vater seyst, und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir vergeben sey; damit mein Herz sich dein, als seines Gottes, freu'. 5. Mach diese Zuversicht in mir, o Gott! so kräftig, daß ich mein Lebenlang in deinem Dienst geschäftig. und stets beslissen sey, zu thun, was dir gefällt: so hab' ich, Gott, in dir den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland, der du einst für deine Jünger batest, und, wenn sie wanketen, beim Vater sie vertratest; o unterstüß' auch jetzt mein sehnliches Gebet, und schenke Glaubenskraft dem, der dich darum fleht. 7. In deiner Mittlershand ist Heil und aller Segen. Herr, unterstüße Zweiter Theil. mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seelen Seligkeit erlange, und dich preis' in alle Ewigkeit. 1 Le Mel. Mach's mit mir Gott nach. 26. 314. nicht bält und ſpricht: er, Gott, dein Wort ich kenne Gott, der lüget! in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber dein Wort glaubt und hält, der ist von dir, nicht von der Welt. 2. Der Glaube den dein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher mein Erkenntniß steigt, ie mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. Mel. Dennoch bleib' ich stets an dir.- 156. 315. Meinen Sefum laff' ich nicht, da er sich für mich gegeben, sollt' ich nicht aus Dank und Pflicht an ihm hangen, in ihm leben? er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum lass' ich nicht. 2. Jesus bleibt mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende. Ihm geb' ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht. Meinen Jesum lass ich nicht. Vom Glauben. 173 matte Herz nun bricht; laff' ich meinen Jesum nicht. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir, Gott, deine Kinder. Wer solche Hoffnung zu dir hat, ber 316. SE flieht den Nath der Sünder; folgt Christi Beispiel, als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Denn ich bin dir, Gott, angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer deinen Willen thut, in dem ist wahrlich deine Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in dir, und du in ihm, der in der Liebe bleibet. Die Lieb' ist's, die die Seraphim, dir, Herr, zu folgen treibet. Du bist die Lieb'! an deinem Heil hat ohne Lieve niemand Theil. 3. Wenn mein Auge schon verlischt, Wang' und Lippen sich entfärben; mich kein Labsal mehr erfrischt; alle Sinnen mir ersterben; und das 4. Dort auch laff' ich Jesum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müh' leuchtet dort, mich zu erquicken, ewig mir sein Angesicht. Meinen Jesum lass' ich nicht. 5. Weder Welt noch Himmel ist's, was mein sehnlich Herz begehret. Du allein, mein Jesu, bist's! denn für mich mit Fluch beschweret, wandtest du Zorn und Gericht. Dich, mein Jesu lass ich nicht. 6. Dich, mein Jesu, halt' ich fest, lasse nichts von dir mich scheiden. Weh euch, dir ihr sein vergeßt! ihr beraubt euch ew'ger Freuden! selig aber, der da spricht: meinen Jeſum läſſ' ich nicht. Mel. Herr hör', ach höre mein. ucht man die Freundschaft in der Welt unter solchen die sich gleichen: weiß ich doch, daß sich Gott gesellt zu denen, die ihn nicht erreichen. Ist Gott schon alles, und ich nichts; ich Schatten, er die Quell' des Lichts; er noch so stark, ich noch so blöde: er noch so rein, ich noch so schnöde; er noch so groß, ich noch so #P klein: ist er doch mein, und # ich bin sein. nur 174 Zweiter Theil. 2. Mein gütiger Immanuel, mein Mittler wußte Rath zu finden, mit meiner ihm entriff'nen Seel' sich dennoch wieder zu verbinden. Mein treuster Freund, mein Jonathan, sieht meinen großen Jammer an. Er kommt, daß er mein Bruder werde, herab vom Himmel auf die Erde; mit mir ein Leib, ein Fleisch, ein Bein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne; nicht nur sein Kreuz, nicht nur sein Grab, auch seine Herrlichkeit und Krone. Was er geredet und gedacht; was er gebetet und gewacht; was er gehorchet und gelitten; was er empfangen und erstritten; auch selbst sein Fleisch und Blut ist mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 4. Wie sich sein Aug' an mir vergnügt, so bin auch ich in ihm zufrieden. Welch Band, das uns zusammenfügt! von ihm auf ewig ungeschieden, hat nun die Seele, wo sie ruht. Auch darf sie um dies höchste Gut nicht eifern, hadern, hafssen, neiden; er nährt uns allesammt mit Freuden. Die Welt nur kann der Neid entzwei'n; mein Freund ist mein und ich bin sein. 5. Er, er ist's, den ich mir erwählt! nur er ist meiner Seele Leben. Da er mich zu den Seinen zählt; so soll auch ich nach ihm nur streben. Ist er's nicht, der mich herzlich liebt? Ist er's nicht, der sich ganz mir giebt? Was kann ich mehr von ihm begehren? Was kann er Besser's mir gewähren? Nun blendet ferner mich kein Schein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. Vom Glauben. 7. Auch wenn man, was ich habe, nimmt; was ich bedarf, mir nicht gewähret; wenn alles, wider mich ergrimmt, mich drückt, verfolgt, beraubt, entehret, gleich jenen Märtyrern mich quält, zerfleischt, zerstümmelt, und entseelt. Die Welt raub' alles! meinen Glauben kann ihre Wuth mir doch nicht rauben. So bleibet ja das Beste mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 8. Sein ist mein Leib, sein ist mein Geist, die er erschuf und auch erlös'te, hier beide schüßzet, pfleget, speis't, bis er bort beide ewig tröste. Gesundheit, Stärke, Munterkeit, Wizz, Scharfsinn, Muth, Entschloffenheit; selbst daß ich, was ich von ihm habe, erkenn' und weiß, ist seine Gabe. Vom Undank hält er selbst mich rein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 9. Sein ist mein Bürgerrecht und Ruhm. Er kam, von Sünden mich zu retten. Ich hatte für mein Eigenthum sonst, leider! nichts, als Schand' und Ketten. Doch bat er alle meine Last in seinem Kreuz auf sich gefaßt. Er gab mir Freiheit für die Bande; er selbst trug meines Frevels Schande, und seiner Unschuld Ruhm ward mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 10. Nun zürn' und stürme jeder Feind! er soll mir doch nicht Angst erwecken. Und ist der Nichter selbst mein Freund; wie kann das Weltgericht mich schrecken? Ob Erd' und Himmel bricht und fracht; ob Leib und Seele gleich verschmacht't; ob meine Glieder gleich verwesen! durch ihn bin ich vom Tod genesen. Was sollt' ich Tod und Grab noch scheun? Mein Freund ist mein und ich bin sein. 6. Ohn' ihn ist mir das Leben Last; ohn' ihn der Himmel selbst kein HimMel. Alle Menschen müssen sterben. 82, mel. Durch ihn find' ich in Arbeit 317. Eins ist Noth! ach Herr, und mitten mel. So viel Geräusch auch um mich sey! ohn' ihn ist's öde Wüstenei. Doch bin ich, wenn mich alle fliehen, wenn sich auch Brüder mir entziehen, zwar einsam, aber nicht allein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. Eine lehre meine Seele doch! Auch beim schimmerreichsten Scheine ist sonst alles nur ein Joch, unter dem das Herz sich plaget und doch keine Ruh' erjaget. Alles aber wird erseßt, wenn dies Eine mich ergött. - Zweiter Theil. 2. Seele, willst du dieses finden: such's bei keiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten; schwing' dich über die Natur, wo der Gottheit Füll' erscheinet, mit der Menschheit fest vereinet. Da, da ist das beste Theil, 10. Drum sollst du mir nur das da dein Alles, da dein Heil. Eine, du nur sollst mein Alles seyn. Prüf' und forsche, wie ich's meine, und tilg' allen Heuchelschein. Wenn die Welt bald lockt, bald höhnet, sich das Fleisch nach Eitelm sehnet; auch die Hölle stürmt und droht, wähl ich dich: denn Eins ist Noth. - 3. So wollt' einst Maria wissen, was dies Einzige verhieß, als sie sich zu Jesu Füßen lehrbegierig niederließ. Ach, wie brennt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! sie vergißt die Welt und sich, sieht und hört nur, Jesu, dich. 4. So steht, Jesu, mein Verlangen Vom Glauben. 175 dein Schaf, verseßt. Jesu! soll ich dich nur haben: was kann mich wohl Süßer's laben? Wo ist, was mich mehr erquickt, als wenn dich mein Glaub' erblickt? Mel. Wie schön leuchtet der. 35, ganz und einzig nur nach dir. Ach, 318. Wie herrlich strahlt der an zu neige du dein Herz zu mir! Wenn auch viele träg' verweilen; brenn' ich doch, dir nachzueilen. Jesu, Geist und Leben ist, was von deinen Lippen fließt. Morgenstern! welch ein Glanz geht auf im Herrn! wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! Stern Jacobs! sich nach deinem Licht mein Auge sehnlich schmachten. Jesu! Jeſu! schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, über alles hoch erhaben! 5. Ja, mich reizt der Weisheit Fülle, die in dir verborgen liegt. Hilf mir nur, daß sich mein Wille ganz in deinen Willen fügt; daß die Demuth mich regieret, und zur rechter Weisheit führet. Mir entdeckt sich ihre Spur, kenn' ich dich, mein Jeſu, nur. 2. Du, hier mein Leben, dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Menschen Sohn! des Himmels großer König! aus vollem Herzen preiß ich dich! hab' ich nur dich, so rühret mich, was alle Welt preizt, wenig. Komm doch, komm doch! wahrlich keiner tröstet deiner, Brot des Lebens! wenn ihn hungert, sich vergebens. 3. In dir nur kann ich felig seyn. Geuß tief, tief in mein Herz hinein, die Flamme deiner Liebe! daß in mir nichts als Inbrunst sey, kein Weltsinn deine Leiden scheu', kein Undank dich betrübe. Nach dir, nach dir, den ich faffe, nun nicht lasse, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, so oft dein lieblich Angesicht sich' neigt, mich anzublicken. Mein Jesu, du mein höchstes Gut! dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut, kann Seelen recht erquicken. Speif mich, tränk mich, Seligmacher! daß ich Schwacher, daß ich Erde Him 9. Volle Gnüge, Fried und Freude melsfreuden inne werde. ist's, was meine Seel' ergößt. Hirt, 5. Und wie, Gott Vater, preis auf wie so gute Weide bast du mich, ich dich? Gott, ewig, ewig haft du 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig köstlich Blut. Mir auch hast du, Herr, erworben, als du an dem Kreuz gestorben, meinen Schmuck, das reine Kleid gültiger Gerechtigkeit. 7. Nun so gieb, daß meine Seele, Herr, zu deinem Bild erwacht. Mir bist du, den ich erwähle, auch zur Heiligung gemacht. Was nur dient zum wahren Leben, das ist mir in bir gegeben. Ach! entreiß' mich ganz der Welt, daß ich thu', was dir gefällt. 8. Herr, was soll ich mehr verlangen, da in dir mein Herz nur ruht? Du bist einmal eingegangen in das Heil'ge durch dein Blut; hast mich meiner Band' entbunden, ewige Erlöfung funden, daß ich mich Gott freudig nahn, kindlich Abba rufen kann. - 176 Zweiter Theil. mich in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm fest vereint. Er selbst, mein König, ist mein Freund. Troß dem nun, was betrübet! Seele! Seele! ihn, den Sieger stolzer Krieger, wähl' zum Freunde! und dann fürchte keine Feinde. 6. Ihm, welcher Höll' und Tod bezwang, ihm, ihm müss' unser Lobgesang mit jedem Tag erschallen; dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet! tönet! Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde ganz voll seines Lobes werde... 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Christ, daß du der Erst' und Letzte bist, der Anfang und das Ende. Du fchließest selig meinen Lauf, du weckst mich auch von Todten auf. Deß Klopf ich in die Hände. Amen! Amen! ja wir müssen, denn wir wissen, wem wir trauen, noch dereinst dein Antlig schauen. Mel. Jesu, meine Freude. 89. 319. resu, meine Freude, bester — Gut im Glück! du bast meine Liebe; du fühlst meine Triebe! an dir hängt mein Blick. Hab' ich dich, wie reich bin ich! doch beglückt kann ich auf Erden ohne dich nicht werden. 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme mir erschrecklich seyn. Laßt auch Felsen splittern! Laßt den Erdkreis zittern, und den Einsturz dräun! was ist's mehr? Nings um mich ber mag es donnern, krachen, bligen! Jesus will mich schützen. 3. Donnert auch im Grimme des Gesetzes Stimme; Jesus stillet site. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfaben, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht. Freudig, daß ich Jesum sehe, blick ich auf zur Höhe. thor 4. Wer ist's, der den Glauben mei nem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? Bei der Hölle Toben stimm' ich, Gott, zu loben, Freudenlieder an. Jesu Macht hält mich in Acht, die Vom Glauben. kann selbst der Hölle Wüthen Nuh' in Eil' gebieten. did 5. Lockt nur, Gold und Schäße! Ehre sey der Göße der betrognen Welt! mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 6. Weicht des Eiteln Liebe! weicht des Fleisches Triebe! Thoren täuschet ihr. Mich sollt ihr, ibr Sünden, nie mehr willig finden. Fliehet weit von mir! Ueppigkeit, Stolz, Schmähsucht, Neid! ihr beschweret das Gewissen. Euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, Sorg' und Zagen! schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein! jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zuletzt erfreu'n. Hab' ich hier viel Rngst und Müh', Jesu, auch im bängsten Leide bleibst du meine Freude. dmg sid sid al ging si mism 02 And Mel. des 25. Psalms. Un 320. 320. öchst erwünschtes Seelenleben, ach wie unbekannt bist du: wo man sich nicht will bestreben, nach der ew'gen Himmelsrub'. Ach, wie eitel ist der Wahn, der des Fleisches Sinn verblendet, wenn er klebt der Erden an, sich zum Nauch und Schatten wendet. 2. Ach, wie oft bin ich gerathen in dieselbe Blindheitsnacht! wenn ich über Herz und Thaten nicht sorgfältig hab' gewacht. Wie hat die Erfah rung mich meine Thorheit oft gelebret! wenn mit eiteln Sorgen sich mein betrognes Herz verzehret. of star 100 Zweiter Theil.- Vom Glauben. 177 3. 3war der Schluß ward oft ge-| drum ist mein Herz auf dich gericht't. nommen; ich riß mich im Geiste los; Du kannst mir alles geben. Im Tode doch wenn es zur That sollt' kommen, kannst du bei mir stehn; in Noth als fand ich mich von Kräften blos; ich Herzog vor mir gehn: Hilf, Jesu, Gefang'ner, Armer, ich! wer zerschlägt dem Zerknirschten! mir diese Ketten! Jesu, Held! erbarme dich. Mächtiger! du kannst mich retten. 4. Jesu! Stärke der Verzagten! der du giebst den Matten Ruh'; wahre Zuflucht der Geplagten! rühr' mein Herz, und bring's dazu, daß die ganze Kreatur nichts in meinen Augen scheine, und ich darauf denke nur, wie ich ewig sey der Deine. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich.- 119. 321. Wº Wo foll ich hin? wer hilfet mir? führet mich zum Leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir, will ich mich frei begeben. Du bist's, der das Verlorne sucht; du segnest das, so war verflucht: Hilf, Jesu, dem Elenden! 2. Herr, meine Sünden ängsten mich: der Todesleib mich plaget. O Lebens- Gott erbarme dich! vergieb mir, was mich naget! du weißt es wohl, was mir gebricht: ich weiß es auch, doch völlig nicht. Hilf, Jesu, dem Betrübten! 4. Bist du der Hirt, der Schwache trägt; auf dich will ich mich legen. Bist du der Arzt, der Kranke pflegt: erquicke mich mit Segen! ich bin gefährlich krank und schwach, heil und verbind', hör' an die Klag': Hilf, Jesu, dem Zerschlagnen! 5. Ach, vertilge das Verlangen, daß noch etwas Irdisches will. Nimm den bösen Sinn gefangen, der nicht bält in allem still. Gieb, daß ich in dieser Welt nichts der Sorge werth mag achten, weil du mich darein gestellt, um nach besserm Gut zu trachten. 6. Gieb mir Augen, um zu sehen deines Reiches Gnadenschein. Gieb mir Kräfte, um zu gehen bis ins Heiligthum hinein. Mache mich mit dir bekannt, laß in deinen Liebesflammen Herz und Seele seyn entbrannt, halte dich und mich zusammen. 7. Weicht, ihr eitelen Gedanken, 2. O Jesu voller Gnad'! auf dein stört nicht ferner meine Nuh'. Ich Gebot und Rath kommt mein betrübt will in den Lebensschranken eilen mei- Gemüthe zu deiner großen Güte: laß nem Jesu zu. Jesu will ich geben Ehr', in ihm will ich mich versenken, und forthin mich um nichts mehr, als um seine Liebe kränken. du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Jch, dein betrübtes Kind, werf' alle meine Sünd', so viel ihr in mir stecken, und mich so heftig schrecken, in deine tiefe Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut mach' meine Schulden gut: wasch' mich damit von Sünden, und laß mich Rettung finden; in's Meer sie tief versenke, und ihrer nicht gedenke. 5. Du bist es, der mich tröst't, denn du hast mich erlöst: was ich gesündigt habe, verscharrtest du im Grabe, da wird es bleiben müssen! du heilest mein Gewissen. 3. Du sprichst zu mir: verzage nicht! du rufft: ich bin das Leben! 5. Ich thue nicht, Herr, was ich soll: wie kann ich doch bestehen? Dies ängstigt mich; das weißt du wohl. Ach, wann wird's doch geschehen, daß Todes, bei dir sey! ich danke Gott ich Elender endlich, frei vom Leib' des durch Christum. Mel. Auf meinen lieben Gott. 78. 322. Mo flich' ich Sünder bar bin? Wo kann ich Rettung finden? Mich schrecken schwere Sünden; mit Angst bin ich umfangen, wo soll ich Trost erlangen? 1 6. 3war meine Schuld ist groß, doch werd' ich ihrer los, wenn ich dein Blut auffasse, und nun die Sünde basse. Wer so sich zu dir wendet, sieht bald sein Leid geendet. 12 Zweiter Theil. Von der Heiligung, 178 7. Sehr vieles fehlet mir, doch find' ich es bei dir. Dein Blut verföhnt mich Sünder; es stärket mich nicht minder, daß ich Tod, Teufel, Sünde, und alles überwinde. - 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär', darf ich doch nicht verzagen, mit dir kann ich es schlagen, dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Trop bald schweigen. 24) Von der Heiligung, oder dem christlichen Wandel überhaupt. Die heiligen zehn Gebote. Mel. Die Himmel rühmen Gottes. 46. 323. rheb' dein Herz, thu' Erheb auf die Ohren, du Volk, das du verstocket bist, und Gott sich doch zum Volk erkoren; vernimm, was Gottes Wille ist: 2. Ich bin der Herr, dein Gott und Netter; aus jenem Diensthaus führt' ich dich. Verehre keine fremden Götter; du hast ja keinen Gott, als mich. 3. Du sollst den Dienst der Bilder fliehen; mach' kein's, es sey, wovon es woll', fußfällig vor ihm hinzuknien: denn ich, dein Gott, bin Eifers voll. 4. Den Namen Gottes zu entehren, scheu', liebst du deine Seligkeit; wagst du es, falsch und leicht zu schwören, so ist die Strafe schon bereit. 5. Sechs Tage widme den Geschäften, der siebente gehört dem Herrn; dien' ihm daran aus allen Kräften, dem großen Gott, und dien' ihm gern. 6. Erweis' den Eltern bis zur Babre Gehorsam, Ehre, Lieb' und Treu'; daß Gott dir lange Lebensjahre, und hier und dorten Heil verleih'. 9. Darum allein auf dich, Herr, Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben; dein Reich muß ich ererben; denn du hast mir's erworben, da du für mich gestorben. 10. Ach, bringe meinen Sinn durch deinen Geist dabin, daß ich mag alles meiden, was dich und mich kann scheiden; daß ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. 7. Enthalte sich von eigner Nache, und schone deines Nächsten Blut. Befehl dem Höchsten deine Sache, wenn dir schon jemand Unrecht thut. 8. Entweih' die Eh' nicht und verbleibe von leppigkeit und Unzucht frei, daß deine Seele sammt dem Leibe ein reiner Tempel Gottes sey. SI 9. Vergreif' dich nicht an jemands Gute; erwuch're nicht der Armen Schweiß; und lebe mit vergnügtem Muthe von deiner eignen Hände Fleiß. 10. Ertheile nach Gewissenstriebe dein Zeugniß, wo es nöthig ist. Beschäm' und fleuch die Ehrendiebe, und rede nicht mit arger List. 11. Verdamm', als Sünden, die Begierden nach jemands Weibe, Haab' und Haus, und wenn sie in dir rege würden, so tilge sie bei Zeiten aus. 12. Zehn Worte sind dir vorgeschrieben, doch eins faßt alles unter sich: Gott sollst du über alles lieben, und deinen Nächsten, so wie dich. 13. Mein Mittler! ich erschrecke heftig; da Gott mit mir im Donner spricht: durch deinen Geist wirk' auf mich kräftig; vertritt du selbst mich im Gericht. Gebet über die zehn Gebote. 324. Mein Bundes- Gott; ach, unterweise mich, daß ich in Furcht, Vertrauen, Demuth, Liebe, dich ehr, und stets Geduld und oder dem christlichen Wandel überhaupt. Hoffnung übe, und lieber alles 79. lass', als dich. Mel. Jesu, Arzt todtkranker. Cott! wie rein ist deine 2. Gieb, daß ich, o du höchstvoll- 325. Gebres wenn ich höre, komm'ner Geist, auch dir im Geist und in der Wahrheit diene, und keinen Dienst zu leisten mich erkühne, worauf mich nicht dein heil'ges Wort verweist. 3. Es nenne deinen Namen nie mein Mund vergeblich: falsches und unnüßes Schwören sey von mir fern, voll Demuth dich zu ehren, so gut ich kann, erheischt von mir dein Bund. 4. Die ganze Zeit ist dein, voraus der Tag von dir bestimmt, in Ruhe dich zu loben. Laß mich so leben hier, daß ich dort oben in süßer Ruh' dich ewig loben mag. 5. Der Unterschied des Standes ist von dir: die Menschen soll er manche Tugend lehren; laß mich in meinem Stand die Obern ehren, und segne mich, o Höchster, dort und hier. 6. Liebreicher Gott, laß mich recht liebreich seyn, ein Menschenfreund, ein Helfer und Erbarmer, des Feindes Freund, wie könnte sonst ich Armer, der dich erzürnt, mich deiner Huld erfreun? 179 Von der Beschaffenheit der wahren Heiligung. 10. Verleih', daß ich auch die geringste Lust, die dir entgegen ist, von Herzen meide; was dir gefällt, das sey auch meine Freude, mit Lust zu dir erfülle meine Brust. - wie wir vor dir sollen seyn; o! so dringen die Befeble in die Seele, wie cin scharfes Schwert hinein. 2. Was ist an den äußern Werken mehr zu merken, als der wahren Tugend Schein? Doch, o Höchster! deinen Willen zu erfüllen, muß das Herz geschäftig seyn. 3. Ich soll selbst sein innres Dichten also richten, wie es dein Gesetz befiehlt. Deine hellen Augen finden da schon Sünden, wo das Herz in Lüsten spielt. 4. Böses soll ich nicht nur lassen, sondern hassen, ich soll, Herr, auf dein Geheiß, allem Guten nachzuleben, mich bestreben, unverrückt, mit Lust und Fleiß. 7. Laß mich, mein Gott! der Zucht ergeben seyn; treu deinem Ruf, der Wollust falsche Freuden sammt ihrem Reiz mit aller Sorgfalt meiden, und meinen Leib zu deinem Tempel weih'n. 8. Vor ungerechtem Gut behüte mich, daß ohne Geiz ich meinen Wandel führe; auch jedem geb' und lass', was ihm gebühre, mein Werk verricht' vergnügt und emsiglich. 9. O treuer Gott! regiere Herz und Mund, daß ich, wie du, Betrug und Lügen hasse, und jedermann in ſeinen Würden lasſe, der Wahrheit 326. W stets getreu von Herzensgrund. 5. Können wir denn deinen Willen ganz erfüllen? Sünde schleicht sich doch mit ein, wenn wir noch so eifrig wollen, wie wir sollen, dir, o Gott, gehorsam seyn? 6. Dein Geseß ist, unsre Flecken zu entdecken, uns zum Spiegel vorgestellt. Ach, ich sehe sie, und eile, ohne Weile, zu dir, Jesu, Heil der Welt! 7. Doch soll der versöhnte Sünder nun nicht minder auch den Weg der Sünde fliehn. und im Wege des Ernst bemühn. Gebotes seines Gottes sich mit allem tüchtig machen; gieb mir deinen guten 8. Dazu wollest du mich Schwachen Geist; alsdann will ich klüglich handeln, und so wandeln, wie dein Wort mich wandeln heißt. enn zur Vollführung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet: so rühme dich 12* 180 Zweiter Theil.- der Tugend nicht, und wisse, daß dir alles fehlet, wenn Vortheil, Wollust, Eigensinn und Stolz dir nur das Gute rathen! so thu- e noch so gute Thaten, du hast vor Gott den Lohn dahin. 2. Sey durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück der Erden! Beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu wer den, erfüllt die Liebe nicht dein Herz; so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. Von der Heiligung, das ist's, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz besigen, so wird ein Leben uns nichts nützen, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sich nicht auf deine Werk' allein; sieh' auf die Quell', aus der sie kamen. Prüf' dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne List und Tücke; beneidet nicht des Nächsten Glücke; sie bläht sich nicht; ist langmuthsvoll. 3. Bau' Häuser auf und brich dein Brod, das Volk der Armen zu verpflegen; entreiß die Witwen ihrer Noth, und sey der Waisen Schuß und Segen! gieb alle deine Habe hin! noch hast du nichts für Gott gegeben. Wenn Lieb' und Pflicht dich nicht beleben; so ist dir alles kein Gewinn. 4. Thu' Thaten, die der Heldenmuth noch niemals hat verrichten können; vergieß für's Vaterland dein Blut, laß deinen Leib für andre brennen! beseelet dich nicht Lieb und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten; so schüß' und rette ganze Staaten; Gott achtet deiner Werke nicht. 5. Läg' ihm an unsern Werken nur: so könnt' er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fessel der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der alles schafft und giebt, gilt Weisheit nichts, nicht Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu, und freut sich niemals seines Falles. Sie suchet nicht blos ihre Ruh': sie hofft, und glaubt und duldet alles. Sie ist's, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele.- 29. 327. K Herren lehren! fommt Dommt, laßt euch den und lernet allzumal, welche die sind, die gehören zu der rechten Christenzahl, die im Glauben fest bestehn, freudig Gottes Wege gehn, und den Heiland frei bekennen, dürfen sich die Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seine Schwachheit nie vergißt, Gott allein, sich nie erhebet, wenn er groß und glücklich ist: Gottes Huld wird ihn erfreun, und das Himmelreich ist sein; Gott wird dort zu Ehren seßen, bie sich bier geringe schäßen. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut; und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut: Gott will ihm die Schuld verzeihn, Kraft zum Guten ihm verleihn, und er soll schon hier auf Erden, und auch dort getröſtet 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, fern von des Stolzes eitlem Triebe, geheiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glauben zu der Liebe: werden. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 181 4. Selig ist, wer Sanftmuth übet, in Freud' und Schmerz, Vater! hilf seinem Feinde niemals flucht, seine Fehler ihm vergiebet; nie sich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht vollbringt, und sein eigen Herz bezwingt. Gott wird selber ihn beschüßzen, und er wird das von deinem Thron, daß ich glaub' an deinen Sohn, und durch deines Geistes Stärke mich befleiße guter Werke! 5. Selig, die nichts mehr verlangen, als gerecht, wie Gott, zu seyn! die fest an dem Guten hangen, und sich ganz der Tugend weihn; deren Herz nichts mehr begehrt, als was Gottes Nuhm vermehrt: Gott wird ihr Verlangen stillen, und den frommen Wunsch erfüllen. 6. Selig, wer der Noth des Armen niemals fühllos sich entzieht, ihm aus zärtlichem Erbarmen wohlzuthun sich froh bemüht, und wenn er um Hülfe weint, ihm mit Trost und Hülf' erscheint! dieser wird auch Hülf' empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen, züchtig, keusch und rein zu seyn; die der Wollust Stricke fliehen und der Heiligkeit sich weih'n: die der Lockung dieser Welt, und was Fleisch und Blut gefällt, allzeit standhaft widersteben, werden Gottes Antlig seben. 8. Selig, wer im Frieden lebet; wer die Ruh' und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt; die des Friedens sich besleißen, werden Gottes Kinder heißen. Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. der Sinn 328. Jh banke meinem Gott, gegeben, so gut ich immer kann, zu seinem Preis zu leben. Du weißt, Gott, wie viel Kraft dein Knecht noch nöthig hat! verleihe du sie mir; bei dir ist Rath und That. dort mich freuen kann. Gleb, daß ich demüthig sey; meine Schuld vor dir bereu'; die Gerechtigkeit stets liebe, auch an Feinden Sanftmuth übe. 11. Daß ich Armen helf' und diene: immer hab' ein reines Herz; die in Feindschaft stehn, verfühne; dir anhang' - 2. In allem meinem Thun laß mich auf dich nur sehen, und, untreu meiner Pflicht, nie eigne Wege gehen. Laß diese Wahrheit mir allzeit vor Augen stehn: Gott sieht's, Gott hört's, Gott straft; du kannst ihm nicht entgehn. 3. Gedanke, leite du mich stets in allen Sachen; ist's denn auch recht, wenn ich's der Welt gleich wollte machen! und siehet jegund mich des Menschen Auge nicht! ist's recht vor Gott? ist's recht vor seinem Angesicht? 4. Ach führe mich, mein Gott! wie kann ich sonst bestehen! und laß mich ohne dich nie einen Schritt nur gehen. Mir überlassen, stürz' ich mich nur in den Tod! wenn du mich aber führst, so hat es keine Noth. 5. Die Gnade winket mir! nie sey es, Herr, vergebens; dein Wort sey jederzeit bie Richtschnur meines Lebens; daß ich, wie dir's gefällt, geb', size, liege, steh', und nur in meinem Thun auf deine Ehre seh'. 9. Selig, die um Christi willen leiden und sich dessen freun, standhaft ihre Pflicht erfüllen und den Marter- Von der Nothwendigkeit eines tod nicht scheun: Gott steht ihnen mächtig bei, und will sie für thre Treu' einst mit unverwelkten Kronen auf das herrlichste belohnen. heiligen Lebens. Der 15. Pfalm. 10. Herr! du wollst mich selber Mel. Die Himmel rühmen Gottes. 46. leiten auf der wahren Tugend Bahn, 329. Wer darf in Heine Hütte daß und gehen? Wer nimmt hier seinen Wohnplaß ein? Wer wird auf jenen heil'gen Höhen, o Herr, beständig vor dir seyn? 2. Der, der vor dir unsträflich wandelt, nie ungehorsam seiner Pflicht, der heilig denkt und heilig handelt, und gern die Wahrheit sucht und spricht. -D Zweiter Theil. Von der Heiligung, 182 13. Der nie mit seiner Zunge schmähet, und groß durch seine Redlichkeit, nie seinen Nächsten hintergehet, und Arges ihm zu thun sich scheut: 4. Der, der die Ehre seiner Freunde nie mit Verläumdungen verlegt; der Gottes frevelvolle Feinde nie seiner Achtung würdig schäßt: 5. Der die Verehrer Gottes ehret; dem nur der Redliche gefällt, der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwör' er sich zum Schaden, hält: 6. Der nie, zum Troße der Gefeße, auf ungerechten Wucher leiht, und durch gerecht erworbne Schäße die, die Gott darben läßt, erfreut: 17. Der nie, Unschuldigen entgegen, Geschenke von Verbrechern nimmt; dem, dem ist seiner Tugend wegen ein unvergänglich Heil bestimmt! -- Mel. Mein Bundes: Gott, ach.- 324. Ich weiß es wohl, ich 330. selbst verdient es nicht, daß du, o Herr, mich vom Verderben rissest, ja, wenn du mir nach meinen Werken misfest, so ist der Tod mein Urtheil im Gericht. 2. Die Gnade nur in Christo macht mich frei; doch soll ich dich in guten Werken preisen, und durch den Fleiß der Heiligung beweisen, wie sehr ich dir, mein Gott, verbunden sey. 3. Dein Sohn hat mich mit seinem Blut erkauft, nicht, daß ich nur der Hölle möcht' entgehen, bein Ebenbild sollt' nun in mir entstehen: drum bin ich auch mit deinem Geist getauft. 4. Mein Leib und Seel' soll, als dein Eigenthum, von dir, o Gott! und deiner Gnade zeugen: nicht nur der Mund soll niemals hiervon schweigen, der Thaten Stimm' erzähle deinen Ruhm. 5. Des Glaubens Kraft kann ich ja anders nicht, zu meinem Trost, als aus den Früchten merken! den Nächsten reiz' ich auch zu guten Werken nicht anders, als durch meiner Werke Licht! 6. Ach, nimm mich auf in deines Sohnes Reich, o Gott, laß mich nicht nur Herr! Herr! ihm sagen: sein sanftes Joch und seine Last zu tragen, mach' mich bereit und seinem Vorbild gleich. 7. Nimm weg von mir, was dir, mein Gott! mißfällt, und was mich kann aus deinem Himmel schließen; um auch durch dich der Güter zu genießen, die der genießt, der an dein Wort sich hält. H Mel, Gott, mache du mich. 17. 331. Bewahre mich, Herr, daß Gemüth bethöre, als wär' es schon genug gethan, wenn dir nur äuß're Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweist. Erinn're mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist die dich verehren müssen, die dir gefallen wollen. 2. Die kommen nicht in's Himmelreich, die, Herr! zu Jesu sagen, und nicht dabei mit Ernst zugleich der Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, läßt du, als deine Kinder, o Gott, im ew'gen Frieden ruhn; wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom Glauben nie ein heilig Leben trennen; mich nicht für Jesu Jünger hie blos äußerlich bekennen. Gieb, daß mein Glaube thätig sey, und Tugendfrüchte bringe; daß ich, vom Sündendienste frei, mit Eifer darnach ringe, im Guten zuzunehmen. 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz, und liebst, die redlich bandeln. O laß in Freude und in Schmerz mich richtig vor dir wandeln. Dein Wille sey mein Augenmerk. Hilf mir selbst ihn vollbringen; durch dich muß jedes gute Werk dem glücklich noch gelingen, der deine Hülfe suchet. 5. Doch wenn ich aus Unwissenheit und Uebereilung fehle: so thu' an mir Barmherzigkeit, und richte meine Seele durch deine Gnade auf vom Fall. Erhalt' mich bei dem Einen, daß ich dich fürchte überall, bis ich einst mit den Deinen dir ohne Fehltritt diene! dans oder dem christlichen Wandel überhaupt. 183 Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich. 119. Dank und Ruhm gebracht! fallt nie332. Dein bin ich, Herr, bir der, Menschen, betet an! will mich zum 2. Dich preiset jede Kreatur, der böchste Engel und der Wurm. Dich ehrt gehorsam die Natur; dein Wink erregt und stillt den Sturm. - Opfer ganz ergeben; rechtschaffen, fromm und rein will ich vor deinen Augen leben: wie könnt' ich eines andern seyn? Ich bin ja durch die Schöpfung dein, und dein durch die Erlösung. 2. Ich fiel und wandte mich von dir, zur Finsterniß vom Lichte; doch wandtest du dich, Gott, zu mir mit deinem Angesichte. Erbarmen war dein Angesicht, mich von der Finsterniß zum Licht, zu dir zurück zu rufen. 3. Dein, Herr, dein ist Barmherzigkeit; du liebest selbst die Sünder. Seyd, rufst du, geistlich mir geweiht, und meiner Gnade Kinder! ihr irrt und fündigt; fasset Muth; dort fließet der Versöhnung Blut, von Sünden euch zu waschen. 4. Dein Sohn erniedrigt sich, und stirbt zur Tilgung unsrer Strafen! büßt für die Laster und erwirbt Befreiung ihren Sclaven. Wie vielfach, Höchster, bin ich dein! o laß mich keines andern seyn. Dein Sohn ist auch mein Heiland. 5. Durch ihn versöhnt und dir zum Ruhm erkauft mit seinem Leiden, will ich mich, Gott, dein Eigenthum, von dir nie wieder scheiden, Gekreuzigt werde mir die Welt! getödtet, was dir nicht gefällt, damit ich dir nur lebe! 6. Dies wirke, Gott, dein Geist in mir! ich habe kein Vermögen, die Sünd' und alles, Gott, was dir verhaßt ist, abzulegen. Hier ist mein Herz, nimm mich ganz hin, und gieb mir einen neuen Sinn, damit ich dir gefalle. 7. So werd' ich, der ich finster war, ein Licht in deinem Lichte! besteh' einst mit der kleinen Schaar der Frommen im Gerichte; frohlocke dann, und lobe dich, daß deine Gnad' und Treue mich gerecht und selig machte. Mel. Komm, o Gott, Schöpfer. 197. 333. D ein, Gott, ist Majestät und Mach, und alles ist dir unterthan. Dir werde - 3. Wohin mein Auge, Gott, nur blickt, ist Ordnung, Eintracht, Harschmückt, empöre mich und störe sie. monie; und ich, mit deinem Bild ge4. Du schufft das menschliche Geschlecht; durch dich, Gott, sind wir, was wir sind: du bist mein Herr, ich bin dein Knecht; du bist mein Vater, ich dein Kind. 5. Wie darf, wer, Vater, dich nicht ehrt, des Glücks, dein Kind zu seyn, sich freu'n? Nur die sind dieser Ehre werth, die ganz sich deinem Dienste weih'n. 6. Wie billig, wie gerecht und gut ist alles, was uns Gott gebeut! wohl dem, der seinen Willen thut! ihn thun, ist Freud' und Seligkeit. 7. Nur das, was bös' und schädlich ist, und uns entehrt, verbeut uns Gott. Weh' dem, der seine Pflicht vergißt! er stürzet sich in Schand' und Noth. 8. Gott ist, wenn er Gesetze giebt, kein menschenfeindlicher Tyrann: blos weil er unsre Wohlfahrt liebt, treibt er uns zum Gehorsam an. 9. Leicht ist die Last und sanft sein Joch. Wer's willig trägt, setzt seinen Lauf stets freudig fort! und fällt er noch, so hilft ihm Gott selbst wieder auf. 10. Bald heißt uns seine Lieb' und Huld gehorsam seyn aus Dankbarkeit; bald warnt er uns vor neuer Schuld, und übet uns durch Kreuz und Leid. 11. Sein Wort ermahnt, droht und verheißt, und hält uns Tod und Leben vor; uns rühret und erweckt sein Geist: und ich verschlösse Herz und Obr! 12. Nein! Gott, dir sey mein Herz geweiht, Gehorsam sey mein größter Ruhm. Verleihe mir Beständigkeit, und heil'ge mich, dein Eigenthum. Zweiter Theil. Bitten um Heiligung. Mel. Durch Adams Fall ist ganz. 90. 334. Hilf mir, mein Gott! 184 1 - ich nur dich begehre; mein ganzes Glück nur such' in dir, und dich allein verehre; daß ich in Noth dich meinen Gott und Vater gläubig nenne; daß weder Leid, noch Glück und Freud' mich jemals von dir trenne. Von der Heiligung, Nein mir heilig seyn; laß mich nicht lieblos richten, und Zank und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb' und 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie Haß und Zorn und Bitterkeit zur Nache mich verführen. Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit; verdammt der Nachsucht Triebe; gieb, daß den Feind, so wie den Freund, mein Herz aufrichtig liebe. 6. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten. Laß mich die Ehren dieser Welt für eitle Schatten achten, und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht und großem Namen streben; laß mich vielmehr nach deiner Lehr' in wahrer Demuth leben. Sanftmuth schlichten. 8. Herr! lehre mich Enthaltsamkeit, gieb mir ein rein Gemüthe, daß ich in dieser Prüfungszeit vor böser Luft mich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billigkeit mit meinem Nächsten handeln. 2. Erfülle mich mit wahrer Neu', wenn ich dich, Gott, betrübe, gieb, daß ich alles Böse scheu', und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht mit Vorsatz je verlegen. Der Seele Heil, mein ew'ges Theil, laß mich recht theuer schätzen. 3. Mein Gott! ich bitte dich, verleth' mir einen festen Glauben, der standhaft, treu und thätig sey, und laß mir den nichts rauben. Gieb, daß ich mich allzeit auf dich und auf dein Wort verlasse, und in der Noth, ja selbst im Tod dein Heil getrost umfasse. 10. Ach, gieb mir deinen guten Geist, der selbst mein Herz regiere, und mich, wie es dein Wort verheißt, auf deinen Wegen führe. So wird mein Herz in Freud und Schmerz dir zu gefallen streben, und du wirst mir, Gott, einst bei dir, den Lohn der Treue geben. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß liebe, und bilde mich nach ſeinem Sinn: gieb, daß 335. ernstlich vorgenomMel. Ich will, mein Gott, du.-55. mir ich mich stets übe, auf ihn zu sehn, ihm nachzugehn, mich seiner nicht zu schämen; und stets bereit mit Freudigkeit sein Kreuz auf mich zu nehmen. 7. Die Falschheit, List und Heuchelei hilf mir sorgfältig fliehen: nie müss ich mich durch Gleißnerei um Menschengunst bemühen. Laß Ja und 9. Gieb, daß ich stets den Müßiggang sammt aller Trägheit fliehe! daß ich der Welt mein Lebelang zu dienen mich bemühe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, o Gott! mir wohlgelingen, und segnest du das, was ich thu', bir dafür Ehre bringen. men, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen; vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben zu übergeben. 2. Erforsche mich, sieh, ob ich's redlich meine! gieb, daß ich nicht blos, was ich seyn soll, scheine, mit allen Kräften strebe, deinen Willen ganz zu erfüllen! 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, wenn mich kein Mensch sieht, leitet, wie sicher werd' ich deine Wege wandeln! wie richtig handeln! 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen! verschleuß mein Ohr der Sünde Schmeicheleien! stets werde mir das Gleißende der Laster nur mehr verhaßter. 5. Gieb Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten, so mag die Welt, wie ihr's gefällt, mich richten; ich, hab' ich deinen Beifall, kann mit Freuden Verachtung leiden. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen; wirst billig alles richten und belohnen; mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 7. Bald, bald vollend' ich meiner Prüfung Stunden. Werd' ich im Tode nur bewährt erfunden; wie schön verwandeln sich dann meine 337. Dugend schenkst, Gott, Mel. Gott mache du mich selbst. 17. er Verstand und Leiden, und werden Freuden! Mel. Herr Christ, der ein'ge Gottess.- 94. Vater meines Lebens! wo du nicht Thun und Lassen lenkst; so leb' ich err 336. wen dein nicht neu gebiert, der bleibt der Sünd' ergeben; und, wen die Sünde noch regiert, der ist zum rechten Leben noch nicht hindurchgedrungen. wenn dein erquickend Licht bei uns mit Kraft und Wonne, durch Frost und Schatten bricht; so wird das Herz erfreuet, so wird der Geist erneuet: versag' dies Glück mir nicht! 2. Mit vielen großen Sünden reiz' ich dich wider mich; doch laß den Zorn verschwinden, vergib genädiglich. Du pflegst dich ja der Armex mitleidigst zu erbarmen: ach, Herr, erhöre mich! 3. Vertreib' aus meiner Seelen des alten Menschen Sinn. Weg, Sünden, die mich quälen! Herr! lasse mich forthin mit einem heil'gen Leben mir felbst das Zeugniß geben: daß ich erlöset bin. 4. Beförd're dein Erkenntniß in mir, Herr! durch dein Wort. Wie blöd ist mein Verständniß, und welch ein finstrer Ort! doch sprich: und es wird helle, es weichen auf der Stelle die düst'ren Schatten fort. 185 8. Ich lebe deiner Gnaden, mich stüßet deine Treu; dir zeig' ich meinen Schaden, die Gnade macht mich frei. Damit ich deinen Willen be ständig mög' erfüllen, so steh' mir träftig bei! 5. Ach, Herr, wie gar geschäftig ist Fleisch und Blut in mir! erzeig' dich in mir kräftig, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe, und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb' in dir. 6. Ach! zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Schwach bin ich, gieb mir Stärke; der Feind schreckt, gieb mir Muth. Weg, Ruhm der eignen Werke! Herr! was dein Geist nicht thut, was ich aus eignem Triebe bald lasse, bald verübe, ist böse und nicht gut. 2. Drum, Vater, neig' dich väterlich zu deinem schwachen Kinde. Gieb mir ein frommes Herz, daß ich mich scheu' vor jeder Sünde. Bewahre meinen Mund, daß mir kein schlüpfrig Wort entfalle; vielmehr von meinen Lippen dir manch freudig Lob erschalle, den nächsten zu erbauen. 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich nicht gern auf Spötter höre, damit in meinem Glauben mich kein frecher Thor bethöre. Hilf, daß kein Wiß der Lästersucht mir Ohr und Herz vergifte, noch jemals, wie er tückisch sucht durch mich dann Zwietracht stifte, nie mich zur Schmähsucht reize. 4. Die Augen, Gott, bewahre mir, vor unverschämten Blicken, und vor unzüchtiger Begier die Unschuld zu verstricken. Laß sie den Schmuck der Sittsamkeit weit über alles schäßen; was reiner Engel Aug' erfreut, das sey auch mein Ergößen; was du liebst, ihr Bestreben. 5. Behüte mich vor Schwelgerei, die leicht das Herz beschweret; vor Trunkenheit, die ohne Scheu Schandthaten üben lehret. Die Luft, die blos den Leib ergößt, verderbt auch fromme Herzen; und was die Welt für Freude schäßt, bringt Nachreu', Elend, Schmerzen, und stürzt zuletzt zur Hölle. 6. Hilf, daß mein Geist nichts lieber hört, nichts lieber spricht und Zweiter Theil. Von der Heiligung, 186 denket, als was den Glauden stärkt und nährt, und Lust zum Guten schenket; was mich zu senem Leben bringt, wo man bei dir stets lebet, dein Lob mit allen Engeln singt, den Heiland sieht, erhebet, und ihm sich ähnlich schauet. Mel. Wer nur den lieben Gott. 338. of ott! dir gefällt kein gottlos Wesen. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff ein reines Herz in mir; ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begang'nen Sünden mit inniger Beschämung sebn; durch Christum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Wahrheit gehn. Ich will forthin das Unrecht scheu'n und deinem Dienst mein Leben weih'n. 3. O stärke mich in dem Gedanken! gieb meinem Vorsag Festigkeit, und will mein schwaches Herz je wanken, so bilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Gieb, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih', daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sey! so sieg' ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. - 5. Wenn ich indeß aus Schwachheit fehle, mein Vater, so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht; und mache in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen Freuden; schaff' ein getrostes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden; so halt' ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. Mel. Getreuer Gott, wie viel.- 37. 339. Erbarm' dich, Herr! du mein neigt zu Eitelkeiten, läßt sich's durch Freude und durch Schmerz oft auf den Irrweg leiten. So wankt ein Nohr, vom Wind regiert, so irrt, von Leidenschaft verführt, auch oftmals meine Seele. Herr, hilf mir, daß ich als ein Christ das flieh', was vor dir strafbar ist, und nur das Gute wähle. 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in ſeiner Neigung wanken. Erhebe den verirrten Sinn zu himmlischen Gedanken! wenn von dem Dienst der Eitelkeit mich deines Geistes Kraft befreit, so wird es mir gelingen. Ich halte deinen Willen still. Ich will mich ändern, Herr, ich will. Gieb selber das Vollbringen. Bahn, wenn du mich nicht begleitest, 3. Umsonst such' ich der Tugend und nicht, befreit von Menschenwahn, zu jeden falschen Schein. Mit Ernst willst deiner Wahrheit leitest. Du hasfest du verehret seyn. Herr, hilf um Jesu willen! Erhebe den gebeugten Muth! Hilf mir der Leidenschaften Wuth durch deine Gnade stillen! 4. Mein Gott! mein Gott! gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht! wie rauh die Bahn der Tugend! Jedoch du trugst mit mir Geduld. Laß, Vater! laß mich diese Huld nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist Olaß mich's mein wahres Heil. als mein bestes Theil auch immerført betrachten. 5. Ich bin ein Mensch. Du kennest mich. Wie schwach sind meine Kräfte! doch meine Seele hofft auf dich. Du wirst zu dem Geschäfte der Heiligung mir Kraft verleih'n, und mich mit deiner Hülf' erfreu'n, vor dir gerecht zu leben. Ich, dein erkauftes Eigenthum, will dafür deines Namens Ruhm in Ewigkeit erheben. Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. Vater und mein 340. Mein Gott, der du in diesem Leben, zur Leuchte meinem Fuß, doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sey, was, Gott, dein Wort mich heißt. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und kein vergänglich Gut so übermäßig achte. Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gieb, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte. Hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung stark und fest gegründet sey. 4. Gieb, daß ich als ein Christ, mich Christo ähnlich zeige, und achtsam mein Gemüth zu seiner Lehre neige. Sein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt, so geh' ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 187 mir sterben, dir zu leben, und mach' in mir, Herr, alles neu. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 3. Reiß los mein Herze von der Erden; laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert werden, und gieb mir meines Heilands Sinn. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Christo folge nach, und stets den schmalen Weg erwähle, ja, Ehre such' in Christi Schmach. Ach, weck' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 341. Mein ein Gott! ach, lehre mich erkennen den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder seyn. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Cbristenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgestorben sey; laß mich 5. Gieb mir zum Streite Muth und Kräfte! hilf, daß ich dir verbleibe treu! daß ich an Christi Kreuz mich hefte, und mir die Welt gekreuzigt sey. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb' und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe. Laß ohne Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und ohne Ungeduld in trüben Tagen seyn. 6. Nie müsse sich mein Herz der Fleischeslust ergeben, und nie dem schnöden Geiz! mein dir geweih tes Leben sey von Betrug und Reid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten: so unterstüße mich, wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe bau'n, und auch, wenn sie verzeucht, dir noch getrost vertrau'n. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde o Mel. Nun danfet alle Gott. 9. da, aus dieſer Welt zu ſcheiden 342. Du fagit: ich bin ein 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung Liebe lebendig, fest und thätig seyn, daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn' Heuchelschein. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 7. So hab' ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut: wenn ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 1 bricht, mich Sterbenden mit Trost wenn Werk und Leben dir dessen, und froher Hoffnung nicht. was du sagst, Beweis und Zeugniß geben; und wenn dein ganzes Thun, durch Gottes Kraft und Geist, von deinem Christenthum die ächten Proben weist. 2. Du sagst: ich bin ein Christ. Der ist's, der Jesum kennet; der seinen Gott und Herrn ihn vor den Menschen nennet, und thut dann auch dabei, was Christus ihm gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 188 Zweiter Theil. Von der Heiligung, 3. Du sagst, ich bin ein Christ.| zeigt Zorn und Haß und Neid, so Wer sich's will nennen lassen, muß bist du ja gewiß vom Christenthum leben, wie er glaubt, und alles Böse noch weit. haffen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünde liebt, ist auch kein Christ, ob er sich gleich den Namen giebt. 12. Du sagst, ich bin ein Chrift, und rühmst dich dess' mit Freuden: doch thust du auch wohl mehr, als manche fluge Heiden? Ach, ich befürchte sehr, sie klagen einst dich an; weil du vielleicht noch nicht so viel, als sie, gethan. 4. Du sagst: ich bin ein Christ, denn ich bin ja getaufet auf Christi Tod, der mich mit Blut erkaufet. Sa wohl; voch prüfe dich, wie steht's 13. Sag nicht: ich bin ein Christ, um deinen Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund'? 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar oft und viel gebrochen? Hast du als Gottes Kind dich, wie du ihm versprochen, in allem Thun erzeigt; dem Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein Christ, weil ich die Gnadenlehrezu Haus' und öffentlich beständig les' und höre. Ja, Lieber, thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur wer es hört und thut, der ist dem Höchsten werth. - 7. Du sagst: ich bin ein Chrift; ich lass mich öfters finden bei Jeſu Bundesmahl, mit Gott mich zu ver9. Du sagst: ich bin ein Christ! Wer kann es dir gestehen, er könne solches denn aus deinem Wandel sehen? Rührt nicht dein ganzer Ruhm aus falschem Grunde her? Wer Chrifti Jünger ist, der wandelt so, wie er. binden. Doch zeiget sich bei dir in 343. deinen Werken auch rechtschaff'ne Besserung nach solchem heil'gen Brauch? 8. Du sagst: ich bin ein Christ! ich bete, les und singe; ich geh' in's Gotteshaus. O lauter gute Dinge, wenn du von Heuchelei dabei entfernet bist, und deiner Andacht Zweck die Ehre Gottes ist. 10. Bist du ein wahrer Christ, so müssen Sinn und Triebe nach Christi Vorbild seyn. Wenn unverfälschte Liebe dein ganzes Herz erfüllt; wenn du voll Sanftmuth bist, voll Demuth, wie der Herr; so sag': ich bin ein Christ. bis daß dir Werk und Leben auch dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben. Der Name macht's nicht aus: ein Christ muß, ohne Schein, das, was er heißen will, im Wesen selber seyn. 14. Gott, schenke mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Christ zu seyn, und nicht nur so zu heißen! denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, gelanget nimmermehr zu dir in's Himmelreich. 11. Doch wenn man noch an dir das Gegentheil verspüret; wenn Stolz und Uebermuth dein eitles Herz regieret, wenn statt der Sanftmuth sich Kampf der Heiligung. - 90. Mel. Durch Adams Fall ist ganz. ft denkt mein Herz, Herr, deinen Weg zu wandeln, und täglich deinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh', sie ist der Sieg der Lüste! jedoch, mein Gott, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Laster freu'n, trifft ja auch Schmerz hienieden. Sie sind die Sclaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken, doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich zum Entzücken. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 189 4. Gott, hättest du es uns ver-| Bitten um Beständigkeit und gönnt nach unsers Fleisches Willen, Wachsthum in der Heiligung. wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüste frei zu stillen; Mel. Gott werde stets von dir. 72. erlaubtest du dem Frevler hier, aus 314. Schön ist die Tugend, Bosheit uns zu was mein Verlangen, wir doch dann von dir, du weiser Vater, denken? 5. Du willst, wir sollen glücklich seyn, drum gabst du uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreu'n, sie sind des Lebens Schäße. Du sprichst in uns durch den Verstand, du sprichst durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe deiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Dich fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ist's, fie wählen; ein Thier folgt Trieben der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Dir, Höchster, ähnlich werden. 7. O stärke mich dazu mit Kraft; so wird es mir gelingen. Du bist es, Gott, der beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von dir noch mehr bekommen: wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Mich stärke auf der Tugend Pfad das Beispiel sel'ger Geister. Ibn zeigte mir, und ihn betrat ja selbst mein Herr und Meister. laß mich nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern. Mein wahrer Ruhm ist bei dir, Gott, und nicht bei Menschenkindern. 9. Gieb, daß ich mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre vergleich', und ernstlich allezeit gedenk' an meine Bahre. Das Kleinod, das der Glaube hält, laß neuen Muth mir geben, und zu den Freuden jener Welt mich oft im Geist erheben. und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel' auch oft begehrt. Ach könnt ich's, wie würd' ich mich freu'n! wer heilig ist, muß selig seyn. 2. Gott ist der Seligkeiten Fülle von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein Verstand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit! Von Ewigkeit her war er gut; er bleibt's, und recht ist, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin; dann fliehn die heiligsten Entschlüsse, den Morgennebeln gleich, dahin. Bald wähl ich, was dem Herrn gefällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt! 4. Ich Armer! darum kommt kein Friede in mein verschmachtetes Gebein! wie bin ich dieses Wechsels müde! wann werd' ich fest im Guten. seyn? Wann nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienste, Gott, geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell. Sie leuchte mir in voller Klarheit beständig unbefleckt und hell, daß nie der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde sey. 6. O bilde, Vater, meine Seele! in deiner Liebe mache mich, weil ich zu meinem Trost dich wähle, getrost und unveränderlich. Denn bin ich erst dein Eigenthum, so bin ich ewig auch dein Ruhm. Mel. Nun habe Dank für deine.- 234. 10. Erhalte mich stets unverzagt, wenn mir's nicht immer glücket; wenn mich, so viel mein Herz auch 345. Wie selig, Herr! ist der Gerechte, du wagt, stets neue Schwachheit drücket. Du siehst nicht auf die That allein, du siehst auf meinen Willen; ein göttliches Verdienst ist mein! dies laß mein Herze stillen. bist sein Schild und großer Lohn. D, daß ich ganz gerecht seyn möchte! doch ach, wie wenig bin ich's schon. Du weißt es, Gott, ich bin noch weit entfernt von der Vollkommenheit. Zweiter Theil.- Von der Heiligung, 190 2. Wie viel ist noch an mir zu finden, das nicht mit deiner Vorschrift stimmt! oft übereilen mich noch Sünden, wenns Herz gleich bessern Vorsatz nimmt. Ja, oft verleg' ich meine Pflicht, mein Gott, und weiß es selber nicht. 3. Wer kann, wie oft er fehlet, merken? Nur du, du siehst mich, wie ich bin. Nur du kannst mich im Guten stärken; drum fall' ich, Vater, vor dir hin. O mach', um heilig ganz zu seyn, mich von verborg'nen Fehlern rein. 4. Von aller eiteln Eigenliebe befreie mich durch deine Kraft. Erweck' und mehr' in mir die Triebe zu dem, was wahre Beff'rung schafft. Laß meinen Fleiß gesegnet seyn, und meine Heiligkeit gedeib'n. 5. Du wirst das demuthsvolle Flehen, des Sünders, der dich scheut und ehrt, o Gott der Gnade, nicht verschmähen. Du bist es, der Gebet erhört. Mein Fels, mein Heil, ich traue dir. Das, was ich bitte, giebst du mir. 4. Gieb, daß mit brünstiger Begier ich fest stets an dir klebe, zeuch mich dir nach, daß ich zu dir mich vor der Welt erhebe! ja laß mich, wenn ich sterben soll, auf deine Gnade bauen, dir vertrauen, und dann dort wonnevoll dein Antlitz ewig schauen! 5. Ich kämpf', ermatt und strauchle oft. Hilf, Herr, mein Hort, dem Schwachen, der nur auf dich in Demuth hofft. Du kannst mich mächtig machen. In jeder Seelennoth laß mich bei dir Erbarmung finden, Trost empfinden, und endlich, Herr, durch dich in allem überwinden. Mel. Uue Menschen müssen sterben.- 82. 347. Du, der Herz und Nieerforsche mich! auch ich war von dir getrennet, aber du erbarmtest dich, hörtest mein Gebet, mein Sehnen, sab'st die Inbrunst meiner Thränen, schenktest mir selbst deine Huld, und vergabst mir alle Schuld. 2. Ach! erforsche selbst mein Herze! sich, es irrt und fehlet noch, und mit unruhvollem Schmerze fühlt es oft der Sünde Joch; wankend, unMel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu. 236, 346. Herr, mein Erlöſer! nur gewiß und träge geht mein Fuß der von dir kann ich mir zu oft noch Hülf' erflehen; vernimm mein Seufzen, mein Blick auf der Laster Bahn zurück. eile mir, mein Helfer, beizustehen. Des wahren Glaubens Kraft und Licht, das selige Bestreben, dir zu leben, und Muth zu dieser Pflicht, das wollest du mir geben. 3. Als zuerst vor meinen Blicken der Verblendung Nacht verschwand, und mein Auge voll Entzücken, Gott, dein Antlig wieder fand, wie war da der Reiz der Sünden mir so leicht zu überwinden! ihre Schrecken sah ich nur, aber keiner Anmuth Spur. 2. Du hast dein königlich Gebot mir tief ins Herz geschrieben! von ganzer Seele soll ich Gott, wie mich, den Nächsten lieben! wenn ich nach deinem Worte thu': so hab' ich schon hienieden großen Frieden, und welches Heil hast du den Frommen dort beschieden. 3. Laß mich kein Leiden dieser Zeit, tein Weltglück dir entreiffen. Denn du hast deine Seligkeit den Treuen nur verheißen. Wie könnten wohl durch ihre Müh' sie, solche zu verdienen, sich erkühnen? Aus Gnaden schenkst du sie, und du erwarbst sie ihnen. 4. Wenn, von Andacht hingerissen, ich den Himmel offen sah, lag die Welt zu meinen Füßen und, Gott, deinem Throne nah', mischt ich in der Engel Chöre den Gesang von deiner Ehre, von der Huld, die ewig liebt, Sünden decket und vergiebt. 5. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitelkeit, dein war ich müde! Welt, ich fluchte deiner Lust! ich verschmähte deine Gaben, mir war, Gottes Huld zu haben, und ein Herz, das ihn verehrt, mehr als Erd' und Himmel werth. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 6. Jhr, dem Beten heil'ge Stunden, voller Ruhe, voll Gewinn, ach wohin seyd ihr verschwunden; Gluth der Andacht, ach wohin? Oft noch such' ich Gott durch Zähren, durch Gebet und Flehn zu ehren; doch der Welt Geräusch zerstreut des Gebetes Brünstigkeit. 7. Wenn die Menge der Verächter meines frommen Wandels lacht, aus der Andacht ein Gelächter, aus dem Beten Thorheit macht, wenn sie spöttisch auf mich sehen, mich und meinen Glauben schmähen, dann verges' ich meine Pflicht; ich bekenne Jesum nicht. 8. Unter der Verfolger Steinen bebten Gottes Märt'rer nie, seine Wahrheit zu verneinen, zwang nicht Drob'n, nicht Folter sie. Auf des härt'sten Todes Wegen gingen sie dem Lohn entgegen, sahn den Himmel offen stebn, konnten so den Tod verschmähn. 9. Der du sie mit Kraft von oben zu dem Kampfe stark gemacht, und zu deinem Lohn erhoben, wo kein Feind mehr ihrer lacht, hilf auch mir den Spott bezwingen, hilf auch mir den Lauf vollbringen. Vater, bis ans Ende sey dir mein ganzes Herz getreu. 10. Wer getreu bleibt bis an's Ende, und nicht achtet Spott und Hohn, dem bereiten Gottes Hände eine ew'ge Siegeskron'. Kampf und Muth war nicht giebt ihm vom Baum des Lebens, und er kommt nicht in's Gericht, stirbt des Tod's der Seele nicht. 191 wer bin ich, daß du, o Gott, stets meiner dich erbarmst, daß du noch meiner schonst, und mir nicht nach Verdiensten lohnst. Zum Glauben und zum Thun zu schwach, giebt oft mein Herz der Sünde nach. Ich kämpf' o Vater nicht genung den Kampf der ernsten Heiligung. 2. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft der Schritt gethan! wie schnell! mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt! wie nahe gränzt die Missethat an unsers Herzens bösen Rath! wie bald wird Frevel selbst verübt, wenn man erst Schwachheitsfehler liebt! Nacht; entreisse mich der Sünde 3. Vertreib', o Gott, des Irrthums macht! wie glänzet deiner Streiter Schaar, die einst, wie ich, auf Erden war, und die nun, weil sie überwand, den Lohn empfängt aus deiner Hand! sie sind gekrönt! ich noch im Streit: o gieb auch mir Beständigkeit! tes Höh'n, und wenige sind, die 4. Schmal ist der Weg zu Gotihn geh'n! die Pfort' ist eng' und der nur dringt durch sie zu Gott empor, der ringt. Ich lieg' auf weine, laß dein Licht mir leuchten, und und Bater, laß mich dein im Leben und im Tode seyn. Mel. Es wolle Gott uns gnädig seyn. ( Im Choral- und im Melodienbuch für Kurheffen ist zu diesem Liede die achte Zeile wegzulaffen, die vorlegte 5. Der mir in Christo alles gab, Gott! schaue doch auf mich herab! auf mich, der Sünde schnellen Raub, den Himmelserben und den Staub! Note e in der sechsten Zeile aber zweimal zu singen.) erbarm' dich mein, und steh' mir bei, daß würdig 348. Jarmer Sünder, das Christus mir so theu'r erward, als er für mich am Kreuze starb. 6. Ja, du erbarmteft über mich, versöbnter Gott und Vater, dich. Vom Leibe dieses Tod's befreit, führst du mich einst zur Herrlichkeit, wo meine Gott, ewig dafür dankt, daß sie dein Tugend nicht mehr wankt, und dir, Gnadenlohn beglückt, und deiner Sieger Krone schmückt. Von der Heiligung, nicht Schmach, nicht Tod noch Leiden. Ich bin durch Jesu Blut erkauft; ich bin auf seinen Tod getauft. 192 Zweiter Theil. Mel. Mach's mit mir Gott nach.- 26. 349. B ald oder spät des Todes Raub wall' ich noch hier auf Erden, ich Sterblicher, doch dieser Staub soll einst unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ewig's Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Furcht und Zittern soll der Christ nach seinem Heile ringen; verachten, was auf Erden ist, hinauf zu Gott sich schwingen; getrost den Pfad der Trübsal gehn, und standhaft in Versuchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß, noch bin ich in den Schranken; noch nicht am Ziele, doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf dieser kurzen Pilgerschaft. 4. So lang' ich noch ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle; so schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf eb'ner Bahn, durch deinen Geist zu dir hinan. 10. Der uns in Christo alles giebt, Gott, wird mich nicht vernichten! der uns bis in den Tod geliebt, der wird mich einst nicht richten! wenn Erd' und Himmel untergehn, werd' ich zum Leben auferstehn. 11. Nicht Trübsal mehr, nicht Leid noch Schmerz betrübet dort die Seinen, nicht flagen mehr wird unser Herz, nur Freudenthränen weinen; er, der für uns sein Leben gab, er trocknet unsre Thränen ab. 12. Dort schauen wir, und beten an vor seinem Angesichte, und die wir hier im Dunkeln sahn, wir werden dort im Lichte die Wunder seiner Liebe sehn, des Weisen Wege ganz verstehn. 13. Shr, die ihr ihn erhab'ner preis't, ihr Engel, meine Brüder, dann singet mein verklärter Geist in eure Jubellieder; und eurer hohen Harfen Klang ertönt in meinen Lobgesang. 14. Du, der uns dieses Heil erwarb, laß, Jesu, mich's ererben! du, der für seine Menschen starb, laß, Jesu, dir mich sterben! gieb, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sey. 5. Es sey mein Ruhm, dir werth zu seyn, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freu'n, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schutz zu trau'n, und meine Hoffnung, dich zu schau'n. 6. Die freche Thorheit dieser Zeit soll nie mir meinen Glauben, den süßen Trost der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was mir den Tod? Von der Nachahmung des Erlösers. 26. 7. Berzagt und schwach find Fleisch 350. W gabst du mir, mein Mel. Mach's mit mir Gott nach. elch und Blut, und eitel unsre Werke; der Glaub' allein giebt Kraft und Muth, und nur durch Christi Stärke sind wir in Angst und Traurigkeit getrost, und überwinden weit. Heiland, durch dein Leben! sollt' ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? und nicht den Weg, den du betrat'st, auch gehn, und das thun, was du that'st? 8. Was ist die Trübsal dieser Zeit und alles Leid der Erden, Gott, gegen deine Herrlichkeit, die kund an uns soll werden? Wie schnell fliebt dies mein Leben hin! hin, wo ich ewig selig bin! 2. Dein Herz war voller Heiligkeit, so rein, wie deine Lehre; dein Thun, Lieb' und Rechtschaffenheit, dein Endzweck Gottes Ehre: hier schaffst du mir Zufriedenheit, und dort einst ew'ge Seligkeit. 9. Heil mir! ich bin sein Eigenthum! nichts soll mich von ihm scheiden! nicht Wollust, Güter oder Ruhm; - 3. Darum entäußertest du dich, und stiegst vom Himmel nieder, wardst oder dem christlichen Wandel überhaupt. 193 4. Das Böse sucht er alsobald mit Gutem zu vergelten; man hörte, wenn die Welt ihn schalt, ihn niemals wieder schelten; man hört ihn nicht um Rache schrein; er überab es Gott allein: so sey auch du gesinnet! 4. In Knechtsgestalt erschienest du, um uns zu Herrn zu machen; den Kranken gabst du Kraft und Ruh', und warst stark in den Schwachen: du trugst die Leiden mit Geduld, und trugst sie sonder cigne Schuld. 5. Wenn Stolz und Eigenliebe sich, o Seele, bei dir reget! so stärke Jeſu Beispiel dich; dann wirst du nicht beweget. Ach, nimm doch dessen Wort in Acht, und denke, wie er's hat ge5. Du starbst für unsre Missethat. Wer liebt so seine Freunde! erfüllst macht: so sey auch du gesinnet! für uns des Vaters Rath, und bit- he test selbst für Feinde. Du starbst, Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238. gehorsam bis zum Tod, und ehrtest auch im Tode( Hott. Mensch, ein armer Mensch, wie ich; uns Schwache nennst du Brüder, der Bosheit Raub, der Leute Spott, in deinem Wandel gleich wie Gott. 352. Kommt her, Mübfel'ge, kommt zu mir, spricht Gottes Sohn, o kommt, seyd ihr mit Sünden gleich beladen. Wo sucht ihr Trost? Nur Trost und Heil, wird dem, der zu mir kommt, zu Theil, ich heile euren Schaden. 100 2. Wie lange säumet ihr euch noch? Kommt her, und übernehmt mein Joch, und folget meinen Lehren. Seht, wie ich, ganz nach Gottes Sinn, so sanft und so demüthig bin; mich müßt ihr billig hören! 3. Sanft ist mein Joch, leicht meine Last. O! wer sein wahres Glück nicht haßt, wird sich darunter beugen. bei Mel. Es ist das Heil uns kommen. 6. 351. D Seele, haue Jefum an! Hier kannst du recht erkennen, was wahre Demuth mir, und trostreich werd' ich mich gewiß an ihm bezeigen. muth nennen. heißen kann, und was mir Sanft- dir, zeuch mich dir nach, so laufen 4. Nun, Jesu, mich verlangt nach Er stellt sich dir zum Muster dar; wie Jesu Christ gesinnet weiß es, o Herr Jesu Christ, daß wir, dir will ich mich ergeben. Ich war: so sey auch du gesinnet. Heil und Leben. außer dir kein Retter ist, bei dir ist 6. Dies große Beispiel hast du mir zur Richtschnur hinterlassen, daß ich gesinnet sey gleich dir in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich, komm, folge mir, und thu', wie ich. 7. Ich komme, Herr! gieb Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sey, und nicht mich fälschlich nur so nenne: damit ich deinem Beiſpiel treu auch andern selbst ein Beispiel sey. 1 2. Er war der große Gottessohn, ihn ehrten Cherubinen; doch ließ er seinen Himmelsthron, und kam, um uns zu dienen. Er selbst, der Herr der Herrlichkeit, war Menschen woblzuthun bereit: so sey auch du gesinnet! 3. Er sah die ganze Lebenszeit auf seines Vaters Willen, durch Thun und Leiden stets bereit, ihn treulich zu erfüllen. In allem, was er dacht' und that, verehrt er seines Vaters Rath: so sey auch du gesinnet! aus wahrer Demuth jedermann zu 5. Laß mich nun, so wie du gethan, dienen fertig stehen. Laß mich, wie du, sanftmüthig seyn; Beleidigungen gern verzeihn, und Fehler übersehen. 6. Ach, bilde mich nach deinent Sinn, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Joch recht trage. Sprich meiner Seele tröstlich zu, und bringe mich zur wahren Rub', am Ende meiner Tage. 13 194 25) Von der Erkenntniß Gottes. Mel. Ich will, mein Gott, du.- 55. 353. oll sich mein Geist, o Solf Gott, zu dir erheben, und dich zu kennen glücklich sich bestreben, so mußt du selbst, um groß von dir zu denken, die Kraft mir schenken. Mel. Gott werde stets von dir. 72. 2. Laß doch, o Herr, bein Licht 354. Wo find' ich Gott, den D meine Seele vor mich stets erfreuen, und meiner Seele Finsterniß zerstreuen: erleuchte mich, daß mich zu deiner Ehre, dein Glanz verkläre. 3. Was ist im Himmel, Gott, was ist auf Erden, das so, wie du, verdien' erkannt zu werden? Was ist, das meinen Durst nach Glück so stille, als deine Fülle? 4. Dich suchen, ist die edelste der Sorgen: zwar bist du unerforschlich und verborgen; doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht hassen, dich finden lassen. 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Güt' und Stärke; auch hast du selbst, sey hoch dafür gepriesen! uns unterwiesen! 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir getreu, was dü uns lehrst, bewahren, wenn wir, was deine Lehren wirken sollen, uns bessern wollen. 7. Ach, möcht' ich, Gott, aus allen meinen Kräften dich suchen, ruh'n von Sorgen und Geschäften, und mein Gemüth, um mich zu dir zu schwingen, zur Stille bringen! 8. Doch mein Verstand ist unstät, träg', er scheuet der Ueberlegung Müh', und, schnell zerstreuct, sinkt er, wenn ich zu dir gezogen werde, zurück zur Erde. 11. Dann werd' ich immer heller dich erkennen, und täglich mehr von deiner Lieb' entbrennen, dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, dir, Gott, nur leben! 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn vermessen, verführt ihn, seine Grenzen zu vergessen, will mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, von dir erkennen! 10. Ergreife mich und leite meine Seele, daß sie den Weg zum Lichte nicht verfehle, gewähre mir, damit sie nicht ermüde, Ernst, Lust und Friede! allem ewig lieben will? Du, den ich mir zum Trost erwähle, schweig, Herr, zu meinem Wunsch nicht still! wann werd' ich mit dir, größter Freund, noch völliger, als hier vereint? 2. Wie wollt' ich dich, mein Gott, nicht preisen, wenn ich dich sehe, wie du bist! zwar deine Wunder, Herr, beweisen, wie unaussprechlich gut du bist. Wie schimmern sie, doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlichkeit nicht ganz. 3. Ich sehe dich hier nur im Spiegel, und bete dich in Schwachheit an. Ach, hätte meine Seele Flügel, sich dir, mein Schöpfer, mehr zu nah'n! wie würde sie sich deiner freu'n! wie selig, wie verherrlicht seyn! 4. Dürft' ich, am Fuße deines Thrones, mit deinen Engeln dich erhöh'n; könnt' ich im Antlitz deines Sohnes, wie deine Seligen dich sehn: ich, der ich hier kaum stammeln kann, lobsänge dir dann, wie ein Mann. 5. Mir macht zwar jedes deiner Werke mehr, als ich rühmen kann, bekannt. Es zeigt mir deiner Allmacht Stärke, und deinen weisesten Verstand, und deine Huld, die selbst das Lob des Davids noch zu schwach erhob. 6. Du sprichst auch, wie mit einem Kinde, in deinem Wort, o Gott, mit mir. Wie gut, wie zärtlich! doch die Sünde verdunkelt mir dies Licht von dir. Was kann ich wissen, wenn dein Geist nicht selbst von dir mich unterweis't? 7. Doch, wenn in meinen Finsternissen er auch mein blödes Aug' erhellt; was lern' ich, Gott, von dir? Mein Wissen bleibt immer Stückwerk in der Welt. Ich suche dich, und Zweiter Theil. Von forsche nach, und bleibe, dich zu sehn, zu schwach. 8. Und hört' ich nur auf deine Stimme, in deinem Worte, hört' ich nur, wie du verdienest, auf die Stimme der dir lobsingenden Natur! so lernt' ich hier schon, mich allein, Gott, deiner Herrlichkeit zu freu'n. 9. Wie brünstig würd' ich dann dich lieben! mit welchem Eifer würd' ich mich dir, Vater, zu gefallen üben, wie selig wär' ich blos durch dich! nun aber täuschet meinen Geist, gleich Kindern, Tand, wenn er nur gleißt. 10. Welch Elend! Vater, ich empfinde mein Elend! Zeuch mich selbst zu dir! Entkräfte selbst die Macht der Sünde. Dein Geist der Weisheit wohn' in mir! damit ich vor der Täuscherei der Sinnlichkeit gesichert ſey. 11. Gieb, daß der Strahl von deiner Wahrheit mein Leben leite, bis ich dort dich näher seh', und mit mehr Klarheit, als hier, an diesem Prüfungsort. Ich, der ich hier kaum stammeln kann, lobsinge dir dann, wie ein Mann. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 355. Mein Gott, du wohnest kein sterblich Auge dringt! doch giebst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweck ist. 1 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so bilf selbst meinem Forschen fort! Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug' und Herz stets offen seyn. 3. Dein Wort sey mir ein Licht im Glauben, das mich zur wahren Weisheit führt. Laß mir doch keinen Irrthum rauben, was mir ein ewig Heil gebiert. Kein Spöttergeist verführe mich; kein Zweifel sey mir binderlich. 4. Dich kennen ist das ew'ge Leben. Drum hilf mir, Vater, daß ich dich der Erkenntniß Gottes. 195 und den, den du für uns gegeben, hier so erkenne, wie du mich in deinem Wort es selbst gelehrt; bis einst sich meine Einsicht mehrt. 5. Vor allem laß bei mir lebendig, o Höchster, dein Erkenntniß seyn! laß mich darnach dir auch beständig die größte Lieb' und Ehrfurcht weih'n. Gieb, daß ich thu' mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenn's nicht zu deiner Liebe treibt? Was nützt ein aufgeklärt noch böse bleibt? Drum lenke, Herr, Verständniß, wenn doch das Herz auch meinen Sinn durch Wahrheit dir zum Dienste hin. 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden ein Brunnquell wahres Trostes seyn. Laß mich, wenn Leib und Seele scheiden, dann noch im Glauben deiner freu'n. Dort seh' ich dich im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.- 59. 356. Wie selig bin ich, wenn mein zu Gott sich schwingt, und, wenn er Werk vollbringt? 2. Wer gleicht Gott? wer ist so geschmückt mit Herrlichkeit und Licht? Ihr Seraphim! ihr seht entzückt sein göttlich Angesicht. 3. Ein voller Strom von Wollust quillt aus seiner Wissenschaft. Denn er ist selig und erfüllt mit Freuden, was er schafft. 4. Er spricht ein Wort, und schnell umringt den Seligen ein Heer, das selig ist, und ihm lobsingt, das niemand zählt, als er. 5. Auch ich entstand, weil er mich schuf, um ewig froh zu seyn. Heil, Seele, dir! denn dein Beruf ist, Gottes dich zu freu'n. 6. Schon siehst du durch ein dämmernd Licht den Unaussprechlichen! dort wirst du ihn von Angesicht in größ'rer Klarheit sehn. 13* 196 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. dräut, ist sie mein Sonnenschein. Mich können keine Leiden von deiner Liebe scheiden, so groß sie immer seyn. 3. Mit fröhlichem Gemüthe denk' ich an deine Treu': denn, Vater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seb ich nur stets auf dich, wird mir die Arbeit süße, in der ich Schweiß vergieße; du unterstüßest mich. 234. Mel. Nun habe Dank für deine. ie sollt ich dich, mein 357. Wie Gott, nicht lieben? Du hast mich ja zuerst geliebt, und, von Erbarmen angetrieben, den Sohn geschenkt, der Leben giebt. Herr, dics Geschenk zeigt rührend an, wie huldreich du mir zugetban. 2. Von Ewigkeit bast du beschlossen, ich soll dein Kind und Erbe seyn. Und wann ist eine Zeit verflossen, da du mein Gott, mich zu erfreu'n, mir nicht noch weit mehr Gut's gethan, als ich jemals aussprechen kann? 3. Wie sehr, Herr, bist du mir gewogen! du liebtest mich von Anbeginn, und hast mein Herz zu dir gezogen. Bewahre selbst in mir den Sinn, daß dir, voll brünst'ger Dankbarkeit mein ganzes Leben sey geweih't. 4. O welch ein seliges Geschäfte, Herr, deinem Dienst sein Leben weih'n! gieb du mir selber dazu Kräfte, so wird mein Fleiß gesegnet seyn. Ist deine Gnade nur mit mir, so bleib' ich stets, mein Gott, an dir. 5. Führst du mich gleich auf rauhen Wegen, so thust du es zu meinem Heil. Auch unter harten Kreuzesschlägen hab' ich an deiner Hulp doch Theil, und nach vollend'ter Lebensbahn nimmst du mich einst mit Ehren an. sterbe, 6. Dreiche mir, auch wenn ich Dann tröste mich mein künft'ges Erbe! dann führe mich in deine Ruh'. Mit völliger Zufriedenheit lieb' ich dich dann in Ewigkeit. - 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb, und großmuthsvoll mir Armen dein Kindschaftsrecht erwarb. In ihm, Gott, bist du mein. Drum kann ich Hoffnung fassen, du wirst mich nie verlassen, nein, stets mein Helfer seyn. 5. Wie gut ist's, dein gedenken! die Welt mag immerhin ihr Herz auf's Eitle lenken. Wie schlecht ist ihr Gewinn! zu dir halt' ich mich, Gott! dies bringt, auch wenn ich leide, dem Herzen Trost und Freude; dies stärkt mich einst im Tod. 6. Drum will ich an dich denken, so lang' ich denken kann. Wird man in's Grab mich senken, so geh' ich zwar die Bahn, da mein die Welt vergißt. Doch du, Herr, denkst noch meiner, wenn auch auf Erden keiner mein eingedenk mehr ist. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich.- 141. 359. Der du mich als ein mich mit Wohlthun ganz umgiebst, Gott, meiner Seelen Freude! ich bleibe dennoch stets an dir. Was ist, mein Gott, das je mich hier von deiner Liebe scheide? Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierest meinen Lebenslauf, und hilfest meiner Schwachbeit auf. Herr, mein Gott! du bist mein Licht; du bist mein Licht! ich folge dir, so irr' ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Geht's gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang Mel. 3euch ein zu deinen Thoren. 301. n dich, mein Gott, 358. An gedenken, ist Pflicht und Trost für mich. Wenn Sorg' und Gram mich kränken, so sieht mein Aug' auf dich. Dann mindert sich mein Schmerz; dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh' erfüllt mein Herz. 2. Denk' ich an deine Liebe, wie werd' ich dann erfreut! wenn alles um mich trübe, und mir ein Wetter| wohlgelinget. Nach hartem Tritt auf Zweiter Theil. Von der Liebe und Dankbarkeit 2c. 197 rauher Bahn nimmst du mich dort| warte drauf: ich warte drauf: nimm mit Ehren an, wo mich vor deinem mich in deinen Himmel auf! Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Mein Herr! mein Gott! ach voll Begier, ach voll Begier wünsch' ich zu seyn, mein Heil, bei dir. - 3. Mein Sinn ist ganz auf dich gericht't. Hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich auch selbst im Himmel werden. Wär'st du nicht schon auf Erden mein, so möcht' ich nicht auf Erden seyn. Denn nichts ist in der ganzen Welt, das mir so sehr, wie du, gefällt. Mein Herr und Gott! wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel' und Leib verschmachten; dies alles wird, wenn's auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär', mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest doch mein Heil, und meines Herzens Trost und Theil. Denn wahrlich nur durch dich allein kann Leib und Seele selig seyn. Herr, meine Burg! ich hoffe fest, ich hoffe fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht, und auf der Welt dir nicht beharrlich Glauben hält, muß freilich wohl verderben. Er tann, weil er die Lust und Pracht der Erden sich zum Himmel macht, nicht deinen Himmel erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster, mißfällt, kommt nicht zu jener bessern Welt. Nur den, der hier sein Herz dir weibt, ſein Herz dir weiht, nur den führst du zur Herrlichkeit. 6. Drum halt' ich mich getrost zu dir; du aber hältst dich auch zu mir! und das ist meine Freude. Ich sebze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, und zage nicht, auch selbst im tiefsten Leide. Dein Wort, o Höchster, soll allein mein Trost und meine Richtschnur seyn, bis sich einst in der Ewigkeit mein Herz vollkommen detner freu't. Gott meines Heils! ich Mel. D Gott, Vater, ich glaub' an dich. 360. W oblan, mein Herz, sey stets bereit, und zeige deine Dantbarkeit dem Gott, dem du ganz eigen bist; deß liebstes Werk das Wohlihun ist; deß Heil uns überall begegnet; der den verfluchten Sünder segnet. 2. Er denkt bei jedem Augenblick, bei jedem Pulsschlag an mein Glück. Er ist's, in dem ich leb' und bin; durch den ich der Gefahr entrinn': ach, dankend muß ich, Herr, verstummen; wie viel sind deiner Gnade Summen! 3. Dort zeigt sich mir erst eine See, vor der ich ganz erstaunend steh'! ich Erdenklos, ich schnöder Staub! ich Sünder! ich, der Höllen Raub, erfahr' in seinen Liebesarmen sein groß, sein göttliches Erbarmen. 4. D Sünden, die ich je verübt, und er mir väterlich vergiebt: wer zählt euch? seines Geistes Macht hat mich so oft zurecht gebracht, so oft mit mildem Trost erfreuet: sein Wohlthun wird noch stets erneuet. 5. Auch seine Züchtigungen sind für mich eft pflichtvergess'nes Kind Wohlthaten, alles Dankes werth. So wird des Fleisches Kraft verzehrt, der Schlaf verjagt, der Geist entzündet, und Glaub' und Hoffnung fest gegründet. 6. Ich zähle leichter Stern' und Sand, als alle Güter deiner Hand. Der sel'gen Engel hohe Sprach' ist selbst für deinen Ruhm zu schwach. Wie kann es dann mir Wurm gelingen, dein Hallelujah recht zu singen? 198. Zweiter Theil. 7. Doch will ich bringen, was ich kann. Nimm mich dir ganz zum Opfer an. Herz, Muth, Mund, Leib sey dir geweih't zu deiner Ehr' in Ewigkeit. Ich will mich ewig dir verschreiben: du sollst mein, ich will dein verbleiben. - 3. Da rief ich Gottes heil'gen Namen an: ach, Herr, mein Gott, errette und behüte mich doch! gerecht ist Gott, er ist voll Güte, barmherzig, und ein Gott, der helfen kann. Der 116. Psalm. Mel. Mein Bundes- Gott, ach. 324. 361. Wie lieb ist mir's, daß Flehn. Gott zu meinem Schrei'n sein Ohr herab neigt, daß er meine Klagen im Himmel hört: in allen meinen Tagen soll mein Gebet nur ihm geweihet seyn! 2. Schon überall um mich war nichts als Tod, schon hatte mich des Grabes Angst umgeben! kaum schien meinem ben, tief fant ich hin in Traurigkeit 362. Du schenfinder, der u und Noth. Mel. Die Himmel rufen, jeder- 42. Vater Mendu die Liebe selber bist; und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist! laß mich von ganzem Herzen dein, laß mich's mit allen Kräften seyn. 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu seyn mich übe, wie du mir dazu Vorschrift giebst. Was dir gefällt, gefall' auch mir. Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Vertilg' in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt; und gieb, daß ich Verläugnung übe, wenn mir was Eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. schüßt die Frommen, und er hilft auch mir, wenn ich voll Angst und fast verzehrt, mich quäle; zu deiner Ruhe kehre wieder, Seele, denn wie viel Gutes thut der Herr an dir! Von der Liebe 9. Wie köstlich ist vor Gott der Frommen Tod; o Herr, ich bin dein Knecht, von dir erkoren, von deiner Magd zum Knechte dir geboren! aus Banden rissest du mich, Herr, mein Gott! 5. Du machtest mich vom nahen Tode frei, mein Aug' von Thränen, meinen Fuß vom Fallen! ich will vor dir im Land des Lebens wallen; ein Herold deiner Huld und deiner Treu'! 6. Mein Mund bekennet, weil mein Glaube siegt! zwar litt' ich sehr, viel waren meiner Plagen; doch sprach ich auch in meinem größten Zagen: Gott ist wahrhaftig, feder Mensch betrügt. 7. Wie kann ich Gott vergelten, was er that? Unzählig ist die Wohlthat seiner Güte! was bringt ihm nun mein dankerfüllt Gemüthe, ihm der so gnädig mich errettet hat? 8. Ich will den Heilskelch nehmen, ihn erhöh'n, die Wunder rühmen, die an mir geschehen, bezahlen will ich ihm, sein Volk soll's sehen, was ihm mein Herz gelobte bei dem Flehn! 10. Dir opfr' ich Dank; dich will ich stets erhöhn, und preisen, was für Gutes mir gescheben, bezahlen will ich dir, dein Volk soll's sehen, was dir mein Herz gelobte bei dem 11. In Salem, Herr, in deinem Heiligthum, will ich dich loben! durch des Tempels Hallen soll mein Gesang, soll, Gott, mein Dank erschallen, da sing' ich: Hallelujah! dir sey Ruhm. 4. Laß mich, um deines Namens willen, gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh' auf meine Willigkeit, und rechne mir, nach deiner Huld, die Schwachheit, Vater! nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheu'n, laß, Bater, mich behutsam seyn. und Dankbarkeit gegen Gott. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt. Auch Trübsal führt zu ew'gen Freuden. Wer ihre Last gern übernimmt, geduldig trägt, und weislich nützt, wird mächtig von dir unterstützt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben. Dann wird der Tod selbst mein Gewinn, dann werd' ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb' ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. in Mel. Werde munter, mein. 116. ott, mein Vater, deine Liebe weit 363. der Himmel ist. Deines Wohltbuns starke Triebe sind so ewig, als du bist. Deiner Huld Unendlichkeit, Gott, er schöpfet keine Zeit; und wer kann die vielen Proben deiner Güte würdig loben? - 2. Als ich noch der Welt verborgen, in dem Schooß der Mutter lag, wachtest du, für mich zu sorgen, über mich schon jeden Tag. Durch den Beistand deiner Macht bin ich an das Licht gebracht, und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Nie gedenket mein Gemüthe, ohne brünst'ge Dankbegier, jener unverdienten Güte, da du durch die Taufe mir das erhab'ne Recht gewährt, daß ich für dein Kind erklärt, mich des Segens der Erlös'ten voller Zuversicht darf trösten. 199 Stärk' und mehre selbst die Triebe wahrer Dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein eigen seyn; so mich deines Wohlthuns freu'n, daß auch mir auf dieser Erde Wohlthun wahre Freude werde. 5. Gott, du machst's mit uns stets besser, als wir wünschen und verstehn. Deine Güte ist viel größer, als die Kraft, dich zu erhöhn. Schalte gleich so hoch mein Dank, wie der Seraphim Gesang; dennoch würde durch mein Loben deine Huld nicht g'nug erhoben. 6. O, so zeuch durch deine Liebe, Herr, mein ganzes Herz zu dir. 7. Ja, laß jede deiner Gaben recht zu brauchen mich bemüh'n; stets den Zweck vor Augen haben, dazu du sie mir verliehn. Deine Güte reize mich, daß ich immer brünst'ger dich lieb', und deinen heil'gen Willen freudig suche zu erfüllen. 42. Mel. Die Himmel rufen. 364. Mein Herz, ermuntre - des Gottes, der dein Vater ist! bedenke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring' ihm, der stets dein Helfer war, Freuden Ruhm und Ehre dar. mit 2. Herr deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nüßlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott! wie wenig bin ich's werth, daß mir noch Hülfe wiederfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Trost und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen Sør4. In den zarten Jugendfahren gen mit Rettung mir entgegen eilt; warst du meines Lebens Stab; mein| und wenn sie, noch für mich verborBeschirmer in Gefahren. An dir hab' ich bis in's Grab einen Vater, der mich liebt: einen Vater, der mir giebt, was zum wahren Wohl mir nüßzet, einen Vater, der mich schüßzet. gen, nach meinem Wahn zu lang' verweilt, so kommst du, eh' ich's mich verseh'n, mich aus dem Kummer zu erhöh'n. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste, und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn Fluth von Elend auf mich träuft, so siehst du mit Erbarmen drauf, und hemmst allmächtig ihren Lauf. 6. Du bist mein Heil. Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Netter, voll. O, könnt' ich deine große Güte doch so erheben, wie ich 200 Zweiter Theil. Von der Liebe foll! doch meine Kraft reicht nicht mel. Mein Gott, das Herz ich bringe. 59. dahin. Du weißt es, Gott, wie 366. Mein Geiſt erſtaunt, Allschwach ich bin. 7. Und hätt' ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig g'nug von mir besungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch du siehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Redlichkeit; und hörest selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen seyn. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weih'n, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb' im höhern Heiligthum. Pro Mel. Dennoch bleib' ich stets an dir.- 156, 365, bei dem Herrn ist Freud abe deine Lust am Herrn, und Leben; und er wird, denn er giebt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret! Glaube, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Worte kennet. Lust an Gott stärkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Solche Lust beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, bat auch Lust an seinem Widen, suchet ihn durch Wort und That unverdrossen zu erfüllen! und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last: trag geduldig die Beschwerden: wenn du wohl gelitten hast, wird dir ew'ge Freude werden, und du triffst im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. wenn er die Gnaden denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so boch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen, schlief, bestimmtest du für mich das Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, eh' er geboren ist. Und so ward ich, o welch ein Glück! schon als ein Kind ein Christ. 5. Schwach an der Brust, vernahmst du schon, was noch kein Flehen war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. 6. Wenn ich als Jüngling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich höchstliebreich, Herr, dein Nath darauf zurückgeführt. 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Laster, das noch mehr, als sie zu fürchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich mein Leben mir geschenkt: und deine Gnad' erquickte mich, wenn Sunden mich gekränkt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und in der wahren Freundschaft Glück des Lebens Trost mir giebst. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dies Herz, das fühlen kann; dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan. 11. Kein Tag soll froher mir vergehn, als, Höchster, dir zum Preis. Ich will dein hohes Lob erhöhn, so gut ich kann und weiß. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau' ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn krachend einst der Bau der Welt sich aus den Angeln reißt, will ich den preisen, der mich hält, dich, der mich leben heißt. und Dankbarkeit gegen Gott. is 201 14. Dich, der mich bei der Welten| bereitet war; eh' ich zu seyn begonnte, Sturz mit starkem Arm erhob! selbst Ewigkeiten sind zu kurz, o Höchster, für dein Lob! und zu dir rufen konnte, da wogst du schon mein Theil mir dar. 48. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 367. Leben, Gott, der du und bist ein Vater, der verzeibt. ir bank 1 mir's gegeben, ich danke dir dafür! Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier! 2. Du, Herr, hast mich bereitet; mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu' viel zu geringe, mit der du mich bedacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, bast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh' tch 368. 27) Von der Mel. D großer Gott von Macht. du erhab'ner Gott, an Macht unendlich reich! wer ist dir auf der Erd' und wer im Himmel gleich? Vor dir erbebt die Geisterwelt; und was der Himmel in sich bält, muß sich mit tiefem Schweigen vor deinem Throne 5. Du ließ'st mich Gnade finden, und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. O Höchster! welch Erbeugen. 2. Du hast durch deine Kraft den Himmel ausgestreckt; die Erde fest gegründ't, dem Meer sein Ziel gesteckt. dess ich mich freue, lobsinget dir mein 6. Für alle deine Treue, für das, Geist. Er ist dein größt Geschenke; daß ich durch ihn dich denke, ist dein; dein ist's, daß er dich preist. 7. Daß du mein Leben fristest, und mich mit Kraft ausrüstest, dies, Vater, dank ich dir; daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regierest, dies alles, Vater, dank' ich dir. 8. Was mir in diesem Leben noch nüßt, wirst du mir geben; du giebst's, ich hoff' auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich meinen Leib und Seele. Herr, segne und behüte mich! Furcht Gottes. Dein Wort bewegt der Berge Grund, und stürzt sie in des Meeres Schlund. Du sprichst: so fliehn selbst Welten, o Herr, vor deinem Schelten. 3. In deiner Hand sind wir, wie Thon in Töpfers Hand. Was an uns Gutes ist, hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht durch die Vernunft und Schrift dein Necht, willst, daß wir Thun und Denken nach deiner Vorschrift lenken. 4. Erleuchte meinen Geist, o Gott, mit deinem Licht. Dich fürchten, fey mir stets so Seligkeit, als Pflicht. Hilf, daß ich, als dein Unterthan, der niemals dein entbehren kann! bemüht sey, deinen Willen gehorsam zu erfüllen. 5. Laß deine Gegenwart mir stets vor Augen seyn, und auch im Dunkeln mich dein helles Antlig scheu'n. Erinn're mich an dein Gericht, wenn zur Verlegung meiner Pflicht die Luft der Welt zu Zeiten mich Schwachen will verleiten. 202 Zweiter Theil. 6. Doch zünde auch in mir das Licht des Glaubens an, daß ich in Christo dich als Vater lieben kann. Gieb, daß ich frei vom knecht'schen Geist, mit Freuden dir Gehorsam leist', und mich aus reiner Liebe in deinen Wegen übe. 7. Laß, Vater, deine Furcht des Lebens Leitstern seyn, so nimmt kein Irrthum mich zu meinem Schaden ein. Sie mache mich von Heuchelet, von Menschenfurcht und Trägheit frei; so werd' ich im Gewissen die süße Ruh' genießen. Mel. des 26. Psalms. OFE 1 Von der Furcht Gottes. 369. Gott, wer ist dir gleich, wie mächtig ist dein Reich! dein Dräun bewegt der Erde Grund. Willst du zur Strafe ziehen, wer kann vor dir entfliehen? dein Arm wird allenthalben kund. 2. Wo ist der Ort der Welt, der mich verborgen hält? Vor dir liegt alles aufgedeckt; wie sollt' ich dann noch wagen, Gehorsam zu versagen, da deine Gegenwart mich schreckt? 3. Dem, was ich lass und thu', siehst du aufmerksam zu, und bringst es einst vor dein Gericht. Wie sollt' ich dann nicht beben? auch bei dem besten Leben bestehen Adams Kinder nicht. 4. Doch mach' von Heuchelet und Knechtesfurcht mich frei, daß ich dich fürchte als dein Kind, und in der reinen Liebe mich durch den Glauben übe, wozu mich deine Huld verbind't. 5. Ach lenkte bloßer Zwang den ungewissen Gang, wie könnt' ich mich in dir erfreun? Nein, laß mich dir, o Vater, mein Helfer und Berather, mit Willigkeit ergeben seyn. 6. Wer als ein Knecht ihn scheut, und thut, was er gebeut, jedoch von seiner Liebe blos, der kann ihm nicht gefallen! die Liebe macht bei allen, und auch bei Gott, den Menschen groß. 7. Was noch so schwer uns deucht, macht uns die Liebe leicht; sie machet uns dir, Höchster, gleich! sie stilet unsre Herzen, versüßet unsre Schmerzen, und bringt uns in dein ewig Reich. 8. Entzünd' den Trieb in mir, mit Lust zu thun, was dir gefällt, o Gott, mein ewig Heil! dir will ich mich ergeben, dir sterben und dir leben; dir, meines Herzens Trost und Theil. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 1 370. Nor dir, o Gott, sich unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk' in mir durch deinen Geist, die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. In allem, was ich thu' und denke, laß Herr, das meine Weisheit seyn, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheu'n. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier', die mich von dem verdienten Fluch befreit, und stets noch liebreich trug. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit. Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, und nur um deine Gunst bemüh'n. 6. Gieb, daß ich stets ein gut Gewissen vor dir zu haben sorgsam sey; und mache von den Hindernissen der Zweiter Theil.- Von dem Vertrauen auf Gott zc. 203 Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleih'n, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Denk' nur, vor seinem Angeficht ist Finsterniß, wie Mittagslicht. 5. Den Herren öffentlich verehren, sowohl, als in der Einsamkeit; auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was er gebeut: auch das lehrt dich die Furcht des Herrn; auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läst dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst: die Furcht des Herren wird dich stärken, daß du die Welt verachten lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächt'gen scheuen, giebt Heldenmuth und Tapferkeit, wenn uns der Menschen stolzes Dräuen, was Gott mißfällt, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so beb' ich vor den Menschen nicht. wahren Tugend selbst mich frei. Nie störe Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln, und überall, auch wo ich bin, nach deiner Vorschrift redlich handeln. Du hasfest heuchlerischen Sinn. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich einst sterben, so schreckt mich weder Tod noch Grab; so werd' ich jenes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott! deine Furcht bringt Segen ein. Ihr Lohn wird groß im Himmel seyn. tishm Mel. Gott werde stets von dir erhoben.- 72. Millst du der Weisheit 371. Wilt Quelle tennen? Es ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist weis' und klug zu nennen, der alle feine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern' Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit! so wirst du nie dich unterwinden mit thörichter Verwegenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wun- regieren, derbar, doch heilig ist. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich mich stets auf dich, den Höchsten, sebn! laß sie mich zu der 3. Wirst du den Höchsten kindlich Weisheit führen: so werd' ich niescheuen, so wird dir keine Pflicht zur mals irre gehn. Wohl dem, der sich Last: nur das wirst du vor ihm bereuen, stets kindlich scheut: dich fürchten, daß du sie oft versäumet hast. Wer Gott, ist Seligkeit. 28) Von dem Vertrauen auf Gott, und der Ergebung in seinen Willen. Der 11. Psalm. 3. Wenn meiner Wohlfahrt Feinde sagen: nun, nun ist er zu Fall gebracht! so werd' ich dennoch nicht verMel. Die Himmel rühmen Gottes. 46. 372. Voll Glauben will ich zagen, denn Gott lebt noch mit ſeiner o zu vor deinem Angesicht! dann kann kein Feind mich untertreten, dann beb' ich, Gott, vor Menschen nicht! 2. Und wenn sie mir, um mich zu fällen, und meines Falles sich zu freun, noch so verborgne Nege stellen, so will ich doch nicht zaghaft seyn. 1 4. Gott ist im Himmel, doch auf Erde schaust du herab vom Himmel, Gott! und siehst, wenn ich gedränget werde, siehst meinen Jammer, meine Noth. 5. Du kennst und liebest den Gerechten, befreist ihn gern von jeder Last; 204 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, hilfst, wenn sie flehen, deinen Knechten, Mel. Gott werde stets von dir. 72. und der Dein Hort ist Gott, 6. Weh' dem, der den Gerechten 374. ihn laß ich walten. spottet! Gott schaut im Zorn den Frevler an! er wird mit Wettern ausgerottet von dem, der ewig tödten kann! Ich hoff' auf ihn! er kennet mich. Ihm fehlt's, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich! ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 2. Was quäl' ich mich? Bin ich ein Heide, der obné Gott und Hoffnung ist? Herr, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, Mel. Was Gott tout, das ist. 267. 373. Auf dich, Herr, nicht auf stärke mich, denn nichts vermag ich ohne dich. meinen Rath, will ich mein Glücke bauen, und dir, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Du, der die Welt allmächtig hält, wirst mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; wir flehn; ihm bricht sein Vaterherz. 4. Die Lieb' ist Gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jefum Christ? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhab'ner Trost, der nimmer trügt, und jeden Zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner, und bin stille, wie bald verstreicht die Prüfungszeit, dann nehm' ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugefaget hat! 7. Denn der gerechte Nichter liebet der Heiligen Gerechtigkeit; und hilft dem, der, was recht ist, übet, wenn auch die ganze Welt ihm dräut! - 2. Du sahest schon von Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde, bestimmteſt meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Du, Herr, weißt, was mein Herz begehrt, und hättest, was ich bitte, mir gnädig, eb' ich bat, gewährt, wenn's deine Weisheit litte. Du forgst für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, dein Wille, Herr, geschebe. - 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst Mel. Was Gott thut, das ist. 267. was widrige Geſchick, bei deffen Last 375. Dverficht, mein einz ger Herr wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott. Auf sein Gebot wird seine Secle stille. Ihm g'nügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertrau'n? du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schau'n, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That! mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läss'st du es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer deinen Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 16. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden? Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden? Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern. Seyd fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. - 3. Noch nie hat sich, wer Gott geliebt, verlassen sehen müssen: du läss'st ihn, wenn ihn Noth umgiebt, doch deinen Trost genießen. Des From e und der Ergebung in seinen Willen. 205 men Herz wird frei von Schmerz. hab' ich nicht auf dich gehofft, als Der Sünder eitles Dichten, pflegst ich wohl hoffen sollen. Mein Gott, du, Herr, zu zernichten. wie groß ist meine Schuld! an dir hab' ich durch Ungeduld vielfältig mich verfündigt. 4. Drum hoff', o Seele, hoff' auf Gott. Der Thoren Trost verschwindet; wenn der Gerechte in der Noth das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht sind, die zu Menschen fliehn; verflucht, wer von Gott weichet! dein Heiland starb: er, er erwarb, auf seinem Todeshügel, dir deines Glaubens Siegel. 6. Sey unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er er wiegt die Schmerzen, und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht. Auf dich hofft meine Seele. Tu weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlfeyn und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sey du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. 4. Erbarmender! vergieb es mir, nach deiner großen Güte! und stärke zum Vertrau'n zu dir mein schüchternes Gemüthe. Gieb, daß ich freudig hoff' auf dich, du werdest nie, als Vater, mich verlassen, noch versäumen. dein Wort belehret, daß deine Hand der Frommen Noth in Freude einst verkehret, und daß ich alles, was mich kränkt, auf dich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuversicht soll werfen. 2. So will ich denn auch auf dein Wort der Sorgen mich entschütten. Erhöre du, mein Fels, mein Hort, mein kindlich Flehn und Bitten. Gieb meiner Seele wahre Ruh'. Was mich bekümmert, lenke du zu meinem ew'gen Besten. 3. Der Sorgen Macht hat freilich oft mich übermeistern wollen. So 5. Seh' ich auch gleich nicht immerfort zur Hülfe Wege offen; so laß mich dennoch, Herr, mein Hort, auf deine Rettung hoffen. Du bleibst doch immer groß an Rath, und immer mächtig auch an That, mein Bestes zu besorgen. 6. Dies sey mein Trost, dies sey mein Licht, wenn mich die Sorgen kränken. Erfüllst du meine Wünsche nicht, so laß mich gläubig denken, daß mir's nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so fügst du stets das Beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir auf's Reichlichste ersetzen; wenn ew'ge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergößen. Da ist mein Erb' und höchstes Gut. O stärke mir dadurch den Muth bis an mein selig Ende. Der 62. Psalm. Mel, Wunder- Gott, der alles.- 54. 377. Dein Geist soll nun in Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich.-119. 376. ihm in u hast, mein Vater und seinem Schutze, ruhig seyn. Ich stehe dieser Gott mein Held, so tob' und stürme nur die Welt; ihr Anfall soll mir doch nichts schaden. 2. Wie lange beut'st du, roher Hauf, Verläumdung, List und Bosheit auf, um einen Mann zu übermögen? ihr Frevler eilt mit aller Macht, wie eine Wand, die hängt und kracht, nur eurem Fall und Tod entgegen. 3. Umsonst sucht dem, den Gottes Hand zu einem hohen Ehrenstand bestimmt, der Neider nachzustellen. Da spart ihr keine Tücke nicht. Ihr 206 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, segnet mich in's Angesicht, und flucht| den dich um mich zur Mauer machst. mir gleichwohl in der Seelen. Laß mich auf dein Wort stets hoffen, das noch immer eingetroffen. Gott, wer deinem Wort nicht traut, hat auf leichten Sand gebaut. 4. Laß mich fest im Glauben werden, daß dein Wort wahrhaftig sey: o, so werd' ich hier auf Erden von so mancher Unruh' frei. Dann werd' ich, mein Gott, mit Flehen, stets auf deine Hülfe sehen; dann wächst meine Zuversicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. 5. Vater, meine Hoffnung gründet sich auf deines Sohnes Tod. Meine Seele sucht und findet darin großen Trost in Noth. Ja, sein siegreich Auferstehen läßt mich zu dem Leben gehen, das kein traurig Ende nimmt, wo mir ew'ges Heil bestimmt. 6. Muß ich gleich noch hier auf Erden, Gott, vor dir ein Pilgrim seyn; wirst du doch von den Beschwerden dieser Zeit mich einst befrei'n. O, erwünschte fel'ge Stunden! ewig aller Noth entbunden, werd' ich dich, mein Heiland, sehn, und zu deiner Freude gehn. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, Herr, meine Zuversicht! bis das alles eingetroffen, was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Lebens, harrt der Glaube nie vergebens. Was wir glauben, schauen wir einst gewiß, o Herr, - 4. Da ruht mein Herz in Gott allein; der wird schon mein Erlöser seyn, und meine Sehnsucht bald vergnügen. Er ist der eine, der mich stüßt, und wider alle Feinde schützt. Wie sollt' ich stets darnieder liegen? 5. Mein Schuß und Sieg in aller Noth, mein Truß und Ruhm bis in den Tod, der Herr erquicket mein Gemüthe. Drum schütte vor ihm Jacobs Haus das Herz nur immer gläubig aus, und gründe sich auf seine Güte. 6. Wer auf der Menschen Hülfe baut, und auf der Großen Schutz vertraut, der wird in seinem Wahn betrogen. Ihr ganzes Wesen weit und breit ist eitler noch, als Eitelkeit, und wird von nichts auch überwogen. 7. Verlaffet euch auf Frevel nicht, und seyd auf keinen Raub erpicht! vergeht euch nicht nach Eitelkeiten! und kommet ihr zu Geld und Gut, so laßt euch nicht zu Uebermuth, noch schnödem Geize je verleiten. 8. Mich lehrte Gott einmal ein Wort; das hör' ich, deucht mich immerfort: er sey der Herr im höchsten Throne, der Richter, dessen Macht und Treu' der Unschuld Hülf' und Rath verleih', und jedem nach Verdienste lohne. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 378. Gott der Wahrheit! desſen bei dir. Treue Hoffnung 33. stüßt und hält, ich erkenn' es voller Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen. Neue, daß mich Kleinmuth oft befällt. 379. D er ew'ge Gott und Ach, mein Herz hängt noch an Dingen, die doch keinen Trost mir bringen. O wie oft vergeh' ich mich, ängstlich zweifelnd, wider dich. höchste Vater von allem, was da Kinder heißt, die Lebensquell', der Weltberather, den unser Glaub' als Schöpfer preis't, der dieſe Welt aus seinen Schäßen blos durch sein Wort hat aufgestellt, und der nach seinen weisen Sägen Zeit, Maas, Gewicht und Ordnung hält: 2. Der hat sein Herz zu mir geneiget in seinem vielgeliebten Sohn, den er von Ewigkeit gezeuget, und der nun herrscht auf Gottes Chron, um dessen Willen will er heißen mein Vater und mein Bundesgott, auch 2. Gott, vergieb mir diese Sünde! nimm die Strafe von mir hin. Schenke, Vater, deinem Kinde einen dir ergebnen Sinn, der von dir nur Hülfe heischet, den nicht falsche Hoffnung täuschet, die das Herz auf's Eitle zieht, und wie leichter Rauch entflieht. 3. Laß mich Gram und Sorgen meiden, weil du für mich sorgst und wachst, und bei allem Druck der Lei- und der Ergebung in seinen Willen., 207 väterlich sich mir erweisen in aller ist: die Zukunft ändert oft sehr viel, Leibs- und Seelennoth. und setzet jeglichem sein Ziel. 3. Sollt' ich nun nicht dem Vater trauen? sollt ich nicht, wann mich Unglück trifft, voll Zuversicht auf's Ende schauen, da seine Zucht viel Gutes stift't? ich will es thun von ganzer Seelen, mein Herz sey ganz auf ihn gericht't, so kann mein Hoffen mir nicht fehlen, denn ihm fehlt Macht und Wille nicht. 4. O wie so wohl geschieht der Seelen in dieses ew'gen Vaters Schooß! ach laß mich dich allein erwählen, reiß mich von allem andern los: laß mich mit starken Liebesfeilen zu dir stets angezogen seyn; so stellt dein Kind sich ohn' Verweilen, bei dir, mein Gott und Vater, ein. Mel. Wer nur den lieben Gott. 380. Wer er nur den lieben läßt walten, und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit: wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Web und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halt' in frommer Ehrfurcht stille, und warte, bei sich selbst vergnügt, wie Gottes Gnad' und heil'ger Wille und sein' Allwissenheit es fügt: Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die wahren Freudenstunden, weiß, wenn ein Glück uns nüßlich sey; und wenn er uns bewährt erfunden, aufrichtig, ohne Heuchelei: so kommt Gott, eh' wir's uns versehn, und läsfest uns viel Gut's geschehn. 5. Denk' nicht in deiner Drangfalshiße, daß dich dein treuer Gott vergißt, und daß der ihm im Schooße sige, der reich und groß und mächtig - 7. - 6. Was sind vor Gott der Menschen Sachen? sein starker Arm vermag sogleich den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; wie leicht ist es bei dem gethan, der bald erhöhn bald stürzen kann! 7. Sing', bet' und geh' auf Gottes Wegen, verrichte deine Pflicht getreu, trau' ihm und seinem reichen Segen, so wird er bei dir werden neu: denn wer nur seine Zuversicht auf Gott seßt, den verläßt er nicht. 381.- ohl dem Menschen, der von Herzen, alles, was ihn überfällt, in des Höchsten Hände stellt, der nicht mit vergeb'nen Schmerzen seines Unglücks trübe Nacht trüber macht. 2. Denn es ist doch nur vergebens, daß ein Mensch, der sterblich ist, immer sich mit Sorgen frißt; weil der Stifter unsers Lebens, alles, wie es muß geschehn, vorgesehn. 3. Wenn der Himmel dich will segnen, so empört die Erde sich nur vergeblich wider dich; soll was Widrig's dir begegnen, wirst du ihm, durch Widerstehn, nicht entgehn. 4. Geht dein zeitlich Heil zurücke, werde nicht so sehr bewegt: der für alles Sorge trägt, dieser sorgt auch für dein Glücke; deine Stunde kommt ja wohl, wenn sie soll. 5. Ist dir mancher überlegen, der es nicht verdienet hat; glaube, Gottes dunkler Pfad ist gar weit von unsern Wegen, und es ist doch alles gut, was er thut. 6. Hast du Angst vor bösen Leuten; ihre Bosheit, die dich kränkt, ist mit Gottes Macht umschränkt; will dich 208 Zweiter Theil. Noth und Tod bestreiten; waffnet Erd' und Hülle sich wider dich. - Von dem Vertrauen auf Gott," 7. Wisse: wen die Allmacht schüßzet, den erschlägt kein Donnerknall, ob der dicken Wolken Fall gleich mit Flamm' und Keilen bliget; ja ob gleich die ganze Welt bricht und fällt. 8. Führ' dein Leben nur mit Freuden, warte von des Höchsten Hand, was er dir hat zuerkannt, schicke dich, auch das zu leiden: schweige gern zu allem still, was Gott will. 9. Gott weiß alles wohl zu machen! darum wer sich steif und fest auf des Höchsten Huld verläßt, und sich gern in allen Sachen unter seinen Willen biegt, lebt vergnügt. Der 138. Psalm. Mel. Die Himmel rufen. 42. 382. Janke iron ganzem Herr, vor aller Welt. Dein Name lindert meine Schmerzen; wenn mich dein Tempel in sich hält, so preis' ich deine Güt' und Treu' und wie dein Name herrlich sey! 2. Ruf' ich dich an, so wollst du hören, und neue Kräfte mir verleih'n! dich müssen alle Fürsten ehren, und deinem Wort gehorsam seyn! und allenthalben mach' ihr Mund die Größe deiner Ehre kund. - 3. Der Herr ist hoch; allein er fiehet auf's Niedrige, und hält's in Hut. Nichts ist, das seinem Blick entfliehet! auch nicht des Stolzen Uebermuth. Wenn mich die Angst mit Haufen drückt, so werd' ich doch durch ihn erquickt. 4. Es mag der Zorn der Feinde wüthen: doch reicht der Herr mir seine Hand; sein rechter Arm wird mich behüten, und enden meinen Jammerstand. Herr, deine Huld bleibt für und für; vollende nur dein Werk in mir! Mel. Uch Herr, mich armen Sünder.-67. 383. Chrif alles was fränket, befiehl ge trost dem Herrn. Er, der die Himmel lenket, ist auch von dir nicht fern. Erwach' aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich! er siehet deinen Kummer, und liebt noch väterlich. 2. Sind's Sünden, die dich schmerzen? ja, fühle deine Schuld, doch Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe trau' mit ganzem Herzen auf deines führet die Reu', die Gott gefällt. Allein den Tod gebieret die Traurigkeit der Welt. 3. Trau' Gott, nicht deinen Schlüssen, die Wahl des Besten zu. Sprich, wer wird's besser wissen, dein Schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, in jedem Augenblick. Was er, dein Bater, wählet, das dient zu deinem Glück! 4. Der Gott, auf dessen Segen, dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen gut. Und was er ſeinen Kindern zu ihrem Heil ersah, kann kein Erschaffner hindern. Wenn er gebeut, steht's da. sonst empört sie sich, wenn er dich 5. Es mag die Hölle wüthen! umwill behüten; und er behütet dich! wer gleicht ihm? seinen Winken geMuth nicht sinken, dein Schirm und horchen Erd' und Meer. Laß deinen Schild ist er. 6. Gott zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern auch deinem Wunsch gewähren. Sey stille vor dem Herrn! er ist ein Hort der Frommen, hoff' unverzagt auf ihn, denn seine Zeit wird kommen, und deine Wohlfahrt blüh'n. 7. Ergieb dich ihm mit Freuden, sey stark in seiner Kraft. Sey auch zur Zeit der Leiden ein Christ und tugendhaft. Und dann ergreif' im Glauben den Trost der Ewigkeit! wer kann dir diesen rauben, der allen Gram zerstreut? 8. Sey froh; dein Gott regieret! sein Rath ist wunderbar. Einst wirst du überführet, daß er der beste war. der erbarmt sich nicht; der Herr hat mein vergessen! doch höre, was er spricht: o und der Ergebung in seinen Willen. 9. Ist auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt? denk' an dies Wort und weine die Freudenthrän', o Christ! und könnt sie ihn vergessen! will ich doch deiner nicht, ich deiner nie vergessen, der Herr ist's, der es spricht. D 10. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, und wiss', daß seine Güte dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer Weile dich destomehr erfreu'n. Zu deinem größern Heile verzieht er; harre sein. 11. Wohl dir alsdann, du Treuer! wie groß ist einst dein Lohn! dein Richter, dein Befreier reicht dir die Siegeskron'; auf kurze Prüfungstage folgt ew'ger Preis und Dant. Dann schweiget jede Klage und wird ein Lobgesang. Mel. Gott werde stets von dir. 72. 384. Herr err, mache meine Seele stille! bei allem, was mich kränkt und drückt, geschieht doch einzig nur dein Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bist's, der alles ändern kann! und was du thust, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauhsten Wegen führst du uns zur Glückseligkeit. Selbst Trübsal bringt dem ew'gen Segen, der dir sein ganzes Herze weiht. Ihr Ausgang wird doch herrlich seyn, sieht's gleich der blöde Geist nicht ein. 1 3. Drum laß mich stille seyn und hoffen, wenn du mir Prüfungen bestimmt. Dein Vaterherz steht dem doch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nützt, verborgen. Wer hat's je ganz genau erkannt. Wie oft sind unsre Wünsch' und Sorgen voll Thorheit und voll Unverstand! wer kann, was seinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz übersebn? 5. Nur du, du kennst und wählst das Beste. O Vater, mache selbst mein Herz in dieser Ueberzeugung feste: so ehr' ich auch im größten Schmerz dich 209 noch mit der Gelassenheit; was mein Gott will, gescheh' allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut, denn einmal führst du doch die Frommen zur völligen Zufriedenheit. Und dann wird jedem offenbar, daß, Gott, dein Nath der beste war. 7. Dann wird von allen meinen Plagen der ew'ge Nußen mich erfreun; dann wird mein Herz statt aller Klagen, voll von dem Dank und Lobe seyn: der Herr, der für mein Heil gewacht, hat alles wohl mit mir gemacht! Mel. Jesu, meine Freude. 89. 385. Seele, fey zufrieden! was dir Gott beschieden, das ist alles gut; treib' aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen; fasse frischen Muth! ist die Noth dein täglich Brot; mußt du weinen mehr als lachen; Gott wird's doch wohl machen. 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Gedränge, was die Wahrheit liebt; will man deinen Glauben von dem Herzen rauben; sey drum unbetrübt! stellt man dir viel Elend für; drohen der Verfolger Rachen; Gott wird's doch wohl machen. 3. Scheint der Himmel trübe; fällt der Menschen Liebe immer mehr dahin; droht ein hart Geschicke alle Augenblicke dem erschrocknen Sinn; nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen: Gott wird's doch wohl machen. 4. Ungeduld und Grämen kann von uns nichts nehmen; macht nur größern Schmerz; wer sich widersetzet, wird nur mehr verlezzet; drum Ge duld, mein Herz! aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Laft dich Schwachen; Gott wird's doch wohl machen. 5. Wer ein Christ will heißen, muß sich auch besleißen, alles auszustehn: mag bei Ungewittern Erd' und Himmel zittern, ja zu Grunde gehn; der steht fest, den Gott nicht läßt; drum laß alle Wetter krachen: Gott wird's doch wohl machen. join 14 210 Zweiter Theil.- Von dem Vertrauen auf Gott, 6. Kronen soll der tragen, der des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt: fröhlich ausgehalten, und Gott lassen walten, das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele! für, alles Unglück zu verlachen: Gott wird's doch wohl machen. Der 31. Psalm. 82. Mel. Alle Menschen müssen sterben. err! dir trau' auf Mel. Aus tiefer Noth schrei' tch. - 119. 386. der Erde weiß ich tei- 387. Der Herr ist meines Lemir nen Freund, als dich. Damit ich nie schamroth werde, rette, du Gerechter, mich! neige mir dein Ohr und eile schnell daher zu meinem Heile, sey mir, wenn das Unglück dräut, Fels und Burg und Sicherheit. vor Unglück grauen? Er ist's, der Rath und Hülfe schafft, ihm soll mein Herz vertrauen. Er schützt mich! Meiner Feinde Heer, ihr stolzer Troß, nichts schreckt mich mehr, hab' ich ihn nur zum Freunde. 2. Ja, du bist mein Fels, Erretter! meine feste sichre Stadt, welche mich in jedem Wetter liebreich auf genommen hat. Eile, deines Namens wegen, mich zu führen, mir entgegen; reiß' der Feinde Neß entzwei! steh' mir, meine Stärke, bei! -- 7. Liebt den Herrn, ihr seine Kin der! die ihm trau'n, bewahret Gott, schrecklich rächt er stolzer Sünder frechen Uebermuth und Spott. Keinem, der ihn liebt, wird's fehlen darum stärket eure Seelen, und die ihr zur Zuversicht ihn erwählt habt, zittert nicht! 000 3. Meine Stärke, dir befehle, dir in deine Vaterhand übergeb' ich meine Seele, zu bewahren, wie ein Pfand. Du beschirmst mich, Gott der Treue, und ich hasse, Herr, und scheue jeden, der die Lügen liebt, Eitelkeit und Frevel übt. 4. Dir vertrauet mein Gemüthe, fröhlich sing' ich und entzückt jauchz' ich über deine Güte, daß auf mich dein Auge blickt; daß, wenn alle mich verlassen, mich tausend Feinde hassen, du auf meine Schmerzen siehst, du mich nicht verkennst, noch fliehst; 5. Daß du, standhaft deinem Freunde, wenn du, Prüfer, mich betrübst, nicht gefesselt in der Feinde bosheitsvolle Hand mich giebst; daß für meine müden Füße, damit ich nicht straucheln müsse, deine wundervolle Kraft einen weiten Raum verschafft. 6. Preis sey deiner Huld und Liebe, die in einer festen Stadt, damit ich beschirmet bliebe, treu sich mir erwiefen hat! angstvoll nannt ich mich verstoßen, und dein Auge mir verschlossen; doch, als meine Stimme schrie, und dir rief, vernahmst du sie. Aus dem 27. Psalm. 2. Empöre dich, ohnmächt'ge Welt, mein Geist wird nicht erschrecken. Gott wird in seinem heil'gen Zelt, zur bösen Zeit mich decken. Sein Rath für mich ist Wohlergehn. Er wird mit Segen mich erhöh'n zum Heile der Erlösten. 3. Ja, Vater! neige mir dein Ohr, wenn Höll' und Welt mir fluchen. Mein Herz hält dein Gebot mir vor: ihr sollt mein Antlitz suchen. Ich eile, Herr, getrost zu dir. Verbirg dein Antlig nicht vor mir, und laß dich gnädig finden. 4. Verlaß mich nicht, o Gott, mein Heil, wenn Menschen mich verlassen. Nimm du mich auf, und sey mein Theil, und beff're, die mich hassen. Herr! nimm du mich zu Gnaden an, und lehre mich, auf richt'ger Bahn in deiner Furcht zu wandeln. 5. Den Feinden übergieb mich nicht, die mich voll Frevel schmähen; so werd' ich einst dein Angesicht im Land des Lebens seben. Sey froh! harr' unverzagt des Herrn, mein Herz! denn er, der Herr, hilft gern. Er ist der Arm des Schwachen. -8. Mel. D Gott, du frommer Gott. hilft Gott, 388. Cer beret unser Fleben; wir dürfen stets getroft zu seinem Throne gehen; wenn wir in Demuth ihm nur 1 und der Ergebung in seinen Willen. 211 nung blickt? ein Herz, das ihm vertrauet, und gläubig auf ihn bauet, wird doch zuletzt erquickt. 5. Ach, wenn wir nur bedächten, wie treulich er es meint! er sorgt unser für die Gerechten, und bleibet stets chte ihr Freund. Sieht's gleich gefährlich us, kann er sie doch nicht hassen, der in der Unruh' lassen: er reißt ndlich d'raus. klagen unsre Noth; so werden wir erhört, so hilft uns unser Gott. 2. Es hilft uns unser Gott, der alles weiß und siehet; dem auch das Innerste des Herzens nicht er iehet. Ja, alles, was u sehnlich's Flehn, schon von Ewigk 3. Es hilft alles wohl vol Weiseste zu a herrlicher Ver ein, was oder schädli 4. Es hil Macht besitze ist; wohl un ist unser Leid mancherlei; g die Allmacht ste 5. Es hilft unser Sammer fr mend Herz auf der aller Güte vo ist; und von dem durch Christum fließt. Den erbar lenket; ebe selber eil auf uns Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren.- 301. as hilft's, daß ich mich 389. W quäle? Was fränket mich ein Leid? Entreiß' dich, meine Seele, doch aller Traurigkeit! Gott machet alles wohl: er wird's auch ferner fügen, wie dir es zum Vergnügen und Besten dienen soll. 2. Du wirst doch nichts gewinnen, wirst du gleich Tag und Nacht mit Furcht und Sorgen sinnen, wie dir's noch gehen mag. Bei Gott besteht's allein: laß seine Hand dich führen; die wird dich so regieren, wie dir's wird nüßlich seyn. 3. Was dich will niederschlagen, was dich zur Erde biegt, was dir mit Angst und Klagen in den Gedanken liegt, das wirf in seinen Schooß: vertrau' auf seine Güte, und mach' dich, mein Gemüthe, von allem Kummer los. 4. Er wird mich wohl versorgen, und besser, als man denkt. Wer weiß, wie nah' der Morgen, der mir den Segen schenkt, auf den die Hoff-| So fall' ich denn mit Freuden ottes Arme hin. Nichts kann von ihm scheiden, weil ich sein bin. Er bleibt auf ewig mein, bird mir alles geben, was meiStand und Leben wird gut und ag seyn. Mel. Erhabner Gott, was reicht.- 16. 390. Serr, mein Gott, durch den ich bin und lebe, gieb, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen heil'gen Willen mein, und was du thust, mir eine Freude seyn! 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb' und Stärke! Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke! was zag' ich denn noch einen Augenblick? Du bist mein Gott! dein Wille ist mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Wohl, du wogst mir auch mein Leid, und was du schickst, ist meine Seligkeit. 4. Gefällt es dir: so müsse keine Plage sich zu mir nab'n; gieb mir zufried'ne Tage. Allein vermehret es mein ewig Heil: so bleibe du nur selbst mein Trost, mein Theil. 5. Du giebst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine eigne Schuld; so zag' ich nicht. Du giebst dabei Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein kindlich Fleh'n, mir dennoch bald und mächtig Hülf erseh'n. 14* 210 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, -p 6. Kronen soll der tragen, der des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt: fröhlich ausgehalten, und Gott lassen walten, das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele! für, alles Unglück zu verlachen: Gott wird's doch wohl machen. 7. Liebt den Herrn, ihr seine Kinder! die ihm trau'n, bewahret Gott, schrecklich rächt er stolzer Sünder frechen Uebermuth und Spott. Keinem, der ihn liebt, wird's fehlen darum stärket eure Seelen, und die thr zur Zuversicht ihn erwählt habt, zittert nicht! BESTS Der 31. Psalm. Aus dem 27. Psalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. err! trau' auf Mel. Aus tiefer Noth schrei' tch.- 119. 386. Hver Erde weiß ich tet: 387. Der Herr ist meines Le nen Freund, als dich. Damit ich nie schamroth werde, rette, du Gerechter, mich! neige mir dein Ohr und eile schnell daher zu meinem Heile, fe mir, wenn das Unglück dräut und Burg und Sicherheit. Kraft. mir vor Unglück grauen? Er ist's, der Rath und Hülfe schafft, ihm soll mein Er schützt mich! Feinde Heer, ihr stolzer Troß, nehr, hab' ich ihn trauen. hreck 2. Ja, du bist mein Fels ter! meine feste sichre Stad mich in jedem Wetter lieb genommen hat. Eile, dein wegen, mich zu führen, m reiß' der Feinde Neß entzw meine Stärke, bei! 3. Meine Stärke, d in deine Vaterhand übe Seele, zu bewahren, Du beschirmst mich, und ich hasse, Herr, der die Lügen lieb Frevel übt. und 4. Dir vertrauet mein Gemüthe, fröhlich sing' ich und entzückt jauchz' ich über deine Güte, daß auf mich dein Auge blickt; daß, wenn alle mich verlassen, wenn mich tausend Feinde hassen, du auf meine Schmerzen siehst, du mich nicht verkennst, noch fliehst; 5. Daß du, standhaft deinem Freunde, wenn du, Prüfer, mich betrübst, nicht gefesselt in der Feinde bosheitsvolle Hand mich giebst; daß für meine müden Füße, damit ich nicht straucheln müsse, deine wundervolle Kraft einen weiten Raum verschafft. 6. Preis sey deiner Huld und Liebe, die in einer festen Stadt, damit ich beschirmet bliebe, treu sich mir erwiefen hat! angstvoll nannt' ich mich 388. Ser böret unser Flehen; Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. hilft Gott, verstoßen, und dein Auge mir verschlossen; doch, als meine Stimme wir dürfen stets getrost zu seinem Throne schrie, und dir rief, vernahmst du sie. I gehen; wenn wir in Demuth ihm nur mächt'ge Welt, cht erschrecken. heil'gen Zelt, n. Sein Nath Er wird ergehn. erhöh'n zum Heile ! neige mir dein Ohr, und Welt mir fluchen. hält dein Gebot mir vor: mein Antlig suchen. Ich eile, Herr, getrost zu dir. Verbirg dein Antlig nicht vor mir, und laß dich gnädig finden. #I 4. Verlaß mich nicht, o Gott, mein Heil, wenn Menschen mich verlassen. Nimm du mich auf, und sey mein Theil, und bess're, die mich hassen. Herr! nimm du mich zu Gnaden an, und lehre mich, auf richt'ger Bahn in deiner Furcht zu wandeln. 5. Den Feinden übergieb mich nicht, die mich voll Frevel schmähen; so werd' ich einst dein Angesicht im Land des Lebens sehen. Sey froh! harr' unverzagt des Herrn, mein Herz! denn er, der Herr, hilft gern. Er ist der Urm des Schwachen. und der Ergebung in seinen Willen. klagen unsre Noth; so werden wir erhört, so hilft uns unser Gott. 2. Es hilft uns unser Gott, der alles weiß und siehet; dem auch das Innerste des Herzens nicht entfliehet. Ja, alles, was uns fehlt, und unser sehnlich's Flehn, das hat der Höchste schon von Ewigkeit gesehn. 3. Es hilft uns unser Gott, der alles wohl vollführet; und auf das Weiseste zu aller Zeit regieret; sein Herrlicher Verstand sieht es am besten ein, was uns wahrhaftig kann gut oder schädlich seyn. 4. Es hilft uns unser Gott, der alle Macht besitzet, dem nichts unmöglich ist; wohl uns, daß er uns schüßet! ist unser Leiden gleich sehr groß und mancherlei; getrost und unverzagt! die Allmacht steht uns bei. 5. Es hilft uns unser Gott, den unser Jammer kränket; der sein erbarmend Herz auf unsre Bitte lenket; der aller Güte voll, die Liebe selber ist; und von dem alles Heil auf uns durch Christum fließt. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren.- 301. 389. Was hilft's, daß ich mich quäle? Was fränket mich ein Leid? Entreiß' dich, meine Seele, doch aller Traurigkeit! Gott machet alles wohl: er wird's auch ferner fügen, wie dir es zum Vergnügen und Besten dienen soll. 2. Du wirst doch nichts gewinnen, wirst du gleich Tag und Nacht mit Furcht und Sorgen sinnen, wie dir's noch gehen mag. Bei Gott besteht's allein: laß seine Hand dich führen; die wird dich so regieren, wie dir's wird nüßlich seyn. 3. Was dich will niederschlagen, was dich zur Erde biegt, was dir mit Angst und Klagen in den Gedanken liegt, das wirf in seinen Schooß: vertrau' auf seine Güte, und mach' dich, mein Gemüthe, von allem Kummer los. 4. Er wird mich wohl versorgen, und besser, als man denkt. Wer weiß, wie nah' der Morgen, der mir den Segen schenkt, auf den die Hoff211 nung blickt? ein Herz, das ihm vertrauet, und gläubig auf ihn bauet, wird doch zuletzt erquickt. 5. Ach, wenn wir nur bedächten, wie treulich er es meint! er sorgt für die Gerechten, und bleibet stets ihr Freund. Sieht's gleich gefährlich aus, kann er sie doch nicht haffen, noch in der Unruh' lassen: er reißt sie endlich d'raus. 6. So fall' ich denn mit Freuden in Gottes Arme hin. Nichts kann mich von ihm scheiden, weil ich sein eigen bin. Er bleibt auf ewig mein, und wird mir alles geben, was meinem Stand und Leben wird gut und selig seyn. Mel. Erhabner Gott, was reicht.- 16. 390. Herr, mein Gott, durch den ich bin und lebe, gieb, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen heil'gen Willen mein, und was du thust, mir eine Freude seyn! 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb' und Stärke! Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke! was zag' ich denn noch einen Augenblick? Du bist mein Gott! dein Wille ist mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Wohl, du wogst mir auch mein Leid, und was du schickst, ist meine Seligkeit. 4. Gefällt es dir: so müsse keine Plage sich zu mir nab'n; gieb mir zufried'ne Tage. Allein vermehret es mein ewig Heil: so bleibe du nur selbst mein Trost, mein Theil. 5. Du giebst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine eigne Schuld; so zag' ich nicht. Du giebst dabei Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein kindlich Fleh'n, mir dennoch bald und mächtig Hülf erseh'n. 14* 212 Zweiter Theil. 7. Vielleicht muß ich nach Tagen sterben. Herr, wie du willst! soll ich den Himmel erben, und dieser ist im wahren Glauben mein, wie kann der Tod mir alsdann schrecklich seyn? - Von dem Vertrauen auf Gott, wenig| Muthe singen: o Herr, durch den ich immerfort vollkommen überwinde, du bist mein Heiland und mein Hort, auf welchen ich mich gründe. 2. Du machest meinen Gang gewiß vor des Verfolgers Stricke; und treibst die Macht der Finsterniß beschämt von mir zurücke. Ich biete Trop mit deinem Wort den stärksten Feindesschaaren: denn mich bedeckt an jedem Ort dein Flügel vor Gefahren. 3. Durch dich kann ich mit Zuversicht das Graun der Nacht bestegen. Mir droh'n die Pfeil' und schaden nicht, die an dem Tage fliegen. Die Seuche, die am Mittag würgt, kann ich unschädlich nennen; die sich zur Mitternacht verbirgt, wird mich nicht Mel. Wunder- Gott, der alles.- 54. 391. Mas grämst du dich, mein blödes Herz? Verbanne Sorgen, Furcht und Schmerz! befiehl dich Gott! der wird's wohl fügen: er wird dir zeigen in der That, wie er dich führt nach seinem Rath, durch dunkle Wege zum Vergnügen. 2. Gedenke, daß er alles weiß! was nur geschieht, ist sein Geheiß: wer kann doch seinen Willen hindern? Kein Engel, Fürstenthum, noch Tod, kein Hohes, Tiefes, keine Noth kann in dem Rath nur etwas mindern. 3. Die Gnade Gottes wird bestehn! sein Bund wird nimmermehr vergehn: auf Jesu Tod ist er errichtet. Wenn schon ein Menschenkind betrügt; ſo denke doch, daß Gott nicht lügt, der sich durch einen Eid verpflichtet. 4. Wohl dem, der in den Gnadenbund, als Bundsgenoß, mit Herz und Mund den großen Herrn aufrichtig ehret; und wohlthut nur aus Dankbarkeit, als Glied an Jesu sich erfreut, wenn auch der Nächste sich bekehret! 5. Wohl dir, o Christ, du hast es gut! wer, Gott ergeben, willig thut, was Glaub' und Liebesregel wollen, dem schadet weder Feind noch Leid; weil ihm zum Heil der Ewigkeit auch Leid und Feinde dienen sollen. 6. Nun denn! ist dir der Weg bewußt, so hab' am Herren deine Lust: du magst dich ihm wohl frei ergeben. Sey gutes Muths! er lebt in dir. Ein solch Gewissen ist schon hier, im Vorschmack, jenes Freudenleben. tödten können. 4. Wenn mir zur Linken tausend, auch noch mehr zur Rechten sterben; so wird ihr gifterfüllter Hauch mich dennoch nicht verderben. Ich seh' nur, wie die Sünder mir zur Lehre dienen müssen, wenn sie für ihre Bosheit hier schon so erschrecklich büßen. 5. Ich fliehe dir alleine zu, wenn alle Teufel toben; so bin ich in getroster Ruh', o Höchster, aufgehoben. So darf kein Uebel und kein Neid mich jemals überziehen; und alle Plagen müssen weit von meiner Hütte fliehen. 6. Du ordnest deiner Engel Wacht zu meinen beiden Seiten, daß sie mich sorgsam Tag und Nacht behüten und begleiten. Sie tragen mich, sie stehn mir bei, und bieten mir die Hände, daß ja mir nichts im Wege sey, wohin ich mich nur wende. tein Feind bezwingen. Er kann, bei seiner Allmacht Hut, mit frohem 7. Auch Löwen tret' ich unter mich auf meinen sichern Pfaden; zertret'ne Nattern krümmen sich und können mir nicht schaden. Der junge Löwe brüllt nach Raub; sollt' er mich furchtsam machen? Onein, ich tret' ihn in den Staub, tret' auf den Kopf des Drachen. Der 91. Psalm. 8. Du läsfest mich, sobald ich fleh', dein kräftig's Ja verspüren. Du bist mit mir in Noth und Weh', und hilfst mir triumphiren; und wirst mir, bin Mel. Als Jesus jegund sterben wollt'.- 222. er unter Gottes Schat392. den mag des der Ehren, wie mir dein Wort verheißen hat, die Seligkeit bescheeren. Ho und der Ergebung Aus dem 146. Psalm. Mel. Gott des Himmels und der.- 32. 1 393. uf mein Geist, dem Herrn zu singen, der uns alles Gutes giebt! ihm will ich ein Danklied bringen; er hilft jedem, der ihn liebt, und wer sich auf ihn verläßt, dessen Hoffnung stehet fest. 2. Menschen ruft die Menschenkinder nicht um Hülf' und Beistand an! troßt nicht auf die Macht der Sünder, die sich selbst nicht helfen kann. Fürsten sind nur Asch' und Staub, und, wie wir, des Todes Raub. 3. O so lehnt euch nicht auf Stüßen, die der Tod so bald zerbricht: Gott allein kann euch beschützen; er hält stets, was er verspricht. Wohl dem, der auf ihn nur schaut, und sich ihm ganz anvertraut. 4. Unsers Gottes Macht und Güte währet bis in Ewigkeit, und sein väterlich Gemüthe ist zur Hülfe stets bereit. Suchet nur sein Angesicht; es verläßt die Seinen nicht. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. 394. Wagen, und in der as soll ich ängstlich Noth verzagen? der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlseyn feble. Genug zum Trost, mein Herz, für dich! 1 2. Was nüßt es, beidnisch sorgen, und jeden neuen Morgen mit neuem Kummer sehn? du, Bater, meiner Tage, weißt, eh' ich dir's noch sage, mein Leid und auch mein Wohlergehn. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben, und dich, mein Vater, lieben; denn du verläss'st die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleidest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur! weißt alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur! 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die mich verborgen in meinem Geiste nagt, werf ich auf dich, den in seinen Willen. 213 Treuen, du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe sehnen, so klag' ich dir's, dein Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele. Du hörst, du hilfst, du segnest gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größ'res Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt; du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen nie so, wie sie es meinen; nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan; kann ich doch deß mich trösten: du nimmst mich, mich Erlös'ten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort, bei der Frommen Schaaren, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing' ich dir mit Freuden, nach überstand'nen gebührt. Leiden, den Dank, der deiner Huld Mel. Von Gott will ich nicht laffen.- 56, on Gott ich nicht 395. Vlaffen, mein Gott kam mir zuvor, da auf unsichern Straßen ich irrend mich verlor. Wie hülfreich fand ich ihn, am Abend, wie am Morgen mich huldreich zu versorgen, ist nun sein ganz Bemühn. 2. Der Menschen Gunst verkehret sich wohl in Haß und Neid; des Höchsten Er hilft aus aller Noth; in Ketten Freundschaft währet in alle Ewigkeit. und in Banden wird nicht sein Freund zu Schanden; er hilft selbst aus dem Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen auch in dem schwersten Leid! stets will ich auf ihn schauen: er hilft zur rechten Zeit. Dem Herrscher aller Welt will ich in meinem Leben mich ganz zum Schuß ergeben; er thu', was ihm gefällt. 214 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 4. Und ihm kann nichts gefallen, als| nie fehlet mir mein täglich Brot. was mir nüßlich ist, gut meint er's Ist's gleich nicht viel, doch danke ich; mit uns allen. Und du, Herr Jesu er segnet es, und sorgt für mich. Christ! wie laut spricht nicht dein Blut: daß er mein Heil bedenket! der uns den Sohn geschenket, versaget uns kein Gut. --5. Lobt den mit Herz und Munde, der alles mit ihm schenkt. O selig ist die Stunde, darin man sein gedenkt! ihr habt, dazu gewöhnt, den Himmel schon auf Erden! wie froh müßt ihr einst werden, wenn dort sein Lob ertönt. 6. Die Welt wird zwar vergehen mit ihrer Herrlichkeit; doch uns wird Gott erhöhen, uns, die sein Lob erfreut. Wird gleich den Leib der Tod im Grabe tief verscharren, er steht nach kurzem Harren bald auf, und jauchzet Gott. 7. So schweig' ich denn und dulde das mir bestimmte Leid, das ich so oft verschulde. O jene Seligkeit macht mich schon freudenvoll! o Heil, das sonder Ende, weil ich zu Gott mich wende, mir wiederfahren soll! Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 396. Gott forgt für mich), was will 5. Gott sorgt für mich und für die Meinen, wie sehr wir auch verlassen sind. Er läßt uns seinen Trost erschetnen, wenn mancher Anschlag uns zerrinnt. Geht es den Meinen kümmerlich, und mir auch selbst: Gott sorgt für mich. 6. Gott sorgt für mich in meinem Leiden, das Kreuz, das er mir auferlegt, verwechselt sich gar bald in Freuden. Und wenn Gott gleich die Seinen schlägt, so schlägt er doch nur väterlich, zu unserm Wohl, und sorgt für mich. 3. Gott sorgt für mich, nach Seel' und Leibe. Sein Wort ist's, das die Seele nährt, und wenn ich mein Berufswerk treibe, wird für den Leib mir Brot gewährt. Wohl dem, der ihm nur festiglich vertraut, und glaubt: Gott sorgt für mich. 4. Gott sorgt für mich bei theuern Zeiten; auch in der größten Hungersnoth kann er mir einen Tisch bereiten, 7. Gott sorgt für mich in meinem Alter: da hebt und trägt mich, der mich liebt. Denn immer bleibt er mein Erhalter, der mir in Schwachheit Stärke giebt. Wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: Gott sorgt für mich. 8. Gott sorgt für mich auch in dem Sterben; der Tod ist mir ein süßer Schlaf. In Christo setzt er mich zum Erben, da mich sonst Fluch und Rache traf. Drum nimmt er meinen Geist zu sich in seine Ruh': Gott sorgt für mich. 9. Gott forget für mich selbst im Grabe, dem Leibe gönnt er da die Ruh', und wenn ich ausgeschlafen habe, so führt er mich dem Himmel zu; und Leib' und Seel' verein'gen sich; und singen froh: Gott sorgt für mich. ist mein Vater, ich sein Kind. Er sorgt für heut', er sorgt für morgen; so, daß ich täglich Spuren find', wie Gott die Seinen väterlich versorgt und schüßt. Gott sorgt für mich. Aus dem 77. Psalm. 2. Gott sorgt für mich, ihm will ich trauen. Ich weiß gewiß, was mir gebricht, werd' ich in meinen Händen schauen, so bald er nur sein Mel. Heil'ger Geist, du Himmelslehrer.- 201. Machtwort spricht. Drum bin jezt und ewiglich gar wohl versorgt. 397. Meine Stimme ruft zur Gott wo ter wohnt; ich flehe in der Angstzeit, Gott, zu dir! und du neigst dein Ohr zu mir. Sehnlich streckt sich meine Rechte unermüdet durch die Nächte, Herr, zu dir im Fleh'n empor, hält mein Leid dir ringend vor! 2. Mein Geist, fühllos Trost zu fassen, wollte sich nicht trösten lassen. Ein Gedanke, Gott, an dich, sonst mein Leben, schreckte mich! meiner Seele Selbstgespräche stürzten sie in und der Ergebung in seinen Willen. 215 1 größ're Schwäche. Und die Augen| Zebaoth? Er nur zeigt durch Wunhieltest du, daß sie wachten ohne Ruh'! 3. Ich war ohne Maas zerschlagen! mir gebrach auch Kraft, zu klagen. Endlich lenkt' ich meinen Sinn auf entflohne Zeiten hin; mein Geist senkte seine Blicke in Jahrhunderte zurücke. Meinen Liedern sann ich nach nächtlich, forschte, dacht' und sprach: derwerke allen Völkern seine Stärke. Mächtig machte seine Treu' Jacobs, Josephs Kinder frei. 7. Als du wider ihre Hasser anzogst, sah'n dich, Gott, die Wasser; ängstlich sah'n die Wasser dich, und die Tief entsetzte sich. Dicke, volle Wolken gossen Fluthen, und die Donner schossen deine Flammenpfeil' umher, und dein Himmel zürnte sehr! 4. Kann Gott ewig mich verstoßen? bleibt mir seine Gunst verschlossen? hört denn der wohlthät'ge Lauf seiner Güte gänzlich auf? ist, was er versprach, vollendet? hat sein Herz sich so gewendet, daß sein Mitleid Gott vergißt, daß sein Zorn es ganz verschließt? 8. Um und um aus deinem Size brüllten Donner strahlten Blitze furchtbar und verschlangen ganz die bestürzte Welt im Glanz. In der Wetter Ungestüme wurde deiner Donner Stimme tief der Erde Innerm kund; und es bebte selbst ihr Grund. 5. Doch ich sprach: ich muß das leiden, Gottes Rechte wird's entscheiden! schau', mein Herz, die Wunder an, die vor Alters Gott gethan! ja, ich denk' an deine Werke, die Beweise deiner Stärke, ich betrachte deine Macht, alles, was sie schon vollbracht. 9. Dein Weg war in Oceanen, in den Meeren schusst du Bahnen; doch dein Tritt ward nicht erkannt, und du führtest durch die Hand Mosis, Arons, deiner Knechte, dein Volk, Ssraels Geschlechte, einer Heerde Schafe gleich, hin in dein verheiss'nes Reich. 6. Heilig sind, Gott, deine Wege; wer ist, der sie tadeln möge? wer ist groß, wie unser Gott, wie Jehovah 29) Vom Mel. Gott werde stets von dir erh. 72. 398. Dein Heil, mein Geist, nicht zu verscherzen, sey wach und nüchtern zum Gebet. Ein kindlich Fleh'n aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein' in Demuth, oft und gern, mit Dank und Flehen vor dem Herrn. 1 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! du, Herr des Himmels und der Erden, brauchst freilich keines Menschen Fleh'n. Du weißt die Sorge, die uns plagt, auch eh' noch unser Herz dir's flagt. 3. Doch sprichst du: bittet, daß ihr nehmet! der Bitten Frucht ist einzig mein. Wer sich der Pflicht zu beten der sich, Gott, Freund zu seyn, und stößt das angebot'ne Glück muthwillig selbst von sich zurück. " Gebet. 4. Sein Heil von dir, o Gott, begehren, ist wahrlich keine schwere Pflicht. Des Herzens Wünsche dir erflären, wie stärkt das unsre Seele nicht zu dem Vertrau'n, daß du uns liebst und uns gern, was uns nüßet, giebst! 5. Was kann zum Fleiß in guten Werken uns kräftiger den Muth erhöhn, was mehr in Leidensstunden stärken, als wenn wir flehend auf dich sehn? o Vater, unsre Seelenruh' nimmt durch Gebet beständig zu. 6. Sein Wort ist immer Ja und Amen. Wer gläubig bittet, der empfäht. Drum laß auch mich in Jesu Namen, oft vor dich kommen mit Gebct. Nie sey mir diese Pflicht zur Last, die du zum Heil geboten haſt. 7. 399. K Bergnügen, mein Geiſt, betend vor Gottes Angesicht! nie müsse TrägMel. Wer nur den lieben Gott. dein 1 216 Zweiter Theil. Vom Gebet. beit dich besiegen im Abtrag dieser| dein Feind. Solch Bitten, das aus fel'gen Pflicht. O übe sie zu Gottes Preis, und deinem Heil mit treuem Fleiß. Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 2. Bet' oft, doch mit aufricht'ger Seelen. Gott sieht auf's Herz; Gott ist ein Geist. Wie können dir die Worte fehlen, wofern das Herz dich beten heißt? Der Glaub' an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 3. Wer das, was uns zum Frieden dienet, von Herzen sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erfühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell die Treu', die er Gott schwur, vergißt, der spottet seiner nur. 1 10. Bet' oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheu'n, an Lieb' und Eifer nicht erkalten, und reich an guten Werken seyn. Denn Muth und Kraft und Seelenruh sagst du, Gott, dem, der bittet, zu. 11. Dies reize mich, vor dich zu treten mit Lob und Dank, mit Wunsch und Flehn. Doch meine Fehler bei dem Beten wollst du, mein Vater, übersehn; weil mich, der dir zur Rechten sißt, durch seine Fürsprach' unterstützt. 4. Bet' oft zu Gott, und schmeck Mel. Nun habe Dank für deine.- 234. in Freuden, wie freundlich er, bein 400. Von dir kommt jede gute Gabe! nur Bet' und, fühl' im Leiden, wie göttlich er dein Leid verfüßt. Gott hört's, Gott ist's, der Hülfe schafft. Er giebt den Müden Trost und Kraft. du, mein Gott, kannst mich allein mit allem, was ich nöthig habe zu meinem wahren Wohl, erfreun. Mein Leben und mein Glück beruht allein auch dich, du höchstes Gut. 5. Bet' oft und heiter im Gemüthe, schau' dich an seinen Wundern satt. Schau' auf den Ernst, schau' auf die Güte, womit er dich geleitet hat. Er trägt dich lieblich mit Geduld; erkenn' und preise seine Huld. 6. Bet oft, durchschau' mit frohem Muthe die herzliche Barmherzigkeit deß, der mit seinem theuern Blute die Sünderwelt vom Fluch befreit; und eigne dir zu deiner Ruh' und Heiligung fein Opfer zu. 7. Bet oft, Gott wohnt an jeder Stätte; in keiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit vielen bete, so find' ich eb'r bei Gott Gehör. Ist nur dein Wunsch gerecht und gut, so sey gewiß, daß Gott ihn thut. 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zu erhöhn. Wie eifrig war mein Heiland nicht in Uebung dieser sel'gen Pflicht. 9. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glieder; ein Glied davon ist auch 2. Umsonst ist alle meine Mühe, wenn sie dein Segen, Herr, nicht krönt. Was ich auch noch so ängstlich fliehe, wird doch von mir nicht abgelehnt, wenn vor dem Uebel, das mich schreckt, dein mächt'ger Schuß mich nicht bedeckt. 3. Wie sollt' ich denn nicht von dir bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? vor dir, o Gott, sein Herz ausschütten, wenn Noth und Kummer uns beschwert, besänftigt unsrer Seele Schmerz, und öffnet deinem Trost mein Herz. 4. Sollt' ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, wenn mich ein wahres Glück erfreut? dir, Allerhöchster, dir lobsingen, ist gut, ist für uns Seligkeit, und flößt uns neuen Eifer ein, in deinem Dienste treu zu seyn. 5. Du hörst es, Gott, mit Wohlgefallen, wenn deine Kinder zu dir flehn; verschmähest nicht ihr schwaches Lallen, wenn sie lobsingend dich erhöhn. Du ehrst den wieder, der dich ehrt, und hörest den, der dich, Gott, hört. Zweiter Theil. 6. Mit Segen uns zu überschütten, bist du, o Vater, stets bereit. Was wir nach deinem Willen bitten, giebst du uns aus Barmherzigkeit. Und wer dir dankt, dem strómest du beständig neuen Segen zu. 7. So will ich denn zu deinem Throne oft im Gebet mich kindlich nah'n. Nimm, Vater, nimm in deinem Sohne Mel. Höchst erwünschtes Seelenieben.- 320. efu, meiner Seelen Mel. Nun danket alle Gott. 9. der Andacht Opfer gnädig an. Dein 402. Wohl auf, mein Herz! regiere dich, betend, würdig preis't. Vom Gebet. 217 6. Herr, wenn mich nach Leib und Seele mancherlei Bedürfniß drückt, und ich's betend dir befehle, so laß mich, der Noth entrückt, Hülfe, Rettung, Trost und Nath bald erfahren und nie wanken, und wenn Gott erhöret bat, ihm mit frohem Herzen danken. und meinem Gott mein versöhnender Vertreter! wie kann ich sonst meine Noth vor sein heilig Angesicht mit Gebet und Flehen bringen? wenn mich nicht dein Blut beschüßt, wird mir kein Gebet gelingen. - 2. Gottes Gnade, Gottes Gaben sind wohl unsers Dankes werth. Was wir schon empfangen haben, was noch unser Herz begehrt; alles heißet uns zu Gott mit gebeugtem Herzen treten; beider, Seel' und Leibesnoth, lehrt uns seufzen, fleh'n und beten. 401. vor Gott zu bringen! laß Seufzer und Gebet zu ihm gen Himmel dringen! weil Gott dich beten heißt, und du durch seinen Sohn ganz freudig treten - 2. Dein Vater ist's, der dir befohlen hat, zu beten; dein Heiland ist's, der dir versprach, dich zu vertreten; der werthe Tröster flößt den Trieb zum Beten ein; drum muß dein Seufzen auch gewiß erhöret ſeyn. 3. Da sichst du Gottes Herz; das kann dir nichts versagen. Sein Wort, sein treues Wort vertreibt ja alles Zagen. Was dir unmöglich dünkt, kann seine Vaterhand noch geben, die von dir schon so viel Noth gewandt. 4. Komm nur, komm freudig her in Jesu Christi Namen! sprich: lieber Bater, hilf! ich bin dein Kind; sprich: Amen! ich weiß, es wird geschehn; dein Herz verläßt mich nicht: du weißt, du willst, du kannst! thu', was dein Wort verspricht. 3. Doch nicht g'nug ist's, daß wir beten, Gott schenkt denen seine Gunst, die nach rechter Weise beten. Jesu! lehr' uns diese Kunst, daß wir vor dem Gnadenthron zu dem wahren Gott nur flehen, und auf dich, o Gottessohn, wenn wir beten, gläubig sehen. herr, wenn wir jetzt beten wol- 403. len, wissen wir gar oftmals nicht, was und wie wir beten sollen. Doch, du weißt, was uns gebricht! Wenn der Mund nicht sprechen kann, wenn wir nicht mehr können beten, so laß deinen Geist alsdann uns mit Seufzern noch vertreten. 5. Wirk' selbst in uns das Vertrauen, daß des Vaters Ohr uns hört, und, ohn' auf Verdienst zu schauen, unser Bitten uns gewährt. Du hast unsre Schuld verfühnt, und Gott will, um deinetwillen, so, wie du es uns verdient, frommer Beter Wunsch erfüllen. Mel. Gott, mache du mich selbst.- 17. Vater, Gott! daß mir, wie einem Kinde, verstattet wird, in aller Noth, wie groß auch meine Sünde, mein Herz, vor deinem Gnadenthron, in Einfalt auszuschütten; das machet dein geliebter Sohn: der heißt mich freudig bitten, und findlich dir zu nähen. 2. O Liebe, weil an meiner Statt dein Sohn für meine Sünden gebüßet und bezahlet hat, so kann ich Gnade finden. Dein Sohn bezeugt, es stehe mir dein Herz und Himmel offen; ich könne rufend, Herr, zu dir getrost Erhörung hoffen; du seyst mein treuer Vater! 218 Zweiter Theil. 3. O angenehmer Vaternam'! jetzt komm' ich armer Sünder, der sonst voll Zweifel zu dir kam, getrost, wie liebe Kinder. Ich weiß, mein Flehen rühret dich, weil du mich zärtlich liebest. Du wirst, weil du den Sohn für mich, und mir zum Heiland giebest, mit ihm mir alles schenken. 4. O fester Grund der Freudigkeit! in meinen Missethaten kommt mir der Unschuld reines Kleid, das Jesus schenkt, zu statten. Er spricht: ich bete selbst mit dir; mein Geist soll dich vertreten; mein redend Blut soll für und für dem Klopfen, Suchen, Beten, Gewicht und Nachdruck geben. 5. So fasse dich, mein blöder Geiſt! ich hab' in Jesu Wunden zu Gott, der nun mein Vater heißt, den offnen Weg gefunden. Es dringet, durch den Geist, mein Ach! hin durch des Himmels Pforte! ihm lall' ich: Abba, Vater! nach, er lehret mich die Worte; er heiligt die Gedanken. 6. O reicher Trost! Gott kann und will mein Antlig nicht beschämen. Ich darf aus Jesu Gnadenfüll' im Glauben alles nehmen. Mein frohes Beten stüzet sich auf drei sehr feste Gründe: der Vater drohen lieber mich; sein Sohn tilgt meine Sünde; sein Geist wohnt mir im Herzen. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich.-119. 404. Gott, es fehlt uns Kraft dich würdig zu verehren. Wir wissen so zu beten nicht, daß du uns kannst erbören. Drum geuß, wie uns dein Wort verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad' und des Gebetes. Vom Gebet. fallen hat, weil sich auch unser Herz dir naht, und nicht blos unsre Lippen. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns gläubig richten, mit Andacht beten für und für, ohn' fremdes Thun und Dichten. Gieb uns des Glaubens Zuversicht, so zweifeln wir in Christo nicht, die Bitte zu erhalten. 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maaß im Beten dir vorschreiben, anhalten ohne Unterlaß, bei dem allein auch bleiben, was uns dein Wille bitten lehrt, was deinen großen Namen ehrt, und unser Wohl befördert. 6. Laß uns im Herzen und Geauf deine nie erschöpfte Güt' laß einzig müth auf unser Werk nicht bauen; uns vertrauen. Und sind wir auch nicht dessen werth; so sey doch unser Flehn erhört von dir, aus lauter Gnade. --uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, daran mein Herz Ge7. Du, Vater! weißt, was uns gebricht, so lange wir hier leben. Verborgen ist dir gleichfalls nicht, wenn wir in Nöthen schweben. Wir, deine Kinder, flehn dich an; wir sind gewiß, daß uns nicht kann dein Vaterherz verlassen. 8. Wir haben ja die Freudigkeit in Jesu Christ empfangen: der Gnadenstuhl ist da bereit, die Hülfe zu erlangen. Laß heil'ge Händ' uns immer hier aufheben, Vater, und zu dir in wahrer Inbrunst schreien. 9. Dein Nam', o Gott, geheiligt werd', dein Reich laß uns erfreuen; hier dein gieb Frieden, Brot, Gedeihen; all' unsre Sünden uns verzeih'; steh' uns in der Versuchung bei; erlös' uns von dem Bösen. 10. Dies alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen, erhör' und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen: denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. 2. Der nehm' sich unsrer Schwachheit an, uns kräftig zu vertreten, so oft wir deinem Thron uns nah'n, zu danken und zu beten; und unser Flehn zu dir, o Herr, sey nie ein frostiges Geplärr; es sey ein Flehn des Herzens. Mel. Ach Gott vom Himmel. 215. 3. Zeuch unser Herz zu dir hinauf 405. Mit Seufzen klag' ich im Beten im dir, mein Gott! - gern wollt' ich eifrig beten, und, drückt mich meiner Sünden Noth, voll Glau Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 219 ben zu dir treten: gern brächt' ich, lieber| Herzen, das dich so oft beleidigt hat; Vater! dir im Geist und Wahrheit mit weil Luft und Andacht keine Statt in Begier die Opfer meiner Lippen. meiner Seele findet. 2. Allein mein Herz, ach Gott und Herr! kann sich nicht recht erheben. Zum Guten oft zu kalt und schwer bleibt es am Eiteln kleben. Träg' ist oft, leider, Sinn und Muth, und oft muß ich mein Fleisch und Blut zur Andacht mühsam zwingen. - 3. Umsonst fass' ich oft den Entschluß. Die Welt sammt ihren Kindern sucht, meinem Herzen zum Verdruß, am Beten mich zu hindern. Und fleht mein seufzend Herz zu dir, bringt sie zu meiner Kränkung, mir viel Eitles in's Gemüthe. for felta. 4. Dies, Herr mein Gott, dies kränkt mich sehr, und ich denk' oft mit Schmerzen, als wär' dein guter Geist nicht mehr in meinem trägen| empor zu schwingen. 30) Gebetlieder. Das Gebet des Herrn. Allgemeine Mel. Vater unser im Himmelreich).- 120. 406. Bater! groß im Himmelreich; wir stehen jetzt vor dir zugleich, vereint durch deinen lieben Sohn, auf sein Geheiß vor deinem Thron: laut singet vor dir unser Mund; hilf, daß es geh' von Herzensgrund. 5. Ach, leider! Vater, hab' ich dich nicht allezeit gehöret, wenn du in deinem Worte mich erweckt, gerührt, gelehret. Doch schone, handle nicht mit mir, wehmüthig fleh' ich, Gott, zu dir, wie ich verdienet habe. 6. Ich will binfort Nachlässigkeit und alle Trägheit meiden. O mache du mein Herz bereit, vom Eiteln mich zu scheiden. Laß es dich hören und allein auf's Himmlische gerichtet seyn. Gieb du mir Kraft und Stärke. 7. Gott, laß den Eifer des Gebets ja nie in mir erkalten! der Andacht Feuer wollst du stets durch deine Kraft erhalten. Den Hindernissen wehre du, und setze meine Seel' in Ruh', sich frei 2. Dein Name müss' uns heilig seyn; erhalte dein Wort bei uns rein, damit, wie du selbst heilig bist, auch unser Wandel heilig ist. Bewahr', was deinen Namen nennt; bekehre, was ihn noch nicht kennt. 3. Dein Neich erschein' in dieser Zeit, und vollends in der Ewigkeit. Steh' uns mit deinem Geiste bei, mach' uns von fremder Knechtschaft frei; zerbrich des Satans Macht und Wuth; nimm deine Kirch' in deine Hut. 4. Dein Will' gescheh' auf Erden schon, wie er geschieht vor deinem Thron. Mach' uns, o Gott, in Freud' und Leid zu dem, was dir gefällt, bereit, und wehre allem Gebetlieder. Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut' unser täglich Brot; du kennst am besten unsre Noth. Hilf uns! entferne Krieg und Streit, Pest, Seuchen, Dürr' und theure Zeit. Laß bei uns Heil und Frieden blüh'n und laß uns Geiz und Sorgen flieh'n. 6. Vergieb uns gnädig unsre Schuld; und trage, Herr, mit uns Geduld, durch dich erweckt, verzeihn wir gern auch allen unsern Schuldigern; und sollten wir nicht gern verzeihn, um deiner Huld uns zu erfreun? 7. Führ' uns nicht in Versuchung. Sey, Herr, unser Schild, und steh' uns bet, und hilf mit deiner starken Hand; durch dich nur thun wir Widerstand: laß uns zuletzt als Sieger stehn, und deiner Gnade Ruhm erhöhn. 8. Mach' uns von allem Uebel los. Ach, unsre Schwachheit ist sehr groß! o tröste du uns in der Noth; verleih' uns einen sel'gen Tod. Herr, ende glücklich unsern Lauf; nimm uns in deinen Himmel auf. 220 Zweiter Theil. entrenn - Allgemeine Gebetlieder. 9. Das Reich, die Herrlichkeit iſt bein, Pater, allezeit, bleibt ewiglich dein Eigenthum: erhör' uns, Herr; es ist dein Ruhm: im Namen Jesu flehn wir nun; du kannst, du willst, du wirst es thun! 10. So sey es: Amen! Herr, erhör'! Stärk unsern Glauben immer mehr; und unser Flehn ist Zuversicht! wir bitten dich und zweifeln nicht. So sing' das Amen unser Mund, und es erschall' aus Herzensgrund. 6. Stolze haben mich Tyrannenz meines der geben und und scheuen nicht dein allsehend Angesicht! aber du bist ganz Erbarmen, ein Verschoner, mild den Armen, treu den Frommen, voll Geduld, groß durch Wahrheit und durch Huld. 7. Wende dich zu deinem Knechte, deiner Magd Sohn; deine Rechte stärk ihn, sey ihm gnädig, Gott, hilf ihm mächtig aus der Noth! wirke, mir zum Heil, ein Zeichen, daß die Feinde schamroth weichen, wenn sie sehn, daß du mich liebst, und mit deinem Schuß umgiebst! Der 86. Pfalm. Mel. Heil'ger Geist, du Himmelslehrer. 201. err, erhöre meine Mel. Uus tiefer Neth schrei ich.- 119, 407. gen! schaue her auf 408. ott, deine Güte reicht weit, so meine Plagen, elend bin ich, arm bin ich, und vertraue nur auf dich. Nette deines Knechtes Leben, der sich heilig dir ergeben; ach! mir leucht't ein Strahl des Lichts deines Vaterangesichts. Wolken gehen. Du frönst uns mit Barmherzigkeit, und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk' auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. Des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sey meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt' ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. 2. Zu dir ruf' ich alle Tage: Herr, sey gnädig meiner Klage! schenke neue Freude mir; denn mein Herz verlangt nach dir! du bist gütig, zeigst an allen, die dir flehn, dein Wohlgefallen; ach vernimm auch mein Gebet, höre, wie mein Herz dir fleht. 3. In des Leidens bangen Tagen, wenn mich Feind und Elend plagen, ruf' ich nur zu dir, mein Gott! fleuch, sprichst du, zu meiner Noth! eitel ist die Macht der Götter, du allein bist mein Erretter; Herr, wie wirkst du wunderreich! wo sind Werke, deinen gleich? 4. Herr, es werden alle Heiden, die du schufest, einst mit Freuden zu dir nahn, und sich allein deinem Dienst und Ruhme weihn. Dir ist Niemand zu vergleichen; du bist groß und du thust Zeichen; du bist Gott und keiner mehr; dir gebühret Preis und Ehr'. Mel. Der Spötter Strom reißt. 5. Lehre, Herr, mich deine Wege, 409. Angesicht; verwirf I daß ich richtig wandeln möge, laß zu deiner Furcht allein alles in mir einig seyn! ewig dankt dir mein Gemüthe; Herzlich rühm' ich deine Güte, die mich bold aus Finsterniß, aus dem tiefsten Grabe riß. o Gott, mein Flehen nicht: vergieb mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und Geduld! - 13. 2. Schaff' du in mir ein reines Herz, ein Herz, das dir in Freud' und Zweiter Theil. Schmerz voll Dank und Demuth sich ergiebt, dich fürchtet und inbrünstig liebt. 3. Sey mein Beschüßer in Gefahr. Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Üebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? - Allgemeine Gebetlieder. 221 mer groß an Rath und That. Du willst, daß mit Gebet und Flehn wir stets auf deine Hülfe sehn. 2. Drum komm' ich auch mit meinem Beten, o Gott, vor deinen heil'gen Thron. Wie freudig kann ich vor dich treten! denn mich vertritt bei dir dein Sohn. In ihm hab' ich die Zuversicht, mein schwaches Flehn verwirfst du nicht. 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand. Erhalt' ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk' ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen seyn. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig seyn. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sey mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht', und treu in allen meinen Pflichten sey. 7. Bekämpf' ich gleich aus eigner Kraft zu schwach, Herr, meine Leidenschaft, so ziehest du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gieb deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß, und, dürft'ge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber seyn. 10. Gieb mir Gesundheit und verleih', daß ich sie nüß' und dankbar sey, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh'. 11. Erwecke mir stets einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein läng'res Ziel und werden meiner Tage viel: so bleib', Gott, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 13. Und wird sich einst mein Ende nah'n: so nimm dich meiner herzlich an, und sey durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. Mel. Nun habe Dank für deine.- 234. 410. Mer fann, Gott, je was Gutes haben, das nicht von dir den Ursprung hat; du bist der Geber aller Gaben, und im3. So gieb mir denn nach deinent Willen, was deinem Kinde heilsam ist. Du nur kannst meinen Mangel stillen, weil du des Segens Quelle bist. Vor allen Dingen sorge du für meines Geistes wahre Ruh'. 4. Gieb mir Beständigkeit im Glauben; laß meine Liebe brünstig seyn. Will etwas mir dies Kleinod rauben, so schränke die Versuchung ein, und stärke mich mit heil'gem Muth; so sieg' ich über Fleisch und Blut. 5. Bewahr' in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein Herz, auf's Gute stets beslissen, das sich vor deinem Auge scheut. Und fehl ich, Gott, so strafe mich zu meiner Bessrung väterlich. 6. Ein Herz, das in beglückten Tagen, o Vater, deiner nie vergißt; ein Herz, das unter Noth und Plagen vor dir still und demüthig ist; ein Herz voll Zuversicht zu dir und voll Geduld, verleihe mir. 7. Das andre wird sich alle fügen. Du weißt am besten, was mir nützt. An deiner Huld laß ich mir g'nügen, die Schwache mächtig unterstüßt. 31frieden, Vater, folg' ich dir, befest'ge diesen Sinn in mir. 8. Soll ich auf Erden länger leben, so gieb, daß ich dir leben mag. Laß mir den Tod vor Augen schweben; und kommt dereinst mein Sterbetag, so sey mein Hingang aus der Zeit ein Eingang in die Herrlichkeit. Mel. D Gott, du frommer Gott. 411. 8. Gott, du frommer 1 quell aller Gaben, ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben! gesunden Leib gieb mir, und daß in my 222 Zweiter Theil. solchem Leib ein' unverleßte Seel' und rein Gewissen bleib'. 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet: gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ich's thu', so gieb, daß es gerathe wohl. Allgemeine Gebetlieder. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll und muß: so gieb den Worten Kraft und Nachdruck, ohn' Verdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit: so laß mich nicht verzagen. Gieb einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen: gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind', und zur Versöhnlichkeit bereit sey, als dein Kind. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr' und Glück; so gieb auch dies dabei: daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sey. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, und unter mancher Last hindurch in's Alter dringen: so gieb Geduld; laß mich auf deinen Wegen gehn, und auch im Alter noch, Herr, deinen Ruhm erhöhn. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; der Leib, Herr, ruhe sanft in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort verklärt in's Leben ruft. - Lebenslauf, alle deine Wohlthat zählen, würden Zeit und Worte fehlen. 3. Alles, was ich bin und habe, Leib und Seele, Gut und Stand, kommt, als dein Geschenk und Gabe, blos von deiner Vaterhand. Habe Dank für deine Treu'! sie ist alle Morgen neu. Habe Dank für deinen Segen! alles ist daran gelegen. 4. Stärke mich mit deiner Güte, Heiland, ferner Tag und Nacht. Führ' mich selber, und behüte mich durch deiner Engel Macht; laß dieselbe bei mir stehn, wenn ich ein und aus muß gehn, wenn ich reise, schlafe, wache, und in jeder guten Sache. 7. Hilf mir meine Noth und Plagen, meines Amtes Bürd' und Last und sonst alles freudig tragen, was du auferleget hast. Findet sich Gefährlichkeit, Hinderniß, Verdruß und Neid; laß mein Herz sich ja nicht quälen, sondern alles dir befehlen. Mel. Freu' dich sehr, o meine. 29. 412. Liebster Jefu! Gnaden. sonne, meines Herzens Zuversicht; meine Freude, meine Wonne! ich komm' vor dein Angesicht; ob ich schon ein Sünder bin, werf ich doch den Muth nicht hin, weil ich, auch als Asch' und Erde, nicht von dir verstoßen werde. 8. Dir befehl' ich meine Sachen! dir sey alles heimgestellt; Herr! du wirst es also machen, wie es deinem Nath gefällt. Bricht auch Kreuz und Noth herein, scheinet es gar aus zu seyn; laß mich ruh'n in deinem Willen, und damit den Kummer stillen. 2. Herr! ich muß vor allen Dingen, ob ich schon nicht völlig kann, dir ein schwaches Danklied bringen, daß du mir viel Gut's gethan. 9. Muß ich auch Verspottung hö ren, werd' ich hier und da verlacht: laß dies meine Ruh' nicht stören. Bin ich, Welt! von dir veracht't! wohl! mach immer was du willt, Gott ist mir doch Sonn' und Schild, wider den will ich nicht sprechen, Wollte ich von Jugend auf, durch den ganzen/ noch mich an den Feinden rächen. 5. Segne alle meine Thaten durch den werthen Segensgeist! laß sie täglich so gerathen, daß mein Herz dich täg ich preis't; es ist dein, und nicht mein Werk, drum verleih' mir Muth und Stärk', stets gerade durchzugehen, nicht auf Menschengunst zu sehen. 6. Treuer Gott! du wirst mich lehren, wie ich klüglich handeln soll, daß mein Thun zu deinen Ehren und des Vaterlandes Wohl immer eingerichtet sey; böre mich und steh' mir bei, daß der Feind durch List und Tücke mir nicht dieses Ziel verrücke. Zweiter Theil. 10. Soll ich hier noch länger leben, nehm' ich's gern und willig an. Ich will Gott nicht widerstreben, wenn ich ihm nur dienen kann. Drum, Herr, mach' mich dir getreu, gieb gesunden Leib dabei, und laß mich an deinem Fügen und an deiner Huld begnügen. Allgemeine Gebetlieder. 223 6. Drum, lieber Vater! der du dich so hoch gesetzt, und fürchterlich aus schwarzen Wolken blizzest, schrei ich im Staub; hör von dem Thron, wo du, Weltherrscher, sizest. lan 7. Verleihe mir, o Gott, das Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen senket. Wo kommt mir wahre 11. Soll ich bald von hinnen schei- Weisheit her, wenn sie mir Gott den, bin ich auch dazu bereit. Bringe nicht Erleuchte mich von deiner Höh"; schenket? mich nach kurzem Leiden an den Ort der Seligkeit. Nimm, nach bier vollbrachtem Lauf, meinen Geist zu dir hinauf. Ruht im Grabe, müden Glieder, Jesus kommt und weckt euch wieder. gieb Weisheit, daß ich nie besteh' auf meinen eignen Willen. Hilf mir, mein Gott, mit Rath und That, das, was du willst, erfüllen. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr 2c. 9. Laß mich stets prüfen, und was gut, behalten! laß durch Fleisch und Blut mich nie verleitet werden. Dein Zweck, mein Gott, das beste Theil, 413. 114 ch weiß es, Gott! mein ganzes Thun, mein Glück mag E nicht auf mir beruhn; von dir kommt Heil und Se- gen, ich kann mich, Höchster, ohne dich, nicht regen noch bewe- gen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß er thut, was er ausgedacht, und seines Gangs sich freuet. Der Allmacht Rath wirkt es allein, wenn unser Nath gedeihet. 3. Oft denkt der Mensch mit stolzem Muth: dies macht mein Glück, dies ist mir gut! und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was Gott zu gut ihm wählet. 4. So fängt auch oft ein weiser Mann sein Werk mit vieler Klugheit an, und bringt's doch nicht zu Stande. Er meint, er bau' ein festes Haus, und bauet auf dem Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn schon über alle Berge hin, und wenn er um sich siehet, so hält ihn noch das niedre Thal; umsonst war er bemühet. 10. Was, weises, bestes Wesen! dir gefället, das gefäll auch mir: ist etwas dir entgegen, so laß davor auch deinem Knecht den größten Abscheu hegen. 11. Ein Werk von dir begleite Glück; und ändre Herz und Sinnen. Was ist's nicht von dir, geh' es zurück, deinem Rathschluß widerspricht, das muß von selbst zerrinnen. 12. Umsonst bemühet sich die Welt, ein Werk, das, Höchster, dir gefällt, mit Stolz zu bintertreiben, was Gott thut und beschlossen hat, das muß wohl stehen bleiben. 13. Beut mir die Hand, und es wird leicht, was mir sogar unmöglich deucht. Die Werke deiner Hände gelangen allzeit, weiser Gott! zu einem guten Ende. 14. 3war wird mir oft der Anfang schwer; hier braus't die Luft, dort tøbt das Meer zurücke möcht' ich treten; doch alle Schwierigkeit und Noth heißt mich nur brünst'ger beten. 15. Wer betet, wirkt, und Gott vertraut, wird, wenn ihm schon zuweilen graut, zu seinem Zwecke kommen. Er spricht: wer wälzt den Stein uns weg? und er ist weggenommen. 16. Der Tugend Pfad scheint rauh und wild, er hat, mit Dornen angefüllt, nichts, was die Sinnen rühret. Besondere Gebetlieder. 5. Verstand und Herz ist fehlerhaft: bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft, mich weislich zu regieren. Drum bitt' ich dich, laß, Höchster, mich selbst deine Weisheit führen. 224 Zweiter Theil.- Er ist indeß der sichre Pfad, der dich zur Freude führet. 17. Du weißt, mein Gott, was mir gebricht; an Macht zu helfen fehlt dir's nicht, du stärkst die müde Seele. Gieb, daß ich, deinem Wink getreu, des Weges nicht verfehle. 18. Dir, Herr, gebühret Ruhm und Ehr'; ich will dein Thun je mehr und mehr von Grunde meiner Seelen, vor deinem Volk, vor aller Welt mein Lebelang erzählen. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß- 255. 414. ich dich, Herr, der on ganzer Seele preis du mich so väterlich bis diesen Tag erhalten. Laß für und für noch über mir dein göttlich Auge walten. 2. Wer schenkt uns Leben, Glück und Ruh'? Wer giebt uns Kraft zur Pflicht? nur du schaffst Wollen und Vollbringen. Wird dein Gedeihn nicht uns erfreun, so kann uns nichts gelingen. 3. Du schufft und du regierst die Welt nach deinem Rath, wie dir's gefällt. Du lenkst der Menschen Herzen. Sey auch mein Licht und laß mich nicht, Gott, deine Huld verscherzen. 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht; doch fühl' ich auch, was mir gebricht, die Blindheit meiner Seele. Ach, Gott der Huld, vergieb die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. b. Besondere In geistlichen Anfechtungen. Mel. Wie groß ist des Aumächt'gen.-33. u bist ja, Jesu! meine 416. denn mein Geist betrübt? kann denn die Freud' auch bei dem Leide seyn in dem Herzen, das dich liebt? ach ja, mein Jesu! deine Liebe füllt meinen Geist mit Freuden an, daß, wenn ich mich darinnen übe, sie keine Zung' aussprechen kann. 2. Weil aber noch nicht ganz gedämpfet in mir mein böses Fleisch 6. Herr, dessen Huld uns ewig liebt, laß mich beim Segen, den sie giebt, auf dich, den Geber, schauen. Selbst wenn du schlägst, und Kreuz auflegst, so laß mich dir vertrauen. 7. Gieb, daß ich meine Lebenszeit, nur dir mit ganzem Ernst geweiht, in deiner Furcht vollbringe; bis ich einst dir dort für und für Lob, Preis und Ehre singe. milo 415. V erleih' uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten, es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du unser Gott alleine. 2. Gieb Gnade unsrer Obrigkeit, Licht, Heil und vielen Segen, daß wir gottselig allezeit, gerecht und züchtig mögen ein ruhig's Leben führ'n. Amen. Gebetlieder. und Blut, und noch der Geist darwider kämpfet, wird oft dadurch gekränkt der Muth: drum leg' ich mich vor dir mit Flehen, ach stärke mich Heil, geschehen, daß ich mög' überwinden weit. 3. Du hast, o Held! ja überwunden, gieb mir auch Ueberwindungskraft, und laß mich in den Kampfesstunden, erfahren, was dein Leiden schafft, dadurch ich kann den Feind besiegen, da Sünde, Teufel, Höll' und Tod nun unter deinen Zweiter Theil. Füßen liegen, so mach' sie auch an ach' fie at mir zu Spott. 4. Ich trau' allein auf deine Gnade, die mir dein theures Wort verspricht. Es sagt, daß nichts den Deinen schade, weil's nie an deiner Kraft gebricht. Nun hast du mich ja angenommen, wie es mein Herze wohl verspürt; da ich bin flebend zu dir kommen, hat mich dein Gnadenblick gerührt. 5. Weil ich denn nun an deinem Leibe ein Glied, wiewohl unwürdig, bin; so gieb, daß ich stets an dir bleibe, und in mir habe deinen Sinn. Laß mich nicht andre Helfer suchen. Besitze du mein Herz allein. Laß falsche Lüſte mich verfluchen; dein Leben. laß mein Leben seyn. 6. Gieb, daß ich mich in dir erfreue, weil mich dein Herz beständig liebt, doch auch dabei kein Leiden scheue, weil solches meinen Glauben übt. Gieb, daß ich immer stärker ringe, und in Besiegung aller Pein ich immer näher zu dir dringe: da wird die Freude ewig seyn. Mel. Ach, mein Jesu, sieh', ich 2. Besondere Gebetlieder. 225 mein Herz nun also ruhn: bin ich nicht ein schnöder Sünder? ach, die Sorge nimmt mich ein: wie kann Gott dein Vater seyn? 4. Stürmen auf mich Trübfalswinde, wird mein Glaube vollends klein; und ich schließe mir zur Pein: Gott verfährt mit seinem Kinde nicht so scharf; wärst du sein Kind, wär' er nicht so hart gesinnt. 417. DES ual und Angst muß ich empfinden, ob ich Gottes Kind auch sey; denn der Kindschaft Pflicht und Treu' brach ich oft durch schwere Sünden, die ich wider Gott verübt, 20 201 und wodurch ich ihn betrübt. 2. Ach! der Bund ist übertreten, welchen Gott mit mir gemacht. Ach! ich hab' ihn nicht bedacht. Will ich nun zum Höchsten beten, fällt mir oft der Zweifel bei: ob ich Gottes Kind auch sey? 3. Gott erhört nur seine Kinder, welche seinen Willen thun. Kann 5. Darum fleh' ich: hilf mir Armen, Vater der Barmherzigkeit! tilge dieses herbe Leid durch dein väterlich Erbarmen; und verwirf mich Armen nicht ganz von deinem Angesicht. 6. Vater! laß mich Gnade finden; sprich mich, den verlornen Sohn, wieder fret vor deinem Thron. Sch darum schenke mir die Schuld, und will mich auf Christum gründen: ertrag' mich mit Geduld. bin ich freilich nicht mehr werth. 7. Dein Kind fernerhin zu heißen Doch, da mich dein Geist bekehrt, kann dein Bund auch nicht zerreißen. Schau', ich kehr' zu meiner Pflicht: Herr, darum verstoß mich nicht! 8. Herr! ich sage dir auf's neue wieder Pflicht und Liebe zu, die du forderst: blicke du nun nach deiner Batertreue, den mit Gnadenaugen an, für den Jesus g'nug gethan. 9. Du sollst doch mein Vater bleiben, wenn gleich deine Zucht mich schreckt, und mir Schmerz und Angst erweckt. Dir will ich mich ganz verund Pflicht, bis mein Herz im Sterschreiben: Herr, dir leist' ich Treu' ben bricht! Mel. Entbinde mich, mein Gott zc. 418. 3 efrete meinen Geist, o Gott von schnöden Banden. Du siehst, wie willig er, wie schwach mein Fleisch noch ist. Mach' des 15 226 Zweiter Theil. Versuchers List, durch deine Kraft zu Schanden, der du der Sünder Trost, der Schwachen Beistand bist. Noch Besondere Gebetlieder. außer dir ist Eitelkeit und Pein. O, möcht' ich ungestört mit dir vereinigt seyn. streit' ich, schau' herab, von deinem Gnadenthron! gieb mir zum Kampfe Kraft, und hilf durch deinen Sohn. 2. Ein Sclav, den jeder Reiz der Sünde leicht entzündet, war ich: Dank sey dir, Gott! du hast mich fret gemacht. Doch laß mich, da sich noch so mancher Fallstrick findet, der meiner Freiheit droht, mein Gott, nie aus der Acht! mir überlassen, bin ich ohne Hülf' und Rath! doch durch dich bin ich stark; bei dir ist Rath und That. 3. Ach! ich sollt' himmelwärts, gleich kühnen Adlern fliegen; der Hang zum Irdischen läßt mich noch nicht hinauf! du läss'st, die auf dich sehn, stets neue Stärke kriegen: du giebst den Müden Kraft und förderst ihren Lauf! laß mich, der Welt entwöhnt, starr nach dem Himmel sehn, und zu dir immer mehr mich aus dem Staub erhöhn. 4. O, dieser Leib des Tod's beschwert die arme Seele; der Sinnen Zauberkraft entrückt dem Geist sein Ziel, daß ich, vom Sinnlichen gelenkt, des Wegs verfehle, der Vorurtheile Raub, der Leidenschaften Spiel, oft thu', was ich nicht will, und, was ich will, nicht thu'. Ach, siehe meinem Kampf nicht ohne Mitleid zu. 5. Ich weiß, ich liebe dich, doch, es sey dir geklaget! noch lange nicht so sehr, als selbst mein Herz begehrt, was oft noch in die Welt verstohlne Blicke waget, und damit seine Ruh' und deine Liebe stört. Doch alles, 6. Der Umgang mit der Welt raubt meinem Blick den Himmel. Des Betspiels Reiz ist stark, mein Widerstand Ich meide dann die oft schwach. Welt und ihr verwirrt Getümmel, doch in der Wüste eilt mir meine Schwäche nach! hier, wie in dem Gedräng', merk' ich, was Fleisch und Blut, wenn du nicht bei mir bist, beim besten Vorsay thut. dann meine Ruhe stören? doch bringt 7. Ich trau' auf Gott: was kann die Phantasie mir manchen Schrecken bei. Der Sorgen kann ich mich nicht immerhin erwehren; die Schwermuth, die mich drückt, läßt meinen Geist nicht frei. Ich seh' den stärksten Trost, und merke seine Kraft, und seufze, daß kein Trost in meinem Herzen haft't. 8. Oft schleicht das Ich, der Feind der hohen Menschenliebe, in's unbewachte Herz von neuem wieder ein, und störet meine Ruh' durch seine niedern Triebe: mich dringet Jeſu Lieb', und ich bin noch so klein! so wechselt stets bei mir das Licht mit Finsterniß. Wann kömmst du, starker Gott, und machst mein Herz gewiß? 9. Befreie mich, mein Gott, von allen diesen Banden! du siehst, was meinen Geist im Fleisch gefangen hält. Ich heff auf dich, mein Heil! wie würd' ich denn zu Schanden im Streit mit Fleisch und Blut, mit Satan und der Welt? die Fessel, die mein Herz mit Freuden trägt und küßt, reicht deine Liebe mir, die unaussprechlich ist. 10. Wen diese Liebe bind't, ist nicht ein Knecht der Sünden; in diesen Banden bleibt er ein recht freier Mann. Wie willig laß ich mich mit Liebesseilen binden! ich folge dir mit Lust auf der bestimmten Bahn. Befreie du mich nur von mir und von der Welt, damit mein edler Geist sein Freiheitsrecht behält! Zweiter Theil. In allgemeinen Nöthen und Landplagen. Der 85. Psalm. Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. 419. Wie gnädig warst du, Gott, vor Alters 1 - Besondere Gebetlieder. 227 verbreitet Glück und Heil auf Gottes Eigenthum, und Israel frohlockt, und bringt ihm Preis und Ruhm. deinem Lande! wie halfft du ihm: wie oft zerbrachst du Jakobs Bande! und schontest deines Volks mit väterlicher Huld, vergabst die Missethat, bedecktest seine Schuld. 2. Dein strenger Zorn erlosch mit allen seinen Flammen, sobald es sich entschloß, die Sünde zu verdammen; die Menschen fündigen; du bleibst dir immer gleich, gerecht und heilig stets, und stets an Gnade reich. 3. Hilf, bilf uns, unser Gott! laß wegen unsrer Sünden uns deine Rache nicht, Herr, unser Heil, empfinden! wie schrecklich ist dein Grimm! ach, soll er ewig glüh'n? und willst du deine Huld auf ewig uns entzieh'n? 4. Wann kehrt zu uns zurück dein Trost, o Gott, dein Segen, daß wir, dein Erbtheil, uns in dir erfreuen mögen? o laß uns leben, Gott! laß uns dein Antlig sehn; sey gnädig, hil uns aus; hilf, ehe wir vergehn! 5. Jedoch, ich hör uns schon den Gott des Trostes trösten! Heil giebt er seinem Volk und Ruhe den Erlöften, die er erwählet hat, wenn wir nur heilig sind, und unsre Seele nicht die Thorheit lieb gewinnt! 6. Geflügelt naht sein Heil sich seinen frommen Knechten; und Gottes Ehre wohnt im Lande der Gerechten. Barmherzigkeit und Treu' umfahn sich schwesterlich, Gerechtigkeit und Fried' umfahn und küssen sich! 7. Der Glaube kommt zurück und blüht auf Erden wieder; die Gnade sieht mit Lust von ihrem Himmel nieder; und segnet Gottes Volk, das seinem Dienst geweiht, thut, was ihm wohlgefällt, und seines Heils sich freut! 8. Der Herr begnadigt uns; das Land bringt seine Früchte, und seine Huld geht her vor seinem Angesichte, Im Kriege. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 420. Es zieht, o Gott! ein über unser Haupt einher. Bist du, Herr, hier nicht unser Retter, so ist's für unser Land zu schwer. Sich! wie die Fürsten sich entzwei'n, und sich zu unterdrücken dräu'n. 2. O laß mich hier allein, o Bater, auf dich und deine Vorsicht schau'n; auf dich, den mächtigsten Berather, und nicht auf Menschenhülfe bau'n, die ohne dich uns gar nichts nützt, die nur durch dich uns kräftig schüßt. - 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß uns der Feinde Spott nicht werden, die Stolz und Neid zu uns geführt. Seyd böse, Völker, rüstet euch! sey du für uns, so fehlt der Streich. 4. Die allerfeinsten Kriegeslisten vereitelt leicht dein weiser Rath. Nie wird der Feind das Land verwüsten, das dich, Gott, zum Beschüßzer hat. Durch dich hat oft die kleinste Macht ein großes Heer zur Flucht gebracht. 5. Je weniger sich öfters zeiget, wober bie Hülfe kommen soll! je mehr Gefahr und Plage steiget, und alles an Verwirrung voll; je größer mache mein Vertrau'n, o Gott, auf dich allein zu schau'n. 6. Was hilft der Feinde große Menge? Was hilft dem Riesen große Macht? Der Ross' und Wagen stark' Gedränge ist's nicht, was Feinden Sieg verschafft. Der Mensch vertraut darauf zwar gern; jedoch der Sieg kömmt nur vom Herrn. 7. Drum werf ich mich in deine Arme, du Vater der Barmherzigkeit! und flehe voll Vertrau'n: erbarme dich über uns zur schweren Zeit. Laß Gnade doch für Recht ergehna so bleiben wir doch aufrecht stehn. 15* Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 228 8. Doch findet, Herr, dein weiser Wille noch ferner Züchtigungen gut: wohlan, so schweig' ich und bin stille bet dem, was deine Vorsicht thut. Sch, dein Geschöpf und auch dein Kind, weiß, daß es Vaterschläge sind. 9. Die kleine Einsicht meiner Seelen, Herr, schreibe niemals dir was vor. So grob laß du mich niemals fehlen; so hart und grob fehlt nur ein Thor. Ist gleich, was deine Weisheit thut, mir oft ein Räthsel, ist's doch gut. - Mel. Uch Gott, vom Himmel. 215. ch 421. Ah wir treten hier vor dich mit traurigem Gemüthe: wir bitten dich demüthiglich, rett' uns durch deine Güte. Schau', wie die große Kriegsgefahr sich zu uns naht, und wie sie gar uns zu verderben dräuet. - 10. Nie grimmig, sondern nur mit Maaßen sind deine Strafen eingericht't. Du wirst uns nicht zerstören lassen. Nein, Vater, nein, das thust du nicht. Wir sollen nur durch Angst und Pein geläutert und gereinigt seyn. 11. Zuletzt wird jeder sagen müssen, das hat Gott, unser Gott, getban! so brach er, nach verborgnen Schlüssen, zum bessern Endzweck leicht die Bahn! zuletzt errettet deine Hand, barm- Gütigkeit und Vatertreu' zu jeder Zeit mit Dankbarkeit erheben. Herz'ger Gott! das Vaterland. 8. Breit' wieder aus um unser Land die Flügel deiner Gnaden. Beschüß' und segne jeden Stand. Laß nichts uns weiter schaden. Wir wollen solche 5. Um seinetwillen schone du; erhöre unsre Klagen. Verleih' uns wieder Fried' und Ruh', und wehre allen Plagen. Erbarm', o Herr, erbarme dich, und rett' uns alle gnädiglich von Krieg und Kriegsbeschwerden! 6. D Gott! du kannst der Fürsten Herz wie Wasserbäche lenken. Ach! laß sie einst der Völker Schmerz recht väterlich bedenken! sprich du selbst ihnen mächtig zu, daß sie auf ihrer Länder Ruh' und Wohlfahrt ernstlich denken. 2. nicht mehr, daß wir's verdienet haben. Gebenke nicht, daß wir so sehr die uns verlich'nen Gaben geschändet, und so lange Zeit zur Wollust, Pracht und Ueppigkeit undankbarlich mißbrauchet. 3. Wie öfters ist der Nebenchrist gedrücket und betrogen, durch Schein des Rechts, Gewalt und List das Seine ihm entzogen! darum ist nun dein Zorn entbrannt, die Sünde, die wir nicht erkannt, wird öffentlich vergolten. 4. Verzeih' uns solche Missethat um Jesu Christi willen! o, der für uns gelitten hat, kann deinen Zorn nur stillen. Das Lamm, das unsre Sünde trägt, die du ihm selbst hast aufgelegt, hat sie ja, Gott, versöhnet. 7. O Herr! wir fallen dir zu Fuß, du wollest uns erhören! gieb, daß wir uns mit wahrer Buß' in Ernst zu dir bekehren, damit wir nicht an unserm Theil selbst unser eignes Glück und Heil, den theuren Frieden, stören. 9. Dies alles, Vater, werde wahr: du wollest es erfüllen. Erhör' und Chriſti willen! denn dein, o Herr, ist allezett, von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, die Macht und Ehre! In Theuerung. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 56, reicher Gott der 422. D" Armen, du Schöpfer aller Welt; du Vater voll Erbarmen, der ewig Glauben hält! weil du Gebet erhörst, so kommt in seinen Nöthen auch alles Fleisch mit Beten zu dir, der du uns nährst. - 2. Herr, unsre großen Sünden verdienen diese Noth; daß wir mit Necht empfinden, was uns dein Wort gedroht: Ein fruchtbar Erdreich soll um seiner Bürger willen nichts tragen, sie nicht füllen. Ach, unser Maas ist voll. 3. Ach, unser boshaft Leben drückt uns mit Recht zwar hart: doch wollst du uns vergeben nach treuer Vaterart. Die Sünde trägt zwar Frucht; Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. doch diese Frucht bringt Schaden. Ach, Herr, vergieb aus Gnaden dem, der dein Antlig sucht. 4. Ertrag' uns mit Erbarmen; wir tragen herzlich Neu'. Erhöre doch uns Armen, nach deiner Wundertreu'. Du bist die Zuversicht, zu der wir alle flehen, nach der wir alle sehen, darum verlaß uns nicht. 5. Gott, unser Heil, ach wende der Zeiten schweren Lauf! thu' deine milden Hände, den Schatz der Allmacht auf. Was nur ein Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen; drum auf! und schaff' uns allen bei unserm Mangel Rath." 6. Du rufft dem Nichts, o Vater, damit es etwas sey. Sey jetzt auch, Gott! Berather, und hör' das Angstgeschret, da uns der Mangel quält. Ja, hilf uns und erhöre auch nun zu deiner Ehre; ersetze, was uns fehlt. 7. Laß alle Frucht gesathen, bereichre du das Land; erquicke seine Saaten mit deiner Gnadenhand: ja segne, was man pflüget, und tränk's mit Thau und Regen, daß sein Gewächs und Segen uns wiederum vergnügt. 8. Dein Gutes überschütte und kröne Jahr und Zeit; es triefen deine Tritte von lauter Fettigkeit; laß alles, was nur webt, am Morgen wohl gedeihen, am Abend sich erfreuen, mach' fröhlich, was da lebt! 229 4. 3war könntest du, o treuer Hort, auch unser Land und diesen Ort durch Seuch' und Pest verheeren, und ganz und gar uns sünd'ge Schaar in deinem Zorn verzehren. 5. Wir haben dir oft widerstrebt, nach deiner Vorschrift nicht gelebt, was dir mißfällt, verübet: wir haben dich oft freventlich mit Uebelthun betrübet. 6. Doch handle nicht, liebreicher Gott, ach handle nicht, Herr Zebaoth! mit uns nach unsern Sünden! nein, Vater, nein, laß uns allein für Recht jetzt Gnade finden. 7. Ach, schenk' uns doch aus Gütigkeit die Schuld, die uns von Herzen reu't, und laß uns nicht verderben. Ach, laß uns nicht durch dein Gericht in Sünden plößlich sterben. 8. Beschütz' uns, Herr, mit deiner Hand; schüß' unsre Stadt und unser Land, sammt allem, was wir haben. Verlaß uns nie; erfüll' uns früh mit deinen Gnadengaben. 9. So wollen wir voll Dankbarkeit dich, höchster Vater, jeder Zeit von Herzen ehren, preisen; und dann auch dort, o werther Hort, dir ewig Lob erweisen. 3. Wir beben, Herr, bei deiner Stimm'. Ach, straf uns nicht in deinem Grimm mit dieser bösen Seuche. Hilf uns, o Gott, wend' ab die Noth, das sie uns nicht erreiche. In besonders schmerzhaften langwierigen Krankheiten und Verfolgungen. Der 38. Pfalm. In Seuchen. Mel. Jesus, Urzt todtkranker Seelen.- 79. Mel. In dich hab' ich gehoffet.— 413. - 423. h Gott, du unser Le. 424. Straf, o Herr! mich benslicht, Herr, unsre Burg und Zuversicht, du Trost und Heil der Armen! wir bitten dich demüthiglich, erzeig' uns doch Erbarmen. nicht im Grimme, und bestimme über mich kein Nachgericht! rüge meiner Sünden Menge nicht mit Strenge, und verstoß mich Armen nicht! 2. Wir spüren, daß der Seuche Gift schon hin und wieder Manchen trifft; er fänget an zu wüthen; drum flehen wir und schrei'n zu dir, du wollest uns behüten. 2. Alles Fleisch ist mir verschwunden von den Wunden, die dein Zorn geschlagen hat. Mein Gebein erquickt kein Friede, siech und müde macht es meine Missethat. 3. Meine Schuld, wie hoch sie steiget, drückt und beuget mich bis in den Abgrund fast. Stinkend eitern mir die Wunden. Bange Stunden machen mich mir selbst zur Last. 230 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 4. O, wie trübet meine Tage manche| Höhe auf das Wehe, wovon fast mein Plage! krumm gebückt geh' ich ein- Herz zerbricht.) her; schon verdorrt mein Eingeweide; Trost und Freude kennt mein banges Herz nicht mehr. 5. Mir vertrocknen alle Säfte. Meine Kräfte sind dahin! ich seh' kein Licht. Es umziehen schon mich Matten schwarze Schatten; mein umwölket Auge bricht. Auf der Reise. 215. flieh'n als Feinde meine Qual und 425. J Herr Christ! will ich 6.( Meine sonst geliebten Freunde Mel. Ach Gott, vom Himmel. deinem Namen, scheuen mich. Alle meine Anverwandten und Bekannten fliehen und entfernen sich. 7. Die mein Tod ergößet, stellen, mich zu fällen, Nege; falsch ist Wort und That. Die mir Uebels wollen, denken, mich zu kränken, auf Betrug und auf Verrath. nun weiter( zur Reise) gehen: du, der du mein Begleiter bist, wirst mir zur Seite stehen. Herr, Leib und Seel' befehl' ich dir, nebst Ehr' und Gut, und was du mir auf dieser Welt bescheeret. 8. Ich soll taub seyn und nicht bören, noch sie stören, wenn die Schmach das Herz mir bricht. Taub soll ich ihr Lästern tragen, und nichts sagen, wenn die gift'ge Zunge sticht. 9. Doch ich harre dein, du hörest und gewährest meine Bitte, Herr mein Gott! übergieb mich ihrer Notte nicht zum Spotte; rette mich aus meiner Noth!) 10. 3war verdien' ich, daß die Freude von mir scheide: ich verscherzte deine Huld. Ach, ich möchte wohl verzagen! meine Plagen sind já meiner Sünden Schuld. 11. Doch schau', groß von Gnad' und Treue, meine Reue! ich verdamme mich vor dir. Ach, wie martert das Empfinden meiner Sünden! und wie schäm' ich mich vor mir! 15. Komme denn, erzeig' mir Armen dein Erbarmen! eile, mir in meiner Noth bald mit Beistand zu erscheinen, mir, dem Deinen, eile, hilf mir, Herr, mein Gott! 12.( Aber sollen die sich blähen, die mich schmähen, und mir täglich Unrecht thun? weil das Glück sie hat erhoben, will ihr Toben wider detnen Knecht nicht ruhn. 13. Wie lang' sollen sie mich schelten? sie vergelten meine Redlichkeit mit Hohn. Weil ich mich für dich bemühe, Böses fliehe, trag' ich Haß und Schmach davon. 14. Doch will alle Welt zusammen mich verdammen; so verwirf nur du mich nicht. Blicke, Herr, von deiner 2. Ich weiß, ich bin in dieser Zeit stets mit Gefahr umfangen: auch werd' ich in der Sterblichkeit nie völlig Ruh' erlangen. Ich bin ein Pilger, der den Fuß und Stab stets weiter setzen muß, und hier kein Bleiben findet. 3. Doch hilf du, daß ich auch wie du, in allem überwinde, bis daß ich dort die wahre Ruh', die rechte Heimath finde. Da sind dann Müh' und Sorgen aus; da bin ich eigentlich zu Haus! die Unruh' hat ein Ende. 4. An diese Ruhstatt denk' ich nun anjeßt bei meinem Wallen. Herr! hilf und lehre mich hier thun nach deinem Wohlgefallen. Leit' mich allzeit auf rechter Bahn; und fang' ich etwas Gutes an, so führ' es wohl zum Ende. 5. Dir, Herr, ist mein Beruf be kannt; er fordert diese Reise. O führe du mich bei der Hand, damit, zu deinem Preise, ich redlich thue, was ich soll. Mein Herz soll dich, des Dankes voll für deine Führung loben. 6. Nur bitt' ich, o mein Gott, verleih', daß ich behutsam wandle, und immerdar vorsichtig sey, nie frech und strafbar handle. Durch deines Geistes Gütigkeit gieb Nath, Verstand und rechte Zeit zu meinem Thun und Lassen. 7. Nimm dich, o Herr, der Meinen an, die ich zurück gelassen. Du wolleft sie, mehr als ich kann, mit treuer - Zweiter Theil. Huld umfassen. O, laß sie dir empfohlen seyn, und uns bald mit einander freun, wenn wir uns wieder sehen. 8. Auf seinem Weg sieht Jacob dort von Engeln ganze Schaaren. Nun reis't er froh und muthig fort. Auch mich wird Gott bewahren. O nimm mich, Herr, in deinen Schuß; und wessen List, Gewalt und Truß kann mir alsdann wohl schaden? Besondere Gebetlieder. 231 sie hin! durch Gottes Stimme wird erschüttert die wundervolle Wüste Sin. 9. Nun, Vater! dir ergeb' ich mich. Ich bin in deinen Händen. Du wirst, ich hoff' es, gnädiglich hier meine Wallfahrt enden. Drum laß mich, wenn es dir gefällt, nach aller Unruh' dieser Welt dort ewig bei dir wohnen. 10. Gott spricht, daß er verherrlicht werde; sagt ihm im Tempel Lob und Dank! er sprach und richtete der Erde die Sündfluth zu zum Untergang. 11. Und sie vertilgte die Verbrecher, die seines Namens Ehr' entweiht. Da war er König, Richter, Nächer, und das ist Gott von Ewigkeit. Bei Gewittern. Der 29. Psalm. 12. Gott wird in aller Feinde Stürmen den Kindern Jacobs Kraft verleihn. Er wird sie segnen, sie beschirmen, um sie wird großer Friede seyn. Mel. Nun danket alle Gott.- 9. Mel. Die Himmel rühmen Gottes. Meer und Erde 426. Bigen der Erde, bringt träget; der Erde, Luft und Meer ringt her, ihr mäch- 427. Höchster, deſſen Kraft Her dem Herrscher Lob und Macht! der Ehre seines Namens werde von euch der Dank und Ruhm gebracht! durch einen Wink beweget, ich lobe deine Güt'; ich preise deine Macht, auch da bei deinem Blitz der Donner schreckend kracht. 2. Dräut gleich der Grund der Welt zu wanken, zu vergehen; läßt die geborstne Luft gleich nichts als Flammen sehen; heult gleich mit Ungestüm empörter Winde Wuth; droht dem erschrocknen Land gleich eine Wasserfluth: 3. So zittert, blitzt und rauscht doch alles Gott zu Ehren. Er lässet seine Stimm' im Donner prächtig hören; er zeiget seine Kraft und seine Lieb', es bricht selbst durch der Wolken Nacht des Schöpfers Weisheitslicht. - 2. Sm heil'gen Schmuck fallt vor ihm nieder, mit reiner Unschuld angethan, mit hingeworfnen Leibern nieder, und betet den Weltherrscher an! 3. Die Stimme Gottes wälzt im Meere gethürmte Wogen vor sich her. Er donnert laut, der Gott der Ehre, auf großen Wassern donnert er. 4. Gott spricht. Voll Kraft ist seine Stimme; er spricht: so steht da, was er schafft. Gott spricht, und herrlich ist die Stimme, in ihr ist Majestät und Kraft. 5. Die Stimme Gottes schilt die Cedern: schnell, wie der Strahl zersplittern sie. Die Stimme Gottes ruft den Cedern: dem Libanon entstürzen sie. 6. Sie macht sie hüpfend, wie die Kälber, sie stürmet, daß der Libanus, daß der erhab'ne Hermon selber wie ein jung Eichhorn hüpfen muß. 9. Erschreckt von dieser mächt'gen Stimme, gebären Hindinnen zu früh. Und schnell entblößet sie im Grimme die Wälder und entwurzelt sie. 7. Gebirge stürzet sie zusammen; der Erdkreis bebt, da er sie bört. Des Höchsten Stimme haut wie Flammen, sie hauet um sich und zerstört. 8. Die Stimme spricht: die Wüste zittert, welch Schrecken brauset durch - 4. Gott führet väterlich, zum Nußen und zum Segen, der Wolken feuchte Frucht, den oft erbet'nen Regen, durch Wind und Wetter her; macht durch der Blizze Brand nicht nur die Lüfte rein, tränkt auch das dürre Land. 5. Weisheit sonder Ziel! o Allmacht sonder gleichen! o wahrer Baterlieb' untrüglich belles Zeichen! ach möchten wir es doch in froher Ebrfurcht sehn, und auch im Wetter selbst der Gottheit Huld verstehn! 6. Denn ob darüber gleich Luft, Meer und Erd' erschüttern; so darf 232 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. ein frommes Herz doch darum nicht| Mel. Die Himmel rufen, jeder ehret. erzittern! schreckt dich des Schöpfers 428. Des Donners schrecken Macht, so denke dabei, daß er zu deinem Schuß nicht minder mächtig sey. 7. Gewiß, du ehrst ihn nicht, wenn du zu knechtisch bebest, und unter Blizz und Knall in lauter Aengsten schwebest. Sieh' deinen starken Gott doch nicht so machtlos an, daß er im Wetter dich nicht auch beschirmen kann. Gebrülle wird schwächer, und die Blige fliehn: bald schmückt, bei angenehmer Stille, der Sonne Glanz das feuchte Grün. Herz! heischet dies nicht deinen Dank? heischt dies nicht einen Lobgesang? 2. Die frohe Heerde blöckt schon wieder; ein Chor der Vögel schwirrt 8. Es wirket seine Macht ein ehr- und singt nur von dem Herrn verfurchtsvolles Grauen; doch auch nicht stand'ne Lieder. Ihr munterer Gesang weniger ein kindliches Vertrauen. An durchdringt der ungemess'nen Lüfte uns liebt unser Gott zwar Ehrerbie- Kreis, dem Segensgott zum Ruhm tigkeit, doch mehr noch Zuversicht, und Preis. noch mehr Gelassenheit. 9. Und sollte, was er thut, dir etwa Schaden bringen; so suche christlich stark, den Unmuth zu bezwingen. Ohn' ihn kann nichts geschehn, und was durch ihn geschicht, ist alles nüß' und gut, begreift man es gleich nicht. 3. D Seele, preise den Erretter, der seine große Kraft bewies; den starken Gott, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der selbst des Bliges Strahlen lenkt, und auch im Zorn der Gnade denkt. 10. Weil aber dieses nicht in unsern Händen stehet, und man sich blos, o Herr, durch dich zu dir erhöhet; so fleb' ich inniglich: gieb mir die Eigenschaft, die dir gefällig ist, und des Vertrauens Kraft. 4. Nimm auch des höchsten theure Güte in Bliß und Ungewitter wahr. Dem frohen forschenden Gemüthe stellt sich ein großer Schauplaß dar von ungezählter Segensspur, zum Labsal aller Kreatur. --11. So oft wir blizen sehn, so oft wir donnern bören, laß uns, Herr Zebaoth, dich lieben, fürchten, ehren! bat deine Güte schon den Blizz hervorgebracht; so ist sein Strahl doch auch ein Zeichen deiner Macht. 12. Von unserm Nichts kann nichts so klar uns überführen, als wenn wir die Gewalt der Elemente spüren. Die ungeheure Macht erweiset, wie so klein, so elend, so gering und schwach wir Menschen seyn. 13. Drum, Herr, erbarme dich! erbarme dich aus Gnaden! laß dies Gewitter doch den Unsrigen nicht schaden. Gieb, daß der grause Sturm, gieb, daß der Schlossen Heer uns weder Leib noch Gut entreiße, noch versehr'. 14. Ach, laß in der Gefahr, bei Donner, Blizz und Stürmen, uns deine Lieb' und macht, o Bater, doch beschirmen! vor allem aber gieb, wenn die Gefahr vorbei, daß so für Schutz als Nutz', dir jeder dankbar sey! - 42. 5. Wenn bei erhitzter Dünste Glühen sowohl die Menschen als das Vich den Odem matt und keuchend ziehen; wie froh, wie munter werden sie, wenn in die ängstlich schwüle Luft der Donner tühle Winde ruft. 6. Wie lieblich hebt sich das Ge traide, getränket durch den Regenguß; und wie vergnügt betritt die Weide der neubelebten Thiere Fuß! der muntern Vögel frohes Heer verfündigt des Erhalters Ehr'. 7. O Gott! wie viele Segensproben verbreitest du auch durch den Blig; dich muß man auch im Wetter loben. Du meinst es gut und wie's uns nüß'. Dir sey mein Herz ein Dankaltar; dir bring' ich Lob zum Opfer dar. 8. Verfleucht der Knall von Donnerwettern: des Wortes sanfter Donner währt. Droht nun kein Blizz uns zu zerschmettern; des Wortes Leuchten bleibt und nährt. Sey treu, o Herz! bei diesem Licht; Gott rührte dich; vergiß es nicht! hou tot cent Zweiter Theil.- Besondere Gebetlieder. Fürbitten. Für die Obrigkeit. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 2c. 429.Jehovah, Herr und Kö- nig der Könige und Herrn, dir ist man unterthä- nig; du herrschest nah' und fern, du Gott, Herr Zebaoth! an Ehren groß und prächtig; im Schüßen stark und mäch- tig, ein Helfer in der Noth. 2. Nach deines Knechtes Lehre ist keine Obrigkeit, die, Herr, von dir nicht wäre; ihr Schwert, das Frevlern dräut, das hat sie ja von dir! wer ihr zuwider lebet, der wagt's, und widerstrebet dir ſelbst noch mehr als ihr. lieben, wie du es haben willt. 3. Ach, lieber Vater, lehre mich doch durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie uns dein Wort es heißt! sie tragen ja dein Bild; laß mich Gehorsam üben, und sie mit Ehrfurcht 4. Die wir zu Herrschern haben, laß deinen Willen thun. Laß deines Geistes Gaben auf ihnen reichlich ruhn. Du herrschest selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand, 5. O Gott von großer Güte, gieb ihrem Geiste Licht. Gieb Treue dem Gemüthe zum Urtheil im Gericht. Laß stets durch ihr Bemüh'n den Frommen sicher stehen, der Bösen Rath vergehen, alle Stände blühn. und 6. Gieb, daß durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ehrbar Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Gott du segnest gern: wir bitten ohn' Ermüden: gieb Segen, Heil und Frieden durch Jesum, unsern Herrn. Herr 233 Bei der Einführung eines Predigers. 430. S rlöser! siel' auf uns hernieder, auf Hirten und der Heerde Glieder, die wir vereinigt zu dir schrein, und unsre Bitten, unste Lieder, laß, Herr, dir wohlgefällig seyn. und deinen Boten zugezäblet! wenn 2. O selig, welchen du erwählet, er dein Wort aufrichtig lehrt; und wo er fehlt, aus Schwachheit fehlet, und selbst thut, was man von ihm hört. 3. So selig sey der auch zu halten, für den wir jetzt die Hände falten, da er sich deinem Dienst geweiht, und solchen würdig zu verwalten sich binden will mit Wort und Eid. 4. Du selbst mußt ihm Vermögen geben; mit Licht und Kraft den Geist beleben, und leiten ihn als bei der Hand; dann macht sein wichtiges Bestreben erst dich und deinen Ruhm bekannt. 5. O laß ihn, Herr! durch dich belehret, durch keines Irrthums Wahn bethöret, die Wahrheit selbst gerühret sehn, und wie sich auch das Fleisch empöret, doch ihre Stege richtig gehn. 6. GiebGnade, daß zu rechter Stunde, dein streng Gesetz aus seinem Munde den Sünder wecke! doch dabei des Lebens Wort vom Gnadenbunde für schüchterne Gewissen sey. 7. Ach! laß ihn seiner Arbeit Früchte mit unbeschämtem Angesichte nach weisem Fleiße reifen sehn, und bei dem drückenden Gewichte des Amts, die Kraft von dir erflehn. 8. Erhalt' ihn in den rechten Schranken, in Wort, in Wandel und Gedanken! gieb tým, nur deinen Geist zu scheu'n; von seinem Vorsatz nicht zu wanken, und bis an's Ende treu zu seyn. 234 Zweiter Theil. Bei der Einsegnung der Eheleute. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 431. D Gott! des gnadenvoller Rath den Ehstand eingeseßet hat, der du ihn segnest, schüßest, liebst, und ihm Glück, Heil und Gnade giebst. 1 Besondere Gebetlieder. 3. Gott schmücket ihr geliebtes Haus mit wohlgerathnen Zweigen aus, woran sie Freude sehen: und bricht gleich oft ein Kreuz herein; will er selbst Trost und Helfer seyn, und stets zur Seite stehen. Endlich soll sich nach dem Leide ew'ge Freude für sie finden; Gott will ihnen Kränze winden. 2. Gieb diesen, daß sie stets mit Fleh'n in Lieb' und Eintracht zu dir geh'n: und wenn ihr Herz voll Andacht schrei't, gieb, daß ihr Werk auch wohl gedeih't. 3. Auch wenn sie Kreuz und Kummer drückt; so zeige, daß du es geschickt. Hilf bald, und gieb, daß sie zuletzt dein gnadenreicher Trost ergößt. 4. Laß Eltern Schand' und Sünde fliehn, und fromme Kinder auferziehn, daß Einigkeit, Zucht, Schaam und Treu' zu aller Zeit im Wachsthum sey. 5. Laß, die im Ehestande stehn, sich, Herr, durch dich gesegnet sehn. Gieb, daß sie deinen Willen thun, und unter deinem Schußze ruh'n. 6. O treuer Gott! wir bitten dich regiere sie stets gnädiglich, erhalte ſie die Lebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit. 7. So bringen sie dir lebenslang für folche Gnade herzlich Dank; bis dich, Gott, Vater, Sohn und Geist! ihr froher Mund dort ewig preis't. - Nach der Trauung. 4. Nun, Gott! du hast es wohl bedacht, die heil'ge Ordnung selbst gemacht, und willst sie noch bedecken. Dein Geist regiere Mann und Weib, daß sie, ein Herz, ein Fleisch und Leib, dein Bündniß nie beflecken. Rühre, führe ihre Seelen, dich zu wählen, dich zu ehren; laß sie keine Noth beschweren. 5. Führ' ihre ganze Lebenszeit zur Gottesfurcht und Heiligkeit durch detnes Geistes Stärke. Regier' und lenke doch ihr Herz von Fleischeslust, vom eiteln Scherz, allein auf gute Werke. Laß die, so die Ehen schließen, Heil genießen, Segen sehen, und zur Lammeshochzeit gehen. Der Eltern für ihre Kinder. Mel. Werde munter, mein. 116. 433. Sorge doch für meine Kinder, du ihr Vater bist. Sie sind freilich vor dir Sünder, doch versöhnt durch Jesum Christ, und in ihrer Kindheit schon dir und Jesu, deinem Sohn, Mel. Wie schön leuchtet der. 35. 432. Gott ist es, desſen weiser bei der Taufe übergeben, dein zu Rath seyn und dir zu gestiftet hat: er ist's, der Eva machte, und diese tugendvolle Braut, die er aus Adams Ripp' erbaut, zum ersten Menschen brachte. Ehen sehen derowegen Gottes Segen; Gott beglücket was er stiftet, fügt und schicket. 2. So lebt ein frommer Mann beglückt, wenn Gott ihm eine Gattin schickt, durch die er wird gesegnet; wenn eins das andre zärtlich liebt, und ihnen Gott den Frieden giebt. O! wie viel Wohlseyn regnet täglich reichlich auf die Seelen, die Gott wählen, die sich lieben und zugleich die Tugend üben. 2. Du hast sie bisher genähret; du haft manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret. Da dein Engel überall, ob er gleich dein Antlig sieht, sich doch für sie froh bemüht;' o so muß mich ihr Gedeihen, Herr, mit jedem Tag erfreuen. 3. Sollt' ich denn für solche Güte dir nicht herzlich dankbar seyn, und mit dankendem Gemüthe mich bei solchem Glücke freu'n? Zeigt ich nicht voll Rühmens an, was du, Herr, an mir gethan! ach, so würde dies mein Schweigen von dem schnöd'sten Kaltsinn zeugen. Zweiter Theil. 4. Herr! du bist's, was mich ergößet, meiner Seele Trost und Heil, das mein Herz am höchsten schäßet; Herr, du bist mein Gut und Theil: bleib' auch meiner Kinder Gott; laß sie doch in keiner Noth, auch im Glücke nicht verderben, rühmlich leben, selig sterben. 41 Besondere Gebetlieder. 235 2. Oft hab' ich sie schon betrübt. Ach, vergieb mir diese Sünde! nie hab' ich sie so geliebt, wie es einem jeden Kinde Wort und selbst Natur gebeut. Gott! es ist mir herzlich leid. 3. Was ich ihnen schuldig bin, nehm' ich willig wohl zu Herzen. Laß mich nicht durch Eigensinn ihre Huld und Gunst verscherzen. Gieb, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfreut. 4. Wie viel Sorgen, Angst und Müh' haben oft ihr Herz gebeuget? Wie viel Liebe haben sie täglich, stündlich mir erzeiget? Haben sie nicht manche Nacht, wenn ich schlief, für mich gewacht? 5. Laß sie nicht ihr Herz verstocken, Beb' es stets zu dir empor. Wenn sie böse Buben locken, o dann höre nicht ihr Ohr. Laß der Thoren Wahn und Scherz nicht ihr jugendliches Herz, das nur dir gehört, entweihen; deiner müss' es sich erfreuen. 6. Laß du sie schon hier auf Erden dir zum Ruhm geschäftig seyn, und den Menschen nützlich werden. Deine Furcht pflanz' ihnen ein; daß in einer argen Welt sie stets thun, was dir gefällt, und nach deinem heil'gen Willen treulich ihre Pflicht erfüllen. 7. Gieb, Herr, daß sie stets mit Ehren, nicht dem Feind zum bittern Spott, nicht dem Freund zur Last, sich nähren. Segne du ihr täglich Brot, daß sie nie ein Unfall schreckt, der zu herbes Leid erweckt. Schlägst du sie, so laß es ihnen stets zum wahren Besten dienen. 8. Still laß ihre Tage fließen. Laß sie ihre Prüfungszeit tugendsam und fromm genießen. Wenn sie dann zur Ewigkeit endlich einmal übergehen, so laß sie vor dir bestehen. Laß sie sanft und ruhig sterben, und dort deinen Himmel erben. 9. Gönne mir die große Freude, daß ich an dem jüngsten Tag, nach hier überstand'nem Leide, einst mit Jauchzen sagen mag: liebster Vater, ich bin hier, nebst den Kindern, die du mir einst in deiner Gunst gegeben: ewig will ich dich erheben. Der Kinder für ihre Eltern. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 47. 434. Gott, mein Vater! Dank sey dir: du hast Gutes, Leib und Leben, durch die Hand der Eltern, mir ohne mein Verdienst gegeben: für mich frönst du ihre Müh', mir zu gut erhältst du sie. 5. Laß denn, ohne Heuchelei, mich vor ihnen dankvoll beugen, und Gehorsam, Lieb' und Treu ,, stets in Wort und Werken zeigen; so fehlt mir der Segen nicht, den mir dein Gefeß verspricht. 6. Stelle mir zum Beispiel für jenes Muster aller Kinder, Jesum, der zwar Eins mit dir, und die Eltern doch nicht minder mit Gehorsam selbst verehrt, dies sey mir nachahmungswerth. 7. Lege viele Jahre zu meiner Eltern Zeit auf Erden! Laß sie, Herr! in Fried' und Ruh' mir zum Besten älter werden. Beten sie für sich und mich, so erbör' es gnädiglich. 8. Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, Bater! selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht, nach den sauern Lebenstagen, so gieb du vor deinem Thron ihnen frommer Eltern Lohn. Eines Waisent. Mel. Warum betrübst du dich, mein 2c. 435. D welch ein Leiden, das du mir, das mich drückt! Vater! zugeschickt! mir der Tod die Eltern früh weil leider! 236 Zweiter Theil. Vom Lobe Gottes. und Noth, in Seel- und Letb'sgefahr. Sentrissen hat, demüthig ehr' ich Bedeck' mich durch der Engel Macht als Gott und Helfer Tag und Nacht. - deinen Rath. 2. Drum flieht mein kummervoller Sinn zu dir, dem höchsten Helfer, hin. Herr! stehe du mir bei! zu dir steht meine Zuversicht; verlaß mich, bester Vater! nicht. 3. Ach! flöß' mir wahre Tugend ein, so werd' ich immer glücklich seyn. Herr! leit' und führe mich. Laß mich bei dir in Gnaden stehn, so wird mir's immer wohl ergehn. 4. Von dir kommt alles wahre Gut: drum gieb mir Weisheit, Kraft und Muth durch deinen guten Geist; damit mein schwaches Herz nicht fehl', und stets das beste Theil erwähl. 6. O Brunnquell aller Gütigkeit! bescheere mir von Zeit zu Zeit die Mittel meines Glücks; du weißt ja leicht für jeden Rath, den deine Hand erschaffen hat. 7. Du hörest, wenn die Raben schrei'n: laß auch dein Kind erhöret seyn, und nimm mein Seufzen auf: gieb Kleider anzuziehn, und Brod zu essen, o du reicher Gott! 8. Ich werfe meine Sorg' auf dich, mein Gott und Herr! versorge mich, und mach' es immer wohl; so lob' ich dich, so dank' ich dir für solche Gnade für und für. wer ist, wie er, des Lobes werth? 2. Lobt ihn! sein ganzer Nam' ist Ruhm; Unendlichkeit sein Eigenthum. Dies gränzenlose Meer von Licht durchschauet selbst der Engel nicht.. 3. Ja, eure Lust sey, ihn erhöhn! solch' Lob ist heilsam, lieblich, schön, schärft den Verstand, erhebt das Herz, und stillt im Leiden allen Schmerz. 4. Wie wird der Geist dadurch entzückt; hinauf gen Himmel hingerückt; mit seinem hocherhabnen Freund, mit Gott, stets inniger vereint! 9. Bricht dann mein Lebensziel herein; laß mich des Himmels Erbe seyn. Erlang' ich dieses nur, so acht' ich weder Noth noch Qual in diesem 5. Beschüß mich auch, o treuer Gott! in Kreuz, Verfolgung, Angst| jammervollen Thal. 31) Loblieder. a. Vom Lobe 436. uf, Christen! preis't mit mir den Herrn! wer preis't, was herrlich ist, nicht gern? Und welch ein Glanz, der Gott verklärt! Gottes. 5. Welch ein so herrlicher Beruf, zu dem Gott selbst die Engel schuf! welch eine theure süße Pflicht, die uns so reichen Lohn verspricht. 6. Ja, Pflicht ist's, daß ihr sein gedenkt, ihr, denen er Verstand geschenkt, die Ehre des Verstandes ist, daß ihr den Ew'gen kennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, das sich zu Gott mit Inbrunst nah'n, und seine Größe fühlen kann. 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, erinnert euch an diese Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein, und wolltet nicht voll Rühmens seyn? 9. Wer ist gutthätiger, als Er? denn welche Gabe sollt uns der nicht schenken, der so sehr uns liebt, daß er auch seinen Sohn uns giebt? 10. Was gebet ihr mir nun dafür? ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in seiner Liebe brennt, das Einz'ge, was ihr geben könnt? Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 237 11. Auf, Christen, preist mit mir| Tag und Nacht zu seinem Lob und den Herrn; wer preis't nicht milde Geber gern? gedenkt, wie viel er uns gewährt! wer ist, wie er, des Dankes Dienste wacht! werth? Der 134. Pfalm. Mel. Auf Christen preis't. 436. 437. Erhebet Gottes Heiligkeit ihr, die er sich vor - 3. Euch segne Gott von seinem Thron, und sey dort ewig euer Lohn; euch segne Gott, der alle Welt erandern weth't, und die ihr vor ihm schaffen hat, und noch erhält. Der 34. Pfalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben. b. Allgemeine und bittet ihn für jeden Stand; und 2. Erhebet zu ihm Herz und Hand, lehrt und singt im Heiligthum, als wie die Engel seinen Ruhm! bit - 82. ir, Gott, will 438. Dich lobsingen, und kann in der Noth erhören? wer kann 6. O wer wollte dich nicht ehren? wer verdient als du? wer von meinem Munde soll stets dein Lob zum Himmel dringen; denn mein Herz ist Dankes voll. Deiner freut sich mein Gemüthe, rühmt sich, mein Gott, deiner Güte; alle Frommen freuen sich deiner, Herr, und loben dich! helfen, Gott, wie du? du willst die, Freud' erfüllen, ihnen fehlt's an Segen die deinen Willen freudig thun, mit nie! du ernährst und segnest sie. 2. Ja, preist ihn ihr frommen Seelen, stimmt Danklieder mit mir an! lasset fröhlich uns erzählen, was der Herr uns Gut's gethan! lasset, lasset uns zusammen Lieder singen setnen Namen! ein vereintes Lob gefällt unserm Gott, der uns erhält. 3. Herr, du hast mein Leid vernommen, du sahst meine ganze Noth! mein Geschrei ist vor dich kommen: da halfst du mir, o mein Gott! und du eiltest, auf mein Beten, mich aus meiner Noth zu retten; strecktest, ach, wie dank' ich dir, deine Vaterhand zu mir! 4. 3ittert nicht in den Gefahren! unsers Gottes Angesichtschaut auf uns, uns zu bewahren, Fromme! Gott verläßt euch nicht; wer will uns unglücklich machen? Gottes starke Engel wachen immer um uns! Gottes Treu' steht beim nahen Tod uns bei. Loblieder.com traun, beschirmen; ja, der Herr ist unser Gott, unser Fels in jeder Noth! 5. Schmecket, Freunde Gottes, schmecket, fühlet seine Freundlichkeit! seine Gnad' und Huld bedecket jeden, der sich seiner freut: Gott kann uns in allen Stürmen, wenn wir ihm ver7. Was die Frommen sich erwerben, das verdirbt nicht dein Gericht, Sünder läßt du oft verderben, aber deine Kinder nicht! wer den Herren sucht und liebet, wird mit Mangel nie betrübet, er verheißt es, daß für den seine Schäße offen stehn. 8. Kommt dann, fromme Seelen, höret, wie der Herr euch segnen kann! nebmet, Kinder, was er lehret, mit bereitem Herzen an! thr müßt, wollt ihr selig leben, eure Herzen Gott ergeben; euer Herz und Mund muß rein, ganz das Leben heilig seyn! 9. Fliehet eurer Zunge Sünden; laßt zu keiner Heuchelet, keiner Sünd' euch überwinden, bleibt Gott und der Tugend treu, sucht und jaget nach dem Frieden, laßt den Feind euch nicht ermüden, thut ihm Gutes, thut es gern, Neid und Zorn sey von euch fern! 10. Gott schaut alle seine Knechte stets mit Wohlgefallen an! er ist's, der, wenn der Gerechte zu ihm schreit, ihm helfen kann; in sein Buch sind alle Klagen seiner Frommen eingetragen; ihre Thränen und ihr Schmerz rühren sein erbarmend Herz. 238 Zweiter Theil. 11. Aber Gottes Zorn verzehret weg von seinem Angesicht jeden, der ihn frech entebret! spottet, Sünder, Mel. Wie komm' ich doch. 265. Gottes nicht! flebt ihn an, daß seine 440. obfinge Gott mit wabrem Rache nicht schnell wider euch erwache; Gott ist gut, doch immer schont der nicht, der im Himmel wohnt. - 12. Weh' dem, der den Frommen drücket, Gott siehts! und der Fromme schreit, und Gott hört's, und Gott erquictet ihn, zur Hülfe stets bereit. Er ist nahe allen denen, die sich nach der Hülfe sehnen; so gewiß sie zu ihm flehn, werden sie die Rettung sehn. 13. Züchtigt Gott gleich unfre Seelen; er meint's immer mit uns gut! läßt, wenn uns die Leiden quälen, doch nicht sinken unsern Muth. Gott beschüßt, erhält die Seinen, die es redlich mit ihm meinen; er bleibt in der größten Noth, wie im Glück, ein Der 100. Psalm. Mel. Vom Himmel hoch, da. treuer Gott! 14. Ohne seinen Rath und Willen wird uns nie ein Haar gebeugt; er kann jedes Wetter stillen, das schnell auf uns niedersteigt! er, er wird mit seinen Wettern seiner Feinde Schwarm zerschmettern! dient denn, Fromme, Gott! ihr seyd sein in alle Ewigkeit. - Allgemeine Loblieder. 109. 439. Gott der Götter überall! erscheint in seinem Heiligthum mit eifersvollem Dank und Ruhm! ist Gott. Nur er allein, 2. Der nicht wir, verlich uns unser Seyn. Wir sind sein Werk und eigen Gut, und Schafe seiner Weid' und Hut. 3. Erhebt, empfangt ihn allzugleich; und eilet in sein Gnadenreich! er öffnet seine Thore weit. Da dringt hindurch mit Freudigkeit. Der 103. Pfalm. 4. Unendlich groß ist seine Treu'. Sie scheint uns alle Morgen neu; und seine Huld und Gütigkeit besteht durch aller Zeiten Zeit. - 5. wir, er ganz hr Völker, jauchzt Troen, auch mit verlaffe, und droht er uns mit ſeinen o meine Seel', und preise seine Liebe! was in mir ist, erhebe seine Treu'! ich soll, ich will mit dankerfüllter Seelen, so lang' ich kann, erwägen und erzählen, wie groß an mir sein Gnadenreichthum sey! 2. Bewein' ich nur mit Schmerzen meine Sünden; so läßt er mich bald seinen Trost empfinden. Er heilt mein Herr, mein Gott, erlös't mich vom Weh und tilget meine Schuld. Der Berderben, und krönet mich, als einen Himmelserben, mit heil'gem Schmuck und ewig reicher Huld. Fülle: gewähret mir des innern Frie3. Er sättigt mich mit aller Güter dens Stille; und schaffet mich, wie Adler, jung und neu. Er giebt nicht zu, daß jemals Welt und Hölle mit Macht und List des Armen Unschuld fälle, und im Gericht steht er ihr siegreich bet. 4. Wie herrlich zeigten sich dort seine Wege, wie wundervoll sein Schuß und seine Pflege durch Mose Dienst an Jakobs großem Heer! der Herr ist sanft und milde von Gemüthe; er übt an uns nur Treu', Geduld und Güte, langsam zum Zorn und voll Mitleid ist er. schweren Hasse; so währet doch sein 3orn nicht länge Zeit. Er lohnt uns nicht nach unsern Missethaten; und so dient sie nur zu unsrer Seligkeit. wenn wir auch in seine Zucht gerathen; 6. Er läßt an uns, wenn wir ihm kindlich trauen, viel höher noch der Gnade Wunder schauen, als über uns der Himmel Kreise gehn. Die Sünde muß viel weiter von uns schwinden, als Oft und West sich von einander finden, wenn wir zu ihm mit Neu' und Thränen flehn. 7. So zärtlich schont kein Vater seiner Kinder, als unser Gott der I tiefgebeugten Sünder; er schlägt und Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 239 Zeiten! hellt und lindert ihre Pein, als bleibt gerecht von Ewigkeiten auf alle welcher stets auf unsre Schwachheit schauet. Er denkt daran, daß wir aus Staub gebauet, und wieder Staub in kurzem werden seyn. 4. Er baut den Wundern, die sein Arm verrichtet, ein Denkmal, welches keine Zeit zernichtet! der Herr von frommen, duldendem Gemüthe; der Herr voll Güte. 5. Der Herr giebt Speise denen, die ihm dienen; was er verheißet, das erfüllt er ihnen; er denkt des Bundes; ewig soll er währen, weil sie ihn ehren. 1 8. Wie eitel sind doch unsre kurzen Tage! wir leben kaum, so find't sich Müh' und Plage; wir blühen, doch wie eine Blume blüht, die jeder Wind, der kaum darüber fähret, versengt und dörrt, und wie in nichts verkehret, daß niemand mehr auf ihre Spur nur sieht. 9. Nur Gottes Treu' kann nimmermehr vergehen, wenn wir nur fest in seiner Furcht bestehen, will sie auf uns und unsern Enkeln ruhn. Sein ewig Heil wird über denen walten, die seinen Bund und sein' Gesetze halten; und, was er will, von ganzem Herzen thun. 10. Des Herren Thron ist himmelhoch erbauet, von welchem er auf alle Menschen schauet. Sein Wink regiert die Völker aller Welt. Lobfingt dem Herrn, ihr Engel und ihr Helden, die sein Gebot vollstrecken und uns melden, und die sein Wort in ew'ger Uebung hält. 11. Lobsingt dem Herrn, ihr seine lichten Heere, die ihr um ihn, uns Sterblichen zur Lehre, mit Freuden dient, und seinen Willen thut! Lobsingt dem Herrn, ihr alle seine Werke: so weit er herrscht, verehret seine Stärke; lobsing' auch du, mein Geist, dem höchsten Gut. Der 111. Psalm. Mel. Ich will, mein Gott, du.- 55. 441. 6. Die Thaten seiner Hand sind Recht und Treue. Gott spricht kein gnädig Wort, das ihn gereue. Der Fromme weiß, daß er aus Lieb' und Güte sein Recht gebiete. 7. Es dauert fest und ewig unbeweget! er hat's auf Stein und uns in's Herz gepräget, daß wir getreu und willig seinen Rechten gehorchen möchten. 8. Er sendet Heil und Rettung setnem Erbe, damit es nicht der Feinde Grimm verderbe. Sein Bund, die Frommen herrlich zu erhöhen, bleibt ewig stehen. 9. Die Furcht vor Gott, die Lust, ihn zu erheben, führt uns zur Weisheit, führet uns zum Leben; sie giebt Verstand und Licht, damit die Seele, was gut ist, wähle. 2. Groß, majestätisch sind des Höchsten Werke, und würdig, daß man sie erforsch' und merke! aus ihnen strömen heilige Vergnügen, die nie versiegen. 3. Was er nur ordnet, ist voll Schmuck und Ehre, daß er, wie groß er sey, die Welten lehre. Der Höchste 10. Von ihr geleitet, lernt man Wege wallen, die nie verführen, welche Gott gefallen. Der Ruhm, womit sie sich geschmückt wird sehen, wird nie vergehen. Der 113. Psalm. Mel. Allein Gott in der Höh'.- 15. hr Knechte Gottes, 442. will ich fröhlich fingen; ihm Dank und Ruhm mit den lobt seinen heil'gen Namen! gelobet Gerechten bringen, und der Versamm- sey er nah' und fern, und feßt und lung aller frommen Seelen sein Lob erzählen. ewig! Amen! Vom Aufgang bis zum Niedergang sey er der Heiligen Gesang, ihr Ruhm und ihre Freude! 2. Unendlich ist der Herr erhöht, hoch über alle Heiden. So weit der große Himmel gebt, muß Ehr' und Schmuck ihn kleiden. Ja, ja, wer ist, wie unser Gott, der hohe Herrscher Zebaoth, der auf das Niedre siehet? 240 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 3. Er richtet die Geringen auf, die| will dich ewig lieben, ich will, als nach Errettung dürsten; und fordert dein Eigenthum, stets erheben deinen des Verlaff'nen Lauf, und setzt ihn zu Ruhm! den Fürsten. Der Unfruchtbaren ödes Haus schmückt er mit holden Kindern aus. Laßt: Hallelujah! schallen. 2. Wie ein Adler sein Gefteder über seine Jungen streckt, so hat( dankt's ihm, meine Lieder) mich auch Gottes Arm bedeckt! Gott! der über mir schon wachte, als ich kaum zu seyn begann, sah' mit Vaterhuld mich an, eh' ich lebte, eh' ich dachte! Leib und Seele gabst du mir; Gott, o wie dir! Der 117. Psalm. Mel. Die Himmel rühmen Gottes. 46. 443. obt, lobt den Herrn, Nationen! - - 3. Für mich Armen, mich Verlornen, mich, der ich gefallen bin! gab er seinen Eingebornen, Jesum Christum, selber hin. Wer kann, was er that, ergründen? auf der ganzen Erde, wer? wer aus seiner Engel Heer kann es, wie er liebt, ergründen? seine Lieb' ist immer neu, ewig seine Gnad' und Treu'! 3. Lobt, lobt den Herrn, ihr Nationen; froblockt ihm, bringt ihm 4. Seinen wunderbaren Führer, Preis und macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd' Ehr' und Lob dem Herrn gebracht! seinen Tröster, seinen Geist, giebt der Herr mir zum Regierer, wenn die Welt mich an sich reißt, daß er meine Seele fülle mit des Glaubens hellem kein abdivisi ling 444. bet ben Herren, alle Gericht! und mein bebend Herz wird stille! deines Heils darf ich mich freu'n! Herr! dein bin ich! du bist mein! 65. Meinem bessern Theil, der Seele, giebt er Trost und Kraft und Ruh! wenn ich, was er wählte, wähle, strömet mir sein Frieden zu! was, so lange wir hier wallen, wir bedürfen in der Welt, was die Hütten stüßt und hält, die dereinst in Staub zerfallen, auch dies giebt uns, dessen Ruf uns für diese Welt erschuf. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere sind zu meinem Dienste da! wohin ich mein Auge kehre ist mir Gottes Segen nah! Thier' und Kräuter und Getraide in den Gründen, auf der Höh', in den Büschen, in der See, sind mir Nahrung, sind mir Freude; vom Gedeih'n und Ueberfluß trieft des Allerhöchsten Fuß! during mij Sollte 7. Wenn Betrübniß meine Seele, Elend meinen Leib umgiebt; dann) dann bet' ich und verhehle nichts dem Gott, der doch mich liebt! wär' er nicht mein Gott gewesen, hätte mich lockt ihm; bringt ihm Ruhm und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd' Ehr' und Lob dem Herrn gebracht! and 2. Denn seine Gnade, seine Treue ist groß und unveränderlich; sie herrschet ewig: Erdkreis freue der Gnad' und Treue Gottes dich! sang$ 10 tingjing more Insurl? Mel. Der du uns das Heil. Hei- den, preiset ihn alle Völ- ter, denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Al- lelu- ja! Alleluja! 2. Ehr' sey dem Vater und dem Sohne, und auch dem heil'gen Geiste, als es im Anfang war und nun blei bet bis in Ewigkeit. Amen! Alleluja! Alleluja! 108. 445. out' ich meinem Gott 2. nicht singen sollt' ich ihm nicht dankbar seyn? nicht in allen Dingen seine Liebe mich erfreu'n? Lieben ist es, nichts als Lieben, berzliche Barmherzigkeit, die so oft und viel verzeih't! Herr! ich Zweiter Theil. sein Angesicht nicht erquickt; so wär' ich nicht von so vieler Qual genesen! vom Allsehenden bewacht, ging ich durch die dunkle Nacht! 8. Wie ein Vater seinem Kinde nie mals ganz sein Herz entzeucht; ob es gleich, verführt zur Sünde, von der rechten Bahne weicht: also sieht auch mein Verbrechen mein versöhnter Vater an, züchtigt mich, daß ich's gethan, will's nicht mit dem Schwerte rächen, weil, als ich's verirrt beging, doch mein Herz noch an ihm hing. 9. Wohlthat ist das Kreuz der Christen: ist's gleich, wenn es da ist, Pein, führt es uns in dürre Wüsten, scheint's gleich oft Gericht zu seyn! und, was haben wir gelitten, duldeten die Märtyrer nicht viel mehr, als wir, viel mehr, eh' sie ihre Kron' erstritten? rühmt im Leiden, rühmt und preis't Gott, der euch der Welt entreißt! PTO 10. Ist, so lang' ich leb' am Grabe, Kreuz und Trübsal oft mein Theil, Gott, dem ich geglaubet habe, Gott giebt einst mir ewig's Heil! die, so hier mit Thränen säen, erndten dort mit Freuden ein; nach des kurzen Lebens Pein werd' ich mein Geschick verstehen! jauchzen, daß mich Gottes Nath diesen Weg geleitet hat! 11. Weil dann ohne Ziel, ohn' Ende deine Gnaden, Vater, sind; o so heb ich meine Hände zu dir auf. erhör' dein Kind: Vater! du wollst Gnade geben, dir mich ganz und gar zu weih'n, dein Verehrer stets zu seyn, hier und in dem höhern Leben! Heilig, heilig, heilig ist er, der seyn wird, war und ist! Allgemeine Loblieber. 241 Gnade, Treu' und Güte froh erhebe Tag und Nacht: denn was ich nur bin und habe, kommt von dir, ist deine Gabe. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 3. Herr! ich muß mit Schaam gestehen, daß ich häufe Schuld auf Schuld; und mein fündliches Vergehen raubt mir billig deine Huld! gleichwohlträgst du, Goit, mich Armen noch beständig aus Erbarmen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. - 4. Ja, Herr! wenn ich überlege, mit wie großer Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, noch die Tiefen zu ergründen. Tausend, tauſendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 5 cla 5. Du, Herr, bist mir nachgelaufen, mich zu reißen aus der Glut: denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, hießest du mich dies verachten, und nur nach dem Himmel trachten. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. # 6. D wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn: daß ich nur das Gute wähle, und das Böse möge fliehn; hast du mir durch Christum Leben, Licht und Kraft und Geist gegeben. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 7. Ja, Herr, Majestät und Klarheit strahlt von deinem Angesicht: all' dein Thun ist Gnad' und Wahrheit, recht und heilig dein Gericht; wer muß nicht aus deinen Werken deine Macht und Weisheit merken? Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 8. Bald kamst du mit Baterschlägen, Mel. Alle Menschen müssen sterben. bald mit Wohlthun, Gott, zu mir, um Jomit soll nur zu ganz 82. 446. W loben, mächtiger Herr zu ergeben dir, und ſtets deinen guten Willen ohne Murren zu erfüllen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. od 199 Zebaoth? sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! denn ich kann mit nichts erreichen deine Huld unb Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 9. Wie ein Vater nimmt und giebet, nach dem's Kindern nüßlich ist; so hast du mich auch geliebet, Gott, der du barmherzig bist, und dich meiner angenommen, wenn's auf's Höchste 2. Herr! entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine 16 242 Zweiter Theil.- Allgemeine Loblieder. gleichgekommen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 10. Trägst du nicht in deinen Armen mich oft treu und väterlich? riß mich nicht oft dein Erbarmen aus Gefahr und schützte mich? mußt' ich einsam, hülflos weinen, so ließ'st du mir Trost erscheinen. Tausend, tau sendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 11. Vater! du hast mir erzeiget lauter Gnad' und Gütigkeit; und du haft zu mir geneiget, Jesu! deine Freundlichkeit; und dein Wort, o Geist der Gnaden! heilet meinen Seelenschaden! Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 12. Tausendmal sey dir gesungen Preis und Lob und Dank, mein Gott! daß es mir bisher gelungen, ach! laß mich bis in den Tod fest in deiner Gnade stehen, und dereinst dein Antlitz sehen, so werd' ich, dein Eigenthum, ewig preisen deinen Ruhm. 11. Erhebt ihn ewtg, Gottes Werke! die Erd' ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Weisheit, Ruhm und Stärke, er hilft und er errettet gern. 12. Er hilft, des Abends währt die Klage, des Morgens die Zufriedenheit. Nach einer Prüfung furzer Tage erhebt er uns zur Seligkeit. 2. Teardaging 46. Mel. Die Himmel rühmen Gottes. 13. Vergiß nicht deines Gottes, u bist's, dem dir 447. D und Dant gebühret: than. Ehr ſeiner Heiligkeit Befehle, und Ruhm und Dank, Herr! bring' und bet' ihn durch Gehorsam an. idra ts 499 ich dir. Du hast mein Schicksal stets Mel. Gott, du bist die Liebe. 34. regieret, und deine Hand war über mir. 2. Wenn Noth zu meiner Hütte nahte; so hörte Gott, der Herr, mein 448. Auf, meine Seele, finge! Flehn, und ließ nach seinem gnäd'gen Nathe mich nicht in meiner Noth vergebn. 3. Ich sank in Schmerz und Krankheit nieder, und rief: o Herr, errette mich! da half mir Gott, der Starke, wieder, und mein Gebein erfreute sich, an dir, so unwerth du es bist, thut Gott so große Dinge. Web' dir, wenn ihn dein Herz vergißt! Gott rettet dich ins Leben, will alle Missethat in Christo dir vergeben. O gnadenvoller Rath! schon hier wirst du mit Heile getröstet und erfreut, und dort wird dir zu Theile die Ruh' der Ewigkeit. 2. Er hat uns wissen lassen, der Herr, sein Recht und fein Gericht; Erbarmung ohne Maaßen dem Frommen, der den Bund nicht bricht! schnell eilt sein Zorn vorüber, straft nicht nach unsrer Schuld, der Herr begnadigt lieber, nimmt lieber auf zur Huld! wohl dem, der Christo lebet! Gott ist er angenehm. Mit Adlersflügeln schwebet Erbarmung über dem. 3. Wie Väter mit Erbarmen auf ihre schwachen Kinder schau'n: so thut - 4. Wenn mich des Feindes Haß betrübte, klagt' ich Gott kindlich meinen Schmerz. Er balf, daß ich nicht Rache übte, und stärkte durch Geduld mein Herz. 5. Wenn ich verirrt vom rechten Pfade, mit Sünde mich umfangen fah: rief ich zu ihm, dem Gott der Gnade; und seine Gnade war mir nah'. 7. Er balf und wird mich fort er lösen. Er hilft; der Herr ist fromm und gut. Er hilft aus Reizungen zum Bösen, und giebt mir zu der Tugend Muth.sin 8. Dir dank' ich, Herr, auch für die Leiden, die du zur Prüfung mir geschickt. Dir dank ich für die mehrern Freuden, womit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank' ich für das Gut der Erden, für die Geschenke deiner Treu'. Dir dank' ich, denn du hieß'st sie werden, und deine Güt' ist täglich neu. 10. Dir dank' ich für die höchste Güte; selbst deinen Sohn gabst du für mich. Von ganzem Herzen und Gemüthe, von allen Kräften preis' ich dich. 6. Um Trost war meiner Seele bange; denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: ach Herr, wie lange? und Gott verließ den Schwachen nicht, Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 1 Gott an uns Armen, wenn wir in Einfalt ihm vertrau'n. Gott weiß es, wir sind Sünder; Gott weiß es, wir sind Staub und der Verwesung Kinder, ein niederfallend Laub! kaum daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr da! wir Sterbliche vergehen! stets ist der Tod uns nah'. 4. Des Ew'gen Gnad' alleine bleibt, gleich als er, in Ewigkeit bei dir, des Herrn Gemeine, die ganz sich seinem Dienste weiht, und daß sie selig werde, mit Furcht und Zittern ringt. Auf! daß ihr von der Erde schon jetzt euch dorthin schwingt. Dort nimmt mit seinen Engeln auch unsrer Brüder Schaar, nun rein von allen Mängeln, stets seines Lobes wahr. 5. Anbetung, Preis und Ehre sey dir, Gott Vater, Sohn und Geist! wir singen's in die Chöre der Schaar, die dich vollkomm'ner preis't. Anbetung, Preis und Ehre, dir, der du warst und bist! wir stammeln's nur; doch höre, hör' uns, der ewig ist! Einst tragen wir auch Palmen, du Gott, auf den wir trau'n; einst singen wir dir Psalmen, wenn wir verklärt dich schau'n! - - 15, 243 nen, da half mein Helfer mir vom Tod, und ließ mir Trost erscheinen! ich danke, Gott, ich danke dir, ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre. 5. Gott ist uns nah' und niemals nicht von seinem Volk geschieden! er, er ist ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden! mit seiner Allmacht leitet er sein Volk durch's Feuer und durch's Meer! Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Hülfe nicht mehr helfen kann, die nur die Welt erzeiget, so hilft, der ewig helfen kann, der Schö pfer selbst, und neiget sein huldreich Angesicht uns zu; denn außer ihm ist keine Ruh': Gebt unserm Gott die Ehre! Mel. Allein Gott in der Höh”. 449. Lob ob, Ehr' und Preis dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte! dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt! dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer', Beherrscher aller Thronen, und die Mel. Nun danket alle Gott. 9. auf Erden, Luft und Meer in deinem 450. N mit Herzen, Mund alle Gott Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfersmacht, die uns und sie hervorgebracht! Gebt unserm Gott die Ehre! und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden; der mächtig uns erhält, und von der Kindheit an uns so viel Gutes thut! mehr als man zählen kann. 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten! darüber wird des Weisen Rath, des Vaters Gnade walten! in seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich! Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: ach Gott! vernimm mein Wei680 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren! man soll, Herr, meinen Lobgefang an allen Orten hören! mein Geist, o Gott, erhebe dich! mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Chrifti Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! die falschen Gözen macht zu Spott; der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! gebt unserm Gott die Ehre! 9. Kommt, laßt uns vor sein Angesicht mit Freud' und Zittern dringen; bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: der Herr hat alles wohl bedacht, und alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! - 2. Er, unser Vater, woll' ein fröhlich Herz uns geben; der Herr lass uns, sein Volk, in stetem Frieden leben, und unsre Nachwelt auch, daß seine Gnad' und Treu' das ganze Land umfah', sein Segen mit uns sey. 16* 244 Zweiter Theil. 3. Der große starke Gott woll' uns von allem Bösen, und was uns schaden kann, gewaltiglich erlösen: er schüß' uns in Gefahr, er helf' uns allezeit, so lang' er uns dahier das Leben noch verleih't. 4. Dir, Gott, dir, und nicht uns sev Ehr' und Preis gegeben, was in uns ist, soll stets, Herr, deine Huld erheben. Und stehn wir einst verklärt in deinem Heiligthum, so sey bein Name, Gott, auf ewig unser Ruhm. un si Mel. Nun danket alle Gott. 9. 451. Allgemeine Loblieder. Schuß, du bist der Müden Ruý'; ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du. 7. Wem soll ich sonst vertraun, als dir, dem Gott der Götter? wen ehren, als nur dich mein Schutz und mein Erretter? wie sanft ist dein Befehl: gieb mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg! ich bin dein Schild und Lohn. Gott! durch dich bin ich vorhanden. Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden; denn wenn du sprichst, geschieht's; wenn du gebeutst, steht's da. Mit Allmacht bist du mir, und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd' und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich ber' ich dankend an. Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Fleh'n, und du errettest gern. 2003 to 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott! gewürdigt werde, was frag' ich außer dir, nach Himmel und nach 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried' und Leben. Wie könnt' ich einem Gott der Liebe widerstreben? umsonst lockt mich das Glück, in dem Weg, weil mich dein Auge sieht. 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; henn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüst't, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt' ich der Menschen Ruhm stolz zu erringen trachten? nein, Herr, wenn du mich ehrst, mag mich die Du bist es, dem Welt verachten. zum Dienst ich Leib und Seele weih'. Gieb, daß mein Wandel stets voll deines Ruhmes sey! 1 Mel. Wachet auf, ruft uns die. 272. Erde? Im Himmel bonnerst du, und 452. auchze, auserwählt Geeuch Schrecken das Land, noch fürcht' ich nichts, denn mich beschüßt der Allmacht Hand. 4. Wenn ich die Himmel seb', die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet; so sprech' ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst? und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst? 5. Als Schafe läss'st du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speis' und Trank, und füllst das Herz mit Freuden; du sah'st mich, eh' der Grund der Welt geleget war, zogst mich aus Mutterleib, als mich ihr Schooß gebar. 20. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben; und meiner Tage Zahl war auf dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen des Herrn Herrn, ihr Gerechte, ihr Frommen preist den Höchsten hoch! lasset eure Harfen klingen; ihr müßt ein neues Lied ihm singen; so kommt und rühmt, und danket doch! macht es mit frohem Muth auf Saiten spielen gut! Hallelujah! sein Wort ist süß; was er verhieß, ist Wahrheit; und er hält's gewiß. 2. Er wohnt in dem reinsten Lichte, Gerechtigkeit ist sein Gerichte; die Welt ist seiner Güte voll. Droben schuf er, ihm zur Ehre, der Licht erfüllten Sterne Heere, die Sonne, die uns leuchten soll. Es fürchte alle Welt den Herrn, der sie erhält! Hallelujah! er will, er spricht's, sogleich geschicht's, gebeut er: wird etwas aus nichts. Zweiter Theil. 3. Unser Gott herrscht ohne Schranken! er wendet Völkern die Geoanken; er macht zunicht der Heiden Rath. Ewig tann sein Rath nicht wanken, er ändert sich nicht in Gedanken, er ist gleich groß an Nath und That. Wohl dem Volk, dessen Gott heißt: Herr, Herr, Zebaoth! Halleluja! ja selig ist, wen Gott erkiest, und sich zum Erbtheil auserliest. 4. Herr, deine Güte gleichet dem Himmel, deine Wahrheit reichet so weit als aller Wolken Heer! ja, als wie der Berge Höhen bleibt die Gerechtigkeit stets stehen, dein Recht wie Tiefen in dem Meer. Eh' Meer und Berge seyn, bist du, o Gott! allein. Halleluja! des Himmels Rund, der Erden Grund ward durch den Geist aus deinem Mund. 5. Sende zu mir voller Klarheit, mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit! daß sie mich leiten, wo ich bin! und mich bringen zu den Hügeln, zu deiner Cherubinen Flügeln, und zu dem Stuhl der Gnaden hin! so geb' ich da hinein, um Gottes mich zu freun. Halleluja! da wo Gott wohnt, da wo er thront, der unser wie der Kinder schont. 6. Ach! da will ich dann mit Beten vor den Altar des Höchsten treten; zu dem Gott, der die Schuld vergißt, zu dem Gott, der Schild und Sonne, der meine Freud' und meine Wonne durch Christi großes Opfer ist. Ich ſpiel ein Danklied dir da auf der Harfe für. Halleluja! mein Gott, Herr Zebaoth, du bist mein Helfer in der Noth! Ofer Mel. Der du uns das Heil. Allgemeine Loblieder. 245 errettet unfre Seelen, ist ihr Lohn, ihr Schild und Licht.: Wenn wir mit den Eitelkeiten, mit Versuchungen der Lust, mit dem Feind in unsrer Brust, wenn wir mit dem Tode streiten, stärkt er uns zum Kampf und Lauf, und hilft unsrer Schwachheit auf. 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre Wollust fliehn, dann giebt er uns seine Freuden, unser Herz empfindet ihn! kann ich größ'res Glück begehren? Ewiger, hat dich mein Herz, o so wird es ohne Schmerz den Besitz der Welt entbehren, Erd' und Himmel wird mir klein, gegen dich verächtlich seyn. 4. Wenn mich Leiden niederdrücken, nehm' ich sie als Wohlthat an von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnft mir meine Schmerzen mit der Seelen Heiterkeit, und versüßest alles Leid, Gott, durch deine Ruh' im Herzen, die mich ganz mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. mel. Allein Gott in der Höh' feh.- 13. 454. Stimmt unserm Gott ein Loblied an mit freudigem Gemüthe; es rühm' und preise wer da kann, den Geber aller Güte. Er macht uns frei von aller Noth, drum lobet ihn, drum lobet Gott, 108. 453. ott, burch welchen alle Dinge und danket ſeinem Namen. 2. Lobt Gott und rühmet alle Zeit wirken und vergehn, stärk mich, daß die großen Wunderwerke, die Majeich dich besinge; lehre mich dein Lobstät und Herrlichkeit, die Weisheit, erhöhn! laß mich dich im Stillen loben, Kraft und Stärke, die er beweist in mich, den du voll Lieb' und Huld, aller Welt, indem er alle Ding' eraus den Tiefen seiner Schuld, zu des hält: drum danket seinem Namen. Christen Höh' erhoben; dich erheb' ich immerdar, der mich schuf und neu gebar. 2. Könnt ihr die Gestirne zählen: Gottes Gnaden zählt ihr nicht. Er 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad' uns Allen hat gegeben; der uns durch seinen - 5. Von Gefahr und Noth umgeben, über diesen rauhen Pfad geh' ich, Vater, in dein Leben, das nicht Leid, Gefahr nicht hat. Sollten mich der Erde Freuden, sollte mich der Sünder Spott und das Elend und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden? raubt' ich meine Krone mir? nein! ich leb' und sterbe dir! 246 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. Engel schüßt, der täglich schenket, 1 4. Der Herr ist groß und mächtig, was uns nüßt: drum danket seinem voll Heiligkeit und Ruhm. Es stehet Namen. alles prächtig in seinem Heiligthum. Er ist gerecht und gut; von seinen Vatersorgen zeugt jeder neue Morgen, und alles, was er thut. 4. Lobt Gott! er giebt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ew'ge Lebenskron' durch seinen Tod erworben; der Frieden hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Rath vollbracht: drum danket seinem Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt: drum danket seinem Namen. 6. Lobt Gott! er hat dies gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, giebt Kraft und Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt, und das den Himlel in sich hält: drum danket seinem Namen. 7. Lobt Gott! ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! es loben Gott mit heller Stimm', die hier auf Erden wohnen! lobt Gott, und preist ihn früh und spat; ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen. 5. Drum lobt, erlöste Seelen! lobt stets den Herrn der Welt, helft dessen Ruhm erzählen, der euch schuf und erhält; der euch in Christo liebt, euch durch sein Blut erkaufte, auf seinen Tod euch taufte, euch einst den Himmel giebt. 7. Er ist getreu den Seinen, entreißt sie aller Noth. Wenn seine Kinder weinen, so bleibt er doch ihr Gott. Wenn der Verfolger Macht, wenn ihre Wuth sie schrecken, so wird sie Gott bedecken, er, der stets für sie wacht. 8. Lob, Ehre, Preis und Stärke sey dir, o Gott, bereit't; denn deine Weg' und Werke sind voll von Herrlichkeit. Dein Zion lobet dich, merk' auf sein schwaches Lallen, und laß Mel. Erhebt den Herrn, ihr. 101. 455. Lobt Gott, den Gott der dir's wohlgefallen: erhör uns gnäStärke, was er will, erschafft, ihr alle seine Werke, aus aller eurer Kraft. Ihr seyd sein Eigenthum, so weit der Himmel reichet, was Luft und Meer durch streichet, verbreite seinen Ruhm. 2. Erhab'ne Himmelsgeister, erwekket euern Fleiß; gebt euerm Herrn und Meister Dank, Ehre, Lob und Der Ambrosische Lobgesang oder Preis! stimmt dreimal Heilig! an. bas Te Deum. Lobt ihn, ihr Seraphinen, lobt ihn, ihr Cherubinen! lobt ihn, was loben fann. and na im 3. Was Odem hat und lebet, was sich bewegt und regt, was in den Lüften schwebet, und was der Himmel trägt, sey überall bemüht, den höchsten Gott zu loben, der aus den Wolken oben auf sein Geschöpfe sieht. 6. Lobt Gott, der euch regieret, der, als der treuste Freund, selbst dann euch weislich führet, wenn ihr das Kreuz beweint, das er euch auferlegt: laßt uns in solchen Proben ihn dennoch kindlich loben, weil er aus Liebe schlägt. 9. Möcht' es uns bald gelingen, von aller Schwachheit frei, ein Opfer dir zu bringen, das deiner würdig sey! ach, laß vor deinem Thron uns ewig mit dir leben, und ewig dich erheben, dich Vater und den Sohn! and am 110 456. S err unser Gott! dich loben wir, Herr unser Gott! E wir danken dir. Jehovah ist von Zweiter Theil. - Allgemeine Loblieder. 247 9. Sey hier schon unser Trost und Licht, verlaß uns auch im Tode nicht, vollende dadurch unser Heil, Herr, Herr Gott, unser Trost und Theil! so preisen wir dich in der Zeit, noch besser in der Ewigkeit. Ewigkeit, er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preis't Gott Vater dich), dich Sohn, dich Geist. 2. Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle singen ihm: höchstheilig ist er, unser Gott, groß ist dein Ruhm, Herr Zebaoth! weit über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit. 3. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, beiner Boten Schaar, des Mittlertodes Märtyrer, sie preisen ewig, dich, o Herr! am Grabe noch, noch in der Zeit, preis't dich auch deine Christenheit. 4. Dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn! und dich, Geist! desf' Wunderkraft in Sündern neues Leben schafft, dich preiset alles weit und breit, dich preiset deine Christenheit. 5. Du Hoberpriester, du Prophet, du König, dess' Reich nie vergeht, du hast dich, Gott! uns Gott zu weih'n, erniedriget, ein Mensch zu seyn. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. 6. Zur Rechten Gottes sitzest du, mit deinem Vater herrschest du; du, der für uns gelitten hat, erwürgt für unsre Missethat. Im Grabe läsfest du uns nicht, du kömmst, du kömmst und hältst Gericht. 7. Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist. Leit' es durch diese Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit. Die Erd' ist auch dein Heiligthum, auch sie erfülle stets dein Ruhm. 8. In dieser unsrer Pilgerschaft sey, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft, sev gnädig uns, o treuer Gott! sey gnädig uns in aller Noth. Wenn wir zu dir um Hülfe schrein, laß dein Erbarmen uns erfreu'n. ginkl Mel. Mein Gott, das Herz ich.- 59. 457. dir, ch singe meiner Seele Zebaoth! ich sing' aus dankerfüllter Brust von deiner Güte, Gott! 2. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir, daß seiner du gedenkst? Herr du es uns nicht schenkst? aller Welt, was haben wir, wenn 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Aug' entzückt? Wer hat mit göttlich milder Hand den Erdkreis ausgeschmückt? mit Schönheit, pflanzt den Hain? 4. Wer kleidet Hügel, Thal und Au' tränkt sie mit Regen und mit Thau? und giebt der Saat Gedeih'n. 5. Wer führt die Sonn' in threr Pracht mit jedem Tag uns zu? wer spricht zum Mond in dunkler Nacht: den Menschen leuchte du. 6. Wer frönt mit Segen jedes Jahr, daß unser Herz sich freut? wer liebet uns unwandelbar, auch wenn ein Donner dräut? 7. Durchdenke deinen Lebenslauf, o Mensch, wer half bisher? wer war, von deiner Jugend auf, dein Helfer? Sage: Wer? 8. Herr, unser Herrscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu. Dein Volk, dein Eigenthum sind wir, und unser Gott bist du! 9. Wie groß ist deine Huld und Treu', du zähltest unser Haar, stehst uns allgegenwärtig bei in jeglicher Gefahr. 10. Uns Sünder trägst du mit Geduld, lehrst uns durch deinen Geist, und reu't uns unsre Sündenschuld, du siehst es und verzeihst. 11. Ja, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken ziehn. Der junge Rab', Erbarmer! schreit zu dir, du nährest ihn. 12. Und rührte dich, o Menschenfreund, nicht eines Christen Schmerz? 248 Zweiter Theil. die stillste Zähre, die er weint, bemerkt dein Vaterherz. 13. Weh' dem, der an dem Herrn verzagt! und seine Zuversicht auf Menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unsrer nicht! 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst, ist, Seele, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh' du flehst, vertraue du dem Herrn. 15. Er schaut herab von seiner Höh auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist. 16. Lobsing' ihm, bet' ihn ewig an mit frommer Zuversicht. Wie viel hat er an dir gethan! vergiß es, Seele, nicht. - Mel. Heil'ger Geist, du Himmelst. 201. 458. roßer Gott, Herr aller Gro Götter! Schöpfer, - Vater und Erretter! alles rufet weit und breit: rühmt den Herrn der Herrlichkeit! Engel preisen deine Werke. Wenn ich sie erstaunend merke; so schwingt sich mein Herz empor, und singt in der Engel Chor. 2. Hier im niedern Weltgebäude blickt mein Geist mit großer Freude deiner Allmächt Proben an: wo ich hin gedenken kann, siehet mein erstaunt Gemüthe, deine Weisheit, Macht Mel. Alles ist an Gottes Segen. Besondere Loblieder. und Güte, Wahrheit und Barmherzigkeit zu des Sünders Heil bereit. mein Heil und Leben, wie kann ich dich g'nug erheben; was für Lieder stimm' ich an? was soll ich 3. Von Begierde, dich zu kennen, kann mein Herz nicht gnugsam brennen. Doch gieb mir des Glaubens Kraft, den dein Geist im Herzen schafft; so kann ich gelehrtes Wissen ohne großen Schaden missen, so bin ich gelehrt genug, und zum Reich der Himmel flug. Loblieder. 2. Du hast meine Seel' gebeuget, aber auch mir bald 459. H Herr! mein Licht, stets ben Deinen nah. In der Nacht warst du verborgen, doch bald kam der frohe Morgen, da ich, Herr! dein Antlig sah. 4. Gieb, daß ich dich so erkenne, daß ich auch vor Eifer brenne, dich von meines Herzens Grund, und nicht blos mit meinem Mund, auf das Innigste zu preisen, du selbst mußt mich unterweisen, dann dringt erst mein Lob empor; dann hört mich dein Vaterohr. c. Besondere zum Dank dir bringen; und wie soll ich würdig fingen, was du, Herr, an mir gethan. 5. Ganz entzückt von deinem Namen, wünsch' ich dir, Herr, nachzuahmen, daß, wie du so heilig bist, auch mein Wandel heilig ist. And're möcht' ich gern erwecken, deine Freundlichkeit zu schmecken; deiner sich mit mir zu freun: Gott, dein Ruhm sey allgemein! 6. Wie die heil'gen Seraphinen dir mit allem Eifer dienen, so sey, Herr, auch jederzeit bir durch mich ein Lob bereit't, bis von mir und ihnen allen droben wird ein Lob erschallen: Heilig, heilig ist der Herr! Herrlich seines Namens Ehr'! 3. Heilig, Herr! sind deine Wege, wunderbar sind alle Stege, wo du deine Kinder führst; wer muß nicht aus deinen Werken, dir zum Preise, es bemerken, wie gerecht du, Herr, regierst? 4. Nun will ich dir fest vertrauen und auf deine Gnade schauen, wenn des Kreuzes Last mich drückt; ich will still seyn, hoffen, schweigen, stets vor dir, o Herr, mich beugen, bis dein Antlig mich erquict. mine Zweiter Theil. Besondere Loblieber. 249 5. Willst du deine Hülf' aufschieben? willst du meine Demuth üben? Herr ich bin ein fünd'ger Knecht; willst du strafen, willst du schlagen, schickst du Trübsal, Noth und Plagen? Herr, du bleibest stets gerecht. 6. Mein Mund, mein Geist und mein Gemüthe sind deines Ruhms, mein Helfer, voll. Die Wunder aber deiner Güte mit Dank zu preisen, wie ich soll, reicht mein Vermögen nimmer zu, es ist voll Schwachheit, was ich thu'. 6. Doch weiß ich, daß deine Treue ewig ist und täglich neue selbst zur| 7. Doch läss'st du auch mein schwaches schwersten Prüfungszeit; deine Strafen, deine Schläge, sind ja, wenn ichy's recht erwäge, Mittel meiner Seligkeit. Lallen, der du des Herzens Redlichkeit zu prüfen weißt, dir wohlgefallen: siehst auf die Unvollkommenheit, als wie ein holder Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. - 7. Ach! so stärke mir den Glauben, laß mir nichts denselben rauben, keine Wollust, keine Pein; laß mich deine Liebe schmecken, laß in Noth und Angst und Schrecken deine Gnade mich erfreun. Mel. Nun habe Dant für deine. 234, 460. Mein Herz, ermuntre und singe mit erquicktem Muth jetzt neue Dank- und Freudenlieder dem Herrn, der große Dinge thut: denn er beschämt zur rechten Zeit nun wieder deine Furchtsamkeit. 1 2. Herr! deine Hand ist immer offen, zu geben, was mein Herz begebrt: bingegen ist mein zaghaft Hof. fen oft, leider keiner Hülfe werth: und doch erträgst du mit Geduld des wankenden Vertrauens Schuld. 3. Wenn oft in Kümmerniß und Sorgen der Trost, wonach mein Auge weint, vor meinem Denken tief verborgen und noch sehr weit entfernet scheint; hast du schon meine Noth bedacht, und dich zu helfen aufgemacht. 4. Dein unermeßliches Erbarmen ist immer wohlzuthun gewohnt; d'rum wird mir sündlich schwachen Armen nicht, wie ich's würdig bin, gelohnt. Dich jammert der Gebrechlichkeit; du hilfft zur recht erwünschten Zeit. 5. Herr! deine Zeit ist stets die beste; auch dann selbst, wenn die Noth sich häuft, bist du schon meine Stärk' und Veste. Wenn Fluth und Jammer auf mich läuft, so siehst du mit Erbarmen drauf und hemmest schleunig ihren Lauf. 8. Nichts hat mein armes Unvermögen, wie dir, mein Gott, schon offenbar, dir zur Vergeltung darzulegen: bör' ich mich selbst zum Opfer dar; so ist ja alles schon vorhin dein eigen, was ich hab' und bin. 9. Doch will ich dir mein Opfer bringen, das Opfer meiner Dankbardir Lieder ſingen, so viel dein Geist mir Kraft verleiht: im Namen Jesu sing' ich dir; in diesem nimm es an von mir! Danflieder bei der Erndte. Mel. Nun danket alle Gott. 9. 461. Froblocket, Jung und Alt, Armen! da Gott den Unterhalt von neuem aus Erbarmen für euch nun auf ein Jahr so mildiglich bescheert. lich erhört. Was euer Wünschen war, ist väterFried und Ruh' hier wohnet. Mit 2. Auf! danket unserm Gott up Krieg und Hungersnoth hat uns der Herr verschonet. Kein Feuer, keine Fluth, kein schwerer Hagelschlag, noch böser Seuchen Wuth, trifft uns bis diesen Tag. 3. Die Erndte hat der Herr uns treu und wohl bewahret: wer hätt', wenn Gott nicht wär', uns sonst die Frucht gesparet? Wer gäb' uns Sonnenschein? Wer Regen oder Thau? was würd's ohn' ihn wohl seyn mit unserm Ackerbau? 4. Umsonst wär' uns're Müh', umsonst wär Säen, Pflügen. Wir würden sonsten nie ein Körnlein wieder 250 Zweiter Theil. kriegen. Wir möchten früh aufstehn und bis zur Mitternacht nicht wieder Besondere Loblieder. 5. So aber sorgt und wacht der Herrscher in der Höhe; sein Vater segen macht, daß unser Werk bestehe. Der hat auch diesesmal des Sämanns Wunsch gestillt, und reichlich überall der Schnitter Hand gefüllt. 1- 81. ott im Himmel und auf Erden! Herrscher in der ganzen Welt! laß den Mund voll Lobes werden; da man dir zu Fuße fällt, für den naben Erndtesegen Dank und Opfer darzulegen. 2. Herr, dir jauchzen Feld und Auen, überall wirst du verspürt, überall läss'st du dich schauen: und wir blieben ungerührt; gleich als ob zu deiner Ehre Feld und Au so schön nicht wäre! 3. Vater! du haft aus Erbarmen uns Unwürdige genährt. Du hast Reichen, du hast Armen manches, manches Glück gewährt. Gott, der uns viel und gepriesen! Gut's bewiesen, sev gelobet 4. Du hast Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit geschickt, daß man nunmehr allerwegen Auen voller Korn erblickt; Berg' und Thäler, Tief' und Höhen seben wir im Segen stehen. 5. Ach! wer ist, der solche Güte dir genug verdanken kann? nimm ein dankbares Gemüthe für die große Wohlthat an; und mein Mund soll stets erschallen: Gott macht satt mit Wohlgefallen. 6. Gieb nun Kraft, den milden Segen, den uns deine Hand bescheert, auch so löblich anzulegen, daß der Fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alten Sünden, kann das Gute leicht verschwinden. 10. Gesegne, treuer Gott, das, was wir täglich essen! Gieb auch, daß der Armen nicht verwir der Noty, seine milde Hand er seyn; laß den Undank nichts ver7. Schenk uns auch vergnügte Herzen; Stolz und Geiz laß ferne gessen. Herr! freue jedermann, daß bei uns Stadt und Land den Segen spüren kann. 6. Gott ist's, der euch ergößt, da ihr nun jauchzt und singet, und jenen Segen jetzt in eure Scheuern bringet, dem stellt euch dankend dar, desf Lob so weit ertönt, der wiederum das Jahr mit seinem Gute krönt. 7. O schmecket doch und seht des Schöpfers milde Güte. Lobt seine Majestät mit freudigem Gemütbe. Dem gebet Preis und Ehr', der uns viel Gut's verleiht, doch selbst uns noch weit mehr, als Korn und Del, erfreut. Mel. Zeuch mich, zeuch mich. 8. Gut ist, o Herr, das Land, darin du uns gesetzet, groß deine starke Hand, die uns so oft ergößet; unendlich deine Macht, und ohne Ziel dein Ruhm, drum lobt dich Tag und Nacht dein Volk und Eigenthum. 9. Verleih', o frommer Gott, uns ferner deine Gnade, daß ja die Feuersnoth nicht unsern Hütten schade: bewahr' vor Angst und Leid, vor Seuchen, Wassersfluth, vor Krieg und theurer Zeit; halt uns in deiner Hut. 462. scherzen. Schenke ferner dein Gedeih'n, und laß uns mit deinen Gaben willig auch den Dürft'gen laben. 8. Laß es deinem Wort gelingen, daß auch wir zu deiner Ehr' hier schon reichlich Früchte bringen, stärke du uns immer mehr, schenk uns auch nach allem Leide droben mehr als Erndtefreude. 11. Laß unser Korn zur Saat und bis zur Erndte reichen. Gieb selber Rath und That, und thu' an uns ein Zeichen; laß sehen jedermann, du sey'st, Herr Zebaoth! der Wunder wirken kann, der rechte treue Gott. 12. Lob, Ehre, Preis und Ruhm bringt dir zu allen Zeiten dein wabres Eigenthum, o Gott der Ewigkeiten! dir Vater, dir Gott Sohn, und dir Gott heil'ger Geist! den Danklied auf den Frieden. man vor seinem Thron, und hier auf 463. B Erden preis't. BE mis sin motino) modü efingt Gott Ze Zweiter Theil. Gebet- und Loblieber 2c. baoth; besinget unsern Gott! dem müsse von uns allen ein feurig Lied erschallen, der unser Wohl bedenket, und uns den Frieden schenket. 2. Wie schrecket Gottes Hand das werthe Vaterland! der Krieg hat es verheeret und bis auf's Mark verzehret, doch Gott hat es gewendet, Gott, der den Frieden sendet. 3. Dankt jetzt und immerdar, ihr, welche die Gefahr des Krieges hart geplaget, zerstreuet und verjaget: um Frieden euch zu schaffen, zerbrach Gott selbst die Waffen. 7. Dein Geist mach' uns bereit, daß wir zu keiner Zeit in deinem Dienst erkalten, dein Wort beständig halten, und nicht mit neuen Sünden des Krieges Wuth entzünden. 8.0 Herr Gott Zebaoth! o Herr du unser Gott! laß deines Friedens Gaben 4. Besingt Gott Zebaoth, besinget uns überflüssig haben, bis daß wir dich unsern Gott! das Rachschwert legt| dort oben in vollem Frieden loben. - 6.: u, Gott, du bist der und 32) Gebet- und Loblieder beim Anfang des Jahres. Mel. Es ist das Seil uns kommen. 464. Trost bereitet. Von ganzer Seele mich, deiner preis' ich dich. Auf's Neue übergeb ich auch der Ewigkeiten! laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob ausbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank' ich, Gott, daß ich noch bin? nur deiner Gnad' und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, unwandelbares Wesen! dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergeh'n durch dich! nur du bist unveränderlich; du warst, und bist, und bleibest. 251 er nieder, führt uns den Frieden wieder, und nebst ihm Heil und Segen mit neuer Huld entgegen. 3. Herr! ewig währet deine Treu', mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 5. Nun, Gett! wir loben dich, und danken ewiglich, daß du auf unser Flehen uns huldreich angesehen, und uns den edlen Frieden zu unserm Theil beschieden. 4. Du hast auch im verfloss'nen Jahr mich väterlich geleitet, und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf' und 6. O mache du ihn fest, Gott, der uns nicht verläßt, und trag' uns mit Verschonen, daß wir hier sicher wobnen, und, als des Himmels Erben, auch einst im Frieden sterben. 5. Vergieb mir die gehäufte Schuld von den verfloss'nen Tagen, und laß mich deine Baterhuld in Christo ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade rub'n, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gieb neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergebt. Dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen. viel bess're Freuden rufen mich zum wichtigern Bemühen! der Ewigkeit bin ich verwandt; im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten. 8. Olehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszukaufen. Laß mich 252 die Bahn der Ewigkeit mit heil'ger Vorsicht laufen. Der Tage Last er leicht're mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet. Zweiter Theil. Gebet- und Loblieder. - - 324. Rel. Mein Bundes- Gott, ach. 465. So Co ist von meiner fur zen Pilgrimschaft ein ganzes Jahr( ganzer Tag) schon wieder hingeflossen! Herr, wie viel Gut's bab' ich darin genossen! ich bin für mehr als tausend Pfund verhaft't. 2. Bundesgott! wie hat nicht deine Treu' mir unverdienten Segen aufgetragen! zwar keinen Tag fehlt es an eignen Plagen, doch Trübsal ist der Seelen Arzenei. 3. So hast du nie den theuren Bundeseid gekränkt, nur ich hab' ihn so oft gebrochen; fast nichts gethan, und doch so viel versprochen! vergieb es mir; es ist mir herzlich leid. 4. Ach! wie viel näher müßt' ich schon zu dir in so viel Tag' und Jabren seyn gekommen! des Fleisches Trieb hat wenig abgenommen, noch glänzt nicht, wie es soll, dein Bild in mir. 10. Ihr eiteln Tage flicht denn immerfort; ich halt' euch nicht, verdoppelt euer Eilen; mich lüstet nicht, in Mesech zu verweilen; nur bald von hier, und dann geschwinde dort. 11. Dort, wo der Hafen der Glück. feligkeit; dort, wo das Kleinod meiner Laufbahn glänzet; dort, wo ein müder Streiter wird bekränzet, und seines Sieg's sich ewiglich erfreut. 12. Wenn ich indeß hier länger dienen soll, so gieb, mein Gott, daß ich stets wachend bleibe. Gieb du mir Muth und Kraft zum Kampf; vertreibe die Sicherheit und mach' mich Eifers voll. 13. Laß mich, als dein erkauftes Eigenthum, Geist, Seel' und Leib von Flecken rein bewahren; und, wirst du neue Schuld von mir erfahren, laß mich nicht sinken, stärk' mich wiederum. 14. Se länger ich auf deinen Wegen geh', je klarer gieb dein Licht mir zu erkennen; je heller laß mein Licht im Wandel brennen, bis ich verklärt vor deinem Throne steh'. 15. Es ist doch um ein Kleines nur zu thun, so heiß' ich dich, mein Bräutigam, willkommen; dann werd' ich aller Müh' und Qual entnommen, vergnügt und froh in deinem Schooße ruh'n. 5. Wie eilt die Zeit! fie fliegt! oft fällt mir ein: könnt' ich so viele Stunden, die verlaufen und schnell verflogen sind, doch wieder kaufen! ich wollte sie zu deiner Ehre weih'n. 6. Nur wenn ich mein betrüglich Herz wär' es doch deine Gnad' vergebens: Ach! würde 466. Gund schafft den Mond, Mel. Allein Gott in der Höh'.- 15. ott ruft der nur das Restchen meines Lebens zu deinem Preise besser zugebracht! 7. Die Rebe mag am Weinstock nur besteh'n. Die Säfte, die in Jesu reichlich fließen, laß auch in mich sich mildiglich ergießen; und du sollst Frucht an dürren Reben seh'n. das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf! laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen! 8. Hab' ich in Trägheit so viel Zeit verspielt, laß mich, was übrig ist, wie Gold abwägen! o möcht' kein Odem mehr in mir sich regen, der nicht, o Gott, auf deine Ehre zielt! 9. Dein Glück, o Welt, macht nicht die Seele satt. Was kann doch wohl auf dieser ganzen Erden beim längsten Leben angetroffen werden, das nicht vom Fluch betrübte Spuren hat? 2. Herr, der da ist und der da war! von Dank erfüllten Zungen sey dir für das verfloss'ne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet seyn, das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, denn sie ist dein, in dei beim Anfang des Jahres. Du schüßest ner Furcht zu leben. uns, und du Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele.- 29. ( bermal ein Jahr( ein Glück, wenn sie zuerst nach deinem 468. Aber Tag) verflossen! näher Reiche streben. zu der Ewigkeit! wie ein Pfeil, der abgeschoffen, so verflieget meine Zeit. Treuester Herr Zebaoth! unveränderlicher Gott! ach was soll, was soll ich bringen, deiner Langmuth Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, mächtig's Wefen Angst und Furcht bedecket mich; denn mein Beten, Singen, Lesen, ach! das ist so schläferig. Heilig, heilig, Heiliger, großer Seraphinen Herr! webe mir, ich muß vergehen! denn wer kann vor dir bestehen? die Hand des Höchsten. Gott rufet 3. Schrecklich ist es ja, zu fallen in warnend zu uns allen: niemand treibe mit mir Spott! irret nicht, wo das ich bin ein verzehrend Feuer, und mein geschicht, so leid' ich's, Jebova, nicht: Zorn brennt ungeheuer. 4. Aber du bist auch sanftmüthig, treu ist, Herr, dein Vaterherz! in dem Bürgen bist du gütig, dich versöhnt sein Todesschmerz. Bin ich nicht in 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt; gieb mir Kreuz und und Leiden. stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlass'nen dich, und der bedrängten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder. so Nur 6. Laß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle thronen! laß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohnen! laß Treu' und Liebe bei uns seyn! dies, Vater! wollst du uns verleih'n in Christo, deinem Sohne. Mel. Nun ruhen alle Wälder. - 48. err! der du mir das 467. gegeben, dich bet' ich findlich an; ich bin viel zu geringe der Treu', die ich besinge, die du bisher an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu' ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. O gieb mir Kraft und Stärke; Gedeih'n zu meinem Werke, und schaff' ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Nuh' der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! is bes 253 5. O leite mich im Segen dem großen Ziel entgegen, dahin dein Wort mich weist. Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl' ich, Vater, meinen Geist! res Pfand, das du vor der Feinde! Wüthen ewig, ewig willst behüten? 5. Auf mein Herz! stell dich nur wieder dem versöhnten Vater dar. Opfre dem Gebet und Lieder, welcher krönet Tag und Jahr. Fang' ein neues Leben an, das dich endlich führen kann, mit Verlangen nach dem Scheiden zu des Himmels ew'gen Freuden. 6. Soll ich denn allhier auf Erden länger noch ein Pilger seyn; so wirst du, bei den Beschwerden, Herr, mir die Geduld verleih'n. Deine Treue bleibe mir, liebster Heiland, ich will dir mich hinwiederum verschreiben, dir auch ewig treu zu bleiben. 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube, zu dir, o Gott mein Heil! bin ich der Schuld entund nur dir ſo ist im Himmel auch mein Theil. 469. Et, der furzen deMel. D Gott, du frommer Gott.- 8. in Jahr Sterblichfeit, Lebenstage, ist abermal dahin mit seiner Lust und Plage, und wiederum ein Theil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schuß und Kraft. 254 Zweiter Theil. 2. Herr! deine Güte macht's, die niemals uns zu lieben ermüdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank denn jezzo gnädig an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. 3. Wir schließen uns auf's neu' in dein so treues Sorgen, in deine Obhut ein; da sind wir wohl geborgen. Da ist das feste Schloß vor aller Feinde Truß da läuft ein Häuflein hin, und findet sichern Schuß 4. Gieb mit dem neuen Jahr uns neue Stärk' im Glauben; laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben; erneu're Herz und Sinn, und das gegönnte Licht des ewig wahren Worts erlösche bei uns nicht! gefang: lobsing' ihm meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen, ohne Macht lag ich, und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer führt mein Blut in stetem Kreis, und schüßt mich vor Gefahren? u h 55 m plantenitez) bun nie( 33) Morgenlieder. the wh 470. m ein erst Gefühl sey Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! der Herr hört deinen Lob4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich selber zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? to mich Morgenlieder. 5. Entzünde neue Lieb' und Sanftmuth in uns allen. Und soll uns dieses Jahr auch neue Noth befallen; so stärke die Geduld und mache deine Treu', o Bater, über uns mit jedem Tage neu. 5. Du bist es Gott, und Herr der Welt, und dein ist unser Leben! du bist es, der es uns erhält, und mir's feßt neu gegeben. 6. Gieb, daß wir mehr und mehr den alten Menschen tödten. Verleih' an Seel' und Leib', was jedem ist vonnöthen; und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden seyn; du machst doch alles gut. 7. Wem du auf dieses Jahr, von dieser Welt zu scheiden, sein Ziel bast festgesetzt, den laß auf dich, mit Freuden, im Glauben selig hier beschließen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. og der St 6. Gelobet seyft du, Gott der Macht! gelobt sey deine Treue, daß ich nach überstand'ner Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn; mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele. sey mir ein Netter in Gefahr! ein Bater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe! ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue. 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe; gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe. 11. Daß ich dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn bu gebeutst, beschließe! Zweiter Theil. Mel. Ach Herr, mich armen S. 67. 471. Noch läßt der Herr mich leben! mit Gemüth eil' ich, ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht, ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 2. Du Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an: wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? Willst du nach Opfern schauen? sie gelten nichts vor dir, du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott! von mir. 3. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weih'n. Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnädig bist. 5. eins laß mich erfleben, das christlich weise Herz, auf dich stets aufzusehen, in Freuden, wie in Schmerz. Das ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt. 6. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu', und froh, gen Himmel schauend, denk': Herr, mich siehest du bereit, den Lauf zu schliesen auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Gewissen: so finde mich der Tod. Mel. Jesu, Arzt fodtkranker S. 79. du 472. Seele! bu mußt munter werden, denn der Erden blickt hervor ein neuer Tag. Komm' dem Schöpfer dieser Strahlen zu bezahlen, was dein schwacher Trieb vermag. - - 4. Dir hab' ich mich ergeben; ich freue mich in dir, erfreuender als ist Güte daß er mich auch heute auf deinen Tugendpfad. Du Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath. 2. Doch, daß man auf würd'ge Weise Gott recht preise, wollen nicht nur - Morgenlieder. 255 Lippen seyn: er bat, als das reinste Wesen, auserlesen Herzen ohne falla 3. Deine Pflicht kannst du erlernen von den Sternen, deren Glanz der Sonne weicht: so muß sich vor Gott mit Schweigen alles beugen, was uns groß und herrlich deucht. 14. Ibn mußt du am höchsten achten, und nur trachten, das zu thun, was ihm gefällt. Wer ihm irdisches Ergößen gleich will schäzen, ehret nicht den Herrn der Welt. enig 5. Schau, wie das, was Athen ziehet, sich bemühet um der Sonnen freisträget, freudig reget, wenn ihr holdes Licht! wie sich, was der ErdGlanz die Schatten bricht. 6. So laß dich auch fertig finden anzuzünden deinen Weihrauch. Gottes Macht hat, um dich vor Unglücksstürmen zu beschirmen, selber mächtig dich bewacht. 7. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes mag und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 8. Denk', daß er auf deinen Wegen stets zugegen, daß ihm alles ist bewußt; daß er selbst verborgne Sünden kann ergründen, und genau weiß, was du thust. 9. Wir sind an den Lauf der Stunden fest gebunden, der entführt, was eitel heißt und der deinen Leib, o Seele, nach der Höhle eines finstern Grabes reißt. 10. Drum so seufze, daß mein Scheiden nicht ein Leiden, sondern sanftes Schlafen sey, und daß ich mit Lust und Wonne seh' die Sonne, wenn des Todes Nacht vorbei. 11. Trau' auf allen deinen Wegen Gottes Segen! wen des Höchsten Huld erquickt, der genießet wahre Freuden selbst im Leiden, und ist hier dort beglückt. und 12. Kränkt dich etwas diesen Morgen, laß ihn sorgen, ihn, der gnädig auf dich schaut; er weiß besser, was dir nüget, und beschüßzet den, der sich ihm anvertraut. 256 Zweiter Theil Morgenlieder. Mel. Erhabner Gott, was reicht. 16. 473. Mein erster u. 474. 3 feben hieß, und mich Mel. Warum betrübst du dich.- 435. hm, der das entstehen innigstes Bestreben ist, Herr mein Gott! dich würdig zu erheben. Unendlich groß ist deine Batertreu', mit jedem Tag ist deine Güte neu. h tim gesund erwachen ließ, sey Preis und froher Dank! des neuen Morgens Heiterkeit sey meinem Gott zuerst geweiht. / 2. Sieh', Herr, ich unterwinde mit dir zu reden! Staub bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier! daß ich noch lebe, dank' ich dir. 3. Und jedes Gut, desf' ich mich freu', empfang' ich jego wieder neu aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. - 2. Die Sonn' enthüllt den Schauplay deiner Werke, und alles zeugt von deiner Huld und Stärke. Sie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, eilt rastlos hin, und strahlt zu deinem Preis. 3. Die Erd' ist dein, und du regierst dies Ganze! vom Menschen an bis auf die kleinste Pflanze seh' ich, wie groß fich deine Vorsicht zeigt, fie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. 4. Und sie umfaßt auch mich! du, Höchster, denkest an mich, den Staub, der du die Himmel lenkest, du sorgst für mich! Gott, wie vergelt ich dir? ein dankvoll Herz, das bring' ich dir dafür, og und 5. Nimm's gnädig an! gedenk' nicht meiner Sünden, durch deinen Sohn laß mich Vergebung finden. Er, welcher nie ein gläubig Flehn verwarf, verleiht, daß ich dich Vater nennen darf. ne fidl 6. So will ich denn mit kindlichen Vertrauen auf dich allein, so lang' ich lebe, trauen, du bist mein Gott, mein Netter in Gefahr, mein starker Fels, mein Helfer immerdar. 7. Du weißt, wie lang' ich hier noch wallen werde; fällt ohne dich kein Sperling auf die Erde: so nimmst bu, Herr, auch meines Lebens wabr. Mit Namen kennst du mich und zählst mein Haar. 8. Mein Heiland, gieb mir Kraft zum neuen Leben, gieb mir den Muth, dem Beispiel nachzustreben, das du, o Herr, uns hinterlassen hast; dein Joch ist sanft und leicht ist deine Last. 4. Dich, dem ich nicht vergelten kann, dich, Vater, bet' ich findlich an! ich opf're dir mein Herz! Ein Herz voll Dank und Zuversicht verwirfst du, Hocherhabner, nicht.. 5. O du, den meine Seele preis't! erwecke mich durch deinen Geist zu meiner Christenpflicht. Er helfe metner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. THA 6. Ein gut Gewissen sey mein Theil! das wirk' in mir, o Herr, mein Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und alles steht in deiner Hand. 7. Die Blume kleidest du mit Pracht, nährst jeden Vogel, Gott der Macht! bin ich nicht mehr, denn sie? ich werfe meine Sorg' auf dich, du, mein Erbarmer, forgst für mich.don iut 35. Mel. Wie schön leuchtet der. 475. Dich Morgenlicht, und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten lobzusingen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer! dir mit heil'gem Muth lobsingen! Schöpfer! Vater! deine Treue rührt auf's Neue mein Gemüthe. Froh empfind' ich deine Güte. 9. Dein Auge sieht die Schwäche meiner Seele; verwirf mich nicht, vertritt mich, wenn ich fehle! zu dir empor fleht meine Seele stats, und 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich? hättest du nicht dich so hülfreich mir erwiesen! zu meinem Leben seßest du jetzt einen du vernimmst's, Erhörer des Gebets!! neuen Tag hinzu; sev hoch dafür Zweiter Theil. Morgenlieder. 257 gepriesen! durch dich bin ich! und ich| beinem Angesichte ich ein Kind des merke neue Stärke. Dich erhebe meine Lichtes bin, und den angebrochnen Zunge, weil ich lebe. Tag also hinterlegen mag, daß ich in dem Lichte wandle, und in allem weislich handle. 3. Verleih', o Gott der Lieb' und Macht, daß Sünd' und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nüßen mich bemübe. Prüfe, siehe, wie ich's meine. Dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. ad 4. Ich bin ein Christ, o Gott, verleih', daß ich des Namens würdig sey! Mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? ein irrend Schaf. Erhalte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade. Stärk' mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich ber heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall' ich hier, einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff' ich, Herr! ich werde mich) der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. 5. Segne mich in allen Werken, die mir mein Beruf gebeut; laß nur deinen Geist mich stärken, mindre die Beschwerlichkeit. Was ich denke, red' und thu', alles, Herr, regiere du, gieb, daß Wollen und Vollbringen dir zu Ehren wohlgelingen. 6. Sollt' ich heut' in Sünde fallen, richte mich bald wieder auf. Laß in deiner Furcht mich wallen, bei der Welt verkehrtem Lauf. Halte Fleisch und Blut im Zaum, gieb dem Satan keinen Raum, wenn er mir sein Nege stellet, daß er meinen Fuß nicht fället. 7. Werd' ich auch an diesem Tage nicht ohn' alle Plage seyn; mache nur, daß ich's ertrage, so find' ich mich willig drein. Wenn du nur aus Liebe schlägst, und mein Kreuz- zur Hälfte trägst, darf ich keine Trübsal scheuen; du wirst auch Geduld verleihen. 8. Nun ich leb' an diesem Morgen, da ich Abends sterben kann! laß mich für mein Ende sorgen, nimm dich err! es ist von an. nicht in Sünden hin, wenn ich reif zum Tode bin. Laß auf Jesu Blutvergießen mich die Wallfahrt selig schließen. Mel. Besingt Gott Zebaoth. trüben - 463. Mel. Werde munter, mein.- 116. 476. Feben wieder eine Nacht vorbei. Laß mich deine Treu erheben, die auch diesen Morgen neu. Deine Macht hat diese Nacht mir zur sanften nun kommt mir Sorgen schon dein Segen mit der Morgenröth 477. Jweicht den Eag entgegen. 2. O wie theu'r ist deine Güte, die mich überschattet hat, daß zu meinem Bett' und Hütte keine Plage sich genaht. Nunmehr steh' ich fröhlich auf, und mein Herze denkt darauf, dir für dieses neue Leben den verbundnen Dank zu geben. 3. Wenn ich dir mich selber schenke, wird es doch zu wenig seyn, und so ich es recht bedenke, bin ich ja vorhin schon dein. Seel' und Leib gehöret dir. Doch nimm gnädig an von mir, was ich selbst, als eine Gabe, von dir, Herr, empfangen habe. 4. Ist mein Auge nunmehr lichte; so erleuchte meinen Sinn, daß vor hab' ich erreicht, die Sonne schau' ich wieder: erwachet frohe Lieder! ein Opfer Gott zu bringen, müss' euch anjeßt gelingen. 2. Was nur mein Auge sieht ist um die Wett' bemüht, dich, Höchster! laut zu preisen: dir Ehre zu erweisen, sey dann auch mein Bestreben, in meinem ganzen Leben. 3. Du, Herr, bast mich bewacht, und an dies Licht gebracht. Zum Preise deiner Gnaden, bin ich so manchem Schaden, so mancher Noth entkommen, von dir in Schuß genommen. 4. Du lenkst von Jugend auf so gütig meinen Lauf; läss'st mich so manche Gaben aus deiner Fülle haben; 17 258 Zweiter Theil. Morgenlieder. gönnst mir so manchen Segen, und| Throne!! dem Vater und dem Sohne, wachst auf meinen Wegen. us dem Geist des Herrn sey Ehre! Dreieinig's Wesen, höre: 5. Ich selbst bin gänzlich dein, und werd' es ewig seyn. Was mich erquickt und nähret, das hast du mir gewähret: du hast mir Leib und Leben und diese Seel' gegeben. 6. So nimm denn wieder hin, Herr, was ich hab' und bin. Zu deinem Wohlgefallen laß mich stets vor deir wallen, bemühet, deinen Willen aufrichtig zu erfüllen. 7. Dies ist mein Wunsch. Jedoch, wenn ich zuweilen noch nicht thue, was ich sollte, nicht lebe, wie ich wollte; so trage mit mir Armen ein gnädiges Erbarmen. 8. Laß deines Geistes Licht, was mir annoch gebricht, durch seine Kraft vollführen, und meinen Gang regieren. Was zu haft angefangen, das las Ziel 9. Da ich selbst nichts vermag; so wollst du diesen Tag nach deinem Rath mich leiten; ich schau' zu allen Zeiten, vom Anfang bis zum Ende, auf deine Vaterhände. - 10. Wie schnell verfliegt die Zeit! Herr, mache mich bereit, zu deines Himmels Freuden, aus dieser Welt zu scheiden; verklärt werd' ich dort oben dich erst recht würdig loben. Mel. Nun last uns Gott dem Herrn. 478. ach auf, mein Herz, und ſinge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, 5. Hör meinen Dank, mein Fleben! du kannst ins Herze sehen: ach möchte dir gefallen, Herr, meines Herzens Lallen! tistemda uni 6. Dein Werk wollst du vollenden; dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Verin Palet sid schonen tragen. 7. Du selber wollst mir rathen in allen meinen Thaten; mich stets zum Besten leiten; zum Himmel mich bereiten de ni 8. Begleite mich mit Segen auf allen meinen Wegen. Dein Wort sey meine Speise auf meiner Pilgerreiſe. EUR Mel. Gott des Himmels und der,— 32, 479. Gott des Himmels und der und heil'ger Geist! der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält! 2. Gott! ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen treu behütet und bewacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trägt mit Vaterhuld. horne 3. Laß die Nacht auch meiner Sün den jezt mit dieser Nacht vergehn: laß mich Gnade vor dir finden! glaubensvoll auf Jesum sehn! der für meine Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen; daß, wenn mun dein großer Tag uns erscheint, und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. des Menschen treuem Hüter. 2. Mit göttlichem Erbarmen, bededtest du mich Armen! schlaf, sprachst du, ohne Grauen; die Sonne sollst du schauen. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort: fcy und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort: unter deinem Schuß allein kann ich froh und sicher seyn. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich auf's neue mich meines Lebens freue. 6. Dir, o großer Gott, befehle ich, was ich nur hab' und bin, meinen Leib und meine Seele; werf auf dich die Sorgen bin. Herr, mein Heil mein Schild und Ruhm! segne mich, 4. Steig' auf, mein Dank, zum! dein Eigenthum. manis stalas of Zweiter Theil. 7. Du wollst deinen Engel senden, wenn Gewalt und List mir droht; alles mir zum Besten wenden, und mich stärken in dem Tod. Sterb' ich, o so bringe du mich zu deines Himmels Ruh'. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 480. 34) Abendlieder. o fliehen unsre Tage hin! auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr! du nur bleibest, wie du bist, du schläfst und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertrau'n mich auch in dieser Nacht. Und wovor follte mir denn grau'n? mich schüßet deine Macht. mit Reue fühl ich sie. Doch mein Versöhner, deine Huld, wie trostvoll ist mir die. 6. Ich eil' im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin. Du wachest über mich. 7. Fliebt finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein sey mein Gedank! o weihe dir mein Herz zum Tempel ein! Abendlieder. 259 8. Höre, Gott, was ich begehre, und was mir dein Wort verheißt, dir sey Lob und Preis und Ehre. Vater, Sohn und heil'ger Geist! ich, der hier nur stammeln kann, bete dich einst würd'ger an. 8. Vielleicht ist dies die letzte Nacht in meiner Prüfungszeit, dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 4. Hab' ich an deiner Gnade nur noch Theil, Herr Zebaoth: so fürcht ich keine Kreatur, und scheue nicht den Tod. Mel. Ihr Frommen, auf. 49. 5. Zwar ich erkenne meine Schulb, 482. Gein Erbarmen, du Gott! sey Gott der Langmuth und Geduld! du trägst uns stets auf Vaterarmen, mit unaussprechlich großer Huld. Kraft, Gedeihn und Leben hast du uns geges ben. Herr, wir sind's nicht werth! aber dein Gemüthe ist so reich an Güte, die ohn' Ende währt. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, ja dein bin ich auch todt! du, mein Erretter, bist bei mir, und hilfft aus aller Noth. mast maalto ni sto Mel. Ich weiß, mein Gott, daß- 255. 481. ür alle Güte sey gepreis't, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, haft Großes heut' an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; haft väterlich mein Haus und mich geschüßet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk! der Geist, mit dem ich dein gedenk', ein ruhiges Gemüthe; was ich vermag, bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sey auch, nach deiner Lieb' und Macht, mein Schuß und Schirm in dieser Nacht; vergieb mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden! 2. Verzeth' uns, Richter unsrer Seelen, die heut' verletzte Christenpflicht; wir merken nicht, wie oft wir fehlen, verzeih' und geh' nicht ins Gericht. Heil der Menschenkinder! wir sind Staub und Sünder, ach, gedenke d'ran! wer würd' uns erretten, wenn wir dich nicht hätten? nimm dich unser an. 3. Du sendest mit der Nacht uns Müden den stärkend süßen Schlummer 17* Abendlieder. 2. Des Lebens Müh' und Elend zu versüßen, giebt uns der Herr viel Freuden zu genießen, und welche Güter schenkt er unsern Seelen! wer kann sie zäblen? 3. Noch immer läßt er uns Erbarmung finden: er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld, er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! prüf' unser Herz! es flehet dir voll Reue. Ach, laß es uns von dir im Glauben stillen, um Christi willen. 5. Uns woblthun ist dein göttliches Vergnügen! Dein Aufsehn schüßt uns, wenn wir bülflos liegen, und wir entfeelt, umhüllt von Finsternisſen, von uns nichts wissen. 6. War dies für uns der letzte Tag auf Erden, soll unser Schlaf ein Todesschlummer werden; dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ew'gen Leben. 7. So legen wir getrost zur Ruh' uns nieder. Seh'n wir erfreut die Morgensonne wieder: dann preisen wir mit 3. Nur eines ist, das mich empfind- heiterem Gemüthe des Höchsten Güte. lich quälet; Beständigkeit im Guten mir noch fehlet: das weißt du wohl, 2. Lob, Preis und Dank sey dir, mein Gott, gesungen; dir sey die Ehr', daß alles gut gelungen! du machst es wohl, ob ich's gleich nicht versteh': du bist gerecht, es geh' auch, wie es geh'! v Herzenstündiger! ich strauchle noch, o wie ein Unmündiger. 4. Vergieb mir's, Herr! sagt mir gleich mein Gewissen, daß Teufel, Sünd' und Welt mich hingerissen; so ist mir's leid: ich stell' mich wieder ein. Verwirf mich nicht; sey mein, so bin ich dein! 260 Zweiter Theil. zu. Wir liegen dann und ruh'n im Frieden; denn unser Schuß, o Herr, bist du. Hilf, Erbarmer! denen, die nach Ruh' sich sehnen, die mit Angst und Müh' ihre Nacht verbringen, und mit Schmerzen ringen. Stärke, tröste fie! 4. Wer kann uns deiner Hand entreißen? wir sind, auch wenn wir sterben, dein. Du selber hast es uns verheißen, du wollest allzeit bei uns seyn. Hilf uns hier auf Erden, daß wir würdig werden, einst vor dir zu stehn; daß wir als die Deinen, wenn du wirst erscheinen, dir entgegen gehn. - Mcl. Erhabner Gott, was reicht.- 16. 483. Der Tag ist bin, du aber Jesu! bleibe, daß mir dein Licht der Sünden Nacht vertreibe! erleuchte mich, Glanz der Gerechtigkeit; so ist mir wohl auch in der Dunkelheit. 5. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach, laß die Seel' im Schlaf auch Gutes schaffen! Lebenssonn', erquicke meinen Sinn! ich laß dich nicht, mein Fels! der Tag ist hin. 1 Mel. Ich will, mein Gott. 55. 484. Entflohen sind auch dieses Tages Stunden, an dem wir noch des Lebens Glück empfunden; mit frohem Dank laßt uns den Herrn erheben, durch den wir leben. 116, Mel. Werde munter, mein. munter, mein 485. Werd Gemüthe! füble fromme Dankbegier, und erhebe Gottes Güte, die er heut' gethan an mir; da er mich den ganzen Tag vor so mancher Noth und Plag' treu behütet, und in Gnaden abgewendet allen Schaden. 2. Lob und Dank sey dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit! daß mein Werk durch dich gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden gröb'rer Art so gar väterlich bewahrt, die Versuchung abgetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 3. Wer vermag es aufzuzählen, was bu, Herr, an mir gethan? Rechnung, Wort' und Kräfte fehlen, fang' ich nur zu zählen an: deiner Wohlthat ist zu viel, ihr ist weder Maas noch Ziel. Wär' ich nur bei deinem Lieben dir in allem treu geblieben! Zweiter Theil. 4. Ach! verzeihe mir aus Gnaden meine Sünd' und Missethat, die ich heut' auf mich geladen! nimm mir, Herr, nicht deine Gnad', treibe ferner Satans Tück', Gott, durch deine Kraft zurück; laß es ihm ja nicht gelingen, mich in Sünd' und Leid zu bringen. 5. Sieh', ich fall' in Demuth nieder; schau', o Gott, von deinem Thron! schau', voll Neue komm' ich wieder, ich vorhin verlorner Sohn! ich verläugne nicht die Schuld, aber deine Gnad' und Huld ist viel größer, als die Sünden, welche sich an mir noch finden. 6. O du licht der frommen Seelen! o du Glanz der Ewigkeit; dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleib' bei mir, Herr Jesu Christ, da es Abend worden ist! tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 7. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und süße Ruh': alles Uebel laß verschwinden; sende mir nur Gutes zu. Leib und Seele, Sinn und Muth, meine Wohnung, Haab' und Gut, meine Freund' und Hausgenossen seyn in deinen Schuß geschlossen. 8. Ach! bewahr' uns doch vor Schrecken; schüß' uns doch vor Üeberfall; laß uns keine Krankheit wecken; treibe weg des Krieges Schall! wend' ab Feu'r- und Wassersnoth, Pest und bösen schnellen Tod: keinen laß in Sünden sterben, noch an Leib und Seel' verderben! 9. D, du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat! Jesu! den ich stets verehre, bleibe du mein Schuß und Rath. O du werther heil'ger Geist, stärk' mich, der du Beistand heiff'st. Herr! erhöre dies mein Flehen. Amen! Ja, es soll geschehen. Mel. Werde munter, mein.- 116. 486. Auf, o Seele, werde munter! Lob ist immer deine Pflicht; denn die Sonne geht zwar unter, aber Gottes Güte nicht. Heut' auch hat sie mich genähret; heut' auch Freud' und Trost gewähret; vor Gefahren mich geschüßet; meine Schwachheit unterstüßet. Abendlieder. 261 2. Stets gefürchtet, pochgepriesen sey, mein treuer Gott, von mir. Was du Gutes mir erwiesen, dankt mein ganzes Leben dir. Du bast, war ich's schon nicht werth, dennoch mein Gebet erhört, das ich heut', als ich erwachte, dir in Jesu gläubig brachte. 3. Gieb nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe sanfte Ruh'. Durch dich schlaf' ich ohne Sorgen. Wenn ich schlafe, wachest du. Seel' und Leib befehl' ich dir. Walt' allmächtig über mir. Sey auch du der Gott der Metnen, zähl' sie alle zu den Deinen. 1 4. Ach, laß uns kein banges Schrekken, Räuber nicht, nicht Feuersgluth plöglich aus dem Schlafe wecken. Halt uns fest in deiner Hut. Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht! oder willst du, daß wir sterben, Gott, so sey's nicht zum Verderben. 5. Höre, Vater, ach erhöre, was jetzt mein Gebet begehrt. O, Sohn Gottes, dir zur Ehre werd' es mir in dir gewährt. Heil'ger Geist, laß mit Vertrau'n auf des Mittlers Blut mich bau'n. Hör', Dreieiniger! mein Flehen. Amen! Ja! es wird geschehen. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. 487. Schon ruhet auf den Feldern, in und in Wäldern ein Theil der müden Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf! ihr sollt noch beginnen, was euerm Schöpfer wohlgefällt. - 2. Der Sonne Licht und Glänzen vermissen unsre Gränzen, uns deckt die dunkle Nacht. Fahr' hin, du ird'sche Sonne, wenn Jesus, meine Wonne, mein Herz nur hell und heiter macht. 3. Was jetzt der Leib noch träget, das Kleid, wird abgeleget. Auch meine Sterblichkeit zieh' ich einst aus; dagegen wird Christus um mich legen den Nock der Ehr' und Herrlichkeit. 4. Das Haupt, die Füß' und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sey. Herz, freu' dich! du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. Zweiter Theil.- Abendlieder. 262 5. Nun geht, thr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, da ihr die Ruh' begehrt. Einst wird nach allen Sorgen euch bis auf jenen Morgen im Grab' die stille Nuh' gewährt. b) 6. Die Augen stehn verdrossen! wer wacht, wenn sie geschlossen? wer sorgt für Leib und Seel'? Nimm sie zu deinen Gnaden; sey gut für allen Schaden, du Aug' und Wächter Israel. 7. Dein Flügel mich bedecke, daß keine Noth mich wecke, kein Unfall, keine Pein. Mein Jesu, meine Freude! laß du vor allem Leide mein stilles Lager sicher seyn! 8. Auch euch, ihr meine Lieben, erschüttre kein Betrüben, kein Unfall, noch Gefahr. Schlaft ruhig bis zum Morgen. Gott wolle für euch sorgen: euch schüße seiner Engel Schaar! Mel. Uch Herr, mich armen. ---67. 488. W te lang' darf ich noch säumen! Gott, stärke meinen Geist, daß er sich auch im Träumen aus Satans Neße reißt; hilf für mein Bestes sorgen, verändre meinen Sinn, daß ich mit jedem Morgen im Guten fester bin. 2. Das Licht seh' ich verschwinden; die trübe Nacht bricht ein. Ach, Herr, laß meine Sünden auch mit verschwunden seyn; streich' sie aus deinem Buche! hilf mir aus aller Noth! errette mich vom Fluche, den dein Gesetz mir droht. 3. Wenn heut', Herr meiner Jahre, mein letter Abend ist; gieb, daß ich dahin fahre, wo du, mein Vater, bist. Doch soll ich länger leben, so laß den festen Schluß mir stets vor Augen schweben, daß ich einst sterben muß. Prüfung am Abend. Mel. D Gott, du frommer Gott.. 8. er Tag ist wieder hin, 1 489. Lebens, wie hab' ich ihn vollbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? Mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott, der Tugend mich zu weih'n, und züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu seyn? 13. Hab' ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, geprieſen? mir und der Welt genüßt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sah'n? 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? erfreut' ich mich des Herrn, der unser Fleh'n bemerkt? und hab' ich im Vertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? verehrt' ich ihn im Staub; empfand ich seine Huld? trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? fühlt' ich der Freundschaft Glück? sprach ich, was ich empfunden? war auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? und hab' ich nichts gered't, das ich bereuen soll? 7. Hab' ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, war dies mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? und, wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 9. Gott! der du alles weißt, was könnt' ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner und Seelen. Vergieb durch Christi Blut gehe du nicht mit mir in's Gericht. 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden fränken; du liebst Barmherzigkeit, und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir! leb' ich, so leb' ich dir, sterb' ich, so sterb' ich dir! afmidesti mõiltuajjö med no³ lind ratiu 263 ale a du35) Von dem öffentlichen Gottesdienste. Nach dem 84. Pfalm. Mel. Die Himmel rufen. 42. te lieblich ist doch, 490. We Herr, die Stätte, da deines Namens Ehre wohnt! gieb, daß ich sie gern betrete, weil da dein Segen die belohnt, die deines Wortes sich erfreun, und dir des Herzens Andacht weihn. 2. Wohl dem, der dich in deiner Hütte, Gott, zu verehren, Ernst Beweist! du hörst sein Lob und seine Bitte, und stärkst mit neuer Kraft den Geist, daß er auf deiner Wahrheit Bahn rechtschaffen vor dir wandeln kann. Mel. Ich will, mein Gott, du.- 55. 491. Dies ist der Tag, zum Segen eingeweihet. Ibn feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet. O, laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! der Erlös'ten Zungen froh wird besungen! Freuden. Mein Geist soll sich auf 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Gottes Auen welden. Wort, das seine Boten lehren, das Sein will ich hören. 2. Dich rühmt der Lobgefang der Himelsheere! auch unser Tempel schall' von deiner Ehre! auch unser Dank und unsers Geistes Flehen soll dich erhöhen. 3. Wie freu' tch mich, die Stätte zu begrüßen, wo Durstenden des Lebens Bäche fließen, und wo dein Heil von vor dich treten. Ich weiß, du liebst, 5. Mit Andacht will ich, Höchster, Glück, die sich der Sünde freuen, die kindlich zu dir beten. Der Thoren wirst du zerstreuen. mich lehren, vom Weg, der dir miß6. O, laß auch heute deinen Geist fällt, mich abzukehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele zum Trost dich 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen, wenn man's nur recht zu Herzen nimmt. Es giebt uns Trost auf Trübsalswegen, die du zu unserm Heil bestimmt. Es giebt im Kampf uns Muth und Kraft, und ist ein Schwert, das Steg verschafft. 4. Gott, laß auch mir dein Antlitz scheinen! dein Sabbath bringt auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen vor dir an heil'ger Stätte bin. Laß dir das Lob, das wir dir weihn, ein angenehmes Opfer seyn. 5. Ja, du bist Sonn' und Schild den Frommen. Du, Herr, giebst ihnen Gnad' und Ehr'. Und wer nur erst zu dir gekommen, dem fehlt das wahre Glück nicht mehr. Was du verbeißest, Mel. Auf Christen preis't. 436. hältst du fest. Wohl dem, der sich auf 492. O Gott! du bist mein dich verläßt. d Preis und Ruhm. Mein Herz sey ganz dein Eigenthum! laß mir den Sabbath heilig seyn, und gern ihn deinem Dienste weihn. 2. Gieb, daß ich mein Gemüth bewahr', wenn ich mit deiner ChristenSchaar zu deines Hauses Stätte geb', daß ich mit Ehrfurcht vor dir steh'.nd 3. Erinn're selber meinen Geist, daß du mir gegenwärtig seyst, damit ich deines Wortes Lehr' mit Andacht und mit Nußen hör.mdg Ban sid wähle. 7. Dein Tag sey mir ein Denkmal deiner Güte. Er bring' mir Heil und lenke mein Gemüthe auf jenen Troft, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. d 8. Dich bet' ich an, du Todeszum Heil der Sünder, die, fern von überwinder! der du an diesem Tag, Gott, in Todesschatten saßen, bein Grab verlaffen. Heils der Erden. Als Sabbath müs 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Erlöser, deinen großen Namen auf er mir stets heilig werden! Lob sey, ewig. Amen! - 4. Drück alles tief in's Herz hinein, und laß mich nicht blos Hörer seyn. Steh' mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter sey. of hous Von dem öffentlichen Gottesdienste. 264 3weiter Theil. 5. zu meinem Segen feiern mag. Bewahr mich vor dem Geist der Welt, die deinen Tag verächtlich hält. 6. Doch laß mich nicht dabei bestehn, dich nur am Sabbath zu erhöhn. Herr, meine ganze Lebenszeit sey deinem Dienst und Ruhm geweiht! Mel. Vom Himmel hoch. 109. 493. ies, Christen, ist der Tag des Herrn, Geschäft und Müh' sey von uns fern! kommt vor des Höchsten Angesicht, und freuet euch in seinem Licht. 2. Kommt, betet euern Schöpfer an, und rühmt, was er an euch gethan! ihn preisen ist der Christen Amt, drum preis't und lobt ihn allesammt. 3. Nühmt seine Weisheit, Kraft und Nath, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt, und alles, was sie in sich hält. 4. Und als er ihren Bau vollbracht, hat er den Menschen auch gemacht, den er nach seinem Ebenbild mit Weisheit und Verstand erfüllt. 5. Erkennt, um euch voll Dank zu freun, wie er durch seine Güt' allein uns täglich schüßet und ernährt, und manches Unglück von uns kehrt. 6. Dankt auch, daß heute Jesus Christ von Todten auferstanden ist, und durch die Größe seiner Macht das Leben an das Licht gebracht. 7. O Gott, der du den Erdenkreis erschaffen haft zu deinem Preis, und auch in Trübsal und Gefahr uns treu bewahrt so manches Jahr. 8. Hilf, daß wir voller Dankbegier erkennen, was du für und für durch deine Weisheit, Güt' und Macht, gethan, geordnet und vollbracht. 9. Du Sieger über Tod und Grab, der sich für uns zum Opfer gab, laß uns der Wohlthat würdig seyn, und mach' uns von den Sünden rein. 10. Laß deiner Auferstehung Kraft, die neues Leben in uns schafft, uns mit dem hohen Trost erfreun: einst ewig, Herr, bei dir zu seyn. 11. O heil'ger Geist! laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, dich sich in uns durch deine Lehr' Glanb', Lieb' und Hoffnung reichlich mehr'. 12. Erleuchte uns, du wahres Licht! entzeuch uns deine Gnade nicht: sey unser Trost in aller Noth: stärk' uns im Leben und im Tod. Der 50. Psalm. Mel. Beglückter Stand getreuer. 234. 494. Der Herr des Himmels und der Erde will, daß die Welt gerichtet werde: mit strahlenvollem Angesicht kommt unser Gott und schweiget nicht. Er ruft, daß Erd' und Himmel hören: mich soll der Mensch nicht stets entehren; er ruft, daß alles tief erbebt, wenn seine Rache sich erhebt. 2. Gott wird nach diesen Prüfungstagen, wie wir gehandelt, ernstlich fragen: erzittre, sündliches Geschlecht, denn Gott, dein Richter, ist gerecht. Die Allmacht kann das Recht nicht beugen, dess', dess' sind alle Himmel Zeugen: ihr Zorn ist recht, gerecht ihr Lohn. Gott ist gerecht auf seinem Thron. 3. Ich bin dein Gott, so wird er sprechen, und meinen Bund lass ich nicht brechen, und mein Gesetz nicht frech entweihn! ich, ich will selber Nichter seyn; ich fordre, Mensch, nicht nur Besuche geweihter Tempel; ich verfluche des Frevlers Opfer und Gebet. Ein Herz will ich, das mich erhöht. 4. Ich, ohne den kein Himmel wäre, ich, ich bedarf nicht Menschenehre zum Pfeiler meiner Herrlichkeit. Doch will ich, was mein Mund gebeut, weil Heil und Segen davon fließen, von meiner Welt gehalten wissen: ich bin der Vater meiner Welt. O thut, was euerm Gott gefällt! 5. Bringt, eures Heils nicht zu verfehlen, bringt mir zum Opfer eure Seelen und reine Herzen, voll von Dank, vor mich in euerm Lobgesang. Zu mir nur fleht in euern Nöthen, und nicht vergeblich sollt ihr beten, vergeßt nur euern Retter nicht: mich preisen, das ist eure Pflicht. 6. Vernehmt mit Ehrfurcht, Menschenkinder, was Gott Jehovah zu dem Sünder, der kühn den Bund der Zweiter Theil. Von der Selbstliebe. Gnade bricht, mit Majestät und Eifer spricht: wie wagst du's andern einzuschärfen, was deine Lüste doch verwerfen? was rühmst du mich und meinen Bund? was predigt ihn dein falscher Mund? 7. Du spielest nur mit Treu' und Glauben, und schämest dich nicht, das zu rauben, was ich, Gott, deinem Bruder gab. Von meinem Thron schau' ich herab auf dich, den Schänder keuscher Chen; du meinst, ich werde dich nicht sehen; doch mein nie müdes Auge wacht: Licht ist vor mir die Mitternacht. 8. Du wagst es, die zu untertreten, die einen Gott mit dir anbeten; von deinen falschen Lippen fließt, was deinem Nächsten bitter ist. Verläumdung, Spott und freche Lügen gießt deine Zunge mit Vergnügen auf deinen frömmern Bruder aus, den Sohn in deines Vaters Haus. 9. Das thust du, Sünder, und ich schweige; und weil ich Langmuth dir 36) Von der 265 erzeige, so meinst du, ich sey gleich wie du, und sähe dir mit Beifall zu. Allein, ich will mich an dir rächen, im Wetter will ich mit dir sprechen. Ich donn're dir in's Angesicht, und fürchterlich ist mein Gericht. 10. Hört, immer freche Sünder, höret, was euch der Mund der Wahrheit lehret: denkt, Sünder, denkt an mein Gericht, und spottet meiner Warnung nicht. Sonst komm' ich, euch hinwegzureißen. Euch, Zorngefäße, zu zerschmeißen, so daß euch niemand retten kann. O nehmet meine Warnung an! Selbstliebe. Mel. D Gott, du frommer Gott.- 8. 5. Nie blende mein Gemüth der 495. Dein Will' ist großer Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit Gott, ich soll mich selber lieben. O laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu seyn, den du mir eingepflanzt, in heil'ge Schranken ein. threr auf immer. Was hilft uns kurze Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut ist's, was uns glücklich macht. 2. Gieb, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe; und daß in allem ich dein Auge findlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider deine Furcht und Menschenliebe ist. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens Last versüßen: das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 3. Kein schnöder Eigennuß beherrsche meine Seele! und wenn zu meinem Glück ich Weg' und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schau'n; auch nie mein Wohlergehn auf andrer Elend bau'n. 7. O selig! wer danach mit heil'gem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet. Der liebt allein sich recht, der find't schon in der Zeit die wahre Ruh' und einst vollkomm'ne Seligkeit. 8. Das sey mein Zweck, mein Fleiß. O segne mein Bemühen! so wird das wahre Wohl nicht meinem Wunsch entfliehen. Bewahre mich dabet, Herr, vor dem Lauf der Welt. Gieb, daß ich mich so lieb, als bir es wohlgefällt. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt deinen Himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht. 11. So sinkt denn hin zu meinen Füßen, in frohem Danke zu zerfließen: füß, tiefgebeugter Sünder, ist der Dank mir, der vom Herzen fließt. Komm, komm zu meinen offnen Armen, und dann ermüde mein Erbarmen mit neuen Missethaten nicht: dann schau' mein freundlich Angesicht. 266 Atsilijöis and not mor il( 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth.*** USCM 34 Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. er bin ich welche 497. ich der Tugend diene, Mel. Wie komm' ich doch.-265. err! mich, wenn daß nicht mein Herz des Stolzes sich erkühne, nicht auf sie sicher und ver messen sey. Herr, lehre mich, wie oft ich fehle, merken. Was ist der Mensch bei seinen besten Werken? Wann sind sie gänzlich von Gebrechen frei? 2. Wie oft fehlt mir zum Guten der dein Gebot erfülle, erfüll' ich's ganz und treulich, wie ich soll. Sind Lieb und Furcht stets die Bewegungsgründe der guten That, der unterlaffnen Sünde? und ist mein Herz des Danks und Eifers voll? 3. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend: gedenke nicht der unvollkomm'nen Tugend der reifern Jahre meiner Lebenszeit. Wenn ich noch oft aus Stolz nach Tugend strebe, aus Menschenfurcht mich Lastern nicht 496. W wichtige Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn. Gieb, daß ich mir die Wahrheit fage, und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, Du schufst mich, Gott, zu deinem wenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb' ich als dein Eigenthum auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm?. 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß. Doch bin ich's, Herr, auch in der That? o öffne du mir mein Verständniß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geb'e und ob ich auch im Glauben steh'? 4. Du kennest unsers Herzen Tiefen, die uns selbst unergründlich sind. Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, wie ich, Frömmigkeit? mich vom falschen Wahn, der auch den Flügsten täuschen kann. ti 4. Wenn ich den Getz, aus Furcht 5. Wer alles weiß, und doch ver- der Schande, fliehe; aus Weichlichkeit borgen und unbekannt sich selbst noch mich wohlzuthun bemühe, und mäßig bleibt: wie will der für sein Bestes bin, nur um gesund zu seyn; wenn sorgen? was ist, das den zur Beff'rung ich die Nach' aus Eigennuße hasse; treibt? sich selbst recht kennen, ist der Ehrsucht Pfad aus Trägheit nur Verstand; drum mache mich mit mir| verlasse; was ist an aller dieser Tubekannt. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet, so gieb, daß ich ihn nicht verlier'. Ach leite mich mit deinem Licht; so täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Wege, der mich zum ew'gen Leben führt, so bringe mich zurück vom Stege, der in's Verderben sich verliert. Gieb mir zur Bess'rung Lust und Kraft. Du bist's, der beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan. D laß mich's nicht bis babin sparen, wo Neue nichts mehr helfen kann. Herr! mache mich schon hier recht klug, und frei vom schnöden Selbstbetrug. gend mein? 5. Und, Gott, wie oft sind unfre besten Triebe nicht Frömmigkeit, nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte meistens der Natur und Zeit! wann fühlen wir der Tugend ganze Würde? Wann ist dein Joch uns eine leichte Bürde, und dein Gebot Wunsch und Zufriedenheit? 6. Doch, Herr, mein Gott, wenn auch zu deiner Ehre mein Herze rein, rein meine Tugend wäre; wer hätte Recht zu diesem Eigenthum; wer ließ mich früh zur Tugend unterrichten? mein Glück mich sehn in meines Lebens Pflichten; wer lehrte mich: Gehorsam sey mein Ruhm? 7. Wer gab mir Muth, Herr, dein Gebot zu lieben? wer gab mir Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 267 Kraft, es freudig auszuüben? wer gab| und mein Leben ward mir von dir mir in Versuchung Schild und Steg? gegeben, und ohne dich vermag ich Weff' ist die Quell, die mich mit Wels- nichts. heit tränkte? und wess der Freund, der mich zum Guten lenkte, und mir die Fehler liebreich nicht verschwieg? 8. Du triebst mich an, daß ich das Gute wählte, und riefft mich oft, wenn ich des Wegs verfehlte, durch deines Geistes kräft'gen Ruf zurück; zogst mich durch Kreuz, durch Wohlthat auch von Sünden; ließ'st, wenn ich rief, mich wieder Gnade finden; gabst mir zur Bessrung deinen Segensblick. dute ando the 9. Was ist der Mensch, daß du, Gott, sein gedenkest; Gerechtigkeit in deinem Sohn ihm schenkest, und so zum ew'gen Leben selbst ein Recht? Und wenn ich nun durch deines Geistes Gabe des Glaubens Kraft und alle Werke habe: Wer bin ich vor dir? ein unnüßer Knecht. 1150 Mel. Nun ruhen alle Wälder.-48. 498. Was ich nur Gutes habe, ist du Bater alles Lichts. Mein Daseyn C# 150973 DIDE 2. Sowohl Verstand, als Kräfte zum nüßlichen Geschäfte, hab' ich aus deiner Huld. Dein ist's, wenn gute Thaten dem Vorsay wohlgerathen; ich bin allein an Fehlern schuld. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't! welch Glück hast du ihr zugedacht! wie viel an sie gewendet! du schufft fie, Gott, dein Bild zu seyn; und hast, vom Fluch sie zu befrein, selbst deinen Sohn gesendet. 3. Zu groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden; durch Glauben und Gottseligkeit, zu größerer Vollkommenheit im Himmel reif zu werden. 3. Das Glück, deß ich mich freue, wer schafft mir's? deine Treue, du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage nur so, wie es dir wohlgefällt. 4. Mit großer Treue willst du sie felbst durch des Lebens kurze Müh' zu 4. Sollt' ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wiederfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? bin ich auch jemals dessen werth? ti 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd' es ewig seyn. O, laß mich's nie vergessen; so werd' ich nicht vermessen der Eigenliebe Weihrauch streun.is un mund 38) Von der Sorge für die Seele. 6. Das nüßlich anzuwenden, was du mit Vaterhänden mir gütig zugewandt; dein treuer Knecht zu werden, sey mein Fleiß gieb Demuth und Verstand. Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238. 499. Here! err! meiner Seele grosen Werth, den mir diesem Ziele führen. Olaß mich nicht, durch eigne Schuld, das Heil, das deine Vaterhuld ihr zugedacht, verlieren. dein theures Wort erklärt, laß mich 5. Mit dir, o Gott, vereint zu mit Ernst bedenken; und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet als ich soll, den größten Eifer lenken. # 3 seyn, mich ewig deiner Huld zu freun, und dich zum Trost zu wählen; das sey mein Fleiß und höchster Zweck! laß mich dazu den rechten Weg aus Leichtsinn nie verfehlen. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Sünden hasset; das seine Schuld vor dir bereut, und das zu deiner Gütigkeit durch Christum Hoffnung fasſet. 7. Gieb, daß ich dir mich ganz ergeb'; und was ich hier im Fleisch noch leb', laß mich im Glauben leben an dich, Sohn Gottes, der du mich so hoch geliebet hast, und dich für mich daßto gegeben. 268 Zweiter Theil. 8. In meiner ganzen Pilgrimschaft laß mich, gestärkt durch deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle Leiden dieser Welt wie nichts dagegen achten. 6 Von der Sorge für die Seele. 9. Wie selig werd' ich dann nicht seyn! schon hier wird dann mein Herz sich freu'n, in dir, Gott, ruhig leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit 501. Qehre mich, Herr! recht Mel. Freu' lich sehr, o meine.. 29. auch zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben. was wahrhafte Weisheit sey. Meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir aus Gnaden bei. Denn die Klugheit, so die Welt ohne Grund für Weisheit hält, fördert nicht mein Woblergehen, und wird nie vor dir bestehen. 2. Weisheit ist's, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertrau'n: denn, die folgsam darauf schau'n, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu seyn; sich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendünkel scheun; gern auf seine Fehler sehn, reuend sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Bess'rung streben, und sich dess' doch nie erheben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flicht, und mit Eifer sich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, alles meiden, was mit Reu' das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt; nicht die Ehre dieser Welt, nicht Gemächlichkeit und Geld für das wahre Wohlseyn achten; nein, nach bessern Gütern trachten. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich.- 119. 500. Nach meiner Seelen Se ligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt' ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? wie würd ich einst vor dir besteh'n, wer in dein Reich wünscht einzugeh'n, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen, und wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um Erbarmung flehen, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. Du riefft uns hier zur Heiligung, drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb. Nichts sey so groß, nichts mir so lieb, das ich ihm nicht aufopfre. 4. Gewönn' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden? was hülfe mir's? kann auch die Welt mit allem, was sie in sich hält, mir deine Gnad' ersetzen? 5. Was führt mich zur Zufrieden heit schon hier in diesem Leben? was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tode geben? nicht Menfchengunst, nicht irdisch Glück; nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden! 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschüßest, und mich zur Treu' in dieser Pflicht mit Kräften unterstüßest? O stärke mich, mein Gott, dazu, so find' ich hier schon wahre Ruh', und dort das ew'ge Leben. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh', und im Gericht dereinst besteh', sey meine größte Sorge! 1 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Zweck ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen gehn; gerne Gottes Willen thun; froh in seiner Fügung ruhn, und wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld sie ehren. Zweiter Theil. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß wir hier nur Pilgrimm' sind; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe find't; seine Augen unverwandt nach dem ew'gen Vater land richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. co Von der Sorge für die Seele. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil! Die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott, verleihe sie auch mir! laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten. 269 8. Einst läff'st du im Gewissen mir diesen Trost genießen, wenn alles von mir weicht; wenn ich den Lauf vollendet und sich mein Leben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. O, laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! zum Fleiß in guten Werken, laß mich die Hoffnung stärken, daß nichts verdammlich's an mir sey. Vom Gewissen. Mel. Nun ruhen alle Wälder.- 48. 502. Ein ruhiges Gewissen laß, sen. Denn hab' ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wenn andre ängstlich zagen, nichts schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Sünde schweiget, und mir dein Beist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübsal drücket: wie unschäßbar ist mein Gewinn! 3. Sollt' ich solch ruhig Leben für Lust der Sinne geben, und dann die innre Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen: wie groß würd' meine Thorheit seyn? 503. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. welch ein unschäzHerr, ein rein Gewissen! wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt kein Tod und kein Gericht; denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, blickt er zu deiner Gnade. Dein Friede wohnt in seiner Brust, und wer ist, der ihm schade? auf dich sieht er bei aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch die Geissel böser Zungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Er hütet sich vor Uebelthat, und denkt: der Lügen wird wohl Rath; Gott wird die Ünschuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der fünft'gen Welt entgegen. Die giebt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß mir zum Heil, ein unverlegt Gewissen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben sey beslissen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu seyn; dein heilig Recht nicht zu entweihn, das sey mein größter Eifer. 6. Gieb, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre; und immer aufmerksam genug auf feine Warnung höre. Erinnert's mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld, voll Reu' und Glauben 4. Sein eigen Herz bekämpfen, und feine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch, wenn wir uns besiegen, welch seliges Vergnügen gewährt uns die Vollbringung nicht? 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein geruhig's Herz. Das chaffet inn're Freuden, selbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmachten, was giebt uns dazu Muth? was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? ein ruhig Herz, dies größte Gut. 7. Zu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlös'ten; darf deiner Huld mich trösten: welch Glück, mein Gott, kann größer seyn?| suchen. 270 Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 17. Mit deiner Gnade tröste mich,| verschmerzen, und sieh', dein Herz und stärke meine Seele, daß sie vor wallt auf und dräut, und schilt so Sünden hüte sich und nie aus Vorsatz lieblos und so hart, als es zuerst gefeble. Denn, wer nur reines Herzens scholten ward. I am ist, hat immer auch durch Jesum Christ, zum Trost dich, Allerhöchster! e 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, so reget sich die Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 1 Von der Wachsamkeit. 12. - Mel. Gott werde stets von dir. 504. nicht, daß ich's schon ergriffen bätte; die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der wenn sein nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. d 3. Nicht jede Besserung ist Tugend. Oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hipe roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit. Und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 10. Du fliebst, geneigt zu Ruh' und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit. Doch bist du, fordert's Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; flieht's Unmuth auch und Müßiggang? 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jetzt sollst du eine Schmach HIC 390 11. Du bist gerecht; denn auch bescheiden? liebst mäßigkeit; denn auch Geduld? Du dienest gern, wenn andre leiden; vergiebst du Feinden auch die Schuld? von allen Lastern sollst du rein, zu aller gend willig seyn. 32 031 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfst sie; doch du wechselst nur! dein Herz fühlt einen andern Neiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was andern strenge Tugend scheint. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Der Trieb des Neids, der Schmäß- 505. Damit ich meine Seele erwecken manchen Feind. Du wirst behutsam, schränkst dich ein, flichst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 20151231 681 rette, Herr daß ich bet' und wacy'! wenn ich dich nicht zum Beistand hätte, wär' ich zum Guten viel zu schwach. Und Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der andern Tugend fällt: so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 12. Sey nicht vermessen! wach' und ftreite; denk' nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach überall. 1 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Wenn mich gleich nicht die Dinge rühren, durch die der andern Tugend Von der Sorge für die Seele. 271 6. Du mußt mit der Wachsamkeit das Gebet verbinden. Was uns Stärk und Kraft verleiht, ist bei Gott zu finden. Geist und Wort hilft dir fort, daß du wacker bleibest, und sein Werk recht treibest. 7. Du wirst nie vergeblich schrei'n: Gott wird Heil und Leben, Gott wird Segen und Gedeih'n, wenn du bittest, geben; wenn du schreist, wird sein Geist auf dein Fleh'n bald merken, und in Noth dich stärken. Zweiter Theil. fällt: wird darum nichts mein Herz verführen? Ach, jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 4. Oft schläft der Trieb in meinem Herzen. Von Rachsucht schein' ich mir befreit; jetzt soll ich eine Schmach verschmerzen; und ach! mein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 5. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen: so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 6. Drum gieb, Herr, daß ich wach' und streite; nie denke, daß ich g'nug gethan. Mein Herz bat seine schwache Seite; die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit drobt mir den 507. Hier ist noch unfre PritMel. Vater unser im Himmelreich.- 120. Fall. Hilf, daß ich wache überall! ibido sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Satan leicht berückt; das schwache Fleisch sich selbst verstrickt; die Sinne jedes Blendwerk rührt; auch Böses Mel. Mache dich, mein Geist. 302. ache dich, mein Geist, 506. Mbereit; Wachen, Beispiel oft verführt. Fleh'n und Beten stärket uns zu jeder Zeit; hilft in allen Nöthen. Satans List kann der Christ durch Gebet und Wachen leicht zu Schanden machen. 2. Auf denn! und beharre nicht in dem Sündenschlafe. Christus ist nun selbst dein Licht. Eile! schwere Strafe, große Noth, selbst der Tod möchten dich in Sünden unbereitet finden. 3. Wache, sonst bringt Satans List dich zu schweren Sünden. Er kann, wenn du schläfrig bist, dich leicht überwinden. Die Gott liebt, übergiebt er ihm, wenn sie schlafen, zu gerechten Strafen. 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge; oder, wenn sie sich verstellt, liftig an sich bringe. Wach' und sich, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Netze stellen. 8. Auf denn! du mußt immerdar wachen, fleh'n und beten, und, vermehrt sich die Gefahr, immer brünst' t'ger beten. In der Noth, in dem Tod wirst du kräftig flehen, und vor ihm bestehen. ID# TUNIT28( 003 1019 Sid fat 5. Wach' und gieb auf dich selbst acht; trau nicht deinem Herzen. Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. O, es ist voller List, fann sich selber heucheln, und voll Hochmuth schmeicheln. 2. Oft nehmen Laster überhand und hüte dich! das Weltgericht bringt alle strömen über's ganze Land. Drum Glauben stets bereit, und flieh' den Sünden an das Licht. Christ, sey im Schlaf der Sicherheit. 3. Mein Vorsag ist: ich will ihn fliehn. Doch wie gelingt mir mein Bemüh'n? Gefahr nehm' ich hier bei Gefahr, und ein Netz bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! ach, wie entrinn' ich Schwachen, hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Laster künstlich ein: preist den Genuß des Lebens an; schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Auch Satan reizt das Herz, und sagt: o, eine Sünd' ist leicht gewagt! die Ewigkeit ist ja noch fern. Und ach, mein Fleisch gehorchet gern. Denv wie so leicht ist es bethört, da es ni verführt zu feyn begehrt. indig Zweiter Theil. Von der Sorge für den Leib. 272 6. Du Jesu! mußt das Beste thun. Mein Hoffen soll auf dir beruh'n. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein; dein Bruder, Herr, dein Fleisch und Bein! Mein Gott, mein Gott, laß nicht von mir, damit auch ich nicht laff' von dir. 7. Der Sündendienst nimmt anfangs ein, und endet sich in Höllenpein. Drum steh' dein guter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sey. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh'. 8. Zwar ist mein Glaube klein; doch du, du starter Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergiebt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz sich fest bis in den Tod. 9. Wenn schon die Trübsal auf mich dringt und überall mich Angst umringt; bleib' ich doch stets in deiner Hand. Ich halt' in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein. Nun muß mir alles beilsam seyn. 39) Von der Sorge für den Leib. - 10. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn; sollt' auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrist, und wer ein Sclav der Laster ist. Ich will nicht zagen. In's Gericht kommt ja, wer an dich glaubet, nicht. 11. Du bist es auch, dem ich vertrau', so lang' ich noch das Elend bau'; bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, die Sieger Preis und Ehre krönt. Herr! steh' in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sey. Mel. Gott werde stets von dir. 72. schäfte, untüchtig zur Gottseligkeit; 508. Wie mannigfaltig sind erweckt Unordnung, Streit und Zant, und hindert Dank. 6. Wer sich den Bauch zum Gott erkoren, unmäßig deine Gaben braucht, der geht des Himmelreichs verloren, zu dem kein Knecht der Lüste taugt. Gott! laß mich ja dies Laster scheu'n, und mäßig stets und nüchtern seyn. 7. So oft ich Speis und Trank genieße, so laß es mit Vernunft geschehn, und daß ich beides mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst, uns Nahrung und Erquickung giebst. 5. Die Schwelgerei raubt uns die Kräfte zu dem, was uns die Pflicht gebeut; macht träge zum Berufsgeuns, Herr, dein Wohlthun nährt, und die, so Geist als Leib zu laben, uns täglich deine Hand gewährt! auch das, was unser Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist! 2. Du giebst uns Brod für unser Leben, und unsre Herzen zu erfreun, giebst du den traubenvollen Reben mit segensreicher Hand den Wein. Wie angenehm ist der Genuß von dem, was uns ernähren muß. 3. Doch laß die Kraft, uns zu vergnügen, die du in Speis' und Trank gelegt, mich nie, o Höchster, so beMel. Nun habe Dank für deine.- 234. fiegen, daß sie zum Schwelgen mich 509. Der Wollust neiz zu bewegt. deiner freun, mich mäßig im Genusse seyn. 4. Mit Speis' und Trank sein Herz beschweren, steht niemals wahren Christen an. Dadurch wird das, was uns ernähren und unsern Geist erquicken kann, ein Gift, das in die Adern schleicht, und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. widerstreben, laß, Höchster, meine Weisheit seyn! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh' ich demuthsvoll zu dir: o schaff' ein reines Herz in mir. 2. Die Wollust kürzet unsre Tage; sie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte ihrer Leidenschaft. Der haßt sich selber, der sie übt, und sich in ihre Fesseln giebt. Zweiter Theil. Von der Sorge für den Leib. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; sie raubt den Eifer edler Werke, und Ernst und Lust zu jeder Pflicht. Sie führt Neu' und Gewissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers berab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lüsten strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sie sind vor dem Gewissen Schande, und noch weit mehr vor dir, o Gott! wer sich in ihre Knechtschaft giebt, wird nie von dir, o Gott, geliebt. 6. Du wirst den wiederum verder ben, der deinen Tempel hier verdirbt. Dein Himmelreich wird niemand erben, in dem die böse Lust nicht stirbt. Drum laß mich ihre Reizung fliehn; und, keusch zu seyn, mich stets bemühn. 7. Gieb, daß ich allen bösen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteh', und stets, darwider mich zu rüsten, auf dich, Allgegenwärt'ger, seh'. Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Missethat. Mel. Nun habe Dank für deine. 234. 510. Din nähren, das ist, es Leibes warten und o Schöpfer, meine Pflicht, muthwillig seinen Bau versehren, verbietet mir dein Unterricht. stebe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sey. 2. Sollt' ich mit Vorsatz das verleben, was zur Erhaltung mir vertraut? sollt' ich gering ein Kunststück schäßen, was du, o Schöpfer, selbst erbaut? Wess' ist mein Leib? er ist ja dein. Sollt' ich denn sein Zerstörer seyn? 3. Ihn zu erhalten, zu beschüßzen, giebst du mit milder Vaterhand die Mittel, die dazu uns nüßen, und zum Gebrauch giebst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein. Wie? sollte sie denn mir es seyn? 273 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlseyn stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf bört: du selbst bist Störer deiner Ruh'; du zogst dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam seyn! drückt mich die Last der Krankheit nieder; so flöße selbst Geduld mir ein. Gewähr' auch dann mir guten Muth, und segne, was der Arzt dann thut. 7. Doch gieb, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt: nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gesez mir anbefiehlt. Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge seyn. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sey stets auf meinen Geist gericht't, daß er zum Himmel tüchtig werde, eh' dieses Leibes Hütte bricht; dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb' ich hier zu deinem Preis. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. 511. Was ist mein zeitlich Leben, Gott, gegeben? Ein unschätzbares Gut. Du gabst mir's, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet, dort erndtet man erfreuet der Tugend Früchte ein. Je länger ich hier wandle, vor dir rechtschaffen handle, je größer wird mein Glück dort seyn. 3. Sollt ich dies Glück mir rauben? O Herr! laß mir, im Glauben der künft'gen Erndtezeit, mein Leben auf der Erden so werth und wichtig werden, als es mir selbst dein Wort gebeut! 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht; ist Undank deiner Güte. Ein 18 274 Zweiter Theil.- Von dem rechtmäßigen Gebrauch zc. redliches Gemüthe verläßt ja seinen Posten nicht. 5. Gieb, daß ich klüglich fliehe, was oft mit leichter Mühe mir gar mein Leben nimmt. Doch laß mich auch nicht zagen, es muthig dran zu wagen, wenn mich die Pflicht dazu bestimmt. 6. In deine Baterhände befehl' ich, Herr, mein Ende, und meiner Tage Lauf. Es sey mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben. Hilf nur dem guten Willen auf. 7. Was nüßt ein langes Leben demt, der nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? wer Gott und Menschen liebet, und sich im Glauben übet, nur der hat lang' und wohl gelebt. 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauch der zeitlichen Güter, und wider den Geiz. 26. Mel. D Gott, du frommer Gott.- 8. 512. Laß mich doch nicht en 513. W Schäße liebt, als ben Schäßen Mel. Mach's mit mir Gott nach. Johl dem, der Schätze dieser Erden! wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, daß er lebt, sich über diese Welt erhebt. dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit. Und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit. 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es stebt ja sein Besiß nicht stets in unserm Willen. Nicht stets wirds dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt; und schnell verlierts oft der, dem der Besiz gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahr haftig soll beglücken, muß nicht vergänglich seyn, und für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hats, und wünscht noch mehr; noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. - 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nützen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Fleises Antrieb seyn. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten; ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz; erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen, und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen; dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Witwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 4. O Gott, so wehre doch den ungerechten Trieben, und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Müh' gewinnt, bald prase send sie verzehrt, bald geizig sie bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das sey mein Schaß aufErden. Sonst alles, nur nicht dies kann mir entrissen werden. Dies bleibt im Tod auch mein, dies folgt mir aus der Zeit, zum seligsten Gewinn, bis in die Ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? Nur süße Träume sind's, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines 7. Wie könnt' ein Herz, vom Geize Geistes Kraft zu ew'gen Gütern hin.| hart, der Wohithat Freuden schmecken, Zweiter Theil. Von der Arbeitsamkeit zc. 275 und in des Unglücks Gegenwart den| Hert, daß ich's, wie ich soll, nach deiner Ruf zur Hülf' entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus. Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Netz, ihr Herz zu bilden, hindern; und glaubst, du habst sie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen; und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. -3 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir g'nügen lasse; Geiz ewig, als Abgötterei, von mir entfern' und hasse. Ein weises Herz und guter Muth sey meines Lebens größtes Gut! Mel. Es ist das Heil uns kommen her.- 6. 514. H err! laß mich doch gewissenhaft mein zeitlich Gut verwalten. Gieb selbst mir Weisheit, gieb mir Kraft, damit so bauszuhalten, wie es mir nützt und dir gefällt; damit ich nicht in jener Welt an ew'gen Gütern darbe. 2. Mein Hab' und Gut kommt ja von dir und deinem milden Segen. Nicht nur zum Fallstrick gabst du mir mein zeitliches Vermögen. Du gabst es mir zum wahren Wohl. Drum gteb, - Vorschrift brauche. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? vergänglich, und von Erde. Hilf, daß ich nie aus Uebermuth dadurch vereitelt werde! Nie reiße irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse. ale 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen; verführt' mich zeitlich Gut und Geld, sorglos hintan zu setzen, was meiner Seelen Heil begehrt, und mir ein ewig Glück gewährt. Wie strafbar würd' ich handeln! Gute zu vollbringen. Er giebt zur Arbeit Muth und Kraft, und läßt fie uns gelingen. Was man mit ihm 5. Mein größtes Trachten sey allhier nach deines Geistes Gaben. Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur die kann haben! Hab' ich nur Höchster! deine Huld! bin ich voll Glauben und Geduld; was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh' und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Da schüßt er keinen Sünder. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf. 515. Gottmögen schafft, das Fortgang bleiben. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. nur unternimmt, wird, wenn's mit ott ist's, der das Ver- seinem Willen stimmt, nicht ohne 7. Laß mich mit weiser Sparsamkeit die Güter nie verschwenden, die du mir gabst, in dieser Zeit sie nüßlich anzuwenden. Gieb mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten so, wie mir, des Lebens Müh' erleichtre. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur heil'gen Sorgfalt lenken, also die Güter dieser Zeit zu nüßen, daß ich einst erfreut noch Segen davon erndte. 2. Wer das zu seinem Hauptzweck macht, ver ihm gerecht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht't, 18* w Von der Arbeitsamkeit 2c. 276 Zweiter Theil. dem giebt er auch auf Erden vom ird'schen Gut mit milder Hand so viel beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nüßzet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, und, krönt er sie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunst ihnen schaden? Mit seinem er sie, Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich.- 119. Arbeit, des Lebens Müh ihr Herz mit Troft 517. 3 Müßiggang, find wir, und Hoffnung. o Herr, auf Erden. Drum laß mich doch mein Lebelang kein Knecht der Trägheit werden. Gieb mir Verstand und Lust und Kraft, geschickt, treu und gewissenhaft mein Amt hier zu verwalten. 4. Drum gieb, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor allem trachten. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich als dir mißfällig, meiden, und hilf, daß ich gestärkt durch dich, voll Muth mit Lust und Freuden in met nem Stand geschäftig seyn; dein Segen kröne meine Treu', daß sie auch andern nütze. 6. Sey überall, mein Gott, mit mir! die Werke meiner Hände befehl' ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge. 310 Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. 516. D¹ u bast uns, Herr, die Pflicht zur Arbeit auferleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Der träge Müsiggang ist dir, o Gott, verhaßt, für uns der Lafter Netz, und unserm Nächsten Last. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bequemen, die Bürden des Berufs getroft auf mich zu nehmen. Wird gleich mein Angesicht mit sauerm Schweiß benetzt: genug, daß du mich selbst in den Beruf gesetzt. 3. Bewahre nur, mein Herz vor eitlen Nahrungssorgen. Gieb mir mein täglich Brod, und sorge selbst für morgen. Laß mich an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Zuversicht in deiner Fügung ruhn. 4. Ach! förd're, großer Gott, die Werke meiner Hände. Hilf mir, bet meinem Thun, am Anfang und am Ende. Laß mich, bei meiner Laft, auf jenen Sabbath sehn, da wir, nach treuem Fleiß, in deine Ruhe gehn. 2. Hast du ein Amt, so warte fein: das ist, o Gott, dein Wille. O flöße selbst den Trieb mir ein, daß ich treu erfülle. Hilf mir, daß ich Zeit zu Zeit an Einsicht und an Tüchtigkeit zu meinem Amte wachse. ihn von 3. D Herr! vor träger Weichlichkeit wollst du mein Herz bewahren! so werd' ich aus Gemächlichkeit nie meine Kräfte sparen. Erholen werd' ich mich nur dann, wenn ich, von Kraft erschöpft, mich kann zu neuer Arbeit stärken. 4. Mit wahrer Vorsicht laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen, die weit entfernt von meiner Pflicht, verschwenderisch verbringen. Das müsse mein Vergnügen seyn, mich den Geschäften ganz zu weihn, die du mir aufgeleget. 5. Ein heil'ger Trieb belebe mich, o Höchster! meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten. Ein Herz, das sich des Guten freut, giebt zu der Arbeit Munterkeit, versüßt uns ihre Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie bestrickt. Gewissenhaft zu handeln; mein Leben deinem Dienst zu weih'n, so nüßlich, als ich kann, zu seyn, das sey mir Ehr' und Reichthum. Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit ac. 277 7. Dir zu gefallen, sey mein Zweck 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, bet allem, was ich thue! so wandle ich dazu mich, Herr, auf Erden dein den rechten Weg zu der Gewissensweises Allmachtswort erschuf, doch rube. Denn, wer dir, Heiligster, eine Leiter werden, worauf ich einst mißfällt, was nüßet dem die ganze in jener Welt, die höheren Beruf Welt mit allen ihren Schäßen? enthält, zu höhern Würden steige. - 42) Von der Zufriedenheit Mel. Ich will, mein Gott, du.- 55. 518. Gott! ott! du bleibst ewig unsrer Wohlfahrt Meister. Wie thöricht handeln unzufried'ne Geister! fie quälen sich, und machen ihrem Herzen vergeblich Schmerzen. 2. Was helfen uns die ängstlich bangen Sorgen für den noch ungewissen andern Morgen? Und müssen wir uns über unser Grämen nicht nachmals schämen? 3. Es ist umsonst: wir werden nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ängstlichen Geschäften den Leib entkräften. 4. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Segen. Vertrau' ich dir, und geb' auf deinen Wegen; so wirst du mir, auch ohne Sorg' und Kränken, was nüglich, schenken. 5. Bin ich getreu mit dem verlieh'nen Pfunde, und harr' ich nur der rechten Segensstunde; so kommt sie, und dann werden meine Thaten zum Glück gerathen. 6. Drum fördre selbst die Werke meiner Hände. Gesegnet sey der Anfang und das Ende! gieb guten Rath, damit, was ich vollbringe, mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit Treue meine Pflicht erfüllen, und dann mein Herz mit froher Hoffnung stillen. Erlang' ich nur, was du, Herr, mir beschieden, bin ich zufrieden. 8. Kann ich den Leib auch nicht, wie Reiche, laben; versorge nur den Geist mit jenen Gaben, die mehr, als alles Irdische erquicken, und stets beglücken. und Geduld im Leiden. 9. Hier hab' ich g'nug. Laß mich nur mit den Frommen zu dem Genuß der Himmelsgüter kommen; so wird mein Wunsch, den irdisch Gut nie stillet, völlig erfüllet. Mel. Die Himmel rühmen Gottes.- 46. 519. mit Klagen den Gott, Herz! der dich zum Glück erschuf. Die Müh' des Lebens zu ertragen, und froh zu seyn, ist dein Beruf. 2. Der Christ murrt nicht bei den Beschwerden von dieser kurzen Lebensbahn; er sucht, daß sie ihm nüßlich werden, und betet Gottes Willen an. 3. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden. Nimm's dankbar aus der Vorsicht Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband. 4. Sie giebt dir Munterkeit und Kräfte, und nährt und stärkt sie väterlich. Sie brauchen, dies ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Ruhm für dich. 5. Zwar jenen hat des Himmels Segen mehr Güter anvertraut, als dir; doch soll dies deinen Neid erregen? denk: wer ist Gott, und wer sind wir? 6. Weiß er nicht besser, was dir nüßet, und was dem Nächsten nüßt, als du? wenn er dich führt, regiert und schüßzet, was fehlet wohl zu det-: ner Ruh'? 7. Du prangest nicht mit hohen Würden? beneide nicht der Großen Glück; sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. 8. Dir ward kein Ueberfluß gewähret? ihn wünschen, das ist Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht 278 braucht, entbehret, der ist beglückt, und reich genug. 9. Herr, der du mir zum frohen Leben so viel ich brauch', und mehr verlieh'n, laß täglich sich mein Herz bestreben, den sorgenvollen Gram zu flieh'n. 10. In Demuth laß mein Herz sich Zweiter Theil.- Von Mel. Ich weiß, mein Gott, daß- 255. üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; 521. Sev, Seele, stark und lieben, dir vertraun, müs ewig meine Wollust seyn! Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. 520. Mill mich, o Gott, bieLast ermüden, so stärke meinen Geist! wenn mich die Leiden kränken, so laß mich wohl bedenken: auch das sey gut, was Trübsal heißt. 2. Nicht ewig soll sie währen. Oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt, und seufzen wir: wie lange ist unsrer Seelen bange? so wird mit Trost das Herz erfrischt. 3. Die Lasten, die uns pressen, haft du, Herr, abgemessen, so groß sie immer seyn. Du hilfft sie selbst uns tragen, und richtest unsre Plagen nach unsern Kräften weislich ein. 4. Ja, wenn ich's recht erwäge, so sind's nur Liebesschläge, womit du uns belegst; nicht Schwerter sind's, nur Ruthen, womit du, blos zum Guten, als Vater deine Kinder schlägst. 5. Dein väterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt; du willst die Lüste schwächen, den eignen Willen brechen, befrei'n uns von der Lust der Welt. der Zufriedenheit 9. D! drücke meinem Herzen, auch unter Sorg' und Schmerzen, dies doch auf's Tiefste ein; der, den du, Vater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig seyn. 6. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren, mit Glauben und Geduld, daß wir in unsern Nöthen, auch wenn du uns wollt'st tödten, doch trau'n auf deine Vaterhuld. 7. Was will uns, Herr, auch schetden von dir und jenen Freuden ,, die du für uns erseh'n? man lebe oder sterbe, so wird des Himmels Erbe doch deinen Kindern nicht entgeh'n. 8,3u jenem bessern Leben willst du auch mich erheben. Der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird doch mein Geist genesen; er eilt zu Seligkeiten hin. gend dich ein Kummer plagt. Befiehl Gott deine Sachen. In aller Pein vertrau' allein auf ihn! er wird's wohl machen. 2. Kein Leiden kommt von ohngefähr; die Hand des Höchsten schickt es her; sein Rath hat's so ersehen! drum sey nur still! was dein Gott will, laß immer gern geschehen. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, so soll's dir doch nicht schädlich seyn. Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergiebt, den wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, nur kurze Zeit. Nach überstandnem Leide erquickest du ihr Herz mit Nuh', und einst mit ew'ger Freude. 5. Drum hab', o Seele, guten Muth! vertraue Gott! es wird noch gut nach aller Trübsal werden. Durch's Kreuz zieht er dich immermehr zum Himmel von der Erden. 6. Gott ist dein Gott. Er ist getreu; und stehet dir als Vater bet in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer durch ihn dem Christen werden. 7. Es haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du hier nur von Ruh', und nichts von Trübsal wissen? 8. ber', und sieh' auf deinen Gott, in aller deiner Angst und Noth! laß, wie er will, es gehen. Sein Will' ist gut: behalte Muth! Gott wird dich einst erhöhen. 9. Der du ein Gott des Trostes bist! laß jeden, der hier traurig ist, doch deinen Trost empfinden. Hilf, den du liebst, und prüfend übst, den Unmuth überwinden. und Geduld im Leiden. 279 Mel. Ich will, mein Gott, du König. 55. zu empfahen, und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, andre zu stärken. 12. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung giebt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! - 522. Ein Herz, o Gott! in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu' ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, ein Kreuz der Frommen. 4. Doch selbst, o Herr, in Strafen unsrer Sünden läss'st du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu hassen, züchtigen lasſen. 5. Jag' ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 6. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit Leiden? Mel. Nun ruhen alle Wälder.- 48, ch hab' in guten Stun523. Jen des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. im Leiden fassen: welch Leben hat nicht So will ich denn gelassen mich auch seine Qual? und stets strafft du gelinder, als es 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, der Mensch verdient. Will ich, beWeh' erdulden, das doch zu meinem schwert mit Schulden, kein zeitlich 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes Besten dient? meine Ruh', mein Leben mehr lieben, 3. Dir will ich mich ergeben, nicht als den Herrn. Dir, Gott! will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen: du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und be reun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben seyn. 5. Wenn ich in Chrifto sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? auch auf des Todes Pfade vertrau' ich deiner Gnade. Du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flebn. Ich will den Tod bedenken. Du, Herr, wirst alles lenken; und was mir gut ist, wird geschehn. Neue Mel. oder Sey zufrieden. M 7. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde! wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid' und dulde, so kann ich mich der Hülfe der Erlös'ten sicher getrösten. 8. Ich bin ein Mensch! und Leiden müssen fränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, das stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 9. Schau' über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk' auf! wer spricht: bis hierher! zu dem Meere? ist er nicht auch dein Helfer und Be- 524. rather, ewig dein Vater? arum soll't ich mich denn grämen? hab' ich doch, Christum noch, wer will mir den nehmen? wer will mir den Himmel 10. Willst du so viel, als der All- E weise, wissen? jeßt weißt du nicht, warum du leiden müssen! allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 280 Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit GAS rauben, den mir schon, Gottes Sohn, beigelegt im Glauben? 2. Ich kam unter Angst und Nöthen, hülfelos, arm und blos einst an's Licht getreten: nichts nehm' ich auch von der Erde dann mit mir, wenn ich hier einst verscheiden werde. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, der's gegeben. Fordert er es einstens wieder, nehm' er's hin, ich preif' ihn doch durch meine Lieder. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen; bringt herein Angst und Pein; follt' ich drum verzagen? der es schickt, der hat's in Händen: er weiß wohl, wie er soll all' mein Unglück wenden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt; sollt' ich jetzt nicht auch etwas tragen? fromm ist Gott und schärft mit Maaßen sein Gericht; kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil' sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt' ihn auch der Tod bekriegen; Christi Blut, und sein Muth hilft auch den besiegen. 8. Denn kein Tod kann mich ertödten, nein: er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen; endigt dieses Lebens Leiden, und giebt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 9. Dann werd' ich mit bessern Schäzzen Geist und Herz auf den Schmerz ewig dort ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, eitler Tand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn' Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden! du bist mein, ich bin dein; niemand kann uns scheiden! ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, für mich hingegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, und dich nicht, mein Licht! aus mich hingelangen, wo du mich und dem Herzen lasſe. Laß mich, laß ich dich ewig werd' umfangen. 267. 525. Was 525. Mel. Was Gott thut, das ift. Gott das ist W wohlgethan, es bleibt meine Sachen an, will ich ihm halten gerecht sein Wille. Wie er fängt stille: er ist mein Gott, der in der drum laß ich ihn nur walten. Noth mich wohl weiß zu erhalten, 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er lässet mich nicht fallen! er führet die auf rechter Bahn, die seine Wege wallen. Trost und Geduld giebt seine Huld: er wird mein Unglück wenden: es steht in seinen Händen. ommute 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er weiß nur, was uns nüßet; wie ungewiß irrt jedermann, der sich auf ihn nicht stüßet! ja seine Treu' ist immer neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud' und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan: muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn; laß ich mich doch nicht schrecken, weil er zuletzt mich doch ergößt mit süßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben! es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben; so wird Gott mich doch väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Mel. Gott werde fiets von dir. 72. 526, Berborgner Gott, dem nichts verborgen, was auf der ganzen Welt geschicht, was und Geduld im Leiden. follt ich wie ein Helde sorgen, als wüßtest du mein Elend nicht? verstellet gleich dein Antlitz sich; dein Herz meint es doch väterlich. 2. Mich und mein Loos hast du gesehen, als ich noch nicht geboren war, und was mir künftig soll geschehen, stellt sich dir gegenwärtig dar. Dein Auge siehet aus der Höh' und kennt mich, wo ich geh' und steh'. 3. Du weißt auch, was ich nöthig habe, und giebst mir mein bescheiden Theil; ja, alles, Herr, ist deine Gabe, du forgest täglich für mein Heil. Wo ich noch gar nicht hingedacht, hast du schon alles gut gemacht. 4. Ach! solltest du denn nicht erkennen, wenn Kummer, Angst und Noth mich quält? Wer muß dich nicht barmherzig nennen? Du bist es, der die Thränen zählt. Du hast's gesagt, dein Herze bricht, wenn deinen Kindern was geschicht. 5. So laß mich doch recht feste glauben, daß deine Augen auf mich sehn; laß mir den süßen Trost nichts rauben, du werdest mir zur Seite stehn, und bald zerstreun durch deine Macht der Sorgen und des Leidens Nacht. 6. Du wirst dein Wort gewiß erfüllen; du hast mir Hülfe zugesagt. Ja, du wirst meinen Kummer stillen; ich bin getrost und unverzagt; es wird gescheh'n, ich zweifle nicht; du bist mein Gott, mein Heil und Licht! - 2. Weß soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil, und stehst nach deiner Vatertreu' mir stets mit Rath und Hülfe bei. 281 daß ich gelassen sie ertrage, und machst zuletzt doch alles gut. Auf Kummer folgt zufriedner Dank, auf Klagen froher Lobgesang. 4. Zu ungestörten Sicherheiten schickt sich gewiß kein Prüfungsstand. Wie würde, drückt' uns nicht zu Zeiten ein Leiden, unsre Treu' erkannt? Vollkomm'ne Ruh' und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. Mel. Nun habe Dank für deine. 234. 527. Was as ist mein Leben auf der Erde? ein Wechsel ist's von Lust und Leid. Hier stört oft Unruh' und Beschwerde die sanfteste Zufriedenheit. Hier wohn' ich noch Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. in einer Welt, die kein vollkommnes 528. Was ist's, daß ich mich nur auf Gott, o Seele, barr' und sey unverzagt! du weißt nicht, was dir nüget; Gott weiß es, und Gott schüßet allmächtig den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, eh' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet, den Muth, 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so kummervoll? Vertraue Gott; nur ihn erwähle zu deinem Trost. Er schüßt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es seyn. Ruf' in Gefahren ihn als den einz'gen Helfer an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dies stärke meine Zuversicht. 7. Befiehl ihm alle deine Wege, und hoffe auf ihn allezeit. Auch auf dem allerrauhsten Stege sich' fröhlich hin zur Ewigkeit. Da sammelst du von aller Pein den Segen mit Vergnügen ein. 8. O sieb' dahin zu allen Zeiten; in eigner und gemeiner Noth, im Glücke; und wenn dich von weitem ein Unglückswetter hart bedroht. Nichts giebt uns Trost zu solcher Zeit, als Gott, und jene Herrlichkeit. 9. So laß mich, Goit, stets dahin schauen, und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen. Du bist bei mir. Das stärke mich! wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getroft als Christ. - 282 Zweiter Theil. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dir, Gott, nicht verborgen, der alles siebt und hält: und was du mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wär's auch die größte Laft der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sey mir von dir gewähret! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleget, wenn's alle Welt auch schäzzet, sey, Herr mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen und Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott; so harr' ich, und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott! - Von der Zufriedenheit sehr veracht't! und doch trug er dies alles gern. Gieb, daß ich folge meinem Herrn. 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wiederfahren, wenn du mich willst bewahren? und Mel. Wer nur den lieben Gott. -7. 529. Was ist das Leben hier auf Erden? bier wohl Vollkommenheit? Wer lebt hier frei von den Beschwerden der Trübsal und Mühseligkeit? Du legst in unserm Lebenslauf, o Gott! uns manches Leiden auf. 2. Doch das sind treu gemeinte Schläge der Vaterhuld, die für uns wacht. Wie hast du doch durch Leidenswege so manchen schon zu dir gebracht! denn ungestörtes irdisch Glück hält uns von dir, o Gott, zurück. 3. Wenn uns die Welt nicht Noth erweckte, vergnügte uns dein Himmel nicht. Wer suchte, wenn ihn nichts erschreckte, die Hülfe, die dein Wort verspricht? wer fühlt, wenn keine Last ihn drückt, wie sanft, o Gott, dein Trost erquickt? 4. Zum Dulden führt dein Ruf der Gnaden, der uns zu Christi Gliedern macht. Wie schwer war der nicht hier beladen! wie hart verfolgt! wie 5. Er war beleidigt ohn' Vergelten, gegeisselt ohne Widerstand; gescholten öhne Wiederschelten; ohn' Widerspruch zum Kreuz verbannt. Wie? sollt' ich denn nicht mit Geduld das tragen, was ich selbst verschuld't? 6. Laß, Gott, nur dieses Lebens Leiden zu meiner Bess'rung fruchtbar seyn; so geh' ich zu des Himmels Freuden durch dieser Erde Trübſal ein. Dort wird mein Leben ohne Pein, und ohne Leid und Thränen seyn. 7. Drum laß mich mit dem Troste siegen: Gott giebt nach kurzer Prüfungszeit das allerseligste Vergnügen in senem Reich der Herrlichkeit. Verschmachte Leib! stirb und vergeh'! ich weiß, daß ich einst aufersteh'. Trost in geistlicher Schwermuth. 530. u klagst, o Christ! in schweren Leiden, und seufzeft, daß der Geist der Freuden von dir gewichen ist. Du klagst und rufft: Herr, wie so lange? und Gott, verzeucht, und dir wird bange, daß du von Gott verlassen bist. 2. Sind meine Sünden mir vergeben; hat Gott mir Sünder Heil und Leben in seinem Sohn verlieh'n: wo sind denn seines Geistes Triebe? warum empfind' ich nicht die Liebe, und hoffe nicht getrost auf ihn? 3. Mübselig, sprichst du, und be laden, hör' ich den Trost vom Wort der Gnaden, und ich empfind' ihn nicht; bin abgeneigt, vor Gott zu treten; ich und Geduld im Leiden. bet, und kann nicht gläubig beten; ich denke, Gott, doch ohne Licht. 4. Sonst war mir's Freude, seinen Willen von ganzem Herzen zu erfüllen; sein Wort war mir gewiß. Jetzt kann ich's nicht zu Herzen fassen, und meine Kraft hat mich verlassen, und meinen Geist deckt Finsterniß. 5. Oft fühl ich Zweifel, die mich quälen, heul' oft vor Unruh' meiner Seelen, und meine Hülf' ist fern. Ich suche Ruh', die ich nicht finde; in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unruh', keine Furcht des Herrn. 6. Zag' nicht, o Christ, denn deine Schmerzen sind siehre Zeugen bess'rer Herzen, als dir das deine scheint. Wie könntest du dich so betrüben, daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben, wär' nicht dein Herz mit ihm vereint. 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Jeſum einen Herrn zu nennen, als durch den heil'gen Geist. Hast du nicht diesen Geist empfangen? er ist's, der dich nach Gott verlangen, und sein Erbarmen suchen heißt. 283 nachmals wird fie friebsam geben Frucht und Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie geübet ward. 12. Zwar ist um Trost dir jetzo bange; denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, scheint uns hart. Doch 13. Fabr' fort zu beten und zu wachen, Gott ist noch mächtig in den Schwachen, ist Güte für und für. Laß dir an seiner Gnade g'nügen. sein Wort ist wahr und kann nicht trügen: ich stärke dich, ich helfe dir! 14. Auf, fasse dich in deinen Nöthen! sprich: wollte mich der Herr auch tödten: so harr' ich dennoch sein. Mir bleibt das Erbtheil der Erlös'ten; und will mich Gott nicht eher trösten, so wird er mich im Tod erfreun. Trost in Dürftigkeit. 531. u flagst, und fühlest die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden, und siehst, 8. Vertrau' auf Gott; er wohnt bei denen, die sich nach seiner Hülfe sehnen; er kennt und will dein Glück.SEAS Er höret deines Weinens Stimme; verbirgt er gleich in seinem Grimme sich einen kleinen Augenblick. 9. Gott ließ so manchen seiner Frommen in dies Gefühl des Elends kommen, und stand ihm mächtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, sollst das Vertraun auf dich entfernen, und sehn, was Gottes Gnade sey. 10. Vor Sicherheit dich zu bewahren, läßt er dich seine Streng' erfahren, und schickt dir diese Last. Er reinigt dich wie Gold im Feuer, macht dir das Heil der Seele theuer, damit du haltest, was du hast. 11. So wie ein Vater über Kinder, erbarmet Gott sich über Sünder, die seinen Namen scheu'n. Dein Seufzen ist ihm nicht verborgen, so fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die Sünde seyn. daß du vergebens strebst. Zähren; doch denk' in Klagen auch 2. Ja, klage! Gott erlaubt die zurück. Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 3. Nie schenkt der Stand, nie schenkent Güter dem Menschen die Zufriedenheit. Die wahre Nube der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. 4. Genieße, was dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht hast. ein jeder Stand auch seine Last. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, 5. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so wie wir's zu wünschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. 284 3weiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, 6. Willst du zu denken dich erkühnen,| deines Stands Geschäfte, und näge daß seine Liebe dich vergißt? er giebt deine Lebenszeit. uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 7. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in träger Unzufriedenheit; besorge 8. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein wenig Glück in Hoffnung sehn, dies ist der Weg zu Nuh'und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Pilgertage durchgelebt, und einst im 532. seit der lezte von den Glauben sagen kann: du nimmst mich, Tagen, die zu lebest, Mensch, herbet. Erkauf die Zeit! und statt zu klagen, sie sey zu kurz, gebrauch' sie treu! nimm mit erkenntlichem Gemüth' der nahen Stunde wahr; sie flicht! 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirft so sicher Jahre weg! bift 533. WE du, zu fühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 3. Einst Ewigkeiten zu besitzen, sollst du die kurze Lebenszeit als deine Saatzeit weislich nützen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: sieh', Eins ist Noth! was säumest du? 4. Drum eil', errette deine Seele, und denke nicht: ein andermal! sey wacker, bet' und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Geseßt, dein Ende wär' auch fern: sey fromm und wandle vor dem Herrn! 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: dir, o Gott, ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn! 6. Erleucht' und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnade mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt. 7. Wohl mir! wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäften die 8. Mein sprachlos Fleh'n bei meinem Ende vernimmst du, Herzenskündiger. In deine treuen Vaterhände befehl ich meinen Geist, o Herr! er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hütte fällt. as sorgst du ängstlich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben, ist wahre Ruh' E und deine Pflicht. Du sollst es BELL lieben, weislich nüßen, es dankbar, als ein Glück besigen, verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch, dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen seyn. Er soll den Wunsch zu leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten: so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: sollt ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz und sie verfliegt geschwind. and und der Zubereitung zum Tode. 4. Denk' an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lust der Welt, wenn ihre Liebe dich reizen; und ersticke sie, Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt' ich auch die Welt ererben, beging ich doch solch Uebel nie, 5. Denk' an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schäße sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entrissen werden, du dann dich nicht zu sehr betrübst. 6. Denk' an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu vermehren: welch Glück wird Gott mir dort bescheren, wo ich unendlich leben soll. 7. Denk' an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben; sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? wohl mir, wenn ich in Christo sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist der Himmel Reichthum mein. 8. Dent' an den Tod, wenn Leiden kommen; sprich: alle Trübsal eines Frommen ist zeitlich, und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ist's, der mir die Krone reicht. 9. Denk' an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken; du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: sollte Gott mich ewig hassen? ich seh' ihn doch nach dem Erblassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. 10. So ſuche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft so wirst du ihn nicht zitternd scheu'n; so wird er dir ein Trost im Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung seyn. 285 2. Daß du, o Höchster, meinem Les ben ein mir verborg'nes Ziel bestimmt; und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu seyn. 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltluft zu entfernen, und um den Himmel zu bemühn. O mache mich dazu geschickt, eh' mich der Tod der Welt entrückt. weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind. Drum gieb, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sey bereit. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seelen Theil! ist mir das Beste aufgehoben. Dort ist für mich vollkommnes Heil. Da, wo mein Schatz ist, sey mein Herz! Herr, lenke selbst es himmelswärts. 5. Herr, allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einst dein himmlisch Reich zu erben, dazu laß meine Sterblichkeit mir stets, mein Gott, vor Augen seyn, und deine Hülfe mich erfreun. 6. Willst du mich länger leben las sen, so laß es mir zum Heil geschehn. Doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Vater, auf mein Fleh'n! sey, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht. 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin. Bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt selbst Sterben mein Gewinn, Ich lebe dir, ich sterbe dir. Sey nur mein Trost, so gnüget mir. Mel. Icfus, meine Zuversicht. 47. zum 535. Herr! ich hab' aus defHeil, noch Zeit in Händen. Gieb doch, daß ich sorgsam sey, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft. Mel. Wer nur den u, lieben Gott. 7. Herr und Meister 2. Unaussprechlich schnell entfliehn uns Stunden. 534. D meiner Tage, du man's denkt, sind ſie dahin, und auf ewig uns verschwunden. Niemals kehrt ein Augenblick, uns zum Heil, davon zurück. 3. Laß, bei ihrer Flüchtigkeit, mich mein Gott, doch nie vergessen, wie - 286 Zweiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, unschätzbar sey bie Zeit, die du uns| deine Zeit ist Gottes Sache. tern' hier zugemessen; wie, was hier von nicht nur den Tod nicht scheu'n; lern' uns geschieht, ew'ge Folgen nach sich auch seiner dich erfreun. zieht. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh' die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, noch die Stunden auszukaufen, die, zu meiner Seligkeit, deine Gnade mir verleiht. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun. Sprich: ich weiß, an wen ich gläube, und ich weiß, ich werd' ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 5. Deine schonende Geduld trage mich, Gott! nicht vergebens. Ach! vergieb mir meine Schuld, daß so manchen Theil des Lebens ich, zu meiner Seelen Wohl, nicht gebraucht so, wie ich 7. Tritt im Geist zum Grab' oft hin; siehe dein Gebein versenken. Sprich: Herr! daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. 13. cas mich meine Besſerung für 537. Wie per Staub! sein LeMel. Der Spötter Strom reißt. der mein Hauptgeschäft erachten, und nach meiner Heiligung mit so treuem Eifer trachten, als erwartete noch heut' mich Gericht und Ewigkeit. ben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sey noch fern. 7. Deine Gnade steh' mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an guten Früchten sey, und dem Nächsten nüßlich werde. Und ist einst mein Ende da, o so sey mit Trost mir nah'! 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Frrthum wahr. Mel. Jesus, meine Zuversicht, 47. eine Lebenszeit ver536. Men streicht, stündlich eil' ich zu dem Grabe. Und was ist's, daß ich vielleicht hier annoch zu leben habe? dent', o Seele, an den Tod! säume nicht, denn Eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod' erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß giebt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, giebt um Troste Freudigkeit, 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde bülflos um dich stehen; dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erhöhen; dann erschreckt dich kein Gericht; Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet, und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; 3. Sprich nicht: ich denk' in Glück und Noth, im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zn thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5 Der Tod rückt Seelen vor's Gericht; da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Nath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut; so sey doch wacker und bereit; prüf' deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch durch des Erlösers Tod, vor Gottes Thron gerecht zu seyn, dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört; ihm folgt und sich vom Böſen kehrt; ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt, dies ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh'; du wirkst sie nicht, Gott wirket fic. und der Zubereitung zum Tode. bu 287 naht, ie stärker steh' mir bei! auf daß, getreuer Gott, bei allen seinen Schrecken, mir meine legte Zeit die allerbeste sey. Die Zeichen deiner Huld vermehre mir aisdann, damit ich meinen Lauf mit Muth vollenden kann. 5. Gewähr', eh' noch der Tod des Leibes Bau zerstöret, mir einen hellen Strahl der frohen Ewigkeit, der allen Rest der Lust zum Irdischen verzehret, und zu dem letzten Kampf mir Muth und Stärke beut. Wohl mir, wenn schon mein Herz davon den Vorschmack hat! froh schau' ich dich dann einst, von deinem Bilde satt. 6. Verschwinde denn, o Welt! bleibt mir nur Gottes Gnade, so wird mir mehr, als Welt und mehr, als Leben seyn. O führe du mich selbst auf jenem dunkeln Pfade, Herr, der du mich erlös't, in deinen Himmel ein. Dir übergeb' ich mich im Leben und im Tod; im Tod und Lehen dein, und du auch stets mein Gott. Du aber, ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes seyn; und wachsen in der Heiligung ist wahre Tod'serinnerung. 12. Wie leicht vergess' ich diese Pflicht! Herr, geh' mit mir nicht in's Gericht! an meinen Tod erinn're mich, daß ich dir wandle würdiglich. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Glaube, Demuth, Lieb' und Treu, die Frucht des Geistes in mir sey. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh', stets meinen Lüften widersteh', und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf': es ist vollbracht! Mel. Entbinde mich, mein Gott. 418, 538. Mein Lebensfürst, zeig' 110. Lichte, wie alles Irdische so gar ver- 539. W das Ziel der WallMel. Gott, deine Gnade sey. mir, in deines Geistes ungewiß ist, Herr, gänglich ist. Ja alles, alles macht zuleßt die Zeit zu nichte; und du, o Mensch, der du doch so gebrechlich bist, lebst sicher! lehre mich, unwandelbarer Gott! und so gedenk' ich erst mit Klugheit meinen Tod. fahrt auf der Erde? ob ich noch wenig oder viel an Tagen zählen werde, das weiß ich nicht; du weißt's allein. Ich kann vielleicht der nächste seyn, vom abgekürzten Leben ein Beispiel abzugeben. 2. Weg, eitle Hoffnung, weg! als würd' ich lange leben, du Mutter strüflicher, verwegner Sicherheit! o meine Sorge sey, dir, Gott! mich zu ergeben; dein Wille sey mein Will' in dieser Prüfungszeit. Gieb, daß im Glauben stark, und in der Liebe treu, ich deiner Zukunft stets wachsam gewärtig sey! 3. Laß mich, o Herr! mir selbst und allen eiteln Dingen, noch eh' ich sterben muß, recht abgestorben seyn. Die Selbstverläugnung laß mir immer mehr gelingen, daß ich was bessers wähl, als Welt und falschen Schein! und so von ihr entwöhnt ich meinen letzten Tag, in Hoffnung selig schon, getroft erwarten mag. 4. Gott, dessen Flügel mich in aller Noth bedecken, je mehr der Tod fich 1 2. Bin ich erbaut aus besserm Zeug als andre, die an Jahren und Munterkeit mir völlig gleich, des Todes Beute waren? wie manchem starrte schnell das Herz, eh' weder Krankheit oder Schmerz ihm, als des Todes Boten, sein nahes Ende droh'ten. 3. Wenn ich die Gottesäcker seh und alles könnte lesen, was der, auf dessen Grab ich geh', in seinem Sinn gewesen, und was bei ihm die Todesnacht für Hoffnungen zu nichts gemacht: so würd' ich oft mit Schrekten mein eigen Herz entdecken. 4. Mein Gott, befreie mich vom Dunst der irdischen Beschwerden, und lehre mich die große Kunst, bei Gräbern klug zu werden. Nur der ist weise, der bedenkt, wie viel von set 288 3weiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, nem Tod abhängt, und der dazu in| Docht verlodert, und mich Gott zur Zeiten sein Herz sucht zu bereiten. 5. Erinn're mich ans große Ziel, dazu du mich geschaffen, damit ich mich nie in das Spiel der Weltlust mag vergaffen. Und sieht dein Auge, daß mein Schritt noch nicht den rechten Weg betritt, so wollst du, Herr, in Zeiten, auf solchen Weg mich leiten. 6. Daß ich mich vor der kalten Hand des Todes nicht entfärbe; so mache mich mit ihm bekannt vorher noch, eh' ich sterbe. Laß mir sein Bild vor Augen seyn, damit ich lerne Sünden scheu'n, die das Gewissen schrecken und Todesfurcht erwecken. 7. Gieb, daß ich dich mit frohem Muth als meinen Gott betrachte, hingegen Freunde, Glück und Gut nicht als mein eigen achte: so wird, wenn mich die Zeit wegnimmt, die du zum Abschied mir bestimmt, nichts, was mir hier verliehen, mein Herz zurücke ziehen. 8. Dir sey es gänzlich heimgestellt, wie, wo und wann ich scheide. Wer unter deinen Flügeln fällt, wird frei von allem Leide. Doch wünsch' ich, daß ich wohl geschickt von hinnen werde weggerückt, und allzuschweres Kämpfen nicht die Vernunft mag dämpfen. 9. Laß mich auf Jesu Herrlichkeit mit froher Hoffnung blicken, und mitten in der Dunkelheit mich sein Verdienst erblicken. Dann nimm, Herr, nach vollbrachtem Lauf den Geist aus dieser Hütte auf, die einst im Reich der Deinen wird neugebaut erscheinen. Mel. Freu' dich sehr, o meine.- 29. 540. , Serr! lebre mich bedenken, daß ich einmal sterben muß. Den wird einst der Tod nicht kränken, der schon vor des Lebens Schluß dieses Lebens Werth erkennt, und von regem Eifer brennt, sich in diesen Augenblicken zu der Ewigteit zu schicken. 2. Endlich muß ein Licht verbrennen, dessen Schein mich noch erfreut. Will ich mich denn nicht erkennen? was ist meine Lebenszeit! kommt mir denn nicht in den Sinn, da ich so vergänglich bin, wie geschwind mein Rechnung fodert? 3. Kaum, daß ich das Leben habe, so theilt sich der Tod mir mit. Von der Wiege bis zum Grabe ist ein kurz gemess'ner Schritt. Meine Kraft entwickelt sich, und zugleich verzehrt sie sich. O ich merk', indem ich steige, wie ich mich zum Sinken neige. 4. Menschen! was ist euer Leben! wenn ihr gleich so sicher seyd. Stunden hat euch Gott gegeben, und ihr schäßt den Tod so weit! nur wer bald sein Haus bestellt, geht mit Freuden aus der Welt; auf des sichern Sünders Wegen eilet man der Höll' entgegen. 5. Predigen doch meine Glieder mir genug von Sterblichkeit. Kraftlos legen sie sich nieder, wenn es jetzt der Schlaf gebeut, der durch seine Stärkungskraft ihnen neues Leben schafft; doch bei aller seiner Milde zeigt er uns den Tod im Bilde. 6. Laß mich, Gott, mein Heil bedenken unb mich niemals sicher seyn. Will die Welt mich anders lenken, präge deine Furcht mir ein; rufe du mir mächtig zu: Mensch! die Welt verläsfest du, willst du dich mit eitlen Dingen um dein Glück im Himmel bringen? 7. Laß mich nicht die Buße sparen, bis die Krankheit mich ergreift, sondern schon bei muntern Jahren, ehe sich die Sünde bäuft, täglich, täglich Buße thun. Tod, mein Freund, o komme nun, du kannst mir, im Stand der Gnaden, mir Versöhnten, nicht mehr schaden. Mel. Die Himmel rufen, jeder 42. 541. ch will dich noch im - nah' am Grabe preis' ich dich; zum Segen gabst du mir mein Leben, nimmst du es mir, du segnest mich. Mein Leben sucht' ich dir zu weih'n, mein Tod soll auch dir heilig seyn. 2. Gott! welche feierliche Stunden, wenn du mich nun der Erd' entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung fiehst! Allmächtiger! in dein Gericht gehst du mit mir Erlösten nicht. und der Zubereitung zum Tode. 13. Der Leib wird schwach; die ird'sche Hütte, in der mein Geist hier wehnt, zerfällt; schon gehen meine müden Schritte den Weg zu Gott aus dieser Welt. Ich bin getroft und zage nicht, denn Gott ist selbst mein Heil und Licht. 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser, starbst? er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn sabst, will ich ihn sehn, wie du, so werd' ich auferstehn. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mir den letzten Schrekken dräun; du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen, den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah' dem Lohn, den Gott verspricht, so nah' am Ziele sink' ich nicht. 6. Du wachest über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert, giebst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod' erheben, selbst nah' am Grabe preis ich dich; denn ewig werd' ich vor dir leben. Wie segnet dann dein Antlig mich! o Tod, o Sterben, mein Gewinn! wohl mir, daß ich erlöset bin! Mel. Christus, der ist mein Leben. 542. M ein Jesus ist mein Leben. Reißt schon der Tod mich hin; was sollt' ich ängstlich beben? der Tod ist mein Gewinn. 289 2. Wer an ihn glaubt, wird felig. Dies Wort steht ewig fest. Die Freuden sind unzählig, die es mich hoffen läßt.dste no 3. Drum fahr' ich hin in Frieden zu dir, o Jesu Christ; von dir stets ungeschieden, der du mein Bruder bist. 4. Du kennest meinen Glauben; und keine Furcht noch Pein wird mir auch nun ihn rauben. Ich bin und bleibe dein. THEY Mel. Getreuer Gott, wie viel. 37. 543. D er du die Liebe selber bist, und gern uns Menschen segnest; ja selbst dem, der 5. Bald hab' ich überwunden! schon weicht die Finsterniß; denn, Herr, durch deine Wunden ist mir der Sieg gewiß. 6. Durch sie bin ich gereinigt; durch sie mit Gott versöhnt; durch sie mit dir vereinigt und bald mit Preis gekrönt. 7. Wer kann dich g'nug erheben? Du hast, Sohn Gottes, dich für uns dahin gegeben. Heil mir! du auch für mich. 8. Du wolltest Strafe dulden, die ich doch auf mich lud. Du tilgtest meine Schulden ganz durch dein göttlich Blut. 9. Geheilt ist nun mein Schade. Im Himmel ist mein Theil. Otheure, hohe Gnade! o unaussprechlich's Heil! 10. Erlöser! sieh, ich sammle noch meine lepte Kraft, und preise dich, und stammle, welch Heil du mir geschafft. 11. Zu dir, Herr! will ich flehen, so lang' ich lallen kann. Du kannst mein Innres sehen und nimmst auch Seufzer an. 12. Du selber hilfft mir ringen; allmächtig hilsst du mir, in's Leben durchzudringen. Bald, bald bin ich bei dir. bald den schweren Lauf. Du nimmst 13. D wohl mir! ich vollende nun in deine Hände den Geist, mein Heiland! auf. 7 00007 44) Von der Liebe des Nächsten. 6715 dein Feind noch ist, mit Wohlthun doch begegnest! o bilde meinen Sinn nach dir, und laß mich doch, mein Heiland, hier, wie du gewandelt, 19 290 Zweiter Theil. Von wandeln. Die können keine Christen seyn, die sich nicht andrer Wohlfahrt freun, und menschenfeindlich handeln. - 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Menschen Segen. Dir folgten Lieb' und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du gingst, ging Wohlthun mit, dein Wort, dein Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen. Du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Verderben zu befrein, und starbst zum Heil uns Ärmen. Du 3. Auch jetzt noch auf der Himmel Thron bist du das Heil der Sünder, Auch da bleibst du, o Gottessohn, ein Freund der Menschenkinder. schaffst den Deinen wahre Ruh', und die Verirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten. Du hörst der Seufzenden Gebet und brauchest deine Majestät, nur Segen auszubreiten. 5. Laß mich mit brüderlicher Huld den Strauchelnden erwecken; durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld des Nächsten Fehler decken. Mein Antlig sey nie fürchterlich! und meine Seele neige sich zu des Bedrängten Fleben; so wird mich in der bessern Welt, die nur Beglückte in sich hält, der Liebe Lohn erhöhen. der Liebe des Nächsten. nicht blos für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 544. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach.- 26. o jemand spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, und handelt ganz dawider. Gott ich die Lieb', und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, find eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern; denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt 3. Sein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? daß Gott mich schuf, und mich versühnt, hab' ich dies mehr, als sie verdient? 4. O laß in meiner Pilgrimschaft mich auf dein Vorbild sehen. Erfülle mich mit Lust und Kraft, dem Nächsten beizustehen, betrübter Herzen Trost zu seyn, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen. Laß dem, der mir Mel. D Gott, du frommer Gott.-8. ieb mir, o Gott! weibt, ein Herz voll frommer ned- 545. Gemas jeden Men Herz, lichkeit und Treue nicht versagen. 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, Herr, von meinen Tagen! ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeih'n, dem du vergiebst? und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt' ich's dir erwiesen. Und ich, ich ſollt ein Mensch noch seyn, und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, und nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist, ein Herz, das dich durch Liebe preist. schen liebet; bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß, und Neid, und Härte flicht, und sich um andrer Glück, als um sein Glück bemüht. 2. Seh' ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir giebst, ihm bülfreich mitzutheilen. Laß mich gern dienen, nicht groß vor der Welt zu seyn, und mich verehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreu'n. 3. Dies sey mein Gottesdienst. Auch unbemerkt von ihnen, müss' andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu', das sey dir, Gott, gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet, ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer andre stärkt, Zweiter Theil. Von der Liebe des Nächsten. 291 nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 4. Laß mich aufrichtig schäßen deine Gaben, die andre, Herr, von deiner 5. Eilt wo ein boshaft Herz Un- Güte haben. Es müsse nie mein Herz frieden anzurichten; so laß mich sorg- des Nächsten Freuden boshaft beneiden. sam seyn, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht kränke nie mein Mund des Nächsten Ruh'! er rühme sein Verdienst, deck' seine Fehler zu! 5. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden, an Lieb' und Gütigfeit dir ähnlich werden. Gieb dazu Kräfte, Herr, so will ich droben dich ewig loben. - 6. Die Nach' ist dein, o Gott! du sprichst: ich will vergelten, drum laß mich stille seyn, wenn Menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem ver- 547. Niel zeigt, ob man neu Mel. Der Spotter Strom. 13. ur Heuchezeih', der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. geboren sey; sie zeigt vom wahren Christenthum; sie ist des Menschen höchster Ruhm. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen. Noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun, und ihm zum Seelenheil mein 2. Gott ist die Liebe; du sein Kind, wenn dich der Nächste liebreich find't. Wer ohne Lieb' ist, kennt nicht Gott, ist noch in seinen Sünden tødt. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestärken; den, der noch sicher ist, bei seinen Fleisches werken, von der verkehrten Bahn auf rechten Weg zu ziehn, dazu verleih' mir Kraft und segne mein Bemühn. 9. hellige du selbst, Herr, meiner Seelen Triebe, durch deine Lieb' und Furcht, zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, gen seyn. Mel. Ich will, mein Gott. 5. Hat dich denn Gott nicht stets geliebt? Gott, welchen du so oft beGott, mir stets vor Au- trübt? Gleichwohl vergißt er Zorn und Nach'; o folge diesem Beispiel nach. 55. ilf, Jesu! daß ich meinen 6. Den liebt ein Heide, der ihn liebt; dem giebt er wieder, der ihm 546. Feinden er ſeyn. giebt. So schränket sich der Christ nicht - lieblos Richten ihn ja nicht betrübe, ihn nicht verläumde, noch durch falsche Ränke sein Herze fränke. 2. Gieb, daß ich nachsichtsvoll des Nächsten Fehle, so viel ich immer kann, der Welt verhehle, und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. - 3. Kannst du des Nächsten Elend sehn, und ungerührt vorüber gehn, so ist dein Christenthum nicht ächt. steht's um deinen Glauben schlecht; 3. Hilf, daß ich klüglich ihn zu bessern trachte, und seiner Seelen Wohl recht theuer achte. Denn du bast selbst für sie in Todesbanden viel ausgestanden. Feind, wie kann man seyn des Fein4. O sprich nur nicht: er ist mein des Freund? der Feind bleibt ja dein Fleisch und Blut; thu', was der Samariter thut. 7. Dein Herz sey voll von Lieb' und Huld, voll Demuth, Sanftmuth und Geduld, so wirst du vieler Feinde los, und dein zukünft'ger Lohn ist groß. 8. Nun, Gott, der du die Liebe bist, gieb, daß ich als ein wahrer Christ nach deinem Beispiel liebreich sey, aufrichtig, ohne Heuchelei. 9. Dann nimm mich nach vollbrachtem Lauf, an jenen Ort des Friedens auf, wo dich und jeden Menschenfreund die Lieb' auf's innigste vereint. 19* 292 7][ hide& s& v9 10 n Bad not that hag 45) Von der Gerechtigkeit. Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238. 548. rechtigkeit, und hasfest den, der sie entweih't, am nächsten Unrecht übet. Du bist's, der jedem seinen Lohn, ohn' alles Ansehn der Person, nach seinen Werken giebet. 2. Gerechter Gott! laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken. Nie komm' es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht und Gewinn des Nächsten Recht zu kränken. 3. Pflanz' Redlichkeit in meine Brust, und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht, und andre kränkt, wie kann das Brüder lieben? ab wom 4. Nie seufze jemand über mich! I Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit jedermann in Einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit jeglichem so umzugehn, wie ich's von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch meine Härte ie mit Schmerz und Kümmerniß beschweren d 6. Herr! mit dem Maaß, damit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit, so werd' ich auch zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Mel. Der du uns das Heil.- 108. zorns Naserei nie des Herzens Mei549. ott, ber du die Men- ster sey. schen liebest, der du 4. Wer mir flucht, den will ich nicht ein strenges Recht, sondern lau- segnen, so wie mein Erlöser that, ter Gnade übest an dem sündlichen und dem nachsichtsvoll begegnen, der Geschlecht! laß mich deinen Geist be- zum Zanken Neigung hat. Für die leben, daß ich, Vater, als dein Kind, Feinde will ich beten, und vor dich, liebreich sey, wie du gesinnt. Herr, du Friedensfürst, wenn du Menschen du wollst den Sinn mir geben, der richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit treten. Gott des Friedens! segne du Sanftmuth spricht und schweigt. mich in deiner Kraft dazu. 2. Laß mich meines Nächsten schonen, willig tragen seine Last! und so lang' ich hier soll wohnen, bleibe Zanksucht mir verhaßt! denn das ist, o Gott, dein Wille, und die Eintracht liebest du: o, so bilf auch mir dazu! gieb ein Herz mir, das die Stille und den Frieden sucht und liebt, das statt Rache Sanftmuth übt. 3. D, wie wird das Herz beschweret, durch des Zornes Leidenschaft! Zanksucht und der Haß verzehret nach 550. Hver du für mich litMel. Herzliebster Jesu, was. 131, err, mein und nach des Körpers Kraft, hemmt den Lauf von unsern Sahren, macht zum Himmel ungeschickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt! ach, du wollest mich bewahren, daß des Jähtest! und noch zur Rechten Gottes für mich bittest! erweck' in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe. 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Eintracht strebt. Höchster! gieb mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals Uebermacht gewinnen; bis einst in der Herrlichkeit ew'ger Friede uns erfreut. - Zweiter Theil. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 293 Haj pergolten? du schalt'st nicht wie- 551. Heist nicht zu ermessen! 2. Wann hast du jemals Haß mit Mel. Herzliebster Jesu, was.- 131. err! der, als man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht blos Freunde; nein selbst auch Feinde. wie viel hast du vergeben und vergessen; ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 2. Du segnetest, die deinen Namen fluchten; und heiltest die, die dich zu fangen suchten; und zeigtest unter deiner Feinde Toben der Langmuth Proben. - 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen andre brennen? ich sollte femals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Vater! zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, der wie du, vergiebet, und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seelen Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe; vertilge durch die Lust zu deinem Namen der Nachgier Samen. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich, ihr Unrecht übersehen. Laß mich, wenn sie mich auch empfindlich kränken, an dich gedenken. 8. Erwecke denn, o Herr, in meinem Herzen, auf's neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in deinen schweren Leidensstunden für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, den, der mir flucht, voll Großmuth, wie du, segnen. Kerr, mache gegen alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 3. Ach, glich' ich dir, o Heiland! ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Nache verwerflich mache! 11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. ur si chi je o 4. Ich muß es wehmuthsvoll vor dir, Herr, klagen; mein stolzes Herz kann, leider! wenig tragen; und schwerlich weiß sich, wenn mich andre bassen, mein Herz zu fassen. 5. Vergieb mir, Herr, und wende mein Verderben; bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben. Und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 6. So hilf mir denn die wilde Glut ersticken; laß sich dein Bild in meine Seele drücken! so werd' ich mich versöhnlich finden lassen, den Feind nicht hassen. 7. Flucht mir die Welt, so laß mich, Herr, sie segnen; und ihrem Grimm mit Freundlichkeit begegnen; daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 8. Verleih' mir das um deiner Sanftmuth willen: so erb' ich auch im Lande deiner Stillen die Seligkeit, wozu sie jenes Leben einst wird erheben. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein ganzes Glück 50. 1 mel. Man betet, Herr, in 3ions.- ies so laß mich, ihr zu widerstehen, auf 552. Ne ven ſuchen, der mir dich dann sehen. zu schaden sucht. Nie will ich meinem Feinde fluchen, wenn er aus Haß mir flucht. Mit Güte will ich ihm begegnen, nicht droben, wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn seg. nen; dies ist des Herrns Gebot. 294 Zweiter Theil.- Von 2. Er, der von keiner Sünde wußte, vergalt die Schmach mit Huld, und litt, so viel er leiden mußte, mit Sanft muth und Geduld. Will ich, sein Jünger, wieder schelten, da er nicht wie der schalt? mit Liebe nicht den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 3. Wahr ist's, Verläumbung dulden müssen, ist eine schwere Pflicht. Doch felig, wenn ein Gut Gewissen zu unsrer Ehre spricht: dies will ich desto mehr bewahren; so bessert sich mein Feind, und lehrt mich weiser nur verfahren, indem er's böse meint. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. wirkt seine Gütigkeit. Er sieht auf 553. Wie felis lebt ein Mensch, seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. der 7. So laß mich auch gesinnt, mein Gott! durch Christum werden! voll regen Eifers sey mein Leben hier auf Erden, so nüßlich, als ich kann, dem Nächsten stets zu seyn; dann geh' tch einst, o Gott, in's Reich der Liebe ein. kennet, und ihre Pflicht zu thun aus Menschenliebe brennet! der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Amt schon in sich selber find't. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienstbeflissenheit sucht er dies zu erreichen; er hält für eignes wohl sich nicht allein gemacht; er hält sich für die Welt von dir hervorgebracht. 3. Die Welt, denkt er, hat Necht auf meinen Dienst und Kräfte, ihr nüßen, ist für mich ein seliges Geschäfte. Als Glieder schuf uns Gott, als Bürger einer Welt, in der des einen Hand die Hand des andern hält. 4. So denkt der Menschenfreund; und das ist sein Bestreben, so treu, als er sich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nächsten Heil sein eignes Himmelreich; er fühlet fremde Noth, als träf' ihn selbst der Streich. 5. Er eilt dem, der's bedarf, mit Hülfe beizustehen; sein Ansehn und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergehen, sind Mittel, die er braucht, behülflich gern zu seyn, und einen Leidenden mit Troste zu erfreun. der Dienstfertigkeit 2. 4. Ich will mich vor den Fehlern hüten, die er von mir ersann; und auch die Fehler mir verbieten, die er nicht wissen kann. So will ich mich durch Sanftmuth rächen, an ihm das Gute sehn, und dieses Gute von ihm sprechen: wie könnt' er länger schmäh'n. 5. In seinem Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeih'n, und als ein Christ bereit zum Frieden, bereit zu Diensten seyn. Und wird er, mich zu untertreten, durch Güte mehr erhißt, will ich im Stillen für ihn beten und Gott vertrau'n: Gott schützt. 12 6. Was andrer Nothdurft heischt, das reizet feine Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn zu wahrer Men schenliebe. Kein Stolz noch Eigennug Mel. Nun ruhen alle Wälder.-48. 554. u, aller Menschen, ster Berather in allem, was uns drückt! was wir hier Gut's genießen, das läßt du uns zufließen; du bist's, der unser Herz erquickt. 2. Du läßt dich bei uns Sündern durch Undank nicht verhindern, uns segnend zu erfreun. Zu ew'gen Seligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen ſeyn. 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherz'ger Vater! bilde mein Herz nach deinem Sinn, daß ich der Noth der Armen mich willig mög' erbarmen! nimm alle Härte von mir hin. 4. Gieb, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, so wie mein Heiland that, der göttliche Erbarmer, den kein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir Gut's gethan; so laß, um deinetwillen, mich andrer Nothdurft stillen, so oft ich sie nur stillen kann. 111 1 Vom rechten Gebrauch der Zunge. Zweiter Theil. 6. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken; vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sey, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. 7. Laß mich hier reichlich säen. Denn, Herr, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier gern hilft und giebet, und sich im Wohlthun übet, der erndtet dort die Herrlichkeit. Mel. Mach's mit mir Gott nach.. 26. 555. Wer dieser Erden Güter hat, und sieht den Nächsten leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht, und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten fehret; nicht dem Verläumder widerspricht, der liebet seinen Nächsten nicht. 1 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß den Nächsten unterstützet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nüßet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, auch der liebt seinen Nächsten nicht. Mel. Ach Gott, vom Himmel. 215. 556. Die 3unge, die vernehmlich spricht, hat dir dein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! mißbrauch es nicht, sie bringet Tod und Leben, sie stürzt in Unglück, hilft in Noth; sie fluchet und sie segnet Gott, so gut ist sie, so böse! 2. Gott! laß in meines Herzens Grund stets Recht und Wahrheit siegen. Dann mag das Herz in meinem Mund der Welt vor Augen liegen: dann werd' ich von Verstellung fret, der Wahrheit und dem Recht getren, nicht mit den Lippen sünd'gen, - 295 4. Wer harret, bis ihn anzuflehn, ein Dürft'ger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborg'nen weinet, nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 3. Zu deiner Ehr', zu andrer Wohl soll ich mein Thun stets lenken; laß dann auch, wenn ich reden soll, mich diesen Zweck bedenken. Dein Lob, des 5. Wer andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt' und Vorwurf quälet, und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge. 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben giebt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. Zwar du, mein Geist! vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünschest dir die Kraft dazu, und sorgst dafür: so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such' ihn zu beleben! denk' oft: Gott ist die Lieb', und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster! was ich hab', ist dein; sollt' ich, wie du, nicht gütig seyn? Nächsten Glimpf und Nuß, der Unschuld und der Schwachen Schuß beschäft'ge meine Zunge. 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheilgeSpöttereien, verrathen ein verderbtes Herz: davon mich zu befreien, so wirk' auf mich durch deinen Geist, daß Herz und Mund rich, Höchster, preis't, wie Christen es geziemet. 5. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet billig nur der Christ. Er spricht, wenn's Nußen bringet; er schweigt, wenn Schweigen besser ist; er bildet sich stets, als ein Christ, nach seines Heilands Muster. 6. O webe dem verwegnen Mund, der einen Fluch nicht scheuet! wie wird des Herzens Leichtsinn kund und 296 Zweiter Theil. Vom rechten Gebrauch der Zunge. 67. oft zu spät bereuet! ach, fluchen brin| Mel. Uch Herr, mich armen S. get Fluch und Noth, und, wenn nicht 558. Wohl dem, der richtig folgt, den wolle mich bewahren! als - 7. Gieb, Gott! daß ich, der Lügen Feind, des Teufels Arglist hasse, und mich stets als ein Menschenfreund aufrichtig finden lasse. Der Lügner Theil ist jener Pfuhl! die jauchzen einst vor Gottes Stuhl, die Treu' und Wahrheit lieben. ein Wahrheitsfreund, in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält. 2. Wohl dem, der Lügen hasset, und der, so oft er spricht, so seine Reden fasset, daß er die Wahrheit 82. nicht mit Vorbedacht verleget, und 1 Mel. Alle Menschen müssen sterben. 557. Laß mich, Höchster! dar- ber an allem Ort sich dies vor Augen sebet: Gott merkt auf jedes Wort. nach streben, stets der Wahrheit Freund zu seyn! jenes freudenvolle Leben nimmt nicht freche Lügner ein. Denn vor deinem Angesichte werden sie beschämt zunichte, so wie Satans Trug und List, der der Lügner Vater ist. 3. Wohl ihm, daß sein Gemüthe, Herr, deine Rechte übt! Ihn leitet deine Güte, er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht beschämt die Falschen stehen, geschreckt durch dein Gericht. 2. Andern zu gefallen lügen, leeren Schwäßern gleich zu seyn, heuchelnd Brüder zu betrügen, Herr! das falle mir nie ein! Wahrheit leit' an allen Orten mich in Werken und in Worten. Nedlich sey des Herzens Grund, redlich spreche auch mein Mund. 4. Herr! drücke diese Sache mir tief in's Herze ein; daß ich's zur Pflicht mir mache, der Lügen Feind zu seyn. Erinn're mein Gewissen, du bassest Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu' und Wahrheit sey. 5. Nie las mich was versprechen, das 3. Die der Falschheit sich ergeben, brechen, die ich einmal gethan; nie ich nicht halten kann, und nie Zusagen sind vor dir, o Gott! ein Gräu'l; und ein unglückselig's Leben bleibt mich den Stolz verleiten, und nie des gewiß ihr künftig's Theil. Hier schon Beispiels Macht, als Wahrheit austrifft verdiente Schande sie bei Red- zubreiten, was ich doch selbst erdacht. lichen im Lande. Denn ein jeder Menschenfreund ist der Falschheit Ränken Feind. 6. Doch laß zu allen Zeiten auch Seele leiten, damit ich meine Pflicht deiner Weisheit Licht, Herr, meine mit Klugheit üb', und wisse, wann ich für andrer Wohl und für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll. 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Anschlag gilt, der sich bei bösen Tücken in guten Schein verhüllt; so stärke meine Seele, daß sie nicht unterliegt, und alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt. 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, zu dir sich bält, das soll mir niemand rauben; so kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: ich werde, als dein Kind, dich mit den Frommen sehen, die reines Herzens sind. 1 4. Schmäht mich, ohne mein Verschulden, der Verläumder Lästermund; Herr, so laß mich still erdulden. Einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gieb, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sey. 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einz'ges meiner Worte deinem Ohr verborgen ist; das sey stets mir im Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte, denn du liebst den Wahrheitsfreund, und bist falschen Herzen feind. Register über sämmtliche Lieder, nach der Nummer des Liedes. 2. Abermals ein Jahr verflossen Ach Gott, du unser Lebenslicht Ach Gott und Herr Ach Gott vom Himmel sieh Ach Gott wir treten hier Ach! Herr, lehre mich bedenken Ach schone doch, o Großer Ach was bin ich, mein Erretter Allmächtig großer Gott Allwissender, vollkomm'ner Als Jesu jekund sterben Also hat Gott die Welt Am Kreuz erblaßt der M. Anbetungswürd'ger Gott An dich, mein Gott 222 102 155 14 358 Der du uns als Vater liebest An diesem Tag frohlocken 173 Der du uns das Heil An dir allein hab' ich gesündigt 295 Der du Verstand und Tugend 18 Der du voll Blut und Auf! auf! mein Geist Auf, Christen, preist Auf dich allein, Herr Jesu Auf dich, Herr! nicht auf Auf! Jesu Jünger, freuet Auf, meine Seele, singe Auf, mein Geist, dem Herrn Auf, mein Herz, ein froher Auf, o Seele, werde munter Auf, o Sünder, laß dich Auf, träger Geist! laß das Num. CS. 468 Christ! alles, was dich 423 290 215 421 540 239 B. Bald oder spät des Todes Bedenke, Mensch, das Ende Befiehl du deine Wege Befreie meinen Geist Begleite mich, o Christ! Beglückter Stand, getreuer Begrabt den Leib in seine Besingt Gott Zebaoth Bewahre mich, Herr Bringt her, ihr Mächtigen Bringt Preis und Ruhm 80 75 24 436 308 373 176 448 393 156 Stu 486 284 274 Damit ich meine Seele Dein bin ich, Gott, dein Dein bin ich, Herr, dir Dein, Gott, ist Majestät Dein Heil, mein Geist Dein sind wir, Gott! in Dein Will' ist's, großer Dein Wort, o Höchster Der du das Daseyn mir Der du die Liebe selber Der du mich als ein Vater Der ew'ge Gott und höchste Der Held hat überwunden Der Herr des Himmels Der Herr fährt auf gen Der Herr ist Gott und keiner 349 Der Herr ist gut, in dessen Der Herr ist meines Lebens Der Herr ist meine Zuversicht Der Herr lag in das Grab Der Herr, mein Hirt Der König aller Welt Der Spötter Strom reißt Der Tag ist hin, du aber Der Tag ist wieder hin Der unsre Menschheit an 418 Der Wollust Reiz zu widerstr. 145 Des Donners schreckendes 254 Des Leibes warten und 266 Des Vaters und des Sohnes 463 Dich bet' ich an, erstandner 331 Dich, mein Jesu, laß ich 426 Dich seh' ich wieder, Morgenl. 160 Die Erd' und was darinnen 193 67 297 Num. 383 505 70 332 333 398 261 495 7 11 543 359 200 108 337 133 379 158 494 174 15 243 387 375 157 259 65 13 483 489 192 509 428 510 205 162 230 475 186 298 Die Herrlichkeit der Erden Die Himmel rühmen Gottes Die Himmel rufen, jeder, Die Quell', woraus der Dies, Christen! ist der Dies ist der Tag, den Gott Dies ist der Tag, zum Segen Die Zunge, die vernehmlich Dir allein hab' ich gesündigt Dir dank' ich für mein Leben Dir, Gott, sey Preis und Dir, mein Gott! will ich Dir, unser Gott! ist niemand Dir, Vater! dankt mein Du, aller Menschen Vater Du bist ja, Jesu, meine Du bist's dem Ruhm und Du, der Herz und Nieren Du, der kein Böses thut Du gabst mir, Ew'ger! Du, Gott, du bist der Herr Du hast, mein Vater, und Du hast uns, Herr, die Du Herr der Seraphinen Du, Herr, haft aus Barmh. Du Herr und Meister Du flagst! o Christ, in Du klagst und fühlest die Du liebst, o Gott, Gerecht. Durch Adams Fall ist erst Durch dich, o großer Gott Durch so viel Schein gestärkt Du reicher Gott der Armen Du sagst: ich bin ein Christ Du Vater deiner Menschenk. Du weiser Schöpfer aller Du wesentliches Ebenbild Du willst, Gott! daß mein Edler Geist im Himmelsth. Ein Herz, o Gott in Leid Ein Jahr der Sterblichkeit Ein Pilger bin ich in der Ein ruhiges Gewissen Eins ist Noth! ach Herr Ein starker Schuß ist unser Entehre nicht mein Herz Entflohen sind auch dieses Erbarm' dich, Herr, du Erfülle, Herr, doch selbst Erhabner Gott, was reicht Erhalt uns, Herr, bei Register. 88 Erheb' bein Herz, thu' auf Erhebet Gott durch neue 46 42 84 493 Erhebet Gottes Heiligkeit Erhebe vom Geräusch der Erhebt den Herrn, ihr 109 Erhebt, erhebet Gottes 491 Erhöhter Jesu! Gottes 556 Erinnre dich mein Geist 287 Er fommt, er kommt zum Erlöser, sieh' auf uns herab Es eilt der letzte von den Es bilft uns unser Gott 367 71 Es ist das Heil uns kommen Es ist noch eine Rub vorh. 438 52 203 554 416 447 347 78 530 531 279 F. 464 Freiwillig bast du dargebracht 376 Froblocke mein Gemütbe 516 Frohlocket jung und alt 48 Für alle Güte sey gepreist 229 Fürwahr, du bist, o Gott 534 S. Gedanke, der uns Leben 548 Geist vom Vater und vom 90 Gelobet feyst du, Jesu Christ 451 69 422 Gelobt sen Gott, ihm will Gelobt seyft du, Herr Zebaoth Gelobt feyst du, o Gott 342 Gepriesen, Gott, sey dein Gerechter Gott, vor dein Gern will ich mich ergeben Getreuer Gott! wie viel Getrost mein Herz, und Gieb mir, o Gott, ein Herz Gott! deine Gnade sey Gott, deine Gnad' ist unser Gott, deine Güte reicht so Gott, deine Huld und Gütigkeit Gott! der an allen Enden 362 25 122 8 323 437 149 101 0283 190 169 191 430 532 388 304 276 148 206 522 Es ist vollbracht! so ruft Es lag die ganze Welt Es zicht, o Gott! ein Kriegesw. Ew'ge Liebe, mein Gemüthe 99 420 91 170 150 461 481 53 95 207 104 441 224 9 482 30 260 37 257 545 110 235 408 36 56 549 137 2 469 252 502 Gott! der du die Menschen 317 Gott, der du für uns deinen 208 Gott, der du unser Vater 519 Gott der Juden, Gott der 484 Gott! der uns immer Gutes 339 Gott der Wahrheit, dessen 135 Gott des Himmels und 16 Gott, dir gefällt kein gottlos 11388 211 Gott, du bist von Ewigkeit 20 117 210 378 479 Gott, du bleibst ewig unsrer Gott, du hast in deinem Gott, durch welchen alle Gottes Lamm, durch dessen Gottes und Marien Sohn Gott, groß von Erbarmen o Gott hab' ich alles heimgestellt Gott! hilf mir, daß ich Gott im Himmel und auf Gott ist es, dessen weiser Gott ist mein Hort Gott ist mein Lied Gott ist's, der das Vermögen Gott ist uns Stärk und Gott mache du mich selbst Gott, meine ganze Seele Gott, mein Vater, Dank Gott, mein Vater, deine Gott ruft der Sonn' und Gott sorgt für mich, was Gott, unserm Gott allein Gott, vor dessen Angesichte Gott, was muß dein Sohn Gott werde stets von dir Gott, wie rein ist deine Großer Gott, erhabnes Großer Gott, Herr aller Großer Mittler, der zur $. Habe deine Lust am Herrn Hallelujah! Jesus lebet Halt im Gedächtniß Jesum Heiland! deine Menschenliebe Heil'ger Geist, du Himmelst. Heil uns, aus unsrer Herr, allerhöchster Gott Herr, deine Allmacht Herr, deine Sanftmuth Herr, der du deinen theuren Herr, der du mir das Leben Herr, dir trau' ich auf Herr, du bist meine Zuversicht Herr, du erforschest mich Herr, du fährst mit Glanz Herr, du bast deinem Herr, du kennest mein Verd. Herr, erhöre meine Klagen Herr, es ist von meinem Register. 453 127 107 518 Herr Jesu deine Glieder 202 Herr Jesu! Gnadensonne Herr Jesu, send' uns deinen Herr, laß doch mich recht Herr, laß mich doch gew. Herr, lehre mich, wenn Herr, mache meine Seele Herr, mein Erlöser! nur Herr, meiner Seelen großen 432 Herr, mein Licht, erleuchte Herr, ich hab' aus deinen Herr Jesu Chrift, du höchster 199 87 286 462 10 19 515 213 17 57 434 Herr, ohne Glauben kannisa Herr, stärke mich, dein in Herr, unser Gott, dich loben Herr, unser Gott, wer Herr, wir stehen hier vor Heute, sprach mein Heiland Hier bin ich, Jesu! zu 39 Hier ist noch unsre Prüf. Hier liege ich zu d. V. 9. 29 72 Hilf, Jesu, daß ich meine 124 Hilf mir mein Gott, verleihe Höchster! denk' ich an die 325 Höchster Gott, wir danken Höchst erwünschtes Seelenleben 458 Hosianna, Davids Sohn 177 Hüter! wird die Nacht 82 S. 363 466 306 365 171 223 121 201 96 Herr, mein Licht, mein Herr, mein Versöhner 386 271 23 188 47 81 407 476 Herr Gott, du bist die Zuflucht 21 Herr, höre mein Gebet 282 535 291 s Ich danke dir von ganzem Sch danke meinem Gott 313 26 Ich denk' au dein Gerichte 551 Sch erhebe mein Gemüthe Ich fleh' in tiefster Neue Sch freue mich der frohen 187 467 299 182 336 3 112 514 497 384 346 499 12 459 550 305 132 456 40 221 147 233 507 233 546 334 288 Sauchze, auserwählt Geschlechte 452 Sch armer Sünder, wer 348 258 5 320 183 297 ch bin ein Christ: Gott Sch bin getauft auf deinen 219 Sch bin, o Gott, dein Eigenth. 76 382 328 194 236 237 267 255 Ich freue mich, mein Gott Ich glaub' an Gott, hoch Ich habe, Gott, mir 303 335 Ich habe nun den Grund 92 Ich hab' in guten Stunden 523 Ich hoff', o Gott, mit festem 246 Sch tomme, Friedensfürst 307 Sch komme, Herr, und 225 Ich komme vor dein Angesicht 409 Jch preise dich, o Herr 232 Sch schäme mich vor deinem 292 Ich finge meiner Seelen 457 300 Register. Lob, Ehr' und Preis dem Lobet den Herren, alle Heiden Lobsinge, meine Seele 161 541 55 Ich weiß, an wen mein Glaub' 248| Lob, Ehre, Preis und Dank Ich weiß es, Gott, mein Ich weiß es wohl, ich selbst Ich weiß gewiß, daß mein Ich will dich noch im Todel Ich will, mein Gott, du Jehovah herrscht mit Majestät Jehovah, Herr und König Jesu, Arzt todtkranker Seelen Jesu, daß du meine Seele Jesu, durch dein Blut und Jesu, meine Freude Lobsinge Gott mit wahrem Lobt Gott, den Gott der Lobt Gott, der uns den F. 429 Lobt, lobt den Herrn ihr 79 63 M. Jesu, meiner Seelen Retter Jesus Christus, unser Heiland Jesu, sieh mich an in Gnaden Jesus lebt, mit ihm auchan Jesus, meine Liebe, lebt Jesus meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder an Ihm, der das Licht entstehen Ihr Christen rühmt, erhebt Shr, die ihr war't verloren Ihr Frommen, auf! die Ihr Knechte Gottes, lobt Ihr trüben Sorgen, weicht Ihr Völker, jauchzt mit Ihr Völker in der ganzen Ihr Völker, stimmt nun In allen meinen Thaten In deinem Namen, o Herr 413 330 Komm, o komm, du Geist Kommt her, Mühsel'ge Kommt, laßt euch den Herrn 310 152 Mache dich, mein Geist 319 Mag doch der Spötter Heer 401 Man betet, Herr, in Zions Mein Auge sieht, o Gott Mein Bundesgott, ach 164 311 172 Meine Lebenszeit verstreicht 167 Meinem Jesum laß ich nicht 270 Mein Erlöser, der du mich Mein Erlöser, Gottes Sohn Mein Erlöser hängt am Mein erster Wunsch, mein Mein erst Gefühl sey Preis Meine Seel', ermuntre dich Meine Stimme ruft zur L. Laß deinen Geist mich stets Laß doch, o Jesu, laß dein Laß mich doch nicht, o Gott Laß mich doch, o mein Gott Laß mich, Höchster, darnach Laßt uns unserm Gott lobsing. Lehre mich, Herr, recht Liebster Jesu, Gnadensonne Liebster Jesu, Trost der. Liebster Jesu, wir sind hier 309 474 198 111 49 442 K. Kaum steigt zu ihrem frohen i 163 Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich 120 König, dem kein König 189 Kommt betend oft, und as 399 Komm heiliger Geist, erfüll' and 1 Komm, o Gott Schöpfer 118 62 425 477 Mein ganzer Geist, Gott 439 Mein Geist erstaunt, Allmächt. 184 Mein Geist soll nun in Gott Mein Gott, ach lehre mich Mein Gott, dir ist bewußt Mein Gott, du wohnest Mein Heiland, deine Größe Mein Heiland lebt, er Mein Heiland, wenn mein Mein Herz ermuntre dich Mein Herz, ermuntre dich zum Mein Hort ist Gott, ihn Mein Jesu, du hast unfre Mein Jesus ist mein Leben 204 Mein Jesus sitzt zur rechten 352 Mein Jesus triumphiret 327 197 143 Mein Leben ist ein Pilgrimst. Mein Lebensfürst, nun kann Mein Lebensfürst zeig' mir Mein Salomo, dein freundl. 209 Mein treuer Gott, dein 512 Mein Vater und mein Gott Menschen ist's gesetzt zu Mit Ernst, o Menschenkinder Mit Seufzen klag' ich dir 299 557 103 501 412 289 # 506 312 50 58 97 449 444 166 440 455 68 443 Näd Nach einer Prüfung kurzer 4 Nach meiner Seelen Seligkeit 324 536 315 220 138 140 473 470 134 397 277 366 377 341 83 355 181 268 269 460 364 374 119 542 180. 178 273 130 538 245 275 100 405 100 d 256 340 278 500 D. O Christe! eingeborner O Christenheit! sey hoch O du erhabner Gott 66 59 Nicht, daß ich's schon ergriffen Nie bist du, Höchster, von Nie will im dem zu schaden Nimm, Gott, dem wir idar Noch bin ich dein Gast, o Erde 262 Noch immer wechseln ordentlich Noch läßt der Herr mich je Noch nie hast du dein Wort Nun, Christen, laßt uns Nun danket alle Gott Nun habe Dank für deine' Nun ist es alles wohlgemacht Nur Liebe ohne Heuchelei 471 131 93 Qual und Angst muß 417 immot rid 1920 450 O Freund, der meine Schuld O Friedensfürst aus Davids Oft denkt mein Herz, wie D Gott, den alle Himmel ind D Gott des Himmels und der O Gott, deff' gnadenvoller O Gott, deff' starke Hand O Gott, du bist die Liebe O Gott, du bist mein Preis O Gott, du frommer Gott O Gott, es fehlt uns Kraft O Gottes Lamm unschuldig Gottes Sohn, Herri O Gottes Sohn und Mensch Gott, gieb dein Gericht O Gott, wer ist dir gleich O großer Gott, der alle Oheilige Dreieinigkeit Register. 504 O wohl dem Menschen 28 O Wundergott, der alles p. $ 552 Herr, mein Gott, durch O Herr und Schöpfer, unsrer OHöchster, dessen Kraft, Jesu, Brunnquell aller König, dessen Majestät Liebesglut, wie kann Menschenfreund, o Jesu Seele, schaue Jesum an Tod, wo ist dein Stachel unser Gott, wie voll ist O Vater, allerhöchster Gott Vater der Barmherzigkeit Vater, groß im Himmel welch ein Leiden, das welch ein unschäßbares Welt, sieh' hier dein Leben Dwie unaussprechlich le 94 113 368 154 105 234 285 547 175 344 151 Schaffet, schaffet Menschent. Schau, großer Herr der Schön ist die Tugend Schöpfer aller Menschenkinder Schon ist der Tag von Gott Schon ruhet auf den Feldern Schüße die Deinen, die 240 195 487 212 Schwing' dich auf gen Golgatha Seele, du mußt munter 142 472 385 231 263 Seele, sey zufrieden! was dir Seele, willst du Ruhe finden Selig, Gott, sind die, die Seht den leidenden Gerechten Seht, welch ein Mensch! Sey feurig, Seele, Gott 146 129 51 Sey gnädig, Herr, nach deiner 281 Sey hochgepriesen, Herr 144 343 43 45 431 35 34 369 27 41 492 411 185 404 Sey Seele stark und unverzagt 136 Sey zufrieden, mein Gemüthe 306 So fliehen unsre Tage hin 106 So gehst du, Jesu, willig So jemand spricht: ich liebe So ist von meiner kurzen Soll sich mein Geist, o Gott Sollt' ich meinen Gott nicht Sorge doch für meine Kinder So schlummerst du in stiller So wahr ich lebe! spricht Stimmt unserm Gott ein Strafe nicht, o Heiligster Straf', o Herr, mich nicht Sucht man die Freundschaft 351 Sünder! willst du sicher 159 98 26 T. 74 403 Tag, den mir der Herr 216 Treuer Hirte deiner Heerde 406 Preiset Gott in allen Landen Preis, Preis sey Gott 390 60 427 125 293 301 242 54 165 249 11. 435 503 Um Gnade für die Sünderw. Unermeßlich ewig ist 139 280 Unschuld'ger Jesu! was hast du 521 61 480 126 544 465 # 353 445 433 153 300 4454 302 424 316 296 228 217 141 22 131 Register. 128 Wie ein Geschwäß des Tags 38 Wie fleucht babin der Menschen Wie getrost und heiter Wie gnädig warst du, Gott Verborgner Gott! dem 526 Wie göttlich sind doch, Jesu Verleih uns Frieden gnädiglich 415 Wie groß ist des Allmächt'gen Wie groß ist deine Menschenl. Vernimm, o Gott! vernimm 244 400 414 395 Voll Glauben will ich zu 372 Wie groß ist unsre Seligkeit Wie herrlich strahlt der Von dir kommt jede gute Wie komm' ich doch, mein Von ganzer Seele preis Wie lang' darf ich noch Von Gott will ich nicht Vor dir, o Gott! sich findlich 370 Wie lieb ist mir's, daß Gott Wie lang' soll ich traurig Wie lieblich ist doch, Herr Wie mannigfaltig sind die Wie selig bin ich, wenn Wie felig, Gott, wie selig Wie selig, Herr, ist der Wie selig lebt ein Mensch Wie sicher lebt der Menscy besi W. 302 Unser Heiland steht gebunden Unumschränkte Liebe V. Wach' auf, mein Herz! auf Wach auf, mein Herz! und Wachet auf! so ruft die Wachet auf vom Schlaf Warum sollt' ich mich dann Was Gott thut, das ist Was grämst du dich, mein Was hilfts, daß ich mich Was ich nur Gutes habe Was ist das Leben hier auf Was ist mein Leben auf der Was ist mein zeitlich Leben Was ist's, daß ich mich quäle Was ist vor deinem Angesichte Was soll ich ängstlich klagen Was sorgst du ängstlich für Weicht ihr Berge! fallt ihr Welch hohes Beispiel gabst Wenn Christus seine Kirche Wenn der Sünder hat Wenn ich ein gut Gewissen Wenn ich, o Schöpfer, defne Wenn zur Vollführung deiner Wer bin ich? welche wichtige Werde munter, mein Gemüthe Wer darf in deine Hütte in Wer dieser Erden Güter Wer, Gott, dein Wort nicht Wer kann, Gott, je was Wer nur den lieben Gott Wer unter Gottes Schatten Wie Christus selbst zum 168 478 272 pirt196 524 525 391 8389 498 529 527 511 528 251 44 85 86 250 419 123 227 33 326 496 485 329 247 318 265 488 116 361 490 Wie soll ich dich empfangen med 115 Wie sollt' ich dich, mein # 00357 Wie theuer, Gott, ist deine 241 Wie treu mein guter Hirte 1301 Wie ungewiß ist, Herr 110 539 Wie wichtig ist doch der 77 264 253 73 394 533 Wie wird mir dann, mein Wie wohl ist, Jesu! meiner Will mich, o Gott, hienieden Willst du der Weisheit Quelle Willst du die Buße noch 32 Wirf, blöder Sinn, den 350 Wir freuen uns, Herr 214 Wir Menschen sind von 294 Wo find' ich, Gott den Wo flieh' ich Sünder hin Wohlan, mein Herz, sey Wohl auf, mein Herz, wobl Wohl dem, der beßre Schäße Wohl dem, der richtig wandelt Wohl dem Menschen, der Womit soll ich dich wohl 314 Wort aus Gottes Munde 410 Wo soll ich bin, wer hilfet 380 555 508 356 238 345 553 537 520 371 298 114 279 6 354 322 360 402 513 558 381 446 89 321 392 3. 218 3ur Arbeit, nicht zum Müssigg. 517 850 900 adam sibin solmi wisdogosgroe 07977 19pilied deu un TO OSTAT Humpp10 mind to spisilinsin ni sid mossipse childrem alin Gebete. stodio ispilled dru sting drogsp 303 THsdad e dont hono Morgengebete. monist TT0 nu soon) Gott, Schöpfer und Herr Himmels und der Erden, barmherziger Wohlthäter und Vater der Menschen, dich bete ich als den Urheber und Erhalter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die einige und unerschöpfliche Quelle meiner Glückseligkeit demüthigst an. Dir danke ich mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, für meine Kräfte, für alle geistliche und leibliche Vortheile, die ich besige. Dir danke ich insbesondere dafür, daß du mich diese Nacht mit deinem mächtigen Schuhe bedeckt, daß du alle Gefahren, die mir droheten, von mir abgewandt, daß du meinen Leib durch einen sanften Schlaf erquicket, und mir neue Kraft und neues Leben eingeflößet hast. Gott, deine Gute ist alle Morgen neu, und deine Treue ist sehr groß. Sie übertrifft alle unsere Verdienste unendlich: sie ist weit größer, als daß wir dir jemals würdig genug dafür danken könnten. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, daß du auch mein gedenkest und dich meiner so annimmst? ich bin ein Sünder, der deine heiligen Gefeße übertreten, der deine Wohlthaten öfter gemißbraucht, der sich des schändlichsten Undanks gegen dich schuldig gemacht, und als ein solcher nichts als Ungnade und Strafe verdienet hat. Ja, Herr, wie könnte ich vor die bestehen, wenn du mit mir in's Gericht gehen wolltest? aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden und vergiltst uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater seines Kindes schonet. Noch fährst du fort, mich zu fegnen und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Buße leiten. Noch schenkest du mir Zeit und Kräfte, an meiner Besserung zu arbeiten, und meine Heiligung in deiner Furcht zu vollenden. Wie beschämet mich deine Huld und Güte, o Gott, wie reuet es mich, daß ich dich, meinen Vater und Wohlthäter, so oft beleidiget, und dir den schuldigen Gehorsam verweigert habe. Ach, strafe mich nicht, wie ich es verdient habe. Sey mir gnådig in Christo, deinem Sohne, und verzeihe mir um seinetwillen alle meine Sünden. 304 Morgengebete. Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar. Ich verabscheue das Bose, das ich bisher gethan habe, und wünsche nichts mehr, als immer besser, immer tugendhafter und heiliger zu werden. Ich erneuere hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, den aufrichtigen Vorsag, alle unordentlichen Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken, alle bösen Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestreiten, und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach dem Willen meines Fleisches, noch nach dem Beispiel der Lasterhaften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Dir, meinem Schöpfer und Herrn, zu gehorchen, deiner Gnade und deines Beifalls mich zu versichern, nach deinem Bilde erneuert, und dadurch deiner seligsten Gemeinschaft fähig zu werden: dies soll meine Ehre, mein Ruhm, meine ernstliche Bemühung und meine Seligkeit seyn. Ja, ich schwöre es, und will es halten, daß ich die Rechte deiner Gerechtigkeit halten will. Gott, stebe mir selbst mit deiner Gnade bei, diefen guten Vorsatz mit Treue zu erfüllen, denn ohne dich vermag ich nichts. Schenke mir deinen Geist, der mich erleuchte, reinige, und auf den Weg der Wahrheit und der Tugend führe. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Bewahre mich insonderheit vor den Sünden, zu denen ich am meisten geneigt bin, und die noch die größte Gewalt über mich haben. Gieb, daß ich sorgfältig über mich selbst wache, daß ich allen Anlaß und alle Gelegenheiten zum Bösen fliehe, und jeden sündlichen Gedanken, jede unerlaubte Neigung, die in mir entstehen, unverzüglich unterdrücke. Laß die Vorstellung von deiner Allwissenheit und Allgegenwart mich überall begleiten, und mein Herz mit der tiefsten Ehrfurcht gegen dich und deine Gesetze erfüllen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und die Ewigkeit gedenken, und dadurch weise werden zur ewigen Seligkeit. Erfülle mich mit einer aufrichtigen Liebe gegen alle Menschen, und laß mich meinen Brüdern so nüglich werden, als es die Fähigkeiten, die du mir verliehen, und die Umstände, in welche du mich gefehet hast, erlauben. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften, und begleite fie mit deinem Segen. Gieb, daß ich bei meiner Arbeit mein Herz oftmals zu dir erhebe, deine Vorsehung in allem, was mir begegnet, demüthig verehre, und weder dem Geize, noch der Ungerechtigkeit, noch irgend einem andern Lafter den Zugang zu meiner Seele verstatte. Dir und deiner Gnade, o Gott, empfehle ich alle Menschen. Laß das Licht deiner Offenbarung sich über alle Völker ausbreiten. Wehre dem Unglauben und dem Aberglauben, und erweitere die Grenzen des Reichs der Wahrheit und der Tugend. Segne unsern Morgengebete. 305 Landesherrn und die Obrigkeiten, die du über uns gefehet hast. Segne die Lehrer, und laß sie reizende Muster der wahren Weisheit, der Liebe und aller christlichen Zugenden seyn. Segne diesen Ort, dieses Land und alle Einwohner desselben. Segne insbesondere diejenigen, die du durch die Bande des Bluts und der Freundschaft mit mir verbunden hast. Gieb, daß wir alle die Pflichten unsers Berufs treulich erfüllen, daß wir das allgemeine Beste unserm besondern Nußen vorziehen, und deine Ehre und das Heil unserer unsterblichen Seele zum letzten Endzweck aller unserer Bemühungen machen. Erhöre mich, Vater der Barmherzigkeit, und sey mir gnädig um Jesu Christi willen, Amen. Unser Vater zc. Allmächtiger und unendlich gütiger Gott; deiner gnådigen Vors sehung habe ich es zu danken, daß ich diesen Morgen wies derum erwacht, und gesund aufgestanden bin. Du hast nächtliche Schrecken und Gefahren in Gnaden von mir abgewandt, und mich vor vielem Unglück behütet, das mir ohne deinen Schuß håtte begegnen können. Ich erkenne deine Güte, die diesen Morgen an mir neu ist, und bete zu dir, dem Allgenugsamen: bereite mich selbst zu einem dir wohlgefälligen Lobe, daß ich dich nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit einer gerührten Dankbarkeit des Herzens preise, und mein Leben zu deiner Ehre und nach deinem Wohlgefallen führen möge. Deinem mächtigen Schuhe befehle ich mich darum an diesem Tage und fernerhin. Erhalte mir die Gesundheit und die Kräfte des Leibes und der Seele. und bewahre mich vor solchen Vorfällen, die mir schädlich seyn können. Regiere alle meine Entschließungen, und leite alles mein Thun und Bornehmen, daß es deinem heiligen Willen gemäß seyn möge. Gieb mir ein zufriedenes und freudiges Gemüth, daß ich willig und mit Munterkeit die Geschäfte verrichte, die mein Stand, in welchen du mich gesetzet hast, mir aufleget. Gieb, daß ich treu und fleißig mich in meinem Berufe beweise, und in allem, was ich thue, rechtschaffen und gewissenhaft handle. Sey auch nach deiner großen Barmherzigkeit mir armen Sünder um Jefu Chrifti willen gnådig, und verleihe mir den Beistand deines heiligen Geistes zu einer beständigen Besserung meines Lebens. Verhüte in Gnaden, daß ich an diesem Tage mein Gewissen nicht mit vorsätzlichen Sünden beschwere, sondern laß deine Furcht und die Betrachtung deiner Gegenwart mich von allem Bösen zurückhalten, und gegen alle Versuchungen stärken. Wenn ich aus Uebereilung fehle, so wirke durch deine Gnade, daß ich meine Fehler aufrichtig bereue, bei dir Vergebung suche, und in's Künf20 306 Übendgebete. tige mit mehr Sorgfalt mich vor Sünden hüte. O du weiser und gütiger Gott, regiere alle Umstände meines Lebens zu meiner wahren und ewigen Wohlfahrt. Dir befehle ich meine Wege, und ich hoffe auf dich, du wirst's wohl machen, Umen. Abendgebete. Ich freue mich deiner Güte, o Gott, und komme mit Danken vor dein Angesicht. Jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens giebt mir neue Beweise von deiner väterlichen Huld und Gnade, und legt mir neue Verpflichtungen zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich, meinen Vater und Wohlthåter, auf. Auch heute hast du dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt gelassen. Auch heute hast du mir in allen Absichten vie! Gutes gethan. Wie viele bekannte und unbekannte Gefahren und Uebel hast du durch deine gnådige Vorsehung von mir abgewandt! Vor wie vielen Sünden, die unter allen Uebeln die größesten sind, hast du mich Schwachen bewahret! Wie viele geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner freigebigen Hand empfangen! Womit soll ich dir, dem Herrn, alles das Gute vergelten, das du an mir gethan haft? Nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein und deinem Dienste, deiner Verherrlichung sollen sie auf ewig geheiligt seyn. Möchte nur mein Eifer, dir zu gefallen, beständiger, möchte der Gehorsam, den ich dir leiste, reiner und vollkommener seyn! Aber, o mein Gott, wie weit bin ich noch von dem Ziele der christlichen Vollkommenheit entfernt! Wie vieler Nachlässigkeit und Trägheit im Guten, wie vieler Vergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte beschuldigen! Habe ich wohl den vergangenen Tag in aller Absicht so zugebracht, wie es einem vernünftigen Geschöpfe, einem Christen, einem Erben der zukünftigen Herrlichkeit anständig ist? Habe ich in deiner Furcht gewandelt, und die Empfindung deiner Gegenwart jorgfältig in meiner Seele unterhalten? Habe ich mir das Beispiel meines Herrn und Heilandes zum Muster der Nachahmung vorgefeht, und durch mein Verhalten bewiesen, daß ich ein Jünger und Nachfolger des demüthigen, des sanftmüthigen, des wohlthätigen und himmlisch gesinnten Jesu sey? Habe ich jeden Anlaß, mich selbst zu bessern und Undern nüßlich zu werden, begierig ergriffen, allen Reizungen zum Stolze, zur Eitelkeit, zum 3orn, zur Unzufriedenheit, zur Wollust widerstanden, und Abendgebete. 44.0 307 mich recht sorgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Begierden, noch mit Worten und Werken zu sündigen? Habe ich meine Zeit, meine Kräfte, meine Güter so wohl angewandt, als ich es hätte thun sollen und thun können? Habe ich meine Pflichten gegen dich, gegen meinen Nächsten und gegen mich selbst mit der Willigkeit, mit dem Eifer, mit der Treue erfüllt, wie es deine Wohlthaten und meine Schuldigkeit von mir fordern? Bin ich in einer solchen Verfassung, daß ich freudig sterben und mich einer feligen Ewigkeit getrösten könnte, wenn es dir gefallen sollte, meinem irdischen Leben in dieser Nacht ein Ende zu machen? o Gott, wie beschámet, wie erniedrigt mich diese Prüfung! Herr, wer kann merken, wie oft er fehle! Verzeihe mir auch die vers borgenen Fehler. Gehe nicht in's Gericht mit mir, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht! Ich bekenne dir meine Sünden und Uebertretungen. Ich bereue sie von ganzem Herzen; ich entschließe mich, in deiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes zu reinigen, und meine Heiligung zu vollenden. Stärke mich selbst, o Gott, in diesem guten Vorsatze. Stehe mir in der Ausführung desselben mächtig bei. Gieb, daß ich alles, was dir zuwider ist, hasse, und als das größte Uebel meide und fliehe. Gieb, daß ich alles, was dein heiliger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue. Laß mir den morgenden Tag heiliger seyn, als den heutigen. Laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen, und immer mehr nach deinem Ebenbilde erneuert werden. Hege ich Haß und Neid gegen irgend einen Menschen in meinem Herzen, so laß den Schlaf ferne von mir seyn, bis ich ihm verzeihe, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche, und ihm solches wirklich zu erzeugen geneigt bin. Laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben und dereinst vor deinem Richterstuhle zu erscheinen wünsche. Dein mächtiger Schuß bedecke mich und auch die Meinigen in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne und keine Plage sich zu unserer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Leibes und Seelenkräften wieder aufwachen, und gieb, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tröste, barmherziger Gott, tröfte meine elenden Mitbrüder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Arten des Elendes der süßen Ruhe beraubt sind, und mit Verlangen auf den Anbruch des Tages warten. Stårke die Sterbenden und laß fie Gnade vor dir finden. Hindere die Werke der Finsterniß; erbarme dich der Sünder und bekehre sie. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Geist und meine Seele, mein Leben und alle meine Schicksale. Führe mich selbst an 20* : 308 Das Gebet des Herrn, umschrieben. deiner Hand, leite mich nach deinem weisen Rath, und nimm mich dereinst in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte dich um dieses alles in dem Namen und als ein Jünger Jesu Christi, unsers Mittlers und Seligmachers, Umen. Suff mit mit d mis 1950 1110 1090 Jim Barmherziger, gnädiger Gott, unter deinem gnädigen Schuhe habe ich abermals einen Tag zurückgelegt. Ich danke dir dafür, und preise deinen heiligen Namen für alle andere unzählige Wohlthaten, die mir deine große Güte und Barmherzigkeit von meiner Jugend an bis auf diese Stunde bei aller meiner Undanks barkeit so mildiglich hat zufließen lassen. Stelle, o Gott, meine heutigen mir bewußten Uebertretungen nicht im Zorn vor dich, noch meine unerkannten Sünden in's Licht vor deinem Angesichte, sondern wirf sie hinter dich zurück, und sey mir um Christi willen gnädig. Laß deine Güte auch in dieser Nacht über mir walten; und wenn meine Augen geschlossen sind, so wache du über mir, du Wächter Israels. Nimm mich, die Meinigen und alles, was wir haben, in deinen allmächtigen Schuß. Wende alles Unglück von uns ab, und schenke uns eine süße, erquidende Ruhe, die uns auf den morgenden Tag zu deinem Dienste und zu unseren Berufsgeschäften wiederum geschickt mache, bis wir dereinst würdig erfunden werden, an dem Ende unserer Prüfungstage in die felige Ruhe einzugehen, die du deinen Kindern bereitet hast. Erhöre mich um Jesu Christi, deines geliebten Sohnes willen, Amen. Das Gebet des Herrn, umschrieben. Unser Bater, der du bist im Himmel, Herr der ganzen Welt, dessen Thron der Himmel ist, welche Ehre und Gnade ist es für uns, daß wir, die wir von Natur Kinder des Zornes sind, dich mit Zuversicht und Vertrauen unsern Vater nennen, und insgesammt unsere Herzen und Hände zu dir aufheben dürfen! Großer Gott und versöhnter Vater in Christo, was können deine so hoch begnadigten Kinder mehr wünschen und bitten, als daß dein Name geheiliget werde? Nur du bist allein groß, herrlich, heilig, und würdig von allen erkannt, geehret und gepriesen zu werden. O laß deinen Namen, deine Tugenden und Vollkommenheiten immer bekannter und herrlicher auf dem ganzen Erdboden werden, so daß vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang Jedermann dich recht erkenne, über alles ehre, fürchte, Das Gebet des Herrn, umschrieben. 309 tiebe, und mit Gedanken, Worten und Werken preise. Und damit dein Name je långer, je herrlicher werde, so komme dein Reich, so laß dein Reich, das du durch deinen Sohn auf Erden aufgerichtet hast, sich immer mehr ausbreiten, daß alle Welt sich dir unterwerfe und dir diene! Regiere und herrsche du in uns durch dein Wort und durch deinen Geist. Zerstöre das Reich des Satans und erweitere die Grenzen deines Reiches durch Erleuchtung derjenigen, die noch in Finsterniß leben, und durch Bekehrung so vieler, die noch auf den Irrwegen des Lasters und des Unglaubens wandeln. Nur dein Wille geschehe auf Erden, wie im Himmel, nicht unser verkehrter Wille, sondern dein guter und vollkommener Wille geschehe, so daß wir sowohl in guten als in bösen Tagen deine Befehle ohne Ausnahme, beständig willig und freudig ausüben, gleich wie sie von den Engeln und vollendeten Gerechten im Himmel vollzogen werden. spanis Gieb uns auch heute unser täglich Brot, so viel wir zu unserer Nahrung und Kleidung bedürfen. Wir verlangen nicht Ueberfluß, sondern was wir zu unserer Erhaltung nöthig haben. Wir bitten dich nur um ein gottseliges, demüthiges, dankbares und vergnügtes Herz, daß wir täglich unsere Abhängigkeit von dir erkennen, täglich unser Vertrauen auf dich setzen, und uns arbeitsam und treu in unserm Berufe beweisen. Vor allen Dingen aber bitten wir dich, ach Gott! vergieb uns unsre Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Erlaß uns alle unsere Schulden, die wir so sehr gebäuft haben, und versichere uns der Vergebung unserer Sünden in dem Blute Christi. Wirke du selbst in uns eine göttliche Traurigkeit, Reue und Leid über unsere Sünden, daß wir sie hassen und verabscheuen. Gieb uns auch ein versöhnliches Herz gegen die, so uns beleidiget haben, damit wir ihnen so gerne, willig und herzlich vergeben, als du uns vergiebst. Denn wenn wir nicht vergeben, so wirst du uns auch nicht vergeben. Und da wir wohl wissen, wie leicht wir in Sünde fallen, und wie stark und listig unsere Feinde, der Satan, die Welt und unser Fleisch sind, um uns zu stürzen, so führe uns nicht in Versuchung, so laß uns nicht in gefährliche Versuchung zur Sünde gerathen, oder wenn es dir gefallen sollte, uns auf die Probe zu stellen, daß wir von unsern Feinden vers sucht werden, so stehe uns bei, so stärke und erlöse uns von allem Bösen, damit wir nicht zu Schanden werden. Denn dein ist das Reich, du bist König und Herr über die ganze Welt; alles steht unter deiner Regierung, und muß dir unterthan seyn. Dein ist die Kraft, du bist allein mächtig. 310 Vor dem Genusse des heil. Abendmahls. und kannst unendlich mehr thun, als wir bitten und verstehen. Dein ist die Herrlichkeit in Ewigkeit. Ewig gebühret dir Ehre, Ruhm und Preis, und wir wollen dich ewig preisen und verherrlichen. Amen. Ja, das ist unser sehnlicher Wunsch und Begierde. Erhöre unser Gebet, das uns dein lieber Sohn selbst gelehret hat. Wir bitten dich in seinem Namen, und haben das Vertrauen, daß du unser Gebet gewiß erhören werdest, Amen. Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. Herr err, Herr, Gott, barmherzig, gnädig, geduldig, von großer Güte und Treue, der du Gnade beweisest, und vergiebst Missethat, Uebertretung und Sünde, dich bete ich als den einigen wahren und lebendigen Gott, als den Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes, demüthigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die außerordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als våterlichen Liebe gegeben hast. Du hest ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt gesandt, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Du hast ihn für uns in den Tod dahin gegeben, und willst uns mit ihm und um seinetwillen alles schenken, was wir zu unserer wahren und ewigen Glückseligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich Unwürdigen hast du zur Erkenntniß dieses großen Heils gebracht. Auch mir bietest du auf die billigsten Bedingungen Vergebung der Sünde, Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesem allen in dem heiligen Abendmahle die feierlichsten Zeichen und Versicherungen mittheilen, wenn ich, mit wahrer Bußfertigkeit, mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Borsaße, ein heiliges Leben zu führen, zu dir nahe. Gott, wie wollte ich entfliehen, und dem Verderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, und durch diese Beweise deiner Güte mich nicht zur Buße und Dankbarkeit leiten ließe? Nein, ferne sey es von mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde den Werth deiner Gnade. Ich bewundre die Größe deiner Barmherzigkeit und Menschenliebe. Ich wünsche sehnlich, an den Früchten der Erlösung, die durch Christum geschehen ist, Theil zu haben, und durch ihn gerecht und selig zu werden. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, auf welche du mir diese unschäßbaren Vortheile anbietest, zu erfüllen. Vor dem Genusse des heil. Abendmahls. 311 Gott, verzeihe mir, daß ich bisher meinen Verpflichtungen so oft zuwider gehandelt, daß ich mich nicht dankbarer und gehorsamer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen habe. Meine Sünden haben mich von dir entfernet. Aber siehe, ich komme wieder zu dir, Herr, mein Gott. Mein Herz sagt mir von deinetwegen: ihr sollt mein Untlig suchen. Ich suche es, o Herr! verbirg dasselbe nicht vor mir. Deinem Dienste, o Gott, und dem Gehorsam deiner Gebote sey mein ganzes übriges Leben gewidmet. Ich entfage in deiner Gegenwart allen Sünden, und dein heiliger Wille soll von nun an die einzige Richtschnur meines Verhaltens seyn. Ach, schenke mir selber Kraft und Stärke, meine Gelübde zu erfüllen. Laß die Betrachtung deiner unendlichen Liebe, laß den Genuß der Zeichen und Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn empfangen werde, laß die Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die du mir vorhältst, so gesegnete Eindrücke auf mich machen, daß ich alle Versuchungen zum Bösen mit neuem Muthe bestreite, alle Pflichten meines himmlischen Berufs mit neuer Sorgfalt erfülle, und dir bis in den Tod getreu verbleibe. Heiland der Welt, Herr Jesu Christ, du hast ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden settest du das heilige Abendmahl zum Troste deiner Verehrer und zur Stärkung ihres Glaubens ein, und du läsfest mich auch noch jetzt einladen, diesen feierlichen Gebrauch gemeinschaftlich mit deinen Nachfolgern zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittler zwischen Gott und den Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Gott nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und mich zu deinen Erlöseten und Freunden zählen darf! wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade seyn? Wie unerträglich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie erschrecklich der Unblick des Todes und des Grabes seyn, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben, und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest. Ja, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Trost, der mich erquicket, alle Hoffnung, die mich belebet, sind Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedächtniß seyn! Würde ich nicht der undankbarste und nieder 312 Nach dem Genusse des heil. Abendmahls. trächtigste unter allen Sterblichen seyn, wenn ich dein vergäße, wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich gedachte, wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebühren? Nein, göttlicher Erlöser, ich folge deiner lieba reichen Einladung mit Begierde und Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Berehrer zu bekennen, und es Jedermann zu sagen, daß ich es für mein Glück und für meinen Ruhm halte, der Deinige zu seyn. Ich komme als ein mühseliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit Bußfertigkeit und Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestiftet hast. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum aufzuopfern, und den heiligen Vorsatz zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie zu verpflichten. Herr, laß mein Vorhaben gesegnet seyn. Erlaube nicht, daß ich mich bloß mit den Lippen dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sey. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärket, und ich auf das Kräftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thun werde, mit unverbrüchlicher Treue zu halten, Umen. Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Robe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen hei: ligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergiebt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vont Verderben erlöset, und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und ver= gilt uns nicht nach unsern Missethaten. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Wohl dem, dem die Uebertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist. Wohl dem Menschen, dem der Herr die Missethat nicht zurechnet, in dessen Geist kein Falsch ist Nach dem Genusse des heil. Abendmahls. 313 Ich sprach: ich will dem Herrn meine Uebertretungen bekennen; da vergabst du mir die Missethat meiner Seele. Wo ist ein folcher Gott, wie du bist; du hast deines Sohnes nicht verschonet um unsertwillen, du hast ihn für uns in den Tod dahin gegeben: wie? solltest du uns mit ihm nicht alles schenken? Ja, gelobet sen Gott, und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit den kostbarsten geistlichen und himmlischen Gütern durch Christum! In ihm, dem Geliebten, sind wir dem Höchsten angenehm geworden. In ihm dürfen wir Gott unsern Vater, und uns seine Kinder nennen. Un ihm haben wir einen vollkommenen Seligmacher, der immerdar lebet und für uns bittet. Durch seine Auferstehung von den Todten haben wir die gewisse Hoffnung eines unverwelklichen Erbes, das behalten wird im Himmel. O Gott, womit soll ich dir alle das Gute vergelten, das du an mir gethan haft? Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben, und deine Gnade rühmen immer und ewiglich. Dir will ich Dank opfern, und mein Gelübde bezahlen vor allem Volke. Großer Erlöser, meine Seele erhebet dich, den Herrn, und mein Geift freuet sich in dir, meinem Heilande. Du bist würdig, zu nehmen Kraft und Reichthum, Weisheit und Stärke, und Ehre, und Preis und Lob. Denn du bist auch für mich erwürget worden, und hast mich mit deinem Blut erkauft. Durch dich habe ich Frieden mit Gott, und einen freien Zugang zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes erlöset, und darf mich der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten! Ich will dich ewig lieben, denn du hast mich bis in den Tod geliebet: Du hast deinen Leib für mich gegeben. Du haft dein Blut für mich vergossen zur Vergebung der Sünden. Du bist für mich gestorben. Du hast dich selbst für mich geopfert. Ich will ganz der Deinige seyn. Dir will ich leben. Dir will ich sterben. Dir sey mein Leib und meine Seele, dir sey mein ganzes Leben heilig: Dich zu kennen, dich zu lieben, dir zu gehorchen, deinem Beispiele zu folgen, deinen Namen unter den Menschen zu verkündigen, dein Reich hier auf Erden zu erweitern, und mich zu deiner näheren Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen, dies soll meine Ehre, mein Ruhm, mein vornehmstes und beständiges Geschäfte, meine ganze Seligkeit seyn! Umen. $ 14 Gebet eines Kranken. So habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines gnädigen Vaters und unendlichen Wohlthäters, gewidmet. So habe ich mich verpflichtet, als ein Junger und Nachfolger meines hochgelobten Erlösers zu leben, und ihn mit meinem Geiste und mit meinem Leibe zu preisen, die beide sein Eigenthum sind. Wie heilig sind diese Verpflichtungen! Wie undankbar, wie unglücklich würde ich nicht seyn, wenn ich diese Zusagen vergåße, und diese Versprechungen nicht hielte! Welch eine Verantwortung, welch ein Gericht, wenn ich nun noch der Sünde diente, wenn ich nicht alle Fehler, alle böfe Gewohnheiten, die ich an mir habe, ernstlich bestritte, wenn ich eben so tråge und nachlässig im Guten wäre, als ich es ehemals gewesen bin! So würde ich mich ja aller Vorrechte und Seligkeiten, die ich als ein Christ besige, verlustig, und meine Verdammniß um so viel schwerer machen. Uch Gott! erlaube nicht, daß ich so undankbar gegen dich, und so feindselig gegen mich selbst handele. Sey du in meiner Schwachheit mächtig. Befestige meine guten Entschließungen, und verleihe mir Gnade, an der Ausführung der= selben unverzüglich und unverrückt zu arbeiten. Erhalte du selbst mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Schenke mir ein neues Maaß deines Geistes und führe mich durch denselben auf ebene Bahn. Gieb, daß ich mich von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes reinige, und meine Heiligung in deiner Furcht vollende. Bewahre mich vor Versuchungen, stärke mich, wenn ich darein gerathe, und laß mich das Kleinod, zu welchem du mich durch Christum berufen hast, niemals aus den Augen verlieren. So werde ich den guten Kampf kämpfen, den Glauben behalten, und meinen Lauf glücklich vollenden. So werde ich dereinst die Krone der Gerechtigkeit aus deiner Hand empfangen, und dir Lob und Ehre bringen, in Ewigkeit, Umen. Gebet eines Kranken. mein Gott, du Quelle des Trostes und der Gnade, ich demüthige mich vor dir, um deinen Beistand in meinen großen und heftigen Schmerzen sehnlich zu suchen. Höchster Richter, deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drücket mich. Mein Leib ist schwach, meine Seele voll Leiden. Schon haben mich des Todes und Grabes Bande umfangen. 3u wem kann ich mich wenden, der ich so elend und voll Jammer auf diesem Krankenbette darnieder liege? Es ist nichts mit allen Geschöpfen. Gebet eines Kranken. 315 Diese können nicht rathen und nicht helfen. Nur du allein, mein Gott, kannst die Krankheit heilen, welche mir Seufzer auspresset. Zu dir allein wende ich mich. Erhöre mich, mein Gott, und schweige nicht zu meinen Thränen. Herr, ich bekenne es, daß ich nichts anders leide, als was ich verdiene. Wolltest du mich so strafen, als ich wegen meiner Sünden es werth bin, so würden alle Wellen deines Zornes über mir zusammenschlagen, und ich mußte gleich jenen abtrünnigen Geistern zur Verdammniß verstoßen werden, weil ich ihnen auf dem Wege des Verderbens so unglücklicher Weise nachgefolget bin. Herr, ich empfinde es, daß ich strafbar bin, du aber unendlich gerecht bist. Ich habe gesündigt wider dich und vor dir. Meiner Sünden sind mehr, denn Haare auf meinem Haupte. Uch, ich Unglückseliger! Uch, daß ich dich zum 3orn wider mich gereizet habe! Du bist die Liebe selbst. Du hast mit so vieler Gnade mich überhäuft, und nicht aufgehöret, mir Gutes zu thun. Wie konnte ich doch so undankbar seyn, daß ich mich wider dich, meinen großmüthigsten Wohlthäter, erhob! Wie konnte ich so frech, so treulos seyn, daß ich mich gegen meinen Vater und König emporte! Gott, ich erschrecke, wenn ich bedenke, daß es meine Sünden sind, die dich gegen mich reizen, daß ich mein Leben damit beflecket habe, und durch sie mich nun an den Rand des Abgrunds geführet sehe, wenn anders deine Barmherzigkeit nicht noch ins Mittel tritt, und den Arm deiner Gerechtigkeit aufhält. erbarmungsvoller Gott, höre die Stimme des Blutes, welches mein theuerster Erlöser für bußfertige Sünder vergossen hat. Laß es mich lebhaft bereuen, daß ich dich beleidiget habe. Gieb mir Kraft, daß ich allen dir mißfälligen Neigungen widerstehe, und mich gänzlich deinem heiligen Willen unterwerfe. Sa, mein Gott, ich küsse die Ruthe, welche mich schlägt. Ich lege meine Hand auf den Mund, und will gar nicht murren. Ich preise deine Barmherzigkeit mitten in deinen Züchtigungen. Gieb mir Geduld in meiner schweren Krankheit. Laß mich einen fanften Sinn und Freundlichkeit gegen alle die, so um mich herum find, beweisen, und alle Sorgfalt, so man an mir beweiset, mit Dank erkennen. Laß die Mittel der Genesung, so ich anwende, gesegnet seyn, denn ohne deinen Segen arbeitet doch der Arzt vergeblich, und alle Mittel sind umsonst. Von dir, o Gott, erwarte ich alles. Mache es mit mir, wie es deinem heiligen Willen gemäß ist. Nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Verlaß mich nur nicht. Unterstüße mich durch deine Gnade, an der ich genug habe. Deine Kraft sey mächtig in mir Schwachen! Gefällt es dir, mein Gebet zu erhören, und meine Gesundheit 316 Danksagung und Bitte wieder herzustellen; willst du, daß ich noch im Lande der Lebendigen bleiben soll; so gieb mir, Herr, daß ich ein neues Leben führen und zeigen möge, daß ich in der Schule deiner Züchtigungen gelernet habe, wachsamer über alles mein Thun und Lassen zu seyn, und mich von aller Unreinigkeit der Welt zu entfernen. Hast du aber beschlossen, den Lauf meines Lebens durch diese Krankheit zu endigen, und mich vor deinen Richterstuhl zu for: dern: so sebe mein Herz in eine solche Verfassung, darinnen wir, wie allezeit, also vornehmlich zu der Zeit, uns billig befinden müssen, wenn du uns von hier abrufest. Reiße mein Herz ganz los von der Erde, und laß meine Sehnsucht nur nach den Gütern der Ewigkeit gerichtet seyn.( Denn was hat die Welt, das mich an fie fesseln sollte? Es ist wahr, die, an welche mich so starke Bande knüpfen, gehen mir nahe. Doch auch deinem Sohne lagen die Seinigen bei seinem herannahenden Abschiede am Herzen. Er liebte sie allezeit, er liebte sie bis ans Ende. Da er jetzt seinen Geist in deine Hände befehlen wollte, so sorgte er noch liebreich für seine Mutter. Soll ich die Meinigen verlassen, so verlasse du sie nicht. Ich werde mich dann nicht, wie bisher, ihrer ferner annehmen. Aber du lebest immer und ewiglich. Sey du ferner ihr Vater, ihr Berather, ihr Beschützer und Helfer. Laß sie bei meinem Hingange nicht weinen als solche, die keine Hoffnung haben, sondern dadurch besonders erweckt werden, so lange sie hier noch streiten müssen, sich täglich zu ihrer Veränderung zu bereiten. Bringe du mich indessen selbst immer mehr in die heilige Fassung, daß du mir ungleich lieber bist, als alles, was ich auf Erden lieb habe). Versiegele mich auf den Tag der Erlösung. Gieb neue Stärke meinem Glauben, meiner Liebe und Hoffnung, daß ich diese Welt ohne Kummer verlassen, und mit Freuden aus derselben gehen möge. Nun, mein Gott, ich erwarte in tiefster Demuth deine Befehle. Rede, Herr, denn dein Knecht höret, und ist bereit, deiner Stimme zu folgen. Erhöre mich, ich rufe zu dir aus der Tiefe, und um Christi Jesu, meines Heilandes willen, Amen. Danksagung und Bitte nach der Genesung von einer Krankheit. Großer Gott, höchster Gebieter und Herr über unser Leben, der du allein in das Grab, und auch wieder heraus führest, ich werfe mich in tiefster Demuth vor dir nieder und danke die nach der Genesung von einer Krankheit. 317 von Herzen, daß du mich von den Pforten des Grabes zurückrufest. Ach ja, Herr! schon schien es, daß ich ein Opfer des Todes seyn sollte. Ich rief zu dir: ewiger Gott, erlöse mich um deiner großen Barmherzigkeit willen, denn im Tode gedenket man dein nicht, und wer will dir im Grabe danken? Du haſt meine Klagen erhöret, und meine Thränen angesehen. Du bist von Mitleiden gegen mich gerühret worden, und hast mir die Gesundheit und das Leben wiedergegeben. O, daß ich deine Liebe und deinen Beistand nach Würde genug erheben könnte! Ich erkenne es vor Jedermann, daß ich dir allein meine Genesung zu danken habe. Auch die größte Klugheit, beste Sorgfalt und Bemühung der Menschen ist ohne dich vergeblich. Was habe ich dir nicht, o mein Gott, mitten in meiner Kranks heit und in meinen 2engsten versprochen! Und was mußte ich dir nicht versprechen? Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Ich sagte allem dem ab, was dir mißfallen kann; ich that das Gelübde, daß ich die bösen Begierden meines Her zens ausrotten wollte, welche dich gegen mich erzurnten; ich ver ſprach dir, bis in den Tod treu zu bleiben. Gieb dann doch nicht zu, daß ich so heiliger und billiger Zusagen jemals vergesse, sondern sie vielmehr tief in mein Herz grabe, alle Tage meines Lebens daran gedenke, und alle meine Kräfte anwende, um sie nach aller ihrer Größe zu erfüllen. Ja, mein Gott, laß meine Seele leben, daß sie dich lobe. Ziehe du nur deine Hand nicht von mir ab, indem du mich wieder in diese Welt treten läsfest, denn diese ist ein ungestümes Meer und voll Klippen, daß viele darauf Schiffbruch leiden. Du allein kannst mich erretten. Sieb mir das nöthige Licht, gieb mir Standhaftigkeit und Muth, damit ich allen Versuchungen widerstehen, und alle Lockungen und Dro hungen einer verführerischen Welt großmüthig verachten möge. Sey du mir zur Rechten, damit ich niemals wanke. Deine Hand erhalte mich! Dein Rath führe mich! Dein Geist reinige mich! Der Glaube sey mir anstatt des Schildes, und dein Wort anstatt eines zweischneidigen Schwertes, um allen Anläufen der Feinde zu widerstehen, wider die ich werde zu streiten haben. Gott, so Mancher ist nach erlangter Gesundheit in das Verderben der Welt zurückgefallen, und hat seine vorige Lebensart wieder angefangen; und ich habe dir auch bei anderen Gelegenheiten so große Verheißungen gethan, aber sie nicht erfüllet. Es überfällt mich deswegen ein Zittern. Ich bin ganz beschämt. Ich bitte dich, laß mich nicht von neuem untreu werden. Es erschalle doch ohne Aufhören die Ermahnung in meine Ohren: Siehe zu, du bist gesund geworden, fündige hinfort nicht mehr, auf daß dir nicht 318 isda Gebet der Umstehenden etwas Nergeres widerfahre! Ich weiß es, daß, obgleich du mir' jetzt mein Leben und die Gesundheit wieder schenkest, ich doch einstens aus dieser Welt weggehen muß; ich weiß es, daß diese Lebensfrist mir nur zur Vorbereitung auf meinen Ausgang dienet; ich weiß es, daß diese neuen Tage mich recht lehren sollen, wie bald diese Welt, die ein Schauplah ist, ihre Gestalt verändere; ich weiß es, daß der Himmel nur unser wahres Vaterland ist, und unsere Herzen und Begierden dahin gerichtet seyn müssen, weil da unfer Erbtheil aufbewahret lieget. Ach! so laß mich dann dergestalt völlig genesen, daß meine Seele auch von den Wunden heil werde, welche die Sünde ihr geschlagen hat, und daß, so angenehm und vortheilhaft auch die Gesundheit meines Leibes mir immer ist, doch die Gesundheit der Seele mir noch weit wichtiger und angelegentlicher seyn. Erbarme dich auch, o mein Gott, aller armen Kranken. Höre ihre Bitten, stehe ihnen bei und gewähre ihnen alles dasjenige, was deine anbetungswürdige Weisheit für sie am ersprieslichsten findet. Unterstüße und stärke alle, die du mit mir von ihren Krankenlagern aufstehen läsfest, daß sie die Sonne mit Freuden erblicken. Gicb einem jeden unter uns, daß wir weder deine Wohlthaten, noch auch unsere Versprechungen jemals vergessen. Erhöre mich, Vater im Himmel, ich rufe dich mit innigster Inbrunst um Jesu Christi, meines liebsten Heilands willen an, Amen. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. umächtiger, gnädiger und barmherziger Gott und Bater, du willst, daß wir dich in der Noth anrufen, und verheißest uns Erhörung, daß wir dich preisen; darum erscheinen wir auch jetzt vor deinem heiligen Angesichte, und bitten dich für diese kranke Person, die nicht mehr mit uns, wohl aber mit dir, dem einigen Herzenskündiger, durch das Seufzen und Flehen deines und ihres Geistes reden kann. Ach, gieb ihr Gnade, daß sie in dieser Schwachbeit ihr Herz zu dir erhebe und seufze: Ach, Herr Jesu, erbarme dich mein, komm doch bald und hilf mir; und erhöre alsdann das Flehen ihres Herzens und errette sie. Dir, o allerliebster Vater, wollen auch wir ihre Noth vor: tragen, und bitten dich herzlich und kindlich, siehe sie doch in Gnaden an, stårke sie im Kampf und Streit wider den Tod, für einen Sterbenden. 500319 ihren letzten Feind; sey nicht ferne von ihr, denn die Ungst ist groß. Es ist hier kein Helfer, denn du allein. Reinige sie, o Gott, durch das Blut deines Sohnes von allen ihren Sünden, versiegele durch deinen heiligen Geist in ihrem Herzen die Gewißheit der Seligkeit. Sprich zu ihrer Seele: Mein Sohn( meine Tochter) sey getrost, dir sind deine Sünden vergeben. Stärke und erhalte sie in heiliger Vollbringung deines Willens, damit fie dir getreu bleibe bis in den Tod. Tröste sie in der großen Ungst mit der Angst, Traurigkeit und den Schmerzen, die dein liebster Sohn in seinem schwersten Streite empfunden und ausgestanden hat. Lindere, verkürze und vermindere die Furcht und die Schmerzen des Todes, und gieb ihr alles, was sie zu ihrer Glückseligkeit vonnöthen hat, und wir für sie bitten und begehren können. Heilige ihren kalten Todesschweiß durch den blutigen Schweiß, welcher von dem Leibe Jesu, deines Sohnes, in seiner großen Anfechtung und Angst, in seinem 3ittern und 3agen auf die Erde geflossen ist, und erquicke sie mit der Hoffnung der ewigen Seligkeit, und der fröhlichen Auferstehung ihres Leibes. Herr, es ist nunmehr Abend bei ihr worden, und der Tag ihres Lebens hat sich geneiget, bleibe bei ihr, und streite gegen alle ihre Feinde. Ihr Fleisch ist schwach. Ach, stárke in Gnaden ihren Geist. Mache sie willig und freudig zu streiten, und laß deine Kraft in ihrer Schwachheit mächtig seyn. Oliebster Heiland Jesu! du hast verheißen, wenn du werdest erhöhet seyn, so wollest du uns alle zu dir zieken; nun bist du nicht nur am Kreuz erhöhet worden, und haft daselbst alle unsere Missethat versöhnet, sondern du bist auch nach deiner Auferstehung über alle Himmel erhaben worden, damit du vor dem Ungesichte deines himmlischen Vaters für uns erscheineft. So ziehe dann diese Schwache durch die kräftige Wirkung deines Geistes zu dir, daß sie dir nachlaufe; ziehe ihre Seele aus dem bald einfallenden Kerker ihres Leibes, darinnen sie gefangen ist, daß sie bald mit Freuden von der Erde in den Himmel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Unruhe zu der Ruhe, aus der Finsterniß in das Licht, aus allem Jammer in die Herrlichkeit, ja aus dem Tode in das Leben fahre. Wenn ihre Augen finster worden sind, so erhalte in ihrem Herzen das Licht des seligmachenden Glaubens, damit ihre Seele dich anschauen und in dir sich erfreuen möge. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr hören, so erquicke und tröste sie durch das innerliche Zusprechen des heiligen Geistes. Wenn ihr die Rede entfällt, so sey, Herr Jesu, ihre Fürsprache bei deinem und ihrem Vater, und laß auch deinen Geist für sie mit unaussprechlichem Seufzen bitten. 320 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Oheiligster Seligmacher, wirke in ihr bei ihrem Abschiede gute und heilige Gedanken, und laß deine heiligen Engel fich um sie her lagern, und ihre Seele in das himmlische Paradies, und in den Schooß ihres Erlösers führen. Uns aber, o Herr, gieb die Gnade, daß wir uns oft unserer Sterblichkeit erinnern, aller Sünde bei Zeiten absterben, und durch rechtschaffene Bekehrung und wahren lebendigen Glauben uns zu einem seligen Abschied vorbereiten. Nimm dich unser in Gnaden an, wenn die Stunde unseres Todes vorhanden ist, und nimm uns zu dir in die ewige Freude und Herrlichkeit. Erhöre uns, o lieber Vater, um Jesu Christi willen, in dessen Namen wir dich also anrufen: Unser Vater zc. jub mnod dus vnd punijecand time hond dayd A ni hit pidna dig m alth Ad Tul 2 M INN ww m up slip anu and floor of VE этот Mail os find binos TER Evangelien und Episteln. Evangelium am 1. Sonntage des Advents, aber herbei kommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsternis, und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und SauMatth. 21, v. 1-10, a sie nun nahe bei Jerusalem Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zweien, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch lieget, und bald werdet ihr eine Eselin finden, angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer, wird er sie lasſen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter 3ion: siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Efel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin, und tha= ten, wie ihnen Jesus befohlen hatte: und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und segten ihn drauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die anderen hieben 3weige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohne David! gelobet fey, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Epistel, Róm. 13, v. 11:14. Lieben Brüder: weil wir solches die daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlafe sintemal unser Heil jegt näher ist, denn da wirs glaubten. Die Nacht ist vergangen, der Tag nicht in Hader und Neid: sondern ziehet an den Herrn Jesum Chrift, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium am 2. Sonntage des Advents, Luc. 21, v. 25- 34. die Sonne und dem Mond, und nd es werden Zeichen geschehen an Leuten bange seyn, und werden zaden Sternen, und auf Erden wird den gen, und das Meer, und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht kommen sollen auf Erden, dann auch und vor Warten der Dinge, die da der Himmel Kräfte sich bewegen sehen des Menschen Sohn kommen Und alsdann werden sie in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses ans fåhet zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum daß sich eure Erlösung nahet. Und er werden. fagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie jest ausschlagen, so sehet ihrs an ihnen, und merket, daß jegt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, ſo wiſſet, daß das Reich Gottes nahe ist. Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. 1 2 Am 3. und 4. Sonntage des Advents. Epistel, Rom. 15, v. 4: 14, W as aber zuvor geschrieben ist, ben, auf daß wir durch Geduld und Troft der Schrift Hoffnung haben: Gott aber der Geduld und des Troftes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet send unter einander nach Jesu Christ, auf daß ihr einmüthiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unsern Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufge: nommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sey ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit Willen Gottes, zu be: stätigen die Verbeißung den Vätern geschehen, daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden, und mit seinem Volk. Und abermal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und aber mal spricht Esaias: Es wird feyn die Wurzel Jeffe, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr vollige Hoffnung babt durch die Kraft des heiligen Geistes. wird das Evangelium geprediget, und selig ist, der sich nicht an mir Epistel, 1 Cor. 4, v. 1-6. deinen Namen fingen. Und abermal Dafür halte uns jedermann, name spricht er: Freuet euch, ihr lich für Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu era funden werden. Mir aber ifte ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewust, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; der Herr ists aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob wiederfahren. Evangelium am 3. Sonntage des Advents, Matth. 11, v. 2:11. an zu reden zu dem Volk von Johanne: Was feyd ihr hinausgegan= gen in die Wüsten zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seyd ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was send ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet. Denn dieser ist, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. a aber im die Werke Chrifti hörete, fandte er seiner Jünger zweien, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern Joh. 1, v. 19:28. warten? Jesus antwortete und ſprach und nie, da die Juden fandten von dies das Zeugniß Johanzu ihnen: Gebet hin, und saget Johanni wieder, was ihr sebet und höret: Die Blinden sehen und die Lahmen geben, die Ausfägigen wers den rein, und die Tauben bören, die Todten stehen auf, und den Armen Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ibn fragten: wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Christus, und sie fragten ihn: was denn? Evangelium am 4. Sonntage des Advents, de Um heiligen Chrifttage. Bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn; daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben: Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüsten! richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Esaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisåern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auf lose. Dies geschah zu Bethabara jenseits des Jordans, da Johannes taufete. Epistel, Phil. 4, v. 4-7. Freuet reuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: freuet euch! Eure Lindigkeit lasset fund seyn allen Menschen. Der Herr ist nahe! Sorget nicht: sondern in allen Dingen laffet eure Bitte in Gebet und Fleben mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Evangelium am heil. Christtage, Luc. 2, v. 1:14, begab sich aber zu der Zeit, gusto ausging, daß alle Welt geschäget würde. Und diese Schaßung war die allererste, und geschab zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schäßen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiléa, aus der 3 Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt David, die da heißet Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte David war, auf daß er sich schägen ließe, mit Maria seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebåren sollte, und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie batten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des Herrn Engel traten zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk wiederfahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt David. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln geund alsbald war da bei dem Engel wickelt und in einer Krippe liegen. die Menge der himmlischen schaaren, die Lobeten Gott und sprachen: Ehre sey Gott in der Höhe und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. HeerEpistel, Tit. 2, v. 11:14. enn es ist erschienen die heilfame Gnade Gottes allen Men= schen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüfte, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten scheinung der Herrlichkeit des großen Gottes, und unsers Heilands Jesu Chrifti. Der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. 1* Um 2. heiligen Christtage. Um Neuen Jahrestage. Evangel. am 2. heil. Christtage, Luc. 2, v. 15- 20, nd da die Engel von ihnen gen 4 Hirten unter einander: Lasset uns nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kund gethan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegend. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte, und erwägete sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehreten wieder um, preiseten und lobten Gott um alles, was sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Geschlecht User, die war wohl betaget, und hatte gelebet sieben Jahre mit ihrem Manne, nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch binzu zu derselbigen Stunde, und preisete den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Und da sie zu Jerusalem warteten. es alles vollendet hatten, nach dem Gefeße des Herrn, kehrten sie wieder in Galildam, zu ihrer Stadt Naza= reth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Epistel, Tit. 3, v. 3-8. weiland Epistel, Gal. 4, v. 1-7. unweise, ungeborsam, irrige, find ift, so ist unter ihm und Ich sage aber: der Erbe h einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; son= dern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Bater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Sagungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, fandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Geseg gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlöfete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seyd, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater. Also ist nun hier kein Knecht mehr, Sinds aber sondern eitel Kinder. Kinder, so sinds auch Erben Gottes durch Christum. dienend den Lüsten und mancherlei Wollüsten, und wandelten in Bosheit und Neid, und haffeten uns unter einander. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes unsers Heilands, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiederge: burt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum unfern Heiland, auf daß wir durch deffelbigen Gnade gerecht und Erben seyen des ewigen Lebens nach der Hoffnung; das ist je gewißlich wahr. in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwerdt durch deine Seele drinEvang. am Sonnt.nach Christtag. Luc. 2, v. 33- 40, nd sein Vater und Mutter wunderten sich deß, das von ihm geredet ward, und Simeon segnete fie, und ſprach zu Maria, seiner U zu einem Fall und Auferstehen vieler Evang. am Neuen Jahrestage. Luc. 2, v. 21. Und da acht Tage um waren, da das beschnitten ward sein Name genennet Jesus, di Um Sonntage nach dem Neuen Jahre. 5 m 5 welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen war. da zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht: Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehöret, viel Klagens, Weinens und der und wollte sich nicht trösten lassen, Heulens! Rahel beweinete ihre Kindenn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, in Egyptenland. Und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und zeuch hin in das Land Kinde nach dem Leben standen. Und Israel; sie sind gestorben, die dem er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Urchelaus im júdiBaters Herodis, fürchtete er sich dahin schen Lande König war anstatt seines zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott, und zog in die Evangelium am Sonntage nach Derter des Galildischen Landes, und dem Neuen Jahre, Matth. 2, v. 13= 23. kam und wohnete in der Stadt, die da heißet Nazareth. Auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. She Epistel, Gal. 3, v. 23:29. he denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Geseß verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da follte offenbaret werden. Also ist das Geseg unser Buchtmeister gewesen auf Chriftum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seyd alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viel euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen. Sie ist kein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, bie ist kein Mann noch Weib, denn ihr seyd allzumal einer in Christo Jesu. Seyd ihr aber Christi, so send ihr ja Abrahams Saamen, und nach der Verheißung Erben. a fie aber hinweg gezogen wa= ren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein seine Mutter zu die, und fleuch in Fayre tenland, und bleib allda bis ich dir sage. Denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, das selbe umzubringen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Egyptenland. Und blieb allda bis nach dem Tode Herodis. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Uus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sahe, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlehem tödten, und an ihren ganzen Grenzen, die Epistel, 1 Petri 4, v. 12:19. hr Lieben, 10 euch begegnet, nicht befrem den( die euch widerfähret, daß ihr versuchet werdet) als widerführe euch etwas Seltsames: Sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig seyd ihr, wenn ihr geschmähet werdet über den Namen Christi, denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlåstert, bei euch ist er gepreis set. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb, oder uebelthäter, oder der in ein fremd Umt greifet. Leidet er aber als ein Christ, so scháme er sich nicht 6 Um Sonnt. der Erschein. Christi. Um 1. Sonnt. n. Epiph. an. er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es ist Zeit, daß anfahe das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns; was wills für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelio Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. und gingen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria seiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es und thaten ihre Schäße auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Epistel, Jes. 60, v. 1-6. Evangel. am Sonnt. der Erschei- Mache dich auf, werde Licht, denn nung Christi( Epiphania), dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsterniß bedecket das Erdreich, und Dunkel die Völker. dir gehet der Matth. 2, v. 1:12. a Jesus geboren war zu Bethseine Herrlichkeit erscheint über dir. und die Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe umher, diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kom= men, und deine Tochter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Luft sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Zeit des Königs Herodis, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind kommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschrack er, und mit ihm das ganze Jerusalem. Und ließ verfammlen alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschte von ihnen, wo Chriftus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: 3u Bethlehem im jüdischen Lande; denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sey. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und weisete sie gen Evangel. am 1. Sonntage nach Epiphania, Luc. 2, v. 42-52. Bethlehem, und ſprach: ziehet hin, aingen fie hinauf gen JerusaJesus alt war, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, daß ich auch komme, und es anbete. Als sie nun den König gehoret hatten, zogen sie hin. Und siehe der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam, und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet, lem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußtens nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen cine Tage= reise und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da Xm 2. Sonntage nach Epiphania. 7 fie ihn nicht fanden, gingen sie wie- mancherlei Gaben, nach der Gnade, der gen Jerusalem, und suchten ihn. die uns gegeben ist. und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel figen, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete, und sie fragete, und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Verstandes und ſeiner Unt- Und am dritten Tage ward eine wort. Hochzeit zu Cana, in Galilda, und die Mutter Jesu war da; Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesegt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wass serkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringets dem Speisemeister. Und sie brache tens. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewe= Und da sie ihn sahen, entfegten sie sich. und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich seyn muß in dem, das meines Baters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter be= hielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Ulter und Gnade, bei Gott und den Menschen. Epistel, Rom. 12, v. 1.6. ch ermahne euch, lieben Brüder, Evangel. am 2. Sonntage nach Epiphania, Joh. 2, v. 1-11, tes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sey, welches sey euer vernünftiger Gottesdienst. und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sey der gute, der wohlgefällige, und der vollkommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir ge= geben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten: fon= nen er kam( die Diener aber wußten, die das Wasser geschöpfet hatten) rufet der Speisemeister den Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringeren: du haft den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galilda, und offenbarete seine Herrlichkeit. und seine Jünger glaubten an ihn. Epistel, Rom. 12, v. 7:16. so sey dern daß er von ihm mäßiglich hatte, Hatfie dem Blauben ähnlich. Hat ein jeglicher, nach dem Gott ausges theilet hat das Maaß des Glaubens. Denn gleicher weife, als wir in einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also sind wir viele ein Leib in Chrifto, aber unter einander ist einer des andern Glied. und haben jemand ein Umt, so warte er des Umts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, ſo warte er des Ermahnens. Giebt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sey er sorgfältig. uebt jemand Barmherzigkeit, fo Um 3. und 4. Sonntage nach Epiphania. 8 thue ers mit Luft. Die Liebe sey nicht falsch. Hasset das Urge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sey herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrer: bietung zuvor. Seyd nicht tråge, was ihr thun follt. Seyd brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Send fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen, segnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter: einander: Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangel. am 3. Sonntage nach Epiphania, er, und zum andern: komme her, so kommt er. Und zu meinem Knechte: Thue das, so thut ers. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht funden. Aber ich sage euch: Viel werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham, Isaac und Jakob im Himmelreich sigen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die Finsterniß binaus, da wird seyn Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gebe hin, dir geschehe, wie du geglaubet hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Haltet Epistel, Róm. 12, v. 17:21, altet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Boses mit Bösem. Befleißet euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ifts mög= lich, so viel an euch ist, so habet mit allen Menschen Friede. Rachet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn, denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn, dürftet ihn, ſo tránke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt ſammeln. Laß dich nicht das Bose überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. D Matth. 8, v. 1-13. a Jesus aber vom Berge herab ging, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Ausfäßiger kam und betete ihn an, und sprach: Herr, so du willt, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte feine Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich wills thun; sey gerciniget. Und alsbald ward er von seinem Aussage rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu: fag es niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn Evangel. am 4. Sonntage nach Epiphania, Matth. 8, v. 23-27, und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und bat große Qual. Jeſus sprach zu will kommen, und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gefund; denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte, und wenn ich sage zu einem: Gehe n, so gehet nd Jesus trat in das Schiff, und feine Jünger folgten ihm. Und siehe, da erhub sich ein groß Ungestům im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedecket ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf, und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleinglaubige, warum seyd ihr fo furchtsam? Und stand auf und be Am 5. Sonnt. nach Epiphania. drauete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? C Epistel, Rom. 13, v. 8-10. daß ihr euch untereinander liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Gefeß erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollt nicht ehebrechen; Du sollt nicht tödten, du sollt nicht stehlen: Du sollt nicht falsch Zeugniß geben, dich soll nichts gelüften, und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du sollt deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nachsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangel. am 5. Sonntage nach Epiphania, Matth. 13, v. 24:30, Sr legte ihnen ein ander Gleichniß vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Saamen auf seinen Ucker fåete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und såete Unkraut zwischen den Weizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, da fand sich auch das Unfraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, hast du nicht guten Saamen auf deinen Acker gesået? Woher hat er denn das Unkraut? er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willt du denn, daß wir hingehen, und es ausgåten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, ſo ihr das Unkraut ausgåtet. Lasset beides mit einander wachsen, bis zu der Erndte, und um die Erndtezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne, aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuern. Um Sonnt. Septuagefimå. 9 Epistel, Col. 3, v. 12:17. o ziehet nun an als die Auser= wählten Gottes, Heilige und Ge= liebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Ge= duld, und vertraget einer den andern, und vergebet euch untereinander, so gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr; über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen send in einem Leibe, und seyd dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in euren Herzen. Und alles, was ihr thut, mit Worten, oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danfet Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium am Sonntage Septuagefimá. Matth. 20, v. 1:16. Das Himmelreich ist gleich einem der am ausging, Urbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Urbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sahe andere an dem Markte müssig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist; und sie gingen hin. Ubermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müssig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müssig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht seyn wird, soll euch werden. Da es nun abend 10 Um Sonntage Seragesima. ward, sprach der Herr des Weinbergs| liche Speise gessen, und haben alle zu seinem Schaffner: Rufe den Urbei einerlei geistlichen Trank getrunken. tern, und gieb ihnen den Lohn, und Sie trunken aber von dem geistlichen bebe an, an den Legten bis zu den Fels, der mitfolgete, welcher Fels Ersten. Da kamen die um die eilfte war Christus. Uber an ihrer vielen Stunde gedinget waren, und empfing hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn ein jeglicher seinen Groschen. Da sie sind niedergeschlagen in der Wüsten. aber die ersten kamen, meineten sie, sie würden mehr empfangen, und sie Evangelium am Sonntage empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, und sprachen: Diese legten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins worden, um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe bin. Ich will aber diesen legten geben, gleich wie dir; oder habe ich nicht macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? siehest du darum scheel, daß ich so gútig bin? Also werden die Legten die Ersten, und die Ersten die Legten seyn. Denn viele sind beru: fen, aber wenig sind auserwählet. Epistel, 1 Cor. 9, v. 24 bis Cap. 10, v. 5. Seragesima, Luc. 8, v. 4:15. ihm a nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu eileten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Siemann aus zu såen seinen Saamen, und indem er såete, fiel etliches an den Weg und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßens auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf, und ersticktens. Und etliches fiel auf ein gut Land, und es ging auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine Jünger, und sprachen: Was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ists nicht, in das den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr cs ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges: jene also, daß sie eine vergångliche Krone empfangen, wir aber eine unvergångliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse: Ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet. Sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Våter sind alle unter der Wolken gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mosen getauft, mit der Wolfe und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistdes Reichs Gottes, den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber dies Gleichniß: Der Saamen ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Gels sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und die haben nicht Wurzel, eine zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen bin, unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und Um Sonntage Quinquagesima. 11 ersticken, und bringen keine Frucht.| sey gelobet in Ewigkeit, weiß, daß Das aber auf dem guten Lande, sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. ich nicht lüge. 3u Damasco, der Landpfleger des Königs Ureta verwahrete die Stadt der Damaecaer, und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts núße, doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Chrifto, vor vierzehn Jahren( ist er in dem Leibe ge= wesen, so weiß ich's nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht, Gott weiß es), derselbe ward entzückt bis in den dritten Hime mel. Und ich kenne denselbigen Menschen( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es). Er ward entzücket in das Paradies, und hörete unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheiten. Und so ich mich rühmen wollte, thate ich darum nicht thörlich, denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe, dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsteu rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Epistel, 2 Cor. 11, v. 19 bis Cap. 12, v. 9. D enn ihr vertraget gerne die Narren, dieweil ihr klug seyd. Ihr vertraget, so euch jemand zu Knechten machet, so euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, so euch jemand troget, so cuch jemand in das Ungesicht streichet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach worden. Worauf nun je mand kühn ist( ich rede in Thorheit) darauf bin ich auch kühn. Sie sind Ebráer, ich auch. Sie sind Israeliten, ich auch. Sie sind Ubrahams Saamen, ich auch. Sie sind Diener Christi( ich rede thörlich) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöthen gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche, weniger eins. Ich bin dreimal ges stáupet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe( des Meeres). Ich habe oft gereiset, ich bin in Fährlichkeit ge= wesen zu Wasser, in Fahrlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüsten, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Brüdern, in Müh und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße. Ohne was sich sonst zutráget, námlich, daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen Evangelium am Sonntage Quinquagefimá, soll, so will ich mich meiner Schwachz sprach zu ihnen: Sehet wir gehen Luc. 18, v. 31= 43, die Zwölfe, und Vater heit rühmen. Gott und der unfers Herrn Jesu Chrifti, welcher hinauf gen Jerusalem, und es wird 12 Um 1. Sonntage in der Fasten. låsset sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit. Sie vertråget alles, fie glaubet alles, sie hoffet alles vollendet werden, das geschrie=| dig, sie suchet nicht das ihre, sie ben ist durch den Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird über antwortet werden den Heiden, und er wird verspottet, und geschmähet und verspeiet werden. Und sie werder ihn geisseln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferste= hen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wusten nicht, was da gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber hörete das Bolf, das durchhin ging, forschete er, was das wäre? Da verkündigten sie ihm, Jesus von Naza= reth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn David, erbarme dich mein: Die aber vorne an gingen, bedråueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Son David, erbarme dich mein. Jesus aber stand stille, und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willt du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sey sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, folgete ihm nach, und preisete Gott, und alles Volk, das folches sahe, lobete Gott. Liebe hört nimmer auf, so doch die Beissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kindische Unschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jegt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Ungesicht zu Ungesichte. Jeht erkenne ich's stuckweise, dann aber werde ich es erkennen, gleich wie ich erkennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. W Epistel, 1 Cor. 13, v. 1- 13. enn ich mit Menschen und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so war ich ein tonend Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und kenntniß, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versette, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Haabe den Armen gåbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir nichts nüße. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie blåhet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeberEvangel. am 1. Sonntage in der Fasten( Invocavit), Matth. 4, v. 1 11. a a ward Jesus vom Geist in die Wüste geführet, auf daß Er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefaftet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er geschrieben: Der Mensch lebet nicht von Brod allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führte ihn der Eeufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Sinne des Tempels. Und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen geln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Hån Um 2. Sonntage in der Fasten. ms 13 der Fasten( Reminiscere), den tragen, auf daß du deinen Fuß| Evangel. am 2. Sonntage in nicht an einen Stein stößest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollt Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt, und ihre Herrlichkeit. Und sprach zu ihm: dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es stehet geschrieben: Du sollt anbe: ten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. Epistel, 2 Cor. 6, v. 1:10. mir ermahnen aber euch, als Mitz die Gnade Gottes empfahet, denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jest ist die angenehme Zeit, jest ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein ers gerniß geben, auf daß unser Umt nicht verlästert werde, sondern in allen Dingen laffet uns beweisen, als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trubsalen, in Nothen, in engsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Urbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkennt: niß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geiste, in ungefärbter Liebe; in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte, als die Verführer, und doch wahrbaftig, als die Unbekannten, und doch bekannt, als die Sterbenden, und siehe wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet. Uls die Traurigen, allezeit aber fröhlich, als die Urmen, aber die doch viel reich machen, als die nichts inne haben, und doch alles haben. Matth. 15, v. 21= 28. und Jeſus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend Tyrus und Sydon. Und siehe ein Canandisch Weib ging aus derselbigen Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Uch Herr, du Sohn David, erbarme dich mein; meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schaafen von dem Hause Israel. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht sein, daß man den Kindern es vor die Hunde. Sie sprach: Ja Herr, aber doch effen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da untwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß, dir geschehe, wie du willt. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel, 1 Thess. 4, v. 1-7. Weitech, und ermahnen in dem Jeiter, lieben Brüder, bitten wir Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollet wan deln, und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bru der im Handel; denn der Herr ist Rácher über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung+ 14 Am 3. und 4. Sonntage in der Fasten. Evangelium am 3. Sonntage in der Fasten( Oculi), Luc. 11, v. 14: 28. Un nd er trieb einen Teufel aus, der war stumm, und es geschahe, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen spra= chen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Ge= danken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter seyn. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein star= ker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibet das Seine mit Frieden; wenn aber ein stärkerer über ihn kömmt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandert er dürre Stätte, suchet Ruhe, und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wann er kommt, so findet ers mit Besemen gekehret und geschmücket. Dann ges het er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die arger sind, denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er sols ches redete, erhub ein Weib im Volke die Stimme, und sprach zu ihm: Se lig ist der Leib, der dich getragen bat und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Epistel, Ephes. 5, v. 1: 9. o send nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wan= delt in der Liebe, gleichwie Chriſtus uns geliebet hat, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hures rei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, laffet nicht von euch gefaget werden, wie den Heiligen zustehet: auch schandbare Worte und Narrentheidigung, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Huter noch Unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Gögendiener), Erbe hat an dem Reiche Chrifti und Gottes. Lasset cuch niemand verführen mit vergeblichen Worten, denn um dieser willen kommt der Sorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seyd nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seyd ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt Die wie die Kinder des Lichts. Frucht aber des Geistes ist allerlei Gútigkeit und Wahrheit. Evangel. am 4. Sonntage in der Fasten( Låtare), Joh. 6, v. 1: 15, arnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tyberius in Galilåa, und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen saben, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und segte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen?( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte). Philippus antwortete ihm: 3weihundert Pfen po Um 5. Sonntage in der Fasten. nige werth Brods ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Undreas, der Bruder Si monis Petri: es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gersten Brode, und zween Fische, aber was ist das unter so viele? Sesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber Da fatt waren, fprach er zu seinen Jún Evangel. am 5. Sonntage in der Fasten( Judica), gern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da ſammelten Joh. 8, v. 46:59. I Brocken, von den fünf Gersten- Broden, die überblieben denen, die gespeiset wurden. Da nun die Menschen das Zeichen saben, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn hasehen, daß sie ihn zum Könige machten, ent= wich er abermal auf den Berg, er selbst alleine. 15 brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist. Denn die Einsame bat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wer aber, lieben Brüder, sind Ifaaks, nach der Verbeißung Kinder. Uber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war, also gebet es jetzt auch. Über was sagt die Schrift? Stoß die Magd binaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freyen. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freyen. Epistel, Gal. 4, v. 22:31, D enn es stehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freyen. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freyen, ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas, denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Ugar. Denn Ugar heißt in Arabia der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freye, die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: sey fröhlich du Unfrucht: bare, die du nicht gebierst, und Reſus unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrbeit fage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort; darum höret ihr nicht, denn ihr seyd nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Bater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: so Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel haft. Abraham ist gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hålt, der wird den Tod nicht schmekken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben? Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sey euer Gott, und fennet ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und Um Palmsonntage. Um grünen Donnerstage. 16 so ich würde sagen, ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr send. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sabe ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahr alt, und haft Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus. Epistel, Hebr. 9, b. 11:15. aber sen ein Hoherpriester der zukünfe tigen Güter, durch eine größere und vollkommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Bicke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Bocke zu Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen der leiblichen Reinigkeit, wie viel mehr wird das Blut Chrifti, der sich selbst ohne allen Wandel, durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebenbigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testa: ment waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Evangelium am Palmsonntage. Matth. 21, v. 1: 9. Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch Jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer, sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion, siehe dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. Und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider drauf, und setzten ihn drauf. Uber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg. Die anderen streucten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn David! gelobet sey, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Epistel, Phil. 2, v. 5:11. Sin jeglicher sey gesinnet, wie Jeſus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich seyn, sondern außerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward ge= horsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: daß in dem Namen Jesu sich beugen follen alle Knie derer, die im Himmel und auf Erden, und unter der Erden sind; und alle 3ungen bekennen follen, daß Jesus Christus der Herr sen, zur Ehre Gottes des Vaters. Evang. am grünen Donnerstage. Joh. 13, v. 1:15. a fie nun nahe bei Jerusalem tamen, gen Betbphage an den Refus erfannte, daß ſeine Zeit or dem aber der Ostern da Delberg, sandte Jesus seiner Júnger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Efelin finden angebunden und ein gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Um heiligen Ostertage. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth in das Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war, und zu Gott ging; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Waffer in ein Becken, hub an den Júngern die Füße zu waschen, und trocks nete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jest nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil an mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein: und ihr send rein, aber nicht alle. Denn er wuste seinen Evangel. am heiligen Ostertage, Marc. 16, v. 1: 8, Verräther wohl; darum sprach er: Shr seyd nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und segte sich wieder nieder: und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißt mich Meister und Herr, und faget recht daran: denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollet ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Epistel, 1. Cor. 11, v. 28:32. habe es von dem Herrn empfana der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi, und Salome Speces rey, auf daß sie kámen und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbater sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sigen, der hatte ein lang weiß Kleid an, und sie entsegten sich. Er aber sprach zu ihnen: entseget euch Ich von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auf erstanden, und ist nicht hie; siehe da die Ståtte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, und faget es seinen 2 17 Leib, der für euch gebrochen wird, solches thut zu meinem Gedächtnis Desselbigen gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blute; solches thut, ſo oft ihr es trinket, zu meinem Gedächt= niß. Denn so oft ihr von diesem Brod esset, und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brod iffet, oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brod und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht sammt der Welt ver dammt werden. 1 Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen waro, nahm er das Brod, dankete und brach es, und sprach: Nehmet, effet, das ist mein Um heiligen Ofter- Montage. 18 Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galliläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesaget hat. Und sie gingen schnell heraus, und flos hen von dem Grabe, denn es war sie Bittern und Entsegen ankommen, und sagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Epistel, 1. Cor. 5, v. 7-8. eget den alten Sauerteig aus, auf wie ihr ungefäuert seyd. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum laffet uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und der Wahrheit. Evangelium am heiligen OsterMontage, Luc. 24, v. 13-35. Und siehe, zween aus ihnen gingen an demselben Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechszig Feldweges weit, des Name heißet Emmaus, und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschahe, da fie so redeten, und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Uber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er aber ſprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges, und send fo traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Belches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jeſu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes, und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Israel erlösen. und über das alles ist heute der dritte Tag, da solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht funden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und tråges Herzens, zu glauben alle dem, was nicht Christus, solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und fie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellete sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tiſche saß, nahm er das Brod, dankete, brachs, und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkenneten ihn. Und er verschwand vor ihnen. und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, kehreten wieder jen Jerusalem und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche Sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wåre, an dem, da er das Brod brach. Epistel, Upost. Gesch. 10, v. 34-41. etrus aber that seinen Mund auf : der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Shr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und Um 1. und 2. Sonntage nach Ostern. verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum, welcher ist ein Herr über alles. Die durch das ganze jú dische Land geschehen ist, und ange: gangen in Galilda, nach der Taufe, die Johannes predigte. Wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth ge falbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umher gezogen ist, und hat wohl gethan, und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet und an ein Holz gehangen. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offen= bar werden, nicht allem Volk, fondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. Um Abend aber deſſelbigen Sabbats, da die Jünger versammlet und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, tam Jesus, und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sey mit euch! Und als er das sagete, zeigete er seine Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jefus abermal zu ihnen: Friede sen mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagete, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünde erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Evangel. am 1. Sonntage nach nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht Schafe. Ein Miethling aber, der Ostern( Quasimodogeniti), Joh. 20, v. 19:23, eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verläffet die Schafe und fleucht, und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber fleucht, denn er ist ein Miethling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater, und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören. Und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Epistel, 1. Joh. 5, v. 4-10. enn alles, was von Gott geboren 19 ist? Dieser ists, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Chriftus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ists, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist und das Wasser und das 18 Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer, denn Gottes Zeugniß ist das, daß er gezeuget von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn Evang. am 2. Sonnt. nach Ostern ( Misericordias Domini), Sch. 10, v. 12-16. ch bin ein guter Hirte: Ein guter Epistel, 1. Petri 2, v. 21.25. enn dazu send ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild ge= lassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gein nem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drobete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet; 2* 20 Um 3. und 4. Sonntage nach Ostern. welcher unsere Sünde selbst geopfert| Enthaltet euch von fleischlichen Lüften, hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seyd heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr send nun bekebret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen. Evangelium am 3. Sonntage nach Ostern( Jubilate), welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eus gu= ten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seyd unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sey dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter, und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosbeit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Joh. 16, v. 16-23. Ueber eber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er faget zu uns: ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das Evangelium am 4. Sonntage Wir nach Ostern( Cantate), er faget, über ein Kleines? wissen nicht, was er redet. Da merkte Joh. 16, v. 5:15, Nun aber gehe ich hin zu dem der mich Jeſus, daß sie ihn fragen wollten, und zu fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig seyn, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist kommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen; und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Traurens worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wann berselbige kommt, der wird die Weit strafen um die Sünde, und um die Gerechtigkeit und um das Gerichte. um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich fort nicht sehet. Um das Gerichte, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnets jest nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern, was er hören wird, das wird er Epistel, 1. Petri 2, v. 11-17. Nieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrimme:| reden, und was zukünftig ist, wird Um 5. Sonntage nach Ostern und Christi Himmelfahrt. 21 er euch verkündigen. Derselbige wird frei heraus, und sagest kein Sprichmich verklåren, denn von dem Mei- wort. Nun wissen wir, daß du alle nen wird ers nehmen, und euch ver: Dinge weißest, und bedarfest nicht, kündigen. Alles, was der Vater hat, daß dich jemand frage, darum glaudas ist mein; darum habe ich gesagt: ben wir, daß du von Gott ausge: Er wirds von dem Meinen nehmen gangen bist. und euch verkündigen. 17.21. Au Epistel, Jac. 1, v. 17:21, [ lle gute Gabe, und alle vollkommene Sabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir waren Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sey schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seele selig machen. Epistel, Jac. 1, v. 21:27. end aber Thåter, des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst nicht betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Wortes, und nicht ein Tháter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Ungesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er davon, und vergisset von Stund an, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Geseß der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thảter, derselbige wird selig seyn in sei ner That. So aber sich jemand unter euch låsset důnken, er diene Gott, und hält seine 3unge nicht im 3aum, sondern verführet sein Herz, deß GotEvangel. am 5. Sonntage nach tesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Bater ist der, die Baisen und Witwen in ihrem Trubsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Ostern( Rogate), Joh. 16, v. 23- 30, Mahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird ers euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, Evangel. am Tage der Himmel. fahrt Chrifti, Marci 16, v. 14- 20. ulegt, da die Eilfe so werdet ihr nehmen, daß cure Freude effenbarete er sich, und schalt saßen, vollkommen habe ich zu euch durch Sprichwort geredet, es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. Un demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen: und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und kommen in die Welt: wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen 3ungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinken, wirds ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie 22 Um 6. Sonntage nach Ostern und am heil. Pfingsttage. wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. die Hände legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und siget Evangel. am 6. Sonntage nach Ostern( Eraudi), zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der wirkete mit Joh. 15, v. 26, bis Cap. 16, v. 4. enn aber der und bekräftigte das Wort durch mit wird, welchen ich euch senden folgende Zeichen. werde vom Bater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgebet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seyd von Unfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erken= nen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ich's euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epistel, 1. Pet. 4, v. 8-11. o send nun måßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünde Menge. Seyd gastfrei unter einander, ohne Murmeln, und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gaben Gottes. So jemand redet, daß ers rede, als Gottes Wort. So jemand ein Umt hat, daß ers thue, als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde, durch Jeſum Christ, welchem sey Ehre und Gewalt. von Ewigkeit zu Ewigkeit. Umen. Epistel, Up. Gesch. 1, v. 1-11. ie erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von alle dem, das Jesus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Apotel( welchen er hatte erwählet), durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich auch nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte, durch mancherlei Erweisung, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen kommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen seyn zu Jerusalem, und in ganz Judáa und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehens, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihm zween Manner in weißen Kleidern, welche von låa, was stehet ihr, und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, Evangel. am heil. Pfingsttage, Joh. 14, v. 23= 31, Wer mich liebet, der wird mein und mein wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, Um Pfingst Montage. 23 der hält mein Wort nicht. Und das| chen unter einander. Siehe, find nicht Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Uber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbe wirds euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu cuch. Håttet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ichs euch gefaget, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht viel mehr mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Uber, daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater gebote hat. Stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. diese alle, die da reden, aus Galilda? Wie hören wir dann ein Jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Judda, und Cappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pamphilia, Egypten und an den Enden der Lybien, bei Cyrenen, und Ausländer von Rom, Juden und Judergenossen, Ereter und Araber, wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsegten sich alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem ans dern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Epistel, Up. Gesch. 2, v. 1:13. nd als der Tag Pfingsten erfülUnter war, waren fie alte einmüthig bei einander. Und es geschahe schnell ein Brausen vom Himmet, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man fahe an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feurig; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu predigen mit anderen Bungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden, zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschahe, kam die Menge zusammen, und wurden verstürzt: denn es hörte ein jeglicher, daß sie mit ſeiner Sprache redeten. Sie entsegten sich aber alle, verwunderten sich, und spraa Evangel. am Pfingst- Montage, Joh. 3, v. 16:21, D enn also bat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gefandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht eingebornen an den Namen de ist aber das Gerichte, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsterniß mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer Urges thut, der haffet das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Epistel, Up. Gefch. 10, v. 42:48. Und nd der Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeigen, daß er ist verordnet von Gott, ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden 24 Evangelium am 1. Sonnt. nach Trinitatis. empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Glaubigen aus der Beschneidung, die mit Petro kommen waren, entsegten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward, denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht ges tauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn. Evangel. am Sonnt. Trinitatis, Joh. 3, v. 1:15, war aber ein Mensch unter den mus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen, denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sey denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß Jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich fage dir: Es sey denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch ge= boren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind blåset, wo er will, und du höreft sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fährt. Also ist ein Seglicher, der aus dem Geift geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antmortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Schn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden: auf daß Ulle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige eeben haben. Epistel, Róm. 11, v. 33-36. beides der Weisheit und Erkennts niß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergotten? Denn von ihm und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sey Ehre in Ewigkeit. Amen. Evang. am 1. Sonnt. n. Trinitat. Luc. 16, v. 19:31. Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Urmer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwåren, und bes gehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Urme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und sahe Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Vater Ubra= ham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das äußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und kühle Am 2. und 3. Sonntage nach Trinitatis. meine 3unge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke Sohn, daß du dein Gutes empfangen baft in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Boses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeinigt. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mofen und die Propheten; laß fie diefelben hören. Er aber sprach: Nein, Vater Ubraham; sondern wenn einer von den Tod: ten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er aber sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auferstünde. Epistel, 1. Joh. 4, v. 16-21. ott ist und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freu: digkeit haben am Zage des Gerichts, denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebet. So jemand spricht: ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner, denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gottlieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebet. 25 Geladenen: Kommet, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Ucker gekauft, und muß hinausgehen, und ihn besehen: ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jest hin, sie zu besehen, ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Urmen, und Krüppel, und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen haft, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gebe aus auf die Landstraßen, und an die Zäune, und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen find, mein Abendmahl schmecken wird. Epistel, 1. Sch. 3, v. 13-18. Ve erwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt haffet. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder haffet, der ist ein Todtschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Evang. am 2. Sonnt. n. Trinit., 3ungen, sondern mit der That, und mit der Wahrheit. Luc. 14, v. 16:24. Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls zu sagen den Evang. am 3. Sonnt. n. Trinit., Luc. 15, v. 1:10. Es naheten aber zu ihm allerlei 3öllner und Sünder, daß sie ihn höre= 26 Um 4. Sonntage nach Trinitatis. Luc. 6, v. 36:42. ten. Und die Pharifåer und Schriftge-| Evang. am 4. Sonnt. n. Trinit., lehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, und iffet mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichniß, und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe bat, und so er der eines verlieret, der nicht Laffe die neun und neunzig in der Wüsten, und hingehe nach dem vertornen, bis daß ers finde? Und wenn ers funden hat, so leget ers auf seine Uchseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaaf funden, das verloren war. Ich sage euch: Ulso wird auch Freude im Himmel seyn über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen vers liert, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde. Und wenn sie ihn funden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen funden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude seyn vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. Ca Epistel, 1. Pet. 5, v. 6:11. o demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Gorgen werfet auf ihn, denn er forget für euch. Seyd nüchtern und wachet: denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge; dem widerstehet fest im Glauben, und wisset daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit, in Chrifto Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stårken, kråftigen, gründen. Demselben sey Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Umen. D euer Bater barmherzig ist. arum send barmherzig, wie auch Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maaß wird man in euren Schoos geben; denn eben mit dem Maaß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle Beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder, wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du sieheft selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und bestehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Epistel, Rom. 8, v. 18-23. enn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sey, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ångstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um deßwillen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergånglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und ångstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach 27 daß ihr den Segen ererbet. Denn wer leben will, und gute Zage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes! er suche Frieden, und zu hören das nach. Denn des Um 5. und 6. Sonntage nach Trinitatis. der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Evang. am 5. Sonnt. n. Trinit., Luc. 5, v. 1 11. s Es begab sich aber, da sich das Volk 1 Wort Gottes, und er stand am See Genezareth, und sahe zwei Schiffe am See stehen, die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Nege; trat er in der Schiffe eins, welches Simonis war, und bat ihn, daß ers ein wenig vom Lande führete. Und er segte sich und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte auf gehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Nege aus, auf daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Nek auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Neg zerris. Und sie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kamen, und hülfen ihnen ziehen. Und fie kamen, und fülleten beide Schiffe voll, also daß fie sunken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knieen, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihm ein Schrecken ankommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie miteinander gethan hatten, desselbigen gleichen auch Jacobum und Johannem, die Söhne Zebedai, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgeten ihm nach. Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, so Boses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seys ihr doch felig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trogen nicht und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in eurem Herzen. Evang. am 6. Sonnt. n. Trinit., Matth. 5, v. 20= 26. Es sey denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharifåer, so werdet ihr nicht in das pimmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber todtet, der soll des Gerichts schuldig seyn. Ich aber fage euch: Wer mit seinem Bruder zúrnet, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Raths schuldig. Wer aber sagt: Du Narr, der ist des hollischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sey willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir, wahrlich du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den legten Heller bezahlest. Cont Epistel, 1. Pet. 3, v. 8:13. endlich aber seyd allesammt gleich gefinnt, mitleidig, brüderlich, barmberzig, freundlich. Vergeltet nicht Boses mit Bosem, oder Scheltwert mit Scheltwort; sondern dagegen segnet, Epistel, Róm. 6, v. 3.11. und wisſet, daß ihr dazu berufen seyd, Wiſſet ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christum getauft sind, Um 7. und 8. Sonntage nach Trinitatis. 28 die sind in seinen Tod getauft? So sind wir nun mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferweckt von den Todten, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber chem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich seyn. Dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch fammt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Todten erwecket, hinfort nicht stirbet, der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn, daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu einem mal, daß er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seyd, und lebet Gott in Christo Sesu, unserm Herrn. Evang. am 7. Sonnt. n. Trinit., Marc. 8, v. 1= 9. und hatten nichts zu effen, vef Jesus seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn Etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankte und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten; und sie legten dem Volk vor. und hatten ein wenig Fischlein; und er dankete und hieß die selben auch vortragen. Sie aßen aber, und wurden fatt, und huben die übrigrn Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. Epistel, Rom. 6, v. 19:23, ch um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienste der Unreiz nigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern: also begebet auch nun eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Furcht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselben ist der Tod. nun ihr aber seyd von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. Evang. am 8. Sonnt. n. Trinit., Matth. 7, v. 15:23. Sebet euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reissende Wölfe. Un ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen, und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viel zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in Am 9. und 10. Sonntage nach Trinitatis. 29 deinem Namen geweisfaget? Haben zu ihm: Nimm deinen Brief, sehe dich wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben, haben wir nicht in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Uebelthäter. und schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem Undern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weißen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreib achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er klüglich gethan hatte, denn die Kinder dieser Welt sind kluger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Epistel, Rom. 8, v. 12:17. o sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben müssen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn weiche der Geift Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Übba, lieber Vater! Derselbige Geist giebt Zeugniß unserm Geiste, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nåmlich Gottes Erben, und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Epistel, 1 Cor. 10, v. 6: 13. aber schehen, daß wir uns nicht gelüften lassen des Bösen, gleichwie jene gelüftet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener Etliche wurden, als geschrieben stehet: Das Bolk setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch laßt uns nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag brei und zwanzig tausend. Laßt uns auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von Evang. am 9. Sonnt. n. Trinit., den Schlangen umgebracht. Murret jenen ihn versuchten, und wurden von Lucas 16, v. 1: 9. auch nicht, gleichwie jener Etliche Er aber wurden gern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umbracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten: denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter seyn. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Umt von mir, graben mag ich nicht, so scháme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Umt gesegt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und ſprach zu dem Ersten: Wie viel bist meinem Er Hundert Tonnen Dels. Und er sprach durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen( uns) zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt dunken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch nech keine, denn menschliche Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Evang. am 10. Sonnt. n. Trinit., Lucas 19, v. 41-48. und als er nahe hinzu kam, fahe er an, sie, und sprach: Wenn du es wüßteft, Um 11. Sonntage nach Trinitatis. 30 so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Uugen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ångsten, und werden dich schleifen, und keinen Stein andern darum, daß du nicht erkenner haft die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an aus zutreiben, die darinnen verkauften und kauften; und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habt's gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte tåglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrachten; und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an, und hörete ihn. Epistel, 1. Cor. 12, v. 1:10. on den geistlichen Gaben aber will verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden send gewesen, und hingegangen zu den stummen Gögen, wie ihr geführt wurdet. Dann thue ich euch kund, daß Niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Nemter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket alles in Ullen. In einem Seglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nugen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Undern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Undern der Glaube, in demselbigen Geist; einem Undern die Gabe gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem Undern Wunder zu thun; einem Undern Weissagung; einem Undern Geister zu unterscheiden, einem andern mancherlei Sprachen; einem Andern die Sprachen auszulegen. Dies aber Ulles wirkt derselbige einige Geist, und theilet einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. Evang. am 11. Sonnt. n. Trinit., Lucas 18, v. 9- 14, fagte aber zu etlichen, die sich selbst ever get of fie fromm wären, und verachteten die Andern, ein solches Gleichniß: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein 3ouner. Der Pharisäer stand, und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Nauber, Ungerechte, Ghebrecher, oder auch wie dieser 38llner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sey mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Epistel, 1. Cor. 15, v. 1-11. Ich erinnere euch aber, lieben Brüverkündigt habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet; durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch ver= kündiget habe, so ihr es behalten habt; es ware denn, daß ihr es umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sey für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sey, und daß er auferstanden sey am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer Am 12. und 13. Sonntage nach Trinitatis. 31 noch viele leben, etliche aber sind ent-| die Buchstaben tödtet, und in die Steine schlafen. Darnach ist er gesehen wor den von Jacobo, darnach von allen Aposteln. Um legten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolget habe. Uber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Ungesicht Mose, um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr das Umt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evang. am 12. Sonnt. n. Trinit., Marcus 7, v. 31-37. Und nd da er wieder ausging von den Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehen Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volke besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spůzete, und rührete seine Zunge, und fabe auf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephata! das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es Niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die Maaße und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Zauben macht er hörend und die Sprachlosen redend, Epistel, 2. Cor. 3, v. 4 9. Sin in solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher uns auch tüchtig gemacht hat, das Umt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchftabe tödtet, aber der Geist machet lebendig. So aber das Amt, das durch Evang. am 13. Sonnt. n. Trinit., Luc. 10, v. 23:37, Und er wandte sich zu seinen Jungern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viel Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und habens nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und habens nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Geset geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott deinen Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Ges müthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: du haft recht geantwortet. Thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Sesus, und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem binab gen Jericho, und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus, und schlugen ihn und gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte, und sabe ibn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete, und kam dahin, und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Del und Wein, 32 Um 14. Sonntage nach Trinitatis. und hob ihn auf sein Thier und führete| Evang. am 14. Sonnt. n. Trinit., ihn in die Herberge und pflegete sein. Luc. 17, v. 11:19. Des anderen Tages reiſete er, und zognd es begab ſich, da er reifete gen zog er mitten Samariam und Galiláam. Und als er in einen Markt ging, begegneten ihm zehn aussäßige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und jeiget euch den Priestern. Und es ge= schahe, da sie hingingen wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er gesund worden war, kehrete er um und preisete Gott mit lauter Stimme. Und fiel auf sein Angesicht und gab sie dem Wirthe, und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du was mehr wirst darthun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dúnkt dich, der unter diesen dreien der nächste sey gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Da Epistel, Gal. 3, v. 15:22. Lieben Brüder, ich will nach mensch- zu ſeinen Füßen und dankete ihm, und das war Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner funden, der wieder umkehrete, und gåbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat die geholfen. pistel, Gal. 5, v. 16:24. doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Berheißung Abrahá und seinem Saamen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Saamen als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Saamen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: das Testament, das von Gott zuvor bestågehoben, daß die Verheißung sollte durch das Gesez aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahr bernach. Denn so das Erbe durch das Geseß erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott hat es aber Abraham durch Verheißung frei geschenket. Was soll denn das Geseg? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Saame kåme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln, durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? ist denn das Geseg wider Gottes Verheißung? Das sey ferne. Wenn aber ein Geset gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so káme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gefeße. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung kåme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. ch werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüftet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbige sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so send ihr nicht unter dem Gefeße. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, 3auberei, Feindschaft, Hader, Neid, 3orn, 3ank, 3wietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Freffen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ift Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuſchheit. Wider solche ist das Geseß nicht. Welche aber Chriftum angehören, die kreuzigen ihr Fleisch, sammt den Lüften und Begierden. Um 15. und 16. Sonntage nach Trinitatis. Evang. am 15. Sonnt. n. Trinit., Matth. 6, v. 24= 34. nie iemand kann zween Herren die nen; entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dein Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an, sie såen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, euer himmlischer Vater ernähret sie doch. denn viel denn fie? Wer ist unter euch, der seiner Långe eine Elle zusegen möge, ob er gleich darum forget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben Eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er das nicht vielmehr euch thun? Oihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden; denn euer himmlischer Bater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. 33 einander uns zu entrüsten und zu haffen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seyd. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des andern East, so werdet ihr das Gefeß Chrifti erfüllen. So aber sich Jemand läßt dúnken, er sey etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein Jeglicher aber prüfe sein selbst Wert, und als= dann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein Jeglicher wird seine eigene Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der unterrichtet. Srret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch fået, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch fået, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist sået, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Laßt uns aber Gutes thun und nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Beit haben, so lasset uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an den Glaubensgenossen. Epistel, Gal. 5, v. 25 bis Cap. 6, v. 10, o wir im Geiste leben, so laßt uns auch im Geiste wandeln. Laßt uns nicht eitler Ehre geizig seyn, unter Evang. am 16. Sonnt. n. Trinit., Luc. 7, v. 11:17. Und in eine Stadt mit Namen Nain es begab sich darnach, daß er 2018 er ging, und seiner Jünger gingen viel mit ihm, und vieles Volk. aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und vieles Volk aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Uno der Todte richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle 3 Um 17. und 18. Sonntage nach Trinitatis. 34 eine Furcht an, und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Bolk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. Sabbattage? Und sie konnten ihm dar auf nicht wieder Untwort geben. Er fagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten, oben an zu sigen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sege dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sey; und willen, der ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müsseft dann mit Schaam unten an sigen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin, und sehe dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf; dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Zische sigen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Epistel, Ephef. 3, v. 13:21. arum bitte ich, daß ihr nicht müde um meiner die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Bater ist über Ulles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Men: schen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und ge= gründet zu werden; auf daß ihr begreis fen möget mit allen Heiligen, welches da sey die Breite und die und Epiftel, Ephef. 4, v. 1 6. die Tiefe und die Hohe; auch erkennen, So ermahne nun euch, ich Gefangedaß Chriftum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen; auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über alles, was wir bitten oder versteben nach der Kraft, die da in uns wirket: Dem sey Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! ner in dem Herrn, daß ihr wandelt wie sichs gebührt eurem Beruf, darin ihr berufen seyd, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vers traget Einer den Undern in der Liebe, und send fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen send auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater( unser) Aller, der da ist über euch Ulle, und durch euch Ulle, und in euch Allen. Evang. am 17. Sonnt. n. Trinit., Luc. 14, v. 1: 11. Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisder auf einen Sabbat, das Brod zu essen; und fie hielten auf ihn. Und ſiehe, da war ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilte ihn, und ließ ihn gehen. und antwortete, und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszieht am Evang. am 18. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 34: 46, a aber die Phariſder hörten, daß er gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schrift: gelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Geseg? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüth. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du Am 19. und 20. Sonntage nach Trinitatis. follft deinen Nächsten lieben, als dich felbst. In diesen zwei Geboten hanget das ganze Geseg und die Propheten. Da nun die Pharisder bei einander waren, fragte fie Jesus, und sprach: Wie dúnkt euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Sege dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistel, Ephef. 4, v. 22-28. o leget nun von euch ab, nach Wandel, alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach die Gott geſchaffen rechtfchaffener Epistel, 1. Cor. 1, v. 4.9. danke meinem Gott allezeit tes, die euch gegeben ist in Chrifto Jesu, daß ihr seyd durch ihn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkenntniß, wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig worden ist, also, daß ihr keinen Man: gel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi. Welcher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich send auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen fend zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. 35 Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf, und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Ers den die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, bebe dein Bett auf, und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das fahe, verwunderte es sich, und preisete Gott, der solche Macht den Menschen gege: ben hat. Evang. am 19. Sonnt. n. Trinit., Matth. 9, v. 1-8, a trat er in das Schiff und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siche, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sahe sprach er zu dem Sichtbrüchigen: Sen getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und fiebe, etliche unter den Schriftgelehrs ten sprachen bei sich selbst: Dieser låstert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum den ket ihr so Urges in euren Herzen? Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal mir untereinander Glieder sind. Zúrnet und sündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurem 3orn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer ges ftohlen hat, der stehte nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evang. am 20. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 1:14, Und Jesus antwortete, und redete abermal durch Gleichnisse zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ift gleich einem Könige, der seinem Sohn Hochzeit machte. Und fandte seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit ruften, und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen, siehe, meine Mahl= zeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit, kommet zur Hochs zeit. Uber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Ucker, der andere zu seiner Handthierung. 36 Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zuſammen, wen sie fanden, böse und gute, und nd die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sahe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird seyn Heulen und Zähnklappen. Denn viele find berufen, aber wenig sind auserwählet. Um 21. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 5, v. 15:21. o sehet nun zu, wie ihr vorsichtigsen, sondern als die Weisen. Und schikket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, son= dern verständig, was da sey des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes. Und redet untereinander von Psalmen und Lobgesången, und geistlichen Liedern, finget und ſpielet dem Herrn in eurem Herzen. Und saget Dank allezeit für alles, Gott und dem Bater in dem Namen unsern Herrn Jesu Christi. Und send untereinander unterthan in der Furcht Gottes. Evang. am 21. Sonnt. n. Trinit., Johannes 4, v. 47:54, Und es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu hörete, daß Sesus kam aus Judda in Galilda, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab kåme, und hülfe seinem Sohne; denn er war todtkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging bin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judda in Galilda kam. Epistel, Ephef. 6, v. 10-17. in dem Herrn, und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Unläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr, wann das böse Stündlein kommt, Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit; und an Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seyd. Schild des Glaubens, mit welchem Vor allen Dingen aber ergreifet den ihr auslöschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heils und das Schwerdt des Geis stes, welches ist das Wort Gottes. Um 22. und 23. Sonntage nach Trinitatis. 37 Evang. am 22. Sonnt. n. Trinit.,| wird es auch vollführen, bis an den Tag Matth. 18, v. 23:35, 1 D jarum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles zahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an, und würgete ihn, und Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch Ullen halte; darum, daß ich euch in meinen Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr Ulle mit mir der Gnade theilhaftig seyd. Denn Gott ist mein 3euge, wie mich nach euch Ullen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und daselbst um bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung; daß ihr prüfen möget, was das Beste sey, auf daß ihr send lauter und unanstößig, bis auf den Tag Chrifti, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jeſum Christum geschehen in euch, zur Ehre und Lobe Gottes. ſprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches saben, wurden fie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir er lassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantworte ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehle. Epistel, Phil. 1, v. 3-11. Evang. am 23. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 15-22. a und hielten einen Rath, wie ſie ihn fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, samt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach Niemand, denn du achteft nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser 3ins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die 3insmünze. Und fie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn, und gingen davon. rer gedenke( welches ich allezeit thue in allen meinem Gebet für euch Ulle, und thue das Gebet mit Freuden), über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desferben in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der Epistel, Phil. 3, v. 17:21. Colget mir, lieben Brüder, und sehet uns habt zum Vorbilde. Denn Viele wandeln, von welchen ich euch oft geſagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi welcher Ende ist das Verdammniß, wel Um 24. und 25. Sonntage nach Trinitatis. 38 chen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die ir disch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilands Jesu Chrifti, des Herrn, welcher unfern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wir Fung, damit er fann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evang. am 24. Sonnt. n. Trinit., Matth. 9, v. 18:26, D a er folches mit ihnen redete, fiebe, da kam der und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Beib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und sahe sie, und sprach: Sey getroft meine Tochter, dein Glaube hat dir ge Bolfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeif: fer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mágd lein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das Magdlein auf. Und dies Gerücht erfcholl in daffelbige ganze Land. Epistel, Col. 1, v. 9:14. Derhalben auch wir, von dem Tage Macht in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht. Welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns verseget in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Bergebung der Sünden. wir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werder mit Er: kenntniß seines Willens, in allerlei geist: licher Weisheit und Verstand. Daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar send in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Evang. am 25. Sonnt. n. Trinit., Matth. 24, v. 15:28, Menn ihr nun fehen werdet den Greuel der sagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehet an der heiligen Stätte, ( wer das liefet, der merke darauf). Alsdann fliehe auf die Berge, wer im Jüdischen Lande ift. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, sein Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbat. Denn es wird alsdann eine große Truvial seyn, als nie ge= wesen ist, von Anfang der Welt bis her, und als auch nicht werden wird. und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig: Aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann jemand zu euch wird fagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, da sollt ihrs nicht glauben. Denn es werden falsche Cbristi und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum ( wo es möglich ware) auch die Uuser= haben, ich es euch zuvors gesagt. Darum wenn sie zu euch ſagen werden: Siehe, er ist in der Wüsten, so geht nicht hinaus; fiehe, er ist in der Kammer, so glaubets nicht. Denn gleichwie der Blig ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang, alse wird auch seyn die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber ein Was ist, da sammeln sich die Adler. Um 26. Sonntage nach Trinitatis. 39 Epistel, 1.Theff. 4, v. 13: 18. bin gefangen gewesen, und ihr seyd Wi ir wollen euch aber, lieben Brů- zu mir kommen. Dann werden ihm der, nicht verhalten von denen, die Gerechten antworten, und sagen: die da schlafen, auf daß ihr nicht trau- Herr, wann haben wir dich hungerig rig send, wie die andern, die keine gesehen, und haben dich gespeiset? Hoffnung haben. Denn so wir glau- Oder durstig, und haben dich getrån= ben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, so entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaunen Gottes hernieder kommen, vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerücket werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn fenn allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten untereinander. ket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget? Oder nackt und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu dir kommen? und der König wird antworten, und sagen zu ihnen: Wahrlich ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brůdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und ſeinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getránket. Ich bin ein Gast gewesen und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nacket gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin frank und gefangen geweſen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten, und Evang. am 26. Sonnt. n. Trinit., Matth. 25, v. 31:46. aber wir kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sigen auf dem Stuhl feiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Völker versammlet werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Bocken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Bocke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das Wir um euch, lieben Brüder, wie Epistel, 2. Theff. 1, v. 3:10. sollen danken allezeit der euch bereitet ist von Unbeginn Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewe: sen, und ihr habt mich beherbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewes sen, und ihr habt mich besuchet. Ich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nacket, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ibnen antworten, und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. es billig ist, denn euer Glaube wachset sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns eurer rühmen unter den Gemeinden Gottes), von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trübsalen, die ihr duldet; welches an 40 Um 27. Sonntage nach Trinitatis. zeigt, daß Gott recht richten wird,| Und da sie hingingen zu kaufen, kam und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über welchem ihr auch leidet. Nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trubsal denen, die euch Trübsal anlegen, euch aber, die ihr Trubsal leidet, Ruhe mit uns, wann nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel, sammt den Engeln seiner Kraft, mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Chrifti. Welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Ungesicht des Herrn, und von seiner Macht; wann er kommen wird, daß er herr lich erscheine mit seinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubt. der Bräutigam, und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Thüre ward verschlossen. Zulegt kamen auch die anderen Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf. Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euer nicht. Darum wachet, denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Evang. am 27. Sonnt. n. Trinit., Matth. 25, v. 1- 13, D ann wird das Himmelreich gleich seyn zehen Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen, und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren klug, und fünf waren thôricht. Die Thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Del mit sich. Die Klugen aber nahmen Del in ihren Gefäßen, fammt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig, und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: siehe der Bräutigam fommt, gehet aus, ihm entgegen. Da standen diese Jungfrauen alle auf, und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den klugen: Gebet uns von eurem Dele, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen, und sprachen: Nicht also, auf das nicht uns und euch gebreche; geht aber hin zu den Krämern und kaufet für euch selbst. ли ma Epistel, 1.Theff. 5, v. 1:11. o on den Zeiten aber und Stunden, lieben Brüder, ist nicht noth euch zu schreiben, denn ihr selbst wiffet gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen, wie ein Dieb in der Nacht. Denn wann sie werden sagen: es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwanger Weib, und werden nicht entfliehen. Ihr aber, lieben Brüder, seyd nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Ihr send allzumal Kinder des Lichts, und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsterniß. So laßt uns nun nicht schlafen, wie die andern, sondern lasset uns wachen und nüchtern seyn. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern seyn, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit. Denn Gott bat uns nicht gesetzt zum 3orn, sondern die Seligkeit zu besigen, durch unseren Herrn Jesum Christum, der für uns gestorben ist, auf daß, wir wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnet euch untereinander, und bauet einer den andern, wie ihr denn thut. ARENA LETALTUUTUSUND PATCENS FOCACCAP A SINER SIC STOR ERSTEN ER EN ANTARAN A FOLICE FREN BORET ARAS G Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 15 14 ¹6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 19 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 4 CO 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black