in Geforchet einen Fahrer gekihnen. hie wachez e & 31 die Bibel. die het Schrift sie gehört Gurg 2. geboren. August 1846. und starkan Mari 1859 Anna Marin Leiker wurde geboren den 3. tmn Nyoginber 1832 4 Hr Blich. Qis #P geboren den 24. der Süpten 1860. Ishreiner Leiter nach eyebgrees den 12 ten pril 1858 starb. Katharina Beiker würde 25 geboren am 28 sen Februa 1858 um starb am 16ten Juli 1839 Johannes Leckerwüme geboren den 17 son November 1863. Sammle sie einst alle werder dort in deines Vaters Beich ſie send deines Händes Glieder, minſt den Engel Gottes gleich singen sie die Haur derscheen. in den Auserwäh Allen Hören Denn ihr Lobtive noder, Auserwästen Her käufen. wollen. Maria Leiker sterke Haten Aluguest 1868 Eliche bethe Becker starke sen. den 5ten Damüüber 1565 N inf Allgemeines Evangelisches Gesangbuch für das Großherzogthum Hessen. Im Verlage der Großherzoglichen Invaliden- und Soldaten Waisen- Anstalt. Darmstadt, 1851. Bruck der L. C. Wittich'schen Hofbuchdruckerei. Go 1445 SED ning nadinggris Univ.- Bibl. Giessen ə Inhalt. Allgemeine Lieder beim Anfange und Schluß der öffentlichen Gottesverehrung. Nr. 1-9. Erste Abtheilung. Lieder über die christlichen Glaubenslehren. Nr. 10-289. Von Gott, dessen Wesen und Eigenschaften. Nr. 10-41. Daseyn Gottes 10. Einheit Gottes 11. 12. Majestät und Größe Gottes 13-17. Auch 11. 56. 57. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes 18-20. Allgegenwart und Allwissenheit Gottes 21, 22. 24. 25. Allmacht Gottes 23. Auch 50. 72. Weisheit 807 Gottes 26. 27. Auch 50. 59. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes 28. 29. Auch 270-275. Wahrs haftigkeit und Treue Gottes 30. 31. und Barmherzigkeit Gottes 32 39. Langmuth und Gnade Gottes 40. 41. 703. Liebe, Güte Geduld, - Von der heiligen Dreieinigkeit. Nr. 42-46. Von den Werken und Wohlthaten Gottes. Nr. 47-242. Schöpfung 47-53. Auch 420 und 589. Vorsehung oder Erhaltung und Regierung der Welt 54-66. Auch 26. 34. 36. Von den Engeln 67-69. Der Mensch; seine Würde und Vorzüge 70-73. Bestimmung des Menschen 74-77. & r= IV Menschen Erlösung 78- 187. Sündhaftigkeit des 78-83. Folgen der Sünde 84-88. Erlösung und Veredlung des Menschen durch Christum 89-100. Würde des Erlöfers 101-103. Sendung und Geburt Jesu( Adventslieder) 104-109. 704. ( Weihnachtslieder) 110-119. Erscheinung Christi 120. 121. Darstellung Chrifti im Tempel 122. 123. Johannes, der Vorgänger Jesu 124. 125. Lehre, Leben und Thaten Jesu 126-134. 333. 479. Leiden, Tod und Begräbniß Jesu.( Passionslieder) 135-173. Auferstehung Jesu( Osterlieder) 174-184. 705. Christi Hingang zum Vater und Verherrlichung 185-187. 706. Heiligung 188-242. Sendung des heiligen GeiVom Worte ftes( Pfingstlieder) 188-197. Gottes 198-208. 707. Von der heiligen christlichen Kirche 218-309. Am Reformationsfest 210. Bei der heiligen Taufe 219-224. Bei dem heiligen Abendmahle 225-242. Auch 133. 161. 164. 165. 312. 335. Von der Unsterblichkeit und Vergeltung nach dem Tode. Nr. 243-289. Vom Tode 243-263. 665. 666. Von der Aufers stehung der Todten 264-269. Auch 669. 708. Vom jüngsten Gerichte 29, 270-275. 709. 710. Seligkeit der Frommen nach dem Tode 276-287. 289. Auch 77. 178. 312. Verdammniß der Gottlosen 373. 275. 288. 3 weite Abtheilung. Lieder über die christlichen Lebenspflichten. Nr. 290-498. Gesinnung und Verhalten des Christen im Allgemeinen. Nr. 290-354. Eigenschaften des Christen überhaupt 290. 292. 293. 317. 325. 328. 336. 346. 347. 354, Werth und Wichtigfeit V keit der christlichen Tugend 291. 296. 310-312. 314. 318 319. 322. 324. 334. 342. 353. Entschluß azur christlichen Tugend 297. 313. 323. 330, 341. Selbstprüfung 295. 300. 338. 349. Erkenntniß der Sünde und Neue 294. 306. Auch 78. 79. 83. Buße oder Sinnesänderung und Lebensbesserung 298. 299, 301, 304. 711. Bitte um Gottes Beistand zum Guten 337. 339. 340. Auch 80. Wider den Aufschub der Besserung 303. 307. Am allgemeinen Bustage 309. Trost der Sündenvergebung durch Christum 302. 305. 308. 316. Auch 144 Thätiger Glaube an Jesum Christum, und würdige Gefinnungen gegen ihn 312. 320. 321. 326. 331-333. 335. 343-345. 347. 348 4. Wachsamkeit auf unsern Sinn und Wandel 81. 274. 349. Beharrlichkeit und Fortschritte in der Besserung 315. 327. 332, 350-352. Gesinnung und Verhalten des Christen in Hin sicht auf Gott. Nr. 355-420. Erkenntniß Gottes 355-358. Ehrfurcht vor Gott und Heilighaltung des Eides 359-361( c). Liebe zu Gott 362, 365. Gehorsam gegen Gott 366. 367. Freude in Gott 368-370. Vertrauen auf Gott 371-390. Gebet 391-403. Dankbarkeit ge= gen Gott 404-411. 712. Lob Gottes 412-420. 713. 714. Gesinnung und Verhalten des Christen gegen sich felbst. Nr. 421-476. Selbsterkenntniß und Demuth 421-425. Selbstliebe. 426. Selbstachtung 71. 73-76. 443( b). Sorge für die Seele 427-431. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit 432- 435. Berufstreue 436439. Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen Güter 440-448. Weiser Gebrauch der Lebenszeit 445. 0 VI 445448. 260-262. Genügsamkeit und Zu friedenheit 449-452. Streben nach Herzens- und Gewissensruhe 453. 454. 500-503. Weiser Genuß 54 der Lebensfreuden 455-458. Geduld und Gelassenheit im Leiden 459-476. Gesinnung und Verhalten des Christen gegen andere Menschen. Nr. 477-498. Allgemeine Menschenliebe 477-482. Mitfreude und Mitleid 482.( b). Gerechtigkeit und Billigkeit 483. 484.( c). Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit 485. 486. Dienstfertigkeit und Gefälligkeit 487. Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht 488( a) und( b). Versöhnlichkeit und Feindesliebe 489- 491. Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit 492 496. Gutes Beispiel 497. Bescheidenheit 498. Auch 421-424. 509. Glückseligkeit wahrer Christen 499 Such 316, 319. - Dritte Abtheilun g. Lieder über die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Nr. 510-702.67 Gesinnung und Verhalten des Christen in besonderen gesellschaftlichen Verbindungen. Nr. 510-559. Häusliche Gesellschaft 510-532. Der Che stand 512. 513. Bei Trauungen 514. 515. der Trauung 516. Aelternpflicht 517-521. despflicht 522-524. Geschwisterliebe 525. Herrschaften 526, 527. Für Dienende 528. Nach KinFür 529. Für VII Für Wittwen 530. Für Waisen 531. Dankbarkeit gegen Wohlthäter 532. Kirchliche Gesellschaft 533— 544. Lehrer und Zuhörer 533. Bei Einführung eines Religionslehrers 534. Bei der Konfirmation 535-542. 198. 330. Vor der Einsegnung 539. Nach der Einsegnung 540. Nach der Konfirmation 541. 542. Bei Einweihung einer Kirche 543. Bei Einführung eines Schullehrers 544. Bürgerliche Gesellschaft 545-556, Vaterlandsliebe 546. $ 6547. 548. Regent, Obrigkeit und Unterthan 402. Hoher Stand 549. Der Richter 550. Der Soldat 551. Der Landmann 552. Der NachUmgang 554. Freundschaft 555. 556. Verhalten in Ansehung der Thiere und Bäume 557 bar 553. Christliches 559. - Gesinnung und Verhalten des Christen zu besonderen Zeiten. Nr. 560-624. Tageszeiten. Am Morgen 560-570. Am Sonntagmorgen 571. Beim Anblicke der aufgehenden Sonne 572. Am Abend 573-583. Unter gestirntem Himmel 584. Jahreszeiten 63. Im Frühling 585-587. Im Sommer 588-590. Im Herbst 591. 592. Im Winter 593. 594. Saat- und Aerntezeit. Zur Saatzeit 595. Nach einer reichen Aernte 596. 597. Auch 62. Nach einer sparsamen Aernte 598. Witterung. Flehen um Regen 599. Nach verliehenem Regen 600. Flehen um Sonnenschein 601. Nach verliehenem Sonnenschein 602. Beim Gewitter 603. 604. Nach dem Gewitter 605. Jahreswechsel. Neujahrslieder 606-613. Beim Anfang des Kirchenjahres 614. Auch 212. Lebenszeiten. Am Geburtstage 615. 616. 66. 407. 411. 418. 576. Die Lebensalter 617. Für die Jugend 618-620. Für Jünglinge 621. 134( a). 433( 6). 447. 455. 457. Für Jungfrauen 622. 433( c). Für das Alter 623. 624. Ge VIII Gesinnung und Verhalten des Christen unter besondern Umständen. Nr. 625-702. Bei allgemeinem Wohlstand 625. In allgemeiner Noth 626. 627. In Kriegszeiten 628-630. Zur Friedensfeier 631. 632. In Theuerung 633. In Wasusersnoth 634. 635. Nach überstandener Noth 636. Nach einer Feuersbrunst 637. Nach einem großen Verluste 638. Auf der Reise 639. Der reisende Jüngling 640. Fürbitte für liebe Abwesende 641. Bei ansteckenden Krankheiten 642. Nach denselben 643. In Krankheiten 644-652. 252. 378. 382. 462. 463. 474. Abendmahlsfeier eines Kranken 653. 654. Fürbitte für Kranke und Leidende 655. 656. Nach der Genesung 657. 274. Vorbereitung auf den Tod, und Trost für Sterbende 658 668. 247. 260262. 268. 270, 282-287. Der sterbende Jüngling 669. Das sterbende Kind 670. Fürbitte für Sterbende 671. 672. Ginsegnung eines Sterbenden 673. Der Tod des Frommen 674. Beim Tode guter Aeltern 675. Beim Tode hoffnungsvoller Kinder 676. 677. Beim Tode eines guten Ehegátten oder eines Freundes 678. Bei Begräbnissen 679-702. Auch 243. 250. 258. 264. 265. 267. 269. 276. 278-287. 289. Am Trauerhause und beim Zug zum Grabe 243. 246. 248. 253. 254. 258, 260, 262. 679. 680. Am Grabe 681-691. Beim Grabe eines Verunglückten 692. Am Grabe Frühverstorbener 693-695. Am Grabe eines verdienstvoller Lehrers und Seelsorgers 697. Trost und Gelübde auf Gräbern 698-700. Trost des Wiedersehens 701. 702. si spiste Allgemeine Lieder bei der öffentlichen Gottesverehrung. # 3160 Bei dem Anfange der Gottesverehrung. Sura domm', heiliger Geist! dich flehen wir: führ' uns, uns, und erhalt In eigener Melodie. ner Gläubigen, und entzünd' in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt In eigener Melodie. haft, in Einigkeit des Glau- 3 Lob, Breis und Ste luja! bringen wir, Gott, Vater, Sohn und Geist, nur dir! Es müsse jedes Land auf Erden mit deinem Ruhm erfüllet werden! Wie selig, ( chöpfer, Gott, Herr 2 keit, Vater der Barmherzigkeit, aller Welt Erhalter und Regierer! Erbarme dich! dir! Mit deinem Trost, o Gott, verlaß uns nicht in unsrer letzten Noth! Erbarme dich! 2. Christe, aller Welt Licht, unser Heil und Trost und Zuversicht, du Gottes ew'ger Sohn, ach, unser Mittler vor des Höchsten deß Zuversicht du bist! O Höchster, deinem großen Namen sei ewig Ruhm und Ghre! Amen! Erhör uns, Gott! Erhör' uns Gott! Vor der Predigt. In eigener Melodie. Thron, Heiland! brünstig 4 Liebster Jesu, wir sind seufzen wir zu dir! Erbarme dich!. um dein göttlich Wort zu hören; lenke Sinnen und Begier zu des A Hima 3. Heiliger Geist, dich, 2 Allgemeine Lieder Himmels heil'gen Lehren, Leid und keine Freude uns daß das Herz jeßt von der von dieser Liebe scheide! Erde ganz zu die gezogen 1913 beriget werde. 2. Dieſes Lebens Wiſſenbleibt mit umhüllet, wenn nicht dei nes Geistes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet! Lehr' aufs Wort uns glaubend merken: laß es uns zur Tugend stärken. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, dir sei unser Herz geweiht, dir zum Tempel auserforen! Lenfe du Gebet und Lehre, uns zum Heil und dir zur( hre. 5 Herr Mel. Liebster Jesu, wir sind err! vor deinem Angesicht hat die Andacht uns versammelt. Ach verwirf das Flehen nicht, das dein Volk dir, Höchster stammelt! Hör' auf unsre schwachen Lieder und sieh' gnädig auf uns nieder. 2. Laß das Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Seelen dringen; laß es unsern Sinn erneuen und des Irrthums Nacht zerstreuen! 3. Mach' uns so dein Wort bekannt, daß wir seine Vorschrift üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Christum, herzlich lieben; daß kein In Melodie. 6 Demuthsvoll komm ich dir, dich im Geiste zu verehren, Vater! acy verleihe mir wahre Andacht, daß die Lehren deiner Weisheit mich recht rühren, mich den Weg zum Himmel füh ren. is 2. Ach gib, daß dein theures Wort meine Seele ganz durchdringe, und in mir, o Herr, mein Hort, Frucht zum ew'gen Leben bringe; gib, daß es mich mächtig stärke zur Vollbringung guter Werke. 3. Laß es seyn mein Trost, mein Licht, Herr, auf allen meinen Wegen; meine starke Zuversicht, wann sich Zweifel in mir regen: meines Herzens höchste Freude, wann ich von der Welt einst scheide. Met. Vom Himmel fam Gott! du bist mein Preis und mein Herz sei ganz dein Eigenthum! Laß mir den Sonntag heilig seyn, und gern ihn deinem Dienste weihn! 2. Gib, daß ich mein Gemüth bewahr', wann ich mit deiner Christenschaar zu deines Hauses Stätte geh', und so mit Ehrfurcht vor dir steh'. 3. Er bei der öffentlichen Gottesverehrung. 3 3. Grinn're selber meinen Geist, daß du mir gegen wärtig sei'st, damit ich deines Wortes Lehr' mit Andacht und mit Nußen hör'. Herz hinein, und laß mich 4. Drück Alles steh' nicht blos Hörer seyn; mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter fet. 9 banken dir, daß tief in's Met. Liebster Jeſu, wir sind du uns dein Wort gegeben; hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben; gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei durch Werke. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag; bewahr' mich vor dem Geist der Welt, der deinen Tag verächtlich hält. 6. Was dein Wort heute in uns schafft, behalt die ganze Woche Kraft, und meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht! Mel. Herr Jesu Christ, dich flucht bist, sei mit den Deinen, Jesu Christ! send' uns den Geist, der uns regiert, und uns den Weg zur Wahrheit führt. 2. Er stärkt den wankenden Verstand, macht deine Lehre uns bekannt; er flammt zur Heiligkeit uns an; er leitet uns des Lebens Bahn. Bei dem Schlusse der öffentlichen Gottesverehrung 3. Halleluja! Ginst fingen wir, Gott, heilig! heilig! heilig! dir, und schauen dich in deinem Licht, von Angesicht zu Angesicht. 2. Uns, o Vater! lehrest du, was wir thun und glauben sollen; schenk' uns deine Kraft dazu! Gib zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen, so wird Alles wohl gelingen. 3. Gott sei Preis und Auch jetzt haben wir vernommen, was uns fromm und weise macht, Gottes Wort, den Trost der Frommen; Lehren, die zu guten Werken unsern schwachen Glauben stärken. 4. Unser Gott erhört Gebet, gibt uns seinen Vatersegen. Wer nur seine Wege geht, findet Heil auf diesen Wegen. Laßt uns, um ihm zu gefallen, freudig seine Wege wallen! 5. Unsern Ausgang fegne A 2 Gott 4 Von Gott, dessen Wesen d Gott, nnsern Eingang und Guten Kräfte, daß wir, seiGeschäfte; er sei bei uns in nes Himmels Erben, ihm der Noth, er verleih' zum nur leben, ihm nur sterben! Erste Abtheilung. Lieder über die christlichen Glaubenslehren. Von Gott, dessen Wesen und Eigenschaften. Daseyn Gottes. weife Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? Mel. Kommnt her zu mir, spricht 10 W er könnte zwei feln, daß du bist, o Gott! Der ganze Weltbau ist ein Zeuge deines Lebens. Zu sichtbar ist's, daß Güt' und Macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts ist daran vergebens. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh' ich Ordnung, die entzückt, im Großen und im Kleinen; ich seh', und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu Einem Ziel vereinen. 3. Eins muß dem andern nußbar seyn, daß die sich ihres Daseyns freun, die sich empfinden können. Und wie? doch wäre die Natur und ihre 4. Nein, wahrlich nicht von ohngefähr entstanden Himmel, Erd' und Meer: so konnte Nichts entstehen! Nur du, Gott, schufest die Natur, und einzig deine Kreatur ist Alles, was wir sehen. SHS 5. Du bist's, der die geschaffne Welt in ihrer Ordnung stets erhält, mit, Weisheit sie regieret. Du bist es, der, nach seinem Rath, auch uns auf unsers Lebens Pfad. mit weiser Gnade führet. 6. O wohl mir, Höchster, daß du bist, daß dein Werk Erd' und Himmel ist! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel; ich darf nach meiner Wünsche und Eigenschaften.co sche Ziel nun nicht vergeblich streben. 7. Mein Sehnen nach Zu friedenheit, mein Durst uach ew'ger Seligkeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hält und nicht die schnöde Lust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 8. Drum soll es stets mir Freude seyn, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weihn, zur Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth hier reichen Trost und einst im Tod des Himmels Wonne geben. 5 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fas sen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet. Gr bleis bet ewig, wie er war, vers borgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. Einheit Gottes. Mel. Es ist das Heil uns 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und Kraft und Stärke; seine Hand umspannet Erd' und Himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? er Herr ist Gott hüllt ihr in Fin11 Dund feiner mehr. sterniß, was ihr beginnt; er sieht's gewiß, er sieht es schon von ferne. Frohlockt ihm alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam' ist groß, er ist unendlich, gränzenlos in seinem ganzen Wesen. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwär tig breitet sich dein Fittig über alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn auszuspre: chen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh' noch die Erde war, war er, noch eher als die Himmel. 7. Gerecht bist du, bist heilig, gut, und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne! Du Unsterblichkeit allein, A 3 bist haft Von Gott, dessen Wesen 6 bist selig, wirst es ewig seyn, der Seligkeiten Fülle! 8. Du nur verdienest Lob und Dank, du nur Gesang und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott, und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Mel. Mein erst Geschäft sei Preis ist nur Giner 12 Gott im Himmel und auf Erden. 6. Nein, ewig bleibst du mir allein der Herr, dem ich anhange; und ewig soll's kein Andrer seyn, von dem ich Heil verlange. werden. 2. Was er erschuf, das kann allein durch seine Kraft bestehen; will er, die Welt soll nicht mehr seyn, so muß die Welt vergehen. 3. Mit Allgewalt und Majestät ist er nur Weltregierer, der Sterne, die er ausgesät, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Name, mit der That kann er's der Welt beweisen. Herr! groß an Huld, an Macht und Rath! wer sollte dich nicht preisen? 5. Dich preist entzückt ter Himmel Heer; es kennt nicht deines Gleichen! Nur du bist Gott, sonst keiner mehr; sollt' ich von dir je weichen? 7. Mein ganzes Leben weih' ich dir, du Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst noch mehr als hier in deiner Größe schaue. Majestät und Größe Gottes. In eigener Melodie. Nur fein allmächtiges Ge 13 Schwingt, heilige bot und von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, ist unaussprechlich groß. Lobsinget Gott, lobsingt vor seinem Angesichte! Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. 2. Kein Sinn kann ihn erreichen, fein endlicher Verstand; was kann sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreise, zu seinem ew'gen Preise, mit Herrlichkeit erfüllt. 3. Die Sonn' in hoher Ferne mag strahlenreicher glühn; glänzt heller noch, ihr Sterne, was seid ihr gegen ihn? Ihr seid mit eurer Pracht in eurem schönsten Lichte, vor seinem Ange= und Eigenschaften. gefichte, nur Schimmer seiner Macht. 4. Wie sollen wir dich nennen, dich Vater der Natur? Was wissen wir? Wir kennen der Wesen Hülle hur. Der Weisen Scharf finn steigt nie zur Natur der Geister. Hier staunt der flügste Meister, er glaubet nur und schweigt. 5. Von dir strömt alles Leben, du bist der reinste Geist; du hast die Kraft gegeben dem Engel ,, der dich preist. In deinem Heiligthum ertönen Lobgesänge in seiner Brüder Menge, zu deines Namens Ruhm. begreifen können. O flöße meinem Geist die tiefste Demuth ein, und laß mich stets vor dir voll Ehrerbietung seyn! 2. Du bist das höchste Gut, du weißt von keinem Leide; höchst selig in dir selbst, schmeckst du volle kommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit; auch ohne Kreatur bist du dir selbst ge nug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefst dem, das nicht war, um Lust und Seligkeiten auf's Mannigfaltigste rings um dich auszubreiten. Du bist die Liebe selbst; Verstand und Rath sind dein: und du gebrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreu'n. 6. Stimm' in der Engel Chöre, o meine Seele, auch; sei voll von Gottes Ehre, du, seines Odems Hauch! Wie groß ist dein Beruf! Auf, widme deine Kräfte dem würdigsten Geschäfte, wozu dich Gott erschuf. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräft'gen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 7. Im Geiste bet' ihn, Seele, bet' ihn in Wahrheit an! Liebst du des Herrn Befehle, wie selig bist du dann! 5. Du bist der Herren Er hat Unsterblichkeit und Herr, der Erde Majestäten Seligkeit und Leben: das find, Höchster, vor dir Alles wird er geben dem, Staub; auch Geister kannst der sich ganz ihm weiht. du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? wen du erhöhen Mel. Nun danfet Alle Gott 14 Anbetungswürd'ger willst, deß Hoheit muß be stehn. is 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit befizet, der A 4 Les Gott, mit Ehrfurcht stets zu nennen! du bist unendlich mehr, als wir Von Gott, dessen Wesen 8 Leben gibt und nimmt, der unsern Odem schüßet; den Geist, der in uns lebt, den haben wir von dir. Willst du, so wird er Nichts, doch du bleibst für und für. 7. Wer hat, Unendlicher, wer hat dich je gesehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickst, und Alles, was da lebt, mit Seligkeit beglückst. 8. Was wir, Unendlicher, von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deine Liebe fund. 9. Wir schaun dich nur von fern, noch schwach, noch unvollkommen; doch wird die grobe Hüll' dereinst hinweg genommen, die, Unbegreiflicher! dich unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 10. Indeß sei auch schon hier dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein beßrer Preißgesang dich, großer Gott, erhöhn. shall Mel. Freu' dich sehr, o meine 15 Höchfter, wer ift's, dir gleichet? Was sind Engel? was bin ich? Du, an den kein Seraph reichet, wer, ach! wer begreifet dich? Niemand war und Niemand ist, was du warst und immer bist. Wer ersteigt des Himmels Höhen, um dich selbst im Licht zu sehen? 2. Unerschaffner, Erster, Bester, Schöpfer, Vater der Natur; du, der höhern Geister Größter, Gott der Menschen, Gott der Flur! du bist ganz Vollkommenheit, lebst und wirkst von Gwigkeit. Wer verkennt bei dem Gedanken seiner Einsicht enge Schranken? 3. Du, der Ursprung aller Gaben, und Beherrscher jeder Welt, über Alles hoch erhaben, was ihr Umfang in sich hält, du bist unveränderlich, Alles, Alles blos durch dich. Nur in deines Reiches Gränzen sehn wir deine Wunder glänzen. 4. Ja, du wohnst in einem Lichte, das kein Mensch durchdringen kann, Deine Wege und Gerichte staunet selbst der Engel an. Kein Erschaffner stehet ganz deiner Hoheit vollen Glanz. Stets wird neue Tiefen finden, wer's versucht, sie zu ergründen. 5. Den und 5. Dennoch soll mir meinen Glauben, daß du bist, und auch für mich, nie der Thor und Spötter rauben, der vom Tugendpfade wich. Sei gleich unerforschlich mir: dennoch bleib' ich stets an dir. Welten find's, die von dir zeugen und mein Herz zum Glauben neigen. In eigener Melodie. Eigenschaften.co 9 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch' ich gleich dein göttlich Wesen nicht, so g'nüge mir davon dein Unterricht! 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge; gib, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif' ich's nicht, wie du die Welt re16 was reicht an deine Größe? Denk' ich an dich, so fühl' ich meine Blöße; ich fühle, Herr, daß du unendlich bist, und daß umschränkt mein forschend Denken ist. 2. Du wohnst im Licht, wozu kein Mensch kann kommen. Was haben wir von deinem Ruhm vernommen? Den kleinsten Theil von deiner Majestät, die dir gebührt, und über Alles geht. 3. Dein ew'ges Seyn, dein ganz vollkommnes Wesen; das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand: von Engeln selbst wird es nie ganz erkannt. 4. Wie sollt' ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu In eigener Melodie. ergründen? mache mich 17 Gott ist mein Lied! von frei, Gott daß mir dein Wort des der Stärke; groß ist sein Glaubens Richtschnur sei. Nam', und groß sind seine A 5 Werdaß du mich selig führst. 7. Ginst wirst du dich mir näher offenbaren; einst werd' ich mehr von deinem Rath erfahren, wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt, und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle; zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd' ich dich im hellern Lichte sehen, und froh in dir, dein ewig Lob erhöhen! Herr! du bist groß, und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Rath. Von Gott, dessen Wesen 10 Werke und alle Himmel sein Gebiet. an 2. Er will und spricht's, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und sei nes Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war in Himmel, Erd' und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 10. Nichts, Nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immerdar foll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn! 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du haft werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 6. Er ist um mich, schafft 14. Kein Sperling fällt, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. Herr, ohne deinen Willen; sollt' ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 7 Er ist dir nah, du fizest oder gehest. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest; so ist er allenthalben da. 8. Er fennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden, so frag' ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. Mel. Liebster Jesu, wir sind er mir geben wollte, schrieb 18 Gott, du bist von Ewigkeit, und auf sein lang leben sollte, da ich noch unbereitet war. dein herrlich großes Wesen ändert sich zu keiner Zeit. Du 56# und Eigenschaften. Du bleibst stets, was du gewesen. Laß dies meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben! 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen! Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen. Laß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr! du bist kein Menschenkind, daß dich Gtwas reuen sollte; immer bleibst du gleich gefinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. Dhilf uns Allen thun nach deinem Wohlgefallen! 4. Sünden bleibst du ewig Feind; wehe denen, die sie lieben. Ewig bleibst du derer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Laß uns darin schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht. Du bist ewig der Getreue, der da hält, was er verspricht. O, daß dies mich stets erfreue! Laß nur dei nen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu bleis ben. 6. Stets ist Wohlthun deine Lust; ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn ich auch mit Lust mich in deinem Willen übe! Dann, o Herr, wird's mei11 ner Seelen nie an wahrem Wohlseyn fehlen. 7. Erd' und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlassen. Nur durch dich kann ich bestehn. Deine Hand wird mich umfassen, wann ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden! diese deine Ewigkeit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen und mein Glück auf dich zu bauen. Mel. Erhabner Gott 19 Heie Zuflucht aller err Gott, du bist Zeiten, denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh' Erd' und Himmel ward, eh' noch dein Arm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leben doch von mir! Du, Höchster, du nur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden A6 noch die Him Von Gott, dessen Wesen seyn, der Himmel und der Erden. Himmel und die Erden, wie auch nie, sich gleich zu ein Gewand, von dir verwandelt werden, du bleibest, wie du bist; denn welche Zeit umgränzet wohl, Herr, die Unendlichkeit? 4. Gott, mit dir unveränderlich, bezeugte deine Weisheit sich Geschöpfen, die da waren, nnd wird den Welten, die du schufst, sich ferner offenbaren. 12 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte, du schüßest sie mit deiner starken Rechte, du läßt ihr Herz sich ewig deiner freun, und bleibst ihr Gott; denn sie find ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir; mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. 5. Ob Felsen weichen, Berg' ins Thal sich stürzen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzittert, bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 6. Was zaget denn mein Herz in mir; was flag' ich ängstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße; und daß in Unbeständigkeit dies Leben mir verfließe? 7. Was flag' ich, der dein Wort noch hat, den Trost, daß meine Missethat mich einst gewiß nicht richte, und daß mein Erbtheil ewig sei vor deinem Angesichte? Mel. Ich freue mich, mein Gott o wie du bist, so 20 S warst du schon, Gott, ehe du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht waren, beriefst zu seyn, um deine Macht und Güte zu erfahren! 2. Du wirst auch seyn, so wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist, wenn längst schon Ewigkeiten uns Kämpfer krönen, die wir hier um deinen Himmel streiten! an 3. Von Ewigkeit zu Ewigfeit kann deines Wesens Herrlichkeit sich selbst nicht ungleich werden, bedarf deine Freuden. 8. Was klag' ich? Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch, und willst mich ewig lieben! Hast selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben! 9. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein; und ewig, ewig wirst du's seyn. Von dir kann mich Nichts scheiden. Die Welt vergeht mit ihrer Lust, nicht du und All. und Eigenschaften. Allgegenwart Gottes. Mel. Auf, Christenmensch 21 ie bist du, HöchNie ster, von uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; denn deine Rechte schüßzet mich. 2. Was ich gedenke, weis sest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wann ich Gutes thu'; du siehst es, wann ich fehle. Nichts, Nichts, kann deinem Aug' entIn eigener Melodie. fliehn, und Nichts mich deiz 22 Allgegenwärtiger ner Hand ich 3. Wann ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe und, über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe; so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 13 4. Du merkst es, wann des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet, so weißt du sie, und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. u 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine. Voll Mittleid, Vater, zählest du die Thränen, die ich weine! Du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwär tiger! dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr! mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu', und, dir zu dienen, eifrig ſei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln! Daß du, o Gott! stets um mich sei'st: das tröst' und beßre meinen Geist! verborgen, wo ich bin, wollt' auch auf schnellen Schwingen mich an die fernsten Meere hin die Morgenröthe bringen. 1 2. Flieg' ich zum Himmel hoch empor, mich unter seinem Sternenchor im Glanze zu verstecken, so bist du da, ziehst mich hervor, und Schande wird mich decken. 3. Steig' ich vor deinem Drohn hinab ins Haus der Finsterniß, das Grab: du bist auch da zugegen; auch da folgt mir dein Richterstab auf schauervollen Wegen. 4. Der Alles schuf, ist überall: o fürchterlicher Donnerschall in aller Sünder Ohren! Sie fürchten A 7 fei Von Gott, dessen Wesen 14 keinen Ueberfall: nun zittern sie, die Thoren. 5. Der Gott des Himmels so nah, das Heiligste der Wesen sah, was wir im Herzen dachten; was in geheimer Nacht geschah, wann wir und Satan wachten. 6. Wir Thoren haben wohl gedacht, du würdest uns, o Mitternacht, mit schwarzen Flügeln decken! Umsonst! Gott wacht um uns, er wacht mit allen seinen Schrecken. des 7. Noch keines Herzens böser Rath, ihr Sünder, keine schnöde That ist seinem Aug' entronnen. Er kennet den geheimen Pfad Staubes und der Sonnen. 8. O gehe nicht, Herr, ins Gericht, wann wider die gelobte Pflicht wir, deine Knechte, handeln! Laß uns vor deinem Angesicht in frommer Ehrfurcht wandeln! 9. Daß deinem Blicke Nichts entflieht, was war und ist, und einst geschieht, sei meine Ruh' und Freude! Ein Gott, der Alles weiß und sieht, der weiß auch, wann ich leide. Allmacht Gottes. In eigener Melodie. err! deine Allweit, als selbst dein Wollen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun unmöglich wär'? 2. Du sprichst, und auf dein mächtig Wort fällt Alles dir zu Füßen. Du führest deinen Rathschluß fort bei allen Hindernissen. Wenn du gebeutst, so steht auch da, was noch zuvor kein Auge sah. G8 3. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. bleibet stets dein Augenmerk, und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. 4. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, dein Bermögen weit über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, in deiner Hand bleibt Alles, was durch dich entstand. 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug' nicht sehen, wann nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, wann du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läßt. 6. Allmächtiger! erstaunt fall' ich vor deinem Throne 23 nieder; mein blöder Geiſt yer= mund Eigenschaften. verlieret sich, und lallt nur schwache Lieder, bewundert dich und deine Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 7. O, schenke mir die Zuversicht, die deiner Macht vertrauet; der Macht, die Hülf' und Trost verspricht, wenn man auf dich nur bauet, auf dich und deines Armes Kraft, die Alles kann und Alles schafft. Allwissenheit Gottes. Mel. O Gott, du frommer Gott err, 24 mich, die bin ich du erforschest unverborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu'; du ordnest, du beschließest, was mir begeg nen soll. Erstaunt seh' ich auf dich: wie groß ist dein Verstand! wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt' ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Führ' ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; Führ' ich zur Tief' hinab, auch hier bist du mir nah. 15 4. Nähm' ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb' ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand, denn du bist überall und dein ist jedes Land. 5. Spräch' ich zur Finsterniß: Sei um mich, mich zu decken! so sucht' ich doch umsonst vor dir mich zu verstecken; denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht: die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Du warst schon über mir, in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe! Ich danke dir! daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh' ich war, schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Gebein, eh' ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntnisse, für köstliche Gedanken! Unzählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer! fehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. e 9. Er Von Gott, dessen Wesen 16 9 Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ich's meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ich von außen scheine? Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. Mel. Wie groß ist des Allmächt'= gen Güte. dem, der dich kennet, unendlich groß und wunderbar! 4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen, ist meines Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich begreifen kann ich nicht. Gott, nach dem Licht, in dem du wohnest, schau' ich mit heiliger 25 Wo du es die mich lehren, wie unser Gott allwissend ist? Wer kann mir For= schenden erklären, was sein Verstand faßt und ermißt? Wer kennet ihn von Angesichte? wer, wenn er noch so hoch sich schwingt? Befennt's: Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein sterblich Auge dringt. 2. Könnt' ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer, und die Gedanken aller Seelen von ihrem ersten Ursprung her; so wär' ich weiser, als auf Erden ein Mensch ist, als am Strom des Lichts vielleicht selbst Engel jemals werden; doch wüßt' ich gegen Gott noch nichts; und belohnest mit Weisheit meinen Blick nach dir. vor 5. Die Weisheit warnet mich vor Sünden, Selbstbetrug und Heuchelei. Ich denke stets: Gott kann mich finden, wie tief verborgen ich auch sei. Vor ihm kann keine Nacht mich deken, kein falscher Schein betrüget ihn. Mich würde stets sein Daseyn schrecken, könnt' ich gleich aus der Welt entfliehn. 6. Wer kennet seines Herzens Tiefen? wer darf, o Gott, sich selber traun? Allwissender! du woll'st mich prüfen, du wollest ganz mein Herz durchschaun. Erblickst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn, und laß mich einst am Ziel den Segen der Frömmigkeit von dir empfahn! 3. Nichts gegen ihn, der sie durchschauet, die Tiefe der Unendlichkeit und jede Welt, die er gebauet, und jeden Punkt der Ewigkeit. du, der Alles weiß und nennet, was ist, was werden Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott ſoll und war, wie bist du Jez 26 Du weiser Schöpfer SeAll und Alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß, Nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe ganzem Chor schreibst du Maaß, Ziel und Regel vor. 2. Die vielen wundervollen Werke, was unsern Augen fern und nah, stehn als Beweise deiner Stärke, als Zeugen deiner Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand: der ganze Weltbau macht's bekannt. Eigenschaften. 17 6. Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle auf ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht, drum leite mich dein sichres Licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem weisen Rath ges führt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du auf's Beste mich regiert; o leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit! 3, Mit eben diesen Meisterhänden, mit welchen du die Welt gemacht, regierst du auch an allen Enden, 27 Unerforschlich ſei was Verstand gebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht! der Menschen Rath und Bei stand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, krönt auch, sobald du willst, die That; wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten Zweck wählt dein Verstand; die Mittel stehn in deiner Hand. 5. Die Menge so ver schiedner Willen, wo jeder seinen Weg erwählt, muß doch den deinen bloß er füllen, der seines Zieles nie verfehlt, und aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. Mel. Gott des Himmels und der Erde. nes Gottes Weg und Rath, und die Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat; doch ist Alles, was er thut, wie's auch scheine, weis' und gut. 2. Sollt' ich meinen Gott nur loben, wenn ich seine Absicht seh'? Pflicht ist's, ihn auch dann zu loben, wenn ich sie noch nicht versteh'! Frevelt der nicht, welcher klagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Soll ein Vater unterlassen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tadler! Engel fassen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, glauben, noch nicht völlig schaun. 4. Sollt Von Gott, dessen Wesen 18 4. Sollt' er zu Negiererinnen seiner Werke, seiner Welt meine Lüste seßen? sinnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 5. Hier in meinem Bilgerstande sei mein Theil Zufriedenheit; dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel seyn. 6. Wenn du auch auf rauhen Wegen wandelst, ach! so klage nicht. Was hier schmerzet, wird dort Segen; was hier Nacht ist, wird dort Licht, und ich fass' erst Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin. 1 Heiligkeit und Gerechtig keit Gottes. Mel. Freu' dich sehr, o meine 28 Gott ott, vor dessen Angesichte nur ein reiner Wandel gilt; ew'ges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Wahrheit quillt: deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß sie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir. Gwig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist untadelhaft, ist gut; und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Herr! du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sei'n. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Nur der Fromme darf sich dein, deiner Gnad' und Huld erfreun. Wer beharrt in ſeinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. D! so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaff' in uns stets reine Herzen; tödt' in uns der Sünden, Macht! Denn was sind wir, Gott! vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin! O! so reinige vom Bösen unsern ganzen Sinn durch ihn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib. uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und uns zu dem Himmel führe. 6. Jede Neigung und Begierde, jede That sei dir geweiht! Unsers Wandels größte Zierde ſei rechtschaffne Heiligkeit! Mach' uns deinem Bilde gleich, denn zu deinem Himmelreich wirst und Eigenschaften.co wirst du, Herr! nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel. Schon ist der Tag von Gott 29 erechter Gott, 19 5. Doch dem, der dich » Gott! nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Nächer. Verachtung, GewifElend, richt muß alle Welt sich stellen; du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. D! laß mich jede Sünde scheun, und hier mit Ernst beslissen seyn, vor dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem hohen Thron herab auf deine Kinder, bestimmest jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nicht fiehst du die Personen an: auf das allein, was wir gethan, siehst du, gerechter Richter. 3. Das Vorgefühl der Seligkeit gibst du schon hier den Frommen; du schüßest fie vor manchem Leid, in das SD die Sünder kommen. zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend 30 Noch nie hast du dein widmet. gebrochen, nie deinen Bund, o Gott! verlegt. Du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorgeseßt. Wenn Erd' und Himmel auch vergehn, wird ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein 4. Du liebst, was recht ist, Herr! und gut, du bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufge: nommen. Sein Tugendfleiß gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz heilig, ganz vollkommen. sensmartern sind sein Lohn oft schon in diesem Leben. 6. Bleibt hier viel Böses ungestraft, viel Gutes unbelohnet: so kommt ein Tag der Rechenschaft, der feines Sünders schonet. Da zeigest du im hellsten Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann triumphirt der Fromme. 7. Gerechter Gott! laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben; verleihe mir die Kraft dazu, es willig auszuüben! Regt sich die Sünde noch in mir, so stärke mich die Furcht vor dir, daß ich sie überwinde! Treue und Wahrhaftigne feit Gottes. d Mel. Wer nur den lieben Gott Von Gott, dessen Wesen 20 dein Wort verheißen hat; Mel. Gott des Himmels und nach deiner Macht, nach deis 31( a) Weicht, ihr Berner Treue was fallt ihr Hügel, brecht, ihr Felsen, stürzet ein! Fester wird, als Berg und Hügel, Gottes Vatertreue seyn, unbewegter noch, als sie. Seine Wahrheit trüget nie. 2. Gnade hat er mir versprochen, das ist Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen; seine Treue bürgt dafür. Grd' und Himmel mag vergehn; was er zusaat, muß geschehn. du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kömmt sie doch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, was deine Lieb' uns zugedacht: so wird, wann du Vergeltung übest, die Drohung auch gewiß vollbracht: wer hier verleget seine Pflicht, entgehet deiner Strafe nicht. 4. O drücke tief dies in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut; gib, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels, dein Bund steht fest; wohl dem, der sich auf Gott verläßt! 6. Erwäge dies, o meine Seele, und traue Gott, der's treulich meint. Sei stets, nach seines Worts Befehle, der Wahrheit Freund, der Lügen Feind; beweise dich als Gottes Kind, dem Tren' und Wahrheit heilig sind. 3. Nicht auf Menschen will ich bauen; wie betrüglich ist die Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hält! Er, ein Feind der Heuchelei, ist wahrhaftig, ist getreu. 4. Dräut die Welt mir, mich zu haffen, und verfolgt mich, will ich mich immer auf den Herrn verlassen; er erbarmt doch meiner sich. Denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 5. Scheint auch er mich nicht zu achten, und verbirgt sein Angesicht, läßt mich rufen, läßt mich schmachten: so vergißt er mich doch nicht; denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 6. Friede will er mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört; ihre Liebe mag erkalten, bleib' ich meinem und Eigenschaften. nem Gott nur werth. Er, der meinen Kummer stillt, bleibt mir immer Sonn' und Schild. 7. Er, der Herr ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genennt; das ist Trost genug: ich Armer werde nie von ihm getrennt. Er will meine Zuflucht seyn; sollte nicht mein Herz sich freun? 8. Ihm allein will ich vertrauen, will auf diesem Felsen ruhn, will mein Glück auf ihn nur bauen; was er sagt, wird er auch thun! Erd' und Himmel mag vergehen! Ewig wird sein Bund bestehn. 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und was er thut, ist gut. Auch Trübsal ist's; mein Vater bessert mich durch Alles, was er thut. Die Trübsal gibt Geduld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er, dem ich theuer bin, führt mich nach weisem Plan, im Wechsellauf der Dinge zum 31 Gewinn des Heils hinan; vergibt mir gnädig meine Sünden, und läßt mich Trost durch Christum finden. Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder Acht. Auch freut es ihn, wenn schon ein irdisch Glück sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu! 7. Gott ist getren! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freun? Sei Gott getreu und fürchte Nichts; mag doch die Welt voll Arglist seyn. Selbst falscher Menschen Neid und Tücke In eigner Melodie. ott Sein Herz, sein Vaterherz verläßt die Seinen nie. Gott ist getreu! Im Wohlseyn und im Schmerz erfreut und schüßt er sie. Mich decken seiner Allmacht Flügel. Stürzt ein, ihr Berge; fallt, ihr Hügel! Gott ist getren! 2. Gott ist getreu! Er ist mein trenster Freund! Dies weiß, dies hoff' ich sest: ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Er stärket mich, nach seinem Bunde. in meiner Prüfung trübster Stunde. Gott ist getreu! 21 sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Leben weist, so irr' und gleit' ich nicht. Das Laster soll mich nicht belügen, mich um den Himmel nicht betrügen. Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er 22 Von Gott, dessen Wesen Tücke gereichen mir alsdann mit Herrlichkeit umgeben, zu Glücke. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Bergiß, o Seel', es nicht, wie zärtlich treu er ist! Ihm tren zu seyn, sei deine liebste Pflicht, weil du so werth ihm bist! Halk fest an Gott, sei treu im Glauben! Laß Nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Necht zu diesen Freuden, durch Got tes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest felig seyn. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über Alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen seyn, wie er. So lang ich dies Gebot erfülle, stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht! und ob ich schon aus Schwach-. heit sehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes. In eigner Melodie. 32 Mie groß ist des Allmächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Nath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? It's nicht der Herr, der Alles schafft? 3. Schau', o mein Geist! in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, 6. Gott! laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen seyn. Sie stärk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks. und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Mel. und Eigenschaften. 23 keiten währet die Güte Gotauchzt unserm Gott! tes Jedem, der ihn ehret. 33 gro- Ach leite denn auch mich auf deinem Pfade, du Gott der Gnade! von ßer Güte, barmherzig und duldendem Gemüthe; will' Allen Heil und ew'ge Lust gewähren, die ihn verehren. 8. So werd' ich ewig deiner Huld genießen; so wird mein Leben sanft vor dir verfließen; so werd' ich dort mit allen Engelchören dich fröhlich ehren. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und läßt verschonend uns das nicht empfinden, was wir, weil wir ihm unser Herz nicht gaben, verschulz Mel. Herzliebster Jesu! 3. Hoch ist der Himmel über seiner Erde. So groß ist auch, daß er geliebet werde, die Huld des Herrn bei denen, die ihn lieben, und Gutes üben. 4. Wem bleibt sein Antliß, wann er's sucht, verborgen? So weit der Abend ist entfernt vom Morgen, entfernt auch Gott der Sünde Schuld und Schmerzen von unsern Herzen. 5. So zärtlich sich ein Vater seiner Kinder erbarmet, so erbarmt sich Gott der Sünder, wenn sie von Herzen sich zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. 6. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen. Er weiß, der Mensch ist ein zerbrechlich Wesen; er denkt daran, daß das Geschöpf aus Erde doch Asche werde. 7. Von Ewigkeit zu EwigMel. Mein Gott, das Herz Geist, 34( a) Wenn ich mein mächtiger! der Gnaden Menge denkt, womit du mich, mein Gott und Herr! so unverdient beschenkt: 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit, nicht wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen schlief, bestimm test du, o Herr! mein Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, eh er geboren ist; und so ward ich, o welch ein Glück! durch die Geburt ein Christ. 5. Schwach an der Brust, vernahmst du schon, was kein Gebet noch war, und neigtest du des Weinens Ton dein Ohr gefällig dar. 6. Wann ich als Jüngling ( Jungfrau) von dem Pfad der 24 Von Gott, deffen Wesen der Tugend mich verirrt, Himmel trübt, so wie am hat mich unsichtbar, Herr! Sonnenblicke. dein Rath oft wieder drauf geführt. 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Laster, das noch mehr, wie sie, zu fürchten war. 8. Ich sah, vor Krankheit bleich, durch dich mein Leben hergestellt, und deine Gnade schmückte mich, wann Sünde mich entstellt. 1 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so Hoch mich liebst, und mir, in wahrer Freundschaft Glück, mehr, als ich wünschte, gibst. 10. Und welche Wohlthat, Herr! ist nicht dies Herz, das fühlen kann, dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan! 11. Kein Tag soll würd' ger mir vergehn, als, Ew' ger, dir zum Preis; ich will frohlockend dich erhöhn, als Jüngling und als Greis. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth, trau' ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. In eigener Melodic. 34( b) 8 lebt ein Gott, 8.8 der Menschen 2. Ich seh's an jeder dunklen Nacht, wo auch kein Stern mir leuchtet; am Mond, wann er in stiller Pracht mir meinen Pfad erleuchtet. 3. Ich seh's, wann Donnerwolken glühn, und Berg und Wald bewegen, ich seh's, wann sie vorüber fliehn, am fruchtbar sanften Regen. 4. Nicht nur, wann Frühlingslüfte wehn durch Laub und junge Blüthe, nicht nur, wann reife Saaten stehn, seh' ich des Schöpfers Güte; 5. Ich seh' sie auch, wann tiefer Schnee die starre Flur bedecket, und brausend von des Himmels Höh' der Nord den Wandrer schrecket. 6. Ja, wie sie sich in der Natur allliebend meinem Blicke entdeckt, so seh' ich ihre Spur beim wechselnden Geschicke. 7. Ich sehe sie nicht nur im Glück, bei dieses Lebens Freuden; ich seh' sie mit bethräntem Blick auch in des Lebens Leiden. 8. Ginst seh' ich ohne Thränen sie, noch heiterer, als die Sonne, und singe, frei von aller Müh, ihr Lob in ew'ger Wonne. Mel. Mein ganzer Geist liebt! Ich seh's, wohin ich 35 Gott, deß starke blicke, am Nebel, der den Hand Welt er= und Eigenschaften. erschaffen hat, und noch erhält! Ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wann ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll Erbarmen und voll Wohlthun nach mir Armen. 2. Seh' ich den weiten Himmel an, so viel ich davon sehen kann; so seh' ich deine Güte. Der Himmelskörper Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Gemüthe, mächtig, freudig, dir zu singen, dir zu bringen Ehr' und Stärke. Groß find deiner Hände Werke. 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl' ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis find deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen, und von Neuem, Herr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Herr! dazu bitt' ich, hilf du mir. Zeuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte. O heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undank hüte. Laß mich, was ich bitt', erlangen; dir anhangen hier auf 25 Erden, bis mir wird der Himmel werden. Mel. Wer nur den lieben Gott o weit, Herr! 36 deine Himmel reichen, reicht deine Huld, die uns erhält. Ch' werden Berg und Hügel weichen, als deine Gnade wankt und fällt; gleich mächtigen Gebirgen steht die Güte, die dein Volk erhöht. 2. Gott, dir ist kein Geschöpf verborgen, nicht eins vom Seraph bis zum Thier. Du würdigst alle deiner Sorgen, sie danken Lust und Leben dir. s mag auch klein und niedrig seyn: dir, Gott! ist nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommem, freudigem Gemüthe, erheb' ich, Gott der Gnade, dich; wie theuer ist doch deine Güte! Wie liebst du uns so väterlich, uns, die wir ohne Furcht und Graun dem Schatten deiner Flügel traun. 4. Mit welchem reichen Ueberfluffe erfüllst du diese Welt, dein Haus! Du theilst ihn Allen zum Genusse so väterlich, so reichlich aus. Herr! unsers Lebens Quelle fließt aus dir, der du das Leben bist. 5. Wir sehn, o Herr, in deiner Sonne den Schatten deiner Huld, dein Licht. B Ent Von Gott, dessen Wesen Entzeuch uns deiner Güte Mond und Sterne; so bek Wonne, dein gnadenvolles Antlik nicht! Herr, deine Huld erfreue die, die dich verehren, segue sie! ich dich voll Ehrfurcht an. Was ist der Mensch, ruf ich alsdann, daß du dich sein erbarmest! 26 Mel. Herzliebster Jeſu! Gott ist die Liebe! 37 Got Gott kann nur beglücken! Dies ruft uns Alles zu, wohin wir blicken. Sei blau der Himmel, sei er schwarz und trübe: Gott ist die Liebe! 2. Gott ist der Menschen Bater; und ich fände, selbst wenn ich an dem Saum der Erde stände, selbst wenn ich in die tiefste Gruft mich grübe, dich, Gott der Liebe! 3. So sei es denn mein höchstes Ziel auf Erden, dir, Geist der Liebe, ähnlich hier zu werden! der heißeste, der erste meiner Triebe ſei Menschenliebe! Mel. Herr, wir singen deiner 39 frohen Triebe! Der Gott des Himmels ist die Liebe! Gr ist's in alle 38 W den Ruhm Ewigkeit! O, wo kann ich Mel. Es ist das Heil uns ie viele Frenden der Liebe zu verkünden, die ewig segnet und erfreut? Wer bin ich, Herr! vor dir? Nur stammeln kann ich hier: Liebe! Liebe! Kein Mensch ermißt, wie gut du bist; ja selbst der Engel faßt es nicht. du mir, Herr, verliehen; und wie viel Sünden hast du mir aus Gnaden schon verzie: hen! O Gott voll Langmuth und Geduld! noch täglich häuf' ich meine Schuld, und deine Liebe währet. 3. Dein Auge schaut auf ihn herab: so geht er nicht verloren; nicht für die Welt, nicht für das Grab ist er allein geboren. Die Welt vergeht mit ihrer Lust; der du den Willen Gottes thust, dein Glück soll ewig dauern. 4. Wann ich erwache, denk' ich dein, und wann ich schlafen gehe; denn du, mein Vater, kannst verleihn, um was ich findlich flehe. Drum seufz' ich findlich stets zu dir: Herr, was mir nüßet, schenke mir deiner Güte willen! 2. Bedenk' ich, Schöpfer, deine Macht, blick' ich in jene Ferne, und überseh' des Himmels Pracht, und Sonne, 2. Wundervoll sind deine Werke. Ich sehe Weisheit, Macht und Stärke, und meine Seele beuget sich. Aber deine Univ.- Bibl. Giessen und Eigenschaften. 27 deine Liebe thronet da auch, und empfinde, daß du, Grwo Macht und Weisheit wohnet; ich seh' es und erhebe mich. Was ist's, das mich erschreckt? Mein heller Blick entdeckt nichts, als Liebe. Der, kleinste Wurm, der Donnersturm, und Alles, Alles preiset sie. barmer, mich noch liebst. Du hast Geduld mit mir, und lockst mich hin zu dir durch die Liebe. Und wer dich ehrt, und wiederkehrt, o Preis dir! den begnadigst du. 3. Huldreich riefst du mich in's Leben, um hohe Kräfte mir zu geben, um Freude um mich her zu streu'n. Jeder Tag erzählt's dem andern: die Erde, wo die Menschen wandern, soll Vorhof ihres Himmels seyn. Ich jauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn deiner Liebe. Von dir geschützt und unter stüßt, durchlauf' ich fröhlich meine Bahn. 4. Trüben sich auch meine Tage; hinweg mit jeder Jammerklage! Nur du, mein Vater, trübest sie. Licht entströmt den Dunkelheiten; du willst nur Segen mir bereiten, und Trost und Hoffnung fehlt mir nie. Vor dir entweicht der Schmerz, und froh erfährt mein Herz deine Liebe. Wenn Alles bricht; ich zage nicht! Du reichst mir deine Baterhand. 6. Ja, du willst der Sünder Leben. Selbst deinen Sohn hast du gegeben, daß er ihr Seelenretter sei. Weisheit kam mit ihm hernieder; er litt und starb für seine Brüder, und sprach ihr Herz von Aengsten frei. O Gott, was fühlt mein Geist! Wie staunt er nun und preist deine Liebe! Dein Sohn erschien, du sandtest ihn! Wie hoch hast du die Welt geliebt! 7. Gott! ich will dir folgsam werden. Wer ist im Himmel und auf Erden, der so, wie du, beglücken kann? Einst umstrahlet, gleich der Sonne, mich ewig, ewig Licht und Wonne, geh' ich nur gern auf seiner Bahn. Dann schwebt mein Geist empor, und singt im Sternenchor: Liebe! Liebe! O Herr der Zeit und Ewigkeit! Ich weiß, daß du Liebe bist. 5. Ach! wie kann ich dir vergelten, was du, Beherrscher aller Welten, mir armen Günde häuf ich oft auf 40 M much und GeMel. Ein Lämmlein geht welcher Sünde, und dennoch seh' ich B2 buld Geduld, Langmuth und Gnade Gottes. 28 Von Gott, dessen Wesen duld trägst du die Menschen- ner häufe Schuld auf Schuld kinder, o Gott! Auch bei durch kühnen Mißbrauch gehäufter Schuld trägst du deiner Huld! Nur Tugend die frechen Sünder! Sie sei uns Freude, damit uns nahen dem Verderben sich; in der Prüfungszeit der du siehst es, und es jammert Reichthum deiner Gütigdich des Elends dieser ArDaß sie demſelben noch entfliehn, suchst du ihr Herz zu dir zu ziehn, aus innigem Grbarmen. feit zur wahren Beßrung leite. men. In eigener Melodie. 2. Du gönneft ihnen Zeit 41 Aller Welten Herrund Raum, noch in ihr Herz zu gehen, du läßt den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schonest sein von Zeit zu Zeit; verziehest, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzuhauen. Dwelche Langmuth und Geduld! Wer sollte deiner Vaterhuld nicht inniglich vertrauen? scher! Gott! dein ganz Gebiete ist ein Schauplay deiner Güte. Sie verherrlicht täglich sich auch an uns Allen, die wir noch auf Erden wallen. Ja, fie pflegt, nährt und trägt nicht nur deine Kinder, selbst die größten Sünder. 3. Erbarmest du dich schon so sehr selbst frevelhafter Sünder: so trägst du schonend noch viel mehr die Frommen, deine Kinder. Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach, und träg' zu guten Werken: so zürnst du nicht; du denkst daran, wie leicht ein Herz sich täus schen kann, und eilest, sie zu stärken. 4. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott! unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Vaterhuld zur Sicherheit uns führen! Ach! Kei2. Dieser Langmuth Größe läßt sich zwar empfinden; aber, wer kann sie ergründen? Sünder so verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachsicht dulden, und dabei doch so treu warnen, die dich hassen: Herr! wer kann dies fassen? 3. Doch du strafft nicht gerne; liebst nur unser Leben; Zeit zur Beßrung uns zu geben, dringt dich deine Liebe, zärtliches Erbarmen. Darum hast du mit uns Armen, so voll Huld, noch Geduld, daß wir darauf achten, und nach Beßrung trachten. 4 O daß doch der Reichthum deiner Baterliebe uns zur Sinnesändrung triebe! und Eigenschaften. O daß wir, voll Neue, unsre Schuld bedächten, und wir willig folgen möchten! Unser Schmerz rührt dein Herz, Schulden, die uns kränken, gnädig uns zu schenken. 5. Dank sei dir, o Bater, daß du unser schonest, loben. Von der heiligen Gott; Vater, Sohn und heiliger Geist. 29 und nicht nach Verdienst uns lohnest. Stets noch ist uns Schwachen nöthig deine Gnade, selber auf dem Tugendpfade. Leit' uns doch damit noch, bis wir dich einst droben ohne Sünden In eigener Melodie. llein Gott in der 42 A Höh' sei Chr' und Dank für seine Gnade! Er forget, daß uns nimmermehr Gefahr und Unglück schade. Uns wohl zu thun, ist er bereit; er will nur unsre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! 2. Ja, Bater! wir erheben dich mit frendigem Gemüthe; du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und was sie wirkt, ist wohl bedacht. Wohl uns, daß du regierest! 3. Jesu Christ, des Höchsten Sohn! dich, seinen Gingebornen, dich sandte Gott vom Himmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Leben und im Tod: erbarm' dich unser Aller! Dreieinigkeit. 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott, erleuchte, beßre, tröste, die Jesus Christ durch seinen Tod vom Sündendienst erlöste. Auf deinen Beistand hoffen wir; ach! leit' uns stets, so sind wir hier beglückt, dort ewig selig. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. ank und Anbetung eng 43 Döringen wir, unser Gott und Vater, dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat und noch erhält. Halleluja! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes, Herr und Heiland, dir. Du littst für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu bes frein. Halleluja! 3. Gelobet seist du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern. Du hast durch deines Wortes Macht uns Allen Licht und Heil gebracht. Halleluja! B3 In 30 Von der heiligen Dreieinigkeit. In eigener Melodie. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 44 Wi ir glauben anden 45 Lobinget Gott! ein'gen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Er, Aller Vater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er erwog schon, eh' wir waren, unsre Rettung in Gefahren. Er ist's, der für uns sorgt, und wacht, und Alles steht in seiner Macht. Dank, Preis und Ehr' sei unserm Gott je mehr und mehr, für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit, mit Weisheit, Güt' und Stärke. Singet. bringet frohe Lieder! fallet nieder! Gott ist herrlich, unaussprechlich groß und selig. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er, er achtete sein Leben nicht zu theu'r, für uns zu geben. Er erstand, herrscht, hoch erhöhet, in dem Reich, das nie vergehet. Er läßt uns auch im Grabe nicht, und kommt dereinst zum Weltgericht. 2. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ruhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen. Du Mittler zwischen uns und Gott, haft durch Gehorsam bis zum Tod das Leben uns errungen. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 3. Lobsinget Gott! Du Geist des Herrn, sei- nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weis' und rein, hilfft uns getrost und siegreich seyn im Streit mit unsern Lüsten. Leit' uns, stärk' uns in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. 3. Wir glauben an den Heil'gen Geist, unsern göttlichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt, uns zum Beistand und zum Führer, der in Trübsal seine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten; der ans lehrt Vergebung finden, und der Tugend Werth empfinden. Er flöuns im Todesschmerz bes ew'gen Lebens Trosft in's 46 wer in bir gleich? Mel. Es wolf uns Gott err, Herz. Du Von der heiligen Dreieinigkeit. Du bist das höchste Wesen! und doch hast du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Bater, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch, unfer an, wie Bä ter ihrer Kinder. Du haft für uns aus großer Huld selbst deiren Sohn gegeben; dein Herz, voll Güte und Geduld, verleih' uns Trost und Leben. daß wir dich findlich fürhten. 3. Jen, ew'ger Gottes Sohn! Du Heil, darauf ir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns zu befrei'n vor Sünd' und Tod, kamst du zu uns auf 31 Erden. O laß uns, unser Herr und Gott! froh deines Segens werden, und dir im Glauben dienen. Mel. Es ist das Hil uns 47 W er maite dieſe schön Welt? das Nahe und das Ferne? Wer hat am Himml hingestellt die Sonne, Mond und Sterne? Wer schuf die Wälder, Feld und An? befahl dem Regen, frach 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott, wehr' in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf, uns der Sünde sterben! Du gibst zum Guten Lust und Kraft, laß es uns stets erfahren. Stärk uns in unsrer Pilgrimschaft, bewahr uns vor Gefahren, hilf uns dir willig folgen. 5. Laß, Gott! uns dein auf Erden schon, als unsers Gottes freuen. Herr, segne uns von deinem Thron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, dir wollen wir hier leben; und du wirst, nach vollbrachter Zeit, uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. Von den Verken und Wohlthaten Gottes. Von der Schöpfung. zum Thau: Erquicke Saat und Blüthen? 2. Auf wessen mächtiges Geheiß entstanden Ström und Seeen? Wer gab dem Winter Schnee und Eis? Wer hieß die Winde wehen? Wer rief der Thiere zahllos Heer in Flur und Wald, in Luft und Meer, in Staub selbst frohe Wesen? B4 3. Das Werke und Wohlthaten Gottes. 32 3. Das Alles, Alles, groß und klein, ist dein Werk, Unsichtbarer! Du bist der Erste, du allein bist Schöpfer und Bewahrer. Durch deine Macht und dein Gebot ist Alles, liebevoller Gott, ist auch der Mensch geworden. 4. Wie gut, wie liebevoll du bist, seh' ich, wohin ich blicke; denn gut ist, was geschaffen ist, und dient zu meinem Glücke: Luft, Sonn' und Mond, und Pflanz' und Thier, und Stein und Wasser nüßen mir, und nüßen allen Menschen. 5. Für dich nicht, für Geschöpfe nur, daß jedes glücklich werde, schufst du die prächtige Natur, den Himmel und die Erde. O du, der uns als Vater liebt, und Allen alles Gute gibt, was kann der Mensch dir geben? 6. Wie bin ich froh! du machst auch mich zum Zeugen deiner Güte. Ich danke dir und denk' an dich mit freudigem Gemüthe. Ich seh' dich nicht, doch lieb' ich dich; du schusst und du erhältst auch mich zu immer größern Freuden. In eigener Melodic. 48 obfinget Gott! er schuf die Welt zum Schauplatz seiner Güte; lobsingt ihm, der sie noch erhält, mit freudigem Gemüthe, Gott ist die Liebe! rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine Gütigkeit mit jedem Morgen sich erneut und ewig, ewig währet! 2. Du wolltest, daß vor dir Nichts leer von Freud' und Leben bliebe: drum schufst du, Gott, der Himmel Heer, schufst uns: e Welt aus Liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie; Inendlicher! du ließest sie ju ihrem werden. Dich Heil nur aber, dich erfreuet nun die Wonne, Allen wohl zu thun im Himmel und auf Erden. 3. Kein Menso, kein Engel selbst ermißtdein Wohlthun, deinen Segen; wie groß, wie weisheitsvoll du bist in allen dinen Wegen. Gott! deine Güte reicht so weit, als deires Reichs Unendlichkeit, o weit, Herr, als dein Leken. Ach! was sind wir, sie deine Macht aus todten Staub hervorgebracht, ins ewig Heil zu geben. an 4. O Vater, welchem Keiner deicht an Liebe wie Stirke! Kein Dank kein Logesang erreicht die Wunde deiner Werke; doch ist dir angenehmer Dank, dir is es mehr als Lobge= sang, wenn ich dich thätig liebe und gern in meiner Le= he Schöpfung. 33 Lebenszeit Erbarmen und fer voll, mehr dich kennen Wohlthätigkeit an andern lernen soll! Menschen übe. 5. Du bist die Liebe! Dank sei dir, daß ich dich so erkenne, und dir zum Ruhm, zum Troste mir, dich meinen Vater nenne! Auch will ich gerne liebreich sein; will glücklich machen; will er freun; will helfen und dir gleichen. Von diesem Heil und dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, so lang' ich lebe, weichen! IC 3. Ja, wenn Thränen mir entgleiten: will ich deine Schöpfung sehn, und durch ihre Herrlichkeiten stets mit offnem Herzen gehn. Alle stehn ja unverschlossen, sind dem Aermsten ja bekannt. Näher werd' ich dir gewandt, hab' ich schuldlos sie genossen. Still und heiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühllos bin. Leiden, ch' noch dieſes Herz 4. Du gedachtest meiner dir schlug; sorgtest schon für meine Freuden vor dem ersten Athemzug. Zum Genuß für Leib und Seele hast du, Herr! mit Freundlichkeit so viel Gaben ausgestreut, daß, ich im Genuß oft wähle. Wer so viel, so gern mir gibt, o der zeigt, daß er mich liebt. 5. O, wer wollte je vermessen mitten in der schönen Welt deiner Macht und Huld vergessen, und nicht thun, was dir gefällt? Du, der selbst dem kleinsten Wurme seine Batersorge weiht, du bist's, der auch mich erfreut, in der Stille wie im Sturme. Herr, dir will ich ganz vertraun, und mein Heil auf dich nur baun! 49 Mel. Gott, der du die Menschen ott ott! aus deinen Schöpferhänden 1 ging die herrliche Natur. Solchen Bau so schön vollenden, konnte solch ein Schöpfer nur. O wie könnt' ich deine Werke, ihre Regelmäßigkeit, Pracht und Mannigfaltigkeit, wie die Zeugen deiner Stärke, deiner Huld und Weisheit sehn, und doch stumm vorübergehn? 2. Rings auf Erden hallt es wieder: Gut und groß ist, der uns schuf! Betend werf' auch ich mich nieder: Herr! dein Preis sei mein Beruf! Preis, daß ich dich Vater nenne, Preis, daß ich dich preisen kann, daß auch ich durch dich begann, dich als meinen Schöpfer kenne, und von hohem EiMel. Sei Lob und Ehr' 50 W enn ich, o Schöpfer! deine Macht, die B5 Werke und Wohlthaten Gottes. 34 die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alles wacht, arbetend überlege; so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt' und Größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag': Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, und hoff' auf ihn und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? 2. Mein Auge sieht, wobin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majeſtät? Wer ruft dem 51 Gottes Ghre, ihr In eigener Melodie. Himmel Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? Du Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, als Erd und Himmel reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ghre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ghre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt die unzählbaren Sterne? Wer führt die Sonn' in ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimm's, und sieh die Wunderwerke, die die Natur dir aufgestellt' Verkündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzählbaren Heere der Wesen fühllos wohl beschau'n? Durch wenn ist Alles? Gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertrau'n! 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde; an meinen Wer: on Schöpfung. Werken kenust du mich. Ich werde seyn, der ich seyn werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung, und dein Heil! Ich bin's! Mich liebe dein Gemüthe, und nehm' an meiner Gnade Theil. Mel. Herr, wir singen deiner 52 Unser Gott ist groß und mächtig, und seine Schöpfung schön und prächtig, voll Weisheit und Vollkommenheit. Dihr, sei ner Allmacht Heere, verkündigt, eures Schöpfers Ehre und preiset seine Herrlichkeit! Sein Kleid ist reines Licht, er hält im Gleichgewicht ganze Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm ſchafft er. 2. Allmacht sprach zum Nichts: Es werde! Da trat auch unsre schöne Erde vor ihren Herrn, um aufzublühn. Allmacht spricht: so stürzen Welten, die Berge fliehn vor ihrem Schelten, und sinken vor dem Donner hin. Er hat wie ein Gewand die Himmel ausgespannt. Durch ihn gehet, gleich wie ein Held aus seinem Zelt, die Sonne und erfreut die Welt. 3. Er, der auf den Winden schwebet, er schaut die 35 Erde an: sie bebet! Gr rührt den Berg an: und er raucht! Vögel nährt er, speist die Heerde, verneuert die Gestalt der Erde, erfreut, was in ihr lebt und haucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit Allen Speise, liebt und erhält die ganze Welt, und tränkt die Thiere auf dem Feld. 4. Kräuter schuf er, uns zu heilen; den Mond, das Jahr darnach zu theilen; der Sonne Licht zur Fruchtbarkeit. Gott ist gnädig, Gott regieret, wenn er die Flur mit Blumen zieret, und sie mit Saaten überstreut. Der Wallfisch und der Wurm, der Blüthenduft und Sturm zeugt vom Schöpfer. Der Tag, die Nacht rühmt ſeine Macht und rühmt, daß er für Alles wacht. 5. Gott, voll Weisheit! Gott, soll Stärke! Wie viel und groß sind deine Werke! Wie reich an Gütern ist das Land! Schiffe gehn in weis ten Meeren; da wimmelts von den frohen Heeren der Thiere, zahllos wie der Sand. Mit Mannichfaltigkeit, mit Regelmäßigkeit prangt die Erde; wohin entzückt mein Auge blickt. da ist die Welt mit Reiz ge= schmückt. 6. Wer vergänglich Gras bekleidet, die Fische nähret. B 6 Läms Werke und Wohlthaten Gottes. 36 Lämmer weidet, der sorgt als Vater auch für mich. Seele, wolltest du für morgen schon heute bang' und ängstlich sorgen? Nein, sei getrost, ermanne dich! Vertraue Gott! Auf ihn werf' alle Sorgen hin. Er wird sorgen: er, der uns hört, und gern gewährt, was unser wahres Wohl vermehrt. 7. Dank dem guten Gott zu singen, und stets mein Heil ihm darzubringen, soll meine höchste Freude seyn. Laut soll ihm mein Lob erschallen, mein Opfer wird ihm wohlgefallen; gerührt will ich mich seiner freu'n. Sein Lob ist Seligkeit! Es macht schon hier bereit für den Himmel. Dort werd' ich stehn, entzückt ihn sehn, und ewig seinen Ruhm erhöhn. Alles zu: Wie groß ist Gott! wie klein bist du! 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da sind' ich deiner Gottheit Spur. Wenn 3. Mir zeigen alle Elemente Macht, Güt' und Weisheit überall. O wenn das Stumme reden könnte, wie groß wär' stets der Jubelschall: Rühmt, Menschen!- Gottes Güt' und Macht, die euch und uns hervorgebracht. 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe. Die Erd' ist deiner Güte voll. O gib mir dankbarfromme Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab' und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin. 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir locken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden, und ihr Genuß mir Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne seyn; mein leßtes Ziel sei du allein. Mel. Wer nur den lieben Gott 6. Hier ist mein Leben eine 53 Gott des Himmels Reife, ich geh' nach jener und der Erden, der du allgegenwärtig bist, von Niemand kannst begriffen werden, vor dem kein Ding verborgen ist! Ach, ziehe mich doch ganz zu dir, und offenbar' dich selber mir! höhern Welt. Drum mache du mich fromm und weise, daß ich hier thu', was dir gefällt. Und end' ich diesen kurzen Lauf, so nimm zu höherm Glück mich auf. Vorsehung, oder Erhaltung und Regierung der Welt. ich voll Andacht überdenke Mel. Nun danket Alle Gott bein Werk, die prächtige 54 N fähr! Ein großer nichts ist von Natur; so ruft mir Alles, Gott A Vorsehung.m 37 Gott regieret, ein Gott, der mich elend macht, ist immer feine Welt mit reichem Se- nur mein Herz. gen zieret. Auch was uns Zufall heißt, ist, eh' es noch geschieht, in seinem Plan bestimmt, und einer Kette Glied. 6. Wie thöricht würd' ich seyn, wenn ich begehren wollte, daß alles Ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Vater liebt auch mich, und mischt mit Freundlichkeit in seinen Segenskelch des Leidens Bitterkeit. 2. Er sah vor aller Zeit, was künftig werden sollte, und Nichts ist, Nichts wird seyn, als was sein Rathschluß wollte: und Alles, was er will, ist weise, recht, und gut. O wohl mir, daß mein Glück in Gottes Händen ruht! 3. Wie dürft' ich mißvergnügt in meinem Stande leben? Kann jemals böse seyn, was Gott mir pflegt zu geben? Der Thor nur klagt und murrt, und lästert Gottes Rath; er bat nicht, was er will, und will nicht, was er hat. 4. Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Gedanken: Mein Heil, mein Fels ist Gott, und wenn auch Welten wanken! Ich sollte, was ich bin, nicht etwas Anders seyn, und mein besondres Loos stimmt mit dem Ganzen ein. 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quäle nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg' ich meinem Gott, so lindert sich mein Schmerz; denn, was 7. Im Leiden lern' ich mich und meinen Gott erkennen, und mich mit edlem Sinn von falschen Freuden trennen. Wie kann mir schrecklich seyn, was mich vollkommner macht? Mehr ist die Tugend werth, als Sinnenlust und Pracht. 8. Die Tugend wird bald schwach im Schooße niedrer Freuden, und stark erscheinet sie, umringt von stillen Leiden. Sie strahlt am göttlichsten aus tiefer Dunkelheit; da leuchtet sie der Welt, und überlebt die Zeit. 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, mich auch auf rauher Bahn zu meinem Ziele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott! O stehe du mir bei, daß selbst in Noth und Tod mein Herz dir folgsam sei! In voriger Melodie. meinen 55 I Thaten laß ich den Höchsten rathen, der Alles B7 fann 38 Werke und Wohlthaten Gottes. kann und hat. Gr muß in gebeut. Sei mir mein End' allen Dingen, foll's anders verborgen, komm' es heut' wohl gelingen, mein Helfer oder morgen, er weiß dazu seyn mit Rath und That. die beste Zeit. 2. Nichts hilft mein banges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, Nichts meine Ungeduld. Er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen: ich traue sei ner Vaterhuld. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was sein Rath ersehen, und mir für heilſam hält. Mit dem, was Gott beschieden, bin ich, sein Kind, zufrieden: mir geh' es wie es ihm gefällt. 4. Ich traue seiner Gnade, die mich auf meinem Pfade vor allem Uebel schüßt. Leb' ich nach seinen Säßen, so wird mich Nichts verlegen, Nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Leg' ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Morgen wieder zu meines Lebens Pflicht; irr' ich auf finstern Wegen, geh' ich dem Leid entgegen: so sei sein Wort mir Trost und Licht. 6. Was über mich beschlossen, dem will ich unverdros sen, getrost entgegen gehn. Kein Unfall unter allen soll je zu hart mir fallen; ich will ihn männlich überstehn. 7. Ihm hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie es sein Wink 8. So sei nun, Seele, stille, dich leitet dessen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe! Dein Bater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. Mel. Es ist das Heil uns ir, unser ist 56 Dniemand gleich im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste und dein Reich kann nie begriffen werden. Unendlich ist die Majestät, die über Alle dich erhöht, die Kron' und Zepter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh' ich deine Größe. Weit, über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit. Du herrscheft über Alles. 3. Du herrschest weislich, recht und gut, nach heiligen Geseßen. Du willst auch deiner treuen Hut das Kleinste würdig schätzen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ist's dein liebstes Werk, zu segnen, zu beglücken. 4. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott! über Alles führest! Und wohl dem, der den 39 beuget seine Kraft? Wer seines Armes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, den weiten Himmel aus; spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. er 2. Er will, und Sonnen stammen; auch drängt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern, das Meer wird ungestüm, des Himmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blize zünden, daß Städte flammend stehn. Gr winkt und droht den Winden, schnell wird sein Himmel schön. 3. Gr, er gebeut den Wellen: Bis hieher!- Ihm gehorchen sie. Er legt in Felsen Quellen; sie rieseln und verstegen nie. Er füllet Wüsteneien mit seinen Wundern an; heißt Thiere da sich freuen, wo fein Mensch wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren, zerstören und erneu'n? Dommt, den 4. dein ist alle 57 K Herrn zu preisen, Stärke, und alle Hülfe, Gott! ist dein. Das preisen deine Werke, die deiner Allmacht sich erfren'n. Auch wir erfreu'n uns ihrer; ihr Lob sei unsre Pflicht! D Ba= Vorsehung. Ang den Zweck erkennt, dazu du uns regiereft! Ich, dein so schwacher Unterthan, ich bete dich in Demuth an. O sieh' auf mich mit Gnade. 5. Ich bin verderbt und fehlervoll, bin auf dem Tugendwege nicht stets so eifrig, wie ich soll, bin oft zum Guten träge. Doch du bist gnädig, und voll Huld vergibst du Reuenden die Schuld. Drum hoff' ich auf Vergebung. 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, welcher für mich litt, erwarb mir Recht zum Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Guade fähig sei; auch mich hat er versöhnet. 7. Herr, ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst erge: ben. Mit Lust will ich bis in den Tod nach deinem hei ligen Gebot, durch deinen Beistand wandeln. In eigener Melodic, der groß von Rath ist, groß von That, den Gütigsten, den Weisen, der keinen seines Gleichen hat. Der Herr thut große Werke. Wer 40 Werte und Wohlthaten Gottes. Vater, o Regierer, wen hält, und dein stets guter Wille wen schüßt sie nicht? Du lebst, du wirkst in Allen; wir leben nur in dir. Erhal ter, wer kann fallen? Dir, dir vertrauen wir! Mel. Von Gott will ich, oder Zeuch ein zu deinen Thoren Cott, der an allen 58 Gouden viel große Wunder thut! Du bist's, in dessen Händen mein gan= zes Schicksal ruht; hast in der Prüfungszeit mir jeden meiner Tage, mein Glück und meine Plage, bestimmt von Ewigkeit. entriß mich der Gefahr. 5. Dein Name sei gepries sen, der jederzeit an mir so herrlich sich erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr! mein schuldig Opfer bringen, von deiner Güte singen jekund und immerdar. 4. Stets hat in meinem Leben mir dieses Trostes Licht von Neuem Kraft gegeben und frohe Zuversicht. Wenn ich bekümmert war, so seufzt' ich und war stille, 6. Du hast mir wohl gerathen, und lauter Guts gethan, daß deiner Liebe Thaten ich nicht aussprechen kann. Hilf, Vater, daß ich dort, verklärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen, die danke fort und fort! 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, wacht' über mich dein Sorgen. Ach! Bater, wie ver: 59 Gott! verborgen, mag mein Mel. Wer nur den lieben Gott ürwahr, du bist, o das Gute zu erheben, das du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sorgen; du sorgtest, eh' die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich. Dies sei genug zum Trost für mich. 3. Drückt mich auf meinen Wegen gleich manche Last und Müh', so führt auch sie zum Segen, und du versüßest sie. Du bleibest mitleidsvoll, hilft liebreich deinen Kindern sie tragen und vermindern, beförderst stets ihr Wohl. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Augen oft versteckt; doch, wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach' auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, deiner Macht; du kannst viel } to) viel tausend Wege finden, wo die Vernunft sie nie gedacht. Aus Finsterniß bringst du das Licht; dir folgen, sei stets unsre Pflicht. 4. Drum will ich mich dir überlassen mit Allem, was ich hab' und bin; und kann ich auch nicht Alles fassen, so trau' ich dir mit frohem Sinn. Der Ausgang macht mir endlich klar, daß stets dein Rath voll Güte war. Vorsehung. 5. Gib, daß dies mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud' und Leid; denn Alles wirkt zu deiner Ghre und meiner Seele Seligkeit, und einst preis' ich vollkommen dich, und frene deiner ewig mich. Mel. Warum sollt' ich mich 60 Seizufrieden, mein Gemüthe! ist gut; was er thut, ist voll Lieb' und Güte. Er nur weiß in allen Sachen, groß von Rath, wie von That, Alles wohl zu machen. 2. Beides, Erd' und Himmel, preisen seine Macht; Tag und Nacht müssen sie beweisen. Sonn' und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne. 3. Schau' die Werke seiner Hände, Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so Klei1902 41 nes nennen, Gras und Laub, selbst der Staub, gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh' in der See, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. 5. Sollt' ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir das Leben! Was ich hab', ist ſein Geschenke, auch der Geist, der ihn preist, mit dem ich ihn denke. 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott mein Licht! dir zum Dank verbindet. 7. Seßten mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfst du, o mein Gott! sie tragen. War kaum noch Geduld vorhanden, deine Kraft hat geschafft, daß ich überstanden. 8. Nun, mein Herz! das hat schon lange Gott gethan; denke dran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlassen. Es geschicht wahrlich nicht; er kann dich nicht haffen. 9. Drum ergib dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wird's auch erfüllen. Denn er ist in allen Sas Werke und Wohlthaten Gottes. 42 Sachen groß von Rath, wie von That; er, er wird's wohl machen. In eigener Melodie. 61 Alles ist an deinem Segen, großer Gott, allein gelegen; du bist unser höchstes Gut. Ueber Alles und Mel. Lobt Gett, ihr Christen Gott sorgt für uns. auf dich Bertrauen fetsen, gibt 62 Go jingt ihm Dant, ihr Christen, singt ihm gern! Vom Ausgang bis zum Niedergang trägt uns die Huld des Herrn. 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad' und Macht; im Sonnenschein, so wie im Sturm, ist er auf Heil bedacht. allein getrosten Muth. 2. Du, der mich bisher ernährte, manche Freude mir gewährte, bist und bleibest ewig mein. Du, mein Schöpfer und Regierer, wirst mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Leben seyn. 3. Sollt' ich ängstlich mich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh' machen, nur um eitles Glück bemühn? Nein, ich will nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe geben, und im Tode nicht entfliehn. 4. Auch die Hoffnung kann erquicken: Was mir gut ist, wirst du schicken; du bist Herr der ganzen Welt. Dir will ich mich froh ergeben; Glück und Unglück, Tod und Leben, Alles sei dir heimgeſtellt. 6. Soll ich hier noch länger leben, o so woll'st du Kraft mir geben, daß ich stets dir folgsam sei. Alles Irdische vergehet; nur die Frömmigkeit bestehet, und ſic macht mich sorgenfrei. 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen, und gewiß zu rechter Zeit. Dir hab' ich Nichts vorzuschreiben; wie du willst, so soll es bleiben; was da willst, ist Seligkeit. 3. Mit frohgerührter Seele bringt ein Herz voll Dank ihm dar! Die Nehre, die vom Segen sinkt, ist sein; Gott frönt das Jahr. 4. Ja, Höchster, wir verehren dich mit kindlich frohem Dank; du nährst uns und gibst väterlich auch mehr als Speis und Trank. 5. Fried' und Gesundheit, Kraft, Gedeih'n zu unseer Hände Fleiß, auch das gibst du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6. Laß deines Segens Ueberfluß uns nun auch nüßlich seyn, und hilf uns, daß wit beim Genuß uns dessen mäßig freun. 7. Vermehr' in uns die 3u 43 leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Nicht Einem mangelt deine Huld; wem strahlet nicht dein Licht? Mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unsrer nicht! 9. O betet, Menschen, 63 betet an! und denket nun: Was hat Gott schon an uns gethan? was will er nicht noch thun? Vorfehung. Zuversicht, dir ewig zu vertraun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Nernte schau'n. Mel. Lobt Gott, Ihr Christen oder Mein Gott, das Herz ich bringe ochy seln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr! wie du stets gethan; du fegnest und du füllst das Land mit deinen 64 Mein Auge fieht, o Gütern an. Gott, nach dir: von deinem Throne hilf du mir; mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 2. Getrost, mein Herz! Mein trener Hirt schafft, daß mein Fuß nicht gleiten wird; der mich behütet, schlummert nicht; in Finsterniß ist er mein Licht. 3. Kein Uebel sei mir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüßet mich. Durch seine treue Baterhand wird, was mir schadet, abgewandt. 4. Sein Schuß gewährt mir Sicherheit, sein Trost füllt mich mit Freudigkeit. Er leitet mich auf ebner Bahn, und nimmt mich einst zu Ehren an. 3. Von deinem Himmel Höchster! träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit: die Saat geht auf und blüht und reift und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet' gibt der Baum, wenn einer Schatten sucht, ihm unter seinen Zweigen Raum, Erfrischung und auch Frucht. 5 Wie fröhlich lächelt jede Flur! es fließt, sich im mer gleich, der Freude Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Erquickung zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so vä-, terlich, wie du? 7. Herr! ohne dich vergingen wir, und wir verdienten's anch, und dennoch Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe 5. Herr! segne und behüte mich! Du bist mein Heil: ich hoff auf dich. Dein Werke und Wohlthaten Gottes. Segen folg' aus dieser Zeit hinüber mir zur Ewigkeit. Mel. Gott Vater, an Erbarmen ott! deine weise 65 Gott! Macht erhält die ganze lebenvolle Welt, und Aller Augen freuen sich, und warten Hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie Alle liebst, und Allen ihre Speise gibt. 2. Du öffnest deine Hand, so fließt herab, was Jedem nöthig ist; mit Wohlgefallen sättigt sie dein Aufsehn, und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil! noch täglich mein bescheiden Theil, gabst mir's mit Huld und Freundlichkeit, so lang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für seinen Sohn, als du für mich. 4. Ich bin's gewiß, du kannst mich nicht verlassen, meine Zuversicht! Ich bin's gewiß, du thust mir wohl, so lang ich hier noch leben soll. Nicht Ueberfluß bitt' ich von dir: was ich bedarf, das gibst du mir. Seele, nie, weit mehr bin ich vor Gott, als sie. 6. Mich schufst du nicht für diese Zeit, mein Ziel ist in der Ewigkeit. Du gabst mir Weisheit und Verstand, und machtest selbst dich mir bekannt. Nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd' ich auch Speis' und Trank empfah'n. Selbst dem, der dich mit Sünden schmäht, gibst du sie ohne sein Gebet; und fleht ich nicht darum zu dir, gewährtest du sie dennoch mir. 8. Laß du mich nur genügsam seyn, und deiner Gaben mich erfreun, mehr aber Deiner, der du dich so freundlich zeigest gegen mich, der du des Lebens Quelle bist, aus welcher alle Wohlfahrt fließt. 9. Bei deiner Gaben Ueberfluß erhalt' mich mäßig im Genuß; bewahr' mich in der Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit. Du nährst mich immer; Preis und Dank bring' ich dir, Gott! mein Lebenlang. 5. Der Vogel bauet nicht Mel. Jesu, meines Lebens Leben das Land; du nährst ihn 66 Bester, weiſeſter doch mit milder Hand. Du schmuckst die Blume königlich, die nicht zur Arbeit eilt, wie ich. Vergiß es, meine Regierer! Aller Welten Preis sei dir! Dir, auch meines Lebens Führer, sei auch ewig Preis von mir! Un MAX Vorsehung. 45 zählen sind sie nie. Unter aller Millionen, die terhuld verlieh? Nein, zu dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich, und versorgst mich väterlich. 2. Kann ich dich genug erheben? Du, der Alles werden heißt, gabst mir mit des Leibes Leben auch die Seele, die dich preist. Ich, ein Wunder deiner Güte, seh' mit staunendem Gemüthe, das sich selbst nicht fassen kann, als ein Bild von dir mich an. 6. Sollt' ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben seyn? Sollt' ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder dräun? Nein, o Herr! dich laß ich walten, du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Wonne, sende Schmerz, dankvoll nimmt's von dir mein Herz. 3 Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr! mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Baterarmen in der Kindheit schon zu dir. Owie preis' ich dich, dafür! 7. Flöh'n mich auch die, besten Freunde, fehlt' auch andre Freude mir, wären viel auch meine Feinde; dennoch blieb' ich stets an dir, dennoch will ich nicht verzagen, will auf's Ziel von meinen Tagen, auf die beßre Zukunft schau'n, und von Herzen dir vertraun. 4. Täglich warest du mir nahe; deine Weisheit lehrte mich. Was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, o Vater! dich. Ja, du kamst mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen. Was nur je mir heilsam war, reichte deine Hand mir dar. 5. Wie so viele frohe Tage schenkte deine Güte mir! Sandtest du auch eine Plage, o so kam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Güter alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Va8. Besser noch, als selbst das Leben, ist, o Vater! deine Huld. Was mir nüßt, wird sie mir geben, und mich tragen mit Geduld. Laß mich nur, du Allerbester! immer inniger und fester hier mit dir vereinigt seyn, deiner Gnade mich zu freun. 9. O der seligen Verbindung, Allergütigster, mit dir! Gib, o Vater, stets Empfindung deiner Vaterliebe mir! Mache du mich immer reiner, daß mein Herz auch einst noch deiner sich in deinem Reiche freu', und in dir ganz selig sei! Die 46 Werke und Wohlthaten Gottes. Die vorzüglichsten Geschöpfe. Jubeln gern dich, seinen Bater, seinen Herrn. 6. Auch Menschenglück 67 nimmt an und Menschenheil vermehret ihnen jeder Theil, er wird sie nie beneiden; wird, wenn der Sünder Reue weint, und Tugend liebt, des Sünders Freund. 7. Gott! laß mich, deinen Engeln gleich, mit reinen, frommen Trieben, wie sie, an Tugendfrüchten reich, dich, und die Brüder lieben, so werd' ich einst ganz engelrein mich deiner, o mein Vater, freun. Engel und Geister. Mel. Auf, Christenmensch ott, deine Güte, nie ein Mensch ergründen. Sie zeigt sich in der Erde Pracht, und in den tiefsten Schlünden: und noch begreift, bei aller Müh', der größte Weise niemals ste. 2. Du bildetest im Stusengang, uns deiner zu erfreuen, durch Ordnung und Zusammenhang der Wesen lange Reihen; vom Menschen bis zum Thier und Baum ist nirgends leerer Zwischenraum. 3. Auch Engel, deren GeiMel. Vom Himmel kam der ſterblick fein schwaches Licht 68 Wer zählt, Unendli cher, Reih'n begränzet, und denen Himmelsglück im reichen Maaße glänzet, schuft du, o Gott! Unendlicher! der Wesen Vater und ihr Herr! der Wesen, die sich deiner freu'n; hinauf zu dir, als Vater sehn, aus allen Welten zu dir flehn? 4. Fern von dem Hang zur Sinnlichkeit, der uns so oft entehret, vom Blendwerk jedes Wahns befreit, der die Vernunft bethöret, voll Kraft zu jeder guten That, betreten sie der Tugend Pfad. 5. Voll Eifer und voll Thätigkeit sucht jeder deinen Willen, und was dein hoher Wink gebeut, gehorsam zu erfüllen, und preist in lauten 2. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die einst an Staub gefesselt war, mun losgewunden, diese Welt nicht mehr in ihren Schran ken hält. 3. Unzählbar ist der See: len Schaar, die unbegreiflich wunderbar du noch zur Erde senden wirst, und durch den Tod zum Leben führst. 4. Auf diesem Erdball nicht allein sind Wesen, die ficty Vorsehung. 3911 sich deiner freun, hinauf zu dir als Bater sehn, dir jauchzen, betend dich erhöhn. 5. Ein ungezähltes Geisterheer riefst du ins Leben, Gütigster! dein Reich ist unermeßlich groß, ist, Allerhöchster! gränzenlos. 6. Wann einst auf deinen Wink mein Geist sich seinen Fesseln auch entreißt, misch ich in eure fel'gen Reih'n mich, Mitanbeter Gottes, cin. Enzückt vernimmt mein schärfres Ohr das höh're Lied im Geisterchor, und meine Seele strebt und ringt euch nach, wann sie dem Vater singt; 8. Dem Vater, dessen All-, machtsruf auch sie mit euch verschwistert schuf, nur meiner Hülle hier ein Grab, Unsterblichkeit dem Geiste gab. ne Herrlichkeit zu schau'n. Gleiche Hoheit wird uns schmücken, gleiche Wonn'uns dann entzücken: wir, erhoben in dein Reich, werden deinen Engeln gleich. 3. Dieses Heiles der Erlösten, dieser Wonne, dich zu seh'n, dürfen wir im Tod uns trösten, wenn wir deine Wege geh'n; wenn wir ringen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit, dir zu dienen stets bereit. 4. Wenn wir vor Begierde brennen, und den Engeln gleich, uns freu'n, immer mehr dich zu erkennen, immer heiliger zu seyn; wenn wir hülfreich gern mit ihnen unsern schwächern Brüdern dienen; wenn ohn' allen Eigennuß wir ihr Beistand sind, ihr Schuß. Mel. Alle Menschen müssen Mann wir unsern 5. Welch ein Heil, Gott, schon auf Erden Engeln an immer 69 Wauf vollenden, ähnlicher zu werden, ähnlich wann wir unsre Seele nun übergeben deinen Händen, bald in deinem Schooße ruhn: eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu seyn, ewig deiner uns zu freun. 2. Wir, zu Gnaden angenommen, hoffen, Vater, Der Mensch. Seine Würde und Vorzüge. Mel. Wer nur den lieben Gott Gott! voll Bertran'n, auch wie 70 Dein bin ich, Go Le= einst an Seligkeit! Laß uns nicht in eitlen Träumen dieses große Heil versäumen; lehr' uns deine Wege geh'n: einst, wie sie, dich auch zu ſeh'n. 48 Werke und Wohlthaten Gottes. Leben! Erfreulich ist mein seyn und seiner Liebe mich Ursprung mir! Du hast das zu freun? Daseyn mir gegeben; mein 2. Schön ist der sonnenganzes Wesen kommt von reiche Himmel, den er zu dir. Du, Vater, riefst mich seinem Stuhle wählt; doch aus dem Nichts zum frohen, ist der sonnenreiche Himmel Anschaun deines Lichts. gedankenlos und unbeseelt: mir nur, dem Thone seiner Hand, gab er Gefühl, gab er Verstand. 2. Du gabst mir die vernünft'ge Seele, die nur so lang den Leib belebt, bis sie, daß ihr kein Wohlseyn fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du gabst Verstand und Willen mir, Vernunft und Freiheit dank' ich dir. 3. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunstvoll ausgeschmückt: so wird, o Vater in der Höhe, mein Herz von Freude ganz entzückt. Ein jeder Sinn, ein jedes Glied erweckt zum Preise mein Gemüth. 4. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan; voll Rührung preist dich mein Gemüthe und betet dich in Demuth an: Dir will ich Herz und Leben weih'n, und stets ein Freund der Tugend feyn. Mel. Wer nur den lieben Gott 71 Gr erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt' ich nicht meinew Vater loben, den jedes seiner Werke preist; ihn, der mich schuf, sein Bild zu 3. Anmuthig, prächtig zum Entzücken ist seine ganze Körperwelt. Wer zählt die Neize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 4. Für Engel nur, und nur für Seelen, die Gott zu ihrer Würd' erhob, find sie so herrlich; sie erzählen nur Geistern meines Schöpfers Lob. O Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf. 5. Ich, Gott! fann denken; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne Gedanken tausendfacher Art. Ach, strebt' ich, alle Gott zu weihn: wie selig könnt' ich hier 28 werde Gott von schon seyn! 6. Ich kann sie sammeln, sie verbinden, sie trennen, wie es mir gefällt, die Welt empfinden, mich empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab' Vorsehung. hab' ich Kraft; die gibt mir Gott, der Alles schafft. 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch, das ist, Vater, meine Schuld, du schaffest, was du schaffst, aus Huld. 8. Begabt mit wundervollen Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt' ich nur dich, Gott, liebgewinnen, dich nur, und was gebräche mir? Ach, möchte 3. O hättest du mein Auge meine Seele dein mit allen ihren Kräften seyn! 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit; von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhm und Seligkeit! Nimmst du zum Erben, Gott, mich an, hab' ich nur dich, was fehlt mir dann? nicht so künstlich zubereitet, was nüßte mir der Sonne Licht, der Glanz, den sie verbreitet? Dann säh' ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht die ganze Schöpfung schmückest. 10. Es werde Gott von die erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt' ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? Ihn, der mich schuf, sein Bild zu seyn, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn? 49 Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Mein ganzer Leib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv an mir beweiset deine Größe. 2. Haupt, Aug' und Ohr, Herz, Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut, so künstlich ansgespannt, der Adern fein Gewebe und alle Glieder sagen mir: ich sei, o Gott, ein Werk von dir, und deiner Weisheit Spiegel. Mel. Es ist das Heil uns 72 Dir ir Gott, sei Preis und Dank gebracht! Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin ein 4. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören und empfinden; froh bet' ich meinen Schöpfer an; ihn überall zu finden, in allen Werken, die er schuf, das ist mein seligster Beruf, mein Lobgesang und Opfer. 5. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung' und schwellt sie auf, damit ich athmen möge? Gott ist es, der dies Alles thut. Preis, Schöpfer, dir! Dir wallt mein Blut, mein Herz schlägt dir, o Schöpfer! CS 6, Ja 50 Werke und Wohlthaten Gottes.' 6. Ja, dir sei Lob und Thaten Kraft und Ruh' und Dank gebracht! Dich rühme Trost im Leiden. Harf' und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Gib, daß ich nie mich selbst entweih', auf daß mein Herz ein Tempel sei, in welchem dein Geist wohnet. 7. Dich, meinen Gott, erkenn' ich hier in jedem deiner Werke. Du bist, dies sind" ich selbst an mir, voll Weisheit, Güt' und Stärke. 8. Ich höre deinen heil'gen Ruf; die Tugend ist dein Wille! Du, dessen Güte mich erschuf, gib, daß ich ihn erfülle! 9. Ich bin ein Mensch, und darf vor dich getrost und freudig treten; ich darf, du hörest liebreich mich, dich preisen, zu dir beten. Mel. Mein erst Gefühl sei Preis 73 welch ein Glück, ein Mensch zu seyn! Wer kann genug es preisen? Laß des Berufs, ein Mensch zu seyn, Gott, würdig mich erweisen! 2. Den Leib, die Sinne dank' ich dir; du gabst mir auch die Seele, Verstand, Vernunft, Gefühl mit ihr, durch die ich denk' und wähle. 3. Mich allen Wesen vorzuzieh'n, die auf der Erde leben, hast du auch Freiheit mir verlieh'n, Gewissen mir gegeben. 4. Der Mensch nur ist's, der reden kann, sonst kein Geschöpf auf Erden; der Mensch nur ruft dich, Schöpfer, an, kann Andrer Lehrer werden. 10. Heil mir! o Heil der Zuversicht, die ich im Staube habe: Ich bin unsterblich! Gott, dein Licht erhellt die Nacht am Grabe! für Freud' und Leid, zur Freundschaft und zur Liebe. 6. Und dieser Gaben Fülle schafft mir unzählbare Freuden, gibt mir zu edlen 11. O weld)' ein Glück, ein Mensch zu seyn! Ich will es dankbar preisen, und des Berufs, ein Mensch zu seyn, mich würdig stets erweisen. Bestimmung des Menschen zur Gottähnlichkeit. 5. Ihn schufst du zur GeMel. Nun danket Alle Gott ſelligkeit, gabst ihm ein Herz 74 Allmächtig großer Triebe zum Gott, dich g'nug erheben? Du gabst der ganzen Welt Bewegung, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd' und Himmel hegt Vorsehung. hegt, hat deine Huld gebaut, die jetzt noch Alles trägt. DR. THE 2. Du schufst, ich dank' es dir, auch mich zu deiner Ehre, und wolltest, Gütig ster! daß ich dein Bildniß Darum hast du den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. wäre. 51 freu'n, und dem, der's üben will, auch gern behülflich seyn. 7. Gib, daß ich so, wie du, ein Freund der Menschen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächsten gern erspart, sein Leben ihm versüßt, und, wo er helfen kann, zu helfen willig ist. 3. O welch' ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich seyn, vollkommen seyn, wie du! Owohl mir, wenn ich's bin! Hilfst du mir selbst dazu! 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben; mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem weinem Thun sei dies, o Gort, als lein, daß ich auch, so wie du, gesinnet möge seyn. 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrheit lieben, Mel. Mein Gott, das Herz o Gott, fets mentrem Fleiß in Allem 75 J bein eigentut. dem mich üben, was mich zur Weisheit führt, zur Weisheit, die dich ehrt, und Allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. Du schufst mich, dein zu seyn, mein ganzes Leben dir zum Ruhm, und deinem Dienst zu weih'n. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde flich'n, des Fleisches Lüste zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich er2. Du gabst mir den vernünft'gen Geist, bewundernd einzuseh'n, wie dich, Herr! deine Schöpfung preist, mit ihr dich zu erhöh'n. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott! deine 62 Herr: 8. Noch bin ich weit entfernt, o Gott, von diesem Ziele; du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wann ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt ſeyn, und mich ohn' Unterlaß, Gott! deiner Güte freu'n. 52 Werke und Wohlthaten Gottes. Herrlichkeit; zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühllos seyn? Sch rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deines Ruhms zu seyn, bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich tren, so treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei stets deiner Ehre voll! 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot, ihm ist's nicht Last, nicht Bein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott! gehorsam dir zu seyn. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut; du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn, und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr, laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben seyn. Mel. Schon ist der Tag von G. 76 H err! lehre mich, Her den wahren Werth des Menschen tief empfinden, und Allem dem, was mich entehrt, voll Abscheu mich entwinden! Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich als Mensch vermag und bin durch deine weise Güte. 2. Ich, ich bin mehr, als Fleisch und Bein. Du hauchtest, Gott, aus Liebe mir auch die rege Seele ein, und gabst ihr Kraft und Triebe, mehr, als was diese Sinne rührt, und nur zu Sinnenfreuden führt, zu fühlen und zu fasſen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die auch beseelt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was ihnen fehlt, gabst du mir hin, Vernunft und Freiheit und den Sinn für Wahrheit, Weisheit, Tugend. 4. Du schufst mich zur Geselligkeit und für der Freundschaft Freuden, gabst meinem Herzen Fühlbarkeit für Andrer Glück und Leiden, und setztest auch mich in den Stand, das, was ich dachte und empfand, in Worten auszudrücken. 5. Ich kann mich selbst und deine Welt und dich erkennen lernen; ich kann von dem, was dir mißfällt, mich ohne Zwang entfernen. Und wer, wer zeigt die Gränzen an, wo ich nicht weiter streben kann nach Licht und Herzensgüte? 6. In stiller Andacht kann mein Vorsehung. mein Geist sich bis zu dir erheben, und dir, den Erd' und Himmel preist, auch Preis und Ehre geben. Ich kann mich deiner Liebe freu'n, dir folgen, dir ergeben seyn und deiner Vorsicht trauen. 7. Nicht blos für diese kurze Zeit riefst du mich in dies Leben. Zum Vollgenuß der Seligkeit soll einst die Seele schweben. Und wird auch einst mein Leib zu Staub, er bleibt doch nicht des Grabes Raub; du, Herr! wirst ihn verklären. 8. Vom Himmel kam, gesandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, um Heiland uns zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schäßen! 9. Und ich, ich sollte mich entweih'n, und gleich den Thieren handeln, der Fleischeslust ergeben seyn, und, Herr, vor dir nicht wandeln? Fern sei ein solcher Sinn von mir! Bewahre mich, daß ich mich hier so frevelhaft nicht schände! 10. Gib, daß ich jetzt und allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich liebe und mich deiner freu', und so des 53 Vorzugs würdig sei, den du mir hast verliehen. Mel. Es ist das Heil uns Mie wichtig ist doch den uns der Herr gegeben! Gott! als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Vaterland; allein bei dir, dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein traurig Ende nimmt. Hier find wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. laß mir doch dies große Ziel durch Nichts verrücket werden! Was hilft's, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust ge= winn', wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmelreich zu erben? 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier; laß mich dies nie vergessen. Nur wenig Tage hast du mir zur Wallfahrt zugemessen. Schnell, wie ein Traum, sind sie vollbracht, und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor € 3 Aus 54 Werke und Wohlthaten Gottes. Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene beßre Gaben, die mir im Tode nicht entflieh'n, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einst darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Bater, liebt, und deines Sohns sich freuet, das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freu'n, und einst dein Antlig schauen. 7. Und solch' ein Herz, das woll'st du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich möge auch schon hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich, als dein bewährtes Kind, zu deiner Freude gehe. Die Erlösung von Sünden, durch Christum. den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, und recht vor dir zu handeln. Allen ein Mensch ganz rein von Sünden, vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster, sieht auf alle Menschenkinder, und steht sie alle Sünder. Vor dir, o Herr, ist keiner ganz schuldlos, auch nicht Einer. 4. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu lieben. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Gigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt leider! unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr als die größern Leiden, die wir auf Ewigkeiten selbst unserm Geist bereiten. Von der Sünde. Mel. Auf meinen lieben Gott u, der kein Böses 78 D thut, du schufft Licht, daß wir, was uns ge7. O Herr, gib uns dein bricht, beschämt vor dir bekennen, und stets von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nachzujagen. 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du doch uns heilen, uns neue Kraft eta 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang; des Herzens böfer Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe, und wer vermag's zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen? Erlösung. ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Sünden frei zu werden. 9. Ach, laß durch unsere Schild uns deine Vaterhuld nich: freventlich verscherzen! Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit mir ewig leben. 55 dir kindlich zu vertrauen! wie mächtig reizen Stolz und Neid uns oft zur Unzufriedenheit mit deiner freien Güte! 5. Du hast mit Menschen uns vereint, die dir, Gott! angehören; wir sollen, aller Bosheit Feind, auch ihre Freuden mehren. Doch wer ist immer liebevoll? sorgt Mel. Schon ist der Tag von Gott Dein ist sündenfrei: wer dürft fich erheben? Was hilft ins Trug und Heuchelei? Du kennest Herz und Leben. Umsonst, umsonst verbergen wir selbst die geheimsten Triebe dir; dein Blick durch schaut Alles. 2. Du weißt, wie oft wir freveljaft uns böser Thaten freuen, und unsers Geistes edle Kraft dem Sündendienste weiher. Gereizt von Welt und Sinnlichkeit, verscherzen wir oft unsre Zeit, und unsers Herzens Ruhe. 3. Wir sollten stets auf dein Gebot mit frommer Seele merken: wir können's auch; denn du, o Gott! willst gern die Schwachen dennoch unMel. Alle Menschen müssen ater! heilig möcht terbrücken wir ſo oft die Ghr- 80 V ich lebeng echtfurcht, Herr! vor dir, und folgen unsern Lüsten. 4. Wie leicht entwöhnt sich unser Herz, im Glück auf dich zu schauen! Wie bald vergessen wir im Schmerz, 79 den wie er soll? Wer hilft, so viel er könnte? 6. Oft wirkt auch unsers Beispiels Macht, daß Andre, wie wir fehlen. Sie seh'n auf uns, die Lust erwacht, das Böse zu erwählen. Gleich uns, verschmäh'n sie deine Huld, und ihr Verderben, ihre Schuld vermehret unfre Schulden. 7. O großer Gott! Hier stehen wir, verklagt von uns sern Sünden. Vor dir, Allheiliger! vor dir ist keiner rein zu finden. Wie kümmert unsre Seele sich! Wir Alle fehlen wider dich! Erbarm' dich unser Aller! thun wäre meine Lust; aber Lüfte widerstreben dem Geset in meiner Brust, und der Sündentrieb im Herzen ist noch oft mir Quell von Schmerzen. Mich beschwert S4 der Werke und Wohlthaten Gottes. 56 der Sünden Joch; was ich nicht will, thu' ich doch. 2. Sieh' um Kraft mich Schwachen beten; meinem Vorsatz trau' ich nicht. Lockende Begierden treten zwischen mich und meine Pflicht. Selbst den heil'gen Andachtsstunden, wo, der niedern Welt entschwunden, ich von dir und Tugend sprach, folgten Sündentage nach. 3. O wie oft hab' ich geweinet, schmerzlich meinen 812 liebt, wie leicht Mel. O Gott, du frommer Gott er nur Ein Laster Fall bereut, gläubig mich mit dir vereinet, und mich deiner Huld gefreut! Gnädig sahst du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Pflicht und, Vater! dich, und die Welt besiegte mich. fällt der in alle! Wer Ein Gesetz entweiht, entheiligt in dem Falle die andern auch zugleich in seinem Herzen mit, und schwächt die Kraft in sich, die sonst für's Gute stritt. 2. Ein Fehltritt fant den Grund zu hundert andern legen und gibt nicht selten uns das schreckliche Vermögen, dann, dreist und ohne Furcht vor des Gewissens Pein, auch jede andre Pflicht vorsäßlich zu entweihn. 3. Wie oft versucht der Mensch, aus Scham, aus Furcht und Schrecken, durch eine zweite Schuld die erste zu bedecken! So führt zur Lasterbahn ein einz'ger Fehler hin; und wo die Tugend weicht, muß auch die Ruhe flieh'n. 4. So sei es mir denn Pflicht 4. Du allein, du kannst mich retten, wo mich Sünd' und Wahn zerstreut. Mach' mich ledig von den Ketten trügerischer Sinnlichkeit! Tilg' die Quelle meiner Schmerzen, die Begier aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt' ich dich: leite selbst zur Tugend mich! 5. Sieh, mich dürstet nach dem Guten. Früh und spät ruf' ich zu dir: laß mein Herz nicht länger bluten: deinen Geist verleihe mir! Hilf die böse Lust bezwingen, und nach deinem Beifall ringen! Stärke mich mit hoher Kraft, das zu thun, was Segen schafft! 6. Ja, du hörst mein kindlich Flehen! Du erquickst mein Herz mit Ruh'! Leben werd' ich, nicht vergeben; meine Stärke, Gott! bist du! Ueberwinden, überwinden werd' ich durch dich alle Sünden. Meine Seele, fasse Muth! Endlich werd' ich fromm und gut. Erlösung. Pflicht, der kleinsten Schuld zu wehren und jede Tugend stets mit Eifer zu verehren. Kein Fehltritt scheine mir und kein Vergehen klein; dies könnte leicht der Grund von schweren Sünden seyn. 5. Durch Tugend steigen wir zum göttlichen Geschlechte, und ohne Tugend sind selbst Könige nur Knechte. Sie, sie nur macht uns erst des Lebens Anmuth schön, nur sie kann über Zeit und Schicksal uns erhöh'n. 6. Im letzten Augenblick, wenn Alle von uns gehen, wird sie in Lichtgestalt zu unsrer Seite stehen. Hell wird durch sie der Blick auf die durchlaufne Bahn, und muthig treten wir die neue Wallfahrt an. 7. Denn Tugend wird in's Reich der ew'gen Herrlichkeiten den Geist, der fie geliebt, vor Gottes Thron begleiten. Und wie? mir Sterblichen wär' dieses Glück zu klein, um strenge gegen mich und tugendhaft zu seyn? Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 82 Sünde ist nie klein zu schäzen. Nennt sie klein; doch bringt sie Schuld. Denn sie wider spricht Geseßen, die mit Weisheit und voll Huld uns der Heilige gegeben, 57 um durch sie beglückt zu leben. 2. Sein Geseß ist gut und weise, wie sein Wille selbst es ist. Mensch befolg' es, und beweise, daß du seiner nicht vergißt! Ewig muß Gott Sünde hassen, kann nie ungestraft fie lassen. 3. Aber gibt es nicht selbst Dinge, die der Sünden Schuld erhöh'n? D! die Schuld ist nicht geringe, wenn wir sein Gesetz versteh'n, es als wahrhaft gut zwar schätzen, doch aus Leichtsinn oft verlegen. 4. Sünd'gen wir mit Ueberlegung wider des Gewissens Spruch; achten nicht des Herzens Regung, nicht des innern Richters Fluch: so ist das, was wir vollbrachten, schon für größre Schuld zu achten. 5. Hat dich Gott hervorgezogen und mit Wohlthun überhäuft und du bleibest dem gewogen, was der Pflicht entgegen läuft; so mehrt Undank deine Sünden; wichtiger wird Gott sie finden. 6. Fühlest du in dir schon Kräfte, Lieblingsfünden zu entflieh'n, und eilst doch zu dem Geschäfte, welchem Gott dich wollt' entzieh'n; wirst, gestärkt durch ihn nicht befser: so wird deine Schuld noch größer. 65 7. Wenn 58 Werke und Wohlthaten Gottes. 7. Wenn dich Nichts von Menschen sich zum Dienst er= außen reizet, und nur inn're böse Lust bloß nach solchen Dingen geizet, deren Unrecht dir bewußt: o! so ist dann dein Vergehen größer, als sonst, anzusehen. lesen; ach, was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ' erwäge, und was ich bin, überlege: o wie niedrig und wie klein muß ich mir nicht selber seyn? 8. Machen ganz besondre Dinge gutes Beispiel dir zur Pflicht; und du schäßest fie geringe, ärgerst, aber besserst nicht: größer wird dann dein Verbrechen, und der Richter wird es rächen. 9. Doch wer kann das Alles zählen, was Troßz, Unbesonnenheit, Wahn, Stolz, Heuchelei sich wählen, das der Thaten Sündlichkeit vor dem Richter nur vermehret, weil es sein Geseß entehret! 10. Gott! laß mich dies wohl bedenken, und, entfernt von Sicherheit, meines Lebens Gang so lenken, daß ich mit Behutsamkeit das nur thu', was dem gebühret, der den Christennamen führet. 11. Laß mir niemals eine Sünde klein und unbedeutend seyn! Bater, flöße deinem Kinde Redlichkeit und Kräfte ein, folgsam dem Gesetz zu leben, und nach Tugend nur zu streben. 2. Ach, es herrscht der Trieb zur Sünde mächtig oft in dem Gemüth, und macht mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Ach, ich seh' mit Reu' und Schrecken tausend Fehler, tausend Flecken, und in der verderbten Brust regt sich öfters böse Lust. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner- Vaterhand! O! wie manche gute Gabe hast du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zurück, was dein, ach! was würd' mir übrig seyn? Mel. Alle Menschen müssen roßer Gott! er4. Doch die Menge deiner Gaben klagt nur meinen Undank an, weil ich sie oft ganz vergraben, oder damit groß gethan; oft voll Leichtfinn sie verschwendet und zu Sünden angewendet. wie häuft sich meine Schuld deiner durch Verachtung Huld! 5. Sieh', hier lieg' ich in dem Staube tief vor dir, 83 Gott, gebückt; das, voll segnender Begier, mein demuthsvoller Glaube, der Erlösung. der auf meinen Heiland blickt, hofft auf deine Batergüte, und mein tief beschämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder deiner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach, erhalte selbst die Triebe treuer Dankbar keit in mir! Bater! laß das schwache Lallen meines Lobes dir gefallen! Bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit! Herr! ich falle vor dir nieder, voller Ehrerbietigkeit. Was du willst, zu thun und leiden, dies gelob' ich dir mit Freuden. Gott und Herr der ganzen Welt, thu' mit mir, was dir gefällt! Folgen der Sünde. Mel. Jesus, meine Zuversicht wie fanft ist, Herr, dein Joch! 84 o wie leicht dein guter Wille! Oft gedenkt die Seele noch jener Ruhe, jener Stille, die in reinen Herzen wohnt, und den Fleiß der Tugend lohnt. 2. Aber, ach! ist er entflohn, des Gewissens sanfter Friede; dann wird Qual der Sünde Lohn, und ihr 59 Dienst macht krank und müde. Keine wahre Freude blüht, wo des Herzens Unschuld flieht. 3. Drückend ist des Lasters Joch, schwer der Sünden harte Bande, und ihr Sklave wählt sie doch, taumelt an des Abgrunds Rande, dünkt sich glücklich, groß und frei bei der tiefsten Sklaverei. 4. In der ungestümen Brust weilet keine Freude lange. Unmuth folgt auf Sündenlust; angstvoll bebt sein Herz und bange, sucht vergebens Fried' und Ruh', und eilt neuen Lastern zu. 5. Unter schuldlos frohen Reih'n wandelt er mit trubem Blicke, will und kann nicht fröhlich seyn, wünscht vergangne Zeit zurücke, wird, das Herz voll Groll und Neid, Störer ihrer Fröhlichkeit. 6. Gottes schön geschmückte Welt ist umsonst für ihn geschmücket; Blumenau und Saatenfeld, was den Tugendfreund entzükket, dem sein Herz entgegen wallt, läßt die stumpfe Seele falt. 7. Herr, dein heiliges Gericht trifft die Sünder, die dich hassen, die Verächter ihrer Pflicht! Herr, ich will dich nie verlassen; steh' mir in Versuchung bei, und erhalte selbst mich treu. ( 56 Mel. 60 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Auf, Christenmensch 85 Wer liebt nur er Sünde thut, die Wahn, nur Träume, ihn trügen. Er wandelt auf des Irrthums Bahn, und lernt sich selbst belügen. O! hilf mir, Gott, daß ich dir tren, und fern vom Selbstbetruge sei! 2. Wer Sünde thut, der unterdrückt und schwächt die Seelenkräfte, wird frech und blind und ungeschickt zum Heiligungsgeschäfte. O Vater, gib, daß nie mein Geist sich seine Würde selbst entreißt. ich dir, Gott, nicht folgsam bin! 6. Wer Sünde thut, verwirft das Wort, das Heil und Frieden stiftet; er eilet auf dem Pfade fort, wo sich sein Herz vergiftet, wo sein Gewissen einst ihn nagt, und laut ihn, Herr, vor dir verklagt. 7. Wer Sünde thut, sieht schreckenvoll die letzte Stunde kommen; die Hoffnung, die ihn trösten soll, ist seinem Geist benommen. Fr liebte Gott und Jesum nicht; nun droh'n ihm Tod und Weltgericht. 3. Wer Sünde thut, der haßt das Licht, das Gott uns hat entzündet; er kennt die wahre Weisheit nicht, die uns mit ihm verbindet. O lebre, Gott, mich weise seyn und stets den Reiz zur Sünde scheu'n! 4. Wer Sünde thut, der troßt dem Herrn, durch den Mel. Herzliebster Jesu! wir sind und leben; er bleibt 86 Wo ist wohl Noth nach Elend auf von jenem dem die Frommen streben. Wie thöricht und wie undankbar! Entreiße, Gott, mich der Gefahr! der Erde, das von der Sünde nicht geboren werde? Verwandeln sich nicht stets der Thorheit Freuden in bittre Leiden? 5. Wer Sünde thut, ach! der entzieht sich stolz dem Ruf der Gnade. Verfehrt, verstockt wird sein Gemüth, und tief sein Seelenschade. O welch' 2. O wären wir vom Jüngling bis zum Greise dir, Gott, gehorsam, immer gut und weise; was würden wir mit freudigem Gewissen ein frevelhafter Sinn, wenn für Glück genießen! 3. Er8. So täuscht die Sünde ihren Freund! So lohnt sie schon auf Erden! Ach, wann die Ewigkeit erscheint, ach, wie wird's dann ihm werden? Viel Gutes, Herr, ist mir verlieh'n; o lehre mich auch Sünden flieh'n! Erlösung. 3. Grhöhet würde jede Lust auf Erden, und jede Bürde uns erleichtert werden, wenn unser Herz den Lockungen der Sünde stets widerstünde! 4. Doch, ach, sie herrscht, um Alles zu zerrütten, erschüttert Thronen und verwüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht unsern Tagen mit harten Plagen. 5. Wann können Sünder froh zum Himmel schauen, an dich, Herr, denken ohne Furcht und Grauen? an Tod und Grab und an der Zukunft Leben, und nicht erbeben? 6. Die Lust zum Bösen fesselt sie und wüthet; sie leiden selbst durch das, was fie gebietet; fie bahnen sich den Weg durch ihre Freuden zu Gram und Leiden. 7. O du, zu dem wir fromm die Hände falten, gib, daß wir fest uns an die Tugend halten, und, sie: gend in Versuchung, uns zum Leben in Gott erheben! Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 87 Go! ott! wie schrecklich sind Verbrechen, weil sie, kaum vollendet, sich selbst verfolgen, furchtbar rächen, Richter! dein Gesetz und dich! Ach! dem Laster folgt Verderben, Armuth, Schmach und frühes Sterben! 61 2. Und wie quält den sein Gewissen, der verworfne Thaten übt! Kann er jenes Trosts genießen, den nur reine Tugend gibt? Kann er, ohne zu erbeben, denken an ein künftig Leben? 3. Nur Ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wandeln sollen, Gott! was vernichtet der für Segen, wie versenkt oft der in Noth! Ach! was müssen wir oft leiden, blos für Giner Thorheit Freuden? 4. Starke, Gott! verfolgen Schwache; Schwache Schwäch're! Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, Wollust, Stolz und leppigkeit; wie erfüllen die mit Plagen deine Welt, mit welchen Klagen! 5. Wie die Arglist Frevel brütet! Wie Gewalt und Tyrannei, gleich der Pest im Mittag, wüthet! Wie im Finstern Heuchelei trachtet, über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten! 6. Und wir Sünder könnten wähnen, Gottes heiliges Gericht strafe keines Elends Thränen, acht' auf unsre Laster nicht? der Gerechte, der Verbrecher gelt' ihm gleich; es sei kein Nächer? 7. Wären wir nur gut und weise, deinem Willen unterthan; gingen Jünglinge und Greise immer auf 67 der Werke und Wohlthaten Gottes. 62 der Tugendbahn: o wie strömte Heil und Segen Jeglichem von dir entgegen! 8. Würde nicht, wenn schon auf Erden keiner je der Noth entgeht, jede Last erleichtert werden, jede wahre Lust erhöht, wenn den Lokkungen der Sünde unser Herz stets widerstünde? 9. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, daß mein Herz so oft vergißt, daß, wenn ich nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist: selig dort, und schon auf Erden ruhig und getrost zu werden. 10. Laß des Lasters bittre Früchte mir stets in Gedanten seyn, mich nie zweifeln am Gerichte, auch den kleinsten Fehltritt scheu'n! Stärke mich, daß ich die Sünde immer glorreich überwinde! Mel. Wie groß ist des Allmächt'. Tch! 88 2! welch ein Kampf in mei ner Seele, welch' steter Widerspruch in mir! Mein Geist will, daß ich Gutes wähle, er sehnt sich, Gott! so heiß nach dir; allein das Fleisch verführt den Willen, macht ihn den Sinnen unterthan, strebt, ihre Lüsternheit zu stillen, und schmiegt sich, ach! den Sünden an. 2. Ein doppeltes Geseß regieret mein Wesen; o wie räthselhaft! Wenn mich der Wahrheit Strahl berühret, dann schmeck' ich Frieden, fühle Kraft; doch schnell entzieht ein Todesschatten mir dieses himmlisch reine Licht, ich muß im halben Lauf ermatten, ich will, doch ich vollbringe nicht. 3. Der gute Vorsatz, den ich fasse, er bleibt ein Traum der Phantasie; ich thu' das Böse, das ich hasse, und scheue oft der Tugend Müh'. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt sie mich hin, die Macht der Sünde; zu späte Thränen folgen nach. 4. Wer löst mich von den Sklavenketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh'? Wer kann mich von mir selbst erretten? Nur du, Allmächtiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade g'nüget zur seligsten Gene sung mir; o send' ihn, daß mein Glaube sieget, und schenke Kraft zur Tugend mir! Von der Erlösung. In eigener Melodie. 89 err, wir singen deiner Ehre. Erbarm' dich unser, und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir danken voll Entzücken; wo ist ein Erlösung. ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöh'n, er, dessen Heil wir seh'n, ist die Liebe; schon vor der Zeit in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie seyn. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unfre Brust das Leben und schenfest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben, und schenkest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott! und führst auch durch den Tod uns zum Leben. Du suchst allein, uns zu freu'n; daß wir verderben, willst du nicht. er= 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen, und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief dein Vaterblick durch Jesum uns zurück von der Sünde. Aus ihrer Nacht sind wir erwacht, erwacht, um Gottes Licht zu seh'n. 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! der Sohn des Höchsten stieg hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwungen; ein Sie 63 geslied werd' ihm gesungen! Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesängetönt! tönt zum Himmel! Herr, Preis sei dir! Einst knieen wir an deinem Thron, und beten an. Mel. Mache dich, mein Geist, ber. 90 Unser Gott, der Herr Welt, schaut der Zukunft Zeiten, kann, was ihm zu thun gefällt, lange vorbereiten. Stets zur That wird sein Rath; auf verborgnen Wegen kommt uns Heil entgegen. 2. Jesus ward zum Heil der Welt einer unsrer Brüder; freudig, wie zum Sieg der Held, kam zu uns er nieder, rang mit Noth, Schmach und Tod, um zu edlerm Leben Menschen zu erheben, 3. Seiner Ankunft frohe Zeit ließ in frühen Jahren Gott mit ihrer Herrlichkeit Völkern offenbaren. Was geschah, fern und nah', wußt' er dann zu lenken, um uns ihn zu schenken. 4. Preiset ihn voll Zuversicht, der die Welt regieret! Immer wird, was er verspricht, herrlich ausgeführet. Ehret ihn, der erschien, uns zu Gott zu leiten; folget ihm mit Freuden! Mel. 64 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis Himmels Erbe; dies bin edanke, der uns ich, und das ist mein und 91 den ich kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt von Finsternisser, füllst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen; allein das Göttliche der That, das konn mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Grlöser ist: so werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn; werd' ich stets irren müssen, und, wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Zweifel rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. sterbe. 9. Du gibst mir deinen Geist, das Pfand, im Glauben mich zu stärken, und bildest mich durch deine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang ich deinen Willen gern mit reinem Herzen thue; so fühl' ich eine Kraft des Herrn, und schmecke Fried' und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, und ich zum Kreuze trete; so weiß ich, daß er mein gedenkt und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und mich einst aus der Erde erweckt und zu dem Reich erhebt, da ich dich schauen werde. 13. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne: und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 14. Soll ich dereinst auch würdig seyn, für deinen Ruhm zu leiden; so laß mich keine Schmach und Bein von deiner Liebe scheiden. 15. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich noch sterbend denken, wie sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht Alles Mel. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des schenken! Erlösung. Mel. Schwing' dich auf zu 65 kennt ihn und den Vater nicht, der nur Fromme dommt mit Dank 92 K vor Gottes Chron! liebet. Preiset Gott auf Erden! Denn er sandte seinen Sohn, unser Heil zu werden. Ehret, preist ihn, der da kam, daß wir selig würden! Er ward Mensch, und übernahm schwerer Leiden Bürden. 2. Tren vollbracht' er seine Zeit. Seines Vaters Ehre, Wahrheit und Gerechtigkeit war des Heil'gen Lehre; Menschen trösten und erfreu'n, immer sein Bestreben; und um Aller Heil zu seyn, ließ er selbst sein Leben. 3. Nun als Herr, von Gott erhöht, nach vollbrachtem Werke, herrschet er voll Majestät, und mit Gnad' Mel. Vom Himmel hoch, da und Starfe, sammelt All 93 AGeist in mir, und uns in sein Reich, die wir darnach streben. Fromme sollen, Engeln gleich, mit ihm ewig leben. preise deinen Gott, der dir selbst seinen Sohn zum Helfer gibt; preis' ihn, daß er so sehr dich liebt! 4. Ehrfurcht und Gehorsam soll ihm der Mensch bezeigen, Aller Knie sich demuthsvoll vor dem Mittler beugen, freudig jede Nation es mit Dank erkennen: Er sei Gottes höchster Sohn, unser Herr zu nennen. 2. Gr, den dir Gott zum Heil gesandt, er machte dir den Trost bekannt, wie innig seine Vatertreu', wie werth ihm deine Wohlfahrt ſei. 5. Wer ihn ehret, ehrt zugleich Gott, durch den wir leben; denn der Tugend heilig Reich ist ihm übergeben. Wer zu Jesu: Herr, Herr!, 4. Bergiß, vergiß zu feispricht, und doch Böses übet, ner Zeit die Größe seiner 3. Durch ihn hat er die sichre Bahn zur Seligkeit dir fund gethan; durch ihn hat er dir Muth und Kraft, auf dieser Bahn zu gehn, verschafft. Gü6. Laßt uns, Christen, laßt uns ihn reines Herzens lieben, auch die kleinste Sünde fliehn, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebeut, auf sein Vorbild sehen, und wie er, mit Freudigkeit auch durch Leiden gehen. 7. Können wir: Es ist vollbracht! froh, wie er, einst sprechen, o dann schreckt uns nicht die Nacht, wenn die Augen brechen. Sicher wird uns seine Hand zu den Seligkeiten seines Reiches, in das Land der Verklärten leiten. 66 Werke und Wohlthaten Gottes. Gütigkeit; denk' oft und stets mit Freuden dran, und bete Gott in Demuth an. 5. Aus Gegenlieb' und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, dein Herz, das ihm ganz zugehört und selig ist, wenn es ihn ehrt. 6. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge redlich bis ins Grab; folg' ihm und wende dankbar an, was er zu deinem Heil gethan. 7. Grwecke dich dadurch zum Fleiß der Heiligung: das ist der Preis, den ächte Dankbarkeit dem gibt, der dich so göttlich groß geliebt. kein Grab, nur seine Hülle sinkt hinab: dies lehrte Jesus glauben. 3. Mit edler Wärme lehrte er als erste Pflicht die Liebe, und jedes Gute immer mehr zu thun aus reinem Triebe. Er selbst, er gab sein Leben hin, aus edlem, reinem Tugendsinn, zum Besten für die Brüder. 4. Auf, Christen, ehrt ihn Lebenslang durch reine Tugendliebe! O, daß ihm Keiner diesen Dank, kein Christ ihm schuldig bliebe! Wir sind erlöset: Dank sei dir, o Vater! Möchten alle wir frei von der Sünde leben. , 8. In diesem Preise übe dich, mein Geist, so hilft er Mel. Sei Lob und Ehr' dem sicherlich dir zu dem Glück, 95 Auf Christen, last das Gott Gottes der Welt bereitet hat. wir dir, Vater, weihen; durch Jesum zeigtest du die Bahn der Tugend uns von Neuem. Ja, ewig, ewig Dank sei dir; belehrt durch Jesum, können wir uns unfrer Würde freuen. 2. Sonst sah'n mit Furcht im Angesicht auf Gräber unsre Brüder; doch bald erschien ein neues Licht dem bangen Herzen wieder. Des Menschen Geist umschließt mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns Heile Mel. Allein Gott in der Höh' imm unsre Dank94 N gefühle an, die nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, von uns'rer Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Er ward's und hat sein Werk vollbracht, und sich, nach kurzer Grabesnacht, gen Himmel aufgeschwungen. 3. Wo ist des Todes Herrschaft Erlösung. 67 schaft nun? Hier ist sein UeFreude für uns, ewig Theil; berwinder; die Furcht davor so preisen wir dich ewig. hinweg zu thun, starb er, das Heil der Sünder. GeMel. Schon ist der Tag von G. brochen ist uns nun die Bahn, 96 Nun loft uns alle die von der fröhlich seyn, daß Gott uns Jesum sandte! Laßt uns des Gottes hoch erfreun, den Jesus Bater nannte; der Alles schuf und liebt und nährt, der alle seine Kinder lehrt, und alle gut erziehet. 2. himmelan zur ew'gen Wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes! Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu Gut, sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zu unserm Glück verschafft, das ist in seinen Händen; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen. 6. O laßt uns ihm uns anvertrau'n, und seine Stimme hören, auf seine Mittlershülfe bau'n, ihn mit Gehorsam ehren! Das ist der Weg zum ew'gen Wohl, der Weg, auf dem man friedenvoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, leite selbst uns diesen Pfad, zeuch uns zu deinem Sohne, daß Glaub' an ihn auch mit der That in unsern Herzen wohne: so haben wir an seinem Heil, zur Zur Reife der Vollkommenheit, die schon hienieden keimet, erzieht er Alle weit und breit; nicht Einer ist versäumet. O wohl mir, ich bin Gottes Kind! D wohl mir, alle Menschen sind des höchsten Vaters Kinder! 3. Er schaut auf alle mild herab, führt auf verschiednen Wegen uns Alle über Tod und Grab zu höherm Licht und Segen. Der Gott, den jede Sprache nennt, der Gott, den Niemand ganz verkennt, hat Jesum uns gegeben. 4. Vertrauensvoll auf Gott zu sehn, der mit Vernunft uns zieret, und kindlich fromm den Weg zu geh'n, der uns zum Ziele führet, der Menschheit hohen Zweck und Werth hat Jesus Christus uns gelehrt: Gott sei dafür gepriesen! 5. Wie Wahrheit nie dem Trug erliegt; wie Pflicht und 68 Werke und Wohlthaten Gottes. und Weisheit handelt; wie Tugend über Alles siegt, und fest zum Ziele wandelt, auch wenn ihr Hohn und Marter droht, verkündigt Jesu Lehr' und Tod: Gott sei dafür gepriesen! kommt, Rettung vom Verder= ben uns Sündern zu erwerben, sein hocherhabner Sohn. 3. Er kam zu uns auf Erden in tiefer Niedrigkeit, nahm auf sich die Beschwerden von unsrer Pilgerzeit, enthielt sich seiner Macht, verläugnet Himmelsfreuden, bis er durch Todesleiden ſein großes Werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht! O bringet Gott euern Lobgesang! Erlöste Menschen, singet dem Mittler ewig Dank! Wo Niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seele Schaden. O nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil der Sünder! ist unsre Zuversicht! Drum kommen wir zu dir. Hilf jeden Reiz Sünden uns glücklich Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren zu 97 Erhebt den Herrn, überwinden, denn dein, o wir. 6. Wir zagen nicht: was kann uns je des Vaters Liebe nehmen? Für Armuth, Sorgen, Schmach und Weh, für Krankheit, Schmerz und Grämen, und für den schweren Schritt ans Grab beut Jesus einen festen Stab: Gott sei dafür gepriesen! 7. D guter Gott, wir zagen nicht; du wirst zum höhern Leben, wirst zu des Himmels reinstem Licht einst unsern Geist erheben. Wohl uns! Die Lehre Jesu beut uns Hoffnung der Unsterb: lichkeit: sei hoch dafür gepriesen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. 6. Bei dir steht unser Leben. Zu unserm ew'gen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil! Laß uns dir folgsam seyn? Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich Gottes ewig freu'n. 2. Erlöst! o welche Liebe hat nns der Herr erzeigt; mit Vatertriebe Tein Herz zu uns geneigt! 98 is deinen Sohn Von seines Himmels Thron Mel. Herzliebster Jesu. Gott, du für ge= Erlösung. gegeben; o wer kann g'nugsam deine Huld erheben; Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnade Stärke! 2. Dein ew'ger Sohn stirbt für die Menschenkinder; der Heiligste tritt an die Statt der Sünder: der Seligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das Aller Sünden träget, d'rauf du die Strafe weislich selbst geleget: daß du die Schuld an den verlornen Schaafen nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Versöhner schenkest? Was fin=dest du an mir und an uns Allen für Wohlgefallen? 5. Verdient Verachtung göttlicher Gefeßze, verdient Verschwendung unschäßbarer Schäße, verdient gehäufte gröbliche Verschuldung so viele Duldung? 69 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, von deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir, zu meinem ew'gen Heile, nun auch zu Theile! 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen, und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geist sei mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. In eigener Melodie. 99 uns Gott verhieß, den der Himmel jauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erd' erschienst. 2. Wie dein Nam', ist auch dein Ruhm. Jesu, wir, dein Eigenthum, ehren dankvoll und erfreut deine große Gütigkeit. 3. Du, deß Hand die Himmel hält, du kamst willig in die Welt, uns von Sünden zu befrei'n, unser Licht und Trost zu seyn. 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thust weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 4. Stark in deines Vaters Kraft, hast du Leben uns verschafft. Wir, von Nath und Hülf' entblößt, 7. Ach! lehre mich recht sind, o Herr, durch dich erlöst. deine Huld erkennen, voll 5. Preis sei dir in EwigZuversicht dich meinen Vater nennen, und zum Gehorsam dir mein ganzes Leben willig ergeben. keit! Auf! die ihr erlöset seid, rühmt den, der mit Lehr' und That euch vom Tod erlöset hat! 6. Der Werke und Wohlthaten Gottes. 70 6. Der duliebreich zu uns kamst, unsere Rettung übernahmst, dein uns theu'r er worbnes Heil sei auf ewig unser Theil. 7. Unsre Seele trau' auf dich, unser Leben preise dich; und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir gefällt! In eigener Melodie. it frohlocken100 Mit dem Gemüthe, schau' ich, Gott, voll Dankbegier, in die Tiefen deiner Güte, und verliere mich in ihr. O wie groß ist deine Huld! Unsre ganze Sündenschuld willst du uns so gern vergeben; denn du hast nur Lust am Leben. 2. Ich verehre, Gott voll Liebe, deiner Gnade weisen Rath, die aus eignem freien Triebe, unsrer sich erbarmet hat. Uns Verlornen dachtest du Rettung vom Verderben zu, und dies Heil uns zu erwerben, sollte dein Geliebter sterben. 3. ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der uns, uns verlass'nen Armen, Gnad' und reichen Trost verleiht! O wie hast du uns geliebt, daß dein Sohn sich für uns gibt, die verscherzten Seligfeiten wiederum uns zu be-. reiten. 4. Ja, du zeigst aus weiser Liebe uns zur Gnade selbst die Bahn, führst durch deines Geistes Triebe uns zu Buß' und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler gläubt, soll befreit von dem Verderben, Himmelsseligkeiten erben. 5. Du bestimmtest zum Verderben auch nicht Einen; deine Huld hilft auch Sündern. Wenn sie sterben, sterben sie aus eigner Schuld. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, den trifft seines Frevels Lohn; sein beharrlich Widerstreben raubt ihm Gnade, Heil und Leben. 6. Ewig sei mit Dank besungen, was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen, heil'gen Nath, den der Glaub' in Demuth ehrt, die Vernunft erslaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Vater, hilf mir darnach streben, meines Heils gewiß zu sein. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laß des Glaubens Frucht und Kraft, die dein Geist nur in uns schafft, mir das fichre Zeugniß geben, ich sei auf dem Weg zum Leben. 8. leberzeugt von deiner Gna Erlösung. Gnade, und gewiß, dich einst zu seh'n, will ich selbst des Todes Pfade ohne Grau'n und muthig geh'n. Hab' ich deine Gnade nur; so wird keine Kreatur mich von deiner Liebe trennen, mich dir Nichts entreißen können. Würde des Erlösers. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren 101 D u kamst herab zum Staube, herab von deinem Thron; in dir erblickt mein Glaube des ew'gen Vaters Sohn. Glanz seiner Herrlichkeit! Wer kann dich g'nug erheben? Du schenkst uns neues Leben und Herzensfreudigfeit. 2. Wer reicht an deine Größe? Im weiten Schöpfungsreich fühlt Jeder seine Blöße, fühlt Keiner dir sich gleich. Du warst, eh' Meer und Land, eh' Sonne, Mond und Erde durch jenes Machtwort: Werde! hervorging und entstand. 3. Der höchste Seraph beuget sich demuthsvoll vor dir, verhüllt sein Antliß, schweiget, bewundert dich, wie wir; und deiner Hoheit Glanz, wagt er's, sie zu er71 4. Du hast durch deine Lehren des Irrthums Nacht zerstreut. Wenn wir sie folgsam hören, wird unser Herz erfreut. Gs lernt mit Kraft und Muth nach wahrer Tugend streben, lernt für die Zukunft leben, gewinnt das höchste Gut. 5. Um unser Heil zu gründen, nahmst du so brüderlich den Sold der schwersten Sünden, des Kreuzes Last auf dich. Du tilgtest fremde Schuld, ertrugest Haß und Bande, und starbst bei Qual und Schande mit göttlicher Geduld. 6. Doch, Herr, im Siegsgepränge kommst du zur Welt zurück. Dann steht der Völker Menge vor deinem Richterblick. O welche Angst und Pein verfolget dann den Sünder! Und Gottes fromme Kinder, wie wirst du sie erfreu'n! 7. Dich, Heiland, zu verehren, sei stets mir theure Pflicht! Befolg' ich deine Lehren, so seh' ich einst dein Licht. Du bist, was Keiner war, im Himmel und auf Erden, was auch nicht En gel werden; du bleibst es immerdar. Mel. Kommt, kommt, den Herrn gründen, wird er zu blenz 102 mein heilende auch er schaut nie sie ganz. Größe geht über alle Himmel weit. Wer Werke und Wohlthaten Gottes. Wer ist, der sie ermesse? Du groß ist, Herr, dein Werth. warst bei Gott in Ewigkeit. Du bist das Heil der ErDu bist der Erstgeborne vor den. Wer auf dein Wort aller Kreatur, kamst zwar nicht hört, der kann nicht für uns Verlorne in mensch- selig werden; wer aber dich licher Natur; doch in der verehrt, dem hilsst du vom Menschheit Orden tratst du Verderben, schaffst ihm Zuerst in der Zeit; eh' noch friedenheit, und machst ihn die Welt geworden, warst du einst zum Erben vollkommvoll Herrlichkeit. ner Seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Saame, der gläubig dir zu Fuße fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! Mit Freuden dir zu dienen, steh'n sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Gigenthum. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein kräft' ges Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch nie erkannt. Ein Erbe über Alles! Das ist dein ew'ger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort. Das Große und Geringe geht bloß durch deinen Willen fort. Sohn Gottes, du regierest den ganzen Kreis der Welt; weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben, drum wird einst jene Gruft die Todten wieder geben, wann deine Stimme ruft. 4. Gott läßt dir Ghr' erzeigen, die feinem Ändern widerfährt. Dir soll sich Alles beugen; denn göttlich 6. Sohn Gottes, ich verehre und bete dich in Demuth an; beschäme und bekehre die, die dir noch nicht zugethan, die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für sie litt, die schuld'ge Ehre rauben. Theil' ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen; laß Nichts, die von deiner dich erkannt, Liebe trennen. Dein Ruhm full' jedes Land! Dir soll sichy 103W angebetet iſt Mel. Mein ganzer Geist groß, wie dein Erlösung. stade 73 dein Nam', o Heiland, Je- hassen. Ihnen willst du Heil su Chrift! Wie theuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsterniß mit dir der Welt auf! Wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolke! Als du kamest, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 2. Nur Schwache waren's, die dein Licht verbreiteten, die Weifen nicht. Wo sind sie? wo die Hohen? und wo die Reichen? Wo die Macht, vor der des Gößendienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht, List nicht, deine Gaben, Mittler, haben dich verkläret, uns den Weg zu Gott gelehret. 3. Wir werden deinen Nuhm erhöh'n; wir werden deinen Himmel seh'n, den Preis von deinem Leiden; genießen, was du uns erwarbst, da du für uns am Kreuze starbst, der Engel hohe Freuden. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen. und Leben gerne geben, und uns Allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Vom Aufgang bis zum Untergang erschallet dir der Lobgesang erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer mehr noch, Jesu, werden schon auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. i6. Wie groß, wie angebetet ist dein Nam', o Heiland, Jesu Christ! wie herrlich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Ruh': o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann er= scheinen! Ewig müsse, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel widerhallen! Dankbares Andenken an die Sendung Jesu. ( Adventslieder.) Mel. Jesu, komm doch selbst z 104 Sott sei Dayt in aller Welt, der sein Wort beständig hält, und der Sünder Trost und Rath zu uns her/ gesendet 4. Du hast dich deiner Herrlichkeit entäußert eine kurze Zeit, für uns von Gott verlassen. Und nun mit Ehr' und Ruhm gekrönt, nun hat! machst du selig, die, versöhnt, der Sünden Gräuel 2. Was der frømmen Väter Schaar Wunsch und Troft 74 Werke und Wohlthaten Gottes. Trost und Hoffnung war, Mel. Aus meines Herzens Grunde was fie fern im Dunkeln 105 Mit Gruft, o sah, Heil uns! ist im Lichte da. Menschenkinder, bereitet euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sünder, er rettet sie so gern. Er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben versprochen hat zu geben; ihr könnt nun selig seyn. 2. Kommt, reinigt eure Seelen, seid heilig, seid bereit, was ihm gefällt, zu wählen, zu fliehn, was er verbeut! Gilt willig in sein Reich, verabscheut und verlasset, was euer König hafset, vertraut ihm, bessert euch! 3. Das hat der Herr geboten, sein Sohn hat's selbst gelehrt; das lehren seine Boten, und selig ist, wer hört! Ach, leben wird, wer gläubt, und wer nicht glaubt, wird sterben. Ein Jeder wird verderben, der noch ein Sünder bleibt. 3. Hier ist mehr, als Davids Sohn. Unvergänglich ist sein Thron; denn der Tugend Reich ist sein, hier und dort uns zu erfreun. 4. Licht der Seelen, ew'ges Heil ward durch ihn der Welt zu Theil. Menschenfreund, wie dank' ich dir; du schenkst dieses Heil auch mir! 5. Deines Segens mich zu freu'n, laß mein Herz dein eigen seyn, mach' es von der Sklaverei jeder Sünde völlig frei. 6. Und wie deine Ankunft war Hülf' und Rettung aus Gefahr: so erscheine stets auch mir Hülf' und Rettung, Herr, von dir. 7. Deine Wahrheil leuchte mir, Herr, bei Allem, was ich hier zur Beförd'rung meiner Ruh', denke, wünsche, wähle, thu'. 8. Trifft mich Traurigkeit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz! Wenn kein Mensch mir helfen kann, so nimm du dich meiner an! 9. Und, o Jesu, wann du einst herrlich zum Gericht erscheinst, laß mich freudig zu dir geh'n und gerecht vor dir besteh'n! 4. Wer wahre Demuth liebet, den will Gott einst erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer sehn; wer ihm sein Herz ergibt, wird gut und selig werden, nicht dort nur, schon auf Erden erfahren, wie Gott liebt. 5. Doch was vermag ich Sünder, Schwacher, ich ohne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, bereite fel Erlösung. selber mich! Schon seufzt mein Herz nach dir, es seuf zet dir entgegen: Komm', fomm' mit deinem Segen, und wohne stets in mir! er 106 Mel. Mein ganzer Geist, Gott Heiland kommt, lobfinget ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das: Heilig! Heilig! singen.( Er kommt, der eingeborne Sohn, und steigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir vor der Sünde Rettung finden, höchstes Wesen! Durch dich werden wir genesen. 2. Willkommen, Friedefürst und Held, Rath, Vater, Kraft und Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! Du kleidest dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch, und willst, der Welt 75 das Leben, o was kannst du Größres geben? 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Reu' und Schmerz, bereit vor dir zu wandeln: ja, dir und unserm Nächsten treu, aufrichtig, ohne Heuchelei, zu denken und zu Handeln. Zu dir flehn wir, hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen, und des Fleisches Lust bezwingen. 5. Laß uns zu unserm ew'gen Heil an dir im wahren Glauben Theil durch deinen Geist erlangen, auch, wenn wir leiden, auf dich sehn, im Guten immer weiter gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben, und in deinem Reiche leben. Mel. Befiehl du deine Wege zu Gut, ſelbst unser Bruder 107 Wie soll ich dich werden. du, reichst die Arme voll Erbarmen uns entgegen, und verwandelst Weh in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ew'ge Seligkeit! Sei hoch dafür gepriesen! Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir. die du an uns erwiesen! Von dir, da wir im Verderben müßten sterben, kommt Heil aller Sterblichen! Du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! Gib selb mir zu erkennen, wie, deixer Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preiſen soll. 2. Einst streute pan dir Psalmen: jetzt soll die Dankbegier, mein Heil/ in Freudenpsalmen ergießen sich vor dir! Dich, dich will ich D2 er= Werke und Wohlthaten Gottes. 76 erheben, so gut ich Schwacher kann, mein Herz will ich dir geben: o nimm es gnädig an! 3. Damit du mich befreitest, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten, freutest du, Seligmacher, dich. Du sahest, daß hier keiner vermögend war dazu: da jammerte dich meiner, da kamst und halfest du! 4. O du, an den ich glaube, was war's, das dich bewog? Was war's, das dich zum Staube, zu mir hernieder zog? Dein göttliches Erbarmen. Ja, du, o Jesu, hast mit mitleidsvollen Armen die ganze Welt umfaßt. 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte! flagt nicht in euren Schmerzen, als ob 108 Deil errungen, Mel. Gott, der du die Menschen er du uns das kein Helfer wär'? O sehet auf! Ihr habet den besten Helfer nah, der eure Seele labet: der treue Freund ist da. 6. Die ihr mit ernster Reue still eure Schuld be weint, wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der Menschenfreund, ruft heilbegier'gen Sündern der Gnade Trostwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ihren Seelen Ruh'. 7. Er übersiehet Keinen, und weiß, was Sedem nüßt. Hat er nicht stets die Seinen von Anbeginn beschüßt? Nicht sie in ihrem Leide zu trösten stets gewußt? Erfreun ist seine Freude, und Wohlthun seine Lust. 8. Er macht uns von dem Bande des Tod's auf ewig los, entreißet uns der Schande der Sünd' und macht uns groß, gibt Weisheit, Muth im Leiden und Kraft zu jeder That, versichert uns die Freuden, die Gott bereitet hat. 9. Er kommt zum Weltgerichte; der Bösewicht vergeht, wenn da im hellen Lichte der Tugendfreund besteht. Wohl ewig Allen denen, die seine Wege gehn, und einst mit Freudenthränen zu seiner Rechten stehn! Mensch geword'ner Gottessohn! Ewig sei dir lobgesungen, daß du von des Himmels Thron, uns zu Gut, ins Fleisch gekommen; der du voller Freundlichkeit, längstens schon vor meiner Zeit, dich auch meiner angenommen und mein Bruder worden bist, sei gelobt, Herr Jesu Christ! 2. Sei gelobt! denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O wie hoch hast du geehret unser fterb Erlösung. sode 77 ist Vater und mein Freund. sterbliches Geschlecht! Herr, bin ich Gott vereint; Gott du hast es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zum Wohlthun dir erwählet; ja in dir, du Gottessohn, herrscht die Menschheit auf dem Thron. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme seyn! Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz vertrau'n, freudig folgen, auf dich bau'n. Deine Huld ist nicht zu messen: gib, daß ich für deine Treu' dir auf ewig dankbar sei. 3. Du, du bist der Völker Segen, kamst, von Noth uns zu befrei'n; und wir können deinetwegen jetzt schon Kinder Gottes seyn. Hat die Sünd' uns gleich verdorben: o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und Mel. Nun danket Alle Gott die Tüchtigkeit erworben, 109 Er ist gekommen einst, von er, Sünden ähnlich dir, o Herr, zu seyn. 4. Du, du bist der Mittler worden, der die Welt mit Gott versöhnt; haft der schwachen Menschheit Orden wieder mit dem Recht belehnt, in den Himmel einzugehen, und da Gottes Herrlichkeit, nach vollbrachter Prüfungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Fromme! fasſet Zuversicht, glaubet fest: nur fündigt nicht. 5. Sollte mich wohl Gott verlassen, wenn ich krank und hülflos bin? Nein, sein Heil wird mich umfassen, trösten den betrübten Sinn. Und da kann mich Nichts anfechten. Er, der meinen Jammer kennt, und mich gnädig Bruder nennt, sitzt als Herr zu Gottes Rechten, durch ihn Väter harrten, und länger dürfen wir nun feines Andern warten. Sein Lob erschalle laut in aller Welt umher! Wer brachte je der Welt mehr Licht und Heil, als er? 2. Gott ist mit uns! wir seh'n den Sohn, den Eingebornen, des Vaters Ebenbild, den Retter der Verlornen, der Reuevollen Trost. Ihr Sünder, nehmt ihn an! Freut des Erlösers euch, der selig machen kann! 3. Gott ist mit uns! nun hört der Arme seine Lehren, und, was er lehrt, ist Heil. Er ist's! die Tauben hören; der Blinde sieht und schaut voll Dank zu Gott hinauf: des Lahmen Füße gehn; die Todten stehen auf. 4. Er ist gekommen, uns D3 dem 78 Werke und Wohlthaten Gottes. dem Vater zu versöhnen, und mit der Tugend Kranz die Gläubigen zu krönen. Gott ist mit uns! Er will die Traurigen erfreu'n; er will der Schwachen Kraft, der Müden Stärke seyn. 5. Gott sei gelobt! Er ist's, auf den die Väter harrten. Heil uns! wir dürfen nun nicht eines Andern warten. Er schließt den Himmel auf; er nimmt die Sünder an. Frohlockt, und betet ihn und seinen Vater an. schien, und es ward Friede durch ihn. Friede! Singt's laut ihm zu Ehren! 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwietracht und haßten sich vor den Altären. Jesus er4. Unschuld und Tugend entkeimten des Göttlichen Tritten, Trost und Erquicung trug er in der Weinenden Hütten, ward ihnen Freund, hatte oft selber geweint, selber geduldet, gelitten. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu beben. Geburt Jesu. ( Weihnachtslieder.) Mel. Lobet den Herren 6. Selige Hoffnung, einst Jesum, den Retter, zu sehen, 110 hre sei Gott in und mit den Schaaren der der Höhe! der Herr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erkoren. Lasset uns sein dankvoll, ihr Christen, uns freu'n! Ist er nicht uns auch geboren? Herrlichen ihn zu erhöhen! Völlig beglückt, fing' ich dann himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! 2. Schatten und Dunkel bedeckte den Erdkreis; es irrten Völker umher, wie die Heerden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien, Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. In eigener Melodie. 111 Qobt Gott, ihr Christen, freuet euch! Von seiner Gnade Thron beruft er uns zu ſeinem Reich, und sendet seinen Sohn. 2. Er kommt nach seines Vaters Rath, mit Heil uns zu erfreu'n, und auf des ew'gen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu seyn. 3. Bei seinem Eintritt in die Welt umgibt ihn keine Pracht, die glänzend in die Au to Erlösung. du stade 79 liebgewinnet? Nimm froh an seiner Liebe Theil und werd' ihm gleich gesinnet! Wer nicht, wie er, gefinnet ist, der ehrt ihn nicht, der ist kein Christ. Der Herr erkennt die Seinen! Augen fällt und groß vor Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, begehrt kein Erdenglück, verlangt allhier kein Königreich von einem Augenblick. 5. Er kommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehn. Vor seinem Lichte muß die Nacht des Aberglaubens fliehn. 6. Er lehret uns die Sünde scheu'n, spricht Muth dem Schwachen zu und schafft uns, wenn wir sie bereu'n, Begnadigung und Ruh'. 7. Er bringt den Trost der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hülle fällt, uns weder Tod noch Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu seinem Himmel reich. Ihr Christen, wie beglückt sind wir! Lobt Gott und freuet euch! Mel. Allein Gott in der Höh 112 Last und vollem aßt uns mit ehrDank den Gott der Lieb' erhöhen, mit feierlichem Lobgesang des Heilands Fest begehen! Preis sei dem Vater, der ihn gab! Preis sei dem Sohn! Er kam herab, und ward das Heil der Menschen. 2. Ist der ein Christ, der dieses Heil nicht schäßt und 3. In Dürft'gen laßt uns ihn erfreu'n, bekleiden, speisen, tränken! Ja, laßt uns frohe Geber seyn und sein dabei gedenken! Was ihr den Meinen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan; und er, er will's vergelten. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, den wird sein Name trösten. Vertraut auf ihn, von ihm gelehrt, lobsingt ihm, ihr Erlösten! Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschenfreundlichkeit. Dir, dir sei ewig Ehre! Mel. Mein ganzer Geist, oder: Wie schön leucht uns mit frohem Dant, mein Geist, in jenen 1130 stimm' auch du Lobgesang, von dem der Himmel tönte, als er zur Welt hernieder kam und unsre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte! Freu' dich innig! Er, dein Führer und Regierer, kam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 3. Ja, Preis und Ehre, D4 Gott Werke und Wohlthaten Gottes. 80 Gott, sei dir! Wie gnadenvoll bist du auch mir in deinem Sohn erschienen! Du sandtest aus Erbarmen Mel. Fröhlich soll mein ihn, die dem Verderben zu 114 Last und unſerm entziehn, die dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich der Sünd' entrückt zu sehen! Gott lobsingen! hocherfreut laßt uns heut' ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein, Gott allein, unserm Gott sei Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich; Christus ist geboren. Er, der König aller Wesen, steigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 3. Und wie vergelt' ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir, schon eh' ich war, bewiesen? Du bahntest unter bitterm Leid auch mir den Weg zur Seligkeit: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienieden Gottes Frieden schon empfangen und einst volles Heil erlangen. einst oben wonnevoll dich ewig loben. 4. O gib, daß ich an die sem Heil nun auch im wahren Glauben Theil durch deinen Beistand nehme; daß ich hinweg vom Gitlen seh', die Wege deiner Wahrheit geh', und deiner nie mich schäme; bis ich durch dich, wann ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch dereinst werd' aufgenommen! 5. Ich bringe dir ein dankbar Herz, bereit in Freuden und in Schmerz, wie dir's gefällt, zu wandeln. Verleihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissen haft zu denken und zu handeln. Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben, und fann 3. Wer Gottes Rathschluß fassen? Aber dies ist gewiß: wir sind nicht verlassen! Kommt sein Sohn aus freien Trieben zu uns her: wie sollt' er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verwor= fen hätte, nähm' er dann Menschheit an? Gr spricht: Ich errette! Deß soll sich der Erdkreis freuen! Zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Gilt im Geist nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch gelitten. Er wird niedrig euretwegen! Welch ein Freund! er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlichgroß Erlösung. groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen: gnadenreich will ex euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann; betet an; weinet Freudenthränen; liebt ihn, der von Liebe brennt; preist den Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 8. Wenn euch eure Sünden kränken, eilt herzu, suchet Ruh': er will sie ency schenken. ihn Schaut auf mit Glaubensblicken; zittert nicht; denn er spricht: Ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt sein Herz. Kein Erlöster zage! Bringet ihm zu seinem Feste Zutraun her! Wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr als ihr litt er hier, euch beglückt zu machen. Gure kleine Zeit der Leiden und der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? 81 viel treuer. Keine Kreatur, kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 13. Du kommst einst zum Weltgerichte. Dann werd' ich, Richter, dich schaun von Angesichte; und wenn dann die Frevler beben, so werd' ich deiner mich freun und ewig leben. 11. Herr, du nahmst auch meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden! 115 ° Mel. Jesu, meine Freude ottes Sohn ist kommen! Dankt ihm, seine Frommen! dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, erschien er hier, um an uns des Vaters Willen liebreich zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott, auf seinem Throne, liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil durch seiner Sendung Gaben selbst an Gott zu haben! 3. Keine Macht der Leiden soll von ihm uns scheiden; er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen völlig unserlösen; hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brüder hassen oder 4. Wann 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg' ich nach, obwohl schwach, doch um so hülflos lassen. Werke und Wohlthaten Gottes. 82 4. Wann wir einst ermi den, führt er uns zum Frieden durch des Grabes Nacht. Unsre todten Glieder gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unsern Bruder schau'n. Heil und ewig Leben wird er Allen geben, die ihm hier vertraun. Er ward hier versucht, wie wir: überschwänglich wird er lohnen, und der Schwachheit schonen. du mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb' als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil. Thu' täglich Buß' und glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihnnicht, wer Herr! Herr! spricht, und doch nicht sucht, sein Beispiel nachzuahmen. In eigener Melodie. 116 Auf! ( uf! schicke dich, recht feierlich des Heilands Fest mit Danken zu begehen! Lieb ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: in seinem Sohn geliebet! D! wer bin ich, Herr, daß 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich Gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun, und dein dabei gedenken. 6. Gilet, eilt ihr Sünder! Werdet Gottes Kinder! Werdet seiner werth! Gilet, eilt ihr Frommen! Seid, wie er, vollkommen! 6. Rath, Kraft und Held, Bleibet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien; daß er sich für euch gegeben durch ein göttlich Leben. durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Erden! Die Christenheit preist dich erfreut, und Aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern; und wer ihn ehrt, den wird sein Name trösten. Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten! Mel. Ermuntre dich, mein 117 Gott, deine GnaSie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich in mir, mein Erlösung. mein Geist, ihr Wohlthun zu erheben! Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich dargestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! erwünschte Nacht, von Engeln selbst besungen! Du Hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der Alles schuf und Alles hält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du, zu uns gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel kamest und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest. Sohn Gottes! o wie hast du dich so tieferniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 4. O lehre mich, den großen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser Erd' dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod, und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 83 stelltest, unser Heil zu seyn, nach deines Vaters Rath dich ein, wardst Mensch und kamst, mit Freuden für uns den Tod zu leiden. 6. Dein, Sohn des Höchsten, freu' ich mich; du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungskraft und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin; ich will dich ohn' Aufhören mit Leib und Geist verehren. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht; doch du wirst wieder kommen, und dann schau'n dich von Angesicht, Herr! alle deine Frommen. Dann werd' auch ich, Herr Jesu Christ! dich schau'n, so herrlich, als du bist, dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe. Du sahest unsre Sündennoth mit mitleidsvollem Triebe. Du macht; sein werd' in aller Mel. Vom Himmel kam der ies ist der Tag, 118 gez D6 Welt 84 Werke und Wohlthaten Gottes. Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel, du Friedefürst, auf den die Väter hoffend sah'n, dich bet' auch ich, mein Heilland, an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, verbindest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gotteskinder werden wir. ler Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schooße sitzt? 5. Dein König, Zion, kommt zu dir! Ich komm', im Buche steht von mir; 119 Vem wir walMel. Kommt, kommt, den om Grab, an Gott! deinen Willen thu' ich gern: Gelobt sei, der da kommt im Herrn! len, soll, Jesu Christ, dein Lobgesang empor zum Himmelschallen! Dir opfere jede Seele Dank! und jeder der Gebornen erfreu' sich, Mensch zu seyn; und jeder der Verlornen rühm' es, erlöst zu seyn! Uns Sündern ward gegeben einst Jeſus, Gottes Sohn; mit ihm erschien das Leben, mit ihm des Himmels Lohn. 2. Kommt, laßt uns niederfallen vor unserm Mittler, Jesus Christ, und danken, daß er Allen Erretter, Freund und Bruder ist. Er gleicht 8. Gedanke voller Majeståt! du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke vol10. Jauchzt Himmel, die ihr ihn erführt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! the Erlösung. 85 gleicht der Morgensonne mit dir; weit über Sonn' und ihrem ersten Strahl, ver- Sterne erhaben, jauchzen breitet Licht und Wonne wir. Mit aller Himmel Heeund Leben überall. Durch re schallt unser Lobgesang. ihn kommt Heil und Gnade Dem Ewigen sei Ehre, dem auf unsre Welt herab; er Weltversöhner Dank. leuchtet unserm Pfade durch's Leben bis ans Grab. 3. Frohlockt, ihr Mitgenossen der Schwachheit und der Sterblichkeit! Nicht län ger ist verschlosſen der Gin= gang zu der Herrlichkeit. Zu unsrer Erd' hernieder kam Gottes ew'ger Sohn; nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder, und der Verlornen Hort. Hier sind wir Gottes Kinder und Gottes Erben dort. 4. O du, dem laut die Menge der Engel und Verklärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Volk im Staube bringt! Auch du warst einst auf Erden, was deine Brüder sind, ein Dulder der Beschwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder seyn, wenn sie, entrückt der Erden, sich deines Anschaun's freun. Erscheinung Chriſti. Mel. Was mein Gott will Heils, mein freue dich bes Geist, das Gott für dich erkoren! Der Heilige, der Jesus heißt, ward auch für dich geboren. Er machte klar, was dunkel war, daß uns kein Zweifel bliebe. Wem leuchtet nicht ſein reines Licht hinauf zum Gott der Liebe. 120 120 2. Der Mensch soll von der Sinnlichkeit die Freiheit sich erringen, und, von der Sünde Macht befreit, zum hohen Leben dringen, gutthätig seyn, wie Gott, erfreu'n, und stets zufrieden leben. Dazu verschafft der Herr auch Kraft, den Gott uns hat gegeben. 3. Drum sei uns sein Erscheinungsfest ein Fest der Liebe Gottes. Wohl dem, der sich auf ihn verläßt, trob aller Macht des Spottes! Der ihn uns gab, blickt hold herab auf seine frommen Kinder; und väterlich erbarmt er sich der reuerfüll4. Mit 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah sind wir dann dem Throne und schauen deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne dringt dann der Dank zu ten Sünder. DT 86 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Mit dieser frohen Zu- gnadenreichen Zeit ſtets versicht geh' ich dem Tod ent- fromm und weise handeln, gegen. Ich weiß, mein dunk- auf dich, bei treu erfüllter ler Pfad wird Licht, und Leid Pflicht, zufrieden und voll und Schmerz mir Segen. Zuversicht in Noth und Tod Schließt sich mein Lauf, vertrauen. werd' ich hinauf zu Jesu mich erheben und mit der Schaar, die treu ihm war, in seinem Himmel leben. Mel. Gottlob, ein Schritt zur 1210 em ganzen Erdfreis ist vom Herrn ein helles Licht erschienen; es leuchtet nah, es leuchtet fern. Zahllose Völfer dienen den tødten Göttern nun nicht mehr; ste fennen ihn, den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. 2. Kaum sandte Gott durch seinen Sohn der Erde große Freuden, so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern, führt sie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen, anzubeten. 3. D wär' uns nicht dein Licht, o Gott, so hell und rein erschienen; wir würden, der Vernunft zum Spott, noch jetzt den Gözen die nen. Nicht sie, nicht eigne Würdigkeit, nur deine Huld hat uns befreit von jenen Finsternissen. 5. Es müsse, wer dich, Gott, erkennt, erkennen deinen Willen, und wer das Thun vom Wissen trennt, nun Nichts helfen Opfer des Gebets dem, der da glaubet und noch stets der Sünde sklavisch dienet. 6. Und wo noch bange Dunkelheit und falsche Schatten liegen, wo Irrthum, Wahn und Sinnlichkeit noch Sterbliche betrügen, auch da geh' nun im Siegeslauf das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir diene. Darstellung Jesu im Tempel. 122 Der weihte, am Mel. Christus, der ist mein em großen Vaheiligen Altar, jetzt die Gebenedeite den Sohn, den sie gebar. 2. Da betete im Tempel ein Greis zu seinem Gott, und ward uns ein Erempel von einem schönen Tod. 4. D'rum laß mit froher Dankbarkeit uns nun im 3. Gott sah ihn still und Lichte wandeln, uns in der weise den Weg der Tugend geh'n, and geh'n, verhieß dem frommen Greise, den Heiland noch zu seh'n. Erlösung. Ch 4. Jetzt lag vor seinen Blicken das Kind, des Himmels Lust; er nahm es mit Entzücken und drückt' es an die Brust. 5. Und rief: Nun, Herr, mit Freuden neig' ich mein Haupt zur Gruft; voll Dankes will ich scheiden, sobald dein Wink mich ruft. 6. Dein Heil hab' ich gesehen; hier ist der Völker Hirt, der Israel erhöhen, die Welt erleuchten wird. 7. So schloß am Pilgerstabe der Fromme seinen Lauf; und Gott, du thatst am Grabe ihm deinen Himmel auf. 8. Gib, daß auch ich mit Treue den Weg der Tugend geh', wie er den Tod nicht scheue, mit Freuden Jesum seh'. 9. Zwar werd' ich ihn nicht sehen, nicht hier, wie Simeon; doch in des Lichtes Höhen erwartet er mich schon. 10. Dort tönen meine Lieder: Heil mir, nun seh' ich ihn! Der Himmel tönet wieder: Heil dir, nun siehst du ihn!. 87 dem, der für dich sich dargestellt, nun dich auch darzustellen! Er ist das Licht; drum sei gewiß, er wird auch deine Finsterniß durch seinen Glanz erhellen. 2. Mel. Kommt her zu mir, spricht Entreiße dich, mein Geist, der Welt, 1236 Er macht das Herz von Sünden rein, um dich zum Leben einzuweih'n, zum sittlich schönen Leben. Er gibt dir Kraft zu jeder Pflicht. und stärket deine Zuversicht, zu Gott dich zu erheben. 3. Wer noch der niedern Sinnlichkeit, wer noch des Lasters sich erfreut, ach, der verscherzt den Segen! Nie wird ihm wahres Glück und Heil; nie wird ihm. Seelenruh' zu Theil auf seinen bösen Wegen. 4. Wer aber wünscht, wie Simeon, das Heil der Welt, des Höchsten Sohn, zu seinem Heil zu haben; wer recht thut, sich der Welt entwöhnt, nach wahrer Heiz ligung sich sehnt, der opfert ächte Gaben. 5. Wer durch das Wort, darauf er traut, im Glauben seinen Heiland schaut, kann einst im Frieden fahren. Der Herr erfüllt, was er verspricht; er wird sich einst in seinem Licht ihm herrlich offenbaren. 6. Ich komme, Herr, mich dir zu weih'n. O mache mich von Sünden rein, und laß 88 Werke und Wohlthaten Gottes. laß mich heilig Leben, bis Kanaan, und Heiden riefen du auch mich, wenn dir's Jesum an. gefällt, im Frieden wirst 4. Und wir, die Jesu aus dieser Welt zu deiner Stimme hören, wir sollten Wonn' erheben. tråg und sicher ruhn? wir nicht still weinend und bes kehren nicht froh des Höch sten Willen thun? Last uns entrinnen dem Berder= ben, fromm leben, um einst In eigener Melodie. 1246 fromm sterben! Dann werden wir nie muthlos seyn, wenn Trübfal! Noth und Tod uns braun. Johannes, der Vorgän ger Jefu voll Gnad' und Segen, Johannes, dem Grz löser vor. Die Hügel bahnt' er ihm zu Wegen, hob Herzen aus dem Staub empor. 88 bebte, wer ihn reben 1253 ben, zu erfül In eigener Meloble. mmer sich bestres Feh len seine Pflicht, fromm und gut zu leben, bis das Auge sterbend bricht: dies nur ist, nach Jesu Lehre, wahre Weisheit, Tugend, Chris stenehre. hörte, bekannte seine fer, fehrte gerührt, mit thränenvollem Blick, zur Tugend und zu Gott zurück. 2. Gr schreckte Heuchler, strafte Sünder. Gr rief: Das Himmelreich ist nah'! Thut Buße, werdet Gottes Kinder; denn der Verheis ßene ist da! Gr kommt und wird die Menschheit sichten, partheilos alle Thaten rich ten. Heil frönet die er füllte Pflicht, den Frevler trifft sein Strafgericht. 3. Gin himmlisch Licht ist seine Lehre, und Geist wird seine Taufe seyn. Ihm, ihm allein gebührt die Ehre! Er kommt, und jedes Herz ist sein. Schon wurden ganze Völker rege; schon strömte froh es auf dem Wege nach dem erhellten 2. Heil dir schon auf Er den, Freund der Wahrheit und des Rechts! Denn durch Tugend werden Menschen göttlichen Geschlechts. Unter aller Leiden Bürde bleibt die Tugend unfre höchste Würde. 3. So, in höhrer Klarheit, so umstrahlt mit Gottes Licht, ging den Weg der Wahrheit ein Johannes, wankte nicht, fest entschlossen, selbst sein Leben für die Pflicht zum Opfer hinzugeben. 4. Und vergebens droht Ker= Erlösung. Rerler, Marter, Blutge rüft; treu dem Pflichtge bote, das Gebot des Gw' gen ist, stirbt er, stirbt mit edlem Muthe, zeugt für Wahrheit selbst mit seinem Blute. 5. Eugenb, Segensfülle, du, o Ziel des höchsten Ruhms, du der Gottheit! Wille, Geist des wahren 6. Tugend, unter Fren den dieses Lebens bist du schön; doch nur unter Leis den kann man deinen Ursprung sehn; sehn, daß du vom Himmel stammest, und den Geist für's Göttliche entflammest. 89 haft zu leben, chriftlich weise, christlich gut, daß mich we der Schmerz noch Freude, noch der Tod von wahrer Tugend scheide. Mel. Liebster Jefu, wir find Christenthums, burdh bich 126 Führer zur Boll kann der Mensch auf Erden Gottes höhern Geistern ähn lich werden. 7. Du, o hehre Sonne, strahlst mit überird'schem Schein, schaffst dem Geiste Wonne, weihst zu Gottes Himmel ein; du veredelst unsre Freuden, du veredelst uns durch Schmerz und Leiden. 8. Unter deinem Strahle blühn auf Gräbern Blumen auf; aus dem Todesthale ringen wir zum Ziel hinauf, wo in deinen lichtern Höhen wir die Wunder Gottes heller sehen. 9. Heil'ge mein Bestreben; gib, o Gott, mir Kraft und Muth, tugendLehre, Leben und Thaten Jesu. Lehrer, Muster uns zu werden hoher, reiner Sittlich keit, würdest du ein Menschh auf Grden. Dir schlägt uns ser Herz entgegen, Jesu, dir, der Menschheit Segen! 2. Du gabst unserm Geiste Licht, lehrtest uns Gott näher kennen, und mit fro her Zuversicht unsern Schö pfer Vater! nennen, der uns liebt, versorgt, beschüßet, und uns gibt, was wahrs haft nüßet. 3. Du hast uns der Menschheit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt, aufgeklärt, uns gelehrt, des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen, und das Laster überwinden. 4. Dann auch, wenn das Auge bricht, Todesschrecken uns umgeben, blickt, erhellt von deinem Licht, unser Geist in jenes Leben, in das Land vollkommner Freuden 90 Werke und Wohlthaten Gottes. den, um mit frohen Muth schwerden! Und drückte dich zu scheiden. gleich ihr Gewicht, so trugst du doch, voll Güt' und Huld, sie gern mit himmlischer Geduld. 5. Danket, Christen, betet an! Laßt uns Christum herzlich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig folgen seinen Lehren, treu durch Noth und Leiden gehen, um sein ew'ges Licht zu sehen! 127 Auf Mel. Wer nur den lieben Gott uf Erden Wahrheit auszubreiten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt, und, uns zum ew'gen Glück zu leiten, das Herz zu Gottes Lieb' entflammt: dazu erschienst du, Jesus, hier, von Gott gesandt, zum Heil auch mir. 2. Dies war das tägliche Geschäfte, darin dein Geist Vergnügen fand. Wie emng hast du Zeit und Kräfte, beseelt von Liebe, angewandt, durch deiner Lehre hellen Schein der Menschen Seelen Licht zu seyn! 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem Heil recht einzuseh'n; ihr Licht, auf diesem sel'gen Pfade mit sichern Schritt einher zu geh'n; ihr Licht, mit freudigem Vertrau'n hin in die Ewigkeit zu schau'n. 4. Und um der Welt dies Licht zu werden; wie willig übernahmst du nicht auch selbst die größesten Be5. Fürwahr, noch immer ist das Leben; das du auf Erden hast geführt, ein Segen, den uns Gott gegeben, dafür ihm ew'ger Dank gebührt; ein Segen, dessen auch mein Geist sich freut, und dich Erlöser, preist. 6. Ja, Preis sei dir, du bester Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gesandt! D, würde Jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht erkannt! Hilf, daß ich deiner Wahrheit treu, und ewig durch sie selig sei! Mel. Liebster Jesu, wir sind 128 Theuer sei mir allezeit, Herr, mein Heiland, deine Lehre! Gib, daß ich mit Folgsamkeit treulich ihre Vorschrift ehre, dem, was sie verheißet, traue, fest mein Hoffen darauf baue. 2 Nur bei deiner Wahrheit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern Gott und Vater nennen, und nach seinem heil'gen Willen unsre Pflichten treu erfüllen! 3. Was die Weisen dieser Welt von dir nicht erforschet ha Erlösung. haben, das hast du uns aufgehellt; und durch deines Geistes Gaben wirkest du in unsern Seelen, daß wir Heil und Leben wählen, 4. Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde großen Schaden, doch auch deines Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unsrer Sünden gnädige Vergebung finden. 5. Huldreich rufest du uns zu: Kommt zu mir, beschwerte Seelen; es soll euch zu eurer Ruh' nicht bei mir an Troste fehlen, wollt ihr anders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend, tausend Zeugen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfüllest und der Seele Kummer stillest. 7. O nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe! Höre meinen Lobgesang, den ich hocherfreut dir singe! Du befreist auch mich aus Gnaden von der Sünde Macht und Schaden. 8. Köstlicher, als Gold, sei mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Dank, ja ewig Dank sei dir für den Trost, den es gewähret! Werd' ich einst zu dir er91 hoben, will ich würdiger dich loben. 9. Stets, so lang ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach deinem Worte handeln: so nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen höhern Freuden. Mel. Liebster Jesu, wir sind wir 129 hon auf Erden Himmelsseligkeit empfinden, wenn nur Lieb' und Gintracht hier unsre Herzen fest verbinden, wenn wir dich nach Jesu Lehren, dich, o Gott der Liebe, ehren. 2. Diese Herzensfreudigkeit danken wir dir, Gott der Gnade; Jesu Christi Lehre streut Freuden auf des Lebens Pfade, lehrt uns Mäßigung in Freuden, gibt uns hohen Muth im Leiden. 3. Sie gewährt uns Trost und Rath in den allerbangsten Leiden; sie erleuchtet unsern Pfad, wenn wir von der Erde scheiden: uns, von Todesnacht umgeben, leitet sie zum bessern Leben. 4. Wenn un Erdenglück verläßt, unsre Lieben uns verlassen, hält sie unsern Muth noch fest, lehrt uns frohe Hoffnung faffen; lehrt Geduld uns, gibt uns Stärke 92 Werke und Wohlthaten Gottes. Stärke zur Vollbringung den! Wer hat nicht von deiguter Werke. 5. Sie lehrt: Menschen zu erfreu'n, sei des Herzens größter Segen; lehrt uns, Feinden selbst verzeih'n, die in Noth sind, trösten, pflegen, brüderlich die Menschen lieben, segnen die, die uns betrüben. nen Händen Segen, Trost und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke Und wie angesprochen! pflegtest du zu eilen, das Grbetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir zu locken: das war täglich dein Geschäfte, war's mit Aufwand aller Kräfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du uns und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, dich von Sündern ließt verhöhnen, und zur Schmach mit Dornen krönen, ja, uns Leben zu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, deine Schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu segnen, deine Mörder zu, vertreten und für sie zu Gott zu beten. 6. Heil dem Menschen, der sie übt, diese schönen Tugendlehren! Heil dem, der die Brüder liebt, sich bestrebt, dich, Gott, zu ehren! Ewig selig wird er leben, stets nach höh'rer Tugend streben. Mel. Schmücke dich, o liebe S. eiland, deine 130 war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz regieret, und dich selbst da hin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. O wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde wei nen, Jedermann mit Hülf' erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren; das sind Proben wahrer Güte, und so, Herr, war dein Gemüthe. 3. O du Zuflucht der Glen7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten, o wie Erlösung. o wie wenig haft du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet! Wil lig littst du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigungen. Lob sei dir dafür gefungen! 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen deinen Wandel oft erwägen! Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Men schenliebe: laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! Mel. Gott, Vater, an Erbarmen 131 ein Lehrer ist dir Jesu, gleich! An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort als That der schwa: chen Menschen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein, und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig werden seiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 3. Du sahest in der Gott heit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Höchsten weisem Rath die 93 Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deinen Mund das Künstige den Menschen kund. 4. Dies und die Wunder deiner Hand sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott. 5. Du lehrtest uns durch Wort und That; man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heil'gen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu dir nachzufolgen eifrig sei! 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt; du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen fund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nußen schafft! 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in ſeinem Siege mächtig fort, du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 8. Mein Heiland, send' ihn auch zu mir, daß ich mit 94 Werke und Wohlthaten Gottes. mit heiliger Begier nach Thun auf ihm der Gottheit Wahrheit strebe, fromm Fülle ruhn? und treu den Lehren deiner Weisheit sei, bis mich bei dir in Ewigkeit ein hellres Licht dereinst erfreut! 5. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter fich bewährt. Wir nehmen ſolchen gläubig an, und sind ihm willig unterthan. Mel. Wer nur den lieben Gott 132 Wie nie göttlich sind doch Jesu Lehren! wie überzeugend seine Macht! Wer könnte seine Thaten hören, wer, was für Wunder er vollbracht, und stinimte nicht dem Glauben bei, daß er der Welterlöser sei! 2. Erbarmen war es voller Gnaden, was man in seinen Zeichen sah. Nie wirkte er zu Jemands Schaden, Mel. Was mein Gott will Dommt, die ihr wie von Propheten ſelbst 133 nicht gewohnet seid, daß ihr euch selbst entsaget, die ihr nur stets nach Eitelkeit, Ruhm, Vortheil, Wollust fraget, kommt, schauet Jesu Vorbild an! Dies, dies muß euch beschämen. Kommt, lernt, geheilt von eurem Wahn, hinfort euch selbst bezähmen! 2. Gott war sein Alles, nur dem hing seine Dem dienen ganze Liebe. war ihm angenehm; dem weiht' er seine Triebe. Wozu er stets sich willig fand, war dies: den ganzen Willen des Vaters, welcher ihn gesandt, vollkommen zu erfüllen. an 3. Hoch geschah; er raffte nie in ihrem Sinn die Sünder schnell im Zorne hin. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör, der Aussaß mußte vor ihm schwinden, der Stumme sang ihm Dank und Ehr'. Sein Machtwort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Todten auferstehn. 4. Sein Segen speiste ganze Heere da, wo es selbst an Brod gebrach; und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. O sah man nicht bei allem 6. Erfüll', o Herr, nur unsre Herzen mit seiner damit Lehre Göttlichkeit, wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein verleiht, und schaffe, daß ihm unsre Treu' bis in den Tod ergeben sei. Erlösung. 3. Hoch über Welt und Eitelkeit, ganz heilig, ganz Gott eigen, vermied er nie aus Schüchternheit, sich, wie er war, zu zeigen; und wann er Bosheit freveln sah, war er voll edler Schmerzen; wann Gottes Wort geschah, quoll Freud' aus seinem Herzen. aber 4. Die Freude, die die Welt verheißt, verlangt er nicht zu schmecken. Und rein bewahrte sich sein Geist, ganz rein von allen Flecken. In Allem sah er immerdar mit Eifer nie zum Scheine, auf das, was seinen Brüdern war, nicht aber auf das Seine. 6. War Gottes Hand auf ihm schon schwer: er fand's doch gut und billig; denn jeden Tropfen Blut war er ihm 95 ihn Sein aufzuopfern willig. Stets zeigt' er, daß ihn keine Noth auch nur zur Klage reize. Er ward gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. 7. Von Gott verlassen, blieb sein Herz an trop alles Spottes. Sehnen war, im bängsten Schmerz, Nichts, als das Antliz Gottes. Folgt, Menschen, feinem Vorbild nach! Er hat für euch gelitten; er selbst hat euch, ihr seid nicht schwach, die Kraft dazu erstritten. 5. Stets floh er das Geräusch des Ruhms, blieb niedrig und geringe, entschlug sich alles Eigenthums, 34 nem Geist, der Erbe aller Dinge. Arm ward er selber, daß wir reich aus seiner Armuth würden. Er ist der Herr, sein ist das Reich, doch trug er fremde Bürden. 8. Hilf meinem Glauben, daß ich dir, mein Heiland, ähnlich werde! Bezähm' das Fleisch, vertilg' in mir die Liebe dieser Erde, daß ich dein großes Beispiel mir allstets vor Augen setze; des Vaters Willer thun, gleich dir, für Freud' und Leben schäße! Mel. O Gott, du frommer Gott rscheine meierhabnes Bild der Tugend, du Muster jeder Pflicht, des Alters, wie der Jugend! O Jesu, Himmlischer, dein Beispiel leite mich! Ich irr' und strauchle nicht, seh' ich nur fest auf dich! 2. Wie unschuldsvoll, wie rein, wie unentweiht von Sünde floh, deine Jugend hin! Wie thener war dem Kinde, wie lieb dem Jüngling schon, was Gottes Wille wählt! Doch ach, wie oft hab' ich, noch jung, doch schon gefehlt! 3. So arm, so freudenlos 96 Werke und Wohlthaten Gottes. los und allem Glanz ent- auch ich kann ohne Beben riffen, durch frühen Druck geübt in Müh' und Kümmernissen, floß dir das Leben hin, und dennoch bliebst du groß; nie riß das Elend dich von deinem Vater los. am Ziele einst den Geist dem Vater übergeben, wenn er dir ähnlich war an Tugend und Geduld; denn du, Erlöser, tilgst der Schwachheitssünden Schuld. 4. Gehorsam, warst du stets bereit, des Vaters Willen selbst bis zum Kreuzestod mit Freuden zu erfüllen, trugst mit Geduld und Muth des Lebens herbsten Schmerz; du sahst die Glücklichen und neidlos blieb dein Herz. 5. Nie hast du deine Pflicht, die kleinste nie verIn eigener Melodie. leget; nie Leidende geſeh'n 1343 ich mein Geund nicht mit Trost ergößet; stets hast du Irrende gewarnt, belehrt, gerührt und sie mit Freundeshand auf bessern Weg geführt. 6. Versuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeicheleien, dort lockender Gewinn; da bittrer Feinde Dräuen umgaben, wo du gingst, dich Heiliger, doch du gingst mitten durch sie hin mit Festigkeit und Ruh'. müthe, du Freund der Menschen, Jesu Christ, der du durch deines Herzens Güte der Welt ein Vorbild worden bist! Du lebtest Sündern nur zum Besten, sie zu befreien, sie zu trösten, entsagtest du der Herrlichkeit. Nur wohlzuthun, war dein Bestreben; der Zweck von deinem ganzen Leben war deiner Menschen Seligkeit. 2. Nicht schrecklich wa ren deine Werke: du kamst nicht Sündern zum Gericht. Du warst der blöden Seelen Stärke, und der Bedrängten Zuversicht. Dein Blick war so wie dein Gemüthe, voll Mitleid, Güte, und 9. Schau' drum, mein Geist, auf ihn; verschmäh des Lasters Freuden! Der Sünden Sold ist Tod und ihre Frucht sind Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens kurze Zeit! Dann gehst auch du, wie er, ins Reich der Herrlichkeit. 7. Voll stillen Friedens blieb dein Herz, bis an das Ende; da gabst du deinen Geist in deines Vaters Hände. Vollendet war der Lauf; am Ziele deiner Bahn sahst du den großen Lohn der Ewigkeit dir nahn. 8. Vollendeter, auch ich, Freundlichkeit und Erlösung. und deine Hand gab Armen Brod. Du sahst die Thränen der Betrübten, die Sehnsucht derer, die dich liebten; auf deinen Wink entfloh der Tod. 3. Du fühltest deiner Freunde Leiden mehr, als du eigne Noth empfandst. Du schmecktest Nichts von Ruh' und Freuden, so oft du Menschen leidend fandst. Aufopfernd deines Lebens Kräfte, war es dein tägliches Geschäfte, als Menschenfreund umher zu ziehn. Eh noch ein Leidender es wagte, und dir sein Glend thränend klagte, erquickte schon dein Beistand ihn. 97 wie die freien Felder, empfanden deine Gütigkeit. Wo Kummer war, warst du zugegen; dein holder Zuspruch und dein Segen vertrieb des Lebens Bitterkeit. 6. So gingst du still auf deinem Pfade dem dir bestimmten Tode zu. Noch war in deinen Blicken Gnade, in deiner Seele Himmelsruh'. Auch dann, als Schrecken und Gefahren von allen Seiten nahe waren, verließ dich nicht dein Edelmuth. bliebst ein Schußgott deiner Freunde, bliebst ein Erbars mer deiner Feinde, und liebtest sie bei ihrer Wuth. Du 7. O Jesu, wäre doch mein Leben dem deinen gleich! Wär' ich, wie du, so ganz der Menschenlieb' ergeben, so sanft, so mitleidsvoll, wie du! O pflanz' in mich die holden Triebe des Mitleids und der Menschenliebe, und gib mir deinen edlen Sinn! So ziert mein Wandel deine Lehre; so krönt vor dir mich einst die Ehre, daß ich dein Freund und Erbe bin. 4. Errettung, Nachsicht und Erbarmen fand Jeder, der sich dir genaht. Mitleidig schenktest du dem Armen die Hülfe, die er sich erbat. Dem Lahmen stärktest du die Glieder, dem Stummen kam die Sprache wieder, dir dankten Blinde das Gesicht. Nie wurdest du des Wohlthuns müde. Reuvolle fühlten Ruh' und Friede: sie glaubten, und verzagten nicht. 5. Herr, wo du gingst, auf jedem Schritte, da folgten Lieb' und Mitleid nach; sie folgten in des Reichen Hütte und unter der Verlaßnen Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. ( Passionslieder.) Mel. Wie groß ist des Allmächt'. Dach. Der Tempel, wie die 135 Qaß mir die eier öden die Städte, deiner Leiden, 0 Werke und Wohlthaten Gottes. 98) o großer Dulder, heilig seyn! Sie lehre mich die Sünde meiden, und dir mein gan= zes Leben weihn, dir, der so ruhig und entschlossen für mich die Last des Kreuzes trug, deß Herz, als schon sein Blut geflossen, für mich noch heiß von Liebe schlug. 2. In der Betrachtung heil'gen Stunden will ich am Leidenshügel stehn, und dich für deine Pein und Wunden mit tief gerührtem Dank erhöhn; ich will die Lieb' und Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie gefühllos es vergessen, was du für mich erduldet haft. 3. Mir sollen diese Feierzeiten der größten Liebe heilig seyn; sie soll mich stärken, soll mich leiten, was dir mißfällig ist, zu scheun. Dein Leiden sei auch mir zum Segen, dein Tod mir seliger Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, weil ich durch dich gerettet bin. 4. Bleibt mir in diesen Tagen theuer, Gethsemane und Golgatha! Ihr Der ter, wo die Welt die Feier der allerhöchsten Liebe sah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöser litt und starb, und Hoffnungsvoll auf den vertrauen, der mir die Seligkeit erwarb. 5. Da will ich lernen, Tugend üben, in Noth und Tod gelassen seyn, die Menschen, so wie du, zu lieben, und selbst dem Todfeind zu verdein zeih'n. Dann wird Leiden mir zum Segen, dein Tod mir seligster Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, da ich durch dich gerettet bin! Mel. Herzliebster Jesu 136 err, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns, auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unfrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen! 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh' und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb', und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; Erlösung. der; es stürzt mich tief, für mich sich hingegeben, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. Stifter meiner Seligkeit, du, der lieber wollt' erblase sen, als mich im Verderben laffen, ach, wie dank', wie dank' ich dir, mein Erlöser, g'nug dafür! 2. Menschenfeund, von Gott gesendet, seines Raths Verkündiger! längst hast du dein Werk vollendet: Preis sei dir, Erhabener! Doch in den Gedächnißtagen deiner Leiden, Jesu, sagen deine Hochbeglückten dir billig neuen Dank dafür. 6. O Herr, mein Heil, an den ich findlich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein follt' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Des Höchsten Thun ist: Gnad' und Lieb' erweisen. Uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preifen, zu seh'n, wie hoch, wann Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget.. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben! Ogib zu diesem seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! In eigener Melodie. esu, meines Le 137 sich meine Seele freut, der 99 3. Du betratſst, für uns zu sterben, willig deine Leidensbahn, stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todesberg hinan, dachtest nicht an deine Schmerzen, trugst uns Menschen nur im Herzen. Diese Liebe preisen wir; unvergeßlich sei sie mir. 4. Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher Läftrer Spott, achtetest nicht Schmach und Schande, Elend nicht, nicht Kreuz und Tod. Du warst werth der höchsten Freuden und trügst willig Gram und Leiden. O wie dank', wie dank' ich dir würdig, Heiligster, dafür! 5. Frevler krönten dich zum Hohne; deine Stirne blutete unter einer Dornenkrone, König aller Könige! Mir zu gut hast du gelitten, 2 100 Werke und Wohlthaten Gottes. ten, mir die Lebenskron' erstritten. Preis, Anbetung, Dank sei dir, Ehrfurchtswürdigster, dafür! 6. Du, der tausendfache Schmerzen, mir zu Liebe, gern ertrug, deinem großwar muthsvollen Herzen mein Heil Belohnung g'nug. Trost in meinen legten Stunden floß für mich aus deinen Wunden. Herr, ich dank, ich danke dir einst im Tode noch dafür! 7. Ruh' im Leben, Trost am Grabe! unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, du, deß ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, deiner Tugend nachzustreben, dir zu trau'n, zu sterben dir, dies, dies sei mein Dank dafür. uns strömt Beßrungskraft und Ruh' aus deinem bittern Leiden zu. 4. Daß Gott uns als ein Bater liebt, gern Reuenden die Schuld vergibt; daß ewig unsre Seele lebt, und sich zur bessern Welt erhebt; 5. Daß deine Lehre fest besteht, und daß dein Reich nie untergeht: den großen Trost von dir, o Gott, belebt und stärket Jesu Tod. 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr, ohne sichern Trost und Licht, mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Heil und Retter, hier; und du wirst uns, wenn wir dich seh'n, zu deines Himmels Mel. O Jesu Christ, mein's Lebens Wonn' erhöh'n. In 138 2n deine Leiden An denken wir, Herr Jesu Christ, und dan 139 Me auch für mich Mel. Schwing' dich auf zu ein Erlöser, ken dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil getragen hast. 2. Im Geiste folgen wir dir nach von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach: wir schau'n zu deinem Kreuz hinan, und beten dich mit Freuden an. gingst du hin zum Leiden, und begabst, Erretter, dich aller deiner Freuden. Du sah'st Bande, Schmerz und Hohn, sah'st den Tod von ferne, doch ertrugst du, Gottes Sohn, alle Leiden gerne. 3. Auch uns zu Gut, o Herr, betrat dein Fuß den dornenvollen Pfad. Auch 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben drohte; als die Stund' er= schie= Erlösung. schienen war, gingst du froh zum Tode. Willig übergabst du dich in der Feinde Hände und bliebst unveränderlich treu bis an das Ende. 3. Lehre mich, wie du, so still und so froh zu leiden, und wenn es dein Rathschluß will, selig zu verscheiden. Stärke mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch des Todes Thal ohne Schrecken gehe. 4. Dank, o Jesu, Dank ſei dir für dein willig Lei den, denn dadurch erwarbst du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod ich nicht ewig sterbe; denn ich bin versöhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. Mel. Herzliebster Jesu 140 mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben, und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben? und nicht 101 vielmehr weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wann Leiden dieser Erden, wann Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wir's ver= schuldet, liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt' ich sie, sie meine Brüder hassen? und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder! 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Namen, dir nachzuahmen. 8. Unendlich Glück! du littest uns zu Gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute. Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben! So wird mir nichts, Nichts meine Krone rauben! So werd' ich dort, von Herrlichkeit umge= ben, einst ewig leben! 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glau3 102 Werke und Wohlthaten Gottes. Glauben kämpf, im Glauben wach' und bete: so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze! Und werd' ich matt im Laufe guter Werke, so sei mir's Stärke! 12. Seh' ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden; so sei's doch mir, troß alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes! 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden krän ken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken: dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude! In voriger Melodie. 141 Se ei hoch gepriesen, Herr, für deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. Trost auf Erden? Was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wann ich einst scheide? 3. O laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben! Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Treu' geleitet, auch mir bereitet. 5. O stärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Kein banger Zweifel müsse ihn mir rauben! Er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken! 6. Sollt' ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen; so wär' ich ja, o Herr, nicht dein Erlöster: du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben! 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünde Schmerzen. O welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen! Du lieMel. Schwing' dich auf zu Best unsre Schuld an dir be 142 M² ein Erlöser, strafen, uns Heil zu schaffen. Gottes Sohn, der du für mich littest, und auch auf der Himmel Thron Was hab' ich sonst für sichern jetzt noch für mich bittest, wel Erlösung. welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden! O wie preis' ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden? 2. Unermeß'ne Herrlich keit war dir, Herr, gegeben; und du konntest jederzeit voller Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du mit Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath auch für meine Sünden. Unsre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh', mit Gott Frieden hätten. 4. Was uns Lust zur Beff'rung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich auf's Todesthal noch mit Freuden sehen, und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, hast aus aller Noth Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenom103 men? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen; gib mir Weisheit, gib mir Kraft: du hast sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden! 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, fiegreich jedem Sündenreiz hier zu widerstreben, und voll Dankes dir zum Ruhm, alle meine Pflichten, als dein theures Eigenthum treulich zu verrichten! 8. Drückt mich meine Sündennoth, straft mich mein Gewissen, o dann laß aus deinem Tod mich den Trost genießen: daß du auch für meine Schuld büßend bist gestorben, und Vergebung, Gnad' und Huld mir bei Gott erworben! 9. Stärke mich durch deinen Tod in den letzten Stunden! Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden: o so hilf dazu auch mir! Laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. 143 J Mel. Freu' dich sehr, o meine gefu, deine tiefe Wunden, deine Qual, dein bittrer Tod geben mir in bangen Stunden Kraft zur Tugend, Trost in Noth. Mich sollt' ich durch Sünd' entweih'n? Nein, ich 4 denk' 104 Werke und Wohlthaten Gottes. denk' an deine Pein; sie, mir auch einst aus Gnaden sie lehrt mich Sünden las sen, und sie als mein Un-. glück haffen. 2. Die Erinnerung deiner Leiden stärke mich mit Kraft und Muth, alle schnöde Lust zu meiden, zu bekämpfen Fleisch und Blut! Auch wenn meine Seele zagt, Gram an meinem Herzen nagt, laß, im Glauben mich zu stärken, mich auf deine Leiden merken. In eigener Melodie. 3. Will die Welt mein 144 W enn mich die Herz verführen auf der Eitelkeiten Bahn, wo so Viele sich verlieren und sich dem Verderben nah'n: dann denk' ich, o Jesu, nach über deine große Schmach, daß ich dir getreu verbleibe und die böse Lust vertreibe. Sünden fränken, so laß, Herr Jesu Christ, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bist, und Rettung von der Schuldenlast den reuerfüllten Sündern am Kreuz erworben hast. 4. Gib bei Allem, was mich fränket, mir aus deinem Leiden Ruh'! Wenn mein Herz daran gedenket, ströme neuer Trost mir zu! Wenn mich meine Fehler reu'n, müsse mich dein Tod erfreu'n; denn du hast, da du gestorben, diesen Trost auch mir erworben! 5. Auf dich setz' ich mein Vertrauen, Jesu,.eine 3uversicht. Du vertreibst des Todes Grauen, durch dich schadet er mir nicht. Sicher ist bei dir mein Heil! Hab' ich, Herr, an dir nur Theil, o so wirst du ew'ges Leben geben. 6. Hab' ich dann in meinem Herzen Hoffnung jener Herrlichkeit, so besieg' ich anch die Schmerzen von dem legten Kampf und Streit. Wenn gleich meine Hülle bricht, quält doch Todesfurcht mich nicht, überwunden, überwunden hab' ich, durch dich überwunden. 2. O wundervolle Liebe, bedenk's, o Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eignen Sohn gab Gott für mich verlornen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Gott sieht auf mich in Gnaden; durch Jesu Mittlertod bin ich von diesem Fluch befreit, und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. D'rum sag' ich dir von Herzen jetzt und mein Lebelang Erlösung. 105 lang für deine Todesschmer- bis zum Tod und Grab zen, Erlöser, Lob und Dank. Hilf, daß ich dir für deine Treu' auf ewig ganz ergeben und thätig dankbar sei. aus mitleidsvollem Triebe zu unsrer Rettung gab, ach, unter welchen Plagen schloß fich dein Lebenslauf! Mit Zittern und mit Zagen stiegst du zum Delberg auf. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Christ mit allem Ernst zu meiden, was vor dir sündlich ist! Nie komme mir's aus meinem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöfet bin! 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wär's auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Laß nur, mein Herr und Gott, mich fliehen jede Lust der Welt und dem Erempel folgen, das du mir vorgestellt! 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann, ohn' Eigennuß und Heuchelei, und, wie du mir's erwiesen, aus wahrer Lieb' und Treu"! 8. In meinen letzten Stunden erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg' auch diese Noth! Du bist es, Herr, auf den ich trau'! Stärk meine Seel' im Tode, daß ich dich ewig schau'! 145 Mel. Befiehl du deine Wege u, der sich einst voll Liebe selbst 2. Die schauervollen Stunden der Martern waren da. Du sahest Hohn und Wunden, dein Kreuz auf Golgatha, den Tod, die Grabeshöhle, und fühltest Angst und Noth; betrübt war deine Seele, betrübt bis in den Tod. 3. Ach! welche Angstgefühle ergriffen da dein Herz! Im nagenden Gewühle von Bangigkeit und Schmerz lagst du vor Gott im Staube, mit Todesschweiß bedeckt. Wie kämpfte da dein Glaube, von banger Furcht erschreckt. 4. Auf dich, der Menschen Bester, drang Angst auf Angst herzu, und doch hing Niemand fester an seinem Gott, als du. Wie sehnlich bat dein Flehen um Schonung, und wie still: Es soll nur das geschehen, was Gott, mein Vater, will! 5. So warest du mit Freuden gehorsam und bereit, nach Gottes Rath zu leiden, und gingst mit Willigkeit der frechen Schaar entgegen, die blutbegierig fam, 5 106 Werke und Wohlthaten Gottes. kam, dir Bande anzulegen, und dich gefangen nahm. 6. Der Menschen Heil zu fördern, gabst du mit sanftem Sinn dich willig deinen Mördern und ihren Martern hin. Um dich war Alles trübe; doch du bliebst ruhevoll. So stark war deine Liebe zu uns und unserm Wohl! 7. O Freund der Menschenkinder, den nun kein Leid mehr drückt, wie hoch hast du uns Sünder durch diese Huld beglückt! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben. Nimm unser Opfer an. 146( Sin Mel. Wenn mich die Sünden inst, als im Angstgebete, S.inst Herr, deine Seele rang, und immer heißer flehte, und Huld, wie sehr sie gleichwohl fehlen, mit schonender Geduld. Erbarmend sprichst du: Freunde, wacht! o wacht mit mir und betet, nah' ist des Feindes Macht! 4. Du Tröster schwacher Brüder, Herr, nimm dich meiner an! Wie leicht fall' ich auch nieder, verführt durch stolzen Wahn! Ach! oftmals schlummr' ich sorglos ein, bin ruhig bei Gefahren, die meiner Seele dräu'n. Gib 5. Herr, rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geist verdrossen machen. Kraft und Muth im Streit; flöß' meiner Seele Tröstung ein; sprich zu ihr: Kämpf und bete! bald ist die Krone dein! Mel. Herzliebster Jesu ſo tief gebeugt, ſo bang: 147 Bekenner Jeſu, so da fandst du keinen Trost, kein Licht, da schwebte Nichts als Marter vor deinem Angesicht. werdet nie vermessen! Der Fall ist nahe, wenn wir je vergessen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2. Auch sie, die so entschlossen, so männlich dich bekannt, sind muthlos, sind verdrossen, vom Schlummer übermannt. Sie schauen deiner Seele Schmerz, und keiner deiner Brüder spricht Labsal in dein Herz.. 2. Dann gleichen selbst die feurigsten Entschlüsse den lichten Dünsten, die durch Finsternisse schnell in die Höhe schimmern und vergehen, wie sie entstehen. 3. Doch diese schwachen Seelen trägt deine Lieb' 3. Die Jünger stärkten in der ernsten Stunde durch Waz Erlösung. Wachen und Gebet sich nicht im Bunde mit ihrem Herrn; fie fielen selbst vor Kummer in tiefen Schlummer. 4. Als der Verräther kam mit seinen Schaaren, wie bebten sie vor drohenden Gefahren! Wo war ihr Muth, für ihren Herrn mit Freuden den Tod zu leiden? 5. Uneingedenk des Hir= ten floh'n die Schaafe. Er ward verlassen, er, der unfre Strafe so willig duldete, daß seine Heerde gerettet werde. 6. O welche Liebe! Jesu, welche Treue! Du littest, daß der Mensch sich deiner freue; ach, laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanken! Mel. O Lamm Gottes 107 decket, dein tröste fich mein Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todeskampf, dein Zagen sei meine Ruhe, Herr Jesu! 2. Du littest ganz unschuldig von Frevlern Schmähung und Schmerzen, und trugst allzeit geduldig sie mit verzeihendem Herzen. Dein Geist soll uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie du, zu lieben, Herr Jesu! 3. Am Kreuze hingst du, kläglich entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein Tod belehr' uns täglich, wie hoch du Seelen geachtet! Er schreck' uns ab von Sünden: er müss' uns dir verbinden zu ew'ger Liebe, Herr Jesu! 7. Wer dich bekennet, fürchte, Herr, auch Alles von seiner Schwachheit! EingeIn eigener Melodie. denk des Falles der beſſern 149 Christe, du Sohn Jünger, er, sein trauen auf dich zu bauen! Gottes! trägst die Sünde der Welt: erbarm' dich unser! 8. Laß deinen Geist uns, Herr, zur. Seite treten! Er lehrt uns wachen, lehrt uns ernstlich beten! So werden wir im Kampfe nicht erliegen; wir werden fliegen. 2. Christe, du Sohn Gottes, der du trägst die Sünde der Welt: erbarm' dich unser! 3. Christe, du Sohn Gottes, der du trägst die Sünde der Welt: gib uns deinen Frieden! Amen. 148 Srlöser, der im Mel. In allen meinen Thaten Staube einst lag mit Angstschweiß bez 150 Wer kann die Leiz den faffen, die & 6 du, Werke und Wohlthaten Gottes. 108 du, o Herr, gelassen für mich erduldet haft? Daß ich ge rettet würde, trugst du die schwerste Bürde, und über nahmst auch meine Last. 2. Laß deine letzten Stunden, und was du da empfunden, mich trösten und erfreu'n! Es lehre mich dein Leiden, den Dienst der Sünde meiden, und dir mich jetzt und ewig weih'n. 3. Du starbst mit einem Herzen, das auch in Todes: schmerzen für deine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, auch meinen Feind zu lieben; oft wußt' auch er nicht, was er that. Liebe aus regem Mitleidstriebe, noch für der Deinen Ruh'. Ach, wenn auch ich muß leiden und von den Meinen scheiden: so sende Trost und Muth mir zu! 6. Du mußtest, matt von Plagen, auch über Durst noch klagen und Keiner labte dich. Warum sollt' ich denn beben, wann Leiden mich umgeben? du labst ja und erquickest mich. 7. Du riefst Trauer im bangen Todesschauer: Verläßt du mich, mein Gott? nun mag ich einst erblassen, du wirst mich nie verlassen; du fühltest selbst des Todes Noth. voll tiefer voll tief 8. Du sprachst am Ziel der Leiden mit namenlosen Freuden: mein Werk ist nun vollbracht! Lehr' es auch mich vollbringen, und einst zum Ziele dringen durch meines Todes dunkle Nacht! 4. Du tröstetest den Armen, der sich auf dein Erbarmen am Kreuze fest verließ. Auch ich bin, wann ich sterbe, war ich dir treu, dein Erbe, und folge dir in's Paradis. sich gebunden seh'n, er muß, mit Schande, 13 Paraforgteft, voll von ſeinen Knechten ſteh'n, und hier sich richten lassen. Sie suchen ihre Wuth, womit sie längst ihn haffen, zu sättigen mit Blut. 2. Die Unschuld seiner Lehren, wem war sie unbewußt? Wer war's, der ihn mehr ehren, wer, der ihn schüßzen mußt? Wem waren dies sonst Pflichten, als denen, die ihr Stand, ein recht Gericht zu richten, auf's Heiligste verband? 3. Doch hier wird falscher 9. Du gabst am Leidensende in deines Vaters Hände getroft die Seele hin. Wann ich auch meine Seele ihm einst, wie du, befehle: dann ist auch mir der Tod Gewinn. Mel. Befiehl du deine Wege 151 er Herrscher al Erlösung. 109 scher Zeugen Verläumdung mich die Rache meiden; gern gehört; hier wird durch Lästerungen der Heiligste entehrt; hier wird das Recht gebeuget, entweiht das Richteramt; hier, wo die Falschheit zeuget, die Unschuld frech verdammt. und muß ich ohne Schuld doch Schmach und Unrecht leiden, so tröst' mich deine Huld! Mel. So schlummerst du 4. Entweiht ist zwar die 1520 Durst nach Stätte, entheiligt dies Gericht, in dem man Jesum schmähte, doch seine Unschuld nicht. Er schweigt; es macht sein Schweigen, und selbst der Lügner Mund, die wieder ihn hier zeugen, schon seine Unschuld kund. Blut, o blinde Wuth, die kaum erhört ist worden! den Erlöser will sein Volk grausam schändlich morden. 2. Da geht er hin, ach seht auf ihn! gefesselt durch die Straßen, muß vom heidnischen Gericht sich verdammen lassen. 3. Sein Richter sieht, wie Alles glüht voll Grimm und wilder Rache, und vertheidiget zuerst des Gerechten Sache. 4. Doch zittert er, wankt hin und her, verlangt des Volkes Stimme; und sie rufen: Barrabas! mit erbostem Grimme. 5. Da gibt er ihn zur Geißlung hin, die Wache darf ihn höhnen, und mit einem Dornenkranz ihn zum König krönen. 6. Wer hat ein Herz, und fühlt den Schmerz des Heiligen, des Besten nicht mit Wehmuth? Möchte ihn doch ein Mitleid trösten! 5. O würde nie mit Ränken der Ungerechtigkeit, die Recht und Unschuld kränfen, ein Richterstuhl entweiht! entweiht an keinem Orte die Wahrheit und das Recht, daß nie durch Lästerworte die Unschuld leiden möcht! 6. Lehr' mich, Herr, wo ich schweigen, und wo ich reden soll! Mein Schweigen und mein Zeugen sei klug und wahrheitsvoll! Laß meinen Mund nie trügen, mach' mich von Falschheit frei, daß ich ein Feind der Lügen, ein Freund der Wahrheit sei! 7. Laß mich nie wieder schelten, wenn mich die Bosheit schilt, nie Haß mit Haß vergelten! Mein Herz sei sanft und mild! Lehr' 7. Seht, welch' ein Mensch! seht, welch ein Mensch! spricht selbst Pila: 110 Werke und Wohlthaten Gottes. latus, stellet ihn zur Schau dar, eh' er noch ihm sein Urtheil fället! 8. An's Kreuz mit ihm! an's Kreuz mit ihm! so schreit die tolle Menge; und der feige Richter kommt endlich ins Gedränge. 9. So sterb' er dann! sprach jetzt der Mann, der ihn erretten sollte, aber nie um Recht und Pflicht Et was leiden wollte. 10. Ach! uns zu Gut floß hier dein Blut, trugst du mit stillem Herzen deiner edlen Seele Qual, alle deine Schmerzen. 11. Du hast's gethan. Wir beten an mit dankendem Gemüthe, mit Bewunderung und Preis, deine Treu' und Güte. 12. Dir wollen wir, o Herr, dafür uns selbst zum Opfer bringen. Gib dem guten Willen Kraft, gib ihm das Vollbringen. Mel. Schon ist der Tag von Gott 153 Mensch! Wie lag so schwer auf ihm die Last der Sünder! Wie unaussprechlich duldet er für euch, ihr Menschenkinder! So leiden sah von Anbeginn die Erde Keinen je, als ihn, so wird auch keiner leiden. 2. Der Sohn des Höchsten, Eins mit Gott, ein Helfer, ein Gerechter, ward frecher Missethäter Spott, und seines Volks Gelächter. Wie ein Verbrecher stand er da, verklagt, verleumdet. Wer ihn sah, der sah ihn mit Verachtung. 3. Geschäftig war der Frevler Muth, erfind'risch, ihn zu plagen. Sein Leib war ganz bedeckt mit Blut, voll Striemen und zerschlaMit einer Dornengen. kron' gekrönt, in Königskleidern ausgehöhnt, stand er vor seinen Feinden. er 4. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein menschlich Schrecken; stellt' ihn seinen Brüdern dar, ihr Mitleid zu erwecken. Seht, welch' ein Mensch! Ich kann ihn nicht verdammen; denn die Unschuld spricht zu mächtig für sein Leben.. 5. Vergeblich, ach! vergeblich war die Menschlichfeit des Heiden! die aufgeregte wilde Jesu Schmach mit Freuden. Sein Tod befriedigt fie allein, sie stürmten auf den Richter ein, und schrie'n: Er sterb' am Kreuze! 6. Du denkest ohne Schaudern nie an diese Wuth der Sünder, du sprichst: Die noch Rache strafte fie! strafft sie ihre Kinder. D Sees Erlösung. Seele, denkst du auch dabei an deine Sünden? Bist In voriger Melodie. du frei von Schuld am Love 154 Wie groß, o Herr Tode erscheinest du auf deinen Leidenswegen! Mit welcher hohen Seelens ruh' gehst du dem Tod entgegen! Voll Zärtlichkeit und Edelmuth warst du bereit, nur uns zu Gut, des Kreuzes Schmach zu tragen. 7. Sieh, welch ein Mensch! er wird für dich verschmähet und zerschlagen! Hör' ihn, er spricht: Ich selber, ich muß deine Sünden tragen. Die Schuld ist dein, durch meinen Tod versöhn' ich, Sünder, dich mit Gott, und sterb' um deinetwillen. 8. O hochgelobter Gottessohn, du Tilger meiner Sünden, erhöht auf deines Vaters Thron, ach, laß mich Gnade finden! Laß deines Todes Schmach und Bein Gerechtigkeit und Heil mir seyn, um deiner Liebe Willen! 9. Ich schwöre, Welterlöser, dir, und willig will ich's halten: so wahr du lebest, soll in mir nie deine Lieb' erkalten! Dein Leiden und dein Tod soll mich, so lang ich lebe, Herr, an dich und deine Lieb' erinnern! 111 10. Lockt mich die Welt, lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Sünde; so rüste mich mit Kraft und Muth, daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: Denk', welch ein Mensch ich war! und du, du wolltest mich nicht lieben? 2. Die Menschen für die Ewigkeit voll Weisheit zu erziehen, war stets bei deiner Lebenszeit dein ernstliches Bemühen, und selbst im Tode wolltest du für sie Heil, Trost und Seelenruh' voll Großmuth noch erwerben. 3. D'rum stiegst du auf der Leidesbahn, voll Heldenmuth, mit Freuden getrost auf Golgatha hinan, den Kreuzestod zu leiden; hier zeigest du dich, Gottes Sohn, bei Schmerzen, Martern, Spott und Hohn in deiner wahren Größe. 4. Mit hoher Würde duldest du des Kreuzes Schmach und Schmerzen, sprichst Trost betrübten Seelen zu, und bitt'st mit edlem Herzen selbst in der letzten Todesnoth für deine Mörder noch zu Gott; du stirbst als Menschenretter. 5. Ach, sieh ihn hier, erlöster Christ, schuldlos zum Kreuze bringen! sieh', wie sein Blut zur Erde fließt; fieh 112 Werke und Wohlthaten Gottes. zum Tode ringen! Sich seine Wunden, ſeinen 155 U hatteſt Nichts Mel. Herzliebster Jesu nschuldigster, du Schmerz! Dent' an sein liebevolles Herz! Ach, sieh ihn duldend sterben! 6. Hier denk' an jenen Zweck zurück, der ihn hieher getrieben! Nun sag' bei diesem Trauerblick: willst du noch Sünden lieben? Nein, hier, o Christ, entschließe dich bei seinem Tode feierlich, dein Leben ihm zu weihen! 7. Entsag' den Sünden dieser Welt und sündenvollen Freuden; flieh' Menschenhaß, der ihm mißfällt; such' Alles zu vermeiden, was dich zur Sünde reizen kann; geh' standhaft auf der Tugendbahn der bessern Welt entgegen! 8. D Jesu! der du für uns starbst zur Rettung vom Verderben, und so viel Heil und Trost erwarbst durch Lehren, Leiden, Sterben, steh' uns mit deiner Hülfe bei, daß wir, stets unsrer Pflicht getreu, nach deiner Lehre leben! 9. Doch auch bei unsrer Sündenschuld und bei dem Druck der Leiden wollst du uns Trost, Muth und Geduld durch deinen Tod bereiten; und naht einst unser Tod heran, so laß uns diese Pilgerbahn als Glaubige beschließen! verbrochen; doch ward das Todesurtheil dir gesprochen! Du, Heiligster, bist ja in Missethaten niemals gerathen. 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, gegeißelt, und, von Schmerzen schon entkräftet, an's Kreuz geheftet. 3. Was ist die Ursach' aller solcher Plagen? Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen! Zu ihrer Tilgung hast du, Herr, erduldet, was wir verschuldet. 4. O große Lieb'! o Liebe, kaum zu fassen! Auch mir zum Heil hast du dich martern lassen. Damit ich lerne Sünden ernstlich meiden, willst du, Herr, leiden! 5. Ach, großer Mittler, groß zu allen Zeiten, wie kann ich g'nugsam deine Treu' ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 6. Doch dir gefällt's, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge, und des Fleisches Luste dämpfe; so sei denn auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben! 7. Gib selbst zu diesem heiligen Geschäfte mir Schwachen Erlösung. chen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich auf den Pfad der Tugend führe, und mich regiere! 8. Dann werd' ich dankvoll deine Huld betrachten, dich lieben und die Lust der Welt verachten, mit allem Gifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 9. Zu deiner Ehre will ich Alles wagen, kein Drohen achten, keine Schmach, noch Plagen; mich sollen auch des bängsten Todes Leiden nicht von dir scheiden. 10. Empfang' ich einst vor unsers Gottes Throne, wie du empfingst, die Seligkeit zum Lohne, dann will ich würdiger dein Lob besingen, und Dank dir bringen. Mel. Auf meinen lieben Gott 156 welch' ein so herber Schmerz, den du weit mehr empfunden, als Striemen, Schläg' und Wunden! Die kleine Zahl von Freunden fränkt dich, gleich deinen Feinden. 2. Kaum naht sich die Gefahr: so bebt der Jünger Schaar. Die erst sich hoch vermessen, eh' sie der Treu' vergessen, den Tod selbst vorzuziehen, verlassen dich und fliehen! 113 erschrickt; er flieht, eh' Bande drohen; schämt sich, daß er geflohen: kehrt um und eilt verwegen dem tiefern Fall entgegen. 4. Wie ist der Mensch so schwach! So viel sein Muth versprach; dort liegt er, tief im Staube; erloschen ist sein Glaube, sein fühner Muth gedämpfet. Ach Christen, wacht und kämpfet! 3. Der kühn sein Schwert gezückt, dein Petrus selbst Mel. Wenn mich die Sünden 157 Von Furcht dahin gerissen, verläugnet Petrus dich. straft ihn sein Bald Gewissen, und ein Jesu, für da weint er bitterlich. Tief dringet ihm dein Blick ins Herz, er fleht zu dir um Gnade, und du stillst seinen Schmerz. 2. Wie wuchs nun deinem Zeugen Beständigkeit ihn nicht mehr beugen; für dich floß selbst sein Blut. Dich, seinen Herrn, und seinen Gott, verherrlichte sein Leben, verherrlichte sein Tod. 3. Bewegt ist meine Seele, erfüllt mit Reu' und Schmerz, was hilft's, daß ich's verhehle? Du schaust mir ja in's Herz! Bekennen will ich's, Jesu, dir: Auch ich hab' dich verläugnet; vergib, vergib' es mir. 4. Wenn deines Namens Spöt: 114 Werke und Wohlthaten Gottes. Spötter dich schmähten; Gnade, fürcht' ich selbst nicht wenn ihr Spott dich höhnte, Welterretter! dich, ihren Herrn und Gott; dann schwieg ich furchtsam, schämte mich, ein Christ zu seyn, und scheute mehr ihren Spott, als dich. den Tod. Wer ist es, der mir schade? Du bist mein Schild, o Gott: von meinem Haupte fällt kein Haar, und drohte mir von allen die schrecklichste Gefahr. 5. O du, der du dein LeMel. Wie wohl ist mir, o Freund ben, du Herr der Ewigkeit, 158 Den Sterbenden so willig hingegeben meine Seligkeit, dankbar, wie schwach war ich, daß ich den Spott der Sünder mehr fürchtete, als dich! für wie un- zu sehen, schwing dich, mein Geist, auf Golgatha, wo man des Mittlers Kreuz erhöhen, den Weltbeglücker bluten sah! Erwäg' an diesem heil'gen Orte des sterbenden Erlösers Worte und rufe Gott um Glauben an; sie können dir den Trost im Leben und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich Nichts mehr trösten kann. 6. Ach Vater, ich empfinde die Größe meiner Schuld. Vergib auch diese Sünde nach deiner großen Huld! Erbarmend sahst du Petrum an; laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfahn! 7. Laß mich bei meiner 2. Geduldig bei den größReue den Bund mit dir er- ten Schmerzen, nimmt er sich neu'n, Standhaftigkeit und seiner Feinde an und ruft Treue dir, mein Versöhner, mit sanftmuthsvollem Herweihn! Dich zu verläugnen, zen: Sie wissen nicht, was Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als selbst den Tod. 8. Ich will dich frei bekennen. Wann Gott Gericht einst hält, wirst du mich auch bekennen dem Richter aller Welt. Dein Kreuz ist meine Zuversicht, dein Kreuz ist meine Ehre, dich laß ich ewig nicht. sie gethan! Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach. Mensch, wenn dich Rach' und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete deinem Heiland nach. 9. Beschirmt von deiner 3. Welch' Beiſpiel kindlich- frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der Erlösung. der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend noch empfahl! Ach, wird mein Aug' einst um die Meinen in meinen lezten Stunden weinen; so soll dies Wort mir Trost verleih'n. Der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schüßen strebte, wird auch der Meinen Pfleger seyn. 4. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: Du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute, deines Glaubens wegen, mit mir im Paradiese seyn! Herr, laß an des Todes Pforte einst diese trostesvollen Worte mich auch im letzten Kampf erfreu'n! 5. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Christus an dem Kreuze rief: Mein Gott, wie hast du mich verlaffen! Wie beuget ihn die Last so tief, die freche Sünder auf ihn brachten! Vor Angst und Pein müßt' er verschmachten, wär' Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, o Herr, mein Trost, verlaß mich nicht! 6. Der Herr des Him115 mels und der Erde, von allem Labsal jetzt entblößt, wünscht, daß sein Durst gestillet werde. Mensch, der dich so theu'r erlöst, der Heiland rufet dich noch heute im Armen, den an deiner Seite auch Hunger, Durst und Mangel drückt. O selig, wer den Ruf erfüllet! Denn wer des Armen Mangel stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. wer 7. Nun enden sich die schweren Leiden, der Heiland spricht: Es ist vollbracht! O Wort des Sieges, Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! darf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen? Der Friede ist mit Gott gemacht. Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Es ist vollbracht! es ist vollbracht! 8. Das letzte Wort aus deinem Munde soll, Jesu, auch das meine seyn! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleih'n! Du rusest: Bater, ich befehle in deine Hände meine Seele: du, der du Allen Heil erwarbst. Nun war das größte Werk vollendet, wozu der Vater dich gesendet, du neigtest sanft dein Haupt und starbst. 9. Mensch! 116 Werke und Wohlthaten Gottes. 9. Mensch! kannst du ihm gefällt, den Weg zu ohne fromme Zähren den jener bessern Welt, euch Liebling Gottes sterben sag' ich, die ihr um mich seh'n? Mußt du ihn nicht weint: Getrost, bald werden mit Freuden ehren, und wir vereint! willig seinen Ruhm erhöh'n? 6. Den Trost, o Jesu, dank' ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du hast verheißen: Ihr seid mein; wo ich bin, sollt ihr ewig seyn! weine fromm bei seinen Plagen, und fröhlich sieh' ihn nach drei Tagen aus seinem Grabe auferstehn! Und wenn ihn Spötter hier entehrten, dort wirst du ihn als den Verklärten Mel. Befiehl du deine Wege zur Rechten seines Baters 160 Du, deſſen Augen seh'n! flossen, Mel. O Jesu Christ, mein's u denkest in der 159 tiefsten Noth, ergriffen, Herr, von Qual und Tod, an deiner Freunde Gram und Schmerz, und flößest ihnen Trost in's Herz. 2. Du siehst die Mütter, siehst den Freund, und sprichst zu ihr, die trostlos weint: Sieh', Mutter, die ser Sohn ist dein; was ich dir war, wird er dir seyn. 3. So innig bis zum Tod, so treu sei meine Zärtlichkeit, ich sei so willig, Andern beizusteh'n, und ihnen Beistand zu erfleh'n! 4. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, ihr Freunde, einst mein Tod betrübt: dann übergeb' ich euch dem Herrn, er hört, er hilft, er segnet gern. 5. Froh geh' ich, wenn es sie Zion sah'n, zur Frevelthat entschlossen, sich seinem Falle nah'n; wo ist das Thal, die Höhle, die, Jesu, dich verbirgt? Verfolger seiner Seele, habt ihr ihn schon erwürgt? 2. Welch jammervolles Klagen seufzt in Gethsemane! Wer ist der Mann der Plagen, der langsam Sterbende? Ist Jesus das, der Beste, den je die Erde sah? Er fühlt der Qualen größte? Er ist dem Tode nah? 3. Ach, wie er tief im Staube, bedeckt mit Angstschweiß, liegt, mit dem Gefühl sein Glaube im Kampfe dennoch siegt! Schon kommt der Mörder Rotte, die kein Erbarmen rührt, die ihn zu Hohn und Spotte, ihn, ach! zum Kreuze führt. 4. Sein Volf im bittern Grim Erlösung. Grimme erweicht sein Anblick nicht, nicht fremden Mitleids Stimme, die von dem Nichtstuhl spricht. Er ist ihr Hohngelächter; sie droh'n mit wildem Ton: Auf uns, auf Söhn' und Töchter, komm' seines Blutes Lohn! 5. 3ur fernen Schädelstätte trägt er sein Kreuz hinan. Sie freuz'gen ihn! Obete, mein Geist, mit Wehmuth an. Noch höhnt in frechen Mienen das Volk des Dulders Schmerz. Er ruft: Vergib es ihnen! vergebend bricht sein Herz. 6. Es bricht, und schwer von Kummer sinkt auf die Brust zur Ruh' sein Haupt; nun schließt der Schlummer sein müdes Auge zu. Am Kreuze ruht die Hülle, der Geist schwebt sanft entrückt zu Gott, wo ihn die Fülle des hohen Lohns erquickt. 7. O Freund, der Menschenkinder, wir danken dir gerührt! Dein Leiden hat uns Sünder zu großem Glück geführt! Dich ehre unser Glaube, Anbetung sei dein Dank; hör' ihn, vernimm vom Staube den schwachen Lobgesang. Mel. Werde munter, mein er am Kreuz ist 161 Meine Lieb' ist Jesus Christ, 117 Weich' von mir, des Citlen Liebe, Alles, was nicht ewig ist! Was du gibst, ist nicht von Gott; und womit du lohnst, ist Tod! Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu seyn mich übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befremdet's dich, daß ich Jesum Christum liebe? Je= sus gab sich selbst für mich; sollt' ich nicht sein eigen seyn, mich ganz seinem Dienste weihn? Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu seyn mich übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt! Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz er= blaßt! Undank für so herben Schmerz, nie beflecke er mein Herz! Der am Kreuz ist 2c. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Was ist mir noch fürchterlich? Ruh', Gewissen! Er, die Liebe, Jesus starb ja auch für mich. Wer verdammt nun? Gott ist hier; Gott verzeiht durch Christum mir. Der am Kreuz ist 2c. 5. Der am Kreuz ist mein Vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, von dir mich, Jefu keines, feines Todes Grauen Christ! Nicht Gewalt, nicht Gold, 118 Werke und Wohlthaten Gottes. Gold, nicht Ruhm! Engel 4. Du gingest meinetwenicht, kein Fürstenthum! Dir, dir will ich lebend trauen; sterbend dir! Dich werd' ich schauen! gen dem Todeskampf entgegen mit wahrem Heldenmuth; du starbst, mir vom Verderben Errettung zu er werben, und litteft Alles mir zu Gut. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm', D Tod! Du bist mein Freund! Wenn ich, wie ein Staub, verstiebe; wird mein Geist mit Gott vereint. Da, da schau' ich Gottes Sohn, ärnte seiner Leiden Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu seyn mich übe. 5. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil gefunden, zur tiefsten Dankbarkeit! Dir sei mein ganzes Leben zum Opfer hingegeben, dir, Jesu, Leib und Seel' geweiht. 6. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets vor Augen seyn, von meinen Christenpflichten mich täglich unMel. In allen meinen Thaten 162 Welt, fieh hier terrichten, und mir zur Tudein am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Herr der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Komm, schaue seine Schmerzen! Erwäge, was im Herzen der Unschuldvolle fühlt, was er am Leibe leidet, wie, bis er endlich scheidet, die Qual in seinen Adern wühlt. 3. Wer ist's, der dich geschlagen, mein Heil, und diese Plagen dir aufgebürdet hat? Du warst ja nicht ein Sünder, wie andre Menschenkinder, und rein von aller Missethat. 7. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren, ihm gern gehorsam seyn; auch meine Brüder lieben, und, wenn sie mich betrüben, mit edlem Wohlthun sie erfreun. 8. Als Christ will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, wie du, der für fie bat. Ich will des Lebens Plagen getrost und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 9. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten, nie, wenn ich leide, dräu'n. Selbst Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden, wie Erlösung. wie du, von Herzen gern verzeih'n. 10. Gerührt von deinen Plagen will ich mit Ernst entsagen dem, was dir nicht gefällt; was' deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel' es auch der ganzen Welt. 11. Und soll ich endlich sterben, so laß dein Reich mich erben, mich so getrost, wie du, in deine Vaterhände den Geist an meinem Ende empfehlen zu der ew'gen Ruh'. Mel. Befiehl du deine Wege 163 D er du voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbst, und unsern letzten Stunden den höchsten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh' ich war, auch mir zur Rettung hingegeben: mein Heil, wie dank' ich dir! 2. Wie viel hast du erduldet, erhabner Menschensohn, als du, der Nichts verschuldet, empfingst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen, da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohl gefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine. 119 Freunde; du warst der Leute Spott, dich höhnten deine Feinde: Wo ist denn nun dein Gott? 4. Wer kann dir nachempfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du von Sünden uns zu erretten rangst? Die Last gehäufter Plagen fiel da so schwer auf dich, daß sie dich drang zu klagen: Gott, wie verläßt du mich! 5. Ach, diese Last und Mühe hab' ich auch dir gemacht! O mein Erlöser, siehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, der sie verschuldet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat! 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht; wohin soll ich sonst gehen? Verwirf nur du mich nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr, nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? 7. Du hast mir durch dein Leiden zur Tugend Muth und Kraft, in Trübfal Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft. O gib an dieser Gnade auch meinem Glauben Theil, und auf des Lebens Pfade mir Muth, Kraft, Trost und Heil! 8. Soll ich, o Herr, einst schei 120 Werke und Wohlthaten Gottes. scheiden, o so verlaß mich nicht: sei du im Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht!. Wenn mir am allerbängsten wird in dem Herzen seyn, so reiß' mich aus den Aengsten Kraft deiner Angst und Pein! 9. Laß du mein ganzes Hoffen dann in Erfüllung gehn, und mich im Geiste offen, Herr, deinen Himmel sehn! Mit heiligem Entzücken will ich dann glaubensvoll nach dir, mein Heiland blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! In eigener Melodie. 164 ch sieh' ihn dulAd den, bluten, sterben! O meine Seele, sag' ihm frommen Dank! Sieh' Gottes ein'gen Sohn dort sterben, weil Menschenliebe ihn so heftig drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan, der so wie er, für Sünder sterben fann? 2. Ja mir zum Trost und ihm zur Ehre gereicht sein ganzer Kampf, sein Kreuzestod; bestätigt ist nun seine Lehre; ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig litt er zwar; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 3. Mich soll das Beispiel Jesu lehren, der frommen Unschuld Lohn sei Seligfeit. Auch ich will Gott durch Tugend ehren, und willig thun, was sein Gesetz gebeut. Die Pflicht des Danks dringt innig mich dazu, und Tugend gründet wahre Seelenruh'. 4. Nie will ich mich am Feinde rächen: auch dies lehrt Jesu hohes Beiſpiel mich; in bange Klagen nie ausbrechen, verlör' auch gleich mein Pfad im Dunkel sich. Durch Leiden ging zum Ziele Jesus hin; ich folge ihm, weil ich sein Schüler bin. 5. Was fürcht' ich noch des Todes Schrecken? Im Grabe schlief auch einst der Menschenfreund. Mag Erde meine Asche decken, wenn einst des Todes dunkle Nacht erscheint! Der Gott, der ihm das Leben wieder gab, ruft einst auch mich aus meinem dunklen Grab. 6. Nimm hin den Dank für deine Liebe, mein Netter, den mein ganzes Herz dir bringt! Dort dank' ich dir mit reinem Triebe, wenn dich mein Geist unsterblich einst besingt. Dann stim: men alle Sel'gen fröhlich ein; dann soll der ganze Himmel Zeuge seyn.. Mel. Erlösung. 121 uns gibt, mit der er in der Ewigkeit den, der die TuMel. Wer nur den lieben Gott r starb, der größ165 te rend der gend ehrt, erfreut. Tugend, er starb, von seinem Volk verkannt, das nicht in ihm den Freund 166 D MenschenkinIn voriger Melodie. u Bester aller der Jugend, des Mannes und des Greises fand; in ihm, der nie auf Rang und Pracht, nur Anspruch auf das Herz gemacht. der, wie martert dich voll blinder Wuth der Frevel ausgelaßner Sünder! Aus allen Adern strömt dein Blut, und tiefer, nie gefühlter Schmerz durchdringet Glieder, Sinn' und Herz. 2. Wie aber werden wir erkennen, daß wir den größten Menschenfreund nicht auch, wie einst sein Volk, verkennen, daß unser Herz es besser meint mit Jesu, dessen Tod uns rührt, dem unser ganzer Dank gebührt? 3. Wenn seinem liebevollen Herzen auch unser Herz an Liebe gleicht; wenn unter Leiden, unter Schmerzen es nie von seinen Pflichten weicht; wenn wir dem Feinde selbst verzeihn, und ihn mit Rath und Trost erfreun; 4. Wenn wir stets reines Herzens leben; wie Jesus, uns der Tugend weihn; und unser eifrigstes Bestreben nur das ist: Gott ergeben seyn; und wenn wir jede böse That vermeiden, wie es Jesus that: 5. Dann können wir den Trost uns geben, daß unser Herz ihn ehrt und liebt, und hoffen, daß nach diesem Leben Gott jene Seligkeit 2. Doch Sanftmuth ist in deinen Mienen, in deiner Seele Zuversicht; du flehst: Vergib, o Vater! ihnen; was sie jetzt thun, verstehn sie nicht! Und ruhig, bis dein Herz dir brach, trugst du des Kreuzes Qual und Schmach. 3. Dein hohes Beiſpiel soll mich lehren, das Unrecht dulden und verzeihn. Will Rachsucht meinen Geist empören, Gekreuzigter, dann denk' ich dein, wie du, gemartert und geschmäht, für deine Beiniger gesleht. 4. Wie sollt' ich nun nicht Alle lieben, für welche du gestorben bist? Wie könnt' ich Einen noch betrüben, für den du littest, Jesu Christ? Wie nun nicht freudig Gutes thun, und still in Got tes Willen ruhn? 5. Schreckt mich der Lohn der Uebertreter, und quält die 122 Werke und Wohlthaten Gottes. die Schuld der Sünde mich; dann denk' ich, göttlicher Vertreter, mit froher Zuversicht an dich. Auch mir, auch mir hat dein Gebet Begnadigung und Heil erfleht. muth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet, daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: Auch mich, mich Sünder, nimmt 167 an, du durch deines Fürspruchs Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. D Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis an den Tod! 4. Wird je mein Herz von Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs Neue mich erschrecket: o dann versichre mich aufs Neu', du stehest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket! Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! und schließt sich meine Pilgrimschaft, so stärke mich mit neuer Kraft, Herr Jefu Christ! Der letzte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. Mel. Herzlich lieb hab ich dich m Gnade für welt rufst du, mein Heil, am Kreuz, gequält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wann dich bei deinem herben Schmerz die Bösewichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schaar in dir entehrt; rufst, daß es Erd' und Himmel hört: Vergib, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht, denn was sie thun, verstehn sie nicht! 2. Erstaunend seh' ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Ihr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget! Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt auch uns, zu unsrer Ruh', Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ! gelobt feist du für deinen Tod! Gott ist durch dich noch unser Gott! 3. Daß Gott mit Lang: 5. Den sanften, liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß', Herr, in meine Seele; gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach' empfehle. Besänftige mein reges Blut, und flammt, des Zor= Erlösung. Zornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an: o so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ, wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad' erfleht! 6. Mich tröste dein Verföhnungstod; es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! O zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schußpanier. dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fürbitt' ewig freu'n. Herr Jesu Christ! wie selig ist, wie selig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist. Zeuch 123 zeugt laut von seiner Göttlichkeit. 3. Er fleht für die, die ihn verkannten, mit himmlischer Gelassenheit; bemerkt die traurigen Verwandten, und sorgt für sie voll Zärtlichkeit, spricht hohen Trost und Fried' und Ruh' den kummervollen Seelen zu. 4. Stets eifrig, seines Vaters Willen, auch wann er Leiden vor sich sah, durch Lehr' und Thaten zu erfüllen, fühlt er sich nun dem Ziele nah, und, Demuth auf dem Angesicht, freut er sich der vollbrachten Pflicht. 5. Jetzt nähert sich die ernste Stunde, wo Mancher schon mit Fassung hielt; doch seht, wie er, mit Gott im Bunde, getrost ihm seinen Geist empfiehlt, und unsrer Seelen hohen Werth 168 Golgatha, zu durch dieses letzte Wort erMel. Wer nur den lieben Gott deinen Höhen klärt! erheb' ich andachtsvoll mein Herz! Ich will den Heil'gen Gottes sehen in seines Opfertodes Schmerz; ich will für seine Todespein mein ganzes Leben ihm nur weih'n! 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod als Gottes Sohn bewährt! Zwar leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt; seines Muths Erhabenheit doch 6. So stirbt denn Jesus, seine Lehren von Tugend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren, und macht die Seinigen bereit, Verkündiger des Worts zu seyn, und weder Schmerz noch Tod zu scheu'n. 7. Er stirbt, der Wohlthun ausgebreitet, oft Nächte im Gebet durchwacht, der Irrende zu Gott geleitet, und Leidende gesund gemacht! So freudenvoll F2 stirbt 124 Werke und Wohlthaten Gottes. stirbt auch der Christ, dem förderte des Feindes Glück. Jesus Licht und Beispiel ist. 8. Schon viele tausend Fromme schieden, dir, Jesu, nach mit Freudigkeit, empfanden jenen Seelenfrie: den, den nur die Tugend uns verleiht. Ihr will ich denn mein Leben weihn; so wird mein Tod, wie deiner, seyn. In voriger Melodie. eht, Christen, sehet Jesum Und diese Menschenfreundlichkeit gab sterbend ihm noch Heiterkeit. 4. Er liebte herzlich seine Brüder, selbst noch im letzten Augenblick; schalt nie, ward er gescholten, wieder, bes 5. Auf! laßt an Jesu Todestage den Vorsatz lebhaft uns erneun: Wir' wollen unsre Lebenstage, wie Jesus, nur der Tugend weihn! Dann strahlt auch uns ein helles Licht, wenn sterbend unser Auge bricht. 169 In voriger Melodie. ſcheiden, wie er im Tode 170& in vollbracht so ruft am Kreustandhaft wie nach bängsten Erdenleiden sein Auge sich so ruhig schließt; und wißt, daß, wer die Tugendbahn stets wandelt, ruhig sterben kann! 2. Die Welt mit ihrer Lust verachten, des Reichthums eitlen Glanz verschmähn, und Tugend über Alles achten, in jedem Tugendkampf bestehn, das machte, daß auf Golgatha man Jesum ruhig sterben sah. 3. Des ewig guten Vaters Willen durch seine ganze Lebenszeit treu und gewissenhaft erfüllen, war Jesu größte Seligkeit. Ihn schreckte Grab und Zukunft nicht; denn Gott war seine Zuversicht. ze des sterbenden Erlösers Mund. O Wort, voll Troft und Leben, reize zur Freude meines Herzens Grund! Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt, die Felsen beben, der Sonne Schein verlieret sich, in Todte dringt ein neues Leben, der Heil'gen Gräber öffnen sich, der Vorhang reißt, die Erde kracht, der Welt Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünder lag, und uns die Bahn durch's Todes Nacht zur frohen Ewigkeit gemacht. 4. Dankz Botte Erlösung. dun stude 125 4. Dankvolle Thränen, auch ich in's Todes Nacht neßt die Wangen! Mein mit dem Triumph: Es ist Glaube sieht nun offenbar vollbracht! die Schuldschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Trost gemacht, rief auch für mich: Es ist vollbracht! 5. O hilf mir, Herr, nun auch vollbringen, was wahDankbarkeit begehrt! re Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt! O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ist vollbracht! 6. Du littst so viel zu meinem Leben. Wie sollt' ich nicht voll Eifer seyn, mich deinem Dienste zu ergeben? Sollt' ich dabei vor Schmach mich scheu'n? Dein Dienst, mein Heiland, fei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich, bei dir ergebnem Herzen, auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung ausersehn; so laß die Hoffnung mich erfreun: Auch das wird einst geendigt seyn! 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stärke mich in solcher Last; laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du ihn überwunden hast! So tret' In eigener Melodie. 171 Ruh, der du für uns gestorben, uns am Kreuz in schwerer Müh' ew'ges Heil erworben! o schlummerst 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hält dich nun das Grab umgeben. 3. Doch, Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen; sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich, auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheinst, in sanf tem Frieden liegen, denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab bestegen. 6. Ihr, die die Welt gefesselt hält, zagt nur vor der Verwesung! Ich, ich hoff in Christo einst meines Leibs Erlösung. 7. Nein, Nichts verdirbt! Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, und zum Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. F3 8. So 126 Werke und Wohlthaten Gottes. 8. So sink ins Grab, der Lebensfürst sich des Tomein Leib, hinab; ich will des Banden. mich drum nicht kränken; Jesu, an dein Grab will ich, mir zum Trost, gedenken. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ist's mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich: erfor sche mich, und siehe, wie ich's meine; ja du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. In voriger Melodie. 172 Am m Kreuz erblaßt, der Martern Last, des Todes Qualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Gin heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen! Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb' ermessen. 3. Du schüßest mich, und Mel. Nun laßt uns den Leib über dich gehn aller Trüb- 173 Ach endlich, Dut wollfindest du sal test du für mich, einziger Erretter! 4. Du hast's gethan: dich bet' ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefit du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheil'ge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren: der Erwerber meines Heils wird mir's einst erklären. ein stilles Grab zu deiner Ruh', das nach der Noth, die dich gedrückt, mit sanftem Schlummer dich erquickt! 2. Wohl dir, daß du gefunden hast, wo, nach des heißen Tages Laft, dein Haupt du legtest, einmal nun von langer Arbeit auszuruhn! 3. Nicht modernder Verwesung Raub wird, Heiliger des Herrn, dein Staub. Aus dunklen Todesnächten bricht bald deiner Auferstehung Licht. 7. Allmächtig rief er, der 4. O daß, wann einst entschlief, den Todten; sie erstanden; leicht entschwingt mein ew'ger Geist der Er denhülle sich entreißt, auch ich Erlösung. da 127 ich von edlen Thaten ruh'! an Jesu Hand ihm Hingang auch Ruh' verdiene, Herr, wie du! in ein beßres Land. 5. Ja, Christen, singt: Er ist erstanden! Singt ihm Triumph und Preisgesang! Entfesselt von der Sünde Banden, sei nun Gehorsam euer Dank! Nicht mehr der Welt und Eitelkeit, nein, Auferstehung Jesu. ( Osterlieder.) Mel. Wer nur den lieben Gott 174 Heiti be ihm weiht eure Lebenszeit! Todesüberwinder! Aus seiner Gruft geht er hervor. Als Retter der verlornen Sünder empfängt ihn nun der Engel Chor, und aller Himmel Jubelton preist ihn, des großen Gottes Sohn. 6. Tag erlöste Brüder! Freut euch, es ist ein Wonnetag! Dann kommt der Herr von Neuem wieder, und Engelheere folgen nach. Dann dringet auch in euer Grab des Todtenweckers Ruf hinab. 2. Er hat des Grabes Nuh' empfunden; doch kurzer Schlummer war sein Lod. Er hat gekämpft und überwunden; dahin ist alle seine Noth. Ihm, der das Felsengrab durchdrang, er schallt nun ein Triumphgesang. 3. Das seiner Werke, die Rettung 175 ihm auch ich. Mel. Jesus, meine Zuversicht esus lebt, mit einer Menschenwelt, vollendet ist's mit Gottes Stärke, die Nacht des Irrthums ist erhellt. Sein göttlich Evangelium steht fest zu seines Namens Ruhm. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von den Todten auferwecken. Sr verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 4. Auf Felsen ruht des Christen Glaube, da sein Erlöser ewig lebt, und einst mit Macht aus seinem Staube ihn zur Unsterblichkeit erhebt. Nun wird der Tod 7. Dann werdet ihr zum höhern Leben, zum Lohn der Frommen auferstehn, und mit des Himmels Glanz umgeben, getrost zum Richterftuhle gehn, dann wird euch der erstandne Held ein Führer in der bessern Welt. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, F4 was 128 Werke und Wohlthaten Gottes. was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt ihn Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Herzens will ich seyn, und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht: dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wann sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Ich nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preiset dich! Erlöst, erlöſet hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ist's, der mich verdammen kann? Ich glaub' an dich und sage dann: Der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein segenreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Herr, mein Heil, hab' ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, sei der Schauplaß meiner Huld und Treu'! Wir sehen deine Huld und Treu' auf deiner Erde täglich neu. 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier; noch, o Grbarmer, sterben wir! Doch du regierst, und wir sind dein, und, Herr, Mel. Vom Himmel kam der 176 Dich bet' ich an, er wir werden's ewig seyn. standner Held, Erretter einer Sündenwelt; du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Du Trost, der meinen Geist erhebt, ich seh', durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrocknem Aug' hinab. 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. bast 9. Welch neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach die Erlösung. dieser Zeit! Dort findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. 10. Der du für unfre Seelen wachst, sie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit freudigem Vertrau'n im Tod auf dich, Bollender, schau'n. Mel. Wer nur den lieben Gott 177 [ uf, meine Seele, denn dein Erretter, Jesus, lebt, der dich nach überwundnem Leide einst zur Unsterblichkeit erhebt. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 2. Denk' lebend ihn, wenn dich die Sünde mit der Versuchung überfällt. Er lehrte dich die stärksten Gründe, sie zu besiegen und die Welt. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 3. Denk ihn im Leben, wenn die Bürde des Stan= des und Berufs dich drückt; einst mit Würde zum Lohne seines Kampfs geschmückt. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 4. Fühlst du die Schmerzen harter Leiden, denk, wie's dem frommen Dulder ging. Sein neues Leben ist 129 voll Freuden, die er von Gott zum Lohn empfing. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 5. Dich schrecket Tod und Grabeshöhle? Denk' ihn, den Sieger, der erstand; im Tode stärke deine Seele mit Hinblick in das beßre Land. Halt im Gedächtdem niß Jesum Christ, der von ist! 6. Du weinst beim Grabe deiner Lieben, wie Jesu Schüler ihn beweint; doch, wie sie nicht verlassen blieben, wird auch mit dir dein Freund vereint. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 7. Ja, ewig werth sei dir das Leben des Ueberwinders Jesu Christ! Folg' ihm, so wird er dir auch geben die Stärkung, die dir nöthig ist. Halt im Ge dächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! Mel. Christ lag in Todesbanden 178 Ruhm dem Heiland dar! Frohlockt ihm alle. Frommen! Er, der für uns getödtet war, der ist dem Grab entnommen. Sei gelobt, o Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist, und siegreich auferstanden! Halleluja! F5 2. Dein Werke und Wohlthaten Gottes. 130 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann nun, da dich Gott erhöht, den großen Trost uns rauben, daß du von der Sünde Macht Befreiung hast ans Licht gebracht, den Himmel haft geöffnet? Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret. Deines Todes hohen Werth hat er aufs Herrlichste erklärt, da er dich auferwecket. Halleluja! 4. Erstandner, ich frohlocke dir; mein ist dein Sieg und Leben! Du lebst und herrschest, um auch mir ein ew'ges Heil zu geben, meiner Seele Trost zu seyn, Mel. Jesu, meine Freude zur Tugend Kraft mir zu 179 A Banden ist der verleihn, und mich zu Gott zu führen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Heil, hilf mir dazu, befreie mich, von Sünden! Laß mich für meine Seele Ruh' im Frieden mit Gott finden! Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle! Halleluja! Herr erstanden, er, des Höchsten Sohn. Jesus hat gesteget! Alles, Alles lieget unter seinem Thron. Unser Freund hat jeden Feind unfrer Seligkeit bezwungen: Lob sei ihm gesungen! 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufst einst, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr 2. O wie hoch erhoben lebt nun Jesus oben in der Herrlichkeit! Seiner Herrscherehre jauchzen Engelchöre, ihm zum Dienst bereit. Er hat nun, uns wohlzuthun und sein Heil uns zuzuwenden, alle Macht in Händen. 3. Freu' decken. Wie du auferstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Halleluja! 7. O laß, so lang ich hier noch bin, mich treu im Glauben wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen seyn und handeln, daß ich, wann ich aufersteh', und dich, der Menschen Richter seh', vor dir nicht angstvoll bebe! Halleluja! 8. Da, wo du bist, soll auch dein Freund, mit Herrlichkeit umgeben, mit allen Seligen vereint, durch Ewigkeiten leben. Laß dies Heil mein Erbe seyn, so werd' ich ewig deß mich freu'n, daß du vom Tod erstanden! Halleluja! Erlösung. 3. Freu' dich deß, o Seele, bring' ihm Preis und wähle ihn zum Führer dir! Auf die sichern Pfade zu des Höchsten Gnade bringt er dich schon hier. Welche Ruh' strömt dann dir zu! Und wie wird zum höhern Leben er dich einst erheben! 4. Eitelkeit der Erde, flieh' von mir! ich werde nie dein Sklav', o Welt! Unter allen Gaben wünsch' ich nichts zu haben, als was Gott gefällt. Mich erquickt, wenn Noth mich drückt, dort, nach überstandnen Leiden, Gott mit seinen Freuden. 5. Sterb' ich, meine Seele, die ich Gott empfehle, steigt zu ihm empor. An des Heilands Throne strahlt des Sieges Krone glänzend mir hervor. Möcht' ich hier doch mehr nach ihr, als nach allen eitlen Dingen dieser Erde ringen! 6. D der hohen Freude, wenn im Siegeskleide der Erlöste prangt! Herr, zu deinen Frommen und zu dir zu kommen, ist, was mich verlangt! Hilf du mir, daß ich bei dir einst in steter Wonne lebe, und dich froh erhebe! 20 131 lichkeit; halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien', als spräch' er: Friede sei mit dir! O freue dich mein Geist, in mir! 3. Schau' über dich, und bet' ihn an; er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vers eint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit, von nun an bis in Ewigkeit! 5. O Glaube, der das Herz erhöht, was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig seyn! Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr, Lieb' und Verwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall' ich, Herr, auf mein Angesicht. Mel. Vom Himmel kam der 8. Du, der du in dem 180& rinnre bich, mein Himmel thronst, ich soll da Geist, erfreut des hohen Tags der Herrs wohnen, wo du wohnst! Und du erfüllst einst mein 89 Vers 132 Werke und Wohlthaten Gottes. Bertrau'n, in höherm Lichte dich zu schau'n! 9. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe geh'n, und rein zu deiner Rechten stehn! 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freu'n in Ewigkeit. 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu'! 13. Er ist's, der Alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 2. Er lebt, er lebt! O weiht ihm Dank mit reiner, frommer Seele! Ihn preise jeder Festgesang, und jedes Herz erzähle, wie viel er litt, wie gern er starb, um tausend Seligkeiten uns Armen zu bereiten. 3. Er starb, geschmückt mit Heiligkeit; er starb von Frevlerhänden! Wo waltet hier Gerechtigkeit? Wie konnt' er hier schon enden? Christen jauchzt? Er ist erhöht! Er drang durch Todesnächte an seines Vaters Rechte. 4. Besiegt ist seiner Feinde Macht, und er mit Ruhm gekrönet. Er hat sein großes Werk vollbracht, und uns mit Gott versöhnet. Wer an ihn glaubt, wird selig seyn. O laßt euch diesen Glauben durch keine Leiden rauben! 5. Schaut hin zu seiner Herrlichkeit, und lernt als Helden leiden! Schaut hin! Die Leiden dieser Zeit sind Keime hoher Freuden. Seid unverzagt! Seid hoffnungsvoll! Nach wenig bangen Mel. Was Gott thut, das ist 181 ist Crohlockt, ihr ChriLobsingt dem Ueberwinder! wunden. betet an, erhebt, erhebt 6. Was ist der Tod? Ein den Retter aller Sünder! Er starb für ste; er starb für uns. Heil uns, nun lebt er wieder für alle seine Brüder! Schlaf ist er. O sanfter Schlaf des Müden! Bald glänzt ein schönrer Tag daher; dann steh'n wir auf im Frieden. O Tag des Dank's! 133 frommen Freunde zu. Grwachen werden wir zugleich, uns wieder seh'n in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! 6. Wie sollt' ich, Herr, den Tod noch scheu'n? Nein, fromm will ich mich seiner freu'n; dich preisen noch an meiner Gruft, wenn liebreich deine Stimme ruft: Entschlafe nun! 7. Gib nur, daß ich im Glauben treu, und treu in meinem Wandel sei! So Mel. Erschienen ist der herrlich 182& komm' ich in dein Gericht, wenn deine Stimme zu mir spricht: Erwache, nun! 8. Herr, rufe mich, wenn dir's gefällt, von dieser unvollkommnen Welt, und führe mich an deiner Hand einst in das beßre Vaterland! Preis ewig dir! Erlösung. O Tag des Heils! Gern wollen wir nun sterben; wir wissen, was wir erben. 7. Erstand'ner, gib nur, daß wir hier auf deinen Pfaden wandeln, und stets mit reinster Dankbegier als Kinder Gottes handeln! Unsterblich seyn, unsterblich seyn, und einst dir näher kommen: o welch ein Lohn der Frommen! Jesus Christ, der unser Trost und Helfer ist. Als Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub. Frohlocket ihm! 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, eh' er für uns sein Leben ließ: Drei Tage sollen nicht vergeh'n, so werMel. Kommt, fommt, den Herrn det ihr mich wieder seh'n. 183 Lobsinge, meine Er hat's erfüllt. 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, selig seyn mit mir. Ich komme, meine Stimme rust auch euch, ihr Lieben, aus der Gruft zur Herrlichkeit. 4. Er wird's erfüllen, Jesus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist! Er weckt auch mich, und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Gwigkeit. 5. Auch führt er rach des Grabes Ruh' mir meine Welterlöser, bet' ihn an! Lobsing' ihm und erzähle, was er aus Huld für dich gethan! Er hat für dich gerungen, durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, und seiner Schrekken Heer. Du darfst nun nicht mehr beben; sein Sieg hat dich befreit. Dein ist unsterblich's Leben, dein Gottes Seligkeit. 2. Froh führte Gottes Sonne den festlich hohen F7 Tag 134 Werke und Wohlthaten Gottes. Tag herauf. Da stand, belohnt mit Wonne, nach kurzem Schlaf mein Jesus auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Gedanke, der in Leiden mein Herz mit Trost belebt; der schönsten Hoffnung Quelle, wenn die Zerstörung droht! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund erbebet; die Hüter fliehn; das Grab ist leer. Der todt war, Jesus, lebet, und geht vor seinen Freunden her! Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie seh'n ihn, freu'n sich, danken dem Auferstandenen. Sie seh'n empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, von dir und deinem Geist belehrt; die Gößentempel liegen; der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Ich bet' ihn an im Staube, ihn, der mein Netter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, wann er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt! erhebt sich mein Gesang; dem Sieger über Grab und Tod erschallet laut mein Dank. 2. Die Sonn' in ihrer Majestät erhellet kaum die Nacht, als Jesus Christus- aufersteht und herrlicher erwacht. 3. Die Erde bebte, als der Held aus seinem Grabe stieg; hinauf bis zu dem Sternenzelt erschallete sein Sieg. 4. Fallt nieder vor ihm in den Staub, der sich dem Grab entschwang! Er ist nicht mehr des Todes Raub; Erlöste, singt ihm Dank! 5. Sein großes Werk ist nun vollbracht; errungen ist sein Sieg, weil er aus seiner Todesnacht empor zum Leben stieg. 6. Heil, Leben und Unsterblichkeit, im Tode Troft und Ruh', und Hoffnung hoher Seligkeit ruft uns sein Grabmal zu. 7. Gedanke, der das Herz erhöht: wir werden auferstehn; auf Hoffnung in das Grab gesät, um schöner aufzugehen. 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchglüht, dich stärkt zu jeder Christenpflicht und ganz zu ihm dich zieht! Mel. Lobt Gott, ihr Christen Todesthal 9. Auferstehungsfest, du bist des Lebens 184 V hinauf zu Gott Pfand! Dich feire dankbar jeder Erlösung. jeder Chrift, der deinen Trost empfand. Christi Hingang zum Vater und Verherrlichung. 135 im Glauben; dort find' ich sie selbst bei dir. Dort belohnst du das Vertrau'n deiner Gläubigen durch Schau'n, und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit' auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu! Russt du frühe oder späte mich zu meines Grabes Ruh', so erleuchte du die Nacht, die des Todes Thal mir macht! Du hast ja den Tod bezwungen, und den Sieg für uns errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wieder an dem Ende dieser Zeit, o so sammle meine Glieder aus dem Staub zur Herrlichfeit! Heil'ge und verklär' sie ganz, daß der Leib in Himmelsglanz, frei von dies sem Staub und Erde, ähnlich deinem Leibe werde! ( Himmelfahrtslieder.) Mel. Freu' dich sehr, o meine 185 err, du fährst mit Glanz und Freuden auf zu deiner Herrlichkeit; doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit. Gib mir, Jesu, Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge! 2. Laß mir deinen Geist zurücke, dir mein ganzes Herz zu weih'n! Wenn ich nach dem Himmel blicke, laß mich seinen Trost erfreu'n! Steigt mein Fleh'n zu dir hinauf, helf' er meiner Schwachheit auf, und du Mel. Es ist das Heil uns felber woll'st im Beten bei 186) Qaßt das fest dem Vater mich vertreten! 3. Lehre mich die Welt verachten, und was in ihr Eitles ist, und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist! Wollust, Ehrsucht und Gewinn soll mich nicht zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe. 4. Diese müsse Nichts mir rauben; du erwarbst sie theuer mir! Jego seh' ich sie uns heut in heil'gen Freuden feiern; froh schauen über Welt und Zeit, und das Gelübd' erneuern: Gott und der Tugend treu zu seyn, treu auch in Trübsal, Schmach und Pein, wie Jesus, zu vollenden! 2. Er kam zu uns, von Gott gesandt, und heiligte die Erde, daß sie der Eintracht stilles Land, ein Siß der 136 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Zum Vater! O wir kennen ihn: um ähnlich ihm zu werden, folgt Jesu; denn in ihm erschien sein Gbenbild auf Erden. Sein Gruß war Friede, sein Gebot nur Lieb' und Tugend, bis zum Tod war That auch seine Lehre. der Tugend werde. Nach tenwerk der Zeit! Wer seinem Beispiel sollen wir fann noch darnach streben? uns Alle bilden, Alle hier, Wer ruh'n im Schooß der daß wir zum Vater kommen. Sinnlichkeit? dem Laster sich ergeben? Die Zeit ist rasch, oft schwer der Lauf; schaut, Christen, schaut zum Ziel hinauf, und eilet zu vollenden. 4. Wie groß, wie edel durch sein Herz, wie treu der hohen Sendung, wie herrlich unter Spott und Schmerz, rang er sich zur Vollendung! Die Krone ward ihm dargereicht. Nun macht sein Sieg den Kampf Mel. Herr, wir singen deiner uns leicht, sein Lohn die 186) Ub reber aller 1 Zukunft heiter. Himmel Heere erhobst du dich in Sieg und Ehre, du Geber der Unsterblichkeit! Engel singen Freudenlieder, und alle die erlösten Brüder verehren deine Herrlichkeit. Du, du bist Gottes Sohn! Gott hebt dich auf den Thron seiner Ehre! Wir steh'n von fern, freu'n uns des Herrn, vertrau'n und dienen ihm nun gern. 2. Der du, deines Vaters Willen zu unserm Heile zu erfüllen, gehorsam warst bis in den Tod, du regierst nun auf dem Throne; Gott gibt dir seine Welt zum lohne; dich nennt dein Volk nun 5. Zerstörend war der Sünde Macht; er hat sie überwunden. Wir bebten vor des Grabes Nacht; sie ist durch ihn verschwunden. Seitdem er sich dem Grab entschwang, ist uns der Tod nur llebergang zu einem beßren Leben. 8. Gin Himmel wird schon unsre Welt, wenn wir einander lieben, mit Freuden thun, was Gott gefällt, treu unsre Kräfte üben. Dann führ' ans Grab uns die Natur; aus einem Himmel geh'n wir nur in einen schönern Himmel. 6. Er schwang zum Himmel sich hinauf, die Stätt' uns zu bereiten. Zum Hinmel geht nun unser Lauf; zu ew'gen Seligkeiten. So hoch, so hoch steht unser Ziel! Der schönen Wohnungen sind viel in seines Vaters Hause. 7. Wie finkt das Schat Erlösung. 137 nun Herr und Gott! Er von fern; dann seh'n wir, höhter Gottes Sohn, wie hocherfreut, ganz deine Herrlich ist dein Lohn nach Herrlichkeit, Welterlöser; dem Siege! Wir folgen dir dann führest du der Wonn' mit Freuden hier; einst loh- uns zu, dort in des Himnet Gott auch uns, wie dir. mels ew'ger Nuh'. 3. Deine trauernden Erlösten im Kampf zu stärken Mel. Vom Himmel kam der und zu tröſten, gabst du 187 Auf, Jefu Jünvom ger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu ſeinem Reich. Er triumphirt! Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm'! deinen Geist. Gib auch uns in unsern Leiden den Geift des Trostes und der Freuden, den uns dein treues Wort verheißt! Er zieh' uns in dein Reich, mach' unser Herz dir gleich, dir zu folgen! Du gingst voran; wir seh'n die Bahn, die uns zum Himmel führen kann. 4. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herrlich wirst du wiederkommen; dann führst du alle deine Frommen mit dir hinauf ins Vaterland. Durch deinen Mittlertod sind wir versöhnt mit Gott. Wo du lebest und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir leben für und für. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wieder seh'n auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird seyn kein Tag des Bebens, o nein, ein Tag des höhern Lebens, dann schau'n wir dich nicht mehr 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit über alle Himmel weit geht seine Macht und Herrlichkeit, ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 4. Sein sind die Völker aller Welt; er herrscht als sieggewohnter Held; er herrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer fich beugen muß. 5. Er schüßzet seine Christenheit, erhält sie, bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, wozu dich Gott, dein Gott, erhöht. 7. Wohl 138 Werke und Wohlthaten Gottes. 9. Dann werden wir uns ewig dein, du größter Menschenfreund, erfreu'n; 8. Dein Eingang in die dann singen wir von deiHerrlichkeit stärk' uns in nem Ruhm ein neues Lied unsrer Prüfungszeit, nur im Heiligthum. 7. Wohl nun auch uns! dir zu leben, dir zu trau'n, denn, Herr, bei dir steht bis wir dereinst dein Antlig Kraft und Macht, und dein schau'n. sind wir. Nimmst du dich unsrer hülfreich an: was ist, das uns gebrechen kann? Heiligung des Menschen durch den Geist Gottes. ( Pfingstlieder.) Mel. Vom Himmel hoch, da 188 Anbetung fei dir, theures Evangelium. Gott, gebracht! Du hast uns diesen Tag gemacht. Dich preise, wer durch Jesum Christ erleuchtet und geheiligt ist! 2. Der Erdkreis lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und Gößendienst erfüllt; da kam von deinem Angesicht dein Geist, mit ihm der Wahrheit Licht. 3. Auf Jesu Boten ließ er sich herab mit Segen sichtbarlich. In fremden Sprathen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten kund. 4. Von ihm gestärkt, geh'n sie nun gern und sammeln Jünger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Niedergang wird alles Licht und Lobgesang. gen stark durch ihn, Gott! Ihr Schuß ist Jesus, und ihr Ruhm sein 5. Umsonst bestürmt sie Grimm und Spott; sie ste6. Und ihrer Predigt froher Schall erfüllt den ErdFreis überall; und selbst die fernste Nation fennt dich und Jesum, deinen Sohn. 7. Noch dauert dieser Segen fort; noch fiegt, o Ewiger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 8. Erhalt uns deiner Wahrheit treu, mach' uns von Sünd' und Irrthum frei; dein Geist treib' uns zum Guten an, und leit' uns auf der Tugend Bahn! 9. Bis wir dereinst im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht dich schau'n, und in des Himmels Höh'n durch dich auch uns verherrlicht seh'n. In Heiligung.d In eigener Melodie. 189 № un bitten wir den heil gen Geist, welchen Jesus Christus uns verheißt, daß er uns behüte vor falscher Lehre, Alle, die im Irrthum sind, bekehre. Erbarm' dich, Herr! 2. Du Geist der Weisheit und der Kraft, mach' uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf uns fest ihm glauben, dem treuen Heiland, der uns bringt zum himmlischen Vaterland! Erbarm' dich, Herr! 3. Du Geist der Lieb' und Einigkeit, mach' uns allesammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einander lieben, gern verzeihen, Niemand gern betrüben! Erbarm' dich, Herr! 4. Du höchster Trost in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Grab noch Tod; laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mach' uns frei von allen Plagen! Grbarm' dich, Herr! Mel. Kommt her zu mir, spricht. 190 V V Gottes Sohn ollendet hatte sein großes Werk auf Erden schon; und seine Jünger zagten. Doch Gottes Geist gab ihnen Muth, daß sie 139 bald Alles, Gut und Blut, für Jesu Lehre wagten. 2. Da that der Ungelehrten Mund des Welterlösers Thaten kund, die Völker zu bekehren. Der Heiden Tempel wurden leer; es stürzte jenes Gößenheer von seinen Prunkaltären. 3. Umsonst, umsonst empörten sich selbst Fürsten, Jesu, wider dich, und tödteten die Jünger. Unüberwindlich war ihr Muth; und schwiegen sie, so sprach ihr Blut, und zeugte neue Jünger. 4. Wie Gottes Sonne, ging dein Wort bis an der Erde Grenzen fort; der Irrthum wich dem Lichte. Die Völker wurden menschlicher, die Menschen lebten heiliger vor Gottes Angesichte. 5. Auch wir begeh'n, o Gott, dies Fest, das deine Huld uns feiern läßt, dem Christenthum zur Ehre. Wir leben froher, froher, glücklicher, und, helf' uns Gott! auch heiliger, durch deines Sohnes Lehre. In eigener Melodie. 191 K 191 mm, o komm, du Geist des Lebens! Hilf uns Schwachen mächtig auf! Wir bemüh'n uns sonst vergebens hier in unserm Pilgerlauf um das Heil 140 Werke und Wohlthaten Gottes. Heil, das Gottes Rath für uns ausersehen hat. 2. Gib in unser Aller Seelen wahre Weisheit, helles Licht, daß wir uns zur Nichtschnur wählen Jesu Wort und Unterricht! Stehe du uns kräftig bei, und mach' uns vom Irrthum frei. 3. Zeig' uns selbst die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume Alles aus dem Wege, was daran uns hindern kann! Wirke Reue nach der That, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind! Stärfe uns mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Trübsal find't! Lehr' uns, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! 5. Treib' uns, daß wir zu ihm treten findlich und mit Freudigkeit, nur nach seinem Willen beten, und vertritt uns alle Zeit; so wird unser Fleh'n erhört, und die Zuversicht gemehrt! 6. Wird uns auch um Hülfe bange, seufzt das Herz voll Traurigkeit: Ach, mein Gott! mein Gott! wie lange! o so wende unser Leid! Sprich der Seele tröstend zu, gib ihr Muth, Geduld und Ruh'! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, der in uns das Gute schafft, fördre in uns deine Werke, und im Kampfe gib uns Kraft, wenn Versuchung auf uns dringt, daß uns dann der Sieg gelingt. 8. Herr, bewahr' uns unsern Glauben, daß Verfolgung, Schmach und Spott niemals ihn uns möge rauben! Du bist unser Schutz, o Gott! Spricht das Herz gleich zweifelnd: Nein! laß dein Wort gewisser seyn. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, o so steh' mit Trost uns bei; gib, daß uns, als Gottes Erben, jene Herrlichkeit erfreu', die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimmt! Mel. Mein ganzer Geist, Gott 192 heil'ger Geist, kehr' bei uns ein, und laß uns deine Wohnung seyn, du Beistand uns'rer Seelen! Erleucht' uns durch dein, göttlich Licht, entzieh' uns deine Hülfe nicht, und zeig' uns, was wir fehlen! Triebe, Triebe, fromm zu leben, willst du geben, wenn wir beten, gläubig vor den Vater treten. 2. Du Quell, woraus die Wahrheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, o schenk aus deiner Fülle uns so viel Einsicht und Verstand, daß heilsam von uns werd' erfannt Heiligung. kannt des Höchsten gnäd'ger Wille! Ja, gieb den Trieb unsern Seelen, nur zu wählen und zu üben, was er uns hat vorgeschrieben! 141 Lebenszeit; du kannst uns dazu stärken. Es bleibe uns stets unbewußt die Eitelkeit, die Sinnenlust, mit ihren bösen Werken! Vater, Vater laß uns streben, so zu leben hier auf Erden, daß wir gut und selig werden! 3. Steh' uns stets bei mit deinem Rath, und führ' uns auf den rechten Pfad des Heils, den wir nicht wissen! Verleih' uns Willigkeit, daß wir dir treulich folgen, wenn Mel. Gott des Himmels und wir hier auch darum leiden 193 Hilger Geist, von müssen. Drückt Last uns fast muthlos nieder, laß uns wieder Trost empfinden, und die Trübsal überwinden. Gott gegeben, komm', erleucht' und heil'ge mich! Weise, fromm und gut zu leben: dies vermag, ich nur durch dich. Mache täglich Ernst und Treu', mich zu bessern, in mir neu! 2. Ach, ich irr' in Finsternissen, Geist der Wahrheit, ohne dich; von Begierden hingerissen, täuscht die trunkne Seele sich, suchet Ruh' und findet sie in der Erde Gütern nie. 4. Stärk' uns durch deis ner Wahrheit Kraft zum Kampf mit jeder Leidenschaft, darüber Herr zu werden! Und sind wir wo dem Falle nah, so sei mit deiner Hülfe da, erheb' uns von der Erden! Neue Treue gib uns Schwachen; du kannst machen, daß wir siegen, und im Kampf nicht unterliegen. 5. Erhalte bei uns im merfort den Glauben an dein göttlich Wort! Nichts müss' uns von ihm trennen! Gib, daß wir ihn von Herzensgrund mit Thaten, so wie mit dem Mund, vor aller Welt bekennen! Jesum Christum oh'n Aufhören recht zu ehren, mach' uns tüchtig, und sein Heil uns werth und wichtig! 6. Hilf, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre 3. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält; hilf mir Gott und Jesu leben, nicht den Lüsten dieser Welt; lehre mich von Sünden rein, heilig, wie mein Heiland, seyn! 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben hin; und mich stärke deine Gnade, wann ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Ziele kommen mag! 5. Gib zu jedem guten Werke meiner Seele Kraft und 142 Werke und Wohlthaten Gottes. und Lust und im Kampfe reines Herz, voll Dank für flöße Stärke mir in meine schwache Brust; gib mir Trost in jeder Noth; hilf mir treu seyn bis zum Tod! deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld! 6. Sei mein Beistand, Mel. Freu' dich sehr, v meine wann ich sterbe; zeige mei 195 Geist vom Vater und vom Sohnem Geist von fern das mir aufbehaltne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn! So gestärkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilgerschaft. Mel. Mein Gott, das Herz 194 № icht um ein flüchtig Gut der Zeit, ich fleh' um deinen Geist, Herr, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehr' er mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit. Gern thun, was dir gefällt, wirkt reinere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. 4. Vertrauen hab' ich dann zu dir; dann schenket selbst dein Geist das freudige Bewußtseyn mir, daß du mir gnädig seist. 5. Gr leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stärk' er mich, und zeige, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich! 6. Er schaff' in mir ein ne, der du unser Tröster bist, und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei: o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden! 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir seyn; wann ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreu'n! Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlfeyn hin! Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd' ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn! Seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen! 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde! Hab' ich irgend mich verirrt, o so rühre du mein Herz, daß ich Heiligung. ich unter Reu' und Schmerz mich vor Gott darüber beuge, und mein Herz zur Beßrung neige! 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Vater hinzutreten; gib, daß ich auf Jesum Christ, als auf mei nen Mittler schau', und auf ihn die Hoffnung bau', Gnad' um Gnad' auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen! 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei! Gib mir ein gelaßnes Herz; laß mich selbst im Todesschmerz, bis zum frohen Ueberwinden, deines Geistes Trost empfinden! 143 der Tugend Werth und Seligkeit. 3. Dein guter Geist, o Gott, regiere mein ganzes Herz, und stehe mir in meiner Schwachheit bei, und führe mich von der Gitelkeit zu dir! Gib einen Geist, der dir getreu und willig zu gehorchen sei! 2. Laß, guter Vater, mein Gemüthe der steten Besserung sich weih'n; dein Geist vermehr' des Herzens Güte, so werd' ich Jesu Schüler seyn. Dann fübl' ich hier schon in der Zeit 4. Entzieh' mir Schwachen, wann ich fehle, nur deine Baterliebe nicht, und gib, damit ich Gutes wähle, mir deines Geistes Kraft und Licht. Im Kampfe laß mich fest bestehn, um einst zum Himmel einzugehn! 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, den Geist des Glaubens nie von mir und stärke mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für! So leite durch die Pilgerzeit mich aus der Welt zur Seligkeit! Mel. Wer nur den lieben Gott 196 großer Gott, du reines WeMel. Freu' dich sehr, o meine er du uns als sen, du hast nur reine Herz 197 Bater liebeſt, zen dir zu deiner Wohnung auserlesen: ach, schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das unbefleckt und frei von allen bösen Lüsten sei! treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ja uns um ihn bitten heißt: demuthsvoll fleh' ich zu dir: Bater, send' ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe! 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz 144 Werke und Wohlthaten Gottes. Herz bleibt dir entrissen und wenn ich je ein Friedensband dem Dienst der Welt ge- knüpfen kann, wenn meine weiht, wenn er nicht durch Hand, zur Erleicht'rung der seine Kraft die Gesinnung Beschwerden, kann dem in mir schafft, daß ich dir Nächsten nüßlich werden. mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen. Jesu, noch mit ächter Treu' meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre! 7. Lehre mich, mich selber kennen, die verborg'nen Fehler seh'n, sie voll Demuth Gott bekennen, und ihn um Vergebung fleh'n. Mache täglich Ernst und Treu', sie zu bessern in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wann der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wann sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wann mein Aug' in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes ir mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so setze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende! 4. Ew'ge Quelle heil'ger Güter, hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Trost erfreust; nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise! 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Vaterhuld mich freu', und mit wahrer Kindestreu' stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk' und handle. Das Wort Gottes. des Friedens und Mel. Wer nur den lieben Gott der Liebe, bilde mich nach 1988 gegeben, sei ewig Religion, von Gott deinem Sinn, daß ich Lieb' und Sanftmuth übe, und mir's rechne zum Gewinn, meinem Herzen werth! Wie dunkel ist der Weg durchs Le= Heiligung. Leben dem, der dein himmlisch Licht entbehrt! Nur du, du führst an sichrer Hand den Pilger hin in's beßre Land. 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getrost ihn Vater nennen, darf sicher seyn, daß er mich hört. Du rufst mir zu: Dein Gott ist gut! Wohl dem, der seinen Willen thut. 3. Wer reizt mein Herz, sich selbst zu richten? Wer schärfet meines Geistes Blick 4. Du leitest mich auf allen Wegen; du zeigest mir das höchste Gut, du machst mir jedes Glück zum Segen, und gibst im Unglück frohen Muth. Wo nichts, sonst nichts mich trösten kann, da hebt dein wahrer Trost erst an. 145 5. Du gibst dem Geiste süßen Frieden, erheiterst mild den trüben Sinn, reichst dem Belasteten und Müden den sichern Stab der Hoffnung hin. In Angst, Gefahr und Todesschmerz erquickt und heilt dein Trost das Herz. 6. Du lehrst mich glauben, lieben, hoffen, verkündigst mir Unsterblichkeit. Der Himmel steht durch dich mir offen, und mein ist seine Seligkeit. Ich glaube fest und zweifle nicht: Du, du bist meine Zuversicht! Mel. Nun danket Alle Gott zur hellen Ginsicht meiner 199 Von Herzen preif ich dich, Gott, und schreckt vom Bösen mich zurück? Du stärfest den Gewissenstrieb, und machst mir Recht und Tugend lieb. 7. Ja, du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis an's Grab, und leuchte dann mir, gleich der Sonne, den Weg in's Todesthal hinab. Mein erster Laut an Gottes Thron sei Dank für dich, Religion! für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Dankbarkeit verehre. Sie ist das Glück der Welt, der Ruhm der Christenheit, mein Kleinod, Trost und Licht bis in die Ewigkeit. 2. Zum Licht, in dem du wohnst, kann die Vernunft nicht dringen; mit Zweifeln und mit Wahn müßt' ich voll Unruh' ringen, hätt' ich dein göttlich Wort, den klaren Unterricht von dir und deinem Sohn und meiner Seele, niet. 3 Wie fräftig ist dein Wort! Gott vielen tausend Christen gab deine Bibel Sieg im Kampf mit bösen Lüsten. Sie bessert fanft das Herz, stärkt mich zu meiner Pflicht, ist in Gefahr mein 146 Werke und Wohlthaten Gottes. mein Schuß, in Finsterniß geben Licht und Trost, im mein Licht. Tode Freudigkeit. 4. Der Fromme wird gestärkt, der Sünder tief erMel. Wer nur den lieben Gott schüttert, der zweifler wird 200 DHöchſter, ist Dein beschämt, des Spotters Seele zittert; es tröstet sich am Grab der Seinigen der Christ, wenn er vom Wiedersehn im bessern Leben liest. vollkommen, es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt. 2. Se leuchtet uns auf unsern Wegen, zerstreut des Irrthums Finsterniß, verkündigt Gnade, Heil und Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlgefällig ist. 5. Hier lernt der Weiseste der wahren Weisheit Schäzze; hier faßt der Blödeste die göttlichen Geseße; hier findet jeder Stand für jede Lebenspflicht in allen Fällen Rath und hellen Unterricht. 6. Wer fühlt nicht deinen Geist und seiner Wirkung Stärke! Wer nicht des Glaubens Kraft, und Trieb zum guten Werke, der mit dem lautern Wunsch nach Licht und Frömmigkeit, mit Ehrfurcht und Gebet der Schrift die Andacht weiht! 7. So kann kein andres Buch die Größe Gottes preisen, so faßlich rührend nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch keine Rednerkunst wird so das Herz erquickt, zu jeder guten That so willig und geschickt. 8. Bei diesem Unterricht laß deinen Geist mich rühren, und seine Gotteskraft an meinem Herzen spüren! Wer deinen Lehren folgt, fühlt ihre Göttlichkeit; sie 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, und lehrt, wie viel du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, wie du so väterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Gott, deine Tröstungen sind besser, und mehr der Sehnsucht werth, als Geld; ein Schaß, weit köstlicher und größer, als alle Schäße dieser Welt. Wer gern thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. So laß mich denn mit Lust betrachten die Wahrheit, die dein Wort mich Lehrt! Heiligung.lehrt! Laß mich auf das zu Zeit meine Kenntniffe gehorsam achten, was dein Befehl von mir begehrt; so fließen Trost und Seelenruh' auch mir aus deinem Worte zu. vermehren! Find' ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren, laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen! 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit Mel. Liebster Jesu! wir sind 201 und err, mein Licht, daß ich mich und dich erkenne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden! 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich, es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet und mir, deinem Kind, gebühret! 3. Aber laß mich nicht allein deines Wortes Sinn verstehen; laß mein Herz auch folgsam seyn, den erkannten Weg zu gehen! Denn sonst würd' ich bei dem Wissen doppelt Strafe leiden müssen. 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre, daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre! Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden. 5. Hilf, daß sich von Zeit der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet, und die Lust der Welt verachtet! 7. O verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln, und vor dir gewissenhaft, als dein treues Kind zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. Mel. O Gott, du frommer Gott 202 oll dein vers derbtes Herz zur Heiligung genesen, Christ, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; bedenke, daß dies Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. 2. Merk' auf, als ob die Gott, dein Gott, gerufen hätte; merk auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel red'te! So lies, mit Ehrfurcht lies, mit Lust und mit Vertrau'n, und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbau'n. 3. Sprich fromm: O Gott, 2 VOT 148 Werke und Wohlthaten Gottes. vor dem ich meine Hände falte, gib, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll versteh'n, die Wunder am Gesetz, am Wort vom Kreuze seh'n! 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft; du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 5. Lies, frei von Leidenschaft und ledig von Geschäften, und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräften. Der beste Theil des Tags, des Morgens Heiterkeit, und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht! 6. Ruhrt dich ein starker Spruch; so ruf' ihn, dir zum Glücke, des Tags oft in dein Herz, im Stillen oft zus rücke; empfinde feinen Geist, und stärke dich durch ihn, zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollzieh'n. 7. Um tugendhaft zu seyn, dazu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut; dann wirst du inne werden, die Lehre sei von Gott, die dir verkündigt ist, und dann das Wort versteh'n, dem du gehorsam bist. 8. Spricht sie geheimnißvoll, so laß dich dies nicht Gin endlicher schrecken. Verstand kann Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht, was dein Wiß begehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm; und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich of fenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise Demuth ist's, das glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, frommer Christ, durch keinen Zweifel fränken. Hier bist du Kind, doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort wächst mit deinem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schaun's und hier des Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift; und siehst du Dunkelheiten: so laß dich deinen Freund, der mehr als du sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein hebt heilverlangend Herz manche Dunkelheit. 12. Halt' fest an Gottes Wort; es ist dein Glück auf Erden, und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel Heiligung. STAR 149 7. Du sättigst fie mit Seligkeit von nun an bis in Ewigkeit, und ewig ist ihr frommer Dank, Herr, deines Namens Lobgesang. mel werden. Verachte christlich groß des Bibelfeindes Spott. Die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. Mel. Vom Himmel hoch, da 203 dein Nam' und Recht dem ganzen menschlichen Geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, im Geist und in der Wahrheit an! ott, heilig sei 204 Gº 2. Verbreite deines Wortes Schall, wie deine Werke überall, daß Alle lernen, wer du seist, der reinste, allerhöchste Geiſt. 3. Durch Jesum Christ, den du gesandt, werd' immer mehr der Welt bekannt, daß du, Gott, unser Vater bist, und er der Völker Heiland ist. 4. Lehr' uns, die deinen Rath versteh'n, gehorsam deine Wege geh'n. Durch deines Geistes Licht und Kraft, mach' weise uns und tugendhaft. Mel. Ach Gott und Herr ott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken! 3. Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 5. Durch Wahrheit dämpfe jeden Wahn; erleucht' uns Allen unsre Bahn; das Laster tilg' aus unsrer Brust und tödt' in uns die böse Lust. 6. So preiset deine Christenheit, Herr, deinen Namen in der Zeit; sie ist und bleibt dein Eigenthum, und ihre Thaten sind dein Ruhm. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben; daß diese Zeit zur Ewigkeit mir sei von dir gegeben. 5. Den ew'gen Nath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt' ich nicht, wär' mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist im Glauben: Vater! fagen. 7. Mich zu erneu'n, mich 3 dir 150 Werke und Wohlthaten Gottes. dir zu weih'n, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Rih vermag ich's nie, dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß dieses Wort mir Licht und Frende geben! Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ew'gen Leben! 4. In der Seele Finsternissen sei dein Wort uns stets ein Licht! Laß uns Trost daraus genießen, wenn es uns an Trost gebricht! Es versüß' uns jede Noth; es 2. Gib, daß wir es innig lieben; ernstlich, ohne Heuchelschein das darin Befohlne üben, und nicht bloße Hörer sei'n; denn, wer deinen Willen weiß, und ihn doch nicht thut mit Fleiß, der ist ärger als die Heiden, und muß doppelt Strafe leiden. 3. Darum präge deine Lehren tief in unsre Seelen ein; laß sie uns mit Nußen hören, und derselben Thäter seyn; treib' uns dadurch kräftig an, daß wir dich vor Jedermann froh bekennen, findlich lieben, und mit Sünden nicht betrüben. erquick' uns auch im Tod durch die Hoffnung, ganz zu schauen, was wir deiner Wahrheit trauen. Met. Fren' dich sehr, o meine 205 Gott, burch den 206 D'Wahrheit bist, Mel. Schwing' dich auf zu du selbst die wir sind leben, deine Güte sei gepreist, daß du uns dein Wort gegeben, das zum Heil uns unterweist, das uns unsre, Pflichten lehrt, warnt, er mahret, straft, bekehrt, und wenn uns ein Leiden drüdet, uns mit reichem Trost erquicket. Gott, zu dem ich finge, Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge: alle Weisheit kommt von dir zu den Menschenkindern; sie erleuchtet uns, selbst ihr Licht nicht hindern. wenn wir 2. Vorurtheil und Finsterniß füllen unsre Seelen; unser Blick ist ungewiß, unsre Schlüsse fehlen; aber dein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist Licht, Richtigkeit und Klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches Geschlecht, dankbar ihm zu Seine Wahrheit Füßen! und sein Recht läfset er dich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt bekehret: glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völfer, die ihr's höret! 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß geschehen; deine Drohung Heiligung. ung- kann auch nicht leer vorüber gehen. Haben Tausende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn, dir zum Ruhm erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leichtsinn, soll der Spett deinen Trost dir rauben? Die die Himmel auf gebaut, kann die Wahrheit lügen? Kann sie den, der ihr vertraut, heuchlerisch betrügen? 6. Erd' und Himmel wird vergeh'n? Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterhafte, die es schmäh'n, werden's nicht vertreiben. Könige sind Staub vor dir, sie mit ihren Heeren. Du im Himmel lachest ihr, wann sie sich empören. 7. Du bist Wahrheit! Ewig soll mich von dir Nichts trennen, mich die Welt, von Arglist voll, nicht erschüttern können. Muß ich hier gleich um dein Wort Schmach und Trübsal leiden, so belohnst du mir's doch dort, Gott, mit Ehr' und Freuden. 151 hams gebot! Verehre keinen Gott, als mich; mich liebe, mir vertraue dich. So sprach der Herr! Gefeß. In eigener Melodie. 207@ Wi ( a) ie gut, wie heilig ist, was Gott den Kindern Abra2. Mißbrauche meinen Namen nicht. Weh' dem, der lästernd von mir spricht. Mit Ehrfurcht nenn' den Schöpfer nur, und halte redlich deinen Schwur. Das will dein Gott! 3. Stets heilig sei mein Sabbath dir! Dein Knecht auch ruh' und weih' ihn mir. Da stärke dich zu dem Beruf, zu dem dich meine Güte schuf. Das will dein Gott! 4. Chr' deinen Vater, ehre sie, die sich gebar, und säume nie, den Aeltern liebreich wohl zu thun; dann wird auf dir mein Segen ruh'n. Das will dein Gott! 5. Du sollst nicht tödten; sollst dich scheu'n vor Zorn und Haß; die Rach' ist mein. Wem ich die Sünd' erlassen soll, der thu' auch seinen Feinden wohl. Das will dein Gott! 6. Die Ghe halte keusch und rein; auch selbst dein Herz soll heilig seyn. Dein Leib und Geist sei mir geweiht, dein Ruhm sei Zucht und Mäßigkeit. Das will dein Gott! 7. Mit Unrecht mehre nicht dein Gut. Der Fluch trifft den, der Unrecht thut. Betrüge nie, und wuchre nicht. 4 152 Werke und Wohlthaten Gottes. nicht. Den Armen zu erfreu'n ist Pflicht. Das will dein Gott! 8. Du sollst kein falscher Zeuge seyn; sollst Lügen und Verleumdung scheu'n. Des Nächsten Unschuld rette du, und seine Fehler decke zu. Das will dein Gott! 2. Gib, daß ich dir allem vertrau', allein dich ehr' urd liebe, auf Menschenhülf' cllein nicht bau', in deiner Furcht mich übe, daß Beifall, Lob und Menschengunst, Gewalt, Pracht, Reichthum, Wiß und Gunst mir nicht zum Abgott werde. 3. Hilf, daß ich redlich mich bemüh', dich, Vater, zu erkennen, und laß mich deinen Namen nie ohn' ChrGott, erbietung nennen. unvergeßlich sei es mir, was ich in meiner Taufe dir so feierlich versprochen. 4. Am Tag der dir geweihten Ruh' laß mich, Gott, mit den Deinen in der Versammlung, so wie du befiehlst, vor dir erscheinen: dann deiner im Gebet mich freu'n, ein Hörer deines Wortes seyn, und wie ich soll, ein Thäter. 5. Gib, daß ich Eltern, Obrigkeit und Lehrer ehr' und liebe, sie nie durch Widerseßlichkeit und böses Herz betrübe; vielmehr für ihre Sorg' und Treu' erkenntlich Mel. Gottlob, ein Schritt zur ( b) 207 Hert, bein Ges und gehorſam ſei, und deinen erbe. und dein Gebot, wornach wir sollen leben, hast du, o liebevoller 9. Des Nächsten Haus begehre nie, auch nicht sein Weib, Gesind noch Vieh. Wenn meine Huld auch ihn erfreut, gönn' ihm sein Glück, und flieh den Neid. Das will dein Gott! 10. Und wiss' es: eifrig ist der Herr; die Uebertretung strafet er; doch lohnt er auch dem treuen Knecht bis in das tausendste Geschlecht. Drum folg' ihm treu. 11. Durch Jesum hat bestätigt Gott, was er durch Mosen einst gebot. Von ganzem Herzen liebe mich, und deinen Nächsten gleich als dich. So sprach der Herr! Gott, mir in mein Herz ges geben, daß ich zum Guter willig sei, mit Sorgfalt, fern von Heuchelei, was, du befiehlst, vollbringe. 12. Dies, Christen, laßt zu aller Zeit erfüllen uns mit Freudigkeit; erfüllen treu bis in den Tod, was Gott aus Liebe nur gebot. Er sei gelobt! 6. Hilf, daß ich nie mit bitterm Sinn, Herr, Rach' und Heiligung. und Feindschaft übe, und wenn ich auch beleidigt bin, verzeih' und Feinde liebe, und Jedem gönne, was er hat, und Alle segne, mit der That gern jedem Menschen diene. 7. Laß mich, wie du geboten hast, unfeusche Werke meiden. Unreinigkeit ist dir verhaßt; auf Wollust folgen Leiden. Schaff' du in mir ein reines Herz, das Ulepvigkeit und frechen Scherz sich nimmermehr erlaube. 8. Gib, Herr, daß ich mich redlich nähr' und böser Ränke schäme, mein Herz von Geiz und Unrecht kehr', durch Macht und List Nichts nehme; daß ich nie Fleiß und Arbeit scheu', wohlthätig und zufrieden sei, nicht farg und nicht verschwendrisch. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Ehr' zu retten mich befleiße, das, was ich kann, zum Besten kehr', doch Böses nicht gut heiße; stets zeige Treu' und Redlichkeit, und Abschen trage jederzeit an Falschheit, Schmäh'n und Lügen. 153 und frohen Muth und deine Gnade haben. 11. Wie gern möcht' ich, o Herr, mein Gott, nach deinem heil'gen Willen, wie gern möcht' ich ganz dein Gebot, das du mir gabst, erfüllen: allein du weißt, was mir gebricht; ich Schwacher, ich vermag es nicht aus meinen eignen Kräften. 10. Laß mich des Nächsten Haus mit List und Unrecht nicht begehren: das aber, was mir nöthig ist, woll'st du mir, Gott, gewäh ren. Doch laß mich auch das größte Gut, ein ruhig Herz 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad' und Stärke, daß ich, o Jesu, Gottes Sohn, stets auf dein Vorbild merke! heil'ger Geist, hilf mir, daß ich Gott über Alles, und wie mich, auch meinen Nächsten liebe. Evangelium. Mel. Jesu, meine Freude 208 Mort aus Gottes Munde, Wort vom Friedensbunde, Evangelium! Quelle wahrer Freuden, Trost in allen Leiden, unser höchster Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben schafft! Frohe Botschaft, uns zum Leben selbst von Gott gegeben! 2. Was sein Wohlgefallen vor der Welt und Allen ausersehen hat, was erst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt sein Rath. Daß sein Gid ihn nicht gereut, rühmen wir; கு 5 in 154 Werke und Wohlthaten Gottes. in Jesu Namen wird er Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus hat sein Leben für uns dargegeben, willig gab er's dar. Ja, er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht zu seiner Ghre. O erwünschte Lehre! 4. Da uns Strafen drohten, riefen seine Boten: Heiligt euch und glaubt! Gott will euch vergeben; ewig sollt ihr leben, wenn ihr Jesu glaubt! Seine Huld tilgt eure Schuld; nur müßt ihr die Sünde hassen, Muth zur Tugend fassen! 5. Jesu, voll Vertrauen will ich auf dich bauen, and in die mich freu'n, dir nur will ich leben, dir mich ganz ergeben, ewig treu dir seyn. So werd' ich anch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben, und den Himmel erben! Die heilige christliche Kirche. In eigener Melodie. scher Lehre Wahn vor deiner Wahrheit klarem Licht! Gewalt hilft dem Gewissen nicht. 3. Die Herrschsucht, die den fremden Knecht, er glaube falsch, er glaube recht, gewaltsam zieht vor's Richteramt, bleib' unter unserm Bolk verdammt! 4. Nur geistlich sei der Wahrheit Krieg! Gib wider Irrthum ihr den Sieg. Durch Gründe sieg' sie und Beweis, und durch des frommen Beispiels Fleiß. 5. Wir geh'n in Dămm'rung, irren bald! Die Weisheit übet nicht Gewalt. Laß Fried' und Duldung allgemein, nicht mächtig die Verfolger seyn! 6. Der Scepter übe Billigkeit, verbiete nicht der Gründe Streit! Wer friedsam ist, nicht Laster lehrt, deß Freiheit bleibe ungestört. 7. Zerbrich des Zwanges hartes Joch: die freie Wahrheit sieget doch. Sie mache uns von Irrthum frei und von der Sünde Sklaverei. uns, 209 Sthalp Am Reformationsfeste. Herr, bei deinem Wort; den finstern Irrthum treibe fort; bewahr' uns vor Gewiffenszwang, so 210Vorbit Ser Mel. Allein Gott in der Höh' dir, Herr, preift dich 2. Die Völker sei'n dir anterthan! Es weiche fal: erfreut an unsrer Väter Glauben. Der Feind erhob sich Heiligung. 155 es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch Nichts; das macht, er ist gericht't: ein Wörtlein kann ihn fällen. sich kühn zum Streit, dein Wort der Welt zu rauben: sie aber kämpften ritterlich, gestärkt, Allmächtiger! durch dich; sie kämpften und sie siegten. 2. Dein Wort war ihnen Schwert und Schild, Schuß, Heereskraft und Bogen. Lang war's in Dunfel eingehüllt, der Christenwelt entzogen; sie brachten's wieder an das Licht, und achteten Gefahren nicht, sie sangen heldenmüthig: 6. Das Wort sie sollen lassen stahn, und kein'n Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan, mit seinem Geist und Gaben. Nehm'n sie uns den Leib, Gut, Chr', Kind und Weib, laß fahren dahin, sie haben's kein'n Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben." In eigener Melodie. 3. Gin' feste Burg Mel. O Gott, du frommer Gott ist unser Gott, ein' gute 7. So sangen sie: und Wehr' und Waffen; er hilft' weit erschollen ihre Lieder; uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen; der alt' böse Feind, mit Ernst er's jetzt meint, groß' Macht und viel List sein grausam Rüstung ist auf Erd' ist nicht sein's Gleichen. die Völker kehrten froh zum freien Glauben wieder. Der Aberglaube floh, es wich die düstre Nacht, das Evangelium ward an das Licht gebracht. 4. Mit unsrer Macht ist Nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren. Fragst du: wer er ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er Mel. Sei Lob und Ehr dem 5. Und wenn die Welt 210Derr, fingt voll Teufel wär', und wollten uns verschlingen; so fürchten wir uns nicht so sehr; frohen Dank zu deines Namens Ehre. Es stimm' auch ஞ 6 un8. Triumph! die Wahrheit siegt! Gott war mit ihren Streitern! Gott ist und bleibt mit ihr; er wird ihr Reich erweitern. Auf! die ihr sie erkennt, und dankbar sie verehrt, auf! haltet fest an ihr! Sie sei uns ewig werth! Werke und Wohlthaten Gottes. 156 unser Lobgesang in alle heil'gen Chöre, die heut in deinem Heiligthum zu deines großen Namens Ruhm, dir Jubellieder singen. 6. So können wir bei deinem Licht ein frohes Leben führen, wenn wir nach unsers Wandels Pflicht nur deine Lehre zieren. Und bricht einst unser Tod herein, so spricht dein Geist den Trost uns ein: Von nun an seid ihr selig. So glücklich hast du uns gemacht durch deines Wortes Lehre. Dir, Herr, sei ewig Dank gebracht, dir Ruhm und Preis und Ehre! Dir jauchzet unser Herz und Mund. Es mach' auch unser Leben kund, daß wir dich dankbar preisen! 2. Dies ist ein Tag, von dit gemacht. Von dir, Herr, ist's geschehen, daß wir, frei von des Irrthums Nacht, das Licht der Wahrheit sehen, daß wir, von Menschen tand befreit, dich, wie dein eignes Wort gebeut, vernünftig ehren können. 3. O welche Wohlthat, Gott, ist dies, was uns ist widerfahren! Es lag dein Wort in Finsterniß seit mehr als tausend Jahren. Du hast, troß aller Feinde Mel. Christus, der ist mein Macht, es wieder an das 211 Ach bleib' mit deiz Wir freu'n ner Gnade uns, Herr Jesu Christ! da mit kein Feind uns schade mit seiner Macht und List. 2. Entzieh' uns deine Lehre, das Wort der Wahrheit nicht. Durch ihre Kraft gewähre uns immer Trost und Licht. 3. Laß deinen Geist uns treiben, daß wir, von Irrthum frei, bei deiner Rede bleiben, dir følgsam, dir getreu. 4. Komm' uns mit Kraft entgegen, hilfunsrer Schwachheit auf, und stärke das Vermögen zum ernsten Tugendlauf. 5. Hilf uns die Lüste dämpfen, uns dieser Gnade. 4. Du läsfest hier im Heiligthum dein lautres Wort uns hören, zu unserm Heil, zu deinem Ruhm läßt du es reichlich lehren. In unsern Häusern ist es auch zu unferm täglichen Gebrauch. Lehr'dieses Glück uns schätzen. 5. In unsern Schulen bildet man Verstand und Herz der Jugend. Man führt nach deinem Wort sie an zur Weisheit und zur Tugend. Das Anseh'n unsrer Obrigkeit bleibt une gekränkt, und Sicherheit und Ruh' und Ordnung herrschen. Heiligung. 157 pfen, hilf uns den Reiz der mer wären! Machy alle HerWelt und ihren Troß bekämpfen, du steggewohnter Held. 6. Ja bleib' mit deiner Treue bei uns, Herr, unser Gott! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth. zen rein und neu, laß alle sich bekehren. Gib uns Wissenschaft, Glaube, Lieb' und Kraft, gib Entschluß und Muth, zu wagen Ehr' und Blut zum Preise deiner Lehren. Mel. Eine feste Burg ist unser err, deine Kir5. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord, erhalt uns Ruh' und Frieden. Laß 212 the danfet bir: uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gib uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf' uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche streitet noch: hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen! Hör' ihr kindlich Fleh'n. Gil', ihr beizusteh'n, daß sie standhaft sei, stets deiner Wahrheit treu. Hilf deiner noch wohnt dein Wort im Lande! Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schaar: dann, o Jesu Christ, besiege Macht und List, und herrsch' in jedem Lande! 2. Sei, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder. Hilf deiner Kirch), und schüße ste; denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut. Ach, erhalt' sie rein; und die den Bund ent- Kirche siegen! weih'n, die heilige dir wieder. Eins ist's, was deine Mel. Herzliebster Jeſu! Treuen fränkt: daß unter 213 wir dein Wort Jesu, deinen Christen noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. Vieler Glaub' ist schwach, kalt die Lieb', und, ach, sie bedenken nicht: es wart' ein schwer Gericht auf träge, sich're Christen. 4. Und du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir frömbestehen, und Erd' und Himmel werden eh' vergehen, eh' eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernichtet. 2. Immer noch sammelst du dir auf der Erden Menschen, die willig dir gehorsam werden und deinen Frieden 7 158 Werke und Wohltlaten Gottes. den hier schon im Gewissen fröhlich genießen. 3. Reizt blendende Versuchung sie zu Sünden, bist du ihr Beistand und hilfst überwinden. Nichts wird ste jemals deiner Hut entrei: ßen. Du hast's verheißen. 4. Wohl Allen denen, die dir, Jesu, trauen! Was sie dir glauben, wird ihr Aug' einst schauen, dich, und die Freuden, womit du belohnest da, wo du thronest. 5. Dann schallen fröhlich von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, höh're Lobgesänge, wenn einst dein Volk, das hier dein Geist regieret, dort triumphiret. denn seine Macht vertrieb des Aberglaubens Nacht. Uns deckte bange Finsterniß; der Herr war's, der uns ihr entriß. Lobsinget ihm! 2. Verdunkelt war der Wahrheit Licht; selbst Christenlehrer sah'n es nicht. Aus Unterricht ward Glaubenszwang; in harte Sklaverei versank das Volk des Herrn. 3. Wie tobte der Verfol4. Gott kam und stand der Kirche bei; da wurden die Gewissen frei; da schwanden Aberglaub' und Wahn. Das hat der Herr, der Herr gethan. Singt, singt ihm Dank! 5. Vereint nun, Christen, jederzeit mit Wahrheitssinn Verträglichkeit. Die Liebe sei der Kirche Zier. Dann steget ste; Gott ist mit ihr; er ist ihr Schuß. Mel. Erschienen ist der herrlich 7. Schaut auf zur Sonne; sie erhellt nicht gleich 214 den ganzen Raum der Welt. Laßt, Christen, unsers Lichts uns freu'n, und Gott durch Thaten dankbar seyn, wie er sie liebt. 6. Und wenn auch seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht, und Spötter stolz die Wahrheit schmäh'n: verzaget nicht! Sie wird besteh'n; sie ist von Gott. ihre Würger rühmten doch sich ihrer Gottesliebe noch, O welch ein Wahn! 8. Lobfingt, lobsingt dem Herrn, und freut voll Hoffnung euch der Ewigkeit! Dort wird nur Liebe, dort allein ein Hirt und eine Heerde seyn. Lobsingt dem Herrn!! Mel. Herzliebster Jeſu! ger Wuth! Wie frömte 215 Laß soch, o Jeſu, Und auf Erden nie unterdrücket, stets erweitert werden! Gib allen Menschen deiner LeiLei= Heiligung. 159 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden; mach' ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ew'gen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam' erhoben! Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beschirmer deiner schwachen Heerde, Himmel und Erde! den wegen, Licht, Heil und Segen! 2. Erleuchte sie, daß sie dich recht erkennen, und glaubensvoll dich ihren Heiland nennen! Olehre sie mit Eifer deinen Willen schon hier erfüllen! 3. Laß sie die Schrift mit frommer Achtung ehren; denn sie enthält der wahren Weisheit Lehren; und ohne diese sucht man doch vergebens den Weg des Lebens. 4. Ach, steure, Herr, dem Toben deiner Feinde, und vor dem Irrthum warne deine Feinde! Gib, daß sie prüfen, und dem Aberglauben die Herrschaft rauben! 5. Sei du ihr Licht in Mel. Ein' feste Burg ist bangen Finsternisſen, und 217 W seine Kirche wecke selbst ihr schlafendes Gewissen! Erhebe tröstend, schlägt sie Kummer nieder, ihr Herz auch wieder! schüßt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes fißt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah'; wenn er gebeut, steht's da. Er schüßet seinen Ruhm, und hält das Christenthum. Mag doch die Hölle wüthen. 2. Und wenn auch Fürsten auf dem Thron sich wider In voriger Melodie. 216 Süße die Dei- ihn empören; stets werden nen, die nach ihn, des Höchsten Sohn, dir sich nennen, und dich, zahllose Völker ehren. Sein o Jesu, vor der Welt be- Wort ist wahr; Nichts ist kennen. Laß deinen Hän- der Großen Macht und den, wie du selbst verhei- List. Wie lange währt ßen, Nichts sie entreißen. ihr Spott? Auch sie sind Staub 6. Herr, schüß' uns mächtig vor der List der Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen, und wir zum Kreise der verklärten Frommen frohlockend kommen. 160 Werke und Wohlthaten Gottes. Staub vor Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmäh'n; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widersteh'n; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, ihr ihm vertraut, laß euch kein Droh'n erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, der starke Gott, hält über sein Gebot; gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod. Was kann uns dann erschrecken? die ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit deinem Sinne ziert. Selbst der Sünder preist sein Glück, eilet er zu dir zurück. 4. Ja, du herrscheft nicht mit Strenge; nur von Liebe wallt dein Herz und du lockst der Menschen Menge nur hinweg von Angst und Schmerz. Selig, wer dir seine Zeit, seine Kraft, sein Leben weiht! 5. Mag der Krieg die Friede Welt zerrütten! schwebt um deinen Thron. In Palästen, in den Hütten, groß ist überall dein Lohn. Jeder, jeder, der dich ehrt, ist und bleibt dir ewig werth. 6. Droh'n dir gleich die Frevler alle, rüstet sich der Spötter Heer; ach sie nahen sich dem Falle, und Mel. Gott des Himmels und 218 dann toben mehr! Ewig wird dein Reich besteh'n; Wahrheit kann nicht untergeh'n. deinem Reiche, König der erlösten Schaar! Jede Sinnenlust entweiche; dennoch beutst du Wonne dar, Wonne, die den Geist erhöht, und dem Strom der Zeit entgeht. 2. Was sind Rang und eitle Schäßze? Was sind Kronen dieser Welt? Freunde deiner Reichsgefeße sind einst Engeln zugesellt. Edel handeln, ist ihr Ruhm, deine Huld ihr Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier 7. Reiche dieser Welt verschwanden, Kronen sanken in den Staub; aber seit dein Reich entstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jegt noch blickt dein Unterthan hochentzückt zu dir hinan. 8. In den fernsten Himmelsstrichen glänzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die von dir wichen, sehen seine Strahlen nicht; doch Heiligung. 161 doch der Weise bleibt dir ses Kind empfohlen! Wir treu und du machst ihn bringen es dir flehend dar: groß und frei. o segne es, Herr Jesu Christ, der du der Taufe Stifter bist! 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweit're dein Gebiet, und laß einst auch den dich preisen, der 221@ hen hier vor Viel. Liebster Jesu, wir sind hier ( a) err, stenoch blind vor Gößen kniet! Zeig' uns Allen nach der Zeit deines Reiches Herrlichkeit! dir: laß dies Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen, laß es hier beglückt auf Erden, dort des Himmels Erbe werden! Heilige Taufe. ( Vor der Taufe.) Mel. Sollt' es gleich bisweilen 219 Dir, Gott, der fo gern erfreuet, immer seine Huld erneuet, weihen durch die Taufe wir dieses Kind, o Bater! dir. 2. Gib ihm Wachsthum und Gedeihen, laß es stets das Böse scheuen, und beglücke das Bemüh'n, es zum Himmel zu erzieh'n. ( Nach der Taufe.) Mel. Kommt, kommt, den Herrn eweiht zum Christen( 1) Se 221 thume ist dieses Kind, dir, Gott, geweiht. Erzieh' es dir zum Ruhme, zur Tugend und zur Seligkeit. Gib, daß es deiner Liebe sich immer dankbar freu', und durch des Geistes Triebe dir stets gehorsam sei; daß, fröhlich es dem Lohne der Tren' entgegen geh', und vor des Mittlers Throne sich einst verherrlicht seh'! 3. Stärke fünftig seinen Glauben, laß ihm den die Welt nicht rauben; nicht den Trost, daß es ein Christ, daß du, Gott, sein Vater bist. 4. Laß es stets dich froh bekennen, daß es Niemand von dir trennen, Niemand Met. Wer nur den lieben Gott auf der Tugend Bahn Heil 222 auf deinen Naund Ruh' ihm rauben kann. Mel. Wer nur den lieben Gott men, Gott, Bater, Sohn und heil'ger Geist! Ich bin gezählt zu deinem Saadie Tauf' befoh- men, zum Volk, das dir len, dir, dessen Treu' un- geheiligt heißt. O welch' wandelbar, dir sei auch die ein Glück ward dadurch 220 H err, der du selbst mein! Werke und Wohlthaten Gottes. 162 mein! Laß, Herr, mich des sen würdig seyn! 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater, und ein ſelig Theil hast du, Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworb'nen Heil! Du willst, mein Leben Gott zu weih'n, Geift Gottes, selbst mein Beistand seyn. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. O laß mich nie die Pflicht vergessen, dazu ich selbst mich dir verband, als du in deinen Bund mich nahmst, und mir mit Heil entgegen kamst. 4. Du bist getreu; auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets feste steh'n. Ja selbst, wenn ich ihn über schreite, läßt du dein Vater herz mich seh'n. Du regest mein Gewissen an, und lenkst mich auf die rechte Bahn. sei ewig mein, und laß mich dein auf ewig seyn! Mel. Liebster Jesu, wir sind 223( a) Mein Erlöſer, dir zum Eigenthum erkaufet: als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. O erwecke mich zum Fleiße, recht zu seyn das, was ich heiße. 2. Laß mich oft mit Achtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten, und nur das zu jeder Zeit für mein größtes Wohlseyn achten, daß ich, Jesu, deinen Willen treulich suche zu erfüllen! 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke; nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ew'gen Glücke. Davon ist auch, nach dem Sterben, ewig Segen zu ererben. 4. Laß mich denn, wie dir's gefällt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben, und entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben, daß ich einst auch, wann ich sterbe, das verheiß'ne Leben erbe! 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs Neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich', eitle Welt! O Sünde, weich'! Gott hört es: jetzt entsag' ich euch. Mel. Wer nur den lieben Gott 6. Befestige dies mein Versprechen, mein Vater, 223) nach Jeſu ch bin getauft und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen! Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils, Lehren, dich, Bater, deinen Sohn und Geist so zu bekennen und zu ehren, daß Herz Heiligung. Herz und Mund und That dich preist, und dann des Glücks, ein Christ zu seyn, mich hier schon und einst dort zu freu'n. 2. Du hast zu deines Reiches Erben, o treuer Mel. Jesus, meine Zuversicht Bater, mich erklärt; es hat 224 Gwig, ewig bin ich aus feinem ben dein Sohn, mein Heiland, mir gewährt; und dir mein Leben ganz zu weih'n, soll selbst dein Geist mein Beistand seyn. 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch eh' ich dich gekannt, aus freiem väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie huldreich hast du mein gedacht, und für mein wahres Wohl gewacht! 163 mich auf sicherm Pfade des Glaubens und der Heiligung. Gott meines Heils, sei ewig mein und laß mich stets dein eigen seyn. 4. Dir geb' ich mich, mein Gott, auf's Neue, nun ganz aus Dank und Liebe hin. Erwecke mich zu steter Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Was dir mißfällt, sei fern von mir, und hei: lig sei mein Leben dir! 5. Damit ich, was ich hier verspreche, auch redlich halte und getreu, nie mein Gelübd' aus Leichtsinn breche, steh', Gott, mit deiner Kraft mir bei, und fall' ich, so verwirf mich nicht, o Herr, von deinem Angesicht! 6. Erwecke mich durch deine Gnade zum steten Ernst der Besserung, und leite dir, mein Gott, erkaufet, bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Dessen soll mein Herz sich freu'n; ewig, ewig bin ich dein! 2. Welch' ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe Gottes Kind und Erbe bin, daß ich ihn zum Vater habe! Heilig, heilig will ich seyn; ewig, Vater, bin ich dein! 3. Ich gelobt' es, und dennoch brach ich oft den Bund der Taufe, kämpfte schon, und wurde doch schwach im Kampf und matt im Laufe. Dennoch will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater seyn! 4. Dies, o Gott, ver: sprachst du mir; das hat Jesus mir verheißen. Und ich sollte, Sünde, dir, dir, o Welt, mich nicht entreißen? Ja, ich will's, ich will nicht dein, ich will meines Gottes seyn! 5. Jesum, dem ich bin getauft, bin von ihm so hoch erhoben, bin ihm durch sein Blut 164 Werke und Wohlthaten Gottes. Blut erkauft, Jesum soll mein Leben loben! Ihm will ich, denn ich bin sein, meine ganze Seele weih'n. 6. Wachen will ich, fleh'n um Kraft, daß ich stets auf seinem Wege, heilig und gewissenhaft und im Glauben wandeln möge. Und er wird mir Kraft verleih'n, treu bis in den Tod zu seyn. 7. Höre mich, denn ich bin dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig seyn. Das heilige Abendmahl. Mel. Befehl du deine Wege 225 V ersammelt hatte Jesus die Jünger feierlich; es nahte seine Stunde, die Abschiedsstunde sich. Die sich der Hoffnung freuten, mit ihm zum Thron zu geh'n, sie sollten nun ihn dulden, ach, bluten, sterben seh'n. 2. Sie sollten nun Befenner der heil'gen Wahrheit seyn; für sie, und für die Brüder, wie er, den Tod nicht scheu'n. Ach, wie er jetzt so rührend beim frommen Abschiedsmahl den Freunden, den Erwählten, noch Lieb' und Treu' empfahl! 3. Er sah am Kreuz sich sterben, und weihte Brod und Wein, den Blick zu Gott erhoben, für sie laut dankend ein. Nehmt, sprach er, diese Gaben, das ist mein Leib, mein Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 4. Wie konnten sie vergessen, was jetzt ihr Lehrer that, der scheidende Geliebte jeßt, ach, so zärtlich bat? Nehmt hin, für euch geges ben wird dieser Leib, dies Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 5. Nun ward dies Mahl zur Feier; stets schwebte liebreich, mild und hehr vor ihren Blicken des treusten Freundes Bild, gab ihnen rein're Liebe, zur Tugend höhern Muth. Sie opferten der Wahrheit mit Freuden Gut und Blut. 6. Auch uns zum Heil gestiftet ward sein Gedächtnißmahl; für uns auch starb aus Liebe er unter Schmach und Qual. Wer könnte sein vergessen, vergessen, was er bat, eh' er den Weg des Todes zu unserm Heil betrat? 7. O laßt nun am Altare uns seiner dankbar freu'n, und froh den Bund der Liebe, der Tugend Bund erneu'n! Sein Mahl stärk' unsern Glauben, stärk' ihn in Schmerz und Noth, mach' heis Heiligung. Dine 165 heilig unser Leben, mach' im Licht zu wandeln, wie er freudig unsern Tod. zu handeln: dies, Christen, sei der ihm geweihte Dank. 226 Na Unsterbliche, 227 Mel. Liebster Immanuel Jaht dem nahet, und feiert hier den Tag der Besserung! Segnet den Festtag des Bundes! Empfahet bei Jesu Mahle Kraft zur Heiligung. Fühlt Gottes Frieden! Denn schon hienieden gewährt die Tugend euch Beseligung. 2. Aber gebietet auf rauheren Wegen die Tugend euch zu geh'n: o wanket nicht! Blicket auf Jesum! Mit ewigem Segen, mit Ruhm vor Gott belohnt erfüllte Pflicht. Auf, auf, und ringet zum Ziel! Vollbringet den Ruf der Gottheit! Auf, und wanket nicht! 3. Bei dem Gedächtniß des Heiligen schwöret, dem hohen Tugendbund getren zu seyn! Schwört bei dem Tode des Heiligen! Höret, ihr Mitunsterbliche, den Schwur: Wir weih'n in dieser Stunde dem großen Bunde der wahren Tugend uns. Gott, wir sind dein! 4. Singt dem erhabenen Muster der Frommen, des Bundes Erstem, Preis und Lobgesang! Er ist zum Segen der Menschheit gekommen; vom Himmel bracht' er Licht. Nun Lebenslang 227 Daus BarmherMel. Ein Lämmlein geht u, zigkeit, zum Denkmal deiner Gnaden, das ganze Volk der Christenheit wohlträtig eingeladen. Du rufst: Mühsel'ge kommt zu mir! Ich komme, Heiland, ja zu dir erheb' ich meine Seele. Entzeuch mir deine Gnade nicht, sei auch mein Trost, mein Heil, mein Licht. Du siehst, wie oft ich fehle. 2. Ja, meiner Schulden find weit mehr, als ich vermag zu zählen. Ich fühl es wohl, und leide sehr vor Unruh' meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht. Verlaß mit deinem Trost mich nicht; du siehest meine Reue. Erbarmer, nimm sie gnädig an; du bist, der helfen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. 3. Nach deinem Troste sehn' ich mich, gebückt vor dir im Staube. Dein tröst ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst, den Schwachen beizustet'n, die nach der Beß'rung trachten. Stets bleibst du deinen Worten treu, und wirft ein gläu 166 Werke und Wohlthaten Gottes. gläubig Herz voll Reu', und meines nicht verachten. 4. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, für wel che du, dich opfernd, starbst; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst! Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht! 5. Ich übergebe mich auf's Neue, o du, mein Herr und Gott, an dich; ich schwöre dir beständ'ge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig seyn. Du starbst ier bin ich, Je- für mich; drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Epöttern schämen des Dienstes, den man dir erweist, mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu seyn! 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und, wenn er strauchelnd sich versieht, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben! Nie komm' es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast! 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächt'ger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst, den Völs fern sichtbar zeigen wirst! 9. Ge4. Regiere nur auch künftig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertrau'n auf dich, nach deinem Willen wandle. Gib, daß, aus Dank für deine Huld, in Liebe, Glauben und Geduld ich dir auf rden lebe, bis ich dereinst in deinem Reich, verklärt, unsterblich, Engeln gleich, dich ewig froh erhebe. Mel. Wer nur den lieben Gott 228 u, zu erfulHi len, was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih' zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht! 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen, dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entrissen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht. gib von deinem Todesschmerz jeßt neuen Eindruck in mein Herz! Heiligung. 9. Gebeugt lieg' ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Fleh'n. Laß auf mich neue Gnade flieBen! Mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu' dein Abendmahl gesegnet sei! Mel. Ein Lämmlein geht 1 Herz in mir! Er tilget deine Sünden, und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad' um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, 167 spricht liebreich: Sei getroft, mein Sohn! die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr' es hier im Glauben, und laß durch 229 J ch und suche dich, mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh'; ich suche Nuh, und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an: du bist das Heil der Sünder, hast ihre Schulden abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Nacht, und an dein Wort: es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir, und hat die Welt in dir mit sich versöhnet. föhne freue dich, mein 230 Krone rauben. Sieh', ich, vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock, bleib' an mir: so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich; und durch Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja., Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig seyn, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! Mel. Es ist das Heil uns ch preise dich, 0 für deine Todesleiden. Hab' ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich; o gib, daß 168 Werke und Wohlthaten Gottes. daß meine Seele sich deß ewig freuen möge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erquikkung in der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh', zur Beßrung Kraft: das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von deiner groBen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! O stärke mein Gemüthe zum gläubigen Vertrau'n auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte! 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Segen! Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen, nur das zu thun, was die gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden! undankbar nie vergessen, daß ich aus ächter Gegentreu' dir bis zum Tod ergeben sei, dir und den Brüdern lebe! 6. Laß mich mit Glaubensfreudigkeit vom Bundesmable essen, und der Verbrud'rung heil'gen Eid 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen! Nimm alle Hindernisse weg, die eb'ne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist, und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude fuhret. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz, die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den süßen Trost empfinden, daß ich in deines Vaters Mel. Gott Vater, an Erbarmen Huld gewiß Vergebung mei 231 Christ, eile nie sicherm ner Schuld auf Buße finden werde! 8. 3um ew'gen Leben hast du dich für mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst darnach zu streben! Herr, mache mich dazu geschickt, und werd' ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben! Sinn zum Liebesmahle Jesu hin, denk' nicht: Des großen Dulders Blut macht jedes Sünders Lafter gut! Weh' dem, der dieses Wahl entweiht durch Selbstbetrug und Sicherheit! 2. Wer sich zu ihm unwürdig naht, der häuft die Schuld der Missethat. Sei nicht dein Feind; empfah' es nicht dir, ach, zum strengeren Gericht! Nein, erst empfinde tief dein Herz der Sünde Heiligung. Sünde Schmach, der Reue Schmerz! 3. Erst sei dein Vorsatz fest und rein, nicht mehr der Sünde Sklav zu seyn; erst gib zurück, was deine 169 pfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durch's Leben geh'n, dem Tode froh entgegen seh'n! Mel. Meinen Jesum laß ich nicht Hand durch List, durch Trug, 232 Naht mit Andacht durch Raub entwand; erst, Zürnender, versöhne dich mit deinem Bruder brüderlich! 4. Besiegst du so in deiner Brust des Lasters Macht, die böse Lust; bist du entschlossen und bereit, zu kämpfen manchen harten Streit: dann nahst du ich der Tugendbahn, dann gehe zum Altar hinan. 5. Beschämt und mit gebeugtem Sinn schau' auf den großen Dulder hin, der liebreich für die Sünder starb, und ihnen Gottes Huld erwarb: dann glaube froh, daß Gott uns liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt. 6. So, frei von Heuchelei und Wahn, müss' Jeder sich dem Mahle nah'n, das du in deiner letzten Nacht, o Herr, zum Denkmahl uns gemacht! Da dämpfe der Gedank' an's Kreuz der Thorheit Laft, der Sünde Reiz! 7. Da rühr' uns tief dein göttlich Bild, und mach' uns liebreich, sanft und mild; da schenk' dein Geist uns Muth und Kraft zum KamBrüder, christlich dem Altare; wer in Jugendfülle blüht, und der Greis im Silberhaare, hoch und niedrig, arm und reich, naht; hier seid ihr Alle gleich! 2. Stärft euch für die höh're Welt! Fließt, der Liebe Thränen, fließet! Wer vom Brode jetzt erhält, wer vom Weine jezt genießet, fühl' Entzücken inniglich, stärke für den Himmel sich! 3. Stärkt euch, bleibet rein und gut; denket Alle: wir sind Brüder! Denfet: Jesu Christi Blut floß für uns am Kreuze nieder; Menschenwürde, Menschensinn uns zu lehren, floß es hin. 4. Der uns lehrte, Kraft und Gut für der Brüder Wohl zu geben, gab für Wahrheit hin sein Blut, gab für Tugend hin fein Leben, hat, was er empfahl, geübt. D, wie hat er uns geliebt! 5. Denket seiner; Thränen fließt! Freudenthränen weinet, Brüder! Wer vom Brode jetzt genießt, wer vom H Weine 170 Werke und Wohlthaten Gottes. Weine trinket, Brüder, den- Mel. Freu' dich sehr, o meine S. ket an den Menschenfreund, 233 Voller Ghrfurcht, und denkt an weint! 6. Laßt mit heiligem Gemüth All' uns nahen dem Altare; wer von Lebenskräften glüht, und der Greis an naher Bahre, hoch und niedrig, arm und reich; Brüder, hier sind Alle gleich! den komm' ich, Herr, auf tein Gebot, zu dem Denkmal deiner Leiden, und gedenk' an deinen Tod. Mittler, der du für mich starbst, mir ein ewig Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu leben, sei mein eifriges Bestreben! 7. Alle geh'n wir eine Bahn, Alle geh'n wir zu dem Ziele edler Menschlichkeit hinan. Voll der seligsten Gefühle bete Jeder inniglich, stärke für den Himmel sich! 8. Wer den Kelch des Nachtmahls trinkt, wer vom Brode jetzt genießet, wer in Andacht fromm versinkt, wem der Neue Thräne fließet, ist mein Bruder, ist mein Freund; und ich habe keinen Feind. 9. Fließt, der Liebe Thränen, fließt! Vorgefühl der Himmelsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Guten, Trost im Leiden; fühlt euch All' als Menschen gleich, fühlt als Himmelsbürger euch. 10. Jesus Christus hat sein Blut für der Menschen Wohl gegeben; laßt uns Kräfte, Geist und Gut Menschen widmen, für sie leben; laßt uns zu des Himmels Höh'n auf der Bahn der Liebe geh'n! 2. Ich empfind' es jetzt auf's Neue, was ich dir, Herr, schuldig bin. Du, du gabst mit großer Treue ganz dich mir zum Dienste hin; wiesest mir den Weg zu Gott, und ertrugst den schwersten Tod, mir im Leben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben. 3. Durch dich ist zu Gottes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf der Tugend fel'gem Pfade fest einherzugeh'n, verschafft. Und du rufft auf's Neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme und mich deiner niemals schäme. 4. Sollt' ich, Jesu, denn vergebens diese deine Huld empfah'n. Nicht zur Beßrung meines Lebens mich zu deinem Tische nah'n? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Sünden scheu'n, und dich durch ein dir geheiligt Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. 5, Die no Heiligung. 171 5. Diesen Vorsaß, den gläubig nach des Herrn Beich habe, thätig dankbar dir zu seyn, präg' ihn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein. Gib mir Kraft, ihn zu vollzieh'n! Lehre mich mit Vorsicht flieh'n, was ihn könnte bei mir schwächen, was mich reizt, ihn gar zu brechen! fehle, seinen Mittlertod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bangsten Tod gegeben, die auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 6. Laß mich über Alles schäßen dein mir theu'r erworb'nes Heil, und nie aus den Augen setzen, wie nur der daran hat Theil, der auf deine Stimme hört, mit Gehorsam dich verehrt, und in deinem Dienst auf Erden immer besser sucht zu werden! 7. Geh' mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird je mein Glaube schwach, o so hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nimmer wanke, nie ermüde! So erquicke mich dein Friede! 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmherzig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Treu' beständig ist. Herr, ich hoff' es froh und fest, daß sie mich auch nie verläßt. Cu des Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß auch leiten, Mel. Schmücke dich, o liebe Seele 234 Schice dich, er löste Seele, 2. Zum Genusse seiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen; eil' ihm demuthsvoll entgegen, und nimm Theil an seinem Segen. Komm' getrost, es ist sein Wille, komm' und schöpf' aus seiner Fülle neuen Muth und neue Triebe zur Verehrung seiner Liebe. 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Seelenruhe zu empfangen. Deine Liebe foll mich stärken in dem Fleiß zu guten Werken. Mit den heiligsten Entschlüssen will ich Brod und Wein genießen, mich der Bruderliebe weihen, deines Todes mich erfreuen. 4. O, wie sehnt sich mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ich ge= lob' dir neue Treue; siehe ,. Herr, mein Herz voll Reue! Meinem kindlichen Begehren woll'st du deinen Trost gewähren, meiner Sünden nicht gedenken, mir Gewis sensruhe schenken! 5. Ja, ich hoff' auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld entlade, und mit H2 neuer 172 Werke und Wohlthaten Gottes. neuer Kraft zum Werke meiner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest, Jedem, der Gott sucht, erwarbest, Seelenruh' und ew'ges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich mich stets freuen, ganz mich meinen Pflichten weihen, nur nach deinem Willen leben, und dich dankbar froh erheben. Deine Huld ist unermeßlich; Herr, sie sei mir unvergeßlich, daß ich dich aus frommem Triebe thätig ehre, folgsam liebe! 7. Du, dem dort der Frommen Schaaren, die, wie ich, auch Sünder waren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen, laß auch mich einst dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue, und dir einst mein Danklied weihe! 3. 3um Eigenthume will ich mich auf's Neue dir ergeben; bekennen will ich's öffentlich, dein Sterben sei mein Leben. So lang ich athme, will ich dein und deiner Liebe mich erfreu'n, und sie noch sterbend preisen. 4. Mit Reue will ich meine Schuld vor meinem Gott gestehen, und, unwerth seiner Vaterhuld, ihn um Vergebung flehen. Laß mich mit gläubigem Vertrau'n auf dich, mein treuer Mittler, schau'n, und Seelenruhe finden. 5. Es sei das Mahl der Liebe mir ein Pfand von Gottes Gnade, daß ich mit frohem Muthe dir folg' auf der Tugend Pfade, mich immer meines Vaters freu', Mel. Schon ist der Tag von G. gch 235 Jh mit denen und voll der frohen Hoffnung sei, erben. meinem Herrn bei seinem Mahl erneuern; ich will, von Weltgeschäften fern, heut' sein Gedächtniß feiern. Der Tag sei hehr und heilig mir! Froh soll mein dankbar Herz zu dir, Erlöser, sich erheben! 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde Feind, Gott über Alles liebe, durch dein Verdienst mit ihm vereint, das Gute eifrig übe! Gefällig ist dir dieser Dank; ihn will ich dir mein Leben lang mit reinem Herzen bringen. 2. Mich führe nicht Gewohnheit hin, nicht der BeMel. trug der Sünde, als ob ein unbekehrter Sinn dadurch schon Gnade finde. Nein, frei von niedrer Heuchelei, von eitlem Selbstbetruge frei, will ich dein Mahl heut feiern!. " Heiligung. Mel. Herr, wir singen deiner 236 Hert, wir feiern dein 173 gibt, der ist's, der Jesum Christum liebt. 4. Gott zu leben, Gott zu sterben, und seinen Himmel zu ererben, dies ist des Le bens hohes Ziel. Jesus, hilf es uns erringen; hilf Sünd' und Laster uns bezwingen; richt auf den Schwachen, welcher fiel! O stärk' uns All' im Lauf; schließ' uns den Himmel auf, wenn wir sterben! Von dir herab strömt Licht ins Grab; wir trocknen unsre Thränen ab. niß. Uns freut das heilige Vermächtniß vor deinem blut'gen Opfertod. Deiner nimmer zu vergessen, nah'n wir uns dem Altar und essen mit Dankgefühl des Bundes Brod. Wir trinken, Herr, mit Dank des Bundes heil'gen Trank, und geloben vor dir auf's Neu' der Tugend Treu', daß uns dein Tod stets Segen sei. Der Chor. 2. Zu der Tugend höhern Werken, zur Liebe jedes Herz zu stärken, dazu ward dieses Mahl geweiht. Wie sein Stifter zu wanbeln, fiets liebreich, gut 237 Hvorbereiten e Mel. Herr, wir singen deiner du woll'st sie zu und fromm zu handeln, sind wir entschlossen und bereit. Reicht, Christen, euch die Hand. Wir geh'n ins Baterland beßrer Wesen. Mit Freudigkeit geht im Geleit der Liebe durch Gefahr und Streit! 3. Sie erfüllt mit Muth die Herzen; sie duldet Alles. Denkt der Schmerzen, die Jesus für uns Menschen litt! Laßt uns treu einander lieben, treu jede Liebespflicht uns üben, für sie auch streiten, wie er stritt! Menschenliebe seinem Brod wir uns Alle. Der weih'n bei und Wein Wer Mitleid übt, gern hilft und deines Mahles Seligkeiten; sei mitten unter ihnen, Gott! Heil und Leben zu empfahen, laß sie, o Sohn, sich würdig nahen, durch dich vergessen Sünd' und Tod! Denn nur von Sünde rein sind sie, o Jesu, dein, deine Freunde. Laß, laß sie seh'n in jenen Höh'n von fern der Ueberwinder Lahn. Die Gemeinde. Mel. Jesus, meine Zuversicht 1. Die ihr seine Laufbahn lauft, theure, miterlöfte Brüder, all' auf Christi Tod getauft, alle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, fommt, 174 Werke und Wohlthaten Gottes. kommt, erneut euren Bund der Seligkeit. 2. Nehmet hin, und eßt sein Brod. Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Seht, wie er die Sünder liebt, da er selbst fich für sie gibt. 3. Die mit voller Zuverficht deines Heils, o Sohn, sich freuen, laß sie stets in diesem Licht wandeln, ewig dir sich weihen! Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth seyn! 4. Tröste, die in Traurigkeit über ihre Seele wachen; stärke, Herr der Herrlichkeit ihren Glauben; hilf den Schwachen! Die gebeugt von ferne steh'n, können unerhört nicht fleh'n. 5. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! gen! Sprich sie los, Gott, Jesu Christ, wann sie nun dein Mahl empfangen! Laß sie fühlen, ins Gericht femmen, die da glauben, nicht! 8. Augenblick voll heil' gen Grau'ns, voller Wonn' und süßen Bebens! Thenres Pfand des künft'gen Schau'ns, Neberzeugung jenes Lebens! Schütte deine Gnad' auf sie, alle deine Gnad' auf sie! 9. Nehmet hin, und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er in der Sünder Tød! 6. Hoherpriester, Jesu Christ, du bist einmal eingegangen in das Heiligthum, du bist als ein Fluch ans Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott!" 7. Hoherpriester, ja, du bist auch für diese eingeganDer Chor. 2. Nehmt und eßt zum ew'gen Leben! Nehmt hin, und trinkt zum ew'gen Le= ben! Der Friede Christi ſei mit euch! Nehmt und est zum ew'gen Leben! Nehmt hin und trinkt zum ew'gen Leben! Grerbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Sure Seele sei bis in den Tod getreu! Amen! Amen! Der Weg ist schmal! klein ist die Zahl der Sieger, die der Richter krönt! Die Gemeinde. 10. Jesu Christi Mittlertod werd in aller Welt verkündigt! Jesu Christi Mittlers Heiligung. Tertod, der vorm Richter uns entfündigt! Jesus Christ, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mit Gott versöhnt. 11. In das Chor der Himmel schwingt, schwingt, Herr, sich unser stammelnd Lallen. Wenn, von Seligen umringt, wir vor dir einst niederfallen, singt ein beß rer Lobgefang für dein Sterben Preis und Dank. 12. Ausgeschüttet warest du, warst, wie Wasser, hingegossen; suchtest, fandest keine Ruh'! Deine Todeswunden flossen, strömten über, ach, vom Blut, deines großen Opfers Blut! 13. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! 14. Deiner Zunge Durst war heiß; heißer noch der Durst der Seele! Müd', in deines Todes Schweiß hing dein Leib, und deine Seele lechzte schmachtender zum Herrn! Doch schien seine Hülfe fern. 15. O wie warst du fürchterlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Versöhner, dich, dich zu retten vom Verderben! Ewig faffen dein Gericht endliche Gedanken nicht! 175 16. Jesus rief: Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen? starb darauf den Kreuzestod. Wer kann diese Liebe fassen! Fluch und Tod sind nun nicht mehr! Gebt, ach gebt dem Mittler Ehr'! 17. Nehmet hin, und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! Der Chor. 3. Die dein Kreuz in jenen Tagen der Märtyrer dir nachgetragen, verließen oft des Bundes Mahl. um vorm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Freuden in des Todes Qual! Gib, Herr, Beständigkeit auch uns; nicht Luft, nicht Leid laß uns scheiden von dir, daß treu die Seele sei dir, der uns bis ans Kreuz geliebt! 238 N Dank für deine Mel. Wer nur den lieben Gott imm hin den Liebe, erhabner Mittler, Jesus Christ! Gib, daß ich nun mit Freuden übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist! Es müsse deines Todes Pein mir immerdar zum Segen seyn! 4 2. Heil Werke und Wohlthaten Gottes. 176 2. Heil mir! dein Brod ward mir gebrochen; ich trank, Herr, deines Bundes Wein. Von Herzen hab' ich dir versprochen, dir bis zum Tode treu zu seyn; und feierlich gelobt' ich's dir: sei du nun Hülf' und Beistand mir! 239 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele eiland, groß an Huld und Treue, fieh, ich widme dir auf's Neue, bei dem Denkmal deiner Liebe, dies mein Herz voll heißer Triebe, dir in meinem Lauf auf Erden immer dankbarer zu werden, und an deines Segens Gaben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dies Opfer dir gefallen! Du versprichst ja selbst es Allen, die nach deinem Heil verlangen, daß sie Gnad' um Gnad' empfangen, und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft dazu empfangen sollen. O wie könntest du das Flehen meines Herzens denn verschmähen! 3. Nein, ich trau' auf dein Versprechen. Herr, du kannst es mir nicht brechen; denn du siehest mein Bestre: ben, nur nach deinem Wort zu leben. Stärke mich denn zum Genusse deines Heils in dem Entschlusse, dich und deine heil'gen Lehren mit Gehorsam zu verehren. 4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich den dir schuldig bliebe: wie verwerflich würd' ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb, auch mir zum Leben in den Tod dich hinzugeben! Welche Qualen im Gewissen würd' ich einmal fühlen müssen! 5. Nein, so strafbar, so vermessen will ich nie der Pflicht vergessen, die dir, Herr, von mir gebühret, die zum wahren Heil mich führet. Ewig dir nur anzuhangen, ist mein sehnlichstes Verlangen. Hilf du selbst nur meiner Seele, daß sie nicht dies Ziel verfehle! 6. Bringe mich durch deine Gnade auf des wahren Glaubens Pfade immer näher zu dem Ziele, wo ich ganz mich selig fühle. Laß indessen mich hienieden deinen mir erworbnen Frieden immer reichlicher genießen, bis sich meine Tage schließen. 7. O wie wird mein Herz sich freuen! Welche Jubel wird dir's weihen, wenn du mich dorthin erhebest, wo du ewig herrschend lebest! Nichts wird dann mich weiter stören, dankvoll, Heiland, dich zu ehren; und du wirst mich mit den Freuden deines Himmels ewig weiden. Mel. Heiligung. Mel. Wann mein Stündlein 240 Werth des Sünders Herz empfindet, der reuvoll sich zu Gott befehrt, auf dich sein Heil nur gründet: auch ich, ich Sünder suche dich; erbarme dich auch über mich, und laß mich Gnade finden! 2. Ich nehm' an deinem Segen Theil; daß ich nicht trostlos bliebe, reichst du auch mir zu meinem Heil, dein Mahl, dies Pfand der Liebe. Ich nehm' es und empfinde dann, wie viel du auch für mich gethan, wie viel, mich zu beglücken. 3. Hier ist dein Leib, hier ist dein Blut, für mich dahin gegeben: du starbst, der ganzen Welt zu gut; erwarbst auch mir das Leben. Ich eß das Brod, ich trink' den Wein, um ganz mit dir vereint zu seyn, um ganz für dich zu leben. Heiland, der hohen 4. O laß mich deines Mahles Kraft in meinem Glauben stärken! Die Zuversicht, die es verschafft, treib' mich zu guten Werken, zum Eifer in der Heiligung, zur wahren Herzensbesserung, zum Kampf mit bösen Lüften! 177 sollte mich erkühuen, den Heiland, der für mich auch starb, und Heil erwarb, durch Sünden zu verläugnen? 6. Nein, göttlicher Erretter, nein, laß mich das Böse hassen, mich jeden Reiz der Sünde scheu'n, und Muth zum Kampfe fassen, dein Mahl nicht unbekehrt entweih'n und den Entschluß, dir treu zu seyn, mit Freudigkeit vollbringen. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. err, der du dein 241 Leben für mich in den Tod gegeben, mich soll deine Liebe dringen, deinen Willen zu vollbringen; drum komm' ich, von dir geladen, zu dem Mahle deiner Gnaden, dir mein ganzes Herz zu weihen, und den Bund heut zu erneuen. 2. Ja, dir schwör' ich's, mein Befreier von dem Tode, hoch und theuer, dich will ich mit allen Trieben meiner ganzen Seele lieben; immer will ich mich bestreben, nur nach deinem Sinn zu leben; mich soll weder Lust, noch Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden! 5. Wie? sollt' ich diesen Lüften noch zu meiner Schande dienen? Ich trüge noch ihr sklavisch Joch? Ich Noth und Schmerzen täg$ H5 lich 3. Ich gelob' aus treuem Herzen, meiner Brüder 178 Werke und Wohlthaten Gottes. lich brüderlich zu lindern, kunft rüsten, daß, wenn Elend, wo ich kann, zu heut dein Tag schon káme, mindern. Ich gelobe dir, keiner, Herr, vor dir sich mit Freuden, auch das Un- schäme! Großes Abendmahl recht still zu leiden, unge- der Frommen, Tag des Heils, duldig nie zu klagen, an wann wirst du kommen, daß Gott niemals zu verzagen. wir mit der Engel Chören, 4. Was du hassest, will Herr, dich seh'n und ewig ich haffen, ganz von dir ehren? mich leiten lassen, nie mit Borsaß dich betrüben, Alles, was du liebest, lieben. Doch ich kenne meine Schwäche, Jesu, da ich dies verspreche. Morgen ist wohl schon ge 242 brochen, was ich heute dir versprochen. 5. Darum hilf du mir, und stärke mich zu jedem guten Werke; komm' und eile, mich vom Bösen, das ich thun will, zu erlösen; hilf den ersten Reiz der Sünden, den, ach, den wir überwinden; laß mich ihre Folgen schrecken, und der Unschuld Freuden schmekfen!! 6. Laß mich deine Tren' ermessen, deine Liebe nie vergessen! Laß mich, weich' ich ab vom Guten, Herr, dich seh'n am Kreuze bluten! Liebe schlug dir deine Wunden; das soll mich in Dunkeln Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mit erhabnem Trost erquicken. 7, Gib, daß ich und alle Christen sich auf deine 3u( Nach der Kommunion.) Vol 242 Vnun die heil Mel. Wie groß ist des ollbracht ist ge Feier; verkündigt ward von uns dein Tod. O dein Gedächtniß sei uns theuer, und unvergeßlich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erfalten und vergeh'n; laß würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns seh'n! oder Mel, Besitz ich nur ein ruhiges Menschenfreund, mein Heiland, sei gepriesen für alle Tren', die du an mir erwiesen! durch dich bin ich mit Gott vereint. 2. Dein Beispiel zeigt den Pfad, den ich sollwallen. O führe mich nach deinem Wohlgefallen, bis sich mein Haupt im Tode neigt. Un Der Tod.dafjuli und Vergeltung. 5. Des Himmels Wonn' und Freuden ermißt fein sterblich Herz. O Trost für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Sündenüberwinder sei ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank! Unsterblichkeit 179 Der Tod. Mel. Befiehl du deine Wege 243 Die ie auf der Erde wallen, die Sterblichen, sind Staub. Sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns zur Gruft. 2. Getrost geh'n Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nah'n, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Netter, erzittert und verzagt. 13. Wann, dieſe Bahn zu 244 N mein AufentMel. Was Gott thut, das ist hier gehen, dein Will' einst mir gebeut; wann vor mir offen stehen Gericht und Ewigkeit; wann meine Kräfte beben und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, mir dann in meiner Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst! Und wann des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset haft. 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weih'n, die, aufgelöst zu werden, mit heil'ger Furcht sich freu'n! Bereit, es ihm zu geben, wenn Gott, ihr Gott, gebeut, geh'n sie getrost durch's Leben hin zur Unsterblichkeit. halt; ich bleibe nicht auf Erden. Das Herz, das jetzt noch kräftig wallt, wird einst entkräftet werden. Zerrüttet finkt, wann Gott mir winkt, mein Staub zum Staube nieder; mich selbst erhebt Gott wieder. 2 Ich selbst bin mehr, weit mehr als Staub; er ist nur meine Hülle. Ich selbst bin nicht des Todes Raub; ein Geist hat Lebensfülle. Wenn auch die Welt in Trümmer fällt; er jauchzt, daß er noch le56 bet, 180 Unsterblichkeit und Vergeltung. bet, und aus den Trüm- wie bald die Stimme schallt: mern schwebet. Verlaß das Land der Gräber! Dein Vaterland ist dir bekannt. O sei nur gut und weise, und rüste dich zur Reise! 3. Was fürcht' ich denn des Todes Macht? Sie kann mich nicht erreichen. Was kümmert mich des Grabes Nacht? Sie muß dem Tage weichen. O Tag des Danks, des wirst du meinen das dunkle Thal entrücken? e Preisgefangs! Wann 245 W falltas Laub, Mel. Jesus, meine Zuversicht ie im Blicken 4. Hier glänzt noch nicht mein höchstes Ziel. Was kann die Erde geben? Sie gibt, und gäb' sie noch so viel, kein reines Freudenleben. Mein Geist begehrt, was ewig währt, und ihn auch dann erheitert, wann alles Andre scheitert. wirst du einst, mein Leib, zerfallen; wirst verstäuben, Staub zu Staub, und, wie leicht Gewölk, verwallen, ruhen, in des Grabes Schooß jeden Erdenkummers los. 5. Er ist ein Glied der höhern Welt; er ist von Gott geboren. Für ihn ist, kämpft er nur als Held, die Krone nicht verloren. Er tritt hervor, und schaut empor; die Krone strahlt im Himmel, nicht hier im Erdgetümmel. 6. So kämpfe denn, mein froher Geist! sei muthig: du wirst stegen. Nur deines Leibes Band zerreißt; du selbst wirst nicht erliegen. Dein Lebensquell fließt ewig hell; er tränkt nach kurzen Leiden dich mit des Siegers Freuden. 7. Nur kurz ist hier dein Aufenthalt. O Dank dem Freudengeber! Wer weiß, 2. Doch nicht für die Erde nur gab der Vater mir das Leben; ich bin höherer Natur, soll vom Staube mich erheben; hier ist nur mein Uebungsstand, jenseits ist mein Vaterland. 3. Jenseits über'm Staub beginnt erst mein ächtes, wahres Leben; dort erst reift zum Mann das Kind, dort erst werd' ich mich erheben zu der Tugend, die nicht fehlt, Irrthum nicht für Wahrheit hält. 4. Dort erst ist mein Auge nicht trüb und schwach mehr für die Wahrheit; dort umgibt mich reines Licht; dort wird Alles mir zur Klarheit; dort erscheint mir unverhüllt sie, die Wahrheit, nicht ihr Bild. 5. Auf der immer lichtern Bahn seh' ich dann mit hellern Der Tod. lern Blicken, was, Erbarmer, du gethan, Menschen ewig zu beglücken. Dunkel war mir hier dein Plan; dort bet' ich ihn freudig an. 181 getreu, jeder Tugend Vorbild sei! 6. Jauchz', o Seele, fühle dich! Einst schwingst du dich auf vom Staube! Heil mir! Einst belohnet mich, wenn er thätig war, mein Glaube! Furchtbar ist mir nicht der Tod, wenn ich that, was Gott gebot. 7. Ohne Furcht und ohne Grau'n werd' ich ihm ent gegen gehen, werde Gott anbetend schau'n, werde, wie er ist, ihn sehen, weil mein Tod durch Jesum Christ Gingang in den Himmel ist. 3. Allen will ich nüßlich werden, ungehorsam keiner Pflicht, nie ein Aergerniß auf Erden, auch nach meinem Tode nicht. Seelen noch nach seinem Sterben ihre Freuden zu verderben, sie zu reizen, dich zu flieh'n: welch' ein Fluch! wie fürcht' ich ihn! 4. O wer wollte nicht auf Erden immer streben, gut zu seyn, um ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freu'n? Ja, ich will die Sünder locken, daß sie nie ihr Herz verstocken, und mit mir zum Ziele geh'n, deine Herrlichkeit zu seh'n. Mel. Alle Menschen müssen 5. Daß auch, was ich hinterlasse, nie zur Ungerech246 Diu leben, tigkeit, nie zu Bank und dir zu sterber, ewig, Vater, dein zu seyn, mit des Himmels from men Erben hier schon deiner mich zu freu'n, und mit ruhigem Gewissen einst mein Auge sanft zu schließen; diese Gnade wünsch' ich mir; die erbitt' ich mir von dir! bitterm Hasse meinen Grben Reiz verleiht, will ich früh schon weislich sorgen; denn mein Tod ist nicht verborgen. Freudig scheid' ich von der Welt, hab' ich so mein Haus bestellt. 2. Daß ich's könne, laß mich streben, frei von Wahn und glaubensvoll und gerecht vor dir zu leben, und zu leisten, was ich soll! Ja, mein Gott, gibt Licht und Stärke, daß im Fleiße guter Werke ich beständig dir 6. In den letzten Augenblicken sei mein Herz von Sorgen frei! Sagen müss' ich voll Entzücken: Du, mein Vater, stehst mir bei, du, dem ich nun meine Seele und die Meinigen empfehle! Welch' ein Ende! Guter Gott, gib mir einen solchen Tod! H7 Mel. 182 Unsterblichkeit und Vergeltung. Mel. Valet will ich dir geben trauet meine Seele, dich 247 Gern will ich lobt, was in mir ist, Fr= löser meiner Seele, der du die Liebe bist. mich ergeben, dich zu verlassen, Welt; ich geh' zum bessern Leben, so bald es Gott gefällt. Was Mel. Nun laßt uns den Leib wär's, das mich betrübte? 248 Wie ficher lebt Mensch, Dort schau' ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gesehn. der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: Kommt her, beladne Herzen, zu mir und sindet Ruh'! Dies Wort aus deinem Munde laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner letzten Stunde mir Geist und Leben seyn! 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubigen Entzücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: Ich denk' in Glück und Noth im Herzen oft an meinen. Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 4. Der frohe Siegsgedanke: Wo ist dein Stachel, Tod? stärk' mich, daß ich nicht wanke in meiner Todesnoth! So ist, ob- 5. Der Tod ruft Seelen gleich ich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ich's bin. vor's Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Nath der Herzen offenbar. 5. Du schriebst in's Buch des Lebens auch meinen 6. Drum, da dein Tod Namen ein. Dein Blut dir täglich dräut, so ſei kann nicht vergebens für stets wachsam und bereit; mich vergoffen seyn. Dir prüf' deinen Glauben als ein Der Tod. ein Chrift, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der legten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu seyn: dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt sich vom Bösen kehrt. Mel. Wann mein Stündlein ein gläubig Herz, von Lieb; 249 Du wirst, o Vaz für mein Wohl auch einst im Tode sorgen; nur wann und wie ich sterben soll, das hast du mir verborgen. Mein Ende steht allein bei dir. Erhalte nur den Glauben mir, daß du es weislich ordnest! erfüllt: dies ist es, was vor Gott nur gilt. 9. Die Heiligung erfor dert Müh'; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir! 10. Der Zweck, zu welchem du hier lebst, dein Ziel, wornach du weise strebst, und was dir ewig Heil verschafft, ist Tugend durch des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes seyn; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. 12. Wie oft vergeß' ich diese Pflicht; Herr, geh' mit mir nicht ins Gericht; drück' tief des Todes Bild mir ein, und laß es in mir wirksam seyn; 183 Treu' die Frucht des Geistes in ihm sei; 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh', stets meiner Schwachheit widersteh', und freudig durch des Glaubens macht im Tode ruf: Es ist vollbracht! 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried' und 2. Gib, daß ich meine höchste Lust an meinem Heiland habe, und, seiner Liebe mir bewußt, ihm folge bis zum Grabe! Auf ihn, der für die Sünder starb, und Trost und Hoffnung mir erwarb, laß freudig mich vertrauen! 3. Die Kraft, zu denken, bleibe mir, wenn's seyn kann, bis ans Ende, damit mein Geist sich stets zu dir und deiner Gnade wende, und voll Gedanken, Gott, an dich zuletzt von diesem Leibe sich getrost und ruhig scheide. 4. Soll ich gewaltsam, o mein Gott, und schnell und angstvoll sterben; so führe nur auch dieser Tod mich zu des Himmels Erben! Ach, hilf Unsterblichkeit und Vergeltung. 184 hilf nur, daß ich allezeit zur Rechenschaft vor dir bereit, als Christ die Welt verlasse! 5. Empfind' ich keine Freudigkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille der Gelassenheit aus meinem bangen Herzen; dann guter Vater, rechne du die Schwachheitsfehler mir nicht zu, die ich begehen ich begehe könnte! 6. Nimm auch verborgne Seufzer an, und laß, wenn ich nicht beten, nicht denken und empfinden kann, mich deinen Sohn vertreten! Geheiligt müss' ich dir nur seyn; dann bin ich, Gott, mein Vater, dein im Leben und im Tode! 7. Ja, bleib' ich immer, wo ich bin, nur dir, o Herr, ergeben, dann ist der Tod nur mein Gewinn, und Christus ist mein Leben. Und geh' ich nur zum Himmel ein, so will ich mich des Endes freu'n, ich sterb' auch, wie ich wolle. 2. Gott, welche feierliche Stunde; wann du mich nun der Erd' entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlösten nicht. 3. Der Leib wird schwach, die morsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; ich eile hier mit jedem Schritte entgegen einer bessern Welt. Ich bin getrost und zittre nicht; denn Gott ist meine Zuversicht. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser, starbst? Gr ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Du gingst voran: ich folge dir; zum Leben wird der Tod auch mir. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen, und mir den letzten Schrecken drau'n; du halsst mir, Herr, die Welt bezwingen; den Tod darf ich mit dir nicht Mel. Wer nur den lieben Gott den Gott verspricht, so nah am Ziele sink' ich nicht. - ch 250 So dem Lohn, im Tod erheben, selbst nah am Grabe preis' ich dich: zum Segen gabst du mir mein Leben; nimmst du es mir, du segnest mich! Mein Leben sucht' ich dir zu weih'n: mein Tod soll auch dir heilig seyn! 6. Du wachest über meine Seele, wann ihre Stärke sich verliert, gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht, Der Tod. scheucht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am Grabe preis' ich dich; denn ewig werd' ich bei dir leben, und ewig freu' ich dei ner mich. Durch dich ist Sterben mir Gewinn! Wohl mir, daß ich erlöset bin! 185 meiner Seligkeit deine Gnade mir verleiht! 5. Deine schonende Geduld trage hier mich nicht vergebens! Herr, verzeihe mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wohl so benußte, wie ich soll! 6. Laß mich meine Besserung für mein Hauptgeschäfte achten und nach meiner Heiligung mit so treuem Gifer trachten, als erwartete noch heut' mich Gericht und Ewigkeit. Mel. Jesus. meine Zuversicht err, ich hab' aus 251 He deiner Treu', mir zum Heil, noch Zeit in Händen. Gib, daß ich stets eifrig sei, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft! ein 2. Schnell und unaufhaltbar flieh'n die mir zugezählten Stunden. Wie Traum sind sie dahin, und auf ewig dann verschwun- 252 den. Dieser Augenblick ist mein; wird es auch der künft'ge feyn? 3. Laß mich bei der Flüchtigkeit meiner Tage nie vergessen, wie unschäßbar sei die Zeit, die du Herr, uns zugemessen; wie was hier von uns geschieht, ew'ge Folgen nach sich zieht! 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, jede Stunde auszukaufen, die zu and 7. Deine Gnade steh' mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an Tugendfrüchten sei, und ich reif zum Himmel werde! Nahet dann mein Ende sich, o so stärk und tröste mich. Mel. Dein sind wir, Gott, in ein Leben steht Gottes Hand; er thu', was er mir heilsam fand! Er zählte mir, so wie mein Haar, schon eh' ich war, auch meine Lebensstunden dar. 2. Ich nüße mit Zufriedenheit die Tage meiner Sterblichkeit. Wie väterlich versüßt sie Gott! Doch Müh' und Noth sind ihr Gefolg', und dann der Tod, 3. Die Blume pranget und fällt ab; so blüht der Mensch und sinkt ins Grab. Nicht 186 Unsterblichkeit und Vergeltung. Nicht Jugend schüßt, nicht strbst, wünschen wirst, geStand, noch Geld; Nichts lebt zu haben! Güter, die in der Welt ist, was ihn du hier erwirbst, Würden, davor sicher stellt. die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreu'n; diese Güter sind nicht dein. 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft auf's Ende meiner Pilgerschaft? Und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir. 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, wo mancher Christ schon froh vorangegangen ist. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 6. Froh werd' auch ich, wenn dir's gefällt, ein Bürger der vollkommnen Welt. Den Meinen sag' ich auf dein Wort: Gott, unser Hort. vereint uns bald auf ewig dort. 7. Den Trost, o Jesu, dank' ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du hast's verheißen: Ihr seid mein; auch ihr sollt seyn, wo ich bin, und euch ewig freu'n. Mel. Jesus, meine Zuversicht 253 M eine Lebenszeit verstreicht; stündlich eil' ich zu dem Grabe. Und was ist's, das ich vielleicht hier noch zu erwarten habe? Denk', o Mensch, an deinen Tod, säume nicht: denn Eins ist Noth. 2. Leb, wie du, wann du 4. Wann in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht! Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet' und wache. Sorge nicht, wie bald du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur, den Tod nicht scheu'n, lern' auch, seiner dich erfreu'n. 6. Ueberwind' ihn durch Vertrau'n, sprich: Ich weiß, an wen ich glaube; weiß, ich schwinge, Gott zu schau'n, mich empor einst aus dem Staube. Er, der rief: Gs ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebeir versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre Der Tod.bildn lehre du mich selbst bedenFen; lehie du mich's jeden Tag, daß ich weiser werden mag! Mel. Wer nur den lieben Gott 254 M ein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches 187 5. Drum, liebster Gott, wann ich nun sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir! Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe, und hab' ich ihn im Glauben hier, so gilt mir's gleich, und geht mir's wohl, wann, wie und wo ich sterben soll. Mel. Mein ganzer Geist, Gott Grbe, das ewig dauert und 255 Wie wird mir besteht. mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann! dann, dann mir seyn, wann ich, mich ganz des Herrn zu freu'n, 2. Mein Gott, ich weiß in ihm entschlafen werde? nicht, wann ich sterbe; kein Von keiner Sünde mehr Augenblick geht sicher hin. entweiht, entladen von der Wie bald zerbricht doch eine Sterblichkeit, nicht mehr Scherbe! die Blumen müs- der Mensch von Erde! Freu sen bald verblüh'n. Drum dich innig, meine Seele, mache du mich stets bereit hier in der Zeit zur Ewigfeit! und erwähle schon hienieden, was dir dient zum ew'gen Frieden. 2. Besiege denn des Todes Grau'n, mein Geist; er ist ein Weg zum Schau'n, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich! In's Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh' ist unvergänglich, überschwenglich! Die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 3. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, fu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Macht, eh' ich dies Flehen noch 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, weil auch der Tod viel Wege hält. Dem Einen wird das Scheiden herbe, sanft geht ein Andrer aus der Welt. Doch, wie du willst; gib nur dabei, daß ich wohl zubereitet sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mich einst bedeckt. Doch wenn ich nur den Trost ererbe, daß mich dein Ruf z zum Leben weckt; so nehm' ich jede Stelle ein: die Erd' ist allenthalben dein. Unsterblichkeit und Vergeltung. 188 noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Bater, ich befehle meine Seele deinen Händen; laß mich meinen Lauf gut enden! 4. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit; die Hütte meiner Sterblichkeit, wird sie erst spät zertrümmert: laß mich, Bater, reiche Saaten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der 5. Wie wird mir dann, 257 W vorhanden ist, Mel. Wann mein Stündlein meine Zeit wann o dann mir seyn, ich, mich ganz des Herrn zu freu'n, ihn dort anbeten werde? Von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig! heilig! heilig! singen wir dir, bringen Preis und Ehre! dir, der war und seyn wird, Ehre! scheiden, auch heute schon mein Gott; so geh' ich hin mit Freuden, und sterb' auf sein Gebot. 4. Ich hoff' ein beßres Leben, das nimmermehr verfließt. Ein Leib wird mich umgeben, der ewig herrlich ist. 5. Dann eil' ich dir entgegen, mein triumphirend Haupt, und seh' entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. Mel. Christus, der ist mein ch Beben zu meinem Tode hin; denn Christus ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn. 2. Ich scheue nicht die Schrecken der nahen dunklen Gruft; Gott wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Und rief mich, abzuvon dieser Welt zu scheiden, ach, so verlaß, Herr Jesu Christ, mich nicht in meinen Leiden! An meinem End' empfehl' ich dir, Herr, meine Seele, die du hier zum Himmel haft gebildet. 2. Wenn Angst und Todesfurcht mich drückt, mich mein Gewissen naget: so wird mein Herz mit Trost beglückt, das sonst voll Un256 tröstet in der letzten Noth dein Leiden und dein Kreuzestod, dadurch du mich erlöſet. 3. Ich bin, o Herr, mit dir vereint: deß freu' ich mich von Herzen; ich weiß, du bleibest auch mein Freund in Todesnoth und Schmerzen. Und sterb' ich, o so sterb' ich dir; die frohe Hoffnung Der Tod. ildniell 189 nung hast du mir durch dei- lassen übergeben, ist wahre nen Tod erworben. Ruh' und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nüßen, es dankbar, als ein Gluck, besigen, verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen seyn. Er soll den Wunsch zum Leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleih'n. 258 Gelig find des 3. Ermattest du in deinen Pflichten: so laß den Tod dich unterrichten; wie wenig deiner Tage sind! Sprich: Sollt' ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, Mel. Herr, wir siugen deiner es auszuüben, ist kurz, und elig sind des sie verfliegt geschwind. Himmels Er- 4. Denk' an den Tod, wann böse Triebe, wann Lust der Welt und ihre Liebe dich reizen, und ersticke sie. Sprich: Kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt' ich auch die Welt erwerben, der Sünde Lockung folg' ich nie. 5. Denk' an den Tod, wann Ruhm und Ehren, wann deine Schäße sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Dent' an die Eitelkeit der Erden, daß, wann sie dir entrissen werden, du dann dich nicht so 6. Denk 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd' ich einst auferstehen, ins Reich, das mir verheißen ist, aus meiGrabe gehen; denn wo du bist, soll ich auch seyn, und deiner Herrlichkeit mich freu'n, die dir dein Gott gegeben. nem 5. So wird mein Sterben mir versüßt; der Tod kann mich nicht schrecken: er ist ein Schlaf auf kurze Frist, und Jesus wird mich wecken. Er, mein Erlöser, Gottes Sohn, wird mich mit sich zu Gottes Thron in's ew'ge Leben führen. ben, die Todten, die im Herren sterben, zu Auferstehung eingeweiht. Nach den legten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie frei von der Erde Müh'. Gelobt ſei Gott! Vor seinen Thron, zu seinem Sohn begleiten ihre Werke ste. In eigener Melodie. 259 Was as sorgst du ängstlich für dein Leben? Es Gott ge- sehr betrübst. Unsterblichkeit und Vergeltung. 190 6. Denk' an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Luft sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu versüßen: Welch Glück werd' ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! er wird mich flerbend nicht verlassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. 11. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen; so wirst du ihn nicht zitternd scheu'n: so wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung seyn. 7. Denk an den Tod, wann deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben. Sprich: Bin ich hier, um reich zu seyn? Heil mir, wann ich in Christo sterbe. 260 Wer nahe mit Mel. Wer nur den lieben Gott weiß, wie Dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist des Himmels Reichthum mein. mein Ente? Die Zeit geht hin, es kommt der Tod. Ach, wie geschwind, ach, wie behende kann kommen Gott, meine Todesnoth! gebe dann mir Kraft und Muth, und mach's mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war;. so lang ich lebe auf der Erden, leb' ich in steter Tod'sgefahr. Ich, der ich jetzt gesund noch bin, sink', eh' ich's denke, kraftlos hin. 3. Herr, lehr' mich stets an's Ende denken, und laß mich, eh' ich sterben muß, das Heil der Seele wohl bedenken, und nicht verschieben meine Buß'; denn jener ernste Augenblick bestimmt mein ewiges Geschick. 4. Laß zeitig mich mein Haus bestellen, daß ich bereit 8. Denk an den Tod, wann Leiden kommen, Sprich: Alle Trübfal eines Frommen ist zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ist's, der mir die Krone reicht. 9. Denk an den Tod, wann freche Notten des Glaubens und der Tugend spotten, und Laster stolz ihr Haupt erhöh'n. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die Frechen; doch endlich kommt er, sich zu rächen, und plößzlich werden sie vergeh'n. 10. Dent' an den Tod zur Zeit der Schrecken, wann Pfeile Gottes in dir stecken; du rufft und er antwortet nicht. Sprich: Nein, mich kann der Herr nicht hassen; Der Tod.drünl 191 reit sei für und für, und In voriger Melodie. ſagen könn' in allen Fällen: 261 Noch leb' ich! Ob Herr, wie du willst, so mit mir! Hilf, daß bei jedem Glockenschlag ich an mein Ende denken mag. morgen lebe, ob diesen Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe, und treu erfülle meine Pflicht! Dann bin ich, ruft er mich noch heut', zu meiner Rechenschaft bereit. 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume, und fällt oft schon am Abend ab. So sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, oft eh' er's denkt, in's Grab; und Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht? 3. 5. Erhebe meinen Sinn zum Himmel, verbitt're mir der Sünden Lust. Gib, daß in diesem Weltgetümmel mir Nichts, als Unschuld, ſei bewußt; so eilt, wann diese Hütte fällt, der Geist in eine bess're Welt. 6. Ach, Vater, deck' all' meine Sünde 11111 Jesu Christi Willen zu, damit ich hier Vergebung finde, und dort bei dir vollkomm' ne Nuh'! Du warst mein Gott in jeder Noth; drum sei auch Vater mir im Tod! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod; er bleibt im Leiden meine Freude, mein Schuß, mein Alles in der Noth. r endet selig meinen Lauf, und nimmt mich dann im Himmel auf. 8. Co fomm' mein End' heut oder morgen; ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt. Er ist's, der mich in allen Sorgen, er ist's, der mich im Tod erquickt. Er stärfet mir dann meinen Muth, und macht's mit meinem Ende gut. Entziehe dich dem Weltgetümmel: hier ist der Kampf, dort ist die Nuh'. Auf! streb' und ringe nach dem Himmel, eil' deiner beff'ren Heimath zu! Wie bald verfließt der Prüfung Zeit, und dann, dann kommt die Ewigkeit! 4. Verschiebe niemals deine Pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bist, das eile heute zu verrichten; wer weiß, ob's morgen möglich ist? Nur dieser Augenblick ist tein; der nächste wird's vielleicht nicht seyn. 5. O Gott, verleihe mir die Gnade, führ' du mich selbst durch deine Kraft der Tugend ebne, sichre Pfade, erhalte mich gewissenhaft und Unsterblichkeit und Vergeltung. 192 und immer tren in dem Beruf, zu dem mich deine Liebe schuf! 6. Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Segen für die Ewigkeit, ich lebe dann hier nicht vergebens, und nüße redlich meine Zeit, und seh, mit dir ergebnem Sinn, auf Tod und Grab und Zukunft hin. um Hülfe sleht. Wenn ich mich heute nicht erbarme, vielleicht ist's morgen schon zu spät; und dann, was bringt die Aerntezeit? Die Frucht der Ungerechtigkeit. 5. Mein Pfund erst morgen wuchern lassen, welch ein Gedanke voll Gefahr! Kann ich nicht Abends schon erblassen, wenn ich noch Morgens fröhlich war? O Mensch, ach, säum' im WohlIn voriger Melodie. 262 Wer weiß, wie thun nicht! Nur dies ist Weisheit und ist Pflicht. bald in tiefer Stille die Stunde meines Abschieds schlägt, wie bald man meines Geistes Hülle zu meinen Vätern schlafen legt? Wer weiß, ach, wer bestimmt die Zeit des Eintritts in die Ewigkeit? 2. Du weißt es, Gott, der meine Tage schon längst mit Weisheit niederschrieb, du, der im Glück und unter Plage mein liebevoller Bater blieb. Von dir, der mir den Odem gab, hängt auch mein letzter Odem ab. 3. Vielleicht in wenig Augenblicken rückt schon das große Ziel heran, wo ich nicht And're mehr beglücken, nicht an mir selbst mehr bessern kann. Wie bald, wie schnell erscheint die Nacht, die meinem Thun ein Ende macht. 4. Vielleicht ist dies der legte Arme, der kläglich mich 6. Die Kraft von meinen besten Jahren sei Gott, dem Heiligen, geweiht. Die Buße bis in's Alter sparen, ist schreckliche Vermessenheit. Zu spät verschwindet oft der Wahn, da man auch schlafend sterben kann. 7. Wie leicht raubt Schmerz und Fieberhiße mir Uleberlegung und Verstand! Wenn ich in Todesängsten schwiße, wer macht mich dann mit dir bekannt? O Gott, vielleicht ein Fall, ein Schlag. bestimmt mir meinen Sterbetag. 8. Laß, Höchster, deinen Geist mich leiten! Er mache mich von Sünden rein! Dann wird der Tod zu allen Zeiten mir nur ein Friedensbote seyn. Du kommst, vielleicht zu Mitternacht! D wohl dann ewig dem, der wacht. Mel. Der Mel. Was Gott thut, das ist ch bebe nicht 263 Id vor Tod und schlummernden herab sinkt schon des Himmels Friede. Aus aller Noth erlöst der Tod; der Augenblick des Scheidens ist auch das Ziel des Leidens. Die Auferstehung. In eigener Melodie. meine ZuGrab! ruht der Müde; auf den Gut 264 Jefus, in aut 2. Es gibt ja Nichts auf dieser Welt, was meine Sehnsucht stillet; nur dann, wann diese Hülle fällt, wird erst mein Wunsch erfüllet. Zum Sternenchor steig' ich empor, vom Schattenthal zur Klarheit, von Täuschung zu der Wahrheit; 3. Von hier, wo oft die Unschuld weint, und oft das Laster steget, bis der Vergeltungstag er scheint, wo dieses unterlieget. Die Klage schweigt; der Jubel steigt! Der Unschuld schönste Freuden blüh'n aus der Saat der Leiden. Tod.in infi 4. Drum freu' ich mich im Glauben schon auf jenes beßre Leben, denn unfrer Tugend vollen Lohn will Gott uns dann erst geben. Was Tod uns heißt, befreit den Geist; er muß zu allen From men als Engel Gottes kommen. 193 und ich soll mit ihm leben! Dieses weiß ich; sollte nicht sich mein Herz zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanfen macht? 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! Ich erwarte mit Vertrauen, daß er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden. Gr, der selbst den Tod empfand, hat für mich ihn überwunden; auch im Tode bleib' ich sein, ewig seiner mich zu freun. 4. Dieser Körper nur ist Staub; er nur sinkt zurück zum Staube. Nie wirst du des Todes Raub, du, mein Geist! Ofel'ger Glaube! Heil mir! mein Erlöser lebt, der mich einst zu sich erhebt. 5. Dann wird mich, statt dieser Haut, ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut, ein Gebild' für's höh're Leben; und in diesem Leib seh' ich, mein Erlöser, ewig dich! 6. Ob dies Aug' im Tod auch bricht, wird's doch seinen Unsterblichkeit und Vergeftung. 194 nen Retter kennen; und wie freudig werd' ich nicht dann ihn den Vollender nennen, wann er von der Sterblichfeit dieser Erde mich befreit! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird und kann nicht untergehen. Irdisch werd' ich ausgesät, himmlisch werd' ich auferstehen. Nimm, Verwesung, mein Gebein; ich, ich werd' unsterblich seyn! 8. Seid getrost und hocherfreut: Jesus fennt euch, seine Glieder! Christen, wehrt der Traurigkeit; sterbt ihr, Jesus weckt euch wieder, wann sein mächt'ger Ruf erschallt, der durch alle Gräber hallt! 9. Wo ist dein Triumph, o Tod? Nimm den Staub hin., Ohne Grauen folgen wir, wir werden Gott, werden den Erlöser schauen. Unser ist der Sieg, und Heil ewig, ewig unser Theil. 10. Darum, Christen auf! erhebt euren Geist von dieser Erden; lebet hier dem Heiland, lebt ihm, dem ihr sollt ähnlich werden! Wer sich seiner dort will freu'n muß hier rein und heilig seyn! Mel. Wer nur den lieben Gott ch bin zur Ewigkeit geboren, für eine beßre Welt be= 265 stimmt; mein Leben geht dann nicht verloren, wann hier das Grab den Leichnam nimmt. Zu groß bin ich für diese Zeit; mein Loos ist die Unsterblichkeit. 2. Was ist die Welt, was Glück und Ehre? Wär' auch ihr ganzer Reichthum mein; er bliebe, wenn kein Himmel wäre, für meine Wünsche doch zu klein. Mein Geist find't nicht im Staube Ruh'; er eilt erhab'nern Gütern zu. 3. Es schuf mich ja der Gott der Liebe zum höh'ren Glück, zu höh'rer Lust, und pflanzte selbst dazu die Triebe so stark, so tief in meine Brust. Er, der mit Sehnsucht mich erfüllt, läßt wahrlich sie nicht ungestillt. 4. Der Wunsch, ihn ewig treu zu lieben, der höh'ren Wahrheit Licht zu seh'n, der hier noch unerfüllt geblieben, muß einst noch in Erfüllung geh'n. So Gott die sen Trieb mir gab, erstirbt er nimmer in dem Grab. 5. Gott ist gerecht, er wird einst richten: die Tugend wird durch ihn gekrönt. Er wird, was sie gedrückt, vernichten; erhöhen, die man hier verhöhnt. Das Laster, mag es hier sich freu'n; dort kann es nimmer glücklich seyn. 6. Ist's möglich, kann Gott Die Auferstehung. 195 Gott anders handeln? Gilt und freundlich lächelt er mir denn kein Recht in seinem zu: Unsterblich, freu' dich, Reich? Die Frommen, die Mensch, bist du! hier vor ihm wandeln, sind die den Uebelthätern gleich? Nein, Tugend siegt! Ich sterbe drauf: Gott weckt mich zur Vergeltung auf. 2. Die Sonne löst dem Schmetterlinge das Band mit ihrer Strahlenmacht, sieh, er erhebt die zarte Schwinge, geschmückt mit neuer Frühlingspracht, und winkt in höhrer Lust mir zu: Unsterblich, freu' dich, Mensch, bist du! 7. Er weckt mich auf aus meinem Staube: dies hofft mein Herz, dies sagt sein Wort. Dies Wort, laut triumphirt mein Glaube, treibt mächtig alle Zweifel fort. Wie froh erhebt sich nun mein Geist, da Gott ihn selbst unsterblich heißt! 8. Mein Jesus lebt! Wer will mich tödten? Er sichert mir Unsterblichkeit. Er gibt mir Muth in Todesnöthen, und leitet mich zur Seligkeit. Auch dieser Leib muß auferstehn, vollkommner einst zum Himmel gehn. 9. Ihr Thäler finkt! Fallt, Berge, nieder! Mein fester Glaube fürchtet Nichts. Ich sterbe; doch erwach' ich wieder am Morgen eines ew'gen Lichts. Dann fängt mein neues Leben an, und Gott, wie selig bin ich dann! In voriger Melodie. 266 Der Lenz erfreuet, was da lebet, er bricht des Winters Fesfeln los; der Blumen schöner Flor erhebet verjüngt sich aus der Erde Schooß, 3. Mir hat Gott Forschungsgeist gegeben, und Wünsche, die die Welt nicht stillt. Heil mir! sie bürgen mir ein Leben, wo sich des Höchsten Rath enthüllt. O, Himmelsahnung ruft mir zu: Unsterblich, freu' dich, Mensch, bist du! In eigener Melodie. 267 auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh'; unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben! Halleluja! 2. Wieder aufzublüh'n, werd' ich gesät. Der Herr der Aernte geht, und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, meines Gottes Tag! Wann ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden 32 wird's Auferstehn, ja Unsterblichkeit und Vergeltung. 196 wird's dann mir seyn. Mit Jesu geh' ich ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, in's Allerheiligste führt mich mein Mittler dann; lebt' ich im Heiligthume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! Gottes Rath am Kreuz verschied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott, dich hier getrennt von deinem Gott. 2. Du, zur Unsterblichkeit erlesen, schwingst dich empor zu Gottes Licht, und schaust den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angesicht; bewunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, was hier kein Sterblicher erklärt, was hier vollkommen einzusehen der Weiseste umsonst begehrt. Dann täuscht dich Wahn und Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, o den erblicken, den hier allein der Glaube sieht, den, der, dich ewig zu beglücken, nach 5. Wenn nun der Tag des Herrn erscheinet, verläßt dein Leib der Gräber Ruh'. Zum zweitenmal mit dir vereinet, wird er unsterblich, so wie du. O Seele zittre länger nicht, daß deiner Hütte Bau zerbricht! Mel. Wer nur den lieben Gott arum erbebst 268 Wa du, meine Seele, bei dem Gedanken an das Grab? Nicht dich umMel, Jesus, meine Zuversicht schließt einst seine Höhle; 269 Selig, Jeſu, find, nun schon nur deine hinab. Nur sie, weil sie Gott schuf aus Staub, nur sie wird der Verwesung Raub. im friedenvollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn, und sich Gottes größter Gabe, eines ew'gen Lebens freu'n! Möchten wir es auch schon seyn! 2. Doch du willst, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, die des Lebens Kron' erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch so, wie sie, zu Gott! 3. Du, du selber lebteſt hier vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hast du, Göttlicher, gelitten. Standhaft laß im Kampf mich stehn, stets auf dich, Vollender, sehn! 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach nur eine kurze Stunde gegen jene Gwigfeit. Die Auferstehung. keit. Aber an der kurzen Stunde hängt( dies präge tief uns ein) ew'ge Wonn' und ew'ge Pein. 5. Gib uns Weisheit, gib uns Kraft, diese Stunde wohl zu nüßen, und bei'mSchluß der Pilgerschaft wollest du uns unterstüßen! Laß auf dich uns freudig schau'n, dein begehren, dir vertrau'n! 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der beßren Welt laß uns wenn wir sterben, schmecken! Flöß' uns jetzt den Muth schon ein, in dem Tod getroft zu seyn! 197 len Nath wird der Richter offenbaren. Jedem wird für jede That dann Vergeltung widerfahren; wie er hier den Saamen streut, ärntet er in Ewigkeit. 3. Dann verstummt der Thoren Spott, Frevler stehen dann und beben. Heilig und gerecht ist Gott, und er sah ihr Sündenleben. Wer beschränkt des Richters Kraft, wenn er cuft zur Rechenschaft? 7. Und wenn wir vom Kampsplaß nun zu den Todten Gottes gehen, woll'st du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefst du einst: Es ist voll bracht! 4. Wer hier seine Zeit verträumt, nur nach Sins nenfreuden schmachtet, seines Geistes Wohl persäumt, Menschen quälet und verachtet, und sich reuvoll nicht bekehrt, fühlt sich dann der Strafe werth. 5. Nur ein weises frommes Herz darf nicht vor dem Richter zittern; nur den Christen wird kein Schmerz dort am Gnadenthron erschüttern. Heilig war ihm seine Pflicht; es verdammt sein Herz ihn nicht. Das Gericht. In voriger Melodie. 6. Christen, Christen, richtet nicht! Laßt den Herrn Er 270 Im fommt die bringt Alles einst an's Licht, mmer näher Zeit, stündlich eil' ich ihr entgegen, wo der Herr auch mir gebeut, meine Rechnung abzulegen. Dann wird Alles, Alles klar, wie ich lebte, wer ich war. wird einst jede Nacht erhellen. Lieber duldet, lieber weint, bis sein großer Tag erscheint! 2. Selbst des Herzens stil7. Laßt uns nur gewissenhaft stets nach Gottes Willen handeln, eingedenk der 33 Re 198 Unsterblichkeit und Vergeltung. Rechenschaft, fromm auch im Verborgnen wandeln, selbst die kleinste Sünde scheu'n, und Verehrer Jesu seyn! Mel. Wer nur den lieben Gott 271 WGottes e- nicht erfren'n? enn ich auf gen wanke, und straucheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er hat's verfündigt, sein Gericht ist unausbleiblich: strauchle nicht! 2. Der Weg der Tugend, den ich walle, sei rauh und steil, wo führt er hin? 3um Himmel, wenn ich Gott gefalle, wenn ich getreu und standhaft bin, gestärkt, o Gott, durch deine Huld zur Selbstverleugnung, zur Geduld. wartet meiner, wenn ich mit brüderlichem Sinn den Nächsten lieb', und gern mich seiner erbarm', und Jesu ähnlich bin. Wie könnt' ich hart und lieblos seyn? Betrübte seh'n, und 3. Oft will ich zu mir selber sagen: Die Welt vergeht mit ihrer Lust! Wohl mir, bin ich bei allen Plagen nur keines Frevels mir bewußt! Es kommt, es kommt die Ewigkeit, die mich aus jeder Noth befreit. 4. Ginst werd' ich Jesu Stimme hören: Der du zu meiner Rechten bist, du warst gehorsam meinen Lehren; nimm hin, was dir bereitet ist! Komm', erbe meines Baters Reich; sei selig und den Engeln gleich! 5. Solch' eine Wonne 6. Dort, dort trifft den, der ohn' Erbarmen nie menschenfreundlich sich beweist, der, fühllos bei der Noth der Armen, Bedrängte nie erquickt, noch speist, den Hungrigen sein Brod nicht bricht, ein unbarmherziges Gericht. 7. Fühllose, wird der Richter sagen, verschlossen habt ihr eure Hand, verachtet eurer Brüder Klagen. Entweicht! Ich hab' euch nie erkannt! Für den, der Brüder nicht erfreut, ist freudenleer die Ewigkeit! 8. So wirst du jede Sünde richten, gerechter Richter, wenn du einst den Uebertretern ihrer Pflichten in deiner Majestät erscheinst. Dann wird der Fromme sich; erfreu'n, dem Bösen Alles schrecklich seyn. 9. Gib mir, o Vater, Muth und Stärke, damit mein Glaube, dir getreu, geübt in jedem guten Werke, bewährt und dir gefällig fei; so werd' ich ewig selig seyn, mich ewig deiner, Gott, erfreu'n. Mel. Das Gericht.ndjall 199 tes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn; er kommt und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, versammeln sich die Schaaren, die seit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie des Meeres Sand; hier stehn sie vor dem Nichter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wa das Recht die Waage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt fein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht; der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar; zu der, die ihm nicht folgsam war: Hinweg von mir, Verbrecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn: Stürzt über uns zusammen, ihr Welten, fallt, daß wir ver gehn, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber stehn im Licht des Frie34 dens, Mel. Aus der Tiefe rufe ich 272 H err und Richter aller Welt, der auch mir mein Urtheil fällt, Jesu, nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen kann! 2. Mache mich von Sünden frei, fest im Guten, dir getreu; so erschrikt, hältst du Gericht, vor dir meine Seele nicht. 3. Millionen preisen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. O bereite auch an mir solche Lobgesänge dir! 4. Die dir folgen, führest du sicher deinem Himmel zu. Führ auch mich einst dahin ein: nur der Deine will ich feyn. 5. Folgen will ich deinem Wort; hilf mir gnädig darin fort, bis mein Lauf, Herr Jesu Christ, selig hier vol lendet ist. 6. Fröhlich hör' ich's dann von die: Komm, Gesegneter, zu mit! Nimm an meiner Wonne Theil! Dein ist nun mein ganzes Heil! 7. Und frohlockend preis ich dann, was du, Herr, an mir gehan; freue mit den Deinen mich deiner Güte ewiglich. In eigener Melodie. 273 Schon ist der Tag von Gott bestimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Got 200 Unsterblichkeit und Vergeltung. dens, und ihr Angesicht Zeit hier gemißbraucht habe! strahlt seliges Entzücken. Weh' dann mir, hab' ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie verschwendet! 6. Frohlockend zieh'n sie in das Reich, das Gott für sie bereitet, wo er sie, seinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stück werk wird Vollkommen heit; kein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre sel'gen Freuden. 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben! Möcht' ich mich, stets meiner Pflicht treu zu seyn, bestreben, daß ich nie thöricht sie aus den Augen setze, nie sie frech verlete! Es 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden kränken! Es reize mich, gewissenhaft und eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln! Mel. Straf mich nicht in deinem err, ich bin dein 6. Zeigt sich erst die Ewigfeit furchtbar in der Nähe, o, dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad' erflehe! Wann der Tod schon mit 274 droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such' und finde! Rufe du dann mir zu: Bes serst du dein Leben, so ist dir vergeben. dein ist auch mein Leben! Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mir's gegeben! Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft, nur, was gut ist, wählen! Gib, daß ich ernstlich mich tägs lich und auch heute, darauf vorbereite! 2. Ginst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden; dann soll ich zur Rechenschaft vorgefordert wer den. Dein Gericht schonet nicht; Richter aller Welten, du, du wirst ver: gelten. 3. Weh' dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine 8. Einst, am Tage des Gerichts, werd' ich mit den Frommen zu dem Anschau'n deines Lichts gnädig aufgenommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben! Mel. Das Gericht. Mel. Wann mein Stündlein Du bist ein Uebelthäter! Groß wird Von Gott und Seligkeit 275 GundersGlend verbannt, fühlt er, was er sonst nie empfand: gerecht ſei seine Strafe. seyn, unendlich schwer zu tragen! Ach, unter des Gewissens Pein wird seine Seele zagen, wann ihn, den Nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts erschreckt, zur Rechenschaft ihn fordert! 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seiner Stunden sind in dem Dienst der Eitelkeit vergebens ihm entschwunden! Er hat des Lebens Zweck verfehlt; o welche Ren' ergreift und quält zu spät nun seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes Erdengut, worauf sein Wunsch fich lenkte? Wo bleibt der Stolz, der Uebermuth, wo mit er Andre kränkte? Gebeugt ist jetzt sein tropig Herz, und jede Lust wird nun in Schmerz, in Pein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte. Nun klagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht: Weicht von mir, Nebelthäter! und in ihm sein Gewissen spricht: 201 6. O Sünder, sichre Sünder, eilt, euch reuvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören: zur Beßrung sei noch immer Zeit, und fern sei noch die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe! 7. Sie kömmt, ihr mögt, was Gott ench droht, bezweifeln oder glauben. Wie leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Beßrung rauben! Jetzt noch will Gott Erbarmer seyn, will eure Sünden noch verzeihn. O suchet seine Gnade! Das künftige Leben. 276 Alle lle In eigener Melodie, Menschen müssen sterben; ihre Herrlichkeit verblüht! Keiner kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht steht. Staub wird dieser Leib von Erde; doch, damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott erneut, und erhält Unsterblichkeit. 2. Willig werd' ich dieses Leben, wenn es deinem Rath gefällt, dir, mein Vater, 35 wies 202 Unsterblichkeit und Vergeltung. wieder geben, gern verlassen mein Geist wird ewig bleidiese Welt; denn nach die- ben. Mir ist Sterben ein sem Erdenleiden warten mei- Gewinn; denn ich geh' zum ner höh're Freuden. Ich, Vater bin. als Christ, ich fürchte nicht Grab und Tod und Weltgericht. 3. Nichts soll mir den Trost entreißen, er soll mir stets heilig seyn: Gott erfüllt, was er verheißen; seiner will ich stets mich freun. Mir macht nun der Tod nicht bange, weil durch Jesum ich erlange eine frohe Seligkeit, wenn ich nüße dieſe Zeit. 7. Welche Tröstung, dies zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag' ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden; sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: Es ist genug. Mel. Wann mein Stündlein 4. Dort bei ihm ist wah= 277 Ein Bilgrim b stehen bin ich in der Welt, res schon, ihren Retter zu erheben, und erwarten ihren Lohn; hohe Himmelsgeister ringen, mitanbetend ihm zu singen, der des Ruhms so würdig ist, dem Erlöser, Jesu Christ. und kurz sind meine Tage. So manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, jene Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärfet mich im Leiden. 5. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichkeit und Ruh', was kein Sterblicher vernommen, Got tes Heil gewährest du! Freudenärnten schenkt Gott denen, welche hier gesä't mit Thränen; alle Thränen trocknet er; Sünd' und Glend sind nicht mehr. 6. Möcht' ich doch, ste zu empfangen, diese große Herrlichkeit, hier nur thun und nur verlangen, was im Tode hoch erfreut! Diese Hülle mag zerstäuben; denn 2. Jeßt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft es fehle? Doch einst werd' ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig seyn; dies tröstet meine Seele. 3. In stiller Nacht wein' ich, o Herr, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich; denn meine Thränen Das künftige Leben. nen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 4. Wenn mich der Zukunst Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg' erweckt, ob ich sie auch ertrage: so stärket mich die Ewigkeit, daß bei dem Glend dieser Zeit mein Glaube nicht erliege. 5. Wenn einst, der jetzt von ferne drânt, der Tod mir näher winket; wenn nach der Arbeit dieser Zeit mein Haupt zum Schlummer finket: so sterb' ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, den großen Lohn der Treue. 4. Da schweigen alle meine Klagen; da bringt mein froher Lobgesang dir selbst für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Negung Dank. Froh jauchz' ich dann: Es ist vollbracht; der Herr hat Alles wohl gemacht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, fein Schmerz und keine Schwachheit mehr; ich fühle dann die reinsten Freuden, gekrönt von dir mit Preis und Ehr'. Fest steht mein Glück und, Herr, dein Heil, bleibt dann Mel. Wer nur den lieben Gott 278 s ist noch eine in Ewigkeit mein Theil. Ruh' vorhan6. Gott, laß mich das zu Herzen fassen, daß du den, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh' lassen, die dieses Leben noch umgibt! Dies flöße Kraft und Muth mir ein, dir auch im Leiden treu zu seyn! 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden 36 Joch 6. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr' in meinem Herzen! Es stärke mich die Ewigkeit hier unter Müh' und Schmerzen!( in ewig unvergänglich Heil erwartet mich und wird mein Theil, wenn ich am Ziele stehe. den für jeden gottergebnen Geist, wann er sich dieses Körpers Banden nach Gottes Willen einst entreißt, und dann nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Grden lebt und denkt. 203 wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenommen, fang' ich das beßre Leben an, wo nach der Last, die mich hier drückt, der Frenden Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so tröstet deine Freundlichkeit mich mit der Wonne der Erlösten nach wohl vollbrachter Uebungszeit; dann wird mir hell und offenbar, wie gut hier deine Führung war. 2. Zu dieser Ruhe werd' ich kommen, und, Gott, Unsterblichkeit und Vergeltung. 204 Joch getragen hast! will ich des Lebens müde werden, und fühl' ich dieser Tage Last: so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 8. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich des Vaters Willen gern thue, wie du darin mein Vorbild bist; so lohnt nach dieser Prüfungszeit mir einst vollkommne Seligkeit. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren ch ew 279 es eben und eine Seligkeit, die einst der Herr wird geben dem, der in dieser Zeit gern seinen Willen that, der sich schon hier auf Erden, vollkommener zu werden, mit Ernst bemühet hat. 2. Die Tugend lohnt mit Freuden; doch kämpft sie hier noch oft mit unverdienten Leiden; das Glück, das sie gehofft, umwölkt der Haß der Welt: dort aber wird sie stegen, dort ärntet fie Vergnügen, wo sie den Preis erhält. 3. Dem Laster folget Schande. Zwar geht es oft umher in glänzendem Gewande, gekrönt mit Ruhm und Ehr; doch wird den Bösewicht gewiß ein Tag mit Schrecken aus seinem Taumel wecken: dem Tag entflieht er nicht! 4. Ich hoff' ein ew'ges Leben! Kann meine Seele hier sich schon zu Gott erheben, wünscht sie sich mit Begier des Daseyns stets zu freun; so wird auch unsern Seelen ihr heißer Wunsch nicht fehlen, unsterblich dort zu seyn. 5. Dies tröstet mich in Tagen der Widerwärtigkeit. Ich darf nicht trostlos klagen, und kann nun ohne Neid den Nächsten glücklich sehn. Gott leitet und regieret mein Schicksal; wie er's führet, dient mir's zum Wohlergehn. 6. Bei Reizungen zu Sünden gibt diese Hoffnung Kraft und Muth, zu überwinden die böse Leidenschaft. Ist auch die Mühe groß, so werd' ich dennoch siegen, und göttliches Vergnügen ist nach dem Kampf mein Loos. 7. Wie ruhig kann ich sterben! Ich fürchte nicht den Tod. Die Seligkeit zu erben, eilt dann mein Geist zu Gott, der ihn zum Leben schuf. Dort wird von beßren Freuden der Tag mich Wie nicht mehr scheiden. groß ist mein Beruf! 8. Laß mich ihm würdig wandeln, o Herr der Ewigkeit! Laß immer recht mich handeln in dieser Prüfungszeit! Nach diesem kurzen Lauf Das künftige Leben. 205 Lauf wird ewig sel'ges Leben mens hoher Ruhm von laumir dort bei dir gegeben; ter frohen Zungen. Da mich nimmt der Himmel auf! strahlt die Herrlichkeit des Herrn; da schaut man fie nicht mehr von fern; da wird sie neu besungen. Hel ler, schneller, als hienieden, ohn' Ermüden sehn wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. In eigener Melodie. 280 Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt, wenn er hinauf zum Himmel blickt, das hin dein Rath uns leitet: wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, daß wir sie froh empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes Leben. 5. Mit höh'rer Liebe lieben wir dich, Bater, dann und dienen dir mit reinerem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und unsre tausendfache Lust an deiner großen Güte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe dieser Liebe unter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, die ihr hier beweint, die sind' ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd' ich, frei von Mängeln, mit den Engeln, mir zum Segen, da die reinste Freundschaft pflegen. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort trocknest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen; da ist kein Leid mehr, kein Geschrei; denn du, o Herr, machst Alles neu: das Alte Mel. Wer nur den lieben Gott ist vergangen. Hinfort sind dort für Gerechte, deine 281 Nach einer Präz Knechte, keine, Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern Heiligthum schallt deines Nafung furzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. 37 Hier 206 Unsterblichkeit und Vergeltung. Hier übt die Tugend ihren und lieblich Wesen, Heil die Fleiß und jene Welt reicht Fülle am Throne Gottes ihr den Preis. mich erfreu'n. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Nuh' nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusch der eitlen Welt; bald kämpft in ſeinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt: hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei eigner Schwachheit von seyn. 5. Hier such' ich's nur; dort werd' ich's finden; dort werd' ich, heilig und verklärt, der Tugend, ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth: den Gott der Liebe werd' ich seh'n, ihn lieben, ewig ihn erhöh'n. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt seyn, 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge schah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig! fingen dem Lamme, das erwürget ward, und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd' ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig seh'n, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugeh'n; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da sind' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott Das künftige Leben. 207 Gott es geben! vielleicht Auge seh'n, deine Huld auch mir ein Sel'ger zu: sei überschwenglich und die Heil sei dir, denn du hast Wohlfahrt unvergänglich, die mein Leben, die Seele mir dem, der dich redlich liebt, gerettet, du! D Gott, wie deine Vaterhand dort gibt. muß dies Glück erfreu'n, der Retter einer Seele seyn! 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten wird uns. dort der Mittler leiten, der uns dieses Heil erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, Eine Seele seyn, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weihn, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie Nichts, wie gar nichts gegen ste, ist doch ein Augenblick voll Müh'! 282 Mel. Alle Menschen müssen wie unaussprechlich selig werden wir im Himmel seyn! Da, da ärnten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein; da wird, ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in Keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deis nes Himmels große Freuden? Doch nach dieses Lebens Leiden werden Alle, die dir trau'n, mehr noch, als sie hoffen, schau'n. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöh'n. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser 6. O, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu seyn, wo nach ausgeweinten Thränen ew'ge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die jorthin kein Kummer stört! 7. Was ist unser Loos auf Erden? Ob's auch noch so köstlich sei, ist's doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust Weinen: dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wech Unsterblichkeit und Vergeltung. 208 Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hoch erfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Nichte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen, mit dem Ernst, dahin zu kommen! Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 3. Nun können wir hier in der Zeit voll froher Hoffnung leben! Gott wird die größte Seligkeit dem Tugendfreunde geben, der das, was ihm die Pflicht gebot, mit reinem Herzen bis zum Tod treu suchte zu erfüllen. 9. Ohne Heiligung wird Keiner, Herr, in deinen Himmel gehn; o so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! Hilf, o Bater, meiner Seele, daß Mel. Der unsre Menschheit sie nicht den Weg verfehle, 284 Unsterblichkeit! der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt! Mel. Schon ist der Tag von Gott 283 einst reift die Saat zum Tag der frohen Garben. Nicht hier wird jede gute That der Edlen, welche starben, belohnt mit voller Seligkeit; drum hofft mein Geist Unsterblichkeit, ein Leben ohne Ende. 4. Nach diesem Glück der Ewigkeit laßt uns mit Eifer ringen: laßt, Christen, uns in dieser Zeit treu unsre Pflicht vollbringen! Belohnt wird einst der Tugend Müh' ,. ein guter Gott belohnet sie in jenem beßren Leben! keit! Gedanke, der das Herz erfreut, den Geist zu Gott erhebet, der Trost für alle inst, freuet euch, Schmerzen schafft, mit hohem Muth, mit Gotteskraft zum Todeskampf belebet! Fühlt des Gedankens Seligkeit; denkt, Menschen, daß ihr ewig seid! 2. Sei's, daß der Erde Bau zerbricht, erlösche einst der Sonne Licht: wir, mehr als Erd' und Sonne, wir leben für die Ewigkeit! Schon in des Daseyns erster Zeit fühlt dies das Herz mit Wonne; und seine Würde fühlt der Geist, der ewig seinen Schöpfer preist. 3. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! Nun mischt 2. O Glaube, der das Herz erhebt: du, Gott, schufft unsre Seele; du, der erhält, was ist und lebt, erhältst auch unsre Seele; zum steten Wirken schufft du sie. Heil uns! Darum vergeht sie nie; sie lebt für Ewigkeiten. Das künftige Leben. 209 mischt sich in den Schmerz- nem Angesichte; führst mich gefang an unsrer Brüder vom Glauben hin zum Grabe der Ewigkeit Tri- Schaun, vom Dunkel hin umphlied ein. Nur unser zum Lichte. Dich preis' ich sterbliches Gebein wird, dann und deinen Sohn, dec. Hoch mich des Himmels Vorschmack schon im Glauben läßt genießen. Erde, deine Gabe. schwingt sich, wenn die Hülle fällt, der Geist empor zu jener Welt. 4. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! und unser würd'ger Lob sang sei hier ein heil'ges Leben! Gott, Heiligster! wir weihn uns dir; nach Jesu Beispiel wollen wir mit eifrigstem Bestreben der Tugend edlen Saamen streun; dort wird vie Aernte uns erfreun. 4. An Kenntniß und an Herrlichkeit wachs' ich durch Ewigkeiten. Verwandelt ist in Glück mein Leid, und in Triumph mein Streiten. Und diese hohe Seligkeit hat nie ein End', ist ohne Zeit; kein Tod ist mehr, kein Weinen. 5. Dann heb' ich meine Händ' empor, und falle jauchzend nieder und stimme mit der Engel Chor in frohe oft zu je und 285 Wener Geligkeit hen Lobgesang, voll Hallemein Geist empor sich schwin: get, und, über sie schon hier erfreut, dem Herrn ein Loblied singet; dann fühl' ich luja, Preis und Dank, hallt jeder Himmel wieder. Mel. Mein ganzer Geist, Gott mich hier nur als Gast, und 286 Wie freu' ich mich leicht Wonnedieses Lebens Last, die sonst so oft ermüdet. 2. So kann auch hier schon selig seyn, wer sich im Guten übet; auf Erden schon darf der sich freun, der Gott und Tugend liebet. Vorschmack jener Himmelslust, entflamme doch in meiner Brust den Trieb zu jeder Tugend. 3. Dort, Gott, belohnst du mein Vertraun vor deiMel. Schon ist der Tag von Gott zeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Gedanke, wie entzückest du: Gott läßt des legten Abends Ruh' mich in der Nähe sehen! Tröstlich, köstlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! 2. Drum, o mein Geist, ermanne dich! Nimm deine Last, 210 Unsterblichkeit und Vergeltung. Dro: Feinde; Last, und gürte dich zum letz- Geiz dir Schäße. ten Wallfahrtstage! Bald ben toben keine legst du deinen Pilgerstab, Engel, Freunde, Brüder legst deine Last auf ewig üben ewig sich mit dir im ab, mit aller ihrer Plage. Lieben. Bange, lange Pilgerstunden sind verschwunden; allen Kummer tilgt ein süßer Abendschlummer. 3. Und wenn nach einer kurzen Rast du, Müder! ausgeschlummert hast, weckt dich ein schönrer Morgen. Dann schreckt dich Finsterniß nicht mehr, kein banger Traum schwebt um dich her, dich bengen keine Sorgen. Eine reine Frühlingswonne strömt die Sonne dort herunter, lächelt ewig, geht nie unter. 6. Hier nähret oft zu ſeinem Schmerz, statt eines Freunds, das traute Herz die Natter in dem Schooße; oft welft in einem Augenblick sein treuster Freund, mit ihm sein Glück, gleich einer Frühlingsrose. Drüben lieben deine Werthen, die Verklärten, dich auf immer, deine Seligkeit wankt nimmer. 7. Wie freu' ich mich der Wonnezeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Gedanke, wie entzückest du: Gott läßt des letzten Abends Ruh' mich in der Nähe ſehen! Tröstlich, köstlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! 4. Dann kämpfst du nicht mit Krankheit mehr, siehst hinter dir der Schmerzen Heer, kennst keine Noth, kein Leiden; mit neuer Kraft, mit neuem Sinn eilst du von Welt zu Welten hin, trinkst stündlich neue Freuden. Reiner, feiner fühlst du immer; wechselst nimmer im Gemüthe; dein Genuß ist ew'ger Friede. 5. Dort schielet nicht mit gift'gem Blick die Mißgunst nach der Geister Glück; dort flicht der Neid nie Netze; die Nache gräbt dir da kein Grab, kein Stolzer drückt auf dich herab; dort stiehlt kein 8. Nun trag' ich meiner Bürde Last, die du mir, Gott, gegeben hast, froh bis zur Wallfahrt Ende. War sie sonst schwer, jetzt ist sie leicht: denn meine schönste Hoffnung reicht mir lächelnd ihre Hände. Tröstlich, köstlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, sie mit Himmelskraft beleben! Mel. Das künftige Leben. al 211 287 D er Freuden Mel. Sei Lob und Ehr' dem selbst durch Leiden dieser Zeit mich zu dem Glück der väterlich beGott, bei dir; dort in dem höhern Leben wird deine Baterhuld auch mir in vollem Maaße geben, was mich mit reiner Luft erfüllt, was meiner Seele Sehnsucht stillt, und sich ohn' Ende mehret. 2. Dich lern' ich dann im hellern Licht, in deiner GröBe kennen, und mit vollkommner Zuversicht dich meinen Vater nennen. Mit hoher Freude bet' ich dann auf ewig deine Güte an, die mich zum Himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geist da sieht, wo er hier still vertrauet, wenn er dein unumschränkt Gebiet weit heller überschauet; Gott, welche Wonne ist dann mein! wie werd' ich deiner da mich freun! wie selig da mich fühlen! 4. Noch größre Werke seh' ich dann von deiner Vatergüte, als ich auf Erden sehen kann, und mein entzückt Gemüthe verliert voll Mel. Schon ist der Tag von Gott Dank und Freude sich in 288 Bergelten wirst deiner Herrlichkeit, die ich in vollem Glanz erblicke. 5. Da werd' ich deinen heil'gen Rath noch mehr, als hier verstehen, dir danken, daß du mich den Pfad der Tugend hießest gehen, und reitet. 6. In höherer Vollkommenheit werd' ich dann, Gott, dich lieben, und was dein Wille mir gebent, mit frohem Herzen üben. O welche Quelle reiner Lust, sich feiner Sünde mehr bewußt, in Allem richtig handeln! 7. Mit allen Bürgern jener Welt werd' ich dich dann erheben, werd' ich dort, ihnen zugesellt, in reinster Freundschaft leben. Es schlägt dann froh in meiner Brust mein ganzes Herz voll Lieb' und Lust, die ich mit ihnen theile. 8. Ja, ewig ist, mein Gott, bei dir der Freuden reinste Quelle! Sie fließet täglich und bleibt mir stets unversiegt und helle. Mein Glück währt da in Ewigkeit; Nichts fehlt ihm an Vollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! Gott, die hier die Tugend übten; doch auch bestrafen nach dem Tod, die stets das Laster liebten. Vergebens ist dann ihr Bemühn, sich und dir, Richter, zu entfliehn Unsterblichkeit und Vergeltung. 212 fliehn und deiner heil'gen Ordnung. 2. O schrecklich wird es für sie seyn, sich selbst dann anzuflagen, die Leiden alle, jede Bein, durch eigne Schuld zu tragen; die sie verführten, selbst zu sehn, wie sie umsonst Erbarmung flehn, und ihrem Beispiel fluchen. 3. Weh dem, der nun ein höhres Glück als wirklich vor sich siehet, und doch bemerkt, wie es zurück vor ihm Unwürd'gen fliehet, wie Sinnenlust im Tod zerfloß, und Freuden, die er hier genoß, er nun vergebens heischet! 4. Welch Elend, sich so weit som Ziel mit dem Bewußtseyn sehen: Auch dir gab Gott der Mittel viel, Mel. Gottlob, ein Schritt zur zum Heile einzugehen; und 289 Vo ollendet freudig doch selbst keines Trostes Spur, des innern Richters Stimme nur zu steter Qual zu hören! euren Pfad, bleibt, Christen! Gott ergeben: einst wird vergolten jede That in jenem beßren Leben. Der Fromme harret wonnevoll des Richters; denn wer glaubt, der soll Gott nicht als Richter fürchten. 2. Die stillste That, der Pflicht geweiht, wird Gott einst offenbaren, Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allen widerfahren. D welch ein Ruhm, den sie gewinnt! Selbst heilige Ge 5. Verbunden überdies zu seyn mit vielen Lasterhaften, die nur an Bosheit sich erfreun und Wuth der Leidenschaften, und gegenseitig sich zur Last, weil jeder nun den andern haßt, zur ew'gen -Marter werden. 0, kraftlos findet zum Streben nach Vollkommenheit: Qual für eine Ewigkeit liegt dann in dem Gefühle! 7. Das ist das Feuer, welches brennt im Innersten des Herzens; das sind Gefühle, die nur kennt der Jammersohn des Schmerzens! O Vater, Vater, welch ein Bild! wenn sich's so jammervoll vergilt, von unsrer Pflicht zu weichen.. 8. Was könnt' uns also eine Welt mit ihrem Reichthum nüßen, wenn wir nicht das, was dir gefällt, der Tugend Schaß, besigen? Nur sie währt ewig, sie beglückt: O, hilf nur, Gott, daß sie mich schmückt und schützt vor solchem Glend. 6. Und wer in dieser Lei dennacht sein Unglück ganz empfindet, vom Lasterschlafe nun erwacht, und sich doch Das künftige Leben. 213 Gedanken sind bestimmt, half und brüderlich die Leibelohnt zu werden. denden erquickte: das fiehet der Gerechte an, als hätt' er solches ihm gethan; und er will's ihm vergelten. 3. Wen keine Wollust, wen kein Geiz, fein eitles Lob bethörte; wer, selbst bei aller Lüste Reiz, die Stimme Gottes ehrte; wer strebte, mäßig, keusch und rein, demüthig, sanft und mild zu seyn, dem wird Gott reichlich lohnen. 4. Wer eines der Geringsten sich erbarmte; was ihn drückte, ihm tragen schem Entzücken. Zweite Abtheilung. 5. Laßt, Christen! tugendhaft und rein uns wandeln hier im Leben; dort wird uns Gott Vergelter seyn und ew'ge Wonne geben; dort reift die hier gestreute Saat, dort lohnet jede gute That mit himmliLieder über die christlichen Lebenspflichten. Gesinnung und Verhalten des Christen im Allgemeinen. Mel. Schon ist der Tag von Gott 2. Gott ist es, den er ehrt; bekannt mit er 290 Wennt, ver- feinem Willen, sucht er als Christ, von ihm belehrt, ihn treulich zu erfüllen; liebt jede Vorschrift, jede Pflicht, und unterwirft mit Zuversicht sich ihm, dem Menschenvater. 3. Wie edel ist des Christen Herz, wie liebreich ge= gen Brüder! Er theilt mit ihnen ehrt und liebt, mit Ernst die Sünde schenet; wer in der Frömmigkeit sich übt, und sich der Tugend freuet, nie seines Daseyns Zweck vergißt, nur der wird als ein wahrer Christ stets denken, leben, handeln. 214 Gesinnung und Verhalten des Christen ihnen ihren Schmerz, und Mel. Erschienen ist der herrlich frenet sich auch wieder, wenn 291 Empfinde deinen ihnen auf des Kummers Nacht ein heit Tag der Frende lacht und ihre Klagen schweigen. hohen Werth: Gott selbst, o Wiensch, hat dich geehrt, hat mit Verstand dich ausgeschmückt, und über Staub empor ge= rückt. Vergiß es nie! 4. Er dienet ihnen, wo er kann, hört des Bedrängten Flehen, als Menschenfreund, erbarmend an, kann ihn nicht leiden sehen, eilt, ihn zu retten, und erquickt den, den die Last der Sorgen drückt, durch seines Wohlthuns Segen. 2. Du schmähest, was bein Gott dir gab, du würdigst dich zum Thier herab, wenn deines Lebens furze Zeit in Thorheit dir und Eitelkeit vorüberflicht. 5. Er betet, und er betet gern, weil ihn sein Herz dies lehret, und weil er Gott, der Welten Herrn, als Vater fromm verehret, entfernt von aller Heuchelei, vom Wahn des Aberglaubens frei, mit Andacht und mit Gifer. 6. Er freut sich der Gelegenheit, den Vortrag heil' ger Lehren, und jede Pflicht, die Gott gebeut, auch öffentlich zu hören. Der Brüder Andacht reizet ihn, sich der Zerstreuung zu entziehn, im Guten sich zu stärken. 7. Gott, laß mich jede Christenpflicht mit frommem Eifer üben! Aus Wahn und Leichtsinn laß mich nicht den Schein der Tugend lieben! Laß, deines Beifalls mich zu freun, laß meine Pflicht mir heilig seyn; als Christ stets denken, handeln! 3. Gebrauchen sollst du den Verstand. Nur darum gab ihn Gottes Hand. Du sollst ihn treu der Wahrheit weih'n, ihn bilden, und ihm Licht verleih'n, so viel du kannst. 4. O sich umher, wie roh, wie blind noch viele deiner Brüder find! Ihr Geist, umhüllt von dunkler Nacht, ist immer noch nicht aufge= wacht. Bedaure sie! 5. Entreiße dich der DunSohn kelheit! Erwache, der Ewigkeit, und strebe mit entzücktem Sinn zum hohen Ziel der Weisheit hin! Das fordert Gott! 6. Die tausend Wunder in der Welt hat er umsonst nicht aufgestellt. Mit Frohgefühl sollst du sie seh'n, und ihres Schöpfers Rühm erhöh'n und dankbar seyn. 7. Gr lenkt mit Liebe, was er schuf, und dir ertönt im Allgemeinen. tönt der sanfte Ruf: O stehe, wie dein Gott regiert, und Alles, Alles herrlich führt und Nichts versäumt. 8. Bedenke, was die Menschheit ehrt und reine Freuden ihr gewährt! Er hebe deines vom Geistes Blick wandelbaren Erdenglück zum höchsten Gut! 9. Dich selbst, dein Streben, deine Kraft erforsche stets gewissenhaft, und lerne, schnödem Wahn entfloh'n, von Jesu die Religion, die dich verklärt. 10. Ja, sei ein Christ, ein wahrer Christ; dann siehest du, was Weisheit ist, dann stürzet des Unglaubens Reich, dann schwingt dein Geist sich, Engeln gleich, zum Licht empor. 11. Weisheit Jesu, leite mich! Ich bin ein Christ und liebe dich. Ich fühle fie, die rege Kraft, die Gott in meiner Seele schafft, dir treu zu seyn. 12. Mag jeder Reiz der Welt verblüh'n, und meines Lebens Hauch entflieh'n; o Weisheit, du wirst mich erfreun und meines Geistes Zierde seyn in Ewigkeit. 215 Herrn wohl mit ihrem Munde ehren, aber ihm nicht gleich gesinnt, nicht der Tugend Freunde find! 2. Ferne sei von uns der Wahn: sich mit dem allein zu trösten, was einst Jesus hat gethar; einen Christen und Erlösten sich zu nennen, wenn man nicht treu erfüllt des Christen Pflicht! 3. Schände nie, wer Jesum kennt, Jesum durch ein Sündenleben! Wer den Göttlichen bekennt, der muß sich auch ernst bestreben, stets zu wandeln auf der Bahn, wo uns Jesus ging voran. 4. Gott, ergreife meinen Geist, daß kein unfruchtbarer Glaube, der dich nur durch Worte preist, mir den ' frommen Eifer raube, Christ durch Werk und That zu seyn, jedes Unrecht stets zu scheun! 5. Was wir säen, ärnten wir. Reicher Segen wird gegeben dem, der treulich sä'te, hier für das fünft'ge beß're Leben. Laß mich reichlich Saamen streu'n, und mich dort der Aernte freu'n! In eigener Melodie. Mel. Meinen Jefum laß ich nicht 293 Wer hat den Glauben, 292Fthum, fern, daß er Gott gefällt, und einst gerne sei der Irr- dessen Früchte beweisen, daß auch diese Christen wä- vor seinem Angesichte der Turen, welche Jesum zwar als gend hohen Preis erhält? 2. Der 216 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Der, der durch seines ist des Glaubens Preis bez Geistes Triebe zu allem stimmt. Guten sich entschließt, und Gott aus Dankbarkeit und Liebe gehorsam und ihm ähnlich ist; 9. Der, der im Glücke stets bescheiden, in Trübsal stets geduldig ist, der, Gott! erbt deines Himmels Freuden: der ist dein Kind, der ist ein Chrift! 3. Der, der vor Gott unsträflich wandelt, Nichts lieber thut, als seine Pflicht; der heilig denkt und heilig handelt und gern die Wahr- 294 an die Gute, Mel. Freu' dich sehr, o meine öchster, denk' ich heit sucht und spricht; die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, häufig dein Gebot verlegt, und dich, der mich so geliebet, mit Vergehungen betrübet. 4. Der alle Menschen herzlich liebet, gerecht, gelind, voll Redlichkeit und mild ist, keinen je betrübet, und, Andre zu erfreu'n, sich freut; 5. Der gern verzeiht dem, der ihn schmähet, an Feinden auch das Gute schäßt, nicht lästert und nicht stolz sich blähet und seinen Nächsten nie verleßt; 6. Der die Verehrer Gottes ehret, und thut, wie sie, was Gott gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür' er sich zum Schaden, hält; 7. Der nie, zum Troße der Gesetze, auf ungerechten Wucher leiht, und durch gerecht erworbne Schäße der Armen trauernd Herz erfreut; 8. Der die Bedrängten und die Armen erquickt, in Schuß die Unschuld nimmt: der findet auch bei Gott Erbarmen, dem 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig seyn; doch hab' ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht; ja zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. Von wie manchen 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. schweren Sorgen machtest du das Herz mir frei! Was mir nußte, gabst du mir; aber, ach, wie dankt' ich dir? O wie hab' ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt' ich ja die Sünde im Allgemeinen. Sünde flieh'n, und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemüh'n. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich sloh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden; neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach, vergib, was ich gethan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb' ich mich auf's Neue. Gib, daß mein gebeugter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen! 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weih'n; gib daß mir's an Kraft nicht fehle, folgsam deinem Wort zu seyn! Stehe mir stets mächtig bei; mache du mich selbst getren! Dich zu lieben, dir zu leben, sei mein ernstlichstes Bestreben! Mel. O Gott, du frommer Gott 295 Gott ott, du erfor: scheft mich; dir kann ich nichts verhehlen; 217 du siehest jede That, kennst jeden Rath der Seelen. Ich flehe, Herr, zu dir; erhöre huldvoll mich: entdecke mir mein Herz, denn ach, oft täuscht es sich. 2. Ich bin ein Chrift, o Gott, getauft auf deinen Namen. Erfüllt' ich jede Pflicht des Christenthums, und kamen die Werke, die ich that, aus Frömmigkeit und Pflicht? Bin ich ein Heuchler nur, so ehr' ich Christum nicht. 3. Hab' ich dich, Gott, geliebt, und durch ein weises Leben der Tugend mich geweiht, mein Herz dir ganz ergeben? Hat mich dein Unterricht gebeffert und erfreut? War ich, was er befiehlt, auch stets zu thun bereit? 4. Dankt' ich dir für mein Glück, für jede meiner Freuden? Vertraut' ich standhaft dir in Kummer, Noth und Beiden? War ich beim Reiz der Welt auf's Ewige bedacht? Und hab' ich jeden Tag, so wie ich soll, vollbracht? 5. Gebraucht' ich meinen Geist mit allen seinen Kräften zu meiner Brüder Wohl, zu nüßlichen Geschäften? Hab' ich für meinen Leib mit Weisheit stets gewacht, und keine böse Lust genährt und' angefacht? 6. Hab 218 Gesinnung und Verhalten des Christen 6. Hab' ich die, welche du zur Aufsicht mir vertrauet, durch eignes Beispiel gern gebessert und erbauet? Sorgt' ich stets für mein, und mich durch ihn gestärkt zum Fleiß der Beßrung seyn. ihr Wohl und ihre Seligkeit, und ihr Vergeh'n mit Ernst und Freundlichkeit? 7. Blieb' ich der Wahrheit treu? War ich voll Menschenliebe, und regten sich in mir des Mitleids edle Triebe? Brach ich dem Hungrigen mit Freudigkeit mein Brod? Half ich durch Rath und That Bedrängten aus der Noth? 8. War ich der Unschuld Trost, und hab' ich sie vertheidigt? Hab' ich durch Härte nie den Dürftigen beleidigt? Floh ich den Uebermuth, des eitlen Stolzes Reiz? Verschloß ich Aug' und Herz der Mißgunst und dem Geiz? 9. Hab' ich, wie Jesus that, geſegnet, die mir fluchten? geliebet, Jesu gleich, die mir zu schaden suchten? beherrschet stets den 3orn? gezeigt Versöhnlichkeit? mich nie am Feind gerächt? vermieden 3ank und Streit? 10. Allwissender, wer kann, wie oft er fehlet, merfen? Sei gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werken! Vergebung ist bei dir; laß ihren Trost auch In voriger Melodie. 296 Wer Gottes We ge geht, nur der hat Seelenfrieden. Wie herrlich ist sein Lohn, ihm selbst von Gott beschieden! Voll Glaubens widersteht er jeder bösen Lust, ist ſeiner Tugend sich, sich ihres Werths bewußt. 2. Er merkt auf seinen Gang, geht ihn mit festem Muthe; wird in der Schwachheit stark, liebt immer mehr das Gute. Ihn machet Gottes Geist gerecht und tugendhaft, und er nimmt immer zu an Einsicht und an Kraft. 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, bekämpft die Sinnlichkeit, scheut nicht des Kampfes Schmerzen. Er eilet, wenn er fehlt, den Fehler zu bereu'n, und strebt mit ernstem Fleiß, der Tugend sich zu weih'n. 4. Getreu in seinem Stand, genießt er Gottes Gaben vergnügt, wenn Andre gleich mehr Glück und Anseh'n haben, als Christ, bei Wenigem zufrieden, frei von Neid, von Habsucht und von Geiz, von Stolz und Eitelkeit. 5. Schenkt im Allgemeinen. 5. Schenkt Gottes Hand bringen: Den Tugendpfad, ihm viel, so wird er Vielen nüßen, des Freundes Glück erhöh'n, verlaßne Tugend schützen. Auch selbst Beleidiger wird er in Noth erfreu'n, und wie sein Gott gesinnt, wird er auch gütig seyn. den ich so oft verlor, will ich, o Gott, mit neuer Treue gehn, und, groß durch sie, der Sünde Reiz verschmähn. 2. Wohin sich nur mein Auge wendet, erblick ich deiner Liebe Segensspur. Wer wachte für mein Glück? Wer spendet der Freuden Fülle aus durch die Natur? Gott, deine Liebe! Liebe weih' ich dir mit Freudenthränen, Ewiger, dafür! 3. Wenn einst vielleicht sich bang und leise zu meinem Herzen trübe Sorge schleicht, Gefährtin meiner Pilgerreise nun Schwermuth wird, und jede Hoffnung weicht; dann will ich auf zu dir, mein Vater, schaun, und selbst im Schmerz dir kindlich noch vertraun. 4. Nie will ich fragen: ob zu Freuden der Pfad der Tugend und des Rechtthuns führt? Nie zaghaft ihn zu wandeln meiden, wenn er in Nacht und Dunkel sich verliert. Du winkst, Gott; Gehorsam ist mir Pflicht: mein Glaube gibt mir Muth und Zuversicht. 5. Dir will ich suchen nachzuahmen, D Jesus! Menschenfreund, der du so gern den Leidenden, die zu dir kamen, Erretter warst; nie soll mein Herz mehr. fern dem Armen, der verK2 laffen 6. Er fränkt den Bruder nicht, er schüßt sein Glück, sein Leben. Er ist, nach Jesu Sinn, stets willig zum Vergeben, voll Achtung ehret er in ihm des Höchsten Bild, denkt: Gott, der Heilige, ist gegen mich ja mild. 7. Im Guten sucht sein Herz die Brüder zu bestärken; er muntert alle auf zu guten, edlen Werken. Mit Christensinn nimmt er an ihrer Tugend, Theil, und denkt: Wir haben ja nur Einen Herrn, Ein Heil! 8. Das Heil der Ewigkeit, das hier der Fromme schmecket, erhält sein Glück und macht, daß keine Noth ihn schrecket, gibt ihm im Leiden Muth und stillet jeden Schmerz. Im Tode freut sich noch sein Gott ergebnes Herz. In eigener Melodic. 297 6.8 s hebt sich auf der Andacht Schwingen, Unendlicher, mein Geist zu dir empor, den frommen Borsaß dir zu 219 220 Gesinnung und Verhalten des Christen laffen trauert, seyn, ich will Mel. Alle Menschen müsſen sterv. erhebe mein ihm Hülfe, Troft und Liebe 298 Gemüthe sehnJ weihn! 6. Mit warmem, liebevollem Herzen, will ich mich immer mit den Frohen freun, der unverdienten Kränkung Schmerzen nicht ahnden, dem Beleidiger verzeihn. Bescheidenheit und Sanftmuth sei mein Ruhm, Gewissensruh' mein großes Eigenthum! suchtsvoll, mein Gott, zu dir. Ich verehre deine Güte; o wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Keiner harrt auf dich vergebens; nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 7. Die Kräfte, die du mir gegeben, will ich getreu zu nüßen mich bemühn; zu großen Zwecken war dies Leben von dir, o Gott, aus Liebe mir verliehn. Um herrlicher dort wieder auf zublühn, sinkt es auf deinen Wink zum Grab einst hin. 8. Wenn, von Versuchungen umgeben, mein Blick in Labyrinthe sich verirrt; der Sünde Reiz zu widerstreben, die täuschend lockt, oft schwer dem Herzen wird: blick' ich zu dir; du wirst mir Muth verleihn, kein Opfer, das die Pflicht gebeut, zu scheun. 9. Ja, treu zu seyn, bis einst am Ziele auch mir dort der Vergeltung Palme weht, gelobt mit heiligem Gefühle dir jetzt mein Herz, das kindlich zu dir fleht; gib Kraft dazu, und leit' an deiner Hand den müden Pilger hin ins Vaterland! 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Willen mir; leite mich die rechten Stege, daß kein Abweg_mich verführ'! Gott, du siehest Sicher mein Vertrauen! kann ich auf dich bauen; deine Batertreue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendjahre nicht! Laß mich Gnade vor dir finden; geh' nicht mit mir ins Gericht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du väterlich verzeihen. O so höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich! 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist seine Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt! Den verwirfst du nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld bes. im Allgemeinen. 221 betrübt, willst du Trost und mir vergebens! Wuchern Rettung senden, wenn ihr stets mit Kraft und Zeit soll Herz sich dir ergibt. Freude ich für die Ewigkeit. schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, dem du seine Sündenlast liebreich abgenommen hast. 3. Und ich lebte nur auf Erden, um den Sinnen wohl zu thun, konnte träg und sicher ruhn; suchen, glücklich nur zu werden durch Gewinn der Eitelkeit, den ein Augenblick zerstreut! 4. Gott, wie war mein Geist verblendet! Wie viel Tage sind mir schon ungenüßt zum Heil entflohn! wie viel Kräfte schon vers schwendet! Doch mich rus fet noch die Pflicht, und ich säume länger nicht. 5. 3u befrein mich von dem Hange meiner fündlichen Begier, wurde täglich schwerer mir; und ich weiß ja nicht, wie lange mich noch deine Langmuth trägt, nicht, wann meine Stunde schlägt. 6. Drum will ich nicht länger weilen, wo das Eitle mich belügt, mich um ew'Mel. Sollt' ich meinem Gott 299 Bilden soll ich ges Heil betrügt; eilen will ich, Gott, nun eilen, auf der Bahn der Besserung zu dem Ziel der Heiligung. mich auf Erden, Gott, für deine Ewigfeit; hier, in ungewisser Zeit, täglich weiser, besser werden; und nach dieser großen Pflicht richtet mich einst dein Gericht. 7. Ich will stets mich selbst bezwingen; eingedenk der Rechenschaft, wuchern noch mit Zeit und Kraft; will mich durch Versuchung ringen, um vor dir einst zu bestehn, und zum Leben einzugehn. K3 Mel. 6. Herr, zu was für Seligkeiten du in jener bessern Welt jeden Sterblichen willst leiten, der dir Treu' und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Heil dich wählen. Deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, treu feyn meiner ganzen Pflicht! Keine schnöde Lust der Sünden soll mich ferner überwinden. Nimm du dich nur meiner an, daß ich standhaft bleiben kann! 2. Jede Stunde meines Lebens, selbst Minuten, zähltest du, wogest jede Kraft mir zu; keine gabst du 222 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Gott, du frommer Gott 6. Und diese Seligkeit, Frieden, 300 dir, du Ewiger, der Allen, die durch der Prüfung Land zum großen Ziele wallen, Vergelter, Richter ist, und fleh' voll Innigkeit: Gedenk' der Sünden nicht, die tief mein Herz berent! das höchste Gut, das hier den Sterblichen beschieden, erwarb ich mir noch nicht! Den bleibenden Gewinn gab ich, von Schein getäuscht, für kurze Lust oft hin. 2. Wie oft gelobt' ich dir in ernster Andacht Stille: mein heiligstes Gefeß, o Gott, sei stets dein Wille! Du kennst mein Herz; du weißt, es war der Vorsatz rein, dir treu auf jedem Pfad, den du mich führst, zu seyn. 3. Und dennoch fehlt' ich oft! Wer kennt des Herzens Tiefen? Ach, böse Lüste, die so tief verborgen schliefen, erwachten, aufgereizt vom Sturm der Leidenschaft; betäubt und überrascht erlag' bald meine Kraft. 4. Nun schau' ich prüfend hin auf die durchlebten Tage; sie bringt kein Wunsch zurück bange Klage; doch ihre Thaten führt mit richterlichem Blick mir ernst und warnend oft Erinnerung zurück. 5. Der Edle, der sein Herz schon früh der Tugend weihte, fühlt hohe Seligkeit, sieht er an ihrer Seite auf die durchlaufne Bahn mit stiller Heiterkeit. Er hat ge7. Ich unterließ die Pflicht, die Reizungen zu Sünden, durch Weisheit und durch Muth gestärkt, zu überwinden, ergebungsvoll und still mit ruhigem Vertraun, auf dørnenvollem Pfad zu Gott empor zu schaun. 8. Verzeih', Allgütiger! Du siehst der Neue Zähren. Du wirst dem Schwacher Kraft und Hülfe gern gewähren. Mit neuer Treue will ich deine Wege gehn; laß einst am großen Ziel, o Gott, dein Heil mich sehn! Mel. So fliehen unsre Tage 301 Mein Herz, Gott, Va ter, will ich dir zum Eigenthume weihn. Es fordert's ja dein Wort von mir; drum sei es ewig dein! 2. Zwar hat es durch den Hang der Welt, durch Luft und Eitelkeit, die, Heiliger, dir nicht gefällt, sich oft, ach oft, entweiht. 3. Doch steh', es fühlet sät in ihr für eine Ewigkeit, seine Schuld, gelobt dir Beffe: im Allgemeinen. Besserung und fleht zu dir um Gnad' und Huld, um Kraft zur Heiligung. 4. Verwirf, verwirf mein Flehen nicht; sei mir mit Gnade nah! Zu dir steht meine Zuversicht; mein Vater bist du ja. 8. Hilf, daß ich gegen Jedermann, von Stolz und Neide frei, aufrichtig und so viel ich kann, zu dienen willig sei! 5. Dies bürgte mir, gedir, dein Sohn mit seinem Blut; verleih' 302 M bem ich wei Mel. Wer nur den lieben Gott ein durch deinen Geist nur mir zur Beßrung Kraft und Muth! 6. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glauben stets getreu, und gegen List, Gewalt und Spott im Guten standhaft sei! nend flehe, erbarme deines Kindes dich! Ach, sieh' auch jetzt von deiner Höhe mit gnadenvollem Blick auf mich! Vergib mir, Vater; gehe nicht mit mir, dem Sünder, ins Gericht! 7. Hilf, daß ich sei im Leiden fest, durch Hoffnung und Geduld; mein Trost, wenn Alles mich verläßt, sei deine Vaterhuld! 9. Hilf, daß ich wohlzuthun mich freu', und, fern von Rachbegier, selbst meinem Feinde gern verzeih'; denn du verzeihst auch mir. 10. Dich, Gott, verehren, sei mein Ruhm, entfernt von Heuchelei, damit mein ganzes Christenthum dir wohlgefällig fei! 223 hier in der Zeit; und laß es deine Wohnung seyn auch in der Ewigkeit! 11. So nimm es denn zum Tempel ein, mein Herz, 12. Weg, Welt und Sünd'! Euch dien' ich nicht! Nur Gott, nur Gott allein: dies, dies ist meine Zuversicht, kann ewig mich erfreun. 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, wenn reuvoll ich um Gnade bat; wie oft versprach ich dir ein Leben, gereiniget von Missethat; wie feierlich war dann mein Gid des Glaubens und der Frömmigkeit! 3. Ach, aber bald ergriff mich wieder die Sünd' und ihre Lust mit ihr, riß meis nen frommen Vorsatz nieder, und herrschte, wie zuvor, in mir! Zum Widerstande viel zu schwach, floh ich nicht, sondern gab ihr nach. 4. Wie viele sündenvolle Tage durchlebt' ich, Vater, als im Traum, und sammelte mir Schwach und Plage, und fühlte dies mein Elend kaum! Verwundet R4 blu 224 Gesinnung und Verhalten des Christen blutete mein Herz; betäubt im Glauben täglich an: Erempfand ich keinen Schmerz. halt' mich, Herr, auf eb'ner Bahn! 5. Ich ging den Weg zum Untergange, den dein gerechter Ernst mir droht. Jetzt ist um Trost mir Sünder bange; wer rettet mich aus meiner Noth? Mein richtendes Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 6. Zu wem, o Bater, soll ich fliehen? Wo findet meine Seele Ruh'? Wer kann sie aus dem Glend ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Vertrau'n seg' ich auf dich: du, Freund des Lebens, rettest mich! 7. Für alle, auch für meine Sünden, floß einst des Welterlösers Blut. O laß durch ihn mich Gnade finden, du, meiner Seele Höchstes Gut! Noch einmal, Vater, sprich zu mir: Auch diese Schuld erlaß ich dir. 8. Gott sei mein Zeuge, da ich schwöre: Mein Herz soll dir geheiligt seyn! Dir, deinem, Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weih'n; der Sünde will ich widersteh'n und standhaft deine Wege geh'n! 9. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist! Vergiß nicht mehr des Herrn Befehle, nicht mehr, daß er dein Netter ist! Ruf ihn Mel. Freu' dich sehr, o meine 303 303 Shaffet, schaffet, Menschenkinder! schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie fichre Sünder, auf die ungewisse Zeit! Unverweilt befehret euch! Ninget nach dem Himmelreich! Strebet, heilig hier auf Erden, strebet, selig dort zu werden! 2. Doch soll dieses recht geschehen, so müßt ihr mit festem Muth jeder Sünde. widerstehen; nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Nichtschnur seyn! es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüste dämpfet, und den Reiz der Welt verschmäht! O, so strebt dem Guten nach, seht dabei auf Christi Schmach! Wer den Himmel will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. 4. Werdet ihr nicht standhaft ringen, sondern träg und lässig seyn, eure Neigung zu bezwingen: wie kann euch der Sieg erfreun? Ohne tapfern Streit im Krieg im Allgemeinen. Krieg folget nie Triumph und Sieg. Nur den Sieger schmückt, zum Lohne seines Kampfs, die Himmelskrone. 5. Sich voll Leichtsinn stets zerstreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf der Lüfte scheuen, ist der Welt, nicht Christi Geist. Wer ihn haben will, der kann auf der Tugend rauhen Bahn nicht in sicherm Stolze leben, und den Lüsten sich ergeben. 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich flieh'n, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich bemüh'n, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt; dies nur wollen und vollbringen, heißet: nach dem Himmel ringen. 7. Drum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt seid, und beweiset euch, als Christen, muthig und getroft im Streit! Schont der liebsten Neigung nicht; übet auch die schwerste Pflicht! Denfet oft an Christi Worte: Dringet durch die enge Pforte! 8. 3ittern muß ich vor der Sünde, und auf Jesu Vorbild seh'n! Suchen will ich, daß ich finde, was mein Glück einst wird erhöhn! 225 Fehl' ich, o so gehe nicht, Richter, mit mir in's Gericht! Gib mir deines Geis stes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen! 9. Gib zum Wollen das Vollbringen! Gib mir Muth und Kraft zum Streit! Lehre mich mit Ernst bes zwingen Alles, was mein Herz entweiht! Zeige mir von deinem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe und empor zum Himmel dringe! 304 Gott, Mel. Wer nur den lieben Gott ott, lehre mich versteh'n und faffen, was Buße, wahre Buße sei! Hilf mir die Sünden ernstlich haffen, damit ich ohne Heuchelei mein Leben beßre, selbst mir treu, und dir, Herr, wohlgefällig sei! 2. Dein Wort gebeut und spricht: Thu' Buße, verändre, beßre deinen Sinn; fall' deinem Gott voll Reu' zu Fuße; sei nicht mehr Sünder, wie vorhin; von nun an sei, als Gottes Kind, ihm folgsam, ähnlich ihm gesinnt! 3. Bezähme stets in dir die Liebe zu Allem dem, was Sünde heißt, und folge jedem guten Triebe, den Gott erweckt durch seinen Geist; flieh', flieh' die Lüfte dieser R 5 Welt, 226 Gesinnung und Verhalten des Christen Welt, und thue nur, was ihm gefällt! gnädig seyn; gern alle Sünden dir verzeih'n. Sei reuvoll; doch verzage nicht, und faffe Muth zu deiner Pflicht. 4. Erstatte deinem Nächsten wieder, was du mit Unrecht ihm entwandt, und leite die verführten Brüder zurück zur Tugend; beut die Hand dem Unterdrückten liebevoll; thu' Jedem, auch dem Feinde, wohl! 3. Nur Hüte dich vor Sicherheit! Denk nicht: Noch ist zur Beßrung Zeit; erst will ich mit der Welt mich freu'n, und werd' ich ihrer müde seyn, dann beß'r ich, dann bekehr' ich mich, und Gott erbarmt noch meiner sich. 5. Flieh' Neid, Verläumdung, Haß und Lügen, begehr' nicht, was des Nächsten ist; zeig' durch den Abscheu vor Betrügen, daß du ein Feind des Lasters bist; sei friedlich, weise, stets bereit, zu sterben, wenn dein Gott gebeut! 6. Herr, dies befiehlt mir deine Lehre. Du weißt am besten, wie ich bin; hilf, daß ich deine Stimme höre, und ändre du selbst meinen Sinn. Sieh', Besserung gelob' ich dir; gib Kräfte zum Vollbringen mir. 4. Wiß, der jetzt liebreich dir verzeiht, übt auch als Gott Gerechtigkeit; und, Sünder, dir ist unbewußt, ob du nicht morgen sterben mußt. Dann wehe dir, sinkst du ins Grab frech von des Lasters Pfad hinab! 5. Heut' lebst du; heut' bekehre dich! Eh' Morgen kommt, kann's ändern sich. Wer jetzt gefund ist, stirbt vielleicht, eh' er den Abend noch erreicht. D'rum wandle nicht in Sünden fort; du weißt, zu spät ist Buße dort. 6. Hilf denn, o Vater, Mel. Gott Vater, an Erbarmen ( o wahr lebe! 305 spricht dein hilf, daß ich noch hente, heute Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; ich will, daß er vom Bösen sich mit Ernst bekehr' und suche mich; vom Elend seiner Sünden frei, geheiligt mir und selig sei. 2. Vernimm, o Mensch, dies Gnadenwort, wandle nicht zum Tode fort! beß're mich, eh' meine Schuld noch mehr sich häuft, eh' mich ein schneller Tod ergreift, damit ich heut und jederzeit zu meinem Ende sei bereit. Gern will dein Gott dir den Tagen der mir beschiednen Mel. Wer nur den lieben Gott ch Gott, wie mancher von und 306 A im Agemeinen., 227 gern einen Augenblick? nen Lebenszeit sloh schon. Und wer verschiebt sein Heil dahin, mich anzuflagen, in's Meer der langen Ewigkeit! Nicht jeden hab' ich dir gelebt, nicht stets der Tugend nachgestrebt. 2. Allein wie schwer ist's nicht, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden widerstehn und seine Lüste dämpfen? Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh' ist dies der einz'ge Weg. Und dem entsagest du? 2. Gar oft empörte sich im Leiden mein murrend Herz voll Ungeduld: und schenktest du, mein Gott, mir Freuden, o dann vergaß ich deiner Huld; genoß nicht jede, wie ich soll, nicht immer reinen Dankes voll. 3. So war mein Herz auch gegen Brüder nicht immer sanft und liebevoll. Schlug mich erlittnes Unrecht nieder, so übernahm mich oft der Groll; und ich vergaß der Sanftmuth Pflicht, und folgte Jesu Vorbild nicht. 4. Sprich selbst: Gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene, und seiner werth zu seyn, im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu hassen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu illst du die dich glücklich macht, befiehlt ſie Geit allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen. Soll er durch Allmacht dich, ihm zu gehorK6 chen 4. Dir, Herzenskündiger, ist keine von meinen Sünden unbekannt. Vergib, was ich vor dir beweine, und leite mich an deiner Hand zu besserer Gesinnung hin, bis ich ganz frei von Fehlern bin! Mel. O Gott, du frommer Gott 307 W Buge noch, 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergeffen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch? Gott ist nicht ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann. die Gott gebeut, verschieben, so schändest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? 228 Gesinnung und Verhalten des Christen chen, zwingen? Er gab dir die Vernunft: und du verleugnest sie? Er sendet dir sein Wort: und du gehorchst ihm nie? Seelen; ist keine Seele rein, der Glaub' und Liebe fehlen, ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst; so zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! Und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt in verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuletzt dahin? 13. Hat Christus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben, und, sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben? Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht; so ist es nicht von Gott. Gott wider= spricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereu'n! 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab' es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Laster loszureißen; jetzt ist dies Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheust du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu sein, um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! 9. Ist denn die Buß' ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Missethat die wahre Heiligung? 10. Ist's g'nug zur Seligkeit, des Glückes der Grlösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; ist das Bekenntniß g'nug, daß uns die Sünde reut; so ist kein leichter Werk, als deine Seligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der 15. Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort; sei wacker, Gott ist nah, und stärkt dich durch sein Wort! 16. Auf 1 im Allgemeinen. 229 Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, bereut und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler fast! 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist! Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil ges geben ist! Gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Beßrung weih'! 3. Zwar deine Gnade zu verdienen, sind Ren' und Beßrung viel zu klein: doch darf sich auch ein Mensch erfühnen, zu glauben, dir versöhnt zu seyn, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in der Sünde noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall' ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir gnädig meine Schuld, und heile mein verwundt Gewiss sen mit Trost aus deiner Baterhuld! Ich will mit Ernst die Sünde scheun, und Mel. Wer nur den lieben Gott 308 ie theuer, willig dir gehorsam ſeyn. Gott, ist 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke zur Tugend mir verliehen sei, laß mich durch Uebung guter Werke beweiſen; K7 16. Ruf ihn mit Demuth an; er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Gesetz erst ihren Fluch empfinden: so widerstreb' ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Reu' in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Laster ist, so gibt's doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott geHorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott kennt und liebt dein Glück; sie führt zu deinen Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Verstand, und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbst: Ist dies kein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in dem Genusse seyn, und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freu'n? deine Güte, die alle Missethat vergibt, sobald voll Neue das Gemüthe die A 230 Gesinnung und Verhalten des Christen sen; mache selbst mich treu, ebnen Pfad, den uns dein Herr, in der Liebe gegen Wort bezeichnet hat, daß dich! Sie leite und regiere Irrthum und Versuchung mich! nie uns auf die Bahn des Lasters zieh'! Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt' uns deine Baterhuld! 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Miffethat vergibst, das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst! Laß, Vater, mein Gewissen rein und heilig meinen Wandel seyn! 3. Dein Segen komm' auf unser Land; laß es, beschirmt von deiner Hand, des Friedens Ruh' genießen! Wend' ab von uns der Flammen Ain allgemeinen Bußtage. Wuth, und die Verwüstung wilder Fluth, des Krieges Blutvergießen! Sei unser Retter, wenn uns Noth des Mangels und der Seuchen droht! Du, Vater, wollest mit uns seyn, daß wir uns deines Schußzes freun! Herr, unser Gott, verleih' uns Muth! In deiner Hut sind wir; und was du thust, ist gut. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich ott, der du un309 fre Zuflucht bist, Herr, unser Mittler, Jesu Christ, Geist Gottes, Geist der Gnaden, Unendlicher, verwirf uns nicht! Wir kommen vor dein Angesicht, mit Missethat beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld! Erhöre gnädig unser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn! Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht, und geh mit uns nicht ins Gericht! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unsers Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen: o sieh, wir kehren voller Reu' zurück zu dir: laß, Herr, auf's Neu' uns deine Gnade fassen! Sie leit' uns auf den 4. Gib Frieden, wo sonst Zwietracht war; vereine, was getrennet war; schenk uns der Eintracht Segen! Uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein theures Wort verheißt, sei Licht auf unsern Wegen! Laß, Herr, in Lehr' und Wandel rein die Diener deines Wortes seyn, und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir, die Irrenden zurück! Herr, unser Gott, breit' aus dein Wort an jedem Ort; gib Geist und Kraft zu deinem Wort! 5. Auch im Allgemeinen. 231 5. Auch die Regenten durch Christi Blut erlöst: o lenke du, daß weise sie in sichrer Ruh', der Völker Wohlstand heben! Dem Fürsten, der uns schützt und liebt, gib, der in ihm so viel uns gibt, ein frohes, langes Leben! Noch lange sei sein du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott! erbarme dich, erbarme dich! Vergib uns, leit' uns väterlich! Baterblick uns, seinen Kin: 310 o frete gleich Mel. Befiehl du deine Wege ft Gott für Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Hab' ich nur ihn zum Freunde, wie selig ich bin dann! Was acht' ich aller Feinde? Er nimmt sich meiner an. dern, Schuß und Glück! schütt' auf ihn und auf sein Haus und seine Räthe Segnung aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unser Land, beglück' es, segne jeden Stand! 6. Vernimm der Leidenden Gebet! Wer in der Noth um Rettung fleht, dem hilf aus seinen Nöthen! Gib Kranken Linderung und Ruh'; die Sterbenden erlöse du, erhör ihr letztes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil, vereitle der Verfolger Rath und lehre sie den rechten Pfad! Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ' uns zu deiner Herrlichkeit! 7. Du thust weit mehr, als wir verstehn, kannst mehr gewähren, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! Oneig' auf unser Fleh'n dein Ohr, heb' unser Herz zu dir empor und mach' uns rein von Sünden! Laß uns dir nun geheiligt seyn, im Leben und im Tode dein! Wir sind 2. Ja, dies ist's, was mich stärket: ich glaube fest, als Christ, daß Gott auch mich bemerket, auch mir ein Bater ist; daß er zu allen Zeiten mit Huld hernieder blickt, im Kampfe mir hilft streiten, in Angst mein Herz erquickt. 3. Wenn ich aus Schwachheit fehle und nur aus Vorsaß nicht, so stärket meine Seele die hohe Zuversicht: Den, Herr, der deinen Willen, so gut er immer kann, sucht redlich zu erfüllen, siehst du mit Gnade an. 4. Dein Geist wohnt mir im Herzen und tröstet meinen Sinn; stillt alle meine Schmerzen, nimmt jede Sorge hin; zeigt mir, daß Erdenleiden nicht zu vergleichen sei mit jenen Himmels= freu 232 Gesinnung und Verhalten des Christen freuden, dem Lohn bewähr- mich! So oft ich zu ihm ter Treu'. 5. Auf dies mein Heil und Erbe seh' ich voll Zuversicht. Wenn ich gleich fall' und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Geh' ich, auch unter Zähren, hier manche rauhe Bahn, nimmt bete, verliert mein Kummer sich. Deß ist mein Herz voll Wonne! Was ist's, das mir gebricht? Der Herr ist meine Sonne, mein Schuß, mein Heil, mein Licht! Mel. Warum solit' ich mich mich doch Gott zu Ehren 311 Meines Herzens dereinst auf ewig an. Freude ist nur die, daß ich nie mich von Jesu scheide, daß ich ihn durch Glauben ehre, jederzeit hocherfreut seine Stimme höre. 6. Dies stärkt mich, auch im Leiden dir, Höchster, treu zu seyn! Nichts soll von dir mich scheiden, auch nicht die größte Pein; du lenkst sie mir zum Besten, bist mir mit Troste nah; und wann die Noth am größten, ist deine Hülfe da. 7. Kein glänzend Loos im Leben, nicht Ansehn, Ruhm und Macht, wornach nur Stolze streben, nicht Reichthum, Glück und Pracht, Nichts soll mir je den Glauben an deine Batertreu' vermindern oder rauben; Nichts, was es immer sei! 8. Was könnte sonst mich scheiden von deiner Lieb', o Gott? Verfolgung? Trübfal? Leiden? Schwerdt? Hunger? Blöße? Tod? Nichts, Nichts! Ich über winde in dem, der mich geliebt, und sich für meine Sünde zum Opfer selber gibt. 9. Ist Gott für mich, so trete gleich Alles wieder 2. Freundlich ruft er alle Müden, und erfüllt, sanft und mild, ihren Geist mit Frieden, seine Last ist leicht zu tragen; er macht Bahn, geht voran, tröstet, wenn wir zagen. 3. Ja, er kennt die Leidensstunden; größern Schmerz hat kein Herz, als sein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder einer weint, unser Freund mitleidsvoll hernieder. 4. Will das Herz der Noth erliegen, dann hilft er, unser Herr, kämpfen uns und siegen. Die auf ihn zu allen Zeiten folgsam schau'n, ihm vertrau'n, ärnten Seligkeiten. 5. Jesu, treuster Freund von Allen, mit dir will, froh und still, ich durch's Leben wal 233 keit, vergänglich alles Glück der Zeit: im Himmel sei mein Wandel! Mel. Wann mein Stündlein 312 Imein Glaub sich dann, weiß, an wen 5. Jeßt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was uns die künft'ge Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. mein Glaub'sich Dann, wann mein Auge hält; kein Feind soll ihn mir nicht mehr weint, wann rauben! Als Bürger einer mein Vollendungstag er= beßren Welt, leb' ich hier scheint, dann werd' ich's froh nur im Glauben: dort schau' empfinden. ich, was ich hier geglaubt. Wer ist's, der mir das Erbtheil raubt, das Jesus mir erworben? im Allgemeinen. wallen! Auch der Tod kann mich nicht schrecken; denn du wirst, Lebensfürst, einst mich auferwecken. 2. Mein Leben ist ein furjer Streit, und herrlich ist die Krone, die Gott dem Ueberwinder bent, zum ew' gen Siegeslohne. Ob auch des Kampfes Müh' mich schreckt: du, der den Tod für mich geschmeckt, du stärk'st mich, daß ich siege. 3. D Herr, du bist mein höchster Ruhm, mein bester Trost im Leben; einst wirst du mich, dein Eigenthum, zu deinem Reich erheben. Der Freuden Fülle ist bei dir; dort hab' ich Alles, was ich hier nur suche und nicht finde. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel! Kurz ist der Erde Herrlich 6. Im Dunkeln nur, Herr, seh' ich hier, wo ich dir gläubig traue, die Seligkeit, die dort bei dir in vollem Licht ich schaue. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt: dort wird er sichtbar, wenn dein Bild in mir sich ganz verkläret. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer kann mich von dir scheiden? Nicht Glück Lust, nicht Leid und Noth, das Leben nicht und nicht der Tod! Mein sind des Himmels Freuden! und 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten, In 234 Gesinnung und Verhalten des Christen mich erquicken. Ewig strahlt mir dort sein Licht; meinen Jesum laß ich nicht! In eigener Melodie. 313 M Deinen Jesum laß ich nicht! Er hat sich für mich gegeben; fordert es nicht Dank und Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu leben? er ist meines Lebens Licht; meinen Jesum laß ich nicht! 2. Er, in diese Welt gesandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gottes Gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht't! Meinen Jesum laß ich nicht! 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehorsam, den ich übe gegen das, was er gebeut, halt' ich fest Mel. Wie groß ist des Allmächt. an ſeiner Liebe, trane dem, 314 Was wär ich ohund verwas er laß ihn ewig nicht. 4. So ist er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb' ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht; meinen Jesum laß ich nicht! ne gewesen, was würd' ich ohne dich, Herr, seyn; Zu Furcht und Aengsten auserlesen, ständ' ich in weiter Welt allein. Nichts wüßß ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär' ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem thät' ich meine Sorge kund? 5. Wenn mein Auge schon erlischt, Wang' und Lippen sich entfärben, mich kein Labsal mehr erfrischt, alle Sinne mir ersterben, und das matte Herz nun bricht: laß ich meinen Jesum nicht! 6. Dort auch laß ich Jesum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müh' will er ewig 7. Nichts auf dieser Erde ist's, was des Herzens Wünsche stillet. Du, o Jesu, du nur bist's, du nur, der sie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht! 8. Dich, mein Jeſu, halt ich fest, lasse Nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt; ihr beraubt euch ew'ger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! 2. Ginsam verzehrt von Lieb' und Sehnen, erschien' mir finster jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Chränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Unruh' im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielt' denn ohne Freund im im Allgemeinen. im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? po 235 Gottesfeind zu seyn. Bang hörten das Geseß wir sprechen; denn ach, es drohte Tod und Pein! 7. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein böses Wesen wohnte drin, und ward's in unserm Geiste helle: so war nur Unruh' der Gewinn. Ein eisern. Band hielt an der Erde den bebenden Gefangenen fest; und Furcht, daß er vernichtet werde, verschlang der Hoffnung Ueberrest. 8. Da kam der Heiland, der Befreier, ein Menschensohn voll Lieb' und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sah'n wir erst den Himmel offen, als unser heil'ges Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 3. Hat Christus sich mir fund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsterniß! Mit ihm bin ich erst Mensch geworden: das Schicksal wird verklärt durch ihn, und Eden muß an allen Orten um den Geliebten wieder blüh'n. 4. Das Leben ward zum Freundschaftsbunde: die ganze Welt spricht Lieb' und Lust. Ein Balsam träuft für jede Wunde, und frei und voll klopft jede Brust. Durch ihn erhalt' ich tausend Gaben; durch ihn bin ich ja Gottes Kind; gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versammelt sind. 5. O geht hinaus auf allen Wegen, und holt die Irrenden herein! Reicht jedem eure Hand entgegen und ladet froh zu uns ihn ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden; im Glauben schauen wir ihn an. Die Gines, Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 6.& in alter schwerer Wahn von Sünde war fest an unser Herz gebannt. Wir irrten in der Nacht, wie Blinde, von Reu' und Lust 10. Noch steht im wunzugleich entbrannt. Ein je- dervollen Glanze der heilige des Werk schien uns Ver- Geliebte hier. Gerührt von brechen, der Mensch ein seinem Dornenkranze und feis 9. Seitdem verschwand die Macht der Sünde, und fröhlich wurde jeder Schritt. Man gab zum schönsten Angebinde den Kindern diesen Glauben mit. Durch ihn geheiligt zog das Leben vorüber, wie ein sel'ger Traum; und ew'ger Lieb' und Treu' ergeben, bemerkte man den Abschied kaum. 236 Gesinnung und Verhalten des Christen seiner Treue weinen wir. Mel. Jesu, meines Lebens Ein jeder Mensch ist uns 316 Schweiget, bange der Hand mit uns ergreift, und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. get! Mein Erlöser ist getreu, und sein Geist in mir bezeuget, daß ich Gott versöhnet sei. Mag auch selbst mein Herz mich richten, mich verdammen, mich vernichMel. Kommt her zu mir, spricht 315 Sohoff ich denn ten; Gott ist größer, als mit festem Muth auf Gottes Gnad' und Christi Blut; ich hoff' ein ewig Leben. Gott ist mein Herz, und gibt Ruh' auf bangen Schmerz. ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht der Seligkeit in seinem Sohn gegeben. 2. Er, der das Verborgne fennet, kennt auch mich und weiß allein, wie mein Herz von Eifer brennet, ganz sich seinem Dienst zu weih'n; schaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt, so oft ich fehle, und sieht nicht, was ich gethan, sondern mehr den Willen an. 2. Herr, welch' ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt gött liche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Glend zu, versüßet uns des Lebens Ruh' und stärkt uns in Gefahren. 4. Grhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens Willen; laß ihn mein Licht auf Erden seyn, ihn täglich mehr mein Herz erneu'n und mich mit Trost erfüllen! 3. Wer will ferner den verklagen, welchen Gott, zum Kind erwählt? Wer darf zu verdammen wagen, den Gott selber losgezählt? Menschen zwar, und ſelbst die Engel sind vor ihm nicht ohne Mängel: doch das menschliche Geschlecht wird in seinem Sohn gerecht. 4. Mir ist auch sein Sohn gegeben; durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben, und in ihm einst selig seyn. Such' ich nur den Hang zu Sünden immer treu zu überwinden, mich der Tugend stets zu weih'n, im Allgemeinen. weih'n, so will Gott mir gnädig seyn. 5. Thener bin ich ihm er worben! Wohl mir, hier ist Jesus Christ, er, der auch für mich gestorben, auch für mich erstanden ist, nun zur Rechten Gottes fizet, auf mich sieht, mich machtig schüßet, mich vertritt, mich nie verstößt, mich aus aller Noth erlöst! 6. Nun so mag das Unglück stürmen! Alles um mich her sei Nacht! Gott, mein Gott wird mich beschirmen, der für seine Kinder wacht. Wenn ich hier auch hülflos bliebe, leitet mich doch seine Liebe durch die Leiden dieser Zeit zur beglückten Ewigkeit. Mel. Auf Christenmensch er Gottes 317 W Wort nicht hält, und ſpricht: Ich kenne Gott! der trüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt, und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein; er stärkt das Herz und macht es rein. 237 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder; folgt Christi Beispiel als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Gin täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ist's die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb', an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. Mel. Jesu, meine Freude 318 ie getroft und mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist! Alle, die dir trauen, führst du zu den Auen, wo du sie erfreust. Niemals wird bei dir, o Hirt, Freund und Tröster unsrer Seelen, mir Erquikkung fehlen. 2. Deinem Rath ergeben, freu' ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest mich 238 Gesinnung und Verhalten des Christen mich mit Muth. Ob auch Noth und Elend droht! Ob auch Furcht und Angst mich schrecken: du wirst mich be7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, ſei mir heil'ge Pflicht! Was die Welt erfreuet und sie oft gereuet, das genügt mir nicht. Hab' ich dich: wie gern will ich das, wornach die Gitlen trachten, reich in dir, nicht achten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde in der Ewigkeit? Sind nicht hohe Würden oft nur schwere Bürden, Traum und Eitelkeit? Du erfreust nur stets den Geist, und du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck' ich schon hienieden; und was hoff' ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Seligkeiten hoff' ich auf dein Wort! Sie sind mein, durch dich allein. Bleib' ich dir getren im Glauben, wer kann sie mir rauben? decken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! Sch weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag frecher Sünder Herz erschüttern; ich, ich darf nicht zittern! 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, gestärkt durch dich. Sink' ich oft noch nieder: du erhebst mich wieder und begnadigst mich. Deine Huld tilgt alle Schuld, und dem reuerfüllten Knechte schenkst du Kindesrechte. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Vater nenne, dank' ich dir allein! Daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, ewig dein zu seyn; daß dein Geist mich unterweist, und mich führt auf deinem Pfade, dank' ich deiner Gnade! 10. Voll von deiner Güte jauchzet mein Gemüthe, Herr, mein Heiland, dir! Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und froh einst durch's Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen! 6. Der du Leib und Leben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hülflos bliebe, groß ist deine Liebe, stärker, als der Tod. Herr, und ich, ich follte mich beiner Hul 319 W nicht dankbar freuen? dir mein Herz nicht weihen? 319 der In eigener Melodie. ie wohl ist mir, Seelen, wenn ich in deiner Liebe im Allgemeinen. Liebe ruh'! Ich traure nicht: was kann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir vergeß' ich meine Leiden; denn o wie viele hohe Freuden genieß ich nicht, vereint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wie könnt' ich jemals muthlos werden? Du, du bist überall mit mir! 2. Hab' ich, Erlöser, dich zum Freunde: was fehlt mir dann? Du forgst für mich. Hätt' ich auch eine Welt voll Feinde: ich bin 239 4. Gelobt seist du, o Freund der Seelen! In deiner Huld, wie wohl ist mir! Was kann, da du mich liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so drückenden Beschwerden hab ich den Himmel schon auf Erden; denn du bist durch den Glauben mein. Ich darf, ich will nicht ängstlich flagen: wer kann, wo Jesus ist, verzagen? Mein Freund ist mein, und ich bin sein! Mel. Seelenbräutigam getroft; ich trau' auf dich. 320 Dir ergeb ich wenn die mich, Jesu, der du dich auch zu meinem Heil und Leben in den Tod hast hingegeben! Ewig will ich dein, mein Erlöser, seyn! 2. Laß' mich dir zum Ruhm, als dein Eigenthum, recht, und nach Gewissen handeln, meinen Weg dann freudig wandeln! Hilf mir, sündenrein hier auf Erden seyn! 3. Nach dir bilde mich, Jesu, daß auch ich gegen Feinde Sanftmuth übe, Alle ohne Ausnahm' liebe! Haß und Rachbegier bleibe fern von mir! verklagen, darf ich nicht Hoffnungslos verzagen: ich weiß, was du für mich gethan. Trät' Alles wider mich zusammen: ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall' ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Segen; aus dunkler Nacht strahlt mir dein Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe; ich, der ich dich zum Freunde habe, kann über Tod und Grab mich freu'n; denn ich gehöre zu den Deinen. Bald wird nicht mehr mein Auge weinen, bald werd' ich völlig selig seyn. 4. Neiget sich mein Sinn zu dem Ird'schen hin; o dann warne meine Seele, daß sie nicht ihr Ziel vers fehle! 240 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Gott im Himmel und fehle! Denn ein wahrer Christ sucht, was ewig ist. 5. Wecke mich stets auf, meinen Pilgerlauf nur nach deinem Wort zu enden; leite mich mit treuen Händen auf der Tugendbahn; leit' mich himmelan. 321 efum ewig zu verz ehren, ist mir sanfte, heil'ge Pflicht; seine weisheitsvollen Lehren geben meinem Geiste Licht, und zu jedem guten Werke gibt sein Beispiel Kraft und Stärke. 2. Sollt' ich den nicht dankbar preisen, der das Heil der Menschheit ist? Nennt den Edlen, nennt den Weisen, welcher so, wie Jez sus Christ, reine Tugend, die er lehrte, durch ein göttlich Leben ehrte; 3. Der mit liebevollem Herzen hohen, festen Muth verband; der selbst bei des Todes Schmerzen Mitleid gegen die empfand, die mit Grausamkeit ihm fluchten, seine Qual zu mehren suchten; 4. Den kein Sturm des Schicksals beugte, der ges recht und tadellos sich in Wort und Werken zeigte, göttlich edel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hingegeben! 5. O ich weit' an deinem Bilde gern, erhab'ner Menschenfreund, wo mit so viel sanfter Milde hohe Würde sich vereint; und zu jedem guten Werke find' ich Antrieb hier und Stärke. 6. Durch mein Leben dich zit 6. Stärke mich und gib mir des Geistes Trieb; laß mich wachen und mit Beten findlich vor den Vater treten: so erlischt das Licht, meines Glaubens nicht. 7. Ohne Brüfung ist hier kein wahrer Christ. Willst du mich ins Leiden führen, laß mich nur dich nicht verlieren! In der Trüßsal Nacht nimm mich, Herr, in Acht! 8. Einen Heldenmuth, der auch Gut und Blut gern um deinetwillen lasse, und des Fleisches Lüfte haffe, gib zu deiner Ehr' mir je mehr und mehr! 9. Jesu, hilf, daß ich Alles hier, was mich von dir locket, überwinde, und durch deine Kraft empfinde, daß ein wahrer Christ treu und standhaft ist! 10. Wird's von hinnen geh'n, woll'st du bei mir steh'n, mich durch's Todes thal begleiten, und zu deinem Himmel leiten, daß ich da mich dein ewig möge freu'n! im Allgemeinen. 241 zu preisen, sei mir hohe, der himmlischen Weisheit heil'ge Pflicht; dich, den mit Andacht zu hören, um Liebevollen, Weisen, dich, fern in den Rathschluß der der Menschheit Heil und Gottheit zu sehn, und freuLicht! Aehnlich, Jesu, dir dig die Wege der Tugend zu werden, sei mein höchstes zu gehn. Ziel auf Erden! 4. Mit Vergebung meiner buna me Sünden, Herr, begnadigst du mich dann; läsfest mich den Frieden finden, den die Welt nicht geben kann. Was kann mir dann fehlen, was jemals mir schaden? Ich bin ja beim Vater, dem Höchsten, in Gnaden. Fallt, Welten! Ich schwebe verherrlicht empor; ein Himmel ersetzt mir, was hier ich verlor. In eigener Melodie. 322 Cins ins ist Noth, und, Herr, dies Cine ist, was alles Heil umfaßt. Alles Andre, wie's auch scheine, ist nur Tand und schwere Last, worunter das Herz sich oft ängstigt und quälet, und immer der Ruhe, der wahren, verfehlet. Es wohnet kein Friede im Reich der Natur; die Sinnlichkeit täuschet den Suchenden nur. 2. Dich erwählen, ist das Eine. Welches Theil! gib, daß ich ewig mich mit dir vereine, Nichts so innig lieb', als dich! Es mögen die Klugen der Welt dich verachten; ich will dein Verdienst. Herr, mit Ehrfurcht betrachten. Wer war je die Zierde der Menschheit, wie du? Wer brachte mehr Licht ihr, mehr Segen und Ruh'? 3. In dir ist der Weisheit Fülle. Du nur zeigst, was mich beglückt. Durch dein Wort nur wird mein Wille niedrer Erdenlust entrückt. Gern will ich mich sammeln, die heiligen Lehren 5. Jesu, du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht. Daß ich dich zum Vorbild wähle, hast du treu dein Werk vollbracht. In dir ging die Tugend hier sichtbar durch's Leben; wie sollt' ich, nach dir mich zu bilden, nicht streben! Dir ähnlich zu werden, welch hoher Beruf! Dann bin ich deß Bild erst, der dazu mich schuf. 6. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, du mein Alles seyn. Siehe, daß ich's redlich meine! Ewig, ewig bin ich dein! So segne mit Kraft mich, stets weiser auf Erden, entsündigt, geheiligt, dir ähnlich zu werden, und treu dir zu bleiben im Le= L 242 Gesinnung und Verhalten des Christen Leben und Tod! Dies Herr, ist das Gine; dies Eine ist Noth. Bewundrung jauchzet mir entgegen; die Ruhe winkt, des Goldes Glanz. Ich sehe von des Berges Spiße die schönsten Reiche ausgedehnt. Auf, folge und Judäa krönt dich, vor dem Königsfize. 5. Nein, Gott gebeut! Weicht, Erdenfreuden! Fort, Satan, hebe dich von mir! Ich tret' in diese Nacht der Leiden, und hange, Vater, nur an dir. Selbst in des Sturms ergrimmten Fluthen umschlingt dein Arm allmächtig mich. Ich fühle dich, ich fühle dich, wenn alle meine Adern bluten. In eigener Melodie. 323 Daß ich der Tus flimme, wo unten tief die Erde liegt, wo Glaube der Verführung Stimme und jedes Hinderniß besiegt, wo in des Himmels reinem Scheine dies Eine Ziel nur glänzend steht; ach, Gott, erhöre mein Gebet! nur darum bet' ich, flehe, weine. 2. Es stieg voran die steilen Stufen der Menschensohn mit Kraft und Muth. Er hört im Jordan sich gerufen, und nimmt den Ruf mit aus der Fluth; und geht, daß er zur That sich rüste, die außer ihm kein Mensch begreift, die nur in seiner Seele reift, zum stillen Denken in die Wüste. - 3. Da steht er an dem Scheidewege; vor ihm die schauderhafte Wahl; hier aller Leiden Donnerschläge auf ſeinem Weg zum brugen Pfahl. Gott, was schen reizt, verlassen? selbst ihre Liebe? Müh' und Noth und Angst und Schmach, zulegt den Tod mit seiner schärfsten Qual umfassen? 4. Dort liegt der Erde reicher Segen; dort hängt der Ehre schöner Kranz; 6. Entschlossen nun, voll innerm Frieden wirft er sich ins Gedräng der Welt; er kämpfet, ohne zu ermüden, und überwindet als ein Held; und hält sein Werk nicht für geendet, bis er, nah' an der Todesnacht, zum lauten Siegesruf: Vollbracht! den letzten Athemzug verwendet. In eigener Melodie. efu, 324 better tot de! Trost im Leide! meines Herzens Theil! Deine Mittlertreue macht, daß ich mich freue deiner, Herr, mein Heil! Hab' ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nie recht glücklich werden. 2. Unter im Allgemeinen. 243 2. Unter deinem Schirme Triebe! Thoren lockt nur können keine Stürme mir ihr. Mich sollt ihr, ihr erschrecklich seyn. Laß auch Sünden, nimmer willig Felsen splittern; laß den finden; fliehet fern von Erdkreis zittern und den mir; leppigkeit, Geiz, Einsturz dräu'n! Was ist's Schmähsucht, Neid, ihr bemehr? Rings um mich her schweret das Gewissen; euch mag es stürmen, donnern, will ich nicht wissen. blizen! Er, er wird mich schüßen. 3. Wenn der Sünde Schrecken Angst in mir erwecken, Jesus stillet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht: freudig, daß ich Jesum sehe, blick' ich auf zur Höhe. 7. Weichet Sorg' und 3agen! Schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zulegt erfreun. Hab' ich hie selbst Noth und Müh'; Jesu, auch im bängsten Leide bleibst du meine Freude. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 4. Wer ist, der den Glan- 325 Auf dich, Grlöser, stets zu sehen, ben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? Bei der Feinde Toben stimm' ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Ich vertrau' auf Gottes Macht; er wird, wenn mich Feinde hassen, niemals mich verlasſen. 5. Lockt nur, Gold und Schäße! Ehre sei der Göze der betrogenen Welt! Mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Noth und Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 6. Weich, verbotne Liebe! Weicht, der Wollust so wie du warst, gesinnt zu seyn, der Tugend Weg dir nach zu gehen, der Brüder Glück sich ganz zu weihn, hast du den Deinen, die dich lieben, als Pflicht aus Liebe vorgeschrieben; wie dringend ist sie, Herr, wie süß! Wenn jeder Mensch nach deinem Bilde so eifrig seine Pflicht erfüllte, die Erde wär' ein Paradies. 2. Entflammt war deine ganze Seele von reinster Liebe gegen Gott, war seinem heiligen Befehle gehorsam bis zum Kreuzestod. Du suchtest nur des Vaters Chre; im Tempel war sie deine Lehre, und was dem Heiligsten £ 2 244 Gesinnung und Verhalten des Christen steu gefällt. Den Schöpfer und starbst so rührend und aller Kreaturen verkündig- erbauend, so freudig, standtest du auf den Fluren als haft, Gott vertrauend, so Bater, der die Welt erhält. göttlich groß auf Golgatha! 3. Wie eifrig warst du, seinen Willen, als Bürger und als Unterthan, als Sohn, als Bruder zu erfüllen, auf deiner ganzen Lebensbahn! Als Freund, wie zärtlich gegen Freunde! Verfolgt, wie duldend gegen Feinde! Für Aller Wohl schlug deine Brust. Die Menschen trösten und erquicken, erfreuen, heilen und beglücken, war dein Geschäft, war deine Lust. 6. Wie du gesinnt zu seyn, zu handeln, ist deiner Schüler höchste Pflicht; der muß nach deinem Vorbild wandeln, der von Verehrung Christi spricht. Dann wird zum Fleiß in guten Werken uns göttlich der Gedanke stärken, daß wir des Vaters Willen thun, und daß sein heilig Wohlgefallen, ſein Geist und Segen auf uns Allen hier und im Himmel lohnend ruh'n. 4. Tief rührte dich die Noth der Sünder! Wie Mel. Gott, der du die Menschen sorgsam gingst du ihnen 326 W elterlöser, dich nach! Wie viele wurden Gottes Kinder, wenn rührend deine Liebe sprach! Du kämpftest, Wahrheit zu verbreiten, und Alle zu dem Heil zu leiten, das nicht mit Welt und Zeit vergeht. Entzogst du matt dich dem Getümmel, da war die Einsamfeit dein Himmel, dein Geist beim Vater im Gebet. zu lieben, bis das Aug' im Tode bricht, mit des Herzens reinsten Trieben, ist uns theure, heil'ge Pflicht. Von der Liebe Gluth durchdrungen, famst du, wardst uns Menschen gleich, gründetest ein neues Reich, hast uns Ruh' und Heil errungen. Froher Herzen Preisgesang sagt nun deiner Liebe Dank. 5. Du warst demüthig und bescheiden, ein Freund erlaubter Heiterkeit; bewiesest bei den schwersten Leiden Geduld, Muth und Gelassenheit, vergabst, von Liebe tief durchdrungen, die härtesten Beleidigungen, im Leben, und dem Tode nah; 2. Keine lockende Be= gierde drängte dich zum Eitlen hin; Heiligkeit war deine Zierde, Menschenrettung dein Gewinn. Willig trugst du deine Bürde, tratest sanft und still hervor, hobst die Welt zu Gott empor, daß im Allgemeinen. daß fie ewig selig würde. Niedrigkeit war, Herr, dein Loos, und doch dein Verdienst so groß! 3. Mächtig selbst im tiefsten Staube, schufest du der Seelen Glück. Zweifelsucht und Aberglaube schwanden in die Nacht zurück. Hin zum Heiligthum der Wahrheit führtest du der Deinen Schaar, und wer dir nur folgsam war, sah sein Heil in voller Klarheit. O wer 245 6. Dank sei dir von allen Frommen, Preis und Dank sei dir geweiht! Ja, durch dich ist Heil gekommen in das Land der Sterblichkeit. Wer dir folgt durch's Erdenleben, athmet hier schon Himmelslust; Friede wohnt in seiner Brust; einst wird Gott die Kron' ihm geben. Wie verklärt des Todes Thal, Herr, ihm deines Lichtes Strahl! bebt vor Freude nicht? Uns, auch uns umglänzt dein 327 M Christus, unMel. Auf, Christenmensch nach, Licht. ser Held, folgt meinem Vors bild, Christen! Verläugnet euch, besiegt die Welt mit ihren schnöden Lüsten; gebt ihren Reizungen nicht nach, erduldet lieber Ungemach! 4. Nun entfliehen Furcht und Schrecken vor dem groBen Weltenherrn. Nichts kann Sorg' in uns erwecken; er ist nimmer von uns fern. Seine Liebe, Nichts als Liebe predigt uns die schöne Welt, die er täglich noch erhält, daß sie uns im Lieben übe. Menschenfreund, seit du erschienst, ist die Liebe Gottesdienst. 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchtet mir zu einem heil'gen Leben! Wem sollt' ich auch, wem sonst, als dir, zu folgen mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl, zeigst mir, wie ich ihn wandeln soll. 5. Selbst der Sünder darf nicht beben, eilt er nur zu dir zurück. Deine Stimme: Du sollst leben! heitert seinen Thränenblick. Ach, du blutetest am Kreuze, trugest Schmach und Angst und Noth; starbst für ihn, damit dein Tod ihn zum frommen Leben reize! Folgt er dir, o welche Huld! ausgetilgt ist seine Schuld. 3. Dein Herz, voll Gottergebenheit, war auch voll Menschenliebe, voll De= muth, Sanftmuth, Freundlichkeit, und reger Mitleidstriebe; selbst deinen Feinden wandtest du großmüthig Hülf' und Wohlthat zu. 4. Dein Beispiel lehrt, was schädlich ist, mit weiser £ 3 Vor= 246 Gesinnung und Verhalten des Christen Vorsicht fliehen; es lehret entfernt von aller Heuchelei, mich, mein Herz der List aufrichtig ihn verehre als und Heuchelei entziehen. Dächter Christusjünger! wohl mir, wenn mit frommem Sinn ich dir, mein Heiland, ähnlich bin! 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst mir auch noch zur Seite; du kämpftest selbst, und brachst die Bahn, stärkst nun auch mich zum Streite. Wie könnt' ich denn noch zaghaft seyn, und mich, dir nachzufolgen, scheu'u? 6. Wer hier sein Glück zu finden meint, wird's ohne dich verlieren, wer's bei dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn verehrt, und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, getreu und froh nachgehen, will wohlgemuth, getrofst und gern der Tugend Kampf bestehen; denn wer nicht kämpft, trägt einst die Kron' des ew'gen Lebens nicht davon. Mel. Es wolle Gott uns gnädig 328 8 preise Gott, Christ als seinen Heiland kennet, wer seiner Kirche Mitglied ist, und seinen Herrn ihn nennet! Sein Höchstes Ziel hienieden sei, daß er nach seiner Lehre, 2. Der ächte Jünger Jesu hält stets fest an ſeinem Glauben. Er läßt durch allen Hohn der Welt sich nie dies Kleinod rauben. Denn dieser Glaube gibt ihm Kraft und Muth zum edlen Streben, vor seinem Schöpfer tugendhaft kindlich froh zu leben, zu dulden und zu sterben. und 3. Der ächte Jünger Jesu lernt, von Gottes Geist getrieben, und von des Lasters Pfad entfernt, stets herzlicher ihn lieben. Er weiß, was Jesus that und litt, die Sünder zu beglücken. Er zählt dazu sich selber mit, und rühmt es mit Entzücken: Auch mich hat er geliebet! 4. Der ächte Jünger Jesu weiht dem Heiligungsge= schäfte die Tage seiner Lebenszeit und alle seine Kräfte. Er glaubt und liebt; wie sollt' er nicht der Lüste Reiz verschmähen, und unverrückt den Weg der Pflicht, wie Jesus Christus, gehen, um ähnlich ihm zu werden? Jünger Jesu liebt die Menschen edelmüthig; er tröstet, bessert, hilft und gibt, ist gegen Feinde gütig, und liebreich eilt er Jedermann, der sein bedarf, entgegen. Er stiftet Gu im Allgemeinen. Gutes, wo er kann, und lebt der Welt zum Segen, wie Jesus ihm gebietet. 6. Der ächte Jünger Jesu trägt getrost des Lebens Bürde. Auch Noth, die Gott ihm auferlegt, erhöhet seine Würde. Er bleibet selbst im herben Schmerz noch muthvoll und geduldig; des Gottes tröstet sich sein Herz, vor dem er hier unschuldig zur Ehre Jesu wandelt. 7. Der ächte Jünger Jesu siegt auch über Todesschrecken; denn seinen Geist, der aufwärts fliegt, wird Grabesstaub, nicht decken. Er kennet den, der für ihn starb, und ihm durch Todesleiden des Himmels Seligkeit erwarb; drum jauchzt er im Verscheiden: Ich weiß, an wen ich glaube! 8. Gib, Jesu, daß der Deinen Schaar sich stets auf Erden mehre, und daß auch ich dich immerdar im Glauben recht verehre! Nimm nach vollbrachtem Pilgerlauf zu jenen Seligkeiten den Geist, der dich verehret, auf! Ihm Wohnung zu bereiten, bist du vorangegangen. 247 erfüllt mit gottgeweihtem Triebe! Er war dein Ziel, dein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm Ein Sinn, Ein Herz, sein Wille war dein Wille; du ehrtest auch im größten Schmerz ihn mit zufriedner Stille. Selbst auf der allerrauhsten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. 3. Du suchtest Nichts als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterwarfst dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, Vollender seines Raths zu seyn. 4. 3um Kreuze gingst du ruhig hin, uns Ruhe zu erwerben; bereit, mit göttlich großem Sinn, zum Heil der Welt zu sterben, warst du zur tiefsten Schmach gefaßt, und trugst der schwersten Leiden Last. 5. Herr, lehre mich, dein Eigenthum, nach deiner Tugend streben! Dir gleich gesinnt seyn, sei mein Ruhm, und Wonne, so zu leben! hilf, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu'! Mel, Auf, Christenmensch VaMel. Schwing' dich auf zu 329 Ders Gbenbild, 330 S ollt ich jetzt ihm gleich an Menschenliebe, noch, da mir du warst, o Jesu, ganz schon deine Güt' erschienen, 24 dich 248 Gesinnung und Verhalten des Christen schmäht, glaubt und nicht mehr lachet? dich verlassen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? mit den Lüsten dieser Zeit wieder mich beflecken, und nicht mehr die Freudigkeit deiner Liebe schmecken? 2. Hab' ich doch allein bei dir meine Ruh' gefunden; Mittler, heiltest du doch mir liebreich meine Wunden; und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, hassen, und mein Recht an deinen Tod wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib' ein Christ, folge deinen Lehren, lasse weder Macht, noch List meinen Glauben stören. Fielen tausend ab; nicht ich; mag's die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertrau'n auf dich mir doch gönnen müssen. 4. Zeigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden, den Bedrängten Trost und Ruh', Sündern Gottes Frieden? Gibt sie mir die Zuversicht, daß ich, troß dem Grabe, dei-, ner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? 6. Dwie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße, da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Leben finde! 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht, noch Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Welt und Sünd' und Gitelkeit und des Fleisches Triebe, Alles überwind' ich weit, Herr, durch deine Liebe! Mel. Freu' dich sehr, o meine 331 Göttlicher, dich zu erheben und mit frommer Zuversicht deiner Tugend nachzustreben, ist dein Ruf und meine Pflicht! Sieh, ein Beispiel laß ich dir, sprichst du: komm' und folge mir! O welch Beispiel sonder Gleichen! Streb', o Geist, es zu erreichen! 2. Armuth, Haß, Verfolgung, Schmerzen, trugst du still und mit Geduld; du vergabst mit edlem Herzen deinen Feinden ihre Schuld; hörtest der Verlaßnen Fleh'n, eiltest ihnen beizusteh'n; kanntest keine höh're Freuden, als die Lindrung ihrer 3. Ich 5. Rettet sie mich, wann vor Gott einst die Völker stehen, und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen; wann der Sichre nun zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der hier Leiden. im Allgemeinen. 3. Ich will auch in Noth und Schmerzen standhaft und geduldig seyn; will mit liebevollem Herzen meinen Feinden gern verzeih'n. Nie soll mir des Elends Fleh'n unerhört vorübergeh'n; fest, und innig will ich streben, deinem Beispiel nachzuleben. 4. Du, den ich zum Vorbild wähle, hebest meine Seel' empor. Wann ich wanke, wann ich fehle, schwebe mir dein Beispiel vor! Dir geheiligt sei mein Geist! Wann er sich dem Staub entreißt: dann, o dann werd' ich im Sterben Freud' und Wonn' auf ewig erben. 249 len ew'ge Freuden werden. Was ist gegen solch ein Glück dieses Lebens Augenblick? 2. Freue deines Glaubens dich, deines Gottes, seines Sohnes! Deine Seele rühme sich ihrer Hoffnung, seines Lohnes, voller Muth und unverstellt freudig vor der ganzen Welt! 3. Hat gleich sein Bekenntniß hier seine Leiden und Beschwerden; dennoch ſei ihm treu; denn dir sol4. Schäme seines Worts dich nie vor den Frevlern, vor den Spöttern, wenn sie ihn verschmäh'n, wenn sie sich und ihren Wiß vergöttern! Was vermag der Lästrer Spott wider Jesum, wider Gott? 5. Was vermag er, tobt er gleich wider dich und deinen Glauben? Gottes Beifall, Gottes Reich kann doch keine Macht dir rauben. Halte dich an dem nur fest, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat nicht dein Herr für dein ew'ges Heil gestritten? Jene Mel. Meinen Jesum laß ich nicht Schaar der Märtyrer, was 332 Sanft, Chrift, hat die für ihn gelitten? Schmach und Marter, selbst den Tod, litten sie getrost für Gott. ist Jesu Joch; und was kann bei ihm uns fehlen? O wie selig sind wir doch durch den Retter unfrer Seelen! Welche Wonn' und Herrlichkeit wartet unsrer nach der Zeit! 7. Und der Spötter Wit und Hohn könnte je dein Herz verführen, deinen Antheil an dem Lohn deines Glaubens zut verlieren? Nein, o Christ, nein, wanke nie, fleh' um Rettung auch für sie! 8. Sei getreu bis in den Tod; denn du glaubest nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Wonne jenes Lebens. Und auf einen kurzen Streit frönt dich seine Herrlichkeit. £ 5 Mel. 250 Gesinnung und Verhalten des Christen 6. Dies große Beiſpiel hast du mir zum Vorbild hinterlassen, daß ich gesinnet sei, gleich dir, in meinem Thun und Lassen. Komm', sprichst du, nimm mein Joch auf dich, komm', folge mir und sieh' auf mich! Mel. Auf, Christenmensch elch hohes Beiſpiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt' ich nicht gern und mit Begier, dir nachzuahmen streben? nicht geh'n den Weg, den du betratst, nicht freudig thun, was du, Herr, thatst? 333 W 7. Ich komme, Herr! Gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei, und nicht mich nur den deinen nenne, damit ich, deinem Vorbild tren, auch Andern gutes Beispiel sei! 2. Dein Herz, von Sünde nie entweiht, war rein, wie deine Lehre; dein ganzer Wandel Heiligkeit; dein Endzweck Gottes Ehre: hier Leitung zur Vollkommenheit und dort der Menschen Seligkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 3. D'rum führteſt du zur 334 Beglückt, beglückt ist, wer auf ErTugend an, und, standhaft ihr ergeben, gingst du uns selbst den Weg voran, mit Muth uns zu beleben; und wenn du littest ohne Schuld, ertrugst du Alles mit Geduld. 4. Der Kummervollen Trost zu seyn; zu wehren jedem Leide, nur wohlzuthun, nur zu erfreu'n, war deine Sorg' und Freude; und jede Thräne, jeder Schmerz drang in dein liebevolles Herz. den mit allen seinen Kräften strebt, an edlen Thaten reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, stets vorwärts dringt, und nie vergißt, daß seine Seel' unsterblich ist. 5. Du trugst mit Sanft muth und mit Huld die Schwachheit deiner Freun de; mit Sündern hattest du Geduld und batst für deine Feinde. Du warst gehorsam bis zum Tod und ehrtest selbst im Tode Gott. 2. Er forschet nach der Tugend Wegen, was gut und Pflicht ist, schnell zu thun, spricht nicht( so sprechen nur die Trägen): Noch will ich schlummern, will noch ruh'n. Er säet früh und nüßt die Zeit zur Aussaat für die Ewigkeit. 3. Erfüllet von der Tugend Sorgen, denkt er, und denkt mit Lust daran, wie er hier sichtbar, dort verborgen, ein gutes Werk vollen= im Allgemeinen. enden kann, und nüßet jeden Augenblick für Tugend und für Brüderglück. 4. Ihn schrecken keine Hindernisse, durch edle Thaten stärkt er sich, und seine heiligen Entschlüsse sind fest und unerschütterlich. Wie sehr er auch zu kämpfen hat, reift jeder Vorsatz doch zur That. 5. Er widerseßt mit festem Muthe dem Unrecht sich, gestärkt durch Gott. Träf' ihn im Kampfe für das Gute der Welt Verfolgung oder Spott; so bleibt ihm doch der Preis im Streit. Er kämpft, weil es die Pflicht gebeut. 6. So laßt auch uns als Christen handeln, aus reiner Achtung für die Pflicht; laßt uns die Bahn der Tugend wandeln; da strahlet immer helles Licht, und unser Loos in Ewigkeit ist reiner Tugend Seligkeit! 0251 Heile ringen, gern lassen, was auf Erden ist; hinauf zu Gott sich schwingen; getrost den Pfad der Trübfal geh'n; und standhaft in Versuchung steh'n. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß; noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Ziele: doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf dieser kurs zen Pilgerschaft. 4. So lang ich noch, ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle, schaff' du ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan! 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu seyn, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freu'n, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schuß zu bau'n, und dir Allliebender, zu trau'n! Mel. Auf, Christenmensch! ald oder spät 6. Nie soll des Zweifels Dunkelheit mir diesen ho335 dies Vorgefühl der Seligkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was versüßt mir einst den Tod? Raub, wall' ich noch hier auf Erden: doch nur mein Leib wird wieder Staub; ich soll unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ew'ges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Ernst und Eifer soll der Christ nach seinem 7. Du, der mir dieses Heil erwarb, laß, Jesu, mich's ererben; du, der für seine Menschen starb, 26 laß, 252 Gesinnung und Verhalten des Christen pflicht, den Bund mit deinem Herrn? laß, Jesu, dir mich sterben! Gib, daß ich dir im Leben treu, getren bis in den Tod dir sei! 5. Hast du nicht diesen Bund schon längst und oft gebrochen? Du hast, als Gottes Kind, Gehorsam ihm Mel. O Gott, du frommer Gott 336 Du sagt: Sch bin versprochen; hast du mit ein denn dem Guten nachgestrebt? Hat nicht die Sünde noch sehr oft in dir gelebt? 6. Du sagst: Ich bin ein Christ, betrachte, les' und höre, vom Irrtham unverführt, des Heilands reine Lehre! Wohl dir! Doch thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur selig ist, wer's thut, nicht, wer's blos liest und hört. 7. Du sagst: Ich bin ein Christ! Mit Gott mich zu verbinden, nehm' ich oft Jesu Mahl; mich reuen meine Sünden. Doch zeiget sich bei dir in deinen Werken auch rechtschaffne Besserung nach dieses Mahls Gebrauch? Wohl dir, wenn Herz und Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben! Wo ist ein höh'rer Ruhm? Welch Glück kann größer seyn, als Gottes Wege geh'n und seiner Huld sich freu'n? 2. Du sagst: Ich bin ein Christ! Der ist's, der Christum kennet, nicht mit dem Munde nur ihn Herr und Heiland nennet, nein, gern und willig thut, was auch sein Herr gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 3. Du sagst: Ich bin ein Christ! Mit Ernst das Böse hassen, den Lüsten widersteh'n, gewohnte Sünden lassen, dies ist des Herrn Befehl; dies seiner Lehre Sinn; kein todter Glaube führt zur ew'gen Wohlfahrt hin.. 4. Du sagst: Ich bin ein Christ, getauft zu Gottes Erben, sein Kind und Freund zu seyn und selig einst zu sterben! Du bist's; doch prüfe dich, erfüllest du auch gern, treu deiner Christen8. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt sind in reiner Kindesliebe, wenn du, wie Christus war, ein Freund der Menschen bist, gerecht und wahr und mild; dann sag': Ich bin ein Christ! 9. Wenn, Gutes auszustreu'n, die Unschuld zu beschüßen, und selbst dem Feind, im Allgemeinen. Feind, so viel du immer kannst, zu nüßen, ohn' Gigennuß und Stolz, dein Herz stets willig ist, auch wenn's Verläugnung gilt; dann sag': Ich bin ein Christ! 10. Denn, wenn noch Leidenschaft dir dein Gemüth regieret, wenn Wollust, Eitelkeit und Schmähsucht dich verführet, wenn Geiz und Haß und Neid noch über dich gebeut: so kennest du noch nicht die wahre Heiligkeit. 11. Sprich nicht: Ich bin ein Christ! bis daß dir Herz und Leben von diesem Ruhme erst ein sichres Zeugniß geben. Der Nam' ist nicht genug. Ein Christ muß ohne Schein, das, was er heißen will, in seinem Wandel seyn. 12. Ach, Gott, gib mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Christ zu seyn und nicht blos so zu heißen! Denn, wer den Namen hat und nicht die That zugleich, betrügt sich und gelangt nicht in dein Himmelreich. Mel. Wer nur den lieben Gott 337 ott ott, dir gefällt kein gottlos Wesen; wer bös' ist, bleibet nicht vor dir. D'rum laß von Sünden mich genesen, und schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich 253 vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält! 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inniger Beschämung sehn; durch Christum vor dir Gnade finden, und standhaft deine Wege gehn! Ich will forthin die Sünde scheu'n, und deinem Dienst mein Leben weih'n. 3. Du kennst und lenkest die Gedanken! Gib meinem Vorsazz Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wonken, so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih', daß ich mit findlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sei; so sieg' ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Doch wann ich je aus Schwachheit fehle, mein Vater, dann verwirf mich nicht! Verbirg nicht der bedrängten Seele, wann sie dich sucht, dein Angesicht; und mache in Bekümmernis mich deiner Gnad' und Huld gewiß! 6. Erquicke mich mit deinen Freuden; schaff' ein getrostes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden: so halt' ich mich, mein Gott, zu 254 Gesinnung und Verhalten des Christen zu dir, bis nach vollbrach- ließ von Eigennuß mich ter Prüfungszeit der Dei- lenken. nen Erbtheil ich erfreut. 5. Oft gehorcht' ich deinem Rechte nur, daß meine Folgsamkeit mir bei MenMel. Freu' dich sehr, o meine 338 Gott, ich will mich schen Ghre brächte und den ernstlich prüfen, ob ich redlich bin vor dir! Du kennst meines Herzens Tiefen; ach, entdecke sie auch mir! Laß mich sehen, ob ich treu dir in meinem Wandel sei; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe! Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erhob, o wie süß war mir dies Lob! Nur von ihm ließ ich mich treiben, deinen Rechten treu zu bleiben. 6. Ach, wie konnt' ich dich vergessen, wie so undankbar dir seyn, deine Liebe nicht ermessen, deines Beiz falls nicht mich freu'n! Meinen Lohn hab' ich dahin; eitler Ruhm ward Gewinn: aber ihn sollt' ich verachten, nur nach deinem Beifall trachten. 2. Gitelkeit und Eigen liebe sind die Gößen dieser Welt; aber nie sind sie die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit reiner Seele liebt, Richter, dem gibst du die Krone der Gerechten nicht zum Lohne. mein 7. Gott, der jedes Herz voll Reue gern mit seinem Trost erfreut, sei mir gnädig und verzeihe die unlautre Frömmigkeit! Mache reiner meinen Sinn; lenk' ihn zu dem Einen hin, dich zu lieben, und vor allem dir, o Höchster, zu gefallen! 8. Laß, Herr, alle meine Werke Früchte deiner Liebe seyn; gib mir täglich neue Stärke, ganz der Tugend mich zu weih'n! Ich bin, Gott, dein Eigenthum; dies sei mir der höchste Ruhm! Was ist mir das Lob der Erde, wenn ich deiner würdig werde! Mel. 3. Die um deiner Liebe Willen wandeln, wie dein Wort gebeut, diese, diese nur erfüllen das Gesetz der Frömmigkeit. Nicht nut das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an; deine Liebe soll uns dringen, gute Werke zu volbringen. 4. Wie ein leichter Nebel schwinden meine Tugenden vor dir; denn noch trennen Lieblingssünden mich, o Heiligster, von dir! Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht; ich vergaß, an dich zu denken, im Allgemeinen. Mel. O Gott, du frommer Gott err, höre mein 339 Gebet, und las es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, leite, Herr, den Schwachen, der dir fleht; verwirf die Bitte nicht, die mir von Herzen geht! 255 du mit deiner Huld der Freuden Quelle bist. 6. Laß Versuchung mich nicht zaghaft unterliegen; ermuntre mich zum Muth und hilf dem Schwachen siegen. Mein Auge laß allein auf deine Weisheit schau'n, mein Herz dir folgsam seyn, und dann dir froh vertrau'n. 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, sagt dein Wort, soll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heiligkeit, in guten Werken seyn; dir soll ich, Herr, mein Gott, mein ganzes Leben weih'n! 3. Dies will ich, und doch macht die Schwäche meiner Seele, und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch fehle. Ich seh' der Tugend, Glück; ich wünsche, gut zu seyn; und immer hab' ich doch so viel noch zu bereu'n. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott; o steh es mit Erbarmen, und reiche deine Hand voll Vaterhuld mir Armen! Gib meinem Geiste Licht: gib meinem Vorsatz Kraft, so kämpf' ich glücklicher mit Welt und Leidenschaft. 5. Eröffne den Verstand, stets heller einzusehen, daß Sünd' uns elend macht; daß wahres Wohlergehen, 340 und innrer Friede nur aus 7. Ich bin ein Pilger hier, umringt von vielen Sündern; ihr Beispiel könnte leicht der Tugend Eifer mindern. Wenn der Verführung Gift, des Leichtfinns frecher Spott dem Geist gefährlich wird; dann steh' mir bei, mein Gott! 8. Bewahre mein Gemüth, daß mich, bis an mein Ende, die falsche Fröhlichkeit der Sünder nie verblende! Der Thoren Jauchzen wird bald lange Reu' und Pein; laß diesen Wechsel mir doch ja vor Augen seyn! 9. So werd' ich, Herr, mein Gott, dir nicht umsonst vertrauen; einst, wenn ich treu dir war, der Freuden Fülle schauen, und, wann du ewig lohnst für jede gute That, frohlocken, daß mein Herz sich dir geheiligt hat. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt err, wie lange muß ich ringen, reinem Herzen fließt, daß eh' ich auf der steilen Bahn dei 256 Gesinnung und Verhalten des Christen deines Rechts zum Himmel und dir singen, daß du dringen, und vom Kampfe Stärke gibst zum Ringen. ruhen kann? Werd' ich meinen Hang zu Sünden endlich überwinden? Mel. Herzliebster Jeſu ch der Erde, oder fühner Sünder Spott reizet, daß ich träger werde, wirst du mein vergessen, Gott? Wirst du, mich zu unterstüßen, eilen? wirst du dann mich schützen? 2. Ach, wann mich die Lust 341 3d babe, Gott, mir ernstlich vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben treu zu ergeben. 3. Ach, ich zittre, Gott! wie lange soll ich kämpfen? Dieser Streit meiner Schwachheit macht mir bange, bei so viel Gefährlichkeit, daß ich doch noch unterliege und mein Kleinod nicht ersiege. 4. Schaue her zu deinem Kinde; höre mich und steh' mir bei! Herr, bewahre mich vor Sünde; mache mich getrost und treu, daß ich standhaft deine Wege wandeln, und nicht straucheln möge; 5. Daß die Welt mich nicht verführe, daß sie mich nicht ungetreu mach', und spottend triumphire, daß ich auch gefallen sei; daß sie sich nicht ihrer Siege rühme, weil ich unterliege. 6. Der du Kraft und Muth gewährtest, hilf' des Schwachen Schwachheit auf! Ja, ich hoffe, daß du hörest, und ich freue mich darauf. Rühmen will ich's, 2. Erforsche mich, sieh, ob ich's redlich meine; gib, daß ich nicht blos, was ich seyn soll, scheine; mit allen Kräften strebe, deinen Willen froh zu erfüllen. 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, wo mich kein Mensch sieht, leitet? wie sicher werd' ich deine Wege wallen! Wie kann ich fallen? 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeicheleien, aufmerksam des Gewissens Stimme hören, dich thätig ehren! 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten; so mag die Welt, wie ihr's gefällt, mich richten! Ehrt mich dein Beifall, so kann ich mit Freuden Verachtung leiden. 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen; gerecht wirst du einst richten und belohnen, mit Herrlichfeit im Allgemeinen. keit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 7. Vollend' ich meines Lebens Prüfungsstunden, und werd' ich bis zum Tode treu erfunden: wie schön verwandeln sich dann meine Leiden in ew'ge Freuden! Mel. Wann mein Stündlein Freund! In dieser hohen Würde steh' ich und fürchte keinen Feind, trag' muthig meine Bürde. Heil mir! ch bin ein der wo, frei von 342 Gott ist mein allem Erdenleid, in ſeines Herrlichkeit ich Himmels ewig mit ihm lebe. 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; stark, fest ist er gegründet! Er stüßt voll hoher Zuversicht auf Jesum sich, und findet bei ihm Kraft, Ruhe, Rath und Heil, und nimmt an jedem Segen Theil, den er uns hat erworben. 257 will belohnen? Was ist die eitle Lust der Welt, wenn man das Glück dagegen hält, das Gott uns dort will schenken? Mel. Ach, sich' in dulden In meines Gottes Kraft be 343 Dit immer ähnjede Leidenschaft, im Dulden wie im Handeln. licher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, das sei mein Ziel schon hier auf Erden, das bleibt mein Ziel, dem in der Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist entgegen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. 3. Mich soll daher nicht Sitelkeit, mit Bitterfeit der Leiden, auch nicht ein Schlaf der Sicherheit von Gottes Liebe scheiden. Wer Jesu glaubt und freudig thut, wie Jesus will, hat hohen Muth im Leben und im Sterben. 5. So soll denn selbst des Todes Macht mein Herz von Gott nicht scheiden! Er führt mich durch des Grabes Nacht zu jenem Licht 4. Was sind die Leiden dieser Zeit doch gegen jene Kronen, womit Gott in der Ewigkeit die Frommen 2. Wenn ich aus reiner Menschenliebe, die selbst den Schein des Eigennußes flicht, des Wohlthuns edle Pflichten übe, auch wenn mein Thun kein sterblich Auge sieht; dann bin ich ähnlich dem, der einst die Welt aus Liebe schuf, aus Liebe noch erhält. 3. Wenn ich auf seine Weisheit achte, die nicht dem kleinsten seiner Werke fehlt; wenn ich den edlen Zweck betrachte, zu dem er ftets 258 Gesinnung und Verhalten des Christen stets die besten Mittel wählt, und selbst mit Weisheit handle, so wie er: dann werd' ich meinem Vorbild ähnlicher. gleich' ich dem, der ewig gütig ist, und keines Menschen, keines Wurms vergißt. 4. Wenn ich mit immer regem Triebe das Böse hasse, das mich elend macht, und als mein Glück das Gute liebe, wie sinnenreizend auch das Laster lacht; und in Gefahr mein Herz sich nie vergißt: dann gleich' ich dem, der rein und heilig ist. 8. So sei, dir ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, mein höchstes Ziel schon hier auf Erden, mein Ziel, zu welchem einst in Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist zu dringen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. 5. Wenn ich, um Tugend 344 Kuns Christi LehMel. Freu' dich sehr, v meine Dommt und laßt auszubreiten, Verdiensten helfe, lohne Fleiß und Treu'; wenn ich, zur Beßrung ihn zu leiten, den Frevler strafe; selbst das Unrecht schen': dann gleich' ich dem, der mit Gerechtigkeit belohnt und straft, so gern sein Herz verzeiht. ren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrheit Gottes von ihm hören, hören, wen Die im er selig preist! Glauben fest bestehn, freudig Gottes Wege gehn, den Erlöser frei bekennen, dürsen sich die Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seiner Schwachheit nie vergißt, nie sich selbst voll Stolz erbebet, wenn er groß und glücklich ist! Gottes Huld wird ihn erfreun, und das Himmelreich ist sein. Gott wird Heil und ew'ges Leben ihm zum Lohn der Tugend geben. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut, und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld verzeihn, und zum Guten Kraft verleihn; froh 6. Wenn ich durch Täuschung nie betrüge, die Wahrheit ehre, Feind der Falschheit bin, mein Wort nie breche, niemals lüge, und brächt' es mir auch einer Welt Gewinn: dann gleich' ich dem, der es auf richtig meint, und stets es ist, dem großen Wahrheitsfreund. 7. Wenn ich mich Leidender erbarme mit brüderlichem, liebevollem Sinn; nicht stolz erst frage, ob der Arme werth sei, daß ich sein Erretter bin: dann im Allgemeinen. 259 froh im Geist schon hier hen, werden Gottes Antauf Erden, soll er dort ganz glücklich werden. lig sehen. 4. Selig ist, wer Sanftmuth übet, niemals seinem Feinde flucht; gern Belei digung vergiebet, nie sich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht vollbringt, und sein eignes Herz bezwingt. Gott wird über ihn stets wachen, und ihn reich an Segen machen. 5. Selig, die mit Ernst verlangen, heilig und gerecht zu seyn; welche fest am Guten hangen, nicht blos an des Guten Schein; deren Herz nicht mehr begehrt, als was ihre Tugend mehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, sie mit höh'rer Kraft erfüllen. 6. Selig sind, die, voll Erbarmen, Keinem ihre Hülf' entziehn; bei dem Kranken, bei dem Armen nie des Elends Anblick fliehn; gern behülflich sind mit Rath, und nach Kräften mit der That. Diese werden Hülf' empfangen, und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die ihrer Herzen reine Unschuld nie entweihn; züchtig, auch in ihre Scherzen, den Verdacht des Leichtsinns scheun. Die dem Reize böser Lust, regt er sich in ihrer Brust, dennoch standhaft widerste8. Selig, wer in Frieden lebet, wer stets Ruh' und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und, wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt! Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die des Guten wegen dulden Schmach und Haß und Bein! Ihrer wartet Heil und Segen, wenn sie hier den Kampf nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, und wird sie für ihre Treu' einst mit Wonn' und Siegeskronen in der Ewigkeit belohnen. 10. Herr, du wollest selbst mich leiten auf der Tugend sichrer Bahn, wo ich dieser Seligkeiten hier und dort mich freuen kann! Gib, daß ich in Freud' und Schmerz treu dir bleibe, daß mein Herz sich durch deines Geistes Stärke stets befleiße guter Werke. In eigener Melodie. 345 Laß mich), o Herr, Dingen auf deinen Willen sehn, und dir mich weihn; gib, selbst das Wollen und Vollbringen, und laß mein Herz dir ganz geheiligt seyn! Nimm mei 260 Gesinnung und Verhalten des Christen meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist Alles, was ich hab' und bin. Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 2. Gib meinem Glauben Muth und Stärke, und laß ihn in der Liebe thätig seyn, daß man an seinen Früchten merke, er sei kein eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Pilgrimschaft, und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft. 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgestorben sei; laß mich dir sterben und dir leben, und mach' in mir, Herr, Alles neu! Ach wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 3. Laß mich, so lang' ich hier soll leben, in gut und bösen Tagen seyn vergnügt, und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten Alles weislich fügt; gib Furcht und Demuth, wann du mich beglückst; Geduld und Trost, wann du mir Trübsal schickst! 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen; so will ich dir, wann ich den Lauf vollbracht, stets Dank und Ruhm und Ehre bringen, dir, der du Alles hast so wohl gemacht. Dann werd' ich heilig, rein und unentweiht, dein Lob verkündigen in Ewigkeit. 346 M lehre mich erMel. Wer nur den lieben Gott ein Gott, ach kennen den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß Tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder sei'n. Ach, wirk' in mir, zu deinem 3. Reiß' los mein Herz von dieser Erden, laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert werden, und gib mir meines Heilands Sinn! Ach wirk' in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Christo folge nach, und stets den schmalen Steg erwähle, ja Ehre such' in Christi Schmach. Ach, wirk' in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte; hilf, daß ich dir verbleibe treu, daß ich an Christi Kreuz mich hefte, und mir die Welt gekreuzigt sei. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glaube, Hoffnung, Liebe beständig fest und thätig seyn; daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn' Heuchelschein. Ach wirk' in mir, zu dei im Allgemeinen. 261 deinem Nuhm, mein Gott, gib, daß ich auch, wie mich, das wahre Christenthum! den ärmsten Bruder liebe, 7. So hab' ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut; wann ich mit Gott vereinigt werde, ' schmeck' ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirk' in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! Mel. O Gott, du frommer Gott 347 M² ein Schöpfer, dessen Hauch mich, todten Staub, beseelte; Sinn und Vernunft mir gab, in Christo mich erwähl: te, regiere ferner mich mit deinem guten Geist, daß jede Handlung dich, Gott, meinen Schöpfer preist. 2. Laß, da du heilig bist, mich alle Lüste fliehen, und mich nur um den Schatz, der droben ist, bemühen; gib Stärke zu dem Streit, Herr, mit der Welt und mir; und Hoffnung zu dem Sieg: er kommt allein von dir. 3. Laß mich, ich bin ein Christ, nach Christi Lehre wandeln; mein ganzer Gottesdienst sei Glaub' und richtig Handeln! Die Luft an dem Gesetz ist mehr, als Lust der Welt, die nur der Frevler liebt, der Thor für Freude hält. 4. Entzünde du mein Herz mit Frömmigkeit und Liebe; und segne meinen Feind! Herr, was ich hab', ist dein. Laß mich im Unglück groß, im Glück bescheiden seyn! 5. Dein Himmel sei mein Glück; das Irdische vergehet: weh' Jedem, dessen Herz mit ihm im Bunde stehet! Wohl dem, deß erster Wunsch, Gott, dein Erkenntniß ist! Er hat Zufriedenheit, wann er auch Alles mißt. 6. Nimm alle Lafter weg, die der Gesellschaft schaden. Wir sind ja, was wir sind, aus unverdienten Gnaden. Haß, Falschheit, Heuchelei, und Stolz und Bruderneid kurz ist unsre Zeit. sind unsrer Tage Pest, und 7. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Schuß in allen Nöthen, früh such ich dich; des Nachts will ich zu dir auch beten. Mein Stand sei dir geweiht, bei meines Amtes Pflicht vers gesse ja mein Herz des Christen Pflichten nicht! 8. Zulegt erlöse mich von mir beschiednem Leiden; laß meinen Geist voll Trost aus seiner Hütte scheiden! Herr, ihn befehl' ich dir; mich führe deine Hand durchs öde Todesthal ins rechte Vaterland. Mel. 262 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. O Gott, du frommer Gott 348 Mein Bater und der du in diesem Leben, zur Leuchte meinem Fuß, dein heil'ges Wort gegeben: regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam ſei, was, Gott, dein Wort mich heißt! frei von Ungeduld in trúben Tagen seyn! Gott, 6. Nie müsse sich mein Herz des Fleisches Lust ergeben, und nie dem schnöden Geiz! Mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, und ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit! 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten; so unterstüße mich, wann meine Tritte gleiten! Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch, wann sie verzieht, dir doch getrost vertraun! 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Vater, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterbenden mit Trost und froher Hoffnung nicht! 2. Verleih', daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und kein vergänglich Gut mehr, als es werth ist, ach te! Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie kalte; hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung stark und fest gegründet sei! 4. Gib, daß ich als ein Christ mich Christo ähnlich zeige, Mel. Wer nur den lieben Gott nicht, daß ich's müth zu ſeiner Lehre neige! 349 Negriffen schon Sein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt! So wandl' ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb' und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe; laß fern von Uebermuth des Glückes Schein, und sehe zu, daß er nicht falle, 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, mich bei das strauchelnd geht. Der der, hätte; die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. im Allgemeinen. 263 der, wenn sein Nächster fällt, in deinem Herzen. Du scheinst noch steht. Auch die be- von Rachsucht dir befreit; kämpfte böse Lust stirbt nie jetzt sollst du eine Schmach mals ganz in unserer Brust. verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen: so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden 3. Nicht jede Besserung ist Tugend, oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hige roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht un-, ser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfst sie; doch du wechselst nur: dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe erweckten dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt: so werde Nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh' und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit; doch bist du, fordert's Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit. Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; flieht's Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht; bist du bescheiden? bist mäßig; übst du auch Geduld? Du dienest gern, wenn Andre leiden; vergibst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig senn. 12. Sei 264 Gesinnung und Verhalten des Christen 12. Sei nicht vermessen! mit Sanftmuth überwind', Wach' und streite; denk' und sende Hülf' und Rath, nicht, daß du schon g'nug wenn sie mir nöthig sind! gethan., Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach' überall! an. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Eintracht leben, so weit es christlich ist! Willst du mir etwas geben an Reichthum, Chr' und Glück: so gib auch dies dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sei! 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen; so gib nur, daß ich stets ein frommes Herz bewahr', auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar! 7. Laß mich auf Christi Tod getrost von hinnen scheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; es ruhe sanft der Leib in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort ins neue Leben ruft! 8. Wenn alle Todten dann auf dein Gebot erwachen, so wird auch meinen Staub dein Ruf lebendig machen. Dann führe mich verklärt in deinen Himmel ein, und laß mich selig dort mit allen Frommen seyn! 350 O In eigener Melodic. Gott, du from mer Gott, du Quelle aller Gaben, ohn' den Nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben, erhalte meinen Leib gesund und gib dabei, daß auch mein Geist gesund, rein mein Gewissen ſei! 2. Gib, daß ich fleißig thu', was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet! Gib, daß ich bald es thu', zu der Zeit, da ich soll; und was ich also thu', Herr, das gerathe wohl! 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen! Wenn aber Amt und Pflicht zu reden mir gebeut, dann gib den Worten Kraft, doch ohne Bitterfeit! 4. Gerath' ich in Gefahr, so laß mich nicht verzagen; gib wahren Christenmuth, Mel. Was mein Gott will das Kreuz hilf selber tragen! 351 ft flagt beir Herz, wie Gib, daß ich meinen Feind schwer es sei, den Weg des Herrn im Allgemeinen. Herrn zu wandeln, und täglich seinem Worte treu, zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend- kostet Müh', sie ist der Sieg der Lüfte; doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Laster freu'n, trifft die kein Schmerz hienieden? Sie find die Sklaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 265 glücklich seyn, drum gab er uns Geseße. Sie sind es, die das Herz erfreu'n, fie sind des Lebens Schätze. Er red't in uns durch den Verstand, und spricht durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, flieh'n oder wählen müssen. 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ist's, sie wählen. Ein Thier folgt Fesseln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend! Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden! 7. Lern' nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden, und übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft; drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Bet oft; Gott müßte Gott nicht seyn, wenn er dich nicht erhörte. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt Nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich zum Entzücken. 4. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, nach unsers Fleisches Willen, wann Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; nimm an, Gott ließ' den Undank zu, den Frevel, dich zu kränken, den Menschenhaß: was würdest du von diesem Gotte denken? 5. Gott will, wir sollen 9. Dich stärket auf der M Tu 266 Gesinnung und Verhalten des Christen Tugend Pfad das Beispiel 2. Gr trachtet nach dem sel'ger Geister; ihn zeigte höchsten Gute, nach Weisdir, und ihn betrat dein heit und Gerechtigkeit: Gott und Herr und Meister. denn wenn ihr das befißt, Dich müsse nie des Frechen spricht Jesus, ist Alles AnSpott auf diesem Pfade dre euch bereit; ihr habt hindern! Der wahre Ruhm dann Friede, Seelenruh', ist Ruhm bei Gott, und und Alles Andre fällt euch nicht bei Menschenkindern. zu. 10. Sei stark, sei männlich allezeit, tritt oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben; und Kräfte der zukünft'gen Welt, die werden ihn beleben. 11. Und endlich, Christ, sei unverzagt, wenn dir's nicht immer glücket, wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwachheit drücket! Gott sieht nicht auf die That allein, er sieht auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein! Dies muß das Herz dir stillen. Mel. Wer nur den lieben Gott 352 Wer er stets mit reinem Wohlgefallen der Tugend hohe Schönheit sieht, und, frei von Stolz und Eigennuße, für alles wahre Gute glüht, wer jedem Laster sich entreißt, der sammelt Schäße für den Geißt. 3. Doch hoffe nicht, o Christ, daß Tugend dir stets auch Erdenglück verschafft! Wie Mancher fand seit früher Jugend an ihrer Seite Licht und Kraft; wie Mancher sorgte für sein Herz, und fühlte dennoch oft auch Schmerz. 4. Die Tugend nur, nur Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleiht, nicht eitles Glück, nicht Macht und Schimmer beruht auf deiner Thätigkeit. Wer bloß nach äußerm Glanze strebt, der täuscht sich selbst, so lang er lebt. 5. Nie mache dir zum höchsten Zwecke den Vortheil, den die Tugend bringt! Sei fromm, sei fromm, wenn auch nicht immer die fromme Absicht dir gelingt! Frag' nicht: Was bringt die That mir ein? Sie selbst, o Mensch, muß Lohn dir seyn. 6. Doch übst du redlich deine Pflichten; so sei ge= trost und zage nie! Dein Gott war Zeuge deiner Tugend, I • im Allgemeinen. gend, und er, dein Gott, belohnet sie. Ein Herz, Sünd' und Lastern rein, kann nicht auf immer elend seyn. von 7. Ja, leb' und stirb für alles Gute; es folgt gewiß Vergeltung einst, und du gewinnest noch im Tode, indem du zu verlieren scheinst! Auch Jesus gab sein Leben hin, und Herrlichkeit war sein Gewinn. 8. Im Himmel dort ist nicht nur Tugend, dort ist auch hohe Seligkeit. Hier find oft beide nicht vereinet; nur droben ist Vollkommenheit. Da schwingt der Edle sich empor, der hier im Dunkeln sich verlor. 9. Drum will ich, Gott, stets edel handeln, dem Mufter treu, das Jesus gab! Nichts soll den hohen Muth mir rauben, und führt er auch ins öde Grab! Mein höchster Wahlspruch sei allein: Wer christlich denkt, wird selig seyn. In voriger Melodie. 353 Schon chön ist die Tugend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, bat meine Seel' auch oft begehrt. Ach könnt' ich's, wie würd' ich mich 267 freun! Wer heilig ist, muß selig seyn. 2. Gott ist der Seligkeis ten Fülle von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein Verstand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit. Von Ewigkeit her war er gut, und recht ist immer, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin! Dann flieh'n die heiligsten Entschlüsse, den Morgenträumen gleich, dahin. Bald wähl' ich, was dir, Gott, gefällt, bald deinen Sklavendienst, o Welt! 4. Ich Armer! Darum kommt kein Friede in mein verschmachtendes Gebein. Wie bin ich dieses Wechsels müde! Wann' werd' ich fest im Guten seyn? wann nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienst, o Gott, geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell! Sie leuchte mir in voller Klarheit und mache mein Grkenntniß hell, daß nic der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde sei! 6. O bilde, Bater, meis ne Seele, nach deinem Willen bilde ste, daß ich das Gute stets erwähle, das Böse immer ernstlich flieh'! M 2 Um Gesinnung und Verhalten des Christen Licht; was hilft mir aller Unterricht, wenn ich nicht darnach handle? 4. Und woher nehm' ich Trost und Ruh', wann Leiden mich umgeben, und meine Sünden noch dazu mir dann vor Augen schweben? Was hilft mir in der leßten Noth, wann sich der schauervolle Tod mir zeigt mit seinen Schrecken, und mein Gewissen wachet auf, von meinem ganzen Lebenslauf die Schuld mir aufzudecken? 268 Um diese Gnade bitt' ich dich; ich weiß es, du erhörest mich. Mel. Ein Lämmlein geht 354 W as hilft es mir ein Christ zu seyn, wenn ich nicht christlich lebe, wenn ich nicht fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe? Wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, nicht würdig mich beweise, und den, der mich erlöset hat, in Worten blos, nicht durch die That und gute Werke preise? 2. Was hilft der Glaub' an Jesum Christ, den ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtschaffen ist und ich die Frucht verliere? Wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Lust gefangen hält, ich ihre Fesfeln liebe, und, fühlbar für der Sünde Reiz, Zorn, Hoffahrt, Fleischeslüfte, Geiz und andre Laster übe? 3. Weit strafenswerther bin ich dann, ich, der ich Christum kenne, weiß, was er einst für mich gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als der, der in der Finsterniß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nüßet mir der Wahrheit 5. Weh mir! Was hilft es mir einst dort, erweckt aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe, wenn keine from= me gute That mein Leben hier bezeichnet hat, den Glauben zu beweisen? Nur Glaub', durch ächte Frömmigkeit bewährt, wirkt meine Seligkeit, kann wahrer Glaube heißen. 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu seyn, hilf, daß ich christlich lebe und vor dir heilig, fromm und rein zu wandeln mich bestrebe! Gib Weisheit mir und Muth und Kraft, damit ich Welt und Leidenschaft im Glauben überwinde, und dann nach wohldurchlebter Zeit, den Lohn in jener Ewigkeit für meine Werke finde! Ge= in Hinsicht auf Gott. Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott. Erkenntniß Gottes. 2. Leicht kann ich deiner Größe Spur bei jedem Blick entdecken. Die ganze herrliche Natur, in allen ihren Zwecken, zeigt Ordnung und Zusammenhang; ja aller deiner Werke Gang, vom Staube bis zur Sonne und der Gestirne fernstem Herr, zeigt deine Macht mir täglich mehr, gibt stets mir neue Wonne. 269 355 Di Gott, ift Mel. Lobsinget Gott ich kennen, Seligkeit; und sich zu dir erheben, ist Wonne, die 4. O laß von deiner Herrlichkeit mich immer mehr entdecken, und wenn mein Geist sich ihrer freut, ihn immer mehr erwecken, daß er nur Wahrheit sucht und liebt; doch, wenn er sich im Forschen übt, laß ihn lehrt bei Dunkelheiten, wo er mich, daß du mein Vater sich leicht zu weit verliert, bist, und daß dein weiser wo Täuschung leicht ihn Rathschluß ist, schon hier irre führt, die Pflicht des mein Heil zu gründen. Glaubens leiten! nicht Welt und Zeit mir sonst vermag zu geben! Sie stärkt mein Herz, sich dir zu weihn, und läßt das Glück, ein Mensch zu seyn, mich inniger empfinden; 3. Je mehr ich lerne, was du bist, je mehr ich deine Wege, und was mit mir dein Rathschluß ist, nachdenfend überlege; je mehr entdeckt mein froher Blick das mir bestimmte ew'ge. Glück, ein künftig beßres Leben. Ich weiß, der mir geschenkte Geist, der sich dem Erdenstaub entreißt, wird sich zu dir erheben. 5. Denn ganz kann meine Fassungskraft nicht deine Größe sehen, nicht Alles, was dein Rathschluß schafft, ergründen und verstehen. Wagt darum die Vernunft zu viel; will sie das ihr gee setzte Ziel aus Vorwiß überschreiten: so laß mich diesen Vorwiß scheu'n; du wirst mir einst mehr Licht verleih'n nach dieses Lebens Zeiten. 6. Dann werd' ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann läßt des Geistes reger Fleiß mich immer weiter sehen; dann wird mir Alles offenbar, was mir hier unerforschlich war in deiner Weisheit Wegen. M 3 Fra Erkenntniß Gottes. 270 Erhaben über Welt und Zeit, eil' ich dann der Vollkommenheit und reinem Licht entgegen. 5. Vor Allem gib, daß stets lebendig bei mir, Gott, dein Erkenntniß sei, und daß ich dir darnach beständig Lieb', Ehrfurcht und Gehorsam weih'! Hilf, daß ich was Mel. Wer nur den lieben Gott 356 M wohneft zwar ich von deinem Willen weiß! 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenn's nicht zu deiner Liebe treibt? Was nüßt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit tren, und daß mein Glaube thätig ſei! 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden die Quelle wahren Trostes seyn! Laß, wann sich Leib und Seele scheiden, mich deiner noch im Glauben freu'n! Dort seh' ich dich im hellen Licht von Angesicht zu Angesicht. im Lichte, dahin kein sterblich Auge dringt; doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweck ist. 2. So gib denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meinem Forschen fort! Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug' und Herz stets offen seyn! 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, wenn es mich warnt, ermahnt, belehrt; Mel. Schon ist der Tag von Gott daß weder Luft noch Wahn 357 Gott, der du D mein Schömir raube, was mir den besten Trost gewährt! Kein Spott der Welt verführe mich, kein Zweifel sei mir hinderlich. pfer bist, Herr, den ich angehöre, dich richtig zu erkennen, ist mir ewig Pflicht und Ehre. Stets heiliger durch dich zu seyn, mich deiner immer mehr zu freu'n, dich immer mehr zu lieben, will ich mich täglich üben. 4. Das ist der Weg zum ew'gen Leben, daß wir, o Bater, dich und den, den du zum Heil uns hast gegeben, erkennen, lieben und erhöhn. O führe du auf dieser Bahn mich selbst durch deine Wahrheit an! 2. Ich kann ja, Ewiger, schon hier durch eifriges Bestreben, wie schwach ich bin, mich doch zu dir mit meinem Geift Erkenntniß Gottes. 271 Geist erheben. Nur laß die Wahrheit sucht und mich auf den Unterricht in deiner Offenbarung Licht, un), wie in deinen Werken du dich uns zeigest, merken! 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du mich lehrest, wie du, voll Weisheit, Macht und Huld, uns jeden Tag ernährest; wie Alles schön geordnet sich vereinigt, wie so säterlich du uns auf tausend Wegen entgegen kommst mit Segen. 4. Ich sehe dann, und seh' erfreut die täglichen Beweise von deiner Huld und Freundlichkeit zu deinem Ruhm und Preise. Zum Licht wird mir die Finsterniß, die dich verbirgt; mir wird's gewiß, es seien deine Pfade stets Herrlichkeit und Gnade. liebt, mehr Trost in seinen Leiden, und selbst im Tode Freuden. 6. So werd' ich stets er leuchteter, von Vorurtheilen freier, zum Guten immer williger, standhafter und getreuer.( Sin größres Maaß der Weisheit gibt dem, der 7. Gewährt der Morgenröthe Licht mir hier schon so viel Wonne, wie viel verschafft mir künftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann, Vater, wirst du näher dich mir offenbaren, dann werd' ich, was wir hier dunkel nennen, im höhern Licht erkennen. 8. O laß von heiliger Begier mich immer mehr entbrennen, dich, Gott, und deinen Sohn schon hier stets besser zu erkennen, daß ich, von Wahn und Irrthum frei, dir immer mehr gehorsam sei, und täglich mehr mich übe, o Gott, in deiner Liebe. 5. Und welchen Aufschluß gibt mir nicht vom Ziele In eigener Melodie. meines Lebens dein Wort, 358 Was ist im Him. mel, Höchster, das ew'ges Heil verspricht! Nie merk' ich drauf vergebens. Ich lerne dich und deinen Sohn, der Seele Werth, der Tugend Lohn, was wahres Glück zu nennen, daraus stets besſer kennen. was auf Erden, das so, wie du, verdient erkannt zu werden? Nur du bist groß; du bist der Wesen Fülle, und weise, heilig ist dein Wille. 2. Dich kennen, sei die erste meiner Sorgen! Bist du gleich unerforschlich und verborgen; so können wir doch überall dich finden, und deinen Rath mit uns ergründen. 3. Mit lauter Stimme M 4 lehs 272 Ehrfurcht Ehrfurcht vor Gott. lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Huld Mel. O großer Gott, von und Stärke; die Näh' erzählt von dir, von dir die 359 Wie Gott! Bie groß bist Ferne; die Pracht der Blumen, wie der Sterne. 4. Ruft deine Stimme nicht in unsrer Seele uns zu: Das Böse flieh', das Gute wähle? Ward nicht, um uns zum Lichte zu erheben, dein Sohn zum Führer uns gegeben? 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren, und auch den Weg, den wir betreten sollen, mit Ernst und Eifer wandeln wollen. 6. Zu diesem großen heiligen Geschäfte erheb' und stärke meiner Seele Kräfte; gib, daß ich dich in deinem Worte höre, aus deinen Werken mich belehre! 7. Gib, daß ich demuthsvoll aus meinem Staube zu dir hinauf schau'; freudig an dich glaube; mit Eifer mich durch Trug und Zweifel ringe und immer näher zu dir dringe! vor Gott. 8. So werd' ich immer besser dich erkennen, und immer findlicher dich: Bater! nennen; dir fest vertrauen, fröhlich dich erheben, o großer Gott, und ganz dir leben. groß ist, Herr, dein Reich! Wer ist auf Erden dir, ver dir im Himmel gleich? Die Welt erbebt, das Licht vird Nacht, gehst du einher in deiner Macht; es muß mit tiefem Schweigen sich alles vor dir beugen. 2. Du hast durch deine Kraft die Himmel aisgestreckt, der Erde Grund gelegt, dem Meer sein Ziel gesteckt. Dein Wort bewegt der Berge Grund und stürzt sie in des Meeres Sölund. Wer kann, wer kann entfliehen, um dir sich zu entziehen? 3. Wir Alle sind durch dich, sind Werke deiner Hand; Leib, Seele, Hab' und Gut hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht, Herr, durch Vernunft und Schrift dein Recht; willst, daß wir deinen Willen mit Kindestreu erfüllen. 4. Erleuchte meinen Geist mit immer hellerm Licht; belebe täglich mehr mein Herz für Recht und Pflicht, damit ich, als dein Unterthan, auf meiner ganzen Lebensbahn mit Gifer möge streben, gefällig dir zu leben! 5. Laß 273 thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwis der ist. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nicht, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier', die mich bei mancher Missethat so liebreich noch getragen hat. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit! Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, mich or dir, o Gott, nur um deine Gunst bemühn! 360 Voich findlich Vor scheuen, ist unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk' in mir, durch deinen Geist die Ehrfurcht, die dich kindlich preist. 2. In Allem, was ich thu' und denke, laß, Herr, das meine Weisheit seyn, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheu'n. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu Ehrfurcht vor Gott. 5. Laß deine Gegenwart mir immer heilig seyn; laß auch im Dunkeln mich dein helles Auge scheu'n. Erinn're mich an meine Pflicht, an deine Macht, an dein Gericht bei jedem Reiz zur Sünde, daß ich ihn überwinde! 6. Doch gib, daß meine Furcht vor dir nie knechtisch sei; befreie mein Gemüth von Zwang und Heuchelei, daß ich, was dein Gesetz gebeut, erfülle stets mit Freudigkeit, aus Ehrfurcht nur und Liebe mich im Gehorsam übe. Mel. Wer nur den lieben Gott 6. Erhalt' in mir ein gut Gewissen, das weder Spott noch Trübsal scheu', und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei! Nie störe Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt! 7. In deiner Furcht nur will ich wandeln, und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deinem heil'gen Willen handeln, entfernt von aller Heuchelei. Nur wer von Herzen dich verehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich auch sterben: so schreckt das dunkle Grab mich nicht; ich werde deinen Himmel M 5 eta Ehrfurcht vor Gott. 274 erben, dich schauen in vollkommnerm Licht. Wie werd' ich dann mich deiner freu'n: wie felig, Gott, wie selig seyn! nem Angesicht ist Finsterniß wie Mittagslicht. 5. Den Höchsten öffentlich verehren sowohl, als in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was sie gebeut, In voriger Melodie. 361) Willst du der auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn ehret, gern. Weisheit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis' und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebent, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 6. Läßt dich der Thor Berachtung merken, wenn du dich fromm von ihm entfernst; die Furcht des Herrn, die wird dich stärken, daß du dich edel schätzen lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. 2. Lern' Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thörichter Vermessenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 7. Sich stets vor dem Allmächt'gen scheuen, gibt Heldenmuth und Freudigkeit, wenn uns der Menschen stolzes Dräuen, was Unrecht ist, zu thun, gebeut. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so beb' ich vor den Menschen nicht. 3. Wirst du den Höchsten findlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last. Nur das, wirst du vor ihm bereuen, daß du fie oft versäumet hast. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höchsten, seh'n! Laß sie mich hier zur Weisheit führen, so werd' ich niemals irre geh'n. Wohl dem, der stets dich findlich scheut! Dich fürchten, Gott, ist Seligkeit. 4. Warn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth vers leih'n, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, was Mel. O Gott, du frommer Gott Unrecht ist, auch dann zu 361 Ben Mund, Bewahre meischeu'n. Denk' nur, vor seiso Heilighaltung des Eides. so oft er, Gott, dich nennet, dich, den mit heil'ger Furcht der Geister Herr erkennet, daß nie durch Unbedacht ich strafbar ihn entweih'; daß nie mir Spiel und Scherz dein großer Name sei! 2. Stets heilig bleib' er mir! Und muß mein Ohr es hören, daß Andre dich, o Herr, und dein Gebot entehren; so reiße nie der Strom der Frevler mich dahin! Die Schuld wird mein, wenn ich ihr Mitgenosse bin. 3. Auch Jesus Christus fei zu jeder Zeit und Stunde, so oft ich sein gedenk', so oft in meinem Munde sein hoher Name tönt, mir heilig! Ihn entweiht nur der, der ihn nicht kennt, nicht seines Heils sich freut. 4. Von meinen Lippen fern sei Fluch und freches Schwören! Fern sei schamloser Scherz! Der Mund fann dich nicht ehren, auf dessen Lippen schwebt, was wahre Tugend schmäht. Den Beter hörst du nicht, der dich ohn' Ehrfurcht fleht. Mel. Es woll' uns Gott 361 O D¹ ( c) u schaust, mein Schöpfer und mein Herr, in's Innerste der Seelen, und Niemand kann, Allwissender, dir, was er denkt, verhehlen. Laß deine Macht 275 und Hoheit mich mit Ehrfurcht ganz erfüllen, wann ich als Wahrheitszeuge dich, nach meiner Obern Willen, anruf' und bei dir schwöre! 2. Arglistig können Mens schen zwar oft Menschen hintergehen; doch dir ist Alles offenbar; du siehst, was sie nicht sehen. Im Zorn schaust du die Lügner an. Vers heimlichte Verbrechen, die Menschenmacht nicht strafen kann, wird deine Macht einst rächen, die jeden Fres vel richtet. 3. Und ich, ich könnt aus Geiz, aus Neid, aus falscher Scham, aus Rache verkehren die Gerechtigkeit und meines Nächsten Sache; könnt' ihm durch Meineid frech den Ruhm der Redlichkeit entwenden, und so der Unschuld Eigenthum, die Wahrheit, frevelnd schänden und mich in's Elend stürzen? 4. Gott! nein, so frech, so freventlich beug' ich nicht deine Rechte, daß ich den schwersten Fluch auf mich durch solch' Verbrechen brächte! Ach, ein Vers dammter würd' ich seyn schon hier in diesem Leben, des nagenden Gewissens Pein von mir selbst übergeben; was brächte mir die Zukunft? 5. Nein! Lug und Trug M 6 will Heilighaltung des Eides. 276 will ich, o Gott, aus vollem Herzen haffen, der Wahrheit treu bis in den Tod, von deinem Wort nicht lassen. Kein Glück, so groß es sei, soll mich je reizen und bethören, daß ich es wage, wissentlich deswegen falsch zu schwören, und mir den Himmel raube.' 4. D Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk', was du zum Pfande gibst: dein Glück, dein ew'ges Leben! Verwirf nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dir's wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Mel. Der unsre Menschheit 361 Sott, der du Welt? Nichts hat sie, was dich schadlos hält. Herzenskenner bist, dem Falschheit stets ein Gräuel ist, und Lügen ein Verbrechen, kein Wort spricht je ein falscher Mund: Allwissender, dir ist es kund, und einst wirst du es rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit seyn! 2. Gott, wenn ich schwörend vor dir steh', hinauf zu deinem Himmel seh', und meine Hand erhebe, wenn mit des Geistes Sammlung ich zum Zeugen dich anrufe, dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei! Weh' ihm, er stürzet fre= ventlich in ewiges Verder= ben sich. 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmäh'n, und frech vor dir mit Lügen steh'n; dann laß mein Herz erschrecken. Weh' dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Bosheit macht, fie vor der Welt zu decken! 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trost nicht, wann ich sterbe: wer wird mich dann von Qual befrei'n? Dann besser, nie geboren seyn! 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht, Gott achtet's nicht! So lästern Frevlerrotten. 3war seine Langmuth ist bekannt, er lähmt nicht jede falsche Hand: doch läßt er sein nicht spotten; ist Richter uns schon in der Zeit, einst Richter in der Ewigkeit! 7. Drum soll nicht Ehre, Gut und Geld, und nicht die Macht der ganzen Welt, mich blenden und verführen; 277 Wahrheit frech entehrt, den Nächsten sucht zu hintergehen und falsch bei deinem Namen schwört? Vor deinem heiligen Gericht besteht ein solcher Frevler nicht. 4. Und flöh' er zu dem fernsten Meere: du findest allenthalben ihn! Wenn er auch noch so mächtig wäre, kann er der Allmacht sich entziehn? Hier hilft nicht Ehre, Macht und Geld, nicht Beifall, Gunst und Schuß der Welt. 5. Drum laß mich eher Nichts betheuern, bis ich erwogen, was ich thu', und den Gedanken oft erneuern: Des Gides Richter, Gott, du! Du schaust in's Herz Mel. Wer nur den lieben Gott 361W bei deinem und dein Gericht bringt auch mein Innerstes an's Licht. Heilighaltung des Eides. ren; und drohten mir auch Schmerz und Leid, ich will doch meine Seligkeit muthwillig nicht verlieren. Es gilt kein Leid, kein Glück der Zeit, nein, es gilt Gott und Ewigkeit. 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nicht frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der Wahrheit treuer Freund, auch wenn es mir zu schaden scheint, mit frohem Muthe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Grau'n dem Tode selbst in's Antlig schau'n. Namen schwöret und treulos sein Versprechen bricht, der ist ein Frevler, denn er ehret dich, Gott, den Gott der Wahrheit, nicht. Er Liebe zu Gott. kann nicht froh, nicht mit 362 A" Gott! gedenMel. Von Gott will ich ' n dich, mein Vertrau'n zu dir hinauf gen Himmel schau'n. 2. Wir sollen ja nach deinem Willen, wie du, der Wahrheit Freunde seyn, und, was sie fordert, gern erfüllen und uns vor keinen Lasten scheu'n. Wer fie verlegt, verwirft sein Heil, ihm wird des Meineids Qual zu Theil. ken, ist Pflicht und Trost für mich. Wann Sorg' und Gram mich kränken, so sieht mein Aug' auf dich; dann mindert sich mein Schmerz, dann flieh'n die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh' erfüllt mein Herz. 2. Denk' ich an deine Liebe, wie werd' ich hoch erfreut! Mit dankbar frohem Triebe M 7 führ • 3. Wie darf der hoffen, dich zu sehen, der hier die 278 fühl' ich mich dann bereit, dir ganz mein Herz 3 363 Gott zu weih'n, dich freudig zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheu'n. 3. Mit fröhlichem Gemü the denk' ich an deine Treu'; denn, Vater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh' ich nur stets auf dich, so gibst du Muth und Stärke mir auch zum schwersten Werke; es wird mir leicht durch dich. Liebe zu Gott. 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb und liebevoll mir Armen die Seligkeit erwarb. Mit ihm ist Alles mein; du willst mir's gnädig schenken, willst liebreich an mich denken und stets mein Vater seyn. 5. Wie gut ist's, dein zu denken! Die Welt mag immerhin ihr Herz auf's Gitle lenken; wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte fest an Gott; dies bringt mir wahre Freude, dies stärkt mich, wenn ich leide, und ist mein Trost im Tod. 6. Drum will ich an dich denken, so lang' ich denken kann. Mag man in's Grab mich senken; mein Geist steigt himmelan! Vergesse mich die Welt; du, Herr, gedenkst doch meiner, wenn auch auf Erden Keiner mich im Gedächtniß hält. Mel. Alle Menschen müssen 363 ott der Liebe, meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet fühl ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie befreiet er mein Herz von Bekümmers niß und Schmerz! 2. Floß aus deiner Segensfülle mir nicht stündlich Gutes zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, das schaffst du. Daß ich denke, daß ich wähle, dankt dir, Vater, meine Seele; dankt dir, daß sie dich erkennt, dich durch Jesum Vater nennt. 3. Heil und unvergänglich Leben thatst du, Gott, durch ihn mir fund. Um zu dir mich zu erheben, schloß dein Sohn der Liebe Bund, den er, in dem bängsten Streite, selbst mit seinem Blute weihte. Und nun zeigt den Weg zu dir nur der Geist der Liebe mir. 4. Und ich sollte dich nicht lieben, der du mich zuerst geliebt? Nicht aus Liebe Gutes üben, auch wenn sich mein Leben trübt? Könnt' ich ohne sie auf Erden ruhig und zufrieden werden? ohne sie nach dieser Zeit würdig seyn der Seligkeit? 5. Heil mir, daß ich es em's Liebe zu Gott. 279 empfinde, welcher Liebe auf meine Willigkeit und werth du bist, meiner das rechne mir nach deiner Huld nur würdig finde, was dir die Schwachheit, Vater, wohlgefällig ist! Einst, Herr, nicht zur Schuld! werd ich deinen Willen ganz erkennen und erfüllen, mich der reinsten Liebe freu'n, und in dir ganz selig seyn! 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, ge-, fiel' es auch der ganzen Welt! Die kleinste Sünde Mel. Wer nur den lieben Gott 364 D Menschenfin- ter, mich besliſſen seyn! u Vater deiner selbst zu scheu'n, laß, Va6. Aus Liebe laß mich Alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt! Du führst durch Trübsal den zu Freuden, der seine Last gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstüßt. der, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein, laß mich's mit allen Kräften seyn! 2. Gib, daß ich als ein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so 7. In deiner Liebe laß gesinnt zu seyn mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst! Was dir gefällt, gefall' auch mir; Nichts scheide mich, mein Gott, von dir! mich sterben: dann wird selbst Sterben mein Gewinn; dann werd' ich deinen Himmel erben, wo ich dir, Vater, näher bin; dann liebt dich meine Seele rein, und liebend wird sie selig seyn. 3. Bewahre mich durch deine Liebe vor Allem, was das Herz verführt, und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn Sinnenlust zu sehr mich In eigener Melodie. rührt! Wie ſollt ich je die 365 Wenn zur Grfüldir vorzieh'n, Schölung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet, so rühme dich der Tugend nicht, und wisse, daß dir Alles fehlet. Wenn Vortheil, Wollust, Eigensinn und Stolz dir nur das Gute pfer der Natur? 4. Laß mich um deiner Liebe Willen gern thun, was mir dein Wort gebent! Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen: so sieh 280 Liebe zu Gott. Gute rathen: so thue noch macht zwingen. Vor ihm, so große Thaten; du haft der Alles schafft und gibt, vor Gott den Lohn dahin. gilt Weisheit Nichts, Nichts Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück auf Erden! Beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden; erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 3. Grbane Kirchen: brich dein Brod, das Volk der Armen zu verpflegen, entreiß die Wittwen ihrer Noth und sei der Waisen Schutz und Segen; gib alle deine Habe hin: vor Gott hast du noch nichts gegeben. Wenn Lieb' und Pflicht dich nicht beleben, so ist dir Alles kein Gewinn. 4. Thu' Thaten, die der Heldenmuth noch jemals hat verrichten können; vergieß für's Vaterland dein Blut; laß deinen Leib für Andre brennen! Beseelet dich nicht Lieb' und Pflicht; bist du die Absicht deiner Thaten: so schüß' und rette ganze Staaten; Gott achtet deiner Werke nicht. 5. Läg' ihm an unsern Werken nur; so könnt' er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fesseln der Natur, durch Kräfte seiner All6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, fern von des Stolzes eitlem Triebe, geheiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glauben zu der Liebe; dies ist's, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz besigen: so wird ein Leben uns Nichts nüßen, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh nicht auf deine Werk' allein; sieh' auf den Quell, aus dem sie kamen. Prüf' dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne Neid und Tücke, ist sittsam, ist nie stolz im Glücke, langmüthig und erbarmenvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Feh 281 verheißt, legt Heil und Tod mir vor. Und ich verschlösse deinem Geist gefühllos Herz und Ohr? 7. Wie könnte der, der dich nicht hört, dein Kind, o Vater, seyn? Nur die sind dieses Namens werth, die deinem Dienst sich weihn. 8. So sei dir denn mein Gehorsam gegen Gott. Herz geweiht! Ich bin dein Eigenthum. Gib diesem Willen Festigkeit; dir folgen, sei mein Ruhm! Gehorsam gegen Gott. Fehler zu, und freut sich Wort; es droht, niemals seines Falles. Sie suchet nicht blos ihre Ruh'; sie hofft und glaubt und duldet Alles. Sie ist's, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen; macht seinen Sinn zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. 366) Düber Alles Mel. So flichen unsre Tage u, Gott, bist Mel. Wer nur den lieben Gott Herr, die ganze Welt ist dein. Wer ſollte dir, All 366) Gott, deinen gütiger, nicht gern gehorsam seyn? 2. Was du gebeutst, ist recht und gut, ist für uns Seligkeit. Wohl dem, der deinen Willen thut, und gut zu seyn sich freut! heiligen Befehlen will ich, dein Kind, gehorsam seyn, sie nur zu meiner Nichtschnur wählen und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Wille ist gerecht und gut; wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 3. Wer aber seine Pflicht vergißt, der bringt sich selbst in Noth; denn nur, was bös' und schädlich ist, verbeutst du uns, o Gott! 4. Du bist, wenn du Gesetze gibst, nur Vater, nicht Tyrann; und hältst uns blos, weil du uns liebst, dir zu gehorchen an. 5. Nehm' ich auf mich dein sanftes Joch, so sezz' ich meinen Lauf mit Freuden fort. Und fall' ich noch, so hilfst du selbst mir auf. 6. Mich warnt dein 2. Gehorsam forderst du von Allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich, dir folgsam, als dein Kind, thu', was du willst, aus Lieb' und Dank und nicht aus Sklavensurcht und Zwang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; o hilf mir, daß ich immerdar dir, Vater, so gehorchen lerne, wie Jesus dir gehorsam war! Gr war's auch unter Schmach und 282 Gehorsam gegen Gott. und Noth, er war's selbst drum bleib' ihm stets ergebis zum Kreuzestod. ben! Dent', wie er dich verpflichtet sich durch seine Huld und Gnade; sei treu dem Herrn und wandle gern der Tugend sichre Pfade! 2. Sei Gott getreu! Du mußt als Kind ihn auch im Leiden ehren; dein Bater waltet ja gelind und bildet dich zum Höh'ren. Ein edler Muth macht still und gut, der wird durch Gott dir werden, wenn Jesus Christ dein Führer ist zum Himmel hier auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf! Laß dich nicht eitle Freuden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden: denn seine Treu' ist täglich neu; sein Wort kann niemals trügen. Was er verspricht, das bricht er nicht; daran laß dir genügen! 4. Sei Gott getreu in jedem Stand, in welchem er dich sezet; dann schüßt dich seine starke Hand. Wer ist, der dich verleßet? Schau' nur auf ihn voll Glaubens hin und folge dem Gewissen; dir wird, was dir begegnet hier, zum Besten dienen müssen. Mel. Was mein Gott will ei Gott getreu, 5. Sei Gott sein 367 hat seinen theures Wort freimüthig zu 4. Laß deine heiligen Geseße mir immer gegenwärtig seyn; laß mich, daß ich sie nie verletze, dich, den Allwissenden, stets scheu'n! Dein Joch ist sanft, leicht ist die Last, die du uns aufgeleget hast. 5. Sobald ich deine Stimme höre, so mache du mich auch bereit, daß ich sie durch Gehorsam ehre und thue, was sie mir gebeut! Ich soll nicht Hörer nur allein; ich soll zugleich auch Thäter seyn. 6. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf unerlaubten Wegen an; sie soll mich, Herr, nicht irre leiten. Was ist's, das sie mir geben kann? Im Anfang Lust, am Ende Pein, und die wird groß und schrecklich seyn. 7. Wenn ich mich im Gehorsam übe und deinen Wil len treulich thu'; so bleib' ich, Gott, in deiner Liebe, und hab' in des Gewissens Ruh' den Himmel schon in der Zeit, und mehr noch in der Ewigkeit! hier Bund; bekenn' ihn durch dein Leben! Dein Glaube ruht auf festem Grund: Freund zu nenuen! Was bekennen, vor Jedermann an jedem Ort dich seinen diese Freude in Gott. 283 diese Welt nur in sich hält, dank' ihm, meine Seele! muß Alles einst vergehen; nur Gottes Wort wird hier und dort zu unserm Heil bestehen. Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, wann Gefahren dräuen? It's nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 6. Sei Gott getreu in jedem Streit: dann wirst du überwinden; denn er läßt Muth und Freudigkeit den treuen Kämpfer finden. Verlege nicht die kleinste Pflicht; doch wirst du dich vergehen: daß dann die Reu' nur ernstlich sei, um künftig zu bestehen! 2. Ja, mein Gott, ich hab' an dir, was mein Herz begehret, einen Väter, welcher mir, was mir nützt, gewähret, der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenket, und mit Himmelswoune dort meine Seele tränket. 7. Sei Gott getreu bis in den Tod; laß Nichts von ihm dich wenden! Er kann, er will in jeder Noth dir seinen Beistand senden. Der Leiden Nacht, der Bosheit Macht laß nie dein Herz erschrecken! Es ist dir ja dein Retter nah; sein Schild wird dich bedecken. 8. Bleibst du so deinem Gott getren, so wirst du's auch erfahren, daß er dein lieber Vater ſei; und nach vollbrachten Jahren der Sterblichkeit kommt dort die Zeit, wo Gott einst seine Treuen durch seinen Sohn mit höhrem Lohn auf ewig wird erfreuen. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich ehr' und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe: o wie ist mir dann so wohl; wie ist mein Gemüthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuversicht nach dem Himmel blicken; meine Leiden acht' ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. Freude in Gott. 5. Du bist mein! So jauchz' ich dann: wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen kann, mein ist deine Gnade! Dir ist meine Mel. Schwing' dich auf zu 368 Deines Gottes Wohlfahrt werth! Du gabſt freue dich, mir mein Leben, wirst auch, was 284 was mein Leben nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen; alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm Mel. Jesus, meine Zuversicht vertrau' ich, bet ihn an 369 Hª abe deine Lust glaub' an seine Leiden, folg' ihm treulich, und so kann Nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des beßren Lebens, himmlische Vollkommenheit, such' ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler, Jesus Christ, mich zu seinen Freuden. am Herrn! Bei dem Herrn ist Freud' und Leben; und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. Freude in Gott. 8. Meine Freud' an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod: er wird sie nicht stören. Willig werd' ich mein Gebein der Verwesung geben; Sterben macht mich frei von Pein führt zum neuen Leben. 9. Gib mir nur, so lang ich hier in der Fremde walle, das Bewußtseyn, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Freudigkeit, die ich zu dir habe, sei mein Heil in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 10. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mich wider sie mit Vernunft und Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertrau'n auf dich ewig nicht verliere! 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verz kehret. Wisse, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn durch's Wort erkennet. Luft am Herrn stärkt den zur Pflicht, der von seiner Liebe brennet, Lust am Herrn beut Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Höchsten hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdrossen zu erfüllen, und so trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last; trage willig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten hast, wird dir 285 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht. In dir leb' ich zufrieden. So dort, als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du segnest mich, wenn mein Gott, in man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wird's doch nicht gelingen. Selbst, was mich kränkt, das muß, gelenkt von dir, mir Segen bringen. Freude in Gott. dir ew'ge Freude werden; und im Himmel hast du dann, was dein Herz nur wünschen kann. In eigener Melodie. 370 mein Gott, in 3 mich, dir! Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du, Herr, bist mein und ich bin dein! Was mangelt meiner Seelen? 2. Du hast mich vor der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt; nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein Wohl, hast gnadenvoll mein Glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil; dies tröstet meine Seele. 8. Du läßt mir's ewig wohlergehn. Einst werd' ich dich noch näher seh'n, du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, Herr, weiden. 9. Noch hat's kein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh' ich's schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil, das wird mir Niemand rauben. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es auf's Beste mit mir meint; wo find' ich deines Gleichen? Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott thut, das ist Du stehst mir bei und bleibst 371 Auf Gott und mir treu, wann Berg' und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Troft und Licht, mein Fels und Heil; drum frag' ich nicht nach allem Land der Erde. Herr, ohne dich ist Nichts für mich, das mir erfreulich werde! nicht auf Menschen Rath, will ich mein Glücke bauen, und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigfeit Pflichten gegen Gott. 286 keit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein 372 Veres Christen Mel. Was mein Gott will ertrauen ist Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? Pflicht, ein kindliches Vertrauen. Er soll, wenn's ihm an Glück gebricht, o Herr, auf dich nur schauen: und nie bist du dem Frommen fern; du kannst ihn nie verschmähen; du segnest und errettest gern, und hörest auf sein Flehen. 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod; und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist fie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. 2. Doch nie darf er voll Zuversicht die stolze Hoffnung wagen, du werdest auch dem Thoren nicht, was er begehrt, versagen. Wenn gleich bei aller unsrer Schuld dein Herz noch liebreich denket, so wird doch deine Vaterhuld von Weisheit nur gelenket. 3. Wie leicht, o Gott, fann deine Macht des Menschen Wunsch erfüllen! Wie leicht, noch eh' er es gedacht, des Herzens Klage stillen! Doch dem, der Wunderkraft begehrt und Wunder hofft zu sehen, wird nie ſein fühner Wunsch gewährt; er sündigt durch sein Flehen. 4. Wer deiner Huld versichert ist, darf deinen Segen hoffen. Ihm steht, weil du sein Vater bist, der Himmel immer offen. Doch wer dich nicht als Vater liebt, und auf Vertrauen auf der Bahn des Lebens nicht dir sein ganzes Herz ergibt, der sucht sein Glück vergebens. In eigener Melodie. 5. Ja, wenn er auch mit Sicherheit sich seiner Andacht freuet, und dabei, fern 373 Befehl du deine von Frömmigkeit, doch nie die Sünde scheuet; so mag sein heuchlerisches Herz nur immer Hoffnung fasſen: er fühlt bei des Gewissens Schmerz sich endlich doch verlassen. Wege und Alles, was dich kränkt, der treuen Vaterpflege deß, der den Himmel lenkt. Der Sternen, Wolken, Winden bezeichnet ihre Bahn, der wird auch Wege finden, die dein Fuß gehen kann. 6. Wie Mancher, der noch wirken kann, bleibt müßig oder träge, verfolgt mit Blindheit seinen Plan, geht ungerechte Wege! Er hofft umsonst, du werdest ihn den Nebeln doch entziehen. Der Thor! Will er sie selbst nicht fliehn, sie dürfen ihn nicht fliehen. auf Gott. 287 soll, um getrost auf dich zu schau'n, nie meiner Pflicht vergessen. 7. Du, weiser Gott, ent fernst uns nicht von drohenden Gefahren, die ohne Nachtheil unsrer Pflicht leicht zu vermeiden waren. Wir sollen mit Besonnenheit auch Rath und Warnung nüßen; denn nie wird deine Heiligkeit uns auch beim Leichtsinn schüßen. 3. Dir, Vater voller Gnade, dir ist allein bes kannt, was gut sei oder schade Geschöpfen deiner Hand; und was du ausersehen zum Besten deiner Welt, das wird und muß geschehen, sobald es dir gefällt. 4. An Mitteln und an Wegen fehlt dir's, Allwei- ser, nicht. Dein Thun ist lauter Segen; dein Gang ist lauter Licht. Wenn du, Herr, deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, so kann dein Werk Nichts hins dern; du willst, so ist's volls bracht! 5. Und 8. Gott, laß verwegne Zuversicht doch nie mein Herz verführen! Sie schafft mir deinen Beifall nicht; sie läßt mich ihn verlieren. Nur findlich soll ich dir vertrau'n, nie thöricht, nie vermessen; 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's foll wohl ergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Er läßt durch Sorg' und Grämen und selbstgemachte Bein sich keine Wohlthat nehmen; fie muß erbeten seyn. Pflichten gegen Gott. 288 5. Und wollten Welt und Teufel dir boshaft widerstehn; o nähre keinen Zweifel, dein Glück wird doch bestehn. Was er sich vorgenommen, was er vollen den will: auf's Herrlichste wird's kommen zu dem bestimmten Ziel. 6. Hoff' nur, bedrängte Seele, hoff, und sei unverzagt, was dich auch immer quäle, ein schönrer Morgen tagt! Gott läßt nicht von den Seinen, erwarte nur die Zeit: dir wird die Sonne scheinen mit neuer Heiterkeit. 8. Ihn, ihn laßt thun und walten; er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du ihn preisen wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. und all' dein Unglück wenden, wenn du nur treu verbleibst. 9. Verzög' der Trost auch lange, weil dir es heilsam ist, so werde dir nicht bange, daß deiner Gott vergißt. Er wird dir Hülfe senden, wenn du's am mind'sten gläubst, 10. Wohl dir und deiner Treue! Sie trägt den Sieg davon. Daß dich der Kampf nicht reue, blick' hin auf seinen Lohn; steh' fest im größten Leide, das dir begegnen kann: bald bricht der Tag der Freude, des ew'gen Friedens an. 7. Auf, auf! Gib dei nen Schmerzen und Sorgen gute Nacht! Verbann' aus deinem Herzen, was dich ſo 374 Dne Zuversicht, Mel. Was Gott thut, das ist er Herr meis so traurig macht. Du bist ja nicht Regente, der Alles führen soll. Gott sitzt im Regimente, und er führt Alles wohl. 11. Mach', Herr, ein fröhlich Ende mit aller unsrer Noth; stärk' unser Herz und sende uns Trost bis in den Tod! Laß stets uns deiner Pflege und Treu' empfohlen seyn, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. mein höchster Trost im Leben! Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott; auf sein Gebot wird's in dem Herzen stille. Ihm gnügt des Baters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertrau'n? Du bist des Schwachen Stärke, Die Augen, welche auf dich schau'n, seh'n deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch Vertauen auf Gott. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läß't ihn, wann ihn Noth umgibt, Beruhigung genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten weißt du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff', o Seele, hoff' auf Gott! Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth und findet. Wenn jener fällt, ist er ein 375 We Gott ver Mel. Jesus, meine Zuversicht er auf seinen Held; er steht, wenn jene zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Vergebens wird zu Menschen fliehn, wer von dem Höchsten weichet. Dein Heiland starb, und er erwarb, auf seines Todes Hügel, dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wann um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 289 Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlseyn und mei Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlig schaue. 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele! Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle, traut, ängstigt sich durch keine Sorgen; ihm, auf den er sicher baut, bleibt sein Kummer nicht verborgen. Gott verläßt die Seinen nicht: dies ist meine Zuversicht! 2. Er, der Schöpfer aller Welt, der Versorger seiner Kinder, der, was er verspricht, auch hält, huldreich selbst noch gegen Sünder, er, der uns hervorgebracht, hat auch, uns zu helfen, Macht. 3. Shm, ihm ist es im mer leicht, unsre Wünsche zu erfüllen; wie unmöglich es uns däucht, kann er doch den Kummer stillen, helfen stets, wenn Noth uns quält, wenn uns Rath und Beistand fehlt. 4. Und wer ist ihm gleich, dem Herrn? Wer so reich, wie er, an Segen? Niemand hilft, wie er, so gern N auf Pflichten gegen Gott. 290 auf des Lebens rauhen We gen, er, der liebreich unsrer denkt, und zum Glück die Trübsal lenkt. 5. Wenn mein Auge lange weint, ich nicht seine Hülfe sehe, und sie nicht so früh erscheint, als ich sie von ihm erflehe; weiß ich doch voll Zuversicht, daß sie mir nicht stets gebricht. 6. Dann auch, wann, wie mir es scheint, selbst der Hoffnung Trost verschwindet, weiß ich doch: Gott ist mein Freund, der auch da noch Wege findet, wo sich keiner mir entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. 7. Drum sei ihm, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlassen! Er der auch den Wurm erhält, kann und wird mich nicht verlassen. Bleib' ich nur der Tugend treu; so steht er mir huldreich bei. Sorge quält, und quält vergebens; meine Kräfte zehrt sie ab, stürzt nur früher mich ins Grab. 3. Eh ich noch das Licht erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schicksal ab; ehe mich noch Kummer drückte, eh noch meine Thräne rann, sah mich Gott schon gnädig an. 4. Dankbar nehm' ich Glück und Freuden aus des Höchsten milder Hand; und ist Kreuz mir zuerkannt, o so faß' ich Muth, zu leiden! Gut ist Alles, was Gott will; willig duld' ich, dulde still. 5. nicht Will mein Anschlag gedeihen, und mißlingt mir mein Bemühn; denk' ich: Was mir Glück erst schien, muß ich oft nachher bereuen. Wohlthat ist's für mich gewiß, daß mir's Gott mißlingen ließ. 6. Wenn Gott nicht so reichen Segen, als dem 376 nie Nächsten, mir verlieh; foll Mel, Sollt' ich meinen Gott Zelig, wer mit Neid in meiner Brust erregen! Fremden Glücks will ich mich freu'n; fremdes Glück wird dadurch mein. 7. Wenn mir Frevler Angst erwecken: wenn ihr Haß mich drückt und kränkt, hält sie Gottes Macht umschränkt. Droht der Tod dem Allweisen, der uns liebt, ganz sein Schicksal übergibt, und auch in den tiefsten Schmerzen seinem Kummer muthig wehrt, durch Geduld den Herrn verehrt. 2. Ach, kein Schicksal meines Lebens, sorgt' ich auch von Jugend auf, nimmt drum einen andern Lauf! mit seinen Schrecken; der vom Vertauen auf Gott. 291 vom Tode retten kann, Schmerz gestillt; bald hast nimmt sich meiner gnädig du, Gott, mein Fleh'n erhört, mich ganz geprüft an. 8. Ich bin unverzagt und mich bewährt. Du und heiter; im Vertrau'n Gott der Huld, erhört von auf Gottes Wort sezz' ich dir, lobsing' ich hier mit meine Wallfahrt fort. Der dankerfüllter Seele dir. bisher half, hilft mir weiter; er hält fest, was er verspricht! Gott, mein Gott verläßt mich nicht! 3. Ach, alle Leiden dieser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir des Dulders Lohn; bald steh' auch ich vor deinem Thron, mit treuer Kämpfer Schaaren, und danke dann dir, Gott, verklärt, der jeßt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei. Barmherziger! fest, ohne Grau'n, will ich dir trau'n; denn einst werd' ich dein Antlig schau'n! Mel. Herzlich lieb hab ich dich ir tran' ich, 377 Di Gott, und wanke nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung Licht der letzte Schimmer schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh' und Freude wieder findet. Von jeher hast du mich geführt, und meines Lebens Lauf regiert; mit fegensvoller Vaterhand so 378 Hne Seele stille! Mel. Wer nur den lieben Gott err, mache meimanche Noth von mir gewandt. Unendlicher! ich trau' auf dich; du leitest mich. Ich kämpf' und siege, Gott, durch dich. Bei jedem Leiden, das mich Fränkt, geschieht doch nur dein weiser Wille, der Alles mir zum Besten lenkt. Du bist's, der Alles ändern kann; uud, was du thu'st, ist wohl gethan. 1 2. Zwar ist der Kampf der Leiden schwer; oft fühl' ich kaum noch Stärke mehr, zu kämpfen und zu stegen; doch ewig, Vater, währt er nicht. Wenn mir dein Beistand nicht gebricht, so werd' ich nicht erliegen. Bald ist der Thränen Maaß gefüllt, bald meiner Seele 2. Du führst uns selbst auf rauhen Wegen, zu höherer Vollkommenheit. Auch Widerwärtigkeit wird Se= gen für Jeden, welcher dir sich weiht. Sieht's gleich der blöde Geist nicht ein, N 2 wird 292 Pflichten gegen Gott. wird doch der Ausgang für mein Heil gewacht, Herrlich seyn. hat Alles mit mir wohlgemacht! 3. Drum laß mich stille seyn und hoffen! Hast du mir Prüfungen bestimmt; so steht dein Vaterherz dem offen, der zu dir nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nüßt, verborgen; genug für uns: du hast's erkannt! Wie oft sind unsre Wünsch' und Sorgen kurzsichtig und voll Unverstand! Du siehst, was schädlich ist, von fern und deine Güte hindert's gern. 5. Nur du erkennst und wählst das Beste! O Vater, mache selbst mein Herz in diesem hohen Glauben feste; dann überwältigt mich kein Schmerz. Ich duld' ihn mit Gelassenheit; was mein Gott will, gescheh' allezeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut; denn endlich führest du die Frommen zur völligen Zufriedenheit: und dann wird Jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. Mel. Auf, schicke dich 379 Es herrſcht ein der schützt in Noth, und hilft, wenn sie ihm trau'n, so gern den Seinen! Drum sei vergnügt, wie er es fügt! Bald folgt dir Ruh' und Trost nach kurzem Weinen. 2. O murre nicht, wann dir gebricht, was öfters lustet den bethörten Sinnen! Dir nüßt der Schmerz, dein eitles Herz zu bessern und für's Ew'ge zu gewinnen. 3. Erkenn' die Schuld und üb' Geduld, wann du um deine Sünden hier mußt leiden! Fleh' ihn um Gnad', geh seinen Pfad getrost, nichts laß von seiner Lieb' dich scheiden. 4. Dann führt er dich stets väterlich die sichern Wege, die dein Heil bezielen. Sei'n sie auch hier oft dunkel dir; entzückt wirst du ihr End' einst seh'n und fühlen. 5. Drum gnüge mir der Weg allhier, den ich muß gehn in meinem Amt und Stande! Sei er auch rauh! Wenn ich dir trau', komm' ich auf ihm zum wahren Mel. 7. Dann wird auch mich von allen Plagen ein ewiger Gewinn erfreu'n; dann wird mein Herz statt aller Klagen, voll Dankes und voll Lobes seyn: der Herr hat Vaterlande. Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott thut, das ist 380 ott, dir verSott trau'n, ist meine Pflicht, ist Seligkeit im Leben! Sie kann dem Herzen Zuversicht und Trost und Freude geben. Des Lebens Müh' versüßet sie, und läffset uns hienieden im Laufe nicht ermüden. 2. Auf Erden wechseln bis ins Grab Zufriedenheit und Sorgen beständig mit einander ab, wie Mitternacht und Morgen. Das Unglück flieht, die Freude blüht; und kaum ist sie empfunden, ist wieder sie verschwunden. 4. Du theilst das Alles aus, was hier den Sterblichen begegnet. Im Glück und Unglück werden wir von dir doch stets gesegnet. Wenn wir nur auch durch den Gebrauch so weise werden wollten, als wir, o Gott, es sollten! 293 sinn nie an unsern Seelen schwächten, sie nie verkennen möchten! 6. Dann würde dieſe Uebungszeit nicht traurig uns verschwinden, des Lebens Widerwärtigkeit uns niemals muthlos finden. Dann sähen wir, voll Hoffnung hier, mit Palmen und mit Kronen die Ueberwinder lohnen. 3. Wie würde da voll Nengstlichkeit uns jeder Tag verfließen, und bei des Lebens Heiterkeit das Herz schon beben müssen, wenn 381 C Trubsal fränket, Mel. Befiehl du deine Wege hrist, wann dich Zuversicht zu dir uns nicht. dann Sicherheit gewährte, und ruhig bleiben lehrte? vertraue nur dem Herrn! Er, der die Himmel lenket, ist auch von dir nicht fern. Erwach' aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich: er siehet deinen Kummer; er liebt dich väterlich! 2. Sei auch in deinem Leiden ein Christ, voll Muth und Kraft; einst kommen deine Freuden, bleibst du nur tugendhaft. Erwarte nur im Glauben getroft die Ewigkeit; wer kann das Heil dir rauben, das ewig dich erfreut? 3. Sei froh, dein Gott N 3 re: 5. Nicht unser Wille soll geschehn; du wählest stets das Beste. Wenn Erd' und Himmel untergeh'n, steht diese Wahrheit feste. O daß wir sie durch Leicht7. Gott, heilige du selbst mein Herz, damit ich dir vertraue, und mit Gelassenheit im Schmerz hinauf gen Himmel schaue. Einst preis' auch ich auf ewig dich für überstandne Leiden im Lande fichrer Freuden. 294 Pflichten gegen Gott. regieret, sein Nath ist wun- mein Erbarmer, stärke mich, derbar. Einst wirst du über- denn Nichts vermag ich führet, daß er der beste war. ohne dich. Und denkest du vermessen: Der Herr erbarmt sich nicht, der Herr hat mein vergessen; so höre, was er spricht: 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; er hat ein väterliches Herz. 4. Ist auch der Mütter Gine, die ihres Kinds vergißt? Denk an dies Wort und weine Gott Freudenthränen, Christ! Und könnt' fie es vergessen; will ich doch deiner nicht, ich deiner nicht vergessen! Der Herr ist's, der es spricht! 5. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, weil seine Vatergüte dich ewig nicht verläßt. Was ist das größte Leiden, das dir begegnen kann, bricht einst der Tag der Freuden, des ew'gen Friedens an? 382 M Gott! Ihn Mel. Wer nur den lieben Gott ein Hort ist laß ich walten; ich hoff' auf 14. Gott ist die Lieb', wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Christ? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Trost, der nimmer trügt, und jeden Zweifel überwiegt. 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit Dann nehm' ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Gr leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugesaget hat! Mel. Kommt her zu mir, spricht ihn: er kennet mich. Ihm 383 Erfülle redlich deifehlt's, die zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich! Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. ne Pflicht, und hoffe dann mit Zuversicht: Gott sorgt mit Baterliebe für deines Lebens wahres Glück! zu ihm erhebe deinen Blick, wär' auch dein Himmel trübe! 2. Die Wolken werden sich verzieh'n, im milden Sonnenscheine blüh'n dir wieder neue Freuden. Oft wird 2. Was quäl' ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein, das ist meines Her zens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, Vertrauen wird zur Wohlfahrt dir der Schmerz; veredelt werden Geist und Herz durch Prüfungen und Leiden. 3. Oft führt die dornenville Bahn weit sichrer dich zim Ziel hinan, als sanfte Bumenpfade. Drum dulde fromm, mit festem Muth! Was Gott, der Menschen Viter, thut, ist Weisheit, Hild und Gnade. 1. Doch deines Gottes dig zu freu'n, im Sturme wi im Sonnenschein, Beruligung zu finden, benuße selbst gewissenhaft Verstand un Zeit und jede Kraft, deir wahres Wohl zu gründen! 1. Daß ich gewissenhaft uni treu in meinem Amt und Stinde sei und meine Pflicht erfille: zu dem Entschlusse stäte mich, und dann vertrai' ich, Gott, auf dich! Her, es gescheh' dein Wille! In eigener Melodie. auf Gott. 295 mein Herz erquicket. Seine Lieb' und Vatertreu' wird mir jeden Morgen neu. 3. Der die Vögel alle nähret, königlich die Blumen schmückt, jedes dürre Land erquickt, Speise jedem Wurm gewähret: sollte der verlassen mich? Nein, weit mehr, als sie, bin ich! 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, wenn ich nur in Frömmigkeit suche meine Seligkeit, und sie über Alles achte; segnet Gott mir früh und spat Wort und Werke, Rath und That. 2. Er weiß Alles, was mich rücket, mein Anliegen, meineNoth; er steht bei mir bis in Tod; er weiß, was 5. Heiter sei der andre Morgen, oder nicht; was künftig ist, quält mich nicht; ich bin ein Christ. Ich laß meinen Vater sorgen, froh bei Allem, was sein Rath über mich beschlossen hat. 6. Gott sei Lob! Was mich erfreuet, stehet uners schütterlich: er, der Höchste, sorgt für mich. Ewig wird er's mir beweisen; Seele, freue seiner dich! Ewig sorget Gott für mich! ollt' ich meinem 384 S Gott nicht trawn, der mich liebt so väte lich? der so herzlich sorgt für mich? Sollt' ich Met. Wer nur den lieben Gott auf en Herrn nicht bauen, 385 Entschwinge dich, den welcher unbewegt und fest, seine Kinder nie verläßt? Nächten, in welche dich die Schwermuth hüllt! Willst du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Jetzt № 4 kennst Pflichten gegen Gott. 296 kennst du, was dir gut ist, nicht; einst strahlet dir ein höhres Licht. voll. Einst werd' ich in des Himmels Höh'n ganz deiner Führung Weisheit seh'n. 2. In Finsternissen wankt hienieden des Menschen unMel. gewiſſer Schritt; was Got: 386 W tes Vorsicht ihm beschieden, was ihn erfreute, was er litt, klärt sich am Ziel von seinem Lauf für ihn als gleiche Wohlthat auf. 3. Dort findest du, von Licht umflossen, auch deiner Erdenthränen Lohn. Schau', ihre Saat ist aufgeschoffen; fie blüht der nahen Aernte schon. Im Kummer ward fie ausgestreut, bald reift sie für die Ewigkeit. 4. Drum heb' empor die trüben Blicke, wann sich in Nacht dein Weg verliert! Dich leitet Gott. O denk' zurücke, wie gut er immer dich geführt; wie oft, wann Dunkel um dich lag, das Licht dir selbst aus Nächten brach! 5. Gott! gnädig, wenn du uns erhörest, oft gnädiger, wenn du den Plan, den unsre Thorheit schuf, zerstörest, dich, Vater, bet' ich kindlich an. Ich hoff' auf dich mit festem Muth; denn was du sendest, ist mir gut. 6. Die Liebe hat den Pfad bestimmet, den ich auf Erden wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen krümmet, ich geh ihn hoher Ahnung Fröhlich soll mein Jarum willst du doch für mo:gen, banges Herz, dir zun Schmerz, immer ängstlich sorgen? Wozu dient dan täglich Grämen? Nur dazu, dir die Ruh' ohne Neth zu nehmen. 2. Wer, als Gott, gab mir das Leben? Wer, ils er hat bisher Alles mir jegeben, was, mein Leben zu erhalten, nöthig war? Immerdar laß ich, Gott, sch walten. 3. Der das Größre ins gegeben, einen Geist, der ihn preist, diesen Leib, fies Leben, wird uns auch as Kleinre schenken. Sein bin ich; auch an mich wird er liebreich denken. 4. Was auf meiner Lebensreise mir noch schlt, was mich quält, weiß er, der Allweise. Sollt' er neiner je vergessen? Er, nein Heil, hat mein Theil lingst mir zugemessen. 5. Nährt den Vogé in den Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier auf Triften? Kleidet e des Grases Blume nicht mit Pracht, seiner Macht, seiner Huld zum Ruhme? €. Nur Vertrauen auf Gott. 6. Nur auf mich sollt' er nicht achten? In der Noth ließ' mein Gott hülflos mich verschmachten? Nein, mir soll vor nichts mehr grauen. Väterlich liebt er mich: ihm will ich vertrauen. 7. Nüßen will ich Zeit und Kräfte; widmen sie spät und früh nützlichem Geschäfte; immer geh'n auf seinen Wegen: wird es mir dann allhier mangeln je an Segen? 8. Vor der fernen 3ukunft zagen will ich nicht; es gebricht keinem Tag an Plagen. Heute leb' ich; bin ich morgen nicht vielleicht schon erbleicht? Warum will ich sorgen? 9. Sorge dn nur; ich befehle glaubensvoll, wie ich soll, dir, Herr ,. Leib und Seele. Sorge du, dir halt ich stille: ich soll dein ewig seyn: es gescheh' dein Wille! gen und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlseyn fehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich! 297 dir's noch klage, mein Leid und eilst mir beizusteh'n. 2. Was nüßt es, ängstlich sorgen und jedem neuen Morgen mit Furcht entgegen geh'n? Du, Vater meiner Tage, kennst, eh' ich 3. Auf deinen Wink zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben, und dich, mein Vater, lieben; denn du versäumst die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleideft, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur, siehst Alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur. 5. Herr, alle meine Sor gen, die Noth, die oft ver= borgen an meinem Herzen nagt, werf' ich auf dich, den Treuen; du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. Met. In allen meinen Thaten Mas soll ich 387 Wängstlich fla- hilft, du fegneſt gern. 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe sehnen, so klag' ich dir's, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele; du hörst, du 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt, du wirst mir Alles schenken, und stets zum Besten lenken, was mich bekümmert, quält und fränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen nicht so, wie sie es meinen, doch stets nach weisem Rath. Ob ich mich auch N 5 be= 298 Pflichten gegen Gott. betrübe, bleibt doch dein der Weg, der ihm gefällt, Rath voll Liebe; das zeigt zum Heil dir, ihm zum der Ausgang mit der That. Preise. Er führt gewiß durch Finsterniß, durch jede Nacht der Leiden zum Lichte reiner Freuden. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan, kann ich doch deß mich trösten: du nimmst mich, den Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort, bei den Frommen Schaaren, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring' ich dir mit Freuden, nach überstandnen Leiden, den Dank, der deiner Huld gebührt. 5. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist ja die Liebe. Nichts ist, was dem, der ihm gefällt, ein Quell des Elends bliebe! Auf, Muth! Mel. Was Gott thut, das iſt as du? 388 Wout regiert Selbst Jesu Blut sagt dir bei jedem Leiden: Gott segnet uns mit Freuden. 6. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist auch geduldig. Zwar wenn er vor's Gericht uns stellt, find selbst die Frommen schuldig. Doch sein Gericht trifft Fromme nicht. Drum sei gewiß, er schone auch dein in seinem Sohne. 7. Nun, Gott! da du die Welt regierst; wie dürft' ich ängstlich zagen? Ein Leid, in welches du mich führst, soll nie mich niederschlagen. Ich hoff' auf dich. Du läsfest mich bald deine Hülfe schauen. Dir, dir will ich vertrauen! In die Welt; und Gott ist ja allmächtig. Den Arm, der dieses Weltall hält, was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresfluth und Feuersgluth uns schon ereilet hätten, so kann er doch noch retten. 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist ja allwissend. Selbst was dein Herz verborgen hält, ist dennoch ihm wohlwissend. Sein Auge steht in dein Gemüth. Die Bitte, die du thatest, vernahm er, eh' du batest. 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt und ist allgegenwärtig. Der Fromme, der an ihn sich hält, ist seines Heils gewärtig. Oglaub' es gern! Gott ist nicht fern; er, wo auch Jeder walle, hält allenthalben Alle. 3. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist der Allweise. Stets dient Vertrauen auf Gott. In eigener Melodie. war wird 389 3 noch manche Thräne auf Gottes Welt 299 uns deinen Willen zu unserm Heil erfüllen. Mel. Was Gott thut, das ist geweint, doch laß den Muth 389( b) in Gott rez nicht sinken; nein, wirke, Menschenfreund, voll Glauben fort auf Erden! Es wird doch besser werden! 2. Nie werden wir hienieden, von allem Schmerz befreit, nur über Blumen wandeln. Vollkommne Seligkeit erwartet nicht auf Erden! Doch besser wird es werden! giert! Was zagen wir? Ein Gott erzieht durch Freuden und durch des Schmerzes Druck uns hier. Was ist des Lebens Leiden? Ein ernster Streit um Seligkeit. Es mag uns übel gehen: wir werden's überstehen! 3. Wir schaffen selbst uns Leiden durch Unzufriedenheit, durch Leidenschaft und Thorheit und Ungerechtigkeit. Wenn wir nur weiser werden, wird's besser auch auf Erden. 2. Wir werden, was am Herzen nagt, mit Hoffnung überleben, und über Alles, was uns plagt, uns siegend einst erheben. Die Welt vergeht, der Geist besteht. O laßt den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 4. Wenn wir bescheidner wünschen, und uns zufriedner freu'n; wenn Pflicht uns über Alles wird theu'r und heilig seyn; wenn wir selbst besser werden: wird's besser auch auf Erden. 5. Wenn nun des Irrthums Binde von unsern Augen fällt; wenn wir das Unrecht meiden, und dann zum Wohl der Welt vereinigt wirken werden: wird's besser auch auf Erden. 6. Uns selbst hier zu veredeln, und dann mit Thätigkeit zum Wohl der Welt zu wirken; dies ist's, was Gott gebeut. Gott, laß 3. Der Geist erkennt des Höchsten Spur, des Vaters Macht und Milde im großen Reiche der Natur, in Wäldern, im Gefilde, im kleinsten Wurm, im Wintersturm, im Frühlingsschmuck, im Regen und in des Herbstes Segen. 4. Der Gott, durch welchen Alles ist, der selber im Gewimmel der Thiere feines Wurms vergißt, der unter seinem Himmel, was lebet, speist, wird unsern Geist für Licht und Heil erhalten. D laßt den Höchsten walten! 5. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfallen N 6 und Pflichten gegen Gott. 300 und zerstäuben! So drohe Krankheit, Tod und Grab! Des Schöpfers Huld wird bleiben. Er leitet gut, wir haben Muth; es mag uns übel gehen: wir werden's überstehen! 6. Wir zagen nicht: du, Gott regierst, und wenn du Menschenherzen durch Leiden für das Gute rührst, so segnen wir die Schmerzen. Wir haben Muth; sind wir nur gut, so mag's uns übel gehen; wir werden's über stehen! In eigener Melodie. er nur den lie: 6.( ss Gott sehr 390 When Gottläst leichte Sachen, und ſeiner walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf einen Fels gebaut. erwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß, wann Hülfe nüßlich sey. Wenn er uns nur hat tren erfunden, geduldig, ohne Heuchelei: so kommt er, eh' wir's uns verfehn, und lässet uns viel Guts gescheh'n. 5. Denk' nicht in deiner Drangsalshihe, daß du von Gott verlassen seist, und der dem Glück im Schooße size, den alle Welt für glücklich preist! Die Zukunft ändert oft sehr viel und setzet Jeglichem sein Ziel. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Er ist der Herr, der Jedermann leicht hoch erhöh'n, leicht stürzen kann! 7. Sing', bet' und geh' auf Gottes Wegen, verricht' das. Deine nur getreu und trau' des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn, welcher feine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Gebet. Mel. O Gott, du frommer Gott Gott, verlaß ſein allweifer Rath es fügt! 391 Anicht reich Gott, uns ihm hat ausdu Gebet. 301 du mir selbst die Hände, daß Mel. Wer nur den lieben Gott ich die Bilgrimschaft des Le 392 Dein Heil, o bens wohl vollende! Irr' ich im finstern Thal; so sei du selbst mein Licht, mein Stab, mein Hort, mein Schuß! Ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht; lehr' deinen Weg mich wallen und laß mich nimmer mehr in Sünd' und Thorheit fallen! Gib mir den guten Geist, des Glaubens Zuversicht; und, wann ich straucheln will, Gott, so verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren, und laß zu rechter Zeit mir Hülfe widerfahren. Ist mein Gemüth in Angst, erzittr' ich in der Noth, o so verlaß mich nicht mit deinem Trost, o Gott! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht; gib Wollen und Vermögen; in allem meinem Thun begleite mich dein Segen! Die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, vor dir gedeih'n! Ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht; hilf, daß ich dir erge ben voll Lieb' und Hoffnung sei; fest glauben, christlich leben und selig sterben mag, um dich von Angesicht zu Angesicht zu schau'n! Ach Gott, verlaß mich nicht! zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein findlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Er ist die Liebe selbst; er hört, was seiner Kinder Herz begehrt. 2. Erhebe dich zu seinen Höhen mit Dank und Flehen oft und gern. Er läffet, was dir nüßt, geschehen, ist, dir zu helfen niemals fern; er thut, so du nur zu ihm fleh'st, mehr als du bittest und verstehst. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu steh'n! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Menschen Fleh'n? Er will blos deine Seligkeit, wenn er zu beten dir gebeut. 4. Sagt Gott nicht: Bittet, daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gottes Freund zu seyn, und stößt das ihm bestimmte Glück, feindselig gegen sich, zurück. 5. Sein Glück von dir, o Gott, begehren, wie leicht, wie süß ist diese Pflicht! des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das meine Seele nicht! Gebet N 7 gibt Pflichten gegen Gott. 302 gibt Muth; Gebet gibt Kraft zur Dämpfung jeder Leidenschaft. 6. Was kann zum Fleiß in guten Werken mir kräfti ger den Geist erhöh'n? Was mehr in Leidensstunden stärken, als gläubig, Gott, auf dich zu seh'n? Ich treffe Nichts auf Erden an, was mich so sehr erquicken kann. 5. Laß, deiner Liebe mich zu freu'n, sie stets vor meinen Augen seyn! Laß, meines Glaubens mich zu freu'n ,ihn stets durch Liebe thätig seyn! 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht', und treu in allen meinen Pflichten sei! 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meiner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen kann. 8. Gib von den Gütern komme vor Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; bei Wenigem Zufriedenheit; zur Arbeit Muth und Heiterkeit! 7. Gott! laß mich nicht mein Heil verscherzen, gib Lust und Kraft mir zum Gebet! Und wenn aus rei nem, frommem Herzen mein Mund zu dir um Hülfe fleht, so höre mich von deinem Thron durch Jesum Christum, deinen Sohn. In eigener Melodie. 393 bein Angesicht; verwirf, o Gott, mein Flehen nicht: vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und der Huld! 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb' und Furcht vor dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang! 3. Sei mein Beschützer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Ulebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? pfing ich den Verstand; erhalt' ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk' ihn durch dein göttlich Wort! 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir em9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß: so laß mich mäßig im Genuß, so laß mich mild und gütig seyn, und dürft'ge Brüder gern erfreu'n! 10. Gib mir Gesundheit und verleih', daß ich ste nüß' und dankbar sei, doch, sie zu schonen, zaghaft nie mich einer höhern Pflicht entzieh'! 11. Grwecke mir stets einen Freund, der's tren mit meiner Wohlfahrt meint; mit Gebet. mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Troft und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel: so sei, Herr, meine Zuversicht; verlaß mich auch im Alter nicht! 13. Und wird sich einst mein Ende nah'n: so nimm dich meiner gnädig an, und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! Mel. Wer nur den lieben Gott 394 K Domm betend oft und mit Vergnügen, o Christ, vor Gottes Angesicht. Nie müsse Trägheit dich befiegen in der Erfüllung dieser Pflicht! übe sie zu Gottes Preis und deinem Heil mit treuem Fleiß! 2. Bet' oft in Einfalt reiner Seelen: Gott sieht auf's Herz, Gott ist ein Geist. Wie kann es dir an Worten fehlen, wenn nur dein Herz dich beten heißt? Der Glaub' an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 3. Wer das, was ihm zum Frieden dienet, durch Beten sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erkühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell vergißt, was er ihm 303 schwur, der spottet seines Schöpfers nur. 4. Bet' oft zu Gott, und schmeck' in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist! Bet' oft zu Gott, und fühl' im Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt! Gott hört's, Gott ist's, der Hülfe schafft. Er gibt den Müden Trost und Kraft. 5. Bet' oft, und heiter im Gemüthe schan' dich an seinen Wundern satt! Schau' auf den Ernst, schau' auf die Güte, womit er dich geleitet hat! Oft irrtest du: er trug Geduld; erkenn' und preise seine Huld! 6. Bet' oft, durchschau' mit frohem Muthe das Wunder der Barmherzigkeit deß, der mit seinem theuren Blute uns von der Sünde Joch befreit: und eigne dir, zu deiner Ruh' und Heiligung, sein Opfer zu! 7. Bet' oft; Gott wohnt an jeder Stätte, in keiner minder oder mehr; denk' nicht: Wenn ich mit Vielen bete, so find' ich eh'r bei Gott Gehör. Ist, was du wünschest, recht und gut; so sei gewiß, daß Gott es thut! 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzufleh'n, und ſeinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern zu erhöh'n. Pflichten gegen Gott. 304 höh'n! Fühl der vereinten Andacht Werth, die deine eigne stärkt und nährt! 9. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glieder: es sei kein Glied des andern Feind! Soldh' Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 10. Bet' oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheu'n, an Lieb' und Gifer nicht erfalten, und reich an guten Werken seyn. Denn Muth und Kraft und Seelenruh' sagt Gott dem frommen Beter zu. Mel. Was Gott thut, das ist. 395 W elch hohes Vorrecht schenkst du mir, o du, dem Seraphinen mit Ehrfurcht und mit Dankbegier im höhern Leben dienen! Es darf mein Geist, wie schwach er heißt, sich aus dem Staube schwingen und beterd zu dir dringen. 2. Ich darf mit froher Zuversicht vor deinem Thron erscheinen, und du, mein Gott, verwirfst mich nicht; du zählst mich zu den Deinen. Du zeigest dich mir väterlich, so oft ich zu dir trete, und kindlich vor dir bete. 3. Erstickt die Sinnlichkeit in mir des Herzens fromme Triebe; so stärkt mich das Gebet zu dir in neuer Tugendliebe. Was sündlich ist, kann ich, als Christ, durch deine Kraft bezwingen, und so den Sieg erringen. 4. Gebricht es mir an saustem Sinn,- an Liebe gegen Brüder; so flieh' ich betend zu dir hin, und haffe nun nicht wieder. Mein Herz verzeiht mit Freundlichkeit, und sucht der Feinde Schelten mit Großmuth zu vergelten. 5. Betracht' ich im Gebet mit Schmerz mein fehlervolles Leben; so wird und kann sich nie mein Herz, von Stolz gereizt, erheben. Ich fleh' zu dir: Verzeihe mir! und du willst gern verzeihen, und mich mit Trost erfreuen. 6. Wenn Kummer mich zur Erde zieht, und wenn mich Sorgen quälen, wenn mir des Lebens Glück entflieht, und edle Freunde fehlen; so wend' ich mich getrost an dich: du lehrst mich mit Entzücken im Glend Heil erblicken. 7. In stillen Stunden denk' ich oft: Was seid ihr, eitle Freuden? Ach, wie geschwind, wie unverhofft verkehrt ihr euch in Leiden! Und denk' ich dies, so fühlt ge= Gebet. 305 gewiß mein Herz sich ange- der Lasterhaften seyn: so trieben, nur dich, Herr, stets zu lieben. bet' ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott. Er hört mein Schrei'n, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wann mich ein Feind zu kränken sucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unverstande flucht. Nein, meine Rach' sei ein Gebet, das Gnade ihm von Gott erfleht. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf' ich Gott, der mich erhöret, um Trost in diesem Kummer an. Wer ihm 396 den er nicht. sein Leid mit Zuversicht ent6. Ruf' ich ihn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlieh: so fleh' ich nie umsonst um Kräfte; der Gott der Stärke gibt mir sie. Er gibt, aus väterlicher Huld, mir Segen, Klugheit und Geduld. 7. Wann, böser Lüste Macht zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht: dann bitt' ich Gott; er hilft mir kämpfen, er gibt mir Muth zu jeder Pflicht; und stark durch meines Gottes Kraft, befieg' ich jede Leidenschaft. 8. Wann ich im legten Kampf 8. O welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufsgeschäften! Du lohnest dem, der zu dir fleht, mit Weisheit und mit Kräften. Wer dir vertraut und auf dich baut, den krönest du mit Segen auf allen seinen Wegen. 9. Du Geist der Kraft und des Gebets, du Geist der reinsten Liebe, erweck' und stärke du nur stets zur Andacht meine Triebe! Und kann ich nicht mit Zuversicht zu meinem Vater treten; so Lehre du mich beten! Mel. Wer nur den lieben Gott ein bester Trost ben ist ein Gebet zu meinem Gott. Dies kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in jeder Noth; bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wann mein Gewissen mich verklagt, wann bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 3. Muß ich, um des Gewissens Willen, ein Spott 306 Pflichten gegen Gott. Kampf des Lebens bei Nie- erhebe, dir, Vater, voll Zumand Hülfe finden kann; so ruf' ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wann die Sprache mir vergeht, selbst meine Seufzer noch versteht. friedenheit mein Schicksal übergebe; dann schöpf' ich für die Tugend Kraft, Muth in dem Kampf mit Leidenschaft, Erquickung in dem Leiden und Hoffnung ew'ger Freuden. 5. Mit keiner Welt vertausche aj die wonnevollen Stunden, wo betend dich mein o dich, mein Vater, hat empfunden; wo ich mit Thränen vor dir stand, tief deine Baterhuld empfand, die liebevoll mich führte, mit Weisheit mich regierte. 6. Wie wird vor deinem Angesicht der Christen Glaube wichtig; wie warm mein Herz für jede Pflicht, zu jeder Tugend tüchtig! Wann böse Lust in, mir sich regt, eil' ich, von deinem Geist bewegt, mich im Gebet mit Thränen nach Kraft von dir zu sehnen. Mel. Ermuntre dich, mein nie sanft, mein 397 die Pflicht, als Kind zu dir zu treten, voll Demuth und voll Zuversicht zu dir, o Gott, zu beten! Welch Glück, das Alles übersteigt, wird im Gebete mir erzeigt, wenn ich mit Kindestreue mein Herz, o Gott, dir weihe! 2. Allwissender! zwar bet ich nicht, um dich erst zu belehren; nicht mit dem Wahn, was mir gebricht, das müs sest du gewähren; nicht, Wunder von dir zu erfleh'n; nicht, andern Pflichten zu entgeh'n; nicht, träge, dich zum Segen durch Bitten zu bewegen; 3. Nein, guter Bater, nur um dich recht innig zu empfinden, zum Dank, zur Ehrfurcht feierlich die Seele zu entzünden, zur Demuth, Liebe, Freundlichkeit, zu kindlicher Ergebenheit, zum Fleiß in guten Werken mein Herz vor dir zu stärken. 4. Denn, wann ich in der Einsamkeit mein Herz zu dir 7. Dein denk' ich, froh von Dank gerührt, wann ich mich niederlege, die Pfade, die du mich geführt, bewundrungsvoll erwäge. Dich rühm' ich, wann nach sanfter Nacht zu neuer Lust mein Aug' erwacht, das die Natur entzücket, zu neuer Lust erquicket. 8. Bin ich am Ziel von meinem Lauf zu schwach, noch laut zu beten; dann blick' Gebet. blick ich, Gott, zu dir hinauf, und will im Geiste beten. Noch sterbend, Bater, dank' ich dir, der du so vieles Gute mir im Leben haft erwiesen. Sei ewig, Herr, gepriesen! Mel. Wer nur den lieben Gott u dir, o Gott, 398 3 das Herz erheben, zu dir mit frommer Andacht fleh'n, um uns zum Guten zu beleben, und unsre Tugend zu erhöhn, ist dein Befehl und meine Pflicht, und stärket meine Zuversicht. 2. Laß diese Pflicht mich nie vergessen; laß mich, befannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dank ermessen, welch Heil von dir mir widerfährt, von dir, der alle Menschen liebt, und Allen gern das Gute gibt. 3. Wenn ich vor dich, mein Vater, trete, dir mei307 5. Wünsch' ich mir Güter dieser Erde; so sei auch dies mein herzlich Fleh'n, daß ihr Besiz mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu erhöh'n, daß ich von Geiz und Habsucht fern, mit Weisheit sie gebrauchen lern'. 4. Nie müss' ich das von dir begehren, was deine Weisheit nicht erlanbt; nie bitten, das mir zu gewähren, was Andern ihre Wohlfahrtraubt! Denn du erhörest kein Gebet, das zu des Andern Schaden fleht. 6. Wünsch' ich bei kummervollen Leiden von ihrer Last mich frei zu seh'n, und sehn' ich mich nach Lebensfreuden; so laß mich doch um das nur fleh'n, was deine Weisheit, Gott, beschließt, und was mir gut und nüßlich ist! 7. Dann wird dir mein Gebet gefallen, und nie werd' ich mich trostlos seh'n; du, Herr und Vater von uns Allen, erhörst gewiß mein kindlich Fleh'n; gibst mir im Glück Zufriedenheit, in Trübsal Nuh' und Heiterkeit. Mel. Es ist das Heil uns nen stillen Wunsch vertrau'; 399 Gott, beine wenn ich meinem Kummer bete, und auf zu dir nach Hülfe schau': dann sei mein Geist von Heuchelei und ganz von Eigendünkel frei! Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen; du krönst uns mit Barmherzigkeit, und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Fleh'n, merk' auf mein Wort; denn ich will vor dir beten! 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade Pflichten gegen Gott. 308 Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Chr' und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe! 4. So bitt' ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben! In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. In eigener Melodie. icht um Reich400 Nicht thum, nicht um Ehre bitt' ich, Gott, mein Vater, dich. Wenn ich Weltbefizer wäre: ohne dich, wie arm wär' ich! Nicht um thränenlose Tage steigt mein Flehn zu dir hinan; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann! 2. Weisheit nur, dich zu erkennen, dich in Freude, dich im Schmerz meinen Vater froh zu nennen: dies erflehet sich mein Herz! Dankgefühl bei deinen Gaben, Lust am Guten, Freud' in dir, und Gewissensruh' zu haben; dies, Allgüt'ger, wünsch' ich mir! 3. Kraft und Muth und Herzensfreude, meinem Nächsten wohlzuthun; Trost und Stärke, wann ich leide, sanft und still in dir zu ruh'n; Muth, die Laster zu bekämpfen, ihre Reize zu verschmäh'n, jede Leidenschaft zu dämpfen: dies, Herr, ist mein kindlich Flehn. 4. Nur auf deinen Willen sehen, dich, o Gott, sonst Niemand scheu'n, fest in deiner Liebe stehen, und dir Vater, ähnlich seyn; diesen heißen Wunsch zu stillen, wer vermag es? Du allein. Ja, um deiner Liebe Willen wirst du, was ich bat, verleih'n. Das Gebet des Herrn. Mel. Erschienen ist der herrlich 401( ¹ u, deß sich alle Himmel freu'n, auch unsre Seele freut sich dein, daß du, deß Macht unendlich ist, daß du Gott, unser Vater bist, in Ewigkeit. 2. Weit, über unser Denken weit, geht deines Namens Herrlichkeit. Ihn heilige, von Lieb' entbrennt, wer deinen großen Na Gebet. Namen nennt, Unendlicher! 3. Verbreite deines Reiches Ruhm durch Jesu Evangelium! Mach' unser Herz ihm unterthan; so beten wir dich freudig an, Allgütiger! In eigener Melodie. 4. Der du in deiner Wahl 401( b) Bater, ben nie irrst, und wohlzuthun nie müde wirst, dein Wille, Weisester, gescheh' auf Erden so, wie in der Höh', mit Freudigkeit! 5. Sei mit uns in des Lebens Noth, und gib uns unser täglich Brod; in dieser Erde Freud' und Schmerz sei still in dir und froh das Herz und voll Vertrau'n! 6. Vergib, vergib uns unsre Schuld; trag' unfre Schwachheit mit Geduld; wir wollen auch, von Rachsucht rein, des Nächsten Fehler gern verzeih'n. Wir wollen's, Herr! 309 9. In deines Himmels Heiligthum, auf deiner Erd erschallt dein Ruhm. Dein ist die Macht, die Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Hallelujah! 7. Zu hart sei die Versuchung nicht; Herr, stärk' uns, wann uns Kraft gebricht; steh' uns zum Siege mächtig bei; mach' uns im Guten fest und treu. Erbarmender! 8. Erlös', erlös' uns, unser Gott, nach deinem Rath aus aller Noth! Nimm nach vollbrachtem Prüfungslauf uns zu dem bessern Leben auf! Allliebender! offenbaret, den der Geist mit hoher Andacht nennt; Vater, den kein Himmel von der Erde, keine Welt von seinen Kindern trennt! 2. Hochgelobet sei dein großer Name, angebetet deine Herrlichkeit! Heilig ehre dich der Mensch im Staube, von der Wiege bis zur Ewigkeit. 3. Dein Reich komme! Jenes Reich des Friedens, das durch Weisheit und durch Liebe blüht; jenes Reich, das Jesus Christus baute, das die Menschen für den Himmel zieht! 4. Es gescheh' dein Wille hier auf Erden, wie in jenem hohen Geisterreich; und die Wahrheit und die Tugend mache alle Menschen deinen Engeln gleich! 5. Gib uns, ewigtreuer Menschenvater, gib uns, was wir brauchen in der Noth! Ach, wir bitten nicht um Gold und Schäße; gib uns, Herr, Zufriedenheit und Brod! 6, Wann 310 Pflichten gegen Gott. 6. Wann wir auf dem der Rechenschaft, die er dir Pfad der Tugend straucheln, geben soll! so vergib uns Schuld und Missethat; so wie wir auch gern vergeben wollen, wann ein Nächster uns gefränket hat. 3. Sehr groß und schwer ist seine Pflicht, und er, ein Mensch, wie wir; wie sehr braucht er vor andern Licht und Rath und Kraft von dir! 7. Schüße uns in der Versuchungsstunde, wo die Tugend mit dem Laster ringt; laß uns auf die Himmelskrone blicken, wann die Erde unser Herz umschlingt! 8. So erlöse uns von allem Uebel, das den Geist und unser Herz bedroht! Gram und Neue werden dann verschwinden, und wir fiegen über Welt und Tod. 9. Dein, Herr, ist das Neich, die Macht und Stärke! Ewig währet deine Herrlichkeit! Alle Himmel rühmen deine Ehre, und dein Tempel ist die Ewigkeit. Fürbitte für den Regenten und die Obrigkeit. 4. Verleih' ihm das! Wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu seyn, so hilf ihm, in dein Bild verklärt, sein Volk, wie du, erfreu'n! 5. Er fördre willig deinen Ruhm; er denke gern daran: das Land sei, Herr, dein Eigenthum, und dein Unterthan! er 6. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sei deiner Kirche Schuß und Zier, ein edler Mensch und Christ! Fürst des Landes sich, Gott, deiner allezeit! Sein Auge sehe stets auf dich; sein Herz sei dir geweiht! 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Kraft und deines Geistes voll, gedenk' er stets 7. Er zeig' in seinen Thaten sich als deinen treusten Sohn! Den Lastern sei er fürchterlich, der Tugend Schuß und Lohn! 8. Der Unterthanen Liebe sei sein edelster Gewinn, und kein gerechter Seufzer schrei' um Rache wider ihn. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 9. Um seinen Thron sei 402( a) und Ge= rechtigkeit, und dann beschüß' ihn in Gefahr, wann ihm und uns sie dränt! 10. Sein eignes Beiſpiel wirke mehr, als jede Strafe thut, und es verbreite um ihn her zu jeder Tugend Muth! 11. Vera Gebet. 11. Verdienste heb' er gern empor; er folge wei sem Rath und öffne freundlich Herz und Ohr, wann ihm ein Armer naht! 12. Auch ihm bestimmtest du das Ziel, das er erreichen soll; Herr, mache seiner Tage viel und jeden segensvoll! 13. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb' und Dank gedacht! Erhör' uns, Gott: dann jauchzen wir und preisen deine Macht. 311 lichkeit erfreu', dem Unrecht kräftig steure! 3. Laß uns, von ihrem Schuß bewacht, des Friedens Glück genießen; laß ruhig unter ihrer Macht das Leben uns verfließen! Hilf, daß wir in Gottseligkeit dir dienen, und schon in der Zeit die Frucht der Tugend ärnten! 4. Beschirme sie durch deinen Schuß, daß, die ihr Uebels gönnen, mit aller List, Gewalt und Truß ihr niemals schaden können! Nie fehle jeder guten That, die sie sich vorgenommen hat, dein segnendes Gedeihen! 5. Gib denen Eifer, Fleiß und Treu', die du ihr untergeben, daß jeder freudig thätig sei, nach seiner Pflicht zu leben! Erleichtre ihres mit deinem Segen kröne sie, und sei ihr Lohn auf ewig! 6. Laß sie mit uns beflissen seyn, in deiner Furcht zu leben, uns deiner OberHerrschaft freu'n, mit ihr dein Lob erheben; daß so vor deiner Majestät, die über alle Hoheit geht. Regent und Volk sich beuge! Mel. Sei Lob und Ehr' dem 402) Se Herr, die Obrigkeit! Du gabst sie uns, auf Erden mit Wohlstand und mit Sicherheit durch sie beglückt zu werden! Verleih' ihr Weisheit, Trieb und Kraft, was wahres Wohl dem Lande schafft, mit Sorgfalt wahrzunehmen! 2. Gib, daß sie, deinem Vorbild gleich, uns väterlich regiere, zu uns den Segen und dein Reich durch gute Anstalt führe, der Unund Allgemeine Fürbitte. Mel. Wo Gott zum Haus ür alle Men= ter ſei, Berdienst und Red- 403 Fichen beten wir, o Höchster, wie für uns, zu dir. Du, der du Aller Vater bist, gib Jedem, was ihm heilsam ist! 2. Dir tönet unser Lobgesang; wir bringen Ehre dir und Dank, daß du fie, Alle, Pflichten gegen Gott. 312 Alle, Alle liebst, und liebend Allen Gutest gibst. 3. Deß freu'n wir uns; dies preifen wir, und beten herzlicher zu dir für Alle, die dein hoher Ruf, wie uns, o Gott, zu Menschen schuf. 4. Nimm Aller väterlich dich an, und leite sie auf ebner Bahn; es sei zu dei nem Preis und Ruhm ein jedes Volk dein Eigenthum! 5. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück; und wer von dir sich führen läßt, der werd' im Guten treu und fest! 6. Entreiß' der Laster Tyrannei die Sünder; mache, Gott, sie frei, daß sie der Tugend Pfade geh'n, und freudig einst dein Antlig seh'n! 7. Gib allen Menschen frohen Muth; bewahr' ihr Leben und ihr Gut; laß ihrer Hände Werk gedeih'n, verdiente Achtung sie er: freu'n. 8. In ihrer Noth verlaß sie nie; und sind sie traurig, tröste fie! Gib ihnen hier Zufriedenheit, und dort der Frommen Seligkeit. 9. Wir Alle, einst den ( Engeln gleich, erheben dich in deinem Reich, und ewig, ewig danken wir, dir, unser Aller Vater, dir. Dankbarkeit. Mcl. Lobt Gott, ihr Christen 404 Du bist's, dem und Ruhm gebührt; und das, Herr, bring' ich dir. Mein Schicksal hast du stets regiert und stets warst du mit mir. 2. Wann Angst und Noth sich mir genaht; so hörte Gott mein Flehn, und ließ durch seinen gnäd'gen Rath mich nicht darin vergeh'n. 3. Wann ich in Schmerz und Krankheit sank, und rief: Herr, rette mich! so half mir Gott. Mit welchem Dank, mein Gott! erheb' ich dich? 4. Betrübte mich des Feindes Haß: so klagt' ich Gott den Schmerz. Er half mir, daß ich ihn vergaß, und gab Geduld in's Herz. 5. Wann ich den richt'gen Pfad verlor und mich verschuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Hülfe war mir nah. 6. Oft, wann nach Trost die Seele rang, Gott sich von mir gewandt, rief ich voll Sehnsucht: Herr, wie lang! Und mich hielt seine Hand. 7. Er half; noch hilft er stets, der Herr, denn er ist fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er, und gibt zur Tugend Muth. 8. Herr Dankbarkeit. 8. Herr, für die Leiden dank' ich dir, dadurch du mich geübt, wie für die Freuden, welche mir dein milder Segen gibt! 9. Dir dank' ich, Herr, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck in jeder Kreatur, Gott, deine Freundlichkeit. 10. Ich danke, dir für deinen Sohn, der für mich Sünder starb und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. 11. Lobt Gott in seinem Heiligthum! Erheb' ihn, Volk des Herrn! Die Erd' ist voll von seinem Ruhm; er hilft und rettet gern. 313 mir, und auch mit Güte nah'. 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald uns vorübergeh'n, will uns, nach kurzer Prüfungszeit, zu ew'gem Glück erhöh'n. 13. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott; was er an dir gethan! Verehr' und halte sein Gebot und bet' ihn ewig an. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd' und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet' ich dankend an! Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Fleh'n, und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag' ich außer dir, nach allem Glück der Erde! Im Himmel donnerst du, und Schrecken füllt das Land: doch fürcht' ich nichts; denn du deckst mich mit deiner Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh', die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet; so sprech' ich: Was ist doch der Mensch, daß du sein denkst, und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst! 5. Voll Güte läß'st du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit' Speis' und Trank, und füllst das Mel. Nun danket Alle Gott 405 mit Du dachtest mein, eh'. mich die Mutter noch gebar; ja sahst mich, eh' der Grund der Welt geleget war. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben; und meiner Tage Sahl war in dein Buch geschrie: großer Gott, durch dich bin ich vorhanden; die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Denn, wenn sprichst, geschiehts; wenn du gebeutst, steht's da. Mit Allmacht bist du du gegen Gott. 314 Pflichten schrieben. Du bist der FromMüden Ruh'; ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du! 7. Wem sollt' ich sonst vertrau'n, als dir, du Gott der Götter? wen ehren so, wie dich, mein Schutz und mein rretter? Wie sanft ist dein Befehl: Gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg; ich bin dein Schild und Lohn! 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried' und Leben! Wie könnt' ich einem Gott der Liebe widerstreben? Der Lasterhafte mag in stolzem Glücke blüh'n: mich soll er dennoch nicht in seine Neße zieh'n! 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüft't, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt' ich nach Ehr' und Ruhm mit. Sünd' und 407 Agegeben, Alles, Mel. Sollt' ich meinen Gott lles hast du mir Unrecht trachten? Nein, Herr, wenn du mich ehrst! mag mich die Welt verachten! Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih'; gib, daß mein Wandel stets dir wohlgefällig fei! Gott, bin ich durch dich; du, nur du beglücktest mich! Glieder, Kräfte, Sinne, Leben, Triebe, Freiheit und Verstand gab mir deine Schöpferhand. 2. Eh' ich noch dich Vate nannte, Mel. Alle Menschen müssen 406 let nieder! Be= tet Gottes Hoheit an! Men= schen, Christen, Freunde, Brüder! viel hat er an uns gethan. Seht, wir schöpfen, was wir haben, aus dem Strome seiner Gaben, jedes Gut, das uns entzückt, jeden Vorzug, der uns schmückt! 2. Keiner rühme seiner Stärke, seiner Kunst und Weisheit sich! Jeder rühme deine Werke, Vater, Jeder rühme dich! Voll von tiefer Demuth preise dich der Starke, dich der Weise! Ihre Kraft und ihr Verstand find Geschenke deiner Hand. 3. Dich, mein Vater, will ich loben demuthsvoll bis in den Tod. Ewig sei von mir erhoben über Alles, o mein Gott! Angebetet sollst du werden, weil im Himmel und auf Erden Keiner dir an Größe gleicht, Keiner je dich ganz erreicht! Dankbarkeit. nannte, eh' ich reif zum Daseyn war, eh' ich Schmerzen und Gefahr, eh' ich Glück und Freude kannte, sorgtest du schon väterlich für mein 408 Breis In eigener Melodie. allelujah! BrinDaseyn und für mich. 3. In den Jahren meiner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, warntest du mich vor Gefahr, gabst du mir Gefühl für Tugend, segnetest du mein Bemüh'n, mich Verführern zu entzieh'n. 4. Alle meine Lebensfreuden hab' ich, Vater, nur von dir; Glück und Wohlfahrt gibst du mir, frohen Muth in meinen Leiden; und wie oft trägt deine Huld meine Fehler mit Geduld! 5. Täglich kann ich es erfahren, wie du deine Menschen liebst, ihnen Schutz und Beistand gibst, fie vor Uebeln zu bewahren; wie du sie versorgst und nährst, ihnen manchen Wunsch gewährst. 315 fleh' auch künftig mir Segen, Trost und Heil von dir. 6. Wie du stets mich weise führest, väterlich an mich gedenkst, Uebel auch zum Guten lenkst; wie du mein Geschick regiereft, meine Wohlfahrt zu erhöh'n, lern' ich immer mehr versteh'n. 7. Mit dem freudigsten Gemüthe fühl' ich jeder Wohlthat Werth, die mir täglich widerfährt, preise deine weise Güte, und erund Ruhm, ihr Jubelchöre; jauchzt, Beseligte des Herrn! Bringet Nuhm, ihr Erdensöhne, singet eure Jubeltöne; er, der Herr, beglückt uns gern! 2. Sollten wir dem Herrn nicht singen, ihm nicht Freudenopfer bringen? Er erschafft und er erhält! Tief im Staub, verehrt ihn, Kine der! Kinder heißt er uns, uns Sünder; er ist Vater seiner Welt! 3. Zwar sein Thron steht unerschüttert, und die weite Schöpfung zittert tief gebeugt vor ihrem Herrn; wenn gleich unsre Lieder schweigen, seht die Millionen Zeugen, laut verkünden sie den Herrn! 4. Aber unsre Seelen heben sich zum Glück der Engel, leben schon des Himmels Leben hier. Welche göttlichhohe Freuden, welchen Trost für alle Leiden, welche Ruhe fühlen wir: 5. Wenn der Geist zu ihm sich waget, ein Gedank' dem andern saget: Er ist Vater seiner Welt; still entzückend dem Gemüthe dann die Fülle seiner Güte 02 fich 316 Pflichten gegen Gott. sich zum großen Zeugen groß und gut. Lob sei ihm stellt! immerdar! 6. Naht euch zu ihm, seine Kinder! Zittert nicht, Mel. Lobt Gott, ihr Christen ſeid ihr gleich Sünder, 410 Auf, Christen, ist Denkt den göttlichen Gedanken, fühlt die Wonne, ihm zu danken: groß und gnädig ist der Herr! 7. Hallelujah! Bringet Ehre, Preis und Ruhm, ihr Jubelchöre, jauchzt, Beseligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdensöhne, singet eure Jubeltöne; er, der Herr, beglückt uns gern! und Ehr' dem Herrscher aller Welt, dem Mächtigen, der Erd' und Meer und alle Himmel hält! In eigener Melodie. 409 N Gott mit Herz zen, Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden, der uns so väterlich von unsrer Kindheit an bis diesen Augenblick unzählig Gut's gethan! 2. Der ewigreiche Gott woll' uns, so lang' wir leben, ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad' erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort! 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und seinem heil'gen Geist! Er, der vom Himmelsthrone voll Liebe auf uns sieht, bleibt, wie er ewig war, unendlich 2. Frohlockt mit jubelreichem Schall Gott, unserm höchsten Gut, der große Wunder überall, auch an uns Menschen, thut! 3. Von unsrer zarten Kindheit an hat er uns unterstüßt, er, der allein uns helfen kann, und gern uns un danket Alle hilft und schützt. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir noch immer, was uns nährt, und unsern Seelen auch schon hier Zufriedenheit gewährt. 5. Er streut, auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, womit sein weiser Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er fordert uns zur Tugend auf, die hin zum Glück uns führt: er ist's, der unsern Lebenslauf mit weiser Hand regiert. 7. Er bleibt uns treu; sein Wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hält, kommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der, beßren Welt. 8. Singt, Christen, singt ihm Dankbarkeit.REZ ihm Preis und Dank für seine Gütigkeit! Einst wird fie euer Lobgesang noch mehr in Ewigkeit. 317 Müh' und Sorgen; sie entfloh'n, und jeden Morgen, wenn ich deine Sonne sah, waren neue Freuden da. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 411 hoher Liebe an den Herrn, und opfre Dank! Weih' ihm jeden deiner Triebe! Seele, Gott sei dein Gesang! Selig einst vor ihm zu werden, schuf er mich, und schon auf Erden seh' und fühl' ich's wonnevoll, was ich fünftig werden soll. Jeder Tag gebiert mir Freude, Freude jeder Augenblick; selbst die Schmerzen, die ich leide, werden Segen mir und Glück. Riefeln nicht im Pilgerlande Quellen auch im dürrsten Sande? Immer strahlt die Sonne nicht, aber auch die Nacht hat Licht. 3. Jedes Glück, das ich gewinne, wer gewährt mir's, Herr, als du? Strömen nicht durch alle Sinne Lust mir und Vergnügen zu? Ist's, o Gott, nicht deine Gabe, daß ich diese Sinne habe, und zum täglichen Genuß Nothdurft und oft Ueberfluß? 5. Ja, ich hab' aus deiner Fülle, was mein Herz nur Trank und Dach und Hülle, Schuß und Hülfe jeden Tag. Immer kam und kommt dein Segen unerwartet mir entgegen, und, wo mir ein Nebel droht, Rettung oder Trost in Noth. 6. Ruh' und Sicherheit im Lande, Ordnung und Geseß und Recht, diese starken, festen Bande für das menschliche Geschlecht, und des Umgangs süße Freuden, und der Freundschaft Trost im Leiden, Rath und Beistand hab' auch ich; Gott, wie preis ich würdig dich! 7. Dies gewährst du diesem Leben, dieser kurzen Uebungszeit. was wirst du, Herr, mir geben einst in jener Ewigkeit! Ewig selig dort zu werden, schufst du mich; und schon auf Erden seh' ich's, fühl' ich's wonnevoll, was ich künftig werden soll. Mel. Nun danket Alle Gott ( b) 4. wie viele frohe Tage 411) Der du von O flossen, weil mir nichts gebrach, ruhig hin und frei von Plage, frei von jedem Ungemach! Hatt' auch einer auf mit Huld und Vatergüte für mich, mein Gott, gesorgt, mit dankendem Ge müthe D3 Pflichten gegen Gott. 318 müthe denk' ich voll Rührung nach, was du an mir gethan, wie wenig ich verdient, wie schwach ich danken kann. 2. An treuer Aeltern Hand entfloh die erste Jugend; sie zeigten sorgsam mir den Weg zur wahren Tugend. Wann ihre Stimme schwieg, sprach guter Lehrer Mund, und machte redlich mir der Weisheit Schäße fund. 3. Wie weit wär' ich vielleicht vom Tugendpfad entfernet, hätt' ich durch ihren Rath nicht die Gefahr gelernet, zu der das Laster führt! Lob Gottes. Leicht werden wir ſein Raub; 412 V meln tönt dir, Mel. Mein Gott, das Herz on Himuns mache Leichtsinn nie für ihre Lehren taub! Herr, ein froher Lobgesang. Zu dir, Anbetungswürdiger, steig' auch der Menschen Dank! 4. Wie Manchem ward das Glück, das du mir gabst, entzogen; wie Mancher von der Luft der Sinnlichkeit betrogen, weil ungewarnt sein Fuß nicht jene Schlange mied, die unter Blumen lauscht, verletzt, eh' man sie sieht! 5. Was gut und edel ist, was dir gefällt, was nüßet, was auf der Lebensbahn uns vor dem Fall beschüßet, was Muth im Leiden gibt, vor guten Menschen ehrt, hast du mich, guter Gott, von Kindheit an gelehrt. quillt, mit falschem Trost nicht schmeichelt, die Jesu Geist und Sinn nachahmt und in sich nährt, haft du von Jugend auf mich, guter Gott, gelehrt. 7. Wie dank' ich würdig dir? Durch Thaten will ich danken. Und wollte ja mein Fuß vom Tugendwege wanken: o dann erinnre du mit deiner Gotteskraft, durch mein Gewissen, mich der schweren Rechenschaft. 6. Die achte Frömmigkeit, die nicht in Mienen heuchelt, die aus dem Herzen 2. Du brauchst zwar unsers Preises nicht, wirst durch ihn größer nie; doch bleibet stets dein Lob uns Pflicht, und, Gott, wie schön ist die! 3. Dich preisen, ist uns Seligkeit; dir danken, hohe Lust; schon hier fühlt, wer sich deiner freut, den Himmel in der Brust. 4. Wir stammeln zwar dein Lob hier nur, so heiß das Herz auch glüht; denn deinen Ruhm, Herr der Natur, erreicht kein sterblich Lied. 5. Doch Lob Gottes. 5. Doch du verschmähst das Opfer nicht, das dir die Andacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu dir, Erhabzer, schwingt. 6. So soll dein Lob denn allezeit in unserm Munde sein; slets unser Herz voll Dankbarkeit sich deiner Güte freun. 319 und dich, o Geist, deß Wunderkraft in Sündern neues Leben schafft! wir! Her: Gott, wir dan ken dir! Der Höchste ist von Ewiękeit! Er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preist, Gott, Vater, dich! dich Sohn! dich Geist! Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle singen ihm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der allgewalt'ge Gott! Weit, über alle Himmel weit, geht deine Macht und Herrlichkeit! Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schaar, der Lehre Jesu Märtyrer, fie preisen ewig dich, o Herr! Auch deine ganze Christenheit preist dich auf Erden weit und breit, dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn, Du Hohenpriester! du Prophet! du König, deß Reich nie vergeht! Du wardst ein Mensch, doch sündenrein, um uns von Sünden zu befrei'n. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. Zur Rechten Gottes sigest du; mit Macht und Güte herrschest du. O, der für uns geblutet hat, Das Te Deum. In tigener Melodie. 413) für err Gott, that, im Grabe läsfest du uns nicht; du kommst, du kommst und hältst Gericht! Ginst sei im Himmel ew'ges Heil mit allen Frommen unser Theil! Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist! Leit' uns durch unsre Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit! Die Erd' ist auch dein Heiligthum! Auch fie erfülle stets dein Ruhm! In dieser unsrer Pilgerschaft ist, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Es ist ein reines, helles Licht; wer ihm gehorcht, der fündigt nicht; und wer noch fällt und es bereut, der findet da Barmherzigkeit. Die Erd' erfüll', Herr, stets dein Ruhm, so wie des Himmels Heiligthum! Amen! In 4 320 Pflichten gegen Gott. In voriger Melodie. err Gott, ich loben wir! Herr Gott, wir danken dir! Dein Segen strömt durch deine Welt; du bist es, der auch uns erhält! Drum steig' im hohen Jubelton auch unser Lied zu deinem Thron! Unendlicher, wer ist, wie du? Uns rufen alle Himmel zu: Der uns erschuf, ist groß, an Macht und Weisheit groß, an Huld und Liebe groß, ist unermeßlich groß! 413( 5) Recht zurück. Das Felt belohnt durch dein Geheif des treuen Landmanns egen Fleiß; es blühet Kunf und Wissenschaft, und Alles, Herr, durch deine Kraft. Die Kronen sind in deiner Hand; den Weisen gibst du den Verstand, den Helden ihren Heldenmuth: und Alles, was du thust, ist gut. Durch dich erringt ein Volk den Sieg; durch dich entfleucht der wilde Krieg, und Friede führt uns Nuh' und Glück, die Ordnung und das In unserm Staube flehen wir voll froher Zuvericht zu dir, zu dir, der uns in Himmel hört, und liebreih unsre Freuden mehrt. Kein Wesen ist vor dir zu klein; du, willst sein milder Voter seyn. Von deines hohen Namens Ruhm erschall' auch jeßt dein Heiligthim! Wie wohl hast du an uns gethan! Nimm unsers Dankes Opfer an, und öffne deine Vaterhand auch ferner noch für unser Land! Laß jeden Stand gesegnet seyn, und fromm sich deines Segens freun! Dann tönt einst lauter noch als hier, Gott, unser Dank, hinauf zu dir! Amen! Wie groß war deine Herrlichkeit schon vor dem Anbeginn der Zeit! Doch wolltest du, und es geschah: zahllose Welten standen da, und jede trat die weite Bahn, auf deinen Wink, mit Freuden an. Nie hob ihr Gleichgewicht sich auf; noch immer lenkst du ihren Lauf; und froh ist Jeder, der es denkt: du bist's, der auch die Erde lenkt. Wie weise, groß und Mel. Mein ganzer Geist, Gott herrlich ist, Allherrscher, was 414 Gröne, feiernber dein Gesang, Anbetung Gott und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Menschen Loblied gern, obgleich die Engel ihm, dem Herrn, in höhern Psalmen singen. Darum hat er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch mich gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herr Lob Gottes. 321 Herrlichkeit! Er sprach zu Güte wird die Werke seiner seinen Himmeln: Seid! Stärke stets erhalten; schüzund zu dem Erdkreis: zend über mir auch walten. Werde: Da starden sie voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie er's ausrief, da begonnen tausend Sonnen und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 6. So hat der Herr an mich gedacht! So sorgt für mich die Huld und Macht, die mich so hoch erhoben! D strömt aus meiner vollen Brust, strömt hin, Empfindungen der Lust, den Gütigen zu loben! Schöpfer! Vater! dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele! 3. Er hat der Sonnen hohes Zelt, die Himmel, über diese Welt für mich auch ausgebreitet; hat seiner Erde Lustgefild für mich auch lieIn eigener Melodie. bevoll und mild bepflanzet 415 Lobet den Herren und bereitet. Lachen mir nicht alle Wälder, alle Felder froh entgegen, reich für mich von seinem Segen? den mächtigen König der Ehren! Laßt uns den Weltenbeherrscher in Demuth verehren! Tretet heran; stimmet ein Freudenlied an, des Höchsten Lob zu vermehren! 4. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Gebirg? Wem tönt und schwebt der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf seinen grünen Triften? Quellen rieseln, Winde wehen, Flüss' und Seeen werden Meere mir zum Segen, ihm zum Ehre. 5. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmükken. Noch strömt ihr Freudenquell für mich; noch ist sie schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Seine 2. Lobet den Herren, der Alles auf's Beste regieret, der uns mit Weisheit und Güte bis hieher geführet, der uns erhält in der gefährlichen Welt, daß man sein Vaterherz spüret! 3. Lobet den Herren, der unserer Seelen gedenket, geistlichen Segen in himmlischen Gütern uns schenket, der das Gemüth tröstet und himmelwärts zieht, wann zeitlich Trübsal es kränket! 4. Lobet den Herren, der große Barmherzigkeit übet, der, wann wir Menschen 05 mit 322 Pflichten gegen Gott. mit Sünden ihn häufig be- mein Gemüthe mit seinem trübet, noch mit Geduld göttlicher Gnade und Huld uns trägt und Sünden vergiebet! reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Lobet den Herren, der Nahrung dem Leibe bescheret, der uns Gesundheit und Freude und Hülfe gewähret! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott das Leid in Freude verkehret! 2. Gs danket dir des Himmels Heer, Beherrscher aller Thronen; und die, die in der Luft, im Meer und auf der Erde wohnen, die alle preisen deine Macht, die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist Alles recht, ist Alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: Ach Gott, vernimm mein Weinen! Da half mein Helfer; da ließ Gott mir Heil und Trost erscheinen. Drum dank' ich, Gott, drum dank' ich dir! Ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und niemals nicht von seinem Volk geschieden; er, er ist seine Zuversicht, sein Segen, Heil und Frieden. Mit seiMel. Allein Gott in der Höh' 416 Qob, Ghr und ner Allmacht leitet er, der Preis dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der so viel Wunder thut, dem Gott, der Herr, durch's Feuer und durch's Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Menschenkraft nicht 6. Lobet den Herren, der unser Thun sichtbar gesegnet! Ströme des Guten hat auf uns sein Wohlthun geregnet. Denket daran, was der Allmächtige kann, wie er uns huldreich begegnet! 7. Lobet den Herren, der, wenn wir als Christen einst sterben, uns auch im Tode nicht lässet vergeh'n und verderben, und nach dem Tod uns liebt und segnet als Gott, ewige Freuden läßt erben! 8. Lobet den Herren und seinen hochheiligen Namen! Lobt ihn mit Allen, die von ihm das Leben bekamen! Nahe und fern frohlocket Alle dem Herrn; lobt ihn, in Ewigkeit! Amen! Lob Gottes. nicht helfen kann, kein Retter uns sich zeiget, nimmt Gott sich unser mächtig an, der Allerbarmer neiget zu unserm Angstgebet sein Ohr; sein starker Arm hält uns empor. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren; einst sollen meinen Lobgesang auch dei ne Himmel hören! Mein Geist, o Gott, erhebe dich; mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! Der Sünde Gözen macht zu Spott! Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. Kommt, kommet vor sein Angesicht, ihm Dank und Preis zu bringen! Bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat Alles wohl bedacht und Alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! In eigener Melodie. 417 Preis und Anbe323 und alle Himmel gehet seine Gnad' und Güte. Laßt uns mit Danken vor sein Antlig kommen, und unserm Gotte mit Psalmen jauchzen. Gotte! Denn er ist sehr freundlich; weit über Erd' 2. Väterlich liebt er uns, seine Kinder; singt zu seinem Preise! Ein Loblied ihm sei unser ganzes Leben! Ihn, ihn laßt und lieben, der vor der Welt Beginn uns schon geliebt hat! Wer wollte Gott nicht von Herzen lieben? 3. 3war kann der Mensch nicht ihn würdig preisen; doch mit Wohlgefallen vernimmt er hoch herab von seinem Himmel unser frohes Danklied, und geußt der Freuden viel in unsre Seele, wenn wir ihm danken, dem Gnadenvollen. 4. Schon hier auf Erden quillt Freud' und Leben uns aus seiner Gnade. Doch größre Seligkeit ist dort bereitet denen, die ihn lieben, wenn sie dereinst, erneut zu seinem Bilde, verklärt und heilig, vom Tod erwacht sind. 5. Laß unsers Gottes uns ewig freuen! Hallelujah! Amen! O welche Seligkeit ist's, sein sich freuen; hier und einst im Himmel ihm ganz sich heiDenn ewig liebt er uns, seine Kinder. 6 Mel. 324 Pflichten gegen Gott. Mel. Jesu, meines Lebens ( chöpfer der er schaffnen Heere, freudig rühm' ich deine Macht, daß du mich zu deiner Ehre hast an's Licht der Welt gebracht! Sinne, Leib und Seel' und Leben hat mir deine Huld gegeben. Großer Schöpfer, nimm dafür ewig Dank und Lob 418 von mir! 2. Wunderbar bin ich bereitet, und mit Kräften ausgeziert; wunderbar ward ich geleitet, meinem Glücke zugeführt. Für die treue Vaterpflege, für die Güte deiner Wege, wunderbarer Gott, sei dir ewig Dank und Lob von mir! Herz befleckt: o dann ließest du mich finden Gnade, die zur Buße weckt. Mit unendlichem Erbarmen überströmtest du mich Armen. Nimm, Barmherziger, dafür reinen Herzensdank von mir! 6. O was bin ich Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst, und damit ich heilig werde, mich so treulich zu dir lenkst; daß so viele deiner Gaben mich an jedem Tage laben? Dir, du ew'ge Liebe, dir opf're ich heißen Dank dafür! 7. Treu' im Glauben laß mich enden, Vater, meinen Lebenslauf! Führ', o führ' an deinen Händen mich zum hohen Ziel hinauf! Mit des Himmels Erstgebornen, mit des Mittlers Auserkohrnen jauchz' ich dann einst, Höchster, dir ewig, ewig Dank dafür. 3. Weislich hast du Ort und Zeiten für mein Daseyn auserwählt. Hat mir's an Gelegenheiten, fromm zu werden, je gefehlt? Nie mals hast du mein vergessen, immer Heil mir zugemessen, Mel. Wer nur den lieben Gott Weiser Gott, ich bringe dir 419 könn ich dich, ewig und mein Gott, 4. Herr, du zähltest meine Thränen; eh' ich weinte, sahst du sie. Liebreich merktest du mein Sehnen unter dieses Lebens Müh'; und an jedem Leidenstage lindertest du meine Plage. Nimm, o Vater, nimm dafür ewig frohen Dank von mir! 5. Hatt' ich, Heiligster, mit Sünden mein verführtes recht preisen, wie du des Preises würdig bist! Könnt' ich dir ganz den Dank beweisen, den dies mein Herz dir schuldig ist, dies Herz, das deiner Gütigkeit sich täglich mit Entzücken freut! 2. Wer überströmet mich mit Segen? Wer theilt mit mir, was mir gebricht? Wer schüßet mich auf meinen Lob Gottes. nen Wegen? Wer schenkt dem Geiste Trost und Licht? Wer gibt zu meinem Thun Gedeih'n? Allgütiger, du bist's allein. 3. 3u zählen sind sie nicht, mein Vater, die Werke deiner Segenshand. Du warst schon meines Wohls Berather, eh' mein Bedürfniß ich empfand. Noch eh' ich war, da maßest du mir schon mein Schicksal liebreich zu. 4. Du stärkst mir das geschenkte Leben, und läsfest es In voriger Melodie. nie freudenleer; zum höhern 420 Gott, den alle Wesen ehren, Glück mich zu erheben, schickst du auch manche Trübsal her; doch stehst du auch mit Kraft mir bei, daß ich, o Herr, nicht muthlos sei. von dir kommt aller Welten Pracht. Was wir empfinden, seh'n und hören, hat deine Huld hervorgebracht. Herr, deiner hohen Weisheit Licht erforscht der größte Weise nicht. 5. Schon oft hat dies in meinen Tagen zu Freudenthränen mich gerührt, wie du mich unter manchen Plagen, zwar dunkel oft, doch gut geführt. In wie viel drohender Gefahr halsst du mir treu und wunderbar! 325 Dank und Ehre bringen, so lange sich mein Herz bewegt: und wird mein Mund einst kraftlos seyn; so stimm' ich noch mit Seufzen ein. 8. Nur Dank und Lob kann ich dir geben; nimm es, mein Gott, mit Gnaden an, bis ich in jenem bessern Leben dich würdiger erheben kann! Da steigt in sel'ger Geister Chor mein Lobgesang zu dir empor. 6. Wie sollt' ich denn nicht, voller Freuden, beständig deinen Ruhm erhöh'n? Wie sollt' ich, auch im tiefsten Leiden, nicht freudig trauend auf dich seh'n? Ja, tritt die größte Noth auch ein, wirst du doch, Gott, mein Helfer seyn. 7. Von deiner Güte will ich singen, so lange sich die Zunge regt; dir will ich 2. Du bist's, der die Geschöpfe weidet, und ihnen Lust und Wohlseyn schenkt; du bist es, der die Erde kleidet und sie mit Thau und Regen kränkt; du bist's, Erhabner, dessen Kraft dem Frühling seine Anmuth schafft: 3. Daß Fluren, Gärten sich verjüngen, und Alles neues Leben fühlt; daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld in tausend Farben spielt. Der Blume Wohlgeruch und Pracht verkündigt, Schöpfer, deine Macht. 4. Du gabst, o Urquell alles 326 Pflichten gegen Gott. alles Lichtes, der Sonne Gottes milde Gabe; Nichts Wärme, gabst ihr Schein; ist mein Gigenthum! Für du bist der Schöpfer des Gesichtes, und willst auch dadurch uns erfreu'n, daß uns die Schönheit deiner Welt hellstrahlend in die Augen fällt. das, was ich besize, wodurch ich Andern nüße, gebührt, Herr, dir, nicht mir der Ruhm! 5. Was lehrt das Licht von tausend Sternen, der Welten Abglanz in der Nacht? Erkennen soll ich, fühlen lernen die Größe deiner Schöpfermacht. Weit, über meine Fassung weit, geht, Schöpfer, deine Herrlichkeit. 6. So oft ich sie bewundernd sehe, führ' mich ihr Anblick, Gott, auf dich; und wo ich steh' und wo ich gehe, erfülle heil'ge Ehrfurcht mich vor dir, der du stets um mich bist und meines Herzens Tiefe siehst. 7. O laß mich stets mit frommen Blicken die Wunder deiner Werke seh'n! Laß mich mit dankendem Entzücken dich, ihren Schöpfer, gern erhöh'n, mich deiner schönen Schöpfung freu'n, dir meines Herzens Andacht weih'n! Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. In allen meinen Thaten 421 W as ich nur Gutes habe, ist 2. Mit insicht und mit Kräften zu des Berufs Geschäften beschenkt mich deine Huld. Durch dich allein gerathen mir meine guten Thaten; an Fehlern bin allein ich Schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, schaffst du nach deiner Treue, du Herr der ganzen Welt! Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie deiner Weisheit es gefällt. 4. Sollt' ich mich nun erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wider= fährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen werth? 5. Nein, ich bin zu geringe. der Huld, die ich besinge, und werd' es ewig seyn, Dies will ich nie vergessen. so werd' ich nicht vermessen durch Stolz und Hochmuth mich entweih'n. 6. Das weislich anzuwenden, was du mit Vaterhänden mir gütig zugewandt: dies sei in diesem Leben mein eifrigstes Bestreben! Dazu gib Demuth und Verstand! In Selbsterkenntniß und Demuth. 327 In eigener Melodie. ihn redlich mir gestehn, und 422 Wie leicht ver voll Vertraun zu dir um Hülfe fleh'n! kenn' ich meines Herzens Schwäche, wenn ich zu viel mir von mir selbst verspreche, und dann aus Wahn, aus Stolz und Eigensinn nicht sehen will, wie klein, wie schwach ich bin! 2. Gib, Gott, daß ich mir keine Nachsicht gönne, daß ich mich selbst und meine Fehler kenne, auch je den Trieb, der sich in mir empört, zum Bösen reizt und meine Ruhe stört! 7. Wenn ich mich meines Sinns und Wandels freue, und doch nicht ganz mich wahrer Tugend weihe: so gib, daß ich, von Eigendünfel frei, fie recht zu würdigen, stets sorgsam sei! 8. Wie manche That entspringt aus niedrem Triebe, aus Eigennuß und nicht aus Menschenliebe! Wie manche That gewinnt den Ruhm der Welt, die doch nicht dir, Allsehender, gefällt! 3. Entdecke mir der Tugend wahre Größe und jedes Lasters Niedrigkeit und Blöße, daß nie sein Reiz mich blendet und verführt, daß immer nur der Tugend Werth mich rührt. 4. Nie laß, o Herr, mich selbst die kleinsten Sünden entschuldigen und unerheblich finden! Gib, daß ich sie voll tiefer Scham bereu', und ernstlich auch den kleinsten Fehler scheu'! 5. Wenn mein Gemüth der Wahrheit Weg verfehlet, gern gut seyn will, und doch Mel. In allen meinen Thaten das Bose wählet, leichtsinnig 423 Gib, Gott, wenn ich dir diene, ist und nicht sieht: so gib' ihm Licht, daß es den Irrthum flieht! 6. Verhehl' ich mir beim Heiligungsgeschäfte aus stolzem Wahn den Mangel meiner Kräfte: so lehre mich, 9. Du ließest mich von jeder meiner Pflichten und ihrem Werth schon frühe unterrichten; sie sind mein Glück, befördern stets mein Wohl: und doch thu' ich nicht immer, was ich soll. 10. O lehre mich, wie oft, wie schnell ich fehle, wie gern ich noch mich vor mir selbst verhehle, und führe du. zu meinem wahren Glück, mich in mich selbst und in mein Herz zurück! daß ich mich nie erfühne; darüber stolz zu seyn! Wer kann bei seinen Werken, wie oft er fehlet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 2. Such' ich stets deinen Wil 328 Pflichten gegen Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? Trag' ich der Tugend Bürde, aus Kenntniß ihrer Würde, auch immer mit Zufriedenheit? 3. Entzieh' ich mich den Sünden auch stets aus rechten Gründen? aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die 424 gibt, von dem Mel. O Gott, du frommer err, der du Alles guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. ich Alles habe, was ist mein Stand, mein Glück und jede gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist ein unverdientes Gut, darum bewahre mich vor Stolz und Uebermuth! 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Nächster nüße, und wenn ich mehr Verstand, als er besigt, besize: bin ich d'rum mehr als er? Onein! Wer schenkte mir Verstand und Tüchtigkeit? Ach, Alles kommt von dir. 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meiner Tugend, o Herr, gedenke nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie sie's verdienen, rechten, so trifft sie alle dein Gericht. 5. Doch wenn auch, dir zur Ehre, rein meine Tugend wäre; weß ist dies Eigenthum? Wer ließ mich unter richten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich seh'n und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben, und dein Gebot zu üben, die Lust und Freudigfeit? Wer stärkte meine Kräfte im Heiligungsgeschäfte? Wer gab mir Muth und Kraft im Streit? uns selbst. 8. Sollt' ich mich deß erheben, was du mir, Herr, gegeben? Hab' ich zum Stolz ein Recht? Könnt' ich auch Alles üben, was du mir vorgeschrieben, wer bin ich? Ein unnüßer Knecht! 7. Du schaffst, daß ich dich wähle; du rufst mich, wann ich fehle, auf rechten Weg zurück; du ziehst mich ab von Sünden, und läßt mich Gnade finden, und gibst zu meiner Beßrung Glück. 3. Wenn mir ein größer Glück nach deinem Rath begegnet und deine Gütigkeit mich mehr, als Andre, segnet, gibt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? Bin ich darum nicht auch, was Andre sind, dein Knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß in hohen Würden stehe, und Andre unter mir in kleinerm Glücke sehe; wer machte sie gering, und wer erhöhte mich? Ist nicht mein Selbsterkenntniß mein Nächster oft viel würdiger, als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten überheben? Was ich besig', ist dein. Du sprichst: so bin ich Leben; du sprichst: so bin ich Nichts. Von dir kommt das Gedeihn. Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth seyn! Mel. Wer nur den lieben Gott 425 W er bin ich? Welche wicht'ge Frage! Gott, lehre sie mich recht versteh'n! Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich, so wie ich bin, zu sehn! Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, geschaffen, Gott, zu deinem Preis. Mein Leben nüßlich anzuwenden, will mein Beruf und dein Geheiß. Doch leb' ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß? doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzuseh'n, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh', und ob ich auch im Glauben steh'! und Demuth. 329 4. Du kennest meines Herzens Tiefen, die mir selbst unergründlich sind; drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Christo gleich gesinnt? Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann! 5. Wer Alles weiß, und doch verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt, wie will der für sein Bestes sorgen? Was ist, das den zur Beßrung treibt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand, drum mache mich mit mir bekannt! 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir! Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet; so gib, daß ich ihn nicht verlier'! Erleuchte mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Stege, der mich zum ew'gen Leben führt; so bringe mich zurück vom Wege, der in's Verderben sich verliert! Gib mir zur Beßrung Lust und Kraft; du bist's, der beides in mir schafft! 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan. Olaß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel klug und frei von Wahn und Selbstbetrug! Selbst 330 Pflichten gegen uns selbst. Selbstliebe. Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergångMel. O Gott, du frommer Gott lich Gut ist's, was uns selig 426 Dein Wille ist's, ich macht. D 6. Ein Gott ergebnes soll mich selber lieben. Herz, ein unverletzt Gewislaß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schränke selbst den Trieb: froh und beglückt zu seyn, den du mir eingepflanzt, in heil'ge Gränzen ein! sen, nur das kann mir allein des Lebens Last versüßen; das bleibt mir auch im Tod, und folgt mir aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in Allem ich dein Auge findlich scheue! Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Chrift, was wider Gottesfurcht und Menschenliebe ist. 3. Kein schnöder Eigennuß beherrsche meine Seele! Und wann zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schau'n, auch nie mein Wohlergehn auf Andrer Elend bau'n! 7. O selig, wer darnach mit heil'gem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beifall achtet! Der liebt allein sich recht; der findet in der Zeit schon wahre Ruh' und einst vollfommne Seligkeit! 8. Dies sei auch mir mein Ziel! O laß es mir gelingen, des Herzens wahres Glück nach Wunsche zu erringen! Laß mich verachten, Herr, die Eitelkeit der Welt, gib, daß ich so mich lieb', wie dir es wohlgefällt! 4. Der Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Sorge für die Seele. Mel. Kommt her zu mir Wer Unrecht liebt und thut, 427) He err, meiner Seele grohat deinen Beifall nicht. Nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht! 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer! Der Erde Reiz entflieht ja doch im Tod auf immer. Was hilft uns kurze ßen Werth, den mir Bernunft und Schrift erklärt, laß mich mit Ernst bedenken und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich soll, den größten Eifer lenken! 2. Wie Sorge für die Seele. 2. Wie huldreich hast du uns bedacht; wie viel hat deine weise Macht schon hier an uns gewendet! Du schufft uns, Gott, dein Bild zu seyn, und hast, in uns es zu erneu'n, selbst deinen Sohn gesendet. 331 in dir, Gott, ruhig leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben! 7. Wie werd' ich dann so selig seyn! Schon hier werd' ich mich deiner freu'n, Mel. Es ist das Heil uns 3. 3u groß für diese kurze 427 Seele SeZeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, genieß ich dieses Leben, durch Glauben und durch Frömmigkeit zu höherer Vollkommenheit dereinst mich zu erheben. 4. Mit großer Treue willst du mich auf diesem Pfade väterlich zu jenem Ziele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Baterhuld mir zugedacht, verlieren! 5. Mit dir, o Gott, vereint zu seyn, mich ewig deiner Huld zu freu'n und dich zum Trost zu wählen: das sei mein Ziel und mein Bemüh'n! Laß mich den rechten Weg dahin aus Leichtsinn nicht verfehlen! 6. Wer böse ist, bleibt. nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Unrecht fliehet, das auch die kleinste Schuld bereut, mit Vorsatz keine Pflicht entweiht, für Alles Gute glühet! Dach meiner ligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen! Sollt' ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd' ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst, wann die letzten Stunden nah'n, erst, wann wir sterben sollen, zu dir sich wenden, und die Bahn der Sünde meiden wollen: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht durch Jesum Christum zeiget. 3. Du rufest uns zur Heiligung; drum soll schon hier auf Erden mir meines Herzens Besserung die höchste Sorge werden. Gib mir das zu nur Lust und Trieb; Nichts sei zu groß mir und zu lieb, der Tugend es zu opfern! 4. Gewänn' ich auch die ganze Welt mit Allem, was den Sinnen und meinen Lüsten wohlgefällt, was würd' ich dann gewinnen? Was hülfen Glück und Schäße mir, was Macht und Glanz, wenn 332 Pflichten gegen uns selbst. wenn ich dafür mein ewig gelingt mir mein Bemüh'n? Heil verscherzte? Gefahr nehm' ich hier bei Gefahr, ein Netze bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! Ich Schwacher, wie entrinn' ich hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Laster künstlich ein, preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Du, Jesu, mußt das Beste thun! Mein Hoffen soll auf dir beruh'n. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein! Du wollest Stärke mir verleih'n, daß ich unüberwindlich treu, o Herr, 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tod noch geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; nur Got tes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden. 6. Herr, laß nach diesem Kleinod mich vor allen Dingen trachten; mich immer, Heiligster, auf dich, auf Recht und Tugend achten! Daß ich auf deinen Wegen geh', und im Gericht vor dir besteh', sei meine größte Sorge! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 428 Prüfungszeit. Hier sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Irrthum leicht berückt, das schwache Herz sich bald verstrickt, die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch böses Beispiel oft verführt. 2. Oft nehmen Laster überhand und strömen über's ganze Land. Drum hüte dich! Das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Christ, sei zum Kampfe stets bereit, und flieh' den Schlaf der Sicherheit. ier ist noch unsre in jeder Prüfung sei! 3. Mein Vorsatz ist: Ich will ihn fliehn! Doch, wie 6. Der Sündendienst scheint zu erfreu'n, und endigt sich in Schmach und Pein. Drum steh' dein guter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sei. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh'! 7. 3war ist mein Glaub' oft klein; doch du, du starker Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz sich fest bis in den Tod. 8. Wenn schon die Trübfal Sorge für die Seele. sal auf mich dringt, und sem Licht sich anvertrau'n. Angst mich überall umringt, bleib' ich doch stets in deiner Hand, und halt' in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein, nun muß mir Alles heilsam seyn. 9. Mit dir, o Herr, kann ich besteh'n, sollt' auch der Weltkreis untergeh'n. Es fürchte sich der Heuchelchrift, und wer ein Sklav' der Laster ist. Ich will nicht zagen. In's Gericht kommt, Herr, wer an dich glaubet, nicht. 10. Dir, Höchster, will ich stets vertrau'n, stets freudig hoffend auf dich schau'n. Bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, den Sieger Preis und Ehre krönt, steh', Herr, in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei! 333 Denn die folgsam darauf schau'n, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu seyn; sich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünkel scheu'n; oft auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben, und doch nie sich stolz erheben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertrau'n; so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schau'n, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer fich bemüht, ſeinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Neu' das Mel. Freu' dich sehr, o meine 429 Lehre mich, Herr, Herz beschwert; fern sich recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sei; meinen Fleiß darauf zu lenken, steh' mir selbst mit Gnade bei! Denn was eitler Wahn der Welt oft für hohe Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen und kann nicht vor dir bestehen. halten von den Freuden, die der Sündendienst ge= währt; eitlen Ruhm, der bald verblüht, Lust, die im Genuß noch flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten; nein, nach bessern Gütern trachten. 2. Weisheit ist's, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht die6. Weisheit ist es, Gotz tes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück ents gegen gehn; gern auch Gottes Willen thun; froh in seiner Pflichten gegen uns selbst. 334 ner Fügung ruhn, und, wann Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß, was irdisch ist, vergeht; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo das Ziel des Glaubens steht; seine Blicke unverwandt nach dem ew'gen Vaterland rich ten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil. Die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott! verleihe sie auch mir; laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten. 4. Wache! Denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schädlich ist, muthig zu bestreiten. Gott läßt zu, daß auch du, wenn du sorglos wallest, in Versuchung fallest. 5. Wache, daß die Macht der Welt nicht dein Herz verfehre; nicht, wenn sie sich freundlich stellt, dich durch List bethöre. Wach' und sieh', daß dich nie die Verführer fällen, die dir Nege stellen. 6. Wach' und hab' auf dich wohl Acht, daß dich nicht die Sünde, wenn zu ihr die Lust erwacht, schimpflich überwinache dich, mein de. Sie betrügt und besiegt leicht den, der sich heuchelt, fest zu stehn sich schmeichelt. 7. Bete aber auch dabei, bete bei dem Wachen; das wird dich von Trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Festigkeit dir, durch seine Gnade, auf dem rechten Pfade. In eigener Melodie. 430 Meit, bereit; den Prüfungen von Gottes Hand noch betreffen werden. Der fällt leicht, dem es däucht, daß er sicher stehe auf der Tugend Höhe. wache, bet' und flehe, daß auch in der bösen Zeit fest dein Glaube stehe. Sicher ist nie der Christ; Gott läßt auch die Frommen in Versuchung kommen. 2. Sage nicht: Ich habe Zeit; jetzt noch darf ich schlafen. Denk' an Tod und Ewigkeit, an der Sünde Strafen; sieh' der Tod, der dir droht, kann dich leicht in Sünden unbereitet finden. 3. Wache! dir ist unbekannt, ob dich nicht auf Er8: Drum so will ich immerdar wachen, beten, flehen, um in jeglicher Gefahr glorreich zu bestehen! Kurze Zeit währt der Streit, und dann wird zum Lohne mir die Siegeskrone. Mel. Sorge für die Seele. 335 Mel. Zeuch' ein zu deinen Thoren bestehen, er sei mir noch 431( a) mich selbst so schwer. Du unterstüßeſt mich, mich selber zu bekämpfen, der Lüfte Macht zu dämpfen; ich siege, Gott, durch dich! muß ich bezwingen, um dir, Gott, treu zu seyn; das Gute zu vollbringen, die Sündenlust zu scheu'n, muß ich mit. edlem Muth mich auf den Kampfplaß wagen, mir manchen Wunsch versagen und jedes falsche Gut. 2. Ich soll kein Uebel fliehen, wenn mir die Pflicht gebeut, mich ihm zu unterziehen; soll mit Entschlosfenheit da, wo Gefahren sind, auch die Gefahr nicht scheuen, um mich des Lohns zu freuen, den Kampf und Sieg gewinnt. 3. Wer gibt mir zum Geschäfte der Selbstbeherrschung Kraft? Wie schwach sind meine Kräfte! Wie stark die Leidenschaft! Du, Vater, kannst allein zu meinem treuen Streben mir Muth und Stärke geben, und mir den Sieg verleih'n! 4. Auf jeden meiner Triebe, laß, Herr, mich achtsam seyn; laß mich die Eigenliebe und jeden Dünkel scheu'n. Will Wollust, Zorn und Geiz mein schwaches Herz berücken, hilf mir sie unterdrücken, besiegen ihren Reiz! Mel. Alle Menschen müssen ( b) Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Jeder Fußtritt, den ich thue, bringet mich dem Land der Ruhe näher, immer näher zu. Wort, wie hoch erfreuest du! 2. Haltet's fest, ihr theuren Brüder, haltet's fest, dies werthe Wort! Nichts schlag' eure Hoffnung nieder! Wallet immer muthig fort! Muthig blicket hin zum Ziele; Viele schon ergriffen's, Viele! Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreifen's auch gewiß. 3. Nur, wie fromme Pilger müssen, bleibet wacker, seyd nie laß! Stets des hohen Zwecks beflissen, wacht und kämpft ohn' Unterlaß! Feinde steh'n an euren Wes gen; Stürme toben euch entgegen; Nebel, Klüfte, Felfen droh'n; faßt nur Muth: groß ist der Lohn. 4310) 5uf dich nur will ich sehen; gestärkt durch dich, 4. Was kein Auge je gez o Herr, den Streit mit mir sehen was kein Ohr gehöret hat Pflichten gegen uns selbst. 336 hat, was kein Herz hier zu erflehen je sich unterwunden hat, das, das hat Gott dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet. Drum verlaßt nicht eure Bahn; Jesus selbst ging euch voran. 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer! Schon seh' ich des Zieles Schimmer. Wenig, wenig Schritte noch, und getragen ist das Joch. 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit ſeinen Leib beschwert? Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlseyn stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: Du Mel. Wer nur den lieben Gott 432 Des Leibes war- selbst bist Störer deiner Ruh'; du zogst dir selbst dein Uebel zu! ten und ihn nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht. Muthwillig seinen Bau versehren, verbietet mir dein Unterricht. Oftel mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei! 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam seyn! Drückt mich die Laft der Krankheit nieder; so flöße selbst Geduld mir ein! Gib heitern Muth und dann verleih', daß auch des Arztes Rath gedeih'! 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt; nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gesetz mir anbefiehlt! Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge seyn! 8. Mein Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. beschüßen, gibst du mit milder Vaterhand die Mittel, die dazu uns nüßen, und zum Gebrauch gibst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein: wie sollte sie denn mir es seyn? 2. Sollt' ich mit Vorsatz das verlegen, was deine Hand mir anvertraut? Sollt' ich gering ein Kunstwerk schätzen, das du, o Schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein. Sollt' ich denn sein Zerstörer seyn? 3. Ihn zu erhalten, zu Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 337 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei meiner Seele Wohl geweiht, daß sie zum Himmel weise werde und reife zur Vollkommenheit! Dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb' und sterb' ich dir zum Preis. Mel. Wer nur den lieben Gott 433( a) er Wollust Reiz zu widerstreben, laß, Höchster, meine Weisheit seyn! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh' ich demuthsvoll zu dir: o schaff' ein reines Herz in mir! zu dem er lebt, wenn er nach niedern Lüsten strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Spott; sie sind vor dem Gewissen Schande, und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nicht von dir, o Gott, geliebt. 6. Den übergibst du dem Verderben schon hier, der seinen Leib entweiht; und nie wird deinen Himmel erben, wer sich unreiner Lüste freut. Ach, laß mich ihre Reizung fliehn, und keusch zu seyn mich stets bemühn! 7. Gib, daß ich allen bösen Lüsten mit Muth und Nachdruck widersteh', und stets, dawider mich zu rüsten, auf dich, Allgegenwärt'ger, seh! Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Missethat. 2. Die Wollust kürzet unfre Tage, sie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte die ser Leidenschaft. Der haßt sich selbst, der Wollust liebt, und sich in ihre Fesseln gibt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke; schwächt den Verstand, der Seele 433) Licht; erstickt den Gifer edler Werke, den Ernst, die Lust zu jeder Pflicht; führt Reue und Gewissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde noch tiefer, als zum Thier, herab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, In voriger Melodie. ei, aller Wollust Reiz zu wehren, o Mensch, ein Freund der Nüchternheit! Laß Speis' und Trank dich nie beschweren und steure deiner Sinnlichkeit! Sei deiner Schwachheit dir bewußt, und meid' oft selbst erlaubte Lust! 2. Um rohe Triebe zu verhüten, sei schamhaft ge= P gen 338 Pflichten gegen uns selbst. pre gen deinen Leib; laß nicht That vollbringen? Sft, dein Auge dir gebieten? der's nicht thut, schon tuflieh' eitlen Scherz und Zeit- gendhaft? Nein, auch den vertreib! des frechen Witz- Trieb soll ich bezwingen, lings freier Scherz ernie- den Hang und Wunsch der drigt und verdirbt das Herz. Leidenschaft! Nicht unser 3. Entzieh' der Wollust Wandel nur soll rein, auch ihre Kräfte durch Fleiß unsre Seele soll es seyn. und edle Thätigkeit! Der Keuschheit Schußwehr sind Geschäfte; die Trägheit nährt die Sinnlichkeit. Bei Spielsucht und bei Müßig gang besiegt uns jeder böse Hang. 8. Die Lüste sind es, die uns schänden, und sie verlegen unsre Pflicht, auch ohne daß wir sie vollenden. Drum rühme dich der Keuschheit nicht, so lange nicht dein guter Geist der Lüste Herrschaft dich entreißt. 4. Willst du den Trieb der Wollust dämpfen, eh er die Freiheit dir verwehrt, mußt du ihn ungesäumt bekämpfen, sobald er sich in dir empört! Hast du ihn nicht schon früh erstickt, leicht wird er dann nicht unterdrückt. 9. Denk' oft den mächtigen Gedanken: Die Unschuld ist der Seele Glück, und werfe, fängst du an zu wanken, auf Gott und Zukunft deinen Blick! Dir gibt dein ganzer Lebenslauf sie nicht zurück! gibst du sie auf. 10. Drum fliehe vor der Wollust Pfade, und lockt dich schmeichelnd ihre Bahn, so rufe brünstig Gott um Gnade und Weisheit in Versuchung an. Erzittre vor dem ersten Fall; du fällst gewiß mehr, als Einmal. 5. Oft täuschen dich des Lasters Triebe, und du erblickst nicht die Gefahr; oft wird zu unerlaubter Liebe, was Anfangs nichts als Freundschaft war. Ein langer Umgang macht dich dreist, und du vergißt, was Unschuld heißt. 6. Dein fühlend Herz wird sich's verzeihen, daß es des Lasters Triebe nährt; 433) ( c) es wird nur ihren Ausbruch scheuen, weil dieser vor der Welt entehrt; wird kleine Fehler übersehn, und so zu größern übergehn. 7. Ist's Sünde nur, die Mel. Werde munter, mein tandhaft ſet, o Gott, mein Wille, züchtig stets und keusch zu seyn; in der Unschuld heitern Stille deiner Gnade mich zu freun! keine Freude dieser Welt, wenn Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 339 wenn sie noch so sehr gefällt, laß mich wider mein Gewissen, wünschen, suchen und genießen! Heil und Segen; himmlische Zufriedenheit leitet auf der Unschuld Wegen mich zu größrer Seligkeit. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell und sie können fest vertrauen, Gottes Antlig einst zu schauen. 2. Weiß ich doch, daß deine Güte, die so reich und freundlich ist, niemals Etwas uns verbiete, was das Leben uns versüßt. Uns zum Besten nur gebeut dein Gesetz und Ordnung im Genusſe, Mä- 434 Was ist mein Mel. In allen meinen Thaten ßigung im Ueberflusse. zeitlich Le ben, das du mir, Gott, gegeben? Ein unschäßbares Gut. Du gabst mir's, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet; dort, wenn sie wohl gedeihet, wird reich die Aernte seyn. Je länger ich hier lebe, und gut zu handeln strebe, je größer wird mein Glück dort seyn. 3. Sollt' ich dies Glück mir rauben? O Herr, laß mir im Glauben der fünft'gen Aerntezeit, mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, wie mir's dein heilig Wort gebeut! 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, riefst mich ins Leben, dir soll ich's wieder geben, wenn du gebeutst, doch früher nicht. 5. Was leicht in Krankheit stürzet, das Leben leicht P2 ver= 3. Unsre Kindheit, unsre Jugend, unser Alter darf sich freun. Auch die Freude, Gott, ist Tugend, aber heilig muß sie seyn; nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüste soll ich scheuen, und die Seele nie entweihen. 4. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer keuschen Brust toben nie der Reue Schmerzen, wohnet Ruh' und wahre Lust. Unbeherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit; sie vergiftet alle Freuden und verwandelt sie in Leiden. 5. O so will ich ernstlich streben, reines Herzens stets zu seyn; keusch und züchtig will ich leben, jeden Reiz der Lüste scheun. Keine Lo= ckung täusche mich, und mein Herz ergebe sich keiner schändlichen Begierde! Reinigkeit sei meine Zierde!. 6. Dann umgibt mich 340 Pflichten gegen uns selbst. verkürzet, laß mich mit Freuden für einen jeden Sorgfalt fliehn; doch auch Sinn, o Gott! Wie groß, nicht ängstlich zagen, es für zum Wechsel im Genuß, ist die Pflicht zu wagen; auch deiner Gaben Ueberfluß! dazu hast du mir's verliehn. 6. In deine Baterhände befehl' ich, Herr, mein Ende, und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben; hilf du nur selbst der Schwachheit auf! 4. Drum will ich mäßig im Genuße der Gaben deiner Güte seyn, und Nichts von meinem Ueberflusſe durch niedre Schwelgerei entweihn. Denn schon des Dankes Pflicht gebeut mir Mäßigung und Nüchternheit. 5. Mit Speis' und Trank den Leib beschweren, ist schimpflich, ziemet Christen nicht. Gott gibt sie uns, daß sie uns nähren, uns stärken zu Beruf und Pflicht. Was ist, das mehr den Geist entweiht und schwächt, als rohe Sinnlichkeit? 7. Was nüßt ein langes Leben, wenn man nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet, und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl gelebt. Met. Wer nur den lieben Gott 435 Wenn die Kräfte, bringt Krankheit, mie mannigfal6. lähmt alle Armuth, Zank und Streit; macht treulos im Berufsge= schäfte, raubt des Gewissens Seligkeit; segt zu den Thieren uns berab, und stürzet vor der Zeit in's Grab. Gaben, womit uns deine Güte nährt, die, uns zu stärken und zu laben, so viel des Guten uns gewährt! Ja, Alles, was der Mensch genießt, beweist, wie freundlich, Gott, du bist! 2. Du segnest Auen und Gefilde mit unerschöpfter Fruchtbarkeit, die deine våterliche Milde und Allmacht jedes Jahr erneut, damit der Mensch, von Sorgen frei, sich sättige und dankbar sei. 3. Du läsfest uns nicht Mangel leiden; du gibst uns unser täglich Brod; du gibst noch mehr, gibst uns auch 7. Ach, Mancher starb schon längst und modert durch Trunk zu früh in's Grab gestreckt, von Gott zur Rechenschaft gefødert, mit Schmach im Grabe noch bedeckt. Gott, laß mich ja dies Lafter scheun; enthaltsam, mäßig, nüchtern seyn! 8. So oft ich Speis und Trank genieße, so laß es mit Vernunft geschehn, und, daß ich Arbeitsamkeit und Berufstreue. 341 ich beides mir versüße, mit jenes Leben sehn, wo wir Dank auf dich, den Geber, nach treuem Fleiß zu deisehn; auf dich, der du uns ner Ruhe gehn. zärtlich liebst und Nahrung und Erquicung gibst. Arbeitsamkeit und Berufstreue. Mel. O Gott, du frommer Gott 436 D¹ u hast uns, uns Herr, die Pflicht zur Arbeit auferleget, und Fleiß in dem Beruf ernstlich eingepräget. Dir ist, o Heiligster, der Müssiggang verhaßt: für uns des Unheils Quell, für Andere der Last. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bequemen, und Bürden des Berufs entschlossen auf mich nehmen! Wenn auch mein Angesicht der Arbeit Schweiß beneßt: wohlauf! du hast mich selbst in den Beruf gefeßt. 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungssorgen! Gib mir mein täglich Brod, und sorge du für morgen! Ich will an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Zuvernicht in deiner Fügung ruhn! 4. Auch fördre, großer Gott, die Werke meiner Hände, den Anfang segne du, beglücke du das Ende! Laß mich bei jeder Last auf Mel. In allen meinen Thaten 437 3 um Fleiße ward das Leben vom Schöpfer uns gegeben, und nicht zu träger Ruh'. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen; er strömt uns Glück und Freuden zu. 2. Er stärkt des Leibes Kräfte; er fördert die Geschäfte, gibt uns ein fröhlich Herz: er schafft uns füßern Schlummer, erleichtert Gram und Kummer und lindert oft den herbsten Schmerz. 3. Er hilft den Hang bestegen zu sündlichem Vergnügen. Was mehr, was stets erfreut: der Unsern Wohlfahrt schüßen, der Welt und Nachwelt nüzzen, das ist das Glück der Thätigkeit. 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie träg im Guten werden; du gabst der Kraft uns viel! Dich, unsern Herrn, zu ehren, und Menschenglück zu mehren, sei immer unser schönstes Ziel! 5. Wenn Andre trostlos klagen, dann werden wir nicht zagen, und keinen Tag bereun. Wenn Träge trauern müssen: dann spricht 3 uns Pflichten gegen uns selbst. 342 uns das Gewissen getroften Muth und Hoffnung ein. um 6. Wenn einst viel edle Thaten uns, gleich reifen Saaten, mit reichen Früchten stehn, wenn Tausende sich freuen und heißen Dank uns weihen: wie ist dann unser Lohn so schön! Mel. Es ist das Heil uns 438 ott ott ist's, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen: er gibt zur Arbeit Muth und Kraft und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenn's mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Segen bleiben. 2. Wer sich's zur ersten Sorge macht, vor ihm gerecht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht't, dem gibt er auch auf Erden vom Irdischen mit milder Hand so viel, beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nüßet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; er krönet sie mit Gnade, daß ihnen nicht der Feinde Hohn und keine Mißgunst schade. Mit seinem Schuß bedeckt er sie, und segnet bei des Lebens Müh' ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe! Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut! Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor Allem trachten. 5. Laß Müssiggang und Trägheit mich mit Sorgfalt meiden; aller thun, was ich soll, gestärkt durch dich, gehorsam und mit Freuden, daß ich in meinem Stande treu, und meinen Brüdern nüßlich sei, und dir zur Ehre lebe! 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! Die Werke meiner Hände befehl' ich, Allerhöchster, dir! hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge! 439 3 Mel. Schon ist der Tag von Gott ( a) ur Arbeit, nicht zum Müssiggang, sind wir, o Herr, auf Erden; drum laß auch mich mein Lebenlang durch Arbeit nüßlich werden! Gib mir Verstand und Lust und Kraft, geschickt, treu und gewissenhaft mein Werk hier zu verrichten. 2. Hast du ein Amt, so warte sein; das ist, o Gott, dein Wille. O flöße selbst den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle; hilf, daß ich Arbeitsamkeit und Berufstreue. 343 ich stets an Willigkeit, an ich thu', mein Heil, dein Einsicht und an Tüchtigkeit Wohlgefallen, so werd' ich zu meinem Amte wachse. mit Gewissensruh' auf ebnem Wege wallen! Denn wer dir, Heiliger, mißfällt, was nüßet dem die ganze Welt mit allen ihren SchäBen? 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, dazu mich, Herr, auf Erden dein weises Allmachtswort erschuf, doch eine Leiter werden, worauf ich einst in jener Welt, die höheren Beruf enthält, zu höhern Würden steige! 3. Laß auch vor träger Weichlichkeit mich stets mein Herz bewahren! Laß mich, wann es die Pflicht gebeut, nie meine Kräfte sparen! Wann sie ermatten nur, will ich durch reine stille Freuden mich zu neuer Arbeit stärken. 4. Gib Weisheit, Herr, und laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen und mit Versäumniß meiner Pflicht verschwenderisch verbringen! Das müsse mein Vergnügen Mel. Allein Gott in der Höh seyn, mich den Geschäften 439( b) Uns strömt ganz zu weihn, die du mir auferleget! aus deiner Segenshand, Herr, täglich Heil entgegen. Durch dich erhebt sich Meer und Land zur Fruchtbarkeit, zum Segen. Durch dich strömt rings aus der Natur Gedeihn auf jede Kreatur; du bist des Segens Quelle. 2. Von dir kommt Weisdu heit und Verstand; machst die Reiche blühen; du führest Weise in das Land und segnest ihr Bemühen; du gibst dem Geiste Thätigkeit; du bist's, der Jedem Kraft verleiht, den Nächsten zu beglücken. 3. Durch dich, Herr, bringt uns Land und Meer die Güter deiner Erde von weit entlegenen Völkern her, 4 da5. Ein heil'ger Trieb belebe mich, o Höchster, meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten! Ein Herz, das sich des Guten freut, gibt zu der Arbeit Munterfeit, versüßt uns ihre Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie bestrickt. Gewissenhaft zu handeln; mein Leben deis nem Dienst zu weihn; so nüßlich, als ich kann, zu seyn: das sei mir Ehr' und Reichthum! 7. Mir sei bei Allem, was 344 Pflichten gegen uns selbst. damit gesegnet werde mit Würdigung und weiser allen Gütern deiner Hand Gebrauch der irdischen Volk, das Güter. Land und deine das fernste fernste Liebe preise. be u zeigest ihren Wir- 440 fungskreis den Bürgern dieser Erde, daß Jeglicher durch seinen Fleiß dem Andern nüßlich werde. Daß Jeder, den dein Wink erschuf, froh sei im eigenen Beruf, ist dein allweiser Wille! 5. Gib uns, o Vater, Redlichkeit in des Berufs Geschäften! Lehr' weis uns brauchen unsre Zeit, nach unsern besten Kräften! Hilf nüglich werden Jedermann, wenn Rath und That ihm helfen kann zu seinem bessern Glücke! 6. Wie du für Alle Vater bist, für Böse und Gerechte, so sei, wer Erdenbürger ist, von jeglichem Geschlechte uns Nächster, Bruder, ſei uns werth; und wenn er Hülfe, Troft begehrt, find' er stets Rath und Beistand! 7. Du bist der Vater, der erfreut, verbreitest deinen Segen; du rufft: Zum Segnen seid bereit, geht Brüdern gern entgegen! Wie du die Lieb' und Güte bist, so sei ein Jeder, der sich Christ nach Jesu Christo nennet! Mel. Es ist das Heil uns err, och gewissenhaft mein zeitlich Gut verwalten! Gib selbst mir Weisheit, gib mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nüßt und dir gefällt, damit ich nicht in jener Welt an ew'gen Gütern darbe! 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir; es ist dein milder Segen. Nicht zum Verderben gabst du mir mein zeitliches Vermögen; du gabst es mir zum wahren Wohl. So hilf denn, daß ich's, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche! 3. Was ist das mir geschenkte Gut? Vergänglich, wie die Erde. Gib, daß ich nie zum Uebermuth dadurch verleitet werde! Nie reiß' ein irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eitlen hin, daß ich mein Heil vergeffe! 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßzen, verführt' mich zeitlich Gut und Geld, sorglos hintan zu setzen, was meiner Seele Heil begehrt, und mir ein ewig Glück gewährt? Wie strafbar würd' ich handeln? 5. Mein Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 345 5. Mein erstes Trachten daß sie mein Abgott wer= sei allhier nach deines Gei- den! Oft fehlt beim Uebers stes Gaben! Wie reich bin fluß doch die Zufriedenheit, ich, o Gott, in dir, wenn und was ist ohne sie des ich nur dich kann haben! Lebens Herrlichkeit? Hab' ich nur, Höchster, deine Huld, bin ich voll Glauben und Geduld, was fehlt dann meiner Seele? 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besit nicht stets in unserm Willen! nicht stets wird's dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt, und schnell verliert's oft der, dem sein Bemühn gelingt. 3. Gin Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglükfen, darf nicht vergänglich seyn, muß für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hat's und wünscht noch mehr; er darbt in seinem Glück, sein Herz bleibt freudenleer. 6. Den Geiz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Bösen! Von Unruh' und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden Nichts, und Nichts am Tage des Gerichts. Da schüßt er keinen Sünder. 7. Lehr' du mich weise Sparsamkeit, um das nicht zu verschwenden, was du mir gabst; nein, in der Zeit es nüßlich anzuwenden! Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten, so wie mir, des Lebens Müh' erleichtre! 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur Treu' im Ird'schen lenken, daß selbst von Gütern die ser Zeit ich einst noch in der Ewigkeit den reichsten Segen ärnte! Mel. O Gott, du frommer Gott 441 as mich doch nicht, o Gott, den Schäßen dieser Erden so meine Neigung weihn, 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben, und heilige mein Herz, nie das zu sehr zu lieben, was man mit Müh' gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald unruhvoll bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises, frommes Herz, das sei mein Schatz auf Erden! Sonst Alles, nur nicht dies, kann mir entriffen werden. Dies bleibt im Tod auch mein! dies folgt mir aus der Zeit, zum seligsten Gewinn, bis in die Ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnüz 5 346 Pflichten gegen uns selbst.is als ein Kaiserthum vermag. gnügen? Nur süße Träume Gott gibt jeden Tag mehr find's, die unsern Geist betrügen. Drum lenfe, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn, durch deines Geistes Kraft, zu ew'gen Gütern hin! Mel. Wer nur den lieben Gott 442 ch bin der reichauf 5. Ein Geizhals gehet zum Verderben, weil er nach Geld und Gut nur strebt! ich aber kann mit Freuden sterben, weil an der Welt mein Herz nicht klebt. So fährt die Seele selig hin, wo ich bei Gott der Reichſte bin. Erden: ich hab' genug; Mel. Kommt her zu mir, spricht drum hab' ich viel! Gin An- 443( a) er sich mit drer mache sich Beschwerden, wie er den Mammon finden will! Wer mehr nicht sucht, als Gott bescheert, dem ist der größte Schaß gewährt. 2. Der Reichthum liegt in den Gemüthern: wer sich begnügt, ist nimmer leer. Viel bleiben arm bei großen Gütern; denn sie verlangen immer mehr: und wer sich selber nicht besigt, hat einen Schaß, der Niemand nüßt. 3. Ein Geizhals hat bei seinem Grämen nicht Eine Stunde Fröhlichkeit. Er hat's, und darf sich doch Nichts nehmen, weil er sich's immer selbst verbeut: mehr als sich selbst, liebt er die Welt, verzehrt sich selbst und spart sein Geld. 4. Wie ungetrübt verfließt dagegen mein Leben bei Genügsamkeit! Gibt mir mein Gott nur Einen Segen, bin ich schon voll Zufriedenheit, und denke: Tugend weiht, ist auch ein Freund der Sparsamkeit; er scheut sich, zu verschwenden. Du, Vater, du beglücktest ihn; nun sorgt er, was du ihm verliehn, stets weislich anzuwenden. 2. Dies Gut ist nicht sein Eigenthum: er soll es nur zu deinem Ruhm mit Redlichkeit verwalten. Er weiß es, und voll Dankbarkeit sorgt, strebt er, wie dein Wort gebeut, damit wohl hauszuhalten. 3. Er schwelget nie beim Ueberfluß, ist immer mäßig im Genuß erlaubter Sinnenfreuden. Er thut, was Wohlstand ihm gebeut; doch trügend Spiel und Ueppigfeit heißt ihn die Klugheit meiden. 4. Er suchet, was sein Fleiß gewinnt, und was oft leicht und schnell zerrinnt, mit Sorgfalt zu bewahren; er Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 347 Vater, immer mein Ruhm, was dir gefällt, wie bald verführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfade; verbirgt mir, wer ich bin! 3. Nicht im Besitz von Schäßen und Gütern dieser Zeit laß meinen Ruhm mich setzen; sie sind doch Eitelkeit; sie sind doch nur des Thoren Glück; verlassen uns im Tode, und bleiben hier zurück. 4. Nicht Stand und äußre Würde verblende meinen Sinn! Wie oft zieht ihre Bürde den Geist zur Erde hin! Verdienst und Tugend sei allein der Ruhm, nach dem ich ringe; nur er bleibt ewig mein! er weiß, der Wechsellauf der Zeit bringt Mangel oft und Dürftigkeit und mancherlei Gefahren. 5. Doch nie verlegt er seine Pflicht. Aus Geiz und Habsucht spart er nicht; er spart mit mildem Herzen. Wie rührt ihn seiner Brüder Noth! Er theilt mit Hungrigen sein Brod; er lindert Gram und Schmerzen. 6. Er hilft im Stillen, wo er fann; was er durch Sparsamkeit gewann, wird zu der Menschheit Segen. Ihm strömet Dank und Freude zu, und froh kann er sich einst zur Ruh' des Grabes niederlegen. 7. Sollt' ich, o Gott, nicht sparsam seyn, nicht weislich die Verschwendung scheun, den Mißbrauch deiner Gaben? Ja, heilig sei mir diese Pflicht! Ich kann zu dir dann Zuversicht auch selbst im Mangel haben. Mel. Wann mich die Sünden 443 baß Herr, nach eitlen Ehren mich niemals geizig seyn! Laß deinen Geist mich lehren, der Ehre mich zu freun, die selbst vor dir, o Gott, besteht, und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht. 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt! Nur das sei, 5. Dich kennen; meine Pflichten mit Fleiß und Redlichkeit, mit Muth und Treu' verrichten, wie, Herr, dein Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach Jesu Beispiel üben, das sei mir wahrer Ruhm! 6. Es sei, daß auf der Erde das Gute, das ich that, verkannt, vergessen werde; es bleibt doch stille Saat, die aufkeimt für die Ewigkeit; und o dein Beifall lohnet mich mit Zufriedenheit. 7. Wenn einst die ernste Wage du, Weltenrichter, nimmst, und am Vergeltungstage der Thaten Werth bestimmst; dann müsse mei6 nem 348 Pflichten gegen uns selbst. nem ew'gen Geist des Him- und reißt durch schmeichelnmels Krone werden, die mir den Gewinn dich blind zu dein Wort verheißt! jedem Frevel hin. Mel. Auf Christenmensch ohl dem, der 6: Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen, dich zwin444 W gen, der Arbeiter unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. liebt, als Schäße dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt! 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nüßen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Fleißes Antrieb seyn. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten: ist die ses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen, 7. Wie könnt' ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Freuden schmecken; und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf' entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; and aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Neiz, ihr Herz zu bilden, hindern, und glaubst, du habst fie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht.. 9. Du hast ein richterliches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen; und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um Weiser Gebrauch der Lebenszeit. 349 Gefühl und auch dadurch der Freuden viel! um ein väterlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir g'nügen laffe, Geiz ewig als Abgötterei von mir entfern' und haffe. Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut! Weiser Gebrauch der Lebenszeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 445 u gabst mir, ses Leben nicht für den Augenblick der Zeit: du hast es mir, mein Gott, gegeben zur Aussaat für die Ewigfeit. Hier ist der Vorbereitungsort: Bestrafung und Belohnung dort. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen; die Wahrheit zu erkennen, Licht;, Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen; und lehrtest selbst mich meine Pflicht. Für Tugend gabst du mir Gefühl, und Freiheit, was ich wählen will. 4. Doch einst muß ich dies Leben schließen, weil dies mein irdisch Haus zerbricht. Drum soll ich zwar die Welt genießen, doch als genöff' ich ihrer nicht. Ich soll der Sinne Lüste fliehn, wann sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, so sehr sie auch die Sinne reizt; nach Wollust, Ehr' und Gold nicht trachten, wornach der Mensch so lüstern geizt; nie beut, wär' es auch voll scheuen, was die Pflicht geBitterfeit. 6. Dein Unterricht sei nicht vergebens! Gib, Vater, daß ich ihm getreu und beim Genusse dieses Lebens einst auch zu jenem tüchtig sei! Vollkommne Freude wohnt nicht hier, wohnt nur im Himmel, Gott, bei dir. 7. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu seyn, und diese kurzen Ulebungstage Gott und der Tugend ganz zu weihn, wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum beßren Leben führt! 3. Du gosfest zwar auf dieser Erde viel Anmuth, 8. Wohl mir, wenn ich Pracht und Schönheit aus den Hang zur Sünde, die und schmücktest durch dein Lust des Fleisches und der mächt'ges: Werde! auch Welt, und jede Lockung meiner Seele irdisch Haus, überwinde, die meinem Hergabst mir der Sinne sein zen Neze stellt, wenn ich, o P7 fes . 350 seliger Gewinn! als Sieger dort gekrönet bin! iPflichten gegen uns selbst. 9.gib mir deines Geistes Stärke, der du in Schwachen mächtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu sinnlich ist! Das Eitle lehre mich verschmähn, und auf das Ewige nur sehn! 10. Laß mich oft in gesunden Tagen im Geist zu meinem Grabe gehn, und da bei Freuden und bei Plagen auf dich und jenes Leben sehn; damit ich, meiner Pflicht getreu, der höhern Freuden würdig sei! Mel. Wer nur den lieben Gott eilt der letzte Tagen, 446 die du hier lebest, Mensch, herbei; erkauf' die Zeit, und, statt zu klagen, sie sei zu kurz, gebrauch' sie treu! Nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr: fie flieht! 2. Getäuscht von eitlen Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens Zweck; verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfst so sicher Jahre weg. Bist du, zu fühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 3 Gin ewig Glück einst zu besißen, sollst du des kurzen Lebens Zeit, als deine Saatzeit, weislich nüßen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieh, Eins ist Noth! Was säumest du? 4. Drum eil' und rette deine Seele, und denke nicht: Ein andermal! Sei wacker, bet' und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Sei fromm und wandle vor dem Herrn, wär' auch dein Ende noch so fern! 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht! Sprich: Dir, o Gott, ist Nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn. 6. und meine Seele, weil ohne dich ich Nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein Heil erwähle, so huldvoll mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Güte mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäften die Pilgertage durchgelebt, und einst im Glauben sagen kann: Du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn an meinem Ende hörst du dann, Herzenskündiger; in deine treuen Vaterhände befehl' ich meinen Geist, o Herr! Weiser Gebrauch der Lebenszeit. Herr! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wann seine Hütte fällt. 351 nicht deine Pflicht erfüllst; du haft den Tag nicht überflüssig, den du so frech verschwenden willst. Wiss', ein Verlust, der ewig reut, ist der Verlust der edlen Zeit. Mel. Wer nur den lieben Gott o eilt ihr hin, 447 ihr Lebensstunden? Zeit, edle Zeit, wo fliehst du hin? Wie mancher Tag ist schon verschwunden, seit ich der Erde Pilger bin! Ein großer Theil von meiner Zeit ist schon im Meer der Ewigkeit. 6. Gib dir von einem jeden Tage, den dir Gott schenfet, Rechenschaft; durchdenk' ihn, leg' ihn auf die Wage: Vollbrachtest du ihn tugendhaft? Hast du nach Möglichkeit gethan, was Gott von dir einst fordern kann? 7. Herr meines Lebens, sei doch fünftig mein Heil und meines Lebens Kraft; so wandle ich als Mensch vernünftig, so leb' als Christ ich tugendhaft, so dank' ich dir in Ewigkeit für die mir hier verlieh'ne Zeit. 2. Ermuntre dich aus deinem Schlummer! Auf, auf, mein Geist, ermuntre dich! Dies sei dein Gram, dies fei dein Kummer, daß man cher Tag umsonst verstrich! Den ungenügten Augenblick bringt keine Neue dir zurück. 3. Der Thor durchlebet seine Jahre, eh' er des LeMel. Wer nur den lieben Gott bens Werth versteht; er na: 448 Blick hin in die het Bahre, als er den Weg der Tugend geht. Was ist das Menschenleben werth, das un genügt vorüberfährt? vergangnen Zeiten, mein Geist, und sammle Weisheit ein, um, frei vom Dienst der Gitelfeiten, der Tugend dich allein zu weih'n. Nur fie schafft dir zu aller Zeit das wahre Glück: Zufriedenheit. 4. Mensch, sei ein Mensch! Fang' an zu leben und nüßlich für die Welt zu seyn! fang' an, dem Guten nachzustreben, bring' das Versäumte doppelt ein, daß, wenn man deinen Leib begräbt, dein Werk und dein Gedächtniß lebt! 2. Dank' ihm, dem Herrn, für alle Freuden, womit dich seine Huld erquickt; doch dank' ihm auch für jedes Leiden, das er dir liebreich zugeschickt. Denn Alles, was er an dir thut, ist weise stets, ist ewig gut. 5. Sei nicht den kleinsten Zeitpunkt müßig, da du 3. Ver= 352 Pflichten gegen uns selbst. 3. Vergiß nicht, wie er Genügsamkeit und dich beschüßte, wenn sich Zufriedenheit. Gefahren dir genaht; dir schenkte, was dir wahrhaft nügte, oft eh' ihn noch dein Mel. Wie groß ist des Allmächt 11 Flehen bat; und wie er oft 449 Du flagst und dir mehr gewährt, als je dein Wunsch von ihm begehrt. 4. Denk' an die hingefloßnen Stunden, die der Allliebende dir gab. Sind sie in seinem Dienst verschwunden, dann schrecken dich nicht Tod und Grab; dann ist die hier verfloßne Zeit Gewinn dir für die Ewigkeit. fühlest die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest, glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebst. Ja, klage! Gott erlaubt die Zähren doch denk' im Klagen auch zurück: Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 5. Doch blick' auch voller Scham und Reue auf Fehler vor'ger Zeit zurück, und lern' aus ihnen beßre Treue und größre Sorge für dein Glück; so werden Fehler, die dich reun, selbst Mittel dir zur Weisheit seyn. 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit; die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. Genieße, was dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder hat auch seine Last. 6. Ermanne dich, dies kurze Leben dem weisesten Gebrauch zu weih'n; es ward vom Schöpfer dir gegeben, hier guten Samen auszustreun, der, reifend für die Ewigkeit, am Tag der Aernte dich erfreut. 3. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 7. Dann blickest du am Ziel der Zeiten mit Ruh' in das Vergangne hin, und freuest dich der Seligkeiten des Himmels mit entzücktem Sinn, der Wonne, die dort den umgibt, der hier sich treu im Guten übt. 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in träger Unzufrie Genügsamkeit und Zufriedenheit. 353 du? Wenn er dich nährt, regiert und schüßet, was fehlet dann noch deiner Ruh'? friedenheit; besorge deines Stands Geschäfte und nüße deine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn, dies ist der Weg zu Ruh' und Leben. Herr, leh: re diesen Weg mich gehn! 4. Du prangest nicht in beneide hohen Würden; nicht der Großen Glück. Sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward fein Ueberfluß gewähret; wünsch' ihn auch nicht aus mein Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, was ich bedarf, und mehr verliehn, laß eifrig sich mein Herz bestreben, die Unzufriedenheit zu fliehn! In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich ehren, dir vertraun; dich lieben, müss' ewig meine Wonne seyn. In voriger Melodie. 450 Entehre nicht, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf! Des Lebens Mühe zu ertragen, und froh zu seyn, ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die keine Klugheit hindern kann; schaff' nur, daß sie dir heilsam werden, und bete Gottes Willen an. 2. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden; nimm's dankbar aus der Vorsicht Hand! Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband! Sie gibt dir Munterfeit und Mel. Wer nur den lieben Gott ch nährt und ſtärkt ſie väterlich. 451 bin in meinem Sie brauchen, das ist dein Geschäfte und ihr Gebrauch ist Glück für dich. 3. Hat Andern deines Vaters Segen mehr Güter anvertraut, als dir: darf dies wohl deinen Neid erregen? Denk: Wer ist Gott? und wer sind wir? Weiß er nicht besser, was dir nüßet, und deinem Nächsten frommt, als mit dem, was er zu meinem Theil an Glück und Unglück mir beschieden: sein weiser Rath sucht stets mein Heil. Ob er mir gleich oft widrig scheint, doch weiß ich, daß er's treulich meint. 2. Er weiß allein, wodurch auf Erden sein großer Name für und für muß herrlich und gepriesen werden. Er 354 Pflichten gegen uns selbst. Erreicht er diesen Zweck an terhand; nicht, wie wir's zu mir, so bin ich ruhig und wünschen pflegen: nur wie vergnügt mit Allem, wie er's er es heilsam fand. Auch mit mir fügt. mich hat er nicht vergessen; auch mein Theil mir zugemessen. 5. Ringet um der Tugend Willen, Brüder, nach Zufriedenheit! Schwere Pflichten zu erfüllen, hilft nur Geistesheiterkeit. Gram, im Herzen tief verschlossen, macht zu jeder Pflicht verdrossen. 6. Laß mich, Gott, in Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 452 Sheint mir freu meinem Leben redlich meine denleer das Leben, freudenleer mein Stand, mein Loos; ist mein höchster Wunsch, mein Streben, reich zu seyn, geehrt und groß: dann verfließen meine Tage mir in Mißmuth, Sorg' und Plage. Pflichten thun, still und kindlich dir ergeben, fromm in deiner Fügung ruhn; und ein Blick auf ew'ge Freuden stärke dann mich auch im Leiden! 2. Lernt' ich mäßiger begehren, mäßiger im Wünschen seyn, jetzt genießen, dann entbehren: o wie glücklich würd ich seyn! 453 Nicht auf den In eigener Melodie. Freuden, meine Schmerzen fließen nur aus meinem Herzen. 3. Hoher Stand und große Güter schaffen nicht Zufriedenheit; wahre Ruhe der Gemüther wohnt nur bei Genügsamkeit, die mit Weisheit sich verbindet und ihr Glück auf Tugend gründet. 3. Muß mir die Freudensonne scheinen, so dank' ich fröhlich seiner Huld; muß aber ich in Trübsal weinen, so nehm' ich's auch an mit Geduld. Denn das, was seine Weisheit thut, ist Alles ewig recht und gut. 4. Gott vertheilet seinen Segen stets mit weiser BaStreben nach Herzensund Gewissensruhe. in den stillsten Gründen bist, süßer Friede, du zu finden, der Paradiesespalmen trägt! Dein Reich ist nicht der Welt Getümmel; du herrschest segnend in dem Himmel und in der Brust, die für ihn schlägt. 2. Du weinst, o Mensch, dich treffen schwere Leiden, du ringest mit dem Druck der Zeiten vergebens, bist du nicht ein Christ? Hier weilen Streben nach Herzens- und Gewissensruhe. 355 len Kampf und Streit und Mühen; willst du ins Land des Friedens ziehen, so lerne, wo der Himmel ist. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schweiget, und Gottes Geist in meinem Geiste zeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 3. Nicht Alle, die zu Christus sich bekennen, nicht Alle, die ihn Herr, Herr! nennen, find würdig auserwählt zu seyn. Drum suchen Viele falsch hienieden in Gold und Ehre ihren Frieden, und gehen nicht zum Himmel ein. 4. Es ist und bleibt, wie's immer ist gewesen. Wer mag von Disteln Feigen lesen; und bringt der Dorn auch süßen Wein? Die Welt kann dir mit nichten geben, was sie nicht hat. Das rechte Leben hüllt still in frommer Brust sich ein. 5. In Gottes Gnade suche deinen Frieden. Wirst du das Göttliche behüten, dann hast du, was dich still erhält. Laß toben Schrecken und Gefahren: du kannst nur Himmlisches bewahren! Das Andre aber, das zerfällt. In eigener Melodie. 454 Beruhiges Geesit' ich nur ein ruhiges Gewissen; so ist für mich, wenn Andre zagen müssen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Dies sei mein Theil! Dies soll mir Niemand rauben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, der Friede Gottes nur ist Heil. 4. Und diese Ruh', den Trost in meinem Leben, sollt' ich für Lust, für Lust der Sinne geben? Dies lasse Gottes Geist nicht zu! 5. Mag auch die Pflicht, mich selber zu bestegen, die schwerste seyn! Sie ist's; doch welch Vergnügen wird sie nach der Vollbringung nicht! 6. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit sagen können: Ich fühlt' in mir des Bösen Lust entbrennen, doch, Dank sei Gott! ich schüßte mich! 7. Was kann im Glück den Werth des Glücks erhöhen? Ein ruhig Herz versüßt im Wohlergehen mir jeden frohen Augenblick. 8. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen; im schwersten Kreuz mit Frieden mich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. 9. Was gibt mir Muth, die Güter zu verachten, wonach so ängstlich niedre Seelen trachten? Ein ruhig Herz, dies größte Gut. 10. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm! Denn wer das Böse meidet, das Gu Pflichten gegen uns selbst. mont gern erhebet; wenn er die Freude kennt, dir näher, Gott, zu seyn, erstaunt, sich deiner Macht und deiner Huld zu freun! 356 Gute thut, hat Ruhm bei Gott. 11. Im Herzen rein, hinauf zum Himmel schauen, und sagen: Gott, du Gott, bist mein Vertrauen! Welch Glück, o Mensch, kann gröBer seyn? 3. Wie selig, wenn er selbst der Erde kleinre Freuden mit Maaß und Weisheit wählt! Ihr Uebermaaß wird Leiden. Nach arbeitvoller Müh' erquicket der Genuß; wer nur der Freude lebt, fühlt endlich leberdruß. 4. D gib, Allgütiger, gib daß auch meine Seele, wenn sie nach Freude strebt, nie jene Freuden wähle, die uns dereinst gereun! Es schlage meine Brust, durch Laster nie entweiht, nur für die reine Lust! 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht tödten; die Unschuld müsse nie vor meinem Scherz erröthen! Nach treu vollbrachter Pflicht darf ich der u, der so gern Ruh' mich freu'n; doch keinen Augenblick den falschen Freuden weih'n. 12. Wenn Alles weicht, und du wirst sterben müssen; was kann alsdann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 13. Heil dir, o Christ, der diese Ruh' empfindet, und der sein Glück auf das Bewußtseyn gründet, daß nichts Verdammlich's an ihm ist! 14. Laß Erd' und Welt, so kann der Fromme sprechen, laß über mir den Bau des Himmels brechen! Gott ist es, dessen Hand mich hält. Weiser Genuß der Lebensfreuden. Mel. Nun danfet Alle Gott 455 beglückt, gern wie Freuden uns bereitet, selig, wer von dir an Vas terhand geleitet, nur dann sich glücklich fühlt, wann er zu dir sich hält, und nur Vergnügen sucht, das dir, o Gott, gefällt! 2. Wie selig, wenn sein Geist zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, sich oft und 6. Vernunft und Tugend, seid Gefährten meiner Freuden! Dem Schwelger will ich nie sein kurzes Glück beneiden! Was mir an Reichthum fehlt, ersetzt Zufriedenheit: der frohste Sinn wohnt gern bei frome mer Häuslichkeit. 7. Der Tag der Fröhlichfeit Weiser Genuß der Lebensfreuden. 357 4. Doch ich soll des Lebens Lust menschlich nur genießen, meiner Würde mir bewußt, jeden Tag beschließen. Deine Hand gab Verstand, Triebe zu beschränken, die zum Bösen lenken., 5. Nie darf das Vergnügen mich meiner Pflicht entlocken; nie mich, Vater, gegen dich und mein Heil verstocken. Wer vergißt, was er ist, und nur thierisch lebet, steht einst da und bebet. 6. Ach, wie Mancher hängt sein Herz fest an Erdenfreuden! Und wie tobt in ihm der Schmerz, wenn sie von ihm scheiden! Gott, laß nie mich an sie ganz den Geist gewöhnen, nie den Sinnen fröhnen! 7. Wilde Freude kann gar leicht die Gesundheit schwächen. O wie wird sich, wenn sie weicht, das Gewissen rächen! Steh' mir bei! Gott, verleih', daß, wenn ich erkranke, doch mein Trost nicht wanke! 8. Nur ein mäßiger Genuß stärkt des Lebens Kräfte; er verscheucht den Ueberdruß, fördert die Geschäfte, und mein Geist, der dich preist, wird dabei getrieben, ewig dich zu lieben. 9. Gib denn, daß ich weise sei, wenn mir Freuden winken! Laß mich nie, dir ungetren, in den Taumel fin= keit sei niemals ganz verloren! Ich ward zum Dienst der Welt, zum Spielwerk nicht geboren. Erholung sei er mir! Gs stärke sich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht! 8. Nie soll durch meine Lust der arme Bruder leiden! Der Tag, der mich beglückt, sei ihm auch Tag der Freuden! Ist er verlebt: wohl mir, wenn er mich nie gereut! Nie scheid' er ohne Dank für den, der mich erfreut! Mel. Mache dich, mein Geist, 456 piele Freuden Viel streust du hin auf den Weg des Lebens, Schöpfer, diesen Vaterfinn zeigst du nicht vergebens. Du erfreust unsern Geist, um ihn anzutreiben, stets dir treu zu bleiben. 2. O wie schön ist deine Welt und wie reich an Segen! Nur ein Thor, dem Nichts gefällt, sinkt dem Gram entgegen. Was ist Noth, was der Tod, gegen so viel Gaben, die den Weisen laben! 3. Uns, o Gott, gabst du Gefühl für den Reiz der Erde, daß der Lauf zum hohen Ziel uns erleichtert werde; und auch ich freue mich; denn du hast mir Le ben und Gefühl gegeben. d Pflichten gegen uns selbst. 358 finken! Leite mich, daß ich dich auch in Freuden ehre, und mein Heil nicht störe! 10. Alle Lust der Sinnlichkeit wird vorüberfließen; nur, was Geist und Herz erfreut, werd' ich stets genießen. Guter Gott, laß im Tod, wenn die Sinne schwinden, mich dies Glück empfinden. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis is der Tod ihm 438 uns Leben gab, Gott Mel. Gott des Himmels und 457 winkt zum Grabe, danke seinem Gott der Christ, dem die theure Seelengabe, Heiterkeit, verliehen ist, der auch nie sie frech entweiht, immer sich in Unschuld freut. 2. Er verzehret seine Kräfte nicht in unzufriednem Sinn; unter nüßlichem Geschäfte fliehen seine Tage hin. Heitrer glänzt sein Angesicht im Gefühl erfüllter Pflicht. ihrer Hand er ins beßre Vaterland. 5. Stärke, Gott, auch meine Seele, daß sie sich zum Guten neigt; gib, daß ich den Pfad erwähle, den mir Jesu Lehre zeigt! Nichts stört meinen heitern Sinn, wenn ich fromm und weise bin. 3. Leichtsinn, der sich Freude nennet, aber von der Tugend gern sich im wilden Taumel trennet, bleibet von dem Christen fern, dessen heitrer, fester Muth auf der Tugend nur beruht. 4. Wenn auch jedes Glück ihm schwände, und die Erde freudenleer ihm vor seinen Augen stände, Hoffnung flieht ihn nimmermehr; muthvoll geht an und von der Wiege bis ans Grab ihm unsern Dank erneuen. 2. Denn auch zur Freude gab uns Gott auf dieser Welt das Leben und hat verheißen, nach dem Tod der Wonne mehr zu geben. und 3. Die Frühlingswärme haucht sein Mund Kühlung wehn die Wogen. Am Himmel zeugt von seinem Bund der schöne Regenbogen. 4. Und Gärten, Wälder, Berg und Flur verkünden seine Gnade. Wir finden seiner Güte Spur auf jedem unsrer Pfade. 5. Drum können wir bei frommem Fleiß getrost auf Segen warten. Von heitrer Stirne fließt der Schweiß herab auf Feld und Garten. 6. Doch geben wollen wir auch gern, wie wir von Gott ges Geduld und Gelassenheit im Leiden. 359 froher Zuversicht mit immer neuen Sorgen. 3. Mein banges, unruhvolles Herz, unfähig sich zu fassen, wird sich dem Gram, dem kleinsten Schmerz ganz trostlos überlassen, bekämpfet seinen Kummer nie; wünscht zwar, ihn zu vermindern, und sucht doch, ohne Fleiß und Müh', umsonst ihn zu verhindern. genommen, und ähnlich werden unserm Herrn, zu dem dereinst wir kommen. 7. Wir schaun die Wunder seiner Hand aus unsern tiefen Fernen, und wissen: unser Vaterland ist über je nen Sternen. 8. Auf unserm Leben schwimmt, wie Schaum, ein wenig Müh' und Kummer. Das Leben ist ein Morgentraum, der Tod ein kurzer Schlummer. 9. Wir sinken freudig in den Staub, der unsre Väter decket, und gönnen Würmern ihren Raub, weil Gott uns auferwecket. Geduld und Gelassenheit im Leiden. 4. Du, Vater, weißt, was mir gebricht, du kennest meine Leiden. Wie leicht verwandeln sie sich nicht, wenn du es willst, in Freuden! Die Last, die du mir auferlegt, kann mich nicht niederdrücken; wenn sie mein Herz nur willig trägt, wirst du mich bald beglücken. Mel. Was mein Gott will 5. Gott, deine Hülfe ist 459 Gott, immer groß nicht fern, wenn man sich du rettest, an weiser Huld, du Geber meiner Freuden, behüte mich vor Ungeduld bei dieses Lebens Leiden! Auch sie verhängst du über mich nach ewig weisen Schlüssen; sie werden mir, trau' ich auf dich, zum Besten dienen müssen. ganz dir weihet; tröstest, segnest gern den, der sich ihrer freuet. O laß mein dir ergebnes Herz auf diese Hülfe sehen, so werd' ich auch im größten Schmerz durch dich, mein Gott, bestehen! 2. Ich raube mir durch Mel. Jesus meine Zuversicht Ungeduld ſelbst viele meiner 460 Sãe deine ThräFreuden, verkenne deine Vaterhuld, vermehre meine Leiden, vergess' oft des Berufes Pflicht und quäl' mich jeden Morgen, beim Mangel nensaat, from= mer Dulder, hier im Glauben! Noch so dunkel sei dein Pfad: lasse dir den Trost nicht rauben, daß nach dies ser 360 Pflichten gegen uns selbst. ser Dunkelheit dich ein helles Licht erfreut. 2. Ausgerungen haben schon Viele, die im Glauben litten. Sieh, sie stehn vor Gottes Thron; ihre Krone ist erstritten. Du, auch du wirst Sieger seyn, und dich bald der Krone freun. 3. Weislich hat des Vaters Hand manches Kreuz dir auferleget. Ihm ist deine Noth bekannt; er ist's, der dich liebreich träget. VäterMel. Wer nur den lieben Gott lich ist ſein Bemühn, dich zum 461 Wohltätig find zu erziehn. 4. Es ist Liebe, wenn er dir Lebensglück und Freude schenket; es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer kränket. Gott ist Vater, mild und gut; Lieb' ist Alles, was er thut. der Erde Leiden. Dies glaube fest und murre nicht! Am Ende folgen ihnen Freuden; auf Nacht und Gram folgt Sonnenlicht. Drum dulde mit Gelassenheit und Muth die Leiden dieser Zeit! 5. Lerne denn GelassenHeit, Unterwerfung und Vertrauen! Einst am Ziel der Prüfungszeit wirst du froh hernieder schauen auf den Weg, der durch die Nacht dich ins Land des Lichts gebracht. 6. dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die ihr hier geflossen! Wie ein Strom von oben her, wird dann Trost in's Herz gegossen, und vor dem verklärten Blick schwebt des Himmels ew'ges Glück. Nächte Grauen! Wann der große Morgen tagt, wirst du die Gefilde schauen, die dem Sieger offen stehn; dir die Krone winken sehn. 8. Dort verschwindet alles Leid, wie der Nebel vor der Sonne; vor dir liegt die Ewigkeit und das heil'ge Land der Wonne. In die Heimath gehst du ein, ewig selig da zu seyn. 7. Drum sei, Dulder, unverzagt, harr' in deiner 2. Durch Leiden will dich Gott bewähren, entwöhnen von der Lust der Welt, zur Weisheit leiten und dich lehren, mit Ernst zu thun, was ihm gefällt; du sollst mit kindlichem Vertraun auf ihn und seine Hülfe schaun. 3. Wirst du bei lauter Erdenfreuden und in des Glückes Sonnenschein so leicht der Thorheit Bahn vermeiden? so gern der Sünde Lockung scheun? Wird nicht, wenn nie ein Schmerz dich rührt, dein schwaches Herz gar leicht verführt? 4. Was Geduld und Gelassenheit im Leiden. 361 4. predigt stärker Mel. In allen meinen Thaten bir die Lehre: Bergänglich 462 Stunden des ch als ist die Lust der Welt! wenn in Trübsal manche Zähre herab von deinem Auge fällt? Was lehrt dich mehr Abhängigkeit, mehr Demuth, Gottergebenheit? Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl: so will ich denn gelassen mich auch in Leiden faffen; welch Leben hat nicht seine Qual? 5. Wenn alle deine StüBen brechen, auf welche sich dein Arm gestüzt; wenn Krankheit, Gram und Schmerz dich schwächen, und Macht und Reichthum dich nicht schüßt: dann lernst du freudig Gott vertraun, und nur auf seine Hülfe baun. 6. Ja, der Allweise schickt dir Leiden, damit er dich zur Tugend führt; schafft dir durch sie selbst künft'ge Freuden, indem er dein Gewissen rührt. Verehre seine Weisheit, Christ, die strafend selbst noch Güte ist! 7. Gott will, wie gute Väter handeln, durch weise Zucht dich auferziehn; gut sollst du und unsträflich wandeln, die Welt und ihre Lüfte fliehn, dich bilden in der Prüfungszeit zum Leben der Unsterblichkeit. 8. So nimm in Demuth und Vertrauen den Kelch des Leidens willig an, und walle ohne Furcht und Grauen auch auf der allerrauhsten Bahn! Ihr Ende wird dich einst erfreun, und Wonne, Ruh' und Friede seyn. 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun! Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben seyn. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau' ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird AL= 362 Pflichten gegen uns selbst. Alles lenken, und was mir Andacht des Gebets und gut ist, wird geschehen. stärket deinen Glauben. Weit minder kann Verführung dann dir deine Krone rauben. 7. 3war stört das Kreuz oft deine Ruh'; mit bangen Thränen säest du und unter viel Beschwerden. Christ, hoffe doch! Es wird dir noch zur reichen Aernte werden. Mel. Allgegenwärtiger, id) 463 Trübsal, Christ, sei unverzagt! Wann Schwermuth an dein Herz sich wagt, erheitre dein Gemüthe; du weißt, auch dich liebt väterlich der Vater aller Güte. 2. Kein Leiden kommt von ohngefähr; dein Gott schickt es dir zu, und er zeigt sich in seinen Wegen so groß von Rath, als groß von That und reich an Gnad' und Segen. 3. Der dich in Jesu herzlich liebt, sucht, wann er dich durch Kreuz betrübt, das wahre Heil der Seele; weckt dich, daß nicht zu deiner Pflicht dir Trieb und Eifer fehle. 4. Das Kreuz beugt Stolz und Uebermuth; erstickt der Wollust wilde Gluth; bricht die Gewalt der Sinne; erweicht das Herz, daß Andrer Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. 5. Auch übt das Kreuz dich in Geduld; erhöht den Werth von Gottes Huld; stärkt mächtig dein Vertrauen; lehrt im Verlust dich nun mit Lust aufs Unsichtbare schauen. 6. Der Leiden Zucht er: hebt dich stets zu größrer 8. Verschmerzt ist bald ein irdisch Leid; kurz ist der Augenblick der Zeit; doch ewig, ewig währet dort dein Genuß, ohn' Ueberdruß, wie ihn der Geist begehret. 9. Auch bleibet stets dein Gott getreu; steht dir als Vater liebreich bei; sorgt, daß er dich erquicke. Er schafft dir Nast, daß deine Last dich nie ganz niederdrücke. 10. Verbirgt er auch sein Angesicht; dies raube deinen Muth dir nicht! Gott kann sein Kind nicht haffen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergibt, den wird er nicht verlassen: 11. Durch Trübsal sind zu aller Zeit die Frommen in die Herrlichkeit, gleich Jesu, eingegangen. Denkst denn nur du, in tráger Ruh' die Krone zu erlangen? 12. Demüthige dich, gleich als sie; gleich ihnen bet' und zage nie: denn Gott erhört dein Flehen. Bald weicht dein Leid; zu seis Geduld und Gelassenheit im Leiden. 363 seiner Zeit wird dich dein sie uns, die Missethat zu Gott erhöhen! haffen, züchtigen lassen. 7. Streb' ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird Herr, regierst Alles mir zum Besten dienen und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. Mel. Herzliebster Jesu in Herz, o Gott, 464 Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu' ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wann wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, Trübsal der Frommen. 4. Ist Dürftigkeit, in der die Trägen klagen, sind Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, des Schwelgers Schmerz, des Neids vermißte Freuden, des Christen Leiden? 5. Ist deren Qual, die deinen Rath verachtet, nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet, und die nun büßen ihrer Thorheit Freuden, christliches Leiden? 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir 8. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit Leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein Glend selbst verschulde, wenn ich als Christ gelaffen leid' und dulde; so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen fränken, doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, dies stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 11. Schau' über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk' auf! Wer spricht: Bis hierher! zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, dein bester Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jezt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, da mit wir zu ihm nahen, die Hei 364 Pflichten gegen uns selbst. Heiligung des Geistes zu trauervollen Mitternächten empfahen, und mit dem ist dir der Ewige nicht fern. Trost der Hülfe, die wir mit deinem Leiden, deinem merken, Andre zu stärken. Harm wirf seiner Huld dich in den Arm! 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! 5. O schwinge dich empor vom Staube, verfinstern deine Tage sich; zu ihm blick auf, und bet und glaube: versagend selbst erhört er dich; doch nie enthüllt die Ungeduld das heil'ge Dunfel seiner Huld! nicht! D Mel. Wer nur den lieben Gott Groß ist Herr! 465 Gie Berge zit- Seele, thue, was dir gebührt, sei fromm und gut! Versage dir nicht diese Ruhe; aus ihr erwacht der hohe Muth, der, wenn das Unglück uns umstürmt, uns rettet, tröstet, hebt und schirmt. 7. Vertraue Gottes Vaer den terhänden, wenn frömmsten Wunsch versagt; was hier beginnt, wird dort vollenden, wo dir ein neues Leben tagt. Es ruhn im engen Raum der Zeit die Keime deiner Ewigkeit. tern vor seiner Gottesmajestät, wenn er in dunkeln Ungewittern, der Heilige, vorübergeht. Doch Liebe strömt aus seiner Hand in vollen Wolken auf das Land. 2. Vom Raum, wo sich der Halm entfaltet, bis zu der letzten Sonn' hinaus, herrscht sein Geseß; als Vater waltet er durch das große Weltenhaus. Der Leben gibt und Freude schafft, mit Liebe waltet er und Kraft. 3. Was dich auch drückt, mein Herz', er rettet! Vertraun zu ihm ist deine Pflicht. Er, der den Wurm 466 W sre Thränen Mel. Wann mein Stündlein ir trocknen un= im Lager bettet, der Gott verläßt den Menschen nicht. Der so viel gibt und mehr verheißt, erhebe dankend ihn, mein Geist! ab: erhebet euch, Gefühle! Wir schauen vorwärts auf das Grab und weiter hin zum Ziele; und drückt uns auch die größte Noth, aus allen Leiden führt der Tod: wir wollen nicht verzagen! 2. Und 4. Vermiß dich nicht, mit ihm zu rechten; mit Demuth nahe dich dem Herrn! In Geduld und Gelassenheit im Leiden. 365 empor zum Ziele. Wir trocknen uns're Thränen ab, und schauen über Tod und Grab, und wollen nicht verzagen! 2. Und wären wir auch noch so arm und hätten Nichts als Sorgen, und Mangel, Blöße, Frost und Harm, und ach! kein Brod für morgen; zur Weisheit Mel. Jesu, meine Freude führt des Lebens Noth, und 467 Shrift, aus deiz und Fülle bringt der Tod; wir wollen nicht verzagen! 3. Und wären wir auch noch so krank; zur Tugend führen Schmerzen. Für je des Leiden Preis und Dank! Erhebt euch, bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschick zieht Gott uns zu des Himmels Glück: wir wollen nicht verzagen! nem Herzen banne Gram und Schmerzen! Fasse neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich drükket: Gott ist's, der es schikfet; was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen: doch wird's Gott wohl machen. 4. Wir blicken auf so manches Grab geliebter Menschen nieder, und manche Thräne rollt hinab; doch Gins erhebt uns wieder: Gott Lob, sie sind im Vaterland. Was hier zerstäubt, war nur Gewand. Wir wollen nicht verzagen. 2. Ist der Himmel trübe; wankt der Freunde Liebe; stehst du wie verwaist; schreckt mit jedem Tage eine neue Plage den bedrängten Geist; weicht das Glück auch stets zurück, scheint's dich nie mehr anzulachen: doch wird's Gott wohl machen. 3. Bürden abzunehmen; dazu dient kein Grämen: Gram sei dir verhaßt! Ungeduld macht Bürden, die dir leicht seyn würden, erst zur Felsenlast. Zagend Herz, besieg' den Schmerz! Drückt die Bürde gleich den Schwachen: doch wird's Gott wohl machen. 4. Du führst Christi Namen; treu ihm nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert und 3 der 5. Sie wandeln dort auf höhrer Bahn, fie blüh'n in neuer Jugend; wie frei ist nun ihr Geist von Wahn, wie lauter ihre Zugend! Drückt uns auch mancher heiße Tag; sie gingen vor, wir kommen nach. Wir wollen nicht verzagen! 6. Das Leid, das schmerzlich uns zerreißt, veredelt die Gefühle; es stärkt und läutert unsern Geist, und führt Pflichten gegen uns selbst. 366 der Himmel bricht! Der steht fest, wer Gott nicht läßt. Laß rings um dich Wetter krachen: doch wird's Gott wohl machen. 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seines Kampfs empfängt. Nur nicht selbst verschuldet, und dann froh erduldet, was dein Gott verhängt! Steh' als Held vor aller Welt! Mag sie deiner Hoff nung lachen: doch wird's Gott wohl machen. 6. Dabei soll es bleiben! Nie will ich mich sträuben, Gott getreu zu seyn. Stets im Tod und Leben, bleib' ich ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sei stets mein Ziel! Er weiß, alle meine Sachen ewig wohl zu machen. 2. Wird die Hülfe gleich verschoben, sieht er doch mein Leid von oben. Hilft Gott nicht zu jeder Frist; hilft er doch, wann's nothig ist. harre still; er gibt, wann und wie er will. 3. Pflegen Väter stets zu geben, wornach ihre Kinder streben? Weis ist Gott, ich 4. Kann ich, ist die Noth am größten, mich doch naher Hülfe trösten: er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 7. Werd' ich gleich verfolgt vom Neide; leb' mit Bösen ich im Streite; folgt mir Spott und Lästrung nach: Gott tilgt alle Noth und Schmach. 8. Will mich auch die Welt vertreiben, muß mir In eigener Melodie. 468 Soll es gleich doch der Himmel bleiben. bisweilen scheinen, als verließ' der Herr die Seinen; auch in Sturm und Finsterniß glaub' ich doch: Er hilft gewiß! Dort folgt Ruhe nach dem Krieg, und die Palme schmückt den Sieg. 9. Ich will gern das Eitle lassen; Fürst und Bettler muß erblassen; Glück verschimmert, und der Tod führt den Dulder aus der Noth. 5. Laß den Feind mir bange machen: Gott, mein Schutz wird für mich wachen! Schwer sei meines Kreuzes Joch: Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Fließt so manche stille Thräne, wenn ich mich nach Ruhe sehne: jede, die mein Auge weint, zählt der treue Menschenfreund. 10. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, fehlt mir keine gute Gabe! Aus der Welt durchs dunkle Grab führt zum Himmel mich dein Stab! In Geduld und Gelassenheit im Leiden. In eigener Melodie. 469 W arum sollt' ich mich denn grämen? Hab' ich doch Christum noch. Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nichts bracht' ich in dieses Leben, da es mir einst allhier ward von Gott gegeben. Nichts nehm' ich mit von der Erde, wann ich sie, nach viel Müh', einst verlassen werde. 3. Gut und Blut, Leib' Seel' und Leben ist nicht mein; Gott allein hat es mir gegeben. Soll ich es ihm wiedergeben, geb' ich's hin, preise ihn, blick aufs beßre Leben. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein: sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird's auch wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt; sollt' ich jetzt nicht auch Etwas tragen? Liebt er mich drum doch nicht minder! Nie zu schwer züchtigt er seine treuen Kinder! 6. Stolz, Haß, Neid und ihre Rotten können mir Nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie 367 ſpotten, laß fie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil' sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, seinem Gott vertrauen. Was sollt' er zu schmerzlich finden? Selbst den Tod hilft ihm Gott freudig überwinden. 8. Kann mich doch der Tod nicht tödten; nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen; endet dieses Lebens Leiden, und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 9. O dann wird an höhern Schäßen Geist und Herz, frei von Schmerz, ewig sich ergößen. Bleibend Gut ist nicht zu finden in der Welt, sie enthält Güter, die verschwinden. 10. Sind nicht dieses Lebens Güter Unbestand, eitler Tand, Lasten der Gemüs ther? Dort, dort sind die edlern Gaben; denn mein Hirt, Christus, wird dort mich ewig laben. 11. Herr, mein Heil, Quell aller Freuden, du bist mein, ich bin dein! Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu Gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem HerQ4 zen 368 Pflichten gegen uns selbst. zen lasse. Laß mich, laß scheinet, wie treulich er es mich hingelangen, wo du meinet. mich und ich dich ewig werd' umfangen. 5. Was Gott thut, das wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem ist 470 W das ist wohl nicht schrecken; weil mich In eigener Melodie. Gott ich mich doch zuletzt mein Gott ergößt mit süßem Trost im Herzen: da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben: so wird Gott mich doch väterlich in seinem Schutz erhalten. Drum laß ich ihn nur walten. gethan! Voll Weisheit ist fein Wille. Ihn bete ich in Demuth an, und halt ihm kindlich stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort kann ja nicht trügen; er führet mich auf rechter Bahn zum seligsten Vergnügen. Trost und Geduld gibt seine In eigener Melodie. Huld: er wird mein Unglück 471 Was mein Gott seinen wenden; es Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er wird mich wohl bedenken; wenn ich mir selbst nicht helfen kann, wird er mir Hülfe schenken. Ja seine Treu' ist täglich neu: drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben, der nie mein Unglück wollen kann: ihm will ich mich ergeben in Freud' und Leid. Es kommt die Zeit, da öffentlich erallzeit! Sein Will' ist stets der beste. Zu helfen ist er dem bereit, der an ihn glaubet feste. Der treue Gott hilft in der Noth und züchtiget mit Maßen. Wer ihm vertraut, fest auf ihn baut, den wird er nie verlassen. 2. Er ist mir Trost und Zuversicht, Nuh', Hoffnung, Freude, Leben: drum, was er will, dem will ich nicht unmuthig widerstreben. Sein Wort ist wahr: er hat mein Haar auf meinem Haupt gezählet! Des Höchsten Macht, die für mich wacht, gibt Geduld und Gelassenheit im Leiden. 369 ge Freuden, mein Geist, in deinem Uebungsstand; denn bliebst du frei von allen Leiden, wie würde deine Treu' erkannt? Vollkommne Ruh' und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so fummervoll? Vertraue Gott! Nur ihn erwähle zu deinem Trost: er schüßt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es seyn! Ruf in Gefahren ihn gläubig nur als Helfer an! Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo Nies mand helfen kann, fehlt ihm die Kraft, zu helfen, nicht! Dies stärke deine Zuversicht! 7. gibt mir stets, was mir fehlet. 3. Wann es sein Wille mir gebeut, das Leben zu verlassen: so will ich voll Ergebenheit in seinem Rath mich fassen. Dir, Gott, befehl' ich meine Seel' in meinen legten Stunden; dein Sohn, o Gott, hat Höll' und Tod für mich auch überwunden. Mel. Wer nur den lieben Gott der 472 Was ist mein Le Erde? Ein Wechsel ist's, von Freud' und Leid. Hier stört oft Unruh' und Beschwerde mein Wohl und meine Heiterfeit; hier wohn' ich noch in einer Welt, die kein vollkommnes Glück enthält. 2. Weß soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil; und stehst nach deiner Vatertreu' mir stets mit Rath und Hülfe bei. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet den Muth, daß ich gelassen sie ertrage, und machest endlich Alles gut. Auf Kummer folgt zufriedner Dank, auf Klagen froher Lobgesang. 4. Erwarte nicht beständ' Befiehl dich seiner Vaterpflege; hoff' und vertrau' ihm allezeit! Auch auf dem allerrauhsten Wege fieh fröhlich hin zur Ewigkeit; da wirst du, frei von aller Pein, ganz selig, ganz zufrieden seyn. 8. So laß mich, Gott, stets dahin schauen und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen! Du bist bei mir, dies stärke mich! Wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getrost als Christ! In 370 Pflichten gegen uns selbst. In eigener Melodie. 473 Herr, mein den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen Willen mein, und was du thust, mir theuer seyn! 2. Du, du regierst, bist Mel. In allen meinen Thaten Weisheit, Lieb' und Stärke, 474 Was is, daß ich dich aller deiner Werke. Was zag' ich einen Augenblick? Du bist mein Gott, und willst mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Glück, du wogst mein Leid, und was du schickst, ist Seligkeit. 4. Gefällt es dir: so müsse keine Plage sich zu mir nah'n;, gib mir zufriedne Tage. Allein verwehrt's mein ewig Heil: so bleibe nur dein Trost mein Theil. 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh' nicht meine Schuld; so zag ich nicht. Du gibst Geduld. mir dennoch eine Hülf' erſeh'n. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich seyn? 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein Fleh'n, Harr' Seiner, meine Seele, harr' und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es, und Gott schüßzet, er schüßzet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, eh' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der Alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wär's auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden, die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir ge währet! Gott, du gewährst es Geduld und Gelassenheit im Leiden. 371 es gern. Was dieses Glück Trost und Hülfe fliehen. verleget, wenn's alle Welt Ich weiß, einst bringst du auch schäßet, sei, Herr, mein meinem Blick der Sonne Gott, mir ewig fern! fanftes Licht zurück, das Dunkel tir verhüllet. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr' ich, und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will Mel. In allen meinen Thaten bewahren? Und er, mein 476 Willich, Gott, bewahret mich! Mel. Schon ist der Tag von Gott 475 W enn gleich aus tiefer Mitternacht Gewitter um mich blizzen, so zag' ich nicht: mein Vater wacht, er wacht und wird mich schüßen. Die Güte, die mich werden hieß, die den Bedrängten nie verließ, die wird mich nie verlassen. 2. Sein Auge schaut auf meinen Schmerz, und seine Blicke zählen die Sorgen, die mein armes Herz mit Angst und Kummer quälen. Er sandte mir das Leiden zu, daß nicht mein Herz in stolzer Ruh' des Ewigen vergesſe. 3. Gesegnet sind die Leiden mir, die mich der Welt entziehen, mich lehren, Gott, allein zu dir nach 4. Wie will ich dann, vom Schmerz befreit, Herr, deine Huld erheben; wie freudig dir selbst für das Leid Lob, Preis und Ehre geben! Wohl denen, die dem Herrn vertrau'n, und ihre Hoffnung auf ihn bau'n! Nie werden sie zu Schanden. I o nieden des Lebens Last ermüden, so stärke meinen Geist! Wann mich die Leiden kränfen, so laß mich wohl bedenken: auch das sei gut, was Trübsal heißt! 2. Nicht ewig soll sie währen; oft werden uns're Zähren schnell von dir abgewischt. Und seufzen wir: Wie lange ist meiner Seele bange! so wird mit Trost das Herz erfrischt. 3. Du wendest solche Bürden, die uns erdrücken würden, Gott, gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern Plagen auch auf die Kraft zu tragen, die deine Hand uns selber gab. 4. Dein väterlich Bemühen will deine Kinder ziehen, zu thun, was dir gefällt. Q.6 Du 372 Pflichten gegen den Nächsten.U Du willst die Lüste schwä- der die Welt gegründet; ist chen, den eignen Willen geknüpft, daß besser mir brechen, uns bilden für die seine Welt gefalle! Ginen besfre Welt. Schöpfer haben wir, Ginen Vater Alle; 5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren mit Glauben und Geduld; daß, wenn uns Feinde haffen und Freunde uns verlassen, wir stets vertrauen deiner Huld. 2. Ginen Vater, Einen Gott, der uns Alle liebet, der uns täglich unser Brod, Kraft und Frende giebet; der nicht nur mit Freundlichkeit schaut auf Fürstenthronen, der auch segnet und erfreut, die in Hütten wohnen. 6. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, so wird uns, deinen Erben, des Himmels Wonne nicht entgehn. 7. Zu jenem bessern Leben willst du auch mich erheben; der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird doch mein Geist genesen, er eilt zu seinem Schöpfer hin. 8. D drücke meinem Her zen bei Sorgen, Gram und Schmerzen dies doch auf's tieffte ein: der, den du, Bater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig seyn. Allgemeine Men schenliebe. 5. Brüder, nein, dies Herz soll nie sich vor euch verschließen; immer will ich Sorg' und Müh' liebreich euch versüßen. Alle, Alle leben wir, um uns zu beMel. Schwing' dich auf zu 477 Heilig, heilig ist glücken; und ihr ſeid nur das Band, das die Menschen bindet; ist geknüpft von dessen Hand, theurer mir, wenn euch Leiden drücken. 6. Immer will ich, wie ich 3. Wohl mir! Auch auf mich, sein Kind, blickt er, freundlich nieder. Nah und fern die Menschen sind alle meine Brüder. Froh und herzlich sollen wir uns einander lieben; wohlthun, Elend mildern hier, Keinen je betrüben. 4. Und ich fühlte keinen Schmerz bei des Bruders Leiden? Kalt und fühllos blieb' mein Herz bei des Bruders Freuden? Und es sollt' in meiner Brust Stolz und Haß entbrennen? Könnt ich dann wohl Gott mit Luft meinen Vater nennen? Allgemeine Menschenliebe. 373 ich kann, sie euch helfen tra- entzwei'n? Lieblos uns eingen; kann ich's nicht, euch ander hassen? Uns, zu untrösten dann, trösten, mit frer eignen Pein, Stolz und euch klagen. Dann sollt Neid beherrschen lassen? ihr an meiner Brust euren Wer kein Freund des NächGram verweinen, bis die sten ist, ist fürwahr kein Sonne neue Lust euch in's Mensch, kein Christ. Herz wird scheinen. 5. Was wir auch aus Gottes Hand reichlicher als Andre haben: Ansehn, Reichthum, hoher Stand, Leibeskräfte, Geistesgaben, Alles dies befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 7. O gewiß, dann werdet ihr froh den Vater preisen, und auch Duldern gern mit mir hülfreich euch erweisen; werdet, süßer Trost! auch mich, wann mich Leiden drücken, mitleidsvoll und brüderlich trösten und erquicken. Mel. Jesus meine Zuversicht 478 llen Christen Alle und auch mir hat der Herr dies vorge schrieben: Euren Nächsten sollet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben! Heilig sei uns allezeit, was der Herr uns hier gebeut! 2. Wir sind Bürger Einer Welt, Kinder Eines Vaters, Brüder, die er huldreich All' erhält; Alle Eines Leibes Glieder, die sein weiser Allmachtsruf Alle, sich zu lieben, schuf. 3. Eine sterbliche Natur hat er Allen uns gegeben, und auch Eine Hoffnung Hoffnung auf ein beßres Leben, wenn wir hier in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. nur: 4. Und wir sollten uns 6. Nein, der Gaben Unterschied knüpft das große Band auf Erden, und wohl dem, der sich bemüht, nüßlich, wie er kann, zu werden; sich der Menschheit Dienst zu weih'n, auch im Kleinsten treu zu seyn. 7. Darum gib uns, Gott, ein Herz, voll von wahrer Menschenliebe, das an Andrer Freud' und Schmerz Antheil nehm' und gern das übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie uns dein Sohn erklärt. 8. Diesem großen Menschenfreund laßt uns Alle ähnlich werden, daß wir, hier mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Erden, dort verklärt, auf ewig sein, seiner Lieb' uns ganz erfreun! In eigener Melodie. 479 Menschenfreund, Bil 374 Pflichten gegen den Nächsten. Bilde bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde neig' auch mich zur Güte hin! Unwerth wär' ich, dich zu fennen, liebt' ich meine Brüder nicht; unwerth, mich nach dir zu nennen, wich' ich von der Liebe Pflicht! 2. Wo du, Jesu, Menschen nahtest, folgte Wohlthun deiner Spur; wo du segnend Gutes thatest, in den Hütten, auf der Flur, an dem Lager kranker Brüder, wo du je nur hingeblickt, kehrte Freud' und Hoffnung wieder, und die Menschheit ward erquickt. 3. Menschenfreundlichster von Allen, Keinen hast du je verschmäht. Wer verirrt war und gefallen, wer um Trost zu dir gefleht, hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. 4. Brüder, kommt in Ob er Böses von mir denket: besser will ich seyn, als er. Wenn mir Jemand Gram bereitet, irrt vielleicht nur sein Verstand, und ich reich' ihm, wenn er gleitet, dennoch liebreich meine Hand. 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, reiner Liebe sich zu weih'n! O es schafft so süßen Frieden, wohlzuthun und zu erfreun? Wer nach Dank und Lohn nur ringet, hat schon seinen Lohn dahin; wen das Herz zur Liebe dringet, ärntet dauernden Gewinn. 5. Ob mich auch mein Nächster fränket: Jesus, denk' ich, litt wohl mehr. 7. Zwar der Wehmuth Zahr' entfließet dem, der reiche Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm beut; doch des Segens seiner Güte freut er einst sich, wär's auch spät; endlich, Heil uns! steigt zur Blüthe, was die Liebe ausgesät. Mel. O Gott, du frommer Gott meine Arme; wer da leidet, 480 Gib mir, o Gott, ein Herz, das ruhe Wenn ich mich nicht erbarme, wende sich mein Gott von mir! Ohne Liebe ist kein Leben; liebend nur gleich ich dem Herrn: sein Verschonen, sein Vergeben, o mein Herz, stets üb' es gern! jeden Menschen liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte flieht, und sich um Andrer Glück als um sein Glück bemüht! 2. Seh' ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm Allgemeine Menschenliebe. 375 ihm hülfreich mitzutheilen; allein auf zeitlich Wohlnicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu seyn, und mich verehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein Gottesdienst! Auch unbemerkt von ihnen, müss' Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen! Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu', das sei dir, Gott, gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund in Kummer Andre stärkt: Nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Gilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam seyn, der Mel. Wer nur den lieben Gott Brüder Zwist zu schlichten. 481 Ve ereinigt laßt Aus Schmähsucht kränke nie mein Mund des Nächsten Ruh'; er rühme sein Verdienst, deck' seine Fehler zu! uns Gutes wirken! O Christen, füget Hand in Hand! Es schlinge sich um unsre Herzeu der Menschenliebe sanftes Band; und jeder liebe Recht und Pflicht, bis einst sein Aug' im Tode bricht! 2. Wir sind ja Eines Vaters Kinder, in jedem Stande vor ihm gleich; sind ohne Unterschied hier Brüder, wir mögen arm seyn, oder reich. In Eintracht sollen wir 6. Die Nach' ist dein, o Gott, du sprichst: Ich will vergelten. Drum laß mich stille seyn, wenn Menschen auf mich schelten! Sib, daß ich dem verzeih', der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht! 7. Doch laß mich nicht ergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen! Noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun, noch mehr sein Seelenheil mir angelegen seyn! 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestärken, den, der noch sicher ist bei seines Fleisches Werfen, von der verkehrten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih' mir Kraft und segne mein Bemühn! 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe durch deine Lieb' und Furcht zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen seyn! 376 Pflichten gegen den Nächsten. wir uns freun, einander und handelt ganz dawider. Hülf' und Beistand seyn. Gott ist die Lieb' und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Men schenwohl auch unser Herz! und leidet irgendwo ein Armer, gemildert sei durch uns sein Schmerz. Sein heitrer, dankerfüllter Blick erhöhet unser eignes Glück. 4. Wonne, Menschen glücklich machen! O Wonne, Menschen glücklich sehn! Durch sie wird Gottes schöne Erde dem Herzen noch einmal so schön. Ja, eine freudenreichre Pflicht, als Men schenliebe, gibt es nicht. 5. Erscheint des Todes ernste Stunde dir, Menschenfreund, so naht mit ihr ein Engel Gottes und verkündigt den Lohn der Menschenliebe dir. Des Grabes Nacht wird dir erhellt; du sä'test für die beßre Welt. 6. Ja, Christen, wer sein Herz hienieden der wahren Menschenliebe weiht, der streut zu einer reichen Aernte den Samen für die Ewigfeit. Olaßt uns diesen Samen streun! O laßt uns Menschenfreunde seyn! 482( 4) Mel. Auf, Christenmensch o Jemand ſpricht: Ich liebe Gott! und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder: drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Ein Heil ist unser Aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, hab' ich dies mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeih'n, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, dem Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt' ich's dir erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch seyn, und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Gin unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, Gerechtigkeit und Billigkeit. 377 Gott, durch deinen Geist Wort verspricht mir dies, ein Herz, das dich durch froh jener Welt entgegen. Liebe preist! 8. Da wirst du dann, mein Vater, mir das Glück des Himmels geben; ich werd' erfreut, belohnt von dir, im Reich der Deinen Mitfreude und Mitleid. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 482( 6) liebender, leben. du schufst mein Herz, bei meines Nächsten Freuden mich mit zu freu'n, und fühlt er Schmerz, dann auch mit ihm zu leiden. Gerechtigkeit und Billigkeit. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2. Dlaß mich dieſe heil'ge 483 Du liebst, o Gott, nie Augen seßen, und auch an dem Geringsten nicht gering sein Wohlseyn schäßen. Gerechtigkeit, und strafest den, der sie entweiht, am Nächsten Unrecht übet. Du bist's, der Jedem seinen Lohn, ohn' alles Ansehn der Person, nach seinen Werken giebet. 3. Nie reize mich des Nächsten Glück zur Mißgunst und zum Neide; nie Andrer widriges Geschick zur niedrer Schadenfreude! 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken! Nie komm' es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht, um Gewinn, des Nächsten Recht zu fränken! 4. Hilf mir vielmehr, in Andrer Wohl, o Gott, mein eignes finden, und, wenn ich kann, auch, wie ich soll, gern ihre Wohlfahrt gründen! 5. Laß mich auch selber meinem Feind des Mitleids Thräne weihen, und ihn, wenn er im Unglück weint, mit Hülfe gern erfreuen! 6. Gott, welch ein seliger Gewinn ist dann schon mein auf Erden, wenn ich an liebevollem Sinn dir lerne ähnlich werden! 7. Dein Beifall ist mir dann gewiß und unter deinem Segen geh' ich, dein 3. Pflanz' Redlichkeit in meine Brust, und laß mich stets, mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht und Andre kränkt, wie kann das Brüder lieben? 4. Nie seufze Jemand über mich! Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht 378 Pflichten gegen den Nächsten. Recht verlangen kann, und Jedermann, Jedem geben, immerfort mit Jedermann Jedem lassen, was er hat und in Einigkeit zu leben! fordern kann. Lieber will ich Unrecht leiden, als begehen, und mit Freuden lieber niedrig seyn und bloß, als durch Unrecht reich und groß. 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit Jeglichem so umzugehn, wie ich's von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch Druck und Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere! 4. Würden der Bedrängten Zähren, würden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren, und erschweren mein Gericht? Würd' ich nicht einst zittern müssen? Würde nicht selbst mein Gewissen mir mit Angst und Schrecken dräun, und ihr erster Rächer seyn! 5. Eines Unterdrückten Thränen, o, wie furchtbar sind nicht die! Eh' es Ungerechte wähnen, trifft, Herr, deine Strafe sie. Und wenn du nicht eilen solltest, wenn du, Richter, säumen wolltest, harrt gewiß dem Bösewicht einst ein schreckliches Gericht. 6. Nein, ich will gerecht und billig selbst auch gegen Feinde seyn; Keinen drücken, vielmehr willig dem Beleidiger verzeih'n. Hab' ich macht, ich will sie nüßen, den Bedrängten zu beschüzen; eilen, wo Verlass'ne flehn, ihnen liebreich beizustehn. 7. Schüßen will ich meine Rechte, aber sanft und mit Geduld. Wir sind alle deine Knechte; und wie groß ist. dei6. Herr, mit dem Maaß, womit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit und lasse mich zu feiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen! Mel. Alle Menschen müssen sterb. [ ller meiner 484) Aller Brüder Rechte laß mir, Gott, stets heilig seyn; Wenn ich sie zu fränken dächte, ihres Kummers mich zu freun, über sie mich zu erheben, oder mir allein zu leben; dann verlegt' ich meine Pflicht, ehrte deinen Willen nicht. 2. Könnt' ich, taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigensinn oder Neid und Geiz versagen, was ich ihnen schuldig bin; könnt' ich ohne Treu' und Glauben Andern Gut und Ehre rauben; welchen Haß verdient ich nicht, welch ein schreckliches Gericht! 3. Nein, ich will das Unrecht haffen, Recht erzeigen Gerechtigkeit und Billigkeit. deine Huld! Du vergibst mir meine Schulden; sollt' ich denn kein Unrecht dulden, nicht gelind seyn, mich nicht freun, wie du, Vater, zu verzeihn? 379 dulden, als dessen Gram verschulden, für den sein Unglück spricht! Zur Schonung mich zu neigen, und Billigkeit zu zeigen, das fordert meine Christenpflicht. 8. Hilf mir immer richtig wandeln, und, von allem Unrecht fern, billig, schonend, liebreich handeln, ähnlich Jesu, meinem Herrn! Du, der Richter aller Welten, wirst mir Alles einst vergelten, was ich meinen Brüdern that, wenn dein großer Tag sich naht! 5. Auf seine Rechte dringen, gewaltsam stie erzwingen, und keine Härte scheun; sich nicht der Noth des Armen und Dürftigen erbarmen, heißt: schändlich alles Recht entweihn. 6. Wenn du mit deinen Knechten, o Höchster, wollteſt rechten, wer könnte dann bestehn? Doch wirst du streng die richten, die, troallen Pflichten der Bil484 N Weisheits- ligkeit, aufs Necht nur ſehn. Mel. In allen meinen Thyten ( b) 7. Daß ich einst Gnade finde, laß mich, o Gott, gelinde, mild und barmherzig seyn, mein Recht nicht übertreiben, und immer billig bleiben, von aller Streng' und Härte rein! lehren darf ich nicht stets begehren, was vor dem Nichter gilt; nicht immer darauf dringen, den durch Gewalt zu zwingen, der meine For: drung nicht erfüllt. 2. Oft mangelt's ihm an Kräften, an Fortgang in Geschäften, bei aller ThätigMel. Gott des Himmels und keit; und bei dem besten 484( c) Richte nicht harter Willen kann er oft erfüllen, was ihm Gesetz und Pflicht gebeut. 3. Wie sollt' ich es denn wagen, dem Nachsicht zu versagen, der nicht mit Vorsatz fehlt, und, taub bei seinem Flehen, es ohne Rührung sehen, wie sehr ihn meine Strenge quält? 2. Siehst du stets die tiefern Gründe von des Näch4. Nein, lieber will ich sten Handlung ein? Ist auch, Strenge, wenn du Andre fehlen siehst! Groß ist auch der Fehler Menge, die du selber noch nicht fliehst. Sei bedachtsam, richte nicht! Schonung ist des Christen Pflicht. 380 Pflichten gegen den Nächsten. auch, was du tadelst, Sünde? sten Leiden gleich als Strafe oder trüget dich der Schein? Urtheilst du gewissenhaft? oder reizt dich Leidenschaft? 3. Hast du auch in seiner Jugend stets den Blick ihm zugewandt? Und die Feinde feiner Tugend, sind sie alle dir bekannt? Ach, was rechnest du ihm zu, daß er Mensch ist, so wie du? 4. Oft vollbringt er nur im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt; fehlt auch oft mit Widerwillen, oft nur, weil ihn Irrthum treibt; zeigt nicht Klugheit bei der Pflicht, aber Bosheit übt er nicht. 5. Christ, vergiß nicht, zu bedenken, was dein Nächster fordern kann! Ach, wie würd' es dich nicht kränken, griff' er deine Ehre an! Deiner schont ja auch der Herr; zeig' dich nachsichtsvoll, wie er! 6. Selbst bei wirklichem Vergehen meide mit Bescheidenheit alles unbefugte Schmähen, Härte, Spott und Bitterfeit! Menschenfreundlich decke du deines Nächsten Fehler zu. 7. Mit dem reinsten Herzen biete ihm die Hand zu seinem Glück! Bringe, wenn du kannst, voll Güte, aus der Irre ihn zurück! Hüte selbst dich, wenn du stehst, daß du keinen Fall begehst! 8. Siehe nicht des NächGottes an! Gönne dem erlaubte Freuden, der sie noch genießen kann! Nie gib seinen frohen Sinn scheinbarfrommer Schmähsucht hin! 9. Laß die Liebe dich beseelen, die nur ungern Argwohn hegt, und, wenn Andre wirklich fehlen, ihre Fehler sanft erträgt! Mehre niemals ihren Schmerz! Rühre, beßre nur ihr Herz! 10. Gott, der Nichter aller Welten, richtet mit Gerechtigkeit. Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dieser Zeit. Ueberlaß ihm das Gericht! Richte du den Nächsten nicht! Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. Mel. In allen meinen Thaten 485) aller Menschen Vater, du gütigster Berather in Allem, was uns drückt! Was wir hier Gutes haben, sind einzig deine Gaben; du bist's, der unser Herz erquickt. 2. Du läsfest von uns Sündern durch Undank nie dich hindern, uns segnend zu erfreu'n! 3u ew'gen Seligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen seyn. 3. Wie groß ist deine Milde! Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 381 de! Barmherz'ger Vater, die Jesus selbst uns lehret, bilde mein Herz nach deinem und die Gott, den Höchsten, Sinn! Daß ich der Noth ehret! der Armen mich willig mög' erbarmen, nimm alle Härte von mir hin. 2. Speiset die, die Hunger leiden, und die durstig sind, die tränkt; kommt, die Nackenden zu kleiden, tröstet die, die Kummer kränkt; Schwache eilt zu unterstützen, Unterdrückte zu beschüßen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben, und zu euch um Hülfe flehn, Allen eilt, von Gott getrieben, nach Vermögen beizustehn; führt zu unverhofften Freuden die auch, die im Stillen leiden! 4. Gib, daß ich willig gebe; mich, wohlzuthun, bestrebe, so wie mein Heiland that, der göttliche Grbarmer, den kein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Grhalt' in mir die Trie: be der mitleidsvollen Liebe! Wie du mir Gut's gethan, so laß um deinetwillen mich Andrer Nothdurft stillen, so oft ich sie nur stillen kann! 6. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken: vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt! 7. Laß mich hier reichlich fäen; denn das, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier den Nächsten liebet und sich im Wohlthun übet, der ärntet dort die Seligkeit. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 485 W ohlzuthun und mitzutheilen, Christen, das vergeffet nicht! Den Bedrängten zuzueilen, Armen beizustehn, ist Pflicht; Pflicht, 4. Liebe sei dir keine Bürde, keine Last, beglückter Christ! Hoheit ist es, Ruhm und Würde, wenn du mild und hülfreich bist! Welch ein Ruhm für den Erlösten, arme Brüder Christi trösten! 5. O wie lohnt's mit süßen Freuden, der Verlaßnen Helfer seyn; sehn, wie sie in ihren Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreun! Ein betrübtes Herz erquicken, schaffet himmliches Entzücken! 6. Heil und Glück auf unsern Wegen, innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen folgen auf Barmherzigkeit! Was ist Mühe, was Beschwerden, wenn sie so belohnet werden! 7. Laßt uns len, unfre Gaben, weil es Zeit ist, auszuz 382 Pflichten gegen den Nächsten. zustreun! Was wir hier sie beschirmt, mit Härt' und gefäet haben, ärnten wir dort reichlich ein. Seid barmherzig; helft den Armen! Gott wird euer sich erbarmen. Vorwurf quälet, und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? Mel. Auf, Christenmensch dieser Erden 6. Wer für der Armen und Zucht mit Rath 486 Water hat und und That nicht wachet; dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben gibt: der hat sie wenig noch geliebt. 7. Zwar du, mein Herz, vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünschest dir die Kraft dazu, und sorgst dafür: so liebest du. sieht den Nächsten leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden: der übertritt die erste Pflicht und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret; sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und Nichts zum Besten kehret, nicht dem Verleumder widerspricht: der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost, mit Schutz den Nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nüzet; nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. Mel. O Gott, du frommer Gott 4. Wer harret, bis, ihn 487( a) ie felig lebt anzuflehn, ein Dürft'ger erst erscheinet; nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgenen weinet; nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. 5. Wer Andere, wenn er 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben! Denk' oft: Gott ist die Lieb' und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster, was ich hab', ist dein; sollt' ich, wie du, nicht gütig seyn? der Dienstbegierde kennet, und, Andern wohlzuthun, aus Menschenliebe brennet; der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Amt schon in sich selber find't! 2. Dir Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 383 tigkeit; er steht auf seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. 7. So laß mich auch gesinnt, mein Gott, durch Christum werden! Voll regen Eifers sei mein Leben hier auf Erden, so nüßlich, als ich kann, dem Nächsten stets zu seyn; dann geh' ich einst, o Gott, in's Reich der Liebe ein. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienstbeflissenheit sucht er dies zu erreichen. Er hält für eignes Wohl sich nicht allein gemacht; er hält sich für die Welt von dir hervorgebracht. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienst und Kräfte; ihr nüßen, ist für mich ein seliges Geschäfte. Mel. Gott des Himmels und Als Glieder schuf uns Gott, 487Sei barmhe als Bürger einer in der des Ginen Hand die Hand des Andern hält. zig, Menschen! Höret, hört das heilige Gebot, das uns Jesus Christus lehret: Seid barmherzig, seid's, wie Gott! Gebt, so wird euch auch gegeben, was euch Noth ist, Heil und Leben. 2. So viel Menschen, so viel Brüder; Ein Gott ist's, der uns erschuf. Wir sind Alle Chrifti Glieder; allgemein ist Gottes Ruf. Seine Sonne läßt er scheinen so den Bösen, wie den Seinen. 4. So denkt der Menschenfreund, und das ist sein Bestreben, so treu, als er sich lebt, zum Wohl der, Welt zu leben. Ihm wird des Nächsten Heil sein eignes Himmelreich; er fühlet fremde Noth, als träf' ihn felbft der Streich. 5. Er eilt, dem, der's bedarf, mit Hülfe beizustehen, sein Ansehn und sein Freund, sein Stand und Wohlergehen sind Mittel, die er braucht, wohlthätig stets zu seyn, und auch den Leidenden gern tröstend zu erfreun. 6. Was Andrer Nothdurft heischt, das reizet seine Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn, zu wahrer Menschenliebe. Nicht Stolz, nicht Eigennut treibt ihn zur Gü3. Gleicht dem Vater im Erbarmen! Seid barmherzig, seid's wie er! Gebt den Dürftigen und Armen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt, auch ungesehen, euern Brüdern beizustehen! 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, ihnen Schuß und Retter seyn, Kummer lindern, Wunden heilen, wohlthun, 384 Pflichten gegen den Nächsten. thun, trösten und erfreun, und den Frieden sucht und und dies thun aus edlem liebt, das statt Rache Triebe, das ist wahre Men- Sanftmuth übt! schenliebe! 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir geben; laß uns nie fühllos seyr, wo Brüder weinen: unser Mitleid tröste ste, daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf' empfahen! Sanftmuth, Friedlich keit und Eintracht. In eigener Melodie. gott, der du 488) ott die Menlaß schen liebest, der du nicht ein strenges Recht, sondern lauter Gnade übest an dem fündigen Geschlecht: mich deinen Geist beleben, daß ich, Vater, als dein Kind, liebreich sei, wie du gesinnt! Herr, du woll'st den Sinn mir geben, der bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit Sanftmuth spricht und schweigt. 2. Laß mich meines Nächsten schonen, ihm erleichtern seine Laft, und so lang ich hier soll wohnen, bleibe Zankfucht mir verhaßt. Denn das ist, o Gott, dein Wille; Fried' und Eintracht liebest du: o so hilf auch mir dazu! Gib ein Herz mir, das die Stille 3. O wie wird das Herz beschweret durch des Zornes Leidenschaft! 3wietracht, Zorn und Haß verzehret selbst des Stärksten Lebenskraft; kürzt den Lauf von unsern Jahren, macht zum Himmel ungeschickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt, ach, du wollest mich bewahren, daß des Jahzorné Raserei nie des Herzens Meister sei! 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, so wie mein Erlöser that; will dem nachsichtsvoll begegnen, der zum Streiten Neigung hat; für die Feinde will ich beten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn du Menschen richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, treten. Gott des Friedens, stärke du mich mit deiner Kraft dazu! 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Gintracht strebt! Höchster, gib mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn, wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals Uebermacht gewinnen: bis einst in der Herrlichkeit ew'ger Friede uns erfreut. Mel. Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht. 385 Mel. Befiehl du deine Wege Gott gebeut. Sie, Herr, 488) Mach frommer stets hoch zu schäßzen, ihr ganz mein Herz zu weih'n, sie nimmer zu verlegen, soll meine Weisheit seyn! streben, mit Allen in der Welt, ist's möglich, friedlich leben, dies ist's, was Gott gefällt. Doch dem nur kann's gelingen, der seinen Nächsten liebt, sich selbst weiß zu bezwingen, Beleidigung vergibt. 2. Nachgebend und gefällig, des Haders größter Feind, zeigt er sich stets gesellig, erhält sich seinen Freund. Er sucht mit Ernst zu meiden, was seine Brüder kränkt, weil er von sich bescheiden, von ihnen rühmlich denkt. 3. So oft sie Zwist erregen, so eilet er, den Streit mit Klugheit beizulegen und stiftet Einigkeit. Der Uebereilung Sünden entrüsten nie sein Herz, er läßt sie Nachsicht finden und hemmt des Unmuths Scherz. 4. Nie spottet er der Brüder, so viel er Wiß besigt; und zürnet nicht gleich wieder, wenn sie ihr Zorn erhigt. Er freut sich ihrer Freuden, troßt und erbittert nicht, und hält sich stets bescheiden, wenn man ihm widerspricht. 5. So Fried' und Eins tracht lieben und nie durch Haß und Streit des Nächsten Tage trüben, ist Pflicht, die 6. Mich selbst zu überwinden, gib Eifer, Muth und Kraft; dann werd' ich froh empfinden, welch Glück die Eintracht schafft. Von aller Noth geschieden, werd'. ich einst selig seyn, und mich im ew'gem Frieden des Lohns der Liebe freu'n! Versöhnlichkeit und Feindesliebe. Mel. Herzliebster Jesu 489 Herr, beine Sanftmuth ist nicht zu ermessen. Wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 2. Du segnetest, die dir, Erlöser, fluchten; du heiltest selbst, die dich zu fangen suchten; du zeigtest stets bei deiner Feinde Toben der Sanftmuth Proben. 3. Ach, glich' ich dir, o Heiland! ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache. 4. Ich muß es wehmuthsvoll, ach Herr, dir klagen: mein stolzes Herz kann noch so wenig tragen; wie schwer n weiß 386 weiß ich, wenn Andere mich haffen, mich recht zu fassen! Pflichten gegen den Nächsten. 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 6. So hilf mir denn die Nachbegier ersticken! Laß sich dein Bild in meine Seele drücken! So werd' ich mich versöhnlich finden lassen, nicht wieder hassen. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen Andre brennen? Ich sollte feindlich Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Bater, zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm fleh'n, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, wer, wie du vergiebet und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß nie die unglücksel'ge Lust der Rache mich strafbar mache! 7. Wenn Brüder sich au mir worin vergehen, so lehre mich ihr Unrecht überund sollten sie mich Mel. Herzliebster Jeju 490 Höhner, der du noch so bitter fränken, an dich nur denken! 7. Flucht mir mein Feind; so gib, daß ich ihn segne, und seinem Grimm mit Freundlichkeit begegne, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. nicht blos Freunde, auch deine Feinde! 8. Verleih' mir das um deiner Sanftmuth willen; so erb' ich auch im Lande deiner Stillen die Seligfeit, wozu sie jenes Leben einst wird erheben. für mich littest, und noch zur Rechten Gottes für mich bittest, erweck' in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe! 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nen, den, der mir flucht, 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegvoll 8. Grwecke dann, o Herr, in meinem Herzen auf's Neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in deinen schweren Leidensstunden für mich empfunden! Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 387 voll Großmuth, wie du, wenn das Gewissen für segnen! Herr, mache gegen meine Unschuld spricht. Alle, die mich haffen, mein Herz gelassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein ganzes Glück verlieren: o Herr, so laß mich, ihr zu wider stehen, auf dich dann sehen! 11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. D'rum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden! Mel. Christus, der ist mein 491) ie will ich wieder fluchen, wenn mir mein Hasser flucht; nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. 2. Ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er, so will ich fegnen, dies ist des Herrn Gebot. 3. Mein Jesus, der Gez rechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. 4. Sollt' ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt? nicht so den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 5. Verleumdung dulden müffen, ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, / 6. Dies will ich treu bewahren: so bessert sich mein Feind, lehrt weiser mich verfahren, indem er's böse meint. 7. Ich will die Fehler meiden, die er von mir erfann; auch die will ich bestreiten, die er nicht wissen kann. 8. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute seh'n und Gutes von ihm sprechen; wie könnt' er länger schmäh'n? 9. Im Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeih'n, und als ein Christ zum Frieden, zu Diensten willig seyn. 10. Wann, mich zu untertreten, ihn Güte mehr erhitzt: so will ich für ihn beten, und Gott vertrau'n. Gott schützt! Mel. Auf Christenmensch) 491( b) erbitt're dir dein Leben nicht, o Christ, durch eigne Rache! Vergeben ist des Menschen Pflicht; vergelten Gottes Sache. Die Sanftmuth, die sein Wort gebeut, liebt Feinde, segnet und erfreut. 2. Wahr ist's, empfindlich ist der Schmerz, Unrecht und Kränkung leiden; und dennoch soll des Christen Herz 3orn, Haß und Rachsucht R 2 mei= 388 Pflichten gegen den Nächsten. meiden, soll nicht sein eigner Richter seyn, vergessen soll er und verzeih'n. 3. So schwer auch diese Pflicht mir scheint, so mußt du sie doch üben; sonst bist du nicht des Heilands Freund, der sie dir vorge: schrieben. Empört dein Herz dawider sich: so sieh auf ihn; besiege dich! 4. Wer hat wohl größern Widerspruch von Sündern hier erduldet, als er, der Herr, der Schmach und Fluch von Andern nie verschuldet? Und dennoch fleht' es langmuthsvoll zum Vater für der Feinde Wohl. 5. Ihm folgen ist dein größter Ruhm! Beleidigern verzeihen, gebietet dir das Christenthum. Dich ihres Falls nicht freuen; den, der dich schmäht, nicht wieder schmähn, gereicht dir selbst zum Wohlergehn. 6. Im Zorne denket Niemand nach, was Gott gefallen sollte; die Nach' vermehret noch die Schmach, die man bestrafen wollte. Kein Schimpf wird ungescheh'n gemacht, wenn wilde Rachbegier erwacht. 7. Die Nachgier reißt der Menschlichkeit Gefühl aus deinem Herzen, zerstört des Geistes Freudigkeit, und straft mit bittern Schmerz zen; sie hindert Danf, Gebet, Bertraun, und raubt den Muth, auf Gott zu baun. 8. Durch Sanftmuth, übe nur die Pflicht! wirst du den Feind besiegen. O raube deiner Seele nicht dies göttliche> Vergnügen; dann wird der Herr auch dir verzeihn, dein Vater und Vergelter seyn! Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. Mel. Alle Menschen müssen 492 Laß mich, Höchstreben, stets der Wahrheit Freund zu seyn! Vor dir müssen Lügner beben und dein heilig Auge scheun; ja vor deinem Angesichte werden sie beschämt zu nichte, weil Verstellung, Trug und List dir, o Gott, ein Abschen ist. 2. Andern zu gefallen lügen, leeren Schwäßern gleich zu seyn, und durch Heuchelei betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit' an allen Orten mich in Werken und in Worten; redlich sei des Herzens Grund, redlich sprech auch stets der Mund! 3. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir, o Gott, ein Gräu'l, und ein unglücksel'ges Leben ist gewiß ihr künftig Theil. Hier schon trifft verdiente Schande fie bei Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 389 bei Redlichen im Lande; nie verleget, weil er an jedem denn ein jeder Menschen- Ort es sich vor Augen setzet: freund ist der Falschheit Gott merkt auf jedes Wort! Ränken Feind. 4. Schmäht mich ohne mein Verschulden der Verleumder Lästermund, Herr, so laß mich's still erdulden; einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sei! 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein eing'ges meiner Worte deinem Ohr verborgen ist: dies erwecke mein Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte; denn du liebst den Wahrheitsfreund und bist aller Falschheit Feind. Mel. Befiehl du deine Wege 493 W ohl dem, der richtig wandelt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint: nie täuschet und nie schmeichelt, nie doppelzüngig spricht, nie Redlichfeit blos heuchelt, nie Treu' und Glauben bricht! 2. Wohl dem, der Lügen haffet, der, wie die Pflicht gebeut, stets seine Reden faffet, und Spott und Drohn nicht scheut; die Wahrheit 3. Wohl dem, der Gut und Leben, droht ihm Gefahr und List, für Wahrheit hinzugeben, bereit und willig ist! Du, Gott, wirst ihn erhöhen, wenn einst in ihrem Licht die Lügner schamroth stehen, enthüllt durch dein Gericht. 4. Herr, laß drum alles Lügen stets ferne von mir seyn; behüte mich vor Trügen mit gleißnerischem Schein! Erinnre mein Gewissen: du hasfest Heuchelei, damit ich stets beslissen der Treu' und Wahrheit ſei! 5. Laß niemals mich versprechen, was ich nicht halten kann, mich nie Zusagen brechen, die ich einmal gethan; nie Leichtsinn mich verleiten und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was Schmähsucht nur erdacht! ten auch deiner Weisheit 6. Doch laß zu allen ZeiLicht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb und wisse: wann ich für Andrer Wohl, wann für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll! 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Nath gelingt, wenn er mit bösen TükR 3 Pflichten gegen den Nächsten.indo Mensch zu groß, für Weltgewinn zu lügen. 4. Wir sind nicht blos für diese Zeit Gefährten, Freund' und Brüder; im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Drum auf! bis Herz und Auge bricht, entweihet Recht und Treue nicht; hinweg mit Trug und Lügen! 5. Es winde sich der Treue Band um jedes Reich der Erde; die Treue schüße jedes Land, und wohn' an jedem Heerde; o Menschen, Brüder, brechet nicht, was Wort und Hand und Schwur verspricht! Hinweg mit jeder Lüge! 6. Hinauf, hinauf zur Ewigkeit, o blickt gen Himmel, Brüder! Im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Der Weg der Pflicht, der Wahrheit Bahn leit' uns zum schönen Ziel hinan, und fern sei Lüg' und Laster! 390 Tücken in Kümmerniß mich bringt: so stärke meine Seele, daß sie nicht unterliegt, und Alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt! 8. Ein Herz voll Treu' und Glauben, das, Gott, zu dir fich hält, das soll mir Niemand rauben! So kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: ich werde als dein Kind, dich mit den Frommen sehen, die reines Herzens sind. 494 Mel. Allein Gott in der Höh blickt hinauf zur Ewigkeit, empor vom Staube, Brüder! Was unsre Sinne nur erfreut, vergeht und kommt nicht wieder. Die Tugend blühet ewig schön; drum laßt des Lebens Pfad uns gehn, geleitet von der Tugend. 2. D, was sind Schäße, was ist Geld? Und wären's Millionen. Was sind die Reiche dieser Welt? Was aller Reiche Kronen? Wer gäbe für der Welt Gewinn des Herzens innern Frieden 495 wir erscheinen, Mel. Werde munter, mein b wie hin? Hinweg mit Trug und Lügen! ob wir reden recht und wahr, 3. Ach! Alles, was die wie wir denken, wie wir's Welt verleiht, enteilt, als meinen, ist dir, Höchster, hätt' es Flügel, ein enger offenbar. Heilig, liebevoll Sarg, ein Todtenkleid und und rein soll des Menschen ein bemooster Hügel ist hier Innres seyn, und du wägst des Menschen letztes Loos; an jedem Orte jedes Menführwahr! drum ist der schen Herz und Worte. 2. Herr, Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 391 2. Herr, du gabeft uns die Sprache; was uns deine Huld verleiht, werde dir, der guten Sache und dem Menschenwohl geweiht! Unser Ja und unser Nein möge fest und redlich seyn! Wir find deines Reiches Glieder, deine Kinder, wir sind Brüder. ster Ruhm unter meinen Brüdern, und mein liebstes Eigenthum sei der Ruf des Biedern. Wer nach eiteln Schäßen ringt, ringt nach Sorg' und Plage; aber Redlichkeit nur bringt Muth und frohe Tage. Mel. Schwing' dich auf zu edlichkeit! mit 496 auf der Erde wandeln; redlich seyn mit Herz und Mund, nach Gewissen handeln; sonder Trug und Heuchelei, Recht und Wahrheit lieben, und entfernt von Menschenscheu, Recht und Wahrheit üben: 2. Dieser schönen Tugendpflicht sei mein Herz ergeben! Redlich, bis mein Auge bricht, redlich will ich leben, redlich, wenn die Welt mich sieht, redlich ohne Zeugen. Kann, was auch dem Tag entflieht, Gott die Nacht verschweigen? 3. Finsterniß ist ihm, wie Licht, Mitternacht, wie Morgen. Oft bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott verborgen. Was ich denk' und thu', erſpäht er im hellsten Lichte; und kein Lügengeist entgeht seinem Strafgerichte. 4. Meines Namens höch5. Zwar sucht mancher Bösewicht, Redliche zu drükken, weil ihr Freimuth straft und nicht schweigt zu seinen aus der WeTücken. Aber dieses rückt sie gen, ihnen wird, das wissen sie, dennoch Gottes Segen. 6. Menschenvater, Geld und Gut will ich gern verschmerzen; aber einen frohen Muth, Redlichkeit im Herzen, Redlichkeit in Wort und That und ein rein Gewissen laß mich auf dem Lebenspfad nie, o nie vermissen! 7. Ich will redlich seyn, bis ich hier vollendet habe! Gute Menschen segnen mich dann noch einst im Grabe. In ihr Herz geschrieben bleibt meine Tugend immer; und wann auch mein Leib zerstäubt, stirbt mein Name nimmer. Gutes Beispiel. Mel. Gott Vater, an Erbarmen on dir, der meine Freuden schuf, ist auch mein heiliger R 4 Be= 497 Vo Pflichten gegen den Nächsten. 392 Beruf, im Herzen und im Wandel rein, und nüßlich in der Welt zu seyn. Wer diese große Pflicht nicht ehrt, ist keiner wahren Freude werth. 2. Es war, o Vater, deine Hand, die mit den Menschen mich verband. Ich follte redlich mich bemüh'n, auch sie zum Guten hinzuBescheidenheit. Mel. Wer nur den lieben Gott ziehn; und leuchtet ihnen 498 Non dir in dieſe mir deine Liebe nicht. 3. Wie groß ist jedes Beispiels Macht! O würd' es stets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es wirkt und täglich mehr und mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! 4. O wehe dem, der sorglos bleibt und kühn des Lasters Werke treibt, den nicht der Blick der Unschuld schreckt und aus des Lasters Taumel weckt; der selbst die Schwachen gern berückt und listig in sein Netz verstrickt! 5. Wie trostlos wird er einst sich sehn, wenn um ihn die Verführten stehn, und wenn nun Jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, o Nichter, ihn verklagt, und dann sein frecher Geist verzagt! 6. Fern sei so schwere Schuld von mir! Ja, Vater, ich gelob' es dir! Mein Beispiel reize jederzeit zur Tugend nur und Frömmigkeit! Gib selbst, o Gott, gib mir die Kraft zu dem, was Heil und Segen schafft. stehn, Vater, alle Menschen hier auf niedern und auf höhern Stufen, und, was sie haben, kommt von dir; du machest arm, du machest reich: doch vor dir sind wir Alle gleich. 2. Nicht Jeder hat, was Andre haben, und das ist Güte; denn du gibst dem diese, jenem andre Gaben, weil du, als Vater, Alle liebst; es sollen Alle glücklich seyn und Jeder sich des Andern freun. 3. Beglücken und selbst glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Darum ist dieser hier auf Erden gering und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Verstand und jener braucht, was der erfand. 4. Wer hat mich Andern vorgezogen? Wer wieder andre Menschen mir? Du, Gott, durch freie Huld bewogen; denn alles Gute kommt Glückseligkeit wahrer Christen. 393 kommt von dir. Ich gab arm, wie hülflos wär' ich dir Nichts zuvor, und ich dann! bin Alles, was ich bin, durch dich. 7. Wer eitler Ehre gern entbehret, und Tugend an Geringen gern erkennt und scházet, der verehret der Niedern und der Hohen Herrn! Wohl ihm! Denn mit 3ufriedenheit lohnt Demuth und Bescheidenheit. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden und fern von allem Stolze seyn; ich den, der mehr empfing, beneiden, mit ihm mich seines Glücks nicht freun? Wär' ich wohl, hätt' ich mehr als er, auch besser dann und seliger? 6. Nein, gerne will ich Andre ehren: wie arm, wie niedrig sie auch sei'n. Sie können meiner nicht entbehren; ich kann mich ohne sie nicht freu'n. Nähm' Keiner meines Glücks sich an: wie mein Ruhm! Glückseligkeit wahrer Christen. Mel. Wie groß ist des Allmächt 499 Entfernet euch, unsel'ge Spötter! Ihr zittert, wo der Fromme glaubt; mein Herz hat einen Gott zum Retter, und eine Hoffnung, die Nichts raubt. Ich sehe meinen Heiland leben; ich weiß, daß ich nicht sterben kann; weiß, mit verklärtem Leib umgeben, schau' ich ihn einst im Himmel an. 8. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend Reiz, Liebenswürdigkeit und Werth; gibt Würd' und Hoheit jeder Tugend, die eitlen Schimmer gern entbehrt. Sie sei, o Gott, mein Eigenthum, vor dir und vor der Welt 2. Was seid ihr, stolze Weltbezwinger, wenn euch die größte Hoffnung fehlt? Dem Höchsten seid ihr viel geringer, als euch der Sklave, den ihr quält. Wie kurze Zeit, mit wie viel Sorgen genießt ihr eurer Ehrsucht Raub! Man rühmt euch heute, haßt euch morgen; ihr waret Götter, und seid Staub. 3. Was sind, Weltmenschen, eure Freuden? Die Wollust, die euch trunken macht? Ein Christ sollt' euer Glück beneiden? Folgt es euch in des Grabes Nacht? Ihr rechnet mit erhißtem Blute des fernen Tages Wollust aus? Die nahe schreckliche Minute tilgt euer Glück auf ewig aus. 4. Ihr seid dahin. Des Christen Größe geht auf, beR 5 fiegt 394 Glückseligkeit wahrer Christen. fiegt die kurze Nacht, am schweiget und mir dein Geist Tage, da Gott eure Blöße bezeuget, daß ich begnadigt zum Abschen aller Augen bin; wenn mich dein Trost macht. Der Tag macht Kö- erquicket, so oft mich Trübnige den Knechten und Bett- sal drücket: wie unschätzbar ler der Monarchen gleich; ist mein Gewinn! der Tag gibt Adel dem Gerechten und macht des Christen Seele reich. 5. Ein Blick in meine Zukunft treibet Verdruß und Angst aus meiner Brust; ein Herz, das nicht auf Erden bleibet, ist sich des Himmels stets bewußt. Kein Unglück fann mich niederschlagen; ich weiß, mein Glück entgeht mir nie: ich darf vor Feinden nicht verzagen; ich weiß, mein Tod entwaffnet sie. 3. Sollt' ich solch ruhig Leben für Lust der Sinne geben, und dann die inn're Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen? Groß würde meine Thorheit seyn! 4. Sein eignes Herz bekämpfen, und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch, wenn wir uns besiegen, welch' seliges Vergnügen gewährt der Pflicht Erfüllung nicht! 6. Du letzte Stunde meines Lebens, die du den Christen heilig bist, ich warte nicht auf dich vergebens; ich thu', was deiner würdig ist. Du lehrst mein Leben mich genießen; du bist mein Lohn aus Gottes Hand. Wie sanft wird sich mein Auge schließen! Mein Geist erblickt sein Vaterland. 5. Nichts fann im Wohlergehen, so unser Glück erhöhen, als ein geruhig Herz; das schaffet inn're Freuden, selbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? Was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? Ein ruhig Mel. In allen meinen Thaten laß, Herr, mich stets genießen; denn hab' ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wann Andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 500 in ruhiges Ge- Herz, dies größte Gut. 7. 3u dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlösten, darf ich mich deiner trösten: welch' Glück, mein Gott, kann größer seyn! 2. Wenn meine Sünde 7. Läst Glückseligkeit wahrer Christen. 395 8. Läßt du mich im Ge- Schein. Gott wird die Unwissen einst diesen Trost ge- schuld retten. nießen, wann Alles von mir weicht; wann ich den Lauf vollendet und sich mein Leben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der künft'gen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, D Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen fund; da wird der Fromme stegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil, ein unverlegt Gewissen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben, sei beslissen. Mit dir, Gott, dein Mel. Schon ist der Tag von Gott welch ein un 501 habares Gut heilig Necht nicht zu ent weih'n: das sei mein größter Eifer! 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre, und immer aufmerksam genug auf ſeine Warnung höre. Erinnerts mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld voll Reu' und Glauben suchen! 7. Mit deiner Gnade tröste mich, und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich, und nie aus Vorsatz fehle. Denn wer nur reines Herzens ist, hat immer dich, durch Jesum Christ, Allwissender, zum Troste. 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärfen, daß Nichts verdammlich an mir sei! ist, Herr, ein gut Gewissen! Wer dieses hat, der hat auch Muth, wann Andre zagen müssen. Sein ruhig. Herz erzittert nicht; ihn schreckt kein Tod und kein Gericht; denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, ruht er in deiner Gnade. Dein Friede wohnt in seiner Brust; und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht er in aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch das Gift der Lästerungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht er weiß davon sich rein, und ganz bezwungen. Genug, flieht auch sorgsam bösen 502 Ver Welt geMel. Schmücke dich, o liebe Seele Geräusch R 6 schie Glückseligkeit wahrer Christen. 396 schieden, schmeck' ich des ErMel. Wer nur den lieben Gott lösers Frieden und die Freuz 503 W Gewissen haHerr, de schon auf Erden, mit dir vereint zu werden. Diese Welt mit ihren Sünden seh' ich unter mir verschwinden, und das Heil von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 2. D was achten weise Christen jenen Reiz von niedern Lüsten, jenen Glanz der eitlen Freuden, und des Lebens kurze Leiden, wenn sie schon im Geist am Throne deiner treuen Streiter Krone und den hohen Lohn erblicken, der sie dort einst wird entzücken? 3. Mag doch Trübsal mich umstürmen; deine Huld wird mich beschirmen. Kurz nur sind des Jammers Pfade: ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich deinen Rath verehren, unter keiner Bürde sinken, und den Kelch in Ruhe trinken. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland voll Geduld ertragen, tausendfaches Leid gelitten, und den schwersten Kampf gestritten. Gib, wann ich ermattet bebe, daß mich deine Kraft belebe! Hilf mir wachen, kämpfen, sie: gen! Friede lohnet nach den Kriegen. be, so hab' ich große Seligkeit: es ist des Himmels beste Gabe, daß höchste Glück in dieser Zeit: in Freud' und Leiden gibt es hier die wahre Ruh' der Seele mir. 2. Ich bebe nicht, wann Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag ich's, vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 4. Mit Muth trag' ich des Lebens Leiden; sie sind ein herber Augenblick; doch des Gewissens inn're Freuden sind süßer, als der Erde Glück: und was kann höhern Trost verleih'n, als ohne Schuld in Leiden seyn: 5. Die Freudigkeit in meinem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht; sie ist mein Labsal in den Schmerzen, und in der Finsterniß mein Licht. Sie macht getrost, wann eine Welt erzittert und in Trümmern fällt. 6. Der Glückseligkeit wahrer Christen. 397 6. Der bangen Todes- unter Adams Kinder verz furcht entwöhnet, eil' ich der breitet, sie erleuchtet, und legten Stunde zu; dem Lei- die Sünder durch Thaten be, der nach Rast sich seh- reizt, mit einem bessern Lenet, zeigt sich im Grabe sanf- ben dich zu erheben; te Ruh, indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch ein'ge Sünde, mein Heiland gibt mir Trost und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut: er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 4. Wer, was er glaubt, gewissenhaft auch übet, die Menschen all' als seine Brüder liebet, nicht lästert, sie nicht fränft, nicht stolz sich blähet, und keinen schmähet; 5. Wer Sünden hasset, und doch mit den Sündern Mitleiden fühlet, und an deinen Kindern die Gottesfurcht und ihre Gaben ehret; hält, was er schwöret; 6. Wer nicht der Brüder Ruhm und Glück beneidet, selbst reich, die Armen speist, die Nackten kleidet, froh, ohne Wucher auch mit milden Gaben, genüßt zu haben; Mel. Herzliebster Jesu wird, o 7. Wer, züchtig in Gedanken, keusch auch lebet; wer seines Werthes sich nie überhebet, Glücke 504 Wen ott, die gütig und beſcheiden, getroſt im Leiden: Wonne der Erlösten nach dieses Lebens furzem Kampfe trösten? Wen schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone? 8. Den, den wird, Gott, die Wonne der Erlösten nach dieses Lebens kurzem Kampfe trösten; den schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone. 2. Wer heilig wird; wer, abgewandt vom Bösen sich von der Sünde Herrschaft läßt erlösen; wer an den Sohn Herrn Mel. Mein ganzer Geist, Gott ihn nennet, ihn frei befen- 505 Wie groß ist uns 3. Wer deine Wahrheit re Seligkeit, o Gott, schon in der Prüfungszeit, selbst unter viel Bez schwer= R 7 8. D Seele! darum sei beslissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! Denn, o was könnt' ich ohne dich? Glückseligkeit wahrer Christen. 398 schwerden, wenn unser Herz sich dir ergibt, und treu in Jesu Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden, warn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden ärntet von der Saat der Leiden! 2. O wie erhaben ist das Recht, das du uns schenkest, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser Vaterland; und wer Mel. Schon ist der Tag von Gott will deiner starken Hand, 506 Wie heiter fließt mein Leben Allmächt'ger, uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen streiten, und zu Zeiten schwach uns finden, hilfft du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, gibst unsern Seelen wahre Ruh', und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erkauftes Eigenthum, und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden, in Beschwerden, unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? 5. Wie glücklich, Gott, find wir alsdann! Wie viel hast du an uns gethan! D laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit; so tragen wir mit Willigkeit. der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen, und im Leben uns dir gänzlich zu ergeben. 4. G8 bleibet zwar der Hohe Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden. Doch wann der Herr vor aller Welt in Majestät Gericht einst hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, als die Seinen, ewig uns mit ihm vereinen. hin und jeder meiner Tage, wenn ich dir, Gott, ergeben bin, der Sündenlust entsage, von jeder bösen Neigung frei, und deiner heil'gen Vorschrift treu, rechtschaffen denk' und handle! 2. Sanft führt dann deine Vatertreu', mich auf des Lebens Wegen; mit jedem Morgen wird sie neu zu reicherm Heil und Segen. Du, dessen Allmacht mich beschüßt, gewährst mir Alles, was mir nützt, lenkst Böses selbst zum Guten. 3. Dich kennt, dich liebt, dir traut mein Herz; wie könnt' ich je verzagen! Ich dulde standhaft jeden Schmerz; du hilfft die Last mir tragen. Verlassen kannst du, Gott, mich nicht; stets warst du meine Zuversicht; du wirst es ewig bleiben. 4. Wenn Glückseligkeit wahrer Christen. 399 4. Wenn deine Gnade ner zu schmücken. Die ir mich erquickt, und Ruh' ins dischen Gaben sind Labsal Herz mir sendet, Gott, ihm nur; drum beut sie ihm wenn dein Friede mich be- süßer die milde Natur. glückt, und keine Reu' mich fränket: wie selig bin ich dann in dir! ahn' fühl' ich dann schon hier des Himmels hohe Freuden! 5. Die Bahn der Tugend und der Pflicht führt hin zum ew'gen Leben! O Gott, mein Gott, ich zweifle nicht, du wirst zu dem Bestreben, sie treu zu wandeln, deine Kraft, die Alles Gute wirkt und schafft, mir Schwachen nicht versagen! 3. Furchtlos und mit sich im Frieden geht er seine 2. Die Natur streut Lust und Wonne Jedem in den Pilgerlauf; aber schöner geht die Sonne für den Freund der Tugend auf. Ihm strahlet von Sternen ein höh'res Entzücken; ihm pflegen die Auen sich schökann ihn ermüden, täuschen ihn kein eitler Wahn. Ihn leitet die Wahrheit durchs Lebensgetümmel; sein Sinn und sein Wandel ist schon in dem Himmel. Ihm folget der Beifall der Edlen, und Ruh' strömt ihm von dem Throne des Ewigen zu. 4. O wer wollte diese Freuden, diese Seligkeit verschmäh'n? Wer nicht selbst im tiefsten Leiden auf der Bahn der Tugend geh'n? Wenn oft auch die Kräfte des Pilgers ermatten; bald laben ihn wieder sanft fühlende Schatten. Drum muthig, ihr Christen! Das Ziel ist nicht fern. Uns winket ein Vorbild; o folget dem Herrn! Mel. Eins ist Noth, ach 507 Qieblich sind der Tugend Pfade, Heil des Himmels ist ihr Ziel. Hier empfind' ich Gottes Gnade und der hohen Freuden viel. Was hilft es mir, wenn ich auch Welten gewinne? Vergänglich ist jedes Vergnügen der Sinne. Nur Freuden der Tugend mir nicht; sie Mel. Der unsre Menschheit bleiben, wenn Alles auch 508 M meines Lebens wanket und bricht. Ruh' und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit Nichts meiner Seele raube! Tief präg' es meinem Herzen ein, welch Glück Glückseligkeit wahrer Christen. 400 Glück es sey, ein Christ zu seyn. 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Zum Staube kehr' zurück der Staub; mein Geist wird nicht des Todes Raub, du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöser bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Chrift; mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerz zen dieses Lebens. Ich duls de, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: Ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Theil mir zu: hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Ruh'. 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit mit Nuh' entgegen schaue? Bald ruft der Herr, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der Sünden schimpflich Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht; und wenn ich gleich hienieden nicht ganz frei von Fehlern werde, so ist mein Trost: Gott hat Geduld und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, der du mich, Mittler, aus der Angst, die ich verdient, gerissen! Dir, dir verdank' ich meine Ruh', du heilest meine Wunden zu;. du stillest mein Gewissen; und fall' ich noch in meinem Lauf: so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott! Ich bin ein Christ, und seine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs' in meiner Heiligung; ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 8. Dank sei dir, Jesu, Dank und Ruhm! Mich lehrt dein Evangelium fest glauben, hoffen, lieben! Es macht mich ruhig; es erfreut und führet mich zur Seligkeit: d'rum will ich's willig üben. Hier rühm' ich meines Glaubens mich; für ihn preis' ich dort ewig dich! Mel. Wer nur den lieben Gott 509 D em Wandrer gleich, der auf der Reise das festgesetzte Ziel verfehlt, durch Wüsten irrt, und sich im Kreise von Furcht Glückseligkeit wahrer Christen. 401 Furcht und Hoffnung sor- seiner Brüder Noth, deckt gend quält, lebt auch der er die Blöße nackter Armen, Christ, deß Leitstern nicht theilt mit dem Hungrigen ist Jesu Lehre helles Licht. sein Brod; er schmecket die 2. Er irrt umher auf Zufriedenheit, womit das düsterm Pfade, sucht See- Wohlthun uns erfreut. lenruh' und find't sie nicht; wünscht den Bestz von Gottes Gnade, allein er wandelt ohne Licht; greift nach dem Halm, der ihn verläßt: er zagt, sein Glaube steht nicht fest. 3. Willst du das Glück des Christen kennen, so sammle nur Erfahrung ein. Sie wird die Segnungen dir nennen, die ihn hienieden schon erfreun. Sein Glaube hebet über Zeit und Gräber seine Seligkeit. 4. Betracht' ihn im Besitz der Güter, der Ehr' und Hoheit dieser Welt: das Christenthum ist sein Behüter, daß er durch sie nicht wankt und fällt; kein irdisch Gut ist ihm ein Reiz zur Wollust, Neppigkeit und Geiz. 5. Gerührt durch Mitleid und Erbarmen beim Anblick 6. Wirf einen Blick auf ihn, wann Leiden und Trübsal ihn zu Boden drückt. Mein Vater, spricht er, hat durch Freuden in guten Tagen mich erquickt. Ich kenn' in Leiden Gottes Huld, und trag' die Prüfung mit Geduld. 7. Sieh hin im Kreise der Geschäfte; wie würdig scheint der Christ dir nicht! Gewissenhaft braucht er die Kräfte zur Uebung seiner heil'gen Pflicht. Sein Fleiß, dem Menschenwohl geweiht, erfüllet ihn mit Seligkeit. 8. Schau' auf ihn hin, wann nun das Ende dem Wirkungskreise ihn entreißt. Mein Gott, spricht er, in deine Hände befehl' ich sterbend meinen Geist. Du bist mein Trost auch in der Nacht des Todes. Herr, es ist vollbracht! Dritte 402 Dritte Abtheilung. Lieder über die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Gesinnung und Verhalten des Christen in besondern gesellschaftlichen Verbindungen. Häusliche Gesellschaft. tracht und Zufriedenheit das Haus zum Sig des Segens weiht! Mel, Wer nur den lieben Gott 510 Wide Ghe bei unsern Freuden sich freut Mohl dem, der 4. wenn auch der Nachbar und der Freund; wenn er, an unserm Schmerz und Leiden theilnehmend, tröstend, mit uns weint; die Bruderhand uns willig reicht und Hülf' und Beistand gern erzeigt! 5. Ja, denen, die dich kindlich ehren, o Vater, strömt dein Segen zu. Sie wandeln, folgsam deinen Lehren, und trau'n auf dich und finden Ruh'; fie finden Freude, deren Werth und Daner keine Zeit zerstört. 6. Zwar wird auch oft der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gesandt; oft muß die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue fest verband; oft stört des Grams, des Unfalls Wuth bunde in fester Lieb' und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebensstunde mit Lust und Heiterkeit durchwebt; er blickt mit ruhig frohem Sinn auf seiner Zukunft Tage hin. 2. Wohl dem, dem frommer Kinder Segen den Ehebund noch schöner macht; wenn sie im Herzen Tugend hegen; in ihren Blicken Unschuld lacht; wenn sie der Aeltern Beispiel rührt und auf den Weg zum Heile führt! 3. Wohl denen, deren Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn Jeder treu und unverdrossen das, was er soll, zu leisten strebt, wenn Ein Gesinnung und Verhalten des Christen. 403 Wuth, oft Krankheit ihren Heitern Muth. fehlen, kein Segen der Zufriedenheit. 7. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Vater, eingeschenkt: du wirst, du kannst sie nicht verlassen, du, Gott, der seiner Kinder denkt, und, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden sie zur Wonne bringt. 4. Sie mildert Sorg' und Leiden, versüßt der Erde Freuden, führt Menschen Hand in Hand, im fest vereinten Streben, durch's kurze Pilgerleben, zum Ziel im bessern Vaterland. Der Ehestand. 8. Drum mag des Todes Arm uns trennen: wir werden einst uns wiederseh'n, 512 Vind der The Mel. Wer nur den lieben Gott on dir, Gott, vor Gottes Thron die Unsern kennen, mit ihnen dankend vor ihm stehn, da, wo nicht Tennung und nicht Tod den Neuvereinten ferner droht. Freuden, du, der du Mann und Weib erschusst, und sie im Glück, so wie im Leiden zu großer Pflichten Uebung rufft! Uns diesen Pflichten ganz zu weih'n, laß unsers Mel. In allen meinen Thaten 511 felig, wer zu Bundes Endzweck seyn. frieden mit dem, was Gott beschieden, den Weg durchs Leben geht, von Herzen ihm vertrauet, und fest auf das nur bauet, was mit der Frömmigkeit besteht! 2. O selig, wenn die Herzen, gefaßt auf Freud' und Schmerzen, vereint durch Einen Sinn, sich liebend hier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig dauernden Gewinn! 3. Es wohnet schon hienieden des Himmels hoher Frieden bei stiller Häuslichfeit. Der Liebe reiner Seelen kann keine Freude 2. Erhalt' uns stets auf deinen Wegen, nimm gnädig unsers Thuns dich an! Laß Wohlstand uns und jeden Segen mit Dank aus deiner Hand empfah'n, und fördre unsrer Hände Fleiß, uns, Herr, zum Glück und dir zum Preis! 3. Verleih' uns deines Geistes Triebe; erfülle unser ganzes Herz mit reiner, fester, treuer Liebe in Glück und Unglück, Freud' und Schmerz; mit Liebe, die in Frömmigkeit durch Blick und Wort und That erfreut! 4. Kein Theil verbitt're seine Tage dem andern je durch 404 Gesinnung und Verhalten des Christen durch Ungestüm; und trifft den Einen Last und Plage: so mildre sie der Andre ihm! Das Glück, deß sich der Eine freut, schaff' auch dem Andern Heiterkeit! ein Haus ein rebenreicher Weinstock aus; so blühn auch Eh'genossen. Ringsum umringen ihren Tisch die Kinder fröhlich, munter, frisch, wie junge Frühlings sprossen. Sorgt nicht! Sorgt nicht! Wie viel Beter zählt ihr, Väter, zählt ihr, Mütter! Sorg' und Müh' ist, hier nicht bitter. 5. Laßt uns einander, wo wir fehlen, sanftmüthig nachsehn und verzeihn, und stets, mit dir geweihten SeeIen, im Guten uns zu wachsen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit unsrer Tugend unser Glück. 4. Gott, die du hier verbunden hast, erleichtre ihres Lebens Last; gib, daß kein Segen fehle! Laß nie sie ihren Bund entweihn, laß treu sie, züchtig, friedsam Mel. Mein ganzer Geist 513 seyn, und er Ehestand soll Du, Schöpfer, segtest selbst ihn ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus deiner milden Vaterhand den Frommen Heil entgegen. Vater! Vater! dich erhöhen, die in Ghen dein sich freuen, durch dich blühen und gedeihen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die sein Herz ihm abgewann, die Gott ihm ausersehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die ihm Gott verband, ihm hülfreich beiWohl Bei Trauungen. euch, fromme Gatten! In 514 Gifter heil Mel. Vom Himmel kam der ott, dem Schatten seiner Güte jauchzt mit freudigem Gemüthe! ger Eh', schau' auf dies Paar aus deiner Höh', das vor dir steht, den festen Bund 3. So strecket weit sich um Seele! Lenke, lenke, Geist der Liebe, ihre Triebe weg von Sünden, daß sie häuslich Glück empfinden! 5. O leite fie von Ueppigkeit auf Freuden, die man nie bereut, auf Freuden ächter Tugend, damit auch einst ihr Alter frei von drückenden Beschwerden sei, und heiter, wie die Jugend! Segne, segne, o du Bater und Berather frommer Ehen, alle sie, die auf dich sehen! in besonderen Verbindungen. Bund hier vor dir schließt mit Herz und Mund! 2. Mit Gnade schau' auf fie herab, daß fie zusammen Mel. Mein ganzer Geist, Gott bis ins Grab verträglich, 515 Von dir, du Gott freundlich, vor Einigkeit, ward einst der Ehe Bund geweiht; o weih' auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht entschlossen steh'n, den Schwur der Pflicht vereinigt abzulegen! Laß sie, Vater, dir ergeben, einig leben, treu sich lieben, treu die Pflicht der Christen üben! 2. D du, der du so gern beglückst, so liebreich zu uns niederblickst auf allen unsern Wegen, Herr, laß sie stets sich deiner freu'n; gib auch zu ihrem Thun Gedeih'n, und ihr Beruf sei Segen! Laß sie, Vater, dir ergeben, glücklich leben, freudig sterben und vereint den Himmel erben! Allem gottesfürchtig sind. 3. Laß sie einander inniglich stets lieben, doch nie mehr, als dich; von Untreu' auch im Herzen rein, und keusch in Wort und Werken seyn! 4. Zusammen laß sie dir vertraun, zusammen ihre Seel' erbau'n; zusammen deinen Ruhm erhöh'n und deinen Segen sich erfleh'n! 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, das laß sie thun mit Freudigkeit, und so geling' ihr frommer Fleiß zu ihrem Wohl und deinem Preis! 6. Empfinden und erfahren sie des Erdenlebens Last und Müh', so trage jeder gern sein Theil zu seines Gatten Trost und Heil! 405 haft sich hier geliebt, einander ewig wieder gibt. Nach der Trauung. Mel. Mein Gott, das Herz Zucht Gedeih'n, daß an den 516 Geht hin! Der der Pfändern ihrer Eh' ihr Herz nie Gram und Jammer seh'! 8. Wenn dein Rath ihnen Trübsal schickt, laß sie darin nicht unerquickt; gib heit're Tage nach dem Leid, und segn' es für die Ewigkeit! 9. Und trennet einst auch fie der Tod, so sei ihr Trost: daß unser Gott, die tugend7. Willst du durch Kinder sie erfreu'n, so gib zu ihrer nigkeit hat euern Wunsch erhört! Geht hin und macht durch Frömmigkeit euch seines Segens werth! 2. Ihm heiliget Beruf und Stand! Ihm heiligt euer Herz, und folgt der Leitung seiner Hand durch Freude und durch Schmerz. 3. Euch 406 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Euch nehme, schließt Mütter, Pfleger, Lehrer, nach seinem Nath ihr einst Fürsten und die Obrigkeit den Pilgerlauf, er, der euch mit vereinter Sorgfalt wahier vereinigt hat, in seinen chen, unsre Jugend fromm Himmel auf. zu machen; sie durch Lehr' und Beispiel zieh'n, selber Sünd' und Laster flieh'n! 5. Pflanz' in aller Kinder Herzen weisen, frommen Tugendsinn, daß sie nicht ihr Aelternpflicht. Mel. Alle Menschen müssen sterb. 517 enschen weis' ziehen, die zum Leben Gott erschuf: welch ein wichtiges Bemühen, welch ein seliger Beruf! Gott zum Ruhm, der Welt zum Segen, ihres eig'nen Heiles wegen, Kinder weis' und gut erzieh'n: welch ein wichtiges Bemüh'n! 2. Wächst der Mensch in früher Jugend roh und ohne Zucht heran, ohn' Erkenntniß, ohne Tugend: kann er dann des Lebens Bahn würdig, mit Vernunft betreten? würdig dich, o Gott, anbeten? seinem Nächsten nüßlich seyn? deiner Liebe sich erfreu'n? 3. Jeder, dem du hier auf Grden Kinder gnädig anvertraut, sorge, daß sie weise werden, daß er ihre Wohlfahrt baut; lehre früh sie Tugend lieben, und das Gute willig üben! Dieſe Pflicht ist ernst und groß; Nichts, Trägheit, Eigensinn, Aergerniß und Leichtsinn fliehen, und um Unschuld sich bemühen! Führe sie auf ebner Bahn, daß ihr Fuß nicht gleiten kann! gendmehrer! Laß, zu fördern Menschlichkeit, Väter, 6. Dort vor deinem Angesichte werden die Erzieher fteh'n; selig, wenn sie im Gerichte ihre Kinder vor dir seh'n, und dann sagen können: Keinen, Herr, verlor ich von den Meinen; und dann Kinder fleh'n für ste: Gott, vergilt nun ihre Müh'! 7. Menschen weis' und gut erziehen, die dein Wort zum Leben schuf: welch' ein wichtiges Bemühen! welch' ein seliger Beruf! Laß, o Heil'ger, deinen Willen alle Aeltern treu erfüllen, lohne hier schon ihre Müh', lohn', Bergelter, ewig fie! Mel. Wer nur den lieben Gott ihr Neltern, ſpricht euch fos. 518 Hits Ge wichtiges schäfte für Aeltern: Kinder, zu erzieh'n! Gib Segen, Weiss in besonderen Verbindungen. Weisheit, Lust und Kräfte zu jedem redlichen Bemüh'n, wodurch man unter weiser Zucht der Kinder Herz zu bilden sucht! 2. Du rufft die Menschen in das Leben und willst, fie sollen glücklich seyn; haft ihnen auch den Ruf gegeben, sich gern zu Andrer Dienst zu weih'n. Durch Zucht zu beiden führet man sie früh zu weiser Ordnung an. 3. Wohl Aeltern, welche deinen Willen hierin mit Redlichkeit vollzieh'n, und diese Absicht zu erfüllen, sich nach Vermögen treu bemüh'n! Wohl ihnen hier in dieser Zeit und einst in jener Ewigkeit! 4. Sie bau'n das Wohlseyn ihrer Jugend zu deines groBen Namens Preis; fie lehren Weisheit sie und Tugend durch eignen und durch Andrer Fleiß; und um Gedeih'n fleht ihr Gebet zu dir, in dessen Hand es steht. 5. Sie prägen früh den jungen Seelen vor dir die tiefste Ehrfurcht ein. Biel Gutes ihnen zu erzählen und sich mit ihnen fromm zu freu'n, ist guter Väter, Mütter Luft, flößt Tugend in der Kinder Brust. 6. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlichkeit 407 ihre Sorgfalt stets bemüht. Doch, widerstrebt das Kind der Pflicht, schont weise Zucht des Lieblings nicht. 7. O welch ein wonnereicher Segen für Aeltern, Kinder und die Welt, wenn fromme Zucht auf deinen Wegen, o Herr, der Absicht nicht verfehlt! Lust strömt den Aeltern; Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 8. Und für ein Volk, für ganze Staaten, o welch' ein seliger Gewinn, wenn junge Bürger wohl gerathen, erzogen, Herr, nach deinem Sinn! Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried' und Ruh' nimmt dann durch fie auf Erden zu. 9. Ach aber, welche Pest auf Erden bringt nicht versäumte Kinderzucht! Sie häuft den Aeltern selbst Beschwerden, die oft hernach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Lässigkeit vermehren felbst noch dort ihr Leid. 10. Gott, lehr' Neltern dies erwägen; erweck und stärke ihr Bemüh'n, daß unter deinem milden Segen, sie ihre Kinder wohl erzieh'n! O laß sie einst ſo glücklich seyn, mit ihnen sich noch dort zu freu'n! Mel. Wo Gott zum Heil in ihr Gemüth die edlern 519 Groß ist, ihr Triebe früh zu senken, ist Aeltern, eure Pflicht! 408 Gesinnung und Verhalten des Christen Pflicht! Verwahrloft eure euch der Uebertretung eurer Kinder nicht! Gewöhnet sie Pflicht in eurer eignen Juvon früher Zeit mit Gott gend nicht! zu frommer Thätigkeit. 2. Wohl euch, wenn keines je vergißt, was aller Weisheit Anfang ist, daß Liebe gegen Gott und Scheu vor ihm die beste Klugheit sei! 9. Muthwillen nennt nie Wiß; nie preist des Knaben schadenfrohen Geist als Munterkeit, ein trüglich Herz und Lügen nie als Spiel und Scherz! 3. Lehrt sie, wenn ihr Verstand erwacht, Gott kennen, seine Huld und Macht! Lehrt sie auf seine Werke seh'n, und, was sie lernen, auch versteh'n! 10. Lehrt frieblich sie und g'nügsam seyn, entbehren und sich dennoch freu'n; tilgt Geiz und Neid aus ihrer Brust, macht ihnen Christensinn zur Lust! 4. Beſorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie selbst zur Tugend an! 5. Erstickt durch gute Lehr' und Zucht der ersten Sünden Keim und Frucht; sorgt, daß fie werden Gottes Bild, gerecht und liebevoll und mild! 11. Gewöhnt sie an der Tugend Müh', an Ernst und Fleiß, und lehret sie, daß Arbeit keine Sklaverei, daß sie das Glück des Menschen sei! 12. So nehmt euch ihrer Seelen an: Gott richtet einst und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 6. Zerstört des Lehrers Unterricht zu Haus durch böses Beispiel nicht; schützt vor der Strafe seiner Hand nie ihren Troß mit Unverstand! Mel. Vom Himmel kam der 7. Wist, daß sie recht und irre gehn, so wie fie euren Wandel ſehn! Sie 520 Die Kinder, dez uns sind durch Beispiel leicht regiert; weh', weh' euch, wenn ihr sie verführt! 8. Ihr junges Herz ist schwach und weich; drum rühmt vor ihren Ohren 13. Erwägt's und fürchtet sein Gericht, um auch vor seinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreun; denn sie sind sein Geschenk und sein. freu'n, sind alle, Gott und Bater, dein; sind deine beste Gab', o Herr: bewahre sie, Barmherziger! 2. Wenn treuer Aeltern Lie in besondern Verbindungen. Liebe sucht sie aufzuziehen in der Zucht; so steh', damit fie glücklich sei, mit deiner Weisheit ihnen bei! 3. Gib allen Kindern Lernbegier, zum Guten Lieb', und Lust zu dir, und laß sie meiden, ohne Zwang: Troß, Eigensinn und Müsfiggang! 4. Gesegnet sei ihr Unterricht! Laß sie durch deines Wortes Licht dich recht erkennen; laß sie nie gefährlich irren, leite fie! 5. Im Glauben mache sie gewiß, bewahre sie vor Aer gerniß, und naht Versuchung ihnen sich, so stärke du sie väterlich! 6. Hilf, daß sie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort, und sich befleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Frömmigkeit; 7. Daß wir in ihnen Christen sehn, die freudig deine Wege gehn; und Bürger einst, voll Lust und Muth, zu thun, was edel ist und gut! 8. Erhöre, Höchster, dies Gebet; verleih', was wir von dir erfleht! Dann danken einst, Allvater, wir mit allen unsern Kindern dir! 409 Seele, Preis und Dank, o Herr, dafür! Ach verlaß, verlaß sie nie, segne und behüte sie, daß sie, dir zum Wohlgefallen, früh schon deine Wege wallen! ich dir an; du gabst sie mir. Preis sei dir von ganzer 2. Aber ach, wie viel Gefahren warten ihrer in der Welt! Wer vermag sie zu bewahren, wenn nicht deine Hand sie hält? Unbezwinglich laß sie seyn allen Lüsten, fromm und rein nur nach deinem Beifall trachten, auf des Lasters Reiz nicht achten! 3. Nicht, daß du mit allen Leiden hier auf Erden sie verschonst; nicht, daß du durch stete Freuden ihrer Tugend hier schon lohnst, jeden ihrer Wünsche stillst, jede Hoffnung gleich erfüllst; nicht um Schäße, die vergehen, darf und will ich für sie flehen. 4. Gib auf ihrer Lebensreise, wie es längst dein Rath bedacht, ihnen das nur, was sie weise und des Himmels würdig macht! Wichen sie von dir zurück: ihr verlornes Seelenglück wär' mit allen Erdenschätzen nimmer ihnen zu erseßen. 5. Doch die Bitte, die ich wage, finde gnädiges Gehör! Laß nicht ihre LebensMel. Fren' dich sehr, o meine 521 Meine Kinder, tage, guter Gott, ganz freuGott, befehle sie geprüft durch dich, o so sei es väterlich, und dann laß es ihren Seelen 410 Gesinnung und Verhalten des Christen Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen! Schranken. Kinder, nie belohnt ihr sie; danken aber könnt' ihr, danken euren Aeltern Lieb' und Müh', danken manche lange Nacht, sorgenvoll für euch durchwacht. 6. Keins von meinen Kindern werde durch das Laster elend, Gott; keins dem Nächsten zur Beschwerde, oder seiner Feinde Spott! Nüßlich laß der Welt sie seyn, keine Müh' und Arbeit scheu'n, still sich ihres Fleißes nähren, und durch ihn dem Mangel wehren! 4. Sie aus reinem Herzen lieben, ihnen treu und folgsam seyn; nie mit Vorsat sie betrüben, jede Kränkung schnell bereu'n; ohne Klügeln ihnen trau'n, und auf ihre Winke schau'n; 7. Jener Sieg'stag der Gerechten sei auch mir ein Freudentag! Hilf, daß mir zu deiner Rechten ihrer keines fehlen mag! Dann frohlock' ich: Vater, sieh, hier bin ich; hier sind auch die, die mir deine Huld geliehen, sie zum Himmel zu erziehen! 5. Ringen, daß der Treuen Pflege nicht an euch verloren sei, daß ihr auf der Tugend Wege, eurem hohen Rufe treu, jedem Laster troßend, geht, bis ihr einst am Ziele steht; 6. Gure Kraft den Aeltern leihen, wenn sie kraftlos sind und schwach; sie mit Trost und Hülf' erfreuen bei des Alters Ungemach: dies ist Kindesdank und Pflicht. Kinder, dies vergesset nicht! Kindespflicht. Mel. Gott des Himmels und Dinder, die ihr noch im Kreise eurer guten Aeltern weilt, und um Kleidung, Trank 522 Kinde Mel. Jesus, meine Zuversicht und Speise ſorglos nur zu 523 Gott, mein Va eilt; noch durch sie in jeder Pflicht Lehr' empfangt und Unterricht! ter, Dank ſei dir: du hast Gutes, Leib und Leben durch die Hand der Aeltern mir ohne mein Verdienst gegeben. Mir beglückst du ihre Müh', und auch mir erhältst du sie. 2. Oft hab' ich sie zwar betrübt, sie, die von den ersten Tagen doch so zärtlich mich geliebt, mich mit viel Ge= 2. Kinder, o bedenket frühe, was sie thun für euer Glück! denkt der namenlosen Mühe, die sich euch vom Augenblick eures Aufblühn's bis zur Zeit eurer Reife stets geweiht. 3. Aelternlieb' ist ohne in besondern Geduld getragen. Gott, dadurch kränkt' ich auch dich: o wie beugt mein Undank mich! 3. Was ich ihnen schuldig bin, hafte tief in meinem Herzen! Laß mich ja durch Eigenfinn niemals ihre Gunst verscherzen; gib, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfreut! 4. Laß mich, Gott, wie du verlangst, jede Kindspflicht gern erfüllen! Denn wie oft hat Sorg' und Angst sie beschwert um meinetwil len! Haben sie nicht manche Nacht, wann ich schlief, für mich durchwacht? 5. Jesus stelle sich mir dar, er, das Beispiel aller Kinder, der der Herr vom Himmel war, Gottes Sohn, das Heil der er war Mel. Wer nur den lieben Gott doch von Kindheit an seinen 524 Mir W Aeltern unterthan. Mir flehn für unfrer Neltern Leben dich, aller Menschen Vater, an. Du hast sie uns zum Heil gegeben, fie leiten uns auf deiner Bahn. Von ganzem Herzen danken wir für deine Vaterliebe dir. 6. Ihren Willen thun, sei mir meine Lust! Denn das ist billig, auch gefällig, Gott, vor dir; dazu mache selbst mich willig! Wohl mir dann! Dann wird auch mein dein verheißner Segen seyn! 7. Laß auf ihre Wünsche mich findlich und mit Sorgfalt achten; ja selbst ihren Wünschen mich noch zuvorzukommen trachten; nicht Verbindungen. 411 8. Ghrerbietig laß mein Herz wirklich seyn, und nicht blos scheinen. Laß mich auch, trifft sie ein Schmerz, zu dir heiße Thränen weinen; ihnen deine Hülf' erflehn, nach der Hülfe dich erhöhn! 9. Meiner Aeltern Schuß sei du! Ihrer Wallfahrtszeit auf Erden legen viele Jahre zu: laß sie alt im Segen werden und erhör' auch ihr Gebet, das für mich um Weisheit fleht! 10. Alles Kreuz mach' ihnen leicht; hilf es, Vater, selber tragen; und wenn sie ihr Ziel erreicht nach den spätsten Lebenstagen, so gib du vor deinem Thron ihnen frommer Aeltern Lohn! für sie Beschwerden scheun, und ihr Glück mir Freude jeyn! 2. Verleih' uns stets für ihre Lehren ein offnes, weises, sanftes Herz, und laß uns gern sie findlich ehren, daß niemals Kummer, Gram und Schmerz der treuen Aeltern Herzen fränkt, und ihre Liebe von uns lenkt! 3. Gib ihnen deinen besten Segen und Alles, was ihr 412 Gesinnung und Verhalten des Christen ihr Herz erfreut! Beschirme 5. Nur das Haus, wo sie auf ihren Wegen in ihrer Liebe wohnet, wird gesegnet ganzen Lebenszeit! Geseg- und erfreut. Aeltern seh'n net sei ihr Erdenloos, und sich dort belohnet, Kindern einst ihr Lohn im Himmel ist ihr Glück bereit; alle groß! Hausgenossen streben, sich mit Freunden zu umgeben. 6. Liebe! Komm' herab vom Himmel! Komm' in unser Herz herab! Leite durch das Weltgetümmel auch die Unsern bis ans Grab! Laß durch deine Macht auf Erden jedes Haus regieret werden! Geschwisterliebe. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 525 Wen enn Geschwister fromm und weise, nachsichtsvoll und gütig find; wenn in ihrem stillen Kreise stets des Friedens Quelle rinnt: o dann ruht auf ihnen allen Gottes Blick und Wohlgefallen. 2. Durch das Band des Bluts verbunden, sollen sie durchs Leben gehn, und den Reiz der schnellen Stunden freundlich mehren und erhöh'n; sollen Haß und Neid entfernen, und auch Andre lieben lernen. 3. Mit entschloßnem frohen Herzen üben sie, was Gott gebot; theilen Freude, Gram und Schmerzen, mindern jedes Tages Noth; warnen sich, so oft fie fehlen, und veredeln ihre Seelen. 4. O wer wollt' in früher Jugend nicht schon sanft und friedlich seyn? Aus den Häusern dringt die Tugend in die große Welt hinein. Wer die Seinen kann betrüben, wird der Andre redlich lieben? Für Herrschaften. Mel. Nicht so traurig, nicht u vertheilft der 526 D Menschen Loos, Gott, nach deinem weisen Rath, machst oft Einen reich und groß, wenn der Andre Mangel hat; aber weise, gut, gerecht bist du für den Herrn und Knecht! 2. Wer bei ärmerem Ge schick seine Zeit und Kraft mir leiht; wer zu meines Hauses Glück treu sich meinem Dienste weiht; wer durch Folgsamkeit mich ehrt: der ist meiner Liebe werth. auf 3. Er hat Recht Güt' und Huld, wenn ihn Redlichkeit beseelt; Recht auf Nachsicht und Geduld, wenn er ohne Vorsatz fehlt. Ich bin selbst nicht fehlerfrei; kann ich fordern, daß er's sei? 4. Hoch ein besondern Verbindungen. 413 4. Hochmuth, Stolz und vergönne, gern seine treue Eigenfinn ist Verlegung Thätigkeit, gern seinen meiner Pflicht. Wenn ich Werth erkenne, und ja aus gleich beglückter bin; den nicht'gem Vorwand nie ihm noch ziemt mir Herrschsucht den verdienten Lohn entnicht. Lieblos, hart und zieh'! grausam seyn, heißt: der Menschheit Recht entweihn. 5. Herr der Herren, gib mir Kraft, daß ich stets gerecht und treu, liebreich und gewissenhaft gegen jeden Menschen sei! Jeder ist dein Kind, wie ich, und erhält sein Recht durch dich. Mel. Auf, Christenmensch 527 bin ich, was ich bin, und es ist deine Gabe, daß ich, als Herr, so viel Gewinn vor ärmern Brüdern habe. Sie leihen ihre Dienste mir: dies, höchster Herr, verdank' ich dir. 5. Auch der geringste Diener ist bestimmt zu höherm Leben; für mich und ihn hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Gott, hat einst der Knecht mit seinem Herrn ein gleiches Recht. 6. O präge dieses tief mir ein! Nie müss' ich mich erfühnen, gefühllos gegen die die meinem dienen. Der mir hier dient, ist Mensch, wie ich; ich soll ihn lieben, gleich als mich. Für Dienende. Mel. In allen meinen Thaten 2. lichkeit und Aufwand ihrer 528 ott, deinen weiz Kräfte, was ihnen ihre Pflicht gebeut, in ihrem Dienstgeschäfte: so gib, daß ich für ihre Treu' auch danke bar und gefällig ſei! sen Willen soll Jeder hier erfüllen: laß ihn mir heilig seyn! Laß alle meine Kräfte mich eifrig dem Geschäfte, zu dem du mich berufen, weihn! 3. Hilf, daß ich jedem seine Pflicht auf's Möglichste versüße; daß, wenn an Hülf' es ihm gebricht, er sie von mir genieße; daß ich ihm Fehler gern verzeih', und, wird er krank, sein Pfleger sei! 4. Gib, daß ich auch zu rechter Zeit Erholung ihm 2. Du heißt mich Andern dienen; und dien' ich redlich ihnen: so folg' ich dir, mein Gott. Drum laß der Herrschaft Willen mich gern und treu erfüllen; dies ist dein Wille, dein Gebot! 3. Lehr' ohne bittre Klagen des Lebens Last mich S3 tra= 414 Gesinnung und Verhalten des Christen tragen, und Weichlichkeit Mel. Mein erst Geschäft sei Breis erufen du verschmäh'n; im Reden und 529 Berich, mein im Schweigen mich ehrerbietig zeigen, und gern den Weg der Demuth geh'n! 4. Der Herrschaft Wohl zu mehren, und Schaden abzuwehren, soll meine Freude seyn! Ich will sie herzlich lieben, mit Vorsatz nie betrüben, verdroß'nen Sinn und Frechheit scheu'n!, 5. Ich will sie nie be neiden; will alle Trägheit meiden, und alle Zanksucht flieh'n; will Recht thun, nicht betrügen, nicht lästern und nicht lügen, und allem Leichtsinn mich entzieh'n! 6. In meinem Dienst auf Erden geschickter stets zu werden, sei Freude mir und Pflicht! Wer treu ist hier im Kleinen, den zählst du zu den Deinen, und er bereut sein Leben nicht. 7. Du bist stets der Gerechte, der Herr der Herrn und Knechte, und beider Trost und Heil. Wer niedrig ist auf Erden, kann groß im Himmel werden, hat an ihm, wie der Höchste, Theil. 8. Dies laß mich stets erwägen; denn dies gibt Trost und Segen, und reicht die Hoffnung dar: Einst wirst du, Herr der Welten, den Fleiß noch mehr vergelten, womit ich Menschen nüßlich war. Gott, in Andrer Dienst zu leben, um mir dadurch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. 2. Auch ich soll hier in meinem Stand nach meinen Kräften rüßen, und du, Gott, willst mit Vaterhand mich dabei unterstützen. 3. O laß in meinem Dienst dies nie mich aus den Augen setzen, und kostet mir's auch Kampf und Müh', nie meine Pflicht verlegen! 4. Gib, daß ich, meinem Rufe treu, stets meiner Herrschaft Willen, damit sie meis nes Dienst's sich freu', mit Gifer mög' erfüllen! 5. Hilf, daß ich, wie mein eignes Gut, das Ihrige betrachte; auf Alles, was sie meiner Hut vertraut, mit Sorgfalt achte. 6. Nie komme mir es in den Sinn, mit raubbegier'gen Händen, aus schnöder Liebe zum Gewinn, ihr Stwas zu entwenden! 7. Die Freude, die ihr widerfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das Alles sei auch mir so werth, als ob's das Meine wäre! 8. Erkennt sie meine Treue nicht, so sei's mein Trost auf Erden, daß sie, Gott, deinem in besondern Verbindungen. nem Angesicht nicht kann entzogen werden. 9. Mit Wohlgefallen siehst du sie, und wirst schon hier im Leben mir auch bei aller meiner Müh', Gott, deinen Frieden geben. 10. Kommt meines Lebens Abend dann, so nimmst du, der die Müden gern aufnimmt, mich mit Ghren cn, und schenkst mir ew'gen Frieden. Für Wittwen. Mel. In allen meinen Thaten 530 A¹ [ uf Gott nur will ich sehen; er hört der Wittwen Flehen, und nimmt sich ihrer an. In allem Schmerz und Leide ist er mir Trost und Freude, der Fels, auf den ich bauen fann. 2. Mich leitet seine Gnade auf meines Lebens Pfade bis an das stille Grab. Er wird mich nie verlassen! Dies Trostwort will ich fassen; es ist mein stärkster Wanders stab. 3. Wo seit viel tausend Sahren betrübte Wittwen waren, da sah Gott gnädig hin. Er pflegte der Betrübten, wenn sie nur stets ihn liebten, und wandelten nach seinem Sinn. 4. Auch mich wird er bemerken, mich trösten, seg415 nen, stärken und mir zur Seite steh'n. Wie groß ist seine Güte! Mit ruhigem Gemüthe will ich auf seinen Wegen geh'n. 5. Ich will ihn gläubig ehren, und meine Tugend mehren in stiller Einsamfeit. Er sieht ja, wie ich's meine; er sieht auch, wann ich weine, und gibt mir, was mein Herz erfreut. 6. Auch wenn ich mehr noch litte; bis zu dem letzten Schritte will ich ihm folgsam seyn. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu höhern Freuden bewährt erfund'ne Dulder ein. 7. So eilen meine Tage mit jeder Last und Plage, wie Träume, leicht dahin; ich lege meine Glieder im Tode ruhig nieder, und weiß, daß ich erlöset bin. 8. Einst geh' ich, den zu schauen, der ewig mein Vertrauen, mein Gott ist, und mein Freund. Wie will ich dann ihn ehren, ihm danken für die Zähren, die ich als Wittwe hier ges weint! 9. Dann find' ich, die ich liebte, und deren Tod mich trübte, in meines Gottes Hand; dann trennt kein Tod uns wieder, dann schallen unsre Lieder durch's thränenfreie Vaterland. Für 416 Gesinnung und Verhalten des Christen Für Waisen. ganz vertrau'n. Dein Herz ist mir ja offen, fest will ich auf dich hoffen, nur dich in In voriger Melodie. 531m Frühling mei trüben Stunden schaun! Jahre, Gott sah ich schon die Bahre des guten Vaters stehn; und sie, die mich geboren, war früh für mich verloren, als Kind mußt' ich ihr Grab schon sehn. 7. Ja, du wirst mich ernäh ren, mir Rath und Hülf gewähren: wo ist ein Gott, wie du? Nur was mir nüß, das schenke mir, deinen Kind, und lenke mir from mer Menschen Liebe zu! 2. Unwissend, was mir nüße, so schwach und ohne Stüße muß ich verlassen gehn! Wer wird mir Rath ertheilen, wer mir zu Hülfe eilen, wer hört auf armer Waisen Fleh'n? 3. Doch wer war's, der mich beugte, so tief zum Staube neigte? Warst du's nicht, großer Gott? Dein weiser Rath regieret der Menschen Schicksal, führet es fort durch Leben und durch Tod. 4. Du willst dich an den Waisen als Vater ja beweisen, und Armen Gutes thun; Verlaßne willst du hören, die Aelternlosen nähren; dein Segen soll auf ihnen ruh'n. 5. Und seit viel tausend Jahren hast du, die Waisen waren, so väterlich ernährt; die sich auf dich verließen, sah'n, Gott, zu deinen FüBen ihr heißes Fleh'n von dir erhört. 6. Auch mich kannst du nicht haffen, du wirst mich nicht verlassen; ich will dir 8. Und wenn in dieser Jahren Verführung und Gefahren und Laster um mich sind: o dann sei, treuer Vater, mein Führer, Freund. Berather, ach dann verlaß nur nicht dein Kind! 9. Es schlag' von früher Jugend für Gottesfurcht und Tugend und Unschuld nur mein Herz! Fromm seyn auf deinen Wegen, sei meine Lust, mein Segen, und Unrecht thun und sehn, mein Schmerz! 10. Arbeitsamkeit und Treue, begangner Fehler Reue, ein wahres Christenthum; ein zärtlich Herz für Freunde, und Sanftmuth gegen Feinde, dies sei mit mehr, als Glück und Nuhm. 11. Und die, die mich er ziehen mit redlichem Bemühen, an Aeltern Statt mit sind, mich warnen und belehren, laß herzlich mich verehren, sie dankbar lieben, wie ihr Kind. 12. Ihr Lohn ſei, Gott! dein in besondern Verbindungen. dein Segen! Auf allen ihren Wegen woll'st du ihr Führer seyn, und wenn sie dann einst sterben und deinen Himmel erben, laß jenseits mich mit ihnen freu'n. 13. Berklärt werd' ich dann stehen, die Aeltern wie der sehen, um die ich hier geweint; ich werde vor dich treten, zu dir, Erlöser, beten: Lohn' ihnen ewig, Menschenfreund! Mel. Wer nur den lieben Gott 532 W enn Menschen 417 Freud' herab, der seinen Brüdern Freude gab! 4. Ich will sie lieben und sie ehren; will über mein Bedürfniß sie mit meinen Klagen nicht beschweren, bescheiden stets und lästig nie; will, wenn ihr Herz auch Andre liebt, nie neidisch seyn und nie betrübt. so Dankbarkeit gegen Wohl- tigkeiten sie! Empfinden sie thäter. Gefahr und Schmerz: tröst' und heile selbst Herz! ihr 6. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wann einst sie scheiden, gnädig an! Erquicke sie mit Troft im Sterben, die mir im Leben wohlgethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron sei herrlich einst und groß ihr Lohn! 5. Erfreue sie mit deiner Güte; dein Segen komme über sie; sei stets ihr Helfer und behüte vor Widerwär3. Und kann ich's nicht, dann, Vater, dringe mein eifrigstes Gebet zu dir; was ihnen gut ist, das gelinge! denn, Herr, sie thaten wohl an mir. Auf Jeden komme streben, dir an Güte und Wohlthun, Vater, gleich zu seyn; wenn sie mit willigem Gemüthe durch Rath und Hülfe mich erfreu'n: mit reichem Segen segne dann sie, die ich nicht Belohnen kann! 2. will ihver Freuden und ihres Glücks Kirchliche Gesellschaft. von Herzen freun; voll Kummer über ihre Leiden, gern, wie ich kann, ihr Tröster Lehrer und Zuhörer. Mel. Wo Gott zum Haus ſeyn; und kann ich lindern 533 Das Amt der Lehrer, ihre Noth: Freuden will ich's thun, o Gott! ist dein; dein soll auch Dank und Ehre seyn, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. 2. Gesegnet sei ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gesandt, von Zeit S5 418 Gesinnung und Verhalten des Christen Zeit auf Zeit dein heil'ges Wort, und Licht mit ihm und Tugend fort. sie thun, mit Freuden, nicht mit Seufzen thun. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er, erleuchtet selbst durch dich, den Jüngern Jesu gleich gesinnt, viel Seelen für dein Reich gewinnt! 4. Dank dir, da du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer gibst, die weise sind und tugendhaft, in 5. Laß ihres Unterrichts uns freu'n, gewissenhafte Hörer seyn, und schätzen deiner Wahrheit Werth, die uns ihr Unterricht erklärt! 6. Dein Wort ist, was fie lehren, Herr! Laß uns dadurch stets heiliger und besser werden; nur alsdann geh'n wir einher auf rechter Bahn. 10. Ja, Gott, wir wollen sie erfreu'n, und dankbar fromme Hörer seyn: so führst du einst auch uns zugleich mit ihnen in dein ew'ges Reich. Mel. Mein ganzer Geist, Gott Lehr' und That voll Geist 534 Wohl uns! Wohl und Kraft! uns, daß Gott uns liebt, uns immer treue Lehrer gibt, die uns zum Himmel führen; die, aufe geklärt durch Wissenschaft, voll Tugendliebe, Geist und Kraft, der Sünder Herzen rühren! Rühmet, preiset seine Treue! Wieder neue ward sie heute. Dank sei unsre heil'ge Freude! 2. Wir reichen segnend ihm die Hand, den Gott zum Lehrer uns gesandt. Heil ihm zum Lehrgeschäfte! Zu bilden uns hier in der Zeit, zum Leben in der Ewigkeit, gib, Herr, ihm Licht und Kräfte. Lehr' ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 7. Ermahnen, warnen, strafen sie; so weig're, wer sie hört, sich nie, zu hassen, was du uns verbeutst, zu thun, was du durch sie gebeutst. 8. Das ist der Lehrer beßter Lohn, wenn ihrer Mühe Früchte schon sie hier in unfrer Tugend seh'n, mit uns den Weg zum Himmel geh'n. 9. Fern sei von uns der Frevel, Gott, durch Undank fie, durch Haß und Spott zu kränken; daß sie, was Bei Einführung eines Religionslehrers. 3. Laß deinen Geist stets auf ihm ruh'n; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, was ihn betrübe! Gib für die Wahrheit, die er in besondern er lehrt, ein Herz uns, das fie willig hört, ein Herz voll reiner Liebe! Ueben hilf uns dann in Leiden, wie in Freuden, seine Lehre, uns zum Heil und dir zur Ehre! 4. Wann einst dein großer Tag erscheint, laß ihn, laß unsern besten Freund uns dir entgegen führen! Die Seelen find ihm zugezählt; o gib, daß dort ihm keine fehlt! Laß keine sich verlieren! Gott, wie werden wir uns freuen um den Treuen, wenn zum Lohne deine Hand ihm reicht die Krone! Verbindungen. 419 Geist das Gute, das dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! 2. Sie kennen dich, o Gottes Sohn, und deine heil'gen Lehren. Ist Freude dort vor deinem Thron, wann Sünder sich bekehren; so laß auch heute Freude seyn, da diese Kinder dir sich weih'n, und ihren Bund erneuen! 3. O laß fie Gnad' und nicht Gericht in dieser Stund empfahen, wenn sie mit Glaub' und Zuversicht zu deinem Tische nahen! Es stärfe sie dies Lebensbrod, damit sie, Jesu, deinen Tod verkünd'gen durch ihr Leben! 4. Lacht ihnen bei dem edlen Lauf die falsche Welt entgegen, so hilf du ihrer Schwachheit auf; und wann sich Lüste regen: so laß sie gläubig auf dich sehn, die Welt mit ihrer Lust verschmäh'n, und muthig überwinden! Nach der Handlung. 5. So sei gesegnet, Knecht des Herrn: Nie sei dein Herz nun von uns fern; du kommst in Gottes Namen. Wir reichen freudig dir die Hand; wir gehn mit dir in's Vaterland; du führst uns. Amen! Amen! Heilig bleib' uns diese Stunde! Unserm Bunde treu zu leben, sei stets unser freudig Streben! Bei der Konfirmation. 5. Zeig', Herr, den Lohn der Ewigkeit von fern den theuren Seelen, die jetzt auf ihre Lebenszeit sich hier mit dir vermählen! O treuer Heiland, sie sind dein! Mel. Es ist das Heil uns 535 Die hier vor deis Schreib' heut in's Buch des nem Antlig steh'n, sind, Jesu, deine Lebens ein die Namen dieser Christen! Glieder. Blick', wenn vereint wir für sie fleh'n, erMel. Mitten wir im Leben barmend auf sie nieder; gib 536 Stärfe, Mitter ihnen, S6 theu'r 420 Gesinnung und Verhalten des Christen then'r Erlösten! Laß sie ihr 4. In der Todesnoth laß Vertrau'n auf dich unaus- sie, deine theu'r Erlösten, sprechlich trösten! daß ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trösten! Herr, laß sie bei dir leben! Einst sammle sie mit uns zugleich in dein unvergänglich Reich! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu seyn dir bis an's Ende! Wach' über ihre Seelen! Sie fleh'n und schwören alle dir: Herr, dein Eigenthum sind wir! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu seyn dir bis an's Ende! 2. Ach, wie viele schwuren auch, fest an dir zu halten, aber treulos ließen sie ihre Lieb' erkalten; Verderben Mel. Freu' dich sehr, o meine war ihr Ende. Beständig 537 Setemben. laß schwören, die sich weih'n! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Stärke sie, die Deinen, in Glaubens Zuversicht und wahrer Tugend! des 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüsten; ach, du wollest sie mit Kraft aus der Höhe rüsten! Laß streiten sie und stegen! Die Triebe zu verbot'ner Lust dämpfe früh in ihrer Brust! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie alle Feinde ihres hohen Seelenheils weit überwinden. OG Glauben; laß dir dessen festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben; halte treulich deinen Bund, den dein Herz durch's Wasserbad fest mit Gott geschlossen hat! Denn wie leicht geht der verloren, der ihm treulos hat geschworen! 2 Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb' am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt! Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott vergeben, auch verzeihn und liebreich leben. 3. Sei getreu in deinen Leiden, und laß dich kein Ungemach, keine Noth von Jesu scheiden; murre nicht in mi in besondern Verbindungen. in Weh! und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld. Selig ist, wer willig träget, was der Herr ihm auferlegt! 4. Sei getreu in deinem Hoffen, wenn dich Gott nicht bald erhört, und der Noth, die dich betroffen, nicht so, wie du wünschest, wehrt. Halt' an seine Tren' dich fest; glaub', daß er dich nie verläßt; seine Hülf ist schon vorhanden. Wer so hofft, wird nie zu Schanden. 5. Sei getreu bis an das Ende, daß kein Leid und keine Noth je von deinem Gott dich wende; sei ihm treu bis in den Tod! O das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in seinem Freudenleben! Mel. du Liebe meiner 538 Mittler, schau' auf sie hernieder, die sich deiner Gnade freun, und als deiner Kirche Glieder dir geloben, treu zu seyn; dir, der mit der größten Treue auch für sie dahin sich gab! Segnend schau' bei ihrer Weihe, segnend schau' auf sie herab! 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir geheiligt seyn, daß sie nie vom Pfad der Tugend in der Irre sich zerstreu'n. Schüße sie 421 vor allen Schlingen, vor den Lockungen der Welt; laß es nimmer ihr gelingen, daß sie ihre Tugend fällt. 3. Laß sie treu in deiner Liebe, fest in deiner Lehre seyn, und durch deines Geistes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun! Stärke fie durch deine Gnade, wenn zu dir ste kindlich flehn, daß sie auf der Unschuld Pfade zu dem höhern Leben gehn! 4. Halte sie mit starken Armen, wenn sie straucheln wollen, fest; laß sie fühlen dein Erbarmen, das die Schwachen nie Und wenn eins fich je verirrte und verließ' der Tugend Bahn; ach, dann nimm dich, trener Hirte, des verirrten Kindes an! verläßt! 5. Keines, feines, ach, von Allen, die mit dir den Bund erneu'n, laß aus deiner Gnade fallen und von dir geschieden sein! Herr, verstegle ihren Glauben, der sie ewig glücklich macht: Keinem laß die Krone rauben, die du Allen zugedacht! 6. Sieh hernieder auf die Deinen, die sich jetzt zu dir gewandt; sieh die Thränen, die sie weinen, Zeugen, was ihr Herz empfand. Laß die seligen Gefühle nie erkalten, nie vergehn; bis zu ihrem Lebensziele laß sie treu im Glauben stehn! 7. Samm 422 Gesinnung und Verhalten des Christen und gern dem Nächsten dienen, ja, Gott, das wollen wir. 7. Sammle sie einst Alle wieder dort in deines Vaters Reich! Sie sind deines Bundes Glieder; einst, den Engeln Gottes gleich, singen sie dir, Herr, zu Ehren, dann ihr Loblied hocherfreut, in der Auserwählten Chören, laut durch alle Ewigkeit. Vor der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein.) Mel. Christus, der ist mein 7. Wir wollen jede Sünde, das kleinste Unrecht scheu'n und immer besser werden, und uns in Unschuld freu'n. ( Die Konfirmanden allein.) 5. Gott, welche heil'ge Stunde! Laß sie gesegnet seyn! Dir, Heiligster, dir wollen wir Herz und Leben weih'n. 6. Dich immer findlich lieben, gehorchen willig dir, 8. D blick auf uns mit Segen von deinem Thron herab, uns laß uns dem Gelübde getren seyn bis an's Grab. 539 Sieh diefe un Nach der Einsegnung. gen Seelen, die, Vater, die sich nah'n! Sie kommen, deinen Segen von Neuem zu empfah'n. ( Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Gott Kinder, dieser 540 des Bun2. Sie kommen, dir, o Vater, sich feierlich zu weih'n, und heilig zu geloben, dir ewig treu zu seyn; 3. Versuchungen zur Sünde mit Muth zu widersteh'n; den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu geh'n. des sei eurem Herzen ewig werth; denn das Versprechen eures Mundes hat der Allwissende gehört. Ihr jungen Christen denket nach, was heute euer Mund versprach! 4. D blick auf sie mit Segen, Allliebender, herab, daß sie vom Weihaltare treu wandeln bis an's Grab! 2. Bedenkt, wozu ihr euch verpflichtet, Gott und der Tugend treu zu seyn. Von Neuem habt ihr euch verpflichtet, Gott euer Leben ganz zu weih'n. Oheilig sei euch diese Pflicht! Vergesset dieses Tages nicht! ( Die Konfirmirten allein.) Mel. Werde munter mein 3. Heilig soll uns diese Stunde, ewig unvergeßlich seyn! Mit dem Herzen, mit dem Munde schwuren wir, Gott in besondern Verbindungen. 423 Gott treu zu seyn; nicht Mund versprach, werde nie zu weichen von der Pflicht, von euch gebrochen! Bleibt bis das Aug' im Tode bricht. auch in Gefahr und Noth Gott, der Alles weiß und fromm und treu bis in den richtet, weiß, wozu wir uns Tod. verpflichtet. ( Die Konfirmirten allein.) 3. Ja, zu treuer Folgverpflichtet. Unser Herz sei samkeit haben wir uns dir dir geweiht; unser Geist auf dich gerichtet! wie selig werden wir in dem Bunde, Gott, mit dir! 4. Stärk' uns nur mit deiner Kraft! Schüß' uns vor der Macht der Sünden! Gib, daß wir gewissenhaft ( Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Gott 5. O wohl euch, wenn ihr böse Lüste überwinden! Hilf, daß unser Herz dir treu, standhaft unsre Tugend sei. ( Alle.) Gott wollt leben, wenn euer Herz es redlich meint! Dann wird auch Gott euch Segen geben; dann bleibt Gott ewig euer Freund; dann wird euch großes Gluck und Heil hier und in Ewigkeit zu Theil. 4. Ja, wir wollen uns ergeben unserm Gott und nicht der Welt, und in unserm gan= zen Leben willig thun, was ihm gefällt! Wer hier säet in der Zeit, ärntet einst in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten Jedem nach Verdienst vergelten! ( Die Gemeinde allein.) Mel. Jesus, meine Zuversicht ottes Gnade sei 541 mit euch! Sie verleih' euch Kraft und Se5. Sieh, o Herr, wir Alle fleh'n; Stärke liebreich unfre Seelen! Laß uns niemals irre geh'n, nie die Bahn des Heils verfehlen! Alles schwindet mit der Zeit, nur nicht wahre Frömmigkeit. ( 3um Schluß der Konfirmationshandlung.) Mel. Allein Gott in der Höh err Gott! geln gleich, eurem hohen 542 Hirish it, wa ver= 3iel entgegen! Groß ist einst der Tugend Lohn vor des Allvergelters Thron. 2. Heilig sei euch dieser Tag; heilig, was ihr jetzt versprochen! Ach, was euer geht, und schnell enteilt das Leben; Herr Gott! was ewig fest besteht, hast du dem Geist gegeben: es bleibt der Wahrheit helles Licht, es bleibet Tugend, Recht und Pflicht 424 Gesinnung und Verhalten des Christen Pflicht und Jesu heil'ge 4. Hier sollen am Altar Lehre. 2. Die Lehre bleib' uns bis an's Grab ein Licht auf allen Wegen, der Jugend Schuß, des Alters Stab, des Herzens Trost und Segen! Sie leit' in aller Freud' und Noth, in jedem Kampf und durch den Tod uns in das beßre Leben. sich dir, du Gott der Liebe, die Neuverbund'nen nah'n, dir heil'gen ihre Triebe; vor deinem Angesicht sich schwören Lieb' und Treu', damit ihr Leben dir stets wohlgefällig ſei. 5. Hier wird mit Dankgebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kinderfreund, dem Vorbild jeder Tugend; hier schwört es einst den Schwur: Gott ewig treu zu seyn, und tritt on heiligem Ge- dann in den Bund erwachs'Bei Einweihung einer Kirche. Mel. Nun danket Alle Gott 543 Vfühl der An- ner Christen ein. dacht tief durchdrungen, sei, Gott, dir heut' von uns Lob, Preis und Dank gesungen! Hier wollen wir vereint uns deiner Liebe freu'n; drum weihen wir dies Haus zu deinem Tempel ein. 6. Hier sollen wir vereint das Mahl der Liebe feiern, und ernstlich den Entschluß der Besserung erneuern: ers innern uns an ihn, der auf der Liebe Bahn, durch Leben und durch Tod, uns muthvoll ging voran. 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, Bater, stets erwägen, und dieses Hauses Zweck recht ernstlich überlegen. Dann wird der Tag der Weih' ein Tag des Segens seyn, und seiner wird sich noch die späte Nachwelt freu'n. 2. Anbetend dir sich nah'n, dich ehrfurchtsvoll erheben, wie süß ist diese Pflicht, wie wichtig für das Leben! Drum wende zum Gebet, zum Dank, zu deinem Ruhm ost unser Herz sich hier in diesem Heiligthum. 3. Hier sollen wir den Sinn von Christi Lehren fassen, und zur Befolgung uns, zur Treu' ermuntern lassen; Bei Einführung eines hier strahlt dem Geiste Licht, Schullehrers. hier quillt dem Herzen Ruh'; hier spricht dein Wort, o Mel. Laß mich, o Herr Gott, Geduld und Trost 544& die Lehrer ehaßt uns uns zu. ren 4 in besondern Verbindungen. ren, die stets mit Ernst und Sorgfalt sich bemüh'n, den Geist der Jugend zu belehren, ihr Herz von seinen Fehlern abzuzieh'n! O wel che Saat wird durch sie ausgestreut! Sie keimt empor für Zeit und Ewigkeit. 2. Bedauernswürdig sind die Seelen, die unbelehrt durch dieses Leben gehn. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auch das Licht der Wahrheit sehn? Wo bleibt ihr Werth? Wo= her kommt ihnen Kraft zum Kampfe gegen Welt und Leidenschaft? 3. Preis dir und Danf, der du der Jugend, auch unter uns, mit Baterhuld gedenkst, und zu der Weisheit und der Tugend durch treue Führer ihre Schritte lenkst! Wie weise, Gott, wie liebreich, Herr, bist du! Durch Schulen auch strömst du uns Segen zu. 4. Froh seh'n der Zukunft wir entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Segen einst weit umher in deiner Menschenwelt; und naht sich uns der Tod einst auf dein Wort, so seßen sie dein Werk auf Erden fort. 5. Drum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und regen Trieb, die Kinder dir zu weih'n! Laß trenen Fleiß 425 im Lehrgeschäfte stets ihren Ruhm und ihre Freude seyn! Erfülle sie mit Achtung für ihr Amt, aus dem das Heil so vieler Seelen stammt!! 6. Laß sie durch Ernst dem Leichtsinn wehren, durch Freundlichkeit die Herzen an sich zieh'n, auch, wenn sie strafen, noch belehren, und sorgsam selbst den Schein des Unrechts flieh'n! Religion und reine Sittlichkeit verbreite sich durch sie zu jeder Zeit. 7. O welche Pflichten! Welche Würde! Gott, steh' auch diesem neuen Lehrer bei! Erleichtre seines Amtes Bürde, damit er stets getrost und muthvoll sei, und gib auch uns ein Herz, das gern ihn ehrt und dankbar ist, und seine Freuden mehrt! 8. Wenn ihn des Tages Lasten drücken, wenn ihm der heitre frohe Sinn entweicht: dann laß ihn jenen Lohn erblicken, den deine Hand einst treuen Lehrern reicht; und immer zeig' er dann sich als ein Christ, der muthig wirkt, so lang' es Tag noch ist. 9. Gott, laß jede Schule blühen und reich an Frucht für Welt und Nachwelt seyn! Laß jedes Lehrers Eifer glühen, die Dunkelheit der Seelen zu zerstreu'n, und einst erheb' ihn die beglückte Schaar 426 Gesinnung und Verhalten des Christen Schaar, für die er hier ein weiser Führer war! Ruh' fließt uns durch diese Ordnung zu. 7. Wer wollte denn nicht thätig seyn, nicht seines Standes sich erfreu'n, auf der ihm angewies'nen Bahn nicht wirken, was er wirken Bürgerliche Gesellschaft. Mel. Herr Jesu Christ, dich 545 Naweisheits- kann? ach Gottes vollem Rath, der Alles angeordnet hat, wird Völfern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu Theil. 2. Nur durch vereinte Thätigkeit, die sich dem Dienst des Staates weiht, durch gegenseitiges Bemüh'n ſieht man der Bürz ger Wohlfahrt blüh'n. 3. Bedürfniß und des Fleißes Gang wirft Orddnung und Zusammenhang; der nützt durch Kunst dem Vaterland und durch die Arbeit seiner Hand; 4. Der durch Verstand und Geisteskraft, durch Einsicht, Kenntniß, Wissenschaft; der nüßt mit seinem fühnen Muth, und der mit seinem Erdengut. 5. So knüpfst du, Gott, durch jeden Stand der allgemeinen Wohlfahrt Band; vertheilst mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 6. Glück, Segen, Reichthum, Ueberfluß und allerseitiger Genuß, Bequemlichkeit und Freud' und 8. Wer jede ihm verlieh'ne Kraft gebraucht, und durch sie Gutes schafft, der lebet, wie es Gott gefällt, zum Segen sich und für die Welt. Vaterlandsliebe. Mel. Schon ist der Tag von Gott 546 Das Land, das terlich zur Wohnung angewiesen, läßt seines treuen Schußes mich in Glück und Noth genießen; es gibt mir Nahrung, Sicherheit, erhält Necht und Gerechtigkeit und schüßt mein Gut und Leben. 2. Drum will ich stets erkenntlich seyn, durch nüßliche Geschäfte mich der gemeinen Wohlfahrt weih'n, will Zeit, Beruf und Kräfte dem Vaterlande, das mich schützt, und mir und meinen Brüdern nüßt, mit treuem Eifer widmen.. 3. Nie will ich Ruh' und Sicherheit im Staate frevelnd stören; will meine Landesobrigkeit, als Gottes Ordnung, ehren, und ihren Willen jederzeit, mit treuer in besondern Verbindungen. 427 treuer Unterwürfigkeit, nach sie fließt Sicherheit und Möglichkeit erfüllen. Ruh' den Bürgern aller Stände zu. 3. Nicht Jeder ist in Würden groß: oft ist ein niedrer Stand sein Loos; doch Jeder, sei er noch so klein, fann achtungswerth als Bürger seyn. 4. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern; will stets ihr widriges Geschick, so viel ich kann, vermindern; will freundlich die nen Jedermann, und helfen, wo ich helfen kann, zum allgemeinen Besten. 5. Auf, Brüder, die ihr's redlich meint, nügt eurem Vaterlande, das euch zu gleichem Zweck vereint, in jedem Amt und Stande! Und fordert es des Landes Wohl, so opfert, wie es Jeder soll, ihm freudig Gut und Leben! 6. Gott steh' uns bei, daß Alle wir nach unsern Pflichten leben, und schon, als gute Bürger, hier nach jenem Reiche streben, in das nur treue Knechte geh'n, die in dem Dienste hier besteh'n, zu dem du sie berufen! Obrigkeit und Unterthan, 547 Gott Mel. Vom Himmel kam der ott, der zum Segen für die Welt uns Fürsten gibt und fie erhält, du willst, daß ihnen Jeder treu, gehorsam und ergeben sei. 2. Sie wachen stets mit off'nem Blick und sorgsam für der Länder Glück; durch 4. Er ist's, wenn er den Fürsten liebt, und den Gesegen, die er gibt, Zeit, Kräfte, Sorgfalt, Gifer weiht, gern thut, was jedes ihm gebeut; 5. Wenn er gewissenhaft stets ist, nie seines Bürgereids vergißt; und das, was er entrichten soll, gern beiträgt zu des Ganzen Wohl. 6. Er ist's, wenn er als Bürger denkt, nie and'rer Bürger Rechte kränft, und fern von schlauer Ränke List, zum Wohl des Landes thätig ist. 7. Er weiß: Nur des Gesetzes Kraft, und wär' es auch noch mangelhaft, gewährt dem Volke Sicherheit und Ordnung und Zufriedenheit. 8.& r lebt, von Trug und Unrecht frei, stets folgsam dem Gesetz und treu, und fühlt, wenn er es gern vollführt, sich dann so frei, als der regiert. 9. Gott, laß mich gewissenhaft, und stark durch deines Geistes Kraft, mich allen 428 Gesinnung und Verhalten des Christen allen meinen Pflichten und sieh' nur du, daß du weihn; so kann ich deiner selbst gerecht sei'st, zu. Huld mich freu'n. 8. Obrigkeit und Unterthan, betet Gott den Höchsten, an! Fürchtet ihn; denn sein Gericht wird gerecht Mel. Aus der Tiefe rufe ich 548 Weer thu's mit seyn; fündigt nicht! gehorcht, Lust! Jeder Bürger, sich bewußt, daß nicht Jeder herrschen kann, sei ein guter Unterthan! Hoher Stand. Mel. Vom Himmel kam der 2. Bist du niedrig, bift 549 Mer höher durch Geburt schon du groß; sei vergnügt mit deinem Loos! Schäm' dich deines Standes nicht; nöthig ist ja Jedes Pflicht. ist, als seine Brüder, kenn', als Christ, des bessern Adels Werth und Pflicht; den fühl' er, den entehr' er nicht. 3. 3ur gemeinen Wohlfahrt sei dem Gesetze stets getreu! Wer ihm gern gehorchen kann, der nur ist ein freier Mann. 4. Schaue Jesum Christum an; er, wie du, ein Unterthan, und doch aller Fürsten Gott, that, was das Gesetz gebot. 5. Ehre dem, dem Ehr' gebührt! Schoß und Zoll dem, der regiert! Gib, als gäbst du Gott, dem Herrn, was dir auferlegt ist, gern! 6. Ordnung und Gerechtigkeit, Schuß und Fried' und Sicherheit, welch' ein Glück, das man nur hat durch der Obern Rath und That! 7. Lebe selbst gewissenhaft; ihres Wandels Rechenschaft laß dem Herrn, 2. Er, find ihm Brüder unterthan, er sei ihr Vater, kein Tyrann; so mild und liebreich als gerecht; er ist, wie sie, auch Gottes Knecht! 3. Nicht wähn' er, weil er groß und frei vor den Geringern ist, er sei erhaben über Recht und Pflicht und Rechenschaft; das wähn' er nicht! 4. Er sehe, mehr beglückt von Gott, nicht mit Verachtung oder Spott auf den, von dessen Schweiß er lebt, der ihm erwirbt, was ihn erhebt! 5. Er hasse Grausamkeit und 3wang, verpraffe nicht durch Müßiggang, was Gott ihm gibt, beglückt zu seyn mit Andern, aber nie allein! 6. Froh neben ihm, mit ihm vergnügt sei, wer ihm feis in besondern Verbindungen. seine Felder pflügt! Wohl thätig soll er seyn; denn er ward darum nur des Armen Herr! 7. Er,( denn er hat mehr Macht und Zeit zu höhern Thaten) sei bereit, auch mehr zu thun für Volk und Staat, von dem er seinen Vorzug hat! 8. Verächtlicher, als Sklaven, ist im Tod einst Jeder, der vergißt, daß er des Vaterlandes Wohl auch mehr, als Andre, fördern soll. 9. Doch, wenn er's nicht vergißt, so freut der Niedrige sich ohne Neid, weil der der Welt zum Segen lebt, der wohlzuthun sich ftets bestrebt; 10. Und spricht in seinem Tode dann: Das war ein edler, großer Mann! Er, durch der Tugend Glanz verklärt, war seines Glücks und Vorzugs werth! Der Richter. Mel. Schon ist der Tag von 550 Gen gewöhne dich, durch Wort und That Gerechtigkeit zu üben, und wandle stets den rechten Pfad, den Gott dir vorgeschrieben! Ein Richter, der dies je vergißt, parteiisch und bestechlich ist, zerstört das Glück der Erde. 2. O wehe denen, welche 429 nicht ihr Ohr zur Unschuld neigen, die mit Verlegung ihrer Pflicht Gesetz und Rechte beugen! Sie säen Fluch und ärnten Fluch durch ihren feilen Richterspruch, denn Gott beschüßt die Wahrheit. 3. Wenn sie nicht treu im Amte sind; Gott fennt der Wahrheit Sache. Der Unterdrückten Thräne rinnt und schreit zu ihm um Rache. Gefoltert von Gewissensqual, erscheinen sie im Todesthal und am Vergeltungstage. 4. Der Redliche nur wird beglückt, der nie das Recht verdrehet, die Einfalt nie durch List berückt, und nie die Unschuld schmähet. Er gibt und nimmt und redet Nichts, wodurch die Stätte des Gerichts entheiligt werden könnte. 5. Er geht, entfernt von Sucht nach Geld, auf des Gesetzes Wegen, und jedes Urtheil, das er fällt, bringt seinem Herzen Segen. O wohl dem Land, wo jederzeit nur Wahrheit und Gerechtigkeit in allen Ständen blühen! 6. Laß Jeden hier sein Amt getreu, o Gott, vor dir vers walten, und sein Gewissen vorwurfsfrei bis in den Tod erhalten! In unserm ganzen Vaterland bewahr', o Va= 430 Gesinnung und Verhalten des Christen 4. Ehrt Wahrheit, Recht, und fürchtet Gott; nie werde Tugend euer Spott! Die Krieger sind zu keiner Zeit von ihrer Christenpflicht befreit. Vater, jeden Stand vor Unrecht und vor Frevel. 7. Es suche Jeder, der dich fennt, im Guten sich zu stärken, und wer den Namen Jesu nennt, laß ab von bösen Werken! Gib deinen Knechten Kraft dazu! Wer kann es anders, Gott, als du? Du bist der Tugend Quelle! 8. Gerechter Gott, belohne die, die sich vom Unrecht wenden! Erquicke sie nach Kampf und Müh', wenn sie den Lauf vollenden! Zu deinen Freuden nimm sie auf; denn sie vollendeten den Lauf, der Tausende beglückte. 5. Zieht ihr in Krieg: so störet nie die Rechte Andrer; schüßet sie! Gewalt übt ungeheißen nicht; stets leit' euch Ehrgefühl und Pflicht! 6. O daß nicht Giner Frevel treib'! Daß Jeder schone Greis und Weib und Kind und Säugling, wie den Mann, der widerstehn nicht mag noch kann! 7. Wer vor euch niederfällt, den hebt mit Brüderarmen auf; wer bebt, den tröstet, Brüder: nie vergießt Blut, wenn der Feind entwaffnet ist! Der Soldat. Mel. Erhalt' uns, Herr, bei 8. Dann seid ihr wahre 551 Bewaffnete, der Helden, seid Vertheidiger Krieger bewacht, beschüßt das Vaterland und stehet dem Gesege bei, damit sein Ausspruch wirksam sei. 2. Gehorsam, Treu' und Tapferkeit zeigt drum vor Allem jederzeit; vergeßt in Krieg und Frieden nicht den edlen Endzweck eurer Pflicht! 3. Welch' wicht'ger Ruf, wie ehrenwerth! O daß ihr immer ihn nur hört! Weh! wer ihn aus den Augen setzt Der Landmann. Mel. Erschienen ist der herrlich und frevelnd seine Pflicht 552 Wohl mir, o verlegt! Schöpfer, denn Volk, wie dem Regenten werth, von Vaterland und Gott geehrt. 9. Gott sei mit euch in Fried' und Krieg, mit euch in jedem Kampf und Sieg, mit euch im Leben und im Tod! Hier segne, dort be glück' euch Gott! in besondern Verbindungen. denn mein Stand ist auch von dir; du schusst das Land für meinen Fleiß; und väterlich beglückst und fegnest du auch mich: gelobt seist du! 2. Gelobt sei Gott! denn herrlicher und schöner und gesegneter wird jede Flur und jedes Feld durch meinen Fleiß für Gottes Welt und auch für mich! 3. Im Schweiße meines Angesichts arbeite ich: doch wann gebricht's mir, wann ich thu', was Gott gebeut, an Segen, an Zufriedenheit? Was brauch' ich mehr? 4. Wie lächeln freudig Au und Flur! in meiner Hütte wohne nur die Unschuld, die nie Arges thut: und Gottes Wohlgefallen ruht und wohnt bei mir. 5. Was hat der Reiche dann voraus? Mehr Macht und Pracht, Haus; doch auch mehr Sorg' und Ueberdruß; bei allem seinem Ueberfluß mehr Furcht und Gram; 6. Nicht mehr Gesundheit, Ruh' und Kraft, wohl aber größ're Rechenschaft. Und wenn ich fromm und gut bin, werd' ich selig, wie der Fürst der Erd', wenn er gut ist. 7. Mühseligkeit ist Aller Loos, der Mensch sei niedrig oder groß; doch kommen wahre Ruh' und Lust auch 431 gern, doch nur in deffen Brust, der Gott gefällt. 8. In seiner Werke Herrlichkeit seh' ich ihn täglich; mich erfreut der Sonne Glanz, der stille Mond; Wald, Thal und Berg und Flur belohnt mir meinen Fleiß. 9. Des Weisen Achtung fehlt mir nicht, erfüll' ich redlich meine Pflicht; ich bin ein Mann fürs Vaterland, ich nähr' es, und durch meine Hand lebt Volk und Fürst. 10. Wohl mir, wohl mir! Ich baue gern den Acker Gottes, meines Herrn, und ärnt' ich nicht schon hier den Lohn, ich ärnt' ihn einst vor Gottes Thron in Ewigkeit. Der Nachbar. Mel. Was Gott thut, das ist 553 Gib, Höchſter, daß treu auch meine Nachbarn liebe; daß mir ihr Glück erfreulich sei, ihr Unglück mich betrübe: daß ich mich nicht entzieh' der Pflicht, mit auf ihr Wohl zu sehen, und ihnen beizustehen! 2. Laß mich durch mein Benehmen nie, Gott, ihnen Kummer machen! Mein Herz sei willig, auch für sie zu beten und zu wachen! Ermuntre mich, stets nachbarlich das Gut, das sie befigen, 432 Gesinnung und Verhalten des Christen fizen, nach Möglichkeit zu schüßzen! net, fleht und droht; kann heilen und verwunden. 3. Gib, daß ich gern verschwiegen sei und stets den Frieden suche; nie nähre Neid und Heuchelei, nie heimlich Nachbarn fluche! Und thun sie mir auch Unrecht hier; hab' ich's nur nicht verschuldet: so wird es leicht erduldet. 4. Was hilft ein feindschaftlicher Sinn? Er führt nur ins Verderben. Wie schnell eilt unsre Zeit dahin! Wer weiß, wie bald wir sterben? Freunde, seid entfernt vom Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn habe. 5. Herr, präge du den Sinn mir ein, der mich vor Haß behütet, und laß mich auch als Nachbar seyn, was mir dein Wort gebietet! Wer liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wenn Feinde beben, in ew'gem Frieden leben! Umgang( zu Seite 390.) Mel. Schon ist der Tag von Gott 554 Die vernehmlich ie Zunge, die spricht, hat mir mein Gott gegeben. O, mißbraucht ich doch ihrer nicht! Sie bringet Tod und Leben; sie stürzt in Unglück, hilft in Noth; sie flucht und seg2. Hilf, daß in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht stets wohne, und daß gewissenhaft mein Mund der Wahrheit Rechte schone; daß ich, von niedrer Schmeichelei, von Schmähung und Verstellung frei, was sündlich ist, nie rede! 3. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll stets mein Sinn sich lenken; hilf mir, so oft ich reden soll, mit Ernste dies bedenken! Zum Guten rege selbst mich an, damit ich, wo ich nüßen kann, aus Menschenfurcht nicht schweige. 4. O wehe dem verwegnen Mund, der Fluch und Schwur nicht scheuet! Wie bald wird da der Leichtsinn kund; wie oft zu spät bereuet! Ach, Fluchen bringet Fluch und Noth, entfernet immer mehr von Gott! Herr, lehr' es mich bedenken! 5. Auch Wehe dem, der Tücke liebt, und dessen Worte trügen; der seinen Nächsten gern betrübt mit FalschRedlichkeit, heit und mit Lügen! Nur nur off'ner Sinn, nur Wahrheitsliebe schafft Gewinn, der ewig uns begleitet. 6. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das re: in besondern Verbindungen. 433 wenn er mir zu irren scheint, so warn' ich treulich ihn als Freund. redet überall der Christ; spricht, wenn es Nutzen bringet, und scheut den Zorn der Menschen nicht; 5. Nicht Argwohn, Mißdoch wird auch Schweigen trau'n oder Streit, nicht ihm zur Pflicht, wenn es. Freude und nicht Traurigdie Liebe fordert. keit, auch nicht des Glückes Unbestand trennt unsrer Freundschaft festes Band. 6. Wir theilen Alles, Freud' und Leid mit brüderlicher Herzlichkeit; und treues Mitgefühl versüßt uns Alles, was uns schmerzlich ist. 7. O gib mir, Gott, ein reines Herz, und laß mich Spöttereien und frechen, sittenlosen Scherz mit frommem Eifer scheuen! Zum Sprechen gabst du mir die Kraft; doch soll ich einst auch Rechenschaft von meinen Worten geben. Freundschaft. Mel. Vom Himmel kam der 555 gen ist ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mit herzlichem Vertrau'n mich liebt, mit mir sich freuet und betrübt! 2. Der, fest vereinigt erst welch ein Se- können, durch die That. 7. Trennt auch das Schicksal Freund von Freund; die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet und Rath, und, wo wir 3. Wir theilen brüderlich dein Licht, ermuntern uns zu jeder Pflicht; wir bitten dich vereint um Kraft, gleich fromm zu seyn, gleich tugendhaft. 4. Vom Irren hält er mich zurück durch weisen Rath, durch sanften Blick; und 8. Vollenden wir einst unsern Lauf, so nimmt uns dann Ein Himmel auf. Unendlich ist die Seligkeit, die ewig uns vereint erfreut. In eigener Melodie. dann mit mir für Wahrheit 556 Herrlich ist's, an nur und Tugend lebt, mit mir nach einem Ziele strebt! Freundes Hand durch das Leben wandeln, und durch Tugend und Verstand fest vereinigt handeln! 2. Ohne Freundschaft gleicht die Welt einem öden Grabe. Wohl mir, daß ich mehr, als Geld, daß ich Freunde habe! 3. Aber da ist Freundschaft nicht, wo nicht Tugend wohnet, wo nicht auf T dem 434 Gesinnung und Verhalten des Christen dem Angesicht Herzensgüte Menschen nur allein, auch thronet. Thiere schuf er, sich zu freu'n auf seiner schönen Erde. 4. Sittsam ist sie; nicht beim Spiel; nicht bei Trinkgelagen, nicht im lärmenden Gewühl darfst du nach ihr fragen. 5. Aber o, du findest sie bei unschuld'gen Scherzen; nur bei der Verleumdung nie, nie bei bösen Herzen. 2. Ihm, der für Alles Sorge hegt, dem Vater aller Dinge, ist Nichts, was seine Erde trägt, zu klein und zu geringe. Er, dessen Huld kein Engel mißt, er, der des Menschen Vater ist, ist auch des Wurmes Schöpfer. 6. Freundschaft lehrt bescheiden seyn, Andrer Vorzüg' ehren; Freundschaft wird dir manche Pein in Vergnügen kehren. 7. Freundschaft zeigt dir klar und frei alle deine Fehle, schmeichelt nicht und macht dabei fröhlich deine Seele. 8. Lächelst du, sie lächelt mit, weint bei deinen Leiden; unter ihrem sanften Tritt sprossen tausend Freuden. 9. Möcht' ein Jeder doch recht früh ihrer würdig werden! Dann vermehrte sich durch sie Menschenglück auf Erden. Christliches Verhalten in Ansehung der Thiere und Bäume. Mel. Es ist das Heil uns 557 Dr er weise Schöpfer, dessen Ruf einst mächtig scholl: Es werde! und aller Welt Bewohner schuf, bestimmte diese Erde nicht für der 3. Und er, der alle Wesen liebt, er sollte mir erlauben, dem Thiere, dem er Leben gibt, muthwillig es zu rauben? Was gäbe mir wohl den Beruf, ein Leben, das die Allmacht schuf, gefühllos zu zerstören? 4. Nein, kein Geschöpf, das mit mir lebt, darf ich aus Frevel quälen; mag, was mich übers Thier erhebt, mag auch Vernunft ihm fehlen. Sie macht mich zu der Gottheit Bild; allein sie lehrt auch, göttlich mild, Glück um mich her vers breiten. 5. Vernunft, du sollst mich immer mehr die wahre Weisheit lehren! In der Geschöpfe großem Heer will ich den Schöpfer ehren. Wer stolz ein Mitgeschöpf verschmäht, das unter Gottes Aufsicht steht, entehrt auch seinen Schöpfer. 6. Wen eines Thieres Qual erfreut, der wird, das kann nicht fehlen, kalt und ge= in besondern Verbindungen. 435 gefühllos mit der Zeit gewiß Hand gemacht, was dein auch Menschen quälen. Wer Verstand hervorgebracht, gefrech sein Mitgeschöpf be- fällt dir's nicht, vernichten; trübt, und Härt' und Grau- doch über eines Thieres Tod, samkeit verübt, der kann der dir Nichts nützte, wird auch Gott nicht lieben. dich Gott, des Thieres Schöpfer, richten. Mel. Kommt her zu mir, spricht 6. Zwar sind für dich, 558 Die Thiere, deren der Thiere Herr, o Menſch, Herr du noch erwäg' es oft mit Ernst, o Christ, sind auch des Ganzen Glieder! Der Schöpfung Bürgerrecht verlieh Gott ihnen auch; drum blick' auf sie nicht mit Verachtung nieder. die Pflichten für die Armen; doch sollst du auch, wie Gott gebot, des armen Thiers in seiner Noth dich mitleidsvoll erbarmen. 2. Sie, Wunder auch von Mel. Es ist das Heil uns Gottes Hand, find, stolzer 559 Von deiner Weisz Mensch, dir nah verwandt durch innern Bau und Triebe; fie zeigen oft des Denkens Spur, find alle Kinder der Natur, und freun sich ihrer Liebe. heit, Gott der Macht, und deiner Vatergüte zeugt auch der Baum in seiner Pracht, zeigt seine Frucht und Blüthe; zum Segen pflanzt ihn deine Hand, zur Lust und Zierde jedem Land, so weit als Menschen wohnen. 3. Du haft durch Geistesübermacht sie unterwürfig dir gemacht, kannst ihre Wildheit zähmen; darfst, was dich stärket, was dich schüßt, was dir zu deinem Leben nüßt, von ihrem Leben nehmen. 2. Wie könnt' ich denn je einen Baum aus Frevelmuth zerstören! O nein, in jedem Schattentaum will ich dich, Schöpfer, ehren; im Baume, der die Erde schmückt, von dem man süße Früchte pflückt, erfreut Gott seine Kinder. 4. Doch ihnen auch, vergiß es nicht, verband der Schöpfer dich zur Pflicht; er hat der Thiere Leben, um milde gegen sie zu seyn, und nicht dich ihrer Qual zu freun, o Mensch, dir untergeben. 3. Wenn mich in seiner Blüthenpracht der Baum erfüllt mit Wonne, wenn er zur Kühlung Schatten macht bei heißem Strahl T2 5. Du kannst, was deine der 436 Gesinnung und Verhalten des Christen der Sonne; und wenn er reich die Zweige senkt und freundlich seine Gaben schenkt zur Nahrung und Erquickung; Würde schänden, nur der kann Gaben der Natur mit frevelhaften Händen aus Schadenfreud', Haß entweih'n, kann strafbar ihr Zerstörer seyn. Ich, ich will Gutes schaffen! aus er= 6. Ich will dem Urbild ähnlich seyn, mit ihm zum Wohl des Ganzen nach Kräften wirken, gern freu'n, auch für die Nachwelt pflanzen. In deiner Schöpfung Heiligthum, o Gott, laß nur zu deinem Ruhm mich, dein Geschöpf, 4. Wenn mich sein Holz erwärmt und schüßt vor Frost, um froh zu leben, wenn es der Hand des Künstlers nüßt, mir Hausgeräth zu geben; wenn Wohnung und Bequemlichkeit, wenn Hain und Garten mich erfreut: dann will ich freudig danken. 5. Kein guter Mensch, der böse nur kann seine stets leben! Gesinnung und Verhalten des Christen zu besondern Zeiten. Am Morgen. Mel. Mein ganzer Geist ich seh' ich wie licht, und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer, dir mit heil'gem Muth lobsingen. Schöpfer, Vater, deine Treue rührt auf's Neue mein Gemüthe. Froh empfind' ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben seßest du jetzt einen neuen Tag hinzu, sei hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich, und ich merke neue Stärke: dich erhebe Herz und Mund, lang ich lebe. 3. Verleih', o Gott der Lieb' und Macht, daß Sünd' und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nügen mich bemühe! Prüfe, siehe, wie ich's meine, dir ist teine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Chrift, o Herr, verleih', daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm sei deine Gnade! Denn zu besondern Zeiten. 437 Denn ach, was bin ich sehen nicht die Sonne wieder, ohne dich? in Irrender! Erhalte mich, mein Gott, auf deinem Pfade. Stärk' mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. nicht deiner Schöpfung neue Pracht! Ich lebe noch, und mich erfreut des neuen Morgens Heiterkeit! 4. Erhalter, dir soll jede Stunde auch dieses Tages heilig seyn! Ich schwöre dir mit Herz und Munde, vor allem Unrecht mich zu scheun! Entzieh' zur Uebung meiner Pflicht mir, Herr, nur deinen Beistand nicht. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank' an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall' ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff' ich! Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, die dort ewig Lob zu singen. 5. Froh werd' ich dann den Tag vollenden, dir, Herr, getren und meiner Pflicht. Mein Leben steht in deinen Händen; drum schrecket auch der Tod mich nicht; und endet heute sich oll Dank an mein Lauf, so eilt mein Geist zu dir hinauf! Mel. Wer nur den lieben Gott 561 Voll Dank an diesem neuen Morgen, blick' ich zu dir empor, mein Gott! Du hörst nicht auf, für mich zu ſorgen, mein Schuß zu seyn vor jeder Noth; du schüßtest mich auch diese Nacht; durch dich gestärkt, bin ich erwacht. 2. Wem dank' ich's sonst, als deiner Güte, daß mich, o Gott, kein Unfall traf? Mit innig freudigem Gemüthe dank' ich dir Stärkung, Ruh' und Schlaf! Auch heute wirst du mit mir seyn, und Kraft zum Guten mir verleihn! 3. Wie viele Tausend meiner Brüder sind jetzt nicht mehr mit mir erwacht; sie In eigener Melodie. 562 G und der Erden, Bater, Sohn und heil'ger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält; 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen haft behütet und bewacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. 3. Gleich der Nacht laß meine Sünden vor der Gna23 de 438 Gesinnung und Verhalten des Christen de Glanz vergehn, die durch Christum Alle finden, welche gläubig auf dich sehn, der für unsre Missethat sich am Kreuz geopfert hat. schlummern, für uns wacht; der uns im Schlaf erquicket und unsre Kraft erneut: Gott, der die Erde schmükket, und, was er schuf, erfreut! 4. Hilf, daß ich an diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß ich, kommt dein großer Tag, meines Nichters Antlig dann ohne Schrecken schauen kann. 2. Von dir ist mir gegeben, Herr, was ich hab' und bin. Und dies mein irdisch Leben flieht schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz verschwunden, der Wallfahrt kurze Zeit; doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 5. Auf der Bahn der Tugend leite du mich, Herr, verlaß mich nicht; und verleihe mir auch heute Muth und Kraft zu jeder Pflicht. Dein Geschenk, die Gnadenzeit, werde nie von mir entweiht! 6. Deinem Schuße sei ergeben Alles, was ich hab' und bin! Dir vertrau' ich Seel' und Leben, werf' auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm, segne mich, dein Eigenthum! 7. Hülfe wollest du mir senden, wenn Gefahr und Noth mir droht; Alles mir zum Besten wenden, es sei Leben oder Tod! Sterb' ich, Herr, so nimm mich hin, wo ich nicht mehr sterblich bin! Mel, Befiehl du deine Wege ob sei Gott, der 563 sendet nach der Nacht; der, wenn wir ohne Sorgen ent3. O süßer, hoher Glaube, vom Tod einst aufzustehn! Mein Leib nur wird zu Staube; mein Geist wird nicht vergehn! Ach, laß mich's nie vergessen! Der heil'gen Hoffnung voll, laß täglich mich ermessen, was einst ich werden soll! 4. Sollt' ich nach Wollust schmachten? Ihr Lohn ist Reu' und Schmerz! Nach Reichthum ängstlich trachten? Nie komm' es in mein Herz! Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt sein! 5. Getrost, mein Geist! Ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zuverdes Sieges ist sicht. Ermunt're dich und nah! Getrost! Vielleicht ist heute des Kampfes Ende da. In zu besondern Zeiten. 439 In eigener Melodie. meine Seele! Sei mir ein 564 Mein erstes Retter in Gefahr, ein Bawenn 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe; ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue; 10. Daß ich mit Freudigkeit und Muth mich stets zu bessern strebe, gottſelig, züchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe; Preis und Dank! Erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; lobsing' ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wann ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß, und schüßt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist 565 A hebe mein Aug Mel. Von Gott will ich nicht ich unser Leben. Du bist es, der es uns erhält, und mir's jetzt neu gegeben. empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß! 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein sanfter Schlaf erfrischt: dies dank ich deiner Macht und deiner Batertreue. Durch sie bin 24 ich 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue! 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen; und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen! 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergeh'n und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe! 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft 440 Gesinnung und Verhalten des Christen ich auf's Neue mit heitrem Muth erwacht. Lieder, und mein Herz erhebet dich; denn dein Aug' hat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht. 3. Beschützer unsrer Seelen, ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wählen? O wähle du für mich! Gib, was mir heilsam ist! Gott, dem ich Alles danke, mich stärke der Gedanke, daß du stets um mich bist! 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tröste mich im Leiden; und will die Lust der Welt mich jemals nach sich zieh'n, helf' er mein Herz bewahren, helf er mir die Gefahren der Sünde sehn und fliehn! 2. Wenn ich einst vollendet habe diese meine Pilgerzeit, ruh' ich auch also im Grabe, Samen für die Ewigkeit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach' auch wieder, und mein Lobgesang mit mir; dann erschallen meine Lieder mächtiger und reiner dir. Ewig wird der Morgen seyn; ewig schlaf ich nicht mehr ein. 4. Wach' auch über meine Tage, Gott, du meine Zuversicht, daß mich keiner einst verklage, wenn du kommst zum Weltgericht, daß ich hier der Pflicht getreu und dort unerschrocken sei! 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens, jeden, jeden richtest du. Lehr' mich wachen, daß mir nie ungenüßt ein Tag entflieh'! 6. Heute leb ich; laß auch heute nicht umsonst mein Leben seyn! Laß mich nach vollbrachtem Streite Mel. Gott des Himmels und ott 566 auch mich erich lebe wieder, fühle und empfinde mich. Herr, dir bring' ich meine freun; recht zu handeln, gib mir heut Stärke, Luft, Gelegenheit! Mel. 5. Beglücke du die Meinen nach deiner Gütigkeit! Verlaß der Armen keinen; wend' alles Herzeleid! Du willst zwar gern erfreu'n, eilst Allen beizustehen; doch soll der Liebe Flehen dir auch gefällig seyn. 6. Gott, dem ich ange: höre, dein Friede ruh' auf mir! Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freu'n. Wer dir nicht traut, der bebe; ich sterbe oder lebe, so bin ich ewig dein! zu besondern Zeiten. 441 Mel. Christus, der ist mein Herz; auf dich laß stets mich sehen in Freude, wie im Schmerz! 567 Noch och läßt der Herr mich leben! Mit fröhlichem Gemüth eil' ich ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. 2. 3u ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an; wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten Nichts vor dir. Du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott, von mir. 5. Dein sei mein ganzes Leben, mein Herz sei ewig dein! Dir will ich Ehre geben und deiner Huld mich freu'n. 6. O Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnädig bist. 7. Dir hab' ich mich ergeben, ich freue mich in dir; du Bester, mehr als Leben ist deine Güte mir. 8. Sie führe mich auch heute auf deiner Tugend Pfad! Du, Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Nath! 9. Nur Eins laß mich erflehen: Gib mir ein weises 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt! 11. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu' und froh, gen Himmel schauend, denk': Herr, mich siehest du. 12. Bereit den Lauf zu schließen auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Gewissen: so finde mich der Tod! Mel. Es ist das Heil uns Gottes Namen 568 fang'ich an, was mir zu thun gebühret. Mit Gott wird Alles wohlgethan und standhaft ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut mit frommem Sinn und festem Muth, das muß zuletzt gedeihen. 2. Gott ist's, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er gibt Verstand und Lust und Kraft und läßt das Werk gelingen. Ist er mit uns, so fehlt uns nicht, was unserm wahren Wohl gebricht; er krönet uns mit Segen. 3. Drum- leite mich sein guter Geist, den Müßiggang zu meiden, und das, was er 25 mich 442 Gesinnung und Verhalten des Christen mich wirken heißt, geschehe 6. Dein Werk woll'st du stets mit Freuden! Er stärke vollenden; dich nimmer von mich, damit ich treu, gewis- mir wenden, und mich in senhaft und redlich sei und meinen Tagen stets mit gern dem Nächsten diene! Verschonen tragen! 4. Ja, segne, Gott, auch heute mir die Werke meiner Hände, und lenke meinen Blick zu dir, wenn ich sie froh vollende! Vergänglich ist der Erde Lohn; doch ewig ist vor deinem Thron der Preis der Arbeitstreue. In eigener Melodie. 569 Wach auf, mein Herz, und 7. In allen meinen Thaten woll'st du mir selber rathen; mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich bereiten! 8. Auf allen meinen Wegen begleite mich dein Segen: dein Wort sei meine Speise auf meiner Pilgerreise! Mel. Werde munter, mein finge dem Schöpfer aller 570 W enn ich einst Dinge, dem Geber aller Güter, des Menschen treuem Hüter! 2. Gott, Vater, mit Erbarmen bedecktest du mich Armen; du sprachst: Schlaf ohne Grauen; die Sonne sollst du schauen! von jenem Schlummer welcher Tod heißt, aufersteh', und, von dieses Lebens Kummer frei, den schönern Morgen seh': o dann wach' ich anders auf; schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen: du machst, daß ich auf's Neue mich meines Lebens freue. 4. Steig' auf, mein Dank, zum Throne! Dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Ehre! Anbetung Preis und Ehre! 5. Hör', Gütigster, mein Flehen; du kannst in's Herze sehen: ach möchte dir gefallen, Herr, meines Herzens Lallen! 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, einst mich im Gericht verklage, daß ich sträflich ihn entweiht! Auch noch heute wacht' ich auf! Dank sei dir! Zu dir hinauf müsse jeder Tag mich leiten, zur Unsterblichkeit bereiten! 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wenn ihr letter nun erscheint; wenn zum dunklen Thal ich gehe, und mein zu besondern Zeiten. mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein, und laß mich den Stärksten seyn, meinen Freund gen Himmel weisen, und dich, Herr des Todes, preisen. Am Sonntagmorgen. Mel. Es ist das Heil uns 571 rohlockend, Baz ich 443 mich erhoben! Hier hör' ich, Gott, im Geiste schon die Seligen vor deinem Thron ihr Heilig, Heilig! singen. 5. Hier seh' ich jeder Tugend Preis an deinem Throne prangen, und ringe nun mit Ernst und Fleiß, das Kleinod zu erlangen. Hier stärkst du mich durch deine Kraft zur Treu in meiner Pilgerschaft, zur Liebe und zur Hoffnung. 6. So wird dein Tag, o Vater, mir ein Tag des Segens werden! So seh' ich und empfind' ich hier den Himmel schon auf Erden! So werd' ich nach der Prüfungszeit einst im Genuß der Seligkeit, verflärt, dich ewig preisen. auf am Tage deiner Ehre. Mein Morgenopfer bringt hinauf in's Lied der Engelchöre und dankt, daß deine Gütigkeit mir heute wieder Ruh' und Zeit zur Seelenbildung schenket. 2. Dich beten Erd' und Himmel an, o Schöpfer aller Dinge! Wohl mir! Auch ich darf mich dir nah'n: du hörst, wenn ich dir singe. Du selbst bedarfst zwar meiner In eigener Melodie. nicht; doch ewig bleibt es 572 Sei mir gegrüßt meine Pflicht, dich kindlich zu verehren. 3. Drum heilig sei die Stätte mir, wohin, Gott, deine Frommen mit Dank und Lust und Lehrbegier, dich anzubeten, kommen! Ich liebe sie und walle gern zum Hause Gottes, meines Herrn, mit ihnen anzubeten. zu meines Gottes Ehre, du, seiner Schöpfung Königin! Steig' auf und geuß aus deinem Flammenmeere Erstaunen vor dich hin! 2. Daß alle Welt anbetend niederfalle vor dem, der dich so schön gemacht, der Menschen schuf und väterlich für Alle mit seiner Allmacht wacht; 3. Daß überall bis zur entfernt'sten Zone, die stau26 nend 4. Hier fühl' ich durch den frommen Dank, womit dich Christen loben, durch ihren heiligen Gesang zum Himmel Beim Anblicke der auf gehenden Sonne. 444 Gesinnung und Verhalten des Christen nend deine Größe sieht, Zufriedenheit und Lieb' und Eintracht wohne, die oft den Erdkreis flieht! 3. Von ihm kommt jede Gabe: das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schuß und treuer Hüter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Und so sei du, was du ihm stets gewesen, dem Erdenvolke Gottes Blick, dem Lande Frucht, dem Kranken froh Genesen, dem Armen Trost und Glück! 5. Auch mir, wenn ich in Unmuth aufwärts blické, weil Gottes Weg ich nicht versteh', gieß Heiterkeit in's kranke Herz und schicke mir Kraft, daß ich's besteh'! 4. Er läßt es finster werden und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Dunkelheil; doch auch in dunkler Stille wohnt er mit seiner Fülle, und zeigt mir seine Herrlichkeit. der, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh'; sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte und drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach' ich und erzähle mit tiefgerührter Sees le, was Gott an mir gethan. Mit dankendem Gemüthe lobfing' ich seiner Güte; er hört mein frommes Loblied an. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tausend Sterne mit Majestät herauf. Sie leuchten, ihm zur Ehre, hoch über Erd' und Meere, und seine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Und lehre mich in Freudigkeit hienieden mich jeder Christentugend weih'n; voll Duldsamkeit bereit zum sel'gen Frieden und mild, wie du, zu seyn! Am Abend. 6. Groß, wenn der Morgen grauet; groß, wenn der Abend thauet; groß in der stillen Nacht, im Sonnenschein und Sturme, am un sinkt die und am Wurme, Mel. In allen meinen Thaten 573 Nonne nie groß, Bater, zeigst du deine Macht. 7. Voll Majestät und Stärke steh'n lauter Wunderwerke in deiner Schöpfung da. Wie kann ich dir's vergelten? Du Gott und Herr der Welten, warst auch mir Armen heute nah'. 8. Woher mein Glück, mein Leben? Du hast es mirgegeben; du bist's, der für mich wacht. Woher auf meinen zu besondern Zeiten. 445 nen Wegen so mancher rei- mir und der Welt genügt che Segen? Du bist's, der Alles wohlgemacht. und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sah'n? 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? Erfreut' ich mich des Herrn, der unser Fleh'n bemerkt? Und hab' ich im Vertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? 9. Gott, groß von Macht und Treue, jetzt, da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir Licht. Leg' ich die müden Glieder in deinem Namen nieder: so wachest du; ich sorge nicht. 10. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Kräfte geben, so will ich deß mich freu'n. Soll er mein Leben enden, so wirst du mich vollenden, mein Gott auch noch im Tode seyn. 5. Dacht' ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den wir sind und werden? Verehrt' ich ihn im Staub? Empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? Mel. O Gott, du frommer Gott 574 D er Tag ist wie der hin; und diesen Theil des Lebens, wie hab' ich ihn vollbracht? Entfloh er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? Und hab' ich Nichts gesagt, was ich bereuen soll? 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? Mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf 7. Hab' ich die Meinigen von Gott, mich seinem Dienst zu weih'n, und züchtig und gerecht und Gottes Freund zu seyn? 3. Hab' ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, meinen Gott, gepriesen; durch Sorgfalt mir ver= pflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, war dies mir angenehm? 27 8. War Gesinnung und Verhalten des Christen bat; du wandtest allen Schaden, warst mir Vertrau'n und Licht und übergabst aus Gnaden mich dem Verder= ben nicht. 446 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich vor ihm zu steh'n auch willig und bereit? 9. Gott, der du Alles weißt, was könnt' ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Christi Blut mir die verlegte Pflicht; vergib und gehe du nicht mit mir in's Gericht. 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden kränken; du liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb' ich, so leb' ich dir; sterb' ich, so sterb' ich dir! Mel. Befiehl du deine Wege 575 Ermüdet von den Geschäfte Last, die du mir jeden Morgen hier auferleget hast, eilt, Herr, nach deinem Willen der Körper jetzt zur Ruh', weint dir vorher im Stillen Dank meine Seele zu. 2. Du gabst Verstand und Kräfte zu Allem, was ich that; gabst Segen dem Geschäfte, für das ich Segen 3. Vergiß es nicht, o Seele, was Gott an dir gethan, verehr' des Herrn Befehle, bet' ihn in Demuth an, ihn, der von seinem Size gern auf dein Flehen hört, und auch der Last und Hiße der Kreuzestage wehrt! Mit deinem Schilde decke dein Kind auch diese Nacht, auf daß mich Nichts erschrecke, auf daß, wann ich erwacht, und durch den Schlaf erquicket, mein Geist befreit von Gram, froh nach der Höhe blicket, von welcher Hülfe kam! 5. Die Meinen, Weib und Kinder und Freund'; und Hab' und Gut, auch meinen Feind nicht minder, nimm, Herr, in deine Hut! Nie wird dein Auge müde, nie, du; gib unserm Lande Friede, gib Jedem Glück und Ruh'! 6. Versag' auch diese Bitte mir, mein Erbarmer, nicht: Wann diese morsche Hütte des Leibes einst zerbricht, so laß, o Gott, mein Sterben dem Schlummer ähnlich seyn, und nimm mich, deinen Erben, in deinen Himmel ein! Mel. zu besondern Zeiten. 447 Mel. In allen meinen Thaten Nacht, der Müden Trösterin, 576 err, der du mir త Das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet' ich findlich an! Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut' an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu' ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeih'n zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh' der Seele, nach deines Worts Befehle einher im Leben geh'n; auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil' ich der Ruh' entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl' ich, Bater, meinen Geist. In eigener Melodie. 577 S( o fliehen unsre Tage hin! auch dieser ist nicht mehr! Die eilt wieder zu uns her. 2. Herr, du nur bleibest, wie du bist; du schläfft und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertrau'n mich auch in dieser Nacht; wovor, Herr, sollte mir denu grau'n? Mich schüßzet deine Macht. 4. Hab' ich an deiner Gnade nur stets Theil, o Herr, mein Gott; so fürcht' ich Nichts in der Natur! so scheu' ich nicht den Tod. 5. 3war ich erkenne meine Schuld, mit Reue fühl' ich sie; doch, mein Grbarmer, deine Huld, wie troftvoll ist mir die! 6. Ich eil' im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schuße deiner Allmacht bin; dein Schirm bedecket mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein seist mein Gedank'; o weihe dir mein Herz zum Tempel ein. 8. Vielleicht ist dies die legte Nacht in meiner Prüfungszeit; dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit! 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Tod. Du, mein Grretter, bist bei mir und hilfst aus aller Noth. Mel. 448 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. In allen meinen Thaten lockt und ist gewiß, daß mich 578 Die fillen Abenddein Auge sieht. stunden, wie 3. Der Tag ist schnell dahin geeilt, und deine Vaterhand hat mir viel Gutes zugetheilt, viel Böses abgewandt. schnell sind sie entschwunden in häuslich froher Ruh'! Nun senkt die Nacht sich nieder und drückt uns allen wieder mit sanfter Hand die Augen zu. 2. O laßt uns ihn erwägen, den unverdienten Segen, den uns der Tag gebracht! Laßt uns von Dank entbrennen, und tiefgerührt bekennen: Der Herr hat Alles wohlgemacht! 3. Du hast, o Gott, voll Gnade, auf segenvollem Pfade uns bis hierher geführt. Nicht uns, nur dir fei Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt. 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslast beschieden, auch er sei dir geweiht! Wir schlummern ohne Sorgen; denn du erweckst uns morgen hier oder in der Ewigkeit. Mel. So fliehen unsre Tage dei= 579 Mer unter beis 4. Auch in der Noth und wenn ich litt, nahmst du dich meiner an, und so ist nun ein neuer Schritt zur Ewigkeit gethan. 5. Du, Herr, wirst auch noch immerdar mein guter Vater seyn, und jetzt und auch bei grauem Haar mich segnen und erfreu'n. 6. Doch dir befehl' ich meine Zeit. Ich leb' in dieser Welt, o Vater der Barmherzigkeit, so lang es dir gefällt. 7. Ich trau' auf dich und zittre nicht; kein Unfall wird sich nah'n: du warst ja meine Zuversicht von meiner Jugend an. 8. Ich schließ' auch jetzt in dunkler Nacht getroft die Augen zu; ich fürchte keine ird'sche Macht: du sicherst meine Ruh'! Mel. Freu' dich sehr, o meine ruht, o Gott, von dir be 580 Auf, Seele, ſei wacht, der mit unerschrocknem Muth dem Grauen dunkler Nacht. 2. Umringt von stiller Finsterniß sing' ich dir, Herr, ein Lied. Mein Herz frohD noch Gottes Lob ist deine Pflicht. Seine Sonne gehet unter, aber seine Güte nicht. Er hat mich auch heut' ernährt, manche Freude mir gewährt, vor zu besondern Zeiten. vor Gefahren mich beschüßet, mich in Schwachheit unter stüzet. 2. Stets verehrt und hochgepriesen seist du, treuer Gott, von mir! Was du Gutes mir erwiesen, danket meine Seele dir. Du hast, war ich's gleich nicht werth, liebreich das Gebet erhört, das ich heut', als ich erwachte, dir im Namen Jesu brachte. 3. Gib nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe sanfte Ruh'! Durch dich schlaf' ich ohne Sorgen; wenn ich schlafe, wachest du. Leib und Seel' befehl' ich dir, walte gnädig über mir! Sei auch du der Gott der Meinen, zähl' sie alle zu den Deinen! 449 anders ein. Weg aus dieses Lebens Bein wall' ich hin zu deren Hütten, die, glücklich, hier auch stritten. nun 2. Jeßt entschlaf' ich, aufzuwachen noch für Tage dieser Zeit! Laß mich fertig stets mich machen, Vater, zu der Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei leicht, bereit, von Bürden frei, von den Lasten dieser Erde, wenn ich nun unsterblich werde. mer, aus dem Keiner mehr erwacht, geh' ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh', in deine Nacht: o dann schlaf' ich 3. Gern laß einst den Tag mich sehen, der als Netter mir erscheint: wenn mit nicht erhörtem Flehen, wer mich liebet, um mich weint! Stärker, als mein Freund im Schmerz, sei mein hoffnungsvolles Herz, und, noch sterbend dich zu preisen, laß mich ihn gen Himmel weisen! 4. Laß uns doch kein banges Schrecken, Räuber nicht, nicht aus Mel. Wo Gott zum Haus dem Schlummer wecken, hall 582 ch seh' im Abenduns fest in deiner Hut! Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht, oder laß uns, wenn wir sterben, deines Himmels Freuden erben! rothe schön, Herr, deine Sonne, untergehn. Noch untergehend freut ihr Glanz, erhebt ein fühlend Herz so ganz. 2. Von einer halben Welt nimmt sie den Segen mit, und sucht ihn nie. So geht von edler That dein Freund, Mel. Werde munter, meine 581 Sin ich einst in entweicht dem Dank, den man jenen 3. Sie sinkt. Ich blick' gerührt ihr nach; nicht mehr ist jetzt mein Aug' zu schwach. So scheucht zu starker Glanz zu 450 Gesinnung und Verhalten des Christen zurück, bescheid'ne Tugend nur weise werden und vor stärkt den Blick. dir hier auf Erden von Herzen fromm und fröhlich seyn! 4. Woll'st endlich ohne Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wann du uns genommen, so laß uns zu dir kommen, du lieber, treuer, frommer Gott! 5. So legt euch denn, ihr Glieder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon' uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsre kranken Brüder auch! 4. Versunken ist sie. So versinkt, sobald, Herr, deine Weisheit winkt, auch unsre Herrlichkeit und Pracht; all unser Glanz verlischt in Nacht. 5. Sie sank und floh von uns, um schön dort andern Brüdern aufzugeh'n, die jetzt sich ihrer Ankunft freu'n, und dir nun Morgenlieder weih'n. 6. So gehn auch wir dereinst, erwacht vom Schlummer unsrer lezten Nacht, schließt hier sich unser Lebenslauf, zu einer höhern Wallfahrt auf. Mel. In allen meinen Thaten 583 Daufgegangen; er Mond ist die goldnen Sterne prangen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wie sen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille, und in der Dämm'rung Hülle so feierlich und hold; gleich einer stillen Kammer, wo ihr des Lebens Jammer verschlafen und vergessen follt. 3. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglich's bauen, dem Eitlen nie uns weihn! Laß uns Unter gestirntem Himmel. Mel. Nicht um Reichthum herrscht um mich in der Na584 infam bin ich; tiefe Stille tur! Unter einer dunkeln Hülle liegt der Farbenschmuck der Flur. Alles ruht, sich zu erquicken; mir noch lohnet wach die Zeit; aufgethan vor meinen Blicken hat sich die Unendlichkeit. 2. Welche Tiefen! Welche Höhen! Heil'ge Schauer fassen mich! Wie viel tausend Welten drehen hier um ihre Sonnen sich! Und wo sind des Raumes Gränzen, wo sich keine Welt mehr dreht, keine Sonnenstrahlen glänzen, und fein Lebensodem weht? 3. Wie zu besondern Zeiten. 451 3. Wie viel Millionen Le- lich Leben, führt mich zur ben freuen sich in jeder Welt, freuen sich, den zu erheben, der sie schuf und sie erhält! Und wer ist's, der stets sie alle liebend, segnend überschaut? Wer, der seines Tempels Halle in's Unendliche gebaut? Vollendung hin! Nein, dein Kind wird nicht verschmachten in der tiefsten Dunkelheit; wird von Licht nach Lichte trachten in der Unermeßlichkeit. 4. Kann mich hier sein Name trügen? hier mir leuchten ohne Sinn? Er schrieb ihn mit Flammenzügen; und sein Name heißt; Ich bin. Ja du bist, den GOTT wir nennen, dem das Weltall eigen ist! Seligkeit ist's, dich zu kennen, der du Aller Vater bist. Im Frühling. 5. Deine ältre Offenbarung liegt jetzt aufgeschlagen Mel. Allein Gott in der Höh' da; und im Lande der Grfah= 585 ob fei Gott, der rung fand ich dich mir immer nah. Du, der wölbte diesen Bogen und der Sterne Kreis bewegt, haft den Puls auch aufgezogen, der in meinen Adern schlägt; den Frühling schafft, Gott, der den Erdfreis schmücket! Preis sei ihm, Ehre, Stärk' und Kraft, der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft, der Herr erhält; er liebt und segnet seine Welt: lobsinget ihm, Geschöpfe! 6. Hast den Funken mir gegeben, der in mir die Nacht erhellt, diesen Geist, der in das Leben aufstrebt aus der Sinnenwelt, in das Leben, wo er freier, näher schaut dich, Weltengeist, dich, bei seiner heil'gen Feier, frei vom Staub der Erde, preist. 7. O dies Sehnen, o dies Streben, dieser hohe Lebenssinn bürgt mir ein unend8. Ist mein Leben hier verronnen; wird es Nacht auf meiner Bahn: o dann leuchten tausend Sonnen mir den Stufengang hinan. Ich steig' auf zum Quell der Strahlen, ihn zu schau'n, der nie versiegt, wo vor mir. in tiefen Thalen dann der Welten Schöpfung liegt. 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömt an jedem neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlig ist verjüngt; erheitert glänzt der 452 Gesinnung und Verhalten des Christen ben, und einst dir, als Christen freudig sterben! der Himmel; Gebirg' und Thal und Wald erklingt vom freudigen Getümmel. Mit Wohlgefallen schaut herab, Mel. Gott, der du die Menschen der Allen Seyn und Leben 586 Gottes Sonne, gab, auf seiner Schöpfung Werke. 4. Lobsinget ihm, er ist uns nah'! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist in den Himmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preise dich, ich finge dir; denn du bist, wo ich bin, bei mir mit Allmacht und mit Liebe. 5. Du rufft die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Allmacht Boten sind, zu unsrer Freude Quellen. 6. Selbst, wann von Donnersturm bedräut, erschrockne Länder zittern, strömt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schweigen. 7. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben. Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir ergelänger strahlt uns nun ihr Licht; Alles athmet neue Wonne, wenn sie durch die Wolken bricht. Schau', der Frühling senkt sich nieder in die Wälder, auf die Flur. Die erstorbene Natur lebet auf und wirket wieder. Opfre Gott, dem Schöpfer, Dank! Preis ihn fröhlich, mein Gesang! 2. Munter zu der Arbeit wallet nun der Landmann hin auf's Feld, und sein frohes Loblied schallet laut empor zum Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde, ehrt durch fromme Zuversicht seinen Gott und zweifelt nicht, daß sie wohl gerathen werde; bringt schon hoffnungsvoll ihm Dank. Preis' auch du ihn, mein Gesang! 3. Glänzend und im Feierkleide prangt die blüthenreiche Flur. Jede Blume duftet Freude, preist den Schöpfer der Natur, der den Thau schafft, den fie trinket, daß sie nicht zu bald verblüh', der ihr Saamen gibt, wenn sie welkend endlich niedersinket. Bring' auch du ihm Lob und Dank ,. preis zu besondern Zeiten. 453 preis' ihn fröhlich, mein blaue Himmelsraum, ein unGesang! bekanntes Land! 4. Dieser Frühling, wie geschwinde, o wie schnell wird er verblüh'n! Wie die Spreu, verweht vom Winde, so wird seine Pracht entflieh'n! Aber, Gott, vor dei nem Throne wird ein ew'ger Frühling seyn; ewig wird er uns erfreu'n, ringen wir nur nach dem Lohne reiner Tugend lebenslang. Gott, dich preise mein Gesang! 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist nur Schimmer von dem Licht, das ich ewig schauen werde dort vor Got tes Angesicht. Auch das freudenreichste Leben hier auf Erden ist nur Tod gegen jenes, das mir Gott dort verheißen hat zu geben. Dir, mein Gott, sei Lob und Dank! Ewig preist dich mein Gefang! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 587 Der erneut. er Erde Reize Auf Bergen, wie im Thal, ist Freud' an Freude hingestreut und Schönheit überall. 2. Belebend ist der Wiese Grün, entzückend jede Flur; und wie viel tausend Blumen blüh'n im Garten der Natur! 3. Mit reichen Blüthen prangt der Baum, und oben ausgespannt, wie strahlt der 4. Blickt hin in Tiefen und auf Höhn, auf Flur und Wald und Feld! Fühlt, was unnennbar ist: wie schön ist unsers Gottes Welt! 5. Doch nur dem Tugendhaften, nur dem Menschenfreunde lacht die schöne herrliche Natur in aller ihrer Pracht. 6. Drum seid und machet froh und gut; reicht gern die Brüderhand; naht dann der Tod, so geht mit Muth ins unbekannte Land. 7. Macht diese Erde schon so schön entfernter Sonnenschein; o Gott, wie wird in jenen Höh'n der Sel'gen Wohnung seyn! Im Sommer. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund um mich Freude; verschönt ist, Schö588 Wetter in pfer, deine Welt! Es prangt in einem Feierkleide Gebirg und Thal und Wald und Feld! Wie heilig wird mir jede Stätte! Wohin ich seh', wohin ich trete, bist du mir nah, und fühl ich dich; wohin ich schau, auf allen Fluren, in allen deinen Kreaturen, erblick' ich, Welterhalter, dich. 2. Wie 454 Gesinnung und Verhalten des Christen und deinen Kindern allen Brod. Genährt, geschüßt, gepflegt durch dich, freut Alles, was da lebet, sich. 2. Wie hast du, Gott der Macht und Güte, so liebevoll an uns gedacht! Schön war des Frühlings bunte Blüthe; reich ist des Sommers ernste Pracht. Zum vollen, fröhlichen Genusse empfängt von deinem Ueberflusse, o Gott, was lebet, Speis' und Trank. Gebirge geben, Thäler geben, was Allen nöthig ist zum Leben; und Alle jauchzen froh dir Dank. 3. Und Leben strömt mit deiner Sonne in jeden Halm, in jede Brust; sie gibt den Blüthenthälern Wonne, und allen Wesen neue Luft. Verjüngt durch ihren milden Strahl, jauchzt Hain und Flur und Berg und Thal. 4. Auf unsre Saaten träufelt Segen herab mit jedem Morgenthau. Gott, wie erfrischt dein sanfter Regen das Gras, die Blumen auf der Au! Der Bach, der aus dem Berge quillt, erquickt den Wandrer und das Wild. 5. Da steh'n die Zeugen deiner Milde hier in der Schöpfung Heiligthum. Weit durch die reichen Korngefilde tönt himmelan dir Lob und Ruhm; fie dringen, Herr, zu dir empor, aus aller Wesen frohem Chor. 6. Auch du frohlocke, meine Seele, und rühme deines Dein 3. Weit um mich her ist Alles Freude; o freu' auch, meine Seele, dich in Gottes schönem Weltgebäude! Sein Segen reifet auch für mich. Hoch müsse dessen Lob erschallen, der mir so wohl thut, Allen, Allen, so wohl thut, der so freundlich ist! Stimm' ein in der Geschöpfe Chöre: dir, Gott, sei Preis, dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist! Mel. Wer nur den lieben Gott 589 Allgütiger, dir auf jeder segenreichen Flur; dir meine Dankgefühle bringen im großen Tempel der Natur. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschalle, Gott, dein Lobgesang! 2. Du bist der Geber aller lauter Lobgesang erzähle, wie herrlich Alles er gemacht! Vom Ausgang bis zum Niedergang erschall' ihm Ehre, Preis und Dank! Mel. Herzliebster Jesu Freude, des Segens Schö- 590 Soweit nur MenDen Heerden gibst du ihre Weide bewohnen, bist du der Vater zu besondern Zeiten. ter aller Nationen, die Zuflucht Aller, die auf Land und Meeren dein Heil begehren. 2. Du blickst hernieder und die Fluren lachen, du wässerst sie mit Thau, sie reich zu machen. Dein Strom ist voll; du sorgest für die Saaten, daß sie gerathen. 3. Die tiefgepflügten Furchen füllt dein Segen; das lechzende Gefild erfrischt dein Regen. Der Sommer glüht; es reifet das Getreide zu unsrer Freude. 4. Die Höh'n und Tiefen schmückest du mit Heerden, und schaffest, daß sie froh gesättigt werden. Dem Schnitter rauscht der vollen Felder Segen zur Aernt' entgegen. 5. Und Dank und Freud' und Jubel jauchzt aus Allen, und Hain und Auen und Gefild erschallen vom lauten, dir frohlockenden Getümmel, bis in den Himmel. 455 Frucht befreit zu seyn, um Gottes Menschen zu erfreu'n. 3. Der Sänger in den Lüften schweigt, der hin in ferne Lande fleucht, wo Gott schon eine neue Saat und Frucht für ihn bereitet hat. Im Herbste. Mel. Vom Himmel kam der teärntet ist der Vom Herrn der Zeit gerufen, naht der Herbst mit seiner Fülle sich und nähret 4. Auf traubenvollen Hügeln schallt des Winzers Lob und widerhallt von Berg auf Berg; auch Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreu'n. 5. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Das Kind, der Jüngling, Mann und Greis sei fröhlich, ihm zum Ruhm und Preis! 7. Froh kannst du sterben, wenn du nur, wie seine segnende Natur, gesegnet hast, wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nicht sucht. 8. So blüh' und reife in der Zeit zu größerer Vollkommenheit! Still feimt 591 Saat hervor und reift zur reichen Aernt' empor. 6. Auch, wenn du alterst, sorgt für dich dein Herr und Gott noch väterlich; er, der auch, wenn dein Herbst fich naht, für dich noch viel der Freuden hat. Mel. Lobsinget Gott! 2. Der segenreiche Garten 592 F tem Angesicht, prangt mit vollen Zweigen, und verlangt, von seiner geht schon die Sonne nieder; und 456 Gesinnung und Verhalten des Christen und spät erscheint ihr schwächer Licht am trüben Himmel wieder. Die schönste Zeit ist nun entfloh'n; die rauhen Stürme rauschen schon durch die bereiften Felder. Die legte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes falter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. sein Futter geben; und Wein, der unser Herz erfreut, und unsers Lebens Kraft erneut, quillt aus der Frucht der Reben. 2. Verlassen steht die öde Flur, entblößt von ihrem Segen; entkräftet steht nun die Natur der Winterruh' entgegen. Die Vögel, die dem Frost entflieh'n, beginnen schon daher zu zieh'n weit über Land und Meere. Gott nimmt der Wandernden sich an, bezeichnet ihnen ihre Bahn und sättigt ihre Heere. 3. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter selbst versorgen. Ja, seiner Huld vertrauen wir; neu wird sie jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicherheit des Herbstes rauhe Jahreszeit beginnen und vollenden. Die Erde ruht, doch er gewährt voll Liebe das, was uns ernährt, mit väterlichen Händen. 4. Wie sind nicht unsre voll von Güte Gaben, vom Segen, der uns nähren soll, vom Vorrath, uns zu laben! Durch deine Vorsicht mußt' o Gott, das Land uns für den Winter Brod, dem Vieh 5. Wie jetzt das Feld um uns verblüht, verblüh'n auch wir im Alter. Doch wohl uns! Gott, der auf uns sieht, ist mächtiger Erhalter! Er ist es, der die Schwachen schüßt, die Müden mächtig unterstüßt, die an dem Grabe wanken. Gebeugt vom Alter werden wir mit frohem Herzen, Vater, dir wie in der Jugend danken. 6. Wohl Allen, die sich ihrer Pflicht von ganzem Herzen weihen! Sie werden ihre Jugend nicht im Alter einst bereuen. Wohl dem, der redlich sich bemüht, weil seiner Jahre Kraft noch blüht, der Tugend Frucht zu tragen! Ihm wird das Alter Jugend seyn, und dankbar wird er sich noch freu'n in seinen legten Tagen! Im Winter. Mel. Vom Himmel kam der 593 Nicht für der Fel der Segen nur, auch für den Schlummer der Natur, für Frost und Winter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. 2. 3war liegt ihr grüner Schmuck zerstört, von Schnee in besondern Verbindungen. Schnee und Eis und Sturm Mel. Auf, Christenmensch verheert; ein weites, weißes 594 Ve erschwunden Grabgewand deckt Berge, Hügel, Thal und Land. 3. Doch hegt die Erde, still und groß, die zarte Saat in ihrem Schooß, die sich im Frühling segensvoll entwickeln und uns nähren soll. 4. So nähret liebreich und geheim der holden Tugend ersten Keim die Mutter mit verborgner Luft in ihrer zarten Kinder Brust. 5. So thut, was Andre ſegnen kann, der gute, der bescheid'ne Mann, sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat; aufblüh'n, was er im Stillen that, zu reichen Aernten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit. 7. Mag brausen dann wohl um uns her des Winters Sturm: auch er, auch er ist deines Segens Diener, Gott, so fürchterlich er immer droht. 8. Und wie viel Freuden' danken wir selbst in des Winters Tagen dir, der du so väterlich uns trägst, und sättigeft, erwärmst und pflegst! 9. Durch alle Zeiten, Vater, sei dir, wer dich findlich ehrt, getreu! Laß Jeden deinen Ruhm erhöh'n und freudig deine Wege geh'n! 457 Pracht, nur Schnee bedeckt die Felder. Der Wintersturm durchbraust mit Macht Gebirge, Thal und Wälder! Das Land erstarrt vom Froste nun, und seine Nahrungssäfte ruh'n. 2. Wohl mir in dieser rauhen Zeit! Ich darf vor Frost nicht beben; mich schüßt mein Dach, mich wärmt mein Kleid und Brod erhält mein Leben. In meinem Bette schlaf' ich ein und kann mich sanfter Ruhe freu'n. 3. So hat's der arme Bruder nicht, dem Brod und Kleidung fehlen, er, dem das Nöthigste gebricht, den Frost und Hunger quälen. Und dreifach fühlt er seine Pein, wenn Krankheit plagt und Kinder schrei'n. 4. O zaud're, zaud're nicht, mein Herz, ihm liebreich zuzueilen! Fühl' seinen Jammer, seinen Schmerz, dein Brod mit ihm zu theilen! Wer seines Nächsten Noth vergißt, verdient nicht, daß er glücklich ist. 5. Vor Tausenden bist du beglückt, die in der Stille klagen, da Wärm' und Nahrung dich erquickt in diesen rauhen Tagen. Lobsinge frohes Herz, in mir, und opfere Gott Dank dafür! 11 6. Sieh Verhalten des Christen 458 Gesinnung und 6. Sieh nicht auf das, was dir noch fehlt und Mancher mehr befizet; nein, auf die Noth, die Andre quält, auf Gott, der dich beschüßet! Ach Vater, lind're jeden Schmerz und gib mir ein mitleidig Herz! Zur Saatzeit. Mel. Allein Gott in der Höh' 595& baut, o Gott, 4. Wir traun auf dich, o großer Gott; du, du wirst gnädig walten. Du kennst am besten unsre Noth, hast lange hausgehalten. Ja, Herr, du wirst zu deinem Ruhm für uns, dein Werk und Eigenthum, auch dies Jahr wieder sorgen. Nach einer reichen Aernte. Mel. Wie groß ist des Allmächt. auf eine 596 Wir Alle, Menz heiß der Menschen Hand die Erde, voll froher Hoffnung, daß ihr Fleiß von dir gesegnet werde. Auf dein Versprechen trauen sie: Du sollst dein Brod bei Fleiß und Müh', so lang du lebest, effen! 2. Dies Wort traf, Herr, noch immer ein. Gib jetzt auch deinen Segen, daß Saat nnd Pflanzen wohl gedeih'n; gib Sonnenschein und Regen! Der Landmann baut umsonst das Land, wenn, Vater, deine Allmachtshand nicht seine Arbeit fegnet. 3. D'rum kröne du mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte, und wenn die Aussaat dann gedeiht: Allvater, so verhüte, daß Kälte nicht, nicht Sonnengluth, nicht Hagelschlag, noch Regenfluth ihr zum Verderben werde. schenvater, bringen dir unsern feierlichsten Dank, und unsre frohen Herzen singen dir ihren lauten Preisgesang! Gekrönt hast du mit deiner Milde rings um uns her das ganze Land; dein Segen floß auf die Gefilde aus reicher, väterlicher Hand. 2. Du schenktest Sonnenschein und Regen für jede Frucht zu rechter Zeit, und gabst Gedeihen, Kraft und Segen dem Samen, den wir ausgestreut. Wie prangte nicht im Feierkleide das volle, ährenreiche Feld! Wie schlug von Hoffnung und von Freude dir unser Herz, o Herr der Welt! 3. O welchen Reichthum deiner Gaben hast du mit liebevoller Hand, uns zu ernähren und zu laben, von Neuem uns herab gesandt! Für Millionen deiner Kinder zu besondern Zeiten. 459 der ist jetzt ein voller Tisch und Preis und Dank ihm bereit; du nährst den Frommen, nährst den Sünder und Alles wird durch dich erfreut. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter als die Wolken reicht? Wer kann sie undankbar vergesfen, da jede Stunde von ihr zeugt? Nimm deiner Kinder Freudenzähren, nimm an, Allvater, unsern Dank! Wir wollen ewig dich verehren durch Thaten, wie durch Lobgesang. 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih' uns Weisheit und Verstand. Nicht, um es üppig zu verschwenden, empfingen wir's aus deiner Hand. Du willst, wir sollen froh genießen, doch mäßig, mild und dankbar seyn; so gütig, wie du dich bewiesen, soll jeder der Beglückten seyn. 6. Drum freu' den Armen auch der Segen, den deine Hand uns reichlich gab; wir wollen seiner liebreich pflegen; wir trocknen seine Thränen ab! Gr dank' auch heute mit uns Allen, frohlocke laut und bete an, daß du nach deinem Wohlgefallen, so viel, o Gott, an uns gethan. Mel. Wach auf, mein Herz 597 K Dommt, laßt uns Gott lobsingen bringen für alle milde Gaben, die wir geärntet haben! 2. Aus seinem Ueberflusse zum freudigem Genusse hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. 3. Die Scheuern sind voll Segen; denn er gab Thau und Regen und Wachsthum und Gedeihen der Frucht, der wir uns freuen. 4. Preis, Herr, sei deiner Milde, daß Gärten und Gefilde, was wir gesäet haben, so reichlich wieder gaben! 5. Preis sei dir, unserm Retter! Es drohten Sturm und Wetter, Verderben unsern Saaten. Dank dir, sie sind gerathen. Uns reiften süße Früchte in milden Sonnenlichte an Baum und Strauch und Neben; Herr, Preis sei dir gegeben!: 7. Du ließest froh uns ärnten. daß wir dankvoll lernten, dir ähnlich, uns der Armen mit mildem Sinu erbarmen. 8. Wenn wir die gern erquicken, die Sorg' und Mangel drücken, so wirst du, was zum Leben wir brauchen, ferner geben. 9. Du wirst einst deine Treuen, die gute Saat hier streuen, zu höhern Festen schmücken, und ewig sie beglucken. 11 2 Bei 460 Gesinnung und Verhalten des Christen Bei sparsamer Aernte. änderlich auf deinen milden Segen. Auch unser Brod wirst du in Noth und TheuMel. Was Gott thut, das iſt 598 Preift Chriften, rung uns gewähren, wenn Zufrieden heit, preist Gott, den Herrn der Aernte, daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von unsrer Flur entfernte! Noch stets erhält er seine Welt; was nöthig ist zum Leben, wird er uns Allen geben. 2. Er ist der Herr; in seiner Hand steht, was die Erde bringet. Der Men= schen Mühe baut das Land; Sott gibt, daß sie gelinget. Flehen um Regen. Mel. Komm, o komm, du Von ihm allein kommt das 599 Gott, von gro S Gedeih'n; nur er, er läßt die Saaten blüh'n, reifen und gerathen. Ber Macht, und Güte, deine Hülfe suchen wir; mit geängstetem Gemüthe schauen wir empor zu dir. Herr, du weißt, was uns gebricht: o verlaß, verlaß uns nicht! 2. Ach, dem tødten dürren Sande gleichet bald, Herr, unser Land;, und versengt vom Sonnenbrande, welft die Frucht, die kraftvoll stand. Schrecklich droht uns ihr Verlust; Sorge nagt an unsrer Brust. 3. Was trauern wir? Er sorgt ja doch; Gott sorgt für unser Leben. O laßt uns selbst beim Mangel noch ihm Ruhm und Ehre geben! Preis sei dem Herrn! Von Unmuth fern laßt ihm zum Wohlgefallen ein frohes Lied erschallen! 4. Wie manches segenreiche Jahr hat er uns schon bescheeret; wie gnädig uns noch immerdar von Jugend auf ernähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf dich, Allvater, schauen, und deiner Vorsicht trauen? 5. Ja, Höchster, wir verehren dich in allen deinen Wegen, und trauen unver6. Wir beten demuthsvoll dich an, der Alles weislich füget, deß Vorsicht niemals irren kann, deß Wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter, dir, und preisen deine Güte mit g'nügsamem Gemüthe. 3. D erhalt' uns deinen Segen; laß uns wachsen unser Brod! Ende bald durch milden Regen unsre Angst und unsre Noth! Gott, wir trauen dir es zu! was uns gut ist, schickest du. 4. Stärke du uns dies Vers zu besondern Zeiten. 461 Vertrauen; unser Wohl ver- ben deiner Hand empfahn! säumst du nicht. Auf dich, Gnadenvoller, bauen wir die feste Zuversicht: du, der helfen will und kann, nimmst gewiß dich unsrer an. Du sendest Thau und Regen, gibst milden Sonnenschein; du eilst, mit deinem Segen uns Alle zu erfreu'n. Wir wollen dich erheben, dir Höchster stets vertraun, und fromm und weise leben, bis wir dich ewig schaun. Nach verliehenem Regen. Mel. Kommt, fommt, den Herrn 600 in milder Re- Flehen um Sonnenſchein. gen sinket erquickend auf die dürre Flur; wie labt sie sich, wie trinket ihn jetzt die schmachtende Natur! Die sanften Ströme kühlen die Lüfte weit umher, und die Geschöpfe fühlen sich nicht mehr träg' und schwer. Gott spricht: und Seufzer schweigen und Hig' und Dürre flieh'n, und fromme Lieder steigen empor und preisen ihn. 2. Mit Freud' im Angefichte beschaut der Landmann nun sein Feld. Erquickt hat Gott die Früchte; er ist Versorger seiner Welt. Wie wallen nun die Nehren vom Mark der Erde voll, das seine Menschen nähren, das sie erfreuen soll! Auf, preiset Gottes Milde! Er ist's, der Regen schickt und lechzende Gefilde voll Vaterhuld erquickt. 3. Erhalter unsers Lebens, Gott, dem wir uns jetzt dankbar nah'n, o laß uns nicht vergebens die GaMel. Mache dich, mein Geist 601 Schmerz und Klage füllt das Land; traurig stehn die Früchte; hilft uns, Gott, nicht deine Hand, sind sie bald zu nichte. Zeig' uns doch Gnade noch! Vater, voll Erbarmen, hilf, ach hilf uns Armen! 2. Du regierst der Wolken Lauf und befiehlst dem Regen. Sprich ein Wort, so hört er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh' uns bei und zerstreu', Herr, mit starker Rechte unsers Kummers Nächte! 3. Sende warmen Sonnenschein, der die Frucht er= quicke! Sieh', wir schaun auf dich allein mit des Glaubens Blicke. Guter Gott, gib uns Brod und nach mancher Plage wieder Freudentage! 4. Preis und Ruhm sei dir geweiht, Vater aller Gnade! Hilf, daß uns die schwere Zeit nicht am Her11 3 zen 462 Gesinnung und Verhalten des Christen Götter, vor dem der Engel niederfällt, Gott redet donnernd aus dem Wetter und ruft voll Majestät der Welt. Anbetend sinkt der Erdkreis nieder; der Wald ertönt, es bebt die Flur, und Blize saMel. Nun laßt uns Gott 602 rönt, ihr Freu- gen's Bligen wieder: Gott ist der Herrscher der Natur. denlieder! Sie scheint, fie scheinet wieder! Wir seh'n sie, welche Wonne! die lang verhüllte Sonne. zen schade! Dir, nur dir wollen wir gern zur Ehre leben und uns ganz ergeben. Nach verliehenem Sonnenschein. 2. Uns drückten bange Sorgen an jedem neuen Morgen, so oft fich Wolken thürmten und Regenwetter stürmten. 3. Des Feldes Früchte sahen wir dem Verderben nahen. Was Thier' und Menschen nähret, schien ganz durch Fluth verheeret. 4. Da drang zu deinen Höhen, Gott, unsers Herzens Flehen. Du hörtest, was wir baten, und schüßtest unsre Saaten. 5. Schon senkten sie sich nieder; doch du erhobst sie wieder. Herr der milden Sonne, du segnefst uns mit Wonne. 2. Auch dich laß seine Stimme rühren, sei ganz Empfindung, o mein Herz! Den Dank, das Lob, die ihm gebühren, entweihe kein unheil'ger Scherz! Auch Donner rufen Gottes Kindern des Weltenvaters Segen zu; ste rufen schonend sichern Sündern, und ihren Ruf verstehst auch du. 3. Verstumme, freches Heer der Spötter! Furcht und Verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott! Es sagt's das Wetter; die Welt, die ganze Welt ist ſein. Ihr bebt? Elende, wollt ihr fliehen? Kein Ort schüßt euch vor Angst und Noth; Nichts kann dem Mächt'gen euch entziehen. Er kennt, er straft euch; er ist GOTT. 6. Wir preisen deine Güte mit fröhlichem Gemüthe. Ja, Mel. Lobt Gott, ihr Christen unser ganzes Leben ſei ewig 604 Der hohe Himmel dir ein Wetter Gottes dräut; ich bebe nicht: ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. Beim Gewitter. Mel. Wie groß ist des Allmächt. Mächtige, 2. Du wenn du 603 Der Herr der donnerst; nicht; du bist der Men zu besondern Zeiten. 463 Menschen Freund. Nicht Kraft bewies, den Weltenblässer wird mein Angesicht, wenn uns dein Blig erscheint. herrn, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der Blizen ihre Strahlen lenkt, und gnädig seines Volks gedenkt! 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, bist du, Herr, fürchterlich; dem aber, der dich Vater nennt, zeigst du als Vater dich. 3. Nimm mit Bewundrung seine Güte auch selbst im Ungewitter wahr; denn jedem forschenden Gemüthe, stellt sich auch hier ihr Schauplaß dar. Zum Besten jeder Kreatur bemerkt man ihres Segens Spur. 4. Wie kräftig hebt sich das Getreide, getränket durch den Regenguß, und wie vergnügt betritt die Weide des neubelebten Thieres Fuß! Wie athmen wir so sanft und leicht, wenn schwule Luft dem Donner weicht! Nach dem Gewitter. 5. Herr, deine Güte fei erhoben, im Wetter wie im Sonnenschein! Wer wollte dich nicht ewig loben? Du kannst und willst uns stets erfreun. Mich schrecken Blizz Mel. Wer nur den lieben Gott 605 Wie gnädig ist und Donner nicht; denn du bist meine Zuversicht. des Höchsten Wille! Der Donner schweigt; die Blizze flieh'n; es schmückt in angenehmer Stille der Sonne Glanz Beim Jahreswechsel. In voriger Melodie. das frische Grün. du, 606 Des neuen Jahmein Geist, nun opfre Dank! Erhebe deinen Lobgefang. 4. Uns Segen ist der Sonne Licht, uns Segen Tag und Nacht; auch Segen ist uns dein Gericht und deines Blizzes Pracht. 5. Du reinigst durch den Blitz die Luft; dein Regen tränkt die Saat; es stärkt ein balsamreicher Duft, was erst geschmachtet hat. 6. Laß frei das Herz von Aengsten seyn, wenn uns dein Wetter droht; Weg, bange Furcht, wir sind ja dein; du bist die Lieb', o Gott! 2. Ja, preise freudig den Grretter, der seine große gen bricht, meine Seele, für dich an; ermuntre dich zu edlen Sorgen und wandle auf der Tugend Bahn. Bleibst du 11 4 464 Gesinnung und Verhalten des Christen du ihr treu, folgst du ihr nach, so weckt dich einst ein schönrer Tag. du sagst, o welche Wonne! dann: Ich habe meine Pflicht gethan; 7. Und segnest noch an Gottes Throne dies Jahr als eine Zeit der Saat nimmst du aus seiner Hand' die Krone, die er für dich bereitet hat. Drum, Christ, halt' aus in deinem Streit, du kämpfest für die Ewigkeit. 2. Was ist es anders denn, als Gnade, daß Gott dir dieses Jahr noch schenkt, und dich so gern auf seine Pfade mit treuen Vaterhänden lenkt? Was ist es anders, als Geduld, als Nachsicht gegen deine Schuld? 3. So nüß' auch dieses Jahres Tage, als Tage deiner Prüfungszeit, daß keiner dich vor Gott verklage, 607 D" bist der Herr Mel. Es ist das Heil uns u, Gott, du daß keiner dich im Tode reut. Gott fordert, dem denk' immer nach, einst Rechenschaft von jedem Tag. 4. Ermuntre dich zn deinen Pflichten, sei zu den schwersten auch gefaßt: sie gern und willig zu verrichten, such' dir den Muth, befteg' die Last! Schnell fliehen deine Tage hin; ach, unbenußt laß sie nicht flieh'n! 5. Gebrauch', o Christ, dies Pilgerleben, wozu dir's Gott, dein Gott, verlieh'n; zur Tugend hat er's dir gegeben, so gib's denn auch der Tugend hin. Sie reichet dir nach kurzer Zeit das schönste Loos der Ewigkeit. 6. Weih' jede Stunde dem Bestreben für dein und deiner Brüder Glück, so siehst du einst auf dieses Leben mit ruhig heiterm Blick zurück; der Zeit und auch der Ewigkeiten. Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten! Ein Jahr ist abermals dahin. Wem dank' ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, unwandelbares Wesen! dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich, du warst und bist und bleibest. 3. Herr, ewig währet deine Treu', mit Huld uns zu begegnen: und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du zu besondern Zeiten. 465 4. Du hast auch im ver- ne Ruhe einst bei dir kein flossnen Jahr mich väterlich Wechsel weiter störet! geleitet; und wann mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und Trost bereitet. 608 GoSonn' und Mel. Allein Gott in der Höh tott ruft der Von ganzer Seele preis ich dich; auf's Neue, Gott, ergeb' ich mich ganz deiner weisen Führung. schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen; er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Ehr' ertheilen! 5. Vergib mir alle meine Schuld von den verflossnen Tagen, und laß mich deine Baterhuld in Christo ferner tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen! 6. Gib neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln! Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Andern handeln! Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt, zu lieben! 7. Die Welt vergeht: dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen; um beßre Freuden müsse sich mein Geist mit Ernst bemühen! Den Engeln bin ich ja verwandt, im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten! 8. Olehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszukaufen; laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heil'ger Vorsicht laufen! Der Tage Last erleichtre mir, bis mei2. Herr, der da ist, und der da war, von dankerfüllten Zungen sei dir für das verfloss'ne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost and Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen! 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben! Verleih' uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben! Du schüßzest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wann sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Nuh' und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt: so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 11 5 5. Hilf 466 Gesinnung und Verhalten des Christen 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich, und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder; ben. Hüll' und Fülle, Trank und Brod hast du mild gewähret, und in Wohlthat selbst die Noth und den Schmerz verkehret. 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne, daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu' und Liebe bei uns sei: dies, lieber Vater, dies verleih' in Christo inem Sohne! 4. Daß uns deiner Allmacht Hand liebevoll geleitet; daß du über Stadt und Land Ruh' und Glück verbreitet; daß gewissenhafter Fleiß uns durch dich gelungen: Gott, dafür sei Dank und Preis herzlich dir gesungen. 5. Freudig, Vater, treten wir in dies Jahr des Lebens. Wann, o Herr, vertraute dir unser Herz vergebens? Ja, du wirst uns fernerhin, wenn wir Mel. Schwing' dich auf zu 609& wig und umwanz dir nur leben, Unterhalt und delbar, Gott ist deine Gnade, und von dir strömt immerdar Heil auf unsre Pfade. Tag und Jahre ändern sich und wir selbst veralten, doch du bleibest, und durch dich werden wir erhalten. und Kräfte geben. 6. Flüchtig ist die edle Zeit, groß sind unsre Pflichten; lehr' uns für die Ewigkeit unser Werk verrichten! Jede gute, fromme That laß uns wohl gelingen! Frucht laß jede Tugendsaat für den Himmel bringen! 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Segen; deine Vaterhuld beglückt uns auf allen Wegen. Jeden Morgen sendest du LeMel. Herr, ich habe mißgehandelt benskraft und Bonne; du 610 Gott, mit allen verbreitest sanfte Ruh' mit der Abendsonne. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollendet haben, war erfüllt, o Herr, von dir mit des Segens Ga= schwand ein Jahr des Lebens hin, aber auch mit seinenLeiden schwand dies Jahr; und, Gott, ich bin, lebe noch und soll auf Erden noch geübt, gebildet werden. 2. Vor zu besondern Zeiten. 467 2. Vor so manchem, man- ne Gabe! Dankend heb' ich chem Grabe führtest du vor über mich. Im Genuß der hohen Gabe der Gesundheit preis ich dich, preise dich für alle Freuden, preise dich für alle Leiden. meinen Blick auf zu dir, gelobe Treue heute dir, o Gott, auf's Neue! 3. Ja, auch für die trüben Stunden meines Lebens dank' ich dir; denn auch sie sind nun verschwunden, und sie wurden Wohlthat mir. Auch auf dornenvollen Wegen führst du mich dem Ziel entgegen. Mel. O Jesu Christ, mein's Lebens 4. llebung ist das Erden- 611 11nwiderbringlich leben, Bildung für die beßre Welt. Meinen Wünschen, meinem Streben ist ein höhres Ziel gestellt: ringen soll ich hier auf Erden, ew'ger Freuden werth zu werden. 5. Herr, dies soll mich Weisheit lehren! Jeder Tropfen meiner Zeit, ohne je zurückzukehren, strömt in's Meer der Ewigkeit! Nichts kann Zeitverlust ersetzen: laß den Werth der Zeit mich schäßen! 6. Laß auch dieses Jahr des Lebens nüßen mich zur Besserung; es verfließe nicht vergebens für des Geistes Heiligung! Laß mich, Gott, nach deinem Willen meine Pflichten treu erfüllen! 7. Alles, Alles, was ich habe, Leben und des Lebens Glück, Alles, Herr, ist deiGib uns Allen deinen Segen! Knüpfe fest der Liebe Band! Auf der Tugend heil'gen Wegen laß uns wandeln Hand in Hand! Fried' und Heil dem Vaterlande! Fried' und Heil in jedem Stande! schnell entfliehn die Tage, die uns Gott verliehn. Ein Jahr tritt ein und eilt davon. Wie manches ist bereits entfloh'n! 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Noth, für tausend Proben deiner Huld, für deine Schonung und Geduld! 3. Dank dir, wenn jetzt voll Freudigkeit das Herz sich mancher That erfreut? Weß war die Kraft? Wer gab Gedeih'n? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 4. Doch oft verlegten wir die Pflicht; oft fehlten wir und merkten's nicht. Nimm an, Erbarmer, unsre Neu'; um Chrifti Willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du haft 116 die 468 Gesinnung und Verhalten des Christen die Stunden zugezählt, die letzte weislich uns verhehlt. lob, des Lebens Ungemach folgt mir nicht in den Himmel nach. 6. Du gibst, uns länger zu erziehn, uns Tage, Monden, Jahre hin; doch an dem Ziel der Pilgrimschaft kommt unsre große Rechenschaft. 6. Im Staube beug' ich mich vor dir. Bis hierher hast du, Höchster, mir mit liebevoller Vaterhand mehr, als ich werth bin, zugewandt. 7. O dann laß uns, wir alle flehn, mit Freudigkeit vor dir bestehn! Denn ach, wer dann vor dir erbebt; hat thöricht, hat umsonst gelebt. 7. Sieh ferner, Gott, mit Freundesblick auf mein und meines Nächsten Glück! Entreiß uns jeder wahren Noth und gib uns unser täglich Brod. Mel. Werde munter, mein un ist das 612 N Jahr entflohn; neuen Jahr vor Theurung 8. Behüt' uns in dem und vor Kriegsgefahr! Uns treffe feiner Seuche Wuth, kein zehrend Feuer, keine Fluth! 9. Entferne jeden Unglücksfall! Gib Heil und Wohlfahrt überall; und, bricht ein Kreuz von dir herein, so laß es uns erträglich seyn. 10. Ja, segn' uns, Herr, in dieser Zeit und führ' uns dann zur Herrlichkeit! Da sagen wir dir ewig Dank; da preist dich höhrer Lobgesang! wir leben in dem neuen schon. Christen, preiset Gott, den Herrn! Er half bisher und hilft so gern. 2. Wie Mancher, der im alten Jahr froh und voll Kraft noch um uns war, sank, eh' wir's dachten, schnell dahin; nun deckt des Grabes Hügel ihn. 3. O Schauplaß der Vergänglichkeit! schnelle Flucht der Lebenszeit! Wie thöricht ist, wer immer fest sich auf das nächste Jahr verläßt! 4. Doch bin ich stets nur eifervoll, zu wirken, was ich kann und ſoll; dann fliehe 613 Muns treten vor Mel. Wachy' auf, mein Herz it Freuden laßt meine Zeit dahin, sie bringt doch herrlichen Gewinn. 5. Sluch komm' ich durch die Flucht der Zeit dir näher, Himmelsseligkeit! GottGott, ihn anzubeten; vor Gott, der unserm Leben bisher hat Kraft gegeben! 2. Wir Erdenpilger wan dern zu besondern Zeiten. 469 dern von einem Jahr zum und Kleinen die Gnadenandern; die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. sonne scheinen. 11. Sei der Verlaßnen Bater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Hülf und Habe! 3. Und diese Wandertage sind nie ganz frei von Plage; wir gehn auf rauhen Wegen der Ewigkeit entgegen! 4. Doch du bist voll Erbarmen, und wirst mit Vaterarmen in Nöthen und Gefahren uns schüßen und bewahren. 5. Erhalter unsers Lebens, wir sorgen nur vergebens, wenn du uns nicht beschüßzest, mit Kraft uns unterstüßest! 6. Lob dir, o Gott, dem Treuen, durch den wir uns erfreuen; Lob deinen Vaterhänden, die so viel Noth abwenden. 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen, zu thun, Herr, deinen Willen, auch Kraft, ihn zu erfüllen. 12. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den kummervollen Seelen, die sich mit Sorgen quälen! 13. Vor Allem, Herr, verleihe uns deinen Geist auf's Neue, der uns mit Tugend ziere, und so zum Himmel führe. 9. Herr, wehre du den Kriegen! Laß Menschenliebe siegen; und wo nur Thränen fließen, sich deinen Trost ergießen. 10. Gib deinen milden Segen zu allen guten Wegen, laß Großen, Herr, 14. Das wollest du uns geben, du Herr von unserm Leben: so gehen wir im Segen der Ewigkeit entgegen. 7. Hör' ferner unser Flehen, und eil', uns beizustehen! Gib Mäßigung in Freuden, Geduld und Trost 614 Festeht bei Mel. Wer nur den lieben Gott eſt dein Beim Anfang des Kirchenjahres. Felsen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu'! Jahr' und Jahrhunderte vergehen; doch deine Güt' ist täglich neu. Wie bringen heute, Vater, wir dir würdig unsern Dank dafür? 2. Kein Feind zerstörte die Altäre, kein Feind zertrat dein Heiligthum. Noch singen wir von deiner Ehre, noch predigt man von deinem Ruhm. Durch Tau11 7 fe, 470 Gesinnung und Verhalten des Christen fe, Abendmahl und Wort pflanzt sich auch hier die Kirche fort. Gott, der du mir's gegeben; ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. 3. Doch, fragst du nach des Wortes Früchten, und bringst, was wir gethan, an's Licht, nach unsern Werfen uns zu richten: Gott, Richter! so bestehen wir nicht. Du trugest uns mit viel Geduld; wir aber häuften Schuld auf Schuld. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. 4. O laß es deinem Geist gelingen, in diesem neuen Kirchenjahr die Sünde mächtig zu bezwingen, wo sie bisher noch herrschend war! Heut schwören wir, o Gott, auf's Neu' dir und der Tugend ew'ge Treu'! 5. Laß ferner hier dein Wort erschallen; gib, daß es frevle Sünder schreckt, so wie, die deine Wege wallen, zu freudenreicher Hoff nung weckt! Laß, wenn wir hier in Andacht flehn, uns Alle deine Gnade sehn. 6. Gib, daß dich forthin Alle ehren, als dein geweihtes Heiligthum! Einst führst du uns zu jenen Chören, wo man, erfüllt von deinem Ruhm, das Leben, das uns dort beseelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu' viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich, Staub und Erde, auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh' ich bereitet war; noch war mir nicht das Leben von dir, o Gott, gegeben, da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich freue, lobsinget dir mein Geist! Er, den du mir geschenket, er ist's, der dein gedenket, und freudig dich, o Bater, preist. 6. Daß du mit Kraft mich rüstest, und mir mein Leben fristest: dies Vater, dank' ich dir. Daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regierest: dies Alles, Bater, dank' ich dir. Am Geburtstage. Mel. In allen meinen Thaten ir dank' ich für 615D mein Leben, ben noch nüßt, wirst du mir 7. Was mir in diesem Lege= V zu besondern Zeiten. 471 geben; du gibst's! Ich hoff' mit Sorgfalt ja schaff' meine auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich findlich Leib und Seele; Herr, segne, Herr, behüte mich! Mel. Mein Gott, das Herz 616D¹ u läßt den Tag mich wieder sehn, da ich, nach deinem Rath, o Gott, zu meinem Wohlergehn, des Lebens Bahn betrat. 2. Von ganzem Herzen preis' ich dich, daß mich dein Arm bis jetzt ganz unverdient so väterlich gesegnet und beschützt. 3. O! hätt' ich doch aus Dankbarkeit das nun verfloßne Jahr so dir und deinem Dienst geweiht, als meine Pflicht es war! 4. Beschämt, o Gott, fleh' ich zu dir: Vergib mir meine Schuld, und schaff' ein reines Herz in mir, nach deiner Vaterhuld! 5. Hilf, daß ich in der Folgezeit, gerührt von deiner Treu', voll inniger Erkenntlichkeit dir thätig dankbar sei! 6. Schnell fliehen meine Tage hin. Mein Auge sieht nicht ein, wie lang ich noch auf Erden bin; dein Auge sieht's allein. 7. Vielleicht ist bald mein Ende da. Hilf, daß ich in der Zeit, die mein noch ist, Seligkeit. 8. Dann darf ich von der Pilgerzeit den letzten Tag nicht scheun. Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag seyn. Die Lebensalter. Mel. Wer nur den lieben Gott er du den Men= 617 De schen schaffst und leitest, und huldreich ihn als Vater liebst, was ihn erfreut, ihm mild bereitest, Heil ihm in jedem Alter gibst: es lebe, Herr, zu deinem Preis der Jüngling und der Mann und Greis! 2. Verleih' dem Jüngling Kraft und lehre ihn Mäßigung, wenn er sich freut; gib Demuth auf der Bahn der Ehre, gib Muth ihm, wenn Gefahr ihm dräut! O laß ihn thätig, gut und rein und stark in der Versuchung seyn. 3. Dem Mann hilf wirken: hilf ihm ringen, den Eigennuß, den Hang zur Rast, die Lust der Welt, sich selbst bezwingen, und tragen seiner Arbeit Last; sein Lebenstag sei nicht zu schwül, und immer vor ihm sei sein Ziel! 4. Erscheint sein Abend dann dem Greise, so gib dem Müden einen Stab; er freue 472 Gesinnung und Verhalten des Christen freue sich des Guten weise, was er hier that, was er hier gab; dies sei ihm, wenn er sterbend fällt, ein Führer zu der bessern Welt! und gefällig, aber nur durch Tugend seyn, offen, ohne Schmeichelei, stets bescheiden und doch frei, ohne Frechheit, stets bedächtig, immer unsers Herzens mächtig! Für die Jugend. 5. Laß die Frechheit wilder Sitten niemals unser Mel. Werde munter, mein 618 11nre Kindheit, Herz entweihn! Laß, o unsre Jugend, jedes Alter darf sich freun. Auch die Fröhlichkeit ist Tugend, aber heilig muß sie feyn; nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüste muß sie scheuen und die Seele nicht Gott, Paläst' und Hütten stets der Tugend Wohnung seyn! Jeder strebe, wer ein Christ, wessen Wunsch die Tugend ist, daß sein Haus und daß die Erde nur durch Tugend schöner werde. 2. Nur in einem reinen 619 Weines Lebens Mel. Wie groß ist des Allmächt. dem, der feuMorgen nur seinem Herrn und Schöpfer weiht! Beschäftigt mit den edlen Sorgen der Aussaat für die Ewigkeit, wird er die wilde Lust der Jugend und jedes Lasters Reize fliehn; sein Herz wird nur für Gott und Tugend, für Pflicht und Recht und Wahrheit glühn. Herzen, nur in einer schen Brust toben nie der Reue Schmerzen, wohnet wahre Ruh' und Lust. Unbeherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit; sie vergiftet alle Freuden und erzeuget bittre Leiden. 3. Reiner Sinn und Unschuld schmücket mehr, als Schönheit; denn sie mehrt jede Lust, die uns entzücket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell: fie nur können voll Vertrauen hoffen, Gott dereinst zu schauen. 4. Drum, o Gott, laß uns gesellig, froh und willig zu erfreun, liebenswürdig 2. Von Sorgen frei, voll Muth und heiter wallt er der Weisheit Erdenbahn mit festen Schritten immer weis ter und blickt getrost zu Gott hinan, besiegt durch fortge: septes Streben, durch Fleiß und Ernst und Wachsamkeit, Verführer, wenn sie ihn um= zu besondern Zeiten. umgeben, und seine eigne Sinnlichkeit. 3. Wie freudenreich sind feine Tage! Wie sanft entfließt ihm seine Zeit! Er fürchtet feiner Zukunft Plage, ihn reut nicht die Vergangenheit. Er fä't den Saamen jeder Tugend, und freut sich seiner Aernte schon; die schöne Blüthe seiner Jugend verheißet ihm im Alter Lohn. Mel. Warum sollt' ich mich 620 Hugend, im abe beine Luft, mer gern an dem Herrn, und dem Reiz der Tugend! Was dein schwaches Herz begehret, dein Verstand nicht erfand, wird dir dann gewähret. 2. Schnell muß nicht vorüberrauschen diese Lust; deine Brust muß sie nicht vertauschen gegen Lüste dieser Erden, die dein Herz, vol ler Schmerz, bald vergiften werden. 473 gehren; dann wird er dir schon mehr, wenn dir's nüßt, gewähren. 5. Auch in den gefunden Tagen laß nicht ab, in das Grab einen Blick zu wagen. Suche fern von dem Verderben Seelenruh'; dann wirst du Himmelssegen erben. 3. Nicht erst, wann des Alters Sorgen dich zerstreun, Jugend, nein, schon am frühen Morgen, in der Blüthe deines Lebens dien' ihm gern, und dem Herrn dienst du nie vergebens. 4. Glück, Gesundheit, langes Leben wird dafür willig dir dein Erschaffer geben. Weisheit sei nur dein BeFür Jünglinge. Mel. Ermuntre dich, mein Schöpfer meiner Jugend! 621h trete vor dein du Verwirf mein kindlich Flehen nicht um Weisheit und um Tugend! O nimm dich meiner Schwachheit an, und wenn sich mir Gefahren nahn: so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite! 2. Mein Herz, von Lastern zwar noch rein, doch jung und unerfahren, wird leicht geblendet durch den Schein, und stürzt sich in Gefahren: o mache mich mir selbst befannt, und gib mir Weisheit und Verstand, damit ich meine Wege unsträflich wandeln möge! 3. Zum Leichtsinn, der das Herz verführt, das Böse zu erwählen; zum Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, dies Merkmal schwacher Seelen; zur Trägheit, die den Geist verzehrt und jeden Trieb 474 Gesinnung und Verhalten des Christen Trieb zum Laster nährt: laß nie zu diesen Sünden in mir sich Neigung finden! meine Seele keusch und rein, unsträflich meinen Wandel seyn, um, Vater, dir vor Allen durch Unschuld zu gefallen! 4. Wenn mir auf meiner Jugendbahn, mich in ihr Neß zu ziehen, Verführer sich voll Arglist nah'n, so laß mich weislich fliehen. Ihr Beispiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht: ihr Spotten und ihr Lachen soll nie mich wankend machen! 3. Vor eitler Selbstgefälligkeit bewahre meine Jugend! Mein Vorzug sei Bescheidenheit und meine Gib Schönheit Tugend! mir den sanften stillen Geist, der dich durch fromme Demuth preist, den Nächsten liebt und achtet, sich selbst zu bessern trachtet. 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter: sie werden meiner Jugend Glanz und einst mein Trost im Alter! Erhalte mein Gewissen rein; laß keinen meiner Tage seyn, der nicht zu deiner Ehre wohl angewendet wäre! 4. Sucht zu gefallen müsse nicht mein schwaches Herz bethören; sie würde mein Gefühl für Pflicht und meine Ruh' zerstören. Ein eitler Glanz und Pracht der Welt ist nicht der Schmuck, der dir gefällt; drum will ich mich bescheiden in Zucht und Demuth kleiden. 5. Wenn Umgang mir 622 und lenke Verführung droht: so lehre stets mein Herz, o Gott, zu reinen edlen Freuden! Die Unschuld sei mein höchster Ruhm, ein guter Ruf mein Eigenthum, den Jeder gern mir gönne, und Niemand lästern könne. 6. Die edle Freundin laß in mir ein Herz, wie ihres finden, damit in frommer Eintracht wir der Freundschaft Glück empfinden! Laß unsre Liebe sanft und rein, wie Für Jungfrauen. Mel. Ermuntre dich, mein ch will in stiller dir mich, Gott, erheben! Dir sei mein ganzes Herz geweiht, geweiht zum frommen Leben! Gib du mir Kraft, fie kommt von dir, und stärke den Entschluß in mir, stets deinen heil'gen Willen mit Freuden zu erfüllen! 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind: mein Heil ist, dich zu lieben; ach, mache mich dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben! Laß zu besondern Zeiten. 475 wie deiner Engel Umgang, 5. Viel heitre Tage gabst seyn, daß nimmer unsre Seelen Neid oder Argwohn quälen! du mir, von Sorgen frei und Grämen; wie sollte ich denn nicht von dir jetzt auch die trüben nehmen? 7. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Himmel lehrest, ich will ihn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erhörest. Durch Unschuld, Sanftmuth, Frömmigkeit, durch frohen Sinn bei Häuslichkeit laß, Bater, mich auf Erden geliebt und glücklich werden. 6. Es währet ja nur kurze Zeit, was ich noch etwa leide, und dann lohnt eine Ewigkeit mit ungetrübter Freude. 7. Dann drückt mich keine Schwachheit mehr; verjüngt ist dann mein Leben; dann werd' ich, Gott, dir Preis und Ehr' im Chor der Engel geben. 8. Hilf, daß ich täglich meinen Blick auf diesen Wechsel lenke, und dies mir immer näh're Glück zu meinem Trost bedenke! 9. So bleib' ich in Zufriedenheit auch bei des Alters Schwäche, und harre, bis dein Wink gebeut, daß meine Hütte breche. Für das Alter. 623 Mel. Mein erst Gefühl sei Preis tets warst du meine Zuverficht, und bist es noch im Alter; verlaß auch nun mich Schwachen nicht, mein Schöpfer, mein Erhalter! 2. Ich fühle die Beschwerund steh' am Rande meiner 624 D meinen LaMel. In allen meinen Thaten von Zeit. Nah' sind mir Sarg und Bahre. gen, hast mich voll Huld getragen von meiner Jugend auf; auf allen meinen Wegen umgab mich, Gott, dein Segen; du lenkteft meinen Lebenslauf. 3. Gelobt sei deine Vatertreu', die mich bis hierher brachte, mir wohl that und mein Herz dabei mit dir zufrieden machte! 4. O sei auch ferner noch mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg', und voll Vertrau'n zu dir, das Leben wohl vollende! 2. Ich hatt' oft große Sorgen; doch, wie ein heitrer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab' ich's stets erfahren. Der Herr weiß 476 Gesinnung und Verhalten des Christen weiß zu bewahren, und führt durch Finsterniß zum Licht. und Friede; du stehst mir in der Schwachheit bei. 3. War Menschenrath vergebens, so kamst du, Herr des Lebens, und halfft und machtest Bahn. Dich ließ ich thun und rathen; denn du thust große Thaten und nimmst dich unser huldreich an. 4. Du willst in meinem Alter mein Stab seyn, mein Erhalter, nach deiner Vatertreu'. Bin ich gleich schwach und müde, bei dir ist Trost Gesinnung und Verhalten des Christen unter besondern Umständen. Bei allgemeinem Wohlstande. 5. Wie flieh'n des Lebens Stunden, wie bald ist es verschwunden! Ich bin dem Ziele nah', dem Ziele aller Leiden. O welche hohe Freuden erwarten meine Seele da! men und Reben besegt, die Auen, mit schlängelnden Bächen beneßt, die Gärten, die Flächen der Felder umher, wie tragen sie immer an um Himmel er- Früchten so schwer! In eigener Melodie. 625 3 hebe dich, Freudengesang! Hoch töne aus fröhlichem Herzen der Dank! Auf, Alle, von Vaterlands liebe durchglüht, singt mit uns dem Höchsten ein feierndes Lied! 6. Ich harre fromm und stille, bis, Herr, mein Gott, dein Wille mich nach dem Kampfe krönt. An meiner Laufbahn Ende sink' ich in Jesu Hände, denn er hat mich mit dir versöhnt. 2. Er läßt uns bewohnen ein glückliches Land; beschirmt und erfreut es mit wohlthät'ger Hand, sein Segen ergießt sich auf Alle herab, und väterlich wendet Gefahren er ab. 3. Die Berge, mit Bäu4. G8 blühen Gewerbe und Künste im Land, und Nahrung und Wohlfahrt in jeglichem Stand. Mild werden hier Fleiß und Verdienste belohnt; hier ist es, wo Necht und Gerechtigkeit wohnt. 5. Religion strahlt uns so himmlisch, so mild. Da, wo uns nicht leuchtet die Sonne, ihr Bild, erhellt sie uns Erdenbewohnern den Pfad und gibt uns Erleuchtung, Erquickung und Rath. 6. Wünscht unter besondern Umständen. 6. Wünscht, Glückliche, wünscht dem Vaterland Glück! Ein Jeder bezeuge mit freudigem Blick: er schäße das Gute dem Höchsten zum Preis; es jauchze der Jüngling, der Mann und der Greis! 3. D Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Gericht bei Allem, was wir dulden; denn groß sind unsre Schulden. Du züchtigst doch noch minder, als wir's verdient, wir Sünder. 4. Ja, Vater, deine Huld ist größer als die Schuld. Gedenke denn der Deinen, die reuig vor dir weinen; laß tiefgebeugten Seelen nicht Trost und Hoffnung fehlen! 5. Verkürze, guter Gott, die Dauer unsrer Noth, und die voll Kummer flehen, laß bald Erleicht'rung sehen! Verwandle du ihr Leiden in neue Lebensfreuden! 6. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu entfernen, so stärk' uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns kindlich beugen! In allgemeiner Noth. Mel. Auf meinen lieben Gott 7. Herr, deine Züchtigung 626 züchtigt deine leit uns zur Besserung! Laß Hand, o Höchster, jetzt das Land. Zu deinem Vaterherzen erhebt in Furcht und Schmerzen sich das Geschrei der Armen; erhör' es mit Erbarmen! sie die Sichern schrecken, die Schlummernden erwecken und Nedlichfromme stärken, auf dein Gebot zu merken! 7. Uns bleibe das Christenthum theuer und werth; Gott werde durch Weisheit und Tugend verehrt; Gerechtigkeit ziere den fürstlichen Thron, den Bösen zum Schrecken, den Guten zum Lohn. 477 2. Du siehst des Landes Noth; sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit starken Händen sie lindern und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 8. Wohl Jedem, der's fühlet, wie glücklich er ist in Lande, wo Eintracht und Liebe sich füßt! Ein Jeder beförd're, so viel er nur kann, des Vaterlands Beste, und freue sich dann! 9. Gott, sei uns stets freundlich, und fördere du das Werk unsrer Hände in Frieden und Ruh'; so leben wir glücklich und wallen von hier zum Vaterland droben, o Vater, zu dir! 8. Wenn unser Herz dich liebt, so wird, was uns betrübt 478 Gesinnung und Verhalten des Christen trübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zulegt erfreuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunklem Pfade. gest du sie Allen, die d'rum bitten, zu durch den, der unser Mittler ist, durch unsern Heiland Jesum Christ. 5. D'rum kommen wir, Herr, unser Gott, und klagen dir all' unsre Noth. Ach, deine Vateraugen seh'n, wie hülflos, Herr, wir vor dir steh'n. 9. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. O sprich zu unsrer Seele: Getroft! dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10. Am Schluß von unserm Lauf flärt einst sich Alles auf! Dann wird die Aussicht heiter; dann thränt kein Auge weiter; dann finden unsre Herzen Wonne nach den Schmerzen. nur 6. Nur du bist unfre Zuversicht! Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht; steh' uns in unsern Nöthen bei und mach' uns aller Plage frei. 7. Dann danken und lobsingen wir mit freudenvollem Herzen dir; gehorsam deinem theuern Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. In eigener Melodie. 627 W enn wir in höchsten Nöthen seyn und wissen In Kriegszeiten. Mel. Wer nur den lieben Gott nicht, wo aus, noch ein; und finden weder Hülf' noch Rath, ob wir gleich 628& zieht, o Gott, sorgen früh und spat: 2. Dann bleibt das unser Trost allein, daß wir uns deiner Hülfe freu'n; wir flieh'n zu dir, du treuer Gott, du einz'ger Helfer in der Noth! ein Kriegeswet ter jetzt über unser Haupt einher. Doch, bist du unser Schuß und Retter, so schreckt uns keines Feindes Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und deu Ländern droht. 3. Wir heben unser Aug' und Herz hinauf zu dir in unserm Schmerz und fleh'n dich um Begnadigung und unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade sa2. O gib in diesen bangen Tagen uns, Herr, den Sinn, auf dich zu seh'n, und da, wo And're trostlos zagen, mit Zuversicht zu dir zu fleh'n, weil Menschenhülfe wenig nügt unter besondern Umständen. nüßt, wenn deine Macht Steh' uns bei, Allliebender, uns nicht beschüßt. Herr der Welt, Allmächtiger! Hör' uns, rett' uns aus der Noth! Hilf; denn allenthalben droht Raub, Verwüstung, Elend, Tod! 2. Ach, des Krieges Flammen glüh'n! Ordnung, Ruh' und Segen fliehn. Keine Hülfe sehen wir, keine Hülfe, als bei dir. Denk' an uns in Gnad' und Huld, nicht an unsrer Sünden Schuld; gib uns Hoffnung und Geduld! 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erden: du bist es, der die Welt regiert. Laß jetzt die Menschen inne werden, daß deine Hand das Ruder führt. Du, Herr, bist unsre Zuversicht! Wir trau'n auf dich, verlaß uns nicht! 4. Dir werfen wir uns in die Arme und flehen um Barmherzigkeit! Sei unser Vater und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschüße gnädig Stadt und Land vor Blutvergießen und vor Brand! 5. Doch findet dein allweiser Wille noch härt're Prüfungen uns gut; so fassen wir in frommer Stille, voll Zuversicht und Glauben, Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, o Herr, bereit. 479 3. Du, der zu dem Meere spricht: Bis hieher und weiter nicht! Sprich, o Höchster, nur ein Wort, und die Schrecken fliehen fort; Fried' und Ordnung, Glück und Ruh' eilen uns von Neuem zu. Unsere Zuflucht, Gott, bist du! 4. Gibst du Frieden: dann, o Herr, bebet unser Herz nicht mehr. Ach, wir Alle beten dann deine Macht mit Freuden an. Aber jetzt noch seufzen wir, jetzt noch fleh'n wir angstvoll hier um Erbarmen, Gott, zu dir! 6. Froh werden wir dann rühmen müssen, wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach nach uns verborgnen Schlüssen zum Heil uns auch durch Noth die Bahn. Du bleibest Mel. Wann mein Stündlein ast du denn ganz unfre Zuversicht! Barm- 630 Hein Angeht, herziger, verlaß nicht. o Herr, vor uns verborgen? Vernimmst du unsre SeufIn eigener Melodie. 629 11m Erbarmen fle- zer nicht; entgeh'n dir unſre hen wir, Gott und Vater, jetzt zu dir. Sorgen? Uns drücket eine schwere Macht; Gott, wenn nicht 480 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht dein Vorsicht wacht, so müssen wir verderben. nun dich finden! Ach, dämpfe unsrer Feinde Wuth, lösch aus des Krieges wilde Glut, eh' sie uns ganz verzehret! 2. Der Krieg im blutigen Gewand verheeret die Gefilde, und Noth und Armuth drückt das Land, das sonst dein Segen füllte. Ach, Aller Herz ist freudenleer und keine Ruh' erquickt uns mehr; fie ist von uns gewichen. 7. Gib deiner Gnade theures Pfand, gib uns den Frieden wieder! Errette das bedrängte Land, erhalt' uns unsre Güter, damit wir dir, von Angst befreit, die Opfer unsrer Dankbarkeit in sichern Tempeln bringen. 8. Regiere du selbst unsern Sinn, daß wir, dir ganz ergeben, des Lasters Bahn mit Abscheu flieh'n und uur der Tugend leben! Wir las sen dich, Erbarmer, nicht, bis uns dein huldreich Angesicht zum Segen wieder strahlet! 3. Gefahr umgibt uns in der Nacht und wächst mit jedem Tage. Sind wir von kurzem Schlaf erwacht, so wacht auch unsre Plage. Der harten Krieger wilde Wuth droht uns mit Feuer und mit Blut; o wer, wer kann uns schützen? 4. Du kannst es, du erhab'ner Gott! Es steht in deinen Händen, uns zu erretten, unsre Noth zu unferm Glück zu wenden. Du kannst dem Glend, das uns Zur Friedensfeier. drückt, das dein Gericht uns 631 3cher, zu dir, AllMel. Herr Gott, dich loben u dir, Unendli zugeschickt, allein allmächtig steuern. 5. Es haben Lanzen, Spieß und Schwert, mit welchen Feinde drohten, schon oft in Sicheln sich verkehrt, sobald dein Wink geboten. So mächtig bist du immer noch; ach so gebeut, so rede doch! Was du sprichst, muß geschehen. gütiger, der Völkern still zu seyn gebot und Frieden sandte, zu dir, Gott, steigt unser Jubelton empor! Zu unsrer höhern Brüder Chor singt unser Herz, entflammt von Dank, den lauten hohen Lobgesang: Gelobt, gelobt sei Gott! der Weltbeherrscher, Gott! der Weltbeglücker, Gott! der Friedensgeber, Gott! 2. Wer ist an Majestät dir gleich! An Güte und an Macht 6. Vergib uns gnädig unsre Schuld, vertilge unsre Sünden! Du bist ein Gott voll Vaterhuld: so laß auch unter besondern Umständen. Macht so reich. Du sprichst ein Wort: der Himmel schweigt. Du sprichst ein Wort: der Erdkreis neigt sich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweigend dein Gebot! Du siehest Völker sich entzwei'n, mit Schwert und Waffen sich bedräu'n; die Waffen sinken und der Streit wird still, wird Ruh' und Einigkeit, sobald, Herr, deine Rechte dräut, und Völkern still zu seyn gebeut. 3. Wie schreckend, wie 632 verheerend war empörter Völker Zwist! Gefahr und Angst und Noth und Tod umgab uns drohend; offen stand das Grab, und unsre Brüder sanken hin, bei Schaaren in das Grab dahin; und Schmerz der Mutterherzen brach, und blut'ge Thränen folgten nach. Gott, furchtbar war der Völker Zwist. Dank dir, Allgütiger, er ist durch dich, der Erd' und Himmel trägt, geschlichtet und nun beigelegt! 481 5. Laß ihn, laß ihn beständig seyn, den Frieden, deß wir uns jegt freun; in seinem Schooße laß uns nun, und spät noch unfre Nachwelt ruhn! O segne, Gott, das Vaterland, den Fürsten, segne jeden Stand! So lang du uns noch wallen heißt im Pilgerthal, laß deinen Geist den treuen Führer Aller seyn! Dann führ' zur ew'gen Ruh' uns ein! Amen! 4. Das Schwert, das Bruderblut vergoß, ist weggelegt, aus deinem Schooß strömt uns des Friedens fanfte Ruh' und Ueberfluß und Segen zu. Hier liegen wir und beten an dich, Gott, der dies an uns gethan! N 632 Nahem Gnädigen, Mel. Lobet den Herrn anbetend Beglückte! Singt nahet ihm; er ist's, der den Frieden vom Himmel uns schickte! Preiset ihn hoch, weg ist das härteste Joch, das unser Vaterland drückte. 2. Vater, du weißt es, was wir von der Zwietracht erfuhren; grause Verheerungen sind noch die traurigen Spuren! Aber wie hell rinnt nun der Segnungen Quell durch die verwüsteten Fluren! 3. Hör', o Allgütiger, gnädig das Jauchzen der Deinen! Höre, Erretter, den Jubel der Großen und Kleinen! Friede gabst du, Friede und sichere Ruh, Freude nach Klagen und Weinen. 4. Dank dir, o Vater, und Ehre und Preis deinem Namen! Sie sind erduldet, X die 482 Gesinnung und Verhalten des Christen die Leiden, die über uns Wärme, Thau und Regen: kamen; fern ist die Noth! so kehrt dein reicher SeSegnend erhalt uns, o gen zurück in unser Land. Gott, was du verliehen hast! Amen. In Wassersnoth. Mel. Herzliebster Jesu will dem I Herrn zu jes u bester Trost der Zeit vertrauen, und stets mein dieſen Felsen bauen; auch in den nächsten schrecklichsten Gefahren kann er bewahren. 2. Ich will ihm trauen auch in Ungewittern, vor denen selbst der Erde Säulen zittern, und da, wo, Bergen gleich, empörte Wellen zum Himmel schwellen. 3. Sei Alles Sturm und Aufruhr und Getümmel: Gott schuf das Meer, den Erdkreis und den Himmel. Was er gebeut im Himmel und auf Erden, das, das muß werden. 4. 3um wilden Strome spricht er: Fleuß mit Stille! und allgewaltig ist sein Herrscherwille; der Strom ge horcht, die Wogen sinken nieder und ruhen wieder. 5. Wer händeringend sein Geschick beklagte, den Abgrund offen sah und schon verzagte, frohlocket dann und rufet: Gott ist Netter im Sturm und Wetter! In Theuerung. Mel. Von Gott will ich 633 Beherrscher aller Welt, du Vater voll Erbarmen, der, was da lebt, erhält, schau' her auf unsre Noth; erbarme dich der Deinen; wir Armen gehn und weinen und schmachten, Herr, nach Brod. 2. Erbarmender, ach wende der Zeiten schweren Lauf! Thu' deine milden Hände, uns zu versorgen, auf! Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen. Nähr' uns auch, schaff' uns Allen bei unserm Mangel Rath! 3. Den Reichen gib Erbarmen, Gefühl für Andrer Schmerz, und zu erfreun die Armen, ein mitleidsvolles Herz, damit sie mild ihr Brod trostlosen Brüdern brechen und nicht gefühllos sprechen: Geht hin; es helf' euch Gott! 4. Laß unsre Frucht gerathen, uns wieder zu erfreun; und allen unsern Saaten gib Wachsthum und Gedeihn! Mit milder Baterhand gib 634 6. So mögen denn Gefahren mich umschweben und Cisa unter besondern Umständen. 483 Eisgebirge sich im Strome daß du durch deine Macht heben, und furchtbar drohend jeden Damm erschüttern; ich will nicht zittern. die wilde Fluth bezwungen! Verheerend brach sie los, gleich dem empörten Meer, die Wellen rauschten schon fast über uns daher. 7. Zu dir empor will ich am Strome schauen und das thun, was ich soll, und dir vertrauen. Du, Herr, kannst stets uns retten und bewahren in den Gefahren. Mel. Was mein Gott will 635 W ir sind in Noth: laß uns, o Gott, die Fluth nicht überschwemmen! Nimm uns in Acht; wehr' ihrer Macht! Du kannst die Wogen hemmen. Verbirg jetzt nicht dein Angesicht, gedent' an uns in Gnaden! Gott, wenn uns jetzt dein Arm beschüßt, was kann die Fluth uns schaden? 2. Ach, hilf uns, Herr, Allmächtiger, um Jesu Chrifti Willen! Ach, du allein kannst uns befrein, kannst Sturm und Wellen stillen. Erbarme dich, hilf väterlich; beschüß' uns Gut und Leben! Dann wollen wir dir, Gott, dafür Dank, Preis und Ehre geben. Nach überstandner Noth. Mel. Nun danket Alle Gott 636 Lob, Ghr und Dank sei dir, o großer Gott, gesungen, 2. Doch mitten in der Fluth bewiesest du Erbarmen und halsst uns väterlich. Du zeigtest an uns Armen, daß du, Allvater, nie uns allzusehr betrübst, uns nie verlassen kannst, uns auch im Leiden liebst. 3. Dies thatst du, Mächtiger, der jeder Fluth gebieten, der Meere zähmen kann, so mächtig sie auch wüthen! Du schüßest, du erhältst, du hilfft in jeder Noth; du bist der Fluthen Herr, du bist der Meere Gott. 4. Wer wollte dir, o Herr, durch Sünden widerstreben, und nicht in Heiligkeit zu deiner Ehre leben? Folgt deinem Wink der Strom, gehorcht dir alle Welt: wie sollten wir nicht thun, was, Bater, dir gefällt? Nach einer Feuersbrunst. Mel. Wann wir in höchsteu tott, dessen Macht des 637 Feuers Kraft zum Segen und Verderben schafft; mit welcher schrecklichen Gewalt ver= 484 Gesinnung und Verhalten des Christen verwüstet's, und wie leicht, Nach großem Verlust. wie bald! Mel. Herzliebster Jesu! 2. Ach, manche Häuser hat's verzehrt, und mancher 638 D gegeben und u es mir Menschen Glück zerstört! Auch dies hat deine Hand gethan; wir weinen, Herr, und beten an. genommen: Preis dir, o Herr! Zwar ist mein Herz beklommen; doch mein Vertraun, mein Glaube soll nicht wanken; ich will dir danken! 3. Wir weinen und verehren doch auch deine Huld; fie half uns noch und hielt der Flammen schnellen Lauf, der Uebrigen zu schonen, auf. 2. Verborgen mir, doch gütig ist dein Wille! Du bist mein Gott, und meine Seel' ist stille. Du führst gewiß mich auch auf rauhen Wegen dem Heil entgegen. 3. Wenn's nüßlich mir und wenn es deiner Ehre, Allwissender, gemäß gewe sen wäre; du hättest lieber Glück mir zugewendet, als Noth gesendet. 4. Du sahst vielleicht, ich würd' in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechten fragen; ich würde stolz des Glücks mich überheben und sündlich leben. 5. Gott, wenn ich dies im Stillen überlege, so preis ich dich und ehre deine Wege. Was hülf' es mir, die ganze Welt zu erben und zu verderben? 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Jammer, Gott zu dir. Laß sie nicht hülflos, tröste die, die du gebeugt haft, fegne sie! 5. Ach, der Verschonte fliehe nicht die Uebung seiner schönsten Pflicht, der Pflicht: Betrübte zu erfreun, barmherzig durch die That zu seyn! 6. Uns wieder segnen kannst du, Gott, in Heil verwandeln jede Noth. Ja, weise, liebevoll, und gut ist Alles, was dein Wille thut. 7. Gib Unterwerfung und Geduld, und laß uns deiner Baterhuld mit frommer Zuversicht vertraun, und stets auf deine Hülfe baun! 8. Schüß' unser ganzes Vaterland vor Mangel, Seuchen, Krieg und Brand! Gib, weil du unser Vater bist, uns Allen, was uns heilsam ist! 6. Und viel des Guten ist mir noch geblieben, mein guter Name, Freunde die mich lieben, und, Dank ſei dir, es ist mein gut Gewif sen mir nicht entrissen. 7, Wie unter besondern Umständen. 7. Wie sollt' ich nicht auf deine Güte schauen: nicht ruhig seyn und standhaft dir vertrauen? Auch künftig wirst du, was zu meinem Leben mir Noth ist, geben. 8. Herr, segne du die Arbeit meiner Hände und leite gnädig mich bis an mein Ende! Mit Allem, was du fügst und mir beschieden, bin ich zufrieden. Auf der Reise. Mel. Befiehl du deine Wege 639 Beife; Gott, Reglücke meine ich vertraue dir! Sei gnädig und beweise, wie treu du bist, an mir! Auf allen meinen Wegen begleite väterlich mit deinem Heil und Segen, mit deinem Schuße mich! 2. Ich bin in deinen Händen, deß darf mein Herz sich. freun; denn du kannst Hülfe senden, wo mir Gefahren dräun. Bin ich bei dir in Gnaden, so fürcht' ich nichts, o Gott, du wehrest allem Schaden, mein Helfer in der Noth! 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut mit Ruhe übergeben, Gott, deiner treuen Hut. Erhalte meine Kräfte, beglücke meinen Fleiß und meiner Pflicht 485 Geschäfte zu deinem Ruhm und Preis! 4. Laß dir auch meine Lieben empfohlen seyn, o Gott! Nichts müsse sie betrüben, kein Unfall, feine Noth! Gesund laß sie mich wieder bei froher Rückkehr seh'n; dann sollen unsre Lieder, Herr, dankbar dich erhöhn! Der reisende Jüngling. Mel. Lobt Gott ihr Christen nem Vaterland wirst du, Gott, mit mir 640 Auch außer meis seyn. Wo immer nur mich deine Hand hinführt, da bin ich dein. 2. Vergeß' ich dieser Wahrheit nicht, bin ich von Herzen gut und üb' ich treulich meine Pflicht, so hab' ich frohen Muth. 3. Doch, Herr, ich fühle mich noch schwach; drum stärke du mein Herz! D hilf du meinem Streben nach, und sichre mich vor Schmerz! 4. Der Reiz der Sünd' und Eitelkeit entlocke dir mich nie! Was kurz vergnügt und lang gereut, gib, daß ich's weislich flieh'! 5. Wo man mich sieht und Freund mich nennt, laß tugendhaft mich seyn, und dort auch, wo kein Mensch mich * 3 486 Gesinnung und Verhalten des Christen mich kennt, das Laster ernst- Fürbitte für liebe Ablich scheun! wesende. 6. Nur wer die Tugend ehrt und liebt, deß Beispiel führt zu dir; o du, der Alles hat und gibt, 641 D feine Welt Mel. Der unsre Menschheit 11, welchen Gott, solchen Freund gib mir! 7. Dem Freunde wilder Fröhlichkeit, dem Freund von List und Spott, von Wollust, Spiel und Ueppigkeit entreiße mich, mein Gott! 8. Wer Wahrheit, Pflicht und Recht verdreht, der flöße Gram mir ein; vor dem Verruchten, der dich schmäht, erzittre mein Gebein! 9. Mich lehre stets dein heilig Wort auf guten Wegen gehn, und, wenn ich kann, an jedem Ort im Tempel dich erhöhn! 10. Dann bin ich meiner Aeltern Lust, im Alter einst ihr Stab und keines Lasters mir bewußt, begleit' ich sie an's Grab. 11. Mir folgt ihr Segen durch die Welt, bis einst mein Auge bricht, und meinen Geist, der dir gefällt, erschrecket kein Gericht. 12. Gedanke der Unsterblichkeit, erhebe meinen Geist! Wohl mir, es ist die Ewigkeit, wohin der Glaube weist! umschließt, der du allgegenwärtig bist mit allen deinen Segen, wo meine Lieben sind, auch da bist du voll Huld, bist ihnen nah auf allen ihren Wegen! Dies ist's, was meine Thränen stillt, wenn banges Sehnen mich erfüllt. 2. Mach' ihnen mild das ferne Land, und laß, an deiner Vaterhand, fie dort auch Freunde finden. Sei, wenn ein Unfall ihnen droht, ihr Schuß, ihr Retter in der Noth; bewahre fie vor Sünden! Auch dort sei stets der Tugend Ruhm ihr unverlegtes Eigenthum. 3. D kehren sie mir einst zurück: des Wiedersehens großes Glück macht froh schon meine Seele. Doch säh' ich auch ihr Angesicht nun ferner hier auf Erden nicht; was ist's, daß ich mich quäle? Ich weiß, Gott, ein Tag erscheint, der wieder mich und sie vereint. 4. O wie gedenk' ich dein so gern, du Tag des Lebens, Tag des Herrn! wird dein Licht erscheinen? Tag, der die mir wieder gibt, Wann unter besondern Umständen. 487 und wir sind deine Kinder. gibt, die trauernd meine allein kannst uns befrei'n, Seele liebt, die Seligen, die Meinen! Wie wird sich unsre Seele freu'n! Wie selig werden dann wir seyn! Bei ansteckenden Krankheiten. Mel. Allgegenwärtiger, ich n 642 mer fallen wir gebeugt und demuthsvoll vor dir, o Herr des Lebens, nieder. Ach, uns bedroht ein schneller Tod; schon würgt er unsre Brüder. 2. Der Seuchen Gift verbreitet sich, und Gott, wen haben wir, als dich, der feine Wuth ihm raube? Wo deine Macht uns nicht bewacht, so werden wir zu Staube.. 6. In deiner treuen Vaterhand ruht Tod und Le= ben, Volk und Land. Entferne jede Plage! Verzagten Sinn nimm von uns hin! Gib wieder heit're Tage! 7. Doch willst du uns noch so uns doch geduldig seyn, und dir uns ganz ergeben: und sterben wir, laß uns vor dir in deiner Wonne leben! 5. Wir glauben an den Sohn und dich; o darum schaue väterlich auf tiefgebeugte Sünder! Denn du 8. Zeig allen Sterbenden dein Heil, und gib, daß sie ihr bestes Theil im Himmel nicht verlieren! Laß sie den Tod aus jeder Noth zum beffern Leben führen! 9. Laß unser gläubiges Gebet, das, Herr, zu dir um Gnade fleht, dir, Bater, wohlgefallen. Der reinste Dank und Lobge= sang wird dann bei uns erschallen. 3. Ach, Viele sanken schon ins Grab so unerwartet schnell hinab. Wie ist um Hülf uns bange! O schone noch! Entreiß uns doch dem nahen Untergange! 4. Oft retten Kunst und Vorsicht nicht. Wir haben keine als nur kommen, zu deiner Güte; du bist 643 W Helfer, ente der Herr! Gib, daß nicht mehr der Tod so schrecklich wüthe! Dank für Gottes Hülfe. Mel. Ein Lämmlein geht Gesang und Ruhm und Preis zu bringen. Des ganzen Volkes lauter Dank soll, Retter, dir lobfingen. Wir schwebten in Gefahr und Noth; wir sahen überall den Tod mit seinen Schrecken € 4 dro 488 Gesinnung und Verhalten des Christen drohen. Nun wüthet seiner Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr; sie sind vor dir entflohen. 2. Wir sahen dort und sahen hier so viele Brüder sterben, und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da galt kein Schonen! Stündlich war uns nah und furchtbar die Gefahr und alle Kunst vergebens. Den Würger trieb kein Arzt zurück, auch ihm schien jeder Augenblick der legte seines Lebens. 3. Allmächtiger, wir Alle schrie'n zu dir mit bangen Herzen. Wir sind erhört! die Seuchen flieh'n; du heileft unsre Schmerzen. O du Erbarmer voll Geduld, du hast nach unsrer Sündenschuld auch diesmal nicht gelohnet. Gezüchtigt, o wir preisen dich, gezüchtigt hast du väterlich und väterlich verschonet. Alle 4. Dich, der du von Gefahr befreist, dich müssen loben! Sei ewig, Vater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Dich, Netter, bete Jeder an! Es jauchze, wer nur danken kann, und ehre dei nen Namen, und rühme: Gott ist unser Gott! Er hilft uns gnädig in der Noth! Erhebt ihn! Amen! Amen! *** In Krankheiten. Mel. Wie groß ist des ich 644 Herr, in Angst und Schmerzen und flehe, weil ich flehen kann, aus vollem, tiefgerührtem Herzen dich findlich um Erbarmen an. Wen hab' ich sonst in diesen Stunden? Wer kennt so ganz mein Leid, wie du? Wer heilt die mir geschlagnen Wunden? Wer sendet mir Erquickung zu? 2. O Gott, du Vater aller Väter, der gern den Leidenden erfreut, zu dem so mancher fromme Beter, und nie umsonst, um Hülfe schreit, auch mich laß nicht vergeblich flehen! Auch meines Herzens nimm dich an und lehre mich auf Alles se hen, was Freude mir ge währen kann! 3. Du wirst ja nie des Helfens müde; du weißt es, was der Kranke fühlt, und gibst ihm Hoffnung, Troft und Friede, wenn Schmerz in seinem Innern wühlt. Dies sagt mir, der ich dir vertraue, zu meiner Ruh' dein göttlich Wort; dies treibt, so oft ich auf dich schaue, die Furcht aus mei ner Seele fort. 4. Auch dieser Krankheit schweres Leiden verhingst du liebreich über mich. Auch hier unter besondern Umständen. 489 hier, wie im Genuß der Last nicht zu vergrößern, Freuden, erkennt mein Herz hilf mir meine Seele bessern; als Vater dich. O gib, daß alle Hülfe kommt von dir. ich dies stets empfinde! stärke selbst mich in Geduld! Vergilt mir, dem verirrten Kinde, nicht ganz nach meiner Sünden Schuld! 4. Bater, Helfer aller Kranken, Quelle tröstender Gedanken, steh' mir bei mit deiner Kraft! Sie nur fann erretten, stärken; lehre mich auf sie stets merken, die aus Leiden Freude schafft! 5. Guter Muth und heitres Wesen sei in meinem Blick zu lesen; Ruh' erfülle meine Brust! Hoffnung stärke mich, und Freude sei mein Glaube, wenn ich leide; dir zu folgen, meine Lust! 5. Verlängre, Herr, mein Erdenleben, wenn's deinem weisen Rath gefällt! Und dann sei es nur dir ergeben, nur dir, mein Retter, nicht der Welt! Doch soll ich meinen Lauf vollenden! dann hebe meinen Geist zu dir, und ist mein Geist in deinen Händen, o, guter Gott, was fehlet mir? Met. Alles ist an deinem Segen 645 Hilf mir, Gott, der Krankheit Plagen, die mich drücken, still ertragen, und mit kindlichem Vertrau'n bei der Sehnsucht meines Herzens um Erleicht'rung meines Schmerzens nur auf deine Vorsicht schau'n! 2. Deiner Weisheit kann's nicht fehlen, immer das nur zu erwählen, was das Beste für uns ist. Dies will ich zu Herzen fassen, und mich ganz dir überlassen, der du auch mein Vater bist. 3. Sanfter Antrieb, ernste Lehre, daß ich in mich selber fehre, sei der Schmerz, die Krankheit mir! Ihre Mel. Wer nur den lieben Gott 646 Nicht mehr afte meine Kräfte tragen, Barmherziger, legst du mir auf! Nicht immer wird der Schmerz mich nagen; es folgt gewiß Erquickung drauf. Auf meinem Krankenlager hier lobsing' ich, o mein Vater, dir. 2. Weil mich die Welt zu sehr zerstreute, rufst du mich in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ängstlich scheute, führst du mich mitten in den Streit, und übst durch körperlichen Schmerz, mein von Geduld entwöhntes Herz. 3. Den Kelch der Trübsal soll ich leeren! Ach, Herr, du weißt, das Fleisch ist schwach * 5 490 Gesinnung und Verhalten des Christen schwach! Vergib, wenn eine mir dein Wort nicht zu: Fluth von Zähren hervor Gott ist dein Vater; Kind aus meinen Augen brach! bist du! O stärke, Gott, voll Vaterhuld, mein Herz durch Glauben und Geduld! 4. Der Schmerz, der meine Glieder schwächte, beraubet mich der sanften Ruh'; ich bring, o Gott, die langen Nächte auf meinem Lager schlaflos zu; der Menschen Hülf' ist schwach und klein; doch du, du wirst mein Helfer seyn. 5. Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang die Prüfungsstunde währt! Und wenn auch ganz im Kampf der Leiden sich meine Lebenskraft verzehrt; wenn auch mein Herz im Tode bricht: Du, Herr, bist meine Zuversicht! 3. O du, mein bester Vater, glaubte nur meine Seele kindlich dir! O daß mir doch kein Zweifel raubte den fü ßen Trost: Gott ist bei mir! Ja, Vater deine Huld und Kraft ist Allem nah, was sie erschafft. 4. Wenn Schmerz und Leiden mich bestürmen, so denk' ich dein und deiner Huld. In allem Weh, in allen Stürmeu verleih' mir Weisheit und Geduld! Beruhige mein Herz, und sprich: Sei nur getrost und hoff' auf mich! 5. Wie litt im allerbängsten Leiden so stille duldend Jesus Christ! Leid' ich ihm nach, ein Meer von Freuden, das ewig unerschöpflich ist, umfließt mich dann vor Mel. Wer nur den lieben Gott 647 Gott, der du seinem Thron. Wie meine Leiden, so der Lohn! Schmerz und Freude sendest, mit Weisheit unser Schicksal lenkst, und Alles uns zum Besten wendest, was du nur über uns verhängst, du hast nicht Lust an meiner Pein; auch sie soll mir zum Heil gedeihn. 6. Durch Leiden wird mein Herz ihm offen; durch. Glauben naht sich ihm mein Geist. Der stille Dulder nur darf hoffen, darf hoffen das, was Gott verheißt. Zu solcher Hoffnung stärke mich: So preif' ich auch in Schmerzen dich! 2. Auch durch die Noth führt mich zum Ziele der Seligkeit, Gott, deine Hand und deine Tröstungen, wie viele hast du mir schon ins Mel. Wann mein Stündlein Herz gesandt! Wie oft ruft 648 8 ist dein Bille Herr, mein Gott, unter besondern Umständen. 491 Gott, daß ich jetzt Schmer- Kampfes Schmerz erleichtre zen leide: doch du bist Helfer in der Noth und kehrst fie gern in Freude. Was ich bedarf, ist dir bekannt; mein Leben steht in deiner Hand; deß soll mein Herz sich trösten! 2. Voll Hoffnung wend' ich mich zu dir; ich bleibe dir ergeben. Herr, wie du willst, so schick's mit mir, zum Sterben oder Leben! Bei dir allein steht meine Zeit; nur mache mich der Seligkeit durch deine Gnade würdig! 3. Verhüte, daß der Krank: heit Bein zu schwer mir Schwachen werde. Laß mir Erquickung angedeihn, erleichtre die Beschwerde. Du Vater, weißt, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, vermag; hilf und erbarm' dich meiner! 4. Erquicke, Gott, und stärke ste, die liebreich meiner pflegen; lohn' ihnen ihre Treu' und Müh' mit deinem besten Segen! Gib gegen sie mir Freundlichkeit; gib ihnen, Gott, Gelassen heit, Geduld mit meiner Schwäche. 5. Soll tödtlich meine Krankheit seyn, und steht mein Grab schon offen, so laß mich, Herr, von Sünden rein, auf deinen Himmel hoffen! Des leßten bangen mir und laß mein Herz noch sterbend dir vertrauen! 6. Doch willst du wieder Kräfte mir zu längerm Leben schenken: dann laß, so lang ich lebe hier, mich dankbar dein gedenken, damit ich künftig jederzeit, mit aller Treu' und Redlichkeit, der Tugend Wege wandle! Mel. Wer nur den lieben Gott 649 De fommt, und er Morgen meine Plage wird mit dem Morgen wieder neu. Wie traurig fließen meine Tage, wie bang die Nächte mir vorbei! Der Morgensonne neues Licht erheitert meine Seele nicht. 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Kummer mich umringt, wo täglich größere Beschwerde zu Klagen mich und Thränen zwingt; noch immer fleh' ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. 3. Erbarm' dich: eil' mir beizustehn! verlaß mich, o mein Helfer, nicht! Ach zeig' mir wieder auf mein Flehen dein väterliches Angesicht! Gib mir Geduld, gib mir im Schmerz ein ruhig dir ergebnes Herz. 4. Noch ist mein Schicksal mir verborgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch * 6 ich 492 Gesinnung und Verhalten des Christen rung nur; ich danke dir auch Trost, Geduld und Fassung. ich bin ohne Gram und Sorgen, du, Vater, kennst mein wahres Wohl. Und was dein Rath beschließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 5. Soll ich die Last noch länger tragen, ich halte deiner Fügung still. Dein Will' geschehe, will ich sa gen, wie du, Herr, willst, nicht, wie ich will! So, Vater, laß bei Schmerz und Pein geduldig mich, wie Jesus, seyn! 6. Ginst kommen doch der Ruhe Stunden; einst rückt mein Abend auch herbei! dann, dann ist Alles überwunden, ich bin von aller Trübsal frei; dann folgt auf Sorgen, Gram und Leid, dort ewige Zufriedenheit. 7. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, vollend' ich meiner Leiden Pfad. Nichts soll mir meine Hoffnung ranben; auch dann nichts, wann der Tod mir naht. Vielleicht noch heut erscheint er mir, und führt mich, Gott, hinauf zu dir. 2. So trag' ich ruhig meinen Schmerz und dieser Krankheit Plage; zu dir erhebe sich mein Herz, du Schöpfer meiner Tage! Durch Leiden zogst du mich zu dir, und nun, mein Vater, bist du mir ein Fels, auf den ich baue. 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet, dich hält mein Glaube dann noch fest, wann Alles um mich weinet. Ich bin getrost, wenn gleich betrübt die Freunde, deren Herz mich liebt, jetzt um mein Leben zittern. 4. Auch sie verlaß, o Vater, nicht; stärk' ihre bangen Herzen, erfülle sie mit Zuversicht und lindre ihre Schmerzen! Ja, dir empfehl' ich sie, o Herr! Sei du ihr Schuß, Allgütiger, und trockne ihre Thränen! 5. Doch, sollten meiner Tage viel noch unter Leiden werden; bin ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden: so gib mir, Vater, deine Kraft, die Muth in jedem Leiden schafft, die kämpfen hilft und siegen. Mel. Wann mein Stündlein ach einer schmer650 Na zenvollen Nacht seh' ich den Morgen wieder. Dein Auge, Gott, hat mich bewacht; dich preisen meine Lieder. Angst Mel. Wann wir in höchsten chon wieder verlichst du mir nicht Lind: 651 Sweet Gram wird unter besondern Gram und Schmerz zernagen immer noch mein Herz! Wie manche, manche lange Nacht hab' ich schon seufzend durchgewacht! 2. Da schleicht so langsam mir die Zeit; da ist so öd' die Einsamkeit! Ich seufz' Mel. Wer nur den lieben Gott und ring' umsonst nach Ruh, 652 So ist mit aller kein Schlaf die seiner Augen zu. 3. Doch trenn' ich mich noch nicht von dir, o Hoffnung! Nein, du bleibest mir. Gelegt, zu lindern Noth und Schmerz, hat Gott dich liebend an mein Herz. 4. Er ist's, der Muth und Zuversicht durch dich zu diesem Herzen spricht. Die Hülfe kommt; ich sehe schon durch dich des frommen Dulders Lohn. 5. D wär' kein Himmel, der einst lohnt; du, Vater, hättest mich verschont mit diesem Kelch voll Bitterfeit, versüßt mir meine kurze Zeit. 6. Noch fleht vor deinem Angesicht dein leidend Kind: Ift's möglich nicht, daß dieser Kelch vorüber geh'? Doch nur dein Wille, Herr, gescheh'! 7. Fest halt' ich immer mich an dich! Ach, stärk' in meiner Schwachheit mich! Du bist so reich, so reich an Ruh'; send mir nur einen Tropfen zu! Umständen. 493 8. Doch bringt ihn nicht der Schlaf zu mir; so bringt mir doch gewiß von dir bald mehr sein Bruder, ach, der Tod, der letzte treue Freund in Noth. nun abermals ein Tag vollbracht. Daß ich der Leiden Last ertrage, hilfst du mir immer, Gott der Macht. Auch heute warst du Beistand mir, und herzlich dank' ich dir dafür. 2. Nur auf die Nacht wird mir jeßt bange; denn immer mehrt sie meinen Schmerz. Da seufzet: Ach, mein Gott, wie lange! oft das beklommne matte Herz; da zähl' ich jeden Stundenschlag, und immer wird so spät es Tag. 3. Es flieht der Schlaf vor meinem Kummer; die Glücklichen besucht er nur. Nur selten sinkt ein leiser Schlummer auf die entkräftete Natur; doch schließt er mir die Augen kaum, so schreckt mich schon ein schwerer Traum. 4. Wie traurig ist ein solches Leben! Wie schwer ein Loos voll Noth und Schmerz! Ward dies mir nur zur Qual gegeben? zum Dulden nur ein füh* 7 lend 494 Gesinnung und Verhalten des Christen lend Herz? Flieh, lästern- mich Schmerz und Krankder Gedanke, flieh! Ein heit plagt, ist diese Freude Gott der Liebe quälet nie. mir versagt. 2. Ach hier, wo ich im Stillen bete, fei'r ich dein Abendmahl allein; doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte hast du verheißen, nah' zu seyn. Wo je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund! 5. Er läßt nur Trübsal mich ergreifen, um höhren Freuden mich zu weihn. Ich soll durch sie zur Tugend reifen, um ihrer ewig mich zu freun. Den innern Men=schen weckt der Schmerz; er läutert und erhebt das Herz. 6. So wird das Leiden mir zum Segen; und kurz ist hier mein Aufenthalt, Oft weht mir's auch schon fühl entgegen; heim ziehen die Gewitter bald. Vielleicht seh ich noch herbstlich schön des Lebens Sonne niedergehn. 7. Drum will ich mich nicht trostlos grämen, nein, ruhig seyn in meiner Noth. Das wunde Herz mir abzunehmen, kommt endlich doch als Freund der Tod; er legt es sanft und kühl zur Ruh': den Geist führt er dem Himmel zu. Bei der Abendmahlsfeier in der Krankheit. Mel. Wer nur den lieben Gott ch, könnt' ich 653 A doch mit meinen Brüdern im Tempel, Jesu, dich erhöhn, und froh mit deines Reiches Glie3. Laß das Gedächtniß deiner Leiden mir Schwachen Trost und Kraft verleihn! Laß es die Quelle hoher Freuden und Vorgefühl des Himmels seyn. Dein Leiden, dein Versöhnungstod erquicke mich in meiner Noth! 4. Wohl mir! Ich seh' den Himmel offen; ich fühle meine Seligkeit; ich kann von dir nun Alles hoffen der gnädig mir die Schuld verzeiht. Umringt mich auch der Leiden Heer; mein Herz erbangt davor nicht mehr. 5. Erscheint der Tod mit seinen Schrecken: ich bin getrost und zage nicht. Wirst du vom Tode mich erwecken: ich bebe nicht vor dem Gericht. O mich erfüllt dein Leib und Blut so hier wie dort mit frohem Muth! Mel. Wer nur den lieben Gott dern, Herr, deines Todes 654 Dank, Bater Mahl Doch da Era unter besondern Umständen. 495 2. Du pflanztest ja dem Menschen des Mitleids Triebe ein; wie solltest du nicht Helfer, du nicht Erbarmer seyn? Wir würden gern ihn retten, doch ach, wir sind zu schwach. Thu', Bater, thu', was Keiner von uns für ihn vermag. 3. Sieh', deine Kinder flehen für diesen Kranken dich. Gieß Balsam in die Wunde und hilf ihm väterlich! O laß des Leidens Stunden bald, bald vorübergehn! Doch nicht, Herr, unser Wille, dein Wille foll geschehn! 4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm heute schon und rufft aus unsrer Mitte du ihn vor deinen Thron: dann steh' ihm bei und führe ihn selbst durchs dunkle Thal; dann lindre ihm, Erbarmer, des Todes letzte Qual! Erbarmen auf seine schwachen Kinder blickt! Wie hast du, o mein Gott, mich Armen durch dieses heil'ge Mahl erquickt! Du bist die Liebe, wandelst Noth in Segen und in Heil den Tod. 2. Nun laß mich sterben oder leben, Herr, wie du willst, ich folge gern; von Schmerz gequält, mit Angst umgeben, freut meine Seele sich des Herrn. Ich bin erlöst; drum schreckt mich nicht des Grabes Nacht, nicht das Gericht. 3. Und kommt sie dann, die ernste Stunde, die mich dem Irdischen entreißt: wohl mir, ich steh' mit dir im Bunde, ein frohes Urtheil hofft mein Geist. Dein bin ich, dein, und ew'ges Heil ist deiner Auserwählten Theil. Fürbitte für Kranke und Leidende. 656 Gott der Näch Mel. Alle Menschen müssen Tage, Mel. Befiehl du deine Wege 655 B armherziger, er höre der Liebe heißes Fleh'n! Laß den ( die) wir innig lieben, bald deine Hülfe seh'n! Er liegt und ringt und duldet, gequält von vielem Schmerz; wir sehn ihn an und wei- 2. Bater, viele Mennen: wie blutet unser Herz! schen weinen, viele Kranfen te, unsre Seele harret dein, hofft auf deine starke Rechte, weiß, du fannst nicht ferne seyn. Auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, wenn es im Gebete sich sehnte, Herr, zu finden dich. 496 Gesinnung und Verhalten des Christen ken schmachten jetzt! Aber du verläsfest keinen, der auf dich Vertrauen segt; KummerNach der Genesung. thränen und erfüllst der 657 Mitant fann Mel. Nun danket Alle Gott welchem Deinen Sehnen, die um Ruh' und Lind'rung fleh'n und auf dich voll Hoffnung sehn. dich, o Gott, mein Lied erheben? Nur deine Vaterhuld erhielt mir noch das Leben. Du standst mit deiner Kraft mir in der. Schwachheit bei, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. 3. Sende, Vater, Muth den Schwachen, Licht in jedes trübe Herz! Allen, die bekümmert wachen, mildre freundlich ihren Schmerz! Laß die Wittwen, laß die Waisen deine Huld und Treue preisen! Gib den Kranken sanfte Ruh'! Sterbenden sprich Crú= stung zu! 4. O du trener Menschenhüter! Nacht ist, wie der Tag, vor dir! Herr, allmächtiger Gebieter, deinen Schuß erflehen wir! Allen, Allen, die jetzt leiden, öffne bald den Quell der Freuden, daß sie, frei von ihrer Pein, deiner Huld sich dankbar freun! 2. Dem Tode war ich nah; schon sah ich für mein Leben an meinem Lager, ach, Verwandte, Freunde, Beben; allein ich bebte nicht; mich schreckte nicht das Grab; gestärkt durch deinen Geist, sah ich ge troft hinab. 3. Allmächtig stärktest du die halb erstorb'nen Glieder; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden wieder; und, Herr, nun gibst du mich den Meinigen zurück! Dir dank' ich, Gott, nur dir, des neuen Lebens Glück. 5. Jesus Christus, viele Nächte hast du für uns durchgewacht, und dem 4. Herr, durch mein Lemenschlichen Geschlechte ben selbst will ich dir Dank durch dein Wachen Ruh' beweisen, durch frommen gebracht. Tröster, willst Wandel dich an jedem Tage du deinen Kindern nicht preisen, und redlich meine durch Schlaf den Kummer Kraft dem Wohl der Menlindern: o so lenke ihren schen weihn, um ewig einst Sinn hoffnungsvoll zum bei dir des Lebens werth Himmel hin! zu seyn. Vor unter besondern Umständen. 497 Vorbereitung auf den gen; laß sie sich mehr meiTod und Trost für Ster- ner Wonne freuen! bende. 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschließen. Doch einst wird es verkläret mir ihn wiedergeben müsſen. Du kommst, Erwecker! Deine Macht, die ihn aus Nichts hervorgebracht, fann neu ihn wieder bauen. 4. Wie könnt' ich trauern, daß im Tod mein Leib zu Staub vermodert? Wie könnt' ich klagen, da ihn Gott vom Tode wieder fodert? O Hoffnung, daß nach kurzer Ruh mein Leib erwacht, wie groß bist du, und welch' ein Trost im Tode! 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wenn er nun kommt, nicht ach659 dich Ziele ten und mit getrostem Blick trachten, und mich dem Ziele freudig nah'n, mein himmlisch Kleinod zu empfahn, das Jesus mir erworben. Mel. Mein Gott, das Herz 658 Balb leg' ich Sorg' und Schmerzen ab, und diesen Prüfungsstand; die Erde nehme, was sie gab; ich ruh' in Gottes Hand! 2. Ich geh' den Weg zum ew'gen Licht; er mag mir dunkel seyn; des Todes Schlaf erschreckt mich nicht; ich geh' zum Leben ein. 3. Ich werde durch des Todes Nacht zum Himmel eingeweiht; die unerforschlich weise Macht führt mich zur Seligkeit. Mel. Wann mein Stündlein ott, wann mein bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt, und selbst es nicht, daß er entschläft, empfindet; wann um mich, den Entschlummernden, nun" alle Mel. O Gott, du frommer Gott meine Liebe steh'n, und 660 Schon naht sich angstvoll mich beweinen: 2. Dann, Vater, nimm ihn auf, den Geist, der freudig zu dir fliehet, der dankbar deine Güte preist, daß er den Tod nicht siehet; dann tröste, die betrübt um mich mit Thränen klaund meiner Leiden Ende. Gott, meines Lebens Herr, ich fall' in deine Hände! Du bist, o Vater, nie mit deiner Hülfe fern; du rufft: hier bin ich, Herr, dir folgen will ich gern. 2. Preis 498 Gesinnung und Verhalten des Christen wahre Ruh' und Quelle aller Seligkeiten; dort ärntet man der Tugend Lohn, und bei dem Vater hat der Sohn auch eine Stätte mir bereitet, wohin er gnadenvoll mich leitet. Er ist es, der nun meinen Geist auf ewig jeder Noth entreißt. 2. Hier lieg' ich, wie gebunden, da; dort werd' ich voll von Kraft und Leben dem göttlichen Befreier nah, frohlockend weiter vorwärts streben, in Weisheit, Tugend, Heiligkeit, in edler Liebe Thätigkeit, befreit von Schwachheit und von Sünden, das Glück der Tugend ganz empfinden. Dort seh ich Jesu Herrlichkeit, und sie wird meine Seligfeit. 2. Preis dir, der seine Hand stets über mich gebreitet, dir Gott, der bis an's Grab mich wunderbar geleitet! Wie oft vergaß mein Herz sein Heil und seine Pflicht; doch gingst du, Heiliger, mit mir nicht ins Gericht. 3. Vernimm des Dankes Lied, das sterbend ich dir bringe! Ich bin viel zu gering, der Treu' viel zu geringe und der Barmherzigfeit, die du an mir gethan. Frohlockend bet' ich dich mit allen Himmeln an. 4. Du Heil der ganzen Welt, erfülle mein Vertrauen, lichkeit und deine Herrlaß meine Seele schauen. Du bist die Lieb', o Gott, und Gnade für und für; mein Geist wird selig seyn: denn ihn empfehl ich dir. 5. Mit allen Heiligen von Herrlichkeit umgeben; unsterblich, Engeln gleich, werd' ich dich schau'n und leben. Nach einem kurzen Kampf: so krönt vor deis nem Thron, Erbarmender, auch mich der Ueberwinder Lohn! 1 in's ew'ge Paradies der Freuden; dort, dort nur ist die 3. Dann, dann wird nimmermehr ein Schmerz mich, den Vollendeten, verlegen; dann wirst du ewig dich, mein Herz, beglückt am Himmlischen ergößen. Ich eile über Welt und Zeit hin zu dem Sitz der Seligkeit, zu der verklärten Geister Chören; ich werde ihr: Willkommen hören, und wen ich hier im Herrn gekannt, den finde ich im bessern Land. In eigener Melodie. ch eile meiner drum mein 661 math zu Geist! O fieh, in welche göttlich große Freuden des kurzen Pilgerlebens Müh' ver= unter besondern Umständen. 499 fen kann. Stärk' mich im Guten bis ans End', damit ich treu den Lauf vollend'! verwandelt wird nach die- denn du bist's, der mir helsem Leiden! Ergib in kindlicher Geduld dich deines Vaters Lieb' und Huld! Dein Jesus wird mit treuen Händen dich unaussprechlich schön vollenden, und ehe du dich wirst versehn, wirst du verflårt dort oben stehn! 5. Mein Heiland treib' die Furcht zurücke, bestege meinen legten Feind! Lenk' auch im Sterben meine Blicke auf deinen Tod, o Seelenfreund; sprich Muth mir, Trost und Freude zu, zur Ruh'! mach' Ende, bringe mich 6. Ihr eitlen Güter dieser Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer. Jeßt soll ich ewig selig werden; drum brauch' ich eurer nun nicht mehr. Du, Gott, bist's, wann das Sitle weicht, der mir des Lebens Krone reicht. Mel. Wer nur den lieben Gott 662 Hände, ch faffe, Bater, und halte sie im Glauben fest; verlaß den nicht an seinem Ende, der ewig sich auf dich verläßt! Du bist mein Gott von Jugend auf; hilf glücklich enden meinen Lauf! 2. Du hast nach deiner Vatergüte beständig wohl an mir gethan, erhör' auch meine letzte Bitte: Nimm, Gott, mich dort zu Ehren an! Ach, Vater, ach noch Gins ist Noth, ein gutes End', ein sel'ger Tod! 3. Du hast mich je und je geliebet, versorgt, gestärkt, geschüßt, regiert, mich oft erquickt, durch Leid 663 B vollendet, die Mel. Christus, der ist mein ist nun geübet, oft wunderbar, stets wohl geführt, wohin ich ging, wohin ich sah, war mir stets deine Güte nah. kurze Prüfungszeit; mein Erdenlauf geendet, es naht die Ewigkeit. 2. Ich bin bei meinem Ende getroft und hoffnungsvoll; sinkt doch in Gottes Hände mein Geist, und ist ihm wohl. 3. Und 4. Auch jetzt, auf meinem Sterbebette, steh meine Noth, o Vater, an! Erquicke, lindere, errette; 7. Ich übergebe dir die meinen, du Vater der Barmherzigkeit, laß ihnen stets dein Trostlicht scheinen, und bleib' ihr Gott zu aller Zeit! Behüte sie vor Ingemach, und bringe mir sie selig nach! 500 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Und manche gute Tha- weiß, an wen ich glaube, ten, Heil mir, daß ich sie mir macht Sterben keine that! stehn vor mir, schön, Bein, keinen Schmerz dein wie Saaten, die Gott ge- Wort vom Staube. Staub segnet hat. bin ich und werde Staub, aber nicht des Moders Raub. 4. Sie reifen nun entges gen dem großen Aerntetag. Welch' schöner, reicher Segen folgt mir im Tode nach! 5. Nun geh', mein Geist, geh' wieder zu Gott, von dem du bist! Seht, Schwestern, sehet Brüder: so selig stirbt ein Chrift! 5. Aus dem Staube neu gebaut ohne Schwachheit, ohne Mängel schwebt mein Leib empor und schaut Nichts als Sel'ge, Nichts als Engel. Sterblichkeit, die hier gebeut, reicht nicht in die Ewigkeit. Mel. Jesus, meine Zuversicht 6. Gönnet mir mein nahes Glück, weinet nicht, 664 Selig sind, die in ihr meine Werthen! Nur dem Herrn, noch Augenblick: dann, dann wohn' ich bei Verklärten. Fasset Muth, ich geh' voran, ihr, ihr folgt auf dieser Bahn. in ihrem Schöpfer sterben; denn es spricht der Geist des Herrn, daß sie ew'ge Ruhe erben, daß von nun an Alle fie ruhen von des Lebens Müh'. 7. Der du mir mit deinem Tod diese Hoffnung haft ers rungen, auch in meiner Todesnoth, Jesu, sei dir Preis gesungen! Bald jauchz' ich im Engelchor dir ein höhres Lied empor. 2. Göttlich Wort, wie labest du jeden Schwachen, jeden Müden! Wie so tröstend senkest du in mein Herz des Himmels Frieden: ich soll einst auch selig seyn, ewig mich der Ruhe freun! 3. Nun so komme denn, 665 C o Tod, wann du willst, zu meiner Hütte; mich, mich macht das Wort von Gott starf, bei jedem deiner Schritte. Da der Herr sein Wort nicht bricht, schreckt mich auch dein Drohen nicht. 4. Schrecklich magst du Zweiflern seyn; mir, ich In eigener Melodie. 665 Christus, der ist mein Leben und Sterben mein Gewinn. Ihm hab' ich mich ergeben: in Frieden scheid' ich hin. 2. Ich freue mich zu sterben; denn nach vollbrachtem Lauf soll ich den Himmel erben: mein Heiland nimmt mich auf. 3. Bald maig unter besond ern Umständen. 501 3. Bald hab' ich überwun- mir die Weisheit ein, stets den des Lebens Angst und Noth; nach wenig Prüfungsstunden, leb' ich bei dir, mein Gott! 4. Wann mir die Augen brechen, fei, Jesu, du mein Licht! Und kann ich nicht mehr sprechen, verwirf mein Seufzen nicht! 5. Wann Sinnen und Gedanken, wie ein verlöschend Licht, bald hie- bald dahin wanken, ach, dann verlaß mich nicht! 6. Es fliehe Furcht und Kummer, die Seele stärke sich, und, wie des Müden Schlummer, sanft sei mein Tod durch dich! 7. Herr Jesu, ich vollende im Glauben meinen Lauf, nimm mich in deine Hände; o Jesu, nimm mich auf! auf mein Heil bedacht zu seyn! 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltluft zu entfernen und um den Himmel zu bemühn: o mache mich dazu geschickt, eh' mich der Tod der Welt entrückt. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufgehoben; dort ist für mich vollkommnes Heil. Wo Jesus ist, da sei mein Herz! Herr, lenke selbst es himmelwärts! 5. Hier allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um dort des Himmels Glück zu erben: dazu laß meine Sterblichkeit 666 D Herr und mir stets, mein Gott, vor deine und Hülfe mich erfreun! Mel. Wer nur den lieben Gott it, Vater meiner Tage, du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich find; drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit! 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn; doch soll ich heute noch erblaffen, so höre, Bater, auf mein Flehn: sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht! 2. Daß du hier meinem ersten Leben ein mir verborgnes Ziel bestimmt, und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin; bist du, mein Heiland, nur mein Leben Gesinnung und Verhalten des Christen wer winkt mir dort am Throne? Wer zeiget mir die Siegeskrone? Ich eile zu dem Throne hin. Wie wird mir! Wie entstellt sinkt unter mir die Welt! Bald, bald seh' ich von Angesicht zu Angesicht, in deinem Lichte, Gott, das Licht. 502 ben, so bleibt selbst Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir; sei nur mein Trost, so gnüget mir. Mel. Herr wir singen deiner eil dir, Seele! 667 H Gott erscheinet. Mein Auge hat bald ausgeweinet, der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Engel steigen nieder; bald Mel, Ermuntre dich öffne werd ich nun, verklärte 668 Gott, meiten Brüder, an Gottes Throne stehn, wie ihr. Mein Leben endet schon; bald ist es ganz entflohn: doch ein beßres, Gott, wartet mein, unsterblich seyn soll ich, soll ewig dein mich freun. 2. Welt und Sünde sind bezwungen; bald ist der hohe Lohn errungen, der nach dem Sieg den Streiter frönt. Matt am schweren Pilgerstabe, sehnt' ich mich oft nach Ruh' im Grabe, wie sich nach Ruh' der Wandrer sehnt. mir! Halleluja! ich dem Ziele nah! Von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreit, schwing' ich mich über Welt und Zeit! Bald nahn die letzten Stunden; bald steigt mein Geist empor zu dir; bald hab' ich überwunden; bald tröstet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Herrlichkeit. Ich sterbe hier auf Erden, um selig dort zu werden. 2. Herr, meine Seel' empfehl' ich dir in deine Vaterhände. Sei gnädig, Gott, mein Vater, mir, und mache sanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, ich höre deiner Stimme Heil Ruf, ich will mit Rub' bin und Freuden von dieser Erde scheiden. Der sterbende Jüngling. 3. Gott, mein Heil und Mel. Wann mein Stündlein mein Vertrauen, du führst 669 Nicht lang din vom Glauben mich zum Pilger dies Schauen; Dank dir! Mir ser Zeit, schon reif zum ist der Tod Gewinn. Wer, bessern Leben, steh' ich am Rand unter besondern Umständen. 503 Rand der Ewigkeit, vom Das sterbende Kind. Himmelsglanz umgeben; geht der hervor aus seiner Hütte, 670 jedoch ich sterMel. Wer nur den lieben Golf sterbe schon, steigt empor, empor zum Sig der Wonne. be, damit ich ewig leben kann; daß ich nicht in der Welt verderbe, schließt sich mein Lauf, der kaum begann. Ich werd' in meiner Frühlingszeit als Himmelspflanze Gott geweiht. 2. An meiner Gruft stärkt euren Glauben, ihr Aeltern, die ihr mich geliebt! Der Tod kann mich nicht ganz euch rauben, da Gott mich einst euch wieder giebt. Dank sei dir, Vater! dargebracht, für deine Sorgfalt! Gute Nacht! und 3. Nach langem Schmerz kurzen Freuden reißt mich der Tod aus viel Gefahr; doch ach, was fühlt das Herz für Leiden, darunter ich gebildet war! Dir sei der treuste Dank gebracht. Getreue Mutter; gute Nacht! 2. O Heil mir! Heil mir, daß ich nie die edle Zeit der Jugend den eitlen Lüsten, daß ich sie nur dir geweiht, o Tugend; und eingedenk der Rechenschaft, und des Gerichts, das Sünder straft, rein und unschuldig lebte. 3. Nicht jenes Lebens Vorgefühl könnt' mich nunmehr erquicken, mit Schaudern säh' ich nun das Ziel des Lebens näher rücken; vor mir fäh' ich den Richterthron, an dem, zum wohlverdienten Lohn, Verdammung mich durchbebte. 4. Jetzt kann ich freudig zu dem Thron des Weltenrichters treten; denn Jesus Christus, Gottes Sohn, wird mich vor ihm vertreten. Ihm war mein Daseyn hier geweiht, und er hat meine Seligkeit mir hier und dort erworben. 5. O Trost in meiner legten Noth, daß ich an Jesum glaube! Willkommen ist mir nun der Tod; er hebt mich aus dem Staube; führt mich zur Ewigkeit empor, wo in der Auserwählten Chor mir neues Leben blühet. 4. Beruhigt euch, ihr andern Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt; ihr dürft um mich nicht trostlos weinen, der Geist ist ja in Gottes Hand; der Leib verwest zu schönrer Pracht; wir sehn uns wieder; gute Nacht! 5. Gleich Frühlingsblumen wird mein Leben beim Auf 504 Gesinnung und Verhalten des Christen Aufblühn schon des Todes Raub; dies kann dir, Mensch, die Lehre geben: du seist, wie ich, nur Asch' und Staub. Bei meinem Grabe lenk' den Sinn vom Irdischen zum Ew'gen hin! 6. Ich sterbe schon; lernt Alle sterben! Vielleicht ist euer Grab nicht weit. Sind eure Kinder auch bald Erben, wie ich, der Himmelsherrlichkeit; so denkt: Sie gehn uns nur voran, wir treffen sie dort wieder an! Fürbitte für Sterbende. 67111 bangen Schmer Mel. Freu' dich sehr, o meine manchen 3. Nimm, da er uns nicht verstehen, und zu dir nicht beten kann, seines Herzens stummes Flehen, seiner Lippen Seufzer an; gib ihm Muth und Zuversicht, und, durch deiner Lehren Licht, auf des Todes dunklem Pfade das Gefühl von deiner Gnade! 2. Bald, ach bald entflieht sein Leben; hin, hin ist der Jahre Zahl, die du ihm, o Gott, gegeben, hin auch seiner Schmerzen Qual; er wird nun der Welt entrückt; jede Last, die ihn gedrückt, seines Jammers bange Stunden find bald durch den Tod verschwunden. 4. Daß er vor dem Tod nicht bebe, frei den Blick hin auf die Gruft, froh den Geist zu dir erhebe, der den Staub ins Leben ruft; daß er sicher deiner Huld, und Sünd' und befreit von Schuld, ruhig und gelassen sterbe und das Glück des Himmels erbe! zen ist er( sie) schon dem Lode nah. Er, so theuer. 672 Du woll's exhi Herzen, matt und hülflos liegt er da, ist sich seiner nicht bewußt, röchelnd athmet seine Brust; ohne Kraft, sich auszudrücken, spricht er bloß in starren Blicken. Mel. Dein sind wir, Gott, in erhören, Gott, sein( ihr) Flehen, nicht ins Gerichte mit ihm gehn, der jezzo deiner Ewigkeit sich naht, befreit nun bald von dieser Eitelkeit! 2. Des Lebens und des Todes Herr! Nun ist für ihn die Zeit nicht mehr. Du hast gezählt des Hauptes Haar, sein Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 3. Erfüllt ist seiner Lei den Zahl, er leidet jest zum legtenmal. Ach, fei in seiner Todesnoth sein ein Freund und Gott; Schlums L unter besondern Schlummer sei für ihn der Tod. 4. Vollende, Vater, seinen Lauf; nimm ihn zu deinem Frieden auf; Verlaß ihn, wenn sein Herz nun bricht, verlaß ihn nicht, Herr, Herr, mit deinem Gnadenlicht! 6. In ihm vermehre deine Ruh', sein armes Herz erquicke du! Geist Got tes, laß ihn mit Vertraun auf Jesum schaun, und so entgehn des Todes Graun! 7. Mach' ihn getrost, o Geist des Herrn! Zeig' ihm den Gnadenlohn von fern: laß ihn den Himmel offen sehn, und Jesum stehn, bereit, ihn gnädig zu erhöhn! 5. Erleichtre ihm den letzten Schmerz! Von dir erquicket, ruh' sein Herz! Mel. Herr, wir singen deiner Durch Jesu Todesschweiß 673 ei geſegnet, Amen! und Blut, das ihm zu Gut er einst vergoß, stärk' ihm den Muth! 8. Ach Gnade, Gnad' ergeh' für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist selbst der Heiligste nicht rein! Wer kann wohl dein, Gott, ohne deine Huld sich freun? Umständen. 505 10. Behüte ihn in seinem Tod; ihn segne, segne, segne, Gott! Wann nun sein Auge sterbend bricht, leit' ihn dein Licht; tröst' ihn vor deinem Angesicht! 9. Sei, Richter, ihm nicht fürchterlich! Erbarme seiner Seele dich! Auch aus der Tiefe rufet sie; erhöre ste, erlöse Gott, erlöse sie! Einsegnung eines Sterbenden. Amen! Entschlaf' in jenem großen Namen, vor dem sich Erd' und Himmet beugt! Deine Laufbahn hat ein Ende! Dein Vater nimmt in seine Hände die Seele, die der Erd' entfleucht. Heil dir, erlöster Geist, der bald am Thron ihn preist! Jesus Christus hat dich versöhnt; von ihm gekrönt, empfängst du nun des Glaubens Lohn. 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist nun der Tag dir aufgegangen, des Lebens Tag nach Todesnacht! Sei geſegnet, Amen! Amen! Ruh' sanft in Jesu Christi Namen! Für dich auch ward sein Werk vollbracht. Sie trugen ihn ins Grab vom Golgatha herab, Gottes Opfer! Er überwand; der Herr erstand, und der Erstandne nimmt dich auf. 3. Nimm 506 Gesinnung und Verhalten des Christen 4. Auf seinem Angesichte ruht schon vom Himmelslichte ein sanfter Widerschein. Oft spricht aus seinen Blicken ein seliges Entzücken, ihn laden Boten Gottes ein. 3. Nimm von uns den letzten Segen! Zwar sinkt dein Leib dem Grab entgegen; doch deine Seele zittre nicht! Irdisch werden wir dich säen; doch himmlisch wirst du auferstehen und schauen deines Gottes Licht. Geh' ein zu deiner Ruh'! Du gehst dem Vater zu, der dich geliebet. O Todter, du, nach kurzer Ruh' wirst du zum Leben aufersteh'n. 6. Er faltet noch am Ende Der Tod des Frommen. zur Gottheit seine Hände, um dankend sich zu freu'n: Preis dir, Herr! Ich befehle dir, Vater, meine Seele! Er spricht's und schlummert lächelnd ein. 7. O laßt, wie er, uns le ben und nach dem Sinn uns streben, der uns dies Glück erwirbt; damit auch wir als Erben der Seligkeit einst sterben, wie der bewährte Fromme stirbt. Mel. In allen meinen Thaten 674 Wi ie sanft seh'n wir den Frommen, wie frei, wie unbeklommen sich seinem Ziele nah'n! Wo Erdenglück und Leiden von ihm auf immer scheiden, wird ihm der Himmel aufgethan. 2. Er steht sein Pilgerleben gleich einem Traum verschweben, steht ohne Reu' am Ziel. Es blühen seine Saaten; schon lohnt für seine Thaten ihm Ruh' und reines Selbstgefühl. 5. Er fegnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröstet fie; und seiner Treue wegen erfüllt Gott diesen Segen, versäumet und verläßt sie nie. 3. Von keiner Angst betroffen, sieht er sein Grab nun offen; er geht und fürchtet Nichts. Ein Strahl der ew'gen Gnade schwebt auf dem dunkeln Pfade ihm vor; nah ist das Reich des Lichts. Beim Tode guter Aeltern. Mel. Auf, schicke dich 675 Sott, welch ein Schmerz trifft unser Herz! Wie groß und hart ist dieses unser Leiden! Was sehen wir? Den Bater( die Mutter) hier so frühe schon aus unsrer Mitte scheiden. 2. Gott, welch Geschick! Ach unter besondern Umständen. Ach, einen Blick warf er ( sie) noch selbst auf unsern bangen Kummer. Doch ach, er( fe) neigt das Haupt, erbleicht und sinkt dahin, dahin in Todesschlummer. 3. O Freunde, habt ihr Thränen; labt damit als Troft die jammervollen Herzen. O weint für sie, die Waisen, die nun fast vergeh'n in ihren tiefen Schmerzen. 507 uns zur Pflicht, zur Tugend uns auf allen unsern Wegen! Uns folge, Gott, bis in den Tod, wenn fromm wir sind, des besten Vaters Segen! 9. Wir schauen hin mit Kindessinn auf seinen Tod, auf seines Glaubens Ende! Wir folgen nach; doch wir sind schwach, o reich' uns gnädig deine Baterhände! 10. Gib, Herr, daß wir im Glauben hier getreu und fest den Pfad der Tugend gehen, damit wir einst, wann du erscheinst, im bessern Land die Aeltern wieder sehen! 4. Ach Sorg' und Müh' war spät und früh für uns sein stetes eifrigstes Geschäfte; uns zu erzieh'n nach Gottes Sinn, dem weihte er mit Wonne Zeit und Kräfte. 5. Wie manche Nacht ward durchgewacht, zu pfle= gen uns in Krankheit und wir doch nicht allzeit nach Pflicht ganz 676 mel reiften sie, Mel. Der unsre Menschheit ür Himwillig ihm dankbare Herzen weihten! 6. Wer wird uns, Gott, in unsrer Noth erquicken nun und helfen, schüßen trösten? Du kannst allein nun Helfer seyn, du bist ja stets Erbarmer der Erlöften. ach, meinem Wunsch nach viel zu früh, doch, Herr, nach deinem Willen! Wie blutet mein verwundet Herz! Wie kämpf' ich wider meinen Schmerz! Was find' ich, ihn zu stillen? 3war für den Himmel reiften sie; doch meinem Wunsch nach viel zu früh! 7. Du nennest dich selbst väterlich den treuen Gott verlaßner, armer Waisen: so mildre doch, Herr, unfer Joch, wie du uns selbst so gnädig haft verheißen. 2. Ach, meine Kinder sind nicht mehr! Mein armes Herz ist hoffnungsleer und freudenlos mein Leben! Ich sah sie, wie den Frühling, Y 2 blühn 8. Sei unser Licht, stärk' Beim Tode hoffnungsvoller Kinder. 508 Gesinnung und Verhalten des Christen blühn; dir, dir hofft ich sie zu erziehn, Gott, der sie mir gegeben! Mein Alter sollten sie erfreun, und Trost mir noch im Tode seyn. Kinder sehn, mit ihnen dankend vor dir stehn, mich nicht mehr trostlos sehnen. Dann werd' ich froh bei ihnen seyn und ewig mich mit ihnen freun. 3. Da, Ew'ger, sprachst du: Gib sie mir! Ich selbst, ich selbst erzieh' sie dir; ich Mel. Der unsre Menschheit will sie hoch erhöhen. Sie 677 Es ist nicht mehr, werden Alter für nicht mehr mein theures Kind! Wie freudenleer ist nun mein Erdenleben? Wie eine Rose sah ich's blühn; und weis' und fromm es zu erziehn, war immer mein Bestreben. Ach, meine Hoffnung sank ins Grab, und alle Lust mit ihr hinab. freun, nicht Trost dir noch im Tode seyn; du sollst sie sterben sehen. Dein Wille, Herr, mein Gott, geschah; ich war es, der sie sterben fah. 4. Herr, ich verehre dein Gebot; nur laß mich meiner Kinder Tod, ach laß mich ihn beweinen! Du, der du aller Vater bist, du weißt, wie schwer mein Herz mir ist! Wie könnt' ich froh erscheinen? Verzeih' Gefühlen der Natur! Nicht murren, weinen will ich nur. 5. Auch meine Thränen preisen dich! Sie sind die Zeugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest, und nun im Lichte deines Throns, in der Gemeinschaft deines Sohns, in höhrer Tugend übest. Herr, meine Seufzer danken dir; du, du vertrautest sie nur mir. 6. Mit Thränen preif' ich dich auch einst, wann du zum Weltgericht erscheinst; doch dann mit Freudenthränen! Dann werd' ich meine 2. Gott, wie verwundet ist mein Herz. Der Morgen findet mich voll Schmerz, die Nacht in heißen Zähren. Doch wider dich, Herr, klag' ich nicht; nein, heilig ist mir stets die Pflicht, dich auch in Schmerz verehren. Auch weinend will ich dankbar seyn; du gabst, du nahmst, es war ja dein. 3. Wohl ihm! in Unschuld brach sein Herz, gesichert nun vor Noth und Schmerz, genießt es höh're Freuden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sünde, Welt und Eitelkeit, zu schwach für schwere Leis den. Gerettet ist's in deiner Hand; ging mir voran ins Vaterland. Beim unter besondern Umständen. 509 Klagen! Die Seele, die hier heilig war, vereint sich mit der Engel Schaar. Wie könnt' ich heidnisch zagen? Beim Tode eines guten Ehegatten, oder eines Freundes. Mel. Kommt her zu mir, spricht 6. 3war hört, wenn einst mein Auge bricht, mein Ohr 678 Ah, hier nicht von dir, o Theurer,( Theure) nicht und und Segen; doch wenn durch Gottes Kraft mein Geist sich auch dereinst dem Staub entreißt, so eilst du mir entgegen. 7. Du Seliger( Selige) wirst vor mir stehn; ich werde dich vollkommner sehn: o freudenvolle Stunde! Ich eil' dir dann voll Wonne zu, unsterblich ich, unsterblich du, zum neuen schaftsbunde. Freundfern von mir! Du bist nicht mehr auf Erden hier, o theure gute Seele! Dich sucht umsonst mein trüber Blick; du kehrst nicht mehr zu mir zurück, was auch mit dir mir fehle. 2. Der Freundschaft Labsal ist dahin, dein Trost, wann ich verlassen bin, dein Mitleid, wann ich leide. Es fehlt mir deine treue Hand auf meinem Pfad zum bessern Land, und mit ihr alle Freude! 3. Doch, sei mein Schmerz auch noch so groß, du ruhest nun in Gottes Schooß: vor Gott will ich mich beugen, Du lebst, geliebte Seele, noch, erlöst von deines Leibes Joch: geduldig will ich schweigen. 4. Das Irdische nur deckt das Grab; Gott nahm dir deine Schmerzen ab und jede Last der Leiden. Emporge hoben ist der Geist zu Gott, der Aller Vater heißt, zu seines Heilands Freuden. 8. Dann schau' und bet' ich an mit dir; Ein Herz und Seele fingen wir von weggeweinten Leiden und von der Tugend hohem Lohn, und preisen Gott und seinen Sohn für unsere höhre Freuden. 9. Gedanke der Unsterblichkeit, erheitre jede Dunkelheit, und stärk' mich, wann ich wanke; veredle jede Leidenschaft, erfülle mich mit Muth und Kraft, du himmlischer Gedanke! Bei Begräbnissen. 5. O Trost, o hoher Trost Mel. Nun laßt uns den Leib für mich! mein banges Herz, 679 Wir gehu ang erheitre deine Y 3 hof= 510 Gesinnung und Verhalten des Christen hoffen doch: dein Geist, zu Staub und Erde werden Entschlafner, lebet noch, muß. von Schmerz und Erdennoth befreit, im Lande der Unsterblichkeit. 2. Er bleibt nicht immer Erd' und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 2. Ruh' sanft! Dein Auge schloß sich zu, und nun umgibt dich süße Ruh'! Dein Gott hat wohl an dir gethan; nun rührt dich keine Qual mehr an. 3. Du gingst voran, wir folgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ihrer Pilgerbahn hinab zur Abendruh' ins stille Grab. 4. Du wirst uns unvergeßlich seyu; dein Herz war liebreich, fromm und rein, mit List und Falschheit unbekannt; nun ruht's in Gottes Vaterhand. 5. O Gott, nun blickt bei fanftem Schmerz auch unser Glaube himmelwärts, wo Jesus Christus, unser Hirt, all' unsre Thränen trocknen wird. 6. Du, der einst den entschlafnen Freund, wie wir den uns'rigen beweint, sei, Sesus, unsre Zuversicht, wann unser Herz im Tode bricht! 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; lern' hier, was unser Leben ist! Nach Sorg' und Furcht, nach mancher Noth und Arbeit kommt zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; auf's Sterben folgt die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr' und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Leid und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O fichrer Mensch, befinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich; in Allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt! 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll Jeder zu dem Vater fleh'n: Mein Gott, ich bitt' durch Christi In eigener Melodie. 680 Nun bringen wir Blut, mach's einst mit meinem Ende gut! den Leib zur Ruh' und decken ihn mit Erde zu, den Leib der nach des Schöpfers Schluß 8. Laßt alle Sünden uns bereun; vor unserm Gott uns kindlich scheun! Wir find unter besondern Umständen. sind hier immer in Gefahr; nimm Jeder seine Seele wahr! 9. Wenn unser Lauf vollendet ist, so sei uns nah, Herr Jesu Christ! Mach' uns das Sterben zum Gewinn; zeuch unsre Seele zu dir hin. 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, so laß uns fröhlich aufersteh'n und dann dein Antlig ewig seh'n. 511 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübfal oft gedrückt; nun wird er dort von Gott erquickt. Hier trug er Jefu sanftes Joch, entschlief im Tod und lebt doch noch. 6. Nun, du Erlöster, schlaf' in Ruh'! Wir gehen unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit durch Glaub' und Tugend uns bereit. 7. Ach, Jesu Christ, dein Mittlertod stärk' uns in unsrer letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein, und selig unser Ende seyn. 681 Bin feine Gruft, 682 Mel. Nun laßt uns den Leib egrabt Leib bis ihn des Richters Stimme ruft! Wir säen ihn; einst blüht er auf und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub und wird's nur mehr. Er schläft, er ruht, und einst erwacht er wieder aus des Todes Nacht. Mel. Jesus, meine Zuversicht den nam, senkt ihn ein, ehret noch des Geistes Hülle; ruh' zerfallendes Gebein, in des Tod tenackers Stille! Was da lebet, folget dir; wie du ruhest, ruh'n einst wir. 2. Was du, Todter, thatest, bleibt wohlbewahrt von Gottes Güte; so das Samenkorn und treibt aus dem Boden Laub und Blüthe. Grüß' erfreut den neuen Tag; was du wirkteft, folgt dir nach. 3. Die wir hier am Grabe steh'n, sinken All' ins Grab einst nieder: laßt an unser Werk uns geh'n, weis' und redlich wirken, Brüder! Ach wer weiß den Todestag? Wie 4 512 Gesinnung und Verhalten des Christen Was wir thaten, folgt uns nach. gedrückt. Im finstern Thale wandelt' ich, doch führte Gottes Rechte mich. Mel. Nun laßt uns den Leib ( Die Versammlung.) 683 en Leib in seine Gruft, und preiset Gott, der uns auch ruft! Hier sind wir Saat; einst blühn wir auf, zum bessern Leben blühn wir auf. 4.( Chor.) Gott ist allgütig und vereint dereinst mit sich den Tugendfreund; ihn führet er zu höherm Licht; drum, Christen, bebt am Grabe nicht. 7.( Vers.) Vollendeter, genieße du nun ungestört ( Der Chor.) 2. Grabt mein verwesliches Gebein, o ihr, noch Sterbliche, nur ein! Es bleibt, es bleibt im Grabe nicht, denn Jesus kommt und hält Gericht. 3.( Vers.) Des Frommen Seele trifft dort nicht des Lasterhaften Strafgericht. Mel. Schwing' dich auf zu Sie, selig auch im Tode 684 Nast dem Tode schon, empfängt der Auserwählten Lohn.; seinen Raub, Würmern ihre Habe! Seelen werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Grabe. Senkt auch diesen Leichnam ein! Laßt ihn niederrollen, uns ihn segnen und uns freun, daß wir leben sollen. 5.( Vers.) Auch Jesus litt hier Angst und Qual, und ging durchs finstre Todesthal. Auch du gingst deinem Retter nach, auch dir glänzt nun der Freudentag! auch wir, o Herr der Zeit, durch Grab und Tod zur Ewigkeit. 8.( Chor.) Heil uns, wenn euch, die ihr jetzt weint, mit mir einst wieder Gott vereint! Dann werden wir uns ewig freun, dann ewig, ewig selig seyn. 9.( Vers.) Nach dieser kurzen Lebenszeit erwartet uns Unsterblichkeit; wenn wir uns hier der Tugend weih'n, kann uns der Tod nicht schrecklich seyn. 2. Seht, da liegt der Todte nun in geweihter Stille! Freunde, laßt den Theuren ruhn! Es ist Gottes Wille. Weinet nicht; er hat nun schon, was wir 6.( Chor.) Oft hat bei erst ersehnen. Ihn erweckt euch mich Goft erquickt; kein Klageton! Trocknet doch hat auch Trübsal mich eure Thränen! 3. Stim unter besondern Umständen. 3. Stimmet an das hohe Lied von der Auferstehung! Wißt, als Jesus einst verschied, folgte bald Erhöhung. Fromme ruhn in seiner Hand, ruhn in sanftem Frieden. Er, der starb und auferstand, hat ihr Heil entschieden. 4. Nerntefeld! Hier ruhen sie, Christen, unsre Brüder: kämpften, aber kämpfen nie nun auf Erden wieder. Heil dem Guten, der hier fand sanfte Ruh' der Müden! Für das beßre Vaterland schlummre er hienieden! 5. Saaten der Unsterblichkeit! Heilige Gebeine! Bald verströmt auch unsre Zeit, ruft der Tod: Erscheine! Ruf er dann; wir sind bereit. Wer des Lebens Gabe nüßet für die Ewigkeit, zittert nicht am Grabe. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 685 Ruhet wohl, ihr Todtenbeine, in der stillen Einsamkeit; ruhet, bis der Herr erscheine einst am Ende dieser Zeit, euch, die Nacht und Gräber decken, durch der Allmacht Ruf zu wecken. 513 er, Jesus Christ: die in seinem Namen sterben, sollen nimmermehr verderben. selber ist, wird euch neues Leben geben! Er gelobt's, 3. Und wie sollt' im Grabe bleiben, der ein Tempel Gottes war? den der Herr ließ einverleiben seiner auserwählten Schaar, die er selbst durch Blut und Sterben hat erkauft zu Himmelserben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder sind. Laßt den Leib im Tod erkalten, laßt, weil wir von Erde sind, in der Gruft ihn immer modern! Gott wird ihn zurücke fodern. 5. Jesus wird, wie er erstanden, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes Nacht zu dem ew'gen Himmelsfrieden, den er seinem Volk beschieden. 6. Ruhet wohl, ihr Todtenbeine, ungestört in eurer Gruft; ruhet, bis der Tag erscheine, da des Richters Stimm' euch ruft! Nach des Lebens furzen Leiden geht ihr ein zu ew'gen Freuden. Mel. Nun laßt uns den Leib gib denn, 2. Nur getrost, ihr werdet 686 free Chri stenschaar, der Erde das, was Erde war; sie beut Y 5 dem 514 Gesinnung und Verhalten des Christen dem Müden Ruhe hier in ihrem Schooß, so wie einst dir. dann nicht fürchterlich, nimm uns auf mit Gnade. 3. O gib uns Kraft, gewissenhaft zu leben und zu leiden! Führ' uns alle durch den Tod zu des Himmels Freuden! 2. O Ruhe, Wunsch des Leidenden, du letter Trost der Weinenden, wo alle Noth vergessen ist, wo keine Thräne weiter fließt! 3. Hier endet sich der Mel. In allen meinen Thaten Feinde Truß; hier findet 688 Da stehen wir, hier wird in süßem Schlaf erquickt, den manche schwere Last gedrückt. 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück; es bleibt der bloße Mensch zurück. Ein enger Sarg, ein Leichenkleid sind nun die ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf; vollendet ist der schwere Lauf; der Geist eilt in sein Vaterland zur Wonne, die er hier nicht fand. 6. Erinnre uns zu aller Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit, damit wir ihren Wink verstehn und freudig ihr entgegen gehn! dir an dieses Grabes Rande; noch erhält uns deine Macht hier im niedern Lande. Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. Wir singen auf vom Staube, uns stärkt der Christenglaube, daß Gott uns einst zum Leben ruft. 2. Wer weiß, wie bald dein Ruf erschallt: Hinweg vom Erdenpfade! Sei uns 2. Fließt nur, ihr Thränen, fließet! Ein Sterblicher beschließet des Lebens kurzen Lauf. Nimm mütterliche Erde, dein Kind, frei von Beschwerde, in deine milden Arme auf! 3. Sei ihm ein Ruhebette, nachtvolle Grabesstätte, und deck' ihn fühlend zu! Fr schlafe hier in Frieden, den sanften Schlaf der Müden; hier find' er die bie erfeufite Mel. So schlummerst du 687 Ihr och stehen wir, Ruh'! 4. So wie in heil'gen Hainen naht sich hier den Gebeinen nicht Frost, nicht braust gelinde, und wehet sanft, ihr Winde, wo eines Christen Asche ruht! 5. Senkt dann den Leichnam nieder zum Staube seiner Brüder, die längst die Fra 1 unter besondern Umständen. Erde deckt. Im Grab ist fanfter Schlummer; ihn stört kein Erdenkummer; Gott ist es, der ihn einst erweckt. 6. 3um Leben ohne Sorgen weckt ihn der frohe Morgen, wo eine Welt erwacht. Heil diesem todten Staube, so singt der Christenglaube; auch er erwacht, auch er erwacht. 7. Schaut, schauet auf, Betrübte! Dort wandelt der Geliebte im hohen Himmels515 gestillt; unsre Wünsche, unser Sehnen, Alles, Alles wird erfüllt. Herzen, die sonst heiß gewallt, liegen ruhig dann und kalt. Mel. Christus, der ist mein licht. Bergönnt ihm seine 690 Das Grab iſt tief Freude und wehret eurem Leide, und wischt die Thränen vom Gesicht! und stille, und schauderhaft sein Rand; es deckt mit schwarzer Hülle ein unbekanntes Land. 2. Ueber unsern Hügel schwinget die Vergessenheit den Stab und der Schmähsucht Stimme dringet nicht in's dunkle, stille Grab. Fehler, die uns hier besiegt, wer den dann nicht mehr ge= rügt. 4. Läg' auch meines, von den Sorgen dieses Lebens unempört, in der Erde Schooß verborgen, wo Nichts seinen Frieden stört! Kühles Grab, o wann nimmst du mich in deine stille Ruh? Mel. Gott des Himmels und 2. Das Lied der Nachtigallen tönt nicht in seinen 689 Ruhig ist des Lo= Schooß. Der Freundſchaft Rosen nur des Hügels Moos. des Schlummer und der Schooß der Erde kühl: da stört unsre Ruh' kein Kummer, nicht der Leidenschaften Spiel. Unsre Sorgen, groß und klein, schlummern alle mit uns ein. 3. Unsre Seufzer, unsre Thränen werden ewig dann 3. Verlaßne Bräute ringen umsonst die Hände wund; der Waisen Klagen dringen nicht in der Tiefe Grund. 4. Doch sonst an keinem Orte wohnt die ersehnte Ruh'; nur durch die dunkle Pforte geht man der Heimath zu. 5. Das arme Herz, hienieden von manchem Sturm bewegt, erlangt den ew'gen Frieden nur, wo es nicht mehr schlägt. Y 6 Mel. 516 Gesinnung und Verhalten des Christen 4. Wer zählet die Gefahdie uns auf Erden drohn? Willst du uns nicht bewahren, so stürzen sie uns schon. 5. Auf allen unsern Wegen umhüllt uns Dunkelheit und oft ist Noth zugegen, wo unser Herz sich freut. Mel. Seelenbräutigam 691 unsern Blick zu dir. Herr, wie könnten wir mit Grauer nur ins Grab hernieder schauen? Hoffnung sendest du uns vom Himmel zu. 2. Du bist's, der uns liebt, wenn er nimmt und gibt. Ja selbst, was wir hier beweinen, wird einst freudenreich erscheinen, wenn auch uns zur Gruft deine Stimme ruft. 3. Gott, wir zagen nicht. Du gibst Trost und Licht, und du willst zum bessern Leben auch durch Leiden uns erheben. Bis zum Tode sei unser Herz dir treu! Bei Beerdigung eines Verunglückten. bern Tagen uns wunderbar zurück. 9. Auch wenn des Todes Grauen uns plößlich niederMel. Christus, der ist mein 692 Verzeih' ber tie- reißt, darf unser Geist dir trauen. Du liebest unsern Geist. fen Trauer, die unser Herz erfüllt! Wir fehn mit bangem Schauer des Todes Schreckenbild. 10. Er kann und wird nicht sterben, er eilet nur hervor, entreißt sich dem Verderben und schwebt zu dir empor. 2. Was ist des Menschen Leben! Was ist des Menschen Kraft? Wie schnell, von Angst umgeben, wird er dahin gerafft! 6. Doch Alles, was geschiehet, erfolgt auf dein Gebot. Du willst; der Tod entfliehet. Du willst; so kommt der Tod. 7. Ach, dies nur macht uns stille: wir sind in deiner Hand, und gnädig ist dein Wille, allweise dein Verstand. 3. Gesund und muthig schreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird bereitet, und ach; er ist nicht mehr. 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöhst du unser Glück, und lenkst von trü11. Olehr' uns wachen, beten, und stets besonnen seyn, daß, wenn wir vor dich treten, wir deines Heils uns freun. 12. Da schwinden dann die Schrecken auf ewig von uns unter besondern Umständen. 517 uns hin. Da sehen wir hat es euch geliehen. D und schmecken: der Tod war nur Gewinn. Am Grabe Frühverstorbener. In eigener Melodie. 693 3 ur frühen Gruft wirst du von uns begleitet? So will es Gott, der dir dein Loos bereitet, und nun dich von uns zu sich ruft. er 2. Er nahm dich auf zum Kinde seiner Gnade; führte dich auf seines Sohnes Pfade, und lenkte deines Lebens Lauf. 3. O furze Bahn! Kaum kennst du Welt und Freuden, so heißt dich Gott schon wieder von uns scheiden. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 4. Du bist beglückt. Ent ronnen den Gefahren, trifft nun dich nicht, was oft in frühen Jahren dem Christen schon sein Ziel verrückt. 5. In steter Ruh', in ungestörtem Frieden, wohnt nun dein Geist, und tröstend sieht hienieden Gott deiner Aeltern Thränen zu. 6. Klagt nicht so sehr bei eures Kindes Bahre! Es ging zu Gott im Frühling seiner Jahre, und dieser Gott ist unser Herr. 7. Es war sein Pfand, er gebt's ihm gern! Laßt euren Liebling ziehen! Gr zieht ja in sein Vaterland. 694 We Mel. Herr, ich habe mißgehandelt enn der Stifter der Geschlechter unsre Lieben zu sich ruft; wenn die Söhne, wenn die Töchter sinken in die frühe Gruft: ach, dann fühlen unsre Herzen unaussprechlich tiefe Schmerzen. 2. Wenn der Säugling, kaum geboren, gleich der Blume, schnell verblüht, und die Mutter nun verloren ihre ganze Hoffnung sieht: ach, dann will ihr Herz verzagen, dieser Trennung Schmerz zu tragen. 3. Wenn der Tod im edlen Sohne seine Lust dem Vater raubt; wenn des Hauses Stüß' und Krone sinfet mit des Vaters Haupt; Mütter von den Kindern scheiden: Gott, was gleichet diesen Leiden! 4. Ach, es müßte unterliegen, dieses arme, schwache Herz, hülfest du nicht, Herr, uns siegen über Tod und Trennungsschmerz. Deine Rechte schlägt uns nieder; deine Rechte hebt uns wieder. 5. Wandeln nicht in hohen Freuden unsre Lieben dort am Thron? Sollten wir sie nicht 518 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht beneiden um den früh errungnen Lohn? Du wirst uns im bessern Leben die Verlornen wieder geben! 6. Vater, deines Trostes Quelle trocknet auch am Grabe nicht. Selbst des Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns dort als Glück erscheinen. Mel. Alles ist an deinem Segen 695 t rdentöchter, Erdensöhne, seid nicht stolz auf Reiz und Schöne; troket nicht auf eure Kraft! Gures Mundes Hauch verflieget, eures Lebens Quell versieget, und des Starken Arm erschlafft. 2. Doch, ihr Christen, euch die Sterbeglocke ruft: edler, kräftiger, verklärter, liebevoller, liebenswerther, überfliegt der Geist die Gruft. 3. O was ist des Grabes Höhle! Eine tugendhafte Seele fürchtet nicht, hinab zu seh'n! Ueber Grab und Grabestrümmer wird der Schooß! Süße Hoffnung! Holder Glaube! Alles windet einst vom Staube herrlicher sich wieder los. Geist im Sonnenschimmer himmlischer Erkenntniß steh'n. 4. Nein, umsonst ist nichts geboren. Alles ruhet unverloren in des ew'gen Vaters 5. Leibesschönheit wird verblühen; Seelenschönheit nie entfliehen; sie ist für die Ewigkeit. Reiner Sinn und ächte Tugend lohnt mit ewig froher Jugend, lohnt mit Himmelsseligkeit. 6. Himmelsseligkeit beste: het; nur der Erde Glück vergehet, nur das Gitle bleibt zurück. Wie die Gottheit unvergänglich, wie der Himmel überschwenglich, ist des Christen wahres Glück. Mel. Alle Menschen müssen Luft und ſeid nicht traurig, wenn ſo 696 Wer mitt utb Am Grabe eines edlen und verdienten Mannes. seine Brüder zu erfreu'n; wer der Welt zum Segen lebte, soll uns unvergeßlich seyn! Sein Gedächtniß bleib' und daure! Seine Nachwelt klag' und traure! Wo sein Grab ist, weine dann, wer, was gut ist, schätzen kann. 2. Laßt uns Alle heute klagen, denn es starb ein edler Mann! O wie Viele müssen sagen: Mir auch hat er wohlgethan! Ja, gerecht sind unsre Zähren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn und aunter besondern Umständen. und unser eignes Herz ehret unser Leid und Schmerz! 3. Seines schönen Lebens Thaten bleiben segnend uns zurück; und die Frucht der edlen Saaten sei für Nachwelt Heil und Glück! Preis und Ruhm dem theuren Namen! Seine Tugend nachzuahmen; edel, wie er war, zu seyn, wolle Gott uns Kraft verleih'n. Am Grabe eines verdienstvollen Lehrers. Mel. Liebster Jesu! wir sind anft, wie er 697 gewandelt hat, endete, zum Trost der Seinen, dieses Edlen Erdenpfad, und wir schau'n ihm nach und weinen. Der hat uns treu belehret und zum Guten hingekehret. 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Vater, das hat er verkündet, und, gestärkt durch deinen Geist, Vieler Seelen Heil gegründet. Uns zu Jesu zu erheben, war sein eifrigstes Bestreben. 3. Treulich ging er selbst den Pfad hoher Tugend bis ans Ende, und gab nun nach deinem Rath seinen Geist in deine Hände. Nur die Kraft von seiner Lehre trocknet unsre Wehmuthszähre. 519 4. In der Nähe seiner Gruft, die nur seine Hülle raubet, hören wir, wie Jesus ruft: Selig ist, wer an mich glaubet! Ja, des Himmels Heil und Frieden ist den Redlichen beschieden. 5. Laß, o Herr, die edle Saat, ausgestreut von unserm Lehrer, fruchtbar seyn in Wort und That, und uns würdige Verehrer wahrer Frömmigkeit auf Erden, dort des Himmels Bürger werden! Trost und Gelübde auf Gräbern. Mel. Auf, Christenmensch 698 eweihter Ort, 698 Se wo Saat, von Gott gesä't, dem großen Tage der Aernte reift! Sei mir gegrüßt, du Ort, wo jede Klage verstummt, wo mancher Ruhe fand, der fie auf Erden nie gekannt. 2. 3war flossen hier der Thränen viel, wenn von des Freundes Herzen den treusten Freund das Schicksal riß; mit tiefgefühlten Schmerzen hab' ich auch selbst, ach, manchem Freund die Abschiedszähre schon geweint! 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; er schaf fet Ruh' den Müden, nimmt Leidenden die Bürde ab, und bringt 520 Gesinnung und Verhalten des Christen bringt zum ew'gen Frieden. Sklavenbande zerriß, der Weint, Freunde, nicht; in der Prüfungszeit sein denkt: Wiedersehn! Die Herz der Tugend treu ge= Todten werden auferstehn! weiht. 4. Belebend ein Sonnenstrahl einst auf die Gräber nieder; und was hier schläft, erwachet dann zum schönern Leben wie der. Im Winter starb die Blume; seht, sie blüht, vom Frühlingshauch umweht! 9. Auf Gräbern der Entschlafnen sei der Tugend Bund auf's Neue versiegelt; hier gelobe ich der Tugend ew'ge Treue! Ja, heilig sei mir jede Pflicht, bis einst mein sterbend Auge bricht! 5. Und was man hier der Mel. Es ist das Heil uns Erde gibt, ist nur des Geiz 699 Mein Heiland stes Hülle. Unsterblich ist des Menschen Geist; Vernunft und guter Wille erhebt uns über Welt und Zeit, die Tugend führt zur Seligkeit! Drum kann mein Blick vom Todtenfeld zum Himmel sich erheben; und winkt auch mir das kühle Grab, darf ich nicht ängstlich beben. Ich pflücke nach vollbrachter Zeit die Blume der Unsterblichkeit. 7. Was ihr einst war't, das bin ich jetzt, ein Pilger hier auf Erden; was ihr, entschlafne Brüder, seid, werd' ich vielleicht bald werden. Nun dann; durch's Todesthal eilst du, mein Geist, dem Vaterlande zu! 8. Doch dem nur wird der Uebergang zu jenem Vaterlande ein Weg zum Heil, der muthig hier des Lasters lebt hat die Macht des Todes ganz bezwungen, und stegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwunEr ein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben seyn; und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Das ist's, was mich zufrieden stellt, selbst bei der Gräber Grauen. Ich bin getrost und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: Ich leb', und ihr sollt leben. 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub; er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebild't erheben. Wann du, o großer Lebens fürst, nun deinen Todten rus aunter besondern Umständen. rufen wirst, zum Leben auf zuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd' ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an, läßt in dein Reich mich In eigener Melodie. gehen. Forthin von keiner 700 wie felig feid ihr I an Leib und Seele ganz verklärt, leb' ich bei dir dann ewig. Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. 5. O welch ein sel'ges Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd' ich in deinem Himmelreich, unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Lust genießen. 2. Hier, ach hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg' und Furcht umgeben. Was wir hier kennen, ist noch kein vollkommnes Glück zu nennen. 6. Denn wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh', von Seligen umgeben, genießen deine Herrlichkeit. 3. Ihr hingegen ruht in sicherm Frieden, der euch nach dem Kampfe ward beschieden. Kein Schmerz, kein Leiden stört euch im Genusse reiner Freuden. was find Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden! 4. Abgetrocknet sind all' eure Thränen, ihr genießt schon, wornach wir uns sehnen; ihr hört und sehet, was des Menschen Geist hier nicht verstehet. Laß die zukünft'ge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben; und oft in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir, der Sterblichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Jünger, dir zum Preis, nach 521 deinem Wort zu leben! Und fühl' ich hier noch Noth und Schmerz; so tröste selbst damit mein Herz: Es kommt ein beßres Leben! 5. Ach, wer wollte denn nicht fröhlich sterben, und statt Erdenglücks, den Himmel erben? Wer wollt' in Zeiten sich auf diesen Wechsel nicht bereiten? 6. Hilf uns, Jesu, ernstlich darnach streben! Komm' und führ' uns zu dem höhern 522 Gesinnung und Verhalten des Christen Mutter steht, umarmt ihr Kind; denn alle gute Seelen sind in Gottes Stadt beisammen. hern Leben, wo deine From men erst zur vollen Ruh' und Freude kommen! 5. Drum last uns hier Trost des Wiedersehens. schon, Hand in Hand, auf Gottes Wegen gehen, damit wir dort im Vaterland uns Mel. Wann mein Stündlein 701 Shwer liegt ber einst beisammen ſehen. Wie wird uns seyn, wann wir uns sehn, wann wir uns froh entgegen gehn, fort hin uns nie zu trennen! Trennung auf mir; wie lieb' ich sie, die Meinen! laß, mein Gott, mein Gott, vor dir mich diese Frage weinen: Werd' ich, nach meinem Tode gleich, werd' ich, o Herr, in deinem Reich die Meinen wieder sehen? 2. Wohl mir, o Gott, ich höre schon des Geistes Stimme wehen; sie ruft mir zu in sanftem Ton: Du wirst sie wieder sehen! 6. So seid getrost und freuet euch; laßt nicht die Hoffnung schwinden: wir werden in des Vaters Reich uns alle wieder finden! O Wiederseh'n, o Wiederseh'n, wie wirst du unser Glück erhöh'n; wie tröstest du die Seele! du nur fromm, sind sie nur gut, dort oben unter 702 W lauten SchläMel. Halleluja! Bringet Ehre iederseh'n! mit Gottes Hut wirst du sie wieder sehen! gen klopft dir jede Brust entgegen! Nimmer kann das untergehn, was ins Herz wir liebend schlossen; und wenn Abschiedsthränen floffen, hoffte Freundschaft Wiederseh'n. 3. Des Frommen Seele trennt sich nicht von gleichgesinnten Frommen. Sie werden All' in Gottes Licht auf's Neu zusammen kommen, forthin durch keinen Tod getrennt; denn Gottes Engel, der sie kennt, führt Alle dort zuſammen. 4. Der Freund sieht seine Freunde dann am Throne Gottes wieder; der Gatte trifft den Gatten an, der Bruder seine Brüder. Die 2. Wiederseh'n! In holden Bildern will uns die Natur dich schildern; drum vers jüngt sie sich so schön. Wenn der Morgenröthe Strahlen nach der Nacht die Berge malen; spricht die Sonne: Wiederseh'n! 3. Wie unter besondern Umständen. 523 3. Wiederseh'n! Zu dei- Höh'n! Theure, aller Welt nen Freuden wachsen Blumen frisch und kleiden herrlich sich in Frühlingsweh'n! und der frohen Nachtigallen kummerfreie Lieder schallen: Hofft getroft ein Wiederseh'n! 4. Wiederseh'n! Mit Gruß und Segen o wie schmacht' ich dir entgegen über Auen, Ström' und Gewalten sollen meinen Fuß nicht halten: ja, ich werd' euch wiederseh'n! 5. Wiederseh'n! Dich darf ich hoffen! O, ich seh' den Himmel offen, winkt der Herr mir, heim zu geh'n! Theure, in der leßten Stunde ruf' ich mit schon blaffem Munde: Ewig, ewig Wiederseh'n! 524 Nachtrag einiger, bei Mehreren beliebten, älteren Lieder. Mel. Wunderbarer König 703 der Sünder 4. Du vergiebest Sünde, Liebe! gönne blöden Augen, die zum Irdischen kaum taugen, daß fie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmükken, und zugleich freudenreich, Bösen und den Deinen, wie die Sonne, scheinen. wann sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte drauet, und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch fie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch Keiner, der zu dir ge2. Wasser, Luft und Er- gangen, statt der Gnade de, ja dein ganz Gebiete ist Recht empfangen: wer zu ein Schauplaß deiner Güte. deinen Füßen sich mit ThräDeiner Langmuth Ehre nen senket, dem wird Straf wird durch neue Proben und Schuld geschenket. Unimmer herrlicher erhoben. ser Schmerz rührt dein Dwie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg' und Hügel! Herz und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 3. Was wir davon denfen, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden so viel Millionen 6. Höchster! sei gepriesen, daß du so verschonest, und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Zepter Schulden, und dazu ohne führet. Fahre fort, Zions Ruhe lieben, die dich has Hort, sen! Herr, wer kann das fassen? Langmuth auszuz üben, und die Welt zu lieben! Mel. Nachtrag. Mel. Schon ist der Tag von E. 704 ie Erd' ist Jesu wer auf der Erde wohnet! deß müsse sich die Erde freun, und wer auf Erden wohnet! Er schuf, er rettete die Welt; er trägt, er segnet, er erhält die Welt, die er beherrschet. 4. Wer, auch umringt mit Leiden, gern erfüllet sein Verlangen, der wird den Segen seines Herrn im vollen Maaß empfangen; den macht er seiner Herrschaft werth; der ist sein Erbe, der gehört zum Volke der Erlösten. 525 will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, 2. Wer auf der Erde, wer gehört zum Volke der Erlösten? Wer darf, des hohen Segens werth, sich feiner Herrschaft trösten? Der, der zu dir, o Mittler, sich bekehrt, und gläubig wird, und dich zu seinem Herrn erwählet. 3. Und wer, in deinem 705 Tr Blute rein, der Unschuld sich befleißet; wagt, sich vom Wahne zu befrein, der nur den Lüsten gleißet; wer fromm ist, wandelt, wie er glaubt, sich keine Missethat erlaubt, nie bricht den Bund der Gnade. 5. Kommt, Sünder, kommet in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König; er Der Himmel Himmel ist sein Thron, der Erdkreis seine Fußbank. 6. Kommt willig, willig in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König: er will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, dieser König sei? Der Sohn, der seinem Bunde treu, den Himmel gibt den Seinen. Mel. Mein ganzer Geist, Gott Priumph! Triumph! und Lob und Dank dem, der des Todes Macht bezwang und uns, den Staub, erhöhte. Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn, und sie verschwand in helle Morgenröthe. Bebet! gebet, stolze Spötter, unserm Netter Preis und Ehre, glaubt an ihn und seine Lehre. 2. Heil uns! Triumph! das Grab ist leer. Fest steht es, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gesprochen! O selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebaut, den blinde Wuth gebrochen! Hölle! fälle nun den Sieger, Gotz tes Krieger, der erstanden, macht Nachtrag. 526 macht nun deinen Stolz zu Schanden. 3. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sei mir gegrüßt, mein künftig Grab, du Wohnung ernster Stille. Nur wenig Tage werden's seyn, o so empfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle. Ewig selig werden wieder diese Glieder auferstehen, werden die Verklärung sehen. läßt in seinen Thaten seh'n, sein Wandel sei im Himmel. 2. Das Leben ist ans Licht gebracht, uns steht der Himmel offen. Ihn schloß uns auf mit großer Pracht der Herr, auf den wir hoffen. Wer glaubt, deß Herz ist freudenvoll, nur daß er sich bestreben soll, des Heilands Pfad zu wandeln. 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr dort seines Heils genießen. Wer nicht sein Wort hält, dem wird er den Himmel einst verschließen. Wer wünscht, zum Himmel einzugeh'n, der 4. Uns treibt sein Geist, daß wir der Welt uns immer mehr entwöhnen; stets sorgen, was dem Herrn gefällt; zu ihm hinauf uns sehnen. Er aber sieht auf uns herab; von uns läßt feine Treu' nicht ab, bis wir zusammen kommen. 5. Tag, noch an größern Freuden reich, wann wirst du uns erscheinen? Gott macht uns dort dem Sohne gleich, und stillet Leid und Weinen. Wonne, wann in Ewigkeit uns nun das höchste Gut erfreut! D Gott, schenk' uns dies Leben. Mel. Es ist das Heil uns 706 Mit lautem Schall frohlocken wir: Der Herr ist auf gefahren: Wir sind zwar Pilger noch allhier und unter viel Gefahren; doch finkt drum unser Muth nicht hin; durch Jesum wissen Mel. Nun danket Alle Gott wir, wohin uns unsre Wall- 707 G elobet seift du, fahrt führet. für deines Wortes Lehre! Gib Bater, daß ich sie mit Andacht fleißig höre! O mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein, und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen seyn. 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen! Höchster, leite selbst den forschenden Vers stand: so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Wie Nachtrag. 3. Wie thöricht ist es doch, blos andern Menschen glauben! Das heißt sich selbst den Grund zur ew'gen Ruhe rauben. Wer treulich hier dein Wort zu seiner Richtschnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre, und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre: Verleih' mir deinen Geist, der Lust und Kräfte gibt, daß man die Wahrheit sucht, prüft, glaubt, bewährt und übt! Mel. Auf, Christenmensch 708 H Herr du bist meine Zuversicht! Du lebst, auch ich werd' leben! Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit, einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht! Dies stärket meine Zuversicht! 527 nennt's fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Sünder dein Gericht, und dann stegt meine Zuversicht! 4. Sink' immer hin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd' ich nur des Todes Raub; dort werd' ich ewig leben. Wie stark ist dieses Troft's Gewicht! Wie sicher meine Zuversicht! 3. Hier trag' ich deine fanfte Last. Wie groß ist meine Würde! Jedoch die Welt, die sie nicht faßt, 5. Herr, diesen Segen dank' ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab herfür. lebst und ich soll leben. Ich glaub' es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht! 6. In diesem Glauben stärke mich! Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod soll überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht: denn du bleibst meine Zuversicht! ich oftmals weinend hin, den Saamen 709 Bottes Sohn! Mel. Der unsre Menschheit rhöhter Jesu! auszustreuen: dort wird der herrlichste Gewinn der Nernte mich erfreuen. Ich leide, doch verzag' ich nicht: denn du bist meine Zuversicht! der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher eingenommen, du wirst dereinst zu rechter Zeit, in groBer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wieder kommen. Gib, daß dann froh und mit Vertran'n dich, Herr, auch meine Augen schau'n! 2. Wer Nachtrag. 528 2. Wer fast, o Heiland! jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen! Wann du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die sich vor dir, Herr, beugen; dann sieht die Welt die Majestät, zu der dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab, und schafft ein neues Leben. Auf 710 Gerichte, du ch an dein deinen Wink muß Erd' und Meer, das große unzählbare Heer der Todten wiedergeben. Sie steh'n durch dich, Herr, neu beseelt, nun alle auf und keiner fehlt. Richter aller Welt! Der Thor nennt's ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! Mich soll sein Wahn nicht. stören, weil mich dein göttlich Licht und mein Gewis sen lehren: du haltest einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Nichterthron, um den die heil'ge Menge erhabner Engel steht. Welch herrliches Gepränge! Welch hohe Majestät! 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den bestimmten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Bein; den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt, die That, Herr Jefu Chrift, daß du der Erde Richter bift. 5. O gib, wann nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wieder finde; daß ich mit Freuden vor dir steh', und mit dir in den Himmel geh', befreit von Fluch Sünde! Laß mich im Glauben standhaft seyn, und auch die kleinste Sünde scheun! 6. Dein Name sei mir ewig werth und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben! Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preist, aus aller Kraft zu lieben; so hab' ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Herrlichkeit. Mel. Befiehl du deine 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft und sie erscheinen vor deiRichterthron; den nem Sündern und den Deinen gibst du gerechten Lohn. 4. Froh Nachtrag. 4. Frohlockend seh'n die Frommen dein göttlich Angesicht; schon hier dem Fluch entronnen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlös't von aller Müh', sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segneft fie. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt; Du gibst der Sünde Knechten Theil in ew'ger Pein; und führeft die Gerechten zu ner Freude ein. ihr 6. Laß, Jesu, dein Gerichte mir stets vor Augen seyn und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! Vor dir laß mich fromm wandeln, und hier zu aller Zeit so, wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 7. Ist dann ein Tag vor handen; wird diese Welt vergehn: so hoff' ich nicht mit Schanden vor deinem Thron zu stehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit; führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 711 Gott, ott, hilf mir, 529 Stimme lockt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, das bei das Herz sich leicht verstockt, wenn du selbst das Gewissen rührst, und zum Gefühl der Sünden führst. 2. Du willst nach deiner großen Güte, nicht eines einz'gen Sünders Tod: drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört, und redlich sich zu dir bekehrt! 3. Den rettest du von dem Verderben, nimmst seine Buße gnädig an, machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: Wie groß ist Gottes Vaterhuld; er tilget meine Sündenschuld! 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz stets offen sei; damit mich ja nicht die Verstockung, wenn ich mein Leben ohne Reu' im Sündendienste zugebracht, zu deinem Zorngefäße macht. daß ich Buße 6. Sich bessern ist der Weg zum Leben, drum laß 3 mich thue, weil mich noch deine 4. Sollt' ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Vom Trofte leer muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuletzt, der frevelhaft gering sie schäßt. Nachtra g. 530 mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. mir deine Treu' mit Segen, Trost und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn ste, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh' ich mich's versehn, und hilfst mir und erhörst mein Fleh'n. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste. Und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn mich das Elend ganz ergreift, so legt sich dein Erbarmen brein, mich vom zu 6. Du bist mein Heil! Mein ganz Gemüthe ist dei nes Ruhms, mein Retter, voll. könnt' ich deine große Güte doch so erhe: ben, wie ich soll! Doch meine Kraft reicht nicht dahin: du weißt es, Gott, wie schwach ich bin! 7. Und hätt' ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig g'nug von mir be sungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir ge than. 8. Jedoch, du siehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Redlichkeit; und hörest selbst das schwache Lal: 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sündendienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffenheit! Wie selig bin ich dann schon hier; wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! In voriger Melodie. 712 Mein Herz, era zum Preise des Gottes, der dein Vater ist! Bedenke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring' ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nüßlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott, wie wenig bin ich's werth, daß mir noch Hülfe widerfährt. 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohl zu thun bist du gewohnt. D'rum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, von dir nicht nach Berdienst gelohnt. Noch immer steht 531 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, die Welt von deinen Thaten wiederhalle, und deine Wahrheit, deine Huld besinge und Preis dir bringe. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, barmherzig, gnädig, und von großer Güte; erbarmt sich seiner Werke, hat an allen sein Wohlgefallen. Mel. Herzliebster Jesu! will, mein 7. Jehovah, alle deine Werke sollen dir jauchzend danken. Deine Frommen 713 Gott, du Rö- wollen aus allen ihren Kräf= ten sich bestreben, dich zu erheben! 8. Ja, ewig will ich deinen Namen loben! Von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsſe, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. Nachtra g. Lallen der Deinen mit Zus friedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen seyn. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb' im höhern Heiligthum. nig, dir lobsingen, und ewig Ehre deinem Namen bringen. Sei täglich, ewig fei von mir erhoben! Dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß; wer kann ihn g'nug erheben; wer kann mit seinem eifrigsten Bestreben, wie groß er ist, begreifen und empfinden, wer Gott er gründen? 3. Von unsern Vätern wurdest du erhoben, dich werden unsrer Kinder Kinder loben, und deine Macht befingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig, wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! Das preif' ich, daß dein Nam' erhoben werde, der ganzen Erde. Mel. Allein Gott in der Höh' 14 timmt unferm lied an mit freudigem Gemüthe; es rühm' und preiſe, wer da kann, den Geber aller Güte! Er macht uns frei von aller Noth; drum lobet ihn, drum lobet Gott, und danfet seinem Namen! 2. Lobt Gott, und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, indem 32 er Nachtrag. 532 er alle Ding' erhält: drum danket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher und Gnad' uns Allen hat gegeben; der uns durch 715H in aller Noth, In eigener Melodie. ab' Acht auf mich seinen Engel schüßzt; der täglich schenket: was uns nüßt, drum danket ſeinem Namen! 4. Lobt Gott! Er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ew'ge Lebenskron' durch seinen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Nath vollbracht: drum danket seinem Namen! großer Gott, Herr aller Herren, wann Satans Wuth die Höllenrott', den Rachen gegen mich aufsperren, wann sie mich suchen zu verschlingen und in die höchste Noth zu bringen, so bitt' ich dich herzinniglich, mein Vater, so hab' Acht auf mich. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt: drum dan fet seinem Namen! 2. Hab' Acht auf mich, wann mich die Sünd' will von dem höchsten Gut abwenden, so halte mich, Herr, als dein Kind, mit deinen treuen Vaterhänden; bleib' du mir stets in den Gedan ken; laß mich von deinem Wort nicht wanken; wann Sünden in mir regen sich, mein Vater, so hab' Acht auf mich. 6. Lobt Gott! Er hat dies gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärk', das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt, und das den Himmel in sich hält: drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starfen Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm', die hier auf Erden Lobt Gott, und preis't ihn früh und spat; ja Alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! 3. Hab' Acht auf mich, wann's gehet wohl, wann mir die Glückessonn' will scheinen, die meine Seel' macht freudenvoll, daß fie Nichts wissen mag von Weiz nen, daß ich dem blinder Glück nicht traue, vielmehr auf deine Güte schaue: weil oft das Glücksrad wendet sich, mein Vater, so hab wohnen! Acht auf mich. 4. Hab Nachtra g. 4. Hab' Acht auf mich, und steh' mir bei, wann mir das Unglück braus't entgegen, daß ich nicht zu verzaget sei, und weichen mög' von deinen Wegen, die mir zu wandeln sind befohlen; und wann mir auch des Kreuzes Kohlen mein Herze brennen bitterlich, mein Vater, so hab' Acht auf mich. 5. Hab' Acht auf mich, wann ich gesund, wann ich empfinde keine Schmerzen; wann keine Klag' in meinem Mund, noch Trauren ist in meinem Herzen; damit ich bei gesundem Leibe dir dankbar und gehorsam bleibe, auf daß ich nie vergesse dich, mein Bater, so hab' Acht auf mich. 6. Hab' Acht auf mich, auch wann ich krank, wann die Gesundheit will verschwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehm' die Arzenei der Sünden; laß 8& 533 mich nicht ungeduldig werden, und denke, daß ich Staub und Erden; auch wann die Schmerzen mehren sich, mein Vater, so hab' Acht auf mich. 7. Hab' endlich dann auch Acht auf mich, wann ich der Welt Valet soll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm' in ein ander Leben, daß mir das frohe Glaubensende ertheilet werd' in deine Hände; daß ich bei dir leb' ewiglich, mein Vater, so hab' Acht auf mich. 8. Ach! laß mich doch nicht aus der Acht, wann uns dein jüngster Tag erscheinet: der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, so man hie nicht gemeinet; laß mich zu deiner Rechten steh'n, und zu des Lammes Hochzeit geh'n; mein Jesu, dann hab' Acht auf mich, so will ich ewig preisen dich. est. 08 Register. Ach bleib mit deiner 156 Anbetungswürd'ger G. Seite 7 126 100 277 485 Ach endlich, Dulder, Ach Gott, verlaß mich 300 Ach Gott, wie mancher 226 Ach, hier nicht mehr, 509 Ach könnt' ich doch mit 494 Ach sieh ihn dulden, bl. 120 Ach welch ein Kampf 62 Allein Gott in der Höh' 29 Alle Menschen müssen 201 Allen Christen und auch 373 Aller meiner Brüder 378 Aller Welten Herrscher, 28 Alles hast du mir gegeb. 314 Alles ist an deinem S. Allgegenwärtiger! ich Allgütiger, dir will ich Allliebender du schusst 42 13 454 377 Allmächtiger, ich hebe 439⁹ 50 90 An deine Leiden denf. An dich, mein Gott! Auch außer meinem Auf, Christen, bringet 316 Auf, Christen, laßt uns 66 Auf, dich, Erlöser, stets 243 Auf Erden Wahrheit Auferstehn, ja auferst. Auf, freue dich, mein Auf Gott nur will ich 415 Auf Gott und nicht auf 285 Auf, Jesu Jünger fr. 137 Auf, meine Seele, auf 129 Auf, o Seele, sei noch 448 Auf, schicke dich, recht f. 82 Aus des Grabes Band. 130 126 Am Kreuz erblaßt Anbetung sei dir, Gott 138 195 65 Ball ald ist sie nun voll. 499 Bald leg ich Sorg und 497 Bald oder spät des T. 251 33 Barm Register. Seite Barmherziger, erhöre 414 495 Dem ganzen Erdkreis Befiehl du deine Wege 287 Dem großen Vater w. Beglücke meine Reise 485 Demuthsvoll komm ich Beglückt, beglückt ist, 250 Begrabt den Leib in s. 511 Bekenner Jesu, werdet 106 Berufen hast du mich Besiß ich nur ein ruhig. 355 Bester, weisester Reg. 44 Bewaffnete, der Krieg. 430 Bewahre meinen Mund, 274 Bilden soll ich mich auf 221 Bis der Tod ihm winkt 358 Blick' hin in die vergang. 351 Bringt Preis und R. 129 Christ, 365 107 Christ, aus deinem H. Christe, du Sohn G.! Christ eile nie mit sich 168 Christus der ist mein L. 500 Christ, wann dich Trüb. 293 Seite 86 86 2 3 143 Dem Wand'rer gleich, 400 Den größten Sterbend. 114 Der am Kreuz ist meine 117 Der du den Menschen s. 471 Der du selbst die Wahr. 150 Der du stets unsre Zufl. Der du uns als Vater Der du uns das Heil er. 76 Der du voll Blut und 119 Der du von Jugend auf 317 Der Ehestand soll heilig 404 Der Erde Reize sind er. 453 Der Freuden Quell ist 211 Der Heiland kommt, I. 75 Der Herr ist Gott und Der Herr ist meine Der Herrscher aller 2. 108 Der hohe Himmel dunk. 462 Der Lenz erfreut, was 195 Der Mächtige, der H. 462 Der Mond ist aufgeg. 450 Der Morgen kommt u. 491 Der Tag ist wieder hin; 445 Der weise Schöpfer, 5 288 434 Der Wollust Reiz zu Des Leibes warten und Dank und Anbetung 29 494 417 515 426 Dank, Vater dir, der Das Amt der Lehrer, Das Grab ist tief und Das Land, das Gott Daß ich der Tugend 242 Daß unser Gott uns L. 358 Da stehen wir, die Dei. 514 Dein bin ich Gott! D. 47 Deines Gottes freue 283 Dein Heil, o Chrift, n. 301 Dein Volk, o Herr, f. 155 Dein Wille ist's, o G. 330 Dein Wort, o Höchst. 146 337 336 Des neuen Jahres erst. 463 128 269 436 Dich bet' ich an, erst. Dich kennen, Gott, ist Dich seh ich wieder, Die auf der Erde wal. Die Erde ist Jesu Die hier vor deinem Die Himmel rühmen Die Kinder, deren wir Dies ist der Tag, den Die stillen Abendstund. 179 525 419 34 408 88 448 Die Register. Seite 470 239 161 Die Thiere, deren Herr 435 Die Zunge, die vern. 432 Dir dank ich für mein Dir ergeb' ich mich, Dir, Gott, der so gern Dir, Gott, sei Preis u. 49 Dir immer ähnlicher zu 257 Dir trau' ich, Gott, u. 291 Dir, unser Gott, ist 38 Dir zu leben, dir zu 181 Du, aller Menschen V. 380 Du bester aller Mensch. 121 Du bester Trost der A. 482 Du bist's, dem Ehr' und 312 Du, deines Vaters 247 Du denkest in der tief. 116 Du, der kein Böses thut, 54 Du, der sich einst voll. 105 Du, der so gern begl. 356 Du, dessen Auge floff. 116 Du, deß sich alle Himm. 308 Du gabst mir, Ew'ger 349 Du, Gott, bist über Al. 281 Du, Gott, du bist der 464 Du hast es mir gegebeu 484 Du hast uns, Herr, die 341 Du, Herr, haft aus B. 165 Du, Herr und Vater 501 Du, Herr von meinem 475 Du kamst herab zum Du klagst und fühlest 352 Du läßt den Tag mich 471 Du liebst, o Gott, G. 377 Durch dich, Gott, bin 413 Durch dich, o großer G. 313 Du sagst, ich bin ein Ch. 252 Du schaust, mein Sch. 275 Du Vater deiner Men. 279 Du vertheilst der Men. 412 Du weiser Schöpfer 71 16 Seite Du, welchen keine Welt 486 Du wirst, o Vater, für 183 Du wollst erhören G. 504 Shre hre sei Gott in der 78 Gin feste Burg ist 155 Gin Gott regiert; was 299 Ein Herz, o Gott, in 363 Ein milder Regen finket 461 Ein Pilgrim bin ich in 202 Gin ruhiges Gewissen 394 Einsam bin ich; tiefe 450 Gins ist Noth! Und H. 241 Einst, als im Angstgeb. 106 Ginst freuet euch, einst 208 Empfinde deinen hohen 214 Entehre nicht, mein H. 353 Entfernet euch, unsel'ge 393 Entreiße dich, mein S. 87 Entschwinge dich, mein 295 Erdentöchter, Erdens. 518 Erfreue dich des Heils 85 Erfülle redlich deine P. 294 Grhabner Gott, was r. Erhalt' uns, Herr, bei 154 Erhalt' uns, Herr, die 311 Erhebt, den Herrn, ihr 68 Erhöhter Jesu! Gottes 527 Grinnre dich, mein Gott 131 Er ist erstanden, Jesus 133 Gr ist gekommen, er, Erlöser, der im Staube 107 Ermüdet von den S. 446 Erscheine meinem Geist, 95 Er starb, der größte Fr. 121 Grtöne, feiernder Ges. 320 Ertönt, ihr Freudenl. 462 Gs baut, o Gott, auf 9 558 34 $ 8 77 Register. Seite Gs eilt der letzte von 350 Es freu' der Fürst des 310 Es ging ein Mann voll 88 Es hebt sich auf der A. 219 Es herrscht ein Gott, d. 292 Es ist dein Wille, Herr 490 Es ist nicht mehr, für 508 Es ist noch eine Ruh v. 203 Es ist nur einer Herr 6 Es ist vollbracht, so r. 124 Es lebt ein Gott, der 24 Es preise Gott, wer 3. 246 Es werde Gott von dir 48 Es zieht, o Gott, ein K. 478 Es züchtigt deine Hand 477 Ewig, ewig bin ich dein, 163 ( wig, o Jesu, wird dein 157 Ewig und unwandelbar 466 Fallet nieder, fallet Ferne sei der Irrthum Fest steht dein Bund, Frohlockend, Vater, w. 443 Frohlockt ihr Christen, 132 Früh, mit umwölktem 455 Führer zur Vollkomm. 89 Für alle Menschen bet. 311 Für deinen Himmel 507 Fürwahr, du bist, o G, 40 314 215 469 1 405 Gedanke, der uns Leb. 64 Geht hin! der Gott Geist vom Vater und 142 Gelobt seist du, o Gott 526 Gerechter Gott, vor d. 19 Seite 429 82 68 Gern will ich mich erg. 182 Geweihter Ort, wo S. 519 Geweiht zum Christent. 161 Gewöhne dich, durch Gib, Gott, wenn ich d. 327 Gib Höchster, daß ich 431 Gib mir, o Gott, ein 374 Gott, aus deinen Sch. 33 Gott, deine Gnade sei Gott, deine Güte, deine 46 Gott, deine Güte reicht 307 Gott, deinen heiligen 281 Gott, deinen weisen W. 413 Gott, deine weise Macht 44 Gott, der an allen End. 40 Gott, der du die Men. 384 Gott, der du für uns Gott, der du Herzensf. 276 Gott, der du Schmerz 490 Gott, der du unsre 3uf. 230 Gott der Liebe, wie er. 278 Gott der Tage, Gott d. 495 Gott, der zum Segen f. 427 Gott des Himmels und 437 Gott, dessen Macht des 483 Gott, dir gefällt kein Gott, dir vertrau'n ist 293 Gott, du bist von Ewig. 10 Gott, du erforschest mich 217 Gott, durch den wir sind 150 Gottes Gnade sei mit 423 Gottes Sohn ist kom. Gott, heilig sei dein N. 149 hilf mir, daß ich 529 253 81 254 359 Gott, immer groß an Gott ist die Liebe, Gott 26 Gott ist getreu, sein H. 21 Gott ist mein Hort und 149 Gott ist mein Lied, er 9 Gott Seärntet ist der Feld, 455 Gott, it will mich Register. 135 Seite Herr, der du dein th. 177 Herr, der du mir das 447 Herr, der du selbst die 161 Herr, du bist meine 3. 527 Herr, du erforschest mich. 15 Herr, du fährst mit Herr, du wollst sie. Herr Gott, dich loben Herr Gott, dich L.( b) Herr Gott, du bist die Herr Gott, was irdisch 423 Herr, höre mein Gebet 255 Herr, ich bin dein Eig. 200 Herr, ich hab' aus deiner 185 Herr, laß mich doch g. 344 Herr, lehre mich den w. 52 Herrlich ist's an Freund. 433 Herrlich ist's in deinem 160 Herr, mache meine S. 291 Herr, meiner Seele g. 330 Herr, mein Licht erl. mein Versöhner 147 386 Hab' Acht auf mich in 532 Herr, mätte ich ein 98 Seite Gott ist's der das Ver. 342 Gott, lehre mich verst. 225 Göttlicher, dich zu erh. 248 Gott, mein Vater, D. 410 Gott, mit allen seinen 466 Gott, öffne deinen Him. 502 Gott ruft der Sonn' u. 465 Gott, Schöpfer, St. 404 Gott sei Dank, ich lebe 440 Gott sei Dank in aller 73 Gott sorgt für uns. O 42 Gott von großer Macht 460 Gott, vor dessen Anges. 18 Gott, wann mein sterb. 497 Gott, welch ein Schm. 506 Gott, wie schrecklich s. Großer Gott, erhabnes 58 Groß ist der Herr, die 364 Groß ist, ihr Aeltern, 407 Groß wird des Sünd. 201 61 Habe deine Lust am 284 Habe deine Lust, o 3. 473 Hallelujah, bringet Ch. 315 Halte dich mit hoher L. 317 Hast du denn ganz dein 479 Heiland, deine Mensch. 92 Heiland, den uns Gott 69 Heiland, groß an Huld 176 Heil dir, Seele, Gott 502 Heil'ger Geist, von G. 141 Heilig, heilig ist das Heil ihm, dem Todes 372 127 14 30 173 62 Herr und Richter aller 199 Herr, unser Gott, wer Herr, vor deinem Ang. 2 Herr! welch ein wicht. 406 255 Herr, wie lange muß Herr, wir feiern dein Herr, wir singen dei. Herr, wir stehen hier 161 Hier, bin ich, Jesu, zu 166 Hier ist noch unsre P. 332 Hier lieg ich, Herr, in 488 Hilf mir, Gott, der K. 489 Höchster, denk' ich an Höchster Gott, wir d. Höchster, wer ist's, der Höher hebt sich Gottes 452 Huldigt Gott, ihr froh. 26 36 Jauchzt 216 173 319 320 11 Herr, deine Allmacht Herr, deine Kirche dan. 157 Herr, deine Sanftmuth 385 Herr, dein Geseß und 152 Herr, der du Alles g. 328 3 8 Register. Seite Seite 441 auchzt unserm Gott 23 In allen meinen Thaten 37 Ich bebe nicht vor Tod 193 In Gottes Namen f. Ich bin der reichste M. 346 In Trübsal, Christ, sei Ich bin ein Chrift! G. 257 In unserm Kummer Ich bin getauft auf d. 161 Ist Gott für mich, so Ich bin getauft nach S. 162 Ich bin in meinem G. 353 Ich bin, o Gott, dein 194 54 Kein Lehrer, ist dir 3. 93 222 55 410 303 Kein Mensch, o Gott, Kinder, die ihr noch im Komm betend oft und Komm, o komm, du G. 139 Kommt, die ihr nicht 94 Kommt, kommt den H. 39 Kommt, laßt uns Gott 459 Kommt mit Dank vor 65 Kommt und laßt uns 258 Ich bin zur Ewigkeit Ich blick empor zu dir Ich denk an dein G. Ich eile meiner Heim. 498 Ich erhebe mein G. 528 220 Ich fasse, Vater, deine 499 Ich freue mich mein G. 285 Ich geh' einst ohne B. 188 Ich habe, Gott, mir e. 256 Ich hab' in guten St. 361 Ich hoff' ein ew'ges 2. 204 Ich komme, Herr, und 167 Ich komme vor dein 302 362 487 231 Ich preise dich, o Herr, 167 Ich seh' im Abendrothe 449 Ich sterbe schon, jedoch 503 Ich trete vor dein Ang. 473 Ich weiß, an wen mein 233 Ich will dem Herrn zu 482 Ich will den Bund mit 172 Ich will dich noch im 184 Ich will in stiller Einf. 474 Ich will, mein Gott, du 531 Jesu, deine tiefe Wund. 103 Jesu, meine Freude, 242 Jesu, meines Lebens L. 99 Jesum ewig zu verehr. 240 Jesus lebt, mit ihm 127 Jesus, meine Zuversicht 193 Im Frühling meiner 3. 416 Imm näher kommt 197 Immer sich bestreben 88 388 259. aß deinen Geist mich 101 Laß doch, o Jesu, laß 158 Laß, Herr, nach eitlen 347 Laß mich doch nicht, o 345 Laß mich, Höchster, d. Laß mich, o Herr, in Laß mir die Feier deiner 97 Laß dankbar uns die 424 Laß das Vollendungsf. Laßt dem Tode seinen Laßt uns mit ehrfurchts. 79 Laßt uns unserm Gott 80 Lehre mich, Herr, recht 333 Lieblich sind der Tugend 399 Liebster Jesu, wir sind Lob, Ehr' und Dank sei 483 Lob, Ehr' und Preis Lobet den Herren, Lob, Preis und Ehre br. 1 322 321 1 Lob 135 512 Register. Seite Lob sei Gott, der den F. 451 Loh sei Gott, der den 438 Lobsinge, meine Seele, 133 Lobfinget Gott! Dank 30 Lobsinget Gott, denn s. 158 Lobfinget Gott, er schuf 32 Lobt Gott, ihr Christen, 78 Mache dich, mein 439 Mein Auge sieht, o Gott Mein bester Trost in Meine Kinder, Gott, Meine Lebenszeit verMeinen Jesum laß ich Mein Erlöser, auch für Mein Erlöser, der du Mein Erlöser, Gottes Mein erst Gefühl Meines Herzens reinste 232 Mein ganzer Geist, G. 205 Mein Glaub' ist meines 399 Mein Gott, ach lehre 260 Mein Gott, du wohnest 270 Mein Gott, ich weiß 187 Mein Gott, zu dem ich 223 Mein Heiland, deine 71 Mein Heiland lebt und 520 Mein Herz, ermuntre d. 530 Mein Herz, Gott, V. 222 Mein Hort ist Gott! 294 Mein Jesu, für dein 113 Mein Leben steht in G. 185 Mein Schöpfer, dessen 261 Mein Vater, und mein 262 Menschenfreund, nach 373 Menschen weis' und gut 406 Mich selbst muß ich bez. 353 Mir nach, spricht Chr. 245 334 Nach einer Brüfung 205 305 43 Nach einer schmerzenv. 492 Nach frommer Eintracht 385 Nach Gottes weisheits. 426 Nach Jesu Weisheitsl. 379 Nach meiner Seele Sel. 331 Nahet anbetend dem 481 409 186 234 Seite 70 Mit Ernst, o Menschenk. 74. Mit Freuden laßt uns 468 Mit frohlockendem G. Mit lautem Schall fr. Mittler, schau auf sie Mit welchem Dank Mit welcher Langmuth 27 496 100 162 102 526 421 354 262 456 142 Naht dem Altare, Unst. 165 Naht mit Andacht im 169 Nicht auf den Höh'n, n. Nicht, daß ich's schon Nicht für der Felder Nicht lang ein Pilger 502 Nicht mehr, als meine 489 Nichts ist von ungefähr! 36 Nicht um ein flüchtig Nicht um Reichthum, Nie bist du, Höchster, Nie will ich wieder fluch. 387 Nimm unsre Dankgef. 66 Noch immer wechseln Noch läßt der Herr 441 Noch leb ich. Ob ich m. 191 Noch nie hast du dein 19 Noch stehen wir, o G. 514 Nun bitten wir den h. 139 Nun bringen wir den 510 Nun dayket Alle Gott 316 Nimm hin den Dank Nun ist das alte Jahr 43 175 308 13 468 Nun Register. Seite Nun laßt uns Alle fröhl. 67 Nun sinkt die Sonne 444 Nur kurz ist hier mein 179 36 264 , blickt hinauf zur&. 390 Ob wir sind, wie mir 390 Durst nach Blut, o 109 Oft klagt dein Herz, w. 264 Golgatha, zu deinen 123 Gott, den alle Wesen 325 Gott, der du mein 270 Gott des Himmels Gott, deß starke H. Gott, du bist mein Gott, du frommer großer Gott, du r. 143 Heiland, dessen hoh. 177 heil'ger Geist, kehr' 140 Herr, mein Gott, d. 370 Kinder, dieser Tag 422 könnt' ich dich, mein 324 Menschenfreund, mit 178 felig, wer zufrieden 403 Ostimm' auch du mit 79 O welch' ein Glück, ein 50 O welch' ein Segen ist 433 welch' ein unschäßb. 395 Welt, sieh' hier dein 118 wie selig seid ihr 521 wie sanft ist, Herr, Owie unaussprechlich 59 207 RRRRRRRRRRRRRRRR 24 2 Preist, reist, Christen, mit 460 Preis und Anbetung 323 Redlichkeit, Ledlichkeit, mit dir 391 Religion, von Gott, geg. 144 Seite Richte nicht mit harter 379 Ruhet wohl, ihr Todt. 513 Ruhig ist des Todes 515 91 492 324 1 159 Sãe deine Thränens. 359 Sanft, o Christ, ist 3. 249 Sanft, wie er gewand. 519 Schaffet, schaffet, M. 224 Scheint mir freudenfeer 354 Schicke dich, erlöste S. 171 Schmerz und Klage füllt 461 Schon auf Erden könn. Schon ist der Tag von 199 Schön ist die Tugend, 267 Schon naht sich meines 497 Schon wieder Nacht Schöpfer der erschaffn. Schöpfer, Gott, Herr Schüße die Deinen, d. Schweiget, bange 3w. 236 Schwer liegt der Tren. 522 Schwingt, heilige G. Seht, Christen, sehet 3. Seht, welch' ein M.! Sei, aller Wollust Reiz Seid barmherzig, M. Sei gesegnet! Amen, Sei getreu in deinem Sei Gott getreu, halt Sei hochgepriesen, H. Sei mir gegrüßt zu Sei zufrieden, mein G. Selig, Jesu, sind, die Selig sind des Himmels 189 Selig sind, die in dem Selig wer mit stillem Senkt den Leichnam, Senkt nun den Leib in 512 Sieh' diese jungen S. 422 Sink' 6 124 110 505 420 282 102 443 41 196 500 290 511 337 383 Register. Seite Sink' ich einst in jenen 449 So fliehen unsre Tage 447 So gib denn fromme 513 So hoff' ich denn mit 236 So Jemand spricht, ich 376 So ist mit aller seiner 493 Vater, den uns Jesus 309 147 Soll dein verderbtes Sollt' es gleich bisw. 366 Sollt' ich jetzt noch, da 247 Sollt' ich meinem Gott 295 So schlummerst du in 125 So wahr ich lebe! f. 226 So weit, Herr, deine H. 25 So weit nur Menschen 454 So, wie du bist, so 12 Standhaft sei, o Gott, 338 Stimmt unserm Gott 531 Stärke, Mittler, stärke 419 Stets warst du meine 475 Still erheben wir uns. 516 Sünde ist nie klein zu 57 Bater, heilig mocht' ich 55 Verbittre dir dein Leben 387 Vereinigt laßt uns Gut. 375 Vergelten wirst du den 211 Versammelt hatte Jesus 164 Verschwunden ist der 457 Vertrauen ist des Chr. 286 Verzeih' der tiefen Trau. 516 Viele Freuden streust du 357 Vollbracht ist nun die 178 Voll Dank an diesem 437 Vollendet freudig euren 212 Vollendet hatte Gottes 139 Voller Ehrfurcht, Dank 170 Vom Geräusch der W. 395 Vom Grab, an dem wir 84 Vom hinauf 134 Theuer fei mir allezeit 90 Bon allen Himmeln t. 318 Triumph! Triumph! u. 525 Von deiner Weisheit; 435 Von dir, der meine 391 Von dir, du Gott der 405 Gott, der 403 Ueber aller Himmel H. 136 Von dir' in diese Welt 392 Um Erbarmen flehn 479 Um Gnade für die S. 122 Unerforschlich sei mir 17 Unschuldigster, du hatt. 112 Unser Gott, der Herr d. 63 Unser Gott ist groß u. 35 Unser Wandel ist im H. 335 Unsre Kindheit, unsre 472 Uns strömt aus deiner 343 Unsterblichkeit, Unsteról. 208 Seite Unter manchen bangen 504 Unumschränkte Liebe 524 Unwiederbringlich schen. 467 Von Furcht dahin ger. 113 Von heiligem Gefühl 424 Von Herzen preis' ich 145 Vor dir, Herr, denken 154 Vor dir, o Gott, sich 273 Wad ady' auf, mein Herz, 442 Wann wir unser Lauf 47 Wa Register. 369 Seite Warum erbebst du, m. 196 Warum, sollt' ich mich 367 Warum willst du doch 296 Was Gott thut, das ist 368 Was hilft es mir, ein 268 Was ich nur gutes H. 326 Was ist im Himmel, 271 Was ist mein Leben Was ist mein zeitlich 339 Was ist's, daß ich mich 370 Was mein Gott will, 368 Was soll ich ängstlich 297 Was sorgst du ängstlich 189 Was wär' ich ohne dich 234 Was zagst du? Gott 298 Weicht, ihr Berge, fallt 20 Weit um mich her, ist A. 453 Welch' hohes Beispiel 250 Welch' hohes Vorrecht 304 Welterlöser, dich zu I. 244 Wenn Christus seine Wenn der Stifter der Wenn Geschwister fr. Wenn gleich aus tiefer Wenn ich auf Gottes Wenn ich ein gut Gew. 396 Wenn ich einst von jen. 442 Wenn ich, o Schöpfer, 33 Wenn meine Zeit vorh. 188 Wenn Menschen streb. 417 Wenn mich die Sünd. 104 Wenn oft zu jener S. 209 Wenn sich mein Geist Wenn wir in höchsten Wenn zur Erfüllung 279 Wen wird, o Gott, die 397 Wer auf seinen Gott v. 289 Wer bin ich? welche Wer dieser Erden G. Wer gehorcht, der 198 23 478 329 159 517 412 371 382 428 Seite 277 218 Wer, Gott, bei dei. Wer Gottes Wege g. Wer Gottes Wort n. 237 Wer hat den Glauben, 215 Wer höher durch Geb. 428 Wer Jesum kennt, ver. 213 Wer kann die Leiden f. 107 Wer könnte zweifeln, 4 Wer machte diese schöne 31 Wer mit Lust und Gifer 518 Wer nur den lieben G. 300 Wer nur ein Laster I. 56 Wer sich mit Ernst der 346 Wer stets mit reinem 266 Wer Sünde thut, der Wer unter deinem Sch. 448 Wer weiß, wie bald in 192 Wer weiß, wie nahe m. 190 Wer zählt, Unendl. Wiedersehn! mit laut. 60 46 522 209 Wie fren' ich mich der 94 Wie getrost und heiter 237 Wie gnädig ist des Höch. 463 Wie göttlich sind doch Wie groß bist du, o G. 272. Wie groß ist des Allm. 22 Wie groß ist unsre S. 397 Wie groß, o Herr, erf. 111 Wie groß, wie angebet. 72 Wie gut, wie heilig ist 151 Wie heiter fließt mein 398 Wie im Herbste fällt Wie leicht verkenn' ich Wie mannigfaltig sind 340 Wie sanft, mein Vater, 306 Wie sanft seh'n wir den 506 Wie lig lebt ein M. 382 Wie fiche lebt der M. 182 Wie fol ich dich empf. 75 Wie heer, Gt, ist 299 Wie 180 327 Register. Seite Wie viele Freuden dank' 26 Wie wichtig ist doch der 53 Wie wird mir dann, o 187 Wie wohl ist mir, o Fr. 238 Will mich, o Gott, hie. 371 Willst du der Weish. 274 Willst du die Buße noch 227 Wir Alle, Menschenv. 458 Wir flehn für unsrer A. 411 Wir gehn ans Grab u. 509 Wir glauben an den ein. 30 Wir kommen, Helfer, d. 487 Wir sind in Noth, laß 483 Wir trocknen unsre Th. 364 Wo eilt ihr hin, ihr Leb. 351 Wohl dem, der beßre 348 Wohl dem, der in dem 402 Wohl dem, der richtig 389 Seite Wohl dem, der seines 472 Wohl mir, o Schöpfer; 430 Wohlthätig sind der G. 360 Wohl uns! Wohl uns 418 Wohlzuthun u. mitzuth. 381 Wo ist wohl Noth und 60 Wort aus Gottes M. 153 Wo sind die Weisen, d. 16 3u d u dir erhebt sich mein 96 Zu dir, o Gott, das H. 307 3u dir, Unendlicher, zu 480 Zum Fleiße ward das 3um Himmel erhebe 3ur Arbeit, nicht zum 3ur frühen Gruft 3war wird noch manche 299 341 476 342 517 Der kleine Katechismus D. M. Luthers. Bist du ein Chrift? Ja, herr. Woher weißt bu das? Daher, daß ich getauft bin auf den Namen unfers Herrn Jefu Chrifti, und bie chriftliche Lehre weis und gleube. Welches ist bie christliche Lehre? Die in den Schriften Mofis, der Propheten und Apostel verfaffet und begriffen ist. Wie viel Hartstücke hat biechristliche Lehre, Fünf. Das erste? Die zehn Gebote Gottes. Das andere Die Artifel bes griftlichen Glaubens.) Das britte? Das Gebet des Herrn. Dad vierte? Bom Salrament ber heiligen Taufe, Das fünfte? Das Abendmahl bes berrn of des Leibes und Bluts unsers Saframeni agent Christ. Das erste Hauptstück. Won bienen uns diese allesammt insgemein? Daß wir erkennen, erstlich, wer wir seyn, und wie wie mit unserm Herrn Gott stehen. Darnach wer unser Herr Gott sex, and wie wir mit ihm mögen verföhnet und vereiniget werden. Das dritte Hauptstüd. Wie lautet das erste Gebot? Du sollst feine andere Götter haben neben mir. Was iff das? ir follen Gott über alle Dinge fürchten, Ileben und ihm allein vertrauen, Das andere Gebot? Du sollst ben Namen Gottes beines Herrn nicht annüglich führen. Was ist das? Bir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen. schwören, zaubern, lügt oder trügen; sous bern denselbigen in allen Nöthen anrufen, beten, loben und banten. Das dritte Gebot Du solls den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir follen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und fein Wort nicht verachten; sondern dasselbige heilig halten, ger Adren und lernen. Das viete Gebot? Du solls beinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß bits wohlgche unb bu lange lebeft auf Erden. Was ist das Wir follen Gebten und lieben, daß wir unsere Elten nab Herrn nicht ver in, noch erzärnen; sondern sie in Ehren Das britte Hauptstück. Was ist das? Gottes guter gnädiger Bille geschieht wohl ohne naser Gebet aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rath und illen bricht, und fein Reich nicht kommen lassen wollen, als ta ist des Teufels, der Welt, und unsers Fleisches Wille, sondern stärket und behält uns fest in feinem Wort und Glauben, bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger und guter Wille. 3 Die vierte Bitte: Unser täglich Brod gib uns heute. Was ist das? Gott gibt das tägliche Brod auch wohl ohne unsere Bitte, allen bösen Menschen: aber wir bitten in diesem Gebet, daß er ans solches erkennen lasse, und wir mit Danksagung empfahen unser täglich Brod, Was heißt benn täglich Brod 7 Alles, was zur Leibesnahrung und Nothburst gehöret, als Offey, Trinken, Kleider, Schuhe, Haus, Hof, Necker, Vich, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Sinder, fromm gefinde, fromme und getrene Overherrn, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getrene Nachbarn und desgleichen. Die fünfte Bitte: Und vergib uns unsere Schulb, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Was ist dasy Wir bitten in diesem Geket, daß der Vater im Himmel nicht mseben wolle unsre Sünde, und um derselben willen felche Bitte iicht versagen, denn wir sind der feines werth, das wir bitten, pabens auch nicht verdienet, sondern er wolle 8 alles aus der den geben, denn wir täglich viel fütubigen, verdienen. So wollen wir war wiecerun geben, und gerne weh! than bence, die es ges 4 Das erste Hauptstad. fondern ihm dasselbe zu behalten, förderlich und dienstlich Das zehnte Gebot? Du sollt nicht begehren beines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Bich, oder alles, was sein ist. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesind oder Vieh abspannen, abbringen, oder abwendig machen; sondern bei denfelbis gen anhalten, daß fie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Ich, der Herr dein Gott, bin ein starter eifriger Gott, der über die, so mich haffen, bie Sünde der Väter heimsuchet an den Rindern bis ins britte und vierte Glied; aber benen so mich lieben und meine Gebete halten, thue ich wohl bis ins tausendfte Glied. Was ist das? Gott dränet zu ftrafen alle, die diese Gebote übertre ten, darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn, und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten. Darum follen wir ihn auch lieben und vertrauen, und gerne thun nach seinen Geboten. Wozu find uns biefe zehn Gebote Gottes nu? Bu zweyerley. Erstlich zeigen sie die Sünden an, und of enbaren Gottes Born über die Sünde, dadurch wir vers arsacht werden, Vergebung der Sünden, und Troft wider Gottes Born und den ewigen Lod, bei anferm Herra aub Heiland Jefu Chrifto zu suchen. Bum andern lehren sie, welches bie guten Werke fen fo bie Glaubigen uro Neugebornen zu thun schuldig find hren Gehorsa Dankbarkeit gegen den gnädigen Bates tm Autet en it zu beweisen. Das andere Hauptflüd. Rönnen wir denn auch mit unsern guten erlen Sothes sebote und eseße erfüllen? Ach nein! denn unsere guten erke sind nicht vollkommen gut, dieweil wir arme Sünder sind und wenn wir schon wol len Gutes thun, so liegt uns doch das Böse an. Röm. am 7. Wer hat benn das Geseß und die zehn Gebote Gottes erfüllet? Christus Jesus, Gottes und Marien Sohn, der i gang Heilig und gerecht, der hat für uns dem Gesetz genug ge than, anders nicht, als ob wir selbst das eseß gehalten hätten: und um desselbigen willen gefallen Gott auch un fere gute Berke, die wir burch Gottes Gnade im Glans ben thun: ihm zu seinem Lob und Ehren, und unserm Nächsten zu Dienst, obschon Mangel an denselbigen ist. Das andere Hauptstüd. Von den Artikeln des christlichen Glaubens. Welches sind die Artikel des christlichen Glaubens Der erste: Von der Schöpfung. Der andere: Von der Erlösung. Der britie: Von der Heiligung. ie lautet ber erste Artikel? Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott den Vater allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. Was ist das? 3m glaube daß mich ott erschaffen hat samt allen Gree turen, mir Leib und Scel, Augen und Ohren, und alls 2 lieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noc erhält, bazu Kleiber und Schuh, Effen und Trinken, Haus und Hof, Feib und Kind, Ücker, Vieh und alle Güter mit aller Nothburft und Nahrung dibes und Lebens reichlich und täglich versorget, wider Gefährligkeit be ſchüßt und beschirmt, und vor allem at beg tet und V Das andere Hampistück. wahret, and bas alles alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte and Bamherzigfeit, ohne all mein Verdienst und Würdigkeit, das alles ich ihm zu danken, und zu loben, und dafür zu dienen, and gehorsam zu seyn, schulbig bin. Das ist gewißlich wahr. Wie lautet ter andere Artifel? Von der Erlösung. Und an Jesum Chriftum feinem eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geiß, geboren aus Maria der Jungfrau. Gelitten unter Pontio Pilato, gefreuziget, geforben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auf erstanden von den Toden, aufgefahren gen Him mel, figet zu der Rechten Gottes des allmäch tigen Baters, von bannen er fommen wird zu richten die Lebendigen und die Toden. Was ist das? Ich glaube, baß Jesus Christus wahrhaftiger Gott, som Vate in migkeit geboren, und wahrbaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sey mein Herr, der mich armen, verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben und gewonnen, von allen Sünden, som Tos, und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem helligen theuren Blut and mit feinem unschuldigen Leiden und Eterben, auf daß ich fein eigen sey, und in seinem Reich unter ihm lebe, und ihm diene, in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Geligkeit, gleichwie er ist auferstanden von den Toden, lebet und regiert is Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. Wie lautet der dritte Artikel z Von der Heiligung. Ich glaube an ben hei ligen Geist. Eine heilige drißliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Bergebung der Sün ben, luferpes Fleisches, und ein ewiges eben. Das andere Hauptstüd. Was ist bas Ich glaube, daß ich nicht aus eigner Vernunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen Herrn glauben, oder zu ihm kommes Fann, sondern der heilige Geift hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben ge heiliget und erhalten, gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufen, sammlet, erleuchtet, heiliget und bei Jesu Christo erhält, im rechten einigen Glauben, in welcher Christenheit es mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt and am jüngsten Tage mich und alle Toden auferwecken wird, und mir fammt allen Gläubigen in Christo Jesu, ein ewige Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. Bozu dienen uns die Artikel des christlichen Glaubens Daß wir unsern Gott daraus erkennen lernen, wer er fep feinem Wesen, und was sein gnädiger Wille gegen und sep Wer ist nun Gott in seinem Wesen? Er ift Gott der Bater, Gott ber Sohn, anb Gott der heilige Geift, brei unterschiedliche Personen in einem einigen, ewigen unzertrennlichen Wesen, Sind denn drei Götter Nein, es ist nur ein einziger Gott, welcher sich in dreien unterschiedlichen Personen geoffenbart hat. Was ist der gnädige Wille Gottes 3 Daß er will uns unsere Sünden vergeben, uab mittheilen das ewige selige Leben. Boju nugt uns die Erkenntniß göttlichen Wefens und Billess> Daß wir dadurch einen rechten Glauben übe tommen und durch den Glauben selig werden. Welche unter den breien Personen Mensch worde** Die andere Person, ale nemli ewige Bob Gottes. Das erste Hauptstück. Wer ist nun Christus ber Erlöser in seiner Person? Er ist wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geberen und auch wahrhaftiger Mensch vou der Jungfrau Maria geboren: Mein Herr; oder kürzer: Er ist wahrhaftiger Gott und Mensch. Oder: Gottes und Marien Sohn. Welches ist dann die größte Wohlthat deines Erlösers Jefu Chrifti? Er hat mich armen verlohrnen und verdammten Menschen erlöft, erworben und gewonnen von allen Eünden vom Tod und von der Gewalt des Teufels. Warum hat er dich erlöset? Auf daß ich sein eigen sey, und in seinem Reide unter ihm lehe, und ihm tiene in ewiger Gerechtigkeit Unschuld und Seligkeit. Glaubst du auch, daß Christus dein Herr bei seiner lieben Kirche allhier auf Erden und auch bei dir seh Ja, mein lieber Herr Christus, wahrer Got and Mensch ein Herr über alles, ist nach seiner Berbeijung bei mir und allen seinen Gläubigen ber i mein Herr und König, welcher, wie er mich erlösiet hat, also schüßet und schirmet er mich auch, und will mich endlich in sein herrliches Reich nach diesem Leben aufuchmen. Woburch wirst du vor Gott gerecht und selig? Durch kein ander Werk, als durch den ganzen allerhei Ilgsten Gehorsam meines Herru und Erlösers Jesu Christi, und durch sein allerbitterstes Leiben und Sterben, das halte ich mit feftem Glauben, und darauf steht all meines Herzens Vertrauen und Zuversicht. Moher kommt die Bekehrung der zu Gott und Glaube an Jesus Chriftus? Ge ist eine Gobe dee heiligen Geistes, der wirket und ibt mir fie bufein heiliges Wort und Evangelium und Dis neiligen. Das britte Hauptstid. Von dem Gebet des Herrn. #ie lautet das Gebet des Herrn? Bater unser, der du bist in dem Himmel. #as iß das? ott will uns damit locken, daß wir glauben foller, er fer unser rechter Vater, und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getroft und mit aller Zuversicht ihn bitten follen, wie die lieben Kinder ihren lieben Bates. Die erfe Ditte.. Geheiliges werbe dein Name. #Was ist das? Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig, aber wir bits ten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geheiliget werde. #Bie geschieht das? o das Wort Gottes lauter and rein gelehret wird, and wir auch heilig als die Kinder Gottes darnach leben. Das hilf uns lieber Dater im Himmel. Wer aber anders lehrt und lebet, denn das Wort Guttes lehret, der ent heiligt unter uns den Namen Gottes, da behüts uns vor, eber himmlischer Vater. Die andere Bitte. Dein Reich komme. Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von ihm selbst aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geiß gibt, baß wir seinem heiligen Wort, durch seine Gnade alauben, und göttlich leben, hier zeitlich und dort ewiglich. Die dritte Bitte: Deiu Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden 10 Das erste Hauptstück. Balten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und werth halten. Das fünfte Gebot? Du sollst nicht tödten. Was ist dasy Wir sollen Gott fürchten und lieben, das wir unserm Nächsten on seinem Teibe feinen Schaden noch Leid thun; sondern ihm Helfen und fördern in allen Leibesnöthen. Das sechste Gebot? Du sollst nicht ehebrechen Was ist das z Sir follex Gott fürchten und lieben, daß wir fensch und ihtig leben, in Worten und Werfen, und ein jeglicher seis Gemahl lieben und ehren. Das fiebente Gebot. Du soll nicht fehlen. Was ist das Wir foten Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten fein Geld and Gut nicht nehmen, noch mit falscher Waare ede Handel an uns bringen; sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen beffern und behüten. Das achte Gebot. Du sollt kein falsch Zeugniß reden wider beinen Was ist das? in follen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächstes nicht fälschlich belügen, verachten, afterreden oder bösen Leumuth machen, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm seden, und alles zu Besten kehrew. Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Was ist das is follen Ort fürchten nnd lieben, daß wir unserm Ne right mit it sach seinem Erbe oder Hause stehen, so mit neus en des Rechtens an uns bringeu: fondern Das britte Haupiftid. Die sechste Bitte: Und fübre uns nicht in Berfucung. Was ist das? Gott versucht zwar Niemand, aber wir bitten thn( a virfe Bebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf das ans der Teufel, die Welt, und unser eigen Fleisch nicht betrügs noch verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere gross Edaud und Laster. Und ob wir damit angefochten wurden, daß wis doch endlich gewinnen, und den Sieg behalten 11 Die siebente Bitte: Sondern erlöse uns von dem Ulebel. Was ist dast Wir bitten in diesem gebet, als in einer Summa, daß aus der Bater im Himmel, vor allerlei Uebel Leibes, und der Seel Gutes und Ehre, erlöse, and zulegt wenn anser Stündlein komm ein seliges Ende beschere, und mit Gnaden von diesem Jammer thal zu sich nehmen in den Himmel Amen. Was heißt Amen? Daß ich soll gewiß seyn, solche Bitten feyen dem Bater n Himmel angenehm und erhöret, denn er selbst hat uns gebotes also zu beten, und verheißen, daß er uns wolle erhören. Ame men, d. h.: es soll also geschehen. Das wir erkennen alles, was zur Aufrechthaltung diefe zeitlichen und Gelengung des ewigen Lebens gebört, föns man nirgends anders woher haben, benn von Gott, and# derohalben von ihm mit gläubigem Herzen bitten und verlangen www Das Dierte Hauptfid Bom Sakrament der heiligen Taufe. as find die heiligen Ealramente? find göttliche Handlungen, darinnen uns oft mets ( dens Bricher( ster is feinem Wert perfeßten Ge 12 Das vierte Hauptflüd. menten, die unsichtbare verheiffene nabengüter versiege und übergibt, Bozu sind die Sakramente eingesetzte Jur Bestätigung unsers slaubens an die göttliche Ver heißung. ie viel find Sakramente im neuen Testamente? Swel: die Taufe, und das Abendmahl des Herrn. 3um ersten: Was ist die Taufe! Die Taufe ist eine göttliche Handlung, in welcher uns Gott durchs afferbad und Mort, unfre Sünde gnädigs Kch um Chrifti willen vergibt, nimmt uns an zu seinen Kindern, und macht uns zu Grben aller seiner himml schen- Süter. Oder: Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, fon dern sie ist das Wasser in Settes Sebot verfaffet, und mit Gottes Bort verbunden. Was ist denn folch Wort Gottes?" Da unser Herr Christus spricht: Mathäi am letzten: Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völfer, und taus Ret fie im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes and des heiligen Geißtes. 3 um andern: Was gibt oder nüßt die Tause? Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Lob and Teufel, und gibt die ewige Geligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Berheißung Sottes lauten. welches sind den solche Worte und Verheißung Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Marci am Tegten Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt. 3um britten: Wie fann Baffer solche große Dinge thun? Waffer thuts f. ilich nicht, sondern das Wort Gottes so mit und bei dem Wasser ist und der Glaube, so folchem Worte Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Waffer schlecht Waffre und keine Taufe; aber mitdem Das vierte Hauptstüd. 13 Worte Gottes ist es eine Taufe, das ist ein gna benreich Wasser des Lebens, und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist, wie St. Paus Ius sagt zum Tito am dritten Kapitel. Durch das Bad der Wiedergeburt und Erneurung des heiligen Geistes, welches er ausgegoffen bat über uns reichlich durch Jesum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desseben Gnade gerecht und Erben seyen des ewigen Lebens, nach ber Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. 3um vierten: Was bedeut denn solche affertaufe? Ge bedeutet, baß der alte Adam in uns durch tägliche Keu und Buße soll ersäuft werden, und sterben mit allen Sanden und bösen Lüften, und wiederum täglich herans fommen und auferstehn ein neuer Mensch, der in Gerech tigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo steht das geschrieben? Sanct Paulus zu den Römern am sechsten sprich: wir fino fammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, baß, gleichwie Christus ist von den Toden auserweckt durch Die Herrlichkeit des Baters, also follen wir auch in einem Reuen Leben woandeln. Wozu nüßt uns die Taufe? Daß wir damit versichert werden, Goit habe uns zu feinen Kindern angenommen, und wolle sich in allen Dingen als ein gnädiger Bater gegen uns erzeigen. Warum sprichst du in der Auslegung des Katechismus: die Laufe wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel, und gibt die ewige Seligkeit, so buch allein der Herr Chriftus solches gethan hat? Der Herr Christus hat uns dieses alles erworben in feinem Leiben aub Sterben, aber mit der heiligen Taufe bat ere aus geschentet und zugeeignet. Das fünfte Hauptstad. Bom Abendmahl des Herrn, Vom Saframent des Alterd. Was ist das Abendmahl des Herrn? Das Abendmahl des Herrn ist ein Sakrament oder göttlice Handlung, da der Herr Christus selbst gegenwärtig ist, und übers gibt uns mit Brod und ein seinen wahren Leib und Blut, gus gewissen Versicherung, daß wir Bergebung der Eünden haben, und mit ihm in Ewigkeit leben sollen. Was ist das Eatrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unfers Herrn Jefu Chriftl anter dem Brod und ein, uns Christen zn essen und zu trinken, son Ghrifto selbst eingesett. We stehet bas geschrieben So schreiben die heiligen Evangelisten und Apostein, Mathäus, Marcus, Lucas und Paulus. Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht da et verrathen ward, nahm er das Brob, danfet, und brachs, und gabs seinen Jüngern und sprach: Reh, met hin und effet, das ist mein Seid, der für euc gegeben wird, solches thut zu meinem Gedächtniß. Deffelbigen gleichen nahm er auch den Keld, nach dem Abendmahl, banfet, gad ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus die ser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, bas für euch und für viele vergoffen wird, zur Bergebung der Sünden: solches that so oft ihre trinfet au meinem Gedächtniß. Was näßt benn solch essen und trinken? Das zeige uns biefe Worte an:( Für euch gegeben and vergoffen, Bur Vergebung der Eürden), Nemlich das ent Das fünfte Hauptftüd. 15 im Sakrament Bergebung der Sünden, Leben und Seligkeit darch folche Worte gegeben wird: Denn wo Vergebung der Sündes i, da ist auch Leben und Seligkeit. ie Fann leiblich Essen und Trinken so große Dinge thund Effen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Worte, die da stehen:( Für euch gegeben und vergoffen, zur Vergebung der Sünden,) Welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken, als das Hauptstück im Sakrament, und wer denselbigen Worten glaubet der hat, was sie sagen und wie sie lauten: NemLich, Vergebung der Sänden. Wer empfäht denn solch Satrament würdiglich Baffen und leiblich sich bereiten, ist wohl eine feine äußerliche Zucht, aber der ist recht würdig und wohl geschickt, der den Glauben hat an diese worte:( Für euch gegeben und vergoffen, jur Vergebung der Sünden). Wer aber diesen Worten nicht glaubet oder gweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt, denn das Wort( für euch) erfordert eitel glaubige Herzen. was empfängt du som heiligen Abendmahl Wir werden damit versichert, daß, ob wir gleich unfern Bater, im Himmel erzürnt haben, will er uns doch solches verzeihen, und unser gnädiger Bater seyn und bleiben. Und ist also die Taufe eine gewisse Versicherung, daß uns Gott zu Kindern angenommen hat. Das Abendmahl aber, daß er uns unsers Ungehorsams nicht will entgelten lassen. Was empfängst du vom hellinen Abendmahl? Ten wahren Leib und Blut unsers Herru Jefu Chrifti, guter Kem Brod und Wein. Warnm gehst du zum Tisch des Herrn? Daß ich meinen Glauben an den Herrn Christum, darch bie Nießung seines Leites und Blutes stärke, und meiner Semee ale #ifte. Laubes and befennest du dieses alles von Herzen, was be for der chrißlichen Lehre jest gesagt hat? Ja, Herr. 16 Von der Beichte. willt du dich benn anch in den Gehorsam ber christlichen Kirche ergeben, und nachdem du glaubst und bekennest, hinfort thus and leben, und was du allhier verheißest und zusagest, thun und treulich halten? Ja, Herr, durch die Gnabe und Hülfe unsers Herra Jefu Chrifti. Von der Beichte. Was ist die Beicht? Die Beicht begreift zwei Stücke in sich: Gins, daß man die Sünden bekenne; das andere, daß man bie Absolutton eder Vergebung vom Beichtiger empfahen, als von Soft selbst, und ja nicht daran zweifle, sondern fest glaube, die Sünden seyen dadurch vergeben vor Gott im Himmel, elche Sünde soll man beichten? Vor Cott soll man aller Sünden sich schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater Unser thun. Aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sin Den befeunen, bie wie wissen und fühlen im Herzen. Welche sind die? Da filehe beinen Stand an nach den zehn Geboten, ob du Bater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht oder Magd seyest! ob bu ungehorsam, untreu, unfleißig, zornig, unzüchtig, häßig gewesen seyft! Ob du jemand Leid ethan habeft mit Borten oder Werken Ob du ges ftohlen, versäumet, verwahrloset, oder sonsten Schaden ge than habeft. Eine Beichte. 34 armer Sünder erfenue in meinem Herzen, und bes Fenue mit meinem Munde, daß ich nicht allein in Sünten Von der Beicht. 17 empfangen und geboren, sondern auch mit allerhand wirk Itchen Sünden, bösen Gedanken, Worten und Werken, Gott meinen Herrn, gröblich erzürnet, und hiermit zeitlis cher und ewiger Strafe schuldig worden bin. Solches ist nun mir von Grund meines Herzens leib, babe aber Zuflucht zu deiner Gnade und Bamherzigkeit, und bitte ihn demüthig, daß er um des Todes Jesu Chris Ali, seines lieben Sohnes und meines Erlösers willen, mis meine Sünden verzeihen wolle. Damit ich aber der Vergebung derselben desto gewisser sey, auch das hochwürdige Abendmahl des Herrn morgen, geliebts Gott, desto freue biger empfangen möge; so bitte ich Eure Ehrwüben, She wollet mir, vermöge Gures Amtes, aus Gettes Wort mir Troft zusprechen, und die selige Absolution meiner Süns den, an Christi Statt, widerfahren lassen. Ich will ins Fünftige, durch die Gnade Gottes und den Beistand des hlizagen Geistes, mein Leben bessern und frömmer werden. Eine furze Beichte. ürdiger lieber Herr, ich bekenne Gott und euch, daß tch ein armer Sünder bin. Denn ich habe gesündigt wie der Gott und meinen Nächsten; bin auch sonsten in allen Geboten Gottes fträflich. Das ist mir nun von Herzen leid, aber ich bitte um Gnade, ich will mich bessern, und mit der Hülse Bottes frömmer werden. Besondere Fragstücke. Glaubest du daß du ein Einder bist? Ja, ich glaube es, ich bin ein Sünder. Sie weißt du das Sus ben zehn Geboten die habe ich nicht gehalten. Sind dir deine Sünden leid? 3s, es iß mir leid, daß ich wider Gott gesüntigt habe. Besondere Frageftücke. Was hast du mit seinen Sünden bei Gott verdient? Seinen Zorn und Ungrabe, den zeitlichen Leb and die ewige Verdammniß. Röm. 6. Hoffest du auch selig zu werden? Ja, ich hoffe es. 18 Wes tröftest du dich denn? Meines lieben Herrn Chrifti. Wer ist Christus Gottes Sohn, wahrer Gott und Mensch. Wie viel find Citter? Nur ciner; aber Personen, Bater, Sohn und beiliger Geift. Was hat denn Christus für dich gethan, daß du dich sein tröstest? georden und hat sein Bluf vergoffen, zur Vergebung Er ist für mi am Kreng für mi der Sünden. Sft der Vater auch für dich gestorben? Nein. Denn der Bater ist nur Gott, ber hei lige Geift auch: aber der Sohn ist wahrer Got und Mensch, für mich geflorben und hat sein Blut am Kreuz für mich vergoffen Wie weißt du das? Aus dem heiligen Evangelie, und ben Wor ten vom Sakrament, und bei seinem Leib und Blut im Satrament, mir gum Pfand gegeben. Die lauten die Worte! Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verrathen warb, nahm er das Brod, banket unb brachs, und gabe seinen Jüngern und sprach: Nehmet bin, und effet, das ist mein Leid, der für euch gegeben wird: solches thut zu meinem Gedächtnis. Deffelbigen gleichen nahm er auch den Kelch Besondere Fragstücke. 19 nach dem Abendmaht, dankte, und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Teftament in meinem Blut, bas für euch und für viele vergos sen wird zur Vergebung der Sünden, solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. So glaubst du, daß im Sakrament der wahre Leib und bas wahre Blut Jesu Christi sey? 3 glaube es. Das bewegt sich das zu glauben Die Berte Chrifti: nehmet hin und effet, das ist mein leib; trinfet alle baraus, das ip mein Blut. Was sollen wir then, wemt wir seinen Leib effen, fein Blut trinken und das Pfand also nehmen? Wir sollen seinen Tod und Blutvergießen ver fündigen und gebenfen, wie er uns gelehres hat: Solches thut, so oft ihrs genießet, zu meinem Gedächtnis. Warum sollen wir seines Todes gedenken, und denselben verkündigen? Daß wir lernen glauben, daß feine Creatur bat fönnen genug thun für unsere Günde, benn Chriftus, wahrer Gott und wahrer Mensch, und daß wir lernen erschreden für unseren Sünden, und dieselben lernen groß achten, und uns sei ner allein freuen und tröften, und also durch benfelbigen felig werden. Was hat ihn bewegt, für deine Sünde zu sterben und dafür genug zu thun? Die große Liebe zu seinem Vater, zu mir und entern Güntern, wie gesehrieben ftehet. Job. Röm. 5. Gal 2. Ephef. 5. Rav. Besondere Fragftüde. Warum willst du zu dem Sakrament gehen Auf daß ich lerne glauben, daß Chriftus um meiner Sünde willen aus großer Liebe gestorben sey, wie gesagt: und darnach auch von ihm lerne, ott und meinen Nächs en lieben. 20 Was soll einen Christ ermahnen und reißen bas Sakrament des Altars oft zu empfahen? Von Gottes wegen soll ihm beibe, des Herrn Christi Gebot und Verheißung; darnach auch seine eigne Noth so ihm auf dem Halfe liegt, treiben, um welder willea folch Gebieten, Locken und Berheißung geschieht. te soll ihm aber ein Mensch thun, wenn er solche Noth nicht fühlen kann, oder keinen Hunger noch Durß zum Sakrament empfindet? Dem kann nicht besser gerathen werden, denn baß er ernstlich in seinen Busen greife und fühle, ob er auch noch Fleisch und Blut habe, und glaube boch ber Schrift, wal fie davon sagt: Cal. 5. Rom. 7. 3um andern, daß er um sich sehe, ob er auch noch in der Welt sey und denke, daß es an Sünden und Noth nicht fehlen werde, wie die Schrift sagt: Joh. 15 u 16. 13.2.5. 3um dritten, so wird er auch den Teufel um sich haben, der ihm mit Lügen und Morden Tag und Nacht keinen Frieden innerlich und äußerlich lassen wird, wie ihn die Schrift nennt: Joh. 8 v. 16. 1 Petri 5. pp. 6, 3. 2 Tim 2. 3. Die Haustafel Stliche Sprüche für allerlei heil. Orden und Stände, de Durch dieselbigen, als burch eigne Lection, ihres Kuts und Dienstes zu ermahnen. Den Bischöffen, Pfarrern und Predigern. Gin Bischoff soll unsträßlich seyn, eines Beibes 2018 nüchteru, mágig, fittig, gafiret, leyrhaftig, als ein Die Haustafel. 21 cin Boa battes Bottes, nicht ein Beinjäsfes, nigt bäife. Bick onchalihe pandthierung trethen, ſondern geliride, * igt baterbaftig, mit grigig, der feinem eigenen Baus wohl fürstehe, ber geborlame Kinder habe, mit eller ebartrit. nicht ein Reuling. Der ob den Worte balte, ban gemip if, wab Lesten fann, auf das ex mächtig sex 30 esseagnes Surch die heilsame Lehre, anb zu frafen die beripreber. 1 t. 3, 2. t. 1, 0. Bas die Zuhörer ihren Lehrern und Seelsorgern zu thun schuldig find. Offst und teintet, was sie haben, bens eia Arbeiter if jetnes Bohnes west). Cuc. 10 17. Der Herr hat befohlen, daß die, fo bae Ceangelium erfinden, sollen fie vom Evangelium nähren. 1 Cor. 9, 14. Der unterrichtet wird mit dem Gort, der theile mit elleriei Gutes bem, der ipa nnterristet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht fpoiten. al. 6, 6. 7. Die Nefteken, die web! fürstehen, die balte man zwle teder Sprta werty londerlig bie ka arbeiten im ext und in der Schre. Denn es ipricht bie Schrift: Du sollst Bem Deien, bee ba triféet, bas Maul night perbinden. 1 Zimeth. 5, 17. 18. is bitten euch Leben Bräter, baß ihr erkennet, die an ruch arbeiten, und each füctehen in dem pezza, and euch permahnen, habt fie beko lieber, um ihres erts willen, unb fend friebsam mit ihnen. 1 peff. 5, 12, 13. Gegoidet ruten Lehrern unb folget igren, bina fie waden über care Geeten, als bie ba Rechenschaft bafür geben follen, daß fie es mit Freuden thun, und nicht mit Seufs sen, bean bas ist cud niet gut. ebr, 13, 17. B Obrigkeit. Von der weltlichen Sebermann fen Unterthan be Durigkeit, die Gewalt Aber ihn hat. Denn es it feine Obrigkeit ohne son Golf. o aber Obrigkeit ist, bie itt von Gott geordnet. Ber nun wider die Obrigkeit sebet, bez wiberfrebet Sottes Ordnung; bie aber wieertreben, werden über ein Urtheil empfeben, Denn sie trägt das Schwert nicht um. feat, ge if Gottes Dienerin, eine Nächerin zur Strafe über den, der Böses thut. tom. 13, 1. 2. 3. 1 22 Die Haustafel. Von den Unterthanen Gedet dem Ralfer, was bes Kaisers ist, und Gott, was Gottes . Matth. 22, 21. So seyb nun aus Noth unterhan, nicht allein um der Strafe the en, sondern auch um des Gewissens willen. Deshalben müßt willauch Schoß geben, denn sie sins Gottes Diener, die solchen Schuß sollen handhaben. So gebt nun Jedermann, was ihr schuldig seyd; Schoß, dem der Schoß gebühret: Zoll, dem cllgebührt; Chre, dem die Ehre gebührt. Röm. 43, 5. 6. 7 der So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst thre Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Chrbare teit. Denn solches ist gut, dazu auch angenehin vor Gott und anserm Heiland. 1 Tim. 2, 1. 2. 3. Frinnre fie, daß sie den Fürsten nnd der Obrigkeit unterthan and gehorsam seyn. Tit. 3, 1. Seyd unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sey bem Könige, als den Obersten, oder den Hauptleuten, als ben Gesandten von ihm, zur Nache über die Hebel thäter, und zu Robe den Frommen. 1 Pet, 2, 13. 14. Den Ehemännern. Ihr Männer, wohnet bei euren Weibern mit Vernunft, and gebet dem Weiblichen, als dem schwächsten Werkzeuge, seine Ehre, das Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Geist nicht verhindert werde. 1 Pet. 3: 7. Uns feys nicht bitter gegen fie Golog. 3, 18. Den Ehefrauen. Die Weibern seyen unterthen ihren Männern, als dem Herrn, ie Sara Abraham gehorsam war, and hieß ihn Here, welcher schter ihr worden feyd. 1 Betri 3, 6. Die Haustafel. Den Eltern. The Bater, reljet eure Kinder nicht zum Zorn, daß sie nicht schen werden, sondern giebet sie auf in der Furcht und Ermahnung des Herrn. Ephef. 6, 5. Den Kindern. The Kinder feyd gehorsam euren Eltern in dem Herrn, dens das ist billig. Ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Verheißung hat; auf daß dirs wohlgehe und du lange lebest auf Erden. Ephes. 6, 1. 2. 3. Den Knechten, Mägden, Taglöhnern und Arbeitern. Ihr Knechte seyd gehorsam euren leiblichen Herrn, mit Furcht and Bittern, in Einfältigkeit eures Herzens, in Christo. Nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sons dern als die Knechte Chrißi. Daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen, mit gutem Willen. Laffet euch dünken, daß ihr dem Herrn dient und nicht den Menschen. Und wisset, was ein Jeglicher Gutes thun wird, das wird er von dem Herrn empfahen er sey Kuecht oder ein Freyer. Ephef, 6, 5-8. Den Hausherrn und Hausfrauen. The Herrn, thut auch dasselbe gegen sie, und lasset das Dränen, and wißt, daß auch euer Herr im Himmel ist, und ist bei ihm tein Ansehn der Person. Ephef. 6, 9. Den Wien. Du aber rede, wie es sich geziemet, nach der heilsamen Lehre. Den Alten, daß sie nüchtern seven, ehrbar, züchtig, gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld. Den alten Weibern dasselbige gleichen: daß sie sich stellen, wis * ben Heiligen geziemet, nicht Läfterinnen seyn, nicht Weinsäufes sinnen, gute Lehrerinnen, daß fie die jungen Weiber lehren Acrig ſeyn, di Diänner lieben und achten und sie Mütter die 24 Die Haustafel. Kinder lieben. Sittig sein, keusch, häuslich, gütig, fhren Männern unterthan, auf daß nicht das Wort Gottes vece lästert werde. Tit. 2, 1. 5. Der gemeinen Jugend. Ihr Jungen, feyd den Alten unterthan, and betweifet darin die Demuth, denn Gott widerstehet den Hoffärtie gen, aber den Demüthigen giebt er Gnabe. So demüthig euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Seit. 1. Petri 5, v. 5, 6. Den Jungfrauen. Eine fromme chriftliche Jungfrau soll nicht sorgen, wte fie ben Leuten, sondern wie sie Gott gefalle,( wie Maria, die Mutter Gottes, welche allen Jungfrauen eine rechte Krone gewesen ist), auf daß fie heilig sey, beide am Leibe und auch am Geist. 1. Cor. 7, 34. Und so fie Eltern oder Oberherrn hat, soll sie sich ohne derselben Rath und Willen nicht verändern oder verheirathen. 2. Buch Mosis 21, 17. Den Wittwen. Welch eine rechte Wittwe und einsam ist, die Belt tht Hoffnung auf Gott, und bleibet am Gebet Tag und Nacht. Welche aber in Wollüften lebet, die ist lebendig tobt 1. Tim. 5, 5. 6. Der Gemeinde. Liebe beinen Nächsten als dich selbst, in dem Worte sind alle Gebote verfaffet. Röm. 13, 9. Und haltet an mit deten für alle Menschen. 1. Tim. 2, 1. 90 Gebete zur Hausandacht. Morgengebet am Sonntage. G.cher und beitt er gott; du Schöpfer und Herr des inimele und der Erden, bet ir if Ullmacht, Beleheit und Güte und du bist würdig von allem, was auf Erden and im Himmel ist, verehre: gefürchtet und astebet zu werden. Dich prettet meine Seele tür deinen mannig: faltigen Scaen, den du über mich und die einigen auch in der zurückgelegten Woche ausgebreitet haft, für deinen väterlid en Schuß über uns in der abgewichenen Nacht und infonderheit für die großen B bitbaten die du an diesem beiligen Tage erneuern wirst. Deine Meisheit und Gnade hat uns denselben zu deiner feierlichen Berebeung zur Beförderung unseres Rabe in dir dem lebendtuen Gott und zu unserer nase ca Borbereitung zu deiner ewigen Gemeinf aft geheiliger. O wit gefeunet mird er oudh mis see menn ich ihn mock out Deiner ebreiden Absicht, zur Exquickung und ritguna metncy secte, durch ben feligmachines Wort anza venten e Dein großer Name sei gelobet, daß du mix offentle Feer diese heiligen und frohen Tages in Befunbheit, Rat und( Semiffensfreibeit verletheft. Ber. bestliche bid heste o Gott in den öffentlichen Versamm Ingen und veines allgemeinen Gegn, Heilige du felbft die afer meines Gebets und unfexer Bieber daß wir nich im Gait ca torer Bahrheit aabecen XUwiffender du fennek infonbeshet Meinen und der Meinigen Seelenzufand. X laß uns auch heute die göttliche Kraft beines Abendgebet am Sonntage. Wortes also an upfern Seelen erfahren, daß wir nach unf *** Beschaffenheit aburd wahrhaftig gebeffert im Glau: ben und allea dir wohlgefälligen Eugenben gestärket burch deine Kröftungen beruhtaet und in deiner Gnade zum emi gen Leben befestiget werden. Laß ons nicht nur in deinem Heiligthume deine mobitpätiaex bfichien erfüllen, sondern and in unserm ganzen Berhalten uns vefleißigen, daß wir die geheiligt werden Die Rube, tie du uns beute von un fern leiblichen eichbälten perkatteft, werde doch infonders heit zus wabren Gholung unserer Sträfte, zue Sammlung bes Gemüths, und zu bessen Richtung auf unser emiges Heil angewandt. Bewahre une, gütiger Bett! daß wir nicht burd unnöthige Geschäfte und unnüge 3erftreuungen ben Gegen dieses Jages und deines#Bortes an ups vezeitcln. Unjer gonzer Bandel muffe dich sexverzlichen, and es be weisen, baß wie die dienen. Insonderheit taß uns dieles alsdann beweisen, wenn du une Gelegenheit gietst unsere Liebe zu bir durch eine thätige Liebe gegen unsern Wächsten ar den Tag zu legen. Heilige o Gott! auch alle unsere Mergnügungen an diesem heiligen Tage. Laß uns nicht ver gnügen, als was mit Bersicherung einer Gnade genossen werden kann. Eaß uns durch die Freuden, die uns deint Freundlichkeit auch im Leiblichen schentet, immer mehr zu dir, der Quelle aller Freuden, geführt werden, damit also dein Sag uns in allem eine wahre Borbereitung zu deiner ewigen Auberung, und zu der enigen Ruhe und Geligkeit sets möge, bie du den Beinen verheißen haft. Segneft du Serr! deinen Tag zum ewigen Seit unse tec Geele, fo eft du uns auch im leiblichen nicht verlas sen. Du, mein himmtischer Bater! reciffeft, was wir bes dürfen. Dir sey unfer Leben und unsere ganze Wohijabst auch heute, auch auf diese Woche und euf die ganze Zeit unserer hiesigen Wanderschaft empfohlen. Leite du uns nach deinem Rath und nimm uns endlich zu Ehren an, um Jesu Chrifli willen. Umen. Abendgebet am Sonntage. Gnädiger und liebreider Gott! dein Name ist herzlich in allem, was auf Erden ist, und dein Ruhm höger, benn die Himmel. Dank sey bir für tie erneuesten Belegenhei: Abendgebet am Sonnabend. 3 ten, die ich diefen Tag gehabt habe, dich in deinem Hause anzubeten, mich mit andern Christen zu deinem Dienste zu vereinigen, die Erklärung deines Wortes zu hören, und das burch unterrichtet, gestärket und auf ie Wege der wahren. chriftlichen Zugend geleitet zu werden. Gib mir, o Gott, daß ich nun auch die Bortbeile, die du mir verschafft, gehö rig nugen möge, und es nicht bles bei dem Hören bewenden laffe, sondern durch die That beweise, daß ich sie zu den Abfichten, zu denen sie gegeben sind, anwende. Mache mich gefchickt, daß ich meinem hohen Beruf gemäß lebe, gemäß den Pflichten, die mir auferlegt find, und gemäß den Ver. heißungen, dich ich zu geworten habe. Bergib mis, gütiger Bates, die Unvollkommenbeiten, die meine Undacht heute noch begleitet haben. Sergib bie Trägheit und Unthätigkeit meiner Empfindungen, die Zec. ftreuung meiner Gedanken, tie wenige Aufmerksamkeit mainer Seele auf deine Gebote. O gib, daß ich deine Rubetage immer heiliger zubringen, immer weiser und ernst. hafter, andächtiger und himmlis gestanter werden möge, als ich bisher gewesen bin. Erhebe mich über diese Welt, so longe in in ihr lebe. Eaß mich nicht den indischen Dingen so nachiagen, als ob ich diese Belt blos zu meinem Antheile ermählet und auf kein schöner Erbtheil die Aussicht hätte; sondern lebre mich erkennen, daß hier nicht meine bleibende Stätte jey sondern daß mir eine festgegründete, ewige Wohnung vorbehalten werde, Bib, daß ich mich hier als einen Pilger und Fremdling ansehe, und als ein Barger des Himmels lese. Ja mache mich durch deine Kraft, o gütiger Gott, geschickt, alle dwierigkeiten, Beschwer. niffe, Gefahren und Beefuchungen zu überwinden, die mis auf meinem Beg sem Himmel autftoßen, und laß mich durch einen täglichen Zuwache an peiligteti und Jugend immer des glorreichen Erbtheils fähiger werden, das deinen Heiligen im Lichte wartet. Gelobet sei tein Rame, o liebreidber Gott, der du mich bis auf diesen Tag mit so vielen und großen Wohlthaten an Leib und Seele begnavigt paft. D laß die Empfindung beiner unverdienten Güte stets mein Herz rühren, und gib, das ich dich nicht nur durch meine Worte, sondern auch durch) mein Leben preisen möge. And nun o Gett, nimm 42 A Morgengebet am Montage. mich auch diese Radt unter detne gnädige Kafficht! Beschügt mich vor allem Uebel und erquicke mid) durch eine sanfte und stärkende Rube. Deiner It reichen Fürsorge empfehle ich alle tie Meiatgen. Thue ihnen Gutes und segne sie mit aken solchen geistlichen und leiblichen Gütern von denen bu weißt, daß sie derselben an metflen beddefen. Stehe den Unglüdtichen bei. Breite teine wohltha ige Barmherzig: teit über das ganze meniclide Geschicht aus. Ertöre; gütiger Bater! dies mein vollkommenes Gebet, uab laß be mein bemüth ges Lob und Flegen in Gnaden sefallen. Erhalte mich, mein kurzes and ungewiffes Leben hindurch in ter Liebe zu dit. Söke und stärke mich, in meinen legten Augenblicken, und nach dem Tode sey bu mein Thit und großer tobr, duid 3 fum Chriftum, deinen lieben Gobn! Dir mein himmitsaer Bater! fei Lob, Preis und Ehre! ih und immerda! Amen. Morgengebet am Montage. Oh! burd deine große Barmherzigkeit fange ich mit 3 biesem Morgen meine od, narbeit son neuem an. Deine ew::£ ebe und Treuz die mit beinem igen mich und bie ketungen biber ü'er! chüttet hat e he bern auch beu.e mir von neuem auf wie die Sorgenröite! Wer bin ich, o Gott? daß du mich bis bierger gebrachi baß? Jch bin ja leider noch immer ein Eünbez, bem es an allem Rubme mangelt den er vor die haben fokte. Sch itue letter nicht immer noch collig war( thun follte. Meine Wel a ken ftas ettel, men at batreep balb beszayt. Ad so fiche venn mein Gou! much and bet ja nat an, wie ich an mir fibft von Natur und in een Ginden bin. chant obt. teler Bet on tener chnes Becorlam und( Bezber baß id duid the not be afrecht, uns ben dir gefeçnt. e. ef midrid, und ieuen di die hand von mir a ell mainil, kb mid ab heute und die bein guter ganze Buste the 100 wa rohtglaucu mit Geift tab id put y 10 weib idt mas in brefer negenen tode begrynen X+ F b.büte bu, mich aber vor em Ub, bebit meine Geete rebate mei: nen Lero. sepule meinen Engang und ge- ang Wbre als em 23, er, madjes m. tá 3 et meines 6.thume vec: Abendgebet am Vontage. 3 rücken könnte. Los mich leben im Blauben deines Sobnes, und dadurch alles, was ich thue in die getban sein. Gib zu meiner Arbeit dem Leibe Kraft und Gesundheit, dem Gemüthe Ruhe und Feuoigt it bei einer gewiffenhäften Sorgfalt und erfreue mich mit deinem göttlichen Bedeihen. Erholte mir den Se en, den du me bisher haft zuflier en loffen. Ernätre m, verforge m d be chirme mich. Bib mir Befeteit meine Zeit wohl anzuwenden. Leseft du mie dabei eine Saft auf so hilt mir auch, and laß mich allezeit erfahren daß du der seyft, der und von allem Uebel extőlet hat und noch ferner elő'en wird. Segne die Meinigen, und zeige ihnen dein l. Und wie alles auf dich, mein Gott wartet, fo fegne auch heute und in ofefer Wo be alle gute Nahrung und die wohlgefällige Arbeit, und gib, baß ein jeder dabet sth redlich nähre, und mit allem guten Ges wissen vor dir wandle, Ja thue de ne milde pand allent. halten auf und erfülle alles, was da lebet, mit Wohlges tallen. Der ke an uns alle und segne uns, fegre die sich fürchen, beide Kleine und Große segne uns je mehr und wehr um beines lieben Sohnes Jefu Chrifti, unt am set= ser Eräftigen Fürbitte willen. Amen. Abendgebet am Montage. Liebreider Bott. ih danke dir nnd bete deine Macht und Bite an, die ich und die Meinigen auch diesen heutigen og erfahren haben. gebrocht beim Leben und mid) ſo reichlich as bin ich haß du mich bis bierher erhalten, mir so viel Gutes getban, gesegnet haft. Von deiner Grade, 0 mein Gott, bin ich auch, was ich tin, und deine Gnade it nicht von mir gewichen. 21 haft tu auch heute meiner armen Seele und meines sterblichen Bittes dich herzlich angenommen; meine Arbeit gefegnet, meinen Unterhalt mir verschoffet; alle meine geistliche und leibliche Nocheurft in Snaden angesehen; ja überhaupt meiner Swach eit mit deiner Kraft mächtig geholfen. Wer ist, Herr w'e du, der du bich to heb geget haft, und doch auf das Neorige so gnäbig siebest? Nu o mein( Bott, ta bu nicht nur wohneft in der Höhe vd im Heiligthum, ſondern auch bei denen bie zerbrochenen und zerschlagenen Geistes sind, auf daß du erquickest den Geist des a 3 Morgengebet am Dienstage. Bedemathigten und das Herz ber Berichlagenen; so bitte ich dich demüthta, titge alle an mir noch befindliche Sänbenflecken durch das Blut deines lieben Sohnes Jesu Chrifti. Du bift der Herr, nach dessen Wort alles geschehen, und bem alles bienen sollie; wie finde ich hingegen meinen Wil len deinem heiligen Willen oft so sehr zuwider, und mein Herz so kalt gegen das Un denken meiner nadengegenwart! Um Chrifti willen idone meineri vergib mir alle, auch meine verbergenen Fehler! erfülle ferner an mir deine gnadenreiche Berbeißung] ich will dich nicht verlassen, noch versäumen. Du bist ja nicht ein Gott, der ferne sey, du erfüllest vielmehe pimmel und Erde, und umgbist auch mich, wo ich fige oder liege. So sei demnach auch in dieser Nat nicht ferne von mir, eile auch mir beizustehn, Gott, meine Halfe! Beweise auch in mir deine große Gnade, bu het land derer, die cuf dich hoffen. Beschirme mich und alles, was du mir verliehen haft, unter dem Schatten deiner Flü gel. Een du für mich, so wird nichts wider mich seyn. Ja, Bater, wie du deines geliebten Sohnes nicht verschone!, fondern ihr für und alle, und auch für mich dahin gegeben haft, so schenke mir und allen, die ibn angenommen haben heate und allezeit mit demselben, alles andre, was wir an Leib und Seele bedürfen, um Jesu willen. Amen. 6 Morgengebzt am Dienstage. Gott) beize Güte ist alle Morgen neu, ond beine Secue die du an mir beweisest, tft sehr groß! Gin Zog fagt es bem andern, und eine Nacht thut es fand dez antern, wie geschäftig du perr, in diesem Zugentlicke meines Daseins, zu meiner Erhaltung, zu meiner Freude und stückieligkeit dis; du schaffest es, caß ich sicher ruhe. Wann Finsternis die Cabe bereckt, und ich selbst von mir nidhte meis, tann wadhest du mein Leben zu bewahren, aber auch tu bift ce Herr und Sort der Welt der an jeglichem Morgen, tem Tage und seinem Lichte wieder rust die Seele zu erwecken; bu machst es, daß ich nach einer sanften Nacht mic wieder eines neuen Tages erfreuen kann. Das ist tenu bißiger, was ist eines vernünftigen schöptes, ides dich zu er tennea fähig ist, würdiger als dix, tem Sot and als meines Lebens, eus beffen pand ich es aug) jest wieser, wie Abendgebet am Dienstage. 7 nen, empfangen habe, bafür zu danken, und deinen Namen au preifen! Dies sei denn auch jegt, is diefer frohen os genstunde, mein cettes Geschäft! Weine Seele loba dich, sen berts, und eles, was in mir if, teinen beiligen Namen. Meine Seele lobe dich, und vergesse des Suten ate, was du bis diesen Augenblick an mis gethan haft; coß ich sicher und Tubig geichlafen habe, das kein Unfall mich in dieser Nacht Beixofen hat doß ich das Licht dieses Tages eben so gesund wieber erblicke, als ich ee gestern verlöschen sabe, daß ich nicht nur meine Glieder zu den Beschäften dieses Tages wies Der szauchen, sondern auch mit erneuertea Fräften branchen, und was noch mehe tft, daß ich vernünftig benken; und von den sämmtlichen Kräften meiner Seele einen solchen See braub machen kann, der einem vernünftigen Pesen anstán big it; und alles, o Gott! habe ich deiner Güze und Treue zu danken. Berleibe mir nun auch diese Ghade,# aß ich des Bert) der Güter, die teine Hand mix an diesem Morgen, gleich am von neuem geschenkt hat, erkennen und schägen and baß ih se zu der Absichi anwenben mege, welcher da e mi gegeben haft. Gib, daß ich heute in allem, was id beginne, in meinen Geschäften, in meinen Berengungen n allen Umständen und Verbinduagen, wezin ich kommen ann, tich vor Augen und im przzen habe, und an beine Ge rechtigkeit, an bein heiliges Gebot, und an meine zukänftige Rechenschaft vor bir dem Umiffenber, fleißig denken möge. Do usd werde ich am ficherften bewahst werben, daß ich in keine Sünce willige noch trgend etwas mit Vorlag thue, was wider dein Gebot it. Gsholte mein Herz au an biesem Tage bei dem einigen, daß ich beinen Names fürchte; denn die bich Herr fürchten, haben keinen Man. get an irgent ensem Gute, das wahrhaft glücklich macht! Exboxe mice um des Mittlers willen, in dessen Name ich lu biz bele. Umen. Abendgebet am Donnerstage. Ich freue mich deiner Güte, o Gott! und komme mit Danken vor vein Angesicht; jeder Tag, jede Stunde, je. der Augenblick meines Lebens gibt mir neue Beweise deiner väterlichen Huld und Snate, und legt mir neue Bes * flidtungen zur Danktackeit und zum Schorfam gegen dich sasa a 7 DON 8 Abendgebet am Dienstage. meinen Vater und Wohlthäter auf. Auch heute haft ta dic an mir Unwürdigen nicht unbezcuat gelaffen. Auch heute haft du mir in allen Absichten viel Gutes gethan. Wie viele bekannte und untekannte Gefahren und Uebel haft tu dur beine gnädige Versebung von mir abgewandt. Wie viele ge ftliche und leibliche Wohlthaten habe ich aus deine: frei. gebigen Hand empfangen? Wie kann ich dir dem herrr, meine Dankbarkeit genugsam bewetjen? nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie find dein und deis nem Dienste, deiner Berherrlichung sollen sie auf ewiz ge= heiligt sein. Möchte nur mein Eifer, dir zu gefaller, be ftändiger, möchte der Gehorsam, den ich dir letste, reiner und vollkommener sein. Aber o mein Gott, wie weit bis ich noch von dem Ziele der chriftlichen Vollkommenheit entfernt. Wie v eler Nachlässigkeit und Trägheit im Guten, wie vie. ler Bergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem wenn ich Ingesicht beschuldigen? We beschämt bin ich an meine Sünde gedenke. Uch Herr ich bereue si yon ganz zem Herzen. Ich en fließe mich, in deirer Furcht mich immer mihr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes zu reintgen, und meine Reinigung zu vodenden. Stätte mich felt ft o Gott in riefem guten erfoge. Stebe mir in der Uusführ ng desselben machtig bei. Gib daß ic alles, was dir zuwider ist, hasse, und als das größte Uebel meide und fliehe. Gib, daß ich alles, was tein beiliger Bile von mir fordert, aufrigtig und mit Freuden thue. Laß mir den morgenden Tag heiliger sein als en heutigen, laß mich tág: ich an Weisheit uns Tagend wachsen und immer mehr nach einem Ebenbilde erneuert werden. midtiger Scut bedecke mich und die Meinigen auch in die fer Nacht, damit uns kein Unglück begegne, und keine Plage ich zu unserer Wohnung n. he Schenke mir einen jauften und erqu ckenden Shlaf. Laß mid Morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Kräften wieder aufwachen und gib, daß ich sie nach deinem Billen und zu deiner Ehre anwente. Tröfte, tarmherziger Sott, öfte alle Elenden, die in die fer Nacht durch Schmerzen und rentteit, oder andere Trhofcl der süßen Ruhe beraubt sind. Eibaime dich aller Menscen Dir, Herr mein Sott üserge'e ich meinen Leib und meine Seele. Scite mich nach teinem neiDein Morgengebet am Mittwoch. 9 fen Rath und nimm mich endld in de ne berlichkeit auf. Ich biste bid um bieles alles in dem Namen, und als ein Jünger Jefu Chrifti, un'ers Mittlers und Seligmaderr. Xmen. Morgengebet am Mittwoch. Gett. Scöpfer und Herr des Himmels und der Erder, Farmherziger 1 häter und Vater der Menschen. Dig bere ich als den Uiteber und Erhalter meines Letens, als den Bett meines beile, als die ewige und uner'chöpfliche Oville we ner Gud enakeit temüthig an. Dr dante ich mit Fernben fir mein Leben tür meine Gesundheit, für mine Käte ü lle ar ft ite und leibl de Borbeile, * te e besige. Dir danke ich indeſentere tatür, baß di mid in sefer Rast mit denem mätigen Edige bedect, daß le Sefa cr, die mir trohten, ren mir abgewandt, diu meinen teto durch einen fanften Selaf equicket, und mir near Ke ft und neues Leben eingeflößt hak. Wer biu i o Gott hos tu dich meiner ſo včtlich annimmst? Ich fein Sänder, der deine be Tiger Gesche Üb.#etem, der drine#oblihsten öftere arm strat dt, ter fich des fehandliden Watante gegen ich fahuitig gemacht, und als rn 10: der n d te ale ungrate und Strafe verdient hat. Aber* bandelfidt mit uns nach unic n Sünten, und vergilft uns nicht nad unfern Meffetboten. Rech ſchoneft tu mitner, wie ein Beter seinen ohnes donet. Noch fähs et tu fort, mich zu ignen, und mix Gutes au thun. Not wilt u mich Furd te zur Buße liten. We revet cs mis o Sort, daß ich dich meinen Vater und Wohlthäter ſo oft beleidigt und dir den id uldigen Schorfam verweigert babe. Uch Strafe mich nicht, wie ich es verdient habe. Eei mir andsig in Chrifte teinem Sobre und verzeihe mir um seinetwillen alle meine Sünden. Siehe, ich beilige mich ir ganz und gar. herabicheue das Böse, tas t5 bisher gerban pate: Ich erneue biermit in deiner Ges enwart o Gott, den aufrichtigen Vorsog alle unorbente che Begierden, tie in mir aufsteigen, zu unterdrücken, He bife Gewohnheiten, die ih robh an mir habe, u bestrels en, und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach com 10 Abendgebet am Mittwoch. Willen seines Fleisches, aber dach kem Beispiel der Laster, baften, sondern allein nach deinen guten une heiligen Ge boten in zichten. Uch Herr stebe mir fether mit einer Gnade bei, tiefen guten Vortag mit Treue zu erfüllen; denn ohre dich vermag id aichte. Bewahr: mich auch heute vor allen Versuchungen zur Günde, und wenn ich versud et werde, so laß mich nicht fallen. top mid aft an den Tod, an das Bericht und an die Ewigkeit gebenken, und dadurch weise werden zur ewigeno Bellateit. Berleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgesd äften, und beglette fie mit deinem Segen. Dis und briner Gnade o Goit, empfehle ich alle Menschen. egue infondergeit diejenigen, die to barch die Bende des Elute und der Freundschaft mit mir verbunden bast. Gib, daß wir alle tie Pflichten unsere Be rufs treulich erfüllen unn eine Etre und das Hell unfret unfterblichen Seele zum legien Endzweet aller unfrer Be. mühungen machen. Gitöre mic Bater der Barmherzigkeit und sey mix gnädig um Jefu willen. Kmen. Abendgebet am Mittwoch. Barmherziges volt, nach deiner Bezordnung bedeckt jeht wiedesam Finsternis unfer Ertreich: bei Dir aber du Ba ter des lichts, muß auch tie Finsternis Licht feyn. Auch diesen Tag lege 1 unt z teinem grabigen Gdupe jurid, und preise einen heiligen Namen, für alle deine gute und vollkommese Gaben, tie mis beine Grabe heute geidentet oder exhalten bat. 3d conte bir nicht nur, daß du mir dal ticht meiner leiblichen Augen verliehen ond bisher bewah, ret, bas fontein auch und vornehmlich, daß du dein heilb gee est ned immerfort meiner Seele leusten läsfest, als! ein echt auf meinen Wegen. 3war muß ich o mein Gott Sauch heute, vor die bekeanen, teß ich nicht stets noch diesem helligen Sidle ewandelt habe; stelle aber meine heutige mit temaßte Rebesiretung midt im Berne vor dick, noch meine unerkannten ügten ne ticht vor deinem Ungesichte, sondern wirf se hinter die zurück, unb jen mir um Chrifti willin gnäb'g. Bletbe tu nur ferncz bet mie mein Gott, da et agt Abend worden ist. Bist du mein ist und mein peil, vos wem sollte ich mich fürchten! Bist ou meines Letens Morgengebet am Donnerstage. 11 Araft, vor wem sollie mir grauen? Wenn meine Uugen geichteffen find, so laß deine Augen über mir offen stehen. Laß mejne eetle Bub- metnen Leib und alles was ich habe, un ter deine liebevolle Bürsorge wohl vermayret eyn. Sorge jürmich und die Weinigen; forge für alle Mendeng erbarme dis oller Ximen, aller Kranten und Elenden, hilf ihnen uns more thren Somerz und ihren Kummer; gib ihnen trtliche Gebanten, bie sie aufrichten und stästen können, un laß fie deine Mact and Liebe empfinden. Soll ich nac Deinem gnädigen en nech länger beer leben ſo laß mie morgen mi einer tanktorep Empfindung von deiner Güte erwachen, und mich den Tag zu der Gztüllung beiner ge tigen Abfichten anwenden. Sollte aber in dieser Nacht die Bett meiner Bosbereitung zur Ewigkeit auflögn, o so vergit mir, was ich von diesem greßen Entwede vez fäumt hate, um Jesu Chrifti willes, und erfake deine theure Bergeißung, caß du mich um eine großen Erlösung wiken aie coulig begnadigt annehmen und bei vie ewig felig maz then wolleft. Erhöre mich, mein Gott! mein Vater! but Jesum Christum- men. Morgengebet am Donnerstage. Gott, Quelle meines Lebens und desfelden Exbalter, mein Bott. Durch bessen üte ich von neuem einen Zag anfange, fry tu mein erster Serante. Daniberteit und Liebe geg- a bich müssen die ersten meiner beutigen Empfindun. gen jega. Rod find Leben und Gesundheit mein; beide Daft bu mir auch in diefer Stacht erhalten; deine Güte magie, über mie, bos tein Unglück zu miz neben dürfte. Daß ich heute von neuem thétig in meinen Geschäften und zu meinem und meines Rächsten Rugen wwfam fein kana Das ist ein Geichent uno femmt nur von dir. Was habe ich, des td nicht von bis empfangen habe? Wer ist mein Batez, mein Wohithäter, mein Freund, wenn ba es nicht bist? er ist mehr als bu meine sichersie Zuflucht? Du Allmä liger, Ullwetfes, wütigfter, du bist mein Schöpfer, mein Bott, mein Bater. Wie glücklich in ich? Könnte ich es wohl mehr seyn, als té es baturch bin, beß ich von biz, von dir allein abhänge? Dein bar tc, deis will ich auch ewig bleiben; bir sey mein Schicksal gänglich beimgestellt; zegies 66 man blasiragrans 12 as Abendgebet am Donnerstage. ne bu es nach deinem chlefiller; dein Bille ift auf alle Weife der beste; dein Bille geschehe. Führe mich immer nach deinem Rath: bein Rath ift Siliteit für mich, ich tenne tein felige. Glück, als bar, bir zu g berden, dein Bille olein et mein Befch, fri du alleju ter Herr mein s Herzene! Herride du über feine finungen, uber feine Neignnger, über seine Wün che; varstatte nicht, daß ir. gend stmas, das dir jupiter t sich in daffelbe einzuflet: men fuche. Fehle ich so lebe mich meine Fehler erkennen und verbessern. Dir zu getallen ist mein erster Wunich, so lange ich bent n kann, will& fe denken. Ich empfehle mic und die Me n'gen auch an tiefem Lage einem mächtigen Sduke 2. deine pont m d auch beuse begleit# auch heute über alle meine Schritte machen: sei mein, set oller Menschen Be diger Sollen meiner Lage noch mehr wer den, fo feien sie die olle geheiligt. 2. mich keinen und auch diesen n chi verleben ohne daß i beffer werde. Gott deine Büte müsse sich mit jedem Tage über mich erneuern, aber auch mit jerem Tage las m d deiner Liebe und Güte würd ger werden. Echöre mich, und erfülle meine tir worlgefälligen ünide wie tu es mir und aller, die noch beinem Willen bitten, durch Chriftum verheißen haft.. Dir fet Ehre#o Emigkeit zu Ewigku. Amen. Abendgebet am Donnerstage. A ermal ist von er mir bestimmten Lebenezett cin Taz vorbei. Dir güngster Vater, teffen Geidenk er war, dir masſen auch nach seine legten Augenot.ee gewrihet, bir missen die legen meiner heutigen Emisia: ungen heilig feyn. Nar deine: Huld allein usea lich günger Golt, hade ich es zu banten, daß du mir bie bieter gesoiten haft; ollee, war ich bin und was ich habe bin und habe ich nut allein von dir. Wie viel. su es bat cu miz llein errje sen?* e vict Böses hat dein gnädiger Strß von mir ab gewendet? Du bist bod) nur ellin min mobres und and mein höchites Sut; du wirft ee ewig sein. Da ich dich ha be, was sind mir himmel and Gree! Deine Huld verwan bel: bae Mißvergnügen meiner Tage in Bell usb erhöhet Sae Bergnügen meines Lebens zur Seligkeit. Diese Welt, ſo weit entfernt von deinem Himmel, ist doch so voll von def Ationtof Abendgebet am Donnerstage. 13 ner Güte Was wird denn jene sein, wo der Freuden Fülle vor einem Angesichte, und volle Seligkeit zu deiner Red), ten ift. Welche sickseligket ma. tet denn auf mich in dem Stan'e meiner Villeabung. D, wann wirft du. Pa ee mich würtig finden, mich unter deine Hauegeneffen aufzu nehmen? Könnte doch nur mein Leben ir immer angenehm ſein, und mein andel oir immer gefallen. Mtlliehens den Bicken erforichest du mein perz. O möchte es doch im. mer rein, toch immer rechtschaffen vor dir er anden werden. ter, ich: love es die, und well es auch halten, daß ich BG den Richten seiner Gerechtigkeit leben w Ul. Hilf du mir nur bei einer natürlichen Samanbeit, unb erf. ge mein Unvermögen durch den kräftigen Erflos der auten Iriebe deines Geistes. Auf dich verlaffe ich mich) in all m, bas meine wahre Glückseligkeit betördern kann. S gt über: laffem der Ruhe; laß mir eß tenke mig. a lag biesem Haufe, laß Uen Men'chen deine mächtige Bfsirmung biberfahren; verbüte gnácig Unglück und Schaden. Ellt in eieser B.lt wie er erwochen to set ferner mein Gott wie du es bisher gewesen bist; fo fübre mich en teiner band auf dem Wege. ten ich no fich diese Welt zu geben habe. So laß dein Auge mich tn, daß ich nicht von denen Geboten, abweich; so regiere mich, tas ich nte ein Erbe ter Unsterbliekeit, mich immer wir tig. meinem Beruf betrage und schon auf Erden mein arbil im pimmel ſei. Amen. Morgengebet am Freitage. Hellan elland der Belt Treuester Winler du bift harum fü alle gestorben, auf daß die fo ba leben, binfort nicht ihr non felbft leben sondern, dir, der du für sie g.forben und auferstanten b ft Dir widme ich heute mein Leben und DenEen von neuem da ich mchertenece daß tu an einem Fiets fage dein theures Leben aue Ciebe für mfd gelassen haft. X laffe mich nte vergeffen wie viele Mühe und Arbeit bir meine Sinden gemacht haben, damit id tone terfelben gering achte. In deinem vicen las mich die Gite und den Eraft Gote tes schauen Sib, o ich m d biefer: Süte im Glauben freue und dich ,, a Bottes Sabo, leben lang für meinen göchsten und besten seunk baltes, indem ja mtemaud größers 14 Morgengebet am Freitage. Liebe hat, als die, daß er sein Leben läffet für seine Reinde. Und da ich in deinem Leiden, mein Bürge! sebe mie er.ft. lid Sott die Sünde passe und strafe, so gib mir Gnabe, folde auch ernstlich zu haffen und zu vermeiden. Du riefeft an deinem Kreuze: Mein Gott, mein Gott waxum baft da mich verlassen? Ach bitte einen gimmlischen Vater für mich, daß er weder heute noch jemals mich verlaffe noch vers fäume. Du trugit tein Kreuz selbst zu deinem Tode, und unterwa feft, deinen Willen, dem Wen deines himmliſchen Batere. Gib, bas aud 1 mi dietem heiligen en in tindlichem Gehorsam unterwezte, mein Kreuz auf mich nehwe, und die auf allen Wegen deiner Jugenden beständig nachfolge. und wie du mitten in beiner Pein der Deinen niat bergaffeft, fondern auch auf deren leibliche Bobifobrt und Erhaltung docteft, so laß aud, mich heute dieser deiner treuen Borsorge ebenfalls genießen. Benbe babei alles Uebet non mix ab, und alles nöthige Gute mir zu. Bewahre mich und die Reinigen vor Krankheiten und Schmerzen; aber wenn wir ja an unserm Fleische leiden sollen so gib, daß wir uns mit demselben inne gegen alle Ungroutb waffaen, mit weldem bu gelitten haft. D Herr Jesu, du bist om Ruz ein Fluch für uns worden auf taß alle Bölfer in die gefegnet müzten; les aud) mir beinen reichen Ses gen an Geele und Leib, und zu allen guten Berrigtungea Aufließen Bilbe mich nach betwem Einn, und wie du ogar für beine Feiade, die die getreazigt haben, voll Ganit much batcft, ſo gib aud) mir standbefte Ganftmuty, bei al. ble mix etisco ensen begegnen möchten. Ja bu tamm etrte, bas ter ganzen Welt Sünbe getragen hat! exbarme 0. eller unb betebre alle, die bo nen niet tunen; tie niet wissen, was fie thun, wenn sie dich verwerfen und burch vorsägliche Sünden beleidigen. Laß tas#Bort von teinem Kreuze immer mehrere göttlide Kraft ano göttliche Weiheit werden. Bedeate an mich und alle die einen Here!; der du im Reiche Veiner Herrlichkeit berrichest und los, uns dereinft mit bir im Paradiese seyn. In deine anbe befehl ich bear unt allezeit meinen und ihren Gelft; bu bax une czlöse! Pers! de getreuer Gott. men. 15 Abendgebet am Freitage. ett, ter du mich aud( lefen Zag erhalten haft, ich danke dir für deine foxtgesepte Gorge und Güte gegen wid.# baß ich otz meine Deatbarkeit durch mein aufs zidniges Streben bezetge, deinen Billen in allen Dingen zu cafüllen. Ich bitte bich bemüthig um Bergebung wegen lebes Bergetens, beffen ich mich fauldig gemacht habe, und es ift mefa ernstliches Bursd, baß ich mich nie den gefährlichen Selbstbetrug verleiten laff, als werdest u mir meine Günten vergeben menn ich sie auch nicht von nun an zu bermeiden suche. Laf mich fest überzeugt sein, daß ich bis mogigetallen tönue, wofer. id) nicht ein heiliges and nüglichs Leben führe; und daß, wo ich mir irgend eine Art die Berbrechens erlaube selbst mein steu sein werbe. Gib mir die nie ebet die ein Aba nate, so zu leben deß ich vor deiner Nügegenwart sie erfchricken oxf; und da bir alle meine Gedanken, Werte und Werte bekannt sind, so laß mid) niemals weter bern ien nac, noch in der That ir. gend einer Sache ichulbig fein die dir misiollen töunte. Lag mich in der Jugend und Frömmigkeit täglich zunehmen, jere fibte Gewobuheit abzulegen suchen, und jeder laft xbaf, ten Reigung widerstehen. Esleuchte du mich flbft. daß ich incin Berberben immer lebendiger exkenne, und mit wah. zez Ueberzeugung einfetes dge, wie nethwendig miz deine Grabe sty; und wie sehr ich ber beständigen Führung defnes Geistes becürfe. Los mich als ein weiter Ghrift vor. fictig euf Green want in and letre id) off amiben od getenter, somit ich nicht vergefe, wie eitel bieſe Welt und ihre Herrlichkeit is, wat nicht mäte werde, ben Weg zu den Freuden bes ewigen gebens, wenn ich aud auf rauher Bahn wanteln muß, fortzufegen. Bede aud in dieser Nacht über mid, über die Meinigen und über alle Menschen in fonderheit über alle nothleibenbe und bekümmetie Menschen, mit deiner guädigen und allmächtigen Fürtorge, und wenn es bein gnädiger wille ist baß ich mit sem morgenden Tag nicht wieder zu bielem Leben erwecken soll. so nimm mich als dein um Chrifti willen begnadigtes Kind, mit Extar: mung an, und laß mich zu die, und zu ihm geführt wer. den nach seiner liebreiden Serbeißung, daß er ine** 16 Morgengebet am Sonnabend. löfeten da fein, wo er ift. Setöllt es cher Feinge Bei eit und Gite, es id fier nod tärcer leben fill to 115 mi one nod übrige 3.it diefer flüt igen Lebens zu befs arm tobe und zum bandearen Getoi'am oegen tie X sid. ter, moju tu beinen Men'den geben und Rälle git ft mit retlicher Sorgfalt anmenter. 3ch rufe ich tium on, Furd Je um Chriftum, deinen emiga und eing bobinen Cohn, um teffen I bu and nich ju lieten und juc1hoien berbeißen baft. Xmer. Morgengebet am Sonnabend. Allmächtiger, barmherziger Sott, ich externe in dieser Morgeaffunbe teine väterliche Gnade uno pub, betur tu mic son min r Seburt an bis auf diese tunde to o I Gates an eib und Seele erwiesen bat. Nach den I gten Tag dieser Woche habe ich durch deine äte erlebt. 34 preise bich, o Boter für folche unzäolige Worltboten und biste dich herzlid, gib daß ich deiner großen( Bade nimmexmebe vergeffe, foubern ih nit stetem Danke batür ehre. Eaß mich fte: s boc bir o offender uno all, esen, wärtiger Gott wanteln und fremm sein Eaß mich immer wobl becenter, daß mein fteter und genauer Xutse er feift, elle meine Worte höret, elle meine Werke belchaueft, alle meine Gea ten bemestest und alle meine Wege erforfcheft. Laß auch heate alles mein Thun gesegnet sein. In de nem Namen fama ich es an. i mit mir und 1.5 es j deiner Eyee und miner und anderer N gen wohl gerathen. aß mich, o per auch in dem äußeil chen B rafe, darin ich nach einer Regierung, mich fade, trew und fleißig sein, und dabei nicht blos aut Wenschen, fordern enfrch, den Rider ller meiner Getarken und Handlun, gen fepen. Berleibe, daß ich mich oft erinnere, mie ich nicht blos Menschen diene fondern tein Knecht fet, der du tinem jeglichen vergelten wirft, was er Gutee oder B es gethan hat. Laß mich aus Liebe zu dir auch meine weltitche Gefchäfte fo verrichten, daß ich ir zu a fallen fude, re lich dabet handle, und einen len nicht allein mit Dies Der Auger sondern von Herzen und mit gutem I.* thu Segne meine Urbeit und was air deine pand gege ben pat, as ich für mich wadie Meinigen die tägliche Wort Abendgebet am Sonnabend. 17 burft haben möge.#oll ich nach teinem Bien, an dies fem Za e ser fonft mit Roth und Trübfol belegt werden, fo reide mir@coachen eu hunb, daß ich nicht verzage, flärte mich, daß ich ebulb habe und auf dich heffe. e. barme tich nach be nee unenblicken Güte aller Menschen die bich suben und lieben- taß aller Rotbleiben en and Berloffenen Gebet vor bir erböret fein, une fdaffe ihnen Rath und Tieft. In onterbeit gib mir ein berk bas di ehret, liebet und bir vertrauet. Berlaß mich nicht mein Gott, denn ich beffe auf sich. Meinen Serb und Seele, und alle die Meinigen meine Spre und alles was ich habe, empfehle ich ist und allezeit in beine mächtige Debut. Uch Sere, sey du mein Souß und mein Heil mein pelfer und Erre.ter heute und so lange ich bre bta. Eröre mich, mein Gott, um Jefu Christ willen. Umen. Abendgebet am Sonnabend. Dard beine Güte o Bott Schöpfer und Grhalter met. ues Lebens; habe ich nun von neuem eine che veriebt; um einen beträchtlichen Shert bin ich nun auf cem ege bieses Lebens, dem ersten Augenblicke nabr gekommen, ter alle meine Wochen und Tage estigen wurd re nell find mir auch diejenigen entflehen, welche die vergangene Boche ausmachten. We geschwind habe ich das Ende dir selben wieder erreichet. Bergnügen und Mißvera igen, Freude und Kammer, 3ufrierenheit und Unrube, Empfin dungen von verschiedener Natur machten ihren Inbaltas. Gott, Bater der Seit und Ewigkeit wie wenig wichtig, wie gar nichts drde mir mein Leben ohne dich ſein, Ur, heber metaes Da eins und me res Dases töchstes But. Nur deine Site gibt den Augenblicken meine Lage einen Werth; da ist m ch werden um raidh glücklich zu ma des; ou laff& meiner Tage mese werden, um mein jegis ges Stück zu verlängern, and mic Seit zu geber, the main Künftiges wat om hen zu können. Unter der Leitung det ner gnädtien Borsebung find alle heile meines Sdr& ats Mittel zu meiner Seligkeit, und muß der, selbst das, was mir böle iceint, ju meinem wabren Betten dienen. Die voll von Spuren deiner uld ist die zurückgelegte oche gewesen: in wie stil Fällen habe ich in tersetzen 18 Gebet u wahre Erkenntniß ze. den Gegen deiner weisen Führung empfunten! Dant fel bir dafür, ewia gütiger und Ifebreicher, himmlischer Bater, wie soll ich deine Bohlthaten vergelten? wie beine äie würdig genug rretsen! Ich will oich lieben, die vertrauen, dir gehorchen; diese sollen mis die heiligsten meiner Pflichten seyn; schon hier will ich nach meinem besten Bermögen deine Gebote erfüllen; bei bis in der Ewigkeit werde ich es einst vollkommner thun können. Deine Absichten find aud) die meinigen; dein Bille ist mein Gefeß. Vergib gnädig nach deiner unendlichen Barmherzigkeit und Güte, die ou in det. nem Sohne Jefn Sprifto geoffenbaret hast, wenn ich dowider gehandelt habe. Laß die meine aufrichtige Reue darüs ber wohlgefallen. Stärke mich in der Ausführung guter Borsäge und Entschließungen, die ich gefaßt habe, mich) zu bessern, und verhüte, daß ich nicht in die vorigen Gün den zurücktalle, oder neue Santen begehe. Sey in dieser Racht mein Echug! deiner gnäbigen Obhut empfehle ich mic, und alle, die mir angehören, Bekannte und Umbes fannte, und morgenden hetligen zag zu beinem Preife exwachen, und gib daß ich ihn ſo begehe, wie er dir angenehm und meiner Seele heilsam ift. Gehöre mid, meta Gott, um meines theuersten Erld. fete Jefa Chrifti wille! Amen. Gebet um wahre Erkenntniß und Bereuung der Sünden. heiliger und cesechter Gott, barmbesziger Water; Ich befenne und beflage die meine angebozne Blindheit, bas id meine Sünder nicht so volkommen extenne, noch so Berglidy, ale ce mobt sein ſollte. Uwissendes Scit, ta sellest auch unsere unbeCarsten Sünden ins Licht vor dei wem Nagesigte. Uch gib mir die Größe. Ubscheulichkeit und Mannigfaltigkeit meiner Sünden recht zu erkennen, und stelle sie mir in diesem Leben unter die Augen. auf daß sie mir nicht om jüngste Tage unter die Augen gestellt, und ich dadurch den Engel und Menschen zu Schanden werden möge. Kübre und erweiche mein hartes Herz durch dein träftiges Bert, daß ich meine Günben recht ernstlich bes Gebet um Vergebung der Sünden. 19 reue. Eine iebe Sünde verdient ja den Fluch: denn du sagst felbft, verflucht ist wer nicht alle Worte dieses Gesetzes er: füllt, daß er darnach thue; und wer auch nur an einem Se. bote fündiget, der ist das ganze Geset schuldig. 3ft der Fluch schon da, wenn nur ein Gebot übertreten wird, ach! fo habe ich unzähligen Fluch verdienet, weil ich rnzähligs. mal gefündiget, und deine Gebote übertreten habe. Dieß loß mich dod), o gerechter Gott, lebendig erkennen, und zugleich den Reichitum deiner Güte recht bedenken, die du an mir Unwürdigen mit so väterlicher Langmuth bisher bea wiesen huft, nm mich dadurch zur Buße zu leiten, die ich Undankbarer aber oft so gering gefcäget, und wohl gar ges mißbraudet undvera chtet habe. D Herr Jesu! der du dein heiliges Blut am Stamme bes Kreuzes um meiner Sünden willen vergoffen haft! laß mich aus dieser theuren Erlösung lebendig erkennen, wie wer die Schuld meiner Sünden fry, ba te dich so viel gekostet hat, fie zu behalten, auf daß ich so mähfelig und belaben zu biz fommen möge, daß ich deiner Erquickung fähig, und bein heiliges Blut und theus *** Leiden an mir nicht verlosen fey. O heiliger Geift! ber bu bein Gnadenwert in der Seele mit einer Fräftigen Weberzeugung von ker Günde anfängk, evlendie auch mein Herz, teß ich das große Elend desselben aufrichtig ezkenne, meine Sinten herzlich beseue, und so zu Jesu meinem Erlöser, in wahrem Glauben fliehe, daß er auch mix zu Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung gemacht werde. Eriője mich o Gost! der du nicht willst den Tod des Sünbere, fonderu daß er sich befehre und lebe. Amen. MATRA Gebet um Vergebung deründen. Herry bu hast liebreich gesprochen; er zu mir kemmt, ben werde ich nicht hinausfießen. Auf tolche beine Bere beißung komme ich zu tie, und glaste fest, ich werde nicht inous gefloten werden. 36 komme aber als ein Mühse. liges und Beladenes- Es bickt d beschwest mich der Sünbenlaft. Ud Boier, bcr r babe je gelündiget, und bin nicht werth, daß ich dein Kind heiße. Sie oft habe ich bich beleitiget! Wie unvelkommen ist die Beobachtung 20 Gebet v. b. Genuß des heil. Abendmahls meiner Pflicht bisher gewesen! wie oft babe ich deinem bela ligen nno auten Willen entiegen gehandelt. Die oft in Gedanker, Borten und Bertin, auch noch unwissentlich gefündiget! und wie wenig geneigt und tüdtig bin ich von Nater zu allem geiftt den Guten 3ch erkenne, das ich durch mich fel it beiber Snade und der Bergebung meiner Sünden gänzlich unwürdig bin. Uler o Gott, der du auch gegen den andankbaren barmherzig bist, und ihm gern alle seine Uebestrerungen vergiebst, wenn er mit bußfertigem und glaubigem Herzen in Chrifto beine Gnade sucht; siehe auch me ne aufrichtige Reue und Betrübniß mit väterlichem Erbarmen on, uno sey aut mir um Jefu Chrifti willen gnä. dig. Ich sege in voller Ueberzeugung von meiner Unwärdigkeit und Verme: fldkeit allein auf deine freie Erbar. mung in Chrifto Jeju, weiche den Sünder ohne sein Ber: dienft gerecht spricht, mein inniges und ganzes Bertrauen und habe keine ancere Berechtigkeit, als rie durch den Glauben an Jefum Chriftum fommt. eraib mir um ſei: nes theuern Leibens und um deiner erbármung oefen Süte willen alle meine Sünden, und bettige meinen guten Borfog bir künftig mit mehr e Tecue nad Sorgfalt gehoram in sein Cileudte meinen Verstand deinen Willen zu erkenner, und beilige meisen till a pach deinem Wohls gefallen zu thun bamit ich in tener Gaute bleiben, und dadurch en lie zum Senus ber voltom menften( û er ge. langen möge. Grlőre mein temuities Gebet, nach Teiner großen Barmherzigtest um Jefu Cor fit meines ihed. ersten Eribfers wan. Amen. Gebet dem Genuß des heil. Abendmahls. der ört der E.lofer her Fea tu haft ein Ge* ödtniß under deiner Ltec gestattet. Nur wenige tunten ver deinem Leideu f. st du dos herlige Abendmatt, zum Trofte deiner Beredrergund zur S'attung irea ein, und du läsfest mja noch ist ju bielee laubens Gradentafel einladen, wo id deines mich geopferten Leiber, und dis mes für mich vergoffenen Blutes, pfänder meines peits, theilhaftig der Sieg.l und Unter werden soll. Wie glück Gebet vor dem Genuß des heil. Abendmahls 21 lich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einzigen und volltommenen Mittler zwischen Gott und den Menschen caß ich deine Lehre und dein Heil kenne. daß ich dich me nen rrn und Gott nennen. mid deiner seligen Geme nichaft rühmen, urd zu deinen töten und Freunden jáblen darf;• wie viel habe ich dir, meinen belande zu danken! wie unwiffend, wie verberbt wie troftief, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnabe sein? e unerträglich würde mir die Laft meiner Sünben, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdierten Strafen, wie ichrecklich der Untlick des Zoter und des rases fein, wenn du uns nidt ſelbst ben gnä igen en Gottes tekannt gemacht wenn du dich niot zum Opfer für untere Sürren pahin argeben und uns durch deinen 3ob Gnade. Leben und emige Seligkeit erwor ben hätteft. Ja olles Ldt, was mich erleuch et aller Troft der mich erquitet, alle heffaung die m d belebet, find heidenke deiner unserdienten Liebe. te theuer foll mir dann nicht dein( Sedächtniß fein! Würte ich nicht der undankbarfte, der niederträchtjafte unter allen Sterblichen sein, wenn id dein vergesse, wenn ich mit Kat sianigkeit und Gleid galak.it an dich gedächte; wenn ich mich wei gezte dix vie Este und den Dank zu geben, die eie gebühsen? Wew, edititider Eatöfer, ich folge beiner liebreichen Enligus mit Begierde und Freure. It tomme mich öftentlich für deinen Jünger und Verehrer zu betennen. Ich temme als ein müh eliger und belacener Günder, Ruhe für meine Se le ju suchen, und ergreife mit bußfestigem Glauben ote Gnate, die bu mir anbieteft, und das große bet taz bu gefi te haft. Ich komme, dir für den Leiden und Ster en feierlich zu da ten mich dir zum& genthum auf uopfern und den beiligen Borjog zneurrn, nicht mebr te helber sondern auc bir za lebenice. mid) gestorben und auferanten bit komme meine Gemeins ſchaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen Liede gegen sie zu pfl qt n. O petr, loß mein Borhaben gesegnet sein. Gib nicht zu daß ich blos mit den Lippen zu bie nabe aber mit dem Herzen serce von dir sey. Sende mir ein echt und deinen Waik, und laß den Gebanken daß du berz und Nieren p.Gleft alle Falschheit und Berkellung aus meiner Seele certreiben, Las 2z evet nach d. Genuß des heil. Abendmahls. mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, d Glauben, Liebe und Heffnung taburch in mir gestär und ich auf das träftigste bewogen werde, die Verspr. an gen, die ich dir thue, mit unverbrüchlicher Treue zu hal² ten. Eehöre mich, mein peiland, um deiner ewigen Liebwillen; Umen. Gebet ne dem Genuß des heil. Abendmahls. Gütiger Bett und Baier, ich preiße dich, daß du auch mich fündhaften Mensen nicht verworfen, sondern deinen Sohn, Jefum Chriftum aud zu meinem Mittler und Se ligmacher verordnet haft. Wenn i seinem göttlichen Borte glaube und darnach lebe, so bin ich gewiß mit dir verföy, net, völlig von bis begnabigt. Deffen trößte ich mich mit freubigem Bertrauen, burch das teilige Abentmaji meines Eriösers Jefu Chrifti, durch welches ich jego die Versiche rung davon erhalten habe, da ich mir in meinem Sew s sen bewußt bin, daß ich alle Bergehungen und Fehltritte meines bisherigen Lebens schmerzlich vor die bereue, und Den aufrichtigen Borsag der Befferung bei mir hege. Uch wie soll ich dir für deine unverdiente Barmherzigkeit gemugſem danken!? Nimm das schwache tobopfer meinis ge zährten Herzens gnädig an, bis mein künftiges Leben be. weiset, daß ich ganz von deiner Vaterhuld durchdrungen bin. Ich will beine Gnabe nicht vergeblich empfahn. Sie foll einen bleibenden Eindruck auf mein Gemüth machen, meine Gesinnungen regieren, und meinen andel leiten, O Herr fegne den Genuß des heiligen Abendmahls so an meiner Seele, da urch kräftig angetrieben werde, der Sünde zu widerpega, u mic ler xislichen Jugenden zu bes fleißigen. Und da ih jegt den redliden Borsag mich deis nem Dienke nach Jesu Lehre zu widmen, an seiner Gna, dentafel exneuert habe, so bitte ich in Demuth, hilf du selbst ber du alles Gute in ns schaffeft, mir ibn treulich voll. bringen. Laß mich durch das Andenken des Todes deines Sohnes, die Sinden in tödten, damit, so lange ich noch in der Welt lebe, ich im Glauben an diesen deinea Sohn lebe, der auch mich geliebet, und sich selbst für mich vedet in Noth und Trübsal. 23 gegeben hat. Gib mir Kraft, dich auch in den Trübfalen dieses Lebens mit Geduld und Bertrauen zu ebren, und im Leben, Leiden und Sterben meine künftige Verherrlichung bei dir in völliger Gewißheit zu hoffen; bis ich endlich zu deiner voukommenen Anbetung und zu der himmlischen Gemeinschat mit dir in der Ewigkeit gelange, wozu mich dein Sohn, mein theuerster Hetland, erlöset hat. Erhöre mi, Gott mein veriöhuter Vater, um deiner Barmhers zigkeit willen! Xaen. mein Heilond! du hast mich abermal in dem Genuß det. nes betligen Abendmahls auf das kräftigfie versichert, daß du auch für mich deinen heiligen Leib in den Tod geges ben, und dein iheures Blut vergoffen haft. Durch dich babe ich Friede mit Goit und einer freten Zutritt zu seiner Gnabe. Durch dich bin ich von der Gewalt ber Sünde und des Todes estőfet und darf mich der Hoffnung der zukünftigen persligkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelien? Ich will dich ewig lieben, denn de hast mich zuerst, du hast mich bis in den Tod geliebet. Du bist für mich gesterben. Du haft dich selbst für mich geopfert. 3 will ganz der Deinige sein. Dir will ich leben, bir will ich siczben. Die ley mein Leib und meine Seele, dis sey mein ganzes Leben heilig. Dich zu kennen, dich zu lieen, die zu gehorchen, deinem Beispiele zu folgen, defnen Namen unter den Menschen zu verkündigen, dein Reich bier auf Erden zu erweitern, um mich zu deiner nähern Gemeinschaft in pimmel geschickt zu m dies fell meine Ehre, mein Ruym mein portmfte und ständi. ges Geläft, meine ganze gteit fn. Starke mich, 0 Herr, in diesem heiligen Borsage, up erhalte mich in deiner Treue, bis an mein Ende! Amen. " 6 Tebet in Boty Trübsal. Großer und heiliger Gott der du die ganze Welt mit höchster Meitheit regierest, ich glaube an deine allgemeine Gebet in Noth und TrübsalVorsehung; ich glaube von Herzen, daß alles, was mic und die Umftiate meines Lebens betrifft, durch deine weise heilige und gütige Besanstaltung so eingerietet fey wie es ist; daß mit ohne deinen Willen nichts begegnen kann und beides mein Glück und mein Unglück aus deiner Hand kommt. Bie oft, mein Gott! habe ich gesprochen: dein We gefehe! Und nun wird mit dein is de id wer und fast useträglie! Soll i denn nun widerrufen was mein Mand ſo o't wiederbolet hat? Das sen ferpe! Biel lieber will ich mich in tretfter Demuth vor dir wiederwerten und deine heilige Straierung verebren. D Herr, du bift gerecht in alles deinen Begen! Ich tekenne cor deinem Ungefichte. daß ich alles, was ich leide, und noch weit mehr verdient habe. Blos Süre ist es, wenn es nicht gar mit mir aus ist. Unverdiente( Süte ift es, wenn du mich wegen meiner @inden mit zeitlichen Plagen und nicht mit dem ew'gen Berderben beimfuchef. Gerechter Richtes! ich unterwerfe mich deinem Gillen. Aber auch in deinem Ernste verehre ich bich als meinen barmherzigen als meinen in Chrifto Jesu verföhrten Sater. I wß. daß eine beiligen Absichten alein auf meine ganze( Black eligkeit abzielen. Auch meine gegenwärtige Teibfal soll zu meinem Beffen dienen. foll mich die Felgen meiner Vergebungen empfinden lassen: fie foul eie Biebe der Welt nnd ihre Etelteit in meinem Herzen vermindern; fie fell mich antreiben, dich, mein Gott, ouchen; dich zu leben, dich zu fürchten, bir zu vertrauen, un mein ganzes Leben, zu meiner wahren Seligkeit, nur nad deinem illen einzurichten. O herr! laß otele gefeg nete Eatzwecke an mir erreichet werden, und erfreue mich wieder, zu rechter 32 t, mit deiner nästgen Halle! Du erböreft, du rette alle die did in kindl ch m Vertrauen in der Ness . Du wirft auch mir helten, ween meine Stunde tommt Piele ich in Demuth und Selaffenheit von deiner Weish erwarten. Laß unterseffen deine Kraft in meiner Schwachht mächtig fetm. Unter beinem Schuß, mit Hülfe deiner göttl den Liebe kann ich alles ertragen. Ich will auch gern all ertragen, elles ausstehen und erdulden, was du mir auf geft. Stärke du nur meine Ge. Buld und meine Hoffnung auf deine gnäsige pülfe. Die Tage meiner Tribsal werden ein Ende haben. Ja endlich Sle 24 Gebet eines Kranten. 25 wird die Stnnde rrscheinen, die selige Stuude, da all mein Kam mer und Schmerz anf einmal verschwinden wird, da ich aus dies sen Hütten des Elends in das Land der Freiheit, des Friedens und der Freude Binüber gehen werde. Dann wird mein Trübfal die zeitlich und leicht ist, eine ewige und über alle Maaße wichtige Herrlichkeit schaffen! Was betrübst du dich denu meine Seele und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch banken, ewig danken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist! Amen. Gebet eines Kranken. Herr, allmächtiger Gott! Schöpfer Himmele und ber Erdent ber bu das Leben, die Gesundheit und jeden andern Eegen giebst aber auch wieder nimmst, wenn es dir gefällt lehre mich erkens nen, daß alles, was mir begegnet, von beiner Hand kommt, daß mit ich bei allen Leitungen deiner gnädigen Borschung nur auf dich sehen, und sie mir zu deiner, als ihres Urhebers Ehre, zn Nute machen möge. Du hast mich jetzt mit einer Krankheit heimgesucht, von der ich nicht weiß, was sie für Folgen für mich haben kann. Ich nehme indessen meine einzige Zuflucht zu dir, und bitte sich um deinen väterlichen Beistand. Erleichtere meine Schmerzen, befreie mich, wenn es dein heiliger Bille ist, bald wieder davon; verleihe mir aber vernehmlich die Guade, daß ich biese Krankheit, wenu fie länger anhalten sollte, nicht nur mit Geduld und Gelassenheit ertragen, sondern sich zu meiner Heiligung anwenden möge. Gib, daß ich dadur had auf die Absicht, die bei die werde damit sie auch an mir erreichet werde ung hast, merke, meine Sünde, so laß sie meine Seele frig ermuntern. die Sie eine Strafe für Sanden, deren ich mich in meinem bisher en Verhalten schuldig weiß, zu erkennen. sie aufrichtig zu bereuen, und dir künftig in wahrer Heiligkeit und rechtschaffener Verechtigkeit zu dienen. Laß mich in keiner andern Absicht mein Leben lieben, als dis gefallen, und meine Seele zu erretten. diesem Endzivec leben soll, so schenke mir ben Gennß meiWenn ich zu b 26 Geret Bei beftigre uab anbaliesber Krankheit. net vorigen Gesundheit uns Stärke wieder, und die Gnade fle auch alsdann zu diesen Gupzweck anzuwenden. Soll aber ber Lod das Ende meiner gegenwärtigen Krankheit sein, so gib, daß in diefs28 elt als ein rechtichaffener Chrift verlassen möge! Gib, daß ich sie verlaffen wudge mit einer ungeheuchelten Bereuung aller meiner Begehungen und Sünden, mit einem feften Vertramin auf meinen göttlichen Erlöser Jesum Christum, mit eis ner erfreulichen Erwartung der mir burch ihn erworbenen ewis gen Seligkeit und mit einer willigen Ergebung meiner Seele in beine Hände, als in die trenen Hände meines Schöpfers, und barmherzigen himmlischen Baters! Erhöre mich, o Gott! um Chrifti willen! Amen." Gebet bei heftiger und anhaltender Krankheit. eiliger, aber auch barmherziger Gott: der du die, Menschen nicht von Herzen plageft, auch verheißen haft, die zu erretten, welche sich in ihrer Noth anrufen: ich komme jest, ba beine Hand schwer auf mir liegt, und beine Pfeile tief in mich gedrungen sind, mit meinem Gebet ver bich, und bitte dich bemüths licy, versage mir in diefer heftigen und anhaltenden Krankheit, beine Hülfe und deinen Beistand nicht! Eci mir gnädia, o Gott, benn ich bin schwach, beile mich, benn meine Gebeine fino ora schrocken, hilf mir um eciner Güte willen! Siehe an meinen Jammer, un bir mein Glend zu Herzen gehen! Bon bir allein Hülfe ammen; wenn dy willst, kannst du mit wohl helfen, meiken linser, und mich wieder gefund machen. Ich befert war, up ich noch weniger leide, als bich rerdient habe, und ich es. deiner Güte allein zu danken habe, weun es noch nicht aus mit mir ist. Je weigere auch ei ner Züchtigung mich neht, mits bin nicht ungeduloig über, eine Strafe; denn ich weiß baß du meine Besserung und Heilisung dabei zur Absicht haft. Indeffen wage ich es dennoch, beine arms herzigkeit anzuflehn, daß nicht nach meinen Uebertretungen und Sünden, sondern nach beiner Güte mit mir handeln, und mi nicht in beinem Zorn, sondern mit Maas züchtigen wollest. Befrei: Gebet nach der Genesung von einer Krankheit. 27 mich, wenn rs beiner Weisheit gemäß ist, bald wieder von allen meinen Schmerzen. bie ich jetzt so empfindlich leide. Segue bies jenigen Mittel, welche ich in dieser Absicht gebrauche. In allem aber, was du auch über mich beschlossen hast, gib, daß ich mch beinem heiligen und weisen Willen, mit einer gänzlichen Ergebung in denselben, und mit einem völligen Bertrauen, daß du Herr alles wohl mit mir machen werdest, unterwerfe. Erhalte mis ben Glauben an beine alles regierende Vorsehung, und laß auch diese schmerzhafte Krankheit dazu dienen, mich in demselben zu stärken! Gib, daß ich auch in dieser Aufechtung bewährt von dr möge erfunden werden, damit ich bie Krone bes Lebens ema pfahe, die du verheißen bast denen, die dich lieb haben! Gewäh re mir metne demüthige Bitte, ich flehe darum um Jesu Christi meines Heilaubes willen! Amen. Gebet nach der Genesung von einer Krankheit. Gott, von unendlicher Erbarmung, ber du gnädig bist allen, die auf dich trauen! Auch ich weiß es jetzt aus eigner Erfah rung, daß du mit seiner Hülfe nahe bist denen, bie bich mis Ernst darum anrufen; bena da ich in meiner Noth zm bir rief. da erhörtest du mich, und halfst mir wieder von meiner Kranks heit, so, daß ich dich jest mit fröhlichem Herzen dafür preisen fann. Lobe denn, meine Seele den Herrn und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat! der mein Leben vom Tod errettet und mich frönct mit Gnabe und Barmherzigkeit! mein Herz durch diese neue Wohlthat so gerührt mü vich to nie wies der wagte, eine so außero ben hinzuthuft, zu ißbrauchen, sone o zu deiner Verherre Onl dern jeden Tag, den du Gott, zu meinen einer treuen Beobachtung deiner Gesebe, lichung anwende! Ich bin nun wieder gesen. Möchte ich mich doch auch von nus an fleißig hüten, ich nicht wider dich sündige, damit mir nicht noch etwas geres wiberfahre. Lak die öftere Erinnerung der Umständin welchen ich mich befuus den habe, einen so starken Eindruck auf mein Gemüthe machen. daß ich alles dasjenige sorgfältig vermeide, was mich von neuem 62 28 Gebet eines Sterbenden. werfen, und in Gefahr des Todes bringen konnte. Gib daß ich in Erfüllung aller meiner Pflichten emsig und treu sey und mit allem Grnst für meine Seele sorge. Du scherfft mir nux Zeit zur Besserung; gib mir denn auch ein Herz, das sich zu bessern bemühet sey. Lehre mich bedenken, daß ich nicht unr sterben muß, sondern auch plöglich sterben kann, und daß. wenn es nicht diese Krankheit gewesen, es vielleicht eine andere fein wird, die meinem Leben hier auf Erden ein Ende macht, damit ich bei Zeiten das thue, was ich sterbend wünsche gethan zu has ben. Laß keine Sünde über mich berrschen. keine Versuchung mich überwinden, oder mich auf die theuren Pflichten, die ich dir und meinem Erlöser schuldig bin, unachtsam machen. Wirke in mir nicht nur das Wollen, sondern auch das Vollbringen des Guten nach deinem Wohlgefallen. Mache mich mit jedem Tage zu deinem ewigen himmlischen Reiche geschickter, und wenn du mich endlich von dem Leibe dieses Todes erlösen wirst, so führe. meine Seele in das bessere Leben ein, wo kein Schmerz und kein Tod mehr sein wird. Amen. Gebet eines Sterbenden. Gnädiger und barmherziger Gott! da es dir als dem Herrn Aber Leben und Tod gefällig zu sein scheint, mich aas dieser Belt abzufordern; so danke ich dir in der tiefsten Demuth metnes Herzens, für deine unzähliche geißliche und leibliche Wohlthaten, die dn mir in meinem ganzen Leben so väterlich erzeigt hast, und bitte dish inbrünstig, du wollest mich auch bei meinem Uebergana e Ewigkeit nicht verlassen, noch verläumen. Wende oliy, Ba einer Barmherzigkeit zu mir! Siche an meinen Jemn miny, und vergib mir alle meine Sünden. Erleichtert mit meine Leisen, und verkürze mir die Schmerzen des Tobes. Erhalte mich bei dem wahren beständigen Vertrauen auf vas blutige Verdienst deines lieben Sohues meines göttlichen Mittle, Jesu Christi! Laß deinen freudigen Geist, den rechten Eröft, in meinem Herzen bleiben, daß er alle Furcht, Bekümmerniß, uld, Seelenangst und Anfechtung von mir treibe, nud mir das Zeugniß gebe, daß ich um Christi Gebet nach der Geassang on einer Krankeit, 29 willen in deiner Gnade stehe und vor nichts erschrecken dürfe Laß mich mein Leben selig beschließen. In deine Hände befchle ich meinen Geist. Du hast ihn erlöset, Herr, du treuer Gott. Ach, Herr Jesu, auf dich grünce fich mein ganzes Vertrauen. Du wirst mich auch in meiner Todesstunde nicht verlassen. In bir allein babe ich die Gerechtigkeit gefunden, die vor Gott gilt. Durch dein Blut bin ich rein von allen Sünden, und völlig ges wiß, daß auch der Tod mich nicht von dir scheiden wird. Hilf mir durch deine Gnade, wenn meine schwache Natur davor erzite tern will, und gib mir Lust abzuscheiden und bei dir in der Ges ligkeit zu sein, die du mir so theuer erworben haft. Ach, Gott beiliger Geist, verlaß mich nicht in dieser lezten Noth. Hilf meiner Schwachheit auf und vertritt mich mit unaussprechlichen Seufzern. Verkläre meinen Heiland in meiner Seele, und brine ge mich vom Glauben zum Sauen. Dreieiniger Gott, dir ber fehle ich mich mit Leib und Seele, bie du erschaffen, die du ers löset, die du gebeiliget haft, und tie alfs dir allein gebören, de müthig und glaubig. Herr, laß mich, deinen Diener( deine Dies neriu) in Frieden fahren; nimm meinen Geit in deine Hände und erwecke und verkläre dereinst auch meinen Leib zum ewigen Leben, wie du verheißen hast. Erhöre mich um Chrifti willen, Amen. Gebet der Umslehenden für einen Sterbenden. Barmherziger Gott und Vater! der du den deinen Händen haft! Tullt. rufen und verheißest uns Erhörung und de. wir auch jest in tiefster Demuth vor dem heiligstes Angesicht, und bitten dich für diese franke Bersen die in ihrer äußersten Schwachheit und Noth, außer dir, irem mächtigen Schöpfer, niemand hat, der ihr helfen kann. Wir bitten sich in dem Nas men Jesu Christi, in wabrem Glauben auf deine theure Verbeis fung. Eei ihr um Chrifti willen giudig und barmherzig! Vers gib ihr alle begangene Sünden! Heilige und stärke sie mit der Kraft deines heiligen Geistes! Laß sie nicht über ihr Vermögen eben tu in de Sloth ansDarem treten 30 Gebet bez Kastehenden für einen Sterbenden. versucht werden, sondern laß auch diese ihre letzten Leiden ein gnädiges Ende gewinnen! Sey du durch deine Kraft in ihrer Schwachheit mächtig! Ludre und verkürze ihre Angst und Schmergen! Tröfte sie, du kräftiger Tröster: Hilf ihr, du starker NotbHelfer! Beruhige ihre Seele und erquicke sie mit ter gewissen Hoffnung der ewigen Seligkeit Göttlicher Erlöser, Herr Jesu. wir bitten sich um deiner ewigen Liebe und um deines bittern Leidens und Sterbens willen erbarme dich auch jezt über diese sterbende Perspit! wie du fie in ihrem Leben durch die kräftige Wirkung deines Geistes zu dir gezogen, und ihr Herz nach dir and deinem Heil gelenket bast; so siehe nun auch ihre Seele aus der einfallenden Hütte ihres Leibes zu dir, daß sie bald mit Freuden von der Erde in den Himmel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Unruhe zu der Ruhe, aus der Finsterniß in bas licht, aus allem Jammer in die Herrlichkeit, ja aus dem Love in das Leben komme. Wenn ihre Augen trüber worden sind, so erhalte in ihrem Herzen das Licht des feligmachenden Glaubens, damit ihre Seele dich anschanen, und in dir fich erfreuen möge. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nich t mehr hören, so erquicke und tröste durch das innerliche Zusprechen bes heiligen Geistes. Wenn ihr Mund nicht mehr reden kann, so sey, Herr Jesu, ihr Fürsprecher bei deiuem und ihrem Vater, and laß auch seinen Geist in the mit unaussprechlichen Seufzern für sie bitten. Nimm, treuer Heiland! nimm thren Geist, wenn er sich nun vom Leibe scheidet, zu dir auf, und laß ihn bei dir einer ewigen und vollkommenen Ruhe genießen. Erhöre uns, o Herr, und erfülle unsere demüthige Bitte um deiner allerhöchsten giebe willen! Amen. Das Seiben und Sierben unsers Herrn Jesa Christi nach den vier Evangelisten. 1.2 8 war aber nah das Fest ter süßen Brode, das da Oftern heiße. Und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr wißet, daß nach ween Tage Ostern wird, und des Menschen Sohn wird überantwortet werden, daß er gekreuziget werde. Da versammelten sich die Behenpriester und Schriftgelehrten und de Aelteßten im Volk, in dem Ballast des Hobenpriesters. ber da heißet Caiphas, und hielten einen Rath, wie sie Jesum mit 2it griffen und tödeten: denn sie furchten sich vor dem Volfe. Sie sprachen aber; Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruht werde im Volk. 2. Und da nun Jesus war zu Bethanien im Hause Simonis, des Aussäßigen, trat zu ihm ein Weib, das hatte ein Glas mit unverfälschtem, föstlichem Nardenwasser; und sie zerbrach das Glas, und goß es auf sein Haupt, da er zu Tiſhe saß. Da aber das die Sänger sahen, wi und sprachen: Was soll doch diefe e unwillig Weönnte verkauft haas Wasser meßt, denn um diunderten Ben, und dasselbige en Armen gebe und fie murrten über fie. Dar aber Jesus das merkte, sp der zu ihnen: Kafe fetie zufrieden was bekümmert ihr das Weib, sie hat ein gu the Werk an mir gethan. Ihr habtllezeit Arme bei euch; und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gues than: mich aber habt the nicht allezeit, sie hat gethan, we founte. Denn daß sie dies Wasser auf meinen Leib gegoffen, damit ist sie zuvor kommen, 32 fterie vom Leiden Chrifi. meiner Leichnam zu falben, zu meinem Begräbnis. Wahrlich, ich sage euch, wo dies Evangelium gepredigt wird in aller Welt, ba wird man auch sagen zu ihrem Gedächtniß, was sie ist ges than hat. Es war aber der Satanas gefahren in den Judas, genannt Isharioth, der war aus der Zahl der Zwölfen, und er ging hin and redete mit den Hoheupriestern und den Hauptleuten, daß er ihn verrieth und sprach: was wollt ihr mir geben, ich will ihn euch verrathen. Da sie das hörten, wurden sie froh, und biten ihm dreißig Silberlinge, und er verspre fich. Und von den an fuchte er Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. Aber am ersten Tage der süßen Brode, auf welchen man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Sesu und sprachen zu ihm wo willst du, daß wir hingehen und dir bes reiten das Osterlamm zu essen? Und er fandte Petrum und Johannem, und sprach: Gehet hin in die Stadt, sehrt, wenn ihr hinein kommt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug, folgi ihm nach in das Haus, da er hineingehe, und faget zu dem Hauswirth: Der Meister lißt dir fas gen: Meine Zeit ist herbeikommen, ich will bet dir die Ostern halten. Wo ist das Gasthaus, darin ich das Osterlamm effen möge mit meinen Jüngern? Und er wird einen großen gepflasterten Saalen, daselbst bereitet es. Cie gingen bin, und fanden er en gesagt hatte, und bereiteten das Ofterlamm. Und am Abend an er und setzte sich zu Tische mit den wölf Aposteln. Under sprach zu ihuen: Mich hat herzlich ver langt das Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch daß ich binfort nicht mehr davon effen werde, bis daß erfüllet werse im Reiche Gottes. Und er nahm den Kels, bankete, und sprach: Nehmet denselben, und theilet Hiftorie vom riten Chrifti. ihn unter euch: denn ich sage euch: ich werde nicht trinken von bem Gewächs des einstocks, bis das Reich Gottes komme, bie an den Tag, da ichs weu triufen werde mit euch in meines Daters Reich. 3. Und intent fie aßen, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm der Herr Jesus das Brod, dankete, und brachs, nnd gabs den Jüngern, und sprach: Nehmet, effet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. DAS Deffelbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abend. mahl, dankete, gab ihuen den und sprach: Trinket alle dar aus; dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, für euch und für viele vergossen wird zur Bergebung der Süu den Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß Ilnd sie tranfen alle daraus. 5. Vor dem Feste aber der Ostern, das ist, auf denselbigen Abend, da Jesus erkennete, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ging zum Bater; wie er hatte geliebt die Seiuen, so liebte er sie bis aus Ende. Und nach dem Abendessen, da schon Judas Ischarioth ins Herz gegeben, daß er Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in und daß er von Gott kommen war und z vom Abendmahl auf, legte seine Kleider Schurz und umgürtete sich; darnach anfer Wasser in einen Becken, hub au den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war eufel hatte dent verrieth; wußte eine Hände gegeben Gott ging, stand er und nahm einen .65 " Forie vom Leiben Chrifti. Da kam er zu Simon Petro. und derfelbe sprach zu ihm Herr solltest du mir die Füße waschen Jesus antwortete uus sprach zu ihm; was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirsts aber hernach erfahren, Da sprach Betrus zu ihm: nimmermehr sollst du mir die Füße waschen Jesus antwortete ihm: werde ich sich nicht was Spricht zu ihm Simon fchen, so hast du keinen Cheil mit mir. Petrus: Herr nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt: Spricht Jesus zu ihm: wer abgewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein, und ihr seyd rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Bersäther wohl, darum sprach er: ihr seys nicht alle rein. 6. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleis der, und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zn ihnen: wiffet ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißt mich Meister and Herr, and saget recht daran, denn ich bins auch. So ich nun, euer Meister und Herr, euch die Füße gewaschen habe, sollt Ein Beispiel ihr euch auch untereinander die Füße waschen. babe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wabrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größet denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wiffet, felig seyd ihr so ihrs thut. Nicht sage ich von allen: ich weiß welche ich erwählt habe fondern daß die Echrift erfüllt werde. Der mein Brod isset, det tritt mich mit Füßen, jept sage ichs euch: ehe dann es geschieht, auf daß, wenn es geschehen ist, ihr glaubet daß ichs bin. Wahr lich, wahrlich, ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich jemand sen den merde, demunt mich auf. Wer aber mich aufnimmt. bet nim auf, er mies gesandt hat. 7. Da Jesus solches gesagt hatte, ward er beträbt fm Gets ste, and igengete und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage Historie bom teiden Chrißi. 35 euch, einer unter euch, der mit mhir iffet, der wird mich verra then. Siehe, die Hand meines Verräthers ist mit mir über Tische. Und die Jünger wurden sehr traurig, sahen sich unter einander an und war ihnen bange, von welchem er redete. Und fie singen an zu fragen unter sich selbst: welcher es doch wäre nnter ihnen, der das thun würde? und sagten zu ihm einer nach dem andern: Herr, bin ichs? und der andere, bin ichs? er ant= wortete und sprach: Einer aus den Zwölfea, der mit mir in die Schüffel tauchet, der wird mich verrathen. Sohn gebt zwar dahin, wie von ihm beschloffen und geschrieben Des Menschen ist, doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verrathen wird! Es wäre ihm besser, daß derselbig. Mensch noch nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ichs, Rabbi? er sprach zu ihm: Du sagsts. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß an der Brust Jefu, welchen Jesus lieb hatte, dem winkte Sis mon Petrs, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er fagte, denn derfelbe lag an der Brust Jesu, und sprach zu ihm: Herr wer ists? Jesus antwortete: Der ists, dem ich den Biffen eintauche und gebe. Und er tanchte den Biffen ein und gab ihn Juda Eimonis Ischarioth. Und nach dem Biffen fuhr der Satan in iht. Da sprach Jesus zu ihm: was du thust, das thue bald. Daffelbe wußte niemand über Tische; wozu ers ihm sagte. Etliche meinten, dieweil Judas den Biutel hätte, Jesus spräche zu ihm: Kauf was uns noth thut aufs Fest; oder daß er den Armen etwas gäbe. Da er nun den Biffen genommen hatte, ging er alsbald hinaus, und es ward Nacht. Da aber Judas hinausgegangen wa unter ihnen, welcher von ihnen sollte fi den Größesten gehlte erhabsich ein Bantz sen werden. Er aber sprach zu ihnen die weligen Könige Berrschen, und die Gewaltigen heißt mas guä di IHrchen Hel 66 38 piterie som idea Chrifti. gnädigen Herrn. Ihr aber nicht also, sondern der Größeste une ter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denu welcher ist der Größeste, der am Tische sigt. oder der va dient? Ifts nicht also. der zu Tiste sigt? Ich bin aber mitten unter euch wie ein Diener. Ihr aber sends, die ihr bei mir beharret habt in meinen Anfechtungen, und iss will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater besdieren hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tische in meinem Reiche, und sizen auf Stühlen uub richten die zwölf Geschlechs ter Israel. Da sprach Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verflåret, und Gott ist verkläret in ihm: Ist Gott verkläret in ihm, fo wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst, und wird ihu bald serklären. Lieben Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch The werdet mich suces, und wie ich zu den Juden sagte, wo ich hingehe. da könnet ihr nicht hinkommen. Und sage euch nan, ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß auch ihr einander licb habet. Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger feyd, so ihr Liebe unter einander habet: A Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo geht da hint Jefus antmantete da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen, aber dni hernachmals folgen. Petrus spricht in ihm: Herr. mart Fanny die auf diesmal nicht folgen, ich will mein Leben ei dir laffen. Jesus antwertete ihm: Soll test du bein Leben bei ir laffen? Simon, Simon, fiehe der Satanas hat eurer begeliet, daß er euch möchte sichten wie den Waizen, ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre. und wenn duch dermaleinst bekehrest, so stärke deine Brüder. Er aber sprad, zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit sie ins Gefängniß und ia den Eos zu gehen. Siforie vom Seiben Chrifti. 37 Er aber sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir Petro der Habn wird heute nicht krähen, ehe denn du breimal verläugnet hast, daß du mich kennest. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Bentel, ohne Taschen und ohne Schuh, habt ihr auch je Mangel gehabt? Ste sprachen: Nie keinen. Da sprach er zu ihnen; Aber nun. wer feinen Bentel hat, der nehme ihn, deffelbigen gleichen auch die Tasche. Wer aber nicht hat, der verkaufe fein Kleid, und kaufe ein Schwerdt. Denn ich sage euch: es muß auch das vollendet werden an mir, das geschrieben steht: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr siehe, hier sind zwei Schwerdier. Gr aber sprach zu ihnen: es ist genug. 10. Und da sie den Lebgesang gesprochen hatten, ging Jefus hins aus nach seiner Gewohnheit über den Bach Kidron, an den Delberg Es folgten ihm aber feine Sünger nach. Da sprach er zu ihnen: In dieser Nacht werset ihr euch alle an mir ärs gern. Denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schblas gen, und die Schaafe der Heerden werden sich zerstreuen. Wenn ich aber aufstehe, will ich für euch hingehen in Galiläam. Pes trus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie sich auch alle an dir ärgern, so will ich mich beach uimmermehr au dir ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich ich sage dir: Heute in dieser Nacht, ehe der Hahu zweimal fräht, wirst du mich dreimal vers läugnen. Er redete aber noch weiter: Ja, wenn ich mit die sterben müßte. wollte ich dich nicht gleichen fagten auch alle Junger. Läunen. Denebigen Da lam Jesus mit ihnen zu einem sofe, der hieß Geth semane, da war ein Garten, darin ging Jesus und seine Jünger; Judas aber, der ihn verriety denn Jesus versammelte sich oft bafell wußte den Ort auch, ga sprach Jesus zu ihneu: feßt euc hie, auf daß ich dost mit seinen Jüngern. bingehe und bete. Und er nahm zu sich Petrum und Jaco$ 6 18 Şiftacie vom Celben Chrift. bum, nnd Johannem, die zween Söhne Zebedät, und fing zu trauren, und zu zitteru, und zu zagen, und sprach zu ihnen meine Seele ist betrübt bis in den Tod, bleibt hie, wachel m mir und betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. 21. Und er tiß sich son ihnen bei einem Steinwurf, und niecte nieter, fiel auf sein Angesicht auf die Erde und betete: daß, so es möglich wäre die Stunde vorüber ginge, und sprach: Abba, mein Vater! Es ist dir alles möglich. Ueherhebe mich dieses Kelchs! doch nicht, was ich will, sondern was du willst. Und er kam zu seinen Singern. und fand sie schlafend, and er sprach zu Petro: Simon schläfst da? vermöchtest du nicht cine Stunde mit mir zu wachen? achet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig aber das Fleisch ist schwach. Zum andernmal ging er aber hin, betete and sprach: Mein Bater. ists nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke the denn, so geschehe rein Wilfe. Und er kam und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafe, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie, und ging abermals hin und betete zum drittenmale dieselbigen Morte und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir: boh nicht mein Wille sondern dein Wille geschehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, und stärkte n. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und betete befti wo aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf Grie. 18.rain BA Und er stund auf scom Gebet, und kam zu seinen Ihngern, and and te schafend vor Traurigkeit, und sprach 39 Historie som Brisea Cheifti. ju ißnen: Ach! wollt the nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr es ist genug. Seht die Stunde ist kommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände. Steht auf, und fast uns gehen; siehe, der mich verräth, ist nahe. Betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und alsbalb, da er noch rekete, stehe, Judas der Smölfen eis ner, da er nun hatte za sich genommen die Schaar und die Dies ner der Hohenpriester und Pharisäer, die Aeltesten und Schrifts gelehrten, ging er zuvor der Schaar, und kommt dahin mit Fackeln, Lampen und Schwertern und mit Stangen. Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben, und gesagt welchen ich küssen werde, der ists, den greifet und führt ihn gewiß. Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: wen suchet ihr? Sie antwortes ten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bins. Judas aber, der ihn verrieth, stund auch bel ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins. wichen sie urück, und fielen zu Boden. Da fragte er fie abermal, wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth Iesus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß ichs sey. Suchet ihr denn mich, so lase fet biese gehen! Auf daß das Wort erfüllet würde, welches et sagte: ich habe der keinen verloren, die du mir gegeben haft. 20. Und Judas nahete sich zu Jesu, tyzu küssen, und alsbald trat er zu ihm und sprach: Eegrüßt Syst du Rabbi! und küßte ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Me a Freund, warum bist du kommen? Juda, verräthst du des Menschen Sohn mit einem Kuß Da traten sie hinzu, und die Hände an Jesum, und griffen ihu. Siforte vom Litden Chrift. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwerdt drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwerdt, und zog es aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm fein recht Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Jeins aber antwortete uno sprach: Lasset sie toch so ferner machen. Und sprach zu Betro: Stecke dein Schwert in die Scheide, denn wer Fas Schwerdt nimmt, der soll durchs Schwerdt umkommen. Ober meinst du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschicke mehr den zwölf Legionen Engel Soll ich den Relch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber sie Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Uud er rührte sein Ohr, und heilte ihn. 40 Zu der Stunde sprach Jefus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Seltesten, die über ihn ges kommen waren: Ihr seyd als zu einem Mörder, mit Schwertern und mit Etangen ausgegangen, mich zu fangen, bin ich doch täglich gesessen bei euch, und habe gelehret im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich geleget. Aber dies iff eure Stunde, und die Macht der Finsternis, auf daß erfüllet würde die Schrift der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger. und flohen. Und es war ein Jängling, der folgte ihm nach, der war mit Feinwand bekleidet auf der bloßen Haut, und die Jünglinge griffen ihn; er aber ließ den Leinwand fahreu nnd flohe bles von ihnen. 15 Die Schaar aber und der Oberhauptmann, und die Diener ber Juben nahmen Sesum und banden ihu, und führten ihn var Kaiphas Schwager, welcher des Jahres Hoherpriester war Es war aber Kaiphas, der den aufs erste zu Hannas, der iftorie vom Set`en Chrifli. 41 Ka phas, der den Juden rieth: Es wäre gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. and fie führten ihn zu dem Hohenpriester Ralphas,[ bas ist zum Fürsten der Priester, bahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und Keltesten sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgte Jesu von ferne, und ein anderer Jünger bis an den Pallaft des Hohenpriesters. Derjenie Jünger war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jes: hinein in des Hohenpriesters Ballast; Petrus aber standdraußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekaont war, hinaus und revete mit der Thürfteherin, und führte Petrum hinein. Es ftanden aber die Knechte und Diener, und hatten ein Kohlfener gemacht denieden mitten im Pallast: denn es war falt, und wärmten fich. Petrus aber stand bei ihnen und wärmte fich, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürhüterin, sabe Petrum bei dem Lichte, da er sich wärmte, und fah eben auf ihn, und sprach: und du warst auch mit Jesu von Galiläa, bist du nicht auch dieser Menschen Jünger einer Er läugnete aber vor allen und sprach: Weib, ich bins nicht, ich kenne sein nicht, ich weiß auch nicht, was su fageft. 16. Aber der Hohepriester fragte Jesum um feine Jünger, and um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich babe frei öffe ges tedet vor der Welt, ich habe allezsit geichrt in der Schule, uns in dem Tempel, da alle Juden zusamen kommen, und habe nichts im Winkel aeredt. as fragt du mich darum Frage die basum, die gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe Eiche, diefelbigen wissen, was ich gegt habe. Siehe, siefelbig wissen, was ich gesagt habe. Alt er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei anden, am einen Backenstreich. und sprach: Solltest du dem Hohenriester also antworten? Jesus antwortete; Habe ich übel( predst, so beweise es, 42 $ iferie som feiten Chrit!. daß es unrecht sey. Habe ich aber echt gerest, was schlägt du mich Und Hinuas hatte ihn gebunden gestadt zu dem Hohens priester Caiphas. 1.7. Simon Petrus aber stand und wärmete sich. Und über eine Fleine Weile, nach dem ersten Berlßugnen, als er hinaus ging nach dem Vorhof, Frähete der Hahn, und eine andere Mags sab ihn, und hob abermal an zu denen die dabei stunden: Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Du bist auch der einer. Und er längnete abermal, und schwur dazu und sprach: Mensch, i bins nicht und kenne auch des Menschen nicht. Uns über eine kleine Weile, bei einer Sturbe, bekräftigets ein anderer mit denen, bie da stunden, und sprach: Wahrlich, Du bist auch der einer; benn du bist ein Galiläer, beun beine Sprache verräth dich. Spricht des Hohenpriesters necht, ziu Gefreundter des, bem Petrus das Ohr abgehauca batte: Cab ich die nicht im Gar ten bei ihm? Da fing er an sich zu verfluchen, und zu schwe res: Ich kenne des Menschen nicht, von dem ihr jaget. Und alsbaldt, da er noch redete, chete der Hahn zum ans bermal. Und der Herr wandte fich, une sahe Pctrum an. Da gedachte Petrus an die Worte Jesu: als er zu ihm gesagt hatte: The Ser Hahn zweimal fräbet, wirst du mich dreimal verläugnez und ging hinaus und weinete bitterlich. ( 8. Die Hohenpriester aber, und bie elteen, und der ganze Rath suchten falsche 3 guiffe wider Jesum, auf daß sie ihn zu Lode hülfen, und fan feines, wiewohl viel falscher Zeuge herzutraten, denn ihres Beugnisfe stimmten noch nicht überein Hiftorie som teiben. Christ 43 Bulegt stunden auf, und traten herzu zween falsche Seugen, und gaben falsch Zeugniß wiber ihn, und sprachen: Wir haben geböret: daß er sagte: I fann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, und in dreyen Togen will ich einen anderu bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Und ihr Zeugniß ftimmete noch nicht überein. Und der Hohepriester stand auf unter fte, und fragte Sesum, und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille, une antwortete nichts. Da fragte ihn ber Hebevriester abermal, und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwöre bich bei dem lebendigen Gott, daß du uns saget, ob du seyf Chriftus, der Sohn Gottes? Jesus sprach: Du sagsts, ie bins. Doch sage ich euch: Bon nun as wird des Menschen Sohn fißen zur rechten Hand der Kraft, und kommen in den Wolfen des Himmels. Da zerrit der Hohepriester seine Kleider, und sprach: Er hat uns geläftert, was bebürfen wir weiter Zeugnis Eiehe jetzt haben wir seine Gotteslästerung gehört; was dunket euch; Sie aber serdammten ihn alle, und sprachen: Ge ist des Lodes schuldig. 19. Die Männer aber, ste Jesum hieltes, verspotteten ihn and fehlugen ihn mit Fäuften. Etliche aber verdeckten ihn und schlugen ihm ins Gefit, besonders die Knechte, und sprachen: weisfage uns, Chrifti, wer ifts, der bich schlug? Und sie. Undere Lästerung fagten sie wides ihn Des Morgens aber versammelten sich die Hohenpriester, Schrifte gelehrten und die Meltesten des Volks, us der ganze Nath, und hielten Rath über Jesum, daß sie ihm zum Tode hälfen, und fährten ihn hinauf vor ihren Rath unsachen: bist du Christus fage uns? Er sprach: Sage ichs en so glaubet ihr nicht. Grage ich aber se antwortet ihr nicht, un laffet mich dennoch nicht forie vom Beiden Christi. Ios. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sizen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr sagts benn i bins. Cie aber sprachen: was bürfen wir weiter Zeugs niß? Wir habens selbst gehört aus feinem Munde. 20. Und der ganze Hanfe stund auf und Bunden Jesum, führten hn von Caiphas vor das Richthaus, und überantworteten ihn bem Landpfleger Pontio Pilato, und es war noch frühe. Da das Judas sabe, der ihn verrathen hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn, und beschte wieder die breißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Weltesten und sprach: ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen aber: Was gehet uns das an? da fiehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon, und ers henkte fi felbst, und ist mitten entzwei geborsten, und sein Ein geweide ausgeschüttet. Aber die Hokenpriester nahmen sie Gilberlinge, und spras Cen: 8 taugt nicht, daß wis Se is den Gotteekasten legem denn es ist Blutgels. hielten aber einen Rath, was Fauften um die Silberlinge, um den Lohn ter Ungerechtigkeit, eines Töpfers Acker zum Be gräbniß der Pilger. nd es ist fund worden allen, die zu Je rusalem wohuten, also, baß derselbige acker genennet wird auf thre Eprache Ackelbame, das is, ein lutacker, bis auf den heus tigen Tag. Da ist erfitilet, des gesagt ist durch den Propheten Jeremiam, der da spricht: Sie haben genommen dreißig Silber linge. damit bezahlet der Verkaufte, welchen sie kauften vor den Kindern Ifrasl; ud haben sie gegeben um eines Töpfers acer, als mir der Her befohlen hat. Histerie vom tiden Chrißt. 45 21. Sie Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nit unrein würden, sondern die Ostern effen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus, und sprach: Was bringet ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten aber und spra chen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten bir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So neh met ihr ihn hin, und richtet ihn nach eurem Geseß. Da spras chen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand tödten. Auf daß erfüllet würde das Wort Sesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes ergsterben würde. 22. Da fingen an die Hohenpriester und die Weltesten ihn hart zu verklagen und sprachen: Diesen singen wir, daß er das Wolf abwendet, und verbeut den Schoß dem Katser zu geben, und spricht: Er sey Christus, ein König. Da ging, Pilatus wied hinein in das Richthaus und rief Jesu und fragte ihn udn sprach: Bist du der Juden König? Jesus stund vor ihm und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder habens dir andere von mir gefaget Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude Dein Bolk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet: was hast du gethan Jesus antwortete: Mein Neich ist nicht von dieser Welt: wäre mein Neich von dieser Welt, meine Diener würden drob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König Jesus antwortete: du sagsts. Ich bin je ein König: ich bin dazu geboren, und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er wieder heraus zu den Juden, und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Und da er verklaget ward von Hohepriestern und Aeltesten, antwortete er nichts. Bildus aber fragte ihn Historie vom Leiben Chrifti. abermal und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sle dich verklagen; hörest du nichts) Uad er antwortete ihn nicht auf ein Wort mehr, also daß sich auch der Landpfleger sehr vers wunderte. Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erres get damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hie her. Da aber Pilatus Galiläa hörte, fragte er, ob er aus Ga liläa wäre? Und als er es vernahm, daß er uuter Herodes Obrigkeit war, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. 23. Da aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst geine gefehn, denn er hatte viel von ihm gehört, und boffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpries ster aber und Schriftgelehrten stunden and verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgesinde verlachte und verspotteten. ihn, legte ihm ein weißes Kleid an, und fandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Frennde mit einander; denn zuvor waren sie einander feind. 24. Pilatus cber rief tie Hohenpriester, und die Obersten, und das Volk zusammen, und sprach zu ihnen: Shr habt diesen Mens schen an mir bracht, als der das Volk abwende; und sehet, ich habe ihn vor euch verhört, und finde an dem Menschen der Sache feine, die ihr ihn beschuldiget, Herodes auch nicht denn ich habe euch zu ihm gesandt, ind sebet, man hat nichts auf ihn bracht, das des Todes werth sey, darum will ich ihn züchtigen und loss geben. Auf das Fest abenste der Landpfleger nach Gewohnheit dem Volk einen Gesangenen loegeben, welchen sie begehre Er hatte aber in der Zeit einen Gefangenen, w. der ten. 47 Sidorie vom Leiben Chrifti. fast richtig, nämlich einen Uebelthäter und Marder, der hieß Barrabas, der mit den Auführerischen war ins Gefängniß ge= worfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt geshah, einen Mord begangen hatte. Und das Volk gieng hinauf, und bat, daß er that, wie er pfiegte. Und da fie versammelt waren, ants wortete ihnen Pilatus: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen losgebe auf Ostern, welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe Barrabam oder Jesum, den König der Jnden, den man nennet Christum? Denn er wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwer.et hatten. 25. Und da er auf dem Nichtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Ge rechten, denn ich habe heute viel gelitten im Traume um seinete wegen. Aber die Hohenpriester und Meltesten überredeten und reizten das Volk, daß fie um Barrabam bitten sollten und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger, und sprach zu ihnen: welchen wollt ihr unter diesen zwei, den ich euch soll losgeben? Da schrie der ganze Haufe, und sprach: Hinweg mit diesem and gib ins Barrabam los. Da rief Pilatus abermal zu ihuen, und wollte Jefum los laffen, und sprach: Was soll ich denn machen mit Jesu, den man Christum nennt? Sie schrieen abermal: Kreuzige, freuzige ihn. Er aber sprach zum drittenmal zu ihnen: Was hat er denn Uebels gethan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm, darum will ich ihn züchtigen und los laffen. Aber sie schrieen noch vielmehr und sprachen: Kreuzige ihn. Und fie lagen ihm an mit großem Geschrei, und forderten, daß er gekreuzigt würde; und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. 20. De nahm Pilatus Jesum und geite ihn. Die Kriegs tueshte aber des Landpflegers führten n hinein in das das Richthaus, und riefen zusammen die ganze Rotte, und zo pilorie som Leiben Chrifti. gen ihn aus, und legten ihm einen Purparmantel an, und floche ten eine Krone von Dornen, und setzten sie auf sein Haupt, und gaben ihm ein Rohr in seine reckte Hand, und beugten die Knie vor ihm, und spotteten ihn, und fingen an ihn zu grüßen, und sprachen: Gott grüße dich, lieber König der Jnden. Und schlus gen ihn ins Angesicht, und speieten ihn an, und nahmen das Rohr, und schlugen damit sein Haupt, nus fielen auf die Knie, und beteten ihn an. 27. Da ging Pilatus wieder heraus, und sprach zu ihnen: Sehet ich führe ihn herauß zu euch, daß ibr erkennet, daß ich keine Schuid an ihm finde. Also ging Jesus heraus, und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Und er sprach zu ihuen: welch ein Mensch! da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, chrieen fie, und sprachen: Kreuzige, freuzige ihn. Pilatus spricht u ihnen! Nehmet ihr ihn hin, und krenziget ihn, denn ich finde Beine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm. Wir haben tin Geseß, und nach dem Gesetze soll er sterben, denu er hat sich felbst zu Gottes Sohn gemacht. f Da Pilatus das Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr, unb gleng wieder hinein in das Richthaus, nus spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weist du nicht baß ich macht habe dich loszugeben? Jesus antwortete: du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet, der hat grös sere Sünde. Von dem au trachtete Pilatns, wie er ihn losließe. Die Juden aber rieen und sprachen: Läsfest du diesen los, fobis du des Kaifes Freund nicht; denn wer sich zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. 28. Da Bilatus bas hörte, e: Jesum heraus, und feste sich auf den Rietstuhl, anber Stälte, bie Lda heiß 49 Historie vom Leidrn Christi. set Hochpflaster, auf Hebräisch ader Gabbatha. Gs war aber er isttag in den Offern, um die sechste Stunde, Und er sprach zu den Juden: Sehet das ist euer König, Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem! Freuzige ihn. Spricht Pilatus zu ihnen! Soll ich euren König freuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Bir haben keinen König, denn den Kaiser. Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffete, sondern deß viel ein größer Getümmel ward, gedachte er dem Solk genug zu thun, und urtheilete, daß ihre Bitte ge. schäbe, nahm Wasser und wusch die Hände vor dem Bolt, und sprach: Sein Blut sey fiber uns und unsre Kinder. Da gab es ihnen Barrabam los, ver um Aufruhes und Mords willen war ins Gefängniß geworfen, um welchen fie baten, Jesum aber gegeifelt und verspottet, übergab er ihrem Billen, daß er getreuziget würde. 29. Da nahmen die Kriegsknechte Sesum, zegen ihm den Mantel aus, und zogen ihm seine Kleider an, und führe. ten ihn hin, daß fie ihn kreuzigten. Wab er traz sein Kreuz. Und indem sie hinaus gingen, fanden sie einen Menschen, ber vorüber ging, von Eyrene, mit Namen Gimon, der som Felde kam, ber ein Vater was Alexandri und Rusi, den zwangen fie, daß er ihm sein Krenz trage: und legten tas Kreuz auf ihn! daß ers Jesu nachträge. Es folgten ihm aber nach ein großer Haufe Bolks und Beiber, bie lagten und beweinten ihn. Sesus aber wandte fi um zu ihnen und sprach: She Lichter von Jerasalem, weinet nicht über mich, sondern weinet fiber euch selbst, und über eure Kinder. Denn sehet, es pird die Seit kommen, in welcher man sagen wird: Sells Find die Unfruchtbaren und die Seiber, die nicht geboren haben, und die Brüfte, die nicht gefäuget haben! denn werden sie anfahen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! am grünen Holze, was will am dde en werden. so man das thut Gs wurden aber auch hingeführe, 3ween andere Uebelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. 30 Historie vom Leiben Christi. 30. Und sie brachten ibn an die Stätte, die ba beißet auf hebräisch Golgatha, das ist verdollmetsäet, Schädelstätte, und sie gaben ihm Essig und Wein, mit Myrrhen und Galle vermischt, zu trinken, und da ers schmeckte, wolte ers nicht trinken. Und fie Ereuzigten ihn an der Stätte Golgatha, und zween Uebelthäter mit ihm, einen zur rechten, den andern jur linken Hand, Jesus aber mitten inne. Und die Schrift ist erfüllt, die da saget: Er ist unter die Uebelthäter ge rechnet. Und es war die dritte Stunde, da sie ihn kreue sigten. Jefus aber sprach: Bater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. 31. Pilatus aber schrieb eine Ueberschrift, geschrieben, was man ihm Scald gab, die Ursache seines Todes, und septe Ke auf das Kreuz oben zu seinem Haupte. Es war aber ge. ferieben: Jesus von Nazareth der Suden König. Diese Ueberschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, da Jesus gitceuziget it, war nahe bei der Stadt. Nad es war ge. schrieben auf bebräische, griechische und lateinische Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schrei. be nicht der Juden König, sondern daß er gesagt habe: ich bin der Juden König. pilatus antwortete: was ich ges schrieben habe, bas habe ich geschrieben. Die Kriegetnedhte, da fie Jefum gekreuziget hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Theile, einem jeglichen Kriegsknecht einen Shell dazu auch den Rock. Der Rock aver war umgenäht, von oben an gewürckt durch und durch. Da sprachen sie untereinander: Laßt uns den night theilen, sondern darum loofen, weß er sein soll. Auf daß erfüür würde die Schrift, die da saget: Sie haben meine Kleiber unter stagetheilt, und haben über meinen Rock das Loos geworfer! Und sie fasen allba, und hüteten fein. Solches thäten di Kriegsknechte und das Bolt stand and sabe zu. Historie vom Leiden Christi. 31 32. Es stund aber bei dem Kreuz Jesus seine Mutter, and seiver Mutter Schwester, Maria, Cleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sah, und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, sprach er zu seiner Mutter: Beib, siehe, das ist dein Sohn. Darnach ſpricht er zu dem Jünger: Siehe das ist deine Mutter. und von der Stund an nahin fie der Jünger zu sich. Die aber vorüber gingen, lästerten ihn, und schüttelten die Köpfe und sprachen: Pfui dich! wie fein zerbricht du den Tempel und bauft ihn in dreien Tagen: Hilf die sele ber. Bist du Gottes Sohn, to steig herab vom Kreuze. Desgleichen auch die Hohensticker verspotteten ihn unters einander, mit den Schriftgelehrten und Helteften samt dem Bolte, und sprachen: Er bat andern geholfen, und kann sich selber night helfen. Ik er Chrift, der König von Is rael, der Auserwählte Gottes, so helfe er sich selber, und fteige nun vom Kreuz, auf daß wir sehn und glauben ihm. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, gelüftet ihn, denn ez hat geſaget: Ich bin Gottes Soha. Daffelbige räckten ihm auch die Mörder vor, die mit ihm gekreuzigt waren, und schmäheten ihn. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm, und brachten ihm Effig und ſprachen: Bist du der Juden König, fo hilf dir selber. 33. Über der Uebelthäter einer, die da gehenkt waren, Id ferte ihn und sprach: bift bu Christus, so hile dir selbs und was. Da antwertete der andere, rafte ihn und sprach: Und du fürchteft dich auch nicht vor Gett, der du doch in gleicher Berbammniß bist; und zwar wir sind billig deinnen, denn wir empfajn, was unsre Thaten werth sind. Dieser aber hat nichts Ungeschicktesgehandelt, und sprach zu Jefu: Here, gedenke an mich, wenn du in dein Reich tommest. Und Sesus sprach zu ihm: Babelich, ich sage bir, heute wirft du mit mir im Paradies sein. 34. Und da es um die fechste Stunde tam, ward eine Fine Rerniß über das ganze Land bis um die neunte Stunde, und c2 62 Historie vom Leiden Christi bie Sonne verlör ihren Schein. Und um die neunte Stunde sief Jefus laut und sprach: Eli! Eli! lama asabihanf Das ist verdellmetschet: Mein Gott! mein Gott! warum bast du mich verlaffen! Etliche aber die da standen, da fie bas hösten, sprachen sie: Er ruft dem Elias. Darnach, ale Jesus wuste, daß alles schon vollbracht war, daß die Sérift erfällec würde, sprach er: Mich dürstet. Da stund ein Gefäß mit Offig, and bald lief einer unter ihnen hin, nehm einen Sewamm, und füllte ihn mit Essig und Vfopen, und steckte ihn auf ein Rohr, und hielts ihm dar zum unde und tränkte ihn, und sprach mit den andern: Halt, last sehen, ob Elias komme und ihn herab nehme. Da nun Jesus den Effig genommen hatte, sprach er: Ge ist volbracht. Und abermal sief er laut und sprach: Bater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, neigte er das Haupt und gab seinen Geist auf. Und siehe da, der Borhang im Tempel zerris in zwi Stücke, von oben an bis unten aus, und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und stunden auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen. und gingen aus den Gräbern, nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. Uber der Hauptmann, der dabei und gegen ihm über, und die da bei ihm waren und bewahrten Jesum, da sie sa: hen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben, und was da geschah, erschraden fie sehr, und preifeten ott und sprachen Bahrlich, dieser ist ein from mer sense gewesen und Gottes Sohn. Und alles Volk, das babei war und zusahe, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an hre Brt und wandten wieder um. Es stunden aber alle seine Verwandten von Ferre, und viele Beiber, die ihm aus Galitaa waxen nachgefolgt, und sahen das alles, untetelchen Maria Magdalena, und ma ria, des kleinen Jacobund ephs Mutter, und Selome, die Mutter der Kind r Zebedai, welche ihm nachgefolget war, da er in Galiläa war, und gedient hatten, und viele Historie vom feiden Christi. 53 andere, die mit ihm hinauf gen Jerufalem gegangen waren. 35. Die Juden aber, dieweil es der Rüfitag war, daß nist die Leichname am Kreuze blieben am Sabbat,( denn des felben Sabbathstag war groß) baten sie Pilatum, daß ihre Seine gebrochen, und abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte, und brachen dem ersten die Beine, und dem andeln, der mit ihm gekreuzigt war; als sie aber zu Jesu tamen, ba fie fahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht. sondern der Kriegskacchte einer öffnete feine Seite mit einem Speer und alsbai ging Slut unb affer heraus. Und der das gesehen har, der hat es bezeuget, und sein Beugnis it wahe, und der. selbe weiß, daß er die Wahrheit saget, auf deß auch ihe glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Edrift er. fället wirke; Ihr solt ihm tein Bein zerbreken. Und abermal pright eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestechen haben. Darnach am Xbend, dieweil es der Rüftag war, welcher ist der Vorsabbath, kam Joseph von Urimathia, der Stadt der Juden, ein reicher Mann, ein Rathshere, ein guter frommer Mann, der hatte nicht gewilligt in ihren Rath und Handel, welcher auf das Reich Gottes wartete, denn er war ein Jánger Selu, doch heimlich, aus Furcht für den Juben, er wagts und ging hinein zu Pilato, und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon tod war, und sief en Haupimann und fragte ihn, ob er längst geforben wäre? Und als er es erkundigt on dem Hauptmann gab er Jofepy den Leichnam Jesu, und befahl, man sollte ihn ihm geben. Und Josepy kaufte ein teinwand. Es tam aber auch) Nicodemus, der vormals bei der Nacht zu Jefu kom. men war, und brachte Myrrgen Kloen untereinander, bet hundert Pfunden. Da nahmer, sie den Leichnam Jefp, der abgenommen war, und wickelt thn in ein rein Leins ¢ 3 54 Historie vom Leiben Christi. wand, und bunden ihn in leinene Zücher, mit Epecereien wie die Juden pflegten zu begraben. Es war aber an der Stätte, ta er gekreuziget war, ein Garten, und im Garten etn neu Grab, das war Jo. sephs, welches er þatte laffen haven in einen Fels, in wel, dhes niemand ie geleget war; bafelbft hir legten fie Jes sum, um des Rüfttags willen der Juden, da der Sabbath anbrach, und das Grab nahe war. Und wälzten einen Stein vor die Thüre des Grabes und gingen devon. Es war aber allta Maria Magdalena, und Maria Josephs, Die sehten sich gegen das Grab, auch andere Weiber, die ba Jesu auch waren nachgefolget von Galiläa, beschaueten wohin und wie sein Leib geleget war. Sie kehrten aber um, und bereiteten die Spezereien und Salber, und ten Sabbath über waren sie stille nach dem Geseg. Des andern Tages, der da folget noch dem Rüfitage, tamen die Hohenpriester und sarijäer sämmtlich zu Pila. to und sprachen: Herr, wir haben gebackt, daß diesen Ver führer ſprach, da er noch lebte, ich will nach drei Tagen auferstehn. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den ritten Tag, auf baß nicht seine Jünger kom, men und steblen ihn, und sagen zum Volke: er ist aufers fanden von den Zoben, und werde der legte Betrug är ger denn der erste. Pilatus sprad) zu ihnen: Da habt ihr die Säter, gehet hin und verwahrets, wie ihr wisset. Sie gingen hin und verwahrten das Grab mit Hütern, and verfiegelten den Stein. Episteln und Evangelien auf alle Sonntage und Dohe Feft e. Am 1. Sonntage des Advents, Epiftel, Röm. 13, v. 11-14. Lieben Brüder, weil wir solches wissen, nämlich bie Belt, daß die Stunde da ist, aufzufteben vom Schlaf, fintemal unser Heil jest näher ist,( denn da wirs glaubten,) die Nacht ist vergangen, der Tag ist herbeikommen. So laßt uns ablegen die Werke der Finsternis, und anlegen die Baffen des Lichts. Laffet uns ehrbarlich wandeln als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: Sondera ziehet an den Herrn Jefum Chrift, und wartet des Lei. bes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium, Matth. 421. v. 1-9. feiner Jänger zween, Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Betphage an den Delberg, jandte Jesus und sprach zu ihnen: Gehet in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr ine Efelin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr, löset sie auf, und fügs ret fie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, 56 Episteln. Sprecht: der Herr bedarf ihr, so bald wird er fie euch las fen. Das gefab aber alles, auf daß erfället würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Gaget der Tochter 3ion, fiche dete König kommt zu dir sanftmü thig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Efelin. Die Jünger gingen hin, und thaten, wie ihnen Seſus befohlen hatte. Und brachten die Eſelin und das Fällen, und legten ihre Kleider darauf, und seh ten sich darauf. Aber viel Bolts breitete die Kleider auf den Beg. Die andern hieben die Zweige von den Säumen, und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hoflanna dem Sohn David. Gelobet sey, der da tommt in dem Namen des Heren! Sosianna in der Höhe. Um II. Sonntage des bvents. Epitel, töm. 15, v. 4:18. Lieben Brüber, was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Troft der Edrift Hoffnung baben. Gott aber der Ge duld und des Treftes gebe euch, daß ihr einerlei gefinnt send untereinander nach Jesu Chrifte, auf daß ihr einmathiglich mit einem Monde lobet Gett, und den Bater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch untereinanter auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen 30 Gette tabe. J sage aber, daß Jesus Chriftus fey ein Diener gewesen der Beschneitung um des Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Berbeifung, den Vätern ges schehen. Daß die beiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben steht: Darum will ich bid loben unter den beiden und deinen Namen fin gen. Und abermal spricht er: Freuet euch ihr Heiden mit seinem Bolt. Und abermal: Lobet den perrn alle Hei den, und preiset in alle Völker. Und abermal spricht Efaias: Es wird stgn die Wurzel Jeffe, und der aufera und Evangelien.. 57 Rehen wird zu berrschen über die Hejben, auf den werden die beiden hoffen. Gott aber der Heffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangeljum, 2ucă 2, v. 25:36. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Es werden Zeiten ge. schehen an der Sonnen unb Mond und Sternen und auf Erden wird den Leuten bange fein, und werden za gen, und das Meer und die Bassermogen werden brausen, und die Menschen werden versemachten füc Furcht und für Barten der Dinge, die da fommen sollen auf Erden: Denn aus der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsbann werden sie sehen des Menschen Sohn femmen in den Bolten, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber diefes anfähet zu geschehen, so lehet auf und hebet eure Häupter auf, darum, daß fie eure Gelösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Gebet an den Feigenbaum und alle Bäume, wenn sie irgt ausslagen, so se het ihes an ihnen, und. mertet, da jegt der Sommer nahe ist. Also auch igr, wenn he dies alles sehet ange. hen, so wisfet, daß das Steie Gottes nahe ift.. Wahrlich i fage euch: bies Geschlecht wird nicht vergeben, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erden werden vergehen, aber meine Worte vergeben nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beswert werden mit Freffen und Saus fen, und mit Gorgen der Stahrung, und komme biefer Eag schnell über euch. Denn wie ein Fallstrick wird er. tommen#ber alle, die auf Erden wehnen. So seyb nun wacker allezeit und betet ,, daß ise würdig werden möget zu entflieben diefem allen, das geichen foll, und su stehen vor des Menschen Sohn.. Um 3. Sonntage des Abvents. Epistel 1. Cor. 4, v. 1.5.. Dafür halte uns jedermann, nämlich für Chrifli Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Run fu 58 Episteln. et man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß fie treu erfunden werden. Mir aber ifts ein geringes, bas ich von euch gerichtet werde, ober von einem menschlichen. Lage, auch sichte ich mich selbst nicht. Ich bin mir woh nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget, Der Herr aber ists, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und ben Rath der Herzen offenbaren, alsdann wird einem jeglichen von Gott Loh widerfahren. Evangelium, Matth. 11. v. 2:10. Da aber Johannes im Gefängniß die Werte Chriſti hő rete, fandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm sagen: bist du, der da kommen soll oder sollen wir eines andert warten. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehei hin und saget Johanni wieder, was ihr sehet und hörel. Die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aussägigen werden rein, und die Zauben hören, die Toden stehen auf und den Urmen wird das Evangelium gepredigt. Und felig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da fie hingegen fing Jesus an zu reden zu dem Volke von Johanne: was feid ihr hinausgegangen in die Wüsten zu sehen? Bollet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder, was seid ihr hinausgegangen zu leben? Wollet ihr einen Menschen in reichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häuser, Obes, was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wollet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrieben tehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, des beinen Weg vor dir bereiten soll. Am IV. Sonntage des Advents. Epistel Philipp. 4. v. 4: 7. Lieben Brüder! Fruet euch in dem Herrn allewege and abermal sage ich: Freuet euch. Eure Lindigkeit laf und Evangelien. 61 nset tund sei allen Menschen. Der Herr ist nate. The get nicht, sondern in allen Dingen laffet eure Bitte im. Bebet. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Bernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Chrifto Jesu. Evangelium, Joh. 1. v. 19:28. Und dies ist das Zeugniß Johannis, da ble Juden sand. ten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Ber bist du? Uns er bekannte und leugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ipn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Prophet? und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Untwort geben denen, die uns gefandt haber, was sagest du von dir selbst! Er sprach: Sch bin eine Stimme eines Predigers in den Büsten, richtet den Weg, des Herrn, wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die gesandt waren die waren von den Pharisäern und fragten ihn und spraen zu ihm: Warum taufest du denn? so du nicht Chris ftus bis, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes ant wortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennt. Der iste, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewes sen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschab zu Bethabara, ienseits des Jordans, da Johannes taufete.. Am heiligen Chrifttage. Epistel, Zitum 2. v. 11:14. Eift erschienen die heilsame Snede. Gottes allen Menschen, und züchtiget ans, deß wir follen verlängnen bas ungöttliche Besen und die mense! ichen Lüfte, und süchtig, gerecht und gottfellg leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der here: c.6. Episteln. hkeit des großen Gottes, und unsers Heilandes Jesu Chrifti, der sich selbst für uns gegeben hat, auf das er und erlösete von aller ungerechtigkeit, und reinigte ihm felbft ein Bolt zum Eigenthum, das Re.ßig wäre z* gus ten Werken. Evangelium, tucă 2, v. 1.14. begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kat fer Auguftus ausging, daß alle Belt geschägt würde. Und diese Schägung war die allererste, und geschah zur Zeit, da Eprenius Lantpfleger in Syrien war, und jedermann ging, daß er sich schagen liefe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Baltläa, aus der Stadt Nazareth, in das indische Land zur Stadt Davids, die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte David war. Xuf daß er sich schägen ließe mit Staria, seinem vertrauten Beibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, tam die Zeit, daß ke gebären. follte. Und sie geber ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Bindeln, und legte ihn in eine Krippe. Denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren birten in berselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürs den, die hfteten bes Nachts ihre Heerde. Und siehe, des perra Engel trat ju ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie färeteten sich sehr. Und der Engel sprechzu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Bolte widesfahren wird. Denn euch it hente der Heiland geboren, welcher ik Chriftus, der Herr in der Stadt David. Und das habt the zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Wins beln gewickelt, and in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Beerschaven, bie lobter Gott und sprachen: Ehre sey Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein und Evangelien. Am Lage St. Stephani des ersten Märtyrers. 61 Epistel, Up. Gesch. 6 u. 7. Gcp. Stephanus aber voll Glaubens und Kräften, that Bun der und große Zeichen unter dem Bolk. Da stunden et liche von der Schule auf, die da heißt der Libertiner und der Cyrener, und der Alexandrer und derer, die aus Sis cilia und Asia waren, und befragten sich mit Stephano, und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geiste, der da redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehört Läkterworte reden wider Mosen und wider Gott. und bewegten das Boll und die Welteften und die Schriftgelehrten, und tra ten herzu, and rissen ihn hin, und führten ihn vor den Rath, und stellten falsche Beugen dar, die sprachen: Dieser Mensch hört nicht auf Lafterworte zu reden wider diese heilige Stätte und das Geset. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Razaveth wird diefe Stätte zerstören, und andern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und fie saben auf ihn alle, die im Rath saßen, und sahen fein Angesicht, gleich eines Engels Angesicht. Als er aber voll heiligen Geiftes war, fabe er auf gen Himmel, und sahe die Herrlichkeit Bettes, und Jesus neben zur Rechten Gottes, und sprach: Siche, i sehe den pimmel offen, und des Menschen Sohn zur Resten Gottes tehn. Sie schrieen aber laut, und hielten ihre Ohren zu und kärmten eins mithiglich zu ihm ein, und tiefen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die 3eugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus, und steinigten Stephanurm, der ausrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geift auf! Er kniete aber nieder, und schrie laut: Herr behalte ihnen diese Sünde nicht. Und als es das gesagt, entschlief er.. Evangelium, Matth. 23,. 34-39. Der Herr sprach zu den Pherifäern und Schriftgelehrten, und Obersten der Juden: Siehe, ich sende zu ench Propheten und Weisen, und Schriftgelehrten, und 62 Episteln. berselbigen werdet ihr etliche töbten und Freuzigen. und etliche werdet ihr geiffeln in euren Schulen, und werdet fie verfolgen von einer Stadt zu der andern. Qui cuß aber euch fomme alle das gerechte Blut, das vergeffen ift auf. Erden, von dem Blut au des gerechten Adele, bis auf das Blut Zacharias, Barachia Sohn, welchen iz ge töbtet habt zwischen dem Tempel und Altar. Bahrlich, to fage euch: daß solches alles wird über dies Geschlecht kom. men. Jerusalem, Jerusalem, die du tödtek die Propseten und feinigest die zu bir gerandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wete eine penne versam. melt ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt? Sehet, euer aus soll euch wüste gelassen wer. den. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jegt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobet sei, ter da fommt in dem Namen des Herrn. Am Lage St. Johannis des Apostels und Evangelisten. Epistel, Sradh) 15, v. 1 8. Solches thut niemand, denn der den Herrn fürchtet, und wer sich an Gottes Wort bält, der findet sie. Und sie wird ihm Begegnen, wie eine Mutter, und wird ihn empfahen, wie eine junge Braut. Sie wird ihn speißen mit Brod bes Verstandes, und wird ihn tränken mit Wasser der Beisheit. Dadurch wird er start werden, daß er feft fte, hen kann, und wird sich an sie halten, daß er nicht zu Schanden wird. Sie wird ihn erhöhen über seinen Näch. fen, und wird ihm seinen und aufthun in der Gemei ne. Sie wird ihn krönen mit Freude und Wonne, und mit ewigem tamen begaben. Aber bie Narren finden sie nicht, und die Gottlofen können sie nicht ersehen. Dern fie ist ferne von den Heffästigen, und bie heuchler wissen nichts von ihr. Evangelium, Joh. 21, v. 15.24. Da sie nun das ahl genommen hatten, spricht Sefu su Simnu Petro: Simon Johanna, hast du mich lie und Evangelien. 63 ber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: weide meine Sammer. Spricht er zum andernmal zu ihm: Simon Johanna, haft bu mich lieb? Er speicht zu ihm: Ja Herr du weißt beß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Beide meine Schaafe. Epricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna: bast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum drittenmal zu ihm sagte: Haft du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr du weißt alle Dinge, du weißt das ich dich lieb habe. Spricht Jefus zu ihm: Beide meine Schaafe. Babrlich, wahrlich, ich sage dir, ba du jünger warf, gürtest du dich selbst, und wandeltest, wohin du wolltest Wenn da aber alt wirft, wirst du deine $ ände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das ſagte er aber zu deus ter, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Pe trus aber wandte sich um, und sahe den Jünger folgen welchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen war, und gesagt hatte: Herr wer ists, der dich verräth? Da Petrus diesen sabe, spricht er za Jesu: Herr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: So i will, daß er bleibe bis ich komme, was gehet es dich an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus un. ter den Brüdern: dieser Jünger stirbt nicht. Und Jesus ſprach zu ihm: Er stirbt nicht, sondern so ich will, daß er bleibe bis ich komme, was geht es dich an? Dies is der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat dies geschrieben, und wir wissen, daß seie Bragnis wahrhaftig is. Am Sonntage nach dem Chrifttage. Epistel, Galat. 4, v. 1.7. Ich fage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob es wohl ein Herr ist aller Güter: Sondern er ist unter den Bormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Beit 64 Episteln. vom Bater. Also auch wir, da wir Kinder waren, was ren wir gefangen unter den äußerlicken Sagungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gett seinen Sohn, ges toren von einem Beibe, und unter dos Gefe gethan, auf daß er die, so unter dem Gefeße waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Meil ihr denn Kinder seyd, har Gott gesandt den Geift seines Sohnes in eure Her. gen, der schreiet: bba, lieber Bater. Also if nun hie tein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sinds aber Rinber, so finds auch Erben Gottes durch Chriftum. Evangelium, tucd 2. v. 38:40. Und sein Sater und Mutter verwunderten sich deß, das von Jesu geredet ward. Und Gimen segnete sie und sprach zu Maria seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesegt zu einem Fall, und Kuferstehen vieler in Israel, und zu einem Zeichen dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwerdt durch deine Seele dringen, auf daß vieler Hers zen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Pros phetin, panna, eine Tochter Phanuel, vom Geschlecht Af ser, die war wohl betaget, und hatte gelebet sieben Jahre mit ihrem Manne nach der Jungfrauſchaft. Und war nun eine Bittwe bei 84 Jahren, die tam nimmer som Sema pel, diente Gott mit Faten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige teat and hinzu zu derselben Stunde und preis fete den Herrr, und rebete von ihm zu allen die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und sa fie alles vollendet hatten, nach dem Gesege des Herrn, kehrten sie wie der in Galilæam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit und Gottes Guade war bei ihm. Am neuen Sahrstage.. Epiftel, Galater 3. v. 23:29. be denn aber der Glaube kam, wurden wie unter dem Gefes verwahret, und verschloffen auf den Glauben, 5 um Evangelien. 65 her da follte offenbarterden. Also ist das Geset unser Buchtmeister gewesen auf serum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube Zommen if, sind wir nicht mehr unter dem chimeister. Denn ihr feyd alle Gottes Kinder, durch den Sauben an Chriftum Jefum. Denn wie viel euer getauft sind, die haben Chefftum angezogen. Hier ist kein Jude nos Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Beib; tenn ihr send allzumal einer in Chrifto Jesu. Seyd ihr aber Christi, so send the je krahams Saamen, und nach der Berheisung Erben. Evangelium, tuca 2, v. 21. Und da acht Sage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genennt Jesus, welcher genennet was von dem Engel, the denn er in Mutterleibe empfangen ward. Am Sonntage nach dem neuen Jahre. Epistel, Tit. 3. v. 4.7. Da aber erschien die Freundlichkeit und teutseligkeit Gots tes, unsers peilandes. Nicht um der Werte willen der Ge rechtigkeit, die wir gethan hatten; sondern nach seiner Barmherzigkeit, machte er uns felig, burdh bas Bad der Biedergeburt und Erneuerung des heil. Geiftes, welchen er ausgegoffen hat über uns reichlich durch Jefum Chriftum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben jegen des ewigen Lebens, nach dec/ hoff. nung, das ist gewißlich wahr. Evangelium, Matth. 2, v. 18:15. Da bie Weisen aus Morgenland hinweggezogen waren, fiebe, da erschien der Engel des Heren dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu diz, und fleuch in Egyptenband, und bleib allda, bis ich bir sage. Denn es ist vorhanden, 66 Epistein. bas Herodes das Kindleine, basselbe amzubringen. Und er stund auf, und daher das Kinklein und seine Mut, ter zu fich in der suchs und entwich in Egyptenland, und blieb allda benach bem Tode Heredis. Auf daß er. füllet würde, da der Herr durch den Propheten gelagt bat, der da spricht: Uus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Am Feste Epiphania ober der Erscheinung Christi. Epistel, Jesaiá 60, v. 1.6. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, und die perrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn fiebe, Finsterniß bedecket bas Erdenreich, und Dunkel die Bälter. Aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herr. lichkeit erscheinet über dir. Und die heiden werden in beinem Bichte wandeln, und die Könige im Glanz, der Aber dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe um. her, biese alle verfammlet tommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seiten erzogen werden. Denn wirst du beine Luft sehen und auf brechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret; und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Cameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle tommen, Gold und Beihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Evangelium, Matth. 2, v. 1.12. Da Jesus geboren war zu Bethlehem, im jüdischer Lande, zur Zeit des Königs Herodis; Siebe, da kamen bie Wetjen vom Sorgenlande gen Jerusalem, und Sprachen: Wo ist der neugeborne König der Jubden? Bir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und find kommen ihn anzubeten. Da das der König Herodes hö rete, erschrack ex, und mit ihm das ganze Jerusalem, and lies versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehr ten unter dem Bolk, und erforschete von ihnen, wo und Evangelien, 67 Chriftus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: zu Bethlehem im iüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdi fchen Lande, bist mit nichten die Kleinste unter den Füs ften Juda, denn aus die soll mir kommen der Herzog, der über mein Belt Sirael ein Herr sei. Da berief Herodes die Weisen heimlich, und erlernte mit Fleis von ihnen, wenn der Stern erschienen wäre. Und weisete fie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihrs findet, so sagt mirs wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin- Und siehe, der Stern, den fie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stund oben über, da bas Kindlejn war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet; und gingen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und thäten ihre Schäße auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrthen. Und Gott befahl ihnen im Traum, baß sie sich nicht sollter wieder zu Herodes lenten, Und zogen durch einen andern Weg in ihr Land. Mw Am I. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Rom. 12. v. 1: 6. Ich ermahne euch, lieben Brüder, durch die Bacmherzig. teit Gottes, dos ihr eure Leiber begebet zum Opfer das da lebendig, heilig und Gott moblgefällig fet, welches set euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellt euch nicht dieser Belt gleich, sondern verändert euch durch Bernfuerung eures Sinnes, auf tas the prüfen möget, welches da sey ber gute, mohlgefällige und der vollkommene Gottes Wils Denn ich sage durch die Gnabe, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn schs gebührt zu halten, sondern daß er von ihm mäßiglich balte, ein jeglicher nadbem Gott ausgetheilet hat das Maaß des Glasbens. Denn gleicher Weise, als wir in einem Leibe vjele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben: Also find wir viel ein Leib le. 68 Episteln. in Chrifto, aber untereinander ist einer des andern Slied. Und haben mangerlei Gaben nach der Gnade, die uns ge geben ist. Evangelium, Luca 2, v. 42:52. Da Jesus 12 Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Serufalem, nach Gewohnheit des Festes und da die Tage voleniet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesu su Jerusalem, und seine Eltern wastend nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und tamen eine Zagreise und suchien ihn unter den Ge freundeten und Bekannten. Und da sie ihn nicht senden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und fachten ihn. Und es begab sich nach drei Tagen, fanden sie ihn im Tempel figen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörte, und fragte. Und alle, die ihm zuhörien, verwunderten fich feines Berstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn saben, entsegten sie sich. Und seine Mutter sprad zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Sates und ich haben die mit Gemergen gesucht. Und er sprad zu ihnen: was ista, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Saters it? Und fie verfunden basert nicht, hat er mit ihnen redet: Und er ging mit ihnen hinab und tam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Berte in ihrem Serzen. Und Sesus nahm zu an Beisheft Alter und Gnade, bet ett und den Menschen. Am 2. Sonntage nach der Erscheinung Chrifti. Epiftel, töm. 12,». 6:16. Lieben Brüder! Wir haben mancherlei Gaben, rach der Gnade, die uns gegeben it. Hat jemand eiffagung, ſo fen fie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Umts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahner iemand, so werte er des Ermahnene. Gibt je mand, so gebe er einfältiglish. Regieret jemand, so sey er forgfältig; übet jemand Barmherzigkeit, so thue er es mit 69 und Evangelien.. Luft. Die Liebe sey nia falf. Haffet das Xrge, han. get dem Guten an. Die bidderiiche Liebe untereinander jey herzlich. Einer komme den Undern mit Chrerbietung zuvor. Seyd niet tråge, was ih: thun sollt. Seyb brünftig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seyd fröhlich in Heffnung, geduldia in Trübsal. Haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothsurft an. Herberget gerne. Segnet die euch verfolgen. segnet und fludet nicht. Freut euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn untereinander. Erachtet nicht nad) hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Coangeliam, Sob 2. v. 1:11. Und am dritten Lage ward eine Hochzeit zu Sanaa in Galiläa und die Muttes Jesus war da. Jesus aber und teis ne Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an ein gebrach, spricht die Mutter Jefu zu ihm: Sie baben nicht ein. Jesus spricht zu ihr: Beib, was habe i ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: was er euch faget, das thut. Es waren aber allda fechs steinerne Wajferkrüge gesegt nach der Geise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwet oder drei taas. Jesus spricht zu ihnen: Fället die afferträge mit Baffer. Und sie fülLeten fie bis oben an. Und er spricht zu tenen: Schöpfet nan, und bringets tem Spetsemeister, und sie brachtens. is aber der Speisemeister kostete den Wein, der affer newesen war, und wußte nicht, von wennen er kam, die Diener aber wußtens, die das Wasser geschöpfet hatten, rufet der Speisemeister ben Bräutigam, und spricht zu ihm: Sedermoen gebt zum ersten guten Bein, und wenn fie trunken worden sind, alsdann den geringern, du hast Fen guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zei then, das Jefus that, geschehen zu Sana in Galiläa, und offenbarete seine Herrlichkeit, und seine Sünger glaubten an ihn. 70 Episteln. Am III. Sonntage nach der erscheinung Chrifti. Epiftel, Röm. 1, v. 17:21. Lieben Brüder! Haltet es nicht selbst für klug. Beri geltet niemand Böses mit Bösem. fleißiget euch des Ehr. barkeit gegen jedermany. St es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Friede. Rächet euch selber nicht meine Liebsten sondern gebt Raum dem Zorn Got: tes. Denn es ftebet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herz. So nun deinen Feind bungert, so fpeise ihn, dürftet ihn, so tránke ihn; wenn bu das thust, so wirß du feurige Kohlen auf sein Haupt fammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium, Matth. 8. 1:13. Da Sefus vom Berge herab ging, folgete ihm viel Bolks nach. Und siehe, ein Uusfägiger tam uns betete ihn an, und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, und rührete ihn an, und sprach zu ihm: Ich wills thun, sei gereini get. Und alsbald ward er von seinem Ausfag rein. Und Sefus sprach zu ihm: Siebe zu, fage niemand, sondern gehe bin, und zeige dich dem Priester und opfere deine Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über fie. Da aber Jefus einging zu Capernaum, frat ein Hauptmann au ihm, ber bat ihn und sprach: Here, mejn Knecht liegt zu pause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus Sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: bere, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach geheft; sondern sprich nur ein Bort, fo wird mein Knecht gesund. Denn ich bis ein Mensch, bazu der Sbrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegstrecbte, noch wenn ich fage zu einem, geh bin, so geht er, und zum andern: Komme her, so kommt er, Had zu meinem Knechte: Thue das, so thut ers. Da bas Jesus hörte, verwunderte er sich, und sprach zu denen die ihm nachfolgten: Mahrlich, ich sage euch, solchen Glaus ben habe ich in Israel nicht funden. Aber ich sage cuc: und Evangelien. 71 Biel werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham und Isaac und Jacob im Himmelreich figen. Über die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äuss ferste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähntlappern. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin dir geschehe, wie bu geglaubet haft. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Am IV. Sonntag nach der Erscheinung Christi. Epistel, Röm. 13, v. 3 10. Send niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch untee einander liebet. Denn wer den andern liebet, der hat das Geset erfüllet. Denn was da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen: Du foust nicht tösten: Du sollst nicht fehlen: Du fost nicht falsch Beugniß geben: Dich soll nichts ges lasten; und so ein ander Gebot mehr in, das wird in diesem Worte verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Bo fet. So ist nun die Liebe des Geseges Erfüllung. Evangelium, Matth. 8, v. 23.27. Jefus trat in das Schiff, und seine Jünger folgten The. und siche, da erhob sich ein groß Urgestüm im Meere, alfe, daß auch das Schifflein mit Bellen bedecket ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm und wedten ihn auf, und sprachen: Here, hilf uns, wie serderben. Da sagte er zu ihnen: the Kleingläubigen, warum seyb ihr so furchtsam? Und stund auf und bebrobete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich, und sprachen: Was ist das ver ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ift? Episteln. San V. Conntage nach der Erscheinung Chrifti. Epistel, Coloffer 3. v. 12.17, 12 S ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, heili. gen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth und Gebuld. Und vertrage einer den andern, und vergebet euch) untereinander, so jemand Klage hat wider den andern, gleichwie Chriftus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch be rufen feyd in einem Leibe, und seyd dankbar. Laffer das Wort Shrifti unter euch reichlich wohnen, in aller Weis heit. Lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgefangen und geistlichen leiblichen Liedern, und finget dem Herrn in euren Herzen. Und alles, was ihr thut mit Worten oder Berken, bas thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Bater durch ihn. Evangelium, Matth. 13. v. 24.30. Jefus legte ihren ein ander Gleichniß vor, und sprad: Das Himmelreich is giet einem Menschen der guten Saamen auf seinen Acker fäet. Da aber die Leute schlies fen, kam ber Feind und jäete Unkraut zwischen den Wais zen, und ging daven. Da hun bas Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, hast du nicht guten Saamen auf deinen Acker gefäet? oher bat er dann das Unkraut? Er spradan ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Kinder: Biuft du, daß wir hingehen und es exsjäten? Ee sprach: Nein, auf daß thr nicht zugleich den Baizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausjätet. Lasset beides mit einander wachsen, bis zu der Erndte, und um die Erndtezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammlet zusor das Unkraut, und bin det es in Bändeln, daß man es verbrenne ,, aber den Baizes jammlet mir in meine Scheunen. und Evangelien Am 6. Sonntage nach der Erscheinung Chrifti. 73 Epistel, 2 Petri 1, s. 16- 21. Wir haben nicht den Augen Fabeln gefolgt, da wir euch fund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Christi sondern wir haben seine Berrlichkeit selber gesehen, da er empfing von. Gott dem Vater Ehre und Preiß, durch eine Stimme, die zu ihm geschahe von der großen Herrlichkeit dermaßen: dies ist, mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehört som Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das sa scheint an einem dunkeln Drt, bis der Tag an breche und der Morgenstern aufgehe in eurem Herzen. Und das follt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht durch eigne Auslegung. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht; sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist Evangelium, Matth. 17, v, 1-9. Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum, Jakobum und Johannem seinen Bruder, and führte sie beiseits auf einen hohen Berg, und ward verklärt vor ihnen. Und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß als ein Licht. Und fiche es erschien ihnen Moses und Elias, die redetes mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: Herr hie ist gut sein, willt du, so wollen wir hie drsi Hütten machen. Dir eine, Moft eine und Glie eine. da überschattete ihn eine lichte Wolfe, und eine Stimme aus Da er noch also redete, fiehe. den Wolken sprach: Das ist mein lieber Sohn an welchem ich Bohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger nns erschracken fehs. hörten, fielen sie auf ihr Angesicht, Jefus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: bei auf und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen Sta D Epistelu aufhuben, sahen fie niemend, denn Jesus alleine. Und da fit vom Berge herab gingen, gebot ihnen Sefus, und Sprach: 3hr selt ties Gesicht niemand sagen, bis des Men 14en Sohn von den Toden auferstanden ist. Am Sonntage Septuagesima. Epistel, 1 Cor. 9, v. 24 u. 10. Cap. 1.5. Wiffet ihr nicht, daß die, so in den Schranken aufen die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod. Laufet nun alſo, daß ihrs ergreifet. Ein jeglicher aber, der da tämpfet, enthält sich alles Dinges, iene also, daß sie eine vergängliche Krone empfabeu, wir aber eine unvergangs liche. Sch laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse. 34 fechte also, nicht als ber in die Luft streichet, sondern ich betäube meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht andern Sch will euch aber, predige, und selbst verwerflich werde. lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Säter sind alle unter der Bolte gewesen und sind alle durchs Meer ges gangen, und find alle unter Mofe getauft mit der Wolle und mit dem Meer, und haben alle einerlei geiftliche Speise gegeffen, und haben alle einerlei geistlichen Srant getrunten, fie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mit folgte, welcher war Christus. Aber an threr vielen patte Gott feinen Wohlgefallen, denn sie sind niederge flagen in der Miften. Evangelium, Matth. 20, v. 1. 16. Jefus fprach zu feinen Sängern: Das Himmelreich it glei einem ausvater, der am Morgen ausging, r Und da ev mit Dettez zu miethen in seinen Weinberg den Arbeitern eins wars um einen Groschen zum Tage Med gieng auf lehn, fandte er fie in seinen einberg. um die britte Stunde, une sobe andere an dem Martie másig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr aus hin in den Beinberg, ich will euch geben, was rech ist, und Xbermal gieng es aus, um die secht fe gingen hin. Um die eilft and nennte Stunde, and that gleich also. Stunde aber gieng er aus, und fand andere mäßig ke und Evangelien. 15 ben, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hie den ganzen Zag mifig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemaqu gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet the auch hin in den Beinberg, und was recht sein wird, soll euch werdene Da es nun Abend war, sprach ter Herr des Beinberges su feinem Schaffner: Ruf den Arbeitern, und gib ihnen den Lohn, und hebe an, an den Legten bis zu ben Er. fen. Da tamen die umibie eiltte Stunde gebinget waren und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber dia exken tamen, meineten fie, fie würden mehr empfangen, and fie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da fie ben empfingen, murreten sie wider den Hausbat er, und sprachen: Steie Legte haben nur eine Stunde gear. bettet, und bu haft sie uns gleich gemacht, die wir bes Tages Last und pige getragen haben. Er antwortete aber wab sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue bir nicht unrecht, bist du nicht mit mir eins worden um et nen Groschen? Nimm was dein ist, und gehe hin. S will aber biefen tegten geben, gleich wie die. Oder, hab ich nicht macht zu thun was ich will mit dem Mein en Siehest du darum so scheet, daß ih so grig bin? Wife werden die Legten die Eeften, und die Erften die Legten sein. Denn viele find berufen, aber wenige auserwählet. Am Sonntage Sexagesimă. Epistel, 2 Cor. 11, 19. 33 u. 12, 1.9. Lieben Brüder! The vertraget gemme die Narren, diewell the ting feyd. The vertraget, so euch jemand zu Knecha ten macht, ſo ench jemand sehinbet, so end jemand aiment, so cuch iemand trogt, 10 euch jemand ins Angesicht streichet. Das sage ich nach der Unchre, als wären wir schwach wor den. Worauf nun jemand tijn it,( rebe in Thorheit) barauf bin ich auch füha. Sie find bebrier, ich auch; fie find Ifraeliten, ich aue; fie find Abrahams Saamen, ich aud. Sie find Diener Chrift,( i sebe thöright) ich bin wohl mehr. 36 habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schlä se erlitten, ich bin öftes gefangen, oft in Kobesalthen gen D 2 76 Epifteln urt. Bon den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streide, weniger eins. Ich bin dreimal getäubet, ein mal gefeinigt, dreimal habe to Schiffbruch erlitten, Sag und Nacht habe ich zugebracht in der Liefe des Meere. Ich bebe oft gereifet, ich bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, in gährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juben, in Fährlichkeit unter den Heiben, in Fährlich, Erit in Städten, in Fährlichkeit in der Wüsten, in Fährlich. telt auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Bri bern Ja Mühe und Arbeit, in viel Sachen, in Hunger und Durft, in viel Fastes, in Froft und Blöfe, ohne was fich sonst zuträgt, nemlich daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinden. Wer ist schwach, unt ich werde nicht schwag? Wer wird geärgert und ich brenne nicht? So ich mich je zihmen soll, will ich mich meiner Gawadheit rühmen. Gott und der Vater unfers Herrn Jefu Chrifi, welcher sey gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht läge. 3u Damaskus bez Cantpfleger des Königs Xreta, verwahrte die Stadt der Damasker, und wollte mich greifen, und ic ward in einem Korb zum Fenster aus burd Die Mauern niedergelassen, und entrann aus feinen Hän ben. Es ist mis ja das Rähmen nichts nige, bodh will ich Fommen auf die Geschichte uns Offenbarungen bes Serrn. 34 tenne einen Menschen in Chrifto vor vierzehn Jahren( if ex in dem Seibe gewesen, so weiß ich nicht ober ift er außer bem Leibe gewesen, so weiß ichs and nicht, Gott weiß es), berfelde wagt. entzückt bis in den dritten Himmel. ad id tonne denfelbigen Menschen.( Db er in dem Leibe oder auf fee bem Beibe gewesen it, weiß ich nicht, Gott weiß( 6). Er ward entitet in das Parabies, und hörte unaussprech lige sorte, welche kein Mensch sagen kann. Davon wil ich mich rihmen, von mir selbst aber will ich mich nicht rih men, egne meines Gowachheit. Und so ich mich rühmen wollte that ich darum nicht thiricht, benn ich wollte die Babebeit fagen. 34 eatbalte mich aber bes. auf baß nicht jemand mig höher achte, benn er an mir siehet, obez voz mir hört. Und auf Bas ich mich nicht der hohen Offenba ang berhabe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, wem Mbes Catene Engel, der mich mit Fänsten schlage, auf bes i mid nicht überhebe. Dafüs ich breimal bem Herr und Evangelicn. 77 geflehet Babe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt Laß dir an meiner Gnade genügen: Denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi in mir wohne. Evangelium, Lucă 3, v. 4. 15. Da nun viel Volks bei einander war, und aus den Städe ten zu Jesu eilten, sprach er durch ein Gleichniß; Es gieng ein. Edemann aus zu säen seinen Saamen, und indem er säete, fiel etliches uuf den Weg und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrte es, darum, daß es nicht Saft hatte Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gin gen mit auf und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gut Lam und es ging auf und trug hundertfältige Frucht. Da er das fagte, rief er: wer Ohren hat zu hören, der höre. Es fragtes bin aber seine Jünger und sprachen: was dies Gleichniß wätes Er aber sprach: Euch ist gegeben zu wiffen das Geheimniß des Reich Gottes, den andern aber in Gleichnissen, daß fie es nicht sehen, ob sie nicht sehen und nicht verstehen, ob sie es schon hdren. Das ist eben das Gleichniß. Der Saame ist das Wort Gottes, die an dem Wege find, das sind, die es hören, darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf baß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels, find die, wann fie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und haben nicht Wurzel; eine zeitlang glauben sie, und zur Beit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dorsen fiel, sind die, so es hösen, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und erstickens, and bringen Feine Frucht. Das aber auf dem guten Sande sind, die Sas Wort hören fund behalten in einem feinen guten Herzen, aud bringen Frucht in Geduld. 78 Evifteln Am Fastnacht- Sonntage, Estomihi. Epistel 1 Cor. 18, v. 1. 13. Lieben Brüder, wenn ich mit Menschen und mit Engels zungen redete, und hätte des Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz, ober eine Elingende Schelle. Und wenn ich weiffagen könnte, und wüßte alle Geheimniffe, und alle Er Kenntniß und hätte allen Slauber, also daß ich Berge ver feste, und hätte der Liebe nicht so wäre ich nichts. Und wenn ich all meine Habe ben Armen gebe, und lies met nen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mirs nichts nige. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie bläset sie nicht, sie stellt sich nicht ungebärtig fie ſuchet nicht das Ihre, fie läffet sich nicht erbitten, fie trachtet nicht nach Schaden. Sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, fie freut sich aber der Wahrheit, sie verträget alles, fle glaubt alles, fie hofft alles, fie duldet alles. Die Liebe wird nicht müde. Es müssen aufhören die Beiffagungen und eufhören die Sprachen, und das Erkenntnis wird auch aufhören. Denn unser Biffen ist Stickweet, und un enn aber tommen wird bat fer Beiffagen if Stüdwert. Bollkommene, so wird das Stückwert aufhören. Da té ein Kind war, da redete ich wie ein Rieb, und war flug De ish aber wie ein Rind, und hatte tindische Inschläge. ein Mann ward, that ich ab, was finbisch war. Bir fe ben jest durch einen Spiegel in einen tuntein Ost, dann aber von Angeficht zu Ingesicht. Jegt erkenne igs fid weife, dann aber werde ich erkennen, glei wie ich extem ne bin. Run aber bleibet Glaube Hoffnung Lebe diese dret, aber die Liebe ist die Größefte unter ihnen. Evangelium, Eucé 18 v. 31 43 Jefus nahm zu fich die 3wölfe, und sprach zu ihnen! Behet, wir geben hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, bas geschrieben ist durch die Prophe ** von des Menschen Sohn. Denn er wird überantworte und Evangelien 79 werden den Heiden, und er wird verspottet, und geschmi. bet und verspetet werden. Und sie werden ihn geiffela and tőben, and am dritten Sage wind er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der feines, und die Stede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das geſagt war. Es sechab aber, da er nahe zu Jericho tam, saß ein Blinder am eg und bettelte. Da er aber hörte das Bolk, das burchhin ging, forschte er, was das wäre? Da verkündig, ten fie ihm, Sefue von Razezeth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, da Sohn David, erbarme dich mein! Die aber vorne an gingen, bedrohten ihn, es sollte schwet. Sen. Er aber schrie vielmehr: Du Saha David, erbarme die mein. Jesus aber fund ftille, und hieß ihn zu fich führen. De fe ihn aber nahe bei ihn brachtra, fragte er ihn und sprach: as willt da, das ich die thun soll? Gr ſprach: Herr, daß ich sehen möge. Hub Sejus fprach z ihm sey sebend, dein Glaube bat biz geholfen. Und alss hald ward er sehend, und folgte ihm nach, und preisete Gott, und alles Bolt, das solches sabe, lobete Gott. Am 1. Sonntage in der Fasten, Invocavit. Epistel, 2 Cor. 6, v. 1. 10. Lieben Brüber, wir ermahnen euch als Mithelfer, daß ür nicht vergeblich die Gnade Gottes empfabet. Denn ez spricht: Ich habe sich in der angenehmen 3elt erhb. ret, und habe bir am Sage bes Heils geholfen. Gebet, jest ist die angenehme Beit, jegt ist der Tag des Heils. Laffet uns aber irgend niemand ein Wergernis geben, auf daß unser Umt nicht verläkert werde, sondern in alles Dingen lasset uns bewetsen als bie Diener Gottes, is großer Geduld, in Tribsal, in Nöthen, in Kengsten, in Shifgen, in Gefängnisfen, in Aufruhren, in Arbeit, in Baden, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntnis, in Langmath, in Freundlichkeit, in dem belligen Seit, in ungefärbter Liebe, in dem ort der Wahrheit, in ber Kraft Gottes, burd) Waffen der Gerechtigkeit, zur Rech ten und zur Stuten, durch Ehre und Schande, durch DA 80 Epifteln böfe Gerüchte und gute Gerüchte. Als die Verführer, und deß wahrhaftig. Als die Unbekannten, und doch bekannt Als sie Sterbenben, und siehe wir leben. Als die Gezüchtigten und beh nicht ertöbet. Als die Traurigen, aber allezeit fröhlich. Als die Armen, aber die doch viel reich machen, als die nichts inne jo ben, und doch Alles haben. Evangelium, Matth. 1,», 1-11, Da ward Jesus vom Geist in die Wüsten geführet, auf daß er vom Zenfel versucht würde. Und da er 40 Tage und 40 Nächte gefastet hatte, hungerte ihn, Und der Versucher trat zu ihm, und sprach: Bist du Gottes Sobn, so sprich, daß siefe Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: Es fiehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brod allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht, Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab, denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über die Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an eis xen Stein stößest. Da sprach Jesus zu ihm, wiederum stehet anch geschrieben; Du sollt Gott deinen Herrn nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen hohen Berg, and zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm; Das alles will ich dir geben, so du nieberfällst und mich anbeteft. Da sprach Jesus zu ihm; Hebe dich weg von mir Satan denn es steht geschrieben; Du sollt anbeten Gott Da verließ ihn der Leufel, und flehe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. deinen Herrn, und ihm allein dienen. und Evangelien. 81 Um 2. Sonntage in der Fasten, Reminiscere. Epistel, 1 Theff. 4, v. 1- 7. Weiter, lieben Brüder, bitten wir euch, und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln, and Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welch Gebot wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes fence Helligung, daß ihr meidet die Hureret, und ein jeglicher untes euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Luftfeuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und das niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruber im Handel, denn der Herr ist Richter über das alles, wie wir ench zuvor gesagt und bezeugt haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Evangelium, Matth 15, v. of. 28. Und Jesus ging aus von dansen, und entwich in die Ge gend Tyro und Sidon! Und siehe ein Cananätsch Weib ging aus derselbigen Gränze, and schrie ihm nach, und sprach: Ach Herr, du Sohn David! erbarme dich mein, meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da trates zu ihm seine Jünger, baten ihn, und sprachen; Laß ke doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwertete aber und sprach: Ich bin nicht gefandt, denn nus zu den verlohruen Schacfen von dem Hause Israel. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder und sprach i Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihe Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Sa Herrr aber doch effen die Hündlein von den Brodsamen, die von ihre. Herren Tische fallen. Da, antwortete Jesus und sprach zu ihn Weib, dein Glaube ist groß! bir geschehe, wie da wilft, und e ter warb seland in derselbigen Stunde. D5 Episteln Am 3. Sonntag in der Fasten, Oculi. Epistel, Ephef. 5, v. 1:19. So fepd nun Nachfolger Gottes, als bie lieben Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie Christas uns geliebet hat, und sich selbst dargegeben für uns que Gabe ast Opfer, Gott zu einem fißen Gerud. parerei aber, und alle Mareinigteit, oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zuftebet. Kud fansbare Worte und Rareentheidingen, oder Scherz, welche euch nigt git men, sondera vielmehr Dantjagung. Dena das tollt fr wiffen, das kein Hurer oder Unreiner, oder Geiziger, ( welder it ein Sigenblenes) Srbe hat an dem Reich Chri i und Bottes. teffet und niemand verführen mit vergeb ligen Borten, denn um unfer in temmt bez Bern Gottes über die Kinder des Unglaubend. Deram seyt at ihre Sitgeassen. Denn ihr waret weiland Finfez nis, aun aber feys ihr ein Licht in dem peren. Sandell wie die Sinber bes Richts. Die Burdt dee Grifes ift at kerlei Gitigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Evangel. Euca 11, v. 14.28 Jefus trieb einen Zeufel aus, der war fumm, und es gu Tech, de der Teufel ausfuhr, da redete der Stummt. Und das Sol! verwunderte fich. Gitiche aber unter ih men sprachen: Getreibet die Teufel aus durch Beelzebub den Obersten der Teufel. Die andern aber vrefughten the und begeheten ein Zeichen von ihm, vom Himmel.€ aber vernahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Cta jeglic Reich, so es mit ihm selbst uncine wird, das wirt wite, and ein pane fällt iber das andere: It den ber Gatanas auch mit ihm selbst unetus, wie will sein steld bekeyen! Dieweil ihr faget: 3 treibe die Lenfel aus dush Beelzebu Go ich aber die Seufet durch Seel sebab austreibe, bar men treiben sie cure finder aus Darum werden Sie exse Stigter sein. So ich aber burd Bottet Finger die Seufel austseibe, fo tommt je bas Reid Gotted in each. Bern ein parler Gewappnetes feine und Evangelfen 8* Pallaft bewahrt, so bleibt das Seine mit Frieden; wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt, und überwindet ihn, se nimmt er ihm feinen Harnisch, darauf er sich verlies, und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ift, ter ist wider mich, und wer night mit mir fammelt, der zes frenet. Senn der unsaubere Seift von dem Menigen ausfäbret, so durdwandelt er dürre Stätte, fuchet Ruhe, und findet sie nicht. So spriét ex: ich will wieder um: tehren in mein paut, beraus i gegangen bin. Und wann *** mmt, so findet er mit Besen gefehret und geschmit. ret. Dann gehet er bin and nimmt sieben Geifter zu fi die ärger find denn er selbst. Und wenn sie hinein tom. men, wohnen fie da und wird hernach mit demselben Men Jeben ärger, denn vorhin. Und es begab fich, da er solches redete, erhub ein Beib im Bolt die Stimme and spend zu ihm: Selig ist der Selb, der dich getragen hat, und bie Brüste, die du gelogen haft. Er aber sprach: Ja, selig find, bie Sottes Bort hören uab bewahren. Am 4. Sonntage in der Faften, Lätare. Epiftel, Galater 4, v. 21. 81, Baget mir, bie the unter dem Seseg seyn welt, babi the das Geleg nicht gehöret! Denn es stebet geschrieben: das brasem zween Söhne hatte, einen von bis Rago, ben andern von der Fiepen. Uber ber an der Mugh wat ift nach dem Gleis geboren, bez aber von der Brepen, it bard bte Berbeißang geboren. Die Boxte bebenten et mat. Dens das sind die zwei Teftamente, eines von bem Berg Sina, das zur ned: faft gebietet, weldes in die Xgac. Dean Agar heißt to leabta bes Beag Sina, und langet bis gen Jerusalem das zu dieser Seit is, und ift bienftbas mit seinen Rigen. rufalem, bas droben ist, ist die Freie, die it unice Aber das Se aller Sutter. Denn es stehet geldvichen: Sey ferge lich, da Unfruchtbare, die du nicht gebieseft,** briq hervor, und rufe die du nicht schwanger bift, bean- biel infame hat viel mehr Kinder, denn die ben Moon 06 84 Episteln hat. Wir aber, lieben Brüder, find Isaaks nach der Vers heißung Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgten den, der nach dem Geist ges boren war, also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoße die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magb Sohn soll nicht erben mit dem Sohn des Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freieu. Evangelium, Joh. 6, v. 1. 15. Darnach fuhr Jefus weg über das Meer, an der Stadt Cybertas in Galiläa, und es zog ihm viel Volks nach, das rum, daß sie die Zeichen sahen, wie er an dem Kranken that. Jefus aber gieng hinaus auf einen Berg, und seßte sich das felbft mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf und sieht, baß viel Bolks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: wo kaufen wir Brod, daß diese essen?( bas sagte er aber ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte). Phis lippus antwortete ihm; 3weihundert Pfennige Berth Brods ist nicht genug unter ste, daß ein jeder unter ihnen ein wes nig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gerstenbrob, und zween Fische, aber was ist das unter so viele? Jefus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk la gere. Es war aber viel Gras an dem Or, da lagerten sich bei fünf Tausend Mann. Jefus aber nahm die Brode, bankete, und gab sie den Jüngern: Die Jünger aber des nen ,, die sich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da fie aber fatt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammlet bie übrigen Brocken, daß nichts umfomme. Da sammelten sie, und fülleten zwölf Körbe mit Brokken, von den fünf Gerstenbroden, be überblieben benen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen fahen, das Jesus that, sprachen Re: bas ist wahrlich der Prophet, der in die Welt fors s.cn soll. Da nun Jefus merkte, daß fie temmen wür und Evangelien. 85 sen, und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, ent wich er abermal auf den Berg, r selbst allein. en 5. Sonntage in der Faften, Jubica. Epiftel, Cbr. 9, 9, 11> 15. Christus aber ist kommen, daß er sey ein Hoherpriester ber zukünftigen Güter, barch eine größere und vollkommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebaut ist. Auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigen Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so ber Ochsen und der Böcke Blut und die Asche von der Ruh gesprenget, heiliget bie Unreinen zu derk leiblis Chen Reinigkeit. Wie vielmehr wird das Blut Chrifti, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geift, Gott geopfert hat, unsere Gewissen reinigen von den toden Werfen, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von ben Uebertretungen( die unter dem ersten Testament waren) die so berufen sind, das vecheißene ewige Erbe empfahen. Evangelium, Joh. 8, v. 46-59 Jefus fprach zu den Juben; Welcher unter euch kann mich einer Sünde ghen? So ich euch aber die Wahrheit fage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Bort. Darum höret ihr nicht, denn ihr feyd nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Eagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Leufel, fons bern ich ehre meinen Bater, und ihr unehret mich. Ich fuche nicht meine Ehre, es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich ich fage euch: So jemand mein does wird halten, der wird den Lod nicht sehen ewiglich 86 Episteln Da sprachen die Jaden zu ihm: Run erkennen wir, daß du den Teufel haft. Abraham ift gestorben, und die Propheten, und du sprich: So jemand mein Wort hält, der wich den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Bater Abraham, welcher geforben ist, und die Propheten find gestorben, was machst du aus dir selbst! Jesu antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Bater, der wich ehret, welchen ihr sprechet: er sey euer Gott, and tennet ihn nicht, ich aber tenne typ. Und so ich würde sagen: 34 Fenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleich wie thr sepd Aber ich kenne tha und halte sein Bort bead m eser Sater, ward froh, daß er meinen Tag stheal isoted und er sahe ihn, und freute fid. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt, und haft Abraham gesehn? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahr: lic, i fage eud: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da buben fie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Je sne vezbarg fit, und ging zum Sempel hinaus. Am 6. Sonntage in der Fasten, Palmarum. Spikel, Phil. 2, v. 5. 11. Cia jeglicher fp gefinnet, wie Jesus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttliches Gestalt war, hielt ere nicht für einen Raub, Gott gleidh feyn, ſondera äußecte fich selbst, und naya Kuechts Gestalt ex, wart gleid wie ein arbrer Renfch, und an Geberden als ein Renfch erfunden. Er erniedrigte fid felbt, und ward gehorsam bis zum Zode, ja zum Tode am Kreuz. Dar um hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, ber über alle Stamen it. Daß in dem Namen Sefu fie bengen jollen alle derer Kaie, die im Himmel und auf Erden, und unter der Erde tnt, and alle Sungen bes und Evangelien. 87 fennen sollen, das Jejus Chriftus der feir sey zur Ehre Gottes des Baters. Evangelium: suche am ersten Sonntage des Xboente. Maith. 21, v. 1.9 Am heiligen Oftertage. Spittel, 1 Ger. 5, v. 0.8 Cuer Ruhm is nicht fein. Wiffet ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig ben ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf das ihr ein neuer Zeig fepb, gleichwie ihr angefinert fepb. Denn wir haben aud eia Ofterlamm, bas it Chriftus, für uns geopfert. Darum last was Ofern halten, nigt in dem alten Sauerteig, sud nicht im Gauerteig der Besbeit und Gdalkheit, sonbess in dem Sisteig des Lauterkeit und der Wahrheit. Evangelium asc. 16, v. 1.8. Hab da ber Sabbath vergangen way tanften Maria Magbalene, and Maria Jatobi und Salome, Spe jezet, auf daß fie tämen und Jefum fatbeten, und Re tamen am Grabe, an einem abbathe sehr frühe, be die Sonne aufeing. and se sprachen unter einandez: Ber wälzet uns den Stein voa bet Grabes Spür? Med fie sahen bahin, and warben gewahe, daß der Stein abgewälzt war, bean er war sehr groß. Und fig gingen hinein in das Grab nab fahen einen Singling gur rechten Hand fitee bes hatte ein lang weiß Rield an, und sie entsegten fig. Er aber sprach zu ihren: Entfeget each nicht. het Jesum von Rezareth den Gefrenzigten, es if anfess The su tanden und if nist pie. Siehe de bie Stätte, b 88 GIGE Epften ihn hinlegten. Gehet aber bin, nud saget es seiner Jüngern und Petrol, daß er vor each hingehen wird in Galiläam, da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell beraus, und flohen von dem Grabe, denn es war sie Zittern und Eatseben ankommen, und sagten niemand nichts, denn sie fürch ten fich. Um Oftermontage. Epistel, Apostelgesch. 10, v. 84- 41. Betrus aber that seinen Mane auf, und sprach: Neun ere fahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht anfichet, fondern in allerlet Volt, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Ifrael gesandt hat, and verkündigen lassen den Fries den durch Jefum Chriftum,( welcher ist ein Herr über alles), bie barchs ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galis läa, nach der Taufe, die Johannes predigte, wie Gott tenselbis gen Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heil. Geist und Kraft, der umhergezogen ist, hat wohlgethan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zengen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Zernsalem. Den haben sie getödtet und an ein Holz gehangen. Denselbigen hat Gott, auferwecket am dritten Lage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Bolk, sondern and den vorerwählten, Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegess fen ans getrunken haben, nachdem er aufgestanden ist von den Toden.. Evangelium, Lucă 24, v. 13-35, Und siehe, zween ons den Jüngern des Herra gingen e demselbigen Tage in einen Slecken, der war von Jerusalem und Evangelien 89 Jerusalem sechzig Feldweges weit, des Rame heißet Em. madhus, und sie zebeten mit einander von all diesen Ge schichten. Und es geschahe, daß fie so zebeten, und befrage ten fie mit einander, mahee Sejus zu ihnen und wandelte mit ibnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß fie iha nicht fannten. Er aber sprach zu ihnea: was sind das für Reben, die ihtigen euch handelt unterwegs, und seyd transig? Da antwortets einer mit Namen Cleophas und ( prach z tým: Bist du allein unter den Fremblingen zu Strufalem, der nicht wisse, was in diesen Zagen brinnen geschehen is? Mudr fpsad ja ihnen. Beides? Sie aber Sprachen zu ihm: das von Jesu zu Razaveth, welcher war ein Prophet, magtig von Eheten und Bosten, vor Gott und allem Belt, wie ihn unsre Bobenpriester und Ober fen fiberantwortet haben zum Sabemmnts des Robes and gekreuzigt. Bir eber hofften er fellte 3egel erlöſen. Mab Aber bas alles ist heute bes britie sg. teß feiches grfdes hea ist. Auch haben uns erfhet etliche Beiber der Unfern, die sind früh beim Seabe gewesen, haben jelnen Leib nicht funden, fommen und sagen: Sie haben ein Geficht der Engel gesebs, welche sagen: er lede. Und etlige anter uns gingen hin zum Grabe, und fendens also wie die Weiber fagten, aber ibn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O the Shoren und träged Herzens zu glauben allem bem, das die Propheten gerebet haben, mußte nicht Chri as folches leihen und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von efe und allen Propheten, und legte ihnen alle drift aus, die von ihm gesagt war. Und fie tamen nabe zum Flecken, da fie singingen, und er stellte sich als wollte er färder geben. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will bead werden, und der Sag hat fit geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, ba er mit ihnen zu Zische faß, nahm ee bas Brod, bankte, brachs und gab ihnen. Da wurden ibre Augen geöffnet, und erkennten ihn, und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, ea ex mit und redete auf dem Bage als er uns die Schrift öffnete? Hab sie Stunden auf zu derselben Gtunde, kehrten wieder gen Serufalem, und fander die Gilfe versammelt, und die bet ihnen waren, 80 Episteln welde sprachen: Der Herr ist mahrhaftig auferstanden und Simon erschienen. Und sie erzählten ihnen, was auf dem Bege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre ax dem, da er bas Brod brach. Um Ofterdienstage. Epifel, Xpostelg. 13, v, 26-83. The Männer, lieben Brüder, ihr Kinder des Geschlechts Abraham, und die water euch Gstt fürchten, end ist bas Bort dieses peits gesandt. Denn die zu Serufalem woh nen, und ihre Obersten, dieweil sie diesen nicht ertematen no tie Stimme ber Pespheten, welche auf el: Sabba, ber gelesen werben, haben sie dieselben mit ihren Urthet. len erfället. Und wiewohl sie keine Ursache dea Lodes an ihm funden, baten sie doch Pilatum, ihn zu töden. Und als fie alles vollendet hatten, was von ihm gefchrieben ist, nahmen fie ihn von der Holz, und legten ihn in ein Grab. Aber Gott hat ihn auferweckt von den Loden und er ift erschienen viele Lage denen, die mit ihm hinauf ven Galitia gen Jerusalem gegangen waren, welche sind seine Sengen en bas Welt. Rab wir auch verkündigen euch die Serheißung, die zu unsern Bätern geschehen ik, daß dies felbige Gott uns, thren Kindern, erfället hat, indem, bef er Jesam auferweckt hat. Evangelium, Euca 24, v. 36.47. 3 Da fie aber davon rebeten, tie es selbst Jefus, mitten vnter fir, und sprach zu ihnen: Friebe fey neit euch. erschraden aber. und fürchteten fid, meluten, sie fähen einen Geift. tad es' fpzad za igaen: Was seye thrase eridrocken und warum fommen folche Gedanken in eure. Bergen? Scht meine Hände und meine Fife, ich bins jel ber, füblet mich und sehet benn ein Geift hat micht Steifd und Bein, wie ihr kebet, das ich habe. Und er bassas und Evangelien 91 te, zeigte er ihnen Bände und Füße. Da fie aber noch aicht glaubten vor Frenden, und fi verwanderten spra era hnen: Habt ihr hie etwas zu effen? Und sie legten ihm vor ein Stick von gebratenem Fisch und Honigseims, And er nagms und aß vor ihnen. Er aber ſprach zu th. new': Das find die Steden die ich zu euch sagte, da is ned bei eud war, bean es muß alles erfüllt werden, was von mir geschrieben ist im@eke Stofis, in den Propheten und in den Psalmen. De öffnete er ihnen bas Berständ diß, boß sie die Schrift verstunden. Und er ſprach za ig nen: Kiss ifts geschrieben, und also mußte Chriftus leiden and auferstehn von den Soben am dritten Lage und prebigen laffen in seinem Ramen Buße und Bergebung des Sünden unter allen Sölkern, und anheben zu Jerusalem. Am 1. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti. Epiftel, 1 3o5. 5,*. 4. 10. Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, nd unfer Slaube ist der Sieg, der die Welt überwunden bat: Ser it aber, der die Belt fiberwindet, ohne der de Slaabet, das Sejus Gottes Sohn is! Dieser ifts, des de tommt mit Waffez und Bint, Jesus Christus, nicht mit Baffes ein, sondern mit Waffer und Blut. Und der Geist ist der ber da senget, daß Grit Wahrheit ift. Dena bret sind, die da zeugen im Himmel: Der Sater, as Most and ber heilige Geift, und diese brei sind eins. Und drei find, die da zeugen auf Erden: der Geist und das affer und das Bint, und die drei find beisammen. Mens en 3eugnis annehmen, so it Gottes 3eugniß größer. Denn Bottes Beugnis it das, daß er gezeuget hat von ſei. nem Sohn. Wer be glaubet an den Sohn Gottes, ber bat ſolches Beugnis bei tým. So wir der Episteln Evangelium, Joh. 20, v. 19- 23. Am Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger vers fammelt, und die Thüren verschlossen waren aus Furcht vor den Juben, kam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sey mit euch. Und als er das sagte, zeigte er ihnen selue Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn fahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sey mit euch. Gleichwie mich mein Vater gesandt hat, also sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Rehmet hin den heiligen Geist, welchen ihr die Sünde erlaffet, denen Kind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, bes uen sind sie behalten. 92 Am 2. Sonntag nach Ofern, Misericordia, Epiftel, 1 Petri 2, v. 21- 25. Denn daza feyd ihr berufen, flutemat auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelaffen, daß ihr sollt nach folgen seinen Fußstapfen. Welcher feine Sünde gethan hat, is auch kein Betrag in seinem Munde erfunden, Welcher nicht wieder schalt, da er gefcholten ward, nicht drohte, da er litte; er stellte es aber dem heim, der da recht richtet. Welcher unfre Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben ber Gerechtigkeit leben: burch welche Wunden ihr seyd heil worden. Denn ihr waret wie die irrende Schaafe, aber ihr seyd nun bekehret zu dem Hirtes and Biof eurer Seele. Evangelium, Matth. 10, v. 12. 16. Ich bin ein guter Hirte, ein guter Hirt läßt sein Leben für die Schaafe. Ein Miethling aber, der nicht hirte ist.. dem die Schaafe nicht eigen sind, Keht den Wolf kommen und verläßt die Schaafe, und fleucht, und der Wolf erha fchet und gerfireuet die Schaafe. Der Miethling aber fleuat, denn er ist ein Miethling, und achtet der Schaafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meine u und Evangelien. 93 and bin bekannt den Meinen. Wie mich mein Vater Fennet, und ich kenne den Vater, und ich laffe mein Leben für die Schaafe. Und ich habe noch andere Schaafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Heerde und ein Hirte werden. m 3. Sonntage nach Ostern, Jubilate. Epistel, 1 Petri 2,*. 11- 30. Lieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremslingen and Pilgrimme, enthaltet euch von den fleischlichen Rüften, welche wider die Seele treiten. Und führet cineu guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthäter, eure gute Werke sehen, und Gott preißen, wenns nun an den Tag kommen wird. Seyd unterthan aller menslichen Ordnung um des Herrn willen, es sey dem Könige als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Nache über die Uebelthäter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen. Als die Freien, nnd nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Shret den Konig. Ihr Knechte feyd un terthan mit aller Furcht dem Herrn, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist ble Gnade, s jemand um des Gewissens willen zu Gott das Nebel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bet Gott. Evangelium, Joh. 16, v 46= 23. und Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jängern unter einander. Was ist das, das er sagt zu nus: über fin fleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über 94 Episteln ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und deß ich zum Bater gehe? Da sprachen fie: was ist bas, das er saget, über ein kleinee? Bir wissen nicht, was er rebet. Da mestie Jesus, daß fie thn fangen wollten, und redet Da týnen: Davon fraget ihr untereinander, das ich gesagt habe: über ein kleines, so werdet ihr mich wicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehn. Bahrlich, wahrlich ich sage euc: ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird fich freuen. She aber werbet txaurig sein, och eure Eraurigkeit soll in Freude verwandelt werden. Ein Beib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ift kommen- Bann sie aber bas Rind geboren hat, beatt sie nicht mehr an die Angst, um ber Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren is. And the babt auch ann Traurigkeit, aber ich will ench wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Frende foll niemand von euch nehmen. Und an demselbt= gen Tage wertet the mich nichts fragen. Am IV. Sonntag nach Ostern, Erandi. Epistel, Jat. 1, v. 17. 21. Aae gute Gabe, und alle volkommne Gabe, kommt von oben berab, von dem Sater des Lichts, bei welchem if Feine Seränderung woh Bechsel des Lichts- und Finsternis. Es hat uns gezeuget nach seinem Billen, durch das Wort bee Sabrheit, auf baß wir waren Erflinae seiner Greas turen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sey schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam sum. 3oen. Denn to gen 3orn thut nicht was vor Sett recht is. Dayam je leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und niyat des Wort an mit Sanftmuth, das in mich gepflangt ift es tann enre Seelen selig machen. Evangtlium, Joh. 16, v. 5. 16. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mish gesandt hat, und niemand unter eu fraget mich, wo geheft bu hin? Soatern, dieweil ich solches zu euch geredet habe; ift euer und Evangelien 95 per vell Traurens worten. Aber ich sage end) die Babebeit: Ge it end gut sich hingehe. Denn so i nicht hingehe, so tommt der Erößer niet zu euch. So ich aber bingehe, so wie ich ihn zu each senden. Und wenn dersel. bige tommt, der wird bie Belt ftrafen um die Sürde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht. Um die Sinben, daß fie nicht glauben an mic. Nm die Gerechtigs teit aber, daß id jum Sater gebe, und ihr mich fort nicht feber. Um das Gericht, daß bex first dieser Welt gerichtet ift. 3ch habe each noch vi! zu sagen, aber ihr könnets jcht nicht tragen. Benn aber jener, der Seit der Bayrheit tommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selbez reden, sondera was er hören wird, bas wird er reben, und was zukünftig ist, wird es each verkäntigen. Derselbige wird mich serklären, bens von dem einen wird er es nehmen, und eud perkändigen. Alles, was bez Sater hat das ist mein. barum hare ich gesagt: er wirds von dem Meinen nehmen, und euch verkändigen. Am V. Sonntage nach Ostern, Rogate. Epiftel, Jac. 1,» 22. 27. Styd aber Thäter, des Worts, und nicht Hörer ein, damit thr euch selbst betrüget- Denn so iemane i ein Hi. rex bes Borts, and ist ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschaner. Denn nachdem er sich beschanet hat, geht es von Stunt an baven, und sergist wie er gestaltet wer. er aber durchschaut in das vollkommene Geseg der Freiheit, und dars lanen beharret, uab ift ateht ein vergeßlicher Hörer, sonbern ein Zhäter, derselbige wird selig fein in seiner That. So aber sie jemand unter each läffet danken, der verfüh ret sain Herz, bes Gottesdienst ist eitel. Ein reiner and abeflecter Gottesdienst vor Sett dem Bater ift ber, die Batsen und Sittwen in ibres Tribsal besuchen, und d vor ber Belt anbefleckt erhalten. 96 Epifteln Evangelium, oh. 16, v. 23- 30. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwa bitten werbet in meinem Namen, so wird ers euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werbet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sey. Solches habe ich durchs Sprichwort geredt, es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselben Tag werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will. Denn er selbst, der Vater hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegans gen, und kommen in die Welt. und gehe zum Vater. Sprechen z ihm seine Jünger: Siche nun redest du frei heraus und sagest kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt und bedarfst nicht, daß dich jemand frage: Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Am Tage der Himmelfahrt Chrifti. Ep 1, Up. Gesch. 1, v. 1' 11. Die erste Nede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von allem dem, da Jefus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis auf den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Appsteins( welche er hat auserwählet) durch den heiligen Geist Be fehl gethan hatte. Welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeigt hatte, durch mancherlei Erweisungen und ließ sich sehen unter ihnen 40 Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß fie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheiss Denn Jo fung des Vaters, welches thr habt gehört von mir. hannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. iber, so zusammen kommen waren, fragten thu, Die und und Evangelien. 97 Sprachen: Herr wirst du auf diese Zeit wieber aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebührt euch nicht zu wissen Zeit und Stunbe, welche der Vater feiner Macht vorbehalten hat. Sonbern ihr werdet die Kraft des heil. Geistes empfahen, welcher auf euch kome men wird, und werdet meine Beugen sein zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, unb bis an das Ende der Erden. Und da er solches gesagt, warb er aufgehoben zusehens, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachfaben gen Himmel fahren, siche, da stunden bei ihnen zrezn Männer in weissen Kleidern welche auch sagten: thr Männer von Galitáa, was stebet ihr hie und seht gen Himmel! Dieser Jesus, weicher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen wie thr ihn gesehen habt gen pimmel fahren. Evangelium, Marci 16 v. 14-20. Sulegt, da die Eilfe zu Sische faßen, offenbarte fich der Herr, und schalt ihren Unglauben und thres Herzens här. tigkeit, daß ſie nicht geglaubi batten benen, die ihn geſeben hatten auferstehn. Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt, und predigt das Evangelinm aller Creatur. er da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden. Die Beichen aber, die de folgen werden denen, bie da glauben, sind die: In meinem Ramen werden sie Seufel austreiben, mit neuen Bungen reden, Schlangen vertreiben, und so ste etwas Soaliches trinken, wirts ihnen nicht schaden. Kuf die Kranken werden sie die Hände legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen pimmel, und siget aur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und pres digten an allen Orten, und der Herr wirkte mit ihsen, und beträftigte bas Bort burch mitfolgende Beiden. Am 6. Sonntage nach Ostern, Graudi, Epistel, 1 Petri, 4, v. 8-11. So felb aun másig und nüchtern zum Gebet. Vor alles Dingen, aber habt untereinander eine brünftige Liebe, 98 Episteln denn die Liebe bedeckt auch der Sünden Menge. Geld gaft. Und dienet einander frei untereinander ohue Murmeln. ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Snabe Gottes. So je So jemand mand redet, daß eis rede, als Gottes Wort. ein Umt hat, daß ers thne als aus dem Vermögen, ras Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jefum Chrift, welchem ey Ehre und Gewalt, von Ewigkeit zu Ewigkeit, Umen. Evangelium, Joj. 15. u. 16. Cap. Wenn aber der Tröfter kommen wird, welchen ich euc fenben werbe vom Bater, der Geist der Wahrheit, der vom Bater ausgehet, der wird zengen von mir. Und ihr wer det euch zeugen, denn ihr seye von Anfang bei mje ge: wesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden en in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß wer euch tödet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst baran. Und solches werden sie euch da: rum thun, daß sie weder meinen Sater noch mich erkennen. Aber foldes habe ich zu euch geredet, auf daß wenn die Beit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich wer bei euch. Am heiligen Pfingsttage. Epiftet. Upost. Beidh, 2, v. 1:13. And als der Tag der Pfingsten erfület war, waren fie alle einmäthig bei einander. Und es geschah schwell ein Saufen vom Himmel, als eines gewaltigen Bindes, and erfüllte das ganze Haus da fie saßen. Und man sahe an ihnen die Jungen jegtheilet, als wären sie feurig, und es segte sich auf einen feglichen unter ihnen, und wurden alle voll des beil. Geiftes und fingen an alle zu predigen mit andern 3angen nachdem der Seift ihnen gab anzusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus allerlei Bolk, das unter dem Simmel if. Da nun die Stimme geschah, kam die Men. und Evangelien. 99 ge zusammen, und wurden verkürzt; denn es hörte ein jeg. licher, daß fie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetten fich aber alle, verwunderten sich und sprachen untereinans der: Siehe sind nicht diese elle, die da reder, aus Galis láa? Biz hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, das rinnen wir geboren find? Parther und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen ta Meſopotamia, and India und Capadocia, Peato und Ufa. Phrygia und Pamphilia, Egypten und an den Enden der Lybien bei Gexene, und Ausländer von Rom, Juden and Judengenoffen, Ereder and Uraber. Wir hören sie mit unfern 3angen die grof sen Shaten Gottes reben. Sie entsagten sich aber alle nad wurden irre, und sprachen einer zum andern: was wil bas werden? Die andern aber hatten thien Spett, und sagten: sie sind voll süfen Beins. Evangelium, Joh. 14, v. 23 31. er mich liebet, der wird mein Wort balten, und mein Bater wird ihn lieben, und werden zu im kommen und Bohnung tet ism machen. Wer aber mich nicht liebt der hält meine Borte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Baters, der mig gefandt hat. Selches habe ich zu euch gesagt, weil ich bei euch gewesen bin. Noer der Trößer der heil. Geist, welchen mein Bas ter seaden wird in meinem Namen, derselbe wird es euch alles lehren, und euch erinnern alles des was ich euch gefagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Sicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Ihr habt ge= hört, daß ich euch gesagt habe: So gehe hin und komme wieder zu euch. päitet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich geſagt habe: ich gehe zum Bater, denn der Vater ist größer als ich, und nun habe ich euch ges fast, che denn es geschieht, auf das wenn es nun geschehen wird, das ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht viel mehr mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt und hat nichts an mir. Uber auf daß die Welt erkenne, daß ich de Bater liebe, und ich also thue, wie mir der Bates Geboten hat Stehet auf und laffet uns von binnen gehn. Episteln Am Pfingsmontage. Epiftel, Upoft. Gefd, 10, s. 42-48. Der Herr hat uns geboten zu predigen bem Bolte, unb zu zeugen, daß er ist verordnet von Bett, ein Richter des Lebendigen und der Lobten. Von diesem zeugen atte Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Borte zebete, fiel der heil. Geist auf alle, die dem Worte zuhösten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung ble mit Petro Lommen waren, entfagten fich, daß auch auf die Heiben die Gabe bes heiligen Geistes ausgegoffen ward. Denn sie hörten, daß sie mit 3ungen redeten, and bott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: mag auch jemand das Waffer wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geift empfangen haven, gleich wie auch wir? und befaßt sie zu taufen in dem Namen des Herrn. 100 Evangelium, Joh. 3, v. 16-21. Jesus speach zu Nicodemo: Also hat Fott bie Welt ges liebet, beß er seinen eingebornen Soba gab, auf das alle bie an ibn glauben, nicht verloren werden, sendern daß ewige Erben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht ges fandt in die Welt, daß er die Welt zichte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gezichtet, wer aber nicht glaubt, des ist schon gerich tet, benn er gladbet nicht an den Namen des eingebornen Sohn Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebten die Finders nig mehr, denn des Licht, denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut der baffet bas ticht, snd kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Bahrheit thut, der kommt an das eicht, daß seine Beske offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. und Evangelien. Am Pfingstdienstage. 101 Epistel, Up. Gefch. 8, v. 14-17. Da aber die Apostel hörten zu Jerusalem, daß Samasta bas Wort Bottes angenommen hatte, fandten sie zu ihnen Petrum und Johannem, welche, de fie binab tamen, ber teten fiber fie, daß fie ben heiligen Geift empfingen, denn er war noch auf teinen gefallen, sondern waren allein ges tauft in dem Namen Jefu Chrifti. Da legten sie die páns be auf fie, und fie empfinger den heiligen Seif. Evangelim, Joh. 10, s. 1-11. Iefus sprach zu den Suben: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: wer nicht zur Thür hineingehet in den Seaffall, fonern steigt anderswo hinein, bes ist ein Dieb und ein örder. Der aber zur Ebür hineingebet, ber ist ein Hirte der Echaafe. Demselben thui der Chürhüter auf, wab bie Schaafe hören seine Stimme, und er ruft seines Schaafen mit Rames, und führet fie ans. Und wenn es feine Echaafe bat ausgelaffen, geht er vor ihnen bin, und bie Schaafe folgen ihm, denn sie kennen seine Stimme. Ginem Fremden aber folgen Sie nicht nach. Diesen Spruch fagte Jesus zu ihnen: sie vernahmen aber nicht, was es waz, bas er zu ihnen fagte. Da prac Jesus wieder zu ihnen: Bahrlich, wahrlich ich sage euch: Ich bin die There zu den Schaafen. Ule die vor mir kommen sind, die sind Diebe und Mörder gewesen, aber die Schaafe ha. ben ihnen nicht geborht. Ich bin die Thüre, so jemand burch mich eingeht, der wird selig werden, und wird eins und ausgehen und Beide finden. Cin Dieb kommt nicht, benu daß er stehle, wärge und umbringe. Ich bin kommen, daß sie das Leben und volle Genüge haben sollen. 102 Episteln Am Sonntage Trinitatis, Epiftel, Röm. 11, v. 33. 36. O welch eine Tiefe des Reichthums, beide der Weisheit und Erkenntniß Gottes! wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! denn wer hat des Serra Sinn erkannt? Oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben? das ihm werde wieder vergotten? Denn von ihm, und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sey Ehre in Ewigkeit Amen. Evangelium, Soh. 3, v.33.36. an ihm: Metster wir wisEs war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemas, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jeſu in der Nacht und spe sen daß du bist ein Lehrer von ott kommen, denn niemand kann die Zeichen thun te da thuft es sey denn Gott mit ihm. Jejus antwortete und syrach zu ihm: Warlich, warlich ich sage dir: es sey denn, baß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehn. Ni.. Fodemus spricht zu ihm: wie kann ein Mensch geboren werben wenn er alt ift? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Warlid, warlich ich sage dir: Es sey denn, daß jemand geboren merde aus dem Basser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird bas i Fleis, und was vem Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gefagtoyabe: the müffet von neuem geboten werden. Der Bind bläset wo er will, und du höreft sein Saasen wohl, aber du weist nicht von wannen er kommt und wohin ex fährt. Utse ist ein jeglicher, der us dem Geist geboren ist. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag folches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht? Wahrlich, warlich, ch sage dir, wir reden, das wir wissen, unt zew ger, tas wir gescha haben, und ihr nehmet unser Beugni und Evangelien. 103 nicht an? Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage; wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder kommen ist, nemlich des Menschen Sohn der im Himmel ist. Und role Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, anf daß alle, die an ihn glauben nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Am 1. Sonntage nach Trinitatis. Epiffel, 1. Joh. 4, v. 16.21. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibe!, der bleiber in Gott und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig dei uns, auf daß wie eine Freubigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleich wie er ist also find and wir in dieser Belt. Furst ist nicht in der Liebe, sondern bie völlige Liebe treibet die Fuicht aue, denn die Furcht hat Pein, wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in ber Liebe. Left und ihn lieben, denn es hat uns erst geliebet. So jemand spricht: ich liebe Gott, und haffet feinen Brnder, der ist ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er sienet, wie kann er Sett lieben, den er nicht fieht? Und dies Gebet haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß er auch seinen Bruder liebe. Evangelium, Lucká 15, v. 19 33. Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köftlichem Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Urmer, mit a= men Lazarus, der lag vor seiner Thür voll Schwören, und begehrte sich zu sättigen von den Brodsamen, die von des Reichen Ztiche fielen. Doch kamen die Hunde, und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Urme starb uno war getragen von den Engeln in Ubrehams Schoos. Der Reiche aber starb and, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, bub er seine Augen auf und sahe Abraham von ferme, 404 Episteln und Lagerus in feinem Schoos, rief und spra Bater Abraham erbarme bich mein, und sende 2azarum, daß bas Newßerste seines Fingers in Baffer tauche und kühle meine Bunge, denn ich leide Pein in dieser Flamme. Ubraham aber sprach: Sedente Sohn, daß du dein Gutes soon empfangen haft in deinem Leben, und Lazarus dagegen bat Bosed empfangen, nun aber wird er getestet und du wirs gepeinigt. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, daß bie da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, tönnen niet, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: ſo bitte i dich, Bater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haut. Denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeige, auf baß sie nicht auch temmen an diesem Ort der Qual. Ubraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Pros beten, laß fie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein Bater Ubraham, fondern wenn einer von den Todten zu ih. nea ginge, so wüten fie Buße thun. Er aber sprach zu thee: bören fie Mofes und bie Propheten nicht, so werden fie auch nicht glauben, ob jemand von den Totten auferstände. Am 2. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Joh. 2 d. 13-18. Verwundert euch nicht, meine Bester, ob euch die Well haffet. Wir wissen, daß wir aus dem Tobe in das Leben tommen sind, denn wie lieben die Brüder. Wer den Brus bez nicht liebet, der bleibt im Tode. Ber seinen Bruder haffet, der ist ein Cobtschläger, und ihr wisset, daß eis Zofichläger nicht hat das ewige Leben, bet ihm bleibend. Daran haben wie erkannt die Liebe, daß er sein Leben für ans gelassen hat, und wir follen auch das Leben für die Brüder lassen. enn aber jemand dieser Welt Güter hat and sieht seinen Bruder barben, und schließt fein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Geties bei ihm? Meine Kind ein laßt uns nicht lieben mit Morten noch mit der Bun fondern mit der That und der Wahrheit. und Evangelien. Geangelium, Cucd 14, d. 16-21. Es wat ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl und lub piel dazu. End sandte seinen Knecht aus zu der Stunde des Abendmahlo, zu sagen den Geladenen: ommt, denn es in alles bereit. Und fie fingen an alle nach einander fi zu entfuldigen: der erste fprach zu ihm: Ich habe einen der gekauft, und muß hinausgehen und ihn befe ben, fo bitte dich, enticulbige mich. Und der andere sprach: 34 habe fünf Jo Dsen gekauft, und ich gehe jegt hia, Rezu befehen, ich bitte sich, entschuldige mig. Und bes britte ſprach: Ich habe ein Weid genommen, darum kana ie nicht kommen. Und der Knecht tam, und sagte das jeinem Herrn wieder. Da ward der Deutherr zornig und fera zu ſeinem Knect: Gebe aus bald auf bie Straßen und Waffen der Staat, and fähre bie 20xmen und Krüppel, Laomen und Blinden berein. Und der Knecht sprach: Herr ** in geltehen, was du befohlen haft, es ist aber noc Raut ba. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Behe aut of bee Candfraßen und an die Bäune, und nöthige ke herein a femmen, auf hoß mein haud sell werde. Je fage cug aber, bas ter innes teiner, ble geladen sind, mein bekomahl ichmecken wird. am 3. Sovatage nach Trinitatis. Epifal, 1. Petzl 5, v. 6-11 105 demfiibigt euch nun nateg die gewaltige lea, daß er eum exhöhe zu feizer Zeit. Ale Dand Goteure Gorge werfet auf the, denn er forget får euch. Send nich. teru und wachet bean ears Biberfader, ber Zeufel gis bet umbes wie ein brütender towe, und fuchet, welchen ** verfehlinge. Dem wiberstehet fett im Glauben, und wiffet, daß eben diefelbigen Leiben über eure Brüber in der Welt gehen. Der Gott ser Onabe, ber und berufen bat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Chrifto Iefu, berselbige wird euch, bie the new eine Eline Zeit leibet Epifeln vorbereiten, stärken, träftigen und gründen. Demselbige sey Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Evangelium,£ nca 15, v. 1-10. Es naheten aber zu Jesu allerlei Zöllner und Sündet, baß fie ihu hösten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murreten und sprachen: Diefer nimmt die Sündre an und isset mit Ihnen. Er sagte aber zu ihmen dieß Gleichniß und sprach: welcher Mensc, ist auer euch, der hundert Schaate bet, und so er der eines verlieret, der nicht leffe die neun und neunzig in der Wüste, and hin gehe nach dem Berlohrnen, bie daß ers finde? Und wenn ere funden hat, io legt ere auf feine Uchsel mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seinen Freunden nnd Nachbarn, und spricht zu ihnen: Frenet euch mit mit, denn ich habe mein Gaaf funden, das verloren war. Ich fage euch: Also wird auch Freude fein im Himmel über einen Sinber tez Buse thue, für neue und neunzig Geredten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welches Weib ift, die zehn Groschen hat, se fie den einen verlies ret, die nicht ein eiet anzfinde, und kehre das Haus und fuchet mit Fleis, bis daß fie' n finde? Und wenn sie ihn eunden hat, crufet sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freut euch mit mix, teun ich habe meinen Grofden funden, den ich verloren batte. Ulso auch sage i euc, wire Freude sein vor den Engeln Gottes über et nen Sander, der Buße that. 106 Am 4. Sountage nach Trinitatis. Epiftel, Nöm. 8, v. 18= 23. Denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiben der Garlichait nicht werth sey, die an uns foll offenbar werden. Denn das ängstliche Harren der Creatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Ginteal die Creatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren den, fondern um deßwillen, der fie unterworfen hat auf offrang. Denn auch die Creatur frei werden wird. und Evangelien. 107 von dem Dienst des vergänglichen Besens, zu der herrliden Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Creatur fehuet sich mit uns, and angstiger fim nom immerdar Nicht allein aber sie, sondern auch wir seldft, die wir haben des Geistes Erflinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unsere Lei, bes Erlösung. Evangelium, Luca 6, v. 36:46. Darum send barmherzig, wie auch eaer Bater barmhers sig ift. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Serdammet sight, so werdet ihr and niet verdammt. Scrgebet, so wird euch vergeben. Sebet, so wird euch gege= ben. Ein voll gedrückt, gerättelt und überflüifig Maas wird man in euren Schoch geben, denn eben mit dem Maaß da ihe meffer, wird man euch wieder messen. Und ex sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinem Meifer, wenn der Jünger ist wie sein Meißer, so ift ee velkommen. Was siehest du aber einen Splitte in deimes Bruders Unge, aus den Balken in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder, wie kann du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder! ich will dir den Splitter aus Deinem Auge zienen, nnd du fichest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler! zeuch zuvor ben Balken aus deinem Auge, und bestehe bana, daß du den Splitter and deines Bruders Auge ziegest. Am 5. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Petri 3, v. 8= 15. Endlich aber feyb allesammt gleid gefinnet, mitleidig, brüderlich, barmherzig freundlich. Bergeltet nicht Bifes mit Bösem, odez Scheltwort mit Scheltwort; fonbern dagegen segnet, und wisset, daß the dazu berufen 108 Episteln seyd, daß the den Gegen ererbt. Denn wer leben wil und gute Tage sehen, der schweige seine 3ange, baß sit nichts Bises rebe, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen une thue Gutes, er suche Frio ben und jage thm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und ine Ohren auf the Gebet. Das Angesicht aber des Herrn Reht auf die, so da Böses then. Und wer ist, der euch schaden könnte, so the dem Guten nachkommt? Und ob thr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so feyb the bed selig. Fürchtet euch aber vor the rem Tregen nicht, und erschrecker nicht. Peiliget aber Gott den Herru in curen Herzen. Grangelium, Buca 5, v. 1-11. Es begab sich aber, baß sich das Volk zu Jesu brang, zu hören bas Wost Gottes, und er fund am See Genezareth. Mob sabe zwei Schiffe am See stehen, die Fischer aber wa ren ausgetreten und wuschen ihre Nege. Da trat er in des Schiffe eins, welches Cimonis war, und bet ihn, das ers ein wenig vom Lande fährte. Had er fegte sich und lehrte bas Solt aus dem Stiff. Und ale ez hatte aufgehört za reben, sprach er ja Simon: Fayret euf die Höhe und wer fet cuse Rege aus, bas ihr einen 3ug thut. Und Simon antwortete und iprach zu ihm: Weiftes, wis gaben die ganze Nagt gearbeitet und nichte gefangen, aber auf dein Bost will ich bas et auswerfen. Und da fie das thaten, bes foleffen sie eine große Menge Fisse, und ihr Neg zerzik Und fie winkten ihren Gesellen, die im andern diffe wazen, toß sie támen and paifen ihnen ziehen. Mnd fie Tamen und fästen beibe Schiffe voll, daß sie janten. Dª bas Gimon Petrus fabe, fiel er Seit zu den Knicen and prad: Here, gebe von mir hinaus, denn ich bin ein fin biger Mensch. Deng s8 war ihnen ein Schrecken ange tommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fisch zug, den sie miteinander gethan halten. Deffelbigen gleiden auch Jakobum and Johannem; die Söhne Zeber bät, und Simens Gesellen. Und Jesus sprach zu St mon: Füschte dich nicht, denn von nun an wirft d und Evangelien. 109 enfen fahen. Und sie fährten die Gdiffe zu ande, und berließen alles und folgten ihm nach. Am 6. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Rm. 6, v. 3-11. Wisset the nicht, boß alle ble vols in Jesu Chrift ge. tauft sind, die sind in seinem Zeb getauft! Go find wie, mit ihm begraben burd bie Zaufe in den Sos, auf baß, gleichwie ist Ghristas enferwecker von den Joben, busch Die persligkeit des Baters, allo sollen auch wir in einem neuen Leben wonbein. So wis aber sammt ihm gepflanzes werden zu gleichem Code, so werden wir auch der Unters flegung gleich fein. Diewell wiz wissen, daß unser alter infch fammt ihm gekreuzigt, be it gerechtfestigt von ber Sünde. Sind wir aber mit Chrifto gestorben, so glane ben wir, baß wir end mit ihm leben werden und wissen, bas Chriftus, con den Soden auferwedet, hinfort nicht fiebt, der Tod wird hinfost nicht über ihn herrschen. Denn baß er geßorben ist, bas is er der Sünde gestorben, einemmat; beß ct aber lebet, kad lebet ex Gott. Also auc the ballet ruch dafür, daß ibe ter Sünte gestorben jepo, und lobet Gott in Chrifto Jefu waferm perra. Gvangelium, Matth. 5, s. 20-26. Denn ich sage euch: Es sey bean cure Gerechtigkeit beffer, denn der Echriftgelehrten und Pharisäeer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Utten gesagt ist: Du sollst nicht is den, wer aber tödet, der soll des Gerichts schulsig ſein. Ich aber fage euch: wer mit seinem Bruder zürnet, der if des Gerichts schuldig, wer aber zu seinem Brudes ſagt: Rache, bez ist bes Rades schuldig. Wer aber sagt: du Rars, des ift des höllisches Feuers schuldig. Darum 110 Exifela wenn du deine Gabe auf dem Altar epferst, und wirft allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allde vor dem Alter deine Gabe, und gehe zuvor hin und verföhne die mit deinem Bruder, und alsdann kom: me und opfere deine Gabe. Sey willfertig deinem Wibersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß ich bez iderfacher nicht bermateins überantwor te dem Richter, und der Richter ü erantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage warlic, du wirst nicht von bauneu heraus fommen, bu auch den legten eller bezahlest. Um 7. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Rim. 6, v. 10.23. 36 mus menfchlich davon reden, um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Slieder begeben habt zum Dienst ber Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern; also begebet auch nun eure Glieder zum Diruft der Berechtigkeit, daß fie heilig wer: ben. Denn da ibe der Sünde Knechte waret, da waret the feet von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Furcht, welcher ihr euch jetzt schämet. Dern das Ende derselbigen ist der Bod. Nun the aber send von der Sünde frei und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Furcht, daß the heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Solo, aber die Babe Sottes if das ewige Leben, in Christo Jesu unferm Herrn. Evangelium, Marc. 8, v. 1-9. Bu der Zeit, da viet Melks da war, und hatten midts zu Effen, rief Jesus seine Sünger zu sich und sprach zu thaen: Mich jammert des Belts, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret, und haben nichts zu essen, und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließ gehn, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn etliche waren und Evangelien 111 und ferne kommen. Seine Jünges antwerteten ihm: wc: her nehmen wir Brob hier in der Wüsten, daß wir sie fättigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr Bred? sie sprachen: sieben. Und er gebot dem Volk, baß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brobe und Lankete und brach sie, und gab sie feinen Jüngern, daß fie bieselbigen verlegten. Und legten sie dem Volke voro und hatten ein wenig Fischlein, und er baukete, und bies dieselbigen auch vertragen. Sie aßen aber, und wurden fatt, und haben die fibrigen Brocke.. auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viez tausend, die de gegeffen hatten. Und er ließ sie von sich. Am 8. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Stöm. 8, n. 12- 17. : So sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Steisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen. So ihr aber durch den Geift des Fleisches Geschöpfe tödtet, ſo werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gotted Kinder. Denn ihr habt nicht einen Enechtischen Beift empfangen, das ihr euch abermal fürchten müsset, sondern the best einen findlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: 25ba lieber Bater. Derfelbige Geift giebt 3e gniß unserm Geift, daß wir Goites inter sind. Sind denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Bettes Erben, und Miterben Chrifti, so mir anSezs mit leiden, auf daß wir auch mit zur perrlichkeit erhoben werden. Evangelium, Matth. 7, v. 15-23. Geht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleitern zu euch tommen, towentig aber find fie reißende Bölfe, an ihren Früchten sollt ihe fie erkennen. Rann man auch Zrauben lesen von den Dornen, oder Feigen von ben Difteln? Also ein jeglicher gute Baum bringt gute Früchte, aber ein fauler Saum bringet arge Früste. Ein guter Baum tanu nicht arge Früchte bringen, und 412 Episteln ein fauler Baum tann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, ber nicht gute Früchte bringt, wird abges hauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten follt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, bie zu mie fagen: Herr! perr! In das Himmelreich tommen, sondern bie ben illen thun meines Baters im Dimmel. den viele zu mir sagen an jenem Tage: peer! perz! boben wir nicht in deinem Namen geweiffaget! Haben wir nicht in deinem Remen Stufel aangetrieben! Daben wir nicht in deinem Namen viel Ipaten gethan? Dann werde ich ihnen bekenuca: ich habe euch noch nie extannt, weidet alle van mix, the Mebelthäter. Am 9. Sonntage nach Trinitatis. Epistel 1. Cor.10 v. 6-13. Das ist aber uns zum Bortheile geschehen, das wir uns nicht gelästen lassen des Bösen, gleichwie jene gelüftet pot. Berbet auch nicht Abgöttise, gleichwie jener etliche wur den, als geschrieben geht. Das Welt sette sich wieder zu effen und zu trinken, und Rund auf zu spielen. Auch lase fet uns nicht purerei treiben, wie etliche unter jtnip pus serei trieben und stelen auf einen Tag eget und amonjig taufenb. Laffet uns aber auch Chriftum niet verſacen, wie etlicke von jenen in versuchten wat tussen von cen Slangen umgebracht. Buzzer and widt, gletchote jener etlice murteten, und wurden ungebracht burch den Bre bezsen. Selches alles widerfuhe ihnen zum Borbilde, so th aber was gefrieben usarnang, auf welche das Ende der Welt kommen ist. Dasun wes sich läßt danfen, es Rebe, mag zafcben, beß ez niet folle. Es pot euch noch teine bena mensquiche Berladang betacten. Über Gott iß getreu bez euch niet, läßt ocrinchen bev euer Bermögen, sonbern machet, bare Bessudung fo en Gate gewinnch bas igre tonnet ertragen. Evangelium, Luca 16, v. 1-9 Ge par ein seicher Mann, der hatte einen Haushalter tez warb vor ihm berüchtigt, als häne er ihm seine St und Evangelien. 113 ter umgebracht. Und er forderte tha und sprach: Wie böre ich bas von bir? Thue Rechnurg von deinem Haushalten, denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter, feyn. Der Haushalter sprach bei sich selbst: was soll ich thun? Mein Here nimmt das Amt von mix. Graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun nil, wenn ich nun von bem Umt gefegt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich elle Squlbe ner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bis bu meinem Heren schuldig? Er sprach: buatest Sonnen Dels. Und er sprach zu ihm: nimm deinen Brief, fege bich und schreibe fluche fünfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Melter Beizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreibe achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hatte, denn die Kinter dieser Welt find klüger, denn die Kinder bes Sichts in threm Geschlechte, und ich sage euch auch: Machet euch Freunte mit dem ungerechten Mammon, auf daß wenn tr sun darbet, fie euch aufnehmen tu te ewige Hütten. Am 10. Sonntage nach Trinitatis. Epiftel 2. Cor. 12, v. 1-11. Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Bett. der nicht verhalten. Ihr wisset, daß the Helden gewesen ſeyd, and hingegangen zu den Rummen Gögen, wie ihr ges führt wurbet. Datum thue ich euch kund, deß niemand Se sem verflucht, der durch den Seif Gotted sebet. Und niemand kann Jesum einen Heren beißen ohne durch den bei. ligen Geist. Und es sind mancherlei Saben, aber es ist ein Beift, und es sind mancherlei Xemier, aber es ist ein Herr. #nd es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, ber ba wirket alles in allem. In einem jeglichen erzeigen fi dis Saben des Geiftes zum gemeinen Nagen. Einem wird gegeben turch den Geift zu reden von der Weisheit. Dem andern wird gegeben an reden von der Erkenntniß nach dem jelbigen Geift. Einem andern der Glaube in demselbigen Seift. Einem andern die Gabe gefund zu machen, in demsels 114 Episteln bigen Geift. Einem andern under zu thun. Einem ana bern Beisfagung. Einem andern Götter zu unterscheiden. Cinem andern mancherlei Sprachen. Einem andern die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige Geist, und theilet einem jeglichen seines zu, nach dem ex will. Evangelium, Luck 19, v. 41-48. And als er, der Herr Jesus, nahe hingu kam, sah er die Stadt an, und weinte fiber fie. Und sprach: Wenn du es wüßteft, ſo würdest du auch bedenken zu bieser deiner Beit, was zu deinem Frieden dient! Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und seine Kinder mit dir eine agenburg schlagen, die belagern und an allen Orten ängstigen. Uns werden bich schleifen, und keinen Stein auf dem andern laffen darum, daß du nicht erkennt haft die Zeit, darinnen bu heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, uod sing auszutreiben, die batin verkauften und fauften. Und each zu ihnen: es fliehet gefrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habts gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte églich im Tempet. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Bornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß fie ihn um brächten. Und funden nicht, wie sie ihm thun sollten, Denn alles Volk hing ihm an, und hörte ihn. Am 11. Sonntage nach Trinitatis. Epiftel, 1 Cor. 15.». 4: 10. Ich erinare euch aber, lieben üder, des Evangelil, das ich euch verkündigt bate, w Iches the auch angenommen habt, in welchem the auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welchergestalt ich es euch verkündigt ha be, so ihes behalten habt, es wäre denn, daß ihrs um: sonst geglaubi bätiet Denn ich habe euch zuvörderst gege: ben, weldes ich auch empfangen habe, daß Chriftus gestors ben sey für unsere Günde nach der Schrift. Und deß er be graben fey, und daß er auferstanden sey am dritten Sage, nach der Schrift. Und daß er gesehen worden ist von Ke: und Evangelien. 115 phar, darnach von den 3wölten. Darnach is er gefehen worden von mehr denn 500 Brüdern auf einmal, beren noch viel leben, etliche aber find entschlafen, Darnah ist er gesehen worden von Jacoke, darnach von allen Aposteln. Um legten von allen ist er auch von mir, els einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringfie unter den Upofteln, als der ich nicht werth hin, daß ich ein Apostel beiße, darum daß ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Uber von Gottes Gnaden bin ich, das ich bin und feine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet benn sie alle, nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evangelium. Luca 18, s. 9:14. Der Herr sagte zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß fie fromm wären, und verachteten die anderen, ein solch Gleichnis: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Scmpel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharifäer stund und betete bei sich selber also: Ich danke bir Gett, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, serr aus wie diefer 3ő# ner. 34 fafte zwier in der Wochen, und gebe den 3əhnten von allem, was ich babe. Und der Zöllner stund von ferne, well.. te auch seine Augen nicht aufheben gen pimmel, sondern fehlug an seine Brust und sprach: Gott sey m'r Sünder gnädig. Ich sage cuch: biefer ging bing gerechtfertiget in fein Haus ver jenem. Denn wer sich selbst exhöhet der wird erntebrigt werden, und wer sich selbst erniebriget, der wird erhöhet werden. Am 12. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2 Cor. 3, v. A= 9. Gin Tolch Bertrauen aber haben mie durch Chriftum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind vou uns selber etwas zu denken, als von une selber, sondern daß wir tüchtig find, ist von Gott Welcher uns auch tüchtig gemacht hat, kas Umt zu führen des Neuen Testament, nicht des Buchstabens, sondern des Geiftes. Denn der Buchstabe tödet, ( 16 Epistel aber der Geift macht lebendig. So aber bas Umt, das burch bie Buchstaben tödet, und in die Steine ift gebildet, Klarbeit hatte, also, das die Kinder Israel nicht Sonnten ansehen bas Angesicht Mofes, um der Klarheit willen ſeiRes Angesichts, die bosh aufhöret: wie sollte nicht vielmehe bas Amt, bas ben Geist gibt, Alarbeit haben? Denn so das Amt, das die Berdammniß prebiget, larbeit hat, wie vielmehr hat das Amt, bas die Gerechtigkeit presigt, berschwengliche Klarheit. Evangelium Mart. 7, v. 31-37. Und da der Herr Jesus wieber ausging von den Grenzer Syri und Sibon, fam er in das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der Städte. Und sie brachten zu ihm einen Sauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er bie Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Bolt besonders, und legte ihm bie Finger in die Ohren und fpügete, und rährete seine Zunge, jab auf gen Himmel, feufzete und sprach zu ihm: Hephata bas ist: thue di auf. Und alsbals thaten sich jetne Dyren auf, und das Band seiner Junge ward los, und rebete recht. serbot ihnen, sie sollten niemand sagen. Se mehe er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und wunderten fic über bie Maße und sprachen: er hat alles wohlgewad! bie Zauben macht er hörend, und die Sprachlosen rebend. Und tr Am 13. Sonntage nach Trinitatis. Epiftel Galater 3, s. 15-12. Lieben Brüder, ich will noch menschlicher Weise reben. Bezachtet man bod eines Menschen Seftament nicht,( went es bestätigt ift), and that auch nichts dazu. Nun ist je die Becheißung, Abraham und seinem Saamen zugeſagt. spricht nicht; burch bie Saamnen bls durch viele, lontera ate durch einen; dar seinen aamen, welder 12 Chri ftus. Ich sage aber davon: Das Restament, bas von Gott savor bestätigt ist auf Chriftum, wird nicht aufgehoben, deß die Berbeißung sollte durchs Geseg aufybren, welches gegeben ist vierhundert und breißig Jahre hernach. Denn so bas Esbe burch bas Geseg erworven würde, so würde und Evangelien. 117 de es nicht durch die Bexheißung gegeben. Gott aber hatte Abraham durch die Verheißung frei geschentet. Bas foll denn das Gefeg? Gs ist dazu gekommen, um der Sünde wila len, bis der Saame käme, dem die Berbeißung geschehen ift, und ist geſtellt von den Engeln, durch die Hans bes Rittlers. Ein Mittles aber ist nicht eines einzigen Mittler, Gott aber ist einig. Bie? ift benn das Geseg wider Sote tes Berheisung Das sey jerne. Wenn aber ein eft gegeben wäre, bas da könne lebendig machen, so káme bie Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gefeße Aber die Schrift hat es beschlossen unter bie Günde, auf das die Berbeißung täme durch den Glauben an Jesum Chriftum, gegeben benen, die da glauben. Evangelium, Lucd 10, 23-37. Jesus wandte sich zu feinen Jüngern, und sprach insonder beit: felig find die Augen, die da sehen, das the sehetDenn ich fage euch: Biel Propheten und Röaige wollten seben, das the sehet, und habens nicht gesehen, und hören, wad ihr hörst und habens nicht gehöret. And siehe, da ftand ein Scheifigelehrter auf, versuchte ihn, und speach: Meister was muß ich thun, daß ich das ewige Leben exerbe? Er aber sprach zu ihm: Bie steht im Geset geschrieben? wie liefeft bu? Er antwortete und sprach: Du solls Gott beinen Heren lieben boa ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe; und deinen Nächsten als dich selbst. Ge aber speach zu ihm: Du haft recht geantwortet: thue bas, so wisst bu leben. Er abes mollte sich selbft rechtfertigen und sprach zu Jelu: wer ist denn mein Nächster: Da antwortete Jesus and sprach: Es war ein 9 nsch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Mörder, die sogen ihn aus und ſchlugen the und gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Prieker Diefelbe Straße hinabzog, und da er ton sah, ging e vorüiter. Deffelbigen gleichen auch ein Levit, da er tam bet die Stätte, und sahe ihn, ging er vorübez, Gin Samaritter aber reiste und kam bahin, und da er ihn ſahe jammerte ihr seix, ging zu ihm, verband ihm feine Wunden, und goß darein Del und Weta, und hub ihn auf 118 Episteln Tein hier, und führte ihn in bie Herberge und pflegten sein. Des andern Tags reifte er, und zog heraus zweer Groschen, und gab sie dem Birth und sprach zu ihm: Pflege fein, und so bu was mehr wirst barthun, will ich dirs bezahlen, wern ich wieder komme. Welcher dünkt dich der unter diesen der Nächste sey gewesen dem, der unter die Mörber gefallen war? Er sprach: der die Barmher: zigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: Se gehe hin and thue desgleichen. Am 14. Sonntag nach Trinitatis. Epiftel, Bat. 5, v. 16= 24. Lieden Brüber, wandelt im, Geift, so werdet ihr die Lüfte des Fleisches nicht volbringen. Denn das Fleisch gelüftet wider den Seift, und der Geift wider bas Fleisch. Die selbige Kind wider e: nonder, daß ihr nicht thui, was iht wollet Regieret euch aber der Geist, so seys ihr nicht un ter dem Gefeß. Offenbar sind aber die Werke des Flei sches, als da sind: Ehebruch, Surerei, Unreinigkeit, Un sucht, Abgötteret, Sauberet, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn Bant, Swietracht, Rotten Haß: Mord, Freffen und Scu fen und dergleichen. Von welchen ich euch habe zuvor ge ſagt, und sage noch zuvor, daß die solches than, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Furet aber des Get fles ist Liebe, Freude, Felede, Geduld, Freundlichkeit, tigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuſe heit. Bider solche if das Gefes nicht. Welge aber Chrifto angeboren, die krensigen the Fleisch fammt den Läften und Begierden. Evangelium, Laca 17, 9. 11-19. and es begab fish, da Jesus reifte gen Jerufalem, 300 And als et er mitten durch Samariam und Galiläam. in einen Markt kam, begegnetes ihm zehn ausfähige Män aer, die standen va ferne, und erhoben ihre Stimme und Sprachen: Jesu, Itebereifter, erbarme dich unser! Und ba er fie fahe sprach er zu ihnen: geht hin und zeigt euch den Priestern. Und es geschah, de fie hingingen, wurden fie rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er ge sund worden war, kehrete er um, und preisete Sott mit und Evangelien. 119 lauter Stimme. Und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füsfen und dankete ihm. Und das war ein Samariter. Jefus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein werden? Wo find aber die neun? hat sich ſonst keiner funden, der wieder umkehre und gebe Gett die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gebe hin, dein Glaube hat die geholfen. Am 15. Sonntage nach Trinitatis. Epiftel, Gal. 6, v. 1= 10. Se wir im Geift leben, so laßt uns auch im Geist wandeln. Laßt uns nicht eitler Ehee geizig sein, untereinau.. der zu entrüsten und zu haffen. Cieben Brüber, so ein Meusch von einem Fehler etwa fibereitet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit langmüthigem Geift, die ihr geistlich send; und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern east, so werdet ihr das Belek Chrifti erfüllen. So aber sich jemaba läßt dünkes, er fey etwas, lo er doch nichts ist, der betrügt sich selbst, ein jeglicher aber p üfe fein Wert, und alsbann wird er in igm selder Ruhm haben, und nicht an einem andern, denn ein jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gu: tes dem, der ihn unterr chiet. Stret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten, denn was der Mensch säet, das wird er erndten. Ber auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Berderben erndten. Wer aber auf den Geift fäet, der wird von dem Geist das ewige Leben erndten. Laffet uns aber Gates thun und nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernbren ohne Wufhören. 218 wir denn nun Zeit haben, se laffet uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an den Glaubensgenossen. Evangelium, Math. 6, 24.34. Niemand kann zween Herrn dienen, entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder er wird einem anhangen, und den andern verachten. Str könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: 120 epipes Gorget nicht für euer Leben, was the effen and trinkes werdet, auch nicht für euern Leib, was the anziehen werdet, Ist nicht das Leben mehr benn die Speise? Und der Leib mehr denn die Kleidung? Seht die Bögel unter dem Him, mel an. Sie fäen nicht, sie ernter nicht, fie fammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Sater nährt sie doch.. Send ihr denn nicht viel mehr denn ste? wer ist unter euch ter seiner Länge eine Ele zuseßen möge, ob er gleich darum forget. Und warum sorgt ihr für die Kleidung? Schouet bie Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen, sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. 3 jage euch, daß auch Salomo in aller seiner Perrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als der selben eins. So benn Gott das Gras auf dem Felde also Eleidet, bas boch heute steht und morgen in den Ofen ge worfen wird, sollte er bas nicht vielmehr euch thun? o thr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: as werden wir effen? was werben wir trinken? womit werden wir uns kleiden? Nach solchen clen trachten die Heiben; denn euer himmlischer Bater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit so wird euch folches alles zu fallen. Daram sorget nicht für den andern Morgen, denn ber morgende Tag wird für das seine sorgen. Es ist ge nug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage babe. Am 16. Sonntage nach Trinitatis. Epistel Ephes. 3, v. 13-81. Lieben Brüder, darum bitte ich, daß ihr nicht mibe wen bet um meiner Trübsal willen, die ich für euch leide, wel che euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Knie ge ger den Bater unsers Heren Jesu Chrifti, der der rechte Bater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Daß er euch Kraft gebe, nach dem Reichthum feiner Herrlichkeit, ark zu werden durch seinen Geiß an dem inwendigen Menschen, und Christum zu mahnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe einges wurzelt und gegründet werdens auf daß ihr begreifen möget mit allen peiligen, welches da sey die Bretze und die täm und Evangelien 123 ge, ant bie Tiefe, und die Höbe; auch erkennen, daß Chriftum lieb haben, viel beßer ist, denn alles wissen auc daß ihr erfüllet werdet mit aller Gottes Fülle. Dem aber der überschwenglich thun kann aber alles, das wir bittn oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirkt, dem fey Ehre in der Gemeinde, die in Chrifto Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangelium, Luca 7, v. 1:17. Und es begab sich darnach, daß Selus in eine Stadt mit Namen Nain ging, und seiner Jünger gingen viel mit ihm, und viel Bolks. Wls er aber nahe an das Stadtthor kam, fiehe. da trug man einen Toden heraus, der ein einziger Sohn war feiner Mutter. Und sie war eine Wittwe, und viel Bolks aus der Stadt ging mit ihr. Und da fie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: weine nicht. Und trat hinzu, und rührte den Sarg an, und die Träger stunden- Und er sprach: Jangling id) fage dir, stehe auf. Uad der Tode richtete Und er gab ibn ſeiner fich ouf, und fing an zu reden. Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an; und prei seten Gott und sprachen: Es ist ein groter Prophet unter uns auferstanden, und Bett hat sein Volk heimgesucht. Und diese Redel vcn ihm erscholl in das ganze iüdische Land, und in alle umliegende Länder. Um XVII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel Ephes. 4, v. 1.6 ermahne nnn euch ich Gefangenen in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie fiche gebühret eurem Beruf, darin jkr berufen fyd mit aller Demuth and Sauftmuth, mit Se bulb, und vertraget einer den andern in der Liebe feyd fleißig zu halten die Einigkeit im sift, durch das Band bes Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen send, auf einer Soffoung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Bater unser aller, der da ist über euch alle, und durch euch alle, und in euch allen Episteln Evangelium, Luca 14, v. 1 11. Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer, auf einen Sabbath das Brod zn essen, und fie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schrif gelehrten und Pharisäern und sprach: Ists auch cecht auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an, und heilete ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochs oder Esel in den Brunnen fället, und er nicht alsbald ihn herauszieht am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie wählten oben an zu fißen, und sprach zu ihnen; Wenn du von jemand ge laden wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein ehrlicher, denn du, von ihm geladen sey, und so denn kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem und du müssest dann mit Schaam unten an Spen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und seze bich unten an, auf daß wenn da kommt, der dich geladen hat and spreche zu dir: Freund, rücke hinauf: denn wirst du Ehre Saben vor denen, die mit dir zu Tische sizzen. Denn wer kich selbst erhöhet, der soll erniedrigt werden, selbst erniedrigt, der soll erhöhet werden. und wer sich 122 Am 18. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Cor. 1, v. 4= 9. Ich danke meinem Gotte allezeit eurenthalben für die Gno de Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr feyd durch ihn in allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre und in aller Erkenntniß. Wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig worden ist: also daß ihr fei nen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi. Wel.ber auch euch wird fest behalten bis ans Gude, daß ih upsträglich seed auf den Tag unsers Heren Jesu Christ and Evangelien. 120 Dean Gott ift trea, darch welchen ihe berufen leyd ze meinschaft seines Sohnes Jesu Chrifti, unsers Herra. Evangelium Matth. 10 b' 34- 46. Da aber die Pharifäer hörten, daß Jesus den Sabbu, cher das Maul gestopft batte, versammelten sie sich. Mad einer unter ihnen ein Schriftgelehrter, verſuchte tha nas Sprach: Meiſtec, melches ist das vornehmste Gebot im Gesegl Jesus aber sprach zu ihm? Du sollst lieben Gott deinea Serca, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von ganzem Gemüthe. Dies ist das vornehmte Gebot. Das ansie aber ist dem gleich: du sollt deinen Nächsten lieben ale dich selbst. In diesen zweien Geboten hängt das ganze Beseg und die Propheten. Da nun die beiden bei einander waren, fragte sie Jesus und sprach: je dünket euch am Chrifto: Beß Sohn ist er? Sie sprachen: Davide. Er sprach zu ihnen: Bie nennet ihr dena David im Geift einen Heren? da er sagt: der Herr bat gelagt zu meinem Herrn: Sege dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege meine Feinde zum Schemel deiner Füße. So nun David ihn einen Herrn mennet, wie ist er dean sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Am 19. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephej. 4, v. 22. 28. So leget nun von each ab, nach dem vorigen Bande den alten Menschen, der burch Lüke in Irrthum fi verderbet. Erneuert euch aber im Geiste rares Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an der nach Gott geschaf fen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab und red die Bahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemel wir nnter einan. der lieber sind. 3senet und sändiget nicht, laßet die Sonne wicht über eurem 3orne untergeben. Gebet aud night Ruum bem täterer. Ber gefohlen hat, der stehle 124 Episteln sicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evangelium, Matth. 6, v. 1.8. Da trat der Herr Jeſus in das Schiff und fuhr wie, der herüber und kam wieder in seine Stadt. Und siehe, de brachten sie zu ihm einen Sichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben fahe, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getroft mein Sobn, deine Sünden find dir vergeben. Und fiehe, etliche unter den Schriftge. lehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Sott. Da aber Jefus ihre Gedanken sabe, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sa. gen: dir sind deine Sünden vergeben; oder zu sagen: Ste he auf und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, die Sünde zu ver, geben, sprach er zu dem Sichtbrüchigen: Stehe auf, bebe Sein Bett auf und gehe heim. Und er stund auf und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich und preis sete Gott, der solche Macht den Menschen gegeten hat. Am XX.Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 5, v. 15: 21. So seht nun zu, wie ihr vorsichtig wandelt, nicht all bie Unweisen, sondern als die Beisen. Und schicket euch in bie Zeit, denn es ist böse Zeit, darum werdet nicht unver tändig, sondern verstäubig, was da sey des Herrn Bille. Und saufet euch nicht voll eins, daraus ein unordentlich Befen folgt, sondern werdet voll Geistes. Un redet unter einander von Pialmen und Pobgefangen, und geistlichen Blesera, finget und spielet dem Herrn in eurem Herzen. And faget Dant allezeit für alles Gott und dem Bater, is em amen unsers Herrn Jefu Chrifti. Und send unter sinander unterthan t der Furtt Gottes. Evangelium, Matth. 22, v. 1.14. Das Himmelreich ist gleich einem Könige der seinen Gahn Hochzeit machte. Und fandte seine Knechte aus, bal and Evangelien 125 tommen. fie ben Gästen zur Hochzeit zufeten, und sie wollten nicht Abermal fandte er andere Knechte aus, und sprach: Soget den Gästen: siehe meine Mahlzeit habe ic bereitet, meine Ochsen unb mein Maftvieb ist gefchlachte und alles bereit, kommt zur Hochzeit. Wher fiz verachteten bar, und gingen bin, einer auf seinen Ucker, der andere su feiner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte höneten und tőbeten sie. Da das der König hörte, ward er zornig und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündere ihre Etadt an. Da ſprach es zu feinen Knechten: Die Hochzeit ist zwae berertet, aber tie Gäste warens nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen thr findet. Und bie Knechte gingen aus auf die Straßen und brachten zue sammen, wen sie funden, böfe und gute, und die Sische wurden alle voll. Da ging ter König hinein, die Gäste zu besehen, und fahe allda einen Menschen, der hatte keip hochzeitlich Kleid an. Und sprach zu ihm: Freund, wie bist du berein kommen, und haft tein hochzeitlich Kield an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dies kern: Sintet ihm hände und Füße, und werfet ihn is die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Bähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenig find auderwäblet. Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Epittel, Ephef. 6, v. 10- 17. Bulest, meine Brüber, seyd stark in dem Herrn, und to der Sacht seiner Stärke. 3ichet an den Harnifd Gottes, des the bestehen könnet gegen die liftigen Untáuf des Teus fels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut tämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nemlid mit den Herrn der Welt, die in der Finsternis dieses Wels herrschen mit den bösen Geistern unter dem Himmel. M deswillen, so ergreift den Harnisch Gottes, auf daß ihr wenn das böse Stumblein kommt, Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. Teht rus, umgürtet eure Lenben mit Behrheit und angezer gen mit dem Krebs der Gerech.igkeit, wat an einer gra $ 26 Episteln fti efelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens damit ihr bereitet seyd. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurige #feile des Bösewichts. Und nehmet den Helm des Heils, und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes Evangelium, Joh. 4, s. 47= 54. Und es war ein Königifcher, des Sohn lag krank zu Capernaum Dieser hörte, daß Jesus kam aus Indäa in Galiläam, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab käme und hülfe seinen Söhne, denn er war todkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn the nicht Zeichen und Wunder schet, so glaubt ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr. komme binab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: gehe hin, dein Sohn lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm worden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die sie bente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: sein Sohn lebet. Und er glaubte mit dem ganzen Hause. Das nun das andere Zeichen. das Jesus that, da er aus Judäa in Galiliam kam. Em 22 Sonutage nad Trinitatis. Epistel, Phil. 1, v. 8= 11. Ich danke meinem Gott, so oft ich eurer gedenke. Welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden. Ueber eure Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselbigen in guter Zuvers Echt, daß; der in euch angefangen hat das gute Werk, der wirds auch vollführen, bis an den Tag Jesu Christi, Wie es denu mir willig ist, daß ich dermalen von euch allen halte, darum, daß ich ench in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefänguiß, dar und Evangelieu. 199 ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig seyd. Denn Gott ist mein Zeuge wie mich nach euch allen verlanget von Herzensgrunde, in Christo Jesu. Und daselbst um bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in alle: Erkenntniß und Erfahrung. Daß iht brüfen möget, was das Beste sey, auf daß ihr seys lauter und unarstößig, bis auf den Tag Christi. Erfüllt mit Feuchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen( in euch) zu Ehre und Lobe Gottes. Evaugelium, Matth. 18, v. 23-25, Da Himmtfreich ist gleich einem Könige, der mit seinen Knech ten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm e ner vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig. Da ers nu nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn, und sein Weib, und seine Kinder, und alles, was er hatte und bezahles. Da siel der Knecht nieder, betete ihn an und sprach! Herr habe Srdald mit mir, ich will dir alles bezahlen. Da jammerte des Herit desselbigen Knechts, und ließ ihn los und die Schuld ex ließ er ihm auch. Da ging derselbige Knecht hinaus, und fan einen seiner Mitfrechte, der war ihm hundert Groschen schuldig und er griff ihn an, würgete ihn und sprach: Bezahle du mis, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will sir alles bezablen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin, und warf ihn ins- fanguis, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber feine Mitknechte folches saben, wurden sie sehr betrübt, und k men und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forrerte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Se Echalksknecht, alle diese Echurl habe ich dir erlassen, dieweil dn mich batest. Solltest du denn sich nicht auch erbarmen über deis nen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr word zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis dße er bezahlte alles, was er ihm schuidig war. Also wird euch wein himmlischer Bater auch thun, so ihr nicht vergebet von Seven sin jeglicher seinem Bruder seine Fehler. 128 Episteln Am 23. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Phil. 3, v. 17:21. Folget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, bie also Denn stele wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun eber fage id euch mit einen, die Feinde des Kreuzes Chrifti, welcher Ende ist die Berdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die froisch gefinnt sind. Unser Banbel aber ist im Himmel, von bannen wir auch warten des perlandes Jesu Chriti, des Herrn, welcher unfern nichtigen Leib serklären wird daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach ber Birkung damit es kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evangelium, Matth. 23, v. 1522. Da gingen die Pharifäer hin, und hielten einen Rath, wie sie Jesum flugen in seiner Rede. Und sendten zu ihm thre Jünger, sammt Herodis Dienern und sprachen: Meis fer. wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehreft den Beg Gottes recht, und frage nach niemand, denn du achteft nicht das Ansehen der Menschen. Darum faz uns, was bünket bich, ists recht, daß man dem Kaiser sins gebe ober nicht? Da nun Jefus merkte ihre Schalkzett, ſprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die 3inemünze; und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Be ist das Bild und die Meberschrift? Ste sprachen zu ihm: des Kaisers. Da spra er zu ibnen: So gebet dem Railer, was bes Kaisers ift. und Gott, was Gottes ist. Da sie das hörten, verwun, derten sie sich, und gingen davon. Um 24. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Coloff. 1, v. 9. 14. Derealben auch wir, von dem Tage an, da wire gehdset haben, hören wir nicht auf für euch zu beten; ed zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß fets und Evangelien. nes Willens in allerlei geistlicher Weicheit und Verstand! Daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefal. len, und fruchtbar seyb in allen guten Werken. Undwachfet in der Erkenntniß Gottes, und gestärket werdet mit alleriet Kraft, nach seiner gerrlichen Macht, in aller Ge duld und Langmürbigkeit mit Freuden. Und dankiaget dem Bater, der av tüchtig gemacht hat zu dem Gebiheil der Heiligen im Licht; welcher une errettet hat von der Obrig. geit der Finfierniß, und bat uns verfcht in das Reich seis nes lieben Sohnes, an weldem wir haben die Erlösung burch sein Blut, nemlich die Bergebung der Sünden. Evangelium, Matth. 9,. 18-26. Da Jesus solches mit ihnen redete, siehe, da kam dey Db. eften einer, und fiel vor ihm nieder und prach: Sere meine Sooter ist jetzt gestorben, aber fomm, und lege beine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stund auf, und folgte ih nach, und eine Sänger. und sehe, tin Beib, bas zwölf Jahre den Blutgang gehabt, test von binten zu ihm, und zührte seines Kleides Saum an. Dena fie sprach bei ihr felbft: Wöchte ich nur sein Kleid aus zähten, so würde ich gesund. Da wenbete sich Je us um, und fahe fie mad pras: Szp getroft meine Tochtes, bein Glaube hat dir geholfen. Und der Seit ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus fam und sahe bie Pfeiffer und sas Werümmel des Scils, prad er zu ihmen: Weichet! Dean das Mägblein ist nich: 40%, sondern es schläft. Und sie verlachten ihu. Kis aber das Boll ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff fie bei der Hand; da flund das Mägblein auf. Gericht erschod in dasselbige ganze land. Und dies 3 Am 25. Sonntage nach Trinitatis. Epiftel, 1 Thef. 4, s. 13.18. Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf baß ihr nicht traus rig send, wie die andern, die teine poffanng haben, f5 130 Episteln Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben nnd auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit thm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Gottes hernieder kommen som Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehn zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entges gen in der Luft, und werten also bei dem Herrn sein allezeit. Se östet euch nun mit diesen Worten untereinander. Evangelium, Matth. 24, v. 15. 28. Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehet au ter heis figen Stätie,( wer das liest, der metie darauf!) Alsdann fliehe auf die Berge, wer in jüdischen Lande ist, un wer auf dem Dache ist, der steige nicht bernieder, etwas aus seinem Hause zu holen Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kicider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Sängern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine große Trübsal fevn, als nie gewesen ist, von Anfang der Welt bisher, uns als auch nie werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verfürret, to würde kein Mensch selig. Aber um der Auserwählten So alsdann jemand zu euch willen werden, die Lage verkürzet. wird sagen: Siehe, hie ist Christus, oder da, so follt ihrs nicht glauben. Denn es werzen falsche Christi, und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und under thun, daß verführt wers den in den Irrthum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu each sagen werden; Ciche, er ist in der Wüsten, so gehet nicht hinaus. Eiehe! er ist in der Kammer, so glaubt es nicht. Denn gleich wie der Bliz ausgehet som Aufgang, und scheinet bis zun und Evangelien 131 Niedergang; also wird auch sein die Zukunft des Menschen Eohns. Wo aber ein Naas ist, da sammeln sich die Adler. # 26, Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2 Theff. 1. v. S 10. Wir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist. Denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander. Also daß wir uns eurer rühmen unter den Gemeinen Gottes, von wegen eurer Geduld und Glauben in allen euren Verfolgungen und Trübfalen, die ihr duldet. Welches anzeigt, daß Gott gerecht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über welchem ihr auch leidet. Nachdem es recht ist bei Gott, zu vers gelten Trübfal denen, die ench Trübsal anlegen. Euch aber, die ihr Trübsal leidet, Nube mit uns, wenn nun der Herr Jefus wird offenbaret werden vom Himmel, sammt den Engeln feiner Kraft, und den Feuerflammten, Rache zu geben über die. so nicht Gott erkennen, und über die, so nicht gebersam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Christi. Welche werden Pein leiden, das ewige Verderben vor dem Angesichte des Herrn, und von seiner herrlichen Macht; wenn er kommen wird, daß er berrlich ersche ne mit seinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Evangelium, Matth. 25. 5. 31- 48 W enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Her lichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sigen auf dem Stuhle seiner Herrlichkeit. Und alle Völker vor ihm versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirt die Schaafe von een Böcken scheidet. Und wird die Schaafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zus linken. Da wird der König sagen zu deren zu seiner Rechten: Kommt her. ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet da Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mich gespeiset. Ich 43% Episteln bin durftig gewesen, und ihr habt mich getränket. 3& btn ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherbergt. Ich bin nadt gewesen, und the hebt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besuch: Ich bin gefangen ges wesen, und ihr seyd zu mir tommen. Denn werden ihm bte Gerechten antworten und sagen: Herr, wann habea wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeitet? Deez burstig, und haben dich getränket? Benn haben wir dich einen Saft gelegen, und beherberget? oder nackend, and haben dich bekleidet? Wenn haben wir bich front oper gefangen aerop und sind zu dir tommeu? Und der Kö Rig werten und sager zu igneu: Was ihr gethan bt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, bat habt the mi gethan. Denn wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet bin ven mir ihr Berfluchten in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen En. geln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und the boot mich nicht getränket. Ich bin ein aft gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. I bin nackend gewesen, und the habt mich nicht bekleidet. Ich bin frank und gefangen gewes sen, uno ihr habt mich nicht besuchet. Dann werden fie ihm aud antworten und sogen: Speze, wann haben wir Bi gesehen hungrig ober durftig, oder einen Gast, oder thens, o ex tranf, over gefangen, und haben ble nicht gediener? Dann wird er ihnen antworten und sagen: nfabrlich ich sage each: Bas the nicht gethan habt einem Ster diesen Seringsten, bas habt ihr mir auch nicht ge ahan. Und sie werden in die ewige Pein gehen; aber bie Berechten in das ewige Leben. Am 27. Sonntage nach Trinitatis. Epiftel, 2 Petri 3, b. 3, 13. Lieben Brüder, wiffet das aufs erste, daß in den legten Tagen tommen werden Spötter, bte nach ihren eige nen Läften wandeln. Und sagen: So ist die Berheißung einer Zukunft? Denn nachdem die Bäter entschlafen and Evangelion 133 und, bleibt es alles, wie es von Anfang der Creatur ge wesen ist. Aber muthwillens mellea fie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten oud war, dazu die Erde aus Wasser, und im Waffer bestanden durd Sotted Wort. Dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündfluth verderbet. Xlso auch der Himmel jegund und die Erden werden durch sein Boit gesparet, daß fio Jam Feuer behalten werden am Zage des Gerichts, und Vertammaiß der gottlosen Weafden. Eines aber ſey euch anverhalten, ihr Lieben, daß ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre und tausend Jahre, wie ein Tag. Dez Herr verzeugt nicht die Besheißung, wie es etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Gebulb mit uns, und will wicht, baß jemand verloren werte, sondern baş to jedermana que Buße betebre. Es wird aber des Herrn Tag tommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die pimme! vergeben werden mit großem Krachen, die Ele. mente aber werden vor Hige versamelzen, und die Erde, und die Werke, bie brinnen find, werden verbrennen. So nau das alles foll zergeben, wie sollt ihr dann geschickt feyn mit heiligem Wandel und gottfeligem Welen! Das the wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Ele. mente for pige gerichmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Eree, nach seiner Berheißung, in welchen Gerechtigkeit wohast. Evangellam. Gude am 6. Genntage nach Epiph. Episteln und Evangelien auf alle Feiertage. -** 3-00-40#m Tage St. Anbred Epistel, Nim. 10, v. 10- 18. o man von Herzen glaubet, so wird man gerecht, and so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Denn die Schrift fpricht: Wer an ihn glaubet, wird nicht zu Schanden werden, Es ist hie kein Unterschied unter Juden und Griechen, es ist aber allzumal ein Herr, reich über alle, die ihn anrufen. Denn wes den Namen des Herrn wird anrufen, soll selig werden. Wie sol len sie aber anrufen, an den sie nicht glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie follen sie aber hören ohue Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gefandt werden? Wie denn geschrieben steht: Wie lieblich sind die Füße derer, die den Fries den verkündigen, die das Gute verkündigen. Aber sie sind nicht alle dem Evangelio gehorsam. Denn Jesaias spricht: Herr, wet aubet unserm Predigen? So kommt der Glaube aus der Pres sigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Ich sage aber: haben sie es nicht gehört? Zwar ist es je in alle Lande ausger gangen ihr Schall, und in alle Welt ihre Worte. Evangelium, Matth. 4, 18= 22. Urs nun Jesus an dem Galiläischen Meere ging, sahe er zween Brüder, Simon: der da heißet Petrus und Andream, seinen Bruder, die wurfen ihre Nege ins Meer, denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen. 195 und Evangelien. Bals verließen sie ihre Neße und folgten ihm nach. Und da er von dannen fürbas ging, sahe er zween andere Trüdez, Jacobum, den Sohn Zebedäi, und Johannem seinen Bruder, im Schiff mit ihrem Vater Zebedäo, daß sie ihre Netze flickten, und er rief ibnen. Bald verließen sie das Schiff and ihren Vater, und folgten ihm nach. Em Tage St. Thoma. Epistel Ephef. 1, v. 3-6. Gelobt sey Gott und der Vater unfers Herrn Jesu Christi, dee uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern rurch Christum. Wie er uns denn ermählt hat durch deuselbigen, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollen sein heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe. Und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihn selbst durch Jefum Chriftunt, nach dem Wohlgefallen seines Willens. Zu Lobe seiner berrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem G liebten. Evangelium, Joh. 20,*. 24= 29. T₁ homas aber der Zwölfen einer, der da heißet Zwilling, was nicht bei ihnen, da Jesus kom. Da sagten die andeen Jünger zu ihm; Wir haben den Herrn g feben. Er aber sprach zu ihnen: Es sey denu, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmahl, und lege meinen Finger in die Nägelmahl, und lege meine Hände in die Seite, will ichs nicht glauben. Uud über acht Tage waren abermal seine Jünger drinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschloffen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede scy mit euch. Darnach spricht er zu Thoma: Neiche deine Finger her, und lege fie in meine Seite, und sey nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott. Spricht Jesus zu im: Dieweil du mich gesehen hast, Thoma, so glaubest da Estig find, die nicht sehen, und doch glauben. ( 36 Evisteln Um Tage Pauli Bekehrung. Epißel, Up. Gej. 9, s. 1-22. Saulus aber schnaubie noch mit Drehen und Morven wi der die Jünger des Herrn, und ging zum Hohenpriester und bat ihn um Briefe gen Damaskus an die Schulen, auf daß so er etliche diefes Beges fänce, Männer und Beiber, so fie gebunden führe gen Jeruſalem. Und da er auf dem Wege war, und nahe bet Damaskus tam, umleuchtete ihn plöglich ein Licht vom Himmel. Und er fiel auf die Erde und höste eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Er aber sprach: Here, wer bik du? Der Herr sprach: ich bin Jesus, den de verfolgeft. Es wird dir schwer werden wider den Stachel lecken. Und er sprach mit 3ittern und 3agen: Herr, was willst du, das ich thun foll? Der Herr sprach zu zhm: Steye auf, und gehe in die Stadt, ba wird man bir fagen, was bu thun sollt. Die Männer aber, die seine Gefährden waren, stunden und waren erstarret, denn sie hörten eine Stim me und sahen niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Erde, und als er seine Huger aufthat, jahe er nie, mand. Ste nahmen ton aber bei der Hand, und führten iha gen Damascum, und war drei Tage nicht sehend, und aß und trank nicht. Es war aber ein Jänger zu Damas, Eus, mit Namen Unanias, zu dem sprach der Herr im Gefichte: Neania. Uab er sprach: hie bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe hin in die Saffe, die da beißt die Richtige, und frage in dem Hause Suda nach Sauto, mit Namen von Sharsen, denn siehe, er betet. Und hat gesehen im Gesichte einen Mann, mit Namen Unantas, zu ihm hinein tommen, uns die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend werde. Unantas aber antwortete: Herr, ich habe von vielen gehöret von diesem Sanne, wie viel Ulebels er seinen Heiligen gethan hat zu Jerusalem, und er hat allhier Macht von den Ho henpriestern, zu binden alle, die deinen beiligen Namen anrufen. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin, tenn bieser ist mir ein auserwähltes Rüstzeug, daß er meinen Ramen trage vor den Heiden, und vor den Königen und and Evangelien. vor den Kindern van Israel. I will ihm zeigen, viel er leiden muß um meines Namens willen. En sias ging hin und kam in das Haus, und legte die Hände eat ihn und sprach: Lieber Bruder Eaul, der Herr hat mich gefandt,( der dir erfdienen ist auf dem Wege, da du her. famft) daß du wieder sehend und mit dem heiligen Geift erfüllet würdest. Und alsbald fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er wars wiedez sebend, und stand auf, ließ sich taufen, und nahm Speise zu sich und stärkte sich, Saulne aber war etiche Tage bei den Jüngern zu Dameezus. Und atsbald predigte er Chriftum in den Schulen, daß berselbige Bottes Sohn sey. Sie entsegten sich aber alle, die es hörten, und sprachen: Ist das nicht der zu Jerusalem zerstörte alle, die diesen Namen anzufen, Und darum herkommen, daß er fie gebunden führe zu den Hohenpriestein! Saulus aber ward je mehr kräftiger und trieb die Juden ein, die zu Damascus wohnten. 197 wie na: Evangelium, Matth, 19, v. 23= 30. Jefus aber sprach zu seinen Jüngren: Wehrli fage euch: ein Reicher wird fchwerlich ins Himmelreich kommen. Und weiter sage ich euc: es ist leichter, daß ein Ramecl durch ein Radelohe gebe, denn daß ein Reider ins Reich Gottes tomme. De das seine Jünger hörten entschten fie fich sehr und sprachen: Ei, wer kann denn selig werden? Jelus aber sab sie an und sprach zu ihnen: bei den Men. iden ifts unmöglich, aber bei Gott find alle Dinge möglich. Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir ha ben alles verlaffen und sind dir nachgefolgt, was wird uns dafür? Sejus aber sprad zu ihven: Bayrlich, wahrlich, ich fage euch, daß ihr, die ihr mir seyb nachgefolget, in ber Siedergeburt, da des Menschen Sohn wird figén auf dem Stuhle seiner Herrlichkeit, werdet ihr auch fiz gen auf den zwölf Stühlen, und richten die zwölf Geschlech, ter Ifrael. Und wer verlaffet Häuser, ober Brüder, ober Schweferu, ober Water, oder Mutter, oder. Weib, over Kinder ober Wecker, win meinek Namens willes, ter wird hundertfältig neşmen, und des ewige Leben erer. 138 Epiftela ben. Aber viele, die da sind die Erslen, werden sie Lesten, was die Legten werden die Ersten sein. Am Tage Maria Reinigung. Epistel, Maleachi 3,*. 1= 4. Sive, ech will meinen Engel senden, der vor mir her den We bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel de Herr, den ihr suchet und der Engel des Buntes, den ihr begehrt Siehe er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiven mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen. Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmiedes, und wie die Seife der Wäscher. Er wird sitzen und schmelzen, und das Silber reinigen. Er wird die Kinder Levi reinigen, und läutern wie Gols und Silber, denn werden sie dem Herrn Epeißopfer bringen in Gerechtigkeit, und wird dem Herrn wohlgefallen das Speißopfer Juda und Jeruſalem, wie vorhin und vor langen Jahren. Evangelium, Lueä 2, v. 22-32. Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Geset Mofis kae men, brachten sie das Kind Jesu gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstellten dem Herrn.( Wie denn geschrieben steht in dem Gesetz des Herra): Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiligt heißen, Und daß sie gäben das Opfer, nachdem gesagt ist in dem Gesetz des Herrn, ein paar Turteltauben, oder zwo junge Tauben. Und siehe. ein Mensch war zu Jerufalem mit Namen Simeon und derfelbe Mensch war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trøst Israel. und der heilige Geist war in ihm, Und ihm war eine Antwort worden vom heil. Geist, er sollte den Cod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn ge= sehen, und kam ans uregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie man pflegt nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf seine#rme und lobte Gott, und sprach: Herr, nus lähek ✓ und Evangelien 139 Benu u deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt haft. meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet baft vor allen Völkern, ein Licht zu erleuchten die Heiden, nud um Preiß deines Bolks Israel. Am Tage Matthäi. Epistel, Apostelgesch. 1, v. 15= 26. Und in den Tagen trat auf Petrus unter die Jünger, sprach: ( Es war aber die Schaar der Namen zu Hause bei 120). Ihr Männer und Brüder, es mußte die Echrift erfüllt werden, welche zuvor gesagt hat der heilige Geist, purch den Mund David, von Juda, der ein Vorgänger war dever, die Jefum fingen. Denn er war mit uns gezählet, und hatte dies Amt mit uns übernom= men. Dieser bat erworben, den Acker um den ungerechten Lohn, und sich erhenket, und ist mitten entzwei geborsten, und alle seine Eingeweide ausgeschüttet Und es ist kund worden allen, die zu Jerusalem wohnen, also daß derselbige Acker genennet wird nach hrer Sprache. Hackeldama, das ist, ein Blutacker. Denn es stes het geschrieben im Pfalmbuch: Ihre Behausung müsse wüste gewerden, und sei niemand, der darinnen wohne. Und sein Bisthum empfahe ein anderer. So muß nun einer unter diesen Männern, die bei uns gewesen sind, die ganze Zeit über, welche der Herr Jesus ist unter uns ist aus und eingegangen, von der Taufe Johannis an, bis auf den Tag, da er von uns genommen ist ein Zenge seiner Auferstehung mit uns verden. Und sie stellten zwei, Joseph, genannt Barsakas, mit dem Zunamen Juft, und Matthiam, beteten und sprachen: Herr, aller Herzen Kundiger, zeige an, welchen du erwählt haftsunter diesen zwei, daß einer empfahe diesen Dienst und Apostelamt, davon Judas abgewichen ist, daß er hinginge an seinen Ort. Und sie wurfen das Loos über sic; und das Lors stel auf Matthiam, and er ward jugeordnet den silf Apofielu. 440 Episteln Evangelium, Matth. 11, v. 25- 30. Bu derselbiger Zeit antwortete Jesus und sprach: Sch preife dich, Vater und Herr des Himmels und der Erder, daß du thes den Weisen und Klugen verborgen haft, and hoft es den Unmündigen offenbaret. Ja Bater, denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir überge. ben von meinem Vater. Und niemand tennet een Sohn, denn nur der Bater. Und niemand Fennet den Bater, denn nur der Sohn, und wen es der Sohn will offenbaren. Stommt her zu mir alle, die ihr mühselig und brladen seyd ich will euch exquicken. Nehmet cuf euch mein Joch, und lernet von mir, denn ich bin fanftmüthig und von Herzen bemfthia, so werdet ihr Rube finden für eure Seelen. Dena mein Joch it fanft und meine Loft itt leicht. Am Tage der Verkündigung Mariä. Epiftel, Jesaiá 7, v. 10 19. 1 Und der Herr redete abermals zu Uhas, und sprach: For bere die ein Zeichen von dem Herru beinem Gott, es sey unten in der höle, ober broben in der Höhe. Aber has prach: ich will nicht febern, daß ich den Herrn nicht vers uche. Da sprach er: woblan, ſo böret ihr vom House David: Ifts euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, müßt ihr auch meinen Goit beleidigen? Darum so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben. Siebe, eine Jung, fram ift fchwanger, und wird einen Sohn getähren, den wird sie heißen Immanuel Butter une Honig wird es effen, bas er wiffe Böses zu verwerten, und Gutes zu ex: wählen. Denn che der Knabe lernet Böses verwerfen, und utes erwählen, wird das Land, davor dir greue", verlaffen seyn von seinen zwei Köntgen. Geangeltum, Luca 1, v. 16 38. Use im sechsien Mond ward der Engel Sabriel gefandt onn Gott, in eine Stadt in Gattiäa, die heißt e Barets zu einer Jungfrauen, die vertrauet war einm Seuns mit Stomen Sofeph, vom Haus David, #nb bie und Evangelien. 141 Sangfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein, und sprach: Szgrüßet seyt du Holdselige, der Herr if mit die, du gebenedenie unter den Beibern. Da fie aber iha abe, erschrack sie über seine Rebe, und gedachte, welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht Maria, du haft Gnade bei Gott fanden. Siehe, da wirst schwanger werden im Leibe, und einen Sohn gebären des Name follt du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchften genennet werben. Und Gott der Herr wird ihm den Stuhl feines Baters David geben. Und es wird ein König sein über das paus Jakob ewiglich, und jeines Königreichs wird kein Ende seyn. Da sprach Maria zu dem Eagel: wie soll das zugeben? Sintemal ich von kei nem Marne weiß. Der Engel antwortete und sprach za ihr: der heil. Beißt wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten, darum auch das Heilige das von dir geboren wird, wird Gottes Sobn genennt werden. Unb siehe, Elisabeth, deine Gefreundin ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter, und geht jegt im sechsten Mond, die im Geschrei ist, daß fie unfruchtbar fey. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber Sprach: Siehe, ich bin des Herra Magd; mir geschehe wie d gesagt aft. Und der Engel schied von ihr. Am Tage Philippi und Jacobi. Epistel, Ephef. 2,*: 19= 22. ; Lieben Brüber, so send the aun nicht mehr Gäfte und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen, und Gottes pausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Pro. pheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem ber ganze Bau ineinander gefüget. wächser zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Uuf welchem auch ihr mit erbauer werdet, zu einer Behausung Boites im Geist. Evangelium, Joh. 14, v. 1. 14. Jesus sprach zu seinen Jüngern; Caer Herz erschrecke nicht. Glaubt ihr an Gott, so glaubt ihr auch an mich. In 142 Epiftels meines Baters Hause sind viel ohnungen. Beans nicht ſo wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, eus bie Stätte ju bereiten. Und ob ich binginge, euch di Stätte zu ber.iten, will ich doch wieder kommen, und zud zu mir nehmen, auf daß ihr seyd, wo ich bin. Und we ich hingehe, das wifet ihr, und den Weg wiffet ihr auch. Epridt zu ihm Thomas: Hert, wir wissen nicht, wo du bingeheft, und wie können wir den Beg wissen? Jefus fpricht zu ihm: Ich bin der Weg, de Wahrheit und bas Leben. Riemand tommt zum Bater, denn durch mic). Benn ihr mich fenntet, so kennetet ihr auch meinen Bater, und son nan an fennet ihr ihn, und hast ihn gejes hen. Spricht zu ihm Philippus: Here, zeige und den Ba ter, fo genäget ans. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kenneft mich nicht? Philippi, wer mich sieht, der sicht den Sater. 2Bte spricht du denn: zeige und den Bater? Glaubet du nicht, daß ta im Ba ter, und der Bater in mir i? Die Borte, die ich zu each rede, D'e sebe ich nicht von mir selbst. Der Bater aber der in mir wohnt, derselbige thut die Weite. Glon bet mir, dağ toh im Bater und der Bater in mir ist, wo nicht, ſo glaubet mir doch um der Werke willen Bahrlich, wahrlich, id fage euch. Ser an mich glaubet, der wird die Werte auch thun, die ich thue, und wird Und größere denn diese thun, denn ish gehe zum Bater. was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf baß der Vater geehrt werde in dem Sohne.. Was ihs bitten werber in meinem Namen, das mill ich thun. Am Tage Johannis des Taufers. Epistel, Jesaiä 40, v. 1-5. Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. Serufalem freundlich, und prediget ihr, daß schaft ein Ende hat, denn ihre Missethat ist alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines der Wüste, bereitet dem Herrn den Weg, machet auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott. Alle Thale sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel follen erniedrigt werden, und was ungleich ist, soll eben, und was höckes Nedet mit ihre Nittervergeben um Predigers in and Evangeklen wicht ist, soll schlecht werden. Denn die Herrlichkt des Herra soll offenbar werden, und alles Fleisch mit einander wird se ben, daß des Herrn Muud redet. Evangelium Lucă 1, v. 57= 80, Und Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte, and sie gebahr einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Gefreunds en hörten, daß der Herr große Barmherzigkeit an ihr gethan hatte, und freuten sich mit ihr. Und es begab sich am achten Tage, kamen sie zu beschneiden das Kindlein, und hieBen ihn nach seinem Vater Zacharias. Aber seine Mutter antwortete und sprach: Mit nichten, sondern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn wolle heißen lassen? Und er føderte ein Täflein, schrieb und sprach: Er heißt Johannes. Und sie verwunderten sich alle. Unb alsbald ward sein Mund und seine Augen aufgethan, und redete, und lobte Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nachbarn, und diese Geschicht ward alles ruchtbar auf dem ganzen füdffchen Gebirge. Und alle die es hörten, nahmens zu Herzen, und sprachen: Was meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll, weissagte und sprach; Gelobet fey der Herr, der Gott Ifrael, denn er hat besuchet und erlöset fein Volk. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils, in dem Hause seines Dieners Davids. Als er vor Zeiten geredt hat durch den Mund seiner beiligen Propheten, daß ser uns errette von unsern Feinden, und von der Hand aller, die uns hassen; und die Barmherzigkeit erzeiget unsern Vätern, und gedachte an seinen heiligen Bund; und an den Gid, ven er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben daß wir erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieuten ohne Furcht unser Lebenlang, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist Und du Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten beißen, du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest; und Erkenntniß des Heils gebek feinem Volke, die da ist in Vergebung der Sünden; ( 44 Episteln burch die herrliche armherzigkeit Gottes, burdh welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe: auf daß er erscheine benen, die da figen in Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsre Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs, und ward stark im Geift, und war in des Büfte, bie daß er sollte hervortreten vor das Volk Israel. Um Tage Petri und Pauli. Epistel, Apoft. Gesch. 12, v. 1 11. Um diefelbige Zeit legte ber König Herodes die Hände an etliche ber Gemeine, zu peinigen. Er töbete aber Jacobum Johannis Bruder, mit dem Schwert. Und da er say, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort, und flag Petrum auch, Es waren aber eben die Lage der süßen Brode. Da er ihn nun griff, legte er ihn ins Gefängniß, und überantwor tete ihn vier Viertheilen Kriegsknechten, ihn zu bewah, ren, und gedachte ihn nach den Ostern dem Volk vorzus stellen. Und Petrus ward zwar im Gefängniß gehalten, aber die Gemeine betete ohne Aufhören für ihn zu Gott. Und da ihn Herodes wollte vorstellen, in derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zwei Kriegsknechten, gebunden mit zwei Ketten, und die Hüter vor der Thür hüteten des Gefängnisses. Und siehe der Engel des Herrn kam daher, und ein Licht solen in dem Gemad, und fchlug Petrum an die Seite, und weckte ihn auf und sprach: Stehe bes hend auf. Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Und der Engel sprach za ihm: Gürte dich und thu deine Schuh an. Und er that also und sprach) zu ihm: Wirf beigen Mantel um sich und folge mir nach. Und er ging hinaus and folgte ihm, und wußte nicht, daß ihm wahr. baftig solches geschehe durch den Engel: sondern es täuchte ihm, ex fäbe ein Gesicht. Sie gingen aber durch die erste und andere Hut, und kamer zu ber eisernen Thür, welche jur Stabt führet, die that sich ihnen von ihr selber auf Unb traten heraus and girgen bin eine Saffe lang, und alsbald sied der Engel von ihm. Und da Petrus ja unb Evangelien. 145 > ihm felber tam, sprach er: nun weiß ich wahrhaftig, das der Herr einen Engel gesandt hat, und mich erret et aus der hand peroote, und von allem Barten des indischen Bo ts. Evangelium, Math. 16. v. 13 19. Da tara Jesus in die Gegend der Stadt Cifarea Philippt und fragte seine Jünger und sprach: Ber fagen bie Leute, daß des Menschen Sohn sey! Sie Sprachen: E. che fagen, ou segeft Johannes ter Sáufer. Die andern du leyest Eliar, etliche ou leyest Jeremias oder der Propheten einer. Er sprach ju ihnen: er faget denn ihr, daß ich scy. Di antwortete Simon Petrus und sprach: Du bift Chriftus des lebendigen Gottes Sohn. Und Chriftus antwortete und sprach zu ihm: Selg bist du Simon, Jo. nas Bohn, denn Fietich und Blut bat bir das nicht offen. bart, lontern meto Bater im pimmel. Und ich sage dir auch: du bist Petrus und auf diesen Felfen mill ich bauen meine Gemeinde und die Prosten ber pöllin ſollen fie nicht überwältigen. Und will dir des Himmelreichs Schlüs fel geben. Alles, was du auf Erden binden wirst, foll auch im Himmel gebunben seyn, und alles, was du auf Erben tölen wirft, soll auch im Himmel los sein. Am Tage Maria Heimsuchung. Epiftel, Röm. 12, p. 9-18 ie Liebe fen nicht falsch. Baffet das Urge, banget dem Guten an. Die beiderliche Liebe untereinancer sey herzlich Giner tomme dem andern mit Eprerbtetung zuvor. Beyo nicht träge, was ihr thun folt. Seno trúaftig im Gast Sider eud in die Zeit. Seid fröhlich in Heffaung gedulota in Trüfd. Haltet an am Bebet. Nahmet such der brili en Rothburit an. Herberget gerne. Seg. net, die euch verfolgen. Seguet, und flucet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Beinenden. babt einerlei Ginn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Nied rigen. Saltet euch nicht selbst für tlug. Bergeltet ste 146 Episteln mand Boses mit Bösem. Fleißiget euch ber Ehrbarkeit gegen jedermann. 3ft es, möglich, so viel an euch ist, so hebt mit allen Menschen Frieden. Evangelium, Luca 1, v. 39-56. Maria aber stand auf in den Tagen, und ging auf das Gebirge endlich zu der Stadt Juda. Und tam in das Haus 3 chorias, un grüßre Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Mariä hörte, hüp'te das Kind in ihrem Letbe. Und Elisabeth ward des heiligen Geisten voll, und rief laut und fprad: Gebenebeiet bist du unter den Beibern. Und gebenedeiet ist die Frucht beincs. Leibes. Und moter kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir fommt? Eirbe ba ich eie Stimme deines Grußts hörte, buptie vor Freuden as Kind in meinem Leibe. Und o felia bist du die tu geglaubet hast, tenn es wird bollentes werden, was die gelagt ift von dem Herrn. Und Maria prach: Me ne Seele erhebet den Herrn und mein ( Seift treuet fich Gottes meines Heilantes. Denn er hat die Niedrigt.it seiner Mago argeleben. Siehe von nun an roerben mich selig preifen alle Kindesk nder. Denn er bat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und Deß Name he lig ist. Und feine Barmber ik. it währt immér für and füc, bet denen ble tha fürdten. Gübrt Gewalt mit seinem Urm, und zerstreuet die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er fößet die Gwaltigen vom Stubl, und erheber die Glenden. Die Hungr gen erfüllet er mit Gütern, und läsfet die Reichen leer. Er denkt der Barmherzigkeit und buft seinem Diener Jfrael aut. We er geredet bat unfern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. Und Maria blieb bei ihr tret Monden, dar: nach kehire fie wiederuin heim. Am Tage St. Jacobi. Epistel, Nom. 8 v. 28-39. Wir wiffen aber, daß denen, die Sort lieben, alle Dinge zum Befen tienen, die nach dem Boriak berufen sind. Denn welche er zuvor berufen bat, die hat er auch verordnet, buß fie gleich sein sollen dem Ebenbilde seines Sohnes, auf und Evangelien. 147 baß derfelbige ber Giftgeborne fei unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen bat die bat er auch gerecht gemacht welche er aber hat gerecht gemacht, die bat er auch berzlich gemacht. Was sollen wir denn biezu fagen? It Gott füs une me mag wider und fein? welcher auch feines eignen Schnes nicht hat verschouet, sondern bat ibn tür uns alle ba hin aeg ben, mie tollte er une mit iom nicht alles schen. ten? Wer will die Auserwählten Gottes befchuldigen? Gott ist hier dez da gerecht macht. Ber will verdommen? Chris ftus ist hier dir gestorben ist. Ja vielmehr der auch aufex. wickt ist welcher if zur Rechten Gottes und vertritt uns. Wer will uns scheiten von der Liebe Gottes? Trúbfal Ungft oder Verfolgung, over hunger, oder löße, oder Fäbelichkeit, oder Schwerdt? Wie geschrieben steht. km brinetwillen werden wir setöotet pen ganzen Tog, wir find geachtet wie Schlachtichaafe. Aber in dem alten überwintea mir meit, um deßwillen, der uns geliebet hat. Denn ich bin geriß, daß weder Zod now ben, meder Engel noch Füiftlenibum noch Sewalt, noch Gegenwärtiges, noch Zukünftiges ,, weter hohes noch tières, noch eine andere Greetur mag une scheiden von ter Bebe Gottes, bie in Chrifto Jesu is,( unserm Herrh. Congeltam, Matth. 20 v. 20. 23. Da trat zu Jefs die Mutter der Kinder Bebeddi, mit the ren Gögnen fiel vor ihm nieder und bal etwas von ihm. Und er spiad) zu igt: was willst du? Sie sprich zu ihm Luß diese meine jween Söhne ligen in Semem Reid) eis nen zu deines Rechten und den andern zu einer Linken. Uber Jefus art vortete und sprad: Sor w ffet nicht, was the bittet. Könner the den Kelch trinken, den ich trinken werbe und euch taufen lassen mit der Taufe, da ich mit getauft weste? Sie sprachen zu ihm: Ja moht. Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinken, und mit der Taufe, da ich mit getauft werde, sollt the getauft werden. Aber das Sign zu meiner Rechten und Linken zu geben, Rehet mir nicht zu, sondern denen to bereitet ist von meinem Vater. 92 148 Episteln Am Tage Bartholomäi. Epistel, 2 Cor. 4, D. 7- 10. Wir haben aber solchen Schoß in irdischen Gefäßen, auf daß die überschwengliche Krafs sey Gottes, und nicht von uns. Wir haben allenthalben Trübsol, aber wir ängsten uns nicht. Uns ist bange, aber wir verjagen nicht. Bir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Bir werben unterdrückt, aber wir femmen vidt um. Und tragen um allegett das Sterben des Herrn Jefu an unſerm Leibe auf daß auch bas Leben des Herrn 3.lu an unserm Leibe offenbar werde. Evangelium, Luca 22, v. 24-28. Es exhub sich aber ein 3ank unter den Jüngern, wel cher unter ihnen selte für een rösten gebolten werden? Er aber sprach zu thnen: Die weltlichen Könige herrschen und bie Gewaltigen heißt man große Herrn. Shr aber nicht allo: sondern der Größte unter euch fok tein mie der Jüngste und der Sorneyme wie ein Diener. Denn welcher ist der Größte, der ju Zirche khet, oder der ta dienet! Ifls nicht also. daß der zu Esche fizet! Ich ober bin unter euch wie ein Diener. 3.r aber lepos die ihr bebarzet habt bei mir in metuen Anfed tungen: Und ich will euch das Reich bescheiten, wie miss mein Vater bes ichieben bat baß the effen und trinken folle über meinem 2fe in meinem Reich und fißen auf Stühlen und rich: ten die zwölf Geschlechter Ifrakt. Um Lage St. Matthäi. Ep.stel, 1 Cor. 12, v. 4- 11. find mancherlei Gaben, aber es ist ein Geift. Und es find mand tiei Nemter, aber es ist ein perr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket alles in allem. In einem jeglichen erzeigen sich die Saben des Geiftes, zum gemeinen Nugen. Einem wird gegeben durch den Geiß zu reden von der Beteheit, dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demfelbigen Se ft. Einem andern der Glaube in bemselbiger Seift. Cinem andern die Sabe gesund zu machen, in demselbigen und Evangelien. 149 Beit. Einem andern under zu thun. Einem antern Weiss Finem fagung. Einem ontein Beifter zu unterscheiben. antern manderlei Epraden. Einem andern die Sprachen auszulegen. Dieß aber alles wirte: der eldige einige Seift; und theilet einem jeglen fe nes zu rechbem er will. Evangelium, Mattb. 9 y 9-18. Und de Jefue ven carne ying fab er eten Menschen am Bell figen der hieß Matthäus, und sprach zu ihm: Folge mir. Und er fund auf und felgte ih. Und es bes gab sich da er zu 3ische saß im Hause siehe. da timen viel 3ölner und Sünder, und oßen zu Zisch mit Jesu und seinen Jüngern. Da tas bie Poartider jaben, 1pro chen sie zu feinen Jängern, warum iffet euer Meister mit diefen 38ver und Sünder? Da das Jeius törte, iprach er zu innen: Die Grarken bedürfen des Arztes nicht, sovden die Kranten. Gehet aber ba und lernet was das sey. Ich babe Wohlnaefallen an Barmherzitet uns nicht am Opfer. Ich bin kommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Frommen. Am Tage St. Michaelis. Epiftel Offenbar. Joh. 12, v. 7-12. Und es erbub sich ein Streit im Himmet. Michael und fetne Engel fritten mit dem Drachen, und der Drache ftritt, and seine Engel, und siegten nicht, auch werd ihre Stätte nicht mehr funden im pimmel. Und es ward que gemosfer ter große Drache, die alte Schlange, bie ca heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführt, und ward geworfen auf die Erde und seine Engel wurren aud) babin geworfen. Und ich hörte eine große Stimme, bie sprach im himmel. Nun ist das Heil und die Kraft, und das Reich und die Macht unfres Gottes feines Chriftus worden, weil der Bertläger unferer Brü. der verworfen ist, der fie verklagte Tag und Nacht vor Bott. Und fie haben ihn überwunder, durch des Lammes Blut, und durch das Wort ibrer 3eugniß, und haben ihr Leben nicht geliebt bis in den Tob. Darum freuet euch ihr Himmel, und die darinnen wohnen. Episteln Evangelium, Matth. 13. 1-10. Bu derselben Stunde trofen die Jünger zu Jesu, und Sprachen: Wer ist der größefte im Himmelreich? Jesus ef ein Kind zu sich, und stellte es mitten unter fie und sproch: Babrund ich sage euch, es sey denn, daß ihr euch umkibret u..o mertet wie die Kinder to werdet ihr nicht in das pimmelreich) kommen. Wer sich nun felbft ermedriget wie das Kind, der ift ter größ fte im Himmelreich). Und wer ein foldes Kind aufnimmt in metem Namen der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Beringsten einer, die an m d glauben tem wäre beffer, daß ein üblstein an ſeinen pois gebänät würde und er erläuft mür e im Meer ta es am tierften ift. Webe der Welt bei A rgernis Calben. & muß in Uergernis temmen. Doch webe dem Menschen, burd melden Uergerniß kommt. So aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, fo baue ihn ab, und wirf ibn von bir es ist dir teffer, daß du zum Leben tabm her als Krüppel eingeheft, denn doß du zwei Hände oder Füße habeft und wertest in das ewige Feuer geworten, und so dich dein Auge ärgeri, reiße es aus, und wirf es von dir, es ist bir besser. of du einäugig zum L.ber eingebit tenn taß du zwei Augen haft und werdest in das töllische Feuer ges worten Seget u, nof the nicht jemand von diesen Klet nen verachiet; denn ich sage cuck: Ihre Engel im Himmel fetea allezeit dan Ungesitt meines Vaters im Himmel. 150 Am Tage Simonis und Judä. Spitel 1 Petsi 1, v. 3-9. Globet fey Gott und der Vater un'ers Herrn Jefu Chrifti, ber uns nach' e ner großen Barmherzigkeit wieder geboren hat zu einer lebendigen beffaung, durch die Auferste ung Jefu Chrifti von den Toren; zu einem urvergänglichen und unb. fl. dten und unverweitlichen Grre tas behalten wird im immel. Euch, die ihr aus Bottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, welche zubereuet ist, daß fie offenbar werde zu der legten Zeit, in nelches ihr euch treuen werdet, die the jagt eine kleine Zeit( wo es sein 10u) traurig jeyd in mancherlei Unfeqturgen, auf daß euer Glaube rechts und Evangelien. 151 ichaffen und viel köstlider erfunden werde, denn das veraangliche Bold, das durchs Fruer bewährt wirt, zu Labe, Preis und Goren, wenn nun offenbart wird Jesus Christus wels chen ihr nicht gefeben, und toch lieb hart, und nun an ihn glaubt, wiewohl ihr ihn nicht seht so werdet ihr each freuen mit unaueforedlicher und köftlicher Freude. Und das Ende eures Glaubens davon bringer, nemlich der Seelen Seligkeit Evangelium Joh. 15, v. 17-26. Dieweil euch von Jesus sprach zu seinen Jungern: das gebiete ich euch, daß ihr euch unter einander liebet. Eo euch die Welt baffet. fo wiffet, daß sie mich vor euch gebasset hot. Wäret inc von der Belt, fo hätte die Welt pas- igre lieb. ibe aber nicht von der Welt fey, fondern ich gabe der Welt erwä tet taium h sfet euch die Welt. Bedeutet on mein Wort, das ich euch gelagt habe: Der Knecht ist nicht größer denn sein Herr. pertolget, sie werden euch auch verfolgen. Wort gen balter, fo werden sie auch eures calten. haben sie mich Haben sie mein Aber das alles denn fie wer en fie euch thun um meines Namens willen; Ennen den nicht, der mich gefandt hat. Wenn ich widt tommen wäre, und hatte es ihnen gelagt, ſo bät en fie keine Sünde; nun aber fönnen sie nice to wenten, ihre Sünde zu entid utoigen. Wir mi baffet or hoffet aud) meinen Bater. pätte ich niat die werke nethon unter innen, bie, tin an erer gethan bat, fo hätten sie keine Sünde. Nun aber haben sie es gesehen, unt baffen toch beibe mid) und metren Bater. Dod), daß erfüller merde der Spruch in th sem Geleg geschrieben: Sic hassen mich ohn Urſach. Am Tage der Kirchwe.he. Epiftel, Offent. Joh. 21 v. 2-5. Und ich Johannes sah die heilige Stadt, das neue Jerufalem, von Gott aus dem Himmel berabfahren, zube: reite: als eine geshmückte Braut threm Manne. Und hoa rete eine große Stimme von dem Stuhl, de sprach: Sie: he ba, eine pútte Gottes bei den Menschen, und er wird bet ihnen wohnen, und sie werden sein Vok sein, und er selbst Gott mit ihnen, wird ihr Gott seyn. Ind Gott wird 132 Episteln und Evangelien. etw'fchen alle Thränen von ihren Xagen, und der Zod wird nicht mehr fein, noch erid, noch eichret, noch Schmerz wird mehe sein. Denn das erste tft vergangen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe ich mache alles neu. Goangelium, Luca 19, v. 1-10. Und Jefus nog binein und ging burch Jericho. Und siehe ta war ein Mensch genannt 3achaus, der war ein Ders fer der Zöllner, und war reich. Und begehrte Jelum zu uns tonnte nicht vor dem Bolt seben, wer er wäre denn er war klein von Perfon. Und ez Itet vorbin, und stieg auf einen Maulbeerbaum auf daß er ihn fähe, denn alla follte er durd kommen. Und als Jesus tam an die Städte, sabe er auf uno ward fein gewahr, und sprach zu tom: 31chde, steig eilend hernierer, denn ich muß beut in deinem Haufe eintebren. Und er stieg eilend hernieder und nahm thn auf mit Freuden. Da sie das saben, murreten sie alle, daß er bei einem Günter einkehrte. 3a baie aber trat vor und sprach zu dem beren: Siebe, pere die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armin, und so ich jemand betrogen habe, fo gebe id) es vierfältig wies ber. Jefus aber sprach zu ihm: heute ist deinem pause heil widerfahren, finiemal er auch Abrahams Sohn ist. Dean des Menschensohn ist Fominen, zu suchen und se. lig zu machen, das verloren ist. Inches 1 Centimetres Blue 2 1 3 4 Cyan 2 5 6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 3/ Color 18 19 8 B.I.G. Black