inda. 103 請 您好 机油 308 έχει γ Gr Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauch für evangelische Gemeinen. Mit Genehmigung Gines hohen Ministerii der geistlichen Angelegenheiten. Berlin. Verlag von G. Reimer. Gb Abg h 0 7 7 0 brord nibilfuldastion BERLIN Univ.- Bibl. Giessen af oderio mpang idud il dustlodno trong mwili nd phbihin spitigrof suis fa sommajai tad nou smis& ad tan spripindrif Stradunordo mphad and still id t8id m noft spimpid Ingul nilibind foilgom i mund 57312 mnd i shhu illa divat ildhuisgaun mammor no ed eduñamend ort pipid nd in manod a mobingen amunis -güchig dun notubedsid ntin suidor duur tont Seit geraumer Zeit hat sich namentlich in der hieftgen Hauptstadt ein beharrliches Verlangen ausgesprochen, daß aus dem reichen Liederschaße, welcher ein eigenthümliches und ausgezeichnetes Besigthum der deutschen, evangelischen Kirche ist, eine dem gegenwärtigen Bedürfnisse angemessene Auswahl getroffen werden möchte, die das Vorzügliche der einzelnen vorhandenen Liedersammlungen möglichst in sich vereinigte. Dieses Verlangen wurde auf Veranlassung der oberften geistlichen Behörde von der im Jahre 1817 hier versammelten Kreis- Synode ernstlich erwogen; demzufolge aus den Mitgliedern dieses Vereins unter höherer Genehmigung eine besondre Commission gebildet und beauftragt wurde, nach Maßgabe der allgemeinen, von der Synode festgestellten Grundsätze den vorliegenden Liederstoff jenem Zweck gemäß zu bearbeiten, worauf die Commission ihr Geschäft sofort mit Freudigkeit begann. Sie erlitt während ihrer Arbeit durch das Ausscheiden der in das Land der Vollenbeten abgerufnen, Pröpfte Hanstein und Ribbeck einen tiefbetrauerten Verlust, suchte solchen jedoch durch die Wahl andrer Theilnehmer zu ersetzen, und ihr gegenwärtiger Bestand ist aus den Namen der Unterzeichneten zu ersehen. MAY Out his Unter die Aufgaben selbst, welche der Commiſ fion gestellt waren, und die sie zu lösen wenigstens mit IV Vorrede. anhaltendem Fleiße bemüht gewesen ist, gehört zunächst eine sorgfältige Berücksichtigung der älteren Kirchengesänge aus dem Zeitraume von der Reformation an bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts, von denen in möglichst beträchtlicher Anzahl diejenigen ausgewählt werden sollten, welche sich durch Tiefe der Empfindung und kräftigen Ausdruck der frommen Gesinnung auszeichnen und besonders in der hiesigen Stadt und Provinz unter die bekannten und geschäßzten Kernlieder gerechnet werden. Eine gleiche Rücksicht war ferner der Commission auf diejenigen neuern Kirchengesänge empfohlen worden, die wegen ihrer weiten Verbreitung bereits eine Art von Bürgerrecht haben, vorausgesetzt, daß es ihnen nicht an allem dichterischen Werthe mangle, noch die darin enthaltene Moral zu abgeschlossen und unverbunden mit der christlichen Glaubenslehre erscheine, noch diese Lieder fich mehr für die häusliche Erbauung, als für den kirchlichen Gebrauch eignen, in welchen Fällen der Commission unbenommen blieb, den Ausfall derselben durch andere weniger bekannte Lieder neuerer Zeit zu ergänzen, denen eine günstige Aufnahme gewünscht werden mußte. panossa sd siris prugimdans and 199 Fürs Dritte lag den Unterzeichneten ob, von den verschiednen Auffassungsweisen der christlichen Glaubenslehre keine ausschließlich zu begünstigen, aber auch feiner ihre Stelle zu verweigern, die als Aeußerung des frommen Gefühls sich mit der evangelischen Wahrheit und mit dem Wesen eines kirchlichen Buches in Einklang bringen läßt. Was viertens die Melodieen betrifft, so sollte das neue Gesangbuch dazu beitragen, den vorhandenen großen Reichthum muſterhafter Choräle in Gebrauch zu erhalten, und es sollte zugleich da, wo zu demselben Liede mehrere Melodieen gesungen werden können, jederzeit diejenige vorgezeichnet werden, welche für den Inhalt, die Zeit und យ៉ Vorrede W den Ort die angemessenste ist. Zulegt lag es feiert neswegs in der Ueberzeugung der Synode, daß in Gesangbüchern dieser Art, welche nicht den Bedürfen nissen der wissenschaftlichen Forschung, sondern allein der öffentlichen Erbauung sowohl der jetzt lebenden, als der nächstfolgenden Geschlechter gewidmet sind, an den aufgenommenen Liedern durchaus nichts geändert werden dürfe. Vielmehr sollte zwar jedem Liede sein eigenthümliches Gepräge gelassen, aber die schonend bessernde Hand unbedenklich angelegt werden, wenn die natürliche Gedankenfolge in einem Liede zu auffallend vernachlässiget war und dennoch der Inhalt auf eine leichtere und einfachere Weise geordnet werden konnte; wenn die Melodie nothwendig einen Ruhepunkt gebot, wo im Terte die Periode oder der Saß noch keinen Schluß enthielt auf welchen dem Gefühle so unangenehmen und für die Andacht beim Gesang so störenden Uebelstand auch die vorzüglichsten Liederdichter nicht sorgsam genug geachtet haben, und dessen Entfernung eben so nothwendig, als meistens sehr schwierig ist; endlich wenn der Ausdruck sprachwidrig, oder für den guten Geschmack anstößig, oder nicht verständlich genug gefunden ward. — Diese Grundsätze hat die Commission bei der Vollziehung ihres Auftrages zwar beständig vor Augen gehabt, aber auch die Ueberzeugung erlangt, daß jedes Unternehmen dieser Art noch weit von der beabsichtigten Vollkommenheit entfernt bleiben und nimmermehr den so sehr verschiedenen Anforderungen und Erwartungen aller einzelnen Beurtheiler entsprechen werde. Nach vollendeter Arbeit ist die Handschrift dem Königlichen Consistorium der Provinz Brandenburg übergeben, von demselben geprüft und mehrere Monate hindurch in dessen Geschäfts- Locale zur Einsicht der Sachverständigen ausgelegt, hernach aber dem Königl. Ministerium der geistlichen Angelegenheiten überreicht Vorrede worden. Nachdem nun diese hohe Behörde zum kirchlichen Gebrauch dieses Gesangbuches die erbetene Ge nehmigung ertheilt hat, so erscheint es hiermit in Druck, und es bleibt uns daher nur noch die eifrige Bitte zu Gott übrig, daß er den vieljährigen auf dieses Gesangbuch verwendeten Fleiß nicht ungesegnet lassen, dieser in der Lauterkeit der Liebe dargebotenen Gabe die Herzen der Glaubensgenossen zuwenden und wo sie Eingang und Annahme findet, unter christlichen Gemeinden dazu reiches Gedeihen geben wolle zur Beförderung des Reiches Christi und zum Preise seines hochgelobten Namens. näshome dimilinj Indisar hugsoon, what siboiuria durur: astial anis jun 101 Berlin, den 25. August 1829. gult toy mat sturot and do adohelf sidst i out today find 30 and major thidh ich mit chan Neander. mnd Brescius. Küster. Marot. anfil Ritschl. જ d is rollingue siddod og opnjul Schleiermacher. Spilleke dunidad michTheremin. Wilmsen. sicionai shi amb la gidination of ind grunjird moſpo pindiarchod hurdauk nd amur hildagimiorb * d thin nda pi bonds ming md tit 1900 dar manning gung childunft andere un roc gidship di padrillo and Jonol pumpingnds! id chum não adodig mg dod and mod that an id misuniuk! Sidsj amin dun dild turun tisduollo tphchit dunt pumpdrojul mindiging of and wom dat met vlind busgui alla muuta and hoidma, sid ji tndri? nhamllor dinle grudno griovif and ironing ishlginö stok dan du spog andbina nos maagridis sad thin ang sloso2din bndid Ipino and ndo ning talaga midfjohn@ thindi mntindingshgirl mobiling nd mijiniste VI I. Allgemeine Bitten. Eigene Melodie. Oder: Christus, der ist mein Leben. 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort gottselig leben im1. Ach bleib' mit deiner Gna- merfort zu Ehren deinem NaAg de bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des Bösen Macht und List! men; daß uns dein guter Geist regier', auf eb'ner Bahn zum Himmel führ' durch Jesum Christum! Amen. 2. Ach bleib' mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth! daß uns in diesem Horte sey Trost Mel. O Gott, du frommer Gott c. und Heil beschert! ¹3. Ach bleib mit deinem Glan- 3. Anot verlaß mich Gott, nicht, reich' du deine Hände, daß ich die Pilgerschaft im Glauben wohl vollende. Hier in dem finstern Thal sey du mein helles Licht, mein Stecken und mein Stab; ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, lehr' deinen Weg mich wallen, und laß mich nimmermehr in Sünd' und Thorheit fallen. Verleih' mir deinen Geist, gieb Glaubenszuversicht; und wenn ich straucheln will, dann, Gott, verlaß mich nicht! ze bei uns, du himmlisch Licht, den Glauben in uns pflanze, damit wir irren nicht! 4. Ach bleib' mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, gieb Wollen und Vermögen zu deines Namens Ehr'! 5. Ach bleib' mit deinem Schuße bei uns, du starker Held, daß wir dem Feind' zum Truße besiegen Sünd' und Welt! 6. Ach bleib' mit deiner Treue bei uns, Herr, unser Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth! Mel. Kommt her zu mir zc. 2. As ch Gott, gieb du uns deine Gnad', all' unsre Sünd' und Missethat reumüthig zu erkennen, zu glauben fest an Jesum Chrift, der unser Herr und Meister ist und uns will Brüder nennen! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren; wo niemand schüßen kann, fannst du mich wohl bewahren. Wenn sich Versuchung naht und Stärke mir gebricht, so weiche nicht von mir, verlaß mich Schwachen nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, gieb Wollen und Vermögen; in A 21 Allgemeine Bitten. allem meinen Thun begleite| preist; erfülle selbst im größten mich dein Segen. Was mein Schmerz mit Frieden meinen Beruf verlangt, was mir gebeut Geift. die Pflicht, vollbringt nur deine Kraft; d'rum, Gott, verlaß mich nicht! 8. Verleih' mir bei des Lebens Last den Trost der Ewigkeit, bis mich, wie du verheißen hast, vollkomm'ne Wonn' erfreut. 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, daß ich mich dir ergebe, voll Lieb' und Hoffnung sey, recht glaub und chriftlich lebe. Be 5. All reite mich schon hier, zu schaun Mel. Ich dank' dir schon ic. Umächtiger, der seinen Thron im Himmel dein Angesicht, und auch im hoch erhöhet; erhöre mich, der Tode noch, mein Gott, verlaß mich nicht! Erde Sohn, der betend vor dir stehet! 2. Aus Staube schufst du mich, der Staub soll sich zu dir erheben; ich, der Verwesung sichrer Raub, soll ewig bei dir leben. Heil. Nur du kannst ſegnen; 3. Was ist der Mensch, wie gieb auch mir an deinem Se- arm, wie bloß, wie elend hier auf gen Theil.. Erden! Was ist der Mensch, wie frei, wie groß, wie selig soll er werden! 4. Welch einen Vorzug gabst du mir, da du Vernunft mir schenktest, und einen Strahl des Lichts von dir in meine Seele senttest! Mel. Nun sich der Tag ic. 4. A Ugütiger, allein bei dir steht aller Menschen 2. Erleuchte du mir den Berstand, was gut ist, einzusehn, und leite mich an deiner Hand, den Weg des Heils zu gehn. 3. Zeuch meine Seele ganz zu dir und deiner Liebe, hin; und mehr sey deine Gnade mir, als irdischer Gewinn. Leben. 5. Ja, du hast mir das höchste 4. Lockt mich die schnöde Lust Pfand von deiner Huld gege der Welt, dann steh' mir Schwaben, da du auch mir den Sohn chen bei, daß ich in dem, was dir gefandt und in ihm Heil und gefällt, fest und beharrlich sey. 35. Gieb mir zu jeder guten That von oben her Gedeihn, und reize mich, mit Hülf' und Rath den Nächsten zu erfreun. di 6. Die Sorge für mein irdisch Glück werf' ich allein auf dich; 7. Verleihs' mir nur die Wissens auf mir auch ruht dein Vaterschaft, mein wahres Glück zu blick; ich weiß, du sorgft für mich. finden, und gieb mir Willen 6. Darum, Herr, beug' ich meine Knie' vor dir, der mich erhoben; den Engeln gleich, soll ich, wie sie, anbeten dich und loben. 7. Gieb mir ein immer fröh- Muth und Kraft mich selbst zu lich Herz, das dich für Alles überwinden. Allgemeine Bitten. 3 8. Was das Gewissen mir ver- 2. Voll wahrer Demuth fey beut, lehr' mich voll Abscheu fliehen und sein Gebot mit Freudigkeit und heil'gem Ernst vollziehen. 9. Zum Mitgefühl erweck' mein Herz, wenn meine Brüder leiden; und laß an meines Fein des Schmerz sich nie mein Auge weiden. 10. Im Glück und Unglück frommen Muth, das ist's, was ich erflehe; was du, mein Vater, willst, ist gut, und was du willst, geschehe! 11. Nichts hilft mir aller Menschen Gunst, den Himmel zu erwerben; d'rum lehre du mich selbst die Kunst, einst froh bir 8. und freundlich, was ich sage; und fällt mir etwas schwer, gieb, daß ich's still ertrage, und ich durch Unmuth nicht dem Nächsten sey zur Last, so daß du Freud' und Ruhun an deinem Kinde haft. 3. Wie du auch, Herr, mich führst, laß mich dein Reich aus breiten, lehr' mich auf Jesum fehn, laß seinen Geist mich leiten, der dir getreu zu seyn mich allewége lehrt, und mehr und mehr in mir das Bild des Herrn verklärt. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns ic. ür wir mit frommer Inbrunst, Gott, zu dir; gieb, der du Aller Vater bist, gieb JeMel. Nun lob', mein Seel' zc. 6. Dein Name werd' erho- dem, was ihm heitſam ist. 2. deinen ein'gen Barmherzigkeit! du, der mir Sohn für Alle von des Himmels stets von oben auf meine Bitte Thron; verbreite, Herr, sein Kraft verleiht! Mein Wollen Licht und Recht im ganzen und Vollbringen kommt, Höch- menschlichen Geschlecht. ster, nur von dir; o send' in allen Dingen auch ferner Hülse mir, daß ich das Meine thue im Namen Jesu Christ, bis deines Volfes Ruhe mein Theil auf ewig ist. 3. Bring' alle Völker in dein Reich; die Letzten mach)' den Ersten gleich, und schaffe so zu dei nem Ruhm dir überall ein Heis ligthum. 4. Auch die Verirrten führe du der Heerde Christi wieder zu, mach sie im Glauben fest und treu, daß auch ihr Wandel laus ter sey. 7. Mel. O Gott, du frommer Gott c. ich, Vater, ruf ich an um Gnade, Licht und Stärke; dein Segen aus der 5. Ach, viele, viele tragen noch Höh' begleite meine Werke! Ge- des Sündendienstes schweres horsam sey mir süß; und gieb mir dies dabei, daß ich in al lem Thun bei dir im Geiste sey. Joch! Gieb ihnen, Herr, zur Buße Zeit, zu schaffen ihre Seligkeit. 21 2 4 6. Schenk' allen Frommen freud'gen Muth, gern zu ent behren zeitlich Gut, und lenke ihres Geistes Blick hin auf des ew'gen Lebens Glück. 7. Hör' unser brünstiges Gebet, das allen Brüdern Heil erfleht; laß sie gesegnet seyn in dir, dann preisen wir dich für und für. Allgemeine Bitten. Mel. Sey Lob und Ehr' dem sc. 9. Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolfen gehen; du frönft uns mit Barmherzigkeit und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, hör' auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um lleberfluß, um Schäße dieser Erden; laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Nuhm, so sehr ste Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verTieren. Mein wahrer Ruhm sey meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und from mer Freunde Liebe. 4. So bitt' ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben; im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Mel. Schmücke dich ic. 10. Gott ott, vor dem die Ene gel knieen und in hoher Andacht glühen! du erlaubft auch mir, zu beten, kindlich vor dich hinzutreten. Und du blickft, wie Väter pflegen, liebreich deinem Kind' entgegen; ja, du giebst, noch eh' ich flehe, mir schon mehr, als ich verstehe. 2. Dennoch höre, Vater, höre, was ich demuthsvoll begehre: eif riger möcht' ich entbrennen, dich zu suchen, dich zu kennen; daß mich, wo ich immer lebe, deine Herrlichkeit umschwebe, und ich dich bei Freud' und Schmerzen immer hab' in meinem Herzen. 3. Christus bleibe meine Freude, daß ich nie von ihm mich scheide, der durch Leben und durch Sterben mich erlöfte vom Verderben; daß auch, wenn der Frevler Rotten über seine Lehre spotten, niemand je den Ruhm mir raube, daß ich treulich lieb' und glaube. 4. Deinen Geist, der Gläub'gen Führer, gieb auch mir, Gott, zum Regierer, daß ich stets den Pfad erwähle, der zum Heil führt meine Seele; daß ich ernst nach Wahrheit ringe und der Sünde Macht bezwinge, in des Geistes Kraft und Freude fröhlich sey, auch wenn ich leide. 5. Willst du, Herr, in diesem Leben auch noch Irdisches mir geben: so erhalt' mir Muth und Kräfte, segne des Berufs Geschäfte, daß ich, Dürftige zu la ben, ferner mög' ein Scherflein Allgemeine Bitten. 5 haben, und im Kreise deiner Ist wohl ein Uebel, das mich Treuen Friede mich und Liebschreckt, wenn deine Rechte mich erfreuen. bedeckt? 4. Ich bin ein Werk von deiner Hand, von dir empfing ich den Verstand; erleucht' ihn durch dein göttlich Wort, führ' ihn zur Wahrheit immer fort. 11. H Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich c. err, wie du willst, so schick's mit mir im Leben und im Sterben; mein Herz verlangt allein nach dir, Herr, laß mich nicht verderben! Erhalt' mich nur in deiner Huld und gieb im Leiden mir Geduld; dein Will' ist doch der beste. 5. Daß ich mich deiner mög' erfreun, woll'st du mir, Herr, stets nahe seyn; um meines Glaubens mich zu freun, laß ihn durch Liebe thätig seyn. 2. Zucht, Ehr' und Treu' verleihe mir und Freud' an deinem Worte; hilf, daß ich wanke nie von dir, dem wahren Seelenhorte. Gieb, was mir dient zur Seligkeit, und laß mich meine Lebenszeit in deiner Furcht vollbringen. 6. Was du mich lehrst, das ist mein Heil, dir folgen, sey mein bestes Theil; nach deines Reichs Gerechtigkeit, laß, Herr, michy trachten allezeit. 7. Ich bin zu schwach aus eig'ner Kraft zum Kampf mit meiner Leidenschaft, d'rum ziehe dit mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 3. Wenn ich einmal nach dei nem Rath von dieser Welt soll scheiden, verleihe dann mir deine 8. Gieb von den Gütern dieser Gnad', daß es gescheh' mit Freu- Welt mir, Herr, so viel, als dir den. Herr, Seel' und Leib be fehl' ich dir; ein sel'ges Ende gieb du mir durch Jesum Christum. Amen. gefällt; gieb deinem Knecht ein mäßig Theil, in seinem Fleiße Glück und Heil. Mel. Herr Jesu Christ, mein's 2c. 12. J's ch komme vor dein Angesicht, verwirf, o Gott, mein Flehen nicht: vergieb mir alle meine Schuld, du, Gott der Gnade und Geduld. 2. Schaff' du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb' und Furcht zu dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebelang. 3. Sey mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so mach' mich weise im Genuß, und laß die Dürft's gen zu erfreun, mich einen fros hen Geber seyn. 10. Giebst du Gesundheit, so verleih', daß ich sie deinem Dienste weih', und daß aus Sorgsamfeit für sie ich niemals mich der Pflicht entzieh'. 11. Erwecke mir stets einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in dei ner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel giebt. 6 Allgemeine Bitten. 12. Bestimmst du mir ein den; beständig seyn verleihe mir läng'res Ziel und werden mei ner Tage viel: so bleibe meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht! im Glück und auch im Leiden. Aus freier Gnade segnest du; es mag niemand ererben noch erwerben ohn' dich die wahre Ruh' und Seligkeit im Sterben. 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner gnädig an und sey durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild, mein groBer Lohn! 5. Ich lieg' im Streit und wi derstreb', hilf, o Herr Christ, mir Schwachen; in deiner Gnad' allein ich leb', du fannst mich stärfer machen. Laß in dem bösen Stündlein mich, will Muth und Kraft mir schwinden, Stärkung dir, Herr und dann durch In eigener Melodie. 13. I defu Chrift; ich vitt, vich in Allem überwinden. erhör' mein Flehen; laß gnädig doch zu dieser Frist mich deine Hülfe sehen: den rechten Glauben, Herr, ich mein, und daß ich möge streben, dir zu leben, dem Nächsten nüß zu seyn, das wollest du mir geben. 2. Ich bitte mehr noch, Herr, mein Gott! du wirst mir's nicht versagen: daß ich nicht sey der Frevler Spott, die nicht nach Christo fragen. Und wenn ich scheiden soll, mich stärk', daß ich Mel. Herzlich thut mich zc. 14. Laß mich dein seyn und du treuer Gott und Herr! Von dir laß nichts mich treiben, halt' mich bei reiner Lehr'! Laß, Herr, mich ja nicht wanken, verleih' Beständigkeit. Dafür will ich dir danken jetzt und zu aller Zeit. sin Mel. Ich dank' dir schon sc. auf dich mög' bauen und nicht 15. Mein Aug' und Herz zu deitrauen mein Verdienst und Werf, sonst werd' ich dich nicht schauen. nes Himmels Höhen! Hier, wo ich bete, siehst du mich und hörest auf mein Flehen. 3. Verleih)', daß ich aus Herzensgrund den Feinden mög' vergeben; verzeih' mir auch zu diefer Stund', schaff' mir ein nenes Leben. Dein Wort laß meine Speise seyn, die Seel' damit zu nähren, mich zu lehren, wie ich, im Herzen rein, dich würdig soll 2. Laß mich mit Herzensreinigkeit, Herr, vor dein Untlig treten, und zu dir, wie dein Wort gebeut, in Geist und Wahrheit beten! 20 verelyren. 4. Laß weder Lust noch Furcht mich hier von deiner Liebe schei3. Doch du fannst nicht ein sündlich Flehn, o Heiligster, erhören; vor dir fann kein Betrug bestehn, dich täuschen keine Zäh ren. Allgemeine Bitten. r meines Heilands Sinn. 4. Das Herz muß ohne Heu- ich beschaffen bin, und gieb mir chelschein nach deinem Reiche streben, voll Demuth, Reu' und Einfalt seyn, sich findlich dir ergeben. 5. Ach, schaff' ein solches Herz in mir und mach' es rein von Sünden! Ich suche dich mit Heilsbegier; Gott, laß mich bald dich finden! 6. Ja, mach' durch deinen Sohn mich frei vom Joche dieser Erde; durch deinen Geist erschaff mich neu, auf daß ich heilig werde. 7. Dein Wort, Herr, hilf mir recht verstehn zu meinem Heil und Segen, daß ich nicht möge irre gehn von deiner Wahrheit Wegen. 8. Den Himmel und die Ewig feit laß mich im Geist umfassen, und was mich einst im Tode reut, von ganzer Seele haffen. 9. Dies ist mein Fleh'n, erhöre mich um deines Sohnes willen! Mit wahrer Inbrunst bitt' ich dich; du wirst es, Herr, erfüllen! 3. Daß ich in Wahrheit könne sprechen: du bist mein Vater, bist mein Heil; voll Guade heilst du mein Gebrechen und schenfest mir an Christo Theil; du bist mein allerbester Freund, der's all'zeit herzlich mit mir meint. 4. Deun darf ich dich nur Vater nennen, o Abgrund der Barmherzigkeit, so wird mir nichts mehr schaden können, so dient zum Heil auch Kreuz und Leid. Mir wird das Bitterste versüßt, wenn du in meinem Herzen bist. 5. D'rum gieb, daß ich recht findlich glaube, in dir getrost und unverzagt, und nichts den sel'gen Trost mir raube, den mir dein. Wort hat zugesagt. Dein Geist erkläre meinem Geist, was Gnad' und Vatertrene heißt. 6. Du, unerschaff'nes, höchstes Wesen, haft vor der Welt an mich gedacht, mich schon, da ich noch nicht gewesen, zum Erben deines Heils gemacht; ich sollte dein in Christo seyn und frei von aller Schuld und Pein. Mel. O daß ich tausend sc. Gott, du weißt 16. Mein am allerbesten, was 7. Dein Kind, mein Jesus, hat mir zu meinem Heil gereicht, deß vollendet, was du beschlossen vor müsse sich mein Herz getrösten, der Zeit, hat Schuld und Straso oft dein Nath mich niedersen abgewendet, erworben mir beugt. Auf dich allein, Herr, laß die Seligkeit. Dein Geist macht mich baun und dir mit ganzem Herzen traun. 2. Reiß' Alles weg aus meiner Seele, was dich nicht sucht und deine Ehr'; wenn ich mir meine Schuld verhehle, so prüfe mich je mehr und mehr; zeig' mir, wie mir dies Heil bekannt, sein Zeugniß ist mein Unterpfand. 8. Was soll ich von der Güte sagen, die ich auch sonst bisher geſpürt, mit der du mich in meinen Tagen so wunderbar, so tren geführt, und welche mir in 8 Allgemeine Bitten. Ewigkeit hält unvergänglich Gut| und Neide mein Freund und bereit! Tröster könnte seyn? Ich harre dein mit frohem Muth, auch wenn die Welt mir wehe thut. 6. Gedenfe meiner, wenn ich sterbe und mich die ganze Welt vergißt; verseßze mich in jenes Erbe, wo du mein Theil und Les ben bist; denn bliebst du nicht im Himmel mein, so würd' er mir fein Himmel seyn. 9. Weil ich denn auf so viele Weise, mein Vater, bin dein Eigenthum: so gieb, daß ich dich würdig preise und freudig mehre deinen Ruhm; laß mich dir die nen allezeit in Unschuld und Gerechtigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 17. Mein lieber Gott, gedenke meiner, sen In eigener Melodie. mit mir jetzt und allezeit. Denn 18. Gott, du frommer außer dir ist der mich mit Rath und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht und sagt mir: du vergißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein süßes Evangelium, und mach' durch diese Himmelslehre mein Herz zu deinem Heiligthum: so wird dein Wort in mir gedeihn und reich an guten Früchten seyn. 3. Gedenfe meiner, wenn ich bete, und laß dein Ohr mir offen stehn; wenn ich in Chrifto vor dich trete, laß gnädig, was ich bat, geschehn; was sonst ich fleb', wollst du verleihn, wenn mir's kann gut und selig seyn. quell guter Gaben, in dem wir Alle sind, von dem wir Alles haben; gieb mir gefunden Leib, und daß in solchem Leib ein' unverletzte Seel' und rein Gewissen bleib'. om 2. Verleih' mir Luft und Kraft, zu thun, was mir gebühret, wos zu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und was in dir gethan, das laß gelingen wohl. 3. Hilf, daß ich rede nur, womit ich kann bestehen; laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn' Verdruß. 4. Wenn Trübfal bricht herein, so laß mich nicht verzagen; gieb einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen. Bedarf ich Rath und Trost, so schenk mir einen Freund, der in Gefahr und Noth es treulich mit mir 4. Gedenfe meiner, wenn ich falle, und gieb mich nicht der Sünde hin. Weil ich, so lang' ich hier noch walle, zum Guten schwach und träge bin: so stärke mich in meinem Lauf, hilf gnädig meiner Schwachheit auf. 5. Gedenke meiner, wenn ich leide; wen hab' ich sonst, als dich allein, der bei der Menschen Haß meint. Allgemeine Bitten. 9 5. Laß mich in Christi Sinn 3. Auch unter bangem Sehmit Jedem freundlich leben, doch auch mit festem Muth dem Bösen widerstreben. Um Reichthum bitt' ich nicht; doch, segnest du mein Thun, so laß auf meinem 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, mit manchem sauern Tritt hindurch in's Alter dringen, so gieb mir, Herr, Geduld, vor Sünd' und Schand' bewahr', auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich auf Christi Tod einst froh von hinnen scheiden, die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden. Dem Leib' ein Räumlein gönn' bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh' an ihrer Seite hab'. 8. Wenn deine Stimm', o Herr, die Todten einst erwecket: so öffne auch die Gruft, die mein Gebein bedecket. Durch deiner Allmacht Wort ruf meinen Leib hervor und führ' ihn schön verflärt zu deiner Engel Chor. Mel. In allen meinen Thaten c. 19. Vor dich, Herr, will ich bensvoll zu beten; mein Heil kommt nur von dir. Ich suche nichts hienieden, als, Vater, deinen Frieden; du giebst ihn gern, verleih' ihn mir. nen, auch unter heißen Thränen hoff ich auf dich, mein Gott! Ich will mein ganzes Leben dir findlich übergeben und treu dir seyn bis in den Tod. 4. Mel. O wie selig sind die Seelen ic. 20. Wer auf seinen Heiland trauet, hat auf einen Fels gebauet und be sißt den Himmel schon. Ob er treten, um glau- gleich muß zeitlich leiden, einst genießt er ew'ge Freuden dort vor seines Jesu Thron. 2. Herr, du wollest mich berei ten zu des Himmels Seligkeiten, die mein sehnend Herz begehrt. Du kannst kräft'gen, stärken, gründen, daß den Gnadenlohn wir finden, den dein Wort uns hoffen lehrt. 3. Schreibe, Herr, auch all' die Meinen in die sel'ge Zahl der 2. Ob ich begabt foll werden mit Gütern dieser Erden, leg' ich in deine Hand. Laß mir nur das gelingen, daß ich hindurch mag bringen zu jenem ew'gen Vaterland. ren, mir Herz und Sinn regieren durch deines Geistes Zug. Steh' ich bei dir in Gnaden, was könnte mir dann schaden? Du bist mir Schuß und Schirm genug. 5. Dein Wort voll Tren' und Wahrheit sei meiner Seele Klarheit und meines Pfades Licht. Es soll mein Sehnen stillen und meine Brust erfüllen mit froher Glaubenszuversicht. 6. Zu dir führt mich von Staube einst der, an den ich glaube, mein Heiland, Jesus, ein; da werd' ich, rein von Sünden, bei dir und ihm mich finden und ewig deiner Huld mich, freun. Vom christlichen Gottesdienste. 10 Deinen, laß sie in der Irre nicht. Ziehe sie nach oben kräftig, sey durch deinen Geist geschäftig, bringe sie zum wahren Licht. 4. Ja, laß auch die andern nen, gehn in deinen Himmel ein. II. Vom christlichen Gottesdienste. Mel. Wach' auf mein Herz zc. auf, auf! des Herrn Gebot zu 21. Auf, auf, ihr meine Lie- üben, zu ſeinem Dienſt ſey gern bereit! und Geist und Glieder, dem Höchsten Lob zu singen und Opfer ihm zu bringen! 2. Er hat die Nacht gewendet, das Licht herabgesendet; ich fchlief ohn' alle Sorgen, erwachte froh am Morgen. 3. Nun sey Leib, Seel' und Leben ihm ferner auch ergeben! Laß gnädig dir vor allen dies Opfer, Herr, gefallen. 4. Vor Sünden mich behüte nach deiner großen Güte, so, daß ich ewig bleibe ein Glied an Christi Leibe. Heerden bald herzugeführet wer den durch der Wahrheit hellen Schein, daß sie Alle dich erkennen, dich den ein'gen Hirten nen5. Gieb Hoffnung und Vertrauen, getrost auf dich zu bauen. Dein Geist mich hülfreich stärke zur Förd'rung guter Werke. 6. Erhör' die frommen Beter, bekehr' die Ulebertreter, sey gnädig mir und Allen nach deinem Wohlgefallen. 2. Auf! laß die Welt aus dei nem Sinne, dein irdisch Werk muß ferne stehn; du sollst zu hö herem Gewinne in deines Gottes Tempel gehn, ihm zu bezahlen deine Pflichten, froh zu vermehren seinen Ruhm, in tiefster Des muth zu verrichten dein geistlich Werk und Priesterthum. 3. So bin ich, Gott, vor dir erschienen und fleh' um deines Geistes Kraft; wie kann ich dir wohl würdig dienen, wenn er nicht in mir wirft und schafft? Wie soll ich freudig vor dich treten, wenn er nicht stillt der Sünden Schmerz? Wie kann ich gläubig zu dir beten, wenn er nicht stärkt mein blödes Herz? fe flingen, wenn sie dein Finger 4. Kann meines Herzens Har nicht berührt? Kann ich zu dir empor mich schwingen, wenn nicht dein Arm mich aufwärts Mel. Die Tugend wird durch's sc. 22. Beschwertes Herz, leg' führt? Kann ich ein reines Opfer ab die er hebe dich, gebeugtes Haupt! es kommt der angenehme Morgen, da Gott zu ruhen uns erlaubt. Die Ruhe hat er vorgeschrieben und selbst den Ruhetag geweiht; werden, wenn dein auf mich fällt, in mir verzehrt die Luft der Erden und mich belebt für jene Welt? 5. Erfauft hat Jefus mich so thener, zu seinem Tempel mich Vom christlichen Gottesdienste. geweiht. Hier sey dein Heerd, hier sey dein Feuer, die Fülle dei ner Herrlichkeit! Vollführe, was du angefangen, neig' auch zu mir dein Angesicht, dann ist der Seele aufgegangen des Sabbaths rechtes Freudenlicht. Mel. Ach bleib' mit deiner Gnade 2c. er Herr, an dessen 23. Der Güte sich Erd' und Himmel freun, der segne, der behüte dich, seines Volks Verein. 2. Der Herr, reich ohne Grenzen an Gnad' und an Geduld, laß hell und mild dir glänzen das Antlig seiner Huld. 3. Der Herr dein Gott erhebe den Blick voll Freundlichkeit, daß er dir Frieden gebe, wie keine Welt ihn beut. 4. Gesegnet bleib' im Namen des dreimal heil'gen Herrn! sein ganzes Volk sprech': Amen! uns fegnet Gott so gern. 11 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden; mein Geist foll sich auf Gottes Auen weiden, ich will an seines Wortes Gnadengaben die Seele laben. 2. Dich rühmt der Lobgesang der Himmelsheere! auch dieses Haus erschall von deiner Ehre; auch unser Dank und unsers Gei stes Flehen soll dich erhöhen! 3. Wie freu' ich mich, die Stätte zu begrüßen, wo Dürstenden des Leb.ns Bäche fließen, und wo dein Heil von der Erlösten Zungen froh wird besungen! 5. D laß auch heute deinen Geist mich lehren, mich immer mehr vom Eitlen abzukehren; regiere mich, daß meine ganze Seele nur dich erwähle. 6. Dein Tag seymir ein Denkmal deiner Güte, er bringe Trost und Ruh' in mein Gemüthe, den Trost, den Christus Allen hat erworben, da er gestorben. 7. Dich bet' ich an, du Todesüberwinder! der heut' erstanden ist zum Heil der Sünder, die in des Todes finstern Schatten faßen, von Trost verlassen. 8. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erde, gieb, daß er mir zum wahren Sabbath werde! Lob sey, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig, Amen! Mel. Herzliebster Jesu, was haft zc. ies ist der Tag, zum Mel. Nun danket Alle Gott ac. 24. ihn feiert gern, wer deiner, Gott, 25. Dir, unſerm Gott, sey sich freuet. O laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! tes Lehren! den Sündern riefst du zu, sich ernstlich zu bekehren; Betrübten gabst du Trost, den Schwachen Muth und Kraft und Lust zur Heiligung in ihrer Pilgerschaft. 2. O segne nun dein Wort, daß es uns ganz durchdringe und durch des Geistes Kraftauch reiche Früchte bringe; daß unser Glaube dir bis in den Tod ge treu, die Liebe unverfälscht und fest die Hoffnung sey! 12 Vom christlichen Gottesdienste. 3. Gieb, daß wir immerdar oft vor dir andachtsvoll erschei dich findlich fürchten mögen, da- nen. Du erfreuft unsern Geift, heim und in der Welt, auf allen wenn wir vor dich treten, Herr, unsern Wegen! Dein Segen sey dich anzubeten. mit uns, den uns dein Wort verheißt, dein Fried' in Ewigkeit, o Vater, Sohn und Geist! 2. Deines großen Namens Ruhm ist nicht auszudenken; feines Tempels Heiligthum fann dich, Herr, umschränken; doch auch hier strömt von dir Gnad Mel. Komm, heiliger Geift 2c. 26. Erheb' uns zu dir, du, und reicher Segen deinem Volk ist und war seyn wird, Ewiger! Du Unerforschter und Bekannter! du aller Himmel Erstaunen! Vor dem sein Knie der Cherub beugt und nieder seine Krone wirft! O du, vor dem bald Sünder weinen, bald Lobgefang zu stammeln wagen, Unendlicher, Unendlicher! 2. Entreiß' uns der Welt, weck uns auf von unsrer Eitelkeiten Traum! Es ruh auf uns des Sabbaths Stille, damit im Him mel wir wandeln! O sey, wie du verheißen hast, Versöhner, mit Band hier uns mit den Brüdern; 5. Fest verknüpft der Liebe ten unter uns! Denn sich, in Alle fühlen sich verwandt, Hohe deinem großen Namen sind wir mit den Niedern. Haß und versammelt, anzubeten, Erha- Streit wird bereut, wir verzeihn bener, Erhabener! dem Feinde, werden Alle Freunde. 3. Laß fern von uns seyn, heil's ger Gott, was irdisch und nicht himmlisch ist! Zu klein sey hier im Heiligthume uns jeder Erbengedanke! Hier fühl' es unser Herze ganz, daß es im Staub' ein Fremdling ist! Laß, Herr, zu unserm die gläub'ge Seele steigen, hinauf zu dir, hinauf zu dir! 27. F Mel. Mache dich, mein Geist. roh versammelt sind wir hier, Vater! als die Deinen. Heil uns, wenn wir entgegen. fernt, das den Geist zerstreuet, 3. Von dem Weltgeräusch ent sammelt er sich hier und lernt, was in dir erfreuet. Eitles Glück weicht zurück vor den höhern Gaben, die uns wahrhaft laben. 4. Unser Herz erweitert sich, still und feierlich mit uns vor dir wenn wir Brüder sehen, die hier stehen. Jeder nennt und bekennt ihn, den du zum Leben haft der Welt gegeben. weckt, Licht und Trost verbreitet, 6. Hier wird Freudigkeit ge Sünder werden aufgeschreckt, und zu dir geleitet; Noth und Schmerz lernt das Herz hier ge stärkt ertragen, ohne zu verzagen. 7. Ja, dein Wort, das hier ertönt, ist das Wort des Lebens; er, der uns mit dir versöhnt, bracht' es nicht vergebens. Selig ist jeder Chrift, der es achtsam hös ret und durch Thaten ehret. 8. Gott, wir wollen oft und gern hier vor dir erscheinen und Vom christlichen Gottesdienste. 13 ten wir, laß nur dich uns finden, ganz in dir verschwinden! Mel. Wunderbarer König 2c. 28. G 6. Du durchdringest Alles, laß dein Licht uns spüren, kräftig unser Herz berühren, wie die zarten Blumen willig fich entfalten ott ist gegenwärtig. und der Sonne stille halten, daß Lasset uns anbeten wir so, still und froh deine Strah und in Ehrfurcht vor ihn treten! len faffen und dich wirken lassen. Gott ist in der Mitten; Alles in 7. Mach' uns nur einfältig, uns schweige und sich innigst innig abgeschieden, sanft und still vor ihm neige! Wer ihn kennt, in deinem Frieden! Mach' uns wer ihn nennt: fallt in Demuth reines Herzens, daß wir deine nieder, gebt das Herz ihm wie- Klarheit völlig schaun in Geist der! und Wahrheit; laß das Herz himmelwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebeuget dienen; heilig, heilig, 8. Komm, in uns zu wohnen! heilig singen ihm zur Ehre aller Schon auf dieser Erden möchten Engel hohe Chöre. Herr, ver- wir dein Tempel werden. Komm, nimm unfre Stimm', wenn auch du gütig Wesen, dich in uns verwir Geringen unser Opfer brin- kläre, deine Lieb' in uns vermehgen. re. Wo wir gehn, wo wir stehn, 3. Wir entsagen willig allen laß uns dich erblicken, ganz zu Eitelkeiten, die mit deinem Dien- dir uns schicken. ste streiten. Wir geloben heilig, Seele, Leib und Leben dir zum Eigenthum zu geben. Du allein Mel. Liebster Jesu, wir sind hier sc. follst es seyn, den wir liebend eh 29. Gott sey Dank, der mit ren, dem wir angehören. 4. Majestätisch Wesen! möchten wir dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! möchten wir, wie Engel, immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß uns dir für und für trachten zu gefallen, heil'ger Gott, in Allen. 5. Geist, der Alles füllet, aller Dinge Leben, du, in dem wir sind und weben! Meer ohn' Grund und Ende, dich erforscht kein Denken, in dich wollen wir Gott, unsern Eingang gleicheruns senken. Nur nach dir trachmaßen; segne unser täglich Brot, mit Jesu, unserm Herrn, fester ums vereinen. Er allein soll es seyn, den sich unsre Seele stets zum Führer wähle. dacht heil'gem Orte; reiche Nahrung bot er dar unserm Geift aus seinem Worte; unser Beten, Hören, Singen ließ er uns zum Heil gelingen. 2. Freudig gehn wir jetzt hinaus, wandeln heim auf unsern Wegen. Nun begleit' in unser Haus uns der hier empfang'ne Segen, daß wir bleiben in dem Lichte von des Herren Angesichte. 3. Unsern Ausgang fegne 14 Vom christlichen Gottesdienste. segne unser Thun und Laffen;[ leer, hier stillt sich mein banges segne uns mit sel'gem Sterben Sehnen bei dem Zuruf: Weint und mach' uns zu Himmels nicht mehr! Aus der Welt voll erben. Kampf und Streit zu des Himmels Herrlichkeit, zur Gemeine fel'ger Frommen hat der Herr sie Mel. Werde munter, mein c. 30. Hehr und heilig ist die aufgenommen. Stätte, ften zu dir flehn. Laß, so oft ich fie betrete, mich, o Herr, dein Antlig sehn. In der Welt ist Sorg' und Streit, all' ihr Glück ist Eitelkeit. Hier find' ich, von ihr geschieden, deine Ruh' und deinen Frieden. 2. Heil'ges Wort der ew'gen Wahrheit, das dem Irrthum du durch deine Klarheit unfres Geiſtes Fin- 31.chienent, ber mich Mel. Ach, was soll ich Sünder c. err, es der Tag er sterniß. Meine Schuld enthüllst du mir, jeder Trug entflieht vor dir; wo du, heil'ges Wort, er klungen, hast du Mark und Bein durchdrungen. dein gedenken heißt und mich zu dem Himmel weist; sieh', ich komme, dir zu dienen an dem Tage deiner Ruby'; gieb mir Schwachen Kraft dazu, 2. Halte fern an diesem Morgen von mir das Geräusch der Welt, die mir nur zu leicht gefällt. Brich die Macht der eitlen Sorgen, daß ich heut, von Allem frei, dir allein ergeben sei. 3. Schmücke mich mit deinen 4. Knie' ich an des Altars Gaben, stärke mich mit deiner Stufen, ein gebeugter Sünder, Kraft, die den neuen Menschen hin, hör' ich heil'ge Stimmen schafft. Welche Wonne werd' ich rufen: Sey getrost, dir ist ver- haben, wenn in heiliger Begier ziehn! Hoch begnadigt steh' ich auf, fröhlich fördr' ich meinen Lauf, und mein Herz ist voll Vertrauen, was ich glaube, dort zu schauen. ich mich freue, Herr, in dir! 3. Weinend und mit bangem Zagen trat ich oft in's Heiligthum. Doch bald stillte meine Klagen, Herr, dein Evangelium. Ich gab mich in Gottes Hand, und zum Mittler hingewandt, hab' ich, ganz in ihn versunken, gern den Leidensfelch getrunken. 6. Bin auch ich dereinst verschwunden aus der frommen Hö rer Zahl, werd' ich einst nicht mehr gefunden bei des Herrn geweihtem Mahl: dann ins höh're Heiligthum ging mein Geist mit Preis und Ruhm, daß er ewig sich vereine mit der himmlischen Gemeine. 5. Sieht mein Auge, naß von Thränen, der Geliebten Stellen 4. Gieb, daß mich dein Wort durchdringe, steh' mit deinem Geist mir bei, daß es in mir fräfe tig sey. Wenn ich bete, wenn ich singe, siehe du mich gnädig an, und laß mich dein Heil empfahn. Vom christlichen Gottesdienste. 15 5. Laß mich nicht in Sünde| dich unser Dank und dort ein fallen, laß mich fest im Glauben ew'ger Lobgesang. stehn, voll Vertrauen auf dich Vater, hilf uns AlLieber len, daß der Ruhe heil'ger Tag 34. I hier, beine Süßigkeit Mel. Liebster Jeſu, wir sc. efus, wir erscheinen uns ein Segen werden mag! zu schmecken! deine Gnad' erflehen wir, Herz und Ohren zu erwecken; daß wir deine Himmelslehren uns zum Troft mit Freuden hören. 32. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier sc. err, vor deinem Angesicht hat die Andacht uns versammelt; o verwirf die Bitten nicht, die dein Volk in Demuth stammelt; fiehe gnädig auf uns nieder und nimm an des Dankes Lieder. 2. Laß das Wort, das hier erschallt, tief in unsre Seelen drin gen und mit göttlicher Gewalt jeden Widerstand bezwingen; daß es unsern Sinn erneue und das Herz mit Trost erfreue. 2. Deffne deines Dieners Mund, gieb ihm deines Geistes Gaben, daß er mög' aus Herzensgrund mit des Wortes Kraft uns laben, und daß uns die Himmelsspeise stärk' auf unsrer Vilgerreise. 3. Dir, dem Vater und dem Geist, soll das Herz geheiligt werden! hilf nur, daß wir allermeist uns erheben von der Erden, um mit innigem Verlangen deine Gaben zu empfangen. 3. Dein Gebot, das wir er kannt, hilf du selbst uns treulich üben, dich und den du uns ge= fandt, Jesum Christum, herzlich In eigener Melodie. lieben. daß weder Leid nod 35. Liebster Jefu, wir find je von uns scheide! dich und Wort anzuhören! Lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen. 33. ier sind wir, Gott, und von der Erden ganz zu dir gezolehn um Licht, vergen werden. fage deinen Geist uns nicht; lehr' 2. Unser Wissen und Verstand uns dein heilig Wort verstehn ist mit Finsterniß umhüllet, wo und freudig deine Wege gehn. 2. Mach' uns von allem Irrthum frei, erhalt' im Glauben uns getren, daß wir dir dienen allezeit in Wahrheit und Gerechtigkeit. der Geist, den du gesandt, nicht mit Klarheit uns erfüllet. Gutes denken, thun und dichten, mußt du selbst in uns verrichten. 3. Erhöre uns von deinem Thron durch Jesum Christum, deinen Sohn! Auf Erden preist 3. D du Glan; der Herrlich feit, Licht von Licht aus Gott geboren, mach' uns allesammt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; unser Beten, Flehn und Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns 2c. 16 Vom chriftlichen Gottesdienste. Singen laß, Herr Jesu, wohl| Vater, dir, so fandtest du auch gelingen! Hoffnung mir. 5. Doch höher ward mein Geift erhoben in meiner Miterlöften Schaar, wenn sie, gemeinsam dich zu loben, im Heiligthum versammelt war, und in Begeist'rung sich ihr Chor zu deinem Throne schwang empor. 6. D'rum will ich mit den frommen Schaaren zu deinem Tempel freudig gehn, wo einst auch die versammelt waren, die nun vor deinem Throne stehn; sie schauten auch im dunklen Mel. O daß ich tausend Jungen sc. 37. Noch fing' ich hier aus Wort, von Angesicht schaun ſie dunkeln Mel. Ich danke dir, o Gott zc. 36. Nimm imm jetzt hinweg, o Gott, was uns kann stören, was hindern kann den Einfluß deiner Lehren, daß bei der Erde Sorgen nicht verweilen Gedanken, die gen Himmel follen eilen; laß Herz und Sinne ganz zu dir sich kehren, so kann im Segen uns dein Diener lehren. meines Lebens, dir mein Lied, bis Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns 2c. einſt, dich mein verklärtes Auge fieht; 38. Bater, send' uns deidann nen Geist, den uns schallet dir im Jubelklang dein theures Wort verheißt, er mit allen Sel'gen mein Gesang. dring' in unsre Herzen ein, daß sie dein heil'ger Tempel sey'n! 2. Wohl mir, du schauest auf mich nieder, steigt mein Gebet zu dir hinan; du hörst den Dank der schwachen Lieder und nimmst mein Flehen gnädig an. Wenn sich mein Herz zu dir erhebt, fühl ich mich neu durch dich belebt. 3. Wie selig war't ihr, stille Stunden, da ich das Lob des Höchsten fang; Entzückung hab' ich da empfunden, die durch die frohe Seele drang; indem dir, Gott, mein Dank erscholl, ward ich der reinsten Wonne voll! 4. Hab' ich mir nicht die Laft der Leiden oft durch ein Trostlied leicht gemacht? nicht, statt des 2. Entzünd' in Andacht unser Herz, lenk' unfre Sinnen himmelwärts, und mach' uns allesammt bereit, zu hören, was dein Wort gebeut. 3. Erfüll' uns ganz mit deinem Licht, gieb uns des Glaubens Zuversicht, daß wir in Jesu Namen flehn und würdiglich dein Lob erhöhn. 4. Dir, Gott, den Erd' und Himmel preift, dir, Vater, deinem Sohn und Geist erschalle hier Lob, Preis und Ruhm, wie in des Himmels Heiligthum! Mel. Wie schön leucht't uns ic. Kummers, Ruh' und Freuden 39. Sen uns gefegnet, Tag in mein bracht? Klagt' ich mein Leid, o Preise nah und fern erwacht der des zu Vom christlichen Gottesdienste. 17 Christen Menge. Ihr Lobgesang| Wenn ich voll Andacht sie betrete, tönt spät und früh; zum Heilig- wie reichlich werd' ich dann bethume wallen fie in festlichem lohnt! ich kann mich deines WorGedränge. Froher schallen hier tes freun und in dir froh und die Lieder, wo die Brüder, anzu- selig seyn. beten, sind vereint vor Gott getreten. 2. Komm, Geist der Andacht und der Ruh'! auch unsern Tempel weihe du zu feierlicher Stille. Mach' unser Herz vom Irrthum los; uns werde Gottes Name groß, sein Wille unser Wille. Fromme Liebe, Brudertreue mög' auf's neue uns beleben, Jesu Vorbild nachzufstreben. 2. Wohl dem, der kommt zu deiner Hütte und dich mit ganzer Seele preift! Du hörst sein Lob und seine Bitte und stärkst mit neuer Kraft den Geist, daß er auf deiner Wahrheit Bahn unsträflich vor dir wandeln fann. 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen dem, der es recht zu Herzen nimmt; es giebt den Trost auf Trübfalswegen, daß du sie uns zum Heil bestimmt; Mel. Lobe den Herren, den 2c. 40. Vat ater, erhöre das Flehn verleiht im Kampfe Muth und der vereinten Gemei- Kraft, und ist ein Schwert, ne, daß uns das Licht der Er- das Sieg verschafft. kenntniß in Klarheit erscheine, und nicht zu spät, wer deine Wahrheit verschmäht, seine Verblendung beweine! 2. Möge die Predigt die Herzen der Sünder gewinnen und nicht vergeblich die Thräne der Rührung verrinnen! Wo nicht dein Licht mächtig das Dunkel durchbricht, kann nicht das Schauen beginnen. 3. Laß uns, die wir nach dem Namen des Heilands uns nennen, ihn als die Quelle des Lichts und des Lebens erkennen. Ihm, der uns lehrt, wie dein Volk würdig dich ehrt, ihm laß die Herzen entbrennen! 4. Gott, laß auch mir dein Antlitz scheinen; dein Sabbath bring' auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen vor dir an heil'ger Stätte bin; dir weihn, laß unser Lob, das wir dir weihn, ein dir gefällig Opfer seyn. 5. Ja, du bist Sonn' und Schild den Frommen, du bist ihr Segen und ihr Heil; wenn sie im Glauben vor dich kommen, wird Gnad' um Gnad' ihr selig Theil. Was du verheißest, stehet feft; wohl dem, der sich auf dich verläßt. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele sc. 42. 3 eige dich uns ohne Hülle, ström' auf uns Mel. O daß ich tausend Jungen 2c. der Gnaden Fülle, daß, o Herr, ie lieblich ist doch, an deinem Tage unser Herz der Herr, die Stätte, Welt entsage; daß wir uns zu 41. Mie wo deines Namens Ehre wohnt! dir erheben durch die Macht, die 18 Bekenntniß des Glaubens an Gott den Dreieinigen. vereine. dir gegeben; daß die glaubende höre, find's nicht Ueberwinder Gemeine mit dem Vater sich Chöre? Feiernd tragen sie die Palmen, ihr Triumph erschallt von Psalmen! Herr! du selber wollst mich weihen diesem Sabbath deiner Treuen. 2. O daß wir entladen wür den von der Erde schweren Bürden und des Sabbaths sanfte Stille auch die Seele ganz erfülle! daß von fern aus deinen Höhen wir des Lichtes Aufgang sehen, das uns völlig einst verfläret, wenn der Sabbath ewig währet. 4. Möge dein Verdienst bes decken meiner Seele Schuld und Flecken, daß ich dort fann mit den Deinen würdig und ge schmückt erscheinen; dort, wo du voll Huld und Gnaden uns zu 3. Was ich strahlen seh' am deinem Mahl' geladen, wo die Throne, ist es nicht der Sieger Streiter nicht mehr ringen, wo Krone? Was von dort herab ich sie Siegeslieder singen. III. Bekenntniß des Glaubens an Gott den Dreieinigen. Bitt' von unsrer Noth, erbarm' dich unser Aller. In eigener Melodie. [ llein Gott in der Höh' 43. A sey Ehr' und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren fann fein Schade; ein Wohl gefall'n Gott an uns hat. Nun ist groß' Fried' ohn' Unterlaß, all' Fehd' hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich für deine Ehr', wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich Mel. Herzlich lieb hab' ich dich sc. regierst ohn'alles Wanken. Ganz 44. Du riefft mich, Bater, deine Macht, fort g'schieht, was dein Will' hat bedacht; wohl uns des feinen Herren! aus dem Nichts frohen Anschaun deines Lichts, dich soll mein Herz erheben. Schon hier im Laufe dieser Zeit 3. O Jesu Christ! Sohn ein- hat deine Huld und Freundlichgebor'n deines himmlischen Va- feit viel Gutes mir gegeben. ters, Versöhner der'r, die war'n Doch nicht allein für diese Welt, verlor'n, du Stiller unfers Ha- die kein vollkommnes Glück entders; Lamm Gottes, heil'ger hält, zur Wonne, die kein Ende Herr und Gott, nimm an die nimmt, hat mich dein Gnadens 4. O heil'ger Geist, du höchstes Gut, du all'rheilsamster Trö ster! vor's Teufels G'walt fortan behüt', die Jesus Christ er löste durch große Mart'r und bita tern Tod. Abwend' all' unsern Jamm'r und Noth, dazu wir uns verlassen. Bekenntniß des Glaubens an Gott den Dreieinigen. 19 rath bestimmt. O Vater, Gott, wie liebst du mich, wie liebst du mich! Dein freuet meine Seele fich. Dreieiniger, in Ewigkeit, in Ewigkeit sey unfre Seele dir ge weiht! In eigener Melodie. 2. Sohn Gottes, uns zum Heil gefandt, Erlöser, der mit freuer Hand zu Gott die Seinen 45. Gott, der Bater, wohn' leitet! uns bei und laß uns Für mich auch gabst du nicht verderben, mach)' uns aller dich dahin und hast, wenn ich Sünden frei und hilf uns selig dein Jünger bin, mir ew'ges sterben! Vor dem Bösen uns beHeil bereitet. Zwar seh' ich jetzt wahr', mit Glauben und Verdes Himmels Glück von ferne trauen laß fest auf dich uns bauen, nur mit schwachem Blick; doch bis wir dein Heil dort schauen. schon entzückt mich jene Welt, die In Versuchung und Gefahr laß Gott den Gläub'gen vorbehält. alle rechte Christen mit deiner Einst preis' ich dich, o Gottes Kraft sich rüsten und troßen SaSohn, o Gottes Sohn, im hö- tans Listen. Amen, Amen, dies hern Licht vor deinem Thron! sey wahr, so singen wir Hallelujah! 3. Geist Gottes, unsre Zuversicht, verlaß, verlaß uns Schwache nicht und stärk' uns unsern Glauben! Zeuch uns zu Gott und seinem Sohn, und laß durch nichts den Gnadenlohn der künft'gen Welt uns rauben. Lenk' Mel. Allein Gott in der Höh' sey ic. von dem Eitlen dieser Zeit uns auf das Heil der Ewigkeit; Sinn 46. Gott in der Höh' sey Ehr' und Ruhm und und Gemüth ergeben wir im Le- Dank für seine Gnade. Wir sind ben und im Sterben dir. O Got- sein Volk und Eigenthum, was tes Geist, das Heil des Herrn, ist's, das uns nun schade? Sein das Heil des Herrn zeig' uns, Rath ist unsre Seligkeit, zu segso sterben wir einst gern! nen ist er stets bereit, erhebet seinen Namen! 4. Dreieiniger, sind wir ganz dein, wie selig können wir dann 2. Gott Vater, wir erheben seyn! Lehr' uns dies Glück recht| dich mit freudigem Gemüthe, du achten. Was diese Welt beut, herrschest unveränderlich mit sättigt nicht, stets trügt uns ihrer Weisheit und mit Güte. Unend Weisheit Licht: nach dir nur laß lich groß ist deine Macht, und uns trachten. Dir, Schöpfer, stets geschieht, was du bedacht; und Erlöser, dir, und dir, Geist wohl uns, daß du regierest! Gottes, bringen wir gemeinsam 3. O Jesu Christ, des Höchin dem Heiligthum mit Freuden sten Sohn, für uns ein Mensch Preis und Dank und Ruhm. geboren, du kamst von deines B2 2. Jesus Christus wohn'uns bei ic. 3. Heil'ger Geist, uns wohne bei 2c. 20 Bekeinitniß des Glaubens an Gott den Dreieinigen. Mel. Komm, heiliger Geist sc. Vaters Throx, zu suchen, was verloren. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Leben 48. Lob, Breis und Ehre und im Tod, erbarm' dich unser ser Gott und Vater, dir. Wie Aller! bringen wir, Herr, une groß und viel sind deine Werke, 4. O heil'ger Geist, du Geist du Gott der Macht und der von Gott, erleuchte, beßre, tröste Stärke! Dein ist der Erdkreis uns, die der Herr durch seinen und in dir, o Höchster, sind und Tod vom Sündendienst erlöste! leben wir; du trägst uns alle voll Steh' du mit deiner Kraft uns Erbarmen auf deinen treuen Vabet, daß unser Herz dein Tempel terarmen. Hallelujah! Hallesey und wir einst selig sterben.lujah! 2. Lob, Preis und Ehre, Heiland, dir! Verlorne Sünder waMel. Wie schön leucht't uns ic. 47. ren du am für und Ehr' sey unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Sein ist das Reich, die Herrlichkeit, weit über alle Himmel weit herrscht er mit Huld und Stärke. Singet, bringet frohe Lieder, fallet nieder, zu erheben ihn, durch den wir sind und leben! uns gestorben, haft ew'ges Heil uns erworben. Wer zu dir kommt, wer an dich gläubt und in Versuchung tren dir bleibt, der soll, befreit vom Fluch der Sünden, Erbarmung, Gnad' und Leben finden. Hallelujah! Hallelujah! 2. Hallelujah, Dank, Preis und Ruhm sey von uns, deinem Eigenthum, Sohn Gottes, dir gesungen! Du Mittler zwischen uns und Gott hast durch Gehorsam bis zum Tod das Leben uns errungen. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 3. Hallelujah, du Geist des Herrn, sey nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten; du machst uns gläubig, weis' und rein, hilfft uns getrost und stegreich seyn im Kampf mit unsern Lüften. Leit' uns, stärk' uns, daß in Freude wie im Leide Gott er geben, wir zu seiner Ehre leben. 3. Lob, Chr' und Preis dir, Geist des Herrn! Wir waren einst von Chrifto fern, entfremdet von dem wahren Leben, mit Finsterniß ganz umgeben. Du hast durch deines Wortes Macht auch uns zum Licht aus Gott gebracht; du lehrst uns leben, lehrst uns sterben und weihest uns zu Himmelserben. Hallelujah! Hallelujah! 4. Lob, Preis und Ehre brin gen wir, Dreieiniger, in Demuth dir. Es müsse jedes Land der Erden voll deiner Herrlichkeit werden. Wie selig, wie begnadigt ist ein Volk, deß Zuversicht du bist. Anbetungswürd'ger, deinem Namen sey ewig Ruhm und Ehre. Amen. Hallelujah! Hallelujah! Bekenntniß des Glaubens an Gott den Dreieinigen. 21 Mel. Es woll' uns Gott zc. da wurden, Herr, auch wir; wir 49. Gott, wir ehren deine leben und wir sterben dir! HalMacht, lelujah! dein Erbarmen, daß gnädig du an uns gedacht und Heil gesandt uns Armen: Du bist voll Gnade, wir voll Schuld, wir todt, du bist das Leben; hast dich nach deiner großen Huld zu eigen uns gegeben; o Abgrund aller Liebe! 2. Wir beten dich als Vater an, du liebest uns als Kinder, das hat dein Wort uns kund gethan zum Heil und Trost der 4. Sing', Psalter! FreudenSünder. Wie ist doch voller Lieb' thränen, fließt! Heilig, heilig, und Huld dein väterlich Gemü- heilig ist Gott, unser Gott! Jethe! Du bist voll Langmuth, hovah, dir, dir leben und dir sterübst Geduld, Erbarmen, Treu' ben wir! Hallelujah! und Güte; o Vaterherz voll Gnade! 3. O Jesu, theurer Gottessohn! du Licht vom wahren Lichte! Vor dir, dem rechten Gnadenthron, wird Sünd' und Tod zu nichte; du bist der Grund der Seligkeit, das Heil, darauf wir hoffen; dein Gnadenbrunn steht allezeit für unsre Seelen offen; du Urquell alles Segens! 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott! wehr' in uns dem Verderben, laß uns durch Christi Kreuzestod der Sünd' und Welt abfterben! zerstöre du des Bösen Reich, schlag' seine Macht darnieder, damit wir Jesu Christo gleich und seines Leibes Glieder in Wahrheit seyn und bleiben. 50. Pr Mel. Gelobet feyst du, Jesu Christ 2c. Preis ihm! Er schuf und er erhält seine wundervolle Welt! Du sprachst, 2. Breis ihm! Er liebt von Ewigkeit! wird ein Mensch, stirbt in der Zeit. Erlöst, erlöst hast du uns dir; dir leben und dir sterben wir! Hallelujah! 3. Preis ihm! Er führt auf steiler Bahn, führt zum Himmel uns hinan. Geheiliget hast du uns dir; dir leben und dir sterben wir! Hallelujah! In eigener Melodie. 51. Wir glauben All' an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden; er will uns all'zeit ernähren, Leib und Seel' auch wohl bewahren, allem Unfall will er wehren, fein Leid soll uns widerfahren; er sorget für uns, hüt't und wacht,:,: es steht Alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren; von Maria, der Jungfrauen, ist ein wahrer Mensch geboren, durch den heil' gen Geist im Glauben, für uns, die wir war'n verloren, am Kreuz gestorben und vom Tod:,: wied'r auferstanden ist durch Gott. Preis der göttlichen Eigenschaften. 3. Wir glauben auch an heil' sein mächtiges Gebot uns erschuf gen Geist, Gott mit Vater und und uns erhält, der voll Weisdem Sohne, der aller Blöd'n ein heit, Güt' und Macht stets für Tröster heißt, uns mit Gaben Alles sorgt und wacht. zieret schöne, die ganze Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben. Hier all' Sünd' vergeben werden; das Fleisch soll uns wieder leben: nach diesem Elend ist bereit't:,: uns ein Le ben in Ewigkeit. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes eingebornen Sohn, der Mensch für uns geworden ist und nun herrscht auf Gottes Thron; der, indem er litt und starb, Heil und Leben uns erwarb. 22 In eigener Melodie. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, dessen gnadenvolle Kraft an unserm Herzen sich erweist, Rath und Trost und Hülf' uns schafft. Gott, für Zeit und Ewigund Vater aller Welt, der durch feit segne deine Christenheit! 52. Wi ir glauben All' an Einen Gott, Herrn IV. Preis der göttlichen Eigenschaften. Mel. Komm, heiliger Geist 2c. droht. Kein Andrer konnte je dir 53. Auseliger Gott, vor der Leben, du Lebensurquell, geben. Zeit war deine Macht und Herrlichkeit und wird in Ewigkeit bestehen, wenn Welten untergehen. Beseligt fühlet sich mein Geist, so oft er deinen Namen preist. Wie köstlich ist mir's, dir lobsingen, dir danken, Herr, dir Ehre bringen. Hallelujah!:,: 2. Groß ist dein Name, wunderbar, du, der da ist und der da war! Wer kann sich bis zu dir erheben, dein Antlig schaun und leben? Kein Bild ist, das dir, Höchster, gleicht, so weit auch deine Schöpfung reicht. Du bist ein Geist; nur Geister können dich fühlen und dich Vater nennen. Hallelujah!:,: 3. Du bist's allein, Herr, dem kein Tod durch alle Ewigkeiten ist ein Strom, der unversieglich fließt, die Fülle aller Seligkeiten in deine Welten zu verbreiten. Hallelujah!:,: 4. Allwissender Gott, helles Licht umstrahlt dein göttlich Angesicht! Du bist's, der Alles kennt und siehet; nichts ist, was dir entfliehet. In die Vergangenheit zurück schaust du mit sonnenhellem Blick; und was die Zukunft einst erfüllet, das liegt schon deinem Aug' enthüllet. Halleluja!:,: 5. Herr, was dein Wille uns gebeut, ist Wahrheit und Gerechtigkeit. Nie kann dein weiser Rathschluß fehlen, das Beste stets zu wählen. So oft ich dir auf deiner Bahn von ferne nach Preis der göttlichen Eigenschaften. 23 seh', bet' ich an; und fromme und Trost und Hoffnung fehlt Zuversicht im Leiden erfüllt mein Herz mit sanften Freuden. Hallelujah!:,: mir nie. In Freude wie in Schmerz erfähret stets mein Herz deine Liebe. Ob Alles bricht: ich zage nicht, du bleibest meine Zuversicht. 6. O seliger Geist, führe du uns deinem Lichte wieder zu, die du nach deinem Bilde schufest, in Christo uns berufest! D, welche Seligkeit, welch Heil wird unser Aller Erb' und Theil, wenn wir im Sohn dich recht erkennen und gläubig unsern Vater nennen! Hallelujah!:,: 4. Bin ich gleich befleckt von Sünden, doch läsfest du mich Gnade finden durch den, in wel chem du uns liebst. Du willst aller Sünder Leben und hast uns deinen Sohn gegeben, mit dem du uns nun Alles giebst. Gott, mein erstaunter Geist freut deiner sich und preist deine Liebe. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 54. Auf, erwacht, ihr heil: Dir foll allein mein Herz fich und dir in Liebe gen Triebe! Gelobt sey Gott, Gott ist die Liebe und wird es seyn in Ewigkeit. O wie Mel. soll ich den Ruhm fer Liebe zu verfünden, die ewig 55. Det er mehr! FrohSey Lob und Ehr' dem ic. er Herr ist Gott und feiner segnet und erfreut! Wer bin ich, Herr, vor dir? Nur fühlen kann ich hier: du bist Liebe. Wie felig ist, wer nie vergißt, daß du, o Gott, die Liebe bist! 2. Wundervoll sind deine Werke; ich sehe Weisheit, Macht und Stärke, und meine Seele beuget sich. Doch, wo Macht und Weisheit wohnen, da seh' ich auch die Liebe thronen, und voll Vertraun erheb' ich mich. Was ist, das mich noch schreckt? Mein Glaubensblick entdeckt nichts als Liebe. Des Tages Pracht, die dunkle Nacht preist deiner Liebe Wundermacht. 3. Freude strömet mir und Segen mit jedem Morgen neu entgegen, du, Gott der Liebe, sendest sie. Trüben sich auch meine Tage, so linderst du doch jede Plage lockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich, wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam' ist groß, er ist unendlich, grenzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Ihn trifft kein Wechsel flücht'ger Zeit in seines Himmels Höhen, und seine Größ' und Herrlichkeit wird ewiglich bestehen. Wir Menschen sind von gestern her; eh' Erd' und Himmel ward, war er, und ewig wird er bleiben. 3. Des Ew'gen Thron umgiebt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle Himmel nicht, die seine Kraft erfüllet. Er bleibt derselbe immerdar, verborgen und doch offenbar in seiner Werke Wundern. Preis der göttlichen Eigenschaften. 4. Wo wären wir, wenn seine| haft du und willst gern mir's geKraft uns nicht gebildet hätte? ben. Ja, es kommt, was mir Er fennet Alles, was er schafft, frommt, was ich bin und habe, der Wesen große Kette. Bei ihm mir als deine Gabe. ist Weisheit und Verstand, und er umspannt mit seiner Hand die Erde sammt dem Himmel. 24 5. Ist er wohl Einem von uns fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht, Gedanken selbst ent fliehn ihm nicht, er sieht sie schon von ferne. 6. Wer hält den Weltbau ohne dich? Wer schützt ihn vor dem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit und Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, bist unser Gott und Vater. 7. Du Höchster, du allein bist gut, gerecht in deinen Wegen. Wohl dem, der deinen Willen thut, ihm nur folgt Heil und Segen! Du haft Unsterblichkeit allein, bist selig, wirft es ewig seyn, du Urquell aller Freuden. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Mel. Straf' mich nicht in c. 56. Dir ir strebt meine Seele zu, Gott, mein Heil, mein Leben! Alles, was mir fehlt, 2. Wie von dir die Liebe stammt, womit Väter lieben, die in Mutterherzen flammt und die Brüder üben: so weckt auch nur dein Hauch all' die edlen Triebe treuer Freundesliebe. 3. Und in jede Seele, Gott, senkst du milde Güte, daß sie bei der Brüder Noth Hülf' und Nettung biete. So verband deine Erden wohnen. Hand alle Millionen, die auf 4. Und was wirst du denen nicht, Gott der Liebe, schenken, die sich voller Zuversicht ganz in dich versenken! deine Huld tilgt die Schuld, und mit ew'gen Freuden wird sie Christus weiden. 5. Wer in ihm dir wohlgefällt und dich Vater nennet, was der theure Nam' enthält, alles fühlt und kennet, den erhebt und belebt Glauben ohne Wanken stets zu Troftgedanken. 6. Ja, wie wird mein Herz erquickt, wenn ich dir nur klage, was mir fehlet, was mich drückt, jede Sorg' und Plage. Auch die Noth, die noch droht, zeigt sich gleich mir kleiner, denk' ich, Vater, deiner. 7. D, wer giebt, wie du, fo viel, wer so überschwänglich Freuden ohne Maß und Ziel hier schon unvergänglich! Und ents hält diese Welt so viel für die Deis nen, was wird dort erscheinen! Eigenschaften. Mel. Ein Lämmlein geht zc. Mel. Liebster Jesu, wir 2c. 57. etreuer Gott, wie viel 58. Gott, Allweiser, wer uns Armen! Wir häufen täglich heit zu ergründen? Alle Himmel Schuld auf Schuld; du häufest rühmen dich, jeder Wurm fann dein Erbarmen. Was ist des dich verkünden; doch welch Auge Menschen Lebenslauf? Er ist fann erspähen Gottes Tiefen, verderbt von Jugend auf, sein Gottes Höhen! Sinn ist dir entgegen: und doch, o Vater, suchst du ihn von seinen Sünden abzuziehn, zur Beffrung zu bewegen. 2. Du willst die Menschen väterlich durch Wohlthun zu dir locken; der Menschen Elend jam3. Und der Mensch, der Ermert dich, selbst wenn sie sich verdenstaub, will den Nathschluß stocken; zur Buße giebst du ihnen Gottes fichten? Er, des kleinsten Raum und läßt den unfrucht- Lüftchens Raub, wagt des Ew'baren Baum nicht ohne Pflege gen Weg zu richten? So dürft stehen, du wartest sein, du suchest er sich je vergessen, Gott nach seis Frucht, und auch wenn du um- nem Maß zu messen? sonst gesucht, läßt du ihn nicht vergehen. Preis der göttlichen 3. Beweisest du so große Huld selbst an den frechen Sündern: um wie viel mehr trägst du Geduld mit deinen schwachen Kin dern; du warneft sie vor der Gefahr, reichst ihnen deine Hülfe dar, vom Fall sich zu erheben; du lockest sie voll Freundlichkeit und bist, als Vater, stets bereit, in Chrifto zu vergeben. 25 2. Deiner Welten weites All rühmt in ungemess'nem Kreise; aller Himmel Wiederhall jauchzt zurück: der Herr ist weise, und in feiner Weisheit Händen ruhn ge trost der Himmel Enden. 4. Was dein Rath, o Herr, beschleußt, wohl mir, kann fein Thor verhindern. Walte fort und sey gepreist demuthsvoll von deinen Kindern! Ob sie's oft nicht fassen mögen, dennoch all' dein Thun ist Segen. 5. Du führst mich dem Himmel zu, deinem Arm darf ich vertrauen. Ew'ge Weisheit, rede du! Auf dein Zeugniß kann ich bauen. Bleibst du heute mir verborgen, dich verklärt der nächste Morgen. 4. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren; nie müsse deine Baterhuld zur Sicherheit uns führen! 6. Einst erscheint mir sonnen Trag' uns erbarmend fernerhin; hell, was hier Dunkel noch um doch gieb uns auch dabei den hüllet, und an deinem ew'gen Sinn, daß wir die Sünde haffen Quell wird des Geistes Durst geund uns noch in der Gnadenzeit stillet. Jetzt verleihe mir, auf den Reichthum deiner Gütigkeit Erden weise durch dein Wort zu zur Buße leiten lassen. werden. 26 Preis der göttlichen Eigenschaften. In eigener Melodie. 59. Gott ist mein Lied! er ist de seyn. der Gott der groß ist sein Nam' und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's, so sind und leben Welten. Und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. Ehre, dein Lob in meinem Mun 8. Er kennt mein Flehn und jeden Wunsch der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang' ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du haft werden laffen, verfündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seyd sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränfst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Him mel, Erd' und Meere, das fennet Gott; und seiner Werke Heere find ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er wirkt und schafft, was früh und spät ich thue; vor ihm verbirget feiner sich. 7. Er ist mir nah', wohin ich Mel. Auferstehn, ja auferstehn zc. immer gehe; ob ich an's Meer, 60. Gott ist treu und alle ob ich gen Himmel flöhe, ist er allenthalben da. Morgen neu ist seine ew'ge Treu'. O daß ihm glühte mein Dank für seine Güte, tagtäglich neu wie seine Treu'! 15. Ist Gottmein Schuß, will Gott mein Retter werden, so frag' ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Truß! 2. Gott ist treu; er hält, was er verspricht; er läßt die Seinen nicht. In banger Stunde, treu seinem Segensbunde, eilt er herbei und macht uns frei. 3. Gott ist treu; und was er 10. Nichts, nichts ist mein, will und thut, ist immer recht und das Gott nicht angehöre. Herr, gut. Nie droht die Stimme des immerdar soll deines Namens Herrn in Zorn und Grimme; Univ.- Bibl. Giessen Preis der göttlichen Eigenschaften. 27 nur Liebe spricht, d'rum beb' ich| Er tröstet nach dem Weinen und nicht. läßt aus trüber Nacht die Freu 4. Gott ist treu; er forget vä- densterne scheinen. Der Trübsal terlich für sein Geschöpf, für mich. heft'ger Sturm geht auf sein Zum Heil der Seele lenkt er selbst Wort vorbei. Sey, Seele, nur Schwäch' und Fehle, daß seine getrost, Gott ist und bleibt getreu! Treu' vollkommen sey. 5. Gott ist und bleibt getreut. 5. Gott ist treu; uns stärket Er stillet dein Begehren; er will seine Macht und nimmt uns dein Glaubensgold in Trübsalswohl in Acht. Und sinkt der Glaube uns leicht noch hier im Staube, er richtet auf und stärkt zum Lauf. gluth bewähren. So nimm den Kreuzeskelch von ihm ohn' alle Scheu! Der Lebensbecher folgt. Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ift treut. O süßes Gnadenwort, sey du mein Fels und Hort! Ob Alles scheide, bleibst du doch meine Freude. Die Welt vergeht, dies Wort besteht. Mel. Werde munter, mein 2c. ott, vor dessen AngeGot 62. fichte nur ein reiner Wandel gilt, ew'ges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Mel. Gott, du frommer Gott c. Wahrheit quillt! Heilig und ge zu ott ist und bleibt gerecht bist du, und dein Wort ruft 61. Erden. auf zu lieben, pflegt er gleich oft werden, sey auch unser Zweck auf und tief die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie. rein der Glaube sey, wie standhaft die Geduld. Gott ist und bleibt getreu. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen und fein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist un sträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkomm'ne Werke. 2. Gott ist und bleibt getren. Er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Last der schweren Plagen. Er übt oft strenge Zucht und bleibet doch dabei ein Bat der uns liebt. Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu Erweiß, was wir vermögen, und nie wird er zu viel uns Schwachen auferlegen. Er macht sein gläubig Volk von allen Banden frei und rettet aus der Noth. Gott ist und bleibt getreu. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich seyn. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Nur der Fromme kann sich dein, Heiliger, in Demuth freun. Wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O so laß uns nicht verscher4. Gott ist und bleibt getreu. zen, was dein Rath uns zuge 28 Preis der göttlichen Eigenschaften. dacht! Schaff in uns, Herr, 4. Und stürzen Felsen fich in's reine Herzen, tödt' in uns der Thal, so daß von ihrem macht's Sünde Macht; denn was find gen Fall die Erde weit erzittert: wir, Gott, vor dir? wie so leicht, bleibt deiner Liebe Bund mit mir ach! fallen wir? Wer kann mer doch ewig unerschüttert. ken, wer fann zählen, Heiligster, wie oft wir fehlen? 5. Was flag' ich denn voll Traurigkeit, daß alle Güter diegehen? da du das Gut der Güter bist, das ewig wird bestehen. 5. Uns von Sünden zu erlöser Zeit schnell wie ein Hauch vers sen, gabst du deinen Sohn da hin; o so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gieb uns, wie dein Wort verheißt, gieb uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allem Guten führe. 6. Was ist's, daß meine Seele zagt, wenn mein Gewissen mich verklagt, daß ich an dir gesündigt? Bleibt ewig doch dein theures Wort, das Gnade mir verfündigt. 6. Keiner fündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht. Unsers Wandels größte Zierde sey wahrhafte Heiligkeit. Mach' uns deinem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich) willst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel. In dich hab' ich gehoffet c. ott, wie du bist, so 63. Gott, warst du schon, noch ehe du von deinem Thron sprachst dein allmächtig ,, Werde", und riefeſt aus dem Nichts hervor den 64. H Himmel und 2. Du wirst auch bleiben, wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist mit ihren Herrlich keiten; wenn längst die Kämpfer nicht mehr hier um jene Krone streiten. 7. Was flag' ich? Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch und wirst mich ewig lieben; haft selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 8. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein und ewig, ewig wird er's seyn; nichts kann mich von ihm scheiden! Die Welt vergeht mit ihrer Lust; Gott bleibt mit ſei nen Freuden! 3. Wie du, so bleibet auch dein Wort und wird in Kraft sich fort und fort unwandelbar erhalten, wenn alle Welten, die du schufft, wie ein Gewand veralten. In eigener Melodie. err, du erforscheft Hemi mich; mein Ruhen und Bewegen ist besser dir als mir bewußt; du stehst es, wenn in meiner Bruft sich, wie der Wellen Sturm, empörte Lüſte regen. Schon eh' die Zunge spricht, ist dir mein Wort befannt, und was ich denk' und thu', das steht in deiner Hand. 2. D Allmacht, die kein Menschy auf Erden kann verstehen! Wo ist der Ort, der mich versteckt, den nicht alsbald dein Aug' entdeckt? Preis der göttlichen Eigenschaften. 29 Führ' ich gen Himmel auf zu den 7. Wie aber? fehlt es dir vielgestirnten Höhen: mein Gott, so leicht an Donnerschlägen, dem bist du da; läg' ich im tiefsten Sünder, der sich widersetzt und Grund: auch dort thust du dich frevelnd dein Gebot verlegt, zu mir als Gott und Herrscher kund. zeigen, daß du ihn bald in den 3. Könnt' ich den Himmels- Staub fannst legen? Und würde kreis, der Sonne gleich, durchfühner noch sein stolzer, frecher streichen bis dahin, wo sich ihre Sinn: bald wirft ihn deine Hand Gluth löscht in der letzten Mee- tief in den Abgrund hin. resfluth: so würde mich auch da 8. Ich haff im rechten Ernst, dein starker Arm erreichen. Die die dich, den Höchsten, haffen und Hülle finstrer Nacht deckt meine wenn ich seh', wie tropiglich sie sich Sünden nicht; vor deiner Klar- empören wider dich, so kann ich heit Glanz wird Finsterniß zum Licht. faum den Zorn in seine Grenzen fassen. Schon lodert er empor, doch um Erbarmen fleht für sie sogleich zu dir mein brünstiges Gebet. 4. Und, Herr, wie sollte dirver borgen seyn mein Leben, der du, eh' ich das Licht geschaut, den Leib mir fünftlich haft gebaut und den lebend'gen Geist, der in ihm wirkt, gegeben; der du zuvor bestimmt, seit aller Ewigkeit, was mir begegnen soll im Laufe meiner Zeit? 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ich's meine; sieh, ob ich noch in Heuchelei, ob ich auf bösem Wege sey, und hilf mir, daß ich rein vor dir dereinst erscheine. Weil aber hier mein Fuß gar leicht noch straucheln kann, so leite du mich selbst die schmale 5. So wunderbar bist du! dies maß mich überzeugen, daß ich mit unverfälschtem Sinn dir Himmelsbahn. Dank und Ehrfurcht schuldig bin, da Erd' und Himmel nicht von deinen Kräften schweigen; 65. mit freudigem GemütGott so daß man eh' den Sand der Wüsten zählen kann, als was the! Er ist barmherzig und von du, großer Gott, für Wunder großer Güte; er sorgt, daß uns haft gethan. im Schuße seiner Gnade kein Unfall schade. 6. Mein Herz ist dessen voll; und das ist mein Vergnügen, daß ich mit Ernst den ganzen Tag dein göttlich Thun betrachten mag und wie sich Alles muß nach deiner Ordnung fügen. Ja, wenn die Sinne sich vom Schlafe losgemacht: so merk' ich, daß ich auch im Traum an dich gedacht. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, läßt nicht die schweren Strafen uns empfinden, die wir durch Mißbrauch der empfang'nen Gaben verdienet haben. Mel. Herzliebster Jefu sc. 3. So hoch und weit, wie seine Himmel reichen, so groß sind 30 Preis der göttlichen Eigenschaften. seiner Macht und Gnade Zeichen| dich nur leb' und athme ich, bei denen, die in heil'ger Furcht und deine Rechte schüßzet mich. ihn lieben und Gutes üben. 2. Des Herzens Tiefen ken4. So ferne, wie der Abend nest du, du prüfest meine Seele. steht vom Morgen, nimmt er Du siehest, was ich Gutes thu", hinweg der Seele Angst und du stehst auch, wenn ich fehle. Sorgen, und schenket nach der Nichts, nichts fann deinem Aug Sünde bittern Schmerzen Trost entfliehn und nichts mich deiner unserm Herzen. Hand entziehn. 5. Wie sich erbarmt ein Vater seiner Kinder, so gern erbarmt der Herr sich aller Sünder, wenn sie auf seine Gnadenstimme hören und sich bekehren. 6. Er schlägt und heilt, ver wundet, läßt genesen; er weiß, der Mensch ist ein gebrechlich Wesen, und das Geschöpf, genommen von der Erden, muß Erde werden. 7. Wie Gras verwelft, so müssen wir vergehen, wie Blumen, wenn die Stürme d'rüber wehen; und unsre Stätte wird nach wenig Stunden nicht mehr gefunden. 8. Von Ewigkeit zu Ewigkeit bewähret sich Gottes Huld an Jedem, der ihn ehret. leite du auch mich auf eb'nem Pfade, du Gott der Gnade! 9. So werd' ich deinen Frieden hier genießen, mein Leben wird in Hoffnung froh verflieBen, und dort werd' ich mit deiner Engel Chören dich ewig ehren. Mel. Mach's mit mir, ic. 66. die bist du, Höchster, von uns fern, du wirfst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch 3. Wenn ich in stiller Einsamfeit mein Herz zu dir erhebe und über deine Huld erfreut, mich gänzlich dir ergebe, so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sey. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; du kennest auch die böſe That, die sich der Welt verhehlet. Mit Ernst und Liebe strafft du mich zu meiner Besf'rung väterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine; mit Vaterliebe zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. Odrück, Allgegenwärtiger, dies tief in meine Seele, daß sie nur dich, mein Gott und Herr, zu ihrer Zuflucht wähle und stets dein heilig Auge scheu', dir treu und dir gehorsam sey. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stärke mich mit Muth und Kraft, getroft vor dir zu wandeln. Daß du, o Gott, stets unt mich seyst, das tröst' und beff're meinen Geist. 31 Preis der göttlichen Eigenschaften. In eigener Melodic. dies Gebot erfülle, stell' ich sein 67. Wie groß ist des All- Bildniß in mir her. Lebt ſeine Güte! Lieb' meiner so treibt Ist der ein Mensch, den sie nicht sie mich zu jeder Pflicht; und ob rührt, der mit verhärtetem Ge- ich schon aus Schwachheit fehle, müthe den Dank erstickt, der ihm herrscht doch in mir die Sünde gebührt? Nein, seine Liebe zu nicht. ermessen, sey ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 6. O Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen seyn. Sie stärk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn; sie tröste mich in Noth und Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie bes feg' in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Lang muth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärft den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Mel. Die Tugend wird 2c. Wer läßt mich so viel Heil genie: 68. Wo find die Weifen, die sein Arm, der Alles schafft? fer Gott allwiffend ist? Wer fann mir den Verstand erklären, 3. Blick', o mein Geist, in jenes des Wissen feine Grenz' um-` Leben, zu welchem du geschaffen schließt? Wer schauet ihn von bist, wo du, mit Herrlichkeit um Angesichte, wenn er auch noch geben, Gott ewig sehn wirst, wie so hoch sich schwingt? Der Höcher ist. Du haft ein Recht zu die- ste wohnt in einem Lichte, zu dem sen Freuden, durch Gottes Güte kein sterblich Auge dringt. sind sie dein. Sieh, darum mußte 2. Könnt' ich das Heer der Christus leiden, damit du könn- Sterne zählen, der Erde Staub, test selig seyn. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben und meinen Nächsten, so wie mich. 5. Dies ist mein Dank; dies ist sein Wille, ich soll vollkommen seyn, wie er. So lang' ich den Sand am Meer, und die Gedanken aller Seelen von ih rem ersten Ursprung her: so wär' ich weiser, als auf Erden ein Mensch ist, als am Strom des Lichts vielleicht selbst Engel jes mals werden, doch gegen Gott wüßt' ich noch nichts. 3. Nichts gegen ihn, der sie durchschauet, die Tiefe der Un endlichkeit, und alle Welten, die er bauet, die Zeiten und die Ewige feit! O du, der Alles weiß und 32 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. nennet, was ist und werden soll| Gott kann mich finden, wie tier und war, wie bist du Jedem, der dich kennet, unendlich groß und wunderbar! gleich aus der Welt entfliehn. verborgen ich auch sey. Kein Weltmeer fann vor ihm mich decken; fein falscher Schein be 4. Ja, dich bewundern, dir trüget ihn; mir folgten seines vertrauen, ist meinem Geiste Luft Zornes Schrecken, könnt' ich und Pflicht! Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich begreifen kann ich nicht. Gott, nach dem Licht, in dem du woh- Herzen traun? Allwissender, nest, forsch' ich mit heiliger Begier; du stehst es gnädig und belohneft mit Weisheit meinen Durst nach dir. 6. Wer kennt der Seele dunkle Tiefen? Wer darf dem eignen 5. Die Weisheit warnet mich vor Sünden, vor Selbstbetrug und Heuchelei. Ich denke stets, keit von dir empfahn! V. Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. Mel. Sey Lob und Ehr' 2c. 69. D em Menschen glänzt, o Gott, dein Licht in himmlischen Gedanken; er naht sich dir, ihn hemmen nicht der niedern Wesen Schranken. Hoch steht er über ihrem Heer; dein Ebenbild besißt nur er, Vernunft, die höchste Gabe. 2. Mit ihr empfing er auch von dir die Herrschaft dieser Erde und Sinn und Kraft, daß Alles hier durch ihn geordnet werde. Vernunft macht Müh' und Ar beit leicht; wohin das Auge nicht mehr reicht, das kann doch sie ergründen. du wollst mich prüfen, du wollest ganz mein Herz durchschaun! Erblickst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn, und laß mich einst am Ziel den Segen der Frömmig3. Sie führt vom Schauplaß der Natur zu dir uns über Sterne, zeigt uns im Kleinsten deine Spur, wie in der Welten Ferne. Das Leben schmückt ihr Unterricht, sie bringt ein hoffnungsreiches Licht auch in die Nacht der Leiden. 4. Durch sie erkennt der Mensch das Band der reinen Bruderliebe, liebt nun ein größ'res Vaterland und fühlet höh're Triebe. Auch Muth verleiht sie uns und Kraft im Kampfe mit der Leidenschaft, lehrt uns nach Freiheit ringen. 5. Allein dies Licht versank in Nacht, getrübt ward seine Klarheit; des Irrthums und der Sünde Macht hielt auf die Macht der Wahrheit, da lockt' uns falscher Weisheit Wahn hin auf der schnöden Lüste Bahn, da herrschte das Verderben. Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 33 6. Doch nun, in Jesu- rühmt verlassen: Gott half mir gnädig es lautstieg uns das Wort aus der Noth. hernieder; von ihm belehrt, auf 3. Gott ist mit mir! Was kann ihn erbaut, schau'n wir das Licht mir schaden? Was kann die Welt nun wieder. Wir haben Theil mir Uebles thun? Wie gut ist's, an seinem Geist, der dem Verder aller Sorg' entladen, Herr, unben uns entreißt und uns zum ter deinen Flügeln ruhn. Ich Vater leitet. preise dich, Fels meiner Stärke, Gott, meine Zuflucht, mein Panier! Wenn ich auf deine Füh rung merke, wie weis und gut erscheint sie mir. 4. Du führtest mich auf dunfeln Wegen, verbargst vor mir dein Angesicht und kamst mir doch mit Huld entgegen, warst in der Finsterniß mein Licht. Ihr güldnen Seile treuer Liebe, zieht mich zu meinem Schöpfer hin! Wie schäm' ich mich der niedern Triebe, der ich so hoch begnadigt bin! 7. Dankdir, der uns so herrlich schuf, so gnädig uns erneuet! O folgten stets wir deinem Ruf und würden ganz befreiet! Gehorsam sey uns heil'ge Pflicht, daß wir durch Sinnentaumel nicht zurück in's Elend sinken. 8. Daß wir der Wahrheit Quell uns rein in Christi Lehr' erhalten, voll Wachsamkeit und Muthes seyn im Kampf mit Truggestalten! Nicht Unglaub' oder Heuchelei, nicht Aberglaub' und Schwärmerei soll je von dir uns scheiden. 5. Ich fliehe des Verächters Pfade, den eitle Weltlust ganz umstrickt; ich suche Gott und seine Mel. Die Tugend wird sc. 70. Der Herr ist gut! Ihr Gnade, die mich so oft der Noth Himmel höret und jauchzt mir nach: der Herr ist gut! Er hat mein Leid in Lust verkehret; Gott ist's, der große Wunder thut. Wer zu ihm naht in meinem Herzen seyn. mit gläub'gem Beten, dem wenentrückt. Ich will bis zu der letzten Stunde mich meines Gottes dankbar freun; sein Lob soll stets in meinem Munde, sein Ruhm det er sich freundlich zu; wer auf Mel. O daß ich tausend zc. ihn baut in ſeinen Nöthen, der 71. Der Himmel Ruf erz und und des Höchsten Weisheit, Lieb' und Kraft; die ausgespannte Veſte lehret: groß ist der Herr, der Alles schafft, und alle Welten weit und breit verkünden seine Herrlichkeit. 2. Ich sah den Himmel schwarz umzogen und bald umfing mich Finstre Nacht. Hoch thürmten sich des Meeres Wogen, empört von wilder Stürme Macht. Wie konnt' ich Armer Hoffnung fas fen, da keine Hand mir Hülfe bot? Ich war allein, doch nicht 2. Von einem Tag zum andern klinget laut ihr gedankenC 34 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. volles Wort; von einer Nacht zur| tur dir aufgestellt. Verkündigt andern dringet ihr Zeugniß un- Weisheit und Ordnung und aufhaltsam fort; das Öhr hört Stärke dir nicht den Herrn, den nicht der Stimme Schall, das Herrn der Welt? Herz versteht sie überall. 4. Kannst du der Wesen unzählige Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist Alles? O gieb ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Sein ist die Kraft, sein ist Himmel und Erde, mit seiner Rechten schüßt er dich. Der Alles schuf durch sein mächtiges Werde, Gott bleibt dein Vater ewiglich. 6. Er ist dein Schöpfer, ist Weisheit und Güte, dein Schirm und Schild, dein Hort und Heil. O lieb' und ehr' ihn von ganzem Gemüthe, und nimm an seiner Gnade Theil! 3. Das Loblied aller Weltenfreise geht mächtig aus in jedes Land und macht, zu seines Namens Preise, ihn auch der fernsten Welt bekannt, und der Gestirne hehrer Lauf hebt unser Herz zu Gott hinauf. 4. Sein Arm bereitete der Sonne hoch an dem Himmel ihr Gezelt; ste geht heraus mit Freud' und Wonne, läuft ihren Weg gleich wie ein Held; ihr Glanz zerstreut die finstre Nacht und strömt hernieder Licht und Pracht. 5. Wie deiner Sterne Heer dort oben verkündigt deines Na mens Ruhm, so soll auch unser Herz dich loben, voll Ehrfurcht in dem Heiligthum. Mehr noch, Mel. Alle Menschen müssen 2c. als dich der Himmel preiſt, preift 73. Dir, dem weißesten ReGinty gierer, tönt der Weldich durch Christum unser Geist. ten Preisgesang! Dir, du meines Lebens Führer, singt auch meine Seele Dank! Unter allen Millionen, die dein weites Reich 72. du huldreich auch auf mich, sorgest für mich väterlich. 2. Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr, mich deine Hand, daß von deinem Gnadenrufe ich den tiefen Sinn verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Vaterarmen in der Kindheit schon zu dir, gabst in Chrifto Alles mir. In eigener Melodie. ie Himmel rühmen Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, hn preisen die Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt der Himmel un zählbare Sterne? Wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und wärmt uns von ferne und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimm's und siehe die Wunder der Werke, so die Na3. Täglich warest du mir nahe, deine Weisheit lehrte mich; was Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 35 ich hörte, was ich sahe, zeigte| 2. Wie groß ist Gottes Herrmir, o Vater, dich. Ja, du lichkeit! Allmächtig, sprach er: kamst mit neuem Segen jeden ,, Himmel, seyd!" Zum Erdball Morgen mir entgegen; was der sprach er: ,, Werde!" Und gleich Seele heilsam war, bot dein Geist zum Preise seiner Macht, stand mir reichlich dar. Alles da voll Reiz und Pracht, der Himmel und die Erde. Schaffend sprach er's; da begonnen tausend Sonnen und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 3. Wie sie so herrlich sind, so schön, einträchtig alle Gott erhöhn und seine Größe preisen! Wie sind sie alle Lob und Dank, Ein hoher jubelnder Gesang dem Gütigen, dem Weisen! Dabei sollt' ich fühllos schweigen, fol der Zeugen Loblied hören, und nicht Gottes Ruhm vermehren? 4. Darum will ich dir mit Freuden dankbar und ergeben seyn, will auch unter Kreuz und Leiden dir ein Herz voll Demuth weihn. Dich, o Herr, dich laß ich walten, du wirst mich stets aufrecht halten; sende Freude, sende Schmerz: immer preiset dich mein Herz5. Herr, das höchste Gut im Leben ist und bleibt mir deine Huld; fie nur kann mir Freude geben und bedecken meine Schuld. Anders hab' ich kein Verlangen, als nur treu an dir zu hangen, fest mit dir vereint zu seyn, um mich deiner ganz zu freun. 6. O der seligen Verbindung, du in mir und ich in dir! Deiner Vaterhuld Empfindung werde täglich neu in mir; bis ich rein und ganz vollkommen dich einst schau' mit allen Frommen, dort, wo ich bin allezeit bei dir in der Herrlichkeit. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. leug auf, mein Psalm, 74.¹ mein Lobgesang, Anbetung unserm Gott und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Menschen Loblied gern, wenn höh're Geister auch dem Herrn erhabne Psalmen singen.. Darum sind auch mit den Hee ren, die ihn ehren, wir gerufen hin zu seines Thrones Stufen. 4. Für uns auch schuf der Herr die Welt, für uns auch hat er das Gezelt des Himmels ausgebreitet. Dem Herrn gebührt auch unser Preis; für uns hat er den Erdenkreis zum Wohnplaß zu< bereitet. Felder, Gärten, streuen Segen uns entgegen, Wald und Fluren zeigen seiner Güte Spuren. 5. Und immer scheint der Sonne Licht, und die Natur ermüdet nicht, für uns sich schön zu schmücken; sie beut der Freuden viele dar, bleibt herrlich stets und wunderbar, mein Auge zu ent zücken. Gott läßt nimmer diese Werke seiner Stärke hier veralten, bis er kommt, Gericht zu halten. 6. So hat mein Gott an mich gedacht, so hat mich seine Huld und Macht begnadigt und erhoben! Des Höchsten Lob sey meine € 2 36 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. Lust; strömt hin aus meiner vols len Brust, ihr Lieder, Gott zu loben! Seele, rühm' ihn, und es schalle von dem Halle deiner Lies der Gottes Erd' und Himmel wieder! 6. Von dir, der dies an mir gethan, werd' ich auch Speif und Trank empfahn. Ist gleich mein Herz nicht frei von Schuld, doch trau' ich deiner Vaterhuld: der du des Segens Quelle bist, du giebst auch mir, was heilsam ift. Mel. Vater unser im Himmebr. 2c. 75. Gott, deine Güt und Macht erhält, was lebt und webt in deiner Welt; und Aller Augen harren dein, du mögest sie mit Speif erfreun; und deine Hand, Herr, öffnet sich und sättigt Alles väterlich. 2. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch immer mein du be Freundlichkeit mein tägs 76. Gotten viel große Mel. Aus meines Herzens 2c. der an allen mir voll Enden lich Brod zu jeder Zeit. Kein Vaterherz, an Liebe reich, ist dir an Huld und Gnade gleich. 3. Ich weiß, Herr, deine Hand gewährt auch fünftig mir, was mich ernährt. Ich glaube fest, du thust mir wohl, so lang' ich hier noch leben soll, und giebst mir bis an meinen Tod ohn'Unterlaß mein täglich Brod. Wunder thut, du bist's, in dessen Händen mein ganzes Schicksal ruht; für diese Prüfungszeit haft du, Herr meiner Tage, mein Glück und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. 4. Der Vogel bauet nicht das Land, du nährst ihn doch mit milder Hand. Du schmückst die Blume königlich, die keine Sorge kennt für sich. Wie sollt' ich sorgen spät und früh? Bin ich vor dir nicht mehr, als sie? 5. Mich schufst du nicht für diese Zeit, mein Ziel ist in der Ewigkeit. Mein Geist kann sich in dir erfreun und deinem Bilde ähnlich seyn. Dein heil'ger Sohn ward Mensch, wie wir, und einigt, Vater, uns mit dir. 7. Verleih' mir nur Genügsam feit mit dem, was deine Hand mir beut. Die kleinste Gabe weck' in mir ein kindlich dankbar Herz zu dir, und lenke mich, du treuer Gott, hin zu dem ew'gen Lebensbrod! 2. Eh' ich das Licht erblickte und deine Huld verstand, da schon, o Gott, beglückte mich deine Baterhand. Mein Lob ist zu gering, das Gute zu erheben, was ich in meinem Leben, o Herr, von dir empfing. 3. Drückt mich auf meinen Wegen gleich manche Last und Müh', so führt sie doch zum Segen und du erleichterst sie. Du bleibst erbarmungsvoll, willst liebreich deinen Kindern des Lebens Noth vermindern und förderst gern ihr Wohl. 4. Dies war in meinem Leben mir immer Trost und Licht, und Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 37 hat mir Kraft gegeben und frohe| Bau bleibt unversehret, und die Zuversicyt. Wenn ich bekümmert Stadt des Herrn besteht. war, so seufzt' ich und war stille, und dann entriß dein Wille mich immer der Gefahr. 8. Selbst der Feinde Troß und Mühe muß dir ebnen deinen Pfad; darum komm, o Herr, und ziehe ein in deine Gottesstadt. 5. Dein Name sey gepriesen, du Retter aus Gefahr, der sich au mir erwiesen so herrlich immerdar. Mit Freuden will ich Mel. Jesu, meine Freude zc. dir des Dankes Opfer bringen 78. Gott der wird's wohl und deiner machen, dem Herzen für und für! Sachen all'zeit heimgestellt. Er hat mich erforen, eh' ich war ges boren an das Licht der Welt; hat Mel. Ninge recht, wenn zc. 77. Gott der Macht, in dei mir auch nach ſeinem Brauch, was vonnöthen, hier in diesem Leben. nem als dir selbst bekannt; aus verborg'nem Heiligthume waltest du mit starker Hand. 2. Sterne glänzen und erblinden, Berge wehst du weg wie Spreu; Völker werden und verschwinden; alles Fleisch vergeht wie Heu. 2. Gott der wird's wohl ma chen. Oftmals Freud' und Lachen hat er mir bescheert, hat mich nie vergessen, stets mir zus gemessen, was mich stärkt und nährt. Auch, wenn fast die Kreuzeslaft seine Kinder hart gedrükfet, hat er mich erquicket. 3. Reiche schmetterst du zur Erde; Königsstühle stürzen ein; Hirten rufst du von der Heerde, Herrscher ihres Volks zu seyn. 4. Wenn du anfängst auszu gleichen, Herr, was kann vor dir bestehn? Alle Berge müssen weichen, alle Thale sich erhöhn. 5. Was der Menschen Kunst erhoben, ist auf leichten Sand gestellt: du gebeutst, es ist zer- chen. Mächtig in dem Schwastoben, wie das Laub im Herbstechen ist er allezeit. Wem hat's je fällt. gefehlet, der zum Trost ihn wählet in dem größten Leid? D'rum, mein Herz, vergiß den Schmerz; Alles steht in seinen Händen, Gott kann Alles wenden. 5. Gott der wird's wohl mae chen, gnädig bei dir wachen, will 6. Aber wo auf Felsengründen deines Tempels Mauer ruht, droht von Fluthen und von Winden fruchtlos die vereinte Wuth. 7. Und ob Alles fich empöret, ringsum Alles untergeht: dieser 3. Gott der wird's wohl machen. Laß die Wetter krachen und die Stürme wehn. Wenn mit großem Grausen alle Welten brausen, will er bei dir stehn. Gott ist da mit Hülfe nah'. Schlägt dich Unglück auch darnieder, Gott erhebt dich wieder. 4. Gott der wird's wohl ma 38 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 77 verlassen? dein Stündlein nahn. Wenn des| Zuversicht mich stets auf dich Lebens Jahre enden an der Bah re, führt er himmelan. Festen Grund hat dieser Bund: Alle, die in Christo sterben, sind des Himmels Erben. Mel. Nun danket Alle Gott zc. 79. H Herr err, ew'ger Gott! wie du, ist ewig deine Gnade, die unermüdet wacht ob deiner Frommen Pfade. Wie in der Mutter Arm das Kind vertrauend ruht, so sind wir, treuer Gott, in deiner sichern Hut. 2. Du, Herr, bist unser Schirm; wenn Angst uns will er schrecken, dann eilt dein starker Arm, uns gnädig zu bedecken. zu rechter Sache Schuß führst felber du den Krieg, zerstreust der Feinde Schaar und krönst dein Werk mit Sieg. 3. Du bist die feste Burg, der Hort, dem wir vertrauen; der starke Felsengrund, auf den wir ficher bauen. Sey unsre Zuversicht und Zuflucht für und für: ob Erd' und Himmel weicht, doch halten wir an dir. 3. Du trägst mich Sünder mit Geduld, und tilgst aus Gnaden meine Schuld, weil ich an Christum glaube. Du giebst mir Theil an seinem Heil; wer ist, der mir es raube? 4. Du bist mein Leben, Trost und Licht, hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach dieser Erde Schäßen. Doch ohne dich kann niemals mich ein zeitlich Gut er gößen. 5. An dir hab' ich den besten mir meint; wo find' ich deines Freund, der's immer treulich mit Gleichen? Mit deiner Treu' stehst du mir bei, wenn Berg und Hügel weichen. Drohn, ich achte nicht der Spöt6. Ich fürchte nicht der Feinde ter Hohn, nicht alles Leid der was mich fränkt, mir doch zum Erden. Von dir gelenkt, muß, Segen werden. Wohlergehn; einst werd' ich dich 7. Du willst mein ew'ges noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden. An dir wird sich dann ewiglich dort meine Seele weiden. Mel. In dich hab' ich gehoffet zc. ch freue mich, mein Gott, in dir. Du Mel. In dich hab' ich gehoffet sc. 80. J mein Trost, und was kann mir 81. h weiß, daß all' mein bei deiner Liebe fehlen? Du, Herr, bist mein und ich bin dein; was mangelt meiner Seelen? Gott, in deinem Willen ruhn, von dir kömmt Glück und Segen; was du regierst, das steht 2. Du hast in Chrifto mich er- und geht auf rechten, guten Wewählt und deinen Kindern zugen. gezählt; wer kann die Gnade faffen! Wie sollt' ich nicht voll 2. Es steht in feines Menschen Macht, daß Alles, was sein Rath Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 39 bedacht, sich auch des Fortgangs| Zweck, mein bestes Theil sey deine freue; des Höchsten Rath macht Lieb' und Ehre. es allein, daß Menschenrath gedeihe. 10. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmög3. Oft denkt der Mensch in sei- lich däucht, und bring's zum gu nem Muth, dies oder jenes sey ten Ende; was du selbst angeihm gut, und ist doch weit gefangen hast, vollbringen deine fehlet; oft sieht er auch für schäd- Hände. lich an, was Gott doch selbst gewählet. 11. Ist gleich der Anfang noch so schwer und scheint's, ich müsse 4. Es fängt sein Werk wohl durch ein Meer von bittern Mancher an so wohlbedächtig Sorgen gehen; so lehr' in meiner als er kann, und bringt's doch Schwachheit mich mit Inbrunst nicht zu Stande; erbaut ein zu dir flehen. Haus und festes Schloß, doch nur auf losem Sande. 5. Wie Mancher ist in seinem Sinn schon über Berg' und Klippen hin, und eh' er sich's versiehet, liegt er darnieder, und sein Fuß hat sich umsonst bemühet. 6. D'rum, Vater, schenke mir das Licht, das stets von deinem Angesicht in fromme Seelen dringet, und sie durch deines Geistes Kraft zur rechten Weisheit bringet. 7. Gieb mir Verstand aus deinen Höh'n und laß mich nicht mit Troß bestehn auf meinen eignen Willen; sey du mein Freund und trener Rath, was gut ist, zu erfüllen. 12. Wer fleißig betet, dir vers traut, wird alle Noth, vor der ihm graut, mit tapferm Muth bezwingen; im schwersten Kampfe hilfst du ihm zuleßt den Sieg erringen. 13. Du bist mein Vater, ich dein Kind, was ich in mir nicht selber find', hast du in voller G'nüge; so hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 14. Dein soll seyn aller Ruhm und Ehr'; ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang' ich leb', erzählen. 8. Ist's Werk von dir, so gieb Mel. Vom Himmel hoch 2c. mir Glück, iſt's Menſchenthun, 82. Mein Auge fiecht, o ändre treib's mein Sinnen; was du nicht wir kest, pflegt von selbst in Kurzem zu zerrinnen. dir. Von deinem Throne hilf du mir. Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 9. Gieb du mir ein, was recht und gut, damit ich nicht auf Fleisch und Blut bei meinem Wollen höre; mein höchster 2. Getrost, mein Herz, dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird! Der dich bes 40 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. hütet, schlummert nicht; in Fin-| führt. Weil er ist bei Gott in sterniß ist er dein Licht. Gnaden, kann ihm feine Trübsal schaden, denn der treue Gott regiert. 3. Kein Uebel sey dir fürchterlich, denn Gottes Rechte schüßet dich. Durch seine treue Vaterhand wird aller Schaden abgewandt. 5. Was für Angst in ihrem Herzen über ihres Kindes Schmerzen eine treue Mutter spürt: solches Mitleid, folch Erbarmen ist bei Gott; getroft, ihr Armen! denn der fromme Gott regiert. 6. Nun so tritt, um fest zu stehen, auf des Glaubens Felsenhöhen: glaub'und lieb', wie sich's gebührt! so wird Alles wohl gelingen und du wirst mit Freuden singen, daß dein Herr und Gott regiert. 4. Sein Schutz gewährt dir Sicherheit; sein Trost füllt dich mit Freudigkeit; er leitet dich auf ebner Bahn, und nimmt dich einst mit Ehren an. 5. Herr, segne und behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff' auf dich; dein Segen folg' aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit. Mel. Alles ist an Gottes sc. 83. Meine Seele, laß Gott walten, der dich Mel. Sey Lob und Ehr' dem sc. deine kann und will erhalten, der die 84. Wenn ich, o Schöpfer, Seinen gnädig führt. Was dich auch bisweilen plaget, trag' es gern, sey unverzaget, denn der große Gott regiert. 2. In des Himmels weiter Ferne schau das helle Heer der Sterne auf und ab von Gott geführt. Schau das Meer, empört von Winden, sich der Wogen Aufruhr schwinden, weil der höchste Gott regiert. 3. Sollte denn in Menschen dingen etwas seinen Lauf vollbringen anders, als der Herr es führt? Nein! fürwahr, es muß geschehen, was er für uns ausersehen, denn der starke Gott regiert. 4. Sterben, leben, weinen, freuen muß zum Besten dem gedeihen, den die Liebe Gottes Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alle wacht, anbetend überlege: so weiß ich, von Bewund'rung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? wer fleidet sie mit Majestät? wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seis nen Lauf? wer heißt die Himmel regnen? wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Gütern uns zu segnen? Du bist es, Gott der Herrlichkeit, und deine Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 41 Güte reicht so weit, so weit die| jauchzen ihre Lieder, daß ihre Wolfen gehen. neuen Brüder dem Untergange sind entflohn. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt mei nem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, der sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von dei ner Güt' und Größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geift, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sey gepreist, und alle Welt sag': Amen! und alle Welt fürcht' ihren Herrn 4. In solcher Geister Chören dich ewig zu verehren, Gott, wel dhe Seligkeit! Der wird sie einst empfinden, der frei vom Dienst der Sünden, sich ihnen gleich zu werden freut. 5. D'rum laß mich schon auf Erden den Engeln ähnlich wer den, die selig vor dir stehn, das mit ich ihnen gleiche in deinem Himmelreiche und dort dein Äntlig möge sehn. 6. Dann lehren sie mich dros, ben, um würd'ger dich zu loben, des Hinimels höhern Dank. In deinem Heiligthume wird dann zu deinem Ruhme der ganze Himmel ein Gesang. Mel. Jehovah ist mein Licht zc. und hoff auf ihn und dien ihm 86. Wie führst du doch ſo gern! Gott nicht dienen? felig, Herr, nen! Ja, selig führst du sie, doch wunderbar. Du kannst es nieMel. In allen meinen Thaten 2c. mals böse mit uns meinen; du 85. Wer zählt der Engel bift getren, dein Wort bleibt ewig wahr. Heere, die du zu deiner Ehre, Herr aller Welten, schufft? Sie freun sich, deinen Willen gehorsam zu erfüllen, zum Dienst bereit, wenn du sie rufft. Verschlungen oft, doch richtig ist der Pfad, auf dem du deine Kinder heißest gehn; wo unsre Augen nur Verwirrung sehn, da triumphirt zuletzt dein weiser Rath. 2. Sie eilen, in Gefahren den Frommen zu bewahren in seiner Bilgerzeit; sie freun an deinem Throne sich einst auch seiner Krone, wie ihrer eig'nen Seligkeit. 3. Befehren sich die Sünder und werden deine Kinder durch Chriftum, deinen Sohn, dann 2. Du darfst dich nicht an sols che Ordnung halten, wie uns Vernunft aus guter Meinung stellt. Dein Schwert kann jeden Knoten rasch zerspalten, und fanft wird er gelöst, wenn's bir gefällt. Die stärksten Bande trennt dein mächtig Wort. Was 42 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. dir entgegen strebt, das sinket hin;| schweifen, so weist die Zucht uns ein Wink von dir bricht auch den härt'sten Sinn und ungehemmt geht stets dein Rathschluß fort. wieder hin auf dich. So leitest du zuerst den Kinderschritt; dann kommt die Zeit, wo du uns Größ'res schenkst, dich in das Herz als deine Wohnung senfst und uns der Weisheit Gaben theilest mit. 3. Was Menschenflugheit will zusammenfügen, zerstreust du weit umher in Ost und West; was unter's Joch die Starkfen wollen biegen, bas stellest du zum Zeichen frei und fest. Du knüpfest, was die Welt zerreißt, in Kraft; bricht sie, du baust; baut ste, du reißest ein. Ihr hellster Glanz erbleicht zum matten Schein und Leben wird aus Todesgraun geschafft. 7. So gehst du mit uns nicht gemeine Wege; oft scheint es uns, als sey das Ziel verfehlt. Doch weißt du wohl, was sich im Herzen rege, und was uns frommt, wird stets von dir gewählt. Du hältst und trägst und greifest hülfreich zu, übst Vatertreu' und brauchst dein Vaterrecht, und so gelangt dein auserwählt Geschlecht zum Geist der Kindschaft und zur sel'gen Ruh. 4. Wen unsre Meinung fromm und selig preiset, der ist oft längst aus deinem Buch gethan; wem Niemand Zeugniß giebt noch Ehr' erweiset, den führst du in der Stille himmelan. Der Pharisäer Tisch läßt Christus stehn und speiset mit den Sündern ohne Scheu. Wer weiß, was immer deine Absicht sey? Wer kann der Weisheit tiefsten Grund erspähn? 8., Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, gieb mir die Klugheit, die mir noch gebricht, die recht Natur von Gnade unterscheidet, das eigne Licht von deines Geistes Licht. Nie will ich dich zu meistern mich getraun; d'rum brich den Willen, der sich selber liebt, weck' auf den Sinn, der ganz sich dir ergiebt und sich genügen läßt, dir nachzuschaun. 5. O Bater, sey von uns gebe nedeiet, der du uns aus dem Tod lebendig machst! Wenn uns dein 9. So ziehe mich hinein in deiGeist von oben Licht verleihet, nen Willen und führ' und hege dann sehn wir erst, wie wohl du selbst dein armes Kind! Den für uns wachst. Von je war un Zweifel wird des Geistes Zeugniß ser Elend dir bekannt, der blöde stillen, sein Antrieb macht mich Sinn, das zagend troß'ge Herz, Christo gleich gesinnt. Mein ist und klar geschrieben stand es al- nun Alles, denn dein Sohn ist lerwärts, wie es mit schwachen mein! und mir zu dienen schämt Kindern sey bewandt. fein Engel sich; die Geister, mir verwandt, erwarten mich, und in das ew'ge Leben geh' ich ein. 6. D'rum scheinst du bald uns Härter anzugreifen, bald fährst du wieder mit uns säuberlich. Gelüftet uns, vom Wege abzu10. Bis dahin stets von deinem Licht erquicket, bin ich schon Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 43 selig, weil dein Geift mich treibt;| Allen, und sättigft, was da lebt, weil jedes Herzens Anblick mich mit Freud' und Wohlgefallen. beglücket, das in der Treu' und Du giebst den Schwachen Kraft in der Liebe bleibt. Gott, du mein und den Belad'nen Ruh', und Alles, fülle ganz mein Herz! deckest unsre Schuld um Chrifti Ist's möglich, daß noch etwas willen zu. den betrübt, der dich allein und in dir Alles liebt? Nein, Freudenquell! auf ewig weicht der Schmerz. 6. Was frag' ich außer dir nach allem Glück der Erde, wenn ich nur deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde? Wie sanft ist dein Befehl: ,, Gieb mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 87. Mie herrlich ist, o Gott, Weg; ich bin dein Schild und dein Nam' in allen Lohn!" Landen! Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entMel. Freu dich sehr, o meine ic. standen. Du ſprichst, und es ges 88. Wunderbar ist Gottes wunderschieht; du, steht's da. Auch mich riefst du an's Licht und bist mit Huld mir nah. barlich ist sein Nath; doch ist herrlich sein Erquicken, dies erweist zuletzt die That. Die er liebt, be trübt er auch; dieses ist sein alter Brauch; laß dein Herz nur nimmer wanken, du wirst ihm dereinst noch danken. 2. Du bist der Gott der Kraft, dich preisen Erd' und Meere. Die Himmel ohne Zahl verkün den deine Ehre. Auch ich erhebe dich; mein Heil fommt nur von dir; du hörest auf mein Flehn und sendest Hülfe mir. 2. Sich auf deine vor'gen Tage, steh', was dich dein Leben 3. Schau ich die Himmel an, lehrt: wie so manche Noth und die du, Herr, ausgebreitet, der Plage hat dein Gott in Heil verSonne Glanz und Pracht, den kehrt. In der dunklen KreuzesMond, den du bereitet: was ist der Mensch vor dir, daß du, Herr, sein gedenkst und ohne Unterlaß uns Heil und Segen schenfst? 4. Bald theilst du Glück mir zu, bald Leiden, die mich üben, und meiner Tage Zahl ist in dein Buch geschrieben. Du dachtest gnädig mein, eh' ich in's Leben kam; sahst mich, eh' diese Welt noch ihren Ursprung nahm. 5. Was Leib und Seel' er quickt, das schenkst du gnädig nacht hast du oft voll Angst gedacht: ich muß hülflos untergehen; doch ließ Gott dich Rettung sehen. 3. Höre, was dir Gott versprochen, was dir zugesagt sein Mund; nie hat er sein Wort gebrochen, fest bleibt seiner Gnade Bund. Erd' und Himmel wird vergehn: Gottes Wort bleibt ewig stehn; darauf fannst du voll Vertrauen, als auf einen Felsen bauen. 44 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 1 4. Hält es Gott dir gleich ver-| fann deine Huld genießen. Vas borgen, wann und wie er hel- ter! Vater! ja, dein Wille reicht fen will: mach' dir darum keine Sorgen, sey in deinem Gott nur still. Er will prüfen, ob auch fest sich dein Herz auf ihn verläßt, ob du seinen Sinn wohl kennest und ihn findlich Vater nennest. die Fülle guter Gaben hier schon reichlich, uns zu laben. 5. Ja, mein Gott, dich laß ich walten, dich, der du mein Vater bist; deine Huld wird mich erhalten, mir verleihn, was heilsam ist. Stärke meine Zuversicht, daß ich hoff' und zweifle nicht: wunderbar wirst du's noch schifken, um mich herrlich zu er- Herz von dir verirrt: doch übst quicken. 4. Zwar ist es deiner Weisheit Brauch, dem Kelch der Erdenfreuden auch oft Bitt'res beizumischen. Doch ist die Trauers stunde da, so ist uns auch dein Beistand nah', die Seele zu erfris schen. Vater! Vater! mein Gemüthe soll die Güte nie vergessen, die sich nimmer läßt ermessen. 5. Auch wenn mich Trug der Welt verwirrt und sich mein du Vatertreue. Denn deine grenzenlose Huld vergiebt den Neuigen die Schuld und stärkt sie dann auf's Neue. Vater! Vater! dein Erbarmen mit uns Armen ist unendlich; wären wir nur stets erkenntlich! Mel. Wie schön leucht't uns ic. u dir schwingt, sich 89.3 mein Geist empor, » Schöpfer, den im Jubelchor die höhern Geister loben! Auch mich hast du hervorgebracht, auch uns hat deine Huld und Macht gleich ihnen hoch erhoben. Vater! Vater! so dich nennen, so dich kennen und erheben, was kann höh're Würde geben? 2. Mein Leben ist in dieser Zeit die Reise nur zur Ewigkeit auf prüfungsvollen Wegen; doch weißt du wohl, wie schwach wir sind, und führst auch mich, dein schwaches Kind, dem Ziele mild entgegen. Vater! Vater! Alles leitest und bereitest du mit Liebe; o daß ich dir folgsam bliebe! 3. Bewundernd seh' ich über all des Segens Quellen ohne Zahl in deiner Welt mir fließen. Da stromen tausend Freuden hin für meinen Geist, und jeder Sinn 6. Und geb' ich dir mein ganzes Herz, so wird einst über jeden Schmerz mich deine Gnad' erheben. Bald ist das Erdenthal durchreist, verherrlicht schwingt sich dann mein Geist empor zum höhern Leben. Vater! Vater! welch Entzücken, zu erblicken, was den Deinen dort wird ohne Hüll' erscheinen! 7. Daß solches Lob mein Herz dir bringt und solche Hoffnung mich durchdringt, das dank' ich deinem Sohne. Dein holder Vaternam' ertönt, seitdem er uns mit dir versöhnt, bei uns wie dort am Throne. Dort ja werden ewig schallen, nie verhallen unsre Chöre, dir und deinem Sohn zur Ehre. Von Chrifto dem Erlöser im Allgemeinen. VI. Von Christo dem Erlöser im Allgemeinen. In eigener Melodie. Und: Nun bitten| Streben, wenn es das Ziel verwir den heil'gen Geist zc. gißt? Wer führt durch Tod zum 90. Ah, mein Herr Jeſu, Leben? Der Weg heißt Jeſus Aa bringt Christ. großen Frieden in's Herz hinein, und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dankbarwird. 2. Hier irren wir und fehlen, gehüllt in tiefe Nacht. Durch wen wird unsern Seelen ein wahres Licht gebracht? Von oben kommt die Klarheit, die Alles uns erhellt, denn Christus ist die Wahrheit, er ist das Licht der Welt. 2. Wir schaun dein freund liches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; aber unsre Seele kann dich gewahren, du fannst ihr fühlbar dich offenbaren, auch ungefehn. 3. Wer giebt uns hier schon Freuden, die Niemand rauben kann? Wer zeiget uns im Leiden den Himmel aufgethan? Wenn vor dem Tod wir beben, wer giebt dem Herzen Ruh'? Heil! Christus ist das Leben, führt uns dem Vater zu. 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht dein sich zu freuen recht wär' bedacht, der hätt' ohne Ende von Glück zu sagen und seine Seele müßt' immer fragen: wer ist wie du? 45 4. Barmherzig, gnädig, geduldig seyn, uns stets voll Langmuth len, die Schuld verzeihn, heilen, stilund unsern Seelen als Freund begegnen, ist deine Lust. 5. Ach gieb an deinem föstlichen Heil uns alle Tage reichlichen Theil, und laß unsre Seele sich immer schicken, aus Noth und Liebe nach dir zu blicken ohn' Unterlaß. Mel. Mir nach, spricht 2. 11 92. Du Urbild aller Frömwer " kann dich erreichen? Mit dir, der ganz sich Gott geweiht, ist Keiner zu vergleichen. Auf deinem Wandel, frei von Schuld, ruht, Jesu, deines Vaters Huld. 2. Wer lebte treuer wohl, als du, für Gottes heil'gen Willen? Das war dein Ruhm und deine Ruh', ihn freudig zu erfüllen. Nicht Ehr' und Herrschaft war Mel. Balet will ich dir geben sc. 91. Aus irdischem Getüm- dein Ziel, du ſuchtest nur, was Gott gefiel. mel, wo nichts das Herz erquickt, wer zeigt den Weg zum Himmel, wohin die Hoff nung blickt? Wer leitet unser 3. Wenn irgendwo sein Wort geschah, quoll Freud' aus deinem Herzen; wenn Irrende dein 46 Von Chrifto dem Erlöser im Allgemeinen. Auge sah, empfandst du tiefe| Gott die Welt geliebt, uns fei Schmerzen. So hing an Gott nen Sohn zu schenken! dein ganzer Sinn und immer sahst du nur auf ihn. 4. Ihn priesest du durch Wort und That vor aller Welt mit Freuden; du warst bereit, nach feinem Rath zu unserm Heil zu leiden, so daß, wie Gott die Liebe ist, du seines Wesens Abglanz bift. 5. Du zeigtest, daß des Frommen Noth ihn nie zum Bösen reize; du warst gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. Stets blieb Gott deine Zuversicht und dein Vertrauen wankte nicht. 6. Auch als du riefft: mein Gott, mein Gott, wie hast du mich verlaffen! auch da wußt' unter bitterm Spott dein Herz sich doch zu fassen; und was du hofftest, ist geschehn, Gott ließ dich seine Hülfe sehn. 7. Nun hat dich Gott, dein Gott erhöht, ein Nam' ist dir gegeben, der über alle Namen geht, voll Kraft und Heil und Leben. Durch alle Himmel tönt dein Ruhm, die Herrschaft ist dein Eigenthum. 8. Dort wird einst ewig bei dir seyn, wer dir ist nachgewandelt; zu deiner Freude gehen ein, die hier wie du gehandelt. D laßt uns Gottes Willen thun und ganz in seiner Fügung ruhn. 2. Gedanke voller Majestät, umringt von Finsternissen, hoch über die Vernunft erhöht, stillst du doch mein Gewissen. der nicht, noch ihren Bau ergrün3. Ich kann der Sonne Wunden, und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Kraft empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen, allein das Göttliche der That, das kann mein Herz emPfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ der Sünder Schuld getragen, daß er mein Gott und Heiland ist, so werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn, so werd' ich irren müs sen und, wer Gott ist und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diefen Trost der Chri stenheit soll mir kein Spötter rauben, ich fühle seine Göttlichfeit und halte fest am Glauben. 8. Des Welterlösers Eigenthum, durch ihn des Himmels Erbe, dies bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb' und sterbe. 9. Er hat mir seinen Geist ge sandt, im Glauben mich zu stärken, und bildet mich durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang'ich seinen Willen Mel. Ich dank' dir schon 2c. 93. Gedanke, der uns Le- gern mit reinem Herzen thue, ſo Herrn ben giebt, wer kann fühl' ich eine Kraft des dich ganz durchdenken: also hat und schmecke Fried' und Ruhe. Von Christo dem Erlöser im Allgemeinen. 47 11. Und wenn mich meine| treibe nun, daß gern sie meinen Sünde fränkt und ich zum Willen thun. Kreuze trete, so weiß ich, daß er mein gedenkt und thut, warum ich bete. 5. So sandte Gott von seinem Thron den eignen eingebornen Sohn; der Vater thut durch Christi Mund sein Wort und seine Liebe fund. 6. Des Sohnes Ruf ist: Menschen, hört, was euch der Gott der Liebe lehrt, liebt den, der euch zuvor geliebt und euch den Sohn zum Heiland giebt. 7. Mit meiner Liebe liebet euch. Ihr seyd durch mich einander gleich, und weiht die neuen Kräfte gern dem Reiche Gottes, eures Herrn. 8. Gott, der du selbst die Liebe bist, die keines Menschen Sinn ermißt, gieß aus den Geist der Liebe nun, daß Alle deinen Willen thun. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und ich ihn schauen werde, daß er mich einst zu sich erhebt vom Staube dieser Erde. 13. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne, und hilf, daß ich dich alle zeit treu vor der Welt bekenne. 14. Soll ich dereinst noch würdig seyn, für dich hier Schmach zu leiden, so müsse mich nicht Schmach noch Pein von deiner Liebe scheiden. 15. Hat Gottuns seinen Sohn geschenkt, will ich noch sterbend denken, wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht Alles schenken! Mel. Wachet auf, ruft uns ic. Mel. Herr Gott, dich loben Alle ac. 94. Gott wollte nicht des 95. Heilger Jesu, Heilgungsquelle, 2. Im Donner bebte Sinai, als fein Gesetz der Herr verlieh; er grub's in Felsentafeln ein; doch auch des Volkes Herz blieb Stein. Sünders Ted, gab strahlt dein Glanz so rein und ihm sein Wort und sein Gebot, helle, wie leuchtet deine Heiligthat ernstlich seinen Willen fund, feit! Aller Glanz der Seraphirief Israel in seinen Bund. nen, die Heiligkeit der Cherubinen ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir; o bilde mich nach dir, du mein Alles! Jesu, hilf du auch mir dazu, daß ich auch heilig sey, wie du! 3. Da sprach voll Huld des Vaters Mund: Gestiftet werd' ein 2. Frommer Jesu, dessen Leneuer Bund, fein todter Buch- ben dem Willen Gottes ganz erstab' auf dem Stein, die Liebe geben, der bis zum Tod gehorschreib' in's Herz ihn ein. sam war: lehr' auch mich des 4. Dann herrscht mein Zepter väterlich, sie sind mein Volk, ihr Gott bin ich, die Liebe lehr' und Vaters Willen still und ergeben zu erfüllen, ihm zu gehorchen immerdar. Mach' dir mich gleich 48 Von Christo dem Erlöser im Allgemeinen. gesinnt, wie ein gehorsam Kind,| Thron umgeben, nicht Arglist fromm und stille. Jesu, hilf noch Gewalt, nicht Freud' und du auch mir dazu, daß ich sey fromm und still, wie du! 3. Güt'ger Jesu, o wie milde, wie ähnlich deines Vaters Bilde, wie freundlich warest du gesinnt! Deiner Güte Glanz scheint Allen; du richtest freund lich auf, die fallen, du suchest, die verloren sind. O neig' auch meinen Sinn zur wahren Liebe hin, die nicht wanket! Jesu, hilf du auch mir dazu, daß ich auch gütig sey, wie du! 4. Sanfter Jesu, wie geduldig trugst du die Schmach und littst unschuldig, und sprachst kein Wort der Drohung aus! Wer kann deine Sanftmuth messen, bei der du dennoch nie vergessen den Eifer für des Vaters Haus! Herr, mach' vom Zorn mich frei! Gieb Sanftmuth und verleih frommen Gifer! Jesu, hilf du auch mir dazu, daß ich sanftmüthig sey, wie du! Leiden von Gott mich scheiden. 2. Der Ew'ge, der hoch über Sonnen thronet, hat, uns zum Heil, auch nicht des Sohns verschonet; er hat aus Huld, damit wir konnten leben, ihn hingegeben. Mel. Herzliebster Jesu 2c. 96. ch bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, nicht Engel, die des Höchsten 3. Wie sollt' er uns mit ihm nicht Alles schenken, wenn wir in seine Gnad' uns nur versenfen? Ja, Alles schenkt aus ewis gem Erbarmen der Herr uns Armen! 4. So fnieet denn, ihr theu'r erlösten Brüder, voll heißen Danks vor seinem Throne nieder, bereit und freudig, ihm das ganze Leben zum Dienst zu geben! 5. Wir preisen dich, o Gott, der uns Verlor'nen herabgesandt hat seinen Eingebor'nen, und bringen dankbar dir aus reinem Triebe ein Herz voll Liebe. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 5. du mein Heil Je gesus nimmt die SünLeben, du wolleſt selbst die 97. J der an! Saget doch Kraft mir geben, zu werden dei- dies Trostwort Allen, die fern nem Vorbild gleich! Gieb, daß von der rechten Bahn auf verkehrmich dein Geist durchdringe, daß ten Wegen wallen. Hier ist, der ich viel Glaubensfrüchte bringe sie retten fann: Jesus nimmt und tüchtig sey zu deinem Reich. die Sünder an. Ach zeuch mich ganz zu dir und lebe selbst in mir, treuer Hei land! Jesu, hilf du auch mir das zu, daß ich bei dir einst finde Ruh'! 2. Keiner Gnade sind wir werth, doch er beut in seinem Worte, was ein reuig Herz begehrt; offen steht die Gnadenpforte, Allen ist sie aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, führet es der treue Hirte, Jesus, der uns nie vergißt, suchet Von Christo dem Erlöser im Allgemeinen. 49 treulich das Verirrte, daß es| bracht! Des ew'gen Todes Kette nicht verderben kann. nimmt die Sünder an. Jesus brach, besiegt war seine Macht. 4. Die Stimme schallt; schon wird die Welt von ihrem Ruf erfüllt, und jeder Gößentempel fällt und jedes Gößenbild. 5. Die Stimme des Erlösers tönt: der Sünder horcht und bebt; er hört, er sey mit Gott versöhnt, er staunt und glaubt und lebt. 4. Kommet Alle, kommt herzu, kommet, ihr betrübten Sünder! Er verheißt der Seele Ruh', macht aus Sündern Gottes Kinder. Ungesäumt laßt uns ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden! Eins ist, was mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Mein Gewissen zaget nicht; wer will mich vor Gott verklagen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat auch meine Schuld getragen, daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an. 6. Dereinst, wenn diese Stim me ruft, gehorchen Erd' und Meer und es erhebt sich aus der Gruft der Todten großes Heer. 7. Die Stimme Christi spricht alsdann: Ihr Frevler, weicht von mir! Ihr Frommen, euch sey aufgethan des Paradieses Thür! 8. Die Stimme Jesu Christi schallt durch Erd' und Himmel fort. Sie wirft mit Gottes Allgewalt: o, merket auf sein 7. Jesus nimmt die Sünder Wort! an. Mich auch hat er angenommen, mir den Himmel aufge- Mel. Vater unser im Himmelr. c. than, selig werd' ich zu ihm kom- 99. ein Lehrer ist dir, men. Jesu, gleich, wie Bahn: Jesus nimmt die Sünder an. du an Lieb' und Weisheit reich; du, ein Prophet in Wort und htt That, verkündigst uns des Ew'gen Rath; du bist gefalbt von Gottes Hand, der dich vom Himmel hat gesandt. 2. Du wiesest uns die wahre Spur zu Gott, dem Schöpfer der Natur; du haft den rechten Mel. Lobt Gott, ihr Christen sc. 98. Jobr hr Völker, höret Christi Wort, das laut zu euch erschallt; es geht durch alle Zeiten fort und wirkt mit Allgewalt. 2. Die Stimme Jesu rufet Weg gezeigt, auf dem der Geist euch, die ihr mühselig seyd, ste zum Himmel steigt. Was du ladet ein zu seinem Reich, ste vom Vater selbst gehört, das hast tröstet, stärkt, erfreut. du unverfälscht gelehrt. 3. Die Stimme Jesu Christi 3. Du bist das wahre Licht der sprach am Kreuz: Es ist voll- Welt. So hat Gott selbst dich dar 50 Von Christo dem Erlöser im Allgemeinen. gestellt; so haben dich bekannt du magst dein Werk vollenden, gemacht die Wunder, die du hast und auf wunderbaren Wegen vollbracht. Du hast besiegelt führst du uns dem Ziel entgegen. durch den Tod, was du ge= lehret, sey von Gott. 4. Nachdem du eingegangen bist, wo aller Weisheit Urquell ist, machst du durch deiner Boten Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund; du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt. 3. Größ're Wunder sieht man glänzen in des Gnadenreiches Grenzen. Wer vermag sie wohl zu zählen, die von dir erlösten Seelen, die das Wort aus deinem Munde heiligt in dem Gnadenbunde, die gern Alles für dich lassen und, wie du, die Sünde haffen? 4. In dem Reiche deiner Ehre dienen dir des Himmels Heere; durch frohlockende Gesänge preis set dich der Sel'gen Menge, die dort in des Himmels Auen dein verklärtes Antlig schauen und dich unermüdet loben, der zum Himmel sie erhoben. nem 5. Noch immer hilfst du deiWort in seinen Siegen mächtig fort; du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen heil'gen Geist, durch den du Kraft zum Glauben schenkst und unser Herz zum Guten lenfft. 6. D sende deinen Geist auch 5. Herr, in allen diesen Reimir, daß er mich zu der Wahr- chen! dir ist Niemand zu verheit führ', daß ich, von Eigen- gleichen an dem Ueberfluß der dünkel frei, nur deinem Wort Schäße, an der Ordnung der gehorsam sey! Du, Sohn des Gesetze, an der Dauer der RegieHöchsten, sollst allein mein Lehrung, an der Weisheit in der Führer und mein Meister seyn! rung, an den Siegen über Feinde, an Beseligung der Freunde. 100. önig, dem kein Könem 6. Herrsch auch, Herr, in mei Herzen, überwinde Furcht nig gleichet, vor und Schmerzen, stel' mir bei, dem jeder Glanz erbleichet, du, wenn ich muß kämpfen, hilf mir des Vaters Eingebør'ner und zum Herrschen Auserfor'ner, der zu eigen uns erworben, da du bist für uns gestorben, der nun ewig triumphiret und des Rei ches Zepter führet! Mel. Schmücke dich, o liebe Seele ic. alles Böse dämpfen, lehre mich dich recht zu lieben, freudig dein Gebot zu üben, daß ich mit dir muthig streite und einst herrsche dir zur Seite. 2. Himmel, Erde, Luft und Meere sind, o Herr, voll deiner Ehre; über Lebende und Tobte 101. mein Herz und herrschen deine Machtgebote; Al- Sinn, vor Christi Throne tief les steht in deinen Händen, daß darnieder. Zu seinen Füßen sinte Mel. Preis, Lob, Ehr', Ruhm 2c. omm, beuge dich, Von Christo dem Erlöser im Allgemeinen. 51 7. So nimm dafür zum Opfer hin uns selbst mit Allem, was wir haben; nimm Leib und Seel', nimm Herz und Sinn zum Eigenthum, statt andrer Gaben. Bereite selbst dir aus der Schwachen Mund ein würdig Lob; mach' deinen Namen kund. 8. Hierzu gieb Einen Sinn und Muth; halt' deine Gläub'gen fest zusammen, daß unser Herz von heil'ger Gluth entbrenn' in deiner Liebe Flammen. Zu deinem Thron steigt unser Dank empor, bis würd'ger er erschallt hin, und bring' ihm deines Dankes Lieder. Erkenne, wie du selbst aus dir nichts bist, wie Gott allein in dir nur Alles ist. 2. Wo wär' in dir ein Funke Kraft, wenn du sie nicht erlangt von oben? Wer hat dir Schuß und Ruh' geschafft vor deiner Feinde Lift und Toben? Werbändigte des Bösen finstre Macht? Wer hat der Wahrheit Glanz an's Licht gebracht? 3. Wer hat dich aus der Noth befreit, dein Leben der Gefahr entriffen? Wer frönt dich mit Barmherzigkeit? Wer läßt dich im höhern Chor. seine Rechte wissen? Ist er es nicht, der unerschöpfte Quell, Mel. Ein Lämmlein geht 2c. der täglich noch uns zuſtrömt 102. Lob, Ehre, Preis und rein o 4. Ja, deine Hand hat uns Jesu, unser Leben! Preiswürdig gefaßt und über all' Verdienst bist du für und für, wer kann dich und Hoffen hinweggethan der g'nug erheben? Eh' noch die Welt Sünden Last, daß nun der Him- war, warst du schon, groß, herrmel uns steht offen! Du machst lich und des Höchsten Sohn, ein das Herz von Furcht und Zwei-| Erbe seiner Ehre. Dein ist das fel leer und sel'ger Friede wal Reich, die Herrlichkeit, und du tet um uns her. beherrscheft weit und breit der Kreaturen Heere. 5. Was zwischen uns sich drängen will, hat deine Kraft gar bald vernichtet; du hältst den Tempel rein und still, den du dir selbst in uns errichtet. Ja, fest bestehet deine Herrlichkeit, die dir in uns der Vater hat geweiht. 6. Du überschüttest uns mit Lieb' und reinigst Herzen, Mund und Sinnen, daß wir aus dei nes Geistes Trieb dich immer lieber noch gewinnen. Du drückst dem Geist der Reinheit Siegel auf, daß unbefleckt wir enden unsern Lauf. 2. Dein sind sie, denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum Engel: werde! Du bist das Wort, durch welches Gott der ganzen Welt zu seyn gebot, du bist's, der Alles träget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd' und Himmel in sich schließt und was im Meer sich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu Gut in diese Welt gekommen, und hast selbst unser Fleisch und D2 52 Von Christo dem Erlöser im Allgemeinen. Blut freiwillig angenommen. Jam Geseße sich ermüdet hat, wenn Als Opfer brachtest du dich dar; es zu dir, dem wahren Leben, zu retten, was verloren war, wardst du ein Fluch auf Erden. O Huld, die sonst nichts Gleiches hat! Du starbst für unsre Missethat, ein Heiland uns zu naht, und schmeckt in dir des ew'gen Vaters Güte! Da wird der Sündennoth nicht mehr ge dacht; zur sichern Ruh' ist dann das Herz gebracht. werden. 3. Und nun, je mehr es sich zum 4. Du wardst es uns und Vater fehret, je sel'ger wird's bist es noch jetzt auf des Him- und wächst an Heil'gungskraft, mels Throne; nimmst liebreich durch die das Eitle wird hinwegweg der Sünde Joch sammt ih- geschafft, was sonst den Geist gerem schnöden Lohne. Von ih- dämpfet und beschweret. Je rem Dienst uns zu befrein, be gläub'ger es sich der Vergebung trübter Herzen Trost zu seyn, freut, um deste kräftiger wird ist deines Herzens Freude. Du es erneut. giebst den müden Seelen Ruh' und wer dich liebt, den stärkest du, daß nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet und endest ihre Plage. Du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage. Heil uns, wir sind dein Eigenthum! Herr, dir sey ewig Dank und Ruhm für alle deine Liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin. Gieb mir, daß ich, so lang' ich bin, in deinem Dienst mich übe. 4. Wenn so in mir sich deine Klarheit spiegelt und mich um glänzet deines Lichtes Schein: dann kann das neue Leben recht gedeihn; der Weisheit Tiefen werden mir entstegelt. Ich weiß, ich bin durch dich mit Gott verwandt, und einst erkenn' ich, wie ich bin erkannt. 5. Was dem Gefeß unmöglich war zu geben, mit Lieb' und Lust, was Gott gebeut, zu thun, das wirket leicht in mir die Gnade nun: sie heiligt immer mehr das ganze Leben. Von Kraft werd' ich zu neuer Kraft geführt und mit Geduld und Langmuth stets regiert. Mel. Mein Salomo, dein 2c. 103. Mein ein Lebensfürst! dein freundliches Regieren stillt alles Weh, das sonst den Geist beschwert. 6. Das ist die Fülle von des Wenn sich zu dir die Seel' in Geistes Gaben, die niemals mir Sehnsucht fehrt, so wird sie die Welt verleihen kann. Für bald den wahren Frieden spüren. Tand nur seh' ich ihren ReichDein Gnadenblick nimmt Furcht thum an; er kann nicht die beund Unmuth hin, zerschmilzt in dürft'ge Seele laben. Nur JeFreud' und Liebe meinen Sinn. sus kann es; ihm gebührt der 2. Mein Seelenfreund! wie Ruhm, und Jeder werde gern wohl wird dem Gemüthe, das sein Eigenthum! Von Christo dem Erlöser im Allgemeinen. 53 7. D'rum will ich ihm auch mögen; schent' uns deines Heils nur allein vertrauen. O such' Genuß, daß wir deine Kraft mich heim, du Aufgang aus der verspüren, nie im Kampf den Höh'! daß ich mein Heil in dei- Muth verlieren. nem Lichte seh' und immer mög' auf deine Gnade bauen; und wenn mich meine Schwachheit niederschlägt, dann werde stets mir neuer Muth erregt. 5. Dann wird Lob und Dank, Herr Jesu, schallen aus des Herzens Grund. Dann wird Alles jubiliren und dir singen Herz und Mund, und einst überall auf Erden Jesus hochgelobet werden. 8. So ruh' ich denn, mein Heil, in deinen Armen, du selbst sollst mir mein ew'ger Friede seyn! In deine Huld, o Herr, hüll' ich mich ein: ich leb' und athme nur durch dein Erbarmen. Und da du mir mein Ein und Alles bist, hab' ich genug, wenn dich mein Geist genießt. Mel. Herr, ich habe mißgeh. 2c. 104. ne dich, was sind wir, Jesu? dürftig, arm und jämmerlich! Ja, wir sind nur voller Elend; d'rum erbarm', o Jesu, dich! Laß dich unsre Noth bewegen, die wir dir vor Augen legen. 2. Ohne dich, du Helfer Jesu, kommen wir nicht durch die Welt, weil sie fast auf allen Wegen unsern Füßen Neße stellt. Hilf uns alle Stricke meiden, daß wir uns von dir nicht scheiden. Mel. Preis, Lob, Ehr', Ruhm ic. 105. ey hochgelobt, barmherz'ger Gott, daß du dich unser anges nommen, und daß in unsrer Seelennoth du uns zur Hülfe bist gekommen; du schenfest uns von deinem Himmelsthron das ew'ge Wort, den eingebor'nen Sohn. 2. Du fegnest uns in ihm, dem Herrn, mit überschwänglich reichem Segen; und unsrer Armuth gehst du gern mit deiner theuern Gnad' entgegen. Was sind wir doch, du allerhöchstes Gut, daß deine Treu' so Großes an uns thut? 3. Was dringet dich? Wir sind ja nur ein arm Geschlecht, verlor'ne Kinder; wir sind ja Alle von Natur verderbte Menschen, 3. Laß den Geist der Kraft, Alle Sünder; entfremdet alleHerr Jesu, unserm Geiste Kraft sammt, o Gott, sind wir dem verleihn, daß wir eifrig dir nach- wahren Leben, das da quillt aus wandeln bei des Wortes hellem dir. Schein. Mache du, Herr, selbst uns tüchtig, so wird unser Wandel richtig. 4. Gieb die Feinde, starker Jesu, unter unsern schwachen Fuß! Du fennst unser Unver 4. Allein du, Vater, reich an Huld, trägst Lieb' und Mitleid mit uns Armen, und offenbarst. bei unsrer Schuld in deinem Sohne dein Erbarmen. In ihm sind wir, wie du zuvor bedacht, 54 Von Christo dem Erlöser im Allgemeinen. mit dir versöhnt, dir angenehm| Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Chrift zc. gemacht. 106. 11m 3ion, Sefu, flof 5. Du haft und deinen Gnadenrath durch Jesum Christam wissen lassen, erbaut durch ihn die Gottesstadt, die alle Völfer soll umfassen. Er ist der Grund, auf welchem Alles steht, der Fels des Heils, der ewig nicht vergeht. sen einst von deis nem Auge Zähren, wie du stets um die Sünder weinst, wenn sie sich nicht bekehren. Wer reuevoll vor dir erscheint und über seine Sünden weint, dem strömest, treuer Heiland, du Gewissensruh' aus deiner Gnadenfülle zu. 6. Du läsfest uns in Jesu Blut Heil, Leben und Versöhnung finden; sein bittrer Tod kommt uns zu Gut und reinigt uns von unsern Sünden. tiefe Lieb', o Wundergütigkeit, die unsre Seele von der Schmach Ö befreit! 7. Mit dir hat Frieden er geschafft, da wir noch deine Feinde waren, und Frieden, wird uns feine Kraft auch mitten in der Welt bewahren. O Herrlichkeit, daß wir im Frieden stehn! nun können wir getroft zum Vater gehn. 8. Durch Jesum Christum, un sern Hort, erkennen wir den Weg der Wahrheit, und wachsen im mer fort und fort im Lichte zur vollkommnen Klarheit. Du 2. Herr, deine Thränen mache mir zu reichem Heil und Segen, daß sie, hab' ich gefehlt vor Du hast, o heil'ger Menschendir, zur Buße mich bewegen. freund, für fremde Sünden einst geweint; wie könnt' ich meine eignen sehn, ohn' hinzugehn zu dir und Gnade zu erflehn. er bist das glänzend helle Licht, das in dem Sohn die Finsterniß durchbricht. 3. Hier muß ich oft in tiefstem Schmerz viel bittre Thränen weinen; wie oft drückt eigne Noth mein Herz, wie oft die Noth der Deinen! Doch, legt des Baters Wille mir das Kreuz auf, dann schau' ich nach dir, der du in Noth gewesen bist, Herr Jesu Chrift! dies tröstet mich zu aller Frift. 4. Herr, du siehst meine Thränen an und du hast sie gezählet, wenn ich sie selbst nicht zählen kann, daß dir nicht eine fehlet; sie bleiben immerdar vor dir und neigen bald dein Herz zu mir, daß du erbarmend auf mich blickst und gnädig schickst, wodurch du wahrhaft mich erquichst. 9. Lebt in uns Christi Sinn und Geist, dann sind wir auch mit dir verbunden; was ist noch, das uns dir entreißt? wir haben 5. Wer in Geduld hier Thrävolle G'nüge funden. In ihm nen sä't und seinem Gott hält sind wir voll Ruh' und Sicher- stille, der erndtet, wenn er auf heit, und schmecken schon des ersteht, der Freuden reichste FülHimmels Seligkeit. le. Was dort an ihm wird offens Von Christo dem Erlöser im Allgemeinen. 55 bar, ist hier noch keinem Auge den Kreuzestod und stirbt für flar; allein der Erde Kreuz und abgefall'ne Sünder. Leid wird nach der Zeit den Frommen Himmelsseligkeit. 6. Für deine Thränen dank ich dir, sie sind mir Trost im Leiden; auch noch im Tode sind sie mir die Bürgschaft sel'ger Freuden. Mein Herr und Gott, wenn du dereinst in deiner Herrlichkeit erscheinst und führeft zur Verklärung mich, dann preif' ich dich für deine Thränen ewiglich. 4. Er ftirbt! Ist der aus Gott geboren, der an dem Kreuze neigt sein Haupt? Was klügelt ihr, ungläub'ge Thoren? Weg Zweifel, der mir Jesum raubt! Ich bete, Herr, vor dir im Staube. Du redest, und ein himmlisch Licht strahlt siegend mir in's Angesicht. Du redest, und, o Gott, ich glaube! - 5. Ja, Herr, du kannst dich nicht verhehlen, du bist der Sohn von Ewigkeit. So glaubten auch Mel. Mein Jesu, dem die zc. 107. Von meinem Jesu die großen Seelen, die Märtywill ich singen. Aus Liebe kam er in die Welt, die ew'ge Wahrheit uns zu bringen, die alle Finsterniß erhellt. Er kam, als noch des Irrthums Schatten rings auf dem ganzen Erdkreis lag, und auch die Weisen keinen Tag, kaum eine schwache Dämm'rung hatten. rer der alten Zeit, die sich nach deinem Namen nannten und mit erhab'nem Heldenmuth auch auf der Folter, in der Glut dich, ihren Herrn und Gott, bekannten. 6. Verehrt, verehrt ihn, alle Lande! der Jesus, der im Grabe liegt, zerbricht des Todes eh'rne 2. Vom Himmel fommt er, Bande, lebt ewig und der uns zu lehren; seht, wie vor Glaube siegt. Der Glaube, diese ihm die Erde schweigt! Die Heizarte Pflanze, grünt aus der den drängen sich, zu hören, da Zeugen Blut hervor, und hebt sich der große Lehrer zeigt. Er im Sturm das Haupt emlehret uns die Gottheit kennen, por mit immer ungeschwächtem und ladet uns zum neuen Bund; Glanze. durch ihn darf unser blöder Mund Gott wieder unsern Vater nennen. 7. D'rum lehnt nicht mehr, ihr Nationen, euch gegen Christi Predigt auf; ihr Völker und ihr 3. Dem schwer verschuldeten auf den Thronen, am Kreuze Geschlechte, das ganz von Gott sammelt euch zu Hauf'! Wo sind gewichen war, stellt sich der ein- die Feinde? Schon verschwunzige Gerechte zum Opfer der Verden! Ja, alle Völker müssen fehn, föhnung dar. Verloren waren daß Menschen Gott nicht widerAdams Kinder, versunken in stehn, und Chrifti Reich hat überdie tiefste Noth, er giebt sich in wunden. 56 Von Christo dem Erlöser im Allgemeinen. Mel. Mir nach, spricht Christus zc. Lelch hohes Bei108. We 109. Wie spiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt' ich mit heiliger Begier nicht dir zu folgen streben? Nicht gehn den Weg, den du betratst, nicht freudig thun, so wie du thatst? 2. Dein Herz, von Sünden nie entweiht, war rein, wie deine Lehre; dein ganzer Wandel Hei ligkeit, dein Ziel war Gottes Ehre; du gabst mit stillem, from mem Sinn dich in des Vaters Willen hin. 3. Der Kummervollen Trost zu seyn, zu wehren jedem Leide, stets wohlzuthun und zu erfreun, war deine Sorg' und Freude, und eines jeden Menschen Schmerz durchdrang dein liebevolles Herz. 4. Du trugst mit Sanftmuth und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde; mit Sündern hattest du Geduld und batest für die Feinde; du warst gehorsam bis zum Tod und ehrtest selbst im Tode Gott. Mel. Wie schön leucht't uns xc. ie groß, wie antgebetet ist dein Nam', o Heiland Jesu Christ! wie theuer deinem Volfe! Du hast durch deines Vaters Macht des Vaters Rath an's Licht gebracht, zerstreut des Irrthums Wolke. Taube hörten, Blinde sahen, es geschahen Wunderwerke, Zeichen deiner Gnad' und Stärke. 2. Verbreitet wurde, Herr, dein Licht durch Schwache nur, durch Weise nicht, dir folgten nicht die Hohen. Ist durch der Großen mächt'ge Hand des Gögendienstes Gräu'l verbannt, sein eitler Wahn entflohen? Dein Werk war es, deine Gaben, Mittler, haben dich verfläret, uns den Weg zu Gott gelehret. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn, wir werden deinen Himmel sehn, den Preis für deine Leiden; der du für uns am Kreuze starbst, du theilst uns zu, was du erwarbst, des ew'gen Lebens Freuden. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen! 4. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgesang der Treuen, der Erlösten. Unzählbar sind die Schaaren schon, die deiner sich, o Gottes Sohn, im Glauben froh getrösten. Alle Völker, Jeſu, werden noch auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. End some 5. Wie groß, wie angebetet 5. Dies große Beispiel hast du mir, mein Heiland, hinter lassen, damit ich, voll Vertraun zu dir, es in mein Herz soll faſ fen. Nimm, sprichst du, meine Last auf dich, komm, folge mir und steh' auf mich. 6. Ich komme, Herr! gieb Licht und Kraft, daß sich mein Glaube mehre und durch die Früchte, die er schafft, sich immer dar bewähre. Hilf, daß ich dei nem Vorbild treu, auch Andern stets ein Vorbild sey.se Von Christo dem Erlöser im Allgemeinen. 57 ist dein Name, Heiland, Jesu| Freudenlicht, so oft ich kann sein Christ, wie herrlich bei den Dei- Angesicht im Glauben recht ernen! Führst du uns einst zu dei- blicken. D Jesu, du mein höchner Ruh', o wie weit herrli- stes Gut, dein Wort, dein Geist, cher wirst du den Frommen dann dein Leib und Blut fann meine erscheinen! Ewig müsse dir zur Seel' erquicken! Stärke du mich, Ehre ihrer Chöre Lob erfchallen, mein Erbarmer, daß ich Armer durch die Himmel wiederhallen. auf der Erde schon voll Himmelsfreude werde. 8007 5. Und wie, Gott Vater, preis' ich dich, daß du von Ewigkeit auch mich in deinem Sohne liebest! Als Sünder war ich noch Wer sollte dein Feind, da hat er mich mit dir vereint, der du durch ihn vergiebest. In ihm hab' ich schon hienieden deinen Frieden; meinem Glauben kann Nichts seine Krone rauben. 6. Ihm, welcher Sünd' und Tod bezwang, ihm töne froher Lobgesang von seinen Gläub'gen allen. Dem Lamme, das. erwürget ist, dem Lebensfürsten Jesu Christ soll Ruhm und Preis erschallen. Schallet freudig, Jubellieder, hallet wieder, daß die Erde voll von seinem Ruhme werde! werde! Mel. Wie schön leucht't uns ic. Zie herrlich strahlt 110. Wie der Morgen stern! welch ein Glanz geht auf vom Herrn! sein nicht achten? Glanz Got tes, der die Nacht durchbricht, du bringst in finstre Seelen Licht, die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, Jesu, ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit und zum Leben. Wer kann dich genug erheben? 2. Du, hier mein Trost und dort mein Lohn, du, Gottes eingebor'ner Sohn, der du im Himmel thronest, aus vollem Herzen preis ich dich! Wenn ich dich habe, fühle ich, wie du den Deinen lohnest. Zu dir fomm' ich; wahrlich Keiner tröstet deiner sich vergebens, wer dich sucht, du Brod des Lebens. Mel. Die Tugend wird durch's ic. 3. In dir nur kann ich selig 111. Wie sollen wir dir, seyn. O geuß tief in mein Nein, deine Lieb' ist viel Herz hinein die Flammen deiner groß, ist unaussprechlich, ohne Liebe! daß ich voll heil'ger In- Schranken, du giebst den Sohn brunst sey, dein Kreuz zu tragen aus deinem Schooß. Du senmich nicht scheu' und dein Gebot dest uns den Eingebor'nen von gern übe. Treuer Heiland, den ich faffe und nicht lasse, ach erwähle dir zu eigen meine Seele! deinem Thron zum Staub herab, zu uns Gefall'nen, uns Verlor'nen, und weihest ihn für uns dem Grab. 4. Von Gott strahlt mir ein 2. Frohlocket ihm! Er steigt 58 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Chrifti. hernieder, ein Mensch, gleich Seeligkeit kommt her von dir. uns ein Mensch zu seyn; er Der Gott, der seinen Sohn genennet Sünder seine Brüder geben, giebt mit dem Sohn und macht sie von der Sünde auch alles mir. rein. Damit wir wieder Gott gefallen, vergießet er sein theu5. Ach daß wir ganz in Liebe res Blut; er bringt Unsterblich- brennten zu dir, dem Herrn in feit uns Allen, und Lieb' ist Al- Knechtsgestalt! Ach daß wir les, was er thut. besser danken könnten; die wärmsten Herzen sind zu kalt! möcht' uns doch dein Geist entzünden, gäbst du uns göttliches Gefühl! Kein Mensch kann würdig sie empfinden, die Liebe ohne Maaß und Ziel. 3. Liebe, Liebe, deines Gleichen ist in der ganzen Schöpfung nicht! Kein Lobgesang kann sie erreichen, nicht, was der Engel Zunge spricht. Des Himmels Herrlichkeit verlassen, um hier verfolgt, erwürgt zu seyn, wer fann die Huld, die Demuth fassen? So lieben kann der Sohn allein. 6. O habe Dank für deine Liebe! Ich lebe dir allein, mein Heil! Wer jetzt, auch jetzt noch Sünder bliebe, Gericht und 4. Nun wissen wir, Gott voll Elend wär' sein Theil. Denn Erbarmen, daß ewig du die auf den Wolken wirst du komLiebe bist. Zu deinen eff'nen men, Sohn Gottes und des Vaterarmen führt uns Erlöste Menschen Sohn, die Sünder Jesus Christ. Nun fließt von richten, und die Frommen er dir nur Heil und Leben, nur höhn zu dir an deinen Thron. VII. Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. Mel. Lobt Gott, ihr Christen: c. nimmt, wie die Kinder, Fleisch 112. Welt geliebt, die Afö Iso hat Gott die und Blut, doch ohne Sünde an. Welt voll Sündenschuld, daß er dir: den ein'gen Sohn ihr giebt; ich. wie groß ist Gottes Huld! 4. Ich freue mich, o Herr, in du wirst ein Mensch, wie Was fehlt mir nun? Ift Gott mit mir, wer ist dann wider mich? 2. Was sein erbarmungsvol ler Rath beschloß von Ewigfeit, die große wundervolle That, vollführt er in der Zeit. 5. Was mir zur Seligkeit gebricht, das, Herr, erwarbst du mir: Versöhnung, Leben, Trofst und Licht, das hab' ich 3. Er, unser Heil und höchftes Gut, der Alle segnen fann, nur in dir. Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. 59 6. Dein Mangel wird mein der Herr ist Mensch geboren. Ueberfluß, dein Leiden stillt Uns Allen kommt dies so zu Gut, mein Leid, dein Niedrigseyn daß nun auch unser Fleisch und schafft mir Genuß der höchsten Blut durch Christum wird erHerrlichkeit. neuet. 7. Gelobt sey Gott, gelobt sein Sohn in dieser Freuden2. Er ist das Wort, das Alles schafft, das Alles hebt und zeit! Lobt, Engel, ihn vor seiträget, der reine Glanz, die nem Thron; erheb' ihn, Christenheit! ew'ge Kraft, durch die sich Alles reget: die sich in unsre Schwachheit hüllt, auf daß nun Gottes Mel. Herr Jesu Chr., dein Kripplein sc. Ebenbild könn' in uns sichtbar 113. Auf, Christenheit, werden. sey hoch erfreut! denn Gottes Sohn ist für uns Mensch geboren. Nimm freudig Theil an seinem Heil; wer an ihn glaubt, wird nimmer mehr verloren. 2. D große That! Nach seinem Rath hat Gott uns seinen ein'gen Sohn gegeben: als Gnadenpfand ward er gesandt, und bracht uns Allen Trost und ew'ges Leben. 3. D Seligkeit! der Sünde Leid nimmt er von uns, die wir von Adam stammen. Mit uns ist Gott in aller Neth! Wer will die, so in Chrifto find, verdammen? 3. Die Welt lag tief in finst'rer Nacht, in Furcht und Todesschrecken; sie konnte nicht aus eigner Macht sich Heil und Licht erwecken; nun kommt das unumschränkte Licht und will mit hellem Angesicht in alle Herzen leuchten. 4. D'rum irre, Mensch, nicht ferner blind auf des Verderbens Wegen. Umfasse den, der treu gesinnt dir gnädig kommt entgegen. Ergieb dich ja der Trägheit nicht: Christ will dir Leben, Kraft und Licht aus seis ner Fülle schenken. 5. So nimm mein Herz, Herr Jesu Christ, mein Heiland, Licht 4. Auch mein Gesang, Herr, und Leben! gestalt es so, wie bringt dir Dant; du siehest auch deines ist, dazu sey dir's gegeauf mich voll Huld hernieder. ben. Treib' aus die alte FinsterAuf, Christenheit, sey hoch er- niß und heil' der Sünden freut! des Höchsten Sohn bringt das Verlor'ne wieder. Schlangenbiß; dann bist du mir geboren. Mel. Allein Gott in der Höh' 2c. Mel. Wir Christenleut' sc. 114. Auf, freut euch von 115. Auf, schicke dich, recht Herzens Grund, feierlich des ihr, die ihr war't verloren! Nun lands Fest mit Danken zu bewird das große Wunder fund: gehen! Lieb' ist der Dank, der 60 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. Lobgesang, durch den wir ihn, ward geboren! Sein Licht erden Gott der Lieb', erhöhen. hellt die dunkle Welt; des Lich tes Kinder gehen nicht verloren. Find 2. Sprich dankbar froh: Gott hat also die Welt in seinem ein'gen Sohn geliebet! O wer bin ich, daß Gott für mich selbst seinen Sohn aus Huld und Gnade giebet! 2. Welch eine Nacht! Der Sterne Pracht wich vor dem Glanz der frohen Himmelschöre. Die Erd' erklang vom LobgeDAS 3. Im Fleisch erscheint er, sang, der jauchzend rief: Gott unser Freund, zur Zeit, da wir in der Höh' sey Ehre! noch Gottes Feinde waren; er wird uns gleich, um Gottes Reich und seiner Liebe Rath zu offenbaren. 3. So tönt es laut: der Vater schaut versöhnt herab, auf Erden herrscht sein Friede. Wem schlägt die Brust nicht jetzt voll Lust, voll Seligkeit bei diesem Segensliede? 4. An ihm nimm Theil, er ist das Heil; bekehre dich und glaub' an seinen Namen. Ihn ehret nicht, wer zu ihm spricht: Herr, Herr! und doch nicht sucht ihm nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, o Gottes Sohn! bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun, und dein da bei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Erden! Die Christenheit preist dich er4. So singt auch ihr und danket hier dem, dessen Ruhm die Himmel wiederhallen, und lebt hinfort nach seinem Wort; dann ruht auf euch sein gnädig Wohlgefallen. 5. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank, denn mir auch bringt dein Sohn des Himmels Segen. Tod und Gericht erschreckt mich nicht; der Zukunft Nacht geh' ich getrost entgegen. Mel. Wie wohl ist mir 2c. freut, und Aller Knie ſoll dir 117. Dein Mittler kömmt; werden. Seele, 7. Erhebt den Herrn! Er die des Gesetzes Donner schreckt, hilft uns gern, und wer ihn die trauert, daß so schwere Fehle sucht, den wird sein Name trö dich, die Gott rein erschuf, besten. Hallelujah! Hallelujah! fleckt. Der Fluch erlischt, die Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten! Bande springen, es lösen sich die festen Schlingen, die den befang'nen Geist beklemmt. Nun fannst du Heil und Freiheit Mel. Wir Christenleut' 2c. 116. Bringt frohen Dank hoffen. Gott ist verföhnt, sein und Lobgesang Himmel offen, dein gnadenreidem Herrn, der uns zum Heile cher Mitiler kömmt. Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. 61 2. Dein Lehrer kömmt; laß Es leuchtet nah', es leuchtet fern deine Ohren auf seinen Mund zahllosen Völkerschaaren; den gerichtet seyn. Er zeigt den Gößen dienen sie nicht mehr, Weg, den du verloren; er flößt sie geben Gott allein die Chr', dir Licht und Wahrheit ein. der sie im Licht läßt wandeln. Was tief in Schatten war gestellet, hat dein Prophet dir aufgehellet und die Gewalt der Nacht gehemmt. Er macht dir kund des Vaters Willen und giebt dir Kraft, ihn zu erfüllen; dein weisheitsreicher Lehrer kömmt. 2. Kaum war erschienen Gottes Sohn, des Bundes Volk zu weiden, so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein heller Stern, führt sie zu Christo, ihrem Herrn; sie kommen, anzubeten. 3. Wär' unsern Vätern nicht, o Gott, dein himmlisch Licht erschienen: wir würden, der Vernunft zum Spott, noch falschen Göttern dienen. Nur deine Huld hat uns befreit von jenem Dienst der Eitelkeit; gepriesen sey dein Name. 3. Dein König kömmt, doch ohne Prangen, an Armuth nur zeigt er sich reich. Auf, deinen Fürsten zu empfangen, der dir an Schwachheit wurde gleich! Komm, lege dich zu deffen FüBen, der so dich wird zu schüßen wissen, daß dich kein Angststrom überschwemmt. Komm, schwöre hier zu seinen Fahnen, so ziemt es treuen Unterthanen; dein längst ersehnter König kömmt. 4. Dein Alles kömmt, dich zu ergößen, dein höchstes Gut ist vor der Thür. Wer die ses Gut recht weiß zu schätzen, vertauschet gern die Welt dafür. Ergreif' es denn mit Glaubenshänden, da dich, mein Geist, von allen Enden der Gnaden Fülle überströmt; eröffne deines Her zens Thüren, ihn in sein Ei genthum zu führen; dein unvergänglich Alles kömmt. 4. O mache du uns selbst be reit, im Licht vor dir zu wallen, und lehr' uns thun zu jeder Zeit nach deinem Wohlgefallen; denn wer in Christo dich erkennt und sich nach seinem Namen nennt, darf nicht im Finstern wandeln. 5. Noch ist das Licht, das er gebracht, nicht Allen aufgegangen; viel Tausende sind von der Nacht des Irrthums noch umfangen; auch ihnen geh' im Siegeslauf das Sonnenlicht der Wahrheit auf, daß sie zum Heil gelangen. Mel. Der Tag, der ist so freudenreich sc. er Heiland, dessen 119. D sich im Geist die Mel. Sey Lob und Ehr' c. Schaar der Väter freute, der em Erdkreis strahlt Heiland, welcher Jesus heißt, ein Licht vom ist uns geboren heute. Wär' er Herrn, das ihn soll offenbaren. uns Sündern nicht gebor'n, wir 118. De 62 Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. wären allzumal verlor'n, nun| dich freundlich, hilf uns Schwa bringt er heil uns Allen. Gotchen, daß wir wachen, beten, tes Sohn, Herr Jesu Christ, ringen, und zu deinem Reiche der du Mensch geworden bist, dringen. dein Lob soll stets erschallen! Mel. Vom Himmel hoch da c. Mel. Wie schön leucht't uns ic. 120. Der er Heiland kommt, 121. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; fein werd' in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! lobsinget ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das Heilig, Heilig singen! Er kommt, der eingebor'ne Sohn, verläßt des Himmels hohen Thron, um Heil der Welt zu bringen. Preis dir, daß wir von den Sünden Rettung finden, Gnad' empfangen und zum Himmelreich gelangen. 2. Willkommen, Friedensfürst und Held, Erlöser, Mittler, Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! du fommst der sünd' gen Welt zu Gut, du kleidest dich in Fleisch und Blut, willst unfer Bruder werden. Ja du, Jesu, kommst uns Armen voll Erbarmen mild entgegen, wandelst unsern Fluch in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ew'ge Seligkeit; sey hoch dafür gepriesen! Herr, zu arm und schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns erwiesen! Da wir allhier im Verderben müßten sterben, bringst du Leben; o was kannst du Größ'res geben? 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, und wollen fromm in Freud' und Schmerz nach deinem Vorbild wandeln. Ver wirf dies unser Opfer nicht, und gieb uns deines Geistes Licht, wie dir's gefällt, zu handeln; zeig' 2. Die Väter haben fein ge harrt, bis daß die Zeit erfüllet ward: da sandte Gott von sei nem Thron das Heil der Welt, den ew'gen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still. Kein endlicher Verstand ermißt, wie groß die Liebe Gottes ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigt sich der Herr der Welt; nimmt selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheint im Fleisch zu unserm Heil. 5. Dein König, Zion, fommt zu dir. Er spricht: Im Buche steht von mir. Gott, deinen Willen thu' ich gern, d'rum, Zion, preise deinen Herrn. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Frie defürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott, mein Heiland, bet' ich an! 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut; wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes. Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät, Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. 63 du bist es, der das Herz erhöht!| des großen Gottes Freundliche Gedanke voller Seligkeit, du bist keit. Das Kind, dem alle Enes, der das Herz erfreut! 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler hat sie hergestellt. Nun schreckt uns nicht mehr das Gericht, da er beim Vater für uns spricht. gel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und dieses Weltund Himmelslicht weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Du darfst, o Seele, nicht versäumen, zu suchen solchen 10. Ihr Himmel, singt im Gnadenschein; der Glanz in dieJubelton, daß uns erschien des sen niedern Räumen dringt weit Höchsten Sohn! Du, Erde, bet' in alle Welt hinein; er treibet in Ehrfurcht an dies Wunderweg der Höllen Macht, der Sünwerk, das Gott gethan! den und des Todes Nacht. 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! le 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der flaren Seligkeit; einst werden Sonn' und Mond vergehen, dies strahlt in alle Ewigkeit, und wird mit fei nem hellen Schein dein Himmel und dein Alles seyn. 122. Dies -Mel. Mach's mit mir, Gott zc. ies ist der Tag der Fröhlichkeit, den Gott selbst hat erforen; dies ist die gnadenreiche Zeit, da Jesus ward geboren. D'rum singen wir jeßt hocherfreut: Herr, dir sey Preis in Ewigkeit! 2. Heut hat der Herr den 5. D'rum, Jesu, schöne WeihSündenstand der ganzen Welt nachts- Sonne, bestrahle mich gewendet, und gnädig zum Er- mit deiner Gunst! Dein Licht lösungspfand ihr seinen Sohn fey meine Weihnachts- Wonne; gesendet. D'rum singen wir jeßt hocherfreut: Herr, dir sey Preis in Ewigkeit! und lehre mich die WeihnachtsKunst, wie ich im Lichte wan deln soll und sey des WeihnachtsGlanzes voll. 3. Was vor der Zeit beschlos sen war, ist in der Zeit erfüllet; in Christo beut das Heil sich dar, das alle Sehnsucht stillet. D'rum Mel. Helft mir Gott's Güte 2c. fingen wir jetzt hocherfreut: Herr, 124. Dir, Jesu, tönt vom dir sey Preis in Ewigkeit! Staube mein Lied hinauf zum Thron; in dir er= Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. fennt der Glaube des ew'gen 123. Dies ist die Nacht, da mir erschienen Baters Sohn. Du Glanz der Herrlichkeit! um unser Heil zu 4. Laß nur indessen heller scheinen dein Glaubens- und dein giebes- Licht. Mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen ihren Schein, so mußt du selbst nicht dunkel seyn. 64 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Chrifti. gründen, zu retten uns von Sünden, erschienst du in der Zeit. gebracht. Nun leuchtet uns im tiefen Thal der ew'gen Morgenröthe Strahl. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, in menschliche Natur ge 2. Was läßt sich dir vergleichen, du unerschaff'nes Wort? Wer kann dein Lob erreichen? Herr, Keiner hier und dort! Du, hüllt, damit auch wir ihm würdem sich demuthsvoll der höchste Seraph beuget und tief ver hüllt dir schweiget, wer preist dich, wie er soll? den gleich auf Erden und im Himmelreich. 4. Der jetzt im Himmel herrlich thront, hat unter uns als Mensch gewohnt, und führet uns mit sichrer Hand, ein treuer Hirt, in's Vaterland. 11) Ingat 5. Empor zu ihm, mein Lobgesang, dem schon der Engel Lied erflang! Welch hoher Freudentag ist da! Ihr Christen, fingt Hallelujah! 3. Du kamst; die Nacht muß schwinden, uns glänzt ein rei nes Licht, in welchem wir empfinden der Kinder Recht und Pflicht. Nun sehn wir hocher freut, wie Gott uns zärtlich lie bet; im Sohn, den er uns gie bet, sich uns zum Vater beut. 4. Uns Ruh' und Trost zu geben, zu tilgen unsre Schuld, zu Gott zu du, Hert, mit Geduld. Du ſtarbſt, doch hielt dich nicht der Tod in seinen Banden; jetzt, da du auf erstanden, erschreckt uns kein Gericht. Mel. Von Gott will ich nicht sc. rhebt Herrn, 126. grommen! er Erhebt ihr hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völfer Trost und Licht. Gott will nicht unsern Tod; er hat, den Sohn gegeben, damit wir durch ihn leben, erlöst von Sünd' und Noth. 2. D sehet, welche Liebe hat uns der Herr erzeigt, mit welchem Vatertriebe das Herz zu uns geneigt! Sein eingebor'ner Sohn kommt, Nettung aus Verderben uns Sündern zu erMel. Vom Himmel hoch zc. 125. mpor zu ihm, mein werben, herab vom HimmelsLobgesang, dem einst das Lied der Engel flang! Der hohe Freudentag ist da, lobs finget, Gottes Heil ist nah'. 2. Geboren ward in dunkler Nacht, der uns des Lebens Licht 5. Dein ist das Reich der Wahrheit, wo sich die Deinen freun in immer höh'rer Klarheit, von Sünd' und Mängeln rein. O seliger Gewinn! dich, Heiland, innig lieben, treu dei nen Willen üben, das führt zum Himmel hin. 3. Er kam zu uns auf Erden zu der bestimmten Zeit, trug Mühe und Beschwerden in tiefer Niedrigkeit. Der ihm gegeb'nen Macht enthielt er sich mit Freu Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. 65 den, bis er durch Todesleiden ihm ihr Angesicht; sie eilen, ihm sein großes Werk vollbracht. zu dienen, und scheuen Bethlems 4. Er hat's vollbracht! bringet Gott euren Lobgesang! Erlöste Menschen, singet dem Mittler ewig Dank. Wo Niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seele Schaden. O nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht. Dein Name, Heil der Sünder! ist unsre Zuversicht. Wir sind auf ewig dein. Hilf du die Macht der Sünden uns fräftig überwinden und dir gehorsam seyn. 6. Ja, Heiland, wir ergeben uns dir zum Eigenthum! schon hier soll unser Leben verkünden deinen Ruhm; und wenn wir dort dich sehn, soll in der Engel Chören dich unser Loblied ehren und ewig dich erhöhn. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 127.& r kommt, er kommt, der starke Held voll göttlich hoher Macht; sein Arm zerstreut, sein Blick erhellt des Todes Mitternacht.. Armuth nicht. Wie herrlich glänzt die Erde aus dunkler Nacht hervor! Ihr Hüter dieser Heerde, hört ihr der Engel Chor? Mit euch zu jener Krippen naht sich mein Geist entzückt; begeistert singt, ihr Lippen, dem Herrn, den ich erblickt! 2. Mit euch, ihr Engelchöre, vereint sich unser Lobgesang; ja, Erd' und Himmel höre und theile der Erlösten Dank. Anbetung sey auf Erden dem Sohn, der ewig war, den, unser Heil zu werden, ein sterblich Weib gebar. Hier fließen Freudenzähren, ein Zoll der Lieb' und Treu'; wir huldigen und schwören und weihn uns ihm aufs Neu'. Mel. Nun lob' mein' Seel' zc. 128. 3. D du, durch den ich lebe, du öffnetest den Himmel mir; nimm du mein Herz, ich gebe den letzten Hauch noch freudig dir! Wie selig kann ich sterben, mich hält das Grab ja nicht! den Himmel soll ich erben und fürchten kein Gericht. Ihr seyd wohl heilig, Engel; doch ward er euch nicht gleich. Ich kämpfe mich durch Mängel, doch bring' ich in sein Reich. 2. Wer kommt, wer kommt, wer ist der Held voll göttlich hoher Macht? Messias ist's. Lobsing' ihm, Welt, dir wird dein Heil gebracht. In bekannter Melodie. Anbetung, Preis und trage groß Verlangen, den schwacher Geist, Menschgeword'ner, 129. Ermuntre dich), mein An deiner Krippe Heiland, den der Himmel preift, schalle dir der Erde Lobgesang. mit Freuden zu empfangen. Dies bringen 3. Dir, und Dank. wir ist die Nacht, in der er fam r fommt und Se- und menschlich Wesen an sich raphinen verhüllen nahm. Er will durch sein Er 66 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Chrifti. scheinen uns ganz mit Gott verbin, das geb' ich dir zu eigen einen. hin, mich soll kein Glück, kein Leiden von deiner Liebe scheiden. 7. Noch sieht dich zwar mein Auge nicht, doch du wirst wieder fommen; dann schauen dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen; dann werd' auch ich, Herr Jesu Christ, dich sehn, so herrlich, wie du bist, und ewig dich dort oben mit allen Sel'gen loben. 2. Willkommen, Held aus Davids Stamm, du König aller Ehren! Willkommen, Jesu, Gottes Lamm, ich will dein Lob vermehren! Ich will dir all' mein Lebelang von Herzen sa gen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3. D wie ist deine Huld so groß, ich kann sie nimmer fassen! Du hast dich aus des Ba- 130. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. rweitert Thor und laßt ters Schooß zu uns herabgelaffen. Hier warteten dein nichts schön die Straßen zieren; emals Noth, Verachtung, Kum- pfangt ihn in der Welt! Jauchzt mer, Schmerz und Tod; und eurem Herrn entgegen, der jetzt doch kamst du auf Erden, der zum Heil und Segen als KöMenschen Heil zu werden. nig seinen Einzug hält! 2. Wer ist's, wer läßt sich hören als König aller Ehren? Der Herr der Herrlichkeit. Der Herr kommt stark und mächtig, er zeigt sich groß und prächtig, der Herr, der kräftig ist im Streit. 3. Erhöhet Thor und Thüren, den Helden einzuführen! Wer ist's, der Einzug hält? Der Kö5. O du, des Vaters ein'ges nig aller Ehren, der Herr von Kind, du Hoffnung aller From- allen Heeren, der Ehrenkönig almen! durch den nun Gottesler Welt. 4. D große That, o Wundernacht, von Engeln selbst be fungen! Du hast den Helfer uns gebracht, der Sünd' und Tod bezwungen, und jetzt, zur Herrlichkeit erhöht, herrscht auf dem Thron der Majestät, um Heil und ew'ges Leben den Gläubigen zu geben. Kinder sind, die dich, Herr, auf Mel. Lasset uns den Herren preisen, o ihr zc. genommen. Komm, Jesu, in mein Herz hinein und laß es 131. Ewig sey dir Lob gez deine seyn; dahin geht mein Verlangen, dich würdig zu empfangen. 6. Du, deß sich meine Seele freut, mein höchstes Gut, mein Leben, was soll ich dir aus Dankbarkeit für deine Treue geben? Herr, was ich hab' und was ich einst vor deinem Thron, daß du uns das Heil errungen, Mensch geword'ner Gottessohn! Uns zu Gut in's Fleisch gekommen bist du voller Freundlichkeit; ja du hast vor aller Zeit dich schon unsrer angenommen. Sey gelobt, Herr Von der Erscheinung und Geburt Jesu Chrifti. 67 Jesu Christ, daß du unser Bru-| Meine Lieb' und Seligkeit, Chrider bist! stus, ist geboren heut. 2. Sen gelobt, Herr, dir ge6. Du, o Gottes höchste Gabe, bühret unser Dank in Wort und du, des Vaters ein'ger Sohn, du, That; herrlich haft du ausgefüh- der Seelen reichste Habe und des ret deines Vaters Gnadenrath. Glaubens größter Lohn! Laß Huldreich hast du dich vermählet mich neu geboren werden, bilde unsrer menschlichen Natur, und mich nach deinem Sinn, nimm vor aller Creatur sie allein dir mich ganz zu eigen hin, daß ich ausgewählet. Du erhobst fie, dein schon sey auf Erden; dann Gottes Sohn, mit dir auf der lobsingt mein Leben dir, trener Gottheit Thron. Heiland, für und für. 3. Du erschieneft hier auf Erden, uns und In eigener Melodie. Creuet Gott, unser Friedensfürft zu wer- 132. den, Retter aus der Sündennoth. ften alle, freue sich, Herr, du haft das Kreuz gedul- wer immer kann, Gott hat viel det, haft mit Gott uns ausge- an uns gethan; freuet euch mit föhnt und mit seiner Huld ge- Jubelschalle, Gottes Sohn hat frönt uns, die wir so viel ver- uns gebracht, was die Sünder schuldet. Dies ist unsre Zuver- selig macht! Freude, Freude über sicht einst im Tod und im Ge- Freude, Christus wehret allem richt. Leide, Wonne, Wonne über Wonne, Jesus ist die Gnadenfonne! 4. Nein, Gott kann mich nim mer haffen, ob ich gleich ein Sünder bin. Nimmer kann mein Gott mich laffen, denn er heget Vater finn. Gnade schenkt er seinen Knechten in dem Sohne, der mich fenat und mich seinen Bruder nennt. Christus sitzt zu Gottes Rechten; durch ihn bin ich Gott vereint, Gott mein Vater, Gott mein Freund. 2. Sieh', o siehe, meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für! Daß fein himmlisch Gut dir fehle, läßt er Hoheit und Gewalt und er scheint in Knechtsgestalt. Freude Freude zc. 3. Jesu, wie soll ich dir danfen, daß du mich vom Tod bes freit, mir gebracht die Seligkeit? Ach, laß mich von dir nicht wan ken, nimm mich) dir zu eigen hin, gieb mir deinen Geist und Sinn! Freude, Freude 2c. 5. Wird das Leben doch mein Leben, leuchtet mir doch selbst das Licht. Alles Heil ist mir gegeben; was ist, das mir noch ge bricht? Seht, es fleußt der Quell 4. Jefu, nimm dich deiner der Freuden aus dem hohen Him- Glieder ferner auch in Gnaden melssaal in das nied're Erdenthal an, schenke, was uns trösten und erquickt mich unter Leiden. kann. Komm, erquicke deine Brü€ 2 68 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Chrifti. der, gieb der ganzen Christen- der göttlichen Natur, wenn wir schaar Frieden und ein sel'ges folgen deiner Spur. Jahr. Freude, Freude über Freude zc. In eigener Melodie. 133. ben Brüder, denn Mensch geboren bist von einer reuet euch, ihr lie 134. Gelobet feyst du, Jesu vom Himmel strahlt ein Licht, Jungfrau, ja fürwahr! deß das durch unser Dunkel bricht; freuet sich der Engel Schaar. nun bringt das Verlor'ne wieder, Hallelujah! der in unser Fleisch sich hüllt, Gottes Sohn und Ebenbild. 2. Seine Zukunft wird besungen von den Engeln, die entzückt auf dies Wunder hingeblickt; und es preisen ihre Zungen, daß der Herr an uns gethan, was kein Engel fassen kann. 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, liegt dort in Mariens 3. Dwie mußtest du uns lie- Schooß; er ward ein Kindlein, ben, da du aus des Vaters allein erhält. Hallelujah! der die Welt mit seinem Wort Schooß kamst, zu theilen unser Loos, und dich fühltest angetrieben, uns, die wir im Staube gehn, gleich den Engeln zu erhöhn. 4. Werde auch in uns gebos ren und durchleuchte du uns ganz, o du himmlisch reiner Glanz! Gottes Bild, das wir verloren, sey durch dich, du Heil der Welt, wieder in uns hergestellt. 5. Ja, du wolleft, Herr, uns führen durch der Liebe Wunder kraft zu des Lichts Genossenschaft, und uns hier schon lassen spüren, daß uns knüpft ein festes Band an das ew'ge Vaterland. 6. Nun, dein paradiesisch Leben dringt mit deinem Gnaden schein wieder mächtig in uns ein, und wir werden uns erheben zu Hallelujah! Mel. Ach, was soll ich Sünder 2c. 2. Des ew'gen Vaters ein'ger Sohn kommt herab von seinem Thron; mit unserm armen Fleisch und Blut bekleidet sich das ew'ge Gut. Hallelujah! 4. Das ew'ge Licht dringt nun herein, giebt der Welt ein'n neuen Schein; es leuchtet mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kin der macht. Hallelujah! 5. Der Sohn verläßt des Himmels Zelt, wird ein Gast in dieser Welt und führt uns aus dem Jammerthal als Erben in den Freudensaal. Hallelujah! 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm'; uns in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Hallelujah! 7. Das hat er Alles uns gethan, seine Lieb' zu zeigen an; deß freut sich alle Christenheit und dankt es ihm in Ewigkeit. Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. 69 Mel. Gott sey Dank in aller c.| noch alle Tage, daß man dich, uns Gott zum Preis, auf Glau135. Gott verhieß, den bensarmen trage, wie dort der der Himmel jauchzend pries, als fromme Greis. den Sündern du zum Dienst 3. Sey unser Glanz in Wonne, huldreich auf der Erd' erschienst. sey Trost uns in der Pein, 2. Wie dein Nam' ist auch im Dunkeln unsre Sonne, im dein Ruhm hier in deinem Ei- Kreuz ein Gnadenschein. Will genthum. Du kamst, unser Heil uns der Muth entschwinden, zu seyn, uns von Sünden zu sey unser Hoffnungsstrahl; ein befrein. Stern, der uns läßt finden den Weg durch's Todesthal. 3. Start in deines Vaters Kraft, hast du Leben uns verschafft. Wir, von Rath und Hülf' entblößt, sind nun, Herr, durch dich erlöst. 4. Herr, laß es uns gelingen, wenn unser Leben flieht, mit Simeon zu singen das frohe Abschiedslied: Nun werden mir in Frieden die Augen zugedrückt, nachdem ich schon hie nieden den Heiland hab' erblickt. 4. Auf, die ihr erlöset seyd, preiset ihn in Ewigkeit! rühmt ihn, der aus Liebe starb und den Himmel uns erwarb. 5. Ja, ja, ich hab' im Glau5. Nimmer sey durch unfre ben, mein Jesu, dich geschaut; Schuld fruchtlos deine Gnad' kein Feind kann dich mir raus und Huld; das durch dich er- ben, dich, dem mein Herz verworb'ne Heil bleibe ewig unfer traut. Du wohnst in meinem Theil. Herzen und in dem deinen ich; auch in des Todes Schmerzen bau' ich getroft auf dich. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 6. Hier will es oft mir scheinen, du sähst mich strafend an, daß ich vor Angst und Weinen dich kaum erkennen fann; dort aber wird's geschehen, daß in des der Heiden, der Himmels Licht ich ewig werde Völker Heil und Licht, wir su- sehen dein freundlich Angesicht. chen dich mit Freuden und frommer Zuversicht; nach Simeons Mel. Gottes Sohn ist kommen sc. 136. H err Jesu, Trost 6. Dein freu' unsre Seele fich; unser Leben preise dich. Und dein Geist, du Heil der Welt, lehr' uns thun, was dir gefällt. Erempel zieht Begier J dieſen deinen Tempel, o Heiland, 137. auchzet All', ihr uns zu dir. 2. Du wirst noch jetzt gefunden, o Herr, an jedem Ort, wo Gläub'ge sind verbunden auf dein Verheißungswort; vergönnft 2. Er kommt auch noch heute, Frommen, Chris stus ist gekommen! Er, dem Engel dienen, ist im Fleisch erschienen, daß er von der Sünde gnädig uns entbinde. 70 Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. steht uns treu zur Seite, stillet| müthe. Und wie könnt' es auch gern die Schmerzen der zer- anders seyn? Wie könnt' ich brochnen Herzen; will uns von deinen Gnadenschein aus meidem Bösen heilen und erlösen. nem Herzen lassen? 3. Seines Wortes Weide füllet uns mit Freude; seine Gnadenzeichen will er dar uns reichen. Sein Geift soll uns stärfen zu des Glaubens Werken. 4. D wohl allen denen, die nach ihm sich sehnen, ihn im Glauben fassen, nimmer von ihm lassen; nie sich seiner schä- nacht, du wurdest meine Sonne, 4. Ich lag in tiefer Todesmen, sein Kreuz auf sich nehmen! die mir im Herzen angefacht 5. Er, dem sie hier dienen, Licht, Leben, Freud' uud Bonne. wohnt und lebt in ihnen, läßt, Sonne, die des Glaubens was sie erflehen, in Erfüllung Licht in meinem Herzen aufgegehen; führt nach allem Leiden richt't, wie schön sind deine fte zu ew'gen Freuden. Strahlen! 6. Jauchzet All', ihr Frommen! Er wird wieder kommen 5. Mit Freuden blick ich auf in der Hoheit Lichte zu dem dich hin und kann nicht satt Weltgerichte; dann wird er die mich sehen. Doch nimmer wird Seinen um sich her vereinen. mein blöder Sinn dein Wefen ganz verstehen. daß mein Geist ein Abgrund wär' und meine Seel' ein tiefes Meer, daß ich dich möchte faffen! 7. Jesu, unser Leben, du wollst gnädig geben, daß wir alle Stunden werden treu er funden und nach sel'gem Sterben deinen Himmel erben. 6. Wenn bitterlich mein Herze weint und keinen Trost kann finden, dann rufft du mir: Ich 138. was du in bin dein Freund, ich tilge deine Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. ch steh' an deiner 3. Da ich noch nicht geboren war, bist du mir schon geboren, und hast mich dir zu eigen gar, el ich dich kannt, erforen. Noch war ich nicht an's Licht gebracht, da haft du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden. Jesu, du mein Leben! zu dir komm' ich und schenke dir, was du mir haft gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel' und Muth, nimm Alles hin und laß dir's wohl gefallen. 2. Du hast mich ganz und gar erfüllt mit deiner Lieb' und Güte; dein hoher Glanz, dein göttlich Bild liegt stets mir im Ges deinem Sinn, da ich dein Bruder worden bin, die Kindschaft dir zu geben? 7. So hoff ich denn, du werdeft mir dies Eine nicht versagen, daß ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. In mir foll deine Wohnung seyn, fomm, komm und fehre bei mir ein mit allen deinen Freuden! Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. 71 Mel. Jesu, meine Freude zc. 139. Je Jefu gesus ist gekommen, Geistes Kraft ihm ebnen soll die Bahn. danket ihm, ihr 2. Seht, wie die Hand des Frommen, dankt ihm, daß er Herrn ihn in die Wüste leitet, wo kam; daß er hier auf Erden, er das Wort vernimmt, das ihn unser Heil zu werden, seine zum Dienst bereitet. Begeistert Wohnung nahm. Mensch, wie als Prophet steht er am Jordan wir, erschien er hier, um des da und ruft: bekehret euch, das Vaters gnäd'gen Willen an uns Himmelreich ist nah'! zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen, dan ken, daß er Allen Freund und Bruder ist. Gott auf seinem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, und durch seiner Sendung Gaben an Gott selbst zu haben! 3. Keine Macht der Sünden wird uns überwinden; er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen gänzlich uns erlösen; hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, wird uns im mer Hülfe senden, daß wir siegreich enden. 4. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unfern Retter schaun. Heil und ewig Leben wird er Allen geben, die ihm fest vertraun. Er ward hier versucht, wie wir, d'rum wird er der Schwachheit schonen und aus Gnaden lohnen. 3. Er predigt allem Volk, der Buße strenger Lehrer, ein bren nend, scheinend Licht, ein mächtivoll, der ohne Schonung straft; ger Befehrer, des heil'gen Eifers auf seiner Seele ruht Elia's Geist und Kraft. 4. Im Jordan weihet er, die sich zum Herrn bekehren, auch Jesus tritt zu ihm, die Taufe zu begehren. Der Geist läßt sich herab, des Vaters Ruf ertönt und zeigt den Heiland an, der alle Welt versöhnt. 5. Allein zu Jesu hin verweist er seine Jünger, allein auf Jesum zeigt sein ausgestreckter Finger, und laut verkündigt er, was ihm das Herz bewegt: seht, das ist Gottes Lamm, das unsre Sünde trägt! 6. Wohl dem, der dieses Lamm, auf das Johannes weiset, in festem Glauben faßt und auch im Leben preiset. Wer sei nem Taufbund treu, sich Jesu ganz ergiebt, der ist in ihm von Gott begnadigt und geliebt. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 140. Welt, mit Sünd m Dunkeln lag die 7. Dazu erweckt auch uns Jound Fluch beladen, da offenbarte bannes Amt und Lehre, zu unGott die Fülle seiner Gnaden; ferm wahren Heil und unsers des Höchsten Sohn erscheint, Mittlers Ehre. Wer Buße thut ihm gehet der voran, der in des und glaubt, hat Frieden alle 72 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. zeit; wer Buße thut und glaubt,| Hosanna an, bring', was zu ererbt die Seligkeit. seinem Dienst die Liebe bringen fann. Mel. Ach, was soll ich Sünder ic. 141. den? m dommst du, kommst du, Licht der HeiJa, du säumest länger nicht, denn du weißt, was uns gebricht, o du starker Trost im Leiden! Komm, o Jefu, auch zu mir, offen ist des Herzens Thür. 2. Ja du bist bereits zugegen, du, Weltheiland, Gottes Sohn! Meine Secle labt sich schon an dem gnadenvollen Segen, wel chen deine Wunderkraft durch den Glauben in uns schafft. 3. Heil'ge mich durch deine Liebe, die dem Gitlen mich entreißt, und gieb Gnade, daß mein Geist sich in deinem Lieben übe. Necht dich lieben, o mein Licht, kann aus eig'ner Kraft ich nicht! 4. Jesu, rege mein Gemüthe, Jesu, öffne mir den Mund, daß ich aus des Herzens Grund innig rühme deine Güte, die auch mir, Herr Jesu Christ, lebenslang geworden ist. 5. Gieb mir deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, daß ich einst durch deine Huld, über Sünd' und Welt er haben, mit den Sel'gen singe dir: Hosianna für und für. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 142. omm, Tochter Zion, fomm, den König zu empfangen, der unser Heiland ist und aller Welt Verlangen. Erhebe seinen Ruhm, stimm' 2. Statt ihm den Weg zu streun mit grünem Laub der Palmen, empfang' ihn hocherfreut mit deines Dankes Psalmen und sprich: Gepriesen sey der Heiz land Jesus Christ, der aus des Vaters Schooß auf Erden kommen ist! 3. Wir danken dir, o Herr, daß du zu uns gekommen, daß du hast Fleisch und Blut wie Kinder angenommen. Sanfte müthig kamst du, arm, ein König ohne Pracht, und doch der ew'ge Sohn, voll Herrlichkeit und Macht. 4. Erscheinst du, Gottes Sohn, als Mensch auf dieser Erden, muß dann nicht unser Herz voll Trost und Frieden werden? D'rum hast du deinen Glanz in Niedrigkeit gehüllt, daß unsre Angst und Furcht auf ewig sey gestillt. 5. Erscheinen wirst du einst zum großen Weltgerichte; o, laß uns wandeln stets in deiner Wahrheit Lichte, daß wir dann auch getroft dir, unserm Richter, nahn und unsern Gnadenlohn aus deiner Hand empfahn. 6. Das Hosianna wird als dann von Neuem klingen, dann werden wir vereint mit Engelschaaren singen: Gelobt sey Got tes Sohn, der ewig war und ist, gelobet sey der Herr, der Heis land Jesus Christ! Von der Erscheinung und Geburt Jesu Chrifti. 73 Mel. Nun preiset Alle Gottes 2c. 4. Was sind wir, daß das 143. Laßt ihn uns preisen, höchste Gut so große Dinge an den Friedefürst und uns thut? Was sind wir, daß Held, schon früh verheißen ward uns Gott so liebt, uns seinen er der sünd'gen Welt. Die Völker Sohn zum Heiland giebt? sahn ihm lang' entgegen, hoffend 5. So nimm ihn denn mit auf Heil und auf ew'gen Segen, Freuden an, mach' ihm zu dei2. ,, Zerreiß den Himmel!" nem Herzen Bahn: gieb dich so flehten brünstig sie unterm ihm ganz zu eigen hin und lebe Getümmel irdischer Lebensmüh': stets in seinem Sinn. ,, Erscheine endlich hier auf Erden, der du uns Rettung und Troft sollst werden!" 3. Nun ist erfüllet die Zeit, die Gott ersehn; nun ist enthüllet das Heil aus seinen Höh'n; gestillt das sehnliche Verlangen, ewiges Licht ist uns aufge 6. Bei solcher Treu' giebt er dir Theil an dem von ihm erworb'nen Heil; doch hörst du seine Stimme nicht, so wartet deiner das Gericht. 7. Wie er voll Huld und Freundlichkeit erscheint in dieſer Gnadenzeit, so kommt er einst mit Majestät, zum Richter aller Welt erhöht. .8. Dann trifft die Sünder ew'ge Pein; die Frommen gehn zum Leben ein und in des Vaters ew'gem Reich macht er sie seinen Engeln gleich. 9. Gelobt sey von uns Jesus Christ, der uns zum Heil erschienen ist! Gelobt sey Gott, der In eigener Melodie. 144. ob sey dem aller- ihn gesandt; sein Ruhm erfülle höchsten Gott! Er- jedes Land! barmend sah er unsre Noth und sandte Jesum, seinen Sohn, zu uns von seiner Himmel Thron. In eigener Melodie. 2. Ihn fandt er, unser Trost 145. Lobt Gott, ihr Chriften, allzugleich in Fr zu seyn, vom Sündendienst uns seinem höchsten Thron! zu befrein, mit Licht und Kraft schleußt uns auf sein Himmeluns beizustehn und uns zum Himmel zu erhöhn. reich und schenkt uns seinen Sohn.:,: 3. D welch ein liebevoller Rath; welch unaussprechlich große That! Welch Gnaden werk, dem feines gleicht, das nie der Menschen Lob erreicht! 2. Der Sohn kommt aus des Vaters Schooß, ein Heiland uns zu seyn, er wird ein Mensch, wird arm und bloß, uns ewig zu erfreun.:,: gangen. 4. Nun wird gepredigt des Höchsten gnäd'ges Jahr, Alles erledigt, was noch gebunden war; belohnt der Dulder treues Hoffen; Gläubigen steht nun der Himmel offen. 74 Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. 3. Der alle Dinge trägt und hält mit göttlicher Gewalt, kommt arm und niedrig in die 4. Macht hoch das Thor, die Pforten weit, ihn zu empfangen seyd bereit und öffnet eure Welt, erscheint in Knechtsge- Herzen gern dem Ehrenkönig, ftalt.:,: eurem Herrn! So kommt er freundlich auch zu euch und mit ihm Glück und Heil zugleich. 4. Er wechselt mit uns wunderbar, nimmt unsre Armuth an, uns aber beut er Güter dar, die Niemand schäßen kann.:,: 5. Ja, fomm, mein Heiland, auch zu mir, geöffnet ist des 5. Er wird ein Kind, um uns Herzens Thür; ach zeuch mit das Recht der Kindschaft zu ver- deiner Gnade ein; erfüll' uns leihn. Preis' ihn, begnadigtes ganz mit ihrem Schein; dein Geschlecht: das ew'ge Erb' ist Geist regier' uns allezeit und dein.:,: führ' uns einst zur Seligkeit! 6. Heut ist des Paradieses Thor uns wieder aufgethan, der Cherub steht nicht mehr davor: kommt, kommt und betet an!:,: Mel. Von Gott will ich zc. 147. Mit it Ernst, ihr Menschenkinder, bestellt das Herz in euch, es kommt das Heil der Sünder, der Held, an Wundern reich; er, den aus Gnad' allein, der Welt ten weit: er kommt, der Herr zum Licht und Leben, der Vater der Herrlichkeit! Der Himmel hat gegeben, will bei uns fehist sein Königreich und alle ren ein. Welt dient ihm zugleich. Er 2. Bereitet doch fein tüchtig ist's, der Heil und Leben bringt, den Weg dem großen Gast; dem laut die Schaar der From- macht seine Steige richtig, men singt. räumt fort, was ihm verhaßt; die Thäler füllet aus, erniedri get die Höhen und laßt ihm offen stehen ein jedes Herz und Haus. 2. Er ist gerecht, wie Keiner mehr, Sanftmüthigkeit geht vor ihm her; sein Scepter ist Barmherzigkeit und seine Kron' ist Heiligkeit. Er wendet alle unfre Noth und macht uns frei von Sünd' und Tod. Mel. Vater unser im Himmelr. 2C. 146. Macht hoch das Thor, die Pfor 3. D wohl dem Land', o wohl der Stadt, die diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! Ein unvergänglich Freudenlicht strahlt aus von seinem Angesicht. 3. Ein Herz, das Demuth liebet, das will der Herr erhöhn; ein Herz, das Hochmuth übet, das wird zu Grunde gehn; ein Herz, das lauter ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kömmt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen in dieser Gnadenzeit, aus Güte Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. 75 und Erbarmen, Herr Jesu, selbst Mel. Wie schön leucht't uns ic. bereit! Zeuch in mein Herz hinein; o komm mit deinem Se- 149. Nun ist die Finſtergen! Ich harre dir entgegen, dein ewig mich zu freun. entflohn; Heiden sehn den Morgen schon und finden den Erretter. Du, den Gott in die Welt gesandt, zerstörtest mit gewalt'ger Hand die Tempel falscher Götter. Du selbst sammelst deine Heerde; Himmel, Erde sahn mit Freuden Gottes Sohn die Menschen weiden. 148. № Mel. Wachet auf, ruft uns ic. acht umhüllte rings die Erde, da sprach noch einmal Gott: es werde! und Licht entströmte seinem Thron. Christus kam, das Licht der Heiden, der Hirt will selbst die Heerde weiden; als Mensch in dir; Gott kommt durch dich, 2. Der Gottheit Fülle wohnt erscheinet Gottes Sohn. Er hat mein Heil, zu mir und zeigt mir in unsre Nacht der Wahrheit seine Liebe. Du nimmst mein Licht gebracht. Jauchzt ihm Alle! In seinem Schein sollt ihr euch sterblich Wesen an und brichst freun und schon auf Erden se- ich nicht hülflos bliebe. Ewig, mir die daß lig seyn. 2. Dieses Licht erlischt nie wie- Herr, soll mein Gemüthe deine Güte hoch erheben; du, mein der, sein Glanz strahlt herrlich zu uns nieder und Gottes Heil ist Heiland, bist mein Leben. uns bekannt. Tragt es nun von 3. Ein Herz, das deine WahrVolk zu Volke, zerstreut des Irrheit liebt und dir sich findlich thums düstre Wolfe, erleuchtet übergiebt, das kannst du nicht werde jedes Land. Ihr Völker, verschmähen. Wer sich zu deinen nehmt ihn auf und richtet euern Füßen setzt und sich an deinem Lauf froh gen Himmel. Er geht Wort ergößt, wird, wie du bist, voran und macht euch Bahn, am dich sehen. Bei dir bleib' ich trotz Ziel die Krone zu empfahn. dem Spötter. Sonst kein Ret ter ist auf Erden, durch den Sünder selig werden. 3. Hört im Geist der Engel Chöre: Gott in der Höh' sey Preis und Ehre! stimmt ein in ihren Lobgesang. Kommet zu dem Mahl der Gnaden, zu dem auch ihr seyd eingeladen, und bringt ihm ewig Preis und Dank; entbrennt in Sinn und Muth von heil'ger Liebe Gluth. Glaub' und Hoffnung trägt euch empor zum Himmelsthor, hinauf zu dem, der euch erfor. 4. Ich will mich dir zum Opfer weihn und so dir ewig dankbar seyn, mein Licht, mein Heil, mein Tröster! Ich bete dich in Demuth an. Wer ist, der mich verdammen kann? ich bin ja dein Erlöfter. Von dir nehm' ich Gnad' in Fülle, Fried' und Stille; Freud' und Segen find' ich, Herr, auf deinen Wegen. 76 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Chrifti. Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag ic. 150. N un kommt das neue Kirchenjahr; deß freue sich der Christen Schaar. Dein König kommt, d'rum freue dich und nimm ihn auf herzinniglich. Hallelujah! 2. Von einem Jahr zum andern fort vernehmen wir sein Gnadenwort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sey dafür von uns gepreist. Hallelujah! der Völker Segen. 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt und was den Glauben in uns mehrt, das laß zu unserm Heil gedeihn; dir sey Lob, Ehre, 152. Preis allein. Hallelujah! Mel. Es traure, wer da will c. 151. fomm, du Trost der Welt, hör' unser Flehen; komm, Rath und Kraft und Held aus Gottes Höhen! Gesalbter, komm herab, dein Volk zu führen; komm, Friedensfürst, dein Stab soll uns regieren! 2. So sang der Väter Mund, die Gott sich weihten und sich im alten Bund des neuen freuten. Sie sahn manch hundert Jahr dem Herrn entgegen, der längst verheißen war der Welt zum Segen. kaum, daß ein Hirt noch wacht bei seinen Schafen. Da seht! ein neues Licht in Juda's Grenzen. So kann am Mittag nicht die Sonne glänzen. 4. Auf Erden herrscht die Nacht, die Völker schlafen; 5. Triumph, der Herr ist da, auf den sie harrten! Ihr dürft, Hallelujah! nun nicht mehr warten. Vom Himmel kommt der Held euch mild entgegen; hier ist das Heil der Welt, Mel. Mein Freund zerschmelzt zc. ohn Gottes, der vom Himmel sich gesenfet, der du zu mir herab in's Elend famst, was für ein mächt'ger Trieb hat dich gelenfet, daß nied're Knechtsgeftab du an dich nahmst? Die Liebe hat's allein gethan, sie sah' erbarmend mich in meinem Jammer an. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, daß du für mich das größte Wunder thust. Die Liebe bringt dir Kämpf und bitt're Schmerzen, da, mir zu Gut, du unter Dornen ruhst. O unerhörte Liebesgluth, da selbst das ew'ge Wort nahm an sich Fleisch und Blut. 3. Der Sohn des Höchsten ist 3. Froh ward, wer seinen Tag mir gleich geworden; ein Mensch, im Geist gesehen; des Glaubens wie wir, der Herr der HerrlichAuge mag, was fern, erspähen. feit. Die Gottheit selbst tritt in Doch der Erwartung Schmerz der Menschen Orden, die Ewige stieg immer höher, da rief Gott feit vermählt sich mit der Zeit. Trost in's Herz der frommen Das Leben fehret bei uns ein; Seher. es wohnt das Licht der Welt bei uns mit seinem Schein. 4. So wird in ihm die Mensch Von der Erscheinung und Geburt Jesu Chrifti. 77 heit ausgeföhnet, die Reinigkeit| mich der laut're Strom aus seider Seelen wiederbracht. Wir ner Lieb' erfüllt. find in ihm mit Ehr' und Ruhm gekrönet, da er uns von der Sünde frei gemacht. Die Erde wird durch ihn erneut; sie wird zum reinen Thron der Gottheit eingeweiht. 9. Auf, auf, mein Geist, stimm' an die Freudenlieder, erhebe dich durch seiner Gnade Macht! Des Himmels heller Glanz bestrahlt dich wieder; was du verlorst, ist völlig wiederbracht. O welch ein überschwänglich Heil! Die Kind schaft Gottes wird durch Christum mir zu Theil. 5. Die Weisheit wohnt nun wieder auf der Erden, ein neues Paradies hebt für uns an. Nun fönnen wir aus Gott geboren werden, wenn wir dem Menschgebor'nen gläubig nahn. Die 153. neugeschaff'ne Seele spürt, daß fie ein höh'rer Geist aus Nacht und Tod geführt. Mel. Mein Salomo zc. S ist denn nun die die rein des Höchsten Ebenbild Hütte aufgebauet, uns zeigt; vor der das Heer des Himmels tief sich neigt und 6. Kein Elend kann mun meisie mit freudiger Bewund'rung ner Seele schaden: Immanuel schauet, weil ihres Gleichen diese ist bei mir in der Noth. Ich darf weite Welt an Pracht und Herrzu ihm nur gehn, dem Quell lichkeit nicht in sich hält. der Gnaden, so hab' ich Trost für Elend, Schmerz und Tod. Der Jammer, der noch an mir klebt, kann nicht verderblich seyn, weil Christus in mir lebt. 2. Doch der weiß hier nichts Herrliches zu preisen, der das nur sieht, was sich von außen zeigt. Der fasset nicht, was in den Staub uns beugt, wer Alles rich7. Die Sünde kann mich auch tet nach gewohnten Weisen; vor nicht mehr verdammen, denn ihm bleibt diese Trefflichkeit ver meines Heilands Tod kommt steckt, die nur durch Gottes Licht mir zu Gut; und drohen mir wird aufgedeckt. verderblich ihre Flammen, so lösch' ich sie mit Chrifti theurem Blut. Mein Jesus dämpft den bösen Trieb; er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 3. Vollendet ist die Hütte, die ich meine, in deiner Menschheit, ew'ger Gottes Sohn. Du kamst herab von deines Vaters Thron, daß deine Herrlichkeit in ihr er= scheine; und so hat Gottes hohe Majestät den Tempel unter uns, der ewig steht. 8. Durch ihn hab' ich ein ewig Leben funden, das mir viel Reichthum, Lust und Ehre schafft. Er ist mit mir, ich bin mit ihm verbunden und fühle täglich seiner Liebe Kraft. Ich bin vergnügt und ganz gestillt, weil 4. O großes Werk, Geheimniß sonder Gleichen! Wer hat wohl je so Herrliches gehört, daß in die Menschheit Gott ist einge 78 Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. fehrt! Anbetend schweigt, ihr zu seyn. Uns Sündern ward werdet's nicht erreichen; verehret gegeben zum Retter Gottes Sohn; still die unumschränkte Kraft, mit ihm erschien das Leben, die euch zum Heil dies große mit ihm des Himmels Lohn. Wunder schafft. 2. Kommt, laßt uns nieder5. Durch Christum wohnt der fallen vor unserm Mittler Jefus Gottheit ganze Fülle nun alle Christ, ihn preisen, daß er Allen zeit im menschlichen Geschlecht, Erretter, Freund und Bruder ist. und nimmer weicht von uns Er gleicht der Morgensonne in sein Licht und Recht; das ist ihrem ersten Strahl, verbreitet des Vaters gnadenvoller Wille. Licht und Wonne und Leben Schwand uns die Hütte gleich überall. Von ihm strömt Heil aus dem Gesicht, doch weicht die und Gnade auf unsre Welt herGottheit aus der Menschheit ab; er führt auf lichtem Pfade nicht. uns über Tod und Grab. 6. Und Christus bleibt erhöht, 3. Frohlockt, ihr Mitgenossen ein Thron der Gnaden, den En- der Sünde und der Sterblichkeit, gel auch gelüftet anzuschaun; nun ist nicht mehr verschlossen ihm nahn die Gläubigen sich voll der Eingang zu der Herrlichkeit! Vertraun und werden ihrer Zu unsrer Erde nieder kommt Schuld von ihm entladen; Ver Gottes ew'ger Sohn und hebet söhnung, sonst in Bilder eingeseine Brüder empor zu Gottes hüllt, ist uns in ihm wahrhaftig nun erfüllt. 7. Sohn Gottes, du, der vormals angenommen zu unserm Trost die menschliche Natur, die nur in dir nicht zeigt der Sünde Spur; du, aus der Höh' zu uns herab gekommen, nimm unser Herz zu deiner Hütte hin, bis du auch uns hinauf kannst zu dir ziehn. Thron. Er ward das Heil der Sünder und der Verlor'nen Hort; hier sind wir Gottes Kinder, und Gottes Erben dort. 4. Du, dem die frohe Menge der Engel und Verklärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Volk im Staube bringt. Auch du warst hier auf Erden, was deine Brüder sind, erduldetest Beschwerden wie jeglich Menschenkind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder Mel. Nun lob' mein' Seel' ac." 154. Von dieser Erden seyn, wenn sie entrückt der Erden sich deines Anschauns freun. Staube steigt auf zu dir mein Lobgesang; dir, 5. Schmückt uns die SiegerHerr, an den ich glaube, bringt frone, wenn wir zum Himmel meine Seele Preis und Dank. sind erhöht, dann stehn wir nah' In dir, dem Menschgebor'nen, soll alle Welt sich freun, und jeder der Verlor'nen sey froh, erlöst am Throne und schauen deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne steigt dann das Lob zu Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. 79 dir, weit über Sonn' und Sterne| tröstlich, du Fels des Heils, du erhaben jauchzen wir; und Lebenshort! mit des Himmels Heere schallt 3. Wie glorreich von den unser Lobgefang: dem Ewigen Banden des Todes auferstanden sey Ehre, dem Welt- Versöhner- hast du den Tod besiegt! bist Dank! herrlich aufgefahren, thronst unter Himmelsschaaren, bis Alles dir zu Füßen liegt. Mel. Lobt Gott, ihr Christen sc. 155. as in der heil'gen Nacht erklang aus sel'ger Geister Heer, das sey auch unser Lobgesang, Gott in der Höh' sey Ehr'! 2. Von aller Welt erschalle dir, o Jesu, Dank und Lob! dich, unsern Retter, preisen wir, der Mel. Valet will ich dir geben c. uns vom Staub' erhob. 3. Du sprachst zur Finsterniß: 157. pfangen und wie entweich! da floh des Irrthums Nacht. Du haft das lichte Got tesreich in Herz und Welt gebracht. begegn' ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier! O Jesu, Jesu, zünde dein Licht der Seele an, daß sie erkenn' und finde, was dir gefallen kann! 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin; ich will in Freudenpsalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dies nen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meiner Seligkeit, da über alle Maßen mich drückte Schmerz und Leid? Als mir das Reich genommen, da Fried' und Freude lacht, da bist, mein Heil, du kommen und hast mich froh gemacht. 4. Nun bürgen Sorge selbst und Schmerz für uns'rer Kindschaft Recht. Zum Vater hebt sich unser Herz; wir sind ja sein Geschlecht. 5. Dank dir, daß du uns Brüder nennst: darauf ruht unser Heil; wen du als Bruder anerkennst, hat ewig an dir Theil. 4. Wie groß sind deine Werke! Wie preif' ich deine Stärke! Wie herrschest du allein! Wer wäre nicht, o König, dir treu und unterthänig, um stets in deiner Huld zu seyn? Mel. Nun ruhen alle 2c. 156. Wie lieblich tönt die Kunde, ste geht von Mund zu Munde, daß ein Erlöser ist! Ja lieblich und erquickend, beseligend, entzückend ist schon dein Name, Jesu Christ! 4. Ich lag in schweren Banden; du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden; du kommst und machst mich groß. Du hebst mich hoch so köstlich; wie ist dein Tod so zu Ehren, schenkst große Güter 2. Wie süß ist deine Lehre, wie groß ist deine Ehre, wie heilig ist dein Wort! Wie ist dein Blut 80 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. mir, die nimmer sich verzehren Mel. Vom Himmel hoch sc. und bleiben für und für. 5. Nichts, nichts hat dich ge- 158. Millkommen, gnatrieben zu mir vom Himmels zelt, als dein getreues Lieben, du wie glänztest du in HimmelsHeiland aller Welt. Du littest Pracht! Wie freute sich der Entausend Plagen, du trugst der Sünde Last und Keiner darf verzagen, den du erlöset hast. gel Schaar, als Jesus Christ geboren war! 6. Das schreib' dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei deinem Gram und Schmerze, der sich häuft mehr und mehr. Seyd unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 2. Bewundernd beteten sie an, da sie den Trost der Völker sahn. Voll Ehrfurcht hört der Hirten Ohr, was jauchzend fang des Himmels Chor. 3. Allein Gott in der Höh' sey Ehr' und Fried' auf Erden weit umher! Sein Wohlgefallen habe nun der Herr auch an der 7. Ihr dürft euch nicht bemü- Menschen Thun! hen, noch sorgen Tag und Nacht, 4. Die Hirten beten an und wie ihr ihn wollet ziehen mit eu- gehn, in Bethlehem ihr Heil zu res Armes Macht. Er kommt, er fehn, und wer den Neugebor'nen kommt mit Willen, ist voller Lieb' sah, sprach hocherfreut: der Herr und Lust, all' Angst und Noth ist da. zu stillen, die ihm an euch bewußt. 5. Wer ist wohl diesem Kinde gleich? Es bringt der Gnade sel'ges Reich. Wie hoch sind wir von Gott geliebt, daß er den ein'gen Sohn uns giebt. 6. Der Sohn, der Alles trägt und hält, kam uns zu Gut in unsre Welt; auf Erden hat, wie wir, gewohnt, der in dem höchsten Himmel thront. 8. Schreckt euch der Feinde Tücke und ihr ihr vermeßnes Dräun: in einem Augenblicke wird sie der Herr zerstreun. Er kommt, er kommt, ein König, dem alle Macht und List der Hölle viel zu wenig zum Widerstande ist. 9. Einst wird er wiederkommen, den Bösen zum Gericht, 7. Ja, Gottes Lieb' ist unbe den Schaaren seiner Frommen schränkt. Der Gott, der seinen mit Gnad' und süßem Licht. Sohn uns schenkt, giebt Alles, Komm, Jesu, unsre Sonne, und was uns heilsam ist, auf ewig leit' uns allzumal zu ew'ger nun durch Jesum Christ. Freud' und Wonne in deinen Himmelssaal. Vom Leiden und Tode Jesu. VIII. Vom Leiden und Tøde Jesu. Mel. Dir, dir, Jehovah, will c. Ruhm blieb auch im schwersten 159. Ah, sieh ihn dulden, Kampf dein Eigenthum. bluten, sterben, o meine Seele; sag' ihm frommen Dank! Sieh Gottes ein'gen Sohn und Erben, wie mächtig ihn die treufte Liebe drang! Wer hat wohl je so heiß wie er geliebt, der auch sein Leben für die Feinde giebt? 6. Herr, dies dein Beispiel soll mich lehren, des Lebens Ünschuld sey mein Ehrenkleid. Gern will ich deine Stimme hören und freudig thun, was mir dein Wort gebeut. Die Dankbarkeit dringt innigst mich dazu; wer hat es mehr um mich verdient, als du? 2. Wie dunkel waren jene Stunden, o Herr, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden; und, ach, es floß zum Heil und Troft für mich! Noch heute ruft es mir ermunternd zu, daß du mich liebst, du heil'ger Dulder du. 7. Nie will ich mich am Feinde rächen: für deine Mörder flehte dein Gebet; nie Gottes Führung widersprechen, wenn sie auch durch die Nacht der Trübsal geht. Auf Dornen gingst du selbst zum Ziele hin: ich folge dir, weil ich dein Jünger bin. 3. So sollt' es seyn du muß- 8. Was fürcht' ich noch des test leiden; dein Tod macht mir Grabes Schrecken? dein Tod des Vaters Liebe fund. Er wird nahm ja dem Tode seine Macht. für mich ein Quell der Freuden, Mag meinen Leib die Erde ein Siegel auf den ew'gen Frie- decken; zum Leben bist du, Ledensbund. So wahr dich Gott bensfürst, erwacht: zum Leben zum Opfer gab für mich, so feste steht's, er liebt mich väterlich. 4. Nun bin ich dein und Got tes Erbe, nun seh' ich in sein Vaterherz hinein. Wenn ich im Glauben leb' und sterbe, dann ist die Seligkeit des Himmels mein. Ob Sonn' und Mond und Erde untergehn: mir bleibt doch ewig Gottes Gnade stehn. 5. Ja, mir zum Trost und dir zur Ehre gereicht dein Leiden und dein Kreuzestod; bestätigt hat er deine Lehre, die, nie vergeht, wenn gleich die Hölle dröht. Der Unschuld Frieden und ihr hoher 81 geh' auch ich aus meiner Gruft verklärt hervor, wenn deine Stimme ruft. 9. Nimm hin den Dank für deine Plagen, den dir, mein Ret ter, treue Liebe bringt. Noch heißern Dank will ich dir sagen, wenn dir mein Geist im Chor der Engel singt. Dann stimmen alle Sel'gen jauchzend ein; der ganze Himmel wird dann Zeuge seyn. mel. Traurigkeit, o Herzeleid! 2cO 160. [ m Kreuz erblaßt, der Marterlast nach F Am 82 Vom Leiden und Tode Jesu. schwerem Kampf entnommen, Mel. Nun laßt uns den Leib ic. ist im Grabe Jefus nun erst zur 161. An deine Leiden denwir, Herr Jeſu Christ, und danken dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil getragen hast. 2. Wir folgen dir im Geiste nach zu jeder Stufe deiner Schmach; wir schaun zu deinem Kreuz hinan und beten dich bewundernd an. 3. Wir segnen, Herr, den Dornenpfad, den, uns zu gut, dein Fuß betrat; uns strömet Kraft und Trost und Ruh' aus deinem bittern Leiden zu. 2. Ein heil'ger Schmerz durchbringt mein Herz; ach Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust fann ich voller Wehmuth schlagen. 3. Du schirmest mich und über dich gehn aller Trübsal Wetter. Sterben wolltest du für mich, göttlicher Erretter. 4. Du hast's gethan; dich bet' ich an, du König der Erlösten. Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht, riefst du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei, für uns hingegeben. 6. Hochheil'ge That! Des Höchsten Rath faff ich hier nicht im Staube. Dort schau' ich in hellem Licht, was ich fromm hier glaube. 7. Als er gebot, gab selbst der Tod zurück, was er bezwungen. Leicht hat sich der Lebensfürst selbst dem Grab entschwungen. 8. Des Todes Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn es wird durch deinen Tod mir ein Weg zum Schauen. 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, den Reuigen die Schuld vergiebt, den starken Troft in aller Noth, erwarb, Erlöser, uns dein Tod. 5. Daß ewig unsre Seele lebt und sich zur bessern Welt erhebt, die Lehre muß nun fest bestehn, dein heil'ges Reich kann nicht vergehn. 6. Mit ungewissen Schritten geht, auf eigner Bahn, wer dich verschmäht. Wir glauben dir und zweifeln nicht, du bist uns Leben, Trost und Licht. 7. Voll Dank und Freude folgen wir dir, unserm Herrn und Retter, hier; dort führst du, nach vollbrachter Zeit, uns zu des Himmels Herrlichkeit. 9. Ich preise dich; erforsche mich und siehe, wie ich's meine; ja du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund ic. 10. Herr, ich bin bein; du 162. Bereiter im bet wollest mein in Ewigkeit geden hinauf gen Golgatha, auf des fen. Ganz will ich aus Herzens- sen blutgetränkten Höhen, was grund mich in dich versenken. nie ein Engel faßt, geschah. Ver Vom Leiden und Tode Jesu. 83 nimm an diesem heil'gen Orte| 5. Wer kann die hohen Leiden des sterbenden Erlösers Worte, und eigne ihre Kraft dir an. Sie können reichen Troft im Leben und einst im Tode Troft dir geben, wenn sonst dich nichts mehr tröften fann. 2. Er läßt mit liebevollem Herzen den Blick auf seinen Feinden ruhn; vergieb, ruft er in seinen Schmerzen, sie wissen, Herr, nicht, was sie thun. Der menschenfreundlichste der Beter fleht noch am Kreuz für Missethäter, die auf ihn häufen Bein und Schmach. O Mensch, den Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Erlöser nach! faffen, als Christus an dem Kreuze rief: warum, Gott, haft du mich verlaffen? Wie beugt ihn unsre Schuld so tief! Doch selbst in diesen dunklen Stunden, da er das Schrecklichste empfunden, bleibt Gott noch seine Zuversicht. Muß ich den Kelch des Leidens trinken, will meine Seele ganz versinken, dann, Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! 6. Mich dürftet! flagt erschöpft von Schmerzen, entblößt von Allem, was erquickt, der Göttliche, der Aller Herzen mit Trost und Hülfe gern beglückt. Noch immer ruft er um Erbarmen aus tausend hülfsbedürft3. Welch Beispiel kindlich gen Armen, die Blöße, Durst und frommer Triebe, als unter Lei- Hunger drückt. O selig, wer den den ohne Zahl der Herr dem Ruf erfüllet! denn wer der ArJünger seiner Liebe die Mutter men Klagen stillet, der hat den sterbend noch empfahl! Ach, seh' Heiland selbst erquicft. ich einst um mich die Meinen in meiner letzten Stunde weinen, so soll dies Wort mir Trost verleihn: den tief der Seinen Schmerz betrübte, der auch im Tode sie noch liebte, wird auch der Meinen Helfer seyn. 7. Nun enden sich die schweren Leiden, der Heiland spricht: es ist vollbracht! O Wort des Sieges, Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verflagen? Er starb für uns und wir sind sein. Gieb, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: es ist vollbracht, ich bin nun dein. 4. Verzagt nicht, reuige Verbrecher: wer glaubet, kommt nicht in's Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund des Weltversöhners spricht. Er ruft ihm tröstend zu: noch heute wirst wahrlich du an meiner Seite mit mir im Paradiese seyn! O Herr, laß an des Todes Pforte einst diese gnaden vollen Worte auch mich im leßten Kampf erfreun! 8. Das leßte Wort aus deinem Munde, als schon dein Aug' im Tode brach, sprech)' ich in meiner letzten Stunde dir, mein Er löser, gläubig nach. Du riefest: Vater, ich befehle in deine Hände meine Seele! und sterbend 82 84 Vom Leiden und Tode Jesu. neigte sich dein Haupt. Auch ich nicht Hohn? Nein, ich will ihn befehl' an meinem Ende einst meinen Geist in Gottes Hände: dann schau' ich, was ich hier geglaubt. einzig lieben, meinen Jefum nie betrüben. 073) 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. O mein Herz, was zageft du? Sieh', aus heil'gem Mittlers- Triebe schafft dir Jesus In eigener Melodie. 163. Christe, du Lamm sterbend Ruh. Wer verdammt Gottes, der du ist hier, Gott verträgst die Sünde der Welt, er zeiht durch Christum mir: d'rum, barm' dich unser! aus dankbar reinen Trieben, will ich Jesum wieder lieben. 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm' dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gieb uns deinen Frieden. Amen! B 164. De Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. er am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb' ist Jesus Christ. Weichet all ihr eitlen Triebe, fern sey, was nicht himmlisch ist. Luft der mel. Christus, der ist mein Leben ic. Welt ist nicht von Gott, ihre Liebe 165. Die Sonne stand verbringt finstert, der tag ward zur Nacht; nun hat er überwunden und spricht: es ift vollbracht. nur zu lieben, dazu fühl ich mich getrieben. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Prüft mich beide, Luft und Schmerz, ob ich ihm wohl treu verbliebe. Von ihm scheidet nichts mein Herz, keine Macht, kein Gold, fein Ruhm, keine Schmach, kein Marterthum: dem bisher ich treu verblieben, Jesum will ich ewig lieben. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Spötter, was verlachst du 2. Des Tempels Gründe mich, daß ich mich im Glauben wankten, der Vorhang riß entübe? Starb mein Heiland nicht zwei; so wird der Welt verkünfür mich? Jesus ist mein Frie- det, der Zugang sey nun frei. densschild, Jesus ist mein Lebens- 3. Denn er ist durchgedrunbild: meinen Jesum will ich lieben und mich stets im Glauben üben. gen für uns zu Gottes Thron, der ew'ge Hohepriester, des Allerhöchsten Sohn. 4. Kein Opfer mehr darf bluten, der Fried' ist nun gemacht und aller Welt Erlösung durch feinen Tod vollbracht. 5. D du, der mich versöhnte dem Richter aller Welt, du haft 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du bestegst mich nicht. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich ging in's Gericht! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? Spräch' ich seinem Blut Vom Leiden und Tode Jesu. 85 das Heil der Sünder auf ewig| ten; Preis, Anbetung, Dank hergestellt. sey dir lebenslang, mein Heil, dafür. 6. Nun wohnt in fich'rer Ruhe das menschliche Geschlecht: dein Volk regierst du herrlich nach deinem heil'gen Recht. 7. Einst führest du die Deinen in deines Vaters Reich und machst an Ehr' und Würde sie seinen Engeln gleich. 8. Den Tod darf ich nicht fürchten, der mich von hinnen rafft: er ist schon überwunden durch deines Todes Kraft. 9. Durch ihn komm' ich zum Ziele, vollbracht ist dann mein Lauf; dann nimmt in seine Hände auch mich der Vater auf. 4. Herr, der tausendfache Schmerzen mir zu Liebe gern ertrug, deinem mitleidsvollen Herzen war mein Friede Lohn genug. Trost in meinen letzten Stunden floß auch mir aus deinen Wunden; Herr, ich dank, ich danke dir einst im Tode noch dafür. 5. Ruh' im Leben, Trost am Grabe, welch ein seliger Gewinn, den ich dir zu danken habe, dir, deß ich auf ewig bin! Dir mein ganzes Herz zu geben, deinem Vorbild nachzustreben und dereinst zu sterben dir, Herr, dies sey mein Dank dafür. Mel. Jesu, meines Lebens zc. 166., der Menſchen Heil und Leben, deß fich meine Seele freut, der 167. Du beffen Augen Mel O Haupt voll Blut zc. u, dessen flossen, sobald sie für sprung meiner Seligkeit; du, der Zion sahn, zur Frevelthat entlieber wollte sterben, als mich schlossen, sich seinem Falle nahn: laffen im Verderben; ach, wie wo ist das Thal, die Höhle, die, dank', wie dank' ich dir, mein Jesu, dich verbirgt? Verfolger Erlöser, g'nug dafür! feiner Seele, habt ihr ihn schon erwürgt? 2. Gottes Rathschluß zu erfüllen, gingst du deine Leidens- 2. Welch ängstlich banges bahn; ja, du stiegst um unsert- Klagen hörst du, Gethsemane! willen gern den Todesberg hin- Wer ist der Mann der Plagen, an. Du vergaßest eigne Schmer- der langsam Sterbende? Es ist zen, trugst nur unsre Noth im das Heil der Sünder, der MittHerzen; diese Liebe preisen wir, ler für die Welt, der, statt der ewig sey dir Dank dafür. Menschenfinder, hier in's Gericht sich stellt. 3. Frevler frönten dich zum Hohne, o du König aller Welt, 3. Seht, wie er tief im Stauund im Schmuck der Dornen be, bedeckt mit Angstschweiß krone wurdest du zur Schau ge- liegt und doch sein starker Glau stellt. Das hast du für mich gebe im heißen Kampfe fiegt! litten, mir die Ehrenfron' erstrit- Schon naht die freche Rotte, die 86 Vom Leiden und Tode Jesu. kein Erbarmen rührt, die unter Zagen und bist bis in den Tod Hohn und Spotte ihn zu dem betrübt; wie sollte mir das Herz Richtstuhl führt. nicht schlagen, der ich der Sünden viel verübt? Mir ziemt es, daß ein Herz voll Reu stets meines Betens Anfang sey. 3. Du meidest selbst der Jünger Blicke und sucheft fern die Einsamkeit; so zieh' auch ich mich still zurücke und fliche, was mein Herz zerstreut. Mit dir laß mich alleine seyn, wenn betend ich vor Gott erschein'. 4. Sein Volk im wilden Grimme erweicht sein Anblick nicht und nicht des Mitleids Stimme, die aus dem Heiden spricht. Mit frechem Hohngelächter ruft ihre blinde Wuth: auf unsre Söhn' und Töchter komm', wie auf uns, fein Blut! 5. Sie häufen seine Plagen noch auf der Todesbahn; er wird an's Kreuz geschlagen; o Seele, bet' ihn an! Ihn höhnt in Wort und Mienen sein Volk bei seinem Schmerz; er ruft: vergieb es ihnen! in Liebe bricht sein Herz. 6. Bald nahet sich sein Scheiden, des Todes stille Nacht; nun enden seine Leiden, er stirbt, es ist vollbracht. Es hat nun überwunden aus Juda's Stamm der Held; Versöhnung ist gefunden für die gefall'ne Welt. 7. Der du zum Heil der Sünder dein Haupt am Kreuz geneigt, du Freund der Menschenfinder, hier liegen wir gebeugt, dir danken wir im Staube, dir, der uns Heil gewann. Dich preist der Deinen Glaube; nimm unfer Opfer an. Mel. O daß ich tausend zc. u 168. gehst zum Garten, dort zu beten; ich geh' im Geist, mein Jesu, mit. Laß mich an deine Seite treten; ich weiche von dir keinen Schritt. Dein Beispiel zeige mir dabei, welch ein Gebet gesegnet sey. 2 Du gehest zitternd und mit 4. Du wirfst dich knieend hin zur Erden, fällst nieder auf dein Angesicht; so soll die Demuth sich geberden, wenn sich das Herz mit Gott bespricht. Tief beug' ich vor ihm meinen Sinn, ich, der ich Staub und Asche bin. 5. Du rufest zu dem lieben Vater, greifst voll Vertrauen ihm an's Herz; dein Vater ist auch mein Berather, d'rum ruf' ich mit dir himmelwärts. Ach Glaub' und Liebe sind mir noth, sonst ist mein Beten falt und todt! 6. Geduld'ger Jesu, du bleibst stille; dreimal erneut die Bitte sich; gewiß ist auch an mich dein Wille, ich soll anhalten kräftiglich. Find' ich nicht Ruh' beim ersten Mal, so ruf und bet' ich ohne Zahl. 7. Dein Wille senkt sich in den Willen des ewig weisen Vaters ein; so soll auch mein Gemüth fich frillen, dann wird mein Flehn erhöret seyn. Auch ich bet' in Gelassenheit: dein Will', o Gott, gescheh' all'zeit. 8. Du, Herr, erlangtest so Vom Leiden und Tode Jesu. 87 im Flehen Trost, Kraft, Sieg, Zeit zum Freudenopfer bringen. Leben, Herrlichkeit, und so soll Mein ganzes Leben weih' ich dir, es auch mir ergehen in dieser es soll nun dankbar für und für meiner Gnadenzeit; auf gleiches in deinem Dienst verfließen; und Beten folgt auch mir der gleiche was du mir zu gut gethan, das Segen, Herr, wie dir. will ich stets, so tief ich fann, in mein Gedächtniß schließen. In eigener Melodie. 169. in in Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und büßet in Geduld die Sünden aller Sünder. 5. Wohl auf, mein Herz, und öffne dich, dir soll ein Kleinod werden! fein Schaß, wie dieser, findet sich im weiten Schooß der Erden. Weg Ehr' und Lust der eitlen Welt! was vor dem AlEs gehet mit gelaß'nem Sinn len mir gefällt, hat nun mein. und schweigend seinen Weg da- Herz gefunden. Dies ist mein hin, begiebt sich aller Freuden; Schatz und höchstes Gut: Veres sieht die Marter, die ihm söhnung, Jesu, durch dein Blut droht, und will die Schmerzen und Heil aus deinen Wunden. und den Tod doch gern aus Liebe leiden. 6. Dies theure Gut foll allezeit zum Segen mir gedeihen, mich frästigen in jedem Streit, in Trübsal mich erfreuen; und naht die Todesstunde sich, so schau' ich glaubensvoll auf dich und werde selig enden. Ich trete dann zu deinem Thron und den verheißnen Gnadenlohn nehm' ich aus deinen Händen. 2. Dies Lamm ist Jesus, un ser Freund, der Retter vom Ver derben, der nach des Vaters Rath erscheint, am Kreuz für uns zu sterben. Wunderlieb', o Liebesmacht, Gott hat, was nie ein Mensch gedacht, uns seinen Sohn geschenket. O unerhörte Liebesthat, daß, der in sich das Leben hat, sich in den Tod gesenket. Mel. Ein Lämmlein geht 2c. 3. So lang' ich lebe, will ich 170. Erforsche mich, era aus meinem lafmein Herz sen; mit starker Liebe hältst du und steh', Herr, wie ich's meine; mich, so will auch ich dich fas ich denk an deines Leidens sen. Nur dir gefallen sey mein Schmerz, an deine Lieb', und Ruhm; ich will mich dir zum weine. Dein Kreuz sey mir geEigenthum auf ewig übergeben. benedeit. Welch Wunder der Nur du bist meine Zuversicht, und Barmherzigkeit hast du der Welt wenn mein Aug' im Tode bricht, erwiesen! Hab' ich dies wohl gebist du auch dann mein Leben. nug bedacht und dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? 4. Ich will von deiner Freund lichkeit, mein Jesu, täglich fingen und mich dir selbst zu aller 2. Rath, Kraft und Friede 88 Vom Leiden und Tode Jesu. fürst und Held, in Fleisch und| Pein für den, der dich verachtet, Blut gekleidet, wirst du das nicht, solcher Gnade werth zu seyn, Opfer für die Welt und deine im wahren Glauben trachtet! Seele leidet. Du zagest in Geth- der dein Verdienst zwar eingesemane, fühlst unsrer Sünden steht, dich aber durch sein Leben schrecklich Weh, die Strafen son- schmäht, durch seine Laster höhder Ende; auf dich nimmst du net. Wer dich nicht liebt, kommt der Menschen Schuld und giebst, in's Gericht; wer nicht dein mit göttlicher Geduld, dich in der Wort hält, liebt dich nicht, ihn Sünder Hände. hast du nicht verföhnet. 3. Erniedrigt bis zur Knechts- 7. Du hast gesagt, du wirst gestalt, voll Krankheit und voll die Kraft zur Heiligung mir Schmerzen, ertrugst du Spott, schenken; dein Blut ist's, das Schmach und Gewalt mit gott- mir Trost verschafft, wenn mich ergeb'nem Herzen. Wir sahy'n die Sünden Wir sah'n die Sünden fränken. Laß mich dich, der Verheißung Ziel, doch im Eifer des Gebets, laß mich in da war nichts, was uns gefiel, Lieb' und Demuth stets vor dir und nicht Gestalt und Schöne. erfunden werden. Dein Heil Vor dir, Herr, unsre Zuversicht, sey mir ein Schirm in Noth, verbarg man selbst das Ange- mein Stab im Glück, mein sicht; dich schmähn des Bun- Schild im Tod, mein letzter des Söhne. Trost auf Erden. 4. Ein Opfer nach dem ew'gen Rath, beschwert mit unsern Plagen und deines Volkes Miſsethat, gemartert und zerschlagen, still und geduldig wie ein Lamm, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm, um Seelen zu erretten. Dein Leben gabst du auch für mich, denn Gott warf Aller Sünd' auf dich, damit wir Friede hätten. 5. Du neigst dein Haupt, es ist vollbracht; du stirbst, die Erd' erschüttert. Die Arbeit hab' ich dir gemacht; Herr, meine Seele zittert. Was ist der Mensch, den du befreit! o laß in heißer Dankbarkeit mich deine Gnad' empfinden, und deine Liebe dringe mich zur Gegenliebe, daß ich dich nie freuzige mit Sünden. 6. Welch Warten einer ew'gen Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 2c. 171. th Erhab'ner Dulder, deine Liebe vollbringt ihr Werk im Todesschmerz, du folgest der Erbarmung Triebe, bringst Frieden in des Sünders Herz. Du bist die Wahrheit und das Leben; um uns zur Kindschaft zu erheben, betrittst du deine Leidensbahn. Wer dich im Glauben angenom men, darf als ein Kind zum Vater kommen und soll der Gnade Trost empfahn. 2. Verkläret haft du Gott auf Erden, verherrlicht seines Namens Ruhm; du hast durch Martern und Beschwerden uns dir erkauft zum Eigenthum. Wir sollten frei vom Dienst der Vom Leiden und Tode Jesu. 89 Sünden, geheiligt deinen Tod zagen, der ernstlich seine Schuld verkünden und deinem Bilde ähnlich seyn. Welch hohes Ziel, wonach wir streben; o laß uns nie in unserm Leben dein hei liges Verdienst entweihn! bereut. Der Herr hat unsre Last getragen, Gott ist ein Vater, der verzeiht. Nur laßt uns wandeln in der Liebe, daß wir aus dankbar frommem Triebe auch unserit Brüdern gern verzeihn. Wenn Rach' und Zorn das Herz entzünden, wer kann des Herren Lieb' empfinden und seines Heiles fich erfreun? 3. Verleih uns Weisheit, Kraft und Stärke, uns deinem Dienste ganz zu weihn und durch Vollbringung guter Werke stets wirksam für dein Reich zu seyn. Gieb, daß wir freudig von dir 7. Der Herr hat mächtig zeugen, damit sich Alle zu dir nei- überwunden und giebt uns seigen, die jetzt noch ferne von dir nen guten Geist, der uns in der stehn. Bald sey auf dieser gan Versuchung Stunden den sichern zen Erde Ein Hirte nur und Eine Weg zum Leben weist. Getrost Heerde: dies ist, o Vater! un ging er dem Tod entgegen, weil ser Flehn. ihn sein Gott, der Welt zum Se4. Oft geht der Weg durch gen, als Sühnungsopfer darnächtlich Grauen, auf dem uns gestellt. Stärk' uns, Herr, in Gott zum Ziele führt, doch wol- Versuchungszeiten, auf daß wir len wir fest darauf bauen, daß wachen, beten, streiten und er uns väterlich regiert. Mein stegen über Sünd' und Welt. Vater! es gescheh' dein Wille," 8. Ja, hilf uns Alles übersprachst du in demuthsvoller winden, was unserm wahren LeStille, als du zum Tode warst ben droht, erlöf uns von der betrübt. Herr, der uns voran- Macht der Sünden, bewahr' uns gegangen, laß uns den Kindes- vor dem ew'gen Tod. Laß wansinn erlangen, der sich in deinen dein uns in deinem Lichte, vor Rath ergiebt! deinem heil'gen Angesichte, fern von der Sünde finstrer Nacht. O hilf, daß in der letzten Stunde der Siegesruf aus deinem Munde der unsre sey: es ist vollbracht! 11 5. In deinem segensvollen Leben war dir kein irdisch Glück gewährt; du hast, von Dürftig keit umgeben, der Erde Güter gern entbehrt. Des Vaters gna- 9. Dein ist das Reich, die denreichen Willen durch Thun Macht und Ehre, das Richteramt und Leiden zu erfüllen, war deine an Gottes Thron. Dich preisen Speise, Gottes Sohn. Auch aller Engel Chöre, du bist wahruns, wenn Noth und Mangel haftig Gottes Sohn. Nimm drücken, wird Gott mit reichem auch von unserm schwachen HerTrost erquicken, du selbst, Herr, bist der Deinen Lohn. zen den Dank für deine Todesschmerzen, bis unser sterbend Auge bricht, und wir in jenen 6. Und kein Erlöster darf ver 90 Vom Leiden und Tode Jesu. Himmelshöhen dich, unsern| Ben Zähren ihm heute Lieb' und Herrn und Heiland, sehen von Treue schwören? Es ist voll Angesicht zu Angesicht. bracht! Mel. Es ist genug! so c. 172. S s ist vollbracht, das 6. Es ist vollbracht! Herr, ewig feierlich sey mir dein Todestag, dich preif' ich jetzt und Opfer für die Welt; einst noch preise dich mein letter das Licht der Wahrheit siegt. Herzensschlag! Hinauf zu dir Nun endlich wird des Irrthums blick' ich am Ziele und ruf in Nacht erhellt, die auf der Mensch- freud'gem Dankgefühle: Es ist heit liegt. Der Welterlöser hat vollbracht! vollendet, wozu der Vater ihn gesendet. Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Durch Leiden ohne Zahl that er für uns 173. Es ist vollbracht! so genug. Er ruhet nun von aller bittern Qual, die er aus Liebe trug. Sein Geist, entnommen dem Getümmel, steigt triumphirend auf zum Himmel. Es ist vollbracht! ruft am Kreuze des sterbenden Erlösers Mund. Dies Wort voll Trost und Leben reize zur Freude mich aus Herzensgrund. Was Gott auch mir zum Heil bedacht, das große Opfer ist vollbracht. morth 159 3. Es ist vollbracht; des Va- 2. Mein Jesus stirbt. Die ters Rath erfüllt zu seinem Preis Felsen beben, verdunkelt wird und Ruhm! Der Vorhang riß; der Sonne Schein; in Todte auf ewig ward enthüllt der Liebe dringt ein neues Leben, sie sol Heiligthum. Der seinen Mör- len Wunderzeugen seyn; der dern auch vergeben, bringt Al- Vorhang reißt; die Erde fracht len Heil und neues Leben. Es und die Versöhnung ist vollist vollbracht! bracht. 4. Es ist vollbracht! Wer sah 3. Wie viel, mein Heil, haft nicht Gottes Spur, als er am du erduldet, als dir das Herz Kreuz entschlief? Die Sonn' er im Tode brach! Du hast den losch, verhüllt war die Natur, Fluch hinweggewendet, der auf die Erd' erbebte tief. Zerrissen der Welt voll Sünden lag; verwurden Felsenwände bei des erschwunden ist des Todes Nacht, habnen Mittlers Ende. Es ist seitdem du riefst: es ist vollvollbracht! bracht! Jawanding det 5. Es ist vollbracht! Wie 4. Ich sehe den am Kreuze blieb' ein menschlich Herz wohl hangen, der mich vom ew'gen kalt und ohne Dank an dessen Tod befreit. Neßt, fromme Kreuz, der unterm tiefsten Thränen, meine Wangen, seyd Schmerz für uns zum Tode Zeugen meiner Dankbarkeit! sant! Wer sollte nicht mit hei- Er, den mein Gott zum Heil Vom Leiden und Tode Jesu. 91 gemacht, rief auch für mich: es| Angst und Schmach! ihm ist der ist vollbracht! Sieg gelungen, indem das Herz ihm brach. 5. O hilf mir nun auch, Herr, vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt, laß nach der Heiligung mich ringen, zu der dein Tod mir Kraft gewährt. Mich dir zu weihn, bin ich bedacht, bis einst mein Leben ist vollbracht. tamete 6. Und hat mein Gott ge häufte Schmerzen zu meiner Prüfung außersehn, so will ich, mit ergeb'nem Herzen, durch alle Noth und Trübsal gehn. Dann Mel. Die Seele Christi heil'ge zc. ruf ich in der Leidensnacht voll 175. Herr Jefu Chrift, dein theures ift Hoffnung aus: es ist vollbracht! meiner Seelen höchstes Gut, das tröstet, stärkt und macht allein vor Gott mich aller Sünden rein. 7. Fühlt einst mein Herz des Todes Schrecken, dann, Herr, erleicht're mir die Last: auch sterbend laß den Trost mich schmek ken, daß du, den Tod besieget haft. So tret' ich in des Todes Nacht mit dem Triumph: es ist vollbracht! 2. Dein Blut, mein Schmuck und Ehrenkleid, dein' Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich fann vor Gott bestelyn und in des Himmels Freud' eingehn. Mel. Jerusalem, du it. 3. O, Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein Blut, 8 ist vollbracht! so das in mir Leben schafft, erfülle Cruft des Heilands mich mit neuer Kraft. mich mit neuer Kraft. 174. Mund; o triumphirend Wort! 4. Herr Jesu, in der letzten Es macht auch mir der Schuld Noth, wenn mich erschrecket Vergebung fund, es gilt noch Sünd' und Tod, dann laß mich fort und fort. Vollbracht ist nun diesen Trost erfreun: dein Blut sein Leben, das er auch mir gemacht mich von Sünden rein. weiht, für mich auch hingegeben zu meiner Seligkeit. 3. Es ist vollbracht! Nun ferner nicht geweint! In dir vollend' auch ich; bin ich mit dir, bist du mit mir vereint, so steg' ich, Herr, durch dich. Ich werde meine Sünden, des bittern Todes Macht durch dich bald überwinden; dann ruf auch ich: vollbracht! Mel. Mir nach, spricht zc. 2. Es ist vollbracht! Das Leiden ist vollbracht, nun ſinkt er 176. H err Jesu Christ, du in den Tod; er auch an Gottes Lamm, der ✓ meine Schuld gedacht, getilgt du viel Angst und Plagen für auch meine Noth. Wie hat der meine Schuld am KreuzesHeld gerungen mit Schmerzen, stamm geduldig haft getragen 92 Vom Leiden und Tode Jesu. verleih' auch mir in Leidenszeit verliere mich mit dankendem GeGeduld und wahre Tapferkeit. müthe in deine Güte! 2. Ich kann nicht ohne Kreuz 7. Sie übersteigt die menschund Leid zur Freude dort gelan- lichen Gedanken: allein sollt' ich gen; du selbst bist zu der Herr- darum im Glauben wanken? lichkeit nur durch das Kreuz ge- Ich bin ein Mensch, darf der gangen: d'rum will auch ich in sich unterwinden, Gott zu erNoth und Bein, wie du, mein gründen? Herr, geduldig seyn. 8. Nichts Größ'res ist in Gott, als Lieb' erweisen, und uns ge= bührt, sie demuthsvoll zu preisen, und zu bewundern, wenn Gott Gnad' erzeiget, wie hoch ste steiget. 9. Mein Herz ergreift, Herr, dein Verdienst im Glauben, nichts soll den Trost, den du er2. Du, Gottes Sohn, wirst warbst, mir rauben. Du starbst Mensch), gleich uns, auf Erden, für mich; nun bin ich), wenn ich willst bis zum Tod am Kreuz sterbe, des Himmels Erbe. gehorsam werden, an unsrer Mel. Herzliebster Jesu z. 177. H err, stärfe mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. In eigener Melodie. Statt, gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen. haft du verbrechen, abend wunderbarstes aller 178. Herzliebster Jefu, was Gnademverke! fehlt dem Geist die Stärke; mein Herz erbebt, ich sely' und ich empfinde den Fluch der Sünde. Es zu ergründen daß dir das Todesurtheil ward gesprochen? was ist die Schuld, wofür so harte Strafen dich, Heil'ger, trafen? 4. Gott ist gerecht, ein Richter alles Bösen; Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 2. Du wirst gegeißelt und zur Schmachy gekrönet, in's Angesicht geschlagen und verhöhnet und, wie es Misfethätern nur gebühret, zum Kreuz geführet. 3. Was ist doch wohl die Urfach' solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen; ich selbst, Herr Jesu, habe das verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herr für feine Knechte, er, der Gerechte. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es beugt mich tief und es erhebt mich wieder, entsündigt mich, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. D Herr, mein Heil, an defsen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, Vom Leiden und Tode Jesu. 93 schwebt er da mit unsrer Schuld beladen, dem Opfertode nah'.S 3. Fallt nieder, bebt, ihr Sünder, verhüllt das Angesicht: jetzt ist für Adams Kinder der Mitt ler im Gericht. Wer nun der Sünden Gräu'l nicht haßt, häuft auf den Tag des Zornes sich selbst des Zornes Last. 5. große Lieb', o Lieb' ohn' alle Maßen, daß du dich also für uns martern lassen! Was kann ich dir dafür, o Herr, mein Leben, zum Opfer geben? 6. Ich will stets dankvoll deine Huld betrachten, will dich nur lieben und der Welt nicht achten; nur deinen Willen thun, mich selbst bekämpfen, die Lüfte dämpfen. 4. Es präge eurem Herzen sich tief und kräftig ein: der Preis 7. Zu deiner Ehre will ich so vieler Schmerzen soll eure Alles wagen, kein Kreuz mehr Rettung seyn. O nehmt an achten, keine Schmach noch Pla- seiner Gnade Theil, erkennet gen; nichts von Verfolgung, seine Liebe, verwerft nicht euer nichts von Todesschmerzen neh- Heil. men zu Herzen. 5. Vernehmt es auch, ihr 8. Dies Alles wollest du, Spötter, die ihr den Mittler Herr, nicht verschmähen, auf mein geringes Opfer gnädig fehen; durch deinen Geist mich Schwachen täglich stärken zu guten Werken. schmäht, er ist auch euer Retter, ach, höret sein Gebet: ,, Sie wissen nicht, was sie begehn; vergieb, o Bater, ihnen!" war auch für euch sein Flehn. 6. Ihr, eurer Brüder Feinde, 9. Wenn dort, Herr Jesu, einst vor deinem Throne auf meinem Haupte glänzt die Ehschlagt an eure Brust und renkrone, dann soll mein mit aller Engel Chören dich ewig ehren. Lob werdet Menschenfreunde, verdammt der Nache Lust; vergeltet euren Hassern nie, selbst denen, die euch fluchen; vergebt und segnet sie. H Mel. Wenn meine Sünd' mich sc. 179. in an dein Kreuz zu treten, Versöh7. Noch währen seine Qualen, noch trägt er unsre Schuld; er trinkt die vollen Schalen des ner, stärke mich. Dich gläubig Leidens mit Geduld. So hoch anzubeten, sehnt meine Seele hat Gott die Welt geliebt, daß sich. Laß mich mit Zittern und in den Tod am Kreuze er JeVertraun, was du für uns er- sum Christum giebt. litten, in heil'ger Andacht schaun. 2. Des großen Dulders Seele ist bis zum Tod betrübt; so innig, meine Seele, hat Jesus dich geliebt. In heißen Nengsten 8. Vor deines Todes Schrekken erblaßt der Sonne Licht und Finsternisse decken des Himmels Angesicht. Nun sinkt er in des Todes Nacht; erbarm', o Gott 94 dich unser! Er stirbt: Es ist vollbracht. Vom Leiden und Tode Jesu. in deinem Herzen. Laß das Verdienst von solcher Bein ein Labsal meiner Seele seyn, wann mir die Augen brechen. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du mir hast erzeiget, da du zur Tilgung meiner Schuld dein Haupt am Kreuz Trost und Muth und fürchte geneiget. Ach, neige dich, mein keine Noth. Die Weisheit hat mein Heil erfunden, der Tod ist siegreich überwunden; ich bin erlöft! Herr und Gott, zu mir auch in der Todesnoth, auf daß ich Gnade finde. 3. Erhalt in deinem Dienst 2. Ich bin erlöst! Mich trifft mich treu, bis Leib und Seele des Donners Spruchy vom Sinai scheiden, daß nicht an mir vernun nicht; mein Heiland nahm loren sey dein theures, werthes von mir den schweren Fluch, Leiden. Und wenn mein Lauf befreit mich vom Gericht. Mich vollendet ist, nimm mich hinauf, schrecken nicht mehr meine Sün- Herr, wo du bist, daß ich dort den, der Vater läßt mich Gnade mit dir lebe. finden; ich bin erlöst! dion 182. J'e Refu, deine tiefe 3. Ich bin erlöst! Was ist In eigener Melodie. Ober: Freu' dich sehr, 2c. noch, das mich schreckt? Licht wird die Todesnacht, aus der mich bald der Herr des Lebens Wunden, deine weckt zu der Verklärung Pracht. Qual und bittrer Tod geben Werd' ich in's stille Grab ge- mir zu allen Stunden Troft in tragen, so ruh' ich nur von meiner Seelennoth; fällt mir Prüfungstagen; ich bin erlöst! etwas Arges ein, denk' ich bald an deine Bein, diese wehret meinem Herzen, mit der Sünde je zu scherzen. 4. Ich bin erlöst! In Friede fahr' ich hin, ist meine Stunde da. Der Tod wird mir zum seligsten Gewinn, mein Retter 2. Will sich an der Weltist mir nah'; er wird zu einem luft weiden mein verderbtes bessern Leben dann den befreiten Geist erheben; ich bin erlöft! Fleisch und Blut, so gedenk' ich an dein Leiden, dieses dämpft die böse Glut; will sich der Versucher nahn, schau' ich deine Martern an, halt ihm vor die Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 3. Auch für Alles, was mich fränket, geben deine Wunden Mel. Es ist genug! so zc. ch bin erlöft durch 180. J meines Mittlers Blut, durch seines Kreuzes Tod; mit Gott verföhnt, fühl' ich nun Mel. Aus tiefer Noth 2c. 181. ch danke dir für deinen Tod, o Herr, und für die Schmerzen, die du in deiner letzten Noth gefühlt Vom Leiden und Tode Jesu. 95) sind Gottes Kinder. ARTH D Kraft, wenn darein mein Herz sich die Sünder, daß sie nun sich senket, wird mir Ruh' und Heil geschafft; deines Trostes Süßigkeit wendet jedes bittre Leid. Alles hast du mir erworben, da du bist für mich ge storben.LENGTHA 5. Aber auch die Sünde weicht niemals ganz aus unsern Herzen, und bis wir das Ziel erreicht, fehlt es nicht an bittern Schmerzen. Du mußt, Vater, uns Gedeihen durch des Geistes Kraft verleihen. 4. Auf dich seg' ich mein Vertrauen, du bist meine Zuversicht! Mir erregt der Tod kein Grauen, mich erschreckt nicht das Gericht; Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid! sc. durch dich, Fürst der Seligkeit, fieg' ich 184.hr Augen, weint! der Menschenauch im letzten Streit; wer freund, der Heil'ge, der Geda ruht in deinen Wunden, der rechte wird verachtet, wird verhat ew'ges Leben funden. schmäht, stirbt den Tod der Knechte. Mel. Liebster Jesu, wir 2c. 183. esus Christus, Got tes Lamm, ist für unsre Schuld gestorben, hat gebüßt am Kreuzesstamm und die Freiheit uns erworben. Wer die Sünde nun bereuet, wird durch Christi Tod erfreuet. 2. Gott, der selbst die Liebe ist, zeigt, wie hoch er uns geliebet, da sich willig Jesus Christ in den Tod für Sünder giebet, uns, bisher des Todes Knechte, zu verwandeln in Gerechte. 3. Sind wir nun versöhnt mit Gott, weil sein Sohn sich hingegeben, wie vielmehr bringt aus dem Tod der Erstand'ne uns zum Leben; selig macht er seine Brüder, heilig seines Leibes Glieder. 185. Mel. Mein Jesu, dem die ic. Dommt, die ihr Jesu 4. Sind mit Christo wir ver Kreuz erhebet, heut eint, so liebt Gott uns in dem ist des Heilands Todestag. Sohne; wer in ihm gerecht Schaut ihn, durch dessen Tod erscheint, darf sich nahn des Va- ihr lebet, auf dem auch ters Throne. Freudig rühmen eure Sünde lag. Ihr Christen 2. Ihr Augen, weint! der Menschenfreund trägt unerhörte Plagen. Ach, für unsre Missethat wird er so geschlagen! 3. Ihr Augen, weint! der Menschenfreund beschließt sein theures Leben. Wer wird nun den Leidenden Trost und Hülfe geben? 4. Ihr Augen, weint! der Menschenfreund sinkt in des Grabes Höhle; Finsterniß und Gram bedeckt seiner Jünger Seele. ngit na is 5. D weint nicht mehr! Kann wohl der Herr je die Verwesung sehen? Nein, er wird nach kurzer Rub' siegreich auferstehen. 96 Vom Leiden und Tode Jesu. laßt der Erde Freuden und ihre| zu deinem Heil und holen Kraft Kümmerniß zurück und richtet von deinem Kreuze. eures Geistes Blick auf eures 6. Wir sollten Stolz und Heilands Todesleiden. Unrecht üben; und du trägst Elend, Kreuz und Schmach? Wir sollten die nicht herzlich 2. Wir bringen Dank aus frommen Herzen, in Lieb' entbrannt, erfüllt von Schaam, dir, lieben, für die dein Herz in der die Laft der bittern Schmer Liebe brach? Der Rachsucht zen als unser Mittler auf sich sollten wir nicht wehren, nicht nahm. Heil dir, der uns das auch dem Feinde gern verzeihn? Heil errungen im bangen, schwe- Versöhner, o der ist nicht dein, ren Todesstreit! Lamm Gottes, den nicht dein Tod kann Liebe lehren! bis in Ewigkeit sey auch von uns dein Ruhm gesungen! 3. Wenn uns die Schuldgefühle drücken, ist's Golgatha, wohin wir fliehn und dort des Blutes Ström' erblicken, die auch für uns um Gnade schrie'n. Wir wollen, wo für unfre Sünden du dich am Kreuz geopfert haft, die Freiheit von der Sünde Last und von der Sünde Herrschaft finden. 7. Wir sollten je in Trübsal dulden sehn? wenn uns Verflagen, da wir dich schweigend folgung droht, verzagen, da Leiden deinen Sieg erhöhn? Befiehlst, in dunkler Nächte Grauen, von Gott verlassen, du dich Gott, so wollen wir in Schmach und Spott, wie du, des Vaters Herz vertrauen. 8. Auch in den bängern Todesstunden bleibst du, Herr, unsre 4. Dahin, wo uns dein Blut zuversicht; im Glaubensblick auf erstritten, gehn wir, dir unser deine Wunden erschreckt des GraBlut zu weihn. Wo du für bes Nacht uns nicht. Wenn sich uns den Tod gelitten, werd' das Auge schon verdunkelt, fo unser Leben gänzlich dein. Wie sey des Geistes Aug' erfüllt von du, o Herr, um unsertwillen deines Heldentodes Bild, das gehorsam wurdest bis zum Tod, wie der Morgenstern uns funkelt. so wollen freudig dein Gebot auch wir treu bis zum Todi erfüllen. Mel. Herzliebster Jefu zc. 5. Dein Leidenskampf, o Hei 186. deinen Geist land, stärke, dein Sieg befeure 186. mich stets, mein Muth und Kraft zum Glau- Heiland, lehren, dein göttlich benskampf, zu jedem Werke, das Kreuz im Glauben zu verehren, Ehre dir und Freude schafft. daß ich getreu in dem Beruf Wie uns durch Lust die Sünd' auch reize, sie hat an uns nicht weiter Theil; wir fliehn zu dir, der Liebe mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Vom Leiden und Tode Jesu. 97 Pflicht lehrt mich dein heilig| Tugend Pfad betrete, im GlauLeiden. Könnt' ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? ben kämpf, im Glauben wach' und bete: so darf auch ich des Heiles der Erlöften mich sicher trösten. Sonay binge die 3. Da du dich selbst für mich dahingegeben, wie dürft' ich noch nach meinem Willen leben und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Wie sollt' ich nicht des Lebens Kreuz und Plagen mit stiller Demuth und Geduld ertragen, da du so viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erduldet? 5. Wie sollt' ich meine Miterlösten hassen, für welche du dein Leben selbst gelassen? Ich will für Alle, die mich unter treten, gleich dir noch beten. 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 7. Ein reines Herz, gleich deinem reinen Herzen, dies ist der Dank für deine Todesschmerzen; und Gott giebt Kraft, flehn wir in deinem Namen, dir nachzuahmen. 11. Lockt böse Luft mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd' ich matt in Uebung guter Werke, so sey's mir Stärke. 12. Seh' ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden, so sey's doch mir, troß alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 13. Wenn mich im Sterben meine Sünden kränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken; dein Kreuz sey, wenn ich einst den Tod erleide, mir Fried' und Freude. Mel. Die Tugend wird durchs 2c. 187. eaß mir die Feier deiner Leiden, erhabner Mittler, heilig seyn! Sie lehre mich die Sünde meiden und dir mein ganzes Leben weihn. Ich seh' auf dich, der so entschlossen für mich die Laft des Kreuzes trug, der mir zum Heil sein Blut vergossen, deß Herz noch sterbend für mich schlug. 8. Welch großes Heil! du littest uns zu Gute, ich bin verföhnt in deinem theuren Blute. Du haft auch mir, da du für mich gestorben, dies Heil erworben. 2. Mir sollen diese Feierzeis ten nicht ohne reiche Frucht entfliehn; zum Kreuze will ich dich 9. So bin ich denn schon selig begleiten und eitlen Freuden hier im Glauben, so wird mir mich entziehn. Ich will gerührt nichts, nichts meine Krone rau die Huld ermessen, womit dein ben; so werd' ich dort, von Herr- Herz die Welt umfaßt; wie lichkeit umgeben, einst ewig leben. fönnt' ich undankbar vergessen, 10. Sa, wenn ich stets der was du für mich erduldet haft? & 98 Vom Leiden und Tode Jesu. una ada 2 dnu nadisk mods 3. So will ich in der Andacht| Fluch zu retten, daß wir im Stunden dich, Herr, im Geiste Gewissen Ruh', mit Gott Friede leiden fehn, für dein Verdienst hätten. Ipar imbas und deine Wunden mit Dankbi4. Was ein neues Leben schafft und Thränen dich erhöhn. Dein und zur Beffrung leitet, hat Leiden sey mein höchster Segen, uns deines Leidens Kraft und dein Tod mein seligster Gewinn; dein Kreuz bereitet. Stark im mein gläubig Herz schlägt dir Glauben kann ich nun nach der entgegen, weil ich durch dich Tugend ringen, Gottes Willen gerettet bin. e freudig thun, Sünd' und Welt 4. Send jetzt, seyd mir auf bezwingen. immer theuer, Gethsemane und 5. Froh kann ich dem TodesGolgatha, ihr Stätten, wo die thal nun entgegenschen und zu Welt die Feier der wundervoll jener Welt einmal ohne Schrekften Liebe sah! Dorthin will ich fen gehen; denn du haft aus aller voll Andacht schauen, wo mein Noth Rettung mir errungen und Erlöser litt und starb, und noch durch deinen Kreuzes- Tod meiim Tode dem vertrauen, der nen Tod bezwungen. mir die Seligkeit erwarb. Mel. Christus, der uns selig sc. 188. Mei ein Erlöser, Got tes Sohn, der du für mich littest und erhöht auf Gottes Thron jetzt noch für mich bittest! Welche Wohlthat, Herr, ist mir dein versöhnend Leiden! Dwie dank' ich würdig dir, Ursprung meiner Freuden! 2. Dir, dem Herrn der Herrlichkeit, war es ja gegeben, ohne Schmerzen, ohne Leid ewig froh zu leben. Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein mun auf mich auch kommen. Gieb mir Weisheit, gieb mir Kraft, du hast es in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden. 7. Gieb, daß mich das Wort vom Kreuz stets mit Muth belebe; daß ich jedem Sündenreiz standhaft widerstrebe. Treib' mich mächtig dadurch an, Gottes Ernst zu scheuen und, was unrecht ich gethan, innig zu be reuen. 8. Stärfe mich durch deinen Tod in den letzten Stunden. Du haft deines Todes Noth siegreich überwunden. O, so hilf dazu auch mir, laß mich fröhlich scheiden; Herr, dann dank' ich ewig dir 3. Nun fann meine Missethat noch Vergebung finden: denn du starbst nach Gottes Rath für der Menschen Sünden. Unsre Lasten trugest du, uns vom für dein bittres Leiden. mbt scot din mank off Vom Leiden und Tode Jesu. 99 Mel. Herzliebster Jefu sc. richt erschüttert, daß dein Herze 189. M land, laß mir's 5. Dein ist die Schuld, nimm ein Herr und bricht? Heigehn zu Herzen, wie hoch du dies in Acht, du haft den Herrn mich geliebt in deinen Schmer- an's Kreuz gebracht; ihm, der zen. Gieb, daß ich mög' des für dich sein Leben gab, folg' in Fleisches Lüfte dämpfen; hilf das Grab und stirb dem Sünselbst mir kämpfen! Denleben ab. 2. Der du im Grabe Ruhe 6. Ach Vater! unter Bein und haft gefunden, nachdem für uns Hohn erblaßt am Kreuz dein am Kreuz du überwunden, gieb ein'ger Sohn: da dies geschieht Ruhe, wenn man mich nach für meine Schuld, trägst du Ge meinen Tagen in's Grab wird tragen. duld und schenkst in ihm mir deine Huld. 3. Gieb füße Ruhe durch dein bittres Leiden; nimm auf die Seele zu des Himmels Freuden, die du, o Herr, auf ewig mir erworben, da du gestorben. 7. Ertödte selbst in meiner Brust, mein Heiland, jede böse Lust: dein Tod, der mir das Leben schafft, verleih' mir Kraft, zu üben gute Ritterschaft. 8. Ich will zu deinem Kreuze gehn und fest im Glauben auf dich sehn: dein Tod soll meine Zuflucht seyn, auf ihn allein schlaf' ich einst sanft und selig ein. Mel. Ich hab' mein' Sach sc. un ist es Alles 190. N bwohl gemacht; mein Jesus ruft: es ist voll bracht. Er neigt sein Haupt, o 9. Ich danke dir, Herr Jesu Mensch, und stirbt, der dir er Christ, daß du für mich) gestorwirbt das Leben, welches nie ben bist; ich preise dich hier in verdirbt. poder Zeit und nach dem Streit 2. Der Herr der Herrlichkeit voll Freud' und Wonn' in erbleicht, der Lebensfürst, dem Ewigkeit. Niemand gleicht. Welch Wunder zeigt uns Gottes Macht: in dunkle Nacht verhüllet sich der Sonne Pracht! Mel. Herzlich thut mich 2. und Wunden, voll 3. Die Erde bebet fürchterlich; 191. Haupt voll Blut der Heil'gen Gräber öffnen sich; Schmerz und voller Hohn! o der Vorhang reißt von oben an, Haupt zum Spott gebunden mit daß Jedermann das Heiligthum nun schauen kann. einer Dornenfron'! o Haupt, das fonst getragen die höchste Ehr' und Zier, doch schimpflich nun geschlagen, gegrüßet feyst du mir! 2. Du edles Angesichte, das sonst, der Sonne gleich, geſtrahlt 2 4. Weil denn die Creatur sich regt, so werd' auch du, o Mensch, bewegt. Ein Fels zerreißt und du wirst nicht durch dies Ge Voin Leiden und Tode Jesu. 100 im Hellsten Lichte, wie bist du nun so bleich; dein Blick mit Kraft gefüllet, der sonst die Welt geschreckt, wie ist er jetzt verhüllet, mit Dunkel ganz bedeckt! 3. Die Farbe deiner Wangen und deiner Lippen Roth ist hin und ganz vergangen in deiner Todesnoth. Was hat dem Tod gegeben, o Jesu, diese Macht, daß er dein heilig Leben versenkt in seine Nacht? 4. O Herr, was du erduldet, ist Alles meine Last: ich, ich hab' es verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh' ich Armer, der Zorn verdienet hat; gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad'! 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an. Du hast, Quell aller Güter, viel Gutes mir gethan. Oft hast du mich gelabet, mit Himmels- Brod o Jesu, liebster Freund, für deine Todes- Schmerzen, da du's so gut gemeint. Ogieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu' und, wenn ich einst erkalte, in dir mein Ende sey. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze seyn, so reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Pein. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht. Dich halt' ich noch umschlungen in meinen Armen fest, wenn von dem Tod bezwungen das Leben. dich verläßt. 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod und laß mich sehn dein Bilde in dei ner Kreuzesnoth: da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll fest an mein Herz dich drücken: wer so stirbt, der stirbt wohl. Mel. Christus, der uns felig 2c. geſpeiſt, mit Trost mich reich 192. hilf, Chriſte, Gotz tes Sohn, durch begabet durch Geift. dein bittres Leiden! daß nicht Kreuz, nicht Spott und Hohn uns von dir mag scheiden, daß wir deines Kreuzes Schmach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. 193. D Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 7. Es dient zu meinen FreuLamm, das keine den und thut mir herzlich wohl, Sünde je beflecket, daß ich mich in dein Leiden, mein das nie die Schuld getheilt, die Heil, versenken soll. Ach könnt' uns bedecket, und reiner ist, als ich, o mein Leben, an deinem alle Seraphinen, die jetzt dir Kreuze hier mein Leben von mir dienen. geben, wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, 2. Warum muß ich dich sehn am Kreuze schweben, von Vom Leiden und Tode Jesu. 101 Schmach und Hohn und bittrer fort von dir mich scheiden; ich Qual umgeben? Warum mußt du den Tod sogar empfinden, den Sold der Sünden? bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe wird mit Engelzungen von uns besungen. 3. Fürwahr, du trugest meine Noth und Schmerzen, die Strafe lag auf dir und deinem Herzen; mich wolltest du durch deine Wunden heilen, mir Ruh ertheilen. 4. D habe Dank für dein un endlich Lieben, das dich für mich in Noth und Tod getrieben, daß du den Zorn, der über mich sollt kommen, auf dich genommen. 5. Ich nehm' es an, das Heil, so du erworben, da du für mich am Kreuze bist gestorben; der Tod kann mir, weil ich der Schuld entladen, nun nicht 7. Laß deines Leidens Frucht mich stets genießen, laß seinen Trost auf mein Gewissen fließen; dein Sterben sey zu steter Lust und Freude des Geistes Weide. In eigener Melodie. 194. Lamm Gottes unschuldig, für uns am Kreuze gestorben! den Tod littst du geduldig und hast uns Leben erworben. Die Sünd' hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm' dich unser, o Jesu! 8. Der Sünde, die dich hat an's Kreuz geschlagen, will ich von ganzem Herzen nun entsagen; es soll forthin in mir sich nichts erkühnen, ihr noch zu dienen. 2. O Lamm Gottes 2c. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu! 6. Ach, stärke nur durch deine 195. Kraft den Glauben, daß er sich su, für dein Herz! ihn hast du diesen Schatz nicht laffe rauben, der nimmer mag mit allem Gut der Erden erworben werden. mehr empfunden, als Banden, Spott und Wunden: die kleine Zahl von Freunden fränft dich gleich deinen Feinden. 2. Kaum naht sich die Gefahr, so zagt der Jünger Schaar: ste fliehn, die sich vermaßen, dich nimmer zu verlassen; die Schwüre sind gebrochen, die kaum ihr Mund gesprochen. 3. Dein Petrus selbst er schrickt, der fühn das Schwerdt gezückt. Er flieht, eh' Bande drohen; doch da er feig entflohen, geht er zurück verwegen dem tiefern Fall entgegen. 4. Wo ist sein hoher Sinn? Sein Eifer ist dahin; er, der dich frei bekannte, dich Gottes Sohn einst nannte, läßt sich durch 9. Nur dir, nur dir, Lamm Gottes, sey mein Leben zum Eigenthum auf ewig hingegeben!" wozu du mich durch deinen Tod und Wunden so hoch verbunden. 10. Nichts fann und soll hinMel. Auf meinen lieben 2c. welch ein herber 102 Furcht bethören, dich freulos abzuschwören. 5. Wie schwach ist Fleisch und Blut! Traut niemals fühnem Muth! bald liegen wir im Staube, erloschen ist der Glaube und unser Muth gedämpfet: ach, Christen, wacht und kämpfet! Vom Leiden und Tode Jesu. Hodn2 mask 6. Doch, Herr, dein Liebesblick bringt Petrum bald zurück; er fühlet tief im Herzen der Reue bange Schmerzen und weinet bittre Thränen, die sich nach Gnade sehnen. 7. Er sucht und findet sie; d'rum, Sünder, zaget nie. Die Neue muß euch beugen; doch laßt die Zweifel schweigen: so groß sind keine Sünden, sie können Gnade finden. ich hätte leiden müssen, den Tod hatt' ich verdient. Die Martern und die Banden hast du, Herr, ausgestanden, auf daß ich sey mit Gott versühnt. du 5. Du gingest mir zum Segen dem Todeskampf entgegen mit starkem Heldenmuth; du starbst, daß ich nicht sterbe, noch ewiglich verderbe; o unerhörte Liebesgluth! 6. Hoch bin ich dir verbunden, mein Heil, für deine Wunden, für deine Angst und Pein; was Seel' und Leib vermögen, das will ich dankbar legen an dei nen Dienst und Ruhm allein. 7. Ich kann zwar nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Seel' und Leib sich scheiden, mir tief Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. 196. Welt, sich hier dein in meinem Herzen ruhn. Leben am 8. An dich will ich stets denken und meine Augen lenken auf dei nen Kreuzestod; er ist des Glau bens Siegel, der Unschuid heller Spiegel, mein bester Trost in aller Noth. mi Fadi des Kreuzes schweben, dein Heil finkt in den Tod! der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, wie ist mit blut'gem Schweiße des Mittlers Leib be deckt. Welch unerhörte Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, da er den Kelch des Leidens schmeckt! 9. Ich will darin erblicken, wie ich mein Herz soll schmücken mit stillem sanften Muth, und wie ich mich soll üben, aus Herzensgrund zu lieben, wenn mich verfolgt der Feinde Wuth. 10. Wenn gift'ge Zungen ste 3. Wer hat dich so geschlagen? chen, wenn Spötter Hohn mir wer ist's, der diese Blagen dir sprechen und meines Falls sich aufgebürdet hat? Du bist ja freun: will ich das Unrecht dalnicht ein Sünder, wie andre den und alle ihre Schulden, wie Menschenkinder, und nicht befleckt von Missethat. du, mein Heiland, gern verzeihn. anime 11. Wofür du mußteft leiden, 4. Ich bin's, ich sollte büßen, is dat diu din mail Vom Leiden und Tode Jesu. 103 sed durf stard BD Str 1790 din ST 197 bas will ich ernstlich meiden, will gen fich vereint; feines Sterthun, was dir gefällt; ich will der Sünd' entsagen, an's Kreuz die Lüfte schlagen; gekreuzigt soll mir seyn die Welt. 12. Es ström' aus deinen Wunden in meinen letzten Stunden mir Trost und Frieden zu. Nimm mich an meinem Ende, o Herr, in deine Hände und führe mich zur ew'gen Ruh' bens Wunderkraft, die in Todten Leben schafft, wird mir Schmerz und Freude geben, wird mich id beugen und erheben. Mel. Freu' dich sehr, o meine ic. Richtet auf des Hei197. Rid 5. Alle Hoffart drückt sie nieder, hebt in Kleinmuth mich empor, giebt in Schwachheit Stärke wieder, zieht aus Zweifeln mich hervor; hält mich zwischen Luft und Leid in der rechten Mäßigfeit: ja, mir ist der höchste Fries den durch des Heilands Kreuz beschieden. lands Leiden die 6. D geheimnißreiche Liebe, Vernunft ihr Denken hin, so die sich mir im Glauben schenkt! will sie allein sich weiden an des wecke neue Lebenstriebe, wenn Dulders hohem Sinn; sie ver- mein Blick zum Kreuz fich lenkt. dammt der Feinde Wuth, die Alle Kraft und alles Heil deines vergoß des Heil'gen Blut, und Leidens sey mein Theil; alles Flagt über Christi Schmerzen; Andre mag vergehen, bleibet doch es heiligt nicht die Herzen. mir dein Kreuz nur stehen. 2. Aber meines Geistes Sehnen sucht den höheren Gewinn: Mel. O Gott, du frommer Gott ic. zum Ersterben zu gewöhnen meinen tief verderbten Sinn. Mir 198. Geht, welch ein Mensch ist das! soll Christi Schmach und Pein Kommt, Menschen, hier zusamnicht ein rührend Bild nur men: ihr Ungerechten, feht die seyn; nein, in's Herz will ich Unschuld hier verdammen; Uns ihn schließen, seines Todes Kraft heil'ge, fehet hier den Heiligsten genießen. verhöhnt, mit Dornen nur zum Spott des Himmels Herrn gefrönt. 3. Dies Geheimniß seiner Schmerzen, das verborgen ist der Welt, hat der Glaube meinem Herzen in das hellste Licht gestellt. Alle sündliche Begier tödtet Christi Tod in mir, und durch ihn wird mir gegeben, auf zustehn zum neuen Leben. 2. Seht, welch ein Mensch ist das in Schmach und Schmerz und Wunden! Hat eure Knechtschaft nicht den Freiesten gebunden? Hat eure Lust nicht ihm der Schmerzen Füll' erregt? Ist's 4. D'rum in meines Herzens eure Bosheit nicht, die an das Grunde trag' ich ihn, den See- Kreuz ihn schlägt? lenfreund, der zum ew'gen Gna3. Seht, welch ein Mensch den- Bunde mit den Gläub' ist das! Ja, opfert Thränen suise, 9002 am. Hadis 3 Vom Leiden und Tode Jesu. 104 biltings chi liter She fluthen; denn eure Blutschuld dern nie an diese Wuth der macht des Heilands Herz ver bluten! Geht nicht vorüber hier; doch seht durch allen Schmerz, seht durch die offne Brust in eures Jesut Herz. Sünder. Du sprichst: die Rache strafte sie und straft noch ihre Kinder. O Seele, denkst du auch dabei an deine Sünden; bist du frei von Schuld am Tode Jesu? 4. Seht, welch ein Mensch ist das! Kommit, Menschen, hier 3. Wird er nicht auch für zusammen, zergeht in Dankbar deine Schuld verschmähet und feit, erglüht in Liebesflammen! zerschlagen? Muß Jesus nicht So lang' das Auge blickt, sey nie der Wunsch gestillt, die Herr lichkeit zu schaun, die ihn am Kreuz erfüllt. voll Lieb' und Huld auch deine Sünden tragen? Ja, er versöhnt durch seinen Tod aud dich mit dem gerechten Gott und stirbt, damit du lebest. 5. Seht, welch ein Mensch ist das, wie reich an Trost und Gnaden! Seht, welche Segens füll' aus ihm sich will entladen, feit fein vergoßnes Blut der Sünde Macht bezwingt, so oft fein Blick vom Kreuz in eure Seelen bringt. 4. O Jesu, Jesu, Gottes Sohn, du Tilger meiner Sünden! vertritt mich an des Vaters Thron und laß mich Gnade fin den. Laß deines Todes Schmach und Bein Gerechtigkeit und Heil mir seyn um deiner Liebe willen. 6. Seht, welch ein Mensch ist das! Zieht er nicht von der Erden euch nach, fühlt ihr euch nicht zu Gott erhoben werden? Sterbt nicht der Sünd' ihr ab, indem das Haupt er neigt; lebt Schmach, ich will das Kreuz ihr nicht himmlisch auf, wenn dir tragen nach, nur dir zur er zum Himmel steigt? Ehre leben. 5. Ich schwöre, Weltversöhner, dir, und ewig will ich's halten: so wahr du lebest, soll in mir nie deine Lieb' erfalten; ich will nicht scheuen deine Mel. Aus tiefer Noth zc. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid! 2c. 199. Geht, welch ein 200. S ( o ruhest du, o meine Ruh', in deiner Grabeshöhle, und erweckst durch deinen Tod die erstorbne Seele. Mensch! wie liegt so schwer auf ihm die Last der Sünder! Wie unaussprechlich duldet er für euch, ihr Men schenkinder! Des ew'gen Vaters heil'gen Sohn trifft wilder Feinde Spott und Hohn und tausendfache Plagen. 2. Man fenkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben; dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 2. Du denkest ohne Schau- 3. Doch Preis sey dir, du Vom Leiden und Tode Jesu. 105 konntest hier nicht die Verwe- Ihr, die ihr euern Heiland ehrt, sung sehen! bald hieß dich des Höchsten Macht aus dem Grab erstehen. 4. D Lebensfürst! ich weiß, du wirst auch mich zum Leben wecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft er schrecken? was fühlt seiner Liebe hohen Werth, die selbst die Feinde segnet. Auch uns hat er durch sein Gebet des ew'gen Richters Gnad' erfleht. Zu unsers Herzens Trost und Ruh' sagt er auch uns Vergebung zu. Herr Jesu Christ, gelobt seyft du für deinen Tod, der uns versöhnt mit unserm Gott! 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheinst, in stillem Frieden liegen: denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab bestegen. 6. Nein, nichts verdirbt, der Leib nur stirbt, doch. wird er auferstehen und in der Verklärung Glanz aus dem Grabe gehen. 3. Das ist der Segen deiner Huld, daß Gott auch bei gehäufter Schuld die Sünder gern verschonet; daß er so liebreich ihrer denkt und ihnen Frist zur Buße schenkt, nicht nach Verdienst belohnet. Wohl mir, daß ich auch rühmen kann: auch mich, mich Sünder nimmt Gott an; dies Heil hat deines Todes Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. O Jesu Christ, mein Herr und Gott, durch deinen vertrittst du mich bis an 7. Indeß will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis zum Tode denken. tour che Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. Tod 201. Um Gnade für die den Tod! Sünderwelt ruft 4. Wird je mein Herz von Gottes Sohn, am Kreuz ge- Troste leer, weil meiner Sünquält, als er die Welt versöhnet. den großes Heer aufs Neue Wie tief verwundet es sein Herz, mich erschrecket: o dann versichre daß ihn bei seinem herben Schmerz mich auf's Neu', du steheft mir ihr Spott so frech verhöhnet! als Mittler bei, der meine Schuld Er schaut auf sie mit mildem bedecket. Blick' ich dann glauSinn und wendet sich zum Va bensvoll auf dich, so tröste deine ter hin, der seine Bitten stets Gnade mich und stärke mich mit gewährt; ruft, daß es Erd' und deiner Kraft am Ziele meiner Himmel hört: vergieb, o Gott, Pilgerschaft. Herr Jesu Christ, und führe nicht sie in's Gericht; der letzte Kampf wird mir verdenn was sie thun, verstehn sie füßt, weil du mein Trost im was fie thun, nicht. Tode bist. 2. Bewundernd seh' ich diese Huld! Wie göttlich groß ist die Geduld, die Mördern so begegnet. 5. Den fanften, liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß', Herr, in meine w tak Vom Leiden und Tode Jesu. 106 Seele. Gieb, daß bei der Verfann dich erreichen und feiner folgung Schmerz ich dir des aus der Engelschaar. Des ew' Feindes hartes Herz und meine gen Vaters Thron verlassen, Sach' empfehle. Entflammet mich um hier am Kreuze zu erblaf der Rache Gluth, o so besänft'ge sen und uns vom Tode zu bea meinen Muth. Erinn're fräftig frein; des Himmels unnennmich daran, was du zum Vor- bare Freuden vertauschen mit bild mir gethan, Herr Jesu Christ, der Erde Leiden: kann eine als du am Kreuz durch dein Liebe größer seyn? Gebet selbst deinen Mördern Gnad' erfleht. 3. Wer diese Liebe fennt, der bete sie mit der tiefsten Ehrfurcht 6. Mich heil'ge dein Versöh- an. Wir wollen deiner Todes nungstod, daß ich befolge dein stätte, o Herr, uns gläubig dankGebot und ganz dir ähnlich bar nahn. Hier stehn wir unwerde. Ja, ziehe mich, erhöhter deinem Kreuze, daß uns ter Held, zu dir hinauf von dein hohes Vorbild reize, zu dieser Welt, zum Himmel von thun, was Liebe uns gebent; der Erde. Du bist der Deinigen Panier; zeuch uns dir nach, wir folgen dir und können dann ohn Ende dein und deiner Fürsprach uns erfreun. Herr Jesu Christ, Herr Jesu Christ, wie felig ist ein Mensch, dem du ein Heiland bist! du lehrst uns, ohne Drohn und Klagen die Lasten unsrer Brü der tragen: wir sind zu folgen bir bereit. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund ic. oll Liebe war, o 4. Das Herz zur Liebe zu entzünden, blick ich hinauf nach Golgatha; der Kränkung Schmerz zu überwinden, erwäg' ich fromm, was dort geschah. Auch meine Feinde will ich lie ben, der Brüder keinen je be trüben, für welche du gestorben von Liebe zeugte jede That; bist; auch unter Opfern und zum Opfer dich für uns zu ge- Beschwerden will ich des Nächben, war deines Vaters heil'ger sten Helfer werden: hilf mir Rath. Ihn zu vollziehn mit dazu, Herr Jesu Christ. will'gem Herzen, betratest du den Weg der Schmerzen und 202. V Herr, dein Leben, Mel. Wenn meine Sünd' c. gingst in tausendfache Noth; 203. Von Furcht dahinwarst voll Erbarmen gegen geriffen, verleugFeinde, du liebteft deine schwa- net Petrus dich; bald straft chen Freunde und liebtest fie bis ihn sein Gewissen, da weint in den Tod. er bitterlich. Dein Blick, o Jesu, rührt sein Herz, er fleht zu dir um Gnade und du stillst seinen 2. D Liebe Liebe sonder Gleichen, wie göttlich groß, wie wunderbar! Kein Sterblicher Schmerz. Vom Leiden und Tode Jesu. 107 2. Betrübt ift meine Seele, Mel. Herzlich thut mich verlangen ac. mit Neu und Schmerz erfüllt; 204. Weg, Welt, mit wenn ich es auch verhehle, dir ist es doch enthüllt. Bekennen und dem, was dir gefällt: dich, will ich es vor dir: oft hab' Jesu, sel' ich leiden, du Opfer ich dich verleugnet, vergieb, für die Welt! Du hast durch tausend Schmerzen und deines vergieb es mir! Todes Kraft den Frieden meinem Herzen und ew'ges Heil verschafft. 3. Oft hat mich Furcht gebeuget; ich ward der Menschen Knecht, wenn ich nicht laut gezeuget von dir und deinem Recht. Ja, brach ich je die Christenpflicht, so sprach auch ich mit Petrus: ich kenne Je fum nicht. 4. Ich seh' jetzt, ich empfinde die Größe dieser Schuld; vergieb auch diese Sünde nach deiner großen Huld. Erbarmend sahst du Beirum an, auch mich laß diese Gnade, o Herr, mein Heil, empfahn! 5. Laß dieses Herz voll Reue von nun an stärker seyn und mit erneuter Treue sich deinem Dienste weihn; daß auch in Trübsal und in Noth ich, Herr, getreu dir bleibe, getren bis in den Tod. 2. Weil dich die Welt verachtet, werd' ich mit Ruhm geschmückt; weil du am Kreuz geschmachtet, darum werd' ich erquickt. Dein Gott, der dich verlassen, tritt näher nun zu mir, ich darf ihn gläubig fas sen: dies, Heiland, dank' ich dir. 3. Die ausgestreckten Hände, sie segnen den, der glaubt; daß ich einst selig ende, neigst du am Kreuz dein Haupt. In deiner offnen Seite seh' ich dein liebend Herz; das giebt mir Kraft zum Streite und Ruh' in jedem Schmerz. 4. Mag denn die Welt dein Leiden und seinen Trost ver=. 6. Bewahr' ich deine Gnade, schmähn: ich bleibe voller Freu folg' ich dir standhaft nach, wer den an deinem Kreuze stehn. ist dann, der mir schade, was O Jesu, deine Liebe trieb dich fürcht' ich Hohn und Schmach? in Tod und Grab: ich sterb' Die Spötter mögen mich ver- aus gleichem Triebe der Sünde schmähn; sie werden mich mit gänzlich ab. Ehre von dir verherrlicht sehn. 7. Nichts soll von dir mich trennen; ich will es gern und 205. W Sünden frånIn eigener Melodie. enn mich die frei vor aller Welt bekennen, daß ich dein Jünger sey. Dann fen, o mein Herr Jesu Christ, tret' id freudig vor Gericht, und so laß mich wohl bedenken, wie du, o Herr, verleugnest mich vor du gestorben bist, und alle meine dem Vater nicht. Schuldenlaft am Stamm des 108 Vom Leiden und Tode Jesu. heil'gen Kreuzes auf dich genom du mir erwiesen, aus reiner Web' men hast. allein. Center 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich, wenn in den letzten Stunden mein Auge blickt auf dich. Auf dein Verdienst nur will ich traun, dann wirst du mich annehmen, dich ewiglich zu schaun. 2. Wunder ohne Maßen, betracht' es, Seele, recht: es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht! der, welcher ist mein Herr und Gott, hat sich für mich Verlor'nen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden die Schuld, die mich beMel. Nun ruhen alle Wälder ic. trübt? Ich bin bei Gott in Gna 206. Wer kann die Leis den, den die der seinen Sohn mir giebt; der mich erlöst durch Christi Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Höllen Qual und Gluth. 4. D'rum sag' ich dir von Her zen, jetzt und mein Leben lang, für deine Bein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dant; für deine Noth und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb' und Treu'. du, Herr, so gelassen für mich erduldet haft! Daß ich gerettet würde, trugst du die schwerste Bürde und nahmst auf dich auch meine Laſt. 2. Laß deine letzten Stunden, die Qual, die du empfunden, mich trösten und erfreun. Es lehre mich dein Leiden den Dienst der Sünde meiden und ganz mich deinem Dienste weihn. 3. Du starbst mit einem Her5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die zen, das selbst in Todesschmerfündliche Begier, daß mir nie zen für deine Feinde bat: fo fündliche Begier, daß mir nie will ich mich nun üben, den, so komme aus dem Sinn, wie viel der mich fränkt, zu lieben; oft es dich gekostet, daß ich erlö- wußt auch er nicht, was er fet bin. that. 6. Mein Kreuz und meine 4. Du gabest Trost dem ArPlagen, der Menschen Spott men, der sich auf dein Erbarund Hohn hilf mir geduldig men am Kreuze erst verließ: tragen, o Gottes ew'ger Sohn! wenn ich im Glauben sterbe, Laß mich verleugnen diese Welt bin ich des Himmels Erbe und und folgen dem Erempel, das du folge dir in's Paradies. mir vorgestellt. 5. Du sorgtest für die Deinen, 7. Laß mich an Andern üben, die du um dich sahst weinen, gabst was du an mir gethan, und ihrem Herzen Ruh': so send' meinen Nächsten lieben, gern auch, wenn ich scheide, in ihdienen Jedermann ohn' Eigen- rem bittern Leide den Meinen nuß und Heuchelschein, und wie Trost und Frieden zu. Vom Leiden und Tode Jesu. 0109 6. Du mußtest, matt vonduldig seyn, uns trösten deiner Plagen: mich dürftet, schmach- Kreuzespein.nl ches tend flagen, und Reiner labte 4. Zu dir steht unsre Zuverdich: doch ich kann nie ver sicht, du werdest uns verlassen schmachten, denn du wirst mei- nicht; mit deiner Gnade bei ner achten, du labeft und er uns stehn, bis wir zu deinem quickest mich. Reich eingehn. 7. Du riefft mit Angst und Beben, von Todesnoth umgeben: Verläßt du mich, mein Mel. Freu' dich sehr zc. Gott? Werd ich dereinst erblaf- 208. Wir find Alle Jefu sen, du wirst mit sen; du fühltest selbst des To- seinem Blut erkauft; darum des Noth. komm auf uns hernieder, Geist, der uns mit Feuer tauft. Lenke du den ernsten Sinn auf des Heilands Leiden hin; hilf, daß wir es würdig feiern, sein Gedächtniß fromm erneuern. 8. Du sprachst an deinem Ziele in freurigem Gefühle des Siegs: Es ist vollbracht! Lehr' mich mein Werk vollbringen und einst zum Ziele dringen durch deines Sieges Kraft und Macht. 9. Du gabst am Leidensende in deines Vaters Hände getrost den Geist dahin: wenn ich auch meine Seele ihm einst, wie du, befehle, o dann ist Sterben mein Gewinn! Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 207. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und unsrer Sünden schwere Last am Kreuz auf dich genommen haft. 2. Stell' den Mittler unfres Bundes uns in seiner Würde vor; bring' die Reden seines Mundes vor das aufgeschloßne Dhr. Führ' uns nach Gethses mane, daß dort unser Ang' ihn seh', wie des Todes Nacht ihn schrecket und ihn blut'ger Schweiß bedecket. 3. Zeig' uns ihn, den Sanften, Reinen, unter seiner Mörderschaar. Ach, es gab auf Erden Keinen, welcher so verachtet war! Doch er hat der Frevler Hohn, Purpurmantel, Dornenfron', alle 2. Sohn Gottes und des Men- Qual, die er empfunden, stegschen Sohn, verherrlicht nun reich duldend überwunden. nach Schmach und Hohn, erlös uns von dem ew'gen Tod und tröst' uns in der letzten Noth. 3. Dreich)' uns deine starke Hand in unserm Kreuz und Prüfungsstand! damit auch wir ge4. Geh' mit uns dem Opferlamme auf dem blut'gen Pfade nach; zeig' uns an dem Kreuzesstamme seine Hoheit, seine Schmach. Um sein festes Gottvertraun und des Heil'gen Tod 110 Von der Auferstehung Chrifti. zu schaun, trag' uns auf der An-| leben, der den Geist Gott überdacht Flügel zu dem nachtbe- geben. deckten Hügel. 6. Du begnadigte Gemeinde, 5. Seine letzten Worte schreibe blick zu deinem Haupt empor, uns in's Herz mit Flammen zu dem göttlich großen Freunde, schrift, daß nun Keiner trostlos den zum Retter Gott erfor: bleibe, den das Loos des To- schöpfe Wonn' und Seligkeit des trifft: feit ,, es ist vollbracht" dir aus seiner Leidenszeit; reiß ertönt, sind wir nun mit Gott ver- dich los von dem Getümmel und söhnt, sind bestimmt, bei dem zu dein Wandel sey im Himmel. IX. Von der Auferstehung Christi. 209. A drückt ein schwerer Stein, wer will ihn von mir nehmen? Du fennest meines Herzens Bein und mein geheimes Grämen: Jesus lebt und ich bin todt; wer rettet mich aus dieser Noth, daß ich ihn nicht fann finden vor Sünden? Mel. Christ lag in Todesbanden zc. daß du mögst auferstehen durch ch Gott, mich seine Kraft zur Seligkeit und fröhlich mit ihm gehen; durch viel Trübsal, Angst und Qual und, durch das finstre Todesthal, zur Freud' und Wonn' erhoben, dort oben. 5. Dein Jesus läßt dich nicht zurück, weil er vorangegangen, so du nur mit dem Glaubens2. Wer wälzet diesen Stein blick willst immer an ihm hanvon mir, der mich so hart be- gen. Er wird dich dem Grab schweret? Wann öffnet sich entziehn, ohn' all' dein Sorgen die Grabesthür, wann wird und Bemühn, und nehment mir Trost gewähret? Soll ich deine Schmerzen zu Herzen. aus dem Tode nicht durchbrechen zu dem Himmelslicht? Wer will mich von den Ketten erretten? 3. Betrübtes Herz, verzage nicht, dein Jesus ist erstanden, der Tod und Höllenmacht zerbricht und löst der Sünde Ban den: er wird auch durch seinen Tod dich reißen aus der Sünden- Noth und zu dem GeistesLeben erheben. 6. Die Engel Gottes sind bei dir, die dich zu Jesu leiten und auf dem Weg zur Lebensthür mit Flammen für dich streiten. Suchst du deinen Seelenfreund? Mit seinen Jüngern gel)' vereint, wo er von Todesbanden erstanden. 7. Such' ihn nicht mehr in seinem Grab, nein, wer mit ihm erstanden und folget seinem Hirtenstab, bei dem ist er vorhanden. 4. Er ist nun auferstanden heut, Von der Auferstehung Chrifti. 111 Darum prüf, o Mensch, dein In eigener Melodie. Herz, thu Buß' in wahrer Neu' und Schmerz, so ist der Stein 211. Auf, auf, mein gehoben von oben. 8. Flieh' aus dem Grab in's Himmelszelt, dein Leben dort zu finden; geh' aus im Glauben von der Welt, laß alles Eitle schwinden: so wird Jesus dir zum Heil erscheinen, als dein bestes Theil, du wirst ihn nach Verlangen umfangen. Herz, mit Freus den nimm wahr, was heut geschehn! Gott läßt nach großem Leiden ein großes Licht uns sehn. Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn der befreite Geist der Erde sich entreißt. 9. O Jesu, laß mich auferstehn im Geist und mit dir leben, bis du mich selig wirst erHöhn und mir die Krone geben, die du mir nach dieser Zeit berei tet in der Herrlichkeit, wo deiner die Erlösten sich trösten. 2. Er war in's Grab ges senket, man hört ein Hohngeschrei; doch eh' der Feind es denket, ist Christus wieder frei. Er tritt als Held herfür und schwingt sein Siegspanier. Wer ihn am Kreuze sah, ruft jetzt: Hallelujah! We 3. Nun dräun der Hölle Jou? J! Rotten vergebens mir Gefahr; Mel. Sollt ich meinem Gott ic. fühn darf ich ihrer spotten, sie 210. Amen, deines Gra- frümmen mir kein Haar. Nun bes Friede wird wird des Todes Macht getrost auch unser Grab durchwehn, von mir verlacht. Wie er auch wenn wir, von der Wallfahrt schreckt, er gilt mir als ein müde, ruhn, um froher zu er- Schattenbild. anal stehn. Amen, Fürst der Aufer- 4. Nun mag die Welt mich stehung, der des Grabes Siegel haffen, mit ihrem Zorn mir brach, zeuch durch Grab und drohn und, bin ich ganz vers Tod uns nach zu des Wonne lassen, mich schmähn mit bittreichs Erhöhung, wo dem Tod, rem Hohn. Die Trübsal trübt der uns versöhnt, aller Him- mir nicht mein Herz und Anmel Loblied tönt. gesicht; das Unglück ist mein 2. Großer Erstling deiner Glück, die Nacht mein SonBrüder, ja, du ziehest uns nenblick. nach dir; du, das Haupt, ziehst deine Glieder, und wie du, so leben wir. Ja, wir werden auferstehen, weil du auferstanden bist! werden dich, Herr Jesu Chrift, einst in voller Klarheit sehen. Jeßt, o Herr, und ewiglich leben wir allein durch dich. 5. An Christo bleib' ich hans gen, als seines Leibes Glied, wohin der Herr gegangen, er mich auch nach sich zieht. Er bricht durch Welt und Noth, besieget Sünd' und Tod; ich bin in seinem Schuß und biete Allem Truß. 112 Von der Auferstehung Chrifti. 6. Er bringt mich an die heben, ging er zu dem Vater Pforten, die in den Himmel hin; laßt uns ihm zur Ehre leführt, daran mit goldnen Wor- ben, dann ist Sterben uns Geten der Spruch gelesen wird: winn. Haltet unter Lust und wer dort wird mit verhöhnt, Leiden im Gedächtniß Jesum wird hier auch mit gekrönt; Christ, der vom Tod erstanden wer dort mit sterben geht, wird ist: unvergänglich sind die Freuhier auch mit erhöht. den des, der nach dem Himmel strebt. Hallelujah! Jesus lebt. Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. der dem 212. Auferstanden, auferHeld, der uns versöhnt! Seht, winder ewig Ehre, Preis und wie hat nach Schmach und Ban- Dank! Rühmt es in Versuden Gott mit Ehren ihn gekrönt! chungsstunden, wenn euch Sünd' Dort auf seines Vaters Throne, und Elend droht; rühmt es in über Schmerz und Tod erhöht, der Todesnoth: unser Herr hat herrscht er nun in Majestät. überwunden, der uns einst zu Fallet nieder vor dem Sohne, sich erhebt, Hallelujah! Jesus der uns einst zu sich erhebt. lebt. Hallelujah! Jesus lebt. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 2. Singt dem Herrn, er ist erstanden, der da starb auf Golgatha. Rühmt es laut in allen 213. Auf, ihr Chriſten, uns Landen, was sein Mund verhieß, geschah. Wer kann ihm noch widerstreben? Mächtig steigt der Held empor; im Triumph bricht er hervor. Seht des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt. Hallelujah! Jesus lebt. 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder, er sey euer Lobgeund unserm Heiland Ehre bringen, der aus dem Grabe steigt empor! Jesus Christus ist er standen und hat den Tod gemacht zu Schanden, geöffnet ist des Grabes Thor. O Glanz der Herrlichkeit, der ewig uns erfreut! Hallelujah! der starke Held gewinnt das Feld und steget über Tod und Welt. 3. Uns vom Tode zu befreien, fank er in des Grabes Nacht; uns zum Leben zu erneuen, steht er 2. Ob wir endlich müssen sterauf durch Gottes Macht. Tod, ben, wir werden darum nicht du bist in Sieg verschlungen, verderben, der Tod ist uns des deine Schrecken sind gedämpft, Lebens Thür: denn weil Chrideine Herrschaft ist bekämpft stus auferstanden, bleibt einer und das Leben ist errungen; in des Todes Banden, mit unob man unsern Leib begräbt! serm Haupte leben wir. Den Hallelujah! Jesus lebt. Leib zerstört der Tod; den Geist 4. Aus dem Grab uns zu er- trifft keine Noth. Hallelujah! Von der Auferstehung Christi. 113 Von allem Leid sind wir befreit| Mel. Chrift lag in Todesbanden 2c. und gehen ein zur Seligkeit. 215. Bringt Breis und Ruhm dem HeiMel. Jesus, meine Zuversicht c. land dar, frohleckt ihm, alle 214. Auf, mein Herz! des Frommen! Er, der für uns Herren Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben: Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. wie hoch sind wir getröst't! Jesus hat die Welt erlöst. getödtet war, ist dem Gericht entnommen. Sey gelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auferstanden. Hallelujah! 2. Er, derew'ge Gottes- Sohn, sey nun ewig auch gepriesen; seiner Feinde Schaar zum Hohn hat er siegreich sich erwiesen: hat erfüllet durch die That, was sein Mund geredet hat. 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, uns nun den Trostgrund rauben: daß du von der Sünde Macht Befreiung haft an's Licht gebracht, den Himmel aufge schlossen? Hallelujah! 3. Unsre Schuld ist freilich groß, doch wir dürfen nicht ver- 3. Gott selbst hat dich dem zagen, denn der Bürg' ist frei Grab entrückt, dich, seinen und los, der sie büßend hat getra- Sohn, zu ehren; der Wahrgen. Jesus ist mit Preis gefrönt heit Siegel aufgedrückt hat er und wir sind nun Gott versöhnt. auf deine Lehren. Deines To4. Sterben war der Sünde Sold; nun ist Christus unser Leben, der das Lösegeld gezollt und sich selber hingegeben; er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. des hohen Werth hat er auf's herrlichste erflärt, da er dich auferwecket. Hallelujah! 4. Erstandner, ich frohlocke dir; mein ist dein Sieg und Leben. Du lebst und herrscheft, 5. Tod, wo ist nun deine um auch mir dein ew'ges Heil Kraft? Grab, wo sind nun deine zu geben; meiner Seele Trost Ketten? Hier ist Gott, der Hülfe zu seyn, zum Guten Kraft mir schafft, hier ist Jesus, der kann retten; muß gleich unser Fleisch und Bein erst in Staub verwandelt seyn. zu verleihn und mich zu Gott zu führen. Hallelujah! 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu, befreie mich von 6. Herr, dies glaub' ich dir Sünden. Im Frieden Gottes zum Ruhm und mein Trost ist laß mich Ruh' für meine Seele nicht vergebens. Ich bin nun finden. Schaffe deinen Sinn dein Eigenthum, du, mein Herr, in mir, damit ich, Gott ergeben, du Fürst des Lebens. Hocher hier als dein Erlöfter wandle. freuet sing' ich dir jetzt und Hallelujah! ewig Dank dafür. 6. Dein ist das Reich, dein 5 114 Von der Auferstehung Christi. ist die Macht, die Todten zu ben, die Macht des Grabes ist erwecken. Du rufest, und der gedämpft; seht Jesum hier sein Gräber Nacht wird uns nicht Haupt erheben, nun er den länger decken. Wie du aufer- Sieg auch uns erkämpft. Er standen bist, so werd' auch ich, läßt uns dies zur Losung hier: Herr Jesu Christ, durch dich ich leb' und ihr lebt auch mit einst auferstehen. Hallelujah! mir. 7. O laß mich, weil ich hier 2. Und wie der Tod zu seinen noch bin, im Glauben an dich Füßen, liegt auch die Sünde wandeln, und jederzeit nach dei- hingestreckt; er weiß die Gränem Sinn und heil'gem Vorber aufzuschließen, er stürzet bild handeln; daß ich, wenn Alles, was mich schreckt. D'rum ich aufersteh' und dich, des To- steht auf seinem Siegspanier: des Sieger, seh', vor dir dann ich leb' und ihr lebt auch mit nicht erschrecke. Hallelujah! mir. 8. Da, wo du bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wenn du nun erscheinst, zu deiner Freud' erheben. Laß dies auch mein Erbtheil seyn, so werd' ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden. Hallelujah! 3. Mein Jesu, Wahrheit, Weg und Leben, der Leben giebt und leben lehrt, wie soll ich jenen Sieg erheben, der ganz der Feinde Macht zerstört? Sie liegen dort, du rufest hier: ich leb' und ihr lebt auch mit mir. 4. Wohlan, belebe deine Glieder, erstorben bleibe keins In eigener Melodie. 216. Christ ist erstanden zurück. Die Lebenssonne leuchte von der wieder, alle. Deß soll'n wir Alle froh seyn. Christus will unser Trost seyn. Hallelujah! uns zu des mels Glück. Dein Wort bestehe für und für: ich leb' und ihr lebt auch mit mir. 2. Wär' er nicht erstanden, so wär' die Welt vergangen. Mel. Erschienen ist der herrlich' 2c. Seit er auferstanden ist, erhöhn wir den Herrn Jesum Christ. Hallelujah! 218. Cri rinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit; 3. Hallelujah! Hallelujah! halt' im Gedächtniß Jesum Hallelujah! Deß soll'n wir Alle froh seyn. Christus will unser Trost seyn. Hallelujah! Christ, der von dem Tod erstanden ist. Hallelujah! 2. Entbrenn' in Lieb' und Dank für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch' er: FrieMel. O daß ich tausend zc. 217. Der Tod ist todt, de sey mit dir! So freue dich, nun siegt das Le mein Geist, in mir. Hallelujah! Von der Auferstehung Christi. 115 11. Nie fomm' es mir aus mei nem Sinn, was ich dir, Heiland, schuldig bin: verleih mir Kraft, dir treu zu seyn, in dir mich täglich zu erneun. Hallelujah! 12. Du bist's, der Alles in uns schafft, dein ist das Reich, dein. ist die Kraft. Gelobet feyst du, Jesus Christ, der von dem Tod erstanden ist! Hallelujah! 3. Schau über dich und bet' ihn an: der Erdkreis ist ihm unterthan; er lebt und herrscht, mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. Hallelujah! 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! sein Name fey gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit. Hallelujah! 5. O Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde MaMel. Erschienen ist der herrlich' sc. jeſtät, wenn sie mein Geist mit 219.& r lebt, der Herr der Herrlichkeit, er dem vergleicht, was ich durch lebt, frohlocke, Christenheit! Gottes Sohn erreicht? Halle- Das Grab ist leer, der Sieg ist lujah! sein und des Triumphes Segen dein. Hallelujah! 6. Vor seinem Thron, in sei nem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig seyn: Herr, welche Herrlichkeit ist mein! Hallelujah! 2. O feire diesen großen Tag! Er lebet, der im Grabe lag; er hat der Feinde Schaar bekriegt und in dem Kampfe obgesiegt. Hallelujah! 7. Du, der du in den Himmeln thronft, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllest mein Vertraun, dich in der Herrlichkeit zu schaun. Hallelujah! 8. Dereinst, wenn du, o Le bensfürst, die Welt zu richten kommen wirst, soll ich aus meinem Grabe gehn und rein zu dei ner Rechten stehn. Hallelujah! 9. Mit deiner heil'gen Engel Schaar soll ich dich loben immer Licht gebracht. Hallelujah! dar; mit allen Frommen aller 5. Verheißen hat er, unser Zeit soll ich mich freun in Ewig- Hort: auch ihr sollt leben; welch feit. Hallelujah! ein Wort! Das Haupt läßt seine Glieder nicht; dies bleibet meine Zuversicht. Hallelujah! 3. Gelobt, gelobt sey Jesus Christ, daß er vom Tod erstanden ist! Kann noch des Todes Pfeil uns drohn? Des Grabes Schrecken sind entflohn. Hallelujah! 4. Er lebt; dies stärket mein Vertraun: auf diesen Felsen will ich baun. Der Herr hat aus des Grabes Nacht Unsterblichkeit an's 10. O welch ein Ruhm, o welch ein Heil wird, Mittler, uns durch dich zu Theil! Wer mit dir stirbt, o Gottes Sohn, Mel. Ein' feste Burg 2. ist mit dir auferstanden schon. 220. Er lebt, o Freudener lebt, 52 Jefrai... Von der Auferstehung Chrifti. 116 Heiland aller Sünder; der Mel. Wachet auf, ruft uns ic. Feinde Heer erschrickt und bebt & 221. Leiert Christen, diefe vor seinem Leberwinder. ftritt mit Heldenmuth, vergoß unser Herr hat überwunden; für uns sein Blut; durch sei- Heil dem, der sich zu ihm be nen Kreuzestod erwarb er uns fennt! Christus hat den Tod bei Gott Vergebung unsrer bezwungen; nun sey ihm Lob Sünden. und Dank gesungen, nun jauchze, wer nach ihm sich nennt! Er sank zur Gruft hinab, doch er verließ das Grab triumphirend. Das Reich ist sein, durch ihn allein gehn wir zu seiner Freude ein. 2. Er lebt, des Vaters ew'ger Sohn, erhöht zu seiner Rechten. Er herrscht und hilft von seinem Thron auch seinen schwachen Knechten. Er lebt nun ewiglich und ewig schützt er mich; er thut mit starker Hand den Feinden Widerstand; sie können mir nicht schaden. 3. Er lebt, Gott hat ihn auf erweckt, Gott wird auch mich erwecken. Der Tod, der Aller Herzen schreckt, kann mich nicht mehr erschrecken. Sein Stachel, seine Kraft, die Sünd', ist weg geschafft; der treue Zeuge spricht: Wer glaubt, der stirbet nicht; deß tröst' ich mich von Herzen. 2. Du, mein Glaube, lehrft mich siegen; vor dir muß Furcht und Gram erliegen, du Glaube der Unsterblichkeit. Drücken mich der Erde Leiden, sie weichen vor des Himmels Freuden; ich kämpfe hier nur kurze Zeit. Geht vor mir hin ein Freund: dort werd' ich neu vereint mit ihm leben. Bei jedem Schmerz erhebt mein Herz sich, freudig hoffend, himmelwärts. 4. Er lebt, der unbezwungne 3. Daß ich nicht im Tode zage, Held; besingt, ihr Engelchöre, laß jeden meiner Lebenstage an besingt, ihr Völker aller Welt, guten Werken fruchtbar seyn. des Mittlers Ruhm und Ehre! Meinem Heiland schon auf ErErhebt des Siegers Macht, der den im Sinn und Wandel ähnvon dem Tod erwacht, der un- lich werden, dies führet mich fern Tod bezwingt, der uns das zum Himmel ein. So leb' ich Leben bringt und mächtig für uns streitet. in der Zeit schon für die Ewigfeit und mein harret an Gottes Thron die Chrenkron', die mir verheißt des Ew'gen Sohn. 5. Er lebt, o Christen, laßt uns heut frohlockend ihn erheben! Laßt uns von nun an jederzeit ihm wohlgefällig leben. Wir sind sein Eigenthum, erkauft Mel. Laffet uns den Herren preisen, zu Ruhm; sein wollen o ihr ic. vir allein tods und lebendig 222. Fwillkommen, heil des Lebens, feyn und sein auch ewig Von der Auferstehung Chrifti. 223. reiwillig hast du für ges Fest, sey uns gegrüßt! Also jauchzt die Schaar der Frommen, die aus Gott geboren ist. Aus der Gottheit ew'ger uns, o Herr, dein Leben; du Fülle wogt ein tiefes Lebens- hattest, es zu lassen, Macht, meer in dem Weltfreis weit umher, dringt auch in des Grabes Stille. Aller Christen Preisgesang tönt dir, Gott des Lebens, Dank. Macht, wieder dir's zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, weil du es willig in den Tod für deine Feinde gabeft. 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott verlassen. Er krönte dich mit Herrlichkeit, die Engel selbst nicht fassen. Das Kreuz, daran man dich erhöht, wird das Panier der Majestät, denn du gingst aus dem Grabe. 3. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schanden. Du bist mein Herr, du bist mein Gott, denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch dessen mächtig Wort auch ich einst ewig lebe. 2. Siegreich trat zurück in's Leben Jesus aus des Grabes Nacht, und es ist ihm nun gegeben alle Herrlichkeit und Macht. Ueber unsre Erde wehte wun berbare Himmelsluft aus der aufgesprengten Gruft, als Gott seinen Sohn erhöhte. Nun schafft er die Menschheit um durch sein Evangelium. 117 3. Heil uns! wir auch werden leben, ob das Herz im Tode bricht, werden siegreich uns er´heben zu des Himmels ew'gem Licht. Des verklärten Lebens Sonne heilt dann jeden Erdenschmerz und des müden Pilgers Herz fühlet sel'ger Geister Won ne. Dann erst wird uns offen bar, welch ein Gut dies Leben war. Mel. Sey Lob und Ehr' sc. 4. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Süß ist die Hoffnung deines Knechts, in dieser will ich sterben. Wie du vom Tod erstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. 4. Auf! nach jenem höhern Leben laßt uns in der Prü- Mel. Erschienen ist der herrlich' zc. fungszeit duldend, kämpfend, wirkend strebent, stark durch Lieb' 224. und Heiligkeit. Wer da hat, dem wird gegeben: jedes Werk in Gott gethan treibt mit neuer Kraft uns an, fröhlicher in Gott zu leben. Wer so geistlich auf ersteht, wird mit Chrifto einst erhöht. rüh Morgens, da die Sonn' aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht; die Erde bebt, es bebt das Grab, den Stein wälzt Gottes Engel ab. Hallelujah! 2. Vertrieben ist der Sünden Nacht, des Todes und der Höllen Macht; o Wunder groß, 118 Von der Auferstehung Chrifti. o starker Held! wo ist ein Feind, schen Sohn trägt nun davon des den er nicht fällt? Hallelujah! herben Kampfes reichen Lohn. 3. Herr, der du aus dem Gra- 2. Glorreich hat der Held ge be dringst, die Siegesfahne glor- rungen, der Hölle finstre Macht reich schwingst, auch mich weckst bezwungen und uns von Straf du zum Leben auf, mein Oster- und Schuld befreit. Wir, die tag ist schon im Lauf. Halle tief gefallnen Sünder, find nun lujah! durch Christum Gottes Kinder und Erben seiner Seligkeit. Wir sind durch ihn versöhnt, den Gott mit Preis gefrönt. Hallelujah! wir sind nun sein und ihm allein soll unser ganzes Herz sich weihn. 4. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; und stürb' auch alle Welt mir ab, g'nug, daß ich Christum bei mir hab'. Hallelujah! 5. Er weidet, schüßt und trö- 3. Nun kann uns der Tod stet mich; sterb' ich, nimmt er nicht schrecken, einst wird der mich auf zu sich. Wo er jetzt lebt, Herr uns auferwecken durch da komm' ich bin, weil seines Lei seiner Stimme Wundermacht. bes Glied ich bin. Hallelujah! 6. Durch seiner Auferstehung Kraft komm' ich zur Himmels Bürgerschaft; durch ihn nimmt Gott mich gnädig an, wer ist, der mich verdammen kann? Hallelujah! Er wird unvergänglich Leben und Herrlichkeit den Seinen geben, die ihren Lauf in ihm vollbracht. Wir werden auferstehn, zu seiner Freud' eingehn. Hallelujah! o Siegesheld, in jene Welt zeuch uns dir nach, wann dir's gefällt. 7. Für solchen Trost, Herr Jesu Christ, lobsingt dir, was auf Erden ist; wir werden würd'ger dich erhöhn, wenn Mel. Wachet auf, ruft uns ic. wir dereinst dein Antlig ſehn. 226. Hallelujah! Jeſus lebet. Auf, ihr Erlösten, und erhebet des groBen Mittlers Majestät. Hört's, betrübte Sünder, gebet der Freude Raum, denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. Ihm jauchze Preis und Dank, o Seele, dein Gesang! Hallelujah! dich, großer Held, erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg be225. H Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. allelujah! jauchzt, ihr Chöre, singt Jesu Christo Lob und Ehre! sein herrlich großer Tag ist da. Er zerriß des Todes Banden, der Held ist aus dem Grab erstanden, der nimmer die Verwesung sah. Sein ist Gewalt und hält. Macht; er hat sein Werk voll2. Jesu Jünger, wehrt dem bracht. Hallelujah! des Men- Leide! Lobsinget ihm und nehmt Von der Auferstehung Christi. 119 voll Freude am Siege Theil,| deines Lebens. Hallelujah! der den er erstritt. Seht, der Tod Herr ist nah, bald ist der Tag ist überwunden, die ganze Hölle des Sieges da! ist gebunden; er herrscht, der für euch starb und litt. feine Feinde dräun; getroft euch freun. lebet von Ewigkeit zu Ewigihr könnt Laßt Mel. Lobt Gott, ihr Christen sc. ört's Alle, hört's, Jesus 227. daß Jesus lebt, feit, derselbe gestern und auch von Todesbanden frei! daß er heut. nun ewig um uns schwebt, so nah, so mild und treu.:,: V 3. Ihr auch dürft nicht trostlos beben, ihr Sünder, Gott will euch vergeben, wenn ihr die Schuld mit Ernst bereut. Durch des Todes Ueberwinder ist er versöhnt und gegen Sünder ein Vater der Barmherzig feit. Der Heiland steigt empor, nun ist des Himmels Thor Allen offent. Gott ist versöhnt! Vom Himmel tönt der Freudenruf: Gott ist versöhnt! 4. Entsündigt dürfen Alle nun 4. Tod, wo sind nun deine gen Himmel fröhlich schaun und Schrecken? Nicht ewig wird das an dem Vaterherzen ruhn mit Grab uns decken, verwest der Herzen voll Vertraun.:;; Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub erheben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt; Alles lebet, so wie erneut zur Frühlingszeit sich Alles regt und Alles freut. 5. Wandeln wir auf deinen Wegen, o Auferstandner, welch ein Segen erwartet uns am Ziel der Bahn! Nach des Lebens Kampf und Leiden erhebst du uns zu ew'gen Freuden, die uns dein Kampf und Sieg gewann. Bald sind sie unser Theil; bald krönet uns das Heil 2. Er lebet, der im Grabe war, er lebt für uns fortan; nun geht das große Gnadenjahr für all' die Seinen an.:,: 3. Versiegelt ist der Friedensbund, der uns mit Gott vereint. Nun thut ein Tag dem andern fund: Gott selbst ist unser Freund.:,: 5. Uns schreckt nicht mehr des Grabes Nacht. Wo ist des Todes Sieg? Das Leben ist an's Licht gebracht, seit er dem Grab entstieg.:,: 6. Das Himmelreich, neu auf gethan, wird uns zum Vaterland; uns führt des Vaters Sohn heran mit treuer Bruderhand.:,: 7. D'rum zagen wir um Keis nen mehr, dem hier das Auge bricht; bald wirft er neue Blic" umher im ew'gen Freudenlicht.:,: 8. Verloren ist ihm feine Saat, mit Thränen hier ge streut; die Erndte jeder guten That reift dort in Herrlichkeit.:,: 120 Von der Auferstehung Christi. 9. Und wenn wir nach ein-| schon rücken, der mich im Tode ander fort von hier nach Hause deckt, dann werd' ich dich ergehn, Gott, welch ein Schaun blicken, der mich vom Tode weckt. empfängt uns dort und welch ein Wiedersehn!:: 10. Für Jeden, der darnieder lag, von Gram und Schuld ge preßt, sey Christi Auferstehungstag ein Auferstehungsfest!:,: 5. Du fährst zu Himmelshöhen und reichhft mir deine Hand, daß ich dir nach kann gehen in's rechte Vaterland. es sicher wohnen im Glanz der Herrlichkeit, da warten mein die Kronen, die deine Hand mir beut. 6. D meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! dir will 228. schlaf ich ich mich ergeben auch in der Mel. Herzlich thut mich verlangen ic. sch geh' zu deinem 3. Du schlummerst in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh' im Schooß der Erde habe, schließt sich das Aug' einst zu. Run soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. ohne Kummer in deinem Frieden ein, und wach' ich auf vom Schlummer, wirst du mein Loblied seyn. fürst und Held; die Hoffnung, die ich habe, ist nur auf dich ge stellt. Du lehrst mich fröhlich sterben und fröhlich auferstehn und mit den Himmelserben in's Land des Lebens gehn. Mel. Was 2. Du haft geweiht die Erde, 229. in die man dich gelegt, daß mir nicht bange werde, wenn schon hier mein Leben; meine Stunde schlägt. Was an mir ist vom Staube, geb' ich dem Staube gern, weil ich nun freubig glaube: die Erde ist des Herrn. Gott thut, das ist sc. weiß, daß mein Erlöfer lebt, er ift wer gläubig sich zu ihm erhebt, darf vor dem Tod nicht beben. Ich folg' ihm nach, der Bahn mir brach; auf Todesnacht und Grauen folgt fel'ges Licht und Schauen. 2. Du lebst, du lebst, du starter Held, du Todesüberwinder! du bist das Heil der ganzen Welt, du bist der Trost der Sünder. Wer dich umfaßt, dem wird die Laft der Sünden abgenommen, der darf zum Vater fommen. 4. Dein Grab schließt Stein 3. Du lebst, mein Arzt, du und Siegel und du bist den heileft noch und täglich mein noch frei; auch meines Gra- Gebrechen; du stärkest mich, bes Riegel bricht deine Macht was zag' ich doch bei meiner entzwei. Du wirst den Stein Seele Schwächen? O leb' in Von der Auferstehung Chrifti. 121 mir, daß ich in dir auch selig| jetzt erhebt, wird euch einft zu leben möge und wandeln deine sich erheben. Giebt's ein Herz, Wege. das nicht vor Freuden bebt? Jesus lebt!:,: 4. Du lebst, du bist in Nacht mein Licht, mein Trost in Noth 2. Jesus lebt!:,: Fürchtet euch, und Plagen; du weißt, was ihr Christen, nicht! Christus will Alles mir gebricht, du wirst die Seinen schirmen. Aus der mir's nicht versagen. In Zwei- Nacht führt er zum Licht; feln Rath und Kraft zur That, Freude folgt den Leidens stürmen. im Tode sel'ges Leben wirst Giebt's ein Herz, das muthlos du den Deinen geben. noch erbebt? Jesus lebt!:,: 5. Bereite dir noch mein Herz für deine Seligkeiten, so lang' ich gegen Lust und Schmerz in dieser Welt muß streiten. Gieb, daß ich sind nun deine Schrecken? Jetreu im Kampfe sey, dann sus lebt und wird auch mich wird auch mir zum Lohne der von den Todten auferwecken. Ueberwinder Krone. Er verklärt mich in sein Licht, das ist meine Zuversicht. mehr In eigener Melodie. 230. J esus Christus, un ser Heiland, der Mel. Jesus, meine Zuversicht ic. Xesus lebt, mit ihm 232. Je 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich glorreich überwand, ist aufer- ewig herrschen, ewig leben. standen und frei von Todes banden. Preis dem Aufer standnen! Gott erfüllt, was er verspricht, das ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, raubt dem Mittler seine Ehre. Gnade hat er zugeſagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christe nicht, das ist meine Zuversicht. 2. Christus, aller Sündenschuld rein, litt für uns Straf und Bein, hat uns versöhnet, mit Gottes Huld gekrönet. Breis dem Auferstandnen! 3. Christus siegt durch Got- 4. Jesus lebt, sein Heil ist tes Allmacht, ist aus dem Grab mein, fein sey auch mein gan erwacht; schenkt Allen Leben, zes Leben. Reines Herzens die ihm sich ganz ergeben. Preis dem Auferstandnen! will ich seyn, allem Bösen wi derstreben. Er. verläßt die Seinen nicht, das ist meine Zuversicht. Mel. Fahre fort,:,: Zion 2c. efus lebt!:,: Chri231. Je 5. Jesus lebt, ich bin gesten, hört es, Jesus wiß, nichts soll mich von Jelebt! und auch ihr sollt mit su scheiden, keine Macht der ihin leben; der zu Gott sich Finsterniß, keine Herrlichkeit, 122 Von der Auferstehung Chrifti. kein Leiden. Er giebt Kraft zu Ritterschaft im Glauben gut jeder Pflicht, das ist meine vollenden. Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in To desnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! 5. Gott, unserm Gott, sey Lob und Dank, der uns den Sieg gegeben und, was in Sünd' und Tod versank, hat wiederbracht zum Leben. Der Sieg ist unser: Jesus lebt, der uns zur Herrlichkeit erhebt. Gebt unserm Gott die Ehre! Mel. Es ist das Heil uns 20. Mel. Sollt' ich meinem Gott zc. Und: In eigener Melodie. uns Her233. Kommt, betet an bei 234. Laffet preifen, of the Chrifti ihr tiefbetrübten Herzen; schöpft Muth und frische Lebenslust und stillet eure Schmerzen; denn Jesus, der im Grabe lag, ist auferstanden diesen Tag und hat den Tod besteget. Christen überall! Kommet, last uns Dank erweisen unserm Gett mit frohem Schall! der da lag in Todesbanden, weil er sich für uns verbürgt. Gottes Lamm, am Kreuz erwürgt, Jesus Christus ist erstanden. Weicht nun, Gram und Traurigkeit, freue dich, o Christenheit! 2. Ihm, der den ew'gen Gnadenbund gegründet durch sein Leiden, ihm danket heut mit Herz und Mund für diesen Tag der Freuden. Er nahm dem Tode nun die Macht; das Leben ist uns wiederbracht und unvergänglich Wesen. 3. Nun treten, die den Herrn erkannt, in Glaubenskraft zu sammen; weil aus dem Grab er auferstand, fann Niemand se verdammen. Durch ihn gehn wir nun insgemein zum neuen Leben fröhlich ein; das hat er uns erworben. 2. Mußte gleich der Held auch sterben, sank er in des Grabes Nacht; hatte doch, ihn zu verderben, die Verwesung feine Macht. Da der Erde Pfeiler beben, steigt er aus der Erd' empor, bricht in's Leben neu hervor, Leben uns und Heil zu geben. Obgesiegt hat er im Streit; freue dich, o Christenheit! 3. Wo find nun des Todes Waffen? wo des Höllenrufs Triumph? Was kann mun der 4. Sen hochgelobt in dieser Feind noch schaffen? Seine Zeit von allen Gotteskindern Pfeile wurden stumpf. Christus und ewig in der Herrlichkeit ist der Angst entnommen und mit von allen Ueberwindern. Gieb Ehren angethan, daß er felig uns, Erstandner, Muth und machen kann, die durch ihn zum Kraft, daß wir den Kampf der Vater kommen. Sein ist Macht Von der Auferstehung Christi. 123 Grabes furchtbar Grauen entweicht, der Herr erstand; durch ihn läßt Gott uns schauen der Frommen Vaterland. und Herrlichkeit; freue dich, o Christenheit! 4. Solches sind die edlen Gaben, die sein Auferstehn uns schafft, daß wir volle G'nüge ha- 2. Froh führte Gottes Sonne ben in des neuen Lebens Kraft. Seines Sieges Preis und Früchte theilet er den Seinen zu: Hoff nung, Troft, Gewissensruh, Freudigkeit einst im Gerichte und des Himmels Seligkeit. Freue dich, o Christenheit! den festlich hohen Tag herauf; da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner, auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels uns erhebt; Gedanke, der im Leiden mit reichem Trost belebt; des höhern Lebens Quelle, mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? wo ist dein Stachel, Tod? 5. Sehnsuchtsvoll laßt uns verlangen nach dem Herrn und seinem Heil. Auch wir werden dann empfangen unfer theu'r erworbnes Theil. Er geht auf in unsern Herzen, laßt uns mit ihm auferstehn, mit ihm ein zum Himmel gehn, wo er stillet alle Schmerzen. Wonne wird dann alles Leid; freue dich, o Christenheit! 6. Meinen Leib wird man be graben, doch er schläft auf ewig nicht; neues Leben wird er haben, schön verklärt in Glanz und Licht. Das Verwesliche muß sterben, irdisch wird es ausgefä't, bis es himmlisch einst ersteht, um das Reich des Herrn zu erben, ihn zu schauen allezeit. Freue dich, o Christenheit! dindastholne pidom Mel. Nun lob', mein' Seel' ic. 235. obfinge, meine Seele, 3. Der Felsen Grund erbebet; die Wächter fliehn, das Grab ist leer. Der todt war, sieh, er lebet! er lebt und stirbt hinfort nicht mehr. Der Jünger Herzen wanken, schwach ist ihr Glaubenslicht; sie sehn ihn, freun sich, danken, sind nun voll zuZuversicht. Sie sehn empor ihn steigen und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten siegen; von dir und deinem Geist gelehrt. Die Gößentempel liegen; der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Ihn bet' ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ihn werd' ich ewig schauen, wenn er auch dem Welterlöser, mich erhebt. Der Herr ist mein bet' ihn an! Lobsing' ihm und Vertrauen; er starb für mich erzähle, was er zu deinem Heil und lebt. gethan! Er hat für dich gerunter gen und hat durch seine Macht des Todes Macht bezwungen, 236. Mei das Leben wiederbracht. Des Mel. O daß ich tausend ic. ein Jefus lebt, mag ich doch 124 Von der Auferstehung Chrifti. sterben, hier steht mein Haupt deß wollen wir uns trösten und triumphirt. Nun muß auch sammt unsern Miterlösten. ich das Leben erben, weil Noth und Tod die Macht verliert. Mich schreckt nun keine Zukunft mehr: mein Jesus lebt, sein Grab ist leer. 2. Mein Jesus lebt, er hat bezwungen, was mir das Leben rauben fann; er hat mir Heil und Sieg errungen und Alles iſt ihm unterthan. Der Hölle tiefster Abgrund bebt, denn überall schallt's: Jesus lebt! 3. Mein Jesus lebt, das Grab ist offen: so geh' ich freudig in die Gruft. Nun kann ich auch im Tode hoffen, daß mich sein Wort in's Leben ruft. Wie lieblich schallt die Stimme hier: ich leb' und ihr lebt auch mit mir! 4. Mein Jesus bleibe denn mein Leben; der Tod soll mir nicht schrecklich seyn. Ihm will ich mich getrost ergeben, mich seiner noch im Tode freun, weil er zum Himmel mich erhebt, so wahr er Jesus ist und lebt. Mel. Was Gott thut, das 2c. auferstandner Sie 237. D gesfürst, dich wollen wir erheben, der du auf's Neu' gegeben wirst auch uns zum neuen Leben. Durch unsre Noth gebracht zum Tod, bist du nun auferstanden und frei von Todesbanden. 2. Daß wir nun geistlich auf erstehn aus unserm Sündengrabe, daß wir das ew'ge Leben fehn, ist deine theure Gabe; was deine Kraft für uns geschafft, 3. Erschein' uns nur mit deis ner Huld, so oft wir vor dir fle hen, daß Frucht wir bringen in Geduld, bis wir dein Antlig sehen. So werden wir, o Herr, mit dir die rechten Ostern feiern und uns im Geist erneuern. Mel. Allein Gott in der Höh'* c. 238. Tod, wo ist dein Stachel nun, wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann forthin der Feind uns thun, wie grausam er sich stelle? Geendet ist der große Streit: Gott sey gelobet, der uns heut durch) Christum Sieg gegeben! 2. Denn aus des dunkeln Grabes Thor und aus des Todes Banden geht Christus lebend nun hervor; der Herr ist auferstanden. Nichts hält in seinem Siegeslauf des Lebens mächt'gen Fürsten auf; der Held hat überwunden. 3. Der Arm des Herrn hat obgestegt; er ist mit Glanz erhöhet, und unter seinem Arm erliegt, was ihm entgegen stehet. Der Tod hat ferner keine Macht, das Leben ist uns wiederbracht und unvergänglich Wesen. 4. Es war getödtet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, erstehen auch die Glieder. Wer Jesu Chrifti Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 5. Das ist die große Seligkeit, der wir theilhaftig werden: Heil, Von der Auferstehung Christi. 125 Frieden und Gerechtigkeit im Sinn, daß mich deine Seele lieHimmel und auf Erden. Still bet und daß ich der Deine bin. warten wir bis auf den Tag, Laß in dir mich Ruhe finden, wo wir, wie Christus uns ver- auf dein Wort die Hoffnung sprach, auf ewig bei ihm leben. gründen: Wer die Thränenfaat gestreut, erntet einst die Seligkeit. 6. Tröst' auch Andre, die voll Jammer einsam durch die Flu ren gehn, oder in der stillen Kammer tief bekümmert zu dir flehn. Wenn sie von der Welt sich trennen, daß sie satt sich weinen kön nen, so sprich ihrer Seele zu: Zagender, was trauerst du? 7. Wenn es einst will Abend werden und der Lebenstag sich neigt, wo dem blöden Aug' auf Erden nirgends fich ein Helfer zeigt: bleibe dann an meiner Seite, gieb mir Sieg im letzten Streite, daß ich bis an's Ende treu, jener Krone würdig sey. Mel. Jesu, meiner Seele zc. Prauernd und mit 239. T bangem Sehnen wandelt dort ein Jünger- Paar; Jesu fließen ihre Thränen, der ihr Freund und Lehrer war. Doch eh' sie's zu hoffen wagen, nahet er, um den sie klagen, ihr Begleiter ist er schon; schnell ist nun ihr Gram entflohn. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach; sie bejammern, voll von Schmerzen, ihre Noth, ihr Ungemach; manches wandelt ganz alleine, daß es in der Stille weine: aber Jesu tröstend Wort scheuchet jeden Kummer fort. 3. Oft schon hab' auch ich empfunden: Jeſus läßt mich nie allein; in den trüben stunden stellt er unverhofft sich ein. Wenn ich traurig mich beschwere, als ob er zu ferne wäre, o so ist er mir schon nah und mit seiner Hülfe da. 4. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner nah bei mir! Sucht die Welt mich anzufeinden, o so wend' ich mich zu dir. Wenn mich TrübsalsWetter schrecken, wollst du mächtig mich bedecken; hab' ich zum Gefährten dich, ist kein Feind mir fürchterlich. 5. Bin ich traurig und be trübet, dann ruf du mir in den Mel. Wie schön leucht't uns xc. 240. Triumph! Triumph! bringt Dank dem, der des Todes Macht bezwang, den herrlich Gott erhöhte. Der hohe Sieger überwand; Nacht war um ihn und sie verschwand in helle Morgenröthe. Bebet, gebet, stolze Spötter, unserm Retter Preis und Ehre; glaubt an ihn und seine Lehre! 2. Heil uns, Triumph! das Grab ist leer. Feft stehet, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gesprochen. O selig, wer sich ihm vertraut! er hat den Tem pel aufgebaut, den blinde Wuth gebrochen. Keine Macht hält die 126 Von der Auferstehung Chrifti. sen Sieger; Gottes Krieger ist selig und ruhen in des Vaters erstanden, macht der Hölle Schooß. ming Wuth zu Schanden. 6. An dich, an dich, mein 3. Leer ist die Gruft, die ihn Jesu, will ich glauben, in dir umgab! Sey mir gegrüßt, mein allein bin ich gerecht, und bin fünftig Grab, du Wohnung ich dein, wer fönnte dir mich ernster Stille! Nach wen'ger rauben? Du schirmst dein ausTage schnellem Lauf nimmst erwählt Geschlecht. 7. Ich lebe nicht, weil Chris stus in mir lebet; der alte Mensch muß untergehn. Der Tag bricht an, die dunkle Nacht entschwebet; der neue Mensch muß auferstehn. 8. So steh' ich auf und fühle Mel. Triumph, Triumph, des ac. Christi Kräfte; was ich gefehn, 241. Triumph, Triumph das zeuge ich. Ich ſchmeck im dem Geist des Säfte lebt, er lebet! Wir sind und und find' im Paradiese mich. leben auch in ihm. Triumph, er siegt! der Feinde Schaar er bebet und ihm lobsingen Se raphim. 9. Der erste Himmel ist nunmehr veraltet, die erste Erde fleucht dahin; für mich ist Erd' und Himmel neu gestaltet, seit ich erneut in Christo bin. 2. Der Tod und seine Macht ist überwunden, des Todes Stachel ist entzwei; der Sünde Schrecken sind für uns verschwunden und wir sind ihrer Banden frei. 10. Triumph, Triumph! Ich sehe Siegespalmen, die Schaar der Sel'gen zeigt sich schon; mein Ohr vernimmt die hohen Jubelpfalmen an meines ew'gen Königs Thron. 3. Wir sind in ihm versöhnet und entsündigt, getilget ist nun unsre Schuld; in seinem Tod ist uns das Heil verkündigt, die 242. Ubie Palmen, die dir Mel. Sollt' ich meinem Gett zc. eberwinder, nimm Klage weichet seiner Huld. 4. Ihr Christen, freuet euch Zion heute bringt, das mit fromit Jubelschalle, lobt euern Kö- hen Osterpfalmen deinen großen nig, euern Hort! Erhebt den Sieg besingt. Du hast dich em-. Retter, ihr Erlösten alle, jauchzt porgeschwungen aus der dunmit dem Himmel, fort und fort. feln Grabesnacht, haft dein hodas Verwesliche du auf, des Geistes morsche Hülle. Herrlich werd' ich auferstehen, einzugehen zu dem Leben, das mein Heiland mir wird geben. 1 5. Mit unserm Herrscher hes Werk vollbracht und der herrschen wir nun fröhlich und Feinde Wuth bezwungen. An sind von dem Gefeßze los; ge- dem Tag, wo dies geschah, finliebt in dem Geliebten sind wir gen wir Hallelujah! Von der Auferstehung Chrifti. 127 $ 2. 2. Pflanze deine Siegspa- wenn die letzte Stunde schlägt; niere auf das Grab zu deinem laß den Geist die Krone schauen, Ruhm; großer König, komm, die uns schon ist beigelegt. Laß regiere nun die Welt, dein Ei- in unsern höchsten Nöthen, laß in genthum. Du, den alle Himmel unsrer Todespein felfenfest den loben, unterwirf der Erde Kreis; Glauben seyn, daß der Tod uns und es diene dir zum Preis nicht kann tödten; denn du, auch der Höllenmächte Toben. Herr, bezwangst ihn ja; Gott Uns fey stets als Helfer nah; sey Dank, Hallelujah! dann ertönt's: Hallelujah! 7. Neige deines Scepters Spiße uns voll Gnad' und voller Huld einst von deinem Richtersize und sich nicht auf unfre Schuld. Gieb uns dann das ew'ge Leben, und die ganz befreite Brust wird in engelgleicher Luft ewig deinen Ruhm erheben; denn wir singen auch allda: Gott sey Dank, Hallelujah! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Gieb uns Allen deinen Frieden, gieb uns Kraft und frohen Muth: dann ist uns ein herrlich Gut und ein lieblich Loos beschieden; nichts erschreckt dann fern und nah und man fingt: Hallelujah! tent, deinen Strahl in's Herze 243. We mich erschreckt, 4. Laß, o Sonne der Gerech- Mel. Wenn mein Stündlein sc. enn der Gedanke deinen gehn; gieb Erleuchtung Knechten, daß sie geistig aufer- daß dieser Leib von Erde im Grastehn; hält der Schlaf uns noch be einst, mit Staub bedeckt, selbst gefangen, o so fördre unsern Erd' und Asche werde: dann Lauf. Rufe fleißig: wachet auf! stärkst du, mein Erlöser, mich, dann denn die Schatten sind vergan- giebt mir Muth der Glaub' an gen und der helle Tag ist da! dich, der du bist auferstanden. Gott sey Dank, Hallelujah! 5. Zeige, wenn der blöde Kummer über Gruft und Bahre weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Deines geist'gen Leibes Glieder bleiben nicht des Todes Raub; selbst des Erdenlei bes Staub wird verklärt und grünet wieder, denn dein Aug' bewacht ihn ja; Gott sey Dank, Hallelujah! 2. Du fonntest durch der Gott heit Macht aus deinem Grabe gehen und aus der kurzen Todesnacht zum Trost mir auferstehen. Der dir das Leben wiedergab, wird einst auch mich aus meinem Grab zum Leben auferwecken. 6. Tilge das verzagte Grauen, 3. Der Tod zerstöre mein Gebein, du hast ihn ja bezwungen, da du nach bittrer Todespein zum Leben durchgedrungen. Nun hoff ich, daß Gott aus der Gruft 128 Von der Auferstehung Christi. auch mich dereinst in's Leben ruft,| dir. In jenes ew'gen Lebens wenn gleich mein Leib verweset. Herrlichkeit bin ich von aller 4. Du sprichst ja: Friede sey Todesqual befreit. mit euch, ich leb' und ihr sollt le- 3. Hier ist noch Dunkel, dort ben; mir ist die Macht, mir ist ist Helle, hier wein' ich manche das Reich vom Vater übergeben. bittre Thräne noch, dort aber Welch tröstend Wort! mein Herr strömt die Freudenquelle, denn und Gott, nun fürcht' ich nicht mehr Grab und Tod, du wirst mich zu dir ziehen. dort bin ich erlöst vom Sün denjoch. Brich, morsche Hütte, brich nur immer ein, mein Geist wird dort verklärt und selig seyn. 4. Dir dank' ich dieser Hoff nung Freude, Erstandner; weil du lebst, so leb' auch ich. Wenn ich in dir die Seele weide, Verklärter, dann verklärt sie sich durch dich; die Hoffnung seliger Unsterblichkeit wirkt hier schon himmlische Zufriedenheit. 5. Ich weiß, daß du verherrlicht lebst, so werd' auch ich dich sehen, wenn du zum Schauen die erhebst, die hier im Glauben stehen. Dich, den ich hier' im Glauben sah, dich schau ich dort und bin dir nah in dei nem ew'gen Reiche. 6. Wie werd' ich da mich dei ner freun an deines Vaters Throne! dann wirst du mein Vollender seyn und reichen mir die Krone; dann wird ein höh'rer Lobgesang von dir, der Tod und Grab bezwang, durch alle Himmel dringen. 245. W Mel. Christus, der ist mein 2c. illkommen nach dem Streite, Held, aus der Grabeskluft! Wir triumphiren heute an deiner leeren Gruft. 2. Du hast nun überwunden der Feinde Macht und Spott: wir haben Trost gefunden; mit uns ist unser Gott. 244. Wi Mel. Dir, dir, Jehovah zc. ie jauchzt mein Geist schon hier im Staube, wenn er an dich, 3. Der Fried' ist uns erstritErstandner, innig denft! Wie ten und jeder Schrecken flieht. triumphirt mein Christenglaube, In der Gerechten Hütten erwenn er sich in dein offnes Grab schallt das Siegeslied. versenkt: ich schaue nun getrost in's eigne Grab, aus deiner Gruft erblüht der Hoffnung Stab. 4. Theil' uns des Sieges Beute, den Trost nun reichlich aus; wir Alle kommen heute voll Hoffnung in dein Haus. 2. Ich seh' den Frühling jetzt erwachen, ein frohes Bild der Auferstehung mir. Ich darf des Todes Drohn verlachen, Erstandner, neues Leben strahlt von 6. Du hast das Heil erwor 5. In deines Grabes Staube liegt unsre Schuld bedeckt; dein tröstet sich der Glaube, daß uns kein Tod mehr schreckt. Von der Himmelfahrt Jefu Chrifti. 129 ben, wir preifen dich dafür.| fahnen auch über unser Herz Sind wir mit dir gestorben, so und zeig' uns einst die Bahnen leben wir mit dir.d vom Grabe himmelwärts. 7. Wir wollen sonder Grauen mit dir zum Grabe gehn, da wir, um dich zu schauen, einst felig auferstehn. 8. Schwing' deine Sieges X. Von der Himmelfahrt Jesu Christi. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Mel. Zerfließ, mein Geist, in 2c. Christi 246. Auf if im 247. Auf, fingt mit uns, melfahrt allein Him 9. Was fann uns wohl noch schaden? des Todes Pfeil ist stumpf; wir sind bei Gott in Gnaden und rufen schon: Triumph! ich meine Nachfahrt gründe melsschaaren, dem Herrn, der und allen Zweifel, Angst und sein Triumphfest hält! Mit Bein hiemit stets überwinde. großer Pracht ist er hinaufgeDenn weil das Haupt im Him- fahren und unter ihm liegt nun mel ist, wird seine Glieder Je- die Welt. Er fährt dahin, wo sus Christ aus Gnaden nach er sonst war, und ist verherrsich ziehen. licht wunderbar vom Vater, der ihn zu der Erden gesandt, ein Opfer uns zu werden. 2. Gen Himmel fuhr mein Heiland auf, um Gaben zu empfangen. Zu ihm blickt nun mein Geist hinauf mit sehnendem Verlangen. Denn wo mein Schaß, ist auch mein Herz. Es schwingt zu ihm sich himmelwärts vom Staube dieser Erde. 3. Du, Herr, der Gutes in uns schafft, hilf uns den Lauf vollbringen und stark in deines Geistes Kraft dir nach zum Himmel dringen; dann scheiden wir, wann dir's gefällt, mit Freuden einst von dieser Welt. Erhöre, was wir flehen. 2. Dein Haupt hat nun der Herr, dein Gott, gefrönet mit Glanz und Ehre, Preis und Nuhm. Sie stehen tief befchämt, die dich verhöhnet, als du famst in dein Eigenthum. Es hat dich Gott, dein Gott, erhöht; dein Name über Alles geht, was in den Himmeln und auf Erden nur Großes mag genennet werden. 3. Hast du uns gleich dein Angesicht entzogen, so leuchtet doch auch uns dein Licht, so bleibst du doch den Deinen stets J 130 Von der Himmelfahrt Jesu Christi. gewogen, vergisfest ihrer nim vollendet ist auch unser Heil. mer nicht. Du ziehest uns an Uns liebt der Gott, der dich deine Brust voll Lieb', und es ist gesendet, und seine Huld wird deine Lust, dich uns zu nahn uns zu Theil. Verklärt erhebst zu allen Stunden; Heil Allen, du dich vom Staube; dir nach welche dich gefunden! schwingt sich der Deinen Glaube und dringet bis zu Gottes Thron. Dort, sieht er, frönt nach allen Leiden dein Gott mit Sieg und ew'gen Freuden dich, Gottes und des Menschen Sohn. 4. Wie gut, daß du zum Vater bist gegangen; dein Hingang schaffet große Frucht. Wer durch des Glaubens Band an dir bleibt hangen, der findet bei dir, was er sucht. In's Heiligthum, wo man dich ehrt, ist ihm der Eingang nicht verwehrt; der Vorhang ist schon längst zerrissen, wer will, kann deiner ganz genießen. 2. Du scheidest und die Jünger fallen anbetend auf ihr Angesicht. Sie sehn die Wolken dich umwallen in Majestät voll Himmelslicht. Noch segnest du die treu Geliebten, du senkest 5. Die Hoffnung bleibt auf Trost auf die Betrübten, strömst festem Grunde stehen, daß wir frohe Hoffnung in ihr Herz. nach wohl vollbrachtem Lauf in Sie sehn, wie du von Gott deiner Majestät dich) werden se- gekommen, wirst du nun wiehen; dahin blickt unser Auge der aufgenommen; zu hoher auf. Wir stehen dann an dei- Wonne wird ihr Schmerz. nem Thron und nehmen unsers 3. Auch ich seh' auf, du mein Glaubens Lohn, die Seligkeit, Vertreter, und bet' in Freudendie nie wird enden, Vollende- thränen an. Ich weiß, daß ter, aus deinen Händen. auch ein schwacher Beter im Staube dir gefallen kann. Gieb meinem Glauben Muth und LeIn eigener Melodie. 248. Chrift fuhr gen Him- ben, zu dir sich immer zu erheben, mel. Was sandt' zu dir, der uns mit Gott verer uns hernieder? Den Trö eiut. Ja du, des künft'gen Lester, den heiligen Geist, zum bens Sonne, des Himmels und Trost der armen Christenheit. der Erde Wonne, du bist mein Gelobt sey Gott! Bruder und mein Freund. 4. Ginst wirst du herrlich wiederkommen. Erlöser, fomm! so rufen wir. Im Thränenthal schaun deine Frommen voll heiBer Sehnsucht auf zu dir. Mit Wonne sehn sie dir entgegen, erwarten Heil von dir und Se fer, ist vollendet, gen und Theil an deiner Herr2. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Deß soll'n wir Alle froh seyn. Christus will unser Trost seyn. Gelobt sey Gott! Mel. Wie wohl ist mir, o 2c. 249. Dein Wert, Erlös Von der Himmelfahrt Jesu Christi. 1060 tigh 131 lichkeit; du wirst den Gläub'gen,| Herrn begrüßen und fallen ihm die hier weinen, vom Himmel zu Füßen? Komm, stelle dich als ihr Freund erscheinen, in doch ein! Freude wandeln alles Leid. E Mel. Nun lob' mein' Seel' sc. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 250. D er Herr fährt auf 251. Du gingst zum höch sten Lohne in's gen Himmel mit Haus des ew'gen Vaters ein; frohem Jubelschall, mit präch nun ist des Siegers Krone und tigem Getümmel und mit Po- Ruhm und Herrlichkeit ist dein. saunenhall. Lobsingt, lobsinget Wir aber, voll Verlangen, Gott, lobsingt in frohen Chö- schaun dir, o Jesu, nach und ren dem Könige der Ehren, dem Herren Zebaoth! hoffen zu empfangen, was uns dein Mund versprach. Die 2. Der Herr wird aufge- Stätt' uns zu bereiten, gingst nommen in Himmelsglanz und du, o Herr, voran; auch uns Pracht. Um ihn stehn alle zum Himmel leiten willst du 2. Frommen, die er hat frei ge macht. Es holen Jesum ein die hohen Seraphinen; den hehren Cherubinen muß er willfommen seyn. 3. Auch wir gehn von der Erden, der Heiland ging vor an; wir sollen himmlisch wer den, er bricht uns selbst die Bahn. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, dahin kehrt das Verlangen, dahin nehmt euern Lauf. 4. Fahr hin mit deinen Schäßen, du trügerische Welt. Sollt uns dein Glanz ergöz zen? dort ist, was uns gefällt. Der Herr ist unser Ruhm, der Herr ist unsre Freude, und föstliches Geschmeide das ew'ge Eigenthum. 5. Wann soll es doch geschehen, wann kommt die frohe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichkeit? Tag, wann wirst du seyn, da wir den auf sichrer Bahn. 2. Die Qual, die du empfunden, des Erdenlebens bittres Leid, wie sind sie jest entschwunden vor Himmelsglanz und Herrlichkeit! So sind auch unsre Leiden bald wie ein Traum entflohn und ew'ge Himmelsfreuden sind dann der Frommen Lohn. Was sollten wir denn zagen? Wir blicken himmelwärts und sind bereit, zu tragen des Lebens kurzen Schmerz. 3. Einst wird die Wahrheit siegen; du, ew'ge Wahrheit, siegtest ja! Wenn Feinde fie bekriegen, bist du mit deinem Schutze nah. Wird auch ein Ziel des Spottes, wer dich im Glauben ehrt: er steht im Schuße Gottes, der sichern Sieg gewährt. Wer freudig hier gestritten für Wahrheit, Recht und Licht, schaut in den ew'gen Hütten dich einst von Angesicht. 4. Voll heil'ger Rührung wal32 132 Von der Himmelfahrt Jesu Chrifti. in des Vaters Haus theilst du Jedem seine Wohnung zu. len wir an der Frühentschlafnen| Du vertrittst, die an dich gläuGrab und minder brennend fal- ben, daß sie dir vereinigt bleiben; len der Wehmuth Thränen drauf herab. Du willst ja, daß die Deinen dort ewig bei dir seyn; 5. Doch vergißt du auch der uns mit dir zu vereinen, gingst Armen, die der Welt noch dienen, du zum Himmel ein. Die hier nicht, weil dein Herz dir aus von uns geschieden, sind dort Erbarmen über all ihr Elend im Vaterland; einst winkt zum ew'gen Frieden auch uns des Vaters Hand. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 252. Großer Mittler, der zur Rechten sei bricht. Daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, darauf geht dein Bitten hin. 6. Ginst in deines Fleisches Tagen hast du dich vor Gott gestellt, als auf dir, Versöhner, lagen schwer die Sünden aller Welt. Wie hast du geweint, gerungen, bis dein Flehn zu Goft gedrungen; wie batst du zu jener Zeit, Herr, in deiner Niedrigkeit. nes großen Vaters sitzt und die Schaar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schüßt, dir auf dem erhabnen Throne in der königlichen Krone bringet aller Engel Heer tief anbetend Preis und Ehr'. 7. Jetzt ist kräftiger dein Fle2. Was vollendet sollte wer- hen, seit du Sieger wardst im den, wie es Gottes Rath be- Streit und verklärt in jenen Hödacht, dein Geschäft auf dieser hen thronst in voller Herrlichkeit. Erden und dein Opfer ist voll- Nun kannst du des Feindes Klabracht. Da du bist am Kreuz gen majestätisch niederschlagen gestorben, ist uns Gnad' und und es redet uns zu gut fräfHeil erworben, und dein steg- tig dein vergofsnes Blut. reich Auferstehn läßt auch unsern Sieg uns sehn. 3. Nun, o Herr, ist dein Geschäfte in des Himmels Heiligthum, zu verbreiten Lebenskräfte durch dein Evangelium. Allen willst du Gnad' ertheilen, die zu dir im Glauben eilen, und dein Geist macht Allen fund deinen hohen Gnadenbund. 8. Großer Mittler, sey geprie sen; dir sey Ehre, Dank und Ruhm, für die Treu', die du bewiesen, hier und dort im Heiligthum! Dein Verdienst wird uns vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; wenn der Tod den Mund uns schließt, sprich für uns, Herr Jesu Chrift. 4. Deines Volkes theure Namen trägst du stets in deiner Mel. Freu' dich sehr, o meine xc. Brust; dir faerr, du in men, find und bleiben deine Luft. 253. Glanz und Freu H Von der Himmelfahrt Jesu Christi. 133 den auf zu deiner Herrlichkeit] Mel. Wie schön leucht't uns sc. und mich drücken noch die Leiden dieſer unvollkommnen Zeit. Gieb 254.wundergroßer Siegesheld! wie herrmir, Jesu, Muth und Kraft, lich, Heiland aller Welt, haft hier in dieser Pilgrimschaft so du dein Werk vollendet! Nun zu wandeln meine Wege, daß reicht der Vater dir den Lohn ich dein stets bleiben möge. und du nimmst wieder ein den 2. Laß mir deinen Geist zu- Thron, von dem er dich gesenrücke, ziehe ganz mein Herz zu det. Mächtig, prächtig triumdir, daß ich nach dem Him- phireft und regierest du, o mel blicke mit der sehnlichsten König; Alles ist dir unterBegier. Ja, laß deine Kraft thänig. allein in mir Schwachen mächtig seyn; und du selber wollst im Beten bei dem Vater mich , vertreten. 3. Lehre mich die Welt ver achten und was in ihr Eitles ist; nach dem Reiche lehr' mich trachten, dessen Herr und Haupt du bist. Hier schon in der Prüfungszeit sey mein Ziel die Ewigkeit, daß, wenn ich dorthin gelange, ich des Glaubens Lohn empfange. 4. Ruft mein Gott früh oder späte mich zu meines Grabes Ruh: so bereite mir die Stätte in des Vaters Hause zu und erleuchte mir die Nacht, die dem Herzen bange macht. Du haft ja den Tod bezwungen und für uns den Sieg errungen. 2. Dich soll die Schaar der Cherubim und aller heil'gen Se raphim mit lauter Stimme loben; dich, der uns selig hat gemacht und nun mit Majestät und Pracht zum Himmel fich erhoben. Singet, bringet, En gelchöre, Ruhm und Ehre! ihm vor Allen lasset Dank und Preis erschallen! 3. Du bist das Haupt, die Glies der wir; zu uns herab fommt nur von dir Licht, Freude, Trost und Leben. Des heil'gen Geistes Wunderkraft, die alles Gute wirkt und schafft, wird uns durch dich gegeben. Dringe, zwinge mein Gemüthe, deine Güte hoch zu preisen, Ehr' und Dank dir zu erweisen. 4. Zeuch uns, o Jesu, ganz 5. Kommst du endlich glor- zu dir, hilf, daß wir Alle für reich wieder als der Richter aller und für nach deinem Reiche Welt, dann belebe diese Glie trachten. Laß suchen uns, was der, die das Grab umschlossen dir gefällt, und gieb, daß wir hält. Ja, verkläre du mich die ganze Welt mit ihrer Lust ganz, schmücke mich mit Him verachten. Nähre, mehre deimelsglanz, stelle mit den treuen ner Liebe heil'ge Triebe, daß Knechten mich, o Herr, zu dei- fein Leiden je uns könne von ner Rechten. dir scheiden. ELA 134 Von der Himmelfahrt Jefu Chrifti. Mel. Was Gott thut, das 20. zen, nicht mit Strenge herr255. Triumph! ihr Him- scheft du; linderst unsrer Seelen mel, freuet euch, Schmerzen, giebst dem müden Lobsinget Gottes Sohne! Er Herzen Ruh. Selig, wer zu ziehet ein zu seinem Reich, em- dir sich kehrt, wenn er deine pfängt des Siegers Krone. Mit Stimme hört. betw Majestät wird er erhöht und 3. Mag der Krieg die Welt Herrscht nach Kampf und Leiden, zerrütten, Friede schwebt um umstrahlt von Himmelsfreuden. deinen Thron. In Palästen und in Hütten ist er deiner Frommen Lohn, bist du Sonne, Schirm und Schild dem, der dein Gefeß erfüllt. 2. Doch schließet ihn kein Himmel ein, er wirft noch fort auf Erden; noch sollen, die ihr Herz ihm weihn, durch ihn beseligt werden. Mit Muth hinan die 4. Reiche dieser Welt versteile Bahn! Uns lohnt nach schwanden, Kronen fanten in Kampf und Leiden der Herr den Staub; nur dein Reich, mit ew'gen Freuden. Herr, ist bestanden, nie wird es der Zeiten Raub; nimmer wird es untergehn, ewig wird's durch dich bestehn. 3. So wahr, als Jesus Christus spricht: ich leb' und ihr sollt leben, erhebt sich einst zum ew'gen Licht der Geist, von Gott gegeben. Still sinkt in's Grab der Leib hinab, da ruht er aus von Leiden; einst theilt er Himmelsfreuden. 4. Triumph! ihr Christen, freuet euch! der Tod ist nun bezwungen; wir haben Theil an Jesu Reich, er hat es uns errungen. Auf, bringt ihm Dank Mel. O daß ich tausend Jungen. und Lobgefang! Wir gehn durch 257. Zum and biſt mit feinen Freuden. 5. Mehre stets die Zahl der Frommen, Herr, erweitre dein Gebiet; laß die Menge zu dir kommen, die noch deine Herrschaft flieht; führ' uns Alle nach der Zeit ein zu deiner Herrlichkeit. Mel. Komm, o komm, du 20. u dem Vater hingePreis gekrönt, Herr Jesu Christ! wie sollte mich nun nicht verlangen, auch dort zu seyn, wo du nun Ich bin ja nur ein 256. 3gangen bist du glor- Pilgrim hier; nimm in die Heimath mich zu dir. reich aus der Zeit; Herr, du haft die Kron' empfangen, herrschest nun in Ewigkeit. und herrlich ist dein Reich; nichts Groß ist deiner Herrschaft gleich. 2. Vom Tode standst du auf zum Leben, du gingst verklärt zum Himmel ein: so muß sich auch mein Geift erheben; ich 2. Nur mit liebevollem Her- darf nicht todt in Sünden seyn. Von dem heiligen Geist. 135 net, meinen Lauf! Wenn ich von dir gesegnet bin, dann fahr' in Frieden ich dahin. Ein neues Leben wirk' in mir, so auch ich vollende, von dir gesegkomm' ich einst gewiß zu dir. 3. Am Delberg fingen deine Leiden mit bittern Todesängsten an; am Delberg gingst in ho- 6. Ich sehe dir mit GlaubensHen Freuden du siegreich deine blicken in deinen Freuden- HimHimmelsbahn: so folgt auf mel nach; mein Herz soll sich Leiden Herrlichkeit; zu beiden mache mich bereit. an dir erquicken, der mir die Bahn zum Himmel brach. Sieht dich auch hier mein Auge nicht, bleibst du doch 4. Du bist von uns zwar auf gefahren, doch ist dein Wort noch immer hier. Laß dieses meine Zuversicht. Kleinod mich bewahren; im Worte redest du zu mir, dies leitet meines Lebens Lauf und schließt mir deinen Himmel auf. 7. Einst wirst du herrlich wiederkommen, gleichwie du auf gefahren bist; dann werd' ich völlig aufgenommen, wo mir So 5. Du hobest segnend deine bereit mein Erbtheil ist. Hände beim Scheiden von den leb' ich nun im Glauben hier, Deinen auf: o hilf, daß einst im Schauen aber dort bei dir. XI. Von dem heiligen Geist. Mel. Auf meinen lieben Gott zc. 4. Dann steh' ich fest im Streit 258. Auf meinen Gott ver- und überwinde weit, erneut zu gläubig mit Herz sich fest. So oft ich im nem Schilde; und wann derGebete hin vor sein Antlig trete, einst ich sterbe, werd' ich des will er sich zu mir wenden, mir Himmels Erbe. Licht und Hülfe senden. 2. Der Geist, den er verheißt, den Jesus uns verheißt, o sey 5. O du, des Vaters Geist, giebt Zeugniß meinem Geist, daß Gott mir, seinem Kinde, auch mir gewähret, der betend vergeben alle Sünde, und steht dein begehret! regiere meine mir bei auf Erden, gerecht vor Seele, daß sie nicht wank' und ihm zu werden. fehle. 3. Schwächt nur nie frevelhaft mein Herz der Gnade Kraft; beharr' ich im Bestreben, wie er mich treibt, zu leben: so kann ich überwinden den stärksten Reiz der Sünden. 6. Versiegelt bin auch ich, o Geist des Herrn, durch dich; du führst nach Kampf und Leide mich ein zu jener Freude, die Jesus Allen giebet, die ihn hier treu geliebet. Von dem heiligen Geist. Mel. Ein Lämmlein geht 2c. uns zu, im Tode schenk uns 259. Dich, Bater, preift Seelenruh' und hilf uns übermein Lobgefang, winden. daß du den Sohn gegeben, der uns das ew'ge Heil errang und unvergänglich Leben. Ich danke Mel. Ewigkeit, du 2c. dir, daß du den Geiſt, der uns 260. Dies ist der Tag, da den Weg zur Wahrheit weist, Gottes den Gläubigen gesendet. Auf sandte von des Vaters Thron, Jesu Wort kam er herab, der o Geist der Kraft und Stärke! seinen Boten Stärke gab, daß Du gosseft aus der Liebe Gluth, fie dein Werk vollendet. gabst Jesu Jüngern Helden2. Erfüllt von seiner Wunder- muth zu ihrem heil'gen Werke. fraft, gehn fie, die Welt zu leh Groß war die Erndte, schwer ren; durch ihn, der neue Herzen die Müh', doch, Geist des Herrn, schafft, die Sünder zu bekeh- du stärktest sie. 136 ren. Die Völker hören hoch 2. Da machte seiner Zeugen erfreut die Botschaft ihrer Se- Mund die großen Thaten Gotligkeit, Vernunft und Wahrheit tes fund, die Heiden zu bekehstegen; der Sünde finstre Nacht ren; die Gößentempel wurden entfleucht, wo sich der Finger leer, es schwand der falschen Gottes zeigt, und Satan muß Götter Heer sammt Opfern und erliegen und Altären. So siegreich war der 3. Umsonst, daß wilder Eifer Zeugen Muth; und schwiegen tobt und droht mit Blutgerüste, so sprach ihr Blut. sten; dein Name, Jesus, wird 3. Wie Gottes Bliße ging ihr gelobt, es stegt die Treu' der Wort bis an der Erde Grenzen Christen. Dein Geist, o Vater, fort, die Nacht wich vor dem stärket sie und die Bekenner wan- Lichte. Den beteten die Heiden fen nie, selbst nicht in Todeslei an, von dem wir einst die Kron' den. Sie bleiben ihrem Herrn empfahn, wenn er kommt zum getreu und zeugen von ihm Gerichte. Das Kreuz des Mittohne Scheu, nichts kann von lers überwand und ward des ihm sie scheiden. Heiles Unterpfand. 1149 4. Noch jetzt bist du der Geist 4. Die Kirche, die ihm angeder Kraft, noch jetzt der Men- hört, und die du, Geist des schen Lehrer, der Wollen und Herrn, gemehrt, wird ewiglich Vollbringen schafft, des Höllen- bestehen. Aus ihrer Mitte Auô reichs Zerstörer. Owirk' in Sün- weichst du nie; mit neuer Kraft dern Reu' und Leid, in from belebst du sie, sie kann nicht men Seelen Fried' und Freud' untergehen. O mach' uns mur und Muth im Kampf der Sün- in deinem Reich den ersten Bo= den; in Trübsal sprich du Trost ten Christi gleich! Von dem heiligen Geift. 137 Mel. Wie schön leucht't uns zc. hen wir: du wolleft bei uns 261. Dir jauchzet froh bleiben. Geh' ferner aus in alle Welt, damit, von deinem Licht erhellt, die Völfer alle gläuben. Führe gnädig sie zur Wahrheit und zur Klarheit, daß die Erde, Geist des Herrn, dein Tempel Jesu werde. die Christenheit, du, Geist der Kraft und Herrlich keit, du, aller Geister Leben. Als unsers Erbes Unterpfand bist du vom Vater ausgesandt, zum Tröster uns gegeben. Glieder wirst du führen und regieren; deine Gnade leit auch uns auf unserm Pfade. Mel. Ach! Alles, was Himmel zc. 262. in heiliges Feuer 2. welch ein großer Tag er O schien, als man die Flammen sah erglühn hell über jedem Haupte! Im Sturmwind thatest du dich fund; dein Zeugniß heiligte den Bund der Schaar, die freudig glaubte. Mächtig kamst du, um die Schwachen stark zu machen; und erklungen ist das Heil in allen Zungen. durchdrang und beseelte die Männer, die Jesus zu Jüngern sich wählte, um auszugehn unter die Völker der Erden und Boten des ewigen Heils uns zu werden. 2. Ein heiliger Lichtstrahl umfloß sie mit Klarheit, nun sahen ste heller die himmlische Wahrheit; nun zeugten voll göttlichen Muthes die Frommen: der Herr ist erschienen, sein Reich) ist gefommen. 3. O Dank für so viel göttlich Licht, das jede Finsterniß durch bricht, für himmlische Belebung! Den Menschenherzen, alt und jung, schaffst Kräfte du zur Heiligung, zu stiller Gotterge schreckten vergebens die zeitlichen bung. Preis dir, Dank dir, Leiden; nun scheuten sie nicht daß du fräftig und geschäftig mehr Verspottung und Schande, uns belehrest, Jesum Christum nicht Todesgefahren, nicht Maruns verklärest! ter und Bande. 3. Nun lockten umsonst die vergänglichen Freuden; nun 4. Auch wir, die Christus sich 4. Die Kraft aus der Höhe erkauft, wir sind mit deiner erfüllte die Herzen. Sie preKraft getauft, die Welt zu über- digten Jesum in Trübfal und winden. Wirk' in uns Allen Schmerzen, getren bis zum Tode Lieb' und Zucht und laß in uns mit freudigem Muthe, versiedes Glaubens Frucht sich hungelnd ihr theures Bekenntniß dertfältig finden. Gnädig hilf mit Blute. du Gottes Erben einst im Ster- 5. Auch uns sey die Wahrheit ben, daß sie droben ewig deine so heilig und theuer; Geist Wunder loben. Gottes, beseel' uns mit himm 5. Wir beugen unsern Geist lischem Feuer. Gieb standhafvor dir, Geist Gottes, Alle fle- ten Muth uns, des Heilandes 138 Von dem heiligen Geist. Lehren im Leben, im Leiden Landen; dir dankt man im und Sterben zu ehren. Himmel. 12. Lob, Ehr und Preis fev dir, o Gott, gesungen, dem Bater, Sohn und heil'gen Geiste. Amen. Mel. Danket dem Herren, denn c. Geift eist aller Geister, unerschaffnes Wefen, dein Name sey von Allen hochgelobet. Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. 2. Du Geist vom Vater, ew 264. Geist der Wahrheit, ger Quell des Lebens, das flar und unerschöpflich sich ergießet. lehre mich aller Weisheit Quelle kennen, Jesum fann ich nur durch dich meinen Herrn und Heiland nennen. Du nur fannst ihn mir verklären und mein Herz zu Gott bekehren. 2. Du nur machst das Herz gewiß und erleuchteft meine Seele, daß ich in der Finsterniß nicht den Weg des Heils verfehle; du führst mich auf Got tes Pfade, zeugst von Wahr heit und von Gnade. 263. Ge 3. Du gehest aus vom Sohn, ein Geift des Mundes, und salbest reichlich, die sich Gott erwählet.co 4. Was lebt und webet, hat von dir das Leben, der ganze Erdkreis ist voll deiner Güte. 5. Der Sünder wird durch's Wort von dir geschlagen, dein Hauchen tödtet plößlich die Em pörer. 3. Unser Tröster heißest du, 6. Du rührst und schreckest überschwenglich kannst du trö Herzen und Gewissen, wer dei sten, du erfüllst mit Himmelsnem Finger folget, ist genesen.[ ruh die Gemüther der Erlösten, 7. Das Licht, die Weisheit daß sie nach der Angst der und die Kraft des Lebens schenkst Sünden Gottes Vaterhuld emdu dem, der an Chrifti Namen pfinden. glaubet. almoped 8. Du lehrst uns findlich rufen: Lieber Vater! Wir wis sen es, daß wir sind Gottes Kinder. 4. Mächtig stärkst du zum Gebet, weckst in uns inbrünft's ges Sehnen, daß mit stillen Seufzern fleht und zur Wonne führt durch Thränen. Hoffnung und Geduld im Leiden ist dein Werk, du Geist der Freuden. 9. Du, Geist des Herrn, giebst Zeugniß unserm Geiste, vertrittst uns auch durch unaussprechlich Seufzen. 5. Heiligung und Reinigkeit und ein gottgefällig Leben, se 10. Das Fleisch ertödtest du lige Zufriedenheit, wahre Weißund stärkst die Seele; die Tod- heit kannst du geben. Selig, ten alle wirst du einst erwecken. die an deinen Gaben Theil durch 11. Herr, unser Herrscher, Lieb' und Glauben haben. herrlich ist dein Name in allen 6. Was mir fehlt, find' ich Von dem heiligen Geist. bei dir, nur durch dich kann ich| Gemeinen des Kreuzes unbesieggenesen. Komm und wohne selbst ten Ruhm. Und wo du sprichst in mir, schaffe neu mein gan mit Feuerzungen, beugst du zu zes Wesen; dann wird meine sel'gen Huldigungen der Heiden Schwachheit Stärke und ich überwundne Kraft. Der Hölle wirke Gottes Werke. Reich muß dir mit Beben die Schaar Gefangner wiedergeben, die es in Sünden hingerafft. 7: Sieh, ich öffne dir mein Herz, läutre du es auch durch Leiden, mache mich durch Noth und Schmerz würdig deiner Himmelsfreuden. Hilf mir, Vater, beten, ringen und hindurch zum Ziele dringen. 139 4. Wer kann, wie du, mit Donnern reden, wenn du im Schlaf den Sünder schreckst? Wer- tröstet so, wie du, die Blö den, wenn du die neue Sehnsucht weckst? Wenn sie in ihr VerMel. Wie wohl ist mir, o C. 265. Geist Gottes, aus derben ſchauen, so lehrst du ſie dem des Ew'gen Fülle in unsern Geist herabgesenkt, der auch in unbemerkter Stille des Herzens Trieb gen Him mel lenkt; du, der einst Davids Psalm beflügelt, den Sehern Aug' und Mund entsiegelt, uns auch noch jetzt mit Gluth durch bringt, auch jetzt uns Gottes Weisheit lehret und Christi Wahrheit uns verkläret: wer ist's, der würdig dich besingt? Ruf vertrauen, der sie mit Gottes Frieden grüßt; wenn sich der Geist zwar willig zeiget, doch ihn des Fleisches Schwachheit beuget, bist du es, der das Leid versüßt. 5. Du drückest der Bewährung Siegel den wohlgeprüften Seelen auf; du giebst den Zeugen Glaubensflügel und führst sie im Triumph hinauf. In aller Trübsal lehrst du beten, du selbst 2. Du Quell der reinsten Him willst unsre Noth vertreten, auch melsliebe, die in das Herz le- ohne Wort, mit starkem Flehn. bendig quillt und so des neuen Die Liebe führest du zum Throne Menschen Triebe mit heil'ger und ihren Werken wird zum Gotteskraft erfüllt, du bist es, Lohne die Kraft, in Demuth der die Schwachheit stüßet, im fest zu stehn. Pilgerlauf ste stärkt und schüßet, wenn sich die Seel' in Schlum mer neigt; dero geschäh' es nicht vergebens! als Unterpfand des ew'gen Lebens uns hier des Himmels Krone zeigt. 6. Wenn Christus einst herniederschwebet auf das geschloßne Todtenfeld, mit mächt'gem Wort es neu belebet zum Erbtheil in der bessern Welt: dann trägt in deiner Kraft die eine bewährte 3. Du bauest aus lebend'gen heilige Gemeinde zum Throne Steinen der Kirche reines Heilig- Herz und Pfalm empor; dann thum, erhöheft durch des Herrn ströme du durch alle Glieder die - 140 Von dem heiligen Geist. höh're Gluth der Himmelslieder in Kraft und Klarheit durch zum Preise dem, der uns erfor. Fährlichkeit und Finsterniß. Du bist der Beistand meines Lebens und niemals ruf' ich dir verMel. Wie wohl ist mir, o 2c. 266. Seift Gottes, wer gebens, wenn je mein Fuß den Pfad verliert. Dein Wort fann jeden Wahn besiegen, dein Troft läßt niemals mich erliegen; du bist es, der mich richtig führt. fann dich verstehen? Wer wandelt schon in deinem Licht? Wer flimmt zu dei ner Weisheit Höhen? der selbst sich weise dünket, nicht. Ein Licht bist du; doch nur den Blinden. Wer noch bei sich weiß Rath zu finden, dem ist dein reicher Trost noch fern. Du wirst nur dem des Lebens Quelle, der, an des Unterganges Schwelle, an sich verzagend ruft zum Herrn. 5. Und will mich ja der Trübsinn beugen, daß mehr und mehr der Muth entsinkt: wenn Seufzer dann zum Himmel steigen, bist du's gewiß, der Hülfe bringt. Was auch in meiner Brust will wanken, du hältst lebendig den Gedanken, daß ich ein Kind der Gnade sey. Will meine Schwachheit mich beschämen und mir der Kindschaft Zeugniß nehmen: du machst mich von mir selber frei. 2. Dann wirkest du und schmelzest Herzen, in Sünden todt und felsenhart, erregst in ihnen sel'ge Schmerzen und Traurigkeit der rechten Art. Du stellst 6. Auch schlägt mir wohl die im göttlichen Gerichte dem Sün- Prüfungsstunde, vor der ein der kräftig vor's Gesichte, was Heil'ger selbst erbebt, wenn aus Gott, Gesetz und Sünde sey. Er des Abgrunds dunklem Schlunde neurung will das Herz begehren, Angst und Verzweiflung sich erda fließen einsam bittre Zähren: hebt. Doch du trittst mir voll die Zeugen wehmuthsvoller Neu'. Trost zur Seiten; von dir gestär 3. Wenn Seelen so mit Noth ket kann ich streiten, du reichst beladen nur sehnlich um Erret- mir Wehr und Rüstung dar. tung flehn, enthüllet sich der Dann kann ich den Versucher Thron der Gnaden; du läsfest dämpfen, den Kampf des Glausie den Mittler sehn. Dann wan bens siegreich kämpfen; bald delt sich das bange Sehnen in wird die Seele wieder flar. einen Guß von Freudenthränen, die Trauernacht in helles Licht. Der Schuldbrief zeiget sich zer rissen, es schweigt das richtende Gewissen, da Jesu Blut Vergebung spricht. 7. So hältst du mich mit dem verbunden, an welchen meine Seele glaubt; ich feire sel'ge Freudenstunden, wenn nichts mich trennt von meinem Haupt. In heiliger und sichrer Stille schöpft 4. Nun machst du mir, o Geist dann mein Geist aus jener Fülle, der Wahrheit, den Pilgerschritt wo Gnad' aus Gnade sich ergießt. fest und gewiß; du leitest mich In der Begeistrung Augenblik Von dem heiligen Geist. 141 ken gewährest du mir ein Enthilf mir gläubig auf ihn schaum zücken, das mir des Himmels und auf sein Verdienst nur baun, Vorschmack ist. daß ich mög' auf mein Verlan gen Gnad' um Gnad' von ihm empfangen. 267. Seif Mel. Freu' dich sehr, o 2c. eist vom Vater und vom Sohne, du, der unser Tröster ist und von Gottes ew'gem Throne auf die Gläub'gen sich ergießt, steh mit deiner Kraft mir bei, daß ich Gott geweihet sey und mein Herz schon hier auf Erden mög' ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir feyn; wenn Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn auf das Wohl der Seele hin; lehrst du mich das Rechte wählen, werd' ich nie das Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, durch die Gnade schaff' es neu, daß ich Gott vor allem liebe und ihm findlich dankbar sey. Voll Vertraun auf ihn zu sehn, seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 4. Warne mich, so oft zu Sünden mein Gemüth versuchet wird; laß mich bald den Rückweg finden, hab' ich mich von dir verirrt. Nimm in deine Zucht mein Herz, wirk' in mir der Reue Schmerz, daß ich mich in De muth beuge und den Sinn zur Bess'rung neige. 5. Treib' mich fräftig zum Gebete, wenn mir Hülfe nöthig ist, daß zu Gottes Thron ich trete durch den Mittler, Jesus Christ; 6. In des Lebens Müh' und Leiden steh mit deinem Troft mir bei, daß ich überall mit Freuden Gottes Führung folgsam sey. Gieb mir ein gelassnes Herz; laß mich selbst im Todes: Schmerz deines Trostes Kraft empfinden und einst siegreich überwinden. Mel. Nun kommt der Heiden 2c. 268. Geist vom Vater und vom Sohn, dir mein Herz zum Thron, schenke dich mir immerdar, so wie heut der frommen Schaar. an 2. Geist der Wahrheit, leite mich. Eigner Wille täuschet sich, daß er leicht des Ziels verfehlt und statt Heil sich Unglück wählt. 3. Geist des Trostes, tröste mich durch dein Zeugniß innerlich. Wenn mir mein Gewissen droht, hilf mir aus der Seelennoth. 4. Geist des Betens, steh mir bei, wenn ich um Errettung schrei'; mach mein Bitten freudig, rein, so wird's auch erhörlich seyn. 5. Geist der Heiligung, verflär' Jesum in mir mehr und mehr. Mindre stets, was mich befleckt, mehre, was du selbst erweckt. 6. Geist des Glaubens, stärk' in mir solchen Glauben für und für, der mich Christo einverleibt und zu guten Werken treibt. 7. Geist der Lieb', erweck' in 142 Von dem heiligen Geist. mir guter Gaben Füll' und Zier,| einst selig sterbe und das Himdaß ich hülfreich, mild und treu melreich ererbe. deiner Gnade Werkzeug sey. 8. Geist der Hoffnung, rufe du meiner Seel' ermunternd 3u; daß ich deiner stets mich freu' und in Hoffnung selig sey. Mel. Warum sollt' ich mich sc. 2. Heil'ger Geist, mein Herr und Gott, mache du mich neu geboren; sonst bleib' ich in Sün den todt und bin ewiglich verLoren; rette mich von dem Ver derben, laß mich nicht in Sün den sterben. 270. Höchster Tröſter, hernieder, Geist des Herrn, sey nicht fern, stärke Christi Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Christus hat deinen Rath seinem Mel. Liebster Jesu, wir sind ic. 269. Gott, du haft in dei Volk versprochen. nem Sohn mich von Ewigkeit erwählet, sende nun von deinem Thron, was zu meinem Heil noch fehlet; gieb mir deines Geistes Gaben, durch fie werd' ich Alles haben. 2. Geist der Wahrheit, gieb uns Allen durch dein Licht Ünterricht, wie wir Gott gefallen. Laß uns freudig zu ihm treten; sey uns nah und sprich: ja! wenn wir gläubig beten. 3. Hilf den Kampf des Glau bens kämpfen und mit Muth Fleisch und Blut, Welt und Sünde dämpfen. Stärke uns in allen Leiden, daß uns Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 3. Treib' hinweg des Zweifels Nacht, halte die Vernunft in Schranken; wenn die Welt mich irre macht, laß mich nicht im Glauben wanken. Von dir will ich Weisheit lernen und mich nie von dir entfernen. 4. Wecke auf mein sichres Herz, daß ich stets mein Heil bedenke und mich oft mit Reu' und Schmerz über meine Sünden fränke; doch nach solchen Trauerstunden tröste mich durch Jefu 5. Glaube, Lieb' und Hoff 271. H Geift des Herrn. Mel. Komm, heiliger Geist zc. ör' unser Gebet, nung sey stets das Kleinod meiner Seele; steh im Kampf mir Du hörst der Gläub'gen. Bitten mächtig bei, daß der Sieg mir gern. Wir wollen unser Herz dir niemals fehle. Gieb, daß ich geben, o lehre heilig und leben! 4. Hilf nach Gottes Reich uns streben und verleih, daß wir treu unserm Heiland leben. Laß uns niemals stille stehen, treib' uns an, seine Bahn festen Muths zu gehen. 5. Sey in Schwachheit unsre Stüße; labe du uns mit Ruh' in der Prüfungshize; und, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, führ' den Geist in des Himmels Freude. Von dem heiligen Geist. 143 Der alles Gute in uns schafft,| streuten Seelen wieder aus der rüft' uns mit Stärke, Muth und Kraft, daß nicht die List und Macht der Sünde uns, Christi Jünger, überwinde. Wir flehn zu dir, wir flehn zu dir! verworrnen Welt zu Hauf; schlingt um sie seiner Liebe Neße, mit ihm ein Geist und Leib zu seyn, und schreibt des Himmelreichs Geseße mit Gottes Kraft in sie hinein. 3. Auf, auf, ihr Herzen und ihr Zungen, verkündigt Gottes hohen Ruhm! sein Name werde stets besungen von seinem heil'gen Eigenthum. O daß ein Geift des Lebens wehe und, was nur Athem hat, erfüll', daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Christo schaffen will! 4. Im Geiste laßt uns Pfing3. Laß, freudiger Geist, voll sten halten, geheiligt werde unVertraun in Noth auf deine ser Sinn. Denn ließ't ihr noch Hülf uns schaun. Lehr' uns, die Sünde walten, wo bliebe wenn wir zum Vater treten, mit dann des Heils Gewinn? Nur froher Zuversicht beten. Mach' das heißt neu geboren werden, uns durch deine Kraft bereit wenn Christi Geist auch in uns zum Sterben und zur Ewigkeit, lebt und unser Sinn, schon hier daß wir mit frohem Muthe rin auf Erden, durch himmlisch gen, durch Tod und Leben zu Thun zum Himmel schwebt. dir dringen. Erhöre uns, erhöre uns! 5. Laß, Jesu, nichts in uns vermindern des Glaubens hohe Zuversicht; o mach' uns ganz zu Gottes Kindern durch deines Geistes und Licht. Ach Mel. Die Tugend wird durch's sc. rühmt, 272. I erhebt und preiſet zünde deine reine Liebe in unſer aus einem Herzen, einem Mund Aller Herzen an und schaffe, die Gnade, die der Herr erweiset daß mit heil'gem Triebe, was in seinem neuen, ew'gen Bund. lebt, dich ewig lieben kann! Er tränft mit Himmelskraft die Seelen und gießt den Geist der Kindschaft aus; Mel. Lobe den Herren, den ic. Seinfe erwählen und weihen 273. em heiligen Geifte ghr, J will er sie zum Gotteshaus. 2. Der Heiland strömt auf geweihet, preiset den Tröster, seine Glieder das Salbungsöl, der kräftig die Herzen erfreuet, die Feuertauf, bringt die zer den uns der Sohn sendet vom 2. Du, heiliges Licht, starker Hort, erleucht' uns durch der Wahrheit Wort. Du wollest immerdar uns leiten, daß unsre Füße nicht gleiten: treib' fern von uns des Irrthums Nacht, laß siegen deiner Wahrheit Macht, daß Jesus auf der gan zen Erde bekannt und angebetet werde. O hilf dazu, o hilf dazu! 144 Von dem heiligen Geist. ewigen Thron, Weisheit durch| Mel. Ein' feste Burg ist unser 2c. ihn uns verleihet. Domm, Geist des 2. Wenn die Propheten das 274. Kon Herrn, kehr' bei Dunkel der Zukunft enthüllet, mir ein, nach dir steht mein Verwenn sie gezeigt, was den Tie- langen; ich kann aus deiner fen der Gottheit entquillet: war's nicht der Geist, den unser Lobgesang preist, der sie mit Weisheit erfüllet? Füll' allein, was mir gebricht, empfangen. Schaff Herz und Sinn mir neu, weck' in mir wahre Reu'; sey meiner Seele Ruh, sprich mir Betrübten zu, schenk' Weisheit, recht zu wandeln. 3. Er hat geleitet die Schwachen, von Jesu Erwählten, wenn sie die Thaten und Lehren des Meisters erzählten; hat sie gelehrt und ihnen Jesum verklärt, daß sie nicht irrten noch fehlten. 4. Ach! und auch uns noch bedeckte die Blindheit der Heiden, unbekannt wären auch wir mit der Seligkeit Freuden: lernten wir nicht durch sein untrüg liches Licht Irrthum und Wahrheit zu scheiden. Mel. Wie schön leucht't uns zc. 5. Pflegen doch Väter auf Erden sich innig zu freuen, flehen- 275. Komm, Gottes Geiſt, den Kindern, was nüßt und erquickt, zu verleihen: Bater, viel mehr gieb du der Bitte Gehör, uns durch den Geist zu erneuen. komm, höchster Gast, du, den der Himmel nicht umfaßt, noch dieser Kreis der Erde! komm, offenbare dich auch mir, Gott, heil'ger Geist, daß ich in dir Ein Geist mit Christo werde. Leite heute Geist und Sinnen, mein Beginnen und mein Leben, deiner Liebe nach zustreben. 6. Ja, uns erleucht' er in Chri6. Ja, uns er sto, dich recht zu erkennen; treib' sto, dich recht zu erkennen; treib' uns, in Liebe für dich und den Heiland zu brennen; dich und den Sohn, trotz aller Lästerer Hohn, frei vor der Welt zu bekennen. 2. Laß mich mein Heil und Gottes Huld durch Sünden nicht verscherzen; gieb Glauben, Liebe und Geduld und Hoffnung meinem Herzen. Vertritt beim Beten mich mit Seufzen fräftiglich; regiere meinen Sinn und richt' ihn nur dahin, wo mein Erlöfer lebet. 7. Freudigkeit geb' er uns, dir, was uns quälet, zu klagen, auch wenn die Hülfe verziehet, nicht muthloß zu zagen. Schenkst du Gedeihn, lehr' er uns, fromm uns zu freun, würdigen Dank dir zu sagen. 2. Erquicke mich, du Friedens- Geist, du Brunn, draus Lebenswasser fleußt, du süße Freudenquelle, die allen Durst der Seele stillt und aus der Gottheit Tiefe quillt ganz rein und ewig helle. Fließe, gieße deine Gaben, zu erlaben alle Mü Von dem heiligen Geist. 145 den, daß sie schmecken Trost und| sum Christ mit rechtem Glauben, Frieden. 3. Sey meiner Ohnmacht trad ihm aus ganzer Macht vertrauen. jah! Hallelujah, HalleluKraft und Macht, mein helles Licht in dunkler Nacht, das mich 3. Du heilige Gluth, süßer stets sicher führet; mein starker Trost, nun hilf uns fröhlich und Hort zur bösen Zeit, mein kräft- getroft in deinem Dienst bestänger Beistand in dem Streit, bis dig bleiben, daß Trübsal' uns. mich die Krone zieret. Schüßze, nicht abtreiben. Durch deine stütze, Herr, mich Schwachen, Kraft, Herr, uns bereit und stark zu machen meinen Glauben; laß mir nichts die Krone rauben. stärk' des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallelujah, Hallelujah! 4. Hilf mir in meiner letzten Noth, versüße mir den bittern Tod, wenn Herz und Auge brechert. Sey meines Lebens Heil 277. Kom und Licht, laß, wenn die Zunge. nicht mehr spricht, dein Seufzen für mich sprechen. Laß mich endlich selig scheiden zu den Freuden aller Frommen; ach, wann werd' ich dahin fommen? Mel. Komm, heiliger Geist 2c. Domm, Kraft des Höchsten, komm herab, Pfand, das uns Gottes Gnade gab; du Segensquell, Born aller Gaben, nichts kann, wie du, die Seele laben. Komm, Gottes Geist, in unsern Geist, wie Himmelsthau hernieder fleußt; fomm mit der FriedensIn bekannter Melodie. uns, so lang' wir leben. Hallelujah, Hallelujah! 276. Romm, heiliger Geist, taube Schweben und ruh auf Herre Gott, er füll' mit deiner Gnaden Gut dei ner Gläubigen Herz, Muth und Sinn; entzünde deine Lieb' in ihn'n. D Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen, das sey dir, Herr, zu Lob gesungen. Hallelujah, Hallelujah! 2. Komm, Geist der Wahrheit, Gottes Licht; wo du fehlst, ist die Wahrheit nicht. Komm, uns mit Weisheit zu erfüllen und unsers Geistes Durst zu stillen. Komm, leuchte du mit hellem Schein bis in des Herzens Grund hinein. O warn' und strafe, wenn wir fehlen, und läutre aller Christen Seelen! Hallelujah, Hallelujah! 2. Du, heiliges Licht, edler Hort, laß leuchten uns des Lebens Wort und lehr' uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater 3. Komm, milder Tröster, wer ihn nennen. Herr, behüt als du, bringt bangen Herzen vor fremder Lehr', daß wir nicht Trost und Ruh' und Balsam Meister suchen mehr, denn Je für die innern Wunden und K Von dem heiligen Geift. Himmelsthau in heißen Stun- wahrer Gott in Ewigkeit! Un den? Komm, gieb zu unsrer ser Flehn sey nicht vergebens, Ritterschaft uns Heldenmuth fomm, erfüll' uns jederzeit: so und Glaubenskraft, und rüste wird Licht und heller Schein in felbst zum Gotteswerke Geist, dem dunkeln Herzen seyn. Seel' und Leib mit deiner Stärke. Hallelujah, Hallelujah! 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, als nur, was dein Wille sucht; dein Erfenntniß werde groß und mach' uns vom Irrthum los. 4. Komm, Quell der Liebe, geuß sie aus in's Herz und über Gottes Haus. Gieb, daß wir Gott mit reinen Trieben und Christum in den Brüdern lieben. Entflamm' in Leid und Freude stets die Gluth des Dankes und Gebets. Erhöh' uns vom Gewühl der Erde, daß unser Wandel himmlisch werde. Hallelujah, Hallelujah! 146 5. Weit' uns zu deinem Tempel ein; was unrein ist, das mache rein. Was nah' am Staube friecht, erhebe; was schon er storben ist, belebe. Erwärme je des falte Herz, lent' alle Seelen himmelwärts. Vereine die zerstreuten Glieder und bringe das Verlor'ne wieder. Hallelujah, Hallelujah! 4. Laß uns stets dein Zeugniß merken, daß wir Gottes Kinder sind, daß wir unsern Glauben stärken, wenn sich Noth und Drangsal find't; lehr' uns, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten, frei mit aller Freudig6. Wenn du nicht Beistand feit; seufz' auch in uns, wenn ihm verleihst, so strebt umsonst wir beten, und vertritt uns alledes Menschen Geist. Laß auf zeit: so wird unser Flehn eruns deine Gnade regnen, komm, hört und die Zuversicht geuns mit deiner Kraft zu segnen. mehrt. Dann sind der guten Saat wir gleich und bringen Frucht zum Himmelreich. Dann führt zum Leben uns das Sterben und ewig sind wir Gottes Erben. Hallelujah, Hallelujah! 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: ach! mein Gott, mein Gott, wie lange? mach' doch endlich den Beschluß! Dann sprich du uns tröstlich zu, und gieb Muth, Geduld und Ruh'. In eigener Melodie. 278. Domm, o komm, du Geist des Lebens, 3. Zeig' uns an die rechten Stege, führ' uns stets auf ebner Bahn, räume ferner aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann; und wer doch gestrauchelt hat, dem gieb Neue nach der That. K 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke; Von dem heiligen Geist. 147 indielym Leite, wie der Herr verheißt; gieb| daß er uns behüte an unferm uns Waffen in dem Krieg und erhalt uns in dem Sieg. Ende, wenn wir heimfahr'n aus diesem Elende. Erbarm dich Herr! 8. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichr' uns mehr 2. Du werthes Licht, gieb und mehr, daß wir dort das uns deinen Schein, lehr' uns Reich ererben jener Herrlich- Christum erkennen allein, daß keit und Ehr', die Gott giebt durch Jesum Christ und die unaussprechlich ist. wir an ihn glauben, den treuen Heiland, der uns gebracht zum rechten Vaterland. Erbarm' dich, Herr! 3. Du süße Liebe, du himm279. daß uns lisch Gut, laß uns empfinden fleh' um deinen Geist, o Gott, von Herzen einander lieben, eiden mir zur Seligkeit dein theu- nes Sinn's des Herrn Gebot res Wort verheißt. ausüben. Erbarm' dich, Herr! Mel. Nun sich der Tag.sc. Jicht um ein flüchtig 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehr' er mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, wie dein Wort gebeut, gern thun, was dir gefällt, wirft reinere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand' und Tod, daß uns Herz und Sinnen nicht gar verzagen, wenn unsre Sünden uns woll'n verklagen. Erbarm' dich Herr! Mel. Wie schön leucht't uns ic. 4. Alsdann hab' ich zu dir 281. heil'ger Geiſt, kehr' uns ein und durch Geist; er lehret mich fest darauf baun, daß du mir gnädig seyst. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stärk' er mich und zeige, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich. laß uns deine Wohnung seyn, o komm, du Herzens- Sonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein in unsern Seelen kräftig seyn zu steter Freud' und Wonne. Klarheit, Wahrheit, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten und in Demuth zu dir treten. 2. Du Quell, d'raus alle Weisheit fleußt, die sich in fromme Seelen geußt, laß uns dein In eigener Melodie. 280. Nun bitten wir den Troftwort hören; daß wir auch, heiligen Geist um aller in wahrer Den rechten Glauben allermeist, Glaubens- Einigkeit dein Zeug6. Er schaff in mir ein reines Herz, bestegle deine Huld und waffne mich in jedem Schmerz mit Muth und mit Geduld. K2 148 Von den heiligen Geist. niß können lehren. Hör' uns, müssen walten; Freude wolleft lehr' uns; hilf uns Allen, die du erhalten. noch wallen hier auf Erden, daß wir Zeugen Chrifti werden. 3. Steh' uns stets bei mit deinem Rath und führ' uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb Kraft uns und Beständigkeit, dir treu zu bleiben allezeit, auch wenn wir leiden müssen. Walte, halte über denen, die sich sehnen, Theil zu haben an der Fülle deiner Gaben. 7. Gieb, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit, sey unsers Geistes Stärke; daß uns forthin sey unbewußt die eitle Welt, der Sinnen Lust und alle todte Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. In eigener Melodie. 282. S heiliger Geist, o 4. Stärk' uns mit deiner Got heiliger Gott! du teskraft, zu üben gute Ritter- Tröster werth in aller Noth, dich schaft in Drangfal und Be- hat gesandt vom Himmelsthron schwerden; auf daß wir unter der Vater und sein ein'ger Sohn. deinem Schuß begegnen aller O heiliger Geist, o heiliger Gott! Feinde Truß mit freudigen Geberden. Lindre, mindre Furcht und Grauen, daß wir schauen auf die Krone, die dem Sieger wird zum Lohne. 5. Weich nicht von uns, du Lebenshort, und schaffe, daß bei Jefu Wort stets unsre Herzen brennen. So werden wir uns nimmermehr von seiner weiß heitreichen Lehr' und seiner Liebe trennen. Neue Treue gieb den Schwachen, daß sie wachen und verlangen, nur dem Heiland anzuhangen. 2. O heiliger Geist, o heiliger Gott! wirk in uns Allen fort und fort; entzünd' in uns der Liebe Kraft, die Eintracht, Heil und Frieden schafft. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 3. D heiliger Geist, o heiliger Gott! mehr unsern Glauben immerfort; wer sich will Jesu Christo nahn, der muß von dir die Hülf empfahn. heiliger Geist, o heiliger Gott! 4. O heiliger Geist, o heiliger Gott! erleucht' uns durch dein göttlich Wort: mach' uns den Vater recht bekannt und Jesum, den er uns gesandt. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 6. Du Himmelsthau, ergieße dich in unsre Herzen kräftiglich und mach' uns sanft und milde; daß unser Herz mit Lieb und Treu' dem Nächsten stets verbun- 5. O heiliger Geist, o heiliger den sey nach unsers Heilands Gott! du zeigest uns die HimBilde. Kein Neid, kein Streit melspfort', auf daß wir kämpfen dich betrübe, Fried' und Liebe ritterlich, zum Himmel drin Von dem heiligen Geist. 149 Werken; laß deines Wortes Kraft und Licht zur Leitung im Gewissen mich genießen, so werd' ich sicher nicht zum Falle fortgerissen. 5. Und fühl' ich, was mir noch gebricht, dringt mich mein Herz, zu beten, so laß mit Kindeszuversicht mich zu dem Vater treten. Ach, laß, du werther Geist von Gott, mich deinen Mel. Ich ruf zu dir, Herr zc. 283. hochgelobter Got- Troft erblicken und erquicken, ſo tesgeist, fomm mir wird die größte Noth mich nie mit Gnad' entgegen; sey du, den zu Boden drücken. Jesus uns verheißt, mit mir auf allen Wegen. Mit meiner Kraft ist nichts gethan; du mußt mir Gnade geben, fromm zu leben, und wenn ich selbst nicht kann, mein Herz zu dir erheben. gen, stark durch dich. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 6. O heiliger Geist, o heiliger Gott! verlaß uns nicht in Noth und Tod; wir weihn uns dir zum Eigenthum und bringen dir Lob, Ehr' und Ruhm. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 6. Ich achte nicht den Trost der Welt, der nur zu bald verschwindet; dein Trost ist's, der mich aufrecht hält, der meine Hoffnung gründet. Du bist mir Siegel, bist mir Pfand, daß Chyoo ich als Kind und Erbe felig sterbe, hingeh' in's Vaterland und nimmermehr verderbe. 2. Geist Gottes, ach, was wäre ich, der Gottes Bild verloren, wenn du nicht durch die Taufe mich von Neuem hätt'st geboren! Du hast durch deine Gnad' in mir den Glauben an gezündet und gegründet, daß nun mein Herz in dir Trost, Fried' und Freude findet. 3.- Herr, meine Kraft kommt nur von dir; hilf mir im Kampfe ringen, zu allem Guten schenke mir das Wollen und Vollbringen. Wenn ich aus Schwachheit irre geh', gieb, daß ich's bald empfinde und der Sünde mit Eifer widersteh', das Böse überwinde. 4. Du weißt es ja, wie schwach ich bin; du kannst, du wirst mich stärken; erneure täglich meinen Sinn zum Fleiß in guten 7. Nun die Verheißung ist geschehn: wenn wir in Christi Namen um Gottes Geist zum Vater flehn, ist Alles Ja und Amen. Wir flehen, Herr, um deinen Geist, du wirst um Christi willen das erfüllen, was uns dein Wort verheißt, und unfre Sehnsucht stillen. Mel. Komm, heiliger Geist 2c. 284. Welterlöser, sey gepreist, du sandtest uns den heil'gen Geist, der uns in alle Wahrheit leite und uns zum Himmel zubereite. Er schenfet uns zum Guten Kraft, stärkt uns auf unsrer Pilgerschaft, hilft uns den Lauf zum Ziel vollbringen und einst des 150 Von dem heiligen Geist. Lebens Kron' erringen. Halle- 1 Mel. Dir, dir, Jehovah, will sc. lujah, Hallelujah! 2. Die Schaar der Boten wagt 285. Von dir, mein Gott, den Streit, durch deines Geiftes Kraft erneut, kämpft gegen falscher Götter Heere, siegt durch die Wahrheit deiner Lehre. Gewaltig geht des Lebens Wort bis an der Erde Grenzen fort, erleuchtet alle Nationen, dringt von den Hütten zu den Thronen. Hallelujah, Hallelujah! kommt Licht und Leben, der du das Licht und Leben selber bist; ich bin mit Dunkel noch umgeben und weiß nicht, was dir wohlgefällig ist. O sende mir der Wahrheit hellen Schein, belebe mich, daß ich dir leb' allein. 2. Du sprachst, und aus den Finsternissen ging auf dein Wort 3. Zu uns auch send' ihn, dei des Lichtes Strahl hervor, mun nen Geist, der uns den Weg ward die Welt der Nacht entrifder Wahrheit weist; sind dunkel sen, die Sonne stieg in vollem unsers Lebens Pfade, erleucht' Glanz empor: so sey durch er sie durch deine Gnade. Er deines Schöpferwortes Macht lehr' uns Gottes Heil verstehn; der Wahrheit Licht auch in mir er leit' uns, wenn wir irre gehn, angefacht. und sind wir in Gefahr, zu fallen, 3. Dich hat noch Niemand je lehr' er uns festen Schrittes wal len. Hallelujah, Hallelujah! gesehen, dein ew'ger Sohn nur hat dich uns verklärt; doch wie fann ich sein Wort verstehen, wenn nicht dein Geist den rechten Sinn mich lehrt? D'rum gieb mir, Gott, von oben deinen Geist, der mich in aller Wahrheit unterweist. 4. Wo wir vereint sind vor dem Herrn, Geist Gottes, sey von uns nicht fern! Auf uns, die wir sind Christi Glieder, komm deine Segensfüll' hernie der. Gieb dem Verstande helles Licht, dem Herzen feste Zuversicht, daß uns von dem, den wir bekennen, nie weder Glück noch Leiden trennen. Hallelujah, Hallelujah! 4. Dann werd' ich, Herr, dich recht erkennen, dich, der in Christo uns so hoch geliebt, und froh dich meinen Vater nennen, weil mir dein Geist 5. Geöffnet ist dir unser Herz, der Kindschaft Zeugniß giebt; zeuch) ein und lenk' es himmel- dann wird mir erst das Heil wärts. Wir wollen nimmer in Christo, klar, das deiner widerstreben, regiere unser ganzes Leben; und endet sich einst unsre Bahn, dann nimm dich unsrer Schwachheit an, daß wir in Christo freudig sterben, mit ihm das Himmelreich ererben. Hallelujah, Hallelujah! Gnade ew'ger Rathschluß war. 5. Ergreife, Herr, mit deiner Wahrheit die, so noch wandeln in der Sünde Nacht; fie leuchte hier mit sanfter Klarbeit, sie schrecke dort mit deines Donners Macht, daß die verstockten Von dem heiligen Geist. 151 Sünder in sich gehn und wah- 5. Du bist ein Geist der Freurer Reue voll um Gnade flehn. den, das Trauern liebst du nicht, erleuchtest uns in Leiden mit dei nes Trostes Licht; nimm ferner mein dich an, wie du im heil'gen Worte mir oft schon haft die Pforte des Himmels aufgethan. 6. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zwietracht, Haß und Neid: o mach' mich sanft und mild, daß ungefärbte Liebe ich an den Brüdern übe, verklärt 6. Und merk' ich selbst mit bangem Herzen, daß ich bethört vom Weg des Heiles wich, dann stille meine Sittern Schmerzen das theure Wort: der Mittler starb für dich; daß ich Verge bung find' in Jesu Blut; du aber gieb zur Bessrung Kraft und Muth. dhrinh Mel. Von Gott will ich nicht. euch ein zu deinen 286. 3 horen, mein Herz in Chrifti Bild. steht dir bereit, der du mich neu geboren und meinem Gott ge weiht. Du hochgelobter Geist vom Vater und vom Sohne, o fomm und in mir wohne, wie Christi Wort verheißt! dan 7. Du, Herr, haft selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt: leit' uns den Friedenspfad, verknüpf' in allen Landen durch sanfte Liebesbanden, was sich getrennet hat. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, 8. Erhebe dich und steure die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. auf Erden allem Leid, bring' Entfünd'ge meinen Sinn, daß wieder und erneure das Heil der ich mit reinem Geiste dir den Gehorsam leiste, den ich dir schuldig bin. Christenheit. Laß steigen neu empor, was blinder Wahn verheeret, was Zweifelsucht zerstöret, es blühe, wie zuvor. 3. Ich glich den dürren Reben, war todt und ohne Kraft, du haft das neue Leben in Chrifto mir verschafft; du wirkest mehr und mehr, daß ich stets an ihm bleibe und edle Früchte treibe zu Gottes Ruhm und Ehr'. 4. Du bist ein Geist, der leh ret, wie man recht beten soll; solch Beten wird erhöret, macht reicher Gaben voll; o lente him melan mein Flehn voll Glaubensstärke, bis ich die Hülfe 10. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, mach' uns der ew'gen Güter theilhaftig für und für; vertreib' den bösen Geist, merke von dem, der helfen kann. der sich dir widerseget und, was 9. Regier' in allen Reichen, bau' unsers Königs Thron und laß nie von ihm weichen der Weisheit Ruhm und Lohn. Dem Alter gieb Verstand, gieb Frömmigkeit der Jugend; durch Gottesfurcht und Tugend besel'ge jeden Stand. 152 Von der christlichen Kirche. dein Herz ergößzet, aus unserm| und Ruhm, der Tröster, uns Herzen reißt. von Gott gesandt, falbst uns zu seinem Eigenthum, wirst unsers Erbes Unterpfand. 11. Richt' unser ganzes Leben allein nach deinem Sinn und laß nach dem uns streben, was ewig bringt Gewinn; und kommt einst unsre Zeit, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des Himmels Herrlichkeit. Mel. Komm, Gott Schöpfer zc. u dir, Geist Schö287. 3" pfer, flehen wir, der neue Herzen in uns schafft; des Segens Fülle kommt von dir, durchdring' uns ganz mit deiner Kraft. 2. Du bist, das ist dein Nam' 3. Erleucht' uns mit der Wahrheit Licht, entzünd' in uns der Liebe Gluth; schenk' uns in Schwachheit Zuversicht und stärk' im Kampfe unsern Muth. 4. Gieb uns des Glaubens Freudigkeit, den Frieden, den die Welt nicht fennt; verbanne von uns Haß und Streit und was uns von den Brüdern trennt. 5. Ja, wohn' in uns, du Geift des Herrn, weih' uns zu deinem Tempel ein; wir folgen deinem Zuge gern und wollen dir gehorsam seyn. XII. Von der christlichen Kirche. Mel. Kommt her zu mir zc. währet kurze Zeit, bis zum 288. Auf Leiden folgt nach Triumph der Herrlichkeit, dann Streit Sieg es und Triumph voll Herrlichkeit: so singt die kleine Heerde, die bald der allertreuste Hirt mit großer Kraft erlösen wird von jeglicher Beschwerde. Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. as Amt der Lehrer, Herr, ist dein; dein soll auch Dank und Ehre 289. Aujo 2. Er ruft: Seyd, Kinder, seyn, daß du der Kirche, die du wohlgemuth, weil Gott, der liebst, noch immer treue Lehrer große Wunder thut, für euch giebst. und mit euch streitet, ich bin der Herr, Immanuel, und gehe her vor Israel, mein Auge wacht und leitet. 2. Gesegnet sey ihr Amt und Stand! Sie sind, o Herr, von dir gefandt und pflanzen, durch dein heilig Wort, auf Erden Licht und Wahrheit fort. 3. Schaut in der Einfalt nur auf mich, die Meinen führ' ich 3. Wir wollen ihres Amts uns wunderlich, vertraut der All- freun, das Herz soll ihnen offen macht Händen! Das Leiden seyn; dann wird, was ihre Rede Von der christlichen Kirche. lehrt, in uns durch deinen Geist] 4. Erfülle sie mit Freudigkeit, verflärt. wenn sie dein Wort verkünden; gieb ihnen Unerschrockenheit, zu strafen unsre Sünden; tröst' uns durch sie in aller Noth, ihr Wort lehr uns, auf Christi Tod einst sanft und selig sterben. 153 4. Ermahnen, warnen, strafen fie, so fehle der Gehorsam nie; was uns dein Mund durch sie gebeut, das bringt uns Heil und Seligkeit. 5. Des treuen Lehrers schwere 5. Trifft fie Verfolgung oder Pflicht erschwere Höhn und Un- Hohn, so hilf es ihnen tragen; dank nicht; denn das ist wahrlich uns nicht gut, wenn er sein Amt mit Seufzen thut. bist du ihr Schild und großer Lohn, wie dürften sie verzagen? Du fandtest sie, sie ehren dich. Umsonst empören Frevler sich, die Wahrheit zu vertilgen. 6. Nein, fromme Lehrer zu erfreun, soll unsers Herzens Freude seyn. O führe du, Herr, uns 6. Vergilt du ihnen, Herr, zugleich mit ihnen in dein Him- schon hier mit deinem reichen Semelreich)! gen; sey ihre Zuflucht für und für, ihr Licht auf allen Wegen; und einst vor deinem Angesicht Mel. Sey Lob und Ehr'. 290. Dein ist das Licht, laß sie für treu erfüllte Pflicht des Himmels Kron' ererben. das uns erhellt, dein ist das Amt der Lehrer. Gott, welch Geschenk für deine Welt, für deines Worts VerMel. Nun sich der Tag ic. ehrer! Du ſprichst durch deiner 291. Der du noch in der Boten Mund, damit dein Reich uns werde fund, der Weg zum ew'gen Leben. 2. Welch Amt, zu dämpfen jeden Wahn, das Laster zu bestreiten und Seelen auf der rechten Bahn zu Jesu hinzulei ten! Wie heilig, aber auch wie schwer! laß, die es führen, immer mehr des Amtes Würde fühlen. du für uns erblaßt, den Deinen von der Liebe Macht in's Herz geredet haft: 2. Grinnre deine kleine Schaar, die sich so leicht entzweit, daß deine letzte Sorge war der Glieder Einigkeit. Mel. Herzliebster Jefu sc. es Herrn Gesetz 292. meinen, sich hier in Lieb' und Frieden zu vereinen, daß unter Einem Hirten Eine Heerde aus Allen werde. heit Licht und deines Geistes Gaben, daß sie durch ihren Unterricht viel fromme Seelen la ben. Laß ihre Lehre wahr und rein, feft ihren eignen Glauben 2. Mit Einem Opfer sind seyn, ihr Leben fromm und wir Gott erkaufet und dazu heilig. All' auf Eines Tod getaufet, 154 Von der christlichen Kirche. daß Jeder nun mit ernstem,| Wir stehn, du fester Fels, auf heil'gem Triebe den Nächsten dir, du bist uns Schutz und liebe. Retter. Von dir allein fommt unser Heil; du bist der Deinen sichres Theil, der Hort, auf den wir trauen. ingres 2. Dich preisen wir, du gro ßer Gott, mit Loben und mit Beten; dadurch wird unser Feind zu Spott, du wirst ihn niedertreten. Nimm uns als wie dein Aug' in Acht; mit starfen Flügeln deiner Macht beschirme die Verlaffnen. 3. Wir danken, Gott, von 5. Wer Gaben hat, der hat Herzen dir für deine Wunderfie, Gott zu preisen, sie sollen werke; was du gethan, verkün sich zu Aller Wohl erweisen; den wir und rühmen deine wer selbstgefällig ist, der ist Stärke. Wie du uns gnädig nicht besser, wär' er auch größer. angeblickt, wie du uns schon so oft erquickt, deß freun wir uns ohn' Ende.stifaded 6. Wer heller steht, sey stärker auch in Liebe, auf daß sich gern der Schwache mit ihm übe; zur rechten Freiheit frei sich lasse leiten ohn' alles Streiten. 7. Wie wir zuerst die Sonn' im Morgen sehen, eh' ste hinaufsteigt zu des Mittags Höhen: so soll der Glanz, den Kinder Gottes zeigen, stets höher steigen. 5. Du deckst uns vor der bösen Welt in deinen fel'gen 8. So wollen wir in Liebe Hütten, du nimmst uns auf weiter dringen und harren auf in dein Gezelt, wenn tapfer des Gotteswerks Gelingen, daß wir gestritten. Stets bleibst unter Ginem Hirten Eine Heerde du unser Licht und Heil, und aus Allen werde. wo es Noth, wirst du in Eil in deiner Macht erscheinen. 6. So hältst du stets durch deine Kraft die feft, die nach dir fragen, und Trost und Ruhe ich, Herr, dich loben herzlich wir, wird geschafft nach herber Noth troß wilder Trübfalswetter. und Plagen. Die Rechte Got 3. Die ja zu Einem Meister sich bekennen, die darf fein Streit um die Erkenntniß trennen; die Herzen, die sich Eines Heilands freuen, kein Haß entzweien. 4. Laßt uns wie Brüder bei einander wohnen und, irrt ein Bruder, seine Schwäche schonen; denn uns gelingt nur durch vereinte Kräfte des Herrn Geschäfte. Mel. Nun freut euch sc. 293. Di 4. Dort Jene troßen ohne Schen auf ihre Roff und Wagen; uns aber stehst du, Höchster, bei, den Feind in Flucht zu schlagen. Im Namen deiner Majestät wird uns das Siegspanier erhöht: Israels Hüter wachet. Von der christlichen Kirche. 155 tes bricht hervor, die Rechte Mel. Sey Lob und Ehr' zc. Gottes schwebt empor, die 295. Die Feinde deines Rechte Gottes sieget. dein Reich, Herr, zu zerstören; du aber, Mittler, Gottessohn, fannst ihrem Troße wehren. Dein Thron bestehet ewiglich, vergebens wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; d'rum fonnt' auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. sich 2. Sey auch mit diesem dei- Dein Erbe bleibt dir immer nem Knechte; mach' offenbar dar und wird selbst durch der durch ihn dein theures Wort, Feinde Schaar zu deinem Ruhm dein Licht und deine heil'gen Rechte, und wie du lohnst den Deinen hier und dort: so wird die Heerde, die er weiden soll, durch seinen Dienst des wah durch seinen Dienst des wahren Glaubens voll. Mel. Dir, dir, Jehovah xc. ich, Jesu, preifen 294. Di unsre Lieder, dich Herr, der seine Kirche stets regiert: du gabst uns einen Hirten wieder, du hast ihn dieser Heerde zugeführt. Heil uns, daß du so treu die Dei nen liebst und fromme Hirten deiner Heerde giebst! affid 3. Verleih' ihm Muth und Geistesstärke, erhalt in ihm den frommen Hirtensinn, daß er in seinem Amt und Werke seh' unverwandt, Herr, auf dein Vorbild hin. Ihn rühre we der Menschengunst, noch Dräun; sein Hoffen gehe stets auf dich allein.. 4. Verleih', daß tief in's Herz uns dringen des Lebens Worte, die sein Mund uns lehrt, so werden wir viel Früchte bringen, so wird durch ihn dein göttlich Reich gemehrt. Sey hier, o Herr, sein Schild und großer Lohn, dort preis er dich, sammt uns, vor deinem Thron! mehren. 3. Du wollest deine Herrschaft noch auf Erden weit verbreiten und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten. Vom Aufgang bis zum Niedergang bring' alle Welt dir Preis und Dank und glaub' an deinen Namen. 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren. Lehr' sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläub'gen, wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh' in deiner Gnade finden. Mach' unsers Glaubens uns gewiß; vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr' uns bis an's Ende. 6. Dein Geist führ' uns auf 156 Von der christlichen Kirche. ebner Bahn und heil'ge unsern macht, er ist gericht't, ein WörtWillen; so wird dein Volf, lein fann ihn fällen. dir unterthan, gern dein Gesetz 4. Das Wort fie sollen las erfüllen; bis du erscheineft zum sen stahn und kein'n Dank Gericht, und dann vor deinem dazu haben. Er ist bei uns Angesicht die Menschenkinder wohl auf dem Plan mit seinem sammelst. Geist und Gaben. Nehmen sie 7. Voll Zuversicht erwarten uns den Leib, Gut, Ehre, Kind dich, Herr, alle deine From- und Weib, laß fahren dahin, men und freun des großen sie haben's kein'n Gewinn, das Tages sich, da du wirst wie Reich Gott's muß uns bleiben. derkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verIn eigener Melodie. heißnen Gnadenlohn, dein Him 297. Erhalt uns, Herr, ererben. bei deinem In eigener Melodie. fey deinem Volk ein starker Hort, wenn deines Sohnes Feinde 296. Ein feste Burg ist drohn, zu stürzen ihn von seiunser Gott, ein' nem gute Wehr und Waffen, er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen. Der alte böse Feind mit Ernste er's jeßt meint: groß' Macht und viele List sein' grausam' Rüstung ist; auf Erd'n ist nicht fein's gleichen. 2. Beweise deine Macht, Herr Christ, du, der du Aller Herrscher bist, und schirme deine Christenheit, daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gieb, heil'ger Geist, du Tröster werth, uns Einen Sinn hier auf der Erd', und hilf 2. Mit unsrer Macht ist uns in der letzten Noth, leit' nichts gethan, wir sind gar bald uns zum Leben durch den verloren; es streit't für uns Tod. der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, Mel. Dir, dir, Jehovah, will c. wer er ist? Er heißet Jesus 298. Erhöre gnädig unſer Christ, der Herre und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. Flehen für deiner Knecht, den du uns zugesandt. Stärt' ihn mit Kraft aus dei3. Und wenn die Welt voll nen Höhen und rüst' ihn aus Teufel wär' und wollten uns zu seinem Amt und Stand. verschlingen, so fürchten wir Durch deinen Geist nur wird uns nicht so sehr, es soll uns er recht belehrt und seines Glaudoch gelingen; der Fürste die- bens Zuversicht gemehrt. ser Welt, wie sauer er sich stellt, thut er uns doch nichts, das 2. Zu seinem Säen, Pflanzen, Bauen gieb dein Gedeihn, Von der christlichen, Kirche. 157 o Herr, von oben her und laß ihn reiche Früchte schauen In eigener Melodie. zu unserm Heil und deines Na 299. Es wolle Gott uns mens Ehr'. Was er verkündi- seinen Segen geben, sein Antget aus deinem Wort, das lig uns mit hellem Schein erbleib' und wirke bei uns fort leucht' zum ew'gen Leben: daß und fort. wir erkennen seine Werk' und was er schafft auf Erden, und Jesu Christi Heil und Stärk bekannt den Völkern werden und sie zu. Gott bekehren. 2. So danken dir und loben dich, Herr Gott, die Völker alle, der ganze Weltfreis freuet sich und singt mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läsfest Sünd' nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Bewahre ihm die ganze Heerde, die seiner Hirtentreu' du willst vertraun, daß Keiner je verloren werde, daß Alle dort dein Antlit mögen schaun. Laß deine Weisheit reichlich auf ihm ruhn, so wird ein leuch tend Vorbild uns sein Thun. 4. Dein Wort in seinem Munde gleiche dem Strom, der jeden Widerstand zerstört; vor seiner ernsten Rede weiche, was gegen Gottes Wahrheit sich empört. Sie sey ein Schwert, 3. Es preise, Gott, und lobe das in die Herzen dringt und dich dein Volk in guten Thaten; die Verstockten auch zur Buße das Land bring Frucht und zwingt. bessre sich, dein Wort laß wohl gerathen. Uns segne Vater, Sohn und Geist, daß Gottes Reich sich mehre, den alle Welt in Demuth preist und ihm allein thut Ehre. Nun sprecht 5. Verleih' ihm deines Gei stes Waffen, dem Spott und Drohn der Welt zu widerstehn; und wenn er unser Heil soll schaffen, laß ihn auf Lohn und Menschengunst nicht sehn. Gieb, von Herzen: Amen. wenn er lehrt und warnt, ihm Kraft und Licht, und wenn er Mel. Jesu, der du meine Seele zc. tröstet, feste Zuversicht. 6. Wohlan! wir baun auf 300. Ewig weif und ewig milde leitet Gott deine Gnade, laß seinen Ein- die Christenheit, deckt mit seigang hier gesegnet seyn. Leit' ner Allmacht Schilde seine Kinferner ihn auf ebnem Pfade der weit und breit. Stehn sie und laß sein Werk zu deinem mit entschlossnem Muthe fest Ruhm gedeihn. Sey mit uns, im Kampfe für das Gute: Herr, wir sind auf dich getauft, o dann dürfen sie vertraun mit deinem Blut hast du uns und voll Hoffnung vorwärts All' erkauft. schaun. Von der christlichen Kirche. 158 2. Alles Gute muß ja stegen durch des Ew'gen starken Schuß. Scheint es oft aud) zu erliegen: allen Feinden beut es Truß. Gott wird in den wild'= sten Stürmen mächtig Licht und Mel. Nun lob', mein' Seel' zc. Recht beſchirmen. Eine feſte Burg 301. Zest steht zu Got Feeft aller wird zu Spott. tes Ruhme die Kirche, die geweihte Stadt, 3. Menschen können den ver- die ihm zum Heiligthume des dammen, der die Wahrheit liebt Menschen Sohn gebauet hat. und thut: doch sie selbst stirbt Er wohnt mit seiner Wahrheit nicht in Flammen, sinkt nicht in ihren Mauern gern; sie unter in der Fluth. Und kein glänzt in hoher Klarheit und frecher Spott wird hindern, daß freut sich ihres Herrn. Oft sich ihre Feinde mindern; wenn stürmten schon die Wogen des man wähnt, sie sey entehrt, Krieges gegen sie: umsonst, die wird sie herrlicher verklärt. Feinde zogen zurück und siegten nie. 4. Wie des Goldes ächte Währung sich im Feuer erst ergiebt, so tritt aus des Strei tes Gährung auch die Wahrheit ungetrübt. Fruchtlos streb ten oft Tyrannen, durch Gewalt sie zu verbannen; fruchtlos nahm oft Menschenwahn selbst den Schein der Wahrheit an. Licht und Frieden, bis euch in der bessern Welt ganz das ew'ge Licht erhellt. 2. Auf Felsengrund erbauet, ist sie zur Gottesstadt erhöht, die ihm allein vertrauet und ewig durch sein Wort besteht. Von ihren Bergen funkelt der Wahrbeit Sonnenlicht, das, niemals mehr verdunkelt, durch alle Nebel bricht. So bleibt dem Wahn entrissen die gläub'ge Schaar des Herrn; sie reinigt ihr Ge wissen, gehorcht und dient ihm gern. 5. Gott hilft seinem Reiche fiegen, er, der selbst die Wahr heit ist; mag der Irrthum es befriegen, oder Bosheit, Trug 3. Die Krone der Belohund List. Und nichts hat es nung winkt jedem Bürger die mit den Waffen irdischer Ge- ser Stadt, der hier sich seine walt zu schaffen, weil es nur Wohnung erwählt und treit den Sieg erringt, wenn das gestritten hat. Er fürchtet fein Wort zum Herzen dringt. Verderben, bleibt hier in sich 6. Auf denn, weihet euch rer Ruh' und eilet einst im dem Wahren, bleibt dem Gu Sterben froh seiner Heimath ten immer treu! Drohten ferner zu. Vom Vater aufgenommen, auch Gefahren: der Befreier wird er ganz selig seyn mit kommt herbei. Suchet, Brüder, den verklärten Frommen, die nur hienieden Christi Wahrheit, ihres Lohns sich freun. Von der christlichen Kirche. 159 vor der Welt auch nennen. Wahr und frei, stark und treu müssen sich die Seinen All' um ihn vereinen. 4. Frohlocke denn und singe, und ihn unsern Herrn und Christ Stadt Gottes, deines Königs Ruhm! Breit' aus sein Reich und bringe, die draußen sind, in's Heiligthum, daß Alle selig werden, von seinem Wort be- 6. Ihn verklär' in deiner lehrt, und freudig thun auf Kraft seiner Boten Lehre, daß Erden, was seinen Namen ehrt; als Christi Jüngerschaft sich bis alles Volk erneuert und sein Volk bewähre. Aller Welt in sein Licht verklärt ein Fest Bau zerfällt; Himmel selbst des Friedens feiert, das ewig, vergehen: Christi Kreuz muß ewig währt. stehen. Mel. Es oll' uns Gott 2c. Mel. Straf' mich nicht in 2c. 302. Geift des Herrn, dein 303. Gott, dir sey ewig 302. Preis und Ruhm, Licht allein muß daß du uns hast erforen zu deider Kirche leuchten, sonst wird nem Volk und Eigenthum und eignen Wahnes Schein uns wie aus dem Geist geboren. Du Wahrheit däuchten. Dann ent- haft uns deines Wortes Licht zweit leerer Streit, die auf deine Lehren einzig sollen hören. 2. Lehr'uns treu, du Geist des Herrn, nach der Wahrheit ringen, alle Menschenmeinung gern dir zum Opfer bringen. Wer sind wir? D'rum mur dir bleibe Kraft und Ehre reiner Gotteslehre. 3. Lehr' uns auch bei deinem Schein unsre Schwäche prüfen; ohne dich dringt Niemand ein in des Herzens Tiefen. Nur die hier schon aus dir sind auf's Neu' geboren, öffnen Aug' und Ohren. 4. Was den Frieden Gottes mehrt, das mach' Allen wichtig; was den Stolz des Wissens nährt, sey uns klein und nichtig. Eins ist Noth! Him melsbrod laß uns niemals fehlen; wohl dann unsern Seelen! 5. Der das Haupt der Kir che ist, ihn hilf uns bekennen durch deinen Sohn gegeben; die, so ihm folgen, irren nicht; sie werden ew'ges Leben und volle Gnüge finden. 2. Wie du durch treuer Knechte Mund geredet hast vor Zeiten, so mach' dein Wort auch ferner fund, laß es sich weit verbreiten. Gieb treue Hirten, die ihr Werk in deiner Furcht vollbringen, durch reine Lehr' mit Geist und Stärk' tief in die Herzen dringen und sie zu dir befehren. 3. Gieb, daß sie mit gottfel'gem Sinn ermahnen, strafen, trösten und führen treu zu Jesu hin die von ihm theu'r Erlösten. Laß uns des Wortes Thäter seyn, und nicht nur träge Hörer. Mit deinem Geist fehr' bei uns ein, daß wir und unsre Lehrer des Glaubens Ziel erlangen. Von der christlichen Kirche. 160 Mel. Nun lob' mein' Seel' zc. ott ist ein Schuß 304. im Glauben ein! Dann könnt ihr noch entrinnen dem Abgrund, der bräut, könnt gewinnen in einem bessern Streit. Mel. Einer ist König ic. 305. Großer S roßer Immanuel, schaue von oben seiner Kirche Zuversicht; wenn wir um Hülfe beten, versagt er feine Hülf' ihr nicht. Wenn gleich an allen Orten Gefahren fie bedräun, wenn gleich der Hölle Pforten stets ihren Kampf deiner Gemeinde Bedrängniß erneun, wenn Macht und List und Noth; sieh deiner Feinde verbündet sich rüsten gegen ste: vermessenes Toben und die Geder Herr, der sie gegründet, der fahr, die dein Erbtheil bedroht; Herr verläßt sie nie. wie sie noch immer bekämpfen den Glauben, wollen dein Wort und dich selber uns rauben. 2. Sie ist ein Fels im Meere, es stürme wilder Wogen Fluth: doch bricht sich, Gott zur Ehre, 2. Ist nicht die Macht des an diesem Felsen ihre Wuth. Verderbens gedrungen bis in Sie ist das Licht der Erden, vom der Deinen geheiligten Kreis? Himmel uns gebracht, das nicht Seelen, die früher so eifrig gerunverlöscht kann werden in finstrer gen, laffen jetzt nach in gottseliMitternacht. Sie ist auf Bergem Fleiß. Statt des Verlangeshöhen die fest gebaute Stadt, gens nach ewigen Gütern herrGott läßt sie nicht vergehen, der schet die Welt in den schwachen ste gegründet hat. Gemüthern. 3. Der Stadt geweihte Mauern sind auf des Glaubens Grund erhöht und darum wird sie dan ern, ob Erd' und Himmel unter geht. Wenn Alles wankt und weichet, der Erde Bau zerbricht, wenn schauervoll erbleichet der Sonne strahlend Licht, dann endlich wird vollführet, was Gottes Nath erdacht; die Kirche triumphiret dann ob der Hölle Macht. 4. Bis dahin-wie viel Kin der, die für den Himmel sie gebiert, wie viel bekehrte Sünder, die sie zu ihrem Heiland führt! Ihr, die ihr sie befrieget, ihr schaffet euch nur Bein; zu ihr, 5. Du, der da figet dem Vater die doch einst steget, geht bald zur Rechten herrschend und wal4. Tief ist in Trauer die Kir che versenket, die uns als geistige Mutter gebiert, tief durch die Trennung so Vieler gekränket; Einheit im Geiste sich täglich verliert. Viele sich scheiden und Viele sich spalten, weil man die Liebe so lässet erkalten. 3. Oft wird im Herzen der Glaube geboren, aber er stirbt, weil ihm Nahrung gebricht; lebt er auch, hat er die Kraft doch verloren, völlig zu dringen durch's Finstre zum Licht, freudigen Muthes dich, Herr, zu befennen. Menschenfürcht höret man Weisheit jeßt nennen. Von der christlichen Kirche.. 161 was für ein schwer Gericht der sichern Seelen wartet! tend aus himmlischer Höh', gieb, Sinn; ach), sie bedenken nicht, daß im Kampf mit den feindlichen Mächten Glauben und Liebe und Kirche besteh'. Kräftig und freudig die Wahrheit zu lehren, laß uns gelingen dem Vater zu Ehren. 6. Gieb, daß der Glaube mit himmlischer Klarheit dring' in das Dunkel der Seelen hinein; daß sich die Liebe entzünd' an der Wahrheit, enger sich schließe der Christen Verein. Du bist der einzige Hirte der Heerde: gieb, daß sie selber auch Eine nur werde. Mel. Ein' feste Burg 2c. 4. Laß Alle, die noch draußen stehn, Herr, deine Stimme hören, und die noch in der Irre gehn, sich bald zu dir bekehren. Du, der das Gute schafft, gieb uns Lieb' und Kraft; verleih uns tapfern Muth, zu wagen Gut und Blut zu deines Namens Ruhme. 5. Die Zwietracht tilg' an je dem Ort, erhalt' uns Ruh' und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Du, der uns ging voran, ebne selbst die Bahn; und nach der Prüfungszeit führ' uns zur Seligkeit der himmlischen Gemeinde. err, deine Kirche 306. Her danket dir, noch wohnt dein Wort im Lande; von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist Und femmt fie in Gefahr durch der 307. Feinde Schaar, dann hilf, o 3. Eins ist, was schmerzlich uns bewegt: die Menge fal scher Christen, die deinen heil' gen Namen trägt und doch nur dient den Lüften. Nur auf das Eitle hin steht ihr Herz und Mel. Mach's mit mir 2c. der Gerechtigkeit, die Jesu Christ! Bestege Macht ihr des Herrn begehret: zu ihm, und List durch deiner Allmacht der Hülf und Rettung beut, Walten! sey euer Herz gefehret! Schaut 2. Ja, deine Kirche streitet an den Hort der Zuversicht, noch, hilf du ihr mächtig stegen. das Heil des Helfers säumet Nimm ganz von ihr der Knecht nicht. schaft Joch, laß sie nicht unterliegen. Auf einen Felsengrund, so verheißt dein Mund, soll sie gebauet seyn, troß selbst der Hölle Dräun; deß wollen wir uns trösten. 2. Der Herr wird Ziens Herz erfreun und seine Wüsten bauen; die Deden werden Fluren seyn, ein Paradies die Auen. Erschallen wird im Freudenklang ihr Dank, ihr heil'ger Lobgesang. 3. Merkt auf, die ihr den Arm erkannt, der aller Enden schaltet: die Völker sind in dessen Hand, der hehr und heilig waltet. Seht Land und Inseln L 162 Von der christlichen Kirche. #ophe 92 nah' und fern, sie harren auf uns Brüder nur nennen, wenn den Arm des Herrn. Alle in herzlicher Liebe ent4. Schaut aufwärts zu des brennen. Himmels Höhn, blickt zu der Erde Gründen! Der Himmel wird wie Rauch vergehn, wie Dampf die Erde schwinden; das Heil des Herrn bleibt allezeit, nie wanft des Herrn Gerechtigkeit. B6 2. Wie nah' uns auch stehn die natürlich Verwandten: uns bleiben die Brüder die nächsten Bekannten. Wer noch ist bethört von der Liebe zur Welt, wenn er sich auch fälschlich als Bruder verstellt, den können 5. O fürchtet nicht der Men wir nicht zum Genoffen uns nehschen Schmähn, laßt euch ihr men: er muß sich zur Reu' erst Drehn nicht schrecken! Der Bö- und Buße bequemen und darf sen Rath wird nicht bestehn, des gekreuzigten Herrn sich nicht bald wird das Grab sie decken. Des Herrn Gerechtigkeit steht fest; wohl dem, der sich auf ihn verläßt! schämen. 3. Wer aber für Christum auf's Neu' ist geboren, der ist uns von ihm auch zum Bruder erforen. 6. Ist er's nicht, der im Meere Ein Vater, Ein Glaub', Eine Bahn dem Bundesvolk bestellte, Taufe, Ein Geift, der Jesum den Stolz zerschlug in seinem als einigen Heiland uns preist: Wahn, des Argen Troß zer- das ist es, was Herzen kann schellte? Ist er's nicht, dessen Gnadenruf sein Gottesreich durch Christum schuf? selig verbinden, daß Argwohn und Eifersucht müssen verschwinden; nur Friede ist in der Gemeinde zu finden. 4. Wir sind ja desselbigen Reiches Genossen; dasselbige Blut ist für Alle geflossen: d'rum Jeder mit Allen zum Vaterland dringt, für welches die Kirche stets kämpfet und ringt. Und Jeder auch fühlet des Andern Verderben, hilft gerne den Brüdern die Krone erwerben, wie Jeder bereit ist, für Alle zu sterben. aning 7. Auf, Arm des Herrn, und waffne dich mit deiner alten Stärke! des Feindes Rath und Willen brich, zerstöre seine Wer fe! Ja, Glaub' und Hoffnung ruhn auf dir; Herr, auf dein Heil vertrauen wir. In eigener Melodie. 308. hr Kinder des Höchsten, wie steht's um die Liebe? Gehorchet ihr willig dem heiligen Triebe? Ist keine Zertrennung der Geister geschehn? Bleibt fest ihr im Bunde 5. So halte der Geist uns von oben zusammen, durch Alle vertheil' er die himmlischen Flammen; wenn Demuth die Herzen der Einigkeit stehn? Der Va- vereiniget hat, dann findet kein ter im Himmel fann Herzen er- Unterschied weiter hier Statt. kennen; wir dürfen vor ihm ja Hier kann nicht mehr Streitſucht Von der christlichen Kirche. 163 der, stärke sie wieder. und Haffen regieren: der Trieb hier Leiden ihren Muth darnieist gemeinsam in Allen zu spüren, uns näher zur Wahrheit in Liebe zu führen. e 6. Und schüß' uns mächtig mitten unter Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen, bis wir zu dir und den verklärten Frommen frohlockend kommen. Jefu, hilf fiegen zc. Mitten in Stürmen und tobenden Wellen, Christen, vertraut der allmächtigen Hand! Die unter Christi Befehle sich stellen, rettet and der bald an das sichere Land. Wenn euch die dunkelsten Nächte bedecken, kann doch ihr Grauen 6. D'rum laffet uns freudig uns lieben von Herzen, einander versüßen der Pilgerschaft Schmerzen; uns kräftig ermumtern auf schwieriger Bahn und Mel. muthiger klimmen zum Ziele hin- 310. Mi an. Ja betet, daß Beistand der Vater uns sende, vereiniget brüderlich Herzen und Hände: so mehret die Liebe sich bei uns ohn' Ende. pilse Ald ud vingy Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 309. aß doch, o Jefu, euch wenig erschrecken. Lap dein Reich Erden unter den Sündern ausgebreitet werden. Auch ihnen schenke, deiner Leiden wegen, Leben und Segen. 2. Gieb ihnen Gnade, dich recht zu erkennen, daß sie dich gläubig ihren Heiland nennen; gieb ihnen Eifer, daß fie deinen Willen treulich erfüllen. 3. Wed' ihre Herzen, auf die Schrift zu hören, die uns verkündigt deines Mundes Lehren. Wer sie nicht fennt, der suchet stets vergebens Worte des Lebens. 2. Toben die Feinde zur Rech ten und Linken, wüthet verheerend das blinkende Schwert: laßt nur, o Christen, die Häupter nicht sinken, da sich im Herzen euch Christus verklärt. Stets kann die Seele den Frieden erhalten, wenn sie den Schöpfer in Allem läßt walten. 3. Darum verzehrt nicht im ängstlichen Sorgen Kraft und Gesundheit und flüchtige Zeit; bleibt doch im Rathe des Höchsten verborgen, wann einem Jeden sein End' ist bereit. Chriften, es sind ja unnöthige Schmerzen, die sich bereiten die thörichten Herzen. 4. Gottes allmächtige Stärke beweiset auch in den Schwachen die siegende Kraft, dadurch wird herrlich sein Name gepreiset, 5. Sey du ihr Licht in allen daß er den Zagenden Freudigkeit Finsternissen; heile selbst ihr ver- schafft. Auf dann, erhebt euch wundetes Gewissen. Beugen zu muth'gem Vertrauen, wenn £ 2 4. Erbarmer, steure deiner Feinde Grimme; die Deinen warne vor des Irrthums Stimme. Hilf ihnen prüfen und das Heil der Seelen weislich erwählen. Von der christlichen Kirche. mit gläubigem Vertrauen hält der Geist sich an dir fest und will die Erlösung schauen, die uns nicht mehr fünd'gen läßt. 6. Sieger, 311.ee Welt fiege, König, brauch dein ReMel. O du Liebe meiner Liebe zc. Durchbrecher aller und Tod bezwangst und aus der giment! führe deines Reiches Erniedrung Stande dich empor Kriege, mach' der Sclaverei ein zum Himmel schwangst! Um End'. So treibt uns der Geist, die Deinen zu erretten, willst du zu rufen: nimm dich unsrer immer bei uns seyn: so zerbrich Schwachheit an; zeig' uns nur denn unsre Ketten, ende unsrer die ersten Stufen der gebrochnen Knechtschaft Pein. Freiheitsbahn! 164 ihr die Hülfe des Höchsten wollt schauen. 2. Daß du nichts von dem verlierest, was der Vater dir geschenkt; daß du uns zur Ruhe führest aus dem Kampf, der uns bedrängt: dazu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb' und Macht. Deines Vaters heil' ger Wille sey durch dich an uns vollbracht. 3. Schau hernieder, wie wir ringen, wie wir seufzen immer dar. Laß zu dir die Bitte dringen, uns zu schüßen vor Gefahr, uns allmächtig zu erlösen von dem Dienst der Eitelkeit, von der List und Macht des Bösen, wel ches stets den Kampf erneut. 7. Hast du uns dir doch erworben durch die bittre Kreuzespein; d'rum so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein. Rein ist, frei und ganz vollkommen, ähnlich deinem heil'gen Bild, wer die Gnade hat genommen, die aus deiner Fülle quillt. 8. Zeuch uns mit dir in dein Sterben, laß uns mit dir auferstehn; was dein Reich nicht kann ererben, das laß in uns untergehn. Herr, schon hebst du deine Rechte, doch wir müssen wacker seyn. Sehet, aus dem Schooß der Nächte bricht der Freiheit Morgenschein. 4. Herr, zermalme, Herr, zerstöre diese Macht der Finsterniß; der preist nicht mehr deine Ehre, den sie fort zum Tode riß. Mel. Herzliebster Jesu. Heb' uns aus dem Staub ber 312. Süße die Deinen, Šünden, treib' die Lust der Welt hinaus; laß uns wahre Freiheit finden in des ew'gen Vaters Haus. die nach dir sich nennen und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen; laß deinen Händen, wie du selbst verheiBen, nichts sie entreißen. 5. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in dieser Zeit; soll es leiden: wohl, so thue, was uns frommt zur Seligkeit. Doch 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden, mach' ihre Siege herrlicher auf Erden; gieb Muth und Weisheit denen, die Von der christlichen Kirche. 165 fie lehren, dein Reich zu meh- nicht dein Reich zerstören und dein Erbe frech verheeren.de ren. 3. So lange noch die Deinen müssen streiten, steh' ihnen, Herr, mit deiner Kraft zur Seiten, und führ' sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ew'gen Frieden. 4. Einst werden wir mit den verklärten Schaaren, die vor uns hier getreue Kämpfer waren, dich, der zur Rechten Gottes ist erhoben, auf ewig loben. Mel. Ich bin ja, Herr. 313. eht, was der Herr der Kirche thut: er giebet seinen Knechten Muth und reiche Kraft, von ihm zu zeugen. Sie gehen aus, die er gefandt, und machen uns den Herrn bekannt, vor dem sich Aller Kniee beugen; sein ew'ges Evangelium verkünden sie zu seinem Ruhm. 2. Der Sünde Reich wird untergehn; dein Reich, o Jesu, wird bestehn und deine Herrschaft ewig währen. Du bist der Kirche starker Schuß und die sen Felfen wird kein Trutz der Höllenpforten je zerstören. Er halte sie dir stets getreu, daß sie dein Ruhm und Erbe sey! 2. Es gilt deines Namens Ehre, deiner Wahrheit Heiligthum, es gilt, Jesu, deine Ehre, deines Leidens Kraft und Ruhm; deiner Auserwählten Schaar sieht ihr Kleinod in Gefahr: dazu kannst du, Herr, nicht schweigen, deine Macht wirst du bezeigen. 3. Wo die Kirche ward bestüre met, warst du allezeit ihr Hort; du bist's auch, der sie beschirmet heute noch und immerfort. Sey auch der Verfolgung viel, du bestimmest ihr das Ziel, du zerstreust der Frevler Notten, die es wagen, dein zu spotten. 4. Herr, bekehre deine Feinde, daß sie folgen deinem Licht; stärk im Glauben die Gemeinde, mehre ihre Zuversicht; nimm dich der Verirrten an, führ' sie auf die rechte Bahn; die sich um ihr Heil betrügen, führ zur Wahrheit von den Lügen. 5. Laß uns recht und redlich handeln, fliehen auch den bösen Schein; fromm in Taubeneinfalt wandeln und doch klug wie Schlangen seyn; mache du uns selbst bereit, uns zu schicken in die Zeit, gieb uns Weisheit, daß wir meiden, je durch eigne Schuld zu leiden. Mel. Freu' dich sehr, o meine sc. 314. Tre reuer Hirte deiner 6. Laß uns beten, laß uns Heerde, bleibe dei- wachen, immer stehn auf unsrer ner Kirche Schuß, daß sie nicht Hut. Sey du mächtig in uns erschüttert werde durch der Feinde Schwachen; hilfft du, so wird Macht und Truß; wenn sie Alles gut. Kämpfe du für uns uns vermessen drohn, dann hilf im Streit und verleih)' uns Tüchdu uns, Gottes Sohn, daß sie tigkeit, daß wir deine Waffen Von der christlichen Kirche. 166 führen, bis wir herrlich triumphiren. 5. Die sich nach Einem Meifter nennen, stehn Alle auch für Einen Mann; vergebens will der Feind sie trennen; in Einem Mel. Mein Jesu, dem 2c. ns 315. 18 bindet, Herr, greift er Alle an. Sie fallen bedein Wort zusam tend Gott zu Füßen und siegen in des Heilands Kraft; denn er will von der Brüderschaft der Heil'gen auch nicht Einen missen. men, in der Gemeinschaft fest zu stehn, so daß der Liebe heil'ge Flammen stets in den Gläub'gen sind zu sehn. Wir werden durch dies Wort der Gnaden auch zur Gemeinschaft jener Schaar, die längst vor uns hienieden war, gelockt und kräftig eingeladen. 6. So wallen die verbundnen Herzen durch's Thränenthal in's Vaterland, versüßen sich der Erde Schmerzen, Eins reicht dem Andern seine Hand. Und wol2. Der Glaubensgrund, auf len sie einander dienen, so sehn dem wir stehen, ist Christus und sie mit des Glaubens Blick auf sein theures Blut; das einz'ge Jesum und ihr wahres Glück: Ziel, worauf wir sehen, ist Chri- sie sind in ihm, er ist in ihnen. stus, unser höchstes Gut. Die einz'ge Regel, die wir kennen, Mel. Dir, dir, Jehovah c. iſt ſein lebendig fräft'ges Wort; 316. Wach' auf, du Geiſt der nach nach keinem Ort soll je sich die Gemeinde nennen. gen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag' und 3. Was für ein reich beseligt Nächte nimmer schweigen und Leben, mit Gott und seinem heil- unverzagt dem Feind' entgegengen Geist durch Christum in Ge- gehn; ja, deren Ruf die ganze meinschaft schweben und haben, Welt durchdringt und, Herr, was er uns verheißt! Was der Völker Schaaren zu dir glühen da für sel'ge Triebe! hier schüttet in sein geistlich Haus Gott seine Gnadenfülle aus, hier wohnet er, die ew'ge Liebe. bringt! 2. Wer sendet uns so treue Knechte, von deiner Liebe Feuer ganz entbrannt? Noch sind dein Licht und deine Rechte, noch ist 4. Ja, uns liebt Gott als seine Kinder, schenkt uns den dein Heil nicht überall bekannt: Geist, der Vater! schreit; des das Feld ist weit, die Erndte Sohnes Treue schmückt uns groß und reich; Arbeiter sende Sünder mit ewiger Gerechtigkeit. du, den ersten gleich! Und tritt der Geist mit seinem Dele des Friedens und der Freud' hinzu: o, dann erquickt uns Trost und Ruh' und neue Kraft stärkt Leib und Seele. 3. Breit' aus dein Wortdurch große Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sey'n. Laß alles Volk dein Heil erfahren, füll' jedes Land mit deiner Wahrheit Von der christlichen Kirche. 167 Schein. Wed' Israel aus sei- len, läutert, reinigt, bis in dir nem Schlaf mit Macht; die sich Alles einigt. Heiden reiß' aus ihrer Blindheit Nacht. 4. Herr, beßr' auch deines Zions Stege und ebne deinem Worte Lauf und Bahn. Was hindern kann, räum' aus dem Wege, dämpf und zerstör' den falschen Glaubenswahn. Von Miethlingen mach' deine Heerde frei, daß Kirch' und Schul' ein Garten Gottes sey. 3. Herr, du giebst Sieg, dich preisen wir: der falte Nordpol glüht von dir, o Licht, das Allen scheinet! Des Negers Sclavenkette bricht, der Inseln Menge jauchzt dem Licht, das alle Völker einet. Falscher Götter Tempelhallen sind zerfallen; auf den Trümmern stehet man das Kreuz nun schimmern. 4. Des blut'gen Halbmonds 5. Du selber haft in deinem Worte uns diese Bitte in den Licht erbleicht, des Östens falMund gelegt; du siehst, wie scher Schimmer weicht vor deisie an jedem Orte die Herzen blickt mit reuiger Begier ein ner Wahrheit Sonne. Schon deiner Gläub'gen tief bewegt: blickt mit reuiger Begier ein d'rum neige dich zu unserm hei- Häuflein Jakobs, Herr, nach Ben Flehn; erhör' uns, Herr, dir, ahnt der Vergebung Wonne. Ist die Fülle aller Heiden einst und sprich: es soll geschehn! mit Freuden eingegangen, wird auch Jakob Heil erlangen. Mel. Wie schön leucht't uns zc. 5. Dein Geist erfüll' die Bo317. Was rührt so mäch- ten all', laß ihres Wortes Freutig Sinn und denschall durch alle Länder drinHerz? Was hebt die Blicke gen. Mit Kraft von oben anhimmelwärts? Wem schallen gethan, laß sie bekämpfen Sünd' die Gesänge? Zu dir drängt und Wahn und Heil den Völsich aus fernem Land, vereinigt kern bringen. Dies nur wolle durch des Glaubens Band, der ihre Seele und befehle voll Ver Völfer frohe Menge. Heiland! trauen dir das Werk, an dem Netter! deine Wahrheit füllt mit sie bauen. Klarheit unsre Erde, daß der Sünder selig werde. 6. Vertilge alle Eigensucht, Gemächlichkeit und Leidensflucht, 2. Ein himmlisch Feuer ist und heil'ge dir die Herzen. entflammt durch dich, der aus Verleih zu jedem Opfer Muth, dem Himmel stammt und uns für dich zu wagen Gut und zum Himmel leitet. Es glüht Blut, zu dulden Hohn und gewaltig fort und fort, wo sich Schmerzen. Hilf uns, Heiland, dein seligmachend Wort in Lau- und vermehre dir zur Ehre deine terkeit verbreitet. Glaube, Liebe, Heerde, bis dein Reich vollenfüllt die Seelen, die dich wähdet werde. 168 Vom göttlichen Worte. Mel. Ein' feste Burg 2c. 3. Der Spötter mag die 318. Menn Christus seine Wahrheit schmähn, uns fann er sie nicht rauben. Der Frev ler mag ihr widerstehn, wir halten fest am Glauben. Gelobt sey Jesus Christ! wer hier sein Kirche schützt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes sigt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah'; wenn er gebeut, Jünger ist, sein Wort von steht's da. Er schüßt zu seinem Herzen hält, dem kann die Ruhm sein Volk und Eigenthum; mag doch die Hölle wüthen! ganze Welt die Wahrheit nimmer rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm 2. Gott sieht's, wenn Fürsten vertraut, laßt euch kein Drohn auf dem Thron sich wider ihn erschrecken! Der Gott, der von empören und den Gesalbten, dem Himmel schaut, wird uns seinen Sohn, nicht wollen gläu- gewiß bedecken. Der Herr, der big ehren. Dein theures Got starke Gott, hält über sein teswort, dein Kreuz, Herr, un- Gebot, giebt uns Geduld in ser Hort, ist ihrem Wahn ein Noth, und Kraft und Muth Spott; doch richtet sie einst Gott, im Tod; was will uns dann sie mögen sich empören. erschrecken? XIII. Vom göttlichen Worte. 319. Mel. Es ist das Heil uns 20. ein Recht, o Gott, und dein Gebot gepreist, laß uns dabei verbleiben und gieb uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte gläuist heilig, hehr und richtig; wir ben und es annehmen jederzeit Menschen sind im Geiste todt mit Sanftmuth, Ehrfurcht, Lieb' und es zu thun nicht tüchtig; und Freud', als Gottes, nicht wir wissen's und verstehen's nicht, der Menschen. wenn uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht zeiget. 2. D'rum hast du vormals ausgesandt Propheten, deine Knechte; sie machten dein Gebot bekannt und lehrten deine Rechte. Zuletzt kam selbst dein ein'ger Sohn zu uns herab von deinem Thron, uns Gnade zu verkünden. 3. Für solches Heil sey hoch 4. Hilf, daß der Frevler frecher Spott uns nicht vom Wort abwende, denn wer dich lästert, nimmt fürwahr mit Schrecken einft ein Ende. Gieb du selbst deiner Wahrheit Kraft, daß sie, die Licht und Leben schafft, die Seelen ganz durchdringe. 5. Herr, öffne du Verstand und Herz, daß wir dein Wort recht fassen, in Lieb' und Leid, in Freud' und Schmerz es aus Vom göttlichen Worte. 169 der Acht nicht lassen; daß wir Mel. Wer nur den lieben 2c. nicht Hörer nur allein, nein, 320. Dein Wort, o Höchist vollkommen, es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es weckt den Sünder, stärkt den Frommen, reicht Alles dar, was uns gebricht. O selig! wer es achtsam hört, bewahrt und durch Gehorsam ehrt. 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, zerstreut des Irrthums Finsterniß; es führt uns unserm Ziel entgegen und macht uns unsers Heils gewiß; es lehrt uns, daß durch Jesum Christ du unser Gott und Vater bist. Frucht hundertfältig bringen. 6. Der Sam' am Wege wird sofort vom Feinde weggenom men; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen, und wenn der Sam' in Dornen fällt, hat Sorg' und Wollust dieser Welt bald seine Kraft ersticket. 7. Hilf, daß wir Alle werden gleich, o Herr, dem guten Lande, mach' uns an guten Werken reich in unserm Amt und Stande; laß Frucht uns bringen in Geduld, bewahren deine Lehr' und Huld in reinem, gutem Herzen. 8. Hilf uns, so lang wir leben hier, den Weg der Sünder meiden, daß wir nur hal ten fest an dir in Anfechtung und Leiden; rott' aus, Herr, was dir nicht gefällt, hilf uns die Sorge dieser Welt und ihre Lüste dämpfen. 9. Dein Wort, o Herr, sey immerdar ein Licht auf unsern Wegen; erhalt' es bei uns rein und klar und mach' es uns zum Segen; es sey uns Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, dich, der so väterlich uns liebt, mit Freuden dein Gebot zu üben, so wie dein Sohn es hat geübt; es zeiget uns den Gnadenlohn, der unser harrt an deinem Thron. 4. Ja, deine heiligen Gesetze sind unsrer ganzen Liebe werth, sind köstlicher, als alle Schäße und was die eitle Welt begehrt; was aller Menschen Weisheit spricht, muß weichen, Herr, vor deinem Licht. 5. D'rum soll das Wort, das du gegeben, stets meines Fußes Leuchte seyn, zu dir soll es mein Herz erheben, mich stärken, trösten und erfreun. Noch sterbend 10. O Vater, laß zu deiner will ich darauf baun; was es Ehr' dein Wort sich weit ver verheißt, werd' ich einst schaun. breiten; hilf, Jesu, daß uns deine Lehr' erleuchten mög' und leiten.heil'ger Geist, dein Mel. O daß ich tausend zc. göttlich Wort laß in uns wirken 321. Du haft mir, Gott, dein Wort gegefort und fort Glaub', Lieb', Ge- ben; von Herzen preis ich dich duld und Hoffnung. dafür. Es bringt mir Trost 170 Vom göttlichen Worte. und Heil und Leben; durch Chri-| 2. Wie stürzt des Wortes stum schenktest du es mir. Wo Stärke das Reich des Bösen um! strahlte mir der Wahrheit Licht, wie baut es neue Werke durch's hätt' ich des Heilands Lehre nicht? Evangelium! Wirft auch die 2. Auf ungewissem finstern Schrift das Herz erst faſt zur Pfade würd' ich ein Raub des Hölle nieder, erhebt sie es doch Irrthums seyn; fern von der wieder und lenkt es himmelHoffnung deiner Gnade müßt' wärts. ich in dir den Richter scheun; mir fehlte Muth in jeder Noth und stündlich schreckte mich der Tod. 3. Von allen jenen Finsternis sen hat, Herr, dein Wort mich frei gemacht; der Sünde Herrschaft mich entrissen, zerstreut der Zweifel dunkle Nacht. Nun weiß ich, daß durch dich allein ich kann gerecht und selig seyn. 3. Sie trägt der Weisheit Tie fen in schlichter Einfalt vor; sie weckt die, welche schliefen, führt fie zu Gott empor. Sie hilft dem Schwachen flehn, thut auf des Geistes Augen, um Himmels licht zu saugen und Gott in's Herz zu sehn. 4. Ich weiß, wozu mich Gott erforen; mein Glaube giebt mir Zuversicht: im Tode geh' ich nicht verloren und komme nicht in das Gericht. Durch dein Ver- 5. Die Schrift kann uns nicht dienst werd' ich bestehn und mich lügen, wie Gott uns niemals zu deiner Rechten sehn. 4. So weiß sie zu bewähren, daß sie vom Himmel sey; wer auf den Geist will hören, erfährt es täglich neu. So haben hier und dort Blutzeugen sie gepries sen und durch den Tod bewie sen, sie sey das Lebenswort. anttäuscht; sie kann in dem nicht 5. Laß mich gehorchen deiner trügen, was sie von uns er Lehre mit wahrem Ernst und heischt. So nimm ihr Zeugniß heil'ger Lust, und keines Spöt- an, o hülfsbedürft'ges Herze, ters Trug zerstöre des Glaubens Trost in meiner Brust. An dei nem Worte halt' ich fest, das auch im Tod mich nicht verläßt. ergreif die Himmelskerze, die stets dir leuchten kann! Mel. Liebster Jesu, wir sind 20. Licht, Gott, der Mel. Helft mir Gott's Güte x. 323. Ewig wesentliches 322. müthe, den reichen Segen wohl, den dir aus Gottes Güte die Schrift gewähren soll. Der wahre Unterricht kommt nur durch Geistesgaben, wie Christi Jünger haben, durch die er zu uns spricht. du im aber dein Angesicht leuchtend über uns erhebest, Dank dir, daß den Finsternissen du so gnädig uns entriffen. 2. Deines Ebenbildes Licht ging durch unsre Schuld verloren, deine Stimme hörten nicht, Vom göttlichen Worte. 171 die vom Fleische sind geboren; Triebe. O daß stets im finso daß sie dich nicht mehr stern Thale mir des Lichtes kannten und die Thorheit Weis- Fülle strahle! heit nannten. 9. Herr, erhalt' uns stets dein 3. Hüter, ist die Nacht das Wort, daß dein Geist es uns hin? Ja, der Tag soll sie verkläre. Führ' in deinem Licht vertreiben, d'rum ermuntre dich, uns fort, daß dein Heil sich bei mein Sinn; wolltest du im uns mehre, bis vor deinem AnDunkeln bleiben? Gottes Gnad' gesichte wir uns freun im reinist nun erschienen und will dir sten Lichte. zum Leitstern dienen. 4. Ja, erfüllet ward die Zeit Mel. Ach Gott und Herr 2c. uns zur ew'gen Freud' und 324. Gott ist mein Hort, Bonne; schaut den Glanz der Herrlichkeit, Jesum, der Gerechten Sonne! ,, Werde Licht!" hat er gesprochen und der Tag ist angebrochen. und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. d 5. Er durchdrang mit seinem 2. Dein Wort ist wahr; Schein die von ihm gesandten laß immerdar mich seine Kräfte Lehrer; dieser strahlt noch hell schmecken. Laß keinen Spott, und rein durch die Schrift in's Herz der Hörer. Wer zu diesem Licht sich wendet, wird vom Irrthum nicht geblendet. 3. Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die 6. So seh' ich in mir mein Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie Nichts und zugleich in Gott verständ' ich nie, wie ich dich mein Alles; meinen Mangel al- würdig ehrte. nnt gaming les Lichts, das Verderben mei- 4. Dein Wort erklärt der nes Falles, und wie Jesus mir Seele Werth, Unsterblichkeit auf Erden will ein Licht zum und Leben; daß diese Zeit zur Himmel werden. Ewigkeit mir sey von dir gegeben. 5. Den ew'gen Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt' ich nicht, wär' mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. o Herr, mein Gott, vom Glanben mich abschrecken. 7. Du, mein Licht, erleuchte mich, daß ich mich und dich erkenne und durch deinen Geist nur dich meinen Herrn und Heiland nenne; tödte selbst des Fleisches Dichten, lehr' mich Alles geistlich richten. 6. Nun darf mein Herz in 8. Dann glänzt mir im Him Reu' und Schmerz der Sünden melslicht Gottes Gnad' und dei- nicht verzagen: nein, du verne Liebe, dann merk' ich mit zeihst; mich lehrt dein Geist Zuversicht auf des guten Geistes im Glauben Vater! sagen. 172 Vom göttlichen Worte. 7. Mich zu erneun, mich wo Dunkelheit in mir will den dir zu weihn, ist meines Heils Glauben stören, daß ich ZweifelGeschäfte; durch eigne Macht sucht entferne und in Demuth wird's nicht vollbracht, dein glauben lerne. Wort allein giebt Kräfte. 6. Laß mich glaubensvoll 8. Herr, unser Hort, beim Geist jenes Himmels Erbe wahr' dies Wort, das du uns schauen, das dein heilig Wort haft gegeben. Es sey mein Heil, verheißt Allen, die auf Chriftum mein bestes Theil und führe bauen; daß ich eifrig darnach mich zum Leben. trachte und die Lust der Welt verachte. Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. 325. daß err, mein Licht, er ich mich und dich erkenne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne; durch dein Wort laß mich auf Erden weise zu dem Himmel werden. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort, lehre mich, es recht verMel. Liebster Jesu, wir sind 2c. stehen; in dem Forschen hilf mir 326. Höhter Gott, bir fort und laß mich nicht irre gehen, daß ich lern', was mir gebühret und was mich zum Heile führet. danken wir, daß du uns dein Wort gegeben; innig bitten wir von dir: hilf uns heilig darnach leben. Gieb dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sey durch Werke. 3. Doch laß nicht nur den Verstand in den Sinn des Wor 2. Uns, o Vater, lehrest du, tes dringen: ist dein Wille mir was wir thun und glauben solbekannt, so hilf mir ihn auch len: schent uns deine Kraft vollbringen; sonst würd' ich bei dazu, gieb zum Wissen uns meinem Wissen doppelt Strafe das Wollen, und zum Wollen leiden müssen. das Vollbringen, so wird Alles 4. Gieb, daß ich den Unter- wohlgelingen. richt deines Wortes treu beverſpricht, reichlich an mir ſelbst 327. Gottes Munde, Th wahre, daß ich, was es mir Mel. Gott des Himmels und ic. heures Wort auß erfahre. Ja, es sey in meinen Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden. das mein ganzes Herz bewegt, dich allein hab' ich zum Grunde 5. Bei dem Licht, das es meiner Seligkeit gelegt. In dir mir beut, laß sich mein Er- treff ich Alles an, was zu Gott kenntniß mehren. Stärke mich, mich führen kann. 7. O, verleihe mir die Kraft, und vor dir ſtets deinem Wort gemäß zu handeln, auf richt'ger Bahn zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hell'res Licht umgeben. Vom göttlichen Worte. 173 2. Will ich einen Vorschmack] 4. Nicht nur der Geist der haben von des Himmels Se Weisen, die Einfalt foll Gott ligkeit: du kannst mich mit preisen; den Blöden und den Manna laben, das des Geistes Schwachen will er sich kennbar Kraft erneut; du bist mir zum machen. sopm Quell geschenkt, der die durst'ge 5. Der Demuth stilles SehSeele tränkt. wisie fanen, der Andacht brünst'ge Thrä3. Geist des Herrn, der ohne nen eröffnen uns die Pfade der Wanken durch das Wort mich Wahrheit und der Gnade. heil'gen will, lenke gnädig die Gedanken, mache ruhig mich und still, daß die Welt mich niemals stört, wenn mein Herz dich reden hört. hilfish 6. Ein Grundstein ist geleget, der das Gebäude träget; er ist der Weg, das Leben, der Weinstock, wir die Reben. 4. Gieb dem Samen einen Acer, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mir die Augen wacker, wo dein Licht die Nacht vertreibt. Glauben präg dem Herzen ein, fern laß jeden Zweifel feyn. 7. D laß an ihm uns bleiben, auf daß wir Blüthen treiben, von ihm die Kraft empfangen, mit edler Frucht zu prangen. 5. Was ich höre, laß mich 329. Wort aus Gottes merken, was du sagest, laß Wort mich thun. Wird sich die Er vom neuen Bunde, Evange kenntniß stärken, laß die Liebe auch nicht ruhn, daß ich fest im Glauben steh', bis ich einst zum Schauen geh'. lium, bald, da wir gesündigt, wurdest du verkündigt zu der Gnade Ruhm. Welches Heil ward uns zu Theil durch die Botschaft, daß vom Bösen Gott uns will erlösen! fue Mel. Jesu, meine Freude 2c. 390 11001 Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. 328. Wer 2. Was sein höchster Wille höre die reine in der Gnaden Fülle hat zue Gotteslehre, in Geift und Kraft vor versehn, was der Opfer verkündigt durch den, der uns Schatten vorgebildet hatten, entfündigt. isto banind das ist nun geschehn; Gottes 2. Aus Gottes Wort erfah- Rath wird nun zur That, ist ret, wie Gott sich offenbaret in Jesu Ja und Amen, Preis dem, der ihn sucht und gläubet sey seinem Namen! und in der Liebe bleibet. 3. Alles ist vollendet, uns 3. Wir müssen Kinder wer ist zugewendet reiche Gnad' und den! Die Weisheit dieser Erden kann nicht vor Gott be stehen auf ihren stolzen Höhen. Huld. Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben Tilgung unsrer Schuld. Jesus lebt, 174 Vom Gebet. und er entschwebt, um auf Got- das Gesetz erregt. Er hat tes Thron zu sißen und sein euch geladen, der aus lauter igen und fe Reich zu schützen. Gnaden eure Schmerzen trägt. Jesu Blut stärk' euren Muth; Gott ist hier, der euchy geliebet und die Schuld vergiebet 04. Uns, in Sünden Todten, machen Jesu Boten Heil und Leben fund. Hehr und lieb lich klinget, Geist und Herz 6. Dieser Grund bestehet; durchdringet, was uns sagt wenn die Welt vergehet, fällt ihr Mund. Alle Welt wird er doch nicht ein. Darauf will nun erhellt; daß man glaub' ich bauen, so soll mein Verund sich bekehre, heißt die Him melslehre. Dopo trauen wahrhaft christlich seyn. Auch will ich nun würdiglich in der Kraft, die mir gegeben, wahrhaft christlich leben. der mands nomp and thur? 5. Kommt, zerknirschte Her zen, denen bittre Schmerzen nou XIV. Vom gidişld, globucht Gebet. phoor nogle duplo divize ihnit sid Mel. Auf meinen lieben Gott ic. gestöret, dem Gnadenstrom ge E 330. Ah ewig heil'ger wehret. na udhi and Gott, mich 5. Gieb du mir Zuversicht, des Zweifels Noth, ob nicht daß ich, wenn mir's gebricht, vor die viele Sünde, die ich in mir dir, dem treuen Vater, dem noch finde, dir gänzlich wird freundlichen Berather, in fromverwehren, mein Beten zu ermen Kindesbitten mein Herze hören. bis die sinne mög' ausschütten. usdun mi nounche mas In eigener Melodie. 12. Doch warum bet' ich nicht mit besfrer Zuversicht? Du, Herr, willst ja das Flehen der Sünder nicht verschmähen, du 331. Dir, dir, Jehovah, lockest sie, mit Beten vor deinen Thron zu treten. will ich singen!. denn wo ist doch ein solcher 10 Gott, wie du? Dir will ich mei3. Wer nur es muthig wagt ne Lieder bringen, ach! gieb und eilet univerzagt, die Hülfe mir deines Geistes Kraft dazu, zu begehren, die du nur fannst daß ich es thu' im Namen Jegewähren, der soll von deinen su Christ, so wie es dir durch Gaben, so viel ihm nüzet, ihn gefällig ist. haben. allod allow f 80018 4. Darum flet' ichy zu dir: Verzeih, o Vater, mir, daß sündliche Gedanken und hin und wieder Wanken im Glauben mich wohne und Sinnen und Ver2. Zeuch, Vater, mich zu deinem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh' zu dir. Dein Geist in meinem Herzen Vom stand allein regier', daß ich des Himmels Frieden schmeckt und fühl' und dankbar dir im Herzen sing' und spiel'. Gebet. 175 auch unsre Seele freut sich dein, daß du, deß Macht unendlich ist, daß du, Gott, unser Vater bist. 3. Erfüllt mich, Höchster, dieser Friede, so ist vor dir mein Singen recht gethan; so klingt es schön in meinem Liede, ich bete dich in Geist und Wahr heit an. So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing' im höhern Chor. 4. Denn er kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die 4. Nur das ist Heil und ganz unaussprechlich sind; er lehret mich recht gläubig beten, Seligkeit, was uns dein Wille, giebt Zeugniß meinem Geist, Herr, gebeut: gieb, daß auf ich sey dein Kind, Miterbé Erden er gescheh, so wie in deiner Himmelshöh'. 6. Wohl mir! ich bitt' in Jefu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist Alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, den deine Huld so hoch erfreut! Preis und Anbetung dir in Ewigkeit! 2. Weit über unser Denken, weit, geht deines Namens Herrlichkeit: ihn heilige, wer dich bekennt und dich durch Christum Vater nennt. 3. Breit' aus dein Reich und seinen Ruhm durch Jesu Evangelium; mach' unser Herz ihm unterthan, so beten wir dich freudig an. 1ST meines Herren Jesu Christ, durch den du mein versöhnter Vater bist. mi 5. Wohl mir, daß ich dies Zeugniß habe, d'rum bin ich voller Trost und Freudigkeit 5. Du, Vater, weißt, was uns ist noth, gieb uns heut unser täglich Brod; doch gieb uns auch ein Herz dabei, das dankbar und genügsam sey.n@ und weiß, du giebst mir jede 6. Vergieb, vergieb uns unfre Gabe, die jetzt und ewig mir zum Heil gedeiht. Ja, Vater, du thust überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und be gehr'! Schuld, trag' unsre Schwachheit mit Geduld: so wie, von Rachbegierde rein, auch wir dem Bruder gern verzeihn. 7. Zu schwer sey die Versuchung nicht; Herr, stärk' uns, wenn uns Kraft gebricht, steh' uns zum Siege mächtig bei, mach' uns im Guten fest und treu. 8. Erlöf uns, o du treuer Gott, nach deinem Rath aus aller Noth! nimm nach vollbrachtem Prüfungslauf uns zu Mel. Herr Jesu Christ, dich zu sc. dem höhern Leben auf. 9. In deines Himmels Hei332. Du, deß sich alle Himmel freun, ligthum, auf deiner Erd' er 176 Vom Gebet. schallt dein Ruhm. Dein ist| Fried' und Heil; auch Jedem sein die Macht, die Herrlichkeit, von bescheiden Theil und daß daran Ewigkeit zu Ewigkeit. uns g'nüge. Mel. Aus tiefer Noth c. 6. Vergieb uns gnädig alle Schuld, womit wir sind beladen, du 333. Gott, der bu un trag' fernerhin mit uns Ge ser Vater bist, im Himmel hoch erhoben, und schaueft, was auf Erden ist, von deinem Throne droben, Herr, unser Trost und Zuver- sten seine Fehler. sicht! verwirf das Flehn der Deinen nicht, erhör' uns, deine Kinder. duld und nimm uns an zu Gnaden: hilf uns, daß wir dir ähnlich seyn, von ganzem Her zen auch verzeihn dem Näch7. Herr, in Versuchung führ' uns nicht, laß uns nicht unterliegen; gieb uns die Kraft, die 2. Preis dir, deß Name hei uns gebricht, das Böse zu bea lig ist, laß uns ihm Ehre ge- siegen. Doch ist die Prüfung ben, wie groß und wunderbar für uns gut, fo gieb durch du bist, mit Freudigkeit erheben, erkennen deine Macht und Treu', dir dienen ohne Heuchelei im Geist und in der Wahrheit. deinen Geist uns Muth, gieb Freudigkeit und Stärfe. thi 33. Gieb uns in deinem Gna denreich des heil'gen Geistes Gaben, daß wir mit deinem Wort zugleich Glaub', Lieb' und Hoffnung haben. Der Sünde Reich und Macht zerstör', schüß' deine Kirch' und sie vermehr' in Einigkeit und Frieden. 8. Von allem Ulebel, aller Noth wollst du uns, Herr, erlösen; hilf uns im Leben und im Tod, befrei uns von dem Bösen; und wenn uns Kreuz und Trübsal plagt, gieb, daß wir froh und unverzagt des Glau bens Ziel erreichen. sin 9. Dies Alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen; erhör' und hilf uns immerdar 4. Wie in dem Himmel für um Jesu Christi willen. Denn und für, gescheh' dein Will' auf dein, o Herr, ist allezeit von Erden, daß unser Wille und Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, Begier dadurch gebrochen wer- die Macht, die Ehre! den; verleih' uns, Herr, in Freud' und Leid ein ruhig Herz, daß Mel. Straf' mich nicht in 2c. jederzeit dein Rath uns wohl- 334. Mache dich, mein gefalle. bereit, 5. Gieb unser täglich Brod wache, fleh' und bete, daß dir uns heut durch Arbeit unsrer nicht die böse Zeit plöglich nahe Hände und was hier wahr- trete; unverhofft ist schon oft haft uns erfreut, uns mildiglich über viele Frommen die Versus zuwende. Gieb fromme Obern, chung kommen. Vom Gebet. 177 2. Säume wache Mel. 3euch meinen Geist 2c. auf von dem Sündenschlafe, 335. M Hopf an deine sonst ereilt mit schnellem Lauf dich Gericht und Strafe. Sieh, es droht dir der Tod; laß dich nicht in Sünden unbereitet finden. Pforte und halte mich an deine Worte: Klopft an, so wird euch aufgethan! Ach, nimm mein Seufzen gnädig an! 2. Wer kann durch sich das ber aller Gaben, du bist der Gute haben? du bist der GeBrunn, der immer quillt, das Gut, das alles Sehnen stillt. meinem Beten, mein Jesus 3. Drum nah ich dir mit heißt mich zu dir treten; dein Geist, der in mir Abba spricht, ist ja ein Geist der Zuversicht. 3. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich verstellt, listig an sich bringe; wach' und sieh, daß dich nie falscher Brüder Lügen um dein Heil betrügen. 4. Wache, hab' auf dich wohl Acht, trau nicht deinem Herzen; leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. Ach es ist voller List, weiß sich selbst zu schmeicheln, frommen Schein zu heucheln. 5. Aber bet' auch stets dabei, bete bei dem Wachen, denn der Herr nur kann dich frei von der Trägheit machen; seine Kraft wirkt und schafft, daß du wat fer bleibeft und sein Werk recht treibest. 4. Was ich bedarf in diesem Leben, das wollst du deinem Kinde geben; doch sorge, Vater, allermeist für das, was noth ist meinem Geist. 7. Drum so laßt uns immer dar wachen, flehn und beten und, vermehrt sich die Gefahr, brünft'ger vor ihn treten; denn die Zeit ist nicht weit, da von allem Bösen Gott uns wird erlösen. 5. Stärk in mir Hoffnung, Liebe, Glauben, daß mir fein Feind sie könne rauben, und rüste mich mit starkem Muth, zu stegen über Fleisch und Blut! 6. Glaube nur, in seinem Sohn wird er dich erhören, und 6. O, laß mich allezeit genießen, Herr, deinen Frieden im Gewissen; hab' ich gefehlt, dir deines Glaubens Lohn auf so decke du die Schuld um dein Flehn gewähren. Er ver heißt seinen Geist, mit ihm Kraft und Leben auf dein Flehn zu geben. Chrifti willen zu. 7. Mach dankbar mich in guten Tagen, gieb mir Vertraun in Noth und Plagen, daß ich in deiner Furcht mich freu', und voll Geduld im Kummer sey. 8. Das Andre alles wirst du fügen und deine Huld soll mir genügen; sie macht mir Glück und Unglück gleich, durch sie ist auch die Armuth reich. M 178 Vom 9. So lang' ich walle hier im Leben, laß mir den Tod vor Augen schweben, damit mein Wandel christlich sey und ich mich meines Endes freu! Gebet. 7. So steig' ich denn die Bahn des Betens da hinan, wo Gnad' auf Gnade fließet und sich auf uns ergießet. Ach, höre, Gott des Bundes, die Rede meines Mundes! Mel. Auf meinen lieben Gott, ic. 336. welche Seligkeit, daß wir zu aller Zeit mit unserm Flehn und Beten zum Vater dürfen treten, der hoch im Himmel thronet, im reinsten Lichte wohnet. 9. D Gott, du hörst mein 2. Und wer nur im Gebet in Flehn; es wird gewiß geschehn. Jesu Namen fleht, wird nicht Du wirst mit Vaterhänden, vergeblich bitten; Gott wird was ich hier bat, mir senden; ihn überschütten mit seinem rei- du thust auf unser Flehen ja chen Segen, des frommen Be- mehr, als wir verstehen. 8. Thu' auf, ich klopfe an! Hilf, daß ich finden kann, wo nach ich sehnlich trachte, was ich am höchsten achte, was ich vor Allem wähle, die Wohlfahrt meiner Seele. HE tens wegen. 3. Ein stiller Seufzer schon dringt zu des Höchsten Thron, Mel. Nun freut euch, lieben c. entquoll er dem Gemüthe, das tief in Andacht glühte; nie ift 337. Sollt ich verzagt er unerhöret von Gott zurückgefehret. von ferne stehn? mich fürchten, dir zu nahen? Nein! freudig darf ich zu dir 4. Ja, Himmelstrost und flehn und werde Hülf' empfaRuh strömt jedem Beter zu. hen. Du warest unser Vater Er siehet Jacobs Leiter, wo schon, eh noch dein eingeborner Engel als Begleiter sein gläubig Sohn uns Alle dir versöhnte.. Flehn und Singen zum Stuhle Gottes bringen. 2. Du schufft uns, deine Kinder, dir, um unser dich zu 5. Er steigt in kühnem Lauf freuen; in deiner Liebe sollten zum Throne Gottes auf, und wir erwachsen und gedeihen. Gott steigt liebreich wieder zu Du wolltest uns schon in der seinem Knechte nieder und lin- Zeit und mehr noch in der dert die Beschwerde und Sorge Ewigkeit mit sel'gem Frieden dieser Erde. ſegnen. 6. Gott hat ja zugesagt: wer ihm sein Leiden klagt, den will er auch erhören, ihm Hülf' und Trost gewähren; an seines Thrones Stufen soll er umsonst nicht rufen. 3. Weh uns, wir brachen dein Gebot und wurden alle Sünder! Nun traf Verdammniß, Qual und Tod die abgefallnen Kinder. Und doch, wie groß war deine Huld! du wolltest Vom Gebet. 179 felbst für unsre Schuld Erlö-| schämt sich, Gottes Kind zu fung uns bereiten. seyn. Wer, was zu seinem 4. Dein Sohn, von aller Frieden dienet, im Glauben Sünde rein, versöhnte dir uns sucht, der ehret Gott; doch wer wieder; nahm auf sich unsre zu bitten sich erfühnet, was eiStraf und Bein und nannt' tel ist, der treibt nur Spott. uns seine Brüder. Dem gan3. Nahst du zu Gott in zen menschlichen Geschlecht ließ deinen Freuden, so schmeckst er, zu dir erhöht, sein Recht an deiner Vaterliebe. 5. Nicht zittern darf ich nun vor dir, bin ich gleich schuldbeladen; in Christo bist du Vater mir und nimmst mich an zu Gnaden. Ich darf mit freud'ger Zuversicht dir findlich nahn, und zweifle nicht, daß du mich, Gott, erhörest. 6. Kommt, Christen, unser Vater ruft uns All' zu seinem Throne! vernichtet ist die weite Kluft, Gott liebt uns in dem Sohne. O betet, betet zu dem Herrn; er hört auf uns und ist nicht fern von denen, die ihn bitten! Mel. Die Tugend wird durch's 20. 338. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden und im Gebet vor Gott zu stehn! der Herr des Himmels und der Erden vergönnet uns, zu ihm zu flehn. Drum, willst du nicht dies Heil verscherzen, o Christ, sey wachsam zum Gebet! des Christen Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. 2. Spricht er nicht: bittet, daß ihr nehmet? ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich zu Gott zu beten schämet, der du, wie er freundlich ist; rufft du ihn an in Schmerz und Leiden, so fühlst du, wie er Leid versüßt. Flehst du, wenn innrer Trost dir fehlet, bald findst du neue Stärk' und Kraft; betst du, wenn dich Versuchung quälet, Gott ist's, der hört und Hülfe schafft. 4. Betst du mit heiterem Gemüthe, voll Dank für seiner Führung Nath, so freust du dich aufs Neu' der Güte, womit er dich geleitet hat. Schaust du mit gläub'ger Andacht Blicken hin in des Ewigen Gezelt, so schmeckst du hier schon mit Entzücken die Kräfte der zukünft gen Welt. 5. So steh vor Gottes Angesichte in Chrifti Namen oft und gern, und prüfe dich in seinem Lichte und klage deine Noth dem Herrn. Er höret dich an jeder Stätte, wohnt nirgend minder oder mehr. Wo dich dein Herz nur drängt, da bete! du findest stets bei ihm Gehör. 6. Doch säum' auch nicht, in den Gemeinen und öffentlich Gott anzuflehn, denn selig ist es, mit den Seinen, mit deinen Brüdern ihn erhöhn. Wo fromme Herzen sich entdecken, da reget eins das andre auf, und M 2 180 betend Beter zu erwecken, das fördert All' in ihrem Lauf. Vom Gebet. Mel. An Wasserflüssen Babylon zc. giebest. Ich merke, daß mein Angstgeschrei bei dir in Christo fräftig sey, dein Herz zu mir zu wenden; sonst würdest du mir nimmermehr so reichen Trost und süße Lehr, mein Gott, in's Herze senden. 339. W enn ich mein Herz vor dir, mein Hort, in meiner Noth ausschütte und voll Vertrauen auf dein 5. So spür' ich, daß dein Wort um deine Hülfe bitte; tröstlich Ja die Seele schon verwenn meine Seele zu dir schreit gnüget, und ist auch nicht gleich und dir, o Gott, das schwere Hülfe da, mein Glaube denLeid mit Flehn und Seufzen noch sieget. Wie in Geduld flaget; wenn sich mein Geist ein Ackersmann mit Zuversicht zum Himmel schwingt und erwarten kann die schöne Frucht gläubig durch die Wolken dringt: der Erden: so harr' ich, bis dein dann bin ich unverzaget. Trost, mein Gott, nach überstandner Angst und Noth, mir offenbar wird werden. 6. Vater! hilf nach deiner Macht, schaff Rettung, Trost und Frieden und gieb, daß ich nicht Tag und Nacht im Beten mög' ermüden. So will ich, bis dein Morgenlicht hervor aus dunkeln Schatten bricht, vor dir mit Beten ringen; ich halte fest an deinem Wort, bis ich einst freudig werde dort dir Dank und Ehre bringen. 2. Ja, ich werd' aller Freuden voll und selig im Gemüthe, und weiß nicht, wie ich preisen soll die Wunder deiner Güte, die sich tief in mein Herze drückt und mich gleich einem Thau erquickt, der von dem Himmel quillet; ja, wie du in der Kreuzeslast des Segens viel verborgen hast, das wird mir dann enthüllet. 3. Da wird mein Herz ein Gotteshaus und deines Geistes Kammer, mein Jammer bricht in Thränen aus, und ist mir Mel. Dir, dir, Jehovah zc. doch kein Jammer; die Weh: 340. Wer ist wohl würmuth meinen daß sie kaum noch heißt, weil alle Pein verschwin det, und ich auch in dem größten Weh wie unter lauter Rosen geh, wo nichts als Luft sich findet. Geist, so dig, zu nahen Wehmuth zu Gottes hocherhabner Maje stät? Wie darf der Mensch sich unterfahen, den Ew'gen anzurufen im Gebet? Die Finsterniß erbebet vor dem Licht; das Herz will beten, und vermag es nicht. 2. Doch Christus hat uns aus gefühnet, als er für uns vergoß sein theures Blut. Er hat uns Gottes Huld verdienet und uns 4. So merk' ich denn und bin gewiß, daß du, mein Gott, mich liebeft, weil du selbst in der Fin sterniß mir Licht und Freude Von der Taufe und Confirmation. 181 gebahnt den Weg zum höchsten| gefällig ist. Laß mich nie an Gut. Das Heiligthum ist uns ders vor dich treten, als daß ich jeßt aufgethan; in Christi Na- hab' im Herzen Jesum Christ. men dürfen wir uns nahn. Ach mache mich nur von mir selber frei, daß Christus Alles mir in Allem sey. 3. Er selbst ist uns vorangegangen, vertritt beim Vater seine Gläub'gen nun. Seht, wie 6. Sein Nam' sey mir in's er brennet vor Verlangen, was Herz geschrieben; mein Werk sie in seinem Namen flehn, zu sey nichts, das seine nur sey thun. In reicher Fülle beut er ewig dar des Heiles Güter groß und wunderbar. 4. Nun kann und darf ich nimmer zagen, mein Sündenelend machet mich nicht scheu. Im Glauben will ich's fröhlich wagen; Gott selber steht durch seinen Geist mir bei. lind ruf' ich: Abba! gläubig in dem Herrn, so höret und erhöret Gott mich gern. 5. Stets lehre du mich also be ten, wie es, o Gott, dir wohlgroß. In Chrifti Schmuck mußt du mich lieben; ohn' ihn steh ich vor dir beschämt und bloß. Mit ihm steht offen deines Hauses Thür; ohn' ihn verschließt sie sich auf ewig mir. 7. Nun, Vater, fülle meine Hände, zu dir heb' ich sie gläubig betend auf. Aus deines Soh nes Fülle sende, was mächtig ist, zu fördern meinen Lauf. Hier ist mein Geist dir im Gebete nah, einst schaut mein Auge dich. Hallelujah! XV. Von der Taufe und Confirmation. dich seiner Seele an und führ' es stets auf eb'ner Bahn. Mel. Wer nur den lieben 2c. ir sey dies Kind, 341. Dr Herr, übergeben, dir, dessen Treu unwandelbar. Mel. Komm, heiliger Geist zc. Wir bringen es zum ew'gen Les 342. rhör, o Vater, du ben dir in der heil'gen Taufe das Flehn der Ki dar. O segn' es, Heiland Jesu der, die hier vor dir stehn. ErChrist, der du ein Freund der Kinder bist. barmend blick auf sie hernieder, denn sie sind Christi Glieder. 2. Laß durch dies Siegel dei Gieb ihnen, Vater, Sohn und ner Gnade sein Christenrecht be- Geist, den Segen, den dein stätigt seyn und weih' es in Wort verheißt; erfülle fie mit dem Wasserbade zum Erben dei- deinen Gaben, daß sie mit nes Himmels ein. Nimm du dir Gemeinschaft haben. Er 182 Von der Taufe und Confirmation. hör uns, Gott! Erhör uns, ßen. Fromm und heilig will ich Gott! seyn; Jesus und sein Geist ist Zefined und fein 2. Sie wollen den Bund heut mein. erneun, ihr Herz und Leben dir zu weihn; sie wollen treu am Glauben halten, nicht in der Lieb' erkalten, auf Christi hohes Vorbild sehn und fest in ihrer Hoffnung stehn. Dreieiniger, sprich du das Amen zu dem Gelübd' auf deinen Namen. ErMel. Vom Himmel hoch zc. ür Gott!, Gott! Erhör uns, 344. Ften wir mit heißer 3. O mache zum Kampf ste bereit, schenk ihnen Kraft und Freudigkeit, daß sie des Bösen Macht bezwingen, des Glaubens Ziel erringen. Auch wir erneun mit Herz und Mund des Glaubens und der Treue Bund. Laß Alle, die vereint hier flehen, auch dort vereint dein Antlig se hen! Erhör uns, Gott! Erhör uns, Gott! 4. Deine Hülfe ruf ich an, lehre, Herr, mich deine Wege. Leite mich auf eb'ner Bahn, daß ich richtig wandeln möge. Ja, du wirst mir Kraft verleihn, treu bis in den Tod zu seyn. 2. Daß ich Gottes Kind schon bin, ist der Taufe sel'ge Gabe. Welch ein herrlicher Gewinn, daß ich Gott zum Vater habe! einst werd ich von Sünden rein; - doch schon jetzo bin ich sein. 3. Das ist Gottes Bund mit mir; das hat Jesus mir verheißen. Darum tracht' ich eifrig hier, mich der Sünde zu entrei Imbrunst, Gott, zu dir, nimm du dich ihrer gnädig an und leite ste auf eb'ner Bahn. 2. Erhalte sie vom Irrthum frei und mache ste im Glauben treu, und wenn Versuchung ihnen naht, sey du ihr Helfer, Schuß und Nath. 3. In Schmerz und Kummer tröste sie und in der Noth verlaß sie nie. Gieb ihnen hier Zufriedenheit und dort des Him mels Seligkeit. Mel. Meinen Jesum laß zc. 343. wig, ewig bin ich dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; denn ich Mel. Die Tugend wird durch's: c. des Vaters Naward, um dein zu seyn, einst auf 345. Setauft ſeyn auf Christi Tod getaufet. Dessen men und auf den Sohn und soll mein Herz sich freun; ewig, heil'gen Geist, welch hohes Gut, ewig bin ich dein. zu dem wir kamen, noch eh wir wußten, was es heißt! Nun in der Wahrheit unterwieſen, empfinden dankbar wir dies Heil, wir rufen aus: Gott sey gepriesen! auch uns, auch uns ward es zu Theil. 2. Du nahmst schon in der Kindheit Tagen zu deinen Kindern, Herr, uns auf, und, daß wir nicht in Zweifel zagen, Von der Taufe und Confirmation. 183 gabst du uns Wort und Siegel| bührt, und Zeugniß gebe unser drauf. In dieser Welt, noch voll Handeln, daß uns dein heil'ger des Bösen, versprichst du Vater Geist regiert. uns zu seyn, dein Sohn will uns vom Tod erlösen, dein Geist zum Guten Kraft verleihn. 3. Versöhnt sind wir und neu geboren durch deinen Geist von oben her. Ging uns in Adam viel verloren, in Christo giebst du uns weit mehr: hier schon im Glauben ew'ges Leben und Vorschmack künft'ger SeligMel. Nun lob', mein' Seel' zc. keit; dort wirst du uns die Fülle 346. Geweiht zum Chri geben, zum Erbtheil ew'ge Freudenzeit. stenthume, find wir, o Vater, dir geweiht, daß wir zu deinem Ruhme hier führen unsre Lebenszeit. Wir sollen deiner Liebe in Christo uns erfreun und deines Geistes Triebe allein gehorsam seyn; damit wir hier auf Erden und dort vor deinem Thron des Heils theilhaftig werden, das uns erwarb dein Sohn. 4. Und ist gleich hier noch nicht erschienen, was Gott den Seinen zugedacht, scheints oft, als fragt' er nicht nach ihnen, indem der Frevel sie verlacht: doch steht des ew'gen Vaters Kindern stets alles Gute zu Gebot. Der uns den Sohn schon gab als Sündern, läßt die Erlösten nicht in Noth. 7. O reinige durch deine Kräfte schon hier die fündige Natur! denn dieses heilige Geschäfte gelingt mit deiner Hülfe nur. Du haft in uns gewirkt das Wollen; erhalt uns diesem Willen treu! Vollende, was wir werden sollen, dein Werk in uns sey täglich neu! 2. Auf dieses Lebens Pfade 5. Einst gleichen sie dem Erst- fing kaum sich unsre Wallfahrt gebornen, der gern die Jünger an, da hat schon deine Gnade Brüder nennt, der sich zu sei- unendlich viel an uns gethan; nen Außerfornen in Huld und da zeigtest du uns Armen den Liebe stets bekennt. Und mit Pfad zum ew'gen Heil und ihm werden sie einst prangen, gabst uns aus Erbarmen am weit über aller Engel Glanz; Reiche Christi Theil. Du führwer denkt es aus, was sie erlan- test unsre Seelen schon früh zur gen, wer faßt die Kindschaft Wahrheit hin und lehrtest uns Gottes ganz! erwählen, was ewig bringt Gewinn. 6. Sie ist auch uns, auch uns erworben! Wir sagen laut vor aller Welt, daß unser Herz, der Sünd' erstorben, Gott liebt und sich an Christum hält. Wir wollen, Vater, vor dir wan deln, wie deinen Kindern es ge3. Für diese große Güte gebührt dir unser Lobgesang; aus freudigem Gemüthe erschallt dir unser Preis und Dank. Das Wasserbad im Worte hat Christo uns geweiht und offen steht die 184 Von der Taufe und Confirmation. Pforte zur ew'gen Seligkeit.| wohl feste stehn, wenn aber ich Gieb, daß wir stets ermessen, ihn überschreite, so laß mich was uns dein Wort verspricht, nicht verloren gehn; wo ich verund nimmermehr vergessen die dir gelobte Pflicht. ließ die rechte Bahn, nimm wieder mich zu Gnaden an. 4. Ja, Vater, hilf uns Allen in deinem heil'gen Willen ruhn und dir zum Wohlgefallen nach deines Sohnes Lehre thun. Nimm dich, so lang wir leben, Herr, unsrer Seelen an; du nur vermagst zu geben, was wahrhaft gnügen kann. Und wenn dereinst wir sterben, so laß durch Jesum Christ das Kleinod uns ererben, das un vergänglich ist. 5. Ich gebe dir, mein Gott, auf's Neue Leib, Seel' und Geist zum Opfer hin; erwecke mich zu steter Treue, dein Geist regiere meinen Sinn. Weich, eitle Welt, du Sünde weich)'; Gott hört es, jetzt entfag ich euch. 6. Befestige dies mein Versprechen, mein Vater, und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils, sey ewig mein und laß mich stets den Deinen seyn! Mel. Mitten wir im Leben zc. Mel. Wer nur den lieben sc. ch bin getauft auf deinen Namen, 347. ( tärke, Jeſu, stärke Gott Vater, Sohn und heil'ger 348. Geist, und so ist alles Ja und ste, deine theu'r Amen, was mir dein theures Erlösten, daß sie sich mit ZuWort verheißt; ich bin in Chri- versicht deiner Huld getrösten. stum eingesenkt, der mich mit Wach über ihre Seelen. Hier seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht ven deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in Noth und Seelenpein, o guter Geist, mein Tröster seyn. stehn sie und geloben dir: Herr, dein Eigenthum sind wir. Du, Gottes ew'ger Sohn, du, Heiland aller Welt, du, der Deinen Haupt und Beschüger, du, Herr, treuer Hirt! laß sie nicht vergessen, ihrem Bunde treu zu seyn bis an ihren Tod! 3. Ich aber hab' mich dir verschrieben und angelobt, mich dir zu weihn, dich als mein höchstes Gut zu lieben, treu und gehorsam dir zu seyn. Dem Dienst der Sünde sagt' ich ab, da ich mich dir zu eigen gab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund 2. Viele schon gelobten auch, fest an dir zu halten: aber treulos ließen sie ihre Lieb' erkalten. Verderben ward ihr Ende. Die heut ihr Leben dir geweiht, schüße sie vor Sicherheit! Du, Gottes ew'ger Sohn, du, Heiland aller Welt, du, der Deinen Haupt und Beschüßer, du, 185 Von der Taufe und Confirmation. Herr, treuer Hirt! leite diese allein will er verzeihn und alKinder, daß sie niemals irre len Sündern gnädig seyn. gehn von Weg des Preis Gottes 3. Lockt sie nun die arge Welt Sohne, der uns am Kreuz des hin zu ihren Lüften, Herr, dann Lebens Krone und unvergäng wollst du sie mit Kraft aus der lich Heil errang. Alle Völker Höhe rüsten. Sey mächtig in müssen kommen, ihn anzubeten den Schwachen; zum Kampf mit den Frommen vom Aufgang mit ihrem Fleisch und Blut bis zum Niedergang. Wohl schenk auch ihnen freud'gen dem, der ihn bekennt, ihn sei Muth! Du, Gottes ew'ger nen Heiland nennt voller GlauSohn, du, Heiland aller Welt, ben! dem drohen nicht Tod und du, der Deinen Haupt und Be Gericht; er dringt aus Finsterschützer, du, Herr, treuer Hirt! niß zum Licht. hilf du ihnen streiten und des Bösen Macht und List siegreich widerstehn. 3. Gottes Geist werd' hoch erhoben, der unsre Herzen zeucht nach oben und reiche Gaben uns verleiht. Licht und Kraft strömt er hernieder auf Jesu Christi heil'ge Glieder, die er zum Tempel sich geweiht. Er pflanzt des Lebens Wort in Christi Kirche fort bis an's Ende. Und sie besteht, von Gott erhöht, ob Erd' und Himmel untergeht. 4. Laß auch in der letzten Noth sie dein Antlig schauen und auf deines Todes Kraft ihre Hoffnung bauen. Laß sie in Frieden fahren und nimm sie auf mit uns zugleich in dein himmlisch Freudenreich! Du, Gottes ew'ger Sohn, du, Heiland aller Welt, du, der Deinen Haupt und Beschützer, du, s Mel. Seelenbräutigam zc. Herr, treuer Hirt! fich voll Huld 350. Von des Himmels unser heißes Thron Flehn, und erhöre uns! tes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke; gieb uns Kraft zum heil'gen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein ( Bei der Taufe eines Erwachsenen.) Mel. Wachet auf, ruft uns zc. 349. Unserm Gott laßt zu feyn. lobsingen, 2. Mach uns selbst bereit, Jehovah unser Opfer bringen, gieb uns Frendigkeit, unsern nur ihm gebühret Ruhm und Glauben zu bekennen und dich Ehr'. Wie im Himmel, so auf unsern Herrn zu nennen, dessen Erden müff er von uns verherr- theures Blut floß auch uns licht werden, der Herr ist Gott zu gut. und Reiner mehr. Er ist's, deß 3. Nichte Herz und Sinn zu ew'ger Rath uns All' erwählet dem Himmel hin, wenn wir un hat in dem Sohne. Durch ihn sern Bund erneuern und ge 186 Von der Taufe und Confirmation. rührt vor dir betheuern, deine| Mel. 3euch meinen Geist, triff zc. heilig ist mir Bahn zu gehn, Weltluft zu ver- 352. Wie Stunde! schmähn. Bill 4. Wenn wir betend nahn, Sie führt mich, Gott, zu deiSegen zu empfahn, wollest du nem Bunde, und dir gelob' ich auf unsre Bitten uns mit Gnade treu zu seyn, mein ganzes Leüberschütten; Licht und Kraft ben dir zu weihn. und Ruh ströme dann uns zu. 2. Dich will ich über Alles lie5. Gieb auch, daß dein Geist, ben, mit Eifer deinen Willen wie dein Wort verheißt, unauf üben, doch ach! du weißt, wie löslich uns vereine mit der gläu- schwach ich bin, drum stärk in bigen Gemeine, bis wir dort mir den frommen Sinn. dich sehn und dein Lob erhöhn. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. andelt glaubend 351. Wa eure Wege, Gott sey cure Zuversicht! Send befohlen seiner Pflege, scheut auch seine Prüfung nicht! Tref fen Schmerzen euch und Leiden, trübt euch schwerer Kampf die Freuden: seyd voll Glaubens! Kampf und Leid führen euch zur Seligkeit. 2. Wandelt liebend eure Wege! Lieb' ist Chrifti neu Gebot. Daß sie stets in euch sich rege, schaut auf seinen heil'gen Tod! Schaut der Liebe Sieg im Sohne; denkt der euch verheißnen Krone, die aus lichter Ferne schon beut der treuen Liebe Lohn. 3. Wandelt hoffend eure Wege in des Geistes Freudigkeit! und daß Niemand Zweifel Hege, ob sein Wirken wohl gedeiht! Treu nur müßt ihr seyn und beten, und der Geist wird euch vertreten. Glaubend, liebend, hoffend lebt, bis cuch Gott zu sich erhebt! 3. Und dir, mein Heiland, der sein Leben für mich am Kreuz dahin gegeben, dahin gegeben, verpflicht ich mich, mein Herr und Gott, ges treu zu seyn bis in den Tod. 4. Doch wenn ich jemals mich verirrte, so suche mich, mein guter Hirte, mit deinem treuen Liebesblick und bring zur Heerde mich zurück. 5. Geist Gottes, Geist der Kraft und Liebe, dir weih' ich alle meine Triebe, erleuchte mich in Finsterniß und mach im Glauben mich gewiß. 6. Erinn're du mich, wenn ich fehle, und stärk im Kampfe meine Seele; damit, von allem Bösen frei, mein Herz dein heilger Tempel sey. 7. So sey denn Treue dir ge schworen, Dreieiniger, der mich erforen; und bis zum letzten Herzensschlag sey heilig mir mein Bundestag! Mel. Es ist das Heil uns zc. Lillkommen sey uns insge sammt, geliebtes Kind, will353. Wi Vom heiligen Abendmahl. 187 kommen! mit Liebe, die von Kind auf unsern Armen; fleChrifto stammt, sey von uns hen voll Vertraun zu dir, du aufgenommen! Ins Leben tratst wollst seiner dich erbarmen. du ein, wie wir; das Recht an Es ist dein und lebt durch dich, Christo ward auch dir, du bist schüß' und segn' es väterlich. wie wir berufen. 2. Empfange von der Christenheit des Glaubens hohen Segen; geweiht sey nun zur Selig feit und wandl' auf Jesu We gen! Dazu geleit auf deinem Pfad dich treuer Liebe Trost und Rath bis an des Lebens Ende. 3. Es gehet dir, wie Gott es fügt, was dir auch sey beschieden; drum sey mit deinem Loos vergnügt, im Mangel auch zufrieden. Und trifft dich Leiden, Gott ist gut, er giebt dir zum Ertragen Muth, durch seines Sohnes Frieden. 4. In ihm freu deines Lebens dich; es sey ein Christenleben; empor zum Himmel müsse sich dein Geist und Herz erheben! Dann stirbst du gern, wenn Gott dich ruft, und ruhst so sanft in deiner Gruft, wie jest in Mutterarmen. 2. Schwach und hülflos liegt es da; sey du seine Kraft und Stärke. Bleib ihm huldreich immer nah, daß es deine Hülfe merke, wenn auf seiner Lebensbahn es sich selbst nicht leiten kann. 3. Gott! es ward zu seinem Heil in der Christenheit geboTheil hast du selbst es auserkozu der Erb und weihet es die Taufe heut. ren; zu der Christen Seligkeit 4. Segne, Vater, dieses Kind, daß es dich von Herzen ehre, daß es, Jesu gleich gesinnt, nur auf deine Stimme höre und, der Taufe Bund getreu, folgsam deinem Geiste sey. 5. Stärf es unter Lust und Schmerz, unter Arbeit und Beschwerde, gieb, daß rein und fromm sein Herz und sein Leben fruchtbar werde; führ es einst zum Himmel ein, laß es Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. u dir, Vater, be 354.3" ten wir für dies ewig selig seyn. XVI. Vom heiligen Abendmahl. In eigener Melodie. Mahl. Ich habe nun vom HimTuf, auf, mein melsbrod gegessen, bin an des Geist, erhebe guten Hirten Tisch gesessen und dich zum Himmel, entreiße dich schmecke sel'ge Freuden ohne dem eiteln Weltgetümmel, mein Zahl. 355. Auf Jesus ladet mich zu seinem 2. Ich werde nun in Ewig 188 Vom heiligen Abendmahl. keit nicht dürsten, mir gnügt| Brod des Lebens nicht mir zum die Gnade meines Himmels- Gericht empfahn! Nein, dies fürsten; er tränket mich, der Mahl erwecke mich, inniger zu selbst das Leben ist. Kein lieben dich, und mit heil'gem Hunger wird die Seele jemals Ernst zu meiden, was mich je drücken, des Himmels Manna von dir kann scheiden. wird mich stets erquicken, und 4. Diesen Vorsag, den ich das bist du allein, Herr Jesu faffe, präge tief dem Herzen Christ. ein, daß ich nimmer von dir 3. Ich lebe nun und will lasse, Keinem folg', als dir almich Gott ergeben, doch ich lein. Ziehe selbst mich ganz nicht selbst, nein, Christus ist zu dir; deine Gnade sey mit mein Leben; so lebe denn in mir, daß ich alle Macht der mir, o Gottes Sohn! Ich bin Sünde als dein Jünger übergewiß, daß Segen hier auf winde. d Erden und ew'ges Heil auch dort mir folgen werden, als ein vom Lamme mir erworbner Lohn. Du Joll 5. Sollt' ich dennoch wieder fehlen, wollst du mir zur Seite stehn; sollt' ich falsche Wege wählen, eile dann, mir nachzugehn. Suche den VerMel. Freu dich sehr sc.irrten auf, lenf zur Buße meis 356. Bang und doch voll nen Lauf, daß ich in des Bafel'ger Freuden, ters Armen Gnade finde und komm ich, Herr, auf dein Ge- Erbarmen. bot und gedenk' an deine Leiden und an deinen Kreuzestod. Mittler, der du für uns starbst, uns ein ewig Heil erwarbst, komm mit deines Todes Segen meiner Seele jeßt entgegen. 6. Ewig, Herr, will ich dir danken, daß dein Tod mein Leben ist; daß auch, wenn wir Schwache wanken, du der Deinen Stärke bist. Dir, der Keinen je verläßt, dir vertrau ich froh und fest, du wirst mich 2. Nimmer könnt' ich Gnade stets freundlich leiten und zum finden vor des Heil'gen Ange- Himmel zubereiten. sicht; du mur tilgest meine Sünden und befreist mich vom Mel. Wer nur den lieben Gott. Gericht. Und dies Mahl aus deiner Hand ist mir stets ein 357. Dant, Dank ſey neues Pfand, daß mein Herz barmen, darf mit Vertrauen fest auf Christ! Gottes Gnade bauen. dir dein o mein Erlöser, Jesu 3. Möcht' ich, Jesu, nicht vergebens mich zu deinem Zische nahn! Möcht' ich dieses Nur deine Leiden trösten mich. Du, der du einst auch für mich Armen den Tod am Kreuz gestorben bist! Was wär ich, Heiland, ohne dich? Vom Heiligen Abendmahl. 189 2. Du hast mir Lebensbrod| Sünden Gottes Frieden. Mehr geschenket; nun weiß ich, ich noch ist uns dort beschieden. bin ewig dein. Ich ward mit deinem Blut getränket; dies Mel. Ach, schönster Jesu, mein sc. Blut macht meine Seele rein, 359. Dant, Jefu, dir, von und Schuld, erwirbt mir Gottes Gnad' und Huld.1 si.8 3. Nun laß mich sterben oder leben, Herr, wie du willst, ich folge gern. Von Schmerz gequält, mit Angst umgeben, freut sich mein Geist nur seines Herrn. Durch dich versöhnt, erschreckt mich nicht des Grabes Grau'n, nicht das Gericht. Scheiden in deiner letzten Trauernacht uns hast die Früchte deiner Leiden zu seligem Genuß vermacht! Dich preisen gläubige Gemüther, den Stifter solcher hohen Güter. 2. So oft uns dieses Mahl erquicket, wird dein Gedächtniß bei uns neu, und jede Seele fühlt entzücket, wie brünstig deine 4. Im Glauben will ich Liebe sey. Dein blut'ger Tod dich umfassen, gewiß, daß du mit seinen Schmerzen erneuert mein Retter bist. sich in unsern Herzen. Du wirst mich Schwachen nicht verlassen, mir geben, was mir heilsam ist. Wenn du gebeutst, so endet sich mein Jammer und ich preise dich. 3. Hier wird dem zagenden Gewissen versiegelt deiner Gnade Bund; daß unser Schuldbrief sey zerrissen, thust du im heil'gen Mahle kund; machst uns 5. Und kommt sie dann, die gewiß, daß unsre Sünden ernste Stunde, die mich dem durch deinen Tod Vergebung Irdischen entreißt, da hör ich finden. auch aus deinem Munde das 4. Das Band wird fester Urtheil, das dein Wort ver- hier geschlungen, das uns mit heißt: du treuer Knecht, komm, nimm nun Theil an meiner Auserwählten Heil! dir zusammenfügt, und inniger das Herz durchdrungen von Himmelslust, die ganz genügt. Wir werden neu in solchen Stunden zu Einem Geist mit nd Mel. Wie schön leucht't uns 20. 358. Dant, Jefa, dir! dir verbunden. Ach, sind wir's 5. Dies Bred kann wahre werth, daß so viel Heil uns Nahrung geben, und dieser widerfährt, du unser so ge- Kelch erfrischt den Geist; es denkest; daß bis zum Tode du mehret sich das innre Leben, uns liebst, nun solch ein Gna- wenn unser Glaube dich geneußt. denpfand uns giebst und dich Wir fühlen neue Kraft und so ganz uns schenkest? Heil uns Stärke zu jedem Kampf im Allen! Wir empfinden rein von Glaubenswerke. 190 Vom heiligen Abendmahl. 6. Wir werden fester hier nicht vergebens empfangen am vereinet mit deinen Gliedern Altar das wahre Brod des Leinsgesammt; so weit der Glanz des Kreuzes scheinet, sind wir von Einer Lieb' entflammt. Dies Bündniß muß sich fester schlieBen, wenn wir von Einem Brod genießen. bens, das du mir reichest dar; laß mir die heil'ge Schaale mit deines Bundes Wein bei diesem Glaubensmahle Trost und Erquickung seyn.os did 3. Wie kann ich wohl er7. Dein Leib soll uns zum gründen die Wunder deiner Pfande dienen, daß unser Leib Lieb' und Huld! Du selbst willst auch aufersteht; er wird einst dich verbinden mit mir, der aus dem Staub ergrünen, zur ich bin voller Schuld. Du, Unverweslichkeit erhöht. Du, der da ewig lebet, du kommst, Herr, willst uns ein ewig Lean Gnade reich, zu mir, der ben in himmlischer Verklärung bald verschwebet, dem flücht'gen geben.ind d Schatten gleich. Du läsfest dich 8. Gottes Sohn, wie hernieder, ziehst mich zu dir edle Gaben hast du in dieses hinan; was geb' ich, Herr, dir Mahl gelegt! Nun wir dich wieder, das dir gefallen kann? selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist gepflegt! Wir finden hier bei allem Leiden den rechten Vorschmack sel'ger Freuden. 4. Ein Herz, von Ren zerschlagen, das sich an deiner Gnade hält, das freudig will entsagen der Sünd' und aller Luft der Welt: das wirst du nicht verachten, das bring' und geb' ich dir. Nach deinem Reiche trachten hilf du nun selDen Mundes will ber mir; dann darf ich fest ich, o Herr, gehorsam seyn; vertrauen, daß ich nach dieser zum Mahle deines Bundes stell Zeit dein Antlig werde schauen ich auf dein Gebot mich ein. Die dort in der Ewigkeit. bängste deiner Nächte schwebt meinem Geiste vor; das Brod brach deine Rechte, den Kelch hielt sie empor. Deß will ich jetzt gedenken, o du mein höchstes Gut; du willst mich speisen, tränfen mit deinem Leib und Blut. Mel. Nun lob', mein' Seel' 2c. 360. D em Worte deines 5. Hierauf will ich empfangen das Himmelsbrod, den Himmelstrank; laß, Herr, zu dir gelangen des Demuthvollen Herzens Dank. Hinweg das Weltgetümmel mit seinem eitlen Tand! ich wandle schon im Himmel, der Frommen Vaterland. Vereint mit dir zu werden, dies ist mein heißes Flehn; o Herr, laß hier auf Erden mich 2. Heil mir, ich soll genießen die Speise, die der Heiland beut, und Labung soll mir fließen aus jenem Kelch, den er geweiht. Laß, Herr, mich schon dein Antlig sehn. Vom heiligen Mel. Nun ruhen alle zc. 361. ir schwör' ich ew'ge Treue, ich gebe, Herr, auf's Neue mich dir zum Dienste hin; laß nie mich treulos brechen dies heilige Versprechen, es komme nie aus meinem Sinn. 3. Für mich hast du gerungen, für mich den Tod bezwungen, verscheucht des Grabes Nacht; du haft durch deine Leiden die Hoffnung ew'ger Freuden in meinem Herzen angefacht. Abendmahl. 191 du, die Brüder lieben und ernstlich jede Sünde scheu'n. 2. Damit ich treu dir bliebe, nahmst du mit reiner Liebe dich Mel. Herzliebster Jesu ic. meiner Seele an. Weit mehr, 362. Erlöser, der du ſelbſt als ich verstehe, mehr, als ich weiß und flehe, hast du, o Herr, für mich gethan. uns hast gerufen, hier stehen wir an deines Altars Stufen. Mühselig und voll Reu, voll tiefer Schmerzen sind unsre Herzen. 2. Du hast verheißen, Müde zu erquicken und uns zu laben, wenn uns Lasten drücken. Du willst, wenn wir jetzt würdig dein gedenken, dich selbst uns schenken. 8. Zu welchen Seligkeiten wirst du, o Herr, mich leiten, bleib' ich mit dir vereint! Ich werde zu dir kommen mit allen deinen Frommen, wenn einst dein großer Tag erscheint. 6. Nach deinem Wohlgefallen will ich hienieden wallen, du bist mein treuer Hirt. Zu dir will ich mich halten, bis einst mein Leib erkalten und in dem Grabe ruhen wird. 4. D Leben aller Leben! was hab ich dir zu geben, was forderst du von mir? Du willst, 3. Wir kommen, Herr, und nehmen deine Speise und dei daß meine Seele nur dich zum nen Trank zu deines Todes Führer wähle; o Herr, mit Preise. Nun sind wir dein Freuden folg' ich dir! und bleiben dir ergeben in Tod und Leben. 5. In manchen stillen Stunden hat schon mein Herz empfunden, wie viel es dir verdankt. Nun Triebe, Mel. Nun laßt uns den Leib zc. err, der du als ſo daß in ihm die Liebe zu dir, 363. Hrin filles Lamm Erlöser, niemals wankt. in gelitten an des Kreuzes Stamm, und auch für meine Sündenlast aus Liebe dich geopfert hast. 2. Ich feire jetzt auf dein Gebot voll Reue deinen Mittlertod, und preise deine Gnad' und Huld, durch die getilgt iſt meine Schuld. 7. So oft ich deiner Treue bei deinem Mahl mich freue, soll dies mein Vorsaß seyn: 3. Hier schenkst du mir ein Ich will dich nie betrüben, wie theures Gut, labst mich mit dei 192 Vom heiligen Abendmahl. nem Leib und Blut. O Liebe, zum Labsal für ihr schwaches welcher feine gleicht! O Wun Herz! Der ganzen Welt zu gut der, das kein Geist erreicht! vergoffest du dein Blut, Mittler 4. Ich soll mich deinem Gottes! Auch die hier stehn Mahle nahn, das Pfand der und zu dir flehn, laß dein ErSeligkeit empfahn; Erhabner, barmen reichlich sehn. du willst nicht verschmähn, zun meinem Herzen einzugehn. 5. Bin ich, ein sünd'ger Mensch, wohl werth, daß so viel Heil mir widerfährt? Mach selbst mein Herz von Flecken rein und richt' es dir zur Wohnung ein. 6. Du kommst; gesegnet seyst du mir! du bleibst in mir und ich in dir. Ich schmecke deine Freundlichkeit und weiß nichts mehr von Kampf und Streit. 7. Nichts scheidet ferner dich und mich; mich liebest du, ich liebe dich. Die Stärkung, die du mir gereicht, macht mir dein Joch gar sanft und leicht. 8. Ich lebe dir nur, meinem Herrn und folge deinem Vorbild gern; mich locket nicht die ganze Welt; mein Will' ist nur, was dir gefällt. 9. Und wenn du mich, o Le bensfürst, zur Seligkeit vollenden wirst, dann labt mit Freuden ohne Zahl mich dort dein ew'ges Abendmahl. Chor. Mel. Wachet auf, ruft uns zc. err, du wollst sie 364. Gemeinde. Mel. Jesus, meine Zuversicht sc. 2. Die ihr theuer seyd erkauft, gläub'ge, miterlöste Brüder, All' auf Christi Tod getauft, Alle seines Leibes Glieder: kommt, Versöhnte, kommt, erneut hier den Bund der Seligkeit! 3. Nehmt und esst in diesem Brod Christi Leib, für uns ge geben! Nehmt und trinkt auf sein Gebot diesen Kelch zum ewgen Leben! Rein durch ihn von aller Schuld, preiset dankbar seine Huld. 4. Gieb, daß sie voll Zuversicht deines Heils, o Herr, sich freuen und, erleuchtet durch dein Licht, deinem Dienste ganz sich weihen; laß ihr Herz von Stolze rein, voll von deiner Demuth seyn. 5. Lehre sie, in böser Zeit über ihre Seelen wachen; bei des Lebens Kampf und Streit sey du mächtig in den Schwachen. Die gebeugt von ferne stehn, laß sie unerhört nicht flehn! 6. Nehmt und esst in diesem Brod Christi Leib, für uns ge deines Mahles Seligkeiten, zeuch ihre Seelen himmelwärts! Gieb, daß sie sich würdig nahen, das Brod des Lebens zu empfahen, bar seine Huld. sein Gebot diesen Kelch zum ew'gen Leben! Rein durch ihn von aller Schuld, preiset dank Bir d Vom heiligen Abendmahl. 193 7. Hoherpriester, der du bist| macht. Du willst, daß deiner in das Heiligthum gegangen, ich gedenke, drum gieb zur Ulesprich sie los, Herr Jesu Christ, bung dieser Pflicht mir deines wenn sie jetzt dein Mahl em Geistes Kraft und Licht, daß ich pfangen. Stärk' du ihre Zu- mich ganz in dich versenke. versicht, daß sie frei sind vom Gericht. 2. Bewundernd denk' ich an die Liebe, womit du unser Heil 8. Augenblick voll heil'gen bedacht, an des Erbarmens Grau'ns, voller Wonn' und starke Triebe, die dich bis an füßen Lebens, theures Pfand das Kreuz gebracht. O du, der des künft'gen Schau'ns, Vor- starb, damit ich lebe, gieb selbst schmack jenes höhern Lebens! von deinem Todesschmerz heut Selig, wer, vom Geist bewegt, solchen Eindruck in mein Herz, solchen Trost im Herzen trägt! daß er mir stets vor Augen schwebe. 9. Nehmt und esst in diesem Brod Christi Leib, für uns ge geben! Nehmt und trinkt auf sein Gebot diesen Kelch zum ew'gen Leben! Rein durch ihn von aller Schuld, preiset dankbar seine Huld. 3. Ich übergebe mich auf's Neue, o du mein Herr und Heiland, dir, gelobe dir beständ'ge Treue bei deinem heil'gen Mahle hier. Auf deinen Tod bin ich getaufet, du starbft für mich, drum bin ich dein; dein eigen will ich ewig seyn, weil du mich durch dein Blut erkaufet. 4. Nie will ich vor der Welt mich schämen, zu preisen deinen Kreuzestod, und will mit Freuden auf mich nehmen um deinetwillen jede Noth; dich will ich immer frei bekennen und bis zum Tode mich nicht scheu'n, ein Herold deines Ruhms zu seyn; nichts soll mich, Hei land, von dir trennen. 5. Ich will mit Ernst den Nächsten lieben, wie du, mein Mel. Mein Jesu, dem die zc. Jesus, mich geliebt; Versöhnier bin ich, Jesu, lichkeit und Sanftmuth üben, zu erfüllen, was wie du an Feinden sie geübt. du in deiner Leidensnacht, nach An deine Milde will ich denken deinem gnadenvollen Willen, und an die schwere Schuldenzur segensreichen Pflicht ge laft, die du mir, Herr, erlas 365. H N Chor. Mel. Wachet auf, ruft 2c. 10. Esst das Brod, das euch gegeben, und trinkt den Kelch zum ew'gen Leben; der Friede Christi sen mit euch! Einigt euch mit ihm im Glauben und laßt sein Heil euch nimmer rau ben, dann führt er euch zu seinem Reich. Wacht! eure Seele sey bis in den Tod getren! Amen, Amen! Der Weg ist schmal; bleibt in der Zahl, die dort empfängt sein Abendmahl. 194 Vom heiligen Abendmahl. sen hast, das soll zur Liebe Blut, daß mich fein falsches Kraft mir schenken. Erdengut von deiner Liebe scheide. 6. Heut stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube dein Ruf, Erlöser, mich erhebt. Ich seh dich auf des Vaters Throne, ich glaube, daß du, Lebensfürst, von dort einst wiederkommen wirft, zu reichen mir des Lebens Krone. 5. Wie sich des matten Wandrers Herz der frischen Quelle freuet, so werd' ich von der Seele Schmerz in deinem Mahl befreiet. Du linderst meiner Sünden Pein, du flößest deinen Trost mir ein, so bin ich ganz erneuet. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 366. Jah ch fomme als ein armer Gast, 0 6. Vor Allem aber wirk' in mir den Ernst wahrhafter Reue, auf daß mein Herz sich für und für vor aller Sünde scheue. Herr, zu deinem Tische, den ben an, der dein Verdienst er in den Glaudu für mich bereitet hast, daß greifen kann, damit mein Geist er mein erfrische; und sich freue. wenn mein Sehnen ist gestillt, daß auch der Dank, der mich erfüllt, in Aller Dant sich mische. 7. Entzünd' in Andacht mein Gemüth, daß von der Welt ich lasse, und deine Bruderlieb' und Güt' in dieser Speise fasse; daß durch dein Lieben Lieb' in mir zu meinem Nächsten wachs herfür, ich auch den Feind nicht haffe. 2. Du selber sprichst in deinem Wort: ich bin das Brod zum Leben; dies Brod treibt auch den Hunger fort, den sonst nichts mochte heben; ich bin der Trank, wer glaubt 8. So komm nun, treuer Seean mich, dem will ich jetzt und ewiglich der Labung Fülle geben. lenfreund, laß in mein Herz 3. Ach, führe mich, du dich schließen! Mit dir bin ich treuer Hirt, auf deine Him- nun ganz vereint; ich will von melsauen; ich gehe trostlos und Reinem wissen, als nur von dir, verirrt, wenn ich dich nicht o Gotteslämm! der du auch kann schauen. Laß strömen mich am Kreuzesstamm aus deine Gütigkeit, die du für Alle Noth und Tod gerissen. hältst bereit, so deiner Hut vertrauen. 9. D liebster Heiland, habe Dank für deine Gnadengaben, 4. Herr, mit Verlangen such für deine Speise, deinen Tranf, ich dich auf deiner grünen die mich erquicket haben; mit Weide, dein Lebensmanna speise Himmelsgütern wirst du mich mich zum Troft in allem Leide. o Lebensfürst, einst ewiglich Es tränke mich dein theures in deinem Reiche laben. Vom heiligen Abendmahl. 195 Mel. An Wasserflüssen Babylon xc.] und mit dir bleib ich vereint 367. J ch fomme, Herr, als Rebe hier, um gute Frucht und suche dich, zu bringen. Du kräftigeft und mühselig und beladen. Gott, stärkest mich und durch die mein Erbarmer, würd'ge mich Liebe gegen dich wird mir der des Siegels deiner Gnaden. Sieg gelingen. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Men schen Sohn, ach, laß mich Tröstung finden. Ich fühle meiner Sünden Bein; ich suche Ruh, du, Herr, allein fannst mich der Schuld entbinden. 2. Ich bete dich im Glauben an, du bist das Heil der Sünder; weil du für uns genug gethan, sind wir nun Gottes Kinder. Ich denk' an deine Mel. Es ist gewißlich an der Zeit ic.. Leidensnacht und an dein preise o " 1 Wort: Es ist vollbracht," 368. Jer, mein Heil, das uns mit Gott verfühnet. für deine Todesleiden. Hab Du warst gehorsam bis zum ich an ihren Früchten Theil, so Tod und trugst unschuldig schmeck ich sel'ge Freuden. Du Schmach und Noth, die wir wardst ein Opfer auch für mich; o gieb, daß meine Seele fich deß ewig freuen möge. allein verdienet. Gebot und will es treu erfül5. Ja, Herr, ich kenne dein Gebot und will es treu erfüllen. Verleih mir Kraft durch deinen Tod und heil'ge meinen Willen. Hilf, daß ich möge eifrig seyn, mit Freuden mein Herz zu weihn und deiden Ernst der Heiligung durch nen Tod zu preisen. Laß mich eine wahre Besserung zu deinem Ruhm beweisen. dir 3. Nun darf mein Herz nach Trost und Ruh vergebens nicht 2. Du läsfest mich in deinem verlangen; in deinem Mahle Tod das wahre Leben finden. läsfest du mich Gnad' um Gnad' Erlösung aus der größten Noth, empfangen. Ich rufe, du erhörst Vergebung aller Sünden, Ge mich schon, sprichst liebreich: wissensruh, zur Bess'rung Kraft, ,, Sey getroft, mein Sohn, die das hast du, Herr, auch mir Schuld ist dir vergeben!" verschafft, da du am Kreuz geWie sollt' ich dir, der für mich storben. starb und mir so großes Heil 3. Ein Pfand ist mir dein erwarb, nicht ganz zur Ehre Abendmahl von deiner großen leben? Liebe. Du trugest willig Angst 4. Mein ist das Glück der und Qual, daß ich nicht elend Seligkeit, ich halt es fest im bliebe. O, stärke mein VerGlauben, und nimmer müsse trau'n zu dir, daß ich, so lang' Sicherheit mir dieses Kleinod ich lebe hier, auf deine Gnade rauben. Du bist der Weinstock baue. N 2 196 Vom heiligen Abendmahl. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu 3. Von oben ward mir Kraft und Schmerz die Bürde meizu Theil und Licht ward mir ner Sünden; laß mein vor dir gesendet: wie weit gefördert wär' gebeugtes Herz nur deinen Trost mein Heil, hätt' ich sie angeempfinden, den Trost, daß du wendet! OHerr, ich hab' es nicht aus freier Huld auch mir Ver- gethan, steh' noch am Anfang gebung meiner Schuld beim Va- jener Bahn, die zu dem Leben ter haft erworben. 5. Die Stärkung, die dein Mahl verschafft, werd' ewig mir zum Segen; es rüste mich mit neuer Kraft, zu gehn auf deinen Wegen, zu wirken, was dir wohlgefällt, und alle Furcht und Lust der Welt voll Muth zu überwinden. 6. Laß deiner Leiden Zweck und Frucht mir stets vor Augen schweben; nimm weg, was mich zu hindern sucht, für dei nen Ruhm zu leben; nur auf dein Vorbild laß mich fehn und immer fest im Glauben stehn, der mich zum Himmel führet. führet. 4. Dich, der mich je und je geliebt, sollt' ich von Herzen lieben; die Vorschrift, die dein Wort mir giebt, sollt' ich mit Eifer üben; doch nicht von Herzen liebt' ich dich und nicht verherrlicht ward durch mich dein Ruhm und heil'ger Name. 5. D Herr, ich schäme mich vor dir, ich sehe meine Sünden. Ach! möchte sich mein Herz in mir zur Buße recht entzünden; möcht' ich mit solcher Traurigkeit, die keinen Sünder je gereut, der Sünden Schuld bereuen! 6. O du, der Bund und Treue hält, laß, Jesu, mir's gelingen; das Opfer, das dir wohlgefällt, laß mich zum Altar bringen! Mein Opfer sey ein solches Herz, das ganz zerknirscht von Reu und Schmerz nach deinem Trost sich sehnet. 7. Wer gläubig, Jesu, dich umfaßt und wünscht, in dir zu leben, der ist dir ein willkommner Gaft, dem willst du Gnade geben. Mein Glaube hält sich fest an dich; ich bin gewiß, es habe mich dein Tod mit Gott versöhnet. Mel. Aus tiefer Noth c. 369. I ch will, Herr, meine Zuversicht, bei dei nem Mahl erscheinen, bei dir zu finden Troft und Licht, mit dir mich zu vereinen. Ich seh' in diesem Augenblick auf meinen Lebensweg zurück, seh' in mein Herz und weine. 2. Ich fühle, daß verbot'ne Luft mit Macht in mir regieret, bin manches Fehltritts mir bewußt, wozu ste mich verführet. Mein Innres ließ ich unbewacht; die Sünde war, wo Mel. O Gott, du frommer* c. nicht vollbracht, im Innern doch 370. dich und deinen begangen. Vom heiligen Abendmahl. 197 Tod bekennen. O möchte doch| Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. mein Herz von Dank und Liebe Jefu gefu, Freund der 371. f brennen! Ich komme glaubens voll mich deinem Mahl zu nahn, ich will jetzt deinen Leib, ich will dein Blut empfahn. Menschenkinder, Heiland der verlornen Sünder, der zur Sühnung unsrer Schulden Kreuzesschmach hat wollen dulden: wer kann fassen das Erbarmen, das du trägest mit uns Armen? In der Schaar erlöster Brüder fall' ich dankend vor dir nieder. 2. Herr, diese Güter sind mein inniges Verlangen. Bereite du mein Herz, sie würdig zu empfangen; mir soll dein Abendmahl ein rührend Denkmal seyn von deiner Lieb' und Treu, von deiner Angst und Pein. 2. Ja, auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus 3. Aus Liebe kamst du, Herr, deiner Füll' entgegen; in dem und haft dein theures Leben für Elend meiner Sünden soll bei meine Seligkeit zum Opfer hin- dir ich Hülfe finden; meine gegeben. Du starbst und schenk- Schulden willst du decken, mich test mir dies unschäßbare Gut, befrei'n von Furcht und Schrek du hast es mir erkauft mit dei fen; willst ein ewig fel'ges Leben als des Glaubens Frucht nem theuren Blut. mir geben. 3. Mich, den Zweifelnden, den Schwachen, willst du fest im Glauben machen, ladest mich 4. Dir, Heiland, will ich mich mit Seele, Leib und Leben, mit Allem, was ich bin, zum Opfer wiedergeben. O nimm, mein Herr, mich ganz zum Eiu deinem Tische, daß mein mein Herr, mich ganz zum Ei- Herz sich dort erfrische. So genthume hin, der ich so theuer gewiß ich Wein genossen, ist dir zum Dienst erkaufet bin. dein Blut für mich geflossen; so gewiß ich Brod empfangen, werd' ich Heil in dir erlangen. 5. Laß wahre Liebe mich an meinem Nächsten üben und, wie du mich geliebt, selbst meine 4. Ja, du kommst, dich mit Feinde lieben; wir sind ja ins- den Deinen in dem Nachtmahl gesammt auf deinen Tod ge- zu vereinen. Du, der Weintauft und Alle durch dein Blut stock, giebst den. Neben Muth zum ew'gen Heil erkauft. und Kraft zum neuen Leben. 6. Hilf, daß ich als ein Christ Durch dich muß es mir gelinnur dir zu Ehren lebe, dir gen, reiche, gute Frucht zu gleich gesinnet sey und nach bringen und durch Frömmigkeit dem Himmel strebe. Gieb durch dein Abendmahl mir dazu Lust dein eigen. zu zeigen, daß ich gänzlich sey und Kraft; gieb mir den Him5. Nun, so sey der Bund mel einst am Ziel der Pilger- erneuet und mein Herz bir schaft. ganz geweihet! Auf dein Vor 198 Vom heiligen Abendmahl. bild will ich sehen und dir nach, desmahl begehn; mit welcher mein Heiland, gehen. Was du Freude wollt ich nahn, das haffest, will ich hassen, stets Brod des Lebens zu empfahn! von dir mich leiten lassen; was 2. Ach, hier auf meinem du liebest, will ich lieben, nie Krankenbette feir' ich dein Abenddurch Untreu' dich betrüben. mahl allein! Doch, Herr, ich 6. Doch ich fenne meine weiß, an jeder Stätte willst Schwäche; schwer ist, was ich du den Deinen nahe seyn. Wo dir verspreche. Werd' ich dir je ein Frommer feufzt und auch Glauben halten und im weint, erquickst du ihn, o Guten nie erfalten? O, steh Menschenfreund. du mir bei und stärke mich zu jedem guten Werke. Hilf, daß ich die Lust zur Sünde durch dich fräftig überwinde. 3. Ulm Trost ist meinem Herzen bange; ich suche, Herr, dein Angesicht; o du, an dem ich gläubig hange, entzeuch mir 7. Gieb, daß ich und alle deine Hülfe nicht! Ach, stärke Christen sich auf deine Zukunft bei des Leibes Schmerz mein rüsten, daß, wenn heut der banges und verzagtes Herz! Tag schon käme, Keinen, Herr, 4. Laß das Gedächtniß deidein Blick beschäme. Schaffner Leiden mir Schwachen ein neues Herz den Sündern, Trost und Kraft verleihn, mir mache sie zu Gottes Kindern, eine Quelle sel'ger Freuden und die dir leben, leiden, sterben, jenes Lebens Vorschmack seyn; deine Herrlichkeit zu erben. dein Leiden, dein Versöhnungstod erquicke mich in meiner Noth. 8. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß 5. Ich sehe schon den Himwir mit der Engel Chören, mel offen und fühle Himmels Herr, dich schau'n und ewig seligkeit. Nun darf ich Alles, ehren! Hallelujah, welche Freu- Alles hoffen von dem, der mir den sind die Früchte deiner die Schuld verzeiht. Umringt Leiden! Danket, danket, fromme mich auch der Leiden Heer, Herzen, ewig ihm für seine mein Herz erbebt davor nicht Schmerzen! mehr. Mel. Wer nur den lieben Gott: c. 6. Und naht der Tod mit seinen Schrecken, ich bin getrost und zage nicht. Vom Tode 372. önnt ich doch, Herr, wirst du mich erwecken; ich mit meinen nicht in das Gericht. dern in deinem Tempel dich er- Wohl mir, daß ich dein eigen Höhn und andachtsvoll mit dei- bin, nun ist auch Sterben mein nen Gliedern das heil'ge Bun- Gewinn! Vom heiligen Abendmahl. 199 Mel. Freu dich sehr, o meine sc.| erwähle seines Lebens heil'ge Dommt und eßt das Bahn. Glaube fest, sein guter 373. des, kommt und trinkt von diesem Wein! Dem Gebote deines Mundes, Herr, will ich gehorsam seyn. Du gabst in den Tod dich hin, mir zum ewigen Gewinn, willst mir Gnad' um Mel. Dir, dir, Jehovah will c. un habe Dank Gnade schenken und ich sollte 374. Nun für dein Erbar dein nicht denken? 2. Nein, dich soll mein Mund Mittler, Jesu Christ! Versöhnt men, Sohn Gottes, heil'ger bekennen vor der Welt bis in mit Gott hast du mich Armen, den Tod; nichts soll je von dir da du für mich am Kreuz gemich trennen, weder Glück, storben bist. Laß deines bittern noch Angst und Noth. Met Leidens Angst und Bein bis ner Seele Ruhm bist du, mei an mein Ende mir vor Augen nes Herzens Trost und Ruh; seyn. denn ich kann für meine Sünden nur durch dich Vergebung finden. verheißt, wird zu allen guten Werken dich bei deiner Schwachheit stärken. Brod gebrochen, mir ward 2. Heil mir, mir ward dein 3. Unter meinen Miterlöften gereicht, Herr, deines Bundes komm' ich, Herr, zu deinem Wein! Aus Herzensgrund hab' Mahl, hier mich deiner zu getrösten mit der treuen Jünger Zahl. Alle, die weiht, bist zu segnen du bereit; freundlich willst du mit den Deinen dich im Abendmahl vereinen. 4. Ja, dem Wort, das du gesprochen, glaub' ich fest und preise dich: für mich ward dein Leib gebrochen und dein Blut floß auch für mich. Sollt ich Gott noch ängstlich scheu'n? Nein, ich darf mich seiner freu'n: der den Sohn für mich gegeben, giebt mit ihm mir Heil und Leben. ich versprochen, dir, treuster Heiland, ewig treu zu seyn. Gerühret schwör' ich nun noch einmal dir, schenk zur Erfüllung deine Gnade mir. 3. Jm Streite hilf mir über winden und gieb mir Kraft auch zu der schwersten Pflicht. Be wahre mich vor neuen Sünden; naht sich Versuchung, so verlaß mich nicht. Und dein für mich am Kreuz vergoßnes Blut schenk mir im Todeskampfe Trost und Muth. 4. Und euch, ihr seines Leibes Glieder, die des Erlösers Heil, wie mich, erfreut, euch lieb' 5. Nie vergiß es, meine ich stets als meine Brüder, als Seele, was der Herr an dir Mitgenossen seiner Herrlichkeit. gethan; dank ihm innig und Wir Alle haben Einen Herrn 200 Vom heiligen Abendmahl. und Gott; uns Alle speist und für alle deine Schmerzen und tränkt Ein Wein, Ein Brod. für dein theures Leiden, du Ursprung meiner Freuden. 5. Wie jego wir versammelt waren, um seine Gnade danfbar zu erhöhn, so werden mit der Engel Schaaren wir einst vor seinem Thron anbetend stehn und preisen, als sein Erb' und Eigenthum, ohn' Ende seines Namens hohen Ruhm. 5. Dir dank' ich für dein Lieben, das dich an's Kreuz getrieben; du wolltest für mich sterben, daß ich dein Reich sollt' erben. 6. Mit euch vor ihm einst zu erscheinen zum sel'gen Anschaun seiner Herrlichkeit, will ich mich hier mit euch vereinen, treu zu 7. Du wollest nun die Sünde, vollbringen, was sein Wort ge- die ich noch in mir finde, aus beut; dann geh' ich freudig im meinem Herzen treiben und kräfTriumph mit euch, ihr Auser- tig in mir bleiben. wählten, in sein Himmelreich. 8. Laß stets mich mit Verlan7. So soll denn weder Spott gen an deiner Liebe hangen; noch Leiden, nicht Ehr' und gieb mir Geduld im Leiden, laß Freude, nicht die Lust der Welt mich von dir nichts scheiden. mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode noch mich schüßt und hält! Du, Herr, du bist und bleibest ewig mein! o laß auch ewig mich dein eigen seyn! 9. So fürcht' ich kein Verderben; in dir werd' ich einst sterben und fröhlich auferstehen, um ewig dich zu sehen. 6. Jeßt schmecket mein Gemüthe den Reichthum deiner Güte; das heil'ge Pfand der Gnaden tilgt meiner Seele Schaden. len Sonne, du Freundlichster von Allen, laß dir mein Lob gefallen! 2. Wie kann ich würdig schäßen das himmlische Ergößen, womit die theuern Gaben in dei nem Mahl mich laben? Mel. Wach auf, mein Herz 2. 376. Shmücke dich, o meine Seele, laß 375.Jesu, meine Won- die dunkle Trauerhöhle, komm ne, du meiner See- an's helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen! denn der Herr, voll Heil und Gnaden, will zu seinem Tisch dich laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Wohnung in dir halten. 3. Du hast dich mir geschentet, gespeist mich und getränket; geheilt hast du mich Kranken, wie soll ich's dir verdanken? 4. Ich preise dich von Herzen In eigener Melodie. 2. Froh, wie treue Freunde pflegen, eile deinem Freund ent gegen, der mit seinen Gnadengaben jetzt dein armes Herz will laben. Deffn' ihm schnell die Geistespforten, sprich zu ihm Vom heiligen Abendmahl. 201 mit süßen Worten: Komm, ich| Tisch gekommen. Laß dies heil'ge will dich mit Verlangen als den Mahl mich stärken zu des Glauliebsten Gast empfangen! bens guten Werken, daß ich auch, wie jeßt auf Erden, mög' ein Gast im Himmel werden. 3. Wer ein Kleinod will erringen, pflegt sonst Gold dafür zu bringen; doch für diese theuern Gaben will er irdisch Gold nicht haben. In der Verge tiefsten Gründen ist kein solcher Schaß zu finden, den man könnt' als Mel. Gelobet feyst du ic. Chor. Zahlung reichen für dies Kleinod 377. Verkündigt Alle sei sonder Gleichen. nen Tod! Jesu Leib ist dieses Brod, des Mittlers Blut ist dieser Wein; empfangt es und gedenket sein, der für euch starb. 4. Ach wie hungert mein Gemüthe nach des Menschen freundes Güte! Ach wie pfleget mich zu dürsten nach dem Quell des Lebensfürsten! Nimmer hör' ich auf, mit Thränen mich nach seinem Mahl zu sehnen, daß in diesem Brod und Weine Christus sich mit mir vereine. Gemeinde. 2. Herr, wir empfahn mit Preis und Dank diese Speis' und diesen Trank und glauben, daß du, Jesu Christ, für unsre Schuld geopfert bist am Kreuzesstamm. Chor. 3. 5. Ja, auf wunderbare Weise wird dies Mahl mir Seelenspeise. Christus selbst will, mir zum Leben, sich darin als NahVerkündigt Alle seinen rung geben! Wo ist wohl ein Tod! Er ist unser Herr und Mensch zu finden, der dies Gott. Sagt's euern Brüdern, Wunder kann ergründen? O daß er kam und alle Sünden der großen Heimlichkeiten, die auf sich nahm aus Gnad' und Hur Gottes Geist kann deuten! Huld. 6. Jesu, meines Lebens Sonne! Jesu, meine Freud' und Wonne, den allein ich mir erwähle, Hort des Heils und Licht der Seele! Sieh mich hier zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen diese deine Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. Gemeinde. 4. Die ganze Welt hast du befreit von der Ungerechtigkeit. Dein Blut macht uns von Sünden rein, deß wollen wir auch Zeugen seyn vor aller Welt. Chor. 5. Verkündigt Alle seinen 7. Jesu, wahres Brod des Lebens, deine Huld sey nicht vergebens, daß ich, mir zum Heil Tod! haltet willig sein Gebot; und Frommen, sey zu deinem sein göttlich Vorbild schauet an 202 Vom heiligen Abendmahl. und folgt ihm standhaft auf der o Manna, das mir Gott ge, Bahn, die er betrat. währt, dich will ich jetzt genießen. Gemeinde. 6. Herr, wir sind ganz dein Eigenthum; unser Wandel sey dein Ruhm. Durch gute Werke danken wir, Vollender unsers Glaubens, dir für deinen Tod. 3. Wie heilig ist doch dieser Tranf, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüth mit Lob und Dank und heil'ger Freud' erfüllet! O Lebenstrank, o heil'ges Blut, das einst geflossen mir zu gut, dich will ich jetzt empfangen. Alle. 4. Welch Glück und welch ein 7. Vom Aufgang bis zum Ruhm ist mein, welch Heil hab' Niedergang bringet dem Versöh- ich gefunden! mein Jesus kehner Dank und machet in der ret bei mir ein, mit ihm werd' Gnadenzeit euch würdig jener ich verbunden. Wie ist mein Seligkeit, die er erwarb. Herz so freudenvoll, daß ich in Jesu leben soll und er in mir will leben! Mel. Wer nur den lieben 2c. ollendet ist die 378. V Bundesfeier, verkündigt wurde, Herr, dein Tod! Stets bleib' uns dein Gedächtniß theuer und unvergeßlich dein Gebot; dann freuen wir, o Gottes Sohn, uns deiner einst vor deinem Thron. 5. O wär' doch auch mein Herz geweiht zu einer heil'gen Stätte, damit der Herr der Herrlichkeit an mir Gefallen hätte! O wäre doch mein Herz der Ort, an welchem Jesus fort und fort aus Gnaden Wohnung machte! 6. Mein Jesu! fomm und heil'ge mich! was sündlich ist, vertreibe, damit ich nun und Mel. Allein Gott in der 2c. 379. Wie heilig ist die ewiglich dein Tempel ſey und Stätte hier, wo Von dir sey ganz ich voll Andacht stehe! sie ist mein Herz erfüllt, und laß dein des Himmels Pforte mir, den heilig Ebenbild beständig an mir ich jetzt offen sehe. O Lebens leuchten. thor, o Tisch des Herrn, vom Himmel bin ich nicht mehr fern und fühle Gottes Nähe. 2. Wie heilig ist dies Lebens brod, dies reiche Gnadenzeichen, vor dem des Herzens Angst und Noth und alle Qualen weichen! O Brod, das meine Seele nährt, bleiben. 7. Nun, du hast himmlisch mich erquickt, du hast dich mir gegeben. In dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun immer leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit, von nun an bis in Ewigkeit mit dir vereinigt Von der Buße. XVII. Von der Buße. In eigener Melodie. Namen. Ich zweifle nicht, A% ch, Gott und denn Jesus spricht: Wer glaubt, Herr, wie groß wird selig. Amen. 380. und schwer sind meine viele Sünden! wie drückt mich doch Mel. Auf meinen lieben 2c. ihr hartes Joch; wo kann ich 381. Ad, Herr, dir iſt be Rettung finden? 2. Wohin ich flieh, verfolgen böse Lust, die Quelle meiner sie mit ihrer Bein mich Armen. Sünden, die Niemand kann erIn dieser Noth kenn' ich, o gründen, der Same, der stets Gott, kein Heil, als dein Er bleibet und alles Unfraut barmen. treibet. 3. Ich flieh' zu dir, sey gnädig mir, ob ich's gleich nicht verdienet. Geh mit mir nicht, Gott, in's Gericht, dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Soll's ja so seyn, daß Straf' und Bein auf Sünden folgen müssen, o so verleih' mir doch dabei den Frieden im Gewissen. 5. Verfahr' mit mir, wie's dünket dir, ich will demüthig leiden; nur wollst du mich nicht ewiglich von den Erlösten scheiden. 203 6. Das thust du nicht, mit Zuversicht darf es mein Glaube hoffen. Mir steht, o Gott, durch Christi Tod ja auch dein Himmel offen. 7. Nur daß ich treu dem Heiland sey, gieb mir bis an mein Ende, und daß den Lauf zu dir hinauf im Glauben ich vollende. 8. Dir, Gott, sey Ruhm! dein Eigenthum bleib' ich in Jesu 2. Des Herzens böser Grund wird oft durch Thaten fund; der Funke wird zu Flammen, sie schlagen hell zusammen, eh' ich erwach' und merke des alten Menschen Werke. 3. So hab' ich wider dich, den Nächsten und auch mich vielfältig, Herr, mißhandelt, bin eft den Weg gewandelt, der ab vom Ziel sich wendet und in Verdammniß endet.. 4. Doch du, mein Jesu, hast der Schulden schwere Last auf dich allein genommen. Wie du für mich gekommen, fomm' ich nun schuldbeladen zur Fülle deiner Gnaden. 5. Vergieb, Erlöser, mir, verwirf mich nicht von dir! Kann ich die Schuld nicht zählen, will ich doch nichts verhehlen, weil du allein vom Bösen mich kräf tig fannst erlösen. 6. Hart drückt der Sünde Joch, doch mächt'ger wirken noch die Kräfte deiner Gnade; es weichet jeder Schade, willst 204 Von der Buße. du aus deinem Leben die rechte| durch jene Krone, daß ich meiner Kraft mir geben. niemals schone! 7. Wenn ich aber unterliege, so hilf du mir wieder auf, daß durch deine Kraft ich siege und vollbringe meinen Lauf; mich net nicht in meiner Brust! wie befehlend deinen Händen, mög' regt doch in Adams Erben immer ich ritterlich) einst enden. sich die böse Lust! Ja ich muß Mel. Herr, ich habe ic. 382. Ah mein Jefu, welch Verderben wohes wohl bekennen, ich bin Fleisch von Fleisch zu nennen. Mel. Du, o schönes 2c. 2. sind ch wann ich Wege! wie verderbt ist doch mein 383. A man werd i Sinn, der ich zu dem Guten träge, aber schnell zum Bösen bin. Du nur fannst mich von den Ketten und vom Tod' der Sünde retten. Gott, mein Vater, völlig frei, daß ich ganz sie überwinde, ganz dir wohlgefällig sey? Noch nicht, ich gesteh's mit Zähren, kann ich ihrer mich erwehren; sie versucht mich wider dich, und noch oft besiegt sie mich. 2. In der Andacht sel'gen Stunden, wenn ich, Herr, dein Wort gehört, hab' ich oft das Glück empfunden, das die Frömmigkeit gewährt. Nichts wünscht' ich alsdann hienieden mir so sehr, als innern Frieden, als ein Leben, dir geweiht in des Glaubens Seligkeit. 3. Mit beruhigtem Gewissen der Erlösung mich zu freun, treu den heiligsten Entschlüssen, 5. Schaffe, Herr, ein reines folgsam deinem Wort zu seyn, Herze, einen neuen Geist in mir, meines Glaubens Frucht zu zeidaß ich nun nicht länger scherze gen, in der Heiligung zu steigen, mit der sündlichen Begier. Hilf ach du weißt, wie immerdar diemir selber muthig kämpfen und fer Wunsch im Herzen war. die Macht des Feindes dämpfen. 4. Doch die Sehnsucht wird zerstöret und der heiße Eifer kalt, wenn sich Leidenschaft empöret und die Luft im Herzen wallt. Leichtlich bin ich zu verleiten 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden von der angestammten Noth, und den tiefen Seelenschaden heile, Herr, durch dei nen Tod! Was dein Reich nicht kann ererben, laß in deinem Tod' ersterben. 4. Denn hier unten von der Erden kam mir keine Hülfe mehr; sollt' ich frei und lebend werden, mußt's geschehn von oben her; nur dein Geist kann mich erneuen und mir Lebensfraft verleihen. 6. Laß durch Wachen, Beten, Ringen stark mich werden, Fleisch und Blut in des Geistes Joch zu zwingen, bis der Feind doch endlich ruht, reize mich durch den Reiz der Eitelkeiten, Von der Buße. 205 der mich überall umringt und sprich mich los, fraft deiner mein schwaches Herz bezwingt. Angst und Schmerzen; nimm 5. Weh mir, daß ich deinen meiner dich beim Vater an, der Willen, den ich doch so lieb du für mich genug gethan: so gewann, nicht mit Freudigkeit werd' ich los der Sündenlast. erfüllen, nicht beständig halten Mein Glaube faßt, was du kann! Ach wer wird mich von mir zugesaget haft. dem Bösen, von der Sünde ganz erlösen? ich Armer, wer be freit mich vom Dienst der Sinnlichkeit? 3. Verleih mir aus Barmherzigkeit des Glaubens Kraft und Stärke, auf daß ich deine Freundlichkeit im Geiste fühl' 6. Doch du läsfest Heil verspre und merke; vor allen Dingen chen unsrer fündigen Natur, tilgst liebe dich und meinen Nächdurch Christum ihr Gebrechen, sten gleich als mich. Hilf mir zeigt sich wahre Reue nur. Ohne in meiner letzten Noth, mein diese Hoffnung würde allzu Herr und Gott! der du für schwer mir meine Bürde und mich besiegt den Tod. ich könnte niemals dein, o du höchstes Gut, mich freun. 4. Preis sey Gott auf dem höchsten Thron, dem Vater, 7. Laß mich merken, wo ich reich an Güte, und Jesu Chriwanke, daß ich strebe, fest zu sto, seinem Sohn, der gnädig stehn, und mich stärke der Ge- uns behüte, und seinem werdanke, meinem Heiland nachzu- then heil'gen Geist, der uns gehn. Führe, Gott, mich täglich den Weg zum Himmel weist! weiter und dein Geist sey mein So singet alle Christenheit hier, Begleiter, bis ich in der Ewig in der Zeit, und dort in sel'ger keit dringe zur Vollkommenheit. Ewigkeit. In eigener Melodie. 384. Allein zu bir, Herr 385. Avir hab' ich gesün In eigener Melodie. dir allein, an Jesu Chrift, steht freudig mein Vertrauen. Ich digt und übel oft vor dir geweiß, daß du mein Heiland than. Du siehst die Schuld, bist; auf wen sollt' ich sonst die mir den Fluch verkündigt; bauen? Von Anbeginn ist sieh, Gott, auch meinen Jamnichts erfor'n, auf Erden ist mer an. kein Mensch gebor'n, der aus der 2. Dir ist mein Flehn, mein Noth mir helfen kann; dich ruf Seufzen nicht verborgen und ich an, von dir nur kann ich meine Thränen sind vor dir. Hülf' empfahn. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lang' verbirgst du dich vor mir? 3. Herr, handle nicht mit 2. Herr, meine Schuld ist übergroß und reuet mich von Herzen; erbarme dich und 206 Von der Buße. mir nach meinen Sünden, ver-| leben und trägt Geduld mit dir gilt mir nicht nach meiner ob du nicht wolleft streben nach Schuld. Ich suche dich, laß reiner Seelen Zier. Entsage mich dein Antlig finden, du nun der Welt! Er will dir Gott der Langmuth und Geduld. Heilung schenken, dein Herz 4. Früh wollst du mich mit und Sinnen lenken auf das, deiner Gnade trösten, Gott, Va- was ihm gefällt. ter der Barmherzigkeit. 4. Ja, Herr, die Last der schenke mir den Frieden der Sünden drückt mich mit herErlösten; du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre mich dein heilig Recht; laß stets mich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. ber Pein. Wie soll ich Ruhe finden, als nur durch dich allein! Mir droht, was ich verdient! Verklagt von meinen Thaten, kann das allein mir rathen, daß mich dein Sohn verfühnt. 6. Herr, eile du, mein Schuß, mir beizustehen, und leite mich auf ebner Bahn. Er hört mein Schrei'n, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. 5. Mit diesem starken Glauben tret' ich vor deinen Thron; du wirst mich nicht berauben des Heils in deinem Sohn. Ein flehend Angesicht, ein Herz, in Reu gebrochen, das dir sich neu versprochen, verachtest du ja nicht. Mel. Aus meines Herzens zc. 6. So sey in deinem Namen gesegnet dieser Tag! Sprich 386. Auf, auf, an dieſem auf mein Bitten Amen, daß Morgen schwing' ich mich trösten mag! Laß deidich, mein Herz, empor! Um nen guten Geist das Herz mit für dein Heil zu sorgen, tritt Glauben schmücken, mit Freuan das Licht hervor! Wohl ist es endlich Zeit, den Ab grund zn verlassen, die Finsterniß zu hassen, die dir Verden es erquicken, das jest in Thränen fleußt. Mel. Herzliebster Jefu, was ic. us tief vor the best ein Tag der Neue, 387. Abt geen ener bekenne deine Schuld mit Thräzen ruf' ich zu dir in meinen nen, komm und schreie zu Gott Sündenschmerzen. O mache um Gnad' und Huld. Wie lange mich, Gott, meines Kummers schliefst du doch! Wach' auf ledig und sey mir gnädig. und treib' von hinnen die Nacht aus deinen Sinnen, jegt heißt es heute noch. 2. Beschämt erkenn' und fühl' ich meine Sünden. Laß, Vater, mich Erbarmung vor dir 3. Noch läßt der Herr dich finden. Willst du auf Schuld Von der Buße. und Uebertretung sehen, wer wird bestehen? 207 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen. Auf dich verlassen will ich mich, auf dich mein Herz soll trauen. Was mir verheißt dein werthes Wort, das ist mein Trost und treuer Hort, deß will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis an die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So ist des rechten Christen Art, der aus dem Geist geboren ward und seines Glaubens lebet. 5. Ob bei uns ist der Sünde viel, bei Gott ist viel mehr Gnade. Sein' Macht, zu helfen, hat kein Ziel, wie groß auch sey der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der einst sein Volk erlösen wird von allen Sünden. Amen. 3. Bei dir allein, Herr, steht es, zu vergeben. Du willst nicht, daß wir sterben, sondern leben; uns soll die Größe deiner Liebe lehren, dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir in Christo meine Fehle; dein harrt im Glauben meine müde Seele! Laß Trost und Ruh, um des Versöhners willen, mein Herz erfüllen. 5. Vom Abend an bis zu dem frühen Morgen hoff' ich auf dich, o stille meine Sorgen! Du schenkest ja Beladenen und Müden gern deinen Frieden. 6. Ja hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade! sie ist viel größer, als dein Seelenschade, und endlich wird sie dich von allem Bösen gewiß erlösen. In eigener Melodie. Mel. Die Tugend wird ic. 388. us tiefer Noth ruf 389. Chrift, prüfe dich an jedem Tage mit ich zu dir, Herr Ernst vor Gottes Angesicht! Gott! erhör' mein Flehen! nicht Hör', was der inn're Richter in's Gericht wirst du mit mir, sage, verachte seine Warnung der Gnade suchet, gehen. Denn nicht! Prüfst du dich streng, wolltest du das sehen an, was so wirst du finden, wie viel Sünd' und Unrecht ist gethan, noch deiner Tugend fehlt, daß wer könnte vor dir bleiben! du noch oft den Weg der Sünden und nicht den Weg des Heils erwählt. 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad' und Gunst, die Sünde zu vergeben. Es ist all' un- 2. So lernest du dein Herz fer Thun umsonst auch in dem bewahren, dies Herz, das dich besten Leben; vor dir sich Nie- so oft betrügt. Nun schaut mand rühmen kann, es muß dein Auge die Gefahren, die dich fürchten Jedermann und nur ein harter Kampf besiegt. deiner Gnade leben. Für jeden Tag, der dir verlie 208 Von der Buße. hen, ruft Gott dich einst zur zu oft noch sieht mein Blick auf Rechenschaft. Laß nicht die die breite Bahn zurück. Gnadenzeit entfliehen und beßre dich durch Gottes Kraft. 3. Als zuerst ich voll Ent zücken, Vater, dich im Sohne 3. An jedem Abend, jedem fand und mit andachtsvollen Morgen bedenke, was dir Gott Blicken deinem Throne nahe gebeut; vergiß nicht über eitlen stand, wie war da der Reiz der Sorgen das Trachten nach der Sünden mir so leicht zu überSeligkeit! Einst würdest du zu winden, wenn ich dachte, wie spät beklagen, wenn du die du liebst, der du so die Schuld Warnung nicht gehört, daß vergiebst. dir von allen Erdentagen kein einziger zurückekehrt. 4. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner 4. Drum prüfe heute noch Brust! Alles Eitlen war ich dein Leben, denn noch ist diese müde und verschmähte nied're Stunde dein; wird dich des Lust. Um nur deine Huld zu Todes Nacht umgeben, dann haben, mißt' ich gern des Glückes ist nicht Zeit mehr, zu bereun. Gaben, und ein Herz, das dich Ihn, dessen Augen Alles prü- verehrt, war mir mehr, als fen, ihn täuscht der Trug des Alles werth. Heuchlers nicht; er schauet in des Herzens Tiefen und bringt einst Alles an das Licht. 5. Doch der Andacht heil'ge Stunden, reich an himmlischem Gewinn, ach wohin sind sie geschwunden, wo die sel'ge Ruhe hin? Wenn ich jetzt auch im Gebete hin vor Gottes Antlig 390. der trete, wird des Herzens InnigMel. Alle Menschen 2c. u, der Herz und zerstreut. Ewiger, erforsche mich! Ach ich war von dir getrennet, aber 6. Wenn die spöttisch auf du erbarmtest dich. Du ver- mich sehen, denen Beten Thornahmst mein Flehn und Seh- heit däucht, wenn sie mein Vernen, sahst auf meiner Reue trauen schmähen, wird es bald Thränen; da vergabst du mir aus mir verscheucht. Macht die die Schuld, nahmst mich auf Menge der Verächter meinen mit Baterhuld. Glauben zum Gelächter: so vergeß' ich leicht der Pflicht und bekenne Christum nicht. 2. Forsche selbst in meinem Herzen, sieh, es fehlt und wanfet noch, fühlt noch unter Sorg' und Schmerzen oft der Sünde schweres Joch. Strauchelnd, ungewiß und träge wandl' ich gen, zwangen keine Schrecken sie. auf dem schmalen Wege und Auf des Martertodes Wegen 7. Und doch bebten Christi Zeugen vor der Wahrheit Feinden nie, seine Lehre zu verschwei Von der Buße. 209 gingen sie dem Lohn entgegen, nem Willen widerstrebt, so hilf durften froh im Geiste sehn Chriftum Gott zur Rechten stehn. mir redlich kämpfen und stärke meinen schwachen Muth, daß ich der Leidenschaften Glut durch dich, Herr, möge dämpfen. 8. Der du sie mit Kraft von oben so zum Kampfe stark gemacht und in jene Welt erhoben, wo ihr Lauf nun ist vollbracht, hilf auch mir den Spott bezwingen, um zum Siege durchzudringen! Vater, bis an's Ende sey dir mein ganzes Herz getreu. 4. Ich bin ein Mensch; du kennest mich, wie schwach sind meine Kräfte! doch meine Seele hofft auf dich beim Heiligungsgeschäfte. Du wirst mir gnädig Kraft verleihn, mein Herz je mehr und mehr erneun, vor dir gerecht zu leben. Dafür will ich, dein Eigenthum, o Vater, deines Namens Ruhm Mel. An Wasserflüssen Babylon c. 391. Erbarm' dich, Herr! schwach ist mein in erheben. Herz, geneigt zu Eitelkeiten, läßt bald durch Freude, bald durch Schmerz sich auf den Irrweg Mel. Herzlich lieb hab' ich sc. leiten. Gleich einem Rohr, vom 392. Gott, der du unfre wankt, durch der Lüfte Reiz erregt, auch oft mals meine Seele. Wann komm' ich zu der wahren Ruh', daß ich stets fichre Tritte thu' und nur das Gute wähle? bist! Herr, unser Mittler, Jesu Christ! Geist Gottes, Geist der Gnaden! o Heiliger! wir flehn zu dir, dein Gnadenantlig suchen wir, mühselig und beladen. Nimm von 2. O laß mein Herz nicht uns unsre Sündenschuld, du fernerhin in seiner Neigung Gott der Langmuth und Ge wanken. Erhebe den verirrten duld! erhöre gnädig unser Flehn, Sinn zu himmlischen Gedanken. Wenn deines guten Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft, so wird es mir gelingen. Ich will mich deinem Dienste weihn, gieb du von oben mir Gedeihn, von dir kommt das Vollbringen. daß der Versöhnung Heil wir sehn. Herr, unser Gott! verbirg uns nicht dein Angesicht und gel' mit uns nicht in's Gericht. 2. Wir haben unsern Bund entweiht, gebrochen unsern theus ren Eid und deinen Weg verlassen. Doch reuig kehren und 3. Und wenn ich auf der Tu- wir zurück; o richt' auf uns gend Bahn auch oft noch glei- der Gnade Blick, zu der wir tend walle, so nimm dich mei- Hoffnung fassen. Sie leit' uns ner Schwachheit an und hilf, auf den ebnen Pfad, den uns daß ich nicht falle. Wenn sich dein Wort bezeichnet hat, daß die Lust in mir erhebt, die dei nie Versuchung oder Wahn 210 Von der Buße. der Sünd' uns mache unterthan.| bösen That. Herr, unser Gott, Herr, unser Gott, groß von durch Freud' und Leid der BilGeduld! vor aller Schuld behüt' gerzeit führ' uns zu deiner Herruns deine Vaterhuld. lichkeit. 3. Schüß' uns vor Irrthum und Gefahr; erhalte deiner from Mel. 3ion flagt mit Angst 2c. men Schaar der Glaubens- 393. Gott, ich will mich ernstlich leite, Gott, dein guter Geist, wie uns ob ich lauter bin vor dir. Du dein theures Wort verheißt, auf kennst meines Herzens Tiefen, allen unsern Wegen. Laß auch ach, entdecke sie auch mir. Laß in Lehr' und Wandel rein die durch deinen Geist mich sehn, ob Diener deines Wortes seyn und ich kann vor dir bestehn, ob ich gieb an deiner Wahrheit Heil auch aus reiner Liebe deinen auch Irrenden und Zweiflern Willen treulich übe. Theil. Herr, unser Gott! 2. Vor der schwachen Menbreit' aus dein Wort an jedem schen Augen gnüget äußrer Ort und laß es wachsen fort Werke Schein. Was vor dir, und fort. o Herr, soll taugen, muß aus dir geboren seyn. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an. Deine Liebe muß uns dringen, gute Werke zu vollbringen. 3. Ach! dem Nebel gleich verschwinden meine guten Thaten mir! denn forsch' ich nach ihren Gründen, so steh' ich beschämt vor dir. Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht; nichtig ist, was ich vollbrachte, ohne daß ich dein gedachte. 5. Vernimm der Leidenden Gebet, und wer zu dir im Glauben fleht, dem hilf aus seinen Nöthen! Gieb Kranken Lin derung und Ruh; die Sterbenden erlöse du, erhör' ihr letztes Beten. Mach' alle Unterdrück ten frei; steh' Wittwen, Herr, und Waisen bei; vernichte der 5. Herr, vor deinem heil'gen Verfolger Rath und wehre jeder Throne gilt nur lautre Fröm4. Oft nahm schnöde Eigenliebe meine ganze Seele ein; folgend meiner Ehrsucht Triebe strebt' ich nur nach eitlem Schein. Und was ist nun mein Gewinn? Meinen Lohn hab' ich dahin; auf die Krone jenes Lebens harren Miethlinge vergebens. 4. Dein Segen komm' auf unser Land, daß wir, beschirmt von deiner Hand, des Friedens Glück genießen. Wend' ab von uns durch deine Hut der Fluthen und der Flammen Wuth, des Krieges Blutvergießen. Noch lange sey der Vaterblick des Königs seiner Völker Glück; o schütt' auf ihn und auf sein Haus die Fülle deines Segens aus! Herr, unser Gott! schüß' unser Land mit starker Hand, beglückt' und segne jeden Stand. Von der Buße. 211 migkeit. Ach, vergieb in dei- wie ein Schiff vom Winde, nem Sohne, was mein Herz wenn Mast und Steuerruder so tief bereut! Ich bekenne brach, fall' ich in die Gewalt meine Schuld, decke sie mit dei- der Sünde, zu späte Thränen ner Huld; alles Eigne, Herr, folgen nach. zerstöre, daß ich ganz dir angehöre. 4. Wer löst mich von den Sklavenketten, wer schafft in 6. Ja, laß alle meine Werke meinem Innern Ruh? Nur du, Früchte deiner Liebe seyn! Sie Erlöser, kannst mich retten, ich verleih' mir Kraft und Stärke, eile deiner Gnade zu. Mit dir, Seel' und Leben dir zu weihn; du Gottes Sohn, verbunden, daß ich als dein Eigenthum ist nichts verdammlich mehr an treulich fördre deinen Ruhm mir! Ich wandl' im Geist und und, von deiner Huld getrieben, fann gefunden, lebst du in mir dich auf ewig möge lieben. und ich in dir. Mel. Die Tugend wird durch's ic. 394. Gott, welcher Kampf 395. Hner schönen, nicht Mel. Schmücke dich zc. err, du wollest meinach meinen Werken in meiner Seele, welch' steter Widerspruch in mir! Der Geist will, daß ich Gu tes wähle, er sehnt sich heiß, o Gott, nach dir. Das Fleisch strebt gegen diesen Willen, es ringt nach Sinnenlust allein; und werd' ich sein Gesetz er füllen, so wird nicht fern die Sünde seyn. lohnen! Wer vermag wohl zu bestehen, wenn du in's Gericht willst gehen? Keiner, feiner ist zu finden, rein vor dir und frei von Sünden; Alle müssen flehend sprechen: Herr, du wollst die Schuld nicht rächen! 2. Sündlich bin ich ja ge 2. Von doppeltem Gefeß re- boren, habe, Herr, dein Bild gieret, wie ist mein Wesen räth- verloren; wo ist Rettung nun selhaft! Wenn mich der Wahr zu finden aus dem schnöden heit Strahl berühret, so schmeck' Joch der Sünden? Sieh mich ich Frieden, fühle Kraft; doch hier zu deinen Füßen Zähren wenn des Irrthums dunkle bittrer Neu' vergießen; Heil und Schatten mir rauben dieses Hülfe kommt mir Armen nur reine Licht, gleich fühl' ich mich aus göttlichem Erbarmen. im Lauf ermatten, ich will, doch ich vollbringe nicht. 3. Mit Maria Magdalenen dank' ich dir, o Herr, in Thränen; will, wie Petrus, heilsam weinen, mich aufs Neu' mit dir vereinen. Ja, die Sünd' ist mir vergeben, Christus hat geschenkt das Leben! ja, es schwinden Angst D2 3. Der beste Vorsatz, den ich faffe, verfliegt oft wie ein Traumgesicht. Ich thu' das Böse, das ich hasse, das Gute, das ich liebe, nicht. Getrieben 212 und Leiden, Christus schenkt mir Himmelsfreuden. Litanei. Chor. 396. Herr, Herr Gott! Gemeinde. Erbarme dich. Jesu Chrift! Chor. Gemeinde. Erbarme dich. Chor. Herr, Herr Gott! Erhör' uns. Von der Buße. Gemeinde. Chor. Herr Gott, Vater im Himmel! Gemeinde. Erbarm' dich über uns. Chor. Herr Gott, Sohn, der Welt Heiland! Gemeinde. Erbarm' dich über uns. Chor. Herr Gott, heiliger Geist! Gemeinde. Erbarm' dich über uns. Chor. Sen uns gnädig. Gemeinde. Verschon' uns, Herr, Herr unser Gott! Chor. Sey uns gnädig. Gemeinde. Hilf uns, Herr, Herr unser Gott! Chor Vor allen Sünden, Vor allem Irrthum, Vor allem Uebel: Gemeinde. Behüt' uns, Herr, Herr unser Gott! Chor. Vor Pest und theurer Zeit, Vor Feu'r und Wassersnoth, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Krieg und Feindes Wuth: Gemeinde. Behüt' uns, Herr, Herr unser Gott! Chor. Vor Satans Trug und List Vor bösem schnellen Tod, Vor ew'ger Höllenpein: Gemeinde. Behüt' uns, Herr, Herr unser Gott! Chor. Durch Christi heil'ge Zukunft in das Fleisch, Durch sein unschuldig Leben und Verdienst, Durch seinen letzten Kampf und Kreuzestod, Durch sein Erstehn und seine Himmelfahrt! Gemeinde. Hilf uns, Herr, Herr unser Gott! Von der Buße. Chor. Wir arme Sünder bitten: Deines Geistes Kraft zum Worte geben, Alle Diener deiner Kirch' in Lehr' und Leben rein erhalten, Aller Aergerniß und Spaltung wehren, Alle Abgefall'ne und Verführte wiederbringen, Alle Schwache und Verzagte stärken. Gemeinde. Erhör' uns, Herr, Herr unser Gott! Gemeinde. Gemeinde. Chor. Du wollest uns erhören, Herr, Wachsthum und Gedeihen wolHerr unser Gott! lest du der Frucht des Feldes geben, Chor. Chrifti heilige Kirche schüßen und regieren, Treue Knechte stets in deine Ernte senden, Christi Reich in aller Welt verbreiten, Chor. Allen christlichen Regenten wollst du Fried' und Eintracht geben, Unsern König leiten und sammt seinem Hause schirmen, Allen Obrigkeiten Kraft und Weisheit schenken, Unsere Gemeinden segnen und behüten, In den Ehen Fried' und Treu' verleihen, In den Schulen fromme Lehr' und Zucht erhalten. Erhör' uns, Gott! 213 Herr, Herr unser Alles ehrliche Gewerbe fördern, Allen in der Noth mit Hülf erscheinen, Alle Schwang're und Gebährende bewahren, Alle Kranke pflegen und er quicken, Alle Wittwen und Verwaiste schüßen und versorgen, Die ohn' ihre Schuld Gefang'nen bald erlösen, Unsern Feinden gnädiglich verzeihn und sie bekehren, Allen Sterbenden ein selig Ende geben, Aller Menschen dich erbarmen. Gemeinde. Erhör' uns, Herr, Herr unser Gott! Chor. O Jesu Christe, Gottes Sohn! Gemeinde. Erbarm' dich über uns. Chor. du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt! Gemeinde. Erbarm' dich über uns. Chor. du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt! Gemeinde. Erbarm' dich über uns. Von der Buße. Chor. Kind mehr nennen. Ach, nimm Ddu Gotteslamm, das der mich zu Gnaden an, richte nicht Welt Sünde trägt! der Sünden Menge, Herr, nach des Gesetzes Strenge. 214 Gemeinde. Gieb deinen Frieden uns. Chor. Jesu Christ! Erhöre uns. Chor. Herr, Herr Gott! Gemeinde. Gemeinde. Erbarme dich. Chor. Chriſte! Erbarme dich. Chor und Gemeinde. Herr, Herr Gott! Erbarme dich. Amen. Gemeinde. 4. Siehe, wie mein Auge thränet über meine Sündenschuld; stehe, wie mein Herz sich sehnet, Gott, nach deiner Vaterhuld. Willst Willst du nicht mein Flehn erhören und mir Gnad' und Trost gewähren? 5. Ja, ich hoffe; hingegeben hat sich Christus in den Tod, mir zur Rettung und zum Leben, hat mich dir versöhnt, o Gott! seines Heils darf ich mich trösten mit den Schaaren der Erlösten. 6. Laß nun deinen Geist mich leiten, stets zu thun, was dir gefällt; laß mich unermüdet streiten mit der Sünde, mit der Welt; nimmer laß mich wieder wanken, so will ich dir ewig danken. In eigener Melodie. 397. gehandelt und 398. H Herr, err, ich mißmich drückt der Sünden Last; In eigener Melodie. err Jesu Christ, du höchstes Gut, ich bin nicht den Weg gewan- du Brunnquell aller Gnaden! delt, den du mir gezeiget hast; ich komme mit gebeugtem Muth, jetzt möcht' ich vor deinem mühselig und beladen; denn Schrecken gern die bange Seele meiner Sünden großes Heer decken. belastet mein Gewissen schwer und beugt mich tief darnieder. 2. Aber wohin sollt' ich fliehen? Du wirst allenthalben seyn. 2. Erbarm' dich mein in solWollt' ich über Meere ziehen, cher Noth, nimm sie von meistieg' ich in die Gruft hinein, nem Herzen, du hast sie ja hätt' ich Flügel, gleich den Win- durch deinen Tod gebüßt mit den: dennoch würdest du mich bittern Schmerzen. Hilf, daß finden. 3. Drum muß ich es nur bekennen: Herr, ich habe miß gethan, darf mich nicht dein ich nicht vor Angst und Weh in meinen Sünden untergeh, noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, gleich einem Von der Buße. 215 ein Sieger im Kampf mit dem Fleisch und der Welt! schweren Stein drückt mich die Glauben ein männlicher Held, Last der Sünden; wer rettet mich aus dieser Pein, wo soll ich Ruhe finden? Bei dir, mein Heiland, nur bei dir! Verloren wär' ich dort und hier, wenn ich dein Wort nicht hätte! 2. Noch will Feind mit Feind verbunden meiner Seele Sieger seyn; ist ein Anfall überwunden, bald stellt sich ein 4. Doch durch dies theure andrer ein. Stets wissen sie daWort erwacht mein Herz zu hin die Waffen zu kehren, wo ich neuem Leben, Erquickung hat noch am schwächsten bin, ihnen es mir gebracht, ich darf nicht zu wehren; und wähnt' ich, trostlos beben, denn Gnad' und ich wäre dem Einen entflohn, Seligkeit verheißt dein Wort, so war ich verwundet vom Anwenn mit zerknirschtem Geist deren schon. ich, Herr, zu dir mich wende. 5. So fleh' ich denn zu deiner Huld: laß mich Vergebung 3. Muß sich denn mein Herz nicht scheuen, so zum Gnadenstuhl zu gehn, da des innern finden; du wollest von der Richters Dräuen mich nicht Sündenschuld aus Gnaden mich entbinden, auf daß ich, aller Unruh frei, mit Gott versöhnt und selig sey und dir zu Eh ren lebe. • mehr läßt findlich flehn? Ich beb', ich erröthe; doch, weil ich nicht stege, ist's anders denn möglich, als daß ich erliege? Ich fürchte den Ausgang, der Kampf ist zu schwer; ich Armer, ich hoffe auf Rettung nicht mehr. 4. Doch zur Welt kann ich nicht treten, sie gewährt mir keine Ruh. Drum, o Gott, mit bangem Beten sag' ich neuen Ernst dir zu. Ich spüre ja deine verborgenen Triebe; mich ziehet erbarmend die ewige Liebe; ich wag' es von Neuem, zum Vater zu gehn, auf's Neue Gebrechen mußt um Gnad' und um Hülfe zu du stets an mir noch sehn! flehn. Täglich hörst du mein Versprechen, täglich siehst du mein Vergehn! Ach daß ich doch erst unerschütterlich stände, nicht mehr das ermattende Wanken empfände! Ach würd' ich im aus den Augen dies nimmer5. Herr, wie tief muß ich mich beugen, daß du mich noch immer liebst! O ich fann vor Schaam nur schweigen, daß du mir so viel vergiebst! Ich kann 6. Herr, der du mir dies Heil verleihst, durch den ich Trost gefunden, stärk' mich mit deinem Freudengeist auch in den letzten Stunden und nimm mich dann, wenn dir's gefällt, im Glauben selig, von der Welt zu deinen Außerwählten. Mel. Eins ist Noth; ach Herr 2c. 399. H err, wie mancherlei 216 Von der Buße. mehr seßen, ich will dich durch schwach ich bin; hältst du mich Sünde nicht wieder verletzen. nicht, so sink' ich hin. O göttliche Liebe, besige mein Herz! Dich je zu betrüben, nur dies sey mein Schmerz. 6. Dein Ruf hat mich zu dir gebracht; wie selig hast du mich gemacht! Und nun erhalte deine Hand mich auch in meinem Gnadenstand! 6. Dein, o Vater, stets zu bleiben, darauf ist mein Sinn gestellt. Möge nur dein Geist mich treiben, daß ich thu', was dir gefällt. Ach gründe, befestige, stärke, vollende mich unter dem Kampfe zum seligen Ende! Gieb du mir aus gött licher Fülle die Kraft, die end lich die Krone des Sieges mir schafft. Mel. Herr Gott, dich loben Alle c. ier bin ich, Herr, 400. H du rufest mir; du ziehest mich, ich folge dir, be trete freudig deine Bahn; ach Heiland, nimm mich gnädig an! 2. Ich fühl' es tief: ich komme spät, lang' hab' ich dei nen Ruf verschmäht und doch trugst du mich mit Geduld und gingst mir nach mit Gnad' und Huld. 3. Nun aber säum' ich länger nicht, zu suchen, Herr, dein Angesicht. Ich komm', erfüllt von wahrer Reu, hilf, daß ich auch beständig sey. Mel. Zion klagt mit Angst zc. 401. Höchster, dent' ich an die du mir bisher erzeigt, o dann fühlt von Schaam und Reue sich mein Herz vor dir gebeugt. Dich, der du mich stets geliebt, hab' ich oft und schwer betrübt; oft folgt' ich dem eige nen Willen, statt den deinen zu erfüllen. 2. Alle Kraft, die ich besize, ist, o Herr, dein Eigenthum, und du willst, daß ich sie nüße mir zum Heil und dir zum Ruhm. Doch bethört von Ei telkeit hab' ich oftmals sie ent weiht und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich leicht mich willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu; von wie manchen schweren Sorgen machtest du das Herz mir frei! Was mir fehlte, gabst du mir; aber ach, wie dankt' ich dir? Deiner hab' ich oft vergessen, deine Liebe nicht ermessen. 4. Meine mir verborgnen Fehler zog dein göttlich Wort an's Licht; warnend mahnt' es meine 5. O reiche deine Hand mir Seele an das End' und das Gedar, daß ich entrinne der Gericht. Doch umsonst war dein fahr! Du weißt, o Herr, wie Bemühn, mich durch Ernst zu 4. Noch bin ich wie auf wil dem Meer, zu oft nur braust ein Sturm daher; leicht stürzt mich schnöder Lüste Macht tief in des Abgrunds finstre Nacht. Von der Buße. 217 bir zu ziehn; ja selbst deiner Deinen, auch erscheinen, dem Güte Zeichen fonnten nicht mein Herz erweichen. du Licht und Recht gebracht. 3. Kann ich wohl durch eigne Stärke Lichteswerke in der Finsterniß vollziehn? Kann ich Liebe selber üben, Demuth lieben und die dunkeln Wege fliehn? 5. Jegt erkenn' ich meine Sünden, beuge mich, o Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden, neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach vergieb, was ich gethan, nimm mich aus Erbarmen an, führe mich vom Sündenpfade auf den sel'gen Weg der Gnade! 4. Möcht' ich wie das Rund der Erden lichte werden! Seelensonne, geh' mir auf, mir, der falt sich fühlt und trübe! Jesu Liebe fomm, beschleunige den Lauf! 6. Ja, du siehest meine Neue, siehst mein gläubiges Vertraun, o so laß mich denn auf's Neue, Herr, dein freundlich Antlig schaun! Was dein Sohn am Kreuz' erwarb, als er für die Sünder starb: Frieden, Heil und ew'ges Leben, wollst du mir aus Gnaden geben. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn! Gieb, daß mir's an 5. Daß sich länger nicht die Seele in mir quäle, zünde du dein Feuer an! Laß mich finstern Sohn der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 6. Eignes Licht kann wahres Leben mir nicht geben; Jesus muß die Sonne seyn! Auf mein Herz muß Jesus blicken, es erquicken mit dem wahren Himmelsschein. Kraft nicht fehle, folgsam dei 7. Nur daß Keiner möge nem Wort zu seyn! Rüste mich zum ernsten Streit, schenfe mir Beharrlichkeit, daß ich mög' an's Ziel gelangen und das Kleinod dort empfangen. säumen, wegzuräumen, was sein Angesicht verhüllt. Und soll Jesu Licht den Seinen heller scheinen, sey das Auge rein und mild. In eigener Melodie. 8. Drum weil hierzu blöde Augen doch nicht taugen, rühre du sie, Heiland, an. Denn das ist die größte Plage, daß am den nicht verschwinden? Ist Tage ich das Licht nicht sehen nicht diese Nacht bald hin? kann. 402. H üter, wird die Nacht der Sün Wird das Dunkel vor den Sinnen nicht zerrinnen, womit ich umhüllet Mel. Erbarm' dich mein' 2c. ch vom 2. Wir find ja der Nacht 403. tube, her bi entnommen, seit du kommen! ich, Herr, daß du mein' erDoch ich weile noch in Nacht! barmest dich, daß du mich Darum wollst du mir, dem Sünder noch verschonst und 218 Von der Buße. Staub vor ihm dem Sohn dir mir nicht nach Verdienste lohnft.| dem, der stets dich zu sich rief. Zum Glauben und zum Thun Sink' in den zu schwach, geb' ich gar leicht hinab, der in der Sünde nach und oft ent- Alles gab. finft mir Kraft und Muth im schweren Kampf mit Fleisch und Blut. 6. Ja, du erbarmst, Verföhnter, dich in dem Versöhner über mich! Vom Leibe dieses 2. Wie schnell ist von der Tod's befreit, schau ich einst rechten Bahn zum Irrweg oft deine Herrlichkeit. Ob Angst der Schritt gethan! Mein gandes Todes in mir bebt, sterb' zes Herz, o Gott, erschrickt, ich doch dem, der ewig lebt. wenn es in diesen Abgrund Verdammt mich auch noch oft blickt; wie bald folgt neue mein Herz, ist größer Gott Mifsethat der Schuld, die Gott doch, als mein Herz. verziehen hat. Herr! Herr! mein ganzes Herz erschrickt vor dieser Tief, in die es blickt. 3. Vertreib', o Gott, des Irrthums Nacht, entreiße mich der Sünde Macht! Wie glänzet deiner Streiter Schaar, die einst im Kampfe standhaft war und die nun, weil sie überwand, den Lohn empfing aus deiner Hand. Sie ist gekrönt, ich bin im Streit, o gieb auch mir Beständigkeit! 4. Schmal ist der Weg zu deinen Höh'n und Wenige sind, die ihn gehn. Die Pfort' ist eng, und der nur dringt durch sie zu Gott, der muthig ringt. Ich komme vor dein Angesicht und fleh' um deiner Gnade Licht. O laß, mein Vater, laß mich dein im Leben und im Tode seyn! Mel. Es ist gewißlich 2c. 404. 3the ch will von meiner Missethat mich zu dem Herrn bekehren, du wollest selbst mir Hülf und Rath, o treuer Gott, bescheeren, und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewähren. 2. Der Mensch kann von Natur ja nicht sein Glend selbst empfinden; entbehrt er deines Geistes Licht, so bleibt er tødt in Sünden; verkehrt ist Wille und Verstand, er kann, wie viel er sonst erkannt, sich doch nicht selbst ergründen. 3. Aus Gnaden klopfe bei mir an und führe mir zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan, so kann mein Heil beginnen; so wird erweicht mein hartes Herz, ich bin zerknirscht in Reu' und Schmerz, und heiße Thränen rinnen. 5. Der mir in Christo Alles gab, mit Gnade blick auf mich herab, auf mich, der Sünde schnellen Raub, den Himmelserben und den Staub. Sink 4. Wie hast du doch auf mich gewandt den Reichthum deiner tief, o Seele, nieder, tief, vor Gnaden, den rechten Arzt haft Von der Buße. 219 nen ihren Schaden. du gefandt für meiner Seele die in Reu und Schmerz erkenSchaden; du hast in dieser Gnadenzeit mich bald durch Freude, bald durch Leid zu seinem Heil geladen. 5. Bisher, wenn deine Stimme rief, hab' ich sie überhöret, ich lag in Sicherheit und schlief, von Erdenluft bethöret. So hätt' ich durch gehäufte Schuld bei nah' ermüdet deine Huld, mein ew'ges Heil zerstöret. 2. Es heißt: Er nimmt die Sünder an! Drum komm' zu dem, der helfen kann, such' Ruh' in seinen Armen! Komm' weinend, komm' in wahrer Buß' und fall' im Glauben ihm zu Fuß, er wird sich dein erbarmen! 6. Doch endlich aus dem Schlaf erwacht, will mir das Herz zerspringen, ich sehe des Gesetzes Macht und Schrecken auf mich dringen; des Todes und der Hölle Reich regt sich, sie wollen mich zugleich schier zum Verzagen bringen. 3. Verlässet wohl ein treuer Hirt sein Schäflein, wenn es sich verirrt? Er sucht es mit Verlangen; er läßt die Andern alle stehn, dem Einen sorglich nachzugehn, das Eine zu umfangen. 4. So sucht der Heiland, Jesus Christ, die Seele, die vers loren ist, bis daß er sie ge7. Nimm du, Herr Jesu, funden. Ach, laß dich finden, mich in Schuß, ich flieh zu dei- wenn er lockt, o Sünder, bleibe nen Wunden, so biet' ich Tod nicht verstockt, nah sind die und Hölle Truß, ich hab' Er- Gnadenstunden. lösung funden. Damit ich möchte selig seyn, hast du der Sünde Kraft und Bein am Kreuzesstamm empfunden. 5. O Jesu, deine Lieb' ist groß! Mühselig komm' ich, arın und bloß, ach, laß mich Gnade finden! Verloren war ich und verirrt; Herr, nimm mich auf, du treuer Hirt, und tilge meine Sünden. 6. Dem Bösen will ich sterben ab und aus der Sünde finsterm Grab erstehn zum neuen Leben. Ich will in wahrer Heiligkeit dir dienen noch die kurze Zeit, die mir zum Heil gegeben. 8. So will ich denn mein Leben lang mit Ernst die Sünde meiden; dies, mein Erlöser, sey der Dank für deine Lieb' und Leiden. Steh' du mit dei nem Geist mir bei, erhalte dei nem Dienst mich treu, laß mich einst selig scheiden. Mel. Kommt her zu mir 2c. hr armen Sünder, 405. J kommt zu Hauf, In eigener Melodie. zu Jefu lenfet euern Lauf, müh- 406. Mein Günder an, felig und beladen! Er öffnet sein erbarmend Herz für Alle, die unter ihrer Last der Sünden 220 Von der Buße. kein Mensch, kein Engel trösten| ew'gen Leben wird ihnen fröh kann, die nirgend Ruh' und lich aufgethan! Mein Heiland Rettung finden. In ihrer tie- nimmt die Sünder an. fen Seelennoth, wenn das Ge- 5. D solltest du sein Herze seß Verdammniß droht, wenn sehn, wie sich's nach allen Šünsie verklaget das Gewissen und dern sehnet, wenn sie noch in fie der Gnade Kraft vermissen, der Irre gehn, wenn schon ihr sehn sie die Freistatt aufgethan: Auge vor ihm thränet! Er streckt mein Heiland nimmt die Sünder an. die Hand nach Zöllnern aus, er scheut nicht ihr verachtet Haus; 2. Sein überschwenglich lie- den reuevollen Magdalenen stillt bend Herz trieb ihn von sei er so mild die heißen Thränem Thron zur Erden. Ihn nen, gedenkt nicht, was sie brang der Sünder Weh und sonst gethan. Mein Heiland Schmerz, ein Tilger ihrer nimmt die Sünder an! Schuld zu werden; er senkt sich ganz in ihre Noth und schmeckt für sie den bittern Tod. Nun, da er hat sein eigen Leben, ste zu versöhnen, hingegeben und für die Welt genug gethan, so heißt's: er nimmt die Sünder an! 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, obgleich sein Fall ihn tief betrübet. Seht, wie er Feinde lieben kann, da seiner Mördern er vergiebet! Wie huldvoll macht am Kreuz' sein Mund dem Schächer Gnad' und Leben fund! Obgleich die Jünger ihn verlassen, eilt er, sie liebend zu umfassen; sie dürfen dem Erstandnen nahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 3. Nun nimmt er auf in seinen Schooß die bangen und verzagten Seelen; er spricht sie von dem Urtheil los und endet bald ihr ängstlich Quälen; es 7. Und dies hat er nicht nur wird ihr ganzes Sündenheer gethan, da man ihn sah auf wie in ein unergründlichy Meer Erden wallen: noch jetzt nimmt durch sein Verdienst hinabge er die Sünder an und läßt sein senket, sein Geist wird ihnen Gnadenwort erschallen, denn dann geschenket zum Führer auf der Gnadenbahn: mein Heiland nimmt die Sünder an! ewig bleibet er sich gleich, an Lieb' und an Erbarmen reich! Wie er war unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugethan! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 4. So bringt er sie dem Vater hin, trägt sie in seinen treuen Armen, das neiget dann den Vatersinn zu lauter herzlichem Erbarmen. Er nimmt sie an 8. So komme mit gebeugtem an Kindes Statt und Alles, was Geist, wen seine Sünde tief be er ist und hat, wird ihnen eigen trübet, zu ihm, der keinen von übergeben; die Pforte zu dem sich weist, der reuevolle Sün Von der Buße. 221 der liebet! Wie? willst du nicht verträumet, hat leicht die Gnadein Heil verstehn, muthwillig noch verloren gehn, nachdem der Retter dir erschienen? willst du noch jetzt der Sünde dienen? Onein, verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an! denzeit versäumet. Ihm wird hernach nicht aufgethan! Heut fomm! heut nimmt dich Jesus an. 12. O zeuch uns Alle recht zu dir, holdsel'ger Heiland aller Sünder, erfüll' mit himmlischer 9. Komm' nur mühselig und Begier uns, die von Gott ge gebückt, komm' nur, wie er dich wich'nen Kinder! Zeig' uns bei heißet kommen, wenn auch die unserm Seelenschmerz dein unLast dich niederdrückt, du wirst aussprechlich liebend Herz, und doch gnädig angenommen. Sieh, wenn wir unser Elend sehen, wie sein Herz dir offen steht so laß uns ja nicht stille steund wie er dir entgegengeht! hen, bis daß ein Jeder sagen Wie hat er dich gelockt mit fann: Gottlob! auch mich nimmt Flehen, wie lang' sich nach dir Jesus an! umgesehen! So komm denn, Sünder! komm heran! Mein Mel. Jeſu, der du meine Seele sc. Heiland nimmt die Sünder 407. du majeſtätiſch an! 4 10. Sprich nicht: ich sün- Glanz die Himmel füllt, der digte zu schwer, ich bin zu sehr du mich hast außerlesen, daß mit Schuld beladen! Für mich ich sey dein Ebenbild! Wenn ist keine Rettung mehr! Mich ich dich, des Lichtes Quelle, nimmt der Herr nicht an zu mir im Geist vor Augen stelle: Gnaden! Wenn du es jetzt ach wie finster, arm und klein nur redlich meinst, nur ernst- schein' ich dann mir selbst zu lich deinen Fall beweinst, so seyn! laß die bangen Zweifel schwin- 2. Meinem fündigen Geden, du wirst vor ihm noch müthe fehlt der ersten SchönGnade finden! Er hilft, wenn heit Spur; laut're Wahrheit, Niemand helfen kann! Mein reine Güte sind in mir nicht Heiland nimmt die Sünder von Natur; was ich in mir selber finde, ist nur Elend, Tod und Sünde, mein von dir entfernter Sinn neigt sich zum Verderben hin. an! 11. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit, jest muß ich noch der Welt genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut die off'ne Gnadenpforte schließen! Nein, weil er ruft, so höre du und tritt zum Gnadenstuhl hinzu! Wer auch das Heute nur Zu dem Heiligungsgeschäfte giebt 3. Was ich Gutes an mir habe, ist ein Werk von deiner Hand, eine freie Gnadengabe, mir durch Christum zugewandt. Von der Buße. dein Geist allein mir Kräfte; der Seele Kräfte, das Fleisch nähmest du zurück, was dein, ach, was würde übrig seyn! verhindert für und für der Heiligung Geschäfte; das Gute, das ich lieben soll, wird von mir unterlassen, mein Herz ist ganz des Bösen voll, das ich soll fliehn und hassen. 4. Selbst die Menge deiner Gaben macht nur meinen Undank fund; denn wie oft hab' ich vergraben das mir anvertraute Pfund; oftmals hab' ich 4. O treuer Hort, was fang' es verschwendet, selten treulich ich an bei so verderbtem angewendet: o wie häuft sich Wesen? Wo find' ich, was meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, ich liege hier im Staube tief vor dir, mein Gott, gebeugt; mich erhebet nur mein Glaube, der mir den Erlöser zeigt, durch ihn hoffet mein Gemüthe fest auf deine Vatergüte; stärke meine Zuversicht, Gott, mein Gott, verwirf mich nicht! 222 mir helfen kann? Wie soll ich doch genesen? Ach in mir selbst ist keine Kraft, zur Buße mich zu führen, wo nicht dein Geift, der Alles schafft, mein schwaches Herz will rühren. 5. Steh du in dieser Noth mir bei, du Urquell aller Gnaden! und mach' durch deine Kraft mich frei, heil' meiner Seele Schaden; gieb mir dein Licht, daß ich durch dich mich selber kann verstehen, durch deine Mel. Durch Adams Fall ist zc. 408. Jesu, meine Zu- Wahrheit lehre mich erkennen versicht, mein mein Vergehen. Heiland und mein Leben, ver- 6. Erweiche du mein hartes stoße du mich Sünder nicht, Herz, daß es vor dir sich beuge, für den du dich gegeben; du daß es, erfüllt von Reu und starbst für mich den bittern Tod, Schmerz, zu deinem Recht sich mir Gnade zu erwerben, drum neige; ach mach' es durch den hilf mir aus der Sünde Noth Glauben rein und gieb gerechte und laß mich nicht verderben. Werke; ja kehre du selbst bei mir ein, o meiner Seelen Stärke. 7. Zerstör' in mir die Eitel feit, brich meinen bösen Willen und laß mich, was dein Wort gebeut, durch deinen Geist erfüllen; laß in mir Demuth, Mäßigkeit, des Geistes Früchte pran gen, erfülle du mich jederzeit mit heiligem Verlangen. 8. Du, Vater, bift's, der in uns schafft das Wollen und Voll2. Es fehlet meinem Geiste Licht, mein Elend einzusehen, und aus mir selber weiß ich nicht den rechten Weg zu gehen; im Herzen regt sich Eitelkeit, Stolz, Weltlust, Ei genliebe, das Glück, das mir die Erde beut, entzündet meine Triebe. 3. Die Macht der Sünde herrscht in mir und schwächt Von der Buße. 223 bringen, verleih' zur Heiligung Laß in mein schwaches Herz mir Kraft und laß es mir ge- den Strom der Gnade fließen. lingen; laß deinen Frieden auf Ich fleh', ich laß' dich nicht, bis mir ruhn, gieb Trost, gieb deine Segenskraft in mir den Muth, gieb Stärke, dann kann Tod besiegt und neues Leben ich deinen Willen thun, dann schafft. wirk' ich deine Werke. 6. Du haft es zugesagt, du willst mich gern erquicken, wenn mein verkehrter Sinn sich nur Mel. Gott, du frommer Gott c. 409.Jefu, fieh darein zu dir will schicken; wenn er und hilf mir Ar- dir opfert auf, was ihm für men siegen! Mein Herz fühlt Freude galt, daß deine Liebe nichts, als Tod, mein Geist muß nur gewinn' in mir Gewalt. unterliegen. Das Wollen hab' ich wohl, doch das Vollbringen nicht, weil es dem matten Geist an aller Kraft gebricht. 7. Se nimm denn Alles hin, ich will mir nicht mehr leben, ich will mich ganz und gar in deine Führung geben. Ach, 2. Die Sünd' hat mich be- fasse mich nur fest, mach mich strickt, der Tod hat mich gefan- von Sünden frei, damit fort gen. Wohin ich wende mich, hin mein Herz dein reiner Temnichts stillet mein Verlangen. pel sey. Vermein' ich hoch zu stehn, so lieg' ich tief im Staub' und mein gehoffter Ruhm wird nun des Spottes Raub. Mel. Aus tiefer Noth c. 410. Mensch, ermuntre 3. Zwar lauf' ich immerdar, deinen Sinn! wie doch kann ich Ruh' nicht finden. lange willst du schlafen? Auf, Nichts fann des Armen Herz auf, die Stunden gehn dahin, von seiner Last entbinden. Es schon nahen Gottes Strafen! deckt mir das Gesetz nur meine Vor ihm besteht der Sünder Sünden auf und reicht mir doch nicht, und geht er mit dir in's nicht dar die Kraft zum Him Gericht, wo willst du Rettung melslauf. finden? 2. Das eitle Wesen diefer Zeit hat dich mit Nacht bedecket, daß aus dem Schlaf der Sicherheit dich feine Warnung wecket. Du freuest dich der trägen Ruh' und drückest gern die Augen zu, dem Lichte zu entweichen. 3. Gott rufet laut: du schlum5. Drum, Herr, erbarme merst fort; er droht dir: doch dich, ich liege dir zu Füßen. vergebens. Er zeiget dir in 4. Du, Jesu, du allein, kannst meinen Jammer wenden; mein Können stehet nur in dei nen starken Händen. Geuß'st du mir nicht die Kraft zu neuem Leben ein, so wird mein Sehnen selbst zu nichts, als lauter Pein. 224 Von der Buße. seinem Wort die Strafe jedu, dessen Augen klar und helle, nes Lebens: du aber merfest ja, heller als die Sonne sind; wenig d'rauf, fährst fort in dei dir ist mein Herz ganz aufge nem Sündenlauf, willst keinen decket mit Allem, was es in Führer leiden. sich trägt, mit jedem Trieb, der es bewegt, mit jeder Luft, die 4. Dein Heiland weinet über dich: du lachst in deinen Sün- es beflecket. den; er sucht und locket dich zu 2. Nur reine Herzen sollen fich: du läßt dich nimmer finden. schauen, o Heiliger, dein AnEr fleht: du nimmst kein Bitten an; er thut mehr, als ein Bruder kann: du spottest seiner Liebe. gesicht; drum überfällt mich Angst und Grauen, seh' ich mich in der Wahrheit Licht. Mit Wehmuth fühl ich mein Verderben, doch ruf' ich voll Vertraun zu dir: schaff, Gott, ein reines Herz in mir, das Böse laß in mir ersterben. 5. Du siehst, wie mancher Sünder fällt, wenn Gott die Strafe sendet: doch bleibest du ein Kind der Welt, von ihrem Tand verblendet. Des Nächsten Sturz erschreckt dich nicht; du glaubst, daß Gottes Zorn gericht dich niemals treffen werde. 6. Gott, laß in mir nach deiner Huld der Gnade Licht entbrennen, damit ich meiner Sünden Schuld recht gründlich mög' erkennen. O Jesu, Glanz der Herrlichkeit, durchleuchte meine Sicherheit, daß ich mein Elend schaue. 7. O heil'ger Geist, laß deinen Strahl durch meine Seele dringen; hilf, daß ich endlich mög' einmal den Sündenschlaf bezwingen. Gott, thu mir Herz und Augen auf, daß mich der sichre Sündenlauf nicht zur Verdammniß führe. 3. Ist es der Sünde gleich gelungen, von dir, mein Gott, mich abzuziehn, so laß von nun an unbezwungen mich ihrer Macht und Lift entfliehn. D waffne mich mit Kraft und Stärke durch den gewissen neuen Geist, den uns dein Wort erbitten heißt, in dir zu thun des Glaubens Werke. 4. Durch meine Schuld und Ulebertreten bin ich ganz unwerth deiner Huld; doch nah' ich, Herr, mich dir mit Beten und seufz': ach, habe du Geduld! Vergieb, was ich gefündigt habe, verwirf, verwirf mich Sünder nicht, o Herr, von deinem Angesicht ein Gnadenblick mich wieder labe. Mel. Mein Jesu, dem die sc. 5. Dein Geist, den du mir haft geschenket als deiner Liebe Unterpfand, der jedes Herz mit Wonne tränket, in dem er 411. reines Wesen, laut're Quelle, o seine Wohnung fand: er werde Licht, das nie in Nacht zerrinnt, nie von mir genommen; laß Von der Buße. 225 mich mit ihm versiegelt seyn,[ und uns ein ew'ges Heil erwarb, bis meiner Hütte Bau fällt ein und ich zu dir, Herr, werde fommen. du wollst dich mein erbarmen! Auch mich hast du versöhnt mit Gott, hilf mir aus meiner Seelennoth und gieb mir dei nen Frieden. 6. Weil aber sich in mir noch findet das Zagen, das die Sünde bringt, wenn sie im 4. Fest trau ich auf dein Kampf uns überwindet und un- theures Blut, auf dein unschulter ihre Herrschaft zwingt: so dig Sterben; dies kommt mir wollest du mit süßer Freude, die fräftiglich zu gut und läßt aus dem Born der Liebe fleußt, mich nicht verderben. Vertritt erquicken meinen matten Geist du bei dem Vater mich, damit und ihn befrein von seinem Leide. ich jetzt und ewiglich mich deiner Gnade freue. 7. Ich bleib' an deiner Gnade hangen und falle nicht aus ihrem Bund; des Herzens in nerstes Verlangen ist dir, dem Herzenskünd'ger, fund. So sende mir nun zum Vollbringen den Geist der Freud' und Willigfeit; dann werd' ich jetzt und allezeit dir meines Dankes Lieder singen. 5. D heil'ger Geist, du wahres Licht, Regierer der Ge danken, wenn die Versuchung mich ansicht, so laß mein Herz nicht wanken. Daß unbefleckt mein Wandel sey, steh' du mit deiner Kraft mir bei und wohn' in meinem Herzen. 6. Und wenn mein letztes Stündlein schlägt, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich die Mel. Aus tiefer Noth schrei 2c. 412. Bater der Barm D herzigkeit, ich falle Furcht, die dann sich regt, durch Christum möge dämpfen; dir zu Fuße, der du mich in so wird mir Krankheit, Angst der Gnadenzeit noch rufft zur Buße. Was ich begangen wider dich, vergieb mir Alles gnädiglich, durch deine große, Güte. immer und Noth, ia selbst der letzte Feind, der Tod, die Thür zum ew'gen Leben. Mel. Aus tiefer Noth zc. 2. Durch deiner Allmacht 413. haff in mir, Gott, ein Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deiner Weisheit heil'gen Rath zeig' an, was mir noch fehlet; lenk' meinen Willen, gieb mir Kraft! du bist's allein, der in uns schafft das Wollen und Vollbringen. 3. Jesu, der am Kreuze starb aus Liebe zu uns Armen, 2. Gieb mir auch einen neuen P noch ist's nicht rein von Sünden, noch muß ich oft mit bitterm Schmerz des Bösen Macht empfinden. Viel Unrecht hab' ich schon gethan; ach nimm dich meiner gnädig an, entreiß mich dem Verderben. 226 Von der Buße. Geift, der dich in Wahrheit aus dem Staube, steig' empor! liebe und deinen Willen aller meist mit Lust und Freuden übe. Hilf mir verleugnen Fleisch und Blut und gieb, daß ich mit Kraft und Muth die Lust der Welt bekämpfe. Auf, verlaß die dunkle Höhle; glänzend bricht dein Licht hervor. Hier ist dein Heil, welches lauter Freude bringet, daß dein Lobgefang erklinget: Gott ist mein Theil. 3. Verwirf von deinem An- 2. Fühlst du dich beschwert gesicht mich nicht, wie ich's ver- von Sünden, nagt dich des dienet; entzeuch mir deine Gnade Gewissens Schmerz: Gnade, nicht, dein Sohn hat mich ver Gnade ist zu finden für ein fühnet. In Christo darf ich mich reuerfülltes Herz. Hier ist der dir nahn, in ihm nimm du mich Held, der die Sünde überwieder an und zähl' mich zu wunden und Erlösung hat erden Deinen. funden für alle Welt. 4. Den heil'ger: Geist nimm nicht von mir, den bösen Geist vertreibe, auf daß ich, nie entfernt von dir, dein eigen sey und bleibe. Dein Geist regiere meinen Stan, dann hab' ich feligen Gewinn im Leben und im Sterben. WHE 3. Alles, Alles ist besieget, was Verdammnis dir gedroht; Chrifti Leiden überwieget aller Günde Angst und Noth. Nun frecht kein Tod. Darum wehre deinem Zagen; denn du kannſt frohlöckend sagen: versöhnt ist Gott! 90 m bid.6101 4. Siehst du nur auf deine 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, vergieb mir meine Sünden, und suchet meine Seele Sünden, so glänzt dir fein dich, so laß dich von ihr fin- Gnadenschein; willst du fröb den; und dein Verdienst, Herrlich überwinden, so muß ChriJefu Chrift, darinnen Trost stus in dir seyn. Er ist das und Leben ist, das komm' auch Licht, von ihm strahlt der Glanz der Freuden, an ihm muß das mir zu Gute! Herz sich weiden, drum laß ihn 6. Dein Freudengeist erhalte mich und stärke meine Seele, nicht. damit sie nicht ohn' Ende sich mit Furcht und Zweifeln quäle. Sey du mein Hort, o Herr, allein! Ach laß mich deine 415. Freude sewn und führe mich zur Freude! Mel. Auf, hinauf zu deiner sc. chwing' dich auf, o meine Seele, 414. 01A przdoor niso bi x Mel. Freu dich sehr, o meine zc. ( ich, mein Hei land, wie ich wante, sieh, wie mir die Kraft gebricht! Mancher zweifelnde Gedanke trübet mir der Hoff nung Licht; träge schleich' ich auf dem Pfad, den ich muthig Von der Buße. 8227 erst betrat, und ich wende fast Troft und Heil und Gnad, die Blicke zur verlaß'nen Welt zurücke. ent die Gott dir zugesaget hat durch einen heilgen, theuren Eid, o felig, dem die Sünd' ist Memb leid! 2. Was willst du dich frucht los quälen, spricht in mir der Zweifel oft; wirst du dennoch nicht verfehlen, was du über eilt gehofft? Wird wohl Got tes Gnad' und Huld tilgen deine Sündenschuld? Wird wohl seine Kraft dich Schwachen jemals frei von Sünden machen? 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, denk nicht: noch hab' ich lange Zeit; ich will mich erst des Lebens freun, und werd' ich deffen müde seyn, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 3. Gieb mir andere Gedan4. Wahr ist es, aus Barmfen, gieb, Herr, meiner Seele herzigkeit ist zur Vergebung Gott Ruh, laß mich wallen ohne bereit; doch wer auf Gnade Wanken meinem Ziel im Him- fündigt hin und bleibt bei seimel zu. Laß mich baun auf nem bösen Sinn, wer seiner deine Kraft, die ein festes Herz Seele selbst nicht schont, dem uns schafft; laß mich deine Lieb' wird einst nach Verdienst geempfinden, die versöhnet alle lohnt. Sünden. 4. Herr, du hast, da du ge5. Gnad' hat dir zugefaget Gott durch Jesu Christi Blut litten, uns bis in den Tod ge- und Tod; doch sagen hat er liebt; haft den Deinen Sieg erstritten, da Gehorsam du ge- nicht gewollt, ob du bis morübt. Der du haft die Welt gen leben sollt; daß du mußt bestegt, gieb mir Kraft, die sterben, ist dir fund, verborgen nicht erliegt; wie Du Alles über ist die Todesstund'.ll wunden, sieg' auch ich, mit dir verbunden. Mel. Vater unser im Himmelreich 2. 416. So o wahr ich lebe, 6. Heut lebst du, heut befehre dich; eh' morgen kommt, fann's ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und roth, ist morgen frank, vielleicht auch Stirbst du nun ohne mir ist nicht lieb des Sünders Neu' und Leid, so büßest du Tod, vielmehr ist dies mein in Ewigkeit. spricht dein Gott, todt. Wunsch und Will', daß in der 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf Sünd' er stehe still, von seiner du mir, daß ich noch heute Bosheit wende sich und lebe mit mir ewiglich. komm' zu dir und mich bekehre unverweilt, eh' mich mein Ende übereilt, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt 2 2. Dies Wort bedenk', o Menschenfind, verzweifle nicht in deiner Sünd', hier find'st du sey bereit. 228 Von der Buße. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich sc. 4. Verscherzen konnt' ich wohl 417. Vor or dir, Herr Jesu, mein Heil durch meine Süne den, doch Gnade konnt' ich nicht aus eignen Kräften finden. Selbst fallen konnt' ich wohl und in's Verderben gehn, doch nur durch deine Kraft konnt' ich vom Fall erstehn. steh' ich hie und beug' in Demuth meine Knie, vernimm mein ängstlich Klagen: für meine Sünd' und Missethat find' ich auf Erden keinen Rath, doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein macht mich von allen Sünden rein; dies Wort, Herr, glaub' ich zweifelsfrei und trag' im Herzen wahre Reu'. Herr Jesu Christ, Herr Jesu Christ, ich flieh' zu dir und will mich bessern, hilf du mir! 5. Du richtetest mich auf, du stärktest meine Seele, du zeigtest mir den Weg, daß ich des Ziels nicht fehle. Gott sey gelobt, daß ich der Sünde nun entsagt und todter Werke Dienst mich nicht bei dir verklagt. 6. Nun fleh' ich, Herr, zu dir: laß mich nie wieder fallen, so lang' ich hier noch soll nach deinem Rathe wallen. Mel. O Gott, du frommer 2c. 418. Was kann ich doch Verleih' mir deinen Geist, der in mir mächtig sey und täglich mein Gemüth zu deinem Dienst erneu. für Dank, o Herr, mein Gott, dir sagen, daß du mich mit Geduld so lange haft getragen, da ich, von Sündenlust und Eitelkeit bethört, auf deinen Gnadenruf, o Vater, nicht gehört! 7. Ach leit und führe mich, du trener Gott! auf Erden, ich kann durch dich allein hier recht geführet werden. Will ich mein Führer seyn, so werd' ich bald verführt, ich finde nur mein Heil, wenn mich dein Geist regiert. 8. Mein Vater und mein Gott, erhör' mein brünftig Fle hen; mein Heiland, Gottes 3. Durch dich bin ich be- Sohn, laß deine Kraft mich kehrt und deinem Dienst er sehen; o werther heil'ger Geist, geben, dir dank ich nun ge- regier' mich allezeit, so bin ich rührt, Herr, für das neue felig hier und dort in EwigLeben. So weit die Wolken gehn, reicht deine Güt' und mein Herz erfeit. POTRE weicht und mich zu dir ge- 419. Win deinem Licht? Mel. Ihr Seelen, sinkt ic. er ich, Herr, bracht. 2. Unendlich große Gnad' er wiesest du mir Armen; ich häufte meine Schuld, du mehrtest dein Erbarmen; ich widerstrebte dir, die Buße wollt' ich nicht, du schontest meiner noch und gingst nicht in's Gericht. Von der Buße. 229 Erkennst du mich, wie ich mich| chen nicht verlassen, wirst mich fenne? Und wenn ich mich den mit starkem Arme fassen, bis Deinen nenne, ist nichts in fest mein Gang und sicher ist. mir, das widerspricht? 9. Ja, laß mich, start in 2. Ist mir dein Joch ein deiner Kraft, der Welt gesanftes Joch? Ist dein Geseß heimstem Zug' entfliehen, des mir heil'ges Sollen? Wie, oder Geistes Odem in mich ziehen, gnügt für festes Wollen ein der mich zum neuen Menschen leerer Wunsch dem Schwachen schafft. noch? 10. Dir sey zum vollen 3. Schein' ich das immer, Eigenthum, Herr, Leib und was ich bin, und bin ich im- Seel' und Geist gegeben! Nicht mer, was ich scheine? Weiß ich ich, du müsseft in mir leben, stets selbst, wie ich es meine, zum Heile mir und dir zum und ist einfältig stets mein Ruhm. Sinn? 11. Komm, sey du meines 4. D Herr, beschäme mich Geistes Geist, sey meines Lebens vor dir, wenn mich dein Geist innres Leben! Kein Wunsch nicht treu erfindet! Du, der soll dem mehr widerstreben, daß des Herzens Tief ergründet, du im Herzen König seyst. nimm alle Falschheit weg von mir. Mel. Was mein Gott will ic. 420. Mer in der Schwach5. Daß ich auf deinem Prüheit sicher ist und fungsheerd dereinst besteh' der bleibt in Sünden liegen und Läut'rung Feuer und d'raus meint, er sey ein guter Chrift, hervorgeh' als ein Treuer, an Sinn und Zweck vor dir be den wird sein Wahn betrügen. Den Himmelsweg, den schmawährt. in dlen Steg hat nie sein Fuß be 6. Dies Ziel ist, ach! noch treten, auch steht er nicht in fern von mir! Zu wankelmü Gottes Licht, was Kämpfen thig und zu träge ist noch sey und Beten. mein Herz auf deinem Wege! Nein, noch besteh' ich nicht vor bir. 2. Was gern die Welt nur Schwachheit heißt, ist ihrer Bosheit Stärke, dadurch vermehrt der böse Geist gar mächtig seine Werke. Lenk' deinen 7. Erhalte mir die Augen wach und meinen Fußtritt unverdrossen. Der Geist ist Lauf, mein Herz, hinauf, zu willig und entschlossen, doch Gott steh dein Verlangen! bleibt das Fleisch noch immer schwach. Des Heilands Hand zerreißt das Band, womit du bist gefangen. 8. Der du im Helfen Meifter bist, du wirst den Schwa3. Der erste Schritt im Chri 230 Von der Buße. stenthum ist von der Sünde Vorsatz hin! Mich warnt im scheiden; strebst du nach wah- Stillen mein Gewissen: betrüg, rem Glaubensruhm, so mußt o Mensch, dich selber nicht! Ge du Weltlust meiden. Wenn neigt, mein Unrecht nicht zu Christi Geist die Seele reißt wissen, vergeß ich, was mein aus ihren Todesbanden, so spürt Innres spricht. fie Kraft, die Jesus schafft, mit dem sie auferstanden. 2. Ich wandle ruhig auf dem Pfade des Leichtsinns und der 4. Mein Jesu, steh mir mäch- Eitelkeit; ein falsches Bau'n tig bei, laß mich gekräftigt wer auf Gottes Gnade vermehret den, Gerechtigkeit und Stärke meine Sicherheit. Ich denke sen in dir mein Theil auf Erden. nach vollbrachten Sünden doch Uns, dein Geschlecht, machst ohne Buß' an Jesum Chrift; du gerecht und willst die Schwa Vergebung hoff' ich leicht zu chen stärken, daß sie in dir, finden, weil er für mich ge Herr, für und für die Macht storben ist. der Gnade merken. 3. So bleiben unrein meine 5. Brich durch, o starker Gottessohn, und laß auch uns Triebe und unerleuchtet mein durchbrechen, uns freudig nahn Verstand; leer ist mein Herz dem Gnadenthron, nicht mehr von Gottes Liebe und nur dem von Schwachheit sprechen. Denn Eitlen zugewandt. Mein Glaub deine Hand hat ja das Pfand ist todt und ohne Früchte, mein des Geistes uns gegeben, da- Wandel ohne Besserung, und durch wir frei von Furcht und dennoch hoff ich im Gerichte, Scheu im Streite fiegreich leben. 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft mehr ist, daß wir das Fleisch bekämpfen und hilf uns Satans Macht und List und alle Feinde dämpfen, daß, wenn die Welt uns Neße stellt, sie uns doch nicht berücke, vielmehr in Noth, ja selbst im Tod' uns deine Kraft erquicke. o Gott, von dir Begnadigung. 4. Weh mir Verblendetem! wie lange werd' ich mich selber hintergehn! Ich nahe mich dem Untergange und will doch die Gefahr nicht sehn. Erwecke, Gott, mich aus dem Schlafe, zeig' mir die Größe meiner Schuld! Ach, eile nicht mit mir zur Strafe und hab', o Vater, noch Geduld! 5. Sich, in der Tiefe meiner Mel. Die Tugend wird durch's ac. Seele ist Alles deinen Augen 421. Wie fürcht' ich mich, Licht. Was ich auch vor mir mein Herz zu sich deis prüfen, mich zu erforschen, wer nen Blicken nicht. Reiß mich ich bin! Wie blick ich über seine aus meinen Finsternissen, entTiefen bald lässig, bald mit falte du mein Herz vor mir, Von der Buße. 231 und machtig treibe mein Ge- tig fassen; ich will von dir, wissen zur Buße mich, und, mein Fels und Hort, nicht Gott, zu dir! weichen, dich nicht lassen. Wie viel auch meiner Fehle sind: bin ich durch Christum doch dein Kind, du mein versöhnter Vater. 5. Wohl mir! so fürcht' ich feinen Streit; du kannst mich sieghaft machen; du giebst den Bangen Freudigkeit und Kraft und Muth den Schwachen. Du, Gott, bist meiner Seele Licht; hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erde. 6. Der du die Herzen prüfst, befehre, erleuchte, beßre, leite mich, daß ich auf deine Stimme höre und traue gläubig dann auf dich! Laß fest in deiner Furcht mich stehen, vor dir sey Herz und Wandel rein, so werd' ich der Gefahr entgehen, betrogen von mir selbst zu seyn! Mel. Aus tiefer Noth zc. 422. Wie ist mein Herz so fern von dir, du Urquell alles Lebens! Dein Mel. Mein Jesu, dem 2c. Foto Friede wohnt noch nicht in mir 423. Wie oft hab' ich den gebrochen, verlaß mich, Gott, mein Va- den ich, o Gott, mit dir geter, nicht, verbirg mir nicht macht! Wie oft dir treu zu dein Angesicht, um deiner Gnade willen. seyn versprochen und des Versprechens nicht gedacht! Jetzt 2. Umhüllt von Dunkelheit nah' ich bange mich auf's Neue bin ich, mich fasset Angst und dir, Herr, vor dem ich strafbar Beben; mein Herz sucht Licht bin; ich wein' und sinke vor und ängstet sich, doch fruchtlos dir hin, durchdrungen ganz von ist sein Streben. Der Kampf, Schaam und Reue. der täglich sich erneut, die Bürde meiner Sterblichkeit beugt in den Staub mich nieder. 2. Die Angst ist groß, die ich empfinde, denn dein Gefeß verdammet mich; wie ein 3. Ich bin zu schwach, aus Gebirge liegt die Sünde auf eigner Macht zu dir mich auf mir und drückt mich fürchterzuschwingen und durch der An- lich. Die ganze Reihe von fechtungen Nacht zum Licht hin- Vergehen, die mich beflecken, durch zu dringen. Du, Herr, zeigt sich mir; wohin entflieh' mußt meine Stärke seyn, nur ich, Gott, vor dir? Wie soll du fannst Trost und Kraft ich Schuldiger bestehen? verleihn, auf dich steht mein Vertrauen. auf sich fich 4. Mit festem Glauben an dein Wort will ich dich fräf 3. Groß ist die Schuld, doch dein Verschonen ist größer noch, als meine Schuld. Nicht nach Verdienst, nach Gnade lohnen 232 Von der Buße. willst du dem Sünder, Gott 3. Ja, du haft deine Vaterder Huld! Sieh in mir Armen zärtlichkeit noch nie verlegt; mur und Verlornen nicht meine ich hab' oft gebrochen, was ich Schuld und Missethat! In mit Mund und Herzen dir verdem, der mich versöhnet hat, sprochen. Vergieb! du weißt ja, fieh mich, in deinem Ginge wie ich es bereut. 10 bornen! 4. In so viel Zeit, als du 4. Heil mir! durch ihn wird mir hier verleibst, wie weit mir vergeben, sein Blut tilgt müßt' ich im Heil schon seyn allen meinen Schmerz, und gekommen! Und doch, wie we Wonne Gottes, neues Leben nig hat noch abgenommen des durchströmt nun mein beklomm- Fleisches Macht, wie schwach nes Herz. Ihr Kummerzähren, ist noch der Geist! werdet Thränen, wie sie die Freude weinen lehrt; mein banges Seufzen ist erhört, statt Klagen soll nun Jubel tönen. 5. Oft denk ich: könnt' ich die vergangne Zeit, die mir so ohne Nußen ist verlaufen, ach könnt' ich die noch einmal wieder kaufen; nun würde sie weit besser dir geweiht! 5. Du, dessen mächtiges Durchbringen in Sündern neue Her zen schafft und, deine Werke 6. Doch, kann ich deiner zu vollbringen, sie himmlisch Hülfe mich nicht freun, so hoff' stärkt, o Geist der Kraft! So ich meine Heiligung vergebens lang' ich Schwacher wall' auf und auch der Ueberrest des furErden, stärk' mich, daß deine zen Lebens wird besser nicht Gnade nicht mir einst zum schreck als das vergangne seyn. lichen Gericht durch neues Sünd' gen möge werden! 7. Willst du noch Frucht vom dürren Baume sehn, so mußt du Kräfte mir von oben senden. Mein ganzes Heil ist, In eigener Melodie. 424. Wie schnell ver- Herr, in deinen Händen, nach Seel' und Leib, mein Leben und Bestehn. strich, o Herr voll Mild und Huld, ein groBer Theil mir schon von diesem Leben! Sollt' ich von deinem Gut dir Rechnung geben, mit Seel' und Leib blieb' ich in dei ner Schuld. of tif t 8. Doch bin ich durch Erfahrung gnug belehrt, daß, auch bei'm längsten Leben hier auf Erden, das niemals fann von mir errungen werden, was dir genügt, mir wahre Ruh' gewährt. 9. So flieht, ihr Tage, denn nur immer fort! führt mich zum Ziel, verdoppelt enter Eilen! Mich lüstet nicht, auf Erden länger 2. O Herr, mein Gott und Vater, deine Treu hat reichlich mir und unverdient geschenket; und hat ein Leid zu weilen mich gefränket, du wolltest nur, daß ich nicht sicher sey. Von der Buße. 233 weilen; nur bald von hier ewig fest, er theilt sich selber mit und desto eher dort! dem, der ihn wirken läßt. 10. Dort ist der Hafen der gewünschten Ruh', dort wird der müde Streiter einst bekränzet! Dort, wo der Preis für seine Pilger glänzet, reicht Jesus mir die off'nen Arme zu! 3. Nach seinem Ebenbild schuf Gott der Menschen Seele, daß sie zu ihrem Ziel die Heiligung erwähle; in unsre Herzen schrieb er das Gesetz des Rechts; der Geist, der in uns denkt, ist gött11. Doch, wenn ich länger lichen Geschlechts. hier noch wallen soll, so gieb, 4. Hat er nicht seinen Sohn o Herr, daß ich mich wach er- für dich dahin gegeben, auf daß halte, daß nie in Sicherheit mein du ewiglich durch ihn sollst selig Muth erfalte, und mache mich leben? Belastet hatte dich der des rechten Eifers voll! Sünde schwerer Fluch, da kam dein Seelenfreund und that für dich genug. 12. O möcht' ich als dein theures Eigenthum Geist, Seel' und Leib von Flecken rein bewahren! Doch soll ich strauchelnd neue Schuld erfahren: laß mich nicht sinken, stärk' mich wiederum! 5. Ist, wie von Anbeginn, nicht Gottes Geist noch kräftig, ist er nicht immerdar zu unserm Heil geschäftig? Nimmt er sich, wenn wir fleh'n, nicht unsrer Schwachheit an und weiset durch das Wort uns auf die rechte Bahn? 6. Ach ja, mein treuer Gott, du willst mich zu dir ziehen, ich aber suchte nur dein Gnadenwerk zu fliehen; es lieget nicht an dir, der es gar treulich meint, ich bin mir heimlich selbst der allerärgste Feind. Mel. O Gott, du frommer 2c. 425. M Loran liegt's doch, mein Herz, daß dich der Unmuth quälet und daß dir immer noch die Kraft zum Guten fehlet? Auf, prüfe 7. Nun, Herr, erforsche mich und prüfe meine Wege, bewahre meinen Fuß vor jedem dich vor Gott, geh in den in- falschen Stege, erleuchte meinen nern Grund, durch ernstes For Sinn und stehe du mir bei, schen nur wird dir die Ursach' daß deine Gnade nicht an mir fund. vergeblich sey. 2. An Gott liegt's wahrlich 8. Der Seelen Auge laß in nicht, denn er ist ja die Liebe, mir einfältig werden, es blicke sein Herz ist immerdar voll nicht zugleich gen Himmel und süßer Liebestriebe; er ist getreu zur Erden; vollbringe selbst dein und fromm, sein Bund steht Werk, du fingst es an in mir, din din silic 13. Je länger ich auf deinem Wege gel), je voller, gieb dein Licht mir zu erkennen und auch mein Licht laß immer heller brennen, bis ich verklärt vor deinem Throne steh'! 234 so freuet sich mein ewig, Herr, in dir. 360 Vom Glauben. Geist auf fasse und mich auf dich ver lasse. Sprichst du: dir ist ver geben! so fühl' ich neues Leben. 4. 3war viel noch mangelt mir, doch bin ich reich in dir, von dir kommt jede Gabe, die ich noch nöthig habe; der Sünde Reiz zu dämpfen, hilfft du mir siegreich kämpfen.d 5. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich; nun kann ich nicht verderben, Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. 426. Wo soll ich fliehen hin, da ich be schweret bin und tief gebeugt von Sünden? Wo soll ich Ret tung finden? Ach, aller Welt Erbarmen giebt keinen Trost mir Armen. 2. Du, Jesu, rufest mir; dein Reich muß ich ererben, drum flieh ich, Herr, zu dir. denn du hast mir's erworben, Zu deiner großen Güte kommt da du für mich gestorben. mein betrübt Gemüthe; laß du auf mein Gewissen den Trost der Gnade fließen. 6. D führe Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, das Alles zu vermeiden, was mich von dir kann scheiden, daß ich an deinem Leibe ein Glied auf 3. Wie groß die Schuld auch sey, du machst mich von ihr frei, wenn ich dein Kreuz um- ewig bleibe. XVIII. Vom Glauben. Mel. Du, o schönes Weltgebäude zc. 3. Ja, mein Heiland, du du 427. Auf, bu sagendes mein Leben, du, der Seele Gewissen! sey getroft und fasse Muth; deiner Noth bist du entriffen durch des Mittlers theures Blut. Laß dein Trauern, laß dein Weinen, denn Gott läßt dir Gnad' erscheinen; du bist frei und sollst allein deines Jesu ewig seyn. bestes Theil, du hast Ruhe mir gegeben und in dir find' ich mein Heil. Dwie groß ist dein Erbarmen, das du zugewandt mir Armen! Wie vergelt' ich deine Huld, die vertilget meine Schuld? 4. Herr! mein Heil ist 2. Drücket dich die Laft der deine Gabe, hilf, daß ich dir Sünden, zitterst du, belad'nes dankbar sey; nimm mein Alles, Herz, kannst du nirgends Ruhe was ich habe, nimm es hin finden, stillet Niemand deinen für deine Treu! Richte Sinne Schmerz, fann gleich aus den und Gemüthe auf den ReichSündenketten dich kein Mensch, thum deiner Güte; du sollst kein Engel retten: Heil dir! ewig und allein meines Her Jesus rettet dich und nimmt zens Freude seyn. deine Schuld auf sich. T Vom Glauben. 235 Mel. Wer nur den lieben Gott sc.| Sel'gen an und will, Herr, us Gnaden soll ich deine Gnade loben, mehr, als 428. A¹16 selig werden und ich sie hier preisen fann; dort nicht durch meiner Werke Werth. bin ich ganz gerecht und rein Welch Heil, daß Gott mich und ewig selig, ewig dein. schon auf Erden gerecht und für sein Kind erklärt! Durch Mel. Es ist das Heil 2c. meinen Heiland soll ich rein, 429. Der Glaube ist die aus selig zu 2. Aus Gnaden! denn wer kann verdienen, was Sündern Gottes Sohn erwarb, als er, zu ihrem Heil erschienen, den Opfertod am Kreuze starb? Der keine Sünde je gethan, betrat freiwillig diese Bahn. Gottes Gnad' und Treue, daß ihn der Tod des Sünders nicht, vielmehr sein Leben freue; er ist der Kindschaft sichrer Grund, auf Gottes Wort und seinen Bund, auf Jeſum selbst gegründet. 2. Und dieser Glaub' ist der 3. Aus Gnaden that er's; Beweis, daß Gott nicht gern freut euch, Sünder! ihr werdet betrübe; vielmehr, zu seiner Güte rein in seinem Blut, ihr wer- Preis, in seinem Sohn' uns det durch ihn Gottes Kinder, liebe. Denn durch ihn ist mein wenn ihr nur glaubt und Buße Herz gewiß, daß Jesus mich dem Fluch' entriß, dem ich entthut. Welch Heil, das er nur geben kann! aus Gnaden nimmt gegen eilte. er Sünder an. 3. Er richtet auf und giebt mir Muth, zum Vater mich 4. Wohlan, mit freudigem zu nahen, Vergebung durch des Gemüthe erkenn' und preise Sohnes Blut und Gnade zu Gottes Huld; doch troße nicht empfahen. Und was Gott wei auf seine Güte, daß du nicht ter noch verheißt, das sieht mit häufest Schuld auf Schuld; Zuversicht mein Geist, als wär' denn wer auf sie zu freveln es gegenwärtig. wagt, dem ist ihr reicher Trost versagt. 4. Er kräftiget mir Herz und Sinn, daß ich zum Ew'gen 5. Hilf du aus Gnaden, bringe, schon hier in Hoffnung Herr, mir streiten, und werd selig bin und nach dem Him ich matt, so steh mir bei, da- mel ringe. Gott ist mein Hort, mit, wenn meine Füße gleiten, sein Sohn mein Heil, sein Geist ich vor dem Fall behütet sey. das Pfand, ich habe Theil au por dem Durch deine Kraft nur fann Gottes Vaterliebe. ich stehn und der Versuchung Macht entgehn. 5. Ich fürchte nicht der Hölle Heer, die Bein von ihren Flam6. Aus Gnaden einft zu dir men; ich bin kein Kind des erhoben, bet' ich mit allen Zornes mehr, Gott kann mich 236 Vom Glauben. nicht verdammen. Mein Theil siegreich seiner Schaar zu Gott ist an dem Friedensort, ich höre vorangegangen. Ihm gehn die meines Heilande Wort: die Glaubenshelden nach, die seine Sünd' ist dir vergeben. Zeugen waren, sie stehen muthig in der Schmach, in Trübsal und Gefahren. 06. Und stürmen Sorgen auf mich zu, verwirrende Gedanfen: der Geist des Herrn gewährt mir Ruh' und läßt mein Herz nicht wanken. Der Glaube fürchtet feinen Schmerz; ich weiß, daß Gottes Vaterherz das Beste stets nur meinet. 7. Er übt durch solche Käm pfe mich, um mein Vertraun zu stärken, und durch die Trübsal mehret sich der Fleiß in guten Werfen. Verehr' ich Chriftum, meinen Herrn, folg' ich ihm nach und dien' ihm gern, so werd' ich überwinden. 3. Ja fühn und sicher wandelt der, der Christo sich ergeben, voll Zuversicht im wilden Meer, im Tod' noch voller Leben. Froh schauen wir die Tapferkeit der Streiter für den Glauben und spotten der Verwegenheit, die droht, ihn uns zu rauben. 4. So laßt auch uns in Christi Schuß der Feinde Heer vertreiben und, allem Hohngeschrei zum Truß, mit unsern Vätern gläuben. Wer unsern Herrn zum Beistand hat, das Herz voll seiner Freuden, der wird auch gern durch seine Gnad" 8. Ich weiß, auf wen ich bauen kann, ich weiß, an wen ich glaube; der Vater nimmt als Kind mich an und hebt um seinetwillen leiden. mich aus dem Staube. Die 430. D er Glaube ist's, der Wunder schafft, kann's gleich die Welt nicht faffen. Was Gott gefällt, wirkt seine Kraft, wenn wir ihn walten lassen: wer nur recht freudig glauben kann, der wird sein Ziel erreichen; denn ihm ist Alles unterthan, ihm müssen Berge weichen. Welt mag um mich her verMel. Preis, Lob, Ehr' c. gehn: ich falle nicht, ich bleibe ftehn; ich glaube ſeinem Worte. 431. Der Grund, auf dem Mel. Was mein Gott will c. ist fest, mag auch die Welt vergehen. Sein Siegel ist des Mittlers Blut und dessen glor reich Auferstehen. O Glaube, du, des Christen schönster Ruhm! Wie selig, wer dich hat zum Eigenthum! 2. Ich kannte nicht den Weg zum Heil, mein Auge deckten dichte Hüllen, nur Wahn und Irrthum war war mein Theil; 2. Der, deß die Welt nicht nichts fonnte meine Sehnsucht würdig war, hat selbst am stillen, bis ich das Wort des Kreuz' gehangen; doch ist er ew'gen Lebens fand, das Him Vom Glauben. 237 melslicht, vor dem die Nacht mir in das Gericht will gehen. entschwand. Das Beste felbst, was ich je 3. Daß mich bei meiner Sün- unternommen, bleibt unvollden Schuld nicht Furcht und kommen. Ditonaé Zweifel ganz verzehren, daß ich 4. Und wenn gleich Gott vertrau des Vaters Huld, dies dank ich Jesu heil'gen Lehren. Ich weiß, ich bin versöhnet durch fein Blut, und fühl' im Herzen Zuversicht und Muth. der guten Werke denket und reichlich uns dafür Belohnung schenket, so thut er's doch allein aus freiem Triebe, aus Gnad' und Liebe. 4. Ich war betrübt bis in den Tod, von Leid und Sorgen rings umgeben; mich konnte nicht aus tiefer Noth der Freunde Rath und Troft erheben. Der Glaube nur hat stets mit seiner Macht ein neues Leben in mir angefacht. 5. Erhalte mir, o Gott, dein Wort als meines Lebens höchste Freude; es sey mein Trost, mein Licht, mein Hort, mein letztes Labsal, wenn ich scheide. Dort oben noch will ich dich, Herr, erhöhn, daß mir so großes Heil durch dich geschehn. 432. Der Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. er Werke Ruhm muß vor der Verdienst 5. Nur du, o Jesu, tilgest meine Sünden; bei dir nur kann die Seele Frieden finden. Auf dein Verdienst, mein Heiland, will ich bauen, dir ganz vertrauen. 6. Doch wehe mir, wollt ich zum Dienst des Bösen die Gnade brauchen, die mich soll erlösen, und dich), den Liebe in den Tod getrieben, nicht wieder lieben! 7. Nein, falscher Trost foll nimmer mich verführen; Gotts seligkeit soll meinen Glauben zieren; dir, Jesu, will ich ganz mein Herz ergeben, in dir nur leben. Mel. Alle Menschen müssen 2c. u sollst glanben, und du Armer Verdienst 433. Gnade schwinden, schwinden, kann nicht den Weg zum Himmel finden; dem Gläub'gen nur giebst dich bangen Zweifeln will Gott das ew'ge Leben durch Christum geben. 2. Wer zählet sie, die Flekfen unsrer Seele? Wer merket wohl, wie oft er täglich fehle? Wer darf, als Lohn den Himmel zu verdienen, sich wohl erkühnen? hin? Du sollst beten zum Erbarmer, und dir fehlt der Kin dessinn? Kindlich mußt du hier vertrauen, dort wirst du den Ausgang schauen. Jesu Ausgang ward erst klar, als er auferstanden war.tor sprift 3. Nie kann ich vor dem Heiligen bestehen, wenn er mit 2. Glaube giebt der Andacht Flügel, Glaube hebt zu Gott empor, Glaube bricht des Gra 238 bes Riegel, selbst der Ewigkei- seine Treu tann ihr Versprechen ten Thor; Glaube geht durch nicht vergessen oder brechen. Flamm' und Fluthen, ließ die 2. Mögen auch die Berge Zeugen freudig bluten, und sie weichen und die Felsen unterüberwanden weit, sicher ihrer gehn, unser Fels ist sonder GleiSeligkeit. chen, Gottes Bund bleibt ewig 3. Glaube hilft die Welt bestehn. Fallt, ihr Hügel, imfiegen, macht die schwerste Brü- mer hin! Unsers Gottes Vafung leicht; ihm muß Alles tersinn kann fein Fall, kein unterliegen, selbst die Macht Schlag erschüttern, wenn auch der Sünde weicht. Ob du schon alle Welten zittern. im Kampf erlageft und nun an dir selbst verzagest, kämpfe stärfer, fämpfe fort, denn der Herr ist Schuß und Hort. 4. Darfst du im Vertraun ermüden, wenn die Hülfe noch verzieht? Stehe fest in Gottes Frieden, der die rechte Zeit er sieht. Den hat Täuschung nie betroffen, der gehorsam blieb 4. Drum sey ruhig, meine im Hoffen. Glaube fest: der Alles schafft, giebt dir auch zum Glauben Kraft. Seele! Trau auf Gott, der für dich wacht, daß kein Zweifelmuth dich quäle in des Kummers finstrer Nacht. Wer sich ganz auf Gott verläßt, der steht unbewegt und fest; dein Erbar5. Hast du nicht schon oft erfahren, wie er dir zur Seite stand? Hast du nicht des Wunderbaren Wunderausgang eft mer wird dich stüßen, seine Treue erkannt? Mußt du denn ihn dich beschüßen. Vom Glauben. 3. Er hat sich mit uns verbunden durch den Bund, der ewig gilt; dieser Bund wird fest erfunden, ist uns ewig Schirm und Schild. Nichts vermag der Feinde Pfeil, Gott bleibt ewig unser Theil, dies hat uns sein Mund geschworen, als sein Geist uns nen geboren. immer sehen, ganz des Ew'gen Rath verstehen? Selig, selig, die nicht fehn und doch feſt im 435. verficht, die Herr Mel. Preis, Lob, Ehr' 2. err, du bist unfre Glauben stehn. starke Feste deiner Frommen! Wer auf dich traut, der wanket nicht, fein Ulebel darf ihm nahe Mel. Werde munter mein 2c. 434. Gottes Mund hat kommen. Denn stark bist du und weis und gnadenreich und lauter Lieb', o Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer zagte denn in Zweifelmuth, ungläubig und mit trägem Herzen? Nein! was du uns verheißen und sein Wort ist uns ein Pfand, daß uns keine Macht soll reißen aus des treuen Vaters Hand. Darum fürchten wir uns nicht, ob auch Erd' und Himmel bricht; Vom Glauben. 239 thuft, ift Alles gut; Kraft sprießt nahm darnach den Himmel ein. aus überwund'nen Schmerzen, Von dannen sandt' er nun den und Jüngerkraft zu Jüngerfraft Geist, der uns den Weg zum gefügt wird eine Macht, die Höll Leben weist. und Tod bestegt. con 3. D welch ein ewig fester Grund, auf den dein Volk den Glauben gründet! Und welch ein freud'ger Liebesbund, der Seel und Seel' auf dich vers bindet! Wo Liebe wohnt, da fliehen Sorg' und Bein; sie flößet Trost den wunden Herzen ein. 4. Drum fest, o Gott, auf dich gebaut, steh unser Glauben, Lieben, Hoffen! Wer helden müthig dir vertraut, dem stehn des Himmels Schäße offen. So weiche denn auch Furcht und Kümmerniß! Dem Glaubenskampf sind Sieg und Preis gewiß. Mel. O daß ich tausend Jungen 2c. 436. Jeas ch habe nun den Grund gefunden, der meinen Anfer ewig hält; wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor Beginn der Welt. Ob Erd' und Himmel unter gehn, der Grund bleibt unbe weglich stehn. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denfen übersteigt; der Herr ist's, der mit Vaterarmen sich gnädig zu uns 4. D Abgrund, welcher alle Sünden in Christi Tod verschlungen hat! Nun wir durch ihn Vergebung finden, nun findet kein Verdammen statt; denn Christi Blut hat uns befreit und rufet laut: Barmherzigkeit! 5. Wird nun auch Alles mir entrissen, was Leib und Seel' erquicken kann; muß ich auch jeden Trost vermissen und nimmt fein Freund sich meiner an, scheint die Errettung noch so weit: mir bleibt des Herrn Barmherzigkeit. 6. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; er wird mein Herz gewißlich stillen, wenn es nur seiner nicht vergißt. So steh' ich fest in Fre und Leid, mich hält des Herrn Barmherzigkeit. 7. An diesem Grunde will ich halten, wie mich auch Sturm und Meer bewegt; ich lasse seine Gnade walten, so lang' in mir das Herz noch schlägt. So ruf' ich immer hocherfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort zc. ch schäme mich des 437. Heilands nicht, 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen seyn, drum kam sein vor dem voll froher Zuversicht mein Knie sich dankbar beuget. Gott! welch ein theures, werthes Wort: ich, hier dein Kind, dein Erbe dort, wie mir dein Sohn herab zur Erden und Geist bezeuget; ich soll durch des Sünders nicht, weil ihm sein Herz vor Mitleid bricht. 240 Jefum Chriftum rein, durch ihn gerecht und selig seyn.nd 2. Froh fühlt mein Herz die Gotteskraft, die in der sel'gen Wissenschaft von dem Erlöser lieget, die alle Kenntniß dieser Welt und was sie Reizendes enthält, unendlich überwieget. Mein größtes Glück, mein höchster Ruhm ist Jesu Evange lium. Vom Glauben. 3. Auf ewig ist's mein bestes Theil, in keinem Andern hab' wider mich; so oft ich sing' und bete, stärkt meine Seele sich; hab' ich das Haupt zum Freunde, bin ich geliebt von Gott, was schaden mir die Feinde, was acht' ich ihren Spott? 438. t Mel. Valet will ich dir geben 2c. st Gott für mich, so trete gleich Alles 2. Ich weiß und glaub' es feste, ich rühm' es ohne Scheu, daß Gott, der Höchst' und Beste, mein Freund und Vater sey. Weil er in schweren Fällen mir will zur Rechten stehn, so werd' in Sturm und Wellen ich' nieich Heil und Kraft zum ew'gen mals untergehn. Leben; Vergebung meiner Sün- 3. Der Grund, d'rauf ich denschuld, der Beifall Gottes, mich gründe, ist Christus und seine Huld ist mir durch ihn ge- sein Blut, bei ihm allein ich geben. Ich steh' im Glauben, finde das ew'ge wahre Gut. An bin ein Christ, an dem nun mir und meinem Leben ist nichts nichts verdammlich ist. auf dieser Erd', was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Mir widerfuhr Barmherzigkeit, mit himmlischer Zufriedenheit lohnt Gott mich schon hienieden. Ich bete, voll von Zuversicht, mich schreckt kein Tod und kein Gericht, mein Geist fühlt Gottes Frieden. Gott, ewig ist mein Herz nun dein und ewig deine Gnade mein. 4. Er ist mein Ruhm und Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn er in mir nicht wäre, hätt' ich den Frieden nicht; in ihm fann ich mich freuen, hab' einen Heldenmuth, darf das Gericht nicht scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 5. Ich weiß, worauf mein Glaube ruht; nichts raubt mir 5. Sein Geist wohnt mir im meinen Trost und Muth, nicht Herzen, regieret meinen Sinn, Leiden, nicht Gefahren. Durch vertreibt mir Sorg' und Schmerden ich Alles hier vermag, du, zen, nimmt allen Kummer hin; Gott, wirst bis auf jenen Tag und wenn sich hier und dorten mein Erbtheil mir bewahren. Gefahr und Schrecken find't, Ja du, der mich berief, bist vertritt er mich mit Worten, die treu: hilf, daß ich's auch im unaussprechlich sind. Glauben sey. 6. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh', und wie er hat erbauet dort eine neue 241 Stadt, wo Aug' und Herzenes Geist, mit gleicher Ehr schauet, was es geglaubet hat. 7. Da ist mein Theil und Erbe mir prächtig zugericht't, wenn ich einst fall' und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Verseufz' ich auch hienieden mit Thränen manche Zeit, mein Jesus und sein Frieden durchsüßet alles Leid. Vom Glauben. furcht preise. 3. Laß von dem großen Gnadenheil den rechten Sinn mich fassen, daß der nur an dir habe Theil, dem du die Schuld erlassen. Hilf, daß ich geh' auf richt'gem Steg; du selbst, Herr Jesu, bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. 4. Ist auch mein Glaube noch so klein, ein Senfkorn, kaum zu merken, wollst du doch wirksam in mir seyn und sei nen Wachsthum stärken. Das schwache Rohr zerbrichst du nicht, verlöschest kein noch glimmend Licht, bist mächtig in den Schwachen. 8. Mag denn die Welt vergehen mit ihrer Pein und Lust; ich werde Christum sehen, deß bin ich mir bewußt; nichts fann von ihm mich scheiden, nicht Leben und nicht Tod, mich ruft zu seinen Freuden dereinst mein Herr und Gott. 9. Mein Herz ist voller Freude und kann nicht traurig seyn, ich 5. Herr, durch den Glauben weiß von keinem Leide, seh' lau- wohn' in mir, daß er, zu deinem ter Sonnenschein. Die Sonne, Preise, in guten Werken für und die mir lachet, bist du, Herr für sich fruchtbar hier erweise; Jesu Christ, und was mich fröh- daß ohne Trug und Heuchelei lich machet, ist, was im Him- er durch die Liebe thätig sey, mel ist. dem Nächsten treu zu dienen. 6. Insonderheit gieb mir die Kraft, daß einst an meinem Ende ich übe gute Ritterschaft, in dir den Lauf vollende. Was du begonnen hast, vollführ', daß sich mein Glaube dort bei dir verwandle, Herr, in Schauen. Mel. Herr Jesu Christ, ich zc. Gottes Sohn, 439. D Herr Jesu Christ, du meiner Seele Leben! Was mir zum Glauben nöthig ist, kann ich mir selbst nicht geben; drum hilf du mir von oben her, den wahren Glauben mir geMel. Du, o schönes ic. währ' und laß mich d'rin be- 440. Schweiget, bange harren. Zweifel, schwei2. Lehr' du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich mit Freuden, Jesu, dich den Sohn des Höchsten nenne, und den, der uns zum Himmel weist, des Vaters und des Sohget, mein Erbarmer ist getreu, und sein Geist in mir bezeuget, daß ich Gott versöhnet sey. Mir drohn nicht der Hölle Flammen und will mich mein Herz verdammen, täuschen soll mich nicht 242 Vom Glauben. sein Schmerz; Gott ist größer,[ sizet, auf mich sieht, mich mächals mein Herz! 10 tig schüßet, mich vertritt, mich nie verstößt, mich aus aller Noth erlöst. 2. Er, der das Verborgne kennet, schaut auch in mein Herz hinein, weiß, wie es vor 7. Fest am Glauben will ich Sehnsucht brennet, ganz sich halten, wird auch Alles mir seinem Dienst zu weihn; sieht geraubt; Gottes Gnade laß den Kummer meiner Seele, der ich walten und erhebe froh mich beugt, so oft ich fehle; und mein Haupt. Mich soll keine nicht meiner Zweifel Wahn, mei- Schmach, kein Leiden je von nen Glauben steht er an. seiner Liebe scheiden. Darauf 3. Und wie nie sein Urtheil steh' ich felsenfest, daß Gott wanfet, wanft auch nie sein ew's nimmer mich verläßt. ger Rath. Rühmet, Christen, danket, danket! groß ist, was er an uns that. Und den Sündern, den gab er seinen 4. Mir auch ist sein Sohn gegeben, durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben und in ihm einst selig seyn. Mich sah Gott von seinem Throne, mich erwählt' er in dem Sohne, eh' noch seiner Allmacht Ruf mich und alle Wesen schuf. wo Eingebor'nen; wahrlich, wahr- meine Schuld betrübt, wo ich lich, Alles giebt Gott, der in blick' auf Jesu Wunden, fühle, dem Sohn' uns liebt. wie er mich geliebt! Dann entweicht der Zweifel Heer, Furcht bedränget mich nicht mehr und der Geist der Kraft und Wahrheit naht sich mir in Himmelsklarheit. 5. Wer will ferner den verflagen, den Gott selber aus erwählt? Wer darf zu. verdammen wagen, den er zu den Soinen zählt? Hier ist Gott, nichts kann mich schrecken, seine Gnade will mich decken; war ich 3. Aber der verlor'nen Tage gleich der Sünde Knecht, er, sind noch immer gar zu viel, mein Gott, spricht mich gerecht. wo ich müd' am Abend flage: 2. Dann entwind' ich mich dem Staube, schaue sehnend himmelwärts; auf zu Gott schwingt sich mein Glaube, betend öffnet sich mein Herz; Christi Geist durchdringet mich und vertritt mich kräftiglich. Bald strömt Friede, Heil und Segen mir von Gottes Thron entgegen. nende 6. Theuer bin ich ihm erwerben, Heil mir, hier ist Jesus Christ, er, der auch für mich gestorben, auch für mich erstanHeute keinen Schritt zum Ziel! Das ist noch der Geist der Welt, der mich so gefangen hält. Diese Knechtschaft, Herr, zerstöre, daß den ist; der zur Rechten Gottes ich ganz dir angehöre. Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. 441. eyd geſegnet, heil'ge Vom 243 Mel. Wie wohl ist mir, o 2c. Bei solchem Reichthum deiner 442. Shab' ich nun den Güte, wie wird mein lechzendes Welt erfüllt! O Herr, ich bin viel zu geringe, zu unwerth folcher hohen Dinge! Ich habe nichts, was vor dir gilt. Fels erreichet, wo- mit rauf mein Glaube sicher ruht; den Fels, der keinen Stürmen weichet und keiner wilderregten Fluth. Er kann vor der Gewalt der Wellen, selbst vor der ganzen 5. Nun laß die Tiefen imMacht der Höllen mir Schuß mer brausen; es wüthe ungeund Sicherheit verleihn. Mein stüm das Meer! Ich sehe ohne Herz, verbanne Furcht und Grauen! Hier kannst du dir nun Hütten bauen, nur hier muß deine Wohnung seyn. Furcht und Grausen auf aller finstern Mächte Heer. Der Tod selbst kann mich nicht erschrecken, mein Fels, mein Heiland wird mich becken, auch in der allerbängsten Zeit. Ihr Berge möget untergehen, mein Fels bleibt ewig, ewig stehen, auf ihm ruht meine Seligkeit. Glauben. 2. Mich warf die Menge meiner Sünden wie ein empörtes Meer herum; ich ward ein traurig Spiel den Winden, ward des Verderbers Eigenthum. Mir drohte furchtbar mein Gewissen mit grauenvollen Finsterniffen, mit ew'ger Qual und Seelennoth. Ich sah mich schon mit Angst und Beben der off'nen Hölle hingegeben, und rang mit Leben und mit Tod. 3. Doch mitten in des Todes Nöthen erblickte Jesus meinen Schmerz; es drang mein thränenvolles Beten in sein erbar mend Mittlerherz. Er hielt mir vor sein Kreuz und Sterben und sprach: ich laß dich nicht verderben, tritt nur im Glauben fühn herzu. Geheilt bin ich durch seine Wunden, ich habe Trost bei ihm gefunden, und für mein Herz die wahre Ruh'. 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt himmlische Zufriedenheit, wenn wir es treu 4. Und wie so wohl ist meiner bewahren. Es spricht uns Trost Seelen nun, treuer Seelen- im Elend zu, es giebt dem müfreund, bei dir! Was könnte den Herzen Ruh', und stärkt mich noch länger quälen? Der uns in Gefahren. größte Schmerz liegt hinter mir. 4. Erhalte mir, o Herr, mein D2 stat Mel. Kommt her zu mir 2c. 443. So hoff ich denn mit festem Muth auf Gottes Gnad' und Christi Blut; ich hoff' ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht zur Seligkeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir und deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben, und erfüllet seyn von deines Geistes Gaben. 244 Vom Glauben. Hort, den Glauben an dein gött-| gebeten. Daß mein Mittler lich Wort, um deines Namens für mich spricht, das ist meine willen; laß ihn mein Licht auf Zuversicht. Erden seyn, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Trost erfüllen. ipnito 4. Würd' es Nacht vor meinem Schritt, daß ich keinen Ausgang wüßte, und mit un gewissem Tritt ohne Licht verzagen müßte: Christus ist mein Stab und Licht, das ist meine Zuversicht. ni Mel. O daß ich tausend 2c. ( ollt' er was sagen 444. und nicht halten? Sollt' er was reden und nicht thun? Kann je der Wahrheit Kraft veralten? Sein liebewal lend Herz je ruhn? O nein, sein Wort steht felfenfest; wohl dem, der sich auf ihn verläßt! 2. D'rum sucht bei dir die 6. Will der Herr durch strenge Seele Frieden, verleih' ihn du, o Zucht mich nach seinem Bild' geJesu, mir! Und trifft mich Prü- stalten, dennoch will ich ohne fung noch hienieden, behalte du Flucht seiner Hand mur stiller mich fest an dir, daß ich mit halten. Er übt Gnad' auch Glaubensfreudigkeit in dir voll im Gericht, das ist meine Zuende meine Zeit. versicht. 7. Seiner Hand entreißt mich Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. nichts; wer will diesen Trost 5. Mag die Welt im Mißgeschick beben oder ängstlich flagen; ohne Halt ist all' ihr Glück, wahrlich, sie hat Grund, zu za gen. Daß mein Anker nie zerbricht, das ist meine Zuversicht. mir rauben? Mein Erbarmer selbst verspricht's; sollt' ich seinem Wort nicht glauben? Jesus läßt mich ewig nicht, das ist meine Zuversicht. 445. Start ist meines Je su Hand, und er wird mich ewig fassen, hat zu viel an mich gewandt, um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht, das ist meine Zuversicht. Mel. O Gott, du frommer 2c. 2. Sieht mein Kleinmuth 446. Verfuchet euch doch auch Gefahr, fürcht' auch zu selbst, ob ihr im unterliegen: Christus beut die Glauben stehet, ob ihr auf ChriHand mir dar, Christus hilft stum nur und auf sein Vorbild dem Schwachen siegen. Daß sehet. Versuchet euch doch recht, mich Gottes Held versicht, das ob Christus in euch lebt, denn ist meine Zuversicht. Christi Leben ist's, wonach der Glaube strebt. 3. Wenn der Kläger mich verklagt, Christus hat mich schon vertreten; wenn er mich zu sich ten wagt, Christus hat für mich 2. Der Glaube ist ein Licht, im Herzen tief verborgen, bricht als ein Glanz hervor, scheint Vom Glauben. als der helle Morgen, erweiset Mel. Wer nur den lieben 2c. ſeine Kraft, macht Chriſto gleich 447. Wenn heiße Thrä wer ein war, wird durch ihn Gottes Kind. mir entflies ßen, mein Herz mit Angst und Schmerzen ringt, dann sink ich, Herr! zu deinen Füßen, und sinde, was mir Tröstung bringt; dann wird der Glaube mir ein Licht, das meines Kummers Nacht durchbricht. 2. Du Heiland bietest jedem Müden Erquickung, Muth 4. Er nimmt mit Freuden an, und Hoffnung an, und schenwas Gott im Wort verfündet: fest ihm den innern Frieden, den. der Zweifel muß entfliehn, die ihm die Welt nicht geben kann. Hoffnung wird begründet; die Durch dieses Friedens Kraft hält in jeder Noth sich an dem erfreut, wird ihm der Glaube Worte fest, daß Gott uns alle Seligkeit. Ding' zum Besten dienen läßt. 3. Auch wenn wir zweifelnd oft uns grämen, wenn Kleinmuth unsern Geist verstimmt, willst du uns Schwache nicht beschämen, so lang' ein Funke Glaubens glimmt; du fachst ihn an, du nährest ihn, und bald wird er von Neuem glühn. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, und will, was er empfing, gern Andern wiedergeben. Dieweil er überreich in Christo worden ist, preist er die Gnade hoch, bekennet Jesum Christ. 5. Im Glauben wissen wir, daß Gott den Sohn gegeben, der uns dem Tod' entreißt, und führt zum ew'gen Leben. Und weil wir Gottes Lieb' in seinem Sohn' erkannt, so ist von Gegenlieb' auch unser Herz entbrannt. 6. Die Liebe bringt empor, mit Gott sich zu verbinden, sie fann in ihm allein, was sie verlanget, finden. Den Nächsten liebet sie, wie Gott uns hat geliebt, und fluchet uns der Feind, ste segnet und vergiebt. 245 7. Gieb diesen Glauben mir, o Herr, verleih' ihm Stärfe; er bringe stets in mir die Frucht der guten Werke! Da, wo ein Feuer brennt, strahlt auch des Lichtes Schein; wo wahrer Glaube ist, da müssen Werke seyn. 4. Du stärkst die schon ge sunk'nen Hände, du stärkst des matten Kämpfers Fuß, giebst der Versuchung solch ein Ende, daß unser Dank dich preisen muß, und führeft durch die Prüfungszeit uns hin zu deiner Herrlichkeit. 5. Des Glaubens Kraft ist unsre Stärke, er überwindet eine Welt, und wirket in uns Gottes Werke und Tugend, die ihm wohlgefällt; und jeder Sieg, den er uns schafft, belebt das Herz mit neuer Kraft. 6. Verleih', o Herr, mir diesen Glauben, laß ihn in Liebe 246 Vom christlichen Leben zc. thätig seyn; nichts müsse dieses| gen. Du weißt gar wohl, was Heil mir rauben, fern bleibe je mir gebricht; ich bin entfernt der Heuchelschein; dann werd' von deinem Licht: hilf, Jefu, auch ich in jener Welt den Aus- dem Belad'nen. 0 erfor'nen zugefellt. 3. Du bist der Arzt, der Kranke heilt, und treulich ihrer pfleget; der Hirt, der zu den Schäflein Mel. Aus tiefer Noth schrei zc. 448. Wo foll ich hin? eilt, und sie zur Heerde träget. Wer nimmt mich und ermattet an? Wer führet mich zum Le mich; o heile, stärk' und weide ben? Wo Niemand, Herr, mir mich: hilf, Jesu, hilf dem helfen kann, kannst du mir Frie- Schwachen. den geben. Die sich verirrten, fucheft du; den Müden schenkst du wahre Ruh': hilf, Jesu, dem Verlass'nen. 4. Du rufft uns zu: ich bin das Licht! du sprichst: ich bin das Leben! die an dich glauben, dürfen nicht in Noth und Tod 2. Des Todes Leib beschwe- erbeben. D Herzog meiner Se ret mich, die Sünde macht mich ligkeit, steh' auch mir bei im zagen; o Lebensfürst, erbarme legten Streit, hilf, Jeſu, mir dich, nimm weg der Seele Pla- im Sterben. XIX. Vom christlichen Leben und Wandel im Allgemeinen. dong m Mel. Wachet auf, ruft 2c. ner Kraft! Strauchelt nicht hier 449. Auf, erhebet euch, in den Schranken! Ungläub'ge ihr Christen! zum nur bringt Furcht zum WanStreit müßt ihr euch mächtig ken; Muth ist des Glaubens rüsten; denn euer hat der Feind Eigenschaft. Und wer ermüden begehrt. Waffnet euch mit Got- will, schau' unverwandt aufs tes Worte, und Jeder kämpf Ziel. Da ist Freude! wohlan, an seinem Orte, damit ihr blei so sevd zum Kampf bereit, dann bet unversehrt. Drängt euch frönet euch die Ewigkeit. die Ulebermacht, nehmt Christi Fahn' in Acht! Ihm die Ehre! mit diesem Held, trotz aller Welt, behaltet ihr gewiß das Feld. 2. Laßt euch nicht die Lust bethören, die ihr dem Herrn wollt angehören, und stehet fest in fei 3. Dorthin führt die Todesbahre: d'rum streitet recht die wen'gen Jahre; wie kurz ist die fes Lebens Lauf! Wenn die Todten einst erstehen, die Sünder ihren Richter sehen, steht ihr zu ew'gen Freuden auf. Ja, ihr feyd Gott versöhnt; daß Vom christlichen Leben zc. 247 euch die Welt noch höhnt, währt| Sollten wir nun allhier nicht nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon euch beigelegt die Ehrenfron'. 4. Jesu, mächt'ger lleberwinder! dir nach zeuch die verlor'nen Kinder, die du erkauft mit deinem Blut! Stärk' in uns das neue Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Muth. Geuß auf uns deinen Geist, durch den die Liebe fleußt in die Herzen! So halten wir getreu an dir in Tod und Leben für und für. auch streiten für und für? 5. Wer der Sünde Knechtschaft liebet, der hat wenig Lust zum Streit; wer sich ihrem Dienst ergiebet, der versäumt die Gnadenzeit; Sündennacht, Höllenmacht hat ihn in den Schlaf gebracht. 6. Aber wen die Weisheit lehret, Freiheit sey des Christen Theil, wessen Herz zu Gott sich fehret, seinem allerhöchsten Heil, sucht allein ohne Schein Christi freier Knecht zu seyn. Mel. Meine Hoffnung stehet zc. Muf, ihr Christen, 450. Auf Christi Glieder, hanget fest an euerm Haupt. Auf! wacht auf! ermannt euch wieder, eh' der Feind die Seele| merdar. 3. Nur auf Christi Wort gewaget, mit Gebet und Wachsamkeit; dies allein macht unverzaget, und recht tapfre Krie gesleut'; Christi Wort ist der Hort, der uns schirmet fort und fort. 7. Gott giebt seinen frommen Knechten dort der Treue Gnadenlohn. In den Hütten der Gerechten schallet dann ihr Siegeston, wo fürwahr Gottes Schaar Christum lobet imraubt; denn er beut Kampf und Mel. Ach, was soll ich zc. Streit Christo und der Christenheit. 2. Folgt des Heilands Kreu- 451. Nuf, ihr Streiter, zesfahne, tranet seinem starken Arm! Tobt auch auf des Kam pfes Plane seiner Feinde wilder Schwarm; Christi Heer kann viel mehr, wenn es stehet um ihn her. 4. Seine Kraft hat schon empfunden vieler Heil'gen starter Muth, da sie haben überwunden durchgedrungen, auf, und folgt dem Heiland nach, selbst durch Marter, Tod und Schmach. Wie er sich hat aufgeschwungen, ringt ihm nach in seiner Kraft; er ist's, der den Sieg verschafft. 2. Kein Erlöster müsse sagen, ihm gebreche Kraft und Muth zu dem Kampf mit Fleisch und Blut. Alles soll der Jünger wagen, weil der Herr die Wunden heilt, und den Schwachen Kraft ertheilt. 3. Sind wir schwach: bei ihm ist Stärke; sind wir arm: der Herr ist reich; wer ist unserm fröhlich durch des Lammes Blut. Führer gleich? Seine Macht 248 Vom christlichen Leben ic. thut Wunderwerke; fagt, ob ift einsam, rauh und steil; ihn der nicht helfen kann, dem der deckt der Dornen Menge, doch Himmel unterthan? führet er zum Heil; er bringt uns ja an's Ziel! So wandeln wir denn weiter, und folgen un zu seyn, auf den Feind dringt ferm Leiter, mit ihm gelingt muthig ein, mag er drohen, uns viel. mag er stürmen; wißt, der Weg zur Seligkeit fordert Muth, Geduld und Streit.d 4. Ja, er kann und will uns schirmen; höret auf, verzagt 5. Ja, laßt getroft uns ge hen, der Heiland gehet mit; er selbst will bei uns stehen bei jedem fauern Tritt. D, habt nur Glaubensmuth, dann wird Gebet, bis ihr auf der Höhe mit Gnadenblicken er euer Herz steht. Wenn ihr Siegesfahnen schwinget, wenn der Erde Werk gethan, hebt des Himmels Wonne an. 5. Nun so wachet, kämpft und ringet, bleibet wacker im erquicken, ihr seyd in treuer Hut. Mel. Von Gott will ich zc. 452. Auf, Bilger! laßt 6. Auf! laßt uns fröhlich wallen, eins durch der Liebe Band, dem Herrn zum Wohlgefallen, in diesem Pilgerland. Wir wollen friedsam ſeyn, nicht auf uns eilen, dem Wege streiten uns ist im Verzug'; wozu das träge bösen Zeiten einander gern erWeilen? die Zeit enteilt im freun. Flug'! Auf! stärket euren Muth, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern, und denkt: das End' ist gut. 2. Es kann uns nie gereuen, sey noch so rauh der Pfad, wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Getrest sey Herz und Sinn, und jeder Pilger richte mit heiterm Angesichte den Lauf zur Heimath hin. 3. Daß wir der Welt nicht dienen, deß wollen wir uns freun; hier ist noch nicht erschienen, was wir einst werden seyn. Ihr Lieben, seyd nicht bang'! verachtet tausend Welten, ihr Toben und ihr Schelten, und geht nur euren Gang. 4. Der Weg ist oftmals enge, 7. Und sollt' ein Schwacher fallen, so tritt der Stärk're zu. Die Liebe dient gern Allen, und schaffet Trost und Ruh'. Schließt euch nur fester an, so wird es euch gelingen, das Schwerste zu vollbringen auf eurer Lebensbahn. Plom 7. Es wird nicht lange währen, d'rum haltet muthig aus, bald gehn wir ein mit Ehren in unsers Vaters Haus. Dort sollt ihr Müden ruhn, Gott schaun, mit allen Frommen zu eurem Heiland kommen; wie wohl, wie wohl wird's thun! Mel. Es wolle Gott uns 20. 453. Bewahr, o Gott, mich, daß der Vom christlichen Leben u. 249 Wahn nie mein Gemüth be- muß dich treiben, auf ewig sein thöre, als habe der schon g'nug zu bleiben. gethan, der dir giebt äußre 3. Wohin, wohin von dir, Ehre. Du, Ew'ger, bist ein o Jesu, gingen wir? Nein, reiner Geist, in dir ist lauter Geber ew'gen Lebens, die Welt Klarheit! Drum gieb, daß, wie lockt uns vergebens; sie kann dein Wort uns heißt, im Geist mit allen Schätzen, was du und in der Wahrheit wir gläu- giebst, nicht ersetzen. big dich anbeten. 4. Wie Manche zwar sind 2. Die fommen nicht in's schon von dir hinweggeflohn! Himmelreich, die Herr! zu Erst schwuren sie mit Freuden, Jefu sagen und nicht mit rech- sich nie von dir zu scheiden: tem Ernst zugleich der Heiligung doch in der Trübsal Tagen sah'n nachjagen. Nur die nach dei- wir sie dir entsagen. nem Willen thun, sind wahrhaft deine Kinder, sie läsfest du in Frieden ruhn, wenn heuchlerische Sünder von dir verworfen werden. 5. Wißt, daß ihr selbst euch haßt, wenn ihr von Christo laßt. Hier wird es euren Seelen an wahrer Ruhe fehlen; dort werdet ihr mit Grauen den ernsten Richter schauen. 6. Herr, stärke meine Tren', und mach' ste täglich neu, daß keine Last noch Mühe mich deinem Dienst entziehe; dann leb' ich ungeschieden von dir in ew'gem Frieden. 3. Darum laß mich vom Glauben nicht ein heil'ges Leben trennen; durch treue Uebung meiner Pflicht laß Jesum mich bekennen. Gieb, daß mein Glaube thätig sey und reiche Früchte bringe; daß ich, vom Joch der Sünde frei, mit Eifer darnach ringe, das Kleinod zu erlangen. Mel. Wer nur den lieben 2c. 455. Blick hin in die vergang'nen Zeiten, o Christ, mit ernstem, frommen Sinn! in der Erinn'rung noch bereiten sie dir den föstlichsten Gewinn, wenn sie dich lehren, daß allein die Heil'gung soll dein Streben seyn. Mel. Auf meinen lieben Gott zc. 454. ist du ein Freund des Herrn, so folg' ihm treu und gern! Einst schmückt er dich zum Lohne mit jener Ehrenfrone, die in dem ew'gen Leben er wird den Seinen geben. 2. Gedenke dankbar aller Freuden, womit dich Gottes Huld erquickt, doch dank' ihm 2. Doch weichen darfst du auch für jedes Leiden, das er nicht, dies fordert deine Pflicht; dir weislich zugeschickt, denn dich hat er sich erworben, als er Alles, was er an dir thut, ist für dich gestorben. Die Liebe ewig weise, ewig gut. 250 Vom christlichen Leben 2c. 3. Vergiß nicht, wie er dich wird dir zum Gewinn. Du beschüßte, wenn sich Gefahren gehst zu dem, der ewig liebt, dir genaht, dir schenkte, was und ew'ges Heil den Seinen dir wahrhaft nüßte, oft eh' es noch dein Flehn erbat, und wie er oft dir mehr gewährt, als je dein Wunsch von ihm begiebt. Mel. O daß ich tausend zc. gehrt. 456. Dem Heiland folgt, wer hier auf Gr 4. Denk an die große Zahl den mit Eifer nach dem Guten der Stunden, die Gott zu dei- strebt, und, daß er möge ſelig nem Heil dir gab; sind sie in werden, hienieden schon dem feinem Dienst verschwunden, Himmel lebt, stets vorwärts dann schrecken dich nicht Tod dringt und nie vergißt, wozu und Grab, dann ist die hinge- er auserkoren ist. schwund'ne Zeit gewonnen für die Ewigkeit. 2. Wie Jesus seines Vaters non Willen mit Luft und Freude 5. Denk an die gottgefäll'gen hat gethan, so wirkt bald sichtWerke, die du im Glauben hast bar, bald im Stillen der Fromgethan, dank' ihm für die verme Gutes, wo er kann; er lieh'ne Stärke und wandle fort auf seiner Bahn; dann giebt dir Zeugniß Gottes Geist, daß du ein Kind des Höchsten seyftas da net jeden Augenblick zu Got tes Ruhm und Andrer Glück. 6. Doch sieh' dabei auch voller Reue zurück auf deiner Sünden Schuld, such für die oft verletzte Treue Vergebung in des Mittlers Huld, und laß die Fehler, die dich reu'n, nun Mittel dir zur Weisheit seyn. 3. Ihn schrecken keine Hindernisse, durch Glaub' und Hoffnung stärkt er sich und seine heiligen Entschlüsse stehn fest und unerschütterlich; auf Jesum sieht er unverwandt und thut, was er für recht er fannt. 4. Er kämpft entschlossen für 7. O säume nicht, dieß kurze das Gute, gleich ihm, der für Leben dem weisesten Gebrauch das Gute starb und uns am zu weihn, es ward vom Schö- Kreuz mit seinem Blute zum pfer dir gegeben, hier guten Kampfe Muth und Kraft erSamen auszustreun. Dort reift warb. Die Liebe Christi, die die Frucht von deiner Saat, Vergeltung folgt der guten That for all ihn dringt, stärkt ihn, daß er den Sieg erringt. 8. Dann blickst du an des Lebens Ziele mit Ruh auf das Vergang'ne hin, bist selig schon im Borgefühle, und Sterben 5. Und steht er einst am großen Ziele, wo herrlich sein Erlöser thront, dann zählet er der Siege viele und alle werden ihm belohnt. Herr, unser Heiland, Vom christlichen Leben 2c. 251 führe du uns Alle diesem Zie- mir's gelingen, der große Wunle zu! der thut. massauthod 66. Ich Erdenpilger walle hier oft in finstrer Nacht; ach hilf, daß ich nicht falle, hab' immer auf mich Acht! Wenn ich im Straucheln bin, halt mich in deinen Schranken; wenn meine Schritte wanken, gieb du mich nicht dahin! 10 457. Die Mel. Von Gott will ich c. ie Fülle guter Gaben wohnt, Gott, bei dir allein, und was wir sind und haben, ist, Vater, Alles dein. Du Ursprung alles Lichts! du wollest Licht und Leben auch mir von oben geben. Giebst du, so fehlt mir nichts. 7. Laß du mein letztes Scheiden in Frieden, Herr, geschehn und zu des Himmels Freuden dereinst mich auferstehn. Auf ewig einst mit dir! o schenk 2. Seit ich, durch deine Gnade, mein Glend tief er kannt, hat sich vom Sünden- mir, Lebenssonne, aus Gnaden pfade mein Herz zu dir gewandt. diese Wonne! Ja, du gewährst O daß mich deine Kraft befte mir! and hous ન 12/ fest'ge nun und gründe, bis ich das Leben finde, das Jesus mir verschafft! Mel. Nun ruhen alle sc. sil 3. Laß niemals mich verges- 458. Du sollst in allen Sachen mit Gott sen die Größe meiner Schuld, den Anfang machen aus treuer auf daß ich mög' ermessen die Schuld und Pflicht. Wem haft Tiefe deiner Huld. Entflamme du Dank zu geben für alles Herz und Sinn, nach dir nur zu verlangen, dir einzig anzuhangen, durch den ich selig bin. Heil und Leben? Nur ihm; von dir entspringt es nicht. 2. Der Mensch mit seinem Tichten weiß wenig auszurichten, was gut zu heißen sev. Was will dein eitles Sinnen, du armer Staub, beginnen, steht dir nicht seine Hülfe bei! 4. Gieb mir den Geist der Liebe, der Sanftmuth und der Treu', daß ich aus reinem Triebe dem Nächsten hülfreich sey. Vor Allem gieb Gedeihn, die, so dich jetzt noch fliehen, zu dir, o Herr, zu ziehen, daß sie sich ganz dir weihn. 3. D'rum sey nicht zu verwegen auf deines Amtes Stegen, und fleuch den eig'nen Ruhm. Dir sollst du nicht ver= trauen, auf deine Kraft nicht bauen, sie ist ja nicht dein Eigenthum.hs& 5. Versucht zu neuen Sünden mich Satans Macht und Lift, so hilf du überwinden, der in mir mächtig ist. Mit 4. Schlag' an die Himmels dir kann ich voll Muth um jene pforten mit starken GlaubensKrone ringen; mit dir mußworten, da bitte Kraft dir aus; 252 daher wird Segen fließen, und reichlich sich ergießen auf dich und auf dein ganzes Haus. Vont christlichen Leben i. und binden; auch ich will überwinden. 6. Leb' ich in steter Traurigfeit, sind wenig gute Stunden in meiner furzen Lebenszeit: ich habe Gott gefunden! der tröstet mich gar süßiglich, will voll Geist, voll Kraft und Stär- mich vom Schmerz entbinden; ke, verleugnet sich, bezwingt d'rum kann ich überwinden. die Welt, zerstört des Satans Werke, kämpft innerlich und äußerlich; wo sich auch Feinde finden: er kann sie überwinden. 7. Und wie ich immer führte Krieg mit meinen Glaubenswaffen, so werden sie den letzten Sieg im Sterben mir verschaf fen. Ob Grab und Tod auch 2. Ich habe fruchtlos mich gequält, und gab mich fast ver- furchtbar droht, die Schrecken toren, bis ich den Helfer mir erwählt, deß Geist mich neu geboren. Wer will die Kraft, die Alles schafft, wer Christi Macht ergründen, durch die wir überwinden? bald verschwinden, und ich werd' überwinden. 8. Das Kleinod ist mir vorgesteckt, ich soll nur tapfer fämpfen. D'rum bleibt mein Arm stets ausgestreckt, mit 3. Auf Eitles war mein Gott den Feind zu dämpfen. Sinn gestellt, auf falsche Lust Nur unverzagt und frisch ge und Ehre, ich lebte nach dem wagt; ich seh' die Krone binLauf der Welt und nicht nach den, d'rum will ich überwinChristi Lehre. So ist's nicht den. Mela Was Gott thut, das ic. 459. in Christ, ein tapf rer Kriegesheld, mehr; Gott sey die Ehr'! Ich streite mit den Sünden und will sie überwinden. Mel. Nun ruhen alle 2c. 4. Die Menschen flößten 460. Einst selig dort zu werden, das ist Furcht mir ein, gefallen wollt' und bleibt auf Erden mein hei ich Allen; jetzt aber fürcht' ich liger Beruf. Gott, dem ich Gott allein, und will nur ihm freudig glaube, weckt mich einst gefallen. Der Menschen Gunst aus dem Staube, er, der aus ist eitler Dunst. Mag sich ihr Staube mich erschuf. Haß entzünden, doch werd' ich überwinden. 2. Die Erde, da wir wallen, oft straucheln, stehn und fallen, 5. Die Welt mit ihrem Spott ist nur ein Pilgerland; zum und Hohn erhebet mich zu Eh- Himmel soll uns leiten, zur ren, sie muß an meiner Him- Ewigkeit bereiten der Frommen mels- Kron' die Edelsteine meh- furzer llebungsstand. ren. Der Herr ertrug, daß man ihn schlug, er ließ sich schmähn 3. So soll nicht Lust noch Leiden von meinem Gott mich Vom christlichen Leben c. 253 scheiden, der ich unsterblich bin. nes Theil, Gott ewig Lob zu Was ist mein irdisch Leben? singen: so sey auch hier schon Wozu ist mir's gegeben? Wie unser Heil, für Alles Dank zu lange währt's, so ist's dahin! bringen. 4. Einst selig dort zu werden, das ist und bleibt auf Er den mein heiliger Beruf. So sey all' mein Bestreben, nur ihm allein zu leben, ihm, der zur Ewigkeit mich schuf. 8. Dort wird das große Ziel erreicht, vor unserm Herrn zu stehen; wer hier ihm als sein Jünger gleicht, soll, wie er ist, ihn sehen. D 9. D'rum hilf, Erlöser, uns schon hier, das Herz zu dir erheben, daß wir entschlafen einst in dir und ewig mit dir leben. 461. T Mel.' Ich dank' dir schon zc. rhebet, Christen, euren Sinn; was hangt ihr an der Erden? Schaut In eigener Melodie. fest nach eurem Ziele hin: ein 462. 8 glängzet der Chris muß himmlisch sten inwendiges 2. Was beut die Welt euch Leben, ob hier auch von außen lockend, an? Nur Tand und kein Schimmer sie schmückt; nicht'ge Dinge! Wer einen Him was ihnen der König des Himmel hoffen kann, schäßt irdisch mels gegeben, das wird nur Gut geringe. vom Auge des Geistes erblickt; 3. Wer Gott erkennt, der was Viele verachten bei irdisuchet ihn, kann nicht an Eitles schem Trachten, hat ihre erleuchdenken, lernt sich dem Joch der teten Sinnen gezieret und ste Sorg' entziehn und sich zum Ew'gen lenken. zu der himmlischen Würde geführet. 4. Auch wenn die Last der Erd' ihn drückt, wird er nicht muthloß zagen, er fennt ja den, der ihn erquickt und weiß sein Leid zu tragen. 2. Sie gleichen im Aeußern den Kindern der Erde, und tragen auch an sich des Irdis schen Bild, sie fühlen wie Andre der Menschheit Beschwerde, oft 5. Wo uns kein Schmerz sehn sie die Sonne der Freude mehr treffen kann, wo Lebens- verhüllt; sie stehen und wandeln, ströme fließen, dort schaut er sie reden und Handeln, wie Jehin, schaut himmelan, den der es treibet in zeitlichen DinSchmerz sich zu versüßen. gen, doch kann sie die weltliche Lust nicht bezwingen. 6. Dort haben wir ein ew'ges Haus, die Stätt' ist uns berei tet; dort theilt Gott seine Kronen aus: wohl dem, der tapfer streitet! 3. Denn innerlich sind sie von göttlichem Stamme, gebo ren aus Gott durch sein mäch tiges Wort; es lodert in ihnen die himmlische Flamme ente 7. Dort ist der Engel schö 254 Vom christlichen Leben ic. zündet von oben, genähret von und nach des reinen Geistes dort; die Engel, als Brüder, Sinn zu leben; zwar der Natur erfreun sich der Lieder, die hier geht es gar bitter ein, sich im von den Lippen der Frommen merdar in Christi Tod zu geben; erklingen, und bis in das himm- doch führt die Gnade selbst zu lische Heiligthum dringen. aller Zeit den schweren Streit. 4. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, fie bleiben ohnmächtig und schüßen die Welt, sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, sind arm, doch sie haben, was ihnen ge fällt; sie stehen im Leiden und bleiben in Freuden, sie scheinen ertödtet den äußeren Sinnen und führen das Leben des Glaubens von innen. 2. Du darfst nur werden wie ein Kind, du darfst ja nur die Liebe findlich üben. O blöder Geist, wie gut ist Gott gefinnt! das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben; d'rum zage nicht, und fürchte nicht so sehr, es ist nicht schwer. 3 Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit seiner Gnade fülle; der fromme 5. Wenn Christus, ihr Leben, Gott will ja nicht deinen sich wird offenbaren, wenn er Schmerz, die Unlust schafft in sich einst Allen in Herrlichkeit dir der Eigenwille; d'rum übers zeigt, dann wird auch den from- gieb ihn willig in den Tod, men und gläubigen Schaaren so hat's nicht Noth. die Krone des ewigen Lebens 4. Wirf nur getrost den Kumgereicht; sie werden regieren, mer hin, der ja das Herz vermit ihm triumphiren, wie leuch) geblich schwächt und plaget; tende Sterne des Himmels dort erwecke nur zum Glauben deiprangen, wenn aller Welt Schimnen Sinn, wenn Furcht und mer in Nacht ist vergangen. Weh an deinem Herzen naget; sprich: Vater, schau mein Glend gnädig an, so ist's gethan. 5. Faß nur die Seele in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merfest, und fehleft du noch oft aus eigner Schuld, so sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest, dann ist vor Gott dein findliches Versehn als nicht geschehn. 6. Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du ewige Sonne der inneren Welt, laß deinen verborgenen Weg uns erwählen, wie oft auch die Menge für thöricht ihn hält. Hier we nig geschäßzet und oftmals verletzet, hier stille mit Christo im Vater gelebet, das ist es, was einst uns zum Himmel erhebet. Mel. Es kostet viel zc. s ist nicht schwer, ein Christ zu seyn 463. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn Nacht und Finsterniß dich wird umge ben; dein Vater wird dir nichts zu Leide thun, du brauchst nie Vom christlichen Leben zc. 255 mals vor einem Sturm zu bezen träget. Sey hoch das Ziel, ben; ja, siehst du auch von die Gnade macht es leicht, daß Hülfe keine Spur, o glaube man's erreicht. nur! 4. Schon hier wirst du den Vater sehn, in seinem Anschaun sel'ge Lust empfinden, wirft über Zeit und Welt erhaben stehn, und dich mit Gott zu Einem Geist verbinden; schon hier er glänzet dann dein Angesicht im Himmelslicht. 7. So wirst du bald den Morgen sehn, du wirst dein Heil in voller Klarheit schauen; wie du geglaubt, wird dir alsdann geschehn, und Gott erfüllt dein findliches Vertrauen. O Seele, sich, wie doch ein wahrer Christ so selig ist! 8. Auf, auf, mein Geist, was säumest du, dich deinem Gott ganz findlich zu ergeben? Geneuß, o Herz, der süßen Himmelsruh', im Frieden sollst du bei dem Vater leben. D'rum sey dies deine Sorg' und Müh' allein, ein Christ zu seyn. di In eigener Melodie. 464. € 8 18 foftet viel, ein Christ zu seyn und nach des reinen Geistes Sinn zu leben; denn der Natur geht es gar bitter ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; auch ist's mit Einem Kampf, den wir vollbracht, nicht ausgemachten 2. Auf müssen Christen gehn, wohin sie ihren Fuß hienieden setzen; da kostet's Müh', auf seiner Hut zu stehn, soll tödtlich nicht der gift'ge Stich verlegen. Wer hier nicht wacht und betet immerdar, kommt um fürwahr. 5. Dort schaust du einst die Weisheit ganz, die dich mit Mutterliebe stets geführet; dich frönet Gott mit jenem Perlenfranz, der Christi Streiter nach dem Kampfe zieretum Was nie ein menschlich Auge hier gesehn, wird dort geschehn.he one th 6. Auf, auf, mein Geift, et müde nicht, dich aus der Nacht der Finsterniß zu reißen. Was sorgest du, daß dir's an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft dir Gott verheißen. Wie gut wird sich's doch nach der Arbeit ruhn, wie gut wird's thun! 3. Doch ist es wohl der Mühe werth, wenn man mit Erust die Herrlichkeit erwäget, die hier und ewiglich ein Mensch erfährt, der reinen Himmelssinn im HerMel. Herr, nicht schicke deine sc. 465. as geben, was ihr bittet, will ich geben. Ge het nur den rechten Steg, folget, ich bin selbst der Weg. Michy müßt ihr zum Führer wählen, sucht ihr Ruh' für eure Seelen; lernt von mir, im Herzen rein, sanft und reich an Demuth seyn. 2. Ja, Herr Jeſu, deinen Willen sollt' ich freudiglich erfüllen, denn der Weg zur Seelenruh' und die Wahrheit selbst bist du; sollte nimmermehr mich 256 Vom christlichen Leben zc. schämen deine Last auf mich zu uns nahn, um das Kleinod zu nehmen, folgen sollt' ich, doch empfahn. Hier laß uns dir wer schafft dazu mir, dem gläubig trauen, dort dein AntSchwachen, Kraft? liz selig schauen; jenes gieb uns in der Zeit, dieses in der Ewigfeit. 3. Herr, du selbst giebst Kraft und Stärke zur Vollbringung guter Werke, d'rum kann ich dir folgen nach, bin ich von Natur gleich schwach. Will auch die Welt umstricken und 466. dir, Heiland, mich entrücken: täuscht mich ihre List doch nicht, denn du leuchtest mir, mein Licht. 4. Niemals will ich, Herr, dich lassen, fest im Glauben dich umfassen, deine Gnade stärket mich in der Treue gegen dich. Gern laß ich die Weltlust schwinden, um in dir mein Heil zu finden; was die Welt giebt, ist Betrug, wer dich hat, der hat genug. 5. Du bist vor uns hergegangen ohne Stolz und eitles Prangen, reich an Freundlichkeit und Huld, unter Sündern voll Geduld; ja, dich hat dein treues Lieben gar bis in den Tod getrieben, als der fünd'gen Welt zu gut floß am Kreuz dein theures Blut. Mel. Mach's mit mir, Gott zc. rüh oder spät des Todes Raub wird dieser Leib verderben: doch er allein sinkt in den Staub, mein Geist wird nimmer sterben. Dort wartet mein nach dieser Zeit Verdammniß oder Seligkeit. 2. Mit Furcht und Zittern soll der Christ nach seinem Heile ringen, nicht suchen, was auf Erden ist, hinauf zu Gott sich schwingen, getrost den Pfad der Trübsal gehn und der Versuchung widerstehn. 3. Ich weiß, daß ich noch laufen muß, noch bin ich in den Schranken; das Ziel ist fern, mein schwacher Fuß be ginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf meiner schweren Pilgerschaft! 6. Laß auch uns in solchen Schranken freudig laufen sonder Wanken, daß uns Lieb' und Freundlichkeit fest verbind' in dieser Zeit; laß uns selbst in Kreuz und Leiden nicht von dei ner Liebe scheiden, daß wir, Herr, auf dein Gebot treu dir folgen in den Tod. 5. Es sey mein Ruhm, dein Kind zu seyn und dein Gebot zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freun, von Her zen dich zu lieben; mein Trost, 7. Laß, o Herr, es uns ge lingen, unsern Lauf so zu volle bringen, daß wir froh dem Ziel auf deinen Schuß zu baun; 4. So lang'ich noch ein Fremdling hier in diesem Leibe walle, so schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und lenke meines Lebens Bahn durch deinen Geist zu dir hinan! Vom christlichen Leben 2c. 257 mein Hoffen, dich dereinst zu schaun. 4. Nur frisch an allen Enden die Arbeit angefaßt! Mit un6. Und dieser Hoffnung helles verdroßnen Händen sey wirksam Licht soll mir kein Zweifler rau- ohne Rast! Das ist der rechte ben; was meines Heilands Muth. Stren aus den edlen Wort verspricht, das halt' ich fest im Glauben; die er als Jünger hier erkannt, die reißet nichts aus seiner Hand. Samen, arbeit' in Gottes Namen, so keimt und wächst es gut. 7. Heil mir, daß ich dein ei gen bin, nichts fkann von dir mich scheiden; der Tod auch ist für mich Gewinn, er führt zu ew'gen Freuden. Gieb, daß ich dir im Leben treu, durch dich im Tode selig sey. 5. So wird von Stund' zu Stunde das Feld des Herrn gedeihn, und bald auf seinem Gründe kein Unkraut sichtbar seyn. Schlag' Alles aus dem Sinn, was sonst dich hielt gefangen, dein Wünschen und Verlangen, und gieb dich gänzlich hin. Mel. Aus meines Herzens 2c. tes Willen in 467. Seh' hin nach GotDemuth und Vertraun, lern das Gebot erfüllen, sein großes Feld zu baun! Frag' nach der Erndte nicht! Du darfst den Lohn nicht messen, mußt Freud' und Lust vergessen, nur sehn auf deine Pflicht. 2. Such' ich stets deinen Wil2. Willst du nur seyn gebor- len so eifrig zu erfüllen, als es gen, und vor der Welt geehrt, dein Wort gebeut? Fühl' ich der so kannst du nicht besorgen, was deinem Herrn gehört. Sieht Jemand auf Gewinn, und trachtet hier auf Erden nur glücklicher zu werden, der hat den Lohn dahin. Tugend Würde, und trag' ich ihre Bürde auch immer mit Zufriedenheit? Mel. Nun ruhen alle 2c. 468. Gieb, Gott, wenn ich dir diene, daß ich mich nie erfühne, darüber stolz zu seyn! Wer kann bei ſeinen Werken, wie oft er fehlet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 3. Entzieh' ich mich den Sünden auch stets aus rechten Gründen, aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. 3. Doch haft du deine Gaben dem Dienst des Herrn geweiht, so wirst du Augen haben, zu ſehn, was er gebeut. Das thue still und gern! Du darfst 4. Der Sünden meiner Junicht zaudernd wählen, nicht gend, der Mängel meiner Turechnen und nicht zählen; er gend, o Herr, gedenke nicht! ruft, du folgst dem Herrn. Willst du mit deinen Knechten, R 258 wie sie's verdienen, rechten, so trifft sie alle dein Gericht. Vom christlichen Leben xc. Himmel seh' und meine Hand erhebe; wenn ich zum Zeugen feierlich anrufe, Hocherhabner, dich, durch den ich bin und lebe: dann sey von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei. 199 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmähn, und frech mit 6. Wer gab mir, dich zu lieben, Lügen vor dir stehn, dann laß und dein Gebot zu üben, die Lust mein Herz erschrecken! Weh' und Freudigkeit? Wer stärkte dem, der wähnt, durch falschen meine Kräfte im Heiligungsge- Eid die Schmach der Ungerechschäfte? Wer gab mir Muth tigkeit hier vor der Welt zu dekund Sieg im Streit? fen! Weh' ihm, er stürzet freventlich in ewiges Verderben sich. 7. Du schaffft, daß ich dich wähle, du lehrest, wenn ich 4. O Seele, wenn du noch fehle, mich meine Schuld be dich liebst, bedenk', was du reun; du ziehst mich ab von zum Pfande giebst: dein Glück, Sünden, und läßt mich Gnade dein ew'ges Leben! Verwirf finden, und giebst zur Bess'rung nicht mit Verwegenheit dein das Gedeihn. Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dir's wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Welt? Nichts, hat sie, das dich schadlos hält. 8. Sollt' ich mich deß erheben, was du mir, Herr, gegeben? Hab' ich zum Lohn ein Recht? Könnt' ich auch Alles üben, was du mir vorgeschrieben: wer bin ich? ein unnüßer Knecht.. 5. Doch wenn auch, dir zur Ehre, rein meine Tugend wäre: weß ist dies Eigenthum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? Mel. O Ewigkeit, du sc. du 469. ott, der bu ſelbst die Wahrheit bist, vor dir, der rein und heilig ist, soll ich nur Wahrheit sprechen. Dich täuschet nie ein falscher Mund, des Lügners Frevel ist dir fund, und einst wirst du ihn rächen; laß darum stets mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit seyn. 2. Gott, wenn ich schwörend vor dir steh', hinauf zu deinem 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trost nicht, wenn ich sterbe: wer wird mich dann von Qual befrein? Dann besser, nie geboren seyn. 6. D'rum soll nicht Ehre, Gut und Geld, und nicht die Macht der ganzen Welt mich blenden und verführen; und drohte mir auch Schmerz und Leid, ich will doch meine Seligkeit muthwillig nicht verlieren. Es gilt fein Vom christlichen Leben 2c. 239 Leid, kein Glück der Zeit, nein, meinem Fleiß in jenes Leben es gilt Gott und Ewigkeit. folge. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. eilig, heilig ist 470. Gott ist's, der das 471. H Vermögen schafft, dein Wille; heidas Gute zu vollbringen; er lig, Vater, dein Gebot! Dir giebt zur Arbeit Luft und Kraft, gehorcht in tiefer Stille deine. und läßt sie wohl gelingen. Schöpfung, großer Gott! Die Was mit des Höchsten Willen im Himmel dir lobsingen, stehn stimmt, wird, wenn man's um deinen Thron- bereit, freuen freudig unternimmt, nicht ohne sich der Seligkeit, deinen WilFortgang bleiben. len zu vollbringen. Nur der Mensch erkennt es nicht für sein Heil und seine Pflicht. 2. Gott segnet den, der eifrig strebt, vor ihm gerecht zu werden, und treu nach seinem Willen lebt, schon gnädig hier auf Erden; er reicht ihm dar mit milder Hand in seinem Amt, Beruf und Stand, was ihm wahrhaftig nüßzet. 2. Dir gehorchet nah und ferne aller deiner Welten Heer, deine Sonnen, deine Sterne, Sturm und Donner, Erd' und Meer! Alles dienet deinem Willen! Alles, Schöpfer, was du 3. Gott ist der Frommen schufft, eilt und drängt sich, Schild und Lohn, er krönet sie wenn du rufft, dein Gebot, mit Gnaden; was sollte ihrer Herr, zu erfüllen. Nurdes MenFeinde Hohn und Mißgunst ih- schen Herz allein will die nicht nen schaden? Mit seinem Schuß gehorsam seyn! bedeckt er sie, und stärket bei des Lebens Müh' ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 3. Oft empört sich seine Seele stolzen Muthes wider dich; deine göttlichen Befehle wirft er frevelnd hinter sich. Du sollst ihn nicht mehr regieren! Klug genug nach seinem Wahn, wählt er selbst sich eine Bahn, die ihn soll zum Heile führen, und geht mit bethörtem Sinn auf verkehrten Wegen hin. trachten. 4. Bater, lehr' uns All em5. Mein Vater, ich befehle pfinden, wohin eigner Wille dir die Werke meiner Hände! führt! Lenk' uns ab vom Pfad Sey überall, mein Gott, mit der Sünden, deren Lust nur mir, daß ich sie wohl vollende! hilf, zu deines Namens Preis, daß mir die Frucht von Tod gebiert! Machy' uns deinen. Willen wichtig! Jeden Irrweg hilf uns fliehn, der uns könnte R 2 4. D'rum gieb, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß deinen Weg ich gehe. Laß mich, wie mir's dein Wort gebeut, nach deines Reichs Gerechtigkeit vor allen Dingen 260 Vom christlichen Leben 2c. dir entziehn, denn dein Weg al- zu deinem Himmelreich hinan! lein ist richtig! Machy' im Geist Erhalt' in Gnaden meinen uns täglich neu, und in guten Gang gewiß und fest mein LeWerken treu! benlang, daß unverführt vom Weltverkehr ich wall' auf deiner Spur einher. 5. So wird hoch verherrlicht werden deine Weisheit, Huld und Macht, und dein Wille hier 2. Denn ohne dich und dei auf Erden wie im Himmel froh nen Geist bin im Gedräng' ich vollbracht! Alle Werke deiner hier verwaist. Wohl mir, wenn Hände werden unterthan dir ich nach deinem Sinn mit Got seyn, alle deinem Dienst sich tes Freunden selig bin, und fern weihn bis an deiner Schöpfung mich halte von der Schaar, die Ende, bis die Fülle dieser Zeit meiner Seele droht Gefahr. eingeht in die Ewigkeit. 472. Her Mel. Seelenbräutigam zc. err, du gingst voran auf der Le bensbahn, und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen; hin zum Vaterland leit' uns deine Hand. 4. 3u leicht erstirbt im Weltgewühl des Herzens besseres Gefühl. Des Geistes Ruf wird überhört, des Wortes Saat im Keim zerstört. Und wer verbürgt die künft'ge Zeit, die uns Ersatz des Schadens beut? 5. Wie Mancher strauchelt, wankt und fällt, durch Beispiel, Witz und Spott der Welt! Durch sie gewinnt das Böse Muth, und leichter siegen Fleisch und Blut. Der Afterweisheit frecher Scherz verführt durch Hohn manch züchtig Herz. 6. Entwöhne mich dem Weltgewühl, richt' Aug' und Herz auf's ew'ge Ziel, das nur der reine Sinn erreicht, der nicht zum breiten Weg entweicht, und der vom Geist der argen Welt err, führe mich durch deinen Geist sich rein er2. Soll es hart ergehn, hilf uns feste stehn, daß wir nie in schweren Tagen unter'm Kreuze muthlos klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rührt ein eigner Schmerz irgend unser Herz; kümmert uns ein fremdes Leiden: Herr, gieb du Geduld zu beiden! Rich te du den Sinn auf das Ende hin! 4. Ordne lebenslang also unfern Gang! Halt uns auch auf rauhem Wege stets in deiner trenen Pflege! Und nach solchem Lauf thu dein Reich uns auf. 3. Ein Umgang, welcher schuldlos schien, zog Manchen zum Verderben hin. Ein Augenblick Ergöglichkeit stürzt oft in grenzenloses Leid. Herr, hilf mir, daß ich wachsam sey, und schüße mich vor später Reu. Mel. Vater unser im 2c. 473. auf guter Bahn hält. H 1 Vom christlichen Leben 2c. 7. O wer, von dir als dein erkannt, in dir sein Heil und Leben fand, dem fehlt nie Licht in Dunkelheit, der Freund nicht in der Einsamkeit. Verließ' ihn gleich die ganze Welt, du, du bist's, der ihn schadlos hält. 261 über Alles wichtig achten, und nach meiner Heiligung mit dem regsten Eifer trachten; denn mein harrt vielleicht noch heut das Gericht der Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh' mir bei, so zu wandeln auf der Erde, daß ich reich an Früchten sey, und einst reif zum Himmel werde; und ist einst mein Ende da, o so sey mit Trost mir nah! In eigener Melodie. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. 474. H err, ich hab' aus deiner Treu, mir zum noch Zeit in Händen. Sieb, daß ich befliſſen ſey, fie 475. Hensonne, wahrerr auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft haftes Lebenslicht, gieb Leben, deiner Vorsicht Wink mich ruft. Licht und Wonne dem blöden 2. Unaussprechlich schnell entfliehn die mir zugezählten Stunden! Wie ein Traum sind sie dahin, und auf ewig dann verschwunden; nur der Augenblick ist mein, deß ich mich noch jetzt kann freun. 3. Laß mich dieser Flüchtig keit meiner Tage nie vergessen! O wie wichtig ist die Zeit, die du mir hast zugemessen, da, was hier von uns geschieht, ew'ge Folgen nach sich zieht! 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, jede Stunde auszukaufen, und zu wirken dir zum Preis, eh die Zeit des Heils verlaufen, die zu meiner Seligfeit deine Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Geduld trage mich hier nicht vergebens; nein, mich weise deine Huld auf den ernsten Zweck des Lebens, daß für meiner Seele Wohl ich ftets forge, wie ich soll. 6. Laß mich meine Besserung Angesicht. Nur du kannst mich erfreuen, und meinen Geist erneuen, o Herr, versag' mir's nicht. 2. Vergieb mir meine Sünden, demüthig bitt' ich dich; laß Trost bei dir mich finden, und hilf mir gnädiglich. Laß deine Friedensgaben die bange Seele laben; mein Jeſu, höre mich. 3. Vertreib' aus meiner Seele den alten bösen Sinn, daß ich nur dich erwähle zum seligen Gewinn. Dir will ich mich ergeben, und dir zu Ehren leben, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntniß in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständniß durch dein heilsames Wort, damit ich an dich gläube, in deiner Wahrheit bleibe, und wachse fort und fort. 5. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus 262 Vom christlichen Leben 2c. innerm Triebe dich ewig lieben Ehr' allein mein Endzweck sey, kann, und dir zum Wohlgefal- ob, was ich thu', auch niemals len beständig möge wallen auf mich geren', und ob ich stets an rechter Lebensbahn. meinen Taufbund denke, ob ich auch heil'ger werd', und reich an frommer That, und völlig Muth; das sind die Gnaden sey bereit, wenn sich mein Ende werke, die dein Geist in mir naht. 6. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und thut; mein eigenes Beginnen, 4. Du bist, mein Gott, nicht mein Denken und mein Sin- ferne von uns Allen, erfüllst mit ' nen ist nimmer recht und gut. deiner Gegenwart die Welt; 7. Du Geber aller Gnaden, dies reize mich, zu thun, was du Brunnquell aller Treu, dir gefällt, dies warne mich, wend' allen Seelenschaden, und in Sünden nicht zu fallen; dein mach' mich täglich neu; gieb, heil'ges Recht sey stets vor meidaß ich deinen Willen beständig nem Angesicht, und deine Gnamög' erfüllen, und steh mir kräf- de sey mein Trost, mein Heil, tig bei. mein Licht. Mel. Mein Salomo, dein 2c. err, lehr' mich 476. H thun nach deinem Wohlgefallen, dein guter Geist führ' mich auf ebner Bahn, daß ich dich mehr und mehr erkennen kann, und mit dem Sinn schon hier im Himmel wallen. Hilf, daß ich fort und fort im Glauben stark und treu, und rein von Eigenlieb' und schnöder Weltlust sey. 5. Mein Seligseyn laß mich mit Zittern schaffen, was eitel ist, mit allem Ernste fliehn; und kann ich mich dem Kampfe nicht entziehn, so reiche du mir deines Geistes Waffen, und in Versuchung steh mit deiner Kraft mir bei, daß ich nicht zaghaft bald, und bald vermessen sey. 2. Kein Heuchelschein, kein falt noch laulich Wesen beflecke mich, dir sey mein Herz geweiht, und rechter Ernst sey meine Frömmigkeit. Zu deinem Dienste hast du mich erlesen, d'rum leuchte mir, o Herr, dein Licht auf meinem Gang, daß ich hier empfinden deine Hülf' und durch Sinn und That dich preise Lebenslang! 6. Was du verhängst, davor soll mir nicht grauen, ich scheue nichts, fein Leiden, keine Noth; ich will getreu dir seyn bis in den Tod; ich darf ja dir und deiner Kraft vertrauen: die Sorge, die uns drückt, den Kummer, der uns plagt, kennst du, und hilfst gewiß, wie du uns zugesagt. 7. Laß mich schon hier von deinen Gütern schmecken, schon Macht, bis du hindurch zum Himmel mich gebracht, dann 3. Gieb, daß ich stets mein wird ein Lob das andere erwekSorgen darauf lenke, ob deine ken; und selig schauet dann in Vom christlichen Leben 2c. 263 deines Himmels Licht auch mein| noch lebe. Er ist zum Vorbild verklärtes Aug' dein herrlich An- mir gestellt, ich sterbe mit ihm gesicht. dieser Welt, weil ich mich ihm ergebe. Mel. Kommt her zu mir sc. 477. err, meiner Seele großen Werth, den mir dein heil'ges Wort er Flärt, laß mich mit Ernst bedenfen, daß ich sie ehre, wie ich soll, und auf die Sorge für ihr Wohl mög' allen Eifer lenken. 7. Durch ihn kann ich mich dein erfreun, und ewig dir vereint zu seyn zum höchsten Gut mir wählen. Mich stärket deines Geistes Kraft; im Kampfe meiner Ritterschaft fann mir der Preis nicht fehlen. 2. Welch Heil hast du ihr zugedacht; wie viel hat deine ( nad und Macht schon hier an 478. Her unſrer SeMel. Eins ist Noth, o Herr 2c. erzog ligkeiten, führ ste gewendet! Du sie, Herr, dein Bild zu seyn, und haft uns, um es zu erneun, den Sohn herabgesendet. uns in dein Heiligthum, hilf, daß wir uns recht bereiten, zu verkünden deinen Ruhm. Laß unsere Bitte dein Herze jetzt rühren, du hast uns erkaufet, du wirst uns auch führen; wir wol len dem Vater zum Opfer dastehn, und mit dir durch Leiden zur Herrlichkeit gehn. 3. D'rum aufwärts richte sich mein Sinn, weil ich ja nur ein Pilger bin für kurze Zeit auf Er den. Durch Glauben and Gott seligkeit soll größerer Vollkommenheit ich einst theilhaftig werden. 4. 3u solchem Ziele willst du mich durch dieses Leben väterlich nach kurzer Mühe führen. laß mich nicht durch eigne Schuld die Frucht von deiner Lieb' und Huld, das ew'ge Heil 2. Er hat uns zu dir gezogen, und du zogst zu ihm uns hin; so hat Liebe überwogen unsers Herzens starren Sinn. D'rum wollen wir freudig in dir auch absterben der Welt, und des eigenen Herzens Verderben; in deinen Tod, Herr, laß gepflanzet uns seyn, sonst dringen wir nimmer zum Leben hinein. verlieren. 5. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir; d'rum schaff', o Gott, ein Herz in mir, das alle Sünde has ſet, die Schuld vor dir mit Ernst bereut, und dann mit voller Freudigkeit auf Christum Hoff nung faffet. 3. Denn noch immer sucht die Sünde so viel Ausflucht überall, wie sie unsern Willen binde, und bereite uns den Fall. Es bleibet das Herz an dem 6. So leb' ich denn im Glau- Kleinsten noch kleben, und will ben schon an meinen Heiland, sich nicht völlig zum Sterben erdeinen Sohn, was ich im Fleisch geben, es wendet Entschuldigung 264 Vom christlichen Leben 2c. überall vor, wir leihen der Täu- doch in seiner Pein mein ganzes schung ein williges Ohr. Selbst ertödtet seyn. 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe, und mich in deinem Willen übe, jedoch ist von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 4. D'rum, du Todesüberwinder, nimm dich unser mächtig an, greife du in's Herz der Sünder, reiß heraus den falschen Wahn. O laß sich dein neues erstandenes Leben in 4. Ich muß noch mehr auf unsern erstorbenen Herzen er dieser Erden durch deinen Geist heben, laß deine vollkommene geheiligt werden, der Sinn muß Klarheit uns sehn, auf daß wir tiefer in dich gehn, und unbeals neue Geschöpfe erstehn. weglich muß ich stehn. 5. Kehre die zerstreuten Sin- 5. Ich weiß mir zwar nicht nen aus der Vielheit in das Ein', selbst zu rathen, hier helfen nichts daß sie wieder Raum gewinnen, der Menschen Thaten; wer nur von dir erfüllt zu seyn. Ach macht sein Herz wohl selber wirf du die Mächte der Finster- rein? Es muß durch dich ge niß nieder, erneue die Kräfte des Geistes uns wieder, daß er aus der Fülle der Gnaden sich nähr', und muthig sich gegen die Anfechtung wehr'. wirket seyn. 6. Doch kenn' ich wohl dein treues Lieben, du bist noch immer treu geblieben; ich bin gewiß, du stehst mir bei, und machst mich von mir selber frei. 6. Lebensfürst, so lieb' und labe die begnadigte Natur; wirfe fort mit deiner Gabe in der neuen Creatur! Dein Eden erblüh' in den Seelen der Deinen, und bald laß die selige Stunde erscheinen, wo du dich in allen Erlösten verklärst, und Allen auch hier schon das Leben gewährst. Mel. Zeuch meinen Geist zc. ier legt mein Sinn 479. der, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; Herr, dein erfreuend Angesicht verbirg vor meiner Armuth nicht. 7. Indessen will ich treulich kämpfen, und stets die falsche Regung dämpfen, bis du ersiehest deine Zeit, und giebst mir Frieden nach dem Streit. 8. D'rum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater ,. ganz befehlen; ach drück' es fest in meinen Sinn, daß ich in dir nur selig bin. 9. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke, und mich in deine Tiefe geblickt, und in des Herzens Grund erquickt. 10. So wächst der Eifer mir im Streite; ich habe schon des 2. Schau her, ich fühle Sieges Beute, und fühle, daß mein Verderben, laß mich in es Wahrheit ist, daß du die Christi Tode sterben; o möchte Liebe selber bist. 265 Mel. Meinen Jesum laß ich sc. immelan geht unHerrn gebeut, das ist eure Seligkeit. 480. Hire Bahn, wir ſind 2. Nicht aus Sinais GewitGäste nur auf Erden, bis wir tern donnert hier des Herrn Gedort zum Kanaan durch die Wü- bot, daß die Herzen bang erzitste kommen werden. Hier ist tern, weil es Zorn und Strafe unser Pilgrimsstand, droben droht. Selig preisend thut sein unser Vaterland. Mund euch den Sinn des Vaters kund. Vom christlichen Leben 2c. 2. Himmelan schwing' dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen, und du kannst, was irdisch heißt, nicht zu deinem Ziel erlesen. Wer da weiß, woher er stammt, ist fürs Ew' ge nur entflammt. 3. Himmelan! ruft Gott mir zu in des heil'gen Wortes Lehren; das weist mir den Ort der Ruh, dem ich einst soll angehören. Wähl' ich dies zur Leuchte mir, wandl' ich schon im Himmel hier. 4. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon auf wärts steigt, über Sonnen, über Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 3. Selig sind die geistlich Armen, denn das Himmelreich ist ihr; ihnen öffnet voll Erbarmen Gott der ew'gen Gnade Thür. Da wird ohne Maaß gewährt, was ihr sehnend Herz begehrt. 4. Selig sind, die Leid empfinden auf des Lebens schmaler Bahn. Ihre Traurigkeit wird schwinden, reicher Trost wird sie umfahn; denn sie wirkt zur Seligkeit Reue, welche nie gereut. 5. Selig sind, die sanften Muthes, und in Demuth milde sind; sie erfreuen sich des Gutes, das kein Troß und Streit gewinnt. Durch der Sanftmuth stille Macht, wird das Schwerste leicht vollbracht. 5. Himmelan wird mich der 6. Selig sind, die hier mit Tod in die rechte Heimath füh- Schmachten dürften nach Geren, da ich über alle Noth ewig rechtigkeit; die nach. Gottes werde triumphiren. Jesus geht Reiche trachten, nicht nach Gümir selbst voran, daß ich freudig tern dieser Zeit. Wo der Born folgen kann. des Lebens quillt, wird ihr Seelendurst gestillt. Mel. Liebe, die du mich zc. ört das Wort voll 7. Selig sind, die voll Erbarmen auf der Brüder Leiden Liebe, und den Schwachen, Kranken, Armen freudig eilen beizustehn. Noch vor Gottes Thron erfreut einst auch sie 481. das zu euch der Heiland spricht; hört's und prüft des Herzens Triebe bei des Wortes hellem Licht! Was der Mund des Barmherzigkeit. 266 Vom christlichen Leben zc. 8. Selig sind die reinen Her- 3. Dein Sohn hat mich mit zen, die nicht Sünd' und Welt seinem Blut erkauft, nicht daß umstrickt, die mit schnöder Lust nicht scherzen, weil nur Heil'ges fie entzückt. Einst im reinen Himmelslicht schaun sie Gottes Angesicht. ich nur der Hölle möcht' entgehen: dein Ebenbild soll neu in mir entstehen, dazu bin ich mit deinem Geist getauft. 4. Mein Leib und Seel' soll als dein Eigenthum von dir, o Gott, und deiner Gnade zeugen; der Mund soll nimmer meinen Dank verschweigen, der Thaten Stimm' erhebe deinen Ruhm. 5. Möcht' ich zu meinem Trost des Glaubens Kraft an 10. Selig sind, die als Ge- seinen Früchten doch beständig rechte dulden Kreuz, Verfol- merken, so reizt' ich Andre auch gung, Schmach, als des Herrn zu guten Werken, erbaute sie getreue Knechte bis zum Tod' durch das, was ich geschafft. ihm folgen nach. Groß ist dort, vor Gottes Thron, seiner Uleber winder Lohn. 9. Selig sind, die Frieden bringen, Schuld und Kränkung übersehn, Feindeshaß mit Huld bezwingen, für Verfolger segnend flehn. Trifft sie auch der Menschen Spott: seine Kinder nennt sie Gott. 11. Seyd ein Salz, ein Licht der Erde, laßt der Wahrheit Früchte sehn, daß durch euch verherrlicht werde euer Vater in den Höhn. Ob der Erdball unter geht, sein Gebot, sein Wort besteht. 6. So leb' ich ganz in deines Sohnes Reich, wenn ich nicht Herr zu meinem Herrn nur sage, nein auch sein Joch und seine Lasten trage, ihm an Geduld und auch an Treue gleich. 7. Nimm Alles weg, was dir, o Gott, mißfällt, was mich noch fann aus deinem Himmel schließen, und laß mich reichlich alles Heil genießen, was der erfährt, der an dein Wort sich hält. Mel. Wie schnell verstrich zc. fühle ich 482. I felbst verdient es mel. Valet will ich dir geben u. nicht, daß du, Gott, dem Ver- 483. bringen, das ist ch Leben derben mich entrissest; denn wenn du mir nach meinen Thaten missest, spricht mich des Todes schuldig dein Gericht. hier mein Beruf, soll nach dem Himmel ringen, für welchen Gott mich schuf. In dieser Welt voll Sünden soll ich nur ihm mich weihn, im Glauben überwinden, und dann erst selig seyn. 2. Die Gnade nur in Chrifto macht mich frei; nun kann ich dich in guten Werken preisen, und durch den Fleiß der Heiligung beweisen, wie hoch ich dir, o Gott, verbunden sey. 2. Das hat in frühen Jahren. mich Gottes Wort gelehrt, und bald hab' ich erfahren, nur das Vom christlichen Leben 2c. 267 sey meiner werth. Ich sah im bens, furchtbar die Macht, die Herbsten Leide bewährt der Gläub'gen Muth, sah, welche ine Freude auf dem Gehorsam ruht. mich täglich bedroht. Stehst du mir, Jesu, nicht schüßend zur Seite, wie könnt' ich kämpfen und siegen im Streite? 3. Ich sah die Streiter Gottes, die sich der Lust entsagt, troß alles frechen Spottes in Kämpfen unverzagt; ich sah, wie jener Krone schon hier ihr Herz sich freut, vertrauend reichem Lohne nach treu vollbrachter Zeit. 4. O Gott, auch mich verlanget in deinem Reich zu seyn; doch meine Seele hanget noch nicht an dir allein. Den Him mel möcht' ich erben, doch lieb' ich noch die Welt. O Herr, welch ein Verderben, das mich gefangen hält! 5. Ich wandl' auf deinem Wege, doch unftät ist mein Sinn; bald werd' ich matt und träge, bald schleich' ich muth los hin. Zum Ziele möcht' ich dringen, doch schlummr' ich oft mals ein; ich lasse nach zu ringen, und will doch Sieger sein. 6. Möcht' ich an dir nur han gen, o Gott, allein an dir! du hast es angefangen das gute Werk in mir; o möcht'st du mir nun senden zur Hülfe deinen Geist, und gnädig so vollenden, was mir dein Wort verheißt. In eigener Melodie. 484. Jeffre efu, hilf siegen, du Fürste des Lebens; sieh, wie ich schweb' in Gefahren und Noth; schwach ist mein Wollen, mein Ringen verge 2. Jesu, hilf stegen; ein sündlich Verlangen kämpfet in mir mit des Höchsten Gebot. Nimm du den Willen des Fleisches gefangen, bring durch dein Sterben der Sünde den Tod. Und daß mir möge, was gut ist, gelingen, gieb du das Wollen und gieb das Vollbringen! 3. Jesu, hilf siegen, sonst muß ich verzagen, wenn mein Gewissen das Urtheil mir spricht, wenn mich die Sünden der Jugend verklagen, und ich erbebe vor Gottes Gericht. Wenn solche Schrecken die Seele bestürz men, wollest du mich, o Versöhner, beschirmen. 4. Jesu, hilf stegen; wer mag sonst bestehen wider den trüglich verschlagenen Feind? Wer mag dem Vater der Lügen entgehen, wenn er als Engel des Lichtes erscheint? Du bist die Wahrheit, mein göttlicher Meister; lehr' mich sie finden, und prüfen die Geister! 5. Jesu, hilf stegen, hilf wachen und beten! Herr, durch dein Flehen, das Alles vermag, wollest du mich bei dem Vater vertreten! Hüter, dein Auge bleibt immerdar wach; wenn mich der Schlummer der Trägheit befallen, laß, mich zu wecken, dein Rufen erschallen! 6. Jesu, hilf stegen, wenn Alles verschwunden, was ich auf 268 Vom christlichen Leben 2c. Erden mein eigen genannt; den Harnisch: legt ihn an, so wenn auch die Freunde, sonst könnt ihr muthvoll stehen. treu mir verbunden, falt und entfremdet sich von mir gewandt. Dennoch soll nimmer mein Herz sich betrüben, bist du, o Jesu, mein Theil nur ge blieben. 4. Mit seiner Hölle Graun umhüllt, schießt Satan Flammenpfeile. Ergreift, ergreift des Glaubens Schild, schüßt euch mit Christi Heile. Mit diesem Helm deckt euer Haupt, kämpft mit des Geistes Schwerte; das ist es, was kein Tod euch raubt, das mächtige, bewährte. 7. Jesu, hilf siegen, wenn einst ich soll sterben, mache von Furcht vor dem Tode mich frei, zeige das Reich mir, das der soll ererben, der bis au's Ende geblieben dir treu. Laß auch zuletzt mich im Kampf nicht erliegen, reiche die Hand mir, o Jesu, hilf siegen! Mel. Was mein Gott will zc. 485. hr Mitgenossen, auf zum Streit, damit uns Gott belohne! Es gilt das Reich der Herrlichkeit, der Ueberwinder Krone. Der Weichende wird nicht gekrönt; wie hat der Herr gestritten! Die Sieger nur hat er versöhnt, als er für uns gelitten. 2. Miterben, haltet an und seht empor zum großen Lohne; denn nur durch unsre Feinde 5. Wer überwindet, soll den Tod, den ew'gen Tod nicht sehen; verging' er auch in seiner Noth, dort wird er nicht verge hen. Nach dieses Lebens fürzem Streit, nach seinen kurzen Leiden, wird euch der Unschuld weißes Kleid, Gerechtigkeit, bekleiden. 6. Ach Hüter, ist die Nacht bald hin, die dunkle Nacht der Erden? Wenn ich einst Ueberwinder bin, wird Licht das Dunkle werden. Dann seh' ich in dem Lebensbuch, Dank sey dir! meinen Namen. Des Kampf's, des Leidens ist genug, erlöset bin ich, Amen! geht jener Krone. Mel. Herzliebster Jesu 2c. B tauſend auch zur Rechten 486. Gott, nicht zu er euch, zur Linken tausend sänken: getrost, ihr kämpft für falten, will ich mich stets zu Gottes Reich; er wird die Kraft euch schenken. deinen Freunden halten; gestärkt, ermuntert wird mein Herz mit ihnen dir froher dienen. 3. 3war groß ist unsers Kampf's Gefahr, doch laßt uns nicht erschrecken. Mit uns ist Gott, und wunderbar wird uns 2. Ein reger Trieb zur Heiligung verbinde uns in dem Kampfe wider Welt und Sünde, daß sein Schild bedecken. Er stärkt, der Versuchung Reiner unterder mächtig stärken kann, wenn wir um Hülfe flehen; er reicht liege, daß Jeder siege. 3. Laß ihren Eifer in der Tu Vom christlichen Leben 2c. gend Werken auch meinen Fleiß und für, denn das Himmelreich und meinen Eifer stärken, um ist ihr; die sich selbst gering hier nicht, wenn sie dein Werk mit schäßen, wird Gott einst zu EhFreuden treiben, zurück zu ren setzen. bleiben. 3. Selig sind, die Leide tragen, daß sie täglich sich vergehn, die voll Wehmuth es beklagen, wenn sie Andre straucheln sehn: Gott, voll Langmuth und Geduld, decket ihre Sündenschuld, und sie sollen hier auf Erden, mehr noch dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, die, mit Sanftmuth angethan, willig Hohn und Troß verschmerzen, auch dem Feind' in Liebe nahn: Gott, der mächtig helfen kann, nimmt sich ihrer Sache an; Allen, die zum Schuß ihn wählen, wird's an feinem Gute fehlen. 5. Selig sind, die eifrig strezur Heiligung entflammen, und ben nach des Herrn Gerechso einst Alle durch vereintes Rin- tigkeit, daß ihr ganzes Thun gen zum Himmel dringen. und Leben nie von Unrecht sey entweiht; deren Herz nichts mehr begehrt, als was Gottes Gott wird Mel. Freu' dich sehr sc. Dommt und laßt 487. en Herrn euch ihr Verlangen stillen, fte mit lehren, kommt und lernt aus seiner Gnad' erfüllen. seinem Wort, welche Christo 6. Selig sind, die voll Erangehören, als die Seinen hier barmen mitempfinden fremde und dort: die im Glauben fest Noth; gern sich wenden zu bestehn, freudig Gottes Wege dem Armen, brechen freundlich gehn, in des Heilands Liebe ihm ihr Brod, und, wo Rath brennen, und ihn ohne Scheu und That gebricht, im Gebet bekennen. ermüden nicht. Solche werden Hülf empfangen, und BarmHerzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden reines Herzens jederzeit, gepreist: Heil folgt ihnen für die in Werken und Gebehrden 4. Laß mich mit Lust den Nath der Weisen hören; gieb, daß sie gern und freundlich mich belehren, und brauch' ich Trost, mich, ihren Miterlösten, voll Mitleid trösten. 5. Gieb, daß sie warnend mir zur Seite gehen, und, fall' ich, bald mir helfen aufzustehen, daß deine Bahn mit neuem Muth ich walle, und dir gefalle. 6. Sind wir nicht darum Einès Leibes Glieder, nicht Alle deine Kinder, Alle Brüder, daß wir einander fördern in dem Streben, dir, Herr, zu leben? 269 7. O darum laß, die du gefügt zusammen, einander stets 2. Selig sind, die Demuth haben, und sich fühlen arm im Geist, sich nicht rühmen ihrer Gaben, daß Gott werd' allein 270 Vom christlichen Leben ic. lieben Zucht und Heiligkeit: Treuer Jesu, bleib' bei mir, geh' folche, denen nicht gefällt die voran, ich folge dir. unreine Lust der Welt, sondern die sie ernstlich meiden, werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die friedlich leben, und in frommer Einigkeit; die, wo Streit sich will erheben, ihn zu schlichten sind bereit: wer den Brüdern Liebe lehrt, ist dem Gott des Friedens werth; d'rum, die Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 2. Laffet uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich! Nach dem Leide folgen Freuden, Armuth hier macht dorten reich; Thränenfaat bringt Heil und Wonne, Hoffnung tröstet mit Geduld, denn es scheint durch Gottes Huld nach dem Regen bald die Sonne. Jesu, hier leid' ich mit dir, dort gieb deine Freude mir! 3. Laffet uns mit Jesu ster9. Selig sind, die still er ben; sein Tod wehrt dem ew'gen dulden Schmach, Verfolgung, Tod, rettet uns von dem VerAngst und Pein, die hier- leiderben, das dem sichern Sünden ohn' Verschulden, und das der droht. Laßt uns sterben, Kreuz des Herrn nicht scheun: weil wir leben, sterben unsern sey der Trühsal noch so viel, Lüsten ab: so wird er uns aus fezzet Gott doch Maaß und Ziel, dem Grab in des Himmels Leherrlich wird er sie belohnen, mit ben heben. Jesu, sterb' ich, sterb' des ew'gen Lebens Kronen. ich dir, daß ich lebe für und für. 10. Leite mich zu allen Zeiten, Herr, und steh mir fräftig bei, daß so hoher Seligfeiten, ich aus Gnaden fähig sey. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub' an deinen Sohn, und durch deines Geistes Stärke mich befleiße guter Werke. 4. Lasset uns mit Jefu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wieder geben. Jesu, unser Haupt du bist; wir sind deines Leibes Glieder! Wo du lebst, da leben wir, ach, erkenn' uns für und für, Seelenfreund, für deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. Mel. Sollt' ich meinem zc. 488. Paffet uns mit Jeſu Laſſet ziehen, seinem Vorauf Mel. Dwie selig seyd ihr doch 2c. bild folgen nach, in der Welt 489. ebet, Chriſten, ſo der Welt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach! Lasset daß ihr Christo möget ähnlich uns zum Himmel reisen, ir- werden, der aus dem Leiden. disch noch schon himmlisch seyn, ging zum Vater in das Reich glauben recht und leben rein, der Freuden. Glauben in der Lieb' erweisen. 2. Seht auf die mit eifrigem Vom christlichen Leben 2c. Mel. Zeuch meinen Geist 2c. Verlangen, die ihm nach und euch sind vorgegangen; schaut an ihr Leben und das Beiſpiel, 490. Mein Gott, ach lehre das sie euch gegeben. mich erkennen, wer Jesu Jünger sey zu nennen; und wirk' in mir zu deinem Ruhm das ächte, wahre Christenthum. 2. Hilf, daß ich dir mich ganz ergebe, daß ich mir sterb' und dir nur lebe; vom Eigenwillen mach' mich frei, und mach' in mir, Herr, Alles neu. 3. Ulebet willig eures Meisters Lehren; folgt ihm nach, wollt ihr ihm angehören, entſagt dem allen, was der eitlen Welt nur kann gefallen. 4. Opfert ihm euch auf und eure Glieder, fallet unter'm Kreuze vor ihm nieder, im Kreuzesorden seyd ihr seine Knecht' und Ritter worden. 5. Haltet euch an ihn, da ihr müßt streiten, bleibt beständig, er steht euch zur Seiten, er hilft euch ringen, giebt euch Kraft, den Sieg davon zu bringen. 271 6. Er giebt auch, wenn ihr dereinst sollt scheiden, seinen Frieden in den letzten Leiden, und läßt euch hoffen, was auf Erden Niemand angetroffen. 3. Entreiße du mein Herz der Erden, laß Einen Geist mit dir mich werden; nimm mich zu deinem Opfer hin, und gieb mir meines Jesu Sinn. 4. Regiere, Vater, meine Seele, daß ich den schmalen Weg erwähle, dem Heiland folge treulich nach, und Ehre such' in Christi Schmach. 5. Verleih mir zur EntsaKreuz mich hefte, daß mit die gung Kräfte, daß ich an Christi Welt gekreuzigt sey, und ich dir immer bleibe treu. 7. Nur daß ihr im Glau6. Stärk' in mir Glauben, Hoffnung, Liebe, und gieb, ben muthig kämpfet, und in daß ich sie thätig übe, daß ich seiner Kraft die Sünde dämpfet, entfernt von Heuchelei, ein wahdie sich stets reget, und der Seele rer Jünger Jesu sen. heimlich Schlingen leget. 7. Gieb, daß ich so auf die8. Wer nun glücklich diesen ser Erde des Christennamens Kampf geendet, und den schwe- würdig werde; und wirk in mir ren Lauf zum Ziel vollendet, u deinem Ruhm das ächte, dem wird die Krone der Ge wahre Christenthum. rechtigkeit zum Gnadenlohne. Mel. Nun sich der Tag sc. 9. Also lohnt der Richter allen denen, die ihn lieben, und 491. Mein Gott, das sich nach ihm sehnen; er kennt die Seinen, die d'rauf warten, daß er wird erscheinen. Herz ich bringe dir zur Gab' und zum Geschenk; du forderst dieses ja von mir, deß bin ich eingedenk. christlichen Leben 2c. Sohn,| Heuchelei, zu Gottes Preis und Chr. 12. So nimm mein Herz zum Tempel ein, o Gott, schon in der Zeit, und laß es deine Wohnung seyn auch in der Ewigkeit. 272 Vom 2. Gieb mir, mein dein Herz, sprichst du. O welch ein heilsam Wort! Es zeigt den Weg zur wahren Ruh', zum Frieden hier und dort. 3. So nimm mein Herz, o Vater, an, verschmäh' die Gabe nicht, obgleich dem, was ich geben kann, der Werth vor dir gebricht. 4. Noch ist dies Herz voll Eitelkeit, und nicht vom Bösen es mit sich selbst im Streit, und fühlt nicht wahre 492. M prüfft des Her Mel. Wer nur den lieben 2c. Dein Gott, Reu'. 5. D beuge meinen starren Sinn, erweich' dies harte Herz, daß es vor dir sich werfe hin in Thränen und in Schmerz. 6. Dann rein'ge du, Herr Jesu Christ, mich durch dein theures Blut, weil du am Kreuz gestorben bist, mir und der Welt zu gut. 13. Dir geb' ich mich zu eigen hin, zu thun, was dir gefällt. Ich weiß, daß ich der Deine bin, der Deine, nicht der Welt. 7. Gieb mir nach deiner Mittlerhuld an deiner Gnade Theil; es ist zur Tilgung meiner Schuld doch außer dir kein Heil. zens Triebe, dringst in der Seele Tiefen ein; du weißt, ob ich dich wahrhaft liebe, und has sest allen falschen Schein. Du bringest Alles an den Tag, was noch so tief verborgen lag. 2. Bet' ich in deinem Heiligthume, so darf nicht bloß die Lippe flehn; und sing' ich, Herr, von deinem Ruhme, muß es aus Herzensgrund geschehn. Wenn sich mein Blick zum Himmel lenkt, sey auch der Geist in dich versenkt. 8. Mit dir, o heil'ger Geist, laß mich auch in Gemeinschaft 3. Die Frömmigkeit flieht seyn; ergieß um Chrifti willen jeden Schimmer, und sie bedich tief in mein Herz hinein. 9. Hilf, daß ich sey im Glauben treu an Christum, Gottes Sohn, und ihn bekenne sonder Scheu, troß seiner Feinde Hohn. darf des Scheines nicht. Der Fromme täuscht und heuchelt nimmer, und scheuet nie der Wahrheit Licht. Wer Gottesfurcht im Herzen hat, beweist es auch in Wort und That. 10. Hilf, daß ich sey im Hof fen fest, voll Demuth und Geduld; daß ich, wenn Alles mich verläßt, vertraue Gottes Huld. 4. Nicht ungestraft wird deiner spotten, wer heuchelnd spricht, er sey ein Christ. Du 11. Hilf, daß mein Lieben hast gedrohet, auszurotten, was lauter sey, und wachse immer von dem Geist der Lügen ist; mehr, dem Nächsten dien' ohn die sich durch frommen Schein Vom christlichen Leben c. erhöhn, die werden dort mit Schmach bestehn. 5. Was hilft es, vor den Menschen prangen, wenn mir dein Wohlgefallen fehlt? D'rum gieb, o Herr, daß mein Verlangen die lautre Wahrheit nur erwählt. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir, o schaff' ein reines Herz in mir! 6. Giebt mir doch nur ein gut Gewissen in Trübsal Trost und Freudigkeit, läßt mich getrost die Augen schließen, hinübergehn ohn' Angst und Leid. Schlaf' ich mit reinem Herzen ein, so werd' ich bei dir selig ſein. 273 gewissen Bahn aus Kraft in Kraft, und täglich himmelan. 5. Dir bleib' ich dann getreu im Thun und Leiden, und werde Sünd' und Unrecht ernstlich meiden. Mich fesselt nicht die schnöde Lust der Welt, ich suche nur, was, Heil'ger, dir gefällt. 6. Wie selig dann, wenn ich nichts mehr begehre, als einzig nur, Herr, deines Namens Ehre. Des Nächsten Glück, und mein zukünft'ges Heil ist dann die Frucht der Arbeit, und mein Theil. 7. Laß Alles wohl zu seiner Zeit geschehen, und hin auf's Ziel, das vor mir steht, mich sehen, daß gute Saat zur frø hen Ewigkeit durch all' mein Thun von mir werd'ausgestreut. 8. Wie fröhlich wird mein Herz, wenn jenes Leben den Glauben krönt, mein Vater, dich erheben! Wie sanft werd' ich dort nach der Arbeit ruhn, wie wohl wird mir die Freudenerndte thun. Mel. Der Tag ist hin, mein 2c. ein Vater, laß 493. Mein mich deine Gnade merken, und steb mir bei in allen meinen Werken. Gieb immerdar, daß ich auf dich nur seh', damit durch mich dein Wille stets gescheh. 2. Du wirkest selbst das Wollen und Vollbringen, durch dich allein kann mir mein Werk ge= Mel. Mach's mit mir 2c. lingen. Fang' ich's nur recht in 494. Mir nach, ſpricht Namen an, so ist zum Ziel der größte Schritt gethan. Held, folgt meinem Vorbild 3. Laß mir den Strom der Christen; verleugnet euch, verGnade reichlich fließen, und dei- laßt die Welt mit ihren eitlen Lünen Geist sich in mein Herz er- sten; nehmt auf euch Kreuz und gießen. O laß dies Herz nicht Ungemach und folget meinem mehr auf sich beruhn; in dir Wandel nach. allein kann ich das Gute thun. 4. Wenn so mich nur dein heil'ger Geist regieret, und mei nen Geist in alle Wahrheit führet; dann schreit' ich fort auf der 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchtet mir zu einem heil'gen Leben. Wem anders sollt' ich wohl, als dir, zu folgen mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren 271 Vom christlichen Leben zc. Wohl, und wie ich richtig wan- sich ihn zum Herrn erforen, daß deln soll. ste seinem Dienst sich weihn. Dazu weck' in unsern Herzen, Gott, der Buße sel'ge Schmer zen; mach' uns durch den Glauben neu, seine Frucht sey Lieb' und Treu. 3. Dein Herz ist ganz von Lieb' erfüllt, von Sanftmuth und von Güte; das Wort, das deinem Mund' entquillt, erquifket das Gemüthe; und dein erbarmend Herz entbrennt selbst für den Feind, der dich nicht fennt. 2. Immer sey die Hoffnung sehnlich, das Gebet an Andacht reich, unsere Sanftmuth Jesu 4. Du zeigst, was wahrhaft ähnlich, ihm das Herz an Deschädlich ist, lehrst uns die Sün- muth gleich; die Geduld unde meiden, und von des Her überwindlich, das Vertraun ens Trug und List uns reini- zum Vater kindlich. So bild' gen und scheiden. Du bist der uns zu Christi Ruhm, als sein Seelen Fels und Hort, und theures Eigenthum. führst uns zu der Himmelspfort'. 3. Unser Herz fey stets im Himmel, denn auch unser Schaß ist da. Wir entziehn uns dem Getümmel, sey in heil'ger Still' uns nah'! Laß sich unsern Sinn gewöhnen, sich nach jener Welt zu sehnen, denn dein auserwählt Geschlecht hat des Himmels Bürgerrecht. 5. Fällt's uns zu schwer, du gehst voran, stehst helfend uns zur Seite; du kämpfest selbst und brichst die Bahn, bist Alles in dem Streite. Ein Kriegsmann darf nicht stille stehn, sieht er voran den Feldherrn gehn. 6. Wer mehr, als dich, sein Leben liebt, wird's ohne dich wer's in deinen Dienft ergiebt, wird's hier ſchon 496. Na ligfeit laß, Mel. Aus tiefer Noth c. ach meiner Seelen himmlisch führen; wer dir nicht folgt in Kreuz und Leid, ist un- Herr, mich eifrig ringen. Sollt' werth deiner Herrlichkeit. ich die furze Gnadenzeit in Si 7. So laßt uns denn mit un- cherheit verbringen? Wie würd' serm Herrn, wohin er führet, ich einst vor dir bestehn? Wer in gehen, und wohlgemuth, getrost dein Reich wünscht einzugehn, und gern bei ihm im Leiden muß reines Herzens werden. stehen. Denn wer nicht kämpft, trägt auch zum Lohn des Lebens Krone nicht davon. 2. Wer erst am Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden fichet, und wenn er nicht mehr sünd'gen kann, zu deiner Gnade Mel. Jesu, der du meine Seele sc. fliehet, der geht den Weg zum Pöchten wir, aus Leben nicht, den uns, o Gott, 495. M Gott geboren, dein Unterricht in deinem Wort wahre Jünger Christi seyn, die bezeichnet. Vom christlichen Leben x. 275 3. Du rufft uns hier zur Hei- ihrem Dienst zu weihn; ich bin ligung, d'rum laß auch hier auf ein Christ, darf ich mich selaErden des Herzens wahre Besse- visch beugen? rung mein Hauptgeschäfte werden. Daß ich auf deinen Wegen geh', und im Gericht dereinst besteh', sey meine größte Sorge. 3. Es braust der Sturm, der Tag der Noth erscheint, und Tausend seh' ich schreckenvoll er zittern. Ich bebe nicht, im Hims 4. Was eitler Sinnenlust ge- mel ist mein Freund; ich bin ein fällt, fann nie uns wahrhaft Christ, mich fann fein Leid ers nüßen. Was hülfe mir's, könnt' schüttern. ich die Welt, und all' ihr Gut besigen, wenn ich dafür an mei nem Heil, an meines Wesens befferm Theil auf ewig Schaden litte? 4. Mir naht die Schaar, die sich von Gott verlor, ich soll mit ihr zu wandeln mich entschließen. Sie lockt und droht, ich schenk ihr nicht mein Ohr: Ich bin ein Christ, ich bleib' zu Jesu Füßen. 5. Was führt uns zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit auch selbst im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück, nur Gottes Gnade, nur der Blick auf jenes Lebens Freuden. 5. Dort naht sich mir des Kreuzes Christi Feind, hier lokken mich der Spötter freche Notten. Sie rufen laut, doch mir, mir winkt mein Freund. Ich bin ein Christ, sollt' ich mit ihnen spotten? In eigner Melodie. 6. O laß mich, Herr, der 6. Zwar thränenvoll ist mei Erde Tand und ihre Lüste flie- ner Wallfahrt Bahn, und reich hen, und jenem Ziel sey zuge wandt mein eifrigstes Bemühen. O stärke mich, mein Gott, dazu, so find' ich hier schon wahre Ruh', und dort das ew'ge Leben. an Pein, und arm an Glück und Freuden; doch tröst' ich mich: mein Herzog geht voran. Ich bin ein Christ, ich will mit Christo leiden. 7. Und wird mich einst, wenn es der Herr gebeut, mein letter icht diese Welt, die Tag zur des Grabes brin497. N'in ihr Nichts ver- gen, so sterb' ich dann mit Muth 1 ein geht, nicht Güter, die vor ihr und Heiterkeit. Ich bin als köstlich gelten, nicht eitles Christ, ich kann den Tod beGlück hat sich mein Wunsch er- zwingen. fleht. Ich bin ein Christ, ich suche beff're Welten! 8. Dann, wenn dereinst beim großen Weltgericht der Sünde Knecht' und Christi Feinde beben so tröstet mich des Glaubens Zuversicht: Ich bin ein Chrift 2. Ich bin bestimmt, des Königs Knecht zu seyn, vor wel chem sich der Erbe Fürsten neigen. Die Welt verlangt, mich ich werde ewig leben 52 276 498. Nicht Mel. Alle Menschen müssen 2c. icht nur streiten, überwinden muß, wer nach der Krone ringt! Vom christlichen Leben 2c. Mühvoll ist der Kampf der Sünden! Selig, wem der Sieg Mel. O daß ich tausend ic. Jugelingt! Ihn empfangen Zu- 499. Ziel er nieder auf des heißen Streits Gefahr, der sein Loos hienieden keiner ganz verloren geh'! Die unbenußten Stunden nagen das Herz noch spät durch Gram und Weh; und den entfloh'nen Augenblick bringt dann fein leerer Wunsch zurück. 2. Laß jeden Theil des kurzen heiß und schwer, schwerer, als Lebens, o Gott, mir werth und im Lauf der Zeiten ich ihn je- theuer seyn! Die Zeit verschwinde mals werde streiten: denn das nicht vergebens, die meinem Heil Schwert der Feinde ruht, trieft ich sollte weihn! Die kurze Luft nicht mehr von Christenblut. der Eitelkeit wird sonst zu spät von mir bereut. war. 2. Glorreich, Herr, hat überwunden deiner Zeugen glänzend Heer; und sie sahen dunkle Stunden, und ihr Kampf war Beben! Hilf mir dringen in dein Leben, du, der mir zum Heile starb, und mir Kraft zum Kampf erwarb! 3. Ueberwunden, überwunden hast du, Herr der Herrlichkeit! Todesschweiß und Blut und Wunden zeugen von dem ernsten Streit. Tausendfache Angst und Schmerzen lasteten auf deinem Herzen: dennoch unterlagst du nicht selbst dem härtesten Gericht. daß von meinen Lebenstagen doch 4. Wer kann das Geheimniß faffen? Wer? Wie hoch er sich auch schwingt! Gott hat seinen Sohn verlassen, welcher mit dem Tode ringt! Dennoch ist Triumph sein Ende; er giebt sich in Gottes Hände; schon umhüllt von Todesnacht, ruft er aus: Es ist vollbracht! 3. Vom schnöden Dienst der Nichtigkeiten, die Schaden bringen, nicht Gewinn, die gegen deinen Willen streiten, befreie gnädig Herz und Sinn! Ja, Herr, dein Diener will ich seyn; der Erde Tand ist mir zu klein. 4. Wenn mich die Last der Arbeit drücket, und Undank meiner Mühe lohnt, das Auge matt nach Ruhe blicket, und Sorg' und Kummer bei mir wohnt: so ift, zu thun, was Gott gebeut, doch ein Gedanke, der erfreut. 5. Was sind meine furzen Leiden gegen die, so Christus litt! und was gegen jene Freuden, die mir Christi Tod er 5. Noch ist es Tag; du wollst mich stärken in rechter gläub'ger Christentreu', auf daß ich zeig' in meinen Werken, wie heilig dein Gebot mir sey. Viel ist für mich noch hier zu thun; ich darf stritt! Und doch folg' ich dir mit nicht, eh es Nacht wird, ruhn. Vom christlichen Leben sc. 277 6. Ich faffe Muth, es eilt die| zen und die Banden, und alle Stunde: sie soll nicht ungenußt Angst des Todes überstanden; entfliehn! Es sey gelobt mit Herz und Munde, kein Leichtsinn störe mein Bemühn! Dem Herrn der Zeit und Ewigkeit sey jeder Augenblick geweiht! so ist gewiß, daß, wer nicht mit ihm stirbt, auch nicht die Frucht des Lebens mit erwirbt. 7. Dann seh' ich von der Laufbahn Ende einst froh auf meine Tage hin, und sage: Herr, durch deine Hände empfing ich, was ich hab' und bin; auch was ich that, ist ja nicht mein, dein sey der Ruhm, die Ehre dein! Mel. Der Tag ist hin 2c. 500. Menfchenkind! was trägst du in Gedanken? Nichts Sterbliches füllt ja der Seele Schranken! Nur dem, der recht an Jesum Christum denkt, wird, was sein Herz ersehnt, von Gott ge schenkt. 2. Er müsse stets dir im Gedächtniß schweben, der Spiegel seyn, darin du schaust dein Leben! Dein Herz und Sinn sey ganz zu ihm gewandt; durch ihn erst wird dir dein Beruf bekannt. 3. Da Christus ist zu deinem Heil geboren, so bleibe nicht im Irdischen verloren; so mußt auch du, durch ihn von Sünden rein, ein neuer Mensch, vom Geist gezeuget seyn. 6. Wie er empor zur himmlischen Erhöhung als Sieger drang nach seiner Auferstehung: so dringst auch du einst in sein himmlisch Reich, hängst du nur treu an ihm, und wirst ihm gleich. 7. Was ist es denn, daß wir uns seiner schämen, nicht seine Schmach mit Freuden auf uns nehmen? Er sendet uns, wie Gott ihn hat gesandt; was er empfing, wird uns auch zugewandt. 8. Wie unser Herr und Hei land hat gewandelt, nach welcher Art die Welt mit ihm gehandelt, das bleibt mit Recht auch seiner Knechte Zier, ihr höchster Ruhm, ihr Heil und ihr Gebühr. 9. Was er gethan in dem Erlösungswerke, das that der Held aus eigner Gottesstärke: Wir wirken auch, von seinem Geist beseelt; wir leiden mit, durch seine Kraft gestählt. 10. Durch seinen Sieg find wir nun Gottes Kinder, der Sünde feind, des Fleisches Ueberwinder; durch seinen Geist verkünden wir sein Wort, und fahren hin zum sel'gen Friedens4. Wie dir zu gut sein Leben er geführet, so folge du mit Geist und Kraft gezieret, in stillem port. Sinn, wie er in Demuth ging, und liebevoll, wie er die Welt umfing. In eigener Melodie. 5. Für dich hat er die Schmer- 501. Ringe recht, wenn Gottes Gnade 278 Vom christlichen Leben 2c. sich erbarmend zu dir kehrt, daß dig Krieg, sorgt nur, wie sie dein Geist sich ganz entlade von überwinde, kämpft, bis sie erder Last, die ihn beschwert. langt den Sieg. 2. Ringe, denn die Pfort' ist enge, und der Lebensweg ist schmal, immer stehn hier im Gebränge Christi Streiter allzu mal. 3. Kämpfe bis auf's Blut 12. Eilet, zählet Tag' und und Leben, dring', hinein in Got- Stunden, bis euch der Erlöser tes Reich; will dir Satan wider- winkt, und wenn ihr nun über-. streben, werde weder matt noch wunden, euch zum Schauen weich. Gottes bringt. 4. Ringe, deine Lieb' erglühe, halbe Liebe hält nicht Stand, daß dein Herz der Welt entfliehe, sey es ganz für Gott entbrannt. 5. Hast du nun die Perl errungen, denfe nicht, nun ist's gethan; noch ist Alles nicht bezwungen, was der Seele schaden fann. 6. Schaffe ja mit Furcht und Zittern deiner Seelen Seligkeit, laß dein Herz durch nichts erschüttern, wenn der Feinde Macht dir dräut. 7. Deine Krone halte feſte, halte männlich, was du hast, recht beharren ist das Beste, Rückfall bringt dir neue Laft. 8. Wahre Treu' liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, suchet Ruhe nicht und Pflege, hält sich selber nichts zu gut. 11. D'rum wohlauf, ihr tapfern Streiter! fämpfet recht, und macht euch Bahn, geht auf Christi Wegen weiter, denn so geht ihr himmelan. 9. Wahre Treu' kommt dem Getümmel eitler Weltluft niemals nah'; ist ihr Schaß doch in dem Himmel, darum ist ihr Herz auch da. 10. Wahre Treu' führt mit der Sünde bis in's Grab bestän13. Einst die Hülle abzulegen, sey euch Ruf zur Seligkeit, eilet freudig ihm entgegen, sprechet: Herr, wir sind bereit! Mel. Freu' dich sehr, o meine sc. chaffet, o ihr 502. Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie sich're Sünder, auf die ungewisse Zeit; unverweilt befehret euch, ringet nach dem Himmelreich, und bemüht euch hier auf Erden, wie ihr möget felig werden dies an euch ge Soll nun schehen, so bekämpfet Fleisch und Blut; und der Welt zu widerstehen, rüstet euch mit Kraft und Muth; Gottes Wille muß allein eures Lebens Richtschnur seyn, mag es eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glauben kämpfet; selig, wer im Kampf besteht, wer in sich die Sünde dämpfet, und den Reiz der Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frie Vom christlichen Leben c. 279 den nach. Wer den Himmel verhindern; nicht, fern von alwill ererben, muß zuvor mit Christo sterben. lem Heuchelschein, ein treuer Zeuge Jesu seyn? 4. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg' und lässig seyn, so kann es euch nicht gelingen, nie kann euch der Sieg erfreun. Ohne tapfern Streit und Krieg folget nimmer Ruhm und Sieg; nur dem Sieger reicht zum Lohne dort der Herr die Ehrenkrone. 2. Sollt' ich des Höchsten Wort verschweigen, nicht meinen Glattben offen zeigen, nicht vor der Welt bekennen frei, daß ich ein Jünger Chrifti fey? 3. Die sollt' ich Gottes Kinder nennen, die weder Gott noch Christum fennen? Nicht strafen sollt' ich unverstellt, was ihm, dem Heiligen, mißfällt? 5. An der Welt Gefallen tragen, findet nicht bei Christen statt; nach der Lust der Sinne jagen, macht des Geistes Kräfte matt. Wer sich nicht verleugnen kann, der gehört nicht Christo an; Christen müssen sich bequemen, Christi Joch auf sich zu nehmen. 4. Ja, mag die Welt mich schmähn und hassen, mich hart verfolgen, mich verlassen: ich achte ihrer Bosheit nicht, weil Gottes Stimme in mir spricht. 5. Sein ist das Amt, das ich verwalte; er treibt mich, daß ich nicht erkalte; er ist es, der mich wirken heißt, und Kraft giebt mir sein Freudengeist. 6. Wollt ihr werden Christi Glieder, die sein reiner Geist be wegt, so schlagt Alles in euch 6. Die Liebe Christi, die mich nieder, was sich noch von Sün- dringet, sie ist's, die mich im de regt; was euch ärgert, senkt Geiste zwinget, mit Rufen, in's Grab, was euch hindert, wer- Locken, Bitten, Flehn der Menfet ab; denket stets an Christischen Seelen nachzugehn. Worte: Gehet durch die enge Pforte. 7. Amen, es geschehe, Amen! Gott, versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen so den Kampf des Glaubens führ'. Er verleihe Kraft und Stärk', und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe, und empor zum Himmel dringe. 7. Für dich, o Herr, will ich mit Freuden die tiefste Schmach der Welt erleiden; mir bleibet bei der Bösen Hohn doch deiner Gnade reicher Lohn. 8. Hier ist mein Blut, hier ist mein Leben, es sey dir Alles hingegeben! Dein Wille soll an mir geschehn, laß mich nur deinen Ruhm erhöhn!. Mel. Zeuch meinen Geist 2c. Mel. Meinen Jesun: laß ic. 503. Sollt ich aus Furcht 504. Steil und dornig iſt vor der dern des Geistes Trieb in mir cher zur Vollendung leitet; felig 280 Vom christlichen Leben zc. ist, wer ihn betrat, und mit dir ohne Zwang; er hält dein frohem Muthe streitet! Selig. Wort aus reiner Liebe Drang. wer den Lauf vollbringt, und das hohe Ziel erringt. 3. Wie treu vollbrachte deinen Willen dein Sohn, der mir zum Muster vorgestellt! D möcht auch ich ihn so erfüllen, und gern mich selbst verleugnen 2. Den am Kreuz wir bluten sehn, Jesus hat dies Ziel errun gen, und sich zu des Himmels Höhn triumphirend aufgesammt der Welt! Wie Jesus schwungen; als er rief: es ist bis zum Tod' gehorsam war, vollbracht! war besiegt des To- bringt, wer dich liebt, sich selbst des Macht. zum Opfer dar. 3. Preis, du hoher Sieger, dir! Zieh dir nach die Schaar der Streiter! Wandeln sie durch Stürme hier; jenseit ist es still und heiter. Unsrer Hoffnung winkt der Lohn, Heiland, dort an deinem Thron. 4 Auf dann, Streitgenossen, geht muthig durch des Lebens Wüste! Seht auf euren Füh rer, fleht, daß er selbst zum Kampf euch rüste! Seine Got teskraft allein kann in Schwathen mächtig seyn. Mel. Dir, dir, Jehovah 2c. as bring' ich dir, 505. W o Gott, für Gaben, wenn mich dein Wohlge fallen soll erfreun? Gehorsam willst du von mir haben, kein Opfer sonst soll angenehm dir seyn. Du bist der Herr; o wär' ich ganz dein Knecht! Was du gebeutst, ist Alles gut und recht. 4. Doch, soll ich dein Gebot vollbringen, darf ich mit Fleisch und Blut zu Nath' nicht gehn; dies hat nur Lust an ird'schen Dingen, und will dem Trieb' des Geistes widerstehn. Denn, ach! in unsern Gliedern findet sich nur ein Gesetz, das streitet wider dich. 5. D'rum grabe du, Herr, dein Gesetze dem innern Menfchen tief und kräftig ein, daß ich nie deinen Bund verletze, und mich von Untreu' immer halte rein. Laß mich an deinem Joch mit Freuden ziehn, den Reiz der Welt mit weiser Vorsicht fliehn. 6. Sobald ich deine Stimme höre, sey auch mein Herz auf ihren Ruf bereit, daß ich dein Wort in Demuth ehre, und flügle nicht, wo es mir klar gebeut. Du willst, ich soll ein Hörer nicht allein, nein, auch des Worts getreuer Thäter seyn. 2. Ja, Gott, dein Recht ist, 7. Und endlich gieb mir auch zu befehlen, und mir gebührt, im Kreuze ein Herz, das deine gehorsam dir zu seyn. Laß mich Lasten willig trägt, daß ich dich das beste Theil erwählen, mein nicht zum Zorne reize durch Wille stimme mit dem deinen Murren, wenn du Leiden auf ein. Der wahre Christ gehorcht erlegt. Und züchtigst du: ich 281 Vom christlichen Leben c. sink an deine Brust, und alle 2. Viele sind hervorgezogen Last wird mir zur Himmelslust. aus der Drangsal wilden Wogen durch der Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist Gottes Mel. Herr ich habe ic. 506. Weg mit dem, was Rechte; wo ist einer ſeiner Knechte, der bei ihm nicht Net-. tung fand? Klugheit scheinet der bethörten, eitlen Welt, wenn's mich nicht mit ihm vereinet, dem ein findlich Herz gefällt, und der nur sich offenbaret, wo die Einfalt wird bewahret. 3. Scheinst du gleich von ihm verlassen, doch wird seine Hand dich fassen; glaube nur, und zweifle nicht! Kämpfe standhaft ohne Wanken, bald wirst du ihm freudig danken, bald durchströmt dich Kraft und Licht. 2. Was mich nicht zu Gott kann führen, was nicht ihn in mir verklärt, soll nicht meine Seele rühren, wie es auch die Welt verehrt; mit der wahren Weisheit Schäßzen kann nur Jesus mich ergößen. 3. Böses meiden, Gutes lieben, trachten nach Gerechtigkeit, Selbstverleugnung redlich lisch dich erfreut. üben, Christo folgen allezeit, das heißt wahre Weisheit haben, welche Seel' und Geist fann laben. 4. Darum sollst du niemals trauen jener falsch berühmten Kunst, nie auf eitle Weisheit bauen, die vergehet wie ein Dunst; ach wie bald, wie bald verschwindet, was sich nicht auf Jefum gründet. 4. Wende von der Welt die Blicke, schau' nicht seitwärts, nicht zurücke, nur auf Gott und Ewigkeit. Nur zu deinem Hels fer wende Herz und Augen, Sinn und Hände, bis er himm5. Schließ dich in die stille Kammer, schütte deines Her zens Jammer in das treue Vaterherz. Weißt du Worte nicht zu finden; kannst du nur dein Leid empfinden, flag' auch schweigend ihm den Schmerz! 6. Kräftig ist ein solches Schweigen; Gott wird sich als Vater zeigen, glaube, daß er dich erhört, weil dein Heiland dich verstehet, und zum Vater für dich flehet, der dem Sohn' sein Flehn Mel. O wie selig sind die zc. 507. Weiter mußt du gewährt. kämpfen, ringen, 7. Nun, so will ich nie verwillst du durch zum Lichte drin- zagen, will vor Gottes Thron gen; also, Seele, muß es seyn! mich wagen, findlich und voll ZuDoch durch alle Dunkelheiten versicht! Kämpfen will ich ohne wird dein Heiland dich beglei- Wanken, bald wird froh mein ten, Muth flößt er dem Schwa- Herz ihm danken, bald durchchen ein. strömt mich Kraft und Licht. 282 Vom christlichen Leben zc. 508. Wer Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. von mancher Angst und Noth, er Gottes Wort von Verfolgung oft umgeben, nicht hält, und weil die Welt auf allen Wegen spricht: ich kenne Gott! der seinem Lauf sich seßt entgegen. lüget; in solchem ist die Wahr- 2. Unser Heiland, Jesus heit nicht, die durch den Glau- Christ, hat des Kreuzes Last ben steget. Wer aber sein Wort getragen. Wer sein wahrer Jünglaubt und hält, der ist von ger ist, darf nicht vor dem Kreuze Gott, nicht von der Welt. zagen: denn der höchste Ruhm auf Erden ist, dem Heiland 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die ähnlich werden. Liebe zeugen. Je höher dein' Er3. Die Propheten alleſammt, fenntniß steigt, je mehr wird diese die nunmehr den Himmel ziesteigen. Der Glaub' erleuchtet ren, wurden von der Welt vernicht allein, er stärkt das Herz, whiren. War nicht der Apoſtel dammt, konnten triumund macht es rein. Leben aller Marter hingegeben? 4. Wandelt auf dem engen Steg, der euch zu dem Leben führet! Weichet von dem breiten Weg', der in's Elend sich verlieret! Wer sich trennt von Gottes Sohne, hat Verdammniß einst zum Lohne. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder, folgt Jesu Vorbild gern und treu, und ringt, daß er ihm ähnlich sey. 4. Nur dann thu' ich, was 5. Uleberschwänglich ist das Gott gefällt, wenn ich Gehorsam Heil, das nach dieses Lebens übe; wer die Gebote freulich hält, Schmerzen dort bei Christo wird in dem ist Gottes Liebe. Ein zu Theil den bewährt erfunde täglich that'ges Christenthum, nen Herzen. Solchem Heile das ist des Glaubens Frucht kann auf Erden nie ein Kreuz und Ruhm. verglichen werden. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb' ist's, die die Mel. Seelenweide, meine sc. Cherubim Gott zu gehorchen 510. Wer sich dünken läßt zu stehen, treibet. Gott ist die Lieb'; an hüte wohl sich vor dem Fall; seinem Heil hat ohne Liebe es umschleicht uns, wo wir Niemand Theil. gehen, die Versuchung überall. 509. 2. Falsche Freiheit bringt Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. Verderben, Knechtschaft ist ihr er nach seines sichrer Lohn; wahre Freiheit zu Herrn Gebot erwerben, sprich nie dem Ges und gottselig hier will leben, ist wissen Hohn. Vom christlichen Leben 2c. 283 3. Sicherheit wird dich be- mühet, daß er ein Jünger trügen, Lässigkeit thut nimmer Christi sey, der unverwandt auf gut; läßt du in den Schlaf Christum ftehet, daß er in dich wiegen, so mehrt sich des Wahrheit werde frei; der stark Feindes Muth. in Chrifto muthig kämpft, und Welt und eignen Willen dämpft. 4. Petrus, welcher sich vermessen, bis zum Tode treu zu seyn, hat der Warnung kaum vergessen, so muß er den Fall bereun. 5. Ist der Geist auch noch so willig, bleibt das Fleisch doch immer schwach; giebst du nach, so trifft dich billig deiner Feigheit bitt're Schmach. 6. Unser Feind ist stets in Waffen, nie ficht ihn der Schlummer an; willst im Eifer du erschlaffen, o dann ist's um dich gethan. 7. Wohl dem, der stets wacht und flehet, der sein Heil mit Zittern schafft! Wenn er unbeweglich stehet, wird der Sich're weggerafft. 2. Wohl dem, der ihn erwählt zum Wege, zum Lichte, dem er folget nach, der wandelt auf dem schmalen Stege, und auf sich nimmt des Heilands Schmach! Wer nicht mit ihm zum Delberg steigt, dem wird nicht Tabors Glanz gezeigt. 3. Was hilft's, daß Christus ist geboren, und uns die Kindschaft wieder bringt? Dem bleibt das Himmelreich verloren, der nicht hinein durch Buße dringt, daß Gottes Geist ihn neu gebiert, und er ein göttlich Leben führt. 4. Was helfen dem des Heilands Lehren, der die Vernunft 8. Wohl dem, der mit Glau- zum Meister nimmt, auf eigne bensöle seine Lampe früh ver- Weisheit nur will hören, und sieht! daß errettet seine Seele, wenn auch lang' der Herr verzieht. nur nach ihr sein Thun bestimmt? Wem Chrifti Wort nicht Alles gilt, deß Sehnsucht wird auch nicht gestillt. 9. Hüter deiner Menschen Heerden, der du schläfft und schlummerst nicht, laß mich täglich wackrer werden, wandeln stets in deinem Licht. 5. Was hilft uns Christi heil'ges Leben, an Demuth, Lieb und Milde reich, wenn 10. Stärke du die trägen wir, der Selbstsucht hingegeben, Sinnen, halte fertig mich zum nicht wandeln seinem Vorbild Streit, daß ich, rufst du mich gleich? Der bloße Glaub' ist von hinnen, wachend sey und wohl bereit. leerer Schein, er muß durch Liebe thätig seyn. 6. Was hilft dem Christi Angst und Leiden, der nicht mit ihm in's Leiden geht? Nur der mit be Theil an Freuden, Mel. Wer nur den lieben Gott 2. 511. Wohl dem, der sich 284 Liebe zu Gott und zu Christo. der auch am Kreuze bei ihm euch zu verbinden, noch ist die steht. Wer hier noch scheuet Gnadenzeit. Wollt ihr die Kron' Spott und Hohn, empfängt empfangen, dringt eifrig hin dort nicht die Ehrenfron'. zum Ziel; wer Großes will erlangen, der mühet gern sich viel. 7. Was hilft uns Christi Tod und Sterben, wenn wir uns selbst nicht sterben ab? Du 2. Soll er sich zu euch neiliebst dein Leben zum Ver- gen, so sucht ihn in Geduld; derben, legst du die Luft nicht in gelassen seyn und schweigen er fein Grab. Umsonst gab Chri- wirbt euch seine Huld. Soll stus sich dahin, stirbt nicht in dir er sich euch vereinen, sucht ihn der alte Sinn. in Niedrigkeit; die hoch zu stehen meinen, verfehlen seiner. 3. Drückt euch das Kreuz 8. Was hilft dir Christi Auferstehen, bleibst du noch in den weit. Sünden todt? Was hilft dir sein gen Himmel gehen, macht dir die Welt noch Sorg' und hienieden, sucht ihn in eurer Noth? Was hilft die sein Triumph und Sieg, führst du nicht mit dir selber Krieg? 9. Wohlan, so lebe, thu' und leide, wie Christus dir ein Vorbild war. Nimm seine Unschuld dir zum Kleide, so bleibst du in der Seinen Schaar. Wer Christum liebt, der strebt allein, in Allem Christo gleich zu seyn. Bein; leicht sind von ihm ge schieden, die mit der Welt sich freun. Und fommt's mit euch zum Sterben, sucht ihn mit gläub'gem Sinn, er läßt euch nicht verderben, der Tod ist euch Gewinn. 4. Sucht ihn im Himmel droben, im Chor der Seraphim; die ihn hier liebend loben, sind dort auch nah' bei ihm. Sucht ihn im tiefsten Herzen, dies ist Mel. Ich dank' dir, lieber zc. 512. Wollt ihr den Hei- sein Heiligthum; so preiſt ihr, land finden, so frei von Schmerzen, auf ewig suchet ihn noch heut; eilt, ihm seinen Ruhm. XX. Liebe zu Gott und zu Christo. Mel. O daß ich tausend Jungen 2c. Rühmt sich die Welt mit ihrer 513. Ah! wenn ich dich, Luft:, mir ist ohn' dich kein Ad mein Gott, nur Heil bewußt. habe, nach Erd' und Himmel frag' ich nicht. Nichts ist, das meine Seele labe, als du, mein Gott, mein Trost, mein Licht. 2. Soll Leib und Seele mir verschmachten, ich hoffe doch getrost auf dich. Nichts will ich Schmerz und Plagen achten; Liebe zu Gott und zu Christo. 285 dein tröstet meine Seele sich.| rein. Mag d'rum Seel' und Und stünd' auch Alles wider Leib verschmachten, dich will mich, hab' ich, Allmächtiger! ich stets höher achten; was auf doch dich. Erden ich verlier', find' ich besser doch in dir. 3. Dich haben, Gott, heißt Alles haben, was nur die Seele wünschen kann. An dir will ich mich ewig laben, nimm dich 515. An dich, mein Gott nur an. gedenken, ist sprech ich: du bist, Herr, mein Freud' und Trost für mich; Theil und meines Herzens Trost und Heil. wenn Gram und Angst mich fränken, so blickt mein Aug' auf dich; dann mindert sich der Schmerz, dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebel vor gerne von dem dem Morgen, und leichter wird mein Herz. Mel. Du, o schönes c. lle Christen hören 514. Alle Reich der Herrlichkeit, und wie Allen nah' und ferne Christus seine Gnade beut. Aber wenn sie hören sagen: du mußt Christi Kreuz auch tragen, wenn du willst sein Jünger seyn, stimmen Wenige mit ein. 2. Lieblich ist es wohl, zu hören: ihr Belad'nen, kommt zu mir! Aber das sind harte Lehren: gehet ein zur engen Thür! Fröhlich jauchzend folgen Alle, bei des Hostanna Schalle, doch will bis in Tod und Bein Keiner sein Begleiter seyn. 3. Jesum treu und einzig lieben, darum, weil er Jesus ist, Alles, was er fordert, üben, das kann nur der wahre Christ. Sollt' auch Alles von ihm fliehen, jeder Trost sich ihm entziehen, wird er sagen für und für: dennoch bleib' ich stets an dir. Mel. Helft mir Gott's 2c. mas 2. Denk' ich an deine Liebe, wie werd' ich dann entzückt! ich fühl' in heil'gem Triebe mich ganz zu dir entrückt; dir, Herr, mein Herz zu weihn, dich findlich zu erheben, zur Ehre dir zu leben, soll meine Wonne seyn. 3. Mit hoffendem Gemüthe gedenk' ich deiner Treu', und harre deiner Güte, sie ist mir täglich neu. Werf' ich die Laft auf dich, so wird die Arbeit süße, in der ich Schweiß vergieße; du unterstüßest mich. > 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb, und gnadenvoll mir Armen auf ewig Trost erwarb. Du bist in Christo mein, nun kann ich Hoffnung faffen, du fannst dein Kind nicht lassen, wirst stets mein Helfer seyn. 4. Ja, Herr, nur um dei netwillen bist du werth, geliebt. 5. Wie gut ist's, dein gezu seyn; mein Verlangen kannst denken mit frommem Christendu stillen, du bist gütig, heilig, sinn! Das Herz auf's Eitle len 286 Liebe zu Gott und zu Christo. fen, bringt nimmermehr Ge-| verleihst, reichlich im Herzen winn. Ich halte mich an dich! mich spüren! dies giebt, auch wenn ich leide, dem Herzen Trost und Freude, dies stärkt im Tode mich. 6. D'rum will ich an dich den fen, so lang' ich denken fann; mag man in's Grab mich sen fen, der Geist geht himmelan. Vergißt auch mein die Welt, gedenkst du, Herr, doch meiner, wenn auch auf Erden Keiner mich im Gedächtniß hält. 5. Friedefürst, laß mich im Glauben dir treulich anhangen, eile, zu stillen mein Wünschen, mein höchstes Verlangen! Tilge in mir, was mich kann scheiden von dir, nimm mich dir selber gefangen. 6. Alles, was irdisch ist, trachtet, die Christen zu plagen; centnerschwer werden die Bür den, wenn du nicht hilfft tragen. Stehe mir bei, mache von Schwachheit mich frei, mit dir Mel. Lobe den Herren, den 2c. 516. Christe, mein Leben, darf nimmer ich zagen. 7. Was dir entgegen, das mein Hoffen, mein Glauben, mein Wallen, der will ich auf immer num haffen, du uns giebest, was Christen will dich mit Liebe, mein Heifann einzig gefallen, Heiland, land, auf ewig umfassen. Du dahin lenke der Gläubigen sollst mir seyn Reichthum und Sinn, Ruhm dir zu bringen Herr, dich laſſen? Alles allein; wer wollte je, vor Allen. 2. Dich, meine Wonne, dich will ich mit Freuden erheben, will mich auf ewig zum Eigen thum gänzlich dir geben. Bin ich nur dein, das ist Gewinn mir ich nur dein, das ist Gewinn mir allein, dann ist gesegnet mein Leben. Mel. Wie wohl ist mir zc. 517. Dich will ich immer Heiland, gieb mir Kraft dazu! will mich in deinen Wegen üben, denn nur bei dir ist wahre Ruh'; die Ruh', mit der nichts zu ver3. Laß nur das Eine, was gleichen, der alle Herrlichkeiten Noth ist, stets in mir bestehen, weichen, die uns schon hier den mag dann auch immer das Eitle Himmel giebt! Ach nimm für und Nicht'ge vergehen. Himm- alle deine Treue mein Herz, lische Lust senkest du mir in die das dir allein ich weihe, und Brust, sie nur hab' ich mir er- ewig bleib's von dir geliebt! sehen. Mel. Valet will ich sc. 4. Herzog des Lebens, du wolleft mich selber regieren, so 11, daß ich heilig und selig mein 518. Du, der fein Blut Leben kann führen. Laß auch den Geist, den du den Deinen und Leben für mich so williglich am Kreuz dahin gegeben, wie lieb' ich), Jesu, Liebe zu Gott und zu Chrifto. 287 dich! Dir ewig anzuhangen, Mel. Freu' dich sehr, o 2c. das ist mein Wunsch allein. O möchte dies Verlangen doch 519. Durch des Mittlers ganz gestillet seyn! 2. Des Reichthums Glanz und Schäße, der Ehre Schmei chelei, und was mich sonst er göße, wird leicht mir ungetreu. Die Großen, die mich schüßen, sie sinken bald in Staub; und will ein Freund mich stüßen, er wird des Todes Raub. Blut und Leiden sind wir aller Sünden frei, können unsre Herzen weiden an des Vaters Lieb' und Treu'. Gottes Friede strömt uns zu, füllt das Herz mit sel'ger Ruh'; alle Angst, die wir empfunden, ist getilgt durch Jesu Wunden. 3. Nur deine Lieb' und Güte läßt feinen Wechsel zu, d'rum findet mein Gemüthe bei dir nur wahre Ruh'! Gern theilt die Himmelsfreuden mit mir dein treues Herz; und wie bei Freun des Leiden, weinst du bei meinem Schmerz. 2. Wenn ich meinen Heiland sehe, geb' ich alles Andre hin, denn ich find' in seiner Nähe unaussprechlichen Gewinn. Was mich wahrhaft kann erfreun, hab' ich nur bei ihm allein; wenn ich mich mit ihm vereine, bleibt er ewig auch der Meine. 4. Und bei so viel Gebrechen, 3. Ihn, ihn selber will ich wie übest du Geduld! du heilest haben, nur in ihm erfunden unsre Schwächen, und tilgest seyn. Sagt mir nichts von unsre Schuld. Ich preise dein hohen Gaben, noch von guter Erbarmen, das meine Mängel Werke Schein! Zu des Himsieht, und liebevoll mich Armen mels Heiligthum führt mich nicht der eigne Ruhm; nichts für jene Welt erzieht. giebt mir ein Recht zum Leben, er muß mir's aus Gnaden geben. 5. Verlockt mich falscher Schimmer noch von der rechten Bahn; du läsfest mich doch nimmer, und nimmst dich meiner an. Wo du mich weißt zu finden, Mel. O daß ich tausend zc. ſucht deine Treue mich, und lodt 520. Du, Bater deiner vom Weg' der Sünden mich wieder hin zu sich. der du die Liebe selber bist, und 6. So werf ich denn mit dessen Herz auch gegen Sünder Freuden die Lust der Erde hin, voll Langmuth und Erbarmen und such' im Thal der Leiden den ist: laß mich von ganzem Herrechten Himmelssinn. Wohl zen dein in wahrer Gegenliebe dem, der deinem Walten sich seyn. gänzlich übergiebt! die Krone 2. Verleih', daß ich als Kind wird erhalten, wer bis an's dich liebe, da du als Vater Ende liebt. geliebt, und mich in mich 288 Liebe zu Gott und zu Christo. jeder Tugend übe, die hier mein| volles Genügen erjaget; erlang' Heiland hat geübt. Was dir ich dies Eine, das Alles ersetzt, gefällt, gefall' auch mir; nichts so werd' ich mit Allem in Einem scheide mich, mein Gott, von dir. ergößt. 3. Durch deine Liebe, Herr, befreie mich von der Liebe dieser Welt, und mach' mich fest in meiner Treue, wenn Fleisch und Blut mir Neze stellt. In mir wohn' deine Liebe nur, nicht Liebe zu der Creatur. 2. Seele, willst du dieses finden, such's bei keiner Creatur, laß nichts Irdisches dich binden, schwing' dich über die Natur, we Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, nothwendige Theil, dein Ein und dein Alles, dein ewiges Heil. 3. Dir ist auch das Glück beschieden, das Maria sich erlas, als, erfüllt von sel'gem Frieden, sie zu Jesu Füßen saß. Ihr brannte das Herz, um die heili5. Hilf, daß aus Lieb' ich gen Lehren von Jesu, dem himmAlles leide, was mir dein wei- lischen Meister, zu hören; ihr ser Nath bestimmt. Du führst Geist war allein nur in Jesum durch Trübsal den zur Freude, versenkt, so wurde ihr Alles in der Christi Kreuz gern auf sich Einem geschenkt. nimmt. Ihm trägt das Leiden dieser Zeit einst Früchte der Gerechtigkeit. 6. In deiner Liebe laß mich sterben, dann ist auch Sterben mein Gewinn; dann werd' ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Dort lieb' ich reiner noch, als hier, dich, Gott der Liebe, für und für. 4. Also richt' auch mein Verlangen, treuer Heiland, nur nach dir; laß mich innig an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Wie viele dem Eiteln begierig anhangen, ich richte auf dich nur mein sehnlich Verlangen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was ist, das in dir nicht die Seele geneußt? 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern üben, was dein Wort gebeut; kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine Willigkeit. O rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt; gieb nur, daß sich auch mein Wille gern in solche Schranken lehre mich erkennen doch; Al- fügt, daß immer die Demuth les Andre, wie's auch scheine, und Einfalt regieret, die mich ist ja nur ein schweres Joch; zu der Weisheit, die himmlisch darunter die Seele mit Sorgen ist, führet. Ach wenn ich dich, sich plaget, und dennoch kein Jesu, recht kenne und weiß, so In eigener Melodie. 521. Eins ist Noth, o Herr, dies Eine Liebe zu Gott und zu Chrifto. 289 hab' ich der Weisheit vollkomme- Sohne, den er uns zugesandt nen Preis. von seines Himmels Throne, 6. Ist denn auch mein Herz als seiner Gnade Pfand. oft trübe, zagend über seine 2. Uns ward als Mensch geSchuld, so gedenk' ich deiner Lieboren des ew'gen Vaters ein'be, denke, Herr, an deine Huld. ges Kind, sonst gingen wir Durch dich sind die Deinen von verloren, die allzumal gefallen Sünde entbunden, als du hast sind. Wir sollen durch ihn ledie ew'ge Erlösung gefunden; ben, mit Gott versöhnet seyn, du bist zur Gerechtigkeit Allen und ihm uns wiedergeben, das gemacht, als du dich am Kreuze ganze Herz ihm weihn. Er will zum Opfer gebracht. uns nicht nur retten, er schenkt auch seinen Geist, damit wir Alles hätten, was uns sein Bund verheißt. 7. Und so gieb, daß meine Seele auch zu deinem Bild' erwacht; du bist, Herr, den ich erwähle, mir zur Heiligung ge3. Der lebt nach Gottes Wil macht. Was dienet zum gött len, der gegen ihn in Lieb' entlichen Wandel und Leben, das brannt; er kann die Glut nicht ist, mein Erlöser, in dir mir stillen, bis sie zum Nächsten sich gegeben; entreiße mich aller ver- gewandt. Die Armen muß er gänglichen Luft, dein Leben speisen, Verlaßnen Helfer seyn, sey, Jesu, mir einzig bewußt. Verirrte unterweisen, selbst Feinde gern erfreun. Es ist ein kindlich Zeichen, wenn man die Brüder liebt; der Vater thut desgleichen, der alles Gute giebt. 8. Ja, mein Jesu, du alleine, sollst mein Ein und Alles seyn, prüf, erforsche, wie ich's meine, tilge allen Heuchelschein; sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich selber auf richtigem Wege; laß Schmach mich nicht achten, nicht Leiden, nicht Tod, um dich zu gewinnen, dies Eine ist Noth. 4. D last auf ihn uns se hen, und folget ihm mit Eifer nach! bedenket, was geschehen, zu tilgen unsre Sünd' und Schmach. Wir trugen kein Verlangen, doch hat er uns befreit; er ist uns nachgegangen Mel. Nun lob' den Herrn 2c. 522. Gott ist die wahre aus lauter Gütigkeit. Wir Liebe, weil Liebe gingen wüste Pfade, verirrten Schafen gleich, da rief uns seine Gnade zum sel'gen Himmelreich. nur ohn' End' ihn treibt; was ist, das den betrübe, der sie um faßt und in ihr bleibt? Dazu 5. Nun hat er uns gefun ist sie erschienen, uns Kindern kund gemacht, daß wir dem freu- den, wir haben ihn im Sohn dig dienen, der uns so wohl erkannt, er hat sich uns verbedacht. Sie leuchtet aus dem bunden, wir fühlen uns mit ihm T 290 verwandt. O laffet uns ihn lieben, der uns zuerst geliebt, und ftets ist treu geblieben, wie sehr wir ihn betrübt. Wollt ihr ihn Alle kennen, so thut, was ihm gefällt. Ach! laßt in Liebe brennen das Herz vor aller Welt. Liebe zu Gott und zu Chrifto. Mel. Es ist das Heil ic. alt' im Gedächtniß ist, dein Bruder hier zu werden; vergiß sein nicht, denn dir zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut, dank' ihm für diese Liebe. Mel. Alles ist an Gottes 2c. 523. roßer König, den ich ehre, der durch seines Geistes Lehre mir sein Licht hat angezünd't, der iht und zu allen Zeiten durch viel tausend Gütigkeiten alle Herzen sich gewinnt. 2. Sieh, auch meins will ich dir geben, dir soll es auf's Neue leben, lebe du dann auch in mir! Dir soll es sich ganz ver- Liebe. binden, und zugleich den alten Sünden ewiglich entsagen hier. 4. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der nach den Lei3. Möge mich dein Geist er denszeiten gen Himmel aufge neuen, und mich dir zum Tem- fahren ist, die Stätte zu bereipel weihen, der dir ewig heilig ten, da du sollst bleiben alle sey; laß die Herrschaft mich gezeit, und schauen seine Herrlichwinnen über Lust und Furcht feit, dank ihm für diese Liebe. der Sinnen, rein'ge mich und mach' mich frei. 4. Laß in meines Herzens Garten aller Tugend schönste Arten blühn in Kraft und Lieblichkeit! Deffne d'rin die Lebensquelle, die ohn' Ende rein und helle strömet in die Ewigfeit. 5. Halt' im Gedächtniß Jefum Christ, der einst wird wie derkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Bösen und die Frommen; o sorge, daß du dann bestehst, und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken, 6. Gieb, Jesu, daß ich dich fortan mit wahrem Glauben faffe, und nie, was du an mir gethan, aus meinem Herzen lasse, daß 2. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der für dich hat gelitten; da er am Kreuz gestorben ist, hat er dir Heil erftritten, besteget hat er Sünd' und Tod, und dich erlöst aus aller Noth, dank ihm für diese Liebe. Heiland, der auf Erden vom Thron des Himmels fommen 3. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der aus des Todes Banden als Held hervorgegangen ist, mit ihm bist du erstanden; das Leben hat er wiederbracht, und uns gerecht vor Gott gemacht, dank' ihm für diese 524. deffen in trösten mög', und durch den Tod zu dir in's Leben bringe. Liebe zu Gott und zu Christo. 291 525. H Herr err Jesu Christ, Mel. Herzlich lieb hab' ich dich sc. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. mein höchstes Gut, in dem allein mein Glaube ruht, du, meines Herzens Freude! ich bleibe fest und treu an dir, so ist auch nichts, was dich Leib verschmachten, ja, von mir, was unsre Liebe scheide. Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierest meines Lebens Lauf, hilfft gnädig meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ! Herr Jesu Christ, du bist mein Licht; ich folge dir, so irr' ich nicht. 4. Und ob mir unter Kreuz und Noth, und unter Marter, Angst und Tod auch Seel' und gäb' es auch der Qual noch mehr, die schrecklich, gleich der Hölle wär', mein Glaube wird nichts achten. Du bist und bleibeft doch mein Heil, und meines Herzens Trost und Theil; so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig seyn. Herr Jesu Christ! Herr Jesu Christ, ich hoffe fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir 5. Nun Herr, ich halte mich Segen bringet. Geht's gleich zu dir, du aber hältst dich auch zu Zeiten wunderlich, so weiß zu mir, und das ist meine Freuich dennoch, daß durch dich der de. Ich setze meine Zuversicht Ausgang wohl gelinget. Nach auf dich, mein Fels, der nicht schwerem Gang auf rauher zerbricht, in noch so großem Bahn nimmst du mich dort Leide. Dein Thun foll Alles mit Ehren an, wo mich vor und allein in meinem Mund deinem Thron erfreut die Krone und Herzen seyn, bis ich dich der Gerechtigkeit. Herr Jesu werd' im Himmel sehn, wo Christ! Herr Jesu Christ, bei alle Sel'gen um dich stehn. dir allein wünsch' ich mir ewig- Herr Jesu Christ! Herr Jesu lich zu seyn. Christ, ich warte d'rauf, du 3. Mein Sinn ist ganz zu kommst, und nimmst mich zu dir gericht't, hab' ich nur dich, dir auf. so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn In eigener Melodie. bid), 526. Herzlich liebhab ich o Herr, könnte keine Luft für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht' ich auch nicht auf Erden seyn, denn auch die ganze weite Welt hat nichts, was mir wie verleihe du mir immer mehr die Fülle deiner Gaben. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, wenn ich nur dich kann haben. du gefällt. Herr Jesu Christ! Auch wenn mein Herz im T2 292 Liebe zu Gott und zu Christo. Tode bricht, bist du doch meine ben. Dein Thun und Tand hat Zuversicht, du, meines Her- nicht Bestand, deß bin ich worzens höchstes Gut, der mich den innen, d'rum schwingt aus erlöst hat durch sein Blut. Herr dir sich mit Begier mein freier Jesu Christ! Herr Jesu Christ, Geist von hinnen. mein Gott und Herr, verlaß, verlaß mich nimmermehr!. 2. Du, Gott, du bist das höchste Gut, nach dir steht mein 2. Es ist ja dein Geschenk Verlangen. Ach, möcht' ich doch und Gab', Leib, Seel' und Al- mit festem Muth dir immerles, was ich hab' in diesem ar- fort anhangen! O wäre doch men Leben. Daß ich es brauch' das Sündenjoch von mir hinzum Lobe dein, zum Ruß' und weggenommen, damit einmal Frommen der Gemein', wollst ich zu der Zahl der Sel'gen du mir Gnade geben. Behüt' möchte kommen. mich, Herr, vor falscher Lehr', 3. Ich seh', es kann die in mir den rechten Glauben ganze Welt mit allen ihren mehr', in allem Kreuze stärke mich, Schäßen, und was den Sin daß ich es trage williglich. Herr nen wohlgefällt, die Seele nicht Jefu Chrift! Herr Jesu Christ, ergößen; ihr Glanz verschwind't mein Herr und Gott! hilf mir wie Nauch im Wind, und auch in der letzten Noth! Alles muß zerstieben; nur Gott allein wird ewig seyn: wohl Allen, die ihn lieben! 4. Wie fonnt' es doch zuvor 3. Laß deinen Engel bei mir seyn, der mich nach überstand ner Pein zur Ruh' des Himmels trage. Den Leib laß sanft im geschehn, daß ich gefolgt den Grabe ruhn, bis du erscheinst, Lüsten? Wie fonnt' ich so weit es aufzuthun, an jenem großen irre gehn, o Welt, in deiner Tage; alsdann erweck vom Wüsten? Nun seh' ich ein, es Tode mich, daß meine Augen war nur Schein, was ich mir schauen dich, in sel'ger Ruh, Glück ließ dünken; ich lief füro Gottes Sohn, mein Mittler wahr dabei Gefahr, in ew'gen und mein Gnadenthron. Herr Tod zu finken. Jefu Chrift! Herr Jesu Christ, 5. Gieb, daß ich meinen Sinn erhöre mich, ich will dich preizu dir hinauf gen Himmel sen ewiglich. schwinge, mit Lieb' und Herzlicher Begier nach deiner Gnade ringe, und mich allein in dir mag freun, Gott, meiner Seele Leben! Du allermeist Mel. Was mein Gott will 2c. 527. H ier ist mein Herz, Herr, nimm es hin, dir hab' ich mich ergeben! kannst meinem Geist die beste Hinweg, o Welt, aus meinem Fülle geben. Sinn, mit deinem schnöden Le- 6. D'rum schwinde hin, was Liebe zu Gott und zu Christo. 293 nichtig ist, ich will es lassen| 5. In lauter Paradiesen leb' fahren. Du, Gott, der du mein ich um meinen Herrn. Sonst Alles bist, du wirst mein Herz fühlt' ich mich verwiesen, und bewahren, daß es nicht acht' auf meiner Heimath fern. Weg, was Lust und Pracht, nur dich allein sonst Freuden schafft, die er nicht verlange, und bis zum Tod' dir, mit mir theilet! Weg, was Herr und Gott, mit wahrer sonst Wunden heilet, als seiner Treu' anhange. Liebe Kraft. Mel. Aus meines Herzens 2c. 6. Mein Herr, mein Licht, mein Leben läßt mich nicht un 528. Ich habe den gefun- tergehn, und ich bleib' ihm erden, wahrhaft ohne Sehn. segnen fann; ihm bleib' ich Einst aber seh' ich ihn; sein fest verbunden, trotz Hohn und bin ich, er der Meine, zum Druck und Bann. Welch Heil ewigen Vereine wird er mich ist meinem gleich? Ich bin der zu sich ziehn. Welt entkommen; er hat mich aufgenommen in Gottes Bund und Reich. In eigener Melodie. 529. Ich habe g'nug, mein Herr ist Christ, mein Herr ist er allein; wer nur sein Knecht und treuer Jünger ist, darf ohne Sorgen seyn. Ich will ganz meinem Gott anhangen, und nicht mehr nach der Welt verlangen, so hab ich g'nug. 3. Nun sey mein Loos auf Erden, von Welt und Welt glück fern sein treuer Knecht 2. Ich habe g'nug, ich bin der Sorgen los, und kränke nicht mein Herz; ich bin vergnügt, zu werden, werth dieses treuen und siz' in Gottes Schooß, der Herrn. Das ist mein Ehren- lindert allen Schmerz; ich sorge stand, daß ich ihm angehöre. nicht mehr für mein Leben, der D, daß ich nie verlöre, was ich Höchste kann mir Alles geben: in Chrifto fand! ich habe g'nug. 2. O, kommt zu ihm gegangen, der keinen von sich stößt! Ich war mit Noth umfangen, und er hat mich erlöst. Mein Loos war Sclaverei, gebunden Herz und Leben; er hat mich frei gegeben, nun bin ich wahrlich frei. 4. Mir fließe feine Stunde von meiner Zeit vorbei, daß ich in seinem Bunde nicht still glückselig sey. So nah' mit ihm vereint als Reb' und Stamm zu werden, das ist das Glück auf Erden, was meine Sehn sucht meint. 3. Ich habe g'nug, und sorge für den Geist, das Andre fällt mir zu; nur Gottes Reich, das Jesus suchen heißt, das giebt mir wahre Ruh'. Ich trachte nur, des Vaters Willen in Kraft des Geistes zu erfüllen: d'rum hab' ich g'nug. 294 Liebe zu Gott und zu Christo. 4. Ich habe g'nug; ich lieg'| melswonne, daß du mich froh an Jesu Brust, da schwindet und frei gemacht; ich danke dir, aller Schmerz. Was will ich du Gotteskraft, die neues Leben mehr? Dort find' ich Himmels- schafft. luft, dort stillt sich ganz mein Herz; im Vorschmack weiß ich schon auf Erden, was mir im Himmel einst soll werden: ich habe g'nug. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleuchte meine Seele ganz, du reiner Himmelsglanz! In eigener Melodie. ch will dich lieben, meine Stärke, dich, meiner Seele Ruhm und Zier; ich will dich lieben durch die Werke und mit der heiligsten Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 530.J 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, dich, meiner Seele besten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lang' dein Gnadenglanz mir scheint; ich will dich lieben, Gottes Lamm, das litt am Kreuzesstamm. 3. Ach daß ich dich so spät Mel. Trau auf Gott in allen zc. erkannte, du gefu, der du deine Land bu! daß ich nicht früher 531. Jiebe läeft durch mein dich nannte, du höchstes Gut und wahre Ruh'! O wie ist tief mein Herz betrübt, daß es dich spät geliebt! 7. Gieb meinen Augen süße. Thränen, gieb meinem Herzen fromme Glut; vermehre stets nach dir mein Sehnen, du einzig Heil und höchstes Gut; laß meinen Sinn, Geist und Verstand stets seyn zu dir gewandt. 8. Ich will dich lieben, meine Krone, dich, meinen Herrn und meinen Gott, dich lieben auch bei Schmach und Hohne und in der allergrößten Noth; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis einst das Herz mir bricht. 4. Ich ging verirrt und war verblendet, ich suchte, doch ich fand dich nicht, ich hatte mich von dir gewendet, und liebte das geschaffne Licht; doch nun ist es durch dich geschehn, daß ich mein Heil gesehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß du dem Geiste Licht gebracht; ich danke dir, du Himdes Geistes Triebe in die Herzen sich ergießen, und im Glauben dich genießen: 2. Wer kann sagen und be schreiben, was es sey, in dir stets bleiben, stets im Glauben dir anhangen, und in Liebe dich umfangen? 3. Gieb uns Kraft, die Se ligkeiten deiner Lieb' uns zu bereiten, und zu stillen Schmerz und Thränen derer, die nach dir sich sehnen. 4. D unendlich hohes We Liebe zu Gott und zu Chrifto. 295 sen, in dem wir allein genesen, das die Welt erlesen, ich entmach' uns würdig, dich zu sehen, sage dir. In mir sollt ihr Sünin den Himmel einzugehen. den feine Stätte finden, bleibet fern von mir. Gute Nacht, du Stolz und Pracht; ganz sey dir, ungöttlich Leben, gute Nacht gegeben! 5. Daß, wenn wir dich freudig schauen, in den schönen Himmelsauen, wir dir Hallelujah singen: hilf, Herr, laß es wohl gelingen. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Herr und Meister fehret bei mir ein. Was mich auch betrübe, wenn ich ihn nur liebe, muß mir Freude seyn. Duld' ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du, auch im Leide, Jesu, meine Freude. In eigener Melodie. 532. Je gesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier! ach wie lang', wie lange ist dem Herzen bange, wie verlangt's nach dir! Ich bin dein, und du bist mein; Gottes Lamm, mir soll auf Erden nichts sonst lieber werden. 2. Unter deinem Schirmen 533. bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß die Felsen splittern, laß den Erdkreis zit tern, mir steht Jesus bei. Db die Welt in Trümmer fällt, ob auch Tod und Hölle schrecken: Jesus will mich decken. 3. Donnert auch im Grimme des Gesetzes Stimme; Jesus stillet fie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfa hen; Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht, freudig, daß ich Jesum sehe, blick ich auf zur Höhe. Mel. Alle Menschen müssen 2c. esus schwebt mir 533. J in Gedanken, Jefus liegt mir stets im Sinn; von ihm will ich nimmer wan fen, fänk' auch Alles um mich hin. Er ist meine Seelenweide, meines Herzens höchste Freude, meines Lebens schönste Zier, Jesum lieb' ich für und für. 2. Jesu hab' ich mich ergeben, denn ich bin auf ihn getauft. Ihm zu Ehren will ich leben, der mich durch sein Blut erfanft. An ihm will ich treulich halten, nur sein Geist foll in mir walten; seinem Vorbild folg' ich gern, Jesus steht mir nimmer fern. 4. Weg mit allen Schäßen, du bist mein Ergößen, Jesu, meine Luft! Weg, ihr eiteln 3. Jesus soll in allen Leiden Ehren, die gar leicht bethören, mein getreuster Beistand seyn. bleibt mir unbewußt! Elend, Nichts, nichts soll mich von Noth und Schmach und Tod soll, wie viel ich auch muß leiden, mich von dir nicht scheiden. ihm scheiden, keine Qual noch Seelenpein. Keine Trübfal, feine Schmerzen reißen ihn aus meinem Herzen; wenn mich 5. Du vergänglich Wesen, 296 Liebe zu Gott und zu Christo. alle Welt verläßt, Jesum halt' deinen Schmerzen und deiner ich immer fest. Kreuzespein. 5. Dies Bild, o Herr, zerstreuet die Nacht, die mich bedeckt, wenn das Gewissen dräuet und das Gericht mich schreckt. Dies Bild laß vor mir schweben in meiner letzten Noth; wie in dir war mein Leben, sey auch in dir mein Tod. 6. In diesem theuren Bilde laß dann dich von mir schaun, auf deine Gnad' und Milde im Glauben fest mich traun. Auch in der Todesstunde kann ich noch fröhlich seyn, wenn in des Her dens Grunde du wohnest, Herr, allein. 4. Jesus soll auch einst im Sterben meiner Seele Labsal seyn. Jenes sel'ge Reich zu erben, dazu hilft nur er allein. Durch ihn sollen alle Frommen zu des Himmels Klarheit kom men. Jesus hält, was er verspricht, Jesum laß ich ewig nicht. Mel. Herzlich thut mich sc. 534. J n meines Herzens Grunde, Herr, wohne du allein, zu jeder Zeit und Stunde kann ich dann fröhlich seyn. Wenn Alles um mich trübe, umwölft und finster ist, so strahlt doch deine Liebe in o 2. Du bist die Himmels- 535. In befangen, Mel. Mein Jesu, dem die 2c. Thorheit ist ein wonne, die mein Verlangen stillt, du bist mir Licht und Sonne, du bist mir Hort und Schild. Wen dieser Schild beschirmet, wem diese Sonne scheint, der ruht, auch wenn es stürmet, ist froh, auch wenn er weint. das außer Gott die Ruhe sucht; gejagt von irdischem Verlangen irrt es umher, als auf der Flucht! Wer für das Eitle nur entbrennet, bald bies, bald jenes sich erwählt, hat seines wahren Ziels verfehlt, weil er nicht seinen Ursprung fennet. 3. Mit Kraft und Muth beseelet dein Gnadenschimmer 2. Du, der du bist von Gott mich; doch Muth und Stärke gekommen, ein Hauch und fehlet, wenn dieser Schein er- Strahl von seinem Geist, hast blich. O wenn mir's an Ver nicht der Wahrheit Ruf ver trauen, an Licht und Kraft genommen, wenn du dich mit bricht, dann laß auf's Neu' mich der Welt noch freust. Hier schauen dein gnädig Angesicht. auf der Erde willst du finden, 4. So oft vor meinen Blik fen erscheint dein theures Bild, stets werd' ich mit Entzücken und reichem Trost erfüllt; doch prägte meinem Herzem vor Al- 3. Wie kann das Sterbliche lem tief sich ein das Bild von vergnügen die Seele, die unwas dir allein der Himmel giebt; ach glaube, wer die Welt nur liebt, deß Thorheit ist nicht zu ergründen. Liebe zu Gott und zu Christo. 297 fterblich ist? Soll denn das thöricht sich verloren, und in Ew'ge unterliegen dem, was die Ferne hingewandt, wird von besteht so kurze Frist? Wie kann, dem Vater froh erkannt, und was irdisch ist, ergößen den, der wie von Neuem ihm geboren. dem Himmel angehört? Du bist von Gott so hoch geehrt, und weißt nicht deinen Werth zu schätzen? 8. Zu Gott, o Seele, mußt du dringen; ach, geh' zu deiner Ruhe ein. Dein heißer Wunsch wird dir gelingen, ergiebst du dich dem Herrn allein. Du schmeckst schon hier den innern Frieden, den dir die Welt nicht geben kann; dort fängt die Se ligkeit erst an, da du von Gott 4. O Schmach, so giebst du deine Würde und deine Herrlichkeit dahin; erliegst der selbst erwählten Bürde, und bleibest fern von Gottes Sinn! Gott hat zum Tempel dich erforen; nie wirst geschieden. bist du es nicht, welch' große Schuld! Verscherzest du des Mel. Wie wohl ist mir, o Freund sc. Schöpfers Huld, dann besser, du wärst nie geboren. 5. Dring' ein zu Gott, verlaß die Sünden, sag' ab der Thorheit dieser Welt! Dein Herz kann dann erst Ruhe finden, wenn nur der Himmel dir gefällt. Dein Weg ist schlüpfrig, du wirst gleiten, wenn du recht fest zu stehen meinst; doch wenn du dich mit Gott vereinst, dann stehst du fest zu allen Zeiten. 6. Das Kindlein ruht in sich'rem Frieden gar sanft auf seiner Mutter Schoos; der Wand'rer wird nach dem Ermüden des Tages Last und Hiße los; die Fesseln werden abgenom- dich in Flammen stehn. men, die den Gefang'nen sonst gedrückt; das Schifflein ist dem Sturm entrückt, und in dem Hafen angekommen. 7. Es finden unter dem Gefieder der Mutter ihre Küchlein Ruh'; das Schäflein kennt den Hirten wieder, er führet es der Heerde zu; der Sohn, der Liebe 536. ebst du in mir, o wahres Leben, fo sterb' in mir, was du nicht bist. Ein Blick von dir kann Beff'res geben, als was der Welt das Beste ist. Jesu, du sollst mein verbleiben; nichts soll mich von der Liebe treiben, die du mir zugesaget hast. D fel'ge Fülle, die mich tränket, wenn sich mein Herz in dich versenket, und deine Gnade mich umfaßt. 2. Aus Liebe, Herr, bist du gestorben, damit wir nicht verloren gehn. O laß mein Herz, das du erworben, nun auch für Laß mich im Kampf nicht unterliegen, laß mich in deiner Liebe siegen, ja, siege du nur selbst in mir: so werd' ich fröhlich triumphiren, so wird dein Todessieg mich zieren, so leb' und leid' und sterb' ich dir. 3. Zünd' auch in mir der. Flammen zum Dienste 298 Liebe zu Gott und zu Christo. deiner Glieder an. Halt' uns in[ dir ergeb' ich mich, dein zu blei einem Leib' zusammen, daß ben ewiglich. keine Macht uns trennen kann. 2. Liebe, die mich hat erforen, Wenn ich nur bin wie du ge- eh' ich noch in's Leben kam; Liesinnet, dein Bild in mir Ge- be, welche Mensch geboren mei stalt gewinnet, und dein Gene Schwachheit an sich nahm; bot mir heilig ist; so werd' ich Liebe, dir ergeb' ich mich, dein Freund' und Feinde lieben, so zu bleiben ewiglich. wird ihr Kummer mich betrüben, wie du mir vorgegangen bift. 4. Gieb mir des Glaubens Licht und Kräfte, daß er die rechten Früchte treibt. Mach' mich zur Rebe voller Säfte, die fest an ihrem Weinstock bleibt. Du bist der Fels, auf den ich baue; du bist mein Heiland, dem ich traue, du bist des Glaubens fester Grund. Wenn sich die Zweifelsstunden finden, so laß dein Licht mir nicht verschwin den, und mach' den kranken Geist gesund. 5. Laß meine Hoffnung nicht erliegen, hilf, daß dein Kreuz ihr Anker sey; mit dir kann ich die Furcht bestegen, dein Tod macht mich von Schrecken frei. Die Welt mag auf das Eitle bauen, ich aber will auf dich nur schauen, o Jesu, wahrer Hoffnung Licht; ich will in Trübsal dich umfassen, du wirst den Schwachen nicht verlassen, denn deine Liebe wanket nicht. 3. Liebe, die durch Tod and Leiden für mich hat genug ges than; Liebe, die mir ew'ge Freuden, Heil und Seligkeit gewann; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die mit Kraft und Leben mich erfüllet durch das Wort; Liebe, die den Geist gegeben mir zum Trost und Sees lenhort; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die hat überwunden meinen harten, stolzen Sinn; Liebe, die mich hat gebunden, daß ich ganz ihr eigen bin; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die, zu Gott erhöhet, mir erhält, was sie erstritt; Liebe, die stets für mich flehet und mich fräftiglich vertritt; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich schüßend decket, wenn des Todes Macht mir dräut; Liebe, die mich auf erwecket und mich führt zur Herrlichkeit; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Mel. Komm, o komm, du Geist 2. 537. eiebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit haft gemacht; Liebe, Mel. Meinen Jesum laß ich nicht sc.. die du mich so milde nach dem 538. Meinen Jeſum laß Fall mit Heil bedacht; Liebe, könnt' ich wohl Beff'res haben? ich nicht! Was Liebe zu Gott und zu Chrifto. 299 Niemand kann mit Troft und an ihm hangen, in ihm leben? Licht, so wie er, die Seele laben. Alles, was mir Freude giebt, hab' ich, weil mich Jesus liebt. Er ist meines Lebens Licht, meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, bis an meines Lebens Ende, und voll Glaubenszuversicht geb' ich mich in seine Hände; Herz und Mund mit Freuden spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Er ist mein, und ich bin sein! Liebe hat uns fest verbunden, gegen alle Seelenpein find' ich Trost in seinen Wunden. Auf ihn bau' ich felfenfest, voller Hoffnung, die nicht läßt. 3. Ohne Jesum würde mir schon die Welt zur Hölle wer den; mit ihm aber hab' ich hier schon den Himmel auf der Erden. Mangel kenn' ich nicht und Noth; er speist mich mit Himmelsbrod. 4. Eine Stunde, wo ich ihn 4. Ich werd' ihn auch lassen suche recht in's Herz zu schlie- nicht, wenn ich bin dahin geBen, giebt den seligsten Gewinn, langet, wo vor seinem Angeläßt mich wahre Luft genießen; sicht aller Frommen Glaube ein zu ihm gewandter Blick pranget; ewig glänzt mir dort bringt mir tausend Heil zurück.sein Licht, meinen Jesum laß 5. Schickt der Vater Kreuz ich nicht. und Schmerz, Jesus soll sie 5. Nicht nach Welt, nach selbst bestegen, spricht: O du Himmel nicht, nur nach ihm zerschlag'nes Herz, meine Gunst laß dir genügen!" Also stärkt er die Geduld durch Versich'rung seiner Huld. 6. Niemals zeigt sich Unbestand, Jesu, mir in deiner Gna3. Laß vergehen mein Gesicht, aller Sinnen Kraft entweichen, laß das letzte Tageslicht dem gebroch'nen Aug' erbleichen! wenn des Leibes Hütte bricht, meinen Jesum laß ich nicht. In eigener Melodie. mein Herz sich sehnet; Jesum such' ich und sein Licht, ihn, der mich mit Gott versöhnet; er befreit mich vom Gericht, meinen Jesum laß ich nicht. Hand, daß nichts meiner Seele 540. Minein, und ich Mel. Ach Gott und Herr 2c. mich an deiner Freund ist schade; und so geht die Prüfungsbahn immer sicher him melan. bin sein, ihm hab' ich mich ergeben. Ich bin bereit, in Freud und Leid, o Jesu, dir zu leben. 2. Du riefest mich, ich glaubt' an dich, nun will ich nie ich nicht, weil dich lassen. Und immer wirft 539. cinen Jesum laß er sich für mich gegeben; sollt' du, Lebensfürst, mich gnabenich nicht aus Dank und Pflicht reich umfassen. 300 Liebe zu Gott und zu Christo. 3. Mir zum Gewinn gabst starker Hort, bei dem ich Zudu dich hin, zu leiden und zu flucht finde, denn der ist sicher sterben. Durch dich versöhnt, nur, den deine Hand beschirmt. werd' ich gefrönt zum rechten Himmelserben. 5. Mein Hirte, weide mich auf deinen grünen Auen, und 4. Einst werd' ich gleich in führe mich zum Quell lebend'deinem Reich den frohen Engeln gen Wassers hin; verirr' ich werden; wo ich forthin gesichert mich von dir in Wüsten voller bin vor dieser Welt Beschwer den. Grauen, dann bringe mich zurück, weil ich dein eigen bin. 5. D'rum, o Herr Christ, du einzig bist mein höchster Schatz auf Erden! Mein Lebenslicht, o laß mich nicht von dir geschieden werden. Mel. Mein Vater, zeuge mich sc. 541. Mein Heiland, bilde du mich ganz nach deinem Bilde, und schaffe selbst in mir die neue Creatur, auf daß ich heilig sey, demüthig, weis und milde, und in mir ausgetilgt des alten Menschen Spur. 2. Mein Licht, erleuchte mich, führ' mich in alle Wahrheit, und bringe meinen Sinn zur rechten Lauterkeit; vertreib' den Lügengeist durch deines Wortes KlarHeit, damit ich wacker sey in je dem Kampf und Streit. 3. Mein Leben, leb' in mir und laß in dir mich leben; ich bin ja ohne dich zum Guten gänzlich todt. Du bist das Le bensbrod, du kannst mir Nahrung geben, und laben meinen Geist in aller seiner Noth. 6. Mein Ein und Alles du, mit dir laß Eins mich werden; so wird mir Alles nichts, du wirst mir Alles seyn; und ist die Stunde da, zu scheiden von der Erden, dann gel)' in Frieden ich 311 deinen Freuden ein. In eigener Melodie. Movie Seraphinen, dem 542. wenn dein Befehl an sie ergeht, nur mit verdecktem Antlitz dienen im Glanze deiner Majestät: wie sollten meine blöden Augen, die der verhaßten Sünde Nacht noch so viel trüber hat gemacht, dein helles Licht zu schauen taugen? 2. Doch gönne meines Glaubens Blicke den Eingang in dein Heiligthum, daß deine Gnade mich erquicfe zu meinem Heil und deinem Ruhm! Von fern steht die beschämte Seele; doch wenn sie reuevoll sich beugt, bist du es, der sich gnädig neigt, und spricht: ,, du bist's, die ich erwähle." 4. Mein König, schütze mich, so oft noch Welt und Sünde mit ihrer Lift und Macht auf meine Seele stürmt. Sey du mein nende Gemüthe, wie es,„ Gott 3. Ja zeige, Jesu, dich voll Güte dem Herzen, das nach Gnade lechzt! Hör' auf das seh Liebe zu Gott und zu Christo. 301 sey mir gnädig!" ächzt. Dein nicht mehr regt, soll immer doch Blut ist schon für mich geflossen, die Liebe währen. um wegzunehmen Schuld und Pein; wie sollt'st du mir nicht gnädig seyn? Nein, Herr, du kannst mich nicht verstoßen. Mel. Die lieblichen Blicke 2c. ein thörichtes Herz, warum 4. Ich bin geheilt durch dei- schwanfest du noch? Was hilft's ne Wunden, mit Gott versöhnt dir, zu ringen nach irdischen gehör' ich dir; und bleib' ich sest Dingen, und immer zu ziehen mit dir verbunden, so ist veram sündlichen Joch? Das nös dammlich nichts an mir. Laß thigste Theil ist Jesus, dein nun in deinem Licht mich wan- Heil. D'rum lenke den Sinn deln, daß ich in Herzensfreu- auf Jesum nur hin. digkeit, Herr, als dein Jünger allezeit nach deinem Worte möge handeln. 2. In ihm ist die Fülle von Allem, was gut; was fleischlich vergnüget, das schadet und trüget, es schwächet den Glauben, entkräftet den Muth. Wer Alles verläßt, und hanget nur fest an Jefu allein, kann wahrhaft sich freun. 5. Reich' mir die Waffen aus der Höhe, und stärke mich durch deine Macht, daß ich den guten Kampf bestehe, wenn deiner Feinde Haß erwacht; dann wird dein Gnadenreich auf Er den, worin dein heil'ges Recht regiert, und uns zu Fried' und Freude führt, auch durch mich ausgebreitet werden. 3. Er ist uns der treuste und innigste Freund. Schon hier will er laben mit himmlischen Gaben das Herz, das in Liebe mit ihm sich vereint. Wie einst er beglückt, wenn er uns entrückt zum himmlischen Licht, das fas sen wir nicht! 4. So ziehe, mein Jesu, mich gänzlich zu dir, laß in mir zer rinnen die Täuschung der Sinnen, ertödte des sündlichen Fleisches Begier. Dein himmdeinem Vater dir nicht fehle. lischer Glanz durchleuchte mich ganz, hinführo allein dein eigen 543. 543. Me 6. So will mein Herz dich, Herr, umfassen, bereit' es dir zu deinem Thron! Du haft aus Liebe ja verlassen den Himmel einst, o Gottes Sohn! So laß denn jetzt die gläub'ge Seele dir Freudenthron und Himmel seyn, daß sie, geheiliget und rein, vor 7. Ich steig' hinauf zu dir im Glauben, steig' du in Lieb' zu seyn. herab zu mir! Laß nichts mir 5. Mein Wille sey gänzlich diese Freude rauben; erfülle in deinen versenkt! Mein Wirganz mich nur mit dir! Ich will fen, mein Leiden, die Schmerdich lieben, dich verehren, so lang' in mir das Herz noch schlägt; und wenn es einst sich zen, die Freuden, nach deinem Gefallen sey Alles gelenft! Dir geb' ich mich hin mit liebendem 302 Liebe zu Gott und zu Christo. Sinn; ach lebe in mir, so leb'] Mel. Schmücke dich, o liebe 2c. ich in dir. 545. Nein, nichts Höh'Mel. Mein Salomo, dein 2c. res fennt mein Glaube, nichts erhebt mich mehr vom Staube, als daß mir zum wallt das Leben Gottes Sohn 544. Mir gera, jo oft fich hingegeben. Daß ich einen es sein gedenket, den Lieb' und Huld von seinem Throne drang, und unsre Niedrigkeit zut theilen zwang. Gedanke, der mich ganz auf Jesum lenket! Ist mir's im Ernst um Seligkeit zu thun, kann ich getrost in seiner Liebe ruhn. Heiland habe, mich an seinen Gütern labe, und in sein Verdienst mich kleide: dies ist meiner Seelen Freude. 2. Ich mag kein Heil, als nur in Jesu haben; ich mag kein Licht, das nicht aus Jesu strahlt; der Friede, den sein theures Blut bezahlt, ist nirgends sonst; er muß damit begaben, mein Jesus, der für mich am Kreuze starb und mir dadurch die Seligkeit erwarb. 3. Wie hoch der Geist der Jünger auch gestiegen, ihr höchftes Wissen blieb das Kreuz des Herrn: so finden auch die Gläub'gen nah' und fern in seis nem Kreuz das ſeligste Genügen; wer in ihm einzig sucht der Seele Heil, dem wird die höchste Weisheit auch zu Theil. 4. Wir sehen ja die Schaaren seiner Zeugen, wir kennen den, der uns erkauft sich hat; er that, er litt, er büßt' an unsrer Statt, wir müssen uns vor sei nem Scepter beugen; er ist so groß und ist zugleich so gut, wir opfern ihm von Herzen Gut und Blut. 2. Sein will ich mich gläubig freuen, meinen Bund mit ihm erneuen; denn auf meiner Pilgerreise nährt er mich mit Himmelsspeise. Daß ich einen Heiland habe, der mit treuem Hire tenstabe mich zu grünen Auen leitet: dies hat Liebe mir bes reitet. 3. Ew'ge Liebe, sey gepriesen, die sich hülfreich mir erwiesen, die den Mittler hat getrieben, mich bis in den Tod zu lieben. mich liebte bis zum Grabe, der Daß ich einen Heiland habe, der nun lebt als Uleberwinder: dies gewähret Trost dem Sünder. 4. Trotz'ge und verzagte Heren achten nicht des Heilands leicht vergessen, was sie ernstlich Schmerzen, können, ach, so nie ermessen. Daß ich einen Heiland habe, an dem ich mich weid' und labe: ginge mir dies Heil verloren, wär' ich besser nie geboren. 5. Fehlt er mir, so weicht mein Friede; ohn' ihn ist die Seele müde, Licht und Trost bleibt mir verschwunden, bis ich wieder ihn gefunden. Daß ich einen Heiland habe, reich an je Liebe zu Gott und zu Christo. 303 der Himmelsgabe: dies allein| Kraft, vor der das Dunkel muß erweckt auf's Neue meinen Muth entfliehen, die Alles aus dem und meine Treue. Nichts erschafft. 6. Sollte jemals meiner Seelen Kraft und Ruh' und Freude fehlen, will ich flehend zu ihm blicken, und er wird mein Herz erquicken. Daß ich einen Heiland habe, deß ich bleibe bis zum Grabe, der mich macht zum Himmelserben: darauf will ich freudig sterben. Mel. Die Tugend wird sc 546. daß ich Gott er kennen lernte und wandelte den Weg des Rechts, daß ich vom Eitlen mich entfernte, denn ich bin göttlichen Geschlechts! Der Herr ist über alle Schäße, er ist und bleibt das höchste Gut; und wenn ich mich an ihm ergöße, so fühl' ich, wo man sicher ruht. 2. Denn was hier herrlich scheint auf Erden, ist wie ein Rauch, der schnell vergeht; ein Reichthum, der geraubt kann werden, ist Lust, die nur im Traum besteht. Ein solcher Schaß wird nicht besessen, und solcher Trost schwächt nur den Muth; die ird'sche Freud' ist leicht vergessen, Gott aber ist ein ew'ges Gut. 4. Durch Lieb' allein ward er bewogen, daß sich zum Bild' er Menschen schuf, und, als die Sünd' uns ihm entzogen, uns wieder rief mit heil'gem Ruf. So, Seele, sucht er auch noch heute, wie er mit Liebe dich umfah'; schenkt gern dich seinem Sohn zur Beute, und bleibt dir dann in Gnaden nah'. 5. Er überschüttet dich mit Segen, er speiset dich mit Himmelsbred, er ist dein Licht auf deinen Wegen, und führt dich mächtig aus dem Tod', er tränft dich aus den Lebensbächen, in Nöthen stehet er dir bei, im Kreuz wird er dir Heil verspreden und stets bleibt seine Liebe nen. 6. O Seele, die dies Gut darf schmecken, und seine Kraft erfahren hat, laß immer stärker dich erwecken, und such)' es eifrig früh und spat! Dringe d'rum mit heißen Thränen, nichts halte dein Verlangen auf! beginne stets mit neuem Sehnen, nichts locke dich vom rechten Lauf. 7. Kein Kreuz und feine Luft soll stören die Liebe zu dem ew'gen Gut: nein, Alles muß die 3. Und dieses Gut ist lauter Glut vermehren, und stärken Liebe, das rufet alle Creatur. unsern Glaubensmuth, und Gott schuf in heißem Liebestrie- Alles muß zu ihm uns treiben, be die ganze herrliche Natur. der Andacht Feuer fachen an, Sie soll zu ihm hinauf uns zie- uns Chrifto inn'ger einverleiben, hen, uns Zeuge seyn von seiner der unsre Seelen sich gewann. 304 Liebe zu Gott und zu Christo. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 2c.| mir Geist und Leben seyn; daß 547. höchstes Gut, o ich nach deinem Wohlgefallen Licht und Leben, in Ehrfurcht möge vor dir walo treuer Hirt, o Vaterherz! nur len, zeuch mein Herz völlig zu dir dir hab' ich mich übergeben, hin; laß mich in Worten und mein Geist und Sinn strebt in Werfen auf deinen Wink und himmelwärts. Ich will mich Willen merken, und tödt' in mir nicht mehr selber führen, der den eignen Sinn. Vater soll sein, Kind regieren, 5. Dich lob' und lieb' ich so geh' ich mit ihm aus und ein. fromm und stille, und ruh' als Ach, Herr, erhöre meine Bitte, und lenke gnädig meine Tritte, ich gehe keinen Schritt allein. Kind in deinem Schooß. Ich schöpfe Trost aus deiner Fülle, mein Herz ist aller Sorgen los. Ich sorge nur vor allen Dingen, daß ich zum Himmel möge dringen, zu deinem Dienst bin ich bereit. Ach zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; was du nicht bist, laß ganz zerrinnen, und dein mich seyn in Ewigkeit. 2. Wenn du mich führst, kann ich nicht gleiten, dein Wort muß ewig feste stehn; du haft versprochen, mich zu leiten, zu meiner Seite stets zu gehn. Du wirst nicht mein Vertrau'n beschämen; will ich dich nur zu Allem nehmen, so willst du mir auch Alles seyn. Ach laß mich niemals von dir irren, dann wird mein Sinn sich nie verwir ren, dann blendet mich kein falscher Schein. Mel. Ich ruf' zu dir, Herr 2. 548. Jefu Chrift, mein höchstes Gut, du treuster Freund der Seelen, deß Liebe so viel an mir thut, daß ich es nicht kann zählen: gieb, daß mein Herz dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög' umfangen, und als dein Eigenthum an dir nur einzig hangen. 3. Herr, mache mich recht treu und stille, daß ich dir immer folgen kann. Nur dein, nur dein vollkommner Wille sey für mich Schranke, Ziel und Bahn. Mich soll nichts ohne 2. Hilf, daß sonst nichts in dich vergnügen; laß mir nichts meiner Seel', als deine Liebe mehr am Herzen liegen, als dei- wohne; gieb, daß ich deine nes großen Namens Ruhm; der sey allein mein Ziel auf Erden; ach laß mir's nie verrücket werden, denn ich bin ja dein Eigenthum. Lieb' erwähl' als meine Zierd' und Krone. Rott' Alles aus, nimm Alles hin, was mich und dich will trennen, und nicht gönnen, daß Herz, Gemüth und Sinn in deiner Liebe brennen. 4. Laß deinen Geist mich täglich treiben, Gebet und Flehen dir zu weihn. Dein Wort laß mir im Herzen bleiben und in 3. Wie freundlich, selig, füß und schön ist, Jesu, deine Lie Liebe zu Gott und zu Chrifto. 305 549. be! Wo diese wehnt, kann] Mel. Balet will ich dir geben c. nichts entstehn, was meinen Geift betrübe. D'rum laß nichts Anders denken mich, nichts sehen, fühlen, hören, nichts verehren, als deine Güt' und dich, der du sie noch kannst mehren. lich lieb ich dich! Wenn mich die Sorgen quälen, stärkst und erquickst du mich; dann schwinden alle Leiden der kurzen Pilgerzeit 4. Du bist allein die wahre vor den vollkommnen Freuden Ruh', in dir ist Fried' und Freuder nahen Ewigkeit. de, d'rum wendet sich mein Herz 2. Nichts, nichts soll meidir zu, daß es an dir sich weide. nem Herzen so theuer seyn, als Du bist das rechte Himmels- du; denn deinen Todesschmerbrod, durch das ich Stärkung zen verdank' ich Troft und Nuh'. finde, und die Sünde, sammt Dir will ich angehören mit Alaller Angst und Noth, im Glau- lem, was ich bin, dich über Alles ehren mit danferfülltem Sinn. ben überwinde. Jesu, Freund der Seelen, wie herz5. Du hast mich je und je ge3. Was kann mein Herz be liebt und mich zu dir gezogen. glücken, als deine Huld allein? Eh' ich noch etwas Gut's geübt, Wer mich im Tod' erquicken? warst du mir schon gewogen. Wer da mein Tröster seyn? Nur Ach, laß doch ferner, edler du kannst Alles geben, was Hort, mich diese Liebe leiten wahrhaft mich erfreut; bei dir und begleiten, so daß sie immer fort mir kräftig steh' zur Seiten. ist ew'ges Leben, ist Heil und Seligkeit. 6. Sie müsse, wo ich irre 4. Was soll ich troftlos fla geh', alsbald zurecht mich füh- gen? Du bist ja, Herr, bei ren, und in dem Amt, worin mir; muß ich das Kreuz auch ich steh', mein ganzes Thun retragen, ich folge freudig dir. gieren; daß ich auch Andre dei nen Rath und gute Werke lehre, Sünden wehre, und den, der Böses that, mit Ernst zu dir bekehre. Geduldig will ich leiden Verfolgung, Schmerz und Hohn; nichts soll von dir mich scheiden, von dir, o Gottes Sohn. 5. Du Herrlichkeit der Er7. So sey denn meine Freud' den, vergebens lockst du mich; im Leid, in Schwachheit mein kann ich einst selig werden, wie Vermögen, bis ich dereinst nach gern entbehr' ich dich! Wo JeKampf und Streit mich fann sus Hütten bauet, da, da ist zur Ruhe legen. Alsdann laß gut zu seyn; wenn ihn mein deine Liebestreu Erquickung Aug' einst schauet, wie will ich mir zuwehen, mir beistehen, dann mich freun! daß ich getrost und frei mög' in dein Reich eingehen. 6. Sey denn in jedem Leide, im Tode sey mit mir, und führ', u 306 Liebe zu Gott und zu Christo. o meine Freude, mich näher vom Kreuz gedrückt, fo fühlt er dann zu dir. Wenn mich kein dennoch sich erquickt, weil er Leid mehr rühren, kein Tod kann dein genießen. Endlich mehr tödten kann; wie werd' ich zeigt sich nach dem Leide volle triumphiren, wie selig bin ich Freude, und die Stunden alles dann! Trauerns sind verschwunden. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 550. Jesu, Jesu, Got- hier verstehn, und würdig g'nug Sohn, mein was für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben; freudig werd' ich dort erfahren mit den Schaaren der Gerechten, wie du lohnst den frommen Knechten. Heiland und mein Gnaden thron, du weißt, daß ich dich liebe; vor dir ist Alles sonnenflar, dir ist mein Herz auch of fenbar mit jedem seiner Triebe; Herzlich such' ich dir vor allen zu gefallen, nichts auf Erden kann und soll mir lieber werden. 2. Das ist mein Schmerz und fränket mich, daß ich nicht so kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Je mehr die Lieb' in mir entbrennt, um so viel mehr mein Herz erkennt, wie es dich lieben sollte! Laß mich in nig deine Güte im Gemüthe oft empfinden, ganz für dich mich zu entzünden. 3. Durch deine Kraft gelingt es mir, daß, wie mein Herz sich sehnt nach dir, ich auch an dir kann hangen. Nichts auf der ganzen weiten Welt, nichts, was den Sinnen wohlgefällt, stillt jemals mein Verlangen. Nur du, Jesu, fannst mich la ben, ich muß haben für die Triebe meiner Sehnsucht, reine Liebe. 5. Kein Auge hat jemals gesehn, noch kann ein Mensch es 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Herzen Fried' und Ruh' und tröstest fein Gewissen; ob er auch wird 6. D'rum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Freude seyn, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt, was mir dein Wort vor Augen stellt, aus Liebe mich stets übe; bis ich endlich werde scheiden und voll Freuden zu dir fommen, aller Trübsal ganz ent nommen. 7. Da wird in der Verflä rung Licht dein gnadenvolles Angesicht mir keine Hülle dekken; da werd' ich deine Süßige keit, die mich hienieden schon erfreut, in reiner Liebe schmecken. Ewig bin ich dann erquicket und geschmücket mit der Krone, die dem Glauben wird zum Lohne. Mel. Alle Menschen müssen 2c. uelle der Voll551. fommenheiten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich dich, und mit welchen Selig feiten segnet deine Liebe mich! Seel' und Leib' mag mir ver Liebe zu Gott und zu Christo. 307 schmachten; hab' ich dich, darf der Frommen lieb' ich dich, Herr, ich's nicht achten, mir wird deine Lieb' allein mehr als Erd' und Himmel seyn. wie ich soll. Ganz werd ich dort deinen Willen kennen, ehren und erfüllen, und du reichst an deinem Thron mir der treuen Liebe Lohn. 2. Denk ich deiner, wie er hebet meine ganze Seele fich; wie getröstet, wie belebet fühl' ich mich, o Gott, durch dich! Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie befreiet er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz! 3. Floß aus deiner Gnaden fülle mir nicht tausend Gutes zu? Daß ich ward, gebot dein Wille, daß ich noch bin, wirfest du. Daß ich denke, daß ich wähle, dafür dankt dir meine Seele, dankt dir, daß sie dich erkennt und in Christo Vater nennt. 4. Du entrisfest dem Verder ben mich durch deinen Sohn, v Gott, ließest den Gerechten sterben, und zum Heil ward mir sein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, hast du mir durch ihn gegeben, ewig soll ich dein mich freun, soll dein Kind und Erbe seyn. 5. Heil mir, wenn ich es em pfinde, welcher Liebe werth du bist, und mein Herz vom Haß der Sünde inniglich durchdrungen ist. Wenn auf dein Gebot ich achte, nur nach deinem Beifall trachte; dann strahlt mir der Freude Licht, und ich bin voll Zuversicht. Mel. Mein Heiland nimmt zc. agt immer, Wei552. se dieser Welt, man sey nur Freund von seines Gleichen, und leugnet, daß sich Gott gesellt mit denen, die ihn nicht erreichen. Ist Gott schon Alles, und ich nichts, ich Schatten, er der Quell des Lichts, er noch so stark, ich noch so blöde, er noch so rein, ich noch so schnöde, er noch so groß, ich noch so klein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! 2. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir Alles mit dem Sohne, nicht nur sein Leiden, Kreuz und Grab, auch seinen Thron und seine Krone. Ja, was er redet, hat und thut, sein Wort und Geist, sein Fleisch und Blut, was er ge wonnen und erstritten, was er geleistet und gelitten, dies Alles will er mir verleihn: Mein Freund ist mein, und ich bin sein. 3. Mein Freund ist meiner Seelen Geist, mein Freund ist meines Lebens Leben; nach ihm, der mich den Seinen heißt, und sonst nach Keinem will ich streben. O wohl der Wahl, die 6. Noch lieb' ich dich unvoll- uns gefügt! Sie reut mich nie, kommen, meine Seel' erkennt ich bin vergnügt in ihm, der dies wohl, dort im Vaterland auch mit mir zufrieden. D'rum. U12 308 Liebe zu Gott und zu Chrifto. bleibt bei Leiden ungeschieden Mel. Jesus meine Zuversicht: c. Ein Herz und Mund, Ein Ja und Nein! Mein Freund ist mein, und ich bin sein! 4. Der Himmel ist ohn' ihn getrübt, die Hölle nur fand ich auf Erden; nun aber muß, seit er mich liebt, die Wüste mir ein Eden werden. Ohn' ihn ist in der frohsten Meng' die weite Welt mir doch zu eng, ich bin, wenn alle Freunde fliehen, wenn selbst die Brüder sich entziehen, zwar einsam, aber nicht allein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein. 5. Sein ist mein Werk, sein ist mein Ruhm, seitdem ich mich von ihm ließ finden; ich hatte sonst zum Eigenthum nur Sünd' und Tod, den Sold der Sünden. Doch hat mein Freund auch diese Last zusammt dem Kreuz auf sich gefaßt, er nimmt die aufgehäuften Strafen, die nach des Richters Spruch mich trafen, und senkt sie in sein Grab hinein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! 553. Seele, was ermüd'st du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jeſum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott auf schwingen; richt' ihn stets zum Himmel hin, laß die Gnade dich durchdringen. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft füße Ruh', dein verschmachtet Herz zu laben; eil' der Lebensquelle zu, da fannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unsel'ge Pein, so das finstre Reich gebieret, laß nur den dein Labsal seyn, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 5. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen he get als dem Höchsten wohlge6. Vergeblich zürnt und fällt und dein Ursprung in sich stürmt der Feind, wenn die Poträget? Suche Jesum und sein saunen Alles wecken, dann ist Licht, alles Andre hilft dir nicht. der Richter selbst mein Freund, wie sollte sein Gericht mich schrecken? Ob Erd' und Him mel bricht und fracht, ob Leib und Scele mir verschmacht't, muß mein Gebein dann auch verwesen, bin ich doch ewig dann genesen; man lef auf meinem Leichenstein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein. 6. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, bist erlöst durch Jesu Tod und zu seinem Reich erkoren. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 7. Zu dem Strome mußt du nahn, der vom Thron des Lammes fließet, Gnad' um Gnade zu empfahn, die sich reichlich Liebe zu Gott und zu Christo. 309 dort ergießet. Suche Jesum| Laß dich finden, laß dich finden, und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. denn mein Herze zu dir dringt. 8. Laß dir seine Majestät im merdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichthum, Weltlust, Ehr' und Freud' sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit. 9. Geh' einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken; Mel. Wer nur den lieben 2c. Gott wird aus dem Liebesmeer 555. Was giebst du denn, mein ewig deinen Geist erquicken. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. In eigener Melodie. Gott, der dir täglich Alles giebt? Womit vergiltst du seine Güte, mit der er dich von je geliebt? Es muß das Allerbeste seyn; dem Herrn genügt das Herz allein. 554. ( ieh', hier bin ich, Ehrenkönig, lege 2. Du mußt, was Gottes mich vor deinen Thron; schwache ist, ihm geben; der Welt ge Thränen, kindlich Sehnen, bring' bühret nicht dein Herz. Bei ich dir, du Menschensohn. Laß Gott allein ist wahres Leben dich finden, laß dich finden, bin und bei der Welt nur Angst und ich auch nur Erd' und Thon. Schmerz. Ja, dir, o Gott, dir foll allein mein ganzes Herz gewidmet seyn. 2. Sieh' doch auf mich, Herr, das bitt' ich, leite mich nach 3. So nimm nun hin, was deinem Sinn, dich alleine ich dir gehöret, das Herz, das sich nur meine, dein erfaufter Erb' dir ganz geweiht; und dieser ich bin. Laß dich finden, laß Bund bleib' ungestöret von nun dich finden, gieb dich mir, und an bis in Ewigkeit. Dir geb' nimm mich hin. ich Alles, es ist dein, nie will 3. Herr, erhöre, ich begehre ich eines Andern seyn. nichts als deine freie Gnad', die du giebest, den du liebest, und der dich liebt in der That. Mel. Die Tugend wird zc. Laß dich finden, laß dich finden, 556. Was wär' ich ohne der hat Alles, der dich hat. dich gewesen, und ohne dich, was würd' ich 4. Hör', wie kläglich und be- seyn? Ich könnte nie von Angst weglich dir die treue Seele singt! genesen, in weiter Welt ständ' wie demüthig und wehmüthig ich allein. Nichts wüßt' ich deines Kindes Stimme klingt! sicher, was ich liebte, die Zu Liebe zu Gott und zu Christo. 310 funft wär' ein dunkles Grab, und wenn mein Herz sich tief betrübte, wer senkte Trost auf mich herab? 2. Oft möcht' ich bitter weinen, daß Mancher dich vergißt, der du doch für die Deinen am Kreuz gestorben bist. Von Liebe nur durchdrungen hast du ſo viel gethan, haft Heil der Welt errungen, und ach! wer denkt daran? 2. Haft aber du dich fund gegeben, ist ein Gemüth erst dein gewiß: wie schnell verzehrt dein Licht und Leben dann jede öde Finsterniß. Mit dir bin ich 3. Du stehst voll treuer Liebe auf's Neu' geboren, die Welt noch immer Jedem bei; und wird mir verklärt durch dich; wenn dir Keiner bliebe, du das Paradies, das mir verloren, bleibst doch stets getreu. O dieſe blüht herrlich wieder auf für Liebe sieget, und sie ergreifet mich. mich; das Herz voll Rührung schmieget sich inniger an dich. 4. Ich habe dich gefunden! Laß du auch nicht von mir! Laß ewig mich verbunden, eins ewig seyn mit dir! Einst schauen Alle wieder voll Glaubens himmelwärts, und sinken liebend nieder, und fallen dir an's Herz. 3. Ja, du mein Heiland, mein Befreier, du Menschensohn voll Lieb' und Macht, du hast ein allbelebend Feuer in meinem Innern angefacht. Durch dich seh' ich den Himmel offen, als meiner Seele Vater land; ich kann nun glauben, freudig hoffen, und fühle mich mit Gott verwandt. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt sc. 4. O gehet aus auf allen Wegen und ruft die Frrenden her- 558. Wenn ich nur den ein; Heiland habe, streckt Allen eure Hand wenn er nur mein eigen ist, entgegen und ladet froh sie zu wenn mein Herz nur bis zum uns ein! Der Himmel ist bei Grabe seiner Treue nicht veruns auf Erden, das fündigt ih- gißt; o dann weiß ich nichts nen freudig an, und wenn sie un von Leide, fühle nichts, als fers Glaubens werden, ist er Lieb' und Freude. auch ihnen aufgethan. Mel. Befiehl du deine Wege 2c. 557. W enn Alle untreu 2. Wenn ich nur den Heiland habe, laß ich alles Andre gern, folg' an meinem Pilgerstabe treugefinnt nur meinem Herrn, möwerden, erhalte gen immerhin die Ändern auf mich dir treu, daß Dankbarkeit dem breiten Wege wandern. auf Erden nicht ausgestorben 3. Wenn ich nur den Heisey. Für mich umfing dich Lei- land habe, schlaf' ich sanft und den, du starbst für mich in selig ein; ewig wird die höchste Schmerz; drum geb' ich dir mit Gabe mir sein treues Lieben seyn. Freuden auf ewig hin mein Herz. Mir kann vor dem Tod nicht Liebe zu Gott und zu Christo. 311 grauen, jenseit werd' ich Jesum| sonst nichts gilt, als dein eigen schauen! Bild. Mel. Seelenbräutigam c. er ist wohl, wie 559. W du, Jesu, süße Ruh'? Von dem Vater außerkoren, Leben derer, die verloren; von dir strömt uns zu Licht und süße Ruh'. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf möge sichern Schritts vollbringen, und die Sünd' in ihren Schlingen mich nicht halte auf; fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög' und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb' ein in die Seele gieb. 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; hab' auf mich dann Acht, Hüter in der 2. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket, in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 8. Sucht mein eitler Sinn in der Welt Gewinn, o dann lente die Gedanken, daß sie nimmer von dir wanken; sey du mein Gewinn, gieb mir deinen SinH. 3. Großer Siegesheld! Sün de, Tod und Welt hast du mächtig überwunden und ew'ges Heil erfunden für die sünd'ge Welt, durch dein Blut, o Held! 4. Höchste Majestät, König und Prophet! ich will demuths voll dich ehren und auf deine Stimme hören, denn dein Reich besteht, höchste Majestät! 5. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigenthum, durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigenthum, du mein höchster Ruhm. 13. Soll's zum Sterben gehn, willst du bei mir stehn, 6. 3euch zu dir mein Herz, mich durch's Todesthal beglei daß in jedem Schmerz deine ten, und zur Herrlichkeit bereiKraft mich ganz erfülle und ten; laß mich dann dich sehn, mein banges Sehnen stille! dir zur Rechten stehn. zeuch mein gläubig Herz zu dir himmelwärts. Nacht. 12. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüfte hasse, gieb mir, höchstes Gut, durch dein theures Blut. Mel. Mein Jesu, dem die ic. 7. Deiner Sanftmuth Schild, 560. Wie dank ich's, deiner Demuth Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn ner Licbe, daß du, des Höchsten noch Stolz sich rege; vor dir ein'ger Sohn, für mich aus 312 Liebe zu Gott und zu Christo. gnadenvollem Triebe verließest ein ganz befreiter Geift, der aldeinen Himmelsthron? Wie les Eitle von sich weist, und nur dank' ich's deinem treuen Herzen, die lautre Liebe taugen. daß du vom Tode mich befreit, 6. Ich heb' empor zu dir die und mir die ew'ge Seligkeit er Hände, auf's Neue sey dir's zuworben hast durch Todesschmer- gesagt: Ich will dich lieben sonzen? der Ende, für dich sey Alles 2. Du hast dich meiner ange d'ran gewagt. Ach, laß, o nommen, durch dich allein ist Herr, mir deinen Namen und es geschehn, daß ich der Finster- das Verdienst von deiner Pein niß entkommen, um in dein hel im Herzen eingegraben seyn, les Licht zu sehn. Du hast mir so lang' ich hier noch walle. föstliches Geschmeide, das Kleid Amen. des Heiles zugewandt, mir mitgetheilt der Kindschaft Pfand, des Geistes sel'ge Ruh' und Freude. 3. Doch wär' es, daß mein Geist noch hinge durch manche Fäden an der Welt, und sein Verlangen worauf ginge, das dir, o Heil'ger, nicht gefällt: Ach, wäre o ben, so komm mit liebender ger sich mit mir vereint? Gewalt, zerreiße diese Fäden dich preisen, lernt' ich dich ken2. Wie hocherfreut wollt' ich bald; dir sey mein Wille ganz nen, wie du bist! Zwar deine ergeben. 4. Hier ist mein Herz und Werke schon beweisen, wie hoch meine Seele, ach, nimm sie dir und hehr dein Wesen ist; doch zu eigen hin, daß fie dein Geist selbst ihr wunderbarster Glanz zum Tempel wähle und walte zeigt deine Herrlichkeit nicht fort und fort darin. Aus Liebe ganz. kamst du einst hernieder, die Liebe, die dich zu uns zog und Mensch zu werden dich bewog, die zieh' auch jetzt zu mir dich wieder. 5. Zerbrich, vernichte und zermalme, was deinem Willen nicht gefällt! Ob mich die Welt an einem Halme, ob sie an Ketten fest mich hält; das gilt ja gleich in deinen Augen, da nur Mel. O daß ich tausend zc. den meine Seele 561. Wo find ich Gott, mit Inbrunst über Alles liebt? Gott, den ich mir zum Ziel er wähle, deß Lieb' allein mir Freude giebt? Wann kommt die Zeit, da er als Freund noch inn's 3. Ich schaue hier dich nur im Spiegel, und nur in Schwachheit bet' ich an! O hätte meine Seele Flügel, sich dir, Erhabner, mehr zu nahn! wie würde sie sich deiner freun! wie felig, wie verherrlicht seyn! 4. Dürft' ich am Fuße deines Thrones mit deinen Engeln, Herr, dich sehn! Könnt' ich Erlöster deines Sohnes mit ſeinen Liebe zu Gott und zu Chrifto. Sel'gen dich erhöhn: welch' hohes Loblied stimmt ich an, ich, der ich hier nur stammeln kann! Mel. Wir Christenleut': c. 562. W mein Sinn? wo quillt der Born, der matte Seelen labe? Wo fucheft du die wahre Ruh'? Den Schatz ergräbt kein Fleiß, wie tief er grabe! 6. Wie eifrig werd' ich dann 2. Die Welt verspricht, und hält doch nicht; die Weisheit lehrt, und kann's doch nimmer lehren. Vom Himmel kommt, mich üben, daß ich dir wohlge- was Seelen frommt; nur Gotfällig sey! Wie immer inniger tes Herz kann Herzen Heil gedich lieben, und lauter preisen währen. deine Treu'! Und wie entweicht die eitle Lust dann immer mehr aus meiner Brust! 5. Doch hör' ich andachtsvoll und stille auf jedes Loblied der Natur, und richtet findlich sich mein Wille auf deines Wortes Stimme nur; dann geht mir hier das Licht schon auf, das ficher leitet meinen Lauf. 7. Noch hab' ich nicht dies Ziel erreichet, noch dien' ich oft Ser Eitelkeit; wenn auch nicht ganz die Liebe weichet, von Lauheit bin ich oft nicht weit. mache mehr und mehr mich frei, daß ich nur dir gehorsam sey. 8. Ja, heil'ge mich in deiner Wahrheit und mehr' in mir der Liebe Glut, bis ich dich schau in voller Klarheit, dich, meiner Seele höchstes Gut! Dann lieb' ich dich, o Gott, allein, wie selig werd' ich dann nicht seyn! 313 XXI. Vertrauen auf Gott. Mel. Nun ruhet in den 2c. mein Herz und 563. A 3. Vom Himmelsthron kam Gottes Sohn, von Gott gesandt, mit Gott uns zu verbinden. Du, Jesu, du rufft Allen zu: Kommt her zu mir! so sollt ihr Ruhe finden. 4. Und Liebe spricht dein Angesicht: Heil Gottes spricht aus jedem Wort und Werke. Und fommt her von dir, verneut mit eine Schaar, die elend war, Gottes Stärke. 5. Hier fomm' auch ich; ich glaub' an dich; ich komm', ich komm', o Jesu, Trost der Müden! Was alle Welt mir vorenthält, gieb du mir, Gottes Sohn, den Gottesfrieden! Todte lebend machen; laß deich, Vater, Va- nen Trost auch mich empfahn! ich von dir begehre, und sieh hast du von bittern Schmerzen mich gnädig an! Du bist die und großer Noth befreit! Stets Kraft der Schwachen, kannst halfst du den Betrübten, die 314 Vertrauen auf Gott. dich voll Inbrunst liebten; zu wie gefleht am Gnadenthron! dir halt' ich mich allezeit. Bist du, Seele, durchgedrungen 3. O Allmacht, Weisheit, durch die Angst, und siegest Güte, erquicke mein Gemüthe, schon? oder säumt des Heldu bist ja stets dir gleich. An fers Rechte? werden dunkler Mitteln und an Wegen zu mei- noch die Nächte, noch der nem Heil und Segen bist du, bittern Thränen mehr? häuft Herr, unaussprechlich reich. sich stets der Leiden Heer? 4. Oft läßt du mich empfangen weit über mein Verlangen, weit mehr, als ich versteh'; und jetzt wär' es vergebens, wenn ich zum Herrn des Lebens, zu meinem Gott und Helfer fleh'? 2. Nah' ist meines Helfers Rechte, sieht sie gleich mein Auge nicht; weiterhin im Thal der Nächte strahlt mir meines Retters Licht. Licht. Gott, mein Gott wird mir begegnen, und sein Antlig wird mich segnen, 5. Nein, ich will dich nicht lassen, im Glauben dich umfas jetzt noch ist die Prüfungszeit, sen, als ständest du vor mir. Ich jetzt sey, Seele, stark zum weiß, du hörst mein Sehnen; Streit. ich weiß es, meine Thränen find alle, Herr, gezählt von dir. 6. Du sprichst in deinem Worte: flopf an die Gnadenpforte, so wird sie aufgethan! Du hältst, was du versprochen, haft nie dein Wort gebrochen, und hilfst, wo Niemand helfen kann. 7. Sollt' ich denn dir nicht trauen, nicht findlich zu dir schauen, nicht frei von Zwei feln seyn? Ja, Retter aller Frommen, von dir wird Rettung kommen, du wirst mich Armen bald befrein! 8. An dir halt' ich mich feste; ich weiß, du willst das Beste; o Gott, erbarme dich! nimm von mir, was mich drücket, gieb mir, was mich erquicket, erhör' um Christi willen mich! 3. Was hat Abraham em pfunden, als das Opfer Gott befahl, und er in den Prüfungsstunden stieg zum Berg in Tos desqual? D'rum, wenn eben so erschüttert meine Seele schmachtend zittert, harr' ich, Vater, gleichfalls dein; mir auch wirst du gnädig seyn. 4. Abraham! so scholl die Stimme in des Ueberwinders Ohr; Herr, mit solcher Gnadenstimme ruf' auch meine Seel' empor! sieh', wie ich hier lieg' und flehe und vor Trauren fast vergehe! in der trüben Stunde Graun lehre mich gen Himmel schaun. 5. In der Kirche ersten Tagen, welch' ein hehrer Lobgesang, der auch unter Todesplagen aus der Zeugen Mund' erklang! Und nicht Jeder ward Mel. Du, o schönes Weltgebäude zc. 564. 2, wie hat mein erquicket, und wie Stephanus Herz gerungen! entzücket, der den Herrn in je Vertrauen auf Gott. 315 nen Höhn sah zu Gottes Rech-| weihn; aber ach! die Kräfte ten ſtehn. fehlen, und wie treu du bist und gut, das vergißt oft Fleisch und Blut. 6. Dennoch stritten sie mit Muthe, wenn die trübe Stunde fam, priefen den in ihrem Blute, der sie so der Erd' entnahm. Bracht auch nicht ein schnelles feit, irdisch Ende sie in ihres Vaters Hände, starben sie auch Tage lang: dennoch scholl ihr Lebgesang. 7. Schaue solcher Helden Glauben, meine Seele, glaubend 6. Ach, vergieb mir, wenn an! Laß nichts dir die Krone dem Staube sich mein leicht gerauben! leid', und klimme stets beugter Geist immer noch so hinan! Laß kein Trübsal und schwer entreißt! Ach, vergieb kein Leiden dich von Gottes mir, wenn mein Glaube oft Liebe scheiden! nichts, was jetzt noch wanket und nicht fest sich und künftig ist, scheide dich von auf deine Treu verläßt! Jesu Christ. 3. Täglich sag' ich meiner Seele: Gottes Lieb' und Vatertreu wird mit jedem Morgen neu; ihn, den Ewigen, erwähle dir zum Freund und jauchze dann, daß kein Feind dir schaden kann! 5. Plößlich überfällt mich wieder Sorge der VergänglichHoffen, irdisch Leid; und dann sink' ich muthlos nieder, suche bei den Menschen Ruh', und mein Helfer bist doch du. 565. Mel. Ach was soll ich zc. [ ch, wie ist der Menschen Liebe so veränderlich, so kalt! wie erstirbt ste doch so bald! Sezze nie auf diese Liebe, die nicht hält, was sie verspricht, Seele, deine Zuversicht! In eigener Melodie. 2. Aber deiner Liebe trauen, 566. Alles ist an Gottes Vater, das gereuet nie, denn Segen und an ein starker Fels ist ste; die auf seiner Huld gelegen. Gott ist diesen Felsen bauen, wohnen unverletzt und sehn ruhig selbst die Welt vergehn. unser höchstes Gut; wer auf ihn die Hoffnung seget, der bleibt ewig unverleßet, und hat immer frohen Muth. 2. Du, der mich bisher ernähret, so viel Wohlthat mir gewähret, bist und bleibest ewig mein. Du, der meinen Lauf regieret und mich wunderbar geführet, wirst mein Schuß auch ferner seyn. 3. Soll ich ängstlich seyn um Sachen, die nur Serg' und Un4. Ja, ich will nur dich erwählen, treuer Vater, dir allein will ich mein Vertrauen 7. Täglich laß mein Herz empfinden, wenn es sich auf Menschen stüßt, daß nicht Menschenhülfe nützt. Allen Trost laß mir verschwinden, bis ich wieder flieh' zu dir; und dann, Vater, hilf du mir! 316 Vertrauen auf Gott. ruh' machen und vergebliches gen, des Unglücks Quelle sind. Bemühn? Nein, ich will nach Vom falschen Schein geblendet, Gütern streben, die dem Herzen dem Eitlen zugewendet, sind Frieden geben und im Tode wir für wahre Güter blind. nicht entfliehn. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was mir gut ist, wirst du schicken, wenn es deinem Rath gefällt. Dir will ich mich ganz ergeben, Leid und Freude, Tod und Leben, Alles sey dir heimgestellt. 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen ganz gewiß zu seiner Zeit. Dir hab' ich nichts vor zuschreiben; wie du willst, so muß es bleiben, wann du willst, ich bin bereit. 4. Auf deinen Willen achten, nach deinem Reiche trachten, gewährt mir wahre Rul)'. Dies Theil will ich erwählen, was könnte dann mir fehlen? Mein höchstes Gut, o Gott, bist du. t 5. Dein ewiges Erbarmen, dein Beistand wird mir Armen in Trübsal Muth verleihn. Dein Rathschluß sey mein Wille; laß mich in frommer Stille, Herr, deiner Führung mich erfreun. 6. Laß mich nicht zagend wanken, wenn zweifelnde Ge 6. Soll ich hier noch länger danken mir deinen Trost entleben, wollst du Kraft und ziehn. Auch dann, Herr meiTrost mir geben und zum nes Lebens, laß niemals mich Himmel mich erziehn! Nur, vergebens zu dir, dem treuen was himmlisch ist, bestehet; Helfer, fliehn. alles Irdische vergehet, fährt gleich wie ein Strom dahin! 7. Versüße meine Leiden durch deines Geistes Freuden, dein Friede wohn' in mir; drückt mich die Last der Schmerzen, dann sprich zu meinem Herzen: ich, dein Erretter, bin bei dir. Mel. Nun ruhet in den Wäldern zc. uf deine Weisheit 567. A" schauen und deiner Güte trauen, Gott, welche Seligkeit! Dies mildert alle Leiden, schafft mir die reinsten Freuden und führt mich zur Zufriedenheit. 2. Dir, Herr, ist nichts verborgen, du kennst auch meine Sorgen, da du mein Vater bist. 8. Was sollt' ich mich betrüben? Muß denen, die dich lieben, doch Alles Segen seyn. Ich bin jà dein Erlöster; sonst weiß ich keinen Tröster, sonst keinen Schuß als dich allein. Mel. Singen wir aus 2c. Du schenktest mir das Leben, 568. Auf den Nebel folgt wirst mir Alles mir zum Heile nöthig ist. 3. Wir streben oft nach Dingen, die, wenn wir sie errin Sonn', auf das Trauern Freud' und Wonn'; auf die schwere, bittre Bein stellt sich Trost und Labsal ein. Meine Vertrauen auf Gott. 317 Seele, die zuvor sich in finstre Mel. Was Gott thut, das ist sc. Nacht verlor, bringt zum Lichte 569. Auf Gott und nicht jetzt empor. meinen und dem, der mich erschaffen will stets mein Glück ich bauen, und dem, der mich erschaffen Er, der die Welt allmächtig hat, mit ganzer Seele trauen. hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. wie viel mir nüßen würde, be2. Er sah von aller Ewigkeit, 3. Ach! wie oft gedacht' ich stimmte meine Lebenszeit, mein doch, als das schwere Trübsals Glück und meine Bürde. Was Joch hart auf meinen Schul- zagt mein Herz? Ist auch tern lag, manche Nacht und ein Schmerz, der zu des Glanmanchen Tag: Nun ist alle bens Ehre nicht zu besiegen Hoffnung hin, nichts erfreut wäre? mehr meinen Sinn, nur der Tod ist mein Gewinn! 2. Gott läßt Keinen traurig stehn, noch im Elend ganz vergehn, der sich ihm zu eigen schenkt und in ihn sich ganz versenkt. Wer auf Gott sein Hoffen seßt, der gewinnet doch zu legt, was in Ewigkeit ergößt. 4. Aber Gott erbarmte sich, heilt und hielt mich väterlich, daß ich, was sein Arm gethan, nie genugsam preisen kann. Da ich weder hier noch da einen Weg zur Rettung sah, war mir seine Hülfe nah. 5. Nun, so lang' es Gott gefällt, daß ich leb' in dieser Welt, soll mir seiner Wunder Schein stets vor meinen Augen seyn. Ich will all' mein Lebelang meinem Gott mit Lobgesang dafür bringen Preis und Dank. 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, er merkt auf meine Bitte, und hätte gnädig sie gewährt, wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich recht väterlich nicht, was ich mir ersehe, sein Wille nur geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir kla gen? Die größte Noth hebt einst der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt uns doch im Grabe. 5. An dem, was Seelen glücklich macht, läßt Gott es Keinem fehlen. Gesundheit, 6. Ich will gehn in Angst Reichthum, Ehr und Pracht und Noth, ich will gehn bis in sind nicht das Glück der Seelen. den Tod, ich will gehn in's Wer Gottes Rath vor Augen Grab hinein, und doch allzeit hat, dem wird ein gut Gewisfröhlich seyn. Wem der Stärfste sen die Trübfal auch versüßen. bei will stehn, wen der Höchste 6. Was ist des Lebens Herr-. will erhöhn, der kann nicht zu lichkeit? wie bald ist sie verGrunde gehn! schwunden! Was ist das Lei 318 den dieser Zeit? wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn! er hilft uns gern; seyd fröhlich, ihr Gerechten! der Herr hilft seinen Knechten. Vertrauen auf Gott. welcher Kummer dich auch plagt, Gott wird deine Unruh' stillen; traue seiner Vaterhuld, er giebt Tröstung und Geduld. In eigener Melodie. 570. Auf 2. Mußt du gleich auf rau her Bahn durch viel Kreuz und Trübsal wallen; nimm es nur [ uf meinen lieben geduldig an, also hat es Gott Gott trau' ich in gefallen. Glaube, das ist recht Angst und Noth. Er kann und gut, was dein treuer Vamich allzeit retten aus Trüb- ter thut. fal, Angst und Nöthen. Mein Unglück kann er wenden; es steht in seinen Händen. 3. Bleibe deinem Gott getreu, sucht er dich auch heim mit Schmerzen; halte dich von Unmuth frei, dulde mit gelaßnem Herzen; über jede Noth der Welt steget, wer an Gott sich hält. 4. Füge dich in Gottes Brauch: Christen müssen dulden, hoffen. Hat nicht deinen Heiland auch hier viel Leid und Kreuz getroffen? Folg' in Demuth deinem Herrn; was Gott auflegt, trage gern. 5. Kronen folgen auf den 4. Du, mein Herr Jesu Christ, Streit, kämpfe nur mit festem der du aus Liebe bist am Glauben; keine Leiden dieser Kreuz für mich gestorben, du Zeit können Gottes Heil dir hast das Heil erworben und rauben. Leide, bet' und lebe schaffst nach kurzem Leiden den rein, selig wird dein Ende seyn. Deinen ew'ge Freuden. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 5. Amen aus Herzens Grund' sprech' ich zu aller Stund'. Du wollst, Herr Christ, uns lei 572. Befiehl dem Höchten, uns stärken, vollbereiten, auf daß wir deinen Namen ohn' Ende preisen. Amen! sten deine Wege, und mache dich von Sorgen los, vertraue seiner Vaterpflege; für ihn ist nichts zu schwer und groß, das er zu seines Namens Preis nicht herrlich auszufühMel. Meinen Jesum laß ich zc. 571. Auf, mein Herz, ren weiß. sey un- 2. Wo du ihn nur haft walterwirf dich Gottes Willen; ten lassen, da hat er Alles wohl 2. Wenn mich die Sünd' anficht, verzagt mein Herz doch nicht. Auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; in ihm ist Kraft und Leben, ihm will ich mich ergeben. 3. Nimmt auch der Tod mich hin; ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; er wird sein Reich mir geben. Ich sterb heut' oder morgen, da für laß ich Gott sorgen. Vertrauen auf Gott. 319. gemacht, und was dein Den- Lob gegeben, daß du oft unfen nicht kann fassen, das hat vermuthet haft für mich gesorgt er längst zuvor bedacht. Wie in meinem Leben, und mich bees sein Rath hat außersehn, so, freit von mancher Last. Ach! und nicht anders muß es gehn. Alles ist ja nüß und gut, was deine Fügung mit mir thut. 3. Wie werden deine Lebenstage von Angst und Kummer seyn befreit; wie leicht wird alle Noth und Plage dir werden in der Prüfungszeit, wenn du nichts wünscheft auf der Welt, als was Gott will, und ihm gefällt. 9. Dort werd ich deiner Liebe Thaten erst preisen in Vollkommenheit. Dort läßt du mir den Wunsch gerathen, daß ich im Licht der Ewigkeit erkenne, wie mich hier dein Rath aufs Seligste geführet hat. 4. An wahrem Glück wird dirs nicht fehlen, wenn du dein In eigener Melodie. Herz gewöhnst und lehrſt, nur 573. Beh Lefiehl du deine das, was Gott will, zu erwähWege und was len, und deinem eignen Willen dein Herze fränkt der allertreuwehrst. Gott ist voll Weisheit sten Pflege deß, der den Himund Verstand; du irrest leicht, mel lenkt; der Wolken, Luft und baust auf Sand. und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 5. Gieb meinem Herzen solche Stille, mein Jesu! daß ich sey vergnügt mit Allem, was des Vaters Wille mit mir und meinem Leben fügt. Nimm dich nur meiner Seele an, so hab' ich, was ich wünschen kann. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dirs soll wohlergehn, auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen, es muß erbeten seyn. 6. Ich weiß, du thust's, sie ist die deine, und fostet dir dein theures Blut; o mache sie von Sünden reine, Gott wohlgefällig, fromm und gut. Ja, laß mich dir empfohlen seyn, so trifft mein ganzes Wünschen ein. 3. Dein' ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sey oder schade dem sterb7. Indeß sey stets, mein Gott, lichen Geblüt; und was du gepriesen für alle Sorgfalt, dann erlesen, das treibst du, die du mir noch eh ich war starker Held, und bringst zum schon hast erwiesen. Du hast Stand und Wesen was deinem ja, treuer Hirte, dir zum Eigen- Rath gefällt. thum auch mich erwählt und 4. Weg' hast du allerwegen, mich den Deinen zugezählt. an Mitteln fehlt dirs nicht, 8. Dir sey auch Dank und dein Thun ist lauter Segen 320 Vertrauen auf Gott. dein Gang ist lauter Licht, dein für in Angst und Nöthen schwes Werk fann Niemand hindern, ben, frag' er doch nicht nach dir. dein' Arbeit kann nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 10. Wird's aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da 5. Und ob gleich alle Teufel du es nimmer gläubst; er wird hier wollten widerstehn, so wird dein Herz erlösen von der doch ohne Zweifel Gott nicht so schweren Last, die du zu zurücke gehn; was er sich vor feinem Bösen bisher getragen genommen, und was er haben hast. will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm- und Dankge6. Hoff, o du arme Seele! schreie den Sieg, die Ehrenhoff, und sey unverzagt; Gott fron'; Gott giebt dir selbst wird dich aus der Höhle, da die Palmen in deine rechte dich der Kummer plagt, mit Hand, und du singst Freudengroßen Gnaden rücken; erwarte pfalmen dem, der dein Leid genur der Zeit, so wirst du schon wandt. erblicken die Sonn' der schönsten Freud'. mach Ende mit aller unsrer 12. Mach End', o Herr, Noth, stärk' unsre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu' empfohlen seyn, so ge hen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 7. Auf, auf, gieb deinen Schmerzen und Sorgen gute Nacht, laß fahren, was die Her zen betrübt und traurig macht; bist du doch nicht Regente, der Alles führen soll, Gott fizt im Regimente, und führet Alles wohl. Mel. Mein Salomo, dein 2c. 8. Jhn, ihn laß thun und 574. Beklommnes Herz! walten, er ist ein weiser Fürst, und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath das hat kinausgeführet, was dich geäng ftet hat. was willst du bange sorgen, und willst dich ängstigen bei Tag und Nacht um das, was doch nicht steht in deiner Macht? Oft fommt aus Sturmes Nacht ein schöner Morgen, daß, wer am Abend kläglich trauernd singt, des Morgens schon Gott Jubellieder bringt. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn, und thun an seinem Theile, als hätt' 2. Ermüdet Herz! du mußt in seinem Sinn er deiner sich dich nicht verlieren. Gedenke begeben, und solltst du für und nur des ew'gen Vaters Treu'. Vertrauen auf Gott. Der deinen Kummer kennt, der macht dich frei; sieh durchs Gewölf im Himmel ihn regieren! Der Alles ihm zum Wohlgefallen schafft, deß Anblick giebt dir neue Lebenskraft! 3. Erniedrigt Herz! erhebe nur die Schwingen des Glau2. Wenn dich die Sünden schmerzen, so fühle deine Schuld; doch trau mit ganzem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet die Reu, die Gott gefällt; allein den Tod bens und der Hoffnung da hin- gebieret die Traurigkeit der auf, wohin der Fromme richtet Welt. seinen Lauf! Mit Gottes Hülfe wird es dir gelingen! Bald ziehst du aus das traurige Gewand, und trittst in den erhöhten Freudenstand. 4. Verstummend Herz, laß durch das Kreuz dich trösten! dein Jesus auch verstummte wie ein Lamm; doch siegt' er sterbend an des Kreuzes Stamm, und zieht empor zu sich einst die Erlösten. D'rum weiche nicht von seinem Kreuz zurück; du wirst erquickt durch manchen Gnadenblick. 321 dich. Er höret deine Klagen, und liebt dich väterlich. 5. O selig Herz, so bist du wohl beglücket; denn hast du hier an Jesu Leiden Theil, so strömt dir dort aus seiner Fülle Heil, wenn du gen Himmel wirst zu ihm entrücket. Das ist der Glaube, der besteget weit die Angst, die uns auf Erden ist bereit. 3. Wenn deine Feinde wü then, wie groß ihr Zorn auch sey, dein Gott wird dich behüten, bleib du nur ihm getreu. Gehorchen seinen Winken nicht immer Erd' und Meer? Laß deinen Muth nicht sinken; dein Schirm und Schild ist er. 4. Auch in den bängsten Leiden sey stark in seiner Kraft! Ergieb dich ihm mit Freuden, er ists, der Hülfe schafft. Er weiß ja, was dir fehlet in jedem Augenblick; und was dein Vater wählet, führt dich zum wahren Glück. 5. Der Gott, auf dessen Seist stets in seinen Wegen gerecht gen dein ganzes Wohl beruht, und weif und gut. Will auch dein Herz oft wanken, als dächt er deiner nicht, wirst du ihm doch einst danken; er hält, was er verspricht. 6. Denk jenes Worts, und weine voll Freud und Dank, o Christ: Ist auch der Mütter Mel. Befiehl du deine Wege zc. 575. Chrift, Alles, was eine, die ihres Sohns vergißt? dich fränket, befiehl getroft dem Herrn; er, der die Himmel lenket, ist auch von dir nicht fern. Warum willst du verzagen? zu Gott erhebe Und könnt' sie sein vergessen, vergeß ich doch nicht dein. Wer könnte dies ermessen, und dennoch trostlos seyn! 7. Ergreif' in festem Glauben * 322 Vertrauen auf Gott. den Troft der Ewigkeit; wer spöttisch lachen, wohl wird's kann das Heil dir rauben, das Gott doch machen. be Gott den Frommen beut? Auf furze Prüfungstage folgt ew' ger Preis und Dank; dann schweiget jede Klage und wird ein Lobgesang. 5. Dabei solls denn bleiben! ich will nie mich sträuben, folgsam Gott zu seyn. Stets, in Tod und Leben, bleib' ich ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Ihm, dem Herrn, vertrau ich gern; wunderbar mag Gott es Mel. Jesu meine Freude zc. 576. Chrift, aus deinem machen, wohl wird er's doch Herzen banne machen. Sorg' und Schmerzen, schöpfe prücken, wird dich Gott erquit 577. Den fille, getroft, neuen Muth! Wenn dich Leiden Mel. Von Gott will ich nicht z. harr' ken, was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth ringsum be- o Gott! in dir; dein väterlicher droht, Sorgen stets mit dir er- Wille geschehe stets an mir! wachen; wohl wird's Gott doch Du bist mein bestes Theil; was machen. könnte mich betrüben? bringt denen, die dich lieben, nicht selbst ihr Leiden Heil? 2. Bricht mit jedem Tage eine neue Plage über dich her ein; drängen dich die Feinde, 2. Dein heilig- weises Waltreten fern die Freunde, und ten bleibt meine Zuversicht; du vergessen dein: zagend Herz, wirst mich aufrecht halten, wenn zähm deinen Schmerz, und befiehl Gott deine Sachen, denn er wird's wohl machen. jede Stüße bricht. Mein Flehen hörest du, wenn in der stillen Kammer mein Herz in sei nem Jammer bei dir sucht Trost und Ruh. 3. Du wirst mich nicht versäumen, ob auch dein Arm verzeucht, und, wie in schweren Träumen, mir Kraft und Hülf entweicht. Du prüfst mich nur, mein Gott, daß sich die Treu be währe, und zu des Heilands Ehre besiege jede Noth. 4. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seiner Treu' empfängt. Nur nichts felbst verschuldet, und dann froh erduldet, was dein Gott verhängt. Kämpf als Held! mag 4. Du giebst mir Kraft zum Siege und stehst mir mächtig bei, daß ich nicht unterliege, wie schwach ich immer sey. Du nimmst mein frankes Herz in doch die Welt deiner Hoffnung deine Hut und Pflege und bah3. Du führst Christi Namen; Christum nachzuahmen, - das ist deine Pflicht. Dulde und sey stille, deines Vaters Wille führt durch Nacht zum Licht. Der steht feft, der Gott nicht läßt; Gott ist mächtig in den Schwachen, und er wird's wohl machen. Vertrauen auf Gott. 323 neft mir die Wege zur Freude| sanftes Wehen macht, daß sie durch den Schmerz. 5. Du, du bist meine Freude, mein Helfer in der Noth! Von deiner Liebe scheide nicht Leben michy, noch Lod! Dein Antlig leuchte mir in meiner bängsten Stunde! Ich bin mit dir im Bunde, ich leb' und sterbe dir! von Balsam triefen. Doch selbst im Sturm bist du, Herr, meine Sonn' und Ruh, die mich recht mildiglich ergößt, wenn mich des Kreuzes Druck verlegt. 5. Ja, Heiland, du bist Sonn' und Schild den Gläubigen auf Erden, die deinem frommen Leidensbild hier sollen ähnlich werden, eh sie die Herrlichkeit der künft'gen Welt er578. der bir im des em Heiland nach, freut, die dem die Siegespalme Mel. Der lieben Sonne Licht 2c. Herz, auf seinen Dornenwe- Leidens gleicht. gen! Bekämpfe muthig Leid 6. Mein Herz kann diese Lei und Schmerz, dem Siege fol- densehr, o Jesu, kaumt recht fas get Segen. Nur fröhlich auf sen; doch reiche mir die Bürde gefaßt die leichte Liebeslast! her, wer kann sein Heil wohl Sind doch die Leiden dieser Zeit hassen? Mit Jesu hier gehöhnt, nicht werth der fünft'gen Herr- mit Jesu dort gekrönt; mit Jesu lichkeit. hier vom Kreuz gedrückt, mit Jesu ewig dort erquickt. 7. Wohlan, so will ich in Geduld nach deinem Willen leiden, den bittern Kelch füllt deine Huld zuletzt mit süßen Freuden. Im Kreuz' erblick ich schon die mir verheißne. Kron'; du leuchteft in Geduld mir vor, ich folge dir zum Sternenthor. 2. Du, Herr, stehst meine Schwachheit an, du fennest mein Vermögen, und mehr, als ich ertragen kann, wirst du nicht auferlegen. Leg auf, ich halte still, denn was dein Rathschluß will, das ist mein aller bestes Theil, du willst der Dei nen wahres Heil. 3. Du selber gingst zu Ehren ein durch Schmerz und bittres Leiden, wie fönnt' ich wohl dein Mel. Herzliebster Jefu, was sc. Jünger ſeyn, wollt' ich in Rosen 579. Der Weg ist gut, weiden? Der Himmelslilien Glanz wächst aus dem Dornen franz; dem, der die Schmach des Kreuzes trägt, wird Herrlichkeit dort beigelegt. durch das Leiden führet. Man findet Gott, wenn man sich selbst verlieret. Gefahr und Noth treibt die beherzten Streiter beständig weiter. 4. Wie stünd' es um der Gär- 2. Gott, welcher stets nach ten Pracht, wenn alle Lüfte Lieb' und Weisheit handelt, schliefen? Nur Sturm und macht, daß der Mensch durch * 2 324 Vertrauen auf Gott. rauhe Wege wandelt, wenn sein solchen festen Glauben kann Gemüth das Glück in guten Ta- Niemand rauben. gen nicht weiß zu tragen. 10. Ja, solltest du auch ohne dein Verschulden um Jefu wil len Schmach und Tod erdulden: verzage nicht Gott läßt die Kraft dich finden, zu überwinden. du on alul. 3. Der Herr will nicht die schon geplagten Seelen durch neue Lasten nur noch härter quälen; er will auch nicht gewaltsam zu sich ziehen, die vor ihm fliehen. 4. Ist aber wo ein Herz, das ihm gehöret, und das sich noch mit halbem Willen wehret, das rettet er, denn Seelen sind ihm theuer, als aus dem Feuer. 11. Der Herr ist selbst den Todesweg gegangen; wer mit ihm duldet, wird die Kron' empfangen; der Herr wird, die ihm Alles hingegeben, zu sich erheben. binburns an di 12. Blick auf die Wolfe der 5. Er zieht von dieser Erbe verklärten Zeugen, die jetzt vor nicht'gen Freuden den schwachen seinem Thron die Palmen neiGeist zurück durch harte Leiden; gen. Wie kamen sie zur Fülle er selbst erweckt bei Seufzen, jener Freuden? War's nicht Schmerz und Thränen ein durch Leiden? iched bid the himmlisch Sehnen. Mel. Was Gott thut*.md auf der ich hier zu 6. O seyd gesegnet mir, ihr sel'ge Schmerzen! Dies Sehnen wecktet ihr in meinem Herzen; 580. Die Bahn iſt rauh, kein Leid kann nun den freien meiner Heimath walle. Wie Geift ermüden, er lebt im Fries viel Gefahren drohen mir! Oft od bin ich nah dem Falle. Gott, 7. Nichts wird mir schwer, wärst du nicht mein Trost und bleib' ich mit Gott verbunden, Licht, mein Heil in finstern Taich fühle keinen Schmerz in Lei- gen, wie ängstlich würd' ich zadensstunden, und wandle, dank gen! in and den. bar für des Höchsten Gnade, 2. Wie oft muß das beklommbas b durch rauhe Pfade. ilmne Herz vor Menschen sich vers 8. So wird das Gold von schließen! Vor dir darf der geSchlacken mehr gereinigt, das heimste Schmerz sich im Gebet Herz mit Gott noch inniger ver- ergießen; dann schaffest du mir einigt; die ihm ergebne stille Trost und Ruh aus deiner Got Glaubenstreue stärkt sich aufs tesfülle, und meine Seel' ist Neue. bi stilleout 9. Durch Finsterniß, die un- in3. Ich glaube, was dein fern Weg umdunkelt, fehn wir Wort verspricht: du forgst für das Kleinod, das von oben fun- meine Tage; dein Auge schläft telt. Solch selge Hoffnung, und schlummert nicht, dein Ohr Vertrauen auf Gott. 325 hört meine Klage. Du frönst] 3. Was helfen meine Sor mich einst, wenn du erscheinst, gen? Ift mir mein Glück ver in deinem Heiligthume mit borgen; dir, Herr, verbirgt sich's Wonne, Preis und Ruhme. nicht. Dir, dir will ich vertrauen, auf deine Liebe bauen, du, Vater, weißt, was mir gebricht. 4. O dann wird alle Traurigkeit aus meinem Herzen schwinden; vergessen werd' ich alles Leid, und nur dein Heil 4. Warum ich heute flehe, empfinden; mein Lobgesang, voll das möchte, wenn's geschähe, Preis und Dank, wird dir zum Wohlgefallen durch deinen Himmel schallen! schon morgen mich gereun. Nur einen Wunsch vor allen laß dir, o Herr, gefallen, den Wunsch: zufrieden stets zu seyn. 5. Mich kann, bin ich der Erd' entrückt, nicht mehr die 5. Wenn ich verlassen scheine, Sünd' entweihen; mit Unschuld im Leiden zag' und weine; was steh ich dann geschmückt in dei- wünscht mein schwaches Herz? ner Sel'gen Reihen. Ich schau Es will dir nicht vertrauen, im Licht dein Angesicht, und den Ausgang will es schauen, ew'ger Himmelsfrieden ist mir durch dich beschieden. und trägt mit Ungeduld den Schmerz. sho 6. D'rum will ich dieses Lebens Schmerz, mein Gott, ge6. D'rum will ich findlich schweigen, mich deinem Willen duldig tragen; beruhigt soll beugen bei Allem, was du bu mein gläubig Herz nicht mehr schickft; dich will ich glaubend voll Unmuth klagen. Du bist fassen; du kannst mich nicht verbereit, zur rechten Zeit, o Gott, lassen, der du die Deinen gern von allem Bösen mich herrlich beglückst. zu erlösen. BY IN TEME 7. Nicht das, warum ich flehe, dein Wille nur geschehe, und was mir selig ist; d'rum will ich, dir ergeben, getroft und ruhig leben, bis einst der Tod mein Auge schließt. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2. 581. Dir hab' ich mich ergeben, mein Gott, im ganzen Leben, im Unglück wie im Glück; dir dank ich meine Freuden, dich preif ich auch Mel. Herzlich lieb hab' ich sc. im Leiden bis an den letzten Au- 582. Dir trau idh, Gott, genblick. und nicht, 2. Du bist's, der für mich wenn mir gleich von der Freude wachte, noch eh' ich war und Licht der letzte Schimmer dachte, mich führte deine Hand; schwindet. Mein Helfer und du hast mich treu geleitet, auch mein Gott bist du, durch den da mein Glück bereitet, wo ich mein Herz doch endlich Ruh, nur Schmerz und Leiden fand. und wahre Freude findet. Von 326 Vertrauen auf Gott. jeher hast du mich geführt, und| Willst du auch sorgen ohne meines Lebens Lauf regiert; du Ruh, du wirst doch nichts gehaft mit treuer Vaterhand mir winnen. Wird nicht gewährt, alle Noth zum Heil gewandt. was du begehrt, sollst du darum Mein Herr und Gott, ich trau dich grämen? Gott lebet noch, auf dich! ich trau auf dich! Ich dem traue doch, er wird es auf kämpf und stege, Gott, durch sich nehmen. dich! 2 Wird mir der Leiden Last zu schwer, und fühl ich keine Stärke mehr, fie länger noch zu tragen; dann blickt mein Au ge himmelwärts, und neu ge stärkt fühlt sich mein Herz, im Leid nicht zu verzagen. Bald ist der Thränen Maaß erfüllt, und meiner Seele Schmerz gestillt; bald hast du, Gott, mein feit vertheilt er nach Gefallen; 3. Die Gaben seiner GütigFlehn erhört, mein Herz ge- sein Rathschluß will Verschie und Du treuer Gott, ich danke dir! ich danke dir! dich preist mein Loblied für und für. denheit, er giebt nicht Alles Allen. Hier giebt er viel, dort sett er Ziel der Fülle seiner Gaben. 3. Was sind die Leiden die, glaube doch, Gott schenket ser Zeit, Gott, gegen jene noch, was du wirst nöthig Herrlichkeit, die du willst of haben. fenbaren! Auch mir reichst du 4. Nur fordert er den rechten an deinem Thron mit Allen einst der Dulder Lohn, die treu im Leiden waren; zum höhern Lichte dort verklärt, erkenn' ich ganz der Prüfung Werth, ge nieße froh der Leiden Frucht, womit du hier mich heimge fucht. D Herr, mein Gott! Brauch der anvertrauten Gaben, und will des Menschen Arbeit auch in seinem Dienste haben. Auf treuen Fleiß zu seinem Preis läßt er Gedeihen kommen; Gott segnet noch, das glaube doch, das Wirken seiner Frommen. dir will ich traun! dir will ich traun! denn einst werd' ich dein Antlig schaun. 2. Dort oben herrscht der Herr der Welt, der immer wohl regieret, der Alles schüßet, trägt, erhält, und voller Weisheit füh ret. Der Herr bewacht mit Vorbedacht der Menschen gan zes Leben. Gott herrschet noch, das glaube doch, er wird das Beste geben. 5. Geht's gleich den Frommen oftmals schlecht, und freuen sich die Bösen; gilt Unrecht gleich oft mehr, als Recht: laß mich dies chriftlich lösen. Mel. Was mein Gott will 2c. 583. Du bist ein Chrift, Gott ordnet schon den Gnadenlohn, die Frommen einst zu zie und fränfest deine Sinnen? ren. D'rum glaub ich doch, was flagest du, Vertrauen auf Gott. 327 Er liebt mich noch, und fünf-| Schild; sieh in ihr deiner Muttig werd' ich's spüren. ter Bild. 6. So leg' ich denn mein gan- 5. Ist von dem Freund der zes Thun, o Herr, in deine Freund geschieden, und weint Hände; ich lasse Angst und der Hinterlaßne laut: dann, Sorgen ruhn, mein Kummer Herr, gieb seiner Seele Friehat ein Ende. Ich bleibe still, den, mach mit dem Himmel ihn nur wie Gott will, mag fünf vertraut; er lern', er lern' es, tig Alles gehen. Gott hilft mir daß Gott wieder giebt, was doch, das glaub ich noch; sein wir in dir und ihm geliebt. Wille muß geschehen. 6. Nimm auf die Waise, die im Sterben der Vater glaubend zu dir wies; laß sie den letzten Segen erben, den er ihr scheidend hinterließ. Ja laß, ja der weinte an. des Freundes laß sie thun, was sie versprach, Grab, der einer Mutter Schmerzen heilte, und ihren Sohn ihr wieder gab, erschein', erschein' als Tröster und als Freund, auch jetzt noch, wo ein Auge als ihm das Aug' im Tode brach. weint. Mel. Wer weiß, wie nahe mir 2c. 584. D D¹, u, der einst unsre Trauer theilte, 7. Du hast geweint; wir müssen weinen, und Schmerzen dulden bis ans Grab, doch einst versammelst du die Deinen, und 2. Wenn trostlos in der stil trocknest ihre Thränen ab. len Kammer ein Armer, ein Dort wird, dort wird kein Verlaßner bebt, und jedes Bild Jammer, keine Pein, kein Weivon seinem Jammer mit taunen und kein Schmerz mehr send Schrecken vor ihm schwebt; seyn. dann komm, dann komm mit mildem Angesicht, und ruf ins Herz ihm: Weine nicht! Mel. Wie groß ist des zc. 3. Wenn Unterdrückte zu dir 585. Du flageft über die flehen, die Feindes Haß darniederbeugt, wenn sie bekümmert um sich sehen, und sich kein Retter ihnen zeigt; o dann, ja dann erbarm dich ihrer Pein, dann wolle du ihr Retter seyn! Beschwerden des Looses, das dir Gott verliehn; ganz glücklich wünscheft du zu werden, und siehst dies Ziel dir stets entfliehn. O wehre mißvergnügten Zähren, besinne dich, und sich zurück! It denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 4. Die Mutter, welche dich geboren, empfahlst du deines Freundes Treu. Der Wittwe, die den Sohn verloren, steh auch 2. Nicht hoher Stand, nicht mit gleicher Liebe bei. Sey du, äußre Güter sind Quellen der sey du ihr Helfer und ihr Zufriedenheit: die wahre Nu 328 Vertrauen auf Gott. he der Gemüther gedeiht nur tesfurcht und Tugend nie gebei Genügsamkeit. Genieße, trachtet, und die nun büßen für was dir Gott beschieden, ent- der Weltluft Freuden, ein christ behre gern, was du nicht hast! lich Leiden? nchin Dent', jeder Stand hat seinen 4. Doch selbst, wenn du uns Frieden und jeder Stand auch strafft, will deine Gnade zu seine Laft. hid 190 Ho) nsrück uns führen zu des Heiles 3. Gott, unser Herr, vertheilt Pfade; du willst uns wecken den Segen uns väterlich mit aus dem Sündenschlafe durch milder Hand, nicht stets, wie Schmerz und Strafe. wir zu wünschen pflegen, doch ftets, wie er es heilsam fand. Willst du vermessen ihn verklagen, daß seine Liebe dich vergißt? Er ist auch liebreich im Verjagen, er weigert nur, was e tur schädlich ist. sms] 8an no sed 5. Jag ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird Alles mir zum Besten dienen müſsen. Du, Herr, regiert, und ewig wirft dein Wille Gu tes die Fülle. 6. Ich bin ein Gast und Bil ger auf der Erden, nicht hier, erst dort soll ich ganz glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ew'gen Freuden, des Lebens Leiden! 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in träger Unzufrieden heit. Besorgst du des Berufs Geschäfte, so nüßest du die Lebenszeit. Bei regem Fleiß sich Gott ergeben, das ew'ge 7. Und wenn ich nicht mein Heil in Hoffnung sehn, das ist Elend selbst verschulde, wenn der Weg zu Ruh' und Leben; ich als Christi Jünger leid' und Herr, lehre diesen Weg uns dulde, so kann auch ich des gehn! otlo enton Heiles ber Erlöften mich sicher Visitrösten. sadadado me Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 8. Ich bin ein schwacher 586. in Herz, o Gott, Mensch, den Leiden kränken; in Leid und Kreuz doch in der Noth an Gott, den geduldig, das bin ich dir und Helfer, denken, dies wirkt Vermeinem Heile schuldig. Laß traun, und stärket unsre Her mich die Pflicht, die wir so oft zen in allen Schmerzen vergessen, täglich ermessen. 9. Schau über dich! wer 2. Wie oft, o Gott, wenn trägt der Himmel Heere? Merk wir das Böse dulden, erdulden auf! wer spricht: bis hieher! wir nur unsrer Thorheit Schul- zu dem Meere? Ist er nicht ben, und Christenkreuz dünft auch dein Helfer und Berather, uns der Fluch der Sünden, ewig dein Vater? den wir empfinden. 5990 en10. Willst du so viel, als ber Alhweise, wissen? Jeßt weißt du nicht, warum du leiden müs bild 3. Ist deren Qual, die dei nen Nath verachtet, nach Got Vertrauen auf Gott. 329 fen; allein du wirst, was seine| lebten, die ihm starben, brinWege waren, nachmals erfahgen jauchzend ihre Garben. ren. Og 109 4330 nation 11. Er züchtigt uns, damit Mel. Die Tugend wird durchs zc. wir zu ihm nahen, die Heili- 588. Entehre nicht mit gung des Geistes zu empfahen, 12. Das Kreuz des und mit dem Trost der Hülfe, den Gott, der dich aus Liebe die wir merken, Andre zu stär- schuf. Des Lebens Mühe zu fen. splindi mo Gertragen und froh zu seyn, ist 12. Das Kreuz des Herrn dein Beruf. Erdulde standhaft wirkt Weisheit und Erfahrung; die Beschwerden auf deiner furErfahrung giebt dem Glauben den Lebensbahn; sieh nur, daß Muth und Nahrung. Ein star sie dir heilsam werden, und kes Herz steht in der Noth noch t in der Noth noch bete Gottes Rathschluß an. feste. Hoffe das Beste! 20 Gott selbst hat dir dein sid est Loos beschieden; nimms danksom 587. mid 20 Mel. Werde munter, mein c. 1910 1997 te me inst ist alles Leid vergangen, wie ein furzer Traum der Nacht, wenn der Herr, die hier gefangen, ihrer Bande ledig macht. Dann wird unser Herz sich freun, un ser Mund voll Dankes seyn, 3. Sind Andern durch des jauchzend werden wir erheben ihn, der Freiheit uns gegeben. bar an aus seiner Hand; erfülle jede Pflicht zufrieden, die er mit diesem Loos verband. Gott schenket gnädig dir die Kräfte, erhält und stärkt fie väterlich; sie brauchen, das ist dein Geschäfte, und ihr Ge brauch ist Heil für dich. 2. Herr, erhebe deine Rechte, richt auf uns den Vaterblick, aus der Fremde ruf's die Knechte in die Heimath bald zurück. Unser Loos ist Kampf und Leid, für uns ab die Prüfungszeit, führ' uns, wenn wir treu ge ftritten, in des sel'gen Friedens Hütten. Immi, Tsd tons Himmels Segen mehr Güter anvertraut, als dir, soll doch fein Neid in dir sich regen; denk, wer ist Gott? und wer sind wir? Was dir, was deinem Nächsten nüßet, weiß er dies besser nicht, als du? wenn er dich nährt, regiert und schüßet, was fehlt dann noch zu deiner Rub? nebol p m3. Du prangest nicht mit 3. Erndten sollen wir mit hohen Würden; beneide nicht Freuden, was wir weinend aus der Großen Glück! Sie seuf gesa't; jenseits reift die Frucht zend unterschweren Bürden, der Leiden, und des Sieges und oft stürzt sie ein AugenPalme weht; Gott reicht uns blick. Dir ward kein Ueberdes Glaubens Lohn gnädig bar fluß gewähret; ihn wündurch seinen Sohn; die ihn schett, das ist Selbstbetring! Wer 330 gern, was Gott versagt, entbehret, der ist beglückt und reich genug. 45 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, was ich bedarf und mehr, verliehn, du wollst 5. Gott, gnädig, wenn du Zufriedenheit mir geben, und uns erhöreft, und giebst, was eitlen Sorgen mich entziehn! unser Wunsch erbat; oft gnädiIn Demuth laß mein Herz sich ger, wenn du zerstörest der eigenüben, und stets sich deiner Güte will'gen Thorheit Rath: Ich freun; dich fürchten, dir ver- harr' auf dich mit feftem Muth, traun, dich lieben, soll ewig denn was du sendest, ist mir meine Freude seyn. gut. sa 6. Die Lieb' hat mir den Pfad bestimmet, den ich auf ErMel. Wer nur den lieben 2c. 589. Entschwinge dich, den wandeln soll. Ob er sich mein Geist, den auch durch Dornen krümmet, Nächten, in welche dich die ich geh' ihn hoher Ahnung voll. Schwermuth hüllt! Willst du Einst werd' ich in des Himmels mit deinem Schöpfer rechten, Höh'n ganz deiner Führung daß er nicht jeden Wunsch er- Weisheit sehn. füllt? Du kennest, was dir gut ist, nicht, fleug auf zu seinem Mel. Es kostet viel, ein Christ it. höhern Licht! h. inſterniffen irrt bie- 590. Er wird es tun, 2. In treue Gott, nieden des schwachen Sterbli- dich über dein Vermögen nicht chen Verstand; er faßt nicht, versuchen; er bleibt dir noch daß zu seinem Frieden auch ein Vater in der Noth, sein Trübsal ihm ward zugesandt; Segensmund wird seinem Kind erst an dem Ziel von seinem nicht fluchen; vernimm es nur, Lauf klärt sich ihm Gottes wie er jo freundlich spricht: so Rathschluß auf. verzage nicht, verzage nicht! 2. Bedenk, daß bu berufen bist, in Gottes Reich durch Vertrauen auf Gott. Gott! o denk zurücke, wie gnädig er dich stets geführt; wie oft, wenn Dunkel um dich lag, aus Nacht hervor das Licht dir brach. 3. Dort findest du, von Licht umflossen, auch deiner Erdenthränen Lohn. Schau! ihre Trübsal einzugehen. Du glau Saat ist aufgeschossen, und best ja, du seyft ein wahrer Christ, blüht in reicher Fülle schon. so laß nun auch die Probe daIm Kummer ward sie ausgevon sehen; dein Christenthum streut, bald reift sie für die wird erst in der Gefahr recht Ewigkeit. offenbar, recht offenbar. 4. D'rum heb' empor die trüben Blicke, wenn sich dein Weg in Nacht verliert. Dich leitet Kreuzes reichen Segen, doch 3. Du hast genug vom Kreuz gehört, genug gerühmt des Vertrauen auf Gott. 331 haftet mehr, was die Erfah- 2. D'rum auf, mein Herz, verrung lehrt; d'rum laß es gern zage nicht, wenn Sorg und auf deine Schultern legen; trag's Leid dich drücket! Auf, fliehe in Geduld, so wird dir Kraft zu dem ew'gen Licht, das kräfund Heil, ja Kraft und Heil tiglich erquicket! Hall in Ge zuleßt zu Theil. duld dem Vater still, wenn er durch Zucht dich läutern will. Geduld bringt Muth und 4. Dein Herr geht dir als Beispiel vor; wie vieles mußt' auf Erden Christus leiden, Kräfte. eh' er sich hob zur Herrlichkeit 3. Erwarte nur die rechte empor, wo er nun hat und Zeit, so wirst du wohl empfingiebt die ew'gen Freuden. Wer treulich kämpft, empfängt an Gottes Thron, des Sieges Lohn, den ew'gen Lohn. den, wie Gott in Lieb und Freundlichkeit sich wird mit dir verbinden. Er wird, nach ausgestand'ner Pein, dein Labsal unaufhörlich seyn. Geduld wird nicht zu Schanden. 5. D'rum hoff auf den, der Vater heißt, er meint es gut in allen deinen Leiden; was dich 4. Nur frisch im Glauben betrübet, was dein Herz zer fortgekämpft, bis sich die Stürreißt, soll niemals dich von sei me legen, durch Kreuz wird alle ner Liebe scheiden; sey wohlge Luft gedämpft, die sich im Fleisch muth, der Hülfe Stund' ist da, will regen, der Geist, vom Eit'dein Gott ist nah', dein Gott len abgelenkt, daß er sich ganz ist nah'. in Gott versenkt. Geduld er6. Es bricht sein Herz ihm gegen dich; er spricht: ich will ringt dir Gnade. mich über dich erbarmen; du, 5. Vom Herrn wird keiner liebes Kind, haft Niemand sonst dort gekrönt, der nicht für ihn als mich, d'rum half ich dich gestritten, der, wenn die Spöts in meinen Vaterarmen. Ver- ter ihn verhöhnt, nicht gern mit nimm, o Christ, was er so ihm gelitten; wer aber Jesu freundlich spricht, und zage Schmuck dort angelegt. Geduld Kreuz hier trägt, dem wird sein nicht, nein, age nicht. erlangt die Krone. Mel. Es ist das Heil uns 2c. Mel. Jesu, meine Freude zc. 8 591.& ist gewiß ein köstlich recht in Geduld fich fassen, und Gottes 592. Es ist Gottes Wille! Banges Herz, seyy heil'gem Rath und Wink sich stille in der Traurigkeit. Was willig überlassen, wie in dem dir Gott beschieden, dient zu heitern Sonnenschein, so auch deinem Frieden, beides, Lust bei trüber Noth und Bein: und Leid. Er verhängt, was Geduld erhält das Leben uns bedrängt; schlägt er uns 332 Vertrauen auf Gott. auch ganz darnieder, doch erhebt| fen; er steigt in's Thal der Nieder wieder! drigkeit hinab, und harrt getrost dem Herrn Erhöhung ab. 5d 2. Es ist Gottes Wille! leide nur und hülle in Geduld dich ein. 3. Geduld, mein Herz, bis Sein Rath ist verborgen, aber Er dir winkt, zu ihm in's Freulaß ihn sorgen, bis es Zeit wird denreich zu treten. Und wenn seyn. Endlich scheint, wie er's auch Alles bricht und sinkt, Ge gemeint, nach dem Regen hell die duld im Leiden, Wachen, BeSonne; auf die Angst folgt ten! Nicht lange mehr, dann Wonne. hie ist das Dulden aus; mit jedem 30 Es ist Gottes Wille! liegt Schritt nah'st du dem Vaterdoch Lust die Fülle in des Kreuhaus. zes Last. Schau' nur unbewe- d get auf die Hand, die schläget, bis du ſie gefaßt. O ſie heilt, 594. Set etroft! mein Lei ob sie auch weilt, reicht nicht stets den hat ein Ziel; den Kelch der Leiden, tränket ich darf nicht muthlos trauern; auch mit Freuden 4. Es ist Gottes Wille! d'rum, o Herz, sey stille auch in Kreuzes Pein. Mag es bitter scheinen, muß es doch den Seinen lauter Labsal seyn. Folgte Noth mir bis zum Tod, tröst' ich mich doch in der Stille: es ist Gottes Wille! ist auch der Trübsal noch so viel, sie wird nicht ewig dauern. Wer glaubensvoll mit Thränen sä't, der wird, wenn reif die Erndte steht, auch seine Garben bringen, und Freuden lieder singen. det mer 2. Den Abend lang weint oft mein Herz, am Morgen kommt die Freude, die Stunde bringt Mel. Preis, Lob, Chr' c. und nimmt den Schmerz, die Hast 593. Gebulb wie fehr Ruhe folgt dem Leide. Ich weiß, te gube gr daß Leiden dieser Zeit nicht werth sind jener Herrlichkeit, die nach dem Kampf auf Erden mir of fenbar soll werden. T der Sturm auch weht; Geduld! wenn Trost und Hoffnung schwindet, wenn Alles scheinbar rückwärts geht, und Gottes Hand sich nirgend 3. Der Himmel droht nicht findet! Er schüßt dich doch mit unsichtbarer Hand, und führt dich treu bis in das Vater land. immerdar mit Sturm und Ungewittern; so läßt auch Gott nicht in Gefahr die Seinen im mer zittern. Wer heute noch in 2. Geduld! nach manchem Thränen schwimmt, das Brod fauern Schritt wird deine Bahn des Elends seufzend nimmt, kann von Segen triefen. Der Glaube morgen sich schon laben an Gotwagt auch fühnen Tritt, durchtes Gnadengaben. wandelt muthig Höh'n und Tie- 4. D'rum fürcht' ich nicht, schoo Mel. Ermunt're dich, mein 2c. Vertrauen auf Gott. 333 du könneft mein, o Vater, ganz| hinauf bringt all dein Sehnen; vergessen, und habest mir nur gieb dich zufrieden. 129091009 Angst und Bein auf Erden zu- 4. Laß dich dein Elend nicht gemessen. Du bist getreu, dein bezwingen, halt an Gott, fo Angesicht verbirgst du deinem wirst du siegen, ob alle Fluthen Kinde nicht, mit gnadenvollen dich umringen, du wirst doch Blicken kommst du, mich zu er- nicht unterliegen. Gott ist nicht quicken. nismi lud fern, steht in der Mitten, und höret gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden. samodis 5. Getrost! mein Glaube steget schon; das Joch seh' ich zerbrochen; wie eine Mutter 105. Verzieht die Hülfe gleich ihrem Sohn, haft du mir zuge sehr lange, endlich wird sie den sprochen. Ich eile wie dein noch fommen; macht dir das Kind zu dir, und du, Erbar Harren oftmals bange, glaub, mer, reichest mir zur Hülfe deine es dient zu deinem Frommen. Hände; so hat die Noth ein Rein Heiligedeiht infurzen Ende soldum hin hod bi Stunden, nur mit der Zeit dog pidid thin Hisun In eigener Melodie. Wiebe dich zufrieden 6. Es kann und mag nicht 595. Sieb und sey stille in anders werden, alle Menschen dem Gotte deines Lebens; in müssen leiden; was lebt und ihm ruht aller Freuden Fülle, webet auf der Erden kann ohn' ihn müh'st du dich verge die Trübsal nicht vermeiden. bens. Er ist der Quell der Wo ist ein Haus, das könnte reinsten Wonne, macht Alles sagen: ich weiß durchaus von hell, ist deine Sonne; gieb dich keinen Plagen? Gieb dich zuzufrieden and a difrieden. wird es gefunden Giebe dich zufrieden. i 80 A 2. Der Gott des Trostes und 7. Ein Ruhetag ist noch vorder Gnade liebt mit treuem Va handen, unser Gott wird uns er terherzen; steht er bei dir, wird lösen, er wird zerbrechen unfre dir nichts schaden, auch die Bein Banden, uns befrei'n von allem der größten Schmerzen. Kreuz, Bösen. Einst kömmt der Tod, Angst und Noth kann er bald von Gott gesendet, und alle Noth wenden ja selbst den Tod ist dann geendet. Gieb dich zu hat er in Händen. Gieb dich frieden. zufrieden. 8. Der Herr führt dich zu 3. Wie dir's und Andern oft jenen Schaaren der Erwählten ergehe, ist ihm wahrlich nicht und Getreuen, die hin mit verborgen; er sieht und Fennet Frieden sind gefahren, und sich aus der Höhe des betrübten nun in Frieden freuen. Wer Herzens Sorgen, per fasset auf mit Geduld das Kreuz getra die heißen Thränen, zu ihm gen, hört einst die Huld des 334 Höchsten sagen: Gieb dich zu frieden. Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott thut 2c. 596. Sott ott lebt! Wie kann 6. Gott lebt! Wohlan, ich zage nicht! Gott hört, ihm will ich klagen. Gott sieht, ich such' ich traurig seyn, sein Angesicht. Gott führt, er als wär' kein Gott zu fin- wird mich tragen. Gott liebt den? Er weiß gar wohl von und giebt; nur unbetrübt! er meiner Bein, die ich hier muß wird mir endlich geben, auch dort empfinden. Er kennt mein Herz, mit ihm zu leben. und meinen Schmerz: ich kann ihm Alles klagen, und darf nun nicht verzagen. In eigener Melodie. 2. Gott hört, wenn Niemand 597. Gott will machen, daß die Sachen gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen um dich schwellen, wenn du nur bei Jesu bist. hören will! Wie sollte mir denn bangen, als könnt' an der Erhörung Ziel mein Seufzen nicht gelangen! Ruf ich empor, so hört sein Ohr, sein Amen schallet wieder, und Hülfe steigt hernieder. 2. Wollt'st du denken, Menschen lenken, und dein Helfer schliefe fest: würd'st mit Klagen du dich plagen, wenn der Wind dir wid'rig bläst. 3. Doch wer Leiden gern will meiden, häufet leicht sich Schuld auf Schuld. Darum trage deine Plage fein getroft und mit Geduld. 3. Gott sieht! Wie klaget denn mein Herz, als säh' er nicht mein Weinen! Vor ihm muß der geheimste Schmerz ganz offenbar erscheinen. Zur Erde fällt nicht ungezählt die kleinste meiner Zähren, er wird mir Trost gewähren.. durch Wüsten reisen, doch würde Gott mich speisen. 4. Gott führt! So geh' ich immer fort auf allen meinen Wegen. Mag mir die Welt bald hier, bald dort arglistig Schlingen legen, so wird er mich zwar wunderlich, doch selig immer leiten, daß nie mein Fuß kann gleiten. 5. Gott giebt! Er wird mein täglich Brod für heut' und morgen geben; ich werd' auch in der größten Noth durch seine Gnade leben. Wär' ich auch arm, fern sey der Harm; müßt' ich 4. Um zu stillen eig'nen Willen, leidet wohl noch Mancher gern. Du sollst tragen Noth und Plagen, weißt du auch, dein Wunsch bleibt fern. 5. Glaube feste, daß das Beste über dich beschlossen sey. Ist dein Wille nur fein stille, wirst du ganz von Kummer frei. 6. D'rum wohl denen, die sich sehnen nach des Willens Still' und Ruh'. Wirst du wollen, was wir sollen, kommt auch bald die Kraft dir zu. 7. Rühm' und preise die als Vertrauen auf Gott. 335 weise, die in solcher Uebung| Sturm folgt heit'rer Sonnenstehn, und auf Freuden wie auf schimmer, der Kreuzweg führt Leiden nur mit Hiobs Augen in's Paradies. Zu Gott sey deine ſehn. Seele still, es gehe dir, wie Gott es will. 8. Mag Gott eilen, mag er weilen, fühle stets sein Vaterder auch morgen Herr ist über Freud 599. Hele stille bei Mel. Wer nur den lieben 2c. err, mache meine und Schmerz. 9. Es gerathen Menschenthaten immer nur wie er's verhängt. Solche Wunder sind der Zunder, d'ran der Glaube Funfen fängt. jedem Leiden, das mich fränkt; denn es geschicht ja nur dein Wille, der Alles mir zum Besten lenkt. Du bist's, der Alles ändern kann, und was du thust, ist wohlgethan. 10. Wenn die Stunden sich gefunden, dann bricht mächtig 2. Du führst uns auch auf Hülf' herein, und dein Grämen rauhen Wegen zu deiner Kinder zu beschämen, wird es unverse- Seligkeit; von jeder Trübfal hens seyn. erndt' ich Segen, ist dir nur, Gott, mein Herz geweiht. Der Ausgang wird stets herrlich seyn, sieht's gleich der blöde Geist nicht ein. 11. So sey's Amen! In dem Namen unfres Jesu halte still. Es geschehe und ergehe, was und wie dein Gott es will. Mel. Wer nur den lieben 2c. 3. D'rum laß mich stille seyn und hoffen, wenn du mir Prü598. H alt an, mein Herz, fung hast bestimmt; dein Vain deinem Glau- terherz steht Jedem offen, der ben, Beständigkeit ist Kronen seine Zuflucht zu dir nimmt. werth; wer diesen Anker sich Wer still in deiner Fügung ruht, läßt rauben, der bleibt im Sturm mit dem machst du es immer nicht unversehrt; wer aber fest gut. an Jesu hält, der steht, wenn Erd' und Himmel fällt. 4. Uns bleibt oft, was uns frommt, verborgen; genug für 2. Halt ein mit deines Un- uns, daß du's erkannt. Wie oft muths Klagen, ein köstlich Ding sind uns're Wünsch' und Sorist die Geduld; wenn wir das gen voll Thorheit und voll UnLeid gelassen tragen, gewinnen verstand. Du leitest uns auf wir des Vaters Huld; wer eb'ner Bahn, und läsfest uns Gott sich murrend widerseßt, hat kein Unheil nah'n. feine Kindespflicht verlegt. 5. Nur du erkennst, o Gott, 3. Halt aus, die Prüfung das Beste, und dies erwählt währt nicht immer, die Hoff dein Vaterherz. Mach' mich in nung sieget ganz gewiß. Auf diesem Glauben feste, dann 336 Vertrauen auf Gott. überwältigt mich kein Schmerz.| thun und kämpfen, die Feinde Ich dulde mit Gelaffenheit; was dämpfen. Gott will, das gescheh' all'zeit. 5. Du bist der Held, du kannst die Mächt'gen zwingen, du fannst den Schwachen Hülf 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, die mich von aller Noth befreit; denn ein und Rettung bringen; wir mal führst du deine Frommen trau'n auf dich, und fleh'n in zur völligen Zufriedenheit, und Jesu Namen: hilf, Helfer! dann wird ihnen offenbar, daß nur dein Rath der beste war. Amen. 7. Dort erndt' auch ich von Mel. Herzlich thut mich zc. meinen Blagen auf ewig felge 601. S ier lieg' ich, Herr, H im Staube vor Früchte ein, wird mein Herz, statt aller Klagen, nur deinem Angesicht! Wo ist mein voll des frohen Lobes seyn: froher Glaube, wo meiner Hoff der Herr, der für mein Heil nung Licht? Wo sind die heitern gewacht, hat Alles mit Stunden, da dich mein Auge wohlgemacht. sah? Ach, Alles ist verschwunden, und nur mein Schmerz ist da. mir DTO Mel. Herzliebster Jefu ic. err, Gott, 600. Hlaß nicht zu Schan- Schrecken, wenn mich Gefahr mich nicht den werden die Frommen, die bedroht, als könnte in Nöthen und Beschwerden, decken dein Arm in jeder Noth; bei Tag und Nacht, auf deine Hülfe bauen, und dir verals wäre dir verborgen, was meine Seele quält; als wollteft du nicht sorgen, wo mir's an Hülfe fehlt. trauen. 2. D wehre, Herr, den Stolzen, die dich hassen, und sich allein auf ihre Macht verlassen; ach, wende doch mit gnädigem Erbarmen dich zu uns Armen. 3. Kann deine Macht nicht wenden, was unabwendbar scheint, und Licht und Hülfe senden dem, der im Dunkeln 3. Sey unser Beistand wider weint? Bist du nicht, der du uns're Feinde; sprichst du ein warest? Ift's nicht dein heilig Wort, so werden sie bald Freun- Wort, wo du dich offenbarest, de; sie müssen Wehr und Waf- als unser Schild und Hort? fen, uns zum Segen, schnell 4. Sieh, Vater, auf mich niederlegen. 4. Wir haben Niemand. dem wir uns vertrauen, es ist umsonst, auf Menschenhülfe bauen; mit dir nur woll'n wir Thaten du, o Gott, mein Herz; gieb Armen herab voll Gnad' und Huld; vergieb mir aus Erbarmen des Zweifelmuthes Schuld. Geängstet und zerrissen siehst Vertrauen auf Gott. 337 Frieden dem Gewissen, und stille| Mel. O daß ich tausend sc. 5. Du hast ja mur Geban- 603. Jufrieden, men bleibe ken des Friedens über mich; ruhig und vergnügt, weil Gotdein Rath wird niemals wans tes Huld mir ist beschieden, fen, bau ich nur fest auf dich. weil Jesus mir im Herzen liegt, Du wirst mir Alles geben, was weil Gottes Geist, dem ich ge= mir dein Wort verspricht; dein weiht, mit seinem Wort mein Wort führt mich zum Leben, Herz erfreut. drum wank' und weich' ich nicht. 2. Wird mir für Freude Leid gesendet, und für das Leben einst der Tod: ich bin zufries den, Alles wendet zu meinem Heil der treue Gott. Was Gott gebeut, das ist mein Will, und wie er's fügt, so schweig' 6. Laß Berg und Hügel wei chen, dein Friedensbund steht feft. Der wird das Ziel errei chen, der still sich führen läßt. Wie sich die Bahn auch wende, die ich hier wandeln soll, getrost ruf ich am Ende: der ich still. Herr macht Alles wohl! 7. Drum fasſe dich, o Seele, was und traure nicht so sehr; dich auch immer quäle, bald flagest du nicht mehr. Er kommt, er kommt, dein Retter, er kommt und zögert nicht; durch Wolfent, Sturm und Wetter dringt feiner Gnade Licht. 3. Um mich hab' ich mich ausgekümmert, die Sorg' ist ganz auf Gott gelegt! Ob Erd mert, so weiß ich doch, daß Er und Himmel gleich) zertrümmich trägt. Und halt ich fest an meinem Gott, so frag' ich nichts nach Noth und Tod. 602. 4. Mit deinen Leid- und Mel. Christus, der uns selig 2c. Freudensgaben, wie du sie giebst, ch bin Gottes, Gott zufrieden seyn: Gott, möcht ist mein, wer fann ich solchen Sinn stets haben, uns wohl scheiden? führt er mich bis ins Grab auch das Kreuz herein und das hinein! Das schafft die rechte bitt're Leiden; laß es bringen, Heiterkeit, in Lebens- und in fommt es doch von geliebten Sterbenszeit. Händen, und eh' ich's geahnet noch, wird Gott Alles wenden. Dringet 2. Gottes Kinder säen zwar 604. Jeg gefehn, mein Mel. Was mein Gott will ic. habe Gottes traurig und in Thränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach Herz ist froh und stille, und sie sich sehnen; denn es fommt gern, wie er mich führt, zu gehn, die Erndtezeit, da ste Garben ist nun mein fester Wille. Er binden, da wird all ihr Kreuz stand ja doch mir immer bei, und Leid Ziel und Ende finden. merkt' ich nur auf sein Winken: Y 338 Vertrauen auf Gott. ihm will ich folgsam seyn und| winn, der Tod felbft ift mein treu, bis meine Tage sinken. Leben. Denn Gott ist mein, und 2. Oft schien mir wohl die ich bin sein, was ist wohl, das Last zu schwer, die mich darnie- mir schade; ob er gleich schlägt der drückte; dann ging ein Engel vor mir her, der tröstend nach mir blickte. So kommt in schwache Seelen Muth! Ich folge, statt zu fliehen; mir ahnte, Leiden sey mir gut, ich sah den Lohu erblühen. und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Thun voll Gnader 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben; schickt er auch Trübfal groß und schwer, so will er mich nur üben, will mein Gemüth in seiner Güt' gewöhnen, fest zu stehen; halt ich dann Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. mir übte. Ging ich in steter Luft 3. Ist, was ich bin und nur hin, was wäre mir geblieben? Am Schmerzenstag hat Christi Sinn sich mir in's Herz geschrieben. 3. Nun seh ich ein, wie gut es war, daß Gott mich oft betrübte; ich weiß, wie Sorgen und Gefahr des Geistes Kraft 4. So lern' ich in das beßre Land des Herzens Hoffnung leiten, geschieden von der Erde Tand und ihren Nichtigkeiten. Ich lerne so mit richt'gem Blick der Erde Güter schäßen, und über alles äuß're Glück die Ruh der Seele setzen. 5. So wirk' ich bei des Tages Schein, freu mich an Got tes Segen, und bricht des To des Nacht herein, geh ich ihr froh entgegen. Beruhigt kann ich rückwärts sehn auf dieses Lebens Mühen, und voll Vertraun hinübergehn, wo ewge Freuden blühen. habe, mein? gab ich mir selbst das Leben? Sein Werk bin ich, er hat allein mir Seel' und Leib gegeben. Ich gab mir nicht des Geistes Licht, er läßt es in mir scheinen: wer so viel thut, des Herz und Muth fann's nimmer böfe meinen. 4. Wer schüßt mich in Ge fahr und Noth? Es ist sein gnäd'ges Walten; ich wäre längst schon falt und todt, hätt' er mich nicht erhalten. Sein Arm allein läßt Groß und Klein in reger Kraft bestehen; was er nicht hält, das bricht und fällt, und muß in Nichts vergehen. 5. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und löblich sein Regieren; die Zeit und Stund ist ihm bekannt, fein Werk hinaus zu führen. Er weiß, wann Freud', 605. hab' in Gottes Mel. Was mein Gott will ic. ch Herz und Sinn er weiß, wann Leid uns, ſeinen Kindern, diene, er was mein Herz und Sinn ergeben; thut, ist Alles gut, ob's noch so was böse scheint, ist mir Ge-[ traurig schiene. Vertrauen auf Gott. 339 6. Du denkest zwar, wenn| Leid in Ewigkeit die Deinen du nicht hast, was Fleisch und triumphiren. Blut begehret, als sey mit einer Iden großen Last dein Lebensgangan Mel. Nun ruhet in dem zc. hab' in guten beſchweret; haft ſpät und früh 606. Stunden des Ledeiviel Sorg und Müh', zu nem Wunsch zu fommen, und denfest nicht, daß, was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. bens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl: so will ich denn gelassen mich auch in Leiden faffen; welch Leben hat nicht seine Qual? 7. G8 fann bei lauter Son nenlicht das Feld nicht Früchte tragen: so reist auch Menschenwohlfahrt nicht bei lauter gu ten Tagen. Wie bitter sey die Arzenei, schafft sie doch neues Leben: so muß das Herz sich oft durch Schmerz zu seinem Heil erheben. and 8. Ei nun, mein Gott, so fall' ich dir getrost in deine Hände; nimm du mich auf, und mach's mit mir, wie du willst, bis ans Ende. Nur du, Herr, weißt, wodurch dem Geist sein wahres Heil entstehe, und deine Ehr' sich mehr und mehr vor aller Welt erhöhe. 9. Willst du mir geben Son nenschein, so nehm' ich's an mit Freuden; soll's aber Kreuz und Trübfal seyn, will ichy's geduldig leiden. Willst du allhier das Leben mir zum späten Ziel er halten: wie du mich führst und führen wirst, so laß ich gern dich walten. 10. Und soll ich einst des Todes Weg und finstre Straße gehen, so zeige du mir Bahn und Steg und laß dein Licht mich sehen. Mein Hirt bist du, der zu der Ruh des Himmels mich wird führen, wo nach dem 1 2. Ich bin ja, Herr, ein Sünder, und du strafft viel gelinder, als ich es wohl verdient. Sollt' ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, und mehr als Ruh und Leben dich lieben, meinen Herrn. Dir nur will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst, und du errettest gern. 4. Du willst uns alle Sünden, wenn wir nur Neu' em pfinden, in Christo gern verzeihn. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte zum Heiligungsgeschäfte, und du, Goit, willst mein Beistand seyn! 5. Wenn ich in Chrifto sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist mit mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, dich durch Geduld verehren, im Glauben zu dir flehn. Ich will den Tod bedenken, du, Herr, wirst Alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Y21 340 Vertrauen auf Gott. Mel. O daß ich tausend zc. chlaffe Gott in 607. J Allem walten, sein Wille bleibt der beste Rath; und gern will ich ihm stille halten, wie er's für mich beschlossen hat. Nicht ich, der treue Gott allein, foll meines Glückes Meister seyn. 2. Sollt' ich des Nächsten Glück beneiden? Gott hat es so für ihn gefügt. Wer Andrer Wohl nicht steht mit Freuden, ist in sich selber mißvergnügt. Ein reines Herz, ein froher Muth ist mehr als alles Geld und Gut. Antergrund ist Gott allein; d'rum muß sie fest und sicher seyn. 608. Mel. Wachet auf, ruft uns 2. esus kommt, von abrang allem Bösen uns, seine Gläub'gen, zu erlöfen; er kommt mit Macht und Herrlichkeit. Einst, an seinem großen Tage, verwandelt sich der Frommen Klage in ewige Zufriedenheit. Sey fröhlich, Volk des Herrn! Er kommt, er ist nicht fern, dein Erretter. Dein Schmerz ist kaum ein Morgentraum, bald macht er ew'gen Freuden Raum. 3. Wir müssen uns in Alles schicken; denn Alles kommt von lieber Hand; auch wenn mich Centnersorgen drücken, bleibt dieser Trost mir zugewandt. Ich weiß, daß Alles, was mich fränkt, Gott endlich doch zum Besten lenkt. 2. Augenblicke dieser Leiden, was seyd ihr gegen jene Freu den der unbegrenzten Ewigkeit! Seht die Kron' am Ziele prangen, und fämpft und ringt, ste zu erlangen, die ihr dazu berufen seyd! Euch halt' in eurem Lauf fein Schmerz des Lebens auf, Ueberwinder! Das Ziel ist nah, bald seyd ihr da, dann singt ihr froh Hallelujah. 4. Wenn länger auch der Herr verziehet, die Hülfe kommt zu rechter Zeit; der Blume Schmuck, die später blühet, prangt oft in schönster Lieblichkeit. Das Uebereilen bringt nur Pein, das Gute will erwartet seyn. 3. Der sich euch zum Volk erwählet, der eure Thränen alle 5. Gott fennt die rechten zählet, stritt auch mit uner Freudenstunden, er prüft vorher schöpftem Muth. Wie hat Je nur die Geduld; und hat er sie sus nicht gerungen, wie tief war bewährt gefunden, so krönt uns seine Vaterhuld. Was wir nicht hofften mehr, geschieht, und tausendfache Freude blüht. er von Angst durchdrungen, wie seufzt' er laut, wie floß sein Blut! Doch sah'n die Feinde nicht auf seinem Angesicht bange Schrecken. Gestärkt von Gott in seiner Noth, drang er zum Leben durch den Tod. 6. So laß ich Gott in Allem walten, das steht in meiner Seele feft. Ich will mich an die Hoffnung halten, die nicht zu Schanden werden läßt. Ihr 4. Wir, Genossen seiner Lei den, wir erndten einst auch seine Vertrauen auf Gott. 341 Freuden, gehn standhaft wir ihr nicht der Blöße Qual, des des Kreuzes Bahn. Laßt uns Wetters Drangsal beidet. kämpfen, laßt uns ringen, mit 5. Er, der den Raben Futunserm Haupt hindurch zu ter giebt, erhält auch euer Lebringen, und jene Krone zu ben: hat er euch doch so hoch empfahn! Sein ist Gewalt und geliebt, euch seinen Sohn zu Kraft, die neues Leben schafft geben! in den Schwachen. Die ihm vertraun, fest auf ihn baun, die werden seine Hülfe schaun. 6. O Vater, Vater, sollten wir dich nicht durch Glauben preisen, und frei von irdischer Begier, im Wirken Treu' erweisen? 7. Wie treu bist du für uns bemüht, der Alles gnädig lenfet, uns hier für's Himmelreich erzieht, dørt ew'ges Leben schenfet. 5. Ja du kommst, von allem Bösen uns, deine Gläub'gen, zu erlösen, deß sind wir froh und danken dir. Auch in ban gen Prüfungstagen soll unser Herz doch nie verzagen, auf deine Zukunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist; wir traun dir, Jesu Christ, und sind stille. Wenn gleich die Welt in Trümmer fällt, fest stehet, wer zu dir sich hält! 1985 Mel. Ich dank' dir schon ic. 9. Herr, gieb uns deinen gu tex Geist, und nie entzeuch ihn hr, deren Herzen wieder! Zu Allem, was dich noch bethört nach ehrt und preist, weck' er uns Glück der Erde schmachten, laßt Seel' und Glieder! uns zuerst und ungestört nach Gottes Reiche trachten. 609. 10. Ja, Vater, darin sey verehrt, daß wir als Christi lem Werth, dir gute Früchte Reben, nach deiner Pflege volgeben. 2. Der Vater weiß, was ihr bedürft, und fennet eure Sorgen; wohl dem, der auf den Herrn sie wirft, der ist stets wohl geborgen. 8. Dein Reich, welch unnennbares Heil, welch höher Schaß der Seele! Dies, dies werd' unser Erb' und Theil, ob, was vergeht, auch fehle. 3. Sorgt, wie es Gläubigen gebührt, daß rein sey Leib und Seele, und daß ihr einen Wandel führt, der seinen Ruhm erzähle! 610. Mel. Nun ruhen alle Wälder sc. en allen meinen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, uns selber geben Rath und That. Nichts ist es spät und der Heerde kleidet, schafft, daß frühe um meine Sorg' und 2. 4. Er, der die Blumen schmückt im Thal, das Lamm 342 Vertrauen auf Gott. Mühe, nichts hilft die Unge-| und traue dem alleine, der dich duld; er mag's mit meinen geschaffen hat; es gehe, wie Sachen nach seinem Willen es gehe, dein Vater in der Hö machen, ich stell' es ganz in he, der weiß zu allen Sachen seine Huld. Rath. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen, e und was mir selig ist; ich 611. Mai bir's gefällt, Mel. Aus tiefer Noth schrei zc. ach's, lieber Gott, wie nehm' es, wie er's giebet, was ihm mit mir beliebet, das will in allen meinen Sachen! Mein auch ich zu jeder Frist. Hoffen ist auf dich gestellt, du of 4. Ich trane seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schüßt; folg' ich des Herrn Gesetzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlt mir dann, was wahrhaft 1940 to nüßt. wirst's am besten machen. Dein Wort ist mir ein sich'res Pfand, ich schau' auf deine starke Hand, die kann bald Alles ändern. 5. Er wolle mich entbinden von aller Last der Sünden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen, und haben noch mit mir Geduld. 2. Scheint's auch bedenklich oft zu stehn, ich bleibe unverzaget. Was du willst, daß muß doch geschehn, wohl dem, der's auf dich waget! Du, Höchster, kannst in kurzer Zeit all meine Noth und Traurigkeit in Freud' und Heil verkehren. 3. Zwar tritt wohl oft ein Zweifel vor, der dies und das will sprechen: doch du wirst das gebeugte Rohr nicht ganz und gar zerbrechen. Den Docht des Glaubens, der nur glimmt, und bloß von dir noch Kräfte nimmt, den läßt du nicht erlöschen. 19 sisse 6. Leg' ich zum Schlaf mich nieder, erwach' ich Morgens wieder, sey ich hier oder dort: in Schwachheit und in Banden, ist irgend Noth vorhanden, mich tröstet überall sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will ihn freudig überstehn. 4. Schenk' mir Geduld, und stärke mich, wenn ich in Schwachheit leide: ich halte mich allein an dich, und dies ist meine 8. Ihm hab' ich mich erge- Freude. Die Welt fey Welt ben, zu sterben und zu leben, und bleibe Welt, du bist der sobald er mir gebeut; es sey Schaß, der mir gefällt, nach heut' over morgen, dafür laß dir steht mein Verlangen. in de ich ihn sorgen, er weiß allein die 5. Wenn du mich schlägst, rechte Zeit.smmot nosi18 so preis ich dich und will die 9. So sey nun, Seele, feine, Ruthe Füssen; denn auch im Vertrauen auf Gott. 343 Kreuze läßt du mich dein Ba| 4. Meine Seele grämt sich terherz recht wissen. Das wallt nicht, liebt Gott mitten in vor Freude gegen mich; du dem Leiden; Kummer, der das sprichst: mein Kind, ich werde Herze bricht, trifft und ängstet dich nicht lassen noch versäu- nur die Heiden. Wer in Gottes men! Armen liegt, bleibt in aller Noth vergnügt. 6. Dies tröstet meinen blöden Muth, daß mich kein Un- 5. Meine Seel' ist still zu fall fränket; du machst doch Gott; alle Klagen sind verendlich Alles gut, und besser, als schwunden, und so hab' ich jede man denket. Wer weiß, wie Noth, jeden Kleinmuth übernah' die Freudenzeit, da Alles wunden; froh verkünd' ich allemir nach Wunsch gedeiht, und zeit Gottes Huld und Freundmir die Sonne scheinet. nchlichkeit.ts bade 7. D'rum weiche, Sorg' und au Traurigkeit, ich bin in Gott zu frieden. Gott hat mir schon our rechten Zeit mein Theil und Heil beschieden. Ist mir's auch jeßt noch unbekannt, so kann's doch bald des Höchsten Hand an's Licht des Tages führen. Mel. Jesus meine Zuversicht 2c. Jeine Seele giebt 612. Meine sich hin in des 2. Ist dir gleich die Welt zuwider, bist du selbst der Freunde Vaters Herz und Hände; ich Spott, drücken Feinde dich erwart' im stillen Sinn seiner Gott: bleib', o Seele, fromm darnieder, so vertraue deinem Wege Ziel und Ende; mein Gott: bleib', o Seele, fromm Vertrau'n ist fest und groß, und stille, denk', es waltet Gotdenn ich ruh' in Gottes Schooß. tes Wille. 2. Meine Seele murret nicht, Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. 613. Meine Seele, laß es in dieser Welt es geht, laß auch gerne das geschehen, was dein Herz hier nicht versteht: bleib, o Seele, fromm und stille, denk', es waltet Gottes Wille. 3. Ist auch in dem bangen ift in Gottes Rath ergeben; Herzen nichts, als Kummer, fürder foll mein Wille nicht, Sorg' und Leid, zagst du unter nur der seine in mir leben; was herben Schmerzen hier in dieser sich ungeduldig regt, sey in Chri- Sterblichkeit: bleib', o Seele, fti Grab gelegt. G fromm und stille, denk', es waltet Gottes Wille. 3. Meine Seele forget nicht, will nicht lang' an morgen denken; 4. Gott erbarmt sich seiner ob mir Irdisches gebricht, will Frommen, wenn das Kreuz sic ich mich darum nicht fränken. hat bewährt, läßt sie zu dem Sorgen kommt dem Schöpfer Frieden kommen, den schon zu, in ihm hat die Seele Ruh lange sie begehrt: bleib', o 344 Vertrauen auf Gott, Seele, fromm und stille, denk', sich gläubig legen in des Ba es waltet Gottes Wille. ters Schooß, in fein Antlig 5. Nach dem Regen scheint schauen und ihm kindlich) trauen, die Sonne, Freude folgt auf welch ein selig Loos! Ruhe Traurigkeit; Angst verwandelt fleußt aus stillem Geift! Wer sich in Wonne, und in Himmels- sich weiß in Gott zu schicken, luft das Leid: bleib', o Seele, den wird er erquicen. fromm und stille, denk, es wal da tet Gottes Wille. Toth Mel. Freu dich sehr, o sc. 6. Sollst du von der Erde 615. Meine Sorgen, Angst scheiden, scheide nur getroft zu und Plagen nehGott; Gott giebt dir des Him- men mit der Zeit ein End'; mels Freuden, warst du treu nicht auf ewig währt das bis in den Tod: bleib', o Seele, Klagen, welches Gott am befromm und stille, dent', es wal- sten fennt; d'rum will ich getet Gottes Wille. laffen seyn, nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken meinen matten Geift erquicken. 614. Min Mel. Jesu meine Freude! 20. eine Seel' ist stille, weil ja Gottes Wille mir zu helfen steht. Mit dem, was Gott füget, ist mein Herz vergnüget, nimmt es, wie es geht. Geht die Bahn nur himmelan, und von Jesu ungeschieden, so bin ich zu frieden. 2. Dir will ich anhangen, das sey mein Verlangen, Gott, bei dir zu seyn! Keinen will ich hören, der mich will bethö3. Auf dem Wege zu den Sternen ist des Kreuzes Last gar viel; sie zu tragen mußt ren mit dem falschen Schein! du lernen, sonst gelangst du Was der Welt allein gefällt, Lust und Ehr' und irdisch Trachten will ich gar nicht achten. nicht zum Ziel; zu der ew'gen Gottesstadt kommt nur, wer ges duldet hat; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 3. Nein, ach nein, nur Einer sag' ich), und sonst Keiner wird von mir geliebt; Jesus, der Getreue, deß ich mich) erfreue, der sich ganz mir giebt. Er allein, er soll es seyn, dem ich wieder mich ergebe, einzig ihm nur lebe. 4. Gottes Güt' erwägen und 2. Was mit Thränen wird gefäet, wächst zur Freudenerndte auf; wenn die Dornen abgemähet, trägt man eble Frucht zu Hauf; nur im Kampfe wird erreicht jenes Ziel, das Gott uns zeigt; will man dies ses Kleinod finden, so muß man erst überwinden. 4. Wahrlich! es sind alle Frommen, die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trübfal hergekommen, vor des Lammes Stuhl zu stehn, prangend in der Ehrenfron' stehen sie vor Vertrauen auf Gott. Gottes Thron; weil sie glücklich triumphiret, sind mit Pal men sie gezieret. 345 unsern Willen brechen, die Luft am Eit'len schwächen, und an dem Wesen dieser Welt. 5 Darum trage deine Ban6. Er will uns dadurch leh den, meine Seel', und dulde dich; ren, wie wir ihn sollen ehren Gott hilft, du wirst nicht zu mit Glauben und Geduld, und Schanden, alle Stürme legen schien es auch in Nöthen, als sich. Nach dem Blizz und wolle Gott uns tödten, uns Donnerschlag folgt der ange doch getrösten seiner Huld. nehme Tag; auf den Abend 7. Was will uns auch wohl folgt der Morgen, und die scheiden von Gott und seinen Freude nach dem Sorgen. Freuden, die er dort offenbart? Ich lebe oder sterbe, so ist des Mel. Nun ruhen alle Wälder 2. Himmels Erbe mir als mein 616. Mein Herz, gieb ew'ges Theil bewahrt. dich 8. Darum gieb dich zufries und bleibe ganz geschieden von den, mein Herz, und sey geSorge, Furcht und Gram; die Noth, die jest dich drücket, hat Gott dir zugeschicket, ihm halte still, von dem sie tam. schieden von Sorge, Furcht und Leid; bald wird Gott Engel senden, die sanft auf ihren Händen dich tragen zu der Herrlichkeit. 2. Mit Sorgen und mit Plagen, mit unmuthsvollen KlaBurch Stillefeyn und Hoffen, 617. Nrüfungszeit, nur gen häufst du nur deine Pein. Mel. In dich hab' ich gehoffet ac. wird, was dich jeßt betroffen, erträglich dir und heilsam seyn. kurz des Lebens Kampf und Streit; bald folgen ew'ge Freuden! Was jene Welt uns vorbehält, lohnt reichlich alle Leiden. 3. Kann's doch nicht ewig währen; oft hat Gott uns're Zähren getrocknet, eh' man's meint; wenn es noch heißt: wie lange wird meiner Seele bange? ist Gott schon nah', und Hülf erscheint. 2. Die Wege, die des Vaters Rath den Kindern vorgezeichnet hat, sind nicht der Menschen Wege. Doch fasset Muth, sein Weg ist gut; sey, ihn zu gehn, nicht träge. 4. Und wenn ich's recht er wäge, so sind's nur Liebesschläge, womit er uns belegt; nicht 3. Die Frommen tragen still Schwerter sind's, nur Ruthen, ihr Kreuz, und murren nicht, mit denen er zum Guten zu denn Gott gebeut's; sie gehen hin güchtigen die Seinen pflegt und weinen. Doch täuscht sie 5. Er will uns so erziehen, nicht die Zuversicht, bald wird daß wir vor Allem fliehen, was die Sonne scheinen. ihm nicht wohl gefällt, will 4. Ja, Gott ist liebreich und 346 Vertrauen auf Gott. getreu; glaubst du, daß Gott| stande sey mein Theil Zufrie die Liebe sey, so hemme deine denheit! Dort in meinem Va Klagen Das Leiden drückt; terlande wohnt die wahre Se doch was Gott schickt, hilft er ligkeit. Führt mein Gang zum auch gnädig tragen. Himmel ein, mag er immer dunkel seyn! is not pr 5. Er wog vor Anbeginn der Zeit nach deiner Kraft mit 6. Darum, auch auf ranhen Freundlichkeit die Bürde deiner Wegen, meine Seele, flage Schmerzen; er wog auch schon nicht! Was hier schmerzet, wird den Guadenlohn dir zu mit treuem Herzen. us dort Segen, was hier Nacht ist, wird dort Licht; und ich faff erst Gottes Sinn, wenn ich ganz vollendet bin. 19THST 15 Mel. Gott des Himmels und 2. 2.C. 618. Sen auch unerforscha ely lich immer mei 619. nes Gottes Weg und Rath, fen die Nacht auch ohne Schim mer, die mich hier umschattet hat doch ist Alles, was er thut, wie's auch scheine, weis' und gut. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2. ey unverzagt, o frommer Chrift, wenn du in Kreuz und Trübsal bist, befiehl Gott deine Sachen; trau' ihm allein in Noth und Bein, er weiß es wohl zu machen, die bes 2. Sollt' ich Gottes Rath nur loben, wo ich seine Weisheit 2. Kein Leiden kommt von seh'? Ift's nicht Gnade nur von oben, wenn ich seinen Weg versteh? Jeder fündigt, welcher klagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt. ungefähr, Gott sendet es von oben her, er hat dir's ausersehen; darum sey still, und was Gott will, das laß du nur geschehen. 3. Soll ein Vater unterlas- 3. Und bräche schier der sen, was dem Kinde Thorheit Gram dein Herz, so blicke glauift? Kühner Tadler! Engel faf big himmelwärts, Gott kann sen, was dein Geist hier nicht sein Kind nicht haffen; wenn ermißt. Hier sollst du dem Herrn vertrau'n, und nur glau ben, noch nicht schau'n. du ihn liebst, dich ihm ergiebst, wird er dich nicht verlassen. 4. Nicht immer währt der 4. Soll er deine Wünsche Frommen Leid, der Herr verfragen bei der Leitung seiner ändert Stund' und Zeit, er kann Welt? Soll der Heil'ge nicht noch Freude geben. geben. Durch versagen, was nur deiner Luft Freud' und Schmerz macht er gefällt? Wohl uns, wenn er nie das Herz geschickt zum ew'gen gewährt, was ein thöricht Herz Leben.com begehrt! shdu du 5. Hier in meinem Pilger 5. Von Alters her hat ja die Schaar der Heiligen durch viel Vertrauen auf Gott. Gefahr und Leiden wandeln müssen; warum wollt'st du al lein von Ruh, und nichts von 4 Bleib ich steh'n auf nieTrübsal wissen? dern Stufen, will ichy in das Herz mir rufen, daß ich, vieler Sorgen frei, vor dem Sturz gesichert sey. Doch, wenn Gott mich wollt' erheben, will ich ihm nicht widerstreben; er wird mir die Kraft verleih'n, im Beruf getreu zu seyn. 5. Will die Armuth meiner Hütten er mit Segen überschütten, so verleih er nur zugleich, daß die Seele werde reich. Doch ist Armuth mir be schieden, bin ich auch damit zufrieden; denn auf diese arme Zeit folgt die reiche Ewigkeit. 6. Wird mir Gott Gefundheit geben, will ich eifrig danach streben, daß ich förd're mehr und mehr meines Gottes Ruhm und Ehr'. Aber auch in Krankheitstagen möge Gottes Geist mir sagen, daß solch herbe Arzenei mir zum Heile nöthig sey. 2. Gott, der mich bisher er- 7. Soll ich noch viel Jahre halten, höret nimmer auf zu zählen, mit des Lebens Noth walten; oder sollt' er jetzt al- mich quälen, kommt doch lein feines Waltens müde seyn? auch wohl mancher Tag, daß Wohl, ich will das Sorgen las mein Herz sich freuen mag. sen und zu ihm Vertrauen fas- Aber käm' ich bald hinüber, sen; wie er mich auch führen wär' mir solches desto lieber, will, meine Seele bleibe still. weil ich käm' aus aller Noth hin zu meinem Herrn und Gott. P 3. Wie's auch in der Welt mir gehet, er ist's, der allein verstehet, was mir heilsam ist und gut oder was mir Schas den thut. Laß ich ihn für mich nur wählen, wird kein wahres Gut mir fehlen; aber eig 8. Alles sey Gott heimgegeben, Freud' und Trübsal, Tod und Leben; es geschehe, was sein Rath über mich beschlossen hat.ch will mich nicht län196. D'rum bet' und hoffe stets auf Gott in aller deiner Angst und Noth; wie er will, laß es gehen. Sein Will' ist gut, behalte Muth, du wirst noch Wunder sehen. 7. Gott, der du unser Trö ster bist, laß Jeden, der hier traurig ist, des Glaubens Trost empfinden; durch Leiden übst du, den du liebst, o hilf uns überwinden! 01 347 ner Will und Rath wählt oft einen falschen Pfad. Mel. Herr, nicht schicke deine 2c. 620. Soll ich denn mich täglich ängstlich an das Künft'ge den fen? Soll ich Abends nie mit Ruh' meine Augen schließen zu? Soll es immer vor mir stehen: wie wird's einst noch mir er gehen? da die Sorge mich nur quält, und doch ihres Ziels verfehlt? 348 Vertrauen auf Gott. ger fränken, sondern dies allein Gott, nur habe, dann hab' ich bedenken, daß nach Gottes Gna- das beste Theil, und bei dir denschluß Christen Alles from einst ew'ges Heil. men muß. 43001971 63 9/19700 In eigener Melodie. 621. S ollt es gleich bis weilen scheinen, Mel. Ach, was soll ich Sünder 2. * 40 622. Sollt ich meinem Gott nicht trauen, der mich liebt so väterlich; der als verließe Gott die Seinen; so treulich sorgt für mich? o so glaub' und weiß ich dies: Sollt ich auf den Fels nicht Gott hilft endlich doch gewiß. bauen, welcher ewig feste steht, 2. Hülfe, die Gott auf wenn die ganze Welt vergeht? geschoben, hat er d'rum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wann's heilsam ist. 2. Gott weiß Alles, was mich drücket, meine Leiden, meine Noth, steht mir bei bis in den Tod. Er weiß, was mein 3. Wie nicht gleich die Vä- Herz erquicket, seine Lieb' und ter geben, wonach ihre Kin- Vatertreu' ist mir jeden Morder streben; so giebt Gott auch, gen neu. wann er will. Harre seiner, und sey still. 09011 3. Der die Vögel all' ernäh ret, der die Blumen schmücket schön, die am Abend noch vergeh'n, dessen Gnade ewig wäh ret: sollte der verlassen mich? Nein, ich trau' ihm sicherlich! 4. Seiner kann ich mich getrösten, wann die Noth am al lergrößten; er ist gegen mich), sein Kind, mehr als väterlich gefinnt. 5. Trotz der Welt und ihrer Rotten; ich kann ihre Macht verspotten, drückt auch schwer des Kreuzes Joch, Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Mögen mich die Menschen fränken, und auf mein Verderben denken; sind sie mir ohn' Ursach' feind, Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Darf ich von der Welt nichts hoffen, steht mir doch der Himmel offen, und ist da mein Plaß bestellt, was frag' ich dann nach der Welt? 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, und nach der Gerechtigkeit, die der Glaube mir verleiht; wenn ich eit'les Gut nicht achte, segnet Gott mich früh und spat, segnet Denken, Wort und That. 5. Darum sorg' ich nicht für morgen, denn was noch zufünftig ist, irrt mich nicht, ich bin ein Christ. Meinen Gott nur laß ich sorgen: denn es g'nügt, daß jeder Tag feine Plage haben mag. 6. Wohl mir, ich bin hoch erfreuet, denn ich glaube fe8. Wenn ich bis zu meinem stiglich: Gott, mein Vater, Grabe, dich, mein Herr und sorgt für mich). Herz und Sinn Vertrauen auf Gott. 349 ist mir erneuet, denn ich weiß,| selber bist, und schaffest, daß Gott liebet mich, Gott versorgt mir jedes Leid zum Segen wird mich ewiglich. in Ewigkeit. Mel. Gott des Himmels 2c. 3. Ist Alles dunkel um mich her, und meine Seele freuden623. Tief war beugt die leer, so bleibst du meine Zuversicht, und in der Nacht strahlt mir dein Licht. Noth des Lebens, doch erliegt fein gläubig Herz! Christen trifft fein Leid vergebens, hin zu Gott hebt sie der Schmerz. Was sind Leiden dieser Zeit? Nur der Weg zur Herrlichkeit. 4. Wie oft, Herr, weint' ich, ach wie oft; doch bald halfst du mir unverhofft. Am Abend war ich schwer bedrückt, am Morgen schon durch dich erquict. 5. Sagt Alle, die der Herr geprüft, die ihr zu ihm um Hülfe rief't: hat er wohl jemals das Gebet der Demuth und Geduld verschmäht? 6. Nein, nie ist seine Hülfe 3. Führt der Herr dich gleich fern, nie ist zu kurz der Arm auf Erden manchen tief ver- des Herrn; er bleibt der Helhüllten Pfad, niemals darfst fer immerdar, wie er's zu allen du irre werden an der ew'gen Zeiten war. Liebe Rath. Droben wird vollfommen flar, was hienieden dunkel war. 7. Die Stunde kommt früh oder spät, wo Dank und Freud' aus Leid entsteht, wo er als Vater sich beweist, und deiner Trübsal dich entreißt. 8. Wenn Niemand dich erquicken kann, so schaue deinen Heiland an, schütt' aus dein Herz in seinen Schooß, denn seine Macht und Huld ist groß. 2. Unser Leiden ist verschuldet, wie es uns auch hart bedrängt; darum standhaft nur geduldet, was der Vorsicht Rath verhängt, bis dir einst der Tag erscheint, wo dein Auge nicht mehr weint. 4. Seele, bleibe Gott erge ben, wank' in deinem Glauben nicht; die in seiner Gnade leben, haben fefte Zuversicht. Mag der Weltkreis untergeh'n, Gottes Kind wird doch besteh'n. Mel. Wo Gott zum Haus 2c. 624. Von on dir, o Vater, nimmt mein Herz, was du mir sendest, Freud' und Schmerz, mit Dank und mit Vertrauen an, weil deine Hand nur segnen kann. 9. Er selbst, der Menschen treuster Freund, hat hier im Thränenthal geweint; er weiß, was Schmerz und Kummer ist, er weiß zugleich, wie schwach du bist. 10. Er hilft gewiß, nur 2. Du wählst nur, was mir zweif'le nicht; er hält gewiß, heilsam ist, weil du die Liebe was er verspricht. Die kurze 350 Vertrauen auf Gott. Trauer dieser Zeit verwandelt| schon hier auf Erden, noch mehr sich in Seligkeit. neci in Ewigkeit. 17 DPF 200 100 enn eigner Melobiento 6. Darum, ob ich hier dulde viel Sorg' und bittern on Gott will ich wie auch oft 625. V nicht faffen, denn verschulde, doch tröftet ſich mein er verläßt mich nicht; ich will Herz. Schy bleibe frendenvoll, im Glauben fassen, was mir und geb' an meinem Ende die sein Wort verspricht. Er reicht Seel' in Gottes Hände, er mir seine Hand, er weiß mich machet Alles wohl! msoge zu versorgen, am Abend, wie am Morgen; das hab' ich oft erkannt! not be In eig'ner Melodie. arum betrübst du 2. Wenn Menschenhuld und 626. W dich, mein Herz, Lieben in Ungunst sich verkehrt, ist er doch treu geblieben dem, der ihn liebt und ehrt. Er hilft aus aller Noth, erlöst aus allen Banden, macht frei von Sünd' und Schanden, und rettet selbst vom Tod! und fränkeft dich in bangem Schmerz um eit'les Erdengut? Vertraue deinem Gott allein, denn Erd' und Himmel sind ja sein. 2013 M 3. Auf ihn will ich vertrauen, auch in der schwersten Zeit; er läßt sein Heil mich schauen, und wendet alles Leid. Ihm sey es heimgestellt! Leib, Seele, Gut und Leben hab' ich ihm übergeben; er mach's, wie's ihm gefällt. bid- Tou 3. Weil du mein Gott und Vater bist, weiß ich, daß du mich nicht vergißt, du väterliches Herz! Ich, Staub und Asche, habe hier sonst keinen Trost, als nur von dir. 4. Es kann ihm nichts gefallen, als was mir nüßlich ist; er meint's gut mit uns Allen, 4. Ein Thor trotzt auf sein er schenkt uns Jesum Christ. irdisch Gut; ich trau' auf Gott Von seinem Himmelsthron hat mit stillem Muth, bei Wenigem reichlich er bescheeret, was ew' vergnügt. Mir bleibt die frohe ges Heil gewähret, in seinem Zuversicht: wer Gott vertraut, lieben Sohn. tisdem fehlt es nicht. 5. Lobt ihn mit Herz und 5. O Gott, du bist so reich Munde, ihn, der uns Alles noch heut', wie du gewesen alschenkt! Gesegnet ist die Stun lezeit; zu dir steht mein Verde, darin man sein gedenkt! trau'n. Machst du mich an So braucht man recht der Zeit! der Seele reich, so gilt mir Wir sollen selig werden in ihm and'rer Reichthum gleich. 2. Dich lassen kann und will er nicht; er weiß gar wohl, was dir gebricht, und welche Last dich drückt. Er ist dein Vater und dein Gott, und steht dir bei in aller Noth. Vertrauen auf Gott. 6. Des Zeitlichen entbehr' ich gern, hab' ich das Ew'ge nur vom Herrn; die Luft der Welt vergeht; sie währt nur eine furze Zeit, und hilft mir nichts zur Seligkeit.. 6. Satans Macht und seiner Rotten ist zu schwach, und vermag nichts, als mein zu spotten; laß sie spotten, taß fie la 7. D Herr, mein Gott, wie dhen! Gott mein Heil wird in dank' ich dir, daß du durch dei Gil' sie zu Schanden machen. nen Sohn auch mir dein Heil7. Unverzagt und ohne hast offenbart. Verleih)' mir nun Grauen soll ein Chrift, wo er auch feste Treu', daß einst bei dir ist, stets sich lassen schauen, mein Erbtheil sey. muß er auch dem Tod' erliegen, still und gut soll sein Muth auch den Tod bestegen. 627. Wa 8. Kann mich doch der Tod mich denn gränicht tödten, sondern reißt meiarum sollt' ich men? hab' ich doch Christum nen Geist aus viel tausend NöIn eigener Melodie. noch, wer will ihn mir nehmen? wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 351 linde, seine Treu' steht mir bei, daß ich Lind'rung finde. ri 2. Ich bin an das Licht getreten arm und bloß, hülfelos, unter Angst und Nöthen; nichts nehm' ich auch von der Erde dann mit mir, wann von hier einst ich scheiden werde. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben ist nicht mein, then; schleußt das Thor der bittern Leiden, und macht Bahn, daß ich kann gehn zu Himmelsfreuden. 9. Dann wird an vollkommnern Schäßen sich mein Herz nach dem Schmerz ewiglich ergößen. Wer mag bleibend Gut hier finden? Was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Gott allein hat es mir gegeben; Güter? Unbestand, eitler Tand, will er's mir nicht mehr gewäh- Kummer der Gemüther. Dort, ren, nehm' er's hin, Herz und dort sind die edlen Gaben, da Sinn soll ihn dennoch ehren. mein Hirt Christus wird mich ohn' Ende laben. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst 11. Herr, mein Hirt, Brunn und Bein, sollt' ich d'rum verza- aller Freuden! du bist mein, gen? Der es schickt, der wird es ich bin dein, Niemand kann wenden, er weiß wohl, wie er uns scheiden. Ich bin dein, soll all' mein Unglück enden. weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, in den Tod gegeben. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt, sollt' ich jetzt nicht auch etwas tragen? 12. Du bist mein, weil ich Fromm ist Gott und straft ge dich fasse, und dich nicht, o 352 Vertrauen auf Gott. mein Licht, aus dem Herzen| Erdenglück zerfällt und bricht, Iaffe. Laß mich, laß mich hin- Himmelsgüter schwinden nicht. gelangen, da du mich, und ich dich ewig werd' umfangen. 7. Sieh' auf deine Lebensbahn, frage die vergang'ne Zeit, was der Herr an dir gethan, wie so oft er dich erfreut. Du empfingst in reichem Maaß, und begehrst ohn' Unterlaß? Mel. Nicht so traurig, nicht so 2. 628. W arum trauerst du so sehr, meine Seel', und bist betrübt, daß dir 8. Gott ist gnadenreich und Gott Glück, Gut und Ehr tren, was er thut, ist wohl genicht so viel, als Andern, giebt? than; er nur weiß, ob heilsam was er ist wohl ge Sen vergnügt in deinem Gott; sey, was du wünscheft zu em hast du Gott, so hat's nicht pfah'n. Ist dir's gut, so geht Noth. er's ein; ist's dein Schade, spricht er: Nein. 9. Darum richte dich empor, 2. Meinest du, daß du ein Recht auf des Lebens Güter haft? Nein, das menschliche Geschlecht ist auf Erden nur ein meine Seel', und traure nicht; Gast. Gott ist Herr in seinem laß die Sorgen! tritt hervor Haus; wie er will, so theilt an des Glaubens Freudenlicht. du in seinem Schein, er aus. 3. Bist du doch darum nicht wirst du all'zeit fröhlich seyn. hier, daß du habeft Erdenglück; 10. Führe deinen Lebensschau' den Himmel über dir, da- lauf, deines Gottes eingedenk; hin richte deinen Blick, da ist Ehre, da ist Freud' ohne End' und ohne Neid. wie er's giebt, so nimm es auf, als ein wohlbedacht Geschenk; geht's durch Trübsal, laß es Gottes Gnade bleibt geh'n. dir steh'n. 4. Der ist thöricht, der sich kränkt um die Güter dieser Zeit, wenn ihm Gott dagegen schenkt, was besteht in Ewigkeit! Bleibt Mel. Warum sollt' ich mich sc. der Himmel dein Gewinn, fahr 629. W arum willst du die Erde immer hin. doch für mors 5. Schaue doch die Güter gen, armes Herz, dir zum voller Kleinmuth an, die dein Herz für Güter Schmerz, hält, ob wohl ein's dir folgen forgen? Wozu dient dein täg kann, wenn du geheft aus der lich Grämen? Hoff' auf Gott, Welt. Alles bleibet hinter dir, deine Noth will er von dir trittst du in des Grabes Thür. nehmen. 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Wort und Christi Blut, wird von keiner Zeit verzehrt, ist und bleibt ein ew'ges Gut; Er wird ferner Alles schenken; 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel' und Leib, dar um bleib' ihm allein ergeben. Vertrauen auf Gott. 353 trau' ihm fest, er verläßt nicht, und dort nie im Glauben wandie an ihn denken. fen. Lob und Preis sey dei nem Namen; denn mein Theil, Hülf' und Heil bleibst du ewig. 3. Frage nicht: was wird mich nähren? Gott wird dir Alles hier, was dir fehlt, ge- Amen. währen. Frage nicht: wie wird mir's gehen? Solches hat Got tes Rath längst zuvor versehen. In eig'ner Melodie. 4. Nährt den Vogel in den 630. Was Gott thut, Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier auf Triften? Kleidet er des Grafes Blume nicht mit Pracht, seiner Macht, seiner Huld zum Ruhme? das ist wohl gethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, harr' ich sein und bin stille; er ist mein Gott, und weiß in Noth mich mächtig zu erhalten, d'rum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan, sein Wort kann niemals trügen, er führet mich auf rechter Bahn, d'rum laß ich mir genügen an seiner Huld, 6. Nur der Glaube fehlt auf und hab' Geduld. Er wird Erden. Wär' er da, müßt' uns mein Unglück wenden, es steht ja, was uns noth ist, werden. in seinen Händen. Wer Gott fann im Glauben fassen, dem fehlt nicht Trost und Licht; Gott wird ihn nicht laffen. 5. Und auf mich sollt' er nicht achten? In der Noth ließe Gott hülflos mich verschmachten? Ich bin sein, mir soll nicht grauen; väterlich liebt Gott mich, ihm will ich vertrauen. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan, er wird mich wohl bedenken; er als mein Arzt, der heilen kann, wird mich mit Gift nicht tränken. Gott ist getreu, und steht uns bei; auf ihn nur will ich bauen und feiner Güte trauen. 7. Wer nach Gottes Reiche trachtet, immerfort auf sein Wort mit Gehorsam achtet, dem wird auch von Gott hienieden, was erfreut in der Zeit, gnädiglich beschieden. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan, er ist mein Licht 8. D'rum sey dir, Gott, und Leben, der mir nichts Böübergeben, was mir fehlt, und ses gönnen kann, ihm will ich mich quält hier in diesem Le- mich ergeben. Nach allem Leid' ben. Da du sorgst, so will kommt einst die Zeit, da öffentich schweigen, und es soll de- lich erscheinet, wie treulich er muthsvoll dir mein Knie sich es meinet. beugen. 5. Was Gott thut, das ist 9. Ich will dir mit Freu- wohl gethan; muß ich den Kelch den danken fort und fort, hier gleich schmecken, der bitter ift 3 354 Vertrauen auf Gott. nach meinem Wahn, laß ich| Wer hoffend auf ihn blickt, wer mich doch nicht schrecken, weil fest auf ihn vertrauet und gläu ich zuletzt doch werd' ergößt mit big auf ihn bauet, wird doch süßem Trost im Herzen, da zulegt erquickt. weichen alle Schmerzen. 5. So fall' ich denn mit 6. Was Gott thut, das ist Freuden in Gottes Arme hin; wohl gethan, dabei will ich ver- von ihm kann mich nichts scheibleiben, es mag mich auf die den, weil ich sein eigen bin; rauhe Bahn Kreuz, Roth und er bleibt auch ewig mein, und Elend treiben. Auch noch im wird mir Alles geben, was meiTod' wird mich mein Gott in seinen Armen halten, d'rum laß ich ihn nur walten. nem Stand und Leben wird gut und selig seyn. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 631.- Wasit and Harr auf den Herrn, o Seele, 632. W hilft's, daß 632. Mel. Nun ruhet in den 2c. Las ist's, daß ich quäle? harr' und sey unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es und beschüßet allmächtig den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, 2. Was hülfe dir dein Sin- el)' ich die Welt noch sah; eh' nen, wie dir's noch gehen mag? ich mich selbst noch kannte, eh' Was würdest du gewinnen ich ihn Vater nannte, war er durch Sorgen Nacht Nacht und mir schon mit Hülfe nah'. Tag? Befiehl es Gott allein; laß seine Hand dich führen, die wird dich so regieren, wie dir's wird heilsam seyn. le und fürchte manches Leid? Entreiß' dich, meine Seele, doch aller Traurigkeit! Gott machet Alles wohl! Wovor soll ich mich scheuen, da Alles seinen Treuen, zum Besten dienen soll? 3. Die kleinste meiner Sors gen ist dem Gott nicht verbor gen, der Alles steht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wär's auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, ganz glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich soll durch Gottes Segen den Grund zum Glücke legen, das ewig wie mein Geist besteht. 3. Was dich will niederschlagen, und was dich schmerzt und fränkt, das magst du dem nurklagen, der Alles weislich lenkt. Wirf alle Sorg' auf ihn, erhebe dein Gemüthe zu seiner Vater güte, so wird dein Kummer fliehn. 4. Er wird dich wohl versorgen, der deiner liebreichy denkt; vielleicht ist nah' der Morgen, wo Gott dir Freude schenkt! gern. Was dieses Glück ver5. Was diefes Glück vers mehret, sey mir von dir ge währet! Gott, du gewährst es Vertrauen auf Gott. 355 leget, wenn's alle Welt auch meine Seel' in meinen letzten schäßzet, sey, Herr mein Gott, Stunden; durch Christi Tod mir ewig fern. ist alle Noth des Todes überwunden. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, ist Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Mel. Es ist gewißlich sc. Spott, so harr' ich und bin 634. W We enn gleich aus stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Schwachen Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn du mich willst bewahren? Und mich verlassen. du, mein Gott, bewahrest mich. 2. Sein Auge schauet in mein und zählet meine Sorgen, kein Seufzer bleibet und tiefer Mitternacht Gewitter um mich blißen, so zag' ich nicht, mein Vater wacht, er wacht, mich zu be schüßen. Die Güte, die mich werden hieß, die den Bedrängten nie verließ, wird nimmer Herz In eig'ner Melodie. 633. Mas mein Gott kein Schmerz dem Vaterblick verborgen. Er sendet mir das Leiden zu, daß seiner nicht in stolzer Ruh' mein schwaches Herz vergesſe. will, geschel' all'zeit, sein Will' ist stets der beste; zu helfen dem ist er be reit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Noth, der fromme 3. Gesegnet sind die Leiden Gott, und züchtiget mit Ma- mir, die mich der Welt entzießen. Wer Gott vertraut, fest hen. Sie lehren mich, mein auf ihn baut, den wird er nicht verlassen. Gott, zu dir und deiner Gnade fliehen, und einst, wenn ich vollbracht den Lauf, geht mir die ew'ge Sonne auf, der alles Dunkel weichet. 2. Mein Gott ist meine Zuversicht; er ist mein Licht und Leben; faßt seinen Rath mein Herz auch nicht, doch soll's 4. Von jedem Schmerz dernicht widerstreben. Sein Wort einst befreit, werd' ich, Herr, bei ist wahr, er hat das Haar auf dir leben, und selig dann selbst meinem Haupt gezählet; er für das Leid dir Preis und Ehre sorgt und wacht, nimmt mich geben. Wohl denen, die dem in Acht, giebt Alles, was mir Herrn vertrau'n, und ihre Hofffehlet. nung auf ihn bau'n, nie werden sie zu Schanden. 3. Ruft einst mich ab von dieser Welt des Höchsten weiser Wille: was In eig'ner Melodie. ihm gefällt, ich will ihm hal- 635. Wot last waler nur den lieben ten stille. Dir, Gott, befehl' ich 32 556 Vertrauen auf Gott. ten, und hoffet auf thn allezeit,| nur getreu, und trau' des Hint den wird er wunderbar erhalten mels reichem Segen, so wird in aller Noth und Traurigkeit; er bei dir werden neu; denn. wer Gott, dem Allerhöchsten, wer nur seine Zuversicht auf traut, der hat auf keinen Sand Gott setzt, den verläßt er nicht. gebaut. 2. Was helfen uns die schweMel. Nun preiset Alle sc. ren Sorgen, was hilft uns un- 636. Wie biſt du, Seele, in mir ser hilft es, daß wir alle Morgen betrübt? Dein Heiland lebet, der feufzen unser Ungemach? Wir dich ja treulich liebt. Ergieb machen unser Kreuz und Leid dich gänzlich seinem Willen, er nur größer durch die Traurigkeit. fann alleine dein Trauern stillen, 3. Sey nur geduldig und er kann alleine dein Trauern bleib' stille, sey stets in deinem stillen. Gott vergnügt, und harre wie sein heil'ger Wille und seiner Weisheit Rath es fügt. Gott, der in Chrifto uns erwählt, weiß auch am besten was uns fehlt. 2. Bist du in Nöthen, ach harre nur auf Gott, trau' seiner Gnade in Seel'- und LeibesNoth! Der vormals deine Angst gewendet, ist es auch noch, der dir Hülfe sendet, ist es auch noch, der dir Hülfe sendet. 4. Er fennt die rechten Freudenstunden, weiß, ob das Glück uns heilsam sey; hat er uns nur getreu erfunden, so stehet er uns hülfreich bei; Gott kommt, eh' wir es uns verseh'n, und lässet uns viel Gut's gescheh'n. 3. Bist du bei Menschen nicht nach Verdienst geschätzt, mußt du viel dulden, was dein Herz tief verlegt, bedenke, wen der Höchste ehret, dem ist der herrlichste Ruhm gewähret, dem ist der herrlichste Ruhm gewähret. 4. Bist du in Jesu, in dei nem Heiland reich, kein Gold, fein Silber ist diesem Reichthum gleich. Hast du nicht, was dich hier ergößet, g'nug, wenn der Himmel dir's dort erseßet, g'nug, wenn der Himmel dir's dort erseget. 5. Denk nicht in deiner Drangsals Hiße, daß du von Gott verlassen seyst; und daß der wahres Glück besige, den alle Welt als glücklich preist. Die Zeit verändert oft sehr viel und feget jeglichem ein Ziel. 6. Es sind ja Gott geringe Sachen, und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; er ist der Herr, der Jedermann erhöhen und auch stürzen kann. 7. Sing', bet und geh' auf Got tes Wegen; verricht das Deine 5. Sey doch zufrieden, o du betrübtes Herz, wirf auf den Vater, was dir bringt Sorg' und Schmerz. Wer ist wohl je zu Schanden worden, der sich bewährt in dem Kreuzesor Vertrauen auf Gott. 357 den, der sich bewährt in dem| D'rum, Seele, dring' getroft zu Kreuzesorden. deinem Herrn, er fegnet gern, er fegnet gern. 6. D'rum, liebe Seele, wirf alles Trauren hin, geduldig 5. Der Himmel und die Erd' leide, stille nur deinen Sinn. ist dein, er schenkt sie dir in Ergiebst du hier dich Gottes Christo, meine Seele; so nimm Willen, dort wird mit Freuden in heil'ger Glaubenskraft fie er dich erfüllen, dort wird mit ein, und denke nicht, daß dir Freuden er dich erfüllen. noch etwas fehle. Bleib' nur bei Gott, so bleibest du zugleich Mel. Es kostet viel ein Christ 2c. auch ewig reich, auch ewig alle reich. 637. Whinter dich, mein Mel. Mach's mit mir Gott zc. Herz, und sey in deinem Gott zufrieden! Sey ſtill; denn er 638. Wohl dem, der sich auf seinen Gott gewährt dir sicherlich, was nöthig ist zu deinem Heil hienie den; warum willst du in eitler Müh' und Bein, in Müh' und Pein unruhig seyn? 2. Wohlan! sey gutes Muth's im Herrn, vertrau' dich gänzlich seinen Vaterhänden. Er ist mit seiner Hülfe ja nicht fern, und bald wird sich sein Segen zu dir wenden. Such ihn allein, wenn etwas dir gebricht, und sorge nicht, nein, sorge nicht. 3. D trachte nur mit Ernst danach, daß du mit ihm dich in nig mögst verbinden, und werde nur im Glauben nimmer schwach, so läßt er dich auch alles And're finden: er ist und bleibt dein Vater und dein Gott, dein treuer Gott in aller Noth. 4. Nah' dich zu ihm, er rufet dich, er spricht: wie fönnt' ich dich, mein Kind, verlassen? Mein Herz bewegt von Liebe sich in mir, daß ich dich muß mit Gnad' und Huld umfassen! recht findlich kann verlassen; mag ihn auch treffen Sorg' und Noth, mag auch die Welt ihn haffen, so bleibt er doch in sich vergnügt, sein Freund ist Gott, 2. Die böse Welt mag immerhin ohn' Ursach' mich befeinden, kann sich nur immer mehr mein Sinn mit meinem Gott befreunden. Ich troße muthig jedem Feind! Wer schadet mir, ist Gott mein Freund? 3. Ich murre nicht, daß ich hier oft viel habe dulden müs sen; mich hat ja Gott ganz unverhofft aus mancher Angst geriffen: da lernt' ich recht, daß Gott allein der Menschen bester Freund muß seyn. 4. Und will, ob meiner Sündenschuld, mein Herz mich hart verklagen; spricht es mir ab des Vaters Huld: doch darf ich nicht verzagen. Wer ist, der mich verdammen kann? Gott ist mein Freund und nimmt mich an! 358 5. Ja selbst des Grabes finstre Nacht kann mich nicht mehr erschrecken; ich weiß, mich wird durch seine Macht der Herr einst auferwecken. Mit Christo werd' ich dann vereint, durch ihn ist ewig Gott mein Freund. 6. So geh' ich freudig durch die Welt, getroft und stark im Glauben! Wer fest an seinen fann. Gott sich hält, dem kann die Welt nichts rauben! Gott ist mein Freund, mein Schuß, mein Rath! Wohl dem, der Gott zum Freunde hat! Vertrauen auf Gott. aller Hoheit Glanz versinkt in Todesnacht. 3. Viel fich'rer ist mein Trost, ich weiß, an wen ich glaube. Wo ist der mächt'ge Feind, der mir dies Kleinod raube? Ich stehe fest in Gott, ihm hang' ich einzig an, dem keine Noth zu groß, der helfen will und 4. Zu ihm, dem treuen Gott, ist meine Seele stille; sein Arm ist ewig stark, und gnadenvoll sein Wille. Sein Gang ist wunderbar, unendlich seine Kraft; sie hat von Alters her stets Hülf' und Rath geschafft. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 639. Wohl dem, der unsern Gott zum Helfer sich erwählet, der kindlich ihm vertraut, was seinem Herzen fehlet. Wohl dem, der auf den Herrn allein sein Hoffen stellt, auf ihn, der Trost verspricht, und ewig Glauben hält. 6. Gieb, daß ich stets, mein 2. Wer hier auf Menschen Gott, an dir fest hangen bleibe, kraft und Menschengunst ver- daß weder Glück noch Noth mich trauet, der hat fürwahr sein jemals von dir treibe. Verleih' Glück auf bloßen Sand ge mir deinen Geist, und schenk bauet; betrüglich und gering mir neue Kraft, zu üben imist aller Menschen Macht, und merdar die gute Ritterschaft. ohl dem, der un 5. D'rum halt' ich mich zu Gott, und das ist meine Freude, wenn ich ihm danken kann, nach überstand'nem Leide, wenn mein erquicktes Herz ihn rühmt mit allem Fleiß, und ihm ein Loblied singt zu seines Namens Preis. XXII. Sob- und Danklieder. Mel. Jehovah ist mein Licht 2c. und sanft, und himmelwärts er640. Auf, auf, mein Geift! hoben zu Gott, des Herzens den Herrn der Welt zu loben, erhebe dankbar Trost und Zuversicht. Er ist allein Lob, Ehre, Preis und dich, und säume nicht! sey still Ruhm zu nehmen würdig stets Lob- und Danklieder. 359 und überall; ihn preif auch dein Haus zu Kindern dir ere du! mit frohem Jubelschall wählt. Jetzt zwar schau' ich geh' ein in sein erhab'nes Hei- dich nur in dunklem Licht; doch ligthum! femmt, ich weiß es, fünftig 2. Der Herr ist zwar ein noch der Tag, da ich dich ohne unbegreiflich Wesen, d'rein sich Decke schauen mag von Angevergeblich der Verstand versicht zu frohem Angesicht. liert; doch fannst in seiner Welt du deutlich lesen, wie wunMel. Ich finge dir ze. derbar ſein weiſer Rath regiert. 641. Auf, Chriſten, brine hat und chen nicht; es weichet Alles seiner Majestät, vor der die Creatur mit Zittern steht, dieweil er wohnt in unnahbarem Licht. 3. Ja er, der Lebensgrund von allen Dingen, er ist fürwahr ein unzugänglich Licht: doch wird im Licht' zu wandeln mir gelingen, so decket sich mir auf sein Angesicht. Denn wie er ist und lebt im Licht allein, so birgt er sich dem, der das Dunkle liebt, und liebet den, der sich dem Recht ergiebt; der wohnet stets in seiner Strahlen Schein. dem Herrscher aller Welt, dem Mächtigen, der Erd' und Meer und alle Himmel hält. 2. Frohlockt mit jubelreichem Schall Gott unserm höchsten Gut, der große Wunder überall auch an uns Menschen thut. 3. Von uns'rer zarten Kindheit an war seine Hülf' uns nah; auch wo kein Mensch mehr retten kann, steht Gott als Retter da.. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir, was uns erfreut und nährt, und Alles, was der Seele hier Zufriedenheit gewährt. 5. Ist dornenvoll auch unser Pfad, und beugt uns oft der Schmerz, Gott prüfet nur nach seinem Rath, und stärkt durch Noth das Herz. 4. O felig, wer also den Herrn erkennet, und findlich zu ihm Vater sagen kann; o selig, wen auch Er den Seinen nennet, wen er als Kind des Hauses siehet an! Mit Kindern geht kein 6. Nach Väter Weise träget Vater in's Gericht, so hat auch er uns Schwache mit Geduld, Er Geduld, übt Langmuth aus, er züchtigt wohl, doch nie zu und hat mit Seligkeit geschmückt schwer, und tilget uns're Schuld. sein Haus, wo Liebe herrscht, wo Gnade nie gebricht. 5. D'rum auf! ich will, o Herr, dich froh erheben, weil du auch mich zu denen haft gezählt, die du in Christo hast 8. Gott ist getreu, und läßt gebracht zum Leben, und in uns nicht; wohl Allen, die ihm 7. Sein Wort weckt das Gewiffen auf, ruft uns zur Beffe rung, sein Geist stärkt uns im Tugendlauf, schafft uns're Heiligung. 360 Lob- und Danklieder. trau'n, sie werden einst sein An-| durch Nichtigkeiten, brennt bes gesicht in sel'gem Lichte schau'n. Altars Flamme nicht, wie doch Licht von seinem Licht sollte lautern Schein verbreiten. Mel. Sollt' ich meinem sc. 642. Auf, ihr Christen, D, wann strahlt sein HeiligGott zu loben, thum ganz in in fleckenlosem Ruhm? seine Huld und seinen Rath, ihn, deß Macht durch tausend 5. Demuth schlägt die Blicke Proben sich an uns verherrlicht nieder; doch giebt Glaube Zuhat. Zwar, kein Mensch kann versicht, hebt die feuchten Augen ihn ermessen; Gottes Gnade, wieder, und die Herzen werden welch ein Meer! Wer sind wir, Licht. Nein, du kannst uns und was ist Er? Doch wer nicht verlassen, schonest, trägest kann des Danfs vergessen? und vergiebst; wie du unaus und er nimmt das Scherflein sprechlich liebst, das kann kaum an, das ein Armer opfern kann. die Seele fassen. Groß, ja groß 2. Preis dem Bischof un- ist Menschenschuld; göttlich groß frer Seelen! Dank dem Hirten ist Gottes Huld. seiner Schaar! nie ließ er ein Gut uns fehlen; treu nahm er der Heerde wahr. Seines Wortes fräft'ge Nahrung, seines Geistes Unterricht, dieses reine Himmelslicht, seines Hirtenstabs Bewahrung, welcher Segensström' Erguß! welch ein Himmels Vorgenuß! 6. Laß vom Jüngsten bis zum Greise Zeugen deiner Kraft uns seyn, daß sie reich sich stets erweise in der Gläubigen Verein! Wenn wir Großes schon erfuhren, Größ'res ist aufs gespart, das uns dort wird of fenbart in des Himmels selgen Fluren, wo uns Alle unverrückt Herrlichkeit in Fülle schmückt. 3. Daß sein geist'ger Tem pel stehet auch in Stürmen unversehrt, daß sein Friede d'rinnen wehet, das ist ew'gen DanMel. Lobe den Herren, den 2c. kes werth. Beben seines Zions 643. Danket mit Freu wenn der der den, o dem Sünd' und Welt es belagert Vater der Gnade, ihr, die er und umstellt: wer zerstört die segnet und führet auf ebenem Macht der Sünde? Nicht der Pfade; die ihr ihn kennt, VaStreiter Arm und Fleiß, ihm, nur ihm gebührt der Preis. ter in Christo ihn nennt, preiset den Vater der Gnade! 4. Doch mit Herzenstüm- 2. Oft ist sein Thun vor mernissen kämpft der Seinen den Augen der Menschen verDankgefühl, weil wir, ach, be borgen, eh' es erscheinet, zagt fennen müssen, wir sind ferne Alles, versunken in Sorgen; noch vom Ziel. Oft gedämpft ist es geschehn, haben wir's Lob- und Danklieder. 361 | Noth auf dich schau'n, du nur fannst wahrhaft mich stärken! heute gefehn, ach! so vergessen wir's morgen. 3. Kinder des Vaters im Himmel, erkennet die Gaben, Mel. Gott des Himmels und zc. die wir, geſegnet von ihm, dem 644. Dankt dem Herrn ihr wir es werth, daß er uns leiblich ernährt und auch die Seele will laben?. fommt, erhebet seinen Ruhm! das erlösete Geschlechte ist und bleibt sein Eigenthum. Christus bleibt in Ewigkeit, wie er gestern war und heut. 2. Segnend walten nun die Hände eures Gottes euch zum Heil, seine Liebe sonder Ende reichet Jeglichem sein Theil; er bleibt Allen zugewandt, die durch Jesum ihn erkannt. 5. Die ihr die Hülfe des 3. Haltet mir in allen DinEwigen habet gesehen, mehr gen euch nach unsers Gottes noch empfinget, als bitten ihr Treu. Laßt euch nichts zur könnt und verstehen, preiset und Freude bringen, eh' euch unser liebt den, der die Sünden ver- Gott erfreu'; und betrifft euch giebt, segnet, eh' wir zu ihm Schmerz und Noth, Jesus fleht flehen. für euch zu Gott. 4. Habt ihr nicht täglich die Gnade des Höchsten erfahren? Denket, wie oft euch kein Sterblicher konnte bewahren; doch er erschien, ihr wart gerettet durch ihn, nicht mehr bedrängt von Gefahren. 6. Wer ihm nun danfet, 4. Alle, die auf Menschen wird immer mehr Gaben em- bauen, gehn zu Grund in ihrem pfangen, Wachsthum im Glau- Wahn, nur die unserm Gott ben, im Hoffen und Lieben er vertrauen, wandeln auf der langen. Gott reichet dar gern sichern Bahn. Jesu Jüngern seiner Gläubigen Schaar mehr, wird bekannt Gottes Hülf' und als sie von ihm verlangen. starke Hand. 7. Wer zu ihm rufet in Nö- 5. Danket Gott, ihr Gottes then, den will er erhören; sind knechte! fommt, erhebet seinen wir errettet, so sollen wir dank- Ruhm! du erlösetes Geschlechte, bar ihn ehren. Folgt seinem weih' dich ihm zum EigenWort', fahret im Danken nur thum! Christus bleibt in Ewigfort, er wird euch Alles ge- feit, wie er gestern war und heut'. währen. 8. Hilf mir, mein Vater, Mel. Ich finge dir mit Herz 2c. dir danken mit heiligen Wer: 645. Du bist's, bem Chr 11 auf ken, folgsam deine Gebote nur merfen, thig dir trau'n, still in musbührt, und dies, Herr, bring' der ich dir; mein Schicksal haft I 362 Lob- und Danklieder. du ftets regiert, und stets warst| Sohn, der für mich Sünder du mit mir. starb, und der zu deinem Gnadenthron den Zugang mir er warb. 2. Wenn Angst und Noth sich mir genaht, so hörtest du mein Flehn, und ließest mich, nach deinem Rath, Hülf' und Errettung sehn. 11. Lobt Gott in seinem Hei ligthum', erheb' ihn, Volk des Herrn! die Erd' ist voll von 3. Wenn ich in Schmerz und seinem Ruhm'; er hilft und Krankheit sank, und rief: Herr, rette mich! so halfst du: dich erhebt mein Dank, denn ich genas durch dich. 4. Betrübte mich des Fein des Haß, so klagt' ich dir den Schmerz: Du halfft mir, daß ich ihn vergaß, und gabst Geduld in's Herz. 5. Wenn ich den rechten Pfad verlor, mich schuldbeladen sah', rief ich zu dir, mein Gott, em- Mel. Balet will ich dir geben 2c. Seele, per, und Gnade war mir 646. Dinge, wohlauf, nah'. 6. Seufzt' ich im Leiden: ihn zu erhöh'n, dem Herrn, Herr, wie lang'? hast du dich dem alle Dinge zu Dienst und weggewandt? War mir um Willen steh'n. Ich will den Vater Trost und Hülfe bang', so half droben hier preisen auf der mir deine Hand. Erd', ich will ihn herzlich loben, so lang' mein Leben währt. 7. Er half, noch hilft er stets, der Herr, denn er ist fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er, und giebt zur Tu gend Muth. 8. Herr, für die Leiden dank' ich dir, dadurch du mich geübt, und für die Freuden, welche mir dein milder Segen giebt. 9. Dir dank' ich, Herr, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schau' in jeder Creatur, Gott, deine Freund lichkeit. 10. Ich danke dir für deinen rettet gern. 12. Er hilft, und läßt die Traurigkeit uns bald vorübergehn, will uns, nach kurzer Prüfungszeit, zum ew'gen Glück erhöh'n. 13. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, und was er dir ges than; verehr' und halte sein Gebot, und bet' ihn ewig an. 2. Wohl dem, der einzig schauet auf Jacobs Gott und Heil! wer ihm sich anvertrauet, der hat das beste Theil; der hat den Schatz erlesen; unangefochten ruht sein Herz und ganzes Wesen in Gott, dem höchsten Gut. 3. Bei ihm ist alle Stärke und unerschöpfte Macht, das predigen die Werke, die er hervorgebracht. Der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer', und was durch Gottes Werde sich regt im weiten Meer. Lob- und Danklieder. 363 4. Sein ist der treu'ste Wille,| schon in Kleinmuth hin, ahnete er giebt mit milder Hand dem mein trüber Sinn nichts, als seine Segensfülle, den er ge- bange Trauerstunden: Herr, treu erfand. Gott hält sein dann sprachst du nur ein Wort, Wort mit Freuden, geschehn und die Sorgen eilten fort. muß, was er spricht, und wer 3. Ja, was du mir, Herr, bes. Gewalt muß leiden, den schützt reitest, das ist Freude, Heil er im Gericht. und Glück; daß du wunderbar 5. Er ist das Licht der Blin- mich) leitest, sagt mir jeder Auden, thut auf der Tauben Ohr, genblick. Wäreft du nicht mein und die sich schwach befinden, geh'n stark durch ihn hervor; er ist der Fremden Hütte, die Waisen nimmt er an, erfüllt der Wittwen Bitte, schafft Hülfe Jedermann. Erbarmer, schirmtest du mein Leben nicht, ach, wo fänd' ich Trost und Licht, wie verlaffen wär' ich Armer! Wohl mir, Herr, daß du regierst, und nach deinem Rath' mich führst! 6. Ach, ich bin viel zu wenig, zu preisen seine Ehr'; er ist der ew'ge König, ich bin von gestern her; jedoch weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, geziemt mir's, daß ich mehre sein Lob vor aller Welt. 4. Immer will ich dir vertrauen, dir, der Alles weislich fügt, gläubig zu dir aufwärts schauen, wenn der Muth mir fast erliegt. Preis sey dir, deß ich mich freue, der so Großes an mir thut, und im Segnen niemals ruht, Preis sey deiner Vatertreue; da ich sonst nichts geben kann, nimm mein Loblied gnädig an! Mel. Sollt' ich meinem Gott zc. reude wallt in meinem Herzen! O wie freundlich, Gott, bist du! du entfernest Sorg' und Schmer647. F 5. O bewahr' am guten Tage mich vor Stolz und Sicherheit, zen, führst mir Heil und Segen halte fern von mir die Klage zu. Was ich bin, vermag und habe, strömt aus deiner Fülle her, nichts kommt mir von Ungefähr; Alles, Herr, ist deine Gabe, Alles wird durch deine Hand abgewehrt und zugein der schwersten Prüfungszeit! Laß mich im Genuß der Freuden stets auf deinen Willen sehn, und auch dann noch aufrecht stehn, wenn sie wieder von mir scheiden. Hier nur wechseln Freud' und Leid, dort ist ew'ge Seligkeit. wandt. 2. Du gebeut'st, und schnell entfliehet, was mit Sorgen mich erfüllt, und mein frohes Ange Mel. Nun lob' mein' Seel' 2c. fichet, wie dein Rathschluß fich 648. rohlockend laßt uns enthüllt. War die Hoffnung treten vor unsern schon verschwunden, sank ich Gott mit Preis und Ruhm! 364 Lob- und Danklieder. Mit freudigen Gebeten lobt ihn| jetzt von oben zu uns dein Anin seinem Heiligthum'! Ihn, gesicht, bis wir dich würd'ger der an allen Enden beglücket loben dort in dem ew'gen Licht! und erfreut, und der mit Va terhänden uns führt zur Se- Mel. Ich dank' dir, lieber Herre 2c. ligkeit. Er träget selbst die Sünder, und hilft dem Schwa chen gern. Lobt ihn, ihr seine Kinder! Ihr Christen, dankt ihm gern. 2. Jhr, Eines Hauptes Glieder, vereinigt liebreich Herz und Mund! Durch Christum alle Brüder, macht eures Vaters Gnade fund! Zu Einem Hei 2. Du sigest auf dem Throne, berufen, habt Alle Einen Sinn; als Richter aller Welt, der, so tretet zu den Stufen des Jeglichem zum Lohne, gerecht Gnadenthrones hin! Der Zwie sein Urtheil fällt. Wenn Mentracht Geist verschwinde, ver- schen frevelnd schmähen dein bannt sey Haß und Neid, und heiliges Gebot, dann schiltst jedes Herz empfinde der Liebe Seligkeit. du, sie vergehen vor deinem Zorn', o Gott! 649. Sott, meine ganze Seele macht deinen Ruhm bekannt. Dir dank ich, und erzähle die Wunder deiner Hand. Mein Herz ist froh, ich singe aus tief bewegter Brust: du, dem ich Lieder bringe, du, Herr, bist meine Lust! 3. Sieh, König aller Ehren, 3. Gott wägt die Welt und auch uns erfüllt von Einem übet ein heiliges Gericht; wer Geist, hier, wo in vollen Chö- Trug und Bosheit liebet, bleibt ren dich unser dankbar Loblied vor dem Höchsten nicht. Die preist. In Einem lauten Tone Wage sinkt und steiget, wie singt durch dein ganzes Reich sein Gesetz gebeut, und jedes dir, Vater, und dem Sohne Volk bezeuget des Richters die Christenheit zugleich. Die Heiligkeit. Eintracht ihrer Lieder steigt auf mit hohem Klang', schallt durch die Himmel wieder; welch englischer Gesang! 4. Du bist ein Fels der Frommen, ein Fels in jeder Noth. Sie trau'n auf dich, und kommen zu dir, dem treuen Gott. Die Thränen, die sie weinen, sind dir bekannt und werth, versäumen willst du Keinen, der deinen Schuß begehrt. 4. Und wenn an heil'ger Stät te einmüthig wir dich so er höhn, dann willst du die Gebete der gläub'gen Seelen nicht verschmähn. Du hörst, wenn 5. Freu't euch des Herrn wir von Herzen dir danken, und preiset ihn laut vor aller treuer Gott, für Lind'rung un- Welt, der herrlich sich beweifrer Schmerzen, für Rettung set, und, was er zusagt, hält. aus der Noth. O neig' auch Nach überwund'nen Leiden er Lob- und Danflieder. 365 schallt im Heiligthum', dir, Ge-| vernommen? Ist nicht zu mir ber hoher Freuden, Anbetung, ein Wort gekommen, das ew'ge Preis und Ruhm. Mel. Wachet auf, ruft uns 20. ott, wer ist dir Gnade mir verspricht? Fallen können Berg' und Hügel, doch fest steht seines Bundes Siegel, von uns weicht seine Gnade 650. Sot, zu vergleichen, nicht. So treu von jeher schon und wer ermißt in deinen Rei- liebt er nun in dem Sohn' uns chen, wie viel fich Geister dein als Vater. Obetet an! Ihr erfreu'n? Ungezählte Sonnen dürft euch nah'n, und danket geben zahllosen Welten Licht ihm am Gnadenthron'. und Leben; du schufst, du hältst fie auch allein. Doch ist der In eig'ner Melodie. err ben wir! err Welten Raum nur eine Sch651. Herr und pfer! Dich aber selbst, der du ihn wölbst, dich fassen die Gedanken kaum. Gott, wir danken dir! Du ew'ger Vater, dich erhebt, was weit und breit auf Erden lebt. Die 2. Und in diesem Heilig- Himmel und der Engel Schaar thume, dem Tempel voll von lobsingen, Herr, dir immerdar. deinem Ruhme, ist auch die Die Cherubim und Seraphim verStätte mir erbaut. Ich darf fünden stets mit hoher Stimm': vor dein Antlig treten, zu dir Heilig ist unser Gott, heilig ist mit allen Wesen beten, auf unser Gott, heilig ist un die dein Auge segnend schaut. ser Gott, der Herr, Herr Wer deine Lieb' erkennt, dich Zebaoth. gläubig Vater nennt, der vergeht nicht. Ich Erdenstaub, ich fallend Laub, mir ist die Ewigkeit gegönnt. Die Himmel und der Er den Kreis sind voll von deines Namens Preis. Der heiligen zwölf Boten Zahl, und die Propheten allzumal, der Märtyrer hellglänzend Heer verherrlicht ewig deine Ehr'. Die ganze 3. Schwing' dich denn empor und singe! Bis über alle Himmel dringe zu Gott, o Seele, dein Gesang! Höher als die werthe Christenheit rühmt dich Himmel gehen, und höher als auf Erden allezeit. Dich, Vadie Sternenhöhen geht Gotter auf des Himmels Thron, tes Gnade, geh' mein Dank. und Christum, deinen einz'gen Barmherzig schauet er auf alle Sohn, den heil'gen Geist, den Menschen her, die ihn fürchten. Tröster werth, im Glauben sie Er sorgt und wacht, hat auf bekennt und ehrt. uns Acht; d'rum sorg' und König der Ehren, Jesu Christ, des Vaters ew'ger Sohn fürchte Keiner mehr. 4. Hab' ich's nicht von ihm du bist. Du nahmest an, der 366 Lob- und Danflieder. Welt zu gut, gleich Menschen- delbar Rath, Kraft und Heil findern, Fleisch und Blut; des und Friede war. Todes Stachel brachest du, und führst uns All' dem Himmel zu. Zur Rechten Gottes nun er höht, theilst du des Vaters Majestät, und wenn der Bau der Erde bricht, erscheinest du und hältst Gericht. So flehn wir, nimm in deine Hut, die du er kauft mit deinem Blut. 2. Welches Heil, aus freien Gnaden zum Bunde seines Volks geladen, zur Kindschaft auserwählt zu seyn! sich des Heilands freu'n zu können, vor Tausenden ihn sein zu nennen, und froh zu rühmen: er ist mein! Welch unschäßbarer Bund, auf ew'gem Felsengrund Laß uns im Himmel ha- fest erbauet! Wer ihm sich ben Theil an aller Frommen weiht, reift in der Zeit schon ew'gem Heil; hilf deinem Volk, für des Himmels Seligkeit. Herr Jesu Christ, und segne was dein Erbtheil ist. Regier die Deinen allezeit, und heb' sie hoch in Ewigkeit! 3. Volf, dem er den Gottesfrieden, des Himmels Bürgerrecht beschieden, verkünde laut sein Recht und Licht. Könnt' auch eine Mutter dessen, den fie im Schooße trug, vergessen: der Herr vergißt doch unser nicht! Sein Trost nur und sein Rath hält uns auf rechtem Pfad'. Hallelujah! sein Angesicht bleibt unser Licht, sein Wort der Stab, der nie zerbricht. 4. Trifft nun auch die Seinen Schweres; es ist kein Spiel des Ungefähres, der Herr ist's, der es uns beschied. Glaub? und Zuversicht gereuen nie Gi nen von des Herrn Getreuen, Mel. Wachet auf, ruft uns ic. 152103 652. H erzen, wallt mit frohen Schlägen auch wo er feinen Ausgang voll Lob und Dank dem Herrn sieht. Der uns're Haare zählt, entgegen, der uns bis hieher der weiß auch, was uns fehlt, hat gebracht! Singet in erhab' und erbarmt sich. Er lenft hinnen Weisen, den Segensrath auf der Seinen Lauf, und schließt des Herrn zu preisen, die reiche des Himmels Schäße auf. Huld, die starke Macht! Doch blöden Auges nur folgt unser Geist der Spur des BarmherzDich loben täglich wir, o Herr, verkünden ewig deine Ehr'. Behüt' uns bis auf jenen Tag, daß Jeder rein erscheinen mag. Erbarm' dich unser, trener Gott, erbarm' dich unser Aller Noth; Barmherzigkeit laß uns geschehn, so wie wir hoffend zu dir flehn. Auf dich steht meine Zuversicht; zu Schanden werd' ich ewig nicht. Amen. 5. Selig, wer aus diesen Schäßen schon hier weiß Herz und Geist zu legen, und wer im gen, der seiner Schaar unwan Glauben treu beharrt. Dop Lob und Danklieder. 367 pelt selig, wer den Segen auf und spricht, und strahlend bricht reichen Wucher auszulegen in seinem Dienst gewürdigt ward! Wie weiht dem guten Herrn der Treuen Schaar so gern Leib und Seele! Und was er sagt, wird unverzagt auf seinen Bei stand hin gewagt. 6. Sieh! in Lieb' und Dank ergossen sehn Christi Jünger und Genossen schon manches hohe Ziel erreicht. Leit' auf alle ihre Pfade, o Herr, ein Bächlein deiner Gnade, das bis in's ew' ge Leben reicht. Sey mit uns fort und fort in allem Thun und Wort, und mit Allen, die deine Hand in jedem Land' zum Bund' auf deinen Sohn verband. aus Finsterniß hervor das Licht. 3. Unser Gott herrscht ohne Schranken, er wendet Völkern die Gedanken, er macht zu Nichts der Bösen Rath. Nur sein Nath bleibt ewig stehen; was er bedacht, das muß geschehen, er ist gleich groß an Rath und That. Wohl uns, daß er regiert, der Alles herrlich führt! Hallelujah! Die auf ihn schau'n, und ihm vertrau'n, die wandeln ohne Furcht und Grau'n. 4. Send' uns ja in voller Klarheit, o Gott, dein Licht und deine Wahrheit, daß sie uns leiten überall. Laß uns auf des Glaubens Schwingen zu jenen lichten Höhen dringen, zu der auchzt, ihr Jubelschall. In dei653. wählten Kinder, nem Himmelreich ſind wir dann Engeln gleich. Hallelujah! Wir gehen ein, bei dir zu seyn, und dein auf ewig uns zu freu'n. Mel. Wachet auf, ruft uns zc. und preist den Herrn, erlöste Sünder, die seine Gnade hoch erfreut! Laßt die Stimme laut erklingen, ein wohlgefällig Lied zu singen, voll Demuth und voll Dankbarkeit. Und schaut mit frohem Muth, was er noch an euch thut. Hallelujah! Sein Wort ist süß; was er verhieß, ist Wahrheit, und er hält's gewiß. in 2. Der im reinsten Lichte wohnet, bei dem Gerechtigkeit stets thronet, der giebt an Licht und Recht uns Theil. Alles predigt seine Ehre; er ordnete der Sterne Heere, er ordnet auch der Menschen Heil. Ihn Herrn, der Mel. Nun freut euch, lieben 2c. an die Welt, den du, bet 654. , der ich oft in fie erhält. Hallelujah! Er will große Noth tiefes Leid und muß gehen, will 5. Bis dahin lasset uns mit Beten oft vor des Höchsten Altar treten, vor Gott, der uns're Schuld vergißt, der der Gläub'gen Schild und Sonne und uns're Freud' und höchste Wonne durch Christi großes Opfer ist. Was wir in ihm erfleh'n, das wird Gott nicht verschmäh'n. Hallelujah! Gott, führe du uns Alle zu dem ew'gen Reich und seiner Ruh'. 368 Lob- und Danklieder. dennoch Gott mit großer Freud'| schönen Pracht bis an mein und Herzenslust erhöhen! Mein Ende reden. Gott und König, höre mich, ich will ohn' Ende preisen dich und deinen Namen loben. 7. Und was ich rede, wird von mir manch' frommes Herze lernen; dein Ruhm wird glän2. Ich will dir mit der Mor- zen für und für, hoch über genröth' ein täglich Opfer brin- allen Sternen. Durch alle gen. So oft, Herr, deine Sonn' Welten weit und breit wird aufgeht, will ich mein Loblied man von deiner Herrlichkeit und singen. So soll auch bis zur starken Hand erzählen. späten Nacht das Rühmen deiner hohen Macht mein Werk seyn und Geschäfte. 8. Wer ist so freundlich, Herr, wie du? so gnädig im Erdulden? Wer deckt mit sol 3. Die Welt dünft uns gar cher Langmuth zu so viele schweschön und groß, und reich an re Schulden, die aus der ganGut und Gaben, und was sie zen weiten Welt bis zu dem trägt in ihrem Schooß, will hohen Himmelszelt ohn' Ende gern ein Jeder haben: und ist sich erheben? doch Alles lauter Nichts; eh' man es recht genießt, zerbricht's, und gehet schnell zu Grunde. 4. Der Herr allein ist groß und schön, unmöglich auszuloben, den Engeln selbst, die ewig stehn vor seinem Throne droben. Ob Aller Stimme sich erhebt, so wird doch Keiner, der da lebt, des Höchsten Größ' aussprechen. 9. Es muß ein treues Herze seyn, das uns so hoch kann lieben, da wir doch Alle, Groß und Klein, des Guten wenig üben. Gott muß nicht anders seyn, als gut, daher fleußt seiner Güte Flut auf alle seine Werke. 10. D'rum sollen, Herr, dir immerdar all' deine Werke danfen, voraus die Heil'gen, deren Schaar dir dient ohn' al5. Die Alten, die nun nicht les Wanken, sie sollen deines mehr sind, die haben dich ge- Reichs Gewalt und unvergäng priesen; so hat ein Jeder auch liche Gestalt mit tausend Zunsein Kind zu gleichem Dienst gen rühmen. gewiesen; die Kinder werden auch nicht ruhn, und werden doch dein Werk und Thun, Gott, nicht vollkommen preisen. 11. Sie sollen rühmen, daß dein Ruhm durch alle Welt er klinge, daß Jedermann im Heiligthum' dir Dienst und Opfer. bringe. Dein Reich, das ist ein ew'ges Reich, und deine Herrschaft ist dir gleich, der du kein End' erreichest. 6. Wie Mancher hat zu sei nem Heil dein Lob mit Fleiß getrieben, und siehe! mir ist doch mein Theil zu loben übrig blieben. Ich will von deiner Wundermacht und deiner herrlich 12. Der Herr ist bis an unsern Tod beständig bei uns Al Lob- und Danklieder. 369 len, erleichtert unsre Kreuzes- lich ihre Last; dem aber, der fie noth und hält uns, wenn wir fallen. Er steuert manchem Unglückslauf und hilft uns freundlich wieder auf, wenn wir darnieder liegen. fränkt und haßt, wird er das Urtheil sprechen. 18. So will ich denn zu aller Stund' das Lob des Höchsten singen, es soll aus tiefstem 13. Herr, Aller Augen sehn Herzensgrund hinauf zum Himauf dich, zu deinem Stuhl ge- mel dringen. Und also thu' auch kehret. Du bist's allein, der vä- immerfort, was lebt und webt terlich, was lebt und webt er an jedem Ort; das wird Gott nähret. Du öffnest deine milde wohlgefallen. Hand, machst fatt und froh, was auf dem Land, im Meer und schwebet. bisz In eigner Melodie. 14. Du meinst es gut und 655. Jhange by m dir mit Herz und Mund, Herr, meines Lebens Lust, id) sing' und mach' auf Erden kund, was mir von dir bewußt. thust uns wohl, auch da wir's oft nicht denken, und doch ist Mancher kummervoli, verzehrt sein Herz mit Kränken; er sorgt und fürchtet Tag und Nacht, Gott lass ihn gänzlich aus der Acht und habe sein vergessen. 15. Nein! Gott vergißt der Seinen nicht, er hält uns Bund und Treue, sein Herz bleibt stets auf uns gericht't, daß er zuletzt erfreue. Geht's auch zu weilen wunderbar, ist er doch heilig immerdar, gerecht in seinen Wegen. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad' und ew'ge Quelle bist, daraus uns Allen früh und spat viel Heil und Segen fließt. 3. Was sind wir doch und haben wir, was kann uns hier erfreun, das uns nicht käme, Herr, von dir und deiner Huld allein? 16. Gott ist zu helfen stets bereit dem, der ihn findlich eh ret; und wer in Demuth zu 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns geseßt? Wer ist es, der uns unser Feld mit und Regen netzt? ihm schreit, der wird gewiß er- 5. Wer wärmt uns bei des höret. Gott weiß wohl, wer Winters Frost, wer bricht der ihm hold und treu, und dem Stürme Macht, wer hat mit steht er allmächtig bei in allen Korn und Oel und Most uns seinen Nöthen. väterlich bedacht? 6. Wer giebt uns Leben, Kraft und Muth, wer schüßt mit starker Hand des güld'nen Friedens edles Gut in unserm A a 17. Den Frommen wird kein Gut versagt, Gott thut, was sie begehren; er mißt das Unglück, das sie plagt, und zählt all' ihre Zähren. Er löset end- Vaterland? 370: Lob- und Danklieder. 7. Ach, Herr, mein Gott, glücks Lauf zum Segen dir das kommt von dir, du, du gekehrt? mußt Alles thun, in deiner Obhut stehen wir und können ficher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, beschirmst uns gnädig in Gefahr und stehst uns treulich bei. 9. Du trägst uns Sünder mit Geduld und strafft nicht allzusehr, ja, tilgest liebreich unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 16. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regi ment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End'. 17. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red' ihm nicht darein; so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich seyn. 10. Oft, wenn der Christ verlassen scheint, hast du ihn schon gestärkt, und keine Thräne, die er weint, bleibt von dir unbe merkt. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. will dem Schö 656. Jer Preis, Dank pfer meinem Vater bringen; mein ihm geweihtes Herz soll sich der Welt entschwingen. Ich überschau' die Bahn, die ich zurückgelegt, und innig wird mein Herz von seiner Huld bewegt. 11. Des Lebens Mangel füllest du mit ew'gen Gütern aus und führest uns zur wahren Ruh' einst in des Himmels Haus. 2. Du hast mich wunderbar geschaffen und bereitet und mich, 12. D'rum auf, mein Herz, o treuer Gott, an deiner Hand sey froh und fing', und habe geleitet; in drohender Gefahr guten Muth; dein Gott, der stand'st du mir mächtig bei, Ursprung aller Ding', ist selbst und deine Güte ward mit jedem und bleibt dein Gut. Morgen neu. 3. Oft, wenn ich unruhvoll an ferne Tage dachte und manche trübe Nacht durchweinte und durchwachte; war's nicht ein eitler Wahn, der meinen Geist 14. Was fränkst du dich in geplagt? Mein wahres Glück, deinem Sinn und grämst dicho Herr, hast du mir nie verTag und Nacht? Nimm deine sagt! Sorg' und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 13. Er ist dein Schaß, dein Erb und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Trost und Heil, er läßt dich ewig nicht. 4. Preis sey dir dargebracht für trüb' und frohe Stunden! 15. Hat er dich nicht von Wer nie ein Kreuz gekannt, hat Jugend auf versorget und er- nie sein Glück empfunden. Oft nährt? Wie oft hat er des Un- führte schneller mich zum Heil Lob- und Danklieder. 371 der Leidenspfad, oft reifte spä- dir Gesundheit verliehen, dich ter mir das Glück aus Thrä- freundlich geleitet. In wie viel nenfaat. Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 5. Mich lehrt dein theures Wort dich, wie du bist, erkennen; dich nicht bloß meinen Herrn, nein, dich auch Vater nennen. Ich sche mein Geschick als Himmelsbürger ein, und weiß: ich bin nicht hier, um ewig hier zu seyn. 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar geſegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet! 5. Lobe den Herren und 6. So hoch hast du die Welt, preise des Ewigen Namen! Also hoch auch mich geliebet, daß les, was Odem hat, preise des deine Gnade mir in Christo Al- Heiligen Namen! Er ist dein les giebet. Sein Kreuz bringt Licht! Seele, vergiß es ja nicht, Segen mir, sein ganz Ver- lob' ihn in Ewigkeit. Amen. dienst ist mein; ich bin im Leben jetzt und einst im Tode dein. Mel. Nun lob' mein' 2c. 7. Bald ist die kurze Bahn 658. Man lobt dich in der Pilgerschaft zu Ende; als dann befehl' ich dir den Geist in deine Hände. Laß mit verklärtem Blick dein Angesicht mich sehn, und durch ein beff'res Lob dich ewig dort erhöhn. der Stille, du großer, hocherhab'ner Gott; des Rühmens ist die Fülle vor deinem Thron, Herr Zebaoth! Du bist doch Herr auf Erden, der Frommen Zuversicht, in Trübsal und Beschwerden läßt dur die Deinen nicht; d'rum soll dich stündlich ehren mein Mund vor Jedermann, und deinen Ruhm vermehren, so lang' ich lallen kann. In eig'ner Melodie. 657. Robe den Herren, den mächtigen König der Ehren! lob' ihn, o Seele, vereint mit den himmlischen Chören! Kommet zu Hauf! Psalter und Harfe wach' auf! Las set den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der Alles so herrlich regieret, der, wie auf Flügeln des Adlers, dich ficher geführet, der dir gewährt, was dich erfreuet und nährt, dank' es ihm, innigst gerühret. 2. Es müsse dein sich freuen, wer deine Macht und Gnade fennt, und stets dein Lob erneuen, wer dich in Christo Vater nennt. Dein Name sey gepriesen, der große Wunder thut; du hast auch mir erwiesen, was mir ist nüß und gut. Nun, das ist meine Freude, zu hangen fest an dir, daß mich und dich nichts scheide, so lang' ich A a 2 3. Lobe den Herren, der künstlich und sein dich bereitet, der walle hier. 372 Lob- und Danklieder. 3. Herr, du hast deinen Na-| Ruhm der Engel Heer im Himmen sehr herrlich in der Welt mel stets erhebt. gemacht, und eh' wir flehend 2. Ermuntert euer Herz und kamen, hast du schon längst singt Gott, unserm höchsten an uns gedacht. Du hast mir Gut, der Wunder überall vollGnad' erzeiget; Herr, wie ver- bringt und große Dinge thut. gelt' ich's dir? Ach bleibe mir geneiget, dein Segen ruh' auf mir; den Kelch des Heils erheben will ich dann allezeit, dich preisen hier im Leben, und dort in Ewigkeit. 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält, und wo kein Mensch uns helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich oft betrübt, doch gnädig unser denkt, die Straf' erläßt, die Schuld vergiebt und uns viel In eigner Melodie. 659. Nun banket Alle Gutes schenkt. Gott mit Her 5. Er geb' uns auch ein fröhlich zen, Mund und Händen, der Herz, erfrische Geist und Sinn, große Dinge thut an uns und und werfe Sorge, Furcht und aller Enden; der uns von Mut- Schmerz in's Meeres Tiefe hin. terleib' und Kindesbeinen an 6. Er laffe seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in jedem Stand. bis diesen Augenblick unzählig Gut's gethan. 2. Der ewigreiche Gott woll' uns bei unserm Leben ein im mer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in sei ner Gnad' erhalten fort und fort und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr' und Preis fey Gott, dem Vater und dem Sohne und auch dem heil'gen Ruh. 7. So lang' er uns allhier erhält, sey er stets unser Heil; und wenn wir scheiden aus der Welt, so bleib' er unser Theil. 660. Nu Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. un danket All' und bringet Chr', die ihr auf Erden lebt, dem, dessen 8. Er drück' uns, wenn das Herze bricht, die Augen gnädig uns dann sein Angesicht dort in der ew'gen Geist im hohen Himmelsthrone, dem dreieinigen Gott, als der im war und In eigner Melodie. bleiben wird jegund und im- 661. Nun lob den Herr merdar. Seele! was in dir ist, den Namen sein! vergiß nicht und erzähle, was er gethan, dich zu erfreun! Er hat die Schuld vergeben, denn seine Gnad' ist groß, er schüßt dein armes Leben, nimmt dich in I 373 Lob und Danflieder. In eig'ner Melodie. seinen Schooß; er tröstet und erquicket, verjünget deine Kraft, und was sein Rath dir schicket, 662. daß ich tausend hat immer Heil geschafft.deinen tausendfachen Mund, mit 2. Er hat uns wissen lassen allen Wesen um die Wette lobt sein heilig Recht und sein Ge- ich dann Gott aus Herzensricht; Erbarmung ohne Maßen grund. Denn was der Herr folgt dem, der nicht sein Bünd- an mir gethan, ist mehr, als ich niß bricht. Den Zorn läßt er erzählen kann. bald schwinden, straft nicht nach unsrer Schuld, er läßt uns Gnade finden und trägt uns mit Geduld. Nun dürfen wir nicht sorgen, fern läßt er von uns seyn, wie Abend von dem Morgen, die Sünd' und ihre Pein. 4. Nur Gottes Gnad' al leine steht fest und währt in Ewigkeit; fie bleibt in der Gemeine, die seinem Dienst sich gläubig weiht. Wenn seinen Bund wir halten, bleibt er uns treu gesinnt, es reicht sein gnädig Walten auf Kind und Kindesfind: d'rum laßt uns ihn verehren, den heil'gen Engeln gleich, die feinen Ruhm vermehren in seinem Himmel reich). alised 2. O, daß doch meine Stimm' erschallte bis dahin, wo die Sonne steht! o daß mein Blut mit Freuden wallte, so lang' es durch die Adern geht! O wäre jeder Puls ein Dank und jeder dem ein Gefang! 3. Wer überströmet mich mit 3. Wie Väter sich erbarmen, Segen? Bist du es nicht, o wenn ihre Kinder hülflos schrein; reicher Gott? Wer schüßzet mich so hilft der Herr uns Armen, auf meinen Wegen? Du, mächwenn wir ihn fürchten findlich tiger Herr Zebaoth! Du leirein. Er fennet unsre Schwäche, test mich nach deinem Rath, er weiß, wir sind nur Staub, der nur mein Heil beschlossen wie Gras auf dürrer Fläche, hat. und wie ein fallend Laub; so- 4. D'rum schweiget nicht, ihr bald der Wind nur wehet, sind meine Kräfte; auf, auf, braucht sie nicht länger da: also der allen euren Fleiß! und euer Mensch vergehet, ihm ist sein freudigstes Geschäfte sey meines Ende nah'. Gottes Ruhm und Preis. Auf, meine Seel', ermuntre dich, und lobe Gott herzinniglich. 5. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr zarten Blumen auf den Feldern, verherrlicht Gott durch eure Zier! Für ihn müßt ihr belebet seyn; auf, stimmet lieblich mit mir ein! 6. Ach, Alles, Alles, was nur Leben und Lebens- Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehül 374 Lob- und Danklieder. fen geben, den Herrn zu prei-| Mel. Triumph, Triumph! es 2c. sen früh und spat. Nie kann reis dir, du aller ich würdig gnug erhöhn die 663. Wunder, welche um mich stehn. loben wir, Herr Zebaoth. Heer7. Lob sey dir, Herr, mein schaaren singen deinen Ruhm Gott und Vater, für Leib und in deines Himmels Heiligthum. Seel', für Hab' und Gut. Lob O nimm voll Huld das Opfer fey dir, mildester Berather, daß an, das unser Stammeln brindu mich nimmst in deine Hut. gen kann. Auch in der größesten Gefahr ward ich dein Aufsehn stets gewahr. 2. Du thronst im Glanz des ew'gen Lichts, wir sehn und fühlen unser Nichts. Und doch in Christo, deinem Sohn, nahn wir uns findlich deinem Thron. Dir nahn wir uns und zittern nicht, denn Liebe strahlt dein Von Angesicht. 8. Mein treuster Heiland, sey gepriesen, daß du durch deinen Todesschmerz mir dein Erbar men haft bewiesen, geheilet mein verwundet Herz. Sünden hast du mich befreit, mich dir zum Eigenthum geweiht. 2 3. Nein, deine Huld, o Vater, preist nie würdig ein erschaffner Geist; die Huld, der 9. Auch dir sey ewig Ruhm unser lallend Flehn gefällt, wie und Ehre, d heilig werther himmlisch Lobgetön', die uns Gottes Geist, für deine süße durch Glück und Trübsal übt, Himmelslehre, die mir den und immer Heil und Segen Weg zum Leben weist. Was Gutes soll durch mich gedeihn, das wirkt dein göttlich Licht allein. = giebt. 10. Ich will von Gottes Güte singen, so lange sich die Zunge regt. Ich will ihm Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt. Ja, wenn der Mund wird kraftlos seyn, so stimm' ich noch mit Seuf zern ein. 11. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin. Im Himmel soll's vollkommner werden, wenn ich den Engeln ähnlich bin. Dann fing' ich dir im höhern Chor viel tausend Hallelujah vor. 4. Ja, Gutes und Barmherzigkeit umfing all' uns're Lebenszeit, selbst in dem tief empfund'nen Schmerz lag Segenskraft für unser Herz. Und nie wird deine Liebe ruhn, uns, deinen Kindern, wohlzuthun. 5. Auf dich allein vertrauen wir, denn lauter Gnade quillt aus dir. Wir werfen alle Sorg' auf dich, du sorgest für uns väterlich; dein Vaterblick macht froh und leicht, wenn Leid das Herz darniederbeugt. 6. Du führest uns an treuer Hand durch's dunkle Thal zum Vaterland. Und dort, o dort bereitest du uns schon die Frie Lob und Danklieder. 375 densstätte zu. Bald stehn auch| les, Alles wohl bedacht; gebt wir dort schön geschmückt und ganz durch Himmelsluft erquickt. 7. Mach' uns des Lebens Bilgerzeit zum Rüfttag jener Seligkeit. Laß uns, bis wir dein Antlig schaun, mit festem Muth auf dich vertraun, und wird die Leibeshütte schwach, der Geist sey willig, klar und wach. 8. Stets brünft'ger sey die Dankbarkeit, die unser Herz dir, Vater, weiht; fest sey der Schritt auf rechtem Pfad; ein Hallelujah jede That, ein jeder Seuf zer ein Gebet, bis dort dich unser Lob erhöht. unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott erschaffen at, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In sei nem ganzen Königreich herrscht Weisheit, Lieb' und Macht zugleich; gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: ach Herr! vernimm mein Schreien! da half mein Retter mir vom Tod', ließ Troft mir angedeihen. D'rum dank' ich, Gott, d'rum dant' ich mit mir; gebt unserm Gott die dir, ach danket, danket Gott Ehre! 9. Vermehre deines Namens 5. Sein Volk verläßt der Ruhm, die Welt sey ganz dein Höchste nicht, ist nie von ihm Heiligthum; mit uns gieb allen geschieden; er ist der Frommen Menschen Theil an deines Rei- Zuversicht, ihr Segen, Heil und an ches ew'gem Heil. Dein Herz Frieden; mit Mutterhänden leithut diesem Flehn sich auf; ia tet er die Seinen liebreich hin Bater, du sprichst Amen d'rauf. und her; gebt unserm Gott die Ehre! Mel. Es ist das Heil 2c. 6. 664. ey Lob und Ehr dem höchsten Gut, aus freudigem Gemüthe, Wenn Menschenhülfe nichts mehr fann, wenn Rath und Trost verschwinden, nimmt Gott sich unser gnädig an, läßt dem Gott, der alle Wunder seine Hülf uns finden; er neigt thut, dem Vater aller Güte. Er ist's, der allen Jammer stillt, und uns mit reichem Trost erfüllt; gebt unserm Gott die Shre! sich väterlich dem zu, der nirgend anders findet Ruh; gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all' mein Lebelang, o Gott, mit Freuden 2. Es danken dir des Him- ehren; man soll, Herr, meinen mels Heer', o Herrscher aller Lobgefang an allen Orten höThronen, die Heere, die in ren. Mein Geist und Leib erLuft und Meer und auf dem munt're sich, mein ganzes Herz Erdkreis wohnen; sie preisen erhebe dich; gebt unserm Gott deine Schöpfersmacht, die Al- die Ehre! 376 Lob und Danklieder. 8. Jhr, die ihr Christi Na-| seine Zeit, Gottes Lieb' in men nennt, gebt unserm Gott Ewigkeit. die Ehre; ihr, die ihr Gott als Vater fennt, gebt unserm Gott die Ehre. Verstumme nun der Frevler Spott, der Herr ist Gott, der Herr ist Gott; gebt unserm Gott die Ehre! 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer, meiner Seele Trost und Hort; daß er mein Gemüth erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Nacht durchbricht und mein banges Herz macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. In eig'ner Melodie. 665. Sollte ich meinem Gott nicht fingen, sollt' ich ihm nicht dankbar feyn? Seh' ich doch in allen Dingen seiner Liebe Gnaden schein. Ist's doch nichts, als 5. Himmel, Erd' und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wohin ich mein Auge Thier' und Kräuter lauter Lieben, was sein treues fehre, beut er dar, was mich) Herz bewegt, das ohn' Ende erhält. liebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. und Getreide in den Gründen, auf der Höh', in den Wäldern, in der See, geben Nahrung mir und Freude. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Ge fieder über seine Jungen streckt, so hat alle Tage wieder mich des Höchsten Arm bedeckt. Aus dem Nichts trat ich in's Leben auf des Vaters mächt'gen Ruf; und das Leben, das er schuf, hat auch stets sein Schutz um geben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigfeit. 6. Wenn ich schlafe, wacht seinSorgen und ermuntert mein Gemüth, daß ich jeden lieben Morgen schaue neue Lieb' und Güt. Wäre nicht mein Gott gewesen, er, der Seinen Zuver sicht, o fürwahr, ich wäre nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 3. Seinen Sohn, den Ein- 7. Wie ein Vater seinem gebornen, giebt er aus Erbar- Kinde niemals ganz sein Herz men hin für mich Armen und entzeucht, wenn es gleich, verVerlornen zu des ewgen Heils führt zur Sünde, aus dem Gewinn. du Gnade sonder rechten Pfade weicht, also trägt Schranken, unergründlich tiefes Gott mein Vergehen, straft Meer, dich umfassen nim- gelinde meine Schuld, und mermehr unfre menschlichen läßt dann voll Gnad' und Huld Gedanken! Alles Ding währt mich sein Antlig wieder sehen. Lob- und Danklieder. 377 Alles Ding währt seine Zeit,| mischt er seiner Stimme Klang Gottes Lieb' in Ewigkeit. in der Engel Lobgesang. 8. Sind gleich bitter mir die 2. Alle Millionen Werke, Schläge von des Höchsten mächt'- die dein Allmachtswort erschuf, ger Hand, dennoch), wenn ich's preisen deine Huld und Stärke recht erwäge, sind sie nur ein jauchzend mit vereintem Ruf! Liebespfand, Zeichen, daß er Und wir sollten fühllos schweimein gedenke und mich von gen? Uns schufst du dir ja zu der schnöden Welt, die uns eigen, hauchtest uns, dein Bild hart gefangen hält, durch die zu seyn, deines Geistes Odem Trübsal zu ihm lenke. Alles ein. Ding währt seine Zeit, Gottes 3. Ja, wir wollen stets dich Lieb in Ewigkeit. loben. Herr, was ist des Men9. Dies will ich zu Herzen schen Kind! Du hast uns so faffen, dieser Trost bleibt fest hoch erhoben, daß uns Engel mir stehn; Gott schickt alles Brüder sind. Dich kann JeKreuz mit Maßen, Christen- der fühlen, sehen, aus den WerTrübsal muß vergehn. Wenn fen dich verstehen, deiner Größe der Winter ausgeschneiet, tritt sich erfreun, und dir Lieb' um der schöne Sommer ein: also Liebe weihn. am pus& Bou wird auch nach der Pein, wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 4. Durch dich herrscht der Mensch auf Erden über alle Crea-, tur, folgsam dienen ihm die Heerden, zinsbar ist ihm Wald und Flur; auch des wilden Meeres Schlünde, auch des Berges tiefe Gründe öffnen sich vor seiner Hand, machen ihm dein Lob bekannt. 10. Weil denn ohne Ziel und Ende deiner Liebe Gaben sind, o so heb' ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, woll'st mir Gnade geben, dir aus aller meiner Macht an- 5. Gott der Huld, aus deiner zuhangen Tag und Nacht, hier Fülle sammeln wir von Jahr zu in meinem ganzen Leben, bis Jahr; du versorgst mit Brod ich dich nach dieser Zeit lieb' und Hülle deiner Menschenkinund lob' in Ewigkeit. der Schaar; spendest tauſend gute Gaben, Leib und Seel' und Geist zu laben. Deine gig Mel. Alle Menschen müssen 2c. 666. Tief gebeugt vor dir Hand verläßt uns nicht: du bleibst unsre Zuversicht. im Staube beten wir, o Herr, dich an, aber kindlich wagt der Glaube dir, o Vater, sich zu nahn. Wo des Himmels Chöre singen, und der Andacht Opfer bringen, deinen Bund: laß die Meere 6. Und mit welchem Schaß von Gnaden thatst du dich den Menschen kund, da du riefft, sie einzuladen an dein Herz in 378 Lob- und Danklieder. wüthend wallen, Berge wei-| kaum zu fassen deine Langchen, Hügel fallen; deine Gna- muth und Geduld; unermüdet de weicht uns nicht, du bleibst hat mich Armen stets getragen unsre Zuversicht. dein Erbarmen. Tausend 2c. 7. 3war, so wie die Blüth' 4. Du, Herr, bist mir nacham Strauche, welkt das Fleisch, gegangen, als, verführt von und sinkt in's Grab, doch der Fleisch und Blut, ich mein eiGeist aus Gottes Hauche sinkt niges Verlangen richtete auf nicht mit zur Gruft hinab. irdisch Gut; durch dich lernt Eilt, ihr Jahre, eilt, ihr Zeiten, fließt in's Meer der Ewigkeiten, lebend steigt der Geist empor in der ew'gen Geister Chor. ich darauf achten, wonach Chriften sollen trachten. Tausend 2c. 8. Uns soll dieses Erdenle ben Schule für den Himmel 5. Du, Herr, hast mich Seelennoth, denn Vergebung lassen finden Rettung aus der meiner Sünden schafft mir seyn. Preis dir, der den Sohn Christi Kreuzestod; Kraft zur gegeben, und dem Himmelreich Bess'rung, Heil und Leben haft zu weihn! Täglich wollen wir du mir durch ihn gegeben. auf's Neue ihm beweisen Lieb' Tausend 2c. und Treue, und hinauf an seiner Hand wallen in das Vaterland. Mel. Jesu, meines Lebens zc. 667. Momit soll ich dich wohl loben, den kein Engel würdig preift? Sen de mir, o Herr, von oben Kraft dazu durch deinen Geist, sonst fann nie mein Lob erreichen deiner Huld und Liebe Zeichen. Tausend, tausend Mal sey dir, Gott der Gnaden, Dank dafür. 2. Herr, entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht und den Reichthum deiner Güte froh erhebe Tag und Nacht, weil dein väterli ches Sorgen sich erneut mit jedem Morgen. Tausend 2c. 6. Ja, Herr, lauter Gnad' und Wahrheit ist vor deinem Angesicht; täglich tritt in neuer Klarheit deine Vatertreu' an's Licht, und in allen deinen Werken kann man ihre Spuren merken. Tausend 2c. 7. Bald mit Lieben, bald mit Leiden, kommst du, Herr, mein Gott, zu mir, daß in Schmerzen und in Freuden sich mein Herz ergebe dir, und daß gänzlich mein Verlangen möcht' an deinem Willen hangen. Tausend 2c. 8. Wie ein Vater nimmt und giebet, je nachdem es Kindern frommt, so hast du auch mich geliebet, Segen ist, was von dir kommt. Selbst die Noth, 3. Denk' ich, wie ich dich die du gesendet, hast du stets verlassen, und gehäufet Schuld zum Heil gewendet. Tauauf Schuld, so vermag ich send zc. iconants Lob- und Danklieder. 379 9. Tausendmal will ich dich lasset euer Loblied hören! Preiſe loben, will dir singen Preis deinen Schöpfer, Sonne, deren und Dank für die Gnade, Strahlen dieses große Rund die von oben hat geleitet mei bemalen. Mond und Stern', nen Gang. Du, Herr, wollst ehrt den Herrn, ihr, der Allmich ferner leiten, und zum Him- macht Werke, rühmet seine mel mich bereiten. Ewig, ewig bring' ich dir Preis und Lob und Dank dafür. Stärke. 3. O du, meine Seele, singe fröhlich, singe ihm, dem Schöpfer aller Dinge! Was da Odem holet, falle vor ihm nieder, bringe Dank- und FreuIn eigner Melodie. 668. Wunderbarer er denlieder! Er ist Gott Zebaoth, König, Herrscher Alles ihn uns Allen! Laß dir unser Lob gefallen. Deine Gnadenströme läßt du auf uns fließen, ob wir schon dich oft verließen. Demuthsvoll, freudig foll unsre Stimm' erklingen, unser Herz dir singen. ewig droben. 4. Hallelujah singe, wer den Herrn erkennet, und in Christo Bater nennet! Hallelujah singe, welcher Christum liebet, ihm von Herzen sich ergiebet! Welches Heil ist dein Theil! Einst 2. Jauchzet laut, ihr Him wirst du dort oben ohne Sünd' mel, unserm Gott zu Ehren, ihn loben. XXIII. Liebe zu dem Nächsten. gen; dir foigten Lieb' und er du die Liebe Freundlichkeit auf allen deinen 669. D Der selber bist, und Wegen. Dein warnend Wort, gern die Menschen segnest, dein weiser Rath, dein milder ja dem auch, der dein Feind Trost und jede That war göttnoch ist, mit Gnad' und Huld begegnest: o bilde meinen Sinn nach dir, und laß mich doch, mein Heiland, hier in deinen Wegen wandeln; die können keine Christen seyn, die sich nicht And'rer Wohlfahrt freun, nicht menschenfreundlich handeln. liches Erbarmen. Du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Verderben zu befrein, und starbst zum Heil uns Armen. 3. Auch jetzt noch auf der Himmel Thron, bist du das Heil der Sünder; auch da bleibst du, o Gottes Sohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst Mel. An Wasserflüffen sc. 2. Dein ganzes Leben in der den Deinen wahre Ruh', und Zeit war für die Menschen Se die Verirrten suchest du auf rech 380 Liebe zu dem Nächsten. ten Weg zu leiten; du hörst höhet, ja deiner Mörderschaar der Seufzenden Gebet, und noch Gnad' erflehet. brauchest deine Majestät nur 3. Vergebung lehrst du mich Segen auszubreiten. lad durch dein Vergeben, Herr, dir 4. O laß in meiner Pilzum Ruhm will ich der Sanftgrimschaft mich auf dein Vor- muth leben. Gieb, daß nie bild sehen. Erfülle mich mit Haß und Groll mein Herz be= Lust und Kraft, dem Nächsten schwere, und daß ich liebevoll beizuſtehen, betrübter Herzen dein Vorbild ehre. Trost zu seyn, mich mit den 4. So darf ich deiner Huld Fröhlichen zu freun, mit Wei- mich furchtlos nahen und auch nenden zu klagen, und dem, der für meine Schuld Erlaß emmir sein Herz vertraut, die pfahen. Um Unrecht will ich Lieb', auf die er freundlich baut, mir das Herz nicht quälen, nicht treulos zu versagen. und meine Sache dir getrost empfehlen. 5. Laß mich mit brüderlicher Huld des Nächsten Fehler dekfen; mit Sanftmuth, Mitleid und Geduld zur Beff'rung ihn erwecken; und fündigt er auch oft an mir, so laß mich, gleich gesinnet dir, von Herzen ihm vergeben; dann wirst du mich, Herr Jesu Christ, der du die Liebe selber bist, zu deinem Reich erheben. 5. Hilf mir im Glauben stehn, hilf, daß ich wache, der Sünde zu entgehn, der eignen Rache. Schleuß mich mit Freund und Feind in dein Erbarmen, daß einst vor dir vereint sich All' umarmen. Mel. Nun ruhet in den ic. 671.D, aller Menſchen Mel. Es traure, wer da will c. Vater, du, Helfer und Berather, in Allem, was 670. Die Rach, o Herr, uns drückt! Die Güter, die wir ist dein, du willst haben, sind deiner Milde Gavergelten; d'rum will ich stille ben; von dir kommt, was das seyn, nicht schmähn noch- schel- Herz erquickt. ten. Ach, Schmach und Unrecht drückt; doch wohl den Herzen, die, mit Geduld geschmückt, den Druck verschmer2. Du segnest deine Kinder und trägest auch die Sünder mit Langmuth und Geduld. Zu ew'gen Seligkeiten willst du uns Alle leiten; wie groß, o Herr, ist deine Huld! zen. 2. Mein Heiland, ach wie viel hast du ertragen! mit 3. Voll Freundlichkeit und Sanftmuth ohne Ziel, mit Milde sey auch nach deinem Schmach und Plagen, hast dir Bilde mein dir geweihtes Herz, zum Sühnaltar dein Kreuz er- daß ich der Noth der Armen mich Liebe zu dem Nächsten. 381 liebreich mög' erbarmen und der Wohlthat an; nein, was willig lindern ihren Schmerz. ich Brüdern thu', das sey dir, Gott, gethan. 4. Hilf, daß ich freudig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, so wie mein Heiland that, der Leid und Kummer stillte und jedes Flehn erfüllte, wenn ihn ein Armer gläubig bat. 4. Ein Trunf, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Trost, mit dem mein Blick den Schwerbedrängten segnet; ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer Andre stärkt; nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Zum Fleiß in guten Wer ken soll mich der Glaube stärken, daß Wohlthun dir gefällt. Wer seine Brüder liebet und ihnen freudig giebet, der fäet für die fünft'ge Welt. 5. Sucht wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam seyn, der BrüAus der Zwist zu schlichten. Schmähsucht fränke nie mein Mund des Nächsten Ruh, er rühme sein Verdienst, deck' seine Fehler zu. 6. Die Nach' ist dein, o Gott, du sprichst: ich will vergelten! d'rum laß mich stille Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 672. Sieb mir, o Gott, seyn, wenn Menschen auf mich dem 6. O möcht' ich reichlich säen! Nie wird die Saat vergehen, die ich hier ausgestreut; denn einst vor Gottes Throne find' ich zum Gnadenlohne die Freuden einer Ewigkeit. den Menschen liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet, ein Herz, das Eigen nuß und Neid und Härte flicht, und sich um And'rer Glück, wie um sein eignes, müht. verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den fegne, der mir flucht. 7. Den, der im Glauben wanft, im Glauben zu bestärfen; zu warnen, die auf dich 2. Seh' ich den Dürftigen, und dein Gebot nicht merken; die so laß mich willig eilen, von Sünder von der Bahn des Ladem, was du mir gabst, ihm sters abzuzichn, dazu verleih liebreich mitzutheilen; nicht aus mir Kraft und segne mein Bedem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu seyn und mich verehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreu'n. mühn. 8. D heilige du selbst, Herr, meiner Seelen, Triebe, durch deine Lieb' und Furcht zu wah.. 3. Das sey mein Gottesdienst, rer Menschenliebe. Wer nicht mit Hülf' und Rath zu dienen, den Nächsten liebt, geht nicht den Brüdern beizustehn, auch zum Himmel ein! Laß diese unbemerkt von ihnen. Mich Wahrheit, Gott, mir stets vor treibe nicht erst Dank zu mil- Augen seyn. 382 Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 8. Erwecke dann, o Herr, 673. H err, mein Versöhner, in meinem Herzen auf's Neue der du für mich das Gedächtniß deiner Schmerlittest, und noch zur Rechten Gotzen; was hast du nicht in deites für mich bittest, erweck' in nen Leidensstunden für mich mir, du Vorbild wahrer Liebe, empfunden! der Sanftmuth Triebe. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Wann schaltst du wieder, da man dich gescholten? Du seznetest mit Wohlthun nicht bloß Freunde, auch deine Feinde. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, den, der mir flucht, wie du, voll Großmuth segnen. Herr, mache gegen Alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von wilder Rachbegierde brennen? Ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 10. Will je zur Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein zeitlich Glück verlieren, o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf's Ew'ge sehen. 4. Wie kann ich ,, Vater" zu dem Höchsten sagen und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 11. Du liebst den, der die Hand zum Frieden reichet, der nie von deinem heil'gen Pfade weichet: o laß durch Sanftmuth mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. 5. Wer nicht vergiebt, der Mel. O du Liebe meiner ic. wird für ſeine Sünden auch nicht 674. H Her erz und Herz, vero Vergebung bei eint zusammen, den. Dein Jünger ist nur, wer suchet Ruh' in Gottes Herz, wie du vergiebet und Feinde liebet. lohnt mit reiner Liebe Flam men eures Heilands Lieb' und Schmerz! Er das Haupt, wir seine Glieder; er das Licht, wir dessen Schein; er der Meister, wir die Brüder; er ist unser, wir sind sein. Liebe zu dem Nächsten. 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß niemals die unsel'ge Lust der Rache mich strafbar mache. 2. Kommt, des Gottesreiches 7. Wenn meine Brüder sich Kinder, und befestigt euern an mir vergehen, so lehre mich, Bund; schwöret Treu' dem Uleihr Unrecht übersehen; laß berwinder allesammt aus Her mich, wenn sie mich auch em- zensgrund! Und wenn noch dem pfindlich fränken, an dich ge- Kreis der Liebe Festigkeit und denken.. Stärke fehlt, fleht, bis durch Liebe zu dem Nächsten. 383 des Geistes Triebe er des Bun- ich den Nächsten liebe, so wie des Kette stählt. 3. Solche Liebe nur genüget, wie in seinem Herzen wohnt, die dem Kreuz sich willig füget, die auch nicht des Lebens schont. So wollt' er für Sünder sterben, und für Feinde floß sein Blut. Allen soll sein Tod erwerben ew'gen Lebens höchstes Gut. mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat, und macht, wenn Brüder leiden, die Hungrigen nicht liebreich satt, läßt Nackende nicht fleiden; der übertritt die erste Pflicht, er hat die Liebe Gottes nicht. 6. So wird dein Gebet erhöret, durch den Sohn sind Alle frei, und die Welt wird recht be lehret, wie dein Reich so selig sey. Preis dem Vater aller Geister, der in dir erschienen ist, und dir, unserm Herrn und Meister, der du Alle zu dir ziehst. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schutz den Nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichfeit ihm nüßet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, der liebt vereine 4. Darum, treuster Freund, deine dir geweihte Schaar, daß sie's so von Herzen meine, wie's dein letzter Wille war. Jeder reize stets den An- auch seinen Nächsten nicht. dern, helfe gern mit Rath und 4. Wer kräftig zwar die NieThat, dir, o Heiland, nachzuwandern schirmt, doch sie mit Härte dern auf der Liebe sel'gem Pfad. quälet, wer ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet; wie bleibt bei solchem Ungestüm die Liebe Gottes wohl in ihm? 5. Du, der seiner Schaar geboten, daß sie Liebe üben soll, mehre sie, weck' auf die Todten, mach' die Trägen geistesvoll! 5. Wir haben Einen Gott Laß uns so vereinigt werden, und Herrn, sind Eines Leibes wie du mit dem Vater bist, so Glieder; d'rum diene deinem daß auf der ganzen Erden kein nächsten gern, denn wir sind getrenntes Glied mehr ist. Alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 6. Ein Heil ist unser Aller Gut, wie sollt' ich Brüder has sen, die Gott durch seines Sohnes Blut, wie mich, erkaufen las sen? Daß er mich hat mit sich verfühnt, hab' ich dies mehr, als ste verdient? Mel. Mach's mit mir Gott 2c. 675. ( o Jemand spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Jesu Lehre Spott und tritt fie frech darnieder. Gott ist die Lieb' und will, daß ben, den du liebst? 7. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, Herr von meinen Tagen; ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lie 384 Liebe zu dem Nächsten. 8. Was ich den Frommen zu versehen durch des Glaubens hier gethan, den Kleinsten auch starke Kraft, die der Wunder von diesen, das siehet mein Er- Fülle schafft: Alles ist für nichts löser an, als hätt' ich's ihm er zu schäßen, wenn darin der Lie wiesen. Wie könnt' ich Jesu be Geist sich nicht kräftig auch Jünger seyn und ihn in Brü- beweist. ht bun sid dern nicht erfreu'n? si sl 9. Ein unerbittliches Gericht wird über den ergehen, der, un treu seiner Christenpflicht, nicht rettet, die ihn flehen. D'rum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. 4. Gäb' ich alle meine Habe auch den Armen freudig hin; opfert' ich mich selbst dem Grabe, meinem Nächsten zum Gewinn; ließ ich meinen Leib gleich brennen und ertrüge jeden Schmerz: ist von Liebe leer mein Herz, würd' es mir nichts nüßen können. Nur der Liebe reine That ist der wahren Freuden Saat. Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 676. 11 Inter allen großen Gütern, die uns Christus zugetheilt, ist die Lieb' in den Gemüthern Himmelsbal sam, der sie heilt; ist ein Stern, der herrlich strahlet, und ein Kleinod, dessen Preis Niemand auszusprechen weiß, weil kein und Hoffnung glänzen. Sie Gold es je bezahlet; ist die schafft Heil und Segen hier, fie Macht, die Jedermann zwingen befeligt für und für. und erfreuen kann. 6. O du Geist der reinen 2. Liebe fann uns Alles ge- Liebe, Segensquell in Freud' ben, was auf ewig nügt und und Schmerz! laß mich spüren ziert; sie kann unsre Seel' erhe- deine Triebe, komm' und senk' ben, sie ist's, die uns aufwärts dich in mein Herz; laß mich kräf führt. Menschen oder Engel- tig widerstreben Allem, was nicht zungen, welche Kraft sie auch gut es meint mit dem Freunde, beseelt, wenn dabei die Liebe mit dem Feind, und mich reizt, fehlt, sind noch nie in's Herz nur mir zu leben. Geist der Lie gedrungen: nur ein Erz- und be, lenke hin zu der Liebe meis Schellenklang ist ihr flüchtiger nen Sinn. Gefang. donke big 3. Was ich von der Weisheit höre, die in alle Tiefen 67. Verleih mir, Jefu, von geheimnisvoller deinen dem Lehre, die sich auf zum Höch- Feinde zu vergeben; laß mich, sten schwingt; selbst die Berge der ich dein Jünger bin, nach 5. Glaube, Hoffnung, Liebe leiten uns nicht nur im Pilgerstand; ihre Kraft wird uns begleiten in das wahre Vaterland. Ja, es strecken ihre Grenzen sich bis in die Ewigkeit, und doch wird die Liebe weit über Glaub thlig duom. Mel. Aus tiefer Noth schrei 2c. Seligkeit der Christen in diesem Leben. 385 Fried' und Eintracht streben.| sey mein Herz bereit, in wahWie könnt' ich hegen bittern rer Lieb' und Einigkeit den Zorn, da aus der Gnade süßem Nächsten zu umfassen. Born nur Heil mir quillt und Leben. 4. In Einem Herrn ließ Got tes Rath uns Heil und Gnade finden; Ein gnadenreiches Wasserbad macht rein uns von den Sünden; Ein Abendmahl uns Alle speist: wie sollte nicht Ein Herz und Geist uns allesammt verbinden? 2. Ein Vater hat uns auserwählt zu seines Hauses Kindern; Ein Heiland brachte, was uns fehlt, Versöhnung allen Sündern; Ein Geist uns alle sammt regiert, und zu des Himmels Erbe führt, wenn wir ihn nur nicht hindern. 5. Nimm hin, o Bruder, meine Hand, reich' deine mir zum Frieden. Aus unserm Her3. Wie dürft' ich wegen klei- zen sey verbannt, was uns bisner Schuld den schwachen Bru- her geschieden. Den Seligen im der hassen, da Gottes Lang- Himmelreich sind wir durch muth und Geduld mir große wahre Liebe gleich und selig Schuld erlassen? Nein, immer schon hienieden. XXIV. Seligkeit der Christen in dieſem Leben. Mel. Lobe den Herren, den 20. Sturme verwehen. Wohl ihm, 678. Alles ist Guer, er faßt statt der vergänglichen o Last Güter, die nimmer vergehen! Worte des ewi gen Lebens! Fühle sie, gläubige Seele, voll heiligen Bebens! Alles ist Dein! Srdischen Menschen allein tönen die Worte vergebens. Sotte 2. Göttliche Würde, ent zückende Hoheit des Christen! Wallt er gleich dürftig und einsam in traurigen Wüsten, findet er gleich Thoren, geachtet und reich, nie kann nach Eitlem ihn lüften. ret im irdischen Leben, Alles, 4. Alles, was Freude gewähwovor noch die Kinder der Welt hier erbeben, Leben und Tod ist euch auf Gottes Gebot un ter die Füße gegeben. 5. Alles ist Euer, ihr Christen! Vom Himmel hernieder schauet der Mittler auf seine ihm ähnlichen Glieder. Höret, 3. Immer das Auge gerich- er spricht: Fürchte, du Häuftet nach heiligen Höhen, sieht lein, dich nicht, Alles ist Euer ,. er die Güter der Thoren im ihr Brüder! Bb 386 Seligkeit der Chriften in diesem Leben. 6. Send ihr auch elend, ver-| ftehn, der meiner Seele Flehn, laffen, verfolgt und gefangen, selbst mein Verstummen hörte. fließen euch Zähren des Grams 4. Wohl mir, wenn meine von erbleichenden Wangen: dro- Seele fleht, erhoben aus dem ben im Licht, freut euch, da Staube, und wenn durch brünfließen sie nicht! Dort ist das Alte vergangen! 7. Die ihr mit Chrifto einst herrschet, singt Lieder der Feier! Freut euch der Hoheit, die Chriftus errungen so theuer, die er erwarb, als er auf Golgatha starb. Amen, ja Alles ist euer! Mel. Ein' feste Burg 2c. 679. Auf ewig ist ber Herr mein Theil, mein Führer und mein Tröster! Er ist mein Gott, mein Licht, mein Heil, und ich bin sein Er löster! Ja, du verwirfst mich nicht, selbst dort im Gericht; mit jenes Lebens Ruh erquicst, beschattest du mich schon in die sem Leben! stiges Gebet sich stärkt mein schwacher Glaube: wie steig' ich dann empor zu der Sieger Chor! Ich ruhe ganz in dir, mein Geist ist nicht mehr hier, ich bin in Hoffnung selig! 5. Von deiner Gotteskraft bin ich, Unendlicher, umgeben. Du siehst mich, ich empfinde dich; schaun werd' ich dich und leben. Ja, hier und dort und da ist mein Gott mir nah! Gedanke meiner Ruh, wie reich an Heil bist du! Wie reich an wahrem Troste! 6. Ich lebe dir, ich sterbe dir doch nicht durch mein Vermö gen. Daß ich des Herrn bin, it in mir sein gnadenreicher Segen. Mein Gott ich lebe dir und ich sterbe dir! Ja, Vater, Vater, dein will ich auf ewig seyn und ewig dein mich freuen! 2. Wie oft ist schon von seiner Bein mein Herz durch dich genesen, fern von der Welt, mit dir allein, du Wesen aller Mel. Christus, der uns selig 2c. Wesen! Er, der die Welt erschuf durch der Allmacht Ruf 680. Deines Gottes freue dich, dank' ihm war mein getreuer Gott, half meine Seele! Sorget er nicht mir in meiner Noth, und gab väterlich, daß kein Gut dir mir seinen Frieden! fehle? Schüßt er dich nicht je derzeit, wenn Gefahren dräuen? Ist es dir nicht Seligkeit, seiner dich zu freuen? 3. Den Glauben hielt ich immer fest, den Gottes Wort mich lehret: daß er die Scinen nicht verläßt, ihr Leid in 2. Ja, mein Gott, ich hab' Freude tehret. Die Trübsal die an dir, was mein Herz begehser Zeit, allen Kampf und ret: einen Vater, welcher mir Streit konnt' ich durch ihn be- jedes Heil gewähret; der mich 389 Seligkeit der Christen in diesem Leben. 387 durch sein göttlich Wort hier hienieden, wenn oft es die Reu' zum Guten lenket und mit Himmelswonne dort meine Seele tränket. und die Sorge zerreißt? Du mußt nur an Chriftum den Fries defürst glauben, das giebt dir den Frieden, den Niemand kann rauben. 2. Hat er nicht bittere Leiden ertragen, die Menschen zu retten von ewiger Pein? Darum, o Seele, follft nimmer du jagen, du sollst dich des liebenden Baters erfreun. Denn Alles vergiebt er, durch Christum verfühnet, und macht, daß auch Leiden zum Besten dir dienet. 3. Nahm er dich aber zum frohen Genossen des Bundes, der stillet den inneren Streit: halte dein Herz denn der Sünde verschlossen, dem Herren zum Eigenthum sey es geweiht! Mit ihm sich recht innig in Liebe verbinden, heißt fester und fester den Frieden sich gründen. 4. Liebe und übe, was Jesus dich lehret, und was er gethan hat, daffelbige thu'. Hasse und lasse, was Jesus dir wehret, und was er gemieden, das meide auch du. Der Friede beglückt die sich Christo ergeben, die mit ihm in Unschuld und Heiligkeit leben! 5. Viele verführet ein irdisch Verlangen, sich Lust zu erjagen auf trüglicher Bahn; doch sie gewinnen nur Sorgen und Bangen und treffen den Frieden des Herzens nicht an; und einst, den ewigen Frieden zu den, erwartet nur Qual fie, die Strafe der Sünden. 6. Christus ruft immer: 0 B62 3. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen, alle meine Missethat hat er weggenommen. Gläubig gründ' ich mein Vertraun auf sein heilig Leiden, nichts fann, die auf Christum baun, jemals von dir scheiden. 4. Nun darf ich mit Zuversicht auf zum Himmel blicken; selbst der Leiden acht' ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, und ihr Trost erhebt mich weit über alle Schmerzen. 5. Nun kann ich, mein Herr und Gott, dich in Chrifto lie ben, treu und redlich dein Gebot und mit Freuden üben; seliger Empfindung voll ist mein ganz Gemüthe, und ich preise, wie ich soll, deine Huld und Güte. 6. Gieb mir nur, so lang' ich hier noch als Pilger walle, das Bewußtseyn, daß ich dir, Herr mein Gott, gefalle. Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler, Jesus Christ, mich zu seinen Freuden. In eigner Melodie. rieden, ach Frie681. dhen Frieden, vom Vater durch Christum im heiligen Geist; ach wie erlanget das Herz ihn 388 Seligkeit der Christen in diesem Leben. Zion, bedenke, was dienet zum Heil'gen allen, das gieb auch Frieden und wahrhaft dir nüßt. uns, die noch im Staube walGleichwie die Küchlein, daß len, die Hoffnung, daß dereinst Niemand sie fränke, der Flügel die ew'ge Krone dem Sieger lohne. der sorgenden Mutter beschützt, 6. Und wenn zuletzt wir mit so will ich, wenn Leiden und Ted dem Tode ringen, deck' uns dich bestürmen, mit göttlicher dein Engel, Herr, mit sanften Kraft dich erretten und schirmen. Schwingen, und trag' uns hin, 7. Christus, o Herr, der von allem Kampf geschieden, mit mächtigem Walten beru- zum ew'gen Frieden. higt den äußern und inneren Streit, hilf du uns selber das Bündniß zu halten, das Frieden und selige Ruhe verleiht! Ward dieses zum Ziel uns auf Erden beschieden, so führest du einst uns zum ewigen Frieden. Mel. Wie wohl ist mir, o 2c. 683. Sott, deine Gnad' ist unser Leben, ste schafft uns Heil und Seelenruh; du kannst allein die Schuld vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Also hast du die Welt geliebet, die durch die Mel. Herzliebster Jefu zc. 682. Sieb beinen Frieden Sünde dich betrübet, daß du uns, du Gott für sie giebst deinen Sohn. Du der Stärke! im Frieden nur gesandtest ihn, uns zu erretten, er deihen deine Werke; und daß wir auch im Kampfe nicht ermüden, stärk' uns dein Frieden. litt, damit wir Friede hätten, für uns den Tod, der Sünde Lohn. 2. Ich preise dankvoll deine Treue, die Niemand g'nug er heben kann! Nun nimmst du, Gott, des Sünders Reue in Christo voll Erbarmen an, nun darf er angstvoll nicht verzagen, er fann getroft und freudig sagen: was schadet mir? Gott ist für mich! Der an dem Kreuz für mich gelitten, wird auch für mich bei'm Vater bitten, und mein er i barmt der Vater sich. 2. Gieb Frieden, daß sich stets die Seel' erneue, auch schwer versucht nicht want' in ihrer Treue, noch je im Taumel hingerissen werde vom Geist der Erde. 3. Ist unser Leben nicht in dir verborgen, so ist's ein eitler Streit mit Noth und Sorgen; drum birg uns, Herr, in deines Friedens Schatten, wenn wir ermatten. 4. Schwül ist des Lebens Tag und ohn' Erquickung, sein Abend oft noch stürmisch, voll Bedrückung, und stets bedürfen wir auf rauhen Wegen des Friedens Segen. 5. Was du genährt in deinen 3. D Herr, wie selig ist die Seele, die sich in deiner Gnade freut. Ob auch der Erde Glück ihr fehle, schmeckt sie doch Himmelsseligkeit. Wer deinen Fries den, Gott, genießet, hat, was das Leben ihm versüßet, und Seligkeit der Christen in diesem Leben. 389 zu erben. reichen Trost in allem Leid.| ben das, was Jesus mir erwarb, Dein Friede stärkt zu frohem Muthe, giebt Hoffnung zu dem ew'gen Gute, und einst zum Sterben Freudigkeit. 6. O, so kann mich selbst der Tod nicht schrecken; Gott, du wirst ja meinen Leib erwek4. D Vater, laß auch mich fen. Mir darf nicht grauen, empfinden, wie köstlich dieser in die off'ne Gruft hinab zu Friede sey! Auch mich sprachst schauen. du von meinen Sünden und ihren Strafen völlig frei. Dies will ich fest im Glauben fassen, und mich auf deine Treu ver laffen, die bleibt, wenn Alles wanft und bricht. Ich weihe deinem Dienst mein Leben, lobfingend will ich dich erheben, Gott, ewig meine Zuversicht! Mel. O wie selig seyd ihr sc. 7. Freundlich sprichst du: gely' in deine Kammer! ruhe nun von allem deinem Jammer! mich sollst du sehen; auch dein Staub soll herrlich auferstehen. 8. Hör' ich einst des Richters Ruf erschallen: kommt! wie sollte mir der Muth entfallen? Zu seiner Rechten steh' ich dann mit seinen treuen Knechten. 684. ott, ich preise 9. Preis und Ehre will ich Hott, ich preise dich mit allen Frommen! gnädig hast du mich auch angenommen, haft mir vergeben, fröhlich kann ich meines Glaubens leben. dir dann bringen und des Mittlers hohen Ruhm besingen. Durch seine Wunden hab' ich Heil und Seligkeit gefunden. Mel. Nun freut euch, lieben zc. ottlob! ein Schritt meines 685. Go zur Ewigkeit ist Wie dürft' ich zagen? er erlöst mich von der Sünde Plagen. 3. Kinder dieser Welt, die Gott nicht lieben, müßten trostlos sich im Leid' betrüben. Mir werden Leiden durch des Glaus meiner Seele Leben. abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet; o Quell. daraus mein Leben fleußt, daraus sich alle Gnad' ergeußt zu bens Kraft zu sel'gen Freuden. 2. Ich zähle Stunden, Tag' 4. Noth und Trübsal können mir nicht schaden; du, mein Gott, gedenkst an mich in Gnaden; du willst mich üben, dich, wie Jesus liebte, treu zu lieben. und Jahr', und wird mir fast zu lange, bis ich verkläret, immerdar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. 5. Elend sind, die keine Hoffnung haben; aber ich erwarte ew'ge Gaben; ich hoff' im Ster2. Furcht und Angst mag sichre Sünder schrecken; mich wird 3. Doch sey dir ganz anheim. gestellt die Zeit, da ich soll schei 390 Seligkeit der Christen in diesem Leben. den; ich kämpfe hier, wenn meiner Seelen Weide, der Trost; dir's gefällt, den guten Kampf der allen Kummer ftillt. Ge mit Freuden; geduldig schreit' denk' ich sein, so hab' ich Muth, ich weiter fort, bis ich gelange auch wenn das Kreuz mir wehe an die Pfort' der Gottesstadt thut. dort oben. 3. Doch suchen Andre ihr Ergößen im leeren Tand der Ei telkeit, und freuen sich bei solso beut mir deine Hand ge- chen Schäßzen, die bald vergehn schwind, mich Schwachen zu im Lauf der Zeit. Mit diesen 4. Wenn auch die Hände lässig sind und meine Kniee beben, erheben; erfüll' mit deiner Kraft mein Herz, damit ich freudig himmelwärts ohn' Unterlaß mich) schwinge. Thoren mich zu freun, dies, Herr, laß ferne von mir seyn. 4. Die eitle Lust kann nur betrügen, auf Lachen stellt sich 5. Geh', Seele, frisch im Glau- Trauern ein; nur das wird imben d'ran, und sey nur uner- mer mich vergnügen, wobei ich schrocken; laß dich nicht von der deiner mich kann freun. Ist rechten Bahn die Lust der Welt dein Wort meine höchste Lust, ablocken. So dir der Lauf zu so dringt kein Schmerz in meine langsam däucht: der Geist kann, Brust. wie der Adler fleugt, voraus zum Himmel eilen. 5. An Jesum will ich stets gedenken, dann werd' ich alles Kummers frei; in ihn will ich mich ganz versenken, damit in mir sein Friede sey. Erschein' ich auch voll Traurigkeit, bin ich doch fröhlich allezeit. 6. So kann ich hier den Vorschmack haben von dem, was uns bereitet ist dort, wo der Reichthum deiner Gaben sich auf die Deinigen ergießt; zum Himmel führest du ſie ein, da wird der Freuden Fülle seyn. 6. Mein Geist und Sinn, Herr Jesu Christ, ist schon bei dir dert oben; du selbst, weil du voll Liebe bist, hast mich zu dir erhoben. Fahr' hin, was heißet Stund' und Zeit, ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe! Mel. O daß ich tausend 2c. steht 686. Gott ficht auf uns mrit Wohlgefal len, wenn unsre Seele fröhlich ist, und Freudenlieder ihm er schallen, wodurch das Leid uns Mel. Nun sich der Tag geendet sc. wird verfüßt. Ift doch ſein Geiſt 687. Hab ich ein gut Ges ein Freudengeist, der uns im Herrn uns freuen heißt. wissen nur, mir, was fürcht' ich dann? Nichts ist für mich in der Na2. Erwecke, Gott, in mir die tur, das mich erschrecken kann.. Freude, die nur aus deiner 2. O, welch' ein köstlicher GeGnade quillt; dein Sohn sey winn, wenn meine Sünde Seligkeit der Chriften schweigt, und mir, daß ich begnadigt bin, der Geist des Herrn bezeugt. 3. Laß es der Pflichten schwerste seyn, da du dich selbst befriegst! welch' Gefühl wird dich erfreun, wenn nach dem Kampf du siegst! 4. Welch Glück, bin ich mir 688. He has in s Mel. Nun ruhen alle zc. err, Alles, was ich selbst bewußt, die Welt verzig deine Gabe, die du aus suchte mich, ich widerstand der Gnaden giebst; du haft mir bösen Lust, und die Versuchung neues Leben in deinem Sohn wich! gegeben; wer bin ich, daß du so mich liebst? 5. Ein ruhig's Herz wird jedes Glück des Lebens mir erhöhn, läßt mich in jedem Augenblick froh in die Zukunft fehn. 6. Was ist, das in dem tiefsten Schmerz mit reichem Trost erfüllt? Nur ein im Herrn zufried'nes Herz, das jeden Kummer stillt. 7. Was hält den Sinn vom Git'len fern, giebt zur Entsa gung Muth? Ein ruhig Herz, das in dem Herrn erkennt sein höchstes Gut. 8. Kann ich getroft gen Him mel sehn, hab' ich nur Ruhm bei Gott, so kann ich Menschen gunst verschmähn, und achte feinen Spott. 9. Sieh, Alles um dich her entweicht, bald naht die letzte Nacht; ein ruhig Herz macht Alles leicht, bricht selbst des Todes Macht. in diesem Leben. 391 11. Der Christ spricht freudig: ob die Welt, ob Erd' und Himmel bricht; Gott ist es, dessen Hand mich hält, ich weich' und wanke nicht! 10. Wohl dem, der diese Ruh' genießt, dem sein Gewis sen sagt, daß er versöhnt durch Chriftum ist, und nichts ihn mehr verklagt. 2. Herr, daß ich Glauben habe, ist einzig deine Gabe, durch Glauben bin ich dein; der Glaube macht mich fröhlich, macht heilig mich und selig, durch ihn geh' ich zum Himmel ein. 3. Herr, daß ich Liebe habe, ist einzig deine Gabe, der du die Liebe bist. Von deiner Lieb' entzündet, durch sie mit dir ver-, bündet, fühl ich, was kein Verstand ermißt. 4. Herr, daß ich Hoffnung habe, ist einzig deine Gabe, die Hoffnung, dich zu schaun. Zwar ist's noch nicht erschienen, doch will ich treu dir dienen, und fest auf die Verheißung baun. 689. Herr, Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. err, aus deiner Gnadenfülle fließt meinem Geist die sanfte Stille, in der ich deinen Wil len thu; seit ich dir mein Herz ergeben, erwacht' ich erst zum wahren Leben, kenn' ich erst 392 Seligkeit der Christen in diesem Leben. ächte Seelenruh. Den Frieden, ges Herz getrost und freudig Gott, mit dir erkämpfte Chri- himmelwärts. stus mir; ihm sey Ehre! So 5. Ja, ich seh' den Himmel ward ich frei durch deine Treu, offen, mein Geist frohlockt in der Geist von oben schuf mich sicherm Hoffen; ich habe dort mein Bürgerrecht. Ich darf neu. 2. Muß ich noch mich selbst nicht im Kampf ermüden, da bezwingen, so werd' ich Sieg solches Heil der Herr beschieauf Sieg erringen, und jeder den dem auserforenen Gegiebt mir neue Kraft. Wenn schlecht. Dort fühl ich ganz ich gern das Beste wähle, so erneut die volle Seligkeit meifühlt sich selig meine Seele in nes Glaubens. Ich freu mich deines Reiches Bürgerschaft. dein; das Wort ist mein: Bei Ja, welche Seligkeit, vom Sün- Christo soll sein Diener seyn. dendienst befreit dir zu leben, was recht ist thun, und freuMel. Wachet auf, ruft uns 2c. err! welch Heil, big nun in deinen Baterar- 690. Hann ich errinHerr! men ruhn. 3. Beugt mich auch die Schwachheit nieder, so richtest gen! Zu welchen Höh'n darf ich mich schwingen! Mein Wandel soll im Himmel seyn! du mein Herz doch wieder mit du Wort voll heil'gen Be deinem Troste huldreich auf; bens, und doch voll Wonn' und zum Heiligungsgeschäfte und ew'gen Lebens! Im Himerhöht dein Geist mir Muth mel soll mein Wandel seyn! und Kräfte und fördert mich in meinem Lauf. Die du in Christo, liebst, die trägst du und vergiebst ihre Schwächen. Und Lebenslang ist Lieb' ihr Dank, und immer fester wird ihr Gang. Erstaunend sink' ich hin, ich ahne, wer ich bin, wer ich seyn fann. Ich trage noch des Todes Joch; im Himmel soll ich wandeln doch! 2. Schwing dich denn zu diesen Höhen, und lern' im 4. D'rum will ich nicht ängst- Lichte Gottes sehen, wer du, lich zagen, wenn mir in mei versöhnte Seele, bist! Mit nen Pilgertagen Gefahren auch dem seligsten Entzücken wirst und Leiden drohn. Auch auf du in diesem Licht erblicken, dornenvollem Pfade bleibt mir wer, Seele, dein Versöhner Gewißheit deiner Gnade; du ist. Du, durch sein Opfer bist der Deinen Schild und rein, und starf, dich ihm zu Lohn. Zum Heil muß auch weihn ohne Wanken. EST, die Pein des Lebens dem gedeihn, der dich liebet. D'rum blickt im Schmerz mein gläub' seinem Thron. Gottes Sohn, der reichen Lohn den Gläub'gen giebt an Seligkeit der Christen in diesem Leben. 393 3. Wort vom Anfang', Ein- und Wunder sind, Herr, deine geborner! eh' du herabkamst, Werke; dort sind sie ganz uns Auserforner! lag auf dem Erdkreis Dunkelheit. Du erschienst, du Licht vom Lichte, wir schaun offenbar! Dort strahlt dein Angesicht im reinsten Himmelslicht allen Frommen. Dort werden Ja, bereiten für und für. in deinem Angesichte nun dei wir, Barmherz'ger, dir ein Lob nes Vaters Herrlichkeit. Wahrheit, Trost und Ruh strömt, Herr, von dir uns zu, wenn wir glauben. Du hast's vollbracht! des Irrthums Nacht, die Sünde selbst weicht deiner Macht. 4. Wenn die Seel' in tiefe Stille versunken ist, wenn ganz ihr Wille der Wille deß ist, der sie liebt; wenn ihr inniges Vertrauen sich fast erhebt zum sel'gen Schauen, und Liebe sie 2. Der Lüfte wild Getümfür Liebe giebt; wenn sie ver- mel schweigt nun in meiner sichert ist, dein Tod, Herr Je- Brust; getroft blick' ich zum su Christ, sey ihr Leben: wie hoch entzückt, wie reich erquickt ist sie, schon ganz der Erd' entrückt! Himmel, mir meines Heils bewußt. Ich bin von Seelenleiden befreit und ohne Pein; nun fehren reine Freuden auch wieder bei mir ein. 3. Was ist's, o Gott der Treue, daß du so hoch mich liebst, und auf das Flehn der Reue mir meine Schuld vergiebst? Ich fühl's, daß aus dem Staube mich nur die Gnade zog, und daß dich nur mein Glaube zu solcher Huld nimado 691. 3 Mel. Ich dank' dir, lieber zc. ch bin der Angst entnommen, Gott blickt mich) gnädig an. Ich darf mit seinen Frommen mich wieder zu ihm nahn. Dahin sindmeine Schmerzen, mein Mittler stillte ste; ach, solche Ruh' im Herzen fühlt' ich als Sünder nie. 5. Ja, dann ist ihr schon gegeben ihr neuer Nam' und ew'ges Leben, im Himmel ist ihr Wandel dann! Stark, den Streit des Herrn zu streiten, steht sie die Krone schon von weiten, die Kron' am Ziel, und betet an. Preis, Ehr' und Stärk' und Kraft sey dem, der uns erschafft, ihm zu leben! bewog. Und ihm sey Dank und Lobge= fang, der für uns ging des Todes Gang. 4. So sey denn nun mein Leben, Erbarmer! ewig dein, mich ganz dir hinzugeben, soll 6. Preis auf seinem Him- meine Freude seyn. Der Sünde melsthrone dem Vater und dem Macht zu dämpfen, die Luft ew'gen Sohne, ihm, der da der Welt zu fliehn, den guten ist und der da war! Lauter Kampf zu kämpfen, das nur Weisheit, Gnad' und Stärke sey mein Bemühn. 394 Seligkeit der Chriften in diesem Leben. 5. Und wankt auf diesem| melstriebe, und Gott und Seele Pfade mein ungewisser Tritt, ein'gen sich in recht vertrauter so lenke, Geist der Gnade, all- Liebe. mächtig meinen Schritt! Dir 8. Wie leicht ist nun des folg' ich freudig immer, dir Heilands Joch! wie sanft ist folg' ich bis in's Grab; ver seine Bürde! wo wäre da ein lassen wirst du nimmer den, Leiden noch, das nicht zum der sich dir ergab. Segen würde? Mel. Ich dank dir schon durch 2c. 9. Du, Geist der Gnaden, steh' mir bei, und laß mich ja Domm, Geift des nicht fallen. Mach meinen 692. Herrn, du Her- Gang gewiß und frei, lehr' deizensgast, du Labsal meiner nen Weg mich wallen. Seelen! Wenn du nur Woh- 10. Nimm du mein Herz nung in mir hast, was kann zur Wohnung ein, und stärk mir dann noch fehlen? es aus der Höhe; dann werd' ich völlig selig seyn, wenn ich Gott ewig sehe. 11. Mein Gott, wann zeuchst du mich zu dir? Wann werd' ich dahin kommen, daß ich dein Antlitz für und für anschaue mit den Frommen? 2. Rott' aus, du unsers Erbes Pfand, was nicht dein eigen heißet. Ach, beut dem Willen selbst die Hand, der sich der Welt entreißet. 3. Ich öffne dir Herz, Seel' und Sinn mit innigem Verlangen, dich, meine Ruh' und mein Gewinn, recht freudig zu empfangen. Du Mel. Gott des Himmels und 2c. 4. Bu schenkst uns reine 693. Meines Lebens beſte Freude ist der Himmelslust, von dir kommt Himmel, Gottes Thron; meiKraft und Leben; du giebst den Frieden in die Brust, den nie die Welt fann geben. ner Seelen Trost und Weide ist mein Jesus, Gottes Sohn. Was mein ganzes Herz erfreut, 5. So kehrt Gott zu den ist in jener Herrlichkeit. Seelen ein mit allen seinen. 2. Andre mögen sich erGütern, und herrlich strahlt quicken an den Gütern dieser sein Gnadenschein aus gläubi- Welt; ich will nach dem Himgen Gemüthern. 6. So wird des Feindes Macht zerstreut, die Welt wird überwunden, des Geistes Leben ist erneut, die Freiheit ist ge funden. mel blicken, diesem ew'gen Ruhezelt, denn der Erde Gut vergeht, Jesus und sein Reich besteht. 3. Reicher kann ich nirgends werden, als ich schon in Jesu 7. Das Herz, aus dem die bin. Alle Schäße dieser Erden Sünde wich, erfüllen Him sind ein schnöder Angstgewinn. Seligkeit der Christen in diesem Leben. 395 Jesus ist das rechte Gut, wel- ständigkeit, daß diesen Troft ches sanft der Seele thut. in allem Leid nichts meiner Seele raube. Tief präg' es meinem Herzen ein: welch Heil es ist, ein Christ zu seyn. 4. Glänzet gleich das Weltgepränge, ist es lieblich anzu sehn, währt es doch nicht in die Länge, es ist bald damit geschehn; plötzlich pflegt es aus zu seyn mit des Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, deren Fülle Jesus hat, können Herz und Seele laben, machen ewig reich und fatt; es vergeht zu keiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. 3. Ich bin erlöst, ich bin ein 6. Dieser Welt in Lust genießen möge nur die eitle Christ, und mein beruhigt Herz Schaar, ein Tag zu des Hei vergißt die Schmerzen dielands Füßen ist mehr, als sonst ses Lebens. Ich dulde, was tausend Jahr; zu des Herren rechter Hand ist mein außer wählter Stand! ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier dort ew'ge 7. Müht euch ab in nicht gen Dingen; meine Seele sucht sie nicht. Ich will nach dem Himmel ringen; dort glänzt mir das ew'ge Licht, da find' ich des Glaubens Lohn, die verheiß'ne Ehrenkron. 8. Ach, verleih' mir einst die Wonne, Herr, zur Rechten dir zu stehn; sey dort meine ew'ge Sonne, die mir nie kann untergehn. Ja, nimm, nach vollbrachtèm Lauf, mich, o Herr, zu dir hinauf. 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zur sel'gen Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Zum Staube kehrt zurück der Staub, mein Geist wird nicht des Todes Raub; du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ift dieses Leibes Tod Gewinn. Mel. Ewigkeit, du zc. ein Glaub' ist 694. Mein meines Lebens Ruh, und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Verleih' miz, Herr, BeNuh'. 4. Was seyd ihr Leiden dieser Zeit, wenn ich auf jene Herrlichkeit mit froher Hoffnung schaue? Bald ruft mein Herr und Heiland mich, und er belohnt mich ewiglich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der Sünde schmachvoll Joch in mei nem Lauf auf Erden. Mit Freuden üb' ich meine Pflicht; doch fühl' ich wohl, ich bin noch nicht, was ich dereinst soll werden; mich beuget täglich meine 396 Seligkeit der Christen in diesem Leben. Schuld: doch weiß ich auch: das meinen Geist erquickt, hilft Gott trägt Geduld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittjedes Elend tragen; es lehrt mich wohl, daß ich einst soll mit dir, Herr Jesu, leben; ler, aus der Angst, in der ich lag, wie sollt' ich nicht, o du mein gerissen. Nur dir verdank' ich meine Ruh; denn meine Wunden heiltest du und stilltest mein Gewissen, und fall' ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. Licht, mich hier schon dir ergeben? 3. Die Welt soll nun mit ih rer Lust nicht länger in mir walten; ein Beff'res ist mir ja be wußt, daran will ich mich halten; es soll mein Sinn sich schwingen hin zu dir mit Freud' und Wonne; du bist mein Theil, mein ewig Heil und meiner Seelen Sonne. 4. Heil mir! durch dich bin ich befreit von Sorge, Angst und Schrecken; du läsfest deine Herrlichkeit mich schon hienieden schmecken; ich kann die Welt nun als ein Held im Glauben überwinden! Komm, Ewigkeit, ich bin bereit, das Eitle 7. Gelobt sey Gott! ich bin ein Christ, und seine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachse in der Heiligung, und spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 8. Dank sey dir, Vater, Dank und Ruhm, daß mich dein Evangelium lehrt glauben, hoffen, lieben. Was mir schon jetzt in dieser Zeit den Vorschmack mag verschwinden! giebt der Seligkeit; wie sollt' ich üben? Erhalte stets mein Herz dabei, so preif ich 696. Neither, die Er Mel. Wo ist der Schönste 2c. ennt eitele ewig deine Treu'.' Mel. Was mein Gott will zc. de euer Vaterland; ich habe Höheres erkannt, den Herrn 695. Mein Gott, erschaf- und seine Himmelsgüter. D'rum fen hast du mich seh' ich mich auf dieser Erden zu deinem Freudenleben, das für einen Gast und Fremdling weiß und glaub' ich festiglich, an und sehne mich erlöst zu werdas soll mein Herz erheben! den von dieser rauhen PilgerErweckt von dir, will ich schon bahn. hier nach solchem Leben trachten, und in der Zeit die Ewigkeit hoch über Alles achten. 2. Hätt' ich die ganze Welt gewonnen, die Seele bliebe dennoch leer! Der Erde Sorgen drücken schwer, und ihre Lust ist bald zerronnen. D 2. Wenn Kreuz und Trübsal mich hier drückt, will ich doch nicht verzagen; dein Wort, daß mich Gottes Engel trügen Seligkeit der Christen in diesem Leben. 397 dahin, wo du, mein Heiland, fällig sich; o daß sie dich doch bist, wo Fried' und Freud' und fände! volles G'nügen der Deinen ew'ges Erbtheil ist! 3. Dies Heimweh Gott verbund'ner Herzen wächst mächtig unter Kreuzes Last; hier find' ich nirgends Ruh' und Rast; es drängen sich Gefahr und Schmerzen. Wenn sich die Trübfalsfluth ergießet, wird der be engten Brust so bang'; bis daß des Lebens Zeit verfließet, ruf ich gar oft: ach, Herr, wie lang'! 4. Doch sehn' ich mich nach deinem Himmel, mein Vater, 4. Was in des Frommen mit Gelassenheit; ich harre still Herzen lebt, was ihn zu selger der rechten Zeit, die mich er- Wonn' erhebt, wer kann es deutlöst vom Weltgetümmel. Die Prüfung, die du mir erwählet, ist meinem Herzen nie zu viel; du bist's, der meine Tage zählet; ich seße dir nicht Maaß noch Ziel. tömmt herab, wie Gott sich ihm lich nennen? Was ihm von oben zu eigen gab, das kann der Stolz nicht kennen. 5. Du, Herr, der über Tod und Leben die unumschränkte Herrschaft übt, wirst Jedem, der dich treulich liebt, die lang' ersehnte Freiheit geben. Fest, doch gelassen, will ich hoffen, bis endlich deine Stund' er= scheint; sie kommt, ich seh' den Himmel offen, dort bin ich ganz mit dir vereint. 2. In dir nur ist die Seele still; wer dich, o Gott, nicht suchen will, kommt nie zum wahren Frieden. Hat er der Freuden noch so viel, und du, o Gott, bist nicht sein Ziel, bleibt er vom Heil geschieden. 3. Ein unaussprechlich Gut ist da geheimnißvoll dem Frommen nah, dem es die Seele füllet. Er hat es nun im Geist gesehn, bleibt voller Lieb' und Ehrfurcht stehn, beschämt und doch gestillet. 5. In reinerm Licht geht er einher, und kennet kaum sich selber mehr, er ist wie neu geboren. Er übet Gutes, eh' er's denkt; der Trieb, der sonst ihn abgelenkt, hat seine Kraft verloren. 6. Vor nichts ist seinem Herzen bang', er übet Alles ohne Zwang, Verläugner, Leiden, Beten. Wie leicht und lieblich ist ihm nun! Er kann aus Liebe Alles thun, was Andre niemals Mel. Kommt her zu mir zc. 697. Gott, dich kennt thäten. D die Welt nicht 7. Der Sturm der Leidenrecht; ihr stolzer Sinn wähnt sich gerecht, sie täuscht sich bis an's Ende, will heilig leben schaften schweigt, der harte Sinn ist ganz erweicht, und so das Herz genesen, und nirohne dich, vergöttert selbstge- gend in der Seele Zwift, fein Seligkeit der Chriften in diesem Leben. Widerspruch und keine List, Herrn zum Opfer bringen, bas wahr ist sein ganzes Wesen. ist der Christen Lebenslauf. 398 8. Dies hatt' ich außer Gott gesucht: nun hab' ich's, als des Glaubens Frucht, und laß es niemals wieder. O Gott, von dem ich mich gewandt, den leider ich erst spät erkannt, komm', senk' dich in mich nieder. 9. Dann ruht, o Gott, in dir mein Geist, der nicht mehr in der Irre freist, wie in verlor'nen Jahren. Du, Gott, genügest mir allein, bei dir will sein Vaterschooß. ich auf ewig seyn und deine Lieb' erfahren. Mel. Nun ruhen alle zc. 5. Sie gehn, mit allen Kräften in des Berufs Geschäften sich Gottes Ruhm zu weihn, und dabei unverrücklich und ohne Störung glücklich im Umgang mit dem Herrn zu seyn. 6. D wär' es ganz das meine, dies auserforne reine, dies friedensvolle Loos! Weg, Welt, mit deiner Fülle! Mein Thun sey Gottes Wille, mein Ruheplaß 699. Ursprung des Lebens, o ewiges Licht, wo Niemand vergebens felig Loos hienieden, wenn still sucht, was ihm gebricht! Lebendige Quelle, die lauter unt helle in reichlicher Fülle vom Himmel her fließt, und sich in die gläubigen Seelen ergießt. 698. in Gottes Frieden die Seele sicher ruht! dem Glaubenskampf zum Lohne, schmückt diese Siegerkrone schon hier der Jünger festen Muth. In eig'ner Melodie. 2. Dann fühlt an Gottes Herzen, befreit von Sorg' und Schmerzen das Herz ein reines Glück; ihm ist das ew'ge Leben in dieser Ruh gegeben, es kehrt nicht mehr zur Welt zurück. 2. Du sprichst: wer begehret zu schmecken schon hier, was ewiglich nähret, der komme zu mir. Seht, himmlische Gaben, die kräftiglich laben: o tretet im Glauben zur Quelle heran, hier ist, was euch ewig beseligen kann. 3. Was andre Seelen naget, mit Furcht und Hoffnung plaget, stört nicht des Jüngers Ruh. Was Christi Zeichen träget, was für sein Reich sich reget, dem lenkt sich seine Neigung zu. 3. Mein Hirt und mein Hüter, ich komme zu dir, gewähre die Güter des Heiles auch mir. Du kannst dein Versprechen mir Armen nicht brechen; du siehest, wie elend und dürftig ich bin, d'rum gieb deine Gaben aus Gnaden mir hin. 4. So wirft der lautre Wille, und brennt in heitrer Stille; nie flammt er stürmisch auf! Sich gern in allen Dingen dem wen du begabest, hat himmli4. O Brunnquell, du labest Geist, Seele und Muth, und Seligkeit der Christen in diesem Leben. 399 sches Gut. Dies recht zu ge-| unaussprechlich ist ihr Heil: nießen, kann Alles versüßen; Gottes eingebor'ner Sohn ist ihr es singet, es jauchzet das fröh- Schild und großer Lohn! liche Herz, es weiß nichts von Kummer und nagendem Schmerz. 4. Bricht Gefahr und Noth herein, wird sie dennoch fröhlich seyn; er, den sie im Herzen hat, weiß zu allen Dingen Rath. 5. D'rum wollest du geben dem sehnenden Geist, was die net zum Leben und du nur verleibst. Gieb heilige Triebe, in's Meer deiner Liebe zu fenten den frommen und gläubigen Sinn, und ziehe mich gänzlich zum Himmlischen hin. 6. Und trifft mich auch Leiden, Verfolgung und Pein, so laß mich mit Freuden gehorsam dir seyn; denn alle die, welche mittrinken vom Kelche, den du hast getrunken im Leiden allhier, die werden dort ewig fich freuen mit dir. 5. Wandert sie im finstern Thal, nah' ist Jefus überall; er läßt sie im Dunkel nicht, er ist stets ihr helles Licht. 6. Wenn sie alle Welt verläßt, hält sie doch am Glauben fest, bis ihr allerbester Freund ihr zu Hülf' und Troft erscheint. 7. Würde auch ihr Glaube schwach, läßt sie doch im Flehn nicht nach; Jesus sendet seinen Geist, der dem Kleinmuth fie entreißt. 8. O der großen Seligkeit! Jesus stillet alles Leid, er erquicket bis an's Grab, trocknet 7. O gieb, daß ich werde einst droben erquickt, wo feine Beschwerde die Deinen mehr alle Thränen ab! drückt, wo Freude die Fülle, wo liebliche Stille, wo seliger Friede, wo Herrlichkeit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Mel. Nun komm' der Heiden 2c. 700. wer nennt die sich die Seele freut, die treu liebet Jesum Christ und in ihm vergnüget ist? 2. Alles, was der Welt ge fällt, Ehre, Wollust, Gut und Geld, giebet fie mit Freu den hin, Jesus bleibet ihr Gewinn. 3. Sie befißt das beste Theil, Mel. Ach wie nichtig, ach wie sc. 701. 701. S wie wichtig und wie richtig ist der Christen Leben! Frei von Unruh' und von Sorgen bleibt es heute, so wie morgen, denn es ist in Gott verborgen. Seligkeit, deren 2. O wie wichtig, wenn gleich flüchtig, sind der Christen Tage! Wer sich durch die Zeit gerungen, und zum Ew'gen aufgeschwungen, dem ist jeder Tag gelungen. 3. Unvergänglich, überschwänglich ist der Christen Freude! Freude, die in Gott gegründet, die den Geist mit 400 Seligkeit der Christen in diesem Leben. ihm verbindet, Freude, die kein[ zu deiner Lehrer Füßen so viel Ende findet. 4. Nie erliegend, immer sie gend ist der Christen Stärke! Weil Gott selbst in ihnen streitet, sie zum Kämpfen recht be reitet, herrlich sie zum Siege leitet. Jünger thöricht macht! Mir soll Jesu Kreuz und Bein meine höchste Weisheit seyn; und der Ort, da ich mich übe, ist die Schule seiner Liebe. 2. Brüstet euch, ihr stolzen Geister, mit dem Beifall dieser 5. Unverderblich, nimmer Welt, mit der Schaar, die um sterblich ist der Christen Ehre! euch Meister voll Bewund'rung Drückt die Schmach der Welt sich gestellt! Denk' ich meines fie nieder, Gottes Huld erhöht Heilands Schmach, ſeinem sie wieder: sie sind Christi Lod' am Kreuze nach: was ist Freund' und Brüder. dann der Ruhm der Weisen, die der Erde Kinder preisen? 6. Ohne Wanken, sonder Schwanken ist der Christen Wis fen! Weil ihr Wissen und ihr Denken sie allein anf Christum lenken, um in Gott sich zu verfenten. 3. Mögt ihr, Thoren, im mer trachten nach dem Trost der Eitelkeit, und nur nach den Gütern schmachten, die euch diese Erde beut: ich hab' ein viel bess'res Theil in des Kreu 7. O wie g'nügend, nimmer trügend sind der Christen Schäße! Was die wahren Chri- zes reichem Heil; wenn ich dies Schäße! Was die wahren Chri- erlangen werde, rühret mich sten haben, sind die unsichtba- fein Glück der Erde. ren Gaben, wornach keine Diebe graben. 4. Komm', o komm', aus 8. O wie wichtig und wie Gott geboren, Lehrer, unterrichtig ist der Christen Herr- richte mich! Komm', ich öffne schen! Hier ist Demuth ihre Herz und Ohren, weise werd' Krone, dort erlangen sie zum ich nur durch dich! Deines Lohne ew'ge Herrschaft mit dem Kreuzes Wissenschaft, deiner Sohne. Lehren hohe Kraft bilden mich zu jenem Leben, das du willst 9. Mach mich tüchtig, daß ich richtig, Herr, den Lauf vollende. den Deinen geben. Laß mich wachen, beten, ringen, 5. Präge, Jesu, meiner muthig hin zum Ziele dringen; Seele diese höchste Weisheit gieb zum Wollen das Vollbringen. ein, mich zu strafen, wenn ich fehle, mich zu trösten in der Pein. Bei des nahen Todes Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. Schmerz stärke sie das bange 702. Rühme, Welt, dein Herz, flöße in den letzten Stuneitles Wiffen, dei den Balsam mir in meine ner hohen Worte Pracht, die Wunden! Seligkeit der Christen in diesem Leben. 401 Mel. Seele, was ist Schöner's zc.| richtet auf, was fällt. Sein 703. Rube uhe ist das beste Geist bringt Nuh'. Gieb im Gut, das uns Glauben Herz und Sinn Gotlaben kann; Stille und ein gutes Geist zu eigen hin. Gott ter Muth steigen himmelan. ist die Ruh'! Die suche du! hier ist keine 7. Ruhe zeigt sich allermeist, wahre Ruh', wende dich dem wo Gehorsam blüht. Ein in Himmel zu. Gott ist die Gott ergeb'ner Geist macht ein Ruh'! still Gemüth, wirkt Seelenruh'. Selig ist, der also liebt, daß er Gottes Willen übt. Gott ist die Ruby! 8. Ruhe hat, wer willig trägt Christi sanftes Joch; alle Last, die er auflegt, ist ja lieblich doch und schaffet Ruh'. Trage still die Last des Herrn, Gottes Hülf ist dir nicht fern. Gott ist die Ruh'! 2. Ruhe suchet Jedermann, allermeist ein Christ. Denk auch du, mein Herz, daran, wo du immer bist. O suche Ruh'! in dir selber wohnt sie nicht; such' mit Fleiß, was dir gebricht. Gott ist die Nuh'! 3. Ruhe giebet nicht die Welt, ihre Freud' und Pracht. Nicht giebt Ruhe Gut und Geld, Lust und Gunst und Macht. D'rum stehe zu! Wer aus Gott geboren ist, sieht auf das, was droben ist;. Gott ist die Ruh'! 4. Ruhe geben kann allein Jesus, Gottes Sohn, der uns Alle ladet ein vor des Himmels Thren, zur wahren Ruh'. Wer den Ruf vernommen hat, gehe ein zur Gottesstadt. Gott ist die" Ruh'! 9. Nun, so suche Ruh', mein Herz; Ruh' sey dein Gewinn; auf und steige himmelwärts, auf zu Jesu hin. Er ist die Ruh'. In der Zeit ist keine Ruh', wende dich dem Ew'gen zu. Gott ist die Ruh'! Mel. Lobe den Herren, den 2c. 704.Seele, wohlauf! des Unendlichen Gnade zu loben, die dich zur Würde des ewigen Lebens erhoben! 5. Ruhe beut er williglich Herrlich und groß ist schon den Mühsel'gen an; und erhienieden dein Loos, größer quicken wird er dich, wie es und herrlicher droben. Niemand kann. D'rum komm' 2. Preis der erbarmenden herzu. Trägst du gleich der Huld, die mit heiligem Munde Leiden viel, Gott setzt allem dich, die Verlorne, berief zu" Leid ein Ziel. Gott ist die dem göttlichen Bunde! Alles Ruh'! vergeht, diese Gemeinschaft be 6. Ruhe kommt aus Glau- steht ewig auf ewigem Grunde. ben her, der nur Jesum hält. Je- 3. Kannst du hienieden der sus machet leicht, was schwer, Hoffnungen Ende nicht sehen, Sc 402 Seligkeit der Christen in diesem Leben. dennoch umleuchten dich Strah- melsbürger Orden, zum Eigenlen aus himmlischen Höhen, thum des Herrn getauft. Der daß du mit Muth wähleft für Geist, der mir zum Pfand geflüchtiges Gut Schäße, die schenket, macht meinen Geist nimmer vergehen. gewiß und fest, daß auch bei Allem, was mich fränket, mein Glaube mich nicht zweifeln läßt. 4. Freue dich, Seele! um dieses gebrechliche Leben darfst du auch wandelnd im finsteren 4. Nur Eins bekümmert Thale nicht beben! Ewiges meine Seele und macht das Seyn will in der Sel'gen Ver- Herz mir sorgenvoll, ob mir ein dir der Verherrlicher geben. das Ehrenkleid nicht fehle, wenn ich sein Mahl dort schmecken soll. Ich weiß, vor meines Königs Augen gilt nur ein reiner, freier Geist; vor ihm kann nur das Herze taugen, das sich der Erde ganz entreißt. Mel. Wie groß ist des 2c. 705. S( o bin ich nun kein 5. Ein Glaube, der nur ihn erwählet und still in seiner Liebe ruht, zu heißer Liebe uns beseelet, die seinen Willen treuKind der Erden, lich thut; der ihn bis an das kein Bürger dieser Eitelkeit; Kreuz begleitet und achtet nicht hier soll mir keine Wohnstatt die Schmach der Welt, für werden, in Eile wall' ich durch Gottes Ehre muthig streitet: die Zeit. Die Heimath such' ich in der Höhe, wo mein geliebter Vater wohnt, und wo ich meinen Bruder sehe, der zu der Rechten Gottes thront. das ist der Schmuck, der ihm gefällt. 6. Nur du, mein Heiland, kannst es wissen, wie viel mir noch hieran gebricht. Mein 2. Bald sind die wen'gen Auge schwebt in Finsternissen, Trauerstunden bei Hoffnung mich selber kenn' ich Armer nicht. und Geduld entflohn; bald Doch ist ein inniges Verlangen hab' ich völlig überwunden, die in mir durch deinen Geist erfroh'ste Stunde nahet schon; regt, dir ganz und einzig an aus dieses Lebens engen Gren- zuhangen mit Allem, was mein zen schwingt dann mein Geist Herz bewegt. sich himmelan, und dort, wo 7. Was ich nicht habe, kannst Luft und Wonne glänzen, wird du geben, was ich nicht bin, ihm die Pforte aufgethan. das bist du mir. Nimm hin mein Herz, es zu beleben, ich überlaff es gänzlich dir. Gieb Blut erkauft und zu der Him- mir den Glauben und die 1 3. Ich bin dazu geschaffen worden, dazu durch Christi 5. Freut euch, ihr Erben des Himmels, in heiliger Feier! diese Verheißung, sie hebt den verhüllenden Schleier. Welch Paradies, das er den Treuen verhieß! Schauet, dies Alles ist euer! Seligkeit der Christen in diesem Leben. 403 Liebe und bilde mich nach dei- er hebt und träget, bis mannem Bild; erfülle mich mit heil- uns in das Grab zur Ruhe legem Triebe, zu leiden, wo du's get. Mag da der Leib vergehn' haben willt. im Schooß der Erden, uns bleibt die Hoffnung stehn, ihm gleich zu werden. 8. Hier reich' ich schwörend beide Hände und sage dir auf's Neue zu: Ich liebe dich bis an 4. D'rum ist der Herr mein mein Ende, du, meiner See Theil, spricht meine Seele, dem len wahre Ruh'. Ich liebe dich ich mein ganzes Heil allein emnicht nur in Freuden, wenn du pfehle. Kann er mein Trost erquickest meinen Geist, ich liebe und Licht auf ewig werden, dich auch unter Leiden, und nach Himmel frag' ich nicht, wenn dein Ruf mich sterben nicht nach der Erden. heißt. Mel. Herzlich thut mich zc. 707. Vor seinen Augen ist 9. So komm' ich dir geschmückt entgegen, du nahst er" barmend dich zu mir; du frö nest mich mit ew'gem Segen Seligkeit; sich ihm zu eigen geund öffnest mir des Himmels ben ist, was allein erfreut. Thür. Wann werd' ich dich, Nichts können und nichts wismein Heil, umfangen? und sen, nichts wollen und nichts wann, ach wann verklärst du thun, als Jesu folgen müssen: mich? O laß mich bald dahin das heißt in Frieden ruhn. gelangen, dann lob' und lieb' ich ewig dich! 2. Der Christ steht aus dem Schlafe in Christi Freundschaft auf und fürchtet feine Strafe im ganzen Tageslauf. Und ist Mel. Es traure, wer da will c. 706. nen zu. ( o lang' es Gott der Tag vollendet, so legt er gefällt, daß sich zur Ruh', von Christo unseine Kinder noch wallen auf verwendet thun sich die Sinder Welt, sind sie auch Sünder. Allein ihr Mittler ist voll 3. So geht er fest und stille Heil und Gnaden und sorget, dahin bei Tag und Nacht; auf daß kein Christ je nehme Schaden. Jesum ist sein Wille, nicht auf die Welt bedacht. Er hört und sieht und fühlet, hört, sieht und fühlt doch nicht, und weiß, vom Schmerz durchwühlet, kaum, daß ihm Weh' geschicht. 4. Gewiß, wer erst die Sünde getilgt durch Christi Blut und gleich dem frommen Kinde auf ihn lenkt Sinn und Muth, CSc 2 2. Er will barmherzig seyn, ist sehr geduldig, siehst du dein Unrecht ein und giebst dich schuldig. Der Trost bleibt dir nicht fern, daß deine Sünden durch das Verdienst des Herrn Vergebung finden. 3. Er trocknet Thränen ab, 404 Seligkeit der Christen in diesem Leben. kann auch gottselig handeln und kann bald anders nicht. Herr Jesu, lehr' uns wandeln in deiner Augen Licht. 4. Meinen Jesum werd' ich sehen, und froh zu seiner Rechten stehen, in vollem Glanz und hellem Licht. Mir wird nicht mehr knechtisch grauen, Gott, meinen Heiland, werd' ich schauen Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 708. Mas bewegt mich von Angesicht zu Angesicht. W wohl, zu trau- Bei aller Traurigkeit führt zur ern? mein Leiden wird nicht Zufriedenheit diese Hoffnung, ewig dauern, es währt nur die er, mein Hort, mir fort und einen Augenblick. Schwing' fort verheißt in seinem wahren dich auf zu jener Freude, o Wort. Seele, die du trägest Leide, laß 5. Nun kann mich kein Tod hinter dir die Welt zurück. Wer mehr schrecken; im Glauben keine Hoffnung hat, der wird kann ich hier schon schmecken die vom Seufzen matt und erlie- Kräfte der zukünft'gen Welt. get; nur wer ein Christ von Herzen ist, hat Freudigkeit zu jeder Frist. Ich bin schon in Hoffnung selig, mein Glaube macht mich allzeit fröhlich, weil er das Unsichtbare hält. Getrost ist stets mein Muth, zuletzt wird Alles gut, wenn wir glauben; wer glaubt, behält durch dich das Feld, o Jesu, und bestegt die Welt. 2. Zwar bekümmert mich die Sünde, die ich an mir und Andern finde, so lang' ich leb' in dieser Welt; diese will ich stets beklagen, doch nicht in meinem Schmerz verzagen, da mein Vertrauen Jesum hält; durch Mel. Herzliebster Jesu, was zc. ſeinen Kreuzestod bin ich ver- 709. Was murren über mit Gott. wie wohl ist mir, wenn ich allhier in diesem Glauben traue dir! 3. Meine Schuld ist mir vergeben, ich habe Theil an jenem Leben, das weiß und glaub' ich festiglich! Lob sey Gott! der nicht gedenket der Sünden, die mein Herz gekränket, und sich erbarmet über mich. Was kann der Feind mir thun? Ich bin und heiße nun Kind und Erbe; durch Gottes Sohn besig' ich schon in Hoffnung jene Ehrenfron'. Erben? die eig'ne Sünde nur ist ihr Verderben; sie jagen nach der Thorheit eitlen Freuden, und finden Leiden. 2. Ach, wären wir vom Jüngling bis zum Greise gehorsam Gottes Willen, fromm und weise, wie glücklich würden wir schon hier auf Erden, wie selig werden! 3. Unzählbar sind der ew'gen Liebe Gaben, die gern mit rei nen Freuden uns will laben; von allen Seiten strömt uns Heil und Segen reichlich entgegen. Seligkeit der Christen in diesem Leben. 405 4. Die Sünde konnt' allein schmeckt auch in der Noth den dies Glück zerrütten, ste stürzet höhern Frieden. Thronen und verwüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht jedem Tage mit neuer Plage. 3. Wer Jesum bei sich hat und seine Gaben, der mag mit ihrer Lust die Welt nicht haben. Wer reich in Christo ist, hat g'nug auf Erden, und kann in Ewigkeit nicht reicher werden. 5. Nie kann der Sünder froh gen Himmel schauen, an Gott nicht denken ohne Furcht und Grauen, vor Tod und Grab und vor dem fünft'gen Leben muß er erbeben. 6. Sey von uns Allen, treuer Gott, gepriesen, daß du uns haft den Weg zum Heil gewiesen und Kraft verleihen willst, die Macht der Sünden zu über winden. 4. Wer Jesum bei sich hat, kann ruhig wallen; er zeigt den Himmelsweg den Seinen allen. Wer ihm getreulich folgt, wird niemals gleiten, denn ihm steht immerdar der Herr zur Seiten. 5. Wer Jesum bei sich hat, darf nicht erschrecken, wenn ihm der Sünden Schuld will Angst erwecken. Wer Jesum bei sich hat, wird nicht verderben; wer Jesum bei sich hat, wird selig sterben. 7. Heil uns, dein Sohn erschien, uns zu erlösen, und zu befrein vom schweren Joch des Bösen; sein Geist macht uns aus schuldbelad'nen Sündern zu Gottes Kindern. Mel. Wie schön leucht't uns der ic. 8. Laß uns dir immer mehr 711. ie groß ist deine Herrlichkeit, schon geheiligt werden, dann sind die Deinen wir schon auf der Erden und scheiden einst im gläubigen Vertrauen, dich dort zu schauen. hier, o Christ, in dieser Zeit und noch vielmehr dort oben. Von Allem, was die Welt dir zeigt, ist nichts, das dieser Würde gleicht, zu der du bist erhoben! Christus Jesus salbt Mel. Es traure, wer da will sc. 710. Wer Jesum bei sich die Seelen, die ihn wählen, hat, kann und in stehen, und wird im Unglücks- Geistes Gaben. meer nicht untergehen. Wenn ihn der Herr beschüßt, was kann ihm schaden? Er wandelt überall auf eb'nen Pfaden. 2. Wer Jesum bei sich hat, der hat den Himmel, und ihn vergnüget nicht das Weltge tümmel; er nimmt geduldig an, was Gott beschieden, und 2. Theilhaftig göttlichen Geschlechts erfreust du dich des hohen Rechts, dich Gottes Kind zu nennen. Sieh', welche Ehre, welchen Ruhm giebt dir der Herr zum Eigenthum; mag es die Welt verkennen! Mag sie auch hie stolz sich blähen, dich verschmähen, ja dich 406 Seligkeit der Christen in diesem Leben. hassen, deinen Ruhm muß sie| kommen, Gott zu sehen, wenn dir lassen. er dich läßt auferstehen. 3. Ein König, Priester und 7. O Christ, in welchen hoProphet, der vor des Höchsten hen Stand seßt dich des HöchBedenke Throne steht, wirst du von sten Gnadenhand! Gott gelehret! Du wirst begabt deine Würde! Fühl' deine Homit hoher Macht, daß herrlich heit jederzeit, in aller deiner werde hier vollbracht, was Got Niedrigkeit, und trag' auch tes Ruhm vermehret. Klarheit, ihre Bürde! Lebe, strebe, daß Wahrheit wird gegeben dei dein Adel ohne Tadel immer nem Leben durch den Glauben, bleibe; darum liebe, hoff' und und ihn kann kein Feind dir gläube. rauben. Mel. Allein Gott in der Höh' zc. 4. Du bist mit Jefu fest vereint; der Herr ist auch dein 712. Wie groß, wie herrist treu'ster Freund, deß Liebe dich erquicket. Er hat dir seines Geistes Pfand von seinem Thron herabgesandt, und dir in's Herz gedrücket. Eilst du ihm zu, so wird Frieden dir beschieden; dein Verlangen bleibe stets, ihm anzuhangen. Glück schon hier im Prüfungsleben! Ich darf den frohen Kindesblick, mein Gott, zu dir erheben. Bin ich gleich Staub, du deinen Frieden mir. Himo Herr, vor dir, doch schenkst O mel auf der Erde! 2. Wer bin ich Aermster, 5. Durch ihn stehst du mit daß du mein auf deinem Thron Gott im Bund; er wählet dei- gedenkest, und mir die Macht, nes Herzens Grund, barin er dein Kind zu seyn, durch JeWohnung machet. Er hat, zu fum Christum schenkest? Wie seines Namens Ruhm, dich fühlt mein Wesen sich gestärkt! auserwählt zum Eigenthum, dir blieb auch ich nicht unbedarüber er stets wachet. Gott pflegt, Gott trägt in den Armen voll Erbarmen dich Geringen, daß kein Leid dich kann bezwingen. merkt, und ward dein Kind, dein Erbe. 6. Nie machet eines Men schen Mund die hohe Ehr' und Würde fund, die dich schon ziert auf Erden; weit weniger ist offenbar, was einst die Zukunft machet klar, daß du ihm gleich wirst werden. Ewig selig 3. Du hast aus tiefer Seelennoth mich gnädig aufgenom men; nun darf ich frei, auf dein Gebot, zu dir, mein Vater, kommen. Ich fleh' in Kindeszuversicht, und du verschmähst das Flehen nicht, und thust noch über Flehen. 4. Was ist der Erde Laft und Gram? Was sind nun alle mit den Frommen wirst du Leiden, seit sie mein Bruder Seligkeit der Christen in diesem Leben. 407 auf sich nahm, und gab mir muß ja volle G'nüge werden, Himmelsfreuden? Das Herz der in dir findet Ruh' und Luft. verschmachtet mir nicht mehr, 2. Die Welt mag sich mir denn überall und rund umher feindlich zeigen; es sey also, fließt Thau des Friedens Gottes. ich acht' es nicht. Will sie sich freundlich zu mir neigen, ich 5. Ich steh' im Glanz des flieh' ihr trügend Angesicht. In Gnadenthrons, froh wie der dir vergnügt sich meine Seele; Engel einer. Vergäß' ein Mut- du bist mein Freund, den ich terherz des Sohns, sein Herz erwähle, du bleibst mein Freund, vergißt nicht meiner. Er leitet wenn Freundschaft weicht. Auch mich mit milder Hand so zart in den stärksten Trübfalswellen am unsichtbaren Band, als fann deine Treu' mich sicher führt' er nur mich Einen. stellen, die mir den festen Anfer reicht. 6. Ja, Gutes und Barmherzigkeit läßt er mich hier empfangen. Mein Herz darf schon in dieser Zeit am Vaterherzen hangen. Mit dem begnadigten Geschlecht genieß' ich hier schon Kindesrecht, bis ich's dort voll genieße. 7. Dort in der Auserwählten Kreis, die Gottes Thron umringen, will ich mit höhern Kräften Preis dem Gott der Liebe singen, der solch ein Heil an mir vollbracht, und ihn für seine Lieb' und Macht anbetend ewig rühmen. 3. Will mich die Last der Sünden drücken, blißt auf mich des Gesetzes Weh: nur du kannst mich dem Fluch entrücken, d'rum schau' ich gläubig in die Höh'. Ich fliche, Herr, zu deinen Wunden, da hab' ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt Alles wider mich zusammen: du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Lenkst du durch Wüsten meine Reise, ich folg' und lehne mich auf dich; du giebst mir aus den Wolken Speise, und In eigner Melodie. 713. W ie wohl ist mir, tränkest aus den Felsen mich. o Freund der Ich traue deinen Wunderwegen, Seele, wenn ich in deiner Liebe sie enden sich in Lieb' und Se= ruh'! Ich steig' aus dunkler Schwermuthshöhle, und eile dei nen Armen zu. Dann muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit der Fülle hoher Frenden die Liebe strahlt aus 5. Der Tod mag Andern düdeiner Brust. Hier ist mein ster scheinen, ich seh' ihn an Himmel schon auf Erden; dem mit frohem Muth; denn du, gen; genug, wenn ich dich bei mir hab'! Ich weiß, wen du willst herrlich zieren, und über Sonn' und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 408 Seligkeit der Christen in diesem Leben. mein Leben, haffest Keinen, deß Herz und Seele in dir ruht. Wie kann des Weges Ziel mich schrecken, da aus der Nacht, die mich wird decken, ich eingeh' in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich denn mit Freuden aus dieser finstern Wildnis scheiden zur sel'gen Ruh' der Ewigkeit. 5. Wie fest und stark ist im Gebete, wie findlich seine Zuversicht! Er weiß, Gott hört an jeder Stätte und giebt ihm gern, was ihm gebricht; ja immer mehr, als er begehrt, wird ihm von oben her gewährt. 6. Und immer lenft zu seinem Heile, was auch geschieht, des Vaters Huld; auch wenn er fällt, wird ihm zu Theile mehr als Verzeihung und Geduld. Der Geist hilft seiner Schwachaus dem Geist heit auf, und fördert weiter seinen Lauf. geboren ein neues Herz von Gott empfängt, und ihm zum 7. So wandelt er auf Got Eigenthum erforen, sich ganz tes Wegen, und freuet seiner zu seinen Wegen lenkt! Wer Gnade sich; was er beginnt, Christo folgt, ihm gleich gegeräth zum Segen, er liebt den finnt, ist selig auch als Gottes Nächsten brüderlich). Mag dann Kind. die Welt ihn immer schmähn, vor Gott wird er dereinst bestehn. 8. Versichert, daß er selig werde, ist er vergnügt bei jedem Loos, entbehret gern die Luft der Erde, und fühlt im Herrn sich reich und groß. Was eitlen Herzen wohl gefällt, darauf ist nie sein Wunsch gestellt. Mel. O daß ich tausend 2c. 714. Mohl dem, der 2. Der Sünde Finsterniß entrissen, und frei von ihrer Sklaverei, ist er beruhigt im Gewissen, vom Fluche des Gesetzes frei. Mit Gott aufs Innigste vereint, sieht er im Vater auch den Freund. 3. Er kann mit Zuversicht verlangen, was Gottes Sohn uns schon erwarb; er wird, was er bedarf, empfangen, weil Je sus ihm zum Heile starb: Licht daß die Stund' erscheint; ihm aus der Höh' und Muth und Kraft zum Kampf in seiner Pilgerschaft. 9. Sieht er den Tod von ferne kommen, er freut sich, wird die Bürde abgenommen, und der sie löset, ist sein Freund. Wenn Gott ihn nicht zurück mehr hält, schwingt er sich gern zur bessern Welt. 4. Gott schenkt zu jedem guten Werke ihm seinen Geist der Heiligung, zu jedem Siege neue Stärke, im Leiden Trost und Linderung; ja schon in die ser Prüfungszeit den Vorschmack jener Herrlichkeit. 10. Wie selig, wer aus Gott geboren ein neues Herz von ihm empfängt, und ihm zum Eigenthum erforen, sich ganz zu seinen Wegen lenkt. Wie ru Seligkeit der Christen in diesem Leben. 409 hig, ja wie felig ist im Leben Früchten reich, dessen Zweige und im Tod ein Chrift! sich) verbreiten an des flaren Baches Seiten. 3. Also wird gedeihn und 715. Mohl dem Men grünen, wer in Gottes Wort W schen, der nicht sich übt; Luft und Sonne muß wandelt in der Gottvergess'nen ihm dienen, bis er reife Früchte Rath! Wohl dem, der nicht giebt. Werden seine Blätter unrecht handelt, noch tritt auf alt, bleiben sie doch wohlgeder Sünder Pfad; der der stalt't; Gott giebt Glück zu seiSpötter Freundschaft fleucht nen Thaten, Alles muß ihm und aus ihrer Mitte weicht; wohl gerathen. der von Herzen liebt und ehret, was uns Gott vom Himmel lehret. 4. Aber wen die Sünd' erfreuet, dessen Glück kann nicht bestehn, wie die Spreu vom Wind zerstreuet, wird er plößlich untergehn. Kommt der 2. Wohl dem, der mit Luft und Freude das Gesetz des Höchsten treibt; welcher, wie auf Herr und hält Gericht, so entsüßer Weide, stets in Gottes rinnt der Sünder nicht, und Worte bleibt. Er ist einem es werden nur die Frommen in Baume gleich, der an edlen sein Reich dort aufgenommen. Mel. Werde munter, mein 26. XXV. Vom Tode. bleibt der Sünden Sold; fie Mel. Zion Magt mit 2c. 716. Ah Herr! lehre mich sterben. bedenken, daß ich 3. Wenn wir faum geboren endlich sterben muß: oft laß werden, ist vom ersten Lebensmeinen Sinn sich lenken auf tritt bis in's fühle Grab der des Lebens ernsten Schluß. Erden nur ein furz gemeff'ner Stell' ihn meinen Augen für Schritt; ach mit jedem Stunund erwecke die Begier, mich denschlag nähert sich der letzte nach deinem Wort in Zeiten auf den Abschied zu bereiten. Tag, und in jedem Lebensjahre sind wir Alle reif zur Bahre. 2. Endlich muß ein Licht verbrennen; endlich läuft die Sanduhr ab. Also muß auch ich bekennen: Staub vom Stau be sinkt in's Grab! Fest besteht der ew'ge Schluß, daß, was lebet, sterben muß. Menschen, als der Sünde Erben, dar, und das Bette will mir 4. Predigen nicht meine Glieder täglich von der Sterblichteit? Leg' ich mich zur Ruhe nieder, seh' ich mich im Leichenfleid. Ja, der Schlaf stellt treu und wahr mir des Todes Abbild 410 sagen: so wirst du in's Grab getragen. 5. Ach wer weiß, in welcher 5. Er gab den Geist in sei Stunde uns die letzte Stimme nes Mittlers Hände; im Glauweckt; denn Gott hat die dunkle ben selig sey auch unser Ende; du Kunde keinem Menschen noch wollest, Herr! mit ihm und mit entdeckt. Wer sein Haus hat den Deinen uns dort vereinen. wohl bestellt, geht getrost aus dieser Welt. Aber Sicherheit Mel. Nun laßt uns den Leib zc. im Leben kann nur Furcht im 718. Gemeine. Begrabt Tode geben. Leib 6. D'rum auch in gesunden Gruft, bis ihn des Richters Jahren will ich niemals sicher Stimme ruft! Wir säen ihn, seyn, will die Bess'rung nicht einst blüht er auf und steigt versparen, bis die Schwachheit verklärt zu Gott hinauf. bricht herein. Täglich will ich 2. Eine Stimme. Senkt Buße thun und dann froh im mein verwesliches Gebein, o Flauben ruhn, daß der Tod ihr noch Sterblichen, nur ein! mich frei von Sünde und mit dir versöhnet finde. Es bleibt im dunkeln Grabe nicht, mein Jesus kommt und hält Gericht. Vom Tode. wir trauern und sind stille, gut ist dein Wille! Mel. Herzliebster Jesu c. 717. Am 3. Die Gemeine. Der m Grabe stehen Leib, nur ein belebter Staub, wir und opfern muß werden der Verwesung Thränen, wir schauen in die Raub. Er ruht und schläft, Gruft mit bangem Sehnen, da du, o Vater, einen deiner Frommen von uns genommen. bis er erwacht an jenem Tag aus Todesnacht. 2. Er liebte dich und strebte, deinen Willen als Jesu Jün ger treulich zu erfüllen; gottselig war und deinem Rath ergeben sein ganzes Leben. 3. Mit ihm ist uns ein Freund in's Grab getragen; sein treues Herz wird nicht mehr für uns schlägen, nun fann sein Rath, deß wir uns sonst erfreuten, uns nicht mehr leiten. 4. Eine Stimme. Mag die Verwesung dich zerstreun, du bald zerfallendes Gebein; gezählt ist, wie des Hauptes Haar, mein Staub! Gott weckt mich wunderbar. 5. Die Gemeine. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie befreit von aller Noth, und sie von ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Nimm Preis und Dank, 6. Eine Stimme. Der daß du in diesem Leben zum Albarmherz'ge gehet nicht mit Segen den Entschlaf'nen uns ge- den Erlösten in's Gericht, für geben; du nahmst ihn uns, die der Mittler litt und starb, Vom Tode. und ihnen Gnad' und Heil erwarb. 411 In eigner Melodie. 7. Die Gemeine. Du Du 719. Christus, der ist mein Leben und Sterben wandeltest im finstern Thal mein Gewinn. Ihm will ich und littest hier viel Schmerz und mich ergeben, mit Freuden fahr' Qual; du trugest deines Hei- ich hin. lands Joch, nun bist du todt und lebest doch. 2. Ich eile gern von hinnen zu ihm, dem Bruder mein, 8. Eine Stimme. Bei den Himmel zu gewinnen und euch hat Trübsal mich gedrückt, dort bei ihm zu seyn. nun hat mich Gottes Ruh' er- 3. Nun hab' ich überwunden quickt. Im finstern Thale wan- Kreuz, Leiden, Angst und Noth, delt' ich, doch führte Gottes durch seine heil'gen Wunden bin Rechte mich. ich versöhnt mit Gott. 9. Die Gemeine. Er litt viel mehr, der uns versöhnt 4. Wenn mir die Augen brechen, der Athem stockt im Lauf, und seine Sieger herrlich krönt. der Mund nicht mehr kann O ew'ger Lohn für kurze Bein, dann wird's wie Träumenden uns seyn! sprechen: Herr, nimm mein Seufzen auf; 5. Wenn mir Sinn und Gedanken vergehen wie ein Licht, das hin und her muß wanken, weil Nahrung ihm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und. stille, wenn kommt mein Stündelein und es gebeut dein Wille, laß, Herr, mich schlafen ein. 10. Eine Stimme. Ich trug sein Joch bis an mein Grab, nun trocknet er die Thränen ab: Was sind die Leiden jener Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 11. Die Gemeine. Nun, du Erlöster! schlaf' in Ruh'! 7. Dann woll'st du bei mir wir gehen unsern Hütten zu, bleiben, wenn's Abend worden und machen zu der Ewigkeit ist, und alle Furcht vertreiben, mit Freud' und Zittern uns bis sich mein Auge schließt. bereit. 12. Eine Stimme. Ja, mich in meiner Ruh' und Mel. Gott hab' ich Alles sc. sind wir, Gott, gehet euern Sütten zu! Schafft 720. Den st eure Seligkeit und ringt, bis deiner Hand steht unsre Zeit. ihr euch auch der Erd' ent- Der du gezählt des Hauptes schwingt! Haar, hast, eh' ich war, mir 13. Die Gemeine. Dauch bestimmt mein Todesjahr. Gotteslamm, dein bitt'rer Tod 2. Ist nun vollendet unsre stärk' uns in unsrer letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein und Eelig unser Ende seyn! Bahn, so nimm dich unser gnädig an. Hilf uns in unsrer letzten Noth, Herr unser Gott, 412 ein sanfter Schlaf werd' uns der Tod. Vom Tode. 3. Und macht ihn schwer der Krankheit Schmerz, so stärke das beklomm'ne Herz; halt' uns in deiner Vaterhut, gieb uns den Muth, der ganz in deiner Fügung ruht. 4. Geist Gottes, in uns wirke du die sel'ge Hoffnung ew' ger Ruh', damit in gläubigem Vertraun und ohne Graun wir in die Nacht des Todes schaun. nicht! 5. Zeig' uns die Herrlichkeit 4. Hilf, Todesüberwinder, des Herrn und unsres Glau- hilf mir in solcher Angst, der bens Lohn von fern; laß uns, du zum Heil der Sünder selbst wenn wir zum Vater flehn, in mit dem Tode rangst. Wenn Christo sehn, wie der uns liebt, bei des Kampfes Ende mich Tozu dem wir gehn. desschrecken faßt, dann nimm in deine Hände, den du erlös set hast. 6. Ach, Gnad' ergehe dann für Recht, denn von dem sterblichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer kann je dein, Gott, ohne deine Gnade seyn? 7. D sey mit deiner Gnad' uns nah', ist unsre leßte Stunde da. Wenn unser Auge sterbend bricht, leit' uns dein Licht, so fehlt uns Trost im Tode nicht. gem Herzen nah'n; wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt und vor der Gläub'gen Retter erzittert und verzagt. 3. Wenn, diese Bahn zu gehen, dein Will' einst mir gebeut; wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit; wenn meine Kräfte beben und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich Mel. Herzlich thut mich sc. 6. Heil denen, die auf Gr den sich schon dem Himmel weihn, und aufgelöst zu werden, mit heil'ger Furcht sich freun. Bereit, es ihm zu geben, sobald ihr Gott gebeut, gehn sie geund fallen, des Todes sich'rer trost durch's Leben hin zur UnRaub. Die Stund' ist uns sterblichkeit. verborgen, da Gottes Stimme ruft; doch jeder neue Morgen Mel. Der lieben Sonnen Licht z. bringt näher uns zur Gruft. in dieser Welt 2. Getroft gehn Gottes Kin- 722. Die Christen gehn der die öde, dunkle Bahn, zu durch mannigfachen Jammer, der verstockte Sünder mit ban- bis auf den Weg zum Himie auf der Erde 721. Die wallen, die Sterblichen sind Staub, fie blühen auf 5. Des Himmels fel'ge Freuden ermißt kein sterblich Herz; o Trost für kurze Leiden, für kur zen Todesschmerz. Dem Sündenüberwinder sey ewig Preis und Dank; Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank. Vom melszelt, sie ruhn in stiller Kammer. Nach wohl vollbrachtem Lauf nimmt Gott die Seele auf; das Weizenkorn streut Gottes Hand auf Hoffnung in sein heil' ges Land. 2. Die ihr schon aufgebrochen seyd aus eurer Brüder Mitten, wir freun uns eurer Seligkeit und folgen euern Schritten! Der nun befreite Geist ist himmelwärts gereist; die Hülle findet ihre Ruh' im Grab, und Liebe deckt sie zu. 3. Sie bleibt, bis ihre Stunde schlägt, in heiliger Verwahrung, bis sich das neue Leben regt am Tag der Offenbarung. Und dann, welch selig Loos in Jesu Arm und Schooß! Die Liebe führ' uns gleiche Bahn so tief hinab, so hoch hinan! Mel. Nun ruhen alle zc. Die 723. ie Herrlichkeit der Erden muß Staub Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu sc. und Asche werden; kein Fels, 724. Dir ſterb' ich einft, fein Das, wenn ich dir, Jesu, lebte; o daß dein Bild im Sterben vor mir schwebte! dann geh' ich still, in Gott getrost, wie du, durch dich gerecht in meines Grabes Ruh'. 2. Wer also stirbt, der weihet durch sein Sterben die Seinen auch zu frohen Himmelserben; verherrlicht wird durch ihn die Gotteskraft, die aus dem Schmerz am Grabe Wonne schafft. was uns hier ergößet, was man als ewig schäßet, muß wie ein leichter Traum vergehn. Tode. 413 4. Es hilft nicht Kunst noch Wissen, wir werden hingerissen, der morgen, dieser heut'. Was hilft der Schlösser Menge? Wem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 5. Was sind der Erde Thronen? es fönnen alle Kronen vom Tode nicht befrein. Kann vor des Grabes Schrecken der Purpur auch bedecken, das Scepter Sicherheit verleihn? 6. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre vor unser Haus gebracht; dann müssen wir von hinnen, eh' wir uns noch besinnen, und uns umfängt des Grabes Nacht. 7. Dies laßt uns wohl bedenfen, das Herz zum Himmel lenken, wo Alles ewig steht. Wer dorthin will gelangen, darf an der Welt nicht hangen, weil sie mit ihrer Lust vergeht. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so troßig machen? Sie währen kurze Zeit. Was ist der Menschen Leben? mit Pracht und Glanz umgeben, ist's doch nur Tand und Eitelkeit. 3. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen und unser Leib verblichen, ift's um der Ehre Dunst gethan. du doch die Gnade mir erweisen, 3. Bin ich zu schwach, dich sterbend noch zu preisen, so wollst 414 daß nicht mein Tod dem Schwachen Anstoß sey, mein letztes Wort noch zeige meine Treu'. Vom Tode. das stehet fest: kein Zweifel före mich! Du wolltest, Herr, wo du bist, sey auch ich. 4. Getrost und sanft aus 5. D'rum sinn' ich schon auf frommer Christen Mitte zu dir Dank- und Freudenlieder zu zu gehn, das, Herr, ist meine Gottes Preis, für mich und Bitte! so wird mein Tod Er meine Brüder, weil du mit uns höhung deines Ruhms und durch Todesschatten dringst ein Beweis der Kraft des Chri- und uns bei dir zum ew'gen stenthums. Leben bringst. 5. Zum Lobgesang für mein erfülltes Hoffen stehn mir ja dort die Ewigkeiten offen; hier Mel. Wenn einst mein Stündlein zc. gieb mir nur, daß, wenn mein 726. Du wirst, o Vater, für mein Haupt sich neigt, das Flehn zu auch einst im Tode sorgen, dir in meinem Geist nicht schweigt. bleibt mir gleich, wie ich sterben soll, nach deinem Rath verborgen. Mein Ende steht allein bei dir; erhalte nur den Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu ac. 725. u Lebensfürft, dein Glauben mir, daß du es weisSieg mir Vertrauen, du zähmst den Tod, nun darf mir nicht mehr grauen, du führest selbst mich durch das finstre Thal und machst zur Ruh), was Andern wird zur Qual. lich ordnest. 2. Gieb, daß ich meine höchste Lust an meinem Heiland habe, und, seiner Liebe mir bewußt, ich auf den, der für mich starb, ihm zum Grabe, daß und Trost und Hoffnung mir erwarb, stets unverzagt vertraue. 2. Jetzt ist der Tod ein Ausgang aus dem Jammer, ein Eingang hin zur stillen Friedensfammer, ein llebergang, bis mein getreuer Hirt den Leib verklärt zur Seele bringen wird. 3. O möchte des Bewußt seyns Kraft mir bleiben bis an's Ende, daß auch am Ziel der Pilgerschaft das Herz zu 3. Das ist der Tod! soll er dir sich wende, und eingedenk noch Menschen schrecken? Viel- der Lieb' und Treu', die täglich mehr er soll ermuntern uns an mir wurde neu, mein Geist und wecken, er, der die Saat von hinnen scheide. zur vollen Reife bringt, daß jenseits dann der Erndte Jubel flingt. 4. Doch soll ich durch Ge walt, o Gott, schnell oder angstvoll sterben, so führe nur auch so der Tod mich zu des Himmels Erben! D'rum hilf 4. Was du so oft und theuer uns verheißen, es solle nichts aus deiner Hand uns reißen, mir, daß ich allezeit zur Re Vom Tode. 415 chenschaft vor dir bereit die Welt| nur der Gläub'gen Heer frohverlassen könne. lockend vor dir stehen. 5. Fehlt es mir einst an Freu- 4. Wie manche Nacht hab' digkeit im Kampf mit großen ich in Schmerz der Krankheit Schmerzen; will weichen die durchgeweinet; wie seufzet oft Gelaffenheit aus meinem bangen das bange Herz, wenn nirgend Herzen: dann, treuer Vater, Hülf' erscheinet; doch meine rechne du des Glaubens Schwä- Thränen stillen sich, denn jenes chen mir nicht zu, nein, hilf mir Leben tröstet mich, das mich sie bestegen. mit dir vereinet. 6. Wenn ich einst nicht mehr denken kann, im Tode nicht mehr beten; dann nimm die stillen Seufzer an, laß Christum mich vertreten. Ist er, den du erhörst, nur mein, so bin auch ich, mein Vater, dein im Leben und im Tode. Mel. Aus tiefer Noth ic. in Pilger bin ich 5. Wenn mich der Zukunft Dunkel schreckt, die Noth der späten Tage, wenn jene Last mir Sorg' erweckt, die einst als Greis ich trage, so schöpf ich aus der Ewigkeit mir reichen Trost für diese Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 6. Wenn einst, der jetzt noch ferne droht, der Tod mir näher tage mein Haupt zum winket, und nach der ErdenSchlummer sinket, so bin zum Sterben ich bereit und tröste mich der Herrlichkeit, die mir entgegen winket. 727. Müh' sind meine Tage; so manche Noth, die mich befällt, reizt noch mein Herz zur Klage; doch, Herr, der Trost der Ewigkeit verfüßt mir meiner Tage Leid, daß ich's geduldig trage. Mel. Christus, der ist mein 2c. 2. Der Sünde Joch, das 728. Einst geh' ich ohne Beben zu meinem Tode hin, denn Christus ist ne Seele. Wie leicht ist doch mein Leben und Sterben mein auf mir liegt, drückt nieder meimein Herz bestegt; wer weiß, wie oft er fehle? Doch einst Gewinn. 2. Ich fürchte nicht die werd' ich vollkommen rein, ganz Schrecken der finstern Erdenheilig und ganz selig seyn; dies gruft: der wird mich auch ertröstet meine Seele. wecken, der mich) zum Grabe rust. 3. Hier wandeln Viele vor mir hin, die, Jesu, dich ver- 3. Und riefe mich, zu scheiden, schmähen; tief fränket mich ihr auch heute schon mein Gott, so stolzer Sinn, daß sie dein Heil folg' ich ihm mit Freuden und nicht sehen; dort sieht mein sterb' auf sein Gebot. Auge sie nicht mehr, ich sehe 4. Des Lebens Kraft und 416 Vom Tode. Fülle welk' immer hin, wie Laub,| sehn und sein ew'ges Heil er und dieses Leibes Hülle sey der werben; ach! möcht' es doch Verwesung Raub!" bald geschehn! Nahet euch, Er5. Ich hoff' ein bess'res Leben, lösungsstunden, da ich, aller das ewiglich besteht. Ein Leib Angst entbunden, von der rauwird mich umgeben, der nim- hen Lebensbahn mich kann mermehr vergeht. 6. Dann eil' ich dir entge gen, mein triumphirend Haupt; ich erndte- ew'gen Segen und schau', was ich geglaubt. schwingen himmelan. 5. Jesus Christus ist mein Leben und das Sterben mein Gewinn. Engel, kommt, mich zu umschweben, tragt zu Gott die Seele hin! Schon hab' ich von jenem Frieden sel'ges Vorgefühl hienieden, darum wünsch ich dort zu seyn, wo mich Schauen wird erfreu'n. Mel. Alle Menschen müssen 2c. itle Welt, dein 729. Gile bin ich müde; wann, ach wann erquicket mich Himmelsruh' und ew'ger Friede, 6. Euch, die ihr mich hier wann ruft mich mein Gott zu geliebet, die mit mir Ein Sinn sich? Rufe, Herr, ich will mit verband, die mein Scheiden Freuden aus des Lebens Trüb- jest betrübet ,, euch befehl ich fal scheiden, denn ich weiß, Gottes Hand. Gott versorget, durch Christi Blut machest du Gott beschüßzet, er wird geben, mein Ende gut. was Euch nüßet: also ist mein 2. Dem ist vor dem Tod nicht bange, der des armen Le- Haus bestellt, gute Nacht, du bens satt, und dies Jammerthal eitle Welt. schon lange mühevoll durchwandelt hat. Er wird alle StunMel. Ich habe g'nug xc. den zählen, bis Befreiung seiner 730. s ist genug! ſo Seelen und das Noth ihm erscheinet mit dem Tod. nimm, Herr, meinen Geift zu Zions Geistern 3. Zwar ich bin nicht unge- hin; lös' auf das Band, das duldig, daß mich Kreuz und schon allmählig reißt, befreie Eiend drückt; mehr zu leiden wär' ich schuldig, als mein Gott mir zugeschickt. Weiß ich doch, daß mich kein Leiden kann von seiner Liebe scheiden; auch das Kreuz, von ihm gesandt, soll mir seyn ein Gnaden pfand. meinen Sinn. O stille doch dies heiße Sehnen und mach' ein Ende meinen Thränen: es ist genug! 4. Darum nur wünsch' ich zu sterben, daß ich Jesum möge 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt, durch unsrer Sünde Schuld; sie hatt' in mir des Guten Lieb' erstickt, geraubt mir deine Huld. Sie hatte mich von Gott geschieden, Vom Tode. 417 Wunden auf ewig volle Ruh gefunden. Es ist vollbracht! gestöret meiner Seele Frieden; es ist genug! 3. Es ist genug des Kreuzes, 3. Es ist vollbracht! Hindas mich fast herab zur Erde weg sind Angst und Pein, sind beugt. Wie schwer, o Gott, Sorgen, Gram und Schmerz; wie hart ist diese Last, die nim- sein Golgatha soll mir ein Tabor mer von mir weicht! Ich muß seyn; wie freuet sich mein Herz! wohl unter heißen Thränen mich Bald werd' ich zu des Friedens herzlich nach Erlösung sehnen: Höhen aus allen meinen Kämd'rum ist's genug! pfen gehen. Es ist vollbracht! 4. Es ist genug, wenn Gott, mein Heiland, will, er kennet ja mein Herz; ich harre sein und halte ruhig still, er heilet jeden Schmerz; was meine fieche Brust getragen, nimmt er hinweg und wird dann sagen: Es ist genug! 4. Es ist vollbracht! Ich dringe froh hindurch; nichts fesselt mich noch hier. Ich steig' empor zu jener Himmelsburg, schon zeiget sie sich mir. Ich seh' durch ihre gold'ne Pforten, was Niemand sagen kann in Worten. Es ist vollbracht! 5. Es ist genug! Herr, wenn 5. Es ist vollbracht! Mein es dir gefällt, so ende meinen Leib mag immerhin bald Staub Lauf; entrücke mich dem Jam- und Asche seyn; der Heiland, merthal der Welt, nimm mich deß ich ewig, ewig bin, verklärt zu dir hinauf. Heil mir! Ich einst mein Gebein. Ich fürchte fahre hin in Frieden, mein nicht des Grabes Schrecken, Kreuz und Elend bleibt hienie- denn Gottes Sohn wird mich den: Es ist genug! erwecken: Es ist vollbracht! Mel. Es ist genug, so nimm 2c. s ist vollbracht, 6. Es ist vollbracht, Gott lob, es ist vollbracht! Mein Jesus nimmt mich auf. Fahr' 731. Gottlob, es ist hin, o Welt! ihr Freunde, gute & vollbracht! Mein Jesus nimmt Nacht! Ich ende meinen Lauf. mich auf. Fahr' hin, o Welt! Das beste Theil hab' ich getrofihr Freunde, gute Nacht! ich fen; Heil mir! Ich seh' den Himende meinen Lauf. Verschwun- mel offen. Es ist vollbracht! den sind all' meine Leiden; in Jesu scheid' ich voller Freuden. Es ist vollbracht. Mel. Mit Fried' und Freud' zc. und freudig 2. Es ist vollbracht! Mein 732.( ich hin nach geh' Jesus nahm auf sich, als Mitt- Gottes Willen; bald wird sich ler, meine Schuld. Am Kreu- mir sein Vatersinn ganz enthülzesstamm litt er und starb für len; gnädig wird er mir verleihn, mich; o welche große Huld! was Christus mir erworben. Ich hab' in meines Heilands 2. Erbarmend sprach der ad con DD 418 Vom Tode. Herr zu mir: dir ist vergeben;| andern hin, wohl aus den Auich gebe meinen Frieden dir, du gen und dem Sinn. Und ob sollst leben; fürchte nichts, denn du hoch gepriesen bist, die Welt du bist mein, ich habe dich er- vergißt dein, wenn dich Grabeslöſet. nacht umschließt. 3. Dies ist mein Trost: ich bin erlöst und Gottes Erbe; ich weiß, daß er mich nicht verstößt, wenn ich sterbe. Tod, wo ist nun deine Macht, wo ist dein Sieg, o Hölle? 4. Gott ist mein Fels, auf 7. Ich fürcht ihn nicht, denn ihn allein will ich vertrauen. er entrückt uns nur dem Leiden, Ich sehne mich, bei ihm zu seyn, das uns drückt. Schließt er ihn zu schauen. Lange dürstet mein irdisch Auge zu, dann schon mein Herz, ihn droben führest du, o Herr, mich zu der anzubeten. ew'gen Ruh'. 8. Der Leib, in's stille Grab versenkt, ruht dann, von keinem 6. Gieb, Herr, daß ich bedenken lern': nie sey mein Ende von mir fern; daß ich nie sey der Stimme taub: auch du bist Staub und wirst dereinst des Todes Raub! Mel. Ich hab' mein' Sach' ic. ott 733. Und heimgestellt, er schwingt sich der Geist hinan mach's mit mir, wie's ihm ge- die Himmelsbahn, mit neuem fällt. Mit Freuden bin ich stets bereit, wenn er's gebeut, zu scheiden aus der Zeitlichkeit. Leibe angethan. 9. Zwar harret meiner dein Gericht, o Gott, doch ich ver-. 2. Es ist ja dieses Jammer zage nicht. Ich weiß, dein thal voll Angst und Trübsal Sohn vergoß sein Blut auch überall; und unser Leben schnell mir zu gut; das hebt und stärverstreicht, dem Pfeil es gleicht, fet meinen Muth. der eilend hin zum Ziele fleucht. 10. Mich hält dein Sohn an 3. Nichts hilft dem Menschen seiner Hand, mit dem der Gut und Geld, denn nackt und Glaube mich verband. Bin ich bloß kam er zur Welt; und un- auch nicht von Sünden rein, ser Aller harrt das Loos, auch ich bin ja sein! Mir können nackt und bloß zu finken in der feine Strafen dräun. Erde Schooß. 4. Wer weiß, wann Gottes Stimme ruft? Den Jüngling auch empfängt die Gruft. Und wer am Morgen froh erwacht, hat oft vor Nacht schon seinen Lebenslauf vollbracht. 5. Man trägt eins nach dem 11. Dich schau' ich dann, du ew'ges Licht, von Angesicht zu Angesicht. Und fern von jedem Erdenleid, in Herrlichkeit, lob' ich dich, Herr, in Ewigkeit. 12. Amen, mein frommer, treuer Gott! bescheer' uns eis nen sel'gen Tod! Gieb, daß wir Vom Tode. mögen freudenreich, den Engeln gleich, vereinigt seyn in deinem Reich! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. err fen 734. neft meine Lage, H du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind, d'rum mache du mich allezeit zum Sterben fertig und bereit. 2. Du hast mir meine Zeit ge geben und ihr zugleich das Ziel bestimmt. Wer weiß, wie bald mein kurzes Leben für diese Welt ein Ende d'rum flöße mir die Weisheit ein, auf's Gube 735. Hem Chrift, Here Ende stets bedacht zu seyn. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r c. err Jesu mein Herr und Gott, der du erlitteft Angst und Spott, für mich den Tod am Kreuze starbst und mir des Vaters Huld erwarbst. 2. Jch bitte dich fraft deiner Bein, du woll'st mir Sünder gnädig seyn, wenn ich nun fomm' in Sterbensnoth und ringe mit dem bittern Tod. 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, mich ganz der Sünde zu entziehn, mich von der Weltluft zu entfernen und um den Himmel zu bemühn. Ein sel'ges Ende erst beweist, was Christenthum und Glaube heißt. 419 6. Wohlan! so will ich tåglich sterben und leben so, als lebt' ich nicht, dann fann die Seele nicht verderben, wenn gleich) mein Aug' im Tode bricht; mein Tod ist denn du, mein Heiland, lebſt in mir. 4. Früh will ich nach der Heimath trachten, in der ich ewig bleiben kann, vor Allem auf den Himmel achten, den Christus mir hat aufgethan; fo wird mein Haus hier auf der Welt und auch im Himmel wohl bestellt. 5. Mein Herz ist nur im Himmel droben, dort ist der Seele Erb' und Theil; bei Chrifto ist mir aufgehoben der Freuden Fülle, ew'ges Heil; mir ist das Eitle viel zu schlecht, im Himmel ist mein Bürgerrecht. 7. So kommt, ihr feierlichen Stunden, komm', eile, mein Erlösungstag, da ich, von aller Noth entbunden, zum Leben sterbend dringen mag. Da find' ich in des Höchsten Hand mein Eden und mein Vaterland. 3. Wenn mir vergehet das Gesicht, dann sende mir des Glaubens Licht; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, dann nimm mein stilles Seufzen an. 4. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt und Menschenhülfe ganz zerrinnt, dann steh' nach deiner Lieb' und Treu' in meinem legten Kampf mir bei. 5. Führ mich aus diesem Jammerthal, verkürze mir des Todes Qual! laß deinen Geist dann bei mir seyn, daß ich schlaf sanft und selig ein. Dd 2 420 Vom Tode. 6. Den Leib laß ruhn in sei- hinauf lenkt sie freudig ihren ner Gruft, bis ihn dein großer Lauf. Tag einst ruft; zerreiße dann mit starker Hand des Todes und des Grabes Band. 4. Wenn die matten Augen brechen, sey der Geist doch hoch erfreut, mög' an meinem Staub sich rächen dieser Welt Vergäng lichkeit. Auch der Leib, der in der Erden erst als Staub zu Staub muß werden, wird dereinst verklärt und schön durch die Allmacht auferstehn. 5. Treuer Vater! ich befehle meinen Geist in deine Hand: führe die verklärte Seele in das rechte Vaterland. Nach der Trübfal, nach dem Leiden überschütte sie mit Freuden, daß kein Leid und kein Geschrei, kein Schmerz und Tod 7. Dann denk', o Herr, nach deiner Huld nicht meiner großen Sünden Schuld, und lasse dort mit dir zugleich mich ewig seyn in deinem Reich. 8. Ich halte fest und zweifle nicht bei dem, was mir dein Wort verspricht: wer an mich glaubt, obschon er stirbt, das ew'ge Leben doch erwirbt. Mel. Jesu, der du meine Seele sc. err, laß mich in 736. und bei Jesu Christo seyn, wo sich die verklärten Schaaren in dir, ihrem Gott, erfreun. Christus ist und bleibt mein Leben; er der Weinstock, ich der Reben. D'rum ist Sterben mein Gewinn; Gott, nimm meine Seele hin! mehr sey. 6. Und in meinen letzten Zügen bleib', o Jesu, du bei mir: hilf mir kämpfen, hilf mir fie gen! Ewig hängt mein Heil an dir. Mit dem innigsten Ent zücken will ich an mein Herz dich drücken! Kämest du, 0 Herr, schon heut'! Komm', die Seel' ist ganz bereit. In eigner Melodie. 2. Von der Erde schon befreiet, sehnet sich mein Geist nach dir; Christus hat mein Herz erneuet, öffne nun die Himmelsthür! Dort, Herr, willst du ew'ges Leben mir zum Gnadenlohne geben! Hallelujah in der Zeit, Lob und Preis in Ewigkeit! 737. ch bin ja, Herr, in deiner Macht, du hast mich an das Licht gebracht, und du erhältst mir auch das Leben; du kennest meiner Mon3. Ist dein Kommen gleich den Zahl, weißt, wann ich verborgen, kommst du doch zur diesem Erdenthal auch wieder rechten Zeit und bringst den gute Nacht muß geben; wo, verklärten Morgen ungetrübter Seligkeit. Aus der dunklen Erdenhöhle eilt dann die erlöste wohl. wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Herr des Lebens, Seel:, und zu deinem Thron 2. Wen hab' ich doch, als Vom Tode. 421 dich allein, der mir in meiner Sünders willst du nicht, d'rum legten Bein fann Trost und schreckt mich nicht dein streng Rath und Hülfe bringen? Wer Gericht, weil du auch mich in nimmt sich meiner Seele an, Christo liebest; d'rum fahre wenn nun mein Leben nichts Furcht und Zweifel hin! Ich mehr fann und ich muß mit weiß, daß ich des Herren bin. dem Tode ringen, wenn allen Sinnen Kraft gebricht, thust du es, Gott, mein Heiland, nicht? 3. Mich dünft, schon lieg' ich kraftlos da, dem letzten Augenblicke nah)', von Todesangst schon überfallen, Gehör und Rede nehmen ab, die Augen sehen nur das Grab; doch kränkt die Sünde mich vor Allen, die Stimme des Gewissens spricht: Gerecht ist Gott! er hält Gericht! 7. Herr Jesu Christ, dein theures Blut vergoffest du auch mir zu gut, ich weiß, daß ich dir angehöre. Fällt ja in meiner Todespein mir noch ein banger Zweifel ein, so rette deines Leidens Ehre; du hast so viel an mich gewandt, o laß mich nicht aus deiner Hand! 8. Nein! nein! ich glaube fest, mein Heil, ich hab' an dir auf ewig Theil, du bist im Tode noch mein Leben! So sieg' ich über Angst und Noth, ob auch die Hölle und der Tod mit ihren Schrecken mich umgeben: dieweil ich lebe, bin ich dein; dein werd' ich auch im Tode 4. Ich höre der Posaune Ton, ich sehe meinen Richter schon und um ihn alle Völker stehen; geöffnet liegt vor ihm sein Buch, schon hör' ich des Gesetzes Spruch, seyn. ihn wendet nicht mein ängstlich Flehen; Verdammniß ist des Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. Sünders Theil, er hat kein Recht 738. mein Leben ch sterbe täglich und an Gottes Heil. 5. Kein Geld noch Gut erret- eilt immer zu dem Grabe hin; tet mich, umsonst erbeut ein Bruwer kann mir sich're Bürgschaft der sich, den sünd'gen Bruder zu geben, daß ich noch morgen leerlösen. Ein Jeder wird alsdann bend bin? Der Tod, der Tod empfahn den Lohn für das, was kommt her, hin geht die Zeit, er gethan, in dem Gericht schüßt ach, wär' ich täglich doch bereit! nichts den Bösen. Wer hilft mir sonst in dieser Noth, thust du es nicht, mein Herr und Gott? 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten, eh' er die Sichern überfällt. D'rum mußt du schnell in's Land der Todten; wohl dir, ist Herz und Haus bestellt. Oft hängt, oft hängt an einem Augenblick dein ew'ges Unglück oder 6. In meiner Seele großem Schmerz erheb' ich zu dir Aug' und Herz, der du die Missethat vergiebest; den Tod des Glück. 422 Vom Tode. und Leben haft du allein in dei- 739. mein Ende komJ weiß, es 3. Herr aller Herren, Tod| Mel. Wer nur den lieben Gott zc. wird ner Hand; wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt men, doch weiß ich nicht, wo, mir unbekannt; d'rum gieb, wie und wann? Vielleicht werd' d'rum gieb, Herr, daß ich jeden ich der Welt entnommen, bevor Tag an meinen Abschied denken ein neuer Tag bricht an; vielmag. leicht ist schon mein Ziel beEnde nimmt. stimmt, eh' diese Stund' ein 4. Es kann vor Abend an ders werden, als es den Mor gen mit mir war; wo ich auch wandle hier auf Erden, steht neben mir die Lodtenbahr'. Ein Schritt, ein Schritt nur ist es bis dahin, wo ich des Grabes Beute bin. 2. Dies Alles fann mich nicht betrüben: in Gottes Hand steht meine Zeit. Der Menschen Ta ge sind geschrieben in seinem Buch von Ewigkeit; ist das, was sterblich, abgethan, dann Hur fängt unsterblichy's Leben an. 5. Vielleicht fann ich fein Wert mehr sagen, wenn sich am Ziel mein Auge schleußt; d'rum bet' ich in gesunden Lagen: Herr! dir befehl' ich meinen Geist. Und wenn, und wenn ich kaum noch seufzen kann, dann nimm des Heilands Fürsprach' an. 3. Ich weiß aus Gottes thenrem Worte, der Tod sey Gläubigen kein Tod; er ist mir eine Himmelspforte, das Ende aller meiner Noth, ein sanfter Abend, der mich fühlt, wenn ich des Ta ges Last gefühlt. 7. Dringt endlich mir der Tod zum Herzen, so schließ' mir, Herr, den Himmel auf; verkürz' des letzten Kampfes Schmerzen und führe mich zu dir hinauf. Dann sterb', dann sterb' ich ohne Angst und Bein und selig wird mein Ende seyn. 4. D'rum harrt mein sehnendes Verlangen, bis mich der Tod der Erd' entrückt. Mit 6. Kann ich nicht segnen dann Freuden will ich ihn empfan die Meinen, so segne du sie, gen, weil Jesus diesen Boten Herr, für wenn um Herr, für mich; wenn um mich schickt, der nach des Lebens her ste zagend weinen, o Vater! so erbarme dich; dann laß, dann laß auch der Verwaisten Schrei'n durch deinen Sohn erhörlich seyn. Augst und Pein mich führet in den Himmel ein. 5. Laß nur, Herr Jesu, meine Seele im wahren Glauben fer tig stehn, daß ich nicht meines Ziels verfehle, wenn ich einst muß von hinnen gehn. O mache du mein Herz bereit zur Reiſe nach der Ewigkeit. 6. Gieb, daß ich stets in Buße lebe ,, verleity' mir ein gehei ligt Herz, wenn ich den Geist dir übergebe, dann tröste mich Vom Tode. 423 bricht; mit allen Sel'gen schaue ich dann dein Angesicht. dein Todesschmerz; so scheid' ich freudig von der Welt, wo, wie und wann es dir gefällt. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Mel. Befiehl du deine Wege zc. n 740. gebett, verlaff ich be, ich weiß, wie bald der Menſch Gottes Rath er- 741. Mein Gott, ich weiß wohl, daß gern die Welt; ich geh' zum bes vergeht, und finde hier fein fern Leben, sobald es Gott ge sich res Erbe, fein Gut, das fällt. Was wär's, das mich be- ewiglich besteht: d'rum zeige trübte? Dort schau' ich ewig den, mir in Gnaden an, wie ich der meine Seele liebte, noch eh' recht selig sterben kann. ich ihn gesehn. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, 2. Er ruft zur Zeit der Schmer- wann ich sterbe, ob es nicht zen uns voll Erbarmen zu: heute noch geschieht, daß mich kommt her, belad'ne Herzen, ihr des Todes Hauch entfärbe, der findet bei mir Ruh'. Dies Wort Blume gleich, die schnell veraus deinem Munde laß, Herr, blüht: d'rum mache täglich mich auch mich erfreu'n, und in der bereit zum Hingang in die letzten Stunde mir Geist und Leben seyn. Ewigkeit. 3. Mit dir muß es mir glükken, daß ich den Kampf besteh, wenn ich mit gläub'gen Blicken auf dich, mein Heiland, seh'; auf dich, der du für Sünder selbst mit dem Tode rangst, als mächt ger Ueberwinder ihn auch für mich bezwangst. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, wie mich des Todes Hand berührt; dem Einen wird das Scheiden herbe, sanft wird der And're heimge führt: doch wie du willst, nur das verleih', daß ich getrost im Scheiden sey. 4. Der frohe Siegsgedanke: wo ist dein Stachel, Tod? stärft mich, daß ich nicht wante in meiner Todesnoth. Durch dich wird, wenn ich sterbe, das Sterben mir Gewinn; ich bin erweckt: wo dann mein Grab des Himmels Erbe, weil ich dein eigen bin. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und wel cher Hügel einst mich deckt; g'nug, wenn ich dieses nur erwerbe, daß ich zum Leben werd' auch möge seyn, die Erd' ist allenthalben dein. 5. Dein Blut kann nicht 5. Nun, treuer Vater, vergebens für mich geflossen wenn ich sterbe, so nimm du seyn; du schreibst in's Buch des meinen Geist zu dir; ich weiß, Lebens auch meinen Namen daß ich dann nicht verderbe, ein. Du bist's, dem ich ver- lebt Christus und sein Geist in traue, bis einst mein Auge mir: darum erwart' ich glau 424 Vom Tode. bensvoll, wo, wie und wann| verklärten Leibe. Er, der rief: ich sterben soll. Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. Mel. Jesus meine Zuversicht: c. 7. Tritt im Geist zum Grab 742. Meine Lebenszeit ver- oft hin; siehe dein Gebein verstreicht, stündlich senken. Sprich: Herr, daß ich eil' ich zu dem Grabe; und wie Erde bin, lehre du mich selbst wenig ist's vielleicht, das ich bedenken. Lehre du mich's jenoch zu leben habe? Denk, o den Tag, daß ich weiser werMensch, an deinen Tod; säume den mag. nicht, denn Eins ist Noth. 2. Lebe, wie du, wenn du In eigner Melodie. ftirbst, wünſchen wirst, gelebt 743. Mit Frieb und zu haben. Güter, die Freud' fahr' ich dahin, ist's Gottes Wille. Getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille, wie Gott mir verheißen hat, der Tod ist mir ein Schlummer. 2. Das dank' ich Christo, Gottes Sohn, dem Trost der Frommen, der zu uns von des Vaters Thron ist gekommen, daß er Heil und Leben sey in Noth und auch im Sterben. erwirbst, Würden, die dir Men schen gaben, nichts wird dich im Tod erfreu'n; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß giebt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, giebt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde troftlos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht, Gott ist deine Zuversicht. 3. Den hast du Allen vorgestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt eingeladen durch dein theuer heilsam Wort, das überall ers schollen. 4. Er ist das Heil und sel'ge 5. Daß du dieses Herz er- Licht den Völkern allen, daß wirbst, fürchte Gott und bet' einst, die es noch sehen nicht, und wache. Sorge nicht, wie in ihm wallen; er giebt Heil früh du stirbst; deine Zeit ist der ganzen Welt, ihm sey Preis, Gottes Sache. Lerne nur den Dank und Ehre. Tod nicht scheu'n, lerne seiner dich erfreu'n. In eigner Melodie. 6. Ueberwind' ihn durch Ver- 744. Mitten in dem Le trau'n; sprich: ich weiß, an wen wir ich glaube, und ich weiß, ich vom Tod umfangen; wer ist, werd' ihn schaun einst in dem der uns Hülfe schafft, daß wir Vom Tode. 425 Gott schauen werde. Gnad' erlangen? Das bist du, freit von jeder Laft der Erde, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die den Zorn verdienet hat. Heiliger Herr und Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht versinken in der bittern Todes noth. Erbarme dich unser! 2. Sey mir willkommen, heiß ersehnte Stunde, wenn scheidend ich mit schon erblaßtem Munde den preis im Tode, der auf höh're Stufen mich nun gerufen. 3. Wie bin ich doch des lan2. Mitten in dem Tode wird gen Weges müde! Mein ein'ger das Gericht uns dränen; wer Wunsch ist jenes Lebens Friede, will uns aus solcher Noth gna- wo jedes Herz, wie schwer es denvoll befreien? Das thust du, sey verwundet, in Gott geHerr, alleine. Dich jammert unfre Sünd' und Leid, du thust uns Barmherzigkeit. Heiliger Herr und Gott! Heiliger starfer Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht verzagen, wenn wir vor Gerichte stehn. Erbarm' dich unser! fundet. 4. O ging ich bald, sey's auch auf dunklen Wegen, dem Morgen meines höhern Seyns entgegen! O wandelt' ich schon, wo am hellern Tage verstummt die Klage! 5. Doch, dürfen wir in Un geduld und Thränen uns nach dem Ziel der Laufbahn schmerzlich sehnen? Ist's frömmer nicht, vor Gott fich findlich beugen und ruhig schweigen? 3. Mitten in dem Weltge richt, wo die Schuld uns schrecket, ach, zu wem fliehn wir dann hin, der uns gnädig decket? Zu dir, Herr Christ, dem Kinde nüßet; er ist es, 6. Der Vater nur weiß, was alleine. Vergossen ist dein theu dem Kinde nüßet; er ist es, res Blut dieser sünd'gen Welt der mit Lieb' uns unterstüzet. zu gut. Heiliger Herr und Wer ist wohl je an seiner Hand Gott! Heiliger starker Gott! erlegen auf rauhen Wegen? Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nimmer fallen aus des rechten Glaubens Trost. Erbarm' dich unser! 7. Auch mir sind heilsam dieser Erde Leiden, durch die sich einst vom Gold die Schlaffen scheiden, daß ich gereift für himmlische Genüsse die Heimath grüße. Mel. Herzliebster Jesu ic. 8. D'rum, bis auf dein Geheiß der Tod erscheinet, und ich 745. daß mir der Er- die letzten Thränen ausgeweilösung Stunde net, gebeut dein heiliger, dein schlüge, und bald die müde weiser Wille mir tiefe Stille. Seel' hinübertrüge, wo ich, be9. Ganz dir ergeben will ich 426 Vom ruhig warten; du lohnst auch mir, wie Allen, die dein harrten, wirst mich, wenn ich voll- 747. bracht dies Prüfungsleben, zu dir erheben. elig find des HimMel. Jesu, meine Freude 2c. 746. Rube mels Erben, die Todten, die in Chrifto sterben, zur Auferstehung eingeweiht! Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt EntJuhe, fromm be- zücken, folgt Wonne der Unsterbstattet, du von lichkeit! In Frieden ruhen sie, Schmerz ermattet, unter Chri- los von der Erde Müh'! Hosten hier. Wir, die Blicke sen- ftanna! Vor Gottes Thron zu fend, dein in Wehmuth den seinem Sohn folgt ihnen ihrer fend, weihen Thränen dir. Als Werke Lohn! ein Christ hast du gelebt, wandelteft auf Gottes Wegen höherm Licht entgegen. 2. Droben einst belohnen dich des Richters Kronen, der die Thaten wägt; hier sind unserm Kreise deiner Treu' Beweise bleibend eingeprägt. Ruh' in Frieden dann! dein Geist ist zu Chrifto aufgenommen in das Chor der Frommen. Tode. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Der Chor. 3. Du bist wohl geborgen, wir voll Leid und Sorgen, daß der Tod uns schied. Die verlaff'nen Deinen stehn am Grab und weinen, daß ihr Glück verblüht, bringen dir, verklärter Geist, Dank für alle Lieb' und Treue, für für des Beispiels Weihe. Die Gemeine. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 2. Staub bei Staube ruht ihr nun in dem friedevollen Grabe!Möchten wir, wie ihr, auch ruhn in dem friedevollen Grabe! Ach, der Welt entrannt ihr schon, fandet eurer Arbeit Lohn. 3. Jefu will's! Wir leben noch, leben noch in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, Endlich, endlich kommt der Tod, Alle, die die Kron' erstritten. führt, wie sie, auch uns zu Gott. selbst in Bilgerhütten; ach, viel 4. Jesus lebte selber hier, lebte mehr, viel mehr, als wir, hat der Göttliche gelitten. Standhaft laß im Kampf uns stehn, fiets Göttliche auf dich, Vollender, sehn! 5. Was ist dieses Lebens Zeit? 4. Nun ruht Staub bei Eine schwüle Mittagsstunde; Staube; doch dein sel'ger Glau- dennoch hängt die Seligkeit an be lebet in uns fort. Wo der der kurzen Lebensstunde; ew' Weltverfühner, sind auch seine ges Leben oder Tod wägt uns Diener, welch ein tröstlich Bort! zu der heil'ge Gott. Traurig scheiden wir von hier; doch erhört wird unser Flehen durch solch Wiedersehen. 6. Jesu, unsre Zuversicht, unser Theil ist einst das Leben; wenn auch unser Auge bricht, Vom Tode. 427 wirst du es aus Gnaden geben; ist nun vollbracht; nur meine deinen Frieden gabst du schon uns zum Pfande, Gottes Sohn. Hülle lieget und schläft in Todesnacht. Des Vaters treue Liebe sieht sehnend in mein Grab; die Mutter wendet trübe die nassen Augen ab. 7. Wer an dir im Glauben hält, den wirst du einst auferwecken. Diese Kraft der bessern Welt laß bei unserm Tod uns schmecken. Gieb uns mehr noch, als wir flehn, mehr noch, als wir jetzt verstehn. 2. Ihr nehet eure Wangen, ihr Eltern, über mich, euch hat das Leid umfangen, daß euch) des Herz fast bricht. O tröstet euch, ihr Lieben, thut nicht so ängstiglich! Was wollt ihr euch betrüben? steht's doch gar wohl um mich. Der Chor. 8. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sey dir, Versöhner, Jesu Christ! Ihr, der Uleberwinder Chöre, bringt Danf, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er fanf, wie wir, in's Grab; laßt nun vom Weinen ab, ihr Erlösten! Nicht Schmerz, nicht Pein, nur Wonn' allein wird an des Lammes Throne seyn! 3. Denk', Vater, wie viel Sorgen, wie manche bange Nacht, wie manchen düstern Morgen ein liebes Kind oft macht. Was ihm fann widerfahren, das fürchtet, der es liebt; den Kummer kannst du sparen, d'rum sey nicht so betrübt. Die Gemeine. 4. Ach, Mutter, laß die Zähren und stell' dein Klagen ein. Muß nicht des Herrn Begeh9. Nicht der Mond, nicht ren an uns erfüllet seyn? Das, mehr die Sonne scheint uns was du jetzt beweinest, was alsdann! Er ist uns Sonne, dir so wehe thut, ist besser, als der Sohn, die Herrlichkeit des du meinest; denn Gott macht Herrn! Heil, nach dem wir Alles gut. weinend rangen, nun bist du, 5. Wohl ist nun euerm Kinde, Heil, uns aufgegangen, nicht das jetzt dem Schiffer gleicht, mehr im Dunkeln, nicht von der schnell bei günst'gem Winde fern. Nun weinen wir nicht den Hafen hat erreicht; dem mehr! Das Alt' ist nun nicht Pilger, der die Mühe des Wemehr! Hallelujah! Er ging ges nicht gespürt, weil ihn ein voran des Todes Bahn, wir Richtsteig frühe dem Ziel' hat folgen ihm einst himmelan! zugeführt. 6. Dahin sind Angst und Schmerzen, auf immer, immer hin, ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin; ich leb' in taus steget, mein Lauf send Freuden in meines Gottes Verstorbene Kinder an ihre Eltern. Mel. Ich dank' dir, lieber ac. 748. S( o hab' ich obge 428 Vom Tode. Hand, mich trifft forthin kein Werth gesehn, kann dein Bild Leiden, das dieser Welt be- nie untergehn, und dir folget fannt. noch im Grabe Lieb' und Dank als fromme Gabe. 7. Die noch auf Erden wallen in irrthumsvoller Zeit, vermögen kaum zu lallen von froher Ewigkeit. Viel besser, wohl gestorben, als mit der Welt gelebt! Ich hab' das Erb' erwor ben, nach dem der Fromme strebt. 8. Ihr weiht mir Blumenkränze, wie man den Sieger ehrt; im ew'gen Himmelslenze wird ges Wiedersehen! Schön'res mir gewährt. Das ist die grüne Krone, die ew'ge Fürbitte für Sterbende. Siegespracht, womit von seinem Throne mich Gottes Sohn bedacht. 4. Gott, der du ihn uns geschenket, dir sey Preis und Dank dafür! Der du ihn zum Heil gelenket, Dank, o Jesu, Dank sey dir! Lenke stets audy unfern Sinn auf das ew'ge Erbtheil hin! Gieb uns Allen, was wir flehen, dort ein sel'Mel. Mitten wir im Leben 2c. 749. 750. Stärke, die zu dieser Zeit, da wir, Mel. Zion klagt mit Angst 2c. Herr, dir singen, müde, sprach( oll denn Alles, los und voll Schmerz mit dem Alles enden in Tode ringen! Du nur fannst Verwesung und in Staub? Läßt sie erquicken. Sie liegen da der Tod aus seinen Händen und sehn hinab in das schauernimmermehr den theuren Raub? volle Grab. O Vater, unfer Blicket hoffnungslos hinab un- Gott! O Mittler, Jesu Christ! ser Aug' ins öde Grab? Ist Heil'ger Geist, barmherziger auf ewig mun verloren, was Tröster! Ew'ger Gott und Herr! sich unser Herz erforen? Laß sie nicht versinken in des Todes letzter Angst! Sey ihr starker Schutz! 2. Wer mit einem Trunfe labt deiner Jünger Einen, der soll dort mit frohem Muth im hier gedacht, was du Gutes Gericht erscheinen. Wir labtreu vollbracht, reift zu ew'gem Heil und Segen dort vergeltend dir entgegen. ten gern die Matten. Doch da sie nichts mehr laben kann, flehen wir für sie dich an. O 3. Auch bei uns, die dich be- Vater, unser Gott! O Mittweinen, wirkest du in Segen ler, Jesu Christ! Heil'ger Geift, fort; unvergessen von den Dei- barmherziger Tröster! Ew'ger nen bleibt dein Beispiel und Gott und Herr: Laß sie freudein Wort. Uns, die deinen dig stehen in der Stunde 2. Nein, du bist uns nicht verloren, ob dein Leib auch bald zerfällt, denn dein Geist weilt neugeboren schon in einer bes sern Welt. Was du Wahres Vom Tode. des Gerichts! Sey ihr starker Schuß! 3. Ach, weil Jesus Christus felbst diesen Kelch getrunken, und von größ'rer Qual umringt ist in's Grab gesunken: um seines Todes willen hör' unser thränenvoll Gebet, das für sie um Gnade fleht! Vater, unser Gott! O Mittler, Jesu Christ! Heil'ger Geist, barmMel. Jesu meines Lebens zc. herziger Tröſter! Ew'ger Gott 752. Wer mit gläubigem entGemüthe schlummern und einst fröhlich auferstehn! Sey ihr starker Schuß! 429 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd' ich im Grab nicht bleiben: mein höchster Trost dein' Auffahrt ist, sie kann die Furcht vertreiben: denn wo du bist, da komm' ich hin, daß ich stets bei dir leb' und bin, d'rum fahr' ich hin mit Freuden. 751. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. enn einst mein Stündlein kommen ist, daß ich nun soll erblaffen, so steh' mir bei, Herr Jesu Christ, du woll'st mich nicht verlassen. An meinem letzten End' befehl' in deine Händ' ich meine Seel', du wirst sie wohl bewahren. 2. Die Sünde wird mich fränken sehr, mein Herz mich hart verklagen; der Schuld ist viel wie Sand am Meer, so daß ich möcht' verzagen. Doch denk ich in der letzten Noth an deinen bittern Kreuzestod; so hab' ich Trost und Frieden. an dem Sohne Gottes hing, wer für seine Ehre glühte und auf seinen Wegen ging, dessen Angedenken ehre, wenn er stirbt, die fromme Zähre, und mit sei nem theuren Bild bleibe jedes Herz erfüllt. 2. Er hat jenen Ruhm er worben, welcher immerdar besteht, und mit ihm ist nicht gestorben, was er Gutes ausges sa't; dieses bleibt, wie in den Stunden, wo die Sonne schon verschwunden, noch der Abendröthe Schein bleibet, um uns zu erfreu'n. 3. So auch ließ er seiner Thaten vollen Segen uns zurück, und ihm reift aus diesen Saaten jetzt des Himmels ew'ges Glück. Gott, der Richter aller Welten, wird sie offen3. Ich bin ein Glied an þar vergelten; alle bringt er an deinem Leib, deß tröst' ich mich das Licht, nur der Fehler denkt von Herzen; von dir ich un- er nicht. geschieden bleib' in Todesnoth 4. Preist den Herrn, daß und Schmerzen. Und wenn seine Gnade Kraft dem nun ich sterbe, sterb' ich dir, ein ew'ges Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. Verklärten gab, um der Wahrheit heil'ge Pfade fest zu wandeln bis an's Grab; preist den 430 Vom Tode. Herrn, der ihn geliebet, ihn| ten wohn', erwecke mich, durch weise Zucht geübet, und Gottes Sohn, daß ich mich ihn der verderbten Welt hat stets erhalte wach, und jeden zum Beispiel aufgestellt. Tag, ehe ich noch sterbe, sterben mag. 5. Dieses bleib', als sein Vermächtniß, ewig unserm Herzen werth, und es werde sein Gedächtniß, wie er es verdient, geehrt! Gleich ihm laßt uns eifrig streben, Christo, unserm Herrn, zu leben, freudig, wie auch er gethan, wandeln auf des Heiles Bahn. 6. Ehren also wir die Brüder, die man zu dem Grabe trug, o, dann ehrt man so uns wieder, wenn auch unsre Stun de schlug. Dann wird mancher Fromme sagen: würdig ist er unsrer Klagen, würdig, daß man ihn beweint, denn er war des Heilands Freund. Ich hab' mein Sach'. 753. Wie der Menschen Zeit! wie eilen wir zur Ewigkeit! wie Mancher sinkt in To desnacht, eh' er's gedacht und sich dazu bereit gemacht. 2. Das Leben ist gleich einem Traum, ist nur ein Tand und nicht'ger Schaum; der Blume gleicht's, die heute steht und schnell vergeht, sobald der Wind darüber geht. 5. Was hilft die Welt in letzter Noth? Lust, Ehr' und Reichthum in dem Tod? Was fehrst du dich dem Eitlen zu, es flieht im Nu und führt dich nicht zur wahren Ruh'." 6. Weg Eitelkeit, der Tho ren Lust! mir ist das höchste Gut bewußt, das suchy' ich eifrig für und für, das bleibet mir; Herr Jesu, zeuch mein Herz zu dir! 7. Wie wird mir seyn, wenn ich dich seh' und dort vor deinem Throne steh'! dann ist verschwunden diese Zeit mit ihrem Leid und ich geh' ein zur Herrlichkeit. ie fleucht dahin Das Ende des Frommen. 3. Nur du, mein Gott, du bleibeft mir das, was du bist, ich traue dir; laß Berg' und Hügel fallen hin, mir ist's Gewinn, wenn ich bei meinem Jefu bin. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 754. Mie fanft fehn wir den Frommen nun bald der Erd' entnommen, sich seinem Ziele nahn: wo von den eitlen Frenden die Sünder trostlos scheiden, gehn seine höchsten Freuden an. 2. Er freut sich auf sein Ende und hebt voll Dank die Hände zu seinem Vater auf: gesichert vor Verderben, fann er nun fröhlich sterben, nach einem wohlvollbrachten Lauf. 3. Sein ruhiges Gewissen. bebt nicht vor Finsternissen der 4. So lang' ich in der Hüt- Bahn, die er nicht kennt: des Vom Tode. 431 dacht. Todes dunkle Pfade erhellt ihm| Glück und Noth im Herzen oft Gottes Guade, den er in Chri- an meinen Tod. Der, den sto Vater nennt. der Tod nicht weiser macht, 4. Mit dankendem Gemüthe hat nie mit Ernst an ihn gepreist er des Mittlers Güte, der ihn dem Tod entreißt: sein 4. Wir leben für die EwigHerz, zu Gott erhoben, em- keit, zu thun, was uns der pfängt den Trost von oben, Herr gebeut, und unsers Leund Fried' und Freud' im heil bens kleinster Theil ist eine Frist gen Geist. zu unserm Heil. 5. Er tröstet noch die Seinen, 5. Dem Tode folget das Gedie um sein Lager weinen, erricht; da bringt Gott Alles an mahnt und segnet sie; und sei das Licht; des Herzens Rath ner Treue wegen erfüllet Gott wird offenbar und was uns as une den Segen, verläsfet und ver- hier verborgen war. säumt sie nie. 6. Da nun der Tod dir täg6. Die Engel steigen nieder, lich dräu't, so sey stets wacker voll heil'ger Jubellieder die Seele und bereit; prüf deinen Glauzu empfahn: er stimmt in ihre ben als ein Christ, ob er durch Chöre, bringt seinem Mittler Liebe thätig ist. Ehre, der Großes auch an ihm gethan. 7. Ein Seufzer in der leßten Noth, ein Wunsch, durch 7. Herr, lehre mich im Leben des Erlösers Tod vor Gottes dem Glauben nachzustreben, der Thron gerecht zu seyn, dies solches Heil erwirbt: mein ist macht noch nicht von Sünden des Himmels Erbe, wenn ich rein. so selig sterbe, wie der gerechte Fromme stirbt. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 755. Wie ie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sey noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der. Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und Reiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk' in 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folget, sich vom Bösen kehrt; ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt, dies ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh'. Du wirkst sie nicht, Gott wirket sie; du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Das, was dem Höch sten wohlgefällt, das Ziel, das er dir vorgestellt, und was dir ewig Heil verschafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Die Liebe in des Glaubens Kraft ist, was dir ew'ges 432 Vom Tode. Heil verschafft, fie, zum Beruf Frucht des Geistes in mir dir vorgestellt, sie ist's allein, sey. was Gott gefällt. 13. Daß ich zu dir um 12. Gieb, Herr, daß ich Gnade fleh', dem Bösen rüstig an jedem Tag mein Herz vor widersteh', und endlich in des dir erforschen mag, ob Liebe, Glaubens Macht mit Freuden Demuth, Fried' und Treu' die ruf': es ist vollbracht! XXVI. Vom ewigen Leben. In eigner Melodie. addie, mit Himmelsglanz umges [ lle Menschen müs ben, stehen vor des Ew'gen 756. Ale sen sterben, ihre Thron; wo der Seraphinen Herrlichkeit verblüht, Niemand Chöre dem Anbetung weihn kann den Himmel erben, der und Ehre, den ihr ew'ges Lobzuvor den Tod nicht sieht! lied preift, Gott, den Vater, Erde bin ich und zur Erden Sohn und Geist. ndugmy muß mein Leib einst wieder 5. Wo die Patriarchen wohwerden, soll er herrlich aufer- nen, die Propheten allzumal, stehn und zum höhern Leben wo auf ihren Ehrenthronen gehn. fizet der Apostel Zahl, wo von Anfang alle Frommen sind zur ew'gen Ruh' gekommen, wo auch die, so ich beweint, mit dem Heiland sind vereint. 2. Darum will ich dieses Leben, wenn es meinem Gott gefällt, gern in seine Hände geben und verlassen diese Welt; denn ich bin durch Christi Lei- 6. Alle, die sein Kreuz geden dort ein Erbe seiner Freu- tragen und gekämpft des Glauden, und in meiner letzten bens Streit, sehn verwandelt Noth ist mein Trost des Mitt- ihre Plagen dort in Fried' und lers Tod. Seligkeit; weihn ihm ihre Ju3. Jesus ist für mich gestor- bellieder, werfen ihre Kronen ben und sein Tod ist mein nieder vor dem Herrn, der sie Gewinn, er hat mir das Heil erwählt und den Seinen beigeerworben, d'rum geh' ich mit zählt. Freuden hin; aus dem eitlen Weltgetümmel schwing' ich mich empor zum Himmel, wo ich in dem reinsten Licht schaue Gott von Angesicht. 7. Gottes Stadt, voll ew'ger Schöne! o wie herrlich glänzest du! o, welch lieblich Lobgetöne hört man dort in sel'ger Ruh'! 4. Dort in jenem Freudenleben find' ich Millionen schon, der großen Freud' und Wonne, dort geht auf die wahre. Sonne, und der helle Tag Vom ewigen Leben. 433 bricht an, der fein Ende neh- dir und Heil und ewig Leben! men kann. dies willst du auch aus Gna8. Ich entbrenne vor Ver- den mir mit den Erlöften gelangen, was ich glaub' im Licht ben: dort werd' ich, was mein zu sehn, meine Krone zu em- Sehnen stillt, und mich mit pfangen und verklärt vor Gott reiner Luft erfüllt, in voller zu stehn. Sinke hin, mein Leib, G'nüge finden. zum Staube; denn ich weiß, an wen ich glaube, mir ist Sterben ein Gewinn; denn ich geh' zu Christo hin. 2. Dich, den ich hier voll Zuversicht schon Vater durfte nennen, dich lern' ich dann im hellern Licht, in deiner Liebe fennen; mit hoher Freude bet ich dann auf ewig dein Erbar In eigner Melodie. 757. Auferſtehn, ja aufer- men an, das mich zum Himmel führte. stehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh! Unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben! Hallelujah! 2. Wieder aufzublühn werd ich gesät! Der Herr der Erndte geht und sammelt Garben; er sammelt uns, die starben, in's Himmelreich! 3. Tag des Danke, der Freudenthränen Tag! Du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich! 4. Wie den Träumenden wird's dann uns seyn; mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden! Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr! 3. Dort sind sie alle mir ent hüllt, die Wunder deiner Stärke, und mit Entzücken ganz erfüllt, erheb' ich deine Werke; vollfommner, als hier in der Zeit, strahlt mir dann deine Herr lichkeit im höhern Glanz entgegen. 4. Da werd' ich deinen gnäd gen Rath noch mehr, als hier, verstehen, dir danken, daß den richt'gen Pfad dein Geist mich lehrte gehen; und daß aud), wo du mich betrübt, mich deine Weisheit nur geübt und mich dir gezogen. 811 5. Zum Ziele reiner Heiligkeit werd' ich, o Gott, dann dringen, und was dein Wille mir 5. Ach! in's Allerheiligste gebeut, mit Freudigkeit vollführt mich mein Mittler, ihn bringen; ich fühle dann die schau' ich! Im Heiligthume leb' reinste Lust, bin feiner Sünde ich zu seinem Ruhme! Halle- mir bewußt und schmecke deilujah! nen Frieden. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 6. Den Heiland, den ich hier geliebt, seh' ich dort mir 758. Der Freuden Duell zur Bonne, die Herrlichkeit, Gott, bei die ihn umgiebt, zur Ee 434 Vom ewigen Leben. ew'gen Sonne. Auch da ist er dein Freund mit Preis sich aus mein Herr und Freund, durch dem Grab' erheben. Dann zeigt ihn bin ich mit dir vereint und die That, Herr Jesu Christ, allen Auserwählten. daß du der Fürst des Lebens bist, zum Schrecken aller Sün7. Der Freuden Fülle ist bei dir, mein Gott, in jenem der. Leben; da wirst du überschwänglich mir, was mich erfreuet geben; da währt mein Glück in Ewigkeit, nichts fehlt ihm an Vollkommenheit. hilf es mir erreichen! 5. Dann sammeln sich um deinen Thron die Deinen, Herr, mit Freuden; du giebst der Treue ew'gen Lohn, vergiltst der Erde Leiden. Sie erndten dann nach Gottes Rath der Freuden Füll' aus Thränensaat im Reiche deiMel. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. ner Gnade. 759. Der er Heiland kommt! 6. O möcht' auch ich dem zum Weltgericht, Weltgericht getroft entgegenseden Erd' und Himmel ehren! hen und dort vor deinem Ano weigert euch, Erlöste, nicht, gesicht mit den Erwählten stejetzt auf sein Wort zu hören. hen! Durch dich von Angst und Wer hier ihn bloß den Herrn Furcht befreit, im Schauen deigenannt und ihn nicht durch ner Herrlichkeit jauchzt dir dann die That bekannt, der wird meine Seele. dort nicht bestehen. 760. D 2. Herr, ich will deiner Ma- Mel. Aus meines Herzens Grunde 2c. jestät mit frommer Treue dieer legte meiner nen, ist gleich, wie Gott dich Tage ist mir hat erhöht, uns noch nicht ganz vielleicht nicht fern; o dann erschienen. Was uns hier noch wird alle Klage ein Lobgesang verborgen war, wird einst voll- dem Herrn. Vollbracht ist kommen offenbar, wenn du dann mein Lauf; geendet ist wirst wiederkommen. mein Leiden; mich nimmt zu seinen Freuden der Herr, mein Mittler, auf. 3. Wenn dann der Weltkreis vor dir bebt, in feinem Grund erschüttert, und Alles, was auf Erden lebt, vor bangem Warten zittert, wenn alle Engel um dich stehn, dann werden Erd' und Himmel fehn, wie hoch dich Gott erhöhet. 2. Er hat mir durch sein Sterben den Himmel aufgethan, ich soll sein Reich ererben und ew'ges Heil empfahn. Von ihm bin ich ein Glied; hat sich mein Haupt erhoben, so weiß ich, 4. Dann werden, Herr, auf daß nach Oben der Herr mich dein Geheiß die Todten wieder zu sich zieht. leben, dein Feind mit Furcht, 3. Nur meines Leibes Bürde Vom ewigen Leben. 435 verschließt die finft're Gruft.| Tage, und dann wird alle Klage Mich hebt zu höh'rer Würde ein Lobgesang dem Herrn. mein Jesus, der mich ruft. Er gehet mir voran, und durch des Todes Grauen folg' ich ihm 761. mit Vertrauen auf neuer Lebensbahn. Mel. O Ewigkeit, du 2c. Der er Tag, an dem mein Heiland spricht: kommt, Menschen, 4. Schon strahlet meinen fommt vor mein Gericht! erBlicken des höhern Lichtes füllt mich nicht mit Beben. Glanz; mit feligem Entzücken erfüllet es mich ganz. Da nenn' ich hocherfreut die Engel meine Brüder und sinke staunend nieder vor Gottes Herrlichkeit. Der mich zu seiner Schaar bes rief, auf dessen Tod ich hier entschlief, wird mich zu sich erheben. Ich kann auf die Verheißung bau'n, daß ich sein Antlig werde schau'n. 2. Wie freu' ich mich der großen Zeit, da ich zu seiner Herrlichkeit verklärt hinüber 5. Mit unverwelkter Krone ziert mich des Vaters Huld zum reichen Gnadenlohne, d'rum harr' ich in Geduld. Der Dulder wird geehrt und mit dem gehe! Heil mir, wenn ich, von Schmuck bekränzet, worin der Sieger glänzet, der sich im Kampf bewährt. Sünden rein, mich seiner ewiglich zu freu'n, vor seinem Throne stehe; wo ich mit den Erlösten dann ein höh'res Liéd ihm singen fann. 6. Dort steht die ew'ge Hütte, die Gott hat auferbaut, wo in der Sel'gen Mitte sein Antlig wird geschaut. Dort wird nicht mehr geweint, dort herrschet lauter Wonne, weil Gottes Entzücken. weil Gottes Gnadensonne in alle Herzen scheint. 7. Laß mich im Glauben wunderbar erquicken! von ihm träftig, im Lieben tren und strömt Seligkeit und Ruh' mir rein, im Werk des Heils ge- dann in ew'ger Fülle zu. schäftig auch unter Trübsal mich en in deinem Bunde, bis daß 762. Des Grabes Nacht Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Todes seyn. treu einst kommt die Stunde, wo du mich rufen wirst. flieht, Herr, vor deiner Wahr8. Nie beuge finstre Trauer heit Macht; mein Geist, erzur Erde meinen Sinn; des leuchtet durch dein Licht, erbebt Lebens längste Dauer, sie ist vor der Verwesung nicht. doch bald dahin. Heil mir! 2. Nur diese Hütte fällt ja er ist nicht fern, der letzte meiner hin, mit der ich hier umgeben Se 2 3. Da, wo mein Heiland, Jesus, ist, wohnt Freude, die kein Geist ermißt, und seliges Entzücken. Der Herr, mein Heil auf Erden schon, wie wird er dort vor seinem Thron mich 436 Vom ewigen Leben. bin; ich selber, lebend wie zu- 11. Der Tod darf mir nicht vor, schwing' aus den Trüm- schreckend seyn; er führt zum mern mich empor. wahren Leben ein. Durch Gottes Kraft besiegt mein Herz der Krankheit Last, der Trennung Schmerz. 12. Wann hier von uns, die Gott vereint, der Lette auch hat ausgeweint, dann wird ein frohes Wiedersehn auf ewig 3. Ein inn'res mächtiges Gefühl verkündigt mir mein höh' res Ziel; das Streben nach Vollkommenheit erhebt mich über Erd' und Zeit. 4. Dich, Höchster, hab' ich hier erkannt, voll Liebe Vater dich genannt; in dieser Seelen unser Glück erhöhn. würde liegt ein Hoffnungsgrund, der nimmer trügt. 13. Herr unsrer Tage, führe du uns Alle diesem Ziele zu, 5. Dein Wort zeigt mir die daß uns bei standhaft frommer beff're Welt; so ist mein Glaube Treu' des Lebens End' erfreufestgestellt. Wie herrlich wird lich sey. der Menschheit Werth durch Jesu Zusag' aufgeklärt! Mel. Kommt her zu mir zc. 6. selge mich! entzückt hebt meine Seele 763. Du siehſt, o Mensch, sich. Ich seh' im Geist des Christen Lohn, ich sehe meinen Himmel schon. wie fort und fort, der Eine hier, der Andre dort, der Welt muß Abschied geben. Der Tod hemmnt endlich unsern Lauf, des Grabes Pforte thut sich auf uns Allen, die wir leben. 7. Da find' ich, was dein ew'ger Rath zu meinem Heil geordnet hat, genieße deinen Gnadenblick und ganz vollendet ist mein Glück. 2. Bedenk' es weislich in der Zeit und fleuch den Schlaf der 8. Viel Freude gabst du mir Sicherheit, erhalte dich stets schon hier, o Gütiger, wie wacker; das wird noch nicht das dank' ich dir! stets folgte flei- Ende seyn, wenn man hinaus nerm Ungemach die größere Verträgt dein Gebein zum stillen füßung nach. Gottesacker. 9. So hat schon dieser Kindheits Stand der höhern Hoff nung Unterpfand; die Liebe, die mich hier beglückt, ist's auch, die ewig mich erquickt. 10. Des freudigsten Vertrau ens voll erwart' ich, was mir werden soll, wenn ich, von Sünd' und Noth befreit, nun reife zur Vollkommenheit. 3. Wir werden aus den Gräbern gehn und dann vor dem Gerichte stehn, das Christus felber heget, wann er in Herrlichkeit sich zeigt und alle Welt, in Staub gebeugt, sich ihm zu Füßen leget. 4. Vernehmen wird dann alle Welt das Urtheil, so der Richter fällt, die Sünder sollen Vom ewigen Leben. 437 büßen; da hilft kein Trug noch oft trüber Schmerz zum ew'gen Heuchelschein, sich selbst der Missethat zu zeihn zwingt Alle das Gewissen. Leben leitet. Wir blicken in das tiefe Meer, den Grund zu schauen ist zu schwer; es sind 5. Ach Gott, fällt mir dies die Tiefen Gottes! Mehr, viel Urtheil ein, so dringt es mir mehr, als wir verstehn, mehr, durch Mark und Bein, mein als unsre Thränen flehn, giebt Herz fühlt Angst und Schrek- uns, der ewig liebte. fen. Demüthig ruf ich Jesum an: du, der für mich genug gethan, laß dein Verdienst mich decken! 3. Sey stark, o Seel', und zage nicht, durch's finstre Thal zu wallen. Nah' an des Thales Nacht ist Licht und laute 6. Ja, Herr, du meine Zu- Jubel schallen. Dem letzten versicht, bist mir nicht schreck- Seufzer, der entflieht, mischt lich im Gericht, der Furcht bin sich der Engel heilig Lied zu ich entladen; zu deiner Rechten des Erlösers Preise. Er erfüllt rufst du mich, aus deinem des Bundes Eid; er ist ganz Munde höre ich den süßen Barmherzigkeit; Dank sey ihm, Spruch der Gnaden. Ruhm und Ehre! 7. Verleih), daß ich mit ernstem Sinn mich, weil ich noch bei Kräften bin, zum Sterben Mel. O daß ich tausend ic. fertig halte und nicht in schnö 765. Erhebe mit der Ander Sündenluft, Herr, deines Heiles unbewußt, zum ew'gen Tod erfalte. dacht Schwingen, mein Geist, dich über Welt und Zeit; laß deines Glaubens Blicke dringen in's Lichtreich der Unsterblichkeit; erwäge froh, was Christi Geist den standhaft Gläubigen verheißt. Mel. Der Tag, der ist so 2c. 764. inft reift die Saat! er- 2. Wer glaubt, hat Theil steht zum neuen, ew'gen Leben. an Christi Ehre, an seiner HerrEr, der da kommt voll Maje- lichkeit, wer liebt; einst schöpft stät, wird mir's aus Gnaden aus ew'gem Freudenmeere, wer geben. Im Schooße Gottes hier im Dulden sich geübt, und ruht mein Geist von allen Mü- feines Menschen Mund beschreibt hen aus und fleußt von Wonn' des Christen Heil, der standhaft anbetend über. Ach! mein Auge bleibt. schaute nie, meinem Ohr ertönte nie solch Heil auf dieser Erde! 3. Vollbracht! rief einst nach heißen Stunden am Kreuze Jesus Christus laut; gequält von Schmerz und Todeswunden rief er zu Gott, dem er 2. Das kommt in feines Menschen Herz, was Gott uns dort bereitet, uns Pilgern, die vertraut. Er ward erhört, die 438 Vom ewigen Leben. Stunde kam, die allen Schmer- einst der Engel Lust! Gott, zen ihn entnahm. 4. Vollbracht! wie lang' es auch noch währe, ruf' einst im Todeskampf auch ich; getrocknet wird dann jede Zähre ferner drückt fein Leiden mich. Ein Herz, von Lieb' und Glauwelch ein Trost im Erdenleide, der Himmel schon in meiner Brust! Ja, reines Herzens will ich seyn, und der Verheißung und Füll' ist mein! Mel. Ewigkeit, du zc. ben voll, weiß, was es hoffen 766. Erhöhter Jefu, Gotz und Sohn, der du 5. D'rum will ich ohne Mur- schon längst der Himmel Thron ren tragen, so lang' du willst, als Herrscher eingenommen; der Prüfung Last; die Deinen du wirst dereinst zur rechten dürfen nicht verzagen, seit du, Zeit, in großer Kraft und HerrHerr, überwunden hast. Sie lichkeit, vom Himmel wieder dringen, wie dein Wort ver- kommen. Gieb, daß mit freudispricht, aus dunkler Nacht zum gem Vertrau'n dich dann auch sel'gen Licht. meine Augen schau'n. 6. Werd' ich vor Freude mich noch kennen, wenn ich dem Staub entflohen bin? Wie anders werd' ich Alles nennen, wenn nun verfläret ist mein Sinn. Von Irrthum und von Sünden rein, bei dir, wie selig. werd' ich seyn! 2. Ist hier ein Geist, der fassen mag die Hoheit, die an je nem Tag du wirst dem Blick entfalten? wann auf des Himmels Wolfen einst du mit der Engel Heer erscheinst, um das Gericht zu halten? Dann sieht die Welt die Majestät, wozu dich Gott, dein Gott, erhöht. 7. Darf ich schon hier von Jesu stammeln, wie wird mir dort als Sieger seyn! wenn Engel sich um mich versammeln, sich meiner Freuden mitzufreu'n. Umringt von der verklärten Schaar, wie anders bin ich, als ich war! 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit göttlicher Gewalt hinab und schafft ein neues Leben; auf deinen Wink muß Erd' und Meer der Todten unzählbares Heer dem Lichte wieder geben; was die Verwesung hier gesehn, muß aus den Grüften auferstehn. 8. Ich wandle dann in jenen Höhen, wo ew'ge Paradiese blühn; von Angesicht werd' ich dich sehen, vor dem der Sel'gen Schaaren knie'n. Dort trifft auch mich dein Gnadenblick; o weld ein unaussprechlich Glück! 9. Heil mir! mein harret ew'ge Freude, mein Herz fühlt das sie durch dich erlangen. So 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, daß Alle den gerechten Lohn nach ihrer That empfangen. Dann trifft den Bösen Schmach und Bein, die Frommen gehn zum Leben ein, Vom ewigen Leben. 439 zeigest du, Herr Jesu Christ, und regieret der ew'ge Gottesdaß du der Menschen Richter sohn, und ewig triumphiret ihr bist. vor des Mittlers Thron. 5. Gieb, wenn dein großer Tag erscheint, daß ich im Richter auch den Freund, den Hei hier land wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh' und ein zu deinem Himmel geh', befreit vom Fluch der Sünde. Hilf daß ich nuße diese Zeit, zu schaf fen meine Seligkeit. Mel. Valet will ich dir zc. 1 4. Hier sind die Siegespalmen, hier ist das weiße Kleid; tönen Freudenpsalmen, vollbracht ist Kampf und Streit; hier stehn die reichen Garben, hier hüllet das Gebein der Frommen, die da starben, sich in Verklärung ein. 6. Dein Name sey mir ewig werth, und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Dich, den der ganze Himmel preist, dich muß im Glauben auch mein Geist aus wir heben Haupt und Hände allen Kräften lieben; dann kann nach der Erlösungszeit. mit freudigem Vertrau'n ich dich an jenem Tage schau'n. 767. & rmun rmuntert euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lampen Schein! der Abend ist gekommen, bald bricht die Nacht herein. Macht eure See len fertig, der, deß ihr harrt, ist nah', seyd eures Heils gewärtig und singt Hallelujah. 5. Hier ist das Land der Wonne; hier sind die FriedensAu'n; hier sinket nie die Sonne, der Glaube wird zum Schau'n. Mach', Herr, ein fröhlich Ende, und führ uns aus dem Streit! 3. Die ihr Geduld getragen und treu erfunden seyd, geht ein nach Kreuz und Plagen zur Freude sonder Leid. Hier lebet Mel. Wie wohl ist mir, o Freund ze s ist noch eine Ruh' 768.58 vorhanden; auf, müdes Herz, und werde Licht! Hier seufzest du in schweren Banden und deine Sonne scheinet nicht. Sieh' auf den Heiland, der mit Freuden dich dort vor seinem Stuhl wird weiden; wirf hin die Last und eil' hinzu. Bald ist der heiße Kampf geendet, bald ist der schwere Lauf vollendet und du gehst ein zur ew'gen Ruh'. 2. Nicht lange wird er weilen, hebt eure Häupter auf, entgegen ihm zu eilen, beflügelt euren Lauf. Es nah'n Erquik2. Gott selber hat sie uns fungszeiten, die Abendröthe erkoren, die Ruhe, die fein zeigt den schönen Tag von wei- Ende nimmt; eh' noch ein ten, vor dem das Dunkel weicht. Mensch zur Welt geboren, hat uns die Liebe sie bestimmt. Der Mittler wollte darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben, er ruft, er lockt uns allzumal: 440 Vom ewigen Leben. kommt her zu mir, ihr müden| Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Seelen, bei mir soll euch die 18 Ruh' nicht fehlen, ich mach' euch 769. Es ist noch eine Ruh' frei von aller Qual. reißt, zur höhern Welt empor sich schwingt und dort zur volvorhanden für jeden Gott ergeb'nen Geist, wenn 3. Was kann der Kranke er sich dieses Körpers Banden höher schäßen, als wenn in sü- nach Gottes Willen einst entBen Schlaf er finft? Was fann den Wandrer mehr ergößen, als wenn ihm eine Ruhstatt winft? len Freiheit dringt. Doch was sie Beide hier gekommen, und, Gott, wie selig 2. Zu dieser Ruhe werd' ich funden, es sind nur flücht ge bin ich dann! In deinen HimRuhestunden, sie währen eine furze Zeit; die wahre Rub' wohnt nur dort oben, dort ist ste Allen aufgehoben und bleibet uns in Ewigkeit. mel aufgenommen, fang' ich das neue Leben an, wo keine Bürde mich mehr drückt und ew'ger Friede mich erquickt. mi 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so tröstet deine Gnade mich; ich freue dann mit den Erlösten mich der Vollendung ewiglich; dort machst du selbst mir offenbar, wie selig deine Führung war. 4. Da schweigen alle meine Klagen und werden froher Lobgefang; da bringt auch für der Erde Plagen dir meine Seele Preis und Dank; ich jauchze dann: es ist vollbracht, der Herr hat Alles wohl gemacht! 5. Da ruhen wir und sind 5. Auf ewig trifft mich dann in Frieden, von Arbeit, Müh' fein Leiden, kein Schmerz und und Sorgen los. D, fasset keine Schwachheit mehr; du dieses Wort, ihr Müden, legt führst mich zu vollkommnen euch in eures Jesu Schooß! D'rum schwingt euch auf, wir müssen eilen, wir dürfen hier nicht länger weilen, dort wartet schon der Sel'gen Schaar! Fort, fort, mein Geist, zum Jubiliren, umgürte dich zum Frommen, der dich liebt; daß Triumphiren; auf, auf, es er der Unruh' soll entgehen, die kommt das Ruhejahr! dieses Leben noch umgiebt, das Freuden und frönest mich mit Preis und Ehr'. Dunaussprechlich süße Ruh'! wie herrlich, Höchfter, segnest du! 6. Gott, laß mir stets vor Augen stehen das Heil des 4. Dort wird man Freuden garben bringen, denn unsre Thränensaat ist aus. O welch ein Jubel wird erflingen in un sers Vaters ew'gem Haus! Schmerz, Leid und Tod muß von uns weichen, wir werden unser Ziel erreichen und Jesum, unsern Heiland, sehn. Da wird er trocknen unsre Thränen und stillen seiner Gläub'gen Schnen; was wir hier hofften, wird geschehn. 441 3. Welcher Glanz hat dich umfangen, seit dir der Tag ist aufgegangen, das Leben nach des Todes Nacht! Sey gefeggetragen hast; will ich des Le- net, Amen, Amen, du siegst bens müde werden, so hilf mir in Jesu Christi Namen, der tragen meine Last und stärke sterbend auch für dich vollbracht. mächtig meinen Geist, daß er Nicht du, der Herr allein macht dem Unmuth sich entreißt. dich von Sünden rein aus Erbarmen. Du fällst nicht mehr, der Sel'gen Heer fennt feine Sünd' und Schwachheit mehr. 8. Gieb, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der From men Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist; dann folgt auf meine Prüfungszeit gewiß vollkommne Seligkeit. 4. Mag den Leib die Erde decken, er ruhe! der Verwesung Schrecken ergreifen deine Seele nicht. Weinend gehn wir, ihn zu säen, der unverweßlich soll erstehen zur Herrlichkeit, nicht Wir senkten ihn hinab; der Herr bewahrt das Grab, wo er schlummert. Nach kurzer Ruh' erstehst auch du und eilst dann der Verflärung zu. Vom ewigen Leben. flöße Muth und Kraft mir ein, dir auch im Leiden treu zu seyn. 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch Mel. Wachet auf, ruft uns 20. 770. Amen! du starbst auf Christi heil'gen Namen, vor dem sich Erd' und Himmel beugt. Gläubig gabst in seine Hände du ihm an deiner Laufbahn Ende die Seele, die der Erd' entfleucht. Heil dir, erlöster Geist, Mel. Herzliebster Jesu zc. der nun am Thron ihn preiſt, 771. H ier bin ich fremd, wie meine Vädeinen Heiland! der föhnt, den Gott gefrönt, der ter waren. Wie sollt' ich freuist's, dem nun dein Lob ertönt. Ho dig nicht zur Heimath fahren? Mir ist mein Bürgerrecht schon aufgehoben beim Herrn dort oben. 2. Wenn dich hier die Sünd' erschreckte und dir der Gnade Trost verdeckte, verdammte dich doch nur dein Herz. Nun kann 2. Dort, wo mein Fuß nicht ste dich nicht mehr schrecken, irret mehr, noch gleitet, ist mir nicht mehr die Gnade dir ver- die ew'ge Wohnung schon bereidecken; der Herr ist größer als tet; dort ist die Ruh' in Gottes dein Herz. Mehr als du je reinem Frieden auch mir be gefleht, mehr als der Mensch schieden. versteht, ist dir worden. Weil 3. Hier wall' ich, noch umer's vollbracht, bist du erwacht hüllt mit Staub und Erde, zum Leben aus des Todes umringt von Mängeln, SiechNacht. thum und Beschwerde; dort 442 Vom ewigen Leben. werd' ich leicht und froh mit Le-| hier auf der Bahn des Friedens gionen von Engeln wohnen. 4. Was hier die schwachen Hände sparsam nehmen, davon wird dort die Fülle mich umströmen; den Geist wird reine Freud' an Gottes Werken entzückend stärken. leitet, er, mein Heiland, hat in dir eine Stätte mir bereitet, und an deiner Bürger Heil hat auch meine Seele Theil. 5. Die kleine Kraft wird dort sich wuchernd mehren, das dunkle Wort sich heller stets verklären; in heil'ger Glut wird sich der Bund der Seelen, die Liebe, stählen. 6. Zwar Gottes Kinder sind wir schon auf Erden; doch wer spricht aus, was wir dort oben werden! O Herrlichkeit, dort in des Lichtes Reichen ihm selbst zu gleichen! 7. Gott Lob, daß ich hier fremd bin, wie die Väter! fie gingen früher heim, ich folge später. Gott Lob, ich werde zu der Heimath Freuden von hinnen scheiden. 4. Oft bet' ich zu meinem Herrn: ach, wann stillst du mein Verlangen? bin ich noch vom Ziele fern? werd' ich bald die Kron' empfangen? Auf die Stunde harrt mein Geist, die mich aller Noth entreißt. 5. Dwie wohl wird dann mir seyn, wenn ich kann von hinnen scheiden, hinter mir der Erde Pein, vor mir sel'ge Himmelsfreuden! Nach des schwülen Tages Last sucht der Wandrer Ruh' und Rast. 6. Nur die Kinder dieser Welt muß der Ruf zum Tod erschüttern. Wer an Gott sich gläubig hält, darf nicht bange seyn und zittern. Eins mit Christo fürcht' ich nichts an dem Tage des Gerichts. Mel. Meinen Jesum laß ich 2c. 772. Welt und Hier ier ist nur mein 7. Daß ich diese Freudigkeit bis an meinen Tod empfinde, mache siegreich mich im Streit, Jesu, gegen, Sünde! Stärke mich in meinem Lauf und am Ziele nimm mich auf! Prüfungsstand, hier ist nicht mein bleibend Erbe. Dort, dort ist mein Vaterland, das erreich' ich, wenn ich sterbe. Dann bring' ich dir, Herr, mein Gott, Preis und Dant 773. Jd, weiß ich Mel. Aus tiefer Noth zc. ch woran mein Herz 2. Gottes Stadt, die droben hält, ich weiß, an wen ich ist, wo der Unsichtbare wohnet, glaube; ich bin ein Bürger je wo mein Mittler, Jesus Christ, ner Welt, leb' ich gleich noch die Vollendeten belohnet! Got im Staube. Was ich hier tesstadt, nie denk' ich dein, ohn' glaubte schau' ich dort; der in Hoffnung mich zu freu'n! Herr ist treu; er wird sein Wort einst herrlich mir erfüllen. 3. Er, dein König, der mich Vom ewigen Leben. 2. Hier seh' ich dunkel nur mein Heil, dort werd' ich's ganz empfinden; hier ist die Schwachheit noch mein Theil, dort bin ich frei von Sünden. Dort wird an mir des Höchsten Bild, von keinem Schatten mehr umhüllt, in vollem Glanze strahlen. 3. Das Leben hier ist nur ein Streit, dort winket mir die Krone; das volle Glück der Ewigkeit wird mir zum Gnadenlohne. Du hier auf Erden schon mein Ruhm, o Herr, wirst dort mein Eigenthum: was kann mir Größ'res werden? 4. Dies Heil hast du mir selbst erkauft durch deine bittre Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft, was kann mich von dir scheiden? du zeichnest mich in deine Hand: du bist mir, ich bin dir bekannt und nie wirst du mich laffen. 443 2. O schöner Tag, o sel'ger Augenblick, wann bricht dein Glanz hervor, da frei und leicht zu reinem Himmelsglück sich schwingt die Seel' empor, da ich sie übergebe in Gottes treue Hand, auf daß sie ewig lebe in jenem Vaterland? In eigner Melodie. 3. O Himmelsburg, gegrüßet feyst du mir, thu' auf die Gnadenpfort'; wie lange schon hat mich verlangt nach dir! Ich eile freudig fort, fort aus dem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, der ich war hingegeben in meiner Prüfungszeit. 4. Was für ein Volf, welch eine edle Schaar kommt dort gezogen schon! Was in der Welt von Auserwählten war, bringt mir die Ehrenfron'; sie wird mir zugesendet aus meines Jesu Hand, nun ich den Kampf vollendet in jenem Thrä5. D'rum lenke meines Gei- nenland. stes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit; im Himmel sey mein Wandel. 5. Propheten groß, Apostel hehr und hoch, Blutzeugen ohne Zahl, und wer dort trug des schweren Kreuzes Joch und der Tyrannen Qual! Ich seh' sie ruhmvoll schweben in sel'ger Freiheit Glanz, das edle Haupt umgeben von lichtem Sternenglanz. erusalem, du hoch774. 6. Und lang' ich an im schögebaute Stadt, nen Paradies, im Heiligthum ach wär' ich schon in dir! des Herrn, dann schaut mein mein hoffend Herz ist dieser Erden satt und sehnt sich fort von hier; weit über Berg und Thale, weit über Flur und Feld fleugt's auf zum Himmelsfaale, vergißt die nicht'ge Welt. Geist, was er einst glaubend pries, was er gesehn von fern. D, welche Jubelklänge hört mein entzücktes Ohr, welch hohe Lobgesänge von aller Sel'gen Chor! 444 Vom ewigen Leben. 775. Je hier fleht, wird er herrlich dort Xesus, meine Zu- erhöhen; irdisch werd' ich ausversicht und mein gesät, himmlisch werd' ich auferHeiland ist im Leben! dieses stehen; hier verweset mein Ge weiß ich, sollte nicht sich mein bein, dort werd' ich unsterblich Herz zufrieden geben? was die seyn. lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht. In eigner Melodie. 15 2. Jesus, er mein Heiland, lebt, ich werd' auch das Leben schauen, seyn, wo mein Erlöser lebt, warum sollte mir denn grauen? Läffet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff nung Band zu genau mit ihm verbunden, halt ihn mit des Glaubens Hand fest in meinen legten Stunden, daß mich auch fein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 9. Lacht der finstern Erdenfluft, lacht des Todes und der Höllen, stegreich sollt ihr aus der Gruft euch dem Heiland zugeſellen; dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geift erhebt von den Lüften dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr dort vereint sollt hinein, wo ihr ewig wünscht zu werden; schickt das Herze da seyn. BAL Mel. Wer nur den lieben 2c. 5. Einen Leib von Gott erbaut wird die neue Welt mir ge 776. Nach einer Prüfung kurzer Tage erben; dann wird der von mir gewartet uns die Ewigkeit. Dort, schaut, der mich will zu sich er dort verwandelt sich die Klage heben; im verklärten Leib werd' in felige Zufriedenheit. Hier ich Jesum sehen ewiglich. kämpft der Christ mit Ernst und Fleiß und jene Welt reicht ihm den Preis. 4. Ich bin Staub und muß daher auch einmal zu Staube werden; das erkenn' ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichfeit um ihn seyn mög' allezeit. 8. Seyd getrost und hoch erfreut, ihr seys Alle Chrifti Glieder; gebt nicht Statt der Traurigkeit, sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wenn einst die Posaune klingt, die durch alle Gräber bringt. 6. Dann werd' ich im hellern Licht Jesum, meinen Heiland, kennen; ich, ich selbst, fein Fremder nicht, werd' in seiner Liebe brennen, und die Schwachheit um und an wird von mir seyn abgethan. 7. Was hier seufzet, was 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, find nur ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch Vom ewigen Leben. 445 und seine Ruh' nimmt in der me, das erwürget ward; und Seele ab und zu. Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusch der eitlen Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt als fällt; bald sinkt er durch des Näch sten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 9. Da werd' ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn; das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn. wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. Da 4. Hier, wo so oft die Tugend leidet, das Laster oft so glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt: hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit feyn. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da giebt mir wieder Gottes Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 5. Hier such' ich nur, dort werd' ich's finden; dort bin ich heilig und verklärt; dann werd' ich ihn erst ganz empfinden, der wahren Tugend hohen Werth; den Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird des Vaters heil' 12. Was seyd ihr Leiden dieger Wille mein Will' und meine fer Erden doch gegen jene HerrFreude seyn, und lieblich We- lichkeit, die offenbart an uns soll sen, Heil die Fülle am Throne werden von Ewigkeit zu EwigGottes mich erfreu'n. Dann keit! Wie nichts, wie gar nichts läßt ein ewiger Gewinn mich gegen sie ist doch der Augenblick fühlen, daß ich selig bin. voll Müh'! 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und Mel. Kommt her zu mir zc. heilig nennen, was Unerforsch- 777. Noch wallen wir im Thränenthal, ge= tes hier geschah; da schau' ich drückt von Kummer, Müh' und im Zusammenhang des Höchsten Rath mit Preis und Dank. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, 2. Den Leib legt man in's Heilig, Heilig singen dem Lam- stille Grab, zum Staube finkt Qual, doch nur noch wenig Tage; dann ruft uns Gott aus dieser Zeit hinüber in die Ewigkeit und endet jede Plage. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sey dir! denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß das Glück erfreu'n, der Retter einer Seele seyn! 446 der Staub hinab, ihn Gott beleben. Mit freiem Flug und frohem Blick kehrt der entbund'ne Geist zurück zu dem, der ihn gegeben. 3. welch ein Glück, vor Gott zu stehn, o Freude, Jesu, dich zu sehn und deines Reiches Glieder! zu sehen dich in deinem Licht von Angesicht zu Angesicht, dich Ersten aller Brüder! Vom ewigen Leben. einst wird zückt, wenn er empor zum Himmel blickt, den du für uns bereitet; wo deine milde Vaterhand an neuen Wundern wird erkannt, die du dort ausgebreitet. Mächtig fühl ich mich getrieben dich zu lieben, der zum Leben jener Welt mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Zwar schenkst du hier der Freuden viel, die zu gerührtem Danfgefühl ein frommes Herz entzünden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben: dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; dort trocknest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, fein Geschrei, denn du, o Herr, machst Alles neu; das Erste ist vergangen. Hinfort sind dort für Gerechte, deine Knechte, keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heiligthum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Dort schaut man ihn nicht mehr von fern; dort wird der Herrlichkeit des Herrn ein würdig Lied gesungen. Völlig giebt sich den Erlösten, sie zu trö sten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. 4. Wie werd' ich dann mich deiner freu'n, wenn zahllos der Erwachten Reih'n vor dir ver, sammelt stehen; wenn du dann meinen Namen nennst und vor den Engeln mich bekennst, die dich mit mir erhöhen. 5. Jch, der hier forget noch und weint, ich werde, wenn dein Tag erscheint, verklärt und felig leben; ich Sündiger von Sünden rein; ich Sterblicher unsterblich seyn, anbetend dich erheben. 6. Und aller hohen Geister Schaar, und was auf Erden heilig war, sind alle meine Brüder; sie alle sind vereint mit mir und singen, treuer Hei land, dir des Dankes Jubellieder. 7. Wie ist der Seligkeit so viel! o Freuden ohne Maaß und Ziel, weit über alles Hoffen. O Ewigkeit, o Ewigkeit, was ist das Leiden dieser Zeit? ich seh' den Himmel offen: 5. Vor seinem Antlig wandeln ste, auf ewig frei von aller Müh', und schmecken seine Güte. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 778. Gott, wie wird Die Liebe waltet dort allein, mein Geist ent- und nimmer störet Furcht und Vom ewigen Leben. 447 Bein den Frieden im Gemüthe.| Wahn nicht stören, weil mich Kein Neid, kein Streit hemmt dein göttlich Wort und mein die Triebe reiner Liebe unter Gewissen lehren, du feyst mein Seelen, die nun ewig nicht mehr Richter dort. fehlen. 2. Ich höre die Posaunen, 6. Gott, welche Schaar ist o Herr, im Geiste schon; mit dort vereint! die Frommen, die sehnsuchtsvollem Staunen seh' ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt dei ne Vaterhand die, welche Liebe hier verband, als Jesu Christi Glieder. Ewig werd' ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln mir zum Segen dort die reinste Freundschaft pflegen. ich den Richterthron. Ich sehe, wie die Menge der Engel um dich steht! Wie zeuget dies Gepränge von deiner Majestät! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn? Zur Rechten auf des Vaters Thron in jenen Himmelshöhen. Dort werd' auch ich, Herr Jesu Christ, der du der Deinen Wonne bist, dich mit Entzücken sehen. Mein Hirt! dann wird von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufge hoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! fein Mensch fann sie erwerben. Jesu, Herr 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verschmäht, der Herrlichkeit! du hast die und schnöder Luft ergeben, nur Stätt auch mir bereit't; hilf mir sie auch ererben! Laß mich eifrig darnach streben und so le ben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. auf das Fleisch gesät. Sie erndten nun Verderben von ihrer bösen Saat; des ew'gen Todes sterben, ist Sold der Missethat. 6. D laß mich oft erwägen dein fünftiges Gericht, damit ich, mir zum Segen, empfinde sein Gewicht. Laß immer mich hienieden im wahren Glauben stehn; dann scheid' ich einst in Frieden, um in dein Reich zu Sünder vor deines Armes Kraft. 3. Umsonst flieht dann der Herr, alle Menschenkinder zieht und sie erscheinen! Laut tönt du zur Rechenschaft. Du rufft der Richterspruch den Sündern und den Deinen zum Segen oder Fluch. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich Angesicht; schon hier dem Fluch entnom men zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlöst von aller Pein, sehn sie den Himmel offen und gehn zum Leben ein. Mel. Valet will ich zc. 779. Richter aller Welz ten, ich denk' an dein Gericht! du fommst, um zu vergelten, glaubt's auch die Thorheit nicht. Mich soll ihr gehn. 448 Vom ewigen Leben. In eigner Melodie. schau', dich erwartet schon deine 780. wie felig feyb ihr Krone! Halt aus im Streit! kurz ist die Zeit! wer glaubt, der überwindet weit! doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen, ihr seyd entgangen aller Noth, die uns noch hält gefangen. 2. 3uruf, der mich neu beseelet! mein Heiland lebt! weg, was mich quälet! auch ich soll da, 2. Wie im Kerfer müssen wir wo er ist, seyn. Mir die Stätte hier leben, wo nur Furcht und zu bereiten, schmeckt' er des ToGrauen uns umschweben; selbst des Bitterfeiten, nahm er das Freudenstunden sind mit Leid und Sorgen oft verbunden. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer sicher und befreit von allem Jammer; kein Kreuz noch Leiden störet eure Ruh' und eure Freuden. Reich als Sieger ein. Von seinem Throne her fleußt welch ein Gnadenmeer! auf mich nieder. Er ist mein Hort und hier und dort mein Seligmacher fort und fort. 4. Christus hat getrocknet eure Thränen, ihr habt schon, wor nach wir uns noch sehnen, ihr härt und sehet was hier keines Menschen Geist verstehet. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben, um des Himmels Frieden zu ererben, wer hier noch weilen und nicht freudig zur Vollendung eilen? 6. Komm', o Jesu, bald, uns zu erlösen von der Erde Last und allem Bösen; bei dir, o Sonne, ist der Frommen Herrlichkeit und Wonne. 3. Und ich sollte trostlos beben, zu schwach, vom Staube mich zu heben, zu dem mich Kummer niederreißt? Nein! das Haupt liebt seine Glieder, der Bruder schämt sich nicht der Brüder; groß ist, was Jesus uns verheißt! die Thräne, die noch quillt, der Schmerz, der uns erfüllt, eilt vorüber: doch ewig neu ist seine Treu', daß Alles durch ihn selig sey. 4. So fahr' fort und streu' mit Weinen die edle Saat, Gott fennt die Seinen, für Ewigkeiten säest du. Nach des rauhen Winters Wüthen erscheinen holes de Frühlingsblüthen, eilt bald die Erndtezeit herzu. Dann geht der Christ hervor, singt mit der Sel'gen Chor Hostanna, preist Gottes Sohn, der reichen Lohn den Gläub'gen giebt vor seinem Thron. 5. Tag, dein harr' ich voll Entzücken, mit nassen, sehnMel. Wachet auf, ruft uns ic. eiß' dich los, mein 781. Rei Geist, von Sorgen! auf finstre Nacht folgt heller Morgen und strahlt in heh rer Lichtgestalt. Hör' es, du, den Elend beuget, so spricht der Herr, der wahrhaft zenget: ich komme bald! ich fomme bald! ich und mit mir mein Lohn; suchtsvollen Blicken zög' ich dich Vom ewigen Leben.. gern schon heut herbei! doch ich soll noch Fesseln tragen, noch oft vielleicht im Stillen klagen, wie schwer der Leib des Todes sey. Getrost! zu meinem Glück bringt jeder Augenblick mich ihm näher. Bald heißt es ja: die Stund' ist da! der Heiland kommt! Hallelujah! 449 5. Was hilft dann alle Größe, die hier den Neid erweckt, wenn dort des Lasters Blöße kein falscher Schein mehr deckt? Was hilft des Nachruhms Lüge, die auf dem Grabmal glänzt? was sind des Helden Siege, den Lorbeer hier bekränzt? 6. Wer wird an jenem Tage dir, Herr, zur Rechten stehn und frei von aller Klage in deinen Himmel gehn? Wer gern der Jünger Zähren mitleidig abgewischt und, ihrer Noth zu wehren, den Labetrunk gemischt. 7. Wer immer in den Deinen dich selbst gesehn, geliebt, und auch der Kleinsten keinen aus Eigensucht betrübt, der wird von dir geladen zu ew'ger Freud' und Ruh'; du, Richter voller Gnaden, sprichst ihm das Erbe zu. Mel. Befiehl du deine Wege zc. 782. Sich, Herr, ich bin verdrossen, zu thun, was dir gefällt, mein Herz wankt unentschlossen und neigt sich hin zur Welt. Mich drückt gleich schweren Ketten der Sünde Sklaverei; verzeuch nicht, mich zu retten, und mache selbst mich frei. 2. Geh' auf in meiner Seele, geh' auf mit deinem Glanz! damit ich dich erwähle, so zeige dich mir ganz! Ein Schrecken allen Sündern bist du, o reinster Geist, Mel. Was mein Gott will ic. doch Vater deinen Kindern, 783. Wie felig find die wenn gnädig du nun, die 3. Sollt' einst dein Tag mich finden mit unbekehrtem Sinn, stürb' ich in meinen Sünden, o Gott! wo flöh' ich hin, wenn, der die Welt gegründet, sich ihr als Richter naht, und graunvoll sich entzündet, der Sitz der Mis ſethat. 4. Die Himmel alle schweiin dem Herren sterben; sie wers den von der Arbeit ruhn und ew'ges Heil ererben. Ostärke, Herr, durch deinen Geist dies gläubige Vertrauen, daß wir im Sterben allermeist auf jenes Leben schauen. Mel. Wo Gott zum Haus zc. gen, der Sünder wird verklagt 784. Mie unaufhaltſam W muß nun bezeugen was sein Gewissen plagt. Er die Zeit, die mir geliehen ist; sie bebt und weicht zurücke, und die rauschet wie ein Strom dahin. Verdammniß glüht in dem er- Wer weiß, wie bald am Ziel starrten Blicke, der seinen Rich- ich bin. ter flieht. 2. Der Richterspruch der Ff 450 Vom ewigen Leben. Ewigkeit erwartet mich nach die- ben, deines Vaters Reich zu ser Zeit und offenbar wird, was erben. ich sey: ein Sünder, oder Gott getreu. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist! er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sey dir nicht mehr fürchterlich, er führt zum Heiligthume dich, zum ew'gen Freudenmahle. Gottes Ruh' ist 4. Verwirf, o Herr, nicht unvergänglich, überschwänglich; deinen Knecht, und Gnade, die Erlösten wird sie unausGnad' ergeh' für Recht; Versprechlich trösten. föhner, Gottes Sohn, mein Heil, sey meine Zuflucht, sey mein Theil! 3. Zum Anschaun Gottes geh' ich ein, ach! oder zu der ew'gen Pein. Gott, mein Heil und mein Vertraun, laß selig mich) dein Antlig schaun. 5. Verleih', o Gott, die Weisheit mir, daß ich mich halte treu zu dir! dann leb' und fterb' ich dir allein, im Leben und im Tode dein. Mel. Wie schön leucht't uns 2. 785. Wie wird mir dann, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde! Von feiner Sünde mehr entweiht, erhoben über Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu' dich, Seele! stärke, tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, das dein Gott dir dann wird geben. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eh' ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater! ich befehle meine Seele deinen Händen; laß mich nur in Frieden enden! 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch dann fern vom an Krone pranget: dann sey ein jeder Tag geweiht dem Ringen um die Seligkeit, nach der mein Herz verlanget. Laß mich, Va ter, reiche Saaten, gute Thaten einst begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 6. Wie wird mir dann, ach dann mir seyn, wenn ich, mich 2. Ich freue mich und bebe ganz des Herrn zu freun, ihn doch; so beugt mich meines dort anbeten werde! Von keiElends Joch, der Fluch der ner Sünde mehr entweiht, ein Sünde nieder. Der Herr er Mitgenoß der Ewigkeit, nicht leichtert, was mich drückt; mein mehr der Mensch von Erde. Heis banges Herz, durch ihn erquickt, lig! heilig! heilig! singen wir glaubt und erhebt sich wieder. und bringen deinem Namen Jesus Christus! laß mich stre- Ehr' und Preis auf ewig. ben, dir zu leben, dir zu ster- Amen! Vom In eigner Melodie. ird das 786. M Wird Freude seyn, ewigen Leben. 451 mein Tod betrüben, denkt: bort nicht wird Freude seyn. Mel. Was Gott thut, das zc. wenn dort zum sel'gen Schauen nach gläubigem Vertrauen die Frommen gehen ein; wenn wir 787. Wir warten dein, o Gottes Sohn, den Herrn erblicken, der ewig kann erquicken? Wird das nicht Freude seyn? 2. Wird das nicht Freude seyn, wenn, die uns Gott genommen, dort uns entgegen kommen zum ewigen Verein; wenn liebend uns umschließen, die weis nend wir verließen? Wird das nicht Freude seyn? 790522 Sund 3. Wird das nicht Freude seyn, wenn wir, befceit von Mängeln, mit Seligen und En geln Gott dienen fromm und rein; wenn wir von Kümmernissen und Sorgen nichts mehr wissen? Wird das nicht Freude seyn? Je und lieben dein Erscheinen. Bald ist die Wartezeit entflohn, bald kommst du zu den Deinen. Wer an dich glaubt, erhebt sein Haupt und sieht dir froh entgegen, du bringst ja Himmelslegen. 2. Wir warten dein, doch mit Geduld, in unsern Prüfungstagen. Du hast dein Kreuz für unsre Schuld so demuthsvoll nicht mit dir zum Kreuze gern getragen: wie sollten wir uns bequemen, bis du's hinweg wirst nehmen? 3. Wir warten dein, du hast uns ja das Herz schon hingenommen. Stets bist du uns im Geiste nah', doch willst du sichtbar kommen, und dann wirst du bei dir uns Ruh', bei dir uns Freude geben und ew'ges Himmelsleben. 4. Wird das nicht Freude seyn, wenn in des Himmels Chören wir Gottes Lob vermehren und ewig Dank ihm weihn; wenn wir zum Throne dringen 4. Wir warten dein du und heilig! heilig! fingen? fommst gewiß, dir flopfen schon Wird das nicht Frende seyn? die Herzen, vergessen aller Küm5. Ja, das wird Freude merniß, vergessen aller Schmer seyn; die Güter dieser Erden, zen. Dereinst, dereinst, wann die Ehren voll Beschwerden, sie du erscheinst, soll unser Mund sind nur eitler Schein. Darum lobsingen und ewig Dank dir ihr, meine Lieben, will euch bringen. Ff2 452 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. dad XXVII. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. A. Morgenlieder. Mel. Valet will ich dir ac. müthig seyn und nicht kleingläubig zagen, bringt gleich ein Kreuz 788. Auf, auf, den Herrn herein. zu loben, erwache, mein Gemüth! dem großen Va ter droben erschall' ein frommes Lied! denn wer erhielt mein Leben in der vergangnen Nacht? Der Herr, der mir's gegeben, der hat es auch bewacht. 4. Send' auch auf meinen Wegen mir deinen Engel zu und sprich du selbst den Segen zu Allem, was ich thu'. Verleihe du mir Kräfte aus deines Himmels Höhn, daß des Berufs Geschäfte erwünscht von statten gehn. 6. Hilf, daß in meinem Stande ich thu', was dir gefällt; auch laß mich nicht in Schande gerathen vor der Welt. Nicht', Herr, mein ganzes Leben nach déinem Willen ein und laß mein Haus daneben von dir gesegnet seyn. 2. Beschüßzer aller Welten, wie dank ich würdig dir, wie soll ich dir vergelten, was du gethan an mir? Mein Opfer ist geringe; ein dir ergebner Sinn ist Alles, was ich bringe; nimm du es gnädig hin. 3. Verzeihe mir die Sünde, die ich bisher verübt, weil ich mit Reu' empfinde, daß ich dich so betrübt; verzeihe mir und dämpfe die fündliche Begier, mit der ich täglich kämpfe, ja, hilf 789. Brich an, du schönes du selber mir. Tageslicht! erschein' in deinem Purpurkleide! mit dir heb' ich mein Angesicht zum Quell des Lichtes und der Freude. Ja, Herr, zeuch meinen Geist und Sinn zu deinem Himmelslichte hin! 7. Vor Allem hilf mir sorgen, wie ich so leben mag, daß ich an jedem Morgen denk' an den letzten Tag; und wird er einst anbrechen, so gieb, daß ich erfreut von Herzen könne sprechen: Komm, Herr, ich bin bereit. In eigner Melodie. 40774 2. Du hast mit deiner Liebeshand mich treu beschüßt in Noth 5. Gieb mir vor allen Din- und Plagen, Gefahren gnädig gen getrosten Muth und Geist, abgewandt, mich unverdient mit das freudig zu vollbringen, was Huld getragen. Auch für den mein Beruf mich heißt. Laß Schutz in dieser Nacht sey dir mich in guten Tagen nicht über- mein frommer Dank gebracht. $ 18 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 453 3. Fach' in mir heut von reget sich, ist munter, frisch Neuem an dein göttlich, geistig, und wach. himmlisch Leben, daß ich auf deines Geistes Bahn nach Licht und Wahrheit möge streben, daß ich nicht lebe selber mir, nein, Christus in mir für und für. 2. Auch du, mein Geift, ihr, meine Kräfte, ermuntert ench, legt alle Trägheit ab! Gott loben sey mein erst Geschäfte, den treuen Gott, der Seinen Schuß und Stab. Sein Auge schläft und schlummert ewig nicht, weil es der Gottheit nie an Kraft gebricht. 3. Gott ist mein Schöpfer und mein Vater, deß Huld mir Leib und Seel' und Alles gab; er ist mein Freund und mein Berather; was an mir gut ist, kommt von ihm herab. Er nährt und pflegt, er hält und träget mid), und seine Treu' erneuert täglich sich. 4. Oft ging ich irr' auf finstern Wegen, da zeigt er mir sein freundlich Angesicht. Ich ſpürte feines Geistes Regen und kam zu seinem wunderbaren Licht. Mir war, als sey ich aus dem Schlaf erwacht und hinter mir läg' eine tiefe Nacht. 5. In Christo hat er mich geliebet, durch Christi Tod bin ich mit ihm versöhnt. O große Huld, die mir vergiebet, o größre Huld, die mich mit Chrifto frönt! Ja, durch den Sohn bin ich des Vaters Kind und erbe Güter einst, die ewig sind. 4. Gieb du, der Alles in uns schafft, daß ich im Glauben mich erneue und durch des Glaubens Trieb und Kraft mich deinem Dienst mit Freuden weihe; in Lieb' entbrennet dann mein Herz auch bei des Nächsten Glück und Schmerz. 5. Ich tracht', o Gott, nach keiner Ehr', nur deine Kindschaft möcht' ich haben; auch feinen Reichthum wünsch' ich mehr, nur Christus fann die Seele laben; und wohnt dein Geist in meiner Brust, dann acht' ich keiner Er denluft. 6. Mein Vater, dir ergeb' ich mich auf's Neu' zu deinem Wohlgefallen. Hilf mir auch heute gnädiglich, in wahrer Furcht vor dir zu wallen! Laß all mein Thun in dir geschehn, dann wird mein Leben dich er höhn. Mel. Dir, dir, Jehovah zc. er frohe Morgen fommt gegan 790. 6. Gott hat mir seinen Geist gen, das Dunkel weicht, der gegeben, ein himmlisch Licht nette Tag bricht an! Bald wird dem irrenden Verstand, der leidie Sonn' am Himmel prangen; seht, schon beginnt sie ihre Segensbahn. Was in der Nacht erstarrt und schlafend lag, das tet mich zum wahren Leben, ist mir der Gnade sich'res Unterpfand. Und wenn ich schwach, gebeugt und elend bin, labt er 454 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. mit Fried' und Trost den blöden Sinn. 7. D'rum will ich, Gott, mich dir ergeben und deiner Treu mich ewig anvertraun. Gebeiliget sey dir mein Leben, mein Auge foll beständig auf dich schaun, daß dieser Tag, zu dem ich bin erwacht, dir wohlgefällig werde zugebracht. 8. Ja, segne, Vater, und behüte an Leib und Seele mich, denn ich bin dein. Das Antlig deiner Lieb' und Güte erleuchte mich mit seiner Klarheit Schein. O richt' auf mich dein gnädig Angesicht und gönne mir dein himmlisch Friedenslicht. und weislich fliehn die eitle Luft der Welt. O stärke selbst durch deine Gnade mich, denn was vermag ich Schwacher ohne dich? 4. Laß diesen Tag mich so vollbringen, daß ich ihn ohne Reu' beschließen kann. Soll guter Vorsaß mir mißlingen, so nimm als That den Vorsat gnädig an. Auch dieser Theil von meiner Uebungszeit sey mir Gewinn noch für die Ewigkeit. 5. Gieb mir auch heute, was mir nüßet; vor Allem aber gieb ein ruhig Herz, das sich auf deine Weisheit stüßet und dir vertraut auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mir zum wahren Wohl gebricht und dies versagst du meinen Mel. Dir, dir, Jehovah will ic. 791. Dich, dich, mein Bitten nicht. Gott, will ich 6. In diesem findlichen Vererheben: du warst mein Schirm trauen will ich an des Berufs in der verfloßnen Nacht, er- Geschäfte gehn, auf deinen quicktest mich, erhieltst mein Le- sichern Beistand bauen und ben und schafftest, daß ich fröh- deiner Fügung still entgegen lich bin erwacht. Wer bin ich, sehn. Ich weiß, du führst mich daß du meiner so gedenkst und stets auf rechter Bahn und wieder einen Tag zum Heil mir nimmst mich einst gewiß zu Ehschenkst? ren an. 2. Auch über mir ist deine Güte noch immerfort an jedem Morgen neu. Mit Mel. Wie schön leucht't uns ic. freudigem Gemüthe fühl ich die 792. Dich seh' ich wieder, Größe deiner Vatertreu'. Auch diesen Tag will ich mich deiner freun; auch er soll deinem Dienst geheiligt seyn. Morgenlicht, und freue mich der süßen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will voll frommer Dankbegier in die ser Morgenstunde dir Preis und Anbetung bringen. Schöpfer! Vater! Deine Treue rührt aufs Neue mein Gemüthe. Froh em3. Vor deinen Augen will ich wandeln und redlich thun, was dir, mein Gott, gefällt; gewissenhaft in Allem handeln pfind' ich deine Güte. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 455 2. Du warst um mich in die Gott, der du mir's gegeben, ich fer Nacht, dein Auge hat mich danke dir dafür. Du hast, von treu bewacht, dein Schild hat Huld bewogen, mich aus dem mich bedecket. Zu meinem Le Nichts gezogen, durch deine ben fügest du jetzt einen neuen Güte bin ich hier. Tag hinzu, da mich dein Licht erwecket. Kräftig strömet jeßt mir wieder durch die Glieder neues Leben: dafür will ich dich erheben. 3. Die Nacht entfloh auf dein Gebot! so gieb, daß auch von mir, mein Gott, die finstre Sorge fliehe; daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nußen mich bemühe. Dir ist Alles, was mir fehlet, was mich quälet, nicht verborgen; auf dich werf ich meine Sorgen. 4. Ich bin ein Christ! o Herr, verleih', daß ich des Namens würdig sey; mein Ruhm fey deine Gnade! Erleuchte mich mit deinem Licht, dann geh' ich recht und irre nicht von deiner Wahr heit Pfade. Gnädig hilf mir standhaft ringen, zu bezwingen Welt und Sünden, um in dir mein Heil zu finden. 5. Zu dir, an dem mein Glaube hält, soll auch in dem Geräusch der Welt sich still mein Herz erheben. Bin ich vereinigt nur mit dir, wirst du in aller Unruh hier mir wahre Ruhe geben. Einst, Herr, hoff' ich dich zu loben, wo dort oben für die Frommen wird der ew'ge Morgen kommen. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage und wandtest auch die Plage zu meiner Seelen wahrem Glück. Treue, der ich mich täglich freue, 3. Ich bin nicht werth der der Huld, die mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. Sehnen und zähltest meine 4. Du fanntest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh' ich bereitet war. Noch konnt' ich dich nicht den fen, zu dir das Herz nicht lenfen, da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Für alle meine Sünden, Herr, ließest du mich finden in Christo Gnad' und Huld. D Höchster, welch Erbarmen! du nahmest an mich Armen und. tilgtest alle meine Schuld. 6. Daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist re gierest, dies, Vater, dank' ich dir. Daß du mein Leben fristest, mit deiner Kraft mich rüstest, dies Alles, Vater, dank' ich dir. 7. Was noch in diesem Leben mir frommt, wirst du mir geben; du giebst's, ich hoff' auf dich. Ja, Vater, ich befehle Mel. Nun ruhen alle Wälder 2. 793. ir bank ich für dir kindlich Leib und Seele; mein und behüte mich. 456 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. Ich will dich lieben, meine c. in neuer Tag, ein 794. Cin neues Leben geht Mel. Es ist gewißlich an der ic. mit der neuen Woche an; du wollest, Gott, aufs Neu' mir geben, was mir ſonst Niemand 795. Erheb'o meine Seele geben fann; denn hab' ich deine Gnade nicht, woher dann Trost und Licht? dich, Finsterniß vergehet, schon zeigt der Glanz des Tages sich, die Sonn' am Himmel stehet. Zu Gott erhebe deinen Sinn, daß er dein Werk in dir beginn', indem sein Licht dir leuchtet. 2. Laßt, Brüder, an das Werk uns gehn, den Herrn froh zu erheben; in Chrifto laßt uns auferstehn und zeigen, daß wir Gnadenschein nicht eine Stunde leben; laßt uns in seinem müßig seyn: Gott ist's, der uns erleuchtet. 2. Ich grüße diesen lieben Morgen, mich schüßte deine Vaterhand, ich bin getrost, denn tausend Sorgen hast du schon gnädig abgewandt. Ach, Herr, wer bin ich Armer doch? Du forgst, d'rum leb' ich noch. 3. Nun das erkenn' ich, Herr, und gebe mich freudig dir zum Opfer hin; doch weil ich hier, so lang' ich lebe, mit Noth und Tod umfangen bin, so weich' auch heute nicht von mir, die Hülfe steht bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blühn; erlöse mich vom Sündenjoche und laß mich jedes Unrecht fliehn. Gieb deinen Geist, der mich regier', auf ebner Bahn mich führ'. 5. Soll ich mein Brod mit Kummer effen, so laß es doch gesegnet seyn, und was du sonst mir zugemessen, das richte mir zum Besten ein; ich bitte nicht um Ueberfluß, gieb, was ich haben muß. 6. Du thust gewiß, mein Gott, das Deine, ich will mit dir das Meine thun. Behüte Beide, Groß und Kleine, laß sie in deiner Liebe ruhn und hilf, daß Jeder diesen Tag mit dir beschließen mag. 3. Ein Tag geht nach dem andern fort; doch Gottes Werk bleibt liegen, weil ohne That, mit bloßem Wort, so Viele fich betrügen! Gieb, daß wir freu dig gehn ans Werk, verleih' uns Gnade, Kraft und Stärk' im Licht, das uns erleuchtet. 4. Du zeigst, was zu vollbringen sey auf unsern Glaus benswegen; so hilf nun auch und steh' uns bei, und gieb uns deinen Segen: dann geht, o Herr, dein Will' und Wort von Land zu Land, von Ort zu Ort, so weit dein Licht nur leuchtet. 5. Das Licht des Glaubens sey in mir ein Licht der Kraft und Stärke; die Demuth werde meine Zier und leucht' aus jes dem Werke; der Geist der Weisheit steh' mir bei und mache Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 457 mich des Irrthums frei, so bin| Hort; nirgends als bei dir alich ganz erleuchtet. lein fann ich recht bewahret seyn. 6. Erheb' auf mich dein An- 6. Meinen Leib und meine gesicht, o Vater, aus der Höhe, Seele sammt den Sinnen und erhalte mir das rechte Licht, daß Verstand, großer Gott, ich dir deine Weg' ich gehe, bis ich befehle unter deine starke Hand; einst fomm' in jene Stadt, die Herr, mein Heil, mein Schild deine Hand gegründet hat und und Ruhm, schüße mich, dein ewiglich erleuchtet. mas Eigenthum. 7. Deinen Engel zu mir sende, wenn Gewalt und List mir droht, Alles mir zum Besten wende, es sey Leben oder Tod; sterb' ich einst, dann führe du mich zu deiner ew'gen Ruly'. 796. S In eigner Melodie. ott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, starke Hand Welt und was drinnen ist 797. Gruffes preifet, der Mel. Gott des Himmels ic. roßer Gott, den uns je und je geliebt, sich als Vater uns erweiset, uns den Sohn zum Heiland giebt; heute weckt des Tages Lauf mich zur lauten Andacht auf. 2. O wie lieb' ich diese Stunden, wo die Welt mich ruhen läßt, wo wir, treu in ihm verbunden, feiern unsers Heilands Fest, und er uns durch seinen Geist selbst den Weg zum Himmel weist. erhält. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen haft behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden so wie diese Nacht vergehn, laß bei dir mich Gnade finden, glaubensvoll auf Jesum sehn, der für meine Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 3. Habe Dank für diesen 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen, der mir Kraft zum Morgen geistlich auferstehen Guten schenkt! Das sind doch mag und für meine Seele sor- die besten Sorgen, wenn sein gen, eh' erscheint dein großer Heil der Mensch bedenkt; wenn Tag; dann beb' ich als Sünder nicht, wenn du kommst und hältst Gericht. er betet, wenn er singt, daß es durch die Wolken dringt. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, sey und bleibe du auch 4. Was ist sel'ger, als Gott dienen! Was ist süßer, als sein Wort! Laßt uns sammeln gleich den Bienen, Jeder trage Segen heute mein Beschüßer und mein fort! Selig ist, wer Nacht 458 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. und Tag gern darin sich üben mag. did shos 5. D mein Gott, sprich sel ber Amen, denn wir sind dein Eigenthum; Alles preise deinen 799. Namen, Alles mehre deinen Ruhm, bis es fünftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. mel. Balet will ich dir geben 26. ob sey dir, der den Morgen uns fendet nach der Nacht! Wir schliefen ohne Sorgen, weil du für uns gewacht. Du, der die Erde schmücket und was da lebt erfreut, hast uns im Schlaf erMel. Meinen Jesum laß ich sc. 798. Nicht vom Licht, er- quicket und unsre Kraft erneut. leuchte mich bei dem neuen Tageslichte! Gnadensonne, zeige dich meinem frohen Angesichte! Deiner Weis heit Himmelsglanz schmücke meinen Sabbath ganz. 2. Von dir ist mir gegeben, Herr, was ich hab' und bin; doch dies mein irdisch Leben eilt schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz verschwunden, der Wallfahrt furze Zeit; doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit.d ich werdeinst auferstehn, mein 3. D theurer, hoher Glaube: ich werd' einst auferstehn, mein Leib nur wird zu Staube, mein Geist wird nicht vergehn! Laß mich dies nie vergessen; der heil's mich ermessen, was ich einst gen Hoffnung voll, laß täglich werden soll. 2. Dieser Tag sey dir ge weiht; weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlich keit mich zum Tempel zube reiten, nichts begehren und nichts thun, als in deiner Liebe ruhn! dann schon hier, wie's im Himmel ist bei dir. 3. Brunnquell aller Selig feit, laß mir deine Ströme fließen! Mache Mund und Herz bereit, ihre Fülle zu genießen. Streu' das Wort in Segen ein, laß es hundertsrüchtig seyn! 4. Sollt' ich nach Reichthum trachten? Er täuschet nur das Herz. Nach Ehr' und Weltlust schmachten? Ihr Lohn ist Reu' 4. Zünde selbst mein Opfer und Schmerz. Hienieden schon an, das schon auf den Lippen auf Erden soll meine Seele lieget, und erhelle mir die Bahn, rein, ein Tempel Gottes wer wo kein Irrthum mich betrüget, den, ganz ihm geheiligt seyn. wo fein falsches Feuer brennt, welches dein Altar nicht fennt. 5. Getrost, mein Geist, ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zuversicht! Ermuntre dich und streite, des Sieges Lohn ist nah'! Getrost, vielleicht ist heute 5. Mache Wohnung, Herr, bei mir; bau' ein Paradies im Herzen; ruh' in mir und ich in dir, so quillt Freude selbst aus Schmerzen, und ich schmecke des Kampfes Ende da. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 459 Mel. Ich dank' dir schon 2c. 800. Min ein erst Gefühl sey Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; lobsing' ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schützt mich vor Gefahren? 10. Daß ich, als ein getreuer Knecht, nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe. 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß noch Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Mel. Ich will dich lieben sc. 801. Mein Gott; nun das Pflicht, sich sicher zu bedecken, wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf. Nun wachen alle 5. Du bist es, Gott und meine Sorgen auf einmal wieHerr der Welt, und dein ist under mit mir auf: die Ruh' ist ser Leben. Du bist es, der es aus, der Schlaf dahin; ich sehe, uns erhält und mir's jetzt neu wo ich bin. gegeben. 2. Ich bin noch immer auf 6. Gelobet feyst du, Gott der Erde, wo jeder Tag sein der Macht, gelobt sey deine Elend hat; wo ich nur immer Treue, daß ich, nach einer sanf ten Nacht, mich dieses Tags erfreue. älter werde und niemals rein von Missethat: lebt' ich doch stets nach deinem Sinn, 0 Gott, durch den ich bin! 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele; sey mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue. 3. Vergieb mir alle meine Sünden; o, siehe meinen Mittler an und laß mich durch ihn Gnade finden, der für mich hat genug gethan! Ist deine Gnade nur mein Theil, so fehlt mir nichts zum Heil. 4. Hilf du in allen Sachen rathen; denn wo wär' ich mir selbst genug? Bewahre mich vor Missethaten, vor böser Men schen List und Trug; laß mich 460 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. den Tag wohl wenden an zum| nie leide; laß uns hell und Guten, wie ich kann. sündenrein vor dir seyn. 00 5. Bewahre mir Leib, Seel' 5. Ach, du Aufgang aus der und Leben, Verwandte, Freunde, Höh', gieb, daß auch an jenem Hab' und Gut! Willst du mir Tage deine gläub'ge Schaar erKreuz zu tragen geben, so gieb, steh' und, erlöst von aller Plage, dabei mir frohen Muth; die auf der ew'gen Freudenbahn Freuden, die du willst verleihn, wallen kann. laß mir zum Segen seyn. 6. Leucht' uns selbst in jene 6. Du gabft mir Kraft, jetzt Welt, du verklärte Gnadenaufzustehen, dein Aufsehn ist's, fonne, führ' uns durch das was mich erhält! Ich weiß Thränenfeld in das Land der nicht, wie mir's heut' wird gesüßen Wonne, wo, was selig hen, mach' Alles so, wie dir's uns erhöht, nie vergeht. gefällt: dein will ich todt und lebend seyn! Ja dein, o Gott, allein. In eigner Melodie. 802. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht auf mich sieht. vom unerschaff'nen Lichte, hilf 2. Ich schaue freudig wiein dieser Morgenzeit, daß dein der der Morgensonne Pracht, Schein sich zu uns richte, und und falle betend nieder vor ihm, der sie gemacht. vertreib' durch deine Macht unfre Nacht. 2. Deiner Gnade Morgenthau fent', o Herr, auf uns sich nieder, daß, gleich Blumen auf der Au, sich die Seel' erhebe wie der, Segen ström' auf deine Schaar immerdar. Mel. Christus, der ist mein 2c. 803. Noch läst der Herr mich leben, erschall' ihm, o mein Lied, ich will ihn froh erheben, der gnädig 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut unsers Herzens Kält' er tödte, und erwecke Sinn und Muth bei der neuen Morgen röthe, daß wir, deine Bahn zu gehn, recht aufstehn. 3. Du Herrscher aller Welten nimmst dich auch meiner an, wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Dir will ich freudig fingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. 5. Dir hab' ich mich erge ben, ich freue mich in dir; erfreuender, als Leben, ist deine Gnade mir. 6. Sie führe mich auch heute auf meines Heilands Pfad du, ewig Weiser, leite mich selbst 4. Schmück' uns mit Gerechtigkeit, als mit einem weißen nach deinem Rath. Kleide, das von uns nie werd' 7. O höre, was ich flehe: entweiht und an seinem Glanz gieb mir ein weises Herz, daß Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 461 ich auf dich stets sehe, in Freude| Seel' und Leib mit dir vereiwie in Schmerz. nigt sich. 8. Lehr' mich am ersten trachten nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achten, als allen Ruhm der Welt. 9. Bereit, den Lauf zu schlieBen, bewährt durch Glück und Noth, und ruhig im Gewissen, so finde mich der Tod. Mel. O Gott, du frommer 2c. 804. Jefu, füßes Licht, nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs Neue mich um fangen. Gestärkt an Leib und Seel' bin ich vom Schlaf erwacht und wende mich zu dir, der stets mein Heil bedacht. 5. Auch heute schmücke mich mit Glauben und mit Liebe, mit Hoffnung und Geduld durch deines Geistes Triebe. Kann ich Gerechtigkeit zum Kleide nur empfahn, dann bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 6. Du, Herr, in dem wir sind, in dem wir Alle leben, laß dein' Allgegenwart mir ſtets vor Augen schweben, damit mein ganzes Thun durch Herz und Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund'. 7. O segne, Herr, mein Werk, mein Reden und mein 2. Was soll ich dir, mein Kraft wollst du es weislich Denken, durch deines Geistes Gott, als Dankesopfer schen- lenken; laß Alles nur geschehn ten? Ich will mich ganz und zu deines Namens Ruhm, auf gar in deine Gnad' versenken. daß ich für und für verbleib' Mein Leib und Seel' und Geist dein Eigenthum. sey dein auf diesen Tag; das soll mein Opfer seyn, weil ich Mel. Meinen Jesum laß ich nicht sc. sonst nichts vermag. TOPPERS ( chließet euch, ihr 3. Ja, dir zum Eigenthum, 805. Augen, auf! Herr, weih' ich meine Seele; Schaut das große Licht der Ernimm sie in deine Hut, daß den! Es erneuert feinen Lauf, ihr fein Gutes fehle; dir geb' um ein Leitstern euch zu werich meinen Geist, verschmäh' den. Seht, die Sonne geht die Gabe nicht, verkläre dich hervor, sie weist euch zu Gott in ihm durch deines Geistes empor. Licht. 2. Seh' ich auf die Nacht zu4. Ich will auch meinen rück: glücklich ließ mich Gott Leib zum Tempel dir ergeben, sie enden und ich kann den darin du wohnen magst, ofrohen Blick zu des Himmels Herr, mein Heil und Leben! Höhen wenden. Möge dort Ja, wohn' und leb' in mir, be mein Wandel seyn mit den weg' und rege mich, so hat Geist, Frommen fromm und rein. 462 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 3. Herr, zu deines Namens| dich schrecken, dein Vater wird Ruhm, sorge du für mich auch dich decken. heute, daß mich als dein Ei genthum Gnad' und Segen stets geleite; was ich thun und reden soll, das gerathe Alles wohl. 4. Wenn mir Noth vor Augen schwebt, soll mein Seufzen zu dir dringen, wenn das Herz vor Furcht erbebt, soll es sich zum Himmel schwingen, und die Antwort werde mir: fürchte nichts, ich bin bei dir. 5. Halte mein Gewissen frei, daß ich heut' es nicht beflecke; kommt Versuchung auch herbei, gieb, daß es mich bald er wecke, daß ich heilsam bleib' und fleh' und der Sieg mir nicht entſteh'! 6. Alles werf ich dann auf dich, und so darf ich nimmer zagen, und dein Geist erleuchte mich, wohl zu nußen Freud' und Plagen, so werd' ich gebessert seyn, stellt sich heut der Abend ein. 4. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen; dein ist es, daß aufs Neue ich mich des Lebens freue. 3. Du, höchster Schuß der Müden, sprachst zu mir: schlaf in Frieden! fein Unfall foll 5. Du willst ein Opfer haben: was bring' ich dir für Gaben? Ich fall in Demuth nieder und bring' Gebet und Lieder. 6. Du, der ins Herz kannst sehen, wirst diese nicht verschmähen, du weißt, daß ich zur Gabe nichts als dies Opfer habe. 7. Du wollst dein Werk vollenden, mir deinen Engel sen den, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten und laß sie wohl ge rathen; den Anfang und das Ende, o Herr, zum Besten wende. 9. Erhäre meine Bitte; mein Herz sey deine Hütte, dein Wort sey meine Speise auf meiner Himmelsreiſe. In eigner Melodie. 806. Wers, und finge Lach' auf, Mel. Werde munter, mein 2c. dem Schöpfer aller Dinge, dem 807. Wenn ich einst von jenem SchlumGeber aller Güter, der Menschen treuem Hüter. mer, welcher Tod heißt, aufersteh', und befreit von allem Kum 2. Nur er konnt' in Gefah- mer jenen schönern Morgen seh': ren mich väterlich bewahren, o dann wach' ich anders auf! als mich die dunkeln Schatten Schon am Ziel ist dann mein der Nacht umgeben hatten. Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 2. Gieb, daß keiner von den Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 463 Tagen dieser ernsten Prüfungs- 4. Doch ich komme mit Vers zeit jenem Tag einst dürfe sa langen, o mein Herzensfreund, gen, er sey ganz von mir ent- zu dir! Neige du dein Licht zu weiht. Auch noch heute wacht' mir, da der Tag nunmehr ver ich auf; Dank sey dir! Zu dir gangen! Sey du selbst mein hinauf führe jeder meiner Tage Sonnenlicht, das durch alles mich durch Freude wie durch Dunkel bricht. Plage: 3. Daß ich gern, sie vor mir sehe, wenn ihr legter nun erscheint, wenn zum dunklen Thal ich gehe und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein und laß mich den Stärksten seyn, daß ich ihn zum Himmel weise und dich, Herr des Todes, preife. Mel. Nun ruhen alle Wälder ic. Tuch dieses Tages 809. Au Stunden sind mir, Gottlob! verschwunden in uns gestörter Ruh'! Bald sinkt die Sonne nieder, die stille Nacht ch, mein Jesu, sich sanft die Augen zu. fommt wieder und schließt uns 2. Laßt uns vor Gott erSegen uns dieser Tag gebracht! wägen, welch unverdienten welch Laßt uns von Dank entbrennen und tief gerührt bekennen: der Herr hat Alles wohl gemacht! 3. Du, Gott der Treu' und Gnade, hast segensvolle Pfade uns bis hieher geführt. Nicht uns, dir sey die Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt! B. Abendlieder. Mel. Ach, was soll ich Sünder 2c. 808. A ich trete, da der Tag nunmehr sich neigt und die Finsterniß sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete: neige du zu deinem Sinn ganz mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn geschwinde wie ein Pfeil zur Ewig feit; selbst die längste Lebenszeit rauscht vorüber wie die Winde, strömt dahin schnell, wie ein Fluß stürzet seinen Was ferguß. 5. Laß mich wohl die Tage zählen, die du mir noch gönnen willt. Ist mein Herz von dir erfüllt, so wird nichts mich können quälen, denn wo du bist Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. 3. Und, mein Jesu, sieh, ich Armer nehme dich nicht recht in Acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich suchte, mein Erbarmer! Ach, wie mancher Tag geht hin, da ich kalt und träge bin. 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslast beschie den, auch er sey dir geweiht. Wir schlummern ohne Sorgen; du weckst uns wieder morgen, hier oder in der Ewigkeit. 464 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. Der Tag ist hin zc. mit ihrem Glanz mein Jeju bei 811. Die Sonn' hat sich gewendet und, was sie soll, auf diesen Tag vollendet; die Nacht bricht ein mit ihrer stillen Ruby' und schließet sanft die müden Augen zu. In eigner Melebie. 810. Der Tag ist hin, mir bleibe, o Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe; geh' auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit, erleuchte mich in dieser Dunkelheit. 2. Lob, Preis und Dank sey dir, mein Gott, gesungen! Die Ehr' ist dein, wenn mir ein Werk gelungen. Versteh' ich auch nicht immer deinen Rath, du führeft stets mich auf den besten Pfad. 2. Ich preise dich, du Herr der Tag' und Nächte, daß deine Hand und hochgerühmte Rechte mich hat bewahrt vor aller Plag' und Noth, die überall dem schwachen Menschen droht. 3. Nur Eines ist, das mich empfindlich quälet, daß Festigfeit im Guten mir noch fehlet. Du weißt, o Gott, wie sehr mein Herz dich liebt, und doch denschein in Ewigkeit bei dir wird noch dein Geist von mir betrübt. erloschen seyn. 4. Vergieb mir, Herr, es fagt mir mein Gewissen, daß Sünd' und Welt mich oft von dir gerissen. Es thut mir leid, ich stell' mich wieder ein; da ist die Hand: du mein und ich bin dein. 3. Vergieb, wo ich bei Tage so gelebet, daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet. Laß alle Schuld durch deinen Gna4. Schaff', daß mein Geist dich ungehindert schaue, indem ich mich der dunkeln Nacht vertraue, daß für den Leib, auf diesen schweren Tag, des fanf ten Schlafs Erquickung folgen mag. 5. Du starker Schuß der 5. Herr, wenn mich wird Herzen, die dir trauen; o laß die lange Nacht bedecken und auch mich stets deine Hülfe schauen. Wenn über mich stets deine Gnade wacht, so fürcht' ich nicht des Bösen List und Macht. in die Ruh' des tiefen Grabes strecken, so blicke mich mit dei nen Augen an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann. 6. Du schlummerst nicht, wenn meine Kräft' erschlaffen; o laß die Seel' im Schlaf auch Gutes schaffen! O Lebenssonn', erquicke meinen Sinn; dich laß ich nie, mein Licht, der Tag tergehn. ist hin. A 6. Und laß darauf, zugleich mit allen Frommen, mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen. Laß mich das Licht des ew'gen Tages sehn, das nimmermehr in Nacht wird un1 Lieder für besondere Zeiten und Verhältniſse. 465 Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. Sturme, am Menschen und 812. Die Sonne senkt sich am Wurme, groß zeigſt du, nieder, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh'. Erschöpft sind unsre Kräfte vom schweren Tagsgeschäfte, bald schlie Ben sich die Augen zu. 2. Noch wach' ich und erhebe dich, Gott, durch den ich lebe, daß du mein Vater bist. Mit 9. Soll mir der Schlaf zum Dank will ich erwägen, daß Leben erneute Kräfte geben, so deiner Liebe Segen noch nie von mir gewichen ist. 3. Von dir kommt jede Gabe, das Leben, das ich habe, die Sicherheit der Nacht. Du bift der Quell der Güter, mein will ich deß mich freun; soll er mein Leben enden, so wirft du mich vollenden und auch mein Gott im Tode seyn. Schöpfer, deine Macht. 8. Drum schwinde alles Granen; dir will ich froh vertrauen, denn du sorgst auch für mich. Ja, Vater, ich befehle getrost dir Leib und Seele, du bist mein Gott, ich hoff auf dich. In eigner Melodie. Schuß und treuer Hüter, der, 813. Gott, Bater, Sohn wenn ich und wacht. der Güte, die mein Loblied preist, bin ich viel zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich singe. 4. Du läßt es finster wer den und hüllst den Kreis der Erden in tiefe Dunkelheit; doch auch in dunkler Stille wohnst du mit deiner Fülle und zeigst uns deine Herrlichkeit. 5. Du führst aus weiter Ferne den Mond und tausend Sterne mit Majestät heranf. Sie leuchten dir zur Ehre hoch über Erd' und Meere und deine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Als Zeugen deiner Stärke stehn lauter Wunderwerke in deiner Schöpfung da; und du, der sie bereitet und Mond und Sterne leitet, du bist auch mir im Staube nah'. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut' an mir gethan, mir, was ich bat, gewähret; hast väterlich mein Haus und mich beschüßet und genähret. 3. Du hast mir, was ich bin, geschenkt, den Geist, der deiner froh gedenkt, ein ruhiges Gemüthe. Was meine Kraft je Gutes schafft, ist Alles deine Güte. 4. Sey auch, nach deiner Lieb' und Macht, mein Schutz und Schirm in dieser Nacht, ver7. Groß, wenn der Morgen gieb mir meine Sünden. Und grauet, groß, wenn der Abend fommt mein Tod, o Herr mein thauet, groß in der stillen Gott, so laß mich Gnade Nacht; im Sonnenschein, im finden. g 466 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 814. Hon Mel. Nun ruhen alle Wälder c. nichts möge sie sich schildern, err, der du mir was ihrer unwerth sey! Laß das Leben bis die fern von eitlen Sorgen mich sen Tag gegeben, dich bet' ich jetzt zur Ruhe gehn und auf findlich an! Ich bin viel zu dem Kampfplatz morgen mit geringe der Treue, die ich finge neuen Kräften stehn. und die du heut' an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu' ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Doch sinft des Todes Schlummer auf mich in dieser Nacht, der jedem Erdenfummer und Glück ein Ende macht: so will ich nicht erschrecken, mich ruft des Herrn Gebot; mein Gott wird mich erwecken, ein Schlaf nur ist der Tod. 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, nach deines Worts einher im Leben gehn; auf deine Güte hoffen, im Geiſt 816. Nacht bedt jept Mel. Jesu, meine Freude zc. irte deiner Heerde! den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! die Erde, doch du schlummerst 4. Ich weiß, an wen ich glau- nicht. Deine Vatermilde diente be und nahe mich im Staube mir zum Schilde bei des Tazu dir, o Gott, mein Heil. Ich ges Licht. Auch bei Nacht bin der Schuld entladen, ich nimm mich in Acht; laß durch bin bei dir in Gnaden und in deiner Engel Schaaren mächdem Himmel ist mein Theil. tig mich bewahren. 5. Bedeckt mit deinem Se- 2. Vor der Feinde Toben gen eil' ich der Rub' entgegen; schüße, Herr, von oben dein Name sey gepreist! Mein mich mit deiner Huld. Ein Leben und mein Ende ist dein, versöhnt Gewissen sey mein in deine Hände befehl' ich, Va- Ruhekiffen, drum vergieb die ter, meinen Geist. Schuld; Jesus Christ mein Mittler ist; er hat das, was ich verschuldet, williglich erduldet. 3. Laß auch meine Lieben keine Noth betrüben, sie sind mein und dein. Hältst du mit Erbarmen mich in deinen Armen, schlaf ich fröhlich ein. Du bei mir und ich bei dir, also sind wir ungeschieden und 2. Von Angst und Schrek- ich ruh' in Frieden. kenbildern laß meine Seele frei, 4. Wie, wenn ich mein Mel. Befiehl deine Wege zc. 815. Her err, es gescheh' dein Wille! mein Körper eilt zur Nuh'; mir fallen in der Stille die müden Augen zu. Erlaß mir Schuld und Strafe, daß ich von Sünden rein, zum Tode, wie zum Schlafe, bereitet möge seyn. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 467 Bette bald im Grabe hätte?| treuer Gott, unsträflich nicht Jego roth, bald todt! Doch, gewandelt, auch heute wider haft du's beschlossen, scheid' ich dein Gebot und wider dich ge unverdrossen, Herr, auf dein handelt. Ja, nur zu oft ver Gebot. Nie sez' ich mich wi- gaß ich dein und suchte nicht der dich. Jesus wird nie von mir scheiden, drum sterb' ich mit Freuden. dir ganz allein, mein Vater, zu gefallen. 5. Gieb mir durch deines 5. Nun wohlan, ich thue in Geistes Licht Erkenntniß meiner vergnügter Ruhe meine Augen Sünden. Laß mich vor deinem zu. Seele, Leib und Leben Angesicht in Christo Gnade finhab' ich dir ergeben, treuer den. Verleih', daß ich in dies Hüter du! In der Nacht ser Nacht, von deiner Güte, nimm mich in Acht und erleb' Gott, bewacht, in Ruh' und ich ja den Morgen, wirst du Frieden schlafe. weiter sorgen. 6. Auch bitt' ich, treuer Va ter, dich, behüte du die Meinen! Die Schwachen schüße Mel. Nun freut euch 2c. 817. Mit frohem Danke väterlich und tröfte, die da nah' ich mich weinen! Gönn' allen Kranken sanfte Ruh', die Sterbenden erquicke du mit Hoffnung jenes Lebens! dir, Gott, und falle nieder; denn du erwiesest heute dich als treuen Vater wieder. Viel mehr, als ich erzählen kann, haft du mir Gutes heut' gethan; wie soll ich, Gott, dir danken? 7. Nun, Bater, übergeb' ichy dir mich ganz mit Leib und Seele. Wacht nur dein Auge über mir, was ist dann, das mir fehle? Währt morgen noch die Gnadenzeit, so laß mich heiliger, als heut', nach deinem Willen leben! 2. Du, der erhält, was er erschuf, erhieltest mir mein Le ben. Gesundheit, Kraft zu dem Beruf hast du mir heut' gegeben. Mich führte deine Vaterhand und manches Leid ward abgewandt durch dein allmächtig Walten. Mel. Werde munter, mein 2c. 3. Auch geistlich haft du mich 818. Nacht und Stille schließen wieder genährt zu meiner Seele Frie- unsre müden Augen zu und den, mir deines Wortes Licht des Leibes matte Glieder sehgewährt und reichen Trost be nen sich nach Schlaf und Ruh': schieden. Du halfft in der Ver- meine Seele, säume nicht und suchung mir, dein heil'ger Geist gedenke deiner Pflicht, dich zu zog mich zu dir und warnte Gott noch zu erheben, seinem vor der Sünde. Schuß dich zu ergeben. 4. Und doch hab' ich, du 2. Prüfe dich mit Ernst und Gg2 468 Lieder für besondere Zeiten und Verhältniſse. sage: nüßtest du auch deine Zeit? 2. Wo bist du, Licht, geblieWärst du schon an diesem Tage Gott zur Rechenschaft bereit? Ach, erwäg' es! Eins ist noth! denk' an Gott und an den Tod! Willst du ewig selig werden, mußt du heilig seyn auf Erden. scheint. 3. Herr, ich muß es dir geste3. Der Tag ist nun vérgan hen: oft vergaß ich meine Pflicht! gen, die goldnen Sterne pranDu, du kennest mein Verge- gen in jenen Himmelshöhn. hen; geh' mit mir nicht in's Gericht! Mein Vertrauen gründet sich nur auf deinen Sohn und dich, der du seinetwegen schonest und nicht nach Verbiensten lohneſt. So werden, Herr, die Deinen einst Sternen gleich erscheinen; auch ich werd' unter ihnen stehn. 4. Ich will, der Ruh' zu pflegen, die Kleider von mir legen, das Bild der Sterblichkeit; einst 4. Herrscher über Tod und sinkt auch diese Hülle und aus Leben, ach, nimm mich zu der Gnadenfülle schenkt ChriGnaden an. Du bist's, der die stus mir das Ehrenkleid. Schuld vergeben und die Strafe tilgen kann. Sieh', ich komm' und suche dich und mein Mittler spricht für mich: darum laß mich Gnade finden und ver gieb mir meine Sünden. 5. Leb' ich morgen, Gott, so leite meinen Gang auf deiner Bahn; halte mich, daß ich nicht gleite, nimm dich meiner Schwachheit an! Gieb zu meiner Pilgrimschaft deines guten Geistes Kraft; fröhlich geb' ich dann am Ende meine Seel' in deine Hände. 818 ben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Lichtes Feind. Doch eine andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, ist's, die mir hell im Herzen $ 10 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zu. Ende des Tages Arbeit sey; Herz, freu' dich), du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sündenarbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Ruhstätt' ihr begehrt; es kommen andre Zeiten, da wird man euch bereiten zur Ruh' ein Bettlein in der Erd'. In eigner Melodie. 7. Bald schließen sich in Frieden die Augen, die ermüden, wer schützt dann Leib und Seel'? wer wendet allen Schaun ruhet in den 819. Nun Wäldern, in Städ- den? Du bist es, reich an Gnas ten und auf Feldern sanft schlum- den, du Wächter über Israel. mernd, was da lebt; ihr aber, 8. Bedecke, vor Gefahren meine Sinnen, sollt Gottes mich mächtig zu bewahren, mit Lob beginnen, eh' ihr dem Schlaf deinen Flügeln mich. Mag euch übergebt. dann der Feind auch stürmen, g Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 469 willst du mich nur beschirmen, meinem Sinn Gott einen Temfo ist er mir nicht fürchterlich. pel auf. 9. Euch aber, meine Lieben, 8. Soll diese Nacht die lette euch möge nicht betrüben ein seyn, faßt mich des Todes Unfall diese Nacht. Schlaft Hand, so führ' mich, Herr, zum ruhig bis zum Morgen, durch Himmel ein, ins ew'ge VaterGottes Schuß geborgen und land. seiner guten Engel Wacht. Mel. Werde munter, mein sc. In eigner Melodie. 820. Nun un fich der Tag 821. Sint ich einst in je geendet hat, die Sonne nicht mehr scheint, schläft, was von Arbeit müd' und matt und was zuvor geweint. nen Schlummer, aus dem Keiner mehr erwacht; geh' ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh', in deine Nacht: o dann schlaf' ich anders ein; weg aus dieses Lebens Pein wall' ich zu den ew'gen Hütten derer, die schon ausgelitten. 2. Jezzo schlaf' ich, aufzuwachen noch für Tage dieser Zeit. Möcht' ich stets mich fertig machen, Vater, zu der Ewigkeit; daß ich wie ein Pilger sey, leicht, bereit, von Bürden frei, froh zu scheiden von der Erde, wenn ich nun unsterblich werde. 2. Nur du, mein Gott, wirkst ohne Rast, du schläfst noch schlummerst nicht; ob uns die Finsterniß umfaßt, bleibst du doch unser Licht. 3. Gedenke, Herr, nun auch an mich in dieser dunklen Nacht, und halte du mich gnädiglich in deiner Hut und Wacht. 4. Ich fühle zwar der Sünden Schuld, die mich bei dir verklagt; doch hat mir deines Sohnes Huld Vergebung zugeſagt. 5. Er hat für mich genug gethan, als er am Kreuze starb; ich nehm' den Trost im Glauben an, den mir sein Tod erwarb. 6. Drauf thu' ich meine Au gen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht über meine Ruh', wie kann mir bange seyn? 7. Weicht, nichtige, Gedan ken, hin! hemmt nicht der Andacht Lauf, ich baue jetzt in 3. Gerne laß den Tag mich sehen, der als Retter mir er scheint, wenn mit nichterhörtem Flehen, wer mich liebet, um mich weint. Stärfer, als mein Freund im Schmerz, sey mein Gott verlangend Herz; daß ich, voll von deinem Preise, ihn zu dir gen Himmel weise. Mel. O daß ich tausend 2c. o ist die Woche 822. S nun verflossen, doch ewig, Herr, bleibt deine Treu'; wie sich dein Segensquell ergoffen, so fließet er mir täglich neu. Ich bin der festen 470 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Zuversicht, daß deine Huld mir nie gebricht. 2. Ich preise dich mit frohem Munde und lobe dich, so hoch ich kann; ich rühm' aus Mel. Befiehl du deine Wege 2c. meines Herzens Grunde, was 823. W enn Licht und Sonne scheiden, deine Lieb' an mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ so sende meinem Geift des hömein Dank ein werthes Opfer isthern Lichtes Freuden, das ihn 3. Hast du mich gleich in zum Himmel weist. Hilf mir diesen Tagen mit manchen Lei- mein Heil besorgen, verändre den heimgesucht, so gabst du meinen Sinn und schaffe, daß immer Kraft zu tragen und ich morgen in dir erneuert bin. auch die Trübfal brachte Frucht; auch in dem Kreuz, das du gesandt, hab' ich dein Vaterherz erkannt. 2. Ich seh' das Licht verschwinden, die trübe Nacht bricht ein; ach, Herr, laß meine Sünden auch mit verschwunden seyn. Streich' fie aus deinem Buche, das mich zum Schuldner macht, und rette mich vom Flus che, den ich mir selbst gebracht. 3. So lang' ich hier soll leben, so laß den festen Schluß mir stets vor Augen schweben, 5. Ich bin dem Grabe nä- daß ich einst scheiden muß. Doch her kommen, dem Ziele meiner fommt noch heut' mein Ende, Prüfungszeit; wie meine Ta- ist schon vollbracht mein Lauf, ge zugenommen, so nah' ich so nimm in deine Hände dent mich der Ewigkeit; soll dies die Geist, o Vater, auf. letzte Woche seyn, so führe mich zum Himmel ein. C. Neujahrslieder. 6. Wenn aber morgen ich auf's Neute, den heil'gen SonnMel. Ich dank' dir, lieber zc. tag feiern kann, so blick die 824. Bis hicher iſt's geTreue mich lungen; auch mit neuen Gnaden an; ist das Jahr. Ich bin hindurchdann geh' ich freudig in dein gedrungen durch Sorgen und Haus, da theilst du reichen Se Gefahr. Nun schweige jede gen aus. Klage, mein ganz Gefühl sey Danf. Dir, Hüter meiner Tage, erschalle Lobgefang! 2. Der du mich hast erhalten, mein Schöpfer und mein 4. Nur Eines bitt' ich, Herr, vor allen, o du versagst mir solches nicht: bin ich in Sünd' und Schuld gefallen, so geh' mit mir nicht in's Gericht, weil Jesus meine Missethat durch seinen Tod versöhnet hat. 7. So will ich jetzt und im mer preisen, was du mir gabst und immer giebst; du wirst es durch die That beweisen, daß du mich je und immer liebst. Du führest mich nach deinem Rath, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 471 Hort, dich laß ich ferner wal- was ist des Lebens Müh'? Am ten und traue deinem Wort. Abend war mein Herz oft voll Dir ist mein Will' ergeben, er von Gram und Sorgen und an ist nicht weiter mein. Mein dem neuen Morgen verschwand Herz, mein ganzes Leben soll mein Gram und Schmerz. dir geheiligt seyn. 4. Gott, groß ist deine Stär3. In deinen Rath sich schik ke, groß deine Freundlichkeit! ken, ist Weisheit und giebt dich preisen deine Werke, du Ruh'. Soll mich die Armuth Herr der Welt und Zeit! Auch drücken: mein höchstes Gut bist ich will lebenslang dich preisen, du. Soll mich Verfolgung dich erhöhen, und auch mein plagen: so schüßest du mich legtes Flehen sey dir ein Lobdoch. Soll ich Verachtung tra- gesang. gen: ich trage, Herr, dein Joch! 4. Soll ich verlassen leben: Mel. Lobt Gott, ihr Christen c. verlaß nur du mich nicht! Soll 826. biefer Welt, erich in lengsten schweben: sey 826. Erhebt, Bewohner meine Zuversicht! Und soll ich Krankheit leiden: du wirst Geduld verleihn. Soll ich von hinnen scheiden: du führst zum Leben ein. hebt den Herrn der Zeit! Ein Opfer, das ihm wohlgefällt, ist Lieb' und Dankbarkeit. 2. Der Engel hoher Lobges sang preist seine Majestät; und so werd' auch durch unsern Dank dein Name, Gott, erhöht. 3. Mit Gütern fröntest du Mel. Helft mir Gott's Güte zc. es Jahres erster 825. D Morgen, soll, Gott, das Jahr, versorgtest Groß dir heilig seyn, ich will mich, und Klein, nahmst unsers Lefern von Sorgen, nur deiner bens gnädig wahr, gabst SeGüte freun. Bis hieher halfft gen und Gedeihn. du mir! Lobsing' ihm, meine 4. Dein Wort erquickte Geist Seele! Lobsing' ihm und er- und Sinn, gab in Versuchung zähle, was er gethan an dir! Muth, auch was uns fränfte, 2. Ich überschau' die Pfade ward Gewinn; du machest Alder furzen Pilgerschaft. Nah' les gut. war mir deine Gnade, o Gott, 5. Dir, Gott und Vater, und deine Kraft. Du führtest danken wir für dieses Jahres voller Treu' mich meinem Ziel Heil und flehn vertrauensvoll entgegen, du gabst mir deinen zu dir: sey ferner unser Theil! Segen und stand'st mir mächtig bei. 6. Der Obrigkeit gieb deinen Geist und Kraft von deinem Thron; beweis', o treuer Gott, du seyst ihr Schild und großer Lohn. 7. Dein Segen fomm' auf uns 3. Erwäg' ich alle Freuden, die mir mein Gott verlieh, was sind dann alle Leiden? 472 Lieder für besondere Zeiten und Verhältniſse. fer Land, erhalt' ihm Fried' und und schirmen Sitt' und Recht: Ruh'; ihm ström' aus deiner daß Friede, Lieb' und Treue Gnadenhand stets neue Wohl sich stets bei uns erneue, bis fahrt zu. auf das späteste Geschlecht. 8. Wie Thau des Morgens breite sich dein göttlich Wohl thun aus und für dein Auffehn rühme dich frohlockend jedes Haus. 9. Laß leuchten uns dein Angesicht, wenn Trübsal uns bedrängt; verlaß uns, o Erbarmer, nicht, bis uns das Grab umfängt. 10. Und endet in des Jahres Lauf sich unsre Lebenszeit, so nimm den Geist zu dir hinauf in deine Ewigkeit. 5. Erhalt' in jeder Ehe bei ihrem Wohl und Wehe rechtschaff'ne Frömmigkeit. In Unschuld und in Tugend erwachse unsre Jugend und sey zu deinem Dienst bereit. 6. O Vater, wend' in Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden von deinen Kindern ab. Kein Unglücksfall vernichte des Landes reiche Früchte, die deine milde Hand uns gab. 7. Gedenke voll Erbarmen der Leidenden und Armen, daß sie sich deiner freun. Den Waisen sey ein Vater, den Wittwen ein Berather; du woll'st ihr Schutz und Beistand seyn. 8. Sey du ein Arzt der Kranken und die im Glauben wanken, zieh', Herr, zu dir hinauf. Den Alten hilf die Plagen, die Last der Jahre tragen, bis sie vollenden ihren Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 827. rhör uns, Gott, erhöre; breit' dei nes Namens Ehre an allen Orten aus. Mit deinem reichen Segen komm' gnädig uns entgegen und schüße, Herr, dein Erb' und Haus. 2. O laß dein Wort uns Allen noch ferner rein erschallen und seiner Kraft uns Lauf. freun. Gieb du getreue Leh9. Sey der Bedrängten rer, gieb unverdroßne Hörer Stüße und die Verfolgten und laß uns fromme Thäter schüße; gieb Trost in Todesseyn. noth. Die hier die Deinen 3. Du woll'st das Land be- waren, laß einst in Frieden glücken und stets mit Gna- fahren, send' ihnen einen sanf denblicken auf unsern König ten Tod. sehn. Schüß' ihn auf seinem Throne und laß, Herr, seine Krone in segensvollem Glanze stehn. 10. Nun, Gott, du wirst erfüllen, was wir nach deinem Willen in Demuth jetzt begehrt. Wir sprechen froh das Amen in un 4. Laß Alle, die regieren, sers Jesu Namen; so ist gewiß ihr Amt mit Segen führen, der Wunsch gewährt. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 473 6. Daß Weisheit und GeMel. Es ist das Heil 2c. 828. Gott ruft der Sonne, rechtigkeit auf seinem Stuhle ruft dem Mond, das Jahr darnach zu theilen; er, der im Himmel ewig thront, er heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht, laßt uns erhöhn den Gott der Macht und dankbar vor ihm weilen! throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu' und Liebe bei uns sey: dies, lieber Vater, dies verleih in Chrifto, deinem Sohne. Mel. Helft mir Gott's Güte 2c. 2. Herr, der da ist und der 829. H elft Gottes Huld Helf da war, rühmen mir preifen, auf, laßt gen! Dir sey für das entflohne Christen, stimmet cin! Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen. uns ihm Dank erweisen, und seiner uns erfreun! Er ist der Herr der Zeit, hat ihren Lauf regieret, bisher uns treu geführet und jetzt das Jahr erneut. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet seyn, das du uns neu gegeben; verleih' uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Zu segnen bist du stets bereit, wenn wir nach der Gerechtigkeit und deinem Reiche streben! 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden; doch schadet mir das Glück der Welt, so gieb mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, auf daß mich nimmer Noth und Schmerz von deiner Liebe scheiden. 2. Mit fröhlichem Gemüthe laßt heut zu ihm uns nahn; denn er ist reich an Güte, hat viel an uns gethan; er hat mit milder Hand viel Segen uns gesendet, viel Unheil abgewendet von unserm Vaterland. 3. Er hat sein Wort erhalten, der Kirche Schuß gewährt, die Jugend und die Alten mit Himmelsbrod genährt. Aus unverdienter Huld hat unser er verschonet und Keinem noch gelohnet nach seiner Sündenschuld. 4. Mit väterlicher Treue nimmt er uns Sünder an, wenn wir uns ihm voll Reue in Jesu gläubig nahn; durch ihn will er verzeihn und uns zum neuen Leben des Geistes Beistand geben; ihm wollen wir uns weihn. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaffnen dich und der bedrängten Brüder. Gieb Glück zu jeder guten That 5. Sey, Vater, hochgeprieund laß dich, Gott, mit Heil sen für alle Gütigkeit, die du und Rath auf unsern König uns hast erwiesen in der vernieder. gangnen Zeit. Sey ferner un 474 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. Wie wohl ist mir, o 2c. 830. H fer Gott; versorg' uns und be- deiner Höhen mit Huld auf unwahre auch in dem neuen Jahre ser Volk und Land; gieb uns, und hilf aus aller Noth. was wir in Chrifto flehen, aus deiner milden Vaterhand! Gott, sättige mit langem Leben den err, den die Son- Herrscher, den du uns gegeben! nen und die Er Durch Frömmigkeit besteh' sein den durch ihren Bau voll Pracht Thron! Lehr' du ihn selbst das erhöhn, durch dessen Machtwort Land beglücken, daß wir in ihm Welten werden und Welten wie dein Bild erblicken und sey sein der untergehn! Herr, den durch Schild und großer Lohn. laute Lobgesänge der Creaturen ganze Menge in aller Zeiten Lauf erhob! der Engel Chöre Königs stehn, daß ihren Rath nachzuahmen, preist unsre Seele die Weisheit leite und sie des deinen Namen und unsern Volkes Wohl erhöhn. Sey mit Mund erfüllt dein Lob! den Obern unsers Landes, auf daß zur Wohlfahrt jedes Standes ihr Amt und Wirken wohl gedeih'. Du wollest deiner Güte Segen auf alle treuen Bürger legen, daß jeder dir gehorsam sey. 5. Tritt den Gewaltigen zur Seite, die um den Thron des 2. Wie, Gott, dein Arm die Welt bewahre, verkündigt jeder Tag der Nacht; ein Jahr erzählt dem nächsten Jahre die großen Wunder deiner Macht. Dein Stuhl, o Gott, bleibt ewig stehen, du bist und blei- 6. Des Heiligthumes Diener best, wir vergehen; wie schnell stärke der Geist des Lichtes und verströmet unsre Zeit! Schon wieder ist ein Jahr vom Leben, das uns dein Gnadenrath gegeben, im Abgrund der Vergäng lichkeit. der Kraft, er, der zu ihrem Segenswerke das Wollen und Vollbringen schafft! Der Lehrer Arbeit laß gerathen, wenn sie mit treuer Hand die Saaten der 3. Kommt! heut' sey uns Weisheit und der Wohlfahrt ein Tag des Bundes! Dem streun! Bild' auch das zarte frommen Bunde bleibet treu, Herz der Jugend, laß wahre und den Gelübden unsers Mundes stimm' ohne Falsch das Herz auch bei! O Land gelobe, Gott zu dienen und du wirst wie ein Garten grünen, den er sich selbst gepflanzet hat. Laßt wan deln uns auf seinen Wegen, dann macht mit ihrem vollen Segen uns seine Vatergüte satt. 4. Gott, schau' herab aus nen Pfade, den unser Herr uns Weisheit, fromme Tugend die Zierde unsrer Schulen seyn! 7. Dies Flehn sey vor dir Ja und Amen! Du kannst mehr thun, als wir verstehn; erhör' uns, Gott, in Jesu Namen und laß uns deine Hülfe sehn! Wir trauen deiner Macht und Gnade; erhalt' uns auf dem eb Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 475 wandeln lehrt. O segne, Vater,| Laß es neue Kräfte bringen, daß dir zum Preise, auch dieses erneut ich wandeln kann. Neues Jahr, und so beweise: du seyst Heil und neues Leben wolleft es, der Gebet erhört. du aus Gnaden geben. mdogra Mel. Nun freut euch zc. 2. Laß dies seyn ein Jahr der Gnaden; Herr, vergieb 831. Ha eut' öffnet sich die mir meine Schuld! Was der neue Bahn auf Seele möchte schaden, wende meines Lebens Reise. Froh tret' ab nach deiner Huld! Laß mich ich meine Wallfahrt an, nach wachen, beten, ringen und frommer Pilger Weise. Herr, durch dich die Welt bezwingen. mit Gebet und mit Gesang beginn' ich muthig meinen Gang, du wirst mich sicher leiten. 3. Deine Kraft kann mich wohl stärken, daß mein Wan del richtig sey. Mach' mich reich 2. Mich schrecket nicht der an guten Werken und in deiZukunft Nacht, die meinen Pfad nem Dienst getreu! Hab' ich umhüllet; ich weiß, daß einst durch deine Macht mir Licht aus Nächten quillet. Jetzt faß' ich deinen Rathschluß nicht: doch einst, verklärt in deinem Licht, werd' ich ihn ganz verstehen. dich, du Freund der Seelen, was kann mir zum Heile fehlen? 3. Rauh oder eben sey mein Pfad, ich will ihn freudig gehen; denn deiner Liebe weiser Rath hat ihn für mich ersehen. Giebst du mir Freude, giebst Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. du Noth, giebst du mit Leben 833. Nun laßt uns gehn oder wird zum mir dienen. treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; im neuen wie im alten läßt er sein Wohlthun walten. 4. Mein Ziel sey nahe oder fern, das soll mein Herz nicht quälen; dir, meinem Gott und meinem Herrn, dir will ich mich befehlen. In deiner Hand steht meine Zeit; laß mich den Weg zur Ewigkeit nur selig einst vollenden. 4. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr, trage mich auf deinen Händen sey mein Beistand in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. 3. Er führt durch Angst und Plagen, durch Zittern und durch Bagen, durch Furcht und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Wie Mütter unter Stür832. Hlaß gelingen, ilf, Herr Mel. Unser Herrscher, unser 2c. Jesu, hilf, das neue Jahr geht an! men die lieben Kindlein schir 476 Lieder für besondere Zeiten und Verhältniſſe. men, so eilt Gott, in Gefahren| angefangen. Auf dich, o Gott, die Seinen zu bewahren. soll ganz allein mein Herz und Sinn gerichtet seyn. 2. Du hast das Daseyn mir gegeben, nur dir allein gehört mein Leben. Dein ist die Kraft, dein ist die Zeit, nur deinem Ruhm sey sie geweiht. 3. O stärke, Vater, mein Verlangen, an deinem Willen festzuhangen. Vollführe du, was ich nicht kann und leite mich auf ebner Bahn! 5. Ach, Hüter unsres Lebens, wir sorgen nur vergebens, wo nicht in allen Sachen für uns dein' Augen wachen. 6. Gelobt sey deine Treue, die alle Morgen neue, Lob sey den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 7. Hör' ferner unser Flehen und eil', uns beizustehen in allem Kreuz und Leiden, du Brunnquell aller Freuden. 8. Gieb mir, gieb allen de nen, die sich nach Hülfe sehnen, ein Herz, das dich nicht lasse und in Geduld sich fasse. 9. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 4. Und wank' ich oder sink ich nieder, o so erhebe du mich wieder! Hilf gnädig meiner Schwachheit auf und fördre kräftig meinen Lauf. 5. Laß, Herr, dein himmlisch Reich auf Erden auch unter uns verbreitet werden. Bedeck' mit deiner treuen Hand den König und das Vaterland. 10. Sey der Verlaffnen Vater, der Irrenden Berather, 6. Laß Alle, die die Welt der Unversorgten Gabe, der Ar- regieren, mit Weisheit ihre men Gut und Habe. Scepter führen. Ihr Thun sey 11. Hilf gnädig allen Kran- nur Gerechtigkeit, nur Friede, fen, gieb fröhliche Gedanken was ihr Mund gebeut. den tiefbetrübten Seelen, die sich in Schwermuth quälen. 12. Und was das allermeiste, füll' uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 13. Das Alles woll'st du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christen Schaare zum fel'gen neuen Jahre! 7. Laß treue Hirten, fromme Heerden ein Herz und eine Seele werden, daß wahrer Glaub' und Liebestreu' die Zierde deiner Kirche sey. biom 8. Die Eltern, die heut' zu dir flehen, laß Freud' an ihren Kindern sehen, und mach' durch deines Geistes Kraft sie Alle weis und tugendhaft. 9. Erfreue, Gott, durch deiMel. Zeuch' meinen Geist 2c. nen Segen, die standhaft gehn 834. ie schnell ist doch auf deinen Wegen! Zeig' deinen dies Jahr ver- Arm, der Schwache trägt und gangen! Schon ist ein neues freche Sünder niederschlägt! Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 477 10. Erhöre das Gebet der ten, ob Händ' und Herz erkalDeinen! Laß nicht umsonst das ten: ein Neues stellt sich ein! Elend weinen! Send' eilend Je- Wie viel wir abgenommen, so dem Hülf' und Rath, der feinen näher sind wir kommen der ew'Freund und Retter hat! gen Freude oder Pein. 11. Auf dich soll stets mein Auge schauen; auf dich, Herr, soll mein Herz vertrauen. Bist du mein Freund und höchstes Gut, so wird mein Glaube Heldenmuth. 12. Zu meinem Heil und dir zum Preise seg' ich dann fort die Pilgerreise, bis mir am Ziele meiner Bahn dein Vaterhaus 836. wird aufgethan. D. Jahreszeiten. Mel. Lobt Gott, ihr Christen c. ie Erndt' ist da, fchon winkt der 13. Die Sonne gehet auf Halm dem Schnitter in das und nieder; ein Jahr vergeht, Feld; so schalle denn ein Freuein Jahr kommt wieder! Nur denpsalm dem großen Herrn du, der allgenugsam ist, nur der Welt. du bleibst ewig, der du bist! Mel. Nun ruhen alle Wälder z. 835. Wie viel wir Jahre viel 5. Unendlich selig Wesen, durch dessen Tod genesen, was Zeit und Jahre zählt; laß alle mit dir leben, für die du dich gegeben, die deinem Reiche du erwählt! der Jahre fehlen von unsrer Lebenszeit! Auch unsre Kraft verschwindet, wenn sich das Alter findet, dem seltner Werk und That gedeiht. 3. Er senket in das Korn hinein den Reim voll Lebenskraft; giebt ihm von oben Sonnenschein und milden Nahderungssaft. 2. Wie nun dies Jahr ent- 4. Oft zogen schwarze Wolfallen und für das Erdenwal- fen her, die mit Verderben len die Bahn sich abgekürzt; drohn: Er sprach- wir sahen so geht mit ihm verloren, was nur die Zeit geboren, die Alles niederfällt und stürzt! sie nicht mehr, schnell waren sie entflohn. 5. Erhebet ihn, den Gott der Macht, der in Gewittern wohnt! Ihm werde Lob und Dank gebracht; er donnert und verschont. 6. Er will und Segen strömt daher, daß Mensch und Thier sich nährt; das Kornfeld, wal3. Weil jenes Jahr vergangen, hat dieses angefangen, daß End' auf Anfang zeigt. Vor ging die Sonne nieder, in Kurzem sehn wir wieder, wie sie empor am Himmel steigt. 4. So, ob auch wir veral 2. Er ist's, der uns die Erndte giebt, er öffnet seine Hand. Heil uns, daß er beständig liebt und segnet unser Land. 478 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. lend wie ein Meer, ist frohen| ter unfres Lebens, du gabft Dankes werth. mit reicher Hand. 3. Das glänzende Gefilde, das unser Aug' entzückt, ist Zeichen deiner Milde, die Alles gern erquickt. In reichen Wogen wallet der segensvolle Halm, von Jung und Alt erschallet dir, Herr, ein Freudenpsalm.j Auen strömt Wonn' in unfre 4. Die Pracht der reichen Brust, doch mischt auch Furcht 9. Ja, groß ist deine Wun- und Grauen sich oft in dieſe dermacht, o Gott, im Wohl Luft. Du rufft vom Wolken thun groß; sie wirkt am Tag fize den Boten deiner Macht, und in der Nacht und wirket grenzenlos. dem Wettersturm, dem Blige ,. der Mittag wird zur Nacht. 5. Der Donner rollt, es bebet die schwache Creatur; doch neu, o Herr, belebet dein Regen die Natur. Du schaffst zum Paradiese verwelfte Fluren um, und Hügel, Thal und Wiese verkünden deinen Ruhm. 6. Der du die Erde schmükfest mit wunderbarer Pracht, und was da lebt, beglückest durch deine Lieb' und Macht, dich müsse Jeder loben, dir schalle froher Dank, dich preiſt der Engel droben, dich preist auch 7. So führet er die Erndtezeit auf's Neue nun heran, und Jeder rühmt es hoch erfreut, wie wohl er uns gethan. 8. Des Schnitters Tag ist lang und schwül, doch freudig ist sein Muth: sein Auge sieht der Garben viel, er denfet: Gott ist gut. 10. Sie führet uns auf ebner Bahn, giebt Freud' und heilt den Schmerz. Nimm, Herr, auch unser Opfer an! Wir geben dir das Herz. 11. Ja, dir nur sey es ganz geweiht in freudigem Vertraun! Wie schön ist dann die Erndtezeit, wenn wir dein Antlig schaun. Mel. Ich dank' dir, lieber 2c. 837. Dir, Gott der Huld und Stärke, er schalle Preis und Dank; dich unser Dank. loben deine Werke, dich rühmt auch mein Gesang. Es zeigt an allen Enden sich deiner Güte Spur; aus deinen Vaterhänden strömt Segen auf die Flur. 2. Wie prangt das Gold der Früchte, des Sommers Feier fleid! Wir sehn im schönsten Lichte, Herr, deine Herrlichkeit. Wir flehen nicht vergebens um Segen für das Land; du, VaMel. O daß ich tausend sc. 838. Dir, ir, milder Geber aller Gaben, Herr! dir gebühret Dank und Ruhm; denn Alles, was wir sind und haben, ist ja dein Werk und Eigenthum. Mein Lobgesang steigt auf zu dir, o neige, Herr, dein Ohr zu mir! 2. Die kleinste deiner Crea Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 479 turen macht deine Weisheit of Lob, wie schön! Kommt, laßt fenbar; du zeigest deiner Güte uns seinen Ruhm erhöhn! Spuren und deine Macht von Jahr zu Jahr; der kleinste Mel. Helft mir Gott's Güte zc. Halm ruft laut uns zu, daß 839. Du reicher Troft der sey, als du. 3. Du forgst für uns nach der ganzen Welt, du Vater Väter Weise, erhältst die Werke voll Erbarmen, der Alles trägt deiner Hand, giebst Allem, was und hält! Du, Gott, erhörst da lebt, die Speise, beschirmst Gebet; erhöre, was im Staube und segneft jedes Land; du lie- vertrauensvoll der Glaube von best unveränderlich, der Bösen dir in Noth erfleht. selbst erbarmst du dich. 2. Sonst zeigte jeden Mors gen dein Segen sich uns neu; o mach' auch jetzt von Sorgen die bangen Herzen frei. Zu helfen ist dir leicht; du kannst dem Mangel wehren, in Ueberfluß ihn kehren, wenn's uns un möglich däucht." 5. Das Saatforn wird in barmen bei der Bedrängten 3. Den Reichen gieb Erdeinem Namen auf Hoffnung Schmerz, und zu erfreun die in das Land gestreut, du schirmst, Armen, sey Freude für ihr Herz; Allmächtiger, den Samen, dein damit sie mild ihr Brod den ist der Erde Fruchtbarkeit; du dürft'gen Brüdern brechen und giebst allein zur Arbeit Kraft, diese dankbar sprechen: euch du bist's, der das Gedeihen lohn' und segne Gott. schafft. 6. Mild öffnest du den Schooß der Erde, du tränfst die Flur von oben her, giebst, daß die Saat erquicket werde und machst die Aehre segenschwer; 4. Die Früchte laß gerathen, uns wieder zu erfreun, und allen unsern Saaten gieb Wachsthum und Gedeihn. Mit milder Vaterhand gieb Wärme, Thau und Regen; dann kehret du träufelst mit dem fühlen reicher Segen zurück in unser Thau die Fruchtbarkeit auf Land. Feld und Au'. 4. Voll ist der Erdkreis deiner Güte und deiner Weisheit ist er voll! Herr, unterweise mein Gemüthe, wie ich dich würdig loben soll. Dir danft nur wahr haft, wer dich liebt, dich, der uns so viel Gutes giebt. 5. Allgütiger, wir heffen auf 7. Kommt, preist des Schö- dich und deine Treu'. Oft hat pfers Huld und Stärke, bringt uns Noth betroffen, doch stanseinem Namen Ehre dar! Groß dest du uns bei. Du hilfft und ist der Herr und seine Werke rettest gern: so sey denn unser find herrlich, groß und wun- Leben vertrauensvoll ergeben derbar! Wie köstlich ist dein dir, unserm Gott und Herrn. 480 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. Es ist das Heil zc. das Land und stillst den Durst 840. Selobt fey, der den der Erde, daß mit den Gaben Frühling schafft, deiner Hand der Mensch ges Gott, der den Erdkreis schmük- segnet werde. Du sendest Hafet! Preis sey ihm, Ehre, gel, Thau und Wind, die deiStärk' und Kraft, der, was ner Allmacht Diener sind, als er schuf, beglücket! Der Herr deiner Liebe Boten. erschafft, der Herr erhält, er liebt und segnet seine Welt; lobsinget seinem Namen. 7. Selbst wenn dein Donner furchtbar dräut, wenn Berg und Thal erzittern, strömt Stär2. Das Erdreich, das er kung, Segen, Fruchtbarkeit aus storben lag, erwacht und lebt Nacht und Ungewittern. Bald nun wieder. Von Gott strömt bricht die Sonne neu hervor jeden neuen Tag der Segen und Alles jauchzt zu dir empor, neu hernieder. Der Wurm, vor dem die Wetter schweigen. 8. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell' aller Gaben, dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Strömen laben; wo wir die Majestät und Pracht der Wunder deiner Lieb' und Macht vollkommen werden schauen. der in dem Staube webt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlig ist verjüngt, erheitert glänzt der Himmel, Gebirg' und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel: der Allen Sinn und Leben gab, schaut voller Gnad' und Huld herab auf seis ner Schöpfung Werke. Mel. Ich finge dir mit 2c. 4. Doch fühllos nur und 841. Gott sorgt für uns, o singt ihm Dank! unbeseelt sind Auen und Ge- nie ist er von uns fern; vom filde; den Menschen nur hat Gott erwählt zu seinem Eben bilde; der Mensch nur kann sich Gottes freum, ihn lieben, in ihm selig seyn, ein ew'ges Le ben hoffen. Aufgang bis zum Niedergang strahlt uns die Huid des Herrn. 2. Den Menschen, wie den kleinsten Wurm, trägt seine Güt' und Macht; er ist im Sonnenschein und Sturm auf Aller Heil bedacht. 3. Was wir auf Hoffnung ausgestreut, hat reichlich er gemehrt; er hat das Flehn um Fruchtbarkeit auch dieses Jahr erhört. 4. Die Nehren sind von Ses gen schwer, mit Gut frönt Gott 6. Du rufft die Wolken in das Jahr. O Christen, bringt 5. Gott ist uns nah' und Keinem fern, lobsingt ihm, feine Werke! Die Welten sind er füllt vom Herrn, sind Zeugen seiner Stärke. Auch ich lobfinge freudig dir; denn überall bist du bei mir, mit Allmacht, Lieb' und Gnade. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisſe. 481 01 ihm Ruhm und Ehr' mit from weicht dir Ehre bringe und mer Rührung dar. nid, thi migd freudig unser Mund dir Psal5. Ja, Höchster, wir vereh- men finge. Gieb Kraft, daß ren dich mit findlich frohem wir in alle Ewigkeiten dein Lob Dank; du nährst uns treu, verbreiten. giebst väterlich uns mehr, als Speis und Trank. Look 6. Du giebst Gesundheit, schenkst uns Kraft, Gedeihn zu unserm Fleiß; du bist es, der den Frieden schafft, und dir gebühret Breis. PINTO ger strahlt ihr segnend Licht; Alles athmet neue Wonne, wenn fie durch die Wolken bricht. 7. Laß deiner Gaben Ueber- Seht, der Frühling senkt sich fluß uns nun auch heilsam nieder in die Wälder, auf die seyn, und gieb uns Weisheit beim Genuß, daß wir sie nie entweihn. Flur; die erstorbene Natur lebet auf und wirket wieder. Opfert unserm Schöpfer Dank, preist ihn fröhlich mit Gesang! Mel. Gott, der du für uns xc. 18 10.18 2. Fröhlich zu der Arbeit wallet nun der Landmann auf das Feld, und sein frommes Lied erschallet laut empor zum Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde, ehret Gott durch Zuversicht, ist getroft und zweifelt nicht, daß sie wohl gerathen werde. Opfert une serm Schöpfer Dank, preist ihn fröhlich mit Gesang! ( hhat, that thing goe 842. H err, unser Herrscher, dankbar sey gepriesen! Groß ist die Hülfe, die du uns erwiesen; wir baten dich, o Bater, reich an Segen, um milden Regen. 3. Glänzend, wie im Feier2. Er fällt herab, damit auf kleide, prangt die blüthenreiche 20171 deiner Erde, was welkt und Au; jede Blume duftet Freude, lechzt, durch ihn erquicket werde. neu gestärkt vom Morgenthau. Du willst, daß unsre hoffnungs- Horcht auf der Geschöpfe Chövollen Saaten uns wohlge- re! Alles, was auf Erden lebt, Alles, was in Lüften schwebt, bringet seinem Schöpfer Ehre. Bringt auch ihr dem Schöpfer Dank, preist ihn fröhlich mit Gesang! rathen. dulu 3. So weit nur, Höchster, deine Himmel reichen, sehn wir verbreitet deiner Liebe Zeichen. Laß jeßt dein Wohlthun, das wir deutlich spüren, uns träftig rühren. 4. 102 adiectan 8. Auf dich steht unsre Zuversicht; dir wollen wir vertraun, bis wir dereinst im höhern Licht des Glaubens Erndte schaun. Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 843. öher hebt sich Got H tes Sonne, län4. Dieser Frühling, wie geschwinde wird er, kaum beDaß ß auch das Herz er- grüßt, verblühn; wie die Spreu H h 482 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. verweht vom Winde, so wird ner droht; ich fürchte nichts, seine Pracht entfliehn. Aber, denn ich bin dein und liebe dich, Gott, vor deinem Throne wird o Gott! ein ew'ger Frühling seyn, ewig 6. Ja, dein bin ich, und wird er uns erfreun, wenn deine Macht lenkt des Gewit uns schmückt des Himmels ters Lauf; bald steigt in feierKrone. Opfert unserm Schö- licher Pracht der Friedensbopfer Dank, preist ihn fröhlich gen auf.song mit Gefang! Mel. Mach's mit mir, Gott 2c 5. Alle Herrlichkeit der Erde iſt nur Schatten vor dem Licht, 845. Robing', ofrohes das schauen werde, Erndtefeft, dort vor Gottes Angesicht. Auch ihn mit Freudenpsalmen, der das freudenreichste Leben hier Saat in Halmen sprießen läßt, auf Erden ist nur Tod, wah- mit Aehren frönt die Halmen res Leben wird mir Gott einst und giebt, daß sie voll Frucht in seinem Reiche geben. Opfert gedeihn, Thau, Regenguß und unserm Schöpfer Dant, preist Sonnenschein. ihn ewig mit Gefang! 2. Im Wetterdunkel wandelt er, fä't Heil aus milden Händen n und fährt auf Blitz und Sturm einher, um Segen auszuspenden. Und wenn sie gleich mit Donnern spricht, doch spricht die Liebe: zittert nicht! ON Mel. Nun sich der Tag zc. 844. en Dunkel hüllt der Himmel sich, ein schweres Wetter dräut; ich bebe nicht, ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 2. Auch wenn dein Blizz fich pri Bahnen bricht und flammend uns erscheint, auch wenn du donnerst, zürnst du nicht, bist Vater uns und Freund. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht fennt, finkt in Gefahr der Muth; wer dich in Christo Vater nennt, steht fest in deiner Hut. 4. Dein Bliz fann tödten! doch kein Christ scheut, Bater, dein Gericht; wer deiner Gnade ficher ist, bebt vor dem Tode nicht. 5. Drum will ich still und ruhig seyn, auch wenn dein Don3. Lobsingt! uns füllte Gottes Hand die leeren Scheuren wieder. O du vom Herrn begabtes Land, tön' ihm des Danfes Lieder. Er dachte unsrer Schulden nicht, voll Gnade schien fein Angesicht. 33190 4. Noch strahlet seiner Sonne Huld auf Sünder und Gerechte; noch schont, noch nährt er voll Geduld auch schuldbeladne Knechte. O fallt mit neu entglühtem Sinn am Thron des guten Vaters hin. STISTOISE 5. Des Erdensegens reichen Theil, wer mißt ihn, kann ihn wägen? Doch welch unendlich größres Hell beut Gott im Him Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 483 melssegen! Vergeßt, wenn euch| du, der so viel an uns gethan, sein Gut erlabt, nicht deß, wirst fünftig mehr noch thun. der euch so hoch begabt. 8. Läßt du uns deine Freund6. O laßt uns guten Sa- lichkeit schon hier so herrlich men streun in Gott geweihten sehn; was wird in der VollkomThaten! Gern giebt er Than menheit der fünft'gen Welt geund Sonnenschein zum Wuchs schehn! ou no pioning der edlen Saaten. Dann ziehn 9. Dann dringt noch tiefer wir einst im Jubelchor zum Ernd- unser Blick in deine Wunder tefest durch Salems Thor. pusein. O Herr, laß dies erhabne Ido didep and ad Glück uns stets vor Augen seyn. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. och wechjeln ordentlich des 847. Was ist wohlges Mel. Was Gott thut, das zc. Gott thut, than; so denken Gottes Kinder. Wer auch nicht reichlich erndten kann, den liebet Gott nicht minder. Er zieht das Herz doch himmelwärts, obgleich wir oft auf Erden beim Mangel traurig werden. 846. No Jahres Zeiten ab; noch stets ergießt dein Segen sich auf uns, o Gott, herab.nd din 2. Du winkst, so wärmt der Sonne Strahl, belebet neu das Land und schmücket Hügel, Berg und Thal mit lieblichem Gewand. 3. Und aus des Himmels 2. Was Gott thut, das ist Wolfen träuft Gedeihn und wohlgethan im Nehmen und Fruchtbarkeit; die Saat geht im Geben; was wir aus seiner auf, sie wächst und reift, sie Hand empfahn, genüget uns nähret und erfreut. da zum Leben. Er nimmt und 4. Von dir gesegnet blüht der Baum und trägt uns milde Frucht, beut schattigen und stil len Raum dem, der Erfrischung fucht und e. me fen giebt, weil er uns liebt; laßt uns in Demuth schweigen und vor dem Herrn uns beugen. He 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; wer darf sein Wal5. Des Herbstes Stürme sen- ten richten, wenn er, eh' man dest du, auch sie uns zum Ge- noch ernten kann, den Segen deihn; du hüllest für des Win- will vernichten? Weil er allein ters Ruh' in Schnee die Flu der Schaß will seyn, nimmt ren ein.ndang der uns andre Güter zum Heile pe 6. So waltest du in der Na- der Gemüther. lo tur, stets unerschöpflich reich; du sorgst für jede Creatur. Wer ist an Huld dir gleich? 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; es geh' nach seinem Willen. Läßt er uns auch den 7. Wir beten dich in Demuth Mangel nahn, er weiß das Herz an, o Gott, und hoffen nun, zu stillen. Wer wie ein Chrift Hh2 484 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. genügsam ist, kann auch an 4. Wer kann die Güte ganz wenig Gaben mit Dankbarkeit ermessen, die weiter als die sich laben.nd nu ud 1962 8 Wolfen reicht; wer dürfte un 5. Was Gott thut, das ist dankbar vergessen die Treue, wohlgethan; laßt in Geduld die nie von uns weicht. Wir uns fassen! Er nimmt sich un- wollen deiner stets gedenken, frer gnädig an und wird uns deß Wohlthun uns begnadigt nicht verlassen. Er, unser Gott, hat, das Herz nach deinem Reiweiß, was uns noth, und wird che lenken, dich preisen stets es gern uns geben. Kommt, laßt uns ihn erheben! durch fromme That. ad full 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih' uns Weisheit und Verstand; bewahr' uns, Mel. Wie groß ist des zc. 848. Wir Alle, Gott daß wir nicht verschwenden und Vater! die reichen Gaben deiner Hand. bringen dir Preis und Dank Du willst, wir sollen froh geim Heiligthum, und unsre fro- nießen und dankbar im Gehen Herzen singen von deines nusse seyn; gieb, daß mit rus Namens hohem Ruhm. Gehigem Gewissen wir deiner frönt hast du mit deiner Milde Güte stets uns freun. rings um uns her das ganze Land; dein Segen strömt auf die Gefilde aus deiner reichen Vaterhand. undiapidou 2. Du schenkteft Sonnenschein und Regen für jede Frucht zu rechter Zeit, und gabst Gedei hen, Kraft und Segen dem Samen, den wir ausgestreut. Für Millionen deiner Kinder reicht deiner Gaben Fülle hin, du nährst den Frommen und den Sün6. Auch für den Armen kam dein Segen in solcher Füll' auf uns herab, wir wollen liebreich feiner pflegen von dem, was deine Milde gab. Er danke heute mit uns Allen, frohlocke laut und bete an, daß du nach deinem Wohlgefallen fo Großes haft an uns gethan. ligt Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 2Col 849. Wir bauen, Gott, der mit ewig treuem Vaterfinn. auf dein Ge 3. Du giebst, uns liebreich zu heiß mit unsrer Hand die Erde, versorgen, mehr, als wir bitten und traun auf dich, daß unser und verstehn; du wachst am Fleiß von dir gesegnet werde. Du Abend und am Morgen und selbst verheißest gnadenvoll, daß hörest unser gläubig Flehn. Saat und Erndte währen soll, Selbst unsern Undanf, unsre so die Erde Sünden vergiebst du, der die Lie- 2. Was du verheißest, traf be ist; wir schmecken täglich und stets ein; gieb ferner deinen Se empfinden, wie gütig, Herr, du gen, laß unsre Aussaat wohl Allen bist. gedeihn, gieb Sonnenschein und Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 485 Regen! Vergebens bauen wir Dank für deine Treu' ein dir das Land, wenn, Vater, dei geweihtes Leben sey. 098 ner Allmacht Hand nicht unsre onu nags Arbeit fegnet.com Hops 3. D, fröne aus Barmherzigkeit mit Segen unsre Fluren, zeig' in des Landes Fruchtbarfeit uns deiner Gnade Spuren. Was unsres Fleißes Frucht zerstört, was Feld und Auen uns verheert, verhüte, Gott, aus Gnaden. 3. Und wie du selber nur aus Liebe uns schenfest unser täglich Brod, so weck' in uns des Mitleids Triebe, laß fühlen uns der Brüder Noth. Und weil du Reich' und Arme liebst, so dien' auch Beiden, was du giebst. 4. Durch dich ist Alles wohlgerathen auf dem Gefild', das wir bestellt: doch reifen auch des Glaubens Saaten auf deines Sohnes Erndtefeld? Sind wir auch, wenn er auf uns sieht, ein Acker, der ihm grünt und blüht? 4. Erhalt' uns, was nach dei ner Huld uns jetzt in Hoffnung grünet; vergilt uns nicht nach unsrer Schuld; straf' nicht, wie wir's verdienet. Dann schallet unser Lobgesang dir, Vater, der mit Speis' und Trank uns Alle reichlich nähret. 15. Wir traun auf dich, du treuer Gott, der stets wohl hausgehalten! du fennst am besten unsre Noth, gern lassen wir dich walten. Wir sind ja, Herr, dein Eigenthum; du du wirst für uns zu deinem Ruhm auch ferner gnädig sorgen. 5. Der List des Feindes wollst du wehren, wenn er ge schäftig Unkraut streut, die Frucht des Wortes laß sich mehren zu deinem Ruhme weit und breit, damit am großen Erndtetag ein Jeder Garben bringen mag. is diting E. Allgemeine Landesangelegenheiten. Mel. O daß ich tausend sc. Mel. Ich finge dir mit Herz sc. 850. Wir kommen, beine 851. Bringt Gott, ihr Huld zu feiern, Preis vor deinem Antlig uns zu freun; und Dank, ihm, der den Fries bei reichlich angefüllten Scheu den schafft; erhebt mit frohem ern dir, Herr der Erndte, Dank Lobgesang die Wunder seiner zu weihn, der du mit milder Kraft. Vaterhand auf's Neu' gesegnet unser Land. 2. Wer ist ihm gleich? Wer fann, wie er, was er beschließt, 2. Dein Lob, das wir gerührt auch thun? Den Streitenden verkünden, nimm es, o Vater, und ihrem Heer gebeut er, und gnädig an, und tiefer stets laß sie ruhn. topod noted on de uns empfinden, wie viel du 3. Er, aller Welten Herr Gutes uns gethan, auf daß der und Gott, vernahm der Böl 486 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. ter Flehn; des blut'gen Krie Mel. Wenn wir in höchsten 2c. ges Angst und Noth ließ er 852. Gott, der des Feuers. vorübergehn.d slow dolf 8 schnelle Kraft zum 19 4. Kein feindlich Schwert und Segen und Verderben schafft, kein Geschoß droht uns mehr mit welcher schrecklichen Ges fürchterlich; wo Menschenblut walt verwüstet es! wie leicht, in Strömen floß, ergießet Se- wie bald! gen sich. 2. Ach, wie viel Häuser hat's 5. Die Saat wird nun mit verheert, wie plötzlich MenschenSicherheit dem Boden anverglück zerstört! Auch dies hat traut; das Feld giebt Frucht deine Hand gethan; wir weinen, zu seiner Zeit dem Landmann, Herr, und beten an! der es baut. od lijed TIGI im Von 3. Wir flagen; doch verehren wir auch deine Huld, sie half auch hier und hielt der Flam men schnellen Lauf, des Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern seufe zen wir in ihrem Jammer, Gott, zu dir: laß sie nicht hülflos, tröste die, die du gebeugt hast, segne sie! 5. Und der Verschonte säume nicht, zu üben seine schönste Pflicht, die Pflicht, Betrübte zu erfreun, Verlaffnen Rath und Schuß zu seyn. inter 6. Du fannst uns wieder segnen, Gott, in Heil verwandeln jede Noth. Ja weise, liebevoll und gut ist Alles, was bein Wille thut. 7. Gieb Unterwerfung und Geduld, und laß uns deiner Vaterhuld mit frommer Zuversicht vertraun und stets auf deine Hülfe schaun. 6. In jedem Stand ist nun der Muth zur Arbeit neu erwacht, und sicher vor des Feindes Wuth wird jedes Werk voll bracht. 7. Allgütiger, allein von dir fließt dieses Heil uns zu; dein waren, sind und bleiben wir, und unser Gott bist du. 8. Erweck' uns selbst durch deinen Geist zum Dank, der dir gefällt, dich durch ein from mes Leben preist, das deine Rechte hält. des 9. Lehr' uns des Friedens hohen Werth mit weisem Ernst verstehn, und was das eitle das Herz begehrt, in deiner Furcht verschmähn. Inn Gain 10. Verleihe, daß Gerechtigs keit, daß wahre Lieb' und Treu', Vertrauen und Zufriedenheit im Lande herrschend sey. Mel. Nun lob' mein' Seel' 2c. 11. Wir sehen, Gott, auf deine Hand mit freudigem Ge müth und hoffen auf das Ba 853. Gottlob! es ist er Va terland, blüht. wo ew'ger Friede Fried- und Freudenwort, daß momeno da nunmehr ruhen sollen die Waf Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 487 fen und des Krieges Mord. 5. Ach, laß dich doch erNimm, Vaterland, nun wieder wecken, wach' auf, wach' auf, dein Saitenspiel hervor und verstockte Welt, bevor dich finge Freudenlieder im hohen neues Schrecken gleich einem vollen Chor! Erhebe dein Ge- Wetter überfällt. Wer aber müthe zu deinem Gott und Christum liebet, hab' unerschrocksprich: Herr, deine Huld und nen Muth; der Friede, den Güte bleibt jetzt und ewiglich. er giebet, ist doch das höchste 2. Was hätten wir verdienet, o Herr, nach unsrer Missethat, dieweil noch immer grünet bei uns der Sünden arge Saat! Fürwahr, wir sind ge schlagen mit einer scharfen Ruth', und dennoch muß mandes Gut. Nach diesem laßt uns ringen, nicht achten Kampf und Streit, durch Tod und Leben dringen wir einst zur Herrlichkeit, d fragen: wer ist, der Buße thut? 854. Ha 2C. Mel. Herr Gott, dich loben ic. mar err aller Herrscher, dir, dir, Vater, danken wir. Allmächtiger, du schufft die Welt, dein Wille there ist's, der sie erhält. Der Völ 3. Sen tausendmal willkom- fer Schicksal wägst du ab, giebst men, du theures, werthes Frie- Fürsten ihren Herrscherstab; densgut! Nun sehen alle From du fegnest und du strafft das men, wie reicher Segen in dir Land, und Alles kommt aus deiruht. In dich hat Gott versenket ner Hand, Gott Schöpfer, undes Lebens höchstes Heil; wer ser Gott! Erhalter, unser Gott! dich verletzt und fränket, den trifft sein eigner Pfeil, er drückt ihn sich in's Herze und löscht aus Unverstand die goldne Freudenferze mit frevelhafter Hand. Des Volks, des Königs Gott! Jehovah Zebaoth! 2. Wenn ein Tyrann das Zepter führt und dir zum Hohn, sein Volk regiert, das 4. Dies drückt uns Niemand ist, o Herr, dein Strafgericht, besser in unsre Seel' und Herz das schreckend zu den Menschen hinein, als ihr, zerstörte spricht. Doch wenn ein Fürst, Schlösser, ihr Städte voller mild und gerecht, regiert als Schutt und Stein, ihr vor dein getreuer Knecht, wenn er mals grünen Felder, noch mit auf frommer Tugend Bahn als Gebein bestreut, ihr sonst so dichten Wälder, die ihr verheeret seyd; ihr Gräber voller Leichen, getränkt mit Blut und Schweiß der Helden, deren Glei chen auf Erden man kaum weiß. Wir sind und bleiben böse, du bist und bleibest treu, machst, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. leuchtend Vorbild geht voran; wenn mit des Volkes Glück zu gleich er fördern will dein göttlich Reich; ein solcher Segen kommt von dir, und dir sey Lob und Preis dafür! dluh 488 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 3. Dies Glück hast du uns, 1.2. Soll nun dein ernstes Gott, gewährt durch einen KöStrafgericht, o Herr, ohn' nig, der dich ehrt und der Ende währen? Willst du dein des Landes Vater ist, weil du freundlich Angesicht nicht wie fein Gott und Vater bist. Erhalt der zu uns fehren? Gott, un ihn seinem Volk, o Gott, erst ser Heiland, o erfreu' mit deispät entreiß ihn uns der Tod; nem Gnadenschein auf's Neu' gieb bis zu diesem fernen Ziel uns, die dein Zorn erschrecket! uns noch durch ihn des Segens 3. D würde mit Posaunenviel. Gieb stets zu seinem ho- schall des Ew'gen Wort gehöhen Amt ihm Weisheit, die ret: daß Friede seyn soll übervon oben stammt; und stark durch dich trag' er die Laft, womit du ihn begnadigt haft. all, wo Christus wird verehret; daß Alle, denen er bekannt, bie Waffen legten aus der Hand und bauten Friedenshütten! 4. Im Himmel einst lohn' du ihm ganz durch einer höhern Krone Glanz. Wie schwer sein Weg dahin auch sey, dir, Herr der Herrscher, bleib' er treu. War Sorg' und Mühe hier sein Theil, so werd' ihm dort voll kommnes Heil. 4. Ihr zagt nicht, Heilige des Herrn; der Muth, der euch beseelet, hält die Verzweiflung von euch fern, so Gottvergeffne quälet. Gott, der da waltet weit und breit, ist auch zu helsi fen stets bereit all' denen, die ihn fürchten. mengena 35. Wir lassen, unser Gott, dich nicht, füll' uns das Herz 5. Zu ihm sey unser Herz mit Zuversicht; erhöre gnädig gewandt! Er wird zu uns sich das Gebet, das Segen ihm und wenden. Der Herr mit seiner uns erfleht. Dein Segen, starken Hand wird alle DrangGott, sey ihm verliehn, behüte, sal enden, auf daß, zu feines schüße, fegne ihn; dein gna- Namens Ruhm, des ganzen benvolles Angesicht umleuchte Volfes Eigenthum sey Wohlihn mit deinem Licht; gieb dei fahrt, Zucht und Ehre. nen Frieden immerdar ihm jetzt und in der Sel'gen Schaar. IS Isol( DOC 6. Wo Christen jest in blut'gem Streit einander treffen müffen, da wird dann die Ges hiz in Mel. Aus tiefer Nothic.drechtigkeit sich mit dem Frieden 855. H err, der du vor- füssen; es werden da, wo jest mals haft dein das Schwert in Feindes Hand Land mit Gnaden angeblicket, die Flur verheert, sich Güt' und Yound 1910NG und wenn du Strafen ihm ge- Treu' begegnen. dr sandt, es wiederum erquicket; 7. Dann wird mit Regen der du mit väterlicher Huld verziehen deinem Volk die Schuld, gelöset seine Bande. und mit Thau Gott unsern Boden neßen, daß uns der werthen Heimath Auerfreu' Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 489 mit ihren Schätzen. Doch bleibt,| fres Dankes Opfer an. Wir so viel er uns auch giebt, ein flehn in gläubigem Vertraun, Herz, das ihn vor Allem liebt, laß fernerhin dein Heil uns die höchste seiner Gaben. schaun Allmächtiger, der Alles fann, vollende was dein Rath begann! Den du zum Herrscher erhalte, err Gott, dich 856. Toben wir! Herr stärke, segne ihn; und gieb uns, lod Gott, wir danken dir! Von zu der Völker Glück, durch ihn Ewigkeit zu Ewigkeit ist dein den Frieden bald zurück. das Reich, die Herrlichkeit. Die Welt, dein Werk und Ei genthum, verkündigt deines Na mens Ruhm. Der Engel Heer, die Seraphim, lobsingen dir mit hoher Stimm': heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott! hei lig ist unser Gott! der Herr, Herr Zebaoth. Weit, über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit: dein Wille schuf, dein Arm erhält, dein Wink beherrscht auch unsre Welt. Der Erde Völkern wägest du nach deinem Rath ihr Schicksal zu. Wer schüßet mächtig Thron und Land gerechter Fürsten? Deine Hand! Du hast auch unser Flehn erhört, des Glaubens hohen Muth bewährt; du Herrscher über Kampf und Krieg, gabst unsern Heeren Sieg auf Sieg. err Gott, 857. H ben wir für deine großen Guaden! du hast das Vaterland der Krieges- Laft entladen, haft gnädig uns verliehn des Friedens güldne Zier; drum jauchzet alles Volf: Herr Gott, dich loben wir! 2. Herr Gott, wir danken 2. Alwissender, dein Auge dir! du sendest uns zwar Strasieht den Dank, der unser Herz fe; dein Ernst hat uns geweckt durchglüht. Frohlockend ma- aus unserm Sündenschlafe, doch chet unser Mund des In- wieder aufgethan ward uns die nern fromme Regung kund. Gnadenthür; deß freut sich unVon deines hohen Namens ser Herz: Herr Gott, wir danRuhm erschallet heut dein Hei- ten dir! on med ein chi ligthum: der Herr ist gnädig, 3. Herr Gott, dich loben ist getreu, die Huld des Herrn wir! Könnt' unser Mund wohl ist täglich neu. Herr, du haft schweigen? du haft den KönigsGroßes uns gethan, nimm un stamm bewahrt mit seinen Zweiphobia 19 Mel. Herr Gott, dich loben 2. 3. Täglich, Herr Gott, wir loben dich; dein freuen unsre Herzen sich. Vor aller Ungerechtigkeit behüt' uns jetzt und allezeit! Sey gnädig uns, du treuer Gott, fey gnädig uns in aller Noth! O laß uns deine Hülfe sehn, so oft wir findlichy zu dir flehn! Auf dich hofft unser Herz, o Herr; verlaß die Deinen nimmermehr! Amen. ochinsch50 150 195 Mel. Nun danfet Alle Gott 2c. sasp 490 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. gen, hast Kirch' und Land ge-| kein gerechter Seufzer schrei' um schüßt; gieb Gnade für und Rache wider ihn! für die Nachwelt finge noch: Herr Gott, dich loben wir! 8. Um seinen Thron sey immerdar Recht und Gerechtig4. Herr Gott, wir danken feit! beschüß' ihn mächtig in dir und preisen deinen Namen! Gefahr, wenn Feindes Macht Herr Gott, dich loben wir, und ihm dräut! alle Welt sag' Amen! Was 9. Er suche nie des Helden nie bes lebt und Odem hat, preist dich Ruhm; doch zeucht er in den voll Dankbegier! Herr Gott, Krieg, zu schützen Recht und wir loben dich! Herr Gott, wir Eigenthum, so gieb ihm Muth danken dir! misd bid sound Sieg! thi meno Mel. Ich finge dir mit Herz 2c. 75 150 67 of 10. Auch ihm hast du bestimmt das das er errei858. Freuen der techen soll; Herr! mache ſeiner nig allezeit! sein Auge sehe, Tage viel, und jeden segensGott, auf dich! sein Herz sey dir geweiht! 12 Indaly zid arg voll! 2. Begnadiget mit deiner Kraft und deines Geistes voll, gedenk' er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll. 3. Der über Christen, Gott, von Herrn verordnet ist, Jey deiner Kirche Schuß und 859. Egen Preis und Zier, er sey ein wahrer Christ! 4. Groß und voll Müh' ist Dank, der unser Flehn erfüllt; jeine Pflicht, und er ein Mensch dem Herrn ertöne Lobgesang, wie wir. Ach! er bedarf vor der mächtig ist und mild. din 12. Andern Licht und Rath und Kraft von dir! ot ma 2. Der Friebe fehrt durch ihn zurück, der Freude Ruf vor an; ihm folgt der Völker Heil und Glück; das hat der Herr gethan! nolong ind 5. Sey du sein Licht, sein Hort, sein Schild! laß ihn dir ähnlich seyn! laß menschen freundlich ihn und mild sein. 3. Hinauf zu seinem ew'gen Volf, wie du, erfreun.msdon Thron drang unser Angstge 6. Er zeig' auf seinem Throne schrei; er sprach, des Krieges sich als deinen treusten Sohn! Wetter flohn; er sprach und den Lastern sey er fürchterlich, wir sind frei. 11. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb' und Dank gedacht. Erhör' uns, Gott! dann jauchzen wir und preisen deine Macht. Er sim bu mel. Lobt Gott, ihr Christen ac. 134 der Tugend Schuß und Lohn! 4. Frei ist das Volk, das 7. Beglückter Völker Liebe Land ist frei, vorüber ist der fey sein edelster Gewinn; und Krieg, der Ueberwundnen Scla Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 491 verei, der Jammer selbst im Wittwenstand. Sieg. 5. Der Donner schweigt, der Mel. Nun ruhen alle Wälder sc. uns geschreckt, zur Sichel wird das Schwert; bald steht mit 861. Auf Gott nur will ich sehen, er hört Korn das Feld bedeckt, das sonst der Wittwen Flehen und nimmt der Feind verheert. ich meiner an. In meinen tief6. Dankt, danft dem Vater, sten Schmerzen bleibt er doch der uns liebt, der Freude schenkt meinem Herzen der Fels, auf nach Schmerz, der friedliche Ge- den ich bauen kann. danken giebt den Fürsten in das Herz.bussid 7. Die Völker, sonst in Haß entbrannt, sind freundlich nun vereint. Auch uns umschlingt ein Friedensband, verziehn sey jedem Feind. 8. Dem Herrn, der uns in seiner Huld von aller Noth be freit, laßt uns bezahlen unsre Schuld, und thun, was er gein, was er ge beut.Chad HITS 9. Daß fünftig auch sein Angesicht uns bleibe zugewandt, und leuchte mit der Gnade Licht dem theuren Vaterland. adnjyerjabinism, spil F. Allgemeine Lebenstommerverhältniffe. s he 2. Mich tröstet seine Gnade, er ist auf jedem Pfade bei mir bis an das Grab; er wird mich) nicht verlaffen! Dies Trostwort will ich fassen; es sey mein Stecken und mein Stab. 3. Gott will ich gläubig lieben und gute Werke üben in stiller Einsamkeit. Er sieht es, wie ich's meine, er sieht auch, wenn ich weine, und giebt mir, was mein Herz erfreut. od 4. Auch wenn ich mehr noch bitte, bis zu dem letzten Schritte will ich ihm folgsam seyn. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu höhern Freuden mich einst mit frommen Duldern ein. esmis pitch Trauung. 5. So eilen meine Tage, auch unter Last und Plage, wie Träume schnell dahin; und ohne Widerstreben verlaff ich Mel. Ich finge dir mit Herz 2c. 860. Auf euch wird Got- einst das Leben mit ſtillem, ihm tes ergebnen Sinn. Bad order 6. Wenn ich dann einst dich schaue, auf den ich hier vers traue, mein Vater und mein Freund, wie will ich dann dich ehren, wie danken für die Zähren, die ich, als 8 Wittwe, hier geweint. sid 7. Den Gatten, den ich liebte, deß Abschied mich betrübte, find' er hat ihn euch gewährt. Geht hin und macht durch frommes Thun euch dieses Segens werth. ad spoja& 2. Bis ihr den Lauf der Pilgerzeit nach Gottes Willen schließt, und in des Himmels Herrlichkeit der Treue Lohn ge nießt, bind toisgtun bartni 492 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. ich in Gottes Hand. Wie wollen| mein Heiland sagen: wie du, wir uns freuen, und unsre Lieb' Gott, willst, nicht wie ich will! erneuen im thränenfreien Va Stärk' mich, stärf mich, auch terland! 188 in der Krankheit Bein gelassen, 3100 19 so wie er, zu seyn.d 100 min Für Kranfe. 6. Einst kommen doch der jait isim ne upir Ruhe Stunden, des Lebens Mel. Wer weiß, wie nahe 2c. Ende rückt herbei; dann ist das ecer Morgen kommt, Leiden überwunden, ich bin von 862. Der noch währt die aller Trübsal frei; du selbst, Plage! sie wird mit jedem Mor- du selbst giebst mir, o Gottes gen neu! Wie traurig fließen Sohn, nach diesem Kampf den SIC mir die Tage der bangen Prü- Gnadenlohn. di fungszeit vorbei! Das Licht, das Licht, der neuen Sonne Licht erheitert meine Seele nicht! onderne Mel. Wie schön leucht't uns ac immer bin ich auf Ehe foll uns der Erde, wo mich Gefahr und 863. Deilig feyn! Gott Noth umringt, wo mich die drückende Beschwerde zum Kleinmuth und zur Klage dringt. Ich hoff, ich hoff auf Lind'rung meiner Pein; doch meine Hoff nung trifft nicht ein. setzt und weihte selbst sie ein mit Segen seines Mundes; und Christi Lieb' hat sie erneut, versöhnt, entsündigt und geweiht mit Heil des neuen Bundes. Preis ihm! Preis ihm! Treue Gatten gehn im Schatten seiner Gnade 3. Herr, eile doch mir bei zustehen, verlaß mich in der Schwachheit nicht; o, neige selige Gemeinschaftspfade. auf mein brünstig Flehen zu mir dein freundlich Angesicht; verleih', verleity' mir nur in mei nem Schmerz Geduld und ein zufried'nes Herz. basude 4. Noch ist das Schicksal mir verborgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch dich, o Vater, laß ich sorgen: du kennst und willst mein wahres Wohl! dein Rath, dein Rath, was er be schließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. manding Vom Ehestande. ni 2. O wohl, ja zwiefach wohl dem Paar, das sich in frommer Christen Schaar fann seines Heilands freuen, andächtig Herz und Muth erhöhn, zum Dankaltar des Bundes gehn und Geist und Kraft erneuen. Dank ihm, Dank ihm, der aus Gnaden uns geladen, hier auf Erden solchen Erbtheils froh zu werden. 2 3. Gesegnete des Herrn sind wir! Wohnt er nicht selbst und waltet hier, mit ihm sein hol5. Soll ich die Last noch län- der Friede? Ja, drückt uns auch ger tragen, so halt ich deiner des Tages Last: in muntrer Fügung still; mich lehret ja Eintracht aufgefaßt, drückt sie Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse, 493 das Herz nicht müde. Preis ihm!| fichlt, tyrannisch zu gebieten, soll Preis ihm! Freundlich hört er, gern gewährt er, was zwei Seelen treu vereinigt ihm empfehlen. sie die hart zu behandeln, die ihm dienen, sich nie erfühnen. 4. Daß Herren ihren Herrn im Himmel haben, soll Jeder 4. D Freude, wenn der Ehe beim Gebrauche seiner Gaben, Frucht in frischer Kraft und um nicht durch Willkür Diefrommer Zucht gedeiht zu Got nende zu fränken, mit Ernst tes Ehre! Und wenn, mit Se bedenken.ro, and in one gen süß belohnt, Fleiß, Lieb' 5. Wohlthätig seyn und mild und Treu' im Hause wohnt bei ihren Fehlern, nicht gleich und wehrt der Kummerzähre. bereit, den fargen Lohn zu schmäDank dir, Dank dir für die lern, das lernt, wer sich, wie Spende deiner Hände! Solcher leicht er selbst fann fehlen, nicht Gaben laß uns, Herr, nie Man will verhehlen. i hiso his 1st gel haben. 6. Wer sucht, wie er beim Richter Gnade finde, wird liebs reich seyn, geduldig und gelinde, wird gern die Treu' ermuth's gen und belohnen, des Irrthums schonen.d mind bond 5. O knüpfe fest der Seelen Band! du wollst aus milder Vaterhand uns, was uns noth ist, geben. Herr, führ' uns mit der Liebe Stab bis in den Tod, ja über's Grab, hin in 7. Doch Gott, wie leicht, wie das ew'ge Leben. Heil uns, leicht wird, wer regieret, zum Heil uns, wenn von Allen dort Mißbrauch seines Ansehns nicht erschallen Lobgesänge und in- verführet von Eitelkeit, von Liebrünft'ger Opfer Menge.be zum Gewinne, vom Eigenust gintonsdag finne. 100 1001 Für Herrschaften. 864. D Mel. Gott, der du für uns 2c. ie Menschen mögen herrschen oder dienen, du, Gott, bist Herr, und du verkündigst ihnen, wie fe's bedürfen als getreue Knechte, Geseß und Rechte. 8. Laß Jeden dann auf deine Rechte sehen, um seinem Hause flüglich vorzustehen. Gieb Je dem auch zu diesem edlen Werke Licht, Muth und Stärke. hun mo Für Greise. andon Mel. Vater unser im Himmelreich 1. STOSHOP 2. Gefeße, die sie heilig halz 865. Du, der das kalten sollen, wenn sie nicht vers Friede haben wollen, und fest schmäht, wodurch der Säugvereint feyn durch der Liebe Bande in jedem Stande. ling dich erhöht, du hörst den Greis noch gnädig an, obgleich 3. Wer seinem Hause vor- auch er nur stammeln kann. steht, soll sich hüten, was er be- O Brunnquell aller Seligkeit, 494 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. bir sey mein Dank, mein Lob| harrt das beste Theil. Ich geweiht. dumad HE Hind sidwarte dein getroft und still, bis 2. Herr, deine Huld war mich dein Ruf vollenden will. stets mit mir, aus ganzer Seele D Herr! dein Stecken und dein dank' ich dir, daß deine Gnad' Stab sey meine Stärke bis an's auch mich erwählt und deinem Grab.# 07 30137 Erbe zugezählt. Welchy Heil, das daraus auf mich fließt und mir das Erdenleid ver füßt! Bas gitbdildo d g 8. Bis hieher hast du mich gebracht und Alles, Alles wohlgemacht. Owohl mir! auch beim letzten Schritt geht deines 3. Wie langmuthsvoll er Trostes Engel mit und führt trugst du mich, wenn ich von mich durch das dunkle Thor deinem Wege wich), und lockte zum Lobgefang im höhern Chor. mich ein falsches Glück, dein gu900 our onl adn Trauung. sood lop gu- pl ter Geist hielt mich zurück, deinunte sin Arm entriß mich der Gefahr, wenn mir um Rettung bange war. pidudg Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 3901000 AUGOT 4. Durch Wolken brach dein 866. Du haft, Gott der Einigkeit, Sonnenschein, durch Nächte brach dein Tag herein. Hier nahmeſt und dort mehrtest du, gabit Arbeit und zur den Stand der Ehe selbst ge weiht; wie hoch ist er zu ehren! Heil zur Vernimm jetzt unser innig Ruh', und kommt die Zeit, wo Flehn; sieh gnädig an, die vor Kraft gebricht, o deinen Schuß dir stehn, ihr Bündniß zu bes verlier' ich nicht schwören. Laß sie, Vater, dir ergeben, einig leben, treu fich lieben, treu die Pflicht der Christen üben. 5. Freu'n Andre sich an Er dengut, worauf die bange Sorge ruht, ist mein der Schaß, der ewig währt, den weder Zeit noch Rost verzehrt, mein der auch, der von oben kam, und der die Macht dem Tode nahm. 1910 2. Nimin sie, o Gott, in deine Hut, daß ihnen nie ein wahres Gut zu ihrem Wohlseyn fehle; im Glück laß sie sich deiner freun, im Leid einander 6. Wie darf voll Angst und hülfreich seyn, Ein Herz und voll Vertraun ein Simeon gen Eine Seele. Immer laß sie voll Himmel schaun! Den Heiland Vertrauen auf dich schauen, hat sein Aug' erblickt, ihn hat freudig sterben und vereint den er au sein Herz gedrückt; nun Himmel erbentou todad doing steht er fertig und bereit zuri sd id est mise Heimfahrt in die Ewigkeit. Mel. Herr Chrift, der einig* 2c. Auch mir wärd deines 867. Dhe, vereine dies Friedens Heil, auch meiner 4 Lieder für besondere Zeiten und Verhältniffe. 495 ses Paar! In dir, o Gott, be auch zum Dienst zu weihn. stehe sein Bündniß immerdar. Wie heilig, Gott, ist das BeBeherrschet ihre Triebe der mühn, die Kinder weise zu erGeist der reinen Liebe, so wird ziehn. 110 088 ihr Hoffen wahr. 3. Drum wohl den Eltern, 2. Begleite du die Lehren von die den Pflichten, wozu du ihrer neuen Pflicht, zu deines sie berufft, getreu, nur darauf Namens Ehren, mit Salbung, ihre Sorgfalt richten, daß Kraft und Licht; auf allen ih ihre Kinderzucht gedeih'! Wohl ren Wegen bekräftige den Se- ihnen hier schon in der Zeit gen, den heut dein Diener und einst in jener Ewigspricht. feit! $ 10 198 100 110 09 4. Sie baun die Wohlfahrt zarter Jugend zu deines großen Namens Preis durch fromB5% 3. Und soll von Leid und Schmerzen ihr Stand begleitet seyn, so sprich in ihre, Herzen den Trost von oben ein; ver- mes Beispiel eigner Tugend leih' Geduld und Stärke in ih- und weiser Lebrer treuen Fleiß; rem Stand und Werke, bei und um Gedeihn fleht früh und aller Müh' und Pein.dpät zu dir, o Vater, ihr Ges 4. Sey stets in ihrer Mitte bet. und heil'ge ihren Bund; es sprech' auf unsre Bitte ein guä dig Ja dein Mund, und wie mit der Gemeine der Heiland sich vereine, mach' auch an ih nen fund junind thimilmiy sirds sh han l Für Eltern. sths Boil mi 5. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlichkeit in ihr Gemüth die edlern Triebe früh zu senfen, ist ihre Sorgfalt stets bemüht. Doch, widerstrebt das Kind der Pflicht, scheut auch den Ernst die Liebe nicht. H 6. Für jedes Haus, für ganze Staaten ist's um so größerer Gewinn, je mehr die Kinder wohl= Mel. 868. Sieb zu dem wich- gerathen, erzogen, Herr, nach tigen Geschäfte, deinem Sinn; Fleiß, Ordnung, die Kinder weise zu erziehn, o Wohlstand, Fried' und Ruh' Gott, Verstand und Muth und nimmt um fo mehr auf ErKräfte, und Segen fröne dies den zuid Bemühn: daß dir geweiht in Lieb' und Treu' ein jedes Haus dein Tempel sey.dspild 7 dn msichput suit daß ich tausend ic. 7. Gott, lehr' Eltern dies erwägen! Erweck und fördre ihr Bemühn, daß unter deinem milden Segen sie ihre Kinder wohl erziehn. O laß sie, Herr, so glücklich seyn, sich dessen hier 2. Du rufft den Menschen in das Leben, nicht für sein eignes Glück allein; du haft ihm das Gebot gegeben, sich Schwächern und dort zu freun.is 496 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. ndiser Für Greise. Mun ruhen alle Wälder 2c. Mel. Nun ruhen alle 91901911910 869. Gott 7. Ich harre froh und stille, frönet nach dem Streit. bis Gottes Gnadenwille mich An ott hat in mei- meiner Laufbahn Ende fint' ich nen Tagen mich in Jesu Hände, und er führt väterlich getragen, von meiner mich zur Seligkeit. Jugend auf; auch auf den rauhsten Wegen sah ich Höchsten Segen; er lenkte meinen Lebenslauf. & S esmisdic 1996, 79701 des 2. Erquichung folgt auf Sor gen, wie oft ein heitrer Mor= gen aus dunklen Nächten bricht; der würdig zu erziehen; Eltern, ja stets hab' ich erfahren, der o versäumt sie nicht! Alles Böse Herr weiß zu bewahren und lehrt sie fliehen, fliehn, was führt durch Finsterniß zum Wahn und Sünde nähret und Licht. der Seele Wohlfahrt störet. 3. War Menschenrath vergebens, so kam der Herr des Lebens und half und machte Bahn. Ihn ließ ich thun und rathen; denn er thut große Thaten und nimmt sich seiner Kinder an. los sig 2. Meidet blinde Zärtlichkeit, liebet nur mit dieser Treue, strebet, daß zu jeder Zeit euer Herz sich ihrer freue! Heil euch, wenn sie durch ihr Leben euren Ruhm vor Gott erheben. 3. Stärket ihres Körpers 14. Bis zu des Alters Tagen Kraft, daß sich auch die Seele will ich dich heben, tragen und stärke, und was wahre Freuden dein Erretter feyn! dies hat schafft, darauf offnen Sinnes mein Gott versprochen, der nie merke. Lehrt sie Weichlichkeit fein Wort gebrochen; deß will auch ich, als Greis, mich freun. Für Eltern. Mel. Liebster Jesu, wir sind ic. 870. Gro roß und heilig ift die Pflicht, Kin 5. Er wird auch schwachen Alten, was er versprochen, halten; denn er ist fromm und treu. Bin ich gleich schwach und müde, bei ihm ist Trost und Friede; er steht in aller Noth mir bei. 6. Nach wen'gen bangen Stunden hab' ich ganz über wunden; ich bin dem Ziele nah', dem Ziele meiner Leiden; o welche hohe Freuden erwar ten meine Seele da! verachten und durch Fleiß nach Ruhe trachten. 4. Bringt der Wahrheit helles Licht in das Dunkel ihrer Seele! Sorgt, daß weiser Un terricht ihnen Recht und Pflicht empfehle, daß kein blinder Aberglaube ihnen Lieb' und Wahrheit raube. d d mides& 5. Deffnet eurer Jugend Sinn dem beseligendsten Triebe, weist die jungen Herzen hin zu des Kinderfreundes Liebe, daß, von ihm schon aufgenommen, sie durch ihn zum Vater kommen. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 497 6. Wandelt stets auf richt'| nen sich zu deinem Preis ver ger Bahn, daß sie euer Vor einen! Aber doch froher noch bild sehen; führt sie sorgsam, müss' ihr findlich Leben deine lockt sie an, gleichen Wegs mit Lieb' erheben. monet sid euch zu gehen! Laßt sie sehn, 3. Odem deiner Liebe laß wie schon auf Erden wir im Glauben selig werden. ssh 7. Strebt ihr, so für Gottes Reich eure Kinder zu erziehen: ondann, Eltern, freuet euch! hoher Lohn ist euch verliehen; ja schon hier strömt Gottes Segen euch in ihrem Dank entgegen. ihr Herz durchwalten, es zu deinem Ruhm entfalten! Reich an Jugendblüthe müss' es dich erfreuen und zu edler Frucht gedeihen. Hilf mit Rath, hilf mit That vor der Schuld Gefahren Herz und Sinn bewahren. 18. Seht, sie thun, was Gott 4. Stärk', o Freund der Kinder, fie mit deinem Segen zu gefällt, streuen aus den edlen des Lebens heißern Wegen. VaSamen und erhalten in der Welt unbeschädigt euren Namen; ih nen winkt auf ihren Wegen eurer Liebe Lohn entgegen. ter deiner Kinder, sey bis in ihr Alter ihr Beschirmer und Erhalter! Geist des Herrn, sey nicht fern, sie durch alle Zeiten 9. Welche Himmelsseligkeit himmlisch zu geleiten.. wird durch eure Seelen drin- stop si gen, wenn auch sie einst hocher- Für Greife. freut sich mit euch zum Throne lim od Mel. Alle Menschen müssen 2c. schwingen! Dann, dann jauchzen neue Lieder: Herr, wir 872. H öchster Helfer, sey bringen dir dr Glid Fürbitte für die Kinder. nicht ferne, mein Beschirmer, steh mir bei. Hilf mir, daß ich eifrig lerne, was dein heil'ger Wille sey. Leite mich nach deiner Güte und er= leuchte mein Gemüthe; laß mir deine Vatertreu alle Morgen werden neu. 871.. Deinen! Mel. Wunderbarer König 2c. err und Gott der aus der Kinder Munde hat schon manche frohe Stunde dir ein 2. Halte mich, o mein ErLob bereitet. Laß dein Herz sich neigen auch zu unsern Kinderreigen; Lobgesang, schwach von Klang, ja des Säuglings Lallen läßt du dir gefallen! halter! o mein Führer, weiche nicht! Führ' mich auch im hö hern Alter, wenn mir Lebensfraft gebricht. Gieb, daß ich die bösen Tage mit Geduld und Hoffnung trage, und laß mich in Sorg' und Schmerz finden ein befreundet Herz. 2. Hostanna Töne, die dich findlich preisen, reizen dich wie Engelweisen. Möchten doch die ven unsrer lieben Klei- 3. Weiche nicht von meiner to thi 498 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Seiten, wenn sich Angst und sen Tage. Du ziehst durch LeiOhnmacht häuft, wenn die den mich zu dir und bleibst, schwachen Tritte gleiten und mein Vater, ewig mir ein Fels, die Hand zum Stabe greift. auf den ich baue no that Wenn die Augen fast erblinden und die Lebensgeister schwinden: o so sey du selbst mein Licht, daß ich seh' dein Angesicht. 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, auch wenn der Tod erscheinet..ns Dich hält mein Glaube dennoch fest, wenn Alles um mich weinet. Du bist es, der mir Ruhe giebt, wenn Alle, die mich hier geliebt, an meinem Lager trauern. toch ni 4. Wenn ich soll von hinnen scheiden, neige meinem Flehn dein Ohr; tritt auch in dem letzten Leiden mir als Helfer dann hervor. O mein Heiland, hab' Erbarmen! schenke deinen Trost mir Armen! hilf mir aus der bängsten Noth bald durch einen sel'gen Todad 4. Auch sie versäumst du, Vater, nicht, du stärkest ihre Herzen, giebst ihnen Trost und Zuversicht und linderst ihre Schmerzen. Ja, dir, mein Gott, empfehl' ich sie, laß sie auch in der Treue nie des Glaubens Trost verlieren. e 5. Meine Seele soll erheben dich, o Herr der Herrlichkeit, dort in jenem Freudenleben, wenn ich hier vollbracht den Streit. Ew'gen Dank werd' ich dir bringen und vor deinem Throne fingen, daß du mich so wohl bedacht und zum Him mel hast gebracht. din Sper Für Kranke.jod Kranke. Für Tige Mel. Wenn einst mein Stündlein 2c. Für Hausgesinde. Mel. Gott, der du für uns 20. feh' ich den Morgen wieder. 874. Nicht Alle fönnen Dein mich herrschen; Viele sollen gehorchen, wenn sie nüßlich werden wollen, und willig, ich) zu dir, und du gewährtest so verlangst du's, Gott, von gnädig mir des Glaubens Trost und Hoffnung. ihnen, den Brüdern dienen. 2. O hielten Alle nur auf deine Rechte! Sie wären mehr dann, als der Menschen Knechte; drum gieb den regen Trieb, dir zu gefallen, doch ihnen Allen. Mach einer bangen, schweren Nacht 873. Nach bewacht, du sahst auf mich her nieder. In meiner Angst fleht' 5. Doch, bin ich von dem Ziel noch weit, das du mir ausersehen, soll länger ich in dieser Zeit durch Angst und Trübfal gehen: so gieb mir, Vater, deine Kraft, die Muth in jedem Leiden schafft, Geduld und Hoffnung wirket. 2. So trag' ich willig jeden Schmerz und meiner Krankheit Plage, und dein erfreuet sich mein Herz auch an dem bö Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 499 3. Gieb ihnen ein gehorsam Soll mich von ihm die Trüb Herz und Treue, daß Jeder sal scheiden? Noch schreckt mich seines Ruf's von dir sich freue, feines Spötters Spott, noch ist daß sie mit Eifer ftets der Her er mir ein Quell der Freuden. ren Willen genau erfüllen. Er ist mein Troft, mein Rath, mein Licht, der Felfen meiner Zuversicht, der Freund, dem ich mich ganz ergebe, in dessen Huld allein ich lebe, in dem mein ganzes Wesen ruht, der nichts mir je zu Leide thut. 4. O wüßten wir doch nichts von falschen Händen, die Herren Gut veruntreu'n und ent9de 19lar wenden! Und Lohn empfängt und Pflege, zur Arbeit träge! 5. Und würde wahre De- 2. Er leitet mich nach weisem muth nie vergessen, daß Keiner Rath und offenbart sich meiselbstflug, troßig und vermessen nem Herzen, ist ewig treu in fich billigen Befehlen wider- Rath und That, bleibt bei mir, feße, die Pflicht verlege. auch in Noth und Schmerzen. 6. Auch was sie nicht ver- Und ziehn auch Wolfen um mics steht, vollbringt mit Freuden die her, doch fürchtet sich mein Herz Treu' und weiß gelassen auch nicht mehr; er ist mein Schuß zu leiden. Nie wird, wer weiß, in schwülen Tagen. Was sollt' auch er hat zu bereuen, nach ich über Unglück klagen? Was Rache schreien. l gidi Gott, mein Vater, mit mir thut, 7. Wenn Jeder freudig dir ist Alles heilig, recht und gut. zum Wohlgefallen sein Werk 3. Er giebt und nimmt, verrichtet, wohl dann ihnen Al- wie's ihm gefällt, denn er ift len! Wie werden sie im Himmel Herr, es ist das Seine. Ich und auf Erden gesegnet werden! bin ein Gaft auf dieser Welt, mein wahres Gut ist er, der Eine. Wer dies zum Geisteserbe hat, ist immer selig, reich und fatt. In Armuth, Elend, Schmach und Leiden ist Gott dns sein Gott, wer will sie scheiden? Darf ich mich seiner selbst er freun, so ist mit ihm auch Alles mein. 8. Und müßten sie auch har ten Herren dienen; mit Wonn' und Ehre, Gott, vergiltst du ihnen. Des Lebens Abend fommt; dann ruhn die Müden in deinem Frieden. Ho9. Verherrlicht werden sie empfahn vom Sohne des Himmels Seligkeit zu ihrem Lohne, und, treu erfunden, in dein Reich erhoben dich ewig loben! 4. Die Thränen, die der Herr mir macht, find alle von and Mel. Beschränkt, ihr Weisen ic. Bei Unglücksfällen. ihm selbst gezählet. Gott, der mein wahres Heil bewacht, weiß, was mich drückt, weiß, was 875. Noch heut ist Gott mir fehlet. Wird meine Kraft mein treuer Gott! in Trübsal weich, mit seiner Ji2 500 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Kraft hilft er sogleich, und sie gleich, wie wir, nur Sünscheint sein Rath mich zu be- der, haben sie an dir doch Theil. trüben, so will er meinen Glau- Sie sind in der Taufe schon ben üben, so prüft er mich, ob dir geweiht und deinem Sohn, ich ihm treu, ob er mein Heil, darum leite deine Gnade sie auf mein Alles sey. nisu ihrem Lebenspfade. 5. Ja köstlich, Herr, mein 2. Der dit sie bisher erhalten Feis, mein Hort, ist mir dein bei so manchem Unglücksfall, Denken, Thun und Lassen; wollest über sie nun walten im recht ist dein Weg und süß merdar und überall. Bricht Gedein Wort, die Welt fann dei- fahr für sie herein, wollst du ihr nen Rath nicht fassen, ihr ist Beschüßzer seyn; wenn in Noth dein Weg und Gang verkehrt. sie zu dir flehen, laß sie deine Dein Volk, das dich im Glau- Hülfe sehen. ben ehrt, lernt hier schon drei 3. Dringt auf sie von allen mal heilig singen, dort wird dein Seiten der Verführer Schaar volles Lob erklingen, wenn nun heran; laß doch ihren Fuß nicht dein Prüfungsplan sich ganz ver- gleiten, halte sie auf rechter klärt im Himmelssønnenglanz. Bahn. Regt in ihrer eignen Brust sich mit Macht die böse Lust; gieb dann, daß sie muthig kämpfen und den Reiz der Sünde dämpfen. 6. Noch heut ist Gott mein treuer Gott, und wehe mir, wenn er's nicht bliebe! Lach' immerhin des Spötters Spott! nichts scheide mich von Gottes 4. Herr, erhalte deinem ReiLiebe, nicht Trübsal, Angst, che unsre Kinder stets getreu. Verfolgungsnoth, nicht Hun O daß keines von dir weiche und ger, Blöße, Schmach und Tod, dereinst verloren sey! Immer geh' nicht Feuer, Schwert noch Fol- ihr frommer Sinn und ihr Stres terleiden, nicht Gold, noch ben darauf hin, Christo ganz sich Herrlichkeit und Freuden, nicht zu ergeben und zur Ehre dir zu Engel, Macht und Fürstenthum; leben. Gott ist mein Heil, Gott bleibt mein Ruhm! 5. Haben sie den Kampf geendet, obgesteget in dem Streit; haben sie den Lauf vollendet in des Glaubens Freudigkeit: dann, o Vater, führe du sie der ew'gen Heimath zu, und laß sie nach sanftem Sterdeines Himmels Frieden Fürbitte für die Kinder. Mel. Werde munter, mein 2c. 876. Sorge, Herr, für unsre Kinder, ben sorge für ihr wahres Heil; sind erben. ndhik and inhibende 005 oldes tule Ismaidot molio nengoerse sit ni nid hile sgp ronism steal@ 085 tiltspn bonohi nd.no bhil 208 het hon immol app@ 011 mondo ou transdottenhe 105 dualis miom med pg290128bdo 18.62 018 pe imi pot 812 maut en els p iglas adot ill 402 m@ hand and dig flip 10. និយាម C ៣ di Verzeichniß der Lieder. era and og menind but did esto mome ud oftly Nr. Auf, Christenheit, seyisin si 113 Auf Christi Himmelfahrt allein 246 Auf deine Weisheit schauen 567 330 thi2 427 3 381 Auf den Nebel folgt die Sonn' 568 ( 209 Auf, du zagendes Gewissen 380 Auf, erhebet euch, ihr Christen 449 Auferstanden, auferstanden 212 Auferstehn, ja auferstehno 1757 Auf, erwacht, ihr heil'gen Triebe 54 Auf euch wird Gottes Segen ruhn 860 Auf ewig ist der Herr mein Theil 679 Auf, freuet euch von Herzensgrund 114 Auf Gott nur will ich sehen 861 716 90 Ach, mein Jesu, fich, ich trete 808 Ach, mein Jesu, welch Verderben 382 Ach, sieh ihn dulden, bluten 159 Ach, Vater, Bater, höre 4 563 Ach, wenn ich dich, mein Gott 513 Ach, wann werd' ich von der Sünde 383 Ach, wie hat mein Herz gerungen 564 Ach, wie ist der Menschen Liebe 565 Alle Christen hören gerne 6514 Auf Gott und nicht auf meinen 569 Auf, ihr Christen, Christi Glieder 450 Auf, ihr Christen, Gott zu loben 642 Auf, ihr Christen, laßt uns fingen 213 Auf, ihr Streiter, durchgedrungen 451 Auf Leiden folgt die Herrlichkeit 288 Alle Menschen müssen sterben 756 Auf meinen Gott verläßt du 258 Allein Gott in der Höh sey Ghr 43 Auf meinen lieben Gott trau' ich 570 Allein zu dir, Herr Jesu Christ 384 Auf, mein Herz, des Herren Tag 214 Alles ist an Gottes Segen 1 566 Auf, mein Herz, sey unverzagt 571 Alles ist euer, o Wortes 678 Auf, Pilger, laßt uns eilen 452 Allgütiger, allein bei dir 115 Allmächtiger, der seinen Thron Allseliger Gott, vor der Zeit Also hat Gott die Welt geliebt 112 Amen, deines Grabes Friede 210 4 Auf, schicke dich, recht feierlich 5 Auf, singt mit uns, ihr hohen 247 Aus einem tief vor dir# 387 53 248 nepies wide 60 200 200 asdum 1902 Nr. 10T di Mid toiskie A. Ach bleib' mit deiner Gnade Ach ewig heil'ger Gott Ach, Gott, gieb du uns beine Ach, Gott, mich drückt ein Ach, Gott und Herr, wie Ach, Gott, verlaß mich nicht Ach, Herr, dir ist bewußt Ach, Herr, lehre mich bedenken Ach, mein Herr Jesu, dein Aus Gnaden soll ich selig werden 428 Aus irdischem Getümmel id nd 1991 Am Grabe stehen wir und opfern 717 Aus tiefer Noth ruf' ich zu bir 388 Am Kreuz erblaßthim mi cad 160 An deine Leiden denken wir of 161 00 An dich, mein Gott, gedenken An dir allein, an dir hab ich Auch dieses Tages Stunden Auf, auf, an diesem Morgen Auf, auf, den Herrn zu loben Auf, auf, ihr meine Lieder Auf, auf, mein Geist, den Herrn 640 Auf, auf, mein Geift, erhebe dich 355 Auf, auf, mein Herz mit Freuden 211 Auf, Christen, bringet! is 641 Got no Brote ader m 515 Bang' und doch voll sel'ger Freuden 356 385 Besteht dem Höchsten deine Wege 572 809 Befiehl du deine Wege di573 386 Begrabt den Leib in seine Gruft 718 788 Beklommnes Herz, was willst du 574 Bereite dich, Christ, wir Beschwertes Herz, leg' ab die Bewahr', o Gott, mich, daß Bis hieher ist's gelungen Bist du ein Freund des Herrn 21 $ 162 22 453 824 454 502 Verzeichniß der Lieder. Nr. 71 760 Der Himmel Ruf erzählet Der letzte meiner Tage Der Morgen kommt, noch währt 862 Der Tag, an dem mein Heiland 761 Der Tag ist hin, mein Jesu Der Tod ist todt, es siegt Der Weg ist gut, der durch das 579 Der Werke Ruhm muß vor Chrift, Alles, was dich kränket 575 Des Herrn Geseß verkündet Des Jahres erster Morgen 810 217 C. 432 292 Christ, aus deinem Herzen 576 825 Christe, du Lamm Gottes 163 Des Todes Graun, des Grabes 762 Christe, mein Leben, mein Hoffen 516 Dich, dich, mein Gott, will ich 791 Christ fuhr gen Himmel 248 216 Chrift ist erstanden Dich, Herr, dich loben herzlich wir 293 Dich, Jesu, preisen unsre Lieder 294 Chrift, prüfe dich an jedem Tage 389 Dich seh' ich wieder, Morgenlicht 792 Christus, der ist mein Leben 719 259 O 0 Jul Dich, Vater, preist meine Dich, Bater, ruf ich an de finde D. dr Dich will ich inimer treuer lieben 517 Die auf der Erde wallen 357 721 358 Dank, Dank sey dir für dein Dank, Jesu, dir, ach sind wir's Dank, Jefu, dir, daß du beim Danket mit Freuden, o danket Dankt dem Herrn, ihr Die Bahn ist rauh, auf der ich 580 359 Die Christen gehn in dieser Welt 722 643 Die Ghe soll uns heilig seyn 863 644 289 457 117 6 24 Die Erndt' ist da, schon winkt 836 Die Feinde deines Kreuzes drohn 295 680 Die Füile guter Gaben 577 Die Herrlichkeit der Erden 290 Die Himmel rühmen des Ewigen Die Menschen mögen herrschen Die Rach', o Herr, ist deini Dies ist der Tag, da Gottes Sohn 260 Dies ist der Tag, den Gott 121 Dies ist der Tag der Fröhlichkeit 122 Dies ist der Tag zum Segen Dies ist die Nacht, da mir Die Sonne senkt sich nieder Die Sonne stand verfinstert Die Sonn' hat sich mit ihrem Dir dank' ich für mein Leben Dir, dem weisesten Regierernd of 73 Dir, dir, Jehovah, will ich fingen 331 Dir, Gott der Huld und Stärke 837 581 758 Dir hab' ich mich ergeben 790 Dir jauchzet froh die Christenheit 261 124 Dir, Jesu, tönt vom Staube Dir, milder Geber aller Gaben 838 123 812 165 811 793 Nro. Blick hin in die vergangnen Zeiten 455 Brich an, du schönes Tageslicht 789 Bringt frohen Dank undLobgesang 116 Bringt Gott, ihr Christen, Preis 851 Bringt Preis und Ruhm dem 215 Das Amt der Lehrer, Herr, ist dein Deines Gottes freue dicho Dein harr' ich und bin stille Dein ist das Licht, das uns Dein Mittler kömmt, auf Dein Name werd' erhoben. Dein Recht, o Gott, und dein 319 Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit 720 Dein Werk, Erlöser, ist vollendet 249 Dein Wort, o Höchster im 320 Dem Erdkreis strahlt ein Licht 118 Dem Heiland folgt, wer hier 456 Dem Heiland nach, mein Geist 578 Dem Menschen glänzt, o Gott 69 Dem Worte deines Mundesi 360 Der am Kreuz ist meine Liebe 164 Der du die Liebe selber bist 669 Der du noch in der legten Nacht 291 Der Freuden Quell ist Der frohe Morgen kommt Der Glaube ist die Zuversicht Der Glaube ist's, der Wunder 429 430 Der Grund, auf dem mein Glaube 431 Der Heiland, dessen sich im 119 Der Heiland kommt, lobsinget Der Heiland kommt zum Der Herr, an deffen Güte Der Herr fährt auf zum Himmel 250 Der Herr ist Gott, und keiner mehr 55 Der Herr ist gut, ihr Himmel 70 23 31 120 -759 Dir schwör' ich ew'ge Treue Dir sey dies Kind 723 72 864 670 361 341 724 56 582 Dir sterb' ich einst, wenn ich Dir strebt meine Seele zu Dir trau' ich, Gott, und Dir, unserm Gott, fey Lab Du, aller Menschen Vater Du bist ein Christ, was klagest du 583 21 675 Verzeichniß der Lieder. Nr. Du bist's, dem Ehr' und Ruhm 645 Du, der das Lallen nicht 865 Du, der einst unsre Trauer theilte 584 Du, der Herz und Wandel kennet 390 Du, der Menschen Heil und Leben 166 Du, der sein Blut und Leben 518 Du, dessen Augen floffen Du, deß sich alle Himmel freun 332 Du gehst zum Garten 167 300 168 725 Du gingst zum höchsten Lohne 251 Du hast mir, Gott, dein Wort 321 Du hast, o Gott der Einigkeit 866 Du flagest über die Beschwerden 585 Du Lebensfürst, dein Sieg Du, meine Seele, finge na Durch des Mittlers Blut und Du reicher Trost der Armen Du riefst mich, Vater, aus dem Du siehst, o Mensch, wie fort 763 Du sollst glauben, und du Armer 433 Du sollst in allen Sachen 44 458 867 92 Du Stifter frommer Ghe Du, Urbild aller Frömmigkeit Du, Vater deiner Menschenkinder 520 Duwirst, o Vater, für mein Wohl 458 Ahdutt 726 no 646 519 839 503 Nr. 766 298 342 827 Erhöhter Jesu, Gottes Sohn Erhöre gnädig unser Flehen Erhör', o Vater, Du das Flehn Erhör' uns, Gott, erhöre Erinnre dich, mein Geist, erfreut 218 Erfenne, mein Gemüthe Er kommt, er kommt 322 127 128 Er kommt und Seraphinen Er lebt, der Herr der Herrlichkeit 219 Er lebt, o Freudenwort, er lebt 220 Erlöser, der du selbst uns haft 362 Ermuntert euch, ihr Frommen 767 Ermuntre dich, mein schwacher Erweitert Thor und Thüren Er wird es thun, der treue Gott Es glänzet der Christen ai Es ist genug! so nimm, Herr Es ist gewiß ein köstlich Ding Gs ist Gottes Wille 129 130 590 462 730 591 592 Gs ist nicht schwer, ein Christ 463 Es ist noch eine Ruh'vorhanden, auf 768 Es ist noch eine Ruh' vorhanden für 769 Es ist vollbracht, das Opfer Es ist vollbracht, Gottlob, es ist 731 Es ist vollbracht! so ruft am 172 173 174 343 Es ist vollbracht! so ruft des Es kostet viel, ein Christ zu seyn 464 Es wolle Gott uns gnädig seyn 299 Gwig, ewig bin ich dein Gwig sey dir. Lob gesungen Ewig weis und ewig milded Ewig wesentliches Licht d 2 131 Me sia 728 74 465 223 Gin Christ, ein tapfrer Kriegesheld 459 Gin' feste Burg ist unser Gott 296 Ein heiliges Feuer durchbrang 262 Gin Herz, o Gott, in Kreuz 586 Ein Lämmlein geht und trägt 169 Ein neuer Tag, ein neues Leben 794 F. mmid O Gin Pilger bin ich in der Welt 727 Eins ist noth, ach Herr, dies Eine 521 Feiert, Christen, diese Stunde 221 Fest des Lebens, sey willkommen 222 Einst geh' ich ohne Beben Einst ist alles Leid vergangen 587 Feft fteht zu Gottes Ruhme 1301 Fleug auf mein Psalm Einst reift die Saat! mein 764 Folget mir, ruft uns das Leben Ginst felig dort zu werden d 460 Gitte Welt, ich bin dein müde 729 Freiwillig hast du dargebracht Empor zu ihm, mein Lobgesang 125 Freude wallt in meinem Herzen 647 Entehre nicht mit bangen Klagen 588 Freuet euch, ihr Christen, alle 132 Freuet euch, ihr lieben Brüder 133 Entschwinge dich, mein Geist 589 Erbarm' dich, Herr! schwach ist 391 Frieden, ach Frieden, den göttlichen 681+ 648 Erforsche mich, erfahr' mein Herz 170 Frohlockend laßt uns treten Grhabner Dulder, deine Liebe 171 Froh versammelt sind wir hier 27 224 Erhalt uns, Herr, bei deinem 297 Früh Morgens eh die Sonn' Früh oder spät des Todes Raub 466 Erheb', o meine Seele, dichis 795 Für diese Kinder beten wir 344 Erheb' uns zu dir, du, der Erhebe mit der AndachtSchwingen 765 giustor Für unsre Brüder beten wir 18 alor al 10 Grhebet, Christen, euern Sinn 461 Erhebt, Bewohner dieser Welt 826 Erhebt den Herrn, ihr Frommen 126 26 300 323 20 tister He Gedanke, der uns Leben giebt 93 593 Geduld, wie sehr der Sturm 504 Verzeichniß der Lieder. Nr. 1.350 Nr. 63 10 597 Geh' hin nach Gottes Willen 467 Gott ruft der Sonne, ruft 1828 Geist aller Geister, unerschaffnes 263 Gott sey Dank, der mit uns war 29 Geist der Wahrheit, lehre mich 264 Gott fieht auf uns 1686 Geist des Herrn, dein Licht allein 302 Gott sorgt für uns, o fingt ihm 841 Geist Gottes aus des Ew'gen Fülle 265 Gott, Vater, Sohn und 5813 Geist Gottes, wer kann dich 266 Gott, vor dem die Engels 10 Geist v. Vater u. vom Sohne, der 267 Gott, vor dessen Angesichte od 62 Geist vom Vater u. vom Sohn 268 Gott, welcher Kampf in meiner 394 Gelobet feyst du, Jefu Christ 134 Gott, wer ist dir zu vergleichen 650 Gelobt sey, der den Frühling 840 Gott, wie du bist, so wärst du Getauft seyn auf des Vaters 345 Gott will's machen, daß Getrener Gott, wie viel Geduld 57 Getrost, mein Leiden hat ein Ziel 594 Getrost und freudig geh' ich hin 732 Geweiht zum Christenthume 346 Gieb deinen Frieden uns, o Gott 682 Gieb dich zufrieden und sey stille 595 Gieb, Gott, wenn ich dir diene 468 Gieb Herz 672 Gieb b zu dem wichtigen Geschäfte 863 Gott, Allweiser, wer bin ich 58 Gott, deine Gnad' ist unser Leben 683 Gott, deine Güte reicht so weit 9 Gott, deine Güt' und Machterhält 75 Gott, der an allen Enden Gott, der des Feuers Gott wollte nicht des Sünders Tod 94 Großer Gott, den Alles preiſet 797 Großer Immanuel, schane Großer König, den ich ehre Großer Mittler, der zur Rechten 252 Groß und heilig ist die Pflicht 870 sia nipe him a 305 523 76 852 Gott, der du selbst die Wahrheit 469 der du unser 333 77 45 78 Gott, der du unsre Zuflucht bist 392 Gott der Macht, in deinem Ruhme Gott der Vater wohn' uns bei Gott, der wird's wohl machen Gott des Himmels und der Erden 796 Gott, dir sey ewig Preis und Dank 303 Gott, du haft in deinem Sohn 269 Gottes Mund hat uns verheißen 434 Gott hab' ich Alles heimgestellt 733 Gott hat in meinen Tagen 1869 Gott, ich preise dich mit allen 684 Gott, ich will mich ernstlich prüfen 393 Gott in der Höh' sey Ghr 1946 Gott ist die wahre Liebe 522 Gott ist ein Schuß in Nöthen 304 Gott ist gegenwärtig balda28 e 60 Gott ist mein Hort und auf 324 Gott ist mein Lied, er ist Gott ist's, der das Vermögen Gott ist treu und alle Morgen Gott ist und bleibt getreu Gott lebt, wie kann ich traurig 596 Gottlob, ein Schritt zur Ewigkeit 685 Gottlob, es ist erschollen853 Gott, meine ganze Seelei 649 61 59 470 3 205 boj olar Hab' ich ein gut Gewiffen# 1687 Hallelujah, Amen, Amen) 770 Hallelujah, jauchzt, ihr Chöre 225 Hallelujah, Jesus lebet! alls 226 Hallelujah, Lob, Preis und Ehr' 47 Halt an, mein Herz 598 Halt im Gedächtniß Jesum Christ 524 Hehr und heilig ist die Stätte 30 135 95 471 689 306 1814 Heil'ger Jesu, Heil'gungsquelle Heilig, heilig ist dein Wille Helft Gottes Huld mir preisen Herr aller Herrscher, dira Herr, Alles, was ich habe Herr, aus deiner Gnadenfülle Herr, deine Kirche danfet dir Herr, den die Sonnense 830 Herr, der du als ein stilles Lamm 363 Herr, der du mir das Leben Herr, der du vormals haftst 1855 Herr, du bist unsre Zuversicht 435 Herr, du erforschest mich; mein 64 Herr, du fährst in Glanz Herr, du gingst voranih 472 Herr, du wollest meiner schonen 395 Herr, du wollst sie vollbereiten 364 Herr, es gescheh' dein Willem 815 Herr, es ist der Tag erschienen 31 Herr, ew'ger Gott, wie du dod: 79 Herr, führe mich auf guter Bahn 473 Herr Gott, dich loben wir für 857 Herr Gott, dich loben wir, Herr 651 Herr Gott, dich( Siegesvanklied) 856 Herr Gott, du kennest meine Tage 734 9253 829 854 688 Verzeichniß der Lieder. 505 Nr. Nr. Herr, Herr Gott( fitanei) 396 Herr, ich hab' aus deiner Treu 474 Herr, ich habe mißgehandelt 397 Herr Jesu Christ, dein theures 175 Herr Jesu Christ, du Gotteslamm Herr Jesu Christ, du höchstes Herr Jesu Christ, mein Herr Herr Jesu Christ, mein höchstes Herr Jesu, Guadensonne Herr Jesu, Trost der Heiden 136 Herr, laß mich in Frieden fahren 736 Herr, lehr' mich thun thun nach deinem 476 735 180 525 200 de morou ammol eust JON Od 11 anist Jauchzet all', ihr Frommen! 137 Jauchzt, ihr auserwählten Kinder 653 176 Jauchzt unserm Gott mit 65 398 Ich bin der Angst entnommen 691 Ich bin erlöst durch meines Ich bin getauft auf deinen Namen Ich bin gewiß, daß weder Ich bin Gottes, Gott ist mein Ich bin ja, Herr, in deiner Ich bin in Allem wohl zufrieden mache meine Seele stille 599 Ich danke dir für deinen Tod Herr, meiner Seele großen Werth 477 Ich, der ich oft in tiefes Leid: Herr, mein Licht, erleuchte mich 325 Ich freue mich, mein Gott, in die Herr, mein Versöhner, der 673 Ich fühle wohl, ich selbst Herr, stärke mich, dein Leiden 177 Sch geh' zu deinem Grabe Herr und Gott der Deinen 871 Ich habe den gefunden Herr, unser Gott, laß nicht Herr, unser Herrscher, dankbar 842 Herr, vor deinem Angesicht 475 Herr, Ame 228 528 600 32 Herr, welch Heil kann ich erringen 690 Herr, wie du willst, so 11 Ich habe g'nug, mein Herr ist 529 Ich habe Gottes Weg geseh'n 604 Ich habe nun den Grund gefunden 436 Ich hab' in Gottes Herz und Sinn 605 Ich hab' in guten Stunden 606 Herr, wie mancherlei Gebrechen 399 Sch komme als ein armer Gast 366 Herzen, wallt in frohen Schlägen 652 Ich komme, Herr, und suche dich 367 Herzlich lieb hab' ich dich 526 Jch fomme vor dein Angesicht 12 Herzliebster Jesu, was hast du 178 Ich lasse Gott in Allem walten 607 Herzog unsrer Seligkeiten Ich preise dich, o Herr, mein Heil 368 Herz und Herz vereint zusammen 674 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ 13 Heut' öffnet sich die neue Bahn 831 Ich schäme mich des Heilands nicht 437 Hier bin ich fremd, wie meine 771 Ich finge dir mit Herz und Mund 655 Hier bin ich, Herr, du rufest mir 400 Ich soll zum Leben dringen 483 Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen 365 Sch Staub vom Staube, wer 403 Hier ist mein Herz, Herr, nimm 527 Ich steh' an deiner Krippe hier 138 Hier ist nur mein Prüfungsstand 772 3ch sterbe täglich und mein Leben 738 Hier legt mein Sinn sich vor dir 479 Ich weiß, daß all' mein Werk 81 478 347 96 602 737 603 181 654 80 482 mein Ende 739 773 33 Ich weiß, es 832 Ich weiß, woran mein Herz 480 Ich will dem Schöpfer Preis 656 179 Ich will dich lieben, meine Stärke 530 Sch will, Herr, meine Zuversicht 369 Ich will, o Jesu, dich 370 Hier sind wir, Gott, und flehn Hilf, Herr Jesu, laß gelingen Himmelan geht unsre Bahn Hin an dein Kreuz zu treten Hirte deiner Heerde 816 Höchster, denk' ich an die Treue 401 Höchster Gott, dir danken wir 326 Höchster Helfer, sey nicht ferne 872 Höchster Tröster, fomm hernieder 270 Höher hebt sich Gottes Sonne 843 Hört das Wert voll Ernst 481 Hört, die ihr der Gerechtigkeit 307 Hört's Alle, hört's, daß Jesus lebt 227 Hör' unser Gebet, Geist des Herrn 271 Jesus Christus, Gottes Lamm Häter, wird die Nacht der Sünden 402 Jesus Christus, unser Heiland Jesus ist gekommen Ich will von meiner Missethat 404 Jerusalem, du hochgebaute Stadt 774 Jesu, deine tiefe Wunden Jesu, der du deine Liebe Jesu, Freund der 182 531 371 484 Jesu, hilf fiegen, du Fürste Jesut, meine Freude 532 183 230 139 Verzeichniß der Lieber. Nr. Nr. Jesus kommt, von allem Bösen 608 Lebst du in mir, o wahres Leben 536 Jesus lebt! Christen hört es 231 Licht vom Licht, erleuchte mich 798 Jefus mit ihm auch ich 537 232 Liebe, die du mich zum Bilde 775 Liebster Jesu, wir sind hier 35 97 Lobe den Herrn, den mächtigen 657 533 Lob, Ehre, Preis und Dank 102 506 Jesus Zuversicht Jesus nimmt die Sünder an Jesus schwebt mir in Gedanken Jesus, wir erscheinen hier Ihr armen Sünder, kommt Ihr Augen, weint, der Ihr Christen, rühmt, erhebt Ihr, deren Herzen noch bethört Ihr, durch die Taufe dem Ihr Kinder des Höchsten 34 Lob, Preis und Ehre bringen wir 48 405 Lob sey dem allerhöchsten Gott 144 184 Lob sey dir, der den Morgen 272 Lobsinge, meine Seele 799 235 609 845 273 Lobfing', o frohes Erndtefeft Lobt Gott, ihr Christen allzugleich 145 000 308 M. 98 140 Ihr Mitgenossen, auf zum Streit 485 Ihr Völker, höret Christi Wort Im Dunkeln lag die Welt In allen meinen Thaten In deiner Liebe, Gott, nicht In deiner Stärke freue sich 610 486 134 sivad 2. Macht hoch das Thor, die Man lobt dich in der Stille 858 Mein Auge steht, o Gott, zu dir! 844 188 800 K 612 Mein Aug' und Herz erhebe sich 740 Meine Lebenszeit verstreicht 534 Meinen Jesum laß ich nicht, was 538 Meinen Jesum laß ich nicht, weil 539 Mein Erlöser, Gottes Sohn Mein erst Gefühl sey Preis Meine Seele giebt sich hin Meine Seele, laß es gehen Meine Seele, laß Gott walten Meine Seel' ist stille Meines Lebens beste Freude Meine Sorgen, Augst und Plagen 615 Mein Freund ist mein, und ich 540 Mein Glaub' ist meines Lebens 694 Mein Gott, ach lehre mich 490 613 83 614 Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich 99 König, dem kein König gleichet 100 Könnt' ich doch, Herr, mit meinen 372 Komm, beuge dich, mein Herz 101 Komm, Geist des Herrn, du 692 Komm, Geist des Herrn, kehr' 274 Komm, Gottes Geist, komm 275 dsf Komm, heiliger Geist, Herre Komm, Kraft des Höchsten Komm, o komm, du Geist Kommst du, kommst du, Licht Kommt, betet an 693 276 277 Mein Gott, das Herz ich bringe 491 278 Mein Gott, du prüfst des Herzens 492 141 Mein Gott, du weißt am 16 233 Mein Gott, erschaffen hast du 695 Biser 859 Kommt, bringt dem Ew'gen Kommt, die ihr Jesu Kreuz erhebet Komm, Tochter Zion, komm Kommt und eßt das Brod Kommt und laßt den Herrn Mein Gott, ich klopf an deine 335 185 Mein Gott, ich weiß wohl, daß 742 142 Mein Gott, nun ist es wieder 801 373 Mein Heiland, bilde du 541 487 Mein Heiland nimmt die Sünder 406 Mein Herr und Heiland, laß Mein Herz, gieb dich zufrieden 616 Mein Jefu, dem die Seraphinen 542 Mein Jesus lebt, mag ich doch 236 Mein Lebensfürst, dein 189 103 17 543 4138 Mein lieber Gott, gedenke 14 Mein thörichtes Herz, warum Mein Bater, laß mich deine 493 143 Mir nach, spricht Christus, unser 494 489 Mir wallt das Herz, so oft 544 In Dunkel hüllt der Himmel sich In Gottes Rath ergeben In meines Herzens Grunde In Thorheit ist ein Herz befangen 535 Ist Gott für mich, so trete 438 186 309 234 488 54 da Laß deinen Geist mich stets Laß doch, o Jesu, laß dein Reich Laffet uns den Herren preisen Laffet uns mit Jesu ziehen Laß mich dein seyn und bleiben Laß mir die Feier deiner Leiden 187 Laßt ihn uns preisen Lebet. Christen, fo allhier auf Mache dich, mein Geist, bereit 334 Mach's, lieber Gott, wie dir's ( 11 146 658 82 15 741 Verzeichniß der Lieder. Nr. Nr. Oheil'ger Geist, fehr bei uns ein 281 Mit Ernst, ihr Menschenkinder 147 Haupt voll Blut und Wunden 191 Mit Fried' und Freud' ich fahr' 743 Mit frohem Danke nah' ich michy 817 heiliger Geist, o heiliger Gott! 282 Mitten in dem Leben sind 744 Dhilf, Christe, Gottes Sohn: 192 Mitten in Stürmen und tobenden 310 Ohne dich was sind wir, Jesu 104 Möchten wir aus Gott geboren 495 hochgelobter Gottesgeist nic283 Morgenglanz der Ewigkeiton 802 O höchstes Gut, o Licht 547 mis s ongle mil N. 618 1549 Jesu Christ, mein höchstes Gut 548 ac sonid O Jesu, Freund der Seelen Nach einer bangen schweren Nacht 873 D Jesu, Jesu, Gottes Sohn Nach einer Prüfung kurzer Tage 776 D Jesu, meine Wonne Nach meiner Seelen Seligkeit 496 Nacht umhüllte rings die Erde 148 Nacht und Stille schließen wieder 818 Nein, nichts Höhy'res fennt mein 545 Nennt immer, eitele Gemüther 696 D Lamm, das keine Sünde je Jefu, meine Zuversicht D Jesu, steh dareins O Jesu, süßes Licht D fomm, du Troft der Welt 874 D Lamm Gottes, unschuldig 507 Nicht Alle können herrschen Nicht diese Welt, die in ihr Nichts Nicht nur streiten, überwinden Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit Nie bist du, Höchster, von uns Nimm jetzt hinweg, o Gott, was 36 Noch heut ist Gott meinid 875 Noch immer wechseln ordentlich 846 Noch läßt der Herr mich leben 803 Vater der Barmherzigkeit Noch sing' ich hier aus dunkeln 37 O Bater, send' uns deinen Geist Noch wallen wir im Thränenthale 777 D welch ein herber Schmerz Nun bitten wir den heiligen Geist 280 welche Seligkeit Nun danket Alle Gott om 659 Welterlöser, sey gepreist 660 Welt, sieh hier dein Leben 374 O wer nennt die Seligkeit 149 O wie felig send ihr doch, ihr O wie wichtig und wie richtig wundergroßer Siegesheld 190 Nun danket All' und bringet Nun habe Dank für dein Nun ist die Finsterniß entflohn Nun ist es Alles wohlgemacht Nun kommt das neue Kirchenjahr 150 Nun laßt uns gehn und treten 833 Nun lob' den Herrn, o Seelen 661 Nun ruhet in den Wäldern 819 Nun sich der Tag geendet hat 820 Nur kurz ist unsre Prüfungszeit 617 iliu 606 90 366 2371 ad fidsin end Quelle der Vollkommenheiten 551 D auferstandner Siegesfürst. O daß ich Gott erkennen lernte 546 O daß ich tausend Jungen hätte 662 O daß mir der Erlösung Stunde 745 O daß von meinen Lebenstagen 499 O du majestätisch Wesen O Durchbrecher aller Bande O Gott, dich kennt 407 311 D. Gott, du frommer Gott dis 697 18 550 1375 408 up 409 804 151 193 191 497 O Menschenfind, was trägst du 500 498 O Mensch, ermuntre deinen Sinn 410 279 D reines Wesen, lautre Quelle 411 66 O Richter aller Welten D felig Loos hienieden thi 698 O Tod, wo ist dein Stachel nun 238 D Ursprung des Lebens bi 779 699 439 778 412 38 195 336 284 196 700 780 201 254 aid mialy so' alle P. und the illos Preis dir, du aller Himmel Gott 663 Preis ihm, er schuf und er erhält 50 D. R. Reiß dich los, mein Geist, von 781 Richtet auf des Heilands Leiden 197 Ringe recht, wenn Gottes Gnade 501 Rühme, Welt, dein eitles Wissen 702 746 Ruhe, fromm bestattet Ruhe, ist das beste Gute91703 800 sdunt mi 100 tpandag 1512 0 1517 Sagt immer, Weise dieser Welt 552 O Gottes Sohn, Herr Jesu O Gott, wie wird mein Geist O Gott, wir ehren deine Macht 49 Schaffet, o ihr Menschenkinder 502 508 Verzeichniß der Lieder. Nr. Schaff in mir, Gott, ein reines 413 Schließet euch, ihr Augen, auf 805 Schmücke dich, o meine Seele 376 Schüße die Deinen, die nach dir 312 Schweiget, bange 3weifel hid 440 Schwing' dich auf, o meine Seele 414 Seele, was ermüd'st du dich 553 Seele, wotlauf, des Unendlichen 704 Seht, was der Herr der Kirche 313 Seht, welch ein Mensch ist das 198 Seht, welch ein Mensch, wie 199 Selig find des Himmels Erben 747 Sey auch unerforschlich immer 618 Seyd gesegnet, heil'ge Stunden 441 Sey hochgelobt, barmherz'gerGott 105 Sey Lob und Ehr demi 664 Sey uns gesegnet, Tag des Herrn 39 Sey unverzagt, o frommer Christ 619 Sieh, Herr, ich bin verdrossen 1782 Siet, bier bin ich, Ehrenkönig 554 Sieh, mein Helland, wie ich wanke 415 Sint' ich einst in fenen Schlummer 821 So bin ich nun fein Kind der Erden 705 So hab' ich nun den Fels erreichet 442 So hab ich obgesteget 96 748 Sohn Gottes, der vom Himmel 152 So hoff ich denn mit festem Muth 443 So Jemand spricht: ich liebe Gott 675 So ist denn nun die Hütte 153 So ist wie Woche nun verflossen 822 So lang' es Gott gefällt 30706 Soll denn Alles, Alles enden 749 Soll ich denn mich täglich fränken 620 Sollt' er was sagen und nicht 444 Sollt' es gleich bisweilen scheinen 621 Sollt' ich aus Furcht 503 Sollt ich meinem Sott nicht fingen? 665 Sollt' ich meinem Gottn. trauen? 622 Sollt' ich verzagt von ferne stehn? 337 Sorge, Herr, für unsre Kinder 876 Was bring' ich dir, o Gott, So ruhest du, o meine Ruby' 200 Was giebst du denn, o mein 555 So wahr ich lebe, spricht 416 Was Gott thut, das ist wohlg., es 630 Stark ist meines Jesu Hand 445 Was Gott thut, das ist wohlg., so 847 Stärke, die zu dieser Zeit 750 Was hilft's, daß ich mich quäle 631 Stärke, Jesu, stärke fie un 1348 Was in der heil'gen Nacht erklang 155 Steil und dornig ist der Pfad 504 Was ist's, daß ich mich quäle 632 Was kann ich doch für Dank Was mein Gott will, gescheh' Was murren über Glend Was rührt so mächtig Herz 317 Was wär ich ohne dich gewesen 556 Weg mit dem, was Klugheit 506 Weg, Welt, mit deinen Freuden 204 Warum sollt' ich mich denngrämen? 627 Warum trauerst du so sehr dar 628 Warum willst du doch für morgen 629 Was bewegt mich wohl 708 505 SOF Holan 418 T. Theures Wort aus Gottes Munde 327 Tief gebeugt vor dir im Staube 666 Tief zwar beugt die Noth 623 Trauernd und mit bangemSehnen 239 Treuer Hirte deiner Heerde 314 Nr. Triumph, ihr Himmel, freuet euch) 255 Triumph, Triumph, bringt do 240 Triumph, Triumph dem Herrn! 241 #sitie 11. 018 adm Ueberwinder, nimm die Palmen 242 Um Gnade für die Sünderwelt 201 Um Zion, Jesu, flossen einst 106 Uns bindet, Herr, dein Wort 315 Unserm Gott laßt uns lobsingen 349 Unter allen großen Güternis 676 op tistih m 841) sid. V. 40 446 378 Bater, erhöre das Flehn der Verkündigt Alle seinen Tod 377 Verleih' mir, Jesu, deinen Sinn 677. Versuchet euch doch selbst Vollendet ist die Bundesfeier Voll Liebe war, o Herr, dein Leben Von des Himmels Thron Von dieser Erden Staube Von dir, mein Gott, kommt Von dir, o Bater, nimmt ind Von Furcht dahin gerissen 202 350 154 285 623 205 Von Gott will ich nicht lassen 624 Von meinem Jesu will ich singen 107 Vor dich, Herr, will ich treten 19 Ver dir, Herr Jesu, steh' ich hier 417 Vor seinen Augen leben isted 707 HK ile mult M. Wach' auf, du Geisti d ft 316 Wach' auf, mein Herz, und singe 806 Wandelt glaubend eure Bege, 351 Warum betrübst du dich 626 633 709 Verzeichniß der Lieder. Nr. Weiter mußt du kämpfen, ringen 507 Welch Glück, so hoch geehrt zu 338 Welch hohes Beispiel gabst du mir 108 Wenn Alle untreu werden 557 Wenn Christus seine Kirche schüßt 318 Wenn der Gedanke mich erschreckt 243 Wenn einst mein Stündlein 752 Wenn gleich aus tiefer Mitternacht 634 Wenn heiße Thränen 447 Wenn ich einst von jenem 807 84 Wenn ich mein Herz vor dir 339 Wenn ich nur den Heiland habe 558 Wenn ich, o Schöpfer, deine Wenn mich die Sünden kränken 205 Wenn Licht und Sonne scheiden 823 Wer auf seinen Heiland trauet 20 Wer bin ich, Herr, in deinem Licht? 419 Wer Gottes Wort nicht hält 508 Wer Jesum bei sich hat Wer in der Schwachheit sicher ist Wer ist wohl, wie du Wer ist wohl würdig, sich Wer kann die Leiden fassen Wer mit gläubigem Gemüthe Wer nach seines Herrn Gebot Wer nur den lieben Gott Wer Ohren hat, der höre Wer sich dünken läßt, zu stehen Wer zählt der Engel Heere Wie bist du, Seele, in mir Wie dank' ich's, Heiland, deiner 560 Wie fleucht dahin der Menschen 753 Wie führst du doch so selig 86 Wie fürcht' ich mich, mein Herz 421 Wie groß ist deine Herrlichkeit 711 Wie groß ist des Allmächt'gen Güte 67 Wie groß, wie angebetet ist 109 Wie groß, wie herrlich ist mein 712 Wie heilig ist die Stätte hier Wie heilig ist mir diese Stunde 352 Wie herrlich ist, o Gott, dein Nam' 87 Wie herrlich strahlt der 110 Wie jauchzt mein Geist schon hier 244 Wie ist mein Herz so fern von dir 422 Wie lieblich ist doch, Herr, die Wie lieblich tönt die Kunde Wie oft hab' ich den Bund 379 41 156 423 Wie sanft sehn wir den Frommen 754 Nr. 424 783 755 111 157 784 835 785 Wie schnell ist doch dies Jahr 834 Wie schnell verstrich, o Herr Wie selig sind die Todten nun Wie sicher lebt der Mensch, der Wie sollen wir dir, Vater Wie soll ich dich empfangen Wie unaufhaltsam schnell verfließt Wie viel wir Jahre zählen Wie wird mir dann, o dann Wie wohl ist mir, o Freund 713 Willkommen, gnadenvolle Nacht 158 Willkommen nach dem Streite 245 Willkommen sey uns insgesammt 353 Wir Alle, Gott und Vater! bringen 848 Wir bauen, Gott, auf dein Geheiß 849 Wir danken dir, Herr Jesu Christ 207 Wird das nicht Freude seyn Wirf alle Sorgen hinter dich Wir gl. All' an Einen Gott, Sch. 786 637 51 Wir gl. All' an Einen Gott, 5. 52 Wir kommen, deine Huld zu feiern 850 Wir sind Alle Jesu Glieder 208 509 710 420 559 340 206 Wir warten dein, o Gottes Sohn Wo find' ich, Gott, den 751 509 Wohin, wohin, mein Herz 635 Wohl dem, der aus dem Geist 328 510 85 636 3. Zeige dich uns ohne Hülle 3euch ein zu deinen Thoren 3u dem Vater hingegangen 3u dir, Geist Schöpfer, flehen 3u dir, o Vater, beten wir 787 561 562 714 638 511 639 Wohl dem, der sich auf seinen 715 Wohl dem, der sich mit Fleiß Wohl dem, der unsern Gett Wohl dem Menschen, der Wollt ihr den Heiland finden 512 Womit soll ich dich wohl loben 667 Woran liegt's doch, mein Herz 425 Wort aus Gottes Munde Wo sind die Weisen Wo soll ich fliehen hin Wo soll ich hin? Wer Wunderbarer König Wunderbar ist Gottes Schicken 88 329 68 426 448 668 42 286 256 287 354 3u dir schwingt sich mein Geist 89 Zum Himmel bist du eingegangen 257 I. Allgemeine Bitten. II. Vom christlichen Gottesdienste.. Inhalt. III. Bekenntniß des Glaubens an Gott den Dreieinigen. IV. Preis der göttlichen Eigenschaften. V. VI. Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. Bon Christo dem Erlöser im Allgemeinen. VII. Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. Vom Leiden und Tode Jesu. IX. Von der Auferstehung Christi. VIII. X. Von der Himmelfahrt Jesu Chrifti. XI. Von dem heiligen Geist. XII. Von der christlichen Kirche. XIII. Vom göttlichen Worte. XIV. Vom Gebet. XV. Von der Taufe und Confirmation. XVI. Vom heiligen Abendmahl. XVII. Von der Buße. XVIII. Vom Glauben. XIX. Vom christl. Leben und Wandel im Allgemeinen XX. Liebe zu Gott und Christo. XXI. Vertrauen auf Gott. XXIII. XXII. Lob und Danklieder. Liebe zu dem Nächsten. XXIV. Seligkeit der Christen in diesem Leben. XXV. Vom Tode. XXVI. Vom ewigen Leben. XXVII. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. A. B. Morgenlieder. Abendlieder.. C. Neujahrslieder. D. Jahreszeiten. E. Allgemeine Landesangelegenheiten. F. Besondere Lebensverhältnisse. · ● 1 Seite 10 18 22 18 22 32 44 58 80 32 45 58 81 110 110 129 129 135 135 152 152 168 174 181 187 203 234 246 284 313 358 379 385 409 432 |||||||||||| - - - - 168 174 181 187 202 452 463 463 470 470 477 477 485 485 491 491 500 - 234 246 284 313 358 379 385 409 432 451 Bei dem Verleger erhält man dieses Gesangbuch ungebunden um folgende Preise; in kleinem Druck auf gewöhnl. Papier 11 Sgr., auf weißem Druckpapier 15 Sgr., auf Velinpapier 1 Thlr. In großem Druck auf gewöhnl. Papier 18 Sgr., auf weiß. Druckp. 25 Sgr., auf Belinpapier 1 Thlr. 8 Sgr. Ferner ist daselbst zu haben: Evangelisches Choral- und Orgelbuch, 235 Choräle mit Vorspielen, zunächst in Bezug auf das neue Berliner Gesangbuch von A. B. Marr, 3 Thlr. und Melodieenbuch, 235 Choralmelodieen alle im neuen Berliner Gesangbuch erforderten Melodieen in sich fassend. 10 Sgr. Gebetbuch. Als Anhang zu dem Gesangb. In kleinem Druck auf gewöhnl. Papier 11 Sgr., auf feinem Papier 24 Sg. In großem Druck auf gewöhnl. Papier 3 Sgr., auf feinem Papier 5 Sgr. Wegeführer in das Gesangb. Nachschlagewerk, um für jede Art christl. Betrachtung gemäße Liederstellen zu finden. 83 Sgr. Anhang zum Gesangbuch für Evangelische Gemeinen. Mit Genehmigung Eines hohen Ministerii der geistlichen Angelegenheiten. Zur ersten bis siebenten Auflage. Berlin. 1853. Verlag der Königlichen Geheimen Ober- Hofbuchdruckerei ( R. Decker). IV Verzeichniß der Lieder. Nun jauchzet all', ihr Frommen Nun ruhen alle Wälder D. Durchbrecher aller Bande frommer und getreuer Gott Gott, du frommer Gott Haupt voll Blut und Wunden heilige Dreifaltigkeit hilf! Christe, Gottes Sohn O Lamm Gottes! unschuldig füßer Stand, o selig Leben O Welt! sich hier dein Leben. S. Seelen- Bräutigam, Jesu, Gottes Sey fröhlich Alles weit und breit Sey Gott getreu, hält seinen Sey mir tausendmal gegrüßet ааааааааа Nr. 921 922 Torsda V. Vater unser im Himmelreich Verleih uns Frieden gnädiglich 923 Vom Himmel hoch da komm ich 924 Vom Himmel kam der Engel 925 tube sent the 926 927 V. 928 Wachet auf! ruft uns die 929 Was Gott thut, das ist wohlgethan 930 Wie soll ich dich empfangen 931 932 933 934 3. 935 Speis' uns, o Gott, deine Kinder 936 Beuch ein zu meinen Thoren Strahl der Gottheit, Kraft der 937 sulin an Heb je ist of Nr. PORNO 938 939 940 941 946 Wenn wir in höchsten Nöthen Werde munter, mein Gemüthe Wer weiß, wie nahe mir mein Wir danken Gott für seine Gaben 948 Wunderbarer König, Herrscher 947 949 942 942 944 945 950 medle Anhang. Mel. Christus, der ist mein Leben sc. 2. In dieser leßt'n betrübten 877, bleib mit deiner Zeit, verleih uns, Herr, Be Gnade bei uns, ständigkeit, daß wir dein Wort Herr Jesu Christ, daß uns und Sacrament rein behalt'n hinfort nicht schade des bösen bis an unser End.. Feindes List. 2. Ach, bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns beid' hier und dorte sey Güt und Heil beschert. 3. Ach, bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht! dein' Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach, bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, dein' Gnad und all's Vermögen in uns reichlich vermehr. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt: wir sind gar sicher, faul und kalt; gieb Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall' an allem Ort. Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu uns wend ic. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach Gott! es geht gar übel zu, auf dieser Erd ist feine Ruh, viel Secten und 5. Ach, bleib mit deinem viel Schwärmerei auf einen Schuße bei uns, du starker Haufen komm'n herbei. Held, daß uns der Feind nicht truge noch fäll' die böse Welt. 6. Ach, bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit G'walt erhöhen hoch, und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlaffen frei. 878. , bleib bei uns, Jesu weil es nun Abend worden ist, dein göttlich Wort, das helle 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirche wahrer Schuß; dabei erhalt Licht, laß ja bei uns aus- uns, lieber Herr, daß wir löschen nicht. nichts anders suchen mehr. Anhang. 9. Gieb, daß wir leb'n nach| Zuflucht ist die Höhle deiner deinem Wort und darauf ferner Wunden; wenn Sünd' und fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelsfaal. 2 Tod mich bracht in Noth, hab' ich mich drein gefunden. 9. Darin ich bleib, ob schon der Leib und Seel vonander scheiden: so werd ich dort bei In eigener Melodie. ch 879. A Gott und Herr: dir, o Gott, seyn in der ewgen wie groß und sind mein' begangne Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 10. Ehre sey nun Gott Vater, Sohn und heilgem Geift zusammen! Zweifle auch nicht, weil Christus spricht: wer glaubt, wird selig. Amen. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Bein auf Sünden folgen müssen: so fahr hier fort und schone dort und laß mich hier wohl büßen. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Welt ihr Ende, und wollt los seyn des Kreuzes Pein, würd' es sich doch nicht enden. Mel. Zion flagt mit Angst ic. 3. 3u bir flieh ich, verstoß 880.! wie will es mich nicht, wie ich's wohl hab' verdienet; ach Gott! zürn nicht, geh nicht ins G'richt, dein Sohn hat mich verfühnet. endlich werden? Ach! wie will es laufen ab, daß ich stets hang' an der Erden und so wenig Andacht hab'? Ja, daß ich mit hartem Sinn ohne Buß geh' immer hin? Jesu! mir mein Herze rühre, mich zur wahren Buße führe. 2. Ach! ich fühle teine Reite, und mein Sündenherz ist falt. 5. Gieb, Herr, Geduld, ver- Ich erkenne ohne Scheute meine gieb die Schuld, verleih ein Fehler mannigfalt, und doch g'horsam Herze; laß mich nur sönder Traurigkeit lebe ich in nicht, wies oft geschicht, mein Sicherheit. Jesu! mich doch Heil murrend verscherzen. so regiere, daß ich wahre Buße spüre. 6. Handle mit mir, wie's dünket dir, nach deiner Ghad' will's leiden; laß nur nicht mich dort ewiglich von dir seyn abgescheiden. 7. Gleich wie sich fein ein Vögelein im hohlen Baum verstecket, wenn's trüb hergeht, die Luft unftät Menschen und Vieh erschrecket. 3. Ach! ich kann an Gott nicht denken, wie ich sollt' und gerne wollt'; denn mein Geift, der läßt sich lenken dahin, wo ich fliehen sollt, und klebt dem so feste an, was zum Abgrund ziehen kann. Jesu! hilf mein Herz aus Gnaden dieser schweren Last entladen. 8. Also, Herr Chrift! mein' 4. Ach! weil denn mein Geist A_n_h_a_n g• 3 erstorben und mein Fleisch nimmt überhand, feh' ich kaum, was ich erworben, da ich mich Mel. Von Gott will ich nicht laffen ac. von Gott gewandt. Mein Ver 881. Auf, auf! ihr Reichsderben merk' ich kaum, weil ich geb' dem Fleische Raum. Jesu! mir die Gnade gönne, daß ich die Gefahr erkenne. genossen, der König kommt heran, empfahet unverdrossen den großen Wundermann. Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit hei liger Begier. 5. Ach! so wache doch von Sünden auf, o du mein sichrer Geist. Suche Gott, weil er zu 2. Auf, ihr betrübten Herzen, finden, weil er noch dein Vater der König ist sehr nah; hinheißt; komme, weil die Gnaden- weg all' Angst und Schmerzen, thür nun noch stehet offen dir. der Helfer ist schon da; seht, Jesu! zu so gutem Werke mich wie so mancher Ort hochtröstmit Herzensandacht stärke. lich ist zu nennen, da wir ihn finden können im Nachtmahl, auf und Wort. 6. Ach! mein Herz, bedenk die Schulde, schau, wie weit du bist von Gott, wie du feine 3. Auf, auf! ihr VielgeGnad' und Hulde haft ver- plagten, der König ist nicht worfen und verspott't, und wie fern; seyd fröhlich, ihr Verdu aus seiner Ruh selbst verzagten, dort kommt der MorHölle eileft zu. Jesu! mir mein genstern, der Herr will in der Herze lenke, daß ich diese Noth Noth mit reichem Trost euch bedenke. speisen, er will euch Hülf' erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 7. Ach! weil dann noch Zeit zu kehren, so verlaß ich diesen Stand. Du, mein Sesu, wollst 4. Nun hört, ihr frechen mich hören und mir bieten Sünder! der König merket deine Hand; hilf mir Schwachen, drauf, wenn ihr verlorne Kinder hilf mir auf, steutre meinem im vollen Lafter Lauf auf Sündenlauf, Herr, um deiner Arges send bedacht, ja thut es Marter willen, wirst du meinen ohne Sorgen; gar nichts ist Wunsch erfüllen. = ihm verborgen, er giebt tauf alles Acht. 8. Ach! ich kann schon tröstlich finden, Jesu, hier in deinem 5. Seyd fromm, ihr UnterBlut die Abwaschung meiner thanen, der König ift gerecht. Sünden. Dieses stärket meinen Laßt uns die Weg' ihm bahnen Muth, dies erfrischet meinen und machen alles schlecht. FürSinn, ob ich gleich ein Sünder wahr, er meint es gut; drum bin. Jesu! mich forthin re- lasset uns die Plagen, die er giere, daß ich ein fromm uns schickt, ertragen, mit unerLeben führe. schrocknem Muth. Anhang. 6. Und wenn gleich Krieg| sich selbst uns giebt durch seine und Flammen uns alle rauben Gnad' und Wort. O König, hin, Geduld! weil ihm zu hoch erhoben, wir alle wollen sammen gehört doch der Ge- loben dich freudig hier und dort. winn. Benn gleich ein früher 12. Nun Herr, du giebst Tod uns, die uns lieb, ge- uns reichlich, ob wir gleich nommen, wöhlan, so sind sie arm und schwach, du liebest kommen ins Leben aus der unvergleichlich, du jagst den Noth. Sündern nach: drum woll'n 7. Frisch auf in Gott! ihr wir all' in ein die Stimmen hoch Armen, der König sorgt für erschwingen, dirHostanna singen euch, er will durch sein Er- und ewig dankbar seyn. barmen euch machen groß und 4 der wird auch euch ernähren, 882. reich; der an ein Thier gedacht, Mel. Meine was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht. Hoffnung stehet fefte ic. uf, Christi Glieder, die ihr noch hangt an dem Haupt; auf! wacht auf! ermannt euch wieder, eh ihr werdet hingeraubt. Satan beut an den Streit Chrifto und der Christenheit. 8. Hat endlich uns betroffen viel Kreuz, läßt er doch nicht die, welch' auf ihn stets hoffen mit rechter Zuversicht. Von Gott kommt alles her, der läffet auch im Sterben die Seinen nicht verderben, sein' Hand ist nicht zu schwer. 2. Auf! folgt Christo, eurem Helde, trauet seinem starken Ärm, liegt der Satan gleich 9. Frisch auf! ihr Hochbe- zu Felde mit dem ganzen trübten, der König kommt mit Höllenschwarm; sind doch der Macht, an uns, sein' Herzge- noch vielmehr, die da stets sind liebten, hat er schon längst ge- um uns her. dacht. Uns wird kein' Angst und Bein noch Zorn hinführo schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder seyn. 3. Nur auf Christi Blut gewaget, mit Gebet und Wachfamkeit: dieses machet unverzaget und recht tapfre Krieges10. So lauft mit schnellen leut. Christi Blut giebt uns Schritten, den König zu besehn, Muth wider alle Teufelsbrut. dieweil er kommt geritten stark, 4. Christi Heeres Kreuzesherrlich, sanft und schön. Nun fahne, so da weiß und roth tretet all heran, den Heiland gesprengt, ist schon auf dem zu begrüßen, der alles Kreuz Siegesplane uns zum Troste versüßen und uns erlösen kann. ausgehängt. Wer hier kriegt, sondern unterm 11. Der König will bedenken nie erliegt, die, die er herzlich liebt, mit Kreuze siegt. föstlichen Geschenken, als der 5. Diesen Sieg hat auch Anhang. 5 empfunden vieler Heilgen starker| geston; da fürwahr! Gottes Muth, da sie haben überwun- Schaar ihn wird loben immerden fröhlich durch des Lammes dar. Blut. Sollten wir denn allhier nicht auch streiten mit Begier? 6. Wer die Sclaverei nur liebet in der Zeit und Ewigfeit, und den Sünden sich er giebet, der hat wenig Luft zum Streit. Denn die Nacht, Satans Macht, hat ihn in den Schlaf gebracht. 7. Aber wen die Weisheit lehret, was die Freiheit für ein Theil, dessen Herz zu Gott fich fehret, seinem allerhöchsten Heil, sucht allein ohne Schein Chrifti freier Knecht zu seyn. Ais Gnaden foll ico Mel. Wer nur den lieben Gott sc. 883. felig werden! Herz, glaubst du's, oder glaubst du's nicht? Was willst du dich so bös geberden? Ist's Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit seyn: aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen: die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, hat diese Ehre zum Gewinn: daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: aus Gnaden! So hart dich deine Sünde plagt, so schwer du immer bist beladen, so schwer dein Herz dich auch verklagt: was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 8. Denn vergnügt auch wohl das Leben, so der Freiheit mangeln muß? Wer sich Gott nicht ganz ergeben, hat nur Müh', Angst und Verdruß. Der, der kriegt recht vergnügt, wer sein Leben selbst besiegt. 9. Drum auf! laßt uns überwinden in dem Blute Jesu Christ, und an unsre Stirne binden sein Wort, so ein Zeugniß ist, das uns deckt und er- 4. Aus Gnaden kam sein weckt und nach Gottes Liebe schmeckt. Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlast. Was nöthigt' 10. Unser Leben sey ver- ihn, dein Freund zu werden? borgen mit Christo in Gott Sprich, weß du dich zu rühmen allein, auf daß wir an jenem haft? Gab er sich nicht zum Morgen mit ihm offenbar auch Opfer dar und nahm dein Heil seyn, da das Leid dieser Zeit in Gnaden wahr? werden wird zu lauter Freud'. 5. Aus Gnaden! Dieser 11. Da Gott seinen treuen Grund wird bleiben, so lange Knechten geben wird den Gna- Gott wahrhaftig heißt. Was denlohn, und die Hütten der alle Knechte Jesu schreiben, Gerechten stimmten an den Sie was Gott in seinem Worte 6 Anhang. preist, worauf all' unser Glaube) Sünd' und Unrecht ist gethan: ruht, ist: Gnade durch des wer kann, Herr, vor dir bleiben? Sohnes Blut. 2. Bei dir gilt nichts denn 6. Aus Gnaden! Doch du, Gnad' und Gunst, die Sünde sichrer Sünder, denk nicht zu vergeben. Es ist doch unser wohlan, ich greife zu! Wahr Thun umsonst auch in dem ist's: Gott ruft verlorne Kinder besten Leben. Vor dir niemand aus Gnaden zur verheißnen sich rühmen fann; deß muß. Ruh; doch nimmt er nicht zu dich fürchten jedermann und Gnaden an, wer noch auf deiner Gnaden leben. Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst Gort gehöret, tret' ab von nicht bauen. Auf ihn will ich aller Heuchelei. Nur wenn verlassen mich und seiner Güte der Sünder sich befehret, dann trauen, die mir zusagt sein fernt er erst, was Gnade sey; werthes Wort: das ist mein beim Sünde thun scheint sie Trost und treuer Hort; deß gering: dem Glauten ist's ein will ich allzeit harren. Wunderding! 4. Und ob es währt, bis in 8. Aus Gnaden bleibt dem die Nacht und wieder an den blöden Herzen das Herz des Morgen: doch soll mein Herz Vaters aufgethan, wenns unter an Gottes Macht verzweifeln Angst und heißen Schmerzen nicht noch sorgen. So thu' nichts sieht und nichts mehr Israel rechter Art, der aus hoffen kann. Wo nähm' ich dem Geist erzeuget ward, und oftmals Stärkung her, wenn seines Gott's erharre. Gnade nicht mein Anfer wär'? 9. Aus Gnaden! Dies hör Sünd' und Teufel! Ich schwinge meine Glaubensfahn' und geh getrost, troß allem Zweifel, durchs cothe Meer nach Kanaan: ich glaub', was Jesu Wort verspricht, ich fühl' es oder fühl es nicht. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel: bei Gott ist viel mehr Gnaden; sein' Hand zu helfen. hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Ifrael erlösen wird aus seinen Sünden allen. In eigener Melodie. us tiefer Noth schrei 885. Zuversicht zu GotMel. Es ist das Heil uns kommen xc. Glaub' ist eine 884. A ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen! Dein' tes Gnad' und Güte; der bloße gnädig' Ohren kehr zu mir und Beifall thut es nicht; es muß meiner Bitt' sie öffne. Denn Herz und Gemüthe durchaus so du willt das sehen an, was zu Gott gerichtet seyn und Anhang. 7 mir die Füll' und Hülle. gründen sich auf ihn allein, der Reichthum seiner Fülle giebt ohn' Wanken und ohn' Zweifel. 2. Wer sein Herz also stärkt und steift im pölligen Vertrauen und Jesum Chriftum recht ergreift, auf sein Ver dienst kann bauen: der hat des Glaubens rechte Art und kann zur seligen Hinfahrt sich schicken ohne Grauen. 3. Er läffet mich mit Freuden auf grüner Aue weiden, führt mich zu frischen Quellen, schafft Rath in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Noth zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor Andern im finstern Thal muß wandern, fürcht' ich doch keine Tücke, bin frei vorm Ungelücke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schüßst mich vor bösen Leuten; dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all' 3. Das aber ist kein Menschenwerk: Gott muß es uns gewähren; drum bitt', daß er den Glauben stärk und in die woll' vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein in guten Werken an die seyn; sonst ist dein Glaube eitel. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, des Glaubens sich nur rühmen, und gehen auf der Sünden Bahn, das Christen nicht fann ziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, daß mein Schrecken. sin Glaub' nur sey Heuchelei 8. Du sepest mich zu Tische, und werd' zur Höll' ihn bringen. machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel. Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 5. Drum lasse sich ein from mer Christ mit Ernst seyn an gelegen, daß er aufrichtig jeder Frist sich halt' in Gottes Wegen, daß sein Glaub' ohne Heuchelei vor Gott dem Herrn rechtschaffen sey und vor dem Nächsten leuchte. 9. Du salbst mein Haupt mit Dele und fülleft meine Seele, die leer und durstig saße, mit vollgeschenktem Maaße. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Nel. Wach auf, mein Herz, und ic. Muthes, voll Lust, voll Freud 886. Der Herr, der aller und Lachen, so lang' ich lebe, Enden regiert mit seinen Händen, der Brunn der ewzen Güter, der ist mein Hirt uni Hüter. 2 So lang ich diesen habe, fehlts mir an feiner Gabe: 11. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du wohneft, und fromm seyn wohl belohnest. 11 0101 Son Anhang. 12. Ich will dich hier auf Heil'gen all'n mög' ewiglich dein Erden und dort, da wir dich Lob erschall'n. werden selbst schaun im Himmel droben, hoch preisen, sing'n und loben. 8 In eigener Melodie. 889.& glänzet der Chri In eigener Melodie. sten inwendiges Leben, obgleich sie von außen 887. Die wir uns allhier die Sonne verbrannt; was beisammen finden, ihnen der König des Himmels schlagen unsre Hände ein, uns gegeben, ist keinem, als ihnen auf deine Marter zu verbinden, nur selber, bekannt. Was niedir auf ewig treu zu sein. Und mand verspüret, was niemand zum Zeichen, daß dies Lobge- berühret, hat ihre erleuchtete töne deinem Herzen angenehm Sinnen gezieret und sie zu der und schöne, sage: Amen! und göttlichen Würde geführet. zugleich: Friede, Friede sei mit euch! 888. Die 2. Sie scheinen von außen die schlechtesten Leute, ein Schauspiel der Engel, ein Efel Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. der Welt; und innerlich sind sie ie Seele Christi die lieblichsten Bräute, der Zieheil'ge mich, sein rath, die Krone, die Jesu geGeist versenke mich in sich, sein fällt, das Wunder der Zeiten: Leichnam, der für mich verwund't, der mach' mir Leib und Seel' gesund. die hier sich bereiten, den Kö nig, der unter den Lilien weider, zu küssen, in güldenen Stücken gekleidet. 2. Das Wasser, welches auf den Stoß des Speers aus seiner Seite floß, das sei mein Bad, und all' sein Blut erquicke mir Herz, Sinn und Muth. 3. Der Schweiß von seinem Angesicht laß mich nicht kom men ins Gericht, sein ganzes Leiden, Kreuz und Bein, das wolle meine Stärke fein. 3. So find sie des Adams natürliche Kinder und tragen das Bilde des Irdischen auch: fie leiden am Fleische, wie andere Sünder, fie effen und trinken nach nöthigem Brauch. In leiblichen Sachen, im Schlafen und Wachen stehe man sie vor Andern nichts sonderlichs machen; nur daß se die Thorheit der Weltluft verlachen. erhöre 4. O Jesu Christ, mich, nimm und verbirg mich ganz in dich, laß mich in deine Wunden ein, daß ich vorm Feind kann sicher seyn. 5. Ruf mir in meiner legten Noth und seß mich neben dich, mein Gott, daß ich mit deinen 4. Doch innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, die Cott durch sein mächtig Wort seber gezeugt, ein Funke und Flänmlein aus göttlicher Flaume, Anhang. 9 die oben Jerusalem freund- erwählen, wenn gleich uns die lich gesäugt. Die Engel sind Larve des Kreuzes verstellt. Brüder, die ihre Loblieder mit Hier übel genennet und wenig ihnen gar freundlich und lieblich erkennet, hier heimlich mit absingen; das muß denn ganz Christo im Vater gelebet, dort herrlich und prächtig erklingen. öffentlich mit ihm im Himmel 5. Sie wandeln auf Erden geschwebet. und leben im Himmel, sie bleiben ohnmächtig, und schützen die Welt; sie schmecken den In eigener Melodie. Frieden bei allem Getümmel, 890, 8 wollt uns Gott genädig seyn, und sie friegen, die Aermsten, was seinen Segen geben: sein Antihnen gefällt. Sie stehen im lit uns mit hellem Schein erLeiden, sie bleiben in Freuden, leucht't zum ew'gen Leben; daß sie scheinen ertödtet den äußeren wir erkennen seine Werk' und Simmen und führen das Leben was ihm liebt*) auf Erden, des Glaubens von innen. und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott befehren. 6. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn er sich einst, wie er ist, öffentlich stellt, so werden sie mit ihm, als Götter der Erden, 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle; auch herrlich erscheinen zum und alle Welt die freue fich Wunder der Welt. Sie werden regieren und ewig floriren, den Himmel als prächtige Lichter auszieren, da wird man die Freude gar offenbar spüren. 7. Frohlocke, du Erde, und jauchzet ihr Hügel, dieweil du den göttlichenSaamen geneuß'st; denn das ist Jehovah sein göttliches Siegel, zum Zeugniß, daß er dir noch Segen verheißt. Du sollst noch mit ihnen auf's prächtigste grünen, wenn erst ihr verborgenes Leben er scheinet, wonach sich dein Seufzen mit ihnen vereinet. 8. O Jesu, verborgenes Le ben der Seelen, du himmlische Zierde der inneren Welt, gieb, daß wir die heimlichen Wege und sing' mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läß'st die Sünd' nicht walten: dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten; das Land bringt Frucht und beffert sich: dein Wort ist wohl gerathen. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist; dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen. *) beliebt. Anhang. In eigener Melodie. 891. 7. Halte aus:,: Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht ahre fort:: Zion, laulig finden. Auf! das Kleinod fahre fort im Licht, rückt herbei, auf! verlasse was mache deinen Leuchter helle, laß dahinten, Zion, in dem legten die erste Liebe nicht, suche stets Kampf und Strauß, halte die Lebensquelle; Zion, dringe aus:: durch die enge Pfort': fahre 10 In eigener Melodie. 2. Leide dich leide ohne Scheu Trübfal, Angst und 892. Gelobet jeyft du, Spott und Hohne, jey bis in du Mensch geboren bist von den Tod getreu, siehe auf die einer Jungfrau, das ist wahr ,. Lebensfrone; Zion, fühlest du des freuet sich der Engelschaar. den Schlangenstich, leide dich:: Kyrieleis. 3. Folge nicht:: Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet fort;: 2. Des ewigen Vaters einig Kind, jegt man in der Krippen groß zu machen, achte nicht ihr find't, in unser armes Fleisch Gut und Geld, nimm nicht an und Blut verkleidet sich das den Stuhl des Drachen; Zion, ew'ge Gut. Kyrieleis. wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht:: 3. Den aller Weltfreis nie beschloß, der liegt in Marien Schooß, er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding' erhält allein. Kyrieleis. 4. Prüfe recht:,: Zion, prüfe recht den Geist, der dich rust zu beiden Seiten, thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, beide das, was frumm und schlecht, prüfe recht:: 4. Das ew'ge Licht gehet da herein, giebt der Welt ein'n neuen Schein, es leucht't wohl mitten in der Nacht, und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 5. Dringe ein:: Zion, bringe ein in Gott, stärke dich mit Geist und Leben, sey nicht wie die andern todt, sey du gleich den grünen Reben. Zion, in die Kraft, für Heuchelschein, dringe ein:: 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gaft in der Welt hier ward und führt uns aus dem Jammerthal, er macht uns Erben in seinem Saal. Kyrieleis. 6. Brich herfür:,: Zion, brich 6. Er ist auf Erden kommen herfür in Kraft, weil die Bru- arm, daß er unser sich erbarm, derliebe brennet, zeige, was und in dem Himmel machet der in dir schafft, der als seine reich und seinen lieben Engeln Braut dich kennet; Zion, durch gleich. Kyrieleis. die dir gegebne Thür, brich Herfür:,: 7. Das hat er alles uns gethan, sein' groß' Lieb' zu zeigen Anhang. 11 an, deß freu sich alle Christen-| darfst erzählen, magst du Gott heit und dank ihm deß in gar kühnlich sagen; er ist nicht Ewigkeit. Kyrieleis. fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden! In eigener Melodie. 893. Gieb dich zufrieden 6. Laß dich dein Elend nicht und sey stille in bezwingen, halt an Gott, so dem Gotte deines Lebens! In wirst du siegen; ob alle Fluthen ihm ruht aller Freuden Fülle, einher gingen, dennoch mußt ohn' ihn mühst du dich verges du oben liegen; denn wenn du bens. Er ist dein Quell und wirst zu hoch beschweret, hatdeine Sonne, scheint täglich Gott, dein Fürst, dich schon hell zu deiner Wonne. Gieb erhöret. Gieb dich zufrieden! dich zufrieden! 2. Er ist voll Lichtes, Troft und Gnaden, ungefärbten treuen Herzens; wo er steht, thut dir feinen Schaden auch die Bein des größten Schmerzes; Kreuz, Angst und Noth kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gieb dich zufrieden! 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie du's halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat sein' Hand voll aller Gaben, da See und Land sich muß von läben. Gieb dich zufrieden! 8. Sprich nicht: ich sehe keine Mittel, wo ich such', ist 3. Wie dir's und Andern oft nichts zum besten; denn das ist ergehe, ist ihm wahrlich nicht Gottes Ehrentitel: Helfer, wenn verborgen, er steht und kennet die Noth am größten. Wenn aus der Höhe der betrübten ich und du ihn nicht mehr Herzen Sorgen. Er zählt den spüren, da schickt er zu, Lauf der heißen Thränen und wohl zu führen. Gieb dich faßt zu Hauf' all' unser Sehnen. zufrieden! Gieb dich zufrieden! uns 9. Bleibt gleich die Hülf 4. Wenn gar kein Ein'ger in etwas lange, wird sie denmehr auf Erden, dessen Treue noch endlich fommen! Macht du darfst trauen, alsdann will dich das Harren angst und er dein Treuster werden und bange; glaube nur, es ist zu deinem Besten schauen. Er dein Frommen. Was langsam weiß dein Leid und heimlich's schleicht, faßt man gewisser und Grämen, auch weiß er Zeit, was verzeucht, ist desto süßer. dir's zu benehmen. Gieb dich Gieb dich zufrieden! zufrieden! 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem[ immer weidlich spotten, Gott 10. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir tichten, laß sie nur 12 Anhang. wird's hören und recht richten. uns nicht verderben, mach' uns Ist Gott dein Freund und aller Sünden frei, und hilf uns deiner Sachen, was kann dein selig sterben. Vor dem Teufel Feind, der Mensch, groß machen? uns bewahr', halt'uns bei festem Gieb dich zufrieden! Glauben, und auf dich laß uns 11. Hat er doch selbst auch bauen, aus Herzens Grund wohl das Seine, wenn er's vertrauen; dir uns laffen ganz sehen könnt' und wollte. Wo und gar, mit allen rechten ist ein Glück so klar und reine, Christen, entfliehn des Teufels dem nicht etwas fehlen sollte? Listen, mit Waffen Gott's uns Wo ist ein Haus, das könnte rüsten. Amen, Amen, das sagen: ich weiß durchaus von sey wahr, so singen wir Halkeinen Plagen! Gieb dich zu- lelujah! frieden! 2. Jesus Christus, wohn' uns bei, und laß uns nicht verderben, zc. 12. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden: was lebt und webet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, da wird sichs enden. Gieb dich zufrieden! 3. Heiliger Geist, uns wohne bei, und laß uns nicht verderben, 2c. 13. Es ist ein Ruhetag vor handen, da uns unser Gott wird lösen. Er wird uns reißen aus den Banden dieses Leib's und allem Bösen. Es wird ein mal der Tod herspringen und aus der Qual uns sämmtlich bringen. Gieb dich zufrieden! 14. Er wird uns bringen zu den Schaaren der Erwählten List mein nicht mächtig worden ist. und Getreuen, die hier mit bewacht, daß des bösen Feindes Frieden abgefahren, sich auch nun in Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden! In eigener Melodie. ott des Himmels 895. G und der Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und, was drinnen ist, erhält. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen haft behütet und 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da allein Trost, Hülf' und Rath In eigener Melodie. 894. Gott, der Bater, wohn' ist für meine Miſſethat. uns bei, und laß 4. Hilf, daß ich mit diesem Anhang. 13 Morgen geistlich auferstehen und der Zeiten, blicke mich mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. durchdringend an. Deiner Liebe Glanz erscheine, du alleine bist's, der wahrhaft lieben kann. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, sey und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort. Nirgends als bei dir allein, fann ich recht bewahret ſeyn. 6. Meinen Leib und meine Seele sammt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein' Ehr' und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigenthum. 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg' von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu Mel. Thu, Herr, mein Geschrei erhören 2c. 4. Stelle selbst in meinem Herzen Helle Kerzen himmlischer Gedanken auf. Wenn zu dir das Herz sie ziehen, muß es glühen für den heil'gen Glaubenslauf. 5. Flöße du mir Himmelssäfte, reine Kräfte deines Gnadenlebens ein. So werd ich, nur dich zu lieben, recht mich üben, treu in deinem Dienste sein. 896. Gott, 6. Dente nicht mehr meiner Sünde, ach, entwinde ganz vielmehr mich ihrer Schuld. Halte mich in deinen Armen, voll Erbarmen leuchte deine Vaterhuld. 7. Laß mich, Herr, aus deinen Schranken nimmer wan ken, leb' und wirke selbst in mir. Laß mich nirgends je auf Erden fröhlich werden als, mein einzig Gut, in dir. Mel. Nun komm der Heiden: c. ott, nur du bist meine Heil und Wonne, du bist meiner 897. Gott ſey Dank durch alle Welt, der sein Seele Licht. Nichts als Dun- Wort beständig hält, und der kelheit und Schmerzen bleibt Sünder Trost und Rath zu im Herzen, wenn dein Gnaden uns hergesendet hat. glanz gebricht. 2. O vertreib die Finsternisse, weichen müsse deinem Lichte meine Nacht. Nacht und Dunfel mögen schwinden, laß mich finden, was mein Auge helle macht. 3D du Licht der Ewigkeiten 2. Was der alten Väter Schaar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt nach Herrlichkeit. 3. Zions Hülf' und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau'n Sohn, der wohl zwei 14 Anhang. geftammte Helb hat sich treulich eingestellt. 4. Sey willkommen, o mein Heil! dir Hosianna, o mein Theil! richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Zieh, du Chrenkönig, ein, Herr, dein' Lieb' so groß dich es gehöret dir allein; mach es, zwungen hat, daß dein Blut wie du gerne thust, rein von an uns groß Wunder that, aller Sünden Wust. und bezahlt unsre Schuld, daß uns Gott ist worden hold. Kyrie eleison. 6. Und gleichwie dein' Zufunft war voller Sanftmuth ohn' Gefahr; also sey auch jederzeit deine Sanftmuth mir bereit. 7. Tröfte, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue Lift sich so hoch an mir vermißt. 8. Tritt den Schlangenkopf entzwei, daß ich aller Aengsten frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan. 9. Daß, wenn du, o LebensFürst! prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög' entgegen gehn, und vor dir gerecht bestehn. In eigener Melodie. ott fey gelobet und gebenedeiet, der 2. Der heilge Leichnam ist für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größre Güte fonnt er uns geschenken; dabei wir sein soll'n gedenken. Kyrie eleison. 898. uns selber hat gespeiset init seinem Fleische und mit seinem Blute; das gieb uns, Herr Gott, zu gute. Kyrie eleison. Herr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner ' Mutter Maria fam, und das heilige Blut, hilf uns, Herr, aus aller Noth. Kyrie eleison. 3. Gott geb uns Allen seiner Gnade Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb' und brüderlicher Treue, daß uns die Speis nicht gereue. Kyrie eleison. Herr, dein heilger Geist uns nimmer laß, der geb uns zu halten rechte Maaß, daß dein' arm' Christenheit leb' in Fried' und Einigkeit. Kyrie eleison. In eigener Melodie. err Gott, dich loben 899. Her wir; Herr Gott, wir danken dir! Dich, Vater in Ewigkeit, ehrt die Welt weit und breit. All' Ergel und Himmels Heer, und was dienet deiner Ehr', auch Cherubim und Seraphim fingen immer mit hoher Stimm': heilig ist unser Gott: heilig ist unser Gott: heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! 2. Dein' göttlich macht und Herrlichkeit, geht über Himmel und Erden weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl und die Anhang. 15 lieben Propheten all, die theu- th Schanden laß uns nimmerren Märtrer allgumal loben mehr. Ainen. dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werthe Christenheit rühmt dich auf Erden alle Zeit. Dich, Gott Water in höchſten 900. Here, de Christ, Thron, deinen rechten und einigen Sohn, den heiligen Geist und Tröster werth, mit rechtem Dienst fie lobt und ehrt. In eigener Melodie. Jefu dich zu uns wend", dein'n heiligen Geist du zu uns send'; mit Hülf und Gnaden uns regier' und uns den Weg zur Wahrheit führ'.. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit' das Herz zur Andacht sein, den Glauben mehr', stärk, den Verstand, daß uns dein Nam' werd wohl bekannt. 3. Du König der Ehren, Jesu Chrift, Gott Vaters ewiger Sohn du bist; der Jungfrau Leib nicht haft verschmäht, zu erlösen das menschlich Geschlecht. Du haft dem Tod zerstört fein' Macht, und all' Christen zum Himmel bracht. Du sigst zur Rechten Gottes gleich mit aller Chr' ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist alles, das todt und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, die mit dein'm their'n Blut erlöfet sein Laß in Ewigkeit. uns im Himmel haben Theil mit den Heiligen in ewigem Heil. Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, und segne, das Mel. Herr Chrift, der ein'ge c. bein Erbtheil ist, wart und 901. Herr Jefu Chrift mein Leben und pfleg' thr'r zu aller Zeit, und ein'ge Zuversicht, dir hab ich heb' fie hoch in Ewigkeit. mich ergeben, verlaß, verlaß mich nicht! Ach! laß mich deinen Willen beständiglich erfüllen, du meiner Seelen Zier! 2. Ach! schenk' mir deine Liebe, mein Hort und Bräutigam, gieb, daß ich nicht befrübe dich, werthes( Hotteslami. Ach! laß mich an dir hangen, Barmherzigkeitir steht. Auf im Herzen dich umfangen, denn dich hoffen wir, lieber Herr: du bist liebenswerth. 5. Täglich, HerrGott, wir loben dich und ehr'n dein'n Namen stétiglich. Behüt uns heut, o treuter Gott, vor aller Sünd und Missethat. Sey uns gnädig, o Herre Gott: fey uns gnädig in aller Noth. Beig' uns déine unfre wie 3. Bis wir fingen mit Gottes Heer: heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ew'ger Freud' und sel'gem Licht. 4. Chr' sei dem Vater und dem Sohn, dem heil'gen Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis 16 Anhang. 3. In Liebe laß mich brennen Mel. Nun danfet alle Gott sc. und an dir halten von dir erzliebster laß mich nichts trennen, du 902. HChrist, wir dan bist der Allerbest. Ach! laß fen deiner Güte, daß du so mich mit dir sterben und nach- willig bist, in unsrer ersten mals auch ererben das Reich Blüthe zu schenken solchen Sinn, der Herrlichkeit. der sich nach deinem beugt; 4. Ach! laß mich allzeit ach, nimm doch alles hin, was bleiben ein grüner Reb' an dir, uns von dir abzeucht. dir will ich mich verschreiben, ach! weiche nicht von mir; ich bleib' dir ganz ergeben im Tod und auch im Leben, ach! hilf mir Armen bald. 2. Hab' Dank für deine Lehr' und allzu große Treue, erleucht uns mehr und mehr und unser Herz erfreue durch deinen Gnadenschein. Hilf, daß wir nehmen zu im Guten, führ uns ein zulegt in deine Ruh. 3. Wir wollen nun hinfort zu deinem Dienste leben, gehorchen deinem Wort, das du uns haft gegeben. Verleih' Beständigkeit, behüt' uns vor Rückfall, regier' uns jederzeit, bekehr 5. Nun Jesu! sey mein Le ben, mein Alles ganz allein, nach dir laß mich stets streben, so werd' ich selig seyn. Ach! laß mich dich stets suchen und alles das verfluchen, was mich von dir hält ab. 6. Gieb, daß ich mein Vertrauen nur seg' auf dich allein! uns allzumal. Herr, laß mich auf dich schauen und warten allzeit dein: ja laß In eigener Melodie. oftanna, Sohn! der in mich bich stets loben hier und 903. Hof Davids hernach dort oben in alle Ewig- feines Vaters Namen sich erfeit. 7. Mein Heiland, du wollst fommen, ja komm', ach komme doch! erlöse deine Frommen von allem Band und Joch. Ach! Jefu, komm und dämpfe das Fleisch, gieb, daß ich kämpfe allein durch deine Kraft. hebet auf den Thron über Jafobs Haus und Samen. Welchem Gott ein Neich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden endlich müssen dienstbar werden, das kein Ende jemals nimmt. 2. Sey gesegnet, theures 8. Nun, Vater, hör mein Reich, das ein solcher Herr beLallen, mein Jesu, meine Bitt' sißet, dem kein Herr auf Erlaß dir doch nicht mißfallen und selber mich vertritt. Gott, heil'ger Geist, erfülle mein Herz, daß es sey stille und allzeit lobe dich. den gleich, der das Recht mit Nachdruck schüßzet. Schwinge dich mit ftetem Flor, und in unverrücktem Frieden unter Heiden, unter Anhang. 17 Jüden mit vermehrtem Glanz ses Herzlich gerne leiden, Gott wird mir keinen Schaden thun. empor. 3. Deines Königs Majestät Drum seh' ich auch in meiner müsse jedes Volk verehren, und Noth zuvörderst auf den lieben so weit die Sonne geht, müsse Gott. sich sein Ruhm vermehren. Selbst der kleinen Kinder Mund mache zum Verdruß der Feinde und zur Freude seiner Freunde seinen großen Namen 3. Er hat mir's ja so oft versprochen, daß er mein Helfer wollte seyn, ich weiß, er hält mir's ungebrochen, sein Wort trifft sonsten richtig ein. Drum seh' ich auch in meiner Noth zuvörderst auf den lieben Gott. fund. 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deine Unterthanen; ich will dir, so gut ich kann, in mein Herz die Wege bahnen. Ich geselle mich im Geist zu derselben großen Reihen, die das Hosianna schreien, wo man dich willkommen heißt. 4. Läst Gott die Vöglein nicht verderben, ei nun, so glaub' ich steif und fest, daß er mich auch nicht Hungers sterben, noch sonst in Noth verderben läßt. Drum seh' ich auch in meiner Noth zuvörderst auf den lieben Gott. 5. Jauchzt, ihr Kräfte, freuet euch, seid ermuntert, meine 5. Wohlan, ich will beständig Sinnen! Jesus und sein Gna- bleiben bei Gott, in Noth und denreich wird bei euch nun Todesqual, von Gott soll mich Raum gewinnen! Kommt und schwört den Huld'gungseid, kommt und füßt fein Unglück treiben, drum sag' ich ein für allemal: ich seh' in aller meiner Noth zuvörderst den Sohn der Liebe! Ach, daß auf den lieben Gott. Niemand außen bliebe! Hier, ach hier ist Seligkeit. Mel. Alle Menschen müssen sc. frommer Men905. Ichenheerden guter Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 904. ch trau auf Gott und getreuer Hirt, laß mich in allen Sachen, auch dein Schäflein werden, denn wer woll't sonst mein das dein Stab und Stimme Helfer seyn? Ach, niemand führt. Ach! du haft aus Lieb' hilft dem armen Schwachen, denn nur mein Gott, der thut's allein: drum seh' ich auch in meiner Noth zuvörderst auf den lieben Gott. dein Leben für die Schaafe hingegeben, und du gabst es auch für mich, laß mich wieder lieben dich. 2. Heerden ihre Hirten lieben 2. Und muß ich gleich zu und ein Hirt liebt seine Heerd', trüben Zeiten was dulden, ei, laß uns auch so Liebe üben, was ists denn nun? Ich will du im Himmel, ich auf Erd'. 2 18 Anhang. Schallet deine Lieb' hernieder, uns den Gottes Zorn wandt': soll dir meine schallen wieder, durch das bitter Leiden sein half wenn du rufft: ich liebe dich; er uns aus der Höllen Pein. ruft mein Herz: dich liebe ich! 3. Schaafe ihren Hirten kennen, dem sie auch sind wohl bekannt. Laß mich auch nach dir nur rennen, wie du famft zu mir gerannt; als des HöllenWolfes Rachen eine Beut' aus mir wollt' machen, riefest du: ich kenne dich; ich auch rief: dich fenne ich! 4. Heerden ihren Hirten hören, folgen seiner Stimm' allein. Hirten auch zur Heerd' sich kehren, wenn sie blöken groß und klein; laß mich hören, wenn du schreiest, laß mich laufen, wenn du draueft, laß mich horchen stets auf dich, Jesu, höre du auch mich. 6. Höre, Jesu, und erhöre, wenn ich ruf, anklopf' und schrei', Jesu dich von mir nicht fehre, steh mir bald in Gnaden bei. Ja, du hörst; in deinem Namen ist ja alles Ja und Amen. Nun ich glaub' und fühle schon, deinen Trost, o Gottes Sohn! 2. Daß wir nimmer deß vergeffen, gab er uns sein'n Leib zu essen, verborgen im Brod so klein, und zu trinken sein Blut im Wein. In eigener Melodie. 3. Wer sich zu dem Tisch will machen, der hab' wohl Acht auf sein' Sachen: wer unwürdig hinzugeht, für das Leben den Tod empfäht. 5. Höre, Jesu, und erhöre meine, deines SchäfleinsStimm; 6. Solch' groß' Gnad' und mich auch zu dir schreien lehre, Barmherzigkeit sucht ein Herz wenn sich naht des Wolfes in großer Arbeit: ist dir wohl, Grimm; laß mein Schreien dir so bleib davon, daß du nicht gefallen, deinen Trost hernieder kriegest bösen Lohn schallen, wenn ich bete, höre mich! Jesu, sprich: ich höre dich! 7. Er spricht felber: Kommt ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen; fein Arzt ist dem Starken noth, sein' Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hättst du dir was fonnt erwerben: was dürft' ich denn für dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du selber dir helfen willt. 4. Du sollt Gott den Vater preisen, daß er dich so wohl wollt' speisen und für deine Missethat in den Tod sein'n Sohn geben hat. 5. Du solli glauben und nicht wanken, daß er ein' Speis sev der Kranken, den'n ihr Herz von Sünden schwer und vor Angst ist betrübet sehr. 9. Glaubst du das von Herzensgrunde, und bekenneft mit dem Munde, so bist du recht wohl geschickt und die Speise Resus Christus, unser 906. Ju Heiland, der von dein' Seel' erquict. A_n_h_a_n_g• 19 10. Die Frucht soll auchheit und in Banden und was nicht ausbleiben; deinen Näch sten sollt du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein Gott an dir hat gethan. mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein süßes Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß geh'n; kein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, ich will ihn freubig überstehn. 907. ST Mel. Nun ruhen alle Wälder ic. ollen meinen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, uns selber geben Rath und That. 8. Ihm hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sey heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß gar wohl die rechte Zeit. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stell' es blos in seine Gunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat versehen, und was mir selig ist: nehme es, wie er 908. i 2 was ihm von mir beliebet, das hab ich willig auch ertiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schüßt; ich leb' nach seinen Säßen: so wird mich nichts verlegen, auch nichtes fehlen, was mir nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und haben noch mit mir Geduld. 9. So sey nun, Seele, seine und traute dem alleine, der dich erschaffen hat; es gehe, wie es gehe, mein Vater in der Höhe, weiß allen Sachen Rath und That. Mel. Herr Jesu Christ wahr'r Mensch ze. n Christi Wunden machen mich von Sünden rein; ja, Christi Blut und G'rechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid; damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd' eingehn. 2. Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab', mein Tod, du führest mich, ins ew'ge Leben wandre ich, mit Christi Blut gereinigt fein: Herr Jesu, stärk' den Glauben mein! Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. ft Gott für mich, 6. mich erwach' ich frühe wieder, lieg 909. It so trete gleich alles oder zieh' ich fort: in Schwach- wider mich, so oft ich sing' und 2* 20 Anhang. bete, weicht alles hinter sich;| trübt; weil mich mit Flügeln hab' ich das Haupt zum Freunde decket mein Heiland, der mich und bin geliebt bei Gott, was liebt. kann mir thun der Feinde und 7. Sein Geist wohnt mir Widersacher Rott'? im Herzen, regieret meinen 2. Nun weiß und glaub' ich Sinn, vertreibt mir Sorg' und feste, ich rühm's auch ohne Schmerzen, nimmt allen KumScheu, daß Gott, der Höchst' mer hin, giebt Segen und Geund Beste, mein Freund und deihen dem, was er in mir Vater sey, und daß in allen schafft, hilft mir das Abba Fällen er mir zur Rechten steß, schreien aus aller meiner Kraft. und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ew'ge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd', was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Mein Jesus ist mein' Ehre, mein Glanz und helles Licht, wenn der nicht in mir wäre, so dürft' und könnt' ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem großen Siß: ich müßte stracks vergehen, wie Wachs in Feuerhiß'. 5. Mein Jesus hat gelöschet, was mit sich bringt der Tod, der ist's, der mich rein wäschet, macht schneeweiß, was ist roth. In ihm kann ich mich freuen, hab' einen Heldenmuth, darf fein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schrecken find't, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Luft. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch' süßes Troftwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab' erbanet ein' edle neue Stadt, da Aug' und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Theil, mein Erbe mir prächtig zugericht't; wenn ich gleich fall' und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem verbindet, den Satan fleucht und 6. Nichts, nichts kann mich haßt; der wird verfolgt und verdammen, nichts nimmet mir findet ein' harte, schwere Last mein Herz; die Höll' und ihre zu leiden und zu tragen, geFlammen, die sind mir nur räth in Hohn und Spott, das ein Scherz. Kein Urtheil mich Kreuz und alle Plagen, die sind erschrecket, kein Unheil mich be- sein täglich Brod. Anhang. 12. Das ist mir unver- furzer Frist uns grausamlich borgen, doch bin ich unverzagt. läßt fallen in Trübsal, Angst Gott will ich lassen sorgen, und Bein. Drum suchen wir dem ich mich zugesagt. Es vor allen bei Gott geehrt zu koste Leib und Leben und alles, seyn. was ich hab', an dir will ich) fest kleben und nimmer lassen ab. 21 2. Was kann uns Wollust nügen, o werthe Seel', in dieser Welt? Was kann uns Reich13. Die Welt, die mag zer- thum schüßen, wenn uns der brechen, du stehst mir ewiglich; Würger überfällt? Die rechte kein Brennen, Hauen, Stechen Lust ist oben, wo mein Herr soll trennen mich und dich; Jesus wohnt, den alle Zungen tein Hunger und fein Dürsten, loben, der uns so reich belohnt, fein' Armuth, keine Bein, fein daß wir gefrönet werden im Zorn der großen Fürsten soll hohen Himmelssaal. Ach! eilt mir ein' Hind'rung seyn. doch von der Erden zu seinem 14. Kein Engel, keine Freu- Hochzeitsmahl. den, kein Thron, fein' Herrlich3. Was Pracht, was fröhfeit, fein Lieben und fein Leiden, lich's Leben, was Reichthum, kein' Angst, fein Herzeleid, was man nur fann erdenken, es sey klein oder groß, der'r feines soll mich lenfen aus deinem Arm und Schooß. Ehr' und Herrlichkeit? Der Himmel fann uns geben, was uns an Leib und Seel' erfreut. In Jesu sich ergößen, bleibt ewig süß und gut, sein Reich 15. Mein Herze geht in für alles schäßen, erquicket Geist Springen und kann nicht trau- und Muth. In Jesu Reichrig seyn, ist voller Freud' und' thum haben, in Jesu seyn geSingen, sieht lauter Sonnen- ehrt, kann uns ohn' Ende laschein. Die Sonne, die mir ben, als er uns selbst gelehrt. lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich singend machet, ist, was im Himmel ist. 4. In Jesu hab' ich Güter, in Jesu hab' ich Lieb' und Lust, wie dir, du Menschenhüter, ist mehr denn allzuwohl bewußt. Laß mich die Welt verachten, das fränkt mich nicht ein Haar, Mel. Nun lob' mein' Seel' den ic. aß 910. as uns doch nicht ich will nach Ehren trachten, begehren, o liebste Seel', in dieser Zeit das, was dich kann beschweren, ja hindern an der Seligkeit. Was will man Ehre suchen, die doch vergänglich ist, auch gar wohl 5. Die Welt mag mich verzu verfluchen, als welch' in fluchen, ist doch mein Segen die frei sind von Gefahr; laß mich die Welt nur haffen, ich will mit Lieb' und Treu' nur meinen Jesum fassen, so bleib' ich sorgenfrei. 22 Anhang. Jesus Christ; in Jesu kann ich| wacht auf, laffet die Musikam suchen und finden, was mir hören! müßlich ist; laß mich die Welt 2. Lobe den Herren, der nur sepen in Angst und Traurig- alles so herrlich regieret, der keit, mein Jesus kann ergößen mein Herz zu aller Zeit; und sollt' ich schon hier sterben noch mehr als tausendmal, kann ich doch nicht verderben, dort rührt uns feine Qual. dich auf Adelers Fittigen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, 6. Das aber kann ich zeugen, der dir Gesundheit verlichen, das kann ich rühmen Tag und dich freundlich geleitet; in wie Nacht, daß mir mein Gott für viel Noth hat nicht der gnädige eigen sein Königreich hat zuge- Gott über dir Flügel gebreitet? dacht. Ihr Sterblichen auf 4. Lobe den Herren, der deiErden, lebt wohl in dieser Welt. nen Stand sichtbar gesegnet, Ich soll gekrönet werden, mir der aus dem Himmel mit ist ein Reich bestellt, ich soll Strömen der Liebe geregnet; mit Gott regieren, den Erd' denke daran, was der Allmächund Himmel preist, ich soll ein tige kann, der dir mit Liebe Leben führen, das unvergäng- begegnet. lich heißt. 5. Lobe den Herren, was 7. O Jesu, meine Freude, in mir ist, lobe den Namen! wann kömmt die liebe Zeit Alles, was Odem hat, lobe mit heran, daß ich von hinnen Abrahams Samen. Er ist dein scheide, daß ich dich herzlich Licht, Seele, vergiß es ja nicht! loben kann? Wann werd' ich Lobende, schließe mit Amen. doch gezieret mit Kleidern weiß und hell? Wann werd' ich aufgeführet zu In eigener Melodie. ache dich, mein mich schnell, Herr, güld'ne 912. Maist bereit Kronen tragen, welch' unverwache, fleh' und bete! daß dich gänglich sind, dann werd' ich nicht die böse Zeit unverhofft dir behagen, als dein herzliebstes betrete; denn es ist Satans Kind. Lift über viele Frommen zur Versuchung kommen. In bekannter Melodie. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe, obe den Herren, den denn es folget bald darauf mächtigen König der eine lange Strafe, und die Ehren, meine geliebete Seele! Noth sammt dem Tod möchte das ist mein Begehren. Kommet dich in Sünden unbermuthet zu Hauf, Psalter und Harfe, finden. 911. Anhang. 23 3. Wache auf! sonst kann wenn wir ihn durch seinen Sohn dich nicht unser Herr erleuchten; im Gebet anflehen; denn er wache! sonsten wird sein Licht will uns mit Füll' feiner ir noch ferne deuchten; denn Gunst beschütten, wenn wir Gott will für die Füll' seiner glaubend bitten. Gnadengaben haben. off'ne off'ne Augen 10. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, 4. Wache, daß dich Satans weil die Angst, Noth und GeLst nicht im Schlaf antreffe, fahr immer näher treten; denn wil er sonst behende ist, daß die Zeit ist nicht weit, da uns er sich beäffe; und Gott giebt, Gott wird richten und die die er liebt, oft in seine Stra- Welt vernichten. fen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt be- Mel. Liebster Jesu, wir sind hier sc. zwinge oder, wenn sie sich verftellt, vieder an fich bringe. 913. Meine Seel, er Wach' und steh', damit nie viel von falschen Brüdern unter deiner Gliedern. muntre dich, deines Jesu Lieb' bedenke, wie er für dich giebet sich, darauf deine Andacht lenfe. Ach, erwäg' die große Treue und dich deines Jesu freue. 6. Wache dazu auch für dich, ür dein Fleisch und Herze, damit es nicht liederlich Gottes Gnad' verscherze; denn es ist voller List und kann sich bab beucheln und in Hoffart schneicheln. Bete aber auch dabei miten in dem Wachen; denn größre Lieb' gefunden? der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drück und bestrickt, daß du schläfig bleibest und sein Werk nicht reibest. 8. Ja, er will gebeten fein, wenn was soll geben; er verlangt unser Schrei'n, wenn wir woln leben und durch ibn unsern sinn, Feind, welt, Fleisch nd Sünden kräftig überwinde 2. Sieh, der wahre GottesSohn ist für dich an's Holz gehänget, sein Haupt trägt die Dornenfron', sein Leib ist mit Blut vermenget, er läßt sich für dich verwunden; wo ist 9. Do wohl gut! es muß uns schon des glücklich gehen, 3. Du, du solltest große Bein ewig leiden in der Hölle und von Gott verstoßen seyn wegen vieler Sündenfälle; aber Jesus trägt die Sünden und läßt dich Genade finden. 4. Durch sein Leiden ist gestillt deines Gottes Zorn und Rache, er hat das Gesez erfüllt, gut gemacht die böse Sache, Sünde, Teufel, Tod umschränket und den Himmel dir geschenket. 5. Was zu thun, o liebes 24 Anhang. Herz, wie sollst du dich recht| Herzens Spiegel, wann du anstellen? Jesu Leiden ist kein schlägest, halt ich still; dein Scherz, seine Liebe kein Ver- Geist bleibt mein Pfand und stellen. Denke drauf, was dir Siegel, daß ich soll den Himoblieget gegen den, der für dich mel erben, darauf kann ich sieget. fröhlich sterben. 6. Ich kann nimmer nimmermehr das Geringste nur vergelten, er verbind't mich allzu sehr. Meine Trägheit muß ich schelten, daß ich ihn so schlecht geliebet und wohl gar mit Sünd' betrübet. 7. Was geschehen, soll nun nicht hinfort mehr von mir geschehen; mein Schluß sey nun fest gericht't, einen andern Weg zu gehen, darauf ich nur Jesum suche und, was ihn betrübt, verfluche. 8. Weg, ihr Sünden, weg von mir, euch kann ich an mir nicht leiden, euretwegen muß ich hier und dort von dem seyn gescheiden, ohne welchen ist fein Leben, keine Gnade, kein Vergeben. 9., Du, mein Jesu, du mein Heil, dir will ich mich ganz verschreiben, daß ich dir, als meinem Theil, ewig will getreu verbleiben, dir zu leben, dir zu leiden, dir zu sterben, dir zu meiden. 12. Nun so bleibt es fest dabei: Jesus soll es seyn und bleiben, dem ich lebe, deß ig sey; nichts soll mich von Jqu treiben. Du wirst, Jesu! nich nicht lassen, ewig will ich sich umfassen. 13. Ist bereits schon jezo hier solche Freud' und Ruh zu finden, wenn im Glauben wir mit dir, uns, mein Jest, recht verbinden, schenkst du schon soviel auf Erden: ei, was will im Himmel werden. 11. Was du willst, das sey mein Will', dein Wort meines 14. Was für Luft und Süßigkeit, was für Freur und Jubiliren, was für Ruh nach dem Streit, was für Ehe wird uns zieren! Ewig, ewig werd' ich loben, wenn ich ganz in Gott erhoben. 15. Ach! ich freu' mich ille Stund' auf dies freudenvlle Leben, danke dir mit Herz and Mund, du, o Jesu! haft'e gegeben; nur im Glauber laß mich's halten und dein'n Geist in mir stets walten. 10. Du, mein Jesu, sollst es seyn, den ich mir zum Zweck geseßet; wie du mein, Mel. Freu' dich sehr, o nine ic. so will ich dein bleiben stets 914. Meine Sorge, Angst und unverletzet; was du liebest, will ich lieben und was dich, soll mich betrüben. mu ver Zeit zu Ent; alles Seufzen, alles Klager das der Herr alleine fennt, sird, Gott Lob! nicht ewig seyr nach dem Regen wird ein Sein vieler A_n_h_a_n Y. 25 tausend Sonnenblicken meinen nach geführtem Kampf und matten Geist erquicken. Krieg, Kanaan wird nicht gefunden, wo man nicht hat überwunden. 2. Meine Saat, die ich gesäet, wird zur Freude wachsen aus, wenn die Dornen ab- 7. Darum trage deine Ketten, gemähet, so trägt man die meine Seel' und dulde dich, Frucht zu Haus; wenn ein Gott wird dich gewiß erretten. Wetter ist vorbei, wird der Das Gewitter leget sich; nach Himmel wieder frei. Nach dem dem Blizz und Donnerschlag Kämpfen, nach dem Streiten folgt ein angenehmer Tag, auf kommen die Erquicungszeiten. den Abend folgt der Morgen 3. Wenn man Rosen will und die Freude nach den abbrechen, muß man leiden in Sorgen. der Still, daß uns auch die Dornen stechen; es geht alles, wie Gott will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, das man nur Mel. Von Gott will ich nicht laffen ic. man hier das Kleinod finden, ſo muß 915. Menter, s man erst überwinden. Herz in euch bestellt, damit 4. Unser Weg geht nach den das Heil der Sünder, der Sternen, der mit Kreuzen ist große Wunderheld, den Gott besetzt; hier muß man sich nicht aus Gnad' allein der Welt zum entfernen, ob er gleich mit Licht und Leben gesendet und Blut beneßt. Zu dem Schloß gegeben, bei allen kehre ein. der Ewigkeit kommt kein Mensch hin sonder Streit, die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt. Macht alle 5. Es sind wahrlich alle Bahnen recht, die Thal' laßt Frommen, die des Himmels seyn erhöhet, macht niedrig, Klarheit sehn, aus viel Trüb- was hoch stehet, was frumm sal hergekommen: darum siehet ist, gleich und schlecht. man sie stehn vor des Lammes 3. Ein Herz, das Demuth Stuhl und Thron, prangend liebet, bei Gott am höchsten in der Ehrenkron und mit steht; ein Herz, das Hochmuth Palmen ausgezieret, weil sie übet, mit Angst zu Grunde glücklich triumphiret. geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 6. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig unverrückt: seine Freund' und Hochzeitgäste werden nach dem Streit be- 4. Ach, mache du mich Arglückt; Israel erhält den Sieg men, zu dieser heil'gen Zeit, 26 Anhang. aus Güte und Erbarmen, Herr Heiliger starker Gott! Heiliger, Jesu, selbst bereit! Zeuch in barmherziger Heiland! du ewimein Herz hinein vom Stall ger Gott! laß uns nicht verund von der Krippen; so werden sinken in des bittern Todes Noth. Herz und Lippen dir ewig dank- Kyrie, eleison! bar seyn. 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Nachen: wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? Das In eigener Melodie. Dit Fried' und Freud' ich fahr' thust du, Herr, alleine. Es dahin in Gottes Wille; getroft jammert dein' Barmherzigkeit ist mir mein Herz und Sinn, ſanft und stille. Wie Gott mir verheißen hat: der Tod ist mein Schlaf worden. unsre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! du ewiger Gott! laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen- Gluth. Kyrie, eleison! 3. Mitten in der HöllenAngst unsre Sünd' uns treiben: wo soll'n wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergoffen ist dein theures Blut, das g'nug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! du ewiger Gott! laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrie, eleison! 916, Mit 2. Das macht Christus, wahr'r Gottes Sohn, der treue Heiland, den du, mich, Herr, haft sehen lan, und macht bekannt, daß er sey das Leben und Heil in Nöth und Sterben. 3. Den du haft Allen für gestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein theuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht für die Heiden, zu ' rleuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist dein's Volks Israel der Preis, Ehr' Freud' und Wonne. Mel. Auf! Christenmensch ic.. In eigener Melodie. 918. Mir nach, spricht 917. Mit Christus, unser itten wir im Leben Held, mir nach, ihr Christen sind mit dem Tod alle, verleugnet euch, verlaßt umfangen: wen suchen wir, die Welt, folgt meinem Ruf der Hilfe thu', daß wir Gnad und Schalle! nehmt euer Kreuz erlangen? Das bist du, Herr, und Ungemach auf euch, folgt alleine. Uns reuet unsre Misse- meinem Wandel nach. that, die dich, Herr, erzürnet 2. Ich bin das Licht, ich hat. Heiliger Herre Gott! leucht' euch für mit heil'gem Anhang. 27 In eigener Melodie. Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 919. den rechten Glauben allermeist, 3. Mein Herz ist voll De- daß er uns behüte an unserm müthigkeit, voll Liebe meine Ende, wenn wir heimfahr'n Seele; mein Mund der fließt aus diesem Elende. Kyrieleis. zu jeder Zeit von süßem Sanft muthsöle; mein Geist, Gemüthe, Kraft und Sinn ist Gott er geben, schaut auf ihn. 2. Du werthes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr' uns Jesum Christ fennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis. 4. 3ch zeig' euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger List zu rein'gen und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ' euch zu der Himmelspfort." un bitten wir den N heiligen Geist um 3. Du süße Lieb', schenk' uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Friede auf einem Sinne bleiben. Kyrieleis. 5. Fällt's euch zu schwer, ich geh' voran, ich steh' euch an der Seite; ich kämpfe selbst, 4. Du höchster Tröster in ich brech' die Bahn, bin alles aller Noth, hilf, daß wir nicht in dem Streite. Ein böser fürchten Schand' noch Tod: Knecht, der still darf stehn, daß in uns die Sinne nicht wenn er den Feldherrn sieht gar verzagen, wenn der Feind angehn. wird das Leben verklagen. Kyrieleis. 6. Wer seine Seel' zu finden meint, wird sie ohn' mich verlieren; wer fie in mir verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Zier. 920. N Mel. Liebster Jefu, wir sind hier sc. un Gott Lob! es ist vollbracht, Singen, Beten, Lehren, Hören; Gott hat alles wohl gemacht, drum laßt uns sein Lob ver7. So laßt uns denn dem mehren: unser Gott sei hoch lieben Herrn mit Leib und gepreiset, daß er uns so herrlich Seel' nachgehen, und wohlge- speiset. muth, getrost und gern bei ihm im Leiden stehen; denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron' des ew'gen Lebens nicht 2. Weil der Gottesdienst ist aus, uns auch mitgetheilt der Segen; so gehn wir mit Freud' nach Haus, wandeln fein auf Gottes Wegen. Gottes Geist davon. 28 Anhang. uns ferner feite und uns alle in dieser bösen Zeit, die ihr wohl bereite. 3. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleicher maaßen, segne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit fel'gem Sterben und mach' uns zu Himmelserben. an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seyd dennoch wohlgemuth, laßt eure Lieder klingen und thut dem König singen, der ist eu'r höchstesGut. 6. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all eu'r Klag' und Weinen verwandelen in Freud'. Er ist's, der helfen kann, halt't eure Mel. Von Gott will ich nicht sc. 921. N un jauchzet all', ihr Frommen, in Lampen fertig und send stets dieser Gnadenzeit, weil unser sein gewärtig, er ist schon auf Heil ist kommen, der Herr der der Bahn. Herrlichkeit, zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig zu verheeren und gänzlich zu zerstören In eigener Melodie. des Teufels Reich und Macht. 922. Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Men2. Er kommt zu uns geritten schen, Städt' und Felder, es auf einem Efelein, und stellt schläft die ganze Welt; ihr sich in die Mitten für uns aber, meine Sinnen, auf, auf! zum Opfer ein: er bringt kein zeitlich Gut; er will allein er werben durch seinen Tod und Sterben, was ewig währen thut. ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohl gefällt. 2. Wo bist du Sonne blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages 3. Kein Zepter, feine Krone Feind. Fahr' hin, ein' and're sucht er auf dieser Welt; im Sonne, mein Jesus, meine hohen Himmelsthrone ist ihm Wonne, gar hell in meinem fein Reich bestellt; er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, die güld'nen Sternlein prangen am blauen Himmels4. Ihr großen Potentaten, saal; also werd' ich auch stehen, nehmt diesen König an, wenn wenn mich wird heißen gehen ihr euch wollet rathen und mein Gott aus diesem Jammers gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, euch Gottes Zorn dann rührt. thal. 5. Jhr Armen und Elenden 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit, die zieh' ich aus; dagegen wird Christus mir an Anhang. 29 legen den Rock der Ehr' und dein so treu Gesichte führet Herrlichkeit. aus dem Kerfer hin. 5. Das Haupt, die Füß' 2. Ift's doch deines Vaters und Hände sind froh, daß nun Wille, daß du endest dieses zu Ende die Arbeit kommen sey. Werk: hiezu wohnt in dir die Herz, freu' dich, du sollst werden Fülle aller Weisheit, Lieb' und vom Elend dieser Erden und Stärk, daß du nichts von dem von der Sünden- Arbeit frei. verlierest, was er dir geschenket hat, und es von dem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt. 3. Ach! so mußt du uns Es kommen Stund' und Zeiten, vollenden, willst und kannst ja da man euch wird bereiten zur anders nicht, denn wir sind in Ruh' ein Bettlein in der Erd'. deinen Händen, dein Herz ist 7. Mein' Augen steh'n verdrossen, im Hui sind sie geschloffen; wo bleibt dann Leib und Seel'? Nimm sie zu deinen Gnaden, sey gut für allen Schaden, du Aug' und Wächter Israel! auf uns gericht't; ob wir wohl vor allen Leuten als gefangen sind geacht't, weil des Kreuzes Niedrigkeiten uns veracht't und schnöd' gemacht. 4. Schau doch aber unfre Ketten, da wir mit der Kreatur 8. Breit' aus die Flügel beide, seufzen, ringen, schreien, beten o Jesu! meine Freude, und um Erlösung von Natur, von nimm dein Küchlein ein; will dem Dienst der Eitelkeiten, der Satan mich verschlingen, so uns noch so harte drückt, ungelaß die Englein singen: dies Kind soll unverleget seyn! acht't der Geist in Zeiten sich auf etwas beffers schickt. 9. Auch euch, ihr meine Lie- 5. Ach! erheb' die matten ben, soll heute nicht betrüben Kräfte, sich einmal zu reißen ein Unfall noch Gefahr; Gott los, und durch alle Weltgelaß euch selig schlafen, stell' schäfte durchgebrochen stehen euch die güldnen Waffen um's Bett und seiner Engel Schaar. bloß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen; weich, VernunftBedenklichkeit; fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, weg des Fleisches Zärtlichkeit! Mel. O du Liebe meiner Liebe c. 923. Durchbrecher aller Bande! der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Himmel ist, übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, bis uns Schlangenbrut hinaus, laß uns 6. Herr! zermalme, brich und reiße die verboßte Macht entzwei! Denke, daß ein armer Mensche dir im Tod nichts nüße sey. Heb' ihn aus dem Staub der Sünden, wirf die 30 A n h a n g. wahre Freiheit finden in des du wirst nicht säumen, wo wir Vaters Hochzeithaus. nur nicht lässig seyn; werden 7. Wir verlangen keine Ruhe wir doch als wie träumen, für das Fleisch in Ewigkeit: wenn die Freiheit bricht herein. wie du's nöthig find'st, so thue 924. treuer Gott, ich hab' gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich, das ist mir leid und reuet mich. noch vor unsrer Abschiedszeit. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. Aber unser Geift der bindet dich frommer und ges im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, da ihm Zeit und Maaß gebricht. 8. Herrscher, herrsche! Sie ger, siege! König, brauch' dein 2. Weil aber du, o gnäd'ger Regiment: führe deines Reiches Gott, nicht haft Gefall'n an Kriege, mach' der Sclaverei meinem Tod, und ist dein Herzein End'; laß doch aus der liches Begehr'n, daß ich mich Grub' die Seelen durch des soll zu dir bekehr'n: neuen Bundes Blut; laß uns länger nicht so quälen, denn du meinst's mit uns ja gut. 9. Haben wir uns selbst ge fangen in Luft und Gefälligkeit, ach! so laß uns nicht stets hangen an dem Tod der Eigenheit; denn die Last treibt uns zu rufen, alle schreien wir dich an: zeig' doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn! 3. Auf dieß Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm und bitt' dich durch den bittern Tod und heilige fünf Wunden roth 4. Dein's lieben Sohnes Jesu Chrift, der mir zu gut Mensch worden ist: laß deine Gnad' und Gütigkeit mehr gelten denn Gerechtigkeit. 5. Verschon', o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld: so werd' ich arm verlor'nes Kind ledig und los all' meiner Sünd'. 10. Ach! wie theu'r sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu seyn. Drum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, nach dem besten Bild gebild't; der hat Gnad' um Gnad' ge- zu der Seligkeit. nommen, wer aus deiner Füll' sich füllt. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög' nach dieser Zeit gelangen In eigener Melodie. uns in dein frommer Sterben: laß mit dir gefreuzigt 925. Gott! du Brunne seyn, was dein Reich nicht quell aller Gaben, ohn' den fann ererben; führ' in's Para- nichts ist, was ist, von dem dies uns ein. Doch wohlan, wir alles haben, gesunden Leib A n han g. gieb mir und daß in solchem| auf Chrifti Tod abscheiden; Leib' ein unverletzte Seel' und die Seele nimm zu dir hinauf rein Gewissen bleib'. zu deinen Freuden; dem Leib 31 2. Gieb, daß ich thu' mit ein Räumlein gönn' bei fromFleiß, was mir zu thun ge mer Christen Grab, auf daß er bühret, wozu mich dein Befehl seine Ruh' an ihrer Seite hab'. in meinem Stande führet. Gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ich's thu, so gieb, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß fein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in Hauf. meinem Amt ich reden soll 8. Wenn du die Todten wirst an jenem Tag erwecken, so thu auch deine Hand nach meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm' und meinen Leib weck auf und führ' ihn schön verklärt zum auserwählten und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn' Ver- Mel. Herzlich thut mich verlangen sc. druß. Haupt voll Blut und Wunden, voll 4. Find't sich Gefährlichkeit, 926. mich nicht verzagen, gieb Schmerz einen Heldenmuth, das Kreuz O Haupt, zum Spott gebunhilf selber tragen. so laß und voller Hohn! ich meine Feind' mit Sanftmuth überwind', und, wenn ich Rath bedarf, auch guten Rath erfind'. Gieb, daß den mit einer Dornenfron'! O Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr' und Zier, jetzt aber höchst schimpfiret, gegrüßet seyst du mir! 5. Laß mich mit jedermann 2. Du edles Angesichte, davor in Fried' und Freundschaft leben, sonst schrickt und scheut, das so weit als christlich ist. Willst große Weltgewichte, wie bist du mir etwas geben an Reich- du so bespeit; wie bist du so thum, Gut und Geld, so gieb erbleichet, wer hat dein Augenauch dies dabei, daß von un licht, dem sonst kein Licht rechtem Gut nichts untermenget nicht gleichet, so schändlich zusey. gericht't? 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch in's Alter dringen; so gieb Geduld, vor Sünd' und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 3. Die Farbe deiner Wangen, der rothen Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen: des blassen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen, von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, er7. Laß mich an meinem End' duldet, ist alles meine Last, 32 Anhang. ich hab' es selbst verschuldet,| Wenn mir am allerbängsten was du getragen hast. Schau wird um das Herze seyn, so her, hier steh' ich Armer, reiß mich aus den lengsten der Zorn verdienet hat: gieb kraft deiner Angst und Pein. mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad'! 10. Erscheine mir zumSchilde, zum Trost in meinem Tod, 5. Erkenne mich, mein Hüter, und laß mich seh'n dein Bilde mein Hirte, nimm mich an! in deiner Kreuzesnoth. Da will Von dir, Quell aller Güter, ich nach dir blicken, da will ich ist mir viel Guts gethan: dein glaubensvoll dich fest an mein Mund hat mich gelabet mit Herz drücken. Wer so stirbt, Milch und süßer Kost, dein der stirbt wohl. Geist hat mich begabet mit mancher Himmelsluft. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht! wenn Bon dir will ich nicht gehen, 927. wenn dein Haupt wird erblaffen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. dir dein Herze bricht; Einigkeit, Gott Vater, Sohn, heiliger Geist, heut diesen Tag mir Beistand leiſt'. 2. Mein' Seel, Leib, Ehr' und Gut bewahr, daß mir fein Böses widerfahr' und mich der Satan nicht verleß', noch mich in Schand und Schaden ſetz'. 7. Es dient zu meinen Freu den und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach! möcht' ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend ic. heilige Dreifaltig8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deines Todes Schmerzen, da du's so gut gemeint. Ach! gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sey. 3. Des Vaters Macht mich heut anblick, des Sohnes Weisbeit mich erquic', des heil'gen Geistes Glanz und Schein er leucht' mein's finstern Herzens Schrein. 4. Mein Schöpfer, steh' mir kräftig bei, o mein Erlöfer, hilf mir frei! O Tröster werth, weich' nicht von mir, mein Herz mit werthen Gaben zier'. 5. Herr, segne und behüte 9. Wenn ich einmal soll mich; erleuchte mich, Herr, gnåscheiden, so scheide nicht von diglich; Herr, heb' auf mich mir; wenn ich den Tod soll dein Angesicht und deinen leiden, so tritt du dann herfür. Frieden auf mich richt'! Anhang. 33 In eigener Melodie. zen Kinderspiel; was Mancher 928. hilf! Chrifte, für unschuldig meinet, ift all' Gottes Sohn, solchem Herzen schon zu viel. durch dein bitter Leiden, daß Warum? Es gilt der Welt abwir dir stets unterthan, sagen, hier heißt's, rührt kein Untugend meiden, deinen Tod Unreines an; das Kleinod läßt und sein' Ursach' fruchtbarlich sich nicht erjagen, es sey denn bedenken, dafür, wiewohl arm Alles abgethan. und schwach, dir Dankopfer schenken. In eigener Melodie. 929. Lamm Gottes! D viel zu süße dem Herzen, das 3. Die Himmelskost schmeckt in Jesu lebt; die Braut bewahrt Haupt, Herz und Füße, und wo ihr Etwas noch anklebt, das zu dem Glanz der unschuldig am Welt gehöret, das ist ihr Stamm des Kreuzes geschlachtet, lauter Höllenpein, und wo sie allzeit erfunden geduldig, wie- recht in Gott einkehret, da wohl du wurdest verachtet: macht sie sich von Allem rein. all' Sünd' hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. die Seele vor allem Weltge4. Die Einfalt Christi schließt Erbarm' dich unser, o Jesu! tümmel zu, da sucht sie in der 2. D Lamm Gottes! unschul- dunkeln Höhle, in Horeb, Gott dig 2c. Erbarm' dich unser, und ihre Ruh; wenn sich das o Jesu! und ihrer Eitelkeit, auch wohl Heuchelvolk in Lüften der Welt bei gutem Schein, will brüsten, fühlt jene Kampf und harten Streit. 3. D Lamm Gottes! unschuldig 2c. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu! Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz ic. 5. Die Einfalt weiß von keiner Zierde, als die im Blute 930. füßer Stand, o Chrifti liegt, die reine himmfelig Leben, das lische Begierde hat solche Thoraus der wahren Einfalt quillt, heit schon bestegt; an einem wenn sich ein Herz Gott so reinen Gotteskinde glänzt Gottes ergeben, daß Christi Sinn es Name schön und rein; wie ganz erfüllt, wenn sich der könnt es denn vom eitlen Winde Geist nach Christi Bilde in der Welt noch eingenommen Licht und Recht hat aufgericht't, seyn? und unter solchem klaren Schilde 6. Von Sorgen, Noth und durch alle falschen Höhen allen Plagen, damit die Welt bricht. sich selbst anficht, vom Neid, damit sich Andre tragen, weiß Christi Sinn und Einfalt nicht; 3 2. Was Andern schön und lieblich scheinet, ist solchem Her 34 Anhang. den Schaß, den sie im Herzen| so übel zugericht't? Du bist ja heget, behält sie wider allen nicht ein Sünder, wie wir und Neid, ist Jemand, der Lust dazu unsre Kinder, von Missethaten tråget, das macht ihr lauter weißt du nicht. Herzensfreud. 7. O schönes Bild, ein Herz zu schauen, das sich mit Christi Einfalt schmückt. Geht hin, ihr thörichten Jungfrauen, harrt 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget und das benur bis euch die Nacht berückt. trübte Marterheer. Was sind die Lampen ohne Dele? Schein ohn' Einfalt und Christi Sinn. Sucht doch was Bessers für die Seele und gebt der Welt das Ihre hin. 5. Ich bin's, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll'; die Geißeln und die Bänden und was bu ausgestanden, das hat verdienet meine Seel'. 8. Ach Jesu! drücke meinem Herzen den Sinn der lautern 6. Du nimmst auf deinen Einfalt ein, reiß aus, obschon Rücken die Laften, die mich mit tausend Schmerzen, der drücken, viel schwerer als ein Welt ihr Wesen, Land und Stein; du wirst ein Fluch, Schein; des alten Drachen dagegen verehrst du mir den Bild und Zeichen trag' ich nicht Segen, dein Schmerzen muß mehr, drum laß mich nur der mein Labsal seyn. Einfalt Bier und Schmuck erreichen, das ist die neue Kreatur. 7. Du sehest dich zum Bürgen, ja läß'st dich gar erwürgen, für mich und meine Schuld. Mir läsfest du dich frönen mit Mel. Nun ruhen alle Wälder ac. Dornen, die dich höhnen, und 931. Welt! fich hier leidest alles mit Geduld. dein Leben am 8. Du spring'st in's Todes Stamm des Kreuzes schweben, Nachen, mich frei und los zu dein Heil sinkt in den Tod. machen von solchem Ungeheu'r; Der große Fürst der Ehren läßt mein Sterben nimmst du abe, willig sich beschweren mit Schlä- vergräbst es in dem Grabe. gen, Hohn und großem Spott. O unerhörtes Liebesfeu'r! 2. Tritt her und schau mit 9. Ich bin, mein Heil, verFleiße, fein Leib ist ganz mit bunden all' Augenblick und Schweiße des Blutes überfüllt. Stunden dir überhoch und Aus seinem edlen Herzen, vor sehr. Was Leib und Seel verunerschöpften Schmerzen, ein mögen, das soll ich billig legen Seufzer nach dem andern quillt. allzeit an deinen Dienst und Ehr'. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen 10. Nun ich fann nicht viel Anhang. geben in diesem armen Leben; I eins aber will ich thun: c8 In eigener Melodie. foll dein Tod und Leiden, bis 932. Geelen Bräutigam, Jesu, Gottes Leib und Seele scheiden, mir Lamm, habe Dank für deine stets in meinem Herzen ruhn. Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünden Schlamm, Jesu, Gotteslamm! 11. Ich will's vor Augen feßen, mich stets daran ergößen, ich sey auch, wo ich sey; es soll mir seyn ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb' und unverfälschten Treu'. 12. Wie heftig unsre Sünden frommen Gott entzünden, 2. Deine Liebesglut stärket Muth und Blut; wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemuth deine Liebesglut. den wie wie grausam seine Nuthen, wie zornig seine Fluthen, will ich aus deinem Leiden sehn. 13. Ich will daraus studiren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem sanften Muth, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 35 16. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schooß und Hände begleiten zu der ew'gen Ruh, 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Noth und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, durch dein Blut so roth, wahrer Mensch und Gott! 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht; salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 14. Wenn bösezungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich; das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 5. So werd' ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd' in dir. 6. Held aus Davids Stamm, 15. Ich will mich mit dir deine Liebesflamm' mich ernähre schlagen an's Kreuz und dem und verwehre, daß die Welt absagen, was meinem Fleisch mich nicht versehre, ob sie mir gelüst't; was deine Augen gleich gram, Held aus Davids haffen, das will ich fliehn und Stamm! faffen, so viel mir immer mög lich ist. 7. Großer Friedefürst, wie hast du gedürst't nach der Menschen Heil und Leben und dich in den Tod gegeben, wie du rief'st: mich dürft't! großer Friedefürst! 8. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb' uns den Deinen, 3* 36 A n h a r g• die dich kennen und nach dir Mel. Nun freu't euch, lieben sc. sich Christen nennen, denen du bift lieb, deinen Frieden gieb. 933. Sen fröhlich Alles weit und breit, 9. Wer der Welt abstirbt, was vormals war verloren, emsig sich bewirbt um den le weil heut der Herr der Herrbendigen Glauben, der wird lichkeit, den Gott selbst auserbald empfindlich schauen, daß koren zum Sündenbüßer, der niemand verdirbt, der der Welt sein Blut am Kreuz vergoffen abftirbt. uns zu gut, vom Tod ist auferstanden. 10. Nun ergreif' ich dich, du mein ganzes Ich! Ich will nim2. Wie schön hast du durch mermehr dich lassen, sondern deine Macht, du wilder Feind gläubig dich umfassen, weil im des Lebens, den Lebensfürsten Glauben ich nun ergreife dich. umgebracht! Dein Stachel ist 11. Wenn ich weinen muß, vergebens durch ihn geschossen, wird dein Thränenfluß nun die schnöder Feind; du hättest meinen auch begleiten und zu im Staube bleiben. wahrlich wohl gemeint, er würd' deinen Wunden leiten, daß mein im Staube bleiben. Thränenfluß sich bald stillen muß. Haupt empor, ist mächtig durch3. Nein, nein! er trägt sein 12. Wenn ich mich auf's gedrungen durch deine Bande, neu', wiederum erfreu', freueft durch dein Thor, ja hat im du dich auch zugleiche, bis ich Sieg verschlungen dich selbst, dort in deinem Reiche ewiglich daß, wer an ihn nur glaubt, erfreu' mich mit dir aufs neu. und spricht: wo ist dein Stachel? von dir jetzt ein Gespötte treibt 13. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron'; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenkron' folgt auf Spott und Hohn. 4. Denn deine Macht, die ist dahin und keinen Schaden brin get dem, der sich stets mit Herz und Sinn zu diesem Fürsten schwinget, der fröhlich spricht: ich leb' und ihr sollt mit mir leben für und für, weil ich es euch erworben. 14. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich Alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 5. Der Tod hat keine Kraft nicht mehr, ihr dürfet ihn nicht scheuen; ich bin sein Siegsfürst 15. Du mein Preis und und sein Herr, deß sollt ihr Ruhm, werthe Sarons- Blum', euch erfreuen; dazu so bin ich in mir soll nun nichts erschallen, euer Haupt, drum werdet ihr, als was dir nur kann gefallen, wenn ihr mir glaubt, als werthe Sarons- Blum', du mein Glieder mit mir leben. Preis und Ruhm! 6. Der Höllen Sieg, der ift Anhang. 37 auch mein, ich habe sie zerstö-| nicht auf Schrauben; was er ret; es darf nicht fürchten ihre verspricht, das bricht er nicht, Bein, wer mich und mein Wort das sollst du kühnlich glauben. höret. Und weil des Teufels Macht und Lift gedämpft, sein Kopf zertreten ist, mag er ihm auch nicht schaden. 4. Sey Gott getreu in deinem Stand, darein er dich geseßet; wenn er dich hält mit seiner Hand, wer ist, der dich verleget? Wer seine Gnad' zur Brustwehr hat, kein Teufel kann ihm schaden. Wo dies Stacket um einen steht, dem bleibet wohl gerathen.. 5. Sey Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen; steh' fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Armen hält, muß Alles doch vergehen; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn' alles Wanken stehen. 7. Nun, Gott sey Dank, der uns den Sieg durch Jesum hat gegeben und uns den Frieden für den Krieg und für den Tod das Leben erworben, der die Sünd' und Tod, Welt, Teufel, Höll' und was in Noth uns stürzet, überwunden! Mel. Was mein Gott will das g'scheh' x. 934. Gott getreu, halt seinen Bund, o Mensch! in deinem Leben! Leg' diesen Stein zum ersten Grund: bleib' ihm allein ergeben; denk' an den Kauf in deiner Tauf, da er sich dir verschrieben bei seinem Eid', in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. 6. Sey Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnädig finden; streit' unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht; wär' ja der Fall geschehen, so sey bereit, durch Buß' bei Zeit nur wieder auf zustehen. 2. Sey Gott getreu, laß nicht den Wind des Kreuzes dich abkehren. Ist er dein Vater, 7. Sey Gott getreu bis in du sein Kind, was willst du den Tod und laß dich nichts mehr begehren? Dies höchste abwenden: er wird und kann. Gut macht rechten Muth; kann in aller Noth dir treuen Beiseine Huld dir werden: nichts stand senden, und käm' auch Bessers ist, mein lieber Chrift, gleich das höll'sche Reich mit im Himmel und auf Erden. aller Macht gedrungen, wollt' auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 3. Sey Gott getreu von Jugend auf, laß dich kein' Luft noch Leiden in deinem ganzen 8. Wirst du Gott also bleiben Lebenslauf von seiner Liebe treu, wird er sich dir erweisen, scheiden; sein' alte Treu' wird daß er dein lieber Vater jey, täglich neu, sein Wort steht wie er dir hat verheißen, und 38 Anhang. eine Kron' zum Gnadenlohn| 5. Diese Füße will ich halten im Himmel dir aufseßen, da auf das Best' ich immer kann. wirst du dich fort ewiglich in Schaue meiner Hände Falten seiner Treu ergößen. und mich selbsten freundlich an von dem hohen Kreuzesbaum, und gieb meiner Bitte Raum, Mel. Zion flagt mit Angst ac. 935, all' bein Trauren schwinden, ich, ich tilg' all' deine Sünden! Sur gegrüßet, der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt. Ach! wie ist mir Mel. Schmücke dich, o liebe Seele sc. doch so wohl, wenn ich fnien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest, und um meine Seele wirbest. peis' uns, o Gott, 936, deine Kinder; tröste die betrübten Sünder; sprich 2. Ich umfange, herz' und den Segen zu den Gaben, die füffe der gefränkten Wunden wir ißo vor uns haben, daß Zahl und die purpurrothen sie uns zu diesem Leben, Stärfe, Flüsse deiner Füß' und Nägelmal. O wer kann doch, schönster Fürst, den so hoch nach uns gedürft't, deinen Durst und Lieb'sverlangen völlig fassen mel. Herr, ich habe mißgehandelt sc. und umfangen. Kraft und Nahrung geben: bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. 3. der Seelen, wo ich frant und trau 937. Strahl der Gottheit, rig bin, nimm die Schmerzen, Geift der Gnaden, wahrer Gott, die mich quälen, und den höre, wie ich Armer flehe, das ganzen Schaden hin, den mir zu geben, was mir Noth: laß Adams Fall gebracht und ich den Ausfluß deiner Gaben auch selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich neßen, wird sich all' mein Jammer seßen. mein dürres Herze laben. 2. Glaube, Weisheit, Nath und Stärke, Furcht, Erkenntniß und Verstand, das sind deiner 4. Schreibe deine blut'gen Gottheit Werke, dadurch wirst Wunden, mir, o Herr, in's du uns bekannt, dadurch weißt Herz hinein, daß sie mögen alle du recht zu lehren, wie wir Stunden bei mir unvergessen sollen Jesum ehren. seyn. Dubist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze 3. Theurer Lehrer, Gottes Finger, lehr' und schreibe deinen ruht; laß mich stets zu deinen Sinn auch in's Herz mir, deiFüßen deiner Lieb' und Gunst nem Jünger, seße dich auf genießen. mich auch hin, daß ich stets Anhang. 39 von deiner Fülle reichlich lern',| wohne bei mit seinen Gaben was sey dein Wille. mancherlei; des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein' Kirch' erhalt. 4. Dein Will' gescheh, Herr Gott, zugleich, auf Erden, wie im Himmelreich: gieb uns Geduld in Leidenszeit, Gehorsamseyn in Lieb und Leid; wehr' und steur' allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen 4. Laß das Feuer deiner Liebe rühren meine Zung' und Mund, daß ich noch mit heißem Triebe Gottes Thaten mache kund, laß es Seel' und Herz entzünden, auszubrennen alle Sünden. 5. Leg' hingegen meiner Seele deine heil'ge Salbung bei, daß mein Leib auch von dem Dele dein geweihter Tempel sey; thut. bleib auch bei mir, wenn ich sterbe, daß ich Christi Reich ererbe. 5. Gieb uns heut unser tåglich Brod und was man darf zur Leibesnoth; behüt' uns, Herr, vor Unfried, Streit, vor Seuchen und vor theurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg' und Geizes müßig gehn. 6. All' unsre Schuld vergieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrüben mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr' Schuld und Fehl vergeben gern. Zu 938, Vater unfer im Him- dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. melreich, der du uns alle heißest gleich Brüder seyn und dich rufen an und willt das Beten von uns han: gieb, daß nicht bet' allein der Mund; hilf, daß es geh' aus Herzens Grund. 2. Geheiligt werd' der Name dein: dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Herr, behür uns vor falscher Lehr', das arm verführet Volk bekehr'. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der heilig Geift uns 9. Amen! das ist: es werde 6. Strahl der Gottheit, Kraft der Höhe, Geist der Gnaden, wahrer Gott, höre, wie ich Armer flehe, daß zu geben, was mir Noth, laß den Ausfluß deiner Gaben auch mein dürres Herze laben. Mel. O Jesu Chrift, mein's Lebens Licht ic. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geist ansicht. Zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst't und durch des heilgen Geistes Troft. 8. Von allem Uebel uns erlös; es sind die Zeit und Tage bös. Erlöse uns vom ew'gen Tod und tröst' uns in der letzten Noth. Bescher' uns auch ein selig End'; nimm unsre Seel in deine Händ'. 40 Anhang. wahr! stärk unsern Glauben| Himmelreich sollt leben nun immerdar, auf daß wir ja nicht und ewiglich. zweifeln dran, was wir hiermit gebeten han auf dein Wort, in dem Namen dein: so sprechen wir das Amen fein. In eigener Melodie. 6. Deß laßt uns alle fröhlich seyn und mit den Hirten 939. Verleih uns Frieden gehn hinein, zu sehn, was Gott uns mit seinem lieben Sohn verehrt. Gott, zu unsern Zeiten, es ist ja doch kein Ander nicht, der 7. Merk auf, mein Herz, und für uns könnte streiten, denn sich dort hin: was liegt dort du unser Gott alleine. Gieb in dem Krippelein? Weß ist unserm König und aller Obrig- das schöne Kindelein? Es ist feit Fried und gut Regiment, das liebe Jesulein. daß wir unter ihnen ein geruhig und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Amen. In eigener Melodie. om Himmel hoch 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippen, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 940. ich bring' euch gute neue Mähr, der guten Mähr bring' ich so viel, davon ich singen und fagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau außerforn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud' und Wonne seyn. 3. Es ist der Herr Chrift unser Gott, der will euch führn aus aller Noth, er will eur Heiland selber seyn, von allen Sünden machen rein. 8. Bis willkommen, du edler Gaft, den Sünder nicht verschmähet hast, und kommst ins Elend her zu mir; wie foll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding', wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf und Esel aß? 10. Und wär' die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit, so wär' sie dir doch viel zu klein, zu seyn ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seiden dein das ist grob Heu und Windelein, darauf du, König so groß und reich, herprangst, als wärs dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen 4. Er bringt euch alle Se mir: wie aller Welt Macht, ligkeit, die Gott der Vater hat Ehr und Gut vor dir nichts bereit, daß ihr mit uns im gilt, nichts huft noch thut. Anhang. 13. Ach, mein herzliebes| eur' Zuversicht. Es mögen euch Jesulein, mach dir ein rein Viel' fechten an: dem sey Troß, sanft Bettelein, zu ruhn in der's nicht lassen kann. meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergeffe dein.- 14. Davon ich allzeit fröhlich sey, zu springen, singen immer frei das rechte Susaninne schon, mit Herzenslust den süßen Ton. 15. Gott im die Stimme In eigener Melodie. höchsten Thron, der uns schenkt 942. Wachet fruft seinen ein'gen Sohn! deß freuen der Wächter sehr hoch auf der sich der Engel Schaar und singen uns solch neues Jahr. Mel. Vom Himmel hoch, da komm' ich her c. om Himmel kam Von 941. der Engel Schaar, erschien den Hirten offenbar; sie sagten ihn'n: ein Kindlein zart das liegt dort in der Krippen hart, 41 2. Zu Bethlehem in Davids Stadt, wie Micha das verkün6. Zuletzt müßt ihr doch haben Recht, ihr seyd nun worden Gott's Geschlecht. Deß danket Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich allezeit. Zinne: wach' auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde; sie rufen uns mit frohem Munde: wo seyd ihr flugen Jungfrauen? Wohl auf! der Bräut'gam fommt, steht auf, die Lampen nehmt! Hallelujah! Macht euch bereit zu der Hochzeit, ihr müsset ihm entgegen gehn! 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz thut ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund det hat. Es ist der Herre kommt vom Himmel prächtig, Jesus Christ, der euer aller von Gnaden stark, von WahrHeiland ist. mächtig, ihr Licht wird 3. Deß sollt ihr billig fröh- hell, ihr Stern geht auf. Nun lich seyn, daß Gott mit euch komm, du werthe Kron', Herr ist worden ein. Er ist gebor'n eu'r Fleisch und Blut, eu'r Bruder ist das ewig Gut. heit Jesu, Gottes Sohn! Hostanna! Wir folgen All' zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen Teufel und die Höll'; Gott's Sohn ist worden eu'r Gesell. 3. Gloria sey dir gesungen mit Menschen und mit EngelZungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner 5. Er will und kann euch Stadt; wir stehn im Chore laffen nicht, seßt ihr auf ihn der Engel, hoch um deinen 42 Anhang. Thron. Kein Aug' hat je ge-| mich doch nicht schrecken; weil sehn, kein Ohr hat je gehört doch zuletzt ich werd' ergötzt solche Freude; drum jauchzen mit süßem Trost im Herzen, wir und singen dir das Hallelujah für und für. da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die 943. so wird Gott rauhe Bahn Noth, Tod und es bleibt gerecht sein Wille, mich ganz väterlich in seinen wie er fängt meine Sachen an, Armen halten, drum laß ich will ich ihm halten stille. Er ihn nur walten. In eigener Melodie. as Gott thut, das ist mein Gott, der in der Noth, mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. mel. Balet will ich dir geben c. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich nicht 944. Wie soll ich dich empfangen und betrügen; er führet mich auf wie begegn' ich dir? o aller rechter Bahn, so laß ich mich Welt Verlangen, o meiner begnügen an seiner Huld und Seelen Zier! O Jesu, Jesu, hab' Geduld; er wird mein Un- seße mir selbst die Fackel bei, glück wenden, es steht in seinen Händen. damit, was dich ergöße, mir fund und wissend sey. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich wohl bedenken; er, als ein Arzt und Wundermann, wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Gnade 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen, ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in ftetem Lob und Preis, und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud? als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried' und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen, und hast mich froh gemacht. 5. Was Gott thut, das ist 4. Ich lag in schweren Banwohlgethan, muß ich den Kelch den, du kommst und machst gleich schmecken, der bitter ist mich los; ich stand in Spott nach meinem Wahn, laß ich und Schanden, du kommst und trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann, ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. Anhang. 43 machst mich groß, und hebst dem wahrlich alle Feind' auf mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichthum thut. Erden viel zu wenig zum Widerstande seynd. 10. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm 5. Nichts, nichts hat dich flucht, mit Gnad' und süßem getrieben zu mir vom Himmels- Lichte dem, der ihn liebt und zelt, als das geliebte Lieben, sucht. Ach! komm, ach! komm, damit du alle Welt in ihreno Sonne! und hol' uns allzutausend Plagen und großen mal zum ew'gen Licht und Jammerlast, die kein Mund Wonne in deinen Freudensaal. aus kann sagen, so fest umfangen haft. 6. Das schreib dir in dein Herze, du Herzbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; feyd unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der Thür: der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier! 7. Ihr dürft euch nicht be mühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht: er fommt, er fommt mit Willen; ist voller Lieb und Lust, all' Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht er schrecken vor eurer Sündenschuld. Nein! Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld! Er kommt, er kommt, den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb' und Theil. In eigener Melodie. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind' und ihrer Tück? Ihr Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. enn wir in höch945. und wissen nicht, wo aus noch ein und finden weder Hülf noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein dich anrufen, o treuer Gott! um Rettung aus der Angst und Noth. 3. Und heben unser Aug' und Herz zu dir in wahrer Reu' und Schmerz, und suchen der Sünd' Vergebung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich Allen, die darum bitten dich, im Namen dein's Sohn's Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott! und klagen dir all' unsre Noth, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübfal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünde groß, sprich uns derEr kommt, er kommt, ein König, selb aus Gnaden los, steh uns 44 Anhang. in unserm Elend bet, mach| sey und mein kaltes Herz eruns von allen Plagen frei. hize, ob ich gleich im Finstern size. 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam seyn nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd' und Missethat, die mein armes Herz beladen und sogar vergiftet hat, daß auch Satan durch sein Spiel mich zur Hölle stürzen will; da kannst du allein erIn eigener Melodie. 946. Merde munter, mein retten: strafe nicht mein Ueberund treten. ihr Sinnen, geht herfür, daß 6. Bin ich gleich von dir ihr preiset Gottes Güte, die er gewichen, stell' ich mich doch hat gethan an mir; da er mich wieder ein, hat uns doch dein den ganzen Tag vor so mancher Sohn verglichen durch sein' Sorg' und Plag' hat erhalten Angst und Todespein. und beschüßzet, daß mich Satan verleugne nicht die Schuld, nicht beschmißet. aber deine Gnad' und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir befinde. Ich 7. O du licht der frommen Seelen, o du Glanz der Herrlichkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und alle zeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, da es nunmehr dunkel schier, da ich mich so sehr betrübe, tröste mich mit deiner Liebe. 2. Lob und Dank sey dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich haft bewahrt, auch die Feind' hinweggetrieben, daß ich unbe schädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann ausrechnen deine Güt' und Wunderthat, ja kein Redner kann aussprechen, was dein' Huld erwiesen hat. Deiner Wohl8. Schüße mich vor's Teufels Neßen, vor der Macht der Finsterniß, die mir manche Nacht that ist zu viel, sie hat weder zuseßen und erzeigen viel VerMaaß noch Ziel, ja du haft mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. drieß. Laß mich dich, o wahres Licht, nimmermehr verlieren nicht, wenn ich dich nur hab' im Herzen, fühl ich nicht der Seele Schmerzen. 4. Dieser Tag ist nun vergangen, die betrübte Nacht bricht an, es ist hin der Sonne 9. Wenn mein' Augen schon Prangen, so uns all' erfreuen sich schließen und ermüdet kann. Stehe mir, o Vater, bei, schlafen ein, soll mein Herz daß dein Glanz stets vor mir dennoch beslissen und auf dich Anhang. 45 gerichtet seyn. Meiner Seele 2. Es kann vor Nachts leicht mit Begier träume stets, o anders werden, als es am Gott, von dir, daß ich fest an frühen Morgen war; denn dir bekleibe und auch schlafend weil ich leb' auf dieser Erden, dein verbleibe. leb' ich in fteter Tod'sgefahr. 10. Laß mich diese Nacht Mein Gott, ich bitt' 2c. empfinden eine sanft und süße 3. Herr! lehr' mich stets Ruh, alles Uebel laß verschwin- mein End' bedenken, und wenn den, decke mich mit Segen zu. ich einstens sterben muß, die Leib und Seele, Muth und Seel' in Jesu Wunden senken Blut, Weib und Kinder,( all' und ja nicht sparen meine Buß'. die Mein'gen) Hab' und Gut, Mein Gott, ich bitt' 2c. Freunde, Feind' und Hausgenoffen seyn in deinen Schutz geschlossen. 11. Ach! bewahre mich vor Schrecken, schüße mich vor Uleberfall, laß mich Krankheit nicht aufwecken, treibe weg des Krie' ges Schall, wende Feu'r- und 5. Mach mir stets zuckerWassers- Noth, Pestilenz und süß den Himmel und gallenschnellen Tod, laß mich nicht bitter diese Welt; gieb, daß mir in Sünden sterben, noch an in dem Weltgetümmel die EwigLeib und Seel' verderben.. keit sey vorgestellt. Mein Gott, ich bitt' ic. 12. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten meine Sünde mit dem Ver6. Ach! Vater, deck all' hat, Jesu, den ich stets verehre, bleibe ja mein Schuß und Rath, und mein Hort, du werther Geist, der du Freund und Tröster heißst: höre doch mein sehnlich's Flehen: Amen, ja, es soll geschehen! dienste Christi zu, darein ich mich fest gläubig winde, das giebt mir recht gewünschte Ruh'! Mein Gott, ich bitt 2c. 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden hab' ich mir recht und wohl gebett't; da find' ich Trost in Todesstunden und Alles, was ich gerne hätt'. Mein Gott, ich bitt' zc. 947. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. er weiß, wie nahe mir mein Ende? Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach, wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnoth! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit in allen Fällen: Herr, wie du fey für und für, und sage stets willst, so schick's mit mir. mein Gott, ich bitt' 2c. 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sey Leben oder Tod; ich leg' die Hand in seine Seite und sage: mein Herr und mein Gott. Mein Gott, ich bitt' 2c. 46 In eigener Melodie. 9. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heil'gen Tauf'; du bist mir auch daher 949. Wunderbarer König, von uns gewogen, hast mich zum Kind allen, laß dir unser Lob gegenommen auf. Mein Gott, fallen. Deines Vaters Güte ich bitt' 2c. hast du lassen triefen, ob wir 10. Ich habe Jesu Fleisch schon von dir wegliefen. Hilf gegessen, ich hab' sein Blut uns noch, stärk uns doch, laß getrunken hier: nun fannst du die Zunge fingen, laß die meiner nicht vergessen, ich bleib' Stimme flingen. in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt' 2c. Anhang. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Thaten, mehr 11. So komm mein End' als aller Menschen Staaten. heut oder morgen, ich weiß, Großes Licht der Sonnen, daß mir's mit Jesu glückt, ich schieße deine Strahlen, die das bin und bleib' in deinen Sor große Rund bemalen; lobet gern, gen, mit Jesu Blut schön aus- Mond und Stern, seyd bereit geschmückt. Mein Gott, ich zu ehren einen solchen Herren. bitt' 2c. 3. O du meine Seele, finge 12. Ich leb' indeß mit ihm fröhlich, finge! finge deine vergnüget und sterb', ohn' alle Glaubenslieder; was den Odem Kümmerniß; mir gnüget, wie holet, jauchze, preife, flinge; mein Gott es füget, ich glaub' wirf dich in den Staub darund bin es ganz gewiß, durch deine Gnad' und Christi Blut, machst du's mit meinem Ende gut. nieder. Er ist Gott Zebaoth; er ist nur zu loben hier und ewig droben. 4. Hallelujah bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Hallelujah Mel. Komm Herr Jesu, sey unfer singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. Owohl dir, glaube mir, endGast c. 948. Wir danken Gott lich wirst du dreben, ohne für seine Gab'n: loben. die wir von ihm empfangen hab'n. Wir bitten unsern lieben Herrn: er woll' hinfort uns mehr beschern, und speisen uns Wort: daß wir euch fatt werden hier und port. 950. 35 ein zu meinen Thoren, sey Ach lieber Gott du wollst Herzens Gaft, der du, da ich uns geb'n: nach dieser Welt geboren, mich neu geboren hast, das ewge Leb'n, Amen. o hochgeliebter Geist des Vaters Mel. Von Gott will ich nicht laffen 2c. Anhang. 47 und des Sohnes, mit beiden 7. Du bist ein Geift der gleiches Thrones, mit beiden Liebe, ein Freund der Freundgleich gepreist. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine lichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist Kraft, die Kraft, die uns von du feind, willst, daß durch Sünden Hülf' und Errettung Liebesflammen sich wieder thun schafft. Entfünd'ge meinen zusammen, die voller ZwieSinn, daß ich mit reinem tracht seynd. Geiste dir Ehr' und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du haft ihn umgebracht und in der Tauf' erstickt, als wie in einer Fluthe, mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 8. Du Herr! haft selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohl gefällt: so gieb doch deine Gnad' zum Fried' und Liebesbanden, verknüpf' in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Erhebe dich und steure dem Herzleid auf der Erd', bring' wieder und erneu're die Wohlfahrt deiner Heerd'. Laß blühen, wie zuvorn, die Länder, so verheeret, die Kirchen, so zerstöret durch Krieg und Feuerszorn. 4. Du bist das heil'ge Dele, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigenthum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöthen, Gott schützt im Heiligthum. 10. Beschirm die Polizeien, bau unsers Königs Thron, daß5. Du bist ein Geist der er und wir gedeihen, schmück, lehret, wie man recht beten als mit einer Kron', die Alten foll, dein Beten wird erhöret, mit Verstand, mit Frömmigkeit dein Singen klinget wohl; es die Jugend, mit Gottesfurcht steigt zum Himmel an, es steigt und Jugend das Volk im und läßt nicht abe, bis der ge- ganzen Land. holfen habe, der Allen helfen fann. 11. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für. Vertreib den bösen Geist, der sich dir widersetzet und, was dein Herz ergößet, aus unserm Herzen reißt. 6. Du bist ein Geist der Freuden, von Trauren hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal haft du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güld' nen Freudensaal. 12. Gieb Freudigkeit und Stärke zu stehen in dem Streit, 48 Anhang. den Satans Reich und Werke ben allzeit nach deinem Sinn, uns täglich anerbeut; hilf und wenn wir's sollen geben kämpfen ritterlich, damit wir in's Todes Hände hin, wenn's überwinden und ja zum Dienst mit uns hier wird aus: so hilf der Sünden fein Christ er uns fröhlich sterben und nach gebe sich. dem Tod ererben des ew'gen 13. Richt unser ganzes Le Lebens Haus. Berlin, Stereotypie, Druck und Papier der Königlichen Geheimen Ober Hofbuchdruckerei( R. Decker). P 6 18450 Inches Centimetres Blue 2 1 3 4 Cyan 9781 2 5 ¹6 7 Farbkarte# 13 Green 3 Yellow 9 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8