بیاری در ر کی کار کرد عصر السلام او کے دیر لو گرم بوده و در اور روانی اور اور امارات ال في م Kapitel 35 24. Gb 481 F Einen Werner. Gb 481 Univ.- Bibl. Giessen Verbessertes Gesangbuch zum Gebrauch beim öffentlichen Gottesdienste wie auch zur häuslichen Erbauung. BESLUCKY JAMY DEALU USTEINER Achte Auflage. Sana u. Im Verlag des vereinigten evangel. Waisenhauses. 185 8. GB 484 agnolso otusician 10 ** moris) the upt chand med den shuis mollish ass de Inhalt Igrice and not yet todo( 0) Jussi dans son tilgili & noda? astaid siodrommotoonil od Jard Erste Abtheiluu gaz mot( 5 Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. ods#pier Nummer S 1- 13 41 1) Vom Worte Gottes 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten 3) Von der Schöpfung 4) Von der Vorsehung Gottes 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung. 6) Vom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen, und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens 78- 88 7) Von der Erlösung der Menschen, und dem Erlöser überhaupt sugedatee our 14 - 42-48 4969 70- 77 - PERKEM 89 8) Von der Geburt Jesu Christi 99 9) Vom Wandel Jesu auf Erden 2000 unglion 12010) Von dem Leiden und Sterben Jesu Von dem Begräbniß Jesu - 124 153- FOUDERD 98 119 123 152 155 IV 11) Von der Auferstehung Jesu 12) Von der Himmelfahrt Jesu, und seinem Sigen zur Nechten Gottes. 13) Von der Wiederkunft Jesu Christi zum Gericht. 14) Von dem heiligen Geist und dessen Gaben 15) Von der christlichen Kirche 16) Von der heiligen Taufe 17) Von dem heiligen Abendmahle 18) Von der Vergebung der Sünden. IN BL Inhalt. 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der Unvollkommenheit dieses Lebens. CO M 20) Vom Tode der Gläubigen, und der Auferstehung der Tostenlon molestan!! 1 21) Von dem ewigen Leben. SA • Sanden.[ 6] überhaupt tatian omtale hond and 210 . Jumonth . SAL 191 ( 5) Von der Erkenntniß Gottes 156 173 189 190- 196 197- 207 208 217 218- 221 222 234 242 Nummer 172 punmento de 2010 mai 3 weite Abtheilun g. Lieder, die zur christlichen Sittenlehre gehören. - 235-241 7) 130 281 - -- wish tud) 303 - 260- 272 273 280 - la pandorals and del bine und 02( 3 voto172) ind 22) Von der Buße und Bekehrung 23) Vom Glauben. 24) Von der Heiligung oder dem christlichen Wandelnde(@ 323 352 - Numiner 1 259 B - as divaibstiu uradn 100 302 322 format 353 356 Inhalt. APARITIE, TE 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. 27) Von der Furcht Gottes 28) Von dem Vertrauen auf Gott, und der Ergebung in 20 seinen Willen 29) Vom Gebet. 30) Gebetlieder: 306 1. Allgemeine $ 10 810 216 Im Kriege. In Theuerung In Seuchen. 126- 216 Ame dur Ministrid lose 2. Besondere, in geistlichen Anfechtungen 416 In allgemeinen Nöthen und Landplagen. bog med gioco má rodia din jie daugiau distrids) In Krankheiten. Auf der Reise. Bei Gewittern Fürbitten für die Obrigkeit CAT 800 M Loblieder: 11 31) Vom Lobe Gottes a mi ide din intinding 11 1. Allgemeine. 2. Besondere. bei Einsegnung der Eheleute der Eltern für ihre Kinder und Kinder Eltern. eines Waisen 11 Predigera din H Nummer 357 368 30 sig i opro 406 415 418 419 - 372 397 398- 405 4 2 136 420 421 422 423 424 425 21:52 Badd9 426- 428 dipilih od 4291 mod 430 431 432 1 - 367 371 mode 433 436 438 - 459 - - - 434 435 437 458 463 Inhalt. 32) Gebet- und Coblieder beim Anfange des Jahrs. 33) Morgenlieder 34) Abendlieder. 35) Vom öffentlichen Gottesdienste. 36) Von der Selbstliebe 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth 38) Von der Sorge für die Seele 39) Von der Sorge für den Leib. 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauche der zeitlichen Güter, und wider den Geiz VI . 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden. 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens und der Zubereitung zum Tode. IDE 44) Von der Liebe des Nächsten 45) Von der Gerechtigkeit 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge. Nummer 469 464 470- 479 480 489 -- - 490-494 495 496-498 499- 507 508- 511 512- 514 515- 517 518-531 0019 532-542 543-547 548 549- 552 553- 555 556- 558 nimiut Gin: the 102 2912026 sila ang m i idhini m sean gating 300 Erster NO et mal Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. 1. Vom quat 100 M 170207 10e a ave 53 195 Theil. for sto Vom Worte Gottes. Bitte um Segen zu An- hier und ewig dort in Heilighörung des göttlichen keit verehren! Wortes. 276 5375S 1. Komm heil'ger Geiſt, erMel.: Herr Jesu Christ, dich zu. füll' die Herzen deiner 3. Herr Jesu! send' und deinen Geist, Geist, der, wie dein Wort verheißt, mit seiner Gnade uns regiert, und auf den Weg der Wahrheit führt! 2. Deffn' uns zu deinem Lob den Mund, und mach' uns deinen Willen kund; rühr' unser Herz, stärk' den Verstand, so wird dein Nam' uns recht bekannt! Gläubigen und entzünde in ihnen das Feu'r deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannichfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast, in Einigkeit des Glaubens. Alle luja, Alleluja. pe 2. Gott, Mel.: Gott, du unser Vater. ott, der du unser Va= ter bist, durch Jesum Christ, gib, daß dein Geist jetzt mit uns sei, und uns zur Wahrheit leite! Geheiligt sei dir diese Stund! Deffne den Mund des 4. Dir, Gott, den Erd' und Lehrers, daß er rein und frei bei uns dein Wort verbreite! Hilf du selbst unsrer Schwachheit fort; laß nichts die Andacht stören! Du lehrest uns in dei 3. Bis wir einst deinen Engeln gleich, dich preisen, Herr, in deinem Reich, und schauen dich von Angesicht in ew'ger Freud' und sel'gem Licht. Himmel preift, dir, Vater, Sohn und beil'gem Geift, dir, heilige Dreieinigkeit, sei Lob und Preis in Ewigkeit! nem Wort; wirk' auch, daß 4. Liebster Jeſu! wir sind hier, wir's so hören, daß wir dich dich und dein Wort an1 Erst. Theil. I. Bom Borte Gottes. zuhören. Lenke Sinnen und Be- 1 viel zu hoch und wichtig. Wir gier zu des Himmels süßen Leb- wissen's und verstehen's nicht, wo ren, daß die Herzen von der Erden uns, Herr, deines Wortes Licht den Weg zu dir nicht zeiget. ganz zu dir gezogen werden! 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte; so wurden damals schon bekannt den Menschen deine Rechte. Zudeine legt ist noch dein lieber Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. 3. O, du Glanz der Herrlichkeit! Licht von Licht aus Gett 3. Mit Lob und Preis, o geboren! Heiligster! von Ewigs feit hast du dir uns auserforen! Lehre deines Himmels Erben, lehr' uns leben, lehr' uns sterben! Nach dem öffentlichen Gottesdienst. The Nach der vorigen Melodie. öchster Gott, wir dans 5. Höchster ten dir, daß du uns dein Wort gegeben! Hilf uns ferner, daß auch wir nach dem selben heilig leben! Gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei im Werfe! 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht deines Geistes Kraft uns mit Licht von Gott erfül: let. Glaubend lehr' auf's Wort uns merken; laß es uns zum Leben stärken! 2. Unser Gott und Vater, du, der du- lehrst uns, was wir sollen, schenk' uns deine Kraft dazu; gib zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen, so wird alles wohl Risi gelingen! hst du Mel.: Es ist das Heil uns kom. 6. Wir Menschen sind von selbst, o Gott, zum Geistlichen untüchtig. Dein gött: lich Wesen, dein Gebot, sind höchster Hort, muß Herz und Mund dich ehren; da wir in deinem theuren Wort dich zar uns reden hören! Mach' uns durch deinen Geist bereit zu dem, was uns dies Wort gebeut; hier redest du, nicht Menschen. Y 4. Hilf, daß der frechen Spötter Schaar uns nicht vom Wort abwende; ihr Spott bringt tödtende Gefahr, und nimmt ein schrecklich Ende. D, laß dagegen immer mehr dein Wort zu deines Namens Ehr' uns sich fräftig zeigen! 5. Herr, öffne du uns selbst das Herz, daß wir dein Wort recht fassen; gib, daß wir es bei Freud und Schmerz nie aus den Augen lassen! Laß uns nicht Hörer nur allein, nein, Vater, laß uns Thäter sein, und uns nicht selbst betrügen! 6. Der Same wird am Weg so fort vom Teufel weggenommen in Fels und Steinen kann das Wort zu keiner Wurzel kommen. Der Same, der in Dornen fällt, Erst. Th. I. Vom Worte Gottes. wird von der Sorg' und Lust Unterricht. O, selig, wer es | der Welt verderbet und ersticket. achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 7. Mach uns durch deine Gnade gleich, Herr, einem gu= ten Lande! Mach uns an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, daß mit beharrlicher Geduld, gerührt von deiner Lieb und Huld, wir reichlich Früchte bringen. 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, vertreibt des Irr thums Finsterniß; es füllt mit Freuden, bringt uns Segen, und machet unser Herz gewiß. 8 lehrt uns, Höchster, was du bist, was theu'r in deine Augen ist! um teil 8. Laß uns auf unsrer Bil grimschaft den Weg der Sünder meiden. Gib uns ein Herz, das an dir haft't, auch in den schwer sten Leiden. Herr, unser Herz ist vor dir bloß, mach uns von eiteln Sorgen los und allen bösen Lüften! & bus 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben; lehrt, wie viel Gut's du denen gibst, die freudig dein Gebot ausüben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr; du lügest nicht. 9. Laß uns dein Wort beständig sein ein Licht auf dun: keln Wegen. Erhalt es bei uns hell und rein, und laß uns seinen Segen, Kraft, Rath und Trost in aller Noth, im Leben und noch mehr im Tod mit frohem Herzen spüren. 4 Gott, deine Zeugnisse sind besser, und mehr der Sehnsucht werth, als Gold! Ihr Werth ist köstlicher und größer, als alles, was die Erde zollt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 15. Drum laß auch mich mit Luft betrachten, was mich dein Wort, o Höchster, lehrt, und mit Gehorsam auf das achten, was es von mir zu thun begehrt, so fließen Trost und Seelenruh auch mir aus deinem Worte zu! 10. Laß dies dein Wort zu deiner Ehr, o Gott, sich weit verbreiten! O, möchte deine Gnadenlehr, Herr Jesu, jeden leiten! D, heilger Geist, setz curch dein Wort dein Werk bei uns beständig fort; stärk Hoffnung, Glaub und Liebe! ardsMel.: O Gott, du frommer Gott. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 8. Du willst, Gott, daß mein Herz zur Heilige ein Wort, o Höchster, ist vollkommen! G8 febrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern feit genese! Drum gib, daß ich dein Wort oft und mit Andacht lese; das Wort, daß deinen Rath von unserm Heil enthält. 1* Erst. Th. 1. Vom Worte Gottes. Dank sei dir für dies Wort,| bleibst unendlich hoch. Was den größten Schatz der Welt! mir dein Wort erklärt, nicht, was mein Wig verlangt, ist meines Glaubens werth. 2. Erfülle mein Gemüth mit Ehrfurcht und Vertrauen, mit Lust und frommem Ernst daqurch mich zu erbauen. Du bist's, der in der Schrift zu meiner Seele spricht. O, segne doch an mir, Herr, deinen Unterricht! 8. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm; und die Vernuuft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise De= muth ist's, zu glauben, was Gott spricht. 3. Mein Gott, vor welchem ich jetzt meine Hände falte, gib, daß ich allezeit dein Wort für Wahrheit halte; und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Gesetz, am Wort vom Kreuze sehn! 9. Erinnre mich hieran, wenn mich die Zweifel kränken, und lehre mich dabei, zu meinem Heil bedenken, dort sei die Zeit des Schau'ns, und hier des Glaubens Zeit; dort wachse, wie mein Glück, mein Licht in Ewigkeit. 4. Du, aller Wahrheit Gott, kannst mich nicht irren lassen. Untrüglich ist dein Wort; o, laß mich daraus fassen, so viel mein Heil verlangt! Du bist's, der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht und aus Gewissen liebt. 10. Find' ich in deinem Wort noch manche Dunkelheiten, so laß mich einen Freund, der mehr als ich sieht, leiten. Ein for= schender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein angefochtnes Herz hebt manche Dunkelheit. 5. Gib, daß dein kräftig Wort, o Gott, mein Herze rühre, und daß ich mir den Spruch oft zu Gemüthe führe, der mich vor andern rührt! O, stärke mich durch ihn, mit Ernst und Mun terfeit das Gute zu vollziehn! 11. Stets sei dein Wort mir werth! Es ist mein Glück auf Erden, und wird es einst noch mehr in jenem Leben werden. Nie irre mein Gemüth der Bibelfeinde Spott! Die Lehre, die sie schmähn, bleibt doch dein Wort, o Gott! 6. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Wer deinem Wort gehorcht, den läss'st du inne werden, die Lehre sei von dir, die uns die Bibel gibt. Man lernt ihr Wort verstehn, wenn man es treulich übt. 7. Spricht sie geheimnisvoll, so laß mich dies nicht schrecken! Kein endlicher Verstand kann dich, Gott, ganz entdecken! Du 4 Mel.: Nun danket alle Gott. 9. Gelobt seist du, o Gott für deines Wortes Lehre! Gib, Vater, daß ich sie mi Andacht fleißig höre! O, mache doch mein Herz von Vorurtheilen Erst. Th. 1. Vom Werte Gottes. rein, und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen sein! 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen! O, Höchster, leite selbst den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt! 5 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist dieſe Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ew'ger Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzur ew'gen Ruhe rauben. Wer zeihst, lehrst meinen Geist, ein treulich hier dein Wort zu sei- gläubig Abba! sagen. 3. Wie thöricht ist es doch, bloß andern Menschen glauben! Das heißt, sich selbst den Grund 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre, und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre! Gib deinen Geist ins Herz, der Luft und Kräfte gibt, daß man die Wahrheit lernt, prüft, glaubt, erfährt und übt. ner Richtschnur macht, dem gibt 7. Mich zu erneu'n, mich es Licht und Trost auch in der dir zu weihn, ist meines Heils Todesnacht. Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort gibt neue Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort; denn du hast's uns gegeben! Es sei mein Theil; es sei mir Heil und Kraft zum ew'gen Leben! Mel.: Uch, Gott und Herr. 10. Gott ist mein Hort, 11. und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen! 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken! Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken! 3. Wo hätt' ich Licht, wo fern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd' ich nie, wie ich dich würdig chrte!! Nach der Mel. des 7. Liedes. er du das Dasein mir gegeben, wie preis ich dich, b Gott, dafür! Nie kann mein Dank dich g'nug erheben; durch Christum schenktest du es mir. Kein Licht, kein Trost erfreute mich, kennt' ich nicht, Jesu Christe, dich! 2. Auf ungewissen finstern Pfa= | den würd ich ein Raub des Irrthums sein. Mit Sündenschuld und Fluch beladen, müßt' ich des Richters Rache scheu'n. Ich fände keinen Trost in Noth; mich schreckte stündlich Grab und Tod. Erft. Th. 1. Vom Worte Gottes. 3. Wozu hat mich mein Gott| Nach der Mel. des 4. Liedes. erschaffen? Was ist auf Erden 12. Herr, mein Licht, erdaß ich mich und dich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden! 07 meine Wird auch mein Geist im Tod entschlafen und hält Gott künftig ein Gericht? Wie werd ich im Gericht bestehn? Wie der verdienten Straf entgehn? s starim ans t Gata 4. Entscheidet die Vernunft die Fragen durch ihrer Einsicht schwaches Licht; hebt sie die Zweifel, die mich plagen, und bleibt der Trost, den ste verspricht? Ach ohne Christi Licht und Heil wär Finsterniß und Tod mein Theil? diso vid 6 5. Ja, du hast mich den Finsternissen des Irrthums und der Sünde Macht durch deine Lehre, Herr, entrissen! Ihr Licht zerstreut des Zweifels Nacht; du zeigest mir des Höchsten Rath, und führst mich auf der Wahrheit Pfad. 6. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen; ich kenne meine ganze Pflicht. Mein Geist wird nicht im Tod entschlafen; wer an dich glaubt, wird im Gericht durch dich, o Heiland, wohl bestehn, und dann verklärt dich selber sehn! 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich, es recht verstehen. Hilf selbst meinem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, und mir, deinem Knecht, gebühret! 3. Aber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen; laß mein Herz auch folgsam sein, den erkannten Weg zu gehen. Denn sonst würd ich bei dem Wissen doppelt Streiche leiden müſsen. 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre; daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre. Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden! 7. O Jesu, laß mich deiner Lehre gehorchen mit stets größrer Zust, und keines Spötters Wahn zerstöre dein Heiligthum in meiner Brust! Mein ganzes Leben preise dich! Dein Heil 6. Laß mich, Herr, in deinem erfren' im Tode mich! dim: droit ud for monist son 2302 amu dalanif there 5 Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse vermehren. Find' ich manche Dunfelheit bei geheimnisvollen Lehren, laß mich Zweifelsucht entfernen und in Demuth glauben lernen. i thi and oft Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit Gewicht, und wie glücklich der zu nennen, der cantisomming Erst. Th. I. Vom Worte Gottes. 1 20 7 darnach mit Eifer trachtet und die Luft der Welt verachtet! Herr, bricht sie bervor, und hebt ihr tödtend Haupt empor! 07. O, verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln, und vor dir gewissenhaft als dein treues Kind zu wandeln, so wird einst in jenem Leben mich ein hell' res Licht umgeben! edd 13. Der Mel. des 100. Psalms. er Spötter Strom reißt viele fort. Er halt uns, Herr, bei deinein Wort! So können wir uns, Vater, dein im Leben und im Tode freun! 2. Ein Haufe Läst'rer wagt's, o Gott, mit wildem ausgelaß'nem Spott, den Heiland, deinen Sohn, zu schmähn, durch den die Himmel einst vergehn! 3. Ach, ihrer Lehre Best, o Herr, schleicht jetzo nicht im Finstern mehr! Am Mittag, 4. Sie herrscht durch Große dieser Welt. Herr, Herr, wenn uns dein Arm nicht hält, fo reißt sie uns zum Tod auch fort! Gib Sieg und Leben durch dein Wort!:)@ 15. Beschüße uns, Herr Jesu Christ, der du zur Rechten Gottes bist! Sei unser Schild und starke Wehr! Staub ist vor dir der Spötter Heer. 6. Du hast von Ewigkeit ge= sehn, wie lange noch ihr Trot bestehn und wider dich hier schnauben soll. Vielleicht ist nun ihr Maß bald voll. e 7. Ach, wären sie dir, Herr, versöhnt, sie, deren Sport dich so verhöhnt! Ach. gib, daß vor der Todesnacht zur ernsten Reu' ihr Geist erwacht! ning and our snadd INT II. Vom Wesen Gottes und seinen VollkommenThe hot upd inheiten. sifir 80 8 all aslidad enn fod na turneja20 memisd Nach der Mel. des 9. Liedes.| die Herrlichkeit. Auch ohne 14.Anbetungswürd'ger Gott, Kreatur bist du dir selbst ge= nug, du Schöpfer der Natur! 3. Du riefft dem, das nicht als wir begreifen können! O,| war, um Luft und Seligkeit aufs flöße meinem Geist die tiefste Demuth ein, und laß mich stets vor dir voll Chrerbietung sein! mit Ehrfurcht stets zu nennen, du bist unendlich mehr, Mannichfaltigste um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst. Verstand und Rath ist dein; und du gebrauchst sie gern zu fegnen, zu erfreun. 2. Du bist das höchste Gut; du weißt von keinem Leide; stets ruhig in dir selbst schmeckst du vollkommne Freude. Dein ist 4. Du sprichst, und es ge= schieht. Auf dein allmächtig: 8 Erst. Th. II. Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. Werde entstand dein großes 10. Indeß sei auch schon jetzt Werk, der Himmel und die Erde. dein Ruhm von uns besungen. Mit deinem fräft'gen Wort trägst Verschmähe nicht ein Lob von du die ganze Welt, und deine fallend schwachen Zungen. Dort Macht vollführt, was uns un soll, wenn wir dereinst vor dir möglich fällt. verherrlicht stehn, ein Lied im höhern Chor dich, großer Gott, erhöhn 1 box B) mis 5. Du bist der Herren Herr. Der Erden Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub! Auch Geister fannst du tödten. Wen Mel.: Allein Gott in der Höh. du erniedrigest, Gott, wer kann 15. Der Herr ist Gott und den erhöhn? Wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besizet, der Leben gibt und nimmt, der unsern Odem schützet. Den Geist, der in uns lebt, den haben wir von dir. Willst du, so wird er Nichts. Du bleibest für und für. 57991, feiner mehr. Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie Er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß! Sein Nam' ist groß! Er ist unendlich grenzenlos in seinem ganzen Wesen. 7. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu den Lichteshöhen, wo du voll Majestät auf deinem Stuhle thronst, und unterm frohen Lob der Himmelsheere wohnst. 2. Ihn trifft fein Wechsel flücht'ger Zeit. Nie größer oder kleiner wird seines Wesens Herrlichkeit. Der Erst ist er, sonst feiner. Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war er; noch eher als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle Himmel nicht, wie weit er fie erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und nur offenbar in seiner Werke Wundern. 8. Was wir, Unendlicher, von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen! Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deinen Namen fund! 39. Doch hier erkennen wir dich noch gar unvollkommen. Wird aber dermaleinst der Vorhang weggenommen, der jetzt das Heiligste noch unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist! 4 Was wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er fennet uns, und was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand und Kraft und Stärke; seine Hand umspannet Grd und Himmel.us summotllo F Erst. Th. 11. Vom Wesen Gottes 5. Ist er auch jemals von uns fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht, Gedanken selbst entfliehn ihm nicht in ihrer er sten Bildung. non 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit und Huld, barmherzig. gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du vergiltst mit Wonne! Du hast Unsterblichfeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, haft Freuden, Gott, die Fülle! shaded olid 8. Du nur bist würdig, Lob und Dank zu nehmen. Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und feiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? und seinen Vollkommenheiten. 9 2. Du wohnst im Licht, dazu. kein Mensch kann kommen. Was ist's, das wir von deinem Ruhm vernommen? Ach, nur ein Theil von jener Majestät, die überAlles dich, o Gott, erhöht! 3. Dein ew'ges Sein, dein ganz vollkomm'nes Wesen, das, was du wirfst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand. Von Engeln selbst wirst du nie ganz erkannt.word hidd 4. Wie sollt' ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher! dich völlig zu ergründen? O, mache mich von solchem Dünkel frei, daß mir dein Wort des Glaubens Richtschnur sei! 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr; es bleibet ewig stehen. Erforsch' ich gleich dein göttlich Wesen nicht, so g'nüge mir davon dein Unterricht! 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge. Gib, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif' ich's nicht, wie du die Welt regierst, so sei mir's g'nug, daß du mich selig fübrst. 7. Ginst wirst du dich mir näher offenbaren. Einst werd Mel. des 8. Pfalms. ich mehr von deinem Rath er= fahren; wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle, in allem Thun nach deinem Willen handle; zufrieden sei, wie du i 16. rhabner Gott! was reicht an deine Größe? Denk ich an dich, so fühl ich meine Blöße. Ich fühle, Herr, daß du unendlich bist, und daß umschränkt mein forschend Denken ist! and 10 Erst. Th. II. Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. mich hier regierst, bis du mich| Himmel selbst vergehen. Laß von einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich in Hellerm Lichte sehen, und froh in dir, dein ewig Lob erhöhen. Herr, du bist groß, und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Rath! u der Erde eitlem Tand mein Herz sich stets erheben zu meinem wahren Vaterland und nur nach dem mich streben, was ewig mich erfrenet! thigh d 5. O Gott, was sein wird, ist und war, und was wir thun und dichten, das ist dir Alles of= fenbar; du wirst einst Alles richCHS 800= Neue Mel. oder Christ unser. Gott, mache du mich selbst bereit, ten! Laß mich dein helles Auge vor scheun, aufrichtig vor dir wan= deinen Thron zu treten, und deln, und, deines Beifalls mich deine große Herrlichkeit voll Ehr- zu freun, auch dann rechtschaffen furcht anzubeten! Laß, Herr, handeln, wenn Finsterniß mich vor deinem Angesicht mein Herz decket. id sich deiner freuen, und einen Strahl von deinem Licht die Finsterniß zerstreuen, die mich hier noch umgiebet! T 2. Du bist der Herr und keiner mehr; nichts sind der Heiden Götter; nur dir gebühret Preis und Ehr; kein Helfer noch Erretter ist außer dir. Laß mich allein auf dich, o Herr, vertrauen, mein ganzes Leben dir nur weihn, mein Glück bloß auf dich bauen, und dich niemals verläugnen! 6. Unendlich ist, Herr, deine Macht, zu retten, die dich lie ben, und wenn der Frevler dich verlacht, auch Rach' an ihm zu üben! Gib, daß mich deiner Allmacht Schutz stets als ein Schild bedecke, mich auch nicht Menschen Grimm und Truß, nur deine Strafe schrecke! du tödtest Leib und Seele. 7. Voll höchster Weisheit bist du, Gott! Kein Mensch kann sie ergründen. Umringt uns allent3. Du bist der höchst voll- halben Noth, du, Herr, weißt kommne Geist, der Vater aller Rath zu finden.. Gib, daß ich Geister, dich preiset, was ver- dir stets traue zu, du werdest für nünftig heißt, als seinen Herrn mich sorgen, auch Uebels weder und Meister. Laß meiner Seele hoben Werth, mich reine Tugend lehren, und, so wie es dein Wort begehrt, dich ungeheuchelt ehren, im Geist und in der Wahrheit. denk, noch thu; denn dir ist nichts verborgen; du prüfest Herz und Nieren, bi 4. Du bist, o Gott, von Ewig: keit, und wirst allzeit bestehen; es bleibet deine Herrlichkeit, wenn 17. Got 8. Gott, du bist heilig und gerecht, kannst feine Sünden dulden! Wer sagen will, er sei dein Knecht, der meide Sündenschulden. Gib, daß ich mich der Heiz 115 Erst. Th. II. Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. 41 ligkeit mit rechtem( Ernst befleiße,| würdig, Ehre, Preis und Ruhm nachjage der Gerechtigkeit, und zu nehmen allezeit und überall. deine Wege preise, so wunderbar Erheb ihn dann mit frohem sie scheinen. Bildiyu Jubelschall, und geh in sein erhabnes Heiligthum. se 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, vergibst die Schuld dem Sünder; erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. Laß reichen Trost von deiner Gnad' auf meine Seele kommen. Von mir sei meine Missethat so fern hinweg genommen, als Morgen ist vom Abend! 2. Er ist das große Wesen aller Wesen, Gott von unendlicher Vollkommenheit; von ihm, zu ihm, durch ihn ist, was gewesen und ist und sein wirk bis in Ewigkeit. Ein Gott wie er, hat seines Gleichen nicht; ein Gott, vor dessen höchster Majestät der Engel selbst ge= bückt und zitternd steht. Sein Thron ist Licht, ein unzugänglich Licht. 10. Gott, dessen Wahrheit stets besteht, wohl denen, die dir gläuben! Wenn Erd und Himmel einst vergeht, wird dein Wort ewig bleiben. Gib, daß ich fürchte dein Gericht, und Alles, was du dränest; auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du mirs gern verleihest; wer hofft, wird nicht zu Schanden. dag 11. Gott, wenn ich dich so kenn und ehr, dein Wort zum Grunde setze, erfreu ich mich darüber mehr, als über alle Schäße, bis ich dort, o mein Heil und Licht, dich ohne Lallen nenne, von Angesicht zu Angesicht dich schaue, dich erkenne, und unaufhörlich lobe! me Mel. des 27. Liedes. [ uf, auf, mein Geist, 18. Af auf, auf, den Herrn zu loben! Auf, auf, erwecke dich und säume nicht; was in dir ist, werd still und sanft erhoben zu Gott, Jehovah, unserm Schild und Licht! Nur er ist HE op or 00110 3. Man sieht ihn nicht, und ist doch wohl zu sehen; man gebe nur auf seine Werke Acht; da sehn wir ihn gleich als vor Augen stehen in seiner ew'gen Kraft und Gottheit Pracht; die Himmel rühmen ihres Schöpfers Ghr; Luft, Erde, Meer, was lebt und sich bewegt, ist das, was ihn zu zeigen, stets sich regt, und spricht: Er ist der Herr und keiner mehr. 4. Was gut und fein nur fann genennet werden, was uns mit Lust und Lieblichkeit anlacht, was in sich faßt der Himmel sammt der Erden, der große Bau, voll Schönheit und voll Bracht, und was dies Rund nur Köstlich's in sich schließt, das kommt aus diesem unerschöpften Meer und dessen unerforschter Fülle her; er ist die Quell, die immer überfließt. 5. Von Ewigkeit, ohn Anfang und ohn Ende ist er, und wird 12 Erst. Th. II. Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. auch stets derselbe sein. Er ist zu| ohne Decke schauen mag, vertraut, spüren, wo man sich hinwende, von Angesicht zu Angesicht. das Heimlichste wird flar in seinem Schein. Sein Licht ist nicht vermischt mit Dunkelheit. Die Kraft, die in ihm wohnt, wird nimmer schwach. Höchstselig, kennet er fein Ungemach; er ist und bleibt, wie er war vor der Zeit. 9. Indeß, mein Geist, auf, auf, ihn stets zu loben! Auf, auf, erwecke dich und säume nicht! Was in dir ist, werd sanft und still erhoben zu Gott, Jehovah, unserm Schild und Licht! Herr, du bist würdig, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall! Lob ihn im Vorhof schon mit frohem Schall; einst öffnet ich dir selbst das Heiligthum. 6. Was er verspricht, dem fann man freudig trauen, die That stimmt mit den Worten überein. Auf Menschen kann man niemals sicher bauen; doch Gottes Ja ist Ja, sein Nein ist Nein. Voll Billigkeit ist sein Gericht allzeit, groß von Geduld ist er und Mitleids voll, nur langsam, wenn er Sünder strafen soll, und bleibt die Lieb in alle Ewigkeit. 7. Wie selig ist doch, der ihn also kennet, und zu ihm: Lieber Vater! sagen kann; er, er ist es, den Gott den Seinen nennet, Gott sieht ihn als sein Kind recht zärtlich an. Nichts ist so hoch, nichts fann so herrlich sein. Der höchsien Fürsten hocherhabner Stand ist, gegen dies zu rechnen, lauter Tand; es ist zu schlecht, es bleibt ein leerer Schein. 8. O Herrscher, wie soll ich dich g'nug erheben! Auch mich hast du den Deinen zugezählt; in Christo brachtest du mich schon zum Leben; in ihm hast du zur Kindschaft mich erwählt. Zwar seh ich dich jetzt nur bei schwachem Licht; jedoch es kommt, es kommt der frohe Tag, da ich dich Neue Melodie. Gott ist mein Lied! 2015 Er ist der Gott der Stärke. Groß ist sein Nam', und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten. Und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts d vid 19. d 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl die beste; er herrscht als Gott, und seines Thrones Beste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. and no m 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich! 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das ken= net Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was Erst. Th. II. Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. 15 ich vor- oder nachmals thue,| nach Erden, und biete selbst der und er erforschet mich und dich. Hölle Truß. sind nidhim fin 1918 + 7. Er ist dir nah, du sißest, oder gehest; ob du ans Meer, ob du gen Himmel jöhest, so ist er allenthalben da. Bon der Ewigkeit und Un veranderlichkeit Gottes. Nach der Melodie des 4. Liedes. 20. ott, du bist von Ewigkeit, und dein herrlich großes Wesen ändert sich zu feiner Zeit! Du bleibst stets, was du gewesen. Laß dies meinen Geist beleben, ehrsurchtsvoll dich zu erheben. 2. Gwig und unwantelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen! Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen; laß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr, du bist kein Men schenkind, daß dich etwas reuen sollte! Immer bleibst du gleich gesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. O, hilf uns Allen, thun nach deinem Wohlgefallen! 4. Immer bleibst du, Gott, ein Feind derer, die das Unrecht üben! Immer bleibst du, Gott, ein Freund derer, die das Gute tieben! Laß uns ben! Laß uns darum schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! inde& 5. Deine Worte trügen nicht. Du bist ewig der Getreue, der das hält, was er verspricht. D daß mich dies stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu bleiben! 6. Stets ist Wohlthun deine Lust; ewig währet deine Liebe. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte; schrieb auf sein Buch, wie lang ich lebeu sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein! 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden laffen, verkündigt seines Schöpfers Macht. fur 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft, und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm! d sing 13. Du tränfst das Laud, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen! Sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Netter werden, so frag ich nichts nach Himmel und 14 Erst. Th. II. Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. Wohl mir, wenn ich auch mit| Du bleibest, wie du bist; denn Lust mich in deinem Willen übe! feine Zeit umkränzet doch je Dann, o Herr, wird's meiner die Unendlichkeit. Seelen nie an wahrem Wohlsein fehlen! 7. Erd und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlassen. Nur du bleibst mir ewig stehn. Deine Hand wird mich umfassen, wenn ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freyde. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden, diese deine Ewigkeit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen und auf deinen Trost zu bauen. 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte. Du schüßest sie mit deiner starken Rechte; du läßt ihr Herz sich ewig deiner freun, und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden. Vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, fein Grab trennt mich, o Gott, von dir! Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir! 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm, Gott, hat den Himmel ausgebreitet! Doch sie vergehn, veralten, wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Gwigkeit.it five mit 4. G8 werden noch die Him mel und die Erden, wie ein Gewand von dir verwandelt werden. Mel.: Gott sei Dank in aller. 22. Unermeßlich ewig ist Gott, der Höchste Herr, du bist, wie du dich uns offenbarst, nun und ewig, der du warst! olsid 21. Aus dem 102. Psalm. Nach der Melodie des 16. Liedes. err Gott, du bist die Zuflucht aller Zeiten; denn du bist Gott in allen Ewigkeiten! Du warst es schon, eh 2. Gwig bleibst du selbst Grd und Himmel ward, eh noch dir gleich, weis' allein und gnadein Arm sich uns geoffenbart.denreich, ewig mächtig und voll Kraft, heilig und untadelhaft. 2 Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell enteilt das Leben doch von mir! Du, Höchster, du nur blei best für und für! d musi 3. Alle Werke deiner Hand waren dir, o Gott, bekannt, eh die Welt auf dein Geheiß da stand, deiner Weisheit Preis! 4. Wie gegoßne Spiegel stehn deine Himmel; doch vergehn deine Himmel, und die Welt sinkt, wenn sie dein Arm nicht hält. 5. Du nur bleibest, wie du bist, was dein weiser Rath be= schließt, ist unwandelbar, wie du, gut und heilig stets, wie du. 6. Du bist nicht ein Menschenfind, daß du lügest; nicht gesinnt, Erst. Th. II. Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. 13 wie der Mensch, der wandelbar, nimmer bleibet, was er war. deinem Geiste fliehen? Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nah! 7. Was du zusagst, ist gewiß; zwischen Licht und Finsterniß tappt der Mensch hin, wählt, bereut plötzlich wieder, was ihn freut. Tapid ni dianis bam 8. Sollt ich denn auf Fleisch vertraun'n? Nicht mein Heil auf dich nur bau'n? Ohne Weisheit und Verstand Brunnen graben in den Sand? doon on 4. Nähm ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand; denn du bist über: all; und dein ist jedes Land. 5. Spräch ich zur Finsterniß: Sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsonst vor dir mich zu verstecken. Denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Du warst schon über mir, in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz. Gott, deß ich bin und bleibe; ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, ch ich war, schon 23. Herr, du erforscheft väterlich gedacht! annat fi mich; dir bin ich unverborgen! Du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sor: gen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh' der Gedan fe noch in meiner Seel' entstand. 7. Du fanntest mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eb ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar.hun Hi Janipd 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, daß du, o Herr, nicht wis sest. Du schaffest, was ich thu; du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seb ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! Wie wunderbar für mich 8. Was für Erfenntnisse, für köstliche Gedanken! Unzählbar sind sie mir; denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, die folgen und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn! 3. Wohin, wohin soll ich vor 9. Nein, Uluwandelbarer, dein soll sich meine Seele freu'n! Sei mein Fels, Gott, sei mein Licht, ewig meine Zuversicht! sand 10. Und in allgemeine Nacht sinke dann mit seiner Pracht je der Himmel, und die Welt stürze bin, wenn Gott mich hält! spal hint Von der Allwissenheit Gottes. und an Der 139. Psalm. se Nach der Melodie des 9. Liedes. 16 Erst. Th. II. Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. 9. Erforsche mich, mein Gott,| Du machst es deinen Knechten und prüfe, wie ichs meine, ob fund, es weiter auszubreiten, und ich rechtschaffen bin, wie ich's läßt durch ihren schwachen Mund von außen scheine! Sieb, ob mein die größten Heimlichkeiten der Fuß vielleicht auf falschem Wege ganzen Welt entdecken. geht, und leite mich den Weg, 5. Bleibt gleich vor Menschen der mich zu dir erhöht! manches noch in dieser Welt verschwiegen, so wird vor ihrem Auge doch einst Alles offen liegen. Herr, dein Gericht, dem nichts entflieht, wird alles offenbaren! Was noch so heimlich jetzt geschieht, wird alle Welt erfahren und laut alsdann erzählen. 6. Laß mich, o höchste Majestät, dein helles Auge scheuen! Wo ist der, der dich hintergeht mit seinen Heucheleien? Laß mich auch in der Einsamkeit dich gegenwärtig denken. Laß Wahrheit und Rechtschaf fenheit bei allem Thun mich len: ken, und stets mein Herz behüten! und ſtets mein Herz behüten! Von der Weisheit Gottes. Nach der Melodie des 7. Liedes. Nach der Melodie des 17. Liedes. 24. Allwissender, voll fommner Geist, deß Auge Alles siehet, was Nacht und Abgrund in sich schleußt, und unserm Blick entfliehet. Es kann vor deinem hellen Licht sich kein Geschöpf verstecken! Auch Finsterniß verbirgt es nicht. Du weißt sie aufzudecken und Tag daraus zu machen. 2. Selbst die Gedanken sind dir fund, die unsre Seele heget, eh sie noch der verschloßne Mund durch Worte dargeleget. Dir sind die Herzen offenbar; du kannst ihr Dichten spüren. Den Rath prüder Seele ſiehst du klar; du prů= fest Herz und Nieren, und nichts bleibt dir verborgen. 25. Du, weiser Schöpfer aller Dinge, der Alles ganz genau versteht, nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht! Du schreibest der Geschöpfe Chor Zweck, Maß, Gewicht und Regeln vor. 2. Die wundervollen prächt'gen Werke, die unserm Auge fern und nah, rie stehn sowohl durch deine Stärfe, als auch durch deinc 4. Was nach Verfließung vie Weisheit da. Unendlich, Herr ler Zeit noch künftig wird ge ist dein Verstand! Der ganze schehen, siehst du schon in All- Weltbau macht's bekannt. anni wissenheit als gegenwärtig stehen. 13. Mit eben der allweiser 3. Was deiner Freunde Herz begehrt, das weißt du, eh sie beten. Ihr Seufzen wird von dir gehört, eh sie noch vor dich treten. Was deiner Feinde Herz beschließt, ist auch dir unverbor: gen; dir, der du ihren Anschlag siehst, so heiter als der Morgen, den Wolken nicht verdunkeln. Erst. Th. II. Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. 47 Stärke, mit welcher du die Welt| deinen Thaten gleichet. Es ist gemacht, regierst du alle deine fein Ding so groß und schwer, Werke, die dein Verstand hervor- das dir zu thun unmöglich wär. gebracht. Du brauchst, o uner: schaffnes Licht, der Menschen Rath und Beistand nicht! 4. Was du zu thun dir vor: genommen, das kommt unfehlbar auch zur That. Wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Nath. Dukennst und wählst zu deinem Zweck beständig, Gott, den besten Weg! 15. Die Menge so verschiedner Willen, wo dieser hier, der darauf fällt, muß immer doch den Schluß erfüllen, den sich dein Wille vorbehält, der aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. 6. O, Weisheit! decke mei ner Seele die angeborne Thor: heit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle in ihrem sonst verwirrten Lauf! Ich weiß den Weg des Friedens nicht; o, gönne mir dein sich'res Licht! d 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem klugen Nath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du aufs beste mich regiert. Leit ferner mich durch Welt und Zeit bis zu der frohen Ewigkeit. huanibir Von der Allmacht Gottes. Mel.: Machs mit mir Gott. 26. Herr, err, deine Allmacht reicht so weit, ale felbst dein Wesen reichet! Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und 2. Du sprichst, und auf dein mächtig's Wort fällt Alles dir zu Füßen. Du führest deinen Anschlag fort bei allen Hindernissen. Du winkst, so stehet eilend da, was noch zuvor kein Auge sah.3. Du hast dein großes Schöpfungewerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk, und wird durch dich regieret. Noch immerhin besteht die Welt, weil dein allmächtigWort sie hält. n 4. Die Menge vieler Wunder zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermö: gen weit über die Geseze steigt, die die Natur bewegen! Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf hebst du nach weiser Willkühr auf. 5. Wer deiner Gnade folgsam wird, sein Herz zum Guten neiverirrt, vor dir sich innig beuund wenn er sich von dir get, o, dem vergibst du Sünd und Schuld mit allmachtsvoller Gnad und Huld! 6. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug' einst sehen, wenn nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen; wenn du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läßt! dis 7. Allmächt'ger, mein erstaunter Geist wirft sich vor dir darnieder! Die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgiebet meine Glieder. Mach mich zum Zeu= 2 18 Guft. Th. II. Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. gen deiner Kraft, die aus dem Kummer sagt, vernimmst du Tove Leben schafft! pinist schon, was dir ihr Seufzen flagt. 68. gözündin mir den Glauben an, der deine Macht ergreifet, der stark und mächtig werden kann, wenn er auf dich 6. Vor Menschen bleibt hier manche That verborgen; dir aber ist die Nacht ein heller Morgen; und was hier noch in Finstersich steifet! Gib, daß ich traueniß geschieht, entdeckt einst dein deiner Kraft, die Alles kann Gericht dem nichts entflieht.g und Alles schafft! han er, ne 7. Wohl dem, der hier vor the intera ming and u Von der Allgegenwart. Gottes. 1960 60 Nach der Melodic des 16. Liedes. deinem Antlig wandelt, und der vor dir und Menschen redlich handelt! Der steht alsdann als ein bewährter Freund getrost vor dir, wenn nun dein Tag erscheint. 27, großer Gott, der and intrucalle Ding' erfüllet, vor dessen Blick fein Dunkel uns verbüllet! Wohin soll ich vor deiner Allmacht gehn? Und wohin fliehn vor dir, Herr, ungesehn? 8. D. prüfe selbst die inners sten Gedanken, ob sie vielleicht von deiner Richtschnur wanken! Bin ich, o Gott, noch auf vers kehrten Steg, so führe cu mich auf der Wahrheit Weg! i 2. Könnt' ich auch schnell mich zu den Wolken schwingen, und wieder schnell bis in die Tiefe dringen, so hielte mich doch deine 1360 Hand auch da; denn wo ich bin, da bist du, Herr, mir nah! 3. Dein Auge sieht, was Nacht und Abgrund decken; es fann sich nichts vor einem Licht verstecken; du fennst ge nau das Inn're der Natur, der ganzen Welt und jeder Kreatur. 4. Kein falscher Gott, aus fal: schem Wahn verehret, hat je féin Volk das Künftige gelehret. Du aber weißt, was künftig wird geschehn, und läßt auch uns in deinem Wort es sehner 705. Du weißt und hörst, was deine Kinder beten; du siebst, wenn sie im Stillen vor dich treten; noch eh ihr Mund dir ihren shod stadsredno si sh Nach der Melodie, des 26. Licdes. 28.ien bist du, Höchster, 299$ 190 von uns fern; du wirkst an allen Enden! Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen! Durch dich nur leb und athme ich; denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedenke, weißest dus du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu; du siehst es, wenn ich feble. nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn; und nichts mich deiz ner Hand entziehn. J 3. Wenn ich in stiller Ginsamkeit mein Herz an dich ergebe, und, über deine Huld erfrent, lobsingend dich erhebe, so Erst. Th. 11. Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. 19 hörst du es, und stehst mir bei, i sen; denn kein Böses ist an dir. daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merfst es, wenn des Herzens Nath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet, jo weißt du sie und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist unsträflich, vecht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werkelin 5. Du hörest meinen Seufzern zu daß Hülfe mir erscheine. Voll Mitleid, Vater, zählest du die Thränen, die ich weine! Du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärfst mit deinem Trost mein Herz. 16. O, drück, Allgegenwärtiger! dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu, und, die zu dienen, eifrig sei! 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln; und stärke mich dann auch mit Kraft, getrost vor dir zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, das tröst und beßre meinen Geist! si 3. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sein! Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund; Ulebelthätern bist du Feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden.allo 4. D, so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht! Schaffe in uns reine Herzen; tört in uns der Sün den Macht; denn was sind wir, Gott! vor dir?: Du bist hei= lig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? moi ag Von der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Mel. des 42. Psalms. 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O, so veinige vom Bösen durch ihn unfern ganzen Sinn! Gib uns, wie du selbst verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu al29. Hott, vor desfen An- lem Guten führe! ll no niv gesichte nur ein rei- 16. Keiner sündlichen Begierde ner Wandel gilt! Gw'ges Licht, bleibe unser Herz geweiht! Unz aus dessen Lichte stets die reinste sers Wandels größte Zierde sei Klarheit quillt. Deines Namens rechtschaffne Heiligkeit! Mach uns Heiligkeit werde stets von uns deinem Bilde gleich; denn zu gescheut! Laß sie uns doch kräf- deinem Himmelreich wirst du, tig dringen, nach der Heiligung Herr, nur die erheben, die im zu ringen! pd or in Glauben heilig leben! hod 2. Heilig ist dein ganzes We- hipp - sid 180 2* 20 Erst. Th. II. Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. Mel.: Es ist gewißlich an der. gen, das Feuer, das auf Sodom 30. Gerechter Gott, vor fällt, Egyptens lange Plagen, dein Gericht, muß alle Weit sich stellen! Du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. O, laß mich dein Gericht stets scheun, 7. Bleibt hier viel Böses unund hier mit Ernst beslissen sein, vor dir einst zu bestehen! ni und andre Wunder deiner Macht sind Zeugen, wenn dein Zorn erwacht, wie du den Sündern lohnest. bestraft, viel Gutes unbelohnet, so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet: da stellst du, Herr, ins hellste Licht, wie recht und billig dein Gericht! Dann triumphirt der Fromme. 2. Du siehst von deinem festen Thron auf alle Menschenkinder; bestimmest jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nie siehst du die Personen an; allein auf das, was wir gethan, siehst du als rechter Richter. 3. Viel Gutes und Barmherzigkeit gibst du schon hier den Frommen; du schüßest sie vor manchem Leid, darin die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet.no w 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, und bist ein Freund der Frommen! Wer deinen Wil: len gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz rein von allen Fehlern. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer! Ihn strafend machst du offenbar, daß der dir nie gefällig war, der hier der Sünde dienet. 6. Der Untergang der ersten Welt, die aus der Art geschla8. Gerechter Gott, laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben! Gib selber mir die Kraft dazu! Wirk inniges Betrüben, wenn sich die Sünd in mir noch regt! Dein Herz, das lauter Gutes hegt, sei meines Herzens Muster! 9. Und weil vor dir, Herr Zebaoth, nur die allein bestehen, die gläubig auf des Mittlers Tod bei ihrer Reue sehen, so laß mich die Gerechtigkeit, die mich von Straf und Schuld befreit, im Glauben eifrig suchen! Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. Nach der Melodie des 7. Liedes. 31. Noch nie haft du dein * Wort gebrochen; nie deinen Bund, o Gott, verletzt! Du hältst getren, was du versprochen; vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd, und Himmel auch vergehn, bleibt ewig doch dein Wort bestehn 2. Du bist kein Mensch, daß Erst Th. II. Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. 21 dich gereue, was uns dein Mund| als Gottes Kind, bei dem man verheißen hat. Nach deiner Macht. Treu und Wahrheit find't.ut nach deiner Treue bringst du das chodidl alles stets zur That. Scheint Mel.: Gott des Himmets und der. die Erfüllung gleich noch weit, rechten 32. Weicht, ihr Berge Fallt, Hügel! 3. Und wie du das unfehl bar gibest, was deine Lieb uns zugedacht, so wird, wenn du Vergeltung übest, dein Drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, Berg und Felsen, stürzet ein! Gottes Treu hat dieses Siegel, sie soll fest und ewig sein. Laßt den Weltkreie untergebn, Gottes Gnade muß bestehn. Binnel o Gott, beharrlich haßt, fühlt 2. Gott hat mir ein Wort deiner Strafe schwere Last! i 4. O, drücke dies tief in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut! Gib, daß ich nie leichtsinnig scherze, mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt! versprochen, seinen Bund mit mir gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er Alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht; was er saget, das geschicht. i disd 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade trau'n. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen 4. Will die Welt den Frieden bau'n? Du bist ein Fels. Dein Bund steht fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich Alles bricht und fällt; sie soll ihren Zweck erreichen, den sie ewig sich gestellt. Ist die Welt voll Heuchelei, Gott ist fromm, gut und getreu. hm brechen; hat sie Krieg und Streit im Sinn: Gott hält immer sein Versprechen; ihm vertraun, ist stets Gewinn. Denn er bleibet immerdar, was er ist und was er war. in US HE 6. Wie stark sind unsers Glaubens Gründe! Hier ist dein Wort, das niemals trügt. Und daß dies allen Beifall finde, hast du den Eid hinzugefügt. Wahrhaft'ger, was dein Mund beschwört, ist völlig unsers Glaubens werth! 7. Laß, Seele, laß dich dies beschämen! O, traue Gott, der treu es meint! Such ihn zum Muster anzunehmen, und sei auch aller Lügen Feind. Beweise dich 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen; ist sein Herz doch treu gesinnt, und bezeugt in allen Fällen, ich sei sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch alle Hoffnung weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn sich schon die Welt empört. Ihre Liebe mag er= 22 Erst. Th. II. Vom Wesen Gottes und seinen Bollkommenheiten. kalten, ich bin seinem Herzen| genießen? Ists nicht sein Arm, werth. Und wenn Höll und der Alles schafft? and mai Abgrund brüllt, bleibt doch er mir Sonn' und Schild te 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du er7. Er, der Herr, ist mein schaffen bist; wo du, mit HerrErbarmer; so hat er sich selbst lichkeit umgeben, Gott ewig sebn genennt; welch ein Trost! Nun wirst, wie er ist! Du hast ein werd ich Armer nimmermehr Recht zu diesen Freuden; durch von ihm getrennt. Sein Er- Gottes Güte sind sie dein. Sieb, barmen läßt nicht ihn sich mir darum mußte Christus leiden, jemals ganz entziehn. sa damit du könntest selig sein. 1982 Nun, so soll mein ganz Vertrauen unbeweglich auf ihm ruhn; Felsen will ich auf ihn bauen; was er sagt, das wird er thun Grd und Himmel kann vergehn, doch sein Bund bleibt ewig stehn. and and 1 170 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir in's Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über Alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. thin da Tad sam 10% Von der Liebe und Güte Gottes. 5. Dies ist mein Dank; dies ist sein Wille. Ich soll volla Mel. des 98. Pfalme. ll fommen fein, wie er. So lang ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. D Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärkt in mir die guten Triebe mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen; ſte leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. hur dun dansen( 2 did silveit during might sillo 33. Mie groß ist des Allmächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? Der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig, meine größte Pflicht! Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rathich oft vermarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück Erst. Th. II. Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. 25 Neue Mel. od. Nun lob mein.| nöthig haben versagst du, Gott, Gott, du bist die uns nicht! Vom Wohlthun, daß 34. Liebe! Allein zum du übest, sind unsre Tage voll; Wohlthun hast du Lust. Der auch wenn du uns betrübest, Qualsucht harte Triebe sind geschiehts zu unserm Wohl. deinem Herzen unbewußt. Ganz 5. Wer sollte dich nicht lies ohne alle Grenzen ist deine Gü tigkeit. Soweit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du, Herr, hast Wohlgefallen an dem, was du gemacht; und haft uns Sündern allen noch Leben zugedacht! sau de inchir ben? Du hast uns ja zuerst geliebt; und bist stets treu ver= blieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu segnen, ist ewig deine Lust. Mit Dank dir zu begegnen, sei, Herr, auch unsre Lust! Laß uns, treu zu erfüllen, was du befiehlst, nie ruhn! Wer sollte deinen Willen nicht gern, no Vater, thun! 2. Als dus uns hießest wer: den, da schufst du uns zum ew gen Wohl. Nicht nur auf die ser Erden ist Alles deiner Güte voll; auch in dem Himmel dro: ben hat deine Vaterhand uns Güter aufgehoben, die noch kein Aug' erkannt. Dorthin uns zu erheben ist, Gott, mit uns dein Sinn! Drum gab für uns sein Leben dein ew'ger Sohn dahin. 33. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Buße; und wenn, zur Reu bewegt, der Sünder sich zu Fuße vor dir in Demuth legt, so stehst du auf ihn Armen mit väterlicher Huld, und schenkst ihm aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. ispit 6. Wer hier auf deinen Wegen sich willig deinem Dienste weiht, den setzest du zum Segen schon hier, noch mehr in Ewigfeit. Du fröneft seine Leiden mit herrlichem Gewinn, und führest ihn zu Freuden, zu ew'gen Freuden hin. Wie theu'r ist deine Güte! Gott, laß mich ihrer freun, und stets mein ganz Ge müthe voll ihres Ruhmes sein! mubied id - Mel.: Wie schön leuchtet der M. 35. 4. Mit jedem neuen Morgen wird über uns dein Wohlthun neu; du kommest unsern Sorgen zuvor mit deiner Vatertreu. Du, Ursprung aller Gaben, du weißt, was uns gebricht; und was wir Gott, deß starke Hand die Welt erschaffen hat, und noch erhält, ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort; sie hilft mir Schwachen gnädig fort und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll Erbarmen und voll Wohlthun nach mir Armen. 2. Sehl ich den weiten Himmel an, mel an, so viel ich davon sehen 24 Erst. Th. II. Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. kann, so seh ich deine Güte. Der| mich, was ich bitt', erlangen; dir Himmelskörper Lauf und Bracht, anhangen hier auf Erden, bis das Sternenbeer, das du gemacht, mir wird der Himmel werden. erreget mein Gemüthe, mächtig, freudig dir zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Groß find deiner Hände Werke! 36. 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen, und von neuem, Herr, mein Leben dir zum Dienste zu ergeben! 11 ળ ને જીત) 4. Die Erd ist deiner Güte voll. In allem, was mich näh. ren soll, schmeck ich, Gott, deine Güte! Ich seh und hör und fühle sie, in Feld und Wald, an Thier und Vieh. Dies dringet mein Gemüthe, Herr, dich innig ohn' Auf hören, zu verehren! Hoch zu loben sind ja deiner Güte Proben. Der 36. Pfalm. Melodie des Psalms.suba Gott, deine Huld und Gütigkeit erfüllet Alles, reicht so weit, als deine Himmel reichen! Und Alles sagt. daß deine Treu, wie du, unendlich, ewig sei. Eh werden Berge weichen, eb uns des Herren Huld verläßt. Nein, nein, sein Wort steht ewig fest, auf nie bewegten Gründen. Du, Gott, von dem nur Gutes fließt, du läsfest uns, so lang du bist, Erbarmung vor dir finden. adis 100 and 2. Dein sind die Menschen, dein das Vieh; du, Gott, er= hältst ernähreft sie, wer fann dich gnug erheben! Du, Gott, voll Gnaden, voll Geduld, stets fühlen deine Vaterhuld, die hier auf Erden leben. Wer gibt den 5. Schau ich mich selber acht: Menschen sich're Ruh? Wer, wer sam an, so viel ich mich beschauen kann sie, Gott, so wie du, mit kann, so seh ich deine Güte. Die voller Freud erquicken? Wer zeiget mir ein jedes Glied, ein fann der Deinen reine Brust jeder Sinn, ein jeder Tritt, mein mit Strömen nie gefühlter Luft, Geist und gan; Gemüthen Bil- wer will sie so entzücken? 10 lig muß ich dir hinwieder meine 13. Fließt, fließt nicht alle SeGlieder ganz ergeben, und nur ligkeit, o Gott, aus deiner Güdir zu Ehren leben. mhurtigkeit, quillt nicht von dir das 6. Herr! dazu bitt' ich, hilf du mir! Zeuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte. D heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undank hüte! Saß Leben? Auch kennten wir dich, Höchster, nicht, hätt'st du uns des Verstandes Licht, dein Wort, Herr, nicht gegeben! Wer dieſem Lichte folgt, der wird zum hö hern Licht, zu dir geführt! Den Erst. Th. 11. Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. 23 wirst du nicht verlassen. Geuß| Huld bezeigst du frechen Sündeinen Segen über die, die dich dern! Und v, nicht weniger Ge= verehren; schütze sie, die alle duld hast du mit deinen KinFalschheit bassen! dern; sie werden ja, weil Fleisch und Welt hier ihnen bäufig Netze stellt, oft sicher, matt und träge. Sie straucheln, sie vergez hen sich, und fehlen oftmals wider dich auf falsch gewähltem Wege. 5. Du rufest ihnen in Gefahr, so oft sie irre gehen; reichst ihnen Hand und Stärke dar, von Sünden aufzustehen. Du trägest sie mit Vaterhuld, bist willig, ihre Sündenschuld durch Christum zu vergeben; gibst ihnen neue Glaubenskraft und nach vollbrachter Bilgrimschaft ein ewig FreudenVon der Geduld und Lang= muth Gottes. Neue Melodie oder Ein Lämmtein. 37. Getreuer Gott, wie viel Geduld beweisest du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld; du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, und deinem Wink entgegen. Und gleich wohl, Vater, suchst du ihn langmüthig davon abzuziehn, zur Beßrung zu bewegen. 2 Der Menschen Elend jammert dich. Wenn sie sich gleich verstocken, so suchst du sie doch väterlich durch Huld zu dir zu locken. Wie lange sabst und riefest du nicht ehmals deinem Volfe zu, daß sich ihr Herz hekehrte! Wie trugt du nicht mit Gütigfeit die erste Welt so lange Zeit, eh' sie die Fluth verheerte! 13. Noch immer gibst du Sündern Raum, der Strafe zu entgehen. Du läßt den unfrucht baren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schoneft sein von Zeit zu Zeit; verziehest, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzu: bauen. Du wartest sein mit groBer Treu, und hörst, damit er fruchtbar sei, nicht auf, an ihm zu bauen. HD od 4. Langmüthigster! so große leben. 6. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott. unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Vaterhuld zur Sicherheit uns führen! Trag uns erbarmend fernerhin, doch gib uns auch dabei den Sinn, daß wir die Sünde hassen, und uns noch in der Gnadenzeit den Reichthum deiner Gütigkeit zur Buße leiten lassen. HIDETY Cia pia Mel: Wunderbarer König. d 38. 11numschränkte Liebe, gönne blöden Augen, die zum Irdischen faum taugen, daß sie in die Strablen deiner Langmuth blicken, die den Erdfreis huldreich schmücken, und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen, wie die Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja 26 Erft. Sh. 11. Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. dein ganz Gebiete ist ein Schau| Lob der heiligen Dreieinigfeit. plaß deiner Güte. Deiner Langs did sid sid ng mak muth Ehre wird durch neue Pros Nach der Melodie des 15. Liedes. ben immer herrlicher erhoben. 39. Gott, unserm Gott alD, wie weit, o, wie breit frecht fe ihre Flügel über Berg und Hügel! fein fei Ehr! Ihm Dank für seine Gnade! Uns drüksi fet nun sein Zorn nicht mehr; geheilt ist unser Schade. Er, der uns seinen Frieden gab, schaut auf die Erde nun herab mit Lieb und Wohlgefallen. 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden, so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben, die dich bassen: Herr! wer kann das fassen? 3917 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie wei nend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet, und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen! Wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senfet, dem wird Straf, und Schuld ges schenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 2. Gött Vater! wir verehren dich mit Loben und mit Danken; denn du regiereft ewiglich! dein Thron fann niemals wanken. Herr, Alles, was du sprichst, geschiebt, so wie dein Aug auf Alles sicht: Wohl uns, daß du regierest! 3. Christe, Gottes ein ger Sohn, für uns ins Fleisch ge= boren! Kamst du nicht von des Himmels Thron, so waren wir verloren! Sei uns mit deinem Heile nah! Ach für uns alle starbst du ja! Erbarm dich unser aller! d 4. O heilger Geist, du theures Pfand, du Tröster der Gr= lösten, erleucht mit Weisheit den Verstand, und komm, das Herz zu trösten! Sei, wo wir wan6. Höchster, sei gepriesen, daß deln, unser Licht! Verlaß uns du so verschonest, und uns nicht auch im Tode nicht! Wir trau'n nach Werken lohnest! Deiner auf deine Treue und #@ Hand sei Ehre, die so wohl ver ud tih m gieret und mit Ruhm den Zep- Nach der Melodie des 17. Liedes. ter führet! Fahre fort, Zions # 40. Herr, unser Gott! wer Hort, Langmuth auszuüben und ist dir gleich! Du ng die Welt zu lieben! uisle smith vi sini bist das höchste Wesen. Und doch hast du, an Gnade reich, uns Ubiv. Bibl fir zum Dienst erlesen. GemeinGiessen si are o tu? R Erst. Th. II. Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. 27 schaft sollen wir mit dir, du Albin erheben, wo wir dich ewig lerböchster, haben. Mit deinem schauen, tit schauen, tintorno indo mp Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens! 21 ma blind no Metodie des 30. Liedes. Nach der 01 41. 02. Wir beteu dich, o Vater, an! Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Väter ihrer Kinder. Du hast für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gege ben. Dein Herz, voll Güte und Geunerforschlich. duld, verleih uns Trost und Le: 2. Es zeigt die herrliche Naben, daß wir dich findlich fürchten!| tur, und zwar an jedem Orte, des Allerhöchsten Segensspur; doch Dank sei seinem Worte! Es zeigt uns ihn erst recht, er heißt: Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, der Gott des armen Sünders. 13.D Jesu, ew'ger Gottessohn, du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Beg uns wieder offen! Uns zu befrei'n von Sünd' und Tod, kamst du zu uns auf Erden. Olaß uns, unser Herr und Gott, froh deines Segens wer: den, und dir im Glauben dienen! 40 heil'ger Geist, du Geist von Gott, wehr in uns dem Ber: derben! Im Glauben an des Mitt lers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du gibst zum Guten Luft und Kraft. Laß uns deß auch genießen, damit wir unsre Bilgrimschaft im Glauben selig schließen! Wir wollen dir gern folgen! mg 1 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden schon, als unsers Gottes freuen! Herr, segne uns von deinem Thron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit. Dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst das beiligste Dreieinig feit, nach Würden dich zu ehren, bemüht sich deine Christenheit, dein Lob läßt sich stets bören! Wie hoch bist du, wie wundersam! Anbetungswürdig ist dein Nam, dein Wesen 13. Nun weicht die Nacht, nun wird es hell, laßt Lobgesänge flies Ben! Du Vater, aller Wesen Quell und Ursprung, sei gepries fen! Du Bater, hast von aller Zeit in grenzenloser Ewigkeit den Sohn, dein Bild, gezeuget! 4. Du schufft den weiten Erdenkreis mit gnäd'gem Wohlgefallen. Du schufft den Menschen: Dank und Preis sollt erst durch ihn erschallen. Du trägest durch dein mächtig Wort, was du erschaffen, immerfort, und herrsch st mit weifer Güte. he 5. O, bester Vater, steh uns bei, uns, deinen armen Kindern! Wir fehlen oft noch, ach, verzeih, verzeih uns armen Sündern! D, un: fre Noth ist mannichfalt; errett' uns, Herr, und hilf uns bald; zeig dich an uns als Vater! 28 Erst. Th. 11. Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. 6. Herr Jesu Christ, des Ew-| Klarheit! Vom Vater und vom gen Sohn, von Ewigkeit geboren, Sohn gefandt, mach uns die Gottdu herrsch'st auf deines Vaters heit recht bekannt, und ihr zu Thron, zu unserm eil erforen! dienen willig. dapat pr Durch dich erschuf er diese Welt; du bists, durch den er ste erhält, o Gott, aus Gott geboren! di 7. Du bist des Höchsten Ebenbild; wer dich sieht, sieht den Vater; ein Mensch, nachdem die Zeit erfüllt, ein Helfer, ein Berather des Menschen. Du er warbst ihm Huld, bezahltest seine schwere Schuld durch dein unschuldig Leiden. All 10 O, heil ger Geist, du Geist des Herrn, durch den wir Abba schreien, nur du fannst uns, und thust es gern, zu seinem Bild erneuen! Durch dich wird unfre Hoffnung fest, und wenn uns alle Welt verläßt, so bleibt dein Trost noch kräftig.@nd 11. Geist des Gebetes steh uns bei, daß wir in allen Nöthen voll Dankbarkeit, mit wahrer Reu, zu Gott im Glauben beten! Wenn unsre Stunde kommen ist, so bilf, daß wir auf Jesum Christ getroft und selig sterben! 12. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, wie groß ist deine Güte! Sei ewiglich dafür gepreist, mit freudigem Gemüthe! Wenn dich der Engel Chor besingt, wo heilig, heilig, heilig klingt, so hör hier unser Lallen! dultez n 8. Nun sigest du zur rechten Hand des Vaters hoch erhoben! beherrsch'st allmächtig jedes Land, und dämpfst der Feinde Toben. Hilf, unser Bruder, unser Gott, du bist, auf den in Noth und Tod wir uns allein verlassen! 9. Von Ewigkeit warst du auch schon, o Geist, Quell aller Wahr: heit, Gott mit dem Vater und dem Sohn, erfüllt mit höchster DOR Bad Hiding Re dwn for III. Von der Schöpfung. nd Der 19. Psalm. Neue Mal oder Wer nur den. 42. Die ie Himmel rufen, jeder ehret die Größe Gottes, seine Pracht; die ausgespannte Veste lehret die Werke, die sein Arm gemacht; und aller Welten Harmonie verkündigt und besinget sie. 2. G8 strömt von einem Tag zum andern, gleich Bächen, ihre Rede fort, und eine Nacht erzählt der andern laut ihr gedan= fenvolles Wort. Es sind nicht Sprachen, die sie spricht; doch wer hört ihre Stimme nicht? 13. Die Ordnung funsterfüllter Kreise verherrlicht Gott durch jedes Land, und macht, damit der Mensch ihn preise, sein Lob der 29 Erst. Th. III. Von der Schöpfung. fernsten Welt bekannt; denn wer| ist köstlicher und größer, als sieht ihre Wunderbahn und betet nicht den Schöpfer an? alles noch so feine Gold. Süß sind sie, wie der Honig ist, und mehr, als der vom Stocke fließt. 4. Wer schuf, daß uns der Tag erwache, der Sonne strah= lend Zelt, als Er? Sie kommt; so gebt vom Brautgemache der heitre Bräutigam daher. Sie ei let, wie ein Held zum Streit er wachet und des Kampfs sich freut. 10. Wie warnen sie nicht deine Knechte! Der hat viel Segen, der sie hält. Doch oft vergißt man deine Rechte: Wer merkt, o Gott! wie oft er fällt? Vergib, das bitt' ich, Gott, von dir, auch die verborgnen Sünden mir! 11. Enthalte mich von fre chen Sünden, die ein vermeßner Stolz erzeugt, und laß sie den nicht überwinden, der willig in dein Joch sich beugt! Daß ich unschuldig, rein und frei von großer Uebertretung sei! 5. Ihr hoher Aufgang ist im Morgen, bis in den fernsten West ihr Lauf. Nichts bleibt vor ihrer Gluth verborgen; sie gehet Allen segnend auf. Ihr Glanz zerstreut das Graun der Nacht, beseelt die Welt und gibt ihr Pracht. 6. Das Recht, das uns der Herr gegeben, ist heilig und un= tadelhaft. Es stärkt die Seelen, daß sie leben, und gibt den fran ken Herzen Kraft. Sein Wort ist ohne Falsch und Trug, erhellt und macht die Einfalt klug. 7. Aus seinen richtigen Gesetzen quillt Freude für die Trau rigkeit. Sie heiligen, wenn sie ergößen. Wie lauter ist, was Gott gebeut! Herr, beines Wortes reis nes Licht erleuchtet jedes Angesicht! Pin 8. Die Furcht des Herrn erhebt und schmücket ein folgsam Herz, und macht es rein, und ewig bleiben die beglücket, die sich dem Dienste Gottes weihn. Denn Alles, was der Herr gebeut, ist 2. Du bist's, der die Geschöpfe Wahrheit und Gerechtigkeit. 9 Die Zeugnisse des Herrn sind besser und mehr der Sehnsucht werth, als Goid. Ihr Werth weidet, der ihnen ihre Zierde schenkt. Du bist es, der die Erde fleidet und sie mit grünem Schmuck behängt. Du bist es, 12. Vernimm, voll Huld, aus meinem Munde die Reden, die sich deiner freun, und laß zur angenehmen Stunde dir mein Gebet geseufzet sein! Ich habe ja dein gnädig Wort, Herr, mein Erlöser, Gott, mein Hort! mondi mo ch Nach der Melodie - dinat dangtar sigh Báe des 42. Liedes. 43. Gott, den alle Himmel ehren, von dir fommt aller Himmel Pracht! Was wir nur Schönes sehn und hören, hat deine Hand allein gemacht. An deine Weisheit, an dein Licht, reicht keines Menschen Denken nicht. 30 Erst. Th. III. Von der Schöpfung. der durch seine Kraft dem Früh: ling neue Anmuth schafft. 43. Daß Kraut und Pflanzen sich verjüngen, und Alles neues Leben fühlt, daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld mit tausend Farben spielt, das fließt allein aus deiner Gnad, die unsre Welt gezieret hat. die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alle wacht, an betend überlege, so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Bater! 4. Wie viel vermag dein 2. Mein Auge steht, wohin mächtig: Werde! erhabenster es blickt, die Wunder deiner Herr Zebaoth! Dein Lob ver- Werke. Der Himmel, prächtig fündigt zwar die Erde, doch ausgeschmückt, preist dich, du herrlicher noch, reicher Gott, Gott der Stärke! Wer hat die verkündiget der Himmel Bracht Sonn' an ihm erhöht? Wer die Größe deiner Schöpfermacht! kleidet sie mit Majestät? Wer 45. Aus dir, du Quelle alles ruft dem Heer der Sterne? Lichtes, fließt auch der Sonne 3. Wer mißt dem Winde sei= feurig Meer. Ja, großer Schönen Lauf? Wer heißt die Himpfer des Gesichtes, von dir mel regnen? Wer schließt den kommt auch das Wunder her, Schoß der Erde auf, mit Vordaß mir die Schönheit dieser rath uns zu segnen? Gott Welt so strahlend in die Au7020 gizing in gen fällt. der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, als nur die Wolken gehen! 6. Was zeugt das Heer von tausend Sternen, das selbst die 4. Dich predigt Sonnenschein Nächte reizend macht? Von ihnen und Sturm, dich preist der Sand soll ich hier schon lernen, wie am Meere. Bringt, ruft auch groß, o Schöpfer, deine Bracht!| der geringste Wurm, bringt meiGott, du bist nichts als Heiterkeit; nur Licht und Strahlen sind dein Kleid! ar nem Schöpfer Ehre! Mich, rust der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt uuferm Schöpfer hreind 7. Ah, Schöpfer! heilge mein Gesichte, wenn ich so voll Verwundrung steh, daß ich in deines Geistes Lichte allein auf dich, den Ursprung, seh! Ach, reinige selbst meine Brust von jeder schnöden Erdenlust! manure time sidd as id 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu er kennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von Gottes Güt' und Größe.bi panid hinch Nach der Melodie des 15. Liedes. 44. Wenn ich, Schöp o fer, deine Macht, allt Erst. Th. III. Von der Schöpfung. 31 6. Erheb' ihn ewig, o mein| ser Erden mich zu dir locken, Geisterhebe seinen Namen! höchstes Gut! daß sie mir nicht Gott, unser Vater, sei gepreist, zum Fallstrick werden, der statt und alle Welt fag: Amen! des Nutzens Schaden thut! Laß Und alle Welt fürcht ihren allen Mißbrauch ferne sein! Herrn und hoff auf ihn und Mein Schaß und Ziel sei du dien ihm gern! Wer wollte allein do mund Gott nicht dienen? pri aid di Nach der Melodie des 7. Liedes. Gott des Himmels 45. em und der Erden, der du allgegenwärtig bist, und nimmer fannst begriffen werden, vor den fein Ding verborgen ist, ach ziehe mich, mein Gott, zu dir, und offenbare dich in mir! Mel. des 110. Psalms. 2. Wohin ich Herz und Au6. Hier ist mein Leben eine Reise: hier geht mein Weg zur andern Welt. O, mache du mich flug und weise, daß ich hier thu, was dir gefällt. Nimm endlich nach vollbrachtem Lauf mich, Gott, in dei= nen Himmel auf! lind do and hist on chi nid 46. Die Himmel rühmen gen lenke, da find ich deiner Gottes Ehre; ihr Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke die wunder volle Kreaturfo ruft mir gleichsam Alles zu: Wie groß ist Gott, wie klein bist du! Schall pflanzt seinen Namen fort. Jon rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vernimm, o. Mensch, ihr göttlich Wort! nom 2. Wer trägt die unzähl3. Es zeigen alle Glemente, baren Sterne? Wer führt die wie weis und gut der Schöp- Sonn' aus ihrem Zelt? Sie fer sei. O, wenn das Stumme fommt und leuchtet uns von reden könnte, so stimmt es der ferne, und läuft den Weg Ermunt'rung bei: Ihr Men gleich als ein Held. In schen! ehrt des Schöpfers Pracht, 3. Vernimm's, und sieh die auch euch zu gut sind wir ge- Wunderwerke, die die Natur macht stim ndir aufgestellt. Verkündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? # 1914 4. Kannst du die unzählbaren Heere der Wesen fühllos wohl beschaun? Durch wen ist Alles? Gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun mag fi And Bod 5. Mein sind die Himmel, 4. Herr. Gott, wie groß ist deine Liebe! die Erd ist dei ner Güte voll. Dgib mir deines Geistes Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll! Nimm, was ich kann und hab und bin, zu deinem Dienst auf ewig bindhi disid of dsg 5. Hilf, daß die Güter die Erst. Th. III. Von der Schöpfung. mein die Erde; an meinen| sie schützend uns umgeben. Wo Werken kennst du mich. Ich werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. wir gehen aus und ein, laß sie unsre Wächter sein. 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil. Ich bin's, mich liebe dein Gemüthe, und nehm an meiner Gnade Theil. Ho scom 2 1100 6. Mach' es, wie mit Lazaro, wenn ich künftig werde sterben. Laß mich dann auch eben so deines Himmels Freuden erben! Bringe durch der Engel Hand mich hin in mein Vaterland! 7. Laß mich dann vor deinem Von den Engeln. Stuhl bei den Auserwählten ste= hen, wenn die Bösen in den Pfuhl der Verdammniß zitternd gehen! Mache mich in deinem Reich völlig deinen Engeln gleich! # is my - 32 Mel.: Jesus, meine Zuversicht. dilerr, du hast in dei 47. Herr, nem Reich große Schaaren heil'ger Engel! Ihnen bin ich noch nicht gleich; denna ich bin noch voller Mängel. Ach, wann werd' ich auch so rein, als die guten Geister sein! Mel.: Nun ruhen alle Wälder. 48. Du Herr der Seraphinen, dem tau2. Mich beschwert noch Fleisch und Blut; stärke mich bei der Beschwerde! Stärke mich mit Kraft und Muth, daß ich hier schon auf der Erde als dein Erbe und dein Kind immer himmlisch fei gesinnt. ved btn b send Engel dienen und zu Gebote stehn: du herrlich großer Meister des ganzen Reichs der Geister! mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn! 3. Gib mir Weisheit, gib mir Fleiß, dich, o Gott, recht zu erkennen! Laß mich deines Namens Preis gern auch vor der Welt bekennen; daß ich darin auf der 3. Ich preise deine Güte mit Erd' deinen Engeln ähnlich werd'. 2. Herr, deine Himmelsheere, die Zeugen deiner Ehre, gibst du zu meiner Wacht. Sie sehn dein Angesichte im höchstvollkommunen Lichte, und haben dennoch auf mich Acht. dankbarem Gemüthe für diese 4. Herr, dein Wille soll ge- Wunderschaar. Ich rühme deine schehn, wie im Himmel, so auf Rechte für diese deine Knechte, Erden! Laß uns doch stets darauf durch deren Schuß ich sicher war. fehn, daß wir dir gehorsam wer- 4. Gib, Geber aller Güter, den; so in deinem Willen ruhn, gib ferner diese Hüter zu meinem wie die reinen Geifter thun. Schirm mir bei! Gs sei mein ganzes Leben mit ihnen stes umgeben, so bleib ich manches Fehltritts frei. sid tritts frei. sid Red Aldo 5. Unsre Welt ist voll Gefahr; voll Gefahr ist unser Leben. Sende deiner Engel Schaar, daß Erst. Th. IV. Von der Vorsehung Gottes. 5. Doch sollen sie nicht wei-| Laß mich nach deinen Worten, chen, so laß mich ihnen gleichen an wahrer Heiligkeit! Wie sie die Kinder lieben und wahre Demuth üben, so mach auch mich dazu bereit! ndo! 6. Sie thun ja deinen Willen; laß mich den auch erfüllen. Sie leben völlig rein. anil IV. Von der Vorsehung Gottes. Der 33. Pfalm. Melodie des Psalms. o Herr, an allen Orten auch so, wie sie, die Sünde scheun! 7. Wenn ich dann endlich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Händen ein! Bei dir, o Höchster, droben will ich dich ewig loben, wenn ich den Engeln gleich werd' sein. vir m 33 49. hr Frommen, auf, die schuf sein Hauch allein. die des Gottes aller Ehren singt; die weil sein Lob von Zions Chören noch eins so angenehm er= klingt! Spielt ihm streng und schöne! Mischt der Orgeln Töne in den Jubelsang! Lobet ihn auf Saiten, laßt ihm sich bereiten eurer Flöten Klang! 2. Verherrlicht ihn mit neuen Weisen, erhebt ihn durch ein ewig Lied! Und seid, ihn würdiglich zu preisen, mit allgemeinem Fleiß bemüht! Was sein Wort uns lehret, was sein Mund uns schwöret, ist vollkommen wahr. Jedes seiner Werke leget, daß man's merke, seine Wahrheit dar. | Machtwort sein. Aller Sterne Kreise, Wechsel, Licht und Weise 4. Er hält die Meer- und Wasserschätze in ihrem sichern Abgrund auf. Er schreibt der Ebb' und Fluth Gesetze, und ordnet aller Flüsse Lauf. Adams ganz Geschlechte fürchte Gottes Rechte, die dies wirken kann! Betet, fre= che Geister, Gott, des Donners Meister, mit Erstaunung an! 5. Er spricht, um etwas zu vollbringen, so ists im Augenblick geschehn. Er rufet unerschaffnen Dingen, so sind sie wirk lich schon zu sehn. Allen Rath der Großen weiß er umzustoßen, wie es immer geh'. Alle List der Erden muß zu Schanden werden, daß sein Rath besteh'. 6. Er wechselt niemals in 3. Gerecht und heilig ist sein Gedanken. Kein Fall der Zeiten Wille und jeder Ausspruch, den schwächt sein Reich. Er kann er fällt. Der Ausfluß seiner Se- nicht, wie die Menschen. wanken, gensfülle ergeußt sich durch die| und ist sich selbsten ewig gleich. ganze Welt. Die gewölbten Lüfte Wohl denn dem Geschlechte, welund der Himmel Kiüfte hieß seinches sich mit Rechte zu den Sei3 Erst. Th. IV. Von der Vorsehung Gottes. 7. Er sieht von seiner Sterne Bühnen das Thun der Erden finder ein. Er unterscheidet, die ihm dienen, und die vor ihm nicht lauter sein. Gott, der Welt: berather, nimmt als Herr und Vater aller Menschen wahr; sei= nen zählt! Wohl euch, Zions| zeit! Der Trost für Israels Kindern, die er aus den Sün- Gemeine ist deine Treu und Heidern als sein Erb' erwählt! ligkeit. Uebe dein Erbarmen ferner an uns Armen, ou, o höchstes Gut! Gib uns einst zum Lohne unsers Glaubens Krone, der auf dich beruht! ner Fürsicht Proben werden uns von oben stündlich offenbar. 8. Er hat das Herz in uns geleget; drum kennt er dessen Haß und Lust, und was sich da Geheimes reget, ist eher ihm als uns bewußt. Nicht die vielen Machten siegen in den Schlachten, sondern Gottes Arm. Dieser ist be: währter, als der Helden Schwerter und der Riesen Schwarm. 9. Ein feurig Pferd, mit dem ein Sieger oft glücklich durch die Feinde riß, ist keinem Flüchtling, feinem Krieger mit aller seiner Kraft gewiß. Die sich Gott ergeben, deren Gut und Leben nimmt sein Aug' in Acht. Ihre Seele trauet, wenn dem Bösen grauet, seiner Huld und Macht. 10. Der Flügel Gottes deckt die Seinen vor allen Tod'sgefahren zu. Wenn andre lang nach Brode weinen, so speist er uns in milder Rub. Darum, fromme Herzen, barrt in allen Schmerzen seiner Hülf und Kraft, die euch fest umringet, alle Noth verdringet und euch Heil verschafft! 11. In dir, o Herr, in dir alleine erfreuen wir uns jederDer 65. Pfalm. Melodie des Psalms. al 50. Man betet, Herr, in Zions Stille zu deiner Macht und Huld! Da zahlt man dir der Opfer Fülle und der Gelübde Schuld; da merfest du auf unsre Lieder und Bitten für und für, und sammlest deiner Kirche Glieder aus aller Welt zu dir. 2. Daß uns der Sünden Last nicht schade, wie schwer sie immer sei, so spricht uns Arme deine Gnade von Fluch und Schulden frei. Wohl denen, die sie aus den Sündern zu deinem Dienste wählt, und hier und dort zu deinen Kindern und Hausgenossen zählt! 3. Du gießest nach den bangen Zeiten, den Trost auf Ja= fobs Haus, vom Size deiner Seligkeiten, an allen Enden aus. Wir können deiner Liebe Proben in tausend Wundern fehn, und dich als unsern Heiland loben, so bald wir zu dir flehn. 4. Die Hoffnung aller Menschen Schaaren ist nur auf dich gestellt; denn du allein nur mußt bewahren, was See und Land enthält, Du bist es, dessen sichre Erit. Th. IV. Von der Vorsehung Gottes. Stärke die Berge gründen kann, Chören; der frobe Landmann und warest zu dem Schöpfungswerke mit Allmacht angethan. singt des Allerhalters Macht und Ehren, daß Berg und Thal erklingt. mi som mot med si 5. Dein Wink gebeut den wil den Meeren und stillet Wind und Fluth. Wenn Welt und Hölle sich empören, so dämpfst du ihre Wuth. So weit der Erde Theile reichen, erschrickt die Heidenschaft von deiner wahren Gottheit Zei chen und deiner höchsten Kraft. 6. Du machest fröhlich, was da webet, so bald der Tag erwacht; und Abends danket, was da lebet, dem Schuße deiner Macht. Wenn du erquickst mit Thau und Regen der Erde heißen Schoß, so wird durch deinen milden Se gen der Felder Reichthum groß. 7. Dein Brunn, der nimmer: mehr verseiget, erquickt sie früh und spät, bis Reim und Aehre treibt und steiget und alle Frucht geräth. Wenn Frucht und Flu ren sich erneuen, o Herr, so tränfst du sie; und thauest Wachsthum und Gedeihen auf unfre Saat und Müh. nu 8. Du krönest alle Jahreszeiten mit segensvoller Hand; und träufelst eitel Fettigkeiten auf unser ganzes Land. Es triefen Wüsten, Heid und Weiden von ihrem fruchtbar'n Guß. Die Hügel schmücken sich mit Freuden und holdem Ueberfluß. 35 9, swimmeln von dem Schafgedränge die Anger rings umber. ( S8 stehen von des Kornes Menge die Auen dick und schwer. Da schallt ter Dank von tausend nis Der 104. Psalm. Nach der Melodie des 33. Liedes. 51. ei feurig, Seele, Gott zu loben, Ihn, den Jehovah Zebaoth! Sehr herrlich bist du, sehr er boben, geschmückt mit Majestät, mein Gott! Licht, das auch Seraphinen schrecket, Licht ist dein strahlenvoll Gewand. Den grenzenlosen Himmel strecket zum Vorhang aus, Herr, deine Hand! 2. Du baust in unermeßne Höhen, Allgegenwärtiger, dein Haus; und wölbst mit dichten Wasserseen die glanzesvolle Wohnung aus! Du fährst auf Wolken, deinem Wagen, nahst dich in Wettern fürchterlich; dein Wagen donnert; willig tragen die Fittige des Sturmes dich. 3. Die Engel fliegen, gleich den Winden, vor dir voran, Herr Zebaoth! Wie Flammen, die sich schnell entzünden, sind deiner Allmacht Diener, Gott! Du hast der Erde Grund be: reitet; sie steht und wanket nimmermehr. Einst war sie mit der Tief umkleidet, und über Bergen sloß ein Meer. 4. Du schalt'st die Wasser, und sie flohen vor deinem Schelten schnell vorbei. Sie hörten deinen Donner drohen.. enteilten, und das Land ward 3* 36 Erst. Th. IV. Von der Vorsehung Gottes. frei. Der Berge Gipfel, Herr, erschienen, erhoben durch dein mächtig Wort; die Thäler sanken unter ihnen an den für sie bestimmten Ort. 5. Du hast dem Meer ein Ziel gestecket, das es nicht überschreiten kann; die Erde wird nicht mehr bedecket, es findet nie der Rückkehr Bahn. Von dir wird aus der Berge Höhlen mit Quellen jedes Thal erfüllt; da trinkt, wenn Sig und Durst sie quälen, der Felder Volk, des Waldes Wild. 16. Und an der Bäche Ufern steigen viel schattenvolle Bäum' empor; zufrieden wohnt auf ihren Zweigen und singt voll Lust der Vögel Chor. Aus Aus deinen Höhen wird mit Thaue und Regen jeder Berg erquickt. Dann grünen fröhlich Feld und Aue, mit deinen Früchten, Gott, geschmückt! od in 7. Du nährst mit Gras der Thiere Heerden; wie schön bekleidet es das Land! Uns wachsen Kräuter, und es werden die Saaten reif durch deine Hand. Brod gibst du für des Menschen Leben; und unsre Herzen zu erfreun, schenkst du aus traubenvollen Reben mit milder Hand uns, Herr, den Wein! An 2011 apr2 sadil 8. Wie heiter glänzt von deinem Dele des Menschen fro: hes Angesicht! Du machst, daß uns das Brod nie fehle; wen sättiget, wen stärkt es nicht? Von deinem Saft ernähret, zeugen die Bäume uns so manche Frucht; die Zedern Libanons, Herr, steigen empor, gepflanzt durch deine Zucht! d 9. Die Vögel bau'n in ihre Wipfel, die Störch' in Tannen sich ein Nest. Die Gemse liebt der Berge Gipfel, die sich auf steile Höh'n verläßt. In Klüfer ten, in der Felsen Höhlen verbergen die Kaninchen sich. Die Zeit zu ordnen, sie zu zählen, theilt sie der Mond, o Gott, durch dich! magdad 10. Die Sonn eilt, ohne zu ermatten, zum Abzug, ihn versäumt sie nie; dann herrscht die Nacht, und finstre Schatten umzieh'n die Erde, decken sie. Dann geht das Wild aus sei= in den nen Wäldern; was Wüsten wohnet wacht, und suchet auf bethauten Feldern sich seine Nahrung in der Nacht. 11. Der jungen Löwen laut Gebrülle begehret seinen Raub von dir; du nährst sie, Gott, aus deiner Fülle und sättigst jedes wilde Thier! Doch mel den kaum die heller'n Lüfte des neuen Tages Ankunft an, so fliehen sie in ihre Klüfte, die nie der Sonnen Strahlen fab'n. ko 12. Der Mensch erwacht: mit neuen Kräften geht er zur Arbeit, baut das Feld; wirkt bis zum Abend in. Geschäften, zu denen ihn dein Ruf bestellt. Wie zahllos, Gott, sind deine Erst. Th. IV. Von der Vorsehung Gottes. Werke! Die Welt ist deiner| Ruhms die Harf' erklingen, sein ( Hüte voll. Du gibst sie, daß Lob mein letztes Stammeln sein. man deine Stärke und Huld und Weisheit preisen soll. 13. Wie wimmelt's in den weiten Meeren von Thieren, die du, Herr, nur zählst; von größern und von kleinern Heeren, die du ernährest und befeelst! Die Schiffe finden sichre Bahnen, du führest sie bewabret hin, hin auf den wilden Oceanen; dein Leviathan spielt darin. Ons 17. Und süß ertönen meine Lieder dir, der du meine Freude bist! Bald reinigst du den Erdfreis wieder, der jetzt voll von Verbrechen ist. Sei feurig, Seele, Gott zu loben, ihn, den Jehovah Zebaoth! Er werd' in aller Welt erhoben, und Hallelujah sing' sie Gott! 57 14. Herr, Alles wartet auf der Erde, im Meer und in der Luft auf dich, daß es von dir gesättigt werde! Du fegnest; sie erquicken sich. Du gibst: sie sammeln. Deine Hände eröffnest du: sie werden satt. Wie schrecket sie ihr nahes Ende, wenn sich dein Blick verborgen bat! Nach der Melodie des 15. Liedes. 52 Dir, unser Gott, ist niemand gleich im Himmel und auf Erden! Du bist der Höchste, und dein Reich fann nie begriffen werden. Unendlich ist die Majestät, die über Alle dich erhöht, die Kron' und Zepter tragen. med be 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der 15. Du nimmst, Herr, deiz es messe? Wohin auch nur nen Odem wieder, so muß, was mein Auge sieht, da seh' ich lebet, schnell vergeb'n! Staub deine Größe. Weit, über alle werden der Geschöpfe Glieder; Himmel weit, geht deines Reidu sendest ihn, und sie ent= ches Herrlichkeit; du herrschest steh'n. Wie oft erneu'rt dein über Alles.rpines Hauch der Erde Gestalt, und was auf ihr sich regt; daß ewig Gott verherrlicht werde, der Lust zu seinen Werken trägt! 16.( Sr schaut die Erd' an; sie erzittert. Er tastet an der Berge Höh'n; und Berg und Fels, durch ihn zersplittert, sind Flammen, dampfen und vergeh'n. Gott, meinem Gott, will ich lobsingen; ihm, weil ich lebe, Lieder weih'n, ihm soll voll 3. Du herrschest weislich, recht und gut, nach beiligen Gesetzen. Du pflegst nach deiner treuen Hut das Kleine werth zu schätzen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ist's dein liebstes Werk, zu segnen, zu beglücken. 4. Wie recht ist, Höchster, dein Gericht, der du die Wahrbeit liebest! Wie Wie richtig ist nicht dein Gewicht, wenn du Erst. Th. IV. Vcn der Vorsehung Gottes. Vergeltung übest! Du han-| wunderbar. Umsonst sind alle. delst stets nach Billigkeit in unsre Sorgen; du sorgtest, el' dieser und der fünft'gen Zeit die Welt noch war, für unser bei'm Strafen und Belohnen. Wohl schon väterlich. Dies sei genug zum Trost für mich. 5. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über Alles führest! Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regierest! Ich, dein geringster Unterthan, Herr, bete dich in Demuth an! O, sich auf mich in Gnaden! 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen für uns're Augen oft versteckt. Doch, wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach' auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 6. Sch bin verderbt und schuldenvoll, und auf dem Tugendwege nicht stets so eifrig, als ich soll; bin oft zum Gu ten träge; doch du bist gnädig, und voll Huld vergibst du Reuenden die Schuld; drum hoff' ich auch Vergebung. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Güt. Du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen sieht. Aus Finsterniß bringst du das Licht. Du sprichst, o Gott, und es geschicht! 38 7. Ich hoff' es, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, welcher für mich litt, erwarb mir Recht zum Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sei; auch mich hat er verföhnet, 4. So weicht denn, ängstliche Gedanken! Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, Seele, in der Demuth Schranken; die Demuth wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst den, der dich liebt und deiner Füh rung sich ergibt! 8. Herr, ewig will ich dei nen Ruhm mit Lob und Dank 5. Drum will ich mich dir erheben! Dir will ich als dein überlassen mit Allem, was ich Eigenthum, mich ganz zum hab' und bin. Ich werfe, was Dienst ergeben. Mit Lust will ich nicht kann faffen, auf deine ich bis in den Tod nach dei Macht und Weisheit hin. Der nem heiligen Gebot durch dei- Ausgang zeigt doch immerdar, nen Beistand wandeln. 3 daß stets dein Rath voll Güte war. 500SE WE Nach der Melodie des 7. Liedes. 53. Fürwahr, du bist, Gott, verborgen! Dein Rath bleibt für uns 6. Gib, daß dies mein Ver= trauen mehre, in Glück und Unglück, Freud und Leid. Schick Alles, Herr, zu deiner und meiner Seelen Seligkeit! Ehre Erst. Th. IV. Von der Vorsehung Gottes. 39 So preis ich einst vollkommen| du bleibst mein höchstes Gut. dich, so freu' ich dein auf Was frag' ich nach der Feinde ewig mich! u dnu Wuth! Nichts kann ja ohne Mel. des 62. Pfalms.dich geschehen. 54. Wundergott, der Der 145. Pfalm. no Alles schafft, wie Neue Mel. oder: Herzliebster Jesu. groß bist du von Rath und 55. Ich will, mein Gott, Den hohen Himmel sammt der Erden, und was man überall erblickt, hat deine Hand, dein Rath beschickt, desgleichen, was noch erst soll du König, dir singen, und ewig Ehre deinem Namen bringen; sei täglich, ewig sei von mir erhoben! Dich will ich loben. 2. Der Herr ist groß. Wer fann ihn g'nug erheben? Wer fann mit seinem feurigsten Bestreben, wie groß er ist, begreifen und empfinden, wer Gott ergründen? werden. 2. Man spürt dich fräftig überall, und groß ist deiner Werke Zahl, du ordnest Son= nenschein und Regen; du suchst uns heim durch dürre Zeit, und auch des Jahres Fruchtbarkeit beruht auf deinem Wort und Segen. inim dans 3. Die Erde starrt auf dein Geheiß vor Frost, und Herr, zu deinem Preis belebt der Frühling uns're Fluren! Wenn uns ein Glücke wird gewährt, wenn uns ein Unglück wider: fährt, so seh'n wir deiner Allmacht Spuren. isda 4. Laß denn, o Schöpfer, der die Welt so fest in ihrer Ordnung hält, auch mich dein göttlich Auge leiten! Gib, daß mein Herz geduldig trägt, was du mir, Herr, haft auferlegt! Hilf dankbar sein in Segenszeiten. 5. Auch stärke meine Zuversicht, so quälet mich die Sorge nicht, wie mir's noch künftig möchte gehen. Du bist, 3. Von unsern Vätern wurdest du erhoben; dich werden. uns'rer Kinder Kinder loben, und deine Macht besingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig, wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! Das preis' ich, daß dein Nam' erhoben werde der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, die Welt von deinen Thaten wiederhalle, und deine Wahrheit, deine Huld besinge, und Preis dir bringe.d 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, barmber= zig, gnädig und von großer Güte; erbarmt sich seiner Werke, hat an allen sein Wohlgefallen. 7. Jehovah, alle deine Werke Erst. Th. IV. Von der Vorsehung Gottes. sollen dir jauchzend danken! 15. Der Herr behütet Alie, Deine Frommen wollen aus die ihn lieben; die aber, die allen ihren Kräften sich bestre Gewalt und Frevel üben, ver= ben, dich zu erheben! folgt er, daß er sie zum Fluche mache mit seiner Rache. 8. Sie breiten aus den Ruhm von deinem Reiche, daß keine Macht, Jehovah, deiner gleiche! Das rühmen sie, damit sie auf e aut der Erde bewundert werde. 9. Dein Reich, o Gott, ist herrlich! ewig währen dein Reich und deine Macht, die wir verehren; und ewig wird von aller Völker Zungen dein Lob besungen! in 10. Der Herr bewahret alle, welche fallen; Jehovah hilft den Unterdrückten allen, und eilt, mit Heil die, die um Heil ihn bitten, zu überschütten. 40 11. Nach dir, Gott, schauen aller Wesen Blicke, daß deine Hand sie väterlich erquicke; du gibst auch einem jeden seine Speise, daß er dich preise! 12. Herr, du erhältst mit deinem Wohlgefallen, was lebt, thust deine Hand auf, und gibst Allen, was sie bedürfen! Kei= ner sucht vergebens dich, Quell des Lebens! muring and 13. In allen Wegen Gottes strahlet Gnade; untadelhaft sind alle seine Pfade; und was er thut, gereicht zu seinem Preise; ist gut und weise 14. Der Herr ist nahe denen, die ihn bitten, die ernstlich ihn um seine Hülfe bitten; er thut, was die Gerechten, die ihn ehren; von ihm begehren. 16. Ja, ewig will ich seinen Namen loben; von allen Men= schen werde Gott erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten! Mel.: Von Gott will ich nicht. 56. ott, der an allen Enden viel große Wunder thut, in dessen treuen Händen mein ganzes Leben ruht! Du zählst die Zahl mir zu von meinen Lebenstagen, mit ihrem Glück und Plagen, mit Unruh und mit Ruh! 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, da wachte schon dein Sorgen für mich; und wie vermag mein endlicher Verstand die Wohl= that zu erheben, die du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? l 3. Du fängst uns an zu lieben, noch eh' wir sind, und hast nie Lust, uns zu betrüben; doch nüßt uns eine Last, so bleibst du mitleidsvoll, bist sorg: sam, deinen Kindern die Bürde sanft zu lindern, die sie nun treffen soll. nd 275 4. Läst du mich Noth empfinden; dein Wort, Herr, tröstet mich! Durch dich muß sie verschwinden; d'rum hoff ich stets auf dich mit findlich Erst. Th. IV. Von der Vorsehung Gottes. treuem Sinn. D'rum werf' ich, was zu tragen mir schwer deucht, ohne Zagen, noch täge lich auf dich hin und 5. Noch immer ist mein Hoffen, das ich auf dich ver: ließ, so sicher eingetroffen, wie mir's dein Wort verbieß. Du haft mir wohlgethan; denn deine Gnad' ist größer, und macht's mit mir viel besser, als ich's ersinnen kann. 6. Dein Name sei gepriesen, der sich so oft an mir so herrlich hat erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Op fer bringen, und deiner Güte in gen jetzt und auch immerdar! 7. Du hast mir wohlgerathen, und lauter Gut's gethan, daß deine Liebesthaten ich nicht g'nug rühmen kann. Hilf, daß ich ewig dort verklärt und ganz vollkommen mit allen dei nen Frommen dich preise, Herr, mein Hort! Aus dem 9. Psalm. hise Mel.: Valet will ich dir geten. 57. ott, meine ganze Seele macht dei nen Ruhm bekannt! Dir dank' ich und erzähle die Wunder deiner Hand.- Mein Geist ist froh. Ich singe: Herr, meine Lust bist du! Dir, dem ich Lieder bringe dir, Höchster, jauchz' ich zu! 2. Du fizest auf dem Throne als Richter aller Welt, der jeglichem zum Lohne das rechte Urtheil fällt Wenn dich die Menschen schmähen, dann rächst eu ihren Sport Du schiltst; und sie vergeben vor deinem Zorn, o Gott! 3. Der Herr hat zum Gerichte sich seinen Thron erhöht. Vor seinem Angesichte bleibt nicht, wer widersteht. Ihr fühnen Sünder zittert; bereut noch euren Spott! Sein Thron wird nie erschüttert; der Herr bleibt ewig Gott. 4. Der Herr regiert und liebet, was ungerecht ist, nicht. Er wägt die Welt und übet parteilos sein Gericht. Die Wage sinkt und steiget, wie fein Gesetz gebeut, und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit. id aug 5. Gott ist ein Fels der Armen, ein Fels in jeder Noth. Sie trau'n auf sein Erbarmen, wenn ihnen Unfall droit. Die Thränen, die sie weinen, sind dir, bekannt und werth; du, Gott, versäumest keinen, der deinen Schutz begehrt! 6. 3hr Bürger Zions! preifet, verkündigt in der Welt, wie groß sich Gott beweiset, der, was er zusagt, hält! Er denkt daran, und fraget nach des Gerechten, Blut. Er hört ihn, wenn er flaget, und stillt der Wetter Wuth. 7. Herr, sei mir gnädig! Schaue voll Huld auf meine Noth! Du bist's, dem ich ver= 42 Erst. Th. IV. Von der Vorsehung Gottes. traue, du hilfft auch selbst vom Tod. Nach überwund'nem Leiden geh' ich in's Heiligthum; und, über dich voll Freuden, erheb ich deinen Ruhm. Der 12 1. Psalm. Nach der Mel. des 13. Liedes. 58. Mein Auge sieht, osättigt und erfreut. Gott, zu dir! Von 4. Von dir gesegnet, gibt deinem Throne hilf du mir! der Baum den Schatten, den Mein Heil kommt nur von man sucht; und unter seiner deiner Macht, die diese Welt Zweige Raum Erfrischung und hervorgebracht. i auch Frucht. 5. Du nährest jede Kreatur. Herr! wer ist dir gleich? Dein Vorrathshaus, Gott, die Natur, ist unerschöpflich reich! 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Vergnügen zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? 2. Getrost mein Herz, dein treuer Hirt' schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird! Der dich behütet, schlummert nicht; in Finsterniß ist er dein Licht. 3. Kein Uebel sei dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schützet dich. Durch seine trene Vaterhand wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein Schuß gewährt dir Sicherheit; sein Trost füllt dich mit Freudigkeit. Er leitet dich auf ebner Bahn, und nimmt dich einst mit Ehren an. 310 5. Herr, segne und behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff' auf dich. Dein Segen folg' aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit! 12 ar 00 2. Du öffnest deine milde Hand, uns Menschen wohlzuthun, und läßt noch immer jedes Land in deinem Segen ruh'n. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeih'n und Fruchtbarkeit! Die Saat geht auf und blüht und reift und 59. Noch immer wechseln ordentlich des Jah= res Zeiten ab. Dein Regen, Gott, ergießet sich noch auf die Erd' herab! 7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdienten's auch; und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch! 8. Wer, Gott, erfährt nicht deine Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? Mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht? 9. O, betet Gott, ihr Menschen, an! Erwägt's und dankt ihm nun! Was hat Gott schon an uns gethan? Was will er Mel.: Mein Gott, das Herz ich. nicht noch thun? 10. Nicht bloß für diese kurze Zeit, Herr, hießest du uns sein! Duschusst uns für die Ewigkeit, uns ewig dein zu freu'n. 11. Läßt du uns deine Freund Erst. Th. IV. Von der Vorsehung Gottes. lichkeit schon hier so herrlich seh'n, was wird in der Vollkommenheit der künft'gen Welt gescheh'n? 12. Noch tiefer dringt als dann mein Blick in deine Wunder ein. Herr, laß dies er hab'ne Glück mir stets vor Augen sein! MON& 5. Du zählst und segnest uns're Tage; und dieses Lebens Ungemach ist uns zum Heil gewählte Plage, ein ewig Wohl= sein folgt ihr nach. Du führst die Deinen in der Zeit durch Leiden zu der Herrlichkeit. 64 60. 6. Wenn dein Geschöpf, liebreicher Vater, zu dir um Hülf' und Nahrung schreit, so bist du immer der Berather, der es zu rechter Zeit erfreut! Du, den der Engel froh erhebt, du sorgft für Alles, was da lebt. Nach der Mel. des 7. Giedes. Herr und Schöpfer unsers Lebens, du hegst ein wahres Vaterherz! Kein Mensch hofft je auf dich vergebens; du siehst und lin- 7, D'rum laß mich einzig derst gern den Schmerz, wenn auf dich sehen, und, fern von wir als Kinder auf dich seh'n aller eig'nen Wahl, nach deiund dich um deine Hülfe fleh'n. nem Rath die Welt durchgehen. Du bist bei mir im finstern Thal. Ja, Herr, mein Glaube traut auf dich! Du leitest mich recht väterlich. ib 2. Dem Fluche, der die Welt noch drücket, die ganz im Argen sicher liegt, hast du zwar schon dein Volk entrücket, das durch den Glauben an dich siegt. Es wird vom Heiligthum bedeckt, wenn dein Gericht 1die:**** 3. Allein des Lebens bange Sorgen beschweren hier noch oft ihr Herz. Oft hältst du, Retter, dich verborgen, als kenntest du nicht ihren Schmerz! Der Stolze wühlt im Ueberfluß oft, wenn der Fromme darben muß.hist sbor zad 43 4. Doch, Herr, der du der Menschen Seelen nicht bloß für dieses Leben schufft, wo uns voll kommne Freuden fehlen, nein, sie zum bessern Erbtheil rufft! Dein Sohn ging auf der Leidensbahn uns zum Exempel selbst voran. Neue Mel. oder Warum sollt' ich. 61. Sei zufrieden, mein ist gut, was er thut, ist voll Lieb' und Güte. Schaue seine großen Thaten; was die Welt in sich hält, ist ihm wohlgerathen. 2. Beides, Erd' und Himmel, preisen seine Macht; Tag und Nacht müssen es beweisen. Sonn' und Mond sind laute Zeugen; was sich regt und bewegt, kann es nicht verschweigen. 3. Schau' die Werke seiner Hände; Mensch und Thier mel= den dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst Erst. Th. IV. Von der Vorsehung Gottes. der Staub, gibt ihn zu er- Nach der Mel. des 48. Liedes. fennen. dun 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm prei: sen seine Stärke. 35. Wie muß ich sein Lob erheben! Wie sogar wunderbar gab er mir mein Leben! Seel' und Leib ist sein Geschenke, bin ich nicht ihm verpflicht't, wenn ich dies bedenke? 62n allen meinen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat; er muß in allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, der Helfer sein durch Rath und That. 2. Was nützen- uns vom Morgen bis Abend alle Sorgen, wenn sein Gedeih'n uns fehlt; er hat uns Glück und Plage, und bös' und gute Tage, seh' wir noch waren, zugezählt. 6. Wie mich sein getreues 3. Was Gott für mich erSorgen Tag und Nacht nimmt sehen, das soll und muß gein Acht. das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht, dir zum Dank verbindet!@bia judet 7. Drückten mich des Kreuzes Plagen, wenn die Last kaum gefaßt, half Gott selber tragen. War nicht mehr Geduld vor: handen; seine Kraft hat geschafft, daß ich's überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan; denke d'ran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlassen; es geschicht wahrlich nicht, er kann dich nicht haffen. 9. D'rum ergib dich sei: nem Willen, heiße gut, was er thut, er wird's auch erfüllen; denn er ist in allen Sachen groß von Rath, stark von That; er, er wird's wohl machen! hut a the schehen, ist mein beschieden Theil. ' rum laß ich mir in Allem, was er mir gibt, gefallen, und halt' es für mein wahres Heil. HD 4. Ihm trau' ich in Gefahren; er wird mich wohl bewahren, er, der da will und kann. Such' ich nur seinen Willen gehorsam zu erfüllen, so nimmt er selbst sich meiner an. 5. Er laffe meine Sünden vor ihm Vergebung finden, durchstreiche meine Schuld; und wenn ich zu ihm schreie, so schenk er mir auf's neue in Christo seine Vaterhuld. 6. Leg' ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Morgen wieder zu meines Lebens Pflicht. Irr' ich auf finstern Wegen, eil' ich dem Kreuz entgegen, fo ſei sein Wort mein Trost und Licht! 7. Schein' ich von ihm verlassen, so will ich mich doch faffen, und seiner Hülfe trau'n: Erst. Th. IV. Von der Vorsehung Gottes. und wenn ich auf der Erde nicht groß und glücklich werde, voll Glauben in die Zukunft schau'n. 64. Erhebet Gott durch 107111 8. Ihm hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie und wann er gebeut. Ich lebe oder sterbe, so bleibt mein Theil und Erbe des Himmels ganze Seligkeit, he neue Lieder, voll ungehörter Harmonie; stimmt ein, ihr Welten, schallt sie wieder, bis an die Himmel schallet sie! Besingt den Herrn und seine Werke, tobt seinen Namen! Tag auf Tag erzählet froh, was seine Stärke und Huld zu unserm Heil vermag! 9. So sei nun, Seele, stille, dein Ruhm sei dessen Wille, der dich erschaffen hat! Es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. 2. Groß ist dies Heil. O, sagt mit Freuden sein Lob der Erde Völkern an! Verkündigt unter allen Heiden die Wunder, die sein Arm gethan; der Herr ist groß found hoch zu loben; erhebt vor seinem Angesicht! Bewährt ihm eurer Treue Proben; nur vor den 45 Jag Der 96. Bjalm. d) Nach der Mel. des 33. Liedes. 1919 1 and Der 93. Psalm. Nach der Mel. des 18. Liedes. 63. I Majestät bekleidet, er Göttern zittert nicht! ehovah herrscht, mit gürtete sich selbst mit Allmacht an, und hat sich in der Welt ein Reich bereitet, so fest, daß nichts es je erschüttern kann. Von dem an steht dein Thron in Ewigkeit, denn ewig bist du; schaust von deinen Höh'n, wie sich empörte Ströme schwellend bläh'n, siehst ihre Wuth, die weit Verderben dräut. 2. Das Weltmeer tobt, der starken Wogen Stimme braust donnernd aus den Tiefen fürchterlich; du, Stärkerer, siebst ruhig ihrem Grimme vom Himmel zu; du winkst: die Wuth legt sich. Wahrhaftig ist, was, Herr, dein Wort uns lehrt, gewiß, was du versprichst! Zu jeder Zeit ist deines Hauses Zierde Heiligkeit, sie nur, die dir gefällt und ewig währt. 3. Die Götter, die die Völker ehren, sind Gößen ohne Sein und Kraft. Gott aber, dem wir ange= hören, Gott ist es, der den Himmel schafft. Vor ihm ist Majestät und Shre, voll Stärke glänzt sein Hei= ligthum. Bringt her, bringt aller Völker Chöre dem Herrn und sei= nem Namen Ruhm! 4. Bringt Opfer, welche Gott gefallen, im Schmucke, der ihm wohlgefällt; fallt hin in seines Tempels Hallen; ihn fürchte beilig alle Welt! Der Herr ist König! Sagt der Erde: Sein Reich wird ewig fest besteh'n; sagt: über alle Völker werde sein billiges Gericht ergeh'n. 5. Es jauchze dir, Herr, Herr, dein Himmel! Die Erde dank' und freue sich; des großen Weltmeers Erst. Th. IV. Von der Vorsehung Gottes. die aus den Wolken bricht! froh Getümmel und sein' Bewohs| schaft von seiner Gottheit Kraft, ner preisen dich! Laßt alle Felder, laßt die Heerden aufhüpfen; lasset jeden Hain und jeden Baum voll Jauchzens werden, sein Lob ertönen, sein sich freu'n. 4. O, schämet euch forthin, und brauchet Aug' und Sinn, die ihr mit Gözzen prahlet und ihnen Op= fer zahlet! Verehrt den höchsten Geist, der sich als Gott erweis't, und welchen immerdar die demuthsvolle Schaar der Engel selbsten preis'te 6. Vor unsers Gottes Ange-| sichte geht Freude, Lob und Jubel her. Der Herr erscheinet, daß er richte; den ganzen Erdkreis richtet er. Er wägt dem menschlichen Geschlechte sein Urtheil, Fromme, freuet euch! nach seiner Wahrheit, seinem Rechte, Verdienste und Vergeltung gleich. 5. Bekehrt, bekehret euch, damit sich Zions Reich auch über eure Heue und euer Heil erfreue! Wenn Gott, der uns regiert, auch eure Herzen rührt, so stimmet mit uns ein, daß ihm doch ganz allein ng bodd der Gottheit Ruhm gebührt! Der 97. Pialm.n nad Melodie des Psalms. 6. Ihr, die ihr ihn nur liebt, und ihn nicht gern betrübt, ver: meidet alles Böse, damit er euch erlöse! Er nimmt der Seinen wahr und schützt sie wunderbar. Verfolgt sie Satans Macht, ſo bält er treue Wacht, und zeucht sie aus Gefahr. 46 65. D er König aller Welt ist Gott, der sie er bätt. Ihr Länder sammt den Meeren frohlockt zu dessen Ehren, der in den Himmeln thront, und in dem Dunkeln wohnt, allwo sein Stubl besteht, und sein Gericht ergebt, das keinen Sünder schont! 7. Erscheint sein Freudenlicht den Frommen heute nicht, so schei2. Um seinen Wolkensig erschei- net es doch morgen und endigt ihre net Blitz auf Bliß, die Bösen zu Sorgen. So stärke seinen Muth verzehren, wenn sie sich nicht be- in Gott, dem höchsten Gut; so kehren. Gs brüllet Berg und danke jederzeit dem Gott der HeiKluft; es glühet Erd' und Luft; ligkeit, wer seinen Willen thut! und Alles zagt und bebt, was immer lebt und webt, wenn er den Wettern ruft.72358 10 pin 3. Wie Wachs bei mFeuer rinnt, 66. Nim so schmelzen auch geschwind vor seiner AllmachtFlammen die Ber ge selbst zusammen. Verschweigt, ihr Himmel, nicht sein heiligstes Gericht; und zeugt der Heidenmidni. Aus dem 127. Psalm. Melodie des 130. Psalms. Pimmt Gott, dem wir vertrauen, nicht unsers Werks sich an; will er das Haus nicht bauen, vergebens baun wir dann. Will er die Stadt nicht schüßen, er, groß durch Rath und Erst. Th. IV. Von der Vorsehung Gottes. Macht, was wird der Wächter nüten? Umsonst ist's, daß er wacht. 2. Ihr wachet spät und frühe, und est voll Traurigkeit das Brod der Sorg und Mühe, und häuft euch Leid auf Leid. Was nüßt der bange Kummer, da Gott dem, den er liebt, was er bedarf, im Schlummer und unerwartet gibt. Mel.: Herzlich thut mich verl. 67. Befiehl du deine Wege, 201 und was dein Herze fränkt, der treuen Vaterpflege deß, der den Weltkreis Tenkt. Er zeichnet Stern und Winden die abgemess'ne Bahn; sollt nicht Wege finden, wo dein Fuß wandeln kann? id er 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohl ergeh'n, und dein Werk auf ihn bauen, soll es vor ihm besteh'n. Gott läßt durch Sorg' und Grämen und durch selbst eigne Bein sich keine Wohlthat nebmen; sie muß erbeten sein. 3. Dein Aug, o Gott der Gnade, sieht immer ungeschwächt, was gut sei oder schade dem sterblichen Geschlecht! Und was du dann erlesen, dein Rath für's beste hält, bringst du zum Stand und Wesen, wie es dir wohlgefällt.8 RE 4. An wunderbaren Wegen fehlt dir's, Allweiser, nicht! Dein Thun ist Gnad' und Se gen, dein Gang ist Recht und Licht; und wenn du deinen Kindern ein Glück haft zuge47 dacht, so kann dein Werk nichts hindern; du willst, es ist vollbracht! 5. Hoff, o bedrängte Seele, hoff und sei unverzagt! Gott weiß es, was dich quäle, den Kummer, der dich nagt, er wird dich ihm entrücken. Erwarte nur die Zeit, bis dich mit holden Blicken sein Angesicht erfreut! 6. Auf, wehre deinem Schmerze, der Sorgen bange Nacht verfinst re nicht dein Herze! Auf, brich der Schwermuth Macht! Bist du doch nicht Regente, der Alles führen soll; Gott sitzt im Regimente und führet Alles wohl. 7. D'rum, Seele, laß ibu walten, er ist ein weiser Fürst, er wird dich aufrecht halten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, nach seiner Weisheit Nath, das Werk hinausgeführet, daß dich geängstet hat! 8. Und blieb der Trost auch lange, den du von ihm begehrt, und würde dir oft bange, daß er dich nicht gehört. Er wird dir Hülfe senden, wenn du's am mind sten gläubst, und all' dein Unglück wenden, so du ihm tren verbleibst. 9. Wohl endlich deiner Treue, du trägst den Sieg davon! Aus, daß dein Herz sich freue! schau' nur den reichen Lohn! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 10. O, ende, Herr, o, ende hier alle uns're Noth, und reich' 48 Erst. Th. IV. Von uns deine Hände im Leben und im Tod! Stets laß uns deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen uns're Wege gewiß zum da Himmel ein. Nach der Mel. des 30. Liedes. 68. Nobt Gott, der uns den Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmücket; der mit allmächtig reicher Kraft, das, was er schafft, erquicket! Der Herr erschafft, der Herr erhält; er liebt und segnet seine Welt. Lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder; es strömet jeden neuen Tog sein Segen neu hernieder; der Wurm, der in den Staube webt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlitz ist ver jüngt, und heiter glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Ge= tümmel. Und gnädig schauet Gott herab, der allen Sein und Leben gab, auf seiner Hände Werke. 4. Doch fühllos nur und unbeseelt sind Auen und Gefilde; auch hast du nicht die Thier' er wählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner sich, fennt, fühlet und empfindet dich, und hofft ein ewig Leben. der Vorsehung Gottes. ich nur bin, bist du um mich, und bist mir Lieb' und Gnade. 5. Lobsinget ihm, er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist allenthalben da, im Himmel, Erd' und Meere. Ich lob', o Gott, ich preise dich. Wo 6. Du rufft die Wolken über's Land, und tränkest mild die Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesättigt werde. Thau, Regen, Sonnenschein und Wind, die deiner Allmacht Diener sind, erzählen deine Güte.le 7. Es strömen, wenn dein Donner dräut, wenn Berg und Thal erzittern, Gesundheit, Stärfung, Fruchtbarkeit selbst aus den Ungewittern. Dann bricht die Sonne. neu hervor, und aller Kreaturen Chor jauchzt und erfreut sich wieder. 8. Von dir fommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben! Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strömen laben. Dein freu'n des Himmels Heere sich; auch wir, o Gott, wir loben dich, und sind, wie sie, unsterblich! 9. Doch schwach ist, Vater, unser Dank, den wir dir findlich bringen. Wir wollen unsern Lobgefang einst würdiger dir singen. Dir weih'n wir uns're Lebenszeit, und seh'n das Heil der Ewigkeit im Geiste schon von ferne. iDer 73. Pfalm. Mel. des 89. Psalms. 69. Durch so viel Schein gestärkt, kämpft Zweifel, wie ihr wollt; Gott ist doch Israel, doch reinen Herzen hold! Allein wie hatte nicht mein Herz mit sich zu streiten! Mein 49 Erst. Th. IV. Von der Vorsehung Gottes. Gang war ungewiß, mein Fuß| verseufzen muß, in mehr als einer fing an zu gleiten. Ich hörte eifersvoll das Jauchzen stolzer Thoren; sah Frevler mit Verdruß zum Glück allein geboren. Plage! Gezüchtigt werd' ich stets, mir bringet jeder Morgen statt Lichtes Finsterniß, statt Trostes, neue Sorgen! 093 2. Des Todes ernster Blick, sein Schmerz erschreckt sie nie; in im mer frischer Kraft des Wohlseins blühen sie, von aller Mühe frei, worunter Menschen zagen, von And'rer Sorgen frei, und frei von ihren Plagen. Stolz ist des Hal6. Schweig, schweig, empörtes Herz, fall' nicht den Frevlern zu! Denn schlöffest du wie sie, wie treulos würdest du an aller Heil'= gen Schaar, an Gottes Kindern werden? Und gleichwohl sann ich nach, den Weg des Herrn auf Grses Schmuck, den sie sich umge- den und seiner Vorsicht Gang und hangen, und Frevel ist das Kleid, ihren Grund zu wissen. Umsonst! darin sie festlich prangen. hut Mein Aug' sah nichts in ihren Finsternissen. 3. Der Körper nimmt an Fett. der Geist an Kühnheit zu, schweift in Entwürfen aus, fennt weder Maß noch Ruh; droht, Alles um sich her zu drücken, zu vernichten, und will auf Und'rer Noth sich seine Höh' errichten; und spricht von ihr herab, und will bewundert werden; dem Himmel troßt ihr Mund, die Zunge herrscht auf Erden. 7. Bis ich in's Heiligthum des höchsten Lehrers ging, und da mein blödes Aug' ein göttlich Licht empfing. Da ließest du mich, Gott, der Frevler Ende sehen: ich sah im Schlüpfrigen den Fuß am Abgrund stehen, fab schnell sie hingestürzt, sie schnell von dir gerichtet, und schreckenvoll ihr End' und all' ihr Glück zernichtet! 4. Der Vöbel sieht ihr Glück; sucht Theil an ihrer Ruh; drängt ihnen, gleich dem Strom, der überläuft, sich zu. Sie sprechen: Sollte Gott herab auf Erden sehen? in seiner Höhe wohl er wis sen, was geschehen? Sehr diese Frevler an! Ihr Spott sind die Gesche; doch blühn sie ruhig hier, und häufen Schätz auf Schätze. 5. So hab' ich denn umsonst gesucht, im Herzen rein, im Wandel ohne Schuld, der Eugend tren zu sein! So ist des Kampfes Lohn, daß ich hier meine Tage in Angst 8. Wie das Erwachen bald des Traums Betrug vertreibt, der Bettlern Schäße schenkt, so wird ihr Glück zerstäubt. Vom Pöbel kurz vorher verebrt, gleich einem Gotte, dient dann des Frevlers Bild, Herr, deiner Stadt zum Spotte! Den Abweg sah ich jetzt, worauf ich schier gerathen, als Schmerz und Eifersucht mein Herz bestürmet hatten. 9. Da hatte der Verdruß fast die Vernunft verdrängt; ich war ein Vieh vor dir, das nur am Anschein hängt. Nun bleib ich stets Erst. Th. V. Von dem Menschen, bei dir! Du fassest meine Hände,| mein Theil in Ewigkeit! Die treuführst mich nach deinem Rath zu los von dir flieh'n, nach andern der Verklärten Ende. Was würde Göttern sehen, den falschen Buhohne dich wir selbst der Himmel lern gleich, wie werden sie verwerden? Nichts, nichts gelüstet geben! Zu dir halt ich mich, Gott, mich, Gott, außer dir, auf Erden! das soll mein Bestes heißen, nur 10. Verschmachteten auch, Herr, dir will ich vertrau'n und deine mein Fleisch, mein Herz vor Leid; Thaten preisen! VES doch bleibst du hier mein Fels, Ali Yila noo til now an ardile masamist, Bostoio un anothe HOT NEGRA arsenit 102 si sunt dourbiely onil Sacher pas mba V. Von dem Menschen, seiner Natur und du pasi dosis? Bestimmung. 50 Nach der Melodie des 7. Liedes. 70. Dein ein bin ich, Gott; dein ist mein Leben! Wie tröstlich ist mein Ursprung mir! Du hast den Odem mir gegeben; mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, Vater, riefst mich aus dem Nichts zum frohen Anschau'n deines Lichts! 5. Durch deiner Fürsicht gnädig's Walten, die mich von Kindheit an umfig, bin ich bis hierher noch erhalten, so, daß der Tod vorüberging. Ich stehe noch und preise dich. Herr, deine Rechte schüßet mich. 2. Wie viel hab ich dir zu verdanken, Herr, der du mich 6. Ich bin nicht werth der bereitet hast! Als mich die en- großen Güte, die du, mein Gott, gen finstern Schranken des er= an mir gethan! Beschämt emsten Daseins noch umfaßt, da pfindet mein Gemüthe die Schuld, war dein Auge über mir, da die ich nicht läugnen kann. Ich lebt ich, Höchster, nur in dir! habe, was mich sehr erschreckt, 3. Du gabst mir die vervielfältig Leib und Seel' befleckt. nünftige Seele, die nur so lang im Fleische lebt, bis sie, daß ihr kein Wohlsein fehle, dein Ruf zum böhern Geist erhebt. Du hast mir Sinnen und Verstand, Begierd und Wollen zugewandt. 4. Wenn ich auf meinen Körper sebe, den du so künstlich ausgebild't, so wird, o Vater in der Höhe, mein Herz mit Ghr furcht ganz erfüllt! Ein jedes Glied, ein jeder Sinn reißt mich zu deinem Lobe hin. 7. Ja, Herr, ich habe meine Glieder zu Sündengliedern oft gemacht! Vor dir fall' ich in Demuth nieder! Vergib, was ich nicht recht bedacht! Verwirf mich, Vater, nicht von dir! Schaff selbst ein reines Herz in mir! 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und redlich thu, was dich erfreut, und Geist und Leib und seiner Natur und Bestimmung. was du erschaffen, schmückest!! Glieder gebe zu Waffen der du, Herr, durch deine weise Macht, Gerechtigkeit; daß ich bis in den Tod dir treu und stets ein Freund der Tugend sei! 9. Fällt dieses Leibes Hütte nieder; vollend' ich dieses Le: bens Lauf: o Gott. so, richte du mich wieder verherrlicht aus dem Staube auf! Dein ew'ges Leben sei mein Theil, so preis ich ewig dich, mein Heil! 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören und empfinden und reden. Beten will ich an, Gott sehen und empfinden. Mein Mund sei voll von deinem Dank! Mein Herz vernimm den Lob. gesang der ganzen weiten Schöpfung! 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung' und schwellt sie auf, damit ich leben möge? Gott ist es, der dies Alles thut. Schlag, Herz! Entflamme mich, o Blut, daß ich den Höchsten preise! 7., pries' ich, Höchster, immer dich, wenn ich die Sinne brauche, geh', lieg' und ausruh' oder mich bewege, athme, hauche! Gib, daß ich ewig dein mich freu', und daß mein Leib ein Tempel sei, worin dein Geist stets wohne! Nach der Melodie des 30. Liedes. 71. Di ir, Gott, sei Preis und Dank gebracht! Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer, mein Erhalter! Mein ganzer Leib, erbaut von dir, sammt einem jeden Sinn an mir, beweiset deine Größe. 2. Haupt, Aug' und Ohr und Mund und Hand, die ich zu dir erhebe; die Haut so künstlich ausgespannt, der Nerven fein Gewebe, und alle Glieder sagen mir, ich sei, o Gott, ein Werk von dir, ein Werk von deiner Weisheit! 31 63. Wie biegsam, wie gelenk- 2. voll schließt, den Thoren zu ver= dammen, der's läugnet, daß ein * Schöpfer ist, sich Glied an Glied zusammen! Wie willig, Herr, gehorchen sie, wenn meine Seele ſpät und früh des Leibes Dienst verlanget! hinding our 4. Ach, hättest du mein Auge nicht so meisterlich bereitet, was nützte mir der Sonnen Licht, ihr Glanz, vor mir verbreitet! Dann säh' ich nicht, mit welcher Pracht, Neue Mel. oder: Wer nur den. ott werde stets von dir erhoben, du, deines Schöpfers Bild, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes feiner Werke preist? Er schuf mich ja, sein Bild zu sein, ihn einst zu schau'n, mich sein zu freu'n. 12. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wählt, doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbefeelt; und mir, dem Thone sei 4* 52 Erst. Th. V. Von dem Menschen, ner Hand, gibt er Empfindung| Güte du mich liebst! Möcht' ich und Verstand on mit allen Kräften dein, dein mit 3. Anmuthig, prächtig, zum Verstand und Willen sein! ad Entzücken, ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, besteh'n. 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich Urquell der Vollkommenheit! Von deiner Liebe ganz zu brennen, daß sei mir Ruhm und Seligkeit! Bin ich vereinigt, Herr, mit dir was brauch ich noch? Was fehlet wir? ling- m 4. Für Geister nur, und nur für Seelen, die zu den Geistern Gott erhob, sind sie so herrlich Nach der Melodie des 7. Liedes. ſie erzählen nur ihnen meines 73. Was ist vor deinem AnSchöpfers Lob. O, Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf! told gesichte der Mensch, Gott! daß du sein gedenkst, und einen Strahl von deinem Lichte 5. Gott, ich kann denken! auf ihn, den Staub, hernieder Ich gewinne, weil ich zu einem senkst? Was ist er, wär' er noch Geiste ward, durch die Empfin- so groß? Ein bald zerfall'ner. dung meiner Sinne, Gedanken Grdenklos. monist. 344 tausendfacher Art; groß, man- 2. Du sahest an den Men= nichfaltig ist ihr Heer, und doch wird ihrer täglich mehr.d 1 schenkindern den schweren Fall schon vor der Zeit; und dennoch 6. Ich kann sie sammeln und hast du diesen Sündern aus verbinden, und trennen, wie es göttlicher Barmherzigkeit unzähmir gefällt; die Welt empfin- lig viel zu gut gethan, ja mehr, den, mich empfinden, weit unter= als jemand faffen kann! di schieden von der Welt. Zu tau- 13. Du hast den Leib, obschon fend Thaten hab' ich Kraft; wer gibt sie? Gott, der Alles schafft. 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch, daß ist, Vater, meine Schuld; ver: gib sie mir nach deiner Huld! aus Grde, doch wunderbar und schön gebaut; daß er der Seele würdig werde, ihm Sprach und Sinne anvertraut: Du hast ihn selbst zum Herrn der Welt, dem Alles dienen soll, bestellt. 8. Wie wundervoll ist das Vermögen, Gott, das du meinem Willen gibst! O, möchtmich es doch stets erwägen, mit welcher 4 Dushaft ihin noch viel mehr geschenket; du gabest ihm zum bessern Theil die Seele, welche will und benfet, und ihr hast du ein ewig's Heil, noch ehe sie nach dir gefragt, in dei nem Worte zugesagt. in bid 53 seiner Natur und Bestimmung. 5. D'rum laß es mich stets| Licht sammt ihrem Lauf ſo wohl bedenken, was du, o Gott, weislich eingericht't. ng d an mir gethan; dir Leib und Seele wieder schenken, da ich dir sonst nichts schenken kann, damit sie beide nach der Zeit, dich preisen in der Ewigkeit! 14. Was ist der Mensch, daß du noch sein gedenkest; daß du ihn suchst und als dein Kind beschenkest; daß er so theu'r in deinen Augen ist, und daß du selbst sein wahrer Vater bist? 6. Und nimm indeß sie alle Beide, Allmächtiger, in deinen Schuß, so bieten wir in allem Leide mit dir auch Welt und Satan Truß! Wenn wir in deiner Gnade stehn, so muß es uns stets wohlergehn. bi anu 5. Wie heilig ist der Schmuck, der ihn bekrönet! Wie hoch die Macht, womit du ihn belehnet! vermißt er gleich für eine kurze Zeit, auf dieser Welt der Engel Herrlichkeit. uspise 7. Doch, wenn, erhöhet von 6. Du schaffest nichts, das ihm der Erden, im Himmel, deiner nicht dienstbar werde. Er ist dein éw'gen Stadt, dich Leib und Bild und König auf der Erde. Seele schauen werden, von dei- Und was ihr Schoß nur immer nem Licht stets froh und satt! zeugt und trägt, das hast du, so sollen sie auch beide dich voll- Herr, ihm unter'n Fuß gelegt! kommner rühmen ewiglich. id 7. Das zahme Vieh in Trif hi aurten und in Feldern; das freie Der 8. Pfalm. in Wild, das in Gesträuch und Wäldern durch Thäler irrt und auf Gebirgen klimmt, ist alles ihm zum Eigenthum bestimmt. 18. Der Vögel Schaar, der Sänger Chor in Lüften, der Fische Heer in Fluß- und Wass serklüften, und was sich nur im Meere nähren kann, ist insge2. Der Säugling muß schon sammt den Menschen unterthan. deine Fürsicht preisen. Ein schwa- 9. O, unser Gott, Beherrscher ches Kind kann deine Kraft erwei: sen. Sein garter Mund bezähmt den frechsten Feind, der deine Macht noch trotzet und verneint. aller Machten, wie herrlich ist dein Name doch zu achten! Wie heiliglich wird deine Majestät so weit verehrt, als Erd und Himmel geht! blive 3. Ich seh' erstaunt die Größe deiner Werke, die ich zur Nacht am Himmelsbau bemerke, wo du Nach der Mel. des 9. Liedes. 75. Allmächtig großer, des Mond's und aller Sterne Gott! wer Nach der Melodie des 16. Liedes. 74., unser Gott, wie voll INTO HO ist deiner Ehren, was lebt und webt in allen Land und Meeren. Es reichen selbst die Himmel nicht so weit und nicht so hoch, als deine Herrlichkeit. Erst. Th. V. Von dem Menschen, dich g'nug erheben? Du gabst| was recht ist, thun, des Guten der ganzen Welt ihr Dasein, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd' und Himmel hegt, hat deine Hand gebaut, die jetzt noch Alles trägt. mich erfreun, und dem, ders üben will, auch gern behülflich sein! 7. Gib, daß ich so, wie du, ein Freund der Menschen werde; dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächsten gern erspart, dem Näch- sten gern versüßt, und, wo er helfen kann, zum Helfen willig ist! 2. Du schufst, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wolltest, Gütigster, daß ich dein Bildniß wäre; d'rum hast du auch den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Un sterblichkeit aus deiner Hand geschenkt! 8. Wie weit bin ich noch fern, so Gott, von diesem Ziele! Du weißt, was mir noch fehlt! und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O, bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 3. O, welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! berufest! Dir, 9. Beglückt ist nur alsdann Höchster, ähnlich sein, ist unser größtes Glück! O, wohl mir, wenn ich's bin! Hilf mir zu diesem Glück! mi dau nt 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben! Mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem Nach der Mel. des. 59. Liedes. meinem Thun sei dies, o Gott, 76. Ich bin, o Gott, dein allein, daß ich auch so, wie Eigenthum! Du 34 mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt sein, und mich ohn' Unterlaß, Gott, deiner Güte freun! idala vad de du, gesinnet möge sein!| schufft mich, dein zu sein; mein ganzes Leben dir zum Ruhm und deinem Dienst zu weih'n. 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrheit lieben, und mit stets mun term Fleiß in alle dem mich üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, die dich ehrt, und allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. 2. Du gabst mir den vernünftigen Geist, bewundernd einzuseh'n, wie dich, Herr, deine Schöpfung preist, mit ihr dich zu erhöh'n! mis 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen! Hilf mir die Sünde flich'n, des Fleisches Lüfte zähmen; nur das, 3, Wasum mich ist, ver=. fündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit! Zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühl mobile and in seiner Natur und Bestimmung. v 08.11 los sein? Ich rühmte dich, deine Hand das Glück uns | Herr, nicht? Ein Herold dei aufgehoben, daß nie ein traurig nes Ruhms zu sein, bleibt Ende nimmt! Hier sind wir meine größte Pflicht. nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. Pflicht zu anzuschicken. 5. O, mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als ich soll! Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei stets deiner Ehre voll. 3. O, laß mir doch dies doch die große Ziel durch nichts verrücket werden! Was hilfts, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn', wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmelreich zu erben mo 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot. Ihm ist's nicht Last, nicht Bein. D'rum gib auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu sein! an 7. Was du gebeutst, ist für uns gut. Du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. 8. Er wandelt hier auf eb: ner Bahn, und selbst in Trau: rigkeit schmeckt er, dir, Höchster, zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr! laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben sein.id Eau Nach der Mel. des 6. Liedes. 77. Wie wichtig ist doch der Beruf, den uns der Herr gegeben; Gott, als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben! Zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. UN 2. Nicht hier ist unser Va= terland; allein bei dir, Gott, droben, da ist der Ort, wo 4. Dein Bilgrim bin ich ja nur hier. Laß mich dies nie vergessen! Wie viel an Zeit, Herr, hast du mir zur Wallfahrt zugemessen! Nur wenig Zeit. Zeit. Ist die vollbracht, so wird der Erde Gut und Pracht auf ewig mir vergeben. gi 75. D'rum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben! Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene beff ren Gaben, die mir im Tode nicht entrieh'n, am ersten und mit Ernst bemüh'n, damit ich nicht einst darbe! is thin 6. Ein Herz, das dich, o Bater! liebt, und deines Sohns sich freuet; das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freu'n und einst dein Antlig schauen! onl 7. Und solch ein Herz, das wollst du mir, Gott, aus Gra barmen geben, damit ich könne auch schon hier nach den Ge 56 Erst. Th. VI. Bom Fall und von der Berdorbenheit des Menschen setzen leben, die selbst im Him| dein bewährtes Kind zu deiner mel gültig sind, bis ich als Freude gehe! Anisma VI, Vom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens. 10 soc hie of chon dan di nu Mel.: Auf meinen lieben Gott. 78. Du, der kein Böses moid thithut, du schufst den Menschen gut! Du, Höchster, gabst ihm Kräfte, zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, stets recht vor dir zu handeln! im ud fod 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden, vor dir, o Gott, zu finden? his or 30 mind 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang. Des bösen Herzens Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe. Und können wir auch zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. O Herr, was uns gebricht, laß in der Wahrheit Licht so heilsam uns erkennen, daß wir von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Bess'> rung nachzujagen! 8. Wohl dem, der sie ge= winnt. Gott, so verderbt wir sind, so willst du uns noch heilen, und Kräfte uns ertheilen, schon wiederum auf Erde dir gleichgesinnt zu werden! 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster, sieht auf alle Menschenfinder und find't sie alle Sünder! Da ist vor dir, Herr, keiner unschuldig, auch 9. Herr, diese deine Huld nicht einer! odynd finis tin laß uns durch unsre Schuld 4. Verderbt ist aller Sinn. nicht freventlich verscherzen Die Weisheit ist dahin die Erwecke unsre Herzen, dir nicht uns regieren sollte, nur was zu widerstreben, damit wir ewig dein Wille wollte, mit freu- leben! ndogo nd and bon denvollen Trieben zu wählen ad judi und zu üben. drie and grom fr. Fleisch sind wir von Na= 79. Uns rühren leider! nur die Güter dieser Erden, die nie vollkommen werden, mehr als die höhern Gaben, die uns auf ewig laben. d Om Blo Meld des 38. psalms. juhi 79efu, Urzt todtkran= tur. bid fer Seelen! Will's uns fehlen an Erkenntniß eig= ner Noth, so, daß wir die Last der Sünden nicht empfinden, ruhig bei dem nahen Tod.dard sa und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens. 57 2. Ach, so gib Gefühl von| der, und nicht minder sträflich innen, mach die Sinnen leben durch gehäufte Schuld. Doch ich dig und aufgeweckt! bis die fenne dein Grbarmen; hilf mir greuelvolle Höhle unsrer Seele Armen; groß ist deine Gnad' und los archi sich bei deinem Licht entdeckt! Huld! ad 3. Uns'rer Sünden Meng' und Größe, uns're Blöße, zei get dein Gesetz uns an; so daß wir nach dir uns sehnen, und mit Thränen zu dir, Arzt der Seele, nah'n! bi sibil ami 4. Dein Gesetz spricht: Heil'ge Triebe, eine Liebe, welcher nichts an Stärke gleich, widmet Gott dem Allerhöchsten; euern Nächsten sollt ihr lieben, so wie euch. 5. Aber ach! wer fann's verhehlen? Hier will's fehlen; ach, das Herz ist Haffes voll, und wie die Erfahrung zeiget, abgeneiget von dem, was es lieben soll! i les ingin 16. Jesu, ach, ach trag Gr barmen mit uns Armen, Seelenarzt, der heilen kann! Zünde bei uns allzusammen veine Flammen deiner Lieb im Herzen an.de manis proje Nach der Mel. des 79. Liedes. 80. no 4. Ach! wann wirst du mich erheben zu dem Leben, das erst recht ein Leben ist! Demuth kann dich bald bewegen, daß dein Segen sich zu meinem Heil ergießt. 5. Zuflucht der betrübten Herzen! Angst und Schmerzen sehen meiner Seele zu. Sieh, wie mich die Sünden quälen; Arzt derSeelen, schaffe meinem Herzen Ruh! 6. Herr, errette mich vom Fluche; sieb' ich suche dich von nun an demuthsvoll! Sprich zu mir, daß ich im Sterben nicht verder= ben, sondern ewig leben soll. him a Mel.: Seuch mich, zeuch mich.at 81. err, du kennest mein 81. Verderben! Ach, es 016) Ach, es regt in meiner Brust, wie bei allen Adamserben, sich noch immer böse Lust, die mein Herz, Herr, von dir neiget, und viel böse Thaten zenget!! j 2. Wie verderbt sind meine Wege! Wie verkehrt mein eige ner Sinn! Schempfind es, Gott, wie träge ich dir zu ge= horchen bin! Ach, wer wird vom Hang zum Bösen mich doch wiederum erlösen? ch! was bin ich mein Grretter und Vertreter, bei dem unsichtbaren Licht! Sich, ich lieg' in mei: nem Blute, ja, das Gute, jo ich will, das thu' ich nicht. m 2. Ach! was bin ich, mein Gr löser! Täglich böser find' ich meiner Seelen Stand! D'rum mein Helfer. nicht verweile, Jeju eile. fomm' und reiche mir die Hand! 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden von der angeerbten Noth! Heile meiner Seele Scha= den durch des Mittlers Kreuzes3. Von Geburt bin ich ein Sün-| tod! Tilge alle meine Sün 58 Erst. Th. VI. Bom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen den! Laß mich vor dir Gna| ist der Mensch vor dir! Wenn de finden usiniche boud ich deine Größ erwäge, und, hé pin4. Deinen Willen hier auf Erden zu vollbringen, wird mir schwer. Sollt' ich dazu tüchtig werden, mußt du selbst von oben her mir dazu die Kraft verleihen, und mein sündhaft Herz erneuen, dind this was ich bin, überlege, o, wie dürftig und wie klein muß ich mir nicht selber sein! id d 5. Schaffe denn ein reines Herze, Herr, durch deinen Geist in mir, daß ich nicht mein Heil verscherze! Laß der fündlichen Begier mich mit Nachdruck widerstehen und auf deine Hülfe seben!***** 0 2. Fluch und Elend, Tod und Sünde drücken leider mein Gemüth, machen mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht! Tausend Mängel, tausend Flecken schänden mich zu meinem Schrecken, und in der verderbten Brust regt sich täg lich böse Lust. is stric 3. Was ich Gutes an mir babe, ist von deiner Vaterhand. O, wie manche gute Gabe hast du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zurück, was bein, ach, was würd' mir übrig sein! 4. Doch die Menge deiner Gaben klagt nur meinen Undank an, weil ich sie oft ganz vergraben, oft damit nur groß gethan, oft voll Leichtsinn sie verschwendet und zu Sünden angewendet. O, wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube, tief vor dir, mein Gott, gebückt; doch mein dez muthsvoller Glaube, der auf apavimeinen Heiland blickt, hofft Mel.: Alle Menschen müssen. auf deine Batergüte, und mein 82 Großer Gott, erhab' tief beschämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. nes Wesen, das voll segnender Begier Menschen sich zum Dienst erlesen, ach, was 6. Ja, die Wunder deiner 6. Unter Wachen Beten, Ringen hilf mir, selbst mein Fleisch und Blut unter deinen Willen zwingen; denn dein Wille, Gott, ist gut! Was nicht fann dein Reich ererben, laß schon hier an mir ersterben. 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben beige: legt, daß ich meiner niemals schone, wenn die Sünd' in mir sich regt! Hilf mir selber muthig kämpfen, alle böse Lüste dämpfen! 8. Sollt' ich etwas unterliegen, o, so bilf mir wieder auf! Laß in deiner Kraft mich siegen, daß ich meinen Lebenslauf unter deinen treuen Händen gut und selig möge enden. we e und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens. 59 iebe ziehen ganz mein Herz| ¹5. Verwirf mich nicht von a dir. Ach, erhalte selbst die dir! Hilf, Herr, erbarmend mir! Eriebe treuer Dankbarkeit in Ernen're meine Seele, daß fie air! Bater, laß das schwache nur Gutes wähle! Wer fann Ballen meines Lobes dir gefallen! mich sonst vom Bösen, als du, vop: 19) silp Bilde mich, dein Eigenthum, o Herr, erlösen? ganz zu deines Namens Ruhm! 7. Meine Kräfte, meine GlieDer sind zu deinem Dienst bereit; Herr, ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit! Deinen Willen thun und leiden, 6. Drückt mich der Sünde Joch gleich mächtig, so bleibt doch weit mächt'ger deine Gnade. Wie groß auch nur mein Schade, so kannst du ihn doch heilen und Leben mir ertheilen. sei der Gipfel meiner Freuden. 7. Hat sonst des Fleisches Gott und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was dir gefällt! i Macht in mir ihr Werk vollbracht, so gib mir Lust und Stärfe, daß ich nur gute Werke beschließe und vollbringe, und ewig dir lobsinge! n Nach der Met. des 78. Liedes. 83. Mein ein Gott, dir ist Mel. des 51. Psalms. 84. bewußt die inn're böse Lust, die Quelle meiner Sünden, die Menschen nicht er: gründen! O, heile du aus Gnaden der Seele tiefen Schaden! 82. Des bösen Herzens Grund wird oft durch Thaten fund, die mich vor dir verklagen und mein Gewissen nagen. Herr! willst du sie bestrafen, wer wird mir Rettung schaffen? 3. Ich habe wider dich, ich, den Nächsten und auch mich fältig, Herr, gehandelt; ich bin den Weg gewandelt, der Men schen von dir wendet und sich 2. Gerechtigkeit und wahre mit Schrecken endet! Heiligkeit, das war die Zier 14. Gin jegliches Gebot zeugt von Gottes Ebenbilde, der schöne wider mich und droht, weil Glanz, womit er, gut und milde, ich, dies schlägt mich nieder, die Seele schmückte, die er sich nur gar zu oft dawider gegeweiht. Es sollt' der Mensch dacht, gethan, gesprochen und im Licht den Schöpfer seh'n, deinen Bund gebrochen. das ganze Herz in Liebe zu ie Quell', woraus der Mensch urGott: sprünglich ist, der ew'gen heit Kraft und heil ger Wille, die Allgenugsamkeit und Gottesfülle, die immerfort mit reinen Strömen fließt, die anders nichts, als was sehr gut, ge= macht, hat auch den Menschen gar nicht bös erschaffen; nein, bbs enfchaffen; nein, ihn zu Gottes Bild hervorge= bracht. Wie könnte sonst der Herr das Böse strafen? den viel: 60 Erst. Th. VI. Bom Fall und von der Berdorbenheit des Menschen ihm neigen, mit ihm vereint sei, was ich sei, ein Sünder, in ew'ger Wonne steh'n, und oder Gott getren. so an sich den Ruhm der Gott beit zeigen. har sat 3. Da wall' ich hin, da swartet mein das Anschau'n Gottes oder Pein. Ach, Gott, mein Heil und mein Vertrau'n, laß mich dein selig' Antlitz schau'n! 3. Ach! aber ach! ein un glücksel'ger Fall, durch Satans List und Bosheit angerichtet, hat gar zu bald dies große Gut zernichtet, und Sünd' und Tod herrscht jetzt und überall! ( S8 ist das Gift der Wurzel zugeflößt; d'rum kann der Stamm mit allen seinen Zwei- 5. 3 zittre, Herr, und mein gen, nun ganz verderbt, von inn'rer Kraft entblößt, auch weiter nichts als bitt're Früchte zeigen, da si 4. Wir sind nur wie ein Schlaf vor dir; wie Gras, so blüh'n und welken wir: das machet, uns're Missethat, die deinen Zorn entzündet hat. Gebein durchängstet deingewaltig Dräun! Denn denkst du in's Gericht zu geh'n, wer fann, wer kann vor dir besteh'n? 6. Ach zürne nicht auf dei nen Knecht, und Gnade, Gnad' ergehn für Recht! Versöhner, Gottes Sohn, mein Heil, sei meine Zuflucht, sei mein Theil! 4. Wo find ich Heil? Hier ist kein Gutes mehr; denn ich vermag mit mit allem meinem Dichten, jetzt von Natur nur Böses anzurichten, bin unbe quem zu meines Schöpfers Chr. Ach, hilf, mein Gott, und mach mich wieder neu, durch deinen Geist, durch Licht und Kraft von obey, daß ich mit deinem Bild gezieret sei, und dichte Lebensquell, mög' ewig loben! Aus dem 90. Pfalm. alm. Nach der Melodie des 13. Liedes. 85. Wie ein Geschwätz 7. Auf daß ich flug sei, lebre mich der Tod, daß ich nichts fürcht', als dich. Dann leb' und sterb' ich dir allein; im Leben, Gott, im Tode deinsat vd filliur ST Neue Mel. oder: Ich hab mein. 86. Wie fleucht dahin aid dh der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Ewigkeit! Wer denkt doch wohl an jene Stund' von Herzensgrund? Kaum spricht davon der träge, Mund, in 2. Das Leben ist ein eitler Traum, so nichtig als ein Wasserschaum, der, wenn er sich jetzt stolz erhöht, gar nicht besteht, und eh man es noch denkt, vergeht. Oud des Tags verfließt die Zeit, die mir gelie: ben ist. So rauscht vorbei ein schneller Bach, und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach! 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach durch lebter Zeit ich, wenn sie kommt, 61 und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens.) 3. Nur du, mein Gott, du Sleibest mir das, was du bist; ch traue dir! Und fallen Berg' indHügel bin, so bleibt meinSinn getrost, wenn ich bei Jefu bin. lebt immerdar im Streit. 3. Was ist die Welt? Gin Jammerthal. Es wartet auf uns überall in unsrer kurzen Lebenszeit manch Herzeleid. Der Mensch 2 4. Du kommst, Weltrichter, Gottes Sohn! Bald kommst du, und mit dir dein Lohn. Ach, gib, daß ich mich jeden Tag bereiten mag auf jenen letzten Glockenschlag! 4. Zulegt rust dann doch Gott dem Tod: Er kommt und endigt uns're Noth, Sink' du, o müder Leib, hinab in's stille Grab! Dort wischt mir Goit die Thränen ab. 5. Was hilft die Welt in jener Noth, Lust, Ehre, Reich thum in dem Tod? O Mensch, das Alles merkest du, sieh' dann wohl zu, sonst kommst du nicht zur wahren Ruh! 5. Wenn mich die Sünde schon ansicht, o, so verzag' ich dennoch nicht! Es gab ja mein getreuer Gott bei meiner Noth den Sohn selbst für mich in den Tod. 00 6. Heil mir, daß mein Herr Jesus Christ für meine Schuld gez 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren storben ist; nun lebt und herrscht Spiel! Das höchste Gut sei stets er mir zu gut. Der Höllen Glut mein Ziel! Was ewig bleibet, löscht sein vergoßnes theures Blut. finden wir gewiß nicht hier; wir 7. Dem sterb' und leb' ich alfinden's, Jesu, nur bei dir! da7. Damit ich dich verklärt einst seh' und froh vor deinem Throne steh', so lehre du, mein Heiland, mich, und gib, daß ich nichts so begierig such', als dich! dack lezeit, von dem mich auch der | Tod nicht scheid't. O, sein bin ich, und er ist mein! Das soll allein mein Troft im Tod und Leben seins dan 8. Der schon in dieser Brüfungszeit so oft mein schmachtend Herz erfreut, gönnt meinem Leib auch einen Blick, und ruft zum Glück, zum Leben meinen Leib zurück. Mel.: Ich hab mein Sach' Gett. 87. Gott hab' ich Alles heimgestellt; er thue, was ihm wohlgefällt, zum Tod und Leben gleich bereit, wie er gebeut, vertrau ich sei ner Gütigkeit. 9. Ich werde dann von Angesicht Gott schaun in jenem sel'= gen Licht. Welch unaussprechlich 2. Auch meine Zeit kommt, große Freud' ist mir bereit't! wenn Gott will; ich warte Gott sei gedanft in Ewigkeit! drauf und bleibe still. Gutte Liedes. Nach der Mel. des 48. Liedes, ist mir, was sein Rath erwählt, er nimmer fehlt. Er hat auch 88. Die Herrlichkeit der eine Haar' gezählt..UR S w this Erden muß Staub 62 Erst. Th. VI. Vom Fall und von der Verdorbenheit 2c. 2c. und Asche werden, und nichts nen? Gibt es wohl ird'sche bleibt ewig stehn; das, was Kronen, die unverwelklich blühn? uns hier ergößet, was man für Kann vor des Grabes Schrecken ewig schätzet, wird als ein leich- der Purpur dich bedecken? die ter Traum vergebnimi dol Krone dich dem Tod entziehn? 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trozig machen, als Tand und Eitelkeit? Was ist der Menschen Leben? Stets mit Gefahr umgeben, währt es nur eine kurze Zeit. 7. Wie, wenn die Sonn' aufgehet, die Rose blühend stehet in ihrer schönsten Zier und doch verwelft sich beuget. eh sich der Abend neiget, so blühen und verwelfen wir. 3. Was hilft uns unser Wij sen? Wird's, wann wir sterben müssen, ein großer Vorzug sein? Was hilft uns Macht und Shre, so glänzend sie auch wäre? Kann sie uns wohl alsdann erfreun? 14. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh gewinnen, was 9. Wir rechnen Jahr auf unser Fleiß erwirbt? Kann wohl, was wir besigen, uns vor dem Tode schützen, und stirbt nicht Alles, wenn man stirbt? 2 8. Frob wachsen wir auf Erden, und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch in den schönsten Tagen, noch eb wir Früchte tragen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. Jahre, inzwischen wird die Bahre vor unser Hauß gebracht. Man scheidet von den Seinen, die hülflos uns beweinen, und uns bedeckt des Grabes Nacht. 5. Was sind die Lebensfreu den? Wie bald folgt Angst und Leiden und Reu auf den Genuß! Was ist's, womit wir prangen? Wo wirst du Chr' erlangen, die nicht zuletzt/ verschwinden muß? huis mon 6. Was sind selbst alle Throharus dia? 10. Dies laßt uns wohl bedenken, und uns zum Himmel lenken, weil er uns offen steht. Wer dahin will gelangen, darf an der Welt nicht hangen, da sie mit ihrer Lust vergeht. AC1907 da VII. Von der Erlösung der Menschen und dem une Erldser überhaupt. You fiind simion Mel.: Jesu meine Freude. 89. Wort aus Gottes Munde! Wort vom Friedensbunde! Evangelium! Bald, da wir gefallen, ließ dich Gott SHISH S | erschallen, du bist unser Ruhm. Gottes Kraft, die Glauben schafft, gute Botschaft uns zum Leben vou Gott selbst gegeben! 2. Was dein Wohlgefallen Erst. Th. VII. V. d. Erlösung d. Mensch. u. d. Erlös. überhaupt. 65 ist erst verderbt vor der Zeit uns Allen, Gott, Mel.: Durch Udams Fall ist. 2 bestimmer hat; was sonst dunkle 90. Durch Adams Fall Schatten vorgebildet hatten, daß vollführt dein Rath! Daß dein Eid dich nicht gereut, zeigst du nun; in Jesu Namen wird er Ja und Amen, distasting Boe 83. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus, der sein Leben wollte für uns geben, stellt sich wirklich dar; ja, er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht, und lebt in Ehre; ach erwünschte Lehre! der Menschen Thun und Wesen. Dies Gift ist auf uns fortgeerbt. Wir wären nie genesen, wär Jesu Heil nicht unser Theil. Denn wie so tiefe Wunden! Ach, jeder hat in Adams That des Satans Neid empfunden! 2. Seit Satan ihn dahin gebracht, daß er frech abgefallen, so herrschet mit tyrann'= scher Macht die Sünde in uns Allen. Uns drückt der Tod. In solcher Noth beschloß Gott, uns zu geben den eignen Sohn zum Gnadenthron, damit wir möchten leben. onu di bsd 4. Da uns Strafen drobfen; was für frohe Boten! Trostreich ist ihr Mund, lieb lich ihre Füße, ihre Lehren süße. Welch ein theurer Bund! 3. Warf uns denn eine fremde Gottes juld tilgt unsre Schuld, und wer ihn mit Glauben ehret, wird von ihm erböret. Schuld in Adam Alle nieder, so bringt uns eine fremde Huld in Christo Alle wieder. Und wie wir All in Adams Fall des ew'gen Todes starben, so retter Gott durch Christi Tod, die sonder ihn verdarben. 330 5. Auf, und wehrt den Schmerzen! Kommt, ihr, deren Herzen das Gesetz zerschlug; kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug! Jesu Tod versöhnt euch Gott; Gott, der euch als Vater liebet und die Schuld vergiebet. 16. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen und in ihm mich freu'n. Ihm nur will ich leben, ihm mich ganz ergeben, ewig treu ihm sein. So werd' ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben und den Himmet erben! d 4. Gott hat uns seinen Sohn geschenkt, da wir noch Feinde waren, der ist für uns an's Kreuz gehenkt, erstanden, aufgefahren. Tod und Gericht trifft uns nun nicht, so wir ihm nur vertrauen. Fest steht dies Wort. Wem mag hinfort noch vor dem Tode grauen? pro 5. Er ist das Licht, der Weg, die Pfort die Wahrheit und das Leben, des Vaters Kraft, sein ew'ges Wort, zum Heiland uns gegeben Dem Feind zum d. Mensch. u. d. Erlöf. überhaupt. Nach der Met. des 29. Liedes. 91, Ew'ge Liebe, mein Gemüthe waget einen fühnen Blick in den 26grund deiner Güte; send' ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsterniß zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket! 64 Erft. 3h. VII. 2. d. Erlösung Truß umgibt sein Schutz uns Alle, die wir glauben. Er ist der Hirt'; die Seinen wird aus seiner Hand nichts rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, und wird zuletzt zu Spotte, der solchen Trost bei Menschen sucht, und nicht bei seinem Gotte. Denn wer sich will ein, andres Ziel ohn' diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Feind's Gewalt 30 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich erbarmet hast, und und arge List erschrecken. aus freiem edlen Triebe den 7. Wer hofft in Gott und dem vertraut, kann nie zu Schanden werden. Wohl, wer auf diesen Felsen baut! Trifft ihn schon hier auf Erden viel Angst und Müh, hab' ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich nur fest auf Gott ver läßt. Gott hilft den Seinen allen. Vi8. Du wollest, Herr, von meinem Mund dein heil'ges Wort nicht nehmen, so weiß ich, läßt dein theurer Bund mich Sünder nicht beschämen! Der Sünon aimed den Schuld deckt deine Huld; 4. Doch, du hast, o weise nur ihr will ich vertrauen. Wer ihr vertraut, auf sie fest baut, der wird den Tod nicht schauen. Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, daß sich jeder darin übe, der am Segen Antheil nimmt! Wer nur an den Mittler gläubt, und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Da du keinen zum Verderben ohne Grund verbannet hast, tragen Sünder, wenn sie sterben, ihrer eignen Bosheit Last. Wer nicht glaubt an deiN nen Sohn, der hat Fluch und 9. Mir zeigt schon jetzt dein beilges Wort den Himmel auß der Ferne; denn dies Licht führt zu Christo fort, dem hel: len Morgensterne. Bricht der nun an, so fasset man alsbald die hohen Gaben, die Gottes Geist auch uns verheißt, so wir nur Glauben haben. us dis allweisen Rath gefaßt, der verdammnißwertben Welt durch ein theures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben Gnad" und Freiheit zu erwerben! 3. O, ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, welcher uns hülflofen Armen Gnade, Trost und Hülfe beut! Liebe, die des Sohns nicht schont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Gündenketten! MA Erst. Th. VII. V. d. Erlösang d. Mensch. u. d. Erlöf. überhaupt. 65 Tod zum Lohn; sein muthwillig armen deß, der sich zu dem Widerstreben schließt ihn aus Sünder neigt. Er geht nicht vom Heil und Leben. mit uns in's Gericht, und will den Tod des Sünders nicht. 6. Ewig jei mit Danf befungen, was dein Nath beschlossen hat! Mit uns preisen Engelzuns gen diesen weisen heil'gen Rath, den der Glaub' in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört; wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll ge= holfen sein. Deßwegen kam ſein Sohn auf Erden, und nahm den Himmel siegreich ein. Nun ruft sein Wort und Geist uns zu: Komm her zu mir, bei mir ist Ruh! 7. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu sein! Richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugniß dienen möge: ich sei auf dem rechten Wege. 4. O Abgrund, welcher unsre Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden, da findet kein Verdammen Statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit. 5. Darein will ich mich glauibig senken, dem will ich mich 8. Laß mich hier schon mit getrost vertraun; und wenn mich Vertrauen meinem Heil ent- meine Sünden fränken, nur bald gegen sehn, alsdann werd' ich nach Gottes Herzen schaun; da ohne Grauen selbst dem Tod findet sich zu aller Zeit unendentgegen gehn; keine Kreatur liche Barmherzigkeit. wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen können, noch von deinerLiebe trennen. Nach der Mel. des 7. Liedes. 92. Ich habe nun den Grund gefunden, der meine Hoffnung ewig hält; wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt. Ein Grund, der unbeweglich steht, wann Erd' und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebes6. Wird alles andre mir entrissen, was Leib und Seel' erquicken fann; muß ich des Lebens Freuden missen, und nimmt kein Freund sich meiner an; scheint die Errettung noch so weit: mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Ich kann in meinen besten Werken, wenn ich noch so behuts sam bin, gar manchen, manchen Fehler merken; o, wie fällt al= ler Ruhm dahin! Doch bleibt mir auch der Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. 8 gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Grbar5 66 Erst. Th. VII. Von der Erlösung der Menschen men ist; er wird gewiß sein Wort| entwaffne du den Tod, und laß erfüllen, er, der die Seinen nicht sie mit dir leben! 5. Der Sohn, der ihm geborsam war, erschien uunmehr 9. Auf diesen Grund will ich auf Erden, als eine Jungfrau sters bauen, so lang ich hier auf ihn gebar. Mein Bruder wollt' Erden bin; der Gnade Gottes er werden, hielt heimlich seines will ich trauen; fällt alles andre| Arms Gewalt, und ging eingleich dahin, so sing ich einst her in Knechtsgestalt, des Sa= nach dieser Zeit: tans Reich zu stürzen. der Barmherzigkeit! Abgrund 6. Er sprach zu mir: Halt dich an mich! Es soll dir jetzt gelingen! Mich selber geb ich ganz für dich; will mächtig für dich ringen; denn ich bin dein, und du bist mein. Auch du sollst, wo ich bleibe, sein. Uns soll der Tod nicht scheiden 7. Vergießen wird man mir mein Blut; voll Grimms mein Leben rauben. Gern leid' ich alles dir zu gut. Das halt mit festem Glauben. Dein Leben, Sterbli: cher, ist mein, und mein Verdienst ist, Sünder, dein! Su bist du selig worden. vergißt; sie währet ja in Ewig= feit die göttliche Barmherzigkeit. Nach der Mel. des 30. Liedes. 93. Nun, -un, Christen, laßt uns fröhlich sein, Gott Dank und Ehre bringen, von Herzen seines Heils uns freun, mit Lieb' und Lust ihm singen! Wer faßt die große Wunderthat, was Gott an uns gewendet hat, wie theu'r er uns erworben! 2. Vom Teufel hart verstrickt, war ich todt, elend und verlo: ren. Stets quälte meine Sünde mich; verderbt war ich geboren. Ich sank auch immer tiefer drein, that niemals Gutes, war allein von Sünde ganz besessen. 3. Gott jammerte von Ewigfeit mein Glend ohne Maßen. Er dachte der Barmherzigkeit, mir wollt' er helfeu lassen; zu mir wandt er sein Vaterherz; zu hei= len meiner Wunden Schmerz, ließ er's sein Bestes kosten. 4. Gr sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit kommt, zu erbarmen!( Sil', meines Herzens werthe Kron'! Sei du das Heil der Armen! Hilf ihnen aus der tiefen Noth! Für sie 8. Den Himmel nehm ich wieder ein, und scheid' aus diesem Leben. Da will ich stets dein Meister sein, und meinen Geist dir geben, der dir in Trübsal Trost gewährt, dich, wenn er mich in dir verklärt, in alle Wahrheit leite. 9. Was ich gethan, was ich ge= lehrt, das sollst du thun und lehren, daß Gottes Reich sich stets vermehrt zu seines Namens Ehren. nur hüte dich vor Menschenwahn, der dir den Schatz leicht rauben kann, dies sei mein Abschiedssegen. und dem Erlöser überhaupt. Mel.: Herr Christ, der einig G.| 94. Christe, Ginge: 95, borner, von Ewigfeit gezeugt! Des Vaters Auserforner, zu dem sein Herz sich neigt! Mit ihm von einem Wesen, bleibst du, der du ge= wesen, der Glanz der Herrlichkeit! 2. Für uns ein Mensch geboren, der feuschen Jungfrau Sohn, wie Gottes Gid geschworen, erlitt'st du Qual und Hohn; starbst, daß wir leben möchten; erhubst uns zu Gerechten und Erben deines Reichs. 3. Gib, sters in reicherm Maße, Erkenntniß deines Heils, daß feiner je verlasse die Wahl des besten Theils! Laß uns im Glauben bleiben; durch ihn zur Lieb' uns treiben und zu der Lust an dir! Jothe 4. Der du trägst alle Dinge, des Vaters ew'ge Kraft, ohn' den ich nichts vollbringe, der alles Gute schafft! Hilf, daß mich nichts verblendet, mein Herz nichts von dir wendet, nichts meine Liebe schwächt! 5. Laß uns, mit dir begraben, mit dir auch auferstehn; mit dir zur Höh' erhaben, nicht auf das Eitle sehn; dich wissen und dich hören, nach dir allein begehren; dein todt und lebend sein. 6. Dank, Lob und Preis und Ehre sei Gott in Ewigkeit für solche süße Lehre, mit der er uns erfreut! Sie tröst' uns, wenn wir leiden; sie stärk' uns, wenn wir scheiden; sie schüß' uns im Gericht! 67 Neue Melodie. Gedanke, der uns Leben gibt, welch Herz vermag dich auszudenken! Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit heil'gen Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majestät, und stillest mein Gewissen. Sonne 3. Ich kann der Wunder nicht, noch ihren Lauf und Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. 4. So kann mein Geist den hohen Rath des Opfers Jesu nicht ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ am Kreuz nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist: so werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Chrifti Wort nicht Gottes Sinn, so werd' ich ewig irren müssen, und, wer Gott ist, und, was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Frecher Spötter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit, und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Gigenthum, durch ihn des ew'gen Lebens Erbe, dies bin ich; und das ist mein Ruhm, auf den ich leb' und sterbe Erst. Th. VII. Von der Erlösung der Menschen 9. Er gibt mir seinen Geist,| Tode denken: Wie sollt' uns der, das Pfand, daran wir seine Liebe der ihn geschenkt, mit ihm nicht merken, und bildet uns durch seine Alles schenken? Hand zu allen guten Werken. 10. So lang ich seinen Willen Nach der Melodie des 15. Liedes. gern mit einem reinen Herzen 96. Heil uns, aus unfrer Netso fühl' ich eine Herrn und schmecke Fried' und Ruhe. 68 11. Und wenn mich meine Sünde fränft, und ich zu sei: nem Kreuze trete, so weiß ich, daß er mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, daß ich, erwecket aus der Erde, wenn er sich zum Gericht erhebt, im Fleisch ihn schauen werde. 13. Kann uns're Lieb' im Glauben hier für den, der uns geliebt, erfalten? Dies ist die Lieb', o Sott, zu dir, dein Wort von Herzen halten! 14. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich deinen Namen nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne! 15. Sollt' ich dereinst noch würdig sein, um deinetwillen Schmach zu leiden, so laß mich feine Schmach und Bein von deiner Liebe scheiden! 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freudigkeit empfinden, so wirk' er doch sein Werk in mir, und rein'ge mich von Sünden! 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, so laß mich noch im tung uns erworben! Der Herr will nicht des Sünders Tod. Was Adams Fall verdorben, hat er aus Gnaden uns ersetzt. Wie werth sind wir von ihm geschätzt! Wie groß ist sein Erbarmen! 2. Selbst seinen eingebornen Sohn sandt' er zu uns auf Erden, von dem verdienten Sündenlohn ein Retter uns zu werden. Gr fam, und mit ihm unser Heil; er kam, am ew'gen Leben Theil uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o Tod, dein Stachel nun? Hier ist dein leberwinder. Für uns're Schuld genug zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Wo ist nun, Sünde, dein deine Kraft? Hier ist der, der uns Kräfte schafft, dein Joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei Gott! Gelobt sein Sohn, der Retter uns'rer Seelen! Nun fann uns auch auf Erden schon das wahre Glück nicht fehlen, getrost und froh in Gott zu sein, wenn wir uns nur dem Heiland weih'n, den Gott für uns verordnet. 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, und dem Erlöser überhaupt. als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen! 6. O, laßt uns ihm uns anvertrau'n, und niemals sein uns schämen! Auf seine Mittlershülfe bau'n, und sein Joch auf sich nehmen, das ist der Weg zum ew'gen Wohl; der Weg, auf dem man friedenvoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, laß uns diese Seligkeit doch über Alles schäßen! Nie fönnen Güter dieser Zeit den Mangel uns erseßen, wenn uns das größte Gut gebricht; ein reines Herz voll Zuversicht zu dir, Gott, unser Vater! 8. O, lenf auf dies erhab'ne Glück der Seele stärfste Triebe! Zeuch mächtig unser Herz zurück von schnöder Sündenliebe! An dem uns theu'r erworbnen Heil laß uns im wahren Glauben Theil stets suchen und gewinnen! 69 Engel: Werde! Du bist es, des= sen Allmachtsruf die ganze Welt aus nichts erschuf. Du bist's, der Alles träget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd' und Himmel in sich schließt, und was im Meer sich reget. Nach der Melodie des 37. Liedes. 97. Lob, Ehre, Breis und Dank sei dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für. Wer kann dich g'nug erheben? Noch war die Welt ein Nichts, und schon warst du groß, berrlich, Gottes Sohn, gekrönt mit Schmuck und Ehre! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherrschest weit und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein sind sie, denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum 3. Und dennoch bist du, uns zu gut, in diese Welt gekommen; haft willig unser Fleisch und Blut, o Herr, an dich genommen! Aus der erschrecklichsten Gefahr zu retten, was verloren war, wardst du ein Fluch auf Erden. O Huld, die sonst nichts Gleiches hat! Du starbst für uns're Misfet hat, ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns, und bist es noch jetzt auf der Himmel Throne; suchst liebreich von derSünde Joch und ihrem schnöden Lohne, die ihr noch dienen, zu Beschwerter Herzen befrei'n. Trost zu sein, ist deines Herzens Freude. Du gibst den müden Seelen Ruh; und wer dich liebt, den stärkest du, daß nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet und endest ihre Blage. Du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage. Herr, dir sei ewig Dank und Ruhm für deinen Tod und Mar= terthum, für alle deine Liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin. Gib, daß ich mich, so lang ich bin, in deinem Lobe übe! Oster Erst. Th. VIII. Von Nach der Melodie des 15. Liedes. 4. Was ist die Welt? die arge 98. Liebesglut, wie kann Welt, was sind doch Adams ich dich nach Wür digkeit beingen! Wie wagt's ein schwacher Geist jetzt, sich so hoch hinaufzuschwingen! Es glänzet Gottes Herrlichkeit in lauter Lieb' von Ewigkeit; bleibt noch mein Herz erkaltet? Kinder? daß sie dein Sohn so theuer hält! Er rettet diese Sünder; da du im Zorne Belial mit seinen Engeln allzumat zum finstern Abgrund stießest. 2. Gott, der in sich höchstselig war, das allerreinste Wesen, selig war, das allerreinste Wesen, hat sich der schnödsten Sündenschaar zu lieben auserlesen. Du staunst, Bernunft? gib Gott die Ehr! Gott wollt' unendlich lieben, mehr als du begreifen solltest. 3. Liebe, die Gott seinen Sohn aus seinem Schoß genom men! Er ist von seines Vaters Thron zu uns herabgekommen. Sein Mangel, Knechtsstand, Kreuz und Grab malt uns mit starken Farben ab, wie sehr Gott lieben könne. 70 der Geburt Jesu Christi. = 5. O, welche Tiefen seh ich hier! Nie werd' ich nie ergrün: Gott, mich dir auf's stärkste zu den; doch seh' ich g'nug, um, verbinden. Herr, dir sei ganz das dir allein gehört, als Schön mein Herz gewährt, ein Herz, fer und Erbarmer. 6. O liebster Vater, nimm es an, und rein'ge seine Triebe, daß ich, so gut ich immer kann, dich recht inbrünstig liebe! Die Welt nicht, Gott sei meine Lust; laß ewig nichts in meiner Brust als deine Liebe bleiben. JAVOR IN VIII. Von der Geburt Jesu Christi. Nach der Melodie des 9. Liedes. sollt' allein der keuschen Jungfrau 99.& lag die Welt mit Sohn ein würd'ger Herold sein. 3. Du Zorn und Fluch beladen; da öffnetest du, Gott, die Fülle deiner Gnaden! Dein Sohn erscheint; du schickst den, dessen Dienst die Bahn dem Herrn berei ten soll, als seinen Knecht voran. willst durch ihn die Welt von deinem Heil belebren; und ihn auch ehrest du, um deinen Sohn zu ehren. Sein Vater wird erst stumm; der Stunime schnell bered't, und weissagt, da 2. Gott, wer kann thun, wie| auf ihn der Geist des Herrn geräth. du? Schon wohlbetagt an Jahren, gebiert Elisabeth. Der Sohn der Unfruchtbaren, den jenes Engels Mund verheißen, 4. Das Kind wird stark am Geift, der Gnade treuer Lehrer, ein brennend, scheinend Licht ein mächtiger Bekehrer, ein heil'ger Erst. Th. VIII. Von der Eiferer, der ohne Schonen straft. Auf seiner Seele ruht Eliä Geist und Kraft.) vt 5. O, welch ein Gnadenwort! O, welche süße Stimme, die in der Wüst' erschallt! Gott straft nun nicht im Grimme die sündenvolle Welt. Sein Himmelreich ist nah; denn der die Welt mit Gott verföhnen soll, ist da. 6. Euch ist solch Heil bereit! Ihr Sünder, nehmt's zu Ohren! Freut mit Johannes euch! Wie er, noch ungeboren, des Heilands ich erfreut, so freut er sich auch nun, durch Tauf und Predigten ihn allen fund zu thun. 7. Allein zu Jesu hin verweist er seine Jünger; allein auf Jesu zeigt sein ausgestreckter Finger. Seht, pas ist Gottes Lamm, das, mit dem Fluch belegt, für uns geschlachtet ward, und alle Sünden trägt. 8. Wohl dem, der dieses Lamm, auf das Johannes weiset, mit festem Glauben faßt, und auch im Leben preiset! Wer, seinem Taufbund treu, sich Jesu ganz ergibt, der ist in ihm von Gott begnadigt und geliebt. de 9. Das werd' auch unser Theil! Geburt Jesu Christi. Herz in euch bestellt, damit das Heil der Sünder bei euch den Einzug hält. O, hemmt nicht seinen Lauf! Gott hat den Sohn gegeben, und mit ihm Heil und Leben, nehmt ihn mit Freuden auf! 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast! Macht seine Steige richtig; last Alles, was er haßt! Ihr Berge senket euch; senkt euch und wer= det eben, wann Thale sich erheben; ihr Krümmen, werdet gleich! 3. Ein Herz, das Demuth übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmuth liebet, mit Angst zu Grunde geht. Ein Herz, das richtig ist, und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten; zu dem kommt Jesus Christ. nes Namens Ehre! Wer Buße thut und glaubt, hat Troft auf alle Zeit. Wer Buße thut und glaubt, der bleibt in Ewigkeit. Nach der Melodie des 56. Liedes. it Ernst, o Men= 100. Mit Ernst, o Menschenkinder, das 4. Ach, mache du mich Armen zu dieser heil'gen Zeit, aus Güte und Erbarmen, Herr Jeſu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hinein; dies sei statt jener Krippen, so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein! Neue Met. over: Von Gott will. Johannis Amt und Lehre ver- 101. Erhebt den Herrn, herrliche noch stets, Gott, deiFrommen! hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Vöifer Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns, zu unserm Leben, selbst seinen Sohn gegeben. Durch ihn sind wir erlöst. Erst. Th. VIII. Von der Geburt Jesu Christi. Kris 2. Grlöst! o, welche Gnade| er aus freiem Trieb uns seinen hat uns der Herr erzeigt! Der Sohn zum Heiland gibt. Wie uns betroff'ne Schade, der uns hat uns Gott so lieb! so tief gebeugt, ist nun nicht unheilbar. Von Sünden und Verderben uns Rettung zu erwer ben, gab Gottes Sohn sich dar. 3. Er fam zu uns auf Erden in armer Knechtsgestalt. Voll Mühe und Beschwerden war hier sein Aufenthalt. Der ihm gegebnen Macht enthielt er sich mit Freuden, bis er durchTod undleiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht! O, bringet Gott euren Lobgesang! Erlöste Menschen, finget dem Mittler ewig Dank! Wo niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt uns'rer Seelen Schaden. O, nehmt ihn gläubig an. US 5. Du Freund der Menschen finder, verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil der Sünder, ist uni're Zuversicht, d'rum kommen wir zu dir. Hilf uns die Macht der Sünden doch glücklich überwinden, denn dein, o Herr, sind wir! etiam 6. Bei dir steht unser Leben. Zu unserm ew'gen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil! Laß uns dir folg: sam sein! Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden uns re Seelen sich Gottes ewig freun. Neue Mel. oder: Nun sich der Tag. 200 102. so bat Gott die Welt geliebt, daß 2. Wie sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Er, aller Menschen höchstes Gut, der alle segnen kann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünde, an. 4. Ich freue mich, mein Gott, in dir; Du nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir nun? 3st Gott mit mir, wer ist dann wider mich? 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mir Rath, Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürst, so, wie das Heil der Welt! 6. Was mir zum Seligsein gebricht, das, Herr, erwarbst du mir! Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab' ich nun an dir. 7. Dein Mangel wird mein reiches Theil; dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, gewinn' ich Herrlichkeit! 8. Gelobt sei Gott! Gelobt sein Sohn, durch den er Gnad' erweist! Yobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb' ihn auch, mein Geist! Nach der Melodie des 61. Licdes.103. Laßt uns unferm Gott lobingen! Hocherfreut laßt uns heut ihm Vereh Erst. Th. VIII. Von der Geburt Jesu Christi. rung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein! Gott allein, unserm Gott sei Ehre! auf ihn mit Glaubensblicken! Zittert nicht! denn er spricht: Ich will euch erquicken. an; Opfert Freudenthränen! Liebt ihn, der von Liebe bren= net, traut dem Herrn, der euch gern seine Brüder nennet! 8. Wenn euch eure Sünden fränken, eilt herzu, suchet Ruh! Er will sie euch schenken. Schaut 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich, Christus ist geboren! Er, der König aller Wesen, steigt herab bis in's Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Rathschluß fassen? Aber dies ist gewiß: Gott kann uns nicht hassen! Kommt der Sohn aus freien Trieben zu uns her; wie sollt' er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nähm' er dann Menschheit an? Er spricht: Ich errette. Deß soll sich der Erdkreis freuen! zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Gilt im Geist nach Bethlems Hütten; seht, was dort euer Hort schon für euch erlitten. Er wird niedrig euretwegen. Welch ein Freund! Er erweint seinen Feinden Segen. 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg' ich nach, obwohl schwach, doch um so viel treuer! Keine Kreatur, kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir. mich scheiden. 6. Er, er will für eure Schul13. Du kommst einst zum den, Armuth, Noth, Schmach und Tod, göttlich groß erdul| Weltgerichte; dann werd' ich, den. Lernt den Menschenfreund erkennen; gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. Richter, dich schau'n von Angesichte. Gott, wie wird dein Hasser beben! Dann werd' ich dei= ner mich freu'n und ewig leben. 7. Dank, ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann! Betet 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euern Schmerz fühlt mein Herz! Kein Erlöster zage! Bringet ihn an seinem Feste Zutrau'n her! Wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Gure kleine Zeit der Leiden und der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? 11. Gottmensch, du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde! Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden. Relobet feist du, Jo104. sus Christ, daß du Mensch geworden bist! Da eine Jungfrau dich gebar, frohlockte selbst der Eugel Schaar. Hallelujah! 2. Dich sah'n die Väter schon Erst. Th. VIII. Von der Geburt Jefu Chrifti. von fern, Davids Sohn und| doch hin, mich selbst und was ich Davids Herrn; ihr Heil und hab' und bin! Ach freilich ist es ihre Zuversicht, und aller Völker wenig! Schließ mich in dich! Trost und Licht. Hallelujah! Nichts auf Erden, nicht Beschwerden, feine Leiden jollen mich je von dir scheiden. 3. Die Nacht entflieht; der Tag bricht an über die, so nie ihn sahn; auf die, so Finsterniß umgab, glänzt Gottes Wahrheit nun herab. Hallelujah! 4. Durch den die Welt einst worden ist, der einst richtet, Je: sus Christ, der Schöpfung Herr, kommt in sein Reich, erniedrigt sich und wird uns gleich. Hallelujah! 5. Jauchzt Himmel, Erde, freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich! Uns, Adams sündiges Nach der Mel. des 17. Liedes. Geschlecht, entsündigt Er, macht 106. Gottes Sohn und 74 uns gerecht. Hallelujah! 6. Gelobet seist du, Jesus Christ, daß du Mensch geboren bist! Dir ist der Erdkreis unterthan! dich beten alle Himmel an. Hallelujah! 3. Bleib, höchstes Gut, du Himmelszier, mein Leitstern stets, v bleib bei mir! Du Hoffnung der Verzagten! Du Lebensquell erquiche mich, du süßes Manna schenke dich zum Troste den Geplagten! Laß nicht dein Licht hier auf Erden dunkel werden! Laß den Deinen hier dein Wort noch ferner scheinen. Nach der Mel. des 35. Liedes. 105. Friedensfürst, aus Davids Stamm, mein Bruder, Gott und König! mein Stammeln, meine Lieder sind vor deinem Glanz zu wenig! Wo Menschenweisheit sich kehrt um, wo Engelzungen fallen, da bliebe man wohl ewig stumm, o meiner Seelen Bräutigam! wenn dir es würd' mißfallen, was Kinder stammelnd bringen. 164 2. Was alles Denken übertrifft, mein Trost, mein Heil, mein| was Wiß unmöglich nennet, hat Leben! Dank sei dir, o Imma: nuel! Du kommst zu uns. Nach Leib und Seel' will ich mich dir ergeben. Heil dir! Heil mir! Weicht ihr Leiden, singt mit Freuden: Hostanna! seht, er kommt jetzt: Hosianna! deine Wunderhand gestift't die feine Schranken kennet. Gott wird ein Mensch, der Herr ein Knecht, und Menschenarme tragen den, der den ganzen Welt= kreis trägt. Was kann ein Klügling sagen, dies Räthsel aufzu: lösen? FORD 2. Ich selbst bin nun von Freuden voll, und weiß nicht, was ich schenken soll dem auserwähl= ten König! O theurer Jesu, nimm 3. Du bautest aus Maria dir, o großer Erdgesandte, die Hütte, da dein Herz zu mir in Liebes 75 Erst. Th. VIII. Von der Geburt Jesu Christi. flammen brannte! Du kamst| Aus ewigem Erbarmen bist du in's Glend nackt und bloß, zu von ihm erkaufet. asis fleiden mich mit Segen; verliez fest deines Vaters Schoß, um mich darein zu legen und ewig zu erquicken. k 4. Was aller heil'gen Väter Schaar verlangte zu erblicken; was Adam schon verheißen war; was Lamech konnt' erquicken; was Jakob sah; was er besang; was Hiobs Trost gewesen; und was durch Davids Harf' erklang, das Alles ist zu lesen in meines Hei: lands Krippe. HERTHE 5. Mein Blutsfreund, mein Immanuel! was fonnte dich bewegen, mein Goel, meine Lebensquell! den Zepter hinzulegen, zu kommen in dies Jammerthal, um dich mir selst zu schenken? Ich wende mich hin überall, ob et was auszudenken, die Gabe zu vergelten. 2010) 6. Wär nicht der ganze Himmel dein, und könnt' ich ihn dir geben, so würd' es doch zu wenig sein: Könnt ich mein Blut und Leben zu tausendmal hinge: ben dir, so blieb ich doch in Schulden, weil, was du hast gethan an mir, und für mich wollen dulden, unendlich mehr verdienet. 7. Doch steh, mein Herz, o welche Lieb'! der Herr will keine Gaben; komm nur, und dich ihm selbst ergib, das ist's, was er will haben. Der sich dir schenket, will allein mit Glaub' und Liebesar men in Dankbarkeit umfasset sein. ARE EM TOHO Nach der Mel. des 17. Liedes. 107. Gottes und Marien Sohn! liebster Jesu, sei willkommen! Der du Armuth, Spott und Hohn mit der Menschheit angenommen. Rette mich aus aller Noth, welche meiner Seele droht 2. Wir empfinden Alle noch, was uns Adam einst verloren; und auch ich bin in dem Joch seiner Missethat geboren. Doch ich hoffe jetzt auf dich. Andrer Adam, ändre mich! 3. Du bist worden, was ich bin; laß mich auch, was du bist, werden! Nimm mein Sündenelend hin; mache mich dir gleich auf Erden, und verleih von deinem Heil mir, o Jesu, auch mein Theil! 4. Aus dem Himmel kamst du her; hilf mir Armen aus der Hölle; nur ein Stall war dir noch leer; aber gib mir eine Stelle unter denen, die bei dir wohnen werden für und für! 5. Steckt mein Herz in böser Lust, lasse du es so nicht bleiben! Wohne selbst in meiner Brust, alles Böse zu vertreiben, bis ich, ganz mit dir erfüllt, habe Gottes Ebenbild! 6. Wurdest du ein Menschensohn: mache mich zu Gottes Kinde, daß ich stets vor seinem Thron einen Vater an ihm finde! Er ist Erst. Th. VIII. Von der ja nicht mehr mein Feind; denn| ich bin dein wahrer Freund. 76 Geburt Jesu Christi. 4. Du bist Mittler! Heil uns Sündern, huldreich gab der Bater ihn! Du hast armen Adamskindern nun sogar das Recht verliehn, in den Himmel einzugehen, und des Herren Herrlichfeit nach vollbrachter Brüfungszeit ewig einst verklärt zu sehen. Nun hat meine Zuversicht einen 7. Wenn der Teufel sich erbost auf uns schwache Menschenkinder, so hab' ich den großen Trost, daß du da bist, Heil der Sünder! Dir ergeb' ich Leib' und Seel', hilf mir, mein Immanuel! Neue Mel. oder: Sollt' ich meinen. Anfer, der nicht bricht. 108. Der du uns das Heil errungen, Mensch geword'ner Gottessohn! ewig sei dir Lob gesungen, daß du von des Himmels Thron, uns zu gut ins Fleisch gekommen! Der du voller Freundlichkeit längstens schon vor meiner Zeit dich auch meiner angenommen und mein Bruder worden bist; sei gelobt, Herr Jesu Christ! 5. Sollte Gott mich nun wohl haffen? Hier ist ja Immanuel. Sollt' er mich wohl Hülslos lassen? Hier ist ja der Hülfe Quell. Was vermag mich anzufechten? Er, der meinen Jammer kennt, und mich seinen Bruder nennt, sißt als Herr zu Gottes Rechten. Durch ihn bin ich Gott vereint. Gott ist mein versöhnter Freund. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme sein! Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz vertrau'n, freudig folgen, auf dich bau'n. Deine Huld ist unermessen. Gib, daß ich für deine Treu, dir auf ewig dankbar sei! 2. Sei gelobt, denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht! D, wie hoch hast du geehret unser sterbliches Geschlecht! Herr, du hast es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zur Lust dir auserwählet! Ja, in dir, du Gottessohn, sitzt der Mensch auf Gottes Thron.org ad d 3. Du, du bist der Völfer Russisc Mel.: Vom Himmel hoch. Segen; kamst, vom Fluch uns 109. Dies ist der Tag den Gott gemacht. zu befrei'n, und wir können deinetwegen nun auch Kinder Got: tes sein. Hat die Sünd' uns gleich verdorben, o, so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, uns die Tüchtigkeit er= worben, einst, von Sünden völlig rein, deinem Bilde gleich zu sein. Sein werd' in aller Welt ge= dacht. Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein geharrt. Doch, als die Zeit era füllet ward, da sandte Gott von Erst. Th. VIII. Von der Geburt Jesu Chrifii. 5. Dein König, Zion! kommt zu dir; er kommt voll brünstiger Begier, dich zu erfreun; er hilft dir gern. Gelobt sei, der da kommt vom Herrn! 10 6. Herr, der du Mensch geboren wirst! Immanuel und Friedefürst! auf den die Väter hoffend sah'n; dich, Gott, mein Heiland, bet' ich an! 7. Du, unser Trost und höch: stes Gut, vereineft dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir! 8. Gedanke voller Majestät! du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligleit! du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt, ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zag' ich nun, wenn der mich schüßt, der in des Vaters Schoße sitzt. 77 feinem Thron dich, Heil der Welt! dich, seinen Sohn! 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist voll Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. mong chi Neue Mel. oder: Ermuntre dich. 4. Damit der Sünder Gnad 110. Gott, deine Gnade erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! Nimmst selbst an uns rer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. sei gepreist! Sie schuf uns Heil und Leben. Grmuntre dich, mein träger Geist, ihr Wohlthun zu erheben! Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich eingestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. n 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt! Und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 11. Herr, der du uns den Tag gemacht, der uns solch gro= ßes Heil gebracht. Dich preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. O große That! erwünschte Nacht! von Engeln selbst besungen; du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen! In dir erschien der starke Held, der Alles schuf und Alles hält, der Freund der Menschenfinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel kamest, und unser Fleisch und. Blut so gern in Demuth an dich nahmest. Sohn Gottes! o, wie hast du dich so tief erniedrigt auch für mich! Wie arm bist du erschienen, um meinem Heil zu dienen! 4. D, lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich auf die= ser Erd, dich so herabzulassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod; und doch kamst du auf Erden, ein Men= schensohn zu werden. 78 Erst. Th. VIII. Von der Geburt Jesu Christi. 5. Noch stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe! Du sabest uns're Sündennoth mit mitleidsvollem Triebe. Du stimmtest, unser Heil zu sein, in deines Vaters Rathschluß ein; wardst Mensch. und kamst mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 6. Immanuel! dein freu' ich mich. Du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungskraft, und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Da bist's, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin. Ich will dich ohn' Aufhören mit Leib und Geist verehren. 8. Zwar seh' ich dich im Fleisch noch nicht; doch du wirst wie derkommen; und dann schau'n dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen! Dann werd' ich auch, Herr Jesu Christ! dich schau'n so berrlich, als du bist. Dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. ist geboren und nimmt sich eurer an. Deß freuet sich dort oben der Engel heil'ge Schaar, und ihre Chöre loben Gott darum immerdar. 2. Sie wissen nichts vom Neide, freu'n sich mit uns zugleich, und singen: Große Freude verkündigen wir euch! Euch ist dies Kind gegeben! Euch solches Heil bereit't; bei Gott dereinst zu leben in steter Seligkeit. 3. Daß sich kein Mensch betrübe, dies Kind zerbricht das Joch, bringt euch des Vaters Liebe; was trauert ihr nun noch? Er schenkt ein himmlisch' Erbe: Wohl dem, wer an ihn gläubt, daß jeder fröhlich sterbe, da solch ein Schatz ihm bleibt. 4. Tod, Sünde, Teufel, Hölle, was wider euch gekämpft, hat er, an eurer Stelle; bestritten und gedämpft. Dies Kind tritt sie darnieder. Nun seid ihr wohl gerächt; und Gott erhöht nun wieder das sterbliche Geschlecht. 5. So rühmen sie; mit ihnen frohlocket jeder Christ, daß Gott im Fleisch erschienen, der Herr sein Bruder ist. Dein sind nun unsre Herzen. Herr, dir geloben wir: uns trennen weder Schmerzen, noch Freud' und Glück von dir! Neue Mel. oder: Wir Christent. Nach der Melodie des 57. Liebes. 112. Herr! laß doch mich hr, die ihr war't 111., verloren, hört, was euch trösten kann! Der Heiland recht Heilands Fest mit Lob und Dank begehen! Lieb' ist der Dank, der Erst. Th. VIII. Von der Geburt Jesu Christi. Lobgesang, durch den wir dich, du Gott der Lieb', erhöhen! 2. Wie bin ich froh, daß du also, o Gott, die Welt in deinem Sohn geliebet! O, wer bin ich, daß du auch mich so herrlich hoch, noch eh' ich war, geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint, zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren; er wird uns gleich, um, Gott, dein Reich und deine Lieb' im Fleisch zu offenbaren. 4. An seinem Heil gib mir auch Theil! Hilf, daß ich redlich glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht, und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich, Gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreu'n und dein da: bei gedenken! 6. Nath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Erden! die Christenheit preist dich erfreut, und Aller Knie soll dir gebeuget werden! 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern, und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Hallelujah! Hallelujah! Freut euch des Herrn, und jaucht ihm, ihr Erlösten! 79 Heil der Welt, der Mittler, ist geboren, der uns erlöst und ewig tröst't. Wer an ihn glaubt, geht nimmermehr verloren. 2. O große That! Nach Gottes Rath hat sich sein ew'ger Sohn für uns gegeben. Ein Menschenkind, doch ohne Sünd', ward er für uns, und bracht' uns Heil und Leben. Nach der Melodie des 112. Liedes. 113. Christenheit, sei hoch erfreut! Das 3. Seligkeit! Er hebt das Leid, das durch den Sündenfall auf uns gekommen. Mit uns ist Gott nun in der Noth. O, jauchzt dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr Frommen! 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank! Du wurdest Mensch, damit wir selig würz den. Du machst uns groß, und völlig los vom Fluch der Sünd" und ihren schweren Bürden.. 5. Gelobt sei Gott! Auf uns're Noth sah er als Vater mitleidsvoll hernieder. O Christenheit! preis' ihu erfreut. Denn Gottes Sohn bringt das Verlorne wieder. Nach der Melodie des 112. Liedes. 114. Wirf, blöder Sinn, den Kummer hin. Gott ist für dich; was will dich ferner kränken? Hallelujah! Sein Sohn ist da; wie sollt' er uns mit ihm nicht Alles schenken? 2. Schlägt dir das Herz vor Angst und Schmerz; empfindest du, wie sehr die Sünden frän: fen? Dein Heil ist hier; wie? sollte dir nicht Gott mit ihm auch Gnad' und Friede schenken? Erst. Th. VIII. Von der Geburt Jesu Christi. 3. 3st deine Kraft zu man-| dir soll es Ehre geben, dies gelhaft; mußt du mit Scham an Herz, dein Eigenthum! deine Schwäche denken? er, der dir gibt das, was er liebt, wird dir mit ihm zur Tugend Kräfte schenken. 150 41510 3. Nichts hast du unterlassen zu uns'rer Seligkeit, als wir im Staube saßen, gebeugt vom schwersten Leid. Da mir das Reich genommen, wo Fried und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen, und hast mich froh gemacht! 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu entgehn der Bosheit schlauen Ränken? Erschrick nur nicht! Gott ist dein Licht. Er wird dir mit dem Sohn auch Weisheit schenken. 80 5. Gebricht es dir bald da, bald hier; sorgst du, wer dich noch speisen wird und tränken? O, fasse Muth! Das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen hin, die dich in's Veer der Traurigkeit versenken. Dein Heil ist da. Hallelujah! Wie follt' uns Gott mit ihm nicht Alles schenken? Nach der Mel. des 67. Liedes. 115. Wie Wie soll ich dich empfangen, o Jesu meine Zier! O aller Welt Verlangen, wie gerne will ich dir mein Herz zum Tempel weihen! Nur zeige du mir an: womit ich dich erfreuen, wie ich dir dienen fann! 2. Dort streut dir Zion Palmen; wird nicht mein Herz ges rührt? Es zeigt durch frohe Psalmen, was es für Regung fpürt. Dich, Herr, soll es ers heben, denn dir gebühret Ruhm, 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß. Du hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie ird'scher Reichthum thut. 5. Was hat dich, Herr, ges trieben, dich, den kein Himmel hält, als nur dein theures Licben, womit du diese Welt bei ihren lauten Klagen, bei ihrer Jammerlast, bei ihren tausend Plagen so fest umfangen hast! 6. So jauchze nun von Herzen, du hochbetrübtes Heer! bei denen Gram und Schmerzen sich häufen immer mehr! Seid une verzagt, erblicket die Hülfe vor der Thür; der euer Herz erquicket und tröstet, stehet hier! 7. Sollt euch nun noch erschrecken der Sünde schwere Schuld? Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb' und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu wahrem Trost und Heil; macht sie zu Gottes Kindern, und Gott zu ihrem Theil. 8. Laßt eure Feinde dräuen, SL Erst. Th. VIII. Von der Geburt Jesu Christi. weicht darum nicht zurück, der das folternde Gewissen immer Herr wird sie zerstreuen in ei= heftiger zerrissen. nem Augenblick! Er kommt, der große König! der Rächer eilt geschwind! stürzt Feinde! die zu wenig zum Widerstande sind. 4. Flieb ich dann, die Angst zu lindern, da ich so beängstigt sin, zu der Welt und ihren Kin= dern, fall' ich vollends ganz da= hin. Da ist Freude, die betrübt; Troft, der nicht Erquicfung gibt; Helfer, die mir Unlust machen; Freunde, die wohl meiner lachen. 9. Du kommst zum Weltge: richte, verklärter Menschensohn! in majestätschem Lichte, und mit dir kommt dein Lahn. Geb' auf, o wabre Sonne! und leucht' in vollem Glanz, erfüll' mit ew'ger Wonne das Herz der Deinen ganz! 5. Wo ist etwas, das nicht nichtig, dürftig und voll Mühe wär? Hab' ich Hoheit, die ist flüchtig. Hab' ich Reichthum, was ist's mehr, als ein wenig schnöde Erd? Hab ich Lust, was ist sie werth? Was ist, mich heut erfreuet, und nicht morgen schon gereuet? Mel.: Werde munter, mein Gem. 116. Wie lang soll ich traurig stehen, du Gesegneter des Herrn! Solldas test du vorübergehen? Tritt doch 6. Aller wahrer Trost im nicht von mir so fern! Helfer in der rechten Zeit, der mit ew'gem Trost erfreut! Hilf, o Jesu, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen! Leide ruht in dir, o Jesu Christ; und auch du allein gibst Freude, die ganz rein und lauter ist! Ach, wie sehn' ich mich nach dir! Eile, Jesu, komm zu mir, daß ich deine Hülfe sehe, eh ich in der Angst vergehe! 161 2. Schau auf meinen großen Jammer! stille des Gesetzes Dräu'n! denn dies Wort ist als ein Hammer, und zermalmt mir mein Gebein! 8 verfündigt Fluch und Tod. Ach, wie schrecklich wird mir Gott! Komm, von des Allmächt'gen Pfeilen mein verwundet Herz zu heilen! 7. Freu' dich, Herz, du bist erhöret! Jetzo zeucht er bei dir ein. Sein Gang ist zu dir ge= fehret. Auf! heiß' ihn willkommen sein! Er verspricht dir Heil und Ruh. Auf! bereite dich ihm zu, daß er dich zur Wohnung wählet, und da flag' ihm, was dich quälet! Jeg 3. Sich, wie Satan seine Lügen noch in diese Schrecken mischt; als müßt ich, gleich 8. Wohl dir, daß dich Jesus ihm, nun liegen in der Gluth, liebet! Wo ist, was dir schaden die nie verlischt! Weh mir, zu kann? Was du Böses selbst vernoch größerm Schmerz wird übet, das sieht Gott nun nicht. mein schon zerrißnes Herz durch| mehr an. Auch wird, was sich 6 82 Erst. Th. VIII. Von der Geburt Jesu Christi. in der Welt Böses dir cutgegen stellt, statt dich in den Staub zu legen, dir nur lauter Glück und Segens sasnil m 9. Dir dient selber das zum Heile, was die Sünder schreckt und quält; denn du hast zum besten Theile deinen Jejum dir erwählt. Sei ihm, wie er dir ist, treu, und es bleiber fest dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben! ini sid ai mudrone di" dad pah Von der Erscheinung der Weisen. nur weiſen, dacht Nach der Mel. tes 32. Liedes. 117 & Soft ott, der Juden, denn Salomon. Dein sind wir, o Gottes Sohnson and 5. Nimm dies Opferin Genaden von getreuem Herzen an! Sucht uns mancher Feind zu schaden, der dich nicht vertragen kann; so nimm uns bei seiner Wuth, starker Gott! in deine Hutshi mthitism 6. Heilig führest du die Dei nen; sicher machst du ihre Bahn. Laß uns gleichen Trost erscheinen, nimm dich unser mächtig an! Führe du uns bei der Hand in das wahre Vaterland. I aint Der 98. Pfalm. Nach der Mel. des 33. Liedes. I Gott der Heiden! 118hr Völker, stimmet nun mit Freuden Allev Völker Heil undlicht! Saba eht den Stern der Freuden, der von dir am Himmel spricht: Sem und Japhet kommt von fern, dich zu seh'n, du Jakobssterne chi 2. Wir gesellen uns zu denen, die aus Morgenlande sind; un ser Fragen, unser Sehnen ist nach dir, du großes Kind! Uns're Kniee beugen sich, unser Arm umfasset dich. mis mis 3. O, mit welchen ird'schen Schäßen mag ein armer Sterblicher dich erquicken und ergößen? Du bist über Alles, Herr, Gin Geschenk, daß dich erfreut, ist ein Herz voll Dankbarkeit.id 4. Nimm für Gold und fernt'sten Ländern klar. andre Gaben, Glaube, Lieb'din3.) Drum jauchzet singet, und Hoffnung an. Was wir ind, lobet Alle preist Gott mit und was wir haben, sei dir gänz- Saiten und Gefang, der Harfen lich unterthan. Hier ist mehr, sanfter Ten erschalle, und der dem, der manch Wunderwerk gethan, dem Sieger über Feind und Leiden, dem Herrn, ein neues Loblied an! Denn euch, die ihr im Finstern wavet, erscheinet Licht und Heil jetzund! sein starker Arm ist offenbaret; sein Recht wird allen Völkern fund. im 2. Er denkt daran, was er vor Zeiten dem Hause) Israel verhieß die Huld, das Heil, die Seligkeiten, die seine Wahrbeit hoffen ließ, die fallen jedem ins Gesichte, die zeigen sich jetzt offenbar es wird sein Heil in vollem Lichte auch den ent Erst. Th. VIII. Von der Geburt Jesu Christi. 85 Posaunen heller Klang! Es lobe| Best; da du die menschliche NaAules dessen Ehre, der als der tur aus allem Jammer reißest. größte König thront, die fisch- Die That stimmt mit dem Namen und inselreichen Meere, der Erd- ein; du wolltest, was du heißest, freis und was drinnen wohnt! fein, mein Heil, mein Seligmacher! 4. Die an der Ströme Ufern 3. In feinem andern ist ja pflügen, besingen ihn und freuen Heil; kein Nam' ist uns gegesich, und die, so auf den Bergen ben, darin wir könnten nehmen liegen, frohlocken vor ihm innig- Theil an Seligkeit und Leben; lich! Es kommt, es cilt mit du bist's allein, der jedermann hoher Stärke der Richter aller ein ewig's Leben schenken kann. Welt herbei. Er stürzet Sa Gelobet sei dein Name! onu tans Reich und Werke, und 4. O Name! werde doch in schaffet alle Dinge neu. mir durch Gottes Geist ver nom Von dem Namen Jesu. 2793 Mel.: Uus tiefer Noth schrei. 117093 kläret; da, was verborgen ist in dir, fein fleischlich Herz er fähret, Denn die Vernunft be119, Mein Jesu, du hast greift es nicht; ohn deines uns're Schuld mit ihrer Strafe Plagen, o unerGeistes Gnadenlicht bleibt es unaufgeschlossen.tapissa hörte Lieb' und Huld freiwillig 5. Laß mich empfinden deine wollen tragen! Du, der Gerechte, ließest dich zur Sünde machen, daß ich mich in dir gerecht kann nennen! Kraft, von heißer Liebe brennen, und deines Namens Eigenschaft stets aus Erfahrung kennen! So wird der Sündennoth gewehrt, 2. So heißest du nicht Jesus in Hoffnung meine Furcht pernur; du bist auch, was du hei- fehrt, und Seligkeit mein Erbe. mlisdangtim anid misd sig om u toj pil @ mm han de danse IX. Von dem Wandel Jesu auf Erden. ΤΟ ΚΛΙΜΑ ΤΗ 310 893011 1021 910 Mel Unser Vater im Himmel. 120. ein Lehrer ist dir, minor igest Jesu, gleich! An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort als That, der schwachen Menschen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein und lobet dich hoch sträd ann ihm grana Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig werden seiner Huld. Anf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangeliumi 3. Du sahest in der Gottheit Licht, mit aufgeklärtem Angesicht, was, nach des Höchsten weisem Rath die Welt noch zu erwar 6* s 2. Du famst zu uns, von 84 Erst. Th. IX. Von dem Wandel Jesu auf Erden. ten hat; du machtest selbst durch Mel.: Schmücke dich, o liebe S. deinen Mund das Künftige den 121. Heiland! deine Menz Menschen kund. schenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz regieret, und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen! D, wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 4. Dies, und die Wunder dei ner Hand sind uns ein göttlich' Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott! 5. Du lehretest durch Wort 2. Ueber seine Feinde weinen, und That. Man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heilgen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu dir nachzufolgen eifrig sei! 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt! Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt bein Heil den Menschen fund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nußen schafft! 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinem Siege mâchtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geift, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 8. Mein Heiland! send' ihn auch zu mir, daß Er mich zu der Wahrheit führ', vom Gigendünkel mich befrei', damit jedermann mit Hülf' erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen, mehr als väterlich erbar: men, der Betrübten Klagen hören, sich in And'rer Dienst verzehren, das sind Broben wahrer Güte: und so, Herr, war dein Gemüthe! 3. du Zuflucht der Elen= den! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Troft und Heil genommen! der gebeugt zu dir gekommen! Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! Und wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren; Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir zu locken; das war täglich dein Geschäfte, selbst mit Aufwand deiner Kräfte. ich dir gehorsam sei; bis mich 5. O, wie hoch stieg dein bei dir in Ewigkeit ein hell' res Licht dereinst erfreut oliser med hennar Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, dich von Sün 83 Ecst. Th. IX. Von dem Wandel Jesu auf Erden. dern ließ'st verhöhnen und zum| Sinn, ein Herz. Sein Wille Schimpf mit Dornen frönen, ja, uns Leben zu erwerben, wil lig warst, am Kreuz zu sterben! war dein Wille. Du ehrtest ihn auch unter Schmerz stets mit zufriedner Stille. Auch auf der allerrauhsten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; ohne Schelten, Drvhen, Klagen And'rer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, deine Feinde zu vertreten und für Mörder selbst zu beten. 3. Du suchtest nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterwarfst dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, ein Herold seines Ruhms zu sein. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten! o, wie wenig hast du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet! Willig litt'st du, um den Willen deines Va= ters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigungen. Lob sei dir dafür gesungen! 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen deinen Wandel oft erwägen! und bei des Geivis sens Schmerze tröste mich dein huldreich Herze! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner 119A031 Nach der Mel. des 72. Liedes. Menschenliebe! Laß mich im- 123. Wie göttlich ud mer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! doch Jesu Lehthe ins ren! Wie überzeuget seine Macht! Wenn wir nur von den Thaten hören, die er noch in dem SJCI. Fleisch vollbracht! so stimmet ihm der Glaube bei, daß er sten Liebe! Du warst, o Jesu, der Welt Erlöser fei. ganz erfüllt mit Gott geweih- 2. Die Herrlichkeit war voller tem Triebe! Gott war dein Gnaden, die man aus seinen Zweck, dein höchstes Gut, ihm Zeichen sah. Er wirkte nie zu folgtest du mit Heldenmuth. Jemand's Schaden, wie von Propheten selbst geschah; und 2. Du warst mit ihm ein Nach der Mel. des 26. Liedes. 122. Du wesentliches Ebenbild der allerhöch4. Du gingst verstummt zur Schlachtbank hin, Gehorsam zu bezeigen. Man sab dich mit ge= laßnem Sinn zur Schädelstätte steigen. Du warst zur tiefsten Schmach gefaßt, und trugst die schwere Kreuzeslast. Q 5. O Heiland, der du mich versöhnt, laß dein Verdienst mich decken, wenn mich, der ich Gott oft verhöhnt, verdiente Strafen schrecken! Hilf mir, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu'! 86 Erit. Th. N. Bon dem raffete die Sünder nicht durch Tod und Plagen vor's Gericht. 13. Geschenkten das Gesicht dem Blinden den Tauben gab er das Gehör; der Aussatz mußte vor ihm schwinden; der Stumme fang ihn Dank und Ehri Sein Machtwort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Todten auferstehno smisdag mi4 Groschalt des Satans Le gionen; die Legionen schalten ihn: t so mußten sie die Men= schen schonen, und plötzlich in den Abgrund flieh'n. Berief eröffeiner Engel Schaar so stellten sie sich dienstbar dar, fi si5 Sein Segen speiste ganze Heere, da, wo es doch an Brod thim ud nd dholing c finsids nd Bo STA bi XiVon dem Leiden und Sterben Jeſu. X. ដោយ ស Leiden und Sterbeu Jesu. gebrach und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sate man in allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle rub'n! 0 6. Wir danken, Höchster, deiner Stärfe, die Jesum vor der Welt verklärt der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter sich bewährt! Wir nehmen solchen glaubig an, und sind ihm willig unterthan.#E tragen! Welche Marter, wel chen Tod! Allem Trost muß er entsagen! Konnt' ich denn in meiner Noth bei dem Schreien meiner Sünden sonst nicht Trost und Rettung finden? ii ante 7. Erfüll', o Herr, nur uns're Herzen mit seiner Lehr' und Göttlichkeit! damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein verleiht und schaffe, daß ihm unsre Treu bis in den Tod beständig sei! du diametrs ug 291 .8 Nach der Met des 81. Biedes.| ler sein? War denn keiner hier ofte 124. was muß auf Erden, war kein dein Sohn er selbst so rein, der uns, Gott, mit dir versöhnte, und mit Heil und Segen frönte? 4. Gnade willst du zwar erweisen, doch soll die Gerechtigkeit auch der Sünder zitternd preifen, wenn ihn seine Schuld bedräut. Keiner kann bei seinen Sünden ohne Mittler Gnade finden. 2. Schöpfer! käme denn uns Armen ohne fein Versöhnungsblut nicht dein väterlich Erbar 5. Niemand aus der Engel men, deine Gnade nicht zu Orden, niemand aus der Men gut; wenn wir gleich die schen Schaar ist dazu erseben Schuld bereuen, und um Gna- worden, weil doch keiner tüchde zu dir schreien? dai mistig war; Gott nur konnte Gott 13. Und mußt du versöhnet versöhnen, mich mit Heil und Trong 2 werden? Muß bei dir ein Mitt- Segen krönen. S Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 87 6. Darum kam dein Sohn|| mels Zorn gepaart; denn dit hernieder, nun zugleich ein fühlst die Pfeile und des Fluches Mensch, wie wir, und versöhnte Keile; jene fühlen's nicht: weil seine Brüder, Herr, durch sei du dich mußt quälen, hatten ihre nen Tod mit div! Heilig bist Seelen deiner Freuden Sicht. bi du, und ein Rächer, und doch 4. Du bist das Lamm, das schönst du der Verbrecher 7. D, Geheimniß weiser Güte, dae kein Engel ganz durchschaut, rübre kräftig mein Gemüthe! Wie mein Herz auf dich ver traut, Gottmensch! so laß auch mein Leben dir Lob, Preis und Chre geben! not av musdi ist Schuld und Strafe auf seinen Schultern willig trägt der gute Hirt, der für die Schafe seintheures Leben niederlegt. Du bezahltest Schulden, und willst das erdulden, was wir all verdient: auf div liegt's alleine, daß wir würden reine, und mit Gott versühnt. er i 35 pm Bom Seelenleiden. 5. Dies ist die Ursach' deiNach der Mel, des 49. Liedes. ner Klagen; das Herz fließt 125. Sesu, Brunnquell über durch den Mund, und in aller Freuden! macht sein schreckenvolles Zawirst du mit Traurigkeit er gen durch schreckenvolle Worte füllt? Mußt du in deiner Uns fund: da du selbst bezeuget, schuld leiden, daß Schrecken aus daß dein Geist gebeuget sei bis dem Herzen quillt? So viel in den Tod. Dieses ist die theu're Streiter fab man auf die Quelle, da die müde Seele sich Scheiter und zur Fenerglut stei: erfreut in Gott.rgsins 25 thu gen, ohn' Entfärben in der Mar- 6. Ich will für solche Lies ter sterben, mit getrostem Muth. besproben, dergleichen man noch 12 Wie kommt's, daß deine Glieder zittern? Unüberwindlich großer Held! daß Schmerzen deinen Leib erschüttern, daß dich ein Grauen überfällt? Kann der Tod ein Schrecken dir viel mehr erwecken als er jenen thut, wenn sie, ohn zu beugen, von der Wahrheit zeugen, selbst nie geseh'n, dich, mein Erlöser, ewig loben, werd' ich vor dei nem Throne steh'n! Laß dein traurig Ringen dir indeffen bringen wabre Glaubensfrücht'; daß ich mich verschreibe, und dir treu verbleibe, o mein Lebenslicht! gild 09 mit ihrem Blut? ablourensip Nach der Mel. des 37. Liedes. 13. Ach ja! der Tod, der dich umgiebet, ist gar von einer an dern Art; der Grimm, den er an dir verübet, ist mit des Him o gehst du, Jesu, williglich, dein Leiden anzutreten, mit heißen Thränen auch für mich zu 126. # 100 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jeſu. kämpfen und zu beten! Du, 5. Heil mir! der Sohn des der du nichts verbrochen hast, Höchsten hat für mich sich vichgehst hin, um Aller Sündenlast ten lassen! Gott, welch' ein auf dich allein zu laden. Da wundervoller Rath! Wer fann schon das Schwert gezücket war, dein Thun noch fassen? Ach, stellst du dich seinen Streichen da uns Fluch und Strafe droh'n, dar, damit sie uns nicht schaden. so trägt er sie für uns, der 2. Du Held, der andernStärke Sohn, den Gott uns selbst gegibt, was kann dich so erschüt- geben! Nun jauchze, Seele, du tern? Ach, seine Seele wird bekommst nicht in Gottes schrecktrübt! Des Helden Glieder zit: liches Gericht; du dringst hintern. Ach, hingesunken auf die durch ins Leben! Knie, arbeitet er in schwerer 6. Doch denf, um welchen Müh', und kämpfet im Gebete! theuren Preis dein Heiland dich Er wünscht den bangen Kampf erkaufet! Für dich rang er im verkürzt. Wer sieht dies und Todesschweiß; für dich mit Blut wird nicht bestürzt? O schauer getaufet! Ach Seele, sorge, daß volle Stätte! bond dich nie die Sünd' in ihre Netze zieh', nichts deine Tren' erschüttre! Reizt dich das Fleisch, ach höre nicht; schau' bin in's muß sogar den Herrn vom Him-| furchtbare Gericht, das Jesum mel stärken. Er ringt. Von seinem Angesicht träuft Schweiß; ach, wer entsetzt sich nicht! Für Schweiß träuft Blut auf Erden. traf, und zitt re! vii he 1 Von den Banden Jesu. Nach der Mel. des 82. Liedes. Der du in reiner Unschuld 127. Gottes Lamm, durch prangst, wie fonntest du von solcher Angst, o Herr, bestürmet werden? hip2 sp dessen Wunden unser Heil wird festgesetzt! Ach, wie hart wirst du gebunden! und dein heil'ger Leib verlegt, Deiner Feinde strenge Hände wissen ihrer Wuth kein Ende! und du gibst mit stillem Sinn dich in ihre Fesseln hin. tudi 4. Ach, Herr, der Sünden knecht war ich! Ich sollte Blutschweiß schwitzen. Es sollten bil: lig nur auf mich der Nache Wetter blißen. Ich Armer, wie entrinn ich da! Vor Gottes Zorne müßt' ich ja ohn' allen Trost versinken. Und da kommst du, daß du ihn stillst; Sohn Gottes, du, du selber willst den ganzen Zornkelch trinken! 2. Mehr als zwölf der Les gionen, welche dort um jenen Thron deines großen Vaters wohnen, steh'n bercit, o Men= schensohn, deine Ketten zu zers schlagen, deine Feinde zu ver88 3. Gott, wie bist du so wunderbar in allen deinen Wer fen! Gin Knecbt, ein Engel, Erst. Th. X. Von dem Leiden uud Sterben Jesu. 89 jagen; aber du verlangst es nicht,| beißt: Bande deiner Furcht und daß man deine Bande bricht. Liebe. Lege meines Fleisches Triebe solche Strick' und Fesseln an, die es nicht zerreißen kann. 8. Soll ich einst die Ehr' erlangen, daß ich, deines Geistes voll, auch in andern Fesseln prangen und für dich was leiz den soll; ach, so laß mich in den Banden, in Gefängniß, Schmach und Schanden, ja in aller Todespein dir, mein Heiland, ähnlich sein! Unsdip 3. Du bist selber reich an Stärke, die sich auch jetzt nicht verlor; aber hier in diesem Werke geht Geduld der Allmacht vor. Denn sonst müß ten Band und Schlingen, wie des Simsons Stricke springen! und der Feinde große Zahl stürzte deiner Gottheit Strahl. 4. Starker Held, um meinet willen streckst du deine Hände dar! Um die Schriften zu er: füllen, schonest du der frechen Schaar, wehrst dem Schwerte deines Freundes, heilst die Wun- 128. Unser Heiland steht voller den deines Feindes, und dein Arm nimmt Fesseln an, die er in doch vermeiden kann. Von der Geißelung Jesn. Nach der Mel. des 29. Liedes. Striemen, voller Blut, und fühlt so viel neue Wunden, als der Kriegsknecht Streiche thut. Seht, was seine Liebe fann! und wir denken faum daran, daß er wegen uns'rer Schulden dieses Alles muß erdulden. h 2. Da die Welt in Seide pranget, steht ihr König nackt und bloß; da er anders nichts in verlanget, als uns in des Va ters Schoß dermaleinst zu fühs ren ein, lassen wir von eitlem Schein lieber, als von seinen Schlägen unsern schnöden Sinn bewegen. i dieteti 3. Lehre mich, o Heil der Armen! deiner Streiche hohen Werth, was dadurch für ein Erbarmen und für Troft mir widerfährt; da dein Blut, das von dir fließt, ein bewährter Balsam ist, von dem Gift der 5. Alles, was du ausgestanden, ist zu meinem Heil ge= scheb'n; und die Schmach von deinen Banden macht, daß ich kann ledig geh'n. Weil man dich gefangen führet, bleib' ich frei und unberühret, weil du deiner Ketten Last mir zu gut getragen hast. 6. Heiland, wie ist deine Güte für mich Sündenknecht so groß! Mache denn auch mein Gemüthe immer mehr vom Eiteln los! Lasse mich mit ihren Stricken Welt und Lüste nicht berücken, daß ich, von der Sünde frei, dir nun ganz ergeben sei! 7. Laß in diesen Prüfungstagen den durch dich erlös'ten Geist keine and're Bande tragen, als die du mich tragen 90 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. Sündenbeulen mich zu rein'gen Weh euch, wenn hier noch vor und zu heilen! spa diden Sünden nicht eurer Secte gräutt! Sein Zorn wird sich entzünden! Dann fordert er die Schmach, die er für euch empfand, so ihr euch nicht bes kehrt, im Zorn von eurer Hand. 3. Seht, welch ein Mensch! Die ihr in Heiligkeit ihm dies net schaut, wieher Sünden büßt! Schaut, wie er uns vers sübnet! Wohl euch, daß seine Schmach euch schmerzet fund best trübt! Erfreuet euch des Heils, das diese Schmach euch gibt! 14. Seht, welch ein Mensch! hier steht, Verbrechern gleich gebunden, an dem sein Richter selbsti gars feine Schuld gefun den! Dies Zeugniß ist mir werth. Denn wär' er nicht ganz rein, wie könnt er dann für uns ein gültig's Opfer sein? 5. Seht, welch ein Mensch! Ach seht, wie ist sein Leib zer- l riffen! Seht, was für Ströme Bluts aus seinen Wunden flies Ben! Heilsame, theure Fluth! Aus diesen Wunden nquillt, was uns're Schaden heilt und das Gewissen stilltu tim in 6.Seht, welch ein Mensch! ach seht, schmerzhafte Dornen krönen sein majestätisch Haupt! Doch mag die Welt dich höhe nen! Mein Jesu, mir bleibst du ein König auch noch hier! Boll Shrerbietigkeit beug' ich die Knie vor dir. hus usd mot 7. Seht, welch ein Mensch! Er muß, vom Rohrstab frech wa 4. Willst du, daß ich mit empünde, wie dich deine Geißel schmerzt, wenn mein Herz durch Schuld und Sünde, Jesu, deine Gunst verscherzt: ach, Herr, so verbirg nur nicht dein genädig Angesicht, laß von deiner Strafe Ruthen nicht zu sehr die Wunden bluten our tombe 5. Herr, du littest nicht vera gebens! Wenn ich dann, nach Gottes Schluß, an dem Ende meines Lebens mit dem Tode ringen muß: ach, so zeige dich mir bald in der tröstlichen Ge: mix bald in der tröstlichen Ge stalt, da vom Scheitel bis zu'n Füßen des Versöhnbluts Strö me fließenan sun ia of 16. Was mußt du, mein Hei land, teiden! Welche Schmach und welche Pein! Doch du siehst auf jene Freuden underduldest Schmach und Bein. Laß mich auch voll Zuversicht, wenn der einst das Herz mir bricht, meis ner Leiden Ausgang schauen; fest will ich auf dich vertrauen. edi -job ist jot int Nach der Mel. des 8. Liedes. 17 129. ebt, welch ein Mensch! Ach seht! mit Schand ist er bedecker, der Glanz der Herrlichkeit! Schaut, Menschen, und erschrecket! Des Höchsten Sohn habt ihr so tief berab gebracht! So schwere Müh' hat ihm nur eu're Schuld gemacht? in tilf zid now 2. Seht, welch ein Mensch! Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 91 zerschlagen noch in der eignen nicht verweilen, ich sehe dich Hand des Freolers Werkzeug tragen! Ach wißt! daß diese Hand ein eisern Zepter trägt! Sorgt Frevler, daß sie euch nicht einst im Zorn zerschlägt! aus Salems Pforten cilend Duwallst dahin durch Kidrons schwarzes That und Todesschrecken folgen dir dabin. Nichts kann indeß den großen. Vorsatz hindern; des Menschen Rettung lag dir längst im Sinn. Ganz weibst du dich verlornen Adamskindern. Sal d 8. Geht, welch ein Mensch! Schaut hin, o Sünder! und erschrecket! da so viel Speichel ihm feind Antlig überdecket! Gott, wie viel schnöde Schmach trifft deinen Sohn um mich! Mein Dank ergießt vor dir in heißen Thränen sich. odhad 9. Seht, welch ein Mensch! Mein Herz im Leibe will mir brechen! Ob diese Leiden schon mir ewigen Trost versprechen; Herrich kann ihrer nie mich ohne Wehmuthfreun! Herr, laß mich jal für dich nie Spott und Schande scheu'nali 10 min 1910 13. Nunmehr kommst du in jenem Garten an, wo dich, so du mein einziger Berather, ſo oft mit Ernst zu deinem groz Ben Vater für unser Heil die Engel beten sah'n! Jetzt wurs dest du in Traurigkeit versenkt, mit Todesangst und Schrecken ganz befangen, daß ich von Allfem, was mich nagt und fränft, bei deiner Angst Befreiung möcht erlangen. m l Nach der Mel. des 81. Liedes. 130. Mein Lebensfürst! e nun kann ich dich mein Theil und meinen Trost und meinen Netter nennen. Wie loderst du, nie werd' ich's g'nug erfeinen, von Gifer ganz ent: zündet für mein Heil Nichts scheuest du nicht Marter, Schmach und hohn, um aus der Noth mich ganz herauszuziehen, mich, Sohn des Staub's; o du, des Höchsten Sohn! wie kann ichi g'nug von Dankbes gierder glühen! chiaj nisbi 2. Am Delberg wartet auf dichbi Angst und Qual; die Stund' ist da, nun willst du von Wuth beseelt, die Schaar 14. Dein blut'ger Schweiß zeigt, wie dich Gott jetzt schreckt: wie beben dir, o Held, vor Furcht die Glieder! Du finfft vom Zorn des höchsten Richters nieder, wirst als ein Wurm mit Blut und Staub bedeckt. Hör seine Stimm, o Sünder, höre sie! Div ruft er zu, zin diese Noth gerathen: mit deiner Schuld machst du mir dieſe Müh, und diese Qual mit deiz nen Missethaten.iiis 5. Ganz sollst du nun ein Mann des Schmerzes sein. Dich, Heiliger! Verbrechern gleich zu fangen, dringt jetzt auf dich mit Fackeln, Schwert und Stangen, Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. der Sünder ein. Du stellst dich| Gott: Das ist mein lieber Sohn, dar; doch ihren harten Sinn den sollt ihr hören! and ang fann weder deine Macht noch Unschuld rühren; gefesselt führen dich die Frevler hin, die bei dir nichts als Willigkeit verspüren. 6. Mit größter Wuth greift dich der Feind nun an, als wärest du der größte Missethäter. Was thut der Freund? Ach, er wird ein Verräther! Mit Abschen seh ich seine Bos= heit an. Doch Judas schmerzt dich jego nicht allein; bei dei ner Noth siehst du die Jünger flieben; jetzt bleibest du ganz bülflos und allein; du siehst sie all und selbst auch Petrum fliehen. bi jo 9. Hat Petrus dreimal dich aus Furchtsamkeit verläugnet, und damit dein Herz durchstochen, ach! wie viel öfter hab' ich Treu' gebrochen! Doch ist es mir, o Herr, wie Betro, leid. Und darum hast du, den treulosen Knecht beständig noch zu lieben fortgefahren. Ach, bring' mich auch, wenn ich verirrt, zurecht, laß deinen Geist dies schwache Rohr bewahren! air mind 17. Der Richter seines Volks steht vor Gericht; vor Kaiphas läßt er sich laut verklagen, und schweigt, was auch die falschen Zeugen fagen; gescholten, schilt der heil'ge Gottmensch nicht. Er kommt noch einst und mit ihm kommt sein Lohn, und alle Bosbeit wird gewiß gerochen. Gleichwohl wird ihm, des Allerhöchsten Sohn, als einem Lästerer der Stab gebrochen. 10. Folg' ihm, mein Geist, bestürzt in's Richthaus nach! O, welch ein Schauplag nie er= hörter Leiden! Wie duldet er med von Juden und von Heiden, Er, beider Heil, ganz unverdiente Schmach! Den Aufruhrstifter sieht Pilatus nicht; o, wie em= pöret sich jetzt sein Gewissen, da, Jesu, dir sein Mund daß Urtheil spricht! Bedroht, ge= schreckt, wird er dahin geriffen. 11. Dir durfte man den Mörder Barnabas, o Theuerster! gar an die Seite sehen, und, was entsetzlich ist, dich schlimmer schäzen! O Raserei! O mehr als Kains Haß! Doch warum zürn' ich mit der Ju= den Wuth? Ach, hier kann ich des Menschen Thorheit le= sen! Tand wäblet er, der Thor, für's höchste Gut: wie oft bin ich ein solcher Thor gewesen! 12. Das Mordgeschrei, daß an den Himmel stieß, schallt nicht so laut, als meine Sünden 92 60 6 8. Mein Jesu! bricht dir nicht die Schmach das Herz? Verspeit wirst du, geschlagen und verhöhnet. Wie ist dir, da der Läft'rung Stimm' ertönet? Wie weit treibt man den pöbelhaften Scherz! Du, der Propheten größter, wirst ein Spott! Wie darf dein eignes Volk dich so entehren! Ach, theuer sei du mir! Von dir spricht Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. riefen. Die Ströme, die aus so viel Wunden liefen, als, Jesu, dich Pilatus geißeln ließ, entdecken mir gar merklich meine Schuld; verdient hätt' ich des Satans Wuth und Morden; o Dank sei dir! Mich rettet deine Huld, heil bin ich nun durch deine Wunden worden. 13. Welch Schauspiel stellt sich meinen Augen dar! Mit Dor: nen frönet man dich, o mein König! Dem Frevler ist die Schmach noch allzuwenig; ein Rohr reicht man dir als ein Zepter dar! Der Purpur höhnet dich, man beugt die Knie und spottet dich mit Worten und Geberden. Ach, meine Schuld, wie groß, wie groß ist sie! So tief mußt du für mich erniedrigt werden! Jn 14. Ganz matt schleppst du dein Kreuz nach Golgatha, noch mehr vom Fluch, der auf dir lag, gedrücket. Was ists, das nun mein schüchtern Aug' erblikket? Wie schauervoll wirst du mir, Golgatha! Da hänget er, ein Scheusal, nackt und bloß! Sollt er denn nicht mein Mit95 der Gottes Born in vollem Maße fühlte. Hier trifft der Pfeil, dich, meines Glaubens Schild, der längst auf mich, mich großen Sünder, zielte. 16. Mein Heiland hängt dort zwischen Mördern. Mich wollt' er der Schaar der Seel'gen zuges sellen; hier will ich dann zu seinem Kreuz mich stellen: der Deinen Treu und Wehmutb rühret dich. Der Kriegsfnecht nimmt zwar deine Kleider bin, doch mir verläsfest du den besten Segen. Dein bin ich ganz, und was ich hab' und bin, will ich auch gern zu deinen Füßen legen. 17. Das Bundesblut erwies die erste Kraft am Schächer, der noch in der letzten Stunde durch wahre Buß' und Glauben Gnade funde. Für alle Sünden war nun Rath geschafft. Doch ist aus tausend Einem dies gescheh'n; so ist dem sichern Fleisch nichts eine geräumet; der and're Schächer mußt' zu Grunde gehn, weil er die rechte Gnadenzeit versäumet. 18. Der Mittag kommt. Der Sonne Schein hört auf; dir, ihleid ganz erwecken? Ach, ihn| rem Schöpfer, will kein Licht drückt uns're Schuld! Ein Berg, wie groß! und er verlangt nicht Mitleid, sondern Schrecken. 15. Du bist, o schreckenvolles Golgatha, die Trauerbühne, da mein Heiland litte; der Kampf plaß, wo des Weibes Saame ftritte; der Ort, wo man das höchste Wunder sah! Hier hänget Er, der Opfer Gegenbild, mehr scheinen! Du, Helfer, mußt als ein Verlaß'ner weinen! Dein Angstgeschrei stört jetzt der Schöp= fung Lauf. Wer zittert nicht? Der Löw' aus Juda brüllt; den Sohn der Liebe trifft des Vaters Ruthe; was Wunder, daß sich die Natur verhüllt! D, du mein Trost, was schmeckst du mir zu gute! 19. Nun weiß ich, daß die Nacht 94 Erst. Th.X. Von dem Leiden und Sterben Jeſus) der Finsterniß zerstöret ist. Sollt'| Blut gestärkt durch deinen Geist. ich noch rathlos stehen und laß mich dann scheiden; dein Blut schmachtend hin durch dunkleThä lösch' aus für mich der Höllen ter gehen, so bleibt mir, Jesu, doch Glut; dein Geist führ mich zu dein Trost gewiß! O sollt ich je deines Himmels Freuden! von dir geschieden sein! O, solltest du je meiner nicht gedenken! Eh' wird die Sonne sich, von Licht und Schein beraubet, in des Abgrunds Kluft versenten. mn 20. Von heißem Durst wirst du zuletzt gequält; und welch' ein Labsal wird für dich gefunden! Ach, wie betrübt sind deine letzten Stunden, damit ja nid) ts an deinem Leiden fehlt! Es ist vollbracht! rufft du dann aus, und stirbst, und übergibst den Geist des Vaters Händen. Welch Heil! das du so sterbend mir erwirbst! Getroft kann ich nun meinen Lauf vollenden..din eu 21. Mert auf o du in mir erschrockner Geist! Schau Jesu Seite, noch zuletzt durchstochen, nachdem der Tod ihm schon das Herz gebrochen; schau, wie sein Blut vereint mit Wasser fleußt! Vergebung schafft mir sein vergoßnes Blut; sein Geist stärft mich zu jedem guten Werke: 3. Du trägst dein Kreuz; du ein offner Born, wie sießt er mir zu gut! Ich hab im Herrn Gerechtigkeit und Stärke.nl 12. Gegeißelt wirst du und zur Schmach gekrönet, in's Angesicht geschlagen und verhöhnet! mit Finsterniß des Todes schon umscattet, gebst du ermattet. 22. Kommst du mit Blut und Wasser nun zu mir, so will ich, eilste auf blut gen Wegen voll Zuversicht, voll Muth dem Tod entgegen! Ich sehe dich gefreuzigt, dich entfärbend, voll Wunden sterbeud.2 sis pdiplo Herr! dir mich zum Opfer brin- 4. Was ist die Ursach dieser gen! Beim offnen Vorhang wird es mir gelingen; freimüthig nab' ich mich nunmehr zu dir. Muth mache mir im letzten Kampf dein 23. So lang dich aber noch ein Pilgrim bin, soll in mein Herz dein sterbend Bild sich schließen; mein Mund soll sich in Lob und Dank ergießen; ganz geb ich mich zu deinem Opfer bin. Die Sünde, die dich mit so schwerer Last für mich ger drückt, will ich mit Ernst verflucben; ich will, was du für mich gelitten hast, mit Lieb' und Treu dir zu vergelten suchen. TOO Mel.: Herzliebster Jesu, was hast. 131. Unschuldiger Jeſu! M was hast du verbrochen? Dein Todesurtheil haben sie gesprochen. Ein Fluch gemacht, sollst du am Kreuze sterben; wie Sünder sterben. deiner Plagen? Ach, uns're Sünden haben dich geschlagen! Wir. großer Mittler, haben das verschuldet, was du erduldet! g Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 5. Wie wunderbar ist, Rich-|| 13. Dann wollen wir für dich, ter, deine Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe. Die Schuld bezahlt der Mittler, der Gerechte, für seine Knechte! chine Herr, Alles wagen; kein Kreuz nicht fürchten, feines Schmach noch Blagen; uns sollen Sport, Verfolgung, Tod und Leiden nie von dir scheiden. 95 11. Es ist, Versöhner, nicht in unsern Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuhesten! O, send' uns deinen Geist, der uns regiere, zum Himmel führe! $ 12. Dann wollen wir mit vollem Dank betrachten, was du gethan hast, diese Welt nicht ach ten. Wir wollen machen, beten, deinen Willen mit Freud' erfüllen. 6. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt! der Böse lebt, der wider Gott miß bandelt! die Unschuld stirbt! der das Gesetz gebrochen, wird losgesprochen! nt i 7. Ach, uns're Seele war entstellt von Sünden; an uns Ver brechern war nichts Guts zu finden! das hätten wir, von Gott verworfen, müssen auf ewig büßen! 8. Biebe! Liebe, niemals auszusprechen! du willst's, an dir soll es der Rächer rächen! Wir lebten mit der Welt in ihren 132. Herr! stärke mich, dein Freuden, und du willst leiden! Leiden zu * 30 9. Wer kann, o Herr! die großen Seligkeiten, die du uns gabst, mit vollem Dank ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? aid10. Doch du sagst selbst: Eins werde dir gefallen: wenn wir vor dir mit Buße niederfallen, und unser Herz von neuem nicht entzünden mit alten Sünden. 0 14. Dies Alles ist zwar nur für schlecht zu achten; weil wir noch sterblich sind, im Stanbe schmachten! doch nimmst du's an; du wirst uns dennoch geben dein ewig's Lebens ab 15. Dort werden wir, o Herr, vor deinem Throne, geschmücket mit der lleberwinder Krone, dein großes Lob viel würdiger besingen, stets Dant dir bringen! outdiumst 69 mmol Nach der Mel. des 131. Liedes. mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns auf Erden; und bis zum Tod am Kreuz ge= borsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen.admisid og dip 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte. Mein Herz erbebt; ich seh' und ich em= pfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht; ein Rächer alles Bösen. Gott ist die Lieb", und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mir Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und 96 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. mein Verdienst darnieder. G81 2. Wie viel hast du erlitten, stürzt mich tief, und es erhebt erhabner Menschensohn! als du mich wieder; lehrt mich mein den Tod bestritten, den Tod, der Glück, macht mich aus Gottes Sünde Lohn! Da folgte Schmerz Feinde zu Gottes Freunde. auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herze brach. 6. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte! and 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken, allein sollt' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich un: terwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt' in Gott ist: Gnad' und Lieb' erweisen; uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen; zu seh'n, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen, für das Grbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich, ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben; o, gib zu diesem heiligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! 3. Entblößt ven allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du warst der Leute Spott; dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nur dein Gott? 4. O schreckliches Empfinden! Du fühltest das Gewicht vom Fluche uns'rer Sünden, und Lind'rung ward dir nicht. Stets wuchsen deine Plagen; kein Hel= fer fam für dich. Man hörte dich selbst klagen: Gott, wie ver= läff'st du mich! 5. Mein Heil! mas du er= duldet, das ist auch meine Last. Ich habe mit verschuldet, was du getragen hast. Sieh gnädig auf mich Armen, der Zorn verdienet hat, und hilf mir aus Grbarmen von meiner Missethat! 6. Ich will auf dich stets ses giben mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? Verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Rube finden, wenn du mich, Herr! nicht liebst? wo Reinigung von Süns den, wenn du sie mir nicht gibft? 7. Du hast mir durch dein Leiden Vergebung. Behrungskraft, in Trübfal Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft. O gib Nach der Mel. des 67. Liedes. 133. D er du voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbst; und unsern leßten Stunden den größten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh' ich war, auch mir zur Rettung hingegeben; mein Heil! wie dank ich dir! 97 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. an dieser Gnade auch mir im Glau-| Fluch beschweret! Wo ist größ're ben Theil, so wird mein Seelen- Lieb' erhöret? schade durch dich, Erlöster! heil. 3. Du, du solltest große Bein ewig in der Hölle keiden, und von Gott verstoßen sein, ewig fern von allen Freuden. Da trägt Jesus deine Sünden, daß du fönntest Gnade finden. 8. Ich danke dir von Herzen, o du, mein größter Freund! für deine Todesschmerzen. Wie gut hast du's gemeint! Ach, gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und, bis ich einst erkalte, ganz nur der Deine sei! 9. Wenn ich denn einst soll scheiden, ach! dann verlaß' mich nicht! Sei auch in Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, dann reiß mich aus den lengsten, kraft deiner Angst und Bein! 4. Sein verdienstlich Leiden stillt deines Richters Zorn und Rache. Er hat das Gesetz er= füllt, gut gemacht die böse Sache; Sünde, Teufel, Tod bezwungen und das Leben dir errungen. 5. Nun, was liegt dir ob, mein Herz? Dem dich dankbar zu beweisen, der sogar durch Blut und Schmerz seine Lieb' an dir will preisen. Kannst du wohl in schwachen Liedern ihm so große Lieb' erwiedern? 10. Erhebe dann mein Hoffen, zur bessern Welt zu gehn, und laß im Geist mich offen, Herr, deinen Himmel sehn! Dahin laß mit 6. Ach, ich kann ja nimmerEntzücken alsdann mich glaubensvoll nach dir, mein Heiland, blicken! Wer so stirbt, der stirbt wohl fenn# 3 mehr das Geringste nur vergelten! Er verbind't uns ihm zu sehr. Meine Trägheit muß ich schelten, daß ich ihn so lau geliebet, ja durch Sünden oft betrübet. 7. Was geschehen ist, das soll ferner nicht von mir geschehen. Fest entschlossen, eifersvoll, ciz nen andern Weg zu gehen, will ich nun nur Jesum suchen, und, was ihn betrübt, verfluchen. Nach der Mel. des 1. Liedes. 134. Meine Seel' ermuntre dich, Jesu Liebe zu bedenken! Auf sein Kreuz hin müsse sich jetzt dein Blick voll Andacht lenken, daß dein Herz der großen Treue deines Jesu sich erfreue. TS E 2 Sich! der wahre Gottessohn ist für dich an's Holz gehef tet! Hier hängt er voll Schmach und Hohn, blutig, schmerzensoll, entkräftet! Ach, für dich mit 9. Dir, mein Jefu, dir, mein 7 8. Weg ihr Sünden, fern von mir! Such kann ich an mir nicht leiden! Welch ein schnöder Greu'l seid ihr! Ach, von dem wollt ihr mich scheiden, ohne welchen ist kein Leben, keine Gnade, kein Vergeben! -Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jeſu. Heil, will ich ganz mich über=| mich auf dies freudenvolle Leben! geben; als dein Eigenthum und Heiland, dir sei Dank! durch Theil dir zu sterben, dir zu le- dich wird es mir dereinst gegeben! ben, dir zu reden, dir zu leiden, Laß, im Glauben mich zu halten, dir zu schweigen, dir zu meiden. deine Kraft in mir stets walten. 10. Du, mein Jesu, sollst es sein, auf den stets mein Auge Nach der Melodie des 37. Liedes. blicket! Wie du mein bist, bleib' 135. Erfülle, Herr, doch ich dein, immer ganz und unverrücket. Was du liebst, will ich auch lieben; was dich fränkt, joll mich betrüben.aspal selbst Herz mit reinem Andachtstriebe! Ich denk' an deines Leidens Schmerz, die Wirkung deiner Liebe. Dein Kreuz sei mir gebenedeit; weld Wunder der Barmherzigkeit haft du der Welt erwiesen! Wann hab ich dies doch recht bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? nd fort 2. Rath, Kraft und Friedefürft und Held, in Fleisch und Blut gekleidet, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet! Du ringst mit Angst und Todesnoth, und gehst doch willig in den Tod: o Liebe sonder Ende! Du nimmst auf dich der Menschen Schuld, und gibst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hände. 3. Du trägst der Missethäter Lohn, und hattest nie gesündigt; du, der Gerechte, Gottes Sohn. so war's vorher verkündigt! Der FrechenSchaar begehrt dein Blut; du duldest göttlich groß die Wuth, um Seelen zu erretten. Dein Mörder, Jesu, war auch ich; denn Gott warf alle Sünd' auf dich, damit wir Friede hätten. 1 98 11. Drohten mir sogar um dich Tod und Martern, Schmach und Bande, mich schreckt nichts; von dir hab' ich deinen Geist zum theuern Pfande, daß ich soll den Himmel erben; darauf kann ich fröhlich sterben. Him 12. Nun denn, nimm mich ganz dahin; Jesu will ich sein und bleiben, dem ich lebe, deß ich bin. Nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen! Ewig will ich dich umfassen. 13. Ist schon jezo, ist schon bier solche Freud' und Ruh' zu finden, wenn im Glauben wir mit dir, uns, mein Jesu, recht verbinden; schenkst du schon so viel auf Erden: ei, was will im Himmel werden! bor 14. Was für Wollust nach dem Leid! nach dem Glend was für Ehre! Was für Ruhe nach dem Streit! mas für frohe Jubelchöre! Gwig werd' ich Gott dort loben, wenn er mich zu Ach erhoben. 15. Täglich, täglich freu ich 4. Erniedrigt bis zur Knechts: gestallt, und doch der Größt' im 99 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. du kein Versöhner. Herzen, erträgst du Spott, hält, liebt dich nicht; ihm bist Schmach und Gewalt, vollkrankbeit und voll Schmerzen. Man sah dich, der Verheißung Ziel; doch an dir war nichts, das gefiel, und nicht Gestalt und Schöne. Vor dir, Herr, unsre Zu versicht, verbarg man selbst das Angesicht, dich schmähten Bundessöhne! 2140 andle 7 Welch Warten einer ew'gen Bein, für die, die dich verachten, die, solcher Gnade werth zu sein, nicht nach dem Glauben trachten; für die, die dein Verdienst ge= stehn, und dich durch ihre Lafter schmähn, als wirkliche Verhöh. ner! Wer dich nicht liebt, kommt in's Gericht; wer nicht dein Wort 8. Du hast's gesagt; du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ist's, das mir Trost verschafft, wenn mich die Sünden fränken. Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb' und Demuth stets vor dir erfunden werden! Dein Heil fei mir der Schirm in Noth, mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, mein letzter Trost auf Tasigne 58 12 Erden! 5. Ein Opfer nach dem en' gen Rath, belegt mit unsern Plagen; um deines Volkes Mis sethat gemartert und zerschlagen, gehst du den Weg zum Kreuzes= stamm, in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlachtbank führet. Freiwillig, als der Helden Held, trägst du aus Liebe für die Welt den Tod, der uns gebühret. Es 6. Du neigst dein Haupt. Ge ist vollbracht. Du stirbst; die Erd' erschüttert. Die Arbeit hab ich dir gemacht; Herr, meine Seele zittert! Was ist der Mensch, den du befreit? D, wär' ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß mich Gnade finden! Und deine Liebe dringe mich, daß ich dich Nach der Melodie des 55. Liedes. wieder lieb und dich nie kreuzige 137. Gott, der du für uns mit Sünden! AIT deinen Sohn ge= 136. Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden stets geduldig, wiewohl du wurdst ver-. achtet! Die Sünd' hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu, Jeſu! 2. Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden stets geduldig, wiewohl du wurd'st verachtet! Die Sünd' hast du getragen, sonst müßt auch ich verzagen! Lob ſei dir ewig, o Jesu, Jeſu! geben, wer fann doch g'nugsam deine Huld erheben? Wie berrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnaden Stärke! 2. Dein en ger Sohn selbst stirbt für Menschenkinder. Der Hiligste tritt an die Statt der Sünder; der Seligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 7* 100 Erst. Th. X. Von dem Leiden- und Sterben Jesu. 3. Er wird das Lamm, das| du für mich littest, und auch auf Aller Sünden träget, d'rauf du der Himmel Thron jetzt noch die Strafe weislich selbst geleget, für mich bittest! Welche Wohlthat daß du die Schuld an den ver- ist für mich dein versöhnend Lei= lor'nen Schafen nicht dürftest den! O wie preis' ich würdig strafen. ise forti dich, Ursprung meiner Freuden! 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Versöhner schenfest? Was findest du an mir und an uns Allen für Wohlgefallen? kimi due 5. Verdient Verachtung göttlicher Gesetze, verdient Verschwendung unschätzbarer Schäßze, ver: dient ein selbst gemachter böser Schade des Richters Gnade? 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr, gegeben, und du konntest jederzeit voller Freuden leben! Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath auch für meine Sünden. Unsre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Friede hätten. 6. O, welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt, o Gott! die Größe ihrer Triebe? Du thuft 4. Was uns Lust zur Behrung noch mehr zu unserm Wohlerge hen, als wir verstehen. 7. Ach, lehre mich, recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Vater nennen, und zum Gehorsam dir mein ganzes Leben willig ergeben! GILE 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, aus deiner Huld durch seinen Tod erworben, daß werde mir, zu meinem ew' gen Heile, nun auch zu Theile! 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen! Dein Geist sei mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen! schafft, was zur Tugend leitet, dazu bast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben Gottes Willen noch du thun, Sünden abzusterben. tha5. Nun kann ich auf's Todesthal noch mit Freuden sehen; und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, bast aus aller Noth Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen! 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Bein nun auch auf mich fommen! Gib mir Weisheit, gib mir Kraft, du hast sie in Händen, was du Neue Mel. oder: Schwing dich auf. 138. Mein Erlöser, Got: mir zum Heil verschafft, gläubig tes Sohn, der anzuwenden. ( Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sündenreiz hier zu widerstreben! Treib' mich mächtig dadurch an, Gottes Zorn zu scheuen; was ich Unrecht je gethan, innig zu bereuen! 8. Drückt mich meine Sünden noth, straft mich mein Gewissen: v, dann laß aus deinem Tod mich den Trost genießen, daß du auch für meine Schuld büßend bist gestorben, und Vergebung, Gnad und Huld mir bei Gott erwor: ben! HT mo chint Than 9. Stärke mich durch deinen Tod auf die letzten Stunden! Wie du deine Todesnoth siegreich über wunden, o, so bilf dazu auch mir: laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank' ich ewig dir für dein bittres Leiden! 101 3. Wer hat dich so geschlagen, und dieses Heer von Blagen, Herr, wider dich erregt? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder; wie sind dir Strafen auferlegt! shian dilp 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich so viele finden, als Sandes an dem Meer, die haben dich geschlagen, die brachten dieſe Plagen auf eich, und dieses Mare terheer, del putive 5. Ich bin's, ich sollte büßen in ew'gen Finsternissen, was nun dein Tod versühnt; die Geißel und die Banden, und was du ausgestanden, das Alles, Herr, hab ich verdient! onis un sl 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken, wie ein Gebirge schwer. Du wirst ein Fluch; dagegen er= wirbst du mir den Segen, und o wie gnadenreich ist er i du 7570119 miss a Nach der Mel. des 48. Liedes. 300 name 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja läsfest dich selst würgen für mich und meine Schuld; für mich lässt du dich frönen 139. Delt sich hier mit Dornen, die dich höhnen, und leidest Alles mit Geduld.msd dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! 8. Für mich, ihn zu erlegen, Dein Heil sinkt in den Tod. Der eilst du dem Tod entgegen mit große Fürst der Ehren läßt wil| großem Heldenmuth. Du stirbst, lig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott! daß ich nicht sterbe, noch ewiglich verderbe; o unerhörté Liebesglut!) on n'dih di Hic and 2 Tritt her und schau mit Fleiße; mit Blut und Todes= schweiße ist ganz sein Leib bedeckt! und unnennbare Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, da er den Kelch des Zornes schmeckt.id 19. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil gefunden! Ich bin dein Eigenthum. Mich dankbar zu erweiſen, ſoll Seel' und Leib dich preisen, und dir gehorchen, sei mein Ruhm! is 10. 68 soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele schei= den, mich trösten und erfreu'n. Erft. Th. X. Von dem Es soll von meinen Pflichten mich täglich unterrichten, und Kraft zur Tugend mir verleih'n. I 102 # 11. Wie strenge Gott Verden! nichts, als Blut und Qual brechen an denen einst wird rä auf Qual; nichts, als Leiden chen, die seine Huld verschmäh'n; ohne Zabl. wie schwer sie ihrer Sünden Vergeltung werden finden, will ich aus deinem Leiden seh'n. 3. Mein Erlöser hängt am Kreuz, Kreuz, und hängt hier auch meinetwegen, mir zum Segen. In ihm wird, statt Fluches, Heil, jedem, der da glaubt, zu Theil. 12. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ebren, und thun, was er ge= beut. Nicht meinen eig'nen Wil: len, nur seinen zu erfüllen, ist meine Pflicht und Seligkeit. 13. Nach dir will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, nach dir, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getrost und willig tragen und thun, wie mein Erlöser that. 14. Nie will ich wieder schelten; nie Spott mit Spett ver= gelten; nie, wenn ich leide, gelten; nie, wenn ich leide, dräu'n; wie du gelassen dulden; dem Nächsten seine Schulden, wie du von Herzensgrund verzeih'n. Leiden und Sterben Jesu 2. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Größ und Hoheit sind verschwunden. Nichts, als Wun15. Ich will an's Kreuze schlagen mein Fleisch, und dem entsagen, was dir, Herr, nicht gefällt! Was deine Augen bassen, das will ich flieh'n und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. Mein Mein Erlöser hängt am Kreuz, und ist hier ein Ziel des Spottes. Ach, Sohn Gottes! wo ist dei: nes Arms Gewalt? wo die göttliche Gestalt? just din und 14. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Hier will ich ihn fest umfassen, ihn nicht lassen, ihn, der mich am Kreuz vertrat, bis er mich gesegnet hat. 5. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Auch für mich hat er sein Leben hingegeben. Brenne, Herz, in beißer Glut gegen ihn, dein höchstes Gut! 7. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt in roben Freuden mich noch weiden? Das sei fern! Die Welt sei mir nun gekreuzigt, und ich ihr. Neue Met. ober: Meine Liebe 5. fen mit erfüllenge egen id 8. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich sollte seinen Wil= nicht Theuer hat h. 140. er mich erkauft, und auf ihn bin ich getauft. ruf 6. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich sollte nun an Sünden Lust noch finden? Sie will ich voll Abscheu's flieh'n; will ich voll Abscheu's flieb'n; meine Sünden freuz'gen ihn. 9. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Sollt ich nun in Hohn mich grämen? Sein mich schämen? Froh rühm' ich mich sei= 103 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. ner Schmach; strage gern sein| 3. Daß Gott mit Langmuth Kreuz ibm nach. msds 10. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt in trüben Tagen trostlos zagen? Ach, die schwerste Bürde deucht gegen seine Last mir leicht. 11. Mein Erlöser bängt am Kreuz Herr, ich bleib im Tod und Leben dir ergeben! Als du starbest, starbst du mir; wenn ich sterbe, sterb' ich dir.is ft ab Neue Mel. oder: Herzlich lieb h. und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh' nach Verdienst er lohnet, daß ich noch fröhlich sagen kann: Auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an! hast du durch deiner Fürsprach' Kraft, mein treuer Heiland mir verschafft! O Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott, vertritt du mich bis in 141. Um Gnade für die Sünderwelt rufft du, mein Heil, am Kreuz ge= quält von frecher Sünder Rotten! Dir blutet das bedrängte Herz, wenn dich bei deinem herben Schmerz die Bösewichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Scbaar in dir entehrt; rufft, daß es Erd' und Himmel hört: Vergib, o Gott, und führe nicht sie in's Gericht; das, was sie thun, versteh'n sie nicht! 2. Erstaunend seb' ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Ihr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget! Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erflebt. Er sagt auch uns zu uns'rer Ruh Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ, gelobt seist du für deinen Tod! Gott ist durch dich noch unser Gott. den Tod! 4 Wird wo mein Herz vom Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer auf's neue mich erschrecket: o, dann versichre mich auf's neu, du stehest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket. Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich und schließt sich meine Pilgrimschaft, so stärke mich mit neuer Kraft! Herr Jeſu Christ! der letzte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bift! rund 1 5. Den sanften liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß', Herr, in meine Seele! Gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach' empfehle! Besänftige mein reges Blut; und flammt des Zornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an: o, fo er= innre mich daran, Herr Jesu Chrift! wie du am Kreuz durch 404 Erst. Th. X. Von dem L.iden und Sterben Jesu. dein Gebet selbst deinen Mör:| Lamm! groß, ja groß ist deine dern Gnad' erfleht! alu Liebe! Schau von deines Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe! Ich bin schuldig; aller Schmerz, der dich trifft, durchbohrt mein Herz. 6. Mich tröste dein Versöhnungstod! Es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! O zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schuppanier. Zeuch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Bein und deiner Fürsprach' ewig freu'n. Herr Jesu Christ, wie selig ist, wie selig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! lo 5. Herr, was kann ich dir dafür, daß du mich so liebest, geben? Nimm, was ich vermag, von mir; dir, nur dir gehört mein Leben! Wie du mein, so will ich dein lebend. leidend, sterbend sein. 6. Nur bei dir allein such" ich Hülf' in meinen bängsten Stunden. Schmachtend, lechzend febn' ich mich nach dem Trost aus deinen Wunden, wie ein Hirsch nach Wasser schreit, bis er meine Seel' erfrente Nach der Mel. des 47. Liedes. 142. Schwing dich auf gen Golgatba! schau' den Heiland bier am Kreuze; nimm zu Herzen, daß dich ja seine Bein zur Buße reize! Härter bist du noch als Stein, so du hier kannst fühl: los fein. 2 tim chim 2. Schaue doch das Jammer bild zwischen Grd und Himmel hangen! wie das Blut in Strö: men quillt, daß ihm alle Kraft entgangen! Schaue, acher schrickst du nicht, da sein ster: bend Herze bricht? 3. Lamm Gottes, ohne Schuld! Alles das hatt' ich verschuldet; und du hast aus freier Huld Bein und Schmach 143. Laß deinen Geiſt für mich erduldet! Aus des ew'gen Feuers Glut mich zu retten, fließt dein Blut! mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in den 4. Du für uns erwürgtes 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut. Lehre mich die Welt verschmähen. Laß auf dich, du höchstes Gut, immer unverwandt mich sehen; und im Krenze führe mich selig, wenn schon wunderlich! Min siddi 108. Endlich laß mich alle Noth freudig sterbend überwinden! Nirgends müsse mich der Tod, als bei dir, mein Heiland, fin: den! Wer nur dich zur Zuaucht macht, spricht getrost: Es ist vollbrachtens dav and 18 Nach der Mel. des 55. Liedes. Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. Beruf der Liebe mich christ-| mich gestorben, am Kreuz erlich übe! swiss a dis worben. dun lloc 1400 6112. Das Gute thun, das Böse flieh'n und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden! Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für uns dahin gegeben, wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben? und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre! 4. Ich sollte nicht, wenn Lei= den dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelass'nen Herzens werden, da du so viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erduldet? 105 9. So bin ich denn schon selig bier im Glauben; so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben. So werd' ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben.de 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf, im Glauben wach' und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 11 Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze! Und werd ich matt im Laufe guter Werke, so sei mir's Stärke. midig s662 12. Seh' ich dein Krenz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden: so sei's doch mir, troß alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes! m' ver 750 13. Gott! eile nicht, sie rächend zu zerschmettern; erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spät bekehrt, und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet! 5. Für welche du dein Leben selbst gelaffen, wie könnt ich sie, fie, meine Brüder, has fen; und nicht, wie du, wenn ste mich untertreten, für sie noch beten? g 50770 d 76. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiligster, du Herr und Haupt der Glie: der, schaltst auch nicht wieder! 27. Gin reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Namen, dich nachzuahmen.loved jwel 8. Unendlich Glück! du lit 14. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken, so laß dein Kreuz mir wieder Rube schenken! Dein Kreuz, dies sei. wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude! online Nach der Mel. des 55. Liedes. test uns zu gute! Ich bin ver: 144. Sei hoch gepriesen, föhnt mit deinem theuern Blute. Herr, Du hast mir Heil, da du für Liebe! Sie drang dich zu dem Erst. Th. X. Von dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. 106 2. Fürwahr, du trugest uns rer Sünden Schmerzen. welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen! Du ließest uns're Schuld an dir bestrafen, uns Heil zu schaffen. 201 3. O, laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! Was bab' ich sonst für sichern Trost auf Erden? Was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wenn ich einst scheide? O, Biling 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod er worben, das hast du ja, von großer Treu geleitet, auch mir bereitet, dvde smis daar in 5. O, stärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Kein banger Zweifel müsse ihn mir rauben! Er müsse mich zum Fleiß in guten Werken bestän: dig stärken! Tei 6. Sollt' ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sün= de, die dich tödtete, zu dienen: so wär' ich ja, o Herr, nicht dein Erlöster, du nicht mein Tröster! im Leiden und Sterben Jesu. dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst ver= bunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben! 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe Die letzten Worte Jesu. i Neue Melodie. 1938 145. Bea egleite mich, 0 Shrift wir ge= hen zum schmerzenvollen Gelgatba, auf dessen fürchterlichen Höhen, was nie ein Engel fast, geschab! Erwäg an die sem beil'gen Orte des sterbenden Erlösers Worte, und rufe Gott um Glauben an. Sie können dir den Trost im Le= ben, und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Schon zeigt der Blutberg sich von weitem! erschrick und gittre, frommes Herz! Sich deinen Retter, sieh ihn streiten, und werde ganz Gefühl, Gefühl, ganz Schmerz! Hier hing, den Mördern übergeben, am Holze, Got: tes Sohn, dein Leben; hier trug er uns'rer Sünden Schuld; empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein Sterblicher empfunden, und bracht uns wieder Gottes Huld. 3. Geduldig bei den größten Schmerzen nimmt er sich sei= ner Feinde an; er ruft mit sanftmuthsvollem Herzen: Sie wissen nicht, was sie getban! Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Pein Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. und Schmach! O Mensch, den da gehangen, mein Herr und Rach' und Zorn verführen, laß Gott, verlaß mich nicht! ier dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Versöhner nach! 4. Welch Beispiel kindlich frommer Triebe, als, unter Lei den ohne Zahl, der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mut ter sterbend anbefabl! Ach, wird mein Aug' einst um die Meinen in seiner letzten Stunde weinen, so soll dies Wort mir Trost verleih'n! der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schützen strebte, wird auch der Meinen Pfleger sein. od 5. Froblockt, bußfertige Ver: brecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: Du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese sein! Herr! laß an Herr! laß an des Todes Pforte einst diese trostesvollen Worte auch meis ner Seele Trost verleih'n! 107 7. Der Fürst des Himmels und der Erde, von Allem, was erquickt, entblößt, wünscht, daß sein Durst gestillet werde. D Mensch, der dich so theu'r erlös't! der Heiland rufet dir noch heute aus tausend Armen, dir zur Seite, die Hunger, Durst und Mangel drückt! O selig, wer den Ruf erfüllet! Denn, den Durst des Armen wer stillet, der hat den Heiland selbst erquict. d 8. Nun enden sich die schweren Leiden; der Heiland spricht: 88 ist vollbracht! O Wort des Sieges, Wort der Freuden, du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! Wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen, da er für uns genug gethan? Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Vollbracht ist nun des Leidens Bahn! 9. Das letzte Wort aus dei= nem Munde, Versöhner Gottes, sei auch mein! Laß es in mei= ner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleih'n! Du rufest: Vater, ich befehle in deine Hände meine Seele, die allen Menschen Heil erwarb! Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet: da neigt er fanft sein Haupt und starb andi tautami 10. Bewein' ihn fromm mit Zähren, o Christ, du 6. Wer kann die hohen Leis den fassen, als Christus an dem Kreuze rief: Mein Gott, wie hast du mich verlassen! Wie beuget ibn die Last so tief, die unsre Sünde auf ihn brachten! Vor Angst und Bein müßt er verschmachten, wär' Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen stillen Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. haft ihn sterben sehn! Bald| hat ihn verlassen; er sinket wiewirst du ihn durch Freuden der in den Staub. The dest ehren, und jauchzend seinen Ruhm erhöhn! Den deine Seuf: zer jetzt beklagen, der wird als Held nach dreien Tagen vom Grabe siegreich auferstehn. Den freche Rotten hier entehrten, den wirst du dort bei den Verklärten zur Rechten seines Vaters sehn.ür on an 108 6. Seht ihn auf der Schädelstätte für uns ringen im Gebete! Schauet mit zerschlagnem Herzen hin auf ihn, den Mann der Schmerzen, am Kreuz! Er hat's vollbracht und stirbt. is dan m 7. Herr, dein Leiden zu bedenken, wollest du mir Weis@julls ssd theit schenken! Mich vom Laster abzuschrecken, mich zur Tugend zu erwecken, laß mir es stets vor Augen sein. uc Der Tod Jesu. Neue Melodie. id 146. Seht den leidenden 8. Daß ich dir mich ganz Gerechten, so ent: chrt von Lasterknechten! Er, der Herr, gekrönt zum Hohne, träget seine Dornenkrone und büßer unsern Frevelmuth. mit Gerechtigkeit. lis ergebe, niemals deiner unwerth lebe, nicht vor dir zu Schanden werde, wenn du kommst, den Kreis der Erde zu richten 2. Unser göttlicher Vertreter wird geführt, wie Uebelthäter. Nach der Mel. des 116. Liedes. Wer kann ſeine Leiden zählen? 147. Heute, ſprach mein Heiland, heute, Eine Welt verlorner Seelen er kauft er sich um diesen Preis. 3. Seht den Schönsten un ter Allen bleich, entstellet und verfallen! Seiner Hoheit Glanz vergangen! Schmach entweihte seine Wangen, und seine Rich terstimme schwieg. in an sein blut'ges Kreuz erhöht, als ein Sünder, ihm zur Seite, sterbend noch um Gnade fleht; heute, so betheu'r ich dir, heute noch sollst du mit mir, in mein Paradies erhaben. Theil an meinem Reiche haben. nd 4. Ja, mit sanftem Edel muthe litt er Alles, uns zu gute, daß der Sünder leben möge, wandelt auf dem Todeswege der Gottversöhner willig fort. 15. Keine Lind'rung stärkt den Müden; auf ihm liegt, zu unvoll, sieht die Nacht in Licht serm Frieden, Fluch und Straf'; verwandelt, weiß gewiß, wohin er trägt's gelassen. Seine Kraft er wandelt. 2. Theures Wort aus Jesu Munde, fest versiegelt durch sein Blut, in der finstern Todesstunde gibst du Freudigkeit und Muth! Wenn der Christ nun scheiden. soll, bleibt er fester Hoffnung Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu.- 109 3. Ohne Zagen kann er ster- 1 daß ich noch am Tage, da ich ben. Seine Seel' erstirbt ja sterbe, deine Herrlichkeit ererbe! nie. Ihr droht nicht nur kein 8. Ja, noch an demselben Verderben, auch kein Schlaf Tage geh ich in den Himmel betäubet sie, wo sie erst aus ein, los von aller Furcht und langer Nacht nach Jahrhunder- Plage, Herr, bei dir daheim ten erwacht. Nein, sie soll zu neuem Leben scheidend noch empor sich heben. zu sein! Hier genieß' ich deines Lichts, bis der Tag des Weltgerichts auch dem Grab die Macht entwendet, ganz die Se= gen Lebens! tröste du mein ligkeit vollendet. hardlot ng brechend Herz, und dann äng4. Theures Wort des ew'10 stet nur vergebens meinen Geist der Trennung Schmerz! Er 148. S ist vollbracht! Nach der Mel. des 7. Liedes. 3 so ruft am Kreuze sinkt nicht in Finsterniß; denn wahrhaftig und gewiß ist das Wort des treuen Zeugen. Hier muß jeder Zweifel schweigen. des sterbenden Erlösers Mund. D, Wort voll Trost und Le= ben, reize zur Freude meines Herzens Grund! Das große Op= fer ist geschehn, daß Gott auch mir zum Heil ersehn. 5. Herr! nun fühl' ich abzuscheiden, eine heil'ge Luft in mir. Dort sind unbefleckte Freuden, aber Müh und Sünden hier. Rein auch noch so frü: bes Grab. Es soll nur, los von Beschwerden, zeitiger veredelt werden, 6. Selig, furchtlos, rein von Mängeln, ja von nun an selig ist, brüderlich begrüßt von En geln, der im Herrn entschlafne Christ. Was sein Glaube je gethan, jedes gute Werk folgt dann seiner Seele von der Erden hin vor Gott, sein Lohn zu werden. f 7. Nun auch ich, o Herr, befehle, wenn ich kaum noch fallen kann, die durch dich er löfte Seele deinen treuen Händen an! Und du, Heiland, stärkest mich; rufest mir auch zu, 750 2. Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben; der Sonne Schein verlieret sich; in Todte dringt ein neues Leben; der Heil'gen Gräber öffnen sich; der Vorhang reißt, die Erde fracht! und die Versöhnung ist vollbracht. do 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tore brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug getban; Gott nimmt uns nun genädig an. 4. Dankvolle Thränen nett die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar die Handschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war; er, Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. den mir Gott zum Heil ge=| jenem Leidenshügel! Ihr Him: macht, rief auch für mich: Es mel! welch ein Mensch ist das! ist vollbracht! Wie drückt ihn seiner Feinde Haß mit höllisch wilden Freuden! Er, der die Todten auferweckt, er muß, mit Wunden überdeckt, den Tod der Mörder leiden, don 110 5. D Herr! laß mich nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt! Laß nach der Heiligung mich ringen, das zu dein Tod mir Kraft gewährt! O, stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ganz vollbracht! 6. Du litt'st so viel zu mei: nem Leben, drum laß mich stets voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben, und keine Schmach dabei zu scheu'n! Dein Dienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum! amma kimppe 7. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzeu zu meiner Prüfung außersebn, so laß auch mich den Trost er freun: Es kommt das Ende meiner Bein! 1970 * 1 1 Nach der Mel. des 37. Liedes. бе 149. Erhebe vom Gez räusch der Welt, 2. Geduldig fehet er sein Blut in vollen Strömen fliedie ßen! fleht für die Haffer, voll Wuth es im Triumph vergießen. Schau, jetzt umhüllt ihn finstre Nacht; er rust, er ruft: Es ist vollbracht: Nun senkt sein Haupt sich nieder. O, meine Seele, freue dich, oir gab, der bier am Kreuz verblich, das Recht zum Himmel wieder! d this dig 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stärke mich in solcher Last! Laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du ihn überwunden hast, so tret auch ich ins Todes| 2d Nacht mit dem Triumpb: 68 Nach der Mel. des 48. Liedes. ist vollbracht! 150. roblocke mein Gemüthe, und bete Gottes Güte in deinem Hei= land an. Was selbst der Engel Schaaren zu thun nicht fäbig waren, das hat des Menschen Sobn gethan, o Seele, deine Flügel bin, wo die Wuth ihr Opfer hält, zu 3. Gr, er hat deine Missethat, den Fluch für dich ge= tragen. D Seele, deine Sünde hat den Frommen so zerschlagen! Durch ihn nimmt dich der Vater an. Die Wunder feiner Güte kann kein sterblich Lied erheben. Doch hört er unsre Lieder gern. Drum brin Ruhm dem get Preis und Herrn, der uns sein Heil gegeben. Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 42. Schau hin, wie der Ge-| Mensch, bewegt! Der Fels zer= rechte für uns, der Sünden reißt; und du wirst nicht durch Knechte, den bittern Zornkelch dies Gericht beweget, daß dein trinkt, wie er für Frevler bit: Herz dir bricht? adid tet; wie Wasser ausgeschüttet, hängt er, da er in Tod hinsinkt. es 3. Wir Sünder sollten stere ben, Fluch lag auf Adams Erben, Fluch auf der sünd'gen Welt; doch er kam uns zu gure, und gab mit seinem Blute für uns ein ew'ges Lösegeld. 5. Du selbst, hast du g'nug bedacht? Du hast den Herrn ans Kreuz gebracht. Ihm, der für dich sein Leben gab, folg in sein Grab, und stirb dem Sündengräuel ab. 4. Kein Freund meint es mit Freunden so treu, als es mit Feinden er, unser Mittler, meint. Breis ihm, dem Ueberwinder! Nun sind wir Gottes Kinder, mit Gott versöhnt durch unsern Freund. 20102 old Nach der Mel. des 86. Liedes. 151. Nun ist es Alles wohl gemacht. Mein Jesus ruft: Es ist vollbracht! Der neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Erbe, welches nie verdirbt. fin: 6 6. Ach, Vater! ach, in Bein und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn! Nun ist kein Zweifel; deine Huld tilgt meine Schuld, und trägt forts hin mit mir Geduld. Jus 7. Ich will mit ihm zum Grabe gehn, und, wo die Un= schuld bleibet, sehn. Sein Tod soll meine Zuflucht sein; auf ihn allein schlaf ich einst sanft und selig ein. 8. Und nun dient' ich der Sünde noch? Wie drücket mich ihr schweres Joch! Auf, Seele, daß du dich erhebst, nur Jesu lebst, nur Seju zu gefallen strebst. 9. Tödt', Jesu, selbst in meiBrust, was sich noch find't von böser Lust! Dein Tod, der mir das Leben schafft, gibt mir auch Kraft und Muth auf mei ner Bilgrimschaft.d 2. Der, dem an Hoheit keiner ner gleicht, der Herr der Herr lichkeit erbleicht. Was Wunder, daß die Erde kracht! Die Welt deckt Nacht; denn Gottes Sohn wird umgebracht. 3. Das Heiligthum steht aufgedeckt; die Felsen bersten; Alles schreckt. Die freudenlose Kreatur Flagt jego nur den Tod des Herrschers der Natur. 10. Ja, Herr, mein Heiland, kräftiglich stärkst du in meinem Vorjah mich! Ich sehe, freudig auf dein Wort, den Kampf stets fort. Der reiche Lohn erfolget dort. 4. Weil denn die Kreatur 11. Wie dank ich g'nug dir, sich regt, so werd auch du, Jesu Christ, daß du für mich Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. gestorben bist! Dich preis ich auch in Angst und Leid; schon in der Zeit, noch würd'ger in der Ewigkeit. hird sir empor! Bald verschwindet alles Weh; in den Wunden, die ich seh', find ich Sicherheit und Leben und den Trost: Sie sind vergeben! 1014 101 Kraft und Trost des Leidens 5. Hier such ich in Unruh Friede; in der Angst Beruhigung; neue Kraft, wenn ich er Jeſu. Nach der Mel. des 29. Liedes. n 152. Jeju, durch dein müde, und in Qualen LindeBlut und Wunden, deinen martervollen Tod, hab ich Heil bei Gott gefunden, Kraft zur Tugend, Trost in Noth! Mich sollt ich durch Sünd' entweihn? Nein, ich denk an deine Bein. Ach, den ganzen Gräu't der Sünden läßt mich die mit Grau'n empfinden! rung. Schwer sei dieses Lebens Müh'! durch dein Kreuz ver= schwindet sie, denn es führt durch kurze Leiden zum Genuß von ew'gen Frenden. 6. Ueber Alles, was zum Staube meine Seele niederdrückt, wird mit starker Kraft mein Glaube durch dein Leiden hin2. Schmachtet nach der Wol- gerückt. Deines Trostes Freulust Freuden mein verderbtes digkeit reißt mich fort zur EwigFleisch und Blut, o, so blick feit, die du, Herr, als du geich auf dein Leiden! schnell verstorben, mir, auch mir am Kreuz lischt die wilde Glut. Tracht erworben, de ich eitler Ehre nach, und ich blick auf deine Schmach; schnell schlägt die den Stolz darnieder, und gibt mich der Demuth wieder. it took Fus 7. Hab ich dich in meinem Herzen, Ursprung aller Seligkeit, so besieg ich alle Schmerz zen, auch sogar im letzten Streit. Russt du, und ich habe nun 3. Scheint beim öden Weg g'nug gekämpfet, um zu ruhn: zum Leben mir der Welt be- Herr, so dank ich's deinen Wuntret'ne Bohn lustig, breit, ge den, daß ich siegreich überwunden! mächlich, eben; Jesu, dich schau ich dann an! Da warnt mich des Zornes Last, welche du ge= tragen hast, nicht mit dem ver blend'ten Haufen ins Verderben 8. Ja, auf dich steht mein Vertrauen; du bist meine Zuversicht; du besiegst des Todes Grauen, rettest mich aus dem Gericht. Durch dein mir er= hinzulaufen.worbnes Heil hab ich an dem 4. Hält mein schreckendes Gewissen mir der Sünden Menge vor: o, in meinen Kümmer: nissen schau ich nach dem Kreuz Himmel Theil. Wahrlich, Herr, ein ewig's Leben wird dereinst dein Tod mir geben! 112 Erst. Th. X. Von dem Von dem Begräbniß Jesu. Mel.: Der Tag ist hin, mein G. 153. So schlummerst du in stiller Rub, Leiden und Sterben Jesu. ist an das Kreuz geschlagen, nun nimmt man noch vor Abend dich herab, und trägt dich hin in Josephs neues Grab! der du für uns gestorben, und am Kreuz in schwerer Müh ewigs Heil erworben. 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben! Gleich als Sterbliche hat dich nun ein Grab umgeben. 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwe: sung sehen, sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich, auch mich erwecken! Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft er schrecken?) hm 5. Hier werd ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Frieden liegen; denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Ihr, die die Welt gefesselt hält, zagt nur vor der Verwefung! Ich, ich hoff' in Chrifto einst meines Leib's Erlösung. 115 4. Des Höchsten Wort kann nicht gebrochen werden, drum muß dein Leib auch ruhen in der Erden. Was Jonas Beispiel lehrreich vorgebild't, seh' ich hierin, mein Heil, an dir erfüllt! 5. Du bist das Weizenkorn, daß man verscharret; doch wenn man nur des dritten Tages harret, wird man dich aus dem Grabe auferstehn und tausendfache Früchte bringen sehn. 7. Nein, nichts verdirbt. Selbst das, was stirbt, derLeib, wird auf erstehen, und, zu Himmelsglanz verklärt, aus dem Grabe gehen. 6. Indeß ist dein Begräbniß selbst ein Siegel der Unschuld, und der ganzen Welt ein Spies gel, in welchem mit Verwundrung jedermann ein Vorspiel der Erhöhung sehen kann. 8. So sint' in's Grab mein Leib hinab! ich will mich drum nicht fränken; theurer Heiland 7. Ich darf nun nicht vor meimir zum Trost an dein Grabner Gruft erschrecken, da du, mein gedenken. D Heil, ein Grab dich läsfest decken! Dein Grab macht meins zum stil: len Schlafgemach; da ruh ich einst bis an den letzten Tag. nist 8 Nach der Melodie des 16. Liedes. 154. Freund, der meine Schuldenlast getragen, und, als ein Fluch, 2. tröstlich Bild, o gnadenvolles Zeichen, daß aber nur der Glaube fann erreichen! nun ist vom Fluch die Erde frei und rein; zum Zeugniß deß mußt du begraben sein. 3. Nun weiß und glaub ich, daß du bist gestorben, daß du den Tod geschmeckt, und mir erworben Gerechtigkeit, daß ich bestehen kann vor Gott und daß die Schuld ist abgethan. Erst. Th. XI. Ven der Auferstehung Jesu. Nach der Melodie des 153. Liedes.| dein Leben, mein Versöhner, 010 155. Am Kreuz erblaßt, göttlich frei habest hingegeben! RD 1 der Marterlast, der Marterlast, des Todes Qualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede, chilloud 6 Hochheil ge That! Des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren. Der Erfinder meines Heils wird mir's einst erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten: sie erstanden. Leicht entriß der Le bensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre That will ich einmal durchwandeln ohne Grauen. Denn durch dich, Erlöser, ist's mir der Pfad zum Schauen! 9. Ich preise dich! Erforsche si mich, und siche, wie ich's meine; ja, du siehest, wenn ich still meinen Dank dir weine. Ins 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb' ermessen! insid #nish thro F| UDA... R ROME ond TAO and Sopp XI. Von der Auferstehung Jesu. 2. Gin heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefge: rühret schlagen. iv mine fid 3. Du schüßest mich, und über dich gehn aller Trübsal Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter. 4. Du hast's gethan. Dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht, riefst du mit Macht. Du zeigst, daß du #isl tong tind Mel.: Dennoch bleib' ich stets an.| groß; doch wir dürfen nicht verzagen: Gott läßt unsern Bürgen los, der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit Preis gekrönt, und wir sind mit Gott versöhnt. ng buhalte 156. Auf, mein Herz! Ein ingatie froher Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben. Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. O, wie hoch sind wir getröst't! 4. Sterben war der Sünden Jesus hat die Welt erlöst. ind Sold; nun ist Christus unser Leben, der für unsre Schuld nicht Gold, nein, sich selber hin gegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist Gott, der 2. Er ist Gottes ew'ger Sohn, Gwig fei er auch gepriesen; Seiner Feinde Schaar zum John hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllte durch die Ebat. was sein Mund geredet hat. no i 3 Unsre Schulden sind zwar Erst. Th. XI. Von der Kuferstehung Jesu. 115 Hülfe schafft, hier ist Jesus, es die Schrift. Ein Tod war der kann retten, wenn gleich hier des andern Gift. Nun unser Fleisch und Bein wird in kann kein Tod uns schaden. HalStaub verwandelt sein. dind lelujah! jure befin 6. Herr, dies glaub ich dir zum Ruhm, und mein Trost ist nicht vergebens; denn ich bin dein Eigenthum, du die Quelle meines Lebens! Hoch erfreuet sing' ich dir jetzt und ewig Dank dafür, 5. Hier ist das rechte Osterlamm, das unsre Schuld ge= tragen. Am martervollen Kreuzesstamm ward es für uns zer= schlagen. Nun bezeichnet uns sein Blut. Dies gibt dem Glauben Stärk und Muth. Der Würger geht vorüber. Hallelujah! 6. So feiern wir das hohe Fest in großer Freud und Wonne, das uns der Herr erscheinen läßt. Er selber ist die Sonne. Mächtig strahlt sein Glanz daher. Das finstre Herz erleuchtet er. Es flicht die Nacht der Sünden. Hallelujah! Mel.: Christ lag in Todesbanden. 157. Der Herr lag in das HA DON pour Grab gestreckt, für uns dahin gegeben. Nun, da ihn Gott hat auferweckt, bringt er uns Sieg und Leben. Lasset drum uns fröhlich sein, vor Gott von Herzen uns erfreun, Halle lujah ihm singen. Hallelujah! 2. Der Tod, da nichts ihm Sinhalt that, würgt' alle Menschenkinder. Hier wußte niemand Trost und Rath; denn alle waren Sünder. Drum fället uns der Tod so bald. Von seiner furchtbaren Gewalt sind wir nun doch errettet. Hallelujah! 7. Wir heiligen uns ganz dem Herrn, der uns zum Heil geladen. Der alte Sauerteig fei fern vom theuern Wort der Gnaden! Christus selber will allein der Seele Speis und Nahrung sein. Der Glaube lebt bloß ſeiz ner. Hallelujah! than is NIT sta 3. Der einige Sohn Gottes ist zu uns ins Fleisch gekommid, med Nach der Mel. des 91. Liedes. men, hat unsre Sündenschuld 158.. 158. De er Held hat übergebüßt, dem Tod die Macht genommen. Jesus macht uns frei und los. Vom Tode blieb ein Schatten bloß; sein Stachel liegt zerbrochen. Hallelujah! Das wunden der Höllen ganzes Heer; der Drache liegt gebunden; die Sünde kann nicht mehr mich durch's Gesetz verdammen; denn alle Zornesflammen bat Jesus ausgelöst.dt 4 Ss war ein wunderbarer Krieg, als Tod und Leben run: gen. Dem Leben blieb zuletzt der Sieg: es hat den Tod per: schlungen Längst verkündigt Längst verkündigt 201 2. Auf denn, mein Herz, und bringe dem Heiland Dank davor, vertreib' die Furcht, und schwinge im Glauben dich empor! 8* Erst. Th. XI. Bon der Auferstehung Jesu. wirf des Gewissens Nagen, dein| Schlang', als Christus mit ihr Sorgen und dein Zagen in fämpfte, und, wie ergrimmt sie Christi leeres Grab! auf ihn drang, doch ihren Grimm bald dämpfte! Ob sie ihn in die Fersen sticht, so stegt sie darum dennoch nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 116 3. Ist Christus auferstanden, mit Herrlichkeit geschmückt, so bist du ja den Banden des Todes mit entrückt. Ist er dem Tod entrissen, so läsfet Gott dich wissen, daß er versöhnet ist. 4. Gib meinem Glauben Klar: heit, zu sehn, Herr Jesu Christ, daß du Weg, Leben, Wahrheit, daß du mir Alles bist! Laß nicht mehr die Gedanken in bangem Zweifel wanken, und mache mich gewiß! 5. Hast du den Tod bezwungen, bezwing ihn auch in mir; du bist hindurch gedrungen: zeuch mich, ich folge dir; laß Teufel, Höll und Sünden mich auch nun überwinden, wie du für mich gethan! da 6. Welch Aussicht gibt dein Leben, dein neues Leben mir! Ich sollt' am Gitlen fleben? D, neige mich zu dir, daß ich die Welt verachte, und nach dem Himmel trachte, wo du, mein Heiland, bist! Nach der Melodie des 30. Liedes. 159. Tod, wo ist dein O Stachel nun? Dein Sieg, o Grab, verschwindet! Was kann forthin uns Satan thun, da Jesus überwindet? Geendigt ist der schwere Krieg. Gott sei gedankt, daß er den Sieg durch Christum uns gegeben! 2. Wie sträubte sich die alte 3. Lebendig geht der Herr hervor, und nimmt den Feind gefangen, zerbricht der Hölle Schloß und Thor, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts hält in seinem Siegeslauf den starken Held aus Juda auf, er überwindet Alles. ind ¹4. Des Herrn streitbarer Arm behält den Sieg, und ist er= höhet. Des Herrn erhab'ne Rechte fällt, was stolz ihr widerstehet. Besiegt ist Alles, was uns droht; besiegt ist Teufel, Höll und Tod, ihr Zorn ist fraftlos worden. 5. Es ward getödtet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder! Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. Wir wissen, daß, wer Christo gläubt, nicht in der Nacht des Todes bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, dem keiner sonst entgehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen. 7. Dies ist die große Seligfeit, der wir theilhaftig wer Erst. Th. XI. Von der Auferstehung Jefu. den, Fried', Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und hoffnungsvoll, daß unser Leib dort gleichen soll des Herrn verklärtem Leibe. 8. O Tod! wo ist dein Stachel nun? Dein Sieg, o Grab, verschwindet! Was kann fortbin uns Schaden thun, da Jesus überwindet? Gott sei gedankt, der schwere Krieg ist nun geendigt, und der Sieg durch Christum uns gegeben! land dar! Frohlockt ihm alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist dem Gericht entnommen. Sei gelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auf erstanden! Hallelujah! 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu! Befreie mich von Sünden! Laß mich für meine Seele Ruh im Frieden mit Gott finden! Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle! Hallelujah! die mich Neue Mel. oder: Christ lag in Tod. 160. Bringt Breis und 6. Dein ist das Reich, dein Ruhm dem Hei ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen! Hallelujah! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, uns nun den Trostgrund rauben, daß du für uns genug gethan, uns Sündern eine neue Bahn zum ew'gen Heil eröffnet? Hallelujah! 117 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Sie gel aufgedrückt, und dich als Sohn geehret. Deines Opfers hohen Werth hat er auf's Herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. Hallelujah 4. Erstand'ner, ich frohlocke, dir, daß du nun ewig lebest! Du lebst und siegst, daß du, auch mir das ew'ge Leben gebest; daß du mein Grretter seist, und neue Kräfte mir verleihst, mit Freuden Gott zu dienen. Hallelujah! we dan se 7. O! laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln, und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen sein und handeln, daß ich, wenn ich aufersteh', und dich, des Todes Sieger, seb', vor dir dann nicht erschrecke! Hallelujah! 8. Da, wo du bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wenn du nun erscheinst, zu deiner Freud" erheben. Laß dies auch mein Erbtheil sein, so werd' ich ewig deß mich freu'n, daß du vom Tod erstanden! Hallelujah! Erst. Es. XI. Von der Auferstehung Jesu. 118 bol met.( des 32. Psalms. 161. weiß gewiß, daß Joh mein Erlöfer le bet; Sünd', Teufel, Tod, und was ihm widerstrebet, hat er erlegt; er stehet auf dem Staub der allerletzte und vertheilt den Raub. Die Erde bebt, da er den Fuß aufseßzet; troß, daß ihn mehr ein Fersenstich verlehet; es blißt um ihn, wenn er vom Grab auffährt, er ist der Hert, den alle Macht gehört. 2. Er hatte zwar vom Bach am Weg getrunken, doch ist sein Muth ihm feineswegs gesunken; er hebt das Haupt nun fieghäft in die Höh, kein Feind ist mehr, der gegen ihn besteh'. Dein Ehr und Ruhm, da es dir so gelungen, sei ewiglich, o Siegesfürst, besungen! Die Schlüssel sind bei dir zu Höll und Tod; es trifft dein Volk nun ewig keine Noth. 13. Herr, laß auch uns vom Tod ins Leben dringen; hilf, wenn es fommt zum Todes kampf, vollbringen! Demi zwei ten Tod laß an uns keinen Theil; erweck' uns bier, rets ab die starken Seil', die Leib und Seel an diese Erde heften! Erfüll' uns jetzt mit neuen Lebenskräften, und ruf einmal die Leiber aus dem Grab, daß Leib und Seel' in dir das Leben hab'! Erretter einer Sündenwelt, du, unsre Zuflucht für und für, frob huldigt meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät; ich nähe mich voll Zuversicht zu dir, denn du verwirfst mich nicht sch 3. Herr, meine Seele preiset dich! Erlös't auf ewig haft du mich; so wahr du selbst vomt Himmel famst, dein Leben gabst und wieder nahmst! tidis 4. Wer ists, der mich ver= dammen fann? Ich glaub' an dich und sage dann: Der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein segenreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Herr, mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil! O ind 6. Holdselig sprachst du: Erde, sei der Schauplatz meiner Hald und Treu'! Wir sehen deine Huld und Treu auf dei= ner Erde täglich neu.dk 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier noch, o, Erbarmer, sterben wir! Doch du regierst, und wir sind dein, und ewig werden wir es sein. In 8. Ich weiß, daß mein Gr= löser lebt! Du Troft, der meinen Geist erhebt, ich seh', durch dich gestärkt, aufs Grab mit lindid unerschrocknem Aug' hinab. Nach der Melodie des 109. Liedes. 9. Welch neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Da findet der ver= 162. Dich ber ich an, erstandner Held, Erst. Th. XI. Von der Auferstehung Jesu. flärte Christ das Heil, das un vom Grab den Stein ein Gnaussprechlich ist. bogel Gottes ab, und fündiget 10. Der du für unsre Seele den Siegsheld an, den bald wachst, sie zu dir ziehst, und auch seine Jünger sah'n. selig machst, laß mich mit freudigem Vertrau'n im Tod auf dich, Vollender schau'n! adsen 8. Sie sehen, hören, fühlen ihn; und die Verzagten und nun fühn. In vieler Schmac mit ihrem Blut versiegelt es ihr Heldenmuth. nas w Nach der Melodie des 109. Liedes. 163. Kaum steigt zu ih119 9. Lebt Christus, was bin rem frohsten Lauf ich betrübt? Ich weiß, wie herzdie Sonn' in voller Pracht herlich er mich liebt. Und stürb auf; seht, so verläßt der Herr sein Grab, der erst für uns sein Leben gab! boje 2. Vertrieben ist der Sün den Nacht; Licht, Heil und Leben wiederbracht. Er, der uné Chr und Sieg erstritt, er bringt uns seinen Frieden mit. 3. Zwar hier ist nicht ganz fund gemacht, was er uns aus dem Grab gebracht; der edle Schat, die reiche Beut', der sich sein Volk von ihm erfreut. 4. Uns lehrt es einst sein großer Tag, wie viel sein starker Arm vermag, und was er da für Thaten that, als er der Schlange Kopf zertrat. 15. O edler Sieg, o starker Held, wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Wo eine Plage so ergrimmt, der Christi Sieg die Macht nicht nimmt? susjed auch alle Welt mir ab, g'nug, daß ich Christi Liebe hab' i 10. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich. Sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm' ich auch hin, weil ich sein Theil und Gliedmaß bin. 11. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt; durch ihn mit Gnad' und Heil gekrönt. Mein banges Herz ermanne sich! Gott und die Engel lieben mich. 12. Durch seiner Auferstehung Kraft vollend ich meine Bilgerschaft. Freu' seiner mich in seinem Reich, und bin dort seinen Engeln gleich.dong ars 13. Für solchen Trost, du starker Held, mein Jesu, dankt dir alle Welt! Wenn wir dereinst dein Antlig sehn', soll dich ein würd'ges Lied erhöh'n. 12:19 pm6. Und daß der Herr er 164. Jeſus Chriſtus, unHeiland, der standen sei, ist von Zweifel frei. Ja, es ist je gewißlich wahr! Das leere Grab den Tod überwand, ist auferstanten, die Sünd' führt er gemacht's offenbar. fangen. Erbarm' dich unser! 7. Die Erd' erbebt; es wälzt 2. Der ohne Sünde war ge 120 Erst. Th. XI. Von der Auferstehung Jesu. bor'n, trug für uns Gottes Zorn; hat uns versöhnet, daß uns Gott sein' Huld gönnet. Erbarm' dich unser! 3. Tod, Sünd', Teufel, Le ben und Gnad', All's in Händen er hat; er fann erretten Alle, die zu ihm treten. Ers barm' dich unser! Ginen, das des Lebens Endzweck ist; daß zu jener sel'gen Rub' einzugeh'n, ich Alles thu'; daß ich diese Welt verachte, und nach deinem Himmel trachte! 5. Jesus, mein Erlöser, lebet. Heil mir, daß ich dieses weiß! Nun denn, ihr Erlösten, gebet seinem Namen Dank und Preis! Kommt zu seiner leeren Gruft, hört die Stimme, welche ruft: Jesus, euer Haupt, lebt wieder, durch ihn leben seine Glieder! Nach der Melodic des 29. Liedes. 165. Pri reiset Gott in aldolen Landen, jauch ze, du erlöste Schaar, denn der Herr ist auferstanden, der für Nach der Mel. des 34. Liedes. uns gestorben war! Seht, wie 166. Lobinge, meine Seele, dem Welterlöser! Gott sein Leiden krönt! Nun sind wir mit ihm versöhnt; er heilt, aller Noth entrissen, unser schüchternes Gewissen.) 2. Jesus rubt den Sabbath über, nach dem Sabbath steht er auf. Ginst fomm ich zu ihm hinüber; ruhe nach vollbrachs tem Lauf. Tod, du bist mir feine Straf'! Einst erwach' ich von dem Schlaf; dann werd' ich mit seinen Theuern jenen ew'gen Sabbath feiern. Bet' ihn an! Lobsing' ihm, und erzähle, was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat für dich gerungen. Durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, gestürzt der Höllen Heer. Nun liegt ihr Troß darnieder, sein Sieg hat uns befreit. Uns frönet Gott nun wieder mit Huld und Seligkeit. 3. Muß ich dann von hinnen fahren, so schreckt mich doch kaum der Tod. Mächtig wirst du mich bewahren, Heiland, in der letzten Noth! Meinen Geist, welch ein Gewinn, bringet er ja zu dir hin. Ruht indeß, entseelte Glieder, einst belebt euch Jesus wieder! 4. Laß schon jetzt an mir erscheinen, daß du auferstanden bist! Neige du mich zu dem 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, meine Bonne, mein Gott und mein Versöhner, auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Gedanke, der im Leiden mit reichem Trost belebt! Des höhern Lebens Quelle! Mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? do Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Des Felsen Grund erbes bet! die Wächter flieh'n; das Grab ist leer. Der todt war, 121 Erst. Th. XI. Von der Auferstehung Jesu. fieh, er lebet! Er lebt, und gibst klare Siegeszeichen, machst stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie seh'n ihn, freu'n sich, danken, dem Auferstandenen. Sie seh'n em por ihn steigen, und geh'n, wie er gebot, mit Freuden hin, und zeugen von ihm bis in den Tod. den Feind zum Friedensbot, läß'st den Tod zum Heil gereichen; denn wie soll:' zur Sterbenszeit mich die Botschaft können schrecken, die mir sagt von Auferwecken, nichts von Todes Bitterfeit? 4. Sehet nicht auf die Gestalt; dieser Tod ist nur ein Schlafen. 4. Herr, deine Boten stegen, Nunmehr hat kein Feind Gevon dir und deinem Geist ge: walt an den wiederfund'nen lehrt! Die Gößentempel liegen, Schafen; denn der auferstandne der Erdkreis wird zu Gott be: Hirt, der sich selbst für sie gego fehrt. Ich weiß, an wen ich| ben, führt sie durch den Tod zum glaube, bin freudenvoll ein Christ. Ihn bet' ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen: er starb für mich und lebt. Leben, wo er ewig triumphirt. 5. Bringt man mich dem Grabe zu, daß du, Lebenssonn', durchscheinest, so komm' ich zur süßen Ruh, da du mich mit dir ver einest! Wenn du einst die Stimm' erhebst, so wird dies mein Fleisch erwachen, denn du wirst es le=. bend machen, und mich bringen, wo du lebst. 6. Komm', mein Hirte, führe mich! Liebe, gib, daß ich dich schmecke! Sonne, laß mich sehen dich, daß der Tod mich nicht erschrecke! Führst du mich zum Leben hin, gib, daß ich dir folgen möge, durch die dir beliebten Wege, bis ich ewig bei dir bin! Mel.: Hosianna, Davids Sohn. 167. Jeſus, esus, meine Liebe, lebt, dem es ist so wohl gelungen, daß der Feind nun vor ihm bebt, und der Tod im Sieg verschlungen: er, mein Heil, ist wieder Licht, der im Grabe lag, erbleichet, aber jeßt der Sonne gleichet mit verklärtem Angesicht. 2. Ginen hoffnungsvollen Blick, und ein unvergänglich' Wesen bringt mir diese Sonn' zurück, Nach der Mel. des 15. Liedes. und gibt mir im Wort zu le 168. Wach' auf mein Herz! Auf, träe sen, daß die Glieder ihrem Haupt gleich im Leben, gleich im Sterben, gleiches Leben sollen erben, ressen sie zuvor beraubt. 3. Liebe, stärker als der Tod, du SINA NG ger Sinn! Die Sonn' ist auf: gegangen; wirf dich zu Jesu Füßen hin, den Heiland zu umfangen! Siegreich hebt er sein Erst. Th. XI. Von Haupt empor; er geht aus sei nem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Stel' von dem Tod der Sünden auf, beginn' ein neues Leben! Vollführe deines Glaubens Lauf, nun mußt du dich erheben gen Himmel, wo dein Jesus ist; such nun, was droben, als einst Christ, der griftlich auferstanden! 122 der Auferstehung Jesu. der Welt im Streit, zuleßt das Feld behalten! 7. Kommt dann der Tod, der letzte Feind, so stärk' uns, Herr, im Glauben! Erzeige dich als unsern Freund, und was wird er uns rauben? Dort wischst du uns die Thränen ab; auf Hoffnung ruht der Leib im Grab; einst wird er herrlich glänzen. 3. Vergiß nun, was dahinNach der Mel. des 109. Liedes. ten ist, mit unverwandten Blik 169. Erinure dich, mein ken schau, weil du noch auf Erden bist, auf Jesum, soll dir's glücken! Verlaß die Welt und ihren Schein; bei Jefu kannst du nur allein Ruh' und Er: quickung finden! da Geist, erfreut, des hoben Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! nd 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ibn, als ob er heute dir erschien, als spräch' er: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geist, in mir! 4. Bald reizt dich freilich noch die Welt, bald sucht sie dich zu schrecken. Doch, wer sich feſt an Jesum hält, dem kann nichts Furcht erwecken. Wirf deine Sorgen auf den Herrn; er sorgt für dich, und thut es gern, d'rum ist er auferstanden! 3. Schau über dich, und bet' ihn an! Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist, und der da war! Sein Name sei gebenedeit, von nun an bis in Ewigkeit! moo 1851 5. Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Got6. Du warest todt, Herr Jetes Sohn erreicht. ans su Christ, nun bist du aufer: 6. Vor seinem Thron, in seiz standen! Du kennst des Satans Macht und List, o mache sie zu Schanden! daß wir in dieser Prüfungszeit, mit ihm und mit nem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig sein; Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 5. Der Löw' aus Juda hat nunmehr vollkommen überwunden. Auch gegen aller Feinde Heer wird bei ihm Schutz gefunden. Durch ihn" gestärkt, durch ihn belebt, wirst du, was dir noch widerstrebt, auch siegreich überwinden. Erst. Th. XI. Von der Auferstehung Jesu. 7. Mein Herz erliegt frob| hattest, es zu laffen, Macht; unter ihr; Lieb' und Verwund' Macht wieder dir's zu geben. rung fämpft in mir, und voll Und darum liebte dich dein Gott, Lor, von Ehrfurcht Dank und Pflicht, weil du, gehorsam bis zum fall' ich, Gott, auf mein Ange- dich haft für uns erniedrigt. sicht! 10612. Du warst unr eine kleine Zeit von deinem Gott verlaffen. Er krönte dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht fassen. Dein terbliche Kreuz, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majestät; denn du gingst aus dem Grabe. 3. Gehaßt in deiner Niedrigfeit warst du ein Ziel des Spottes, und zeigtest doch zu gleicher Zeit au dir die Hoheit Gottes. Dein Kreuz schien zwar der Welt ein Gräu'l; doch sterben für der Feinde Heil, dies ist die höchste Tugend. dödas dummad Sun jun 4. Dein Reich war nicht von dieser Welt, dein Ruhm nicht Menschenebre. An Demuth groß, an Lieb ein Held, und göttlich in der Lehre; geduldig und von Sünden rein, gehorsam bis zum Kreuze sein; dies war, Herr, deine Größe! 8. Du, der du in den Him: meln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du er füllst einst mein Vertrau'n, in meinem Fleische dich zu schau'n. 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn. 1 10. Dit Engeln und mit Se. raphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freu'n in Gwigkeitsgradah ma 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir ge= Freuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 1012 Nie fomm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu'! bose 5. Du starbst am Kreuz, doch war dir ja die Kraft des Herrn gegeben. Du schafftest, daß der Blinde sah; du gabst den Todten Leben. Du sprachst, es schwiegen Wind und Meer; und selbst der bösen Geister Heer gehorchte dei13. Er ist's, der Alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! nd ner Stimme.and male fich -6. Nun irren mich nicht Nach der Mel. des 30. Liedes. Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schanden. Du bist mein Herr, du bist mein Gott; denn uns, o Herr, dein Leben! Du du bist auferstanden. Du bist 170. Freiwillig hast du dargebracht für Erst. Th. XI. Von der Auferstehung Jeſu. mein Heil, mein Fels, mein Hort,| Vater der Barmherzigkeit. Gr der Herr, durch dessen mächtig Wort auch ich einst ewig lebe. ruft sein Volk hinauf: schließt seinen Himmel auf, sie zu segnen. Der Himmel töut: Gott ist versöhnt! weil Jesus lebt, ist Gott versöhnt! 7. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dies ist die Hoffnung deines Kuechts, in dieser will ich sterben. Wie du vom Tod er: standen bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen! 124 4. Tod! wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub erheben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Neue Mel. oder: Wachet auf, ruft. 171. Hallelujah! Jeſus le= Dann wird das todte Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, sowie verneut zur Frühlingszeit das Pflanzenreich die Erde fleid't. bet. Erlöste Menschen, o erhebet des Gottversöhners Majestät! Hört's, betrübte Sünder! Gebet der Freude Raum, denn Jesus lebet! Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. O Seele, dein Gesang erschalle ihm zum Dank! Hallelujah! Dich, großer Held, erheb' die Welt, weil deine Hand den Sieg behält! 5. Erstandner, welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergeh'n, die dein Fuß betrat! Unnennbare Selige feiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald sind sie unser Theil. Bald krönet uns das Heil deines Lebens. Hallelujah! Der Herr ist nah. Bald ist derTag des Sieges da! The 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! Lobsinget ihm, und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er errung! Seht, der Tod ist überwunden, die ganze Hölle ist gebunden; für eureSchuld that er genung. Laßt eure Feinde dräu'n! ihr könnt getroft euch freu'n. Jesus lebet von Ewigeit zu Ewigkeit, derselbe gestern und auch heut'. 1922 164 3. Nun verzagt auch nicht, Verbrecher! Gott ist euch nun kein strenger Rächer, wenn ihr die Schuld vor ihm bereut. Durch des Todes Ueberwinder ist er verföhnt und gegen Sünder ein Nach der Mel. des 156. Liedes. 172. Jesus lebt, mit ihm auch ich. wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er ver klärt mich in sein Licht; dis ist. meine Zuversicht.se o 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich Erst. Th. XI. Von der Auferstehung Jesu. ewig herrschen, ewig leben. Gott| nicht; dies ist meine Zuver= erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. sicht. s 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesns lebt; sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Herzens will ich sein, und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen wished diod bird 125 173. An diesem Tag frohlocken wir: Herr, du bist aufgefahren! Des Himmels Chöre jauchzen dir: o laß auch uns erfahren, daß wie voll Müh' das Leben ist, doch, da du hingegangen bist, die Hoff nung es versüßet! Hallelujah, Halle Hallelujah! 42. Gottlob! der Weg ist nun bereit't: uns steht der Himmel of: fen! Der Christ fann seine Herrlichkeit aus starken Gründen hoffen, wenn er im Glauben freuden voll sich emsig rüstet, wie er soll, dem Herren nachzufahren. Hallelujah, Halle: Hallelujah! 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, feine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden! Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. Dearl 31. XII. Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sißen zur Rechten Gottes. got 2 and Mel.: Auf diesen Tag gedenk. 3. Wer nicht nach seinem Willen thut, verlangt nicht nach dem Herren. Er wird dem trägen 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Singang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Fleisch und Blut sein Himmel: reich versperren. Ist unser Glaube rechter Art, so läßt uns Chrifti Himmelfahrt nicht an der Erde kleben. Hallelujah, Halle- Hallelujah! 4. Zeuch uns dir nach, Herr Jesu Christ, daß wir, so lang' wir leben, zu dir, der du nun od droben bist, uns immerdar erheben. Wir seh'n hinauf, du siehst herab, an Treu' und Lieb' geht uns nichts ab, bis wir zus sammen kommen. Hallelujah, Halle- Hallelujah! 5. O großer Tag, an Freuden reich, wenn wir mit allen Frommen nun, unserm großen Heiland gleich, zum selgen Schauen kommen! Wie wohl, wie wohl ist uns zu Muth in Ewigkeit Erst. Th. XII. Von der Himmelfahrt Jesu bei'm höchsten Gut! Mehr kön- 6. Hinweg mit deinen Schäznen wir nicht wünschen. Halle= zen, du gleißnerische Welt! lujab, Halle: Hallelujah. Sollt' uns dein Nichts ergößen? Dort ist, was uns gefällt! Gr, unser Fleisch und Blut, prangt mushi Nach der Mel. des 101. Liedes. 2010 auf der Gottheit Throne, gibt uns sich selbst zum Lohne, ist unser höchstes Out.) 1280 174. Der Herr fährt auf gen Himmel mit Hellem Jubelschall, mit jauchzendem Getümmel und mit Po- 7. Wann wird es doch geschen saunenhall. Lobsingt, lobsinget ben; wann kommt die frohe Zeit, Gott! Lobsingt, lobsingt mit daß wir ihn werden sehen in sei= Freuden dem Könige der Heiner Herrlichkeit? Du Tag, wann den, dem Herren Zebaoths 2. Der Herr wird aufgenommen in königlicher Pracht. Deß freu'n sich alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Nach der Melodie des 109. Liedes. Jeſum ein des Himmels laute 15. Schon, großer Herr Heere, die seiner Pracht und Ehre sich, gleich als wir, erfreu'n. der Herrlichkeit, herab vom Thron der Majestät, um den, auf deinen Wink be: reit, die Schaar der starken Helden steht! 3. Mit freudigem Gebete wird er von uns erhöht; wir wissen nun die Stätte, die uns bereitet steht. Der Heiland geht voran, läßt uns nicht von ihm tren: nen, macht, daß wir folgen können, uns freie, sichre Bahn. 2. Denn als du ganz dein Werk vollbracht, beschlosseft du den edlen Lauf; und fuhrst in königlicher Pracht zu deinem Vater wieder auf.said na na 4. Wir Pilgrimme der Er den, die hier das Elend bau'n, 3. Ein ewig's Heil hast du wir sollen himmlisch werden und geschafft. Sohn Gottes und des Jesum ewig schau'n. Auf, Kin- Menschen Sohn! Nun sizest du der Gottes, auf! Wo Jesus hin- in großer Kraft, als unser gegangen, dahin steb eu'r Ver- Haupt, auf Gottes Thron. langen! dahin kehrt eueru Lauf! 4. Dein Arm, du Gottmensch, 5. Gen Himmel laßt uns pringen mit herzlicher Begier! Mit Inbrunst laßt uns singen: Dich, Jesu, suchen wir! 3u dir, o Gottes Sohn, soll sich der Geist erheben! Du bist uns Licht und Leben und unser großer Lohn. herrscht und siegt, du bist uns allenthalben nah; und selber das Verborgne liegt vor deinen Augen offen da! 5. Schau, Herr, aus deiner heil'gen Höh auf uns, die Deinen, die du kennst; daß alle 126 wirst du sein, da wir ihn mit Entzücken zum erstenmal erblikken? Tag, brich bald herein! und seinem Cißen zur Rechten Gottes. Welt erkenn' und jeh', daß du, mit Gott versöhnt, und Gott uns deine Brüder nennst! hat ihn mit Preis gekrönt. 6. Du bist in deine Herrlichfeit schon eingegangen; aber wir, wir sind noch immerdar im Streit, und seufzen noch im Elend hier. 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst Die Seraphim. die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 7. Doch darum fürchten wir uns nicht, da deine Hand uns hält und schüßt. Du, unsre Kraft und unser Licht bist mitten unter uns auch itzt. 8. Von deinen Brüdern sei gelobt, Held, der du uns den Sieg erstritt'st! Daß du den Satan, wenn er tobt, auch unter unsre Füße trittst. un9. So setzen wir denn anverzagt und freudig unsre Wallfahrt fort. Den Lohn, den du uns zugesagt, erwartet unser Geist erst dort. 10. Ja, aufgefahrner Jesu Christ, auf dich nur schau'n und boffen wir! Wir suchen nur, was droben ist, und unser Herz ist schon bei dirisind au 11. Vollenden wir dann uns sern Lauf, so eil, uns mächtig beizustehn! Nimm unsre Sce= len zu dir auf! Laß deine Herrlichkeit uns seh'n! di 127 Nach der Mel. des 109. Liedes. 176. Auf, Sesu Jünger, freuet euch, der Herr fährt auf zu seinem Reich! Er triumphirt. Lobsinget ihm, lobsinget ibm mit hoher Stimm! 2 Sein Wert auf Erden ist vollbracht. Zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht als sieggewohnter Held. Er herrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schüßzet feine Christenbeit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm, lobjinget ihm mit hoher Stimm'! 10 6. Ja, Heiland, wir erheben, dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Ma= jestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht! 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir stebt Kraft und Macht, und dein sind wir! Nimmst du dich unser hülfreich an, was ist, das uns gebrechen daß fann? 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem gibst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, bis du für uns am Kreuze starbst. 9. Du hast die Stätte uns bereit't, bei dir zu sein in Ewigfeit. Nach treu vollbrachtem Glaubenslauf nimmst du uns in den Himmel auf. 10. D. zeuch uns immer mehr zu dir! Hilf uns, mit eifriger Begier nach dem nur trachten, Erst. Th. XII. Von der Himmelfahrt Jesu was da ist, wo du, verklärter| barmen stets auf diese Welt Heiland, bist. 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk' uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu trau'n, bis wir dereinst dein Antlig schau'n! herab! Liebreich suchst du jeden Armen, der sein Herz der Welt. ergab, von der Thorheit abzuschrecken, und zur Buße zu er= wecken. Selig, wer, o guter Hirt, deiner Stimme folgsam wird! 12. Dann wird sich völlig unsre Seel' in dir erfreu'n, Immanuel! Dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum! 5. Keiner, keiner wird zu Schanden, der, o Heiland, dein begehrt! Rettung aus der Sünde Banden wird dem stets von dir gewährt, der von dir die Rettung suchet und den Sündendienst verfluchet. Seiner Seele schenkest Nach der Mel. des 82. Liedes. 177. Großer Mittler! der du Leben und Gewissensruh'. zur Rechten sei= nes großen Vaters sigt, und die Schaar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schüßt; dem auch selbst die Seraphinen mit verhülltem Antlig dienen! dessen Reich und Majestät über alle Dinge geht. 6. Du vertrittst, die an dich gläuben; du bewahrst und stärs fest sie, daß sie dir vereinigt bleiben; daß sie dieses Lebens Müh' standhaft durch dich überwinden, ihres Glaubens Ende finden, und einst ewig bei dir sein, ewig deiner sich zu freu'n. 2. Dein Geschäft auf dieser Erden ist auf's Herrlichste vollbracht! Der Verlornen Heil zu werden, gingst du in die Todesnacht. Aus dem Tod trat'st du in's Leben. Welch ein Trost ist uns gegeben! Ewig unser Haupt zu sein, gingst du in den Himmel ein. 7. O, was sind wir Menschens kinder, daß du unser so gedenkst, und so hülfreich auf uns Sünder immer noch dein Auge lenkst? Hilf, daß wir dich gläubig ehren. und auf deine Stimme hören; nur bei dir steht unser Heil. Gib uns ewig daran Theil. 8. Wenn wir zu dem Vater beten und uns unsre Sünde schreckt; laß uns dein Verdienst vertreten, welches unsre Schuld bedeckt. Laß zum Fleiß in guten Werken deines Geistes Kraft uns stärken! Hilf uns durch die Prüfungszeit, Herr, zu dei= ner Herrlichkeit! th 128 3. Nun, o Herr, ist dein Geschäfte, in des Himmels Heiligthum die erworbnen Lebenskräfte durch dein Evangelium den Erlösten mitzutheilen, und von Sünden sie zu heilen! O, wohl Allen, die dir trau'n, und auf deine Hülfe bau'n! G 4. Herr, du schauest voll Er pund seinem Siken zur Rechten Gottes. 129 Nach der Mel. des 101. Liedes.| ner Herrlichkeit, bis diese Zeit vorbei, bis wir dich, Heiland! sehen, und freudig vor dir stehen, bis Erd und Himmel neu! kin 178. Mein ein Jesus triumphiret und nimmt den Himmel ein. Er hat sein Werk vollführet, vom Fluch uns zu befrei'n. Die hohen SeraNach der Mel. des 109. Liedes. phim empfangen ihn mit Freuz 179. Wir freuen uns, den nach überstandnen Leiden. Lobfingt, lobsinget ihm! Herr Jesu Christ, 2. Wohl uns, die wir noch hoffen! Nun Jesus triumphirt, daß du zur Rechten Gottes bist! Du starker Herr, Immanuel, o, stärk' im Glauben unsre Seel'! steht uns der Weg auch offen, 2. Du sizest auf des Himmels der zu dem Himmel führt. Er selbst, er macht uns Bahn. Wer hier nun an ihn gläubet, ihm folgt und treu verbleibet, der wandelt himmelan. als Thron, als unser Freund, Menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht; d'rum bleibst du unsre Zuversicht. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur ist dein, du Herrscher der Natur! 3. Nur dort, nicht auf der Erden, ist unser bestes Theil. Um himmlisch einst zu werden, erivarb der Herr uns Heil. Er löfte, macht euch auf! Wo Jesus bingegangen, dahin schickt das Verlangen! dahin geh' euer Lauf! 4. Herr! hilf uns darnach ringen mit eifrigster Begier, Laß unsern Fleiß gelingen; den Himmel suchen wir. Laß uns in dieser Welt im Glauben an dich wandeln, so denken und so handeln, wie es dir wohlgefällt! 5. Was sind der Erde Freuden? Wie bald sind sie dahin! O, hilf uns Alles meiden, was hier noch unsern Sinn vereitelt und uns stört, das beste Theil zu achten, und nur nach dem zu trachten, was ewig Heil gewährt! 6. Sei du selbst unser Leiter in unsrer Prüfungszeit, und bring' uns immer weiter zu dei4. Umsonst, umsonst empöret sich der Fürst der Hölle wider dich. Dein Thron steht fest, der seine liegt; durch deine Macht ist er besiegt. 5. Du, unser triumphirend Haupt, wie selig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein Licht, sein Trost, sein Theil, sein starfer Schutz, sein ew'ges Heil. 6. Herr, unsre Herzen trau'n auf dich! Dein freuet unfre Seele sich. Du Held von unserm Fleisch und Blut bist un= ser Trost und höchstes Gut! 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt. bekannt. Der Segen ist in deiner Hand. Von keiner Seele bist du fern; du siehst auf sie und hilfft ihr gern. 9 Erst. Th. XII. Von der Himmelfahrt Jefu 8. Sieb auf uns gnädig allezeit| allein uns helfen und vertreten. yem Throne deiner Herrlichkeit! Und dir gebührt auch nur der hilf unserm schwachen Glauben Ruhm, daß dies dein Hohesprieauf, und segne unsern Lebenslauf. sterthum in Ewigkeiten währet. 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held. Als Herr und Richter aller Welt wird dich dereinst der Erdkreis seh'n. Laß uns dann freudig vor dir steh'n. 5. Nun börst du unser Flehen gern; wir sind dir unterthänig; nun waltest du als Herr der Herrn und der Monarchen König. Herr über Ewigkeit und Zeit, du Herrscher in Gerechtigkeit, Herr über Tod und Leben! 10. Dann triumphirt der Glaub' an dich. Dann jauch gen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ, der du zur Rechten Gottes bist! 130 6. Immanuel, du bist bei uns bis an der Zeiten Ende; und die Besorgung unsers Thuns gab Gott in deine Hände! Du stehst uns bei in aller Noth; Nach der Mel. des 15. Liedes. 180. Mein Mein Jesus sigt zur du streitst, du siegst, du hilfft im Tod durch Glauben überwinden. rechten Hand des Baters in der Höhe; er herrscht in meinem Vaterland, das ich von ferne sehe, und wo ich mit dem Herzen bin, wo alle Engel Gottes ihn als ihren König ehren. 2. Denn über jeres Fürstenthum hat er sich nun erhoben, und über aller Engel Ruhm ist er sehr hoch zu loben. Ihm Nach der Mel. des 34. Liedes. jauchzi der Seraphinen Stimm', 181. Meir ein Heiland, deine D die Cherubinen singen ihm das: Heilig! ohne Ende. 3. Ihm dient in seiner Herrlichkeit der Himmel sammt der Srden, und was sowohl in die fer Zeit als dort genannt mag werden; was Kraft und macht nur beißen kann, das ist ihm Alles unterthan; er berrschet über Alles. we Größe geht über 1 alle Himmel weit! Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott von Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur; famst zwar für uns Verlorne in menschlicher Natur; doch in der Menschheit Orden trat'st du erst in der Zeit. Gb' noch die Welt gewor den, hatt'st du schon Herrlichkeit. 4. Du mußtest Hoherpriester sein; dein Opferblut, dein Beten, dein Segen funnte gang 7. Du sprichst: Dem, welcher überwind't, will ich zu sitzen geben auf meinem Stuhl, als Gottes Kind, und er soll ewig leben, wie ich gestegt, als Gottes Sohn, und bin auf meines Vaters Thron voll Herrlichkeit gesessen! 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein fräft'ges Wort gemacht. Auf dein allmächtig: und seinem Sigen zur Rechten Gottes. Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unfer Meister; auch uns schuf deine Hand so, wie das Heer der Geister, das dich noch eh'r erkannt. Ein Erbe über Alles! das ist dein ew'ger Ruhm; d'rum jammert dich des Falles von dei nem Eigenthum. de of 131 4. Gott läßt dir Ehr' erzeigen, die feinem andern widerfährt. Dir soll sich Alles beugen; denn göttlich groß ist, Herr, dein Werth! Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der fann nicht selig werden. Wer aber dich verchrt, dem hilfst du vom Verder ben; schaffst ihm Zufriedenheit, und machst ihn einst zum Erben vollkommner Seligkeit. sollte dein sich schämen? werth bist du Breis und Rumh auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum! 1 jes 6. Sohn Gottes! ich verehre und bete dich in Demuth an! Beschäme und bekehre die, die dir noch nicht zugethan; die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für uns litt, die schuld'= ge Ehre rauben! Theil' ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen! Laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen! Dein Ruhm füll' jedes Land! 10-19 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort; daß Große und Geringe geht bloß durch deinen Willen fort. Sohn Gottes! du regie: rest den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir n Nach der Melodie des 119. Liedes. steht Tod und Leben. D'rum 182. Herr Jesu, deiner Glieder Ruhm, wird einst jede Gruft die Tod ten wiedergeben, wenn deine Stimme ruft. du starkes Haupt der Schwachen! du hast ein ewig's Priesterthum,.. kannst all'zeit selig machen; du bist, der das Gebet erhört und der des Glaubens Wunsch ge= währt, sobald wir zu dir kommen. 2. Uns muß durch deine Himmelfahrt der Himmel offen ste: hen. Du hast den Weg geoffenbart, wie wir zum Vater ge= hen. Der Glaube weiß und ist gewiß, du habest uns im Paradies die Stätte zubereitet. 3. Geht unser Haupt zum Himmel ein, so werden auch die Glieder, gewiß nicht ausgeschlossen sein. Du bringst sie alle wies der: sie werden da sein, wo du bist, und dich verklärt, Herr Jesu Christ, dir ähnlich, ewig schauen! 4. Zeuch uns dir nach, so lau5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Saamne, der gläubig dir zu Fü: Ben fällt. Dich preisen Sera= phinen, erhabner Menschensohn! mit Freuden dir zu dienen, steh'n sie vor deinem Thron. Werfen wir! laß uns ein himmlisch 9* 152 Erst. Th. XII. Von der Himmelfahrt Jesu Wesen in Worten, Werken und Begier von jetzund an ertesen! Zeuch unser Herz dem Himmel zu, daß unser Wandel, Schatz und Rub nur sei bei dir dort oben! das Recht mit Nachdruck schützet! Schwinge rich in stetem Flor, groß durch Frieden, reich an Freuden, unter Juden, unter Heiden mit vermehrtem Glanz empor. 5. Was droben ist, laß fünf tighin uns unablässig suchen; was eitel ist, das laß uns flieh'n, was sündlich ist, verfluchen! Weg Welt! dein Luft- und Freuden: schein ist viel zu elend, viel zu klein für himmlische Gemüther.| zur Freude deiner Freunde, sei3. Deines Königs Majestät müsse jedes Volk verehren, und so weit die Sonne geht, müsse sich sein Ruhm vermehren; selbst der kleinen Kinder Mund mache, zum Verdruß der Feinde und nen großen Namen fund! Nap 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deine Unterthanen! ich will dir, so gut ich kann, in mein Herz die Wege bahnen. Ich geselle mich im Geist froh zu jenen großen Reihen, die dein Hosianna schreien, wo man dich willkommen heißt. Sie 6. Kleinod, das im Himmel strahlt, ich will nach dir nur laufen! Perle, die die Welt nicht zahlt, dich will ich an mich kaufen! Erbtheil voll Zufriedenheit, o Himmel voller Seligkeit, sei mein, aus Jesu Gnaden! 17. Wann fahr ich auf aus dieser Noth? wann komm' ich, Heilserstatter, zu deinem und zu meinem Gott, zu dein und mei: nem Vater? Wann fomm' ich zu dir, höchstes Licht? wann seh' ich einst dein Angesicht? Komm' bald, o Jesu! Amen. 5. Jauchzt, ihr Kräfte, freuet euch! Seid ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich wird bei euch auch Raum gewinnen. Kommt und schwört den Huld'gungseid! Kommt und dfüßt den Sohn der Liebe! Ach, Nach der Mel. des 167, Liedes. daß niemand außen bliebe! Hier, 183. Hoanna, Davide ach hier ist Seligkeit! s s der in sei di mi Aus dem 47. Psalm. Nach der Mel. des 15. Liedes. nes Vaters Namen sich erhebet auf den Thron über Jakobs Haus und Samen, welchem Gott ein Reich) bestimmt, dem die Reiche dieser Erden endlich müssen dienstbar werden, und das selbst kein Ende nimmt! id 2. Sei gesegnet, theures Reich, das ein solcher Herr besitzet, dem fein Herr auf Erden gleich, der 184.hr Völker in der ganzen Welt, frohlockt mit Herz und Händen! jauchzt unserm Gott, erhebt den Held, der sich an allen Enden stets als den größten König zeigt an Hoheit Alles übersteigt, und Feinden schrecklich bleibet! und seinem Sigen zur Rechten Gottes. 2. Ihr, die ihr seinen Zepter 1 2. Von nun an müssen sich ehrt, ihr werdet einst regieren; ihr werdet diese Welt zerstört zu euern Füßen spüren. Zu seinem Grbtheil wählt er euch; euch ist ein ewig Königreich, ein ewig's Heil beschieden. auf Zions Berg' und Hügeln Fried' und Gerechtigkeit in vollem Glanze spiegeln; der Held aus Juda nimmt des armen Volks sich an, er, dessen strengen Zorn kein Frevler tragen kann. 3. Den Himmel nahm er jauchzend ein; ihm sangen Che: rubinen. Wie? wollt ihr länger träge sein, lobsingend ihm zu dienen? Nein, auf! lobsingt, lobsingt dem Herrn; denn er ist Gott und Jakobs Stern, ein König aller Menschen. 4. Mit klugem Lob erhöhet ihn, den König aller Heiden! Für ihn laßt euren Eifer glüh'n und dienet ihm mit Freuden! Der Abgrund bebt vor seinem Thron; der Höllen Heere seh'n den Sohn und flieh'n vor seinem Schelten. 5. G8 werden selbst die Herrn der Welt zu seiner Fahne schwö: ren, und sich besiegt durch die sen Held, zu ihm als Gott bes fehren. Es beugen sich mit Jakobs Stamm dir, Herrscher, Gott von Abraham, die Mächtigen der Erde!) robust d) 135 Aus dem 72. Pfalm. Nach der Mel. des 8. Liedes. 185. Gott! gib bein GeD richt dem Könige der Erden, laß die Gerechtigkeit durch ihn verschaffet werden! Durch ihn, den Königssohn, sei Herr, dein Volk befreit, und wer die Sünde fühlt, zu deinem Bild erneut, 3. Dir, Heil der ganzen Welt, wird man mit Ehrfurcht dienen, so lange Sonn' und Mond an den gewölbten Bühnen im alten Prachte stehn! Von Kind und Kindeskind erschallt, wie groß und schön, Herr, deine Werke sind! 4. So sehr ein sanfter Guß das dürre Land erquicket, so mild und stärkend wird auch Zions Gott erblicket: er kommt, und seht, durch ihn wird der Gerechte blüh'n, mit ihm wird Fried' und Rub' in alle Grenzen zieh'n. 5. Als König herrschet er von einem Meer zum andern; ihm unterwerfen sich, die in der Wüste wandern; er wirft mit mächt'ger Hand die Feinde in den Staub, und macht, des Siegs gewohnt, aus ihnen einen Raub. 6. Bis an das fernste Meer wird sich sein Zepter schwingen; ihm werden Könige Geschenk und Gaben bringen; ihm dient, was in der Welt nur groß und mächtig heißt; von Heiden selbst wird auch sein hoher Ruhm gepreis't. 7. Warum? Sein starker Arm wird die Glenden retten; fein mild und bülfreich Herz bricht ihre schweren Ketten; von Trug und Frevel macht sie sein Er Erst. Th. XII. Von der Himmelfahrt Jesu barmen frei, und zeigt, wie werth| daß sie, wenn Alles untergeht, vor ihm sein Blut geachtet sein gleichwohl wie Berge Gottes steht. 8. Er lebt; und seine Macht 3. Wer darf sich dieser Stätte weiß nichts von Ziel und Gren- nah'n? Wen nimmt er zum Bezen. Sein unermess'nes Reich wohner an? Nur den, der durchs wird jetzt und ewig glänzen. Versöhnungsblut die schweren Ihm bringt man allezeit Gebet Sünden von sich thut.on und Opfer dar, und dränget sich mit Lust zu seinem Lobaltar. 4. Nur dem, der reines Herzens bleibt und keine falsche Lehre treibt; des Meineids sich nicht schuldig macht, nur dem ist Se= gen zugedacht. mic 5. Ja, Segen und Gerechtigfeit theilt Gott, die Quell' der Seligkeit, dem, welcher vor sein Antlig tritt, recht überschwenglich gnädig mit. n62 md n 134 9. Wie, wenn ein gutes Land die reichsten Saaten decken, so reichlich wird sich auch der Segen einst erstrecken, der auf die Sterblichen aus seiner Fülle fleußt; und ewig wird dafür sein Nam' und Thron gepreist. 10. So lange Sonn' und Mond im alten Glanze blizzen, wird sich der Nachwelt Trost auf seinen Namen stüßen; durch ihn gesegnet, kniet der Heiden große Schaar mit Ehrfurcht, Dank und Ruhm vor seinem Sühnaltar. 11. Gelobet sei der Herr, den Israel verchret, der einzig Wunder thut und Feind und List zerstöret! Gelobet sei sein Nam', bis in das fernste Land werd' seine Herrlichkeit je mehr und in 6162 mehr bekannt. 6. Verlorne Sünder, machet doch die Thore weit, die Thüren hoch! Und soll euch recht gehole fen sein, so nehmt den Ehrenfönig ein! eu n'evilla 7. Ihr fragt, wer dieser König sei? Nichts, nichts kommt seiner Größe bei. Er ist der Herr von ew'ger Kraft, der statt des Streits bald Frieden schafft. 8. Eröffnet fröhlich Thür und Thor! geht aus der Finsterniß hervor! Er kommt, der Herrs scher Zebaoth! vor ihm fleucht Sünde, Sünde, Höll' und Tod. 10 Aus dem 24. Psalm. Nach der Mel. des 109. Liedes. ie Erd' und was darinnen ist, das Meer, so weit es schäumend 186. Di Nachahmung des 21. Psalms. G in an Nach der Melodie des 35. Liedes. fließt; die Welt mit Sonne, 187. Herr, der du deinen theuren Sohn mit Mond und Stern; dies Alles, Alles ist des Herrn. 2. Des Herrn, der seine heil'ge Stadt so felfenfest gegründet hat, Hülf' und Kraft von deinem Thron zum Mittleramte schmückteft! Gott, der du auch, da Höll' ag und seinem Sigen zur Rechten Gottes. 155 und Tod ihn schon mit Unter-| Feinde Rache rauchte. Schnöde, gang bedroht, doch gnädig nach spröde, und mit Spotte sucht ihm blicktest! Siche, Mühe, die Rotte dich zu tödten: Gott Schmerz und Wunden sind ver- sieht d'rein und sie erröthen. schwunden. Nach dem Leiden lebt er nun in ew'gen Freuden. De 2. In jenen Wohnungen des Lichts, im Glanze deines Ange: sichts erhebt er deine Güte. Da rühmt die Wunder deiner Huld, nach unsrer ausgeföhnten Schuld, sein göttliches Gemüthe. Nun preis't sein Geist deiner Liebe starke Triebe, die ihn hielten, als die Wetter auf ihn zielten. 6. Sein Zorn, gleich einem Feuer, frißt das Volk, das seinen Bund vergißt, die mörde rische Bande. Noch trägt ihr Same diesen Fluch, und ist ( welch harter Richterspruch!) ein Scheusal aller Lande. Gr de, werde, bei der Sache dieser Rache, die noch brüllet, werde doch mit Furcht erfüllet! 7. Man dachte, Böses dir zu thun, Lamm Gottes! und dann erst zu ruh'n, wenn du vertilget wärest! O Weisheit! die du Macht und List, wie groß und fein sie immer ist, zu ihrem Schaden kehrest. Freunde! Feinde! hört: es flogen von dem Bogen seines Köchers Pfeile des erzürnten Rächers. 8. Erhebe dich in deiner Kraft, und dämpfe, was uns Schaden schafft, und die dein Zion stören! So soll auch unser Herz und Mund dich, Herr, und deinen Gnadenbund in lauten Liedern ehren. Rühre, führe selbst die Heiden zu den Freuden, zu den Kränzen, die so schön in Zion glänzen. 3. Ja, Herr, was nur sein Herz begehrt, wonach sich nur sein Wunsch gekehrt, das hast du ihm geschenket. Denn nur auf unsre Seligkeit, auf deinen Ruhm und Herrlichkeit war stets sein Sinn gelentet. Kronen, Thronen und ein Regen deiner Segen muß ihm werden. Sel': ger Wechsel der Beschwerden! 4. Um's Leben bat er, Va ter, dich, da Trost und Vater von ihm wich; du gabst ihm langes Leben. Wer mißt jeßt seiner Tage Lauf? das Rob, den Schmuck, den du ihm d'rauf in deinem Schoß gegeben? Freunde, Feinde, alle müssen zu den Füßen Jesu fallen, durch sie muß dein Ruhm erschallen. 5. Du, den mein Glaube Nach der Mel. des 29. Liedes. zärtlich ſpürt, du haſt es glück: 188. Herr! du fährst mit Glanz und Freuwas ich zum Leben brauchte. Des Vaters Nechte hielt dich fest, als von des ärgsten Grimmes Pest der den auf zu deiner Herrlichkeit; doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit! 136 Erst. Th. XII. Von der Himmelfahrt Jesu u. s. Eigen 2c. Gib mir, Jesu! Muth und Kraft, daß ich meine Pilgrim schaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge! ser Zeit, o, so sammle meine Glieder, die Verwesung jetzt zerstreut! heil'ge und verklär' sie ganz, daß der Leib im Himmelsglanz, dann nicht mehr von Staub und Erde ähnlich deinem Leibe werde! S BE * 01012 2. Laß mir deinen Geist zurücke, aber zeuch mein Herz nach dir: wenn ich nach dem Himmel blicke, o, so öffn' ihn gnädig mir! Neige meinem hd 15 tdsdze thi Flehn dein Ohr; trag es dei Nach der Melodie des 121. Liedes. nem Vater vor, daß er mir 189. König, dem kein die Schuld vergebe, daß ich mich König gleichet, bekehr' und lebe! sidabail 3. Lehre mich, die Welt ver: achten und was in ihr Eitles ist, und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein GrErlöser, bist! Wollust. Ehrsucht und Gewinn soll mich dies zur Erde zieh'n, da ich jenseits über'm Grabe eine größ're Hoff nung habe? dessen Ruhm kein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, der zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt' offenbaren als das Bild des Unsichtbaren, dir, ge= hört das Recht zum Throne, als dem Mittler, als dem Sohne! d 14 4. Diese müsse mir nichts rauben; du erwarbst sie theuer mir; jehund seh' ich sie im Glauben, dorten find' ich sie bei dir. Dort belohnst du das Vertrau'n deiner Gläubigen durch Schau'n, und verwan- 3. In des Gnadenreiches delst ihre Leiden in unendlich große Freuden. diss 2. Himmel, Erde, Luft und Meere müssen stets zu deiner Ghre dir, Herr, zu Gebote stehen, und dein Wille muß geschehen! Fluch und Segen, Tod und Leben, Alles ist dir übergeben, und vor deinem mächt'gen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. bim midi 5. Dort bereit auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu Rufst du frühe oder späte mich zu meines Grabes Nuh'; leucht' auch mir in dieser Nacht durch die Stärke deiner Macht, die des Todes Macht bezwungen, und für uns den Sieg errungen! Grenzen sieht man deine Wun der glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen: die nach deis ner Vorschrift leben, die nur zu gefallen streben, Alles gern für dich verlassen, und, wie du, das Unrecht haffen. 4. In dem Reiche deiner Ehren hört man stets dein Lob vermehren von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner 6. Kommst du endlich glorreich wieder an dem Ende die Erst. Th. XIII. Bon der Wiederkunft Jesu Christi zum Gericht. 137 Knechte, die dort, ohne Furcht| ge, an Begnadigung der Freunde und Grauen, dein verklärtes und an Siegen über Feinde. Antlig schauen: die dich uner: müdet preisen und dir Ehr' und Dienst erweisen. 5. Herr, in allen diesen Rei: chen, dir ist niemand zu ver: gleichen an dem Ueberfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an der Unterthanen Menge, an des Regimentes Länall 6. Nun herrsch' auch in meiz nem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deinen Schutz genießen, auf mich deine Gnade fließen; dich stets fürchten, ehren, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, kämpfen, slreiten, dort mit herrschen, dir zur Seiten. O Jer 15 16 um 104 10 Bil a ih na enem EN XIII. Von der Wiederkunft Jesu Christi zum Gericht. 0/10 has topless C 1708 efnisi just sast Mel.: O Ewigkeit, du Donnerwort.| muß Grd' und Meer das zun190. Erhöhter Jesu, Got zählbare große Heer der Tod= tes Sohn! der du ten wiedergeben. Sie steh'n schon längst der Himmel Thron durch dich, Herr, neu beseelt, als Herrsiger eingenommen. Du nun alle auf, und feiner fehlt! wirst dereinst zu rechter Zeit, 4. Du fammelst sie vor dei= in großer Kraft und Herrlich nem Thron, um jedem den feit, vom Himmel wiederfom verdienten Lohn nach seiner men! Gib, daß dann froh und That zu geben. Dann trifft mit Vertrau'n dich, Herr, auch den Bösen Schmach und Bein, meine Augen schau'n! suis den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer läugnet dann noch. Jesu Christ! daß du der Erden Richter bist? Of ng 2. Wer faßt, o Heiland! jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit dei: 5 O, gib, wenn nun dein ner Engel Heer erscheinst, die jetzt schon div. sich beugen! Dann sieht die Welt die Majestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht sidotsite and those Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wieder finde; daß ich mit Freuden vor dir steh' und mit dir in den Himmel geh', ganz frei von Fluch und Sünde! Laß mich im Glauben waker sein, und auch die kleinste Sünde scheu'n ddis der j 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink 138 Erst. Th. XIII. Von der Wiederkunft 6. Dein Name sei mir ewig| dann noch, Herr Jesu Christ! werth! und was dein Wort daß du die Auferstehung bist, von mir begehrt, das laß mich mit Frechheit läugnen können? treulich üben. Niemals ermüde 5. Wer spottet dann noch deihier mein Geist, dich, den schon ner Kraft, wenn du, die dich jeßt der Himmel preis't, aus hier fliehen, für ihre Schuld aller Kraft zu lieben; so hab' zur Rechenschaft mit Majestät ich in der Ewigkeit auch Theil wirst ziehen? wenn nun ihr an deiner Seligkeit. Auge dich erblickt, und sie dein Strafgerichte drückt, dann werden sie verstummen, He chim Nach der Melodie des 119. Liedes. Er 191. fommt, er kommt zum Weltgericht, der Heiland, den wir ehren. O weigert euch, Erlös'te, nicht, jetzt auf sein Wort zu hören. Wer hier nicht seine Stimme hört, und sie nicht mit Gehorsam ehrt, wird nicht vor ihm bestehen. 2. Herr, laß mich deiner Majestät mit wahrer Freude dienen! Wie herrlich dich dein Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen, doch was uns hier verborgen war, das wird der einst uns offenbar, wann du wirst wiederkommen. 1080 3. Wenn vor dir die Natur dann bebt, und unter deinen Füßen sich Alles, was dir widerstrebt, wird völlig beugen müssen, wenn alle Engel vor dir stehn! dann werden aller Augen sehn, wie hoch dich Gott erhoben. 6. Und wenn du dann die Deinen nun mit Preis und Ehre zierest, und, ihnen ewig wohlzuthun, sie zu dem Himmel führest, dann, Herr, wird. völlig offenbar, daß dein die Macht und Gnade war, die Deinen zu beglücken. 7. O laß mich dann, Herr Jesu Christ, mit Freuden vor dir stehen; und dir, so herrlich du auch bist, getrost entgegen sehen. Wenn deiner Feinde Rotte zagt, von Reu und Angst und Furcht geplagt, dann jauchze meine Seele. 8. Daß ich dies Glück er= leben mag; so laß in diesem Leben, o Heiland, deinen gro ßen Tag mir stets vor Augen schweben. Er reize mich, dir mich zu weih'n, in deinem Dienste treu zu sein, und nie dich zu verläugnen. me Mik Nach der Melodie des 190. Liedes. 4. Wenn dann, o Herr! auf dein Geheiß die Todten wieder 192. Der unsre Menschan nahm, leben; dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis sich aus dem Grab erheben; wer wird als er, uns zu versöhnen, kam, kommt zum Gerichte wieder. Jesu Christi zum Gericht. U Nicht fern ist seiner Zukunft Zeit! 6. Mein Herz erschrickt, es in aller seiner Herrlichkeit steigt Jesus dann hernieder. O sich'rer Erdkreis beff're dich! der Tag des Schreckens nahet sich. bebt in mir mein Junerstes, o Gott, vor dir! ich bin ein Missethäter. Begnadige, wann dein Gericht auch mir mein ewig's Urtheil spricht, Herr, mich, den Uebertreter! du, der die Sünder nicht verstößt, du hast auch, Jesu, mich erlöst. End 2. Warum verzeucht der Richter, Gott? wo bleibt der Rächer? fragt der Spott. Hört, Sünder! bört's mit Beben! euch, die ihr frevelnd widerstrebt, und in der Bosheit sicher lebt, zur Bess'rung Frist zu geben. Doch bald ist euer Maaß erfüllt: bald kommt der Richter, und vergilt. 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewig feit mit allen seinen Schrecken; dann wird, wenn Gottes Fluch euch droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod vor seinem Zorn euch decken. Denn nun 193.B nicht mehr erbarmt er sich; und fein Gericht ist fürchterlich! 459 7. Tag Gottes! Tag der Ewigfeit! du predigst uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme. Reizt, Christen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß er nicht bald ergrimme. Denn ewig wird der Sünder Pein, so wie der Frommen Wonne sein. D Time 9 Nach der Melodie des 67. Liedes. 201 193.Bedenke, Mensch, das Ende: bedenke deinen Tod. Der Tod fommt oft behende; der heute frisch und roth, kann morgen, und geschwinder, hinweggestorben sein. Drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 4. Wenn furchtbar seiner Donner Schall, und der Posaunen Wiederhall der Erde Grund er schüttern; und plötzlich nun der Bau der Welt mit Krachen stürzt. 2. Bedenke, Mensch, das Ende: in Trümmer fällt; wenn alle bedenke das Gericht. Es müssen Menschen zittern, und vor den alle Stände vor Jesu Angesicht. Richter hingerückt, der Spötter Kein Mensch ist ausgenommen; glaubet und erschrickt. lees wird dort jedermann den Lohn 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit wo werdet ihr Barmherzigkeit, und Gnad' und Ret. tung finden? die ihr der Sünde Maaß noch häuft, fühlt', eh' euch dieser Tag ergreift, die Lasten eurer Sünden! daß ihr euch einst nicht selbst verflucht, und ohne Hoffnung Lind'rung sucht. von ihm bekommen, nach dem er hier gethan. unthic manaire 23. Bedenke, Mensch, das Ende: der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich Schmerzensschreien; ach, Sünder, hüte dich. insin Erst. Th. XIII. Von der Wiederkunft 4. Bedenke, Mensch, das Ende:| du zur Rechnung ziehn. Du bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herr lichkeit, womit vor Gottes Throne ein müder Streiter prangt, der nach dem Kampf die Krone in Gottes Reich erlangt. misdall rufft, und sie erscheinen vor deinem Richterthron. Den Sün: dern und den Deinen gibst du gerechten Lohn. Onshorha 5. Herr, lebre mich bedenken der Zeiten letzte Zeit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod be trachten und deinen Richterstuhl: laß mich auch nicht verachten der Höllen Feuerpfubl. 4. Frohlockend sehn die From= men dein göttlich Angesicht. Schon hier demFluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun trium= phirt ihr Hoffen! erlös't von aller Müh', fehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segnest fie. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag im Tod und vor Gerichte steh' mir, o Jesu! bei; daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei! 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil in ew'ger Pein; und führeft die Gerechten zu deiner Freude ein. Se built otro Nach der Mel. des 67. Liedes. ch 194. an dein Gedenk' richte, dich, Rich ter aller Welt, der Thor nennt's ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht, und mein Gewissen lehren: du haltest ein Gericht.it is 140 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richter: thron, um den die heil'ge Menge erhab'ner Engel steht. Welch herrliches Gepränge, welch hohe Majestät! fisiatimi 3. Umsonst sucht nun der Sün: der vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschenkinder wirst 6. Laß, Jesu! dein Gerichte mir stets vor Augen sein, und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! laß fromm vor dir und hier aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergeh'n, so werd' ich nicht mit Schanden vor deinem Thron bestehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit, souris SRNEC to16 de disipiged Nach der Mel. des 30. Liedes.rt 195. Schon ist der Tag von Gott be: stimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier ge= is Jesu Christi zum Gericht. handelt. Er kommt, er kommt, tem Blick, daß Glaub und Lieb", des Menschen Sohn, er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erden Kreis zu richten. das höchste Glück, uns Gottes Gnad' erworben. 110x1 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, hier stehn die Millionen, die seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie am Meer der Sand; hier stehn sie vor dem Richter, d 7. Sie geh'n nun in das sel'ge Reich, daß Gott für sie bereitet, und seh'n auf ewig, Engeln gleich. ihr Wohlsein ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit! fein Rummer, feine Traurigkeit stört ihre em'ge Freude. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird keine Sünde stegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein falscher Zeuge. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! es stärke meine Zuversicht, wenn mich die Leiden fränken. Es reize mich gewissenhaft, und, eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. Al San Tel Nach der Mel. des 171. Liedes. 4. Der Richter ſpricht, der 196. Wachet auf som Schlaf, ihr SünHimmel und alle Völ= fer hören erwartungsvoll und tief gebeugt. Kommt, erbt das Reich der Ehren! so spricht er zu der Frommen Schaar, doch die, die widerspenstig war, heißt er nun von sich weichen. der! erwacht! denn euch, o Men= schenkinder, erwarten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben, hat Gott in eure Hand. gegeben: erwacht! noch ist zur Buße Zeit! gerecht, gerecht ist 5. O Herr! mit welcher Ma- Gott, er hört der Frevler Spott! jestät wirst du dies Urtheil fäl- Frevler zittert! wißt, was er len! die Sünder, die dich hier spricht, gereut ihn nicht, er kommt verschmäht, geh'n dann gewiß zur gewiß und hält Gericht. Höllen. Hier trifft sie unerforsch- 2. Schrecklich wird sein Zorn te Bein. Wer wird dann noch ihr Retter sein? ihr Warten ist verloren. nis 00: entbrennen; dann wird der Spöt: ter ihn erkennen, des Vaters ein= gebornen Sohn. Jauchzet, jauchzt, ihr, seine Frommen! er wird zu euerm Heile fommen! bald kommt er und mit ihm sein Lohn! euch richtet Christus nicht! Er selbst ging ins Gericht für die Sünder: 141 6 Sie, die Gerechten, leuchten dann so wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmst sie zu Ehren an. O welch ein froh Getümmel! nun sehn sie mit erstaun: 142 Eest. Th. XIV. Von dem heiligen Geiste Gott ist versöhnt! mit uns verföhnt, wer überwindet, wird geFrönt! den 1 ter wird vom Bösen sein Reich, die Erde, ganz erlösen, von Sünd und Tode sie befrei'n. Heil, Wons 3. Seid bereit, ihn mit Ver- ne, Eeligkeit ist ewig uns bereit't! langen, mit reinem Herzen zu Amen! Amen! die Zeit ist nah! empfangen; denn plötzlich bricht bald ist sie da! gelobt sei Gott! sein Tag herein. Und der Rich- Hallelujah! PHOT XIV. Von dem heiligen Geiste und dessen Gaben. 197.K Domm, o Gott, SchöyNach der Mel. des 33. Liedes. fer, heil'ger Geist, 198. Ihr Christen, rühmt, und preiset, kehr in das Herz der Menschen ein, und bilde sie, so wie du weißt, daß dein Geschöpf vor dir muß sein. 2. Mach' du als Tröster dich bekannt, Gott ist für uns nun nichts zu theu'r; er hat uns seinen Sohn gesandt, und gönnt uns auch dein göttlich Feu'r. erhebet froh mit Herz und Mund die Gnade, die uns Gott erweiset; mit uns macht er den neuen Bund. Er segnet reichlich und wir nehmen den Geist der Kraft und Kindschaft hin. Sein Segen fließt in vollen Strömen; er schreibt sein Wort in unsern Sinn. 3. Verstand und Herz erfülle mit deinem Licht, mit dei- 2. Gesalbet mit dem Del der ganz ner Kraft. Es spiegle sich in Freuden vollendet Jesus seinen uns der Glanz, o Geist, der Lauf. Nun herrschet er nach seialles Gute schafft.dnem Leiden, und thut uns seine 4. In Wundergaben zeigst du dort den Finger Gottes, und wie schnell verbreitet sich darauf das Wort; du sprachst: auch bei uns ward es hell. Schäße auf. Sein Geist, in den Aposteln kräftig, schmückt ihm ein Volk zu seinem Ruhm, das nun, in seinem Dienst geschäftig, ihm danfet als sein Eigenthum. 5. O, mach' es kräftig: Treibe fern des Feindes List. Dein Friede sei mit uns, daß wir dir folgen gern, und steh' uns in Versuchung bei. 3. Auf, auf ihr Herzen! auf ihr Zungen! verkündigt Gottes hohen Ruhm, sein Name werde stets besungen von seinem heil'gen Eigenthum: 0, daß ein Geist des Lebens wehe, und was nur Odem bat, erfüll'; daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Christo schaffen will! 6. Stärk' uns im Glauben an den Sohn und Vater, bis das Schau'n ihn frönt und dann durch uns vor jenem Thron dein und ihr hohes Lob ertönt. 10 14. So laßt uns denn die ofitons und dessen Gaben. A AND Pfingsten halten im Geist und nicht im Fleischessinn. Verblei ben wir allzeit im Alten, so ist dies Fest uns kein Gewinn. Wir müssen neu geboren werden, so daß sein Geist auch in uns lebt, schon hier auf Erden mit ihm vereint im Himmel schwebt. 5. Ach, Jesu! schenk' uns ar men Sündern durch deinen Geist Genad' und Kraft. Mach' uns zu Gottes ächten Kindern, theil baftig deiner Eigenschaft! ach zünde deine reine Liebe in unsrer aller Seelen an; und schaffe, daß mit beil'gem Triebe, was lebt, dich ewig loben kann. 143 4. Arge Väter haben Kindern gute Gaben immer noch gewährt; thätest du wohl minder? werden deine Kinder von dir nicht erhört, wenn um deinen Geist sie flehen? das wird ewig nicht geschehen. 5. Zwar ich hab' in Sünden sicher, ohn' Empfinden, lange fortgelebt; deines Geistes Regung selbst mit Ueberlegung gar oft widerstrebt, ja, ich bin ein Kind der Höllen, doch verzeihest du Rebellen. Va= ther: Komm, du Geist vom Ba6. Komm' dann, mein Berater! Komm, du Geist des Herrn! du kannst Herzen zwingen, de thust es gern. Fördre du durch fannst Ruhe bringen, und die thust es gern. Fördre du durch mächt'ge Triebe in mir Glauben, Hoffnung, Liebe! h 10 Mel.: Vater aller Gnade. 199. Gott, groß von Erbarmen weise nicht mich Armen, nicht mein Flehen ab. Schau' von deinem Throne, schau in deinem Sohne auf mich Wurm herab. Ich bin ein un würd ger Beter, doch dein Sohn ist mein Vertreter, men 7. Deffne mein Verständniß! Weisheit und Erkenntniß stammt von dir allein. Laß bei meiner Blöße mir der Gottheit Größe stets vor Augen sein, und dann zeige du mir Armen Jesu göttliches Erbarmen. 2. Nicht die Lust zu Schätzen, Würden und Ergößen, treibt mich, Herr! zu dir; deines Gei: 8. Quelle brünst'ger Triebe, stes Gaben wünsch' ich nur zu haben, so genüget mir; und die willst du gern verleihen, wenn wir brünstig zu dir schreien. 3. Mußt' dein Sohn nicht sterben, um mir zu erwerben diesen guten Geist? Sollte meiner Seelen dieser Beistand fehlen, den dein Wort verheißt? Soll ich Lob und Preis dir geben, so muß mich dein Geist beleben. Feuer keuscher Liebe! lasse deine Glut auch mein Herz durchdringen, und in Flammen bringen, Gott, mein böchstes Gut! laffe mich gleich Seraphinen dir mit Lieb' und Eifer dienen. 9. Ist bei schweren Blagen ganz mein Geist zerschlagen, so hilf gnädiglich. Macht die Prü fungshize, daß ich schmachtend size, so erquickke mich. Laß des Erst. Th. XIV. Von dem heiligen Geiste Trostes Ströme fließen und sich| mich; ich gebe mich an dich. in mein Herz ergießen. Mache mich, zu Gottes Preise, heilig, und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Vaterhuld mich freu', und mit wahrer Kindestreu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. Nach der Mel. des 116. Ciebes. 200. D er du uns als Va= 6. Geist des Friedens und der ter liebest, treuer Liebe! bilde mich nach deinem Gott! und deinen Geist denen, Sinn, daß ich Lieb' und Sauftdie dich bitten, giebest, ja, um muth übe, und mir's rechne zum ihn uns bitten heiß'st: demuths- Gewinn, wenn ich je ein Frie: voll fleh' ich vor dir; Vater! send' ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. densband knüpfen kann, wenn meine Hand, zur Erleicht'rung der Beschwerden, kann dem Nächsten nützlich werden. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz bleibt dir entrissen, und dem Dienst der Welt geweih't, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe.gib mir immer neue Kräfte. 107. Gib mir wahre Selbster= kenntniß, daß ich meine Fehler seh', und durch demuthsvoll Befenntniß Gott um die Vergebung fleh'. Mache täglich Ernst und Treu', sie zu bessern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäfte 144 10. Ich kann alles tragen: ich darf alles wagen; du bist mir ein Pfand, das im tiefsten Leide mir des Himmels Freude und mein Vaterland auf das tröstlichste gewähret, und mich seus zend danken lehret. 3. Auch dich fann ich nicht er fennen, Jesu! noch mit ächter Treu' meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 4. Gw'ge Quelle heil'ger Güter, hochgelobter Gottes- Geist! der du menschliche Gemüther bes: serst, und mit Trost erfreu'st! nach dir, Herr, verlangt auch 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug" in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o, dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. harg 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, ver und dessen Gaben. langt nach dir. O, so seze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. 5. Komm, erfülle, komm, bez wohne mit dem Vater und dem Sohne, Geist der Liebe, lieber Gast, was du so geheiligt hast; so will ich von ganzer Seelen deinen Gottesruhm erwählen, Mel. des 77. Psalms. 201. Heiliger Geift, du preisen dich, Dreieinigkeit, hier Himmelslehrer und dort in Ewigkeit. 143 starfer Tröster und Bekehrer! kehre bei mir Sünder ein, laß Nach der Mel. des 4. Liedes. mich deine Wohnung sein. Gib, 202. Gott! du haft in deiz nem Sohn mich daß stets durch heil'ges Denken sich mein Herz zu Gott mag lenken; klapf' an meinem Herzen an, wenn ich geh' auf falscher Bahn, die im von Ewigkeit erwählet, sende nun von deinem Thyron, was noch meinem Heile fehlet, und gib mir des Geistes Gaben: durch sie werd' ich Alles haben. 2. Bin ich noch in Sünden todt und zum Guten ganz ver= loren: heil'ger Geist, mein Herr und Gott! mache du mich neu geboren; rette mich von dem Verderben, laß mich nicht in Sünden sterben! 3. Treibe weg die finstre Nacht falscher, zweifelnder Gedanken; wenn die Welt mich irre macht, balte die Vernunft in Schranken! Wenn ich mich von dir entferne, wo ist's, daß ich Weisheit lerne? 2. Treibe, leite und regiere, mich zum Guten stetig führe; gib selbst Lust und Kraft dazu, daß ich Gottes Willen thu'. Gib mir stetiges Verlangen, Jesu fester anzuhangen, immer mehr von Sünden rein, heilig, unbefleckt zu sein. 3. Hilf, daß ich mich bald betrübe, wenn was Böses ich verübe; gib, daß bei mir wahre Neu' über mein Vergehen sei! Laß mich allezeit erwägen, daß Gott sei bei mir zugegen, der auf jedes Wort und That sehr genaue Achtung hat. 4. Laß mich, weil ich leb' auf Erden, wachsam stets er: funden werden, und, nach göttlichem Geheiß, thun mein Amt mit allem Fleiß! So werd' ich durch dieses Führen auch in meinem Herzen spüren, daß du, werther Gottes Geist in mir wohnst und fräftig seift. 4. Schaffe mir ein reines Herz, daß ich stets an Gott gedenke, und mich oft mit Neu und Schmerz über meine Sünden kränke; doch nach den bes trübten Stunden tröste mich durch Jesu Wunden! 5. Pflanze du mich selbst in ihn als ein Glied an seinem Leibe; und wenn ich sein eigen 10 146 Erst. Th. XIV. Von dem heiligen Geiste bin, hilf mir, daß ich es auch| 3. Umsonst, daß er noch wil: bleibe, und als eine gute Rebe der tobt, Verfolgung zu erreFrüchte bring' und in ihm lebe! 6. Glaube, Lieb' und Hoff: nung sei stets die Zierde meiner Seele: in Versuchung steh mir bei, daß ich stets das Beste wähle. Gib mir Demuth in den Freuden und Geduld und Muth im Leiden! and nose and chole gen. Der Name Jesu wird ge= lobt; sein Wort ist Kraft und Segen. Die Jünger schreckt nicht Bein noch Müh; der Geist der Stärke stärket sie in Martern und im Tode. Sie blieben ihrem König treu, bekannten seinen Namen frei und lobten ihn im Tode. 14. Noch jetzt bist du der Geist der Kraft, noch jetzt der Menschen Lehrer, der Jesu neule Jünger schafft, des Höllenreichs Zerstörer. In Sündern wirkst du Buß und Leid, in frommen Seelen Trost und Freud' und Muth im Kampf der Sünden. In bangen Stunden schenkest du, so wie im Tode Seelenruh, daß sie dich froh empfinden. 5. Des Vaters und des Sol: nes Geist, du Quell des Licht's, der Liebe, den Gott den Betenden verheißt, ach, heil'ge meine Triebe! Schaff du in mir ein neues Herz, gib wahre Buß und Sündenschmerz. hilf mir im Glauben beten! In bangen Stunden tröste mich, und zeige voll Erbarmen dich mir einst in Todesnöthen! 7. Hilf mir reden recht und wohl; und des Gottesdienstes Pflichten, wie du forderst, wie ich soll, ohne Heuchelei verrichten; christlich leben, selig sterben; und dein himmlisch Reich einst erben! Nach der Mel. tes 37. Liedes. 000 203. Dir, Bater! dankt mein Herz und singt, daß du den Sohn gege: ben, den Sohn, der Heil den Sündern bringt und unvergäng: lich's Leben! Ich danke dir, daß du den Geist, der deinen Sohn durch Wunder preist, zur Erde bast gesendet. Der Geist der Wahrheit kam herab, der deinen Knechten Stärke gab, daß jie dein Werk vollendet. 2. Erfüllt von seiner Wunderkraft, gehn sie, die Welt zu lehren; der Geist, der neue Herzen schafft, bilft ihnen sie bekehren: der ganze Erdkreis hört erfreut die Botschaft uns'= rer Seligkeit; Vernunft und Wahrheit siegen; das Laster und die Blindheit flieht! wo man den Finger Gottes sieht, muß Satan unterliegen. Nach der Mel. des 32. Liedes. 204. Komm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll' uns jederzeit! so wird Geist und Licht und Schein in den dunkeln Herzen sein. und dessen Gaben./12 20 147 2. Gib in unser Herz und| Glauben, daß kein Teufel, Tod Sinnen Weisheit, Rath, Ver- noch Spott uns denselben möge stand und Zucht, daß wir an- rauben! Du bist unser Schutz ders nichts beginnen, denn was und Gott! sagt das Fleisch gleich nur dein Wille sucht! Dein immer: Nein! Laß dein Wort Erkenntniß werde groß und mach' gewisser sein! uns vom Irrthum los. US# 390 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege! Das, was dich betrüben kann, räume ferner aus dem Wege; führ' uns zu dem Guten an; wirke Reu an Sünden Statt, wenn der Fuß ge= strauchelt hat. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versich're uns je mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herlichkeit und Ehr', die uns unser Gott bestimmt und die nie ein Ende nimmt. Mel: Nun bitten wir den heil. Sohnes Geist, du, 4. Laß uns stets dein Zeug- 205. Des Vaters und des niß haben, daß wir Gottes Kinder sind; stärf' uns dann mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Drangsal find't; zeige, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! 5. Reiz' uns, daß wir zu ibm treten gläubig und mit Freudigkeit; mach' uns tüchtig, recht zu beten, und vertritt uns allezeit, so wird uns're Bitt' erhört und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange! o, so mache den Beschluß: sprich der Seele tröstlich zu und gib Muth, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, förd're in uns deine Werke, wenn uns Satan wanken heißt; schenk uns Muth und Kraft im Krieg und verleih uns dann den Sieg! 8. Herr, bewahr' auch unsern der du uns den Weg zum Heile weist, gnadenvoller Tröster! Laß, wenn wir sterben, uns das ewige Leben ererben; gib uns Jesu Frieden! 2. Es leucht uns, Licht des Herrn, dein Schein, wenn schon Tod und Verwesung uns dräun; lehr uns Jesum Christum, den Sohn, erkennen, und in der Liebe des Sohnes brennen, lebend und im Tode! 3. du, der Liebe Geist! erhöh' uns're Seele, daß sie schmeck und seh', wie der Herr uns liebte; laß in den Brüdern, als in seinen geheiligten Gliedern, Jesum stets uns lieben. 4. Du höchster Trost in aller Noth! hilf getreu uns sein bis in den Tod! Heilig laß uns leben und nicht verzagen, wenn uns uns're Sünden verklagen vor der Welten Richter! 10* 148 Erst. Th. XIV. Von dem Nach der Mel. des 29. Liedes. 206. ler Geist im Himmelsthrone, eines Wesens, einer Kraft mit dem Vater und dem Sohne! Geist, der neues Leben schafft. Flöße du die wahre Reu in mein Herz und mach es neu, daß Gott selbst mit seiner Gabe Lust, in mir zu wohuen, habe. 2. Du, der Tugend Wiederbringer, machst es in dem Her: zen licht! Du gibst, mächtiger Bezwinger, daß der Sünde Macht zerbricht. Kehrest du nur bei mir ein, so wird meine Seele rein, und auch schon auf dieser Erden eine Wohnung eine Wohnung Gottes werden. 3. Geist der Wahrheit! komm und führe mich zur wahren Weisheit an, daß des höchsten Wort mich rühre und ich willig folgen kann. Deffne du mir jene Schrift, die mein ewig Heil betrifft; laß mich hier zum Theil verstehen, was ich dort soll völlig sehen! 4. Geist des Trostes! in dem Leiden steh' mir allzeit kräftig bei! Wenn die besten Freunde scheiden, bleib du mir beständig treu!. Gib mir ein gelass'nes Herz, daß ich in dem größten Schmerz Trost der Seele bei dir finde und den Unmuth überwinde. heiligen Geiste und dessen Gaben. meidlich scheint, und mein trübes Auge weint, so gib, daß es meiner Seele nicht an Rath und Hülfe fehle! 6. Geist der Freuden! mein Gemüthe sucht an dir nur seine Lust. Schmeck ich deine große Güte, so verachtet meine Brust, was die was die Welt für Lust erdenkt, welche nur die Seele kränkt. Rechte Freude muß den Frommen einzig von Gott selber kommen. 7. Geist des Betens! lehr' mich beten: Abba, Vater in der Höh! Treibe mich, vor Gott zu treten, und gib, wenn ich vor ihm steh, daß mein. Bitten kräftig sei; stehe meinem Seufzen bei; sprich in mir, in Gottes Namen, nach dem Fleh'n. ein kräftig: Amen! Nach der Mel. des 29. Liedes. 207, Geist vom Vater und vom Sohne! der du unser Tröster bist, und von unser's Gottes Throne hülfreich auf uns schwache siehst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben jei, o, so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein; wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreun; 5. Geist des Raths! wenn lenke kräftig meinen Sinn auf mir verschwindet aller Rath in mein wahres Wohlsein hin! Angst und Noth, wenn sich nir= Lehrst du mich, was recht ist, gends Hülfe findet, wenn ich leide, wählen, werd' ich nie mein Heil wenn der Tod mir fast unver- verfehlen. Erst. Th. XV. Von 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles treu meinen Gott und Vater liebe; daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu steh'n! Seinen Namen zu erhöh'n, seiaen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht über: winde. Hab' ich irgend mich ver= irrt, so strafe selbst mein Herz, daß ich, unter Neu' und Schmerz, mich vor Gott dar: über beuge und mein Herz zur Behrung neige! 149 der christlichen Kirche. ten. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu tre ten. Gib, daß ich auf Jesum Christ, als auf meinen Mittler, schau, und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad' um Gnad' auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen! 6. Stebe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei! Gib mir ein gelassen Herz! Laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden deines e Trostes Kraft empfinden! hd bad XV. Von der christlichen Kirche. Aus dem 4 6. Pfalm. Mel.: Eine feste Burg ist unser Gott. 208. Ein starker Schuß ist unser Gott! auf ihn steht unser Hoffen. Er hilft uns treu aus aller Noth, so viel uns der betroffen. Satan, unser Feind, der mit Ernst es meint, rüstet sich mit List, trotzt, daß er mächtig ist. Ihm gleicht kein Feind auf( rden. 2. Nicht aufre Macht ist's, die ihn fällt. Wir wären bald verloren. Es kämpft für uns der rechte Held, den uns Gott selbst erkoren. Fragst du, wer er ist? er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth. Er, unser Herr und Gott, er muß den Sieg behalten. 3. Die ganze Hölle schäume Wuth, und droh' uns zu verschlingen. Trotz ihr! uns rüstet Gott mit Muth. Es soll uns doch gelingen. Wenn der Fürst der Welt sich schon grimmig stellt, schreckt er uns doch nicht. Er ist längst gericht't. Ein Wort kann ihn schon fällen. 4. Das Wort steht fest! die stolze Welt mag noch so heftig toben! der Herr mit uns! der starke Held! der gibt uns Sieg von oben, östen te ben Leib sie nehmen Kind und Weib; rauben Gut und Ehr'! sie nehmen's! was ist's mehr? Uns muß der Himmel bleiben. Nach der Mel. des 55. Liedes. 209. Laß doch, o Iefu, laß dein Reich auf unter den Sündern ausgebreitet Erst. Th. XV. Bon der christlichen Kirche. werden! Schenke doch ihnen, i 3. 8 mache aller Völker deiner Leiden wegen, Leben und Segen. ausd n Mund, Gott, deine Macht und Weisheit fund! kein Volk sei auf der weiten Welt, daß deine Güte nicht erzählt! ini- en 2. Gib ihnen Gnade, dich recht zu erkennen, daß sie dich gläubig ihren Herren nennen; gib ihnen Gifer, deinen guten Willen treu zu erfüllen. 4. Ja, jedes Volk, das dich erkennt, das wird zu deinem Lob entbrennt, wer dich anbe tet, Gott, der freut sich deiner großen Gütigkeit. 150 3. Mit heil'ger Achtung laß die Schrift sie ehren; denn sie verkündigt deines Mundes Lehren. Außer ihr suchen Sterbliche vergebens Worte des Lebens. 4. Steure, Erbarmer! deiner Feinde Grimme. Warne die Dei nen vor des Irrthums Stimme. 6. 8 mache aller Völker Lehre sic prüfen, daß sie falsche Freuden klüglich vermeiden. Mund, Gott, deine Macht und Weisheit fund! kein Volk sei auf der weiten Welt, das deine Güte nicht erzählt. 5. Sei du ihr Licht in ihren Finsternissen, heile selbst ihr verwundetes Gewissen. Schlägt oft ein Kummer ihre Herzen nieder; stärke sie wieder.ph 7. Die Erde ist nicht mehr verflucht, sie bringt uns segens= volle Frucht, wir wissen nichts von Hungersnoth; stets segue uns Gott, unser Gott! 6. Schüße uns mächtig mitten unter Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen; bis wir zum Umgang der verklärten Frommen frohlockend kommen. piriod of ne le Der 67. Pfalm. do Nachy der Mel. des 109. Liedes. 211. Erhalt uns, Herr, 210. Gott! ott! der uns immer Gutes gab, schau' gnädig stets auf uns herab, entzieh' dein freundlich Angesicht, Herr, deinen Auserwählten nicht! bei deinem Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, vom Throne frech zu stürzen paty drohn. 12. Zeig' deine Macht, Herr Jesu Christ! der du Herr aller Herren bist: beschirme deine Christenheit, daß sie dich lob' in Ewigkeit. d dan Omk 2. D Gott, Jehovah, zeige dich der Welt! der Weltkreis freue sich, wird dein Erkenntniß ihm zu Theil, in dir, o Gott, und deinem Heil. S 5. Lob, Erdenkönig, dir! du bist ein Führer, der allmächtig ist! wer nimmt sich unser treuer an, wer ist, der so beschützen fann? 10 di 18. Ja, mach, Jehovah, deine Treu an uns mit jedem Morgen neu! dir diene deine ganze Welt mit einem Dienst, der dir gefällt. bila m Erst. Th. XV. Von der christlichen Kirche. 3. Gib, heil'ger Geift! uns| herrscher deiner schwachen Heerde, einen Sinn, nimm alle Zwie: Himmel und Erde. tracht von uns hin. Vor deines Wortes Licht und Macht entflieh' des Wahns und Irrthums Nacht. 5. Sie dichten, Herr! ein Frevelstück! es fall' auf ihren Kopf zurück! ste graben Gruben mit viel Müh'; in ihre Gruben stürze ſie! 14. Herr! laß uns dir befoh: 213. Gott ist uns Stärk len sein. Schau' unsre Noth: wir sind ja dein. Erhalt' im Glauben uns getren, und mach' uns von den Feinden frei. und Schuß in Nöthen, und unsre Zuversicht. Gr weigert, wenn wir zu ihm beten, uns seine Hülfe nicht. Und sollte gleich der Erdkreis zittern, und stürzt er auf uns her; uns würde keine Furcht erschüttern und sänken Berg' ins Meer. JURLUIS AC 6. So werden sie erkennen doch, du, unser Herr, Gott, le: best noch, du stehst bei deiner Kirche fest, die sich allein auf dich verläßt. 212. Nach der Mel. des 55. Liedes. Schüße die Deinen, die nach 151 nennen, und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, nichts sie entreißen. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden. Mach' ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ew'gen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam' erhoben. Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Be. Der 46. Psalm. p Nach der Mel. des 50. Liedes. 2. Sollt' auch das Meer so heftig toben; und stürzten vor der Wuth Gebirge, ihrem Grund enthoben, hinab in seine Fluth; sie bleibet doch mit ihren Bächen die Stadt des Herrn, in ihr wohnt Gott, der wird die Wogen brechen, sie jauchzet: Gott 3 Gott wohnet selbst in ihren Mauern, der Herr beschüßet sie, sie wanft nicht, ewig wird sie dauern, der Höchste hilft ihr früh. Die Völker tobten, und im Grimme empörten Reiche sich! er sprach, vor seines Donners Stimme zertheilten Welten sich. 4. Wer ist der Feind, der uns zerstöre? er, der uns hilft, ist Gott! Gott ist mit uns, der Herr der Heere, uns schüßzet Jafobs Gott! kommt her und merkt auf Gottes Werke und lernet seine Kraft. Er ist es, es ist seine Stärke, die solch Zerstören schafft. 5. Er macht sich auf, dem Erst. Th. XV. Von der christlichen Kirche. Krieg zu steuern, der so viel| am Glauben. Gelobt sei Jesus Blut vergoß. Und er zerbricht, Chrift; wer bier sein Jünger ist, daß Länder feiern, Schwert, Bo- sein Wort von Herzen hält, dem gen und Geschoß. Den Spieß kann die ganze Welt die Seligkeit hat seine Hand zerschlagen, daß nicht rauben. er nicht tödten kann. Er zündet des Verheerers Wagen mit seinem Feuer an. die 6. Laßt ab, und wißt, und lernt mit Freuden, ich sei Gott, Herr der Welt! groß will ich werden vor den Heiden, und herrlich vor der Welt! Gebt alle unserm Gott die Ehre! er, der und hilft, ist Gott! Gott ist mit uns, der Herr der Heere; uns schüßet Jakobs Gott! 4. Auf, Christen! die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken. Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken Der Herr, Herr Zebaoth, hält über sein Gebot; gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod, was will uns dann erschrecken? 132 tilf Nach dem 42. Pfalm. 215. Ah Gott vom Himmel sich darein, und laß es dich erbarmen! wie wenig Herzen sind noch dein; entzich dich nicht uns Armen! dein theures Wort bält man für Spott; empört sich wider dich, o Gott! will deinen Sohn nicht fennen. this you como 2. Sie lehren eitel Träumerei, was Eigenwitz erfindet. In feiner Wahrheit ist dabei ihr unstät Herz gegründet. Der wählet dies, der andre das, es trennen sich obn' Unterlaß, die mit Vernunft. sich brüsten, die an de 3. Ach Herr, mein Gott, vertilge doch des Irrthums freche Lehren. Wie lange sprechen Frevler noch, die Menschheit zu entehren: tief schau'n wir in die Wahrheit ein; uns täuscht kein gleißnerischer Schein. Nur blinde Herzen glauben! 4. Gott sieht's und spricht: pod wind and Neue Melodie. 214. Menn Christus sei ne Kirche schützt; so mag die Hölle wüthen. Er, der zur Rechten Gottes sitt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nab: wenn er gebeut, steht's da. Er schüßt zu seinem Ruhm mit Macht das Christenthum. Mag doch die Hölle wüthen. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören! denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht eh ren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; fein Kreuz ist selbst ihr Spott, doch ihrer lachet Gett. Sie mögen sich empören! 1106 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest Erst. Th XV. Von der christlichen Kirche. 153 bald kommt die Zeit, daß ich dem| faltigkeit des Glaubens und der Frevel steure, damit sich in der Christenheit kein Heidenthum er neure. Indessen greif' den schnö: den Wahn mein Wort mit star= ken Waffen an, und bleib' unüberwindlich. ihli bo@ Zungen, auf dieser ganzen Welt zerstreut, hat sie dein Wort durchdrungen! hat sie dein starker Geist gerührt und nun zu einem Zweck geführt in Einigfeit des Glaubens. 5. Im Feuer siebenmal bewährt, glänzt edles Silber heller; und durch Verspottungen bewährt, strahlt Gottes Wort auch heller. Der Strahlen sie: gende Gewalt durchbricht der Zweifel Nebel bald, und blen det selbst die Feinde. 3. Ach, sei doch auch zu dieser Zeit uns, Vater, wieder gnädig! und mach uns von Uneinigkeit des Glaubens los und ledig! gib, daß vereint auf einen Grund wir dir zugleich mit Herz und Mund im Geist der Liebe dienen. 6. Sein Licht beschüß uns, daß uns nie das frevelnde Gea schlechte in seine schlauen Neße zieb, nie unter uns sich slechte; denn alle Bosheit wächs't geschwind, wo frecher Spott erst Kraft gewinnt, fein Gift er tödtet Seelen. purchase or 4. Ach, schaue, wie des Satans List vereinte Brüder trennet. Wie man der Liebe ganz vergißt, von blindem Eifer brennet, und dann, von Wissen aufgebläht, um Dinge, die man nicht versteht, sich ohne Grund entzweiet.bin bi 5. O Herr! bilf diesem Uebel ab und gib, daß deine Heerde bald 7. O dämpfe selbst, du starker unter ihres Hirten Stab genau Gott, die dir die Ehre rauben. Overbunden werde: im WesentliJesu Christ, bei ihrem Spott stärk kräftig unsern Glauben. O heil ger Geist, verleih' uns Gnad', daß wir vor Abfall und Verrath mit ganzem Ernst uns hüten.d at AUDI Nach der Mel. des 30. Liedes. 216. Bater der Barmherzigkeit, bei atz chen einerlei, in Nebendingen aber frei, in allem liebreich denke. 6. Wenn Brüder, Herr, auf dein Geheiß, vertraut beisammen wohnen, und ihrer Schwachheit wechselsweis mit Zärtlichkeit verschonen; o, was kann angenehmer sein; du selbst, Herr! wirst dich ihrer freu'n, und sie mit Segen krönen. len Zeitverwandten, doch nun seit der Apostelzeit recht groß in allen Landen; du hast durch deines Nach der Mel. des 29. Liedes. Geistes Kraft die große Schaar 217. Treuer Hirte deiner der Heidenschaft zu deinem Reich berufen. els da Heerde, du, der Deinen starker Schuy! siehe doch, wie Staub und Erde wider dich 2. Getrennt durch Mannich: 134 Erst. Th. XV. Von mit frechem Trußz tobt, und in den Waffen ist, und sich freventlich vermißt, deine Kirche zu zerstören und dein Erbe zu verheeren. unser Retter, auch der Feinde Wuth und Grimm. Saul be= fehrst du, wenn er schnaubt, und dir Ruhm und Ehre raubt, ach, bekehre, die durch Lügen sich selbst um ihr Glück betrügen. 2. Du, Herr! bist ja unser König; dein sind wir nach Leib und Seel'. Menschenhülfe ist zu we 5. Doch nicht nur der Feinde nig, wo du nicht, Immanuel, Dräuen, die Verführung müssen zu der Deinen Rettung wachst, wir auch bei unsrer Schwachheit und den Feind zu Schanden scheuen, unsre Hülfe steht bei dir. machst, wo du nicht sein Wü- Käm' es auf uns selbst nur an, then dämpfest, und für deine ach wie leicht wär es gethan. Sa= Bahrheit kämpfeft. itan würde bald den Glauben uns It h aus unserm Herzen rauben. E 3. Gs betrifft ja deine Ehre, es betrifft dein Heiligthum, deine theure Gnadenlehre, deines Todes Kraft und Ruhm, und den Dienst, der dir allein von uns muß geheiligt sein; o, wie solltest du denn schweigen, und dich nicht als Retter zeigen! 6. Laß uns denn vorsichtig wandeln, und mit Tauben- Einfalt zwar, doch auch flug, wie Schlangen, handeln. Zeig' uns selbst bald die Gefahr. Schickt euch, es ist böse Zeit! sprichst du; mach' uns selbst bereit, daß wir wachen, beten, kämpfen, und so die Versuchung dämpfen. se ne lidh 4. Du bedrohest Wind und Wetter, und es schweigt ihr Ungestüm. Steure denn, Herr, der christlichen Kirche. 1400 XVI. Von der heiligen Taufe. 1850 mm Einsetzung der Taufe. Mel.: Christ, unser Herr.fo 218. Wie Christus selbst zum Jordan kam, und nach des Vaters Willen die Taufe von Johannes nahm, um alles zu erfüllen, was Gott heischt'; so muß auch das Bad, das er, um uns von Sünden zu waschen, angeordnet hat, viel uns finden. Es en andersp | gern beißt: geht, spricht er, lehrt die Völker, und auf den Vater, Sohn und Geist tauft nunmehr alle Völker. Wer glaubet, und die Tauf' empfängt, wird selig, wer hingegen un gläubig fest am Irrthum hängt, der fliehet vor dem Segen, und muß verloren gehn. sch bringt uns Heil und Leben. 219. Jhbeinen Namen, Nach der Mel. des 72. Liedes. ch getauft 2. Hört, wie es zu den Jün Erst. Th. XVI. Von der heiligen Taufe. Gott, Vater, Sohn und heil'ger| und laß mich stets den DeiGeist! ich bin gezählt zu deinem nen sein. Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. O, welch ein Nach der Mel. des 4. Liedes. Glück wird dadurch mein! Laß, 220. Mein Erlöſer! der Herr, mich deß auf ewig freu'n. du mich dir zum Eigenthum erkaufet, als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. 0, erwecke mich zum Fleiße, recht zu sein das, was ich heiße. 2. Laß mich oft mit Achtsamfeit meiner Taufe Bund betrachten; und nur das zu jeder Zeit für mein größtes Wohlsein achten, daß ich, Jesu! deinen Willen treulich suche zu erfüllen. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ew'gen Glücke. | Davon ist auch nach dem Sterben ewig Segen zu ererben. 4. Laß mich drum, wie dir's gefällt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben, und, entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben; daß ich einst auch, wenn ich sterbe, das verheißne Leben erbe. For 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater! und ein selig Theil hast du, Sohn Got tes! mir gewähret an dem von dir erworbnen Heil. Du willst, mein Leben Gott zu weih'n, Geist Gottes, selbst mein Beistand sein. 135 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. O, laß mich nie die Pflicht vergessen, dazu ich selbst mich dir verband, als du in dei: nen Bund mich nahmst, und mir mit Heil entgegen kamst. 4. Du bist getreu. Auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets feste stehn. Ja selbst, wenn ich ihn überschreite, läss'st du dein Vaterherz mich sehn! du klopfst an mein Gewissen an, und lockst mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott! aufs neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, Welt! v Sünde, weich! Gott hört es! jetzt entsag' ich euch. 6. Befestige dies mein Versprechen, mein Vater! und be wahre mich, daß ich es nie: mals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils! sei ewig mein, 121Nach der Mel. des 4. Liedes. Meditle 221. Herr! wir stehen hier dies Kind auf unsern Armen dir ge= fallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden, und im Himmel möge werden. 2. Wasch' es, o Herr Jesu! rein durch dein Blut von sei Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahle. nen Sünden: laß es deinen| sei du sein Friede! König! laß Geist erneu'n und mit dir ge= es deinen Willen künftig imnau verbinden! da wir ihm mer treu erfüllen! den Namen geben, schreib' es in dein Buch zum Leben! 3. Hirte! nimm dies Schäflein an! Haupt! mach' es zu deinem Gliede! Lehrer! zeig' ihm deine Bahn! Friedefürst! 136 send thi 4par and ist u dat se mind roo XVII. Von dem heiligen Abendmahle. til mitt din Not The daß eure Schuld und Adams Fall nicht werd' an euch gerochen. 4. Den Dankkelch nahm er auch hierauf; er that mit Wohl: gefallen den Mund zum Lobe Gottes auf, und sprach zu ihnen allen: nehmt hin und trinkt, daß ist mein Blut, das ich für euch vere gieße; euch droht umsonst der Höls len Glut, indem ich für euch büße. 5. Das Blut, das an dem gedeutet. imi@ mind Altar dort in Opfern ward ver: 2. Hier sprach er: mich ver: langet sehr, dies Paschab zu be: gehen; nun fei'r ich keinen Festtag mehr, bis Gott mich wird erhöhen auf meinem Stuhl in meinem Reich, das mir der Vater giebet, und dem, der hier mit mir zugleich in seiner Lieb' sich übet. Einsetzung des heiligen Abendmahls. ist 1176 BA 4. Laß uns alle in der Welt als rechtschaffne Christen leben! endlich auch, wenn dir's gefällt, christlich unsern Geist aufgeben, und im Himmel zu den Frommen, zu den wahren Christen kommen, Mel. des 91. Psalms. not 222. Al As [ 1s Jesus jegund sterben wollt' für unsre Misfethaten, in jener Nacht um schnöden Sold aufs Schändlichste verrathen: hielt er in dem be stimmten Saal, von Gottes Hand geleitet, mit seinen Jüngern noch das Mahl, das längst auf ihn gossen, tilgt nicht die Schuld, schafft sie nicht fort, drum sollt', wie Gott beschlossen, jetzt zur Bertilgung dieser Schuld mein Blut, mein Söhnblut fließen: nun denkt an Gottes Gnad' und Huld mit freudigem Gewissen.n 6. Halt't oft den Brauch mit Brod und Wein, auf daß ihr mein gedenket; laßt euch mein Leiden theuer sein; gespeiset und getränket, sagt laut: o! wenn dein Tod nicht wär', wir müßten ewig sterben. Und lebt hinfort zu meiner Ehr', als würd ge 3. Drauf nahm er Brod und brach's, und dankt', und sprach: nehmt hin und esset, damit ihr nicht im Glauben wanft, und meiner nicht vergesset, das ist mein Leib, der durch viel Qual iegt wird für euch gebrochen; Himmelserben. Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahle. 7. Kein Tropfen labt den reis und also, wie du uns gethan, chen Mann in seinen schweren mit unsern Brüdern handeln. Leiden, schaut mich dagegen gläubig an, fein Schicksal zu vermeiden. Wer mir vertraut, 223. Halt im Gedächtniß und Buße thut, der ist durch mich versöhnet, doch weh' dem Falschen, der mein Blut mit frechen Lastern höhnet. and Christ, o Seele! der auf Erden vom Himmelsthron gekommen ist, ein Heiz land dir zu werden. Vergiß sein nicht denn dir zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der für dich hat gelitten. Da er am Kreuz gestorben ist, hat er dir Heil erstritten. Gr= rettung von der Sündennother: warb er dir durch seinen Tod. Dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstan= den, und jetzt zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden auch dir Befreiung ausgemacht, Dank ihm für diese Liebe! und ewges Leben wiederbracht. 8. Die Welt, die nicht ihr Heil versteht, bleibt an dem Neußern hangen, und meint damit, wenn's übel geht, Genade. zu erlangen! doch dich entzeucht nicht Brod und Wein dem ernstlichen Gerichte; soll dies dein Trost, o Sünder, sein, so wird dein Trost zu nichte. 9. Der rechte Labtrank ist mein Blut, mein Fleisch die rechte Speise; o, iß und trinke dir zu gut, und auf die rechte Weise. Erkenn', daß ich mich in den Tod für dich dahin gegeben; so weichet Durst und Hungers: noth, so hast du Heil und Leben. 10. Ich bleib' in dir und du in mir, damit von meinem Geiste, dein Geist getrieben für und für Gott Dank und Ehr' erweise. Du bist nun ganz mein Eigenthum, ich kann dich nicht verlassen. Ich will dich einst zu meinem Ruhm mit ew'ger Treu umfassen. 157 11 Dein Wort, o Jesu! fehlet nicht, das glauben wir von Herzen; nur gib, daß wir nach unsrer Pflicht an deine Todesschmerzen stets denken, und auf ebner Bahn nach deinem Willen wandeln, g Nach der Mel. des 15. Liedes. GIUL 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, er wird einst wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Deum sorge, daß du dann bestehst, und mit ibm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. 5. Mein Heiland, den der Him mel preist, dich will ich ewig los ben. O, stärke dazu meinen Geist mit neuer Kraft von oben. Dein Abendmahl vermehr in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich die mit neuer Treue diene. Erst. Th. XVII. Von Nach der Mel. des 141. Liedes. 224. Gelobt seist du, Herr Zebaoth! gelobt 458 für unsers Mittlers Tod, der uns das Heil erworben! wie hast du, Gott, auch mich geliebt! er, der uns ewig Leben gibt, ist auch für mich gestorben. Mein ganzes Herz frohlockt in mir. O Vater, ich lobfinge dir. Gib, daß ich jeden Tag aufs neu mich deiner Vaterhuld erfreu'. Gott mei nes Heils! sei ewig mein, sei ewig mein, und laß mich dir recht dankbar sein. 2. Voll froher Ehrfurcht beug' ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich dahin gegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn., wie viel ich dir, Herr, schuldig bin. Dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ew'ge Kraft hast du, o Herr, auch mir verschafft, was mich vor dem Verderben schützt, was meinem Geiste ewig nügt. Herr Jesu Christ! wie liebst du mich wie liebst du mich! gib, daß ich ewig liebe dich. dem heiligen Abendmahle. fest in mir, sei fest in mir, so dien' ich voller Freuden dir. 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligfeit bist du mir ausersehen. Auch mir zum herrlichsten Gewinn gabst du dein Leben willig bin, drum hör' auch jetzt mein Fle= hen. Mein Heiland, zeuch mich ganz zu dir, ja, durch den Glauben wohn' in mir; so nimmt in mir die Seelenruh', und meines Herzens Bessrung zu. Mein Herr und Gott! verlaß mich nicht, verlaß mich nicht, so komm' ich einst nicht in's Gericht. 5. Zu deinem Himmel hilf du mir. Der Freuden Fülle ist bei dir: laß sie mich einst genießen. Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgerschaft zu führen und zu schließen, daß mir dein Wort stets heilig sei, daß ich, bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu', was dir ge= fällt, und dich auch ehre vor der Welt. O Herr, mein Heil, sei stets mit mir, sei stets mit mir, so fomm' ich einst gewiß zu dir. 3. Mit Inbrunst fleb' ich, Herr, zu dir! befördre du doch Nach der Melodie des 37. Liedes. ſelbst in mir ein gläubiges Ges 225. Ich komme, Herr, müthe! mich dem dürren Land, bei deiner Liebe Unterpfand, nach deiner großen Güte. Ich fühle, Herr, was mir gebricht. O, stärke meine Zuversicht, daß du auch mein Versöhner seist, und mich vom ew'gen Tod befreist. Herr, dieser Trost sei und suche dich, mühselig und beladen. Herr! mein Heiland, segne mich, mit den erworbnen Gnaden! ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh'; ich Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahle. 139 suche Rub' und finde sie im wahre Besserung, mir und der Glauben der Erlös'ten. als Welt beweisen. In mind und my chil Nach der Mel. des 84. Liedes. 226. D Menschenfreund, 2. Dich bet' ich zuversichtlich an: du bist das Heil der Sünder. Du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Macht, und an dein Wort: es ist vollbracht! du hast mir Heil erwor: ben. Für mich hast du dich dargestellt. Mit sich versöhnte Gott die Welt, da du für sie gestorben. Game Jeju! Lebensquell', der Schwachen Kraft und mächtiger Vertreter! erbarme dick, du Hörer der Gebeter! ge= denk' an mich, o mein Immanuel! ich stehe hier mit Furcht und Angst belegt; ich flag' es dir, du Prüfer meiner Nieren: Du bist ein Arzt, der franker Seelen pflegt, du bist der Hirt, der selbst sein Schaf will führen. 3. O freue dich, mein Herz, in mir! er tilget deine Sünden, er nahet sich mit Trost zu dir, und läßt dich Gnade finden. Du rufft und er erhört dich schon; spricht liebreich, sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir verge-: ben. Du bist in meinen Tod getauft. Vergiß nicht, dem, der dich erkauft, zur Ehre stets zu leben. 2. Ich bin betrübt; ich fühle, was mich plagt; mein Auge darf ich kaum zu dir erheben, von ferne steh' und seh ich nach dem Leben, wohin mein Geist nur seinen Wunsch noch wagt. Nus 4. Dein, spricht er, ist die Demuth schlag ich an die bange Seligkeit, bewahre sie im Glau- Brust, der Sünden Eig, die ben; und laß durch feine Sicher: mich von dir geschieden. Ich teit dir deine Krone rauben. schäme mich auch der verborg'= Sieh', ich vereine mich mit dir; nen Lust, in welcher oft die ich bin der Weinstock, bleib' an Herzen heimlich sieden. mir, so wirst du Früchte brin= gen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 3. Wo soll ich hin? Ich will zum Lebensgott. Es soll mich nichts von meinem Felsen treiz ben: dir, Jesu, will ich mich 5. Ja, Herr, mein Glück ist allein verschreiben Tod! Hölle! dein Gebot; ich will es treu er: dein Sieg und Stachel ist ein füllen. O, gib mir selbst durch Spott. Der Ueberwinder, Jesus, deinen Tod die Kraft zu meinem ist mein Haupt, der Hölle, Tod Willen. Laß mich von nun an und Teufel hat bezwungen; ich tüchtig sein, mein ganzes Herz bin durch ihn der Sündenmacht dir, Herr, zu weihn, und deinen entraubt, es ist dem Held aus Tod zu preisen! Laß mich den Davids Stammt gelungen. Ernst der Heiligung durch eine 4. So tret' ich denn, mein 160 Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahle. einen. Jesu, jetzt vor dich; ich komm'| Geist die Deinen sich fest verzu deinem Mahl, nach deinem Willen. Ach, laß mich ja den Durst und Hunger stillen; mein Heiland, dein Verdienst erquicke mich! wird nun mir so des Glaubens Kraft vermehrt; dann soll er sich in Werken thätig weisen; dann werd' ich dich, der du mein Fleh'n erhört, mit Herz und Mund hier und dort ewig preisen. Mel. des 5. Psalms. 227. Wie groß ist deine Menschenliebe, mein theurer Heiland, Jesu Christ, der du für mich gestorben bist! o, daß ich nur mit reinem Triebe dir treu verbliebe. 2. Dein Mahl, bei welchem du mich speisest mit deinem heil gen Brod und Wein, muß mir ein göttlich Denkmal sein, daß du mich auf dein Opfer weisest, mich glauben heißest. 3. Auch ist mir das ein Pfand und Zeichen, wenn ich zu deiner Tafel geb', und Brod und Wein mir geben seh', du werdest meiner Seel' imgleichen dich selber reichen. misiti e 4. Ach, laß mich nur recht gläubig essen, und schenke mir in voller Kraft, was uns dein Opfertod verschafft! all' meiner Sünden werd' indessen vor Gott vergessen.dnd" 102 5. Ach Jesu! laß mich doch erscheinen voll Sehnsucht nach Gerechtigkeit! ach, mach uns allesammt bereit! und laß in einem 6. Du bist das Hanpt, wir sind die Glieder, die eines Brods theilhaftig sind. Ach, daß uns deine Lieb' entzünd'! so finden wir uns einst als Brüder im Himmel wieder. Nach der Mel. des 47. Liedes. 228. Tag, den mir der Herr gemacht! Sei gesegnet, Tag der Freude! du erhellst des Kummers Nacht, und erquickest mich im Leide. Heil und Leben schenkst du mir. Gott, wie dank' ich dir dafür! 2. Widerspenstig seinem Ruf, hab' ich meinen Gott betrübet, ihn, der mich zum Glück erschuf, und mich stets so treu geliebet; bin gewichen von dem Pfad, den sein Wort gezeichnet hat. 3. Der ich fühn sein Recht entehrt, der ich seine Macht ver= kennet, ach, ich bin es nicht mehr werth, daß er noch sein Kind mich nennet. Ich verdiene Fluch und Tod, die sein Wort den Sündern droht. Blo 4. Dennoch nimmt der Güt'ge mich wieder auf zu seinem Kinde. Heut' vergißt er väterlich seines Zorns und meiner Sünde; gibt durch seiner Boten Hand mir der Gnade süßes Pfand. 5. Tag der Wonne, heil'ges Mahl, ewig will ich dein gedenken. Meines Jesu Todesqual soll mir Trost im Leiden schen Erst. Th. XVII. Bon dem heiligen Abendmahle. ken, und mein Leben soll allein| dich, nach deinem Rathe wandle. seinem Ruhm gewidmet sein. Gib, daß aus Dank für deine Huld, in Lieb', im Glauben, in Geduld ich dir auf Erden Nach der Melodie des 37. Liedes. 229. Du, Herr! haft aus lebe, bis ich dereinst, in deinem Barmherzigkeit zum Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit wohlthätig eingeladen. Du rufft: Reich, verklärt, unsterblich, Engeln gleich, dich ewig rein erhebe. Nach der Melodie des 156. Liedes. Mühſel'ge, kommt zu mir. Du 230. Dich, mein Jeſu, Weltversöhner! ja zu dir komm' laff' ich nicht; ich auch heut', ein Sünder. Vers stoß' von deinem Angesicht, verstoß mich, o mein Heiland! nicht, vom Erbtheil deiner Kinder. 161 2. Zwar meine Missethat ist mehr, mehr, als ich könnte zählen. Sie drückt mich, Herr, ich zittre sehr, vor Unruh' meiner Seelen. Weltrichter, ach! im Zorne nicht, im Zorne geh' nicht in's Gericht mit mir, Gott, reich an Güte! du kennst, was ich nicht recht gethan. Erbarmer! sich mein Herz auch an, mein reuiges Gemüthe. 3. 68 feufzt um Trost, und ängstigt sich, gebückt vor dir im Staube. Auf mein Verdienst nicht, nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, ver sprichst, den Schwachen beizustehn, die nach Errettung schmachten. Stets bleibst du deinen Worten treu, und wirft ein gläubig Herz voll Reu', auch meines nicht verachten. 4. Mein Gott! regiere künftig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertrau'n auf du kannst Seelen recht erquicken! du bist meine Zuversicht, du allein kannst mich beglücken! du, mein Jesus, sollst allein meines Herzens Freude sein. 2. Nun mag das Gesetze noch mich verklagen und verfluchen weiß es mein Gewissen doch, wo ich soll den Segen suchen! Jesus macht durch seine Huld mich ge= recht von aller Schuld. 3. Ach, was hab' ich für ein Gut! was für Schätze kann ich zeigen! meines Jefu Fleisch und Blut ist und bleibet nun mein eis gen: Heil und Leben und was sein, ist mit ihm auch alles mein. 4. Kann die Liebe höher gehn? Läßt sie sich wohl tiefer finden? Mag die Treue fester stehn, oder näher sich verbinden, als da diefer, der uns liebt, uns sich selbst zum Pfande giebt? 5. Brenne, Seet' und Geist in mir! lodre, Herz in vollen Flammen; halt mit feuriger Begier mich und Jesum stets zusammen; daß ich ewig gegen ihn mög' in heißer Liebe glüh'n. 6. Erd' und Himmel fahre hin! 11 Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahle. Leib und Seele mag verschmach-| nahen, Heil und Leben zu emten! kein Verlust und kein Gc- pfahen. Ach! ich suche dich mit winn ist doch gegen das zu ach- Thränen; sollt' ich mich vergebten, daß mein Jesus in mir bleibt, lich sehnen, meiner groß und und mich seine Liebe treibt. schweren Sünden Tilgung, Herr, bei dir zu finden! laß, Erlöser! laß mich nahen, Heil und Leben zu empfahen. 7. Jesus ist des Herzens Theil; Jesus ist mir Trost und Leben; Jesus ist der Seele Heil; Jesus kann mir alles geben. Drum, was in mir lebt, das spricht: Dich, mein Jesu! laff' ich nicht. fant 5. Du, dem unsrer Väter Schaaren, die, wie wir, auch Sünder waren, Dank und Preis und Jubel singen, daß sie hier dein Mahl empfingen! Sohn des Nach der Mel. des 121. Liedes. 231. Seele, willst du Ruz Vaters! Licht vom Lichte! laß von deinem Angesichte uns, die deinem Ruhm sich weihen, Licht und Leben jeßt erfreuen. he finden, drücket dich die Last der Sünden, komm, Vergebung zu empfangen, denn dein Licht ist aufgegangen, und der Herr voll Heil und Gnaden bat zu sich dich eingeladen. Deinen Bund sollst du erneuen und dich seines Todes freuen. 6. König! Hoherpriester! Lehrer! du mein göttlicher Bekehrer! du, der selbst dein eignes Leben für mich in den Tod gegeben, hier fall' ich zu deinen Füßen; ach laß würdig mich genießen dieser deiner Himmelßspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 2. Gil', wie wahre Christen pflegen, glaubensvoll dem Herrn entgegen, komm, den gnadenvollen Willen deines Heilands zu erfüllen! komm mit brünstigem Verlangen, seine Güter zu empfangen. Daß er dich der Sünd' entlade, gibt er heute Gnad' um Gnade. 7. Zum Gedächtniß deiner Leiden und zum Vorschmack jener Freuden, die du, Heiland, mir erstrittest, als du unaussprechlich littest, als dich Todesschweiße deckten, und die Schrek: ken Gottes schreckten, als du selbst für mich gestorben, mir des Vaters Huld erworben. 8. Deines Heils will ich mich freuen, dir will ich mich ewig weihen. Hier will ich mich fleißig üben, dich zu kennen, dich zu lieben; einst werd' ich dich ganz erkennen, ganz in deiner Liebe brennen. Laß sie mich auch 162 3. Herr! ich freue mich mit Beben. Laß mich Gnad' empfahn und Leben. Du willst dich hier mit den Deinen durch des Glaubens Band vereinen; du willst sie mit Segen tränken, und dich ihnen selber schenken: 0, wer darf sich unterwinden, deine Liebe zu ergründen! 4. Herr, ach laß mich würdig Erft. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahle. 165 hier empfinden; hilf mir, hilf| und alle Furcht und Lust der mir überwinden. Welt standhaft zu überwinden. 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ist gar nicht zu ermessen. O, mache selbst mein Herz ge= neigt, sie nimmer zu vergessen! daß ich aus ächter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sei, und dir zur Ehre lebe. Nach der Mel. des 15. Liedes. 232. J ch preise dich, o Herr, mein Heil, für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich. O gib, daß meine Seele sich deß ewig freuen möge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erlösung aus der Todesnoth, Vergebung aller Sün= den, Gewissensruh', zur Beßrung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. wo 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von dieser großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! o stärke mein Gemüthe zum gläubigen Vertrau'n auf 233. Hier bin ich, Jeſu! dich, daß ich, lang' ich lebe, mich an deine Gnade halte. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz, die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden, daß du, aus Gottes Vaterhuld, auch mir Vergebung meiner Schuld auf Buße haft erworben. zu was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Vflicht und Wohlthat mir ge macht. Verleih' zur Nebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht. mote mon 2. Es werde, Herr! für mein Gewissen dein Abendmahl ein Unterpfand, mir sei an dein versöhnend Büßen ein selig An= theil zuerkannt! so freuet meine Seele sich an deinem Heil und lobet rich. une ann 3. Bewundernd denk' ich an 11* 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Segen, er stärke mich mit neuer Kraft auf allen meinen Wegen, nur das zu thun, was dir gefällt, 7. Laß deines Lebens großen Zweck mir stets vor Augen ste= hen. Räum' alle Hindernisse weg, die eb'ne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weis't, und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet. 8. 3um ew'gen Leben hast du dich für mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst darnach zu streben. Herr, mache mich dazu gefchickt, und werd ich einst der Welt entrückt; so sei dein Tod mein Leben! ins Nach der Mel. des 72. Liedes. 164 Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahle. die Liebe, damit du unser Heil| dich, großer Lebensfürst! den bedacht. Wie stark sind deine Völkern sichtbar zeigen wirst. Mitleidetriebe, die dich bis an Nach der Kommunion. das Kreuz gebracht! o gib von deinem Todesschmerz heut' neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst! durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. Neue Mel. oder: Wer nur den. 5. Ich übergebe mich auf's 234. Nun habe Dank für deine Liebe, du nelle, o du, mein Herr und Gott! an dich. Ich schwöre dir be ständ'ge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein. Du starbst für mich: d'rum bin ich dein. 6. Nic will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweis't; mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu sein. 9. Hier liege ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Fleh'n. Laß neue Gnade auf mich fließen! mein Heiland, laß es doch gescheh'n, daß mir zur Stärkung meiner Treu' dein Abendmahl gesegnet sei. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und wenn er strauchelnd was versieht, Verföhnlichkeit und Sanftmuth üben. Nie komm' es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast. 8. G8 stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächt'ger Ruf erhebt, wenn du großer Mittler, Jesu Chrift! gib, daß ich dich nicht mehr betrübe, der du für mich gez storben bist Laß deines Leidens Angst und Bein mir immerdar vor Augen sein. 2. Wie kann ich dich genug erheben? ich, der ich Fluch und Tod verdient, ich soll nicht sterben, sondern leben, weil du mich selbst mit Gott versühnt. Ach! du sein Sohn, du starbst für mich! Wie preis ich, Herr, wie preis' ich dich? 3. Heil mir! mir ward daß Brod gebrochen, ich trank, Herr, deines Bundes Wein! voll Freu= de hab' ich dir versprochen, dir, treuster Jesu, treu zu sein. Ich schwör es nun noch einmal dir; schenk' du nur deine Gnade mir! 4. Laß stets mich dankbar, Herr, ermessen, was du für mich gelitten hast, und deine Liebe nie vergessen, die so viel Se= gen in sich faßt. Laß meinen Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahle. Glauben thätig sein, und mir zum Guten Kraft verleih'n. 5. Im Streite hilf mir überwinden, und stärke mich zu meiner Pflicht, bewahre mich vor neuen Sünden; perlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergoßnes Blut schenk' mir im Todeskampfe Muth. 6. Und euch, ihr seines Leibes Glieder, die Jesu Heil wie mich erfreut, euch lieb' ich stets als seine Brüder, als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott; uns speis't und tränft ein Wein, ein Brod. 7. Wie jetzt in unsers Heilands Namen sein Volk vor ihm versammelt war, so kommen wir 165 noch einst zusammen vor ihm, mit seiner Engel Schaar, und preisen, als sein GEigenthum, dann ewig seines Namens Ruhm. 8. Hier will ich mich mit euch vereinen, die ihr ihn ewiglich erhöht, und, wenn er einst uns wird erscheinen im Glanze seiner Majestät, dann geh' ich im Triumph mit euch, ihr Außerwählten, in sein Reich. 9. So soll denn weder Spott noch Leiden, noch Ehre, Freud' und Lust der Wel. mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein, o laß mich deiner würdig sein. XVIII. Von der Vergebung der Sünden. theme JOSE 01 Nach der Melodie des 72. Liedes. 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, gabst du für uns selbst deinen Sohn. Er litt, damit wir Friede hätten, für uns den Tod, der Sünde Lohn. O Gott, wie hast du uns geliebt! welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dank! ewig Dank sei dei ner Treue, die niemand g'nug 235. Gott, deine Gnad erheben kann! nun nimmst du ist unser Leben! sie schafft uns Heil und Seelen ruh'. Dein ist's, die Sünden zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Dem dir verschuldeten Geschlecht schenkst du zum Leben neues Recht. jede wahre Reue mit Vaterhuld noch gnädig an. Wohl dem! der sich zu dir bekehrt, und gläubig seinen Mittler ehrt. 4. Den, Herr, befreist du von den Plagen, die dem Gewissen furchtbar sind; der kann getrost und freudig sagen: Gott ist für mich; ich bin sein Kind; hier ist der, welcher für mich litt, und mich noch jetzt bei Gott vertritt. 5. O Herr! wie selig ist die Seele, die sich in deiner Gnade freut. Sie klagt nicht, daß ein 166 Erst. Th. XVIII. Von der Vergebung der Sünden. Glück ihr fehle: ihr Loos ist| Liebe und des Lebens! feiner die Zufriedenheit. Und, Gott, harrt auf dich vergebens. Nur dein Fried' ist weit mehr werth, Verächter deiner Huld stürzet als alles, was die Welt gewährt. ihre eigne Schuld. 6. Dein Friede stärkt zum frohen Muthe das Herz, auch in der größten Noth; gibt Hoff nung zu dem ew'gen Gute, und macht getroft selbst auf den Tod Wer diesen Frieden bat, genießt Luft, die des Himmels Anfang ist. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Willen mir! daß ich nicht verirren möge, führe du mich selbst zu dir! Gott, du siehest mein Vertrauen. Sicher kann ich auf dich bauen. Deine Vatertreue ist ewig, wie du selber bist. 7. Laß, Vater, denn in diesem Frieden auch meine Seele freudig ruhn. Auch mir hast du dies Glück beschieden; denn auch für mich genug zu thun, ward ster: bend der am Kreuz ein Fluch, der aller Menschen Sünden trug. 8. O laß mich dies im Glau- O so höre dann auch mich. ben faffen, und mich mit starker Meine Seele hofft auf dich. Zuversicht auf deine Bundestreu verlassen. Wenn alles wankt, so wankt sie nicht. Mit Neu und Demuth such' ich dich; gib mir den Trost: Gott ist für mich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; seine Seele ist dir werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl den, der zu seiner Pflicht umkehrt, den verwirfst du nicht. Two Sit 5. Du erquickest die Elenden, deren Herz sich dir ergibt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld betrübt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Ge müthe, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen hast. 6. Herr! zu was für Seligfeiten du in jener bessern Welt jeden Frommen noch willst leiten, der dir Treu' und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Theil dich wählen; 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in findlichem Geborsam weih'n. Daß, Herr, bei dir Vergebung sei, das macht in deiner Furcht mich treu. Der 25. Pfalm. duint Nach der Mel. des 82. Liedes. 236. J Ich ch erhebe mein Gemüthe sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir, denn ich kenne deine Güte. O wie theuer ist sie mir! Gott der 3. Ach! gedenke an die Sünden meiner Jugendjahre nicht! laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor deinem Angesicht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater! ja verzeihen. Erft. 3h. XVIII. Von der deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern fund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott! verlaß mich nicht. Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden müsse mich mehr überwinden! Ach! bewahr', ich bitte dich, meinen Geist, und stärke mich! JUNG Der 130. Psalm. Nach der Melodie des 67. Liedes. 237. fleb in tiefster ch Ich Reue zu deiner Gnad' und Huld. Du, milder Gott, verzeihe mir Armen mei: ne Schuld! eröffne meinem Schnen, o Vater! Herz und Ohr, und lasse meine Thränen und meine Seufzer vor! 2. Ach! sollte, wenn wir fallen, für Gnade Recht er geh'n, so würde von uns als len der Frömmste nicht besteh'n. Du aber heilest gerne zerknirschter Seelen Bein, daß man in Chrfurcht lerne, dir treu und dankbar sein. 3. Ich trau' von ganzer Seelen auf dich, du höchster Hort! wenn mich die Sünden quälen, so tröstet mich dein Wort. Nach dir nur schau ich immer, wenn mich ein Schmerze drückt. wie nach des Morgens Schimmer der müde Wächter blickt. 4. Der Saame Jakobs gründe sein Heil allein auf dich! denn, Herr, du bist gelinde, und 167 Vergebung der Sünden. schonst uns väterlich. Du trägst die schwachen Sünder in deiner Liebe Schoß, und machest Zions Kinder von allem Bösen los. Der 32. Psalm. Mel.: Kommt her zu mir, spricht. 238. Wie felig, Gott! wie felig ist der Sün= der, dem du gnädig bist, den Todesfurcht nicht schrecket! dem, weil ihn seine Schuld betrübt, dein Herz die Missethat vergibt; den dein Erbarmen decket! 2. Ber seine Sünden dir ver= behlt, dess Seele wird mit Angst gequält vom strafenden Gewissen. Die Angst verzehret seine Kraft. DerTrost, den deine Gnade schafft, wird ihm dadurch entrissen. 3. Darum, mein Gott, bekenn ich dir, was deine Huld entfernt von mir, die mir bewußten Sünden. Dann, dann, mein Gott, verzeihest du, und lässt die müde Seele Ruh' in deinem Frieden finden. 4. Die Frommen werden deine Huld und deine schonende Geduld, o Vater! ewig loben Du liebest ihre Zuversicht; die Fluth, bie aus den Ufern bricht, mag noch so mächtig toben. 5. Mein Schirm bist du; zu dir flieh' ich, wenn drohende Gefahren mich mit Schrecken überfallen. Du machst dich mir in der Gefahr, als meinen Retter offenbar, und läss'st mich sicher wallen. 6. Ich zeige, sprichst du selbst Erst. Th. XVIII. Von der Vergebung der Sånden. 168 zu mir, den rechten Weg zum Heile dir; dich soll mein Auge leiten. Darum, mein Herz, verachte nicht des ew'gen Vaters Unterricht. Er führt zu Seligkeiten. 7. Wer nicht von Gott die Weisheit lernt, der ist verblen: det, und entfernt sich von den wahren Freuden. Wer aber sich auf Gott verläßt, hält seine Gnade ewig fest, auch in den schwersten Leiden. 8. Stimmt Gottes Lob, ihr Frommen, an! Euch wird des Höchsten Güt' umfahn. Von allen seinen Knechten bleibt Gott der Trost, die Zuversicht. Er rächet ihre Sünden nicht. Frohlockt ihm, ihr Gerechten. 4. Ach strafe nicht, du aller Bosheit Rächer! wo blieb ich sonst, ich schuldiger Verbrecher! sieh' an den Sohn, der unsre Schulden trug, und den dein Zorn, als unsern Bürgen, schlug. 5. Uch schone doch! ich bin ein zwar Asch' und Erden, leichtes Blatt, das bald zu Staub wird werden; doch will ich sein, o Herr, dein Eigenthum: ach nimm mich auf; gedenk' an deinen Ruhm! 6. Nun, Herr! ich weiß, du wirst mich nicht verlassen; du wirst mich doch mit Lieb' und Huld umfassen. Drum tröft' ich mich, und fasse guten Muth: es ist bezahlt; die Schuld macht Jesus gut. Nach der Melodie des 16. Liedes. Nach der Mel. des 82. Liedes. 239, h schone doch, o schenkinder, gro= großer Menschen- 240. Schöpfer aller Men= hüter! ach, strafe nicht, barmherziger Gebieter! ach rechne ßer Richter aller Welt! sieh, hier nicht! wer fann vor dir be: stehn? Mich schreckt dein Zorn! doch will ich zu dir gehn. wird ein armer Sünder, Herr, vor dein Gericht gestellt, der in Sünden ist geboren, der dein Ebenbild verloren, der mit Lastern sich befleckt, der in tiefen Schulden steckt. 2. Ach zürne nicht! in Jesu will ich kommen: Hat er nicht, Herr, die Strafe weggenommen? Er ist am Kreuz ein Fluch für mich gemacht; zu meinem Heil rief er: Es ist vollbracht! 2. Mein erwachendes Gewis sen, deine Strafgerechtigkeit, dein Geseß, das ich zerrissen, nebst dem Satan, steh'n bereit, meine Seele zu verklagen: ich weiß nichts darauf zu sagen: denn der Zeuge gibt sich an, der geseh'n, was ich gethan. 3. Wehe mir! ich muß verderben! ich seh' nichts, als Höl3. Ach rechne nicht! auf tausend muß ich schweigen. Ich will mich vor dem Gnaden= zepter beugen: laß Gnad', D Herr, anstatt des Rechts er gehn; sonst kann ich nicht vor deinem Thron bestehu! Erst. Th. XVIII. Von der Vergebung der Sünden. lenpein. Frecher Sünder, du mußt sterben! wird mein strenges Urtheil sein. G3 erzittert meine Seele vor des off'nen Abgrunds Höhle; es erstarret Geist und Blut vor der ew'gen Flammen Glut. 4. Doch, Gottlob! die Furcht verschwindet, weil ein Bürg' ins Mittel tritt, weil sich ein Vertreter findet, der für den Verklagten bitt't. O, beglückte theure Stunden! Gottes Sohn hat seine Wunden, und sein blutig's Lösegeld meinem Richter dargestellt. 5. Nichter, siehe meinen Bürgen; siehe die Bezahlung an; dieser ließ für mich sich würgen, dieser hat genug gethan! der hat dein Geseß erfüllet, der hat deinen Zorn gestillet. Herr! ich glaube: steh' mir bei; sprich von Straf' und Schuld mich frei! 6. Siehe mich im Staube liegen. O wie drückt mich meine Schuld! doch dein Wort kann ja nicht trügen. Sündern gönnst du deine Huld. Du sprichst zu mir: du sollst leben! sollst leben! deine Schuld sei dir vergeben; sei getrost, mein lieber Sohn! komm zu meinem Gnadenthron. 7. Seht, wie sich der Abgrund schließet! seht, wie sich der Himmel freut! da das Blut des Lammes fließet, da mich die Gerechtigkeit des vollkommnen Mittlers decket. Wer ist, der mich ferner schrecket? Wer ist, der sich an mich wagt, und ein Himmelskind verklagt? 8. Richter, der mich losge: 169 sprochen; Bater, der mich zärtlich liebt! Mittler, der, was ich verbrochen und geraubt, Gott wieder gibt! Geist, der mir den Glauben schenket, der mich in den Mittler senket, Gott der Gnaden! dir sei Ruhm, und mein Herz dein Eigenthum. 9. Laß mich nun die Sünde hassen, die das Herz mit Angst beschwert: laß mich alles unterlassen, was den neuen Frieden stört: rein'ge täglich mein Gewissen, laß mich eifrig sein beslissen, mit Verläugnung dieser Welt das zn thun, was dir gefällt! Nach der Mel. des 7. Liedes. 241. Wie theuer, Gott! Güte, die alle Misfethat vergibt, ſobald ein reuendes Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erfennt, verdammt, und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt! 2. D! laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist. Wie furz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegebne Frist! gib, daß sie mir recht wichtig sei; daß ich sie meiner Bess'rung weih'! 3. 3war deine Gnade zu verdienen, sind Reu' und Bess'rung viel zu klein. Doch darf sich auch ein Mensch erfühnen, zu glauben, dir versöhnt zu sein, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? Erst. Th. XIX. Von der Glückseligkeit wahrer Christen, 4. Nie fannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft Der kann kein Herz zu Jesu faffen, der zwar auf sein Ver: dienst sich steift, doch in der -Sünde noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer ward. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke durch Christum mir ge schenket sei, will ich durch Uebung guter Werke beweisen. Macbe selbst mich tren, Herr, in der Liebe gegen dich! sie dränge stets und leite mich! 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat ver5. Drum fall' ich dir, mein Gott, zu Füßen; vergib mir gnä-| gibst! das hassen, was du mir dig meine Schuld, und heile mein vergeben, das lieben, was du verwund't Gewissen mit Trost an| selber liebst. Laß Vater! mein deiner Vaterhuld. Ich will mit Gewiffen rein, und heilig meiErnst die Sünden scheu'n, und nen Wandel sein! willig dir gehorsam sein. 170 XIX. Von der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der Unvollkommenheit dieses Lebens. Nach der Melodie des 59 Liedes. Der 1. Pfalm. in Schatten sucht, der Wandrer segnet ihn. 242. Owohl dem Menschen, der dem Rath der Frevler sic entzicht; dem Menschen, der den frummen Pfad der Uebertreter fliebt. 5. Das ist der Fromme! was er macht, geräth ihm, und ge= deibt; Staub ist der Sünder, der sein lacht, Spreu, die der Wind zerstreut. 2. Der, wo der Gottheit Spötter lacht, die fromme Seel' entfernt; sich Gottes Recht zur Freude macht, und Tag und Nacht es lernt. 3. Er grünet, wie am Bach ein Baum von seinem Segen schwillt, sich hebt, und einen weiten Raum mit seinem Gip: fel füllt. 6. Der, der sich gegen Gott empört, besteht nicht im Gericht, in der Gemeinde, die Gott ehrt, bleibt der Verbrecher nicht. 7. Dir, Höchster, dir gefällt die Bahn, die der Gerechte geht, du schaust im Zorn den Sünder an, des Sünders Weg vergeht. Mel. des 1. Psalms. 021 4.& r trägt, wenn seine Zeit 243. Der Herr ist gut, in fommt, Frucht, stets unentlaubt dessen Dienst wir und grün; er tröstet den, der stehn: wenn wir nur treu auf und ihrem Trost bei der unvollkommenheit dieses Lebens. 171 3. Der Herr ist gut, und theilt sich willig mit. Er geht uns nach und merkt auf jeden Schritt, und gibt uns gern, was wir vonnöthen haben; er schenket uns den Reichthum seiner Gaben: wo ist ein Herr, der dies an Knechten thut? Ja wohl ist dies gewiß: der Herr ist gut! 4. Der Herr ist gut! in fei ner Liebe Schoß trägt er uns stets, und ist das Elend groß, so hat er Kraft und Neigung, uus zu schützen: es kann der Geist im stillen Frieden sizzen, weil unter seinem Schuß man sicher ruht, und sich an ihm er gößt. Der Herr ist gut! 5. Der Herr ist gut! wer dies im Glauben schmeckt, dem wird erst recht, was Freiheit sei, entdeckt; er wird aus seinem Dienste nimmer gehen, vielmehr darin mit Luft und Freude stehen: nichts ist umsonst, was hier der Glaube thut, der immer bes= ser sieht: der Herr ist gut! feinen Wegen gehn; so dürfen wir ihn unsern Vater nennen, und er will uns für Kinder auch erkennen. Bedürfen wir imkampfe Trost und Muth; so gibt ihn uns dies Wort: der Herr ist gut! 2. Der Herr ist gut, und hat mit uns Geduld; ist reich an- Guad', und will der Sünder Schuld nicht, wie er könnt', nach höchster Strenge rächen; er übersicht der Irrenden Verbrechen: er ist versöhnt durch sei= Der 5. Pfalm. nes Sohnes Blut. Was will Neue Mel. oder nach dem 58. Pfalm. ich mehr zum Troft? der Herr 244. Vernimm, o Gott! ist gut! mein 6. Der Herr ist gut! er fiehet huldreich an den schwachen Dienst, den man ihm leisten Fann, gibt Gnadenlohn den Knechten, die ihn lieben; kein Wassertrunk ist unvergolten blieben; er gibt dafür die ganze Segensfluth: und so bleibt ewig wahr: der Herr ist gut! Flehen; verachte meine Bitte nicht! laß, laß mich, Herr, dein Angesicht, mein König, deine Hülfe sehen! Ich flehe Tag und Nacht zu dir, mein Gott, hilf, und sei gnädig mir! 2. Ich will auf dein Gebot aufmerken; ganz heilig will ich vor dir sein! ach mach, mein Gott, mich selber rein! du haft an allen guten Werken ein innig's Wohlgefallen, Herr, d'rum heilige mich, Heiligster! 3. Gott, dir mißfällt der Gräu'l der Sünden! wer bös ist, bleibet nicht vor dir! wer dich beleidigt für und für, der fann vor dir nicht Gnade finden; wer sich zu dir, Herr, nicht bekehrt, der wird nicht, wenn er flebt, erhört. illi 1251 4. Die Frevler mögen nicht bestehen! du haffest jeden falschen Geift, der sich aus deinem Joche reißt, und sich erfrecht, dich, 172 Erst. Th. XIX. Von der Glückseligkeit wahrer Christen, Gott, zu schmähen; dein stren=| denblick ermuntert meinen Sinn ges, heiliges Gericht verschont und nimmt die Furcht und Un= der frechen Lügner nicht. ruh von mir hin. 5. Ich aber, Gott, durch deis ne Güte erquickt, ich aber lobe dich in deinen Tempel eile ich, o Gott, mit dankendem Gemüthe! anbetend fall' ich vor dir hin, ich, der ich durch dich selig bin. 6. Du fannst, du wirst mich ferner leiten, nach deiner großen Gütigkeit, die gern erlös't und gern erfreut: du wirst mir meinen Weg bereiten; und wer, wenn du, Herr, bei mir bist, wer ist, der meiner mächtig ist? 7. Wenn meine Feinde vor mir heucheln, wenn sie nach meinem Unfall sehn, und immer meiner Tugend schmähn, und mir mit Schlangenzungen schmeicheln, so bin ich noch nicht ganz verzagt; noch hörst du's, wenn mein Herz dir's klagt. 8. Erfreue, Gott! die dir vertrauen, und eile, wenn sie zu dir schrein, mit deiner Hülfe zu erfreun, die, die auf deinen Namen bauen; sei ihren Fein: den, Herr! zu Truß, stets der verlass'nen Frommen Schutz. Nach der Mel. des 90. Psalms. 245. Mein Salomo! dein BRING BA freundliches Regie: ren stillt alles Weh, daß meinen Geist beschwert; wenn sich zu dir mein blödes Herze kehret; so kann ich bald von dir Erquickung spüren. Dein Gna2. Gewiß, mein Freund gibt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen konnte: was ist's, womit sie ihre Diener lohnte? Es kann ja nicht die müden Seelen laben; mein Jesus fann's, er thut's im Ueber= fluß, wenn alle Welt zurückestehen muß. 3. O bester Freund, du trö stest ein Gemüthe, das Gutes will, und Böses in sich findet, und betend deine Kraft gar bald empfindet! cs schmecket deine wunderbare Güte, die alle Angst, die alle Noth verschlingt und unsern Geist zur sanften Ruhe bringt. 4. Es müsse dann mein Herz nur Christum schauen; schein' unverhüllt, o Sonn', aus jener Höhe! daß ich das Licht in deinemlichte sehe, und könne schlechterdings der Gnade trauen. Kein Fehler sei so groß, so schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe führ'. 5. Wenn meine Schwachheit mich darnieder schläget, und fast den Geist der Kindschaft in mir dämpfet, so daß mit Zweifel noch mein Glaube kämpfet, und dieser Streit mir neue Angst erreget: so laß mich bald dein Huldreich Antlig sehn, und neue Kraft und Zuversicht entstehn. 6. So ruh' ich nun, mein Freund, in deinen Armen; du und ihrem Trost bei der unvollkommenheit dieses Lebens 175 läsfest deine Huld mich tröstlich| schon in der Prüfungszeit, selbst schmecken. Von dir geschüßt, kann unter viel Beschwerden, wenn mich nichts mehr erschrecken, mein unser Herz sich dir ergibt, und Zoar ist dein ewiges Erbarmen. treu in Jesu Dienst sich übt! Mein Geist ist still, da du ihm wie groß wird sie einst werden, alles bist, und deine Gunst mein wenn sich herrlich jenes Leben frohes Herz genießt. wird erheben, wo man Freuden erntet von der Saat der Leiden! 2. O, wie erbaben ist das Nach der Mel. des 238. Liedes. 246. Ich hoff o Gott! Recht, das du mir giebest, dein mit festem Muth auf deine Gnad' und Christi Blut; ich hoff ein ewig Leben. Du bist ein Vater, der verzeiht, hast mir das Recht zur Seligkeit durch deinen Sohn gegeben. Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! bei dir ist unser Vaterland, und wer will deiner starten Hano, Allmächt'ger! uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen streiten, und zu Zeiten schwab uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 2. Herr! welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an dei ner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben! im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufrie: denheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uus des Lebens Ruh', und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein gött lich Wort, um deines Namens willen! laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneu'n, und mich mit Trost erfüllen! Nach der Melodie des 35. Liedes. 247. Wie groß ist unsre Seligkeit, o Gott! 3. Du deckest unsre Schulden zu, schenkst unsern Seelen wahre Ruh' und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erfauftes Eigen= thum, und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden, unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hobe Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden. Doch, wenn dereinst vor aller Wellt, Er, unser Haupt, Gerichtstag hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns beloh: nen, und mit Ehren für sein treues Volk erklären. 5. Wie glücklich, Gott, sind Christen dann! wie viel hast du an uns gethan! o laß uns unsre Würde vor Augen haben jederz 174 Erst. Th. XIX. Von der Glückseligkeit wahrer Christen, zeit! so tragen wir mit Willig-| gewährt, wo wir Gott heilig diekeit der kurzen Leiden Bürde. nen. Dann, wann mein Auge Herr, gib den Trieb in die See: nicht mehr weint, und mein Gr= len, dich zu wählen, und das Le- lösungstag erscheint, dann werd ben ganz zu Jesu Dienst zu geben. ich's froh empfinden. Nach der Melodie des 119. Liedes. 248. 3 ch weiß, an wen mein Glaub' sich hält. Kein Feind soll mir ihn rauben! Als Bürger einer bessern Welt, leb ich hier nur im Glauben. Dort schau' ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 6. Im Dunkeln seh' ich hier mein Heil; dort ist mein Antlig heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil; dort ist sie es, nicht weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit. Lang ist der Tag des Sie: ges. Ich kämpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd' ich bedeckt: was fann mir denn nun schaden? 3. O Herr! du bist mein gan zer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigen thum; du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Klei nod zu; d'rum eile ich ihm freudig zu. Du reichst mir meine Krone. 4. Herr! lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, quf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit ver geht, und währt nur kurze Zeit. Im Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt 7. Zu diesem Glück bin ich erfauft, o Herr, durch deine Leiden. Auf deinen Tod bin ich getauft, wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir befannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrfichkeit! empfinde sie, o Seele! vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. Der 112. Pfalm. Nach der Mel. des 55. Liedes. 249, reis, Preis sei Gott! und Glück und Heil und Segen sei dem, der Gott ehrt und auf seinen Wegen einhergeht und sich freuet, seinen Willen stets zu erfüllen! 2. Er ist beglückt, und mächtig wird auf Erden der Same derer, die Gott fürchten, werden. Der Herr läßt ihr Ge und ihrem Trost bei der unvollkommenheit dieses Lebens. 175 schlecht, sie zu belohnen, im| denn was der Freyler Wünsche Guten wohnen. sich erforen, das ist verloren. 3. Mit Reichthum wird der Herr sie überschütten; sein UeNach der Mel. des 89. Liedes. berfluß erfüllet ihre Hütten; die 250. Wie getroft und heiter, du Gebenedeifernste Nachwelt wird ihr from= mes Leben mit Lust erheben. 4. In grauenvollen lichtberaubten Nächten umstrahlet Gottes Schimmer den Gerechten, den Milden! den, deß sich die Armen freuen, und den Getreuen! 5. Beglückt ist, wer Bedrängte gern erfreuet; wer seinem Näch= sten willig hilft und leihet; gerecht und eifrig, der verfolgten Armen sich zu erbarmen. 6. Heil ihm, daß er sie zu vertreten eilet, und seinen Ueberfluß mit ihnen theilet! sein Heil ist ewig; sein wird nie auf Erden vergessen werden. 7. Es mögen Boten des Verderbens kommen, und doch verzaget nicht das Herz des From: men. Er hofft und traut mit freudigem Gemüthe auf Gottes Güte. 8. Er ist getrost, und seine Seele zittert vor keinen Plagen, ruhig, unerschüttert; mit Lust wird er an denen, die ihn schmä: hen, gerächt sich sehen. 9. Er streuet aus, erquicket voll Erbarmen die Hungrigen, und tröstet gern die Armen! die fernste Nachwelt wird sein edles Leben mit Luft erhebn. 10. Der Frevler wird sein Horn erhöhet sehen. unmuthig zürnen, knirschen und vergehen; ter, machst du meinen Geist! der ru, die dir trauen, führst zu grünen Auen, und so gern erfreust! niemals wird bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Grquickung fehlen.. 2. Deinem Rath ergeben, freu' ich mich, ich mich, zu lelen; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher, du, mein Se ligmacher, rüftest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrecken, willst du mich bedecken 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schaues: mein Erlöser lebt! ich weiß, wem ich glaube! weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern: was brauch' ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde: doch ich überwinde sie, mein Hort, durch dich. Sink ich oft noch nieder: du erhebst mich wieder, du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld, nie entziehst du deinem Knechte der Gr. lösten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Vater nenne, und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank' ich dir 176 Erst. Th. XIX. Von der Glückseligkeit wahrer Christen, allein. Daß dein Geist mich unterweis't und mich führt auf dei: nem Pfade, das ist deine Gnade. Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. 6. Der du Blut und Leben hin für mich gegeben; daß in meiner 251. W Noth ich nicht hülflos bliebe; groß ist deine Liebe, stärker als der Tod! Herr! und ich, ich sollte mich deiner Huld nicht dankbar freuen? dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! was die Welt vergnüget, o mein Heil, das g'nüget meiner Seele nicht, hab' ich dich: wie gern will ich, das, wornach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zu: friedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreust des Menschen Geist, Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen boben Frieden schmeck' ich schon hienieden. Und was hoff' ich dort? unbegrenzte Zeiten voller Seliakeiten hoff' ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib' ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? Nach der Mel. des 42. Liedes. enn ich ein gut Gewissen habe, so hab ich große Seligkeit: es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit. In Freud und Leiden gibt es hier die wahre Rub' der Seele mir. 10. Voll von deiner Güte froblockt mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! laß mich so beherzt und froh einst durchs 2. Ich bebe nicht, wenn Sün= der beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich ge= wandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag' ich's, vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 4. Mit Muth trag' ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Läst'rung, Schmach und Hohn; denn des Gewissens inn're Freuden sind süßer als der Welt ihr Lohn, und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden sein? 5. Die Fröhlichkeit in meinem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht: sie ist mein Labsal in den Schmerzen, und in der Finsterniß mein Licht. Sie macht getroft, wenn eine Welt erzittert und in Trümmern fällt. 6. Ich eile mit geseßtem Schritte des Lebens letzter Stunde zu: denn und ihrem Trost bei der unvollkommenheit dieses Lebens. der verfall'nen Leibeshütte zeigt sich im Grabe sanfte Ruh', indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch ein'ge Sünde, mein Heiland gibt mir Trost und Mutb, ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut! er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. hur 8. D Seele! darum sei beflissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du mein Gott, regiere mich, denn, o was könnt' ich ohne dich? ha Nach der Melodie bes 6. Liedes. 252. in Bilger bin ich in der Welt, und kurz sind meine Tage: so manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, deine Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärkt mich selbst im Leiden. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufz't meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd' ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig sein. Dies tröstet meine 177 wenn du als Richter kommst, und wir frohlockend dich erheben. 3. Vor meinen Augen wan: deln die, die dich, o Jesu, schmä: hen: ihr freches Herz bethöret sie, daß sie dein Heil nicht sehen. Einst bebt der Spötter, Herr! vor dir; 4. In stiller Nacht wein' ich oft, Herr, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt fren= denleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick genHimmel tröstet mich, und meine Thränen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 5. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg' erweckt, ob ich sie auch ertrage: so mildert mir die Ewigfeit das kurze Elend dieser Zeit, daß nicht mein Herz verzage.G 6. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, mein Haupt zum Schlummer sinket: so sterb' ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, die alles übersteiget. 100 7. Herr! diesen Trost, der mich erfreut, vermehr' in meinem Herzen. Mich stärke deine Ewigfeit bei meiner WallfahrtSchmer= zen. Sie sei in meinem Tod mein Heil, und einst mein längst gewünschtes Theil, wenn ich vom thira Tod erwache. m Melodie des 4. Psalms. 253. Wie wohl ist, Jeſu, Seelen! In deiner Liebe find' ich Ruh'. Nichts läss'st du deinem Freunde fehlen; will irgend eine Nath mich quälen, fo eil ich deinen Armen zu. Mein Herz muß mir bald 12 178 Erst. Th. XIX. Von der leichter werden, erquickt an deiner treuen Brust. Es weichen Sorgen und Beschwerden, den Himmel hab ich schon auf Erden; hier such und find' ich Ruh und Lust. 2. Die Welt mag ihre Freund schaft preisen, und mir mit lächelndem Gesicht, so wie sie fann, viel Guts erweisen, sie mag selbst meine Feindin heißen: o Theuer ster! daß irrt mich nicht. Ich will mich ganz zu dir gesellen; du bleibst mein doFreund, wenn Freundschaft weicht, und Feinde mich zu Boden fällen Trutz sei den stärksten Unglückswellen, wenn Jesus mir die Hände reicht! 13. Droht Moses mit erzürnten Blicken mir großen Sünder Angst und Web; muß ich bei meines Herzens Tücken mich selbst anklagen, schüchtern blicken, so fass ich, wenn ich dich nur seh', doch Muth, du lösch'it des Zornes Flammen, du haft für mich ge=@ Tu dien asid nug gethan. Tritt alles wider Nach der Melodie des 46. Píalmis. mich zusammen; du bist mein 254. Beglückter Stand geHeil: wer will verdammen? du nimmst dich meiner kräftig an! 4. Führst du mich selbst auf rauhen Wegen, ich folg und lehne mich auf dich: sie enden sich in lauter Segen, du kommst mit Troste mir entgegen, mit deiner Liebe labst du mich. Ja, sollt' ich dich nicht gleich verspüren, so wart' ich deine Stunde ab: wen du, mit dir zu triumphiren, willst über Sonn' und Sterne führen, den führst du erst recht tief hinab. 5. Der Tod mag Andern schreck- Leib und Seel' ergiebest, in seiner treuer Seelen, die Gott, den Höchsten, sich erwählen zu ihrem Zweck, zu ihrem Theil, und suchen nur in JesuHeil! glück= selig, wer aus reiner Liebe, und ungefälschtem Glaubenstriebe nach seines treuen Heilands Nath die Welt und sich verleugnet hat. 2. Wer Gott hat, was wird der verlieren? Nichts, Seele, nichts! du wirst verspüren, daß er den Seinen Alles ist. Wenn du nur deiner erst vergiss st, dich ihm mit Glückseligkeit wahrer Christen, lich scheinen, er schwächet doch nicht meinen Muth. Am Abend bleibst du bei den Deinen: in jener Nacht verläss'st du keinen, deß Zuversicht auf dir beruht. Mich bringt der Tod nach allen Leiden an jenen Ort der Sicherheit. Du rufft, wie sollt ich nicht mit Freuden aus einer Welt voll Jammer scheiden! du rufft zur frohen Ewigkeit! llo 6. Wie wohl ist, Jesu! mei= ner Seelen, weil du mich liebst; ich trau auf dich mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, du heißest mich dich selbst erwählen, du selbst, mein Gott, vergnügest mich! zu deinem Wort gib dein Gedeiben, laß mir's des Himmels Vorschmack sein: weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! nichts fann, als Jesus, mich erfreuen Dreicher Trost! mein Freund ist mein dro10 und ihrem Troft bei der unvollkommenheit dieses Lebens. Liebe dich nur übest, so ist und wird dir Gott allein, Gut, Ghve, Luft und Leben sein. ats 13. Betrogne Welt! bethörte Sünder, die ihr euch selbst, nach Art der Kinder, betrügt und eilt dem Schatten nach wie stürzt ihr euch in Weh' und Ach! Was hat die Welt, das recht vergnüget, das nicht durch leeren Schein be trüget? Ihr tappt im Finstern ohne Licht, ihr sorgt, ihr sucht, und findet nicht aus 00 4. D füße Luft, die der empfindet, der sich im Glauben dem ver bindet, und nur zu dem das Herze lenft, der sich uns selbst zu eigen schenkt! Wie leicht wird ihm sein furges Leiden! er hat den Vor: schmack jener Freuden; er schaut darauf, er denkt dahin, vergiffet allen Weltgewinn, hin u 5. Laß, Jesu, mich den Vorsatz faffen, die Welt und alles das zu haffen, was mich von dir nur tren nen kann! Zeuch mich dir nach auf deiner Bahn laß deinen Geist mich stets regieren, und hier durch Welt und Prüfung führen zum Himmel, wo man dein genießt, und du in Allem Alles bist. 179 gezählt. Mag mich die Welt doch hassen. Du liebst mein Wohl; wirst gnadenvoll mich nimmer: mehr verlassen.omini artGr lo Mel.: In dich hab' ich gehoffet. 255. J ch freue mich, mein Gott, in dir. Du bist mein Troft, und was kann mir in deiner Liebe fehlen! bu, Herr, bist mein, und ich bin dein: was mangelt meiner Seelen?! 2. Du hast mich von der Welt erwählt, und deinen Kindern zu3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil. Dies tröstet nreine Seele. ilin sop o4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs Beste mit mir meint. Wo find nich deines Gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5, Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag' ich nicht nach Hima mel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde.in me 16. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht, in dir leb' ich zufrieden. So dort, als hier, Herr, blei= ben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du segneft mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wird's doch nicht gelingen. Mit deiner Freu' stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen.n ng sim ind 8. Du läff'st mir's ewig wohlergehn. Einst werd' ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! an dir wird dann sich ewiglich mein ganzes Herz, Herr! weiden.ncbambinatie 9. Noch hat's kein menschlich Ohr gehört, was uns dein Him12* 180 Erst. Th. XIX. Von der Glückseligkeit wahrer Christen, mel einst gewährt; doch seh ich's| 5. Den Glauben, den er mir schon im Glauben. Vollkomm- geschenkt, den wird er mächtig nes Heil ist da mein Theil. Das stärken. Die Kraft, die er in wird mir niemand rauben. mich gesenkt, wird keinen Abgang merken. Er wird durch seines Geistes Trieb mich Schwachen vorbereiten, gründen, leiten. Er hat mich zärtlich lieb, drum wird mein Fuß nicht gleiten. 6. Führt er mich selbst in Kampf und Streit, so wird er mich auch schützen, und durch Gebet und Wachsamkeit mich mächtig unterstüßen. Fall' ich, so wird er mich, sein Kind, nicht hülslos liegen lassen, und mich haffen. Ach nein, er kommt geschwind, mich bei der Hand zu fassen. 7: Er bleibet mir, ich ihm getreu: kein Tod, kein Schmerz, fein Leiden nicht Furcht, nicht Lust, nicht Schmeichelei soll uns Verbundne scheiden! Was er zusammen hat gefügt, wird kein Geschöpfe können jemals trennen. Wohl mir, ich bin vergnügt! ich darf mich selig nennen. + Mel.: Ich ruf zu dir, Herr Jesu. 256. Mei ein treuer Gott! dein gutes Werk, das in mir angefangen, muß ganz allein durch deine Stärk zu seinem Ziel gelangen. Soll ich, bis in den Tod getren, in deinem Dienste bleiben, und fest bleiben: so stehe du mir bei, im Glauben Frucht zu treiben. 2. Herr, wie genau ist dein Gebot, wie groß ist meine Schwäche! der ich, verführt von Lust und Noth, manch guten Borsa breche. Ich bin nicht g'nug auf meiner Hut, wenn mit geheimen Tücken mich berücken die Welt und Fleisch und Blut; wer hilft aus so viel Stricken! 3. Doch, Vater! deine Treu' und Macht, doch, Mittler! dein Vertreten, doch, Geist der Gnaden, deine Macht, dein Trieb zum 1510 Kampf und Beten, wird alles, aft diber Nach der Mel. des 30. Liedes. was mir Schaden bringt, ja felbst 257. Getrost, mein Herz, den weiten Draund gage nicht! ap allen Kummer fahren! weil mir mein Bundesgott verspricht, daß er mich will bewahren, in aller Trübsal, Angst und Noth, ja selbst auch endlich in dem Tod. Er kann und will mich schützen. 2. Er hat mich schon von Ewigkeit zum Eigenthum erforen; er hat mich in der Gnadenzeit durch Wort und Geist geboren. Der chen, der sonst so viel verschlingt, bei mir zu Schanden machen. 14. Die in der Liebe redlich sind, läßt sich der Herr nicht nehmen. Mein Vater wird sein armes Kind im Hoffen nicht beschämen. Das allerkleinste Lamm läßt nicht mein treuer Hirt verschmachten, er wird achten, was mit annoch gebricht, und mir zu helfen trachten. und ihren Trost bei der unvollkommenheit dieses Lebens. Gnadenrath, der starke Grund,| ben. Er stärket und versiegelt der ewig feste Friedensbund wird nimmermehr gebrochen. mich, nichts kann ihn von mir treiben. Durch ihn genieß ich allbereit den Vorschmack jener Seligkeit, die ich ererben werde. 3. Der Gott ist unveränderlich, der mich zum Heil ersehen. Er kennet mich, er liebet mich, wer will sich unterstchen, mich zu verderben? seine Hand wird mich und meinen Gnadenstand beständiglich bewahren. 9. Laß mich doch diesen Geist nur nicht durch Sünd', o Herr, betrüben! gib, daß ich mög' bei seinem Licht mich stets im Glauben üben! ach, mache mich je mehr und mehr bequem zu deines Namens Ehr', bis ich dich dorten lobe! 4. An meiner Statt hat Jesus sich zum Bürgen hingegeben; und nicht umsonst; er hat für mich erworben Heil und Leben. Die Sündenschuld ist abgethan, wer Nach der Mel. des 30. Liedes. klaget mich nun weiter an? wer 258. Ich bin ein Chrift: J Gott mein mich nun verdammen? * 5. Mit dem mein Glaube sich verband, mein treuer Seelenretter, mein Jesus ist zur rechten Hand des Vaters mein Vertreter. Ihn aber hört Gott allezeit; wie könnt er nach Gerechtigkeit mich denn verderben lassen? Freund! in dieser hohen Würde steh' ich und fürchte keinen Feind, und lache jeder Bürde. Der Rang erfüllt mit Muth und Kraft mein Herz in dieser Pilgrimschaft des Lebens und der Leiden. 2. Mein Glaube steht und wanfet nicht; er ist zu fest gegründet. Er stüßet sich voll Zuversicht auf Jesum Christ, und findet bei ihm allzeit Trost, Heil und Ruh'; er eignet sein Verdienst sich zu und trotzet Welt und Hölle. 3. Sollt ich um Hoffarth, Eitelkeit und Güter dieser Erden, aus Wollust oder Sicherheit der Tugend untreu werden? Nein, auf die Sünde folgt der Tod; allein die Tugend segnet Gott mit Leben und mit Friede. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit mir gegen jene Kronen, womit Gott in der Herrlichkeit die Frommen will belohnen? 6. Ich bin's, auf den en fein Auge sieht: sollt' er mich nicht regieren? Er ist mein Haupt; ich bin sein Glied: sollt er mich denn verlieren? ich bin das Schaf; er ist der Hirt, der mich allmächtig schützen wird: wer will mich ihm denn rauben? 7. Mein Erbtheil ist die Seligkeit, die Jesus mir verheißen, die er verdient, die er bereit't: wer will sie mir entreißen? Dazu hat er mir seinen Geist, der Lehrer und auch Beistand heißt, zum Unterpfand gegeben. 181 8. Und dieser Geist soll ewiglich, sagt Christus, bei mir blei 182 Erst. Th. XIX. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. was dieses Lebens kurze Frist, Gott, gegen das, was ewig ist? sollt ich nicht muthig kämpfen? bei seiner treuen Pflege! er füh ret mich stets auf die besten Wege. 5. Ich fürchte nicht des To des Macht mit allen feinen Schrecken. Gott will mich aus des Grabes Nacht zum großen Tag erwecken; ich fürchte nicht der Höllen Glut, erkauft durch des Erlösers Blut zum Eigen: thum und Erbedm dnu chid thi bit 2. Drum, sollt' ich gleich in finstern Tiefen wallen, so würde mich fein Grauen doch befallen, duiöchster, bist mit deinem Stab und Stecken mein sichrer Trost vor allen Todesschrecken. Noch mehr, du willst, daß ich an deinem Tische im Angesicht om der Feinde mich erfrische. Toremale band3. Du salbst mein Haupt mit Der 23. Psalmstod deinem Freudenöle: dein voller Neue M. od. nach der M. des Psalms. Kelch erquicket meine Seele, Mir folgt bein heil auf meinem Lebenspfade zu jeder Zeit, mir folget: deine Guade. Ich werde stets, Gott wird es mir ver gönnen! in seinem Heiligthume bleiben können. nim st stairs 891 dono dolls to e an INT inintay han Ⓒhan 1 Imn6 101 259. Der Herr, mein Hirt, nid behütet nid behütet mich in in Gnaden; mir mangelt nicht und niemand darf mir schaden Gr weidet mich, wo sanfte Wasser fließen, und läsfet mich der stillen Ruh genießen wie wohl ist mir nism al smirgli ladni gasd main zad duu asd Erst. Th. XX. Vom Tode der Gläubigen, und dorpen s der Auferstehung der Todten. un ichrau Nach der Mel. des 67. Liedes.| letzten Stunde mir Geist und Leben sein. vild mist wid thi 260. Gern will ich mich ergeben, dich zu 3. Mit dir muß es mir glücken, verlaffen, Welt! Ich geb' zum den Kampf zu übersteh'n. Im bessern Leben, sobald es Gott gläubigen Entzücken laß meine gefällt. Was wär's, das mich Seele seh'n, wie im Gericht betrübte? Dort schau' ich ewig für Sünder du mit dem Tode den, den meine Seele liebte, vangst, und wie du, Ueberwinnoch eh' ich ihn geseh'n.id under, allmächtig ihn bezwangst. 2. Er ruft zur Zeit der 4. Der frohe Siegsgedanke: Schmerzen uns voll Erbarmen wo ist dein Stachel, Tod? zu: kommt her, beladne Herzen, stärk mich, daß ich nicht wanke zu mir, und findet Nuh'. Dies in meiner Todesnoth, so ist, ob= Wort aus deinem Munde laß, gleich ich sterbe, doch Sterben. Herr, mich zu erfreu'n, in meiner mein Gewinn. Ich bin des Him 183 Erst. Th. XX. Vom Tode der Gläubigen 2c. nommie mels Erbe: dein Wort sagt, 6. ilf unsrer Schwachheit. daß ich's bin. Geist des Herrn! Beig' uns den Himmel dann von fern; laß uns, wenn wir zum Vater fleh'n, getröstet sehn, wie der uns liebt, zu dem wir geh'n. 5. Du schreibst in's Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen sein. Dir trauet meine Seele, dich lobt, 7. 2ch. Gnad' ergche dann für was in mir ist, Erlöser meiner Seele der du die Liebe bist.in vis archite busdamp Nach der Melodie des 86. Liedes. Recht, denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer kann je dein, Gott, ohne deine Gnade sein? O 261. Dein sind wir, Gott, 8. sei uns dann nicht fürchin Ewigkeit. In terllich, erbarme, Vater, unser deiner Hand steht unsre Zeit. dich! Wann unser Auge sterbend Du hast der ganzen Menschen bricht, leit' uns dein Licht! so schaar ihr Todesjahr bestimmt, fehlt uns Trost im Tode nicht. als keine Zeit noch war. chusboon is 196 2. Wenn nun auch unser Nach der Mel. des 82. Liedes. SP Ende kommt, und deine Hand 262. Noch bin ich dein das Leben hemmt, dann hilf Gaft, o Erde! uns in der Todesnoth, Herr, unser Gott, ein sanfter Schlaf werd uns der Todli handen 3. Nimm nach vollbrachtem Lebenslauf in deine ew'ge Ruh' uns auf! Verwirf, wenn unser Herz uns bricht, verwirf uns nicht, Herr, Herr, von deinem Angesicht!- 16h 42. Drückt uns dann noch der Krankheit Schmerz, so stärke das beklemmte Herz, daß es, auch in der Schmerzenswuth, mit starkem Muth in deiner reisen Fügung ruht. bi fun un 5. Gib Hoffnung zu der ew' gen Ruh'! In unsern Herzen wirfe du, Geist Gottes, daß wir glaubend strau'n, und ohne Grau'n bin in die Nacht des Todes schau'n. Gott mehrt meiner Tage Zahl! daß ich reif zum Himmel wer= de, prüft er mich, läßt mir die Wahl, Böses oder Gut's zu wählen. Doch, werd' ich viel Jahre zählen? oder ruft ein naher Tod mich zu banger Sterbensnoth? simti maist 2. Herr, du weißt's! Du haft die Tage meines Lebenslaufs gezählt. Ihre Freuden, ihre Plage sah dein Auge, daß nie fehlt, früber noch als du auf Erden mich ließ'st einen Pilgrim werden. Da schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, o weiser Gott. 3. Ginst, wenn es dein Wille fordert, wird mein reger Leib zu Staub, und das Feu'r, daß in mir lodert, wird des falten 184 Erst. Th. XX. Vom Tode der Gläubigen, Todes Raub. So, wie Früh-| Lauf nimmst du mich zum lingsblumen welken, wird mein Himmel auf. Veben auch verwelken; Kraft und Odem nehmen ab, und den Nach der Mel. des 47. Liedes. Leichnam nimmt das Grab. 263. Selig, Gott, find die, die nun schon 4. Nimm ihn hin zu deinem Staube, Grab, verwandle ihn in Erd'. Dennoch triumphirt mein Glaube; denn mein Leib wird einst verklärt. Des verwes'ten Körpers Trümmer bleiben wahrlich nicht auf immer der Ver: mod'rung schnöder Raub. Neu beseelt wird einst mein Staub. 5. Durch dein schöpfrisch Wort: Es werde! rufst du, Herr, in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde wird alsdann mein Körper sein. Zu den himmlischen Geschäften, schmückst du ihn mit neuen Kräften; und von Schwäch' und Sterblichkeit wird er ewig dann befreit. Ma Jin im friedenvollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn, und sich deiner größten Gabe, eines ew gen Lebens freun. Möchten wir es auch schon sein! and hos 2. Doch du willst's, wir leben noch mühsam hier in Vilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, die des Lebens Kron' erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott! t sin 3. Jesus selber lebte hier vormals auch in Bilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hat er auf der Grd erlitten. Laßt uns gläubig auf ihn sehn, und durch ihn im Kampf bestehn. 6. Hör', o Seele, einst mit Freuden jenen Ruf: das Grab ist da! denn das Ende deiner Leiden ist mit ihm zugleich dir nah. Der, der deinen Tod be zwungen, hat das Leben dir errungen. Durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Ewigkeit. ld in 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde gegen jene Ewigkeit Gleichwohl kommt auf diese Stunde, die Gott noch verkürzen kann, unser ew'ges Schicksal anill 5. Gib uns Weisheit, Herr, und Kraft, diese Stunde wohl zu nützen, und beim Schluß der Pilgrimschaft wollest du uns unterstützen, daß wir freudig auf dich sehn, und getroft zum Tode gehn. pod dro એ 7. Stärke mich auf diese Stunde, Jesu, der du für mich starbst, und an Gottes Gnadenbunde ewig Antheil mir er warbst. Laß mich Tod und Grab nicht scheuen; laß viel mehr mich darauf freuen. Denn nach treu vollbrachten wir sterben, schmecken! flöß 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der beffern Welt, laß uns, wenn und der Auferstehung der Todten. uns Muth und Ruhe ein, selbst im Tode froh zu sein.medus 17. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, zu den Todten Got: tes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Ach für unsre Todesnacht riefst du einst: es ist vollbrachtsmini dem Sehnen, dich Erlösten völe lig uno anf immer trösten. stug 4. Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deis nen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, eh' ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach mich fertig! sich befehle meine Seele deinen Händen: Laß mich meinen Lauf gut enden! Nach der Mel. des 35. Liedes. ie wird mir dann, 5. Vielleicht sind meiner Tage 264. Wie 00000 mein Heiland, fein, wenn ich mich deiner ganz zu freu'n, in dir entschlafen werde? Dann, Seele, wirst du, ganz befreit von Sünde und von Sterblichkeit, entfliehen dieser Erde. Freu' dich innig! stärke, tröste dich, Erlös'te, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich, und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde nieder. Doch du, o Herr, erleichterst mir dies Joch; mein Herz stärkt sich in dir, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, und dein Himmelreich zu erben. di 3. Verachte denn des Todes 183 Grau'n, mein Geist, er ist ein Weg zum Schau'n in jenem bes sern Leben. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; zum Allerheiligsten wird dich der Herr dadurch erheben. Hier wird dein Hirt, nach den Thränen, nach viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, so sei mein Leben dir geweiht, bis einst mein Leib zertrümmmert. Hilf mir, Herr, dir ganz mein Leben zu ergeben, daß ich droben dich unendlich könne loben. 6 Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, wenn ich mich deiner ganz erfreu'n, dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von Sünd' und Leid, ein Mitgenoss' der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir! daß mir durch dein Leiden jene Freuden offen stehen. Ewig will ich dich erhöhen! pind Met. des 103. Pfalms. 265. Wie komm' ich doch, mein Heil! zu dir hinüber? Du bist mir ja mein höchstes Gut! viel lieber, als diese Welt, woher kommt denn die Qual, daß mich des Tod's Erinnerung erschrecket? Erst. Th. XX. Vom Wie kommt's, daß dem, den deine| Huld bedecket, doch grauet vor dem finstern Todesthal. A 2. Mit Dant muß ich von deiner Güte sagen, wie du mich durch die Wüste durchgetragen, und meine Seel' mit vielem Trost erquicft: ich weiß, wie manche Noth mir kam zu Handen, doch weiß ich auch, wie du mir beigestanden, daß mich die Last der Mel.: Nun laßt uns den Leib begr. Trübsal nicht erdrückt. 266. Begrabt den Leib in seine Gruft, bis Gruft, f ihm des Richters Stimme ruft! wir säen ihn; einst blüht er auf, und steigt verklärt zu Gott hinauf..and ada st 3. Nun aber will die Furcht den Glauben schwächen, in mir, da ich durch diesen Jordan bre= ben, und durch den Tod in Ka nan geben soll: ach, führe mich hindurch, o mein Grretter! mit starker Hand reiß mich aus Sturm und Wetter, das auf mich fällt, und macht mich schreckensvoll.61 Gilani 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Dein Licht und Wahrheit, so mich durchgeführet durch diese Wüst', und nie den Glanz verlieret, das bleibe mir in Todes finsterniß: geb' auf, on Sonn', 4. Hier hat ihn Trübsal oft mit deiner Kraft zu heilen, laß deinen Trost die finstre Wolf' vertheilen, und mache mich doch deiner Huld gewiß. siis gedrückt; nun wird er, Gott, von dir erquickt; hier wandelt er im finstern Thal; nun ist er frei von Schmerz und Qual. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab! was find die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit. 5. Du bist mein Fels: die Wunden sind die Höhlen, dahin ich flieh', was kann ich sonst erwählen, wenn mir der Tod das matte Herz zerbricht? Muß ich allhier im finstern Thale wandern, treibt Todesnoth von einem Ort zum andern; so komm ich doch aus deinen Wunden nicht. 6. Nun, du Erlös'ter, schlaf in Ruh'! wir geh'n nach unfern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mit Freud' und Zittern uns bereit. mie 40 186 Tode der Gläubigen, 6. O Gott! du bist's, der D aus dem Tod erhebet, du bilfest dem, der nur an dir fest flebet; ich bin's, ich hoff, du wirst es ferner thun. Zum Le ben wirst du mich hernach erwecken, so gib mir hier die Lebensfrucht zu schmecken, damit ich kann in deiner Liebe ruh'n. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub, und wird's nun mehr; er liegt, er schläft, verwes't, erwacht der= einst aus dieser Todesnacht. und der Auferstehung der Todten. 7. Ach, Jesus Christ, dein bittrer Tod stärk' uns in uns rer letzten Noth! laß unsre ganze Seele dein, und freudig unser Ende sein. Mel.: Was Gott thut, das ist. 267. J ch freue mich der frohen Zeit, da ich werd' auferstehe Dann werd ich in der Herrlichkeit, dich, Gott, mein Heiland sehen. Dann werd' auch ich, o Herr, durch dich, ins Reich verklärter Frommen als Mitglied auf 187 des Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt; sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben sein, und ihm will ich auch sterben. G Nach der Mel. des 15. Liedes. 268. Mein Heiland lebt. Er hat die Macht 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Das ist's, was mich zufrieden stellt, selbst bei der Gräber Grauen. Ich bin ge= trost und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb", und ihr sollt leben. Bloomi genommen. $ 12 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, er wird doch wieder 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran, die Stunde der Erlösung; die Stunde, da ich hoffen kann, Trost, Freiheit und Genefung; da, Engeln gleich, im Him melreich mich Ruhe, Lust und Leben in Ewigkeit umgeben. leben, und einst aus der Verz wesung Staub sich neu gebild't erheben, wenn du, o großer Lebensfürst, nun deinen Toden op rufen wirst, zum Leben aufzuwachen. He eas 3. Der du die Auferstehung 4. Wie froh und herrlich bist, du bist's, an den ich gläube! Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tode nicht ver= bleibe. Und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trüssal, Angst und Schrecken, so, wie die Heuchler, decken. werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! dann nimmst du mich mit Ehren an; läss'st in dein Reich mich gehen. Fortbin von keiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb' ich bei dir dann ewig. 4. Ich hoffe dann mit Freu: digkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen, und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzugehen. O, hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigkeiten mich würdig zu bereiten. 15. O, welch ein sel'ges Theil ist mir auf jene Welt bereitet! ist mir auf jene Welt bereitet! der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd' Von dir, o Herr, geleitet, werd' ich in deinem Himmelreich, un sterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Lust genießen. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz Erst. Th. XX. Vom Tode der Gläubigen, und Müh', von Seligkeit umges durch deinen mächt'gen Stab beben genießen deiner Herrlichkeit. schüßt, ins Todesthal hinab geO, was sind Leiden dieser Zeit, trost und freudig gehe. Die Herr, gegen jene Freuden? Klarheit jener bessern Welt 7. Laß die zukünft'ge Herrschaff, wenn mich Dunkelheit lichkeit mir stets vor Augen befällt, in meinem finstern Herschweben; und mich in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir, der Sterblichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. die zen Licht, und Heiterkeit im Angesicht. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! dann wird zum Schlummer mir der Tod. 188 8. Grwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Jünger, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben. Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz; so tröste selbst damit mein Herz: E3 kommt ein beff'res Leben. 3. Und wenn mein Geist aus Schüchternheit sich dennoch vor dem Tode scheut, weil ihn die Sünden kränken; dann laß mich, Herr, auf deinen Tod die Hoffnung bau'n: es werde Gott der Sünden nicht gedenken. Det Trost, den du auch mir erwerbst, als du zum Heil der Sünder starbst, und fühltest, wie dich Gott verließ, der mache mir das Sterben süß. Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! verlaß mich nicht in meinem Tod. 4. Auf kurze Zeit schließt sich zur Rub' mein thränenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum Grabe rnft, der ruft mich einst auch aus der Gruft. Ich weiß, an wen ich glaube. lebet, und ich werd durch ihn der Grabesnacht gewiß entflieh'n. Mein Geist und mein verklärt Gebein wird sich des Herrn, des Mittlers, freu'n. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! zum Leben schaffst du nun den Tod. so Nach der Melodie des 141. Liedes. 269, Mein Heiland! wenn mein Geist erfreut, im Glauben auf die Herrlich keit des ew'gen Erbtheils blikfet, das du für mich bereitet hast: wie leicht dünkt mir dann alle Last, die mich hienieden drücket! Dann wird der Eitel: feiten Tand in meinen Augen schlecht, als Sand. Der Erde Pracht ist mir wie nichts, beim Anblick jenes ew'gen Lichts. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! dies Heil verdant' ich deinem Tod. 2. Wenn einst auf deinen Wink mein Geist des Körpers Banden sich entreißt, dann stärf ihn aus der Höhe, daß ich, und der Auferstehung der Todten. 5. Du bleibest meine Zuver=| Erden, daß ich in der Herrlichsicht, mein Trost, wenn einst feit bei ihm sei in Ewigkeit. das Weltgericht die Engel aus: posaunen. Vor deinem Thron werd' ich dann steh'n, dich, Richter aller Völker, sehn, dich sehn und froh erstaunen. Auch mir schenkst du dann jenes Heil, der Auserwählten selges Theil. Ich soll, dein Mund schwur es mir zu, ich soll lebendig sein, wie du. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! stärk' diesen Glau ben einst im Tod. 189 5. Dann umgibt mich diese Haut, dieser Leib, wie ich fest glaube; Gott wird dann von mir geschaut, wenn ich aufsteh aus dem Staube. Ja, in diesem Fleisch werd' ich sehen, mein Erlöser, dich. 6. Ob dies Aug' im Tode bricht, wird's doch meinen Ret= ter- kennen. Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd' in seiner Liebe brennen. Dank ihm! Dank ihm! Preis und Ruhm! wunderbar schafft er mich um! Nach der Melodie des 47. Liedes. 7. Was hier leidet, seufzt 270. Jefus, meine Zuver- und fleht, wird nicht ewig unsicht und mein Heiland, ist mein Leben! dieses weiß ich, sollt' ich nicht auch zu sterben, mich ergeben? was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht! tergehen, irdisch werd' ich ausgesä't, himmlisch werd' ich auf erstehen. Zu verwesen, sink ich ein, dann werd' ich unsterblich sein. 8. Freudig bin ich und getrost: dann steigt mein Ver= föhner nieder. Wenn ich sterb, ist er mein Trost, und den Tod= ten ruft er wieder, wenn einst die Posaune klingt, die durch alle Gräber dringt. 9. Und mich schreckte noch der Tod? mich die Gräber und ihr Granen? meinen Mittler, meinen Gott, Jesum Christum werd' ich schauen! Dann wird Leben, Sieg und Heil ewig, ewig sein mein Theil. st 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! ich werd' auch das Leben schauen, wenn er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Er ist der Gemeine Haupt, und sein Glied, wer an ihn glaubt. 3. Ich bin durch der Hoffs nung Band zu genau mit ihm verbunden; er hält mich bei meiner Hand in den dunkeln Todesstunden, er führt mich auf rechter Bahn und nimmt mich zu Ehren an. tap 4. Fleisch bin ich, und muß daher auch einmal zu Staube werden. Dieses weiß ich; doch wird er mich erwecken aus der 10. Nur daß du dich, Seel', erhebst von den Lüsten dieser Erden, und schon hier dem Gotte lebst, mit dem du ver= eint sollst werden! Willst du Erst. Th. XX. Vom Tode der Gläubigen 2c. seines Heils dich freu'n; mußt| ich durch dich den Tod kann du, Seele, heilig sein! überwinden. Grab und Verwe= sung schreckt mich nicht; denn du bleibst meine Zuversicht. think Nach der Mel. des 26. Liedes. 271. Herr, du bist meine Zuversicht. Du lebst, ich werd auch leben. Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht: dies stärket meine Zuversicht. he must2. Hier geh' ich oftmals weinend hin, den Samen auszustreuen; dort wird der herrlichste Gewinn der Ernte mich erfreuen. Ich leide, und verzage nicht, denn du bist meine wat großer ist Zuversicht. 3. Hier trag ich deine sanfte Last. Wie groß ist meine Würde! jedoch die Welt, die sie nicht faßt, nenut's fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Spötter dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht. 4. Sink' immerhin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd' ich nur des To= des Raub, dort werd' ich ewig le: ben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht; wie sicher meine Zuversicht. 5. Herr, diesen Segen dank ich dir! Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab herfür. Du lebst, und ich foll leben. Ich glaub' es dir und zweifle nicht dein Wort ist meine Zuversicht. 01 6. In diesem Glauben stärke mich. Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß * in 190 Nach der Mel. des 171. Liedes. 272 achet auf, so ruft die Stimme einst nach der Zeit, der Engel Stimme, verlaßt das Grab, verlaßt die Gruft, wachet auf, erlös'te Sünder! versammelt euch, ihr Gotteskinder! Der Welten Herr ists, der euch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vorbei! erwacht! Halleluja! macht euch bereit zur Ewigkeit! sein Tag, sein da! nd 5551 2. Erd' und Meer und Hölle beben, die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben stehn sie auf; ihr Versöhner kommt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Treu' und Wahrheit; der Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Hosianna! Erlöser, dir! dir folgen wir zu deines Vaters Herrlichkeit. 10 3. Ew'ges Lob sei dir gesungen! wir sind zum Leben durchgedrungen: ain Ziel sind wir beim großen Lohn. Christus strömt der Freuden Fülle auf uns; wir schau'n ihn ohne Hülle, ihn, unfern Freund und Gottes Sohn. Kein Auge sah sie, dem Ohr erscholl sie nie, diese Wonne; in Ewigkeit sei dir geweiht. Herr, unser Dank und Ehr' und Preis! -79- 41100 191 Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. achisin Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. inds m Bp Met. des 84. Psalms.d| Treue Lohn und jener Ueber273. Mein Leben ist ein winder Kron'. obesi Pilgrimstand; 5. Hilf du mir selbst, Herr Jesu der Himmel ist mein Vaterland! Christ, der du ein Pilgrim worich finde keine Rub' auf Erden; den bist, da du mein Fleisch hast ich suche die zukünft'ge Stadt, die angenommen, laß mich auf der Gott selbst fest gegründet hat, Verleugnung Pfad, den mir dein da werd' ich erst recht glücklich Fuß gezeichnet hat, dem Ziele werden: mein Leben ist ein täglich näher kommen. Gib, daß Pilgrimstand; der Himmel ist ich standhaft streite hier und mein Vaterland. id ewig herrsche dann mit dir. 2. Wie Schatten vor der Sonne flieh'n, so nicht mein Leben schnell dahin; dies ist der Ort nicht, den ich wähle, ich eile nach der Ewigkeit: Herr, mache mich dazu bereit, erleuchte du selbst meine Seele, daß ich, was zeitlich, irdisch ist, ver= achte als ein wahrer Chrift. 6. Verleihe mir Beständigkeit, und laß mich stets mit Freudigfeit und Much auf deinen Wegen geben. Fall' ich noch oft, so bilf mir auf, daß ich vollende meinen Lauf. Laß in der Noth mich feste stehen, getröst auf deine Hülfe trau'n; so werd' ich einst das Leben schau'n! - 3. Man trifft auch auf derrodige wind ind Lebensbahn sehr viele Hinderniffe an: es ist nicht leicht, fe 274. Auf, träger Geist! zu bestreiten! der Weg ist schmal, laß das, was CINE der Feinde viel, und weit entfernt ist noch das Ziel, stets sucht die Welt mich zu verleiten! ich muß durch dürre Wüsten gehn, und kann oft keinen Ausweg schn. sichtbar ist, nicht länger dich als angefesselt halten. Gedenke, daß du selbst ein Wesen bist, das, wann der Himmel als ein Kleid veralten, und wann die Erde brennend wird vergehen, in Ewig= 4. Oft sah ich zwar die Son- feit wird dauern und bestehen. ne nicht, die Sonne, die mit Heil 2. Ja, hast du nicht im Glauund Licht und Trost des From- ben schon gesehn, daß, was dein men Herz erfüllet; der Trübsal Herz wahrhaftig kann ergötzen, Sturm dringt auf mich zu, mein nur droben fei? ist nicht der müder Geist find't nirgends Ruh,| Schluß geschehn, du wolltest doch weicht die Nacht, die mich Jesum über Alles schätzen, du umhüllet, betracht' ich nur der wolltest dich und Alles gern. Melodie des 16. Psalms. 192 Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. drum geben, möcht'st du in ihm, möcht' er in dir nur leben? 3. Israels Arzt! vertreibe durch die Macht, die so viel Blinden das Gesicht gegeben, in mir der Seelen finstre Blindheitsnacht. Die Augen werd' ich dann zu dir erheben, um so mit aufgedecktem Angesichte dein ew'ges Licht zu sehn in deinem Lichte. 4. Schenk Augensalbe für die Blödigkeit, die mich verhindert, klüglich zu vergleichen des Himmels Schätze mit dem Dampf der Zeit; laß nie das Kleinod aus den Augen weichen, das du mit theuerm Blut hast wollen fau: fen, für alle, die in Lebensschranken laufen. 5. O selig's Volk! das du aus freier Gnad' zum Licht berufen, und Jehovah kennet; das Augen, um zu sehn, empfangen hat, das in verborg: ner Herzensandacht brennet, um über Sonn' und Sterne sich zu schwingen, und bis in's innerst' Heiligthum zu bringen. Herrlichkeit verblüht. Welcher von den Himmelserben lebet, der den Tod nicht sieht? Staub wird dieser Leib von Erde; doch damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott erneu't, und zieht an Unsterblichkeit. 6 Erwünschter Tag! der diese Scheidewand, den Sündenleib, der meine Freiheit störet, zerbrechen wird! o lang gehoffter Stand! wenn ich, mein Heiland, dich nun selbst verkläret in Klarheit seh'! o. dich will ich dort oben mit reinem Geist und reinem Munde loben, 3. Und wer fann mich ihm entreißen? mein ist er und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; sein soll ich mich ewig freu'n. Ja, mir soll's durch ihu gelingen, mich zu ihm empor zu schwingen, freu= denvoll vor ihm zu stehn, meinen Heiland, ihn zu sehn! 4. Dort bei ihm ist wahres Leben; Millionen stehen schon, ihren Retter zu erheben, selig da vor seinem Thron. Hohe Seraphinen ringen, mitanbetend ihm zu singen. Preis zu nehmen würdig ist der Erbarmer, Jesus Chrift! 5. Alle, die ihm nachgewandelt, sehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schau'n verwandelt, und in Wonne jedes Leid; weihen ihm die neuen Lieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem Herrn und opfern Nach der Mel. des 82. Liebes. 275. Menschen ist's gesetzt, Dank ihr unendlich Leben lang. zu sterben, ihre 6. Vaterland verklärter From2. Wollt' ich länger hier verweilen, als es meinem Gott gefällt? seinem Reiche zuzueilen, lass' ich gern die Prüfungswelt. Jesus tilget meine Sünden, stärkt mich, hilft mir überwinden, auch in meiner letzten Noth rettet mich sein Blut und Tod. Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. 193 men! Heil, Unsterblichkeit und| heit auch deine Gnade die ErRub', was kein Sterblicher ver- lösten, nach überstandner Prünommen, Gottes Heil gewährest fungszeit. Du selbst machst ih= du. Freudenernten schenkt er de- nen offenbar, wie gut stets nen, die erst hier gefä't mit Thrä- deine Führung war. nen. Alle Thränen trocknet er, Sünd und Elend sind nicht mehr. 7. Ich entbrenne von Verlan-| gen, dies verheiß ne Land zu sehn, jene Krone zu empfangen; bald erhöret Gott mein Flehn. Diese Hütte, sie verstäube, ich, ich weiß, an wen ich gläube. Mir ist Sterben ein Gewinn, denn zum Vater geb' ich hin. 8. Welche Tröstung, das zu wissen! dieser großen Hoffnung voll, zag' ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden, sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug. Nach der Mel. des 7. Liedes. Bo 4. Da schweigen alle ihre Klagen; da bringt, mit frohem Lobgesang, selbst für die ause gestand'nen Plagen dir ihre Seele Preis und Dank; nun jauchzen sie: es ist vollbracht, der Herr hat Alles wohl gemacht! 5. Wie Gott von seinen Werfen ruh'te, als er die Welt her: vorgebracht, so sehn auch mit zufriednem Muthe, vom Herren selbst gerecht gemacht, die From= men bei dem ew'gen Glück, auf ihr vollend'tes Werk zurück. 6. Forthin erwartet sie kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr. Gott führt sie zu vollkommnen Freuden und frönet fie mit Preis und Ehr'. O wie wie herrlich, Höchster, segnest du! 8 276. Es ist noch eine Ruh' unaussprechlich süße Ruh', vorhanden für je den Gott ergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden, nach Gottes Willen einst entreißt, und nun nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 7. Wer kann hier deine Gnade faffen? Du willst den, der dich redlich liebt, nicht ewig in der Unruh lassen, die dieses Leben noch umgibt. O mache mich doch in der Zeit geschickt zu dieser Seligkeit. 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe kommen, wie selig sind doch alle die! in deinen Himmel aufge: nommen, ruh'n sie von dieses Lebens Müh. Nach aller Last, die sie gedrückt, wird ewig nun ihr Herz erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so segnet mit Zufriedene 8. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch ge= tragen hast, will ich des Lebens müde werden, und fühl' ich dieser Tage Last, so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 9. Gib, daß in Hoffnung 13 194 Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. jener Ruhe, die Gottes Volk| Zungen. Hier strahlt die Herrverheißen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du da rin mein Vorbild bist! so ernt' ich von der Last der Zeit einst völlige Zufriedenheit. lichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern; hier wird sie ganz besungen. Völlig gibt sich den Erlös'ten, sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. Nach der Melodie des 35. Liedes. 277. Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt, wenn er nach jenem Himmel blickt, den du für uns berei tet; wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird, er kannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden die fer Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden: doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, denn du, o Herr, machst alles neu. das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort von gerechten Gottesknechten feine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heiligthum schallt feines Namens hoher Ruhm von lauter frohen 5. Vor seinem Antlitz wandeln sie auf ewig frei von aller Müh', und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust, und ihre tausendfache Lust kein feindliches Gemüthe. Kein Neid, fein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinfüro nicht mehr fehlen. 01. 6. Gott, welche Schaar ift Dort vereint! die Frommen, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Emig werd' ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln, Freundschaft pflegen: O, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? wo glänzt sein Thron? In jenen Himmelshöhen. Da werd' ich dich, Herr Jesu Christ, so menschenfreundlich, als du bist, auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! kein Mensch kann sie erwerben. Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hast die Stätt' Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. auch mir bereit't, hilf sie mir| unaussprechlich großen Werth. auch ererben. Laß mich eifrig darnach streben, und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. Dich, Gott der Liebe, werd' ich sehn, dich lieben, ewig dich erud hihing sim höh'n. shin 6. Da wird, o Herr, dein heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt sein; und lieblich Wesen, Heil die Fülle an deinem Throne mich erfreu'n. Dann läßt Gewinn stets auf Ge= winn mich fühlen, daß ich ewig bin. nis that is app in 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; daß wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schiffung im Zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig singen dem Lamme, daß erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. ichi?, insis 9. Da werd' ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionen Malen noch fegnen, daß er mir ihn wies. Da sind? ich, Herr, in deiner Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchtest du 13* J080 char- dahi 01 Nach der Mel. des 234. Liedes. 278. Nach einer Brüfung kurzer Tage führst du uns, Gott, zur Ewigkeit. Dort endet sich der Deinen Klage in himmlische Zufrieden heit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und dort reichst du ihr selbst den Preis. 2. Du schenkst dem Frommen zwar auf Erden schon manchen sel'gen Augenbick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm noch kein vollkomm'nes Glück. Gr bleibt ein Mensch und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. so fisit and an 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in sei nem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt. Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 195 4. Hier, wo die Tugend öf ters leidet, das Laster öfters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und den Bekümmerten vergißt; hier kann der Mensch nie frei von Bein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden; dort werd' ich heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. es geben, vielleicht auch mir ein| genöss' ich ihrer nicht: ich soll Sel'ger zu: Heil sei dir, denn der Sinne Lüste flieh'n, wenn du hast mein Leben, die Seele sie mich zu der Erde zieh'n.d mir gerettet, du! o Gott, wie muß dies Glück erfreu'n, der Retter einer Seele sein! 196 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, die mein Herz für so schmeichelnd hält; nach Wollust, Ehr' und Gold nicht trachten, das meinem Wahn so wohl gefällt, was Fleisch und Blut oft wehe thut, das soll ich wählen als ein Gut. 102 6. Die Prüfung, Gott, war nicht vergebens, du wolltest sehn, ob ich dir treu, in der Gemeindschaft jenes Lebens mit dir zu wohnen würdig sei. Ob ich vom Land des Eitlen leer, einst höh'rer Freuden fähig wär'. 7. Denn du willst eine neue Erde und einen neuen Himmel bau'n; und daß ich hier geheiligt werde, soll ich auf's Unsichtbare schau'n, dem Reiz der Lüste widersteh'n, und stets auf deinen Wegen geh'n. din men 12. Was seid ihr, Leiden die ser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die an uns offenbart soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh'! Nach der Mel. des 7. Liedes. 279. Du gabft mir, Ew'ger, dieses Leben nicht für den Augenblick der Zeit: nein, was du mir davon gegeben, gabst du mir für die Ewigkeit. Hier ist allein der Prüfungsort: Bestrafung und Belohnug dort. 2 Du schenktest mir Verstand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und eine Richtschnur meiner Pflicht; der Tugend inneres Gefühl, und Freiheit, wie ich wählen will. 3. Du schmücktest durch dein mächtig: Werde! mit Reiz und Pracht mein irdisch' Haus, und goffest über diese Erde die Wunder aller Schönheit aus: und schufst mir feine Sinnen an, daß ich sie auch empfinden kann. 4. Und dennoch läsfest du mich wissen, daß dies mein irdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar dieser Welt genießen, doch als 281 8. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu sein, und diese kurzen Prüfungstage Gott und der Tugend bloß zu weih'n, wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum besser'n Leben führt. 9. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die noch mein Herz gefesselt hält, und, o welch glänzender Gewinn, hier Sieger, dort gekrönet binar 10. O Gott, gib deines Geistes Stärke, der du in Schwa Erst. Th. XXI. Vom ewigeu Leben. 197 chen mächtig bist, dem, der zu| Seelen offenbaren, wie du bist. diesem großen Werke zu klein, Keine Lust wird da uns fehlen, zu schwach, zu sinnlich ist! Lehr' wo das Land der Wonne ist. mich das Irdische verschmäh'n, zu vollkommnenSeligkeiten wird und stets nach meinem Ziele seh'n. uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Glück erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner Frommen Menge ein Herz, eine Seele sein, Dienst und Dank und Lobgefänge dir, erhabner Gott! zu weih'n, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm 280. Dwie unaussprech- größten Freund, sind wir ewig Nach der Mel. des 82. Liedes. dann vereint. lich selig werden wir im Himmel sein! Da, da ernten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein. Da wird, ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott! zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit. 6. O, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu sein, wo nach viel vergoß'nen Thränen ew'ge Güter uns erfreu'n; wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelicd in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück 7. Was ist unser Loos auf bereitet hast, noch in keines Herz Erden? Ob's auch noch so köstgekommen. Welcher Mensch auf lich sei, ist's doch nie ganz von Erden faßt deines Himmels Herr- Beschwerden, Sorgen, Furcht lichkeiten? Doch bei'm Anbruch und Kummer frei. Schnell folgt jener Zeiten werden Alle, die dir trau'n, noch mehr, als sie hofften, schau'n. hier auf Lust oft Weinen. Dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöh'n. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge seh'n, deine Huld sei überschwenglich, und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Vaterhand dort gibt. 4. Dann wirst du dich unsern 11. Laß mich oft in gesunden Tagen mein Grab mir in Gedanken bau'n, und bei des Lebens Freud' und Plagen auf dich und auf das Künft'ge schau'n, damit ich, meiner Pflicht getreu, des höher'n Lebens fähig sei. 8. Sei, v Seele, hoch erfreuet über das erhabne Glück, daß dir einst dein Gott verleihet! Richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen, mit dem Ernst, dahin zu kommen. Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 3weit. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 9. Obne Heiligung wird kei-| seh'n! Hilf du selber meiner ner, Herr, in deinen Himmel Seele, daß sie nicht den Weg ver= geh'n! O, so mache immer reiner fehle, der mich sicher dahin bringt, hier mein Herz, dich einst zu wo man ewig dir lobsingt. him like mid tr61 6mm' di sistemin ton ni omn 198 in draft and in 1 ms Nyheter 90 mirim dart im G# 3 und ustund 3 weiter Theil. Theil do? dan@ in fimi timad'anthi sms 000 THE Lieder, welche zur christlichen Sittenlehre 097 354 Jud#sid#d der dig de said lun 11 illin gehören, ndo undi, 11100 mm 12.100 201 XXII. Von der Buße und Bekehrung.) 115730 XT bin Der 51. Pfalm.. Nach der Mel. des 84 Liedes. ganz frei und los von allem Unrecht sprechen.malo muro 999 281. 3. Von Jugend auf bin ich ei gnädig, Herr, durchaus verderbt; mir war bes na mi je nach deiner gro veits, da ich unwissend lebte und Ben Huld, und tilge durch dein annoch faum in Mutterleibe göttliches Erbarmen die Sünden webte, der Sünden Gift und eines tiefgebeugten Armen: Wie Krankheit angeerbt. Du aber schwer sind sie! Ach, tilge meine liebst des Herzens Reinigkeit, Schuld! Gott, wasche mich von ach, gib sie, laß in meinen Finmeiner Missethat, und rein'ge sternissen das Licht mich sehn, das mich vom Unslat meiner Sün- sie allein zerstreut: laß mich die den! Du siehst, wie sehr er mich Weisheit im Verborgnen wissen. beflecket bat! Ach, laß mich Rei- 4. Ich bin Aussätz'gen gleich nigung und Gnade finden! ein Gräu'l, unrein! Laß des Versöhnbluis Kraft mich, Herr, empfinden, verzeih' und wasche mich von meinen Sünden, so werd' ich weiß wie Schnee und Wolle sein. Laß aber auch des Glaubens Freudigkeit mich, wie zuvor, im innern Grunde hören, es müsse nun fein Schrecken, Furcht und Leid, der Seelen Ruh' und Wonne nicht mehr stören. 1 2. Ich fühle, Herr mit Scham, mit Reu' und Weh' die Missethat und ihre ganze Größe: denn ach, dein Geist hält meine Schand' und Blöße mir immer vor, wo ich nur geh' und steh'! An dir allein, o Gott, vergriff ich mich, du sahest res! Und solltest du es vächen, so müßte man, so müßt' ich selber dich 152 199 3weit. Th. NXII. Von der Buße und Bekehrung. 15. Sich meine Sünd',& Herr,| Lust daran. Ein Herz, zermalmt, nicht weiter an. Ach, streiche sie ganz aus in deinem Buche, und züchtige mich, der ich Gnade suche, nicht mehr, als es dein Knecht ertragen kann. Schaff aber auch ein reines Herz in mir! gib mir den neuen Geist, der dich erwählet, und mach' ihn fest, damit dein Knecht vor dir nie wiederum der rechten Bahn verfehlet, hardlo k durch Reue, und ein Geist, zer= knirscht durch Kummer über seine Sünden, und der mit Macht sich eitler Lust entreißt, sind Opfer, die dein gnädig Auge finden. INT 9. Nach deiner Huld befördre Zions Wohl; sei ihm geneigt und baue Salems Mauern; den Frieden deiner Stadt laß ewig dauern, und mache sie stets Erhalte deines Segens voll. deine Kirche selber rein; laß deinen Geist sie immer mehr beleben Laß, Heiligster, uns vor dir heilig sein, und alles dich mit frohem Muth erheben! 6. Verwirf mich doch von deinem Antlitz nicht, entreiß' mir nicht das Siegel deiner Gnade, den heil'gen Geist, laß ihn auf deinem Pfade mich leiten, nie verlösche mir sein Licht! Erweck in meinem Herzen Fröh: lichkeit durch deine Hülfe, gib Aus dem 143. Psalm. Nach der Melodie des 8. Liedes. den Geist der Freuden, der un= 282. Herr! höre mein Gebet, um terstütz' und mache bereit, was dir mißfällt, mit allem ilanda ( Srnst zu meiden. deiner Wahrheit willen! du bist an Guade reich, und wirst mein Seufzen stillen. Ach, gehe ins Gericht doch nicht mit deinem Knecht, vor dir, o Herr, ist ja kein Sterblicher gerecht, o 07. Alsdann wird sich noch mancher Sündenknecht, wenn er mich sieht, zu dir, o Gott, be fehren; mein Beispiel wird ihn deine Wege lehren, nur mache du mich Sünder erst gerecht. Auch siehe, wie mich meine Sünde drückt; doch wirst du sie, mein Heiland, mir verge ben, so werd ich ganz durch deine Huld beglückt, dein Recht und Heil vor aller Welt erheben 2. Die Größe meiner Schuld schlägt meine Seele nieder. Beschämt empfind' ich sie; o tröste du mich wieder, daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft verzehrt Wer ist, der außer dir, mir wahren Trost gewährt? 3.3u dir, o treuer Gott, 8. Eröffne meine Lippen, daß erheb' ich Herz und Hände. ich kann, Herr, deiner Gnade Mein Heil steht nur bei dir: Ruhm mit Dank erheben! vir o, daß ich Hülfe fände! für wollt' ich Opfer und Brandopfer Recht laß Gnad' ergehn! ich geben, jedoch dein Auge hat nicht| hoffe, Herr, auf dich. Zeig mir 200 3weit. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. den rechten Weg; denn nach| und Heil, wir sein erfauftes dir sehn' ich mich. Volk und Theil, und Schafe seiner Weid' und Pflege. Drum, wenn ihr seine Stimme hört, wenn sie euch heute lockt und lehrt: so seid doch nicht ver: stockt und träge! due més 5. O merkt, was sein Grbar: men spricht: verhärtet eure Herzen nicht, wie eure Väter in der Wüsten. Sie schauten, was mein Arm vollbracht, versuchten den noch meine Macht, und reizten. mich mit ihren Lüsten. 6 Ihr robes Herz blieb doch verrucht, und war mit ihnen imeine Zucht wohl vierzig Jahr umsonst bemübet. So fabrt denn, Neue Mel. od. nach der Mel. des Ps. sprach ich, nur dahin in euerm Der 95. Pfalm. blind' und tollen Sinn, weil ihr doch meine Wege fliehet! 4. Ich will, o stärke mich! ich will die Sünde bassen. Auf deine Hülfe nur will ich mich, Gott, verlassen. Nur das, was dir gefällt, werd auch von mir gethan. Führ' mich durch deinen Geist auf dieser ebnen Bahn. 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers willen. Laß ſeines Opfers Trost auch mein Gewissen stillen. Du bist die Liebe selbst, ganz unveränderlich. Dein will ich ewig sein. Gott, erhöre mich! 283. Erhebt, erhebet Gothal tes Rubm! frohlockt in seinem Heiligthum, mit allgemeinem Jubeltone! besinge du, erwählte Schaar, wie herrlich und wie offenbar, sein Schutz und Segen bei uns wohne. 7. War sonsten meine Langmuth groß: so brach mein Zorn doch endlich los, weil sie sich nicht bekehren wollten. 3a schwur ich einen theuern GSid: daß sie zu meiner Herrlichkeit und Ruhe nicht gelangen sollten. d A 2. Nur unser Gott ist groß von Kraft, der alle Majestäten schafft, und über alle Götter fizet. Er ist's, der alles sieht und trägt, was je der Erden Abgrund hegt, und der den laß dich lehren, Bau der Berge stüßet. a fomm, den großen Gott zu 3. Das weite Meer und trockne Land, sind Werke seiner Aumachtshand, die uns auch, was wir sind, verliehen. So heiligt ihm denn, was ihr seid, und danker voller Brünstigkeit dem großen Schöpfer auf den Knieen! h hören, säume keinen Augen: blick: fomm bald, an dem frü hen Morgen, fomm nur ohne Furcht und Sorgen, halte dich nicht selbst zurück! Gott bat lauter Heil und Segen dir, dem Sünder, vorzulegen. 4. Denn er ist unser Gott 2. O, das wäre großer SchaMel.: Liebster Jesu. Trost der H. 284. D Sünder! 3weit. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 201 0541 de, so du wartest, bis die Gna:| ihm wohlgefällt: der hat seide, als die Sonne untergeht! ner Gnaden Pfände, wer be Komm' am Tage dieses Lebens, harret bis ans Ende. hör' die Warnung nicht ver- 7 Willst du nur am Hören gebens, da dir noch zu ratben stebt: fomm', weil du sie heut' noch hörest, daß du die Gefahr nicht mehrest.tive er hangen? Nein, du mußt weit mehr erlangen, durch den Geist, der Alles schafft; ruf zu dem, der ihn will geben, daß du kön nest christlich leben, angethan mit Glaubenskraft; noch scheint dir die Gnadensonne, und verspricht dir Heil und Bonne, not stor 8. Ach! so öffne mir das Herze, daß ich nicht mein Heil verscherze! Jesu! gib mir deinen Sinn: pflanz' in meinen Geist dein Leben; mache mich zur wahren Reben, Frucht zu bringen immerhin; daß ich die ser Frucht genieße, wenn ich meinen Lauf beschließe. 3. Echeu' dich nicht, wenn's Andre merken; Gott ist 3. der nach deinen Werken, nicht nach Andrer Urtheil fragt. Lerne, will man dich verleiten, alle Menschenfurcht bestreiten; sei getroft und unverzagt; sich der bösen Welt entfernen, heißt, die wahre Weisheit lernen. 4. Schrecket dich die Macht der Sünden?( Si, du fannst noch Gnade finden; er, dein Gott, verstößt dich nicht. Doch je länger du verziehest, und vor deinem Heiland fliehest, desto mehr wächst dein Gericht: v, wie wohl ist dem gerathen, der selbst richtet seine Thaten! 5. Drum ergib dich seiner Güte mit demüthigstem Gemüthe; Christus nimmt die Sün: der an: ehre ihn als deinen Meister, fliehe alle blinde Gei: ster, und erwähl' die rechte Bahn; so wirst du den Heiland finden, der dich frei macht von den Sünden. Nach der Mel. des 29. Liedes. 285. Schaffet, schaffet, Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit! bauet nicht wie sichre Sünder auf die ungewisse Zeit; unverweilt bekehret euch, ringet nach dem Himmelreich, und bemüht euch, hier auf Erden heilig, selig dort zu werden. 2 Doch soll dieses recht geschehen, o, so müßt ihr Fleisch 395 und Blut, Welt und Satan widerstehen, nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein cures Lebens Richt( 3 mag eurem schnur sein schwachen Herzen Freude brine gen oder Schmerzen. 6. Komm', bei ihm hinfort zu bleiben, laß dich nichts zu rücke treiben, wenn dich lockt die arge Welt; bleibe, wenn du bist gekommen, danke, wenn du aufgenommen, thue, was 3weit. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. die enge Pforte. a mon 3. Selig, wer im Glauben fäm-| schwerste Pflicht, und denkt oft pfet, selig, wer im Kampf besteht, an Christi Worte: dringet durch wer des Fleisches Lüste dämpfet und den Reiz der Welt verschmäht! unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. 202 8. Zittern will ich vor der Sünde, und dabei auf Jesum sehn, daß ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ja, mein Heiland, ach! geb nicht mit mir Armen ins Gericht! gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 4. Werdet ihr nicht standhaft ringen, sondern träg' und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen: wie kann euch der Sieg erfreu'n? 9. Gib mir Wollen und Vollohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg: nur den Sieger schmückt zum Lohne unverwelkt des Himmels Krone. 2 hd f bringen, Muth und Kräfte zu dem Streit, lehre mich, mich selbst bezwingen, und verleih Beständigkeit. Zeige mir von deinem Thron den verheißnen Gnaden= lohn, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. 5. Sich voll Leichtsinn stets zerstreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf des Glaubens scheuen, ist Nach der Mel. des 7. Liedes. ich Buße thue, der Welt, nicht Christi Geist. 286. Gott! hilf mir, daß Wer ihn wünscht zu haben, kann auf der Tugend rauher Bahn nicht in ficherm Stolze leben, und den Lüften sich ergeben. 6. Brünstig beten, allzeit was chen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich bemühn, selbst beim Sport und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt: dieses wollen und vollbringen heißet nach dem Himmel ringen. du 7. Drum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt seid, und beweiset euch als Christen, muthig, standhaft in dem Streit. Schont der liebsten Neigung nicht, wär" es auch die weil mich noch deine Stimme tockt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, dabei das Herz sich leicht verstockt, wenn du selbst das Gewissen rührst, und zum Gefühl der Sünden führst. 2. Du willst nach deiner groz Ben Güte nicht eines eing'gen Sünders Tod; drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört, und redlich sich zu dir bekehrt. 3. Den rettest du von dem Verderben; nimmst seine Buße gnädig an; machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie 205 3weit. 3h. XXII. Von der Buße und Bekehrung. groß ist Gottes Vaterhuld, er| nah. Flöh ich, dir mich zu tilget meine Sündenschuld. is 14. Sollt' ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur entziehen, himmelan: so bist du da. Stürzt ich in die Tiefe nieder, deine Rechte hält mich wieder. Beff'rung reicht? Vom Troste3. Herr, ich flieh' in reine leer, muß der verschmachten, von Hände! außer dir ist keine Nuh'. dem, Gott, deine Gnade weicht. Dein Erbarmen hat kein Ende: Sie aber weicht von dem zuletzt, wer ist gnädiger, als du? Du der frevelhaft gering sie schätzt. bist Gott und kannst vergeben; 5. So gib, daß deiner Gna- ach, vergib und laß mich leben! denlockung, o Gott, mein Herz 4. Groß sind meiner Sünde stets offen sei! damit mich ja Schulden, ihre Last ist mir zu nicht die Verstockung, wenn ich schwer. Ja, wenn länger mich mein Leben ohne Reu' im Sün- zu dulden, deine Langmuth dendienste zugebracht, zu deinem müde wär': müßt ich, würdest Zorngefäße macht. du nur winken, in des Todes Nacht versinken. desse 5. Mich für straflos zu er: klären, reichet nicht Bedaurung zu. Und zerflöff' mein Herz in Zähren, fänd' ich darum doch nicht, Ruh'. Können eines Sünders Thränen, dich, o Heis liger, versöhnen? 6. Gottversöhner, dein Erbarmen, dein für mich vergoff'nes Blut, und dein Tod erlös't mich Armen, heilet mich und gibt mir Muth. Dein Verdienst ist's, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket.s 7. Rette mich von meinen. Sünden; schaff ein reines Herz in mir! laß bei dir mich Ruhe finden; zieh' mich immerdar gu dir. Dankbar will ich mich bestre: ben, mein Erlöser, dir zu leben! 1807 thing 6. Sich bessern, ist der Weg zum Leben, drum laß mich in der furzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sor: gen, daß mein Geist dem Sünden: elend sich entreißt, die 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sünden: dienst befrei't, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffenheit! wie selig bin ich dann schon hier! wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! bihin dun 287. Nach der Mel. des 81. Liedes. ir allein hab ich gesündigt, Herr, bei dem ich Gnade such! ein gerecht Gesetz verkündigt jedem Uebertreter Fluch. Und was kann vor seinem Schrecken, Rich- ondar ter aller Welt, mich decken? h Nach der Mel. des 37. Liedes. 2. Kann ich deinem Arm ent- 288. Höchster! denk ich fliehen? Du bist allenthalben an die Güte, 3weit. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. du mir bisher erzeigt: o, so| Geist deiner Vater buld sich freue, wird mein ganz Gemüthe zu die dein tröstend Wort verheißt. der tiefsten Scham gebeugt, daß Was dein Sohn auch mir erwarb, ich dich gering geschäßt, dein da er für die Sünde starb, Fried Gebot hintangesetzt, und dich, und Freude im Gewissen, ach, das der du mich geliebet, mit Ver- laß auch mich genießen. gebungen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und fie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein. O, wie hab' ich sie entweiht! ach! zur Ungerechtigkeit und zum schnö: den Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weih'n. Gib, daß feine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu sein. Stebe mir stets mächtig bei? mache du mich selbst recht treu, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben.om finit 3. Deine Huld war jeden Mor= 204 gen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du mein Herze frei! was mir nützte, gabst du mir. Aber ach, wie dankt' ich dir? O, wie hab' ich so vermessen deines Wohltbuns Zweck vergessen! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt' ich ja die Sünde fliehn, und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemüh'n. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstockenheim 5. Ach! an dir hab' ich gesündigt, Gott, mein Vater! zürne nicht! dir hab ich oft aufgekündigt meine schuld'ge Kindespflicht Ach vergib, was ich gethan! nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb' ich mich auf's neue! gib, daß mein beschwerter! Nach der Melodie des 281. Liedes. 289. Niebster Jeſu, Troſt der Herzen! Stiller banger Sündenschmerzen! einzig wahres Heil der Welt! wenn ich bei mir überschlage, was für Sündenschuld ich trage, die des Höchsten Buch enthält: ach! so kann ich nicht ersehen, wie ich fünftig soll bestehen. 2. Von Geburt bin ich ein Sünz der, und nach meinem Thun nicht minder; meiner Seele wahre Zier, Gottes Bild, hab ich verloren, ich bin Fleisch vom Fleisch geboren; und nichts Gutes wohnt in mir; was ich in dem Herzen finde, was ich thu', ist lauter Sünde. 3. Herr, wohin soll ich mich wenden? Was kann meinen Jammer enden? In mir find' ich nichts, als Noth, keinen Trost im Weltgetümmel; oben schrecket mich der der Himmel; Satan spricht von Fluch und Tod, und mich dünkt, daß 3weit. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. selbst die Erde über mir zum Kläger werde. 4. Ach! dein ängstlich Sündenbüßen, und dein theures Blutvergießen, Jesu, komme mir zu statt! sei mein Helfer und Berather; sprich für mich vor deinem Vater tilge meine Missethat! wolltest du für Men= schen dulden; ach, so tilg auch meine Schulden! ben y 5. Zwar ich muß vor Gott gestehen, daß ich gröblich mich versehen, und verdient der Sünder Lohn. Aber, Herr, ich komme wieder; fall' in tiefster Demuth nieder, so wie der verlorne Sohn, bitte, seufze, fleh mit Thränen: Bater, ach, laß dich versöhnen! 6. Ist im Himmel größ're Freude, wenn ein Sünder kehrt mit Leide wieder zu der rechten Bahn, als um neun und neunzig Fromme: ach, so wer= de, wenn ich komme, mir auch gnädig aufgethan! ich will mich forthin bestreben, besser, als bisher, zu leben. 7. Weg, ihr vor'gen Sündentriebe! weg, o Welt, mit deiner Liebe! Jesus ist nun alles mir. Ohn' ihn war ich ganz verloren; durch ihn bin ich neu geboren, in ihm leb' ich für und für, in ihm will ich selig sterben, durch ihn auch den Himmel erben. 205 sind meine vielen Sünden! wie drückt mich doch des Elends Joch! wo kann ich Hülfe finden? Nach der Mel. des 10 Liedes. 290. Ah, Gott und Herr, wie groß und schwer 2. Flöh' ich gleich weit vor Bangigkeit hin an des Erdreichs Enden, der Angst und Bein befreit zu sein: würd' ich sie doch nicht wenden. 3. Zu dir fleh' ich, verstoß' nicht mich, der ich's so sehr verdienet. Ach geb' doch nicht, Gott, ins Gericht! dein Sohn hat mich versühnet. 4. Soll's ja so sein, daß Straf' und Pein auf Sünde folgen müssen: so fahr' hier fort, nur schone dort, muß ich auch hier viel büßen. 5. Vergiß die Schuld! gib mir Geduld, und ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Theil, durch Murren nicht verscherze.ps:80 6. Verfahr' mit mir, wie's dünket dir: du stärfst mich, es zu leiden! nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. vomida Agm19 7. Das thust du nicht, mit Zuversicht kann es mein Glaube hoffen! durch Christi Tod, steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 29 8. Herr Jesu Christ, mein' Zuflucht ist das Kreuz, an dem du starbest; und mir zu gut mit deinem Blut die Seligkeit erwarbest. fande du 9. Dies tröstet mich, und ob auch ich mein Leib und Seele scheiden, so werd ich dort, 206 3weit. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. bei dir, mein Hort, ererben auch zu dir in meiner Noth ew'ge Freuden.is thoshthit mit Thränen, du kennst mein 10. Gott Chr' und Ruhm! sein Eigenthum bleib' ich in Jesu Namen. Ich zweifle nicht, mein Heiland spricht: wer glaubt, wird selig, Amen. sis as thin Nach der Mel. des 6. Liedes. 291. Herr Jesu Christ, du hoe höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden! ich komme mit gebeugtem Muth, mühselig und beladen; da das Gesetz, das mich verklagt, und das Gewissen, das mich nagt, mich armen Sünder schrecken. 2. Mich drücket eine schwere Last; nimm sie von meinem Her zen, du, der du mich versöhnet hast, am Kreuz mit Angst und Schmerzen, damit ich nicht mit Leid und Weh in meinem Elend untergeh' und ewiglich verzage. Leid, ach hilf du mir, ver= schmähe nicht mein Sehnen! vergib mir, Herr, genädiglich, was ich, ich Frevler, wider dich von Jugend auf begangen. 6. Ach Herr! erbarm' dich meiner doch um deines Namens willen. Mich ängstigt mein Ge= wissen noch, du kannst sein Za gen stillen. Laß mich, von allen Sünden rein, nun gänzlich dir ergeben sein, in findlichem Gehorsam. 1.2 396 4. Weil aber dies dein Wort mir sagt: auch, Sünder, du sollst leben, wer weinend seine Schuld beklagt, dem will ich sie vergeben, ja, weil du alle Huld verheiß'st dem, der sich mit zerknirschtem Geist, im Glauben zu dir nahet. und 5. So komm ich, Herr, denn 7. Dein freud'ger Geist stärk' mich im Fleiß: heit' mich durch deine Wunden, mich tröste noch dein Todesschweiß in meinen letzten Stunden, und führe mich, wenn dir's gefällt, mein Heiland, felig aus der Welt, zu jenen Auserwählten. 1997-07 3. Ja, Herr, wenn mein er= Mel.: Allein zu dir, Herr Jesu. weckter Sinn, an mein Betra= 292. Ich schäme mich vor gen denket, so sink ich fast vor Angst dahin; die Sünde drückt und kränket, und schrecket mich. In dieser Bein würd ich ge wiß verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. deinem o Prüfer aller Herzen! verschone doch, o Gottessohn! ich bin voll Sündenschmerzen. Erbarme dich, und nimm mich an; du bist's allein, der helfen kann. Geb' ja nicht mit mir in s Gericht, verstoß mich nicht, indem mein Herz vor Angst zerbricht. da pihi thi 2. Ach, wenn mein Herz zu rückgedenkt, mit wie viel Missethaten ich dich von Jugend auf gefränkt: fo Eann es sich nicht rathen. Ich fündigte voll Unverz 3weit. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 207 stand; dein Wille war mir unbe| zustehn, und durch ein heilig kannt; das Böse wußt' ich allzu wohl; wie blind und toll macht' ich das Maas der Sünden voll! 13. Trieb mich die Zucht zum Guten an, bab ichs dach wider Willen aus Furcht der Strafe nur gethan, zum Schein es zu erfüllen. So ging ich bin, so wuchs ich auf; so nahm ich in dem Lebenslauf an Alter, nicht an Gnade zu; die Seelenrub verschwand; dies alles sahest du. 4. Mit Trug und Lügen deckte ich des Herzens böse Tücke. Kein ernstlich Dräuen schreckte mich; es zog mich nichts zurücke. Mein Tichten, Herr, verführte mich, in deinem Worte hört ich dich, und achtete jedoch nicht drauf; mein Lebenslauf war ganz verderbt von Jugend auf. 5. Die Schuld ward mit den Jahren groß, brach aus zu wildem Wesen: gleichwie ein Roß, das zügellos, lief ich zu allem Bösen. Ich wuchs an Hoffart, Ueppig= Hoffart, Ueppigkeit, an Frechheit, Wollust, Troy und Dieid, und meine schändliche Begier zog mich von dir. Ach Sesu! ach, vergib es mir. 6. Gedenke nicht der Jugend Schuld, vergib mein Uebertreten, trag ferner noch mit mir Geduld: erhör' mein ängstlich Beten! lösch aus, Herr Jesu, durch dein Blut, und mach mein Schuldregister gut; viel mächtiger ist deine Gnad', als meine That, die dich so oft beleidigt hat. 7. Hilf mir, von Sünden abLeben den wahren Tugendweg zu gehn; dir will ich mich er= geben. Ich will durch deines Geistes Kraft, die Wollen und Vollbringen schafft, voll Ren' und Leid mich dir allein zum Dienste weih'n. Ach, laß es Ja und Amen, sein hi du di Nach der Mel. des 37. Liedes. Ring 293. König, dessen Maz jestät sich über Al10 les hebet, dem Erd' und Meer zu Dienste steht, vor dem der Erdkreis bebet. Der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig. Ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr': Gott sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh' ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne, ich suche deinen Trost und Rath: mein Gott! du hilfst ja gerne. Doch meiner Fehler große Babt schreckt und vers folgt mich überall; mein Glaube ist nicht thätig: drum schlag' ich nieder mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht! Gott sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mich bewußt, beschweren mein Gewiss sen; drum schlag ich reuend an die Brust, die Schmerz und Leid zerrissen. Ich, der ich mich von dir gefehrt, ich bin des Lebens 1 bin d gar nicht werth; doch weil du winkst, so ber ich mit ganz zer= 208 3weit. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. fnirschtem bangem Geist, der gleichwohl dich noch Vater heißt: Gott sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater! schaue Jefum an, den Gnadenthron der Sünder; der für die Welt genug gethan; durch den wir Gottes Kinder und Erben der Ver: heißung sind; der ist's, bei dem ich Ruhe find': er ist ja stets gutthätig. Drum faff ich ihn und lass' ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott sei mir Sünder gnädig. 340 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar, mach' meinen Glauben immerdar durch wahre Liebe thätig. Läßt sich dann noch viel Schwachheit sehn, so soll mein Herz mit Wehmuth flehn: Gott sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade. Mir geh' es übel oder gut, gib, daß es mir nicht schade. Und kommt mein Gude nun heran; so stärk' mich auf der Todesbahn, mach mich von Sünden ledig: und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott sei mir Sünder gnädig! 914 DINA Nach der Mel. des 201. Liedes. 294. Wenn der Sünder hat mißhandelt, und den breiten Weg gewandelt, welcher zum Verderben führt: so er sich bekehren wird, steht der Himmel wieder offen, Friede wird mit Gott getroffen, Buß und Glaub an Christi Blut machet alles neu und gut. 2. Bei stets fortgesetzten Sün den magst du keine Gnade finden, und kannst nicht vor Gott bestehn; tief muß dir zu Herzen gehn, was du Böses je begangen; um dem Guten anzuhangen, mußt du dich der Sünd' entzieh'n, sie wie Gift und Schlangen flieh'n. 3. Seine Sünden stets be= reuen, sich in Gott durch Chris stum freuen, ohne Zwang und Heuchelei, was der Wille Gottes sei, täglich prüfen, fröhlich üben, Gott und seinen Nächsten lieben, und im Guten niemals ruh'n, ist des neuen Menschen Thun. 4. Dich zu diesem Stand der Gnaden sehr nachdrücklich einzuladen, brauchet Gott der Stimmen viel, hast du davon kein Gefühl? Siehst du nicht, o Mensch, die Werke seiner Langmuth, Güt und Stärke? Zeigt nicht jede Kreatur ihres güt'gen Schöpfere Spur? 5. Doch viel heller ist die Klarbeit, die sich zeigt im Wort der Wahrheit; komm, o Sünder, und vernimm Jesu, des Versöhners, Stimm'. Komm zu dieser Quell' der Gnaden; komm mühselig und beladen; er sagt deiner Seele Rub, er sagt dir Erquickung zu. 3weit. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. un 296. 6. Jesu, Trost der müden| hen und nimmt sich meiner Seelen! du fannst uns nicht Seele an. nur befehlen; du schaffst selbst durch deinen Geist, in uns, was dein Wort uns heißt. Sei zu meinem Heil geschäftig; mache selbst dein Wort so kräftig, daß mein Herz dadurch gerührt, endlich wahre Buße spürt. Neue Mel. oder nach dem 140.Pfalm. 295. A dir allein hab ich gesündigt, und übel oft vor dir gethan. Du siehst, was mir der Fluch kündigt; sieh, Gott, auch nen Jammer an. 209 2. Gile! Sodom lehret dich, wie der Herr so fürchterlich auf verstockte Sünder bliget: such' ein Zoar, daß dich schüzverzet! Auf! Gott rufet dich zu mei: fich: eile, und errette dich! 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott! wie lange soll ich sorgen? wie lang' entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dich finden, du Gott der Langmuth und Geduld. 4. Früh' wollst du mich mit Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit. Tröst' mich um deines Namens willen; du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich freu dig wallen, und lehre mich dein heilig Recht, mich thun nach deinem Wohlgefallen: du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du, mir beizustehen, und leite mich auf eb'ner Bahn. Gott hört mein Schrei'n, er hört mein Fle( ünder, willst du sicher sein, und befreit von Furcht und Bein: schaffe, daß du dich bekehrest, da du Gottes Stimme hörest! Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich. 3. Denke, daß es Schaden bringt, wenn dein schnödes Fleisch dich zwingt, nur nach seiner Luft zu leben, weil ihm stets wird Frist gegeben. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 4. Die Verstörer deiner Ruh', deine Sünden nehmen zu. Dein Gewissen wird beschweret, und der Strafe Maaß vermehret. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 5. Deines Herzens Härtigfeit steigt und wächst von Zeit zu Zeit. Sünden, die dich jetzt noch schrecken, wirst du bald mit Lust vollstrecken. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 6. Was du Böses an dir hast wird sonst wie ein alter Ast. Dessen Krümmen gleich zu ziehen, wird man sich umsonst bemühen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 14 3weit. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 7. Eile, denn es kommt der Bunde, da die Stunde der Er Tod: und wie groß wird dann scheinung kommen ist? Und ich die Noth, wenn man aus der soll noch länger harren und er= Welt soll gehen, und vor Gott starren, weil du mir so ferne bist? nicht kann bestehen! Auf! Gott 4. Du hast ja, da du bist ruft dich noch zu und errette dich! 210 sich: eile, fommen, weggenommen alle Findondsterniß der Nacht; willst du 8. Brauch', ach brauch' die denn nicht mir, dem Deinen, Gnadenzeit! denn es kommt die Ewigkeit wie ein starker Strom geflossen, der durch Damm und Deich geschossen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile und errette dich! Embaj 9. Suche, wo du weise bist, was von dir versäumet ist, schleunig wieder einzubringen, und mit Gifer durchzudringen! Auf! Gott rust dich noch zu sich: eile, und errette dich! 10. Vater der Barmherzigkeit! Gib doch, daß die Gna: denzeit nicht von dir versäumet werde; führ' mich selbst zu deiner Heerde! Vater, ach, ich bitte dich: eile, und errette mich! auch erscheinen, der nach deinem Lichte tracht't. 5. Zeige mir in reiner Klarheit deine Wahrheit: laß die Wolken sich verzieh'n; so werd' ich das Gute lieben, Demuth üben, und der Nacht Geschäfte flieh'n. 6. Herr! du winkst, und auf der Stelle wird es helle, sprich auch zu mir: werde Licht! und mein Licht soll vor den Leuten sich verbreiten. Dir ist's Ruhm, versag mir's nicht! 7. Des Vernunftlichts schwacher Schimmer zeigt zwar immer unsers großen Schöpfers Spur; aber es aber es kann Trost und Leben al mir nicht geben, dein Licht, Jesu, thut es nur. Nd 297. Hüter Nach der Melodie des 79. Liedes. üter! wird die Nacht 8. Nur die Decke vor den der Sünden, bald Augen kann nicht taugen, seine verschwinden? Hüter! ist die Klarheit kann nicht ein; wo sein Nacht bald hin? wird die Fin- helles Licht den Seinen soll ersterniß der Sinnen bald zerrin- j scheinen, muß ein freies Auge sein. nen, womit ich umgeben bin? 2. Seh' ich nicht das Rund der Erden helle werden, bei der Sonne neuem Lauf! so geh doch zu meiner Wonne, wahre Sonne! auch in meinem Herzen auf! 9. Jesu! sollen meine Augen etwas taugen, o, so rühre du sie an. Denn das ist die größte Blage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. 3. Sind wir nicht im neuen. 3weit. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 211 Nach der Mel. des 8. Liedes. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen; sollt er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft; und du verläugneft sie? Er sendet dir sein Wort; und du gehorchst ihm nie? 298. Willst du illst du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben: so schändest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein, wie schwer ist's nicht, sein eigen Herz bekämpfen! Begierden widerstehn, und seine Lüste dämpfen? Ja, Sün: der, es ist schwer; allein zu deiner Ruh' ist dies der eing'ge Weg. Und dem entsagest du? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch? Ist Gott denn ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leithir dan S sten kann? alldwid nod 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm findlich diene, und, seiner werth zu sein im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? Weil es dein Unglück ist. befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. CH 7. Sprich nicht: Gott fennt mein Herz; ich hab' es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Laster loszureißen; jetzt ist das Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheu'st du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu jein: um wie viel weniger wirst du dich morgen scheu'n! 9. Ist denn die Buß' ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut' entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Missethat, die wahre Heiligung? 10. Ist's g'nug zur Seligkeit, des Glückes der Erlösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; ist das Bekenntniß g'nug, daß uns die Sünde reu't; so ist kein leichter Werk, als deine Seligkeit. split as 1. Doch fordert Gott von uns, die Reinigkeit der Seelen; 14* 3weit. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. ist keine Seele rein, der Glaub'| ihm nicht; denn Gottes Traus und Liebe fehlen; ist dieses dein rigkeit wirkt eine Neu' in dir, Beruf, Gott dienen, den du die niemals dich gereut. liebst; so zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. 17. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden; der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das befte Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 212 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt im verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuletzt dabin? 13. Hat Christus uns erlös't, damit wir Sünder bleiben, und, sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben? Gebeut uns Chrifti Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht: so ist es nicht von Gott. Gott wider spricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereu'n. 15. Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang lang= sam fort; sei wacker, Gott ist nah! und stärkt dich durch sein Wort. 16. Ruf' ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Gesetz erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb' 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott kennt und liebt dein Glück; sie deine Seele rein, füllt dich mit führt zu deinen Freuden, macht Zuversicht, gibt Weisheit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. kein Glück, mit ruhigem Ge19. Sprich selbst, ist dies wissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in dem Genusse sein, und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freu'n? Nach der Mel. des 8. Liedes. 299. Laß mich doch, o mein Gott, die Buße nicht verschieben, die mir dein Wort gebeut! wie könnt' ich sonst mich lieben? Ist wahre Besserung nicht meiner Seele Glück? O wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Du, Gott, gewinnest nichts, wenn ich dir kindlich diene und deiner werth zu sein, im Glauben mich erfühne. Wenn ich das Gute thu', das mir dein 3weit. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. Wort gebeut, wem dien' ich? nur mir selbst, und meiner Seligkeit. and the 3. So süß ein Laster ist, so gibt's doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hast du dies Glück beschieden. Wer dir, o Gott, gehorcht, erwählt das beste Theil; wer dich, o Gott, verläßt, verläßt sein eigen Heil. 4. Was weig're ich mich denn, das Laster zu verlassen? Weil es mein Unglück ist, befiehist du es zu hassen. Was weig're ich mich denn, der Tugend Freund zu sein? Weil sie mich glücklich macht, befiehlst du sie allein. 5. Die Buße führt mich nicht in eine Welt voll Leiden. Sie führet mich vielmehr, o Gott, zu deinen Freuden; macht meine Seele rein; füllt mich mit Zuversicht; gibt Weisheit und Verstand, und Muth zu meiner Pflicht. 6. Wahr ist es, es ist schwer, sein eigen Herz bekämpfen, Be= gierden widerstehn, und seine Lüste dämpfen. Doch bleibt's ja meine Pflicht, und diese Schwie: rigkeit, die heute mich erschreckt, wird schwerer durch die Zeit. 7. Je öfter ich vollbring', was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheu' ich mich heute nicht, o Herr, dein Feind zu sein, um wie viel weniger werd' ich mich morgen scheu'n. 8. Du reichst ja Kräfte dar, uns selber zu besiegen. Der 213 Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen; geht er im Anfang gleich nur noch sehr langsam fort, so bist du, Gott, mir nah, und stärkst mich durch dein Wort. 9. Wie schnell fann nicht der Tod mich dieser Welt entrücken! und Buß' ist ja kein Werk von wenig Augenblicken. Ein Seufzer zu dir, Gott, ein Wunsch nach Besserung und Angst auf Missethat, ist noch nicht Heiligung. 10. So gib denn, weil ich noch, Herr, deine Stimme höre, daß ich mich ungesäumt von allem Bösen kehre, so darf ich nicht dereinst zu meiner größten Bein mein hier versäumtes Glück, wiewohl zu spät, bereu'n. 300. Nach der Mel. des 120. Liedes. o wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er rechtschaffen sich bekehr', sich bess're in der Gnadenzeit, und mit mir leb' in Ewigkeit. 2. Dies Wort bedenk', o Sünder, wohl! verzage nicht verzweiflungsvoll! du nimmst an der Erlösung Theil; hier findest du Trost, Gnad' und Heil, und Gott besiegelt's mit dem Gid; o selig, wem die Sünd' ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, denk nicht: zur Buß' ist's immer Zeit, ich will mich mei 214 3weit. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. nes Lebens freu'n, und werd' ich dessen müde sein, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es: Gott ist stets bereit zum Wohlthun, zur Barmherzigkeit; doch, wer auf Gnade Böses thut, und der Versöhnung theures Blut verachtet, seiner selbst nicht schont, dem wird, wie er verdient, gelohnt. 3. Doch heißt dein Ruf uns kommen; und merken wir nicht d'rauf, ob wir ihn schon vernommen; so suchst du selbst uns 5. In seinem Sohne will dir auf. Dein Herz, o Heiland, Gott das Leben schenken für den brennt, daß doch das Schaf Tod: allein, entdeckt sein Wort zur Herde zurückgeführet werde, dir wohl, wer von uns morgen davon es sich getrennt. bi leben soll? Daß du mußt ster- 4. Nimmt nun der freche ben, ist dir fund! verborgen ist Sünder den Gnadenruf nicht die Todesstund'. 1 mida mille an; so bist du viel gelinder, als man es denken kann. Sein Ziel verlängerst du, er kann noch Gnade hoffen, der Zugang steht ihm offen, er eile nur herzu. 6. Heut' lebst du, heut' befehre dich; eh' morgen kommt, fann's ändern sich! wer heut' ist stark, gesund und schön, kann morgen an dem Grabe stehn: stirbsto. Liebhaber uns'rer Seedu nun ohne Bessrung hin, wie willst du dem Gericht entflieh'n? 7. Hilf, o Herr Jesu! hilf du mir, daß ich mich gläubig nahe dir und mich befehre unverweilt, eh' mich mein Ende übereilt, damit ich heut' und jederzeit zum letzten Abschied sei bereit. len! mein pirt! mein treuster Freund! was sollt ich es verhehlen, wie wohl du es gemeint? Ich war auf meiner Flucht ein Raub der schnöd'sten Lüste; doch du hast in der Wüste mich huldreich aufgesucht. 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, daß mich zur Buße rief, als ich zu deinen Schmerzen den Weg zur Hölle lief. Du aber brachtest mich von diesem breiten Wege durch Kreuz zum wahren Stege. Mein Hirt! ich preise dich. S Mel.: Zeuch ein zu deinen Thoren. 301 ie treu, mein gu ter Hirte, gehst HAURIE 2. Wie tröstlich ist die Stimme, die alle Sünder lockt! ach, sprächest du im Grimme: weicht, Sünder, weicht von mir, ich will euch nicht erkennen! wer wollt es Unrecht nennen? Wer bist du? Wer sind wir? du dem Sünder nach, der sich von dir verirrte, der, elend, frank und schwach, in sein Verderben läuft, wo deine Hand den Armen nicht selber aus Erbarmen, eh' er versinkt, ergreift. 7. Ach, daß ich deiner Liebe nur immer folgsam wär', nicht oft zurücke bliebe, an Lieb' und 3weit. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 213 Gifer leer; nicht, wie viel du deinem Grimme. Höre, Her= gethan, mir oft entfallen ließe, zenskündiger meines Flehens da ich ja mehr genieße, als ich Stimme! sende du Trost mir verdanken kann.spizu! reiss' mich aus den Nöthen, ehe sie mich tödten. d 8. Nun, Jesu! ich beklage den blöden Unverstand, und daß ich meine Tage so übel angewandt. Verstoß den Sünder nicht! mich reu't und schmerzt mein Schade, verwandle deine Gnade nicht in ein Zorngericht. 2. Wird dies Herz im Grabe sich deiner Güte freuen? Gott des Lebens! todt fann ich dir kein Danklied weihen. Rette mich, daß ich dich, weil ich hier noch lebe, dankbar froh erhebe. 9. Für uns gemacht zum Fluche, gabst du dein Leben dar, daß 3. Nichts als deine Vaterso dein Eifer suche, was ganz ver- huld kann mich glücklich ma loren war. Ja, Nam' und That chen. Ach, gedenk nicht meiner erweis't, daß du, Herr, nicht ver- Schuld! stärke du mich Schwagebens das rechte Brod des Lechen. Heile mich, zeige dich, bens, der Sünder Heiland seist. mir in deiner Gnade, Gott, du Gott der Gnade!# 10. Das laß mich herzlich gläu: ben, doch gib mir selber Kraft, 4. Wann wirst du mich doch dem Heile treu zu bleiben, daß mir dein Tod geschafft; und wie ich glaubensvoll aus deinem Ueberflusse zum wirklichen Genusse stets Gnade schöpfen soll. erfreu'n? Wann mir Trost gewähren? Täglich, Helfer, harr' ich dein und ich hab' in Zähren meine Nacht oft durch= wacht. Gil, Erbarmer, eile, deinem Knecht zum Heile! 11. Doch sollt' ich mich auf's Neue, ich schwach Geschöpf, vergehn; so laß mir deine Treue. mein Hirte! nie entstehn, er weck und führe mich, daß nichts von dir mich wende; so preis' ich sonder Ende, als meinen Hirten, dich.- 400 Bußlied eines schwermüthi: gen Christen. Aus dem 6. Psalm. Mel.: Mache dich, mein Geist, bereit. 302. Strafe nicht, o Heiligster, mich in 59 bildas 5. Glend, tiefgebeugt bin ich und von Seufzen müde. Meine Seele sehnet sich nur umsonst nach Friede. Ach, wie lang' soll ich bang', Heiland müder Seelen! trübe Stunden zählen? 6. Doch, v Seele, zage nicht! Gott verstößet feinen, der ihn fleht mit Zuversicht, er vernimmt mein Weinen. Nie vergißt Jesus Christ seiner theu'r Erlösten, deß will ich mich trösten! kbindan 216 3weit. Th. XXIII. Vom Glauben. Zweiter Theil. XXIII. Vom Glauben. Das apostolische Glaubens:| abgeschied'ne Seele bedenkt noch bekenntniß. stets der Menschen Heil. Nach der Mel. des 46. Liedes. 8. Bald steht er auf! Sein 303. Ich glaub an Gott! Haupt erhebet er siegreich über hoch sei verehret, und Grab. Nun weiß ich, daß mein Heiland lebet, und troße siegreich Tod und Grab. 9. Er fährt gen Himmel, um zur Rechten des Vaters Aller Herr zu sein. Hier wacht er über seinen Knechten, daß hier sie einst mit ihm sich freu'n. er, der der rechte Vater heißt; deß Dasein die Natur mich leh: ret, und den die weite Schöpfung preist. ** 2. Der in sich Sel'ge sprach: 8 werde und seiner Weiß heit Güt' und Macht frohlockt der Himmel und die Erde, von ihm aus Nichts hervorgebracht. 3. An Jesum Christ, den Eingebornen des ew'gen Vaters, unsern Herrn, glaub' ich. Gott sprach: Hilf den Verlornen! Er kam und half, und that es gern. 4. Er kam, und durch die Kraft des Höchsten gebar ihn einer Jungfrau Schoß. Er kam zu uns, als seinen Nächsten, und stellt sich unserm Elend bloß. 5. O, was läßt ihn Pilatus leiden! wo ist ein Schmerz wohl, wie sein Schmerz! Am Kreuze selbst mußt' er verscheiden; wie bricht ihm Bein und Schmach das Herz! 6. So stirbt der Gettmensch und bekämpfet im Tod das Reich der Finsterniß. Des Teufels Macht ist nun gedämpfet; dein Heil ist nun, o Mensch, gewiß! 7. Sein Leib wird zwar des Grabes Höhle, als ein erhaschter Raub, zu Theil; doch Jesu 10. Als Richter kommt er endlich wieder. Erschreckt ihr Sünder! Freuet euch ihr Frommen! Er führt euch, als Brüder, nun mit sich in sein ewig Reich. 11. Auch an den Geist, der ehmals mächtig in Chrifti ersten Zeugen war, glaub ich; noch stets ist er geschäftig, und mehr't der frommen Christen Schaar. 12. Die Kirche glänzt durch ihn auf Erden, in Glaub' und Liebe fest vereint; wie glänzend wird sie einst noch werden, wenn jene Klarheit ihr erscheint! 13. Glückselig, wer im Tod und Leben bußfertig Jesu sich ergibt! Ihm sind die Sünden all' vergeben, wie viel er ihrer auch verübt. 14. Laßt seinen Leib im Staub verwesen, er wird doch wieder aufersteh'n, vom Sündenschaden nun genesen, wie glänzend, wie unsterblich schön! 15. Den Herrn erblickt er 3weit. Th. XXIII. Vom Glauben. 217 mit Vertrauen, und geht zu sei-| mein, dein Tod muß mir das nen Freuden ein; sein Antlik wird er ewig schauen, und ewig voll des Lobes sein. Leben sein; du haft für mich gebüßet. 5. So glaub' ich fest und zweifle nicht; dein Wort wirst du nicht brechen. Wenn alle Welt die Treue bricht, hältst du doch dein Versprechen. Wer glaubt an dich und wird ge= tauft, dem ist die Seligkeit er= fauft, der gehet nicht verloren. 6. Vor Gott gerecht sind die allein, die dies von Herzen gläuben. Die Werke sind des Glaubens Schein; ohn' den wird er nie bleiben. Er lehrt in Gottes Willen ruh'n, er lehrt dem Nächsten Gutes thun. Geduld und Sanftmuth üben. 16. O heil'ger Gott, dein Wort ist Wahrheit; es ist allein die rechte Lehr'! Erleuchte mich durch deine Klarheit, und heil'ge mich je mehr und mehr! e Nach der Mel. des 6. Liedes. 304. s ist das Heil uns kommen her aus Gottes freien Gnaden. Die Werke helfen nimmermehr, der Bärd' uns zu entladen. Der Glaube sieht auf Jesum Christ, der unser Mittler worden ist; der hat uns Heil erworben. 2. Da man, was das Gesetz gebot, nicht völlig fonnt' erfüllen, erschreckt uns Zorn und große Noth, die Niemand mochte stillen. Der Sünde Macht nahm immer zu, nichts gab uns Sündern Trost und Ruh' beim Fluche des Gesehes. 3. Und doch mußt' es er füllet sein, sonst mußten wir verderben. Drum stellt vor Gott sein Sohn sich ein, als Mensch für uns zu sterben. Der hat es ganz für uns erfüllt, damit den schweren Zorn gestillt, dess' Last uns alle drückte. 4. Da es durch den erfüllet ist, durch welchen wir genesen; so lern' und fasse wohl, o Christ, des Glaubens rechtes Wesen. Der Glaube spricht, du, Herr, bist 7. Wer bei Gott Gnad' er= langet hat, muß ihn vor Augen haben, daß er bei ihm sucht Hülf' und Rath; ihm dankt für alle Gaben, in seiner Furcht freiwillig lebt; des Fleisches Lüften widerstrebt; dies ist der Weg zum Leben. 8. Wer aber sicher gehet hin. thut, was ihm nur beliebet, lebt fort nach seines Herzens Sinn, den Lüsten sich ergiebet; ruft Gott nicht an, daß er ihn führ', mit seinem Geist ihn stets regier', der läuft den Weg zur Hölle. 9. Den meidet jeder, der recht gläubt, bewahrt, was ihm gegeben; sieht zu, daß er das Fleisch betänbt, sehnt sich nach jenem Leben; dient seinem Nächsten; ehrt und preift, in Christo 3weit. Th. XXIII. Bom Glauben. 218 Gott mit stillem Geist, es geh' ihm, wie es wolle. id selbst in mir den wahren Glauben an, weil ich durch meine Kraft ihn mir nicht geben kann. 2. Dein Dasein laß mich, Gott, mit Ueberzeugung glauben. Nichts müsse mir das Wort aus meinem Herzen rauben: daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seist, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreust. 10. Die Hoffnung wartet still der Zeit nach göttlicher Zusage, bestimmt zur Hülf' in unserm Leid dem Höchsten nicht die Tage. Er weiß wohl, wenn's am besten ist, er, der der Sei= nen nie vergißt, und will, daß wir ihm trauen. du 11. Verbirgt er je sein Angesicht, das laß rich nicht er= schrecken. Selbst wenn er schon dein Joch zerbricht, will er's oft nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, und ängstigt dich des Zweifels Pein; so laß dir doch nicht grauen. 12. Von allen Zungen sei gepreist, um dieser Gutthat willen, Gott, Vater, Sohn und heil'ger Geist! du selber wollst erfüllen dein in uns angefang: nes Werk zu Ehren deiner Größ und Stärk'! dein Name werde heilig! ht 13. Dein Reich komm', daß dein Wille mag, wie droben, hier geschehen! gib unser Brod uns jeden Tag! verzeib', was wir versehen, als wir den Schuldigern verzeih'n! Versuchung laß fern von uns sein! Hilf uns vom Bösen. Amen. 6. Wie selig leb' ich dann im 5. Dein göttliches Verdienst sei mir, o Herr, stets theuer. Es fülle mich mit Trost; es mache mich stets freier vom schnöden Laster: dienst. Gs stärke mich mit Kraft zu deines Namens Ruhm in meiner Vilgerschaft. Nach der Mcl. des S. Liedes. Glauben schon auf Erden! wie Herrlich wird mein Theil der= 305. Herr! ohne Glau- einst im Himmel werden, dann ben kann fein Mensch vor dir bestehen. Drum wend' ich mich zu dir mit demuthsvollem Flehen. O zünde schau' ich, was ich hier geglaubt, in ew'ger Ruh. O stärk' im Glauben mich, Gott meines Heils, dazu! pisaj duke 3. Wahrhaftig ist dein Wort. Laß mich ihm völlig trauen. Nie wanket deine Treu'; laß mich darauf stets bauen. Gib, daß ich dir in Glück und Unlück stets getreu, und dem, was du gebeutst, von Herzen folgsam sei. 4. Laß mich, mein Jesu, dich im Glauben recht erkennen; dich, meinen Herrn und Gott, im Geist und Wahrheit nennen. Laß mich im Glauben thun, was mich dein Wort gelehrt, daß dich Herz, Mund und That als meinen Heiland ehrt.mi 3weit. Th. XXIII Bom Glauben. 306. emikali 219 Nach der Mel. des 119. Liedes. Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, an wen soll ich mich wenden, daß man recht glaubt, und standhaft ist, steht nicht in unsern Händen. O hilf du mir von oben her, schwach und klein; oft kann ich ihn kaum merken. Wer hilfet mir? nur du allein; du kannst mich mächtig stärken; der nicht ein schwaches Rohr zerbricht, der nicht ein, nur noch glimmend Licht auslöscht, wird sich erbarmen.. daß ich, gestärkt je mehr und 7. Gib, daß ich Schwacher mehr, recht und beharrlich glaube. 2. Komm dann und unter weise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich mit freud'ger Ehrfurcht dich, den Sohn des Höchsten nenne; daß ich zugleich den heilgen Geist, den mir dein theures Wort verheißt, von ganzem Herzen ehre. lediglich auf deinen Beistand sehe; und dann, mit Macht gestärkt durch dich, fest in dem Glauben stehe. Mit Früchten der Gerechtigkeit erfüllet, laß mich allezeit des Glaubens Kraft beweisen. 3. Laß mich dein großes Gna: dentheil im rechten Licht erblicken; und mich dazu an meinem Theil mit allem Eifer schicken. Nur in dir find' ich Trost und Rub und ewig's Heil, der Weg bist 9. Insonderheit gib mir die du, die Wahrheit und das Leben. 8. Wohn' in mir durch den Glauben so, o du, der Deinen Stärke! daß ich, als dein Erlöster, froh auch auf dein Beispiel merke; und eifrig, gleich wie du gethan, auf der mir abgemess'nen Bahn, Gott und dem Nächsten diene. 4. O gib, daß ich dein theures Wort recht tief zu Herzen fasse; daß ich mich nun und immerfort auf dein Verdienst verlasse; und wenn mich gleich mein Herz verklagt, ich dennoch auf dich unverzagt, als meinen Mittler, hoffe. Kraft, daß ich an meinem Ende, des Glaubens voll, die Pilgrimschaft mit Freudigkeit vollende. Steh' dann zu meinem Trost bereit, daß ich der Seelen Seligkeit, des Glaubens End' erlange. 10. Dein ist's, was Gut's sich in mir find't; mit dir wird 801 hmir's gelingen; du wollst, was 45. Doch laß auch meinen du hast angezünd't, zu vollen Glauben sich des Bluts, das du Flammen bringen. Dies forvergossen, nicht anders trösten, dert deines Namens Chr', stärk' als daß ich, zu deinem Dienst meinen Glauben immer mehr, und entschlossen, durch seine Kraft krön' ihn durch das Schauen! die arge Welt, und was sich dir entgegen stellt, für Koth und Schaden achte.bins Hot 307. 6. Noch ist mein Glaube d T Nach der Mel. des 141. Liedes. domme, Friedensfürst! zu 220 3weit. Th. XXIII. Vom Glauben. Erbarmend rufst du ja auch mir, den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer. O laß mein Herz von Trost nicht leer! laß es die Ruh' erlangen, die du dem tiefgebeugten Geist, der zu dir fliehet, selbst verheiß'st. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht! mein Trost und Licht! verwirf, verwif du mich doch nicht. 2. Anbetend steh' ich, Herr, vor dir. Dein Antlik neige du zu mir, und sei mir Sünder gnätig. Wenn mein Vergeh'n um Nache schreit, so mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelit: ten hast! du trugest ja auch meine Last, als du zum Heil der Sünder starbst, und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! er löse mich durch deinen Tod. 3. Du, du bist meine Zuversicht durch dich entgeh' ich dem Gericht, dem schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn, und mich mit Gott vereinigt sehn, und ew'ges Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil. Gib mir an seinem Segen Theil. Er sei auch mir Beruhigung, und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ! ich hoff auf dich, ich hoff auf dich! in dieser Hoffnung stärke mich. 4. Mein ganzes Leben preise dich. Erlöst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Wenn ich dein bin, so fehlt mir nichts; nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dies ser Bahn zum Vaterland entzeuch mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stärke mich, und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! ein Leben sei mir einst der Tod. tuek 633 Nach der Mel. des 292. Liedes. 308. Auf dich allein, Herr Jesu Christ, soll mein Vertrau'n sich gründen, auf dich, der du mein Heiland bist, sonst ist kein Heil zu finden. Es ist fein Retter außer dir, kein Mensch, kein Engel, welcher mir aus meinen Nöthen helfen kann: dich ruf ich an, du bist's, der helfen will und fann. Even 2. Erlöser! meine Schuld ist groß, sie reuet mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los, durch deins Todes Schmerzen, weil du für mich genug gethan, nimmt Gott auch mich zu Gnaden an. So bin ich los der Sündenlast! mein Glaub' umfaßt dich, der du sie getragen hast. ES 100 sid 3. Hilf, daß ich meines Glanbens Kraft durch wahre Lieb erweise. Ja, mache du mich 3weit. Th. XXIII. Vom Glauben. Sünder an! tugendhaft zu deines Namens sten kann: Jesus nimmt die Preise. Sei mir in meiner Prüfungszeit ein Helfer voll Barmherzigkeit; und naht die legte Stunde sich, dann zeige 6. Nun, so hab' ich guten Muth. Sind schon meiner Sün= den viele, macht doch dein Verdich in deiner Gnad' und rette söhnungsblut, daß ich ihre Last mich. nicht fühle, und versichert sprepchen kann: Jesus nimmt die Sünder an! Nach der Mel. des 47. Liedes. 309. Ju sus nimmt die Sün der an! sagt doch dieses Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Wegen wallen! hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 221 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Auf und laßt uns zu ihm nah'n! Jesus nimmt die Sünder an. 5. Jch Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden! daß dies Wort mich trö7. Nun verdammt mein Herz mich nicht. Will mich das Gesetz verklagen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an! 2. Keiner Gnade sind wir werth. Dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erflärt, und des ew'gen Lebens Pforte durch sein Blut selbst aufgethan. Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte. Nach der Mel. des S2 Liedes. Jesus, der uns nie vergißt, fu- 310. Jeſu! daß du meine suSeele durch chet treulich das verirrte; zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich hat er auch ange= nommen, und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen, und auch sterbend rühmen fann: Jefus nimmt die Sünder an! deinen bittern Tod aus des Ab= grunds tiefster Höhle, aus der allergrößten Noth, siegreich haft herausgerissen, läss'st du mich Verzagten wissen; dieses predi= get dein Wort, uns zum Trost noch immerfort. 2. Blindlings, als verirrte Schafe, eilten wir der Hölle zu; aber unsre Schuld und Strafe, treuer Hirte, trugest du; und nun rufst du allen Sündern: fommt! last euch die Welt nicht hindern! Euch heilt niemand, 222 3weit. Th. XXIII. Bom Glauben. als nur ich, Herr, hier bin ich, heile mich. # 3. Ich bekenne meine Sünden. Ach! ich irre weit und breit. Es ist nichts bei mir zu finden, als nur Ungerechtigkeit. Beff'rung hab' ich oft versprochen und wie bald mein Wort gebrochen Raum erschreckt mich die Gefahr, die mir oft so nahe war. 4. Ach! ich müßte ganz verzagen, da die Sünden, welch ein Heer! mich vor Gott so laut ver: flagen, wenn dein theures Blut nicht wär'! doch im Bund, den du beschworen, heißt's: wer glaubt, geht nicht verloren. Ewig tebt er: in's Gericht kommt nun der Versöhnte nicht. mon 5. Herr, ich glaube. Rette, rette! denn mich schrecket dein Gericht. Du starbst, daß ich Friede hätte. Hör' mein Schrei'n! verlaß mich nicht: ach, gib Trost, die Angst zu lindern. Furchtbar donnert zu den Sündern dort dein Fluch vom Nichterstuhl, bis hinab zum Feuerpfuhl.is 6. Herr, durch deine Todes: schmerzen heile meiner Seele Schmerz. Du, du Kundiger der Herzen, kennst ja mein zerbrochnes Herz. Dies mein Herz, von Angst bedränget, doch auch durch dein Blut besprenget, übergeb' ich, Jesu, dir. Nimm es gnädig an von mir. 7. Mach' es selber rein. Ich fühle, daß nichts Gutes in mir wohnt. Gutes setz' ich mir zum Ziele, Böses bin ich stets gewohnt. Nun kann ich mein Fleisch nicht zwingen; und das Gute zu vollbringen, hindert mich der Sünde Joch. Was ich nicht will, thu' ich doch. 8. Brich des Fleisches starren Willen, wenn es kühn den Aufruhr wagt. Auch an mir wirst du erfüllen, was du allen zugesagt. Du willst selber in uns leben, Kraft zu jeder Tugend geben, daß nun, von der Sünde frei, ganz das Herz dir eigen sei. 9. Oft wird auch der Hölle Schrecken neue Furcht und Bans gigkeit in der Drangsal mir ers wecken. Welch ein hart und ban= ger Streit! Herr, laß da mich nicht erliegen. Hilf mir siegen! bilf mir siegen! wenn mein Fleisch mich selbst verklagt, hilf mir, daß es nicht verzagt. 10. Hilf durch deine blut gen Wunden; denn durch diese werd' ich heil. Durch die Qual, die du empfunden, ist nun Seligfeit mein Theil. Deine Schmach und Dornenkrone stärke mich in Schmach und Hohne, und dein Blutschweiß, Schmerz und Tod tröste mich in jeder Noth. 11. Wie du mit dem Tod gerungen, steh' im letzten Kampf mir bei. Du hast ja den Tod bezwungen, daß auch ich sein Sieger sei. Dir, Herr! will ich fest vertrauen. Ich soll dort dein Antlig schauen Muthig kämpf ich. Auf den Streit folgt, das weiß ich, Seligkeit.i 223 3weit. Th. XXIII. Bom Glauben. Nach der Mcl. des 82. Liedes.| so verdorben bin? Nie verstie311. Jeju! sich mich an Best du den Armen; meiner wirst du dich erbarmen; weil doch deine Gnad' und Huld größer ist als meine Schuld. in Gnaden! sich mein Glend, meine Noth: laß dich's jammern, hilf dem Schaden! ach! er bringt mir sonst den Tor. Solltest du Grlöser heißen, und mich nicht dem Tod entreißen? Wie dein Nam', ist auch dein Ruhm! das erfährt dein Eigenthum. Find 6. Wo die Sünde mit Bez schwerden also mächtig worden ist, da laß mir auch fundbar werden, wozu du geschenket bist! reiß mich los aus Satans StrifFen! brich der Hölle Band in Stücken! nimm mein ganzes Herz und Sinn, Leib und Seel' und Alles hin! 2. Gottes ewiges Erbarmen, das in die sich zu uns lenkt, hat dich ein'gen Sohn den Armen und auch mir zum Trost geschenkt. Ach, wie hoch bedarf ich deiner; Jesu! so gedenk auch meiner; denk an mich, sprich nur ein Wort, o so weicht mein Jammer fort.lib 7. Mach mich dir auf ewig eigen; führ mich, wie es dir beliebt! lebr' mich meiden, leiden, schweigen! folgen, wie dein Rath mich übt! ach', so still mein ängstlich Quälen, daß ich mit erfreuter Seelen dich hier preise in der Zeit und dort in der Ewigkeit. 3. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bis man dich am Delberg band; dein für uns geschmecktes Leiden, dein am Kreuz so schmerzlich's Scheiden 312. Mag doch der Spötist, so hat es Gott verseh'n, zur Thing ter Heer des Nader Sünder Heil gescheb'n 4. Wenn die Hände sich nur regten, war die Hülfe schon bereit, wenn die Lippen sich be: wegten, schallte lauter Selig: keit; ach, sie hießen zu dir kommen nicht die Heil'gen, Star: fen, Frommen; nur den Sündern riefen sie, die voll Arbeit, Angst und Müh. as mens Jesu spotten. Dich, Heiland, ber ich an; du kommst, sie auszurotten. Dein Kreuz ist Thorbeit nur dem, der verloren gebt; uus, die der Glaube stärkt, ist's Heil und Majestät. 2. Nur du, des Höchsten Sohn, konnt'st uns mit Gott versöhnen, und uns mit neuem Recht zum ew'gen Glück belehnen. O! beides ist gleich groß, der Welt ein Schöpfer sein, und eine Welt, die fiel, von ihrem 5. Jesus, sollt ich's denn nicht wagen? sollt' ich denn zu dir nicht flich'n? Sollt' ich darum ganz verzagen, weil ich Fall befrei'n! un Nach der Mel. des 8. Liedes. Zweit. Th. XXIII. 2.m Glauben. 3. Wer kann die Majestät| mir alle Hoffnung rauben. Wer der Lieb' und Großmuth fassen? macht das Herz gewiß, als du, als Sohn des Ewigen der Him: o Herr, allein? Laß deine Hülfe mel Thron verlassen, sich selbst doch von mir nicht ferne sein! erniedrigen, einher in Demuth gehn, der Wahrheit Herold sein, und sich verspottet sehn. 3. O, reiche du mir selbst aus Gnade deine Hände! hilf meiner Schwachheit auf, daß sich mein Kummer ende. Ist schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube noch sehr klein, so laß ihn doch bei mir im steten Wachsthum sein. 4. Gib, daß die Zuversicht in meinem Geist sich mehre, daß du mein Vater seist, und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir vergeben sei; damit mein Herz sich dein als seines Gottes freu'. 224 4. Die Wunder Gottes thun, und an das Kreuz geschlagen, mit himmlicher Gedulv der Menschen Schulden tragen, um der zu sein, der uns ein ew'ges Heil erwirbt; dess Herz ist göttlich groß, der selbst für Feinde stirbt. 5. Dies müsse mein Vertrau'n zu dir, o Herr! erwecken. Zu schwach, der Gottheit Rath vom Menschen zu entdecken, bet' ich der Liebe Macht, die ich nicht fassen kann, mit froher Zuversicht, doch auch in Demuth an. 6. Herr, deine Ewigkeit wird mir mehr Licht gewähren, und deine große Lieb' im Schauen mir erklären. Unendlich ist mein Heil! o Glaube, der erfreut! gelobet sei der Herr, gelobt in Ewigkeit. 5. Mach' diese Zuversicht in mir, o Gott! so kräftig, daß ich mein Lebenlang in deinem Dienst geschäftig, und stets beflissen sei, zu thun, was dir gefällt: so hab' ich, Gott, in dir den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland, der du einst für deine Jünger batest, und, wenn sie wanketen, beim Vater sie vertratest; o unterstüß auch jetzt mein sehnliches Gebet, und Nach der Mel. des 8. Liedes. 313. Herr, allerhöchster schenke Glaubens Kraft dem, der dich darum Gott, bei dem wir alle Gaben, und was uns nüßlich ist, allein zu suchen haben; o, sieh erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich, so wie ich will, dir nicht ver: trauen kann. 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben. Oft will die Zweifelsucht 7. In deiner Mittlershand ist Heil und aller Segen. Herr, unterstütze mich auf allen meis nen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seelen Seligkeit erlange, und dich preis in alle Ewigkeit. 225 3weit. Th. XXIII. Vom Glauben. Nach der Mel. des 26. Liedes. nicht aus Dank und Pflicht, an 314. Wer Gott, dein ihm hangen, in ihm leben? er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum lass ich nicht. Wort nicht hält und spricht: ich kenne Gott, der lüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glau2. Jesus bleibt mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens ben sieget. Wer aber dein Wort| Ende. Ihm geb' ich zum Eigenglaubt und hält, der ist von dir, nicht von der Welt. thum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht. Veinen Jesum laff' ich nicht. 2. Der Glaube, den dein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zengen. Je höher mein' Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub" erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. 3. Wenn meir Auge schon verlischt, Wang' und Lippen sich entfärben: mich kein Labsal mehr erfrischt; alle Sinnen mir er= sterben; und das matte Herz nun bricht; lass' ich meinen Jesum nicht.ne 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir, Gott, deine Kinder. Wer solche Hoffnung zu dir hat, der flieht den Rath der Sünder; folgt Christi Beispiel, als ein Christ, und rei: nigt sich, wie er rein ist. d 4. Denn ich bin dir, Gott, angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer deinen Willen thut, in dem ist wahrlich deine Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in dir, und du in ihm, der in der Liebe blei: 6. Dich, mein Jesu, halt' ich bet. Die Lieb' ists, die die Se: fest, laffe nichts von dir mich raphim, dir, Herr, zu folgen scheiden. Weh' euch, die ihr sein treibet. Du bist die Lieb'; an vergeßt! ihr beraubt euch ew'= deinem Heil hat ohne Liebe nie- ger Freuden! selig aber, der da mand Theil. 101 spricht: meinen Jesum laff ich nicht. de nid pripre Nach der Mel. des 156. Liedes. 315. Me einen Jesum laff' ich nicht, da er sich für mich gegeben, sollt' ich 4. Dort auch laff' ich Jesum nie, hange stets an seinen Blifken; denn nach dieses Lebens Müh' leuchtet dort, mich zu er= quicken, ewig mir sein Angesicht. Meinen Jesum laff' ich nicht. 5. Weder Welt noch Himmel ist's, ist's, was mein sehnlich Herz begehret. Du allein, mein Jesu, bist's! denn für mich mit Fluch beschweret, wandtest du Zorn und Gericht. Dich, mein Jesu, lass' ich nicht. minus di Mel.: Herr hör, ach höre mein. 316. Sucht man die Freundschaft in der Welt 15 3weit. Th. XXIII. Vom Glauben. nur unter solchen, die sich glei-| sie um dies höchste Gut nicht chen: weiß ich doch, daß sich eifern, hadern, hassen, neiden; Gott gesellt zu denen, die ihn nicht erreichen. Ist Gott schon alles und ich nichts; ich Schatten, er die Quell' des Lichts; er noch so stark, ich noch so blöde; er noch so rein, ich noch so schnöde; er noch so groß, ich noch so klein: ist er doch mein und ich bin sein. 26 2. Mein gütiger Immanuel, mein Mittler wußte Rath zu finden, mit meiner ihm entriff'nen Seel' sich dennoch wieder zu verbinden. Mein treuster Freund, mein Jonathan, sieht meinen großen Jammer an. Er kommt, daß er mein Bruder wer: de, herab vom Himmel auf die Erde; mit mir ein Leib, ein Fleisch, ein Bein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. er nährt uns allesammt mit Freuden. Die Welt nur fann der Neid entzwei'n; mein Freund ist mein und ich bin sein.nd 4. Wie sich sein Aug' an mir vergnügt, so bin auch ich in ihm zufrieden. Welch Band, das uns zusammenfügt! von ihm auf ewig ungeschieden, hat nun die Seele, wo sie ruht. Auch darf 5. Gr, er ist's, den ich mir erwählt! nur er ist meiner Seele Leben. Da er mich zu den Seinen zählt; so soll auch ich nach der mich herzlich liebt? Ist er's ihm nur streben. Ist er's nicht, nicht, der sich ganz mir gibt? Was kann ich mehr von ihm mir gewähren? Nun blendet begehren? Was kann er besser's ferner mich kein Schein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 6. Ohn' ihn ist mir das Leben Last; ohn' ihn der Hinimel selbst kein Himmel. Durch ihn find' ich in Arbeit Rast, und Ruhe mitten im Getümmel. So viel Geräusch auch um mich sei! ohn' ihn ist's öde Wüstenei. Doch bin ich, wenn mich alle fliehen, wenn sich auch Brüder mir entziehen, zwar einsam, aber nicht allein. Mein Freund ist mein und ich bin sein., dni 3. Gett, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne; nicht nur sein Kreuz, nicht nur sein Grab, auch feine Herrlichkeit und Krone. Was er geredet und gedacht; was er gebetet und gewacht; was er gehorchet und gelitten; was er emfpangen und erstritten; 7. Auch wenn man, was ich auch selbst sein Fleisch und Blut ist mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. habe, nimmt; was ich bedarf, mir nicht gewähret, wenn alles wider mich ergrimmt, mich drückt, verfolgt, beraubt, entehret, gleich jenen Märtyrern mich quält, zerfleischt, zerstümmelt und entseelt. Die Welt raub' Alles! meinen Glauben kann ihre Wuth mir doch nicht rauben. So bleibet Breit. Th. XXIII. Vom Glauben. ja das beste mein. Mein Freund Nach der Melodie des 82. Liedes. ist mein und ich bin sein. 317. Sins ist noth! ach 8. Sein ist mein Leib, sein ist mein Geist, die er erschuf und auch erlös'te, hier beide schüßzet, pfleget, speis't, bis er dort beide ewig tröfte, Gesundheit, Stärke, Munterfeit, Wiß, Scharfsinn, Muth, Entschlossenheit; selbst daß ich, was ich von ihm habe erkenn' und weiß, ist seine Gabe. Vom Undank hält er selbst mich rein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. be Herr, dies Eine lehre meine Seele doch! Auch beim schimmerreichsten Scheine ist sonst alles nur ein Joch, unter dem das Herz sich plaget und doch keine Ruh' erjaget. Alles aber wird ersetzt, wenn dies eine mich ergößt. 9. Sein ist mein Bürgerrecht und Ruhm. Er kam, von Sünden mich zu retten. Ich hatte für mein Eigenthum sonst, lei: der nichts als Schand' und Retten. Doch hat er alle meine Last in seinem Kreuz auf sich gefaßt. Er gab mir Freiheit für die Bande; er selbst trug meines Frevels Schande, und seiner Unschuld Ruhm ward mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. acier in 227 10. Nun zürn' und stürme jeder Feind! er soll mir doch nicht Angst erwecken. Und ist der Richter selbst mein Freund, wie kann das Weltgericht mich schrecken? Ob Grd' und Himmel bricht und fracht; ob Leib und Seele gleich verschmacht't; ob meine Glieder gleich verwesen! durch ihn bin ich vom Tod genesen. Was sollt' ich Tod und Grab noch scheu'n? Mein Freund ist mein und ich bin sein, he 2. Seele, willst du dieses finden: such's bei feiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten; schwing' dich über die Natur, wo der Gottheit Füll erscheinet, mit der Menschheit fest vereinet. Da, da ist das beste Theil, da dein Alles, da dein Heil. 3. So wollt einst Maria wissen, was dies Einzige ver= hieß, als sie sich zu Jesu FüBen lehrbegierig niederließ. Ach, wie brennt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! sie vergißt die Welt und sich, sieht und hört nur, Jesu, dich. 4. So steht, Jesu, mein Verlangen ganz und einzig nur nach dir. Ach, ich dürft', an dir zu hangen! neige du dein Herz zu mir! wenn auch viele träg' ver= weilen; brenn ich doch, dir nachzueilen. Jesu, Geist und Leben ist, was von deinen Lip: tariusz pen fließt. Nous 5. Ja, mich reizt der Weisheit Fülle, die in dir verborgen liegt. Hilf mir nur, daß sich mein Wille ganz in deinen Willen fügt; daß die Demuth mich regieret, und zur rechten Weis15* 228 3weit. Th. XXIII. Vom Glauben. heit führet. Mir entdeckt sich ihre Spur, kenn ich dich, mein Jesu, nur. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig köstlich Blut. Mir auch haft du, Herr, erworben, als du an dem Kreuz gestorben, meinen Schmuck, daß reine Kleid gülti7. Nun so gib, daß meine Seele, Herr, zu deinem Bild erwacht. Mir bist du, den ich erwähle, auch zur Heiligung gemacht. Was nur dient zum wahren Leben, das ist mir in dir gegeben. Ach! entreiß' mich ganz der Welt, daß ich thu', was dir gefällt. Alles sein. Prüf und forsche, wie ich's meine, und tilg' allen Heuchelschein. Wenn die Welt bald lockt, bald höhnet, sich das Fleisch nach Eitelm fehnet; auch dieHölle stürmt und droht, wähl' ich dich: denn Eins ist noth.jers ni der Morgenstern! ger Gerechtigkeit.do welch ein Glanz geht auf im Herrn! wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! Stern Jakobs! sich nach deinem Licht mein Auge sehnlich schmachten. Jesu! Jesu! schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, über alles hoch erhaben!. Nach der Mel, des 35. Liedes. 318. Wie herrlich strahlt in 10. Drum sollst du mir nur das Eine, du nur sollst mein 8. Herr, was soll ich mehr verlangen, da in dir mein Herz nur ruht? Du bist einmal eingegangen in das Heil'ge durch dein Blut; bast mich meiner Band' entbunden, ewige Erlösung funden, daß ich mich Gott freudig nah'n, findlich Abba rufen kann. d spien magnad 2. Du, hier mein Leben, dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Menschen Sohn, des Himmels großer König! aus vollem Herzen preif' ich dich! hab' ich nur dich, so rühret mich, was alle Wellt reizt, wenig. Komm doch, komm doch! wahrlich! feiner tröstet deiner, Brod des Lebens! wenn ihn hungert, sich vergebens. filichilt 190 9. Volle Gnüge, Fried' und Freude ist's, was meine Seel' 3. In dir nur kann ich selig ergößt. Hirt, auf wie so guter Weide hast du mich, dein Schaf, versetzt. Jesu! soll ich dich nur haben: was kann mich wohl füßer's laben? Wo ist, was mich mehr erquickt, als wenn dich mein Glaub' erblickt? sein. Geuß tief, tief in mein Herz hinein, die Flamme deiner Liebe! daß in mir nichts als Inbrunst sei, kein Weltfinn deine Leiden scheu', fein Undanf dich betrübe. Nach dir, nach dir, den ich faffe, nun nicht lasse, ewig wähle, dürftet meine ganze Seele. 3.veit. Th. XXIII. Vom Glauben. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, so oft dein lieblich Angesicht sich neigt, mich anzu= blicken. Mein Jeju, du mein höchstes Gut! dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut, kann Seelen recht erquicken. Speij' mich, tränk mich, Seligmacher! daß ich Schwacher, daß ich( rde Himmelsfreuden inne werde, al 5. Und wie, Gott Vater, preis ich dich? Gott, ewig, ewig hast du mich in deinem Sohn@geliebet.Dein Sohn hat mich ihm feft vereint. Er felbst, mein König, ist mein Freund. Troß dem nun, was betrübet! Seele! Seele! ihn, den Sieger stolzer Krieger, wählt zum Freunde! und dann fürchte keine Feindeliver in gom 6. Ihm, welcher Höll' und Tod bezwang, ihm ihm müsf unser Lobgesang mit jedem Tag erschallen; dem Lamme, das er: würget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet! tönet! Jubeilieder, schallet wieder, daß die Erde ganz voll seines Lobes werde. sun this sind 10 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Christ, daß dit der Erst und Letzte bist, der Anfang und das Ende. Du schließest selig meinen auf, du weckst mich auch von Todten auf. Dess klopf ich in die Hände. Amen! Amen! ja wir müssen, denn wir wissen, wem wir trauen, noch dereinst dein Antlig schauen. 229 Nach der Mel. des 89. Psalms. esu, meine Freude, bester Trost im Leide! bestes Gut im Glück! du hast meine Liebe; du füllst meine Triebe; an dir hängt mein Blick. Hab' ich dich, wie reich bin ich! doch beglückt kann ich auf Erden ohne dich nicht werden, in di linguar 2. Unter deinem Schirme fönnen feine Stürme mir erschreck lich sein. Laßt auch Felsen splittern! Laßt den Erdkreis. zittern, und den Einsturz dräun! was ist's mehr? Rings um mich her mag es donnern, krachen, blizen! Jesus will mich schützen. 3. Donnert auch im Grimme des Gesetzes Stimme; Jesus stil let sie. Mag der Tod sich na: hen, mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht. Freudig, daß ich Jesum sehe, blick' ich auf zur Höhe. 4. Wernist's, der den Glau= ben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? Bei der Hölle Toben stimm' ich, Gott zu lo= Jesu ben, Freudenlieder an. Macht hält mich in Acht, die fann selbst der Hölle Wüthen Rub' in Eil' gebieten. 5. Lockt nur, Gold und Schäße! Ehre sei der Göße der betrog'nen Welt! mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu er= hält. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, 319. 319. 230 3weit. Th. XXIII. Vom Glauben. ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. Liebe! 6. Weich', des Giteln Liebe! weicht, des Fleisches Triebe! Thoren täuschet ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nie mehr wil lig finden. Fliehet weit von mir! Ueppigkeit, Stolz, Schmähsucht, Neid, ihr beschweret das Gewissen. Euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, Sorg' und 3a gen! schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein: jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zulegt erfreu'n. Hab' ich hier viel Angst und Müh', Jesu, auch im bängsten Leide bleibst du meine Freude. Mel. des 25. Psalms. 320. Höd öchst erwünschtes Seelenleben, ach, wie unbekannt bist du: wo man sich nicht will bestreben, nach der ew'gen Himmelsruh'. Ach, wie eitel ist der Wahn, der des Fleisches Sinn verblendet, wenn er flebt der Erden an, sich zum Rauch und Schatten wendet. 2. Ach, wie oft bin ich ge rathen in dieselbe Blindheitsnacht! wenn ich über Herz nnd Thaten nicht sorgfältig hab' gewacht. Wie hat die Erfahrung mich meine Thorheit oft geleh: ret! wenn mit eiteln Sorgen sich mein betrog'nes Herz verzehret.imamid this 3. 3war der Schluß ward oft genommen; ich riß mich im Geiste los; doch wenn es zur That sollt' kommen, fand ich mich von Kräften blos! ich Gefangner, Armer, ich! wer zer= schlägt mir diese Ketten! Jesu, Held! erbarme dich. Mächti ger! du fannst mich retten. 4. Jesu! Stärke der Verzag ten! der du gibst den Matten Ruh'; wahre Zuflucht der Geplagten! rühr' mein Herz, und bring's dazu, daß die ganze Kreatur nichts in meinen Augen scheine, und ich darauf denke, nur, wie ich ewig sei der Deine. 5. Ach, vertilge das Verlangen, das noch etwas Ird'sches will. Nimm den bösen Sinn gefangen, der nicht hält in allem still. Gib, daß ich in dies ser Welt nichts der Sorge werth mag achten, weil du mich dar= ein gestellt, um nach besserm Gut zu trachten. s ro 6. Gib mir Augen, um zu sehen deines Reiches Gnadenschein. Gib mir Kräfte, um zu gehen bis ins Heiligthum hin=. ein. Mache mich mit dir be fannt, laß in deinen Liches: flammen Herz und Seele sein entbrannt, halte dich und mich zusammen. Die si 7. Weicht, ihr eitelen Ge=) danfen, stört nicht ferner meine Ruh'. Ich will in den Lebensschranken eilen meinem Jesu zu. Jesu will ich geben Ehr', in ihn will ich mich versenken, und forthin mich um nichts mehr, als um seine Liebe fränken. 231 3weit. Th. XXIII. Vom Glauben. E Nach der Mel. des 119. Liedes. Nach der Mel. des 78. Liedes. 321. Wo soll ich hin? 322. Wo flich' ich SünENGTH wer hilfet mir? Wer führet mich zum Leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir, will ich mich frei begeben. Du bist's, der das Verlorne sucht; du segnest das, so war verflucht: bilf, Jesu, dem Elenden! der hin, der ich so strafbar bin? Wo kann ich Rettung finden? Mich schrecken schwere Sünden; mit Angst bin ich umfangen, wo soll ich Trost evlangen? i jad tule mind 2. Herr, meine Sünden ängsten mich: der Todesleib mich plaget. O Lebens- Gott erbar= me dich! vergib mir, was mich naget! du weißt es wohl, was mir gebricht: ich weiß es auch, doch völlig nicht. Hilf, Jesu, dem Betrübten! 12. Seju, voller Gnad'! auf dein Gebot und Rath kommt mein betrübt Gemüthe zu deiner großen Güte: laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf' alle meine Sünd', so viel ihr in mir stecken, und mich so heftig schrecken, in deine tiefen Wunden, da ich stets Heil ge= funden. d) 8 3. Du sprichst zu mir: verzage nicht! du rufft: ich bin das Leben! drum ist mein Herz 4. Durch dein unschuldig auf dich gericht't. Du kannst mir alles geben. Im Tode kannst Blut mach meine Schulden gut: du bei mir stehn: in Noth als wasch' mich damit von Sünden, Herzog vor mir gehn: Hilf, und laß mich Rettung finden; Jesu, dem Zerknirschten! quin's Meer sie tief versenke, und 4. Bist du der Hirt, der ihrer nicht gedenke. Schwache trägt; auf dich will 5. Du bist es, der mich ich mich legen. Bist du der Arzt, der Kranke pflegt: erquifte mich mit Segen; ich bin ge= fährlich krank und schwach, heil und verbind', hör' an die Klag': Hilf, Jesu, dem Zerschlag'nen! 5. Ich thue nicht, Herr, was ich soll: wie kann ich doch be: stehen? Dies ängstigt mich; das weißt du wohl. Ach, wann wird's doch geschehen, daß ich Elender endlich, frei vom Leib' des Todes, bei dir sei! ich danke Gott durch Chrisium ongis on tröst't, denn du hast mich er= lös't: was ich gesündigt habe, verscharrtest du im Grabe, da wird es bleiben müssen; du heilest mein Gewissen. 182 16. 3war meine Schuld ist groß, doch werd' ich ihrer los, wenn ich dein Blut auffaſſe, und nun die Sünde hasse. Wer sieht so sich zu dir wendet, se bald sein Leid geendet. 7. Sehr vieles fehlet mir, doch find' ich es bei dir. Dein Blut versöhnt mich Sünder; 3weit. Th. XXIV. Von der Heiligung, minder,| Herr Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben; dein Reich muß ich ererben; denn du haft mir's erworben, da du für mich gestorben. 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär', darf ich doch nicht verzagen, 10. Ach, bringe meinen Sinn mit dir kann ich es schlagen, durch deinen Geist dahin, daß dein Blut darf ich nur zeigen, ich mag alles meiden, was dich so muß ihr Trng bald schwei- und mich kann scheiden; daß genal droit sun todas sich an deinem Leibe ein Glied9. Darum allein auf dich, maß ewig bleibe. es stärket mich nicht daß ich Tod, Teufel, Sünde, und alles überwinde. [ 19 Zweiter Theil. XXIV. Von der Heiligung, biof dem christlichen Wandel überhaupt. al thin dun tushg Die heiligen zehn Gebote. Nach der Mel. des 16. Liedes. 323. rheb dein Herz, gathu' auf die Oh ren, du Volk, das du verstoffet bist, und Gott sich doch zum Volf erforen; vernimm, was Gottes Wille ift: en 2. Ich bin der Herr, dein Gott und Retter; aus jenem Diensthaus führt' ich dich. Verehre keine fremden Götter; du hast ja keinen Gott, als mich. 3. Du sollst den Dienst der Bilder fliehen; mach' fein's, es sei wovon es woll', fuffällig vor ihm hinzuknien: denn ich, dein Gott, bin Eifers voll. 4. Den Namen Gottes zu entehren, scheu', liebst du deine Seligkeit; wagst du es, falsch und leicht zu schwören, so ist die Strafe schon bereit. bo 5. Sechs Tage widme den tantr oder Dod Geschäften, der siebente gehört dem Herrn; dien' ihm daran aus allen Kräften, dem großen Gott, und dien' ihm gern. 6. Erweis den Eltern bis zur Bahre Gehorsam, Ehre, Lieb' und Treu'! daß Gott dir lange Lebensjahre, und hier und dorten Heil verleih'.. 7. Enthalte dich von eigner Rache und schone deines Nächsten Blut. Befiehl dem Höchsten deine Sache, wenn dir schon jemand Unrecht thut. 8. Entweih' die Eh' nicht, und verbleibe von Uleppigkeit und Unzucht frei, daß deine Seele sammt dem Leibe ein reizi ner Tempel Gottes sei. S 9. Vergreif' dich nicht an Jemands Gute; erwuch're nicht der Armen Schweiß: und lebe mit vergnügtem Muthe von deiner eignen Hände Fleiß. o oder dem christlichen Wandel überhaupt. 10. Ertheile nach Gewissens:| zu ehren, so gut ich fann, er= triebe dein Zeugniß, wo es nö heischt von mir dein Bund. de thig ist. Beschäm' und fleuch 4. Die ganze Zeit ist dein, die Ehrendiebe, und rede nicht voraus der Tag von dir be mit arger List. stimmt, in Ruhe dich zu loben. Laß mich so leben hier, daß ich dort oben in süßer Ruh' dich ewig loben mag. 11. Verdamm', als Sünden, die Begirden nach Jemands Weibe, Hab' und Haus, und wenn sie in dir rege würden, so tilge sie bei Zeiten aus.@ 8 Maunot 5. Der Unterschied des Stan: des ist von dir: die Menschen soll er manche Tugend lehren; laß mich in meinem Stand die Obern ehren, und segne mich, o Höchster, dort und hier. lds] 6. Liebreicher Gott, laß mich vecht liebreich sein, ein Mens schenfreund, ein Helfer und Erz barmer, des Feindes Freund, wie könnte sonst ich Armer, der dich erzürnt, mich deiner Huld ierfreu'n? arist 233 12. Zehn Worte sind dir vorgeschrieben, doch ein's faßt Alles unter sich: Gott solst du über Alles lieben, und deinen Nächsten so wie dich. id aivonpor 13. Mein Mittler! ich er: schrecke heftig; da Gott mit mir im Donner spricht: durch deinen Geist wirk' auf mich kräftig; vertritt du selbst mich im Gericht. dsidst Colm Gebet über die zehn Gebote. 7. Laß mich, mein Gott! der Mel. ces 116. Psalms. 324. Mein Bundes- Gott, ach, unterweise mich, daß ich in Furcht, Ver trauen, Demuth, Liebe dich ehr', und stets Geduld und Hoffnung übe und lieber alles fahren laff', als dich. andis sis 2. Gib, daß ich, o du höchst: vollkomm'ner Geist, auch dir im Geist und in der Wahrheit diene, und keinen Dienst zu leisten mich erkühne, worauf mich nicht dein heil'ges Wort ver weis't. no 3. G3 nenne deinen Namen nie mein Mund vergeblich: falsches und unnützes Schwören sei von mir fern, voll Demuth dich Zucht ergeben sein; treu deinem Ruf, der Wollust falsche Freuden sammt ihrem Reiz mit al ler Sorgfalt meiden, und meinen Leib zu deinem Tempel weib'nin hi moj je 8. Vor ungerechtem Gut be: hüte mich, daß ohne Geiz ich meinen Wandel führe; auch je dem geb' und lass, was ihm gebühre, mein Werk verricht' vergnügt und emsiglich. 9. O treuer Gott! regiere Herz und Mund, daß ich, wie du, Betrug und Lügen hasse, und jedermann in seinen Würz den lasse, der Wahrheit stets getren von Herzensgrund. 10. Verleih', daß ich auch 3weit. Th. XXIV. Von der Heiligung, die geringste Luft, die dir ent-| gel vorgestellt. Ach, ich sehe gegen ist, von Herzen meide; was dir gefällt, das sei auch meine Freude, mit Lust zu dir erfülle meine Brust. di sie, und eile, ohne Weile, zu dir, Jesu, Heil der Welt! gids 7. Doch soll der versöhnte Sünder nun nicht minder auch den Weg der Sünde flich'n, Von der Beschaffenheit der und im Wege des Gebotes sei= wahren Heiligung. pines Gottes sich mit allem Ernst Nach der Mel. des 79. Liedes. bemüh'n. 325. 25. Gott! wie rein iſt deine Lehre! wenn ich höre, wie wir vor dir sol: len sein; o! so dringen die Befeble in die Seele, wie ein scharfes Schwert hinein. 8. Dazu wollest du mich Schwachen tüchtig machen; gib mir deinen guten Geist, alsdann will ich flüglich handeln, und so wandeln, wie dein Wort mich wandeln heißt.bid 61 353 1083 2. Was ist an den äußern Werken mehr zu merken, als 326. We enn zur Vollfühder wahren Tugend Schein? Doch, o Höchster! deinen Wil len zu erfüllen, muß das Herz geschäftig sein. rung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet: so rühme dich der Tugend nicht, und wisse, daß dir alles fehlet, wenn Vortheil, Wollust, Giz Eis gensinn und Stolz dir nur das Gute rathen! so thue noch so gute Thaten, du hast vor Gott den Lohn dahin. And thin 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück der Erden! beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden, erfüllt die Liebe nicht dein Herz; so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Grz. i miss thin 3. Bau' Häuser auf und brich dein Brod, das Volk der Armen zu verpflegen; entreiß die Witt: wen ihrer Noth, und sei der Waisen Schutz und Segen! gib 234 3. Ich soll selbst sein innres Dichten also richten, wie es dein Gesetz befiehlt. Deine hellen Augen finden da schon Sünden, wo das Herz in Lüsten ſpielt.me di non 4. Böses soll ich nicht nur lassen, sondern hassen, ich soll, Herr, auf dein Geheiß, allem Guten nachzuleben, mich bestre: ben, unverrückt, mit Lust und Fleiß. id 120 5. Können wir denn deinen Willen ganz erfüllen? Sünde schleicht sich doch mit ein, wenn wir noch so eifrig wollen, wie wir sollen, dir, o Gott, gehorsam sein. 6. Dein Gesetz ist, unsre Flek: ken zu entdecken, uns zum Spie: 235 oder dem christlichen Wandel überhaupt. alle deine Habe hin! noch haft| Angesicht, ob seine Liebe dich du nichts für Gott gegeben. Wenn Lieb' und Pflicht dich nicht beleben; so ist dir alles fein Gewinn. hit sinds beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht, dimd er 4. Thu' Thaten, die der Hel denmuth noch niemals bat ver: richten können; vergieß für's Baterland dein Blut, laß dei nen Leib für Andre brennen! beseelet dich nicht Lieb und Pflicht, bist du die Absicht dei ner Thaten; so schüß' und rette ganze Staaten; Gott achtet dei ner Werke nicht. 115. Läg' ihm an unsern Wer fen nur: so könnt' er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fesfel der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der Alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nicht Macht und Stärke. Gr will die Ab sicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verchrt und liebt. b) 8. Wohnt Liebe gegen Gott: in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst dier Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne Lift und Tücke; beneidet nicht des Nächsten Glük ke; sie bläht sich nicht, ist langmuthsvoll. fi sin 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu, und freut sich niemals seines Falles. Sie suchet nicht bloß ihre Ruh': sie hofft, und glaubt und duldet alles. Sie ist's, die dir den Muth verz leiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. di 130 Nach der Mel. des 29. Liedes.nl 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, fern von des Stolzes ei= 327. Kommt, faßt euch den Herren telm Triebe, geheiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glauben zu der Liebe; das ist's, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz besitzen, so wird ein Leben uns nichts nüßen, das mit den größ. ten Thaten prangt. in 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh nicht auf deine Werk' allein; sich auf die Quell, aus der sie famen. Prüf' dich vor Gottes ren! kommt, und lernet allzumal, welche die sind, die gehören zu der rechten Christenzahl: die im Glauben fest bestehn, freudig Gottes Wege gehn, und den Heiland frei bekennen, dürfen sich die Seinen nennen, du 2. Selig, wer in Demuth lebet, seine Schwachheit nie vergißt, Gott allein, sich nie erbebet, wenn er groß und glücklich ist: Gottes Huld wird ihn erfreu'n, und das Himmelreich ist sein; Gott 236 3weit. Th. XXIV. Bon der Heiligung, | wird dert zu Ehren setzen, die sich hier geringe schätzen. 13. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut; und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut: Gott will ihm die Schuld verzeih'n, Kraft zum Guten ihm verleih'n, und er soll schon hier auf Erden, und auch dort getröstet werden. allzeit standhaft widerstehen, werden Gottes Antlig sehen. 8. Selig, wer im Frieden le bet; wer die Ruh' und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brüder Glück zers. stört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt; die des Friedens sich befleis Ben, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die um Chrifti wil len leiden und sich dessen freu'n, standhaft ihre Pflicht erfüllen und den Martertod nicht scheu'n: Gott steht ihnen mächtig bei, und will sie für ihre Treu' einst mit unverwelkten Kronen auf das Herrlichste belohnen. rive us 10. Herr! du wollst mich sel4. Selig ist, wer Sanftmuth übet, seinem Feinde niemals flucht, seine Fehler ihm vergiebet; nie sich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht vollbringt, und sein eigen Herz bezwingt: Gott wird selber ihn beschützen, und er wird das Land besigen. hin 5. Selig, die nichts mehr verlangen, als gerecht, wie Gott, ber leiten auf der wahren Tuzu sein; die fest an dem Gutengend Bahn, daß ich dieser Selighangen, und sich ganz der Tugend feiten hier und dort mich freuen weih'n; deren Herz nichts mehr kann. Gib, daß ich demüthig sei; begehrt, als was Gottes Ruhm meine Schuld vor dir bereu'; die vermehrt: Gott wird ihr Ver- Gerechtigkeit stets liebe, auch an langen stillen und den frommen Feinden Sanftmuth übe. 8 Wunsch erfüllen.d 6. Selig, wer der Noth des Armen, niemals fühllos sich entsieht, ihm aus zärtlichem Erbarmen wohlzuthun sich froh bemüht, und, wenn er um Hülfe weint, ihm mit Trest und Hülf' erscheint! dieser wird auch Hülf' empfangen, und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen, züchtig, keusch und rein zu sein; die der Wollust Stricke flichen und der Heiligkeit sich weih'n die der Lockung dieser Welt, und was Fleisch und Blut gefällt, diene 11. Daß ich Armen helf und immer hab' ein reines Herz, die in Feindschaft stehn, versübne; dir anhang' in Freud' und Schmerz. Vater! hilf von deiz nem Thron, daß ich glaub' an deinen Sohn, und durch deines Geistes Stärke mich befleiße guter Werke! 100 m2 1 thin bir@T Nach der Mel. des 9. Liedes.nd 328. danke meinem Gott, der mir den Sinn gegeben, so gut ich immer kann, zu seinem Preis zu leben. oder dem christlichen Wandel überhaupt. heil'gen Höhen, o Herr! beständig vor dir sein? Du weißt, Gott, wie viel Kraft| plazz ein? Wer wird auf jenen dein Knecht noch nöthig hat! verleihe du sie mir; bei dir ist Rath und That.missu 2. Der, der vor dir unsträf30 2. In allem meinem Thun lich wandelt, nie ungehorsam laß mich auf dich nur sehen, seiner Pflicht, der heilig denft und, untreu meiner Pflicht, nie und heilig handelt, und gern eigne Wege gehen. Laß diese die Wahrheit sucht und spricht. Wahrheit mir allzeit vor Au- 3. Der nie mit seiner Zunge gen steh'n: Gott sieht's, Gott hört's, Gott straft; du kannst ihm nicht entgeh'n.si schmähet, und groß durch seine Redlichkeit, nie seinen Nächsten hintergebet, und Arges ihm zu thun sich scheut: insi m 3. Gedanke, leite du mich stets in allen Sachen; ist's denn auch recht, wenn ich's der Welt gleich wollte machen; und, sie het jekund mich des Menschen Auge nicht! ist's recht vor Gott? ist's recht vor seinem Angesicht? 4. Der, der die Ehre seiner Freunde nie mit Verläumdungen verletzt; der Gottes frevelvolle Feinde nie seiner Achtung würdigt schätzt unTR TUA Tin 5. Der die Verehrer Gottes ehret; dem nur der Redliche gefällt, der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwör' er sich zum Schaden, hält: 2 4. Ach führe mich, mein Gott! wie kann ich sonst bestehen! und laß mich ohne dich nie einen Schritt nur gehen. Mir über laffen, stürz' ich mich nur in den Tod; wenn du mich aber führst, so hat es keine Noth. spind bo5. Die Gnade winket mir! nie sei c8, Herr! vergebens; dein Wort sei jederzeit die Richt: 7. Der nie, Unschuldigen- entschnur meines Lebens; daß ich, gegen, Geschenke von Verbrewie dir's gefällt, geh', size, chern nimmt: dem, dem ist seiz liege, steb und nur in meiner Tugend wegen ein unvernem Thun auf deine Ehre sey'. gänglich Heil bestimmt! tid 6. Der nie zum Troße der Geseße auf ungerechten Wucher leiht, und durch gerecht erworb'ne Schäße, die, die Gott darben läßt, erfrent: nie T Von der Nothwendigkeit ei: nes heiligen Lebens. dom Nach der Mel. des 46. Liedes, 257 Der 15, Pfalm. 330. 329. Wer darf in deine Hütte gehen? Wer nimmt hier seinen WohnCon allei 100 ha. Nach der Mel. des 321. Liedes. 330, weiß es wohl, Ich ich selbst verdient' www es nicht, daß du, o Herr! mich vom Verderben risfest, ja, wenn du mir nach meinen Werken 238 3weit. Th. XXIV. Von der Heiligung, missest, so ist der Tod mein Nach der Mel. des 17. Liedes. Urtheil im Gericht. 331. Bewahre mich, Herr, 2. Die Gnade nur in Christo macht mich frei; doch soll ich dich eine guten Werken preisen, und durch den Fleiß der Heili: gung beweisen, wie sehr ich dir, mein Gott, verbunden sei. sid daß nie mein Gemüth bethöre, als wär' es schon genng gethan, wenn dir nur äuß're Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweist. Erinnre mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist, die dich verehren müssen, die dir gefallen wollen. 3. Dein Sohn hat mich mit seinem Blut erkauft, nicht, daß ich nur der Hölle möcht entge: 2.1 Die kommen nicht in's hen, dein Ebenbild sollt' nun in mir entstehen: drum bin ich auch mit deinem Geist getauft. Himmelreich, die, Herr! zu Jez su sagen, und nicht dabei mit Gruft zugleich der Heiligung 4. Mein Leib und Seel soll, nachjagen. Nur die, die deinen als dein Eigenthum, von dir, o Willen thun, läßt du, als deiGott und deiner Gnade zeugen: ne Kinder, o Gott, im ew'gen nicht nur der Mund soll niemals Frieden rub'n; wenn heuchlerische biervon schweigen, der Thaten Sünder von dir verstoßen werden. Stimm' erzähle deinen Ruhm.3. Drum laß mich doch vom 5. Des Glaubens Kraft kann ich ja anders nicht zu meinem Trost, als aus den Früchten mer: ten: den nächsten reiz' ich auch zu guten Werken, nicht anders, als durch meiner Werfe Licht! Glauben nie ein heilig Leben trennen; mich nicht für Jesu Jünger hie bloß äußerlich bekennen. Gib, daß mein Glaube thätig sei, und Tugendfrüchte bringe; daß ich, vom Sündendienste frei, mit Eifer darnach ringe, im Guten zuzunehmen. 6. Ach nimm mich auf in deines Sohnes Reich, o Gott, laß mich nicht nur Herr! Herr! 4. Du fennst, o Gott, der ihm sagen: sein sanftes Joch und seine Last zu tragen mach' mich bereit, und seinem Vorbild gleichid lis chilgang 7. Nimm weg von mir, was dir, mein Gott, mißfällt, und was mich kann aus deinem Himmel schließen; um auch durch dich der Güter zu genießen, die der genießt, der an dein Wort sich hält. widerste mor mine l Menschen Herz, und liebst, die redlich handeln. O laß in Freude und in Schmerz mich richtig vor dir wandeln. Dein Wille sei mein Augenmerk. Hilf mir, selbst ihn vollbringen: durch dich muß jedes gute Werk dem glücklich noch. gelingen, der deine Hülfe suchet. 5. Doch wenn ich aus Un= wissenheit und Uebereilung fehle: so thu an mir Barmherzigkeit, und richte meine Seele oder dem chriftlichen durch deine Gnade auf vom Fall. Erhalt' mich bei dem Einen, daß ich dich fürchte über all, bis ich einst mit den Dei: nen dir ohne Fehltritt diene! bise bu Nach der Mel. des 15. Liedes. 332. Dein bin ich, Herr! dir will ich mich zum Opfer ganz ergeben; recht: schaffen, fromm und rein will ich vor deinen Augen leben; wie könnt' ich eines Andern sein? Ich bin ja durch die Schöpfung dein, und dein durch die Erlösung. 239 Bandet überhaupt. Eigenthum, von dir nie wieder scheiden. Gekreuzigt werde mir die Welt! getödtet, was dir nicht gefällt, damit ich dir nur lebe! 6. Dies wirke, Gott, dein Geist in mir! ich habe kein Vermögen, die Sünd' und Alles, Gott, was dir verhaßt ist, abzulegen. Hier ist mein Herz, nimm ganz mich hin, und gib mir einen neuen Sinn, damit ich dir gefalle. 7. So werd' ich, der ich finster war, ein Licht in deinem Lichte! besteh' einst mit der kleinen Schaar der Frommen im Gerichte; frohlocke dann, und lobe dich, daß deine Gnad' und Treue mich gerecht und selig machte. pt 2. Ich fiel und wandte mich von dir, zur Finsterniß vom Lichte; doch wandtest du dich, Gott, zu mir mit deinem Angesichte. Er= barmen war dein Angesicht, mich von der Finsterniß zum Licht, 333. Dein, Gott! ist Mas Nach der Mel. des 297. Liedes. zu dir zurück zu rufen. jestät und Macht, 3. Dein, Herr, dein ist Barmherzigkeit; du liebest selbst die Sünder. Seid, rufst du, geist= lich mir geweiht, und meiner Gnade Kinder ihr irrt und fündigt; faffet Muth; dort flies set der Versöhnung Blut, von Sünden euch zu waschen.. 4. Dein Sohn erniedrigt sich, und stirbt zur Tilgung unsrer Strafen! büßt für die Laster und erwirbt Befreiung ihren Sklaven. Wie vielfach, Höch-| mich und störe sie. ster, bin ich dein! o laß mich keines Andern sein. Dein Sohn ist auch mein Heiland. 5. Durch ihn versöhnt und dir zum Ruhm erkauft mit seinem Leiden, will ich mich, Gott, dein und alles ist dir Unterthan. Dir werde Dank und Ruhm gebracht! fallt nieder, Menschen, betet an! 2. Dich preiset jede Kreatur, der höchste Engel und der Wurm. Dich ehrt gehorsam die Natur; dein Wink erregt und stillt den Sturm. a oma en 1500 3. Wohin mein Auge, Gott, nur blickt, ist Ordnung, Ein. tracht, Harmonie; und ich), mit deinem Bild geschmückt, empöre 4. Du schusst das menschliche Geschlecht; durch dich, Gott, sind wir, was wir sind: du bist mein Herr, ich bin dein Knecht; du bist mein Vater, ich dein Kind. 5. Wie darf, wer, Vater, dich 3wett. Th. XXIV. Von der Heiligung, 240 nicht ehrt, des Glücks, dein Kind| zu sein, sich freu'n? Nur die sind dieser Ehre werth, die ganz sich deinem Dienste weih'n. 6. Wie billig, wie gerecht und gut ist Alles, was uns Gott gebeut! wohl dem, der seinen Willen thut! ihn thun, ist Freud' und Seligkeit. 7. Nur das, was bös und schädlich ist, und uns entehrt, verbeut uns Gott. Weh' dem, der seine Pflicht vergißt! er stürzet sich in Schand' und Noth. Bitten um Heiligung. Nach der Me!. des 222. Liedes. 10. Bald heißt uns feine Lieb' und Huld gehorsam sein aus Dankbarkeit; bald warnt er uns vor neuer Schuld, und übet uns durch Kreuz und Leid. 334. Hilf 334. Hilf mir, mein Gott! verleihe mir, daß 2. Erfülle mich mit wahrer Reu', wenn ich dich, Gott, betrübe, gib, daß ich alles Böſe scheu', und stets das Gute liebe. 8. Gott ist, wenn er Gesetze Laß mich doch nicht, Herr, meigibt, kein menschenfeindlicher Tine Pflicht mit Vorsatz je verrann: bloß weil er unsre Wohl- legen. Der Seele Heil, mein fahrt liebt, treibt er uns zum ew'ges Theil, laß mich recht Gehorsam an. theuer schätzen. 160 11. Sein Wort ermahnt, droht und verheißt, und hält uns Tod und Leben vor! uns rühretund erweckt sein Geist: und ich verschlösse Herz und Ohr. 12. Nein! Gott, dir sei mein Herz geweiht, Gehorsam sei mein größter Ruhm. Verleihe mir Beständigkeit, und heil'ge mich, dein Eigenthum. ich nur dich begehre; mein gan= zes Glück nur such in dir, und dich allein verehre; daß ich in Noth dich meinen Gott und Vater gläubig nenne; daß weder Leid, noch Glück und Freud' mich jemals von dir trenne. 9. Leicht ist die Last und3. Mein Gott! ich bitte dich, sanft sein Joch. Wer's willig verleih' mir einen festen Glaus trägt, sest seinen Lauf stets ben, der standhaft, treu und freudig fort! und fällt er noch, thätig sei, und laß mir den so hilft ihm Gott selbst wieder auf. nichts rauben. Gib, daß ich mich allzeit auf dich und auf dein Wort verlasse, und in der Noth, ja selbst im Tod dein Heil getrost umfasse. s 4. Hilf mir, der ich erlöfet bin, daß ich den Heiland liebe, und bilde mich nach seinem Sinn: gib, daß ich mich stets übe, auf ihn zu sehn, ihm nachzugehn, mich seiner nicht zu schämen; und stets bereit mit Freudigkeit sein Kreuz auf mich zu nehmen.lind me due fi 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie Haß und Zorn und oder dem christlichen Wandel überhaupt. E dir dafür pnutchara Bitterfeit zur Rache mich ver- das, was ich thu, führen. Dein Wort gebeut Ver- Ehre bringen.n söhnlichkeit; verdammt der Rach- 10. Ach, gib mir deinen gusucht Triebe; gib, daß den Feind, ten Geist, der selbst mein Herz so wie den Freund, mein Herz regiere, und mich, wie es dein aufrichtig liebe. Wort verheißt. auf deinen Wee gen führe. So wird mein Herz in Freud' und Schmerz dir zu gefallen streben, und du wirst mir, Gott, einst bei dir, den Lohn der Treue geben. useasonim 26. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten. Laß mich die Ehren dieser Welt für eitle Schatten achten, und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht, und großem Namen streben; laß G Nach der Mel. des 55. Liedes. 8 mich vielmehr nach deiner Lehr 335. Ich habe, Gott! mir J in wahrer leben. ernstlich vorgenomSUSADAY! men, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen; vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben zu übergeben. 7. Die Falschheit, List und Heuchelei hilf mir sorgfältig flie: hen: nie müss ich mich durch Gleißnerei um Menschengunst bemühen. Laß Ja und Nein mir heilig sein; laß mich nicht lieblos richten, und Zank und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb' und Sanftmuth schlichten. 8. Herr! lehre mich Enthalt: samkeit, gib mir ein rein Gemüthe, daß ich in dieser Prüfungszeit vor böser Lust mich büte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich auf richtig wandeln, und jederzeit nach Billigkeit mit meinem meinem Nächsten handeln. 341 9. Gib, daß ich stets den Müßiggang sammt aller Trägheit fliehe! daß ich der Welt mein Lebelang zu dienen mich bemühe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, o Gott! mir wohl gelingen, und segnest du omis 2. Erforsche mich, sieh, ob ich's redlich meine! gib, daß ich nicht blos, was ich sein soll, scheine; mit allen Kräften strebe, deinen Willen ganz zu erfüllen! 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, wenn mich kein Mensch sieht, leitet, wie sicher werd' ich deine Wege wandeln! wie richtig handeln! and 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen! ver= schleuß mein Ohr der Sünde Schmeicheleien! stets werde mir das Gleißende der Laster nur nid 316139 mebr verhaßter. 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten, so mag die Welt, wie ihr's gefällt, mich richten; ich, hab' ich dei16 3weit. Th. XXIV. Von der Heiligung, nen Beifall, kann mit Freuden| doch sprich: und es wird helle! Verachtung leiden.mpnidad es weichen auf der Stelle die düst'ren Schatten fort, ladoj 342 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen; wirst billig alles richten und belohnen; mit Herrlichkeit und Ehre deiner Kinder, mit Schmach die Sünder. 7. Bald, bald vollend' ich meiner Prüfung Stunden. Werd ich im Tode nur bewährt erfunden, wie schön verwandeln sich dann meine Leiden, und werden Freuden! bid te nd bp12 Nach der Mel. des 94. Liedes. 336. Herr err Jesu, Gnaden= 10% sonne! wenn dein erquickend Licht bei uns mit Kraft und Wonne, durch Frost und Schatten bricht; so wird das Herz erfreuet, so wird der Geist erneuet: versag' dies Glück mir nicht! Bold bin 5. Ach, Herr, wie gar geschäftig ist Fleisch und Blut in mir! erzeig' dich in mir fräftig auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe, und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb' in dir. 2) 6. Ach! zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn.7 C 7. Schwach bin ich, gib mir Stärke; der Feind schreckt, gib mir Muth. Weg, Ruhm der eignen Werke! Herr! was dein Geist nicht thut, was ich aus eignem Triebe bald lasse, bald verübe, ist böse und nicht gut. 8. Ich lebe deiner Gnaden, 2. Mit vielen großen Sünden reiz' ich dich wider mich; doch laß den Zorn verschwin- mich stützet deine Treu'; dir zeig' den, vergib genädiglich. Du pflegst dich ja der Armen mits leidigst zu erbarmen: ach, Herr, erhöre mich pesnied ich meinen Schaden, die Gnade macht mich frei. Damit ich deinen Willen beständig mög' er= füllen, so steh' mir kräftig bei. u dun tisdads 822 3. Vertreib' aus meiner See len des alten Menschen Sinn. 11 Nach der Mel. des 17. Liedes. Weg, Sünden, die mich quälen! 337. Der du Verstand und Herr! laffe mich forthin mit ein em heil'gen Leben mir selbst das Zeugniß geben: daß ich erlöset bin. asendis adoi 4. Beförd're dein Erkenntniß in mir, Herr! durch dein Wort Wie blöd' ist mein Verständnis, und welch' ein finst rer Ort! 01 Tugend schenkst, Gott, Vater meines Lebens! wo du nicht Thun und Lassen lenkst; so leb' ich hier verge= bens. Denn, wen dein Geist nicht neu gebiert, der bleibt der Sünd' ergeben; und, wen die Sünde noch regiert, der ist zum 343 oder dem christlichen Wandel überhaupt. de 2. Drum, Vater, neig' dich väterlich zu deinem schwachen Kinde. Gib mir ein frommes Herz, daß ich mich scheu' vor jeder Sünde. Bewahre meinen Mund, daß mir kein schlüpfrig Wort entfalle; vielmehr von meinen Lippen dir manch freut dig Lob erschalle, den nächsten zu erbauen. Und hie rechten Leben noch nicht hin- 6. Hilf, daß mein Geist nichts durch gedrungen. lieber hört, nichts lieber spricht und denket, als was den Glauben stärkt und nährt, und Lust zum Guten schenket; was mich zu jenem Leben bringt, wo man bei dir stets lebet, dein Lob mit allen Engeln singt, den Heiland steht, erhebet, und ihm sich ähnlich schauet. orig Nach der Mel. des 7. Liedes. 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, 338. Gott, dir gefällt kein gottlos daß ich nicht gern auf Spötter höre, damit in meinem Glauben mich kein frecher Thor bethöre. Hilf, daß kein Witz der Lästersucht mir Ohr und Herz vergifte, noch jemals, wie er tük fisch sucht, durch mich dann Zwietracht stifte, nie mich zur Schmähsucht reize. 4. Die Augen, Gott, bewahre mir vor unverschämten Blicken, und vor unzüchtiger Begier die Unschuld zu verstricken. Laß sie den Schmuck der Sittsamkeit weit über alles schätzen; was reiner Engel Aug erfreut, das sei auch 3 Ostärke mich in dem Gemein Ergötzen; was du liebst, ihr Bestreben. dumgreind 2. Laß mich auf die begang'nen Sünden mit inniger Beschämung sehn; durch Christum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Wahrheit gehn. Ich will forthin das Unrecht scheu'n und deinem Dienst mein hd in in Leben weih'n. danken! gib meinem Vorsatz Festigkeit! und will mein schwa5. Behüte mich vor Schwelsches Herz je wanken, so hilf gerei, die leicht das Herz be der Unentschlossenheit. Wie viel schweret; vor Trunkenheit, die vermag ich, Gott, mit dir! ohne Scheu Schandthaten üben nimm deinen Geist nur nicht lehret. Die Lust, die blos den von mir ust Leib ergötzt, verderbt auch fromme Herzen; und was die Welt Hülfe 4. Gib, daß er mir stets leiste, und Muth und für Freude schätzt, bringt Nach- Kräfte mir verleih', daß ich mit reu', Elend Schmerzen, und findlich treuem Geiste dir bis stürzt zuletzt zur Hölle. zum Tod ergeben sei; so sieg' 16* 117 sen. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff ein reines Herz in mir; ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. 3weit. Th. XXIV. Von der Heiligung, ich über Fleisch und Welt, und 3. Umsonst such ich der Tuthue, was dir wohlgefällt. dsgend Bahn, wenn du mich nicht 5. Wenn ich indeß aus Schwach beit feble; mein Vater! so vere wirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht; und mache in Befümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. begleitest, und nicht, befreit von Menschenwahn, zu deiner Wahrheit leitest. Du hassest jeden falschen Schein. Mit Ernst willst du verehret sein. Herr! hilf um Jesu willen! Erhebe den gebeugten Muth! Hilf mir der Leidenschaften Wuth durch deine Gnade stillen! do pid o 6. Erquicke mich mit deinen Freuden; schaff ein getroftes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden; so halt ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. 4. Mein Gott! mein Gott! gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht! wie rauh die Bahn der Tugend! Jedoch du trugst mit mir Geduld. Laß, Vater! laß mich diese Huld nicht undanfbar verachten. Dir fol gen, ist mein wahres Heil. O laß mich's als mein bestes Theil auch immerfort betrachten. 1 339. Nach der Mel. des 37. Liedes. rbarm' dich, Herr! du kennst mein Herz. Geneigt zu Eitelkeiten, läßt sich's durch Freude und durch Smerz oft auf den Irrweg leiten. So wankt ein Rohr, vom Wind regiert, so irrt, von Leidenschaft verführt, auch oftmals meine Seele. Herr, hilf mir, daß ich als ein Christ das flieh', was vor dir strafbar ist, und nur das Gute wähle. und 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wan fen. Erhebe den verirrten Sinn zu himmlischen Gedanken! wenn von dem Dienst der Eitelkeit 5. Ich bin ein Mensch. Du fennest mich. Wie schwach sind meine Kräfte! doch meine Seele hofft auf dich. Du wirst zu dem Geschäfte der Heiligung mir Kraft verleih'n, und mich mit deiner Hülf' erfreu'n, vor dir gerecht zu leben. Ich, dein erkauftes Eigenthum, will dafür deines Namens Ruhm in Ewig= feit erheben. soud Nach der Mcl. des 8. Liedes. mich deines Geiftes Kraft bez 340. Mein Vater und mein freit, so wird es mir gelingen. Gott, der du in Ich halte deinem Willen still. Ich will mich ändern, Herr, ich will. Gib selber das Vollbringen! indigo co mug diesem Leben, zur Leuchte meis nem Fuß, dein heil'ges Wort gegeben. Regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß oder dem christlichen ich dem folgsam sei, was Gott, dein Wort mich heißt. Wandel überhaupt. 345 auf deine Hülfe bau'n, und auch, wenn sie verzeucht, die noch ge= troft vertrau'n. ut adialduse 8. Grlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Vater! so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterbenden mit Trost und fro2. Verleih', daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und kein vergänglich Gut zu über mäßig achte; wer nach dem Ewi: gen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt.is 3. Gib, daß ich von der Welt her Hoffnung nicht. nisi bar mich unbefleckt erhalte, und daßnde oudin in mir der Trieb zum Guten nie erkalte. Hilf, daß ich imNach der Mel. des 7. Liedes. 341. Mein Gott! ach, lehre mich erkennen den Selbstbetrug und Heuchelschein, stark und fest gegründet sei. daß Tausend, die sich Christen mer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung 4. Gib, daß ich als ein Christ, mich Christo ähnlich zeige, und achtsam mein Gemüth zu seiner Lehre neige. Sein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt, so geh' ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. nennen, mit nichten Christi Glieder sein. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! daß wahre Christenthum! 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb' und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe, Laß ohne Uebermuth mich bei des Glük: fes Schein, und ohne Ungeduld in trüben Tagen sein. 2 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgestorben sei; laß mich mir sterben, dir zu leben, und mach in mir, Herr, alles neu. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 3. Reiß los mein Herze von der Erden; laß mich, der ich a unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert werden, und gib mir meinesHeilands Sinn. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 6. Nie müsse sich mein Herz der Fleischesluft ergeben, und nie dem schnöden Geiz! mein dir geweih'tes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarme 4. Regiere du selbst meine herzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 27. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten: so unterstütze mich, wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth Seele, damit ich Christo folge nach, und stets den schmalen Weg erwähle, ja, Ehre such in Christi Schmach. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 346 3weit. Th. XXIV. Von der Heiligung, 5. Gib mir zum Streite Muth| muß leben, wie er glaubt, und und Kräfte! hilf, daß ich dir alles Böse bassen. Der liebet verbleibe treu! daß ich an Christi Christum nicht, der noch die Kreuz mich heste, und mir die Sünde liebt, ist auch fein Chrift, Welt gekreuzigt sei. Ach, wirk' ob er sich gleich den Namen gibt. in mir zu deinem Ruhm, mein4. Du sagst: ich bin ein Gott! das wahre Christenthum! Christ, denn ich bin ja getaufet auf Christi Tod, der mich mit seinem Blut erkaufet. Ja wohl; doch prüfe dich, wie steht's um deinen Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund? 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar oft und viel gebrochen? Hast du als Gottes Kind dich, wie di ihm versprochen, in allem Thun erzeigt: dem Guten nachgestrebt? hat nicht der alte Mensch bis her in die gelebt? 16. Du sagst: ich bin ein Christ, weil ich die Gnadenlehre zu Haus und öffentlich beständig les' und böre. Ja, Lieber, thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nach der Mel. des 9. Liedes. 111911 342. Du fagst: ich bin ein Nur wer es hört und thut, der Christ. Wohl dir, ist dem Höchsten werth. wenn Werk und Leben dir des- 7. sen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben, und wenn dein ganzes Thun, durch Gottes Kraft und Geist, von deinem Christen thum die ächten Proben weist. min2. Du sagst: ich bin ein Christ. Der ist's, der Jesum kennet; der seinen Gott und Herrn ihn vor den Menschen nennet, und thut dann auch dabei, was Christus ihm gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. Du sagst: ich bin ein Christ; ich laß mich öfters finden bei Jesu Bundesmahl, mit Gott mich zu verbinden. Doch zeiget sich bei dir in deinen Werken auch rechtschaff'ne Besserung nach solchem heil'gen Brauch? 8. Du sagst: ich bin ein Christ; ich bete, les und singe; ich geb' in's Gotteshaus. D lauter guter Dinge, wenn du von Heuchelei dabei entfernet bist, und deiner Andacht Zweck die Ehre Gottes iſt. 3. Du sagst: ich bin ein Christ. Wer sich's will nennen lassen, 18001 9. Du sagst: ich bin ein Christ. thi 6. Laß in mir Glauben, Hoff nung, Liebe lebendig, fest und thätig sein, daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn' Heuchelschein. Ach, wirf' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 7. So hab' ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut: wenn ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! # 104700 347 Wandel überhaupt. nimmermehr zu dir ins Himmelreich. ITS oder dem christlichen Wer kann es dir gestehen, er könne solches denn aus deinem Wandel sehen? Rührt nicht Fund.com dein ganzer Ruhm aus falschemes Kampf der Heiligung. Grunde her? Wer Chrifti Jün= Nach der Mel, des 222. Liedes. 251241 ger ist, der wandelt so wie er. 10. Bist du ein wahrer Christ, so müssen Sinn und Triebe nach Christi Vorbild sein. Wenn un verfälschte Liebe dein ganzes Herz erfüllt; wenn du voll Sanftmuth bist, voll Demuth, wie der Herr; so sag': ich bin ein Christ. 11.Doch wenn man noch 343. Oft denkt mein Herz, wie schwer es sei, Or Herr, deinen Weg zu wandeln, und täglich deinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh', sie ist der Sieg der Lüste; jedoch, mein Gott, was wäre sie, wenn sie nicht fämpfen müßte? an dir das Gegentheil verspüret; 2. Die, die sich ihrer Laster wenn Stolz und Uebermuth dein eitles Herz regieret, wenn statt der Sanftmuth zeigt sich Zorn, und Haß und Neid, so bist du ja gewiß vom Christenthum noch weit.) freun, trifft ja auch Schmerz hienieden. Sie sind die Skla= ven eigner Bein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandeld sich in Freuden. 12. Du sagst: ich bin einChrist, und rühmst dich deß mit Freuden: doch thust du auch wohl mehr, als manche fluge Heiden? Ach, ich 3. Des Lasters Bahn ist befürchte sehr, sie klagen einst dich an, weil du vielleicht noch nicht so viel als sie getban. mis13. Sag' nicht: ich bin ein Christ, bis daß dir Werk und Leben auch dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben. Der Name macht's nicht aus: ein Christ muß, ohne Schein, das, was er heißen will, im Wesen selber sein... ottbuslas 14. Gott, schenke mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleis: sen, ein wahrer Christ zu sein, und nicht nur so zu beißen! denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, gelanget Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken, Doch weiter fort führt er zum Heil und endlich zum Entzücken. 4. Gott, hättest du es uns vergönnt nach unsers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüste frei zu stillen; erlaubtest du dem Frevler hier, aus Bosheit uns zu fränken: was müßten wir doch dann von dir, du weiser Vater, denken? 3weit. Th. XXIV. Von der Heiligung, 348 sh5, Du willst, wir sollen glücklich sein, drum gabst du uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreu'n, sie sind des Lebens Schätze. Du sprichst in uns durch den Verstand, du sprichst durch das Gewissen, was wir Geschöpfe deiner Hand, flieh'n oder wählen müssen. 6. Dich fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ist's: sie wählen; ein Thier folgt Trie: dies laß mein Herze stillen. ben der Natur, ein Mensch demais hält, laß neuen Muth mir geben, und zu den Freuden jener Welt mich oft im Geist erheben. 10. Erhalte mich stets un verzagt, wenn mir's nicht immer glücket; wenn mich, so viel mein Herz auch wagt stets neue Schwachheit drücket. Du siehst nicht auf die That allein, du siehst auf meinen Willen; ein göttliches Verdienst ist mein! Licht der Seelen. Was ist des Bitten um Beständigkeit Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend. und Wachsthum in der Heiligung. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Nach der Mel. des 72. Liedes. Dir, Höchster ähnlich werden. 344. Schön ist die Eugend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel' auch oft begehrt. Ach könnt ich's, wie würd' ich mich freu'n! wer heilig ist, muß selig sein. 7. O, stärke mich dazu mit Kraft; so wird es mir gelingen. Du bist es, Gott, der beides schafft, das Wollen und Voll: bringen. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von dir noch mehr bekommen: wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. er- gun 8. Mich stärke auf der Tugend Pfad das Beispiel sel'ger Geister. Ihn zeigte mir, und ihn betrat ja selbst mein Herr und Meister. O laß mich nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern. Mein wahrer Ruhm ist bei dir, Gott, und nicht bei Menschenkindern. 2. Gott ist der Seligkeiten Fülle von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein Verstand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit! Von Ewigkeit her war er gut; er bleibt's, und recht ist, was er thut.@ 9. Gib, daß ich mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre vergleich', und ernstlich allezeit gedenk an meine Bahre. Das Kleinod, daß der Glaube 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin; dann flieh'n die heiligsten Entschlüsse, den Morgennebeln gleich, dahin. Bald wähl ich, was dem Herrn ge= fällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt! md nur and 4. Ich Armer! darum fommt oder dem christlichen Wandel überhaupt. 549 dir hin. O mach', um heilig ganz zu sein, mich von verborg'= nen Fehlern rein, Fein Friede in mein verschmach-| ken; drum' fall ich, Vater, vor tetes Gebein! wie bin ich dieses Wechsels müde! wann werd' ich fest im Guten sein? Wann nicht mehr straucheln, allezeit nur 4. Von aller eiteln igendeinem Dienste, Gott, geweiht? liebe befreie mich durch deine gi15. Unwandelbar ist deine Kraft. Erweck und mehr in Wahrheit, Herr, aller guten mir die Triebe zu dem, was Gaben Quell. Sie leuchte mir wahre Bess'rung schafft. Laß meiin voller Klarheit beständig un- nen Fleiß gesegnet sein, und befleckt und hell, daß nie der meine Heiligkeit gedeih'n.nl ni Sünde Täuscherei gefährlich dei- 5. Du wirst das demuthsvolle nem Kinde sei. Flehen des Sünders, der dich 6. O bilde, Vater, meine scheut und ehrt, o Gott der Seele! in deiner Liebe mache Gnade, nicht verschmähen. Du mich, weil ich zu meinem Trost bist es, der Gebet erhört. Mein dich wähle, gewiß und unver- Fels, mein Heil, ich traue dir. änderlich. Denn bin ich erst Das, was ich bitte, gibst du mir. fied dein Eigenthum, so bin ich ewig auch dein Ruhm. 346. Nach der Mel. des 256. Liedes. err, mein Erlöser! nur vor dir fann Herr, ich mir Hülf erflehen; vernimm mein Seufzen, eile mir mein Helfer, beizustehen. Des wahren Glaubens Kraft und Licht, das selige Bestreben, dir zu le= ben, und Muth zu dieser Pflicht, das wollest du mir geben. 2. Du hast ein königlich Gebot mir tief ins Herz geschrieben! von ganzer Seele soll ich Gott, wie mich, den Nächsten lieben! wenn ich nach deinem Worte thu': so hab' ich schon hienieden großen Frieden, und welches eil hast du den From= men dort beschieden? don 3. Laß mich kein Leiden dicfer Zeit, kein Weltglück dir entreißen. Denn du hast deine darbivor Nach der Mel. des 234. Liedes. 345. Wie selig, Herr! ist der Gerechte! du bist sein Schild und großer Lohn. O, daß ich ganz gerecht sein möchte! doch ach, wie wenig bin ich's schon. Du weißt es, Gott, ich bin noch weit entfernt von der Vollkommenheit. as 2. Wie viel ist noch an mir zu finden, das nicht mit deiner Vorschrift stimmt! oft übereilen mich noch Sünden, wenn's Herz gleich bessern Vorsatz nimmt. Ja, oft verleß ich meine Pflicht, mein Gott, und weiß es selber nicht. 3. Wer kann, wie oft er fehlet, merken? Nur du, du siehst mich, wie ich bin. Nur du kannst mich im Guten stär 3weit. Th. XXIV. Ben der Heiligung, Seligkeit den Treuen nur verheißen, Wie könnten wohl durch ihre Müh' sie solche zu verdiegend Wege, und zu oft noch sieht mein Blick auf der Laster Bahn zurück. saisi lahe nen, sich erkühnen? Aus Gna: 13. Als zuerst vor meinen den schenkst du sie, und du er: Blicken der Verblendung Nacht warbst sie ihnen. sidsverschwand, und mein Auge voll *. 4. Gib, daß mit brünstiger Entzücken, Gott, dein Antlitz Begier ich fest stets an dir klebe; wieder fand, wie war da der zeuch mich dir nach, daß ich zu Reiz der Sünden mir ſo leicht dir mich von der Welt erhebe! zu überwinden! ihre Schrecken ja laß mich, wenn ich sterben sah sich nur, aber keiner Ansoll, auf deine Gnade bauen, muth Spur. isi ami 10 dir vertrauen, und dann dort wonnevoll dein Antlig ewig schauen! inding the ponsab, lag die Welt zu meinen 4. Wenn, von Andacht hin= gerissen, ich den Himmel offen 5. Ich kämpf, ermatt' und Füßen und, Gott, deinem Throne strauchle oft. Hilf, Herr, mein nab, mischt' ich in der Engel Hort, dem Schwachen, der nur Chöre den Gesang von deiner auf dich in Demuth hofft. Du Ehre, von der Huld, die ewig kannst mich mächtig machen. In liebt, Sünden decket und vergibt. jeder Seelennoth laß mich bei dir Erbarmung finden, Trost empfinden, und endlich, Herr, durch dich in allem überwinden.im har s he 5. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitelkeit, dein war ich müde! Welt, ich fluchte deiner Luft! ich verschmähte deine Gaben, mir war, Gottes Huld zu haben, und ein Herz, das ihn- verehrt, mehr als Erd' und Himmel werth.n nje f Nad) der Mel, des 82. Liedes 350 347. Du u, der Herz und Nieren kennet, Ewiger, erforsche mich ach! ich war vor dir getrennet, aber du erbarmtest dich, hörtest mein Gebet, mein Sehnen, fah'st die Inbrunst meinerThränen, schenk: teft mir selbst deine Huld, und vergabst mir alle Schuld. 6. Ihr, dem Beten beil'ge Stunden voller Ruhe, voll Gewinn, ach wohin seid ihr verschwunden; Gluth der Andacht, ach wohin? Oft noch such ich Gott durch Zähren, durch Ge2. Ach! erforsche selbst mein bet und Fleh'n zu ehren; doch Herze! sieb, es irrt und fehlet der Welt Geräusch zerstreut des noch, und mit unruhvollem Gebetes Brünstigkeit. Schmerze fühlt es oft der Sünden 7. Wenn die Menge der VerJoch; wankend, ungewiß und ächter meines frommen Wandels träge geht mein Fuß der Tu- lacht, aus der Andacht ein Ge oder dem christlichen Wandel überhaupt. lächter, aus dem Beten Thor-| und zum Thun zu schwach, gibt heit macht, wenn sie spöttisch oft mein Herz der Sünde nach. auf mich sehen, mich und mei- Ich kämpf', v Vater, nicht genug nen Glauben schmähen: dann den Kampf der ernsten Heiligung. vergess ich meine Pflicht; ich bekenne Jesum nicht. liu 8. Unter der Verfolger Steinen bebten Gottes Märt'rer nie, seine Wahrheit zu verneinen, zwang nicht Droh'n, nicht Fol: ter ste. Auf des härt sten Todes Wegen gingen sie dem Lohn ent: gegen, sah'n den Himmel offen steh'n, fonnten so den Tod verschmäh'n. Fort Body 9. Der du sie mit Kraft von oben zu dem Kampfe stark gemacht, und zu deinem Lohn erhoben, wo kein Feind mehr ihrer lacht, hilf auch mir den Spott bezwingen, hilf auch mir den Lauf vollbringen. Bater, bis ans Ende sei dir mein ganzes Herz getren.e i ener 10. Wer getreu bleibt bis an's Ende und nicht achtet Spott und Hohn, dem bereiten Gottes Hände eine ew'ge Siegeskron'. Kampf und Muth war nicht vergebens, Gott gibt ihm vom Baum des Lebens, und er kommt nicht in's Gericht, stirbt des Tod's der Seele nicht.. do Mel.: Erbarm' dich mein, o Herr. 348. 3 armer Sünder, 351 du, o Gott, stets meiner dich erbarmst, daß du noch meiner schonst, und mir nicht nach Ver: diensten lohnst. Zum Glauben 2. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft der Schritt gethan!, wie schnell mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt! wie nahe grenzt die Missethat an unsers Herzens bösen Rath! wie bald wird Frevel selbst ver: übt, wenn man erst Schwachheitsfehler liebt! 3. Vertreib', o Gott, des Irrthums Nacht; entreiße mich der Sünde Macht! wie glänzet deiner Streiter Schaar, die einst, wie ich, auf Erden war, und die nun, weil sie überwand, den Lohn empfängt aus deiner Hand! sie sind gekrönt; ich noch im Streit: o gib auch mir Beständigkeit! 4. Schmal ist der Weg zu Gottes Höh'n, und wenige sind, die ihn gehn! die Pfort' ist eng', und der nur dringt durch sie zu Gott empor, der ringt. Ich lieg' auf meinem Angesicht, und fleh' und weine, baß dein Licht mir leuchten, Vater, laß mich dein im Leben und im Tode sein 15. Der mir in Christo alles gab, Gott! schaue doch auf mich herab! auf mich, der Sünde wer bin den Himmelserben, und den Staub! erbarm' dich mein, und steh' mir bei, daß ich des Kleinods würdig sei, das Christus mir so theu'r 3weit. Th. XXIV. Von der Heiligung, erwarb als er für mich am| Bahn, durch deinen Geist zu Kreuze starb. dir hinan. thom tyd 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freu'n, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schuß zu trau'n, und meine Hoffnung, dich zu schau'n. 332 6. Ja, du erbarmest über mich, versöhnter Gott und Vater, dich. Vom Leibe dieses Tods befrei't, führst du mich einst zur Herrlichkeit, wo meine Tugend nicht mehr wanft, und dir, Gott, ewig dafür danft, daß fie dein Gnadenlohn beglückt, und deiner SiegerKrone schmückt. ndador Nach der Mel. des 26. Liedes. 349, Bald oder spät des ald oder spät des Todes Raub, wall ich noch hier auf Erden, ich Sterblicher, doch dieser Staub soll einst unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ewig's Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß, noch bin ich in den Schranken; noch nicht am Ziele, doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr! stärke mich durch deine Kraft auf die ser kurzen Pilgerschaft. 6. Die freche Thorheit dieser Zeit soll nie mir meinen Glauben, den süßen Trost der Ewigfeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was versüßt mir einst deu Tod? 2. Mit Furcht und Zittern soll der Christ nach seinem Heile ringen; verachten, was auf Erden ist, hinauf zu Gott sich schwingen; getrost den Pfad der Trübsal gehn, und stand- lichkeit, die fund an uns foll werden? Wie schnell flieht dies haft in Versuchung stehn. mein Leben hin! hin, wo ich ewig selig bin! ser Zeit und alles Leid der Erden, Gott, gegen deine Herr9. Heil mir! ich bin sein Eigenthum! nichts soll mich von ihm scheideu! nicht Wollust, Gü: ter oder Ruhm; nicht Schmach, nicht Tod, noch Leiden. Ich bin durch Jesu Blut erkauft; ich bin auf seinen Tod getauft. 10. Der uns in Christo alles gibt, Gott, wird mich nicht ver= nichten! der uns bis in den Tod geliebt, der wird mich einst -4. So lang ich noch ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle; so schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf eb'ner 7. Verzagt und schwach sind Fleisch und Blut, und citel unsre Werke: der Glaub' allein gibt Kraft und Muth, und nur durch Christi Stärke sind wir in Angst und Traurigkeit ge= troft, und überwinden weit. 8. Was ist die Trübsal dies - 1 oder dem christlichen Wandel überhaupt..ca micht richten! wenn Erd' und Himmel untergehn, werd' ich zum Leben auferstehn. 333 Heiligkeit, so rein, wie deine Lehre: dein Thun, Lieb' und Rechtschaffenheit, dein Endzweck Gottes Ehre: hier schaffst du mir Zufriedenheit, und dort einst ew'ge Seligkeit. GAN 11. Nicht Trübsal mehr, nicht Leid, noch Schmerz betrübet dort die Seinen, nicht fla: gen mehr wird unser Herz, nur Freudenthränen weinen; er, der für uns sein Leben gab, er trock- nieder, wardst Mensch, ein arnet unsre Thränen ab. 3. Darum entäußertest du dich, und stiegst vom Himmel mer Mensch, wie ich, uns Schwache nennst du Brüder, der Bosheit Raub, der Leute Spott, in deinem Wandel gleich wie Gott. 4. In Knechtsgestallt erschienest du, um uns zu Herrn zu machen; den Kranken gabst du Kraft und Ruh', und warst stark in den Schwachen: du trugst die Leiden mit Geduld, und trugst sie sonder eigne Schuld. 5. Du starbst für unsre Missethat. Wer liebt so seine Freunde! erfüllst für uns des Vaters Rath, und bittest selbst für Feinde. Du starbst gehor: sam bis zum Tod, und ehrtest auch im Tode Gott. 12. Dort schauen wir, und beten an vor seinem Angesichte, und die wir hier im Dunkeln fahn, wir werden dort im Lichte die Wunder seiner Liebe sehn, des Weisen Wege ganz verstehn. 13. Shr, die ihr ihn erhabner preis't, ihr Engel, meine Brüder, dann singet mein verklärter Geist in eure Jubellieder; und eurer hohen Harfen Klang ertönt in meinen Lobgesang. 14. Du, der uns dieses Heil erwarb, laß, Jesu, mich's ererben! du, der für seine Men schen starb, laß, Jesu, dir mich sterben! gib, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir seiner an Von der Nachahmung des Erlösers. 6. Dies große Beispiel hast du mir zur Richtschnur hinterlassen, daß ich gesinnet sei gleich dir in meinem Thun und Las= sen. Komm, sprichst du, nimm Nach der Mel. des 26. Liedes. 350. Welch hohes Bei- dein Kreuz auf dich, komm, folge mir, und thu', wie ich. spiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! sollt ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? und nicht den Weg, den du betratst, auch gehn, und das thun, was du that'st? 7. Ich komme, Herr! gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne; dein wahrer Jün= ger sei, und nicht mich fälschlich nur so nenne: damit ich deinem Beispiel treu auch andern selbst ein Beispiel sei. 2. Dein Herz war voller 354 3w. Th. XXIV. Ben der Heilig., od. d. christl. Wandel überh. Nach der Mel. des 6. Liedes. 351. D Seele, schaue Jesum an! hier kannst du recht erkennen, was wahre Demuth heißen kann, und was wir Sanftmuth nen nen. Er stellt sich dir zum Muster dar; wie Jesu Christ gesinnet war: so sei auch du gesinnet. 2. Er war der große Gottess sohn, ihn ehrten Cherubinen; doch ließ er seinen Himmelsthron, und kam, um uns zu dienen. Er selbst, der Herr der Herrlichkeit, war Menschen wohlzuthun be: reit: so sei auch du gesinnet. 3. Er sah die ganze Lebenszeit auf seines Vaters Willen, durch Thun und Leiden stets bereit, ihn treulich zu erfüllen. In Allem, was er dacht und that, verehrt' er seines Vaters Rath: so sei auch du gesinnet! 8 5. Wenn Stolz und Eigen liebe sich, o Seele, bei dir re get; so stärke Jesu Beispiel dich; dann wirst du nicht beweget. Ach, nimm doch dessen Wort in Acht, und denke, wie er's hat gemacht: so sei auch du gesinnet. mir, spricht Gottes Sohn, 0 kommt, seid ihr mit Sünden gleich beladen. Wo sucht ihr Trost? Nur Trost und Heil wird dem, der zu mir kommt, zu Theil: ich heile euren Schaden. 4. Das Böse sucht er also bald mit Gutem zu vergelten; man hörte, wenn die Welt ihn schalt, ihn niemals wieder schel ten; man hört' ihn nicht um Rache 5. Laß mich nun, so wie du schrei'n; er übergab es Gott als tein: so sei auch du gesinnet. al gethan, aus wahrer Demuth jedermann zu dienen fertig ste= hen. Laß mich, wie du, sanftmüthig sein; Beleidigungen gern verzeihn, und Fehler übersehen. 6. Ah, bilde mich nach deinem Sinn, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Joch recht trage. Sprich meiner Seele tröstlich zu, und bringe mich zur wahren Ruh' am Ende meiner Tage. ING Nach der Mel. des 238. Liedes. 352. Kº Dommt her, Mühsel'ge, kommt zu 2. Wie lange säumet ihr euch noch? Kommt her, und übernehmt mein Joch, und folget meinen Lehren. Seht, wie ich, ganz nach Gottes Sinn, so sanft und so demüthig bin; mich müßt ihr billig hören. - 3. Sanft ist mein Joch, leicht meine Last. O! wer sein wahres Glück nicht haßt, wird sich darunter beugen. Ruh' und Erquickung findet sich bei mir, und trostreich werd ich mich gewiß an ihm bezeigen. 4. Nun, Jesu, mich verlangt nach dir, zeuch mich dir nach, so laufen wir, dir will ich mich ergeben. Ich weiß es, o Herr Jesu Christ, daß außer dir kein Retter ist; bei dir ist Heil und Leben. bor 335 601160 intansa ad olk IZZ Zweiter Th. XXV. Von der Erkenntniß Gottes.im Todanied in ning thods itonind 91150 110 Nach der Mel. des 55. Liedes. arithi sigt um mich zu dir zu schwingen, 353. Soll sich mein Geist. zur Stille bringen! in tin o Gott, zu dir erheben, und dich zu kennen glücklich sich bestreben, so mußt du selbst, um groß von dir zu denken, die Kraft mir schenken. 8. Doch mein Verstand ist unstät, träg', er scheuet der Ueberlegung Müb, und, schnell zerstreuet sinkt er, wenn ich zu dir gezogen werde, zurück zur Grde. ning sit sortut 2. Laß doch, o Herr, dein Licht mich stets erfreuen, und meiner Seele Finsterniß zer streuen: erleuchte mich, daß mich zu deiner Ehre, dein Glanz verkläre.13 bis 01 3. Was ist im Himmel, Gott, was ist auf Erden, daß so, wie du, verdien' erkannt zu werden? Was ist, das meinen Durst nach Glück so stille, als deine Fülle? 4. Dich suchen, ist die edelste der Sorgen: zwar bist du un= erforschlich und verborgen; doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht hassen, dich finden laffen. og join 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Güt' und Särke; auch haft Nach der Mel. des 72. Liedes. du selbſt, ſei hoch dafür geprie: 354. Wo find ich Gott, sen! uns untewiesen. den Seele 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir getreu, was du uns lehrst, bewahren, wenn wir, was deine Lehren wirken sollen, uns bes sern wollen.. fidchodes 7. Ach, möchte ich, Gott, aus allen meinen Kräften dich suchen, ruh'n von Sorgen und Geschäften, und mein Gemüth, 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn vermessen, verfährt ihn, seine Grenzen zu vergessen, will mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, von dir erkennen! himpile omisa 10. Ergreife mich und leite meine Seele, daß sie den Wge zum Lichte nicht verfehle, gewähre mir, damit sie nicht er= müde, Ernst, Lust und Friede! 11. Dann werd' ich immer heller dich erkennen, und täga lich mehr von deiner Lieb' ent brennen, dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, dir, Gott. nur leben luo hizi.n0 i un vor allem ewig lieben will? Du, den ich mir zum Trost erwähle, schweig, Herr, zu meinem Wunsch nicht still wann werd ich mit dir, größter Freund, noch völliger, als hier vereint? 2. Wie wollt' ich dich, mein Gott, nicht preisen, wenn ich dich sehe, wie du bist zwar deine Wunder, Herr, beweisen, 356 3weit. Th. XXV. Von der Erkenntniß Gottes. wie unaussprechlich gut du bist. Wie schimmern sie, doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlich feit nicht ganz. sie 3. Ich sehe hier dich nur im Spiegel, und bete dich in Schwachheit an. Ach, hätte mei ne Seele Flügel, sich dir, mein Schöpfer, mehr zu nab'n! wie würde sie sich deiner freu'n! wie felig, wie verherrlicht sein! 4. Dürft' ich, am Fuße dei nes Thrones, mit deinen Engeln dich erhöh'n; könnt' ich im Antlig deines Sohnes, wie deine Seligen dich sehn: ich, der ich hier kaum stammeln kann, lobsänge dir dann, wie ein Mann. Thin si mus 8. Und hört' ich nur auf deine Stimme, in deinem Worte, hört' ich nur, wie du verdienest, auf die Stimme der dir lobsin= genden Natur! so lernt' ich hier schon, mich allein, Gott, deiner Herrlichkeit zu freu'n. hilhulp 9. Wie brünstig würd' ich dann dich lieben! mit welchem Gifer würd' ich mich dir, Vater, zu gefallen üben, wie selig wär' ich blos durch dich! nun aber täuschet meinen Geist, gleich Kindern, Tand, wenn er nur gleißt. 10. Welch Elend! Vater, ich empfinde mein Glend! Zeuch mich selbst zu dir! Entkräfte selbst die Macht der Sünde. Dein Geist der Weisheit wohn' in mic! damit ich vor der Täuscherei der Sinnlichkeit gesichert sei. 11. Gib, daß der Strahl von deiner Wahrheit mein Leben leite, bis ich dich dort näher seh', und mit mehr Klarheit, als hier, an diesem Prüfungsort. Ich, der ich hier kaum stammeln kann, lobsinge dir dann, wie ein Mann. aus ad un sist Nach der Mel. des 7. Liedes. 5. Mir macht zwar jedes deiner Werke mehr, als ich rühmen kann, bekannt. Es zeigt mir deiner Allmacht Stärke und dei: nen weisesten Verstand, und deine Huid, die selbst das Lob des Davids noch zu schwach erhob. 6. Du sprichst auch, wie mit einem Kinde, in deinem Wort, o Gott, mit mir. Wie gut, wie Wie gut, wie zärtlich! doch die Sünde verdunkelt mir dies Licht von dir. Was kann ich wissen, wenn dein Geist nicht selbst von dir mich unterweis't? ich? 355. Mein Gott, du wohnest zwar im Lichte, dahin kein sterblich Auge dringt! doch gibst du uns zum Unter= richte dein Wort, das uns Gr kenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweck ist. 7. Doch, wenn in meinen Finsternissen er auch mein blödes Aug' erhellt; was lern ich, Gott, von dir? Mein Wissen bleibt im: mer Stückwerf in der Welt. Ich 2. So gib denn, daß ich darauf suche dich, und forsche nach, und achte, als auf ein Licht im dunbleibe, dich zu sehn, zu schwach| feln Ort; und wenn ich ernstlich 3weit. Th. XXV. Von der Erkenntniß Gottes. es betrachte, so bilf selbst meinem| Leiden ein Brunnquell wahren Forschen fort! Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug' und Herz stets offen sein. 3. Dein Wort sei mir ein Licht im Glauben, das mich zur wahren Weisheit führt. Laß mir doch feinen Irrthum rauben, was mir ein ewig Heil gebiert. Kein Spöttergeist verführe mich; kein Zweifel sei mir hinderlich. 4. Dich kennen, ist das ew'ge Leben. Drum hilf mir, Vater, daß ich dich, und den, den du für uns gegeben, hier so er fenne, wie du mich in deinem Wort es selbst gelehrt, bis einst sich meine Einsicht mehrt. 5. Vor allem laß bei mir lebendig, o Höchster, dein' Erfenntniß sein! laß mich darnach dir auch beständig die größte Lieb und Ehrfurcht weih'n. Gib, daß ich thu' mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 6. Was hilft das richtigste Erfenntniß, wenn's nicht zu deiner Liebe treibt? Was nützt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum lenke, Herr, auch meinen Sinn durch Wahrheit dir zum Dienste hin. 7. Laß dein' Erkenntniß mir im 237 gegen Nach der Mel. des 234. Liedes. 357. Wie soll ich dich, mein Gott, nicht Trostes sein. Laß mich, wenn Leib und Seele scheiden, dann noch im Glauben deiner freu'n. Dort seh ich dich im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht. im Nach der Mel. des 59. Liedes. 356. Wie felig bin ich, wenn mein Geist hinauf zu Gott sich schwingt, und, wenn er seinen Schöpfer preis't, der Engel Werk vollbringt? 2. Wer gleicht Gott? wer ist so geschmückt mit Herrlichkeit und Licht? Ihr Seraphim! ihr seht entzückt sein göttlich Angesicht. 3. Ein voller Strom von Wol lust quillt aus seiner Wissenschaft. Denn er ist selig und erfüllt mit Freuden, was er schafft. 4. Er spricht ein Wort, und schnell umringt den Seligen ein Heer, das selig ist, und ihm lobsingt, das niemand zählt, als er. 5. Auch ich entstand, weil er mich schuf, um ewig froh zu sein. Heil, Seele, dir! denn dein Beruf ist, Gottes dich zu freu'n. 6. Schon siehst du durch ein dämmernd Licht den Unaussprechlichen! dort wirst du ihn von Angesicht in größ'rer Klarheit sehn. ut batn r schisz Suid $ 100 antik Zweit. Th. XXVI. Von der Liebe und Dankbarkeit Ad Loda eng pinay Gott. uft, smist ni lieben? Ha Du hast mich ja zuerst geliebt, und, von Erbarmen angetrieben, den Sohn geschenkt, 17 ( bi 258 3weit. Th. XXVI. Von der Liebe der Leben gibt. Herr, dies Ge: schenk zeigt rührend an, wie huldreich du mir zugethan. 2. Von Ewigkeit hast du beschlossen, ich soll dein Kind und Erbe sein. Und wann ist eine Zeit verflossen, da du, mein Gott, mich zu erfreu'n, mir nicht noch weit mehr Gut's gethan, als ich jemals aussprechen kann? 3. Wie sehr, Herr, bist du mir gewogen! du liebtest mich von Anbeginn, und hast mein Herz zu dir gezogen. Bewahre selbst in mir den Sinn, daß dir, voll brünst'ger Dankbarkeit mein ganzes Leben sei geweiht. 00 4. O, welch ein seliges Geschäfte, Herr, deinem Dienst sein Leben weit'n! gib du mir selber dazu Kräfte, so wird mein Fleiß gesegnet sein. Ist deine Gnade nur mit mir, so bleib' ich stets, mein Gott, an dir. 5. Führst du mich gleich auf rauhen Wegen, so thust du es zu meinem Heil. Auch unter harten Kreuzesschlägen hab' ich an deiner Huld doch Theil, und nach vollend'ter Lebensbahn nimmst du mich einst mit Ehren an. 6. O, reiche mir, auch wenn ich sterbe, Herr, deine Vaterhände zu. Dann tröste mich mein künft'ges Erbe! dann führe mich in deine Ruh'. Mit völliger Zufriedenheit lieb' ich dich dann in Ewigkeit. te Nach der Mel. des 301. Liedes. 358. An dich, mein Gott, gedenken, ist Pflicht und Trost für mich. Wenn Sorg' und Gram mich kränken, so sieht mein Aug' auf dich. Dann mindert sich mein Schmerz; dann flieh'n die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh' erfüllt mein Herz. 2. Denk ich an deine Liebe, wie werd' ich dann erfreut! wenn alles um mich trübe, und mir ein Wetter dräut, ist sie mein Sonnenschein. Mich kön nen keine Leiden von deiner Liebe scheiden, so groß sie immer sei'n. 3. Mit fröhlichem Gemüthe denk ich an deine Treu: denn, Vater, deine Güte ist alle Mor= gen neu. Seh' ich nur stets auf dich, wird mir die Arbeit süße, in der ich Schweiß vers gieße; du unterstüßest mich. 4. Du gabst mir aus Erbar: men den Sohn, der für mich starb, und großmuthsvoll mir Armen, dein Kindschaftsrecht erwarb. In ihm, Gott, bist du mein. Drum kann ich Hoffnung fassen, du wirst mich nie verlassen, nein, stets mein Helfer sein. 5. Wie gut ist's, dein gedenfen! die Welt mag immerhin ihr Herz auf's Eitle lenken. Wie schlecht ist ihr Gewinn! zu dir halt' ich mich, Gott! dies bringt, auch wenn ich leide, dem Herzen Trost und Freude; dies stärkt mich einst im Tod. 6. Drum will ich an dich den und Dankbarkeit gegen Gott.E 259 fen, so lang ich denken kann.| und nach Erden. Denn wär' der Wird man ins Grab mich sen ken, so geb' ich zwar die Bahn, da mein die Welt vergißt. Doch du, Herr, denkst noch meiner, wenn auch auf Erden keiner mein eingedenk mehr ist. Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich auch selbst im Himmel werden. Wär'st du nicht schon auf Erden mein, so möcht' ich nicht auf Erden sein. Denn nichts ist in der ganzen Welt, das mir so sehr, wie du, gefällt. Mein Herr und Gott! wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, was mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel' und Leib verschmachten; dies alles wird, wenn's auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär', mein Glaube gar nicht achten. Du bist und bleibest doch mein Heil, und meines Herzens Trost und Theil. Denn wahrlich nur durch dich allein kann Leib und Seele selig sein. Herr, meine Burg! ich hoffe fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 3x10 359. D Nach der Mel. des 141. Liedes. er du mich als ein Vater liebst, und mich mit Wohlihun ganz umgibst, Gott, meiner Seelen Freude! ich bleibe dennoch stets an dir. Was ist, mein Gott, das je mich hier von deiner Liebe scheide? Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierest meinen Lebenslauf, und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr, mein Gott! du bist mein Licht! du bist mein Licht! ich folge dir, so irr' ich nicht. d 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts 5. Wer von dir weicht und beschlossen hat, als was mir auf der Welt dir nicht beharrSegen bringet. Geht's gleich lich Glauben hält, muß freilich zu Zeiten wunderlich, so weiß wohl verderben. Er kann, weil ich dennoch, daß durch dich der er die Luft und Pracht der Gr=) Ausgang wohlgelinget. Nach den sich zum Himmel macht, hartem Tritt auf rauher Bahn nicht deinen Himmel erben. Denn nimmst du mich dort mit Ehren wer dich hier nicht lieben lernt, an, wo mich vor deinem Thron er- und nicht sein Herz von dem freut die Krone der Gerechtigkeit. entfernt, was dir du HeiligMein Herr! mein Gott! ach vollster, mißfällt, kommt nicht zu Begier, ach voll Begier wünsch' jener bessern Welt. Nur den, ich zu sein, mein Heil, bei dir. 3. Mein Sinn ist ganz auf dich gericht't. Hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach Himmel der hier sein Herz dir weiht, sein Herz dir weiht, nur den führst du zur Herrlichkeit.d 6. Drum halt' ich mich ge= 17* O D 260 3weit. Th. XXVI. Bon der Liebe recht gebracht, so oft mit mildem Trost erfreut: sein Wohl= thun wird noch stets erneu't. trost zu dir; du aber hältst dich| stes Macht hat mich so oft zuauch zu mir! und das ist meine Freude. Ich sehe meine Zuversicht auf dich, mein Fels, und zage nicht, auch selbst im tiefsten Leide. Dein Wort, o Höchster, soll allein mein Trost und meine Richtschnur sein, bis sich einst in der Ewigkeit mein Herz vollkommen deiner freu't. Gott meines Heils! ich warte drauf: ich warte drauf: nimm mich in deinen Himmel auf! 5. Auch seine Züchtigungen sind für mich oft pflichtvergess'nes Kind Wohlthaten, alles Dankes werth. So wird des Fleisches Kraft verzehrt, der Schlaf verjagt, der Geist entzündet, und Glaub und Hoffnung fest ge-" gründet. PR endildo tim bim 6. Ich zähle leichter Stern und Sand, als alle Güter deiner Hand. Der fel'gen Engel hohe Sprach' ist selbst für deinen Ruhm zu schwach. Wie kann es dann mir Wurm gelingen, dein Hallelujah recht zu singen? 7. Doc will ich bringen, was ich kann. Nimm mich dir ganz zum Opfer an. Herz, Muth, Mund, Leib sei dir geweih't, deiner Ehr' in Ewigkeit. Ich will Ich will mich ewig dir verschreiben: du sollst mein, ich will dein verbleiben. joidbjed Budou 8. Mel. des 30. Psalms. 360. Wohlan, mein Herz, fei stets bereit, und zeige deine Dankbarkeit dem Gott, dem du ganz eigen bist; deß liebstes Werk das Wohlthun ist; deß Heil uns überall begegnet; der den verfluchten Sünder segnet. mis al 2. Gr denkt bei jedem Au- zu genblick, bei jedem Pulsschlag an mein Glück. Er ist's, in dem ich leb' und bin; durch den ich der Gefahr entrinn': ach, dankend muß ich, Herr, verstummen; wie viel sind deiner Der 116. Psalm. Gnade Summen! mit 361. Wap Gott zu meiNach der Mel. des 324. Liedes. bi die lieb ist mir's, daß 3. Dort zeigt sich mir erst eine See, vor der ich ganz erstaunend steh! ich Erdenklos, ich schnöder Staub! ich Sünder! ich, der Höllen Raub, erfahr' in seinen Liebesarmen sein groß, sein göttliches Erbarmen. nem Schrei'n sein Ohr herab neigt, daß er meine Klagen im Himmel hört; in allen meinen Tagen soll mein Gebet nur ihm geweihet sein! ilov on ins 2. Schon überall um mich war 14. O Sünden, die ich je ver- nichts als Tod, schon hatte mich übt, und er mir väterlich ver des Grabes Angst umgeben! gibt: wer zählt euch? seines Gei-| kaum schien ein Hoffnungsstrahl * Pr und Dankbarkeit gegen Gott. noch meinem Leben, tief sank ich von deiner Macht zum Knechte hin in Traurigkeit und Noth. dir geboren! aus Banden rissest du mich, Herr, mein Gott! 3. Da rief ich Gottes heil'gen Namen an! ach, Herr, mein Gott errette und behüte mich doch! gerecht ist Gott, er ist voll Güte, barmherzig, und ein Gott, der helfen kann. 10. Dit opfr" ich Dank; dich will ich stets erhöh'n, und prei sen, was für Gutes mir geschehen, bezahlen will ich dir, dein Volk soll's sehen, was dir mein Herz gelobte bei dem Fleh'n. 4. Er schützt die Frommen, und er hilft auch mir, wenn ich voll Angst und fast verzehrt, mich quäle; zu deiner Ruhe fehre wieder, Seele, denn wie viel Gutes thut der Herr an dir! 11. In Salem, Herr, in deinem Heiligthum, will ich dich loben! durch des Tempels Hallen soll mein Gesang, foll, Gott, mein Dank erschallen, da sing' ich: Hallelujah! dir sei Ruhm. 1190 5. Du machtest mich vom nahen Tode frei, mein Aug' von Thränen, meinen Fuß vom Fallen: ich will vor dir im Land des Lebens wallen; ein Herold deiner Huld und deiner Treu'! 261 9. Wie köstlich ist vor Gott der Frommen Tod! o Herr ich bin dein Knecht, von dir erkoren, Nach der Mel. des 42. Liedes. 362. Du, Vater deiner Menschenkinder, der du die Liebe selber bist; und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist! laß mich von ganzem Her zen dein, laß mich's mit allen mig 6. Mein Mund bekennet, weil mein Glaube siegt! zwar litt' ich sehr, viel waren meiner Plagen; doch sprach ich auch in meinem größten Zagen: Gott ist wahr- Kräften sein. gaftig, jeder Menſch betrügt.ind dich liebe, da du mich als 2. ich als dein 7. kann Gott gelten, was er that? Unzählig ist die Wohlthat seiner Güte! was bringt ihm nun mein dankerfüllt Gemüthe, ihm, der so gnädig mich errettet hat? ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir dazu Vorschrift gibst. Was dir gefällt, gefall' auch mir. Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 8. Ich will den Heilskelch nehmen, ihn erhöhn, die Wunder rühmen, die an mir gesche: hen, bezahlen will ich ihm, sein Volk soll's sehen, was ihm mein Herz gelobte bei dem Fleh'n! 3. Vertilg' in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt; und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn mir was Eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorzieh'n, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich, um deines Namens willen, gern thun, was 3weit. Th. XXVI. Von der Liebe mir dein Wort gebeut. Kann| Mutter lag, wachtest du, für ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, mich zu sorgen, über mich schon so sieh' auf meine Willigkeit, jeden Tag. Durch den Beistand und rechne mir, nach deiner deiner Macht bin ich an das Huld, die Schwachheit, Vater! Licht gebracht, und was hat nicht zur Schuld. mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheu'n, laß, Vater, mich be: butsam sein. 3. Nie gedenket mein Gemüthe, ohne brünst'ge Dankbegier, jener unverdienten Güte, da du durch die Taufe mir das erhabne Recht gewährt, daß ich für dein Kind erklärt, mich des Segens der Erlös= ten voller Zuversicht darf trösten. SH 6. Aus Liebe laß mich Alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt. Auch Trübsal führt zu ew'gen Freuden. Wer ihre Last gern übernimmt, geduldig trägt, und weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstützt. 4. In den zarten Jugendjahren warst du meines Lebens Stab; mein Beschirmer in Gefahren. An dir hab' ich bis ins Grab ei= nen Vater, der mir gibt, was zum wahren Wohl mir nüßet, einen Vater, der mich schüßet. a 7. In deiner Liebe laß mich sterben. Dann wird der Tod selbst mein Gewinn, dann werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Va= ter der Barmherzigkeit. 5. Gott, du machst's mit uns stets besser, als wir wünschen und verstehn. Deine Güte ist viel größer, als die Kraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein Dank, wie der Seraphim Gesang; dennoch würde durch mein Loben deine Huld nicht g'nug erhoben. 262 Nach der Mel. des 116. Liedes. NO 20 mid, cou 363. Gott, ott, mein Vater, deine Liebe reicht, so weit der Himmel ist. Deines Wohlthuns starte Triebe sind so ewig, als du bist. Deiner Huld Unendlichkeit, Gott, er schöpfet keine Zeit; und wer Fann die vielen Proben deiner Güte würdig loben? 2. Als ich noch, der Welt verborgen, in dem Schooß der 6. O, so zeuch durch deine Liebe, Herr, mein ganzes Herz zu dir. Stärk und mehre selbst die Triebe wahrer Dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein eigen sein; so mich deines Wohlthuns freun, daß auch mir auf dieser Erde Wohlthun wahre Freude werde. 7. Ja, laß jede deiner Gaben recht zu brauchen, mich bemühn; stets den Zweck vor Au 263 04 und Dankbarkeit gegen Gott. gen haben, dazu du sie mir ver-| durch dich mein Wohl doch feste. lich'n. Deine Güte reize mich, Wenn Fluth und Elend auf daß ich immer brünst'ger dich mich träuft, so siehst du mit lieb', und deinen heil'gen Wil- Erbarmen drauf, und hemmst len freudig suche zu erfüllen. allmächtig ihren Lauf. nouv 6. Du bist mein Heil. Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Retter, voll. O, könnt ich deine große Güte doch so erheben, wie ich soll! doch meine Kraft reicht nicht dahin. Du weißt es, Gott, wie schwach ich bin. Nach der Mel. des 42. Liedes. 364. Mein Herz, ermuntre dich zum Preise des Gottes, der dein Va: ter ist! bedenke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank ver: pflichtet bist. Bring' ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist im mer offen, zu geben, was mir nüglich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott! wie wenig bin ich's werth, daß mir noch Hülfe widerfährt! 3. Unendlich groß ist dein Er: barmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Trost und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entge: gen eilt; und wenn sie noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang' verweilt, so fommst du, eh' ich's mich ver= Your chim Nach der Mel. des 141. Liedes. ſeh'n, mich aus dem Kummer 365. Habe deine Lust am zu erhöh'n. tennish..11 bei dem 5. Du wählst und wirkest stets das Beste, und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht 7. Und hätt' ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig g'nug von mir besungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch, du siehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Redlichkeit; und hörest selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kin= der Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen sein. Ich will mit red= lichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weih'n, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb' im höhern Heiligthum. Herrn ist Freud' und Leben; und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was dir dienet, geben 3weit. Th. XXVI. Von der Liebe 264 Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. Schooß, in Nacht verborgen, schlief, bestimmtest du für mich das Loos, das mich zum Leben rief. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich ver= fehret! Glaube, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner schon als ein Kind ein Christ. Bahn, was das Herz nur wün- 5. Schwach an der Brust, schen kann. ad core is 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, eb er geboren ist. Und so ward ich, o welch' ein Glück! vernahmst du schon, was noch fein Flehen war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. und de 3. Luft an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Worte ott im Worte kennet. Lust an Gott stärkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Solche Lust beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. ignon 6. Wenn ich als Jüngling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich höchst liebreich, Herr, dein Rath darauf zurückgeführt. andsgargjo m 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem 7. Du warst mein Schuß und Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdrossen zu erfüllen! und so trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Laster, das noch mehr als sie zu fürch, ten war. com si ted 5. Bleibst du auch nicht ohne Last; trag' geduldig die Be schwerden: wenn du wohl gelit ten hast, wird dir ew'ge Freude werden, und du triffst im Him: mel an, was dein Herz nur wünschen kann. nu 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich mein Leben mir geschenkt und deine Gnad' erquickte mich, wenn Sünden mich gefränkt. bin aid me 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und in der wahren Freund= schaft Glück, des Lebens Trost mir gibst. gnity im more 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dies Herz, das fühlen kann; dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan. hin 11. Kein Tag soll froher mir ver= gehn, als Höchster, dir zum Preis. Ich will dein hohes Lob erhöhn, so gut ich kann und weiß. ista son Nach der Mel. des 59. Liedes. ein Geist erstaunt, 366. Mein Usora Allmächtiger, wenn er die Gnaden denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt. ose 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter 5 und Dankbarkeit gegen Gott. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn krachend einst der Bau der Welt sich aus den Angeln reißt, will ich den preisen, der mich hält, dich, der mich leben heißt. h14. Dich, der mich bei der Welten Sturz mit starkem Arm erhob! selbst Ewigkeiten sind zu kurz, o Höchster, für dein Lob! Nach der Mel. des 48. Liedes. ir 1645 367. Diant ich für mein Leben, Gott, der du mir's gegeben, ich danke dir dafür! Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. bi opor mis 2. Du, Herr, hast mich bereitet; mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. din d 13. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu' viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig madilo 263 Mel.: Ogroßer Gott von M. 368. du erhab'ner Gott, an Macht unend lich reich! Wer ist dir auf der Erd', und wer im Himmel gleich? glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. ung m 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eb' ich bereitet war; eh' ich zu sein begonnte, und zu dir rufen konnte, da wogst du schon mein Theil mir dar. m 5. Du ließ'st mich Gnade finden, und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. Höchster! welch Erbarmen! du sorgtest für mich Armen, und bist ein Vater, der verzeiht. 6. Für alle deine Treue, für das, deß ich mich freue; lobfinget dir mein Geist. Er ist dein größt' Geschenke; daß ich durch ihn dich denke, ist dein; dein ist's, daß er dich preist. 7. Daß du mein Leben fristest, und mich mit Kraft ausrüstest, dies, Vater, dank' ich dir; daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regiereft, dies alles, Vater, dank' ich dir. 8. Was mir in diesem Leben noch nüßt, wirst du mir geben; du gibst's, ich hoff' auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich meinen Leib und Seele. Herr, segne und behüte mich! 102 240 Zweiter Theil. XXVII. Von der Furcht Gottes. Vor dir erbebt die Geisterwelt; und was der Himmel in sich hält, muß sich mit tiefem Schweigen vor deinem Throne beugen, d 3weit. Th. XXVII. Von der Furcht Gottes. 2. Du hast durch deine Kraft des Lebens Leitstern sein, fo den Himmel ausgestreckt; die nimmt kein Irrthum mich zu Erde fest gegründ't, dem Meer meinem Schaden ein. Sie mache fein Ziel gesteckt. Dein Wort mich von Heuchelei, von Men= bewegt der Berge Grund, und schenfurcht und Trägheit frei; stürzt sie in des Meeres Schlund. so werd' ich im Gewissen die Du sprichst: so fliehn selbst Wel: süße Ruh' genießen. 20 ten, o Herr, vor deinem Schelten. Than Melodie des 26. Psalms. 369. Gott, wer ist dir gleich, wie mäch: tig ist dein Reich! dein Dräun bewegt der Erde Grund. Willst du zur Strafe ziehen, wer kann vor dir entfliehen? dein Arm wird allenthalben fund. 2. Wo ist der Ort der Welt, der mich verborgen hält? Vor dir liegt alles aufgedeckt! wie solt' ich dann noch wagen, Gehorsam zu versagen, da deine Gegenwart mich schreckt? 266 3. In deiner Hand sind wir wie Thon in Töpfers Hand. Was an uns Gutes ist, hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht durch die Vernunft und Schrift dein Recht, willst, daß wir Thun und Den ken nach deiner Vorschrift lenken. 4. Erleuchte meinen Geist. o Gott, mit deinem Licht. Dich fürchten, sei mir stets fo Seligkeit, als Pflicht. Hilf, daß ich, als dein Unterthan, der niemals dein entbehren kann, bemüht sei, deinen Willen gehorsam zu erfüllen. ndi 5. Laß deine Gegenwart mir stets vor Augen sein, und auch im Dunkeln mich dein helles Antlig. scheu'n. Erinn're mich an dein Gericht, wenn zur Verlegung meiner Pflicht die Lust der Welt zu Zeiten mich Schwachen will verleiten. 6. Doch zünde auch in mir das Licht des Glaubens an, daß ich in Christo dich Vater lieben kann. i als als daß ich frei vom knecht'schen Geift, mit Freuden dir Gehorsam leist' und mich aus reiner Liebe in deinen Wegen übe. 7. Laß, Vater, deine Furcht 3. Dem, was ich lass' und thu' siebst du aufmerksam zu, und bringst es einst vor dein Gericht. Wie sollt' ich dann nicht beben? auch bei dem besten Leben bestehen Adams Kinder nicht. 4. Doch mach' von Heuchelei und Knechtes Furcht mich frei, daß ich dich fürchte, als dein Kind, und in der reinen Liebe mich durch den Glauben übe, wozu mich deine Huld verbind't. 5. Ach, lenke bloßer Zwang den ungewissen Gang, wie könnt' ich mich in dir erfreu'n? Nein, laß mich dir, o Vater, mein Helfer und Berather, mit Wiltigkeit ergeben sein. 3weit. Th. XXVII. Von der Furcht Gottes. 6. Wer als ein Knecht ihn| fall einer ganzen Welt hilft scheut, und thut, was er gebeut, dem ja nichts, der dir mißfällt. jedoch von seiner Liebe blos, der kann ihm nicht gefallen! die Liebe macht bei Allen, und auch bei Gott, den Menschen groß. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weißen, daß ich die Gnade nicht verlier', die mich von dem verdienten Fluch befreit, und stets noch liebreich trug. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit. Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich alles Unrecht flieh'n, und nur in der Gnadenzeit mit Vorsicht um deine Gunst bemüh'n. 6. Gib, daß ich stets ein gut Gewissen vor dir zu haben sorgsam sei; und mache von den Hindernissen der wahren Tu370. Vor dir, o Gott, sich gend selbst mich frei. Nie störe Nach der Mel. des 7. Liedes. Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. findlich scheuen, ist unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. D'rum wirk' in mir durch deinen Geist, die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln, und überall, auch wo ich bin, nach deiner Vorschrift redlich handeln. Du hassest heuchlerischen Sinn. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 7. Was noch so schwer uns deucht, macht uns die Liebe leicht; sie machet uns dir Höchster gleich! fie stillet uns're Herzen, versüßet uns're Schmerzen, und bringt uns in dein ewig Reich. 8. Entzünd' den Trieb in mir, mit Lust zu thun, was dir ge: fällt, o Gott, mein ewig Heil! dir will ich mich ergeben, dir sterben und dir leben; dir meines Herzens Trost und Theil! 267 2. In Allem, was ich thu' und denke, laß, Herr, das meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheu'n. Denn, wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun 8. In deiner Furcht laß mich einst sterben, so schreckt mich weder Tod noch Grab; so werd' ich je= nes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott! deine Furcht bringt Segen ein. Ihr Lohn wird groß im Himmel sein. Nach der Mel. des 72. Liedes. mich ernstlich schäme, was bir, 371. Willst du der Weismein Gott, zuwider ist; der Beiheit Quelle 268 nen? Es ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist weis und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern' Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nich: tigkeit! so wirst du nie dich unterwinden mit thörichter Verwegenheit zu tadeln, was sein Nath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last: nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft versäumet hast. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 3weit. Th. XXVII. Von der Furcht Gottes. samkeit; auf des GewissensStimme hören, und willig thun, was er gebeut: auch das lehrt dich die Furcht des Herrn; auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läst dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst: die Furcht des Herren wird dich stärken, daß du die Welt ver achten lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, ist glückin lich, selbst beim Spott der Welt. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleih'n, wird dich die Furcht des Herrn er wecken, auch dann, was unrecht ist, zu scheu'n. Denk' nur, vor seinem Angesicht ist Finsterniß wie Mittagslicht. 5. Den Herren öffentlich verehren, sowohl, als in der Ginsning 7. Sich stets vor dem Allmächt'gen scheuen, gibt Helden: muth und Tapferkeit, wenn uns der Menschen stolzes Dräuen, was Gott mißfällt, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. indende der die trubendrit Zweiter Theil. XXVIII. Von dem Vertrauen auf Gott, und der Ergebung in seinen Willen. Der 11. Psalm. nisi Isid mi un Burg Criar ados Nach der Mel. des 46. Liedes. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höchsten seh'n! laß sie mich zu der Weisheit führen: so werd' ich niemals irre geh'n. Wohl dem, der sich stets findlich scheut; dich fürchten, Gott, ist Seligkeit. wall n dann kann kein Feind mich untertreten, dann beb' ich, Gott, vor Menschen nicht! THE 372. Voll Glauben will2. Und wenn sie mir, um ich zu dir beten, mich zu fällen, und meines Falo Gott, vor deinem Angesicht! les sich zu freu'n, noch so ver 3weit. Th. XXVIII. Von dem Vertrauen auf Gott, 2c. borgne Netze stellen, so will ich| Was zagt mein Herz? ist auch doch nicht zaghaft sein. ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Wenn meiner Wohlfahrt Feinde sagen: nun, nun, ist er zu Fall gebracht! so werd' ich den moch nicht verzagen, denn Gott lebt noch mit seiner Macht! 3. Du, Herr, weißt, was mein Herz begehrt, und hättest, was ich bitte, mir gnädig, eh' ich bat, gewährt, wenn's deine Weisheit litte. Du sorgst für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, dein Wille, Herr, geschehe. sio de 4. Gott ist im Himmel, doch auf Erde schäust du herab, vom Himmel, Gott! und siebst, wenn ich gedränget werde, siebst mei nen Jammer, meine Noth. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe, verläßt mich doch im Grabe. 5. Du fennst und liebest den Gerechten, befreist ihn gern von jeder Last; hilfst, wenn sie fle: hen, deinen Knechten, und has: sest jeden, der sie haßt. A 6. Weh' den, der den Ge: rechten spottet! Gott schaut im Zorn den Frevler an; er wird mit Wettern ausgerottet von dem, der ewig tödten fann. 7. Denn der gerechte Rich ter liebet der Heiligen Gerech tigkeit und hilft dem, der, was recht ist, übet, wenn auch die ganze Welt ihm dräut. 2 Mi- hatin Nach der Mel. des 267. Liedes. 373. Auf dich, Herr, nicht auf meinen Rath, will ich mein Glücke bauen, und dir, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Du, der die Welt allmächtig hält, wirst mich in meinen Tagen, als Gott und Vater tragen. 269 2. Du sahest schon von Ewigfeit, wie viel mir nüßen würde, bestimmtest meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht läß'st du es keinem fehlen. Gesundheit, Ghre, Glück und Pracht sind nicht# das Glück der Seelen. Werd deinen Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie ver= d schwunden? Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden? Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. Nach der Mel. des 72. Liedes. nin 374. Mein dein Hort ist Gott, ihn taß ich walten. Ich hoff auf ihn! er kennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, 270 3weit. Th. XXVIII. Von dem Vertrauen auf Gott, 2. Was qual' ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Herr, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stärke mich, denn nichts vermag ich ohne dich. und sein bin ich! Ich gründe 2. Wer wollte dir, Herr, meine Zuversicht auf diesen Fels nicht vertrau'n? du bist des und wanke nicht.be Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schau'n, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That! mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden! 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt. viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; wir fleh'n; ihm bricht sein Vaterherz. 4. Die Lieb' ist Gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Christ? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Er habner Trost, der nimmer trügt, und jeden Zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner, und bin stille, wie bald verstreicht die Prüfungszeit; dann nehm' ich dort aus seiner Fülle unend liche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugesaget hat. Nach der Mel. des 267. Liedes. 375. Der Herr ist meine Zuversicht, mein einz'ger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott. Auf sein Gebot wird seine Seele stille. Ihm g'nügt des Vaters Wille. *** 3. Noch nie hat sich, wer Gott geliebt, verlassen sehen müssen: du läss'st ihn, wenn ihn Noth umgibt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz. Der Sünder eitles Dichten, pflegst du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff', o Seele, hoff' auf Gott. Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung bin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht sind, die zu Menschen flieh'n; verflucht, wer von Gott weichet! dein Heiland starb: er, er erwarb, auf seinem Todeshügel, dir deines Glaubens Siegel. insa ti- liv 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sam meln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen, und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zu Ji und der Ergebung in seinen Billen. versicht. Auf dich hofft meine| mir, nach deiner großen Güte! Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sor: gend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, und sich inKummer fassen? und stärke zum Vertrau'n zu dir mein schüchternes Gemüthe. Gib, daß ich freudig hoff" auf dich, du werdest nie, als Vater, mich verlassen, noch versäumen. 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. 5. Seb' ich auch gleich nicht immerfort zur Hülfe Wege of: fen; so laß mich dennoch, Herr, mein Hort, auf deine Rettung hossen. Du bleibst doch immer. groß an Rath, und immer mächtig auch an That, mein Bestes zu besorgen. 6. Dies sei mein Trost, dies mich durch dein Wort belebret, daß deine Hand der Frommen Noth in Freude einst verkehret, und daß ich Alles, was mich fränkt, auf dich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuversicht 7. Was hier mir fehlt, das soll werfen. sei mein Licht, wenn mich die Sorgen fränken. Erfüllst du meine Wünsche nicht, so laß mich gläubig denken, daß mir's nicht gut gewesen ist. Weil. du die höchste Weisheit bist, so fügst du stets das Beste. i 2. So will ich denn auch auf dein Wort der Sorgen mich entschütten. Erhöre du, mein Fels, mein Hort, mein kindlich Flehn und Bitten. Gib meiner Seele wahre Rub'. Was mich bekümmert, lenke du zu meinem ew'gen Besten. wirst du mir auf's Reichlichste ersetzen; wenn ew'ge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergötzen. Da ist mein Erb' und höchstes Gut. Ostärke mir dadurch den Muth bis an mein selig Ende. 107 The 3. Der Sorgen Macht hat pano Nach der Mel. des 119. Liedes. 271 376. Du hast, mein Vater und mein Gott, NO Der 62. Psalm. Nach der Mel. des 54. Liedes. freilich oft mich übermeistern 377 Mein Geift soll nun in NOVINY Gott allein, wollen. So hab' ich nicht auf dich gehofft, als ich wohl hoffen sollen. Mein Gott, wie groß ist meine Schuld! an dir hab' ich durch Ungeduld vielfältig mich verfündigt. als seinem Schuße, ruhig sein. Ich stehe ja bei ihm in Gnaden. Genug: ist dieser Gott mein Held, so tob und stürme nur die Welt; ihr Abfall soll mir doch nichts schaden. 4. Erbarmender! vergib es 272 3weit. Th. XXVIII. Von 2. Wie lange beut'st du, roher Hauf, Verläumdung, List und Bosheit auf, um einen Mann zu übermögen? ihr Frevler eilt mit aller Macht, wie eine Wand, die hängt und fracht, nur eurem Fall und Tod entgegen. 3. Umsonst sucht dem, den Gottes Hand zu einem hoben Ehrenstand bestimmt, der Nei: der nachzustellen. Da spart ihr keine Tücke nicht. Ihr segnet mich in's Angesicht, und flucht mir gleichwohl in der Seelen. 4. Da ruht mein Herz in Gott allein; der wird schon mein Erlöser sein, und meine Sehnsucht bald vergnügen. Er ist der eine, der mich stügt, und wider alle Feinde schützt. Wie sollt' ich stets darnieder liegen? 5. Mein Schuß und Sieg in aller Noth, mein Truß und Ruhm bis in den Tod, der Herr erquicket mein Gemüthe. Drum schütte vor ihm Jakobs Haus das Herz nur immer gläubig aus, und gründe sich auf seine Güte. 6. Wer auf der Menschen Hülfe baut, und auf der Großen Schutz vertraut, der wird in seinem Wahn betrogen. Ihrgan-| zes Wesen weit und breit ist eitler noch, als Eitelkeit, und wird von nichts auch überwogen. 7. Verlaffet euch auf Frevel nicht, und seid auf keinen Raub erpicht vergeht euch nicht nach Eitelkeiten und kommet ihr zu Geld und Gut, so laßt euch dem Vertrauen auf Gott, nicht zu Uebermuth, nach schnödem Geize je verleiten. 8. Mich lehrte Gott einmal ein Wort; das hör' ich, deucht mich immerfort: er sei der Herr im höchsten Throne, der Richter, deffen Macht und Treu' der Unschuld Hülf und Rath verleih', und jedem nach Verdienste lohne. Nach der Mel. des S2. Liedes, 378. Hott der Wahrheit! dessen Treue uns're Hoffnung stützt und hält, ich erkenn es voller Reue, daß mich Kleinmuth oft befällt. Ach, mein Herz hängt noch an Dingen, die doch keinen Trost mir bringen. Dwie oft vergeh' ich mich, ängstlich zweifelnd, wider dich. Sünde! nimm die Strafe von 2. Gott, vergib mir diese mir hin. Schenke, Vater deinem Kinde einen dir ergebnen Sinn, der von dir nur Hülfe heischet, den nicht falsche Hoff nung täuschet, die das Herz aufs Eitle zieht, und wie leichter Rauch entflieht. qua agita 3. Laß mich Gram und Sora gen meiden, weil du für mich sorgst und wachst, und bei allen Druck der Leiden dich um mich zur Mauer machst. Laß mich auf dein Wort stets hoffen, Gott, werdeinem Wort nicht traut, hat auf leichten Sand gebaut. 4. Laß mich fest im Glau- n ben werden, daß dein Wortd wahrhaftig sei: o, so werd' ich hier auf Erden von so mancher 3200 und der Ergebung in seinen Willen. Unruh frei. Dann werd' ich, mein Gott, mit Flehen, stets auf deine Hülfe sehen; dann wächst meine Zuversicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. 5. Vater, meine Hoffnung gründet sich auf deines Sohnes Tod. Meine Seele jucht und findet darin großen Trost in Noth. Ja, sein siegreich Auferstehen läßt mich zu dem Leben gehen, das kein traurig Ende nimmt, wo mir ew'ges Heil bestimmt. 6. Muß ich gleich noch hier auf Erden, Gott, vor dir ein Pilgrim sein; wirst du doch von den Beschwerden dieser Zeit mich einst befrei'n., erwünschte sel'ge Stunden! ewig aller Noth entbunden, werd' ich dich, mein Heiland, sehn, und zu deiner Freude gehn. atopar b 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, Herr, meine Zuversicht! bis das alles eingetroffen, was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Lebens, harrt der Glaube nie vergebens. Was wir glau: ben, schauen wir einst gewiß, o Herr, bei dir. Nach der Mel. des 83. Liedes.m 379. Der 380. We er ew'ge Gott und höchste Vater von Allem, was da Kinder heißt, die Lebensquell', der Weltberather, den unser Glaub' als Schöp: fer preist, der diese Welt aus seinen Schätzen bloß durch sein Wort hat aufgestellt, und der nach 273 seinen weisen Sätzen, Zeit, Maas, Gewicht und Ordnung hält: 2. Der hat sein Herz zu mir geneiget in seinem vielgeliebten Sohn, den er von Ewigkeit ge= zeuget, und der nun herrscht auf Gottes Thron, um dessen Willen will er heißen mein Vater und mein Bundesgott, auch väterlich sich mir erweisen in aller Leib's- und Seelennoth. 3. Sollt' ich nun nicht dem Vater trauen? sollt' ich nicht, wenn mich Unglück trifft, voll Zuversicht auf's Ende schauen, da seine Zucht viel Gutes stift't? ich will es thun von ganzerSeelen, mein Herz sei ganz auf ihn gericht't, so kann mein Hof= fen mir nicht fehlen, denn ihm fehlt Macht und Wille nicht. 4. O, wie so wohl geschieht Va= der Seelen in dieses ew'gen ters Schoß! ach laß mich dich allein erwählen, reiß mich von allem Andern los: laß mich mit starken Liebesfeilen zu dir stets angezogen sein; so stellt dein Kind sich ohn' Verweilen, bei dir, mein Gott und Vater, ein. Nach der Mel. des 7. Liedes. er nur den lieben Gott läßt walz ten, und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhal: ten in aller Noth und Traurigkeit: wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schwe18 dem Vertrauen auf Gott, wer nur seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. ohl dem Vienschen, DRIST der von Herzen, Alles, was ihn überfällt, in des Höchsten Hände stellt, der nicht mit vergeb'nen Schmerzen seiz nes Unglücks trübe Nacht trüber macht. drose 2. Denn es ist doch nur vergebens, daß ein Mensch, der sterblich ist, immer sich mit Soris ugen frißt; weil der Stifter unsers Lebens, Alles, wie es muß geschehn, vorgesehn. 3. Wenn der Himmel dich will segnen, so empört die Erde sich nur vergeblich wider dich; soll was Widrig's dir begegnen, wirst du ihm, durch Widerstehn, nicht entgehn. 274 3weit. Th. XXVIII. Von ren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser UDE Ungemach? wir machen unser 381. W Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halt' in frommer Ehrfurcht stille, und warte, bei sich selbst vergnügt, wie Gottes Gnad und heil ger Wille und sein Allwissenheit es fügt: Gott, der uns ihm hat außerwählt, der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die wahren Freudenstunden, weiß, wenn ein Glück uns nüßlich sei; und wenn er uns bewährt erfunden, aufrichtig, ohne Heuchelei; so kommt Gott, eh' wir's uns versehn, und lässet uns viel Gut's geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshizze, daß dich dein treuer Gott vergißt, und daß der ihm im Schoße sizze, der reich und groß und mächtig ist: die Zukunft ändert oft sehr viel, und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Was sind vor Gott der Menschen Sachen? sein starker Arm vermag sogleich den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; wie leicht ist es bei dem gethan, der bald erhöh'n, bald stürzen kann! 7. Sing', bet' und geh' auf Gottes Wegen, verrichte deine Pslicht getreu, trau' ihm und seinem reichen Segen, so wird er bei dir werden neu: denn 4. Geht dein zeitlich Heil zurücke, werde nicht so sehr bewegt: der für Alles Sorge trägt, dieser sorgt auch für dein Glücke; deine Stunde kommt ja wohl, wenn sie soll. 5. Ist dir mancher überlegen. der es nicht verdienet hat; glaube, Gottes dunkler Pfad ist gar weit von unsern Wegen, und es ist doch alles gut, was er thut. 6. Hast du Angst vor bösen Leuten; ihre Bosheit, die dich fränkt, ist mit Gottes Macht umschränkt: will dich Noth und Tod bestreiten; waffnet Erd' und Hölle sich wider dich; 7. Wisse; wen die Allmach und der Ergebung in seinen Willen. D schüßet, den erschlägt kein Don-| mich die Angst mit Haufen nerfnall, ob der dicken Wolken drückt, so werd' ich doch durch Fall gleich mit Flamm' und Kei: ihn erquickt. len bliget; ja ob gleich die ganze Welt bricht und fällt. 8. Führ' dein Leben nur mit Freuden, warte von des Höchsten Hand, was er dir hat zuerkannt, schicke dich, auch das zu leiden: schweige gern zu Allem still, was Gott will.or 4. Es mag der Zorn der Feinde wüthen: doch reicht der Herr mir seine Hand; sein rechter Arm wird mich behüten, und enden meinen Jammerstand. Herr, deine Huld bleibt für und für; vollende nur dein Werk in mir! 275 9. Gott weiß Alles wohl zu Nach der Mel. des 67. Liedes. machen! darum, wer sich steif 383. Cbrift, Alles was und fest auf des Höchsten Huld verläßt, und sich gern in allen Sachen unter seinen Willen biegt, lebt vergnügt. dich fränket, bez fiehl getrost dem Herrn. Er, der die Himmel lenket, ist auch von dir nicht fern. Erwach' aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich! er siehet deinen Kummer, und liebt noch väterlich. Der 138. Pfalm. Nach der Mel. des 42. Liedes. 382. Jd ch danke dir von ganzem Herzen; dir sing' ich, Herr, vor aller Welt. Dein Name lindert meine Schmerzen; wenn mich dein Tempel in sich hält, so preif' ich deine Güt' und Eren', und wie dein Name herrlich sei! 12. Ruf ich dich an, so wollst du hören, und neue Kräfte mir verleih'n! dich müssen alle Für sten ehren, und deinem Wort gehorsam sein! und allenthal: ben mach' ihr Mund die Größe deiner Ehre fund. 3. Der Herr ist hoch; allein er siehet auf's Niedrige, und hält's in Hut. Nichts ist, das seinem Blick entfliehet! auch nicht des Stolzen Uebermuth. Wenn 2. Sind's Sünden, die dich schmerzen? ja, fühle deine Schuld, doch trau mit ganzem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet die Reu', die Gott gefällt. Allein den Tod ge= bieret die Traurigkeit der Welt. 3. Trau' Gott, nicht deinen Schlüssen, die Wahl des Besten zu. Sprich, wer wird's besser wissen, dein Schöpfer oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, in jedem Augenblick. Was er, dein Vater, wählet, daß dient zu deinem Glück! 4. Der Gott, auf dessen Segen, dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen hochheilig, weis und gut. Und was er seinen Kindern zu ihrem Heil erfah, kann kein Erschaff18* 276 3weit. Th. XXVIII. Von dem Vertrauen auf Gott, ner hindern. Wenn er gebeut,| vergessen, der Herr ist's, der steht's da. es spricht. ver 5. Es mag die Hölle wüthen! umsonst empört sie sich, wenn er dich will behüten; und er behütet dich! wer gleicht ihm? seinen Winken gehorchen Erd' und Meer. Laß deinen Muth nicht sinken, dein Schirm und Schild ist er. 6. Gott zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern auch deinen Wunsch gewähren. Sei stille vor dem Herrn! er ist ein Hort der Frommen, hoff unverzagt auf ihn, denn seine Zeit wird fommen, und deine Wohlfahrt blüh'n. 8. Sei froh; dein Gott regieret! sein Rath ist wunderbar. Einst wirst du überführet, daß er der beste war. Du denkst wohl unterdessen: der Herr er barmt sich nicht; der Herr hat mein vergessen! doch höre, was er spricht: Watter 10. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, und wiss', daß seine Güte dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer Weile dich desto mehr erfreu'n. Zu deinem größten Heile ver=zieht er; harre sein. bi 7. Ergib dich mit FreuNach der Mel. des 72. Liedes. err, mache meine den, ſei start in ſeiner Kraft. 384. He dies bei Sei auch zur Zeit der Leiden ein Christ und tugendhaft. Und dann ergreif' im Glauben den Trost der Ewigkeit! wer kann dir diesen rauben, der allen Gram zerstreut? Secle stille: Allem, was mich fränkt und drückt, geschieht doch einzig nur dein Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bist's, der Alles ändern kann! und was du thust, ist wohlgethan. 9. Ist auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt? denk' an dies Wort und weine die Freudenthrän', o Chrift! und könnt' sie ihn vergessen! will ich doch deiner nicht, ich deiner nie 11. Wohl dir alsdann, du Treuer! wie groß ist einst dein freier reicht dir die Siegeskron'; Lohn! dein Richter, dein Be= ew'ger Preis und Dank. Dann auf kurze Prüfungstage folgt schweiget jede Klage und wird ein Lobgesang.ne 2. Auch auf den allerrauh'= sten Wegen führst du uns zur Glückseligkeit. Selbst Trübfal bringt dem ew'gen Segen, der dir fein ganzes Herze weiht. Ihr Ausgang wird doch herrlich sein, steht's gleich der blöde Geist nicht ein bom d 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, wenn du mir Prüfungen bestimmt. Dein Vaterherz steht dem doch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung und der Ergebung in seinen Willen. ruht, mit dem machst du es| mehr als lachen; Gott wird's immer gut. 400 19 doch wohl machen. 4. Uns bleibt oft, was uns nügt, verborgen. Wer hat's je ganz genau erkannt. Wie oft sind uns're Wünsch' und Sorgen voll Thorheit und voll Unverstand! wer kann, was seinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz übersehn? biddu u 5. Nur du, du kennst und wählst das Beste. O Vater, mache selbst mein Herz in dieser Ueberzeugung feste: so ebr' ich auch im größten Schmerz dich noch mit der Gelassenheit; was mein Gott will, gescheh' allzeit. 6. Die Stunde wird doch end: lich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut, denn einmal führst du doch die Frommen zur völligen Zufriedenheit. Und dann wird Jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. tost 7. Dann wird von allen mei: nen Plagen der ew'ge Nußen mich erfreu'n; dann wird mein Herz, statt aller Klagen, voll von dem Dank und Lobe sein; der Herr, der für mein Heil gewacht, hat Alles wohl mit mir gemacht!*** 277 Nach der Mel. des 89. Liedes. 385. See eele, sei zufrieden! was dir Gott 2. Bringt der Feinde Menge Alles ins Gedränge, was die Wahrheit liebt; will man deinen Glauben von dem Herzen rauben; sei drum unbetrübt! stellt man dir viel Elend für; drohen der Verfolger Rachen; Gott wird's doch wohl machen. 3. Scheint der Himmel trübe; fällt der Menschen Liebe immer mehr dahin; droht ein hart Geschicke alle Augenblicke dem er= schrocknen Sinn; nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen: Gott wird's doch wohl machen. hiver 4. Ungeduld und Grämen kann von uns nichts nehmen; macht nur größern Schmerz: wer sich widersetzet, wird nur mehr verletzet; drum Geduld, mein Herz! aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Last dich Schwachen; Gott wird's doch wohl machen. 5. Wer ein Christ will heißen, maß sich auch befleißen, Alles auszustehn: mag bei Un= gewittern Erd und Himmel zit= tern, ja zu Grunde gehn; der steht fest, den Gott nicht läßt; drum laß alle Wetter krachen: Gott wird's doch wohl machen. 6. Kronen soll der tragen beschieden, das ist alles gut: der des Kreuzes Plagen in Ge treib' aus deinem Herzen Ungeduld besiegt: fröhlich ausgehal: duld und Schmerzen; faffe fri ten und Gott lassen walten, daß schen Muth! ist die Noth dein macht recht vergnügt, Drum täglich Brod; mußt du weinen nimm dir, o Seele! für alles 3weit. Th XXVIII. Von dem Bertrauen auf Gott, Unglück zu verlachen: Gott| Freunde, wenn du, Prüfer, mich wird's doch wohl machen. betrübst, nicht gefesselt in der Feinde bosheitsvolle Hand mich gibst; daß für meine müden Füße, damit ich nicht straucheln müsse, deine wundervolle Kraft einen 2 ay auf der Erde weiß 6. Preis sei deiner Huld und Liebe, die in einer festen Stadt, damit ich beschirmet bliebe, tren sich mir erwiesen hat! angstvoll nannt' ich mich verstoßen, und dein Auge mir verschlossen; doch, als meine Stimme schrie, und dir rief, vernahmst du sie. 278 Der 31. Pfalm. Nach der Mel. des 82. Liedes. 386. Herr! bir trau' ich weiten-Rann verſchafft. ich keinen Freund, als dich. Damit ich nie schamroth werde, rette, du Gerechter, mich! neige mir dein Ohr und eile schnell daher zu meinem Heile, sei mir, wenn das Unglück dräut, Fels und Burg und Sicherheit 2. Ja, du bist mein Fels, Erretter! meine feste sichre Stadt, welche mich in jedem Wetter liebreich aufgenommen hat. Gile, deines Namens wegen, mich zu führen, mir entgegen; reiß' der Feinde Neß entzwei! steb' mir, meine Stärke, bei! 7. Liebt den Herrn, ihr, seine Kinder! die ihm trau'n, bewahret: Gott, schrecklich rächt er stolzer Sünder frecten Uebermuth und Spott. Keinem, der ihn liebt, wird's feblen, darum stärfet eure Seelen, und die ihr zur Zuversicht ihn erwählt habt, zittert nicht! we dinit mind 3. Meine Stärke, dir befehle, dir in deine Vaterhand übergeb' ich meine Seele, zu bewahren, wie ein Pfand. Du beschirmst fur mich, Gott der Treue, und ich haſſe, Herr, und ſcheue Jeden, der die Lügen liebt, Eitelkeit und Frevel übt. 4. Dir vertrauet mein Gemüthe, fröhlich sing' ich und entzückt jauchz' ich über deine Güte, daß auf mich dein Auge blickt; daß, wenn alle mich verlassen, wenn mich tausend Feinde bassen, du auf meine Schmerzen siehst, du mich nicht verkennst, noch fliehst; och 5. Daß du, standhaft deinem Aus dem 27. Pfalm. dan bim Nach der Mel. des 119. Liedes 387. Der Herr ist meines Kraft. Soll mir vor Unglück grauen? Er ist's, der Rath und Hülfe schafft, ihm soll mein Herz vertrauen. Er schützt mich! Meiner Feinde Heer, ihr stolzer Troß, nichts schreckt mich mehr, hab' ich ihn nur zum Freunde. 2. Empöre dich, ohnmächt'ge Welt, mein Geist wird nicht erschrecken. Gott wird, in seinem heil'gen Zelt, zur bösen und der Ergebung in seinen Willen. E 279 Zeit mich decken. Sein Rath| uns fehlt, und unser sehnlich's für mich ist Wohlergehn. Er Fleh'n, das hat der Höchste wird mit Segen mich erhöh'n schon von Ewigkeit gesehn. zum Heile der Erlösten. 3. Ja, Vater! neige mir dein Ohr, wenn Höll' und Welt mir fluchen. Mein Herz hält dein Gebot mir vor: ihr sollt' mein Antlitz suchen. Ich eile, Herr, getrost zu dir. Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, und laß dich gnädig fincen.s 03. 8 hilft uns unser Gott, der Alles wohl vollführet; und auf das Weisefte zu aller Zeit regieret; sein herrlicher Verstand sieht es am besten ein, was uns wahrhaftig kann gut oder schäd= lich sein. 32 # 105707 4. G8 hilft uns unser Goft, der alle Macht besihet, dem nichts unmöglich ist; wohl uns, daß er uns schüßzet! ist unser Leiden gleich sehr groß und mancherlei: getrost und unverzagt! die Allmacht steht uns bei. 4. Verlaß mich nicht, o. Gott, mein Heil, wenn Menschen mich verlassen. Nimm du mich auf und sei mein Theil, und bess're, die mich bassen. Herr! nimm du mich zu Gnaden an, und lehre mich, auf richt'ger Bahn in deiner Furcht zu wandeln. 5. G8 hilft uns unser Gott, den unser Jammer kränket; der 5. Den Feinden übergib mich sein erbarmend Herz auf unsre nicht, die mich voll Frevel schmähen: so werd' ich einst dein Angesicht im Land des Lebens sehen. Sei froh! harr' unverzagt des Herrn, mein Herz! denn er, der Herr, hilft gern. Bitte lenket; der aller Güte voll, die Liebe selber ist; und von dem alles Heil auf uns durch Christum fließt. Er ist der Arm der Schwachen. Nach der Mel. des 8. Liedes. 388. s hilft uns unser Gott, er böret unser Flehen; wir dürfen stets getrost zu seinem Throne gehen: wenn wir in Demuth ihm nur klagen unsre Noth; so werden wir erhört, so hilft uns unser Gott. 2. G8 tilft uns unser Gott, der Alles weiß und siehet; dem auch das Innerste des Herzens nicht entfliehet. Ja, Alles, was # 13/ 20140 Nach der Mel. des 301. Liedes. 389. Was hilfi's, daß ich mich quäle? Was fränfet mich ein Leid? Entreiß' dich, meine Secle, doch aller Traurigkeit! Gott machet Alles wohl: er wird's auch ferner fügen, wie dir es zum Vergnügen und Besten dienen soll. 2. Du wirst doch nichts gewinnen, wirst du gleich Tag und Nacht mit Furcht und Sor= gen sinnen, wie dir's noch gehen mag. Bei Gott besteht's allein: laß seine Hand dich füh 280 3weit. Th. XXVIII. Von ren; die wird dich so regieren, wie dir's wird nüglich sein. dem Vertrauen auf Gott, 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb' und Stärke! Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke! was zag ich denn noch einen Augenblick? Du bist mein Gott! dein Wille ist mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Wohl, du wogst mir auch mein Leid, und was du schickst, ist meine Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu mir nah'n; gib mir zufried'ne Tage. Allein, vermehret es mein ewig Heil: so bleibe du nur selbst mein Trost, mein Theil. 3. Was dich will niederschlagen, was dich zur Erde biegt, was dir mit Angst und Klagen in den Gedanken liegt, das wirf in seinen Schoß; vertrau auf seiz ne Güte, und mach' dich, mein Gemüthe, von allem Kummer los. 4. Er wird mich wohl versorgen, und besser, als man denkt. Wer weiß, wie nah der Morgen, der mir den Segen schenkt, auf den die Hoffnung blickt? ein Herz, das ihm ver trauet, und gläubig auf ihn bauet, wird doch zuletzt erquickt. 5. Ach, wenn wir nur bedächten, wie treulich er es meint! er sorgt für die Gerechten, und blei bet stets ihrFreund. Sieht's gleich gefährlich aus, kann er sie doch nicht hassen, noch in der Unruh' lassen: er reißt sie endlich d'raus. 6. So fall' ich denn mit 6. Soll ich ein Glück, das du Freuden in Gottes Arme hin. mir gabst, verlieren, und willst Nichts kann mich von ihm schei: du, Gott, mich rauhe Wege fühden, weil ich sein eigen bin. Er ren: so wirst du, denn du hörst bleibt auf ewig mein, und wird mein findlich Fleh'n, mir dennoch mir alles geben, was meinem bald und mächtig Hülf erseh'n. Stand und Leben wird gut, und7. Vielleicht muß ich nach weselig sein.in Ⓒ this it is) bundar Idou Nach der Mel. des 16. Liedes. nig Tagen sterben. Herr, wie du willst! soll ich den Himmel erben, und dieser ist im wahren Glauben mein, wie kann der Tod mir alsdann schrecklich sein. 390. Herr, mein Gott, durch den ich bin intoldin ko und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen beil'gen Willen mein, und was du thust, mir eine Freude sein!) 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus glei= cher Huld verhängst du unser Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine eigne Schuld; jo zag' ich nicht. Du gibst dabei Geduld. radzi Nach der Mel. des 54. Liedes. ខ 391. as grämst du dich, mein blödes Herz? Verbanne Sorgen, Furcht und 2191140 und der Ergebung in seinen Willen. Schmerz! befiehl dich Gott! der wird's wohl fügen: er wird dir zeigen in der That, wie er dich führt nach seinem Rath, durch dunkle Wege zum Vergnügen. 2. Gedenke, daß er Alles weiß, was nur geschieht, ist sein Geheiß: wer kann doch seinen Willen hindern? kein Engel, Fürstenthum, noch Tod, kein Hobes, Tiefes, keine Noth kann in dem Rath nur etwas mindern. 3. Die Gnade Gottes wird besteh'n! sein Bund wird nimmermehr vergeh'n: auf Jesu Tod ist er errichtet. Wenn schon ein Menschenkind betrügt; so denke doch, daß Gott nicht lügt, der sich durch einen Eid verpflichtet. 4. Wohl dem, der in den Gnadenbund, als Bund sgenoß, mit und Mund den großen Herrn aufrichtig ehrer; und wohlihut nur aus Dankbarkeit, als Glied an Jesu sich erfreut, wenn auch der Nächste sich befehret. 5. Wohl dir, o Christ, du hast es gut! wer, Gott ergeben, willig thut, was Glaub' und Liebesregel wollen, dem schadet weder Feind noch Leid; weil ihm zum Heil der Ewigkeit auch Leid und Feinde dienen sollen. 6. Nun denn, ist dir der Weg bewußt, so hab' am Herren deine Lust: du magst dich ihm wohl frei ergeben. Sei gutes Muth's! er lebt in dir. Ein solch' Gewis: sen ist schon hier, im Vorschmack, jenes Freudenleben. 281 Der 91. Psalm. Nach der Mel. des 222. Liedes. 392. Wer unter Gottes Schatten ruht, den mag kein Feind bezwingen. Er kann, bei seiner Allmacht Hut, mit frohem Muthe singen: o Herr, durch den ich immerfort vollkommen überwinde, du bist mein Heiland und mein Hort, auf welchen ich mich gründe. 2. Du machest meinen Gang gewiß vor des Verfolgers Stricke; und treibst die Macht der Finsterniß beschämt von mir zurücke. Ich biete Troß mit deinem Wort den stärksten Feindesschaaren: denn mich bedeckt an jedem Ort dein Flügel vor Gefahren. 3. Durch dich kann ich mit Zuversicht das Graun der Nacht besiegen. Mir drohn die Pfeil' und schäden nicht, die an dem Tage fliegen. Die Seuche, die am Mittag würgt, kann ich unschädlich nennen; die sich zur Mitternacht verbirgt, wird mich nicht tödten können. 4. Wenn mir zur Linken tausend, auch noch mehr zur Rechten sterben; so wird ihr gifterfüllter Hauch mich dennoch nicht verderben. Ich seh' nur, wie die Sünder mir zur Lehre dienen müssen, wenn sie für ihre Bosheit hier schon so erschrecklich büßen. Wich NDA 5. Ich fliehe dir alleine zu, wenn alle Teufel toben: so bin ich in getroster Ruh' o Höchster, aufgehoben. So darf kein 282 3weit. Th. XXVIII. Von dem Vertrauen auf Gott, Uebel und kein Neid mich je mals überziehen, und alle Pla= gen müssen weit von meiner Hütte fliehen. 6. Du ordnest deiner Engel Wacht zu meinen beiden Seiten, daß sie mich sorgsam Tag und Nacht behüten und begleiten. Sie tragen mich, sie stehn mir bei, und bieten mir die Hände, daß ja mir nichts im Wege sei, wohin ich mich nur wende. 7. Auch Löwen tret' ich unter mich auf meinen sichern Pfaden; zertretne Nattern krümmen sich und können mir nicht schaden. Der junge Löwe brüllt nach Raub; sollt' er sollt' er mich furchtsam machen? Onein, ich tret' ihn in den Staub, tret' auf den Kopf des Drachen. 8. Du läsfest mich, sobald ich fleh', dein kräftig's Ja verspüren. Du bist mit mir in Noth und Weh'! und hilfst mir triumphiren; und wirst mir, bin ich einstens satt des Lebens und der Ehren, wie mir dein Wort verheißen hat, die Seligfeit bescheren. schenkinder nicht m Hülf und Beistand an! troßt nicht auf die Macht der Sünder, die sich selbst nicht helfen kann. Fürsten sind nur Asch und Staub, und, wie wir, des Todes Raub. 3. O, so lehnt ench nicht auf Stützen, die der Tod so bald zerbricht: Gott allein kann euch beschüßen; er hält stets, was er verspricht. Wohl dem, der auf ihn nur schaut, und sich ihm ganz anvertraut. 4. Uusers Gottes Macht und Güte währet bis in Ewigkeit, und sein väterlich Gemüthe ist zur Hülfe stets bereit. Suchet nur sein Angesicht; er verläßt die Seinen nicht. Nach der Mel. des 18. Liedes. 394. Was soll ich ängstlich klagen, und in der Noth verzagen? der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlsein feble: genug zum Trost, mein Herz, für dich! 2. Was nüßt es, heidnisch sorgen, und jeden neuen Mor= gen mit neuem Kummer sehn? du, Vater meiner Tage, weißt, eh' ich dir's noch sage, mein Aus dem 146. Psalm. Nach der Mel. des 32. Liedes. 393. Auf, mein Geist, Leid und auch mein Wohlergehn. dem Herrn zu singen, der uns alles Gutes gibt! ihm will ich ein Danklied bringen; er hilft Jedem, der ihn liebt, und wer sich auf ihn verläßt, deffen Hoffnung stehet fest. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, daß, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben, und dich, mein Vater, lieben; denn du verläss'st die Deinen nicht. 2. Menschen, ruft die Men4. Der du die Blumen klei und der Ergebung in seinen Willen. dest, und alle Thiere weidest,| nach überstand'nen Leiden, den du Schöpfer der Natur! weißt Dank, der deiner Huld gebührt. Alles, was mir fehlet. Drum, Seele, was dich quälet, befiehl 285 9. Wenn ich hier Tiefen jehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan; kann ich doch dess' mich trösten: du nimmst mich, mich Erlös'ten, gewiß dereinst zu Ehren nn. esthi and ni dem Herrn und glaube nur 395. Von Gott will ich 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die mich verborgen in meinem Geiste nagt, werf' ich auf dich, den Treuen, du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. pro nicht lassen, mein Gott kam mir zuvor, da auf unsichern Straßen ich irrend mich verlor. Wie hülfreich fand ich ihn! Am Abend, wie am Morgen mich huldreich zu versorgen, ist nun sein ganz Bemühn. 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe sehnen, io flag' ich dir's, dem Herrn, Dir, Vater, dir befehle ich je: den Wunsch der Seele. Du hörst, du hilsst, du segnest' gern. 2. Der Menschen Gunst verkehrer sich wohl in Haß und Neid; des Höchsten Freundschaft währet in alle Ewigkeit. Er hilft aus aller Noth; in Ketten und in Banden wird nicht sein Freund zu Schanden; er hilft selbst aus dem Tod. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt; du wirst mir Alles schenken, und mir zum 3. Auf ihn will ich vertrauen Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und fränft. 8. Du führest, Herr, die Deinen nie so, wie sie es meis nen; nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch be: trübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That. im auch in dem schwersten Leid! stets will ich auf ihn schauen: er hilft zur rechten Zeit. Dem Herrscher aller Welt will ich in meinem Leben mich ganz zum Schuß ergeben: er thu, was ihm gefällt. 4. Und ihm kann nichts gefallen, als was mir nüglich ist, gut meint er's mit uns Allen. Und du, Herr Jesu Christ! wie laut spricht nicht dein Blut: daß er mein Heil bedenket! der uns den Sohn geschenket, versaget uns kein Gut. 5. Lobt den mit Herz und Munde, der Alles mit ihm schenkt. O selig ist die Stunde, darin man sein gedenkt! ihr habt, dazu gewöhnt, den Him10. Dort, bei der Frommen Schaaren, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing' ich dir mit Freuden, # 0715 316d Nach der Mel. des 56. Liedek. 284 3weit. Th. XXVIII. Ben dem Vertrauen auf Gott, mel schon auf Erden! wie froh| gewährt. Wohl dem, der ihm müßt ihr einst werden, wenn nur festiglich vertraut, und dort sein Lob ertönt. glaubt: Gott sorgt für mich. 6. Die Welt wird zwar ver= 4. Gott sorgt für mich bei gehen mit ihrer Herrlichkeit, doch uns wird Gott erhöhen, uns, die sein Lob erfreut. Wird gleich den Leib der Tod im Grabe tief verscharren, er steht nach kurzem Harren bald auf, und jauchzet Gott. sing sorgt für mich. theuren Zeiten; auch in der größten Hungersnoth kann er mir einen Tisch bereiten; nie feblet mir mein täglich Brod. Ist's gleich nicht viel, doch danke ich; er segnet es, und 7. So schweig' ich denn und dulde das mir bestimmte Leid, das ich so oft verschulde. O jene Seligkeit macht mich schon freudenvoll! o Heil, das sonder Ende, weil ich zu Gott mich wende, mir widerfahren soll! Nach der Mel. des 7. Liedes. 396. G Gott ott sorgt für mich, was will ich sorgen? Er ist mein Vater, ich sein Kind. Er sorgt für heut, er sorgt für morgen; so, daß ich täglich Spuren find', wie Gott die Seinen väterlich versorgt und schützt. Gött sorgt für mich. 2. Gott sorgt für mich, ihm will ich trauen. Ich weiß ge= wiß, was mir gebricht, werd' ich in meinen Händen schauen, so bald er nur sein Machtwort spricht. Drum bin ich jetzt und ewiglich gar wohl versorgt. Gott sorgt für mich. Er 3. Gott sorgt für mich, nach Seel' und Leibe. Sein Wort ist's, das die Seele nährt, und wenn ich mein Berufswerk treibe, wird für den Leib mir Brod 5. Gott sorgt für mich und für die Meinen, wie sehr wir auch verlassen sind. Er läßt uns seinen Trost erscheinen, wenn mancher Anschlag uns zerrinnt. Geht es den Meinen fümmerlich, und mir auch selbst: Gott sorgt für mich. 6. Gott sorgt für mich in meinem Leiden, das Kreuz, das er mir auferlegt, verwechselt sich gar bald in Freuden. Und wenn Gott gleich die Seinen schlägt, so schlägt er doch nur väterlich, zu unserm Woht, und sorgt für mich. bi 7. Gott sorgt für mich in meinem Alter: da hebt und trägt mich, der mich liebt. Denn immer bleibt er mein Grhalter, der mir in Schwachheit Stärke gibt. Wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: Gott sorgt für mich. 8. Gott sorgt für mich auch in dem Sterben; der Tod ist mir ein süßer Schlaf. In Christo setzt er mich zum Erben, da mich sonst Fluch und Rache traf. Drum nimmt er meinen und der Ergebung in seinen Willen. 283 Geist zu sich in seine Ruh:| Gunst verschlossen? hört denn Gott sorgt für mich. 9. Gott forget für mich selbst im Grabe, dem Leibe gönnt er da die Ruh', und wenn ich ausgeschlafen habe, so führt er mich dem Himmel zu; und Leib und Seel' verein'gen sich, und fingen froh: Gott sorgt für mich. 99 der wohlthät'ge Lauf seiner Güte gänzlich auf? ist, was er versprach, vollendet? hat sein Herz sich so gewendet, daß sein Mitleid Gott vergißt; daß sein Zorn es ganz verschließt? 5. Doch ich sprach: ich muß das leiden, Gottes Rechte wird's entscheiden! schau', mein Herz, die Wunder an, die vor Alters Gott gethan! ja, ich denk' an deine Werke, die Beweise deiner Stärke, ich betrachte deine Macht, Alles, was sie schon vollbracht. 2 us dem 77. Pfalm. Nach der Mel. des 201. Liebes. 397. Meine Stimme ruft zur Höhe, wo mein Retter wohnt; ich flehe in der Angstzeit, Gott, zu dir! und du neigst dein Ohr zu mir. Sehnlich streckt sich meine Rechte unermüdet durch die Nächte, Herr, zu dir im Fleh'n empor, hält mein Leid dir ringend vor 2. Mein Geist, fühllos, Trost zu fassen, wollte sich nicht trösten lassen. Ein Gedanke, Gott, an dich, sonst mein Leben, schreck te mich! meiner Seele Selbstge: spräche stürzten sie in größ're Schwäche. Und die Augen hiel: test du, daß sie wachten ohne Ruby'! 7. Als du wider ihre Hasser anzogst, sab'n dich, Gott, die Wasser; ängstlich sah'n die Wasser dich, und die Tief entsetzte sich. Dicke, volle Wolken gossen Fluthen, und die Donner schosdi sen deine Flammenpfeil' umber, und dein Himmel zürnte sehr! 3. Ich war ohne Maß zerschlagen; mir gebrach auch Kraft zu klagen. Endlich lenkt' ich meinen Sinn, auf entflohne Zeiten hin; mein Geist senkte seine Blicke in Jahrhunderte zurücke. Meinen Liedern sann ich nach nächtlich, forschte, dacht' 8. Um- und um aus deinem Sige, brüllten Donner, strahlten Blige furchtbar, und ver= schlangen ganz die bestürzte Welt im Glanz. In der Wetter Un= gestüme wurde deiner Donner Stimme tief der Erde Innerm und sprachd din fund; und es bebte selbst ihr 4. Kann Gott ewig mich verstoßen? bleibt mir seine 6. Heilig sind, Gott, deine Wege; wer ist, der sie tadeln möge? wer ist groß, wie unser Gott, wie Jehovah Zebaoth? Gr nur zeigt durch Wunderwerfe allen Völkern seine Stärke. Mächtig machte seine Tren Jakobs, Josephs Kinder frei. Grund. 9. Dein Weg war in Ocea 286 3weit. Th. nen, in den Meeren schufst du Bahnen; doch dein Tritt ward nicht erkannt, und du führtest durch die Hand Mosis, Arons, XXIX. Vom Gebet. deiner Knechte, dein Volf, If= raels Geschlechte, einer Heerde Schafe gleich, hin in dein verheiß'nes Reich. Zweiter Theil. XXIX. Vom Gebet. 588 2 Nach der Mel. des 72. Liedes. 5. Was kann zum Fleiß in 398. Dein Seil, mein guten Werken uns kräftiger den Geist, nicht zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet. Ein findlich Flet'n aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein' in Demuth, oft und gern, mit Dank und Flehen vor dem Herrn. Muth erhöh'n? was mehr in Leidensstunden stärken, als wenn wir flehend auf dich sehn? o Vater, uns're Seelenruh' nimmt durch Gebet beständig zu. 6. Sein Wort ist immer Ja und Amen. Wer gläubig bittet, der empfäht. Drum laß auch mich, in Jesu Namen, oft vor dich kommen mit Gebet. Nie sei mir dieje Pflicht zur Last, die du zum Heil geboten hast. 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! du, Herr des Himmels und der Erden, brauchst freilich keines Menschen Fleh'n. Du weißt die Sorge, die uns plagt, auch eh noch unser Herz dir's flagt. 3. Doch sprichst du: bittet, daß ihr nehmet! der Bitten Frucht ist einzig mein. Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gott, dein Freund zu sein, und stößt das angebot'ne Glück muthwillig selbst von sich zurück. 4. Sein Heil von dir, o Gott, begehren, ist wahrlich keine schwe re Plicht Des Herzens Wün: sche dir erklären, wie stärkt das uns're Seele nicht zu dem Vertrau'n, daß du uns liebst und uns gern, was uns nüßet, gibst. DI Nach der Mel. des 7. Liedes. 399. Komm betend oft und mit Vergnügen, mein Geist, vor Gottes Angesicht! nie müsse Trägheit dich bestegen im Abtrag dieser sel'gen Pflicht. O übe sie zu Gottes Preis, und deinem Heil mit treuem Fleiß. 2. Bet oft, doch mit aufricht'ger Seelen. Gott sieht auf's Herz; Gott ist ein Geist. Wie können dir die Worte fehlen, wofern das Herz dich beten heißt? Der Glaub an Gott und sei nen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. St 3. Wer das, was uns zuni 3weit. Th. XXIX. Vom Gebet. 287 war dein Heiland nicht in Uebung dieser sel'gen Pflicht. dinl Frieden dienet, von Herzen sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erfühnet, was er nicht 9. Bet' oft zu Gott für deine wünscht, entehret Gott. Wer Brüder, für alle Menschen, als schnell die Treu', die er Gott ihr Freund; denn wir sind eines schwur, vergißt, der spottet sei- Leibes Glieder; ein Glied davon ner nur. 4. Bet oft zu Gott, und schmeck' in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist. Ber oft zu Gott, und fühl' im Leiden, wie göttlich er dein Leid versüßt. Gott bört's, Gott ist's, der Hülfe schafft. Er gibt den Müden Trost und Kraft. ist auch dein Feind. Sold' Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 10. Bet' oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheu'n, an Lieb und Eifer nicht erfalten, und reich an guten Werken sein. Denn Muth und Kraft und Seelenruh sagst du, 5. Bet' oft und heiter im Gemüthe, schau' dich an seinen Gott, dem, der bittet, zu. Wundern satt. Schau' auf den Ernst, schau auf die Güte, wo: mit er dich geleitet hat. trägt dich liebreich mit Geduld; erkenn' und preise seine Huld. Er 6. Bet oft, durchschau' mit frohem Muthe die herzliche Barmherzigkeit dess, der mit seinem theuern Blute die Sün: derwelt vom Fluch befreit; und eigne dir zu deiner Rub und 400. Von dir kommt je Heiligung sein Opfer zu. 7. Bet oft, Gott wohnt an jeder Stätte; in keiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit vielen bete, so find' ich eb'r bei Gott Gehör. Ist nur dein Wunsch gerecht und gut, so sei gewiß, daß Gott ihn thut. de gute Gabe! the SA BU nur du, mein Gott, fannst mich allein mit Allem, was ich nöthig habe, zu meinem wahren Wohl erfreun. Mein Leben und mein Glück beruht allein auf dich, du höchstes Gut. 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern zu erhöhn. Wie eifrig 11. Dies reize mich, vor dich zu treten mit Lob und Dank, mit Wunsch und Fleh'n. Doch meine Fehler bei dem Beten woll'st du, mein Vater, übersehn; weil mich, der dir zur Rechten sitzt, durch seine Fürsprach' unterstützt. Nach der Mel. des 234. Liedes. 1970 2. Umsonst ist alle meine Mühe, wenn sie dein Segen, Herr, nicht frönt. Was ich auch noch so ängstlich fliehe, wird doch von mir nicht abgelehnt, wenn vor dem Uebel, das mich 288 3weit. Th. XXIX. Bom Gebet. schreckt, dein mächt'ger Schuh mich nicht bedeckt. 3. Wie sollt' ich denn nicht von dir bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? vor dir, o Gott, sein Herz ausschütten, wenn Noth und Kummer uns beschwert, besänftigt uns'rer See: le Schmerz, und öffnet deinem Trost mein Herz. 4. Sollt' ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, wenn mich ein wahres Glück erfreut? dir, Allerhöchster, dir lobsingen, ist gut, ist für uns Seligkeit, und floßt uns neuen Eifer ein, in deinem Dienste treu zu sein. 5. Du hörst es, Gott, mit Wohlgefallen, wenn deine Kinder zu dir sleh'n; verschmähest nicht ihr schwaches Lallen, wenn He lobsingend dich erhöh'n. Du ehrst den wieder, der dich chrt, und hörest den, der dich, Gott, hört. 6. Mit Segen uns zu überschütten, bist du, o Vater, stets bereit. Was wir nach deinem Willen bitten, gibst du uns aus Barmherzigkeit. Und wer dir dankt, dem strömest du beständig neuen Segen zu. 7. So will ich denn zu deinem Throne oft im Gebet mich kindlich nah'n. Nimm, Vater, nimm in deinem Sohne der Andacht Opfer gnädig an. Dein Geist regiere meinen Geist, daß daß er dich, betend, würdig preist. Nach der Mel. des 320. Liedes. 401. Je! resu! meiner Seelen Retter! sei bei dein' und meinem Gott mein verföhnender Vertreter! wie kann ich sonst meine Noth vor sein heilig Angesicht mit Gebet und Flehen bringen? wenn mich nicht dein Blut beschützt, wird mir kein Gebet gelingen. 2. Gottes Gnade, Gottes Gaben sind wohl unsers Dankes werth. Was wir schon em pfangen haben, was noch unser Herz begehrt; alles heiset uns zu Gott mit gebeugtem Herzen treten; beides, Seel' und Lei= besnoth, lehrt uns seufzen, fleh'n und beten. 3. Doch nicht g'nug ist's, daß wir beten, Gott schenkt denen seine Gunst, die nach rech ter Weise beten. Jesu! lehr' uns diese Kunst, daß wir vor dem Gnadenthron zu dem wahren Gott nur flehen, und auf dich, o Gottessohn, wenn wir beten, gläubig sehen. 4. Herr, wenn wir jetzt bes ten wollen, wissen wir gar oftmals nicht, was und wie wir beten sollen. Doch, du weißt, was uns gebricht! wenn der Mund nicht sprechen kann, wenn wir nicht mehr können beten, so laß deinen Geist alsdann uns mit Seufzern noch vertreten. 5. Wirk' selbst in uns das Vertrauen, daß des Vaters Ohr uns hört, und, ohn" auf Ver dienst zu schauen, unser Bitten 289 3.veit. Th. XXIX. Vom Gebet. uns gewährt. Du hast unsre! bin dein Kind; sprich: Amen! Schuld versühnt, und Gott will, ich weiß, es wird geschehn; um deinetwillen, so, wie du es dein Herz verläßt mich nicht: uns verdient, frommer Beter du weißt, du willst, du fannst! Wunsch erfüllen. thu', was dein Wort verspricht. d viet TR 6. Herr, wenn mich nach Leib und Seele mancherlei Be dürfniß drückt, und ich's betend dir befehle, so laß mich, der Noth entrückt, Hülfe, Rettung, Trost und Rath bald erfahren und nie wanken, und wenn Gott erhöret hat, ihm mit fro: Hem Herzen danfen. dun Nach der Mel. des 17. Liedes. 403. Bater, allerhöchster Gott! daß mir, wie einem Kinde, verstattet wird, in aller Noth, wie groß auch meine Sünde, mein Herz, vor deinem Gnadenthron, in Einfalt auszuschütten; das machet dein geliebter Sohn: der heißt mich freudig bitten, und findlich dir zu nahen. 2. Liebe, weil an meiner Statt dein Sohn für meine Sünden gebüßet und bezahlet hat, so kann ich Gnade finden. Dein Sohn bezeugt, es stehe mir dein Herz und Himmel of fen; ich könne rufend, Herr, zu dir getrost Grhörung hoffen; du seist mein treuer Vater! Nach der Mel. des 9. Liedes. 402. Wohl auf, mein Herz! wohl auf, ein Op= fer Gott zu bringen! laß Seufzer und Gebet zu ihm gen Himmel dringen! weil Gott dich beten heißt, und du durch seinen Sohn ganz freudig treten kannst vor seinen Gnadenthron. 12. Dein Vater ist's, der dir befohlen hat, zu beten; dein Heiland ist's, der dir versprach, dich zu vertreten; der werthe Tröster flößt den Trieb zum Beten ein: drum muß dein Seufzen auch gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz; das kann dir nichts versagen. Sein Wort, sein treues Wort vertreibt ja alles Zagen. Was dir unmöglich dünkt, kann seine Vaterhand noch geben, die von 4. O fester Grund der Freudir schon so viel Noth gewandt. 4. Kommnur, fomm freudig her in Jesu Christi Namen! sprich: lieber Vater, hilf! ich digkeit! in meinen Missethaten fommt mir der Unschuld reines Kleid, das Jesus schenkt, zu statten. Er spricht: ich bete selbst 19 3. O angenehmer Vaternam'! jetzt komm' ich armer Sünder, der sonst voll Zweifel zu dir fam, getrost, wie liebe Kinder. Ich weiß, mein Flehen rühret dich, weil du mich zärtlich liebest. Du wirst, weil du den Sohn für mich, und mir zum Heiland giebest, mit ihm mir Alles schenken. 3weit. Th. XXIX. Vom Gebet. E mit dir; mein Geist soll dich i stiges Geplärr, es sei ein Fleh'n vertreten; mein redend Blut soll des Herzens. and für und für dem Klopfen, Su chen, Beten, Gewicht und Nachdruck geben. he board 3. Zeuch unser Herz zu dir hinauf im Beten und im Singen; und thu' uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, daran dein Herz Gefallen hat, weil sich auch unser Herz dir naht, und nicht blos unsre Lippen. 290 5. So fasse dich, mein blöder Geist! ich hab' in Jesu Wunden zu Gott, der nun mein Vater heißt, den offnen Weg gefunden. Es dringet, durch den Geist, mein Ach! hin durch des Himmels Pforte; ihm lall' ich: Abba, Vater nach, er lehret mich die Worte; er heiligt die Gedanken. 6. O reicher Trost! Gott kann und will mein Untlig nicht beschämen. Ich darf aus Jesu Gnadenfüll' im Glauben Alles nehmen. Mein frohes Beten stüßet sich auf drei sehr feste Gründe: der Vater droben liebet mich; sein Sohn tilgt mei: ne Sünde; sein Geist wohnt mir im Herzen. Nach der Mel. des 119. Liedes. 404. Gott, es fehlt uns Kraft und Licht, dich würdig zu verehren; wir wissen so zu beten nicht, daß du uns fannst erhören. Drum geuß, wie uns dein Wort verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad' und des Gebetes. 2. Der nehm' sich unsrer Schwachheit an, uns kräftig zu vertreten, so oft wir deinem Thron uns nah'n, zu danken und zu beten; und unser Fleh'n zu dir, o Herr, sei nie ein fro er 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns gläubig richten, mit Andacht beten für und für, ohn' fremdes Thun und Dichten. Gib uns des Glaubens Zuversicht, so zweifeln wir in Christo nicht, die Bitte zu erhalten. 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maß im Beten dir vorschreiben, anhalten ohne Unter= laß, bei dem allein auch bleiben, was uns dein Wille bitten lehrt, was deinen großen Namen ehrt, und unser Wohl befördert. 6. Laß uns im Herzen und Gemüth auf unser Werk nicht bauen; auf deine nie erschöpfte Güt' laß einzig uns vertrauen. Und sind wir auch nicht dessen werth; so sei doch unser Fleh'n erhört von dir, aus lauter Gnade. 7. Du, Vater! weißt, was uns gebricht, so lange wir hier leben. Verborgen ist dir gleichfalls nicht, wenn wir in Nöthen schweben. Wir, deine Kinder, sleh'n dich an; wir sind gewiß, daß uns nicht kann dein Vaterherz verlassen. 8. Wir haben ja die Freu 3weit. Theil. XXIX. Vom Gebet. digkeit in Jesu Christ empfangen: der Gnadenstuhl ist da bereit, die Hülfe zu erlangen. Laß heil'ge Händ' uns immer hier aufheben, Vater, und zu dir in wahrer Inbrunst schreien. 9. Dein Nam', o Gott, geheiligt werd', dein Reich laß uns erfreuen; dein Will' gescheb' auch hier auf Erd'; gib Frieden, Brod, Gedeihen; all' uns're Sünden uns verzeih', steh uns in der Versuchung bei; er löf uns van dem Bösen. 10. Dies Alles, Vater, werde wahr, du wolleft es erfüllen, erhör' und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen: denn dein, o Herr! ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. Nach der Mel. des 215. Liedes. 405. Mit Seufzen klag' ich dir, mein Gott! gern wollt' ich eifrig beten, und drückt mich meiner Sünden Noth, voll Glauben zu dir treten: gern brächt' ich, lieber Vater! dir im Geist und Wahrheit mit Begier die Opfer meiner Lippen. 5. Ach, leider! Vater, hab' ich dich nicht allezeit gehöret, wenn du in deinem Worte mich derweckt, gerührt, gelehret. Doch schone, handle nicht mit mir, wehmüthig fleb' ich, Gott, zu dir, wie ich verdienet habe. 6. Ich will hinfort Nachläsfigkeit und alle Trägheit meiden. O mache du mein Herz bereit, vom Giteln mich zu scheiden. Laß es dich hören und allein auf's Himmlische gerichtet sein. Gib du mir Kraft und Stärke. 2. Allein mein Herz, ach Gott und Herr! kann sich nicht recht erheben. Zum Guten oft zu kalt und schwer bleibt es am Giteln kleben, Träg ist oft, lei: der! Sinn und Muth, und oft muß ich mein Fleisch und Blut zur Andacht mühsam zwingen. 291 3. Umsonst faff ich oft den Entschluß. Die Welt sammt ihren Kindern sucht, meinem Herzen zum Verdruß, am Be= Und ten mich zu hindern. fleht mein seufzend Herz zu dir, bringt sie, zu meiner Kränfung, mir viel Eitles in's Se= müthe. 4. Dies, Herr mein Gott, dies fränkt mich sehr, und ich denk' oft mit Schmerzen, als wär' dein guter Geist nicht mehr in meinem trägen Herzen, daß dich so oft beleidigt hat; weil Lust und Andacht keine Statt in meiner Seele findet.n Wi 7. Gott, laß den Eifer des Gebets ja nie in mir erfalten! der Andacht Feuer wollst du stets durch deine Kraft er= halten. Den Hindernissen webre du, und setze meine Seel' in Ruh', sich frei empor zu schwingen. 19* 292 Zweiter Theil. Zweiter Theil. XXX. Gebetlieder. a. Allgemeine Gebetlieder. S Das Gebet des Herrn. Nach der Mel. des 120. Liedes. 406. Bater! groß im Himmelreich; wir stehen jetzt vor dir zugleich, vereint durch deinen lieben Sohn, auf sein Geheiß vor deinem Thron: laut singet vor dir unser Mund; hilf, daß es geh' von Herzensgrund. 11-2. Dein Name müss' uns heilig sein; erhalte dein Wort bei uns rein, damit, wie du selbst heilig bist, auch unser Wandel heilig ist. Bewahr', was deinen Namen nennt; bekehre, was ihn noch nicht kennt. blüh'n, und laß uns Geiz und Sorgen flieh'n. asdoritun 6. Vergib uns gnädig uns're Schuld; und trage, Herr, mit uns Geduld. Durch dich erweckt, verzeih'n wir gern auch allen unsern Schuldigern; und sollten wir nicht gern verzeih'n, um deiner Huld uns zu erfreu'n? 4. Dein Will' gescheh' auf Erden schon, wie er geschieht vor deinem Thron. Mach' uns, o Gott, in Freud' und Leid zu dem, was dir gefällt, bereit, und wehre allem Fleisch und Blut, daß wider deinen Willen thut. 5. Gib' uns heut' unser täglich Brod; du kennst am besten uns're Noth. Hilf uns! entferne Krieg und Streit, Best, Seuchen, Dürr' und theure Zeit. Laß bei uns Heil und Frieden 7. Führ' uns nicht in Versuchung. Sei, Herr, unser Schild, und steh' uns bei, und hilf mit deiner starken Hand; durch dich nur thun wir Widerstand: laß uns zuletzt als Sieger steh'n, und deiner Gnade Ruhm erhöh'n. 3. Dein Reich erschein' in dieser Zeit, und vollends in der Ewigkeit. Steh' uns mit dei nem Geiste bei, mach uns von fremder Knechtschaft frei; zerbrich des Satans Macht und Wuth; 9. Das Reich, die Kraft, die nimm deine Kirch' in deine Hut. 8. Mach' uns von allem Ue= bel los. Ach, uns're Schwachheit ist sehr groß! o tröste du uns in der Noth; verleih' uns einen fel'gen Tod. Herr, ende glücklich unsern Lauf; nimm uns in deinen Himmel auf. de Herrlichkeit ist dein, o Vater, allezeit, bleibt eiviglich dein Eigenthum: erhör' uns, Herr; es ist dein Ruhm: im Namen Jesu fleh'n wir nun; du kannst, du willst, du wirst es thun! 110. So sei es: Amen! Herr, erhör'! Stärk' unsern Glauben immer mehr; und unser Fleh'n ist Zuversicht! wir bitten dich und zweifeln nicht. So sing' das Amen unser Mund, und es erschall' aus Herzensgrund. 295 | lich rühm' ich deine Güte, die mich hold aus Finsterniß, aus dem tiefsten Grabe riß. 6. Stolze haben mich umge= ben und Tyrannen; meinem Leben drohen sie, und scheuen nicht dein allsehend Angesicht! aber du bist ganz Erbarmen, ein Verschoner, mild den Armen, treu den Frommen, voll Geduld, groß durch Wahrheit und durch Huld. 3weit. Th. XXX. Allgemeine Gebetlieder. Der 86. Psalm. Nach der Mel. des 201. Liedes. 407. He err, erhöre meine Klagen! schaue her auf meine Plagen, elend bin ich, arm bin ich, und vertraue nur auf dich. Nette deines Knechtes Leben, der sich heilig dir erges ben; ach, mir leucht't ein Strahl des Lichts deines Vaterangesichts. 2. 3u dir ruf' ich alle Tage: Herr, sei gnädig meiner Klage! 7. Wende dich zu deinem schenke neue Freude mir; denn mein Herz verlangt nach dir! du bist gütig, zeigst an Allen, die dir fleh'n, dein Wohlgefallen; ach, vernimm auch mein Gebet, höre, wie mein Herz dir fleht. Knechte, deiner Mage Sohn; deine Rechte stärk' ihn, sei ihm gnädig, Gott, hilf ihm mächtig aus der Noth! wirke, mir zum Heil, ein Zeichen, daß die Feinde schamroth weichen, wenn sie sehn, daß du mich liebst, und mit deinem Schuß umgibst! 3. In des Leidens bangen Tagen, wenn mich Feind und Elend plagen, ruf' ich nur zu dir, mein Gott! fleuch, sprichst du, zu meiner Noth! eitel ist die Macht der Götter, du allein bist mein Erretter; Herr, wie wirkst du wunderreich! wo sind Werke, deinen gleich? 4. Herr, es werden alle Hei den, die du schufest, einst mit Freuden zu dir nah'n, und sich allein deinem Dienst und Ruhme weih'n. Dir ist Niemand zu vergleichen; du bist groß und du thust Zeichen; du bist Gott und keiner mehr; dir gebühret Preis und Ehr'! in duz 15. Lehre, Herr, mich deine Wege, daß ich richtig wandeln möge; laß zu deiner Furcht allein alles in mir einig sein! ewig dankt dir mein Gemüthe; HerzNach der Mel. des 119. Liedes. 408. Gott, deine Güte erreicht so weit, so weit die Wolken gehen. Du krönst uns mit Barmherzigkeit, und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Fleh'n, merk' auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Men= schen rühren. Des guten Na 294 Zweit. Th. XXX. Allgemeine Gebetlieder. mens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe.d du mich lehrst. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deis nem Reiche tracht', und treu in allen meinen Pflichten sei. 4. So bitt' ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden.ins 7. Bekämpf' ich gleich aus eigner Kraft zu schwach, Herr, meine Leidenschaft; so ziehest du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann.d 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, jo viel, so als dir gefällt; gib deinem Knecht ein mäßig Theil; zu seinem Fleiße Glück und Heil. Nach der Mel. des 13. Liedes. 409. 3 ch komme vor dein Angesicht; verwirf, o Gott, mein Flehen nicht: ver: gib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und Geduld! 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß, und, dürft'ge Brüder zu erfreu'n, mich einen froz hen Geber sein. 2. Schaff' du in mir ein reines Herz, ein Herz, daß dir in Freud' und Schmerz voll Dank und Demuth sich ergibt, dich fürchtet und inbrünstig liebt. 11. Grwecke mir stets einen 10. Gib mir Gesundheit, und verleih', daß ich sie nüß' und dankbar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Päicht entzieh'. 3. Sei mein Beschützer in Gefahr. Ich harre deiner im merdar. Ist wohl ein Ulebel, daß mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? Tun Ist Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 4. Ich bin ja, Herr, in dei ner Hand Von dir empfing ich den Verstand. Erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk' ihn durch dein göttlich Wort. 12. Bestimmst du mir ein läng'res Ziel und werden meiner Tage viel: so bleib', Gott, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. u to 13. Und wird sich einst mein Ende nah'n: so nimm dich meiner herzlich an, und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. Blythmes Colla vid Sund 5. Laß deines Namens mich zu freu'n, ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freu'n, ihn stets durch Liebe thätig sein. 16 ginly 6. Das ist mein Glück, was 3weit. Th. XXX. Nach der Mel. des 234. Liedes. 410. Wer er kann, Gott, je was Gutes haben, das nicht von dir den Ursprung hat; du bist der Geber aller Gaben, und immer groß an Rath und That. Du willst, daß mit Gebet und Fleb'n wir stets auf deine Hülfe seh'n. Allgemeine Gebetlieder. Noth und Plagen vor dir still und demüthig ist; ein Herz voll Zuversicht zu dir und voll Geduld, verleihe mir. meinen Mangel stillen, weil du des Segens Quelle bist. Vor allen Dingen forge du für meines Geistes wahre Rub'. 295 2. Drum komm ich auch mit meinem Beten, o Gott, vor deinen heil'gen Thron. Wie freudig kann ich vor dich treten! denn mich vertritt bei dir dein Sohn. In ihm hab' ich die Zuversicht, mein schwaches Fleh'n verwirfst du nicht. 3. So gib mir denn nach deinem Willen, was deinem Kin= de heilsam ist Du nur fannst Nach der Mel. des S. Liedes, 4. Gib mir Beständigkeit im Glauben; laß meine Liebe brün stig sein. Will etwas mir dies Kleinod rauben, so schränke die Versuchung ein, und stärke mich mit heil gem Muth; so sieg' ich über Fleisch und Blut. 5. Bewahr in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein Herz, auf's Gute stets beslissen, daß sich vor dei nem Auge scheut. Und fehl' ich, Gott, so strafe mich zu meiner Bess'rung väterlichend 6. Ein Herz, das in beglückten Tagen, o Bater, deiner nie vergißt; ein Herz, das unter Gal of 7. Das andre wird sich alle fügen. Du weißt am besten, was mir nüßt. An deiner Huld laß ich mir g'nügen, die Schwache mächtig unterstüzt. Zufrie: den, Bater, folg' ich dir, befest'= ge diesen Sinn in mir. 8. Soll ich auf Erden länger leben, so gib, daß ich dir leben mag. Laß mir den Tod vor Augen schweben; und kommt dereinst mein Sterbetag, so sei mein Hingang aus der Zeit ein Eingang in die Herrlichkeit. 1183 411. Gott, du frommer Gott, du Brunnquell aller Gaben, ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben! Gesunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein' unverletzte Seel' und rein Gewissen bleib'. che 2. Gib, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet:. gib, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ich's thu", so gib, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets ,. womit ich kann bestehen; laß: kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll. und muß: so gib den Worten 296 3weit. Th. XXX. Allgemeine Gebetlieder. Kraft und Nachdruck, ohn' Ver-| auch als Asch' und Erde nicht druß. gitmed druvon dir verstoßen werde. 4. Find't sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen. Gib einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen: gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind', und zur Versöhnlichfeit bereit sei, als dein Kind. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Freundschaft le= ben, so weit es christlich ist. Willst du mir etmas geben an Reichthum, Ehr' und Glück, so gib auch dies dabei: daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sei. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, und unter mancher Last hindurch in's Alter dringen: so gib Geduld; laß mich auf deinen Wegen geh'n, und auch im Alter noch, Herr, deinen Ruhm erhöh'n. mind 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; der Leib, Herr, ruhe sanft in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort verflärt in's Leben rust. s 2. Herr! ich muß vor allen Dingen, ob ich schon nicht völlig kann, dir ein schwaches Danklied bringen, daß du mir viel Gut's gethan. Wollte ich von Jugend auf, durch den ganzen Lebenslauf, alle deine Wohlthat zählen, würden Zeit und Worte fehlen. in Nach der Mel. des 29. Liedes. 3. Alles, was ich bin und habe, Leib und Seele, Gut und Stand, kommt, als dein Geschenk und Gabe, blos von deiner Vaterhand. Habe Dank für deine Treu'! sie ist alle Morgen neu. Habe Dank für deinen Segen! Alles ist daran gelegen. 4. Stärke mich mit deiner. Güte, Heiland! ferner Tag und Nacht. Führ' mich selber, und behüte mich durch deiner Engel Wacht; laß dieselbe bei mir steh'n, wenn ich ein und aus muß geh'n, wenn ich reise, schlafe, wache, und in jeder guten Sache. pift 5. Segne alle meine Thaten durch den werthen Segensgeist! laß sie täglich so gerathen, daß mein Herz dich täglich preis't: es ist dein, und nicht mein Werk, drum verleih' mir Muth und Stärk, stets gerade durchzugehen, 412. Liebster Jesu! Gna- nicht auf Menschengunft zu sehen. densonne, meines Herzens Zuversicht; meine Freude, meine Wonne! ich komm' vor dein Angesicht; ob ich schon ein Sünder bin, werf' ich doch den Muth nicht hin, weil ich 6. Treuer Gott, du wirst mich lehren, wie ich klüglich handeln soll, daß mein Thun zu deinen Ghren und des Vaterlandes Wohl immer eingerichtet sei; höre mich und steh' mir bei, daß 3weit. Th. XXX. Allgemeine Gebetlieder. 297 der Feind durch List und Tücke| brachtem Lauf, meinen Geist zu mir nicht dieses Ziel verrücke. dir binauf. Ruht im Grabe, müden Glieder, Jesus kommt und weckt euch wieder. 7. Hilf mir meine Noth und Plagen, meines Amtes Bürd' und Last und sonst Alles freudig tragen, was du auferleget m) Mel.: Ich weiß, mein Gott 2c. haft. Findet sich Gefährlichkeit, 413.Jd weiß es, Gott, Thun, Hinderniß, Verdruß und Neid; laß mein Herz sich ja nicht quälen, sondern Alles dir befehlen. 8. Dir befehl' ich meine Sachen! dir sei alles heimgestellt; Herr! du wirst es also machen, wie es deinem Rath gefällt. Bricht auch Kreuz und Noth her: ein, scheinet es gar aus zu sein; laß mich ruh'n in deinem Willen, und damit den Kummer stillen. 9. Muß ich auch Verspottung hören, werd' ich hier und da verlacht: laß dies meine Rul' nicht stören. Bin ich, Welt! von dir veracht't! wohl! mach immer was du willt, Gott ist mir doch Sonn' und Schild, wider den will ich nicht sprechen, noch mich an den Feinden rächen. 10. Soll ich hier noch länger leben, nehm ich's gern und willig an. Ich will Gott nicht widerstreben, wenn ich ihm nur dienen kann. Drum, Herr, mach' mich dir getreu, gib gesunden Leib dabei, und laß mich an deinem Fügen und an deiner Huld begnügen. mein Glück mag nicht auf mir berub'n; von dir kommt Heil und Segen, ich kann mich, Höchster, ohne dich, nicht regen noch bewegen. 2. Es steht in feines Menschen Macht, daß er thut, was er ausgedacht und seines Gangs sich freuet. Der Allmacht Rath wirkt es allein, wenn wuser Rath gedeihet. 3. Oft denkt der Mensch mit stolzem Muth: dies macht mein Glück, dies ist mir gut! und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was Gott zu gut ihm wählet. 4. So fängt auch oft ein weiser Mann sein Werk mit vieler Klugheit an, und bringt's doch nicht zu Stande. Er meint, er bau' ein festes Haus, und bauet auf dem Sande. 5. Wie Mancher ist in sei= nem Sinn schon über alle Ber ge hin, und wenn er um sich siehet, so hält ihn noch das niedre Thal; umsonst war er bemühet. 11. Soll ich bald von hinnen scheiden, bin ich auch dazu bereit. Bringe mich nach fur: zem Leiden an den Ort der Se: ligkeit. Nimm, nach hier voll- I ken blizest, schrei' ich im Staub; 6. Drum, lieber Vater! der du dich so hoch gesetzt, und fürchterlich aus schwarzen Wol 3weit. Th. XXX. Allgemeine Gebetlieder. 298 bör von dem Thron, wo du, Weltherrscher, sigest. 7. Verleihe mir, o Gott, 14. 3war wird mir oft der das Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen senfet. Wo kommt mir wahre Weisheit her, wenn sie mir Gott nicht schenket? 8. Erleuchte mich von deiner mich von deiner Höh'; gib Weisheit, daß ich nie besteh' auf meinem eignen Willen. Hilf mir, mein Gott, mit Rath und That, das, was du willst, erfüllen. 9. Laß mich stets prüfen, und was gut, behalten; laß durch Fleisch und Blut mich nie verleitet werden. Dein Zweck, mein Gott, das beste Theil, sei auch mein Theil auf Erden. weiser Gott! zu einem guten Ende. Anfang schwer; hier braust die Luft, dort tobt das Meer; zu: rücke möcht' ich treten; doch alle Schwierigkeit und Noth heißt mich nur brünst'ger beten. 15. Wer betet, wirkt, und Gott vertraut, wird, wenn ihm schon zuweilen graut, zu seinem Zwecke kommen. Er spricht: wer wälzt den Stein uns weg? und er ist weggenommen. 16. Der Tugend Pfad scheint rauh und wild, er hat, mit Dornen angefüllt, nichts, was die Sinnen rühret. Er ist indeß der sichre Pfad, der dich zur Freude führet. 69101 17. Du weißt, mein Gott, was mir gebricht; an Macht zu helfen fehlt dir's nicht, du stärkst die müde Seele. Gib, daß ich, deinem Wink getreu, des Weges nicht verfehle. in d 10. Was, weises, bestes Wefen! dir gefället, das gefall' auch mir: ist etwas dir entgegen, so laß davor auch deinen Knecht den größten Abscheu hegen. 11. Ein Wert von dir be gleite Glück; ist's nicht von dir, geh' es zurück, und ändre Herz und Sinnen. Was deinem Rath: schluß widerspricht, das muß von selbst zerrinnen, 18. Dir, Herr, gebühret Ruhm und Ehr'; ich will dein Thun je mehr und mehr von Grunde meiner Seelen, vor dei= nem Volf, vor aller Welt mein divisjd Lebelang erzählen. 12. Umsonst bemühet sich die Welt, ein Wert, das, Höchster, dir gefällt, mit Stolz zu hinterTid than Nach der Mel. des 255. Liedes. treiben; was Gott thut und 414, Von ganzer Seele beschlossen hat, das muß wohl stehen bleiben. red 13. Bent mir die Hand, und es wird leicht, was mir sogar unmöglich deucht. Die Werke deiner Hände gelangen allzeit, preis ich dich, Herr, der du mich so väterlich bis diesen Tag erhalten. Laß für und für noch über mir dein göttlich Auge walten. 2. Wer schenkt uns Leben, 299 3weit. Th. XXX. Allgemeine Gebetlieder. Glück und Ruh'? Wer gibt uns| ewig liebt, laß mich, beim SeKraft zur Pflicht? nur du schaffst gen, den sie gibt, auf dich, den Wollen und Vollbringen, Wird Geber, schauen. Selbst wenn dein Gedeih'n nicht uns erfreu'n, du schlägst, und Krenz auflegst, so kann uns nichts gelingen. so laß mich dir vertrauen. 3. Du schufst und du regierst die Welt nach deinem Rath, wie dir's gefällt. Du lenkst der Menschen Herzen. Sei auch mein Licht, und laß mich nicht, Gott, deine Huld verscherzen. 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht; doch fühl ich auch, was mir gebricht, die 415. Verleih' uns FrieBlindheit meiner Seele. Ach, Gott der Huld, vergib die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. 5. Verstand und Herz ist fehlerhaft: bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft, mich weis: lich zu regieren. Drum bitt' ich dich, laß, Höchster, mich felbst deine Weisheit führen. 6. Herr, dessen Huld uns 2008 30 7. Gib, daß ich meine Lebenszeit, nur dir mit ganzem Ernst geweiht, in deiner Furcht vollbringe; bis ich einst dir dort für und für Lob, Preis und Ehre singe. den gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten, es ist doch ja kein Andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du unser Gott alleine. 2. Gib Gnade unsrer Obrig= keit, Licht, Heil und vielen Se= gen, daß wir gottselig allezeit, gerecht und züchtig mögen ein ruhig's Leben führen. Amen. idil glandar dab. Besondere Gebetlieder. In geistlichen Anfechtungen. Nach der Mel. des 33. Liedes. 416. Du u bist ja, Jesu! meine Freude! warum ist denn mein Geist be: trübt? fann denn die Freud' auch bei dem Leide sein in dem Herzen, daß dich liebt? ach ja, mein Jesu! deine Liebe füllt 3. Du hast, o Held! ja übermeinen Geist mit Freuden an, daß, wenn ich mich darinnen übe, sie keine Zung aussprechen kann! wunden, gib mir auch Ueberz windungskraft, und laß mich in den Kampfesstunden erfahren, was dein Leiden schafft, dadurch ich kann den Feind besiegen, da 2. Weil aber noch nicht ganz gedämpfet in mir mein böses Fleisch und Blut, und noch der Geist dawider kämpfet, wird oft dadurch gefränkt der Muth: drum leg' ich mich vor dir mit Flehen, ach stärke mich in diesem Streit! laß Hülfe mir, mein Heil, geschehen, daß ich mög' überwinden weit. 3weit. Th. XXX. Sünde, Teufel, Höll und Tod nun unter deinen Füßen liegen, so mach' sie auch an mir zu Spott. 4. Ich trau' allein auf deine Gnade, die mir dein theures Wort verspricht. Es sagt, daß nichts den Deinen schade, weil's nie an deiner Kraft gebricht. Nun hast du mich ja angenommen, wie es mein Herze wohl verspürt; da ich bin slehend zu dir kommen, hat mich dein Gnadenblick gerührt. 5. Weil ich denn nun an deinem Leibe ein Glied, wiewohl unwürdig, bin; so gib, daß ich stets an dir bleibe, und in mir habe deinen Sinn. Laß mich nicht andre Helfer suchen. Besize du mein Herz allein. Laß falsche Lüfte mich verfluchen; dein Leben laß mein Leben sein. 6. Gib, daß ich mich in dir erfreue, weil mich dein Herz beständig liebt, doch auch dabei kein Leiden scheue, weil solches meinen Glauben übt. Gib, daß ich immer stärker ringe, und in Besiegung aller Pein ich immer näher zu dir dringe: da wird die Freude ewig sein. 300 Mel.: Uch, mein Jesu, sich', ich 2c. 417. Qual und Angst muß ich empfinden, ob ich Gottes Kind auch sei; denn der Kindschaft Pflicht und Treu' brach ich oft durch schwere Sünden, die ich wider Gott verübt, und wodurch ich ihn betrübt. 2. Ach! der Bund ist überBesondere Gebetlieder. treten, welchen Gott mit mir gemacht. Ach! ich hab' ihn nicht bedacht. Will ich nun zum Höchsten beten, fällt mir oft der Zweifel bei: ob ich Gottes Kind auch sei? 3. Gott erhört nur seine Kinder, welche seinen Willen thun. Kann mein Herz nun also ruhn: bin ich nicht ein schnöder Sünder? ach, die Sorge nimmt mich ein; wie kann Gott dein Vater sein! 4. Stürmen auf mich Trübsalswinde, wird mein Glaube vollends klein; und ich schließe mir zur Bein: Gott verfährt mit seinem Kinde nicht so scharf; wärst du sein Kind, wär' er nicht so hart gejiunt. ds led 5. Darum fleh' ich: hilf mir Armen, Vater der Barmherzigkeit! tilge dieses herbe Leid durch dein väterlich Erbarmen; und verwirf mich Armen nicht ganz von deinem Angesicht. 6. Vater! laß mich Gnade finden; sprich mich, den verlornen Sohn, wieder frei vor deinem Thron. Ich will mich auf Christum gründen: darum schen= fe mir die Schuld, und ertrag mich mit Geduld. 7. Dein Kind fernerhin zu heißen bin ich freilich nicht mehr werth. Doch, da mich dein Geist bekehrt, kann dein Bund auch nicht zerreißen. Schau, ich kehe' zu meiner Pflicht: Herr, darum verstoß mich nicht! 8. Herr! ich sage dir auf's 301 3weit. Th. XXX. Besondere Gebetlieder. Neue wieder Pflicht und Liebe| läßt mich noch nicht hinauf! zu, die du forderst: blicke du du läff'st, die auf dich sehn, nun nach deiner Vatertreue, den stets neue Stärke kriegen: du mit Gnadenaugen an, für den gibst den Müden Kraft und Jesus g'nug gethan. förderst ihren Lauf! laß mich, der Welt entwöhnt, starr nach dem Himmel seh'n, und zu dir immer mehr mich aus dem Staub erhöh'n. 9. Du sollst doch mein Vater bleiben, wenn gleich deine Zucht mich schreckt, und mir Schmerz und Angst erweckt. Dir will ich mich ganz verschreiben: Herr, die leist' ich Treu' und Pflicht, bis mein Herz im Sterben bricht! Sin SA80000) 4. O, dieser Leib des Tod's beschwert die arme Seele: der Sinnen Zauberkraft entrückt dem Geist sein Ziel, daß ich, vom Sinnlichen gelenkt, des Wegs verfehle, der Vorurtheile Raub, der Leidenschaften Spiel, oft thu', was ich nicht will, und, was ich will, nicht thu. Ach, siehe meinem Kampf nicht ohne Mitleid zu. 270 9107 Mel.: Entbinde mich, mein Gott zc. 418. Befreie meinen Geist, o Gott, von schnöden Banden. Du siehst, wie wil lig er, wie schwach mein Fleisch noch ist. Mach' des Versuchers List, durch deine Kraft zu Schan= den, der du der Sünder Trost, der Schwachen Beistand bist. Noch streit' ich, schau' herab, von deinem Gnadenthron! gib mir zum Kampfe Kraft, und hilf durch deinen Sohn. 72. Ein Sclav, den jeder Reiz der Sünde leicht entzündet, war ich: Dank sei dir, Gott! du haft mich frei gemacht. Doch laß mich, da sich noch so mancher 6. Der Umgang mit der Welt Fallstrick findet, der meiner Frei raubt meinem Blick den Himheit droht, mein Gott, nie aus mel. Des Beispiels Reiz ist der Acht! mir überlassen, bin stark, mein Widerstand oft ich ohne Hülf' und Rath: doch schwach. Ich meide dann die durch dich bin ich stark; bei dir Welt und ihr verwirrt Getümist Rath und That.nimel, doch in der Wüste eilt mir 5. Ich weiß, ich liebe dich, doch es sei dir geklaget! noch lange nicht so sehr, als selbst mein Herz begehrt, was oft noch in die Welt verstohl'ne Blicke waget, und damit seine Rub und deine Liebe stört. Doch Alles außer dir ist Eitelkeit und Bein. O, möcht' ich ungestört mit dir vereinigt sein. and 3. Ach! ich sollt' himmel- meine Schwäche nach! hier, wie wärts, gleich kühnen Adlern, in dem Gedräng', mert' ich, was fliegen; der Hang zum Irdischen Fleisch und Blut, wenn du nicht 302 3weit. Th. XXX. Besondere Gebetlieder. bei mir bist, beim besten Vor-| Befreie du mich nur von mir sazz thut. und von der Welt, damit mein 7. Ich trau' auf Gott: was edler Geist sein Freiheitsrecht kann dann meine Ruhe stören? behält! doch bringt die Phantasie mir manchen Schrecken bei. Der In allgemeinen Nöthen und Sorgen kann ich mich nicht imLandplagen.ng to merhin erwehren: die Schwerin Der 85. Psalm. 1408 muth, die mich drückt, läßt mei- ia. rach 3 nen Geist nicht frei. Ich seh' Nach der Mel. des 8. Liedes. den stärksten Trost, und merke 419. Wie gnädig warst du, seine Kraft, und seufze, daß kein Trost in meinem Herzen haft't. 8. Oft schleicht das Ich, der Feind der hohen Menschenliebe, in's unbewachte Herz von Neuem wieder ein, und störet meine Rub durch seine niedern Triebe: mich dringet Jesu Lieb', und ich bin noch so klein! so wechselt stets bei mir das Licht mit Finsterniß. Wann kommst du, starker Gott, und machst mein Herz gewiß? Gott, vor Alters deinem Lande! wie halfst du ihm! wie oft zerbrachst du Jakobs Bande! und schontest deines Volks mit väterlicher Huld, vergabst die Missethat, bedecktest seine Schuld. a vend 2. Dein strenger Zorn erlosch mit allen seinen Flammen, so bald es sich entschloß, die Sün de zu verdammen; die Menschen sündigen; du bleibst dir immer gleich, gerecht und heilig stets, und stets an Gnade reich. 9. Befreie mich, mein Gott, von allen diesen Banden! du siehst, was meinen Geist im Fleisch gefangen hält. Ich hoff' auf dich, mein Heil! nie würd' ich dann zu Schanden im Streit mit Fleisch und Blut, mit Satan und der Welt? die Fessel, die mein Herz mit Freuden trägt und küßt, reicht deine Liebe mir, die unaussprechlich ist. 3. Hilf, bilf uns, unser Gott! laß wegen unsrer Sünden, uns deine Rache nicht, Herr, unser Heil, empfinden! wie schrecklich ist dein Grimm! ach, soll er ewig glüh'n? und willst du deine Huld auf ewig uns entzieh'n? 10. Wen diese Liebe bind't, ist nicht ein Knecht der Sünden! in diesen Banden bleibt er ein recht freier Mann. Wie willig laß ich mich mit Liebesseilen binden! ich folge dir mit Lust auf der bestimmten Bahn. 4. Wann fehrt zu uns zu rück dein Trost, o Gott, dein Segen, daß wir, dein Erbtheil, uns in die erfreuen mögen? o laß uns leben, Gott! laß uns dein Antlig sehn; sei gnädig, hilf uns aus; hilf, ebe wir vergeh'n! cenin 5. Jedoch, ich hör' uns schon 3weit. Th. XXX. Besondere Gebetlieder. 503 den Gott des Trostes trösten;| tigsten Berather, und nicht auf Heil gibt er seinem Volk und Ruhe den Erlösten, die er er: wählet hat, wenn wir nur heilig sind, und unsre Seele nicht die Thorheit lieb gewinnt! Menschenhülfe bau'n, die ohne dich uns gar nichts nützt, die nur durch dich- uns kräftig schüßt. 6. Geflügelt naht sein Heil sich seinen frommen Knechten; und Gottes Ehre wohnt im Lan 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß uns der Feinde Spott nicht werden, die Stolz und Neid zu uns geführt. Seid de der Gerechten. Barmherzig- böse, Völker, rüstet euch! sei du keit und Treu' umfahn sich schwe- für uns, so fehlt der Streich. sterlich, Gerechtigkeit und Fried' umfahn und küssen sich! 7. Der Glaube fommt zurück und blüht auf Erden wieder; dieGnade sieht mitkust von ihrem Himmel nieder; und segnet Got: tes Volk, das, seinem Dienst ges weiht, thut, was ihm wohlgefällt und seines Heils sich freut! 8. Der Herr begnadigt uns; das Land bringt seine Früchte, und seine Huko geht her vor seinem Angesichte, verbreitet Glück und Heil auf Gottes Eigenthum, und Israel frohlockt, und bringt ihm Preis und Ruhm. Im Kriege. Nach der Mel. des 7. Liedes. 420. zieht, o Gott! ein Kriegeswetter jetzt über unser Haupt einher. Bist du, Herr! hier nicht un= ser Retter, so ist's für unser Land zu schwer. Sieh'! wie die Fürsten sich entzwei'n, und sich zu unterdrücken dräu'n. 2. O, laß mich hier allein, o Vater, auf dich und deine Vorsicht schau'n; auf dich, den mäch4. Die allerfeinsten Kriegeslisten vereitelt leicht dein weiser Rath. Nie wird der Feind das Land verwüsten, daß dich, Gott, zum Beschüßer hat. Durch dich hat oft die kleinste Macht ein großes Heer zur Flucht gebracht. 5. Je weniger sich öfters zeiget, woher die Hülfe kommen soll; je mehr Gefahr und Plage steiget, und Alles au Verwir= rung voll; je größer mache mein Vertrau'n, o Gott, auf dich al= lein zu schau'n. 6. Was hilft der Feinde große Menge? Was hilft dem Riesen große Macht? Der Ross und Wagen stark Gedränge ist's nicht, was Feinden Sieg verschaft. Der Mensch vertraut darauf zwar gern; jedoch der Sieg kommt nur vom Herrn. 7. Drum werf ich mich in deine Arme, du Vater der Barmherzigkeit und flehe voll Vertrau'n: erbarme dich über uns zur schweren Zeit. Laß Gnade doch für Recht ergehn: so bleiben wir doch aufrecht stehn. 8 Doch findet, Herr, dein 3weit. Th. XXX. Besondere Gebetlieder. Wollust, Pracht und Ueppigkeit undankbarlich mißbrauchet. weiser Wille noch ferner Züch-| schändet, und so lange Zeit zur tigungen gut: woblan, so schweig' ich und bin stille bei dem, was deine Vorsicht thut. Ich, dein Geschöpf und auch dein Kind, weiß, daß es Vaterschläge sinr. 9. Die kleine Einsicht meiner Seelen, Herr, schreibe niemals dir was vor. So grob laß du mich niemals fehlen; so hart und grob fehlt nur ein Thor. Ist gleich, was deine Weisheit thut, mir oft ein Räthsel, ist's doch gut. 3. Wie öfters ist der Nebenchrist gedrücker und betrogen, durch Schein des Rechts, Ge= walt und List das Seine ihm entzogen! darum ist nun dein Zorn entbrannt, die Sünde, die wir nicht erkannt, wird öffentlich vergolten. Snown# 01 10. Nie grimmig, sondern nur mit Maßen sind deine Strafen eingericht't. Du wirst uns nicht zerstören lassen. Nein, Vater, nein, das thust du nicht. Wir sollen nur durch Angst und Bein geläutert und gereinigt sein. 11. Zuleht wird jeder sagen müssen: das hat Gott, unfer Gott, gethan! so brach er, nach verborg'nen Schlüssen, zum befsern Endzweck leicht die Bahn; zuletzt errettet deine Hand, barmherz'ger Gott! das Vaterland. 304 4. Verzeih' uns solche Missethat um Jesu Christi willen! o, der für uns gelitten hat, kann deinen Zorn nur stillen. Das Lamm, das uns're Sünde trägt, die du ihm selbst hast aufgelegt, hat ja sie, Gott, versöhnet. 5. Um seinetwillen schone du; erhöre uns're Klagen. Verleih' uns wieder Fried' und Ruh', und wehre allen Plagen. Erbarm', o Herr, erbarme dich, und rett' uns alle gnädiglich vonKrieg und Kriegsbeschwerden! Nach der Mel. des 215. Liedes. 421. A¹. Gott! wir treAch 6. Gott! du kannst der Fürsten Herz wie Wasserbäche lenken. Ach, laß sie einst der Völker Schmerz recht väterlich bedenken! sprich du selbst ihnen mächtig zu, daß sie auf ihrer Länder Ruh' und Wohlfahrt ernstlich denken. ten hier vor dich mit traurigem Gemüthe: wir bitten dich demüthiglich, rett' uns durch deine Güte. Schau, wie die große Kriegsgefahr sich zu uns naht, und wie sie garren: gib, daß wir uns mit wahuns zu verderben dränet. 7. D Herr, wir fallen dir zu Fuß, du wollest uns erhö rer Buß in Ernst zu dir bekehren, damit wir nicht an unferm Theil selbst unser eig'nes Glück und Heil, den theuern Fric den stören. 2. Gedenke, Vater, jetzt nicht mehr, daß wir's verdienet haben. Gedenke nicht, daß wir so sehr die uns verlieh'nen Gaben ge 3weit. Th. XXX. Besondere Gebetlieder. 8. Breit' wieder aus um un 4. Ertrag' uns mit Erbarser Land die Flügel deiner Gna- men: wir tragen herzlich Reu'. den. Beschüß' und segne jeden Erhöre doch uns Armen, nach Stand. Laß nichts uns weiter deiner Wundertreu'. Du bist schaden. Wir wollen solche Gütigkeit und Vatertreu' zu jederzeit mit Dankbarkeit erheben. 9. Dies Alles, Vater, werde wahr: du wollest es erfüllen. Erhör' und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen! denn dein, o Herr, ist allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, die Macht und Shre! thin 2345 n Theurung. Nach der Mel. des 56 Liedes. 422. Du reicher Gott der Armen, du Schöpfer aller Welt: du Vater voll Erbarmen, der ewig Glauben hält! weil du Gebet erhörst, so fommt in seinen Nöthen auch alles Fleisch mit Beten zu dir, der du uns nährst. 2. Herr, unsre großen Sünden verdienen diese Noth; daß wir mit Recht empfinden, was uns dein Wort gedroht: Ein fruchtbar Erdreich soll um seiner Bürger willen nichts tragen, sie nicht füllen. Ach, unser Maas ist voll. 305 die Zuversicht, zu der wir Alle flehen, nach der wir Alie sehen, darum verlaß uns nicht. E 5. Gott, unser Heil, ach wende der Zeiten schweren Lauf! thu' deine milden Hände, den Schatz der Allmacht auf. Was nur ein Leben hat, nährst du mit Wohlge= fallen: drum auf! und schaff' uns. Allen bei unserm Mangel Nath. 6. Du rufft dem Nichts, o Vater, damit es Etwas sei. Sei jetzt auch, Gott! Berather, und hör' das Angstgeschrei, da uns der Mangel quält. Ja, hilf uns und erhöre auch nun zu deiner Ehre; ersetze, was uns fehlt. 7. Laß alle Frucht gerathen, bereichre du das Land; erquicke jeine Saaten mit deiner Gnadenhand: ja, segne, was man pflügt, und tränk's mit Thau und Regen, daß sein Gewächs und Segen uns wiederum vergnügt. 8. Dein Gutes überschütte und kröne Jahr und Zeit; es triefen deine Tritte von lauter Fettign feit; laß Alles, was nur webt, am Morgen wohl gedeihen, ami Abend sich erfreuen, mach' fröhlich, was da lebt! 10 3. Ach, unser boshaft Leben drückt uns mit Recht zwar hart: doch woll'st du uns vergeben nach treuer Vaterart. Die Sünde trägt zwar Frucht! doch diese In Seuche n. Nach der Mel. des 413. Liedes. Frucht bringt Schaden. Ach, 423. Ach Gott, du unser Herr, vergib aus Gnaden dem, der dein Antlig sucht. this mist unsre Burg und Zuversicht, du 20 3weit. Th. XXX. Trost und Heil der Armen! wir bitten dich demüthiglich, erzeig' uns doch Erbarmen, od sad 2. Wir spüren, daß der Seuche Gift schon hin und wieder Man chen trifft; es fänget an zu wüthen; drum flehen wir und schrei'n zu dir, du wollest uns behüten. ubi misc 3. Wir beben, Herr, bei deiner Stimm'. Ach, straf uns nicht in deinem Grimm mit dieser bösen Seuche. Hilf uns, o Gott, wend ab die Noth, daß sie uns nicht erreiche. un.0 424, Straf, o Herr! mich 4. Zwar könntest du, o treuer nicht im Grimme, Hort, auch unser Land und die- und bestimme über mich fein sen Ort durch Seuch' und Pest Rachgericht! rüge meiner Sünverheeren, und ganz und garden Menge nicht mit Strenge, uns sünd'ge Schaar in deinem Zorn verzehren. und verstoß' mich Armen nicht! 2. Alles Fleisch ist mir verz schwunden von den Wunden, die dein Zorn geschlagen hat. Mein Gebein erquickt kein Friede, fiech und müde macht es meine Missethat. 3. Meine Schuld, wie hoch sie steiget, drückt und beuget mich bis in den Abgrund fast. Stinfend eitern mir die Wunden. Bange Stunden machen mich mir selbst zur Laft.in si 4. D, wie trübet meine Tage manche Plage! frumm gebückt geh ich einher, schon verdorrt, mein Gingeweide; Trost und Freude kennt mein banges Herz nicht mehr.but 100; mirat 5. Mir vertrocknen alle Säfte. Meine Kräfte sind dahin! ich seh' kein Licht. Es umziehen schon 306 5. Wir haben dir oft widerstrebt, nach deiner Vorschrift nicht gelebt, was dir mißfällt, verübet: wir haben dich oft freventlich mit Uebelthun betrübet. 6. Doch handle nicht, liebrei: cher Gott, ach handle nicht, Herr Zebaoth! mit uns nach unsern Sünden! nein, Bater, nein, laß uns allein für Recht jetzt Gnade finden.nl 7. Ach, schenk uns doch aus Gütigkeit die Schuld, die uns von Herzen reut, und laß uns nicht verderben. Ach, laß uns nicht durch dein Gericht in Sünden plößlich sterben. 8. Beschüß uns, Herr, mit deiner Hand; schütz' unsre Stadt und unser Land, sammt Allem, Besondere Gebetlieder. was wir haben. Verlaß uns nie; erfüll' uns früh mit deinen Gnadengaben. ging 9. So wollen wir voll Dank: barkeit dich, höchster Vater, jederzeit von Herzen ehren, preisen; und dann auch dort, o werther Hort, dir ewig Lob erweisen. mwenendous In besonders schmerzhaften langwierigen Krankheiten und Verfolgungen. Der 38. Psalm. pin Nad) der Mel. des 79. Liedes. L Sweit, Th. XXX. Besondere Gebetlieder. 307 mich Matten schwarze Schatten!|| 13. Wie lang' sollen sie mich mein umwölket Auge bricht. schelten? ste vergelten meine Red= lichkeit mit Hohn. Weil ich mich für dich bemühe, Böses fliehe, trag' ich Haß und Schmach davon. 14. Doch will alle Welt zusammen mich verdammen: so verz wirf nur du mich nicht. Blicke, Herr, von deiner Höhe auf das Wehe, wovon fast mein Herz 10 310 zerbricht.) $ 10 15. Komme denn, erzeig' mir Armen dein Erbarmen! eile, mir in meiner Noth bald mit Beistand zu erscheinen, mir, dem Deinen, eile, hilf mir, Herr, mein Gott! ndo) 6.( Meine sonst geliebten Freunde flieh'n als Feinde meine Qual und scheuen mich. Alle meine Anverwandten und Be= kannten fliehen und entfernen sich. 7. Die mein Tod ergößet. stellen, mich zu fällen, Netze; falsch ist Wort und That. Die mir Uebels wollen, denken, mich zu kränken, auf Betrug und auf Verrath. 8. Ich soll taub sein und nicht hören, noch sie stören, wenn die Schmach das Herz mir bricht. Taub soll ich ihr Lästern tragen, und nichts sagen, wenn die gift'ge Zunge sticht. 19. Doch ich harre dein, du hörest und gewährest meine Bitte, Nach der Mel. des 215. Liedes. Herr, mein Gott! übergib mich 425. In deinem Namen o Herr ihrer Notte nicht zum Spotte; rette mich aus meiner Noth!) loomishi ili pute 10. 3war verdien' ich, daß die Freude von mir scheide: ich verscherzte deine Huld. Ach, ich möchte wohl verzagen! meine Plagen sind ja meiner Sünden Schuld dustph to 11. Doch schau', groß von Gnad' und Treue, meine Reue! ich verdanime mich vor dir. Ach, wie martert das Empfinden meiner Sünden! und wie schäm' ich mich vor mir! maits 12.( Aber sollen die sich blähen, die mich schmähen, und mir täglich Unrecht thun? weil das Glück sie hat erhoben, will ihr Toben wider deinen Knecht nicht ruh'n. gum nicht moght Auf der Reise.ne will ich nun weiter( zur Reise) gehen: du, der du mein Beglei= ter bist, wirst mir zur Seite stehen. Herr, Leib und Seel' befehl ich dir, nebst Ehr und Gut, und was du mir auf dieser Welt bescheeret. 14 2. Ich weiß, ich bin in dieser Zeit stets mit Gefahr umfangen: auch werd' ich in der Sterblichfeit nie völlig Rub' erlangen. Ich bin ein Pilger, der den Fuß und Stab stets weiter setzen muß, und hier kein Bleiben findet. 3. Doch hilf du, daß ich auch wie du, in Allem überwinde, bis daß ich dort die wahre Ruh', die rechte Heimath finde. Da sind dann Müh' und Sorgen aus, 20* 308 da bin ich eigentlich zu die Unruh hat ein Ende. 4. An diese Ruhstatt denk' ich nun anjeßt bei meinem Wallen. Herr! hilf und lehre mich hier thun nach deinem Wohl: gefallen. Leit' mich all'zeit auf rechter Bahn; und fang ich etwas Gutes an, so führ' es wohl zum Ende. Bei Gewittern. Der 29. Pfalm. Nach der Mel. des 46. Liedes. 5. Dir, Herr, ist mein Beruf 426. Bringt her, ihr Mächbekannt; er fordert diese Reise. O, führe du mich bei der Hand, damit, zu deinem Preise, ich redlich thue, was ich soll. Mein Herz soll dich, des Dankes voll, für deine Führung loben. tigen der Erde, bringt her dem Herrscher Lob und Macht! der Ehre seines Namens werde von euch der Dank und Ruhm gebracht. 2. Im heil'gen Schmuck fallt vor ihm nieder, mit reiner Un schuld angethan, mit hingeworfnen Leibern nieder, und betet den Weltherrscher an! 6. Nur bitt' ich, o mein Gott, verleih', daß ich behutsam wandle, und immerdar vorsichtig sei, nie frech und strafbar handle. Durch deines Geistes Gütigkeit gib Rath, Verstand und rechte Zeit zu meinem Thun und Lassen. 3. Die Stimme Gottes wälzt im Meere gethürmte Wogen vor sich her. Er donnert laut, der Gott der Ehre, auf großen Wassern donnert er. sid 7. Nimm dich, o Herr, der Meinen an, die ich zurück gelassen. Du wolleft sie, mehr als ich kann, mit treuer Huld umfassen. O, laß sie dir empfohlen sein, und uns bald mit einander freu'n, wenn wir uns wieder sehen. 4. Gott spricht. Voll Kraft ist seine Stimme; er spricht: so steht da, was er schafft. Gott spricht, und herrlich ist die Stimme, in ihr ist Majestät und Kraft. tan- loante 8. Auf seinem Weg sieht Jakob dort von Engeln ganze Schaaren. Nun reis't er froh und muthig fort. Auch mich wird Gott bewahren. O nimm mich, Herr, in deinen Schutz: und wef. sen List, Gewalt und Truß kann mir alsdann wohl schaden? 5. Die Stimme Gottes schilt die Gedern: schnell, wie der Strahl, zersplittern sie. Die Stimme Gottes ruft den Gedern: dem Libanon entstürzen sie. 6. Sie macht sie hüpfend, wie die Kälber, sie stürmet, daß der Libanus, daß der erhab'ne Hermon selber wie ein jung Eichhorn hüpfen muß. 3weit. Th. XXX. Besondere Gebetlieder. Haus!| Du wirst, ich hoff' es, gnädiglich hier meine Wallfahrt enden. Drum laß mich, wenn es dir gefällt, nach aller Unruh' dieser Welt dort ewig bei dir wohnen. mas 17th 9. Nun, Vater! dir ergeb' ich mich, ich bin in deinen Händen. MUAT 3weit. Th. XXX. Besondere Gebetlieder. 309 7. Gebirge stürzet sie zusam-| 2. Dräut gleich der Grund der men; der Erdkreis bebt, da er sie hört. Des Höchsten Stimme haut wie Flammen, sie hauet um sich und zerstört. Welt zu wanken, zu vergehen; läßt die geborstne Luft gleich nichts als Flammen sehen; heult gleich mit Ungestüm empörter Winde Wuth; droht dem erschrocknen Land gleich eine Waf serfluth: 10mar dondo 8. Die Stimme spricht: die Wüste zittert, welch' Schrecken brauset durch sie hin! durch Gottes Stimme wird erschüttert die wundervolle Wüste Sin. 9. Erschreckt von dieser mächtgen Stimme, gebären Hindinnen zu früh. Und schnell entblößet sie im Grimme die Wälder und entwurzelt sie. 10. Gott spricht, daß er verherrlicht werde; sagt ihm im Tempel Lob und Dank! er sprach und richtete der Erde die Sünd: fluth zu, zum Untergang. 11. Und sie vertilgte die Verbrecher, die seines Namens Ehr' entweiht. Da war er König, Richter, Rächer, und das ist Gott von Ewigkeit. ad 12. Gott wird in aller Feinde Stürmen den Kindern Jakobs Kraft verleih'n. Er wird sie segnen, sie beschirmen, um sie wird großer Friede sein. 11004 TOTT mod Nach der Mel. des 9. Liedes. 427. 3. So zittert, blißt und rauscht doch Alles Gott zu Ehren. Er läsfet seine Stimm' im Donner prächtig hören; er zeiget feine Kraft und seine Lieb', es bricht selbst durch der Wolken Nacht des Schöpfers Weisheitslicht. Höchfter, dessen Kraft Luft, Meer 4. Gott führet väterlich, zum Nutzen und zum Segen, der Wolken feuchte Frucht, den oft erbet'nen Regen, durch Wind und Wetter her; macht durch der Blize Brand nicht nur die Lüfte rein, tränkt auch das dürre Land. 6. Denn ob darüber gleich Luft, Meer und Erd' erschüttern; so darf ein frommes Herz doch darum nicht erzittern! schreckt dich des Schöpfers Macht, so denke doch dabei: daß er zu deinem und Erde träget; der Erde, Luft| Schutz nicht minder mächtig sei. und Meer durch einen Wink beweget, ich lobe deine Güt'; ich preise deine Macht, auch da bei deinem Blitz der Donner schrekfend fracht. 15 750 7. Gewiß, du ehrst ihn nicht, wenn du zu knechtisch bebest, und unter Blizz und Knall in lauter engsten schwebeft. Sieh' deinen starken Gott doch nicht so 5. O Weisheit sonder Ziel! o Allmacht sonder gleichen: o wahrer Vaterlieb' untrüglich helles Zeichen! ach, möchten wir es doch in froher Ehrfurcht sehn, und auch im Wetter selbst der Gottheit Huld versteh'n! 3weit. Th. XXX. Besondere Gebetlieder. machtlos an, daß er im Wetter| der grause Sturm, gib, daß der dich nicht auch beschirmen kann. Schloßen Heer uns weder Leib noch Gut entreiße, noch versehr. 14. Ach. laß in der Gefahr, hei Donner, Blizz und Stürmen, uns deine Lieb' und Macht, o Vater, doch beschirmen! vor Allem aber gib, wenn die Gefahr vorbei, daß so vor Schuß als Nutz', dir jeder dankbar sei. 310 8. Es wirket seine Macht ein ehrfurchtvolles Grauen; doch auch nicht weniger ein kindliches Vertrauen. An uns liebt unser Gott zwar Ehrerbietigkeit, doch mehr noch Zuversicht, noch mehr Gelassenheit. d tritti 9. Und sollte, was er thut, dir etwa Schaden bringen; so suche christlich stark, den Unmuth Nach der Mel. des 42. Liedes. zu bezwingen. Ohn' ihn kann 428. Des Donners schrekfendes Gebrülle nichts gescheh'n, und was durch ihn geschieht, ist Alles nüß' und gut, begreift man es gleich nicht. 10. Weil aber dieses nicht in unsern Händen stehet, und man sich blos, o Herr, durch dich zu dir erhöhet; so fleb' ich inniglich: gib mir die Eigenschaft, die dir gefällig ist, und des Vertrauens Kraft: wird schwächer, und die Blizze flieh'n: bald schmückt, bei angenehmer Stille, der Sonne Glanz das feuchte Grün. Herz! Heischet dies nicht deinen Dank? heischt dies nicht einen Lobgesang? 11. So oft wir blizen seh'n, so oft wir donnern hören, laß uns, Herr Zebaoth, dich lieben, fürchten, ehren! hat deine Güte schon den Blizz hervorgebracht: 3. D Seele, preise den Erso ist sein Strahl doch auch ein Zeichen deiner Macht. 2. Die frohe Heerde blöckt schon wieder; ein Chor der Vögel schwirrt und singt nur von dem Herrn verstandne Lieder. Ihr munterer Gesang durchdringt der ungemess'nen Lüfte Kreis, dem Segensgott zum Ruhm und Preis. 12. Von unserm Nichts kann nichts so klar uns überführen, als wenn wir die Gewalt der Elemente spüren. Die ungeheu're Macht erweijet, wie so 4. Nimm auch des Höchsten klein, so elend, so gering und schwach wir Menschen sein! retter, der seine große Kraft bewies; den starken Gott, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der selbst es Blizzes Strahlen lenkt, und auch im Zorn der Gnade denkt. 13. Drum, Herr, erbarme dich! erbarme dich aus Gnaden! laß dies Gewitter doch den Uns rigen nicht schaden. Gib, daß theure Güte in Blitz und Ungewitter wahr. Dem frohen forschenden Gemüthe stellt sich ein großer Schauplaß dar von ungezählter Segensspur, zum Labsal aller Kreatur. cheil ami 3weit. Th. XXX. Besondere Gebetlieder. 5. Wenn bei erhitzter Dünste| im Schüßen stark und mächtig, Glühen sowohl die Menschen als ein Helfer in der Noth. das Vich den Odem matt und feuchend ziehen; wie froh, wie munter werden sie, wenn in die ängstlich schwüle Luft der Donner fühle Winde ruft. naid 6. Wie lieblich hebt sich das Getreide, getränket durch den Regenguß; und wie vergnügt betritt die Weide der neubelebten Thiere Fuß! der muntern Vögel frohes Heer verfündigt des Erhalters Chr'. e ved don't 7. O Gott! wie viele Se gensproben verbreitest du auch durch den Blitz; dich muß man auch im Wetter loben. Du meinst es gut und wie's uns nütz'. Dir sei mein Herz ein Dankaltar; dir bring' ich Lob zum Opfer dar. 311 20 Fürbitten. Für die Obrigkeit. Mel.: Uus meines Herzensgrunde 2c. 429. J ehovah, Herr und König der Könige und Herrn, dir ist man unter: thänig; du herrschest nah' und fern, du Gott, Herr Zebaoth! an Ehren groß und prächtig; 2. Nach deines Knechtes Lehre ist keine Obrigkeit, die, Herr, von dir nicht wäre; ihr Schwert, das Frevlern dräut, das hat sie ja von dir! wer ihr zuwider lebet, der wagt's, und widerstrebet dir selbst noch mehr als ihr. 3. Ach, lieber Vater, lehre mich doch durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie uns dein Wort es heißt! fie tragen ja dein Bild; laß mich Gehorsam üben, und sie mit Ehrfurcht lieben, wie du es haben willt. will, and ting 4. Die wir zu Herrschern haben, laß deinen Willen thun. Laß deines Geistes Gaben auf ihnen reichlich ruh'n. Du herrscheft 8. Verfleucht der Knall von selbst im Land. Das Herz der Donnerwettern: des Wortes Obrigkeiten kannst du wie Bäche sanfter Donner währt. Droht leiten, es steht in deiner Hand. nun kein Blitz uns zu zerschmet- 5. O Gott von großer Güte, tern; des Wortes Leuchten bleibt und nährt. Sei treu, o Herz! bei diesem Licht; Gott rührte dich, vergiß es nicht! gib ihrem Geiste Licht. Gib Treue dem Gemüthe zum Urtheil im Gericht. Laß stets durch ihr Bemüh'n den Frommen sicher stehen, der Bösen Rath vergehen, und alle Stände blüh'n. 6. Gib, daß durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ehrbar Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Herr Gott, du segneft gern; wir bitten öhn Ermüden: gib. Segen, Heil und Frieden durch Jesum, unsern Herrn. 3weit. Th. XXX. Besondere Gebetlieder. Früchte mit unbeschämtem Angesichte nach weisem Fleiße reifen sehn, und bei dem drückenMel. des 143. Psalms. 430. Glöser sieh auf den Gewichte des Amts, die Kraft von dir erfleh'n. uns hernieder, auf Hirten und der Erde Glie: der, die wir vereinigt zu dir schrei'n, und unsre Bitten, unsre Lieder, laß, Herr, dir wohlgefällig sein. 2. O selig, welchen du erwählet, und deinen Boten zuge= zählet! wenn er dein Wort auf richtig lehrt; und wo er fehlt, aus 312 Bei der Einführung eines Predigers. 3. So selig sei auch der zu halten, für den wir jetzt die Hände falten, da er sich deinem Dienst geweiht, und solchen würdig zu verwalten, sich binden will mit Wort und Eid. Schwachheit fehlet, und selbst 431. thut, was man von ihm hört. 4. Du selbst mußt ihm Vermögen geben; mit Licht und Kraft den Geist beleben, und leiten ihn als bei der Hand; dann macht sein wichtiges Bestreben erst dich und deinen Ruhm bekannt. 8. Erhalt' ihn in den rechten Schranken, in Wort, in Wandel und Gedanken! gib ihm, nur deinen Geist zu scheu'n; von seiz nem Vorsatz nicht zu wanken, und bis an's Ende treu zu sein. 5. O laß ihn, Herr, durch dich belehret, durch keines Irr: thums Wahn bethöret, die Wahrheit selbst gerühret sehn, und, wie sich auch das Fleisch empöret, doch ihre Stege richtig gehn. 6. Gib Gnade, daß zu rechter Stunde, dein streng Gesetz aus seinem Munde den Sünder wecke! doch dabei des Lebens Wort vom Gnadenbunde für schüchterne Gewissen sei. 7. Ach! laß ihn seiner Arbeit Bei Einsegnung der Eheleute. Nach der Mel. des 109. Liedes. Gott! desf' gnadenvoller Rath den Ehstand eingesetzet hat, der du ihn segnest, schüßzest, liebst, und ihm Glück, Heil und Gnade gibst. 2. Gib diesen, daß sie stets mit Fleh'n, in Lieb' und Eintracht zu dir geh'n: und wenn ihr Herz voll Andacht schrei't, gib, daß ihr Werk auch wohl gedeih't. 3. Auch wenn sie Kreuz und Kummer drückt, so zeige, daß du es geschickt. Hilf bald, und gib, daß sie zuletzt dein gnadenreicher Trost ergögzi. 4. Laß Eltern Schand' und Sünde flieh'n, und fromme Kinder auferzieh'n, daß Einigkeit, Zucht, Scham und Treu' zu aller Zeit im Wachsthum sei. 5. Laß, die im Ehestande steh'n, sich, Herr, durch dich gesegnet seh'n. Gib, daß sie deinen Willen thun, und unter deinem Schutze ruh'n. 6. O treuer Gott! wir bit= ten dich, regiere sie stets gnädig: 3: veit. Th. XXX. Besondere Gebetlieder. lich, erhalte sie die Lebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit. 7. So bringen sie dir lebenslang für solche Gnade herzlich Dank; bis dich, Gott Vater, Sohn und Geist! ihr froher Mund dort ewig preis't. schen brachte. Ehen sehen dero: wegen Gottes Segen; Gott be glücket, was er stiftet, fügt und schicket. 313 Nach der Mel. des 35. Liedes. 432. Gott ist es, dessen weisie keine Noth beschweren. 5. Führ' ihre ganze Lebensser Rath den Ehestand gestiftet hat: er ist's, der Zeit zur Gottesfurcht und Heiligkeit, durch deines Geistes Stär: Eva machie, und diese tugend te. Regier und lenke doch ihr volle Braut, die er aus Adams te. Regier und lenke doch ihr Ripp' erbaut, zum ersten Men- Herz von Fleischeslust, vom eiNach der Trauung. 4. Nun, Gott! du hast es wohlbedacht, die heil'ge Ordnung selbst gemacht, und willst sie noch bedecken. Dein Geist regiere Mann und Weib, daß sie ein Herz, ein Fleisch und Leib, dein Bündniß nie beflecken. Rühre, führe ihre Seclen, dich zu wählen, dich zu ehren; laß 3. Gott schmücket ihr geliebtes Haus mit wohlgerathnen Zweigen aus, woran sie Freude sehen: und bricht gleich oft ein Kreuz herein, will er selbst Trost und Helfer sein, und stets zur Seite stehen. Endlich soll sich nach dem Leide ew'ge Freude für sie finden; Gott will ihnen Kränze winden. teln Scherz, allein auf gute Werke. Laß die, so die Ehen schließen, Heil genießen, Segen sehen, und zur Lammeshochzeit gehen. Die Eltern für ihre Kinder. Nach der Mel. des 116. Liedes. 433.( orge doch für meine 2. So lebt ein frommer Mann beglückt, wenn Gott ihm eine Gattin schickt, durch die er wird gesegnet; wenn Eins das Andre zärtlich liebt, und ihnen Gott Kinder, Gott, der den Frieden gibt. O! wie viel du ihr Vater bist. Sie sind freiWohlsein regnet täglich reichlich lich vor dir Sünder, doch verauf die Seelen, die Gott wäh- söhnt durch Jesum Christ, und len, die sich lieben und zugleich in ihrer Kindheit schon dir und die Tugend üben. Jesu, deinem Sohn, bei der Taufe übergeben, dein zu sein und dir zu leben. Un 2. Du hast sie bisher genähret; du hast manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret. Da dein Engel überall, ob er gleich dein Antlig sieht, sich doch für sie froh bemüht; o so muß mich ihr Gedeihen, Herr, mit jedem Tag erfreuen. 314 3weit. Th. XXX. Besondere Gebetlieder. 3. Sollt' ich denn für solche| sie, so laß es ihnen stets zum Güte dir nicht herzlich dankbar wahren Besten dienen. sein, und mit dankendem Gemüthe mich bei solchem Glücke freu'n? Zeigt' ich nicht voll Rühmens an, was du, Herr, an mir gethan! ach, so würde dies mein Schweigen von dem schnöd'sten Kaltsinn zeugen. and addic 4. Herr! du bist's, was mich ergößet, meiner Seele Trost und Heil, das mein Herz am höch: sten schäßzet; Herr, du bist mein Gut und Theil: bleib' auch meiner Kinder Gott; laß sie doch in keiner Noth auch im Glücke nicht verderben, rühmlich leben, selig sterben. Rok 5. Laß sie nicht ihr Herz verstocken, heb' es stets zu dir em= por. Wenn sie böse Buben lok= ken, o dann höre nicht ihr Ohr. Laß der Thoren Wahn und Scherz nicht ihr jugendliches Herz, das nur dir gehört, entweihen; deiner müff' es sich erfreuen. 6. Laß du sie schon hier auf Erden dir zu Ruhm geschäftig sein, und den Menschen nüßlich werden. Deine Furcht pflanz' ih nen ein; daß in einer argen Welt sie stets thun, was dir gefällt, und nach deinem heil'gen Willen treulich ihre Pflicht erfüllen. 7. Gib, Herr, daß sie stets mit Ehren, nicht dem Feind zum bittern Spott, nicht dem Freund zur Last, sich nähren. Segne du ihr täglich Brod, daß sie nie ein Unfall schreckt, der zu her: bes Leid erweckt. Schlägst du 8. Still laß ihre Tage fließen. Laß sie ihre Prüfungszeit tugendsam und fromm genießen. Wenn sie dann zur Ewigkeit endlich einmal übergehen, so laß sie vor dir bestehen. Laß sie sanft und ruhig sterben, und dort deinen Himmel erben. 9. Gönne mir die große Freude, daß ich an dem jüngsten Tag, nach hier überstand' nem Leide, einst mit Jauchzen sagen mag: liebster Vater, ich bin hier, nebst den Kindern, die du mir einst in deiner Gunst gegeben: ewig will ich dich erheben! Die Kinder für ihre Eltern. 434. Gott, Nach der Mel. des 47. Liedes. ott, mein Vater! Dank jei dir: du haft Gutes, Leib und Leben, durch die Hand der Eltern, mir ohne mein Verdienst gegeben; für mich krönst du ihre Müh', mir zu gut erhältst du sie. 2. Oft hab' ich sie schon betrübt. Ach, vergib mir diese Sünde! nie bab' ich sie so geliebt, wie es einem jeden Kinde Wort und selbst Natur gebeut. Gott! es ist mir herzlich leid. 3. Was ich ihnen schuldig bin, nehm' ich willig wohl zu Herzen. Laß mich nicht durch Gigensinn ihre Huld und Gunst verscherzen. Gib, daß meine 3weit. Th. XXX. Besondere Gebetlieder. 313 Dankbarkeit, mein Gehorsam sie| Eltern früh entrissen hat, de erfreut. drau müthig ehr' ich deinen Rath. 4. Wie viel Sorgen, Angst 2. Drum flieht mein kum= und Müh' haben oft ihr Herz gebeuget? Wie viel Liebe haben sie täglich, stündlich mir erzeiget? Haben sie nicht manche Nacht, wenn ich schlief, für mich gewacht? mervoller Sinn zu dir, dem höchsten Helfer, hin. Herr! stehe du mir bei! zu dir steht meine Zuversicht: verlaß mich, bester Vater! Vater! nicht. 3. Ach! flöß' mir wahre Tugend ein, so werd' ich immer glücklich sein. Herr! leit' und führe mich. Laß führe mich. Laß mich bei dir in Gnaden steh'n, so wird mir's immer wohl ergeh'n. 4. Von dir fommt alles wahre 6. Stelle mir zum Beispiel Gut; drum gib mir Weisheit, für jenes Muster aller Kinder, Kraft und Muth durch deinen Jesum, der zwar Eins mit dir, guten Geist; damit mein schwa=' und die Eltern doch nicht minches Herz nicht fehl', und stets der mit Gehorsam selbst verehrt, dies sei mir nachahmungswerth. das beste Theil erwählt now 15. Laß denn, ohne Heuchelei, mich vor ihnen dankbar, beugen, und Gehorsam, Lieb' und Treu' stets in Wort und Werken zei: gen; so fehlt mir der Segen nicht, den mir dein Gesetz verspricht. 7. Lege viele Jahre zu meiner Eltern Zeit auf Erden! Laß ste, Herr! in Fried' und Ruh mir zum Besten älter werden. Beten sie für sich und mich, so erhör' es gnädiglich. 6. O Brunnquell aller Gü8. Alles Kreuz mach' ihnen tigkeit! bescheere mir von Zeit leicht; hilf es. Bater! selber zu Zeit die Mittel meines Glücks; tragen, und wenn sie ihr Ziel du weißt ja leicht für jeden Rath, erreicht, nach den sauern Lebens- den deine Hand erschaffen hat. tagen, so gib du vor deinem 7. Du hörest, wenn die NaThron ihnen frommer Eltern ben schrei'n: laß auch dein Kind Lohn. is hierhöret fein, und nimm mein Seufzen auf: gib Kleider anzu zieh'n, und Brod zu essen, o du reicher Gott! 15 si sur Eines Waisen. Neue Mel. oder: Barum betrübst. 435. welch ein Leiden, das mich drückt! Vater! zugeschickt! mir der Tod die 5. Beschüß mich auch, o treuer Gott! in Kreuz, Verfolgung, Angst und Noth, in Seel- und Leib'sgefahr. Bedeck' mich durch der Engel Macht, als Gott und Helfer Tag und Nacht. i das du mir, weil leider! 8. Ich werfe meine Sorg' auf dich, mein Gott und Herr! ver= forge mich, und mach' es immer wohl; so lob ich dich, so dank 193weit. Th. XXXI. 2oblieder. ich dir für solche Gnade für| mels Erbe sein. Erlang' ich dieund für. ses nur, so acht' ich weder Noth noch Qual in diesem jammervollen Thal. 316 9. Bricht dann mein Lebensziel herein; laß mich des Him Zweiter Theil. XXXI. Loblieder. a. Vom Lobe Gottes. Mel. des 134. Psalms. 436. Auf, Christen! preis't mit mir den Herrn! wer preis't, was herrlich ist, nicht gern? Und welch ein Glanz, der Gott verklärt! wer ist, wie er, des Lobes werth? 2. Lobt ihn! sein ganzer Nam' ist Ruhm; Unendlichkeit sein Ei genthm. Dies grenzenlose Meer von Licht durchschauet selbst der Engel nicht. im prak 3. Ja, eure Lust sei, ihn erböh'n! solch Lob ist heilsam, lieblich, schön, schärft den Verstand, erhebt das Herz, und stillt im Leiden allen Schmerz. 4. Wie wird der Geist dadurch entzückt; hinauf gen Him: mel hingerückt; mit seinem hoch: erhab'nen Freund, mit Gott, stets inniger vereint! 5. Welch ein so herrlicher Beruf, zu dem Gott selbst die Engel schuf! welch eine theure süße Pflicht, die uns so reichen Lohn verspricht. 031 6. Ja, Pflicht ist's, daß ihr sein gedenkt, ihr, denen er Verstand geschenkt, die Ehre des 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn befingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, daß sich zu Gott mit Inbrunst nah'n, und seine Größe fühlen kann. 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, errinnert euch an diese Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein, und wolltet nicht voll Rühmens sein? 9. Wer ist gutthätiger, als Er? denn welche Gabe sollt' uns der nicht schenken, der so sehr uns liebt, daß er auch sei= nen Sohn uns gibt? 10. Was gebet ihr ihm nun dafür? ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in seiner Liebe brennt, das Einz'ge, was ihr geben könnt? 1 11. Auf, Christen, preis't mit mir den Herrn; wer preis't nicht milde Geber gern? gedenkt, wie viel er uns gewährt! wer ist, wie er, des Dankes werth? .800 Der 134. Psalm. di 10 Nach der Mel. des 436. Liedes. Verstandes ist, daß ihr den 437. Erhebet Gottes Heiz Ew'gen kennt und wißt. 1oor ligkeit, ihr, die er 3weit. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. 317 sich vor Andern weih't, und| Heiligthum, als wie die Engel die ihr vor ihm Tag und Nacht zu seinem Lob' und Dien: ste wacht! salons 2. Erhebet zu ihm Herz und Hand, und bittet ihn für jeden Stand; und lehrt und singt im TA seinen Ruhm! 3. Euch segne Gott von seinem Thron, und sei dort ewig euer Lohn; euch segne Gott, der alle Welt erschaffen hat, und noch erhält. A Loblieder. uit in AL 1705 meam endi timis b. Allgemeine Der 34. Psalm. Nach der Mel, des 82. Liedes. 438. 19051 4. Zittert nicht in den Gefahren! unsers Gottes Angesicht schaut auf uns, uns zu bewahren, Fromme! Gott verläßt euch nicht; wer will uns unglücklich machen? Gottes starke Engel wachen immer um uns! Gottes Treu' steht beim nahen Tod uns bei. a ir, mein Gott, will ich lobsingen, und von meinem Munde soll stets dein Lob zum Himmel dringen; denn mein Herz ist Dankes voll. Deiner freut sich mein Gemüthe, rühmt sich, mein Gott, deiner Güte; alle Frommen freuen sich deiner, Herr, und loben dich! 2. Ja, preis't ihn, ihr frommen Seelen, stimmt Danklieder mit mir an! lasset fröhlich uns erzählen, was der Herr uns Gut's gethan! lasset, lasset uns zusammen Lieder singen seinem Namen! ein vereintes Lob gefällt unserm Gott, der uns erhält. 3. Herr, du hast mein Leid vernommen, du sabst meine ganze Noth! mein Geschrei ist vor dich kommen: da halfst du mir, o mein Gott! und du eiltest auf mein Beten, mich aus meiner 7. Was die Frommen sich erNoth zu retten; strecktest, ach, werben, das verdirbt nicht dein wie dank' ich dir, deine Vater- Gericht, Sünder läss'st du oft verhand zu mir! Anti derben, aber deine Kinder nicht! wer den Herren sucht und liebet, wird mit Mangel nie betrübet, 5. Schmecket, Freunde Gottes, schmecket, fühlet seine Freundlichfeit! seine Gnad' und Huld bedecket Jeden, der sich seiner freut: Gott kann uns in allen Stürmen, wenn wir ihm vertrau'n, beschirmen; ja, der Herr ist unser Gott, unser Fels in jeder Noth! 6. D, wer wollte dich nicht ch= ren? wer verdient Vertrau'n als du? wer kann in der Noth erhören? wer kann helfen, Gott, wie du? du willst die, die deinen Willen freudig thun, mit Freud' erfüllen, ihnen fehlt's an Segen erfüllen, ihnen fehlt's an Segen nie! du ernährst und segnest sie. 318 3weit. Th. XXXI. 2llgemeine Loblieder. er verheißt es, daß für den seine| zu ihm fleh'n, werden sie die Schäße offen steh'n.dusensnis Rettung seh'n. 8. Kommt dann, fromme Seelen, höret, wie der Herr euch segnen kann! nehmet, Kinder, was er lehret, mit bereitem Herzen an! ihr müßt, wollt ihr selig leben, eure Herzen Gott ergeben; euer Herz und Mund muß rein, ganz das Leben heilig sein! 300 disid 13. Züchtigt Gott gleich unfre Seelen; er meint's immer mit uns gut! läßt, wenn uns die Leiden quälen, doch nicht sinken unsern Muth. Gott beschüßt, erhält die Seinen, die es redlich mit ihm meinen; er bleibt in der größten Noth, wie im Glück, ein treuer Gott! 14. Ohne seinen Rath und Willen wird uns nie ein Haar ge: beugt; er kann jedes Wetter stillen, das schnell auf uns nieder: steigt! er, er wird mit seinen Wettern seiner Feinde Schwarm zerschmettern! dient denn, Fromme, Gott! ihr seid sein in alle Ewigkeit! 9. Fliehet eurer Zunge Sün: den; laßt zu keiner Heuchelei, feiner Sünd' cuch überwinden, bleibt Gott und der Tugend treu, sucht und jaget nach dem Frieden, laßt den Feind euch nicht ermüden, thut ihm Gutes, thut es gern, Neid und Zorn sei von euch fern! 10. Gott schaut alle seine Knechte stets mit Wohlgefallen an! er ist's, der, wenn der Gerech te zu ihm schreit, ihm helfen fann; in sein Buch sind alle Kla Der 100. Pfalm. Nach der Mel. des 109. Liedes. gen ſeiner Frommen eingetragen; 439. Ihr Völker, jauchzt und rühren sein erbarmend Herz. mit frohem Schall dem Gott der Götter überall! erscheint in seinem Heiligthum mit eifersvollem Dank und Ruhm! 402 ostmiss ni 11. Aber Gottes Zorn verzehret weg von seinem Angesicht, Jeden, der ihn frech entehret! spottet, Sünder, Gottes nicht! fleht ihn an, daß seine Rache nicht schnell wider euch erwache; Gott ist gut, doch immer schont der nicht, der im Himmel wohnt. 2. Der Herr ist Gott. Nur er allein, nicht wir, verlieh uns unser Sein. Wir sind sein Werk und eigen Gut, und Schafe seiner Weid' und Hut.ro? 12. Web' dem, der den Frommen drücket, Gott sieht's! und der Fromme schreit, und Gott hört's, und Gott erquicket ihn, zur Hülfe stets bereit. Er ist nahe allen Denen, die sich nach der Hülfe sehnen; so gewiß sie 3. Erhebt, empfangt ihn allzugleich; und eilet in sein Gnadenreich! er öffnet seine Thore weit, da dringt hindurch mit Freudigkeit. Urings and 4. Unendlich groß ist seine Treu'. Sie scheint uns alle 3weit. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. 319 Morgen neu; und seine Huld| duld und Güte, langsam zum and Gütigkeit besteht durch aller Zeiten Zeit. Zorn und voll Mitleid ist er. 10 Der 103. Psalm. Nach der Mel. des 265. Liedes. 440. obänge Gott mit wahrem Andachts triebe, o meine Seel', und preise seine Liebe! was in mir ist, erhebe seine Treu'! ich soll, ich will mit dankerfüllter Seelen, so lang' ich kann, erwägen und erzählen, wie groß an mir sein Gnadenreichthum sei! 2. Bewein' ich nur mit Schmer: zen meine Sünden; so läßt er mich bald seinen Troft empfinden. Er heilt mein Web und tilget meine Schuld. Der Herr, mein Gott, erlös't mich vom Verder= ben, und frönet mich, als einen Himmelserben, mit heil gem Schmuck und ewig reicher Huld. 3. Er sättigt mich mit aller Güter Fülle: gewähret mir des innern Friedens Stille; und. schaffet mich, wie Adler, jung und neu. Er gibt nicht zu, daß jemals Welt und Hölle mit Macht und List des Armen Unschuld fälle, und im Gericht steht er ihr siegreich bei. 4. Wie herrlich zeigten sich dort seine Wege, wie wunder: voll sein Schutz und seine Pflege durch Mose Dienst an Jakobs großem Heer! der Herr ist sanft und milde von Gemüthe; er übt an uns nur Treu', Ge= 5. Verdienen wir, daß er uns. ganz verlasse, und droht er uns mit seinem schweren Hasse; so währet doch sein Zorn nicht lange Zeit. Er lohnt uns nicht nach unsern Missethaten; und wenn wir auch in seine Zucht gerathen; so dient sie nur zu unsrer Seligkeit. 6. Gr läßt an uns, wenn wir ihm findlich trauen, viel höher noch der Gnade Wunder schauen, als über uns der Himmel Kreise geh'n. Die Sünde muß viel weiter von uns schwinden, als Ost und West sich von einander finden, wenn wir zu ihm mit Neu und Thränen fleh'n. 7. So zärtlich schont kein Bater seiner Kinder, als unser Gott der tiefgebeugten Sünder; er schlägt und heilt, und lin= dert ihre Bein, als welcher stets auf unsre Schwachheit schauet. Gr denk daran, daß wir aus Staub gebauet, und wieder Staub in Kurzem werden sein. 8. Wie eitel sind doch unfre kurzen Tage! wir leben kaum, so find't sich Müh' und Plage; wir blühen, doch wie eine Blume blüht, die jeder Wind, der kaum vorüber fähret, versengt und dörrt, und wie in nichts vered kehret, daß niemand mehr auf ihre Spur nur sicht., gg 19. Nur Gottes Tren kann nimmermehr vergehen, wenn wir nur fest in seiner Furcht beste 3: veit. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. hen, will sie auf uns und unsern| Der Höchste bleibt gerecht von Enkeln ruh'n. Sein ewig Heil Ewigkeiten auf alle Zeiten! wird über denen walten, die seinen Bund und sein' Gesetze halten; und, was er will, von ganzem Herzen thun. 4. Gr baut den Wundern, die sein Arm verrichtet, ein Denkmal, welches keine Zeit zernichtet! der Herr von from mem, duldendem Gemüthe, der Herr voll Güte. 10. des Herren Thron ist himmel hoch erbauet, von wel: chem er auf alle Menschen schauet. 5. Der Herr gibt Speise deSein Wink regier die Völker aller Welt. Lobsingt dem Herrn ihr Engel und ihr Helden, die sein Gebot vollstrecken und uns melden, und die sein Wort in ew'ger Uebung hält. nen, die ihm dienen; was er verheißet, daß erfüllt er ihnen, er denkt des Bundes; ewig soll er währen, weil sie ihn ehren. 11. Lobsingt dem Herrn, ihr, seine lichten Heere, die ihr um ihn, uns Sterblichen zur Lehre, mit Freuden dient, und seinen Willen thut! Lobsingt dem Herrn, ihr, alle seine Werke: so weit er herrscht, verehret seine Stärke; lobsing' auch du, mein Geist, dem höchsten Gut. 320 Der 111. Psalm. Nach der Mel. des 55. Liedes. 441. Gelobt sei Gott! ihm will ich fröhlich singen; ihm Dank und Ruhm mit den Gerechten bringen, und der Versammlung aller Frommen Seelen sein Lob erzählen. 2. Groß, majestätisch sind des Höchsten Werke, und würdig, daß man sie erforsch' und merke! aus ihnen strömen heilige Vergnügen, die nie versiegen. 3. Was er nur ordnet, ist voll Schmuck und Ehre, daß er, wie groß er sei, die Welten lehre. 6. Die Thaten seiner Hand sind Recht und Treue. Gott spricht fein gnädig Wort, das ihn gereue. Der Fromme weiß, daß er aus Lieb und Güte sein Recht gebiete. 7. Es dauert fest und ewig unbeweget! er hat's auf Stein und uns in's Herz gepräget, daß wir getreu und willig sei= nen Rechten gehorchen möchten. 8. Er sendet Heil und Retung seinem Erbe, damit es nicht der Feinde Grimm verderbe. Sein Bund, die Frommen herrlich zu erhöhen, bleibt ewig stehen. 9. Die Furcht vor Gott, die Lust, ihn zu erheben, führt, uns zur Weisheit, führet uns zum Leben; sie gibt Verstand und Licht, damit die Seele, was gut ist, wähle. 10. Von ihr geleitet, lernt man Wege wallen, die nie verführen, welche Gott gefallen. Der Ruhm, womit sie sich geschmückt wird sehen, wird nie vergehen. 3weit. Th. XXXI. Allgemeine oblieder. hinei 113. Pfalm.| len, die auf Grden wohnen, werd' Nach der Mcl. des 15. Liedes. Ghr' undLob dem Herrn gebracht! 442. Ju Botol Ihr Knechte Gottes, lobt den Herrn, lobt seinen heiligen Namen! ge= lobet sei er nah' und fern, und jetzt und ewig! Amen! Vom Aufgang bis zum Niedergang fei er der Heiligen Gesang, ihr Ruhm und ihre Freude! no 2. Unendlich ist der Herr erhöht, hoch über alle Heiden. So weit der große Himmel geht, muß Ehr' und Schmuck ihn klei: den. Ja, ja, wer ist, wie unser 321 3. Gr. richtet die Geringen auf, die nach Errettung dürsten; und fördert des Verlass'nen Lauf, und setzt ihn zu den Fürsten. Der Unfruchtbaren ödes Haus schmückt er mit holden Kindern aus. Laßt: Hallelujah! schallen. hier 444. Nobet den Herrn, alle Heiden, preiset ihn alle Völker, denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Gwigkeit. Alleluja! Alleluja! 2. Ghr' sei dem Vater und dem Sohne, und auch dem heil' gen Geiste, als es im Anfang war und nun bleibet bis in Ewigkeit. Amen! Alleluja! Alleluja! od 010lite Gin Nach der Mel. des 108. Liedes. Gott, der hohe Herrscher Ze= 445. Sollt' ich meinem baoth, der auf das Gott nicht singen? sollt ich ihm nicht dankbar sein? Sollte nicht in allen Dingen seine Liebe mich erfreu'n? Lieben ist es, nichts als Lieben, herzliche Barmherzigkeit, die so oft und viel verzeih't! Herr! ich will dich ewig lieben, ich will als dein Eigentbum, stets erheben deinen Ruhm! Der 1 17. Pfalm. Nach der Mel. des 46. Liedes. 2. Wie ein Adler sein Ge443. obt, lobt den Herrn, ihr Nationen! froh lockt ihm; bringt ihm Ruhm und Macht! von Allen, die auf Erden wohnen, werd' Ehr' und Lob dem Herrn gebracht! is fieder über seine Jungen streckt, so hat( dankt's ihm, meine Lies der) mich auch Gottes Arm bez deckt! Gott, der über mir schon: wachte, als ich kaum zu sein begann, fab' mit Vaterhuld mich 2. Denn seine Gnade, seine an, eh' ich lebte, eb' ich dachte! Treue ist groß und unveränder Leib und Seele gabst du mir; lich; sie herrschet ewig: Erd: Gott, o wie verdank' ich's dir! freis freue der Gnad' und Treue 3. Für mich Armen, mich Gottes dich! 85100 bin 3. Lobt, lobt den Herrn, ihr Nationen! frohlockt ihm, bringt ihm Preis und Macht! von AlVerlornen, mich, der ich gefallen bin! gab er seinen Eingebornen, Jesum Christum, selber hin. Wer kann, was er that, 21 322 3weit. Th. XXXI. Allgemeine Roblieder. ergründen? auf der ganzen Erde,| mein Gott gewesen, hätte mich wer? wer aus seiner Engel Heer fann es, wie er liebt, ergrün, ren? seine Lieb' ist immer neu, ewig seine Gnad' und Treu'! sein Angesicht nicht erquickt; fo wär' ich nicht von so vieler Qual genesen! vom Allsehenden bewacht, ging ich durch die dunkle Nacht! En' dom is mol de 4. Seinen wunderbaren Führer, seinen Tröster, seinen Geist, gibt der Herr mir zum Regierer, wenn die Welt mich an sich reißt, daß er meine Seele fülle mit des Glaubens hellem Licht! dann, dann fürcht' ich kein Gericht! und mein bebend Herz wird stille! deines Heils darf ich mich fren'n! Herr! dein bin ich! du bist mein! 8. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht; ob es gleich verführt zur Sünde; von der rechten Bahne weicht: also sieht auch mein Verbrechen mein versöhnter Vater an, züchtigt mich, daß ich's gethan, will's nicht mit dem Schwerte rächen, weil, als ich's verirrt beging, doch mein Herz noch an ihm hing! 100 vood 5. Meinem bessern Theil, der Seele, gibt er Trost und Kraft 9. Wohlthat ist das Kreuz der und Rub! wenn ich, was er Christen ist's gleich, wenn es wählte, wähle, strömet mir sein da ist, Pein, führt es uns in Frieden zu! was, so lange wir dürre Wüsten, scheints gleich oft bier wallen, wir bedürfen in der Gericht zu sein und, was haWelt, was die Hütten stüßt und ben wir gelitten, duldeten die hält, die dereinst in Staub zerfal: Märtyrer nicht viel mehr, als len, auch dies gibt uns, dessen Ruf wir, viel mehr, eh' sie ihre Kron' uns für diese Welt erschuf. nderstritten? rühmt im Leiden, rühuit und preis't Gott, der euch der Welt entreißt! 6. Himmel, Erd' und ihre Heere sind zu meinem Dienste da! wohin ich mein Auge kehre ist mir Gottes Segen nah! Thier' und Kräuter und Getreide in den Gründen, auf der Höh', in den Büschen, in der See, sind mir Nahrung, sind mir Freude; vom Gedeih'n und Ueberfluß trieft des Allerhöchsten Fuß! 40. Sit, so lang ich leb' am Grabe, Kreuz und Trübsal ost mein Theil, Gott, dem ich geglaubet habe, Gott gibt einst mir ewig's Heil! dic, so hier mit Thränen säen, ernten dort mit Freuden ein; nach des kurzen Lebens Bein, werd' ich mein Geschick verstehen! jauchzen, daß mich Gottes Rath riesen Weg geleitet bat nad gl 11. Weil dann obne Ziel, ohn' Ende deine Gnaden, Vas 7. Wenn Betrübniß meine Seele, Glend meinen Seib um gibt; dann, dann bet' ich und verhehle nichts dem Gott, der doch mich liebt wär er nicht 15 3weit. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. ter, find; o so heb' ich meine| so weiß ich kein Ziel zu finden, Hände zu dir auf erhör' dein Kind: Vater! du wollst Gnade geben, dir mich ganz und gar zu weih'n, dein Verehrer stets zu sein, hier und in dem höhern Leben! Heilig, heilig, heilig ist er, der sein wird, war und ist noch die Tiefen zu ergründen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür, on 5. Du, Herr, bist mir nach= gelaufen, mich zu reißen aus der Glut: denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, hießest du mich dies ver= achten, und nur nach dem Him= mel trachten. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. arsmiser Nach der Mel. des 82. Liedes. 446. Womit soll ich dich wohl loben, mäch tiger Herr Zebaoth? sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! denn ich kann mit nichts erreichen deine Huld und Liebeszeichen. Tausend, tau sendmal sei dir, großer König! Dank dafür. for mill 20 523 6. Dwie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu zieh'n: daß ich nur das Gute wähle, und das Böse möge flieh'n, hast du mir durch Christum Leben, Licht und Kraft und Geist gegeben. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 7. Ja, Herr, Majestät und Klarheit strahlt von deinem An= gesicht: all' dein Thun ist Gnad? und Wahrheit, recht und heilig dein Gericht; wer muß nicht aus deinen Werken deine Macht und Weisheit merken? Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. m pip 8. Bald kamst du mit Vaterschlägen, bald mit Wohlthun, Gott, zu mir, um mein Herz nur zu bewegen, sich ganz zu ergeben dir, und stets deinen guten Wil= falen ohne Murren zu erfüllen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 9. Wie ein Vater nimmt und gibet, nach dem's Kindern nüß21* 2. Herr! entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu' und Güte froh erhebe Tag und Nacht: denn was ich nur bin und habe, kommt von dir, ist deine Gabe. Tausend, tausendmal sel dir, großer König! Dank dafür.ung pangis and 3. Herr! ich muß mit Scham gestehen, daß ich häufe Schuld auf Schuld; und mein fündliches Vergehen raubt mir billig deine Huld! gleichwohl trägst du, Gott, mich Armen noch be: ständig aus Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 4. Sa, Herr! wenn ich über lege, mit wie großer Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit; 3weit. Th. XXXI. lich ist; so hast du mich auch geliebet, Gott, der du barmherz zig bist, und dich meiner ange: nommen, wenn's auf's Höchste gleich gekommen. Tausend, taufendmal sei dir, großer König! Dank dafür no andatel 2llgemeine Loblieder. mein Fleh'n, und ließ nach sei= nem gnädigen Rathe mich nicht in meiner Noth vergeh'n. lat 3. Ich sank in Schmerz und Krankheit nieder, und rief: o Herr, errette mich da half mir Gott, der Starke, wieder, und mein Gebein erfreute sich.d 4. Wenn mich des Feindes Haß betrübte, flagt' ich Gott findlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache übte, und stärkte durch Geduld mein Herz.it 10. Trägst du nicht in dei nen Armen mich oft treu und väterlich? riß mich nicht oft dein Erbarmen aus Gefahr und schützte mich? mußt' ich einsam, hülflos weinen, so ließ'st du mir Troft er scheinen. Tausend, tausendmal sei 5. Wenn ich verirrt your dir, großer König! Dank dafür. 11. Vater! du hast mir erzeiget lauter Gnad' und Gütigkeit; und du haft zu mir geneiget, Jesu! deine Freundlichkeit; und dein Wort, o Geist der Gnaden! hei: let meinen Seelenschaden! Tausend, tausendmal sei dir, grozu ßer König! Dank dafür. rechten Pfade, mit Sünde mich umfangen fab, rief ich zu ihm, dem Gott der Gnade, und seine Gnade war mir nah'. monst 6. Um Trost war meiner Seele bange; denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief ihm: ach Herr, wie lange? und Gott verließ den Schwaz chen nicht sour and choic 12. Tausendmal sei dir gefun= gen Preis und Lob und Danf, mein Gott! daß es mir bisher gelungen, ach! laß mich bis in den Tod fest in deiner Gnade stes hen, und dereinst dein Antlig sehen, so werd' ich, dein Eigenthum, ewig preisen deinen Ruhm. pin 7. Gr half und wird mich fort erlösen. Er hilft; der Herr ist fromm und gut. Er hilft aus Reizungen zum Bösen, und gibt mir zu der Tugend Muth. 8. Dir dant' ich, Herr, auch für die Leiden, die du zur Prüfung mir geschickt. Dir dant ich für die mehrern Freuden, 10 tim- ti Nach ber Mel. des 46. Liedes. 447. Du bist's, dem Ruhm und Dank gebübwomit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dant' ich für das Gut ret: und Ruhm und Dank, der Erden, für die Geschenke Herr! bring' ich dir. Du hast deiner Treu. Dir dank' ich, mein Schicksal stets regieret, und denn du hieß'st sie werden, und deine Hand war über mir.ordrine Güt' ist täglich neu.al 2. Wenn Noth zu meiner Hütte 10. Dir dank' ich für die nahte, so hörte Gott, der Herr, höchste Güte; selbst deinen Sohn * IS 324 525 3weit. Th. XXXI. 2lgemeine Loblieder. gabst du für mich. Von gan=| genehm. Mit Adlers Flügeln zem Herzen und Gemüthe, von schwebet Erbarmung über dem. allen Kräften preis ich dich. 3. Wie Väter mit Erbarmen auf ihre schwachen Kinder schau'n: fo thut Gott an uns Armen, wenn wir in Einfalt ihm vertrau'n. Gott weiß es, wir sind Sünder; Gott weiß es, wir sind Staub und der Verwesung Kinder, ein niederfallend Laub! kaum daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr da! wir Sterbliche vergeben! stets ist der Tod uns nah'. 11. Erhebt ihn ewig, Gottes Werkedien Grd' ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Weisheit, Ruhm und Stärke, er hilft, und er errettet gern. gid12. Gv hilft, des Abends währt die Klage, des Morgens die Zufriedenheit. Nach einer Prüfung furzer Tage erhebt er uns zur Seligkeit. nism this 13. Vergiß nicht deines Got= tes; Seele! vergiß nicht, was ax er dir getban. Ehr' seiner Hei4. Des Ew'gen Gnad' alleine ligkeit Befehle, und bet ihn bleibt, gleich als er, in Gwigdurch Gehorsam augsts the feit bei dir, des Herrn Gemeine, 400 m de siddie ganz sich seinem Dienste Nach der Mel. des 34. Liedes. weibt, und daß sie selig werde, 448. 2[ uf meine Seele, mit Furcht und Zittern ringt. singet an dir, so Auf! daß ihr von der Erde schon jetzt euch dorthin schwingt. Dort nimmt mit seinen Engeln auch uns'rer Brüder Schaar, nun rein von allen Mängeln, stets seines Lobes wahr. unwerth du es bist, that Gott so große Dinge Weh' dir, wenn ihn dein Herz vergißt! Gott rettet dich ins Leben, will alle Missethat in Christo dir vergeben. O guadenvoller Rath! schon hier wirst du mit Heile getröstet und erfreut, und dort wird dir zu Theile die Rub der Ewigkeit. 2. Er hat uns wissen lassen, der Herr, fein Recht und sein Gericht; Erbarmung ohne MaBen dem Frommen, der den Bund nicht bricht schnell eilt fein Zorn vorüber, straft nicht nach unsrer Schuld, der Herr begnadigt lieber, nimmt lieber auf zur Huld! wohl dem, der dich schau'n.id Christo lebet! Gott ist er. an- am abinde 5. Anbetung, Preis und Ehre sei dir, Gott Vater, Sohn und Geist! wir fingen's in die Chöre der Schaar, die dich vollkomm'ner preis't. Anbetung, Preis und Ehre, dir, der du warst und bist! wir stammeln's nur; doch böre, hör uns, der ewig ist! Ginst tragen wir auch Palmen, bu Gott, auf den wir trau'n; einst fingen wir dir Psalmen, wenn wir verklärt sid 326 3weit. Th. XXXI. Nach der Mel. des 15. Liedes. Handy 449, Nob, Ehr und Preis dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte! dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt! dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! 100.00 2. G8 danken dir die Himmelsheer', Beherrscher Beherrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatz ten wohnen, die preisen deine Schöpfersmacht, die uns und sie hervorgebracht! Gebt unserm Gott die Ehre! big dild 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten! darüber wird des Weisen Rath, des Vaters Gnade walten! in seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich! Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: ach Gott! ver nimm mein Weinen, da half mein Helfer mir vom Tod, und ließ mir Trost erscheinen! ich danke, Gott, ich danke dir, ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nab' und niemals nicht von seinem Volf geschieden! er, er ist ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden! mit seiner Allmacht leidet er sein Volk durch's Feuer und durch's Meer! Gebt unferm Gott die Ghre! madhi 6. Wenn Hülfe nicht mehr Ulgemeine Loblieder. helfen kann, die nur die Welt erzeiget, so hilft, der ewig helfen kann, der Schöpfer selbst, und neiget sein huldreich An= gesicht uns zu! denn außer ihm ist keine Rub': Gebt unserm Gott die Ghre! den mi 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren! man soll, Herr, meinen Lobgefang an allen Orten hören! mein Geist, o Gott, erhebe dich! mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! die falschen Gözen macht zu Spott: der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. Kommt, laßt uns vor sein Angesicht mit Freud' und Zittern bringen; bezahlet die gelobte Bilich, und laßt uns fröhlich singen: der Herr hat Alles wohlbedacht, und Alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! us 13) might -sid slinda Nach der Mel. des 9. Liedes. 450. Nun banket Alle Gott Te mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden; der mächtig uns erhält, und von der Kindheit an uns so viel Gu tes thut! mehr als man zähten fann. ordings 0: 2. Er, unser Vater, woll' ein 3woit. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. 527 fröhlich Herz uns geben; der Herr lass' uns, sein Volk, in ste: tem Frieden leben, und uns're Nachwelt auch, daß seine Gnad' und Treu' das ganze Land umfab', sein Segen mit uns sei. 13. Der große starke Gott woll' uns von allem Bösen, und was uns schaden kann, ge: waltiglich erlösen: er schüß' uns in Gefahr, er helf uns allezeit, so lang er uns allhier das Leben noch verleih't. 4. Dir, Gott, dir, und nicht uns sei Chr' und Preis gegeben, was in uns ist, soll stets, Herr, deine Huld erheben. Und steh'n wir einst verklärt in deinem Heiligthum, so sei dein Name, Gott, auf ewig unser Ruhm. Q+ 90738 Nach der Mel. des 9. Liedes. frag' ich außer dir, nach Himmel und nach Erde? Im Himmel donnerst du, und Schrecken füllt das Land, noch fürcht ich nichts, denn mich beschützt und der Allmacht Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh', die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Mond, -den du bereitet; so sprech' ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst? und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst? 5. Als Schafe läss'st du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speis und Trank, und füllst das Herz mit Freu= den; du sab'st mich, eh' der Grund der Welt geleget war, zogst mich aus Mutterleib, als mich ihr Schoß gebar. 16. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich; üben; und meiner Tage Zahl war auf dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen Schuß, du bist der Müden Ruh'; ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du. 451. Durch dich, o großer Gott! durch dich bin ich vorhanden. Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden; denn wenn du sprichst, geschieht's; wenn du gebeutst, steht's da. Mit Allmacht bist du mir, und auch 7. Wem soll ich sonst vers mit Güte nab. trau'n, als dir, du Gott der 2. Du bist der Gott der Götter? wen ehren, als nur Kraft; dich preisen Erd' und dich, mein Schuß und mein Gr Meere und Himmel predigen retter? wie sanft ist dein Bedie Wunder deiner Ehre. Dich fehl: gib mir dein Herz, mein bet' ich dankend an. Mein Heil Sohn, und wandle meinen Weg! kommt von dem Herrn. Du ich bin dein Schild und Lohn. hörst der Menschen Flet'n, 8. Herr, dein Gebot ist Heil, und du errettest gern. dein Weg ist Fried' und Leben. gard 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott! gewürdigt werde, was Wie könnt' ich einem Gott der Liebe widerstreben? umsonst lockt 3weit. Th. XXXI. mich das Glück, in dem das Laster blüht. Ich hasse seinen Weg, weil mich dein Auge sieht. 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüft't, beden ken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. id fi an 3. Unser Gott herrscht ohne Schranken! er wendet Völkern die Gedanken; er macht zu nicht der Heiden Rath. Ewig kann sein Rath nicht wanken, er ändert sich nicht in Gedanken, er ist gleich groß an Rath und That. 10. Sollt' ich der Menschen| Wohl dem Volk, dessen Gott Ruhm stolz zu erringen trach ten? nein, Herr! wenn du mich chr'st, mag mich die Welt verachten. Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih. Gib, daß mein Wandel stets voll deines Rubmes seinur ene bim heißt: Herr, Herr, Zebaoth! Hallelujah! ja selig ist, wen Gott erfiest, und sich zum Erbz theit außerliest! ji au ni 4. O Herr, deine Güte gleichet dem Himmel, deine Wahr beitreichet so weit als aller Wolken Heer! ja, als wie dev Berge Höhen bleibt die Ge o Nach der Mel. des 171. Liedes. 452. Jauchze, auserwählt rechtigkeit stets steyen, dein Recht freu't in dem Meer. Eb Meer und Berge sein, bist du, o Gott! allein. Hallelujah! des Himmels Rund, der Erden Grund ward durch den Geist aus deinem Mund., # 1 5. Sende zu mir voller Klars heit, mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit! daß sie mich leiten, wo ich bin: und mich bringen zu den Hügeln, zu deiner Cherubinen Flügeln, und zu dem Stuhl der Gnaden hin! so geh ich da hinein, uni Gote tes mich zu freu'n. Hallelujah! da, wo Gott wohnt, da wo er thront, der unser wie der Kinder schont. this olla 6. Ach! da will ich dann mit 328 JANI euch des Herrn Herrn, ihr Gerechte, ihr Frommen preist den Höchsten hoch! lasset eure Har fen klingen; ihr müßt ein neues Lied ihm singen; so kommt und rühmt, und danket doch! macht es mit frohem Muth auf Saitenspielen gut! Hallelujah! sein Wort ist süß; was er verhieß, ist Wahrheit; und er bält's gewiß.imet t 2. Er wohnt in dem reinsten Lichte, Gerechtigkeit ist sein Ge richte; die Welt ist seiner Güte voll. Droben schui er, ihm zur Ehre, der Licht erfüllten Sterne Heere, die Sonne, die uns leuch ten soll. Es fürchte alle Welt Allgemeine Loblieder. den Herrn, der sie erhält! Hallelujah! er will, er spricht's, sogleich geschicht's, gebeut er: wird etwas aus nichts.baft 3weit. Th. XXXL Allgemeine Loblieder. dmu Beten vor den Altar des Höch-| dich mein Herz, so wird es sten treten; zu dem Gott, der ohne Schmerz den Besitz der die Schuld vergißt, zu dem Gott, Welt entbehren, Erd' und Himder Schild und Sonne, der meine mel wird mir klein, gegen dich Freud und meine Wonne, durch verächtlich sein. Christi großes Opfer ist. Ich spiel' ein Danklied dir da auf der Harfe für. Hallelujah! dir, Gott mein Gott, Herr Ze baoth, du bist mein Helfe. in der Noth! 4. Wenn mich Leiden niederdrücken, nehm' ich sie als Wehlthat an von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine Schmerzen mit der Seelen Heiterkeit, und versüßest alles Leid, Gott, durch deine Rub im Herzen, die mich ganz mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebr. 5. Von Gefahr und Noth umgeben, über diesen rauben Pfad geh ich, Vater, in dein Leben, das nicht Leid, Gefahr nicht hat. Sollten mich der Erde Freuden, sollte mich der Sünder Spott und das Glend und der Tod mich schuf und neu gebar Herr, von deiner Liebe scheiden? raubt ich meine Krone mir? 2. Könnt ihr die Gestirne zählen: Gottes Gnade zählt nein! ich leb', und sterbe dir! ihr nicht. Er evrettet unsre Seelen, ist ihr Lohn, ihr Schild und Licht. Wenn wir mit den Gitelfeiten mit Versuchungen der Lust, mit dem Feind in unsrer Brust, wenn wir mit dem Tode streiten, stärkt er uns zum Kampf und Lauf, und hilft unsrer Schwachheit auf. 3. Wenn uns Welt und Freun de meiden, weil wir ihre Wol: luft flich'n, dann gibt er uns feine Freuden, unser Herz em: pfindet ihn! kann ich größ'res Glück begehren? Ewiger, hat 10 mon$ isidra Nach der Melt. des 108. Liedes. 529 453. Gott, burdh welchen alle Dinge sind, und wirken und vergeh'n, stärk' zich, daß ich dich besinge; lehre mich dein Lob erhöh'n! laß mich dich im Stillen loben, mich, den du voll Lieb und aus den Tiefen seiner Schuld, zu des Christen Höh' erhoben; dicherheb' ich immerdar der JUSIESE Nach der Mel. des 15. Liedes. 454. Stimmt unserm Gott ein Loblied an mit freudigem Gemüte; es rühm und preise wer da kann, den Geber aller Güte. Er macht uns frei von aller Noth, drum lobet ihn, drum lobet Gott, und danket seinem Namen. 2. Lobt Gott und rühmet alle Zeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweis't in aller Welt, 3weit. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. indem er alle Ding' erhält: drum| Alles, was nur Odem hat, das danket seinem Namen. and danke seinem Namen.htm sine sise Nach der Mel. des 101. Liedes. 455, Lobt Gott, den Gott der Stärke, der, 3. Lobt Gott, der uns eros schaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad uns Allen hat gegeben; der uns durch seinen Engel schüßt; der täglich schen: fet, was uns nützt: drum dan fet seinem Namen. 4. Lobt Gott! er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ew'ge Lebenskron' durch seinen Tod erworben; der Frieden hat mit Gott gemacht, und seinen ganz zen Rath vollbracht: drum dan fet seinem Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt: drum danket seinem Namen. 6. Lobt Gott! er hat dies gute Werk selbst in uns ange: fangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärk', daß Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt und das den Himmel in sich hält: drum danket seinem Namen. 7. Lobt Gott! ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! es loben Gott mit beller Stimm die hier auf Erden wohnen! lobt Gott, und preis't ihn früh und spat; ja was er will, erschafft, ihr alle seine Werke aus aller eurer Kraft. Ihr seid sein Eigenthum, so weit der Himmel reichet, was Luft und Meer durchstreichet, verbreite seinen Ruhm. erwecket euren Fleiß; gebt eurem 2. Erhab'ne Himmelsgeister, Lob und Preis! stimmt dreimal Herrn und Meister Dank, Ehre, Heilig! an. Lobt ihn, ihr Seraphinen, lobt ihn, ihr Cherubinen! lobt ihn, was loben kann. 3. Was Odem hat und lebet, was sich bewegt und regt, was in den Lüften schwebet, und was der Himmel trägt, sei überall be= müht, den höchsten Gott zu loben, der aus den Wolken oben auf sein' Geschöpfe sieht. 100A 4. Der Herr ist groß und mächtig, voll Heiligkeit und Ruhm. 8 stehet alles prächtig in seinem Heiligthum. Er ist gerecht und gut; von seinen Vatersorgen zeugt jeder neue Morgen, und Alles, was er thut. 5. Drum lobt, erlöste Seelen! lobt stets den Herrn der Welt, helft dessen Ruhm erzäh len, der euch schuf und erhält; der euch in Christo liebt, euch durch sein Blut erfaufte, auf seinen Tod euch taufte, euch einst den Himmel gibt. male 3weit. Th. XXXI. 6. Lobt Gott, der euch regieret, der, als der treuste Freund, selbst dann euch weislich führet, wenn ihr das Kreuz beweint, das er euch auferlegt: laßt uns in folchen Proben ihn dennoch kindlich loben, weil er aus Liebe schlägt. 7. Er ist getreu den Seinen, ent reißt sie aller Noth. Wenn seine Kinder weinen, so bleibt er doch ihr Gott. Wenn der Verfolger Macht, wenn ihre Wuth sie schrecken, so wird sie Gott bedek ken, er, der stets für sie wacht. 8. Lob, Ehre, Preis und Stärke sei dir, o Gott, bereit't; denn deine Weg und Werke sind voll von Herrlichkeit. Dein Zion lobet dich, merk' auf sein schwaz ches Lallen, und laß dir's wohl: gefallen: erhör' uns gnädiglich! 9. Möchtes uns bald ge lingen, von aller Schwachheit frei, ein Opfer dir zu bringen, das deiner würdig sei! ach, laß vor deinem Thron uns ewig mit dir leben, und ewig dich er heben, dich, Vater und den Sohn! 53000 viner d* ST Der Ambrosische Lobgesang oder das Te Deum, 354 Allgemeine Loblieder. 2. Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle singen ihm: höchstheilig ist er, unser Gott, groß ist dein Ruhm, Herr Zebaoth! weit über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit, these all son Neue Melodie. D 1 456. Herr, unser Gott! dich err, unser Gott! dich loben wir, Herr, un: fer Gott! wir danken dir. Je hovah ist von Ewigkeit, er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weiteSchöpfung preis't Gott Vater, dich, dich Sohn, dich Geist. d Mat 3. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schaar, des Mittlertodes Mär tyrer, sie preisen ewig dich, o Herr, am Grabe noch, noch in der Zeit, preist dich auch deine Christenheit. 4. Dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn! und dich, o Geist! deff Wunderkraft in Sündern neues Leben, schafft, dich preiset alles weit und breit. dich preiset deine Christenheit. 5. Du Hoherpriester, du Prophet, du König, dess' Reich nie vergeht, du hast dich, Gott! uns Gott zu weih'n, erniedriget, ein Mensch zu sein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. 6. Zur Rechten Gottes sizest du, mit deinem Vater herrschest du; du, der für uns gelitten hat, erwürgt für unsre Miffethat. Im Grabe läsfest du uns nicht, du kömmst, du kömmst und hältst Gericht. mine and 7. Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist. Leit' es durch diese Prüfungszeit den Weg zur fro: hen Ewigkeit. Die Grd ist auch 3weit. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. dein Heiligthum, auch sie er: 1 in dunklers Nacht: den Menfülle stets dein Ruhm. id schen leuchte du? 350 000 390 8. In dieser unsrer Pilger- 6. Wer frönt mit Segen schaft sei, Herr, dein Wort uns jedes Jahr, daß unser Herz Licht und Kraft, sei gnädig uns, sich freut? wer liebet uns un= o treuer Gott! sei gnädig uns wandelbar, auch wenn ein Don= in aller Noth. Wenn wir zu ner dräut? oun li dol dir um Hülfe schrei'n, laß dein Erbarmen uns erfreu'n. 332 9. Sei hier schon unser Trost und Licht, verlaß uns auch im Tode nicht, vollende dadurch unser Heil, Herr, Herr Gott, unser Trost und Theil! so prei: sen wir dich in der Zeit, noch besser in der Ewigkeit. bar Nach der Mel. des 59. Liedes. 457. hinge meiner Seele Lust vor dir, Herr Zebaoth! ich sing' aus danker: füllter Brust von deiner Güte, Gott!: were 2. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir, daß seiner du gedenkst? Herr aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkst?) Budon 13. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Aug' entzückt? Wer hat mit göttlich milder Hand den Grdkreis aus: geschmückt? 1 tears, Ind 4. Wer kleidet Hügel, Thal und Au' mit Schönheit, pflanzt den Hain? tränkt sie mit Regen und mit Thau? und gibt der Saat Gedeil'n? 15. Wer führt die Sonn' in ihrer Pracht mit jedem Tag uns zu? wer spricht zum Mond 7. Durchdenke deinen Lebenslauf, o Mensch, wer half bisher? wer war, von deiner Jugend auf, dein Helfer? Sage: Wer? di 8. Herr, unser Herrscher, nur von dir fließt alles Heil dir zu. Dein Volk, dein Eigenthum sind wir, und unser Gott bist du! 9. Wie groß ist deine Huld und Tren', du zähltest unser Haar, stehst uns allgegenwärtig bei in jeglicher Gefahris indel 10. Uns Sünder trägst du mit Geduld, lehrst uns durch deinen Geist, und reu't uns unsre Sündenschuld, du siehst es und verzeihst. mis 11. Sa, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken zieh'n. Derbijunge Rab', Erbarmer! schreit zu dir, du nährest ihn! 12. Und rührte dich, o Menschenfreund, nicht eines Christen Schmerz? die stillste Zähre, die er weint, bemerkt dein Vaterherz. 13. Web' dem, der an dem. Herrn verzagt! und seine Zuversicht auf Menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet uns rer nicht! igi nue fli dhood 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst, ist, Seele, dir nicht fern, und eilt, zu helfen, eh' du flehst, vertraue du dem Herrn. 3weit. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. 15. Er schaut herab von sei ner Höh' auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist mir des Glaubens Kraft, den dein Geist im Herzen schafft; ſo kann ich gelehrtes Wissen ohne großen Schaden missen; so bin ich gelehrt genug, und zum Reich der Himmel klug. 16. Lobsing' ihm, bet ihn ewig an mit frommer Zuver sicht. Wie viel hat er an dir 4. Gib, daß ich dich so er gethan! vergiß es, Seele, nicht 20 kenne, daß ich auch vor Eifer brenne, dich von meines Herz zens G zens Grund, und nicht blos mit meinem Mund, auf das Innigste zu preisen; du selbft mußt mich unterweisen, dann dringt erst mein Lob empor; dann höre mich dein Vaterohr.mod Nach der Mel des 201. Liedes. roßer Gott, Herr 458. G OdsCaller aller Götter! Schöpfer, Vater und Grretter! Alles rufet weit und breit: rühmt den Herrn der Herrlich feit! Engel preifen deine Werke. Wenn ich sie erstaunend merke; so schwingt sich mein Herz em por und singt in der Engel Chorptun da chid om 5. Ganz entzückt von deinem Namen, wünsch' ich dir, Herr, nachzuahmen, daß, wie du so heilig bist, auch mein Wandel heilig ist. And're möcht' ich 2. Hier im niedern Weltge- gern erwecken, deine Freundbäude blickt mein Geift mit gro- lichkeit zu schmecken; deiner sich fer Freude deiner Allmacht Pro- mit mir zu freu'n: Gott, dein ben an: wo ich hin gedenken Ruhm sei allgemein!#g kann, siehet mein erstaunt Ge- 6. Wie die heiligen Seramüthe, deine Weisheit, Macht phinen dir mit allem Eifer dies und Güte, Wahrheit und Barm- nen; so sei, Herr, auch jederzeit herzigkeit zu des Sünders Heil dir durch mich ein Lob bereit't, bereit. dining hun find i bis von mir und ihnen allen 3. Von Begierde, dich zu droben wird ein Lob erschallen: kennen, kann mein Herz nicht Heilig, heilig ist der Herr! herrg'nugsam brennen. Doch gibt lich seines Namens Ehr'! jammst du 333 Hol Da Besondere Loblieder. Junk C. Neue Mel.: O Jesu, deiner Kinder.| dir bringen; und wie soll ich 459. Her! err! mein Licht, würdig fingen, was du, Herr, an mir gethan. folomein Heil und Leben, wie kann ich dich g'nug erheben; was für Lieder stimm' ich an? was soll ich zum Dank 2. Du hast meine Seel' gebenget, aber auch mir bald ge= zeiget, daß du stets den Deinen 190121 [ 4] 3weit. Th. XXXI. nah. In der Nacht warst du verborgen, doch bald kam der frohe Morgen, da ich, Herr! dein Antlig sah.sandh 3. Heilig, Herr! sind deine Wege, wunderbar sind alle Stege, wo du deine Kinder führst; wer muß nicht aus deinen Werken, dir zum Preise, es bemerken, wie gerecht du, Herr, regierst? 4. Nun will ich dir fest ver trauen und auf deine Gnade schauen, wenn des Kreuzes Last mich drückt; ich will still sein, hoffen, schweigen, stets vor dir, o Herr, mich beugen, bis dein Antlig mich erquickt. Kom 5. Willst du deine Hülf' auf schieben? willst du meine De muth üben? Herr, ich bin ein sünd'ger Knecht; willst du strafen, willst du schlagen, schickst du Trübsal, Noth und Blagen? Herr, du bleibest stets gerecht. 334 6. Doch weiß ich, daß deine Treue ewig ist und täglich neue, jelbst zur schwersten Prüfungs: zeit; deineStrafen, deine Schläge, find ja, wenn ich's recht erwäge, Mittel meiner Seligkeit. 7. Ach! so stärke mir den Glauben, laß mir nichts denselben rauben, keine Wollust, feine Bein; laß mich deine Liebe schmecken, laß in Noth und Angst und Schrecken deine Gnade mich erfreu'n. hut not op sine un Nach der Mel. des 7. Liedes. 460. Mein Herz, ermuntre dich nun wieder, Besondere oblieder. und singe mit erquicktem Muth jetzt neue Dank- und Freudens lieder dem Herrn, der große Dinge thut: denn er beschämt zur rechten Zeit nun wieder dei= ne Furchtsamkeit. sinn gis 2. Herr! deine Hand ist immer offen, zu geben, was mein Herz begehrt; hingegen ist mein zaghaft Hoffen oft, leider! feiner Hülfe werth: und doch erträgst du mit Geduld des wanfenden Vertauens Schuld. 3 3. Wenn oft in Kümmerniß und Sorgen der Trost, wonach mein Auge weint, vor meinem Denfen tief verborgen und noch sehr weit entfernet scheint; hast du schon meine Noth bedacht, und dich zu helfen aufgemacht. 4. Dein unermeßliches E& r= barmen ist immer wohlzuthun gewohnt; d'rum wird mir sünde lich schwachen Armen nicht, wie ich's würdig bin, gelohnt. Dich jammert der Gebrechlichkeit; du hilfft zur recht erwünschten Zeit. 5. Herr! deine Zeit ist stets die beste; auch dann selbst, wenn die Noth sich häuft, bist du schon meine Stärk' und Veste. Wenn Fluth und Jammer auf mich läuft; so siehst du mit Erbarmen drauf und Hemmest schleunig ihren Lauf. 6. Mein Mund, mein Geist und mein Gemüthe sind deines Ruhms, mein Helfer, voll. Die Wunder aber deiner Güte mit Dank zu preisen, wie ich soll, reicht mein Vermögen nimmer 3veit. Th. XXXI. Besondere Goblieder. 333 zu, es ist voll Schwachheit, was| böser Seuchen Wuth, trifft uns ich thu'. Un my bis diesen Tag.s 7. Doch lässt du auch mein schwaches Lallen, der du des Herzens Replichkeit zu prüfen weißt, dir wohlgefallen: siehst auf die Unvollkommenheit, als wie ein holder Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 3. Die Ernte hat der Herr uns treu und wohl bewahret: wer hätt', wenn Gott nicht wär', uns sonst die Frucht gesparet? Wer gäb' uns Sonnenschein? Wer Regen oder Thau? was würd's ohn' ihn wohl sein mit unserm Ackerbau? 8. Nichts hat mein armes Unvermögen, wie dir, mein Gott, schon offenbar, dir zur Vergeltung darzulegen: böt ich mich selbst zum Opfer dar; so ist ja Alles schon vorhin dein eigen, was ich hab' und bin. 4. Umsonst wär' unsre Müh', umsonst wär Säen, Pflügen. Wir würden sonsten nie ein Körnlein wieder kriegen. Wir möchten früh aufstehn und bis zur Mitternacht nicht wieder schlafen gehn: es wär' umsonst gewacht. mei= 5. So aber sorgt und wacht ner Dankbarkeit, und dir zum der Herrscher in der Höhe; sein Lobe Lieder singen, so viel dein Geist mir Kraft verleibt: im Namen Jesu sing' ich dir; in diesem nimm es an von mir! cubo valim 9. Doch will ich dir mein Opfer bringen, das Opfer Vatersegen macht, daß unser Werk bestehe. Der hat auch diesesmal des Sämanns Wunsch gestillt, und reichlich überall der Schnitter Hand gefüllt. blor 216 6 Danklieder bei der Ernte. Nach der Mel. des 9. Liedes. 6. Gott ist's, der euch ergötzt, da ihr nun jauchzt und singer, und jenen Segen jetzt in eure Scheuern bringet, dem stellt euch dankend dar, dess' Lob so weit ertönt, der wiederum das Jahr mit seinem Gute krönt.14 17. O schmecket doch und seht des Schöpfers milde Güte. Lobt seine Majestät mit freudigem Gemüthe. Dem gebet Preis und Shr, der uns viel Gut's ver= leiht, doch selbst uns noch weit mehr, als Korn und Del, erfreut. 461. Frohlocker, Jung und Alt, ihr Reichen mit den Armen! da Gott den Unterhalt von Neuem aus Gr barmen für euch nun auf ein Jahr so mildiglich bescheert. Was euer Wünschen war, ist väterlich erhört. pd 2. Auf! danfet unserm Gott, daß Fried' und Rub' hier wohnet. Mit Krieg und Hungers: noth hat uns der Herr verschonet. Kein Feuer, keine Fluth, 8. Gut ist, o Herr! das Land, kein schwerer Hagelschlag, noch darin du uns gesehet, groß deiz - 336 3veit. Th. XXXI. ne starke Hand, die uns so oft ergöget; unendlich deine Macht, und ohne Ziel dein Ruhm, drum lobt dich Tag und Nacht dein Volk und Eigenthum. id om 9. Verleih', o frommer Gott, uns ferner deine Gnade, daß ja die Feuersnoch nicht unsern Hütten schade: bewahr vor Angst und Leid, vor Seuchen, Wassersfluth, vor Krieg und 3. Vater! du hast aus Ertheurer Zeit; halt uns in dei barmen uns unwürdige genährt. ner Hut. skal di Du hast Reichen, du hast Ar2. Herr, dir jauchzen Feld und Auen, überall wirst du verspürt, überall läß'st du dich schauen: und wir bleiben unge= rührt; gleich als ob zu deiner Ghre Feld und Au so schön nicht wäre! ipnat an 10. Gesegne, treuer Gott, das, was wir täglich essen! Gib auch, daß wir der Noth der Armen nicht vergessen. Herr! deine milde Hand erfreue Jedermann, 4. Du hast Sonnenschein und daß bei uns Stadt und Land den Segen spüren fann. men manches, manches Glück gewährt. Gott, der uns viel Gut's bewiesen, sei gelobet und gepriesen! ddwn' dod bi bout Besondere Loblieder. da man dir zu Fuße fällt, für den nahen Erntesegen, Dank und Opfer darzulegen..@ Regen uns zu rechter Zeit gez schickt, daß man nunmehr al11. Laß unser Korn zur Saatlerwegen Auen voller Korn er: und bis zur Ernte reichen. Gib blickt; Berg und Thäler, Tief selber Rath und That, und thu' und Höhen sehen wir im See an uns ein Zeichen; laß sehen gen stehen. nomi Jedermann, du sei'st, Herr Ze= baoth! der Wunder wirken kann, d 5. Ach! wer ist, der solche Güte dir genug verdanken kann? der rechte treue Gott. di nimm ein dankares Gemüthe 12. Lob," hre, Preis und für die große Wohlthat an; Ruhm bringt dir zu allen Zei- und mein Mund soll stets erund mein Mund soll stets er ten dein wahres Eigenthum, o schallen: Gott macht satt mit Gott der Ewigkeiten! dir Vater, Wohlgefallen! 10 now sindromi dir Gott Sohn, und dir, Gott 6. Gib nun Kraft, den milden heil'ger Geift! den man vor| Segen, den uns deine Hand be seinem Thron, und hier auf scheert, auch so löblich anzulegen, Erden preis't. ff daß der Fluch ihn nicht verzehrt. anu bist Bleiben wir in alten Sünden, fann das Gute leicht verschwinden. 30 Nach der Mel. des 81. Liedes. ott im Himmel und 462. Gott im Himmel und 40 auf Erden! Herrauf Erden! Herrscher in der ganzen Welt! laß den Mund voll Lobes werden; 7. Schenk' uns auch vergnüge te Herzen; Stolz und Geiz laß ferne sein; laß den Undanf nichts verscherzen, Schenke ferner 3weit. Th. XXXI. dein Gedeih'n, und laß uns mit deinen Gaben willig auch den Dürft'gen laben. d 8. Laß es deinem Wort gelingen, daß auch wir zu deiner Ghr hier schon reichlich Früchte bringen, stärke du uns immer. mehr, schenk' uns auch nach allem Leide, droben mehr als Grntefreude. Danklied auf den Frieden. Neue Mel. cd.: Uuf meinen lieben. 463. Befingt Gott Zebaoth; besinget un= sern Gott! dem müsse von uns Allen ein feurig Lied erschallen, der unser Wohl bedenket, und uns den Frieden schenket. alios 2. Wie schreckte Gottes Hand das werthe Vaterland! der Krieg hat es verheeret und bis aufs Mark verzehret, doch Gott hat es gewendet, Gott, der den Frieden sendet. 3. Danft jetzt und immerdar, ihr, welche die Gefahr des Krie: ges hart geplaget, zerstreuet und verjaget: um Frieden euch zu schaffen, zerbrach Gott selbst die Waffen. Besondere Loblieber. 337 4. Besingt Gott Zebaoth, besinget unsern Gott! das Rachschwert legt er nieder, führt uns den Frieden wieder, und nebst ihm Heil und Segen mit neuer Huld entgegen. 5. Nun, Gott! wir loben dich, und danken ewiglich, daß du auf unser Flehen uns huldreich angesehen, und uns den edlen Frieden zu unserm Theil beschieden. 6. O mache du ihn fest, Gott, der uns nicht verläßt, und trag' uns mit Verschonen, daß wir hier sicher wohnen, und, als des Himmels Erben, auch einst im Frieden sterben. 7. Dein Geist mach' uns bereit, daß wir zu feiner Zeit in deinem Dienst erkalten, dein Wort beständig halten, und nicht mit neuen Sünden des Krieges Wuth entzünden.. 8. D Herr Gott, Zebaoth! o Herr, du unser Gott! laß deines Friedens Gaben uns überflüs= sig haben, bis daß wir dich dort oben in vollem Frieden loben. odhur iste Zweiter Theil. XXXII. Gebet- und Loblieder beim mation Anfang des Jahres. and Nach der Mel. des 6. Liedes. dein hohes Lob ausbreiten. Gin 464. Du, Gott, du bist Jahr ist abermal dahin. Wem der Herr der Zeit, und auch der Ewigkeiten! laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dank' ich, Gott, daß ich noch bin? nur deiner Gnad' und Güte. 22 3weit. Th. XXXII. 2. Dich, Ewiger, eich bet' ich an, unwandelbares Wesen! dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergeh'n durch dich; nur du bist unveränderlich; du warst, und bist, und bleibest. 3. Herr! ewig währet deine Treu', mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich fenne feinen Augenblick, da nicht von ihr stete neues Glück mir zugefloſsen wäre. 4. Du hast auch im verflossnen Jahr mich väterlich geleitet und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf' und Trost bereitet. Von ganzer Seele preif ich dich. Auf's Neue übergeb' ich mich, Gott, deiner weisen Führung. 338 wissenhaft mit mir und Andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. Gebet- und Loblieder mühen! der Ewigkeit bin ich verwandt; im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten, 12( 8 8. Olehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszukaufen. Laß mich die Bahn der Ewigfeit mit heil'ger Vorsicht laufen. Der Tage Last erleicht're mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet. 7. Die Welt vergeht. Dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen. Viel bess're Freuden rufen mich zum wichtigern BeNach der Mel. des 324. Liedes. 465. So ist von meiner Pilgrim5. Vergib mir die gehäufte Schuld von den verfloss'nen Tagen, und laß mich deine Vaterhuld in Chrifto fernertragen. Laß mich in deiner Gnade ruh'n, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gib neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wan: deln. Laß mich, Herr, stets ge-| mir herzlich leid. schaft ein ganzes Jahr( ganzer Tag) schon wieder hingeflossen! Herr, wie viel Gut's hab' ich darin genossen! ich bin für mehr als tausend Pfund verhaft't. 2. Bundesgott! wie hat nicht deine Treu' mir unver= dienten Segen aufgetragen! zwar keinen Tag fehlt es an eignen Plagen, doch Trübsal ist der Seelen Arzenei. 3. So hast du nie den theuern Bundeseid gekränkt, nur ich hab' ihn so oft gebrochen; fast nichts gethan, und doch so viel versprochen! vergib es mir; es ist 4. Ach! wie viel näher müßt' ich schon zu dir in so viel Tag" und Jahren sein gekommen! des Fleisches Trieb hat wenig ab genommen, noch glänzt nicht, wie es soll, dein Bild in mir. 5. Wie eilt die Zeit! sie fliegt! oft fällt mir ein: fönnt' ich so viele Stunden, die ver 339 beim Anfang des Jahres. laufen und schnell verflogen sind, doch wieder kaufen! ich wollte sie zu deiner Ehre weih'n. Gott, daß ich stets wachend bleibe. Gib du mir Muth und Kraft zum Kampf; vertreibe die Sicherheit und mach' mich Eifers voll. 6. Nur, wenn ich mein betrüglich Herz betracht', so wär' es doch ohn' deine Gnad' ver- 13. Laß mich, als dein er gebens: Ach! würde nur daß Restchen meines Lebens zu deinem Preise besser zugebracht! kauftes Eigenthum, Geift, Seel' und Leib von Flecken rein bewahren; und, wirst du neue Schuld von mir erfahren, laß mich nicht sinken, stärk' mich wiederum. 7. Die Rebe mag am Weinstock nur besteh'n. Die Säfte, die in Jesu reichlich fließen, laß auch in mich sich mildiglich er= gießen; und du sollst Frucht an dürren Reben seh'n. 14. Je länger ich auf deinen Wegen geh, je klarer gib dein Licht mir zu erkennen; je heller laß mein Licht im Wandel brennen, bis ich verklärt vor deinem Throne steh'. 8. Hab' ich in Trägheit so viel Zeit verspielt, laß mich, was übrig ist, wie Gold ab. wägen! o möch: fein Odem mehr in mir sich regen, der nicht, o Gott, auf deine Ehre zielt! 9. Dein Glück, o Welt! macht nicht die Seele satt. Was kann doch wohl auf dieser ganzen Erden beim längsten Leben ange-| ruh'n. troffen werden, das nicht vom Fluch betrübte Spuren hat? 15. 68 ist doch um ein Klei= nes nur zu thun, so heiß ich dich, mein Bräutigam, willkommen; dann werd' ich aller Müh' und Qual entnommen, vergnügt und froh in deinem Schoßze Nach der Met des 15. Liedes. 10. Ihr eiteln Tage flieht 466. Gott ruft der Sonn denn immerfort; ich halt' euch und schafft den nicht, verdoppelt cuer Eilen; Mond, das Jahr darnach zu mich lüstet nicht, in Mesech zutheilen. Er schafft es, daß man verweilen, nur bald von hier, sicher wohnt, und heißt die Zei= und dann geschwinde dort. ten eilen. Er ordnet Jahre, 11. Dort, wo der Hafen der Tag und Nacht. Auf! laßt Glückseligkeit; dort, wo dort, wo das uns ihm, dem Gott der Macht, Kleinod meiner Laufbahn glän-| Ruhm, Preis und Dank er= zet; dort, wo ein müder Strei= theilen! ter wird bekränzet, und seines Sieg's sich ewiglich erfreut. 12. Wenn ich indeß hier länger dienen soll, so gib, mein 2. Herr, der da ist und der da war! von Dank erfüllten Zungen sei dir für das verfloss'ne Jahr ein heilig Lied gesungen; 22* 340 für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried' und Rub', für jede That, die uns durch dich gelungen. 3weit. Th. XXXII. Gebet- und Loblieder 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben. Verleih' uns Kraft, denn sie ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schüßzest uns, und du vermehrst der Men schen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt; so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichen beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlass'nen dich, und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil uud Rath auf unsern Fürsten nieder. 6. Laß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle thronen! laß Tren' und Liebe bei uns sein! dies, Vater! wollst du uns verleih'n in Christo, deinem Sohne. 2. Mit danfendem Gemüthe freu' ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. O gib mir Kraft und Stärke; Gedeih'n zu meinem Werke, und schaff' ein reines Herz in mir. od br sen Tag gegeben, dich bet' ich kindlich an; ich bin viel zu ge: ringe der Treu, die ich besinge, die du bisher an mir gethan. 13. Gott, welche Ruh' der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn; auf deine Güte hoffen im Geist, den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube, zu dir, o Gott, mein Heil! bin ich der Schuld entladen, und nur bei dir in Gnaden, so ist im Himmel auch mein Teil. 5. O leite mich im Segen dem großen Ziel entgegen, dabin dein Wort mich weist. Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl' ich, Vater, meinen Geist! Nach der Mel. des 29. Liedes. 468. Abermal ein Jahr ( ein Tag) verflossen! näher zu der Ewigkeit! wie ein Pfeil, der abgeschoffen, so verflieget meine Zeit. Treuester Herr Zebaoth! unveränderlicher Gott! ach, was soll, was soll ich bringen, deiner LangNach der Mel. des 48. Liedes. 467. Herr! der du mir muth Dank zu singen? das Leben bis die2. Ich erschrecke, mächtig's Wefen! Angst und Furcht bedecket mich; denn mein Beten, Singen, Lesen, ach! das ist so schläferig. Heilig, heilig, Hei beim Unfang des Jahres. liger, großer Seraphinen Herr! Nach der Mel. des 8. Liedes. wehe mir, ich muß vergehen! 469. Ein Jahr der Sterbdenn wer kann vor dir bestehen? lichkeit, der kurzen Lebenstage, ist abermal dahin mit seiner Luft und Blage, und wies derum ein Theil von uns'rer Vilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schuß und Kraft. 2. Herr! deine Güte macht's, die niemals uns zu lieben er müdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm un: sers Herzens Dank denn jetzo gnädig an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. 3. Schrecklich ist es ja, zu lich ist es fallen in die Hand des Höch sten. Gott rufet warnend zu uns Allen: Niemand treibe mit mir Spott! irret nicht, wo das geschicht, so leid' ich's, Jehovah, nicht: ich bin ein verzehrend Feuer, und mein Zorn brennt ungeheuer. mije 4. Aber du bist auch sanft müthig, treu ist, Herr, dein tre f Vaterherz! in dem Bürgen bist du gütig, dich verföhnt sein Todesschmerz. Bin ich nicht in deiner Hand, Gett, ein dir sehr theures Pfand, daß du vor der Feinde Wüthen ewig, ewig willst behüten? 341 105. Auf, mein Herz! stell' dich nur wieder dem versöhnten Vater dar. Opfre dem Gebet und Lieder, welcher frönet Tag und Jahr. Fang ein neues Leben an, daß dich endlich führen kann, mit Verlangen nach dem Scheiden zu des Himmels ew'gen Freuden, ing isine 3. Wir schließen uns auf's Neu' in dein so treues Sorgen, in deine Obbut cin; da sind wir wohl geborgen. Da ist das feste Schloß vor aller Feinde Truß, da läuft dein Häuflein hin, und findet sichern Schuß. 71941 4. Gib mit dem neuen Jahr uns neue Stärk" im Glauben; laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand raubeu; er= neu're Herz und Sinn, und das gegönnte Licht des ewig wahren Wort's erlösche bei uns nicht! 5. Entzünde neue Lieb' und Sanftmuth in uns Allen, und 6. Soll ich denn allhier auf soll uns dieses Jahr auch neue Erden länger noch ein Pilger Noth befallen; so stärke die Gesein: so wirst du, bei den Be- duld und mache deine Treu', schwerden, Herr, mir die Geo Vater, über uns mit jedem duld verleih'n. Deine Treue bleibe mir, liebster Heiland, ich 6, Gib, daß wir mehr und 6.816 will dir mich hinwiederum ver- mehr den alten Menschen tödschreiben, die auch ewig treu zuten. Verleit an Seel' und bleiben. Leib, was Jedem ist vonnöthen; und laß uns, Herr, mit dem, Tage neu. di 12 009 690 3weit. Zh. XXXIII. Morgenlieder. 342 was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden sein; du machst doch Alles gut. 7. Wem du auf dieses Jahr, von dieser Welt zu scheiden, sein HE Mindan 12076 Zweiter Theil. XXXIII. Morgenlieder. bars Hand Neue Mel. oder: Ich dank' dir. 2. Mich selbst zu schützen, ohne Macht lag ich, und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für die Müden? und lehre du mich selber thun 470. Mein erst Gefühl sei nach deinem Wohlgefallen. Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! der Herr hört deinen Lobgesang: lobsing' ihm, meine Seele! 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr! ein Vater, wenn ich fehle. Br 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer führt mein Blut in stetem Kreis, und schüßt mich vor Gefahren? Ziel baft festgesetzt, den laß auf dich, mit Freuden, im Glauben selig hier beschließen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. 4. Wer tehrt das Auge seine Pflicht, sich selber zu bedecken? Wer ruft dem Tag und ſeinem Licht, die Seele zu erwecken? 1101) 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn; mich deine Wege wallen, 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe! ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue. 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe; gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe. 11. Daß ich dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue. bu me 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe! 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben! du bist es, der es uns erhält, und mir's jetzt neu gegeben. Nach der Mel. des 67. Liedes. 6. Gelobet ſeift du, Gott der 471. Noch läßt der Herr Macht! gelobt sei deine Treue, daß ich nach überstand'ner Nacht mich dieses Tags erfreue. 1 mich leben! mit fröhlichem Gemüth eil' ich, ihn zu erheben; er hört mein frü: hes Lied. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht, 3weit. Th. XXXIII. ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. Morgenlieder. Nach der Mel. des 79. Liedes. 472. Seele! du mußt munter werden, denn 5. Nur eins laß mich erflehen, das christlich weise Herz, auf dich stets aufzuschen, in Freuden, wie im Schmerz. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt. 543 2. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an: wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? Willst du nach Opfern schauen? sie gelten nichts vor dir, du for: derst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott! von mir. der Erden blickt hervor ein neuer Tag. Komm, dem Schöpfer diefer Strahlen zu bezahlen, was dein schwacher Trieb vermag. 2. Doch, daß man auf würd'ge Weise Gott recht preise, wollen nicht nur Lippen sein: er hat, als das reinste Wesen, außerlesen Herzen ohne falschen Schein. 13. So will, ich dir lobsin: gen, mich deines Namens freu'n, nach deiner Gnade ringen, mein 3. Deine Pflicht kannst du ganzes Herz dir weih'n. O, erlernen von den Sternen, deren Tilger meiner Sünden, mein Glanz der Sonne weicht: so Mittler, Jesu Christ, laß mich muß sich vor Gott mit Schweiden Trost empfinden, daß du gen Alles beugen, was uns mir gnädig bist. theid groß und herrlich deucht. 4. Dir hab' ich mich erge- 4. 3hn mußt du am höchsten ben; ich freue mich in dir, er freuender als Leben ist deine Güte mir. Sie führe mich auch heute auf deinen Tugendpfad. Du Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath. achten, und nur trachten, das zu thun, was ihm gefällt. Wer ihm irdisches Ergößen gleich will schätzen, ehret nicht den Herrn der Welt. 5. Schau, wie das, was Athem ziehet, sich bemühet um der Sonnen holdes Licht! wie sich, was der Erdkreis träget, freudig reget, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 6. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu', und frob, gen Himmel schauend, dent': Herr, mich stebest du! bereit, den Laufzu schließen auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Gewissen: so finde mich der Tod. 6. So laß dich auch fertig finden anzuzünden deinen Weihrauch. Gottes Macht hat, um dich vor Unglücksstürmen zu beschirmen selber mächtig dich bewacht. 7. Bitte, daß er dir Gedei= hen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielst; aber daß er dich mag stören und be: kehren, wenn du böse Regung fühlst. THE HID 3weit. Th. XXXIII. Morgenlieder. 8. Denk', daß er auf deinen| 3. Die Erd' ist dein, und du Wegen stets zugegen, daß ihm Al les ist bewußt; daß er selbst verborgne Sünden kann ergründen, und genau weiß, was du thust regierst dies Ganze! vom Men= schen an bis auf die kleinste Pflanz ze seh' ich, wie groß sich deine Vorsicht zeigt, fie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. D 9. Wir sind an den Lauf der Stunden fest gebunden, der entführt, was eitel heißt und der deinen Leib, o Seele, nach der Höhle eines finstern Grabes reißt. mindol 4. Und sie umfaßt auch mich! du, Höchster, denkest an mich, den Staub, der du die Himmel lenkest, du forgst für mich! Gott, wie vergelt' ich dir? ein dankvoll Herz, das bring' ich dir dafür. 10. Drum, so seufze, daß mein Scheiden nicht ein Leiden, sondern sanftes Schlafen sei, und daß ich mit Lust und Wonne seh' die Sonne, wenn des To: des Nacht vorbei.me 11. Trau' auf allen deinen Wegen Gottes Segen! wen des Höchsten Huld erquickt, der genießet wahre Freuden selbst im Leiden, und ist hier und dort beglückt. 5. Nimm's gnädig an! gedenk nicht meiner Sünden, durch deinen Sohn laß mich Vergebung finden. Er, welcher nie ein gläubig Fleb'n verwarf, verleiht, daß ich dich Vater nennen darf. 6. So will ich denn mit findlichem Vertrauen auf dich allein, so lang' ich lebe, trauen, du bist mein Gott, mein Retter in Gefahr, mein starker Fels, mein Helfer immerdar. 12. Kränkt dich etwas diesen Morgen, laß ihn sorgen, ihn, der gnädig auf dich schaut; er weiß besser, was dir nüßet, und beschüBet den, der sich ihm anvertraut. 7. Du weißt, wie lang' ich hier noch wallen werde; fällt ohne dich fein Sperling auf die Erde: so nimmst du, Herr, auch meines Lebens wahr. Mit NaNach der Mel. des 16. Liedes. 473. Mein erster Wunsch, men kennst du mich und zählst * meininnigstes mein Haar, id condu Bestreben ist, Herr mein Gott! 8. Mein Heiland, gib mir dich würdig zu erheben. Unend: lich groß ist deine Batertreu', mit jedem Tag ist deine Güte neu. Kraft zum neuen Leben, gib mir den Muth, dem Beispiel nachzustreben, das du, o Herr, uns hinterlassen hast; rein Joch ist sanft, und leicht ist deine Laft. 2. Die Sonn' enthüllt den Schauplaß deiner Werke, und Alles zeugt von deiner Huld und Stärke. Sie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, eilt rastlos hin, und strahlt zu deinem Preis. I fehle! zu dir empor fleht meine 9. Dein Auge steht die Schwä che meiner Seele; verwirf mich nicht, vertritt mich, wenn ich 344 3weit. Th. XXXIII. Seele stets, und du vernimmst's, Grhörer des Gebets! Nach der Mel. des 435. Liedes. 474. hm, der das Licht entstehen hieß, und 343 Morgenlieder. Bracht, nährst jeden Vogel, Gott der Macht! bin ich nicht mehr, denn sie? ich werfe meine Sorg' auf dich, du, mein Erbarmer! sorgst für mich. mihul C mich gesund erwachen ließ, sei Nach der Mel. des 35. Liedes. Preis und froher Dank! des 475. Dich ſeh' ich wieder, neuen Morgens Heiterkeit sei meinem Gott zuerst geweiht. 2. Sieb', Herr, ich unter winde mich, mit dir zu reden! Staub bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier! daß ich noch lebe, dank' ich dir ist Morgenlicht, und. freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten lobzusingen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer! dir mit heil'gem Muth lobsingen! Schöpfer! Vater! deine Treue rührt aufs Neue mein Gemüthe. Froh empfind ich deine Güte. 3. Und jedes Gut, deß ich mich freu", empfang' ich ießo wieder neu aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wobin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. i 4. Dich, dem ich nicht vergelten kann, dich, Vater, bet' ich findlich an! ich opf're dir mein Herz. Ein Herz voll Dank und Zuversicht verwirfst du, Hocherbabner, nicht. O 5. du, den meine Seele preis't! erwecke mich durch deinen Geift zu meiner Christenpflicht. Er helfe meiner Schwachheit auf, bis ich vollende mei nen Lauf.un di chi n.8 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär ich? hättest du nicht dich so hülfreich mir erwiesen! zu meinem Leben segzest du jetzt einen neuen Tag hinzu; sei hoch dafür gepriesen! durch dich bin ich! und ich merke neue Stärke. Dich erhebe meine Zunge, weil ich lebe. 2 3. Verleih)', o Gott der Lieb' und Viacht, daß Sünd' und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die furze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nüzen mich bemühe. Dir ist feine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen.besavi pl 6. Ein gut Gewissen sei mein Theil das wirk in mir, o Herr, 4. Ich bin ein Christ, o Gott, mein Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, befannt, und Alles steht in deiner Hand.ps! is h verleib', daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm ist deine Gnade Denn ach, was bin ich ohne dich? ein irrend Schaf. Erhalte mich, mein Hirt, 7. Die Blume kleidest du mit 3weit. Zb. XXXIII. Morgenlieder. auf deinem Pfade. Stark' mich,| 4. Ist mein Auge nunmehr daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. lichte; so erleuchte meinen Sinn, daß vor deinem Angesichte ich ein Kind des Lichtes bin, und den angebroch'nen Tag also hinterlegen mag, daß ich in dem Lichte wand'le, und in Allem weislich handle. 5. Auch im Geräusch der Welt joll mich der heilige Gedank' an dich oft still zu dir erheben. Jm dunkeln Thale wall' ich hier, einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich, Herr! ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. 346 5. Segne mich in allen Werfen, die mir mein Beruf gebeut; laß nur deinen Geist mich stärken, mind're die Beschwerlichkeit. Was ich denke, red' und thu', Alles, Herr, regiere du, gib, daß Wollen und Vollbringen dir zu Ehren wohlgelingen. Nach der Mel. des 116. Liedes. 476. Herr! es ist von mei- 6. Sollt ich heut' in Sünde nem Leben wieder eine Nacht vorbei. Laß mich deine Treu erheben, die auch diesen Morgen neu. Deine Macht hat diese Nacht mir zur sanften Ruh' gemacht, und nun kommt mir schon dein Segen mit der Morgenröth' entgegen. fallen, richte mich bald wieder auf. Paß in deiner Furcht mich wallen, bei der Welt verkehre tem Lauf. Halte Fleisch und Blut im Zaum, gib dem Satan keinen Raum, wenn er mir sein Netze stellet, daß er meinen Fuß nicht fället. S 2. O wie theu'r ist deine Güte, die mich überschattet hat, daß zu meinem Bett' und Hütte feine Plage sich genabt. Nunmehr steh' ich fröhlich auf, und mein Herze denkt darauf, dir für dieses neue Leben den verbundnen Dank zu geben.ad 3. Wenn ich dir mich selber schenke, wird es doch zu wenig sein, und so ich es recht bedenke, bin ich ja vorhin schon dein, Seel' und Leib gehöret dir. Doch nimm gnädig an von mir, was ich selbst, als eine Gabe, von dir, Herr, empfangen habe. 7. Werd' ich auch an diesem Tage nicht ohn' alle Plage sein; mache nur, daß ich's ertrage, so sind ich mich willig drein. Wenn du nur aus Liebeschlägst, und mein Kreuz zur Hälfte trägst, darf ich keine Trübsal scheuen; du wirst auch Geduld verleihen. 8. Nun ich leb' an diesem Morgen, da ich Abends sterben kann! laß mich für mein Ende sorgen, nimm dich meiner Seele an, Reiß mich nicht in Sünden bin, wenn ich reif zum Tode bin. Laß auf Jesu Blutvergießen mich die Wallfahrt felig schließen. 3weit. Th. XXXIII. Nach der Mel. des 463. Liedes. hr trüben Sorgen 477. r weicht! den Tag hab' ich erreicht, die Sonne schau ich wieder: erwachet, frobe Licder ein Opfer Gott zu brin= gen, müss' euch anjetzt gelingen. 2. Was nur mein Auge sieht ist um die Wett' bemüht, dich, Höchster! laut zu preisen: dir Ghre zu erweisen, sei dann auch mein Bestreben, in meinem gan zen Leben. 3. Du, Herr, hast mich bewacht, und an dies Licht gebracht. Zum Preise deiner Gnaden, bin ich so manchem Schaden, so mancher Noth entkommen, von dir in Schuß genommen. 4. Du lentst von Jugend auf so gütig meinen Lauf; läss'st mich so manche Gaben aus dei= ner Fülle haben; gönnst mir so manchen Segen, und wachst auf meinen Wegen. 5. Ich selbst bin gänzlich dein, und werd' es ewig sein. Was mich erquickt und nähret, das hast du mir gewähret: du hast mir Leib und Leben und diese Seel' gegeben. 6. So nimm denn wieder hin, Herr, was ich hab' und bin. Zu deinem Wohlgefallen laß mich stets vor dir wallen, bemühet, deinen Willen aufrichtig zu erfüllen. 7. Dies ist mein Wunsch. Jedoch, wenn ich zuweilen noch nicht thue, was ich sollte, nicht lebe, wie ich wollte; so trage 547 Morgenlieder. mit mir Armen ein gnädiges Erbarmen. 8. Laß deines Geistes Licht, was mir annoch gebricht, durch seine Kraft vollführen, und meinen Gang regieren. Was du hast angefangen, daß laß zum Ziel gelangen. 9. Da ich selbst nichts vermag: so wollst du diesen Tag nach deinem Rath mich leiden; ich schau zu allen Zeiten, vom Anfang bis zu Ende, auf deine Vaterhände. 10. Wie schnell verfliegt die Zeit! Herr, mache mich bereit, zu deines Himmels Freuden, aus dieser Welt zu scheiden; verffärt werd' ich dort oben dich erst recht würdig loben. ma 478. Wach auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, des Menschen trenem Hüter. 2. Mit göttlichem Erbarmen bedecktest du mich Armen! schlaf, sprachst du, ohne Grauen; die Sonne sollst du schauen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich auf's Neue mich meines Lebens freue. 4. Steig' auf, mein Dank, zum Throne! dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Ebre! Dreieinig's Wesen, höre: de ma 5. Hör' meinen Dank, mein Flehen! du kannst in's Herze 348 3weit. Th. XXXIII. Morgenlieder. sehen: ach, möchte dir gefallen, sehn! der für meine Missethat Herr, meines Herzens Lallen! sich am Kreuz geopfert hat. 6. Dein Werk wellst du vollenden; dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Verschonung tragen. 7. Du selber wollst mir ra= then in allen meinen Thaten; mich stets zum Besten leiten; zum Himmel mich bereiten! 8. Begleite mich mit Segen auf allen meinen Wegen. Dein Wort sei meine Speise auf meiner Pilgrimreiſe. Nach der Mel. des 32. Liedes. 479. Gott des Himmels und der Erden, Va= ter, Sohn und heil'ger Geist! der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält! 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen; daß, wenn nun dein großer Tag ich davor erschrecke nicht. uns erscheint, und dein Gericht, 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn: laß mich Gnade vor dir finden! glaubensvoll auf Jesum 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort: fei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort: unter deinem Schutz allein kann ich froh und sicher sein. 6. Dir, o großer Gott, befehle ich, was ich nur hab und bin, meinen Leib und meine Seele; werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm! segne mich, dein dein Eigenthum.p Eigenthum. 7. Du wollst deinen Engel senden, wenn Gewalt und List mir droht; Alles mir zum Be2. Gott! ich danke dir von Hersten wenden, und mich stärken zen, daß du mich in dieser Nacht in dem Tod. Sterb' ich, v so vor Gefahr, Angst, Noth und bringe du mich zu deines HimSchmerzen treu behütet und mels Rub. mels Rub'. dan biops mies bewacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. 8. öre, Gott, was ich begehre, und was mir dein Wort verheißt, die sei Lob und Preis und Ehre. Vater, Sohn und heil'ger Geist! ich, der hier nur stammeln kann, bete dich einst würd'ger an. 10 12 Zweiter Theil. XXXIV. Abendlieder. Mel.: Nun sich der Tag geendet hat.| nicht mehr. Die Nacht, der 480. S o fliehen unsre Tage Müden Trösterin, cilt wieder hin! auch dieser ist zu uns her.** 3weit. Th. XXXIV. 2. Herr! du nur bleibest wie du bist; du schläfft und schlum merst nicht die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. i hin dan 3. Dir übergeb' ich voll Vertrau'n mich auch in dieser Nacht. Und wovor sollte mir denn grau'n? mich schüßet deine Macht. 4. Hab' ich an deiner Gnade nur noch Theil, Herr Zebaoth: so fürcht' ich keine Kreatur, und scheue nicht den Tod. 5. Zwar ich erkenne meine Schuld, mit Neue fühl' ich sie. Doch, mein Versöhner, deine Huld, wie trostvoll ist mir die. 6. Ich eil im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin. Du wacheft über mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein sei mein Gedant'! o weihe dir mein Herz zum Tempel ein! 8. Vielleicht ist dies die letzte Nadt in meiner Prüfungszeit, dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, ja dein bin ich auch todt! du, mein Erretter, bist bei mir, und hilfst aus aller Noth. Abendlieder. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, haft Großes heut' an mir gethan, mir mein Gebet gewähret: hast väterlich mein Haus und mich geschützet und genähret.dgive 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk! der Geist, mit dem ich dein gedenk', ein ruhiges Gemüthe; was ich vermag, bis diesen Tag, ist Alles deine Güte. Nach der Mel. des 255. Liedes. 481. ür alle Güte seige preist, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich singe. 349 4. Sei auch, nach deiner Lieb und Macht, mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; vergib mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden. 2171 Nach der Mel. des 49. Liedes. 482. Gepriesen, Gott! fei dein Erbarmen, du Gott der Langmuth und Geduld! du trägst uns stets auf Vaterarmen, mit unaussprechlich großer Huld. Kraft, Gedeihn und Leben hast du uns gegeben. Herr, wir sind' s nicht werth! aber dein Gemüthe ist so reich an Güte, die ohn' Ende währt. 2. Verzeih' uns, Richter uns'. rer Seelen, die heut' verletzte Christenpflicht; wir merken nicht, wie oft wir fehlen, verzeih' und geh' nicht in's Gericht. Heil der Menschenkinder! wir sind Staub und Sünder, ach, gedenke d'ran!, wer würd' uns erretten, wenn wir dich nicht hätten? nimm dich unser an. 3. Du sendest mit der Nacht uns Müden den stärkend süßen 350 3weit. Th. XXXIV. Abendlieder. Schlummer zu. Wir liegen dann und ruh'n im Frieden; denn unser Schuß, o Herr, bist du. Hilf, Erbarmer! denen, die nach Rub' sich schnen, die mit Angst und Müh' ihre Nacht verbringen, und mit Schmerzen ringen. Stärke, tröste ste! 4. Wer kann uns deiner Hand entreißen? wir sind, auch wenn wir sterben, dein. Du selber hast es uns verheißen, du wollest all'zeit bei uns sein. Hilf uns hier auf Erden, daß Nach der Mel. des 55. Liedes. wir würdig werden, einst vor 484. Entflohen sind auch dir zu stehn; daß wir, als die dieses Tages Stun= Deinen, wenn du wirst erscheiden, an dem wir noch des Lenen, dir entgegen gehn. bens Glück empfunden; mit frohem Dank laßt uns den Herrn erheben, durch den wir leben! 483. De Nach der Mel. des 16. Liedes. er Tag ist hin, du aber, Jesu! blei be, daß mir dein Licht der Sünden Nacht vertreibe! erleuchte mich, Glanz der Gerechtigkeit; so ist mir wohl auch in der Dunkelheit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen; dir sei die Ehr', daß Alles gut gelungen! du machst es wohl, ob ich's gleich nicht versteh': du bist gerecht, es geh' auch, wie es geh'! 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet; Beständig feit im Guten mir noch fehlet: daß weißt du wohl, o Herzenskündiger! ich strauchle noch, wie ein Unmündiger. 4. Vergib mir's, Herr! sagt mir gleich mein Gewissen, daß Teufel, Sünd' und Welt mich hingerissen; so ist mir's leid: ich stell' mich wieder ein. Verwirf mich nicht; sei mein, so bin ich dein! 5. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach, laß die Seel' im Schlaf auch Gutes schaffen! O Lebenssonn', er= quicke meinen Sinu! ich laß dich nicht, mein Fels! der Tag ist hin. 0001 2. Des Lebens Müh' und Glend zu versüßen, gibt uns der Herr viel Freuden zu genießen, und welche Güter schenkt er unsern Seelen! wer kann sie zählen? 3. Noch immer läßt er uns Erbarmung finden: er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld, er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! prüf' unser Herz! es flehet dir voll Neue. Ach, faß es uns vor dir im Glauben stillen, um Chrifti willen. 5. Uns wohlthun, ist dein göttliches Vergnügen! Dein Aufsehn schützt uns, wenn wir hülf los liegen, und wir entseelt, 3weit. Th. XXXIV. Abendlieder. umhüllt von Finsternissen, von uns nichts wissen. 6. War dies für uns der letzte Tag auf Erden, soll unfer Schlaf ein Todesschlummer werden; dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ew'gen Leben. miset 7. So legen wir getroft zur Ruh' uns nieder. Seh'n wir erfreut die Morgensonne wie der: dann preisen wir mit hei terem Gemüthe des Höchsten Güte. 2. Lob und Dank sei dir gejungen, Bater der Barmherzigkeit! daß mein Werk durch dich gelun gen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden gröb'rer Art so gar väterlich bewahrt, die Versuchung abgetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 331 5. Sich', ich fall' in Demuth nieder; schau', o Gott, von deiz nem Thron! schau', voll Reue komm' ich wieder, ich vorhin verlorner Sohn! ich verläugne nicht die Schuld, aber deine Gnad' und Huld ist viel größer, Nach der Mel. des 116. Liedes. 485. Werde munter, mein als die Sünden, welche sich an mir noch finden. 6 Gemüthe! fühle fromme Dankbegier, und erhebe Gottes Güte, die er heut' gethan an mir; da er mich den ganzen Tag vor so mancher Noth und Plag' treu behütet, und in Gnaden abgewendet allen Schaden. 6. du Licht der frommen Seelen! o du Glanz der Ewigfeit! dir will ich mich ganz be= fehlen diese Nacht und allezeit. Bleib' bei mir, Herr Jesu Christ, da es Abend worden ist! tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 7. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und süße Nuh': alles lebel laß verschwinden; sende mir nur Gutes zu. Leib und Seele, Sinn und Muth, meine Wohnung, Hab' und Gut, meine Freund' und Hausgenossen sei'n in deinen Schutz geschlossen. 3. Wer vermag es aufzuzählen, was du, Herr, an mir gethan? Rechnung, Wort' und Kräfte fehlen, fang ich nur zu zählen an: deiner Wohlthat ist zu viel, ihr ist weder Maas noch Ziel. Wär' ich nur bei deinem Lieben dir in Aliem treu geblieben. 4. Ach! verzeihe mir aus Gnaden meine Sünd und Mis sethat, die ich heut' auf mich geladen! nimm mir, Herr, nicht deine Gnad', treibe ferner Sa tans Tück', Gott, durch deine Kraft zurück; laß es ihm ja nicht gelingen, mich in Sünd' und Leid zu bringen. 8. Ach! bewahr uns doch vor Schrecken; schüß uns doch vor Ueberfall; laß uns keine Krantheit wecken; treibe weg des Krieges Schall! wend' ab Feu'rund Wassersnoth, Best und bö sen, schnellen Tod: feinen lag 3weit. Th. XXXIV. Abendlieder. in Sünden sterben, noch an| Schlafe wecken. Halt uns fest Leib und Seel' verderben! in deiner Hut. Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht! oder willst du, daß wir sterben, Gott, so sei's nicht zum Verderben.. 9. O, du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat! Jesu! den ich stets verehre, bleibe du mein Schuß und Rath. O, du werther heil ger Geist, stärk' mich, der du Beistand heiß'st. Herr! erhöre dies mein Flehen. Amen! Ja, es soll geschehen. 382 5. Höre, Vater, ach erhöre, was jetzt mein Gebet begehrt. O, Sohn Gottes, dir zur Ehre werd' es mir in dir gewährt. Heil'ger Geist, laß mit Vertrau'n auf des Mittlers Blut mich bau'n. Hör', Dreieiniger! mein Flehen. Amen! Ja! es wird geschehen. and post Nach der Mel. des 116. Liedes. o 486. Auf Seele, werde munter! Lob ist immer deine Pflicht; denn die Sonne geht zwar unter, aber Gottes Güte nicht. Heut' auch hat sie mich genähret; heut auch Nach der Mel. des 48. Liedes. Freud' und Trost gewähret; vor 487. Schon ruhet auf den Gefahren mich geschützet; meine Schwachheit unterstüzet. Feldern, in Städ= ten und in Wäldern ein Theil der g müden Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf! ihr sollt noch beginnen, was euerm Schöpfer wohlgefällt. 2. Stets gefürchtet, hochgepriesen sei, mein treuer Gott, von mir. Was du Gutes mir erwie: sen, dankt mein ganzes Leben dir. Du hast, war ich's schon nicht werth, dennoch mein Gebet erhört, das ich heut', als ich erwachte, dir in Jesu gläubig brachte. 3. Gib nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe sanfte Rul)'. Durch dich schlaf ich ahne Sorgen. Wenn ich schlafe, wachest du. Seel' und Leib befehl' ich dir. Walt' allmächtig über mir. Sei auch du der Gott der Meinen, zähl sie alle zu den Deinen. bhd 4. Ach, laß uns kein banges Schrecken, Räuber nicht, nicht Feuersgluth, plötzlich aus dem 2. Der Sonne Licht und Glänz zen vermissen unsre Grenzen, uns deckt die dunkle Nacht. Fahr hin, du ird'sche Sonne, wenn Jeſus, meine Wonne, mein Herz nur hell und heiter macht. 3. Was jetzt der Zeib noch tråget, das Kleid, wird abgele: get. Auch meine Sterblichkeit zieh' ich einst aus; dagegen wird Christus um mich, legen den Rock der Ehr' und Herrlichkeit. 4 Das Haupt, die Füß' und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu' dich! du sollst wer 3weit. Theil. XXXIV. Abendlieder. mich vom Fluche, den dein Geset mir droht. in die s den vom Glend dieser Erden hilf mir aus aller Noth! errette und von der Sünden Arbeit frei. 5. Nun geht, ibr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, da ihr die Rub' begehrt. Ginst wird nach allen Sorgen euch bis auf jenen Morgen im Grab die stille Rub' gewährt. 3. Wenn heut', Herr meiner Jahre, mein letzter Abend ist; gib, daß ich dahin fahre, wo du, mein Vater, bist. Doch soll ich länger leben, so laß den festen Schluß mir stets vor Augen schweben, daß ich einst sterben muß. 6. Die Augen stehn verdrossen! wer wacht, wenn sie geschlossen? wer sorgt für Leib und Seel'? Nimm sie zu deinen Gnaden; sei gut für allen Schaden, du TER Prüfung am Abend. Nach der Mel. des 8. Liedes. Aug' und Wächter Israel. 489. Der Tag ist wieder FOR 7. Dein Flügel mich bedecke, daß keine Noth mich wecke, kein Unfall, keine Bein, Mein Jesu, meine Freude! laß du vor allem Leide mein stilles Lager ficher sein. und diesen Theil des Lebens, wie hab' ich ihn verbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? Mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott, der Tugend mich zu weih'n, und züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu sein? the chu 8. Auch euch, ihr meine Lieben, erschüttre kein Betrüben, kein Unfall noch Gefahr. Schlaft ruhig bis zum Morgen. Gott Gott wolle für euch sorgen: euch schüße seiner Gngel Schaar! Nach der Mel. des 67. Liedes. 1488. Wie lang darf ich noch fäumen! Gott, stärand fe meinen Geist, daß er sich auch im Träumen aus Satans Neße reißt; hilf für mein Bestes sorgen, verändre meinen Sinn, daß ich mit jedem Morgen im Guten fester bin. 197 333 2. Das Licht seb' ich ver schwinden; die trübe Nacht bricht ein. Ach, Herr, laß meine Sünden auch mit verschwunden sein: streich sie aus deinem Buche! 50 3. Hab' ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, dies sen Gott, gepriesen? mir und der Welt genügt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sab'n? did on 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? erfreut' ich 23 Zweit. Th. XXXIV. Abendlieder. mich des Herrn, der unser Fleb'n| zu bequem? Ein Glück, das Andre bemerkt? und hab' ich im Ver traf, war dies mir angenehm? trau'n auf ihn mein Herz gestärkt? 8. War mir der Fehltrittleid, sobald ich ihn begangen? bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? und, wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 9. Gott! der du Alles weißt, was könnt' ich dir verhehlen? ich fühle täglich noch die Schwachbeit meiner Seelen. Vergib durch Christi Blut mir die verletzte Pflicht; vergib und gehe du nicht mit mir ins Gericht. 334 5. Dacht ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? verehrt' ich ihn im Staub; empfand ich seine Huld? trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geculd? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? fühlt ich der Freundschaft Glück? sprach ich, was ich empfunden? war auch mein Geist noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? und hab ich nichts gered't, das ich bereuen soll? Souador 200 17. Hab ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht als en 113 du Zweiter Theil. XXXV. Yen dem öffentlichen bling menu Gottesdienste. 4 Nach dem 84. Psalm. Nach der Mel. des 42. Liedes. 490. Wie ie lieblich ist doch, Herr, die Stätte, da deines Namens Ehre wohnt! o gib, daß ich sie gern betrete, weil da dein Segen die belohnt, die deines Wortes sich erfreu'n, und dir des Herzens Andacht weih'n. id i and size 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden fränken; du liebst Barmherzigkeit, und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir! leb' ich, so leb' ich dir, sterb' ich, so sterb' ich dir! Unio07 2. Wohl dem, der dich in deiner Hütte, Gott, zu verehren, Grnst beweist! du hörst sein ES Lob und seine Bitte, und stärkst mit neuer Kraft ten Geist, daß er auf deiner Wahrheit Bahn rechtschaffen vor dir wandeln fann, dig hid ist 3. Dein Wort bleibt nie: mals ohne Segen, wenn man's nur recht zu Herzen nimmt. Gs gibt uns Trost auf Trübfalswegen, die du zu unserm Heil bestimmt. Es gibt im Kampf ans Muth und Kraft, und ist ein Schwert, das Sieg verschafft. 3weit. Th. XXXV. Von dem öffentlichen Gottesdienste. 358 4. Gott, laß auch mir dein| 5. Vit Andacht will ich, Antlig scheinen! dein Sabbath Höchster, vor dich treten. Ich bringt auch mir Gewinn, wenn weiß, du liebst, die kindlich zu andachtsvoll ich mit den Deinen dir beten. Der Thoren Glück, vor dir an heil'ger Stätte bin, die sich der Sünde freuen, wirst laß dir das Lob, das wir dir du zerstreuen.am sim 10v2 weih'n, ein angenehmes Opfer sein. Gudang 6. O, laß auch heute deinen Geist mich lebren, vom Weg, der dir mißfällt, mich abzukeh ren. Regiere mich, daß meine ganze Seele zum Trost dich 18917F wähle. 5. Ja, du bist Sonn' und Schild den Frommen. Du, Herr, gibst ihnen Gnad' und Ehr'. Und wer nur erst zu dir gekommen, dem fehlt das wahre Glück nicht mehr. Was du verz heißest, hältst du fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt. in 7. Dein Tag sei mir ein Denkmal deiner Güte. Er bring' mir Heil und lenke mein Ge müthe auf jenen Troft, den uns dein Sohn erworben, da er ge= storben.in chim fal o D id ni E Nach der Mel. des 55. Liedes. and 491, Dies ist der Tag, zum 8. Dich bet' ich an, vu Toz thene Gegen eingeweihet. Ihn feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet. O, laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten und 42. Dich rühmt der Lobgesang der Himmelsheere! auch unser Temel schall von deiner Ehre! auch unser Dank und unsers Gei: stes Fleben soll dich erhöhen. 3. Wie freu' ich mich Stätte zu begrüßen, wo Dur: stenden des Lebens Bäche flie Ben, und wo dein Heil von der 492. Erlösten Zungen froh wird be: 4. Preis und Ruhm. desüberwinder! der du an diesem Tag zum Heil der Sünz der, die, fern von Gott, in Todesschatten saßen, dein Grab verlaffen.cot od iste 29 Dein Sieg'stag ist ein Tag des Heils der Erden. Als Sabbath müff er mir stets heis lig werden! Lob sei, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig. Amen! qb die Nach der Mel. des 436. Liedes. Gott! du bist mein Est sungen! d 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden. Mein Geist soll sich auf Gottes Auen wei: den. Sein heil'ges Wort, daß seine Boten lehren, das will ich hören. n busgus 1012 Mein Herz sei ganz dein Ei genthum! laß mir den Sabbath heilig sein, und gern ihn dei= nem Dienste weib'n.ustibile d2. Gib, daß ich mein Gez müth bewahr', wenn ich mit deiner Christen Schaar zu dei23* 556 3weit. Th. XXXV. Bon dem öffentlichen Gottesdienste. nes Hauses Stätte geb', daß| vollbracht, hat er den Menschen ich mit Ehrfurcht vor dir steh'. auch gemacht, den er nach seiz 3. Erinn're selber meinen nem Ebenbild mit Weisheit und Geist, daß du mir gegenwärtig Verstand erfüllt. feift, damit ich deines Wortes 5. Erfennt, um euch voll Lehr' mit Andacht und mit Nußen hör'. but Dank zu freu'n, wie er durch seine Güt' allein uns täglich schützet und ernährt, und manches Unglück von uns fehrt. 4. Drück Alles tief ins Herz hinein und laß mich nicht blos Hörer sein. Steh' mir mit dei= ner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter sei. 6. Danft auch, daß heute Jesus Christ von Todten" auf= derstanden ist, und durch die Größe seiner Macht das Leben. an das Licht gebracht. In hi 7. O. Gott, der du den Erdenkreis erschaffen haft zu deinem Preis, und auch in Trübsal und Gefahr uns treu bez wahrt so manches Jahr. 6. Doch laß mich nicht dabei bestehn, dich nur am Sabbath zu erhöhn. Herr, meine ganze 8. Hilf, daß wir voller DankLebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht! is begier erkennen, was du für und für durch deine Weisheit, Gut' und Macht, gethan, ge ordnet und vollbracht. ic dosti m Nad) der Mel. des 109. Liedes. 193. Dies, Christen, ist der 9. Du Sieger über Tod und Tag des Herrn, Geschäft und Müh' sei von uns fern! fommt vor des Höchsten Angesicht, und freuet euch in seinem Licht. Grab, der sich für uns zum Opfer gab, laß uns der Wohl= that würdig sein, und mach uns von den Sünden rein. 2. Kommt, betet euern Schöpfer an, und rühmt, was er an euch gethan! ihn preisen, ist der Christen Amt, drum preist und lobt ihn allesammit. he 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag. Bewahr mich vor dem Geist der Welt die deinen Tag verächtlich hält. 13. Rühmt feine Weisheit, Kraft und Nath, da er aus Nichts erschaffen hat den Him: mel und die ganze Welt, und Alles, was sie in sich hält. 4. Und als er ihren Bau 10. Laß deiner Auferstehung Kraft, die neues Leben in uns schafft, uns mit dem hohen Troft erfreun: einst ewig, Herr, bei dir zu sein. dir zu sein. mod 11. O heil'ger Geist! laß uns dein Wort so hören heut' und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr' Glaub', Lieb und Hoffnung reichlich mehr. 12. Erleuchte uns, du wahres Licht! entzeuch uns deine 337 3weit. Th. XXXV. Von dem öffentlichen Gottesdienste. Gnade nicht: sei unser Trost was mein Mund gebeut, weil in aller Noth: stärk' uns im Heil und Segen davon fließen, Leben und im Tod. ivon meiner Welt gehalten wiss sen: ich bin der Vater meiner Welt. O thut, was euerm Gott gefällt! phudi di eur Der 50. Psalm. Nach der Mel. des 254. Liedes. 494. Der jer Herr des Him- 5. Bringt, eures Heils nicht mels und der Gr= zu verfehlen, bringt mir zum Opfer eure Seelen und reine Herzen voll von Dank vor mich, in euerm Lobgesang. Zu mir nur fleht in euern Nöthen, und nicht vergeblich sollt ihr beten, vergeßt nur euern Netter nicht: mich preisen, das ist eure Pflicht. de will, daß die Welt gerichtet werde: mit strahlenvollem Angesicht fommt unser Gott und schweiget nicht. Er ruft, daß Erd' und Himmel hören: mich soll der Mensch nicht stets ent: chren; er ruft, daß Alles tief erbebt, wenn seine Rache sich erhebt. hp on 2. Gott wird nach diesen Prüfungstagen, wie wir gehandelt, ernstlich fragen: erzittre, sünd liches Geschlecht, denn Gott, dein Richter, ist gerecht. Die Allmacht kann das Recht nicht beugen, dess' dess' sind alle Himmel Zeugen: ihr Zorn ist recht, gerecht ihr Lohn. Gott ist gerecht auf sei: nem Thron. isdn böl 3. Ich bin dein Gott, so wird er sprechen, und meinen Bund laff' ich nicht brechen, und mein Geseg nicht frech entweih'n! ich, ich will selber Richter sein; ich ford're, Mensch, nicht nur Besuche geweibter Tempel; ich ver= fluche des Frevlers Opfer und Gebet. Ein Herz will ich, das mich erhöht.mino fan hos 8. Du wagst es, die zu un tertreten, die einen Gott mit dir 4. Ich, ohne den kein Him- anbeten; von deinen falschen mel wäre, ich, ich bedarf nicht Lippen fließt, was deinem NächMenschenehre zum Pfeiler meisten bitter ist. Berläumoung, ner Herrlichkeit. Doch will ich, Spott und freche Lügen gießt 6. Vernehmt mit Ehrfurcht, Menschenkinder, was Gott, Jec hovah, zu dem Sünder, der kühn den Bund der Gnade bricht, mit Majestät und Eifer spricht: wie wagst du's Andern einzuschärfen, was deine Lüste doch verwerfen? was rühmst du mich und meinen Bund? was predigt ihn dein falscher Mund? 7. Du spielest nur mit Treu' und Glauben, und schämest dich nicht, das zu rauben, was ich, Gott, deinem Bruder gab. Von meinem Thron schau' ich herab auf dich, den Schänder keuscher Ehen; du meinst, ich werde dich nicht sehen; doch mein nie müdes Auge wacht: Licht ist vor mir die Mitternacht. 338 lasizweit. Th. XXXVI. Von der Selbstliebe. deine Zunge mit Vergnügen auf deinen frömmern Bruder aus, den Sohn in deines Vaters Haus. und mit Sünder, denkt an mein Gericht, und spottet meiner Warnung nicht. Sonst komm' ich, euch 2 hinwegzureißen. Euch, Zorn= gefäße, zu zerschmeißen, so daß euch niemand vetten fam. O, nehmet meine Warnung an! 9. Das thust du, Sünder, und ich schweige; und weil ich Langmuth dir erzeige, so meinst du, ich sei gleich wie du und 11. So sinkt denn hin zu sähe dir mit Beifall zu. Als meinen Füßen, in frohem Danke lein, ich will mich an dir räzu zerfließen: süß, tiefgebeugter chen, im Wetter will ich mit Sünder, ist der Dank mir, der dir sprechen. Ich donn're div vom Herzen fließt. Komm, in's Angesicht, und fürchterlich komm zu meinen offnen Armen, ist mein Gericht. 1 und dann ermüde mein Erbar zap men mit neuen Missethaten nicht: dann schau' mein freund= 20adidas O 10. Hört, immer freche Sünder, höret, was euch der Mund der Wahrheit lebret: denkt, lich Angesicht. TSC con thir Kano 156 ms natahoundag starognteput Zweiter Theil. XXXVI. Von der Selbstliebe. and 100 nmd athibi istil Nach der Mel. des 8. Liedes. stets dabei auf Recht und WahrWohlergehn auf Andrer Elend ban ng im di 495. Dein Will' ist, grobeit schau'n; auch nie mein ßer Gott! ich soll mich selber lieben. O laß mich diese Pflicht nach deiner Vor: schrift üben, und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu sein, den du mir eingepflanzt, in heilige Grenzen ein. monism 702 Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weibe; und daß in Allem ich dein Au: ge findlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider deine Furcht und Menschenliebe ist. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei der, der es sucht/ Goti, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, inerbt deinen Himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht. thinhin arom 3. Kein schnöder Eigennuß beherrsche meine Seele und wenn zu meinem Glück ich Weg' und Mittel wähle, so laß mich 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer. 2 Die Welt mit ihrer Lust vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns furze Lust? Was hilft uns eitle Bracht? Nicht ein vergäng lich Gut ist's, was uns glücklich macht. 3weit. Th. XXXVII. Von der Selbsterkenntniß und Demuth. 359 sich recht, der find't schon in der Zeit die wahre Rub' und einst vollkomm'ne Seligkeit. paus 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewissen, nur das fann uns allein des Lebens Last versüßen: das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 8. Das sei mein Zweck, mein Fleiß. O segne mein Bemühen! so wird das wahre Wohl nicht meinem Wunsch entfliehen. Bewahre mich dabei, Herr, vor dem Lauf der Welt Gib, daß ich mich folieb, als dir jes wohlgefällt. fol Ginding asid 2009104 vided sid THORE Mild 1d 61bia 7. Oselig! wer danach mit heil'gem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet. Der liebt allein nint to cl Zweiter Th. XXXVII. Von der Sel. st.rkenntniß dit the stor und Demuth. Nach der Mel. des 7. Liedes. 496. Wer bin ich? welche wicht'ge Fra ge! Gott, lehre sie mich recht verstehn. Gib, daß ich mir die Wahrheit fage, und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen. Du schufst mich, Gott, zu deinem Preis. Dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb' ich als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? used 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß. Doch bin ich's, Herr, auch in der That? o öffne du mir mein Verständ niß, recht einzusehr, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh'? und ob ich auch im Glauv.n steh'? 4. Du fennest unsers Herzens Tiefen, die uns selbst unergründlich sind. Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, wie ich, mein Gott, vor dir gesinnt. Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann. 5. Wer Alles weiß, und doch verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt: wie will der für sein Bestes sorgen? was ist, das den zur Bess'rung treibt? sich selbst recht kennen, ist Verstand; drum mache mich mit mir bekannt. Home 6 Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater das entdecke mir. Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet, so gib, daß ich ihn nicht verlier'. Ach leite mich mit deinem Licht; so täuschen mich Verführer nicht. 360 3reit. Th. XXXVII. Von der Selbsterkenntniß und Demuth. 7. Bin ich noch fern vom 1 reifern Jahre meiner Lebenszeit. rechten Wege, der mich zum Wenn ich noch oft aus Stolz ew'gen Leben führt, so bringe nach Tugend strebe, aus Menmich zurück vom Stege, der schenfurcht mich Lastern nicht in's Verderben sich verliert. ergebe: was ist vor dir, Herr, Gib mir zur Beff'rung Lust meine Frömmigkeit ung t und Kraft. Du bist's, der beiz des in uns schafft.is 18. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan. O laß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. Herr! mache mich schon hier recht flug, und frei vom schnöden Selbstbetrug. 4. Wenn ich den Geiz, aus Furcht der Schande, fliehe; aus Weichlichkeit mich wohlzuthun bemühe, und mäßig bin, nur um gesund zu sein; wenn ich die Rach' aus Gigennuße basse; der Ehrfurcht Pfad aus Trägheit nur verlasse; was ist an aller dieser Tugend mein? A3519 5. Und, Gott, wie oft sind unsre besten Triebe nicht Frömmigkeit. nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte meistens der Natur und Zeit! wann fühlen wir der Tugend ganze Würde? Waun ist dein Joch uns eine leichte Bürde, und dein Gebot Wunsch und Zufriedenheit? 6. Doch, Herr, mein Gott, Maha wenn auch zu deiner Ehre mein Herze rein, rein meine Tugend wäre; wer hätte Necht zu diesem Eigenthum; wer ließ mich früh zur Tugend unterrichten? mein Glück mich sehn in meines Lebens Pflichten; wer lehrte mich: Gehorsam sei mein Ruhm? - 27 Se Uplo Nach der Mel. des 265. Liedes. Walk 497. Herr! err! lehre mich, Eu wenn ich der Tu: gend diene, daß nicht mein Herz des Stolzes sich erfühne, nicht auf sie sicher und vermessen sei. Herr, lehre mich, wie oft ich fehle, merken. Was ist der Mensch bei seinen besten Wer ken? Wann sind sie gänzlich von Gebrechen frei? pode 22. Wie oft fehlt mir zum Guten selbst der Wille! wie selten, wenn ich dein Gebot er: fülle, erfüll' ich's ganz und treulich, wie ich soll. Sind Lieb' und Furcht stets die Bewegungsgründe der guten That, der nnterlass'nen Sünde? und ist mein Herz des Dank's und Eifers voll? of the 3. Gedenfe nicht der Sünden meiner Jugend gedenke nicht der unvollkommnen Tugend der 7 Wer gab mir Muth, Herr, dein Gebot zu lieben? wer gab mir Kraft, es frendig auszuüben? wer gab mir in Versuchung Schild und Sieg? Wess' ist die Quell', die mich mit Weisheit tränkte? und wess' der Freund, der mich zum Guten lenkte, und 3weit. Th. XXXVII. Von der Selbsterkenntniß und Demuth. 361 mir die Fehler liebreich nicht 2. Sowohl Verstand, als verschwieg? meu? Kräfte zu nüßlichem Geschäfte, hab' ich aus deiner Huld. Dein ist's, wenn gute Thaten dem Vorsazz wohlgerathen; ich bin allein an Fehlern schuld.in 8. Du triebst mich an, daß ich das Gute wählte, und riefst mich oft, wenn ich des Wegs verfehlte, durch deines Geistes träft'gen Ruf zurück; zogst mich durch Kreuz, durch Wohlthat auch von Sün: den; ließ'st, wenn ich rief, mich wieder Gnade finden; gabst mir zur Bess'rung deinen Segens: blick. 10 and those 9. Was ist der Mensch, daß du, Gott, sein gedenkest; Gerechtigkeit in deinem Sohn ihm schenkest, und so zum ew'gen Leben selbst ein Recht? Und wenn ich nun durch deines Gei: stes Gabe des Glaubens Kraft und alle Werke habe: Wer bin ich vor dir? ein unnützer Knecht. Nach der Mel. des 48. Liedes. 498. Was as ich nur Gutes habe, ist deine milde Gabe, du Vater alles Lichts. Mein Dasein und mein Leben ward mir von dir gege: ben, und ohne dich vermag ich nich18. mungil 3. Das Glück, deß ich mich freue, wer schafft mir's? deine Treue, du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage nur so, wie es dir wohlgefällt. jo, wie es 4. Sollt' ich mich denn er= heben, wenn mir in diesem Lez ben viel Gutes widerfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd' es ewig sein. O, laß mich's nie vergessen; so werd' ich nicht vermessen der Eigenliebe Weihrauch streun. 6. Das nützlich anzuwenden. was du mit Vaterbänden mir gütig zugewandt; dein treuer Senecht zu werden, das sei mein Fleiß auf Erden; dazu gib Demuth und Verstand. Lio o con ap 3weit. Th. XXXVIII. Von der Sorge für die Seele. ore of it ethit dair uses ados his) dani mir dein theures Wort erklärt, laß mich mit Ernst bedenken; und auf die Sorge für ihr Nach der Mel. des 238. Liedes.| Wohl so unermüdet, als ich 499, Herr! r! meiner Seele soll, den größten Gifer lenken. großen Werth, den 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't! welchy Glück haft du ihr zugedacht! wie viel an sie gewendet! du schufft fie, Gott, 362 3weit. Th. XXXVIII. Von der Sorge für die Seele. dein Bild zu sein; und hast,| Kleinod trachten, daß mir dein vom Fluch sie zu befrein, selbst Ruf vor Augen stellt, und alle deinen Sohn gesendet. dd Leiden dieser Welt wie nichts dagegen achten. 3. Zu groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden; durch Glauben und Gottseligkeit, zu größerer Vollkommenheit im Himmel reif zu werden forb 9. Wie selig werd' ich dann nicht sein! schon hier wird dann mein Herz sich freu'n, in dir, Gott, ruhig leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit auch mich gewiß zur Herrlichfeit in deinem Reich erheben. 4. Mit großer Treue willst du sie selbst durch des Lebens kurze Müh' zu diesem Ziele Nach der Mel. des 119. Liedes. führen., laß mich nicht, 500, Nach meiner Seelen Seligkeit laß, Herr, durch eigne Schuld, das Heil, das deine Vaterhuld ihr zuge dacht, verlieren. 5. Mit dir, o Gott, vereint zu sein, mich ewig deiner Huld zu freun, und dich zum Trost zu wählen; das sei mein Fleiß und höchster Zweck! laß mich 2. Erst an dem Schluß der dazu den rechten Weg rechten Weg aus Lebensbahn auf seine Sünden Leichtsinn nie verfehlen.sehen, und wenn man nicht mich eifrig ringen. Soll' ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? wie würd' ich einst vor dir besteh'n? Wer in dein Reich wünscht einzugeh'n, muß reines Herzens werden. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Sünden basset; das seine Schuld vor dir bereut, und das zu dei ner Gütigkeit durch Christum Hoffnung faffet & mehr sünd'gen kann, Gott um Erbarmung fleben: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in dei nem Wort bezeichnet. d.2 7. Gib, daß ich dir mich ganz ergeb'; und was ich hier im Fleisch noch leb', laß mich im Glauben leben an dich, Sohn Gottes, der du mich so hoch geliebet haft, und dich für mich dahin gegeben. dud i S i 3. Du riefft uns hier zur Heiligung, drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb. Nichts sei so groß, nichts mir so lieb, das ich ihm nicht aufopfre. On 8. In meiner ganzen Bilgrimschaft laß mich, gestärkt durch deine Kraft, nach jenem 4. Gewonn' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden? was 563 3weit. Th. XXXVIII. Von der Sorge für die Seele. hülfe mir's? kann auch die Welt| Zuversicht diesem Licht sich an= mit Allem, was sie in sich hält, mir deine Gnad' ersetzen? vertrau'n: denn, die folgsam dara. auf schau'n, ihre Hoffnung dar auf gründen, werden Heil und Leben finden, sidi onu t 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? was fann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tode geben nicht Menschen gunst, nicht irdisch Glück; nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden! 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu sein; sich nicht schon vollfommen achten, und den Eigendünkel scheu'n; gern auf seine Fehler fehn, reuend sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Bess'rung streben, und sich dess' doch nie erheben. 6 pand 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich, mit edlem Muth ver= achten. Daß ich auf deinen We gen geh, und im Gericht rereinst besteh', sei meine größte Sorge! 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlershuld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flicht, und mit Eifer sich bemüht, seiz nem Bilde hier auf Erden im mer ähnlicher zu werden. 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschüßest, und mich zur Treu in dieser Pflicht mit Kräf. ten unterstüßest? O stärke mich, mein Gott, dazu, so find' ich hier schon wahre Ruh', und dort das ew'ge Leben.nh him 8971 5. Weisheit ist es, Alles mei= den, was mit Reu' das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt; nicht die Ehre dieser Welt, nicht Gemächlichkeit und Geld für das wahre Wohljein achten; nein, nach besfern Gütern trachten. d Nach der Mel. des 29. Liedes. 501. Nehre mich, Herr! recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sei. Meinen Fleiß darauf zu lenken, stebe mir aus Gnaden bei. Denn die Klug: beit, so die Welt ohne Grund für Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergeben, und wird nie vor dir bestchen. poll wit 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Zweck ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen gehn; ger: ne Gottes Willen thun; froh in seiner Fügung rub'n, und 2. Weisheit ist's, wenn unsre wenn Leiden uns beschweren, Seelen sich, Herr, deines Wor| hoffend mit Geduld sie ehren. tes Licht nur allein zum Leit: stern wählen, und mit fester 7. Weisheit ist es, stets beden= fen, daß wir hier nur Pilgrimm! 364 3weit Th. XXXVIII. Von der Sorge für die Seele. sind; Wunsch und Hoffnung da:| 5. Nichts kann im Wohlerhin lenken, wo die Seele Ruhe gehen so unser Glück erhöhen, find't; seine Augen unverwandt als ein geruhig's Herz. Das nach dem ew'gen Vaterland rich schaffet inu're Freuden, selbst in ten und sich hier bestreben, wie den größten Leiden, und stillt man droben lebt, zu leben. in Schmerzen selbst den Schmerz. 8. Diese Weisheit ist auf Er: den, Höchster, unser bestes Theil! Die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir! Gott, verleihe sie auch mir! laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? ein ruhig Herz, dies größte Gut.. 7. 3u dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlös'ten; darf deiner Huld mich trösten: welch' Glück, Vom Gewissen. Nach der Mel. des 48. Liedes. 502. in ruhiges Gewissen laß, Herr, mich mein Gott, fann größer sein? 8. Einst läss'st du im Gewissen mich diesen Trost genießen, wenn Alles von mir weicht; wenn ich den Lauf vollendet, und sich mein Leben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. stets genießen. Denn hab' ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wenn Andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Sünde schwei: get, und mir dein Geist bezeu- 9. O, laß zu allen Zeiten get, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübsal drücket: wie an schäßbar ist mein Gewinn! mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! zum Fleiß in guten Werken, laß mich die Hoffnung stärken, daß nichts Berdammlich's an mir sei. mi HET M voomes indidem Nach der Mel. des 30. Liedes, 3. Sollt' ich solch ruhig Les ben für Luft der Sinne geben, und dann die innre Bein, mich 503. ſelber zu verklagen, in meinem Busen tragen: wie groß würd meine Thorheit sein? 4. Sein eigen Herz bekämpfen, und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch, wenn wir uns besiegen, welch' seliges Vergnügen gewährt uns die Vollbringung nicht? welch ein uns schäßbares Gut ist, Herr, ein rein Gewissen! wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn Andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt kein Tod und kein Gea richt; denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, 365 3weit. Sh. XXXVIII. Bon der Sorge für die Seele. Trost dich, Allerhöchster! bewußt, blickt er zu deiner Gna-| auch, durch Jesum Christ, zum de. Dein Friede wohnt in seiner Brust, und wer ist, der ihmschade? auf dich sieht er bei aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. - Von der Wachsamkeit. Nach der Met. des 72. Liedes. Ihn fröstet deine Voricht. 504. Nicht, daß ich's schon hätte; die 23. Trifft ihn auch hier zuweilen noch die Geißel böser Zungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Er hütet sich vor Uebelthat, und denkt: der Lügen wird woht Rath; Gott wird 2. So lang ich hier im Leibe die Unschuld retten. 4. Sein Geist steht mit 3ufriedenheit der künft'gen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen We: gen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; da wird der Fromme flegen. walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in uns'rer Brust. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil, ein unverletzt Gewis sen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben sei beflissen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu sein; dein heilig Recht nicht zu entweih'n, das sei mein größter Eifer. 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre; und immer aufmerksam genug auf seine Warnung höre. Grinnert's mich an meine Schuld, so laß mich, Bater, deine Huld, voll Reu' und Glauben suchen. 5. Oft ist es Kunst und Gi 17. Mit deiner Gnade tröste mich, und stärke meine Seele, daß fie vor Sünden hüte sich, und nic aus Vorsatz fehle. Denn, wer nur reines Herzens ist, hat immer genliebe, was Andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe, erwecken dir so manchen Feind. Du wirst behutsam, schränkt beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend. Oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit. Und was Natur und Zeit gethan, sieht un 1030 ser Stolz für Tugend an. ( T) 4. Oft ist die Aend'rung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Rubmsucht quälen, und dämpfst fie; doch du wechselst nur! dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 366 3weit. Th. XXXVIII. Von der Sorge für die Seele. dich ein, fliehst nicht die Schmäh-| bescheiden? liebst Mäßigkeit; sucht, nur den Schein. denn auch Geduld? Du dienest 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt: so werde nichts dein Herz verführen; doch gern, wenn Andre leiden; ver= gibst du Feinden auch die Schuld? von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. jedes Herz hat seine Welt. Den, 12. Sei nicht vermessen! welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. adhipi in 17. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, dräut, schilt so sieh', dein Herz wallt auf und prant, and fails to lieblof und ſo hart, als es zuerst ge= scholten ward. stailed sid 505. Damit ich meine Seele rette, so gib, Herr, 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, so reget sich die Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. daß ich bet' und wach'! wenn ich dich nicht zum Beistand hätte, wär's ich zum Guten viel zu schwach. Und Tugen ohne Wachfamkeit verliert sich bald in Sicherheit. Sicherheit. men honing 2. Go lang ich hier im Leibe 9. Du opferst Gott die leich- walle, bin ich ein Kind, das straus tern Triebe durch einen stren= chelnd geht. Der sehe zu, daß er gen Lebenslauf; doch opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 3. Wenn mich gleich nicht die nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in uns'rer Brust. Dinge rühren, durch die der an:' dern Tugend fällt: wird darum nichts mein Herz verführen? Ach! jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt, sodal 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh' und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit. Doch bist du, fordert's Gottes Wille, auch dieser zu entstieb'n bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zant: flieht's Unmuth auch und Müßiggang 01 si mbar 11. Du bist gerecht; denn auch wach' und streite; denk' nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine sch schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach' überall. 516-1 Nach der Mel. des 7. Liedes. 4. Oft schläft der Trieb in meinem Herzen. Von Rachsucht 3weit. Th. XXXVIII. Von der Sorge für die Seete. schein' ich mir befreit; jetzt soll| ihm, wenn sie schlafen, zu geich eine Schmach- verschmerzen; rechten Strafen.fing felst und ach! mein Herz wallt auf 4. Wache, daß dich nicht die und dräut, und schilt so lieb- Welt durch Gewalt bezwinge; los und so hart, als es zuerst oder, wenn sie sich verstellt, liftig gescholten ward, and ind an sich bringe. Wach' und sieb', daß dich nie falsche Brüder fäl len, die dir Neze stellen. 5. Wach und gib auf dich selbst acht; trau nicht deinem Herzen. Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. O, es ist voller List, fann sich selber heucheln, und voll Hochmuth schmeicheln. 5. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, so regt sich unfre Leidenschaft. Wir werden int Geräusche schwach, und geben endlich straibar nach. id 6. Drum gib, Herr, daß ich wach und streite; nie denke, daß ich g'nug gethan. Mein Herz hat seine schwache Seite; die greift der Feind der Wohl: fahrt an. Die Sicherheit droht mir den Fall. Hilf, daß ich wache überall! Nach der Mel. des 302. Liedes.. 506. Mache dich, mein Geist, bereit; Wachen, Fleh'n, und Beten stärfet uns zu jeder Zeit; bilft in allen Nöthen. Satans List fann der Christ durch Gebet und Wa: chen leicht zu Schanden machen 567 2. Auf denn! und beharre nicht in dem Sündenschlafe. Christus ist nun selbst dein Licht. Eile! schwere Strafe. große Noth, selbst der Tod möchten dich in Sünden unbereitet finden. 3. Wache, sonst bringt Sa: tans List dich zu schweren Sünden. kann, wenn du schläf rig bist, dich leicht überwinten. Die Gott liebt, übergibt er 6. Du mußt mit der Wachsamkeit das Gebet verbinden. Was uns Stärk und Kraft verleiht, ist bei Gott zu finden. Geist und Wort hilft dir fort, daß du wacker bleibest, und sein Werk recht treibest. no 7. Du wirst nie vergeblich rei'n: Gott wird Heil und Leben, Gott wird Segen und Gedeih'n, wenn du bittest, ge= ben; wenn du schreist, wird sein Geist auf dein Fleh'n bald merken und in Noth dich stärken. 8. Auf denn! du mußt immerdar wachen, fley'n und beten, und, vermehrt sich die Gefahr, immer brünft'ger beten. In der Noth, in dem Tod wirst du kräftig flehen, und, vor ihm bestehen. 103 10363 und mind Nach der Met. des 120. Liedes. 507. Hier ist noch uns're Prüfungszeit. Hier sind wir immerdar im Streiti; hier, wo uns Satan leicht be 568 3weit. Th. XXXVIII. Von der Sorge für die Seele. rückt; das schwache Feisch sich| 7. Der Sündendienst nimmt selbst verstrickt; die Sinne je des Blendwerk rührt; auch bö: ses Beispiel oft verführt. 11 2. Oft nehmen Laster über hand und strömen über's ganze Land. Drum hüte dich! das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Christ, sei im Glauben stets bereit, und flieh' den Schlaf der Sicherheit. 3. Mein Vorsatz ist: ich will ihn flieh'n. Doch wie gelingt mir mein Bemüh'n? Gefahr nehm' ich hier bei Gefahr, und ein Net bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! ach, wie entrinn ich Schwacher hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Laster künst lich ein: preis't den Genuß des Lebens an; schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Auch Satan reizt das Herz, und sagt: v, eine Sünd' ist leicht gewagt! die Ewigkeit ist ja noch fern. Und ach, mein Fleisch gehorhet gern. Denn wie so leicht ist es bethört, da es verführt zu fein begehrt. d 26 6. Du, Jesu! mußt das Beste thun. Mein Hoffen soll auf dir beruh'n. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein; dein Bru: der, Herr, dein Fleisch und Bein! Mein Gott, mein Gott, laß nicht von mir, damit auch ich nicht laff' von dir. Ar Anfangs ein, und endet sich in Höllenpein. Drum steh' dein guter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sei. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh'. 8. Zwar ist mein Glaube flein; doch du, du starker Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz sich fest bis in den Tod. 9. Wenn schon die Trübfal auf mich dringt and überall mich Angst umringt; bleib' ich doch stets in deiner Hand. Ich halt in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein. Nun Nun muß mir alles heilsam sein. 10. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn; sollt' auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrist, und wer ein Sklav der Laster ist. Ich will nicht zagen. In's Gericht fommt ja, wer an dich glaubet, nicht. 11. Du bist es auch, dem ich vertrau', so lang' ich noch das Elend bau'; bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, die Sieger Preis und Ehre krönt. Herr! steh' in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei. 369 Zweit. Th. XXXIX. Von der Sorge für den Leib. Nach der Mel, des 72. Liedes. 508. Wie mannichfaltig sind die Gaben, wodurch uns, Herr, dein Wohlthun nährt, und die, so Geist als Leib zu laben, uns täglich deine Hand gewährt! auch das, was unser Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist! Gott erforen, uumäßig deine Gaben braucht, der geht des Himmelreichs verloren, zu den kein Knecht der Lüste taugt. Gott! laß mich ja dies Laster scheun, und mäßig stets und nüchtern sein. 2. Du gibst uns Brod für unser Leben, und unsre Herzen zu erfreun, gibst du den trau benvollen Neben mit segensreicher Hand den Wein. Wie an= genehm ist der Genuß von dem, was uns ernähren muß. o 3. Doch laß die Kraft, uns zu vergnügen, die du in Speis und Trank gelegt, mich nie, Höchster, so besiegen, daß sie zum Schwelgen mich bewegt. Laß, deiner Gaben mich zu freun, mich mäßig im Genusse sein. 4. Mit Speis' und Tranf sein Herz beschweren, steht niemals wahren Christen an. Dadurch wird das, was uns ernähren und unsern Geist erquicken kann, ein Gift, das in die Adern schleicht, und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. 5. Die Schwelgerei raubt uns die Kräfte zu dem, was uns die Pflicht gebeut; macht träge zum Berufsgeschäfte, untüchtig zur Gottseligkeit; erweckt Unordnung, Streit und Zank, und hin: dert den Gott schuld'gen Dank. 6. Wer sich den Bauch zum 7. So oft ich Speis' und Trank genieße, so laß es mit Vernunft geschehn, und daß ich beides mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst, uns Nahrung und Erquickung gibst. Nach der Mel. des 234. Liedes. 509. Der Wollust Reiz zu widerstreben, laß, Höchster, meine Weisheit sein! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Bein. Drum fleh' ich demuths= voll zu dir: o schaff' ein rei nes Herz in mir. 2. Die Wollust kürzet unsre Tage; fie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage, sind Früchte ihrer Leidenschaft. Der haßt sich selber, der sie übt, und sich in ihre Fesseln gibt. 3. Sie raubt dem Herzen Myth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; fie raubt den Eifer edler Werke, und Ernst und Lust zu jeder Pflicht. Sie führt Neu' und 24 370 3weit. Th. XXXIX. Von der Corge für den Leib. Gewissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. beit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Tbiers herab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm fein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lüsten strebt. 45. So schimpflich sind der Wollust Bande! schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sie sind vor dem Gewissen Schande, und noch weit mehr vor dir, o Gott! wer sich in ihre Knecht- Sorge nicht zu klein. Wie? 2. Sollt' ich mit Vorsatz das verletzen, was zur Erhaltung mir vertraut? sollt' ich gering ein Kunststück schätzen, was du, v Schöpfer, selbst erbaut? Weff ist mein Leib? er ist ja dein. Sollt' ich denn sein Zerstörer sein? 13. Ihn zu erhalten, zu beVaterhand die Mittel, die dazu schüßzen, gibst du mit milder uns nüßen, und zum Gebrauch gibst du Verstand. Dir ist die sollte sie denn mir es sein? schaft gibt, wird nie von dir, o Gott, geliebt. 6. Du wirst den wiederum verderben, der deinen Tempel hier verdirbt. Dein Himmelreich wird niemand erben, in dem die böse Lust nicht stirbt. Drum laß mich ihre Reizung fliehn; 5. So laß mich denn mit und, keusch zu sein, mich stets bemühn. 4. Gesunde Glieder, muntre die nicht werth! wer taugt zu des Kräfte, o Gott, wie viel sind Berufs Geschäfte, wenn Krankbeit seinen Leib beschwert? Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? # Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlsein stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiz den, mein Geist den innern Vorwurf hört: du selbst bist Störer deiner Ruh'; du zogst dir selbst dein Uebel zu.p 1902 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam sein! drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flöße Nach der Mel. des 234. Liedes. 510. Des Leibes warten selbst Geduld mir ein. Geund ihn nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht, muthwillig seinen Bau verseh: ren, verbietet mir dein Unter: 7. Doch gib, daß ich nicht richt. stehe mir mit Weis: währ auch dann mir guten Muth, und segne, was der Arzt dann thut. übertreibe, was auf des Leibes 7. Gib, daß ich allen bösen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteh', und stets, da: wider mich zu rüsten, auf dich, Allgegenwärt'ger, seh'. Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Missethat. 3weit. Th. XXXIX. Bon der Sorge für den Leib. Pflege zielt: nein, stets in je-| Glauben der künft'gen Erntenen Schranken bleibe, die dein Gefeß mir anbefiehlt. Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge sein. zeit, mein Leben auf der Erden so werth und wichtig werden, als es mir selbst dein Wort gebeut! had to srdcom 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht, ist Undank deiner Güte. Ein red= liches Gemüthe verläßt ja sei nen Posten nicht. dat nog 5. Gib, daß ich klüglich fliehe, was oft mit leichter Mühe mir gar mein Leben nimmt. Doch laß mich auch nicht zagen, es muthig d'ran zu wagen, wenn. mich die Pflicht dazu bestimmt. 6. In deine Vaterbände bez fehl' ich, Herr, mein Ende, und meiner Tage Lauf Gs sei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben. Hilf nur dem guten man Willen auf. 8 Mein größter Fleiß aus dieser Erde sei stets auf meinen Geist gericht't, daß er zum Himmel tüchtig werde, eh' dieses Leibes Hütte bricht; dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb' ich hier zu deinen Preis. 371 schiel pihn Nach der Mel. des 18. Liedes. 511. Was ist mein zeitlich Leben, das du mir, Gott, gegeben? Ein unschäzba: res Gut. Du gabst mir's, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet; dort erntet man er freuet der Tugend Früchte ein. Je länger ich hier wandle, vor dir rechtschaffen handle, je gröBer wird mein Glück dort sein. 7. Was nützt ein langes Leben dem, der nicht, Gott erge= ben, nach wahrer Tugend strebt? wer Gott und Menschen liebet, 3. Sollt' ich dies Glück mir und sich im Glauben übet, nur rauben? Herr! laß mir, im der hat lang' und wohl gelebt. in T Zweit. Th. XL. Von dem rechtmäßigen Gebrauch der zeitlichen Güter, und wider den Geiz. adal astio SUPOR Nach der Mel. des 8. Licdes. 2000 Inte heit. Und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit. 512. Laß mich doch nicht, o Gott! den Schäzzen dieser Erden so meine Neigung weih'n, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufrieden: 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besig nicht stets in unserm Willen. Nicht stets wird's dem zu Theil, der ängst24* 372 3weit. Th. XL. Bon dem rechtmäßigen Gebrauch) 2c. lich darnach ringt; und schnell dem Glauben, daß er lebt, sich verlierts oft der, dem der Be- über diese Welt erhebt. si gelingt. Bra sm din of 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglücken, muß nicht vergänglich sein, und für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hat's, und wünscht noch mehr; noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. 4. O Gott, so wehre doch den ungerechten Trieben, und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Müh' gewinnt, bald prassend sie verzehrt, bald geizig sie bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. nix 5. Ein weises frommes Herz, das sei mein Schatz auf Erden. Sonst Alles, nur nicht dies fann mir entriffen werden. Dies bleibt im Tod auch mein, dies folgt mir aus der Zeit, zum seligsten Gewinn, bis in die Ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnü gen? Nur süße Träume sind's, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ew'gen Gütern hin. ONTS Nach der Mel. des 26. Liedes. 513. Wohl dem, der beff're Schäße liebt, als Schätze dieser Erden! wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Eugend reich zu werden, und in 2. Wahr ist es, Gott ver= wehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nügen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Fleises Antrieb sein. Chin 3. Doch nach den Güterndieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten; ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigfeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz; erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. DE DE 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habjucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen, und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen; dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Freuden schmecken, und in des Unglücke Gegenwart den Ruf zur 3weit. Th. XL. Von dem rechtmäßigen Gebrauch 2c. Hülf' entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern; und glaubst, du habst sie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches Amt; und du wirst dich erfre: chen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen; und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Best der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir g'nügen lasse; Geiz ewig, als Abgötterei, von mir entfern' und hasse. Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut. 373 2. Mein Hab' und Gut kommt ja von dir und deinem milden Segen. Nicht nur zum Fallstrick gabst du mir mein zeitliches Vermögen. Du gabst es mir zum wahren Wohl. Drum gib, Herr, daß ich's, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? vergänglich, und von Erde. Hilf, daß ich nie aus Uebermuth dadurch vereitelt werde! Nie reiße irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse. 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen; verführt' mich zeitlich Gut und Geld, sorglos hintan zu sehen, be= was meiner Seelen Heil gehrt, und mir ein ewig Glück gewährt: Wie strafbar würd' ich handeln! 5. Mein größtes Trachten sei allhier nach deines Geistes Ga. ben. Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur die kann haben! Hab' ich nur, Höchster! deine Huld; bin ich voll Glauben und Geduld; was fehlt dann meiner Seele? 16. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles BöNach der Mel. des 6 Liedes. 514. Herr! laß mich doch sen. Von Unruh' und Gewisgewissenhaft mein zeitlich Gut verwalten. Gib selbst mir Weisheit, gib mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nüßt und dir gefällt; damit ich nicht in jener Welt an ew'gen Gütern darbe. senspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Da schüßt er keinen Sünder. 7. Laß mich mit weiser Sparsamkeit die Güter nie verschwen 374 3weit. Th. XL. Von der Arbeitsamkeit 2c. den, die du mir gabst, in die ser Zeit sie nützlich anzuwenden. Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten so, wie mir, des Lebens Müh' er: leichtre, medan mag im 8. 68 fommt ein Tag der 150 Rechenschaft; das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur heil'gen Sorgfalt lenken, also die Güter dieser Zeit zu nüßen, daß ich einst erfreut noch Segen davon ernte. adlo dabond Hog Zweiter Theil. XLI. Von der Arbeitsamkeit und 500.550 Treue im zeitlichen Beruf. Nach der Mel. des 30. Liedes. segne mich, daß ich nie Wege 515. Gott ist's, der das gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor Allem trachten. 16 s Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er gibt zur Arbeit Muth und Kraft, und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenn's mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Fortgang bleiben. Malinyi 2. Wer das zu seinem Haupt: zweck macht, vor ihm gerecht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht't, dem gibt er auch auf Erden vom ird'schen Gut mit milder Hand so viel beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nüget. de G 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, und, frönt er sie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunst ihnen schaden? Mit sei= nem Schutz bedeckt er sie, und 516. Du hast uns, Herr, die Pflicht zur Arsegnet bei des Lebens Müh' ihr Herz mit Trost und Hoffnung. beit auferleget, und Fleiß in 4. Drum gib, o Gott, daß dem Beruf uns ernstlich einge= ich auf dich bei meiner Arbeit präget. Der träge Müßiggang sebe. Mit Licht und Weisheit ist dir, o Gott, verhaßt, für 5. Laß Müßiggang und Trägbeit mich, als dir mißfällig, meiden, und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, voll Muth mit Lust und Freuden in mei= nem Stand geschäftig sei; dein Segen fröne meine Treu', daß sie auch Andern nüßze. 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge. DANS od thin ol Nach der Met. des 8. Liedes. 375 3weit. Th. XLI. Von der Arbeitsamkeit 2c. uns der Laster Net, und un-| an Tüchtigkeit zu meinem Amte serm Nächsten Laft. opi 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bequemen, die Bürden des Berufs getroft auf mich zu nehmen. Wird gleich mein Angesicht mit faurem Schweiß beneßt: genug, daß du mich selbst in den Beruf gesetzt. 3. Bewahre nur mein Herz vor eiteln Nahrungssorgen. Gib mir mein täglich Brod, und forge selbst für morgen. Laß mich an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Zuversicht in deiner Fügung ruhn. 4. Ach! förd're, großer Gott, die Werke meiner Hände. Hilf mir bei meinem Thun, am Anfang und am Ende. Laß mich, bei meiner Last, auf jenen Sabbath sehn, da wir, nach treuem Fleiß, in deine Ruhe gehn. wachse. Karste 3. O Herr! vor träger Weichlichkeit wollst du mein Herz be wahren! so werd' ich aus Gemächlichkeit nie meine Kräfte sparen. Erholen werd' ich mich nur dann, wenn ich, von Kraft hoft erschöpft, mich kann zu neuer Arbeit stärken. te asd da Stach der Mel. des 119. Liedes. mel, bes 517. 3ur Arbeit, nicht zum Müßiggang, sind wir, o Herr, auf Erden. Drum laß mich doch mein Lebelang kein Knecht der Trägheit wer= den. Gib mir Verstand und Lust und Kraft, geschickt, treu und gewissenhaft mein Amt hier zu verwalten. Bm012 2. Hast du ein Amt, so warte sein: das ist, o Gott, dein Wille. O föße selbst den Trieb mir ein, daß ich ihn treu er fülle. Hilf mir, daß ich von Zeit zu Zeit an Einsicht und 4. Mit wahrer Vorsicht laß mich nicht die Zeit mit Neben dingen, die weit entfernt von meiner Pflicht, verschwenderisch verbringen. Das müſſe mein Vergnügen sein, mich den Geschäften ganz zu weihn, die du mir aufgeleget. 5. Ein heil'ger Trieb belcbe mich, o Höchster! meine Pflich ten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu ver= richten. Ein Herz, das sich des Guten freut, gibt zu der Arbeit Muuterkeit, versüßt uns ihre Lasten. die 6. Laß mich vor dir, Herr unverrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie bestrickt. Gewissenhaft zu handeln; mein Leben deinem Dienst zu weih'n, so nüglich, als ich kann, zu sein, das sei mir Ehr und Reichthum. 7. Dir zu gefallen, sei mein Zweck bei Allem, was ich thue! so wandle ich den rechten Weg zu der Gewissensruhe. Denn, wer dir, Heiligster, mißfällt, was nüßet dem die ganze Welt mit allen ihren Schätzen? 376 3weit. Th. XLII. Von der Zufriedenheit. 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, dazu mich, Herr, auf Srden dein weises Allmachtswort erschuf, doch eine Leiter den steige. SP of lebam werden, worauf ich einst in jener Welt, die höheren Beruf enthält, zu höhern WürZweiter Theil. XLII. Von der Zufriedenheit und NA KUTE Geduld im hisse Nach der Mel. des 55. Liedes. 518. Gott! du bleibst ewig unsrer Wohlfahrt Meister. Wie thöricht handeln unzufried'ne Geister! sie quälen sich, und machen ihrem Herzen vergeblich Schmerzen. 2. Was helfen uns die ängstlich bangen Sorgen für den noch ungewissen andern Morgen? Und müssen wir uns über unser Grämen nicht nachmals schämen? 3. 8 ist umsonst: wir wer: den nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ängstlichen Geschäften den Leib entfräften. er 6. Drum fördre selbst die Werke meiner Hände. Gesegnet sei der im Leiden. 0 1075 Anfang und das Ende! gib guten Rath, damit, was ich vollbringe, mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit Treue meine Pflicht erfüllen, und dann mein Herz mit froher Hoffnung stillen. Erlang' ich nur, was du, Herr, mir beschieden, bin ich zufrieden. 8. Kann ich den Leib auch nicht, wie Reiche, laben; versorge nur den Geist mit jenen Gaben, die mehr, als alles Irdische er= quicken, und stets beglücken. 9. Hier hab' ich gnug. Laß mich nur mit den Frommen zu dem Genuß der Himmelsgüter kommen; so wird mein Wunsch, den irdisch Gut nie stillet, völs lig erfüllet. 4. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Segen. Vertrau' ich dir, und geb' auf deiNach der Mel. des 46. Liedes. nen Wegen; so wirst du mir, 519. Gutehre nicht, mein Herz! mit Klaauch ohne Sorg' und Kränken, was nüglich, schenken. 5. Bin ich getreu mit dem verlieh'nen Bfunde, und harr' ich nur der rechten Segensstunde; so kommt sie, und dann werden meine Thaten zum Glück gerathen. gen den Gott, der dich zum Glück erschuf. Die Müh' des Lebens zu ertragen, und froh zu sein, ist dein Beruf. 2. Der Christ murrt nicht bei den Beschwerden von dieser kurzen Lebensbahn; er sucht, daß sie ihm nützlich werden, und betet Gottes Willen an. dd) und Geduld im Leiden. 3. Gott selbst hat dir dein Nach der Mel. des 48. Liedes. Loos beschieden. Nimm's dank- 520. Will mich, o Gott, bar aus der Vorsicht Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband. bienieden des Lebens Last ermüden, so stärke meinen Geist! wenn mich die Leiden kränken, so laß mich wohl bedenken: auch das sei gut, was Trübsal heißt. 4. Sie gibt dir Munterfeit und Kräfte, und nährt und stärkt fie väterlich. Sie brauchen, dies ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Ruhm für dich.. 2. Nicht ewig soll sie währen. Oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt, und seufzen wir: wie lange ist unse rer Seelen bange? so wird mit Trost das Herz erfrischt. 3. Die Lasten, die uns pres sen, hast du, Herr, abgemessen, so groß sie immer sei'n. Du hilfft sie selbst uns tragen, und richtest unsre Plagen nach unsern Kräften weislich ein. 45. Zwar Jenen hat des Himmels Segen, mehr Güter an: vertraut, als dir; doch soll dies deinen Neid erregen? denk: wer ist Gott, und wer sind wir? 377 6. Weiß er nicht besser, was dir nüßet, und was dem Näch sten nüßt, als du? wenn er dich führt, regiert und schützet, was fehlet wohl zu deiner Ruh'? 7. Du prangest nicht mit hohen Würden? beneide nicht der Großen Glück; sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. 8. Dir ward fein Ueberfluß gewähret? ihn wünschen, das ist Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt, und reich genug. 9. Herr! der du mir zum frohen Leben so viel ich brauch', und mehr verlieh'n, laß täglich sich mein Herz bestreben, den forgenvollen Gram zu flieh'n. 10. In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freu'n; dich fürchten, dir vertrau'n, dich lieben, müss' ewig meine Wollust sein! 10304. Ja, wenn ich's recht er= wäge, so sind's nur Liebesschläge, womit du uns belegst; nicht Schwerter sind's, nur Ruthen, womit du, blos zum Guten, als Vater deine Kinder schlägst. 5. Dein väterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt; du willst die Lüste schwächen, den eignen Willen brechen, befrei'n uns von der Lust der Welt. 6. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren, mit Glauben und Geduld, daß wir in unsern Nöthen, auch wenn du uns wollt'st tödten, doch trau'n auf deine Baterhuld. 7. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns erseh'n? 578 3weit. Th. XLII. Von der Zufriedenheit. man lebe oder sterbe, so wird| 5. Drum hab', o Seele, gu= des Himmels Grbe doch deinen Kindern nicht entgeh'n. ten Muth! vertraue Gott! es wird noch gut nach aller Trübsal werden. Durch's Kreuz zieht er dich immer mehr zum Himmel von der Erden. 8. Zu jenem bessern Leben willst du auch mich erheben. Der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwe: sen, wird doch mein Geist ge nesen; er eilt zu Seligkeiten hin. 9. O! drücke meinem Herzen, auch unter Sorg' und Schmerzen, dies doch aufs Tiefste ein; der, den du, Vater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig sein. mind find Nach der Mel. des 255. Liedes. 521.0 Sei, Seele, stark und unverzagt, wenn irgend dich ein Kummer plagt. Befiehl Gott deine Sachen. In aller Bein vertrau' allein auf ihn! er wird's wohl machen.. 6. Gott ist dein Gott. Er ist getreu; und stehet dir als Vater bei in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer durch ihn dem Christen werden. 7. Es haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du hier nur von Ruh', und nichts von Trübsal wissen? 8. O bet', und sieh' auf deinen Gott, in aller deiner Angst und Noth! laß, wie er will, es gehen. Sein Will' ist gut: behalte Muth! Gott wird dich einst erhöhen. 2. Kein Leiden kommt von ohngefähr; die Hand des Höchsten schickt es her; sein Rath hat's so ersehen! drum sei nur still was dein Gott will, laß immer gern geschehen. 3. Erweckt dir gleich das Lei den Bein, so soll's dir doch nicht schädlich sein. Gott kann Nach der Mel. des 55. Liedes. sein Kind nicht haffen. Wer 522, Gin Herz, o Gott! # 15 ihn nur liebt, sich ihm ergibt, den wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, nur kurze Zeit. Nach überstandnem Leide erquickest du ihr Herz mit Ruh', und einst mit ew ger Freude.. in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft ver gessen, täglich ermessen. dewhi 9. Der du ein Gott des Trostes bist! laß jeden, der hier traurig ist, doch deinen Trost empfinden. Hilf, den du liebst, und prüfend übst, den Unmuth überwinden. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? im Leiden. Z- hot and und Geduld Thu' ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? auch dein Helfer und Berather, ewig dein Vater? a chi 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, ein Kreuz der Frommen. en things 10. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen! allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 11. Grzüchtigt uns, damit wir 4. Such selbst, o Herr, in zu ihm nahen, die Heiligung des Strafen unsrer Sünden läss'st Geistes zu empfahen, und mit du den Weg zu unserm Heil uns dem Trost der Hülfe, die wir finden, wenn wir sie uns, die Mis- merken, Andre zu stärken. sethat zu hassen, züchtigen lassen.12. Das Kreuz des Herrn 5. Jag' ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird Alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle ur 213) mis 30 wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starfes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! 6. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden, nicht hier, dort, dort soll 579 werden; und was sind gegen euch, ihr ew'gen Freuden, die jer Zeit Leiden? s bene Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch im Lei= den fassen: welch' Leben hat nicht seine Qual? dut bur 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch the verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh' erdulden, das doch zu meinem habarinus Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott! will ich vertrauen, und nicht auf Men= schen bauen: du hilfst, und du errettest gern. 7. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde! wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid' und dulde, so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. 8. Ich bin ein Mensch! und Leiden müssen fränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertrau'n, das stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. isinile 9. Schau' über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk' auf! wer spricht: bis hierher! zu dem Meere? ist er nicht Nach der Mel. des 48. Lietes. 523. Ich hab' in guten Stunden 380 3weit. Th. XLII. Von der Zufriedenheit 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereu'n. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich, Grab und Tod? auch auf des Todes Pfade vertrau' ich deiner Gnade. Du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld ver= ehren, im Glauben zu ihm fleh'n. Ich will den Tod be denken. Du, Herr, wirst Alles lenken; und was mir gut ist, wird geschehn. 524. W Neue Mel. oder: Sei zufrieden. arum sollt' ich mich denn grämen? hab' ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? wer will mir den Him: mel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Ich kam unter Angst und Nöthen hülfelos, arm und blos einst an's Licht getreten: nichts nehm' ich auch von der Erde dann mit mir, wenn ich hier einst verscheiden werde. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, der's gegeben. For dert er es einstens wieder, nehm' er's hin, ich preis' ihn doch durch meine Lieder. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen; dringt herein Angst und Bein; sollt' ich drum verz zagen? der es schickt, der hat's in Händen: er weiß wohl, wie er soll all' mein Unglück wenden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt; sollt' ich jetzt nicht auch etwas tragen? fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht; kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil' sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt' ihn auch der Tod bekriegen; Christi Blut, und sein Muth hilft auch den bestegen. 8. Denn fein Tod kann mich ertödten, nein: er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen; endigt dieses Lebens Leiden, und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden.alie Chi 9. Dann werd' ich mit bes sern Schätzen Geist und Herz auf den Schmerz ewig dort ergözen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, eitler Tand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn' Ende laben. und Geduld im Leiden. then 381 11. Herr, mein Hirt, Brunn| mich ergeben in Freud und aller Freuden! du bist mein, Leid; es kommt die Zeit, da ich bin dein; niemand kann uns öffentlich erscheinet, wie treulich scheiden! ich bin dein, weil du er es meinet. dein Leben und dein Blut, mir zu gut, für mich hingegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, und dich nicht, o mein Licht aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd' umfangen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er weiß nur, was uns nüßet; wie ungewiß irrt Jedermann, der sich auf ihn nicht stützet! ja seine Treu' ist immer neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan: muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn; laß ich mich doch nicht schrecken, weil er zuletzt mich doch ergößt mit süßem Trost im Herzen: da weichen alle Schmerzen. Nach der Mel. des 267. Liedes. 525. Was as Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille: er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. Nach der Mel. des 72. Liedes. 2. Was Gott thut, das ist 526. Verborgner Gott, dem nichts verborgen, wohlgethan; er lässet mich nicht fallen! er führet die auf rech- was auf der ganzen Welt ge= ter Bahn, die seine Wege wal- schicht, was sollt' ich wie ein len. Trost und Geduld gibt Heide sorgen, als wüßteft du seine Huld: er wird mein Un mein Glend nicht? verstellet glück wenden: es steht in sei- gleich dein Antlig sich; dein nen Händen. Herz meint es doch väterlich. 2. Mich und mein Loos hast du gesehen, als ich noch nicht geboren war, und was mir künftig soll geschehen, stellt sich dir gegenwärtig dar. Dein Auge siehet aus der Höh' und fennt mich, wo ich geh' und steh. 3. Du weißt auch, was ich nöthig habe, und gibst mir mein bescheiden Theil; ja, Alles, Herr, ist deine Gabe, du sorgest täglich 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ihm will ich 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben! es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben; so wird Gott mich doch väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. 382 3weit. Th. XLII. Von der Zufriedenheit für mein Heil. Wo ich noch gar nicht hingedacht, hast du schon Alles gut gemacht. 4. Ach! solltest du denn nicht erkennen, wenn Kummer, Angst und Noth mich quält? Wer muß dich nicht barmherzig nens nen? Du bist es, der die Thränen zählt. Du hast's gesagt, dein Herze bricht, wenn deinen Kindern was geschicht. nagu und Theil, und stehst nach deiner Vatertreu' mir stets mit Rath und Hülfe bei d 3. Du stärfst mir unter aller Plage, v Gott, auf mein Gebet, den Muth, daß ich ge= lassen sie ertrage, und machst zuletzt doch alles gut. Auf Kummer folgt zufriedner Dank, auf Klagen frober Lobgesang.com 4. 3u ungestörten Sicherheis ten schickt sich gewiß kein Prü fungsstand. Wie würde, drückt' uns nicht zu Zeiten ein Leiden, unsre Treu' erkannt? Vollkomm'ne Ruh' und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine bilad Seele! in deiner Noth so kummervoll? Vertraue Gott; nur ihn erwähle zu deinem Trost. Er schützt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Netter war. vadine to tallat 6. Er wird es sein. Ruf in Gefahren ihn als den einzgen Helfer an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo Niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dies stärke meine Zuversicht. 5. So laß mich doch recht feste glauben, daß deine Augen auf mich sehn; laß mir den süßen Trost nicht rauben, du werdest mir zur Seite stehn, und bald zerstreun durch deine Macht der Sorgen und des Leidens Nacht. 6. Du wirst dein Wort ge wiß erfüllen; du hast mir Hülfe zugesagt. Ja, du wirst meinen Kummer stillen: ich bin getrost und unverzagt; es wird gescheh'n, ich zweifle nicht; du bist mein Gott, mein Heil und Licht! si Nach der Mel. des 234. Liedes. 527. Was as ist mein Leben auf der Erde? ein Wechsel ist's von Lust und Leid. Hier stört oft Unruh und Beschwerde die sanfteste Zufriedenheit. Hier wohn ich noch in einer Welt, die kein vollkomm nes Glück enthält. 2. Weß soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost 7. Befiehl ihm alle deine Wege, und hoffe auf ihn allezeit. Auch auf dem allerrauhsten Stege sieb fröhlich hin zur Ewigkeit. Da sammelst du von aller Pein den Segen mit Vergnügen ein. 8. O sieb' dahin zu allen Zeiten; in eigner und gemeiner und Geduld im Leiden. tiong Noth, im Glücke, und wenn dich von weitem ein Unglückswetter hart bedroht. Nichts gibt uns Trost zu solcher Zeit, als Gott, und jene Herrlichkeit. der 9. So laß mich, Gort, stets dahin schauen, und dann mit starkem Muth auf dich auch in größten Noth vertrauen. Du bist bei mir. Das stärke mich! wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getrost als Christ.si noi din R350 385 mehret, sei mir von dir gewäh= ret! Gott, du gewährst es gern Was dieses Glück verlegzet wenn's alle Welt auch schätzet, sei Herr mein Gott, mir ewig fern 6. Sind auch der Krankheit Plagen und Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott; so harr' ich, und bin stille zu Gott. denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, Siropenssilag o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn du mich willst bewahren? und du, mein Gott, bewahrest mich. Nach der Mel. des 48. Liedes. 528. Was ist's, daß ich mich quäle? harr' nur auf Gott, o Seele, harr' und sei unverzagt! du weißt nicht, was dir nüßzet; Gott weiß es, und Gott schüßzet all mächtig den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, eb' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. Wo ist hier wohl Vollkommenheit? Wer lebt hier frei von den Beschwerden der Trübsal und Mühseligkeit? Du legst in unserm Lebenslauf, o Gott! duns manches Leiden auf. 3. Die kleinste meiner Sor: 2. Doch das sind treu gegen ist dir, Gott, nicht verbor: gen, der Alles sieht und hält: und was du mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wär's auch die größte Last der Welt. meinte Schläge der Vaterhuld, die für uns wacht. Wie haft du doch durch Leidenswege so Manchen schon zu dir gebracht! denn ungestörtes irdisch Glück hält uns von dir, o Gott, zurück. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Luft der Welt vergeht. Ich lebe hier im Segen den Grund zum Glück zu legen, daß ewig, wie mein Geist, besteht. 3. Wenn uns die Welt nicht Noth erweckte, vergnügte uns dein Himmel nicht. Wer suchte, wenn ihn nichts erschreckte, die Hülfe, die dein Wort verspricht? wer fühlt, wenn keine Last ihn 5. Was dieses Glück ver es Nach der Mel. des 7. Liedes. 529. Was ist das Leben auf Erden? 3weit. Th. XLII. Von der Zufriedenheit drückt, wie sanft, o Gott, dein| und dir wird bange, daß du von Trost erquickt? nd mate Gott verlassen bist. 4. Zum Dulden führt dein Ruf der Gnaden, der uns zu Christi Gliedern macht. Wie schwer war der nicht hier beladen! wie hart verfolgt! wie sehr veracht't! und doch trug er dies Alles gern. Gib, daß ich folge meinem Herrn. 2. Sind meine Sünden mir vergeben; hat Gott mir Sünder Heil und Leben in seinem Sohn verlieh'n: wo sind denn seines Geistes Triebe? warum empfind' ich nicht die Liebe, und hoffe nicht getroft auf ihn? 3. Mühselig, sprichst du, und 5. Er ward beleidigt ohn' Ver- beladen, hör' ich den Trost vom gelten, gegeisselt ohne Wider- Wort der Gnaden, und ich emstand; gescholten ohne Wieder: schelten; ohn' Widerspruch zum Kreuz verbannt. Wie? sollt' ich denn nicht mit Geduld das tra: gen, was ich selbst verschuld't? pfind' ihn nicht; bin abgeneigt, vor Gott zu treten; ich bet', und kann nicht gläubig beten; ich denke, Gott, doch ohne Licht. 6. Laß, Gott, nur dieses Lebens Leiden zu meiner Beff'rung fruchtbar sein; so geh' ich zu des Himmels Freuden durch dieser Erde Trübsal ein. Dort wird mein Leben ohne Bein, und ohne Leid und Thränen sein. 384 7. Drum laß mich mit dem Troste siegen: Gott gibt nach kurzer Prüfungszeit das allerse: ligste Vergnügen in jenem Reich der Herrlichkeit. Verschmachte Leib! stirb und vergeh'! ich weiß, daß ich einst aufersteh'. 5. Oft fühl' ich Zweifel, die mich quälen, heul' oft vor Unruh' meiner Seelen, und meine Hülf' ist fern. Ich suche Ruh', die ich nicht finde; in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unruh, keine Furcht des Herrn. 56. 3ag' nicht, o Christ, denn deine Schmerzen sind sichre Zeus gen beff'rer Herzen, als dir das deine scheint. Wie könntest du dich so betrüben, daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben, wär' nicht od Trost in geistlicher Schwermuth. med Neue Melodie.and 530. Din feren Leiden, dein Herz mit ihm vereint. Du flagst, o u flagst, o Christ! schweren 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Jesum einen Herrn zu nennen, als durch den heil'gen Geist. Hast du nicht die4. Sonst war mir's Freude, seinen Willen von ganzem Herz zen zu erfüllen; sein Wort war mir gewiß. Jetzt kann ich's nicht zu Herzen fassen, und meine Kraft hat mich verlassen, und meinen Geist deckt Finsterniß. und seufzest, daß der Geist der Freuden von dir gewichen ist. Du klagst und russt: Herr, wie so lange? und Gott, verzeucht, und Geduld im Leiden. sen Geist empfangen? er ist's, der dich nach Gott verlangen, und sein Erbarmen suchen heißt. 8. Vertrau' auf Gott; er wohnt bei denen, die sich nach seiner Hülfe sehnen; er kennt und will dein Glück. Er höret deines Weinens Stimme; verbirgt er gleich in seinem Grimme sich einen kleinen Augenblick. 385 L für und für. Laß dir an seiner Gnade g'nügen; sein Wort ist wahr und kann nicht trügen: ich stärke dich, ich helfe dir! 11. So wie ein Vater über Kinder, erbamet Gott sich über Sünder, die seinen Namen scheu'n. Dein Seufzen ist ihm nicht verborgen, so fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die Sünde sein. t liek f 9. Gott ließ so manchen seiner Frommen in dies Gefühl des Elends kommen, und stand ihm mächtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, sollst das Ver= trau'n auf dich entfernen, und 531. Du klagft, und fühsehn, was Gottes Gnade sei. left die Beschwer10. Vor Sicherheit dich zu bewahren, läßt er dich seine Streng' erfahren, und schickt dir diese Laft. Er reinigt dich wie Gold im Feuer macht dir das Heil der Seele theuer, damit du haltest, was du hast. 12. Zwar ist um Trost dir jego bange; denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, scheint uns hart. Doch nachmals wird sie friedsam geben Frucht der Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie geübet ward. 13. Fahr' fort zu beten und zu wachen, Gott ist noch mächtig in den Schwachen, ist Güte 14. Auf, fasse dich in deinen Nöthen! sprich: wollte mich der Herr auch tödten: so harr' ich dennoch sein. Mir bleibt das Erbtheil der Erlös'ten; und will mich Gott nicht eher trösten, so wird er mich im Tod erfreun. Trost in Dürftigkeit. Neue Mel., oder: nach der Mel. des 140. psalms. den des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebst. 2. Ja, klage! Gott erlaubt die Zähren; doch denk im Klagen auch zurück. Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 3. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit. Die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. 4. Genieße, was dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Laft. 5. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so wie wir's zu wünschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. 25 386 3weit. Th. XLIII. Von dem rechten Gebrauch des Lebens, 6. Willst du zu denken dich| Geschäfte, und nüße deine Leerfühnen, daß seine Liebe dich benszeit. vergißt? er gibt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 7. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in träger Unzufrieden heit; besorge deines Stands 212 1961 The 100 G dzjut ar Zweiter Theil. XLIII. Von dem rechten Gebrauch des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. Nach der Mel. des 7. Liedes. 532, seilt der letzte von G den Tagen, die du hier lebest, Mensch, herbei. Erfauf die Zeit! und statt zu kla= gen, sie sei zu kurz, gebrauch sie treu! nimm mit erkenntlichem Gemüth' der nähen Stunde wahr; sie flieht! 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten verlierst du deines Le bens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfst so sicher Jahre weg! bist du, zu fühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 3. Einst Ewigkeiten zu besißen, sollst du die furze Lebenszeit als deine Saatzeit weislich nüßen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: sieh', Eins ist Noth! was fäumest du? 8. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn, dies ist der Weg zu Ruh' und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! 4. Drum eil', errette deine Seele, und denke nicht: ein an dermal! sei wacker, bet' und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Gesetzt, dein Ende wär' auch fern: sei fromm und wandle vor dem Herrn! 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: dir, o Gott! ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Hule zu freun, mein Le= ben gern der Tugend weihn! 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnade mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt. 7. Wohl mir! wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäften die Pilgertage durchgelebt, und einst im Glauben sagen kann: du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Fleh'n bei meinem Ende vernimmst du, Herzenskündiger. In deine treuen Vaterhände befehl ich meinen Geist, o Herr! er schwingt sich und der Zubereitung zum Tode. E 6. Denk' an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Veradach Neue Melodie. 533. Was forgst du ängst- gnügen zu vermehren: welch lich für dein Le Glück wird Gott mir dort bescheren, wo ich unendlich leben ſoll. 7. Denk an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben, sprich: bin ich hier, um reich zu sein? wohl mir, wenn ich in Chrifto sterbe, dann ist ein unbeflecktes Grbe, dann ist der Himmel Reichthum mein. 8. Dent' an den Tod, wenn Leiden kommen; sprich: alle Trübsal eines Frommen ist zeitlich, und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ist's, der mir die Krone reicht. 9. Dent' an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken; du rufst, und er antwortet nicht. Sprich: sollte Gott mich ewig hassen? ich seh ihn doch nach dem Erblassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hütte fällt. ben? Es Gott gelassen übergeben, ist wahre Rub' und deine Plicht. Du sollst es lieben, weislich nützen, es dankbar, als ein Glück besitzen, verlieren, als verlörst du's nicht. O 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch, dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen sein. Er soll den Wunsch zu leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. th 387 3. Grmattest du in deinen Pflichten: so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: sollt' ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und sie vesliegt geschwind. 4. Denk an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lust der Welt, wenn ihre Liebe dich reizen; und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und fönnt' ich auch die Welt ererben, beging ich doch solch Uebel nie. 5. Dent' an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schäße sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk' an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entrissen werden, du dann dich nicht zu sehr betrübst. du weißt, daß ich, dein schwaches 25* 10. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen; so wirst du ihn nicht zitternd scheu'n; so wird er dir einst Trost im Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung sein. Nach der Mel des 7. Liedes. 534. Du, Herr und Meister meiner Tage! 388 3weit. Th. XLIII. Von dem Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind. Drum gib, daß ich zu jeder, Zeit zu meinem Tode sei bereit.# 2 1100D 2. Daß du, o Höchster, meinem Leben ein mir verborg'nes Ziel bestimmt; und daß die Zeit, Nach der Mel. des 47. Liedes. die mir gegeben, vielleicht gar 535. Herr! ich hab aus bald ein das deiner Treu', mir mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu sein. 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuzieh'n, mich von der Weltlust zu entfernen, und um den Himmel zu bemüh'n. O mache mich dazu geschickt, eh' mich der Tod der Welt entrückt. rechten Gebrauch des Lebens, ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin. Bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt mein Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir. Sei nur mein Trost, so g'nüget mir. zum Heil, noch Zeit in Händen. Gib doch, daß ich sorgsam sei, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell eutflieh'n die uns zugezählten Stunden. Eh' man's denkt, sind sie dahin, und auf ewig uns verschwunden. Niemals kehrt ein Augenblick, uns zum Heil, davon zurück. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seelen Theil! ist mir das Beste aufgehoben. Dort ist für mich vollkomm'nes Heil. Da, wo mein Schatz ist, sei mein Herz! Herr, lenke selbst es himmelwärts. 3. Laß, bei ihrer Flüchtigkeit, mich, mein Gott, doch nie vergessen, wie unschäßbar sei die Zeit, die du uns hier zugemessen; wie, was hier von uns geschieht, ew'ge Folgen nach sich zieht. 5. Herr, allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einst dein himmlisch 4. Reize mich dadurch zum Reich zu erben, dazu laß meine Fleiß, eh' die Zeit des Heils verSterblichkeit mir stets, mein laufen, mir zur Wohlfahrt, dir Gott, vor Augen sein, und deine zum Preis, noch die Stunden ausHülfe mich erfreu'n.nzukaufen, die, zu meiner Seligkeit, deine Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Geduld trage mich, Gott! nicht vergebens. Ach! vergib mir meine Schuld, daß so manchen Theil des Lebens ich, zu meiner Seelen Wohl, nicht gebraucht so, wie ich soll. 87. Dir will ich gänzlich mich 6. Laß mich meine Besserung 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum Heil gescheh'n. Doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Bater, auf mein Fleh'n! sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht. und der Zubereitung zum Tode. The 389 für mein Hauptgeschäfte achten,| deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' und nach meiner Heiligung mit so treuem Eifer trachten, als erwartete noch heut' mich Ge richt und Ewigkeit. nicht nur den Tod nicht scheun; lern' auch seiner dich erfreun. 7. Deine Gnade steh' mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an guten Früchten sei, und dem Nächsten nüglich werde. Und ist einst mein Ende da, o so sei mit Trost mir nah'! 6. Ueberwind' ihn durch Verz iraun. Sprich: ich weiß, an wen. ich gläube, und ich weiß, ich werd' ihn schau'n einst in diesem meinem Leibe. Gr, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Eritt im Geist zum Grab oft hin; siehe dein Gebein versenfen. Sprich: Herr! daß ich Erde bin, lebre du mich selbst bedenken! lehre du mich's jeden Tag, daß ich weißer werden mag. 536. Mein Nach der Mel. des 47. Liedes. eine Lebenszeit verstreicht, stündlich eil' ich zu dem Grabe. Und was ist's, daß ich vielleicht hier annoch zu leben habe? denk', o Nach der Mel. des 13. Liedes. Seele, an den Tod! fäume 537.Wie ficher lebt der nicht, denn ins ist noth. St der Staub! 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, sein Leben ist ein fallend Laub; wünschen wirst, gelebt zu haben, und dennoch schmeichelt er sich Güter, die du hier erwirbst, Würgern, der Tag des Todes sei den, die dir Menschen gaben; nichts wird dich im Tod erfreu'n; diefe Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt zum Tode Freudigkeit.d 4. Wenn in deiner letzten Noth, Freunde bülflos um dich stehen; dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erhöhen; dann erschreckt dich kein Gericht; Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet', und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; noch fern. hd fidal and bod 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk' in Glück und Noth, im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens fleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor's Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht, und macht, 390 3weit. Th. XLIII. Von dem rechten Gebrauch des Lebens, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut; so sei doch wak: fer und bereit; prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meinen Lüften widersteh', und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf': es ist vollbracht! Nach der Mel. des 418. Liedes. 7. Gin Seufzer in der letz- 538. Mein Lebensfürst, ten Noth, ein Wunsch durch des zeig' mir, in deiErlösers Tod, vor Gottes Thronnes Geistes Lichte, wie alles gerecht zu sein, dies macht dich nicht von Sünden rein. Irdische so gar vergänglich ist. Ja Alles, Alles macht zuletzt die Zeit zu nichte; und du, o Mensch! der du doch so gebrechlich bist, lebst sicher! lehre mich, unwandelbarer Gott! und so gedenk' ich erst mit Klugheit meinen Tod. 2. Weg, eitle Hoffnung, weg! als würd' ich lange leben, du Mutter sträflicher, verwegner Sicherheit! o meine Sorge sei, dir, Gott! mich zu ergeben; dein Wille sei mein Will' in dieser Prüfungszeit. Gib, daß im Glauben stark, und in der Liebe treu, ich deiner Zukunft stets wachsam gewärtig sei! il 3. Laß mich, o Herr! mir selbst und allen eiteln Dingen, noch eh' ich sterben muß, recht abgestorben sein. Die Selbstverleugnung laß mir immer mehr gelingen, daß ich was bessers wähl, als Welt und falschen Schein! und so von ihr entwöhnt ich meinen letzten Tag, in Hoffnung selig schon, getrost erwarten mag. 4. Gott, dessen Flügel mich in aller Noth bedecken, je mehr 8. Ein Herz, das Gottes Stim: me hört; ihm folgt und sich vom Bösen kehrt; ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt, dies ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh'; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber, ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir! und das du 10. Der Ruf des Lebens, daß du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weih'n, heißt eingedenk des Todes sein; und wachsen in der Heiligung ist wahre Tod'serinnerung. 12. Wie leicht vergess' ich diese Pflicht! Herr, geh' mit mir nicht in's Gericht! an meinen Tod erinn're mich, daß ich dir wandle würdiglich. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Glaube, Demuth, Lieb' und Treu, die Furcht des Geistes in mir sei. und der Zubereitung zum Tode. Nisur 391 der Tod sich naht, je stärker| serm Zeug als Andre, die an steh' mir bei! auf daß, getreuer Jahren und Munterfeit mir völGott, bei allen seinen Schrecken, lig gleich, des Todes Beute wamir meine letzte Zeit die aller ren? wie Manchem starrte schnell beste sei. Die Zeichen deiner das Herz, eh' weder Krankheit Huld vermehre mir alsdann, oder Schmerz ihm, als des Todamit ich meinen Lauf mit Muth des Boten, sein nahes Ende vollenden kann. drohten. 3. Wenn ich die Gottesäcker seh' und alles könnte lesen, was der, auf dessen Grab ich geh', in seinem Sinn gewesen, und was bei ihm die Todesnacht für Hoffnungen zu nichts gemacht: so würd ich oft mit Schrecken mein eigen Herz entdecken. 4. Mein Gott, befreie mich vom Dunst der irdischen Be= schwerden, und lehre mich die große Kunst, bei Gräbern flug zu werden. Nur der ist weise, der bedenkt, wie viel von sei= nem Tod abhängt, und der dazu in Zeiten sein Herz sucht zu bereiten. 5. Erinn're mich ans große Ziel, dazu du mich geschaffen, damit ich mich nie in das Spiel der Weltlust mag vergaffen. Und sieht dein Auge, daß mein Schritt noch nicht den rechten Weg betritt, so wollst du, Herr, in Zeiten auf solchen Weg mich leiten. i 5. Gewähr', eh' noch der Tod des Leibes Bau zerstöret, mir einen hellen Strahl der frohen Gwigkeit, der allen Rest der Luft zum Irdischen verzehret, und zu dem letzten Kampf mir Muth und Stärke beut. Wohl mir, wenn schon mein Herz davon den Vorschmack hat! froh' schau' ich dich denn einst, von deinem Bilde satt. 6. Verschwinde denn, o Welt! bleibt mir nur Gottes Gnade; so wird mir mehr, als Welt und mehr, als Leben sein. O führe du mich selbst auf jenem dunkeln Pfade, Herr, der du mich erlös't, in deinen Himmel ein. Dir übergeb' ich mich im Leben und im Tod: im Tod und Leben dein, und du auch stets mein Gott. Nach der Mel. des 110. Liedes. 539. Wie ungewiß ist, Herr, das Ziel der Wallfahrt auf der Erde? ob ich noch wenig oder viel an Tagen zählen werde, das weiß ich nicht; du weißt's allein. Ich kann viel: leicht der nächste sein, vom abgekürzten Leben ein Beispiel abzugeben. 2. Bin ich erbaut aus bes: 6. Daß ich mich vor der kalten Hand des Todes nicht ents färbe; so mache mich mit ihm bekannt vorher noch, eh' ich sterbe. Laß mir sein Bild vor Augen sein, damit ich lerne Sünden scheu'n, die das Ge 592 3weit. Th. XLIII. Von dem rechten Gebrauch des Lebens, wissen schrecken, und Todesfurcht| verbrennen, dessen Schein mich erwecken. noch erfreut. Will ich mich denn nicht erkennen? was ist meine Lebenszeit! kommt mir denn nicht in den Sinn, da ich so vergänglich bin, wie geschwind mein Docht verlodert, und mich Gott zur Rechnung fødert? 3. Kaum, daß ich das Leben habe, so theilt sich der Tod mir mit. Von der Wiege bis zum Grabe ist ein kurz gemess'= ner Schritt. Meine Kraft entwickelt sich, und zugleich verzehrt sie sich. Dich merk', indem ich steige, wie ich mich zum Sinken neige. 7. Gib, daß ich dich mit fro: hem Muth als meinen Gott betrachte, hingegen Freunde, Glück und Gut nicht als mein eigen achte: so wird, wenn mich die Zeit wegnimmt, die du zum Abschied mir bestimmt, nichts, was mir hier verliehen, mein Derz zurücke ziehen. 8. Dir sei es gänzlich heim: gestellt, wie, wo und wann ich scheide. Wer unter deinen Flügeln fällt, wird frei von allem Leide. Doch wünsch' ich, daß ich wohlgeschickt von hinnen werde weggerückt, und allzuschweres Kämpfen nicht die Vernunft mag dämpfen. 9. Laß mich auf Jesu Herrlichkeit mit froher Hoffnung blicken, und mitten in der Dunkelheit mich sein Verdienst er blicken. Dann nimm, Herr, nach vollbrachtem Lauf den Geist aus dieser Hütte auf, die einst im Reich der Deinen wird neu: gebaut erscheinen. 540. Ach, Nach der Mel. des 29. Liedes. ch, Herr! lehre mich bedenken, daß ich einmal sterben muß. Den wird einst der Tod nicht kränken, der schon vor des Lebens Schluß dieses Lebens, Werth erkennt, und von regem Eifer brennt, sich in diesen Augenblicken zu der Ewigkeit zu schicken. 2. Endlich muß ein Licht 4. Menschen! was ist euer Leben! wenn ihr gleich so sicher ſeid. seid. Stunden hat euch Gott gegeben, und ihr schätzt den Tod so weit! nur wer bald sein Haus bestellt, gebt mit Freuden aus der Welt; auf des fichern Sünders Wegen eilet man der Höll entgegen. 5. Predigen doch meine Glieder mir genug von Sterblichkeit. Kraftlos legen sie sich nieder, wenn es jetzt der Schlaf gebeut, der durch seine Stärkunskraft ihnen neues Leben schafft; doch bei aller seiner Milde zeigt er uns den Tod im Bilde. WAY 6. Laß mich, Gott, mein Heil bedenken und mich niemals sicher sein. Will die Welt mich anders lenken, präge deine Furcht mir ein; rufe du mir mächtig zu: Mensch! die Welt verläsfest du, willst du dich mit eiteln Din E393 und der Zubereitung zum Tode. gen um dein Glück im Himmel| will ich ihn sehn, wie du, so bringen? werd' ich auferstehn. 7. Laß mich nicht die Buße sparen, bis die Krankheit mich ergreift, sondern schon bei mun tern Jahren, ehe sich die Sünde häuft, täglich, täglich Buße thun. Tod, mein Freund, o komme nun, du fannst mir im Stand der Gnaden, mir Versöhnten nicht mehr schaden. 541. Nach der Mel. des 42. Liedes. ch will dich noch im Tod erheben, selbst nab' am Grabe preis' ich dich; zum Segen gabst du mir mein Leben, nimmst du es mir, du segnest mich. Mein Leben sucht ich dir zu weih'n, mein Tod soll auch dir heilig sein. 2. Gott! welche feierliche Stunden, wenn du mich nun der Erd' entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger! in dein Gericht gehst du mit mir Erlöften nicht. 3. Der Leib wird schwach; die ird'sche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; schon gehen meine müden Schritte den Weg zu Gott aus dieser Welt. Ich bin getrost und zage nicht, denn Gott ist selbst mein Heil und Licht. j toditi 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mir die letzten Schrecken dräun; du halfst mir, Herr, die Welt bezwingen, den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah Ziele sint' ich nicht. am 6. Du wacheft über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert, gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod' erheben, selbst nah' am Grabe preis ich dich; denn ewig werd' ich vor dir leben. Wie segnet dann dein Antlig mich! o Tod, o Sterben, mein Gewinn! wohl mir, daß ich erlöset bin! Mel.: Christus, der ist mein Leben. 542. Mein Jeſus ist mein Leben. Reißt schon der Tod mich hin; was sollt ich ängstlich beben? der Tod ist mein Gewinn. dild 2. Wer an ihn glaubt, wird selig. Dies Wort steht ewig fest. Die Freuden sind unzählig, die es mich hoffen läßt. 3. Drum fahr ich hin in Frieden zu dir, o Jesu Christ; von dir stets ungeschieden, der du mein Bruder bist. 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser, starbst? er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn sahst, 4. Du kennest meinen Glau 394 3weit. Th. XLIII. Von dem rechten Gebrauch des- Lebens, 2c. ben; und keine Furcht noch Bein| de. Im Himmel ist mein Theil. wird mir auch nun ihn rauben. Otheure, hohe Gnade! o unIch bin und bleibe dein. aussprechlich's Heil! 5. Bald hab' ich überwunden! schon weicht die Finsterniß; denn, Herr, durch deine Wunden ist mir der Sieg gewiß. 10. Erlöser! sieb', ich sammle noch meine letzte Kraft, und preise dich, und stammle, welch' Heil du mir geschafft. 6. Durch sie bin ich gereinigt; durch sie mit Gott- versöhnt; durch sie mit dir verei nigt und bald mit Preis gekrönt. 7. Wer kann dich g'nug er-= heben? Du hast, Sohn Gottes, dich für uns dahin gegeben. Heil mir! du auch für mich. 8. Du wolltest Strafe dulden, die ich doch auf mich lud. Du tilgtest meine Schulden ganz durch dein göttlich Blut. 9. Geheilt ist nun mein Scha= 11. Zu dir, Herr! will ich flehen, so lang ich lallen kann. Du fannst mein Innres sehen, und nimmst auch Seufzer an. Nach der Mel. des 37. Liedes. 543. De er du die Liebe selber bist, und gern uns Menschen segnest; ja selbst dem, der dein Feind noch ist, mit Wohlthun doch begegnest! o bilde meinen Sinn nach dir, und laß mich doch, mein Heiland, hier, wie du gewandelt, wandeln. Die können feine Christen sein, die sich nicht Andrer Wohlfahrt freu'n, und menschenfeindlich handeln. in 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Menschen Segen. Dir folgten Lieb' und 12. Du selber hilfst mir ringen; allmächtig hilsst du mir, in's Leben durchzudringen. Bald, bald bin ich bei dir. 13. D, wohl mir! ich vol= lende nun bald den schweren Lauf. Du nimmst in deine Hände den Geist, mein Heiland! auf. Zweiter Theil. XLIV. Von der Liebe des Nächsten. RAG Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du gingst, ging Wohlthun mit, dein Wort, dein Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen. Du übernahmst die schwerste Bein, uns vom Verderben zu befrei'n, und starbst zum Heil uns Armen. 3. Auch jetzt noch auf der Himmel Thron bist du das Heil der Sünder. Auch da bleibst du, o Gottes Sohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh', und die Verirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten. Du 3weit. Th. XLIV. Von der Liebe des Nächsten. hörst der Seufzenden Gebet und| Welt nicht blos für mich; mein brauchest deine Majestät, nur Segen auszubreiten. Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Sein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder Haffen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? daß Gott mich schuf, und mich verfühnt, hab' ich dies mehr, als sie verdient? 4. O laß in meiner Pilgrimschaft mich auf dein Vor: bild sehen. Erfülle mich mit Lust und Kraft, dem Nächsten beizustehen, betrübter Herzen Troft zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freu'n, mit Weinenden zu flagen. Laß mich dem, der sein Herz mir weiht, ein Herz voll frommer Redlich feit und Treue nicht versagen. 5. Laß mich mit brüderlicher Huld den Strauchelnden. 395 4. Du schenfft mir täglich so viel Schuld, du, Herr, von meinen Tagen! ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeih'n, dem du vergibst? und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen erwecken; durch Sanftmuth, Mit hier gethan, den Kleinsten auch leid und Geduld des Nächsten Fehler decken. Mein Antlig sei nie fürchterlich! und meine Seele neige sich zu des Bedrängten Flehen; so wird mich in der bessern Welt, die nur Beglückte in sich hält, der Liebe Lohn erhöhen. von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt' ichs dir erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein, und dich in Brüdern nicht erfreu'n? Nach der Mel. des 26. Liedes. 544. S o Jemand spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, und handelt ganz dawiGott ist die Lieb', und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. der. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern; denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergeben, der nicht barmherzig ist, und nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist, ein Herz, das dich durch Liebe preis't. Nach der Mel. des 8. Liedes. 545. Gib mir, o Gott! ein Herz, das je= den Menschen liebet; bei seinem us Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß, und Neid, und Härte flieht, und sich um Andrer Glück, als um sein Glück bemüht. 2. Seh' ich den Dürftigen, 3weit. Th. XLIV. Von der Liebe des Nächsten. so laß mich gütig eilen, von Nächsten sehen. Noch stärker dem, was du mir gibst, ihm müsse mich sein ewig Glück erHülfreich mitzutheilen. Laß mich freu'n, und ihm zum Seelengern dienen, nicht groß vor der heil mein Herz behülflich sein. Welt zu sein, und mich verehrt 396 8. Den, der im Glauben zu sehn; nein, Menschen zu erwanft, im Glauben zu bestärfreu'n.mh im 3. Dies sei mein Gottesdienst. Auch unbemerkt von ihnen, müss' Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu', daß sei dir, Gott, gethan. 4. Ein Trunt, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet, ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund in Kummer Andre stärkt, nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Nach der Mel. des 55. Liedes. Herr, unbemerkt. 546. Hilf, Jeſu! daß ich liebe; durch lieblos Richten ihn meinen 5. Eilt wo ein boshaft Herz: Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder ja nicht betrübe, ihn nicht verZwist zu schlichten. Aus Schmähläumde, noch durch falsche Ränke sucht fränke nie mein Mund des sein Herze fränke. Nächsten Ruh'; er rühme sein Verdienst, deck' seine Fehler zu! 6. Die Rach' ist dein, o Gott! du sprichst: ich will vergelten, drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich schelten. Gib, daß ich dem verzeih', der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. de oude 3. Hilf, daß ich klüglich ihn zu bessern trachte, und seiner Seelen Wohl recht theuer achte. Denn du hast selbst für sie in Todesbanden viel ausgestanden. 17. Doch laß mich nicht allein 4. Laß mich aufrichtig schätzen auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem deine Gaben, die Andre, Herr, von deiner Güte haben. Es müsse 940 fen; den, der noch sicher ist, bei seinen Fleischeswerken, von der verkehrten Bahn auf rechten Weg zu zieh'n, dazu verleih' mir Kraft und segne mein Bemüh'n. 9. O heilige du selbst, Herr, deine Lieb' und Furcht, zu wahmeiner Seelen Triebe, durch der Menschenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein. 12. Gib, daß ich nachsichtsvoll des Nächsten Fehle, so viel ich immer kann, der Welt verhehle, und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. 3weit. Th. XLIV. Von der Liebe des Nächsten. nie mein Herz des Nächsten Freu-| Blut: thu', was der Samariden boshaft beneiden. ad er thut. 5. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden, an Lieb' und Gütigkeit dir ähnlich werden. Gib dazu Kräfte, Herr, so will ich droben dich ewig loben. 5. Hat dich denn Gott nicht stets geliebt? Gott, welchen du so oft betrübt? Gleichwohl vergißt er Zorn und Rach'; o folge diesem Beispiel nach.i 6. Den liebt ein Heide, der ihn liebt; dem gibt er wieder, der ihm gibt. So schränket sich der Christ nicht ein; auch Feinden wird er gütig sein. 7. Dein Herz sei voll von Lieb' und Huld, voll Demuth, Sanftmuth und Geduld, so wirst du vieler Feinde los, und dein zufünft'ger Lohn ist groß. Nach der Mel. des 13. Liedes. 547, Nur Liebe ohne Heuchelei zeigt, ob man neu geboren sei; sie zeigt vom wahren Christenthum; sie ist des Menschen höchster Ruhm. 2. Gott ist die Liebe; du sein Kind, wenn dich der Nächste liebreich find't. Wer ohne Lieb' ist, kennt nicht Gott, ist noch in seinen Sünden todt. d 3. Kannst du des Nächsten Elend sehn, und ungerührt vor: über gehn, so steht's um deinen Glauben schlecht; so ist dein Christenthum nicht ächt. 4. O sprich nur nicht: er ist mein Feind, wie kann man sein des Feindes Freund? der Feind bleibt ja dein Fleisch und Then 397 du Nach der Mel. des 238. Liedes. 548. Du liebst, o Gott! Gerechtigkeit, und haffest den, der sie entweih't, am Nächsten Unrecht übet. Du bist's, der Jedem seinen Lohn, ohn' alles Ansehn der Person, nach seinen Werken giebet. 2. Gerechter Gott! laß dei: 8. Nun, Gott, der du die Liebe bist, gib, daß ich als ein wahrer Christ nach deinem Beiz spiel liebreich sei, aufrichtig, ohne Heuchelei. 9. Dann nimm mich, nach vollbrachtem Lauf, an jenen Ort des Friedens auf, wo dich und jeden Menschenfreund die Lieb' auf's innigste vereint. Zweiter Theil. XLV. Von der Gerechtigkeit. s h for souther nen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken. Nie komm' es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht und Gewinn des Nächsten Recht zu kränken. 3. Pflanz' Redlichkeit in meine Brust, und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten 398 Zweit. Th. XLV. Bon der Gerechtigkeit. üben. Ein Herz, das nur auf| gehn, wie ich's von ihm begehre; Unrecht denkt, nur Schaden damit ich keines Menschen Herz sucht, und Andre kränkt, wie durch meine Härte je mit Schmerz kann das Brüder lieben? und Kümmerniß beschwere. 4. Nie seufze Jemand über mich! mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit Jedermann in Einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin ſehn, mit Jeglichem so umzu6. Herr! mit dem Maaß, damit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit, so werd' ich auch zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen. und ande Zweiter Th. XLVI. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. no sit thug 1170 Nach der Mel. des 108. Liedes. 3. O, wie wird das Herz 549. Gott, der du die beschweret, durch des Zornes Menschen liebest, der du nicht ein strenges Recht, sondern lauter Gnade übest an dem fündlichen Geschlecht! laß mich deinen Geist beleben, daß ich, Vater, als dein Kind, liebreich sei, wie du, gesinnt. Herr, du wollst den Sinn mir geben, der bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit Sanftmuth spricht und schweigt. Leidenschaft! 3anfsucht und der Haß verzehret nach und nach des Körpers Kraft, hemmt den Lauf von unsern Jahren, macht zum Himmel ungeschickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt! ach, du wollest mich bewahren, daß des Jähzorns Raserei nie des Herzens Meister sei. G 2. Laß mich meines Nächsten schonen, willig tragen seine Last! und so lang' ich hier soll wohnen, bleibe Zanfsucht mir verhaßt! denn das ist, o Gott, dein Wille, und tie Eintracht liebest du: o, so hilf auch mir dazu! gib ein Herz mir, das die Stille, und den Frieden sucht und liebt, das statt Rache Sanftmuth übt. 4. Wer mir flucht, den will ich seguen, so wie mein Erlöser that, und dem nachsichtsvoll begegnen, der zum Zanken Neigung hat. Für die Feinde will ich beten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn du Men= schen richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, treten. Gott des Friedens! segne du mich mit deiner Kraft dazu. 5. Emig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Eintracht 3weit. Th. XLVI. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 399 strebt. Höchster! gib mir deinen| Seelen Triebe, mein Heiland, Frieden, der zur Sanftmuth uns durch den Geist der wahren erhebt. Er regiere Herz und Sin- Liebe; vertilge durch die Luft nen; denn wenn er das Herz re- zu deinem Namen der Nachgier giert, wird, was zu der Zwie Samen. tracht führt, niemals Uebermacht gewinnen; bis einst in der Herrlichkeit ew'ger Friede uns erfreut. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich ihr Unrecht übersehen. Laß mich, wenn sie mich auch empfindlich fränken, an dich gedenken. 8. Erwecke denn, o Herr, in meinem Herzen, auf's Neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in deinen schweren Leidensstunden für mich empfunden. Nach der Mel. des 131. Liedes. err, mein Versöh550. Herr, ner! der du für mich littest! und noch zur Rechten Gottes für mich bittest! er weck' in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? du schalt'st nicht wieder, als man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht blos Freunde; nein selbst auch Feinde. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen Andre brennen? ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Vater! zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, den, der mir flucht, voll Großmuth, wie du, segnen. Herr, mache gegen Alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein ganzes Glück verlieren: o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf dich dann sehen. 11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. 0214) 5. Wer nicht vergibt, der Nach der Mel. des 131. Liedes. wird für ſeine Sünden auch 551. Herr! deine Sanft= nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, der wie du, vergieber, und Feinde liebet. muth ist nicht zu ermessen! wie viel hast du ver= geben und vergessen! ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 6. So heilige denn meiner 400 3weit. Th. XLVI. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 2. Du segnetest, die deinen Nach der Mel. des 50. Liedes. Namen fluchten; und heiltest 552. Nie will ich dem zu schaden suchen, der die, die dich zu fangen suchten; und zeigtest unter deiner Feinde Toben der Langmuth Proben. mir zu schaden sucht. Nie will ich meinem Feinde sluchen, wenn 3. Ach, glich' ich dir, o Heier aus Haß mir flucht. Mit land! ich bekenne, daß ich noch Güte will ich ihm begegnen, oft von schnellem Zorn ent- nicht drohen, wenn er droht. brenne, und mich vor dir gar Wenn er mich schilt, will ich leicht durch eigne Rache ver- ihn segnen: dies ist des Herrn werflich mache! Gebot. 4. Ich muß es wehmuthsvoll vor dir, Herr, klagen; mein stolzes Herz kann, leider! wenig tragen; und schwerlich weiß sich, wenn mich Andre hassen, mein Herz zu fassen. 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben; bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben. Und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 6. So hilf mir denn die wilde Gluth ersticken; laß sich dein Bild in meine Seele drüffen! so werd' ich mich versöhnlich finden lassen, den Feind nicht hassen. 7. Flucht mir die Welt, so laß mich, Herr, sie segnen; und ihrem Grimm mit Freundlichkeit begegnen; daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 8. Verleih' mir das um dei ner Sanftmuth willen; so erb' ich auch im Lande deiner Stil len die Seligkeit, wozu sie jenes Leben einst wird erheben. 2. Er, der von feiner Sünde wußte, vergalt die Schmach mit Huld, und litt, so viel er leiden mußte, mit Sanftmuth und Geduld. Will ich, sein Jünger, wieder schelten, da er nicht wieder schalt? mit Liebe nicht den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 3. Wahr ist's, Verläumdung dulden müssen, ist eine schwere Pflicht. Doch selig, wenn ein gut Gewissen zu unsrer Ehre spricht: dies will ich desto mehr bewahren; bewahren; so bessert sich mein Feind, und lehrt mich weiser nur verfahren, indem er's böse meint. fo 4. Ich will mich vor den Fehlern hüten, die er von mir, ersann; und auch die Fehler mir verbieten, die er nicht wijsen kann. sen kann. So will ich mich durch Sanftmuth rächen, an ihm das Gute sehn, und dieses Gute von ihm sprechen: wie fönnt' er länger schmäh'n. 5. In seinem Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeih'n, und als ein Christ 3weit. Th. XLVII. Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. 401 bereit zum Frieden, bereit zu mehr erhitzt, will ich im StilDiensten sein. Und wird er, len für ihn beten unb. Gott mich zu untertreten, durch Güte vertrau'n: Gott schützt. de ca asdfmbi si odamlar 12 mind can and i forp s109 8 1970 Zweiter Th. XLVII. Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit: 0130103311 nid on sa ma thin drufe ud jed Mensch, der Dienst: begierde kennet, und ihre Pflicht zu thun aus Menschenliebe bren: net! der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Amt schon in sich selber find't. Nach der Mel. des 8. Liedes. 5. Gr eilt dem, der's bedarf, 553. Wie felig lebt ein mit Hülfe beizustehen; ſein Anfehn und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergehen, sind Mittel, die er braucht, behülflich gern zu sein, und einen Leidenden mit Troste zu erfreun. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild zu gleichen; durch Dienstbeflissen heit sucht er dies zu erreichen; er hält für eignes Wohl sich nicht allein gemacht; er hält sich für die Welt von dir her! vorgebracht. and you 6. Was Andrer Nothdurft heischt, das reizet seine Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn zu wahrer Menschenliebe. Kein Stolz noch Eigennutz wirkt seine Gütigkeit. Er sieht auf seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. 7. So laß mich auch gesinnt, mein Gott! durch Christum werden! voll regen Eifers sei mein 3. Die Welt, denkt er, hat Leben hier auf Erden, so nützRecht auf meinen Dienst und lich, als ich kann, dem NächKräfte, ihr nützen, ist für mich sten stets zu sein; dann geb' ein seliges Geschäfte. Als Glie ich einst, o Gott, in's Reich der schuf nns Gott, als Bürt der Liebe ein. ger einer Welt, in der des Gionoj nen Hand die Hand des Undern tält. Gna 2 ms 1000 E d 4. So denft der Menschenfreund; und das ist sein Bestreben, so treu, als er sich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nächsten Heil sein eignes Himmelreich; er fühfet fremde Noth, als träf ihn felbst der Streich. 10 Nach der Mel. des 18. Liedes. u, aller Menschen 554. Vater! du gütigster Berather in Allem, was uns drückt! was wir hier Gut's genießen, das läßt du uns zufließen; da bist's, der unser Herz erquict. de 10/1 2. Du läßt dich bei uns Sündern durch Undank nicht 26 402 3weit. Th. XLVII. Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. ist ein Feind der ersten Pflicht, und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret; nicht dem Ver= läumder widerspricht, der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schutz den Nächsten unterstüzet, doch nur aus Stolz, aus Eigennug, aus Weichlichfeit ihm nüßet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, auch der liebt seinen Nächsten nicht. verhindern, uns segnend zu er freun. Zu ew'gen Seligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen sein. 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherz'ger Vater! bilde mein Herz nach deinem Sinn, daß ich der Noth der Armen mich willig mög' erbarmen! nimm alle Härte von mir hin. 4. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, so wie mein Heiland that, der göttliche Erbarmer, den kein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt' in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir Gut's gethan; so laß, um deinetwillen, mich Andrer Nothdurft stillen, so oft ich sie nur sillen fenn. 36. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stär: fen; vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. 7. Laß mich hier reichlich säen. Denn, Herr, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier gern hilft und giebet, und sich im Wohlthnn übet, der erntet dort die Herrlichkeit. andr Nach der Mel. des 26. Lieres. 555. Wer dieser Erden Güter hat, und steht den Nächsten leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht fleiden, der 4. Wer harret, bis, ihn anzuflehn, ein Dürft'ger erst er scheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborg'nen weinet, nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt' und Vor wurf quälet, und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. Zwar du, mein Geist! vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben: doch bist 3weit h. XLVIII. Vom rechten Gebrauch der Zunge. 403 Du nur geneigt, die Pflicht, ge- denk oft: Gott ist die Lieb', reulich auszuüben, und wün- und mir hat er sein Bild geschest dir die Kraft dazu, und geben. Ja, Höchster! was ich sorgst dafür: so liebest du.d hab, ist dein; sollt' ich, wie du, 8. Ermattet dieser Trieb in nicht gütig sein? dir, so such' ihn zu beleben! @ ath. shows. ch17 390 00 144 Zweiter Theil. XLVIII. Vom rechten Gebrauch der Consistent in Zunge. add infokomm Nach der Mel. des 215. Liedes... d davon mich zu befreien, so wirk 556. Die unge, die ver- auf mich durch deinen Geist, daß Herz und Mund dich, Höchster, preist, wie Christen es 99900 mi dibin geziemet. nehmlich spricht, hat dir dein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! mißbrauch' es nicht, sie bringet Tod und Leben, sie stürzt in Unglück, hilft in Noth; sie fluchet und sie segnet Gott! so gut ist sie, so böse. 12. Gott! laß in meines Her zens Grund stets Recht und Wahrheit siegen. Dann mag das Herz in meinem Mund der Welt vor Augen liegen: dann werd' ich von Verstellung frei, der Wahrheit und dem Recht getreu, nicht mit den Lippen sünd gen. d die het 5. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und liebe lich klinget, das redet billig nur der Christ. Er spricht, wenn's Nutzen bringet; er schweigt, wenn Schweigen besser ist; er bildet sich stets, als ein Christ, nach seines Heilands Muster. 6. O wehe dem verwegnen Mund, der einen Fluch nicht scheuet! wie wird des Herzens Leichtsinn kund und oft zu spät bereuet! ach, fluchen bringet. 3. 3u deiner Ehr, zu An- Fluch und Noth, und, wenn drer Wohl soll ich mein Thun nicht Buße folgt, den Tod; stets lenken; laß dann auch, Gott wolle mich bewahren! wenn ich reden soll, mich die- hi 7. Gib, Gott! daß ich, der sen Zweck bedenken. Dein Lob, Lügen Feind, des Teufels Arg= des Nächsten Glimpf und Nutz, lift hasse, und mich stets als der Unschuld und der Schwa- ein Menschenfreund aufrichtig beschäft ge meine finden laffe. Der Lügner Theil chen Se dit jener Bjuhl! die jauchzen Zunge. 4. Schandbare Worte, frecher einst vor Gottes Stuhl, die Scherz, unheil'ge Spöttereien, Treu und Wahrheit lieben. verrathen ein verderbies Herz: Irod 26* 404 Sweit. Th. XLVIII. Bom rechten Gebrauch der Zunge. Nach der Mcl. des 82. Liedes. I ist; das seis ftets mir im Ges müthe, daß ich mich vor Lügen büte, denn du liebst den Wahrheitsfreund und bist falschen Herzen feind. madolid of id Nach der Mel. des 67. Liedes. 557. Laß mich Höchster! darnach streben, stets der Wahrheit Freund zu sein! jenes freudenvolle Leben nimmt nicht freche Lügner ein. Denn vor deinem Angesichte werden ſte beschämt zu nichte, so wie Satans Trug und List, der der Lügner Vater ist. 2. Andern zu gefallen lügen, Leeren Schmäßern gleich zu sein, Heuchelnd Brüder zu betrügen, Herr! das falle mir nie ein! Wahrheit leit' an allen Orten, nicht in Werken und in Wor= ten. Redlich sei des Herzens Grund, redlich spreche auch mein Mund.li 1961 Sad mpmill chi 3. Die der Falschheit sich er: geben, sind vor dir, o Gott! ein Gräu'l; und ein unglückselig's Leben bleibt gewiß ihr fünftig's Theil. Hier schon trifft verdiendte Schande sie bei Redlichen im Lande. Denn ein jeder Menschenfreund ist der Falschheit Ränke feind. 558. Wohl dem, der richtig wandelt, der, als ein Wahrheitsfreund, in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit über, sich unbefleckt erhältnis hate 2. Wohl dem, der Lügen has set, und der, so oft er spricht, so seine Reden fasset, daß er die Wahrheit nicht mit Vorbedacht verletzet, und der an allem Ort sich dies vor Augen setzet: Gott merkt auf jedes Wort. 13. Bohl ihm, daß sein Ge müthe, Herr, deine Rechte übt! Shn leitet deine Güte, er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht beschämtadie Falschen stehen, geschreckt durch dein Gericht No 10. 1970 4. Herr! drücke diese Sache. mir tief in's Herze ein; daß ich's zur Pflicht mir mache, der Lügen Feind zu sein. Erinn're mein Gewissen, du haffest Heuchelei, damit ich stets 5. Daß du, Herr, an jedem beflissen der Treu' und WahrOrtel Zeugemeines Wandels heit sei. 19 de A bist; daß kein einz ges meineri5, nie laß mich was per Worte deinem Ohr verborgen sprechen, das ich nicht halten FUS 4. Schmäht mich, ohne mein Verschulden, der Verläumder Lästermund; Herr, so laß mich still erdulden. Ginst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, oso gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth seisalmon 3weit. Th. XLVIII. Vom rechten Gebrauch der Zunge. fann, und nie Zusagen brechen,| drücken, des Feindes Anschlag die ich einmal gethan; nie mich dem Stolz verleiten, und nie des Beispiels Macht, als Wahrbeit auszubreiten, was ich doch d selbst erdacht. 13 gilt, der sich bei bösen Tücken, in guten Schein verhüllt; so stärke meine Seele, daß sie nicht unterliegt, und Alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt. 6. Doch laß zu allen Zei- 8. Ein Herz voll Treu' und ten auch deiner Weisheit Licht, Glauben, das, Gott, zu dir sich Herr, meine Seele leiten, da hält, das soll mir niemand mit ich meine Pflicht mit Klug- rauben; so kann ich aus der heit üb', und wisse, wann ich Welt einst mit d der Hoffnung für Andrer Wohl und für mich gehen: ich werde als dein Kind, reden müsse, und wann ich dich mit den Frommen sehen, schweigen soll. As die reines Herzens sind.io Asing d 7 Wenn je, um mich zude himsel ard A 889 300 ohod smocht h 08 story mism hi nid out the ar 100 g glöm of ramollpenstier a difet# Houd 1100 ind oil SUE and in 2 m 3000 358 dailuragaisunt Ho nishid m nholdoul go insisid 31* 009 igidnutog thi dod nisin tid 81 606 05 PER GEE 8PC 11 sim shing and nd 150 aadioj odajte 310 and 390 sid 868 sink is als bim s 100% sjedil sine mis sin an ud s@ lind and my NO 52 THE congue dan dunia d 39@ 881 8m toll fod ud 39 ere 1963 on tal m misdahi mil mio@ aid rodbi id nis ja 10 mi is nism Jis mis in Hariat suit nis@ shop am far mis 685 884 S01 CATA GE 842 and mitu 11 3390 490 i 188 annost Bonism trec m@ 676 bis in 1750, 190 dor) and at gol mg SCH 2009 bod daw tal sy's ro@ au 841 aduatred and diad o 808 831 321 189 non jun ini ad. C omist dn 3160 Tr 000 SON diss out to sodn ad id mi po 881. 808 048 trianism Tod 193 801 1988: 75th piö) 2 ta @ KIA nar @ 35 000 mig asosior tips todabing: 405 nipo niom inn! 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Ju 89da2 bad thai do dind 5an and hims500 inse po siriod and Idoise stimoniosit sivajad do him stisipot Tomring dan sihip snisl ni dis? mod pros gronds to 508 some ad unsch@ nsteras mo Vaz 2 prichinsonning hd ubing bird nipotire, sin ang unt bi od in this and siin on sin andrs Jominis for Sid odor Register satisime slot m hins Boxalme that shigine d had bi Snur tiup tisd dan ust2 od 0 til sidus ja über sämmtliche Lieder, nach der Nummer des Liedes. dnia he linu al do andato 11hiX sisteist on om mi 300 mario 9159 niss Bewahre mich, Herr Bringt her, ihr Mächtigen Bringt Preis und Ruhut dim u dan k 406 im.o 8nd dani td 200 th tunt Abermals ein Jahr verflossen 468 Ach Gott, du unser Lebenslicht 423 Ach Gott und Herr 290 Ach Gott vom Himmel sieh 215 Ach Gott wir treten hier 421 Ach Herr, lehre mich bedenken 540 Ach schone doch, o großer 75 24 222 239 Ach was bin ich, mein Erretter 80 Allmächtig großer Gott Allwissender, vollkomm'ner Als Jesu jezund sterben Also hat Gott die Welt Am Kreuz erblaßt der M. Anbetungswürd'ger Gott An dich, mein Gott An diesem Tag frohlocken 102 155 14 358 173 An dir allein hab' ich gesündigt 295 Auf! auf! mein Geist 18 Auf, Christen, preis't Auf dich allein, Herr Jesu Auf dich, Herr! nicht auf Bald oder spät des Todes Bedenke, Mensch, das Ende Befiehl du deine Wege Befreie meinen Geist Begleite mich, o Christ! Beglückter Stand, getreuer Begrabt den Leib in seine Besingt Gott Zebaoth 156 486 284 274 349 193 67 STUNI# 9517 383 atspincon Christ! Alles, was dich 436 308 373 Auf, Jesu Jünger, freuet 176 Auf, meine Seele, finge 448 Der ew'ge Gott und Höchste Auf, mein Geist, dem Herrn 393 Der Held hat überwunden Der Herr des Himmels Auf, mein Herz, ein froher Der Herr fährt auf gen Auf, o Seele, werde munter Auf, o Sünder, laß dich Auf, träger Geist! laß das hin D. Te Damit ich meine Seele Dein bin ich, Gott, dein Dein bin ich, Herr, dir Dein, Gott, ist Majestät Dein Heil, mein Geist Dein sind wir, Gott! in Dein Will' ist's, großer Dein Wort, o Höchster Der du das Dasein mir Der du die Liebe selber Der du mich als ein Vater Der du uns als ein Vater liebest Der du uns das Heil Num 331 426 160 Der du Verstand und Tugend Der du voll Blut und 505 70 332 333 398 261 495 7 11 543 359 200 108 337 133 379 158 494 174 Der Herr ist Gott und keiner 15 Der Herr ist gut, in dessen 243 Der Herr ist meines Lebens 387 Der Herr ist meine Zuversicht 375 Der Herr lag in das Grab Der Herr, mein Hirt 157 259 Der König aller Welt Der Spötter Strom reißt 65 13 145 Der Tag ist hin, du aber 483 489 254 Der Tag ist wieder hin 266 Der unsre Menschheit an 192 463 Der Wollust Reiz zu widerst. 509 Register. Edler Geist im Himmelsth. Gin Herz, o Gott, in Leid Num. Nuin. Des Donners schreckendes Des Leibes warten und 428 Ein Jahr der Sterblichkeit 469 Ein Pilger bin ich in der im 252 Gin ruhiges Gewissen 510 205 502 317 208 1519 484 88 88 s 339 46 135 42 Gins ist Noth! ach Herr Gin starker Schuß ist unser Entehre nicht mein Herz Entflohen sind auch dieses Erbarm' dich, Herr, du Grfülle, Herr, doch selbst Erhabner Gott, was reicht Erhalt uns, Herr, bei Erheb dein Herz, thu' auf Erhebet Gott durch neue Erhebect Gottes Heiligkeit Erhebe vom Geräusch derid Erhebt den Herrn, ihr 84 493 109 g 491 556 Erhebt, erhebet Gottesd283 Erhöhter Jesu! Gottes Grinnre dich, mein Geist Er kommt, er kommt zum Erlöser, sich auf uns herab Gs eilt der letzte von den Es hilft uns unser Gott Des Vaters und des Sohnes Dich bet' ich an, erstandner 162 Dich, mein Jesu, laß ich n 230 Dich seh' ich wieder, Morgenl. 475 Die Erd' und was darinnen 186 Die Herrlichkeit der Erden Die Himmel rühmen Gottes Die Himmel rufen, jeder Die Quell, woraus der Dies, Christen! ist der Dies ist der Tag, den Gott Dies ist der Tag, zum Segen Die Zunge, die vernehmlich Dir allein hab' ich gesündigt 287 Dir dank ich für mein Leben 367 Dir, Gott, fei Preis und Dir, mein Gott, will ich Dir, unser Gott, ist niemand Dir, Vater! dankt mein Du, aller Menschen Vater Du bist ja, Jesu, meine Du bist's, dem Ruhm und Du, der Herz und Nieren Du, der fein Böses thut Du gabst mir, Ew'ger! Du, Gott, du bist der Herr Du hast, mein Vater, und Du hast uns, Herr, die Du Herr der Seraphinen Du, Herr, hast aus Barmh. Du Herr und Meister Du flagst, o Christ, in Du flagst und füblest die Du liebst, o Gott, Gerecht. Durch Adams Fall ist erst Durch dich, o großer Gott Durch so viel Schein gestärkt Du reicher Gott der Armen Du sagst: ich bin ein Christ 342 Du Vater deiner Menschent. 362 Du weiser Schöpfer aller Du wesentliches Ebenbild Du willst, Gott, daß mein 9 71 438 52 203 554 416 447 347 78 279 464 376 516 48 229 534 530 531 548 90 451 69 422 25 122 8 206 522 407 16 211 323 64 437 149 101 190 169 191 430 532 388 Es ist das Heil uns kommen 304 276 G8 ist noch eine Ruh vorh. 68 ist vollbracht! so ruft Es lag die ganze Welt 148 99 G3 zicht, o Gott, ein Kriegesw. 420 Ew'ge Liebe, mein Gemüthe 91 Für alle Güte sei gepreist Fürwahr, du bist, o Gott Tee G. 6.0 Freiwillig hast du dargebracht 170 Frohlocke mein Gemüthe 150 Frohlocket jung und alt 461 481 53 95 207 104 441 224 9 482 30 Gern will ich mich ergebend 260 Getreuer Gott! wie viel nisl 37 Gedanke, der uns Lebensr Geist vom Vater und vom Gelobet jeist du, Jesus Christ Gelobt sei Gott, ihm will Gelobt seist du, Herr Zebaoth Gelobt seist du, o Gott Gepriesen, Gott, ſei dein Gerechter Gott, vor dein. 408 Getrost, mein Herz, und d Gib mir, o Gott, ein Herz Gott, deine Gnade sei Gott ist es, dessen weiser Gott ist mein Hort Register. Gott, deine Gnad' ist unser Gott, deine Güte reicht so Gott, deine Huld und Gütigk. 36 Gott, der an allen Endendo 56 Gott, der du die Menschen 549 Gott, der du für uns deinen 137 Gott, der du unser Vaterndnd 2 Gott der Juden, Gott der 117 Gott! der uns immer Gutes 210 Gott der Wahrheit, dessen 378 Gott des Himmels und 479 Gott, dir gefällt kein gottlos) 388 Gott, du bist von Ewigkeit d20 Gott, du bleibst ewig unser 518 Gott, du hast in deinem deinem Gott, durch welchen alle Gottes Lamm, durch dessen 202 453 127 107 Gottes und Marien Sohn Gott, groß von Erbarmen Gott hab' ich Alles heimgestellt 87 Gott! hilf mir, daß ich 199 286 Gott im Himmel und auf 462 Num. 990 235 408 257 Halt im Gedächtniß Jesum 545 Heiland! deine Menschenliebe 110 Heil'ger Geist, du Himmelsl. Heil uns! Aus unsrer, Herr, allerhöchster Gott Herr, deine Allmacht Herr, deine Sanftmuth Herr, der du deinen theuren Herr, der du mir das Leben Herr, dir trau' ich auf Herr, du bist meine Zuvers. Herr, du erforschest mich Herr, du fährst mit Glanz Herr, du hast deinem Herr, du kennest mein Verd. Herr, erhöre meine Klagen Herr, es ist von meinem 432 po 10 19 Gott ist mein Lied Gott ist's, der das Vermögen 515 Gott ist uns Stärk' und 213 Gott mache du mich selbst 17 57 434 363 466 396 Gott, meine ganze Seele Gott, mein Vater, Dank Gott, mein Vater, deine Gott ruft der Sonn' und Gott sorgt für mich, was Gott, unserm Gott allein Gott, vor dessen Angesichte Gott, was muß dein Sohn Gott werde stets von dir 124 72 Gott, wie rein ist deine od 325 Großer Gott! erhab'nes de 82 Großer Gott, Herr aller 458 Großer Mittler, der zuri# do177 ito 06 mind to noir ( n) is 190ch Habe deine Lust am Herrn Hallelujah! Jesus lebet 2012 39 29 365 171 Num. 223 121 201 96 313 26 551 187 467 386 271 23 188 47 281 407 476 Herr Gott, du bist die Zuflucht 21 Herr, Höre mein Gebet 282 Herr, ich hab' aus deinen 535 Herr Jesu Christ, du höchster 291 182 Herr Jesu, deiner Glieder Herr Jesu, Gnadensonne Herr Jesu, send' uns deinen Herr, laß mich doch recht Herr, laß mich doch gew. Herr, lehre mich, wenn Herr, mache meine Seele Herr, mein Erlöser! nur Serr, meiner Seele großen Herr, mein Licht, erleuchte Herr, mein Licht, mein from Herr, mein Versöhner 336 3 112 514 497 384 346 499 12 459 550 305 err, ohne Glauben fann Serr, stärke mich, dein 132 Herr, unser Gott, dich loben 456 Herr, unser Gott, wer 40 Herr, wir stehen hier vor 221 Heute, sprach mein Heiland 147 233 507 Hier bin ich, Jeſu! zu Hier ist noch unsre Prüf. Hier liege ich zu d.- V. 9. 233 546 Silf, Jesu, daß ich meine Silf mir, mein Gott, verleihe 334 Höchster! denk' ich an die Höchster Gott, wir danken 288 5 Höchst erwünschtes Seelenleben 320 Sofianna! Davids Sohn 183 Hüter! wird die Nacht 297 hadisdainda I. Ich denk' an dein Gerichte Ich erhebe mein Gemüthe Ich fleh' in tiefster Neue Ich freue mich der frohen Ich freue mich, mein Gott Ich glaub' an Gott, hoch Ich habe, Gott, mir Ich habe nun den Grund Ich hab' in guten Stunden Register. 801 dial) Jauchze, auserwählt Geschl. Ich armer Sünder, wer di Ich bin ein Christ: Gott Ich bin getauft auf deinen Ich bin, o Gott, dein Eigenth. 76 Ich danke dir von ganzem 382 Ich danke meinem Gott 328 194 Num. 452 348 Ihr Christen, rühmt, erhebt Ihr, die ihr war't verloren 258 219 236 237 267 255 303 335 92 523 246 Ich hoff', o Gott, mit festem Ich komme, Friedensfürst ili 307 Ich komme, Herr, und 225 232 413 Ich komme, vor dein Angesicht 409 Ich preise dich, o Herrch Ich schäme mich vor deinem Ich singe meiner Seelen in Ich weiß, an wen mein Glaub Ich weiß es, Gott, mein Ich weiß es wohl, ich selbst 330 Ich weiß gewiß, daß mein 161 Ich will dich noch im Tod in 541 Ich will, mein Gott, du i 55 Jehovah herscht mit Majestät 63 Jehovah, Herr und König Jesu, Arzt todtkranker Seelen 79 Jesu, daß du meine Seele Jesu, durch dein Blut und Jeju, meine Freude 429 310 152 319 Jeju, meiner Seelen Rettev 401 Jesus Christus, unser Heiland 164 Jesu, sieh' mich an in Gnaden 311 Jesus lebt, mit ihm auch Jesus, meine Liebe, lebt Jesus, meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder an Jhm, der das Licht entstehen 292 457 248 172 167 270 309 474 198 111 Ihr trüben Sorgen weicht Ihr Völker, jauchzt mit Jhr Völker in der ganzen hr Völker, stimmet nun 409 Num. 477 439 In allen meinen Thaten nog n 62 In deinem Namen, o Herr 425 tin mi Het is nisque 0 597mi Mache dich, mein Geist Mag doch der Spötter Heer Man betet, Herr, in Bions 184 118 R. 18Raum steigt zu ihrem frohen 163 Rein Lehrer ist dir, Jesu, gleich 120 König, dem kein König# 189 Kommt betend oft, und lis 399 Komm heil'ger Geist, erfüll'ari1 Komm, o Gott, Schöpfer Komm, o komm, du Geist Kommt her, Mühsel'gea 352 Kommt, laßt euch den Herren 327 197 204 MISR 2aß deinen Geist mich stets Laß doch, o Jesu, laß dein Baß mich doch nicht, o Gott 8aß mich doch, o mein Gott Laß mich, Höchster, darnach -557 Baßt uns unserm Gott lobsing, 103 4 97 449 Lehre mich, Herr, recht sine Liebster Jesu, Gnadensonne Biester Jesu, Trost der Liebster Jesu, wir sind hier Lob Ehre, Preis und Dank Lob, Ghr' und Preis dem 2obet den Herren, alle Heiden 444 Lobsinge, meine Seele( 166 mam Lobsinge Gott mit wahrem Lobt Gott, den Gott der 2obt Gott, der uns den F. Sobt, lobt den Herrn, ihr Caseid thuit M. 1440 14 455 68 443 Mein Auge sieht, o Gott od Mein Bundesgott, ach a Meine Lebenszeit verstreicht Meinen Jesum laß ich nicht Mein Erlöser, der du mich Mein Erlöser, Gottes Sohn Ihr Frommen, auf die 49 Ihr Knechte Gottes, lobt 442 Mein Erlöser hängt am 143 209 512 299 501 412 289 506 312 50 58 $ 324 536 315 220 138 140 410 Register. Num. 473 470 134 397 341 Mein erster Wunsch, mein Mein erst Gefühl sei Preis Meine Seel', ermuntre dich Meine Stimme ruft zur Mein ganzer Geist, Gott all 277 Mein Geist erstaunt, Allmächt. 366 Mein Geist soll nun in Gott 377 Mein Gott, ach lehre mich Mein Gott, dir ist bewußt Mein Gott, du wohnest Mein Heiland, deine Größe Mein Heiland lebt, er Mein Heiland, wenn mein Mein Herz, ermuntre dich Mein Herz, ermuntre dich zum Mein Hort ist Gott, ihn Mein Jesu, du hast unsre Mein Jesus ist mein Leben 542 Mein Jesus sigt zur rechten 180 Mein Jesus triumphireted 178 Mein Leben ist ein Pilgrimst. 273 Mein Lebensfürst, nun kann Mein Lebensfürst, zeig' mir Mein Salomo, dein freundl. Mein treuer Gott, dein 119 130 130 Mein Vater und mein Gott Menschen ist's gesetzt zu 275 Mit Ernst, o Menschenkinder 100 Mit Seufzen klag' ich dir 405 N. S. O Christe, Eingeborner Christenheit! sei hoch du erhabner Gott 368 Freund, der meine Schuld. 154 O Friedensfürst aus Davids 105 Oft denkt mein Herz, wie 4343 43 Gott, den alle Himmel O Gott des Himmels und der 45 O Gott, deß gnadenvoller 431 35 Gott, deß starke Hand O Gott, du bist die Liebe 355 34 492 181 O Gott, du bist mein Preis O Gott, du frommer Gott 268 269 460 Gott, es fehlt uns Kraft Gottes Lamm, unschuldig O Gottes Sohn, Herr 83. 364 374 538 538 245 256 340 Nach einer Prüfung kurzer 278 Nach meiner Seelen Seligkeit 500 Nicht, daß ich's schon ergriffen 504 Nie bist du, Höchster, von Nie will ich dem zu schaden Nimm, Gott, dem wir 28 Noch bin ich ein Gast, o Erde Noch immer wechseln ordentl. Noch läßt der Herr mich Noch nie hast du dein Wort Nun Christen, laßt uns Nun danket alle Gott Nun habe Dank für deine Nun ist es alles wohlgemacht 151 Nur Liebe ohne Heuchelei 66 262 Gottes Sohn und Mensch Gott, gib dein Gericht Gott, wer ist dir gleich Ogroßer Gott, der alle o Oheilige Dreieinigkeit O Herr, mein Gott, durch Herr und Schöpfer unsers Höchster, dessen Kraft O Jesu, Brunnquell aller OKönig, dessen Majestät O Liebesgluth, wie kann Menschenfreund, o Jesu O Seele, schaue Jesum an Tod, wo ist dein Stachel O unser Gott, wie voll ist O Vater, allerhöchster Gott Vater der Barmherzigkeit Vater, groß im Himmel O welch ein Leiden, das welch ein unschäßbares Welt, sich hier dein Leben Owie unaussprechlich O wohl dem Menschen im O Wundergott, der Alles 59 59 471 31 93 Preiset Gott in allen Landen 450 Preis, Preis sei Gott 234 547 Qual und Angst muß 5640 S. 133 Num. 113 94 94 Schaffet, schaffet Menschenk. 411 404 136 306 106 185 369 27 41 390 60 4427 125 293 98 226 351 159 74 403 216 406 1435 503 139 280 242 54 #PE 165 249 13 417 285 Register. Num. Num. 175 Von dir kommt jede gute 400 Von ganzer Seele preis'il 414 Von Gott will ich nicht 395 Dl Schau', großer Herr der Schön ist die Tugendoid d Schöpfer aller Menschenkinder Schon ist der Tag von Gott Schon ruhet auf den Feldern Schüße die Deinen, die Schwing' dich auf gen Golga. Seele, du mußt munter Seele, sei zufrieden! was dir Seele, willst du Ruhe finden Selig, Gott, sind die, die Seht den leidenden Gerechten 146 Seht, welch ein Mensch! i 129 Sei feurig, Seele, Gott up 7051 Sei gnädig, Herr, nach deiner 281 144 Sei hochgepriesen, Herr 344 240 195 487 212 142 472 472 385 231 263 Set, Seele, stark und unverzagt 521 Sei zufrieden, mein Gemüthe So fliehen unsre Tage hin So gehst du, Jesu, willigl. So jemand spricht: ich liebe So ist von meiner kurzen Soll ich mein Geist, o Gott Soll't ich meinem Gott nicht Sorge doch für meine Kinder So schlummerst du in stiller So wahr ich lebe! spricht Stimmt unserm Gott ein Strafe nicht, o Heiligster Straf', o Herr, mich nicht Sucht man die Freundschaft Sünder! willst du sicher 61 480 126 544 465 353 445 433 Wach' auf, mein Herz! auf Wach' auf, mein Herz und Wachet auf! so ruft die Wachet auf vom Schlaf Warum sollt' ich mich denn Was Gott thut, das ist Was grämst du dich, mein Was hilft's, daß ich mich Was ich nur Gutes habe Was ist das Leben hier auf Was ist mein Leben auf der Was ist mein zeitlich Leben Was ist's, daß ich mich quäle Was ist vor deinem Angesichte 73 Was soll ich ängstlich klagen Was sorgst du ängstich für Weicht ihr Berge! fallt ihr Welch hohes Beispiel gabst Wenn Christus seine Kirche Wenn der Sünder hat Wenn ich ein gut Gewissen Wenn ich, o Schöpfer, deine 528 394 533 32 44 329 Wenn zur Vollführung deiner 326 Wer bin ich? welche wicht'ge 496 Werde munter mein Gemüthe 485 Wer darf in deiner Hütte Wer dieser Erden Güter Wer, Gott, dein Wort nicht Wer kann, Gott, je was Wer nur den lieben Gott Wer unter Gottes Schatten Wie Christus selbst zum Wie ein Geschwäg des Tags Wie fleucht dahin der Menschen Wie getrost und heiter Wie gnädig warst du, Gott. 419 Wie göttlich sind doch, Jeſu 123 Wie groß ist deine Menschenl. 227 Wie groß ist des Allmächt'gen 33 Wie groß ist unsre Seligkeit 247 Wie herrlich strahlt der Wie fomm' ich doch, mein Wie lang darf ich noch 318 153 300 454 302 424 316 296 T. Tag, den mir der Herr Treuer Hirte deiner Heerde 11. Um Gnade für die Sünderw. Unermeßlich ewig ist Unschuld'ger Jesu! was hast du 131 Unser Heiland ist gebunden 128 Unumschränkte Liebe 38 B. 228 217 141 22 Vor dir, o Gott! sich findlich 370 48 pilot sike 526 Verborgner Gott! dem Verleih' uns Frieden gnädigl. 415 Vernimm, o Gott! vernimm 244 372 Voll Glauben will ich zu 168 478 272 196 524 525 391 389 498 529 527 511 350 214 294 251 555 314 410 380 392 218 85 86 250 265 488 412 Num. 116 Wie lang' sollt' ich traurig Wie lieb' ist mir's, daß Gott 361 Wie lieblich ist doch, Herr 490 Wie mannigfaltig sind died 508 Wie selig bin ich, wenn 356 238 345 Register. Wie selig, Gott, wie selig Wie selig, Herr, ist der Wie selig lebt ein Mensch Wie sicher lebt der Mensch Wie soll ich dich empfangen Wie sollt' ich dich, mein Wie theuer, Gott, ist deine Wie treu, mein guter Hirte Wie ungewiß ist, Herrid Wie wichtig ist doch der Wie wird mir dann, mein Wie wohl ist, Jesu! meiner Will mich, o Gott, hienieden 520 b 253 i 8025 LIC 100 10 553 537 115 357 808 8 stbijt momiod rod i800 10g roppli bilan bi lloj 6 ut thifin d prof 80 di ills op di ichis op loigis todos schris, nisi euflisd? mm OF ind, die nod na noties up is hi uns is 1400 abi m 098 squid audio 9 ug pe pichia sbloer Schimid 1920 col adimus nisin sinum 568 est ng sind mi sed ad 200-1910) nodrojsiad 1985 I thin Hotind 0019 011 200 821 241 301 539 077 nion 264 264 088 fy madail ad un m SEE 491569 91100 191 BIE di mjini Num. Willst du der Weisheit Quelle 371 Willst du die Buße noch i 298 Wirf, blöder Sinn, den Wir freuen uns, Herr Wir Menschen sind von Wo find' ich, Gott, den Wo flieh ich Sünder hin Wohlan, mein Herz, sei no Wohlauf, mein Herz, wohl Wohl dem, der beßre Schäße 1313 Wohl dem, der richtig wandelt 558 Wohl dem Menschen, der 402 Womit soll ich dich wohl Wort aus Gottes Munde 801 0 001 dar 638 0114 179 66 Wo soll ich hin, wer hilfet p 321 BOSE SOE 191 818 aes 90354 zi 322 1360 I 18 pesme i Zur Arbeit, nicht zum Müßigg. 517 3. id send. sinu modity giliut arisus#dog od sdail thithirgi nomoj e mul Timis mad ti 00 nisu thi lo SP 100 maio di te GEL ronist iom aj od opv opre rollift mid demulti o -dbiter Isdal mi staw 63 sat ud 008 mis olisin immi rigilingahin ojenie idhin thimar90, 0, 012 inchidnuss sia nam thu Tochi id illi de 1381 446 1489 08 Spon gorchis mis sissid Tunio will chim 19d nidad ihust side 00 02 082 tied dess furtog si 181 010 1100 stay toud far giding i891 821 up had dni) bilitän si 88 TSS Juchins suisd ti dorp si 88 oth and the dorp siag tilpti szinu i dorp si TAS ind didnri) chilrs si had bi' mmot si thom hi jand' gual si asa čl4 442 STC 190 sad sint id po S 1930'amis strid us i pias chilgston o find anor Luis s'ulighjall nude i omplis, mill prodri med 11 giding adsit Sum distroll sa 100mmins49 thi Hior nedvol Hot ASEN HE oke 415 es unirods uspidinhi ned tid dan ispidisled to of ot istrodrow a chi siurihin bn storih Isdnd trogiour Onundo monivd, ond ti giding tim is this and suisut siin nollionis om aim odist jock and suschidonubang din nog sid him spilied hi alordon siin mi Gebete. roffad omal the 790 mg 15 optchirii ndio tr sposition simni sid Tim up thou thi old mtindrack up Morgengebete. diarilog Gott, Schöpfer und Herr Himmels und der Erden, barmherziger Wohlthäter und Vater der Menschen, dich bete ich als den Urheber und Erholter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die einige und unerschöpfliche Quelle meiner Glückseligkeit demüthigst an. Dir danke ich mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, fin meine Sträfte, für alle geistliche und leibliche Vortheile, die ich besitze. Dir danke ich insbesondere dafür, daß du mich diese Nacht mit deinem mächtigen Schutze bedeckt, daß du alle Gefahren, die mir droheten, von mir abgewandt, daß du meinen Leib durch einen sanften Schlaf erquicket, und mir neue Kraft und neues Leben eingeflößet hast. Gott, deine Güte ist alle Morgen neu, und deine Treue ist sehr groß. Sie übertrifft alle unsere Verdienste unendlichy: sie ist weit größer, als daß wir dir jemals würdig genug dafür danken können. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, daß du auch mein gedenfest und dich meiner so annimmst? ich bin ein Sünder, der deine heiligen Gesche übertreten, der deine Wohlthaten öster gemißbraucht, der sich des schändlichsten Undanks gegen dich schuldig gemacht, und als ein solcher nichts als Ungnade und Strafe verdient hat. Ja, Herr, wie könnte ich vor dir bestehen, wenn du mit mir in's Gericht gehen wolltest, aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden und vergiltst uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater seines Kindes schonet. Noch fährst du fort, mich zu segnen und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Buße leiten. Noch schenkst du mir Zeit und Kräfte, an meiner Bes serung zu arbeiten, und meine Heiligung in deiner Furcht zu vollenden. Wie beschämt mich deine Huld und Güte, o Gott, wie reuet es mich, daß ich dich, mein Vater und Wohlthämi ramiod at times lindrannolla jo jöd olla abir 414 Morgengebete. ter, so oft beleidiget, und dir den schuldigen Gehorsam verweigert habe! Ach strafe mich nicht, wie ich es verdienet habe. Sei mir gnädig in Christo, deinem Sohne, und verzeihe mir um seinetwillen alle meine Sünden. Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar. Ich verabscheue das Böse, das ich bisher gethan habe, und wünsche nichts mehr, als immer besser, immer tugendhafter und heiliger zu werden. Ich erneuere hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, den aufrichtigen Vorsatz, alle unordentlichen Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken, alle bösen Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestreiten, und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach dem Willen meines Fleisches, noch nach dem Beispiel der Lasterhaften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Dir, meinem Schöpfer und Herrn, zu gehorchen, deiner Gnade und deines Beifalls mich zu versichern, nach deinem Bilde erneuert, und dadurch deiner seligsten Gemeinschaft fähig zu werden: dies soll meine Ehre, mein Ruhm, meine ernstliche Bemühung und meine Seligkeit sein. Ja, ich schwöre es, und will es halten, daß ich die Rechte deiner Gerechtigkeit halten will. O Gott, stehe mir selbst mit deiner Gnade bei, diesen guten Vorsatz mit Treue zu erfüllen, denn ohne dich vermag ich nichts. Schenke mir deinen Geist, der mich erleuchte, reinige, und auf den Weg der Wahrheit und der Tugend führe. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen der Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Bewahre mich insonderheit vor den Sünden, zu denen ich am meisten geneigt bin, und die noch die größte Gewalt über mich haben. Gib, daß ich sorgfältig über mich selbst wache, daß ich allen Anlaß und alle Gelegenheiten zum Bösen fliehe, und jeden sündlichen Gedanken, jede unerlaubte Neigung, die in mir entstehen, unverzüglich unterdrücke. Laß die Vorstellung von deiner Allwissenheit und Allgegenwart mich überall begleiten, und mein Herz mit der tiefsten Ehrfurcht gegen dich und deine Gesetze erfüllen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und die Ewigkeit gedenken, und dadurch weise werden zur ewigen Seligkeit. Erfülle mich mit einer aufrichtigen Liebe gegen alle Menschen, und laß mich meinen Brüdern so nützlich werden, als es die Fähigkeiten, die du mir verliehen, und die Umstände, in welche du mich gesehet hast, erlauben. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften, und Morgengebete. 415 begleite sie mit deinem Segen. Gib, daß ich bei meiner Arbeit mein Herz oftmals zu dir erhebe, deine Vorsehung in Allem, was mir begegnet, demüthig verehre, und weder dem Geize, noch der Ungerechtigkeit, noch irgend einem andern Laster den Zugang zu meiner Seele verstatte. Dir und deiner Gnade, o Gott, empfehle ich alle Menschen. Laß das Licht deiner Offenbarung sich über alle Völker ausbreiten. Wehre dem Unglauben und dem Aberglauben, und erweitere die Grenzen des Reichs der Wahrheit und der Tugend. Segne unsern Landesherrn und die Obrigkeiten, die du über uns gesetzet hast. Segne die Lehrer, und laß sie reizende Muster der wahren Weisheit, der Liebe und aller christlichen Tugenden sein. Segne diesen Ort, dieses Land und alle Einwohner desselben. Segne insbesondere Diejenigen, die du durch die Bande des Bluts und der Freundschaft mit mir verbunden hast. Gib, daß wir alle die Pflichten unsers Berufs treulich erfüllen, daß wir das allgemeine Beste unserm besondern Nuzzen vorziehen, und deine Ehre und das Heil unserer unsterblichen Seele zum letzten Endzweck aller unserer Bemühungen machen. Erhöre mich, Vater der Barmherzigkeit, und sei mir gnädig um Jesu Christi willen, Amen. Unser Vater 2c. Allmächtiger und unendlich gütiger Gott; deiner gnädigen Vorsehung habe ich es zu danken, daß ich diesen Mor= gen wiederum erwacht, und gesund aufgestanden bin. Du hast nächtliche Schrecken und Gefahren in Gnaden von mir abgewandt, und mich vor vielem Unglück behütet, das mir ohne deinen Schutz hätte begegnen können. Ich erkenne deine Güte, die diesen Morgen an mir neu ist, und bete zu dir, dem Allgenugsamen: bereite mich selbst zu einem dir wohlgefälligen Lobe, daß ich dich nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit einer gerührten Dankbarkeit des Herzens preise, und mein Leben zu deiner Ehre und nach deinem Wohlgefallen führen möge. Deinem mächtigen Schuhe befehle ich mich darum an diesem Tage und fernerhin. Erhalte mir die Gesundheit und die Kräfte des Leibes und der Seele, und bewahre mich vor solchen Vorfällen, die mir schädlich sein können. Regiere alle meine Entschließungen, und leite alles mein Thun und Vornehmen, daß es deinem heiligen Willen gemäß sein möge. Gib mir ein zufriedenes und freudiges Gemüth, daß ich wil Abendgebete. lig und mit Munterkeit die Geschäfte verrichte, die mein Stand, in welchen du mich gesetzet hast, mir aufleget. Gib, daß ich treu und fleißig mich in meinem Berufe beweise, und in Allem, was ich thue, rechtschaffen und gewissenhaft handle. Sei auch nach deiner großen Barmherzigkeit mir armen Sünder um Jesu Christi willen gnädig, und verleihe mir den Beistand deines heiligen Geistes zu einer beständigen Besserung meines Lebens. Verhüte in Gnaden, daß ich an diesem Tage mein Gewissen nicht mit vorsätzlichen Sünden beschwere, sondern laß deine Furcht und die Betrachtung deiner Gegenwart mich von allem Bösen zurückhalten, und gegen alle Versuchungen stärken. Wenn ich aus Uebereilung fehle, so wirke durch deine Gnade, daß ich meine Fehler aufrichtig bereue, bei dir Vergebung suche, und in's Künftige mit mehr Sorgfalt mich vor Sünden hüte. O du weiser und gütiger Gott, regiere alle Umstände meines Lebens zu meiner wahren und ewigen Wohlfahrt. Dir befehle ich meine Wege, und ich hoffe auf dich, du wirst's wohl machen, Amen. 416 hepardim A Tin olin houtgond 1907 distol sims dost Lic 19m golos nothil grodruhom vojnomenollia ifade e mus giding Abendgebete. freue deiner o und komme mit Danten vor dein Angesicht. Jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens gibt mir neue Beweise von deiner väterlichen Huld und Gnade, und legt mir neue Verpflichtungen zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich, meinen Vater und Wohlthäter, auf. Auch heute hast du dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt gelassen. Auch heute hast du mir in allen Absichten viel Gutes gethan. Wie viele bekannte und unbekannte Gefahren und Uebel hast du durch deine gnädige Vorsehung von mir abgewandt! Vor wie vielen Sünden, die unter allen Uebeln die größesten sind, hast du mich Schwachen bewahret! Wie viele geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner freigebigen Hand empfangen! Womit soll ich dir, dem Herrn, alles das Gute vergelten, das du an mir gethan hast? Nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein und deinem Dienste, deiner Verherrlichung sollen sie auf ewig geheiligt sein. Möchte nur mein Eifer, dir zu gefallen, beständiger, möchte der Gehorsam, den ich dir 2 bendgebete. 417 leiste, reiner und vollkommener sein! Aber, o mein Gott, wie weit bin ich noch von dem Ziele der christlichen Vollkommenheit entfernt; Wie vieler Nachlässigkeit und Trägheit im Guten, wie vieler Vergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte beschuldigen! Habe ich wohl den vergangenen Tag in aller Absicht so zugebracht, wie es einem vernünftigen Geschöpfe, einem Christen, einem Erben der zukünftigen Herrlichkeit anständig ist? habe ich in deiner Furcht gewandelt, und die Empfindung deiner Gegenwart sorgfältig in meiner Seele unterhalten? Habe ich mir das Beispiel meines Herrn und Hellandes zum Muster der Nachahmung vorgesetzt, und durch mein Verhalten bewiesen, daß ich ein Jünger und Nachfolger des demüthigen, des sanftmüthigen, des wohlthätigen und himmlisch gesinnten Jesu sei? Habe ich jeden Anlaß, mich selbst zu bessern und Andern nützlich zu werden, begierig ergriffen, allen Reizungen zum Stolze, zur Eitelkeit, zum Zorn, zur Unzufrieceniyeit, zur Wollust widerstanden, und mich recht sorfältig gehütet, weder mit Gedanken und Begierden, noch mit Worten und Werken zu fündigen? Habe ich meine Zeit, meine Kräfte, meine Güter so wohl angewandt, als ich es hätte thun sollen und thun können? Habe ich meine Pflichten gegen dich, gegen meinen Nächsten und gegen mich selbst mit der Willigkeit, mit dem Eifer, mit der Trene erfüllt, wie es deine Wohlthaten und meine Schuldigkeit von mir fordern? Bin ich in einer solchen Verfassung, daß ich freudig sterben und mich einer seligen Ewigkeit getrösten könnte, wenn es dir gefallen sollte, meinem irdischen Leben in dieser Nacht ein Ende zu machen? O Gott, wie beschämet, wie erniedrigt mich diese Prüfung! Herr, wer fann merken, wie oft er fehle! Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler. Gehe nicht in's Gericht mit mir, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht! Ich bekenne dir meine Sünden und Uebertretungen. Ich bereue sie von ganzem Herzen; ich entschließe mich, in deiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes zu reinigen, und meine Heiligung zu vollenden. Stärke mich selbst, o Gott, in diesem guten Vorsazze. Stehe mir in der Ausführung desselben mächtig bei. Gib, daß ich Alles, was dir zuwider ist, hasse, und als das größte Uebel meide und fliehe. Gib, daß ich Alles, was dein heiliger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thuc. Laß mir den morgenden Tag heiliger 27 418 2bendgebete. sein, als den bheutigen. Laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen, und immer mehr nach deinem Ebenbilde erneuert werden. Hege ich Haß und Neid gegen irgend einen Menschen in meinem Herzen, so laß den Schlaf ferne von mir sein, bis ich ihm verzeihe, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche, und ihm solches wirklich zu erzeugen geneigt bin. Laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben und dereinst vor deinem Richterstuhle zu erscheinen wünsche. Dein mächtiger Schutz bedecke mich und auch die Meinigen in dieſer Nacht, damit uns kein Unglück begegne und keine Plage sich zu unserer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Leibes- und Seelenkräften wieder aufwachen, und gib, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tröste, barmherziger Gott, tröste meine elenden Mitbrüder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Arten des Elendes der süßen Ruhe beraubt sind, und mit Verlangen auf den Anbruch des Tages warten. Stärke die Sterbenden und laß sie Gnade vor dir finden. Hindere die Werke der Finsterniß; erbarme dich der Sünder und bekehre fie. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Geist und meine Seele, mein Leben und alle meine Schicksale. Führe mich selbst an deiner Hand, leite mich nach deinem weisen Rath, und nimm mich dereinst in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte dich um dieses Alles in dem Namen und als ein Jünger Jesu Christi, unsers Mittlers und Seligmachers, Amen. TON in] Innaltr Barmherziger, gnädiger Gott, unter deinem gnädigen Schutze habe ich abermals einen Tag zurückgelegt. Ich danke dir dafür, und preise deinen heiligen Namen für alle andere unzählige Wohlthaten, die mir deine große Güte und Barmherzigkeit von meiner Jugend an bis auf diese Stunde bei aller meiner Undankbarkeit so mildiglich hat zufließen lassen. Stelle, o Gott, meine heutigen bewußten Uebertretungen nicht im Zorn vor dich, noch meine unerkannten Sünden in's Licht vor deinem Angesichte, sondern wirf sie hinter dich zurück, und ſei mir um Christi willen gnädig. Laß deine Güte auch in dieser Nacht über mir walten; und wenn meine Augen geschlossen sind, so wache du über mir, du Wächter Israels. Das Gebet des Herrn, umschrieben. Nimm mich, die Meinigen und Alles, was wir haben, in deinen allmächtigen Schutz. Wende alles Unglück von uns ab, und schenke uns eine süße, erquickende Ruhe, die uns auf den morgenden Tag zu deinem Dienste und zu unseren Berufsgeschäften wiederum geschickt mache, bis wir dereinst würdig erfunden werden, an dem Ende unserer Prüfungstagel in die selige Ruhe einzugehen, die du deinen Kindern bereitet haft. Erhöre mich um Jesu Christi, deines geliebten Sohnes willen, Amen. dior 80 oro thr 419 21011 am stbutod dnit ndod Indors prov! 1100 Das Gebet des Herrn, umschrieben. dan Unser Vater, der du bist im Himmel, Herr der ganzen Welt, dessen Thron der Himmel ist, welche Ehre und Gnade ist es für uns, daß wir, die wir von Natur Kinder des Bornes sind, dich mit Zuversicht und Vertrauen un sern Vater nennen, und insgesammt unsere Herzen und Hände zu dir aufheben dürfen! Großer Gott und versöhnter Vater in Christo, was können deine so hoch begnadigten Kinder mehr wünschen und bitten, als daß dein Name geheiliget werde? Nur du bist allein groß, herrlich, heilig, und würdig von Allen erkannt, geehret und gepriesen zu werden. D laß deinen Namen, deine Tugenden und Vollkommenheiten im mer bekannter und herrlicher auf dem ganzen Grdboden werden, so daß vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang Jedermann dich recht erkenne, über Alles ehre, fürchte, liebe, und mit Gedanken, Worten und Werken preise. Und damit dein Name je länger, je herrlicher werde, so komme dein Reich, so laß dein Reich, daß du durch deinen Sohn auf Erden aufgerichtet hast, sich immer mehr ausbreiten, daß alle Welt sich dir unterwerfe und dir diene! Regiere und herrsche du in uns durch dein Wort und durch deinen Geist. Zerstöre das Reich des Satans und erweitere die Grenzen deines Reiches durch Erleuchtung Derjenigen, die noch in Finsterniß leben, und durch Bekehrung so Vieler, die noch auf den Irrwegen des Lasters und des Unglaubens wandeln. Nur dein Wille geschehe auf Erden, wie im Himmel, nicht unser verkehrter Wille, sondern dein guter und vollkommener Wille geschehe, so daß wir sowohl in guten als in bösen Ta27* Das Gebet des Herrn, umschrieben. gen deine Befehle ohne Ausnahme, beständig willig und freudig ausüben, gleich wie sie von den Engeln und vollendeten Gerechten im Himmel vollzogen werden. Gib uns auch heute unser täglich Brod, so viel wir zu unserer Nahrung und Kleidung bedürfen. Wir verlangen nicht Ueberfluß, sondern was wir zu unserer Erhaltung nöthig haben. Wir bitten dich nur um ein gottseliges, demüthiges, dankbares und vergnügtes Herz, daß wir täglich unsere Abhängigkeit von dir erkennen, täglich unser Vertrauen auf dich setzen, und uns arbeitsam und tren in unserm Berufe beweisen. Vor allen Dingen aber bitten wir dich, ach Gott! vergib uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Erlaß uns alle unsere Schulden, die wir so sehr gehäuft haben, und versichere uns der Vergebung unserer Sünden in dem Blute Christi. Wirke du selbst in uns eine göttliche Traurigkeit, Neue und Leid über unsere Sünden, daß wir sie hassen und verabscheuen. Gib uns auch ein versöhnliches Herz gegen die, so uns beleidiget haben, damit wir ihnen so gerne, willig und herzlich vergeben, als du uns vergibst. Denn wenn wir nicht verge= ben, so wirst du uns auch nicht vergeben. Und da wir wohl. wissen, wie leicht wir in Sünde fallen, und wie stark und listig unsre Feinde, der Satan, die Welt und unser Fleisch sind, um uns zu stürzen, so führe uns nicht in Versuchung, so laß uns nicht in gefährliche Versuchung zur Sünde gerathen, oder wenn es dir gefallen sollte, uns auf die Probe zu stellen, daß wir von unsern Feinden versucht werden, so stehe uns bei, so stärke und erlöse uns von allem Bösen, damit wir nicht zu Schanden werden. dil 420 Denn dein ist das Reich, du bist König und Herr über die ganze Welt; Alles steht unter deiner Regierung, und muß dir unterthan sein. Dein ist die Kraft, du bist allein mächtig, und kannst unendlich mehr thun, als wir bitten und verstehen. Dein ist die Herrlichkeit in Gwigkeit. Ewig gebühret dir Ehre, Ruhm und Preis, und wir wollen dich ewig preisen und verherrlichen. Amen. Ja, das ist unser sehnlicher Wunsch und Begierde. Erhöre unser Gebet, das uns dein lieber Sohn selbst gelehret hat. Wir bitten dich in seinem Namen, und haben das Vertrauen, daß du unser Gebet gewiß erhören werdest, Amen. 6) domens 421 Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. Herr, err, Herr, Gott, barmherzig, gnädig, geduldig, von großer Güte und Treue, der du Gnade beweisest, und vergibst Missethat, Uebertretung und Sünde, dich bete ich als den einigen wahren und lebendigen Gott, als den Gott und Va ter unsers Herrn Jesu Christi, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes, demüthigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die außerordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als väterlichen Liebe gegeben hast. Du hast ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt gesandt, auf daß Alle, die au ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Du hast ihn für uns in den Tod dahin gegeben, und willst uns mit ihm und um seinetwillen Alles schenken, was wir zu unserer wahren und ewigen Glückseligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich Unwürdigen hast du zur Erkenntniß dieses großen Heils gebracht. Auch mir bietest du auf die billigsten Bedingungen Vergebung der Sünde, Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesem Allen in dem heiligen Abendmahle die feierlichsten Zeichen und Ver sicherungen mittheilen, wenn ich, mit wahrer Bußfertigkeit, mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Vorsatze, ein heiliges Leben zu führen, zu dir nahe. O Gott, wie wollte ich entfliehen, und dem Verderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, und durch diese Beweise deiner Güte mich nicht zur Buße und Dankbarkeit leiten ließe? Nein, ferne sei es von mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde den Werth deiner Gnade. Ich bewundere die Größe deiner Barmherzigkeit und Menschenliebe. Ich wünsche sehnlich, an den Früchten der Erlösung, die durch Christum geschehen ist, Theil zu haben, und durch ihn gerecht und selig zu werden. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, auf welche du mir diese unschätzbaren Vortheile anbietest, zu erfüllen. Gott, verzeihe mir, daß ich bisher meinen Verpflichtungen so oft zuwider gehandelt, daß ich mich nicht dankbarer und gehorsamer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen habe. Meine Sünden haben mich von dir entfernt. Aber siehe, ich komme wieder zu dir, Herr, mein Gott. Mein Herz sagt mir von deinetwegen: ihr sollt mein Antlig suchen. Ich suche es, o Herr! verbirg 422 Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. He dasselbe nicht vor mir. Deinem Dienste, o Gott, und dem Gehorsam deiner Gebote sei mein ganzes übriges Leben gewidmet. Ich entsage in deiner Gegenwart allen Sünden, und dein heiliger Wille soll von nun an die einzige Nichtschnur meines Verhaltens sein. Ach, schenke mir selber Kraft und Stärke, meine Gelübde zu erfüllen. Laß die Betrachtung deiner unendlichen Liebe, laß den Genuß der Zeichen und Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn empfangen werde, laß die Hoffnung der zukünftigen Herrlikeit, die du mir vorhältst, so gesegnete Eindrücke auf mich machen, daß ich alle Versuchungen zum Bösen mit neuem Muthe bestreite, alle Pflichten meines himmlischen Berufs mit neuer Sorgfalt erfülle, und dir bis in den Tod getreu verbleibe. Bior dourado dagog midnd dat mnd i en sij adi fod n menur ndry all mollianssi aur ou nudi tim chir eiland der Welt, Herr Jesu Christ, du hast ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stun den vor deinem Leiden setztest du das heilige Abendmahl zum Troste deiner Verehrer und zur Stärkung ihres Glaubens ein, und du läsfest mich auch noch jetzt einladen, diesen feierlichen Gebrauch gemeinschaftlich mit deinen Nachfolgern zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittler zwischen Gott und den Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Gott nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und mich zu deinen Erlöseten und Freunden zählen darf! O wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade sein? Wie unerträglich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie erschrecklich der Anblick des Todes und des Grabes sein, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben, und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest. Ja, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Trost, der mich erquicket, alle Hoffnung, die mich belebet, sind Geschenke deiner unverdienten Liebe.. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedächtniß sein! Würde ich nicht der undankbarste und niederträchtigste unter allen Sterblichen sein, wenn ich dein vergäße, wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich 425 Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. gedächte, wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebühren? Nein, göttlicher Erlöser, ich folge deiner liebreichen Einladung mit Begierde und Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen, und es Jedermann zu sagen, daß ich es für mein Glück und für meinen Ruhm halte, der Deinige zu sein. Ichkomme als ein mühseliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit Bußfertigkeit und Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestiftet hast. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum aufzuopfern, und den heiligen Vorsatz zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie zu verpflichten. Herr, laß mein Vorhaben gesegnet sein. Erlaube nicht, daß ich mich blos mit den Lippen dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sei. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärket, und ich auf das kräftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thun werde, mit unverbrüchlicher Treue zu halten, Amen. Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. 2) ist JR WOR Robe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergibt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergilt uns nicht nach unsern Missethathaten. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbar 424 Nach dem Genusse des heiligen Abendmahle. met sich der Herr über die, so ihn fürchten. Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist. Wohl dem Menschen, dem der Herr die Missethat nicht zurechnet, in dessen Geist kein Falsch ist! Ich sprach: ich will dem Herrn meine Ulebertretungen bekennen; da vergabst du mir die Missethat meiner Seele. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist; du hast deines Sohnes nicht verschonet um unsertwillen, du hast ihn für uns in den Tod dahin gegeben: wie? solltest du uns mit ihm nicht Alles schenken? Ja, gelobet sei Gott, und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit den kostbarsten geistlichen und himmlischen Gütern durch Christum! In ihm, dem Geliebten, sind wir dem Höchsten angenehm geworden. In ihm dürfen wir Gott unsern Vater, und uns seine Kinder nennen. An ihm haben wir einen vollkommenen Seligmacher, der immerdar lebet und für uns bittet. Durch seine Auferstehung von den Todten haben wir die gewisse Hoffnung eines unverwelklichen Erbes, das behalten wird im Himmel. O Gott, womit soll ich dir alle das Gute vergelten, das du an mir gethan haft? Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben, und deine Gnade rühmen immer und ewiglich. Dir will ich Dank opfern, und mein Gelübde bezahlen vor allem Volke. Großer Erlöser, meine Seele erhebet dich, den Herru, und mein Geist freuet sich in dir, meinem Heilande. Tu bist würdig, zu nehmen Kraft und Reichthum, Weisheit und Stärke, und Ehre, und Preis und Lob. Denn du bist auch für mich erwürget worden, und hast mich mit deinem Blut erkauft. Durch dich habe ich Frieden mit Gott, und einen freien Zugang zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes erlöset, und darf mich der Hoffmung der zukünftigen Herrlichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten! Ich will dich ewig lieben, denn du hast mich bis in den Tod geliebet: Du hast deinen Leib für mich gegeben. Du hast dein Blut für mich vergossen zur Vergebung der Sünden. Du bist für mich gestorben. Du bast dich selbst für mich geopfert. Ich will ganz der Deinige sein. Dir will ich leben. Dir will ich sterben. Dir sei mein Leib und meine Seele, dir sei mein ganzes Leben heilig: Dich zu 423 Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. kennen, dich zu lieben, dir zu gehorchen, deinem Beiſpiele zu folgen, deinen Namen unter den Menschen zu verkündigen, dein Reich hier auf Erden zu erweitern, und mich zu deiner näheren Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen, dies soll meine Ebre, mein Ruhm, mein vornehmstes und beständiges Geschäfte, meine ganze Seligkeit sein! Amen. So o habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines gnädigen Vaters und unendlichen Wohlthäters, gewidmet. So habe ich mich verpflichtet, als ein Jünger und Nachfolper meines hochgelobten Erlöjers zu leben, und ihn mit meinem Geiste und mit meinem Leibe zu preisen, die beide sein Eigentbam sind. Wie heilig sind die Verpflichtungen! Wie undankbar, wie unglücklich würde ich nicht sein, wenn ich diese Zusagen vergäße, und diese Versprechungen nicht hielte! Welch eine Verantwortung, welch ein Gericht, wenn ich nun noch der Sünde diente, wenn ich nicht alle Fehler, alle böse Gewohnheiten, die ich an mir habe, ernstlich bestritte, wenn ich eben so träge und nachlässig im Guten wäre, als ich es ehemals gewesen Lin! so würde ich mich ja aller Vorrechte und Seligkeiten, die ich as ein Christ besige, verlustig, und meine Verdammniß um so viel schwerer machen. Ach Gott! erlaube nicht, daß ich so undankbar gegen dich, und so feindfelig gegen mich selbst handele. Sei tu in meiner Schwachheit mächtic. Befestige meine cuten Entschließurgen, und verleihe mir Gnade, an der Ausführung derselben unverzüglich und unverrückt zu arbeiten. Erhelte du selbst mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Schenke mir ein neues Maas deines Geistes und führe mich durch denselben auf ebene Bahn. Gib, daß ich mich von allen Befleckungen des Fl isches und des Geistes reinige, und meine Heiligung in deiner Furcht vollende. Bewahre mich vor Versuchungen, stärke mich, wenn ich darein gerathe und laß mich das Kleinod, zu welchem du mich durch Christum berufen hast, niemcls aus den Augen verlieren. So werde ich den guten Kampf kämpfen, den Glauben behalten, und meinen Lauf glücklich vollenden. So werde ich dereinst die Krone der Gerechtigkeit aus deiner Hand empfangen, und dir Lob und Ehre bringen, in Ewigkeit, Amen. 28 426 Gebet eines Kranken. mein Gott, du Quelle des Trostes und der Gnade, ich demüthige mich vor dir, um deinen Beistand in meinen großen und heftigen Schmerzen sehnlich zu suchen. Höchster Richter, deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drücket mich. Mein Leib ist schwach, meine Seele voll Leiden. Schon haben mich des Todes und Grabes Bande umfangen. Zu wem kann ich mich wenden, der ich so elend und voll Jammer auf diesem Krankenbette darnieder liege? Es ist nichts mit allen Geschöpfen. Diese können nicht rathen und nicht helfen. Nur du allein, mein Gott, kannst die Krankheit heilen, welche mir Seufzer auspresset. Zu dir allein wende ich mich. Erhöre mich, mein Gott, und schweige nicht zu meinen Thränen. Herr, ich bekenne es, daß ich nichts anders leide, als was ich verdiene. Wolltest du mich so strafen, als ich wegen meiner Sünden es werth bin, so würden alle Wellen deines Zornes über mir zusammenschlagen, und ich müßte gleich jenen abtrünnigen Geistern zur Verdammniß verstoßen werden, weil ich ihnen auf dem Wege des Verderbens so unglücklicher Weise nachgefolget bin. Herr, ich empfinde es, daß ich strafbar bin, du aber unendlich gerecht bist. Ich habe gesündigt wider dich und vor dir. Meiner Sünden sind mehr, denn Haare auf meinem Haupte. Ach, ich Unglückseliger! Ach, daß ich dich zum Zorn wider mich gereizet habe! Du bist die Liebe selbst. Du hast mit so vieler Gnade mich überhäuft, und nicht aufgehöret, mir Gutes zu thun. Wie konnte ich doch so undankbar sein, daß ich mich wider dich, meinen großmüthigsten Wohlthäter, erbob! Wie konnte ich so frech, so treulos sein, daß ich mich gegen meinen Vater und König empörte! Gott, ich erschrecke, wenn ich bedenke, daß es meine Sünden sind, die dich gegen mich reizen, daß ich mein Leben damit beflecket habe, und durch sie mich nun an den Rand des Abgrunds geführet sehe, wenn anders deine Barmherzigkeit nicht noch ins Mittel tritt, und den Arm deiner Gerechtigkeit aufhält. O erbarmungsvoller Gott, höre die Stimme des Blutes, welches mein theuerster Erlöser für bußfertige Sünder vergossen hat. Laß es mich lebhaft bereuen, daß ich dich beleidiget habe. Gib mir Kraft, daß ich allen dir mißfälligen Neigungen widerstehe, und mich gänzlich deinem heiligen Willen unterwerfe. Ja, mein 427 Gebet eines Kranken. Gott, ich küsse die Nuthe, welche mich schlägt. Ich lege meine Hand auf den Mund, und will gar nicht murren. Ich preise deine Barmherzigkeit mitten in deinen Züchtigungen. Gib mir Geduld in meiner schweren Krankheit. Laß mich einen sanften Sinn und Freundlichkeit gegen alle die, so um mich herum sind, beweisen, und alle Sorgfallt, so man an mir erweiset, mit Dank erkennen. Laß die Mittel der Genesung, so ich anwende, gesegnet sein, denn ohne deinen Segen arbeitet doch der Arzt vergeblich, und alle Mittel sind umsonst. Von dir, o Gott, erwarte ich Alles. Mache es mit mir, wie es deinem heiligen Willen gemäß ist. Nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Verlaß mich nur nicht. Unterstüße mich durch deine Gnade, an der ich genug habe. Deine Kraft sei mächtig in mir Schwachen! Gefällt es dir, mein Gebet zu erhören, und meine Gesundheit wieder herzustellen; willst du, daß ich noch im Lande der Lebendigen bleiben soll; so gib mir, Herr, daß ich ein neues Leben führen und zeigen möge, daß ich in der Schule deiner Züchtigungen gelernt habe, wachsamer über alles mein Thun und Lassen zu sein, und mich von aller Unreinigfeit der Welt zu entfernen. Hast du aber beschlossen, den Lauf meines Lebens durch diese Krankheit zu endigen, und mich vor deinen Richterstuhl zu fordern: so setze mein Herz in eine solche Verfassung, darinnen wir, wie allezeit, also vornehmlich zu der Zeit, uns billig befinden müssen, wenn du uns von hier abrufest. Neiße mein Herz ganz los von der Erde, und laß meine Sehnsucht nur nach den Gütern der Ewigkeit gerichtet sein.( Denn was hat die Welt, das mich an sie fesseln sollte? Es ist wahr, die, an welche mich so starke Bande knüpfen, gehen mir nahe. Doch auch deinem Sohne lagen die Seinigen bei seinem herannahenden Abschiede am Herzen. Er liebte sie allezeit, er liebte sie bis ans Ende. Da er jetzt seinen Geist in deine Hände befeblen wollte, so sorgte er noch liebreich für seine Mutter. Soll ich die Meinigen verlassen, so verlasse du sie nicht Ich werde mich dann nicht, wie bisher, ihrer ferner annehmen. Aber du lebest immer und ewiglich. Sei du ferner ihr Vater, ihr Berather, ihr Beschüßer und Helfer. Laß sie bei meinem Hingange nicht weinen als solche, die keine Hoffnung haben, sondern dadurch besonders erweckt werden, so lange sie hier noch streiten müssen, sich täglich zu ihrer Veränderung zu bereiten. Bringe du mich indessen selbst immer mehr in heilige Fassung, daß du mir un Danksagung und Bitte 2c. gleich lieber bist, als Alles, was ich auf Erden lieb habe). Versiegele mich auf den Tag der Erlösung. Gib neue Stärke meinem Glauben, meiner Liebe und Hoffnung, daß ich diese Welt ohne Kummer verlassen, und mit Freuden aus derselben gehen möge. 428 Nun, mein Gott, ich erwarte in tiefster Demuth deine Befehle. Nede, Herr, denn dein Knecht höret, und ist bereit, deiner Stimme zu folgen. Erhöre mich, ich rufe zu dir aus der Tiefe, und um Christi Jesu, meines Heilandes willen, Amen. CHE DOOG Danksagung und Bitte nach der Genesung von einer Krankheit. Großer Gott, höchster Gebieter und Herr über unser Leben, der du allein in das Grab und auch wieder heraus führest, ich werfe mich in tiefster Demuth vor dir nieder und danke dir von Heizen, daß du mich von den Pforten des Grabes zurückrufest. Ach Ja, Herr! schon schien es, daß ich ein Opfer des Todes sein sollte. Ich rief zu dir: ewiger Gott, erlöse mich um deiner großen Barmherzigkeit willen, denn im Tode gedenket man dein nicht, und wer will dir im Grabe danken? Tu bast meine Klagen erhöret, und meine Thränen angesehen. Du bist von Mitleiden g gen mich gerühret worden, und hast mir die Gesundheit und das Leben wiedergegeben. O, daß ich deine Liebe und dein Beistand nach Würde genug erheben könnte! Ich erkenne es vor Jedermann, daß ich dir allein meine Genesung zu danken habe. Auch die größte Klugheit, beste Sorgfalt und Bemühung der Menschen ist ohne dich vergeblich. Was habe ich dir nicht, o mein Gott, mitten in meiner Krankheit und in meinen Aengsten versprochen! und was mußte ich dir nicht versprechen? Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Ich sagte allem dem ab, was dir mißfallen kann; ich that das Gelübde, daß ich die bösen Begierden meines Herzens ausrotten wollte, welche dich gegen Danksagung und Bitte 2c. 36458 429 mich erzürnten; ich versprach dir, bis in den Tod treu zu bleiben. Gib dann doch nicht zu, daß ich so heiliger und billiger Zusagen jemals vergesse, sondern sie vielmehr tief in mein perz grabe, alle Tage meines Lebens daran denke, und alle meine Sträfte auwente, um sie nach aller ihrer Größe zu erfüllen. Ja, mein Gott, laß meine Seele leben, daß sie dich lobe. Ziehe du mur deine Hand nicht von mir ab, indem du mich wieder in diese Welt treten läsfest, denn diese ist ein ungestümes Meer und voll Klippen, daß viele darauf Echiffbruch leiden. Du allein kannst mich erretten. Gib mir das nöthige Licht, gib mir Standhaftigkeit und Muth, damit ich allen Versuchungen widerstehen, und alle Lockungen und Drohungen einer verführerischen Welt großmüthig verachten möce. Cei tu mir zur Rechten, damit ich niemals wanke. Teine Hand erbalte mich! Dein Rath führe mich! Dein Geist reinige mich! Der Glaube sei mir anstatt des Schildes, und dein Wort anstatt eines zweischneidigen Schwertes, um allen Anläufen der Feinde zu widerstehen, wider die ich werde zu streiten haben. D Goit, so mancher ist nach erlangter Gesundheit in das Verderben der Welt zurückgefallen, und hat seine vorige Lebensart wieder angefangen; und ich habe dir auch bei andern Gelegenheiten so große Verbeißungen gethan, aber sie nicht erfüllet. Gs überfällt mich deswegen ein Zittern. Ich bin ganz beschämt. Ich bitte dich, laß mich nicht von neuem untreu werden. Es erschalle doch ohne Aufhören die Ermahnung in meine Chren: Siehe zu, du bist gesund geworden, sündige hinfort nicht mehr, auf daß dir nicht etwas Aergeres widerfahre! Ich weiß es, daß, obgleich tu mir jetzt mein Leben und die Gesundheit wieder schenkest, ich doch einstens aus dieser Welt weggehen muß; ich weiß es, daß diese Lebensfrist mir nur zur Vorbereitung auf meinen Ausgang dienet; ich weiß es, daß diese neuen Tage mich recht lehren sollen, wie bald diese Welt, die ein Echauplet ist, ihre Gestalt verändere; ich weiß es, daß der Himmel nur unser wahres Vaterland ist, und unsere Herzen und Begierden dahin gerid tet sein müssen, weil da unser Erbtheil aufbewahret lieget. Ach! so laß mich denn dergestalt völlig genesen, daß meine Seele auch von den Wunden heil werde, welche die Sünde ihr geschlagen hat, und daß, so angenehm und vortheilhaft auch die Gesundheit meines Leibes mir immer ist, doch die Gesundheit der Seele mir noch weit wichtiger und angelegentlicher sei. 430 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Erbarme dich auch, o mein Gott, aller armen Kranken. Höre ihre Bitten, stehe ihnen bei und gewähre ihnen alles Dasjenige, was deine anbetungswürdige Weisheit für sie am ersprießlichsten findet. Unterstüße und stärke Alle, die du mit mir von ihren Krankenlagern aufstehen läsfest, daß sie die Sonne mit Freuden erblicken. Gib einem Jeden unter uns, daß wir weder deine Wohlthaten, noch auch unsere Versprechungen jemals vergessen. Erhöre mich, Vater im Himmel, ich rufe dich mit innigster Inbrunst um Jesu Christi, meines liebsten Heilands willen an, Amen. 100 dint 2 sileiro de Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. FT 3515 Allmächtiger, gnädiger und barmherziger Gott und Vater, du willst, daß wir dich in der Noth anrufen, und verheißest uns Erhörung, daß wir dich preisen; darum erscheinen wir auch jetzt vor deinem heiligen Angesichte, und bitten dich für diese kranke Person, die nicht mehr mit uns, wohl aber mit dir, dem einigen Herzenskündiger, durch das Seufzen und Flehen deines und ihres Geistes reden kann. Ach, gib ihr Gnade, daß sie in dieser Schwachheit ihr Herz zu dir erhebe und seufze: Ach, Herr Jesu, erbarme dich mein, komm doch bald und hilf mir; und erhöre alsdann das Flehen ihres Herzens und errette sie. mpy mom 1855 1 Dir, o allerliebster Vater, wollen auch wir ihre Noth vortragen, und bitten dich herzlich und kindlich, siehe sie doch in Gnaden an, stärke sie im Kampf und Streit wider den Tod, ihren letzten Feind; sei nicht ferne von ihr, denn die Angst ist groß. Es ist hier kein Helfer, denn du all in. Reinige sie, o Gott, durch das Blut deines Sohnes von allen ihren Sünden, versiegele durch deinen heiligen Geist in ihrem Herzen die Gewißheit der Seligkeit. Sprich zu ihrer Seele: Mein Sohn ( meine Tochter) set getrost, dir sind deine Sünden vergeben. Stärke und erhalte sie in heiliger Vollbringung deines Willens, damit sie dir getreu bleibe bis in den Tod. Tröste sie in der großen Angst mit der Angst, Traurigkeit und den Schmerzen, die dein liebster Sohn in seinem schwersten Streite Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. 431 empfunden und ausgestanden hat. Lindere, verkürze und vermindere die Furcht und die Schmerzen des Todes, und gib ihr Alles, was sie zu ihrer Glückseligkeit vonnöthen hat, und wir für sie bitten und begehren können. Heilige ihren kalten Todesschweiß durch den blutigen Schweiß, welcher von dem Leibe Jesu, deines Sohnes, in seiner großen Anfechtung und Angst, in seinem Zittern und Zagen auf die Erde geflossen ist, und erquicke sie mit der Hoffnung der ewigen Seligkeit, und der fröhlichen Auferstehung ihres Leibes. Herr, es ist nunmehr Abend bei ihr worden, und der Tag ihres Lebens hat sich geneiget, bleibe bei ihr, und streite gegen alle ihre Feinde. Ihr Fleisch ist schwach. Ach, stärke in Gnaden ihren Geist. Mache sie willig und freudig zu streiten, und laß deine Kraft in ihrer Schwachheit mächtig sein. Oliebster Heiland Jesu! du hast verheißen, wenn du werdest erhöhet sein, so wollest du uns alle zu dir ziehen; mun bist du nicht nur am Kreuz erhöhet worden und hast daſelbst alle unsere Missethat versöhnet, sondern du bist auch nach deiner Auferstehung über alle Himmel erhaben worden, damit du vor dem Angesichte deines himmlischen Vaters für uns erscheineft. So ziehe dann diese Schwache durch die kräftige Wirkung deines Geistes zu dir, daß sie dir nachlaufe; ziehe ihre Seele aus dem bald einfallenden Kerker ihres Leibes, darinnen sie gefangen ist, daß sie bald mit Freuden von der Erde in den Himmel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Unruhe zur Ruhe, aus der Finsterniß in das Licht, aus allem Jammer in die Herrlichkeit, ja aus dem Tode in das Leben fahre. Wenn ihre Augen finster worden sind, so erhalte im Herzen das Licht des seligmachenden Glaubens, damit ihre Seele dich anschauen und in dir sich erfreuen möge. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr hören, so erquicke und tröste sie durch das innerliche Zusprechen des heiligen Geistes. Wenn ihr die Rede entfällt, so sei, Herr Jesu, ihre Fürsprache bei deinem und ihrem Vater, und laß auch deinen Geist für sie mit unaussprechlichem Seufzen bitten. Dheiligster Seligmacher, wirke in ihr bei ihrem Abschiede gute und heilige Gedanken, und laß deine heiligen Engel sich um sie her lagern, und ihre Seele in das himmlische Paradies, und in den Schoos ihres Erlösers führen. 452 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Uns aber, o Herr, gib die Gnade, daß wir uns oft unserer Sterblichkeit erinnern, aller Sünde bei Zeiten absterben, und durch rechtschaffene Bekehrung und wahren lebendigen Glauben uns zu einem seligen Abschied vorbereiten. Nimm dich unser in Gnaden an, wenn die Stunde unseres Todes vorhanden ist, und nimm uns zu dir in die ewige Freude und Herrlichkeit. Erhöre uns, o lieber Vater. um Jesu Christi willen, in dessen Namen wir dich also anrufen: Unser Vater 2c. Huislet que sou yoteur tours Si 91 and 10% and JUS1050 010 for #ogilist Tant eich 29: 49.80 ( DH C aloe Evangelien und Episteln. ma andoy rium MUL Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, fandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ih. nen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch lieget, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie Epistel, Röm. 13, v. 11-14. Lieben Brüder: weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlafe( fintemal unser Heil jest näher ist, denn da wirs glaubten), die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei kommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichts. zu mir. Und so euch jemand| Lasset uns ehrbarlich wandeln, etwas wird sagen, so sprecht: der Herr bedarf ihrer; so bald wird er ste euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: siehe, dein König kommt zu dir sanft: müthig, und reitet auf einem Efel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Rammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befoh: len hatte: und brachten die Ese lin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber viel Volks brei tete die Kleider auf den Weg; die anderen hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohne David! gelobet sei, der da fommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Evangel. am 1. Sonnt. des Advents, Matth. 21, v. 1-10. Evangel. am 2. Sonnt. d. Advents, Luc. 21, 25-34. TA 1nd es werden Zeichen geschehen an der Sonne und dem Mond, und den Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen, und das Meer und die Wasserwo gen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden, dann auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen, des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfähet, zu geschehen, so 1 2 bet auf, und hebet eure Häup: ter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ibnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie jetzt ausschlagen, so seht ihrs an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist Also auch ihr, wenn ihr dies alles sebet angeben, so wiser, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergeben, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergeben, aber meine Worte vergehen nicht. Am 3. Sonntage des Advents. Epistel, Nöm. 15, v. 4-14. Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld. und Trost der Schrift Hoff nung haben: Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander nach Jesu Christ, auf daß ihr einmüthiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Chrifti. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber daß Jesus Christus sei ein Die ner gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung den Vätern geschehen, daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk. Und abermal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und abermal spricht Esaias: Es wird sein die Wurzel Jeffe, und der aufstehen wird zu herrschen über die Heiz den, auf den werden die Hei den hoffen. Gott aber der Hoff nung erfülle euch mit aller Freude. und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. par Amal mid Evangelium am 3. Sonntage des Advents, Matth. 11, v. 2-11. Da aber Johannes im Gefäng= 1 niß die Werke Christi hörete, sandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin, und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret:) Die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussäßigen wer den rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium geprediget, und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da sie hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volfe von Johanne: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüsten zu seben? Wollet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her webet? Oder was seid ihr hinausgegangen zu se Hen? Wollet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider Am 4. Sonntage des Advents. tragen, sind in der Könige Häufern. Oder was seid ihr hin: aus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mebr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ist, von dem geschrieben steher: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. 3 ste fragten ihn: was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn; daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben: Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüsten: richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Esaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse Dies geschah zu Bethabara jenseits des Jordans, da Johannes taufete. 1874 Epistel, 1. Cor. 4, v. 1-6. Dafür halte uns jedermann, nämlich für Christi Diener, und Haushalter über Gottes Ge heimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ist's ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; der Herr ists aber, der mich richtet. Dar um richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeg= lichen von Gott Lob wider fahren. Evangel. am 4. Sonnt. des Advents, Joh. 1, v. 19-28. Und dieß ist das Zeugniß Johannis, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten, wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und Epistel, Phil. 4, v. 4-7. Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: freuet euch: Eure Lindigkeit laffet fund sein allen Menschen. Der Herr ist nabe! Sorget nicht: sondern in allen Dingen lasset eure Bitte in Gebet und Fleben mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher Höher ist, denn alle Ver nunft, bewabre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Am heiligen Christtage. Evangelium am heiligen Christtage ,, habt zum Zeichen: ihr werdet Luc. 2, v. 1-14. 4 Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschäßet, würde. Und diese Schatzung war die allererste, und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galis läa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt David, die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte David war, auf daß er sich schätzen ließe, mit Maria seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte, und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Ge= gend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe: des Herrn Engel traten zu ibnen. und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürch: teten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt David. Und das finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippen liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. is to pol Epistel, Tit. 2, v. 11-14. Denn es ist erschienen die heilfame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüste, und züchtig, ge recht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erschei nung der Herrlichkeit des großen Gottes, und unsers Hei landes Jesu Christi. Der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. 14710 Evangelium am 2. heil. Christtage, Luc. 2, v. 15-20. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die irten unter einander: Las fet uns nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr fund gethan hat. Und sie famen eilend und fanden beide, Diaria und Joseph, dazu das Kind in einer Krippe liegend. Da sie es aber gesehen gend. Am Sonntage nach Christtag. 5 adaye mi batten, breiteten sie das Wort| zu Maria, seiner Mutter: Siehe, aus, welches zu ihnen von die dieser wird gesetzt zu einem Fall Und und Auferstehen vieler in Israel, sem Kinde gesagt war. alle, vor die es fam, wunder= und zu einem Zeichen, dem witen sich der Nede, die ihnen die dersprochen wird. Und es wird Hirten gesagt hatten. Maria ein Schwerdt durch deine Seele aber behielt alle diese Worte, dringen, auf daß vieler Herzen und erwägete sie in ihrem Her Gedanken offenbar werden. Und zen. Und die Hirten kehreten es war eine Prophetin, Hanna, wieder um, preiseten und lob eine Tochter Bhanuel, vom Geten Gott um alles, was sie ge- schlechte Aser, die war wohl höret und gesehen hatten, wie betaget, und hatte gelebet sieben denn zu ihnen gesagt war. Jahre mit ihrem Manne, nach ihrer Jungfrauschaft, und war Epistel, Tit. 3, v. 3. nun eine Witwe bei vier und 3-8. Denn wir waren auch weiland achtzig Jahren, die kam nimunweise, ungehorsame, irrige, mer vom Tempel, diente Gott dienend den Lüsten und manmit Fasten und Beten Tag und cherlei Wollüsten, und wandelNacht. Dieselbige trat auch ten in Bosheit und Neid, und hinzu zu derselbigen Stunde, basseten uns unter einander. und preisete den Herrn, und Da aber erschien die Freund- redete von ihm zu allen, die lichkeit und Leutseligkeit Gottes auf die Erlösung zu Jerusaunsers Heilandes, nicht um der fem warteten. Und da sie es Werke willen der Gerechtigkeit, alles vollendet hatten, nach dem die wir gethan hatten, sondern Gesetze des Herrn, kehrten sie nach seiner Barmherzigkeit machte wieder in Galiläam, zu ihrer er uns selig durch das Bad der Stadt Nazareth. Aber das Wiedergeburt und Erneuerung Kind wuchs und ward stark im des heiligen Geistes, welchen er Geist, voller Weisheit, und ausgegossen hat über uns reich Gottes Gnade war bei ihm. lich durch Jesum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Grben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung; das ist je gewißlich wahr. dan Evangel. am Sonnt. nach Christ74120 atan adithut ring Epistel, Gal. 4, v. 1-7. tag, Luc. 2, v. 33-40. Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich deß, daß von ihm geredet ward, und Simeon segnete sie, und sprach waren wir gefangen unter den und ich sage aber: So lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Un= terschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, wir, Um Neuen Jahrestage. la äußerlichen Satzungen. Da aber|| ist kein Knecht noch Freier, hie die Zeit erfüllet ward sandte ist kein Mann noch Weib, denn Gott seinen Sohn, geboren von ihr seid allzumal einer in Christo einem Weibe und unter das Jesu. Seid ihr aber Christi. Gesetz gethan, auf daß er die, so seid ihr ja Abrahams Saa so unter dem Gesetz waren, er- men, und nach der Verheißung lösete, daß wir die Kindschaft Erben. empfingen. Weil ihr denn Kini i der seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lie: ber Vater. Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sinds aber Kinder, so sinds auch Erben Gottes durch Christum. de piridon Evangelium am Sonntage nach dem Neuen Jahre, Matth. 2, v. 13-23. Da sie aber hinweg gezogen waren sehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stebe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und allda, bis ich dir jage. Denn fleuch in Egyptenland, und bleib es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Egypten land. Und blieb allda bis nach dem Tode Herodis. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sahe, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlehem tödten, und an ihren ganzen Grenzen, die da zweijährig und darunter waren, nach der Zeit. die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht: Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehöret, viel Klagens, 6 Evangelium am Neuen Jahrestage, Luc. 2, v. 21. Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten wurde, da ward sein Name genennet, Jesus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen war. 11110005 Epistel, Gal. 3, v. 23-29. Che denn aber der Glaube fam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbarer werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube fommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeiſter. Denn ihr seid alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Christo Jesu Denn wie viel feuer auf Chri: stum getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ist kein Jude noch Grieche, hie 7 Am Sonntage der Erscheinung Christi. Weinens und Heulens! Rahel| Christi, denn der Geist, der ein beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorben war, siehe da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, in Egytenland. Und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und zeuch hin in das Land Israel: ste sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Ifrael. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war anstatt seines Vaters Herodis, fürchtete er sich, dahin zu kommen. Und im Traum empfinger Befehl von Gott, und zog in die Derter des Galiläischen Landes, und kam und wohnete in der Stadt, die da heißet Nazareth. Auf daß er füllet würde, daß da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, bei euch ist er gepreißet. Niemand aber unter euch leide, als ein Mörder oder Dieb oder Uebelthäz ter, oder der in ein fremd Amit greifet. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht, | er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es ist Zeit, das anfahe das Gericht an dem Hause Got: tes. So aber zuerst an uns: was wills für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelio Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sün= der erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken, wisdo ta d Epistel, 1. Petri 4, v. 12-19. Ihr Lieben, lasset euch die Hißze, so euch begegnet, nicht befremden( die euch widerfähret, daß ihr versucht werdet) als widerführe euch etwas Seltsa= mes: Sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Se lig seid ihr, wenn ihr geschmä: het werdet über den Namen Evangel. am Sonnt. Der Erscheinung Christi( Epiphan.) Matth.2, v.1-12 Da Jesus geboren war zu Da Jesus Bethlehem, im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodis, siehe da kamen die Weisen von Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind kom men, ihn anzubeten, Da das der König Herodes hörte, erschrack er, und mit ihm das gan= ze Jerusalem. Und ließ versamalle Hohenpriester und meln Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschte von ihnen, wo 8 Am 1. Sonntage nach Epiphaniä. Christus sollte geboren werden. Herrlichkeit des Herrn gehet auf Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande bist mit nich ten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Heer fei. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und weisete sie gen Bethlehem, und sprach: ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, daß ich auch komme, und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und stehe der Stern, den sie im Morgenlande, gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam, und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wur: den sie hoch erfreuet, und gin= gen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria seiner Mutter, und flelen nieder, und beteten, es an. Und thaten ihre Schätze auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. über dir. Denn siehe, Finsterniß bedecket das Erdreich, und Dunkel die Völker. Aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe umher, diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne fommen, und deine Töchter zur Seiten erzogen werden Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Epistel, Jes. 60, v. 1-6. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, und die Evangelium am 1. Sonntage nach Epiphaniä, Luc. 2, v. 42-52. Da Jesus zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet wa ren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußtens nicht: Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tage= reise und suchten ihn unter den Gefreundeten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, Am 2. Sonntage nach Epiphaniä. 9 gingen sie wieder gen Jerusa-| lige, und der vollkommene Gotlem, und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen fanden sie ihn im Tempel sißen, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragte, und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich ſein daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, daß er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen binab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade, bei Gott und den Menschen. teswille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß nies mand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten: sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nachdem Gott ausgetheilet hat das Maaß des Glaubens. Denn gleicherweise, als wir in einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Ge schäfte, haben, also sind wir viele ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied. Und haben man= cherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. I som Epistel, Nöm. 12, v. 16. Onalpuspunt is ulls Evangelium am 2. Sonntage nach 10 Epiphaniä, Joh. 2, v. 1-11. Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana, in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Je= us zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut.( 58 waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserfrüge, mit Wasser. Und sie fülIch ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da le= bendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stel let euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefäl Am 3. Sonntage nach Epiphaniä. 10 leten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringets dem Speisemeister. Und sie brachtens. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam( die Diener aber wußtens, die das Wasser geschöpfet hatten) rufet der Speisemeister den Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringeren: du haft den guten Wein bisher behälten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Gana in Galiläa, und offenbarte seine Herr lichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. nung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet ench der heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen, segnet, und slucher nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern baltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangelium am 3. Sonntage nach Epiphaniä, Matth. 8, v. 1-13. Da Jesus aber vom Verge berab ging, folgte ihm viel Volks nach. Und siehe ein Ausfäßiger kam und betete ihn an, und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich wills thun; sei gereiniget. Und alsbald ward er von seinem Aussazze rein. nem Aussazze rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Vriester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeug: niß über sie. Negieret niß über site. Da aber Jesus einging zu Cavernaum, trat ein Hauptmann zu ihur, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und bat großeQual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gesund machen. Der Hauptmana ant wortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Epistel, Röm. 12, v. 7-16. Hat jemand Weisfagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sei er sorgfältig. Uebt jemand Barmherzigkeit, so thue ers mit Luft. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Hasset das Arge, hanget dem Guten an Die brüderliche Liebe unterein ander sei herzlich. Einer fomme dem Andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoff Am 4. Sonntage nach Epiphaniä. Knecht gesund; denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit un= terthan, und habe unter mir Kriegeknechte und wenn ich fage zu einem: Geheshin, so gebet er, und zum andern: komme her, so fommt er. Und zu meinem Knechte: Thue das, so thut ers. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nach: folgeten: Wahrlich, ich sage cuch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich fage euch: Viet werden kommen vom Morgen und vom Abend und mit Abraham, Isaac und Jakob im Himmel reichen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähn klappen. Und Zeius ſprach zu dem Hauptmann; Gehet bin, dir geschehe, wie du geglaubet hast. Und sein Knecht ward gefund zu derselbigen Stunden 11 das thust, so wirst du feurige Rohlen auf sein Haupt ſamm len. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Blwit med paripean nap Epistel, Röm. 12, v. 17-21. ni Haltet euch nicht selbst für flug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Befleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ists möglich, so viel an euch ist, so habet mit allen Menschen Friede. Nächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn, denn es ste: het geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn, dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du Evangelium am 4. Sonntage nach Epiphania, Matth. 8, v. 23-27. Und Jesus trat in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm. Und siehe, da erhub sich ein groß Ungestüm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedecket ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm und weckten ihn auf, und sprachen: Herr, bilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und bedränere den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Epistel, Möm. 13, v. 8-10. Seid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch untereinander liebet, denn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht tödten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugniß geben; dich soll nichts ge= lüsten, und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten 12 Am Sonntage Septuagesimä. nichts Böses. So ist nun die| euch untereinander, so jemand Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangelium am 5. Sonntage nach Epiphaniä, Matth. 13, v. 24-30. Er legte ihnen ein ander Gleich niß vor, und sprach: Das Him melreich ist gleich einem Men schen, der guten Saamen auf feinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und fäete Unkraut zwischen den Waizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, da fand sich auch das Unfraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr hast du nicht guten Saamen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen; Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausgäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Waizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgätet. Lasset beides mit einander wachsen, bis zu der Erndte, und um die Erndte: zeit will ich zu den Schnittern. sagen: Sammelt zuvor das Unfraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne, aber den Waizen sammelt mir in meine Scheuern.. Klage hat wider den andern; gleichwie Christus ench vergeben hat, also auch ihr; über alles ist das Band der Vollkommenaber ziebet an die Liebe, die da regiere in euren Herzen, zu heit Und der Friede Gottes welchent ihr auch berufen seid bar. Lasset do in einem Leibe, und seid danke bar. Lasset das Wort Christi aller Weisheit, lehret und vers unter euch reichlich wohnen in mahnet euch selbst mit Psalmen chen lieblichen Liedern, und singet und Lobgesängen, und geistlidem Herrn in euren Herzen. Und alles, was ihr thut, mit Worten oder Werken, das thut alles in danfet Gott und dem Vater dem Namen des Herrn Jesu, und durch ihn. isi cer in Epistel, Col. 3, v. 12-17.; So zieber nun an, als die Aus: erwählten Gottes, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanft muth, Geduld, und vertraget einer den andern, und vergebet Evangel. am Sonnt. Septuagesimä, Matth. 10, v. 1-16. Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morin seinen Weinberg. Und da gen ausging, Arbeiter zu miethen er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum TageWeinberg. Und ging aus um lohn, fandte er sie in seinen die dritte Stunde, und sahe andere an dem Markte müssig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist; und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus und Am Sonntage fand andere müssig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müssig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern, und gib ihnen den Lohn, und hebe an, an den Letzten bis zu den Ersten. Da kamen, die um die eilfte Stunde gedin get waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten famen, meineten ste, sie würden mehr empfangen, und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murrten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du haft sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einen unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen Letzten geben, gleich wie div; oder habe ich nicht macht zu thun, was ich will mit dem Meinen? siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also wer: die die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenig sind auserwählet. Sexagesima. 13 Epistel, 1. Cor. 9, v. 24 bis Cap. 10, v. 5. Wisset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, ent hält sich alles Dinges: jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse: Ich) fechte also, nicht als der in die Luft streichet. Sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle un= ter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mosen getauft, mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haz ben alle einerlei geistlichen Tranf getrunken. Sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgete, welcher Fels war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüsten. dedi an in Evangelium am Sonnt. Segagesimä, Luc. 8, v. 4-15. tu malici Da nun viel Volks bei einanz der war, und aus den Städten zu ihm eilten, sprach er durch ein Gleichniß: Gs ging cin Säemann aus, zu säen seinen Am Sonntage Seragesimä. 201907317 Saamen, und indem er säete, fiel etliches an den Weg und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßens auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dor- Denn ihr vertraget gerne die nen gingen mit auf und erstick- Narren, dieweil ihr klug seid. tens. Und etliches fiel auf ein Ihr vertraget, so euch jemand gut Land, und es ging auf, zu Knechten macht, so euch je= und trug hundertfältige Frucht. mand schindet, so euch jemand Da er das sagte, rief er: Wer nimmt, so euch jemand troßet, Ohren hat zu hören der höre so euch jemand in das Gesicht Es fragten ibn aber seine Jün- streichet. Das sage ich nach der ger, und sprachen: Was dieses Unchre, als wären wir schwach Gleichniß wäre? Ge aber sprach: worden. Worauf nun jemand Such ists gegeben, zu wissen das fühn ist( ich( rede in Thorheit) Geheimniß des Reichs Gottes, darauf bin ich auch fühn. Sie den andern aber in Gleichnissen, sind Ebräer, ich auch. Sie sind daß sie es nicht sehen, ob sie Israeliten, ich auch. Sie sind es schon sehen, und nicht verste Abrahams Saamen, ich auch. hen, ob sie es schon hören. Das| Sie sind Diener Christi( ich rede ist aber das Geheimniß: Der Saamen ist das Wort Gottes Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kömmt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die, wenn sie es bören, nehmen sie das Wort mit Frenden an, und die haben nicht Wurzel, eine zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichtbum und Wollust dieses Lebens, und er sticken und bringen keine Frucht, thörlich) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in To: desnöthen gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche weniger eins. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe( des Meers). Ich habe oft gereiset, ich bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüsten, 14 Das aber auf dem guten Lande, sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Epistel, 2 Cor. 11, v. 19 bis Cap. 12, v. 9. Am Sonntage Quinquagesimä. 15 in Fährlichkeit auf dem Meer, Davon will ich mich rühmen. in Fährlichkeit unter den falschen Brüdern, in Müh und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße. Ohne was sich sonst zuträget, nämlich daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, so will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater un sers Herrn Jesu Chrifti, welcher fei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Da masco, der Landpfleger des Königs Areta verwahrete die Stadt der Damascäer, und wollte mich greifen, und ich ware in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. G8 Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße, doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vier zehn Jahren( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ichs nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht, Gott weiß es), derselbe ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen ( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es). Er ward entzücket in das Paradies, und hörete unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich, denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir böret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe, dafür ich dreimal dem Herrn geflehet babe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. xulo! Evangel. am Sonnt.Quinquagefimä, Luc. 18, v. 31-43. Jesus nahm zu sich die Zwölfe, und sprach zu ihnen: Schet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet, und geschmähet und verspeiet werden. Und sie werden ihn geisseln und töd: ten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der feines, und die 16 Am 1. Sonntage in der Fasten. Rede war ihnen verborgen, und| Liebe nicht, so wäre mirs nichts wußten nicht, was da gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber hörete das Volk, daß durchhin ging, forschete er, was das wäre. Da verkündigten ste ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn David, erbarme dich mein! Die aber vorne an gingen, bedräueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn David, erbarme dich mein. Jesus aber stand stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei se= hend, dein Glaube hat dir gehol: fen. Und alsbald ward er sehend, folgete ihm nach, und preisete Gott, und alles Volk, das sol: ches fabe, lobete Gott. nütze. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig, ste suchet nicht das Ihre, sie lässet sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht dec Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit. Sie verträget alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe hört nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weisfagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war flug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge, da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was findisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Angesicht zu Angesichte. Jezt erkenne ich's stückweise, dann aber werde ich es erkennen, gleich wie ich erkennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Epistel, 1. Cor. 13, v. 1-13. Wenn ich mit Menschen und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheim- Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber nisse und alle Erkenntniß, und dieLiebe ist die größeste unter ihnen bätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe mei= nen Leib brennen, und hätte der 1 Evangel. am 1. Sonnt. in der Fasten ( Invocavit), Matth. 4, v. 1-11. Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführet, auf daß er von dem Teufel versucht würde. 17 Am 2. Sonntage in der Fasten. Und da er vierzig Tage und lich die Gnade Gottes empfahet, vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diefe Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: 68 stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht von Brod allein, son dern von einem jeglichen Wort, daß durch den Mund Gottes gehet. Da führte ihn der Teu: fel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels. Und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über die Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch ges schrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigete ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit. Und sprach zu ihm: dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest: Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Tenfel, und stehe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Laffet uns aber niemand irgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde, sondern in allen Dingen lasset uns beweisen, als die Diener Gottes in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöthen, in Aengsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geiste, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte, als die Verführer, und doch wahrhaftig, als die Unbekannten, und doch bekannt, als die Sterbenden, und siehe wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet. Als die Traurigen, allezeit aber fröhlich, als die Armen, aber die doch viel reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. Evangel. am 2. Sonn. in der Faſten ( Reminiscere), Matth.15, v. 21-28. Epistel, 2. Cor. 6, v. 1-10. Wir ermahnen aber euch, als Mithelfer, daß ihr nicht vergeb. Und Jesus ging aus von dannen und entwich in die Gegend Tyrus und Sydon. Und stehe, ein cananäisch Weib ging aus derselbigen Grenze, und schrie 2 18 ihm nach und sprach: Ach Herr, du Sohn David, erbarme dich mein; meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schafen von dem Hause Israel. Sie fam aber, und fiel vor ihm nieEvangel. am 3. Sonn. in der Fasten ( Oculi), Luc. 11, v. 14-28. der und sprach: Herr, hilf mir. Und er trieb einen Teufel aus, Aber er antwortete und sprach: der war stumm, und es geschahe, Es ist nicht fein, daß man den da der Teufel ausfuhr, da redete Kindern ihr Brod nehme, und der Stumme, und das Volk ver: werfe es vor die Hunde Sie wunderte sich. Etliche aber unsprach: Ja Herr, aber doch essenter ihnen sprachen: Er treibet die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Weib, dein Glaube ist groß, dir geschehe, wie du willst. Und ihre Toch: ter ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel, 1. Thess. 4, v. 1-7. die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere. Ist denn Weiter lieben Brüder, bitten der Satanas auch mit ihm selbst wir euch, und ermahnen in dem uneins, wie will sein Reich beHerrn Jesu, nachdem ihr von stehen? dieweil ihr saget, ich uns empfangen habt, wie ihr treibe die Teufel aus durch Beel- 3 sollet wandeln, und Gott gefalzebub. So ich aber die Teufel len, daß ihr immer völliger wer= det. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kömmt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewah, ret, so bleibet das Seine mit SAN TE Am 3. Sonntage in der Fasten. mile in der Lustseuche, wie die Hei den, die von Gott nichts wissen. Und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat und nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Am 4. Sonntage in der Fasten. 19 zustehet: auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn Frieden; wenn aber ein stärke-| sagt werden, wie den Heiligen rer über ihn kömmt, und über windet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandert er dürre Stätten, suchet Rube, und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, darauß ich gegangen bin. Und wann er kömmt, so findet ers mit Besemen gekehrt und ge: schmücket. Dann gehet er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da, und wird her: nach mit demselbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Volke die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen haft. Er aber sprach: Ja selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. MUTT Epistel, Ephes. 5, v. 1-9. So seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns geliebt hat, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Geiz laffet nicht von euch ge das sollt ihr wissen, daß fein Hurer noch Unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Gözen= diener), Erbe hat an dem Reiche Christi und Gottes. Laffet euch niemand verführen mit vergeb lichen Worten, denn um dieser Willen fömmt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitge= nossen Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht aber des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Wahrheit. Evangel. am 4. Sonnt. in der Fasten ( Lätare), Joh. 6, v. 1-15. Darnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tybe:= rias in Galiläa, und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit sei= nen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volks zu ihm kömmt, und spricht zu Philippo: Wo faufen wir Brod, daß diese effen?( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er er wußte wohl, was er thun wollte). Philippus antwortete ihm: Zweihundert Pfennige werth Brodes 2* 20 Am 5. Sonntage in der Fasten. ist nicht genug unter sie, daß von der Freien ist durch die ein jeglicher ein wenig nehme. Verheißung geboren. Die Worte Spricht zu ihm einer seiner Jün bedeuten etwas, denn das sind ger, Andreas, der Bruder Si: die zwei Testamente, eins von. monis Petri: es ist ein Knabe dem Berge Sinai, das zur Knechthie, der hat fünf Gerstenbrode schaft gebieret, welches ist die und zween Fische, aber was ist Agar. Denn Agar heißt in das unter so viele? Jesus aber Arabia der Berg Sinai, und sprach: Schaffet, daß sich das langet bis gen Jerusalem, daß Volk lagere. Es war aber viel zu dieser Zeit ist, und ist dienstGras an dem Ort. Da lager: bar mit seinen Kindern. Aber ten sich bei fünftausend Mann. das Jerusalem, das droben ist, Jesus aber nahm die Brode, das ist die Freie, die ist unser dankte und gab sie den Jüngern, aller Mutter. Denn es stehet die Jünger aber denen, die sich geschrieben: sei fröhlich du Ungelagert hatten. Desselbigen fruchtbare, die du nicht gebierest, gleichen auch von den Fischen, und brich hervor und rufe, die wie viel er wollte. Da sie aber du nicht schwanger bist. Denn satt waren, sprach er zu seinen die Einsame hat viel mehr KinJüngern: Sammlet die übri: der, denn die den Mann hat. gen Brocken, daß nichts um- Wir aber, lieben Brüder, find fomme. Da sammelten sie, und Isaaks, nach der Verheißung fülleten zwölf Körbe mit Brocken, Kinder. Aber gleich wie zu der von den fünf Gerstenbroden, Zeit, der nach dem Fleisch gedie überblieben denen, die geboren war, verfolgete den, der speiset wurden. Da nun die nach dem Geist geboren war, Menschen das Zeichen saben, daß Aber Jejus that, sprachen sie: Das Stoß ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kom men würden und ihy haschen, daß sie ihn zum Könige mach ten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst alleine. also gehet es jetzt auch. was sagt die Schrift? die Mago hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Epistel, Gal. 4, v. 22-31. Denn es stehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den audern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber 12 Evangel. am 5. Sonnt. in der Fasten ( Judica), Joh. 8, v. 46-59. Jesus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeiben? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glanbet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Am Palmsonntage. 21 Gottes Wort; darum höret ihr| sprach zu ihnen: Wahrlich, wahr: nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe feinen Teufel, sondern ich ehre lich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hu ben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus. meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Shre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: so Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht seben ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben, und die Bropheten, und du sprichst: So Je: mand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewig. lich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestor ben ist, und die Propheten sind gestorben? Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sei euer Gott, und kennet ihn nicht, ich aber kenne ihn. Und so ich würde fagen, ich kenne fein nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seid. Aber ich kenne ibn und halte sein Wort. Abraham, euer Vater ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er fahe ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? Jesus Epistel, Hebr. 9, v. 11-15. Christus aber ist kommen, daß er sei ein Hoherpriester der zufünftigen Güter durch eine gröBere und vollkommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also ge= bauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eignes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche von der Kuh ge= sprenget, beiliget die Unreinen 3 der leiblichen Reinigkeit, wie viel mehr wird das Blut Chrifti, der sich selbst ohne allen Wan= del, durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werfen, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertreten, die un= ter dem ersten Te, cament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Evangelium am Palmsonntage, ni Matth. 21, v. 1-9. m Da sie nun nahe bei Jerusa= fem famen, gen Bethphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Am grünen Donnerstage. 22 Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald wer: det ihr eine Eselin finden ange: bunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch Jemand et= was sagen wird, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß er füllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin, und thaten, wie ih nen Jesus befohlen hatte. Und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg. Die andern hieben Zweige von den Bäumen, und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn David! gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Host anna in der Höhe! FOTOFRIME Stom Epistel, Phil. 2, v. 5-11. Ein jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war. Welz cher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle Knice derer, die im Himmel und auf Erden, und unter der Erden sind; und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Got: tes des Vaters. Evangelium am grünen Donnerstage, Joh. 13, v. 1-15. Bor dem Feste aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit gekommen war, daß er auß dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth in das Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war, und zu Gott ging; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Am heiligen Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber bernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so haft du kein Theil an mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißt mich Meister und Herr, und saget recht daran: denn ich bin es Jotstand auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße ge: waschen habe, so sollet ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. -193 Epistel, 1 Cor. 11, v. 23-32. Ich habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gege: ben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er ver= rathen ward, nahm er das Brod, dankete und brach es, und sprach: Nehmet, effet, das ist mein Leib, 10 23 Ostertage. ZINE der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächt= niß. Desselbigen gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmabt, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in mei nem Blute; solches thut, so oft ihr es trinfet, zu meinem Gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem Brod effet, und von diesem Keld trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brod isfet, oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brod und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isfet und trinfet, der isset und trinfet ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viel Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würz den wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn ge= züchtiget, auf daß wir nicht sammt der Welt verdammet werden. Evangelium am heiligen Ostertage, Marc. 16, v. 1-8. Da der Sabbat vergangen war, faufte Maria Magdalena, und Maria Jacobi, und Salome Specerei, auf daß sie fämen und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbate sehr frühe, da die Sonne Am heiligen Ostermontage. 24 aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wur: den gewahr, daß der Stein ab: gewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in daß Grab, und saben einen Jüngling zur rechten Hand sizzen, der hatte ein lang weiß Kleid an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: entsetzet euch nicht: Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, und ist nicht hie; siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin und saget es seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesaget hat. Und sie gingen schnell heraus und flohen von dem Grabe, denn es war sie Zittern und Entsetzen ankommen, und sagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Epistel, 1 Cor. 5, v. 7-8. Feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid' gleichwie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Oster lamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauer teige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und der Wahrheit. Evangel. am heiligen Ostermont., Luc. 24, v. 13-35. Und siebe, zween aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feldweges weit, deß Name heißt Emmaus, und ste redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschahe, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges, und seid so traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten vor Gott und allem Volk. Wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes, und ge= freuziget. Wir aber hoffeten, über das alles ist heute der dritte er sollte Ifracl erlösen. Und Tag, da solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Am 1. Sonntage nach Ostern. 25 Und er sprach zu ihnen: O ihr mit der Wahrheit, daß Gott Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Pro: pheten geredet haben. Mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und sing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie famen nahe zum Flecken, da sie hin: gingen, und er stellete sich, als wollte er fürder geben. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, danfete, brachs, und gabe ihnen. Da wurden ihre Augen net, und erkenneten ihn. er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und nie standen auf zu derselbigen Stunde, kehreten wieder gen Jerusalem und fanden die eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche iprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simoni er= schienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre, an dem, da er das Brod brach. die Person nicht ansiehet; son= dern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum, wel, cher ist ein Herr über alles. Die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und ange= gangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte. Wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gefalbet bat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umbergezogen ist, und hat wohl gethan, und gesund ge= gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott geöff- war mit ihm. Und wir sind Und Zeugen alles deß, daß er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet und an ein Holz gehangen. Denselbigen bat Gott aufermecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. Epistel, Apost. Geſch. 10, v. 34-41. Petrus aber that seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich Evangel. am 1. Sonntage nach Oſtern ( Quasimod.), Joh. 20, v. 19-23. 2010 Am Abend aber, desselbigen Sabbats, da die Jünger versammelt und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein, und spricht zu 26 Am 2. Sonntage nach Ostern. ihnen: Friede fei mit euch! bet an den Sohn Gottes, der Und als er das fagete, zeigete er seine Hände und seine Sei: ten. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn fasahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater ge= sandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Neh= met hin den heiligen Geist; wel: chen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und wel: chen ihr sie behaltet, denen sind te behalteng durings in a hat solches Zeugniß bei ihm. Evangelium am 2. Sonntage nach Ostern( Misericordias Domini), Joh. 10, v. 12-16. Ich bin ein guter Hirte: Gin guter Hirte läsfet sein Leben für die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, sichet den Wolf kommen und verlässet die Schafe und fleucht, und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber fleucht, denn er ist ein Miethling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und er= fenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater, und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören. Und wird eine Heerde und ein Hirte werden. shie milind HETS Epistel, 1 Joh. 5, v. 4-10. Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden bat, hat. Wer ist aber, der die Welt über: windet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ists, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Epistel, 1 Petri 2, v. 21-25. Geist ists, der da zeuget, daß Geift Wahrheit ist. Denn drei Denn dazu seid ihr berufen, sind, die da zeugen im Him- sintemal auch Christus gelitten mel: der Vater, das Wort und hat für uns, und uns ein Vorder heilige Geist, und diese drei bild gelassen, daß ihr sollt nach= sind eins. Und drei sind, die da folgen seinen Fußstapfen; wel= zeugen auf Erden: Der Geist und cher feine Sünde gethan hat, das Wasser und das Blut, und die ist auch kein Betrug in seinem drei sind beisammen. So wir Munde erfunden. Welcher nicht der Menschen Zeugniß anneh wieder schalt, da er gescholten men, so ist Gottes Zeugniß grö- ward, nicht drohete, da er litte; Ber, denn Gottes Zeugniß ist er stellete es aber dem heim, der das, daß er gezeuget hat von da recht richtet; welcher unsere seinem Sohne. Wer da glau- Sünde selbst geopfert hat an Am 3. Sonntage nach Ostern. 27 willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude sollNiemand von euch nehmen; und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hir ten und Bischofe eurer Seelen. Evangel, am 3. Sonnt. nach Ostern ( Jubilate), Joh. 16, v. 16-23. Heber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche un ter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er saget zu uns: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er faget, über ein Kleines? Wir wissen nicht. was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verfehret werden. Ein Weib, wenn ste gebieret, so hat sie Traurigfeit, denn ihre Stunde ist kom: men; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude Epistel, 1. Petri 2, v. 11-17. Lieben Brüder, ich ermahne euch als die Fremdlinge und BilEnthaltet euch von grime: fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von cuch afterreden, als von Ulebelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun all Seid unterthän aller menschden Tag kommen wird. lichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Nache über die Uebel= thäter, und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlihun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Evangel. am 4. Sonnt. nach Ostern ( Cantate), Joh. 16, v. 5-15. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und Niemand unter euch fraget mich: Am 4. Sonntage nach Ostern. 28 Wo gehest du hin? Sondern dieweil ich solches zu euch ge: redet habe, ist euer Herz voll Traurens worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kömmt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ih: zu euch senden. Und wann der= felbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde, um die Gerechtigkeit und HI das Gericht. Um Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich fort nicht mehr sehet. Um das Gericht, daß der Fürst die ser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr fönnets jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern, was er hören wird, daß wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verfündigen. Derselbige wird mich verklären, denn von dem Meinen wird ers nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: Er wirds von dem Meinen nehmen und euch verfündigen. Epistel, Jac. 1, v. 17-21. Alle gute Gabe, und alle vollfommene Gabe fommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Verände: rung, noch Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so feget ab alle Unsauberfeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Evangel. am 5. Sonnt. nach Osteru ( Rogate), Joh. 16, v. 23-30. Sahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird ers euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten. in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprüchwort geredet, es kommt aber die Zeit, da ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen: und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und fommen in die Welt: wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm Am Tage der Himmelfahrt Christi. 29 seine Jünger: Siehe, nun redest| gesehen hatten auferstanden. Und du frei heraus, und sagest kein er sprach zu ihnen: Gehet hin Sprüchwort. Nun wissen wir, in alle Welt und prediget das daß du alle Dinge weißest, und Evangelium aller Kreatur. Wer bedarfest nicht, daß dich jemand da glaubet und getauft wird, frage, darum glauben wir, daß der wird selig werden, wer aber du von Gott ausgegangen bist. nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödliches trinken, wirds ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sizzet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirfete mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Epistel, Jac. 1, v. 22-27. Seid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch nicht selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Angesicht im Spie: gel beschaut. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er davon, und vergiffet von Stund an, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gesetz der Freiheit, und darin beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich jemand unter euch läsfet dünfen, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, son dern verführet sein Herz, der Gottesdienst ist eitel. Ein reis ner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der, die Waisen und Wittwen in ihrem Trübſal beſuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangelium am Tage d. Himmelfahrt Christi, Marc. 16, p. 14-20. Bulegt, da die Eilfe zu Tische saßen, offenbarte er sich, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn Epistel, Apost. Gesch. 1, v. 1-11. Die erste Nede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von alle tem, das Jesus ansing, beides zu thun und zu lebren, bis an den Tag, da er aufgez nommen ward, nachdem er den Aposteln( welche er hatte er wählet), durch den heilBelchen Befehl gethan hatte. Geist er sich auch nach seinen Leiden lebendig erzeiget hatte durch mancherlei Erweisung, und ließ vierzig sich sehen unter ihnen Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl 30 Am 6. Sonntage nach Ostern. so er ihnen, daß sie nicht von Je, den werde vom Vater, der Geist rusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret ( sprach er) von mir. Denn Jobannes hat mit Wasser getauft, ihr aber solit mit dem heiligen Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, zusammen kommen waren, fragten ihn, und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft den heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wire, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf, vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siebe, da standen bei ihm zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ier, und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist auf: genommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangel. am 6. Sonnt. nach Ostern ( Eraudi), Joh. 15, v. 26, bis Sap. 16, v. 4. Wenn aber der Tröster kom men wird, welchen ich euch sen der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater, noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epistel, 1. Petri 4, v. 8-11. So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander, ohne Murmeln, und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gaben Gottes. So jemand redet, daß ers rede, als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß ers thue, als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde, durch Jesum Chrift, welchem sei Ghre und Gewalt, von Ewigfeit zu Ewigkeit. Amen. Am heiligen Pfingsttage. Evangelium am heil. Pfingsttage, Joh. 14, v. 23-31. Wer mich liebet, der wird mein Bort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir weren zu ihm kommen, und Wohaung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält mein Wort nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht nein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei Aber der zuch gewesen bin. Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wirds euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gebe zum Vater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ich euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun gescheben wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht viel mehr mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber, daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat. Stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. 31 Epistel, Apost. Gesch. 2, v. 1-13. Und als der Tag der Pfing= ften erfüllet war, waren sie alle 11nd einmüthig bei einander. es geschab schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewal: tigen Windes und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sabe an ihnen die Zungen zertheilet, als wären se feurig; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden. alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu predigen mit anderen Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschahe, kam die Menge zusammen, und wurden bestürzt: denn es hörete ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsegten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir dann ein jeglicher seine Sprache, dar= innen wir geboren sind? Vars ther und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Judäa, und Cappadocia, Bonto und Asia, Phrygia und Pamphilia, Egyp= ten und an den Enden der Lybien, bei Cyrenen, und Ausländer von Rom, Juden nnd Judengenossen, Creter und Araber, wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie d 40 32 Am Pfingstmontage. entsetzten sich alle, und wurden| gen und der Toden. Von dieirre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weines. sem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneiz dung, die mit Betro fommer. waren, entsetzten sich, daß aud auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward, denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleich auch wir? auch wir? Und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn. Evangelium am Pfingstmontage, Joh. 3, v. 16-21. Denn also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren wer der, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsterniß mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer Arges thut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht ge= straft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offen bar werden, denn sie sind in Gott gethan. Epistel, Apost. Gesch. 10, v. 42-48. Und der Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott, ein Richter der LebendiEvangel. am Sonntage Trinitatis, Joh. 3, v. 1-15. Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen, denn niemand kann die Zeichen thun, die du thuft, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrs lich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand von neuem geboren werde, fann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Am 1. Sonntage nach Trinitatis. werden. Mutter Leib gehen, und geboren. werden? Jesus antwortete: Wahr: lich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes fommen. Was vom Fleisch ge boren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsser von neuem geboren Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er fommt, und er kommt, und wohin er fährt. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwor: tete, und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, zeugen, daß wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekom: men ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Sange erhöhet hat, also muß oes Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. 33 Epistel, Röm. 11, v. 33-36. welch eine Tiefe des Reichthums, beides der Weisheit und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Rath= geber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen. Evangel. am 1. Sonnt. nach Trinit., Luc. 16, v. 19-31. Es war ein reicher Mann, der fleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen, doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoos, Der Reicheaber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und sahe Abraham von ferne, und Lazarum in feinem Schoos, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich) mein, und sende Lazarum, daß er das äußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und fühle meine Zunge, denn ich leide 34 Am 2. Sonntage nach Trinitatis. sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebet. So Jemand spricht: ich liebe Gott, und basset seinen Bruder, der ist ein Lügner, denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß er auch seinen Bruder liebe. od ne cun ju Evangel. am 2. Sonnt. nach Trinit., Luc. 14, b. 16-24. Vein in dieser Flamme. Abra-| denn die Furcht hat Bein; wer ham aber sprach: Gedenke Sohn, daß du dein Gutes empfangen haft in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft be: festiget, daß die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte mit ich dich, Vater, daß du ihn sen: dest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß sie dieselben hören. Graber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er aber sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auferstünde. mention emed neque Epistel, 1 Joh. 4, v. 16-21. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts, denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht ' n der Liebe, sondern die völlige QIT!! Hour Boo Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud viele dazu. Und sandte seinen Kuecht aus zur Stunde des Abendmahls zu sagen den Geladenen: Kommet, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker ge= fauft, und muß hinaus gehen und ihn besehen: ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jeßt hin, sie zu besehen: ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht fommen. Und der Knecht fam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Haus: herr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen und Krüp= Am 3. Sonntage nach Trinitatis. 35 befein. Und der Knecht sprach:| höreten. Und die Pharisäer und Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nöthige sie, berein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer feiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, und isset mit ihnen. Er aber sagte zu ihnen dies Gleichniß und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht laffe die neun und neunzig in der Wüsten und hingehe nach dem verlornen, bis daß ers finde? Und wenn ers funden hat, so leget ers auf seine Achseln mit Freuden. Und wann er heim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn und spricht zu ihnen Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf funden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut vor neun und neunzig Ge= rechten, die der Buße nicht be: dürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde. Und wenn sie ihn funden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen funden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Engeln Freude sein vor den Gottes über einen Sünder, der Buße thut. Epistel, 1 Joh. 3, v. 13-18. Berwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt haffet. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder basset, der ist ein Todt schläger, und ihr wisset, daß ein Todischläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zungen, sondern mit der That, und mit der Wahrheit. Colors) Evangel. am 3. Sonnt. nach Trinit., Luc. 15, v. 1-10. Es naheten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn Epistel, 1 Petri 5, v. 6-11. Co demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle 3* 36 Am 4. Sonntage nach Trinitatis. eure Sorgen werfet auf ihn, denn| des Balkens in deinem Auge er forget für euch. Seid nüchtecn wirst du nicht gewahr? Oder, und wachet: denn euer Wider- wie kannst du sagen zu deinem facher, der Teufel, gehet umher Bruder: Halt still, Bruder, ich wie ein brüllender Löwe und will den Splitter aus deinem suchet, welchen er verschlinge; Auge ziehen und du fichest selbst dem widerstehet fest im Glauben nicht den Balken in deinem Auge? und wisset, daß eben dieselbigen Du Heuchler, ziehe zuvor den Leiden über eure Brüder in der Balken aus deinem Auge und Welt gehen. Der Gott aber bestehe dann, daß du den Splitter aller Gnade, der uns berufen aus deines Bruders Auge ziehest. hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselben sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. dad Evangel. am 4. Sonnt. nach Trinit., Luc. 6, v. 36-42. met. Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdam: Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maß wird man in euren Schoos geben; denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht Beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge und Epistel, Röm. 8, v. 18-23. Denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sei, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitel, feit ohne ihren Willen, sondern um deßwillen, der sie unterwor fen hat auf Hoffnung Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens zu der Herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und ängs stet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, fehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unsers Leibes Erlösung. UTE Evangel. am 5. Sonnt. nach Trinit., iniuc. 5, v. 1-11. Es begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes und er stand am Am 6. Sonntage nach Trinitatis. See Genezareth, und sabe zwei Schiffe am See stehen, die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Netze: trat er in der Schiffe eins, welches Simonis war, und bat ihn, daß ets ein wenig vom Lande führete. Und er setzte sich und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet cure Neße aus, auf daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische und ihr Neß zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, daß sie kämen, und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Schiffe voll, also daß sie sanken. Da das Simon Petrus sabe, fiel er Jesu zu den Knieen und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken 37 Epistel, 1 Petri 3, b. 8-15. Endlich aber seid allesammt gleich gesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nichts Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen segnet und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen ererbet. Denn wer leben will, und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes, er suche Frieden, und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn stehet auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch Schaden könnte, so ihr dem Guten nachfommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht und erschrecket nicht. Hei= liget aber Gott den Herrn in euern Herzen. 122 Matth. 5, v. 20-26. STARP$ 12 ankommen, und alle, die mit Evangel, am 6. Sonnt. nach Trinit., ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit einander gethan hatten, desselbigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Zebedäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgeten ihm nach. Es sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht fommen. in das Himmelreich Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem 38 Am 7. Sonntage nach Trinitatis. Bruder zürnet, der ist des Ge-| wissen, daß unser alter Mensch richts schuldig. Wer aber zu sammt ihm gekreuziget ist, auf seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Raths schuldig. Wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Dar um, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei will fährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf at dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermal. einst überantworte dem Richter und der Richter überantworte dich dem Diener und werdest in den Kerker geworfen Ich sage dir, wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest 6789 daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertigt von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben wer: den und wissen, daß Chriftus, von den Todten auferwecket, hinfort nicht stirbet, der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn daß er gestorben ist, daß ist er der Sünde gestorben, zu einem mal, daß er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangel. am 7. Sonnt. nach Trinit., Marc. 8, v. 1-9. 3ud der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts zu effen, rief Jesus seine Jünger Epistel, Röm. 6. v. 3-11, bizuich, und sprach zu ihnen: Wisset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christum getauft sind, die sind in seinem Tod ge: tauft? So sind wir nun mit ihm begraben durch die Kaufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferwecket von den Toden durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm ge= pflanzt werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Aufer: stehung gleich sein. Dieweil wir Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharvet und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege ver= schmachten, denn etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Wo: her nehmen wir Brod hier in der Wüsten, daß wir ste sättigen? | Und er fragte sie, wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und ergebot dem Volk, daß sie sich auf die Erdes nach Trinitatis. 39 kleidern zu euch fommen; inwendig aber sind sie reissende Wölfe; an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen? oder Feigen von den Disteln? Also, ein jeglicher gute Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum fann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher in Baum, der nicht gute Früchte rdheld bringet, wird abgehauen, und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erfennen.( 88 werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel, Gs werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinen Namen geweisfaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben, haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten ge= than? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ibr Uebelthäter. TOR Am 8. Sonntage lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankete und brach sie und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vor legten; und sie legten dem Volt vor. Und hatten ein wenig Fisch lein, und er dankete und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt, und hoben die übrigen Brocken auf, eben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten, und er ließ sie von sich Epistel, Röm. 6, 19-23. Ich muß menschlich davon reden um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern, also begebet auch nun Glieder zum Dienst der Gerech tigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht, welcher ihr euch jetzt schämet? denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei, und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünde Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. eure Evangel, am 8. Sonnt. nach Trinit., sis Matth. 7, v. 15-23.dial Sehet euch vor vor den fal schen Propheten, die in Schafs Epistel, Nöm. 8, v. 12-17. So sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch feber, so werden ihr sterben müsz fen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn 40 Am 9. Sonntage nach Trinitatis. welche der Geist Gottes treibet, Hundert Tonnen Dels. Und die sind Gottes Kinder. Denu ihr habt nicht einen fnechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, son dern ihr habt einen findlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist gibt Zeugniß unserm Geiste, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Mit erben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, sege dich und schreib flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem Andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreib achzig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hatte, denn die Kinder dieser Welt sind flüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit gut dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. GAB THE Evangel. am 9. Sonnt. nach Trinit., Luc. 16, v. 1-9. Er sprach aber auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umbracht, und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir, graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und sprach zu dem Erften: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: " C Epistel, 1 Cor. 10, v. 6-13. Das ist aber uns zum Vor= bild geschehen, daß wir uns nicht gelüften lassen des Bösen, gleichwie jene gelüftet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jene Etliche worden, als geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch lasset uns nicht Hurerci treiben, wie Etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Laßt uns auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener Etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles 41 nehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten, und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an und hörete ihn. Am 10. Sonntage nach Trinitatis. widerfuhr ihnen( uns) zum Vor:| Schriftgelehrten und die Vorbilde. G3 ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt kommen ist. Darum, wer sich läsfet dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch feine, denn menschliche Versuchung betreten. Aber Gott ist getreu, der euch nicht läsfet versuchen über euer Vermögen, son dern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es fönnet ertragen. Somte Mi Evangel. am 10. Sonnt. nach Trinit., Lucas 19, v. 41-48. Gif Epistel, 1 Cor. 12, v. 1-11. Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen und hingegangen zu den stummen Götzen, wie ihr geführt wurdet. Darum thue ich euch fund, daß niemand Jesum versluchet, der durch den Geist Gottes redet, und niemand kann Jesum einen Herrn heißen obne durch den beiligen Geist. Es sind mancher= lei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Alles in Allem. In einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nugen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit, dem Andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube in demselbigen Geist; einem Andern die Gabe gefund zu machen in demselbigen Geist; einem Andern Wunder zu thun; einem Andern Weissagung; einem Andern Geister zu unterscheiden; einem Andern mancherlei Sprachen; einem Andern die Sprachen auszulegen. Dieß aber Alles wirket derselbige einige Beist, und Und als er nahe hinzu kam, sabe er die Stadt an, und weinete über sie, und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet, aber nun ists vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten und werden dich schleifen und feinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkennet hast die Zeit, darinnen du heimgesucht vist. Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und fauf ten, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habts gemacht zur Mördergrube. Und er lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Am 11. Sonntage nach Trinitatis. 42 theilet einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. H MUTUAN di air ins in Evangel. am 11.Sonnt. nachTrinit., 11o Lucas 18, v. 9-14. d Er sagte aber zu Etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die Andern, ein solches Gleichniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin, wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von Allem, was ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch; dieser ging hinab gerecht fertiget in sein Haus vor jenem, denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. das mint maritmes Epistel, 1 Cor. 15, v. 1-10. Ich erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr euch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden nach der Schrift; und daß er begraben sei und daß er auferstanden ſei am dritten Tage nach der Schrift Und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen: Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, deren noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jakobo, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach Allen, ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnaden bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, son: dern ich habe vielmehr gearbeitet, denn sie alle, nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist, od jun sio Rind med bin va Evangel. am 12. Sonnt. nach Trinit., Marcus 7, v. 31-37. Und da er wieder ausging von den Grenzen Tyri und Sidon, fam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er Am 13. Sonntage nach Trinitatis. 43 mehr hat das Amt, das die Ges rechtigkeit prediget, überschweng liche Klarheit: 1,6ld domisdinge 39 Evangel am 13. Sonnt. nach Trin., Luc. 10, v. 23-37. nahm ihn von dem Volk beson-| niß prediget, Klarheit bat, viel ders, und legte ihm die Fingerin die Ohren, und spüßete, und rührte seine Zunge, und sabe auf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephata; das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es nie: mand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbrei teten, und verwunderten sich über die Maaße und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. A7 200 Epistel, 2. Cor. 3, v. 4-9. Ein solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott; welcher uns auch tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe töd: tet, aber der Geist machet leben dig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben törtet, und in die Steine ist gebildet, Klar beit hatte, als daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mose un der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufböret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, daß den Geist gibt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die VerdammUnd er wandte sich zu seinen Jüngern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viel Provheten und Könige wollen sehen, das ihr sebet. und habens nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und habens nicht gehöret. Und siebe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Ev sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe, und deinen Nächsten, als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet. Thue dae, Er aber so wirst du leben. wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus, und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinab 44 Am 14. Sonntage nach Trinitatis. zog, und ha er ihn sabe, ging| das Gesez aufhören, welches geer vorübey Desselbigen gleichen geben ist über vierhundert und auch ein voit, da er kam bei dreißig Jahr hernach. Denn so die Stätt und sahe ihn, ging das Erbe durch das Gesetz er= er vorüber. Sin Samariter aber worben würde, so würde es nicht reisete und kam dahin, und dadurch Verheißung gegeben; Gott er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Del und Wein und bob ihn auf sein Thier und führte ihn in die Herberge und plegete sein. Des andern Tages reisete er und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirthe und sprach zu ibm: Pflege sein und so du was mehr wirst darthun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wie: der komme. Welcher dünkt dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gebe hin und thue desgleichen. aber hat es Abraham durch Vers heißung frei geschenket. Was soll denn das Gesetz?( S8 ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Saame käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand, des Mittlers. Gin Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? ift denn das Geseg wider Gottes Verheißung? Das sei ferne. Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da fönnte lebendig machen, so käme die Gerechtigfeit wahrhaftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Epistel, Gal. 3, v. 15-22. Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: ver: achtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestä: tiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Verhei: Bung Abrahä und seinem Saamen zugesagt. Er spricht nicht: durch die Saamen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Saamen, welcher ist Christus. Ich sage aber Ich sage aber davon: das Testament, das von Gott zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, 10 Evangel. am 14. Sonnt. nach Trin., Luc. 17, v. 11-19. Und es begab sich, da er reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samariam und Galiläam. Und als er in einen Markt ging. begegneten ihm zehn aussäßige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er | sie sahe. sprach er zu ihnen: daß die Verheißung sollte durch Gehet hin und zeiget euch den Am 15. Sonntage nach Trinitatis. Priestern. Und es geschabe, da| lichkeit, Gütigkeit, Glaus jie bingingen, wurden sie rein. muth, Keuschheit. Wh Giner aber unter ihnen, da er ist das Gesetz nicht. 23e sahe, daß er gefund worden war, Christo angehören, d fehrete er um und preisete Gott gen ihr Fleisch sammt mit lauter Stimme. Und fiel sten und Begierden. auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankete ihm, und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner funden, der wie der umkehrete und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe bin, dein Glaube hat dir geholfen. molle 5 blo Evangel, am 15. Sonnt. nad Matth. 6, v. 24-3 Niemand kann zween dienen; entweder er wit hassen und den andern oder er wird einem anhan den andern verachten. I net nicht Gott dienen u Mammon. Darum sage i Sorget nicht für euer was ihr essen und trinkel det, auch nicht für eurer was ihr anziehen werdei nicht das Leben mehr, de Speise? Und der Leib Denn die Kleidung? Sel Vögel unter dem Himm sie säen nicht, sie ernten ste sammeln nicht in die nen, und euer himmlischer ernähret sie doch. Seid ih nicht viel mehr, denn sie? ist unter euch, der, seiner eine Elle zusetzen möge er gleich darum forget? warum sorget ihr für die dung? Schauet die Lilien dem Felde, wie sie wachser arbeiten nicht, auch spinne nicht. Ich sage euch, daß Salomo in aller seiner lichkeit nicht bekleidet gewese als derselben Eins. Sta Gott das Gras auf die also kleidet, das doch ein und morgen in den iche Epistel, Gal. 5, v. 16-24. Ich sage aber, wandelt im Geiste, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüftet wider den Geist, und der Geist wider das Fleisch. Dieselbige sind wider cinander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Un= reinigkeit, Unzucht, Abgötteref, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor ge= sagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freund Am 16. Sonntage nach Trinitatis. fen wird: sollte er das nicht, tragen. Der aber unterrichtet Imehr euch thun? DihrKlein- wird mit dem Wort, der theile äubigen! Darum sollt ihr nicht mit allerlei Gutes dem, der ihn rgen und sagen: Was werden unterrichtet. Irret euch nicht, wir essen? Was werden wir Gott läßt sich nicht spotten, denn trinfen? Womit werden wir uns was der Mensch säet, das wird fleiden? Nach solchem allen trach. er ernten. Wer auf sein Fleisch ten die Heiden; denn euer himm fäet, der wird von dem Fleisch lischer Vater weiß, daß ihr deß das Verderben ernten. Wer aber alles bedürfet. Trachtet am auf den Geist säet, der wird ersten nach dem Reiche Gottes von dem Geist das ewige Leben und nach seiner Gerechtigkeit, ernten. Laßt uns aber Gutes so wird euch solches alles zufallen. thun und nicht müde werden; Darum forget nicht für den denn zu seiner Zeit werden wir andern Morgen, denn der mor= auch ernten ohne Aufhören. Als gende Tag wird für das Seine wir denn nun Zeit haben, ſo sorgen. Es ist genug, daß ein jeg- lasset uns Gutes thun an Jeder-= licher Tag seine eigene Plage habe, mann, allermeist aber an den Glaubensgenossen. Epistel, Gal. 5, v. 25 bis Cap. 6, v. 10. mids So wir im Geiste leben, so faßt uns auch im Geist wandeln. Laßt uns nicht eitler Ehre geizig sein. unter einander uns zu entrüsten und zu bassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich feid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Giner trage des andern Last, so werdet ihr das Geseß Christi erfüllen. So aber sich Jemand läßt dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein Jeglicher aber prüfe sein selbst Werk, und dann wird er an ihm felbe zuvuhm haben und nicht an um, andern. Denn ein Jeghe Vervird seine eigene Last r Evangel. am 16. Sonnt. nach Trinit., Luc. 7, v. 11-17. Mo Und es begab sich darnach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging, und seiner Jünger gingen viel mit ihm und vieles Volk. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Wittwe, und vieles Volk aus der Stadt ging mit ihr. Und, da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührete den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Todte richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht 47 Trinitatis. Am 17. So Luc. 14, v. 1-11. an, und priesen Gott und spra-| Evangel. am 17.Sonnt. nach Trinit, chen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott bat sein Volk beimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. D 18:41 12 Epistel, Ephes. 3, v. 13-21. Darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsal willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Der halben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über Alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erken: nen, daß Christum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen; auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun fann über Alles, was wir bitten oder verstehen' nach der Kraft, die da in uns wirket: Dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Chrifto Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbat, das Brod zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siche, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilete ihn, und ließ ihn gehen und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn Sabbattage? herauszieht am und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten, oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sehe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müsseft dann mit Schaam unten an dann Sondern, wenn du ge izen laden wirst, so gehe hin, und setze dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf; dann wirst du Ghre haben vor denen, die mit dir zu Tische sigen Denn wer sich 48 Am 18. Sonntage nach Trinitatis. selbst erhöhet, der soll erniedriget, die Pharisäer bei einander waren, werden; und wer sich selbst er= fragte sie Jejus, und sprach: niedriget, der soll erhöhet werden. Wie dünkt euch um Christo? Wej Sohn ist er? Sie sprachen: Davids, Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er saget: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Sezze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten und durfte auch Niemand von dem Tage an binfort ihn fragen. Epistel, Ephes. 4, v. 1-6. So ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sichs gebührer eurem Beruf, darin ihr berufen seid mit aller Demuth und Sanftmutb, mit Geduld und vertraget Einer den Anden in der Liebe und seid fleißig zu balten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf allers lei Hoffnung eures eures Berufes. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater ( unser) Aller, der da ist über euch Alle und durch euch Alle und in euch Allen. Epistel, 1 Cor. 1, v. 4-9. Ich rank: meinem Gott allezeit eurenthalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkenntniß, wie denn die Predigt von Chrifto in cuch kräftig worden ist, aso, daß ihr feinen Mangel habt an irgend Evangel. am 18. Sonnt. nach Trinit., Matth. 22, v. 34-46. afi Da aber die Pharisäer hörten, daß er den Sadducäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie einer Gabe, und wartet auf die sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, wel- Offenbarung unsers Herrn Jesu ches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüth. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. In diesen zwei Geboten hanget das ganze Gejezz und die Propheten. Da nun Christi. Welcher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid, auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft/ seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Evangel. am 19.Sonnt, nachTrinit., Matth. 9, v. 1-8. Da trat er in das Schiff und fuhr wieder herüber und fant Am 20. Sonntage nach Trinitatis. 49 3orn untergehen. Gelet auch nicht Raum dem Lästerer, Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. in seine Stadt. Und siehe, da| laffet die Sonne nicht über eurem brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da uun Jesus ihren Glauben sabe, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getroft, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf und wandle? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen sobn Macht habe auf Erden, die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stebe auf, hebe dein Bett auf, und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sabe, verwunderte es sich, und preisete Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. D3 Epistel, Ephes. 4, v. 22-28. So leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geifte eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in recktschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Dar um leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein Jeg= licher mit seinem Nächsten, sinte: mal wir untereinander licen Evangel. am 20. Sonnt. nach Trin. Matth. 22, v. 1-14. standa Und Jesus antwortete, redete abermal durch Gleichni zu ihnen, und sprach: Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte. Und sandte seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit ruften, und sie wollten nicht kommen. Aber mal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen, siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles ist bereit, kommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da daß derkönig hörete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und 3a zündete ihre Stadt an. sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gehet hin auf Am 21. Sonntage nach Trinitatis. gingen aus auf die , und brachten zusam. en ste fanden, böse und und die Tische wurden 1. Da ging der König die Gäste zu besehen, he allda einen Menschen, te kein hochzeitlich Kleid er sprach zu ihm: Freund, st du herein gekommen ast doch kein hochzeitlich n? Er aber verstummete. rach der König zu seinen n: Bindet ihm die Hände üße und werset ihn in Berste Finsterniß hinaus, d sein Heulen und ZähnDenn viele sind be aber wenig sind außern. tel, Ephes. 5, v. 15-21. ehet nun zu, wie ihr vorlich wandelt, nicht als die isen, sondern als die Wei= Und schicket euch in die denn es ist böse Zeit. Darverdet nicht unverständig, en verständig, was da sei Berrn Wille. Und saufet nicht voll Weins, daraus unordentlich Wesen folget, rn werdet voll Geistes. Und untereinander von Psalmen Lobgesängen, und geistlichen ern, singet und spielet dem n in eurem Herzen. Und Dank allezeit für alles, t und dem Vater in dem en unfers Herrn Jesu Christi. Und seid untereinander untertban in der Furcht Gottes. Evangel. am 21. Sonnt. nach Trin., Joh. 4, v. 47-54. Und es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu Capernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläa, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab käme, und hülfe seinem Sohne; denn er war todtfrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und inden er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläa kam. Epistel, Ephef. 6, v. 10-17. Zuletzt, meine Brüder, seid starf in dem Herrn, und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die liftigen 51 Am 22. Sonntage nach Trinitatis. Anläufe des Teufels. Denn wir| Geduld mit mir, ich will di haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Für sten und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr, wann das böse Stündlein kommt, Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit; und an Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet den. Schild des Glaubens, mit wel: chem ihr auslöschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. alles bezahlen. Da jammerte der Herrn desselbigen Knechts, unt ließ ihn los, und die Schulz erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches saben, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlaffen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis. daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehler. din Evangel. am 22. Sonnt. nach Trin., Matth. 18, v. 23-35. Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr ver= kaufen ihn und sein Weib und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da siel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Epistel, Phil. 1, v. 3-11. Ich danke meinem Gott, so oft ich eurer gedenkeit 52 Am 23. Sonntage nach Trinitatis. allezeit thue in allem meinem| und du fragest nach Niemanden, Gebet für euch alle, und thue denn du achtest nicht das Andas Gebet mit Freuden), über sehen der Menschen. Darum eurer Gemeinschaft am Evangelio, sage uns, was dünket dich? Ist vom ersten Tage an bisher. Und es recht, daß man dem Kaiser bin desselben in guter Zuversicht, Zins gebe oder nicht? Da nun daß, der in euch angefangen hat Jesus merkte ihre Schalkheit, das gute Werk, der wird es sprach er: Ihr Heuchler, was auch vollführen, bis an den Tag versuchet ihr mich? Weiset mir Jesu Christi. Wie es denn mir die Zinsmünze. Und sie reichten billig ist, daß ich dermaßen von ihm einen Groschen dar. Und euch allen halte; darum, daß ich er sprach zu ihnen: Weß ist das euch in meinem Herzen habe, Bild und die Ueberschrift? Sie. in diesem meinem Gefängniß, sprachen zu ihm: Des Kaistrs. darinnen ich das Evangelium Da sprach er zu ihnen: So verantworte und bekräftige, als gebet dem Kaiser, was des die ihr alle mit mir der Gnade Kaisers ist, und Gott, was theilhaftig seid. Denn Gott ist Gottes ist. Da sie das höreten, mein Beuge, wie mich nach euch verwunderten sie sich und ließen allen verlanget von Herzens- ihn, und gingen davon. grund in Jesu Christo. Und daselbst um bete ich, daß eure. Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung; daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig, bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen in euch, zur Ehre und Lobe Gottes. Evangel, am 23. Sonnt. nach Trin., Matth. 22, v. 15-22. Da gingen die Pharisäer hin, hielten einen Rath, wie sie ihn fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, sammt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, Epistel, Phil. 3, v. 17-21. Folget mir, lieben Brüder, und fehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn Vicle wandeln, von wel. chen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, desHerrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirfung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Am 24. Sonntage nach Trinitatis. 53 Evangel. am 24. Sonnt. nach Trin.,| Daß ihr wandelt würdiglich dem Matth. 9. v. 18-26. Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werfen, und wachset in der Erfenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiz lichen im Licht. Welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns versetzet in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, näm= lich die Vergebung der Sünden. Da er solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um und sahe sie, und sprach: Sei getrost meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gefund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und fahe die Pfeiffer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläst. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht rscholl in dasselbige ganze Land. ymyon thim Epistel, Col. 1, v. 9-14. Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wirs gehört haben, hören wir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, deß ihr erfüllet werdet mit Erfenntniß seines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand. Evangel. am 25. Sonnt. nach Trin., Matth. 24, v. 15-28. Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, davon. gesagt ist durch den Bropheten Daniel, daß er stehet an der heiligen Stätte,( wer da lieset, der merke darauf). Alsdann fliehe auf die Berge, wer im Jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbat. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nie gewesen ist, von Anfang der Welt bis her, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Fan i 54 Am 26. Sonntage nach Trinitatis. hernieder kommen vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerücket werden in den Wolfen, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten untereinander. würden verkürzet, so würde kein| und mit der Posaunen Gottes Mensch selig: Aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, so sollt ihrs nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Pro: pheten aufstehen, und große Zei: chen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum ( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvorgesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüsten, so gehet nicht hinaus; siebe, er ist in der Kammer, so glaubets nicht. Denn gleich wie der Blizz ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Men schen Sohns. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Epistel, 1 Thess. 4, v. 13-18. Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid, wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben, und auferstanden ist, so wird Gott auch die, so entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden. denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels, Evangel. am 26. Sonnt, nach Trin., Matth. 25, v. 31-46. Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlich: keit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sißen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihrGesegneten meines Vaters ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Unbeginn der Welt Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten, und sagen: nach Trinitatis. Am 27. Sonntage Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? Oder durstig, und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget? Oder nackt und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesetzen, und sind zu dir kommen? Und der König wird antworten, und sagen zu ihnen: Wahrlich ich fage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen gering sten Brüdern, daß habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen Epistel. 2 Thess. 1, v. 3-10. Wir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist, denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns eurer rühmen unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trübfalen, die ihr duldet; welches anzeigt, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über m zu denen zur Linken: Gehet hinchem ihr auch leidet. Nachdem von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin Ich krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten, und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackt, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht ge dienet? Dann wird er ihnen antworten, und sagen: Wahrlich, ich jage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen das habt auch nicht gethan. Und sie wer= den in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. es recht ist bei Gott, zu vergel= ten Trübsal denen, die euch Trübsal anlegen, euch aber, die ihr Trübfal leidet, Ruhe mit uns, wann nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel, sammt den Engeln seiner Kraft, mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Chrifti. Welche werden Bein leiden, das ewige Verderben von dem Angesicht des Herrn, und von seiner herrlichen Macht; wann er fommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen, und w underbar mit allen Gläubigen. Den unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubt. Evangel, am 27. Sonnt. nach Trin., Matth. 25, v. 1-13. Dann wird das Himmelreich gleich fein gehen ungfrauen, Am 27. Sonntage nach Trinitatis. ihre Lampen nahmen, und en aus, dem Bräutigam ent: n. Aber fünf unter ihnen en flug, und fünf waren icht. Die thörichten nahmen Lampen, aber sie nahmen aber sie nahmen t Del mit sich. Die klugen e nahmen Del in ihren Geen, sammt ihren Lampen. nun der Bräutigam verzog, rden sie alle schläfrig, und schliefen Zur Mitternacht aber rd ein Geschrei: siehe, der äutigam kommt, gehet aus, entgegen. Da standen diese ngfrauen alle auf, und schmücki ihre Lampen. Die thörichten er sprachen zu den klugen: ebet uns von eurem Dele, denn sere Lampen verlöschen. Da tworteten die klugen, und rachen: Nicht also, auf daß icht uns und euch gebreche; het aber hin zu den Krämern nd kaufet für euch selbst. Und a fie bingingen zu kaufen, fam er Bräutigam, und welche bereit paren, gingen mit ihm hinein inein zur Hochzeit, und die Thüre ward versaziossen. Zuletzt kamen auch die anderen Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf. Er antwortete aber Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage uch, ich kenne euer nicht. Dar am wachet, denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Epistel, 1 Theff. 5, v. 1-11. Von den Zeiten aber und Stunden, lieben Brüder, ist nicht noth euch zu schreiben, denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen, wie ein Dieb in der Nacht. Denn wann sie werden sagen: es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird ste das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwanger Weib, und werden nicht ent= fliehen. Ihr aber, lieben Brüder, seid nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Ihr seid allzumal Kinder des Lichts, und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsterniß. So laßt uns nun nicht schlafen, wie die andern, sondern lasset uns wachen und nüchtern sein. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern sein, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit. Denn Gott hat uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu be= sigen, durch unseren Herrn Jesum Christum, der für uns gestorben ist, auf daß, wir wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnet eva) untereinander, und bauet ener den andern, wie ihr den thut. 15. ches 1 entimetres Blue WHITE 444 4 6 17 5 Cyan Farbkarte# 13 3 Green 8 Yellow 19 4 110 1₁1 Red 12 LO 5 14 13 Magenta 14 CO 6 15 White 16 17 M 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8