6. Hohnbaum. 1961 央 央 施 prac Gb 1590 55 Roi Ze& Ermmarch Ing 200 거 pehlern. Fürstl. Nassauisches neues verbessertes Gefangbuch zur Beförderung hany iv. Tent der öffentlichen und häuslichen Erbauung. Saarbrücken, 1859. Druck und Verlag von Georg Pfeiffer. CB 1590 napoli 10 Univ.- Bibl. Giessen me phopur dini mogu pom Son mal d sid mont me soft Vorrede. Da das Singen christlicher Lieder ein wichtiges und nützliches Stück unseres vernünftigen Gottesdienstes ist; so ist auch nöthig, dem Christen Lieder in die Hände zu geben, welche zur Unterhaltung einer christlichen Andacht geschickt sind; solche Lieder nämlich, welche die biblischen Wahrheiten unserer heiligen Religion in einer faßlichen ungekünstelten Sprache so vortragen, daß der Verstand dabei etwas denken, und das Herz zu christ lichen Empfindungen sich erheben kann. In den älteren Sammlungen unserer Kirchengesänge stehen neben manchen herrlichen kraftvollen Liedern auch sehr viele trockne und schlechte, welche, bei der redlichen frömmsten Absicht, die man ihren Verfassern nicht abspricht, doch voll matter spielender Gedanken und unbedeutender niedrigen Ausdrücke, überhaupt aber in einer Sprache des Alterthums gedichtet sind, die für feinere Ohren eines aufgeklärten Zeitalters zu rau und bisweilen auch unverständlich ist: wodurch dann die Andacht oft gehindert, und dem Leichtsinnigen auch mancher Anlaß zur Spötterei gegeben wird. Nun ist zwar einem großen Theil der Menschen jedes alte Herkommen so heilig, daß sie aus Unverstand und frommer Einfalt auch murren, wenn man ihnen anstatt einiger alten schlechten Lieder, die doch Vorred c. ganz ungesungen und ungelesen, ohne Nußen im Buche da standen, neue und bessere gibt; und aus dieſem Grunde finden die Gesangbuchsverbesserungen noch im mer eigensinnige Widersprecher. Aber dagegen freuen sich Liebhaber des vernünftigen Gottesdienstes, und sehen es als einen besondern Segen unserer Zeiten an, daß die besten Dichter uns mit neuen und guten geistlichen Liedern versorgt haben; und daß christliche Obrigkeiten sichs angelegen sein lassen, durch verbesserte Gesangbücher dem Gottesdienste der Christen mehr Anmuth, Würde und Nutzbarkeit zu verschaffen. Viele Provinzen Deutschlands genießen schon mit Dank und Freude dieses Glück verschönerter Gottesdienste: und durch weise und gnädige hohe Veranstaltung ist nun auch in den Fürstl. Nassauischen Landen für dieses Bedürfniß der christlichen Gemeinen gesorgt, und gegenwärtiges neue verbesserte Gesangbuch eingeführt worden. Man hat in demselben die besten und bekanntesten Lieder des alten Gesangbuchs, mit weniger Veränderung, um so mehr beibehalten, weil dieselben bei der öffentlichen und häuslichen Andacht unserer Christent beinahe klassisch geworden sind. Ausser diesen aber ist noch eine stärkere Anzahl neuer Lieder, theils aus andern schon verbesserten Gesangbüchern, theils aus einzelnen kleineren Sammlungen geistlicher Gedichte von bekannten und unbekannten Dichtern, zusammengelesen, und bei dem allen vorzüglich darauf gesehen worden, solche Lieder zu liefern, deren Inhalt und Ausdruck jedem christlichen Menschenverstande faßlich, und jedem guten Herzen rührend sein könnte. Auch hat man, zur Vermeidung aller Unbequemlichkeiten, die gewöhnlichen und bekannten Melodien beibehalten. Und wenn drei oder vier neue vorgekommen, so sind solche, wie man sie von der Hand großer Meister der Sing Vorrede. kunst im Druck hat, schon öffentlich bekannt; und können jedem Vorsänger oder Organisten leicht mitgetheilt werden. Was den Plan oder die innere Einrichtung des Buchs und Anordnung der Lieder betrifft, so zeigt der hier beigefügte Inhalt, daß nach den Liedern über die vornehmsten Stücke der christlichen Glaubens- und Sittenlehre, noch eine beträchtliche Anzahl von solchen Gesängen geliefert worden, welche in den verschiedenen Zeiten und Vorfällen des Lebens für die Andacht brauchbar sind, und dem Christen, der seine Religion nicht blos in der Kirche lassen, sondern sie auch auf dem Wege des Lebens brauchen will, zu christlicher Gesinnung und Zufriedenheit beförderlich sein können: in welcher guten Absicht dann auch hie und da ein Lied für Kinder eingerückt worden. Der Herr aber, des wir sind und dem wir dienen, wolle bei jedem Gebrauche dieses Buchs das Herz seiner Christen zur Andacht stimmen, und es mit frommen christlichen Empfindungen füllen. Er lasse ihm unsere Lieder hier auf Erden wohlgefallen: und sammle uns endlich alle zur Gemeine der vollendeten Gerechten, wo ein neues Lied gesungen wird vor seinem Throne! Gru Erste Abtheilung. nu Lieder von dem öffentlichen Gottesdienste. Zweite Abtheilung. Lieder für die Glaubenslehren. I. Von Gott und seinen Eigenschaften. II. Von der heiligen Dreieinigkeit. III. Von der Schöpfung. IV. Von den Engeln. V. Von der Vorsehung Gottes, oder Erhaltung und Regierung der Welt. VI. Von dem Menschen und dessen Bestimmung. VII. Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. VIII. Von der Gnade Gottes in Christo, oder von der Erlösung. IX. Von Christo, dem Erlöser. X. Von der Menschwerdung und Geburt Christi: Adventsund Weihnachtslieder. XI. Von dem Wandel und Geschäfte Jesu auf Erden. XII. Von dem Leiden und Tode Jesu: Paßionslieder. XIII. Von der Auferstehung Jesu: Osterlieder. XIV. Von der Himmelfahrt Jeſu. XV. Bom heil. Geiste und dessen Wirkungen: Pfingstlieder. XVI. Vom Worte Gottes. XVII. Von der heiligen Taufe. Inhalt. XVIII. Von dem heiligen Abendmal. Von der christlichen Kirche. XIX. XX. Von der Glückseligkeit begnadigter Christen. XXI. Vom Tode. XXII. Von der Auferstehung der Todten. XXIII. Von den allgemeinen Weltgerichte. XXIV. Von dem ewigen Leben. dantis Dritte Abtheilung. Lieder über die christlichen Lebenspflichten. 1. Von der Buße und Bekehrung. II. Vom Glauben und guter Gesinnung gegen Jesum. III. Von der Heiligung; oder vom christlichen Wandel überhaupt. IV. Von den Pflichten des Christen gegen Gott. Erkenntniß Gottes. Furcht Gottes. Vom Eide. Liebe gegen Gott. Freude in Gott. Gehorsam gegen Gott. Zufriedenheit mit Gott. Vertrauen auf Gott. Geduld und Gelassenheit im Leiden. Gebet. Dankdarkeit und Lob Gottes. V. Von den Pflichten des Christen gegen sich selbst. Selbsterkenntniß und Demuth. Selbstliebe. Sorge für die Seele. Leibespflege; oder Mäßigkeit und Keuschheit. Wahrheit und Aufrichtigkeit. Rechtes Verhalten gegen zeitliche Güter. Arbeitsamkeit und Berufstreue. Rechter Gebrauch des Lebens. Inhalt. VI. Von den Pflichten des Christen gegen andere Menschen. Liebe des Nächsten. Gerechtigkeit. Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. Friedfertigkeit und Sanftmuth. Versöhnlichkeit und Liebe der Feinde. zz Vierte Abtheilung. Lieder für besondere Stände, Zeiten und Vorfälle des Lebens. 1. Für besondere Stände, Alter und Geschlechte. Für Regenten und Obrigkeiten. Für Eltern und Kinder. Für die Jugend. Für das Alter. Für Wittwen und Waisen. II. Für besondere Zeiten. Neujahrslieder. Am Geburtstage. Bei den verschiedenen Jahreszeiten. Morgenlieder. Abendlieder. Tischlied. Bei der Erndte. Bei Donnerwettern. Ill. Für besondere Vorfälle. Bei der Confirmation. Bei Einführung eines Predigers. Bei Trauung der Eheleute. In allgemeiner Noth. In Krankheiten. Sterb- und Begräbnißlieder. Zum Beschluß des Gesangbuchs. An Gott, den Ewigen. Erste Abtheilung. Lieder von dem öffentlichen Gottesdienste. Nach bekannter Melodie. 3. Nimmuns, Herr, end1. Komm, heiliger Geist; lich auf Zu dir, da wir mit Erfüll die herzen singen Ein ewig loblied deiner glaubigen: Und entbringen, Wann wir vollenzünde in ihnen das feuer det unsern lauf. Deiner göttlichen liebe; Der du durch mannigfal tigkeit der zungen, Die völker der ganzen welt versammlet hast In einigkeit des glaubens! Halleluja! Halleluja! Nach bekannter Melodie. 2. Komm, komm, Gott heil'ger Geist, Du licht der frommen seelen! Ach, laß uns ja nicht fehlen, Was uns den weg zum himmel weißt. 2. Mach muthig herz und sinn; Gib neue fraft zu lehren, Mein Gott, auch recht zu hören: Denn ich ja, Herr, dein eigen bin. Nach bekannter Melodie. 3. Liebster Jeſu! wir find hier, Dich und dein wort anzuhören. Lenke sinnen und begier Zu den süßen himmelslehren, Daß die Herzen von der erden Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser wissen und verstand Jst mit finsterniß umhüllet; Wo nicht deines Geistes hand Uns mit höher'm licht erfüllet, Gutes denken, gutes dichten Mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht von licht aus Gott geboren! Mach' uns allesammt bereit, Deffne 1 2 Vom öffentlichen Gottesdienste. Herzen, mund und ohren. Unser bitten, fleh'n und singen, Laß, Herr Jesu, wohl gelingen, Mel. Herr Jesu Christ dich ic. 4. Herr Jesu! send uns deinen Geist, Den uns dein theures wort verheißt; Der uns mit deiner gnad regiert, Und auf den weg der wahrheit führt. 2. Deffn' uns zu deinem lob den mund, Und mach' uns deinen willen kund: Rühr unser Herz, stärk den verstand; So wird dein nam' uns recht bekannt. 3. Bs wir einst, deinen engeln gleich, Dich preiſen, Herr, in deinem reich, Und schauen dich von angesicht In ew'ger freud und selgem licht. show me melt! Hör auf unsre schwache lieder, Und sieh gnädig auf uns nieder. Mel. Liebster Jesu, wir sind C. 5. Herr err, vor deinem angesicht Hat die andacht uns versammelt. Ach, verwirf die bitte nicht, Die dein armès volk dir stam2. Laß das wort, das hier erschallt, Unsern widerstand bezwingen, Und mit göttlicher gewalt Tief in unsre herzen bringen. Laß es unsern sinn erneuen, Unfre finsterniß zerstreuen. 3. Daß, von eifer ganz entbrannt, Wir, was du befohlen, üben; Dich, und den, den du gesandt, Jesum Chriftum herzlich lieben: Daß kein schmerz und keine freude Uns von deiner liebe scheide. met. Herr Jesu Christ, dich ic. 6. heil'ger Geist, laß uns dein wort So hören heut und immerfort, Daß sich in uns, durch deine lehr, Glaub, lieb und hoff4. Dir, Gott, den erdnung reichlich mehr. und himmel preißt, Dir, Vater, Sohn und heil'ger Geist; Dir, heilige Dreieinigkeit. Sei lob und preiß in ewigkeit. 2. Erleuchte uns, du wahres Licht: Entzieh' uns deine gnade nicht. Sei unser troſt in aller noth; Stärt uns im leben und im tod! Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. 7. Demuthsvoll komm ich zu dir, Dich im geiste zu verehren Vater! ach verleihe mir Wahre andacht, daß die lehren Deiner weis Vom öffentlichen heit mich recht rühren, Mich den weg zum himmel führen. 2. Ach gib, daß dein theures wort Tief in meine seele dringe, Und in mir, o Herr mein hort, Frucht zum ew'gen leben bringe; Gib, daß es mich mächtig ſtärke Zur vollbringung guter werke. 3. Laß es sein mein trost, mein licht Auf des lebens dunkeln wegen; Meinestarke zuversicht, Wenn sich zweifel in mir regen; Meines herzens höchste Freude, Wenn ich von der welt einst scheide. Bei dem Schlusse des öffentlichen Gottesdienstes. Nach voriger Melodie. 8. N un, Gott lob! es ist vollbracht Singen, beten, lehren, hören. Gott hat uns mit heil bedacht: Laffet uns sein lob vermehren. Unser Gott sei hoch gepreiset, Der die seele wohl geſpeiset. 2. Unser gottesdienst ist aus, Toch auf uns ruht Got tes segen. Fröhlich gehen wir nach haus, Wandeln fort auf Gottes wegen. Gottes Geist uns ferner leite, Uns zum himmel wohl bereite. 3. Unsern ausgang segne 3 Gottesdienſte. Gott, Unsern eingang gleicher maßen: Segne unser täglich brod, Segne unser thun und lassen; Segne uns mit sel'gem sterben, Und mach uns zu himmels erben. Mel. Gleich der vorigen. 9. Höchfter Gott! wir danken dir, Daß du uns dein wort gegeben. Hilf uns ferner, daß auch wir Nach demselben heilig leben: Gib dem glauben solche stärke, Daß er thätig sei im werke. 2. Uns, o Vater! Lehreſt du, Was wir thun und glauben sollen: Schenk uns deine kraft darzu; Gib zum wissen auch das wollen, Und zum wollen das vollbringen; So wird alles wohl gelingen. Sonntagsfeier. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 10.Dieß ist der tag, zum segen eingeweihet. Ihn feiert gern, wer deiner, Gott! sich freuet. O laß auch mich mit freuden vor dich treten, Dich anzubeten. 2. Dich rühmt der lobgesang der himmelsheere: Auch unser tempel schallt von deiner ehre; Auch unser dank und unsers geistes flehen Soll dich erhöhen. 1* 4 Vom öffentlichen Gottesdienste. 3. Wie freu ich mich, die stätte zu begrüßen, Wo dürstenden des Lebens bäche fließen, Und wo dein heil von der erlößten zungen Froh wird besungen! 4. Vergebens lockt die welt zu ihren freuden. Mein geist soll sich auf Gottes auen weiden. Sein heilig's wort, das seine boten lehren, Das will ich hören. 5. Mit andacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die findlich zu dir beten. Der thoren glück, die sich der sünde freuen, Wirst du zerstreuen. 6. O laß auch heute deinen Geist mich lehren, Vom weg, der dir mißfällt, mich abzukehren. Regiere mich, daß meine ganze seele Zum trost dich wähle. 7. Dein tag sei mir ein denkmal deiner güte. Er bring mir heil, und lenke mein gemüthe Auf jenen trest, den uns dein Sohn erworben, Da er gestorben. 8. Dich bet' ich an, du Todesüberwinder! Der du an diesem tag, zum heil der sünder, Die, fern von Gott, in todesschatten sassen, Dein grab verlassen. 9. Dein siegstag ist ein tag des heils der erden. Als sabbat müß' er mir stets heilig werden. Lob sei, Erlöser, deinem großen namen Auf ewig! Amen. met. Wer nur den lieben Gott. 11. Wie lieblich iſt doch, Herr, die stätte, Da deines namens ehre wohnt! O gib, daß ich sie gern betrette, Weil da dein segen die belohnt, Die deines wortes sich erfreu'n, Und dir des Herzens andacht weih'n. 2. Wohl dem, der dich in deiner hütte, Gott, zu verehren, ernst beweißt! Du hörst sein lob und seine bitte Und stärfst mit neuer kraft den geist, Daß er auf deiner wahrheit bahn Rechtschaffen vor dir wandeln kann. 3. Dein wort bleibt niemals ohne segen, Wenn man's nur recht zu herzen nimmt. Es gibt uns trost auf trübsalswegen, Die du zu unserm heil beſtimmt. Es gibt im kampf uns muth und kraft, Und ist ein schwerdt, das sieg verschafft. 4. Gott, laß auch mir dein Vom öffentlichen antlitz scheinen! Dein sabbat bring auch mir gewinn, Wenn andachtsvoll ich mit den deinen Vor dir an heil' ger stätte bin. Laß dir das lob, das wir dir weihn, Ein angenehmes opfer sein. 5. Ja, du bist sonn und schild den frommen: Du, Herr, gibst ihnen gnad und chr. Und wer nur erst zu dir gekommen, Dem fehlt das wahre glück nicht mehr. Was du verheißest, hälst du fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Mel. Wenn wir in höchsten ic. 12.0 Gott! du bist mein preiß und ruhm: Mein Herz sei ganz dein eigenthum! Laß mir den sabbat heilig sein, Mich gern in deinem dienste weihn. 2. Gib, daß ich mein ge Gottesdienste. müth bewahr, Wenn ich mit deiner christenschaar, Zu deines hauses stätte geh, Daß ich mit ehrfurcht vor dir steh. 5 3. Erinnre selber meinen geist, Daß du mir geist, Daß du mir gegenwär tig seist, Damit ich deines wortes lehr Mit andacht und mit nußen hör. 4. Drück alles tief dem herzen ein; Und laß mich nicht blos hörer sein: Steh mir mit deiner gnade bei, Daß ich des wortes thäter sei. 5. Hilf, daß ich deinen ruhetag Zu meinem segen feiern mag: Bewahr mich vor dem geist der welt, Der deinen tag verächtlich hält. 6. Doch laß mich nicht dabei bestehn, Dich nur am sabbat zu erhöhn. Herr, meine ganze lebenszeit Sei deinem dienst und ruhm geweiht! Zweite Abtheilung. Lieder über die fürnehmsten Glaubenslehren. I. Von Gott und seinen Eigenschaften. Mel. Herzlich licb hab ich dich ic.|| ist Ihm leer von edler freude. 13. eh dem, der leug- Sein wilder, laſterhafter blick Sehnt sich umsonst nach wahrem glück, Umsonst nach net, daß Gott ist! Sein armes menschenleben 6 Von Gott und seinen Eigenschaften. ist ihre luft, wie sie. Die erd ist finsterniß; kein licht Strahlt her von deinem angesicht. Kein schutz ist da! Auf tugend wartet dort kein lohn! Und hier erlangt sie schmach und hohn! 4. Nein! eh' ich zweifle, daß du seist, Selbstständiger 2. Wenn du nicht bist, wer und ew'ger Geist, Mag mich trägt und hält, Und wer re- die welt verspotten! Laut gieret dann die welt? Wer will ich zeugen, daß du bist, sorgt auch für mein leben? Daß es die größte thorheit Wem dank ich meine mensch ist, Dich fühlen und dich heit dann? Wer nimmt bis spotten! Mein geist und izt sich meiner an? Wem kann leib freut sich in dir: Du ich mich ergeben? Verhäng- Ewiger, weich nicht von mir! niß oder ungefähr Wär dann Was sind die leiden dieser mein Gott; und arm ist der! zeit Dem, der sich seines Dann wär vernunft und Gottes freut? Dort im gefreiheit, spott; Und schre-|| richt, Wenn erd und himcenvoll wär mir der tod! mel untergehn, Wird dich Gott, wahrer Gott! Wie grau'nvoll wird mir deine welt, Wenn nicht dein arm sie führt und hält! trost im leide. Die lust zu guten thaten flieht. Vor ihm, der seinen Gott nicht sieht. Nie fühlet sich sein herz erfreut Von wonne der unsterblichkeit. Gott, unser Gott! Wie jammervoll, wie fürchterlich Wird unser leben ohne dich! 3. Kannohne dich ein glück erfreu'n, Für mich ein gut auf erden sein, Und kann ich's froh genießen? Was hilft mir freiheit und verstand, Was jede wohlthat deiner hand, Was nützt ein gut gewissen? Bist du nicht, so erfreu'n sienie; Ein traum der gottesleugner sehn! Mel. Christ unser Herr zum 1. 14. ott, mache du mich selbst bereit, Vor deinen thron zu treten, Und deine große herrlichkeit Voll ehrfurcht anzubeten. Laß, Herr, vor deinem angesicht, Mein herz sich deiner freuen, Und einen strahl von deinem licht Die finsterniß zerstreuen, Die mich hier noch umgiebet. Von Gott und seinen Eigenschaften. 2. Du bist der Herr, und keiner mehr; Nichts sind der heiden götter: Nur dir gebühret preiß und ehr, Ohn dich ist kein erretter. Laß mich, o Herr, auf dich allein Von ganzem Herzen trauen, Dir inniglich ergeben sein, Auf niemand anders bauen: Dir Gott allein anhangen. 6. Unendlich ist, Herr, deine macht, zu retten, die dich lieben; Und wenn der fün3. Du bist der höchstvoll- der dich verlacht, Auch rach kommne Geist, Der Vater an ihm zu üben. Gib, daß aller geister: Dich preiset, mich deiner allmacht schutz was vernünftig heißt, Als Stets, als ein schild, beseinen Herrn und Meister.decke; Mich auch nicht menLaß meiner seele hohen schengrimm und truz, Nur werth Mich reine tugend deine strafe, schrecke: Du lehren, Und so, wie es dein tödtest leib und seele. wort begehrt, Dich ungehenchelt ehren Im geist und in der wahrheit. 7. Voll höchster weisheit bist du, Gott! Kein mensch kann sie ergründen. Wie schwer und groß auch sei die noth, Du Herr, weißt rath zu finden. Gib, daß ichs dir stets traue zu, Du werdest für mich sorgen; Auch übels weder denk noch thu, Denn dir ist nichts verborgen: Du prüfest herz und nieren. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, kannst keine sünden leiden: Wer sagen will, er sei dein knecht, Der muß das böse meiden. Gib, daß einst alles richten. Laß mich dein helles auge scheun, Aufrichtig vor dir wandeln, Und deiner gnade mich zu freun, Auch dann rechtschaffen handeln, Wann finsterniß mich decket. 4. Du bist, o Gott, von ewigkeit, Und wirst allzeit bestehen: Es bleibet deine herrlichkeit, Wenn himmel selbst vergehen. Laß von der erde eitlem tand Mein herz sich stets erheben, Zu meinem wahren vaterland, Laß nur nach dem mich streben, Was ewig mich erfreuet. 5. Gott! was sein wird, ist, und war, Und was wir thun und dichten, Das ist dir alles offenbar; Du wirst Von Gott und seinen Eigenschaften. ich mich der heiligkeit Mit gesicht zu angesicht Dich rechtem ernst befleißze, Nach- schaue, dich erkenne, Und jage der gerechtigkeit; Und unaufhörlich lobe. deine wege preise, So wunderbar sie scheinen. 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, Vergibst die schuld dem fünder; Erbarmst dich, wie ein vater thut, Von herzen deiner kinder. Laß reichen trost von deiner gnad Auf meine seele kommen: Von mir sei meine missethat So fern hinweg genommen, Als morgen ist vom abend. 8 43035 Mel. Sei Lob und Ehr dem 2c. 15. Der Herr ist Gott, und keiner mehr. Frohlockt ihm, alle frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, So herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein nam ist groß: Er ist unendlich, grenzenlos, In seinem ganzen wesen. 2. Groß ist er stets und auf einmal, Nie größer oder kleiner. Wer forschet seiner jahre zahl? Nur er war stets, sonst keiner. Wir menschen sind von gestern her: Eh noch die erde war, war er, Noch eher, als die himmel. 3. Des Höchsten thron umgibt ein licht, Das ihn vor uns verhüllet. Ihn fas sen alle himmel nicht, Wie weit er sie erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen, und auch offenbar In seiner werke wundern. 11. Gott! wenn ich dich so kenn und ehr, Dein wort zum grunde setze; Erfreu ich 4. Wo wären wir, wenn mich darüber mehr, Als über seine kraft Uns nicht gebilalle schätze: Bis ich dort, odet hätte? Es kennt uns, mein heil und licht, Dich kennet, was er schafft, Der ohne lallen nenne; Von anwesen ganze kette. Bei ihm 10. Gott! dessen wahrheit stets besteht, Wohl denen, die dir gläuben! Wenn erd und himmel einst vergeht, Wird dein wort ewig bleiben. Gib, daß ich fürchte dein gericht, und alles, was du dräuest; Auch hoffe, was dein wort verspricht, Daß du mir's gern verleihest. Wer hofft, wird nicht zu schanden. Von Gott und seinen Eigenschaften. ist weisheit und verstand, Gott, und keiner mehr. Und kraft und stärke: seine Wer ist ihm gleich; wer hand Umspannet erd und ist, wie er, So herrlich, himmel. so vollkommen! 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? Weiß er nicht aller wege? Wo ist die nacht, da sich dem Herrn Ein mensch verbergen möge? Hüllt keine schatten um euch her: Gedanken selbst erkennet er, Noch ehe sie entstehen. 6. Wer schüßt den weltbau ohne dich, O Herr, vor seinem falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein segen über alle. Du bist voll freundlichkeit und huld, Barmherzig, gnädig, voll geduld, Ein Vater und verschoner. 9 7. Unsträflich bist du, heilig, gut, Und reiner als die sonne. Wohl dem, der deinen willen thut, Denn du vergiltst mit wonne. Du haft unsterblichkeit allein, Bist selig, wirst es ewig sein, Bei dir ist freud die fülle. 8. Dir nur gebühret lob und dank, Dir majestät und ehre. Kommt, werdet Gottes lobgefang, Ihr alle seine heere! Der Herr ist Mel. Nun danket alle Gott ic. 16. Anbetungswürd'ger Gott, Mit ehrfurcht stets zu nennen! Du bist unendlich mehr, Als wir begreifen können. O flöße meinem geist Die tief ste demuth ein, Und laß mich stets vor dir Voll ehrerbiethung sein. 2. Du bist das höchste gut; Du weißt von keinem leide; Stets ruhig in dir selbst, Hast du vollkommne freude. Dein ist die herrlichkeit. Auch ohne kreatur Bist du dir selbst genug, Du schöpfer der natur. 3. Du riefft dem, das nicht war, Um lust und seligkeiten Auf's mannigfaltigste Um dich her auszubreiten. Die liebe bist du selbst. Verstand und rath sind dein; Und du gebrauchst sie gern Zu segnen, zu erfreun. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig werde! Entstand dein großes werk, Der himmel und die erde, Mit deinem kräft'gen 1** Von Gott und seinen Eigenschaften. 5. Dubist der herren Herr. Der erde majestäten Sind auch vor dir nur staub; Auch geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott! wer kann den erhöh'n? Wen du erhöhen willst, Deß hoheit muß besteh'n. wort Trägst du die ganze welt; 9. Doch hier erkennen wir Und deine macht vollführt, Dich noch gar unvollkomWas uns unmöglich fällt, men. Wird aber dermaleinst Der vorhang weggenommen, Der jetzt das Heiligste Vor unserm blick verschließt; Dann sehen wir dich, Gott, So herrlich, wie du bist. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besitzet, Der leben gibt und nimmt, Der unsern odem schützet. Den geist, der in uns lebt, Den haben wir von dir. Willst du, so wird er nichts. Du bleibest für und für. 10. Indeß sei auch schon jetzt Dein ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein lob Von schwachen menschenzungen! Dort soll, wenn wir dereinst Vor dir verherrlicht stehn, Ein lied im höhern chor Dich, großer Gott, erhöhn., Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. Mel. Dreieinigkeit, der ic. 17. Ser Gott! du biſt 7. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im fleisch dich sehen? Kein sterblich auge Die zuflucht aller reicht Bis zu den lichtes hö- zeiten: Denn du bist Gott hen, Wo du voll majestät In allen ewigkeiten. Du Auf deinem stuble thronst, warst es schon, Eh erd und Und unterm frohen lob Der|| himmel ward; Eh noch dein himmelsheere wohnst. 10 8. Was wir, Unendlicher! Von deinem wesen wissen, Das hast du selbst zuvor Uns offenbaren müssen. Die schöpfung zeugt von dir; Und deines Sohnes mund Macht uns noch deutlicher, Gott, deinen namen kund. arm Sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, Und alle menschenkinder? Staub sind vor dir Der heilige, der fünder. Wie schnell entflieht Das leben doch von mir? Du, Höchster, nur! Du bleibest für und für. 3. Du hast vorhin Die Von Gott und seinen Eigenschaften. 11 2. Ewig und unwandelbar Ist, o Gott, dein hohes wissen. Was dir einmal wahrheit war, Wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein ausspruch fehlen: Laß mich ihn zum leitstern wählen! es 3. Herr, du bist kein menschenkind, Daß dich etwas reuen sollte, Immer bleibst du gleich gesinnt. Was dein rathschluß vormals wollte, Willst du noch. O hilf uns allen, Thun nach deinem wohlgefallen. erde zubereitet: Dein arm hat, Gott, Die himmel aus gebreitet. Doch sie vergehn, Veralten wie ein kleid: Du aber bleibst In alle ewigkeit. 4. Es werden noch Die himmel und die erden, Wie ein gewand; Von dir verwandelt werden. Du bleibest, wie Du bist: denn wel che zeit Umgränzet wohl, Herr, die unendlichkeit? 5. Dieß ist der trost, Die hoffnung deiner knechte. Du schüßzest sie mit deiner starken rechte. Du läßt ihr berz Sich ewig deiner freun; Und bleibst ihr Gott, Denn sie sind ewig dein. 6. Tas sei mein trost In allen trüben stunden. Vom tode selbst Bleibt er unüber wunden. Kein tod, kein grab Trennt mich, o Gott, von dir: Mein fels, mein heil! Das bleibst du ewig mir Mel. Liebster Jesu, wir sind ic. 18.( Hett, du bist von ewigkeit; Und dein herrlich großes wesen Aendert sich zu feiner zeit. Du bleibst stets, was du gewesen. Laß dieß meinen geist beleben, Ehrfurchtsvoll dich zu erheben. 4. Immer bleibst du, Gott, ein feind Derer, die das unrecht üben: Immer bleibst du, Gott, ein freund Derer, die das gute lieben. Laß uns darin schon auf erden Deinem bilde ähnlich werden. 5. Deine worte trügen nicht: Du bist ewig der Getreue, Der das hält, was er verspricht. O daß dieß mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, Dir, Serr, auch getreu zu bleiben. 6. Stets ist wohlthun deine lust; Ewig währet deine liebe. Wohl mir, wenn ich auch mit Lust Mich in i deinem willen übe. Dann, 12 Von Gott und seinen Eigenschaften. o Herr, wirds meiner see len Nie an wahrem wohlsein fehlen. 7. Erd und himmel wird vergeh'n, Alle welt wird mich verlassen. Nur durch dich kann ich besteh'n: Deine hand wird mich umfassen, Wenn ich nun von hinnen scheide: Du bist ewig meine freude. 8. Laß mir doch zu jeder zeit, Herr des himmels und der erden! Diese deine ewigkeit Einen starken antrieb werden, Dich zu lieben, dir zu trauen, Und mein glück auf dich zu bauen. Allwissenheit Gottes. Mel. Christ unser Herr jum ic. 19. Allwissender, kommner voll Geist, offenbar; Du prüfest herz und nieren; Und alle gründe siehst du klar, Die unser thun regieren. Nichts bleibt vor dir verborgen. 3. Was deiner freunde herz begehrt, Das weißt du, eh sie beten. Ihr seufzen wird von dir erhört, Ehe sie noch vor dich treten. Was deiner feinde rath beschließt, Das ist dir unverborgen; Dir, der du ihren anschlag siehst, Als wie den lichten morgen, Den keine schatten decken. 4. Was nach verfließung vieler zeit Noch künftig wird geschehen; Das sieht dein auge allbereit Als gegenwärtig stehen. Dir stellt sich alles deutlich dar, Das, was erst noch soll werden, Und was nun ist, und was einst war Im himmel und auf erden. Wer sollte dich nicht fürchten. Deß auge alles siehet, Was nacht und abgrund in sich schleußt, Und dem sich nichts entziehet! Es kann vor dei nem hellen licht Sich kein geschöpf verstecken. Was in 5. Bleibt gleich vor mender finsterniß geschicht, Das schen manches noch In dieſer weißt du aufzudecken, Und welt verschwiegen; So wird vor gericht zu bringen.dein auge künftig doch Die 2. Selbst die gedanken finsterniß besiegen. Dein unkennest du, Eh sie in mir ent parteiisches gericht Wird stehen; Und was ich wünsche, alles einst entdecken, Was rede, thu, Das kann dein im verborgnen jetzt geschicht: auge sehen. Vor dir ist alles und schande, furcht und | Von Gott und seinen Eigenschaften. schrecken Wird dann die heuchler treffen. 6. Laß mich, o höchste Majestät, Dein helles auge scheuen, Das nie kein heuchler hintergeht Mit falschen schmeicheleien. Durchdringe kräftig seel und geist Mit deinen heitern blicken. Laß, was geheime schande heißt, Samt allen bösen tücken, Mich stets sorgfältig meiden. Mel. Dreieinigkeit, der ic. 20. großer Gott, Der alle ding erfüllet; Vor dessen blick Kein dunkel uns verhüllet! Wohin soll ich Vor deiner allmacht gehn? Und wohin flieh'n, Von dir, Herr, ungesehn? 2. Könnt ich auch schnell Mich zu den wolken schwingen, Und wieder schnell Bis in die tiefe dringen: So hielte mich Doch deine hand auch da: Denn wo ich bin, Da bist du, Herr, mir nah. 3. Dein auge sieht, Was nacht und abgrund decken: Es kann sich nichts Vor dei nem licht verstecken. Du kennst genau Das inn're der natur, Der ganzen welt, Und jeder kreatur. 4. Kein falscher Gott, 13 Aus falschem wahn verehret, Hat je sein volk Das künftige gelehret: Du aber weiß'st, Was künftig wird geschehn; Und läsfest auch In deinem wort es sehn. 5. Du weißt und hörst, Was deine kinder beten; Du siehst, wenn sie m stillen vor dich treten; Noch eh ihr mund Dir ihren kummer sagt, Vernimmst du schon, Was dir ihr seufzen klagt. 6. Vor menschen bleibt Hier manche that verborgen: Dir aber ist Die nacht ein heller morgen. Und was hier noch In finsterniß geschieht, Entdeckt einst dein gericht, Dem nichts entflieht. 7. Wohl dem, der hier Vor deinem antlitz wandelt; Und der vor Gott Und menschen redlich handelt! Der steht alsdann, Als dein bewährter freund, Getrost vor dir, Wenn nun dein tag erscheint. 8. O prüfe selbst Die innersten gedanken, Ob sie vielleicht Von deiner richtschnur wanken. Bin ich, o Gott, Noch auf verkehrtem Von Gott und seinen Eigenschaften. steg, So führe du Mich zweck wählt dein verstand; auf den guten weg! Die mittel stehn in deiner hand. Weisheit Gottes, Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 21. Du weißer Schöpfer aller dinge, Der alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, Das nicht nach deiner ordnung geht. Denn der geschöpfe ganzem chor Schreibst du maaß, ziel und regeln vor. 5. Die menge so verschiedner willen, Wo jeder jeinen weg erwählt, Muß doch den deinen bios erfüllen, Der seines zieles nie verfehlt, Und aller feinde stolzen wahn Als unvernunft beschämen kann. 6. O weisheit! decke meiner seele Die angeborne thor2. Die vielen wundervolheit auf; Damit siedich zum len werke, Was unsern augen fern und nah, Steht alYes, wie durch deine stärke, So auch durch deine weiß heit da. Unendlich, Herr, ist dein verstand; Der ganze weltbau machts bekannt. leitstern wähle In ihrem sonst verwirrten lauf. Ich weiß den weg des friedens nicht. Ach! gönne mir dein sichres licht! 7. Du hast mich durch mein ganzes leben Nach dei3. Mit eben diesen meinem flugen rath geführt. 14 sterhänden, Mit welchen du die welt gemacht, Regierst du auch an allen enden, Was dein verstand hervor gebracht. Du brauchst, o un erschaffnes Licht, Der menschen rath und beistand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, Krönt auch, sobald du willst, die that. Wenn tausend hindernisse kommen, So triumphirt dein hoher rath. Den besten Mein geist muß vir die ehre geben, Daß du aufs beste mich regiert. O leite mich durch welt und zeit hinüber in die ewigkeit. Allmacht Gottes. met. Mir nach, spricht Christ. 1. 22. err, deine allmacht reicht so weit, Als selbst dein wesen reichet: Nichts ist, das deiner herrlichkeit und deinen thaten gleichet. Es ist kein ding so Von Gott und seinen Eigenschaften. groß und schwer, Das dir zu thun nicht möglich wär. 2. Du sprichst; und auf dein mächtigs wort Fällt alles dir zu füßen: Du führest deinen anschlag fort Bei allen hindernissen: Du winkst; so stehet eilend da, Was vorher noch kein auge sah. 3. Du hast dieß große weitgebäu Allmächtig auf geführet; Und erd und himmel zeugt, es ſei Dein arm, der sie regieret. Dein wort das sie geschaffen hat, Ist ihnen an der pfeiler statt. 4. Die menge vieler wunder zeigt, Daß, Schöpfer, dein vermögen Weit über die gesetze steigt, Die die natur vewegen. Du bleibst ihr Herr; und ihren Lauf Hebst du nach weiser willkür auf. 5. Was für ein wunder deiner macht Wird unser aug einst sehen, Wenn nach der langen grabesnacht Die todten auferstehen; Wenn du von unserm staub den rest Zu neuen körpern wer den läßt. Au 6. Allmäch'ger! mein erstaunter geist Wirft sich vor dir darnieder. Die ohnmacht, wie du selber weißt, 15 Umgibt noch meine glieder. Mach mich zum zeugen dei ner kraft, Die aus dem tode leben schafft. 7. Ach! zünd in mir den glauben an, Der sich auf dich verlasse. Ist etwas, das ich fürchten kann, Wenn ich dich, Herr, umfasse! Nun, Gott, ich traue deiner kraft, Die alles kann und alles schafft. Mel. Wir Christenleut ic. 23. Gott, gränzenlos, Undenkbar groß! Der Urquell aller macht ist deine stärke. Schon sehn wir hier So viel von ihr; Doch sehn wir kaum den anfang ihrer werke. 2. Durchflög ich gleich Dein weites reich, Und sähe deine letzte sonne glänzen; Ich sähe dort Doch nicht den ort, Wo du nicht wärst, säh nicht der allmacht gränzen. 3. Was du erschusst, Was du jetzt rufst, Und rurufen wirst: wer kann das alles zählen? Doch wollteſt du Noch mehr dazu Crschaffen, würd es dir an fraft nicht fehlen. 4. So lange fließt Ihr quell, und ist Doch nicht erschöpft, wird auch erschöpft Von Gott und seinen Eigenschaften. nie werden. Sprich nur ein ren! Sie fürchten keinen wort! Und er fleußt fort überfall: Nun zittern sie, In neuen himmeln und die thoren! auf neuen erden. 5. Doch deine kraft, Gott, erschafft Nur was du willst; denn du bist gut und weise. Dieß lehre mich, Damit ich dich Für alles das, auch was du nicht thust, preise. 5. Der Gott des himmels ist so nah! Das heiligste der wesen sah, Was wir im herzen dachten! Was in geheimer nacht geschah, Wann wir und satan wachten. 16 Allgegenwart Gottes. Mel. Ich weiß mein Gott 2c. 24. llgegenwärtiger! ich bin Dir nicht verborgen, wo ich bin, Wollt auch auf schnellen schwingen Mich an die fernsten meere hin Die morgenröthe bringen. 2. Flög ich zum himmel hoch empor, Mich unter seinem sternenchor Im glanze zu verstecken; So bist du da, ziehst mich hervor, Und schande wird mich decken. 3. Stieg ich vor deinem zorn hinab Ins haus der finsterniß, ins grab: Du bist auch da zugegen; Auch da folgt mir dein richterstab, Auf schauervollen wegen. 4. Derallesschuf, ist über all! O fürchterlicher donnerschall In aller sünder oh6. Wirthoren haben wohl gedacht, Uns würde doch die mitternacht Mit ihrem dunkel decken. Umsonst! Gott wacht, er wacht um uns Mit allen seinen schrecken. 7. Noch keines Herzens böser rath, Jhr fünder! keine schnöde that Ist seinem aug entronnen. Er kennet den geheimen pfad Des staubes und der sonnen. 8. O gehe nicht, Herr, ins gericht, Wenn wider die gelobte pflicht Wir, deine knechte, ne knechte, handeln! Laß uns vor deinem angesicht In frommer ehrfurcht wandeln! 9. Daß deinem blicke nichts entflieht, Was war, und ist, und einst geschieht, Dieß bring mir ruh und freude. Ein Gott, der alles weiß und sieht, Der weiß auch, wenn ich leide. Von Gott und seinen Eigenschaften. 17 zählest du Die thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen schmerz, Und stärkst mit deinem trost mein Herz. Mel. Mirnach spricht Christus 2. 25. Nie ie bist du, Höchster, von uns fern; Du wirkst an allen enden. Wo ich nur bin, Herr aller herrn, Bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und athme ich; Denn deine hand beschützet mich. 2. Was ich gedenke, wei- zuflucht wähle; Daß ich dein sest du; Du prüfest meine heilig auge scheu, Und dir seele. Du siehst es, wenn ich zu dienen eifrig sei. gutes thu; Du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem aug entfliehn, Und nichts mich deiner hand entziehn. 7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem wort mich handeln; Und stärke mich dann auch mit kraft, Vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, Dieß tröst' und beßre meinen geiſt. 3. Wenn ich in stiller einsamkeit, Mein Herz an dich ergebe, Und über deine huld erfreut, Lobsingend dich erhebe; So hörst du es, und stehst mir bei, Daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des herzens rath Verkehrte wege wählet: Und blieb auch eine böse that Vor al ler welt verheelet; So weißt du sie, und strafest mich zu meiner beßrung väterlich. 6. O du Allgegenwärtiger! Präg dieß in meine ſeele! Daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, Mein Herz zur 5. Du hörest meinen seuf zern zu, Daß hülfe mir erscheine. Voll mitleid, Vater, Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. mel. Freu dich sehr, o meine ic. 26. Gott, vor dessen angesichte Nur ein reiner wandel gilt! Ewig licht, aus dessen lichte Stets die reinste wahrheit quillt. Deines namens Heiligkeit Werde stets von uns gescheut. Laß sie uns doch kräftig dringen, Nach der heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes wesen, Und kein böses ist an Von Gott und seinen Eigenschaften. dir: Ewig bist du so gewe- er unsern geist regiere, Und sen, Und so bleibst du für zu allem guten führe. und für. Was dein wille wählt und thut, Ist un sträflich, recht und gut; Und mit deiner Gottes stärke Wirkst du lauter gute werfe. 6. Keiner sündlichen begierde Bleibe unser herz geweiht: Unsers wandels größte zierde Sei rechtschaffne heiligkeit. Mach uns deinem bilde gleich! Denn zu deinem himmelreich Wirst du, Herr, nur die erheben, Die im glauben heilig leben. mel. Es ist gewißlich an der 26. 27. Herechter Gott! vor dein gericht Muß alle welt sich stellen, Du wirst, in ihrem angesicht, Auch mir mein urtheil fällen. O laß mich dein gericht stets scheun, Und hier mit ernst beslissen sein, Vor dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem festen thron Auf alle menschenkinder; Bestimmeſt jedem seinen lohn, Dem frommen und dem fünder. Nie siehst du die personen an; Allein auf das, was wir gethan, Siehst du als rechter richter. 18 3. Herr! du willst, daß deine kinder Deinem bilde ähnlich sein. Nie besteht vor dir der sünder, Denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der frommen freund; Uebelthätern bist du feind: Wer beharrt in seinen sünden, Kann vor dir nicht gnade finden. 4. O so laß uns nicht verscherzen, Was du uns noch zugedacht. Schaff' in uns stets reine herzen! Tödt' in uns der fünde macht. Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig: aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer Gott! wie oft wir fehlen. 5. Uns von sünden zu erlösen, Gabst du deinen Sohn dahin: O so reinige vom bösen Durch ihn unsern ganzen sinn! Gib uns, wie dein wort verheißt, Gib uns deinen guten geist, Daß 3. Viel gutes und barmherzigkeit Gibst du schon hier den frommen; Du schützest sie vor manchem leid, Darin die sünder kommen. Von Gott und seinen Eigenschaften. 19 sünders schonet. Da stellſt du, Herr, ins hellste licht, Wie recht und billig dein gericht. Dann triumphirt der fromme. So zeigest du vor aller welt, Daß dir der eifer wohlgefällt, Mit dem wir gutes üben. 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, Und bist ein freund der frommen. Wer deinen willen gerne thut, Wird von dir aufgenommen. Sein werk und dienst gefällt dir wohl, Ist er gleich nicht so, wie er soll, Ganz rein von allen fehlern. 8. Gerechter Gott! laß mich, wie du, Dasgute eifrig lieben: Gib selber mir die kraft dazu; Wirk inniges betrüben, Wenn sich in mir noch fünde regt. Dein herz, das lauter gutes hegt, Sei meines herzens muster. 5. Doch dem, der dich, 9. Und weil vor dir, ge o Gott, nicht scheut, Dem rechter Gott, Nur die allein frevelnden verbrecher, Der bestehen, Die glaubig auf dein gesetz und recht ent- des mittlers tod Bei ihrer weiht, Bist du ein strenger| reue sehen; So laß mich die rächer. Verachtung, elend, schmerz und hohn, Und tod ist seiner bosheit lohn, Oft schon in diesem leben. gerechtigkeit, Die mich von straf und schuld befreit, Im glauben eifrig suchen. Güte und Barmherzigfeit Gottes. 6. Der untergang der ersten welt, Die aus der art geschlagen; Das fener, das auf Sodom fällt; Egyptens lange plagen, Und andre wunder deiner macht Sind zeugen, wann dein zorn erwacht, Wie du die sünder strafeſt. 7. Bleibt hier viel böses ungestraft, Viel gutes un belohnet: So kommt ein tag der rechenschaft, Der keines Nach eigner Melodie. 28. Wie groß iſt des Allmächt'gen güte! Ist der ein mensch, den sie nicht rührt; Der mit verhärtetem gemüthe Den dank erstickt, der ihr gebührt? Nein! seine liebe zu ermessen, Sei ewig meine größte pflicht! Der Herr hat mein noch nie vergessen; Vergiß, mein herz, auch seiner nicht! 20 Von Gott und seinen Eigenschaften. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit langmuth mich geleitet? Er, dessen rath ich oft verwarf. Wer stärkt den frieden im gewissen? Wer gibt dem geiste neue kraft? Wer läßt mich so viel glück genießen? Jst's nicht sein arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein geist, in jenes leben, zu welchem du erschaffen bist; Wo du, mit herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein recht zu diesen freuden; Durch Gottes güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, Damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren? Und seine güte nicht verstehn? Er sollte rufen; ich nicht hören? Den weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein will ist mir ins herz geschrieben, Sein wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben, und meinen näch sten gleich, als mich. 5. Dieß ist mein dank, dieß ist sein wille, Ich soll vollkommen sein, wie er. So lang ich dieß gebot erfülle, Stell ich sein bildniß in mir her. Lebt seine lieb in meiner seele, So treibt sie mich zu jeder pflicht: Und ob ich schon aus schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die sünde nicht. 6. Gott! laß deine güt und liebe mir immerdar vor augen sein! Sie stärk' in mir die guten triebe, Mein ganzes leben dir zu weih'n. Sie tröste mich zur zeit der schmerzen; Sie leite mich zur zeit des glücks; Und sie besieg in meinem herzen Die furcht des letzten augenblicks. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 29. So weit, Herr, deine himmel reichen, Reicht deine huld, die uns erhält. Eh werden berg und hügel weichen, Als deine gnade wankt und fällt. Gleich mächtigen gebirgen steht Die heiligkeit, die dich erhöht. 2. Gott, dir ist kein geschöpf verborgen, Keins ist vor dir gering geacht't. Du würdigst jedes deiner forgen, Und bist auf aller wohl bedacht. Vom menschen bis Von Gott und seinen auf jedes thier Dankt alles seine hülfe dir. 3. Mit heilig freudigem gemüthe Erheb ich, Gott der gnade, dich! Wie theuer ist doch deine güte! Wie liebst du uns so väterlich, Daß menschen ohne furcht und grau'n Im schatten deiner flügel trau'n! 4. Mit welchem reichen überflusse Von gütern füllest du dein haus! Du theilst sie allen zum genusse Bis sie gesättigt werden, aus. Herr, unsers lebens quelle fließt Ausdir, der du das leben bist. 5. O unerschaffne sonn'! wir schauen In deinem lichte nur das licht. Entzeuch doch denen, die dir trauen, Dein gnadenvolles antlitz nicht. Gott, deine huld sei über die, Die dich verehren. Schütze sie! Mel. Sei Lob und Ehr dem ic. 30. Wie viele freuben dant ich dir, Die du mir, Herr, verliehen! Und wie viel sünden hast du mir Aus gnaden schon verziehen! Gott von langmuth und geduld! Noch täglich häuf ich meine schuld, Und deine Liebe währet! Eigenschaften. 21 2. Bedenk ich, Schöpfer, deine macht; Blick ich in jene ferne, Und überseh des himmels pracht, Und sonne, mond und sterne; So bet ich dich voll ehrfurcht an: Was ist der mensch, ruf ich alsdann, Daß du dich sein erbarmest! 3. Dein auge schaut auf ihn herab, So geht er nicht verloren. Nicht für die welt, nicht für das grab Jst er al lein geboren. Die welt vergeht mit ihrer lust: Mensch, der du Gottes willen thuſt, Dein glück soll ewig dauern. 4. Wenn ich erwache, denk ich dein, Und wenn ich schlafen gehe; Denn du mein Vater, kannst verleihn, Um was ich kindlich slehe. Drum seufz' ich immerfort zu dir: Herr, was mir nützt, das schenke mir Um deiner güte willen. Mel. Wachet auf, ruft uns 26. 31. Herr, wir singen deidich unser, und erhöre, Nimm gnädig unser loblied an! Herr, wir danken voll entzücken; Wo ist ein Gott, der so beglücken, So lieben und so segnen kann? Der Von Gott und seinen Eigenschaften. Gott, den wir erhöhn, Er, der tod. Christus hat den dessen heil wir sehn, Ist die liebe; Schon vor der zeit In ewigkeit War Gott die liebe, wird sie sein. tod bezwungen: Ein neues lied werd ihm gesungen. Er hört uns, er, der gute Gott. Wir sind mit ihm versöhnt: Ihr lobgesänge, tönt! Tönt zum himmel; Erschallt schon hier! Einst knien wir An seinem thron, und beten an. 2. Um zu dir uns zu erheben, Hauchst du in unsre brust das leben, Und schentest uns der erde glück. Um zu dir uns zu erheben, Entziehst du unsrer brust das leben, Und schenkeſt uns des himmels glück. Du gibst das leben, Gott! Du sendest uns den tod, Nur zum segen: Bist liebevoll; Nur unser wohl, Nicht unser elend, schaffest du. 22 3. Als wir von der fünde plagen Gequält in unserm blute lagen, Und nacht der Hölle uns umfing, Fern von deiner wahrheit pfade; Da war es, Gott, als deine gnade Erbarmend vor uns überging. Da rief dein Vaterblick Ins Leben uns zurück. Von der sünde, Von ihrer nacht Sind wir er wacht, Erwacht, um Gottes licht zu sehn. 4. Preiset ihn, ihr jubellieder, Zur erde stieg sein Sohn hernieder, Ward mensch, und starb der sünMet. Nun lob mein Seel ic. 32. Gott! du biſt die liebe Allein zum wohlthun hast du lust. Der herrschsucht harte triebe Sind deinem herzen unbewußt. Ganz ohne alle gränzen Ist deine gütigkeit: So weit die himmel glänzen, Uebst du barmherzigkeit. Du Herr hast wohlgefallen An dem, was du gemacht; Und hast uns sündern allen Noch leben zugedacht. void 2. Als du uns hießzest werden; Da schufst du uns zum ew'gen wohl. Nicht nur auf dieser erden Ist alles deiner güte voll: Auch in dem himmel droben Hat deine Vaterhand Uns güter aufgehoben, Die noch kein aug erkannt. Dorthin uns zu erheben, Das ist dein wunsch, o Gott! Drum gab für uns Von Gott und seinen Eigenschaften. sein leben Dein Sohn selbst in den tod. sends 3. Wie groß ist deine gnade! Wer ist so reich an huld, wie du? Auch auf dem sündenpfade Siehst du uns noch mit langmuth zu. Du lockest uns zur buße: Und fällt voll reu und leid Der sünder dir zu fuße, So ist ihm trost be reit: Du siehst auf ihn, den armen, Mit väterlicher huld; Und schenkst ihm aus erbarmen Die ganze sündenschuld. 23 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt; Und bist stets treu geblieben, Wie viel wir wider dich verübt. Mit gnaden uns zu segnen, Ist ewig deine lust; Mit dank dir zu begegnen, Sei, Herr, auch unsre lust. Laß uns, treu zu erfüllen, Was du befiehlst, nicht ruhn. Wer sollte deinen willen Nicht gern, o Vater, thun? 6. Wer hier auf deinen wegen Sich willig deinem dienste weiht, Den setzest du zum segen Schon hier, noch mehr in ewigkeit. Du krönest seine leiden Mit Herrlichem gewinn, Und führest ihn zu freuden, zu ew'gen freuden hin. Wie theu'r ist deine güte! Laß deiner huld mich freun; Und stets mein ganz gemüthe Voll deines ruhmes sein. 4. Mit jedem neuen morgen Wird über uns dein wohlthun neu: Du kommest unsern sorgen Zuvor mit deiner vatertreu. Du ursprung aller gaben! Du weißt, was uns gebricht; Und was wir nöthig haben, Versagst du, Gott, uns nicht, Vom wohlthun, das du den augen, Die zum irdiübest, Sind unsre tage voll.schen kaum taugen, Daß sie Auch wenn du uns betrübest, in die strahlen Deiner langGeschieht's zu unserm wohl. muth blicken, Die den erdfreis huldreich schmücken; Und zugleich Freudenreich, Bösen und den deinen, Wie die sonne, scheinen. Langmuth und Geduld Gottes. Me!. Wunderbarer König i. 33. 11numschränkte liebe! Gönite blö2. Wasser, luft und er| de, Ja dein ganz gebiete, Ist ein schauplatz deiner güte. Deiner langmuth ehre Von Gott und seinen Eigenschaften. Wird durch neue proben Und uns nach verdienst nicht Immer herrlicher erhoben. lohnest! Deiner hand sei O wie weit, O wie breit ehre, Die so wohl regieret, Streckt sie ihre flügel Ueber Und mit ruhm den zepter thal und hügel. führet. Fahre fort, Zions 3. Was wir davon den- hort, Langmuth auszuüben, ken, Was wir sagen können, Ist ein schatten nur zu nenUnd die welt zu lieben. Mel. Ein Lamm geht hin, und ic. nen. Tag für tag zu scho= 34. Getreuer Gott! wie nen, Tag für tag zu dulden So viel millionen schulden, Und dazu Ohne ruh Lieben, die dich hassen! Herr, mer kann das fassen? viel geduld Beweisest du uns armen! Wir häufen täglich sündenschuld; Du häufest dein erbarmen. Was ist des menschen lebenslauf? Er ist verderbt von jugend auf, Sein sinn ist dir entgegen: Und doch, o Vater, suchst du ihn Von seinen sünden abzuziehn, Zur beßrung zu bewegen. 2. Der menschen elend jammert dich: Selbst wann sie sich verstocken, Willst du sie dennoch väterlich Durch güte zu dir locken. Wie lange sahst und riefest du Schon ehmals deinem volke zu, Daß sich ihr herz bekehrte? Wie trugst du doch so lange zeit Die erste welt mit gütigkeit, Eh sie die fluth verzehrte. 3. So gibst du sündern zeit und raum, Der strafe zu entgehen; Du läßt den unfruchtbaren baum Nicht oh24 4. Du vergibest sünde, Hörst der fünder flehen, Wenn sie weinend vor dir stehen. Deine rechte dräuet, Und erbarmt sich wieder, Legt die pfeile gerne nieder; Da man doch, Wenn du noch Sie kaum hingeleget, Dich zum zorn erreget. 5. Herr! es hat noch keiner, Der zu dir gegangen, Statt der gnade recht empfangen. Wer zu deinen füßen Sich mit thränen senket, Dem wird straf und schuld geschenket. Unser schmerz Rührt dein herz, Und du willst der armen Gnädig dich erbarmen. 6. Höchster! sei gepriesen, Daß du so verschonest, Von Gott und seinen Eigenschaften. 25 kräftig rühren. Nie müſse deine Vaterhuld Zur sicherheit uns führen. Trag uns erbarmend fernerhin; Doch gib uns auch dabei den sinn, Daß wir die sünde hassen, Und uns noch in der gnadenzeit Den reichthum deiner gütigkeit Zur buße leiten lassen. Treue und Wahrhaftigne pflege stehen: Du war test sein, und suchest frucht, Und wenn du gleich umsonst gesucht, Hörst du nicht auf zu bauen. Du schonest sein von jahr zu jahr, Dein Baterherz hofft immerdar, Noch frucht von ihm zu schauen. 4. Langmüthigster! so große huld Bezeugst du fre chen fündern: Und wie viel feit Gottes. nachsicht und geduld Hast du mit deinen kindern! Sie werden ja, wenn fleisch und welt Hier ihnen häufig netze stellt, Oft sicher, matt und träge: Sie straucheln, sie vergehen sich, Und sündigen oft wider dich, Verlassen deine wege.d 5. Du warnest sie vor der gefahr, So oft sie irre gehen; Reichst ihnen hand und stärke dar, Von sünden aufzustehen. Du trägest sie mit Baterhuld, Bist willig, ihresündenschuld Durch Christum zu vergeben; Gibst ihnen neue glaubenskraft, Und, nach vollbrachter pil grimschaft, Ein ewig freudenleben. 6. Laß deine langmuth und geduld Uns menschen mel. Wer nur den lieben Gott ic. 35. Noch nie haft du dein wort gebrochen, Nie deinen bund, o Gott, verletzt: Du hälst getreu, was du versprochen, Vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn erd und hintmel auch vergehn, Bleibt ewig doch dein wort bestehn. 2. Du bist kein mensch, daß dich gereue, Was uns dein mund verheißen hat. Nach deiner macht, nach deiner treue Bringst du, was du versprichst, zur that: Scheint die erfüllung gleich noch weit, So kommt sie doch zur rechten zeit. 3. Und wie du das unfehlbar gibest, Was deine lieb uns zugedacht; So wird, wenn du vergeltu n 2 Von Gott und seinen Eigenschaften. übest, Dein drohwort auch Der wahrheit freund, der gewiß vollbracht. Wer dich, lügen feind, Beweise dich o Gott; beharrlich haßt, als Gottes kind, Dem trent Fühlt deiner strafe schwere und wahrheit heilig sind! last. 26 4. O präge dieß mir tief ins herze, Daß es vor deinem wort sich scheut: Gib, daß ich nie leichtsinnig scherze Mit deiner strafgerechtigfeit. Nie werde das von mir gewagt, Was dein befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit festem glauben Dem worte deiner wahrheit trau'n. Wer kann den trost uns jemals rauben, Den wir auf dein versprechen bau'n! Du bist ein fels, dein bund steht fest. Wohl dem, der sich auf Gott verläßt! 6. Wie start sind unsers glaubens gründe! Hier ist dein wort, das niemals trügt; Und daß dieß allen beifall finde, Hast du den eid hinzugefügt. Wahrhaft'ger! was dein mund beschwört, Ist völlig unsers glaubens werth. 7. O seele! laß dich dieß beschämen: Vertraue Gott, der treu es meint. Such ihn zum muster anzunehmen: Univ.- Bibl. Giessen Mel. Komm o komm du Geist ic. 36. Weicht ihr berge! fallt ihr hügel! Felsen, wankt und stürzet ein! Gottes treue hat dieß siegel: Sie soll fest und ewig sein. Laßt den weltkreis untergehn, Gottes gnade muß bestchn.mic 2. Gott hat mir ein wort gesprochen, Seinen bund mit mir gemacht: Der wird nimmermehr gebrochen, Bis er alles hat vollbracht. Er, die wahrheit, trüget nicht: Was er saget, das geschicht. 3. Seine gnade soll nicht weichen, Wenn gleich alles bricht und fällt: Sie soll ihren zweck erreichen, Den sie ewig sich gestellt. Ist die welt voll heuchelei, Gott iſt fremm, gut und getreu. 4. Will die welt den frieden brechen, Hat sie streit und krieg im sinn: Gott hält immer sein versprechen. Ihm vertraun ist stets gewinn. Denn er bleibet inimerdar, Was er ist und was er war. 5. Laß sein antlitz sich Von Gott und seinen Eigenschaften. verstellen; Treu ist doch sein herz gesinnt, Und bezeugt in allen fällen, Ich sei sein geliebtes kind, Dem er beide Hände reicht, Wenn auch alle Hoffnung weicht. 6. Er, der Herr, ist mein Erbarmer; So hat er sich selbst genennt, Welch ein trost! nun werd ich armer Nimmermehr von ihm getrennt. Sein erbarmen lässet ihn Niemals sich mir ganz entziehn. 7. Nun so soll mein ganz vertrauen Unbeweglich auf ihm ruhn: Felsen will ich auf ihn bauen; Was er sagt, das wird er thun, Erd und himmel kann vergehn, Doch sein bund bleibt ewig stehn. Gott, unser höchstes Gut. 27 In heiligkeit muß ich auch zu ihm gehn.ddo imp 2. Jehovah ist ein unbegreiflich wesen, Da mein verstand sich völlig in verliert. In seinem wort ist dieses klar zu lesen, Wie wunderbar der kluge rath regiert. Wer hat den sinn des geistes je erkannt? Wer gab dem rath, der war von ewigkeit? Vernunft sei still! dieß meer ist viel zu breit Und allzutief, o kluger unverstand! 3. Jehovah! grund und leben aller dinge, Du bist fürwahr ein unzugänglich licht. Gib, daß im licht mein wandel mir gelinge: Ach führe mich mit deinem angesicht. Du bist ein licht, und bist im licht allein; Du hasfest den, der finsternisse liebt; Du liebest den, der recht und wahrheit übt: licht und gnaden- O laß mich stets den weg sonne; Jehovah, Gott, ist des lichtes gehn! die vollkommenheit: Jehovah ist die reine seelenwonne; Jehovah ist die quell der heiligkeit. In diesem licht kann ich viel wunder sehn; Die herrlichkeit des Herrn ist meine ruh; Und seelenfreud erquicket mich dazu: Nach eigner Melodie. 37. Fehovah ist mein 4. Jehovah! Gott mit mir zu allen zeiten! Mit dir ich nun gemeinschaft haben kann: Wenn du mich wirst mit deinen augen leiten, So wirst du mich zu ehren nehmen an. O blinde welt, o welt, ich lasse dich: Fleuchst 2* Von der heiligen Dreieinigkeit. du dieß licht, und wandelst licht und recht vereinigt in der nacht; Die arme seel Gott und mich ist ewig umgebracht. Nur 28 II. Von der heiligen Dreieinigkeit. Nach bekannter Melodie. Uns mit gaben ziert von 38. Wir glauben all' oben; Die ganze christenan einen Gott, heit auf erden Hält in einem Schöpfer himmels und der sinn gar eben: Hier all' sünd erden; Der sich als Bater vergeben offenbart, Daß wir seine Fleisch soll uns wieder leben: werden; Das kinder werden. Er will uns Nach diesem elend Jst bereit allzeit ernähren, Leib und Uns ein leben in ewigkeit. seel auch wohl bewahren: Allem unfall will erwehren, Kein leid soll uns widerfahren. Er forget für uns, Schützt und wacht: Es steht alles in seiner macht. bi Nach bekannter Melodie. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Seinen Sohn und unsern Herren; Der ewig bei dem Vater ist, Gleicher Gott an macht und ehren: Von Maria, der jungfrauen, Ist ein wahrer mensch ge boren, Durch des heilgen Geistes wunder; Für uns, die wir war'n ver loren, Am kreuz gestorben; Und vom tod Wieder aufer standen ist durch Gett. 3. Wir glauben auch an heil'gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne; Der aller blöden tröster heißt, llein Gott in der höh sein ehr, Und dank für seine gnade; Darum daß nun und nimmermehr Uns rühren kann fein schade, Weil Gott gefallen an uns hat, Und frieden uns in Christo gab: All feind schaft hat ein ende. 10 2. Mit lob und dank verehr'n wir dich, Wie dir die engel danken; Daß du Gott Vater ewiglich Regierest ohne schranken. Ganz unbe gränzt ist deine macht; Fortgehet, was dein will be dacht. Wohl uns des treuen Herren! is n Distpilion 3. O Jesu Christe, mensch gebor'n Doch Sohn des ew'gen Baters! Versöhner: derer, die verlor'n, Du stil39. Von der heiligen Dreieinigkeit. ler alles haders. Lamm Gottes, heil'ger Herr und Gott, Nimm an die bitten unsrer noth: Erbarm dich unser aller! 4. O heil'ger Geist, du höchstes gut, Du allertreuster tröster! Für's teufels macht forthin behüt, Die Jesus Christ erlöset Durch großen martervollen tod: Wend unsern jammer, unsre noth; Dazu wir uns verlaſsen. Mel. Nun danket alle Gott ic. 40. eleb elobet sei der Herr, Mein Gott, mein licht, mein leben; Mein Schöpfer, der mir hat Mein leib und seel gegeben; Mein Vater, der mich schützt Von mutterleibe 29 Geist, Den mir der Sohn gegeben; Der mir mein herz erquickt, Der mir gibt neue kraft; Der mir in aller noth Rath, trost und hülfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, Mein Gott ,, der ewig lebet; Den alles lobt und preißt, Was in den lüften schwebet: Geløbet sei der Herr, Des name heilig heißt! Gott Vater, Gott der Sohn, Und Gott der heil'ge Geist! 5. Dem wir anbetung jetzt Mit freuden alle bringen, und mit der engel schaar Einst heilig, heilig, singen: Den herzlich lobt und preißt Die ganze christenheit: Gelobet sei mein Gott In alle ewigkeit! Mel. Wie leuchtet uns der. lob, an; Der alle augenblick 41. Salleluja! gethan. 2. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein heil, mein leben; Des Vaters liebster Sohn, Der sich für mich ge geben; Der mich erlöset hat Mit seinem theuren blut; Der mir im glauben schenkt Das allerhöchste gut. 3. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein licht, mein leben; Des Vaters werther preiß und ehr Sei unserm Gott je mehr und mehr Für alle ſeine werke. Von ewigkeit zu ewigfeit Sei von uns allen ihm geweiht Dank, weisheit, kraft und stärke. Bringet, Singet Fromm und freudig: Heilig, heilig, Heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Halleluja! preiß, ehr Von der heiligen Dreieinigkeit. und macht Sei auch dem Mel. Der Tag ist hin, mein 2c. Gottheit hohes siegel! O licht vom licht! Gotteslamm gebracht, Ju 42. Dreieinigkeit, Der dem wir sind erwählet; Das uns mit seinem blut erkauft; Auf seinen tod sind wir getauft, Dem himmel zugezählet. Heilig, Selig Ist die freundschaft Und gemeinschaft, Die wir haben; Un zählbar die gnadengaben. Allmacht, deren flügel Sich um und um Durch diesen erdkreis streckt, Und alle welt Mit seinem schirm bedeckt. 30 3. Halleluja! Gott heil'ger Geist Sei ewiglich von uns gepreißt, Durch den wir neu geboren: Der uns mit glauben ausgeziert, Dem Heilande uns zugeführt, Zur freundschaft ihm erforen. Er schafft Uns 2. Wir loben dich, Sobald die sonn erwachet; Und machet: Was lebt und webt wann sie jetzt Den feierabend Auf erden weit und breit, dienst bereit. Ist alles, Herr, Zu deinem 3. O heiliges Und unumschränktes wesen! Wer kraft; Hilft uns beten In teit gelesen? O tiefer brunn! hat wohl je Die heimlichden nöthen; Und gibt freu- unerforschte pracht! Wie O den, Wenn wir hier als christen leiden. groß, o Gott, Wie groß ist deine macht! 4. Halleluja! lob, preiß und ehr Sei unserm Gott je mehr und mehr, Ruhm seinem großen namen! Stimmt an mit aller himmelsschaar, Und singet nun und immerdar Mit freuden amen! amen. Bringet, Singet Fromm und freudig: Heilig, heilig. Heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth!! 4. Wer kann doch hier, Herr, deine wege finden? Wie sollt' ein mensch Wohl dein gericht ergründen? Zurück vernunft! Zurück, zurück mit dir! Dein witz der ist Doch viel zu schlecht allhier. 5. Nur immerhin, Nur hin mit deinem dichten! Du fannst dich nicht In Gottes weisheit richten. Wo Gott Von der heiligen Dreieinigkeit. nicht selbst Dich unterwei sen wird: So bleibest du Verloren und verirrt. 6. Drum lehr uns, Herr! O lehr uns ohne trennen In Einem drei, In dreien Eins erkennen: Ach, lehr uns doch, Gott Vater, Sohn und Geist, Daß du ein Gott Ju drei personen heißt. 7. Gib, daß bei uns Dieß wort von dir stets klinge: Von ihm, durch ihn, Zu ihm sind alle dinge! Dem großen Gott Sei ehr in ewigkeit! Ja! amen, ja! Singt alle christenheit. 8. Dein nam' ist groß: Dein reich, Herr, in uns wohne; Dein will' uns lenk, Ernähr uns; und verschone: Versuchung wehr: Erlös aus böser zeit! Dein ist das reich, Die kraft und herrlichkeit. Nach eigner Melodie. 43. Gott, du Bater, wohn uns bei, Und laß uns nicht verderben: Mach uns aller sünden frei, Und hilf uns selig sterben. Vor versuchung uns be wahr, Halt uns bei festem glauben, Und auf dich laß uns bauen, Aus herzens31 grund vertrauen; Dir uns lassen ganz und gar, Mit allen rechten christen, Entfliehn des feindes listen, Mit waffen Gottes uns rüſten. Amen! amen! das sei wahr! So singen wir Halleluja; 2. Jesus Christus! wohn uns bei, Und laß uns nicht verderben 2c, 2c. 3. Heiliger Geist! wohn uns bei, Und laß uns nicht verderben 2c. 2c. mel. Gott du Vater wohn ic. 44. Gott! ich darf mich zu dir nah'n, Ich, ein erlößter Christi. Tief im staube bet ich an Dich, Vater Jesu Christi! Unsichtbarer, der du bist, Und sein wirst, wer du warest, Du schaffest und bewahrest Die welt, vor der du warest. Herr, wer gleichet dir? wer ist, Wie du, Gott über alle Daß alles dir gefalle, In allen und durch alle. Herr, Je hovah Zebaoth! Sei hochgelobt, Gott, unser Gott! 2. Sohn! ich darf mich zu dir nah'n, Gott, ebenbild des Vaters! Tief im staube bet ich an, Dich, ein'gen Sohn des Vaters; Menschgewordner, der du bist, Und Von der heiligen Dreieinigkeit. dir: Dir leben und dir sterben wir. Halleluja! sein wirst, wer du warest; lößt hast du uns, Christe, Im fleisch dich offenbarest Der welt, vor der du warest. Herr, wer gleichet dir? wer ist, Wie du, Gott über alle? Daß alles dir gefalle, Versöhnst du zu dir alle. Sohn, Jehovah Zebaoth! Sei hochgelobt, mein Herr und Gott! 3. Preiß ihm! er führt des himmels bahn, Führt den schmalen weg hinan. Dein tempel, heil'ger Geist, sind wir. Wir leben und wir sterben dir. Halleluja! 4. Sing, seele! freudenthränen, fließt! Heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott! Jehovah, dir; Dir leben und dir sterben wir. Halleluja! 3. Geist des Vaters und des Sohns! Du kennst die tiefen Gottes. Siegel unsers gnadenlohns, Mach uns zu tempeln Gottes. Geist der heiligung, du bist Vom Vater uns gegeben, Damit wir ewig leben, Und ewig ihn erheben. Heilig, heilig, heilig ist Der Vater mit dem Sohne, Der Geist auf einem throne Mit ihm und seinem Sohne. Einiger Herr Zebaoth! Sei hoch gelobt, Gott, unser Gott. Mel. Gelobet seist du Jesu ic. 45. er Gott und reiß und er erhält Seine wundervolle welt. Du sprachst: da wurden, Herr, auch wir. Wir leben, und wir sterben dir. Halleluja! 110 2. Preiß ihm! er liebt von ewigkeit, Wird ein mensch, stirbt in der zeit. Er 32 Mel. Heut triumphiret 26. 46. Dank und anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. Du bist es, der die ganze welt Erschaffen hat und noch erhält. Halleluja! 2. Dank und anbetung bringen wir, Herr, unser dir. | Du littst für uns des todes pein, Uns vom verderben zu befrein. Halleluja! 3. Gelobet seist du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern. Du hast durch deines wortes macht Auch uns zum licht und heil gebracht. Halleluja! Von der Schöpfung. Mel. Es wolle Gott uns gnädig bc. 47.5 err, unser Gott, ewer ist dir gleich? Du bist das höchste wesen; Und doch hast du, an gnade reich, Uns dir zum dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, Du; Allerhöch ster, haben. Mit deinem heil willst du uns hier Und ewig einst begaben, Du quelle alles segens. 2. Wir beten dich, o Va= ter, an: Sind wir vor dir gleich sünder, So nimmst du dich noch unser an, Wie väter ihrer kinder. Du hast für uns aus großer huld. Selbst deinen Sohn gege ben. Dein herz voll güte und geduld Verleih uns trost und leben, Daß wir dich findlich fürchten. i 3. O Jesu, ew'ger Got tessohn! Du Heil, darauf wir hoffen. Durch dich steht zu des Vaters thron Der weg uns wieder offen. Uns 33 zu befrein von sünd und tod, Kamst du zu uns auf erden. O laß uns, unser Herr und Gott, Froh deines segens werden, Und dir im glauben dienen. 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott! Wehr unserem verderben. Im glauben an des Mittlers tod Hilf uns, der sünde sterben. Du gibst zum guten lust und kraft; Laß es uns stets erfahren: Stärk uns in unsrer pilgrimschaft, Bewahr uns vor gefahren, Hilf uns, dir willig folgen. 5. Laß, Gott, uns dein auf erden schon, Als unsers Gottes freuen. Herr, segne uns von deinem thron, Daß wir vor dir gedeien. Dein ist das reich, die herrlichlichkeit: Dir wollen wir hier leben; Und du wirst nach vollbrachter zeit Uns einst dahin erheben, Wo wir dich ewig schauen. III. Von der Schöpfung. Mel. Sei Lob und Ehr dem c.|| weiß ich, von bewundrung 48.28 enn ich, o Schöpfer, deine macht Die weisheit deiner wege, Die liebe, die für alle wacht, 2. Mein auge sieht, woAnbetend überlege; So hin es blickt, Die wunvoll Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr und Vater! 2** 34 Von der Schöpfung. deiner werfe. Der himmel prächtig ausgeschmückt, Preißt dich, du Gott der stärke! Wer hat die sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit majestät? Wer ruft dem heer der sterne? 3. Wer mißt dem winde seinen lauf? Wer heißt die himmel regnen? Wer schließt den schoos der erden auf, Mit vorrath uns zu seg nen? Gott, der macht und herrlichkeit! Gott, deine güte reicht so weit, So weit die wolken reichen. 4. Dich predigt sonnen schein und sturm, Dich preißt der sand am meere. Bringt, ruft auch der geringste wurm, Bringt meinem Schöpfer ehre! Mich, ruft der baum in seiner pracht, Mich, ruft die saat, hat Gott gemacht; Bringt unserm Schöpfer ehrelbord 6. Erheb' ihn ewig, o mein geist; Erhebe seinen namen! Gott, unser Vater, sei gepreißt, Und alle welt sag: amen! Und alle welt fürcht' ihren Herrn, Und hoff auf ihn, und dien' ihm gern; Wer wollte Gott nicht dienen? mel. Wer nur den lieben Gott i. 49. Gott des himmels und der er den, Der du allgegenwärtig bist, Von niemand kannſt begriffen werden, Da niemand dir verborgen ist. Ach ziehe meinen sinn zu dir, Und offenbare dich in mir. 2. Wohin ich herz und augen lenke, Da find ich deiner Gottheit spur. Wenn ich voll andacht überdenke Dein werk, die prächtige natur; So ruft mir alles, alles zu: Wie groß ist Gott, wie klein bist du! 5. Der mensch, ein leib, 3. Uns zeigen alle eleden deine hand So wunder bar bereitet; Der mensch ein geist, den sein verstand, Dich zu erkennen, leitet; Der mensch, der schöpfung ruhm und preiß, Ist sich ein täglicher beweiß Von deiner gut und größe. mente, Macht, güt' und weisheit überall. O wenn das stumme reden könnte, Wie groß wär dann der jubelschall: Rühmt, menschen, Gottes gut und macht, Der uns für euch hervorgebracht. 4. Herr Gott! wie groß Von der Schöpfung. ist deine liebe! Die erd ist dich nicht wäre: Der unbe deiner güte voll. O, gib redte säugling spricht Von mir deines geistes triebe, Daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann, und hab, und bin, Zu dei nem dienst auf ewig hin! seines Schöpfers ehre: Und alles, was ich seh vor mir, Das zeugt und prediget von dir, Du Schöpfer aller dinge! 5. Hilf, daß die güter 3. Die himmel sind von dieser erden Mich zu dir lok ken, höchstes Gut! Daß sie mir nicht zum fallstrickt werden, Der, statt des nutzens, schaden thuit. Laß allen miß brauch ferne sein: Mein schatz und ziel sei du allein! deiner hand, Die alles hat bereitet, Weit, wie ein teppich, ausgespannt, Und dir zum ruhin verbreitet! Du, der im höchsten himmel thront, Du schufst die sterne, schufft den mond, Uns in der nacht zu leuchten. 6. Hier ist mein leben eine reise; Mein weg geht in die and're welt. Drum mache du mich fromm und weise, Daß ich hier thu, was dir gefällt; Und endigt sich mein kurzer lauf, So nimm in deine ruh mich auf. Mel. Sei Lob und Ehr dem ic. 50.2¹ ie groß, wie gut 35 2. Von dir, Herr, schweigt der jüngling nicht, Der ohne 4. Den menschen hast du, Herr, gemacht; Von dir hat er das leben: Du haſt durch deine güt und macht Ihm, was er hat, gegeben. Was ist vor dir, o Gott, was ist Der mensch, daß du so gnädig bist, Dich seiner so erbarmeſt! adu, Schöpfer, bist, Das muß mein herz 5. Du hast ihn mit ver empfinden; Muß dich, wie du die liebe bist, In deinen werken finden. Da strahlet deine majeſtät Durch wel che erd und himmel steht, Erfüllt von deiner güte. nunft geziert, Und freiheit ihm verliehen; Ihn hast du in die welt geführt, Zum himmel ihn zu ziehen! Er ist sowohl, o Herr, dein find, als es die höhern engel sind; Du liebst ihn wie ein vater! is nd and Von der Schöpfung. schafft. stor 6. Stimmt, menschen, frühling neue anmuth lobgesänge an, Daß Gott er höhet werde! Gott, der uns alles unterthan, Was ist und lebt auf erde! Wie viel ist hier, das uns erquickt, Wie sehr sind wir durch dich beglückt! Was kannst du mehr uns schenken? 3. Daß fraut und pflanzen sich verjüngen, Und alles neues leben fühlt; Daß alle bäume blüten bringen, Das feld mit tausend farben spielt, Das fließt allein aus deiner gnad, Die unsre welt gezieret hat. 7. Wie groß, wie gut du Schöpfer bist, Das muß 4. Wie viel vermag dein mein Herz empfinden; Muß mächtig: werde! Erhabendich, wie du die liebe bist, ster Herr Zebaoth! Dein lob In deinen werken finden. verkündiget die erde, Noch Da strahlet deine majestät, herrlicher, du großer Gott, Durch welche erd, und him- Verkündiget des himmels mel steht, Erfüllt von dei- pracht Die größe deiner ner güten Schöpfersmacht. 36. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 51. Gott, den alle himmel ehren, Von die kommt aller him mel pracht: Was wir nur schönes seh'n und hören, Hat deine hand allein gemacht. An deine weisheit, an dein licht Reicht keines menschen denken nicht. 2. Du bist's, der die geschöpfe weidet, Der ihnen schmuck und freude schenkt: Du bist es, der die erde kleidet, Und sie mit grünem schmuck behängt: Du bist es, der durch seine kraft Dem 5. Aus dir, du quelle alles lichtes, Fließt auch der sonne feurig meer. Ja du bist Schöpfer des gesichtes; Von dir kommt auch das wunder her, Daß mir die schönheit dieser welt So strahlend in die augen fällt. 6. Was zeugt das heervon tausend sternen, Das unsre nächte reizend macht? Von ihnen soll ich hier schon lernen, Wie groß, o Schöpfer, deine pracht! Gott! licht und strahlen sind dein kleid: Wie groß bei dir die seligkeit! 7. Ach Schöpfer! heil'ge Von den mein gesichte, Wenn ich so voll verwundrung steh, Daß ich in deines geistes lichte Allein auf dich, den ur sprung; sehin Ach, reinige du meine brust Von jeder schnöden erdenlust. til Nach bekannter Melodie. 37 Engeln. bemalen! Lobt den Herrn, Mond und stern! Seid, ihr seine heere, Zeugen seiner ehreoninijoj 3. Und du, meine seele, Rühme mit und singe, Singe deines glaubens lieder! Was den odem 52. Wunderbarer Köholet, Jauchze Gott und nig! Herrscher singe, von uns allen! Laß dir unser staub lob gefallen. Deine Batersgüte Hast du lassen triefen, Ehe wir zu dir noch riefen. Hilf uns noch, Stärkuns doch: Laß die zunge singen, Laß die stimme flingen.om Wirf dich in den darnieder. Er ist Gott, Unser Gott; Er ist hoch zu loben, Hier und ewig droben! Sadaroll 2. Die machten und die thronen, Die in dem himmel wohnen, Gibst du zu mei 4. Halleluja singe, Wer den Herrn nur kennet, Wer den Herren Jesum liebet! Halleluja bringe, Wer nur Christum kennet, Jhm von herzen sich ergiebet. O wohl dir! Glaube mir! Endlich wirst du droben strahlen, Die das große rund|| Ohne sünd ihn loben. 2. Himmel, lobe prächtig, Deines Schöpfers thaten, Mehr als aller menschen staaten. Großes licht der sonne, Rühm ihn mit den MA rds? Hom IV Von den Engeln. Mel. Nun ruhen alle Wälder ic.ner wacht. Sie schau'n im 53. Du Herr ber fera- hellen lichte Dein herrlich angesichte, Doch nehmen sie auch mich in acht. phinen, Dem tausend engel dienen, Und zu gebote stehn!" Gott, aller wesen meister, Und vater aller geister! Mein mund soll deinen ruhm erhöhn. 3. Jch preise deine güte Mit dankbarem gemüthe Für deiner engel schaar. Das menschliche geschlechte Beschützet deine rechte Durch ihren beistand in gefahr. 5. Laß ihren schutz mich 38 Von den Engeln. decken Wenn angst und Mel. Werde munter mein c. noth mich schrecken, Daß 54. Söchster! beffen ſtar betrübt. Zuflucht, schirm und schatten gibt; Der das menschliche ge schlechte Wie ein treuer vater liebt; Der in dieser großen welt Alles, was er schuf, erhält; Der, als Herr, uns in gefahren Mächtig kann und will bewahren. Ich sei in meinem Leben Von ihnen stets umgeben, Von ihnen immerdar geliebt.m 5. Doch sollen sie nicht weichen, So laß mich ihnen gleichen An reiner heiligkeit. Wie sie die kinder lieben, Und wahre demuth üben, So mach auch mich dazu bereit. 6. Sie thun ja deinen willen; Den laß mich auch erfüllen; Sie leben heilig, rein. O laß mich nichts beflecken; Auch wenn mich schatten decken, Laß mich die reinen geister scheu'n. 2. Viele tausend seraphi nen Jauchzen und lobsingen dir. Dich zu loben, dir zu dienen, Sind sie willig für und für. Aber auch auf uns zu seh'n, Und uns schwachen beizusteh'n, Sind sie, wenn du winkest, fertig, Und den deinen gegenwärtig.it 3. Gott der engel! Gott 7. Hilf aug und herz be- der welten! Ach was sind wir zähmen; Kein ärgerniß zu menschen doch, Daß wir vor nehmen, Lehr mich behut- dir so viel gelten! O wie sam sein; Nie durch ein sündhaft leben Dem nächsten anstoß geben: Denn dieses stürzt in ew'ge pein. 8. Wenn ich dann endlich scheide, So führe mich zur freude Auf ihren hän den ein: Da werd ich dich erst loben, und in dem himmel droben Dir und den engeln ähnlich sein. hälst du uns so hoch! Deine engel dienen uns, Und sind zeugen unsers thuns. Laß uns einst, in ihren chören, Ewig dich im himmel ehren. Mel, Sei Lob und Ehr dem ic. 55. Dir fing ich lob, Herr Zebaoth, Greß, groß sind deine werke! Dir singt dein himmel: groß ist Gott! Dir singt mit fraft Von den Engeln. und stärke Der seraph, der dich näher sieht, Der cherub, der am throne kniet, Die ganze schaar der engel. 2. Dein ist das reich, dein iſt die macht. Nach ordnun= gen und stufen Hast du die schaar, die uns bewacht, Zum leben hergerufen. Sie richten deinen willen aus, Beschützen des gerechten haus, Wenn seine hüter schlummern, 39 christlich, denk bei deinem schmerz: Im himmel hab ich freunde in t Für Kinder. Mel. Ich finge dir mit Herz ic. 56. Mein Bater! dein kind Freut deiner güte sich: Da engel meine freunde sind, Wie groß, wie groß bin ich! 2. Um meine wiege standen sie, Als ich ein säugling war: Durch sie traf meine kindheit nie Verderben und gefahr des Cam 3. Als ich am sanften leitband ging, Sah'n sie voll huld auf mich: Wenn mich der mütter arm umfing, Da segneten sie mich. 4. Auf ihren Händen trugen sie Mich durch gefahr und neth; Mein junges leben schüßten sie Vor einem frühen tod. 5. Oft war mein beten ihre lust, Und bei der kindheit spiel Erhielten sie in meiner brust Der gottesfurcht gefühl. 6. 3. Mensch! fühl den vorzug, mensch zu sein: Ein Gott hat dich versöhnet. Sieh deine künft'ge hoheit ein: Wer siegt, wird dort gekrönet. Schon hier bist du, in fleisch gehüllt, Des Aller höchsten ebenbild, Im menschenkleid ein engel. a 4. Bald tret ich ein ins hohe lied, In jene heil'ge psalmen. Am ziel, nach dem mein glaube sieht, Erwart ich siegespalmen. Wie hebt sich da mein lied empor! Ich mische mich ins engel chor, Ins höh're halleluja. 5. Wie groß, wie groß die wonne ist, Wenn mich am möcht: ich einst, lebensende Zum erstenmal wie izt als kind, Der engel ein engel grüßt; Ach daß ichsfreude sein, So mitleidsvoll, schon empfände! Von aller so gut gesinnt, So zärtlich welt verlaßnes herz! Denk und so rein! 15 st Von der Vorsehung Gottes. 7. Nie wein mein schuß sich und segne mich Bei geist über mich, Und flich jeder guten that! se von meinem pfad! Er freue V. 40 Von der Vorsehung Gottes oder der Erhaltung und Regierung der Welt. E Nach bekannter Melodie. 57. Sei lob und ehr dem höchsten gut, Dem Vater aller güte; Dem Gott, der alle wunder thut; Dem Gott, Der mein gemüthe Mit seinem reicheu trost erfüllt; Dem Gott, der allen jammer stillt: Gebt unserm Gott die ehre! 8 12. Es danken dir die him melsherr, O Herrscher aller thronen; Und die auf erden, luft und meer In deinem schatten wohnen, Die preisen deine Schöpfersmacht, Die alles hat so wohl bedacht: Gebt unserm Gott die ehre! 3. Was unser Gott ge schaffen hat, Das will er auch erhalten; Darüber will sein weiser rath Und seine gnade walten. In seinem ganzen königreich Ist alles recht und alles gleich: Gebt unserm Gott die ehre! half mein helfer mir vom tod, Und ließ mir troſt gedeien. Drum dánk', o Gott! drum dank ich dir: Ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht Von seinem volk geschieden. Er bleibet ihre zuversicht, Gibt segen, heil und frieden. Mit mut terhänden leitet er Die seinen stetig hin und her: Gebt unserm Gott die ehrelbad 6. Wann trost und hülf ermangeln muß, Die alle welt erzeiget; So kommt, so hilft zum überfluß Der Schöpfer selbst, und neiget Sein Vaterauge denie zu, Der sonsten nirgends findet ruh: Gebt unserm Gott die ehre! dd 300 7. Ich will dich all mein lebenlang, D Gott, von nun dan ehren. Man soll, Gött, deinen Lobgesang An allen orten hören. Mein ganzes 4. Jch rief dem Herrn in meiner noth: Ach Gott, vernimm mein schreien! Daherz ermuntre sich; Mein Von der Vorsehung Gottes. 41 leib und seele preise dich: Gebt unserm Gott die ehre! 8. Jhr, die ihr Christina: men nennt Sebt unserm Gott dieehre, Jhr, die ihr Gottes macht bekennt, Gebt unserm Gott die ehre! Die falschen gözen macht zu spott; Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott: Gebt unserm Gott die ehre! 9. So kommet vor sein angesicht Mit glaubensvol- 4. lem singen: Bezahlet die gelobte pflicht, Und laßt uns ehr ihm bringen: Gott hat es alles wohl bedacht, Und alles, alles recht gemacht: Gebt unserm Gott die ehre. Mel. Herzlich thut mich verl. 58. Besicht du deine we sprießlich ist, willst thun. ge, Und was dein herze kränkt, Der allertreu sten pflege Des, der die himmel lenkt. Der wolken, luft und winden Gibt wege, lauf und bahn, Der wird auch wege finden, Da dein fuß gehen kann. 5. Und obgleich alle teufel Hier wollten widerstehn: So wird doch ohne zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er sich fürgenommen Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen Zu seinem zweck und ziel. 6. Hoff dann, du arme seele! Hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der höhle, Da dich der kummer plagt, Mit großer gnade rükfen: Erwarte nur die zeit; So wirst du schon erblicken 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, Wenn dirs soll wohlergehn: Auf sein werk mußt du schauen, Wenn dein werk soll besteh'n. Mit for gen und mit grämen, Und mit selbsteigner pein Läßt Gott sich gar nichts nehmen; Es muß erbeten sein. 3. Dein herz voll treu und gnade, O Vater, weiß und sieht, Was gut sei oder schade Dem menschlichen gemüth. Und was du dann erlesen, Das treibst du ſtarker held! Und bringst zu stand und wesen, Was deinem rath gefällt. Weg hast du allerwegen; An mitteln fehlt dirs nicht: Dein thun ist lauter segen; Dein gang ist lauter licht. Dein werk kann niemand hindern, Dein arbeit kann nicht ruhn, Wenn du, was deinen findern Er 42 Von der Vorsehung Gottes. Die sonn' der schönsten freud'. 7. Auf! auf! gib deinem schmerze Und sorgen gute nacht. Laß fahren, was das herze Betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht regente, Der alles führen soll, Gott sitzt im regimente, Und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten! Er ist ein weiser Fürst; Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wann er, wie's ihm gebühret, Mit wunder barem rath Das werk hinausgeführet, Daß dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine weile Mit seinem trost verzieh'n. Und thun an seinem theile, Als hätt in seinem sinn Er deiner sich begeben, Und sollst du für und für In angst und nöthen schweben, So frag' er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst; So wird er dich entbinden, Da du es gar nicht gläubst. Er wird dein herz erlösen Von der so schweren last, Die du zu keinem bösen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du find der treue! Du siegst, und trägst davon Mit ruhm und dankgeschreie, Des sieges ehrenkron. Gott gibt dir selbst die palmen In deine rechte hand; Uud du singſt freudenpsalmen, Dem, der dein leid gewandt. 12. Mach end, o Herr! mach ende Von aller unsrer noth: Stärk unsre füß und hände, Und laß bis in den tod Uns allzeit deiner pflege Und treu empfohlen sein; So gehen unsre wege Gewiß zum himmel ein. Mel. Jesus meine Zuversicht. 59. Hottes wille, Gottes rath Muß auch meinen willen lenken. Er der mich erschaffen hat, Kann nie sein geschöpfe kränken. Wenn er nimmt und wenn er gibt, Ist er Vater, der mich liebt. 2. Willig folg ich, wie er will; Führt er gleich durch rauhe wege: Ohne murren bin ich still, Treffen gleich mich seine schläge. Denn er weiß nach ew'gem plan, Was mein heil befördern kann.. 3. Wahr und heilig ist sein wort; Was er zusagt, 43 Von der Vorsehung Gottes. wird er halten. Ihn allein, Mel. Warum sollt ich mich ic. den treuen hort, Laß ich über 60. Sei zufrieden, mein up gemüthe! alles walten. Wer sich seiner hülfe freut, Schmeckt auch seine freundlichkeit. Gott ist gut: Was er thut, Ist voll lieb und güte. Schaue seine große thaten: Was die welt In sich hält, Iſt ihm wohl gerathen.pita 2. Beides erd und himmel preisen Seine macht: Tag und nacht Müssen es beweisen. Sonn und mond sind laute zeugen: Was sich regt Und bewegt, Kann es nicht verschweigen. 3. Schau die werke seiner hände, Mensch und thier Melden dir Seinen ruhm ohn ende. ohn ende. Was wir noch so kleines nennen; Gras und laub, Selbst der staub, Gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf bergen und in gründen, In der höh, In der see, Oder sonst zu finden, Rühmt die weißheit seiner werke: Jeder wurm, Wind und sturm, Preisen seine stärke. 5. Wie muß ich sein lob erheben? Wie sogar Wunderbar Gab er mir mein le ben! Seel und leib ist sein geschenke: Bin ich nicht Ihm 4. Drum, mein herz, verzage nicht! Der im himmel wird schon sorgen. O! sein trost ist sonnenlicht Bei dem allertrübsten morgen. Harre mit gelassenheit; End lich kommt die rechte zeit. 5. Fällt ohn ihn kein haar vom haupt, Sollt er dann mein glück nicht wählen? Wer in demuth an ihn glaubt, Der wird nie des ziels verfehlen. Ihm vertrau'n ist süße pflicht: Er vergißt die seinen nicht. 6. Wein' ich oft vergebens hier; Trügt mich oft mein irdisch hoffen: Nur geduld! einst stehet mir Jenes buch der vorsicht offen: Dort seh ich, wie wunderbar Gottes weise führung war. 7. Alle leiden dieser zeit. Alle thränen und beschwer den Sind nicht werth der herrlichkeit, Die mir offenbart soll werden. Herr! du hast( so rühm ich dann) Groß und gut an mir gethan! 44 Von der Vorsehung Gottes. verpflicht't, Wenn ich dieß bedenke? 6. Wie mich sein getreues sorgen Tag und nacht Nimmt in acht, Das zeigt jeder morgen. Ja tein augenblick verschwindet, Der mich nicht, Gott, mein licht! Dir zum dank verbindet. 7. Drückten mich des kreuzes plagen: War die last Kaum gefaßt, Half mir Gott sie tragen. War nicht mehr geduld vorhanden; Seine kraft Hat geschafft, Daß ichs überstanden. 8. Nun, mein herz! das hat schon lange Gott gethan; Denke dran, Wird dir je mals bange, Als wollt er dich ganz verlassen: Es geschicht Wahrlich nicht: Er kann dich nicht haffen. kann und hat. Er muß zu allen dingen, Solls anderst wohl gelingen, Selbst geben seinen rath und that. 2. Nichts ist es spat und frühe mit aller meiner mühe; Mein sorgen ist um| sonst: Er mags mit meinen sachen Nach seinem willen machen; Ich stell's in seine Vatersgunstig oor 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was Gott hat versehen, Und was mir selig ist; Ich nehmes, wie ers giebet; Was ihm mit mir beliebet, Dasselbe hab auch ich erfießt.big 4. Ich traue seiner gnade, Die mich für allem schade, Für allem übel schützt: Leb ich nach seinen sätzen, So wird mich nichts ver letzen, Nichts fehlen, was mir ewig nützt. ude 5. Hat Gott es dann beschlossen, So will ich unverdrossen An mein verhängniß gehn. Kein unfall unter allen Wird mir zu harte fallen; Ich will ihn männlich überstehn. s rod 6. Ihm hab ich mich erMel. Nun ruben alle Wälder ic. n allen meinen tha61.Ja ich ben geben, zu sterben und zu leHöchsten rathen, Der alles ben, So bald er mir gebeut: 9. Drum ergib dich sei nem willen: Heiße gut, Was er thut, Er wirds auch erfüllen. Denn er ist in allen sachen Groß von rath, Stark von that: Er, er wirds wohl machen. Von der Vorsehung Gottes. Es sei heut oder morgen; freudenstunden, Er weiß Dafür laß ich ihn sorgen: Er weiß die allerbeste zeit. 7. So sei nun, seele, stil le! Dein trost sei dessen wil le, Der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe; Dein Vater in der höhe, Der weiß zu allen sachen rath. Nach bekannter Melodie. 62. Wer nur den lieben Gott läßt walten, Und hoffet auf ihn alle zeit, Den wird er wunderlich erhalten In allem freuz und traurigkeit: Wer Gott dem Allerhöchsten traut, Der hat auf keinen sand gebaut. 45 2. Was helfen uns die schweren sorgen? Was hilft uns unser weh und ach? Was hilft es, daß wir alle morgen Beſseufzen unser un gemach? Wir machen unser kreuz und leid Nur größer durdy die traurigkeit. wohl, was uns nüßlich sei: Wenn er uns nur hat treu erfunden, Und merket keine heuchelei; So kommt Gott, eh wir uns versehn, Und lässet uns viel guts geschehn. 5. Dent nicht in deiner trübsalshize, Daß du von Gott verlassen seist; Und daß ihm der im schooße size, Der sich mit stetent glücke speißt. Die folgezeit verändert viel, Und setzet jeglichem sein ziel. 6. Essind ja Gott geringe sachen, Und ist dem Höchsten alles gleich; Den reichen klein und arm zu machen, Den armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, Der bald erhöh'n, bald stürzen kann. 7. Sing, bet, und geh auf Gottes wegen, Verricht das deine nur getreu; Und trau des himmels reichem segen, So wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine zuversiche Auf Gott setzt, den verläßt er nicht. 8. Auf dich, mein lieber Gott, ich traue; Ich bitte dich: verlaß mich nicht! In 3. Man halte nur ein wenig stille, Und sei doch in sich ſelbst vergnügt, Wie unsers Gottes gnadenwille Und seinallwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten gnaden meine noth anschaue: | 46 Von der Vorsehung Gottes. Du weißt ja wohl, was mir gebricht. Machs mit mir, wiewohl wunderlich, Durch Jesum doch nur seliglich. Mel. O wie selig sind die Seelen. 63. er, err, mein licht, mein heil, mein leben! Kann ich dich genug erheben? Was für lieder stimm ich an? Was soll ich zum dank dir bringen? Und wie soll ich würdig singen, Was du, Herr, an mir gethan? 2. Du hast meine seel gebeuget, Aber auch wie bald gezeiget, Du seist noch den deinen nah. In der nacht warst du verborgen; Doch bald kam der frohe morgen, Da ich deine hülfe sah. 3. Heilig, Herr, sind deine wege; Wunderbar sind alle stege, Wo du deine finder führst. Wer muß nicht aus deinen werken, Dir zum preise, es bemerken, Wie gerecht du, Herr, regierst. 4. Nun ich will dir fest vertrauen, Und auf deine gnade schauen, Wenn des freuzes last mich drückt. Ich will still sein, hoffen, schweigen, Stets vor dir, o Herr, mich beugen, Bis dein antlitz mich erquickt.minig 5. Willst du deine Hülf aufschieben, Willst du meine demuth üben: Herr, ich bin dein armer knecht. Willst du strafen, willst du schlagen: Schickst du trübsal, noth und plagen: Herr, du bleibest stets gerecht. 6. Doch weiß ich, daß deine treue Ewig ist und täglich neue, Selbst zur schwersten prüfungszeit. Deine strafen, deine schläge, Sind ja, wenn ich's recht erwäge, Mittel meiner seligkeit. 7. Ach! so stärke mir den glauben: Laß mir nichts denteine pein; Laß mich deine selben rauben, Keine wollust, liebe schmecken, Laß in noth und angst und schrecken Deine gnade mich erfreu'n. Mel. Ich finge dir mit Herz ic. 64. Noch immer wechseln ordentlich Des jahres zeiten ab: Und früh und spät ergießet sich Dein regen, Gott, herab. 2. Du öffnest deine milde hand, Und steuerst unsrer noth. Du segnest, du erfüllst das land Mit deinen gütern, Gott!! Von der Vorsehung Gottes. 3. Von deinem hohen Mel. Vater unser im Himmelr. himmel träuft Gedeih'n und fruchtbarkeit. Die saat geht auf, und blüht, und reift, Und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet, gibt der baum, Wenn einer schat ten sucht, Jhm unter seinem zweige raum, Erfrischung und auch frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede flur! Es fließt, sich immer gleich, Der freude quell! und die natur Ist unerschöpflich reich. 6. Uns strömet sie, von dir erfüllt, Lust und vergnügen zu. Wer ist so gut, so treu, so mild, So väterlich, wie du? 47 7. Herr, ohne dich vergingen wir, Und wir ver dientens auch; Und dennoch leben wir in dir, Beseelt durch deinen Hauch. 65. Gott deine weiſe macht Die ganze lebensvolle welt; Und aller augen freuen sich, Und warten hoffnungvoll auf dich, Auf dich, der du sie alle liebst, Und allen ihre speise gibst. adion 2. Du öffnest deine hand, so fließt, Herab, was jedem nöthig ist: Mit wohlgefallen sättigt sie Dein vorrath; du versäumst sie nie. Nie sind geschöpfe deiner hand Dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du mein Gott und heil, Noch täglich mein bescheiden theil. Gabst mirs mit huld und freundlichkeit, Seit meiner ganzen lebenszeit. Kein vater sorgt so väterlich Für seinen sohn, als du für mich. 4. Ich bins gewiß, du kannst mich nicht Verlassen, meine zuversicht! Jch bins gewiß, du thust mir wohl So lang ich hier noch leben soll. Nicht überfluß bitt ich von dir: Was ich bedarf, das gibst du mir. denket nun: Was hat Gott/ 5. Der vogel bauet nicht schon an uns gethan! Was das land; Du nährst ihn wird er nicht noch thun! doch mit milder hand. Du 8. Nicht einem mangelt deine huld, Und jedem strahlt dein licht, Du gehst, nach göttlicher geduld, Mit uns nicht ins gericht. 9. Ach menschen! betet, betet an! Erwägts, und Von der Vorsehung Gottes, schmückst die blume könig- Bring ich dir, Gott, mein lich, die nicht zur arbeit lebenlang. eilt, wie ich. Weit mehr bin Nach bekannter Melodie. ich vor Gott, als sie. Ofeele, dieß vergiß du nie. d 6. Mich schusst du nicht für diese zeit: Mein ziel ist in der ewigkeit. Vernunft und freiheit gab mir Gott! Für mich ging Jesus in den tod. Nichts, was die erde zeugt und nährt, Gleicht mir an hoheit und an werth. 66. ch singe dir mit herz und mund, Herr, meines herzens lust! Ich sing, und mach auf erden kund, Was du vom himmel thust, ente 2. Ich weiß, daß du der brunn der gnad, Die ew'ge quelle seist, Daraus uns allen früh und spat Viel heil und segen sleußt. CHI 3. Was sind wir doch! was haben wir auf dieser ganzen erd! Das uns, o | Vater, nicht von dir Allein gegeben werd. 4. Wer hat das schöne himmelszelt Hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser feld Mit thau und regen netzt? mandel 5. Wer wärmet uns in fält und frost? Wer schützt uns vor dem wind? Wer macht- es, daß man öl und most Zu rechten zeiten find't? 6. Wer gibt uns leben und geblüt? Wer hält mit seiner hand Den güldnen, werthen, edlen: fried Ini unserm vaterland? glob 7. Ach, Herr, mein Gott! 48 7. Von dir, der das an mir gethan, Werd ich auch speiß und trank empfah'n: Selbst dem, der dich mit sünden schmäht, Gibst du sie ohne sein gebet. Und fleht ich nicht darum zu dir, Gewähr test du sie dennoch mir 8. Laß du mich nur genügsam sein, Und deiner gaben mich erfreun, Noch mehr mich freuen über dich, Der du so gut bist gegen mich, Der du des lebens quelle bist, Aus welcher alles gute fließtbi prslo 9. Bei deiner gaben überfluß Erhalt mich mäßig im genuß. Bewahr mich in der dürftigkeit Für schmäch und einzufriedenheit. Du nährst mich immer! preiß und dank Von der Vorsehung Gottes. das kommt von dir: Du, du mußte alles thun: Du hältst die wacht an unsrer thür, Und läß'st uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von jahr zu jahr, Bleibst immer gut und treu: Du stehst uns, wenn wir in gefahr Gerathen, treulich bei. 9. Du strafft uns fünder mit geduld Und schlägst nicht allzusehr: Ja gnädig nimmst du unsre schuld, Und wirfst sie in das meer. 49 Gott, der ursprung aller ding, Ist selbst und bleibt dein gut. 15. Was kränkst du dich in deinem sinn, Und grämst dich tag und nacht? Nimm deine sorg, und wirf sie bin Auf den, der dich gemacht. 10. Wann unser herze 16. Hat er dich nicht von seufzt und schreit, Wirst jugend auf Versorget und du gar leicht erweicht; Und ernährt: Wie manchen gibst uns, was uns hoch schweren unglückslauf Hat erfreut, Und dir zur ehrer zurück gekehrt? gereicht. 11. Du zählst, wie oft ein christ hier weint, Weißt was sein kummer sei: Kein weh so groß, und keins so klein, Du hilfst; es geht vorbei. entgeht. 13. Wohan, mein herze! dank und sing, Und habe guten muth: Dein 14. Er ist dein schatz, dein erb und theil, In nacht dein freudenlicht; Dein schirm und schild, dein hülf und heil; Schafft rath, und läßt dich nicht. 17. Er hat noch niemals was versehn In seinem regiment. Nein! was er thut, und läßt geschehn, Das nimmt ein gutes end. 12. Du füllst des lebens mangel aus Mit dem, was ewig steht; Und führst uns in des himmels 18. Ei nun! so laß ihn ferner thun, Und red ihm nicht darein: So. wirst du hier im frieden ruhn, Und ewig fröhlich sein. haus, Wenn uns die erd 67. I daß all mein thun Mel. In dich hab ich gehoffetic. Ich weiß, mein Gott, Auf deinem willen muß be ruhn: Von dir kommt glück und segen. Was du regierst, 50 Von der Vorsehung Gottes. das geht und steht Auf rechten guten wegen. 2. Es steht in keines menschen macht, Daß sein rath werd ins werk gebracht, Und sich des fort gangs freue. Des Höchsten rath, der schafft allein, Daß menschenrath gedeie. aller 3. Oft denkt der mensch in seinem muth, Dieß oder jenes sei ihm gut; Und ist doch weit gefehlet: Oft fieht er auch für schädlich an, Was doch Gott selbst gewählet. 4. So fängt auch mancher weiser mann Ein gutes werk zwar fröhlich an, Und bringts doch nicht zu stande: Er baut ein schloß und festes haus, Doch nur auf blosem sande. 5. Wie mancher ist in seinem sinn Fast über berg und hügel hin; Und eh er sichs versiehet, So liegt er da, und hat sein fuß Vergeblich sich bemühet. 6. Drum blick ich nun nach deinem thren, Auf welchent du, Gott, ewig schon Als weltregierer sigest. Vernimm mein wort und höre mich, Du, der du Herrschst und schützest.um 7. Verleihe mir das helle licht, Das sich vor deinem angesicht Auf unser herz er= strecket; Und das der rechten weisheit kraft Durch deine kraft erwecket. 8. Gib mir verstand aus mit trutz besteh Auf meinem deiner höh, Auf daß ich nicht eignen willen: Sei du mein Was recht ist, zu erfüllen. freund, mein treuer rath, 9. Prüf alles wohl: und was mir gut, Das gib mir ein. Was fleisch und blut Der höchste zweck, das beste Erwählet, das verwehre, theil Sei deine lieb und ehre. laß auch mir, Als väterli10. Was dir gefällt, das chen rath von dir, Gefallen und belieben. Was dir zuwider, laß mich nicht m eigensinn verüben. Inis 11. Jsts werk von dir; so hilf zu glück: Jsts menschenthum; so treibs zurück, Und ändre mein gesinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst In kurzem zu zerrinnen. 12. Sellt aber dein und unser feind An dem, wag Von der Vorsehung Gottes. dein herz gut gemeint, Be- mir, daß ich meinen stand ginnen sich zu rächen; Ist Wohl halt und herrlich das mein trost, daß seinen siege. zorn Du leichtlich könnest brechen. fort 13. Tritt zu mir zu, und mache leicht, Was mir sonst fast unmöglich däucht, Und bring zum guten ende, Was du selbst angefangen hast, Durch deine starke hände. 14. st ja der anfang etwas schwer, Und muß ich auch ins tiefe meer Der bit tern sorgen treten; So treib mich nur, ohn unterlaß Zu seufzen und zu beten. 15. Wer fleißig betet und dir traut, Wird alles, wofür sonst ihm graut, Mit tapfrem muth bezwingen: Sein schwerster stein wird unvermerkt In tausend stücke springen. by 16. Der weg zum guten ist zwar wild, Mit dorn und hecken angefüllt; Doch wer ihn freudig gehet Kommt endlich hin durch deinen Geist, Wo freud und wonne stehet. $ 51 17. Du bist mein Vater ich dein kind! Was ich bei mir nicht hab und find, Haft du doch zur genüge: So hilf SI 25 Nach 18. Dein soll sein aller ruhm und ehr! Ich will dein werk je mehr und mehr, Zur freude vieler seelen, Vor deinem volk und aller welt, So lang ich leb, erzählen.d Nady bekannter Melodie. 68. Meine hoffnung stehet feste Auf den lebendigen Gott, Er ist mir der allerbeste, Der mir beisteht in der noth. Er allein Soll es sein, Den ich nur von herzen mein. 2. Sagt mir: wer kann doch vertrauen Auf ein schwaches menschenkind? Wer kann feste schlösser bauen In die luft und in den wind? Es vergeht; Nichts beſteht, Was ihr auf der erde seht. 3. Aber Gottes güte währet Immer und. in ewigkeit. Vich und menschen er ernähret Durch erwünschte jahreszeit. Alles hat Seine gnad Dargereidet früh und spat.do 4. Giebet er nicht alles reichlich und mit großem überfluß? Seine lieb sorgt unvergleichlich Für den nö3* 52 Von der Vorsehung Gottes. thigen genuß. Luft und erd Schafft und nährt, Wie es unser herz begehrt. 5. Danket dann dem großen Schöpfer, Ruhm sei ihm auf seinem thron! Wir sind, wie gefäß dem töpfer, Ach! in deiner hand nur thon. Groß von rath, Stark von that Ist, der uns erhalten hat. 45 Mel. Vor deinen Thron trett ic. 69. Mein auge sieht, o Gott, zu dir! Von deinem throne hilf du mir. Mein heil kommt nur von deiner macht, Die diese welt hervorgebracht. 2. Getrost, mein herz! dein treuer hirt Schafft, daß dein fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht: In fin sterniß ist er dein licht. 3. Kein übel sei dir fürchterlich; Denn Gottes allmacht schützet dich. Durch ſeine treue Vaterhand Wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein schutz gewährt dir sicherheit; Sein trost füllt dich mit freudigkeit. Gr leitet dich auf ebner bahn, Und nimmt dich einst mit ehren an. Starlite 5. Herr! segne und be hüte mich: Du bist mein heil; ich hoff auf dich. Dein segen folg aus dieser zeit Mir bis in jene ewigkeit. Mel. Sei Lob und Ehr dem ic. 70. Dir, unser Gott! ist niemand gleich Im Himmel und auf erden: Du bist der Höchste; und dein reich Kann nie begrif fen werden. Unendlich iſt die majestät, Die über alle dich erhöht, Die fron und zepter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich dein gebiet? Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein auge sieht, Da seh ich deine größe. Weit, über alle himmel weit Geht deines reiches herrlichkeit: Du herrschest über alles. 3. Du herrschest weislich, recht und gut, Nach heiligen gesetzen: Du willst auch deiner treuen hut Das kleinste würdig schätzen. Auf alles geht dein augenmerk, Und immer ists dein liebstes werk, Zu segnen, zu beglücken. 4. Wohl uns! daß du das regiment, Gott, über alles Von der Vorsehung Gottes.53 führest. Und wohl dem, der den zweck erkennt, Dazu du uns regierest! Jch, dein geringster unterthan, Ich bete dich in demnth an! O! sich auf mich in gnaden! 5. Ich bin verderbt und schuldenvoll; Bin auf dem tugendwege Nicht stets so eifrig, wie ich soll; Bin oft zum guten träge. Doch du bist gnädig, und voll huld Vergibst du reuenden die schuld; Drum hoff ich auch vergebung. 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, Den du für mich gegeben. Mein Jesus, wel cher für mich litt, Erwarb mir recht zum leben. Sein tod macht mich vom zweifel frei, Ob ich der gnade fähig sei: Auch mich hat er versöhnet. 7. Herr! ewig will ich dei nen ruhm Mit lob und dank erheben. Dir will ich, als dein eigenthum, Mich ganz zum dienst ergeben. Mit lust will ich, bis in den tod, Nach deinem heiligen gebot Durch deinen beistand wandeln. Mel. Von Gott will ich nicht sc. 71.( Hott, der an allen enden Viel große wunder thut; In dessen treuen händen Mein ganzes leben ruht; Der in der prüfungszeit Mir jeden meiner tage, Mein glück und meine plage Bestimmt von ewigkeit. 2. Da ich noch tief ver borgen Im schoos der mutter lag, Wacht über mir dein sorgen, Ach Vater! wie ver mag Mein dürftiger verstand Das gute zu erheben, Das du in meinem leben Mir huldreich zugewandt? 3. Du fängst an, uns zu lieben, Noch eh wir sind: du hast Nie lust, uns zu betrüben. Und schickst du eine last, So bleibst du mitleidsvoll, Hilfst liebreich deinen kindern Sie tragen und vermindern, Beförderst stets ihr wohl. 4. Es hat in meinem leben Mir diese zuversicht Stets nene kraft gegeben, Und fehlt noch jetzo nicht. Wenn ich bekümmert war; So seufzt' ich, und war stille, Und dein stets guter wille Entriß mich der gefahr. 5. Dein name sei geprie sen, Der jederzeit an mir So herrlich sich erwiesen! Mein Herz und mund soll dir, Du 54 Von dem Menschen und dessen Bestimmung. Retter aus gefahr! Mein schuldig opfer bringen, Von deiner güte singen, Jezund und immerdar.is mich väterlich, Als fuß und arm noch wankte. 19 4. Auf meiner jugend glattem pfad Warst du ſtets 6. Du hast mir wohl mein gefährte, Der, wenn gerathen, und lauter guts ich etwas böses that, Mich gethan; Daß deiner liebe fromm zu wandeln lehrte. thaten Ich nicht g'nug rüh- 5. Durch dich konnt ich men kann, Hilf, Vater, gefahr und noth So glückdaß ich dort, Verklärt und lich überwinden, Und wider ganz vollkommen, mit allen krankheit, fall und tod Erdeinen frommen Dir danke wünschte rettung finden. fort und fort. d 36. Und noch nimmst du Für Kinder. Mel Jah) dank dir schon sc. 72. B oll dank und freude weih ich dir Des lebens erstes alter. Von ganzer seele dank ich dir, Mein Vater, mein Erhalter! 2. Du hast mein glück von ewigkeit Allgütig abgewogen, Und mich) ins leben dieser zeit Aus meinem nichts gezogen. 3. Du bildetest, du nährtest mich, Eh ich dir stammlend dankte: Du leitetest dich meiner an Auf meinen jugendwegen, Und führst mich auf der tugendbahn Des alters glück entgegen. 7. Noch immer siehst du gnadenvoll Auf mich, dein kind, hernieder, Und sorgst für meines lebens wohl, Für sinnen, geist und glieder. 18. Du wirst, ich trau auf dich, mein Gott, Auch in den künft'gen jahren Stets mit mir sein, ja bis zum tod Mich segnen und bewahren. VI. Von dem Menschen und desselben gnäidiger Bestimmung. slot 7911 bi Him Mel. Wer nur den lieben Gott c. von deinem lichte Auf ihn, 73. Was ist vor deinem den staub, hernieder ſenkſt! a mo angesichte, Der Was ist er, wär er noch mensch, daß du, Gott, sein so groß? Ein bald zerfallgedenkst; Und einen strahl ner erdenklos. os Von dem Menschen und dessen Bestimmung. 55 2. Du sahest an den men deinen schutz: So bieten schenkindern Den schweren wir in allem leide, Mit fall vor langer zeit; Und dir auch allen feinden truk. dennoch hast du diesen sün- Wenn wir in deiner gnade dern Aus göttlicher barm- stehn! So muß es uns herzigkeit Unzählig viel zu stets wohl ergehn. gut gethan, Ja mehr, als jemand fassen kann. 3. Du haft den leib, ob schon aus erde, Doch wunderbar und schön gebaut; Daß er der seele werkzeug werde, Ihm sprach und finnen anvertraut. mensch ward gar zum hervn der welt Von dir, höchsten Herrn bestellt. 7. Und wenn, erhöhet von der erden, Im himmel, deiner ewgen stadt, Dich leib und seele schauen werden, Von deinem lichte froh und satt, Dann sollen sie auch beide dich Vollkommen rühmen ewiglich. mel. O Gott du frommer Gott. 74. Ullmächtig großer Der dem Gott! 4. Das beste, was du ihm geschenket, Sein edelstes und höchstes theil, Das ist die seele, welche denket: Und ihr hast du ein ewig heil, Noch ehe sie nach dir gefragt, In deinem worte zugesagt. 20. dich g'nug erheben? Du gabst der ganzen welt Bewegung, kraft und leben, Was geist und körper heißt, Was erd und himmel hegt, Hat deine hand gebaut, Die jetzt noch alles trägt. 5. Drum laß es mich stets wohl bedenken, Was du, o Gott, an mir gethan; Dir leib und seele wieder schenken, Da ich dir sonst nichts schenken kann; Da mit sie beide nach der zeit Dich preisen in der ewigkeit. 2. Du schufst, ich dank es dir, Auch mich zu deiner ehre. Du wolltest, Gütigster, Daß ich dein bildniß wäre. Darum hast du den geist, Der in mir lebt und denkt, Mir, zur unsterb lichkeit, Nach deiner huld geschenkt. 6. Und nimm indeß sie, 3. O welch ein großer alle beide, Allmächtiger, in zweck, Dazu du, Gott, mich 56 Von dem Menschen und dessen Bestimmung. schufest! Wie herrlich ist das theil, Dazu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich sein, Vollkommen sein, wie du! Owohl mir, wenn ichs bin! Hilf du mir selbst dazu. werde, Dem wohlthun freude macht; Der kummer und beschwerde Dem näch sten gern erspart, Sein le ben ihm versüßt, Und wo er helfen kann, Zum helfen willig ist. 4. Laß mir dieß große ziel 8. Noch bin ich weit ent Doch stets vor augen schwe- fernt, O Gott, von diesem ben. Mein allerstärkster ziele. Du weißt, was mir wunsch, mein eifrigstes be noch fehlt, Und ich, ich selstreben In allem meinem ber fühle, Wie wenig ich thun Sei dieß, o Gott, al dir noch Im guten ähnlich lein, Daß ich auch so wie bin. O bilde du mich ganz du, Gesinnet möge sein. Nach dir und deinem sinn. 5. Du bist der wahrheit freund; Laß mich auch wahrheit lieben, und mit stets munterm fleiß In allem dem mich üben, Was mich zur weisheit führt; Zur weisheit, die dich ehrt, Und allem beifall gibt, Was du uns selbst gelehrt. 9. Beglückt ist nur alsdann Mein lebenslauf auf erden, Wenn ich dir immer mehr Schon hier kann ähnlich werden. Dann werd ich ewig auch Mit dir vereinigt sein, Und mich ohn unterlaß, Gott, deiner güte freun. Mel. Allein Gott in der Höh 20. 75. Wie wichtig iſt doch der beruf, Den uns der Herr gegeben! Gott, als uns deine liebe schuf, Da schuf sie uns zum leben; Zum leben, welches ewig währt, Das weder leid noch angst beschwert, Willst du uns hier erziehen. 6. Laß deine heiligkeit Mich stets zum muster neh men. Hilf mir die sünde fliehn, Des fleisches lüste zähmen; Nur das, was recht ist, thun, Des guten mich erfreun, Und dem, ders üben will, Auch gern behülflich sein. 7. Gib, daß ich so, wie du, Ein freund der menschen 2. Nicht hier ist unser vaterland; Allein bei dir, Von der Sünde. Bok 57 Gott, droben: Da ist der 5. Drumlaßdes himmels ort, wo deine hand, Das glück uns aufgehoben, Das nie ein traurig ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, Uns dazu anzuschicken. ist herrlichkeit Mich stets vor augen haben. Laß mich in meiner prüfungszeit Umjene beßre gaben, Die mir im tode nicht entfliehn, Am ersten und mit ernst bemühn, Damit ich nicht einst darbe. 3. O laß mir doch dieß große ziel Durch nichts verrücket werden! Was hilfts, wenn ich auch noch so viel Von gütern dieser erden, Von ehre, geld und lust gewinn, Wenn ich dabei nicht tüchtig bin, Dein himmel reich zu erben? 6. Ein herz, daß dich, o Vater, liebt, Und deines Sohns sich freuet; Das in dem glauben tugend übt, Und sich vor sünden scheuet, Ein solches herz, das wird allein Sich ewig deiner güte freun Und einst dein ant litz schauen. 7. Und solch ein herz das wollst du mir, Gott aus erbarmen geben, Damit ich möge auch schon hier Nach den gesetzen leben, Die selbst im himmel gültig sind; Bis ich, als dein bewährtes kind, Zu deiner freude gehe. 4. Dein pilgrim bin ich ja nur hier: Laß mich dieß nie vergessen! Nur wenig tage hast du mir Zur wallfahrt zugemessen. Schnell, wie ein traum, sind sie vollbracht, Und dann wird dieser erde pracht Auf ewig mir vergehen. her anim VII. Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. Sa taon Mel. Wo soll ich flieben bin ic.|| keit zu wandeln, Stets recht vor dir zu handeln. 67. Hott, der kein böses G thut! Du schufft 2. Wo ist der unschuld den menschen gut! Du gabst ruhm? Ach! wir, dein eigenihm licht und kräfte Zum thum, Wie tief sind wir ge seligen geschäfte, In heilig- fallen! Wo ist jetzt unter al3** 58 Von der Sünde. len Ein menschganz rein 8. Wohl dem, der sie von sünden Vor dir, o Gott, zu finden 2d 13. Hier ist kein unter schied: Dein helles auge sieht Auf alle menschenkinder, Und sieht sie alle sünder, Bor dir, o Herr, ist keiner Unschuldig, auch nicht einer. gewinnt. Ach! so verderbt wir sind, Du Gott willst uns doch heilen, Und kräfte uns ertheilen, Schon wiederum auf erden Dir gleich gefinnt zu werden.ichuzi 4. Verderbt ist aller sinn, Die weisheit ist dahin, Die uns regieren sollte, Nur was dein wille wollte. Mit freudevollen trieben zu wählen und zu üben. 15. Fleisch sind wir von natur. Uns rühren leider! nur Die güter dieser erden, Die doch vergehen werden, Mehr als die höhern gaben, Die uns auf ewig laben. 9. Herr! diese deine huld Laß uns durch unsre schuld Nicht freventlich verscherzent: Erwecke unsre herzen Dir nicht zu widerstreben, Damit wir ewig leben. Mel. Herr! ich habe mißgeh. 77. Herr du kenneſt mein verderben: || Ach! es regt in meiner bruſt, Wie bei allen adamserben, Sich noch immer böse lust, Die mein herze von dir neiget, Und viel böse tha ten zeuget. 2. Wie 2. Wie 6. Dir folgen, dünkt uns zwang: Des herzens böser hang Reißt uns mit starkem triebe zu schnöder fünden liebe. Wer unter uns kann zählen, Wie oft wir vor dir fehlen. 9th 7. O Herr! was uns gebricht, Laß in der wahrheit licht So heilsam uns erkennen, Daß wir, so viel wir können, Der sünde ganz entsagen, Der besserung nachjagen. verderbt sind meine wege! Wie verkehrt mein eigner sinn! Gott! ich fühl es, wie so träge Ich, dir zu gehorchen, bin. Ach! wer wird vom hang zum bösen Mich doch endlich ganz erlösen! 3. Hilf mir durch den Geist der gnaden Von der angeerbten noth! Heile meiner seele schaden Durch des Mittlers freuzestod. Tilge Von der Sünde. alle meine sünden! Laß mich wieder auf! Laß in deiner vor dir gnade finden. fraft mich siegen, Daß ich meinen lebenslauf Unter deinen treuen händen Gut und selig möge enden. 1 4. Deinen willen hier auf erden Zu vollbringen, wird mir schwer. Soll ich dazu tüchtig werden, Mußt du selbst von oben her Kraft Und mein sündhaft herzus erneuen! 5. Schaffe dann ein reines Herze, Gott! durch deinen Geist in mir! Daß ich nicht mein heil verscherze: Laß der sündlichen begier Mich mit nachdruck wider stehen, Und auf deine hülfe ſehen. Gull und stärke mir verleihen, 78. Großer Gott! er wesen, Das, voll segnender begier, Menschen sich zum dienst er lesen; Ach! was ist der mensch vor dir! Wenn ich deine größ' erwege, Und, was ich bin, überlege; O wie dürftig und wie klein muß ich mir dann selber sein. 6. Unter wachen, beten, ringen Hilf mir selbst mein fleisch und blut Unter dei nen willen zwingen; Denn dein wille, Gott, ist gut. Was nicht kann dein reich ererben, Laß schon hier an mir ersterben. 59 7. Reize mich durch jene krone, Die mir droben beigelegt, Daß ich meiner niemals schone, Wann sich in mir sünde regt. Hilf mir selber muthig kämpfen, Alle böse lüfte dämpfen. 8. Sollt im kampf ich unterliegen, so hilf mir blanding pop Mel. Alle Menschen müssen 2c. habnes habnes 2. Fluch und elend, tod und sünde Drücken leider! mein gemüth; Machen mich zu einem kinde, Das vor seinem vater flieht. Tausend mängel, tausend flecken Schänden mich zu meinem schrecken, Und in der verderbten brust Regt sich täg lich böse lust. fol 3. Was ich gutes an mir habe, Ist von deiner Vaterhand. O wie manche gute gabe, Hast du, Herr, mir zugewandt. Ja noch auf dem sündenpfade Trägt mich schonend deine gnade! Nähmest du zurück, was dein; 60 Von der Sünde. Ach! was wird mir übrig sein! 4. Doch die menge deiner gaben Klagt nur meinen un dank an; Weil ich sie oft ganz vergraben, Oft damit nur groß gethan; Oft voll leichtſinn ſie verſchwendet, Und zu sünden Owie häuft sich meine schuld Durch verachtung deiner huld! 5. Sieh, hier lieg ich in dem staube Tief vor dir, erbietigkeit. Was du willst, zu thun und leiden Dieß gelob ich dir mit freuden. Gott, und Herr der ganzen welt; Thu mit mir, was dir gefällt! for 7. Meine fräfte, meine glieder Sind zu deinem dienst bereit. Herr, ich falle vor dir nieder, Voll von ehrMel. Wo soll ich fliehen hin ic. 79. Mein Gott! bir iſt Die innre böse lust, Die quelle meiner sünden, Die menschen nicht ergründen. O! heile du aus gnaden Der feele tiefen schaden! mein Gott, gebückt: Doch 2. Des bösen herzens mein demuthsvoller glaube, Der auf meinen Heiland blickt, Hofft auf deine Batergüte; Und mein tiefbeschämt gemüthe, Das den muth fast ganz verlor, Hebt sich noch zu dir empor. grund Wird oft durch tha ten kund, Die mich vor dir verklagen, Und mein gewissen nagen. Herr, willst du sie bestrafen, Wer wird mir rettung schaffen? 6. Ja, die wunder deiner liebe Ziehen ganz mein herz zu dir, Ach! erhalte selbst die triebe Treuer dankbar keit in mir. Vater! laß das schwache lallen Deines fin3. Ich habe wider dich, Den nächsten, und auch mich, Vielfältig bös gehandelt: Ich bin den weg gewandelt, Der menschen von dir wendet, Und sich mit schrecken endet. des dir gefallen. Bilde mich, 4. Ein jegliches gebot dein eigenthum, Ganz zu deines namens ruhm! Zeugtwider mich, und droht, Weil ich( dieß schlägt mich nieder) Nur gar zu oft da wider Gedacht, gethan, gesprochen, Und deinen bund gebrochen. Von der Sünde. 5. Verwirf mich nicht im guten werde. Wie fürcht von dir. Hilf, mein Erbar- ich mich, Ich werde dich, mer, mir! Erneure meine Durch fleisch und blut geseele, Daß sie nur gutes trieben, Nicht treu, nicht wähle. Wer kann mich ewig lieben. sonst vom bösen, Als nur du, Herr, erlösen? 3. Doch ich will ruhig seinin dir, Der du die herzen 6. Drückt gleich der sün- prüfcst. Du kennest uns: de joch Mich mächtig, so nur staub sind wir, Den du bleibt doch Weit stärker ins Leben riefest. Gott, dein deine gnade. Wie groß auch gericht Verdammt uns nicht, sei mein schade, So kannst Wenn wir auch gleich auf du ihn doch heilen, Underden nicht ganz volikomleben mir ertheilen. men werden, 7. Hat sonst des fleisches macht In mir ihr werk vollbracht: So gib mir lust und stärke, Daß ich nur gute werke Beschließe und vollbringe, Und ewig dir lobsinge. 61. Mel. Was Gott tout, das ist ic. 80. ch! wird dann dein erlößter nie Frei vom gesetz der sünden! Ich kämpfe täglich wider sie, Und kann nicht überwinden. Ich haß ihr joch, Und trag es doch. Wie ungern ich es trage, Weißt du, Gott, dem ichs klage. 2. Gett! weit mehr betrübt mich dieß, Als alle noth der erde, Daß ich noch immer nicht gewiß Und fest 4. Wir gehn in unvollkommenheit Auf dieses lebens pfade: Doch auch die schwache frömmigkeit Belohnest du mit gnade. Das herz soll rein Von bosheit sein; So willst du die gebrechen Der menschlichkeit nicht rächen. 5. Ich weiß, mein Mittler Jesus Christ Hat meine schuld getragen. Weil er für mich gestorben ist, Wie könnt ich dann verzagen. Verdammte mich Dein zorn, wenn ich Zwar schwach bin, aber glaube: Was müßte mir mein glaube? 6. Hilf du mir kämpfen, Gott mein Herr, Daß ich mich überwinde; So werd ich täglich heiliger Und freier 62 Von der Gnade Gottes in Christo, von der sünde. Dort, dort wird sie mich ewig nie Von VIII. Von der Gnade Gottes in Christo, oder von der Erlösung des Menschen. TH NG es mos Prof 4. Doch du hast, o weise Liebe, Eine ordnung auch bestimmt, Daß darinnen jeder bliebe, Der am segen antheil nimmt. Nur wer an den Heiland gläubt, Und ihm treu ergeben bleibt; Der soll nicht verloren gehen, Sondern heil und leben sehen. 5. Da du keinen zum verderben Ohne grund verbannet hast, Tragen fünder wann sie sterben, Ihrer eig nen bosheit last. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, Der hat fluch und tod zum lohn; Sein muthwillig widerstreben Schließt ihn aus vom heil und leben. Mel. Werde munter mein it. 81. Sw'ge Liebe! mein gemüthe Waget einen kühnen blick In den abgrund deiner güte, In mein fünftig ewig glück. Voll bewundrung seh ich an, Wie die Gottheit lieben kann. Wir strafbare arme sünder Werden wieder Gottes finder. 2. Ich verehre dich, o Liebe, Daß du dich erbarmet hast, Und aus väterlichem triebe Den allweisen rath gefaßt, Der verdammnißwerthen welt Durch ein theures lösegeld, Durch des eignen Sohnes sterben, Gnad und freiheit zu erwerben. deiner liebe trennen, Mich nie verführen können. Stricitet s Heimes 3. D ein rathschluß voll erbarmen, Voll von huld und freundlichkeit! Welcher uns hülflosen armen Gnade, trost und hülfe beut. Liebe, die des Sohns nicht schont, Der in ihrem schooße wohnt, Und den fündern ewigs le ben Durch des Sohnes ted zu geben! 6. Ewig sei mit dank besungen, Was dein rath beschlossen hat. Mit uns preisen engelzungen Dieſen weisen heil'gen rath, Den der glaub in demuth ehrt, Die vernunft erstaunend hört; Wo der engel tiefen findet, Die er niemals ganz ergründet. oder von der Erlösung des Menschen. 17. Liebe! laß mich dahin streben, Meiner wahl gewiß zu sein. Richte selbst mein ganzes leben So nach deinem willen ein, Daß des glaubens frucht und kraft, Den dein Geist in mir geschafft, Mir zum zeugniß dienen möge, Ich sei auf dem rechten wege. 12. Hoch über die vernunft erhöht Umringt mit finster: nissen, Füllst du mein herz mit majestät, Und stillest mein gewissen.d 63 5. Nimm mir den trost, daß Jesus Christ Nicht meine schuld getragen, Nicht Gott und mein Erlöser ist: So muß ich angstvoll zagen. 8. Laß mich meinen namen schauen In dem buch des lebens stehn: Alsdann werd ich ohne grauen Auch dem tod entgegen gehn. Du, mein Vater liebest mich: Kei 6. Jst Christi wort nicht Gottes sinn, So werd ich irren müssen; Und wer Gott ist, und was ich bin Und werden soll, nicht wissen. ne kreatur wird mich Deiner 7. Nein! diesen trost der hand entreißen können, Nicht von deiner liebe trennen. Mel. Ich dank dir schon durch e. 82. Gedanke, der uns leben gibt, Wer kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die welt ge liebt, Uns seinen Sohn zu schenken! # 15 3. Ich kann der sonne wunder nicht, Nicht ihren bau ergründen; Und doch kann ich der sonne licht, Und ihre wärm empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes rath Von Jesu tod ergründen; Allein das göttliche der that, Das kann mein Herz empfinden. christenheit Soll mir kein spötter rauben. Ich fühl des trostes göttlichkeit, Und halte fest im glauben. 8. Des Sohnes Gottes eigenthum, Durch ihn des himmels erbe; Dieß bin ich: und das ist mein ruhm, Auf den ich leb und sterbe. 9. Er gibt mir seinen Geist, das pfand, Im glauben mich zu stärken; Und bildet uns durch seine hand In allen guten werken. 10. So lang ich seinen willen gern Mit reinem herzen thue; So fühl ich eine kraft des Herrn, Und schme de fried und ruhe. Von der Gnade 11. Und wenn mich meine sünde kränkt, Und ich zum freuze trete; So weiß ich, daß er mein gebenkt, Und thut, warum ich 64 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Der mich einst aus der erde Erweckt und in sein reich erhebt, Da ich ihn schauen werde. 13. Kann unsre lieb im glauben hier Für ihn jemals erfalten? Dieß ist die lieb, o Gott, zu dir, Dein wort von Herzen halten. 14. Erfüll mein herz mit dankbarkeit, So oft ich dich nur nenne: Und hilf, daß ich dich allezeit Treu vor der welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch würdig sein, Für dich hier schmach zu leiden; So laß mich keine schmach und pein Von deiner liebe scheiden. 16. Und sollt ich auch nicht für und für Des glaubens freud empfinden; So wirk er doch sein werk in mir, Und rein'ge mich von sünden. Gottes in Christo. schenkt, Mit ihm nicht alles schenken! mel. Nun freut euch lieben: c. 83. Heil uns! benn aus der sündennoth Ist rettung uns erworben. Der Herr will nicht des sün ders tod, Was adams fall verdorben, Hat er aus gnaden uns ersetzt. Wie werth sind wir vor ihm geschätzt! Wie groß ist sein erbarmen! 2. Selbst seinen eingebornen Sohn Sandt' er zu uns auf erden, Daß wir von unserm sündenlohn Errettet möchten werden. Er kam: mit ihm kam unser heil; Er kam, damit wir wieder theil Am ew'gen leben haben. 3. O tod: wo ist dein stachel nun? Hier ist dein Ueberwinder. Für unsre schuld genug zu thun, Starb er zum heil der sünder. O sünde, wo ist deine kraft? Hier ist der, der uns träfte schafft, Dein joch von uns zu werfen. dins 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt:( Laß mich noch sterbend denken) Wie 4. Gelobt sei Gott! ge lebt sein Sohn, Der retter unsrer seelen! Nun kann uns auch auf erden schon Das wahre glück nicht feh sollt uns der, der ihn gelen, Getrost und froh in Von Christo Gott zu sein, Wenn wir uns nur dem Heiland weihn, Den Gott für uns verordnet. 415. Was uns nun trost und segen schafft, Das ist in seinen Händen. Sein ist das reich, sein ist die kraft, Das heil uns zuzuwenden, Das er so liebreich uns erwarb, Da er für uns am kreuze starb. Wohl allen, die ihm traueu! 6. O laßt uns ihm uns anvertraun; Uns niemals seiner schämen! Auf seine treue hülfe baun, Und sein joch auf uns nehmen. Das ist der weg zum ew'gen wohl, dem Erlöser. Der weg, auf dem man friedenvoll Auch schon auf erden wandelt. 7. Herr! laß uns diese seligkeit Doch über alles schätzen. Nie könnten güter dieser zeit Den mangel uns ersetzen, Wenn uns das höchste gut gebricht, Ein reines herz voll zuversicht Zu dir, Gott, unser Vater! 8. Gott lenke du auf dieses glück Des herzens stärkste triebe! Zeuch mächtig unſer herz zurück Von schnöder sündenliebe, Daß wir an dem erworbnen heil Auch alle mögen haben theil, Jetzt hier und einst im himmel. 65 IX. Von Christo dem Erlöser. Mel. Ein Lamm geht hin und ic.|| durch deine kraft Ward 84. Lob, ehre, preiß und himmel, meer und erde. Du dank sei dir, Ohaft das leben uns verschafft; Jesu, unser leben! Preiß- Du sprachst zum engel: werwürdig bist du für und für: de. Du bist das wort, durch Mein herz soll dich erheben. welches Gott Der ganzen Eh noch die welt war, warst welt zu sein gebot. Du du schon Groß, herrlich und bists, der alles träget. Was des Höchsten Sohn, Ein erbe sichtbar und unsichtbar ist, seiner ehre. Dein ist das Was erd und himmel in reich, die herrlichkeit, Und du sich schließt, Und was im beherrschest weit und breit meer sich reget. Der freaturen heere. 3. Und dennoch bist du, uns zu gut, In diese welt ge 2. Dein sind sie: denn Von Christo dem Erlöser. kommen; Hast willig unser Mel. Christus ist erstanden ic. fleiſch und blut, Herr, 85. Macht, kraft und an dich genommen. Aus stärke Sei für der erschrecklichsten gefahr seine werke Dem, der zur Zu retten, was verloren rechten Gottes sitzt, Als war Kamst du zu uns auf haupt uns, seine glieder, erden. O huld, die sonst schützt, Gottes Sohne! nichts gleiches hat! Du starbst für unsre missethat, Ein Heiland uns zu werden. 110 2. Er kam zum leiden Von dem thron der frenden. Den, welcher unsre ganze welt Mit einem wort er= schuf und hält Trug die erde. 3. Er hat sein leben Für uns hingegeben. Herr, vergeß ich deine pein, So will ich auch vergessen sein Am gerichte.ddsum 4. Er ist begraben, Daß wir hoffnung haben, Wenn uns der tod auch in die gruft Zum staube unsrer väter ruft, Nen zu leben. De 5. Er ist erstanden! Grab wo sind deine banden? Tod, hölle, wo ist eure macht? Unsterblichkeit hat Jesus bracht Den erlößten. 66 4. Du warst es uns; und bist es noch Izt auf des himmels throne, Suchst liebreich von der sünde joch, Und ihrem schnöden lohne, Verirrte sünder zu befrein: Betrübter sünder trost zu sein, Ist deines herzens freude. Du gibst den müden ſeelen ruh; Und wer den seelen ruh; Und wer dich liebt, den stärkest du, Daß nichts ihn von dir scheide.dun 5. Du hörst der deinigen gebet, Und endest ihre plage. Du bleibst, bis zeit und welt vergeht, Bei uns noch 6. Er fuhr gen himmel! alle tage. Herr, oir sei ewig dank und ruhm Für deinen tod und marterthum, Für alle deine liebe! Dir geb ich mich zu eigen hin, Hilf, daß ich mich nach deinem sinn In guten werken übe. Dieses weltgetümmel Soll nur der ort der prüfung sein: Einst ist gewiß der himmel, mein, Wo mein Herr ist. sedad 7. Er wird einst kommen! Freuet euch, ihr frommen. Von Christo Ihr spötter, zittert, den zu sehn, Den eure freche zungen schmähn. Endlich kommt er! 8. Macht, kraft und stärke Sei für seine werke Dem, der zur rechten Got tes sitzt, Als haupt uns, seine glieder, schützt, Gottes Sohne! Mel. Nun lob mein Seel 2. 86. M ein Heiland! deine größe Geht über alle himmel weit. Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott von ewigkeit. Du bist der Erstgeborne Vor aller kreatur: Kamst zwar für uns verlorne In menschlicher natur; Doch in der menschheit orden Tratst du erst in der zeit: Eh noch die welt geworden, Hatt'st du schon herrlichkeit. 2. Der himmel und die erde Sind durch dein kräftig wort gemacht. Auf dein all mächtig: Werde, Entstand die welt mit ihrer pracht. Du bist auch unser meister; Auch uns schuf deine hand; Sie schuf das heer der geister, Das dich noch eh'r erkannt. Ein erbe über alles, Das ist dein nam', dein ruhm, Dich dem Erlöser. jammert unsers falles; Wir sind dein eigenthum.sitis 13. Du trägest alle dinge Durch deiner allmacht starkes wort! Das große und geringe Geht blos durch deinen willen fort. Sohn Gottes, du regierest Den ganzen kreis der welt. Weil du das ruder führest, Geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht tod und leben: Und einst wird jede gruft Die todten wiedergeben, Wenn deine stimme ruft. 4. Gott läßt dir ehr erzeigen, Die keinem andern widerfährt. Dir soll sich alles beugen; Dich ehre, wer die Gottheit ehrt. Du biſt das heil der erden: Wer auf dein wort nicht hört, Der kann nicht selig werden: Wer aber dich verehrt, Dem hilfst du vom verderben; Schaffst ihm zufriedenheit, Und machst ihn einst zum erben Vollkommner seligkeit. N 67 5. Wie herrlich ist dein name, Schon izt, o Herr, in aller welt! Dich, der vom himmel kame, Dich preiset die erlößte welt. Dich preisens seraphinen, Erhabner Menschensohn! Mit freudent 68 Von der Menschwerdung Christi. dir zu dienen, Stehn sie vor deinem thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, preiß und ruhm Von menschen auch zu nehmen. Wir sind dein eigenthum. ich 6. Sohn Gottes! verehre Und bete dich voll demuth an. Beschäm du und bekehre, Die dir noch alles land! X. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. Adventslieder. - Mel. Nun kommt der Heiden ic. 87. Sohn, der uns verheißen war, Den die jungfrau uns gebar! Friedefürst, Rath, Kraft und Held! Komm, du Heiland aller welt! 2. Du entsproffest nicht, wie wir. Gottes Geist selbst richtet dir Deiner menschheit hütte zu, Und die überschattest du. nicht sind zugethan; Die deinem wort nicht glauben, Und dir, der für sie litt, Die schuld'ge ehre rauben: Theil ihnen gnade mit, Dich glaubig zu erkennen. Und welche dich erkannt, Die laß nichts von dir trennen. Dein ruhm füll' 3. Reich an zucht und tugend war, Die den Gottmensch uns gebar; Den, der satans heere schlug, Unter ihrem herzen trug. 4. Gottmensch! du betrittst die welt, Eilest rüstig, als ein held; Ruhst nicht, bis, was uns bekriegt, Unter deinen füßen liegt. 5. Als der vater dich uns gab, Fuhrst du in die tief' herab: Als sich schloß dein edler lauf, Fuhrst du in den Himmel auf. 6. Deinem Vater gleich an kraft, Hast du sieg und heil geschafft. Unser schwades fleisch erhalt Deine göttliche gewalt! 7. Laß uns nacht und sünden scheu'n! Unsers glaubens heller schein Ist ein ausfluß deines lichts: Diesen schein verdunkle nichts. 8. Preiß sei dir in ewigkeit! Jhr, die ihr erlöset seid, Rühmet den, der, groß von that, Euch vom tod erlöset hat. 9. Lob dir, der du kamst Adventslieder. Adventslieder. med herab! Lob dem Vater, der Mel. Von Gott will ich nicht zc. bich Lob dem 89. Serhebt den Herrn, gab! Geist, der dich verklärt, Und dein heil erkennen lehrt! Mel. Ach was soll ich Sünder 1. 88. Kommst du, kommst du, licht der heiden! Ja du kommst, und säumest nicht, Weil du weißt, was uns gebricht. O du starker trost im leiden! Jesu, meines Herzens thür Steht dir offen: komm zu mir! frommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, Der völker trost und licht. Gott, der uns nicht verstößt, Hat, uns zum heil und leben, Selbst seinen Sohn gegeben: Durch ihn sind wir erlößt. 2. Erlößt! o welche gnade Hat uns der Herr erzeigt! Der uns betroffne schade, Der uns so tief gebeugt, ſt nun nicht unheilbar. Von sünde und verderben Uns rettung zu erwerben, Gab Gottes Sohn sich dar. 69 2. Ja! du bist bereits zugegen, Du Weltheiland, Gottes Sohn. Mein gemüthe spüret schon Deinen gnadenvollen segen, Deine wundervolle kraft, Die dem Herzen segen schafft. 3. Adle mich durch deine liebe; Jesu, nimm mein herz dir hin; Schaffe, daß mein geist und sinn Sich in deiner liebe übe; Sonst zu lieben dich, mein Licht, Steht in meinen fräften nicht. 4. Laß durch deines Geistes gaben, Liebe, glauben und geduld Durch bereuung meiner schuld, Mich zu dir einst sein erhaben: Alsdann will ich für und für Hosian na singen dir. 3. Er kam zu uns auf erden In armer knechtsgestalt. Voll mühe und beschwerden War hier sein aufenthalt. Der ihm gegebnen macht Enthielt er sich mit freuden, Bis er durch todesleiden Sein großes werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht! o bringet Gott euren lobgesang! Erlößte menschen, singet Dem Mittler ewig dank. Wo niemand helfen kann, Da hilft er gern aus gnaden, Heilt unsrer seele schaden. O, nehmt ihn glaubig an. Von der Menschwerdung Christi. ten zeit erscheint, Und die welt mit Gott vereint.sd 5. Du freund der men- ter schaar Bis das längst ge schenkinder, Herr,( verwünschte jahr Zur bestimmwirf uns nicht! Dein name, Heil der fünder, Ist unsre zuversicht. Drum kommen wir zu dir. Hilf uns, die macht der sünden Noch glücklich überwinden: Denn dein, o Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser leben: Zu unserm ewgen heil Hast du dich hingegeben; Gib uns am himmel theil. Laß uns dir folgsam sein: Was wird uns dann noch fehlen? Dann werden unsre seelen Sich ewig Gottes freun. me Tolls Mel. Nun kommt der Heiden ic. 90. Menschen! unser Heil ist nah! Denn die frohe stund ist da, Die der ew'gen liebe rath Uns zum heil bestimmet hat. 2. Du, o Jesu, Gottes Sohn, kommst zu uns von deinem thron; des Va70 5. Wunder, welchem keines gleicht! Das der engel nicht erreicht! So hat Gott die welt geliebt, Die durch sünden ihn betrübt! 6. Kühner hochmuth ärgert sich. Nur der glaube fasset dich, Und verliert in diesem meer Freudenvoll sich mehr und mehr. 7. Was bring ich, o Gottes Sohn, Dir für einen dank zum lohn? Sieh mein herz voll liebe glühn! Nimm mich ganz zum opfer hin! 8. Laß mich heilig, laß mich rein, Laß mich deiner würdig sein! Bis mein geiſt, in dich verklärt, Dich dort ewig lobt und ehrt. mel. Gott sei Dank durch alle ic. 91. Seilig, heilig ist der Herr! Gnädig und gerecht ist er. Welt, er schickt von seinem thron, Dir zum segen, seinen Sohn. ters ebenbild Ist in unser fleisch gehüllt. k 3. Wenn des ersten Adams schuld Uns entzieht des Schöpfers huld: Hat der zweite für die welt Sich zum bürgen dargestellt. 4. Auf ihn hofft der Vä- Izuschaun gelüst't. 2. Glauben ist die erste pflicht. Fassen können wir es nicht, Was dem engel wunder ist, Und ihm ein Adventslieder. 3. Gottes Sohn von ewigkeit Kommt ins land der sterblichkeit. Welche tie fen, welche höh'n! Wunder bar, wohin wir sehn! 4. Dir sei dank, Herr Jesu Christ, Daß du mensch geworden bist. Unser from mer lobgesang Rühmt dich heut, und lebenslang. 5. Vater! Gott von ewigkeit! Hier in dieser prüfungszeit, Und dereinst vor Christi thron, Schenk mir der erlösung lohn. 6. Wehe dem, der nicht empfind't, Du seist Vater, er sei kind; Wehe dem, dem Jesus Christ Aergerniß und thorheit ist! 7. Selig izt und künftig ist, Wer, erlößt durch Jesum Christ, Nun den trost empfinden kann: Mich nimmt Gott in Christo an! 71 pfindest du, wie sehr die fünden kränken. Dein heil ist hier. Wie? sollte dir Nicht Gott mit ihm auch gnad und friede schenken? 3. Ist deine kraft Zumangelhaft, Mußt du mit scham an deine schwäche denken: Er, der dir gibt, Das, was er liebt, Wird dir mit ihm zur tugend kräfte schenken. 4. Fehlt weisheit dir, Um glücklich hier Noch zu entgehn der bosheit schlauen ränken; Erschrick nur nicht! Gott ist dein licht. Er wird dir mit dem Sohn auch weisheit schenken. 5. Gebricht es dir Bald da bald hier; Sorgst du, wer dich noch speisen wird und tränken? O fasse muth! Das höchste Gut Wird mit dem Sohn dir auch die nothdurft schenken. Mel. O Jesu Christ dein Krippl. 92. irf, blöder finn! Den kummer hin. Gott ist für dich: was will dich ferner kränken? Halleluja! Sein Sohn ist da! Wie sollt er uns mit ihm nicht alles schenken? 2. Schlägt dir das herz Vor angst und schmerz; Emer 6. Wirf, blödersinn! Die sorgen hin, Die dich ins meer der traurigkeit versenken. Dein heil ist da. Halleluja! Wie sollt uns Gott mit ihm nicht alles schenken? Mel. Lobt Go 93. Also hat Gott die welt geliebt, Daß aus freiem trieb Uns Gott ihr Christen ic. 72 Von der Menschwerdung Christi. seinen Sohn zum Heiland gibt: Wie hat uns Gott 2. Wassein erbarmungsvoller rath Schon in der ewigkeit zu unserm heil beschlossen hat, Vollführt er in der zeit. 3. Er, aller menschen höchstes gut, Der alle segnen kann, Nimmt, wie die kinder, fleisch und blut, Doch ohne sünde, an. 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir. Du nimmst mein fleisch an dich. Was fehlt mir nun? Ist Gott mit mir; Wer ist dann wider mich? 5. Du Sohn des Allerhöchsten wirst, Auch mir Rath, Kraft und Held, Mein Vater und mein Frie defürst, Mir, wie der ganzen welt. 6. Was mir zum selig sein gebricht, Erwarbst du Heiland, mir. Versöhnung, leben, trost und licht, Das hab ich nun von dir. 7. Gelebt sei Gott, gelobt sein Sohn, Durch den er gnad erweißt! Lobt, engel, ihn an seinem thron! Erheb ihn auch mein geiſt! Mel. Jesus ist das schönste Licht. 94. Hosianna Davids Sohn! Der in seines Vaters namen Sich erhebet auf den thron. Heil dem König! amen, amen! Ihm hat Gott ein reich beſtimmt, Dem die reiche dieser erden Endlich müſsen dienstbar werden, Und das selbst kein ende nimmt. 2. Sei gesegnet, theures reich, Das ein solcher Herr besitzet, Dem kein herr auf erden gleich, Der das recht mit nachdruck schützet. Schwinge dich in stetem flor, Und in ungestörtem frieden, Unter heiden, unter jüden, Mit vermehrtem glanz empor. 3. König! deine majeſtät Müsse jedes volk verehren, Und so weit die sonne geht, Müsse sich dein ruhm ver mehren! Selbst der kinder schwacher mund Mache, zum verdruß der feinde, Und zur freude deiner freunde, Deinen großen namen kund! 4. Schreibe, Herr, michy auch mit an Unter deinen unterthanen! Ich will dir, so gut ich kann, In mein herz die wege bahnen. Ich geselle Adventslieder. mich im geist Hin zu jenen frohen reihen, Die das Hosianna schreien. Sohn des Höchsten, sei gepreißt! 5. Jauchzt, ihr kräfte! freuet euch! Seid ermuntert, meine sinnen! Jesus und sein gnadenreich Wird in euch nun raum gewinnen. Schwört zur huldigung den eid! Kommt, verehrt den Sohn der liebe! Ach, daß niemand außen bliebe! Hier, ach hier ist seligkeit! Mel. Befiehl du deine Wege ic. 95.W ie soll ich dich em pfangen, Und wie begegnen dir? aller welt verlangen, O Jesu, meine zier; Dugrößter aller schätze! Ich eile froh herbei. Schaff', daß, was dich ergößze. Mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dirpalmen Und grüne zweige hin. Ich will zu freudenpsalmen Ermuntern meinen sinn. Mein herz soll willig bringen Anbetung, dank und preiß; Mein mund dir froh lobsingen, Sogutich kann und weiß. 3. Nichts hast du unter lassen Zu unserm trost und freud, Als wir im finstern sassen Im land der sterblich 73 keit; Als uns das reich genommen, Wo fried und freude lacht; Da bist du, Heiland, kommen, Und haft uns froh gemacht. 4. Ich lag in schweren banden; Du kommst und machst mich los. Ich stand in spott und schanden; Du kommst und machst mich groß. Du hebst mich hoch zu ehren, Und schenkst mir großes gut. Das sich nicht läßt verzehren, Wie irdisch geld und gut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben Zu mir vom himmelszelt, Alls väterliches lieben, Womit du alle welt In ihren tausend plagen Und großen jammerlast, Die kein mund kann aussagen, So treu umfasset hast. 6. Das schreib dir in die herzen, Du hochbetrübtes heer! Bei welchem gram und schmerzen Sich häufen immer mehr. Seid unverzagt! ihr habet Die hülfe vor der thür. Der eure herzen labet Und tröstet, Gott ist hier! 7. Jhr dürft euch nicht bemühen, Nicht sorgen tag und nacht, Ihn zu euch herzuziehen Durch eurer seufzer macht. Er kommt aus freiem 4 74 Von der Menschwerdung Christi. willen, Ihm selbst ist's freud und lust, Die angst uno noth zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eurer sün- 2. Er dürftet voll verlandenschuld. Nein! Jesus will gen, Zu euch auch sich zu sie decken mit seiner lieb nahn. Ihn würdig zu emund huld. Er kommt, er pfangen, Macht eilig ebne kommt, den sündern Zu trostbahn. Der erst im fleisch und wahrem heil; Macht sie zu Gottes kindern: Im himmel ist ihr theil. erschien, Seht! der will nicht verschmähen, Zu euch auch einzugehen. Macht raum, empfanget ihn! 3. Die ihr gerecht euch dünket, Legt euren dünkel ab, Jhr aufgeblasnen, sinket, Von eurem stolz herab. Die ihr um gnade fleht, Wißt, daß ihr hier sie findet! Denn wer sein nichts empfindet, Der wird von ihm erhöht. 9. Laßt dann die feinde dräuen, Weicht darum nicht zurück! Der Herr wird sie zerstreuen In einem augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, Dem warlich alle feind', Auf erden viel zu wenig Zum widerstande seind. 10. Er kommt zum weltgerichte, Zum fluch dem, der ihm flucht; Mit gnad und holdem lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach Jesu, gnadensonne! Leucht uns mit vollem glanz; Und füll' mit himmelswonne Das herz der deinen ganz! Der Herr der herrlichkeit. Er kommt aus seinem thron Ins elend gern hernieder, Wird einer unsrer brüder; Er, Gottes eigner Sohn. Mel. Von Gott will ich nicht ic. 96. Mit ernst, o menschenkinder! Macht euer herz bereit. Er kommt, das Heil der sünder, 4. Ein herz, das demuth übet, Ist ihm vor allem werth; Da das, so hochmuth liebet, Einst zorn und rach erfährt. Ein herz, das reuig ist, Und gegen sünden streitet; Das hat sich recht bereitet; Zu dem kommt Jesus Christ. 5. Doch was vermag ich schwacher, Ich sünder, ohne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, Bereite selber mich! Schon seufzt mein d) Weihnachtslieder. herz nach dir! Schon jauchz' komm mit deinem segen, ich dir entgegen: Komm, Und wohne stets in mir. Weihnachtslieder. Mel. O Jesu Christ, dein Krippl.|| erfreu'n, und dein dabei 97. 5erz! schicke dich, gedenken. feierlich 6. Rath, Kraft und Held, Durch den die welt Und alles ist im himmel und auf erden! Die christenheit Preißt dich erfreut, Und aller knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern; Und wer ihn sucht, den wird sein name trösten. Halleluja! Ein Heiland da! Freut euch des Herrn, und jauchzt ihm, ihr erlößten! Mel. Vom Himmel hoch ic. 98. Dieß ist der tag, den Gott gemacht! Sein werd in aller welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ Im himmel und auf erden ist. 4. An ihm nimm theil! Er ist das Heil. Thu täglich buß, und glaub an seinen 2. Die völker haben dein namen. Der ehrt ihn nicht, Der, Herr, Herr! spricht, Und sucht doch nicht, sein beispiel nachzuahmen. geharrt, Bis daß die zeit er füllet ward; Da sandte Gott von seinem thron, Zum heil der menschen, seinen Sohn. 5. Aus dank will ich In brüdern dich, Dich, Gottes Sohn, bekleiden, speisen, tränken; Der frommen herz In ihrem schmerz Mit trost 3. Wenn ich dieß wunder fassen will, So steht mein geist mit ehrfurcht still: Er betet an, und er ermißt, Daß Gottes lieb unendlich ist. 4* Des Heilands fest mit freuden zu begehen. Lieb ist der dank, Der lobgesang, Durch den wir ihn, den Gott der lieb, erhöhen. 75 2. Sprich dankbar froh: Also, also, Hat Gott die welt in seinem Sohn geliebet!, wer bin ich, Herr, daß du mich So herrlich hoch in deinem Sohn geliebet! 3. Er, unser freund, Mit uns vereint Zur zeit, da wir noch seine feinde waren; Er wird uns gleich, Um Gottes reich Und seine liebe uns zu offenbaren. 76 Von der Menschwerdung Christi. 4. Damit der sünder gnad erhält, Erniedrigst du dich, Herr der welt; Nimmst selbst an unsrer menschheit theil, Erscheinst im fleisch, und bringst uns heil. 5. Herr, der du mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst! Auf den die väter hoffend sahn, Dich, Gott Messias, bet' ich an. 6. Du unser heil und höchstes gut Vereinest dich mit fleisch und blut; Wirst unser freund und bruder hier, Und Gottes finder werden wir. 7. Gedanke voller majestät, Du bist es, der das Herz erhöht! Gedanke voller seligkeit, Du bist es, der das Herz erfreut! 8. Durch eines sünde fiel die welt; Ein Mittler ist's der sie erhält. Was zagt der mensch, wenn der ihn schützt, Der nun zur rechten Gottes sitzt. 9. Jaucht, himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den tag der heiligsten geburt! Und erde, die ihn heut noch sieht, Sing du dem Herrnhein neues lied! 10. Dieß ist der tag, den Gott gemacht; Sein werd in aller welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ Im himmel und auf erden ist! mel. Warum sollt ich mich ic. 99. aßt uns unſerm Gott lobsingen! Hocherfreut, Laßt uns heut Unsern dank ihm bringen! In des himmels hohe chöre Stimmet ein: Gott allein, Unserm Gott, sei ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, Freue sich Inniglich: Christus ist geboren! Er, der könig aller wesen, Steigt herab Bis ins grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes rathschluß fassen! Aber dieß Ist gewiß: Gott kann uns nicht hassen! Kommt ſein Sohn aus freien trieben Zu uns her; Wie sollt er Nicht die menschen lieben? 4. Wenn er uns verwor sen hätte, Nähm er dann Menschheit an? Er spricht: ich errette! Des soll sich der erdkreis freuen. Zum gericht Kommt er nicht, Sondern zum verzeihen. 5. Eiltimgeist nach Bethlems hütten! Seht, was dort Euer hort Schon für euch erlitten! Er wird nie Weihnachtslieder. drig euretwegen! Welch ein freund! Er erweint Seinen feinden segen. 6., Er, er will für cure schulden, Armuth, noth, Schmach und tod Göttlichgroß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen: Gnadenreich Will er euch Seine brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres sehnen Sehen kann! Betet an! Opfert freuden thränen. Liebt ihn, der von liebe brennet; Traut demt Herrn, Der euch gern Seine brüder nennet. 8. Wenn euch eure sünden fränken, Eilt herzu, Suchet ruh: Er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit glaubensblicken! Zittert nicht! Denn er spricht: Ich will euch erquicken. 77 9. Ihr erbulder schwerer tage! Euren schmerz Fühlt sein herz: Kein erlößter zage! Bringet ihm an seinem feste Zutraun her! Wisset, er Wählt für euch das beste. müh, Was ist sie Gegen ewge freudeu? 11. Gottmensch! du nahmst meine bürde Gern auf dich, Daß auch ich Frei und selig würde. Wer kann deine lieb ergründen? Ewig soll Freudenvoll Sie mein herz empfinden. 13. Du kommst einst zum weltgerichte, Dann werd ich, Richter, dich Schau'n von angesichte. Gott, wie wird dein hasser beben! Dann werd ich Deiner mich Freu'n und ewig leben. Mel. Wir Christenleut 2. 100. christenheit! C erfreut! Das heil der welt der Mittler, ist geboren; Der uns erlößt Und ewig tröst't! Wer an ihn glaubt, geht nimmermehr verloren! 10. Er verläßt euch nicht, ihr schwachen! Mehr, als ihr, Litt er hier, Euch beglückt zu machen. Eure 2. O große that! Nach Gottes rath, Hat sich sein ewger Sohn für uns ge. kleine zeit der leiden, Eure geben. Ein menschenkind, 12. Dir, mein göttlicher Befreier, Folg ich nach, Obwohl schwach, Doch um so viel treuer. Keine kreatur, kein leiden, Keine noth, Und kein tod Soll von dir mich scheiden. 78 Von der Menschwerdung Christi. Doch ohne sünd, Ward er für uns, und bracht uns heil und leben. 3. seligkeit! Er hebt das leid, Das durch den sündenfall auf uns gekommen. Mit uns ist Gott Nun in der noth! O dankt dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr frommen! 4. Auch mein gesang, Herr, bringt dir dank! Du wurdest mensch, damit wir selig würden. Du machst uns groß Und völlig los Vom fluch der sünd und ihren schweren bürden. 5. Gelobt sei Gott! Auf unsre noth Sah er als Vater mitleidsvoll hernieder. O christenheit! Preiß ihn erfreut! Dann Gottes Sohn bringt das verlorne wieder. Mel. Ein Kindlein so löbl. c. 101.( Sin kind, dem kei nes jemals glich, Erscheint zu unsern freuden. Gott offenbart im fleische sich, Zu trost uns armen leuten. Wär dieses kind uns nicht gebor'n, So wärn wir armen all verlor'n. Das heil ist unser aller: O du Heiland Jesu Christ, Der du mensch ge boren bist, Behüt uns vor der Hölle. De Mel. Gelobet seist du Jesu ic. 102. Gelobet feist du, Sohn! Der du auf der Allmacht thron Izt herrschest, und einst warst, wie wir. Anbetung, preiß und dank sei dir, Weltversöhner! 2. Dich sah'n die Väter schon von fern, Davids Sohn und Davids Herrn; Ihr heil und ihre zuver= sicht, Und aller völker trost und licht! Halleluja! 3. Die nacht entflicht; der tag bricht an Ueber die, so ihn nie sah'n: Auf die, so finsterniß umgab, Glänzt aus der höhe nun herab Gottes wahrheit. 4. Durch den die welt einst worden ist, Der einst richtet, Jesus Christ, Der schöpfung Herr, kommt in sein reich, Erniedrigt sich und wird uns gleich. Halleluja! 5. Jauchzt, himmel! erde, freue dich! Gott versöhnt die welt mit sich. Uns, Adams sündiges geschlecht, Entsündigt er, macht uns gerecht! Halleluja! Weihnachtslieder. 6. Gelobet seist du, Jesu Christ! Daß du mensch ge boren bist. Dir ist der erdfreis unterthan; Dich beten alle himmel an. Halleluja! Mel. Lobt Gott ihr Christen u. 103.( eobt Gott in seinem höchsten thron, Ihr christen, freuet euch! Er schenkt uns heute seinen Sohn, Mit ihm sein himmelreich. 2. Er kommt aus seines Vaters schoos, Und wird ein mensch, wie wir; Liegt, daß wir werden reich und groß, Arm in der krippe hier. 3. Er äußert seiner Gottheit recht Sich willig, Jakobs Held; Wird niedrig, ja es wird ein knecht Der Schöpfer aller welt. 4. Er ist von Davids stamm ein zweig, Durch den in dieser zeit Gott aufgerich tet hat sein reich, Sein reich die christenheit. 5. O wunder, seiner liebe voll! Dich faßt der glaub allein. Er selbst wird sterblich, und ich soll Durch ihn unsterblich ſein. 6. Er wird ein knecht, ein herr werd ich! Mit wel chem hohen rang Beglückt 79 der Herr des himmels mich! Ihn preise mein gesang! 7. Heut schließt er wieder auf das thor Zum paradies. Nun wacht Des Cherubs schwerdt nicht mehr davor. Dank sei dem Herrn gebracht! Nach voriger Melodie. 104. Singt Gott und seinem Sohne dank! Herr Gott, wir danken hier: Im himmel dankt der lobgesang Der sel'gen engel dir. 2. Er, welcher schon von anbeginn Der welt, mein retter war, Wird fleisch, wie ich, wird, was ich bin. Wie göttlich wunderbar! 3. Der, welcher erd und himmel trägt, Hüllt sich in dunkelheit. In eine krippe wird gelegt Der Herr der herrlichkeit. 4. Die erde kennt nicht ihren Herrn, Die himmel kennen ihn; Und leuchten treu, durch einen stern, Die weisen zu ihm hin. 5. Mensch! mach dich auf, und werde licht; Der tag des heils erscheint. Leb' länger in der sünde nicht, Und werde Gottes freund! 80 Von der Menschwerdung Christi. 6. Fall nieder, komm, und bet' ihn an, Den Friedefürst, den Held! Was Gott an seinem volk gethan, Verkündige die welt! 7. Ich liege hier, und bete an, Mein König und mein Gott! Ich dein geschöpf, dein unterthan, Bin reich durch deine noth. 8. Mein ganzes leben will ich dir, Dir, Herr, zum danke weih'n; Will gerne arm, ein pilger hier, Nur dort dein bürger sein. 9. Hier gingst du, Herr, in knechtsgestalt; Dort aber im gericht Ist dir gegeben die gewalt; Um dich glänzt Gottes licht. 10. Kommt, sterbliche! und füßt den Sohn, Eh noch sein zorn entbrennt; Und eh er euch, an seinem thron, Auf ewig von sich trennt. Mel. Jesu, meine Freude. Sohn 105. G Gottes zur welt erst sprach: entſtehe; Der einst spricht: vergehe! 2. Laßt uns niederfallen; Danken, daß er allen Freund und bruder ist. Gott auf seinem throne Liebt uns in dem Sohne, Brüder Jesu Christ! Welch ein heil, An Christo theil, Und durch seiner zukunft gaben, Theil an Gott zu haben. 3. Keine macht der leiden kann von ihm uns scheiden: Er bleibt ewig treu! Dort wird er vom bösen Gänzlich uns erlösen; Hier steht er uns bei: Unser freund, Mit Gott vereint, Kann nicht seine brüder hassen, Nicht sie hülflos lassen. 4. Wenn wir cinst ermüden, Führt er uns im frieden In des grabes nacht. Unsre todten glieder Gibt die erde wieder Ihm, der sie bewacht. Jesus ruft Uns aus der gruft; Er, der selbst den tod auch schmeckte, Den auch staub bedeckte. ist kommen: Dankt ihm, seine frommen! 5. Auf dem richterthrone Dankt ihm, daß er kam; Werden wir im Sohne UnDaß er hier auf erden, Un- sern bruder schaun. Heil ser heil zu werden, Seine und ewig leben Wird er wohnung nahm. Mensch, wie wir, Erschiener hier, Der allen geben, Die noch dann ihm traun. Er ward hier f Weihnachtslieder. Versucht, wie wir: Ueber schwenglich wird er lohnen, Und der schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt, ihr sünder! Werdet Gottes finder; Werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr frommen! Seid, wie er vollkommen: Bleibet seiner werth! Preiset ihn, Daß er erschien, Daß er sich für euch gegeben, Durch ein göttlich leben! Mel. Sollt ich meinen Gott ic. 106. De er du uns das heil errungen, Menschgewordner Gottes sohn! Ewig sei dir lob gesungen, Daß du von des himmels thron Uns zu gut ins fleisch gekommen. Herr, der du voll freundlichkeit, Längstens schon vor meiner zeit, Dich auch meiner angenommen, Und mein bruder worden bist; Sci gelobt, Herr Jesu Christ! 2. Sei gelobt! denn dir gehöret Allgemeiner dank mit recht. wie hoch haft du geehret Unser sterbliches geschlecht! Herr, du hast es selbst vermählet Mit der göttlichen natur, Und vor aller kreatur Es zur lust dir auserwählet: Ja in dir, du 81 Gottessohn Sitzt der mensch auf Gottes thron. 3. Du, du bist der völker segen; Kamst, vom fluch uns zu befrein; Und wir können deinetwegen Nun noch kinder Gottes sein. Hat die sünde uns verdorben, O, so hast du neue kraft Uns zur heiligung verschafft, Und die tüchtigkeit erworben, Einst von sünden völlig rein, Deinem bilde gleich zu sein. 4. Du, du bist der Mittler worden, Der die welt mit Gott versöhnt; Hast der schwachen menschheit orden Wieder mit dem recht belehnt, In den himmel einzugehen, Und des Herren herrlichkeit, Nach vollbrachter prüfungszeit, Ewig einst verklärt zu sehen. Nun hat meine zuversicht, Einen anker, der nicht bricht. 5. Sollte Gott mich nun wohl hassen? Hier ist ja Immanuel! Sollt' er mich wohl hülflos lassen? Hier ist ja der hülfe quell! Was vermag mich anzufechten? Er, der meinen jammer kennt, Und mich seinen bruder nennt, Sitzt als Herr zu Gottes Rechten! Durch ihn bin 4** 82 Von der Menschwerdung Christi. 3. Der du, zu uns ge sandt vom Herrn, Aus deinem himmel kamest; Und unser fleisch und blut so gern In demuth an dich nahmest! Sohn Gottes, o wie hast du dich So tief erniedrigt auch für mich! Wie arm bist du erschienen, Um meinem heil zu dienen! Mel. Ermuntre dich, mein c. 107.( Sot ott! deine gnade sei gepreißt! Sie bracht' uns heil und leben. Ermuntre dich, mein träger geist, Die gnade zu erheben. Denk an die nacht, da auf der welt Des Höchsten Sohn sich eingestellt, deine menschenliebe: Du Um sein so theures lebensahest unsre sündennoth Mit Für fünder hinzugeben. 4. Olehremich den großen werth Von deiner huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser erd Dich so herab zu lassen. Hier wartete dein nichts, als noth, Verachtung, kummer, schmerz und tod: Und doch kamst du auf erden, Ein menschensohn zu werden! Om 5. Noch stärker, Herr! als schmerz und tod, War 2. O große that! erwünschte nacht, Von engeln selbst besungen! Du hast den Mittler uns gebracht, Der uns das heil errungen. In dir erschien der starke Held, Der alles schuf und alles hält; Der freund der menschenkinder, Des todes überwinder. mitleidsvollem triebe: Du stimmtest, unser heil zu sein, In deines Vaters rathschluß ein; Wardst mensch, und kamst mit freuden, Für uns den tod zu leiden.d 6. Immanuel! dein freu ich mich; Du bist auch mein Erretter. Auch mir zum troste sandte dich Der Herr, der Gott der götter. Was mir ich Gott vereint: Gott im himmel ist mein freund! 6. Herr, wie groß ist deine güte! Meine seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz gemüthe Voll von deinem ruhme sein! Nimmer will ich dein vergessen; Dir will ich mich ganz vertraun, Freudig folgen, auf dich baun. Deine huld ist unermessen: Gib, daß ich für deine treu Dir auf ewig dankbar sei. Weihnachtslieder. ein wahres glück verschafft, zum dienst und wird ein Erleuchtung, friede, beßrungskraft, Und freuden, die stets währen, Willst du auch mir gewähren. knecht der fünder. Du Gottessohn Verläß'st den thron, Wirst arm und schwach, wie wir und unsre kinder. 3. Du höchstes gut Hebſt unser blut Auf deinen thron, hoch über alle höhen: Du ew'ge kraft Machst brüderschaft Mit uns, die wir, wie dampf und rauch, vergehen. 4. Waswill uns nun zuwider thun Sünd, tod und höll mit ihren schrecken allen? Wer wirft nun mir noch weiter für, Daß adam ist, und wir mit ihm, gefallen? 5. Schweigt, alle feind! Da sitzt mein freund, Mein fleisch und blut, hoch in dem himmel droben. Er ist der held, Der unsre welt Vam fluche hat zur seligkeit erhoben. 7. Was soll ich dir, mein treuster freund, Für deine treue geben? Du bists, der mich mit Gott vereint. Du bringst mir heil und leben. Herr! was ich hab, und was ich bin, Das geb ich dir zum dienste hin. Ich will dich ohn aufhören Mit leib und geist verehren. 8. Zwar seh ich dich im fleisch noch nicht; Doch du wirst wiederkommen; Und dann schaun dich von angesicht Einst alle deine from men. Dann werd auch ich, Herr Jesu Christ, Dich schau'n so herrlich, als du bist; Dann wirst du mich zum leben, Das ewig ist, erheben. Mel. Wir Christenleutic. 108. 83 Jesu Christ! Dein kripplein ist Ein anblick, da sich meine seele weidet. Hier ist der ort, Hier liegt das wort Mit unserm fleisch persönlich angekleidet. 2. Dem meer und wind Gehorsam sind, Gibt sich 6. Ein ewig heil Wird uns zu theil, Er bringt uns armen das verlorne wieder. Der freuden quell, Immanuel, Schlägt unsrer feinde ganze macht darnieder. 7. Nun Jesus Christ Gekommen ist, So freu, dich herz, und laß dich nichts betrüben. Weil Gottes find Sich dir verbind't, So 84 Von der Menschwerdung Christi. kanns nicht anders sein: Gott muß dich lieben. 8. Gedenke doch, Wie herrlich hoch Er über allen jammer dich geführet! Der engel heer Ist selbst nicht mehr, Als eben du, mit seligkeit gezieret. 9. Du siehest ja Vor augen da Dein fleisch und blut die luft und wolken lenken. Was will doch sich Noch wider dich Erheben, dich in angst und noth zu senken? 10. Dein blöder sinn Geht oft dahin, Ruft ach und weh, läßt allen trost verschwinden. Komm her, und richt' Dein angesicht Zur krippe Christi, da wirst du dich finden. 11. Wirst du geplagt; Sei unverzagt! Dein bru der wird dein unglück nicht verschmähen, Sein herz ist weich, Und gnadenreich, Kann unser leid nicht ohne wehmuth sehen. 12. Tritt zu ihm zu, Such hülf und ruh; Er wird's schon machen, daß du ihm wirst danken. Er selber kennt, Was man ihm nennt, Des menschen elend und 13. Denn, gleich wie wir Hat er allhier Des lebens ganze last auch wollen tragen. Daß seine pein Uns möchte sein Ein tröstend lindrungsmittel unsrer plagen. 14. Mit einem wort: Er ist die pfort Zu dieses und des andern lebens freuden. Er macht behend Ein selig end, Dem allen, was hier fromme herzen leiden. 15. Laß aller welt Ihr gut und geld, Und sorge nur, daß dieser schatz dir bleibe. Denn wer ihn fest Hält, und nicht läßt, Den ehrt und frönt er dort an seel und leibe. Mel. Vom Himmel hoch ic. 109. Helobt sei Je= sus, Gottes Sohn! Er kommt herab von seinem thron, Und kleidet sich, nur uns zu gut, In unser armes fleisch und blut. 2. Er, derden himmel und diewelt Allmächtig schuf und noch erhält; Der ew'ge in des Vaters reich Erniedrigt sich und wird uns gleich. 3. Mit göttlich großer lieb und huld Kommt er, zu tragen unsre schuld, Zu büsdie noth der franken.sen unsern fluch und tod Weihnachtslieder. Den uns des richters urtheil droht. 4. Fürs todesurtheil, das Gott sprach, War engelhülfe selbst zu schwach: Ein Mittler, der uns soll befrein, Muß Gott, muß ganz unendlich sein. 5. Gott, der uns hülflos, elend sah, War uns mit seiner hülfe nah; Ging nicht mit sündern insgericht, Verschonte seines Sohnes nicht. 6. Also hat Gott die welt geliebt, Daß er sein aller liebstes gibt; Und dem, der es im glauben nimmt, Das recht zur seligkeit bestimmt! 7. Als sünder bin ich arm und blos: Durch Jesum werd ich reich und groß. Verwerflich bin ich durch die sünd; Durch Jesum werd ich Gottes find. 85 8. Erlößt bin ich: o welches glück! Ich sehe nun mit frohem blick Gen himmel auf den vater hin, Deß kind ich nun durch Christum bin. 10. Der engelschaar nimmt freudig theil An der erlößten großem heil. Sie schaun mit heilger ehrfurcht an, Was du, o Gott, an uns gethan. 11. Mit deinen engeln danken wir, Und freuen uns, o Herr, vor dir. Heil uns! wir sind begnadigte: Und ehre sei Gott in der höh! Mel. Kommt her zu mir, ſpricht. 110. ingt, christen! singt und freuet euch: Der Herrscher in dem himmelreich, Er ist zu uns gekommen! Er, der den tod des sünders haßt, Ach! er hat unsers elends last Mit lust auf sich genommen. 2. O Gott, wie groß ist deine huld! Uns ängstigte des todes schuld Da wir gesündigt hatten. Nun sterben wir doch ewig nicht: Nun strahlet uns des lebens licht In unserm to= desschatten. 9. Gott, wenn izt mein herz bedenkt, Was du mit deinem Sohn ge schenkt; Dann fühl ich ehrerbietungsvoll Den dank, 3. O freuet euch, und dankt ihm laut! Gott hat auf uns herab geschaut, Er sah uns im verderben. Der Gott, der nichts als lieben den ich dir bringen soll. kann, Nimmt mitleidsvoll 86 Vom Wandel und brüder liebet; Der immerdar, wie Jesus Christ, Für andrer wohlfahrt thätig ist, Und keinen nie betrübet. 4. Dank ihm, erlößte christenschaar! Im fleische wird Gott offenbar; Der Sohn erscheint uns sündern: Er zeigt uns seines Vaters herz; Bringt labsal uns für jeden schmerz: Geht mit uns um, als kindern. 8. Hierin mach, Jesu, dir uns gleich! Du warst bei Gott, und göttlich reich, Weit über alles denken: | Doch ließest du für unser glück Des himmels reichthum gern zurück, Den himmel uns zu schenken. 5. Wär uns der Heiland nicht geborn, Wir wären all zumal verlorn, Noch sclaven aller sünden. Was wüßten, und wie könnten wir Ohn ihn den weg o Gott, zu dir, Den weg zumhimmelfinden? 9. Du stellst dich auf der erde dar, Erduldest mühe und gefahr, Und eilst, uns zu erretten. Wie leicht soll arbeit, müh und pein Uns 6. Entwichen ist die fin- nun für unsre brüder sein, sterniß; Wir sehn den weg, Die mit uns dich anbeten! und sind gewiß: Der mensch 10. Erbarmer! Mittwird ewig leben. Zerstöretler! Gott mit uns! Sei ist des satans reich. Gott gibt den Sohn, und wird zugleich Mit ihm uns alles geben. du das fürbild unsers thuns; Lehr uns dir ähnlich denken! Herr Jesu, mach hier 7. Wie groß ist nun des in der zeit Uns tüchtig zu christen ruhm, Der glaubt der herrlichkeit, Die du ans evangelium, Und seine uns kamst zu schenken. XI. Von dem Wandel und Geschäfte Jesu auf Erden. sich unsrer an, Und will nicht, daß wir sterben. 111. Seiland! Mel. Schmücke dich, o liebe.|| geführet, Daß du, unserm deine heil zu dienen, Bist in knechtsgestalt erschienen. O! wer faßt die starken triebe Deiner treuen menschenliebe! menschenliebe War die quelle jener triebe, Die dein treues herz regie ret, Und dich selbst dahin Geschäfte Jesu 2. Ueber seine feinde wei nen, Jedermann mit hülf erscheinen Sich der lahmen, blinden, armen Mehr als väterlich erbarmen; Der betrübten klagen hören, Sich in andrer dienst verzehren: Dieß sind proben wahrer güte, Und so war, Herr, dein gemüthe. 3. O du zuflucht der elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, trost und heil genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein herz gebrochen, Wenn dich kranke angesprochen! Und wie pflegtest du zu eilen, Das gebet'ne mitzutheilen! auf Erden. 87 verhöhnen, Und zum schimpf mit dornen krönen; Ja, uns segen zu erwerben, Willig warst, am kreuz zu sterben! 6. Deine huld hat dich getrieben, Sanftmuth und geduld zu üben, Ohne schelten, drohn und klagen And'rer schmach und last zu tragen; Allen freundlich zu begegnen, Für die lästerung zu segnen, Deine feinde zu vertreten, Und für mörder selbst zu beten! 7. Aller welten Herr und König! Sohn des Höchsten! o wie wenig Hast du je nach ruhm getrachtet, Und auf menschenlob geachtet. Willig littst du, um den willen Deines Vaters zu erfüllen. Trost und segen uns zu geben, War der zweck von deinem leben. 4. Die betrübten zu erquicken, Die elenden zu beglücken; Die unwissenden zu lehren, Die verkehrten zu bekehren; Sünder, die sich selbst verstocken, Liebreich zu dir hinzulocken; Das war täglich dein geschäfte, Selbst mit aufwand deiner kräfte. 5. O wie hoch stieg dein erbarmen, Heiland, da du für uns armen Angst und unerhörte schmerzen Littest mit gelaßnem herzen; Dich von sündern ließ'st ähnlich werden. 8. Herr! laß mich zu meinem segen Deinen wandel oft erwegen! Laß mich in der angst der sünden Trost und hülfe bei dir finden! Heilige auch meine triebe 3u rechtschaffner menschenliebe! Laß mich immer mehr auf erden Deinem bilde 88 Vom Wandel und Mel. Vater unser im Himmelr. 112. Kein lehrer ist dir Jesu, gleich, An weisheit und an liebe reich, Bist du, sowohl durch wort als that, Der schwachen menschen sichrer rath. Mein geist freut seines Hei lands sich, Und lobet, o Herr Jesu, dich. 5. Du lehretest durch wort und that: Man trifft der reinsten tugend pfad In deinem heilgen wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser bahn, Gestärkt von dir, mit steter treu Dir nachzufolgen eifrig sei. 6. Du bist es, Herr, von dem das amt, Das die versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer lehuns den weg bekannt, Wieren mund Noch izt dein heil wir, befreit von sünden- den menschen kund. Begleite schuld, Erlangen Gottes stets mit deiner kraft Jhr gnad und huld. Ach! dir amt, damit es nutzen schafft. sei ewig dank und ruhm, Herr, für dein evangelium! 3. Du sahest in der Gottheit licht Mit aufgeklärtem angesicht, Was, nach des Vaters weisem rath, Die welt noch zu erwarten hat: Du machtest selbst durch deinen mund Das künftige den menschen kund. 7. Noch immer hilfst du deinem wort In seinen siegen mächtig fort, Du sendest, wie dein wort verheißt, Noch immer deinen guten geist, Der jedem, welcher wahrheit liebt, Zum glauben licht und kräfte gibt. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, Und machtest 4. Dieß, und die wunder deiner hand Sind uns ein göttlich unterpfand, Was man aus deinem mund gehört, Sei wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der frev 8. Mein Heiland! gib den geist auch mir, Daß er mich zu der wahrheit führ, Vom eigendünkel mich befrei, Damit ich dir ge horsam sei, Bis mich bei dir in ewigkeit Ein hellres licht dereinst erfreut. Mel. Kommt her zu mir, spricht. ler spott Den glauben an 113. Der Jefu Dir, großer herrdieß wort von Gott scher 89 Geschäfte Jesu auf Erden. Christ, Der du der weltenren. Stets wars dein einschöpfer bist, Ist alles un zig augenmerk, Zu Gottes terthänig. Doch wer sah ruhm das große werk Der deine majestät, Als dich dein wahrheit auszuführen. arges volk verschmäht? Wer ehrte dich als könig? 2. Du hast dich deiner herrlichkeit Entäußert eine kurze zeit, Warst menschen unterthänig. Geschlagen wardst du und verhöhnt, Verspeiet und zum spott gekrönt, Und doch warst du ein könig. 6. Dein reich war nicht von dieser welt: Nicht Heere, wie die welt sie stellt, Erkämpften deine siege, Der armen jünger kleine schaar Bot muthig sich den feinden dar, Und kämpfte deine friege. 3. Du warst von ewigkeit bestimmt, Dein reich, das nie ein ende nimmt, Auf erden auszubreiten. Dich hat Gott selbst zum Herrn erhöht: Dein reich, o Göttlicher, besteht Durch alle ewigkeiten. 7. Dein reich war nicht von dieser welt: Des, was der eitelkeit gefällt, Begabst du dich mit freuden; Warst gerne elend, arm und klein, Und nur ein helfer uns zu sein; Und wähltest tiefe leiden. 4. Dein reich war nicht von dieser welt: Du warst nicht furchtbar, wie ein held, Haft keine stadt bezwungen: Du hattest nicht durch glanz und pracht, Nicht durch betrug und stolze macht, Dir ehr und sieg errungen. 8. Dein reich ist nicht Wenn von dieser welt: einst die welt in nichts zerfällt, Und fürsten vor dir beben; Dann bist du könig ewiglich: In deinem reiche werd auch ich Einst unvergänglich leben. 9. Wie groß, wie angebetet ist, Dein nam', o herrscher Jesu Christ! Dich rühmen alle zungen. O wie weit herrlicher wird einst, Wenn duzum weltgericht erscheinst, 5. Dein reich war nicht von dieser welt; Dich konnte reichthum nicht und geld, Nicht ruhm und ehre rüh- Dein hohes reich besungen! 90 Vom Wandel und 10. Vom aufgang bis Alles gern für dich verlassen, zum untergang Erschallet Und, wie du, das unrecht dann der lobgesang Des hassen. himmels und der erde. Wie freu ich mich auf dieses glück! O wär er da, der augenblick, Wo ich dich schauen werde! Mel. Schmücke dich, o liebe 26. 114. König dem kein könig gleichet, 4. In dem reiche deiner ehren Hört man stets dein lob vermehren Von dem himmlischen geschlechte, Von der menge deiner knechte, Die dort, ohne furcht und grauen, Dein verklärtes antliz Dessen ruhm kein lob erreischauen; Die dich unermüchet; Ebenbild von Gottes wesen, Der, zum Mittler uns erlesen, Sich der welt wollt' offenbaren, Als das bild des Unsichtbaren: Dir gehört das recht zum throne, Als dem Mittler, als dem Sohne. det preisen, Und dir ehr und dienst erweisen. 5. Herr von allen diesen reichen! Dir ist niemand zu vergleichen An dem überfluß der schätze, An der ordnung der gesetze, An der unterthanen menge, An des regimentes länge, An begnadigung der freunde, Und an siegen über feinde. 2. Himmel, erde, luft und meere Müssen stets zu deiner ehre Dir, Herr, zu gebote stehen, Und dein wille muß geschehen: Fluch und segen, tod und leben, Alles ist dir übergeben. Und von deinem mächt'gen schelten Zittern menschen, zittern welten. 3. In des gnadenreiches gränzen Sieht man deine wunder glänzen; Wo viel tausend treue seelen Dich zu ihrem haupte wählen; Dir, nach deiner vorschrift leben, Dir nur zu gefallen streben, 6. Nun, herrsch auch in meinem herzen Ueber zorn, furcht, lust und schmerzen! Laß mich deinen schutz genießen, Auf mich deine gnade fließen; Dich stets fürchten, ehren, lieben, Und mich im gehorsam üben; Hier mit lei den, kämpfen, streiten; Dort mit herrschen, dir zur seiten. Met. Wachet auf, ruft uns ic. 115. eiligster Jesu, heil'gungs 91 Geschäfte Jesu auf Erden. quelle! Wie strahlt dein Daß ich mög wachsam tugendglanz so helle! Wie sein, wie du. glänzet deine heiligkeit! Mler glanz der cherubinen, Und heiligkeit der seraphinen, Ist gegen die nur dunkelheit. Ein fürbild bist du mir: Ach bilde mich nach dir, Du mein alles! Jesu, hilf du Auch mir dazu, Daß ich mög heilig sein, wie du. 4. Gütigster Jesu! ach wie gnädig, Wie liebreich, freundlich und gutthätig Bist du noch gegen freund und feind! Dein sonnenglanz, der scheinet allen, Dein regen muß auf alle fallen, Ob sie dir gleich undankbar seind, Mein Gott! 2. Ostiller Jesu! wie dein ach lehre mich, Damit hierwille Dem willen deines Va- innen ich Dir nacharte. ters stille, Und bis zum tod Jesu, hilf du Auch mir gehorsam war; Also mach dazu, Daß ich mög gütig auch gleichermaßen Mein sein, wie du. herz und willen dir gelassen: 5. Dusanfter Jesu, warst Ach stille meinen willen gar. unschuldig, Und litteſt alle Mach mich dir gleich geschmach geduldig, Vergabſt, sinnt, Wie ein gehorsam kind, Stille, stille! Jesu, hilf du Auch mir dazu, Daß ich fein stille sei, wie du. und übtest rach nicht aus. Niemand kann deine sanftmuth messen, Die doch den eifer nicht vergessen, Der nöthig war fürs Vaters haus. Mein Heiland! ach verleih Mir sanftmuth, und dabei Guten eifer. Jesu, hilf du Auch mir dazu, Daß ich sanftmüthig sei, wie du. 6. Würdigster Jesu, Ehrenkönig! Du suchtest deine ehre wenig, Und würdest niedrig und gering: Warst, wie ein andrer mensch, auf erden; Warst willig, gar ein 3. Wachsamer Jesu, der den schlummer Durch manche arbeit, müh und kummer Um unsertwillen unterbrach: War auch dein werk am tag geschehen, So lagst du nachts vor Gott mit flehen, Und warst für unser heil noch wach. Gib mir auch wachsamkeit, Daß ich zu jeder zeit Wach und bete. Jesu, hilf du Auch mir dazu, Vom Wandel und Geschäfte Jesu. knecht zu werden; Erhubst liebstes leben! Mach mich dich selbst in keinem ding. Herr, solche demuth lehr Mich auch je mehr und mehr Christlich üben. Jcsu, hilf du Auch mir dazu, Daß ich demüthig sei, in allem dir recht eben, Und deinem heilgen fürbild gleich! Dein geist und kraft mich ganz durchdringe, Daß ich viel glaubensfrüchte bringe, Und tüchtig werd zu deinem reich. Ach zeug mich ganz zu dir; Behalt mich für und für, Treuer Heiland! Jesu, hilf du Auch mir dazu, Daß ich bei dir einst finde ruh. wie du! 92 7. O keuscher Jesu! all dein wesen War züchtig, keusch und auserlesen, Voll tugend und voll sittsamkeit; Dein äußrer mensch, dein herr von innen; Gedanken, reden und beginnen Voll unbefleckter reinigkeit. mein O Immanuel! Mach mir auch leib und seel Keusch und züchtig. Jesu, hilf du Auch mir dazu, So keusch und rein zu sein, wie du. 8. Mäßiger Jesu! deine weise Im trinken und genuß der speise Lehrt uns die rechte mäßigkeit. Mehr noch, als durst und hunger stil len Lag dirs am herz, des Vaters willen zu thun mit aller freudigkeit. Herr, hilf mir, meinen leib Bezähmen, daß ich bleib Christlich nüch-|| tern. Jesu, hilf du Auch mir dazu, Daß ich stets mäßig sei, wie du! 9. Nun, liebster Jesu! Für Kinder. mel. Mir nach, spricht Christus. 116. Der tugend beiſpiel gabst du mir, Mein Heiland, durch dein leben. Sollt ich nicht gern und mit begier Dir nachzuahmen streben. Ich will, gib du mir kraft dazu, So fromm und weise sein, wie du. 2. Du weihtest dich schon jung und klein Der weisheit und der tugend. Von thorheit und von lüsten rein War deine frohe jugend. Geleitet von der furcht des Herrn, Gehorchtest du den eltern gern. 3. Erfüllt war deine zarte brust Mit heiligkeit und güte; Und reich an hoffnung, reiz und lust War deiner ju Von dem Leiden gend blüte. Wer dich nur sah, erfreute sich, Bewunderte und liebte dich. 93 und Tode Jesu. weis' und fromm zu sein, wie ich. 4. Dieß große beispiel hast du mir, O Gottessohn, gegeben, Daß ich gesinnet sei gleich dir In meinem jugendleben. Du rufft mir: komm, entschließe dich, So 5. Ich komme, Herr; gib mir verstand, Gib kraft, dir gleich zu werden. O leite mich an deiner hand, So lang ich leb auf erden. Gib, daß ich, deinem beispiel treu, Gefällig Gott und menschen sei. XII. Von dem Leiden und Tode Jesu, oder Paßionslieder. Mel. Herzliebster Jesu, was ic.|| herz mit schrecken und ent117. Serr! stärke mich, zücken Am kreuz erblicken. dein leiden zu bedenken! Mich in das meer der liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller schuld des bösen Uns zu erlösen. 5. Es schlägt den stolz und mein verdienst darnieder; Es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; Lehrt mich mein glück, macht mich aus Gottes feinde zu Gottes freunde. 2. Vereint mit Gott, ein mensch gleich uns auf erden, Und bis zum tod am kreuz gehorsam werden; An uns rer statt gemartert und zerschlagen, Die sünde tragen. 6. Herr, mein heil! an dessen blut ich glaube; Ich liege hier vor dir gebückt im staube, Verliere mich mit dankendem gemüthe In deine güte. 3. Welch wundervoll hochheiliges geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen 7. Sie übersteigt die meine fräfte; Mein herz menschlichen gedanken: Alerbebt! ich sehe und em- lein, sollt ich darum im pfinde Den fluch der sünde. glauben wanken? Ich bin ein mensch: darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 4. Gott ist gerecht, ein rächer alles bösen; Gott ist die lieb', und läßt die welt erlösen: Dieß kann mein 8. Das größt' in Gott ist Von dem Leiden lieb und gnad erweisen: Uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen; Zu seh'n, wie hoch, wenn Gott uns gnad erzeiget, Die gnade steiget. 9. So sei dann ewig auch von mir gepriesen, Für das erbarmen, das du mir erwiesen, Da du, mein Hei- erduldet? land, auch für mich dein leben Dahin gegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben, Und stets mit freuden deinen wil len üben. O gib zu diesem seligen geschäfte, Herr, gib mir kräfte! 94 Mel. Herzliebster Jesu was ic. 118. Laß beinen geist mich stets, o Heiland, lehren, Dein göttlich kreuz im glauben zu verehren; Daß ich getreu in dem beruf der liebe Mich christlich übe. und Tode Jesu. mehr, weil ich dir angehöre, Zu deiner ehre? 5. Für welche du dein leben selbst gelassen, Wie könnt ich sie, sie meine brüder, hassen; Und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, Für sie noch beten? 6. Ich will nicht haß mit gleichem haß vergelten; Wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du Heiliger! du Herr und haupt der glieder, Schalt'st auch nicht wieder. 7. Ein reines herz, gleich deinem edlen herzen, Dieß ist der dank für deines kreuzes schmerzen. Und Gott gibt uns die kraft in deinem namen, Dir nachzuahmen. 8. Unendlich glück! du littest uns zu gute. Ich bin 3. Da du dich selbst für versöhnt in deinem theuren mich dahin gegeben, Wie blute. Du hast mir heil, könnt ich noch nach meinem da du für mich gestorben, willen leben, Und nicht viel- Am kreuz erworben. 2. Dasgute thun, das böse flieh'n und meiden, Herr, diese pflicht lehrt mich dein heilig leiden. Kann ich zugleich das böse mir erlauben, Und an dich glauben? 4. Wie sollt ich nicht, wenn leiden dieser erden, Wenn kreuz mich trifft, gelaßnes herzens werden, Da du so viel für uns, die wirs verschuldet, Liebreich Paßionslieder. 11. Lockt böse lust mein herz mit ihrem reize, So schrecke mich dein wort, das wort vom freuze; Und werd ich matt im laufe guter werke, So sei mir's stärke. 9. So bin ich dann schon selig hier im glauben! So wird mir nichts, nichts mei mel. Wenn meine Sünd mich ic. ne krone rauben! So werd 119. Den rathſchluß ich dort von herrlichkeit umgeben, Einst ewig leben. 10. Ja, wenn ich stets der tugend pfad betrete, Jm glauben kämpf, im glauben wach und bete: So ist mein heil schon so gewiß erstrebet, Als Jesus lebet. 12. Seh ich dein kreuz den klugen dieser erden Ein ärgerniß und eine thorheit werden; So seis doch mir, trotz allen frechen spottes, Die weisheit Gottes. 95 13. Gott! eile nicht sie rächend zu zerschmettern; Erbarme dich, wenn einer von den spöttern Sich spät bekehrt und dich, den er geschmähet, Um gnade flehet. 14. Wenn endlich, Herr, mich meine sünden kränken, So laß dein kreuz mir wieder ruhe schenken! Dein kreuz, dieß sei, wenn ich den tod einst leide, Mir fried und freude! deiner güte, Herr, soll mein Herz erhöhn. lenke mein gemüthe, Ihn richtig zu verstehn. Ich ehre deinen weisen rath, Der Jesum für uns sünder In tod gegeben hat. 2. Noch eh dein wort die erde Aus nichts hervorgebracht; Da hast du schon der erde Zu ihrem heil gedacht. Von ewigkeit hast du ihn schon Zum opfer ausersehen, Den eingebornen Sohn. 3. Er kam zu uns hernieder In der bestimmten zeit; Erwarb für seine brüder Des himmels seligkeit. Was ihm sein Vater zugedacht, Das trug er in gehorsam, Bis er es ganz vollbracht. 4. Er wußte, was zu tragen Ihm Gottes rath gebot; Er sah die last der plagen, Sah seinen kreuzestod. Doch floh er seine leiden nicht: Er ging dem tod entgegen Mit muth und zuversicht. 5. Herr Jesu, mein erbarmer! Hab dank für deine treu: Durch dein blut bin 96 Von dem Leiden und Tode Jesu. ich armer Von allen strafen frei. Die von dir ausgestandne noth, Dein Mittlertod am kreuze, Hat mich versöhnt mit Gott. 6. Olaß mich alle plagen, Die Gott mir ausersehn, Auch so geduldig tragen, Und seinen rath verstehn. Sein weg sei mir hier wunderbar, Dort werd ich es erkennen, Wie selig er mir war. Mel. Komm, o komm du Geist ic. 120. Seiebe, die du mich zum bilde Deiner Gottheit hast gemacht:|| Liebe, die du mich so milde Nach dem fall mit heil bedacht: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! 2. Liebe, die du mich erforen, Eh als ich geschaffen war: Liebe, die du mensch geboren, Und mir gleich warst ganz und gar: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! 3. Liebe, die für mich gelitten, Und gestorben in der zeit: Liebe, die mir hat erstritten Eine frohe ewigkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! 4. Liebe, die du kraft und leben Mir geschenkt mit deinem wort: Liebe, die sich hingegeben, Mich zu segnen hier und dort: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! 5. Liebe, die mich hoch verbunden, Der ich alles schuldig bin: Liebe, die mich überwunden, Nimm mein ganzes herz nun hin: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich!! 6. Liebe, die mich ewig liebet, Wie sie liebend für mich litt: Liebe, die das lösgeld giebet, Und mich betend noch vertritt: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! 7. Liebe, die mich wird erwecken Aus dem grab der sterblichkeit: Liebe, die des todes schrecken Hebt durch künft'ge herrlichkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! ind Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 121. Wie grundlos sind die tiefen deiner liebe! Wie treu und zärtlich, Jesu, deine triebe! Kein mutterherz gleicht deinem treuen her Paßionslieder. zen Du mann der schmer zen. 2. Was ist der mensch, daß du sein so gedenkest; Daß du für ihn dich in das elend senkest! Was findest du an mir und an uns allen Für wohlgefallen? 3. Verdient verachtung göttlicher gesetze, Verdient verschwendung unschätzbarer schätze, Verdient ein selbstgemachter böser schade Des richters gnade? 4. Was zieht dich dann, o Heiland, auf die erde? Was schadet dirs, wenn ich verdammet werde? Du bleibest doch, wenn ich gleich strafe leide, Des vaters freude! 5. Berehrt mit dank den weisen rath, ihr christen, Den einzusehn die engel selbst gelüsten. Bewundert hier in dem erlösungswerke Der liebe stärke! 6. Des Höchsten Sohn büßt für die menschenkinder: Der Heiligste bezahlet für die sünder; Des lebens Fürst, und aller besheit rächer, Stirbt für verbrecher! 7. Herr! lehre selbst mich deine huld erkennen, In 97 rechtem glauben meinen Herrn dich nennen! Erbarme dich und heile meinen schaden, Du brunn der gnaden. 8. Ich bin verderbt vom fuße bis zur scheitel, Mein herz ist trotzig, widerspenstig, citel: Mein bestes thun ist mangelhaft und sündlich; Ich fehle stündlich. 9. Ich flieh, o Herr, zu deinen liebesarmen, Ich such und bitte nichts, als dein erbarmen: Verstoß den nicht, der seine sünden hafset, Und dich umfaſset. 10. Was machst du, feind, mir Christi huld verdächtig? Schweig! ſeine kraft ist in den schwachen mächtig. Er selbst macht den gerecht, der an ihn glänbet, Und in ihm bleibet. 11. Zeuch mich, o Gotteslamm zu deinem kreuze, Damit dein blut die seele dring und reize, Dich, den erwerber aller guten gaben, Recht lieb zu haben. 12. Was du auch mir, da du für mich gestorben, Aus gnaden hast durch deinen tod erworben; Das werde mir, zu meinem 0 98 Von dem Leiden und Tode Jesu. ewgen heile, Nun auch zu theile. 13. Dein friede mohne stets in meinem herzen, Und tröste mich bei des gewissens schmerzen: Dein geist sei mit mir, deinen guten wil len Treu zu erfüllen. 14. Dir, Jesu, leb ich; dir will ich auch sterben. Laß den nur nicht, den du versöhnt, verderben! O hilf mir jetzt, und in den letzten stunden, Durch deine wunden! Mel. Herr Jesu Christ, mein's ic. 122. du, mein Mittler und mein Gott! Ich danke dir für deinen tod, Der mir des himmels seligkeit, Und hier gewissensruh verleiht. 2. Ach, wüßt ich deine Gottheit nicht, Dann zagt' ich doch noch im gericht; Dann würde deines todes pein Mich nicht vom untergang befrein. 3. Wärst du der wahrheit märtyrer, Wärst du nicht Gott, o leidender! So würd ich nicht von sünden rein, Nicht durch dein blut begnadigt sein. 4. Ich weiß es, Jesu, du bist Gott; Versöhnend ist für uns dein tod: Und die ses trostes göttlichkeit Versichert mich der seligkeit. 5. Nun nehm der feind mir alles hin! Das glück, daß ich versöhnet bin, Ist meiner seele höchstes gut, Und macht mir auch im tode muth. 6. Wenn des geſetzes fluch mir droht; Dann zeigt mir dein versöhnungstod, Daß du am freuz der sünden last, Und meinen fluch getragen hast. 7. Und ist des abschieds stunde da, Dann blick ich hin nach golgatha. Der trost, daß ich begnadigt bin, Macht mir das sterben zum gewinn. 8. Einst, wenn mich aus der finstern gruft Dein wort zum neuen leben ruft. Dann seh ich dich, mein Herr und Gott: Mein ruhm ist ewig dann dein tod. Mel. Ein Lämmlein geht und ic. 123. in lamm geht hin, und trägt die schuld Der abgefallnen kinder; Geht hin und träget mit geduld Die sünden aller sünder: Es folgt den würgern ohne zwang, Und up de Paßionslieder. wählet selbst den herben gang; Wählt martern statt der freuden. Für uns will es nicht schmach und pein, Nicht striemen, blut und wunden scheun, Ja gar den tod erleiden. gnade finden: Er wird geschlachtet wie ein lamm, Zum opfer für die sünden. Für alle stirbt er; auch für mich Ergießet hier sein leben sich In milden strömen blutes. Dan Gotteslamm, wie soll ich dir Dafür recht danken, daß du mir Erzeigest so viel gutes! 2. Das lamm ist der erhabne freund, Der Heiland unsrer seelen. Gott, als der sünde strenger feind, Wollt 5. So lang ich lebe, will ihn zum Mittler wählen. ich dein, O Jesu, stets „ Sohn, sprach er, nimm gedenken! Mich selbst dir ,, dich derer an, Die auch kein ganz zum opfer weih'n, ,, engel retten kann Vom Dir alles, alles schenken. „ schweren fluch der sünden! Du, du bist meine zuver,, Die straf ist schwer, das sicht; Und wenn mein aug „ elend groß: Doch du ver- im tode bricht, Sollst du ,, magst es; mach sie los, mein Heiland bleiben. Dein ,.Und laß sie gnade finden." kreuz sei mir mein höchster 3. ,, Ja, Vater, dieß sei ruhm: Dir will ich mich ,, unser bund, Mich magst zum eigenthum Beständig,, du für sie schlagen! Meinlich verschreiben. 99 „ wille hängt an deinem „ mund; Ich will die sünden tragen." D nie er hörte liebesmacht, Daß Gott, was nie ein mensch gedacht, Den ein'gen Sohn uns schenket! O liebe, wer faßt deinen rath? Den, der nie tod verdienet hat, Hast du ins grab gesenket! 4. Er büßt für uns am kreuzesstamm, Damit wir 6. Ich will von deiner freundlichkeit Bei nacht und tagesingen: Dir will ich auch zu jeder zeit Mein Herz zum opfer bringen. Mein ganzes leben soll sich dir,( Das hilf du selbst, mein Heiland, mir!) In stetem dank ergießen. Wie großes du an mir gethan, Das will ich stets, so tief ich kann, In mein gedächtniß schließen. 5* 1 Von dem Leiden 7. Wohlan, mein herz, eröffne dich! Dir soll ein kleined werden. Kein schatz, wie dieser, findet sich Im weiten schoos der erden. Weg! ehr und lust der eiteln welt: Was mir vor allem dem gefällt, hat nun mein herz gefunden. Mein größ tes gut und kleinod ist, Daß du für mich, Herr Jesu Christ, Erlösung hast erfunden. 8. Dieß soll und will ich mir zu nutz In allen zeiten machen. Im streit und kampfe seis mein schutz, Lehr in gefahr mich wachen. In trüben stunden flös es lust In meine freudenleere brust, Und stärke meine seele. Es sei mein trost bei sündenschmerz; Es bess're mein verderbtes herz, Wenn ich aus schwachheit fehle. 100 9. Was schadet mir des todes macht? Dein tod Herr, ist mein leben. Das beil, das du mir zugedacht, Wirst du im tod mir geben. Kämpf ich mit schwermuth, zagt mein herz, So blick ich bei dem größten schmerz Voll glauben in die höhe; Dann stärket meine seele sich, Wenn ich dich, Gottes und Tode Jeſu. Sohn, für mich Am kreuze sterben sehe. 10. Und komm ich, Jesu, einst zu dir, Zu deines himmels freuden: Vollbracht ist dann, vollbracht, was wir Auf dieser erde leiden. Dann gibst du mir vor deinem thron Den ewig großen gnadenlohn, Den du mir hast erworben. Dann werde dir in ewigkeit Anbetung, preiß und dank geweiht, Daß du für mich gestorben! Nach bekannter Melodie. 124. lamm Gottes! unschuldig Am stamm des kreuzes geschlachtet: Allzeit erfunden geduldig, Wie sehr du wurdest verachtet. All sünd' hast du getragen; Sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! Gib uns deinen frieden, o Jesu! Nach eigner Melodie oder auch Herr Jesu Gnadensonne 2. ---125. We 2 enn meine sünd'n mich kränken, O mein Herr Jesu Christ! So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist: Und alle meine schuldenlast Am stamm des heil Paßionslieder. gen kreuzes Auf dich genom men hast. 2. O wunder ohne massen! Wer es betrachtet recht. Es hat sich martern lassen Der Herr für seine knecht'. Es hat sich selbst der große Gott Für mich verlornen menschen Gegeben in den tod! 3. Was kann mir dann nun schaden Der sünden große zahl? Ich bin bei Gott in gnaden: Die schuld ist allzumal Bezahlt durch Christi theures blut, Daß ich nicht mehr darf fürchten Der hölle qual und glut. 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen nächsten lieben, Gern dienen jedermann, Ohn' eigennutz und heuchelschein, So wie du mir erwiesen Aus reiner lieb allein. 8. Laß endlich deine wunden Mich trösten kräftiglich In meinen letzten stunden Und des versichern mich: Weil ich auf dein verdienſt nur trau, Du werdest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau. 4. Drum sag ich dir von herzen Jetzt und mein lebénlang Für deine pein und schmerzen, O Jesu, lob und dank; Für deine noth und augstgeschrei, Für dein 126. lebens leben, Je mel. Alle Menschen müssen i. le= unschuldig sterben, Für deine lieb und treu. su, meines todes tod! Der du dich für mich gegeben, In die tiefste seelennoth. In das äußerste verderben, Nur daß ich nicht mögte sterbeit. Tausend tausendmal sei dir, Liebster Jesu, dank dafür! 2. Du, ach! du hast ausgestanden Lästerreden, spott und hohn, Speichel, schlä5. Herr! laß dein bitter leiden Mich reizen für und für, Mit allem ernst zu mei den Die sündliche begier: Laß mir nie kommen aus dem sinn, Wie viel ich dich gefostet, Da ich erlöset bin! 101 6. Mein kreuz und meine plagen, Solls auch sein schmach und spott, Hilf mir geduldig tragen: Gib, o mein Herr und Gott, Daß ich verleugne diese welt, Und folge dem exempel, Das du mir vorgestellt. Von dem Leiden und Tode Jesu. ge, strick und banden, Du gerechter Gottessohn! Um mich armen zu erretten Von der sünde schweren ketten. Tausend tausendmal sei dir, Liebster Jesu, dank dafür! geduld, Gar den herben tod geschmecket, Um zu büßen meine schuld: Daß ich würde losgezählet, Hast du wollen sein gequälet. Tausend tausendmal sei dir, Liebster Jesu, dank dafür! 3. Du hast lassen wunden schlagen, Dich erbärmlich richten zu, Um zu heilen meine plagen, Und zu setzen mich in ruh. Ach! du hast zu meinem segen Lassen dich 7. Deine demuth hat gebüßet Meinen stolz und übermuth; Dein tod meinen tod versüßet, Es kommt alles mir zu gut; Dein vermit fluch belegen! Tausendspotten, dein verspeien Muß tausendmal sei dir, Liebster zum segen mir gedeien. TauJesu, dank dafür! send tausendmal sei dir, Liebster Jesu, dank dafür! 102 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, Dich mit großem 8. Nun, ich danke dir schimpf belegt, Und mit der von Herzen, Jesu, für ge nen gar gekrönet: Was hat sammte noth; Für die wundich dazu bewegt? Daß du den, für die schmerzen, Für möchtest mich ergötzen, Mirden herben kreuzestod, Für die ehrenkron aufsetzen. Tausend tausendmal sei dir, Liebster Jesu, dank dafür! 5. Du hast wollen sein ge schlagen, Abzuwenden meine pein; Fälschlich lassen dich anklagen, Daß ich könnte sicher sein: Daß ich möchte tróstreich) prangen, Hast du ohne trost gehangen. Tausend tausendmal sei dir, Liebster Jesu, dank dafür! 6. Du hast dich in noth gestecket, Hast gelitten mit dein zittern, für dein zagen, Für so unerhörte plagen. Herr, für alle deine pein Will ich ewig dankbar sein. Nach voriger Melodie, oder verändert. 127. Du, der menschen heil und leben, Des sich meine seele freut, Der für mich sich hingegeben, Stifter meiner seligkeit! Du, der lieber wollte sterben, Als mich lassen in verderben. Ach wie dank, Paßionslieder. wie dank ich dir, Mein Erlöser, g'nug dafür! 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, Seines raths verfündiger! Längst hast du dein werk vollendet: Preiß ſei dir, erhöheter! Doch in den gedächtnißtagen Deiner großen leiden, sagen Deine theu'r erlößten dir, Billig neuen dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, Willig deine leidensbahn; Stiegst, uns leben zu erwerben, Gern den todesberg hinan; Trugst vergessend eigner schmerzen, Deine menschen nur im her zen. Dieſe liebe preisen wir, Unvergeßlich sei sie mir! 103 ten, Mir die ehrenkron erstritten. Preiß, anbetung, dank sei dir, Ehrfurchtswürdigster, dafür! 6. Du, der tausendfache schmerzen Mir zu liebe gern ertrug, Deinem großmuthvollen herzen War mein heil belohnung g'nug. Trost in meinen letzten stunden Nehm ich nun aus deinen wunden. Herr, ich dank, ich danke dir Einst im sterben noch dafür. 7. Ruh im leben, trost am grabe; Unaussprechlicher gewinn, Den ich dir zu danken habe, Du, des ich nun ewig bin! Jesu, dir mein herz zu geben, Deiner tugend nachzustreben, Dir zu traun, zu sterben dir; Dieß, dieß sei mein dank dafür! Mel. Es ist gewißlich an der ic. 4. Meinetwegen trugst du bande, Littest du der lästrer spott, Achtetest du nicht der schande, Mein Verföhner und mein Gott! Mich 128. Herr Jeju! beine angst und du der schmach entrissen, Die mich hätte treffen müssen. Wie verpflichtet bin ich dir Nun auf ewig, Herr, dafür! 5. Frevler krönten dich zum hohne: Deine stirne blutete Unter einer dornenkrone, König aller könige! Mir zu gut hast du's erlit und dein betrübtes leiden, Laß mir vor augen allzeit sein, Die sünde zu vermeiden. Laß mich an deine große noth, An deineu herben kreuzestod, So lang ich leb, gedenken. 2. Ach! deiner seele todesqual, Die menge deiner Von dem Leiden schmerzen Und alle leiden ohne zahl, Laß mir tief geh'n zu herzen! Laß deine ausgestandne pein, Mir eine starke warnung sein Für fernern missethaten. 3. Die wunden alle, die du hast, Hab ich dir helfen schlagen; Auch meine schwere sündenlast Dir auferlegt zu tragen. Ach, liebster Heiland! schone mein! Laß diese schuld vergessen sein: Laß gnad für recht ergehen. 4. Du kamst von deinem hohen thron Ins land der menschenkinder; Erduldest unter spott und hohn Den tod der armen sünder; Auf daß du für uns schaffest rath, Und unsre schwere missethat Bei Gott versöhnen mögtest. 5. Drum will ich jetzt aus dankbarkeit Von herzen dir lobsingen; Und wenn du zu der seligkeit Mich wirst hinkünftig bringen, So will ich daselbst noch vielmehr Mit deinem gan= zen himmelsheer Dich ewig dafür loben. 104 6. Herr Jesu! deine angst und pein, Und dein betrübtes leiden Laß meine letzte und Tode Jesu. zuflucht sein, Wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen tod Hier sanft beschließze meine noth, Und selig sterbe. Amen! Mel. Ein Lamm geht hin, und ic. 129. Erfülle, Herr, doch selbst mein herz Mit reinem andachtstriebe. Ich denk an deines leidens schmerz, Die wirkung deiner liebe. Dein kreuz sei mir gebenedeit: Welch wunder der barmherzigkeit Hast du der welt erwiesen! Wann hab ich dieß doch recht bedacht, Und dich aus aller meiner macht Genug dafür gepriesen! 2. Rath, Kraft und Friedefürst und Held! In fleisch und Blut gekleidet, Wirst du das opfer für die welt, Und deine seele leidet. Du ringst mit angst und seelennoth, Und gehst doch willig in den tod: O liebe ohne ende! Du nimmst auf dich der menschen schuld, Und gibst mit göttlicher geduld Dich in der sünder hände. 3. Du trägst der missethäter lohn, Und hattest nie gesündigt, Du, der gerechte Gottessohn! So wars vor Paßionslieder. her verkündigt. Der frechen schaar begehrt dein blut, Du duldest, göttlich groß, die wuth, Um seelen zu erretten. Dein mörder, o Herr, war auch ich; Denn Gott warf aller sünd auf dich, Damit wir friede hätten. Es ist vollbracht. Du ſtirbst! die erd erschüttert. Die arbeit hab ich dir gemacht! Herr, meine seele zittert. Was ist der mensch; den du befreit! O wär ich doch ganz dankbarkeit! Herr, laß mich gnade finden: Und deine liebe dringe mich, Daß ich dich wieder lieb, und dich Nie kreuzige mit sünden. 7. Welch warten einer ewgen pein Für die, die dich verachten, Nicht streben, deiner werth zu sein, nicht nach dem glauben trachten; Für die, die dein verdienst gestehn, Und dich durch ihre laster schmähn, Als einen einen sündendiener! Wer dich nicht liebt, kommt in's gericht; Wer nicht dein wort hält, liebt dich nicht, Ihm bist du kein verfühner. 5. Ein opfer nach dem ewgen rath, Belegt mit unsern plagen: Um dei nes voltes missethat Gemartert und zerschlagen, Gehst du den weg zum freuzesstamm, In unschuld stumm, als wie ein lamm, Das man zur schlachtbank führet. Freiwillig, muthig, wie ein held, Trägst du, aus liebe für die welt: Den tod, der uns gebühret. 8. Du hast's gesagt: du wirst die kraft Zur heiligung mir schenken. Dein blut ist's das mir teost verschafft, Wenn mich die fünden kränken. Laß mich im eifer des gebets, Laß mich in lieb und demuth stets Vor dir erfunden werden. Dein heil sei mir der schirm in 6. Du neigst dein haupt. I noth, Mein stab im glück, 4. Erniedrigt bis zur knechtsgeſtalt, Doch göttlich groß im herzen, Erträgst du spott, schmach und gewalt, Voll krankheit und voll schmerzen. Du warest der verheißung ziel; Doch da war nichts, das uns gefiel, Und nicht gestalt noch schöne. Vor dir, Herr, unsre zuversicht, Verbarg man gar das angesicht, Dich schmähten bundessöhne. 105 5** Von dem Leiden 130. Mei mein schild im tod, Mein letzter trost auf erden! Mel. Christus der uns selig 2c. Erlöser, Gottessohn, Der du für mich littest, Und auch auf des himmels thron Jetzt noch für mich bittest! Welche wohlthat ist für mich Dein versöhnend leiden! O wie preiß ich wür dig dich, Ursprung meiner freuden! 2. Nun kann meine mis sethat Noch vergebung fin den; Denn du starbst nach Gottes rath Auch für meine sünden. Unsre strafe trugest du, Uns vom fluch zu retten, Daß wir im gewissen ruh, Mit Gott friede hätten. 3. Was uns lust zur beßrung schafft, Was zur tugend leitet, Dazu hast du neue kraft Durch dein freuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun Mich um kraft bewerben, Gottes willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 106 4. Nun kann ich aufs todesthal Noch mit freuden sehen, Und zu jener welt ein mal Ohne schrecken gehen. Du Herr haft aus aller noth und Tode Jesu. Rettung mir errungen, Und durch deinen kreuzestod Meinen tod bezwungen. 5. Laß das wort von deinem kreuz ich mit muth beleben, Siegreich jedem sündenreiz Hier zu widerstreben. Treib mich dadurch mächtig an, Mich vor Gott zu scheuen; Was ich unrecht je gethan, Innig zu bereuen. 6. Drückt mich meine sündenneth, Straft mich mein gewissen; O dann laß aus deinem top Mich den trost genießen, Daß di auch für meine schuld Büfsend bist gestorben; Und vergebung, gnad und huld Mir bei Gott erworben. 7. Stärke mich durch deinen tod Auf die letzten stunden. Wie du deine todesnoth Siegreich überwunden: Oso hilf dazu auch mir; Laß mich fröhlich scheiden; Herr, so dank ich ewig dir Für dein bittres leiden. Mel. Wenn meine Sünd mich ic. 131. Sebt Seſum, den Gerechten! Seht seine schmach, und weint! Entehrt von lasterknechten Steht da der menschenfreund. Spott, ſpei Paßionslieder. chel und der bosheit wuth Erduldet er, und büßzet Der menschen frevelmuth. 2. Der göttliche prophete, Durch den der Vater sprach, Trägt ohne widerrede Der widersacher schmach. Ihr, die ihr seine martern seht, Bedenkts: um euret willen 4. Die feinde, die ihn hafsen, Verfolgt er nicht mit grimm; Trägt, als ein lamm, gelassen Der würger ungestümm. Durch göttlich sanften edelmuth Besiegt er seine leiden, Und der verfolger wuth. 107 Mel. Herzliebster Jesu, was ic. Ward Jesus so geschmäht! 132. Unschuld'ger Je su! was baſt 3. Der schönste unter allen Hat nichts, was uns gefällt. Wie blutend, wie verfallen, Wie sehr ist er entstellt! Von seinem blei chen angesicht Fließt blut: doch ist er stille, Und flucht den frevlern nicht. 5. Herr! laß mich es bedenken, Was du mir guts gethan; Und wenn mich leiden fränken, Erinnre mich daran, Wie du des elends ganze last So wil lig übernommen, So still getragen hast. 6. Daß ich mich dir ergebe, Jm glück, wie in der noth, Nie deiner unwerth lebe, Das gib mir, o mein Gott! Werd ich dich einst als richter sehn, So laß mich nicht mit schande Vor deinem throne stehn! du verbrochen? Dein todesurtheil haben sie gesprochen. Ein fluch gemacht, sollst du am krenze sterben, Wie fünder sterben. 2. Gegeißelt wirst du, und zur schmach gekrönet! Que Ins angesicht geschlagen und verhöhnet! Mit finsterniß des todes schon umschattet, Gehst du ermattet! 3. Du trägst dein kreuz, du eilft auf blut'gen wegen, Voll zuversicht, voll muth dem tod entgegen! Ich sehe dich, gekreuzigt, dich entfärbend, Voll wunden, sterbend! 4. Was ist die ursach dieser deiner plagen? Ach unsre sünden haben dich geschlagen! Wir, o Herr Jesu! haben das verschuldet, Was du erduldet! 108 Von dem Leiden und Tode Jesu. 5. Wie wunderbar ist, Richter! deine strafe! Der gute hirte leidet für die schafe! Die schuld bezahlt der Mittler, der Gerechte, Für seine knechte. 11. Doch, Herr, dieß stehet nicht in unsern kräf ten, Dem kreuze die begierden anzuheften: Drum 6. Der fromme stirbt, send uns deinen geist, der der recht und richtig wan- uns regiere, Zum himmel delt! Der böse lebt, der wi- führe. der Gott mißhandelt. Die unschuld stirbt: und der's gesetz gebrochen, Wird los gesprochen! 7. Ach! unsre seele war entstellt von sünden! An uns verbrechern war nichts guts zu finden. Das hätten wir, von Gott verworfen, müssen, Auf ewig büßen. 8. liebe! liebe, niemals auszusprechen! Du willst: an dir soll es der richter rächen. Wir lebten mit der welt in ihren freuden, Und du willst leiden. 9. Wer kann, o Herr, die großen seligkeiten, Die du uns gabst, mit vollem dank ausbreiten? Wer hat dich je für deiner liebe proben Genug erhoben? 10. Doch du sagst ſelbst: eins werde dir gefallen; Wenn wir vor dir mit buße niederfallen, Und unser herz von neuem nicht entzünden Mit alten fünden. 12. Dann wollen wir mit vollem dank betrachten, Was du gethan hast; dieſe welt nicht achten. Wir wollen wachen, beten, deinen willen Mit freud er füllen. 13. Dann wollen wir für dich, Herr, alles wagen; Kein kreuz nicht fürchten, keine schmach noch plagen: Uns sollen spott, verfolgung, tod und leiden Nie von dir scheiden! 14. Dieß alles ist zwar nur für schlecht zu achten, Weil wir noch sterblich sind, im stanb noch schmachten: Doch nimmſt du's an! du wirst uns dennoch geben Dein ewig's leben. 15. Dort werden wir, o Herr, vor deinem throne, Geschmücket mit der überwinder krone, Dein großes Paßionslieder. 109 Voll schmerzen und voll hohn! O göttlich haupt gebunden Mit einer dornen fron! O haupt das andrer ehren Und kronen würdig ist! Sei mir bei frommen zähren, Sei tausendmal gegrüßt! 2. Du heiligster Sohn Gottes, Du glanz der herrlichkeit, Hingst als ein ziel des spottes Geschändet und verspeit; Entblößt von al lem reize, Der menschen wohlgefällt, Hingst du an deinem freuze, Ein fluch vor aller welt. lob viel würdiger besingen, Stets dank dir bringen. Mel. Befichl du deine Wege ic. 133. haupt voll blut Erfleh ich trost und gnad. und wunden, 5. Auf dich will ich nur sehen Mit aller zuversicht. Wohin sollt ich sonst gehen? Verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich ruhe finden, Wenn du, Herr, mich nicht liebst? Wo reinigung von sünden, Wenn du sie mir nicht gibst? 6. Du hast mir durch dein leiden Zur tugend muth und kraft, In trübsal trost, und freuden Auf jene welt verschafft. O gib an dieser gnade Auch mir im glauben theil; So wird mein seelenschade Durch deine wunden heil. Schau her, hier steh ich armer, Der straf verdienet hat; Von dir, o mein erbarmer, 3. Doch spricht aus dei- 7. Ich danke dir von hernen blicken Nur liebe, nur zen, O Jesu, bester freund, geduld: Wir seh'n da, mit Für deine todesschmerzen. entzücken, Noch proben dei-| Wie gut hast du's gemeint. ner huld. Selbst aus der Ach! gib, daß ich mich halte todesblässe, In der dein Zu dir und deiner treu, Und glanz erbleicht, Strahlt, bis ich einst erkalte, Ganz Gottmensch, deine größe, nur deine sei! Der keine hoheit gleicht. 4. Nun, Herr, was du erduldet, Ist alles meine last. Ich, ich hab mit verschuldet, Was du getragen hast. 8. Wann ich dann einst soll scheiden, Ach! so verlaß mich nicht: Sei auch in todesleiden Mein trost, mein heil, mein licht! Wenn mir Von dem Leiden am allerbängsten Wird um das herze sein, So reiß mich aus den ängsten, Kraft deiner angst und pein. 110 9. Erhebe dann mein hoffen, Zur bessern welt zu gehn! Und laß im geist mich offen, Herr, deinen himmel sehn. Mit freudigem ent zücken Will ich dann glaubensvoll Nach dir, mein Heiland, blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! Mel. In allen meinen Thaten ic. 134. welt! fich hier dein leben Am stamm des kreuzes schwe ben! Dein heil sinkt in den tod. Der große Fürst der ehren Läßt willig sich beschweren Mit banden, schlägen, hohn und spott. 2. Tritt her, und schau mit fleiße! Mit blut und todesschweiße Ist ganz sein leib bedeckt: Und unnenn bare schmerzen Fühlt er in seinem herzen, Da er den felch des leidens schmeckt. 3. Wer hat dich so ge schlagen, Und dieses heer von plagen, Herr, wider dich erregt? Du bist ja nicht ein sünder, Wie wir und Tode Jesu. und unsre kinder. Wie sind dir strafen auferlegt? 4. Jch, ich und meine sünden, Der sich so viele finden, Als sandes an dem meer, Die haben dich ge schlagen, Die brachten dieſe plagen Auf dich, und dieses marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen In ewgen finsternissen, Was nun dein tod verfühnt: Die geisseln und die banden, Und was du ausgestanden, Das alles, Herr, hab ich verdient. 6. Du nimmst auf deinen rücken Die lasten, die mich drücken, Wie ein gebirge, schwer. Du wirst ein fluch; dagegen Erwirbst du mir den segen, Und o wie gnadenreich ist der! 7. Du setzest dich zum bürgen, Ja läsfest dich selbst würgen Für mich und meine schuld: Für mich läßt du dich krönen Mit dornen, die dich höhnien; Und leidest alles mit geduld. 8. Für mich, und mir zum segen, Gehst du dem tod entgegen Mit großem heldenmuth. Du stirbst, daß ich nicht sterbe, Nicht ewig Paßionslieder. lich verderbe. Herz! sich, was Gottes liebe thut! 10. Es soll dein tod und leiden, Bis leib und seele scheiden, Mich trösten und erfreun. Es soll von mei nen pflichten Mich täglich unterrichten, Und mir zur tugend fraft verleihn. 9. Herr! dir bin ich ver- 14. Nie will ich wieder bunden, Durch den ich heil schelten; Nie spott mit spott gefunden! Ich bin dein ei- vergelten; Nie, wenn ich genthum! Mich dankbar zu leide, dräun; Wie du, geerweisen, Soll feel und leib lassen dulden; Dem nächdich preisen; Und dir gehor- sten seine schulden, Wie du chen, sei mein ruhm! von herzensgrund verzeihn. 111 willig tragen; Und thun, wie mein Erlöser that. 11. Wie streng Gott die verbrechen An denen einst wird rächen, Die seine huld verschmähn: Wie schwer sie ihrer sünden Vergeltung werden finden, Will ich aus deinen leiden sehn. 15. Ich will ans kreuze schlagen Die luste, und absagen, Dem, was dir, Herr, mißfällt; Was deine augen hassen, Das will ich fliehn und lassen, Gefiel es auch der ganzen welt. 16. Dein göttliches versöhnen, Dein angstgeschrei mit thränen, Läßt meinen tod nicht zu. Getrost geb ich am ende Den geist in deine hände, Und du führst ihn zur ew'gen ruh. 12. Dein beispiel soll mich lehren, Den rath des 135. Je wunden, met. Freu dich sehr, o meine ic. zesu Christ! durch Höchsten ehren, Und thun, was er gebeut. Nicht meinen eignen willen, Nur seinen zu erfüllen, Ist meine pflicht und seligkeit. Deinen martervollen tod, Hab ich heil bei Gott gefunden, Kraft zur tugend, trost in noth. Kann mir sünde lieb noch sein, Wenn ich denk an deine pein? Die erlaubt nun nicht dem herzen, Mit der sünde noch 13. Nach dir will ich mich üben, Die feinde selbst zu lieben, Nach dir, der für sie bat. Ich will des lebens plagen Getrost und zu scherzen. Von dem Leiden und Tode Jesu. 2. Schmachtet nach der verschwindet sie: Denn es wollust freuden Mein ver- führt nach kurzem leiden derbtes fleisch und blut; Zum genusse ewger freuden. O so blick ich auf dein leiden, Schnell verlischt die wilde glut. Tracht ich eitler ehre nach, Und ich denk an deine schmach; Schnell schlägt die den stolz darnieder, Und gibt mir die demuth wieder. 6. Wenn ich treulich an dich glaube, Werd ich mächtig hingerückt Ueber alles, was zum staube Meine seele niederdrückt. Deines trostes freudigkeit Zeigt mir dann die ewigkeit, Die du Herr, als du gestorben, Mir, auch mir, am freuz erworben. 3. Scheint beim schmalen weg zum leben Mir der welt betretne bahn Lustig, breit, gemächlich, eben; Je su, dann schau ich dich an. Da warnt mich der leiden last, Welche du getragen hast, Nicht mit dem verblendten haufen Ins verderben hinzulaufen. 112 4. Hält mein schreckendes gewissen Mir der sünden menge vor: O in meinen kümmernissen Schau ich nach dem kreuz empor! Schau ich dessen wunden an, Der für mich genug gethan; Find ich sicherheit und leben, und den trost: sie sind vergeben. 5. Hier such ich in unruh friede; In der angst beruhigung; Neue kraft, wenn ich ermüde; Und in qualen linderung; Schwer sei dieses lebens müh; Durch dein freuz 7. Hab ich dich in meinem herzen, Ursprung aller seligkeit; So besieg ich alle schmerzen, Auch sogar im letzten streit. Russt du, und ich habe nun G'nug gekämpfet, um zu ruhn; Herr, so dank ichs deinen wunden, Daß ich sieghaft überwunden. 8. Du, nur du bist mein vertrauen, Meines Herzens zuversicht; Du besiegst des todes grauen, Rettest mich aus dem gericht. Durch dein mir erworbnes heil Hab ich an dem himmel theil. Wahrlich! Herr, ein ewigs leben Wird dereinst dein tod mir geben. met. Christus der uns selig ic. 136. Gesu, meiner feele licht! Ursprung meiner Freuden! Meines Paßionslieder. herzens zuversicht Ist allein dein leiden. Nimm dafür den dank izt an, Laß ihn dir gefallen: Du hast viel an mir gethan, An uns men schen allen. 2. Ich erwäg es oft und viel, Was dich doch getrieben, Uns, ohn alles maaß und ziel, Bis zum tod zu lieben; Daß du, um uns zu befrein, Streiche, hohn und banden, Geiseln, mar tern, todespein Willig ausgeſtanden! 3. War es unsre würdigkeit? Nein! des Vaters güte; Deines Herzens freundlichkeit, Und dein treu gemüthe. Dieß hat dich ans kreuz gebracht, Daß kein mensch verzagte, Wenn der sünden meng und macht Das gewissen nagte. 113 huld Sich für uns erwürgen. So hat er uns heil gebracht; Sollt uns nicht geziemen, Seiner liebe starke macht Ewiglich zu rühmen? 6. Herr, dein friede ſei mit mir! Und auf mein gewissen, Wenn es zaget, laß von dir Troß und freude fließen. Jesu! ich trau deinem wort: Du trägst unsre schmerzen: Treib die seelenangst hinfort Fern aus meinem Herzen.. 7. Laß mich, wenn mein herz erschrickt Ueber seine sünden, Und mein glaube auf dich blickt Laß mich gnade finden. Jesu! o dir fall ich hier Mit wahrhafter bußze Und mit besserungsbegier, Glaubensvoll zu fuße. 8. Nun ich weiß, worauf ich bau, Und bei wem ich bleibe; Wessen fürsprach ich 4. O du wunderbarer vertrau, Und an wen ich rath, Den man nie ergrün- gläube: Jesu! du bist es det! O du unerhörte that, allein, Welcher mich beschirAls man nirgend findet! met, Wenn mein armes Unser elend wär der lohn herz viel pein Aengstigend Unserer verbrechen: Nun bestürmet. läßt Gottes eigner Sohn Sünden an sich rächen. 9. Ich bin nun durch Je sum frei, Soll den himmel 5. Unsre schwere sünden- erben. Herr! ich will mit schuld Traf den treuen bür gen: Er ließ gar aus großer frommer tren Leben dir, dir sterben. Ich weiß, daß mein Von dem Leiden treuer Hirt, Wenn sein tag vorhanden, Mich auch ganz befreien wird Aus des todes banden. 114Nach voriger Melodie. 137. Mein Erlöser! auch für mich Gingst du hin zum leiden, Und begabst dich williglich Aller ehr und freuden. Du sahst bande, schmerz und hohn, Sahst den tod von ferne: Doch ertrugst du, Gottessohn, Diese leiden gerne. || 2. Du entflohst nicht der gefahr, Die dem leben drohte: Als die stund erschienen war, Gingst du gern zum tode. Willig übergabst du dich In der feinde hände, Und bliebst unveränderlich Treu bis an das ende. 2. Wer dir nachzufolgen strebt, Muß sich deiner schmach nicht schämen; Und wenn sich das fleisch erhebt, Sich zum steten kampf be quemen: Wer sein kreuz nicht auf sich nimmt, Ist zum himmel nicht bestimmt. 3. O! wie sanft wird mir die last, Wenn ichs zuversichtlich wage; Und, wie du gelitten hast, Ruhig alle noth ertrage; Dann wird, was mir schrecklich deucht, Mir noch angenehm und leicht. 4. Ach! weit mehr, un endlich mehr, Als ich je von kreuz empfinde, Littst du, Allerheiligster, Für die welt, für meine sünde: Unzählbar war deine noth, Unaussprechlich schwer dein tod! und Tode Jesu. im tod Jch nicht ewig sterbe: Denn ich bin versöhnt mit Gott, Bin des himmels erbe. Mel. Jesus, meine Zuversicht ic. 138. Jeju, esu, Jesu, stärke mich, Willig alle last zu tragen. Ach! mein fleisch entsetzet sich Vor des kreuzes schweren plagen: Und doch soll ich bei der pein Deinem fürbild ähnlich sein. 3. Lehre mich, wie du, so still Und getrost, zu leiden Und wenn es dein rath einst will, Freudig abzuscheiden. Stärke mich, wenn ich einmal Sterbend zu dir flehe; Daß ich durch das todesthal Ohne schrecken gehe! 4. Dank, o Jesu, dank sei dir Für dein letzles leiden! Denn dadurch erwarbst du mir Deines himmels freuden. Nunmehr weiß ich, daß win Paßionslieder. 5. Durch dein kreuz erwarbst du mir Kraft und muth in meinen leiden: Nun kann, Jesu, mich von dir Keine pein, kein too nicht scheiden: Werd ich muth los, dann stärkt sich Mein erschrocknes herz durch dich. 6. Endlich nimmst du alle noth Gnadenvoll von meinem rücken: Endlich wird ein sanfter tod Den zerschlagnen geist erquicken; Und in der verwesung haus Ruh ich von der arbeit aus. 7. Dort, wohin du nach dem streit Triumphirend dich geschwungen, Gibst du mir die herrlichkeit, Die du durch dein kreuz errungen; Und von ausgestandner pein Ernd' ich dann noch segenein. 8. Nun ich fliehe nicht dein kreuz; Gern nehm ichs aus deinen Händen. Mich soll nie der lüste reiz, Nie die trübsal von dir wenden. Gern trag ich, wiewohl noch schwach, Dir dein freuz, o Jeſu, nach. Mel. Wenn meine Sünd mich w. 139. in an dein freuz zu treten, In deinem leiden dich Voll glauben anzubeten, Dazu, Herr, 115 stärke mich! Laß mich mit zittern und vertraun, Wie du dich für die sünder Hin in den tod gabst, schaun! 2. Herr! wie ist deine seele Bis an den tod betrübt. Sieh Jesum, sich o seele! So hat er dich geliebt! In heißen ängsten schwebt er da, Mit unsrer schuld beladen, Dem opfertode nah. bebt, 3. Fallt nieder! ihr fünder! Verhüllt das angesicht! Da steht für Adams finder Der Mittler im gericht. Er leidet unsers todes pein, Fühlt unnennbaare qualen, Uns menschen zu befrein. 4. So liebt er uns verbrecher! So groß ist unfre schuld! Gott ist der sünden rächer; Und Gott ist gnad und huld. Wer nun der sünden gräul nicht haßt, Häuft, auf den tag des richters, Sich selbst des elends laſt. 5. Hörts! die ihr eure herzen Dem sündendienst er gebt. Da duldet Jesus schmer zen Stirbt, daß ihr ewig lebt. nehmt an ſeiner gnade theil; Erkennet seine liebe; Verwerft nicht euer heil! 6. Vernehmts auch ihr, 116 Von dem Leiden und Tode Jesu. 0 spötter, Die ihr den Heiland schmäht! Er ist auch euer retter! Hört für euch sein gebet: Sie wissens nicht, was sie begehn; Vergib, o Bater, ihnen, Wenn einst sie zu dir flehn! 7. Jhr, eurer brüder feinde, O schlagt an eure brust! Seid aller menschen freunde; Verdammt der rache lust! Vergeltet euren hassern nie! Den feinden, die euch fluchen, Vergebt, und segnet sie! 2. Geduldig bei den größten schmerzen Nimmt er sich seiner feinde an. Er ruft mit sanftmuthsvollem herzen: ,, Sie wissen nicht, 8. Seht des Versöhners ,, was sie gethan." Der göttqualen! Sie steigen ohne liche, der größte beter Fleht rast. Seht unsern bürgen liebreich noch für missethäzahlen! Seht seines elends ter, Werkzeuge seiner pein last! Er fühlt für uns des und schmach. Mensch! wenn todes noth: Er stirbt für dich rach und zorn verfühunsre sünden, Den fürch- ren, Laß dich durch dieses terlichsten tod. beiſpiel rühren, Und bete deinem Heiland nach. 9. Vor seines todes schrecken Verlöscht der sonne licht! Die engel Gottes decken Ihr bebend angesicht. Er sinket in die todesnacht. Gott, erbarm dich unser! Er stirbt! es ist vollbracht! 3. Welch beispiel kindlich frommer triebe, Als, unter leiden ohne zahl, ,, Der „ Herr, dem jünger seiner ,, liebe Die Mutter ster,, bend noch empfahl!" Ach! wird mein aug einst um die meinen In seiner letzten Jesum sterben stunde weinen; So soll dieß Mel. Wie wohl ist mir. o i. 140. omm! laß uns terlichen höhen Einst Got tes größtes werk geſchah. Erwäg an diesem heil'gen orte Des sterbenden Erlösers worte, Und rufe Gott im glauben an. Sie kön nen dir viel trost im leben, Und einst noch trost im tode geben, Wenn hier dich nichts mehr trösten kann. sehen! Mein herz, seh hin nachwort mir trost verleih'n! golgatha, Auf dessen fürch- Der, als der tod schon um Paßionslieder. ihn schwebte, Die seinen noch zu schützen strebte, Wird auch der meinen pfleger sein. 4. Frohlockt, bußfertige verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins gericht. Hört, was zu dem gebeugten schächer Der mund der liebe sterbend spricht: ,, Du wirst," so ruft er ihm entgegen, Noch heu,, te," deines glaubens wegen, „ Mit mir im Paradiese ,, sein!" O Herr, laß an des todes pforte Einst diese trostesvollen worte Mich auch im letzten kampf erfreu'n. 5. Wer kann die hohen leiden fassen, Als Christus an dem kreuze rief: ,, Mein „ Gott, wie hast du mich ,, verlassen!" O wie beugt ihn die last so tief, Die uns're sünden auf ihn brachten! Vor angst und pein müß't er verschmachten, Wär Gott nicht seine zuversicht. Herr! der für mich zum tod gegangen, Für mich verlassen da gehangen, Mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! 6. Der Fürst des himmels und der erde. Von allem labsal ist entblößt, Wünscht, daß sein durst gestillet werde. O mensch, der dich so theu'r 117 erlößt, Der Heiland rufet dir noch heute, Im armen, den an deiner seite Auch hunger, durst und mangel drückt. O selig, wer den ruf erfüllet! Denn wer des armen mangel stillet, Der hat den Heiland selbst erquickt. 7. Nun enden sich die schweren leiden; Der Heiland spricht: ,, Es ist voll,, bracht!" O wort des sieges! wort der freuden! Du nimmst dem tode seine macht. Heil uns! wer darf es nun wohl wagen, Uns, die erlößten, zu verklagen? Der friede ist mit Gott gemacht. Gib, daß am ende meiner tage Auch ich, o Herr, mit freuden sage: Es ist vollbracht! Es ist vollbracht! 8. Das letzte wort aus deinem munde, Herr Jesu, soll auch meines sein! Laß es in meiner todesstunde Mir muth und zuversicht verleih'n! Du rufest:„ Va,, ter, ich befehle, In deine ,, hände meine seele," Die allen menschen heil erwarb. Nun war das große werk vollendet. Wozu der Vater ihm gesendet. Da neigt er sanft sein haupt, und starb. Von dem Leiden 9. Herz! kannst du ohne fromme zähren Den Heiland Gottes sterben sehn? Mußt du ihn nicht mit freuden ehren, Und willig seinen ruhm erhöhn? O weine fromm bei seinen plagen, Und fröhlich sieh ihn nach drei tagen Aus seinem grabe auferstehn! Und wenn ihn spötter hier entehrten, Dort wirst du ihn als den verklärten, Zur rechten 118 5. Da flehet er! ,, mein ,, Gott, mein Gott! Verläsfest du mich in der seines Vaters sehn! ,, noth?" Mein Heiland! Mel. Da Jesus an dem Kreuze ic. 141. Srniedrigt hatte sich bereits Mein Heiland bis zum tod am kreuz. Doch unter schmach und plagen Blieb er sich gleich, und blieb noch Gott Durch göttliches betragen. 2. ,, Erbarme, Vater, ihrer dich; Vergib es, ,, sie mißkennen mich!" So bat der Herr für feinde. Ach wie voll liebe wallt nun nicht Sein herz für feine freunde! und Tode Jesu. im sterben einst Auch mich dorthin erheben. 4. Er sah die Mutter, sah den freund. ,, Liebt," sprach der treue menschenfreund, ,, Liebt euch, wir ,, sehn uns wieder!" So sag ich einst den meinen auch: Liebt euch; wir sehn uns wieder! 3. Dem schächer schenkt er seelenruh, Spricht: ,, war„ lich heute noch bist du ,, Mit mir im bessern le,, ben!" Ach Herr, du wirst mich verlassen, Das kannſt du nicht, das kann Gott nicht; Mich nimmermehr verlassen! 6. ,, Mich dürstet!" rief er, matt von schmerz. So lernt in jeder noth sein herz Mitleid mit uns zu haben. Wenn nun kein labsal mehr mich fühlt, Wird er; wird er mich laben. 7. ,, Es ist vollbracht!" in ewigkeit Hat er gesiegt und uns befreit. Herr! hilf auch mir vollbringen: Du siehst mich kämpfen, stärke mich, Das kleinod zu erringen! 8. ,, Dir, Vater, geb ,, ich meinen geist In deine hand." Herr, sei ge Paßionslieder.d neig preißt! Die hoffnung jenes lebens Vewährtest sterbend du mir noch. Ich hoffe nicht vergebens! 9. Dein fürbild, Jesu, rühret mich! Vergeben will ich, sehn auf dich, Nach dir gen himmel schauen; Die meinen lieben; und in noth, Wie du, dem Vater trauen. Vater! vergib ihnen! Mel. Herzlich lieb hab ich dich ic. 142. Um m gnade für die 3. Daß Gott mit langmuth und geduld, Auch selbst bei sehr gehäufter schuld, Der sünder dennoch sünderweltschonet; Daß er so liebreich ihrer denkt, Und ihnen frist zur buße schenkt, Noch nach verdienst nicht lohnet; Daß ich noch fröhlich sagen kann: Auch mich, mich fünder nimmt Gott an! Haft du durch deiner fürsprach kraft, Mein treuer Heiland, mir verschafft. O Jesu Christ, Mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! Vertritt du mich bis an den tod! Rufst du, o Herr, am kreuz gequält Von frecher fünder rotten. Dir blutet das bedrängte herz, Wenn dich bei deinem herben schmerz Die feinde ruchlos spotten. Du siehst mit segensvollem blick Von ihnen weg, auf den zurück, Den diese schaar in dir entehrt; Rufft, daß es erd und himmel hört: Vergib, o Gott, Und führe nicht sie ins gericht; Das, was sie thun, verstehn sie nicht! 119 2. Erstaunend seh ich diese huld. Wie mitleidsvoll ist die geduld, Die mörder so erträget! Jhr, die ihr eu ren Heiland ehrt, Fühlt seiner liebe großen werth, Und danket ihm, beweget! Er hat durch segnendes gebet Auch uns ein ewig heil erfleht; Er sagt auch uns, zu unsrer ruh, Erbarmen und vergebung zu. Herr Jesu Christ! Gelobt seist du für deinen tod! Gott ist durch dich noch unser Gott! 4. Wird je mein herz von troste leer, Weil meiner sünden furchtbar heer Aufs neue mich erschrecket: O dann versichre mich aufs neu, Du stehest mir als Mittler bei, Der meine schuld bedecket. Mein geist blickt glaubensvoll auf dich; Sei du 120 Von dem Leiden und Tode Jesu. mir nur nicht fürchterlich! Und schließt sich meine pilgerschaft, So stärke mich mit neuer kraft Herr Jesu Christ! Der letzte kampf wird mir versüßt, Wenn du mein treſt im tode bist. 5. Den sanften liebevollen sinn, Daß ich ein freund der feinde bin, Flöß, Herr; in meine seele. Gib, daß bei der verfolgung schmerz Ich dir des feindes hartes herz, Und meine sach, befehle. Besänftige mein reges blut: Und flammt des zornes wilde glut Mein herz zur rachbegierde an, O! so erinure mich daran, Herr Jesu Christ, Wie du am freuz durch dein gebet Selbst deinen mördern gnad erfleht! 6. Mich tröste dein versöhnungstod! Es bilde mich dein Geist, o Gott, Daß ich dir ähnlich werde! O zeuch mich, du erhöhter held, Zu dir hinauf vom dienst der welt, Zum himmel von der erde. Du bist der deinen schutzpanier: Zeuch dir uns nach, so laufen wir; So wollen wir uns deiner pein Und deiner fürbitt ewig freun. Herr Jesu Christ! Wie selig ist! wie selig ist Der mensch, dem du ein Heiland biſt! Heute wirst du mit mir im Paradiese sein! Mel. Freu dich sehr, o meine ic. 143. Seute sprach mein Heiland, heute, An sein blutig freuz erhöht, Als ein sünder ihm zur seite, Sterbend noch um gnade fleht; Heute, so betheu'r ich dir, Heute noch sollst du mit mir In mein paradies erhaben, Theil an meinem reiche haben. 2. Theures wort aus Jesu munde, Fest versiegelt durch sein blut! In der finstern todesstunde Gibst du freudigkeit und muth. Wenn der christ nun scheiden soll, Bleibt er fester Hoffnung voll, Sieht die nacht in licht verwandelt, Weiß gewiß, wohin er wandelt. 3. Ohne zagen kann er sterben; Seine seele stirbt ja nie: Ihr droht nicht nur kein verderben, Auch kein schlaf betäubet sie, Wo sie erst aus langer nacht Nach jahrhunderten erwacht: Nein, sie soll zu neuem leben, Scheidend noch, empor sich heben. od Paßionslieder. ad 4. Theures wort des ewgen lebens, Tröste du mein brechend herz; Und dann ängstet nur vergebens Meinen geist der trennung schmerz. Er sinkt nicht in finsterniß; Denn wahrhaf tig und gewiß Ist das wort des treuen zeugen. Hier muß jeder zweifel schweigen. 5. Herr! nun fühl ich, abzuscheiden Eine heil'ge lust in mir: Dort sind unbefleckte freuden, Aber müh und elend hier. Kein auch noch so frühes grab Kürzet je mein leben ab; Es soll nur, los von beschwerden, Zei tiger veredelt werden. 6. Selig, furchtlos, rein von mängeln, Ja von nun an selig ist, Brüderlich be grüßt von engeln, Der im Herrn entschlafne christ. Was sein glaube je gethan, Jedes gute werk folgt dann Seiner seele von der erden Hin vor Gott, sein lohn zu werden. 7. Nun auch ich, o Herr, befehle, Wenn ich kaum noch lallen kann, Die durch dich erlößte seele Deinen treuen händen an. Und du Heiland stärkeſt mich, Rufest mir 121 auch zu, daß ich noch am tage, da ich sterbe, Deine herrlichkeit ererbe. 8. Ja, noch an demſelben tage Geh ich in den himmel ein, Los von aller furcht und plage, Herr, bei dir daheim zu sein. Hier genieß ich deines lichts, Bis der tag des weltgerichts Auch die nacht des grabes endet, Und die seligkeit vollendet. Es ist vollbracht! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. vollbracht!" so 144. Sist s ist ruft am kreuze Des sterbenden Erlösers mund. Du wort des ew'gen lebens, reize Zur freude meines herzens grund. Das große. opfer ist gescheh'n, Das Gott auch mir zum heil erseh'n. 2. Mein Jesus stirbt. Die felfen beben; Der sonne schein verlieret sich; In todte drängt ein neues leben; Der heil'gen gräber öffnen sich; Der vorhang reißt, die erde kracht Und die versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein heil, hast du vollendet, Als dir das Herz im tode brach! Du hast den fluch hinweggewen6 122 Von dem Leiden und Tode Jesu. det, Der auf der welt voll sünder lag. Für uns hast du genug gethan; Gott nimmt uns nun noch gnädig an. 4. Fließt, freudenthränen von den wangen! Mein glaube sieht nun offenbar Die handschrift an dem kreuze hangen, Die wider uns verlorne war, Er, den mir Gott zum Heiland macht, Rief auch für mich: es ist vollbracht!" 5. O Herr! laß mich nun auch vollbringen, Was wahre dankbarkeit begehrt. Laß nach der heiligung mich ringen, Dazu dein tod mir kraft gewährt. O stärke mich dazu mit macht, Bis meine beßrung ganz voll bracht. Nebop it re 6. Du littst so viel zu meinem leben; Drum laß mich stets voll eifer sein, Mich deinem dienste zu ergeben, und keine schmach dabei zu scheun. Dein dienst, o Jesu, sei mein ruhm: Dein bin ich, ganz dein eigenthum. 211558 7. Soll ich, bei dir ergebnem herzen, Auch hier durch manche trübsal gehn; Und hat mein Gott gehäufte 1 schmerzen Zu meiner prüfung ausersehn; So laß auch mich den trost er freun: Es kommt das ende meiner pein. 8. Und fühlt mein herz des todes schrecken; So stärke mich in solcher last. Laß mich den trost auch sterbend schmecken, Daß du den tod besieget hast. Dann stärkt mich auf die todesnacht Dein großes wort: es ist vollbracht!" Mel. O Traurigkeit, o Herzel. 145. Nun ists voll bracht! Gehüllt in nacht, Ist Jesus hingesunken. Seinen bittern leidensfelch Hat er ausgetrunken. 2. O Juda, sieh! Nun hängt er hie, Gehofft von deinen vätern, Dein Mes sias, dein Prophet. Hängt bei missethätern.ist alg 3. Doch wiss', er trug, Da Gott ihn schlug, Nicht, weil er selbst verschuldet. Unser aller strafe hat Er für uns erduldet. 4. O! schlag voll schmerz Nun an dein herz! Wirf dich am kreuze nieder! Liebreich ruft ja noch dein Gott: Juda, kehre wieder! Paßionslieder. md moll 5. So kehre doch, Ach! heute noch, O Juda, kehre wieder! Komm, wir zeigen dir den weg; Lieben dich, als brüder. 123 ſonnen licht Der ſo ver: blend'ten erde. Sie vergißt es, daß sie ward, Als er sprach: sie werde! 4. Doch die natur Erbebe nur, Und felsen mögen splittern! Menschenherzen sind zu hart, Viel zu hart zum zittern! so abil 5. O welche that! Doch Gottes rath, Wer weiß den zu ergründen! Herr, ich schweige tief im staub, Um dieß zu empfinden.d 6. Ein sanfter schmerz Bewegt mein herz Zu heiligen entschlüssen. Ich entsage jeder lust, Die du mußteſt büßen. 6. O Herr, voll huld! Tilg ihre schuld, Tilg unser aller sünden! Daß wir dort 7. Kommt einst der tod, in deinem reich All uns wieder finden! Mein Gott, mein Gott! Gib mir ein sanftes ende. Meinen geist empfehl ich dir, Herr, in deine hände. Nach voriger Melodie. 146. m- kreuzesstamm, So wie ein lamm, Geduldig, Gott ergeben, Starb der Heiland; und erwarb Uns ein ewig leben. 8. Nimm, stilles grab, Den leib hinab, Bis du zum bessern leben Ihn verklärt in himmelsglanz Mir zurück wirst geben. an eine 2. Vor dem die welt In 9. Komm ewigkeit! Ich trümmern fällt, Des haupt bin bereit. Um Christi to ist hingesunken; Und sein des willen, Laß beim matletztes, theures blut Hatten herzensschlag Bald die die erd getrunken. angst sich stillen! 3. Es leuchtet nicht Der Mel. O Traurigkeit, o Herzel. 147. Um freuz erblaßt, Von Von todesqualen müde, Findet mein Erlöser erst In dem grabe friede. mimi bad 2. Ein frommer schmerz Durchdringt mein herz; Und, Herr! was soll ich sagen? Nur an meine bruſt kann ich, Tiefgerühret schlagen. 3. Du schützest mich; 6* 124 Von dem Leiden Und über dich Gehn aller trübsal wetter. Sterben wolltest du für mich, Einziger Erretter! on 4. Du haſts gethan. Dich bet ich an, Du König der erlößten. Dein will ich im in tode mich Glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! Riefst du mit macht, und zeigst, daß du dein leben, Als Versöhner, göttlich frei Habest hingegeben. 6. Hochheil ge that! Des Höchsten rath Will ich in demuth ehren. Der erfinder meines heils Wird mir's einst erklären. digadi 7. Allmächtig rief Er, der entschlief, Den todten: sie erstanden! Leicht entschwingt der Lebensfürst Sich des todes banden. 8. Das finstre thal Will ich einmal Durchwandeln 5. Hier werd ich einst, ohne grauen; Denn durch Bis du erscheinst, In sanfdich, mein Heiland, ists Mirtem frieden liegen. Denn der weg zum schauen. durch deinen tod kann ich Tod und grab besiegen. 6. Jhr, die die welt Gefesselt hält, Zagt nur vor der verwesung! Ich, perlich hoff in Christo einst 10. Vergeß ich dein, So| Meines leibs erlösung. und Tode Jesu. werde mein In ewigkeit vergessen! Herr, ich will, so lang ich leb, Deine lieb ermessen. Nach voriger Melodie. D 148. So schlummerſt TING du In stiller ruh, Der du für uns gestorben; Und am krenz in schwerer müh Ewig's heil erworben. 9. Jch preise dich! Erforsche mich, Und siehe, wie ich's meine. Ja du siehests, wenn ich still meinen dank dir weine. 2. Du bist erblaßt, O Herr, und hast Doch in dir selbst das leben. Gleich als sterbliche hält dich Nun das grab umgeben. 3. Doch heil sei mir! Herr, du willst hier Nicht die verwesung sehen; Sondern bald aus eigner kraft Aus dem grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, Mein Lebensfürst, Wie dich, auch mich erwecken. Sollte dann mein glaubig herz Vor der gruft erschrecken! Von der Auferstehung Jesu. 7. Nein! nichts verdirbt. 8. So sink ins grab Mein Selbst das, was stirbt, Der leib hinab! Ich will mich leib wird auferstehen, Und drum nicht kränken; Ich zu himmelsglanz verklärt will, Jesu, mir zum trost, Aus dem grabe gehen. An dein grab gedenken. Oster XIII. Von der Auferstehung Jesu. lieder. Nach bekannter Melodie. 149. Christ ist erstanden Aus des todes banden. Auch wir sollen auferstehn: Freut ench, ihr erlöseten, Des Erretters! 2. Mag der unchrist wanten, Beim finstern grabgedanken. Unsere hoff nung stehet feſt, Die auf den Heiland sich verläßt. Halleluja! 3. Er ist aufgenommen; Wir sollen zu ihm kommen. Wohnung ist uns schon bereit Bei unserm Herrn in ewigkeit. Halleluja! Nach bekannter Melodie. 150. Jefus, 150. Gefus, meine zu versicht Und mein Heiland, ist im leben. Dieses weiß ich sollt ich nicht Darum mich zufrieden geben; Was die lange todesnacht mir auch für gedanken macht. 2. Jesus, er, mein Hei125 - land, lebt: Ich werd auch das leben schauen; Sein wo mein Erlöser lebt, Warum sollte mir dann grauen? Er ist haupt; ich bin sein glied, Das er endlich nach sich zieht. 3. Ich bin durch der hoffnung band Zu genau mit ihm verbunden: Meines glaubens starke hand Hält ihn fest in todesstunden, Daß mich auch kein todesbann Ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin fleisch, und muß daher Auch einmal zu asche werden. asche werden. Das gesteh ich! doch wird er Mich erwecken aus der erden; Dağ ich in der herrlichkeit Bei ihm sei in ewigkeit. 5. Dann wird eben diese haut Mich umgeben, wie ich glaube. Gott wird dann von mir geschaut, Wann ich aufsteh aus dem staube. Und in diesem leib werd ich Jesum sehen ewiglich. 126 Von der Auferstehung Jesu. 6. Dieses aug, das sterbend bricht, Wird ihn, meinen Heiland kennen. Jch, ich selbst, kein fremder nicht, Werd in seiner liebe brennen. Nur was schwachheit 7. Was hiekränkelt, seufzt und fleht, Wird dort sich verherrlicht sehen. Irdisch wird der leib gesä't, Himmlisch wird er auferstehen. Ihn gräbt man natürlich ein, Nachmals wird er geistlich sein. schon jetzt ergebt, Dem ihr einst sollt ähnlich werden. Schwingt euch izt schon dahinein, Wo ihr ewig wünscht zu sein. heißen kann, Wird von mir 151. Jeſus le 8. Seid getrost und hocherfreut, Jesus trägt euch, meine glieder! Gebt nicht raum der traurigkeit; Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, Wenn einst die posaune klingt, Die durch alle gräber bringt. 9. Laßt euch nicht die dunkle gruft, Nicht den tod zur furcht bewegen! Denn ihr fliegt einst durch die luft Eurem Heiland froh entgegen. Dann wird schwach heit und verdruß Liegen unter eurem fuß. 10. Nur daß ihr den geist erhebt Von den lüsten dieser erden, Und euch dem met. Jesus meine Zuversicht ic. lebt: mit ihm auch ich. Tod, wo sind nun deine schrecken? Er, er lebt; und wird auch mich Von den todten auferwecken. Er verklärt mich in sein licht: Dieß ist meine zuversicht. 2. Jesus lebt: ihm ist das reich Ueber alle welt gegeben. Mit ihm werd auch ich zugleich Ewig herschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht: Dieß ist meine zuversicht. 3. Jesus lebt: wer nun verzagt, Lästert ihn und Gottes ehre. Gnade hat er zugesagt, Daß der fünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht: Dieß iſt meine zuversicht. 4. Jesus lebt: sein heil ist mein; Sein sei auch mein ganzes leben. Reines herzens will ich sein, Und den lüsten widerstreben. Er verläßt den schwachen nicht: Dieß ist meine zuversicht. Osterlieder. 5. Jesus lebt: ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden; Keine macht der finsterniß, Keine herrlichkeit, kein leiden. Er gibt kraft zu dieser pflicht: Dieß ist meine zuversicht. 6. Jesus lebt: nun ist der tod Mir der eingang in das leben. Welchen trost in todesnoth Wird es meiner seele geben, Wenn sie glaubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine zu versicht. Mel. Vom Himmel hoch ic. 152. rinnre şich), mein geist, erfreut, Des hohen tags der Herrlichkeit Halt im gedächtniß Jesum Christ, Der von dem tod erstanden ist. 2. Fühl alle dankbar keit für ihn, Als ob er heute dir erschien, Als spräch er: friede sei mit dir! So freue dich, mein geist, in mir. 3. Schau über dich, und bet ihn an. Er mißt den sternen ihre bahn; Er lebt, und ist mit Gott vereint, Und ist dein König und dein freund. 4. Macht, ruhm und hoheit immerdar Dem der 127 da ist und der da war! Sein name sei gebenedeit Von nun an bis in ewigkeit. 5. O glaube, der das herz erhöht! Was ist der erde majestät, Wenn sie mein herz mit dir vergleicht, Die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem thron, in seinem reich, Unsterblich, heilig, engeln gleich, Und ewig, ewig selig sein! Herr, welche herrlichkeit ist mein! 7. Mein herz erfreut sich des schon hier: Lieb und verwundrung kämpft in mir; Und voll von ehrfurcht dank und pflicht, Komm ich, Herr, vor dein angesicht. 8. Du, der du in den himmeln thronst! Ich soll da wohnen, wo du wohnst? Und du erfüllst einst mein vertraun, In meinem fleische dich zu schaun. 9. Ich soll, wenn du, o Lebensfürst, In wolken göttlich kommen wirst, Erweckt aus meinem grabe gehn, Und rein zu deiner rechten stehn. 10. Mit engeln und mit seraphim, Mit thronen und mit cherubim, mit allen 128 Von der Auferstehung Jesu. frommen aller zeit Soll ich mich freun in ewigkeit. 11. Zu welchem glück, zu welchem ruhm Erhebt uns nicht das christenthum! Mit dir gekreuzigt, sind wir schon Auch auferstanden, Gottessohn. 12. Nie komm es mir aus meinem sinn, Was ich dir, Heiland, schuldig bin; Da mit ich mich, in liebe treu, Zu deinem bilde stets erneu. 13. Er ists, der alles in mir schafft: Sein ist das reich, sein ist die kraft. Halt im gedächtniß Jesum Christ, Der von dem tod erstanden iſt! debild Mel. Wachet auf, ruft uns ic. 153. Halleluja! Jesus lebet. Erlößte brüder, kommt, erhebet Des großen Mittlers majestät. Hörts, betrübte sünder! ge bet Der freude raum; denn Jesus lebet: Gott hat ihn aus dem staub erhöht. Mein herz! auch dein gesang Bring ehre ihm und dank! Halle luja! Dich großer Held, Er heb die welt, Weil deine hand den sieg behält. 2. Jünger Jesu! wehrt dem leide: Lobsinget ihm und nehmt voll freude Am siege theil, den er erstritt. Seht, er hat erlösung funden, Hat tod und Hölle überwunden; Er herrscht, der für uns starb und litt. Laßt eure feinde dräun! Ihr könnt getrost euch freun. Jesus lebet! Von ewigkeit Zu ewigkeit, Derselbe gestern und auch heut. d 3. Nun 3. Nun verzagt auch nicht, verbrecher! Gott ist euch nun kein strenger rächer, Wenn ihr die schuld vor ihm bereut. Durch des todes Ueberwinder Ist er versöhnt, und gegen sünder Ein Vater der barmherzigfeit, Er ruft sein volk hinauf, Schließt ſeinen himmel auf, Sie zu segnen. Wir sind versöhnt, Mit Gott versöhnt, Und Jesus ist von Gott gekrönt. b 4. Tod! wo sind nun deine schrecken? Nicht ewig wird das grab uns decken, Verweßt der leib gleich in der gruft. Einst wird er zum bessern leben Sich aus des todes staub erheben, Wenn Jesus den entschlafnen ruft. Dann wird das todtenfeld Zur lebensvollen welt. Alles Osterlieder. 4. Und wenn mir etwas lebet: So, wie verneut, Zur frühlingszeit, Das pflanzenreich die erde kleid't. fehlen sollt; Fern sei's, daß ich mich quälen wollt'; Mein Jesus lebt; ich glaub an ihn; Und sterben selbſt iſt mein gewinn. Halleluja! 5. O Erstandner! welche in segen Erwartet uns, wenn wir auf wegen Einhergehn, die dein fuß betrat. Unnenn bare seligkeiten, Dieß sind die reichen, großen beuten, Die uns dein sieg erkämpfet hat. Bald sind sie unser theil: Bald krönet uns das heil Deines lebens. Halleluja! 6. Vergeben ist durch ihn Der Herr ist nah! Bald die fünd': Gott liebet mich ist der tag des sieges da! recht als sein kind. Ist Gott Mel. Erschienen ist der herrl. versöhnt, und nun mein Christus; freund, So fürcht' ich weiwas bin ich beter keinen feind. Halleluja! 5. Er macht ja durch sein auferstehn, Daß ich zum himmel kann eingehn. Laß sünd und tod im wège sein! Ich bin erlößt; sein heil ist mein. Halleluja! 154. et ebt trübt! Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Wann mir gleich alle welt stürb ab; G'nug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja! 2. Mein Jesus lebt, und schützet mich: Darum, o seele, freue dich! Und duldest du auch angst und noth, Sei gutes muths: noch lebt dein Gott. Halleluja! 129 3. Lebt dann mein Je sus in der höh, Was ist, das mir entgegen steh? Er ist an macht und liebe groß, Schützt mich, und hält mich schadenlos. Halleluja! 7. Auch fürcht' ich mich vor'm tode nicht: Wer glaubet, kommt nicht ins gericht. Der tod, den Jesu macht bezwingt, Ist bahn, die mich zum himmel bringt. Halleluja! 8. Wann trost mein banges herz begehrt, Dann, Jesu, mach dein heil mir werth; Dann stärk den glauben meinem geist, Daß du vom tod erstanden ſeiſt. Halleluja! 9. So kann ich dann nicht sein verlohr'n, So wahr als du bist mensch ge6** 130 Von der Auferstehung Jesu. born. Mein glaube siegt, und zweifelt nicht: Gott hält gewiß, was er verspricht. Halleluja! 10. Ich glaub an dich, Herr Jesu Christ, Daß du für mich getödtet bist, Und auferstanden mir zu gut, Und daß dein segen auf mir ruht. Halleluja! 11. Wie könnt ich dann verloren sein? Es ist un möglich! Nein, ach nein! Gott lob! mein starker Heiland lebt, Der mich einst in sein reich erhebt. Halleluja! 12. Ich leb', und werd in ewigkeit Mit Jesu leben Hocherfreut. Hab dank für dieses lebenswort, Hab dank, Herr Jesu, hier und dort. Halleluja! Mel. Ein feste Burg ist unser 26. 155. Sr lebt! freuden e wort! er lebt, Der Heiland aller fünder. Der feinde heer erschrickt und bebt Vor seinem überwinder. Er stritt mit heldenmuth, Und kämpfte bis aufs blut: Durch leibs- und seelennoth, Und durch den kreuzestod, Erwarb er mir das leben. 2. Er lebt, des Vaters ew'ger Sohn, Erhöht zu seiner rechten. Er herrscht auf seinem hohen thron, Hilft seinen schwachen knechten. Er lebt nun ewiglich, Und ewig schützt er mich: Er thut mit starker hand Den feinden widerstand; Sie können mir nicht schaden. 3. Er lebt zu unserm wohlergehn, Des guten milder geber. Die kraft von seinem auferstehn Dringt bis in unsre gräber. Tragt meinen leib zur ruh; Deckt ihn mit erde zu; Gebt ihn den würmern hin! Da ich in Christo bin, Werd ich im grab nicht bleiben. 4. Er lebt! Gott hat ihn auferweckt: Gott wird auch mich erwecken. Der tod, der sonst die menschen schreckt, Kann mich nun nicht er schrecken: Sein stachelt, seine kraft, Die sünd', ist weggeschafft. Der treue zeuge spricht: Wer glaubt, der stirbet nicht. Des tröst ich mich von herzen. 5. Er lebt, der unbe zwungne Held: Besingt, ihr engelchöre! Besingt, ihr völker in der welt, Des Mittlers ruhm und ehre! Erhebt des siegers macht, Osterlieder. 131 ich bau'n. Er lebt! dieß stärket mein vertrau'n. Er flehet noch zu Gott für mich, Fleht göttlich, und fleht brüderlich! Halleluja! Der von dem tod erwacht; Der unsern tod bezwingt, Uns leben wiederbringt, Und mächtig für uns streitet. 6. Er lebt! und darum laßt uns heut Sein lob vergnügt erheben. Laßt uns mit freuden allezeit Ihm wohlgefällig leben. Mein Herr, hier hast du mich! Befiehl mir! hier bin ich! Dein, dein will ich allein Tod und lebendig sein; Dein will ich ewig bleiben! Mel. Erschienen ist der herrl. ic. 156. Dein Heiland lebt, o christenheit! Heil dir in zeit und ewigkeit! Das grab ist leer, der sieg ist sein; Und wir, o Jesu! wir sind dein. Halleluja! 2. Wo ist dein stachel nun, o tod! Der Heiland starb, und bleibt doch Gott; 8. Durch seiner auferUnd bleibt auf seines Va- stehung kraft Vollend' ich ters thron, Zu unserm trost, meine pilgrimschaft. Herr! des menschen Sohn. Halle- hilf mir nur, daß ich dir luja! on ala bid dall treu, In guten thaten fleißig sei. Halleluja! lojislad 3. Gelobt, gelobt sei Jesus Christ, Daß er vom tod erstanden ist! Lob sei dem Herrn der herrlichkeit Von ewigkeit zu ewigkeit! Halleluja! 9. Dann rufe mich, wann dirs gefällt, Aus dieser sündenvollen welt; Und führe mich an deiner hand, Hin nin mein himmlisch vater4. Auf diesen Felsen will land! Halleluja! 5. Bei aller leiden ungestümm Sei dieß mein trost: ich leb mit ihm. Das haupt läßt seine glieder nicht: Dieß bleibe meine. zuversicht. Halleluja! 6. Leb' ich, so forget er für mich; Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich: Denn wo er ist, da soll ich sein: Nun kann ich meines tods mich freu'n. Halleluja! 7. Er führt mir nach des todes ruh Auch meine lieben wieder zu. Erwachen werden wir zugleich, Und mit ihm eingehn in sein reich. Halleluja! Von der Auferstehung Jesu. Mel. Christ lag in Todesbanden. Fräfte mir verleihst, Mit 157. Bringt preiß und freuden Gott zu dienen. ruhm dem Hei- Halleluja! 132 land dar: Singt ihm, in allen landen! Er, der für uns getödtet war, Ist siegreich auferstanden. Sei gelobt, Herr Jesu Christ, Daß du für uns gestorben bist, Und siegreich aufer standen. Halleluja! 2. Dein leben in der majestät Befestigt unsern glauben. Und nun, da dich dein Gott erhöht, Wer kann den trost uns rauben, Daß du unser heil vollbracht, Und von des ewgen todes macht Uns sünder hast er Löſet. Halleluja! 6. Dein ist das reich, dein ist die macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst; und des grabes nacht Wird ewig mich nicht decken: Wie du auferstanden bist, So werd auch ich, Herr Jeſu Christ, Durch dich einst auferstehen. Halleluja! ont 3. Gott selbst, der dich dem grab entrückt, Hat dem, 7. O laß mich, weil ich was du gelehret, Der wahr hier noch bin, Im glauben heit siegel aufgedrückt, Und an dich wandeln; Und jederdich als Sohn geehret. Deizeit, nach deinem sinn, Rechtnes opfers hohen werth Hat schaffen sein und handeln; er aufs herrlichste bewährt, Daß ich, wann ich aufersteh, Da er dich auferwecket. Und dich als meinen richter Halleluja! isiposid oseb, Vor dir dann nicht erschrecke. Halleluja! 8. Da, wo du bist, da soll auch einst Dein jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wann du nun erscheinst, Zu deiner freud erheben. Laß 4. Erstandner! ich froh locke dir, Daß du nun ewig lebest. Du lebst und siegst, daß du auch mir Das ewge leben gebest; Daß du mein Erretter seist, und neue 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu! Befreie mich von sünden: Laß mich für meine seele ruh Im frieden mit Gott finden. Pflanze deinen sinn in mir, Damit ich, Gott ergeben, hier Als dein erlößter wandle. Halleluja! Ofterlieder.d dieß auch mein erbtheil nicht menschenehre: An desein; So werd ich ewig des mich freun, Daß du vom tod erstanden. Hal leluja! bus pulpars Mel. Mein Herzens Jesu meine. muth groß, an lieb ein held Und göttlich in der lehre; Geduldig und von sünden rein, Gehorsam bis zum freuze sein: Dieß war, 158. Freiwillig hast du Herr, deine größe. dargebracht Für uns, o Herr, dein leben. Du hattest, es zu lassen, macht; Macht, wieder dirs zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, Weil du, gehorsam bis zum tod, Dich haft für uns erniedrigt. 2. Du warst nur eine kleine zeit Von deinem Gott verlassen: Er krönte dich mit herrlichkeit, Die sterbliche nicht fassen. Dein kreuz, daran man dich erhöht, Verwandelt sich in majestät; Denn du gingst aus dem grabe.org re 3. Gehaßt in deiner niedrigkeit, Warst du ein ziel des spottes; Und zeigtest doch zu gleicher zeit An dir die hoheit Gottes. Dein kreuz schien zwar der welt ein greul: Doch, sterben für der feinde heil, Dieß ist die höchste fugend. 133 4. Dein reich war nicht von dieser welt, Dein ruhm 5. Du starbst am freuz; doch war dir ja Die kraft des Herrn gegeben: Du schafftest, daß der blinde sah, Den todten gabst du leben: Du sprachst, so schwiegen wind und meer; Und selbst der bösen geister heer Gehorchte deiner stimme. 6. Nun irren mich nicht schmach und spott, Noch deines freuzes schanden; Du bist mein Herr, du bist mein Gott, Denn du bist auferstanden! Du bist mein heil, mein fels, mein hort, Der Herr, durch dessen mächtig wort Auch ich einst ewig lebe. 7. Wir sind nun göttlichen geschlechts, Durch dich, des himmels erben. Dieß iſt die hoffnung deines knechts, In dieser will ich sterben. Wie du vont tod erstanden bist, So werd auch ich, Herr Jesu Christ, Am jüngsten tag aufstehen. 134 Von der Auferstehung Jesu. Miel. Sollt es gleich) bisweilen. auferstanden bist, O mein 159. Creudenvoll ist Heiland Jeſu Christ! meine seele, 8. Nun will ich auch nicht erschrecken, Daß mich soll verwesung decken; Denn ich weiß, daß aus der gruft Mich mein Jesus wieder ruft. Weil aus seiner todeshöhle Mein Erlöser Jesus Christ Herrlich auferstanden iſt. 2. Ja du lebst, o Herr, mein leben! Gehst, mit herrlichkeit umgeben, Siegreich aus dem grab herfür, Und die wahrheit strahlt mit dir. 3. Nun weiß ichs, du großer Lehrer. Du verheiß9. Großer Todesüberwinder! O du lebst zum heil der sünder: Dieß ist trost in jeder noth, Trost für mich auf meinen tod! Mel. Heut triumphiret ic. ner Weltbekehrer, Du bist 160. Der Herr hat Gottes lieber Sohn, Und dein thron ist Gottes thron. 4. Nun weiß ich, an wen ich glaube: Jesus schwung sich aus dem staube; Jesus lebt, und lebt für mich: Jesu Christ! ich glaub an dich. alles wohlgemacht! Nun ist das große werk vollbracht: Nun ist die welt mit Gott versöhnt, Und Jesus ist von Gott gekrönt. Ihm sei ehre! AD 5. Heil mir: du bist auf erstanden: Dich hat nach den tiefsten schanden Gott mit herrlichkeit gekrönt; Nun bin ich mit Gott versöhnt. 6. Mein Erlöser lebt! ich werde Durch ihn künftig aus der erde Schön, wie er ist, auferstehn; Ihn in seiner schönheit sein. 77. So viel hast du mir erworben, Weil du selbst für mich gestorben, Für mich 2. Aus liebe sandte Gott den Held Vom himmel in die angst der welt: Er ging ins grab, stand siegreich auf; Voll segen war sein lebenslauf. Ihm sei ehre! 3. Er hat auf erden Gott geehrt, Gewandelt so, wie cr gelehrt. Folgt, christen, Christi fehr und rath; Thut, was er euch zum fürbild that. Ihm sei ehre! 4. Er, der sein leben für uns gab, Für uns verläßt er auch sein grab. Zerstört Oſterlieder. 10 Die mit sich. 135 ganze fünderwelt ist nun des todes macht, Unsterblichkeit ans licht gebracht. Ihm sei ehre! 5. Er ist im himmel noch mein freund; Ich bin als glied mit ihm vereint: Er der versöhnend für mich litt, Fühlt seiner Freunde leiden mit. Ihm sei ehre! Mél. Wachet auf, ruft uns die e. 161. Wer ists, der mit himmelslichte, Mit neu verklärtem angesichte, Aus seiner todeshöhle geht? Jesus ists, ihr menschenkinder! Er ists, des todes Ueberwinder, Der siegreich auf dem staube steht. Sein offnes grab ist leer! Dort liegen um ihn her Seine feinde! Preiß ihm und dank! Denn er bezwang Den tod, mit dem er siegreich rang. 2. Du bists, der für mich verbürgte, Für mich geopferte, erwürgte, Der du die macht dem tode nahmst. Du bists, dem ich ganz vertraue, Den ich einst auf dem throne schaue, Von dem du zu uns sündern kamst. Du kämptest nicht für dich! Du stegtest, Serr, für mich, Für 5. Wenn wir auch den tod noch schmecken, Doch hat er für uns keine schrecken, Hat keine macht zu schaden mich sünder. Durch dei mehr. Jesus lebt; und unsre nen tod Versöhnte Gottglieder Belebt einst seine all3. Sollt' ich nicht mit danken kommen? Dir, du Erretter deiner frommen, Sollt' ich dir nicht verpflichtet sein? Du hast bis zum tod gekämpfet, Hast sterbend meinen feind gedämpfet; Dein sieg, o Lebensfürst, ist mein. Lob, preiß und dank sei dir! Vom tode halfst du mir; Gabst mir leben! Mein frommer dank, Mein lobgesang Erhebt sich freudig, Gott, zu dir! 4. Jhn, den Todesüberwinder, Ihn betet an, erlößte sünder! In tiefer demuth betet an. Werft euch mit mir vor ihm nieder, Ihr theure miterlößte brüder! Und rühmts, was Gott an uns gethan. Glaubt an ihn! sein gebot Ist uns befehl von Gott. Folgt ihm fröhlich, Durch kampf und streit, Zur herrlichkeit; Zum ewgen leben durch den tod! Von der Auferstehung Jesu. macht wieder, Auch unsre Sohn Verläßt der todten gräber werden leer. Sein ei- grüfte: Und seiner jünger genthum sind wir: Die sei- jubelton Dringt freudig nen läßt er hier nicht im durch die lüfte. Herr, den staube. Er kommt und ruft der engel loblied preißt EntUns aus der gruft: Die tod- reiße izt auch meinen geist ten hörn's und folgen ihm. Den lüsten dieser erde, Daß er dir heilig werde! 6. Tag des lebens, tag der wonne, Wann nun uns todten Gottes sonne Hervor bricht nach der langen nacht! O! was werden wir empfinden, Wenn grab und finsterniß verschwinden, Und plötzlich unser aug erwacht. Herr Jesu! führe du Uns diesem tage zu, Uns die deinen. Die todesbahn Gingst du voran; Wir folgen dir in deine ruh. 2. Ich sterblicher vermag noch nicht, Mit dir empor zu steigen, Als bis einst diese hütte bricht. Wird dann mein haupt sich neigen, So nimm du, nach vollbrachtem lauf, Auch mich in deinem himmel auf! Nimm, Herr, an meinem ende Den geist in deine hände. 7. Held, vor dem die hölle bebet, Der selbst den tod sah, und nun lebet, Und herrscht in alle ewigkeit! Dir hat Gott nun sieg und leben, Dir hat er seine melt gegeben, Und alle seine herrlichkeit! An allem deinem heil Hat dein erlößter theil, Durch den glauben. Des glaubens licht Verlösch uns nicht! So sehn wir ewiglich dein heil. 3. Doch soll ich einst, o Gottes Sohn, In deinem reich dich sehen, So muß ich auf der erde schon Vom tod auch auferstehen. Der lebt nicht, den die lust der welt Und ihre pracht gefeſselt hält. Nach Gott und tugend streben, Nur das heißt wirklich leben. 136 Mel. Ermuntre dich, mein c. 162. Das grab ist leer; und Gottes 4. Du 4. Du auferstandner menschenfreund, Erweck in mir die triebe, Durch die man sich mit dir vereint, Den glauben und die Liebe! h will, o Herr, dein eigen sein: Laß mich mit ernſt die ſünde scheun; Und gib selbst Osterlieder.de 137 muth und kräfte Zum hei ligungsgeschäfte. 5. So kann ich als ein wahrer christ Jzt leben und einst sterben; Und endlich da, wo du nun bist, Vollkommne freuden erben. Da hin, mein Heiland, hilf du mir; So bring ich, ewig 5. Laß den spötter mich froh in dir, Mit deiner frommen menge, Dir lob und dankgesänge. Mel. Fröhlich, fröhlich, immer lebt! 4. Jesus lebt! ihm will ich leben; Was er will, sei mein bestreben; Greul sei mir, was ihm mißfällt. Was er hasset, will ich hassen; Was er mir verbot, gern lassen, Billigts gleich die ganze welt. verlachen; Nichts soll mich doch wankend machen. Du bleibst ewig, der du bist. Felsenfest besteht mein glau be; Spötter, ach du wurmt im staube! Du vertilgst nicht Jesum Christ. re er 163. sesus lebt! ja, amen! Nun muß dirs in Jesu na men, Ernst muß dirs, o seele sein. Für mich starb am kreuze Jesus; Für mich ist erstanden Jesus; Gott und ewigkeit ist mein. 6. Jesus lebt! ich kanns empfinden; Denn er läßt mich hülfe finden, Ich erfahre seine fraft; Seine kraft, die mächtig schüßzet, Die mich schwachen unter stützet, Mir im fummer freude schafft. 2. Nun will ich anbetend danken, Keinen augen blick mehr wanken: Denn unsterblich bin ich nun. Jesus gibt mir seelenruhe: Ich will, was ich immer thue, Nun in seinem namen thun. 3. Du, den ich als Heiland kenne, Meinen Herrn 7. Aller seiner frommen herzen Fühlen auch in ih ren schmerzen Diesen trost, daß Jesus lebt; Können's in dem kampf der sünden, Und im todeskampf empfinim glauben nenne, Dein, oden, Wie dieß wort den Joja, bein bin ich. Dirglaub geist erhebt. ich, Bir folg icy stille. Herrsche du, hier ist mein wille. Rede, Herr! ich höre dich. 8. Jesus lebt! o welche freude! Welch ein labſal, wenn ich leide! Welch ein 138 Von der Himmelfahrt Jesu. trost in jeder pein! Jesus lebt! ich werd ihn sehen, Werd an seinem throne stehen, Werd mit ihm unsterblich sein! Für Kinder. Mel. Erschienen ist der herrl. c. 164. ch weiß, daß mein Erlöser lebt! Kommt, junge brüder! und erhebt Den Herrn, der, als er auferstand, Sünd, tod und hölle überwand. Halleluja! 2. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Kommt, junXIV. Von der Himmelfahrt Jesu. Mel. Wie schön leuchtet der ic. 165. ob sei dir, Jeſu, großer Held! Du siegest, und behältst das feld; Und hast dich nun gesetzet Zu deines Vaters rechter hand; Die feinde sind nun übermannt. Die dich zuvor verletzet; Die dort Hinfort Dir zu füßen Liegen müssen: Tod und leben Ist dir völlig übergeben. ge christen, dankt, und gebt Ihm euer herz zum eigenthum: Ein heilig leben sei sein ruhm! Halleluja! 3. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Wenn man mich nun auch jung begräbt; So kommt ein tag, wo aus der gruft Mich Jesus mächtig wieder ruft. Halleluja! 4. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Wenn izt mein herz ihn schwach erhebt; So leb' ich künftig ihm zum ruhm, Bin ewiglich sein eigenthum! Halleluja! 2. Im himmel dienen engel dir, Und wir auf erden sind nun hier, Herr Jesu, dich zu loben; Weil du den segen wiederbracht, Da du mit majestät und pracht Gen himmel dich erhoben. Singet, Bringet Eure lieder, Frohe brüder! Christum ehret, Der gen himmel prächtig fähret. 3. Du bist das haupt; hingegen wir Sind glieder, und allein von dir Erhalten wir das leben. Auch aller segen, stärk und kraft, Und alles, was uns nutzen schafft, Wird uns von dir gegeben. Rühre, Führe Mein gemü the, Deine güte Recht zu preisen, Frommen dank dir zu erweisen. 4. Zeuch, liebster Jesu, uns nach dir! Hilf, daß wir Himmelfahrtslieder. fleißig für und für Nach deinem reiche trachten: Laß uns von sünden allzeit rein, Hingegen reich an tugend sein, Die eitelkeit verachten. Unart, Hoffart Laß uns meiden; Christlich leiden, Was uns drücket, Was uns deine hand zuschicket. hole uns dir gleichfalls nach, Laß unsers lebens ungemach Ein selig end erlangen. Dafür Woll'n wir Bei dir oben Ewig loben Deinen namen. Bring uns nur bald zu dir. Amen! 139 5. Sei, Jesu, unser schutz und schatz, Sei unsre hilf und fester plak, Worauf wir uns verlassen. Bring uns dahin, wo du nun bist, Weil hier doch nichts als jammer ist, Und elend ohne massen. Lügen, Trügen. Angst und plagen, Ach! die nagen Und die quälen Deiner frommen christen seelen. 2. Das leben ist ans licht gebracht: Uns steht der himmel offen. Christus schließt auf mit großer pracht; Wir sehn ihm nach, und hoffen. Voll freude sieht der christ empor; Doch säumt er nicht auch hier zuvor Des Heilands pfad zu wandeln. 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr Dort seines heils genießen. Wer ihm nicht folgt, ach! dem muß er Den himmel einst 6. Herr Jesu! der du verschließen. Wer wünscht, durch dein blut Uns armen zum himmel einzugehn, Der menschen bist zu gut Ins hei- läßt in seinen thaten sehn, ligthum gegangen; Komm,| Sein wandel sei im himmel. Mel. Nun freut euch lieben c. 166. Auf diesen tag bedenken wir, Daß Christus aufgefahren, Wir sind zwar noch im elend hier, Und unter viel gefahren. Doch sinkt drum unser muth nicht hin. Durch Je sum wissen wir, wohin, Uns unsre wallfahrt führe. 4. Herr Jesu! hilf, daß wir der welt Uns immer mehr entwöhnen! Stets sorgen, was dem Herrn gefällt, Zu ihm hinauf uns sehnen! Du siehest dann auf uns herab; Von uns läßt deine treu nicht ab, Bis wir zusammen kommen. 5. Dann wird der tag erst freudenreich, Wann 140 Von der Himmelfahrt Jesu. Christus wird erscheinen. Wir ziehen mit ihm in sein reich, Gott stillet unser wei nen. O wonne! wenn in ewigkeit Uns nun das höchste gut erfreut, Und wir bei Christo wohnen. 6. Lob sei dem Heiland Jesu Christ, Daß er für uns gestorben, Erstanden, aufgefahren iſt, und hat das Daß wir nun nicht durch Adams fall Verloren werden allzumal, Sondern den himmel erben. Mel. Allein Gott in der Höh c. 167. Auf Christi himmelfahrt allein Soll ich sich mein mein glaube gründen; Und sorge, zwei fel, furcht und pein Dadurch stets überwinden. Mein haupt, das nun im Himmel ist, Wird mich, sein glied, nach kurzer frist, Zu sich gen himmel holen. 2. Gen himmel fuhr mein Heiland zu; Zu Gott ist er gegangen. Nun kann mein herz auch seine ruh Im himmel nur erlangen. Denn wo mein freund gekommen hin, Da ist auch stets mein herz und sinn; Nach ihm geht mein verlangen. 3. Ach Herr! laß deine auffahrt mich, Dein find, doch dahin bringen, Daß durch die kraft des glaubens ich mag aufwärts zu dir dringen; Und dann einmal, wenn dirs gefällt, Mit freuden scheiden aus der welt. Herr, höre doch mein flehen; Mel. Freu dich sehr, o meine ic. 168. Serr! du fährſt mit glanz und freuden Auf zu deiner herr lichkeit: Doch mich drücken noch die leiden Dieser armen lebenszeit. Jesu! gib mir muth und kraft, Daß ich meine pilgrimschaft So mit dir zurücke lege, Daß ich stets dein bleiben möge. 2. Laß mir deinen Geist zurücke Aber zeuch mein herz nach dir: Wenn ich nach dem himmel blicke, O so öffne du ihn mir. Neig zu meinem flehn dein ohr, Trag es deinem Vater vor, Daß er mir die schuld vergebe, Daß ich mich bekehr und lebe. 3. Lehre mich die welt verachten, Und was in ihr eitles ist; Lehr mich nach dem himmel trachten, Wo du, mein Erlöser, bist. Wollust, chrgeiz und gewinn Soll 141 Himmelfahrtslieder.. mich nicht zur erde ziehn, hat sein werk vollführet, Da ich jenseit über'm grabe Die erde zu befrein. Die Eine größre hoffnung habe. hohen Seraphim Empfangen ihn mit freuden, Nach überstandnem leiden. Lobsingt, lobsinget ihm! 4. Laß nichts diese hoffnung rauven; Du erwarbst sie theuer mir. Izo seh ich sie im glauben, Dort find ich sie selbst bei dir: Dort belohnst du das vertrau'n Deiner glaubigen durch schau'n; Und verwandelst ihre leiden In unendlich große freuden. 5. Dort bereite mir die stätte In des Vaters Hause zu. Rufst du frühe oder späte Mich zu meines grabes ruh; Leucht auch mir in dieser nacht Durch die stärke deiner macht, Die des todes macht bezwungen, Und für uns den sieg errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wieder An dem ende dieser zeit; O so sammle meine glieder, Wann verwesung sie zerstreut. Heil'ge und verklär sie ganz, Daß der leib in himmelsglanz, Frei von diesem staub und erde Aehnlich deinem leibe werde. Mel. Bon Gott will ich nicht ic. 169. Mein Jesus triumphiret, Und nimmt den himmel ein. Er 2. Wohl uns, die wir noch hoffen! Nun Jesus triumphirt, Steht uns der weg auch offen, Der zu dem himmel führt, Er selbst, er macht uns bahn. Wer hier nun an ihn gläubet, Jhm folgt und treu ihm bleibet, Der wandelt himmel an. 3. Nur dort, nicht hier auf erden, Ist unser bestes theil. Damit wir himmlisch werden, Erwarb der Herr uns heil; Erlößte! macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, Dahin schickt das verlangen; Dahin geh' euer lauf. 4. Herr! hilf uns darnach ringen Mit eifrigster begier; Laß unsern fleiß gelingen! Den himmel suchen wir. Laß uns in dieser welt Im glauben an dich wan deln, So denken und so handeln, Wie es dir wohlgefällt. 5. Was sind der erde freuden? Wie bald sind sie dahin! O hilf uns alles mei 142 Von der Himmelfahrt Jesu. den, Was hier noch unsern finn Vereitelt und uns stört, Das beste theil zu achten. Und nur nach dem zu trachten, Was ewig heil gewährt. thron steht fest: dein feind erliegt; Durch deine macht wird er besiegt. 5. Du unser triumphirend Haupt! Wie selig ist, 6. Sei führer und bewer an dich glaubt! Du bist sein licht, sein trost, sein theil, Sein starker schutz, sein ewig heil. gleiter In unsrer prüfungszeit; Und bring uns immer weiter zu deiner herrlichkeit! Bis diese zeit vorbei; Bis wir dich, Heiland, sehen, Und freudig vor dir stehen; Bis erd und himmel neu. Mel. Vom Himmel hoch ic. 6. Herr! unsre herzen traun auf dich: Dein freuet unsre seele sich. Du Held von unserm fleisch und blut; Bist unser trost und höchstes gut. 170. Wir freuen uns, 7. Was uns gebricht, iſt Herr Jesu Christ, Daß du zur rechten Gottes bist. Du starter Gott, Immanuel. O stärk im glauben unsre seel! dir bekannt. Der segen ist in deiner hand. Von keinem frommen bist du fern; Du siehst auf ihn, und hilfst ihm gern. 2. Du sitzest auf der himmel thron Als unser freund, als menschensohn, Auch da schämst du dich unser nicht; Drum bleibst du unsre zuversicht. 3. Dein ist die macht, dein ist das reich. Wer ist an majestät dir gleich? Mensch, engel, jede kreatur Ist dein du Schöpfer der natur! drid tot tisd 4. Umsonst, umsonst empöret sich Die macht der feinde wider dich. Dein 8. Sieh auf uns gnädig allezeit Vom throne deiner herrlichkeit! Hilf unserm schwachen glauken auf, Und jegne unsern lebenslauf. 9. Gen himmel fuhrst du als ein held. Als Herrn und richter aller welt Wird dich dereinst der erdkreis sehn. Laß uns dann freudig vor dir stehn! istis 10. Dann triumphirt der glaub' an dich: Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu 143 Himmelfahrtslieder. Christ, Der du zur rechten heben dich; Und unsre herGottes bist! zen freuen sich Der herrlichkeit und majeſtät, Dazu Mel. Nun freut euch Gottes ic. br 171. Jhr jünger Jeſu! dich nun dein Gott erhöht. freuet Halleluja! Der Herr fährt auf zu seinem reich. Er triumphirt: lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit lauter stimm. Halleluja! 2. Sein wert auf erden ist vollbracht; Zerstört hat er des todes macht. Er hat die welt mit Gott versöhnt; Und Gott hat ihn mit preiß gekrönt. Halleluja! 3. Weit, über alle himmel weit, Geht seine macht und herrlichkeit. Ihm dienen selbst die seraphim: Lobsinget ihm mit lauter stimm. Halleluja! 4. Sein sind die völker aller welt! Er herrscht als sieggewohnter held: Er herrscht, bis unter seinen fuß Der feinde heer sich beugen muß. Halleluja! 5. Er schützet seine christenheit, Erhält sie bis in ewigkeit. Er ist ihr haupt: lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit lauter stimm! Halle Iuja! 6. Ja, Heiland, wir er7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir Steht kraft, und macht: und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an; Was ist, das uns gebrechen kann? Halleluja! 8. In deiner hand ist unser heil. Wer an dich glaubt, dem gibst du theil Am segen, den du uns erwarbst, Da du für uns am kreuze starbst. Halleluja! 9. Du hast die stätte uns bereit't, Bei dir zu sein in ewigkeit. Nach treu vollbrachtem glaubenslauf Nimmst du uns in den himmel auf. Halleluja! 10. O zeuch uns immer mehr zu dir! Hilf uns, mit eifrigster begier Nach dem nur trachten, was da ist, Wo du, verklärter Heiland, bist. Halleluja! nd 11. Dein eingang in die herrlichkeit Stärk uns in unsrer prüfungszeit, Fromm dir zu leben, dir zu trau'n, 144 Von der Himmelfahrt Jeſu. unendlichkeit, Allgegenwart, allwissenheit: Ihm, ihm ist alles unterthan! Ihn beten engel mit uns an. Halleluja! 6. Der erde ist und bleibt er nah, Die ihn als einen menschen sah: Er schützt der majestäten thron, Schüßt Mel. Nun freut euch Gottes ic.kirche und religion. Hal172. I singt dem men hr christen! leluja! schensohn! Heut schwingt er sich auf Gottes thron. Ihm, der durch alle himmel brach, Jauchzt ihm in seine himmel nach. Halleluja! Bis wir dereinst dein antlitz schaun. Halleluja! 12. Dann freut sich unser leib und seel An deinem thron, Immanuel! Dann singen wir, zu deinem ruhm, Ein neues lied im heiligthum. Halleluja! 2. Der Engel hoher lobgesang, Und der erlößten froher dank, Verherrlicht diesen tag der pracht, Der erd und himmel fröhlich macht. Halleluja! 3. Der unsre feinde über wand, Sitzt nun zu Gottes rechter hand; Und dort in seines Vaters haus Theilt er uns große gaben aus. Halleluja! bo hote 4. Truz allem widerspruch und spott! Der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! Ihr, die ihr Gottes Sohn verschmäht, Seht ihn in seiner majeſtät. Halleluja! 5. Er gleicht Gott an 7. Nun, eitle weltluſt, weiche fern! Ich lebe Christo, meinem Herrn. Er ging ins heiligste hinein: Wo er ist, muß sein diener sein. Halleluja! 8. Des Heilands beispiel lehret mich: Gott führt die seinen wunderlich. Wer hier das kreuz mit Christo trägt, Dem ist die krone beigelegt. Halleluja! 9. Des todes bange finsterniß, Die schreckt mich nicht, ich bin gewiß: Mein Heiland kommt, nimmt mich zu sich, Und bei ihm ich ewiglich. Halleluja! 10. O freudentag! wann nun mein hirt Auf seinem thron erscheinen wird. Dann seh ich ihn in glanz und pracht, Den Heiland, der mich selig macht. Halleluja! demiler Himmelfahrtslieder. Da sei auch euer Herz! Matth. 6, 21. Mel. Ich dank dir schon 2c. 173.( Srhebe, Christ, dein herz und sinn, Zum himmel von der erden! Gen himmel fuhr dein Jesus hin: Ein christ muß himmlisch werden. 2. Was bist du in der welt? ein gast, Ein fremdling und ein wandrer! Wenn du kurz hausgehalten hast, So erbt dein gut ein andrer. 200 3. Was hat die welt? was beut sie an? Nur arme schlechte dinge. Wer einen himmel hoffen kann, Der schätzt die welt geringe. 4. Wer Gott erkennt, kann der wohl noch Sein herz aufs eitle lenken? Wer Gott zum freund hat, denket Hoch! So müssen christen denken. D 5. Christ! sich nicht furchtsam unter dich, Wenn dich die leiden drücken. Sieh glaubig in die höh', und sprich: Der Herr wird mich erquicken. 6. Der christen hohes bürgerrecht Ist dort im Vaterlande, Der christ, der ir145 disch denkt, denkt schlecht; Denkt unter seinem stande. 7. Im himmel schrieb dich Jesus an: Dort sollst du guts genießen. Blick oft hinauf! der anblick kann Dein leiden dir versüßen. 8. Dort, dort ist unsers Vaters haus! Gott theilt zum gnadenlohne Den überwindern kronen aus. Kämpf auch um deine krone. 9. Dort herrscht dein Heiland Jesus Christ, Der tilger deiner finden. Mit ihm, durch den du selig bist, Muß sich dein herz verbinden. 10. Erhöhter Heiland! hilf du mir, Daß ich mein herz dir gebe; Und daß ich izt und ewig dir, Dir, meinem könig, lebe! Er sißt zur Rechten Gottes. Marc. 16, 19. Mel. Höchster Formirer. x. 174. Simmel und erde! frohlocket mit freuden: Preiset mit ehrfurcht den göttlichen Sohn. Herrlich ist Jesus, nach schmerzlichen leiden; Ihn ruft sein ewiger Vater zum thron. Er ist erhoben, Ist werth zu loben. Lobt ihn, er= lößte! er herrschet nun schon. 7 146 Von der Himmelfahrt Jeſu. 2. Dämpfe, o König, die mächtigen feinde; Mache die freiheit der spötter zu spott! Sorge für deine dich liebende freunde; Schütze sie mächtig, allmächtiger Gott! Deinen erlößten, Die sich dein trösten, Denen hilf kräftig im leben und tod. 3. Sende den göttlichen Tröster hernieder, Deinen verheißenen heiligen Geist; Stärke die schwachen, doch glaubigen brüder, Daß sie dir keine versuchung ent reißt. Heiland vermehre, Dir selbst zur ehre, Deine gemeine, die würdig dich preißt! 4. Ueber den himmel und über die erde Gab dir der ewige Vater die macht. Göttlich befiehlst du im himmel: es werde! Schnell wird dein göttlicher wille vollbracht. Welten entgegenwart ein, Wohin ich ziehe, Wohin ich fliehe, Du, Herr, wirst bei mir und über mir sein. Mel. Alle Menschen müssen ic. 175. Großer Mittler, zur rechten Gottes, seines Vaters sitzt; Und die schaar von seinen knechten In dem reich der gnade schützt. Nach dem hohn der dornenkrone, Chrt dich nun auf Gottes throne Aller hohen engel heer, Dein erlößtes volk noch mehr. 2. Dein geschäfte hier stehen; Welten vergehen, auf erden, Wie es Gottes Aufs wort von deiner allrath bedacht, Daß es sollt' wirkenden macht. erfüllet werden; Herr, dein opfer ist vollbracht: Nachdent du für uns gestorben, Ist uns gnad und heil erworben; Und dein siegreich auferstehn Läßet uns dem tod entgehn. 5. Dich, wie in menschliche wohnung, zu schließen, Sind unermeßliche himmel zu klein: Tief liegt der erdkreis dir unter den füßen, Doch nimmt ihn ganz deine 6. Singt ihm, ihr heiligen, heilige lieder! Die ihr ihn liebet, verherrlichet ihn! Sichtbarlich kommt er als richter einst wieder, Seine getreuen auch zu sich zu ziehn. Herrliches glücke! Selige blicke! Wie er hier auffuhr, so sehen wir ihn. Er vertritt uns. R.8,34. Himmelfahrtslieder. 5. Die verdienste deiner leiden Stellst du deinem Vater dar; Und vertrittst mit macht und freuden Deine theu'r erlößte schaar; Bittest, daß er kraft und leben Deinen freunden wolle ge ben, Und sie einst nach dieser zeit Auch erhöh'n zur herrlichkeit. 147 3. Nunmehr ists dein groß geschäfte In des himmels heiligthum, Die er worbnen lebenskräfte Durch dein evangelium Allen denen mitzutheilen, Die zum thron der gnade eilen. Nun wird uns durch deine hand Heil und segen zugewandt. 4. Du gedenkest stets der deinen, Bleibest ihnen ewig treu; Zählst die thränen, die sie weinen, Und stehst ihnen mächtig bei; Sorgst dafür, daß ihren glauben Keine feinde ihnen rauben; Führst men. Apostelg. 1, 11. Mel. Wachet auf, ruft uns die ic. Gott, fie in des Vaters haus Aus 176. Jefus t der argen welt heraus. wird wieder kommen; Erlösen wird er seine frommen Von allem elend dieser zeit: Dann an seinem großen tage Ver|| wandelt sich der frommen klage In ewige zufriedenheit. Sei fröhlich, volk des Herrn! Er kommt, er ist nicht fern, Dein Erretter. Dein schmerz ist kaum Ein morgentraum: Auf ihn folgt ewig, ewig heil. 2. Augenblicke dieſer leiden! Was seid ihr gegen jene freuden Der unbegränzten ewigkeit! Seht die fron am ziele prangen, Und 7* 6. Ja, du siehst auch mit erbarmen Auf die sünder in der welt; Siehst mitleidig, wie die armen Ihre lust gefesselt hält; Bittest, daß Gott ihrer schone, Daß er nicht nach werken lohne, Daß er wolle zu dir ziehn, Die dich noch, als feinde, fliehn. 7. Großer Mittler! D wir preisen Dich, daß du im heiligthum So viel treu uns willst beweisen: Dir sei ehre dank und ruhm! Dein verdienst laß uns vertreten, Wenn wir zu dem Vater beten! Wenn der tod die lippen schließt, Sprich für uns noch, Jesu Christ! Er wird wieder kom 148 Von der Himmelfahrt Jesu. kämpft und ringt, sie zu erlangen, Die ihr dazu berufen seid. Euch halt in eurem lauf Kein schmerz des lebens auf; Ueberwindet! Das ziel ist nah; Bald seid ihr da; Und eure leiden sind nicht mehr! 3. Der sich euch zum volk erwählet, Der eure thränen alle zählet, Auch Jesus stritt mit großem muth. Ach, wie hat er selbst gerungen! Wie tief war er von angst durch drungen, Wie senfzte er und schwitzte blut! Doch sah'n die feinde nicht Auf seinem angesicht Bange schrecken, Treu blieb er Gott Bis in den tod: Dann fuhr er herrlich auf zu Gott. 4. Lasset uns mit Christo leiden! Mit Christo erndten wir auch freuden In seines Vaters hause ein! Laßt uns kämpfen, laßt uns ringen, Mit unserm haupt hindurch zu dringen, Und seines himmels werth zu sein! Gott ist uns zuversicht, Er, er verläßt uns nicht hier im leben: Und was auch dann Der tod noch kann; Gott nimmt uns doch zu ehren an. 5. Ja, Herr Jesu! du wirst kommen; Wirst ganz erlösen deine frommen: Wir freuen uns, und danken dir. In den trüben leidenstagen Soll unser herz nun nicht verzagen: Auf deine zukunst hoffen wir. Wir wissen, wer du bist; Wer dein erlößter ist: Wir sind stille. Und wenn die welt In trümmern fällt. Du bists, an den der glaub sich hält. Mel. Wachet auf, ruft uns x. 177. Uleber aller himmel heere Erhobst du dich mit sieg und ehre, Du geber der unsterblichkeit! Engel singen freudenlieder; Und alle die erlößten brüder Verehren deine herrlichkeit. Du, du bist Gottes Sohn; Gott hebt dich auf den thron Seiner ehre. Wir stehn von fern, Freu'n uns des Herrn, Vertrau'n und die nen ihm nun gern. 2. Ganz hast du dein werk vollendet, Wozu dich Gott, dein Gott, gesendet, Erlößt die ganzesünderwelt. Dankt dem Herrn, ihr menschenkinder, Er hat euch euer heil, ihr fünder, Allmächtig wieder hergestellt. Nun geht er in sein reich. Gewiß zum Vom heil. Geiste und seinen Wirkungen. 149 Wir sehn die bahn, Die uns zum himmel führen kann. 5. Uns die stätte zu bereiten, Um die wir pilger hier noch streiten, Gingst du voran ins vaterland. Herrlich wirst du wieder kommen; Dann führst du alle deine frommen Mit dir hinauf ins vaterland. Erkauft hast du uns Gott Durch deinen Mittlertod. Wo du lebest, Und Gott mit dir; Da sollen wir Auch mit dir leben für und für. heil für euch, Euch zum segen. Es ist vollbracht: Er hat nun macht, Und herrscht in königlicher pracht. 3. Der du deines Vaters willen Zu unserm heile zu erfüllen, Gehorsam warst bis in den tod: Du regierst nun auf dem throne; Gott gibt dir seine welt zum lohne; Dich nennt dein volk nun Herr und Gott. Erhöhter Gottessohn! Wie herrlich ist dein lohn, Nach dem siege! Wir folgen dir Mit freuden hier: Einst lohnet Gott auch uns, wie dir. 4. Deine traurenden er lößten Im kampf zu stärken und zu trösten, Gabst du vom Himmel deinen Geist. Gib auch uns in unsern leiden Den geist des trostes und der freuden, Den uns dein treues wort verheißt. Er zich uns in dein reich, Mach unser herz dir gleich, Dir zu folgen: Du gingst voran: 6. Welche wonne wird es werden, Wenn wir dich wieder sehn auf erden In aller majestät des Herrn! Ist der große tag des lebens, Für deinen feind ein tag des bebens; Doch sieht dein treues volk ihn gern. Wann kommt er? wann erfreut Uns deine herrlichkeit? Halleluja! Der tag ist nah! Ach wär er da, Und mit ihm unsre herrlichkeit! XV. Vom heiligen Geist und dessen Wirkungen, oder Pfingstlieder. Nach bekannter Melodie. 178.unbitten wir den heiligen Geist Um den rechten glauben allermeist; Daß er uns behüte An unserm ende, Wenn wir abscheiden aus unserm elende. Er helf uns allen! Vom heil. Geist und seinen Wirkungen. 2. Du werthes licht! gib 2. Du heiliges licht, uns deinen schein: Lehr uns scheine fort! Laß uns leuchJesum als Herrn kennen ten des Lebens wort: Und allein; Daß wir an ihm lehr uns Gott recht erkenbleiben, Dem treuen Hei- nen, Von herzen Vater ihn land Der uns bracht hat nennen! O Herr, behüt zu dem rechten vaterland! für falscher lehr, Daß keiErbarm dich unser! nen Herrn wir suchen mehr, Als Jesum Christ mit rechtem glauben, Und ihm aus ganzer macht vertrauen. Halleluja! halleluja! 3. Du geist der lieb'! lehr auch lieben uns: Liebe sei die quelle unsers thuns: Daß wir uns von herzen Einander lieben, Und im frieden auf einem sinne blieben. Regier uns alle! 4. Du höchster Tröster in aller noth! Hilf daß wir nicht fürchten schmerz und tod; Daß in uns die seele Nicht verzage, Bei des lebens und des todes plage. Erbarm dich unser! 3. Du göttlich feuer, bester trost, Nun hilf uns fröhlich und getrost In deinem dienst beständig bleiben, Daß trübsal uns nicht abtreiben. Durch deine kraft hilf uns im streit, Und stärk des herzens blödigkeit, Daß wir hie ritterlich ringen, Durch tod und leben zu dir dringen, Halleluja! halleluja! Mel. Ein Lämmicin geht, und ic. 180. Dir, Vater, dankt heiliger Seift, Herr und Gott! Erfüll mit deiner gnade gut Der glaubigen herz, muth und sinn, Wirk' reine treue lieb darinn. Herr! der du durch der wunder glanz Zum glauben einst versammlet hast Das volk aus aller welt zungen: Dir, Herr sei von uns lob gesun- erde hast gesendet! Der Geiſt gen! Halleluja! halleluja! der wahrheit kam herab, mein herz, und singt, Daß du den Sohn gegeben; Den Sohn, der heil uns sündern bringt Und unvergänglich's leben. Dir dank ich auch daß du den Geist, Der deinen Sohn durch wunder preißt, Zur 150 Nach bekannter Melodie. 179. Komm Pfingstlieder. Der deinen knechten stärke gab, Daß sie dein werk vollendet. 2. Erfüllt von Gottes wunderkraft, Geh'n sie, die welt zu lehren: Der Geist, der neue herzen schafft, Hilft ihnen, sic bekehren. Der ganze erdkreis hört erfreut Die botschaft unsrer selig keit! Vernunft und wahrheit siegen. Das laster und die blindheit flieht; Und wo man Gottes finger sieht, Muß satan unterliegen. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen. Der name Jesu wird gelolt, Sein wort ist kraft und segen. Die jünger schreckt nicht pein und müh; Der geist der stärke stärkte sie In martern und im tode: Sie blieben ihrem könig treu, Bekannten seinen namen frei, Und lobten ihn im tode. 4. Noch izt bist du der geist der kraft, Noch izt der menschen lehrer, Der Jesu treue jünger schafft; Des sündenreichs zerstörer. In sündern wirkst du reu und leid; In frommen seelen trost und frend, Und 151 muth im kampf der sünden. In bangen stunden schentest du, Schenkst auch im tode, seelenruh; Hilfst alles überwinden. 5. Des Vaters und des Sohnes geist, Du quelle frommer liebe! Du, den Gott betenden verheißt, Ach! heil'ge meine triebe! Schaff du in mir ein reines herz; Gib über fünden reu und schmerz; Hilf mir im glauben beten: In trauerstunden tröste mich, Und zeige voll erbarmen dich mir einst in todesnöthen! Mel. Ewigkeit du Donnerw. 181. heiliger und guDer uns den weg zum himmel weißt, Dich soll mein herz erheben. Du Du bist mein lehrer und mein Gott, Du gibst mir freudigkeit im tod, Regierst auch hier mein leben. Was gut und löblich ist an mir, Geist Gottes! das verdank ich dir. 2. Als unser Heiland, Gottes Sohn, Ging von der welt zu Gottes thron, Kamst du zu seinen zeugen; Und mit dir kam der liebe glut, Mit dir kam kraft und 152 Vom heil. Geiste und seinen Wirkungen. heldenmuth, Die welt zu überzeugen. Du, Geist der weisheit, lehrtest sie; Und stärktest sie bei aller müh. 3. Die kirche pflanztest du; und izt Wird sie durch dich vermehrt, beschützt; Durch dich wird sie bestehen. Es mögen ihre feinde drohn, Fest bleibt sie stehn, wie Jesus thron; Sie kann nicht untergehen, Da Jesus Christ ihr stifter ist, Und du ihr treuer beistand bist. 4. Wohl allen denen, welche sich Dir übergeben, und durch dich Zum himmel führen lassen. Du lehrest sie des glaubens kraft, Stärkst sie auf ihrer pilger schaft, Lehrst sie die sünde hassen. Sie sind des heils gewiß in dir: Und selig schon in hoffnung hier. 5. Ach, führ auch mich an deiner Hand Hinauf ins wahre vaterland: Dort hoff ich meine krone. Gib mir die feste zuversicht, Auch mich, auch mich verstoße nicht Der Herr von seinem throne. Durch glauben und ebner bahn Dir folgen, mich dem himmel nahn; Führ mich auf gutem wege. Gib eifer mir und wachsamkeit Im kampf um meine seligkeit; Mein herz sei niemals träge. Du gabst den vorsatz! Gott, gib du Auch meiner schwachheit kraft dazu! mel. Komm Gott, Schöpfer 2c. 182. Domm, Schöpfer! mm, komm, o heilger Geist! Schaff deiner menschen herzen neu: Du kennest dein geschöpf, und weißt, Wie jeglichem zu helfen sei. 2. Du geist der weisheit, leite du Uns zu der wahl des besten theils. Dem himmel führ uns alle zu, Du führer auf dem weg des heils. 3. Uns leuchte deiner wahrheit licht! Gib uns ins herz der liebe glut, Zum vater frohe zuversicht, Zur tugend kraft und festen muth! 4. Des lebens wort, das Gottes Sohn Vom himmel uns herab gebracht, Erleuchte jede nation Durch deine durch besserung Vollende starke Gottesmacht. meine heiligung.didmicidij 6. Gern will ich dann aufheit Durch deines hohen 5. Vereine deine christen Pfingstlieder. friedens band. Erinnre uns in dieser zeit An unser beß res vaterland. 6. Gott, unsern Gott, und Jesum Christ Erkennen, dieses ist die quell', Aus welcher wahre freude fließt: Mach diese kenntniß in uns hell! 7. Lob sei dem Vater! lob dem Sohn! Lob dir, o Tröster, Gottes Geist! Einst singen wir vor dei nem thron Ein lied, bas dich vollkommner preißt. Mel. Ich finge dir mit Herz ic. ein 183. Nicht um flüchtig gut der zeit, Ich fleh' um deinen Geist, Den mir zu meiner seligkeit Dein wort, o Gott, verheißt. 2. Die weisheit, die vom himmel stammt, Die lehr' er selber mich; Die weisheit, die das Herz entflammt Zur liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ist seligkeit; Gern thun, was dir gefällt, Wirkt bessere zufriedenheit, Als alles glück der welt. 4. Alsdann hab ich vertrau'n zu dir; Dann schenket selbst dein geist Das freu153 dige bewußtsein mir, Daß du mir gnädig seist. 5. Dein Geist führ' mich zur wahrheit hin; Zur tugend stärk er mich; Und wenn ich etwa traurig bin, So tröst' er selber mich. 6. Er schaff' in mir ein reines herz, Versiegle deine huld: Er rüste mich in jedem schmerz Mit muth und mit geduld! mel. Werde munter mein Gem. 184. du allerfüßte freude, Und der weisheit reinstes licht! Du erfreuest uns im leide, Läsfest auch im glück uns nicht. Geist, der du das herz erhebst, Es durchdringest und belebst, Freuden schenkest, schmerzen stillest; Komm, daß du auch mich erfülleſt. 2. Bester unter allen segen, Die uns Gott in Christo gab; Du träufst als ein milder regen Von des himmels höh herab. Harte herzen machst du weich, Wüsten auch an früchten reich; Und dein sanfter trost erquicket, Was die trübsalshize drücket. 3. Ja, du bist die beste gaz 7** 154 Vom heil. Geiste und seinen Wirkungen. be, Die mein ganz verlangen edlen sinn, Daß ich fehler stillt: Wenn ich dich erlangern vergebe, Friedsam und get habe, Ist mein größter versöhnlich lebe. wunsch erfüllt. Gabe Gottes! komm auf mich: Ach, von dir ward ja auch ich, Als ich kaum war mensch geboren, Schon zum tempel auserforen. 7. Du, du machst mein herz zufrieden, Wenn mir menschentrost gebricht: Bleib ich von dir ungeschieden, O so fehlts an trost mir nicht. Sei du nur mein eigenthum; Ich will auch, zu deinem ruhm, Dir mein herz zum tempel weihen, Will mich deiner gnade freuen. 14. Du kannst alle herzen prüfen; Nichts schließt deinem blick sich zu: Auch der Gottheit inn're tiefen For schest und ergründest du. Nun, so kennst du auch gewiß Meiner seele finster niß. Drum gib weisheit, und vor allen, Wie ich möge Gott gefallen. 8. Heil'ger Geist! hör, ich entfage Dem, was deinen trost mir nimmt. Bis ans ende meiner tage Sei mein herz nur dir bestimmt. Wird mich deine gnade zieh'n, Will ich alle sünde fliehy'n, Und, statt zaghaft nachzugeben, Ihr beständig widerstreben. 5. Böses hasfest du; und bleibest, Reiner geist, bei reinen nur. Der, den du zum guten treibest, Wird zur neuen kreatur. Heilige du selbst mich dir; Schaff' ein reines herz in mir, Daß ich, was du liebest, liebe; Nie mit vorsatz dich betrübe. 6. Ach! da wir dich oft betrüben, Ist dein herz doch sanften muths. Immer bleibst du treu im lieben, Thust uns bösen täglich guts. Wenn ich schnell zum zorne bin, Gib mir deinen 9. Nur bitt ich, daß du mich stärkest; Du ſtehſt Christi streitern bei. Hilf, mein helfer, wo du merkeſt, Daß mir hülfe nöthig sei. Den verkehrten eiteln sinn Nimm aus meiner seele hin, Daß ich mich nun ganz erneue, Und mein Gott sich meiner freue. 10. Sei mein beistand, wenn ich sterbe! Zeige dem Pfingstlieder. gebrochnen blick, Mir zum trost, mein herrlich erbe, Und mein künftig ewig glück. Stärke du das matte herz, Daß ich unter allem schmerz, Auch im letzten todesschweiße, Meinen Gott noch Vater heiße. un 2. Laß auf jedem meiner wege Deine weisheit mit mir sein; Wenn ich bange zweifel hege, Laß die wahr heit mich erfreu'n. Lenfe kräftig meinen sinn Auf mein wahres wohlsein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen; Werd ich nie mein heil verfehlen 155 Mel. Freu dich sehr, ó meine ic. 185. e 4. Stärke mich, wenn wo zur sünde Mein gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde: Und hab ich mich wo verirrt, O so strafe du mein Herz, eist vom Vater Daß ich unter reu und und vom Soh- schmerz Mich vor Gott ne! Der du unser tröster darüber beuge, Und mein bist, Und von unsers Gottes throne Hülfreich auf uns schwache siehst. Stehe du mir mächtig bei, Daß ich Gott ergeben sei: Laß mein herz schon hier auf erden Einen tempel Gottes werden. men zu erhöhn: Und durch dich laß mirs gelingen, Gottes willen zu vollbringen. 3. Heilige des herzens triebe, Daß ich über alles herz zur beßrung neige. 5. Reize mich, mit flehn und beten, Wenn mir hülfe nöthig ist, zu dem gnadenthron zu treten: Gib, daß ich auf Jesum Christ, Als auf meinen Mittler, schau, Und auf ihn die hoffnung bau, Gnad um gnad, auf mein verlangen, Von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen leiden Stets mit deinem troſte bei; Daß ich auch alsdann mit freuden Gottes führung folgsam sei. Gib mir ein gelassen herz. Laß mich selbst im todesschmerz, Bis zum frohen überwinden, Deines treu Meinen Gott und Ba- trostes kraft empfinden. ter liebe; Daß mir nichts somet. Warum sollt ich mich ic. wichtig sei, Alls in ſeiner 186. öchster Tröſter! huld zu stehn, Seinen nafodsfomm hernie 156 Vom heil. Geiste und seinen Wirkungen. der: Geist des Herrn! Sei gib uns allen Durch dein nicht fern: Komm auf licht Unterricht: Wie wir Christi glieder. Er, der Gott gefallen; Lehr uns nie sein wort gebrochen, findlich zu ihm treten: Sei Jesus hat Deinen rath uns nah, Und sprich ja, Seinem volt versprochen. Wenn wir glaubig beten. 2. Schöpfer unsers neuen lebens! Unsre müh Ist doch hie Ohne dich vergebens. Unser heil ist viel zu wichtig: Wer ist wohl, Wie er soll, Treu zu handeln tüchtig. 3. Herr! wir fallen dir zu fuße, Eins ist noth Noch vorm tod: Buße, wahre buße! Zeig uns selbst den greu'l der sünde, Daß das herz Reu und schmerz, Scham und furcht empfinde. 4. Zeig uns des Versöhners wunden; Ruf uns zu Ihr habt ruh, Ihr habt heil gefunden: Gott hat seinen Sohn gegeben: Wer so liebt, So viel gibt, Gibt auch ewig leben. 5. Wecke uns vom sünderschlafe; Rette doch Heute noch Die verlornen schaafe. Reiß die welt aus verderben; Laß sie nicht Jm gericht Der verstockung sterben. dem 6. Geist der wahrheit! 7. Hilf den kampf des glaubens kämpfen: Gib uns muth, Fleisch und blut, Sünd und welt zu dämpfen. Laß uns trübsal, kreuz und leiden, Angst und noth, Schmerz und tod, Nicht von Jesu scheiden. 8. Hilf uns nach dem besten streben; Schenk uns kraft, Tugendhaft Und gerecht zu leben. Gib, daß wir nie stille stehen; Treib anuns an, Froh die bahn Deines worts zu gehen. 9. Sei in schwachheit unsre stüße; Steh uns bei, Mach uns treu In der prüfangshitze: Und wenn Gott uns nach dem leide Sterben heißt, Führ den geist In des himmels freude. mel. Liebster Jesu, wir sind ic 187. Gott! bu haſt in deinem Sohn mich von ewigkeit erwäh let; Sende nun von deinem thron, Was zu meinem heil noch fehlet; Und gib mir spai Pfingstlieder. 157 des geistes gaben: Durch sie werd ich alles haben. 2. Bin ich noch in sünden tod, Und zum guten ganz verloren; Heil'ger Geist, mein Herr und Gott, Mache du mich neu geboren: Rette du mich vom verderben: Laß mich nicht in sünden sterben. 3. Treibe weg die finstre nacht Falscher zweiflender gedanken: Wenn die welt mich irre macht, Halte die vernunft in schranken. Würd' ich mich von entfernen, weisheit lernen? dir wo will ich 4. Schaffe mir ein reines herz Daß ich stets an Gott Treuer Gott, und deinen Geist Denen, die dich bitten, giebest, Ja uns um ihn bitgedenke, Und mich oft mitten heiß'st; Demuthsvoll reu und schmerz Ueber meine sünden fränke; Laß mich, nach dem schmerz der fünden, Trost bei meinem Jesu finden. fleh ich vor dir: Bater! send' ihn auch zu mir, Daß er meinen geist erneue, Und ihn dir zum tempel weihe. 5. O verbinde mich mit ihm, Als ein glied an sei nem leibe; Und wenn ich sein eigen bin, Hilf mir, daß ich es auch bleibe; Mich ihm völlig übergebe, Und zu seiner ehre lebe. 2. Ohne ihn fehlt meinem wissen Leben, kraft und fruchtbarkeit; Und mein herz bleibt dir entrissen, Und dem dienst der welt geweiht, Wenn nicht deines Geistes kraft Die gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe, Und zu deiner ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht 6. Glaube, lieb und hoffnung sei Stets die stärke meiner seele: In versuchung steh mir bei, Daß ich nicht mein heil verfehle: Gib mir demuth in den freuden; Gib geduld und muth im leiden. 7. Hilf mir reden recht und wohl; Hilf mir meine christenpflichten, Wie du forderst, wie ich soll, Ohne heuchelei verrichten: Christlich leben, selig sterben, Und dein himmlisch reich einst erben. Met. Werde munter mein Gem. 188. Der bu uns als du Vater liebest, 158 Vom heil. Geiste und seinen Wirkungen. rung der beschwerden kann dem nächsten nützlich werden. 7. Lehre mich, mich selber kennen, Die verborgnen fehler sehn; Sie mit demuth Gott bekennen, Und ihn um vergebung slehn. Mache täglich ernst und tren, Sie zu bessern, in mir neu; Gib mir immer neue träfte Zu dem heiligungsgeschäfte. 8. Wenn der anblick meiner sünden Mein gewissen niederschlägt: Wenn sich in mir zweifel finden, Die mein herz mit zittern hegt; Wenn mein aug in nöthen weint, Und Gott nicht zu hören scheint; O dann laß es meiner seelen Nicht an trost und stärkung fehlen. 5. Fülle mich mit heil'gen trieben, Daß ich Gott, mein höchstes gut, Ueber alles möge lieben, Daß ich mit getro- 9. Was sich gutes in mir stem muth Seiner Vater huld mich freu, Und mit wahrer findestreu Stets vor seinen augen wandle, Und recht schaffen denk und handle. findet, Ist dein gnadenwerk in mir; Selbst den trieb hast du entzündet, Daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so sebze durch dein wort Deine gnadenwirkung fort, Bis sie durch ein selig ende Herrlich sich an mir vollende. Met. Alle Menschen müssen z€. mirs rechne zum 189. Gott! gern mögt Wenn ich je ein friedense win ich heilig leben, band Knüpfen kann; wenn Gutes thun wär meine lust; meine hand Zur erleicht'- Aber lüste widerstreben Dem 6. Geist des friedens und der liebe! Bilde mich nach deinem sinn, Daß ich lieb' und sanftmuth übe, Und gewinn, erkennen, Jesu; und kann nicht recht treu Meinen Gott und Herrn dich nennen, Stehet mir dein Geist nicht bei. Darum laß ihn kräftiglich In mir wirken, daß ich dich Glaubensvoll als Heiland ehre, Und auf deine stimme höre. 4. O du quelle heil'ger güter, Hochgelobter Gottesgeist! Der du menschliche gemüther Besserst und mit trost erfreust; Nach dir, Herr, verlangt auch mich: Ich er gebe mich an dich. Mache mich, zu Gottes preise, Hei lig und zum himmel weise. Pfingstlieder. gesetz in meiner brust. Ach! mein herz ist mir verdäch tig; Selten bin ich seiner mächtig: Hart drückt mich der fünde joch; Was ich nicht will, thu ich doch. 2. Ach! ich kanns nicht weiter bringen! Meinen vorsatz trau ich nicht. Welt und sünde legt mir schlingen; Ich vergesse meine pflicht. Selbst den frommen an dachtsstunden, Da ich freud an Gott gefunden, Da ich ihm mein Herz versprach, Folgten lasterstunden nach. 3. Gott! ich will dir's nicht verhehlen: Ohne deines Geistes kraft Werd' ich immer wieder fehlen, Immer siegt die leidenschaft: Gutes konnt ich oft versprechen, Und doch mein gelübde brechen: Eh' ich armer mich's versah, War die sünde wieder da! ng 159 5. Nichts, als deines Geistes gnade, Die verlangt dein schwaches kind: Dann geh ich auf rechtem pfade Sicher, muthig und geschwind: Dann kann ich mein fleisch bezwingen, Und des Geistes früchte bringen; Kann mich meines Gottes freu'n, Meines heils versichert sein. 6. Mein Erlöser hats. versprochen; Jedem gibt er seinen geist: Nie hat er sein wort gebrochen; Er erfüllt, was er verheißt. Auch ich bitte nicht vergebens Um die kraft des neuen lebens. Ich bin Gottes, Gott iſt mein; Und sein Geist wird mit mir sein! 4. Nun, ich weiß nichts anzufangen, Alls mit demuth, Gott, von dir Kraft und stärke zu verlangen; Schwach bin ich, o hilf du mir! Du bist mächtig, kannst mich retten, zu dir will ich glaubig beten, Daß dein Geist doch mit mir sei: Va ter! Bater! steh mir bei! mei. Ein Lämmlein geht und ic. 190. Erbarm dich, Herr! du kennst mein herz; Geneigt zu eitelkeiten Läßt sichs durch freude und durch schmerz Oft auf den irrweg leiten. So wankt ein rohr, vom wind regiert; So it) von leidenschaft verführt, Auch oftmals mei ne seele. Herr, hilf mir, daß ich als ein christ; Das flich, was vor dir strafbar ist, Und nur das gute wähle. 160 Vom heil. Geiste und seinen Wirkungen. 2. Laß doch mein herz theil. Ach! hiernach laß nicht immerhin In seiner mich trachten! neigung wanken, Erhebe den verirrten sinn Zu himmlischen gedanken, Wenn von dem dienst der eitelkeit Mich deines Geistes kraft 5. Ich bin ein mensch; du kennest mich: Wie schwach sind meine kräfte! Doch, meine seele hofft auf dich; Du wirst zu dem geschäfte befreit, So wird es mir| Der heiligung mir kraft gelingen. Ich halte deinem Geiste still: Ich will mich ändern, Herr! ich will: Gib selber das vollbringen. verleih'n, Und mich mit deiner hülf erfreu'n, Vor dir gerecht zu leben. Ich bleibe dann dein eigenthum Und will, o Vater, deinen ruhm In ewigkeit erheben. 3. Umsonst such ich der tugend bahn, Wenn du mich nicht begleitest; Wenn du Mel. Wer nur den lieben Gott 26. mich nicht von menschen- 191. Gott! dir gefällt wahn Zu deiner wahrheit leitest. Du hassest jeden falschen schein; Mit ernst willst du verehret sein. Hilf mir um Jesu willen: Erhebe den gebeugten muth, Hilf mir der leidenschaften wuth Durch deine gnade stillen. kein gottlos wesen: Wer böse ist, bleibt nicht vor dir: Drum laß von sünden mich genesen, Und schaff ein reines herz in mir; Ein herz, das sich vom sinn der welt Entfernt, und unbefleckt erhält. 4. Mein Gott! mein Gott, gedenke nicht Der sünden meiner jugend! Wie hart schien mir oft meine pflicht, Wie rau die bahn der tugend! Jedoch du trugst mich mit geduld: O laß mich diese deine huld Nicht un dankbar verachten. Dir folgen, ist mein wahres heil, 2. Laß mich auf die begangnen sünden Mit inniger beschämung seh'n; Durch Christum vor dir gnade finden, Und auf dem weg der wahrheit geh'n. Ich will forthin das unrecht scheu'n, Und deinem dienst mein leben weih'n. Und deine gnad mein bestes 3. O stärke mich in dem Pfingstlieder. gedanken! Gib meinem vorsatz festigkeit; Und will mein schwaches herz je wanken, So hilf der unentschlossenFür Kinder. Mel. Komm, o komm, du Geist ic. o Geist von Gott gege192. Komm, heit. Wie viel vermag ben! Heilige und bere ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets hülfe leiste, Und muth und kräfte mir verleih; Daß ich mit findlich treuem geiste Dir bis zum tod ergeben sei: So fieg ich über sünd und welt; Und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich jedoch aus schwachheit fehle, Mein Vater! so verwirf mich nicht, Verbirg nicht der betrübten seele, Wenn sie dich sucht, dein angesicht; Und mache in bekümmerniß Mein herz von deiner huld gewiß. 161 6. Erquicke mich mit deinen freuden, Schaff ein getrostes herz in mir; Und stärke mich in allen leiden. So halt ich mich, o Gott, zu dir, Bis nach vollbrachter prüfungszeit Das glück des himmels mich erfreut. mich! Weise und gerecht zu leben, Dieß vermag ich nur durch dich. Nimm, weil ich so sündhaft bin, Mein verderben von mir hin. 2. Wie verkehrt ist mei ne jugend, Wenn du nicht mein herz regierst, Und mich auf den pfad der tugend, Auf den weg der weisheit führst. Gottes Geist, ich bitte dich: Aendere und beß're mich. 3. Gib mir weisheit, muth und stärke Zur vollbringung meiner pflicht; Und wenn ich noch schwachheit merke, So verlaß du nicht. Lenke mich nur meinen flücht'gen sinn Auf mein wahres wohlsein hin. 4. Sei mein beistand wenn ich sterbe, Zeige meinem geist von fern Das mir aufbehaltne erbe, Dann sterb ich, auch jung, schon gern; Bist du nur mein guter Gott, So gewinn ich auch im tod. 162 Vom Worte Gottes. XVI. Vom Worte Gottes. Mel. Es ist das Heil uns ic. du selbst deinem donner 193. Wir kraft, Laß uns der wirkung, die er schafft, Nicht boshaft widerstreben. menschen sind zu dem, o Gott, Was geistlich ist, untüchtig: Dein wesen, wille und gebot Ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissen und verstehens nicht, Wo uns dein göttlich wort und licht Den weg zu dir nicht zeiget. 2. Drum hast du ehmals ausgesandt Propheten, deine knechte; Du machtest uns durch sie bekannt Dein heil und deine rechte! Zu letzt ist selbst dein eigner Sohn, O Vater, von des himmels thron Gekommen, uns zu lehren. 3. Für solches heil sei, Herr, gepreißt! Laß uns dabei verbleiben, Und gib uns deinen guten Geist, Daß wir dem worte gläuben: Daß wirs annehmeu jederzeit Mit demuth, ehrfurcht, lust und freud, Als Got tes, nicht der menschen. 4. Hilf, daß der frevler frecher spott Uns nicht vom wort abwende; Denn du bist ein gerechter Gott, Und strafft gewiß am ende. Gib 5. Ach öffne uns verstand und herz, Daß wir dein wort recht fassen; In lieb und leid, in freud und schmerz, Es aus der acht nicht lassen. Daß wir nicht hörer nur allein, Nein, auch des wortes thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Der saam' am wege ward sofort Vom feinde weggenommen: In feld und steinen kann das wort Die wurzei nicht bekommen; Und wenn der samm' in dornen fällt, Hat sorg und wollust dieser welt Bald seine kraft ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich Dem fruchtbar'n guten lande, Und sein an guten werken reich In unserm amt und stande; Viel früchte bringen in geduld, Bewahren deine lehr und huld In einem guten herzen. 8. Laß uns, dieweil wir leben hier, Den weg der sünder meiden: Gib, daß wir Vom Worte Gottes. halten fest an dir In trübsal, kampf und leiden. Rott aus, was dir, Herr, nicht gefällt, Hilf uns, die sorgen dieser welt Und böse lüste dämpfen. 9. Erhalt uns dein wort klar und rein, Und laß es unsern füßen Zu jeder zeit die leuchte sein. Hilf, daß wir draus genießen Kraft, rath und trost in aller noth, Daß wir im leben und im tod Hierauf beständig trauen. 10. Laß sich dein wort zu deiner ehr, O Gott, sehr weit ausbreiten, Hilf, Jesu, daß uns deine lehr Erleuch ten mög und leiten! O heil ger Geist, dein göttlich wort Laß in uns wirken fort und fort Geduld, lieb, hoffnung, glauben. 163 3. Wo hätt ich licht, Wofern mich nicht Dein wort die wahrheit lehrte? Gott, ohne sie Verstünd' ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein wort erklärt Der seele werth, Unsterblichkeit und leben. Zur ewigkeit Ist diese zeit Von dir mir übergeben. 5. Dein ew'ger rath, Die missethat Der sünder zu verfühnen; Den kennt' ich nicht, Wär mir dieß licht Nicht durch dein wort erschienen. 6. Nun darf mein herz In reu und schmerz Der sünden, nicht verzagen; Nein, du verzeih'st, Lehrst meinen geist Ein glaubig abba! sagen. Mel. Ach Gott und Herr ic. 194. Gott ist mein hort; Und auf sein wort Soll meine seele trauen. Ich wandle hier, Mein Gott, vor dir Jm glauben, nicht im schauen. 7. Mich zu erneu'n, Mich dir zu weih'n, Ist meines heils geschäfte. Durch meine müh Vermag ichs nie: Dein wort gibt mir die kräfte. 2. Dein wort ist wahr: Laß immerdar Mich seine 8. Herr, unser Hort! Laß uns dieß wort; Denn du hasts uns gegeben. Es sei mein theil, Es sei mir heil, Und kraft zum ew'gen leben. kräfte schmecken. Laß kei- met. Gott du frommer Gott. nen spott, Herr mein 195. 3ott! du willst, Gott, Mich von dem glauben schrecken! daß mein herz Zur heiligkeit genese. Drum 164 Vom Worte Gottes. gib, daß ich dein wort Oft führe, Der mich vor andern und mit andacht lese; Das wort, das deinen rath Von unserm heil enthält. Dank sei dir für dieß wort, Den größten schatz der welt! rührt. Dann stärke mich durch ihn, Mit ernst und munterfeit Das gute zu vollziehn. 2. Erfülle mein gemüth 6. Um tugendhaft zu ſein, Dazu sind wir auf erden. Mit ehrfurcht und vertrau- Wer deinem wort gehorcht, en, Mit lust und frommem ernst, Dadurch mich zu erbauen. Du bists, der in der schrift zu meiner seele spricht. O segne doch an mir, Herr, deinen unterricht! Den läß'st du inne werden, Die lehre sei von dir, Die uns die bibel gibt. Man lernt ihr wort versteh'n, Wenn man es treulich übt. 7. Spricht sie geheimnißvoll, So laß mich dieß nicht schrecken. Kein menschlicher verstand Kann dich, Gott, ganz entdecken. Du bleibst unendlich hoch. Was mir dein wort erklärt, Nicht was mein wit verlangt, Ist meines glaubens werth. 8. Sich seines schwachen lichts Bei Gottes licht nicht schämen, Ist ruhm; und die vernunft Alsdann gefangen nchmen, Wenn Gott sich offenbart, Dieß ist des menschen pflicht; Und weise demuth ists, Zu glauben, was Gott spricht. 3. Mein Gott, vor wel chem ich Izt meine hände falte; Gib, daß ich allezeit Dein wort für wahrheit halte; Und laß mich deinen rath Empfindungsvoll verstehn, Die wunder am gesetz, Am wort vom kreuze sehn! 4. Du, aller wahrheit Gott, Kannst mich nicht irren lassen. Untrüglich ist dein wort; O laß mich daraus fassen; So viel mein heil verlangt: Du bists, der weisheit gibt, Wenn man sie redlich sucht, Und aus gewissen liebt. 5. Gib, daß dein kräftig wort Mein herz auch mächtig rühre, Und daß ich mir den spruch Oft zu gemüthe 9. Erinnre mich hieran, Wenn mich die zweifel kränken; Und lehre mich dabei Zu meinem heil be Vom Worte Gottes. denken, Dort sei die zeit meinem forschen fort, Nichdes schaun's, Und hier des glaubens zeit; Dort wachse, wie mein glück, Mein licht in ewigkeit. tig daraus einzusehen, Was zu meinem heil mich führet, Und mir, deinem kind, gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein Deines wortes sinn verstehen; Laß mein herz auch folgsam sein, Den erkannten weg zu gehen. Denn sonst würd ich bei dem wissen Doppelt strafe leiden müssen. 1904. Gib, daß ich den unterricht Deines wortes treu bewahre; Daß ich, was es mir verspricht, Reichlich an mir selbst erfahre: Ja, es sei in meinen leiden mir ein quell von trost und freuden. 5. Hilf, daß sich von zeit zu zeit Meine kenntnisse vermehren. Find ich manche dunkelheit Bei geheimnißvollen lehren; Laß mich zweifelsucht entfernen, Und in demuth glauben lernen. 6. Laß mich, Herr, in deinem licht Immer rührender erkennen Jener herrlichkeit gewicht, Und wie glücklich der zu nennen, Der darnach mit eifer trachtet, Und die lust der welt verachtet. 7. O verleihe mir die 10. Find ich in deinem wort Noch manche dunkelheiten, So laß mich einen freund, Der mehr, als ich, sieht, leiten. Ein forschen der verstand, Der sucht mit emsigkeit; Ein ange fechtnes herz Hebt manche dunkelheit. 11. Stets sei dein wort mir werth! Es ist mein glück auf erden, Und wird es einst noch mehr In je nem leben werden. Nie irre mein gemüth Der bibelfeinde spott! Die lehre, die sie schmäh'n, Bleist doch dein wort, o Gott! Mel. Liebster Jesu, wir sind ic. 196. er, mein licht, erleuchte mich, Daß ich mich und dich erken ne; Daß ich voll vertrauen dich Meinen Gott und Vater nenne. Höchster! laß mich doch auf erden Weise zu dem himmel werden. 165 2. Lauter wahrheit ist dein wort, Lehre mich, es recht verstehen! Hilf selbst 166 Vom Worte Gottes. kraft, Deinem wort gemäß zu handeln, Und vor dir gewissenhaft, Als dein treues kind, zu wandeln; So wird einst in jenem leben Mich ein hell'res licht umgeben. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu ic. 197. Heil deinem volte, dem du dich, Jehovah, offenbarest; Das du regierst, und väterlich Auf ebner bahn bewahrest. Heil uns! denn dieß dein volk sind wir: Du lehrst uns, deinen willen Recht erfüllen, Und unsern durst nach dir Selbst aus der quelle stillen. 2. Weh denen, die sich finsterniß, Gott, für dein licht erwählen! Wie hoffnungslos, wie ungewiß Sind ihre stolze seelen! Du, Gott, berufft sie immer noch, Dein himmlisch reich zu erben, nicht zu sterben. Ihr leichtsinn stürzt sie doch In ewiges verderben. 3. Der spötter sagt, du werdest nicht Uns deine rechte lehren; Denn die vernunft sei unser licht, Dich würdig zu verehren. Ach! wem dieß schwache licht nur scheint, Der kann nicht vor sich sehen, Nichts verstehen; Der sinket, wenn er meint Auf festem grund zu stehen. 4. Gott! die vernunft erkennet dich In allen deinen werken, Weiß dein gebot: doch weiß sie sich Zum guten nicht zu ſtärken. Wir fündigen; und sie kann nie Uns sünder dir versöhnen. Unsre thränen Siehst du; doch können sie nicht g'nug thun, nicht versöhnen. 5. Aus furcht des todes wären wir Im ganzen leben knechte, Wenn uns dein wort nicht, Gott, von dir Trost aus der höhe brächte. Der sünder kann durch Jesum Christ Für alle seine sünden Gnade finden; Der Lüste macht und list Durch glauben überwinden. 6. Ach! theu'r und werth sei uns dieß wort; Denn du hasts uns gegeben; Es leit' uns hier, es bring uns dort, O Gott, zum ewgen leben! Lehr auch die spötter, die es noch Mit stolzem muth verachten, Darnach schmachten, Und unter Jesu joch, Nach seinem reiche trachten! Vom Gesetze. Die zehn Gebote. Nach bekannter Melodie. 198. Dieß sind die heil'gen zehn gebot. Sie gab uns unser Herr und Gott; Aus finstern wolken sprach er sie Herab vom berge Sinai. 2. Ich bin der Herr, sonst keiner mehr, Mich, und sonst keine götter ehr. Mich fürchte mir vertraue dich. Nichts sollst du lieben, so wie mich. 3. Du sollst nicht freventlich entehr'n Den namenGottes, deines Herrn. Mit tiefer ehrfurcht nenn ihn nur; Und halte deines eides schwur. 4. Der sonntag sei ein tag der ruh; Bring ihn in frommer andacht zu. Komm dankend vor mein angesicht, Und stärke dich in deiner pflicht. 5. Den vater und diemutter ehr; Gib ihnen williges gehör: Sei eifrig, ihnen beizustehn: Gott lohnts, und läßt dirs wohlergehn. 6. Du sollst nicht tödten; sollst dich scheun Für zorn und haß; nicht rächer sein: Beleidigt, zeige sanf ten muth, Der auch an feinden gutes thut. 167 7. Die eh' sollst du bewahren rein, Und auch dein herz soll heilig sein. Dein leib und geist sei Gott geweiht; feb stets in zucht und mäßigkeit. 8. Mit unrecht mehre nicht dein gut; Verflucht ist der, der unrecht thut. Betrüge nie, und wuchre nicht; Und wohlthun sei dir freud und pflicht. 9. Du sollst kein falscher zeuge sein, Berläumdung, lügen, schmähsucht scheu'n. Des nächsten unschuld rette du, Und seine schande decke zu. 10. Des nächsten haus begehre nie, Auch nicht sein weib, knecht, magd und vieh: Gönn ihm sein glück; sei ohne neid, Wenn Gottes segen ihn erfreut. 11. Die heiligen gebote sind Gegeben, daß du deine sünd Erkennen sollst, und lernen wohl, Wie man vor Gott recht leben soll. 12. Das hilf du uns, Herr Jesu Christ, Der du der Mittler worden bist; Und stärke uns mit deiner kraft, Die in uns alles gute schafft. obno 168 Vom Worte Gottes. Mel. Mein Herzens Jesu meine ic. 5. An eltern, an der obrig199. Herr, deine rech- keit, An denen, die mich lehrte, dein gebot, Darnach wir sollen leben, Wollst du durch deinen Geist, o Gott, Ins herz mir sel ber geben: Daß ich zum guten willig sei, Und redlich, ohne heuchelei, Was du befiehlst, vollbringe. ren, Laß mich, o Vater, jederzeit Dein göttlich bild verehren. Für ihre treu und müh laß mich, Auch wenn sie werden wunderlich, Gehorsam sein und dankbar. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau, Allein dich fürcht' und liebe; Auf menschen hülf und trost nicht bau, Mich darum nicht betrübe. Laß großer leute gnad und gunst, Gewalt, pracht, reichthum, wiß und kunst Mir nicht zum abgott werden. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne rach, Aus zorn und feindschaft übe; Verfolgt mich auch ein feind mit schmach, Daß ich verzeih und lieb; Auch jedem gern sein glücke gönn, Von herzen segne jeglichen, Und wo ich kann, ihm diene. 3. Hilf, daß ich deinen gnadenbund Aus deinem wort erkenne, Und deinen namen nie mein mund Ohn herzensandacht nenne. Verges sen laß es mich auch nicht Wie stark mich meiner taufe pflicht 7. Unreine werk' der finsterniß Laß lebenslang mich meiden. Ein unkeusch herz strafft du gewiß; Auf wollust folgen leiden. Schaff du in mir ein reines herz, Das üppigkeit und geilen scherz Sich nimmermehr erlaube.com Zu deinem dienst verbindet. 8. Verleih, daß ich mich 4. Am tage deiner heil'gen redlich nähr, Mich böser ruh Laß mich gern vor dichränke schäme, Dem herzen treten; Die stunden heilig bringen zu, Mit freuden zu dir beten. Dein wort sei meines herzens lust, Dein friede sei in meiner brust, Dein lob in meinem munde. geiz und unrecht wehr; Was mein nicht ist, nicht nehme. Gewinn ich was mit meiner hand, Sei es auf arme gern verwandt, Und nicht auf pracht und hoffart. 6 Von dem Evangelium. 9. Hilf, daß ich meines nächsten ehr zu retten, sorge trage; Schmach und verach tung von ihm kehr, Nichts 169 12. Drum gib du mir von deinem thron, O Vater, kraft und stärke. Bereite mich, o Gottes Sohn, Zum thäter guter werke! heilger Geist! hilf, daß ich dich Von ganzem Herzen; und, als mich, Auch meinen nächsten liebe. Von dem Evangelium. Mel. Schmücke dich, o liebe c. 200. Got Gott! dein unsichtbares we böses von ihm sage. Auf- sen Läßt sich in dem lichte richtigkeit regiere mich; Undlesen, Das du uns für mein gemüth entferne sich dieses leben Haft mit der Vom lügen und vom lästern. vernunft gegeben. Daß du Gott bist, muß ich merken, Herr, aus deinen großen werken; Und die pflicht, dich zu verehren, Kann mich meine schöpfung lehren. 10. Laß mich des nächsten haus und gut Mit unrecht nie begehren. Was zum leben nöthig thut, Das wollst du mir gewähren; Doch, daß es niemand schädlich sei, Ich auch, durch deine huld, dabei, Ein ruhigs herz behalte. mir 11. Gott! du bist Herr! der meusch dein knecht: Ich kenne deinen willen. Gern wollt ich ihn auch, wie es recht, In heiligkeit erfüllen. Doch fühl ich wohl, was mir gebricht, Und wie ich wahre tugend nicht Vermag durch meine kräfte. 2. Die vernunft zeigt deine größe, Und entdeckt mir meine blöße: Ich soll mich mit Gott verbinden; Doch dieß hindern meine fünden: Und ich kann sie nicht verfühnen; Meine kraft kann nichts verdienen. Ach vernunft! dieß ist der schade: Aber wie find ich nun gnade? 3. Hier erscheint in größter flarheit Uns ein licht, das wort der wahrheit: Dieß verspricht den geistlich armen Reiches göttliches erbarmen. Hier ist heil für menschenkinder; Hier ein bürge für die fünder; Hier steht allen, die sein hoffen, Nun der weg zum himmel offen. 8 170 Vom Worte Gottes. 4. Lob und preiß, und len, Ließ dich Gott erschaldank und ehre Sei dir, Herr, len: Du bist unser ruhm; für diese lehre, Die ein licht Gottes kraft, die glauben uns aufgestecket, Uns den schafft; Gute botschaft, uns weg des heils entdecket. Da zum leben, Von Gott selbst du deinen Sohn zum leben gegeben! Der verlornen welt gegeben, 2. Was dein wohlgefalSeh'n wir unsers Gottes| len Vor der zeit uns allen, klarheit, Und empfangen gnad und wahrheit. Gott, bestimmet hat; Was sonst dunkle schatten Vorgebildet hatten, Das vollführt dein rath. Daß dein eid dich nicht gereut, Zeigst du: und in Jesu namen Wird er ja und amen. 5. Gott! wie groß in deinen wegen, Und für uns wie reich an segen Zeigt dich uns das wort vom glauben! Wer will uns den himmel rauben, Wenn wir auf dein zeugniß bauen, Deiner Vaterhuld vertrauen, Jesum glaubig Heiland nennen, Und das durch die that bekennen? 6. Ist dieß nicht von uns geschehen; O vergib uns das vergehen! Sieh hier unsers herzens reue, Und mach unsern glauben neue. Ach, das wort des ew'gen lebens Gabst du uns doch nicht vergebens. Laß es ihm bei uns gelingen; Laß es uns zum himmel bringen. 3. Alles ist vollendet: Gott hat den gesendet, Der verheissen war. Jesus, der sein leben Wollte für uns geben, Stellt sich wirklich dar. Ja er hat des höchsten rath Ganz vollbracht, und lebt in ehre: Ach erwünschte lehre! dull 4. Uns im land der todten Schickst du lebensboten, Trost bringt uns ihr mund. Gott will uns vergeben, Und wir sollen leben: Welch ein theurer bund! Gottes huld tilgt unsre schuld: Und 201. 2ort aus Gottes wer ihn im glauben ehret, Mel. Jesu meine Freude 1. Wird von ihm erhöret. munde! Wort vom friedensbunde! Evangelium! Bald, da wir gefal5. Auf! und wehrt den schmerzen! Kommt, ihr, de Von dem Evangelium. ren herzen Das gesetz zer schlug: Kommt zu dessen gnaden, Der, für euch beladen Alle schmerzen trug. Jesu tod verföhnt euch Gott; Gott ist Vater, der euch liebet, Und die schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen, Und in ihm mich freu'n. Ihm nur will ich leben, Ihm mich ganz ergeben, Ewig treu ihm sein. So werd' ich auch einst durch dich, O mein Heiland, selig sterben, Und den himmel erben. Nach eigner Melodie. 202. Mein Heiland nimmt die sünder an, Die unter ihrer last der sünden Kein mensch, kein engel trösten kann, Die nirgends ruh und rettung finden; Den'n selbst die weite welt zu klein, Die sich und Gott ein greuel sein; Den'n das gesetz den stab gebrochen, Und sie der Hölle zugesprochen, Wird diese freistadt aufgethan: Mein Heiland nimmt die sünder an.:: 2. Sein mehr als mütterliches herz Trieb ihn von seinem thron auf erden. Ihn 171 drang der sünder noth und schmerz, An ihrer statt ein fluch zu werden. Er senkte sich in ihre noth, Und schmeckte den verdienten tod. Nun, da er dann sein eigen leben Zur theuren zahlung hingegeben, Und seinem Vater g'nug gethan; So heißts: er nimmt die sünder an.:;: 3. Nun fliehn getrost in seinen schoos Geängstete, verzagte seelen. Er spricht sie von dem urtheil los, Und tilget bald ihr ängstlich quälen. Wie viel auch ihrer sünden wär, Gedacht wird deren nun nicht mehr; Sie sind in's tiefe meer versenket, Der Heiland, der sich ihnen schenket, Macht daß sie nichts verdammen kann: Mein Heiland nimmt die fünder an.:,: 4. So führt er sie den Vater hin Mit treuen brüderlichen armen. Geneigt iſt schon des Vaters sinn Zu lauter ewigem erbarmen. Er nimmt sie auf an findes statt; Ja, alles, was er ist und hat, Wird ihnen eigen übergeben; Und selbst die thür zum ew'gen leben Wird ihnen fröhlich aufgethan. 8* 172 Vom Worte Gottes. Mein Heiland nimmt die sünder an. ak 5. O solltest du sein herz nur seh'n, Wie sichs nach ne noth verloren gehn? Willst du der fünde länger dienen, Da, dich zu retten, er erschienen? O nein! armen sündern sehnet; So- verlaß die sündenbahn. Mein Heiland nimmt die sünder an.:,: ll( ist 8. Komm nur mühselig und gebückt; Komm nur so gut du weißt zu kommen! Wenn gleich die last dich Du wirst auch kriechend angenommen. Sieh, wie sein herz dir offen steht, Und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vielem flehen Sich brünstig nach dir umgesehen? So komm dann, armer wurm, heran! Mein Heiland nimmt die sünder an.:: wohl, wenn sie noch irre gehn, Als wenn ihr auge vor ihm thränet! Wie streckt er sich nach zöllnern aus! Wie eilt er in Zachäi haus! Wie gnadenvoll stillt er die thräne Der reuevollen Magda- niederdrückt, lene, Und denkt nicht, was sie sonst gethan! Mein Heiland nimmt die sünder an.:: 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, Ob ergleich noch so tief gefallen! Nun, dieß hat er nicht nur gethan, Da er auf erden mußte wallen. Nein, er ist immer einerlei Gerecht und fromm, und 9. Sprich nicht: ich habs ewig treu; Wie er war un- zu grob gemacht, Ich hab ter schmach und leiden, So die güter seiner gnaden So ist er auf dem thron der freu- lang, so schändlich umge den Den sündern liebreich bracht; Er hat mich oft umzugethan. Mein Heiland sonst geladen! Wofern du's nimmt die sünder an. nur jetzt redlich meinst, Und :: 7. So komme dann, wer sünder heißt, Und wen sein fündengreul betrübet, Zu dem, der keinen von sich weißt, Der sich gebeugt zu ihm begiebet! Wie willst du dir im lichte stehn, Und ohdeinen fall mit ernst beweinst, So soll ihm nichts die hände binden, Und du sollst nun noch gnade finden. Er hilft, wenn nichts mehr helfen kann! Mein Heiland nimmt die fünder an. a) mon Von dem Evangelium. 10. Dochsprich auch nicht: es ist noch zeit, Ich muß erst diese Lust genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut|| Die offnen gnadenpforten schließen. Nein! weil er ruft, so höre du, Und greif mit beiden händen zu. Wer heut nicht höret, und noch säumet, Der hat die gnadenzeit verträumet; Dem wird hernach nicht aufgethan. Heut komm! heut nimmt dich Jesus an.:,: 11. Ach! zeuch du selbst uns recht zu dir, Erbarmungsvoller freund der sünder! Erfüll mit sehnsucht und begier Auch uns und alle Adamskinder. Zeig uns, bei unsrer fünde schmerz, Dein offnes liebevolles herz; Und wenn wir unser elend sehen, So laß uns ja nicht stille stehen, Bis daß ein jeder sagen kann: Gottlob! auch mich nimmt Jesus an!:,: Das Glück ein Christ zu sein. Mel. Wer nur den lieben Gott c. 203. Der du das leben mir gegeben, Wie preiß ich dich, o Gott, dafür! Nie kann mein dank dich g'nug erheben; Durch Christum schenktest du es 173 mir. Kein licht, kein trost erfreute mich, Kennt ich nicht auch, Herr Jesu, dich. 2. Ich würde dann auf finstern pfaden Stets in gefahr des irrthums sein: Mit sündenschuld und fluch beladen, Müßt ich des richters strafen scheu'n: Ich fände keinen trost in noth, Mich schreckte stündlich grab und tod. 3. Wozu hat mich mein Gott erschaffen? Was ist auf erden meine pflicht? Wird auch mein geist im tod entschlafen? Und hält Gott künftig ein gericht, Wie werd ich im gericht bestehn, Wie der verdienten straf entgehn? 4. Ach! alle diese schwere fragen Entscheidet die vernunft mir nicht; Und bei den zweifeln, die mich plagen, Gibt sie mir doch kein völlig licht. Ach! ohne Christi licht und heil Wär finsterniß und tod mein theil. 5. In allen diesen finsternissen Hast du, Herr Jesu, licht gebracht: Du hast mich der gefahr entriffen, Die mir sonst meine sünde macht Du zeigst mir Gottes liebes 174 Vom Worte Gottes. rath, Und führst mich auf der wahrheit pfad. 6. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen: Ich kenn mein heil und meine pflicht: Mein geist wird nicht im tod entschlafen: Und hält mein Gott einst sein gericht, So kann ich da mit freuden stehn, Und vom gericht zum himmel gehn. 7. O Jesu! laß mich dei ner lehre Gehorchen mit stets größrer lust: Und keines spötters wahn zerstöre Dein heiligthum in meiner brust. Mein ganzes leben preise dich! Dein heil er-| freu im tode mich! Mel. Kommt her zu mir spricht ic. 204. Gelobt sei Gott! ich bin ein christ. Mehr, als der erde reichthum, ist mir diese gnade wichtig. Wie groß ist meine seligkeit! Jch, hier ein mensch der sterblichkeit, Bin nun zum himmel tüchtig. 2. Gelobt sei Gott! ich bin ein christ. Mein Herz ist ruhig, und vergißt Die nichtigkeit der erden. Nun bin ich nicht blos asch undstaub, Nicht ganz bin ich des todes raub; Unsterblich soll ich werden. 3. Gelobt sei Gott; ich bin ein christ. Nicht werth der himmelsfreuden ist Die trübsal dieses lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, Und bin des hohen trostes voll: Ich leide nicht vergebens. 4. Dank dir, o Vater, dank und ruhm! Du lehrest mich das christenthum Fest glauben, willig üben. Dank dir, o Jesu, dank und ruhm! Laß mich dein evangelium Fest glauben, ewig lieben. Mel. Herzlich lieb hab ich dich ic. 205. Mein glück im kurzen raum der zeit, Den hohen werth der ewigkeit, Erkennet meine seele. Du Schöpfer, riefst mich aus dem nichts zum frohen anschaun deines lichts: Dieß dankt dir meine seele. Nicht zu der freude dieser zeit, Zur wonne jener ewigkeit, Dir einst zu werden ähnlicher, Schufst du mich, o Allmächtiger. O Vater, Gott! Für mich gabst du den Sohn in tod. Wie groß bin ich durch dich, mein Gott! 2. Sohn, zum Versöhner mir gesandt! Ich folge dei Von der heiligen Taufe. unsre seel empfehlen wir Im leben und im sterben dir. Geist, unser Gott! Heilige uns unserm Herrn, zu leben ihm, zu sterben gern. ner sanften hand, Die mich heil der ewigkeit. Ach! zum himmel hebet; Für mich floß auch dein blut dahin, Mich von der welt zu dir zu ziehn, Hast du am kreuz gebebet. Zwar seh ich izt mit blödem blick Von ferne nur mein künftig glück; Und dunkel ist mir jene welt, Die Gott dem glauben aufbehält. Doch, Jesu Christ! Wenn einst mein aug im tode bricht, Dann seh ich dich von angesicht. 4. Durch dich, o Gott, wie groß sind wir! Und o wie selig werden wir! Lehr uns dieß glück recht achten, Der erde scheingut sättigt nicht; Der erde weisheit, tröstet nicht. Lehr uns nach besserm trachten. Der du für uns dich opfertest, Der du uns sünder heiligteſt! Wohl uns! wir sind dein eigenthum; Wir bringen deinem namen ruhm. Dreieiniger! Sei ewig, ewig, unser Gott; Dein sind wir lebend und auch todt. heiligen Taufe. 175 3. Geist Gottes, unsre zuversicht! Verlaß, verlaß uns arme nicht, Und stärk uns unsern glauben. Zeuch uns zu Gott und seinem Sohn, Und laß uns unsern gnadenlohn In dieser welt nichts rauben, Lenk von der lust der eitelkeit Uns auf das XVII. Von der Mel. Wer nur den lieben Gott i. 2. Du hast zu deinem kind O 206. Jch bin getauft auf und erben, treuer Vater, mich deinen namen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist. Ich bin gezählt zu deinem saamen, Zum volk, das dir geheiligt heißt. Mein glücke konnt Du die frucht von deinem sterben, Mein treuer Heilaud, mir gewährt: Du willst in aller noth und pein, O guter Geist, mein tröster sein. nicht größer sein; Du wur- 3. Die liebe ist nicht zu mein dest mein, ich wurde dein. ermessen, Die du, Von der heiligen Taufe. O Gott, mir zugewandt. Vormals auf dein wort laß mich nie die pflicht ver getaufet. O, erwecke mich gessen, Dazu ich selbst mich zum fleiße, Recht zu sein dir verband; Als du in dei- das, was ich heiße. nen bund mich nahmst, Und segnend mir entgegen kamst. 4. Du bist getreu! auf deiner seite Bleibt dieser bund stets feste stehn: Ja selbst, wenn ich ihn überschreite, Läß'st du mich nicht verloren gehn. Du klopfst an mein gewissen an, Und lockst mich auf die rechte bahn. 2. Laß mich oft mit achtsamkeit Meiner taufe bund betrachten; Und nur das zu jeder zeit Für mein größtes glücke achten, Daß ich deinen guten willen Treulich suche zu erfüllen. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs neue Mich ganz zu deinem opfer hin. Erwecke mich zu neuer treue, Und bilde mich nach deinem sinn. Weich, eitle welt! o sünde, weich! Gott hört es: izt entsag ich euch. 6. Befestige dieß mein versprechen, Mein Vater! und bewahre mich, Daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes leben preise dich. Gott meines heils! sei ewig mein; Und laß mich stets den deinen ſein. Mei. Liebster Jesu, wir sind ic. 207. Mein Erlöser, der du mich Dir zum eigenthum erkaufet! Als dein jünger, bin auch ich 176 3. Dieser erde glück und ruhm Bleibt im tode doch zurücke. Nur ein wahres christenthum Folgt uns nach zum ew'gen glücke. Davon ist auch nach dem sterben Ewig segen zu ererben. 4. Laß mich, Herr, wie dir's gefällt Deinem dienste ganz ergeben, Und, entfernt vom sinn der welt, Als dein treuer jünger leben; Daß ich einst auch, wenn ich sterbe, Das verheißne leben erbe. Bei der Taufe eines Kindes. Mel. Liebster Jesu. wir sind se. 208. Serr! hier ſiehſt og du uns vor dir, Siehst dies kind auf unsern armen. Dich, o Vater, bitten wir, Du wollst seiner dich erbarmen, Daß es mög Von der heiligen Taufe. dein kind auf erden, Und( Bei der Taufe mehredein erb im himmel werden. rer Kinder.) dior 2. Heiland, Jeſu! es ist dein: dich gnade len; Dir, dessen treu unwandelbar, Dir sei auch dieses kind empfohlen! Wir bringens deiner taufe dar. Dsegne es Herr Jesu Christ, Der du dev taufe Stifter bistopis 2. Laß durch dieß siegel deiner gnade Sein christen recht bestätigt sein; Und weihe es in diesem bade Zum erben deines himmels ein. Und, daß ein christ dir angehört, Dieß glück mach künftig ihm recht werth! in kaim 177 finden. Heil'ger Geist! fehr bei ihm ein, Laß es deine kraft empfinden, Die in ihm den sünden steuret, Es zu Gottes bild erneuret. 3. Mach uns alle in der welt Dir von Herzensgrund ergeben; Daß wir, wie es dir gefällt, Eingedenk des taufbunds leben; Und daß wir, einst nach dem sterben, Unsrer taufe segen erben. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. der du selbst 209. ie tauf befoh- Nach der Taufe eines Kindes. treu err, der du ſelbſt die tauf befohlen; Dir, unwandelbar, Dir sei'n die kinder hier empfohlen! Wir bringen sie der taufe dar. O segne sie, Herr Jesu Christ, Der du der taufe Stifter bist.hers 2. Laß durch dieß siegel deiner gnade Ihr christenrecht bestätigt sein; Und weihe sie in diesem bade Zu erben deines himmels ein. Und daß ein christ dir angehört, Dieß glück mach künftig ihnen werth! b Mel. Nun lob mein Geel ic. 210. Geweiht zum christenthume, Ist dieses kind nun Gott geweiht! Erzieh' es dir zum ruhme, Du Vater der barmherzigkeit! Verlängert deine Liebe Sein leben; so verleih Durch deines Geistes triebe Daß es, dir immer treu, Den hohen werth der tugend Schon früh empfinden lern. Es ziere seine jugend Die sel'ge lust am Herrn! onli 8** 178 Vom heiligen Abendmal. 2. Auch wir sind Gottgeleih uns nur alsdann Die weihte Durch unsre taufe. beste deiner gaben, Daß Der gedank Ermuntre uns wir, durch Jesum Christ, noch heute zu einem neuen Theil an dem erbe haben, Lobgesang; Erweck uns zum Das unvergänglich ist. vertrauen, Mit kindlich fro-( nach der Taufe meh hem sinn Gen himmel auf- rerer Kinder.) zuschauen Zu unserm Ba ter hin; Erweck uns, zu ermessen, Was uns sein wort verspricht; Und nimmer zu vergessen Die hohe christenpflicht. Heweiht zum chriſtenthume Sind diese finder, Gott geweiht! Erzieh fie dir zum ruhme, Du Vater der barmherzigkeit. Verlängert deine liebe Ihr 3. Du Vater von uns leben, so verleih Durch allen! Olehre du uns deines Geistes triebe, Daß selber thun Nach deinem jedes, dir recht treu, Den wohlgefallen: Laß deinen hohen werth der tugend segen auf uns ruhn. Du Schon früh empfinden wirst zu diesem leben, Wie lern. Es ziere ihre judu bisher gethan, Was gend Die sel'ge lust am wir bedürfen, geben. Ver- Herrn! dem heiligen Abendma l. XVIII. Von dem heiligen Vor der Communion. Mel. Wachet auf, ruft und ic. 211. Se err! du wollst uns vorbereiten Zu deines males seligkeiten! Sei mitten unter uns, Gott! Heil und leben zu empfahen, Laß würdig uns zum Heiland nahen, Und sprich uns los von sünd und tod. Laß uns getreu dir sein, Und führ uns endlich ein In dein leben. Der weg ist schmal: Bereit uns all Zu deinem großen abendmal. Nach bekannter Melodie. 212. Schaffe in mir, Gott, ein rei nes herze, Und gib mir ei nen neuen gewissen geiſt! Verwirf mich nicht von deinem angesichte, Und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 213. Jch komme, Herr, und suche dich, Mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich Des siegels deiner gnaden. Ich liege hier vor dei nem thron, Sohn Gottes und des menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner fünden müh; Ich suche ruh, und finde sie Im glauben der erlößten. 2. Dich bet ich zuversicht lich an; Du bist das heil der sünder. Du hast die handschrift abgethan, Und wir sind Gottes finder. Jch denk an deine leidens nacht, Und an dein wort: es ist vollbracht! Du hast mein heil verdienet. Du hast dich für mich dargestellt. Gott war in dir, und hat die welt In dir mit sich verfühnet. Vom heiligen Abendmal. Mel. Ein Lämmlein geht, und ic.tauft, Und du wirst dem, ch komme, Herr, der dich erkauft, Von ganzem Herzen leben." 11 11 11 4. Dein ist das glück der seligkeit, Bewahr es hier im glauben; Und laß durch keine sicherheit Dir deine krone rauben. Sieh: ich vereine mich mit dir, Ich bin der weinstock, bleib an mir, So wirst du früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich; Und durch die liebe gegen mich Wird dir der sieg gelin" gen." 5. Ja, Herr! mein glück ist dein gebot; Ich will es treu erfüllen: Und bitte dich, durch deinen tod, Um kraft zu meinem willen. Laß mich von nun an tüchtig sein, Mein ganzes herz dir, Gott, zu weih'n, Und deinen tod zu preisen. Laß mich den ernst der heiligung Durch eine wahre besserung Mir, und der welt, beweisen. Mel. Freu dich sehr, o meine ic 3. So freue dich, mein herz, in mir! Er tilget deine sünden; Und läßt an seiner tafel hier Dich gnad um gnade finden. Du rufft; und er erhört dich schon, Spricht liebreich: Sei getrost, mein sohn! Die schuld ist dir vergeben. Du bist auf meinen tod ge179 11 214. Ritternd, doch voll janfter freuden, Komm ich, Herr, auf dein gebot, Und gedenk an deine leiden, Und an deinen martertod, Heiland, der du für 180 Vom Heiligen Abendmal. mich starbst, Ewig leben mir erwarbst! Ach, möcht ich mich würdig nahen, Und das leben hier empfahen! 2. Weil du, Heiligster, aus gnaden Aller meiner sünden last Mir zum heil auf dich geladen, Und am kreuz gebüßet hast; Darum stel let mich nun nicht Gott, 6. Diesen vorsatz, den ich der richter, ins gericht; habe, Alle sünde nun zu Darum will er mein verscheu'n; Laß den vorsatz bis brechen mir verzeih'n, und nimmer rächen. vergebens hin zu deinem kreuze nah'n! Laß mich dieses mal des lebens Mir nicht zum gericht empfah'n! Ach! es stärk und gründe mich Im vertrauen, Herr, auf dich. Ach! es lenke meinen willen, Dein gesetz fromm zu erfüllen. OHID 3. Herr! dieß glaub ich, und empfinde Freudigkeit und zuversicht. Tilgt doch Gott nun meine sünde, Und verdammt mich sünder nicht. Bin ich doch durch deinen tod Völlig ausgeföhnt mit Gott, Und, wenn ich im glauben sterbe, Ewig seines himmels erbe! zum grabe Stark in meiner seele sein. Vor der drohenden gefahr, Der zu werden, der ich war, Beb' ich zaghaft, und empfinde Schon von fern die macht der sünde. 7. Wenn sie mich von deinen wegen Schmeichelnd abzuführen droht; Laß mich ernsthaft überlegen: Welch ein tod war Jesu tod! Was di erlitt mein Heiland nicht, Als er da stand im gericht! Könnt' ich ihn so leiden sehen, Und ihn noch durch fünden schmähen? rations Deines todes zeuge sein. 8. Wenn ich in der irre Herr! ich schau nach Golgatha, Wo dein opfertod ge schah; Da lagst du in deinem blute; Da littst du auch mir zu gute!! wandle, Geh du mir, Erbarmer, nach. Zeig mir, wo ich unrecht handle; Stärke mich; denn ich bin schwach. Trag mit göttlicher geduld 5. Jesu! laß mich nicht il Meine schwachheit, meine 4. Paß mich vor dein antlizz kommen, Dein gedächtniß zu erneu'n! Laß mich heut mit deinen frommen Vom heiligen Abendmal. schuld; Laß mich armen Heiland, hab ich mich Zum gnade finden, Tilge gnädig eigenthum ergeben! Ich meine sünden. wolle lebenslang mich dein, Und deiner großen liebe freun, Mich sterbend deiner trösten. Tratting 9. Dir will ich es ewig danken, Daß du so barmherzig bist. Laß mich nur nicht wieder wanken, Mein Erretter, Jesu Christ! Hilf mir, daß ich dir getren, Daß mein vorsatz standhaft sei, Jede sünd und sündenfreuden Bis an meinen tod zu meiden. 181 4. Demüthig will ich meine schuld Vor meinem Gott gestehen; Und, im vertraun auf seine huld, Zu ihm um gnade flehen. Ich will mit glaubigem vertraun Nach deinem kreuz, o Jesu, schaun, Und fröhlich gnade hoffen. 5. Dein leib und blut 215. Jabendmal des versichre mich Von dieser Mel. Meln Herzens Jesu ic. ch will das deiner gnade; Daß meiner sünden schuld durch dich Mir nun gewiß nicht schade; Daß ich durch deinen kreuzestod Entsündigt und versöhnt mit Gott, Ein erbe sei des lebens.se thing t Herrn, Des Mittlers, heut empfahen. Von allem weltgeschäfte fern, Will ich zu Gott mich nahen. O tag, wie heilig bist du mir! Wie soll sich meine seele hier Zu meinem Gott erheben! 2. Nicht die gewohnheit treibt mich hin; Nicht der betrug der sünde, Als ob ein lasterhafter sinn Blos dadurch gnade finde. Frei ist mein herz von heuchelei: Gott, mach du es auch völlig frei Bon lust zu fernern sünden.dk 6. Herz! sei nun aller fünde feind, Du mußt den Heiland lieben, Mußt dich, als Jesu Christi freund, In frommen thaten üben. Ja, ihm gehöret preis und dank, Und ich will auch mein lebenlang Dir, o mein Heiland, danken. 13. Bekennen will ich öf7. Ich steh vor deinem fentlich: Dein sterben sei mein leben! Dir, meinem angesicht; Du siehst, daß ich nidt tüge; Du siehst auch, 182 Vom heiligen Abendmal. daß mein herz sich nicht mit vorsatz selbst betrüge. So komm' ich dann mit freudigkeit, Voll Hoffnung mei ner seligkeit, Zu deinem abendmale. 8. O meine seele, denke nach: Wie sündlich war dein leben! Durch wessen leiden, tod und schmach, Hat Gott es dir vergeben? Was bist du dem, der dich so liebt, Daß er für dich sein leben giebt, Für seine liebe schuldig! Mel. Herzlich lieb hab ich dich ic. 216. Ge elobt seist du, Herr unser Gott! Gelobt für unsers Mittlers tod, Der uns das heil erworben. Wie hast du, Gott, auch mich geliebt! Er, der uns ewig's leben gibt, Ist auch für mich gestorben, Mein ganzes herz frohlockt in mir. O Bater, ich lobsinge dir. Gib, daß ich jeden tag aufs neu Mich deiner Vaterhuld erfreu. Gott meines heils! Sei ewig mein; sei ewig mein; Und laß mich dir recht dankbar sein! 2. Voll froher ehrfurcht beug ich mich Vor dir, Sohn Gottes, der du dich Für mich dahin gegeben! Es komme mir nie aus dem sinn, Wie viel ich dir, Herr, schuldig bin: Dein tod bringt mir das leben. Durch deines opfers ew'ge fraft Hast du, o Herr, auch mir verschafft, Was mich vor dem verderben schützt, Was meiner ſeele ewig nützt. Herr Jesu Christ! Wie liebst du mich! wie liebst du mich! Gib, daß ich ewig liebe dich.inato 3. Mit inbrunst fleh ich, Herr, zu dir: Befördre du doch selbst in mir Ein glaubiges gemüthe! Mich dürstet, wie ein dürres land, Bei deiner liebe unterpfand, Nach deiner großen güte. Ich fühle, Herr, was mir ge bricht: O stärke meine zu versicht, Daß du auch mein Versöhner seist, Und mich vom ew'gen tod befreist. Herr! dieser trost Sei, fest in mir, sei fest in mir! So dien ich auch mit freuden dir. 4. Zur weisheit und ge rechtigkeit, Zur heiligung und seligkeit, Bist du mir ausersehen. Auch mir zum herrlichsten gewinn Gabst du dein leben willig hin; Drum hör auch izt mein Vom heiligen Abendmal. 183 nacht, Nach deinem gnaden vollen willen, Zur pflicht und wohlthat mir gemacht. Verleih zur übung dieser pflicht Mir deines geistes kraft und licht. flehen: Mein Heiland! zeuch mich ganz zu dir; Ja durch den glauben wohn in mir: So nimmt in mir die seelen ruh, Und meines Herzens beßrung zu. Mein Herr und Gott! Verlaß mich nicht, verlaß mich nicht; So komm ich einst nicht ins gericht. 3. Bewundernd denk ich an die liebe, Womit du unser heil bedacht. Wie stark sind deines mitleids triebe, Die dich bis an das kreuz gebracht! O gib von deinem todesschmerz Heut neuen eindruck in mein herz! 5. Zu deinem himmel hilf du mir! Der freuden fülle ist bei dir; Laß mich sie einst genießen. Belebe mich mit muth und kraft, So meine ganze pilgrimschaft Zu führen und zu schließen, Daß mir dein wort stets heilig sei Daß ich, bis in den tod dir treu, Mit freuden thu, was dir gefällt, Und dich auch ehre vor der welt. Herr, O mein heil! Sei stets mit mir, sei stets mit mir; So komm ich cinst gewiß zu dir. Mel. Wer nur den lieben Gott c. 217. S ier bin ich, Je4. Laß mich mit ernſt die sünde scheuen, Für welche du als opfer starbst, Laß mich durch mißbrauch nie entweihen. Was du so theuer mir erwarbst! Der trost, den mir dein tod verleiht, Verführ mich nie zur sicherheit. 5. Ich übergebe mich aufs neue, O du mein Herr und Gott, an dich! Ich schwöre su! zu erfüllen, dir beständ'ge treue An deiWas du in deiner leidensnem tische feierlich. Dein 2. Es werde, Herr, für mein gewissen Dein abendmal ein unterpfand, Auch mir sei dein versöhnend büßen Von Gott aus gnade zuerkannt. So freuet meine seele sich In deinem heil und lobet dich. eigen will ich ewig sein; Du starbst für mich, drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor spöttern schämen Des dienstes, den man dir erweißt; 184 Vom heiligen Abendmal. Mich nie zu einem schritt Vergiß sein nicht! denn dir bequemen, Den mein gewis zu gut Verband er sich mit sen sündlich heißt. O flöße fleisch und blut. Dank ihm mir den eifer ein, Wie du, für diese liebe! ro o Herr, gesinnt zu sein! 7. Laß mich mit ernst den nächsten lieben; Und, wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und sanft muth üben. Nie komm es mir aus dem gemüth, Welch eine schwere schuldenlast Du mir aus huld erlassen hast. 8. Es stärke sich in mir der glaube, Daß meine seele ewig lebt; Und daß einst aus des grabes staube Mich dein allmächt'ger ruf erhebt; Wenn du dich, großer Lebensfürst, Den völkern sichtbar zeigen wirst. 9. Hier liege ich zu deinen füßen, Mit dank und lob, gebet und flehn. Laß neue gnade auf mich fließen. Mein Heiland, laß es doch geschehn, Daß mir zur stärkung meiner treu Dein abendmal gesegnet sei. 2. Halt im gedächtniß Jesum Christ, Der für dich hat gelitten. Da er am kreuz gestorben ist, Hat er dir heil erstritten. Errettung von der sündennoth Erwarb er dir durch seinen tod. Dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im gedächtniß Jesum Christ, Der von dem tod erstanden, Und jetzt zur rechten Gottes ist. Er hat von todesbanden Auch dir befreiung ausgemacht, Und ewigs leben wiederbracht. Dank ihm für diese liebe! 4. Halt im gedächtniß Jesum Christ! Er wird einst wiederkommen, zu richten, was auf erden ist; Die fünder und die frommen. Drum sorge, daß du dann bestehst, und mit ihm in den Himmel gehst, Ihm ewiglich zu danken. 5. Mein Heiland, den der himmel preißt! Dich will ich ewig loben. O stärke dazu meinen geist Mit neuer kraft von oben. Dein abendMel. Nun freuet euch lieben 16. 218. alt im gedächtniß Jesum Christ, O seele, der auf erden Vom himmelsthron gekommen ist, Ein Heiland dir zu werden.mal vermehr in mir Des Vom heiligen Abendmal. 185 glaubens kraft, auf daß ich tes Vaterhuld, Auch mir dir Mit neuer treue diene. vergebung meiner schuld Mel. Es ist gewißlich an der ic. Auf buße hast erworben. 219. h preise dich, 5. Der trost, den mir o Herr, mein dein tod verschafft, Werd heil! Für deine todesleiden. ewig mir zum segen. Er Hab ich an ihren früchten stärke mich mit neuer kraft theil, Was fehlt zu meinen Auf allen meinen wegen, freuden? Du wardst ein Nur das zu thun, was dir opfer auch für mich. O gefällt, Und alle furcht und gib, daß meine seele sich lust der welt Standhaft zu Des ewig freuen möge. überwinden. Bed 2. O wie viel segen läßt 6. Die liebe, die du mir dein tod Mich für mein herz noch finden! Erlösung aus der todesnoth, Vergebung aller sünden; Gewissensruh, zur beßrung kraft: Das hast du, Herr, auch mir verschafft, Da du am kreuze starbest. erzeigt, Ist gar nicht zu ermessen. O mache selbst mein Herz geneigt, Sie nimmer zu vergessen; Daß ich, aus rechter gegentreu, Dir bis zum tod ergeben sei, Und dir zur ehre lebe. 3. Dein mal ist mir ein unterpfand Von dieser groBen güte. Wie viel hast du an mich gewandt! O stärke mein gemüthe Zum glau bigen vertraun auf dich; Daß ich, so lang id) lebe, mich An deine guade halte. 7. Laß deines leidens großen zweck Mir stets vor augen stehen. Nimm alle hindernisse weg, Die ebne bahn zu gehen, Die mir dein heilig vorbild weißt, Und die einst den erlößten geist Zu deiner freude führet. 4. Ich fühle hier, voll reu und schmerz, Die last von meinen sünden. Laß mein vor dir gebeugtes herz Den großen trost em pfinden, Daß du, aus Got 8. Zum ew'gen leben hast du dich Für mich dahin gegeben. Dein abendmal erwecke mich, Mit ernst darnach zu streben. Herr! mache mich dazu geschickt; Und werd ich einst der welt ent 186 Vem heiligen Abendmal. rückt; So sei dein tod|| würdig nahen, Heil und lemein leben. ben zu empfahen. Deine liebe heißt mich kommen; Und wer kommt, wird ange nommen. Tilgung aller meiner sünden Soll ich armer bei dir finden. Laß, ach laß mich würdig nahen, Heil und leben zu empfahen! Mel. Schmücke dich, o liebe ic. 220. Seele! willst du ruhe finden, Drücket dich die last der sünden; Komm, vergebung zu empfangen; Denn dein licht ist aufgegangen; Und der Herr voll heil und gnaden Hat zu sich dich eingeladen: Deinen bund sollst du er neuen, Und dich seines todes freuen. 2. Gil, wie Gottverlobte pflegen, Glaubensvoll dem Herrn entgegen. Komm, den gnadenvollen willen Deines Heilands zu erfüllen! Komm mit brünstigem verlangen, Seine güter zu empfangen, Daß er dich der sünd entlade, Gibt er heute gnad um gnade. 3. Herr! ich freue mich mit beben. Laß mich gnad empfahn, und leben. Hier willst du dich mit den deinen Durch des glaubens band vereinen; Du willst sie mit segen tränken, Willst dich selber ihnen schenken. O wer darf sich unterwinden, Deine liebe zu ergründen. 4. Herr! ach, laß mich 5. König! Hoherprieſter! Behrer! Du mein göttlicher Bekehrer! Freund, der du dein eignes leben Für mich in den tod gegeben! Hier fall' ich zu deinen füßen: Ach, laß würdig mich genießen Dieser deiner himmelsspeise, Mir zum heil und dir zum preise. 6. Zum gedächtniß deiner leiden, Und zum vorschmack jener freuden, Die du Heiland mir erstrittest, Als du unaussprechlich littest, Als dich todesschweißze deckten Und die schrecken Gottes schreckten, Als du selbst für mich gestorben, Mir des Vaters huld erworben. Ga 7. Deines heils will ich mich freuen, Dir will ich mich ewig weihen. Hier will ich mich fleißig üben, Dich zu kennen, dich zu lieben. Einst werd ich dich ganz er Vom heiligen Abendmal. kennen, Ganz in deiner liebe brennen. Laß sie mich auch hier empfinden! Hilf mir, hilf mir überwinden! 187 mit mir nicht ins gericht! Gott, du bist reich an güte. Du kennst, was ich nicht recht gethan; Doch sieh du auch in gnaden an Mein reuiges gemüthe. 3. Gott, mein Erbarmer, sich auf mich! Ich liege hier im staube. Nicht auf verdienst; nein nur auf dich, O Heiland, hofft mein glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn; Versprichst, den schwachen beizustehn, Die nach errettung schmachten. Stets bleibst du deinem worte treu, Und wirst ein glaubig herz voll reu, Auch meines, nicht verachten. 4. Mein Gott! regiere künftig mich, Daß ich vorsichtig handle; Und heilig, voll vertraun auf dich, Nach deinem willen wandle. Gib, daß, aus dank für deine huld, In glauben, liebe und geduld Ich dir auf erden lebe; Bis ich dereinst in deinem reich, Verklärt, unsterblich, engeln gleich, Dich ewig rein erhebe! 221.¹ 10 Mel. Ein Lämmlein geht und ic. u Herr hast aus barmherzigkeit, Zum denkmal deiner gnaden, Das ganze volk der christenheit Wohlthätig ein geladen. Du rufst: Mühsel'ge, kommt zu mir! Du Weltversöhner, ja zu dir Komm ich auch heut, ich sünder. Verstoßze dann mich armen nicht, O Herr, von deinem angesicht, Vom erbtheil deiner kinder! 2. Zwar meiner misse that ist mehr, Mehr als ich könnte zählen; Sie drücket mich, ich zittre sehr Vor unMel. Herzlich lieb hab ich dich ic. ruh meiner ſeelen. Gerechter 222. Jch komm; o Friedensfürst, dir. Erbarmend rufst du ja auch mir, Den frieden zu empfangen. Der sünden last ist mir zu schwer: O laß mein herz von trost nicht leer! Laß es die ruh erlangen, Die jedem tiefgebeugten geist Dein theuer werthes wort verheißt. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein herz von sünden 188 Vom heiligen Abendmal. rein? Herr Jesu Christ, Mein trost und licht, mein trost und licht: Verwirf, verwirf du mich doch nicht! 2. Anbetend steh ich, Herr, vor dir; Dein antlig neige du zu mir, Und sei mir sünder gnädig! Wann meine sünd um rache schreit, So mache aus barmherzigkeit Mich aller strafe ledig! Der du am kreuz gelitten hast; Du trugest ja auch meine last, Als du zum heil der sünder starbst, Und ihnen Gottes huld erwarbst. Herr Jesu Christ! Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Er löse mich durch deinen tod. 3. Nur du bist meine zu versicht: Durch dich entflich ich dem gericht, Dem schwe ren lohn der sünden. Durch dich kann ich dem fluch ent gehn, Und mich mit Gott vereinigt sehn; Durch dich das leben finden. Dein tod ist der verlornen heil: Gib mir an seinem segen theil! Er sei auch mir beruhigung, Und meines Lebens heiligung. Herr Jesu Christ! Ich hoff auf dich, ich hoff auf dich. In dieser hoffnung stärke mich. 4. Mein ganzes Leben preise dich! Erlößt hast du, o Heiland, mich, Dein eigenthum zu werden. Wann ich dein bin, so fehlt mir nichts, Nichts an dem tage des ge richts. Nichts hier auf dieser erden. Auf dieser bahn zum vaterland Entzieh mir niemals deine hand. Zu deinem dienste stärke mich; Und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ! Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Zum leben führ mich einst der tod. mel. O Jeſu du mein Bräutigam. 223. Jeſu, heil ges Der du aus lieb am freuzesstamm Für mich dich willig opfertest: Ich feire hier dein opferfest. dard 2. Ich komm zu deinem abendmal, Verderbt durch manchen sündenfall, Krank, unrein, arm: du tennest mich, Wie schwach ich bin; erbarme dich! 3. Du bist der arzt, ders redlich meint, Der schwachen stärk, der blöden freund, Die zuflucht der bekümmerten, Der trost der gnadenhungrigen. ifad Vom heiligen 4. Zu dir, mein Helfer, komm auch ich: Ach! reinige und heil'ge mich. Gib neue kraft, gib neues licht! Ich weiß, du Herr verwirfst mich nicht. da 5. Dein wort schein mir in finsterniß; Dein Geist mach meinen geist gewiß, Entkräft' in mir die alte lust, Tilg ihre macht aus meiner brust! 6. Dein wort, dein mal ist lebensbrod; Dieß nähre mich, o Herr mein Gott, So, daß mein glaube, meine treu, Bis in den tod beständig sei. 7. Lösch in mir aus zorn, stolz und geiz; Bewahr mich vor der wollust reiz: Veredle sinnen und begier: Dein bild, o Jesu, pflanz' in mir! 8. Mit dir, mein ewig treuer freund, Bleib ich im glauben sest vereint. Ich weiß, daß deine macht mich schützt, Daß du mir gibst, was ewig nützt. 9. Durch dieses deines bundes kraft Hast du mir neuen muth verschafft; Mit täglicher und reicher huld Vedeckst du meine schwach heitsschuld. ann an 189 Abendmal. 10. Gott ist für mich; mir schad't kein feind; Und was mir auch noch schädlich scheint, Verwandelt nun in segen sich: Gott ist mein freund, und liebet mich. 11. Herr! mach mich fest in meiner pflicht; Dein guter Geist verlaß mich nicht. Ach, laß mich meine tag' in ruh Und friede christlich bringen zu! 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, In deinen himmel nehmen wirst; Daß ich bei dir dort ewiglich In deinem reiche freue mich. Mel. Fröhlich fröhlich, immer 2224. Mit dem haufen deiner from| men Will auch ich, o Heiland, kommen Zu des neuen bundes mal. Alle christen sind geladen. Reicher König! deiner gnaden Ist kein maaß und keine zahl. ins 2. Welche große seligkeiten Willst du, Jesus, uns bereiten! Seele, freu dich seiner huld! Wenn dich sünd und elend drücket; Gott ist hier, der dich erquicket; Je sus hier: er tilgt die schuld. 3. Herr! darf auch ich fünder nahen, Deine gnade 190 Vom heiligen Abendmal. zu empfahen? Ich, der nichts als fluch verdient? Ja, auch mir bist du gestorben, Hast auch leben mir erworben, Hast auch mich, auch mich, versühnt. 4. Ja du winkst mir, mein Erbarmer! Auch ich sünder, auch ich armer Darf bei deinen Freunden stehn. Schmückt mich nicht der tu gend seide; In der demuth trauerkleide Darf ich doch noch zu dir gehn. in 5. Zuversichtlich darf ichs wagen, Darfs auch laut mit frende fagen; Jesus will mein Heilandsein: Und, mir gnade zu erwerben, Wollt er für mich fünder sterben: Ich bin Gottes, Gott ist mein. 6. Wer da glaubt, wird nicht verloren, Er wird rein und neugeboren; Himmel ist sein vaterland! Freuet euch, erlößte fünder! Gott ist vater, wir sind Hier ist der erlösung pfand. 7. Ja, hier wird es uns gegeben, Unser pfand zum ew'gen leben, Siegel unsrer feligkeit! Aber siegel des gerichtes, Wenn wir fliehn den weg des lichtes, Wenn uns noch die fünde freut! 8. Liebe! liebe, komm hernieder! Gott ist Vater: wir sind brüder; Erd und himmel ist vereint. Menschen, Engel, Seraphinen- Alles brüder! alle dienen Einem Schöpfer, Einem freund. 9. Seele! denk an deine würde; Und drückt dich des leidens bürde, Denk an dei nen großen lohn. Kämpfe wider jede sünde; Leide dich, und überwinde; Deine frone wartet schon.l} 10. Der du mir ein ewig leben Hier versprichst und einst wirst geben, Deiner freu ich mich, o Gott. Dein bin ich auch nun aufs neue; Und dir schwör ich redlich treue, Treue bis in meinen tod. o 11 Nach dem heiligen Abendmale. mel. Wer nur den lieben Gott le. 225. Nun habe bank für deine liebe, Du großer Mittler, Jesu Christ! Gib, daß ich dich nicht mehr betrübe, Der du für mich gestorben bist. Laß deines leidens angst und pein Mir immerdar vor augen sein! 2. Wie kann ich dich ge Vom heiligen Abendmal. nug erheben? Ich, der ich fluch und tod verdient, Ich soll nicht sterben, sondern leben, Weil du mich selbst mit Gott versühnt. Du, Gottes Sohn, du starbst für mich; Wie preiß ich, Herr, wie preiß ich dich! 3. Heil mir! mir ward das brod gebrochen; Ich trank, Herr, deines bundes wein. Voll freude hab ich dir versprochen, Dir, treuster Jefu, treu zu sein. Ich schwör' es nun noch einmal dir; Schenk du nur deine gnade mir! 4. Herr! laß michs dankbar stets ermessen, Was du für mich gelitten hast; Und deine liebe nie vergessen, Die so viel segen in sich faßt! Laß meinen glauben thätig sein, Und mir zum guten kraft verleih'n. 5. Im streite hilf mir überwinden, Und stärke mich zu meiner pflicht: Bewahre mich vor neuen sünden: Verlaß mich in versuchung nicht! Und dein für mich vergoßnes blut Schenk noch im todeskampf mir muth! 6. Und euch, ihr der gemeinde glieder, Die Jeju 191 heil, wie mich, erfreut, Euch lieb ich stets als Christi brüder, Als erben seiner herrlichkeit. Wir haben Einen Herrn und Gott; Uns speißt und tränkt Ein wein, Ein brod. 7. Wie izt in unsers Heilands namen Sein volk vor ihm versammelt war; So kommen wir noch einst zusammen Vor ihm, mit feiner engel schaar; Und preisen, als sein eigenthum, Dann ewig seines namens ruhm. 8. Hier will ich mich mit euch vereinen, Die ihr ihn ewiglich erhöht; Und wenn wir einst vor ihm erscheine Am tage seiner majestät; Dann geh ich im triumph mit euch, Ihr auserwählten, in sein reich. 9. So soll dann weder spott noch leiden, Noch ehre, freud und lust der welt mich, Herr, von deiner liebe scheiden, Die selbst im tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein; O laß mich deiner würdig sein! Met. Freu dich sehr, o meine ic. 226. Mit der glaubenden gemeine Hab' ich, Jesu, dich bekannt. 192 Vom heiligen Abendmal. Ich empfing im brod und weine Deiner liebe göttlich pfand. Feierlich war da mein eid Ewiger beständig5. Laß mirs mein gewissen sagen, Wie so schmerzhaft seine pein, Wie so schwer der sünde plagen Und der keit. Du, der sich mit mir| hölle schrecken sein! Es ervereinte, Hast gesehen wie ichs meinte. innre mich daran, Wie viel du an mir gethan! Und umsonst sei deine liebe, Wenn ich dir undankbar bliebe. 2. O wie ward da deine güte, Menschenfreund, von mir verehrt! Wie empfand 6. Reine liebe meiner da mein gemüthe Deiner brüder Sei die frucht der liebe ganzen werth! Als ich dankbarkeit. Sie sind alle dich auf Golgatha Für mich deine glieder, Erben deiner sünder sterben sah. Sünder, seligkeit. Auch mein feind, sprachst du, du sollst leben; mein Hasser, ist Dein erAlle schuld ist dir vergeben!|| lößter, Jesu Christ! Dort wird er mich nicht betrüben, Sondern ewig wieder lieben. 3. Ja ich weiß es; ich soll leben, und des himmels erbe sein. Alle schuld ist 7. Gott, zu dem ich kindmir vergeben, Denn dein lich trete; Blicke väterlich blut, Herr, macht mich rein: auf mich! Höre gnädig, was Du verschonst mich im ge- ich bete: Ganz verlaß ich richt, Gott verurtheilt mich mich auf dich. Reiche frucht nun nicht, Wenn ich mich der besserung, Wachsthum dir ganz ergebe, Und im in der heiligung, Hoffnung glauben christlich lebe.auf das ew'ge leben, Laß 4. Und ich will dich nicht dein abendmal mir geben. verlassen, Nicht von deinen wegen gehn! Jede ſünde will ich hassen, Und den lüsten widersteh'n. Gott, mein Heiland! ach gib du Stärk und freudigkeit dazu, Daß ich mich dir ganz ergebe, Und im glauben christlich lebe. Mel. Jesu meine Freude zc. 227. Wie getrost und heiter, Du, benedeiter, Machst du meinen geist! Der du, die dir trauen, Führst zu grünen auen, Und so gern erfreust. Niemals wird Niemals wird bei dir, Vom heiligen Abendmal. o Hirt, Und beruhiger dir allein: Daß dein Geist der seelen, Mir erquickung mich unterweißt, Und mich fehlen. führt auf deinem pfade, Das ist deine gnade. 6. Der du blut und leben Für mich hingegeben, Daß in meiner noth Jch nicht hülflos bliebe; Groß ist deine liebe, Stärker, als der tod. Herr! und ich, wie sollt ich mich Deiner huld nicht dankbar freuen, Dir mein herz nicht weihen? 2. Deinem rath ergeben, Freu ich mich zu leben: Was du willst, ist gut. Nichts vermag ich schwacher; Du, mein Seligmacher, Rüstest mich mit muth. Wann die welt erbebt und fällt, Wann gericht und hölle schrecken, Willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne grauen Gräber vor mir schauen: Mein Erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube; Weiß, daß aus dem staube Mich sein arm erhebt. Todestag! dein schrecken mag Eines frevlers herz erschüttern! Was brauch ich zu zittern? 4. Auch in mir ist sünde: Doch ich überwinde Sie, mein Hort, durch dich. Sink, ich oft noch nieder, Du er hebst mich wieder; Du begnadigst mich. Deine huld tilgt meine schuld; Nie entziehst du dein erbarmen, Deine hülf mir armen. 193 5. Daß ich Gott erkenne, Und ihn Vater nenne, Und mich ewig sein; Daß ich hier am grabe Trost und hoffnung habe, Dank ich 7. Würdig dir zu leben, Dieß sei mein bestreben, Meine lust und pflicht. Was die welt vergnüget, O mein heil, das g'nüget Meiner seele nicht. Hab ich dich, wie gern will ich Das, wornach die heiden trachten, Reich in dir, verachten! 8. Macht ein gut der erde, Daß ich glücklich werde Durch zufriedenheit? Sind nicht auch die ehren, Die die welt bethören, Traum und eitelkeit? Du erfreuſt des menschen geist. Herr! du willst, die dich verehren, Ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen frieden Schmeck ich schon hienieden, Und was hoff ich dort! Unbegränzte zeiten Voller selig9 194 Vom heiligen Abendmal. keiten Hoff ich auf dein wort: Sie sind mein, durch dich allein. Bleib ich dir getreu im glauben, Wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner güte, 3. Herr! der du blut und Frohlockt mein gemüthe, leben Für mich dahin geGott, mein Heiland, dir. geben; Durch dich bin ich Dieser Geist der freuden wie selig! In dir mein Stärke mich im leiden, Wei- herz wie fröhlich! 4. Du Gott, an den ich glaube, Sich mich gebeugt im staube. Begnadigt bin ich armer: Dir dank ichs mein Erbarmer! che nie von mir! Laß mich so beherzt und froh Einst durchs that des todes dringen, Dort dein lob zu singen. 2. Mit welchem treuen herzen Hast du die größten schmerzen, Den tod, den ich verschuldet, Für mich aus lieb erduldet! di dis Mel. Gott sey gelobet und ic. err! sei gelobet, 228.ruß du hast dein neuet! Dir ſei mein herz 5. Nun sei der bund erdaß leben Für uns sünder hingeweihet. Nach deinem sinn gegeben! Stärk unsern glau- zu leben, Dieß sei nun ben! deine Himmelsspeise mein bestreben. Heilige uns dir zum preise. Erbarm dich unser. 2. O gib uns allen deine gnad und segen, Daß wir gehn auf deinen wegen In rechter lieb und brüderlicher treue; Daß dein christenvolk dich freue. Erbarm dich unser! 6. Die christen, deine glieder, Die menschen, meine brüder, Will ich aus reinen trieben, Wie du mich liebteſt, lieben. 7. Ich will aus treuem herzen Der brüder noth und schmerzen, So viel ich kann, gern lindern, Ihr elend liebreich mindern. Mel. Wach auf mein Herz und ic. 229. ob sei bir, mein 8. Ich folge dir mit freuErretter, Meinden, Wie du, auch still zu Heiland, mein Vertretter, leiden, Mit murren nicht Du tilger meiner sünden! zu klagen, An Gott nicht Du ließest heil mich finden. zu verzagen. Vom heiligen Abendmal. gna9. Dich will ich nicht schenkst du heute, Du denvoller Heiland, mir! Zum erstenmal, mein Herr und Gott, Tränkt mich dein kelch, speißt mich dein bred. verlassen, Will, was du hassest, hassen; Was du liebst, will ich lieben, Nie wissend dich betrüben. 10. Doch du kennst meine schwäche. Ach! was ich heut verspreche, Hab ich schon oft versprochen, Und oft auch schon gebrochen. 2. O! habe dank für deine liebe, Die meinem geiſt so tröstlich ist. Gib, daß ich dich nicht mehr betrübe, Der du für mich gestorben bist. Laß deines leidens angst und pein Mir im11. Herr, hilf mir! gib mir stärke Zu jedem guten werke; Und von der luft zum bösen| merdar vor augen sein. Wollst du mein Herz erlösen. 3. Laß mich mit ernst die sünde scheuen, Für welche du als opfer starbst; Laß mich durch mißbrauch nicht entweihen, Was du so theuer mir erwarbst. O gib von deinem todesschmerz Izt neuen eindruck in mein herz. 4. Jchübergebe mich aufs neue, du mein Herr und Gott, an dich. Ich schwöre dir beständ'ge treue An deinem tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein. Du starbst für mich; drum bin ich dein. 5. Hilf mir die sünde überwinden, Und stärke mich zu jeder pflicht: Bewahre mich vor neuen sünden, Verlaß mich in versuchung nicht! Und dein für mich vergoßnes 9* 195 12. Den ersten reiz der sünden, Den hilf mir über winden; Und wo ich wieder fehle, Erinnre meine seele. 13. Laß mich und alle christen Auf dein gericht sich rüsten; Daß, wenn dein tag heut käme, Sich keiner vor dir schäme. 14. Ach laß uns alle kommen Zum abendmal der frommen; Führ uns nach allen leiden Zu deines himmels freuden. Bei der ersten Communion junger Christen.. Mel. Wer nur den lieben Gott c. 230. ch nahe mich, voll frommer freude, Mit meinen brüdern, Herr, zu dir. O welche güter 196 Von der christlichen Kirche. blut Schenk mir im todeskampfe muth. 231. Nach der ersten Communion. ob die Mel. Ein Lämmlein geht, und 2c. o lang ihr auf der erde lebt, Sei dieser tag euch heilig! So oft versuchung um euch schwebt, Sei dieser tag euch heilig! Geschworen habt ihr heut dem Herrn: Weicht nicht zurück! nah oder fern Reizt euch die sünde wieder. Ihr seid izt Jesu eigenXIX. Von der christlichen Kirche. Mel. Herzliebster Jesu, was 16. 232. Laß doch, o Jesu, laß dein reich auf erden Unter den sündern ausgebreitet werden! Schenke noch ihnen, deiner leiden wegen, Leben und segen. 2. Gib ihnen gnade, dich recht zu erkennen, Daß sie noch glaubig ihren Herrn dich nennen: Gib ihnen eifer, deinen guten willen Treu zu erfüllen. thum: Weicht nicht zurück: lebt ihm zum ruhm, Ihr seines leibes glieder! 2. Euch segne izt sein abendmal mit neuer kraft und stärke! Fromm sei das herz, und groß die zahl In Gott gethaner werke! Bricht einst die nacht der leiden ein, So tröstet euch in schmerz und pein Mit dem, der auch gelitten. Der Heiland gab euch heut sein pfand: Ihn selbst seht ihr im vaterland, Wenn ihr nun ausgestritten 3. Laß sie dein wort mit frommer achtung ehren; Denn es verkündigt deines mundes lehren. Außer ihm suchen sterbliche vergebens Worte des lebens. 4. Steure, Erbarmer: deiner feinde grimme. Warne die deinen vor des irrthums stimme. Lehre sie prüfen, daß sie falsche freuden Klüglich vermeiden. 5. Sei du ihr licht in ihren finsternissen. Heile selbst ihr verwundetes gewissen. Schlägt oft ein kummer ihre herzen nieder, Stärke sie wieder. 6. Schütze uns mächtig mitten unter bösen, Bis du von ihnen ganz wirst uns erlösen; Bis wir zum umgang der verklärten frommen Frohlockend kommen. Von der christlichen Kirche. Nach voriger Melodie. Jesu Christ, Der du Herr deine christenheit, Daß sie dich lob in ewigkeit. 233. Schütze die dei- aller herren biſt Beſchirme nen, die nach dir sich nennen, Und dich, o Jesu, vor der welt bekennen. Laß deinen händen wie du selbst verheißen, Nichts sie entreißen. 3. Gib, heil'ger Geist, uns einen sinn; Nimm alle zwietracht von uns hin. Vor deines wortes licht und macht Entflieh des irrthums finstre nacht! 4. Herr! laß uns dir befohlen sein In aller noth: wir sind ja dein. Erhalt im glauben uns getreu, Und mach uns von den feinden frei. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein wort gebrochen; Führe die deinen, wie du 5. Laß sie zuletzt erkennen selbst versprochen; Führe sie doch, Du, unser Herr Gott, endlich aus dem kampf hie- lebest noch, Und stehſt bei nieden Zum ewgen frieden.deiner kirche fest, Die sich 4. Ewig, o Heiland, sei dein nam erhoben! Ewig frohlockend müſse dich einst allein auf dich verläßt. metl. Ein feste Burg ist unser ic. 235. Ein starker ſchutz loben, Odu Beschirmer deiner schwachen Heerde! Himmel und erde. ist unser Gott; Auf ihn steht unser hoffen. Er hilft uns treu aus aller noth, So viel uns der betroffen. Satan, unser feind, Der mit ernst es meint, Rüstet sich mit list, Trotzt, daß er mächtig ist. Ihm gleicht kein feind auf erden. 2. Mit unsrer macht ist nichts gethan; Wir sind gar bald verloren: Es kämpft 2. Laß deine wahrheit rein verkündigt werden; Mach ihre siege herrlicher auf erden. Gib muth und weisheit denen, die sie lehren, Dein reich zu mehren. 197 Nach bekannter Melodie. 234. Erhalt uns, Herr, bei deinem wort: Wehr aller feinde list und mord, Die Jesum Christum, deinen Sohn, Vom throne frech zu stürzen drohn. 2. Zeig deine macht, Herr Von der christlichen Kirche. für uns der rechte mann, zum himmel weißt: Der Den Gott selbst hat erkoh helf uns fröhlich! amen! ren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jeſus Christ, Der Herr Zebaoth; Und ist kein andrer Gott. Das feld muß er behalten! 198 3. Und wenn die welt voll feinde wär, Und wollten uns verschlingen; So fürchten wir uns doch nicht sehr; Es muß uns noch gelingen. Der fürst dieser welt, So arg er sich stellt, Schreckt er uns doch nicht. Er hat schon sein gericht. Ein wörtlein kann ihn fällen. Nach bekannter Melodie. 236. Es wolle Gott uns gnädig sein, Uns seinen segen geben! Mit seines wortes hellem schein Erleucht er uns zum leben. Laß uns erkennen, unser Gott, Dein großes werk auf erden! Laß Jesu Christi heil und tod Erkannt von allen werden, Und alle sich bekehren! 2. So danken dir, und loben dich Die nationen alle; So freut der ganze erdkreis sich, Und singt mit großem schalle, Daß du sein Gott und Vater bist, Und läßest gnade walten; Und daß dein wort das mittel ist Uns alle zu erhalten, Und uns zu dir zu führen. 3. So dank dir, Gott, und lobe dich Dein volk durch gute thaten! Es bringe frucht und beßre sich: Dein wort laß wohl gerathen. Der Vater seg'n uns, und der Sohn, Und auch der Geist der freuden! Es seg'n uns Gott; geb uns den lohn, Der nach der erde leiden Die müden pilger 4. Das wort steht fest! die stolze welt Mag noch so heftig toben, Der Herr mit uns! der starke Held! Der gibt uns sieg von oben. Nehmen sie den leib, Gut, ehr, kind und weib: Laß fahren dahin! Sie habens kein gewinn: Uns muß der himmel bleiben. 5. Preiß, ehr und lob dem höchsten Gott, Dem Vater aller gnaden! Der seinen Sohn gegeben hat, Zu weh ren unserm schaden; Der uns durch seinen Geist Der sündennoth entreißt, Das leben verheißt, Den weg tröstet! Von der christlichen Kirche. Mel. Sei Lob und Ehr dem ic. im vertraun Auf deine 237. Die feinde deines zukunft warten! kreuzes drohn, 5. Uns, deine christen, Dein reich, Herr, zu ver- wollest du Fest in der wahrwüsten, Du aber, Mittler, heit gründen, Daß wir für Gottessohn, Beschützest dei- unsre seelen ruh In deiner ne christen. Dein thron gnade finden. Mach unsers beſtehet ewiglich; Vergeb- glaubens uns gewiß: Vor lich wird sich wider dich irrthum und vor finsterniß Die ganze hölle waffnen. Bewahr uns, weil wir leben. 199 2. Dein reich ist nicht von dieser welt, Kein werk von menschenkindern: Drum konnt auch keine macht der welt Desselben fortgang hindern. Dir können deine hasser nie Dein erbe rau ben: selbst durch sie Wird es vergrößert werden. 6. Ein reines herz schaff in uns, Herr, Ein herz nach deinem willen; Und lehre täglich fertiger Uns dein gesetz erfüllen; Gehorsam deiner vorschrift sein, | Und dann uns deiner gnade freun: Sei unser heil auf erden! 3. Weit wollst du deine herrschaft noch In deiner 7. So wird dein volk dir welt verbreiten; Und unter unterthan, Und lernt die deinem sanften joch Die sünde meiden; Und du völker alle leiten! Vom auf führst es auf ebner bahn gang bis zum niedergang zu deines reiches freuden: Bring alle welt dir preiß| Und herrlich wird in dieser und dank, Und glaub' anzeit, Noch herrlicher in deinen namen! ewigkeit, Dein großer name werden. 8. Voll zuversicht erwarten dich, Herr Jesu, deine frommen. Der tag ist nah, des freun sie sich, Da du wirst wiederkommen. Den sündern kommst du zum ge4. Auch deine feinde, die dich schmäh'n, Die sich noch frech empören, Laß deiner gnade wunder sehn, Daß sie sich noch bekehren! Lehr sie mit uns gen himmel schaun, Und unerschüttert Von der christlichen Kirche. recht; Uns segnet dann dein wahrheit schmähn; Uns angesicht Mit wonne der kann er sie nicht rauben. gerechten. Der unchrist mag ihr widersteh'n; Wir halten feſt am glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein jünger ist, Sein wort von herzen hält, Dem kann die ganze welt Die seligkeit nicht rauben. 9. Ja komm, Herr Jesu, komme bald Zu deinem vølke wieder! Befrei durch deines arms gewalt Uns deines reiches glieder! Dein him melreich ist uns bereit; Von ewigkeit zu ewigkeit Wird unser erbtheil bleiben. Mel. Ein feste Burg ist unser c. 238. Wenn Christus seine kirche schützt, So mag die hölle wüthen: Er, der zur rechten Gottes sitzt, Hat macht, ihr zu gebieten. Er ist mit hülfe Wenn er gebeut, stehts da. Er schüßzet seinen ruhm, Und hält das christenthum; Mag doch die Hölle wüthen! nah: 200 2. Gott sieht wohl für sten auf dem thron Sich wider ihn empören, Die den Gesalbten, seinen Sohn, Den Herrn der welt nicht ehren. Sie schämen sich des worts Des Heilands, unsers Horts: Sein freuz ist selbst ihr spott: Doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören. 4. O christen, die ihr ihm vertraut, Laßt euch kein drohn erschrecken! Der Gott, der von dem himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der Herr, Herr, unser Gott, Hält über sein gebot, Gibt uns geduld in noth, Und kraft und muth im tod: Was will uns dann erschrecken? as wel Nach bekannter Melodie. 239. Lobet den Herrn, ihr heiden all! Lobt ihn von herzensgrunde. Preißt ihn, ihr völker allzumal; Dankt ihm zu aller stunde, Daß er euch auserwählet hat, Euch mitgetheilet seine gnad In Christo seinem Sohne! 2. Er läßt gnad und barmherzigkeit Stets über 3. Der frevler mag die uns noch walten; Und sei Von der Glücksel. begnadigter Christen. 201 ne treu und gütigkeit Er- Schenk uns aus gnad die scheinet jung'n und alten; seligkeit; Drum singet: Und währet bis in ewigkeit,| halleluja! XX. Von der Glückseligkeit begnadigter frommer Christen. Mel. Kommt her zu mir spricht ic.|| sein, Ihn täglich mehr mein 240. So hoff ich dann herz erneun, Uud mich mit trost erfüllen! mit festem muth Auf Gottes gnad und Christi ut; Ich hoff ein ewig 241. J mein glaub' sich mel. Mein Herzens Jefu meine ic. an wen leben: Gott ist ein Vater der verzeiht; Hat mir das recht zur seligkeit In seinem Sohn gegeben, da 2. Herr! welch ein un aussprechlich heil, An dir, an deiner gnade theil, Auch theil am himmel haben! Im Herzen durch den glauben rein, Dich lieben, und versichert sein Von deines geistes gaben! fling tohist hält: Kein feind soll mir ihn rauben. Als bürger einer bessern welt, Leb ich hier nur im glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein erbtheil raubt? Es ruht in Jesu händen. 3. Dein wort, das wort der seligkeit Wirkt göttliche zufriedenheit, Wenn wir es treu bewahren: Es spricht uns trost im elend zu, Verfüßet uns des Lebens ruh, Und stärkt uns in gefahren. 3. D Herr! du bist mein 2. Mein leben ist ein furzer streit, Lang ist der tag des sieges: Ich kämpfe für die ewigkeit; Erwünschter lohn des krieges! Der du für mich den tod geschmeckt, Durch deinen schild werd ich bedeckt; Was kann mir dann nun schaden? 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, Den glauben an dein göttlich wort Um dei nes namens willen. Laß ihn, mein licht auf erden ganzer ruhm, Mein glück in diesem leben! In jener welt mein eigenthum; Dich haft du mir gegeben. Ich eile dann dem himmel zu, In9** 202 Von der Glückseligkeit dem ich alles glaubig thu, Was mich dein wille lehret. 4. Herr! lenke meines geistes blick Von dieser welt ge8. Wie groß ist meine herrlichkeit? Empfinde sie, tümmel Auf dich, auf mei- o seele! Benuße deine gnaner seele glück, Auf ewigkeit und himmel. Die welt mit ihrer herrlichkeit Vergeht, und währt nur kurze zeit. Im himmel sei mein wandel! 5. Jzt, da mich dieser leib beschwert, Ist mir noch nicht erschienen, Was jene beßre welt gewährt, Wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein auge nicht mehr weint, Und mein erlösungstag erscheint, Dann werd ichs froh empfinden. denzeit, Daß dir vor Gott nichts fehle. Der erde glänzend nichts vergeht: Nur des gerechten ruhm beſteht Durch alle ewigkeiten. Mel. Kommt her zu mir spricht ic. 242. Kom Dommt, christen, preißt den Herrn mit mir! Sein wohlthun währet für und für Bei denen, die ihn lieben. Ihr treues herz ist ihm bekannt; Sie sind in seine Vaterhand Zum segen eingeschrieben. 2. Ein find des höchsten Vaters sein, Sich sein und seiner gnade freun, Bei keiner prüfung beben; Beim blick auf Gott, die welt verschmähn, Dem tode froh entgegen sehn! Das ist ein selig leben. 3. Der Hüter, der die welt bewacht, Gibt auf die ihm getreuen acht; Sie sind bei ihm in gnaden. Ben Gott mit seiner allmacht schützt, Wer unter seinen schirmen sitzt, Wer kann, wer will dem schaden. 6. Im dunkeln seh ich hier mein heil, Dort ist mir alles heiter; Hier ist die sünde noch mein theil, Dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein werth mir noch verhüllt, Dort wird er sichtbar wenn dein bild, O Gott, mich herrlich schmücket! bekannt. Mein sind des himmels freuden. 7. Zu diesem glück bin ich erkauft, O Herr, durch deine leiden, Auf deinen tod bin ich getauft; Wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine hand: Du bist mir, ich bin dir begnadigter frommer Christen. 4. Im finstern ist der Herr 2. O wie erhaben ist das sein licht, In nöthen seine zuversicht, In kummer sein ergötzen. Und treten alle freunde fern, So kann auf seinen freund, den Herrn, Er seine hoffnung setzen. 203 Mel. Wie schön leuchtet der ic. 243. Wie ie groß ist unsre seligkeit, 5. So hochbegnadigt ist der christ, Der Christi frommer jünger ist, Schon selig hier auf erden. Doch nach vollbrachter prüfungszeit Kommt sein glück zur vollkommenheit; Dort soll er herrlich werden. 3. Du deckest unsre schulden zu, Schenkst unsern seelen wahre ruh, Und stärkest uns mit freude. 6. O Gott, erleuchte, Dein Sohn ist unser haupt die noch blind, Noch christen und ruhm, Wir sein erohne Christo sind, Deskauftes eigenthum, Und wegs zum glück verfehlen. schaafe seiner weide. Gutes Zeig ihnen, Gott des heils, Muthes Sind auf erden In dein heil, Und gib, daß beschwerden Unsre seelen: sie das beste theil Erken- Herr, was kann bei dir nen und erwählen. Gott, schon in der prüfungszeit, Selbst unter viel beschwerden; Wenn unser herz sich dir ergibt, Und treu in Jesu dienst sich übt! Wie groß wird sie einst wer den; Wenn sich Herrlich Jenes leben Wird anhehen, Wo man freuden Erndtet von der saat der Iciden! recht, Das du uns giebest, dein geschlecht Und bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser vaterland; Und wer will deiner starken hand, Allmächt'ger, uns entreißen! Wenn wir Gleich hier Müssen streiten, Und zu zeiten Schwach uns finden, Hilfſt du uns doch überwinden. uns fehlen! 4. Es bleibet zwar der hohe werth Der gnade, die uns widerfährt, Verborgen hier auf erden. Doch wenn dereinst vor aller welt Er, unser Herr, gerichtstag hält, Dann wird er sichtbar werden. Alsdann Sieht man Ihn mit kronen Uns beloh nen, Und mit ehren Für sein treues volk erklären. 5. Wie glücklich sind die christen dann? Wie viel Von der Glückseligkeit hast du, Gott, uns gethan? 4. Den machst du, Gott, O laß uns unsre würde Vor augen haben allezeit; So tragen wir mit willigkeit Der kurzen leiden bürde. Herr, gib Den trieb In die seelen, Dich zu wählen; Und das leben Ganz zu Jesu dienst zu geben. Mel. Wer nur den lieben Gott c. 244. Gott! deine gnad ist unser leben; Sie schafft uns heil und seelenruh. Dein ists, die sünden zu vergeben, Und willig ist dein herz dazu. Du willst den tod des sünders nicht, Sucht er voll reu dein angesicht. Ic 204 2. Uns, uns verlorne zu erretten, Gabst du für uns ſelbst deinen Sohn. Er litt, damit wir friede hätten, Für uns den tod, der sünde lohn. O Gott! wie hast du uns geliebt! Wie viel erbarmen ausgeübt! 3. Dank, ewig dank, sei deiner trene, Die niemand g'nug erheben kann! Nun nimmst du jede wahre reue Mit Vaterhuld noch gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt, Und glaubig seinen Mittler ehrt! Frmed malin frei von den plagen, Die dem gewissen furchtbar sind; Der kann getrost und freudig sagen: Gott ist für mich; ich bin sein kind: Hier ist der, welcher für mich litt', Und mich noch izt bei Gott vertritt! 5. O Herr! wie selig ist die seele, Die sich in deiner gnade freut. Ob auch ein irdisch glück ihr fehle, Fehlt ihr doch nicht zufriedenheit. Und Gottes friede ist mehr werth, Als alles, was die welt gewährt. 6. Dcin friede stärkt mit in der größten noth; Gibt hohem muthe Das herz, auch hoffnung zu dem ew'gen in dem tod. Wer diesen friegute, Und macht getrost selbst den hat, genießt Lust, die des himmels anfang ist. 7. O Gott! laß dann in diesem frieden Auch meine seele freudig ruhn. Auch mir hast du dieß glück beschieden; Denn auch für mich genugzu thun Ward sterbend der am freuz ein fluch, Der aller menschen sünden trug. 8. O laß mich dieß im begnadigter frommer Christen. glauben fassen, und mich zeit mit wie viel sorgen mit starker zuversicht Auf deine vatertreu verlassen: Wenn alles wankt, so wankt sie nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Sein heil steht unbeweglich fest. 9. Lobsingend will ich dich erheben, Mich ewig deiner gnade freun; Und deinem dienst mein ganzes Leben In kindlichem gehorsam weihn. Daß, Herr, bei dir vergebung sei, Das mach mich im gehorsam treu! Nach eigner Melodie. ntfernet euch, unsel'ge spöt ter! Jhr zittert, wo der fromme glaubt. Mein Herz hat einen Gott zum retter, Und eine Hoffnung, die nichts raubt. Ich sehe meinen Heiland leben; Ich weiß, daß ich nicht sterben kann: Ich weiß, mit diesem leib umgeben, Schau ich den Gott der himmel an. 245. 205 2. Was seid ihr, stolze weltbezwinger, Wenn euch die hohe hoffnung fehlt? Gott achtet eure macht geringer, Als ihr den sclaven, den ihr quält. Wie kurze was Genießt ihr eurer ehrsucht raub! Ihr sieget heut, man haßt euch morgen: Ihr waret götter, und seid staub! 3. Weltmenschen! sind eure freuden? Die wollust die euch trunken macht? Kein christ wird euch dieß glück beneiden; Euch folgts nicht in des grabes nacht. Ihr rechnet mit erhitztem blute Des fernen tages wollust aus; Die nahe schreckliche minute Tilgt euer glück auf ewig aus. 4. Ihr seid dahin! des christen größe Geht auf nach kurzer todesnacht, Am tage, da Gott eure blöße Zum schauspiel aller augen macht. Der tag macht könige den knechten, Und Lettler den monarchen gleich: Der tag gibt adel den gerechten, Und macht des christen seele reich. 5. Ein blick in meine zukunft treibet Verdruß und angst aus meiner brust: Ein herz, das nicht auf erden bleibet, Ist sich des himmels stets bewußt. Kein unglück kann mich niederschlagen; Ich weiß, mein glück entgeht mir nie: Ich 206 Vom Tode. darf vor feinden nicht verzagen: Ich weiß, mein tod entwaffnet sie. in 6. Du letzte stunde meines lebens, Die du den christen heilig bist! Ich warte nicht auf dich vergebens; Jch XXI. Vom Mel. O Jesu Christ mein's ic. 246. 28ie ficher lebt der mensch, der staub! Sein leben ist ein fallend laub; Und den noch schmeichelt er sich er sich gern, Der tag des todes sei noch fern. 2. Der jüngling hofft des greises ziel; Der mann hofft noch der jahre viel; Der greis zu vielen noch ein jahr; Und keiner nimmt den irrthum wahr. thu, was deiner würdig ist. Du lehrst mein leben mich genießen; Du bist mein lohn aus Gotteshand. Wie sanft wird sich mein auge schließen! Mein geist er= blickt sein vaterland. Tode. 3. Sprich nicht: ich denk in glück und noth Im herzen oft an meinen tod. Der, den der tod nicht weiser macht, Hat nie mit ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; Und unsers lebens ffeinster theil Ist eine frist zu unserm heil. 5. Der tod rückt seelen vor gericht; Da bringt Gott alles an das licht, und macht, was hier verborgen war, Den rath der herzen, off 6. Drum da dein tod dir täglich dräut, So sei doch wacker und bereit: Prüf deinen glauben als ein christ, Ob er durch liebe thätig ist. 7. Ein seufzer in der letzten noth; Ein wunsch, durch des Erlösers tod Vor Gottes thron gerecht zu ſein; Dieß macht dich nicht von sünden rein. 8. Ein herz, das Gottes stimme hört, Ihr folgt, und sich vom bösen kehrt; Ein glaubig herz von lieb erfüllt, Dieß ist es, was in Christo gilt. 9. Die heiligung erfor dert müh; Du wirkst sie nicht, Gott wirket sie: Du aber ringe stets nach ihr, Als wäre sie ein werk von dir. Vom Tode. 207 an deinen tod: Säume nicht; denn eins ist noth. 10. Die absicht, warum ben habe? Denk, o mensch, du hier lebst, Der höchste an Der höchste zweck, nach dem du strebst, Das ziel der künft'gen rechenschaft, Ist tugend in des glaubens kraft. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, Wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir menschen gaben; Nichts wird dich int tod erfreun: Diese güter sind nicht dein. 11. Der tugend ganz sein leben weihn, Heißt eingedenkt des todes sein; Und wachsen in der heiligung, Ist wahre todserinnerung. 12. Wie oft vergeß' ich diese pflicht? Herr, geh mit mir nicht ins gericht! Drück selbst des todes bild in mich, Daß ich dir wandle würdiglich. 3. Nur ein herz, das Gott geliebt; Nur ein ruhiges gewissen, Das vor Gott dir zeugniß gibt, Wird dir deinen tod versüßen. Dieser sinn, den Gott gebeut Wirkt im tode freudigkeit. 13. Daß ich mein Herz mit jedem tag Vor dir, o Gott, erforschen mag, Ob liebe, demuth, fried und treu, Die frucht des Geistes in ihm ſei. 4. Wenn in deiner letzten noth Freunde hülflos um dich beben; Dann wird über welt und tod Dich dieß reine herz erheben: Dann erschreckt dich kein gericht; Gott ist deine zuversicht. 14. Daß ich zu dir um gnade fleh, Stets meiner schwachheit widersteh, Und einstens in des glaubens macht Mit freuden ruf: ,, Es ist vollbracht!" Mel. Jesus meine Zuversicht. 247. Meine lebenszeit verstreicht, Stündlich eil ich zu dem grabe. Und was ists, das ich 6. Ueberwind' ihn durch vielleicht noch allhier zu le vertraun, Sprich: ich weiß, || 5. Daß du dieses herz erwirbst, Fürchte Gott, und bet' und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; Deine zeit ist Gottes sache. Lern' nicht nur, den tod nicht scheun; Lern' auch, seiner dich erfreun. 208 Vom Tode. nig deiner tage sind. Sprich: sollt ich guts zu thun verschieben? Nein! meine zeit, es auszuüben, Ist kurz, und sie verfliegt geschwind. 4. Dent an den tod, wenn böse triebe, Wenn lust der welt und ihre liebe Dich reizen: dann ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt ich auch die welt erwerben, Beging ich doch solch übel nie. 15. Denk an den tod, wenn ruhm und ehren, Wenn deine schätze sich vermehren; Daß du sie nicht ſo heftig liebst. Denk an die eitelkeit der erden, Daß, wenn sie dir entrissen werden, Du dann dich nicht zu sehr betrübst. 6. Denk an den tod bei frohen tagen. Kann deine lust sein bild vertragen; So ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein vergnügen zu versüßen: Welch glück werd ich erst dort genießen, Wo ich unendlich leben soll! 3. Ermattest du in deinen pflichten, So laß den tod 7. Denk an den tod, wenn deinem leben Das fehlt, wornach die reichen streben; Sprich: bin ich hier, um dich unterrichten, Wie we- reich zu sein? Heil mir an wen ich gläube; Und ich weiß, ich werd ihn schaun Ginst in diesem meinem leibe. Er, der rief: ist vollbracht!" Nahm dem tode seine macht. Es 7. Tritt im geist zum grab oft hin, Siehe dein gebein versenken: Sprich: Herr, daß ich sterblich bin, Lehre du mich selbst bedenken! Lehre du michs jeden tag, Daß ich weiser werden mag! Nach eigner Melodie. 248. 2as sorgst du ängstlich für dein leben? Es Gott ge lassen übergeben, Ist wahre uh und deine pflicht. Du sollst es lieben, weislich nützen, Es dankbar als ein glück besitzen, Verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der tod soll dich nicht traurig schrecken; Doch dich zur weisheit zu erwecken, Soll er dir stets vor augen sein. Er soll den wunsch zu leben mindern; Doch dich in deiner pflicht nicht hindern, Vielmehr dir kraft dazu verleihn. Vom Tode. wenn ich in Christo sterbe! Dann ist ein unbeflecktes erbe, Dann ist des himmels reichthum mein! 8. Denk an den tod, wenn leiden kommen; Sprich; alle trübsal eines frommen Ist zeitlich, und durch hoffnung leicht. Ich leide; doch von allem bösen Wird mich der tod bald, bald erlösen; Wohl mir, wenn ich das ziel erreicht! 9. Denk an den tod, wenn freche rotten Des glaubens und der tugend spotten, Und lasterstolz ihr haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die spötter; Doch endlich ist für sie kein retter, Wenn sie nicht hier noch in sich gehn. 10. So suche dir in allen fällen Den tod oft lebhaft vorzustellen; So wirst du ihn nicht zitternd scheun; So wird er dir ein trost in klagen, Ein weiser freund in guten tagen, Ein schild in der versuchung sein. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 249. Mein Gott! ich weiß wohl, daß ich sterbe: Ich bin ein mensch, der bald vergeht; 209 Und finde hier kein solches erbe, Das ewig dauret und besteht. Drum zeige mir in gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott! ich weiß nicht, wann ich sterbe; Kein augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine scherbe, Wie bald kann eine blum verblühn! Drum mache da mich stets bereit Hier in der zeit zur ewigkeit. 3. Mein Gott! ich weiß nicht, wie ich sterbe, Dieweil der tod viel wege hält Dem einen wird das scheiden herbe, Wenn jener sanft und ruhig fällt. Doch, wie du willst! gib nur dabei, Daß ich recht zubereitet sei. 4. Mein Gott! ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und welcher sand mein grab bedeckt. Doch wenn ich nur das heil ererbe, Daß mich dein wort zum leben weckt; So nehm ich jede grabstätt ein: Die erd ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster Vater! wenn ich sterbe, So nimm du meinen geist zu dir. Denn, bin ich nur dein kind und erbe, Und hab ich Jesum 210 Vom Tode. nur bei mir; So gilt mirs gleich, und geht mir wohl, Wann, wo und wie ich sterben ſoll. Mel. Ich hab mein Sach Gott ic. 250. Sie fleucht dahin der men schen zeit! Wie eilen wir zur ewigkeit! Wie wenig denkt man an die stund Von herzensgrund! Wie schweigt davon der träge mund. 2. Das leben ist gleichwie ein traum, Verfliegt wie schlechter wasserschaum. Wie den ein augenblick verweht, So schnell vergeht Ein le ben, das ihr blühen seht. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir Das, was du bist: ich traue dir. Laß berg und hügel fallen hin! Mir ists gewinn, Wenn ich nur noch bei Jesu bin. 4. Du kommst, Weltrich-| ter, Gottes Sohn! Bald kommst du, und mit dir dein lohn. Gib, daß ich zähle meine tag', Und bet' und wach, Daß ich vor dir bestehen mag. 5. Was hilft die welt in letzter noth, Lust, ehr und reichthum in dem tod? O mensch! du laufst dem schat= ten zu: Dieß merke du: Sonst kommst du nicht zu wahrer ruh. 6. Weg, eitelkeit, der narren lust! Mir ist das höchste gut bewußt. Das such ich nur; das bleibet mir! Zeuch mich von hier, Herr Jeſu zeuch mein herz zu dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh, Und dort vor deinem throne steh! Mein Heiland, dahin bringe mich; Und gib daß ich Mit klugem herzen suche dich. mel. Wer nur den lieben Gott ic. 251. Wer weiß, wie nahe mir mein ende! Die zeit geht hin; es kommt der tod. Ach wie ge schwind, ach wie behende Kann kommen meine todes noth! Mein Gott, ich bitt durch Christi blut: Machs nur mit meinem ende gut. 2. Es kann vor nacht leicht anderst werden, Als es am frühen morgen war. So lang ich lebe auf der erden, Leb' ich in steter todsgefahr. Mein Gott! ich bitt durch Christi blut: Machs nur mit meinem ende gut. 3. Herr! lehr mich stets ans ende denken, Und laß Vom Tode. 211 mich, eh ich sterben muß, schutz, mein helfer in der Das heil der seele wohl bedenken, Ja nicht verschieben meine buß. Mein Gott! ich bitt durch Christi blut: Machs nur mit meinem ende gut. noth. Mein Gott! ich bitt durch Christi blut: Machs nur mit meinem ende gut. 4. Laß mich bei zeit mein haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für; Und sagen könn in allen fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. Mein Gott! ich bitt durch Christi blut: Machs nur mit meinem ende gut. 8. So komm mein end heut oder morgen; Ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt. Er ists, der mich in allen sorgen, Und auch im tode noch erquickt. Drum glaub ich fest durch Christi blut Machts Gott mit meinem ende gut. 5. Erhebe meinen sinn zum himmel, Verbittre mir die lust der welt. Gib, daß in diesen weltgetümmel Sich mein gewissen rein er hält. Mein Gott! ich bitt durch Christi blut: Machs nur mit meinem ende gut. 6. Ach Vater! deck' all meine sünde Mit dem verdienste Christi zu; Damit ich hier vergebung finde, Und dort bei dir vollkommne ruh. Mein Gott! ich bitt durch Christi blut: Machs nur mit meinem ende gut. 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide; Nichts; es sei leben oder tod. Im leiden bleibt er meine freude, Mein mel. Befiehl du deine Wege u. 252. Die auf der erde wallen, Die sterblichen sind staub; Sie blühen auf, und fallen: Sie sind des todes raub. Verborgen ist die stunde, Da Gottes stimme ruft; Doch jede, jede stunde Bringt näher uns zur gruft. 2. Getrost gehn Gottes kinder Die schreckenvolle bahn, Zu der verstockte ſünder Verzweiflungsvoll sich nahn; Wo auch der freche spötter Nicht mehr zu spotten wagt, Und vor dem Gott der götter Erzittert und verzagt. 3. Wenn, diese bahn zu gehen, Mein Gott einst mir gebeut; Wenn vor mir offen 212 Vom Tode. stehen Gericht und ewigkeit; Wenn meine kräfte beben, Und wenn mein herz schon bricht: Herr über tod und leben! O dann verlaß mich nicht. 4. Hilf, Todesüberwinder! Hilf dem in solcher angst, Für den du, Heil der sünder, Selbst mit dem tode|| rangst. Und wenn des kampfes ende Gewaltiger ihn faßt; Nimm ihn in deine hände, Den du erlöset hast. 5. Des himmels hohe freuden Ermißt fein sterblich herz. O trost, für kurze leiden, Für kurzen todesschmerz! Dem Sündenüberwinder Sei ewig preiß und dank, Der sterbend für uns fünder Den kelch des todes trank! 6. Heil denen, die auf erden Des himmels werth zu sein, Bemühet sind! die werden Sich ihres abschieds freun. Es fließt ihr sterblich leben Hin zur unsterblichkeit. Gern werden sie's hingeben, Wenn Gott, ihr Gott, gebeut. Mel. Wie fleucht dahin der ic. 253. Dein find ein sind wir, Gott! in ewig keit. In deiner hand steht unsre zeit: Du hast der ganzen menschenschaar Ihr todesjahr Beſtimmt, als keine zeit noch war. 2. Wenn nun auch unser ende kömmt, Und deine hand das leben hemmt; Dann hilf uns in der todesnoth, Herr, unser Gott! Ein sanf ter schlaf werd uns der tod. 3. Nimm nach vollbrachtem lebenslauf, In deine ew'ge ruh uns auf: Verwirf, wann unser herz nun bricht, Verwirf uns nicht, Herr, Herr, von deinem angesicht! 4. Drückt uns dann noch der krankheit schmerz, So stärke das beklemmte herz, Daß es auch in der schmerzen wuth, Mit starkem muth, In deiner weisen fügung ruht. 5. Gib hoffnung zu der ewgen ruh. In unsern herzen wirke du, Geist Gottes, daß wir glaubend traun, und ohne graun Hin in die nacht des grabes schaun. 6. Hilf unsrer schwachheit, Geist des Herrn! Zeig uns den himmel dann von fern. Laß uns, wenn wir zum Vater flehn, Getröstet Vom Tode. sehn, Wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 213 Du hast mich an das licht gebracht, Du sorgest für mein leben. Du kennest mei ner tage zahl, Weißt, wenn aus diesem jammerthal Mein geist sich soll erheben. Wo, wie und wann ich sterben soll, Das weiß't bu, Herr, des lebens, wohl. 2. Wer wird in meiner letzten pein Mich sünder trösten, mich erfreun, Mir muth und hoffnung geben? Wer nimmt sich meiner seele an, Wenn ich von dem, was ich gethan, Gott rechenschaft soll geben? Wer ist, der alsdann für mich spricht, Thust du es, o mein Heiland, nicht! 7. Ach! gnad ergehe dann für recht. Denn von dem menschlichen geschlecht Ist auch der heiligste nicht rein: Und wer kann dein, Gott, ohne deine gnade sein? 3. Mich dünkt, da lieg ich schon; ich seh, Daß ich am finstern grabe steh, Mit todesangst umgeben: Der augen licht verdunkelt sich, Und finsterniß umhüllet mich; Ein traum ist dann mein leben. Doch schweigen meine sünden nicht; Sie fordern mich vor dein gericht. 8. O sei uns dann nicht fürchterlich! Erbarme dei ner finder dich. Wann unser auge sterbend bricht, Leucht uns dein licht! So fehlt uns trost im tode nicht. Mel. Ewigkeit du Donnerw. ch bin ja, Herr, 4. Ich hör bereits den donnerton, Ich höre meinen richter schon Das endurtheil mir sprechen; Ich seh vor 254. Jn beinet macht; seinem angesicht, Ich sehe in in dem hellsten licht Die reihe der verbrechen, Die ich in dieser welt gethan: Wer ists, der mich nun retten kann? 5. Kein geld an arme rettet mich: Und weint' ich noch so bitterlich; Es kann mich nicht erlösen. Nein! jeder wird alsdann empfahn Nach dem, was er allhier gethan: Nichts schützt alsdann die bösen. Hier ist Gott zum verzeihn bereit. Dann übet er gerechtigkeit. 6. Wie soll ich dann, o Gott, bestehn, Wenn du in das gericht willst gehn; Und nach verdienst mir lohnest? 214 Vom Tode. | Wie kann ich deiner straf deinem leib; Deß tröst' ich entfliehn, Mich dir in dei- mich von herzen. Von dir ner welt entziehn, Wenn ich ungeschieden bleib In du nicht meiner schonest? todesnoth und schmerzen: Ach, Herr, ach geh nicht Und wann ich sterb, so sterb ins gericht! Verwirf mich ich dir; Ein ewigs leben armen sünder nicht. hast du mir Durch deinen tod erworben. 7. Voll reu und bußze such ich dich. Errette, Gott! befehre mich, Und tilge meine fünden. Geheiligt sei dir meine zeit, Dein dienst sei meine seligkeit. Ach, laß mich gnade finden! Gib, daß ich meiner pflicht getreu, Zum tode stets bereitet fei. 255. W Nach bekannter Melodie. enn mein, stündlein vorhanden ist, Und ich im tod erblaffe; So steh mir bei, Herr Jesu Christ, Daß ich dich glaubig fasse. Herr! ich empfehl an meinem end Dir meinen geist in deine händ: Du wirst ihn wohl bewahren. 2. Wird meiner sünden schwere schuld Mich ängstigen und plagen; So zeige du mir deine huld, Und laß mich nicht verzagen. Ja laß in dieser bangen noth Dein blut und deinen bittern tod Mich trösten und erquicken. 3. Ich bin ein glied an 4. Weil du vom tod erstanden bist, Werd' ich im grab nicht bleiben: Unddeine auffahrt, Jesu Christ, Kann todesfurcht vertreiben. Denn wo du bist, da komm ich hin, Daß ich stets bei dir leb und bin: Drum sterbe ich mit freuden. 5. Herr Jesu! schließ am ende mich In deine treuen hände. Das grab ist schlaf hat einst ſein ende. mir nicht fürchterlich; Mein Ich glaube dir, du kannst und wirst Mich, als mein großer Lebensfürst, Zu dir ins Leben führen. Nach bekannter Melodie. 256. Alle menſchen müſsen sterben, Alles fleisch vergeht, wie heu: Was nur lebet, muß verder= ben, Soll es anderst werden neu. Dieser leib, aus staub und erden Muß zur erde Vom Tode. wieder werden, Soll er einst verklärt aufstehn, Und das ew'ge leben sehn. 2. Darum will ich dieses leben, Das nicht mein ist, nicht der welt, Wieder Gott zurücke geben, Wann und wie es ihm gefällt. Denn in des Erlösers wunden Hab ich heil und ruh gefunden: Und mein trost in todesnoth Ist des großen Mittlers tod. 3. Christus ist für mich gestorben, Und sein tod ist mein gewinn: Er hat mir das glück erworben, Daß ich Gottes erbe bin. Drum verlaß ich gern die leiden Dieser zeit, um in die freuden Seines himmels einzugehn, Und ihn, meinen Herrn zu sehn. 215 sterblicher vernommen, Gottes heil gewährest du. Freudenernten schenkt Gott denen, Die erst hier geſät mit thränen. Alle thränen trocknet er: Sünd und elend ist nicht mehr. 6. Ach! ich fühl ein heiß verlangen, Dieß verheißne land zu sehn; Jene krone zu empfangen: Bald erhöret Gott mein flehn. Diese hütte werd zu staube! Ich, ich weiß, an wen ich glaube. Mir ist sterben ein gewinn; Denn ich geh zum Vater hin. 7. Welche tröstung, dieß zu wissen! Dieser großen hoffnung voll, Zag ich nicht in kümmernissen, Die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese leiden; 4. Da wird sein das freu- Sie verwandeln sich in denleben, Wo viel tausend freuden, Wenn ich christseelen schon, Mit des him- lich sie ertrug, Bis Gott mels glanz umgeben, Die- spricht: es ist genug! nen Gott vor seinem thron; Wo die Seraphinen pran gen, Und das hohe lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Bater, Sohn und Geist. Mel. Herzlich lieb hab ich dich ic. 257. Mein Heiland! wenn geist erfreut, Im glauben, auf die herrlichkeit Des ewgen erbtheils blicket, Das 5. Vaterland verklärter du für mich bereitet haft: frommen! Heil, unsterblich- Wie leicht dünkt mir dann keit und ruh; Was kein alle last, Die mich hienieden 216 Vom Tode. drücket! Dann wird der eitelkeiten tand In meinen augen schlecht wie sand. Der erde pracht ist mir wie nichts Beim anblick jenes ewgen lichts. Herr Jesu Christ! Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Dieß heil verdank ich deinem tod. 2. Wenn einst auf deinen wink mein geist Des körpers banden sich entreißt, Dann stärk ihn aus der höhe; Daß ich, beschützt durch deinen stab, Ins finstre todesthal hinab Getrost und freudig gehe. Wenn mich dann dunkelheit befällt, So schaff der glanz der bessern welt In meinem finstern herzen licht, Und heiterkeit im angesicht. Dann, Jesu Christ! Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Dann wird ein schlummer mir der tod. sünder starbst, Und fühlteſt, wie dich Gott verließ, Der trost macht mir das sterben süß. O Jesu Christ! Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Verlaß mich nicht in meinem tod. 4. Auf kurze zeit schließt sich zur ruh Mein thränenvolles auge zu, Und schlum mert in dem staube. Doch der, der mich zum grabe ruft, Der ruft mich einst aus meiner gruft: Ich weiß, an wen ich glaube. Er lebet; und ich werd durch ihn Der grabesnacht gewiß entfliehn. Mein geist und mein verklärt gebein Wird sich einst meines Heilands Heilands freun. Herr Jesu Christ! Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Zum leben hilfst du mir vom tod! 3. Und wenn mein geist aus schüchternheit Sich den noch vor dem tode scheut, Weil ihn die sünden fränken; Dann laß mich, Herr, auf 5. Du bleibest meine zu versicht, Mein trost, wenn einst das weltgericht Die engel ausposaunen. Vor deinem thron werd ich dann stehn, Dich richter aller völdeinen tod Die Hoffnung| ker sehn, Dich sehn, und froh bau'n, es werde Gott Der sünden nicht gedenken. Der trost, den du auch mir erwarbst, Als du zum heil der erstaunen. Auch mir zeigst du alsdann dein heil, Der auserwählten ewigs theil. Du lebest; und du schwörst mir Vom Tode. zu, Daß ich auch leben soll, wie du. Herr Jesu Christ! Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Stärk die sen glauben mir im tod. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 258. err Jesu! o wie wird mir sein, Wenn ich nun deiner ganz mich freun, Und dir entschlasen werde. Von sünden bin ich dann befreit, Auch frei von aller sterblichkeit, Vom elend dieser erde. Freu dich, Seele! Stärke, tröste Dich, erlößte! Mit dem leben, Daß dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch! So drückt mich meines elends joch, Das joch der sünde, nieder. Dieß joch erleichterst du Herr mir; Mein banges herz stärkt sich mit dir, Glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus! Laß mich streben, Dir zu leben, Dir zu sterben, Und dein himmelreich zu erben. 3. Herz! laß dir dann vorm tod nicht grau'n: Vom glauben führt er dich zum schau'n, In jenes beßre leben. Er sei dir nicht mehr fürchterlich! Zum allerheiligsten wird dich Der Herr 217 dadurch erheben. Da wird Dein Hirt Nach den thränen, Nach dem sehnen, Dich erlößten Völlig und auf immer trösten. 4. Herr! Herr! ich weiß die stunde nicht, Die mich, wenn nun mein auge bricht, zu deinen todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre nacht, Eh ich dieß flehen noch vollbracht, Mein lob dir ausgestammelt. Vater! Vater! Ich empfehle Meine seele Deinen Händen; Laß mich meinen lauf gut enden! 5. Vielleicht sind meiner tage yiel: Ich bin vielleicht noch fern vom ziel, An dem die krone schimmert. Bin ich von meinem ziel noch weit, So sei mein leben dir geweiht, Bis einst mein leib zertrümmert. Laß mich, Vater! Reiche saaten Guter thaten Hinbegleiten Zu dem thron der ewigkeiten. 6. Mein Heiland! wie wird mir dann sein, Wenn ich mich deiner ganz erfreun, Dich dort anbeten werde. Dann bin ich frei von sünd und leid, Ein mitgenoß der herrlichkeit, Nicht mehr ein mensch von erde. Preiß 10 218 Vom Tode. dir! Daß mir Durch dein leiden Jene freuden Offen stehen. Ewig will ich dich erhöhen. Nach eigner bekannter Melodie. 259. wie selig ſeid ihr doch, ihr frommen, Die ihr durch den tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen Aller noth, die uns noch hält gefangen. 2. Mühevoll ist hier das arme leben, Da wir zwischen furcht und hoffnung schweben: Was wir hier kennen, Ist, wenns köstlich ist, nur müh zu nennen. 3. Jhr hingegen ruht in eurer kammer, Sicher und befreit von allem jammer: Kein kreuz und leiden Ist euch hinderlich in euren freuden. ibt 6. Komm, o Jesu, wann dirs wird gefallen; Führ die heim, die müde sind zu wallen. Zu deinem throne Führ am abend sie zum großen lohne. Mel. Jesus meine Zuversicht ic. 260. Selig sind die, welche nun Schonim friedenvollen grabe Von des lebens arbeit ruhn, Und sich Gottes größter gabe, Seines ewgen le bens, freun! Möchten wir so selig sein! 2. Gott! du willsts: wir leben noch Mühsam hier in pilgerhütten. Alle trugen einst dieß joch, Die des lebens kron erstritten. Endlich aber führt der tod Uns auch hin zu dir, o Gott. 3. Jesus selber lebte hier Vormals auch in pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, Hat er auf der erd gelitten. Laßt uns glaubig auf ihn sehn, Und durch ihn in kampf beſtehn. 4. Christus wischet ab all' eure thränen; Habt das schon, wornach wir uns erst sehnen. Euch ists gelungen, Daß ihr seid ins leben durchgedrungen. 5. Ach! wer wollte dann nicht gerne sterben, Und den 4. Was ist diese lebenshimmel für die welt erer- zeit? Ach! nur eine kurze ben! Wer wellt hier blei ben, Und das spiel der eitelkeit stets treiben! stunde, Gegen jene ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese stunde, Die Gott noch ver Von der Auferstehung der Todten. 219 Gottes gehen; Wollst du mehr noch an uns thun, Als wir bitten und verstehen. Auch für unsre todesnacht Hat der Heiland segen bracht. kürzen kann, Unser ewges schicksal an. 5. Gott! gib weisheit, gib uns kraft, Diese stunde wehl zu nützen, Und beim schluß der pilgrimschaft Wollest du uns unterstützen, Daß wir freudig auf dich sehn, Und getrost zum tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der welt; Daß du uns wirst auferwecken; Diese kraft der bessern welt, Laß uns, wenn wir sterben, schmecken! Flöß uns muth und ruhe ein, Auch im tod noch froh zu sein. 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, Zu den todten Mel. Wachet auf, ruft uns ic. 261. Selig sind des 2. Den leib, den hier die seele trug, Wird sie dort himmels erben, Die todten, die in Christo sterben, Zur auferstehung eingeweiht. Nach den letzten augenblicken Des todesschlummers folgt entzücken, Und wonne der unsterblichfeit. Im frieden ruhen sie, Los von der erde müh; Gehn zu Gott hin. Vor Gottes thron, Zu seinem Sohn Begleiten ihre werke sie. XXII. Von der Auferstehung der Todten. Mel. Wenn mein Stündlein c. 262. He err! wenn einst deine stimme ruft: Kommt wieder, men schenkinder! Und ich als dann aus meiner gruft, Unsterblich, nicht mehr fünder, Zum neuen leben aufersteh, Und deinen himmel vor mir seh, Dann jauchz' ich, daß ich lebe. wieder tragen: Dasselbe herz, das in mir schlug, Wird wieder in mir schlagen. Du rufft, die in den gräbern sind; Jhr staub bewegt sich, und empfind't: Es fennt sich leib und seele. 3. Wie wird mir dem erwachten sein! Welch himmlisches entzücken; Wenn leib und seele sich erfreun, Und sich verklärt erblicken; Wenn nun mein aug nach langer 10* 220 Von der Auferstehung der Todten. nacht In Gottes neuer welt erwacht, und keine nacht mehr fürchtet. blühn: Das todte feld wird wieder grün zu tausendfältg'en früchten. 4. Dann find' ich und be- 8. In diesem seligen verwundre den, Der mir dieß heil erworben: Zum ersten mal werd ich ihn sehn, Den, der für mich gestorben, Der mir zum segen auferstand, Und mich mit brüderlicher hand In seine freude führet. 5. Ich weiß, daß dein wort wahrheit ist, Trotz traun, Einst fröhlich aufzustehen, Laß mich, o Heiland, ohne grau'n Den weg des todes gehen. Es zeige mir ein sanfter too, So wie ein schönes abendroth, Von fern den schönern morgen! Veralles frechen spottes. nunft! weit höher, als du bist, Ist die verheißung Got tes. Ich gehe zur verwe sung hin; Ich werd einst wieder, was ich bin; Ich sterb', und lebe wieder. 6. Dieß leben ist ein langer tod: Dort ist ein herrlich erbe Mein theil nach aller müh und noth; Ich lebe, wenn ich sterbe. Ich werde sein, wo Jesus Christ, Der todten erstgeborner, ist: Werd hinfort nimmer sterben. unda 7. Grabt den entseelten leib nur ein! Staub waren seine glieder: Staub sollen sie im grabe sein; Aus staub schafft Gott sie wieder. Gesät werd ich, um aufzu Mel. Ich weiß mein Gott c. 263. Mit frommer ich dir: Die große wahrheit hast du mir, O Heiland, offenbaret: Mein leib wird in dem grabe nur Zum auferstehn bewahret. 2. Ich soll aus meinem grabe gehn, Und soll vor meinem richter stehn! Ich hörs aus deinem munde. Du bist die wahrheit; ja es kommt Es kommt die frohe stunde. - 3. Hoch schallt dein allmachtswort daher, Dann muß die erde und das meer Die todten wiedergeben. Der Herr, der alle sterben hieß, Der heißt sie wieder leben. 4. Mein Herr! auch ich gehöre dir; Und auch der ar Von der Auferstehung der Todten. me staub vor mir Bleibt mir nicht furchtbar sein; nicht dem tod zum raube. Das grab soll mich nicht Der Herr, deß ich im leben schrecken. Ich weiß, daß war, Ist Herr von meinem mein Erlöser lebt! Der staube. wird mich auferwecken. Mel. Was Gott thut, das ic. 5. Du hast für mich den tob geſchmeckt, Du biſt für 264. Jh freue mich ber frohen zeit, Da auch auferweckt: Der tod liegt dir zu füßen. Die kraft von deinem aufer stehn Soll und werd ich genießen. ich werd auferstehen. Dann werd ich in der herrlichkeit Dich, Gott, mein Heiland, sehen: Dann werd auch ich, 6. In schwachheit schließ| O Herr, durch dich, Vereint ich meinen lauf, mit großen mit allen frommen, Zur frästen steh' ich auf: Du ew'gen ruhe kommen. weckst mich aus der erde; Daß deinem schön verklärten leib Mein leib auch ähnlich werde. 2. Ja, Herr! du führst sie einst heran Die stunde der erlösung; Die stunde, da ich hoffen kann Trost, freiheit und genesung; Da engeln gleich, Im himmelreich, Mich ruhe, lust und leben In ewigkeit umgeben. 7. Laß mich dir hier schon ähnlich sein, Auch leib und glieder sind ja dein, Du schenkst sie schöner wieder. O seele! o mißbrauch sie nicht; Denn sie sind Christi glieder. o 8. Was sorgst du für den leib, mein herz! Es ist sein mangel und sein schmerz Dem Heiland unverborgen. Er, der ihn einst verklären will, Wird hier wohl für ihn sorgen. 3. Der du die auferste hung bist, Du bists, an den ich gläube: Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, Jm tod nicht ewig bleibe; Und dein gericht Wird mich dann nicht mit trübsal, angst und schrecken, So wie die heuchler, decken. 4. Ich hoffe dann mit 9. Herr! auch im sterben freudigkeit Vor dir, mein bin ich dein. Der tod soll| Haupt, zu stehen; Und mit 221 Von der Auferstehung der Todten. dir in die herrlichkeit Froh- tet! Der freuden fülle ist bei lockend einzugehen. O hilf dir. Von dir, o Herr, geleimir doch Aus gnaden noch, tet, Werd ich in deinem Zum glück der ewigkeiten himmelreich, Unsterblich, Mich würdig zu bereiten. deinen engeln gleich, VollMel. Sei Lob und Ehr dem ic. kommne lust genießen. 265. Mein Heiland 5. Denn wo du bist, da sollen die, Die dir hier folgen, leben, Und ewig frei von schmerz und müh, Von seligen umgeben, Genießen deiner herrlichkeit. O was sind leiden dieser zeit, Herr, gegen jene freuden? 6. Laß die zukünft'ge herrlichkeit Mir stets vor augen 2. Wird gleich mein leib| schweben; Und oft in dieser des todes raub; Er wird dochprüfungszeit Mein Herz wieder leben, Und einst aus dahin erheben, Wo keine der verwesung staub Sich schwachheit uns mehr drückt, neugebildet heben, Wenn du, Wo wir, der sterblichkeit o großer Lebensfürst, Nun entrückt, Frohlockend vor deine todten rufen wirst, dir wandeln. Zum leben aufzuwachen. 3. Wie froh und herrlich werd ich dann Vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit ehren an; Läß'st in dein reich mich gehen. Forthin von keiner last beschwert, An leib und seele ganz verklärt, Leb ich bei dir dann ewig. 222 lebt! er hat die macht Des todes ganz bezwungen, Und siegreich aus des grabes nacht Zu Gott sich aufgeschwungen: Er ist mein haupt; sein sieg ist mein; Sein soll mein ganzes leben sein, Und ihm will ich auch sterben. 7. Erwecke mich dadurch zum fleiß, Der tugend nachzustreben, Und als dein jünger, dir zum preiß, Nach deinem wort zu leben. Und fühl ich hier noch noth und schmerz; So tröste selbst damit mein herz: Es kommt ein besser leben. Mel. Auf Christenmensch! auf ic du O 4. welch ein seligs theil 266. Herr! bu bist meiist mir In jener welt bereine zuversicht. Von der Auferstehung der Todten. Du lebst, ich werd auch glaub es dir, und zweifle leben. Du wirst mir, was nicht. Dein wort ist meine dein wort verspricht, Un- zuversicht. sterblichkeit einst geben. Dein jünger kommt nicht ins gericht: Dieß stärket meine zuversicht. 6. In diesem glauben stärke mich. Laß mich den trost empfinden, Den großen trost, daß ich durch dich Den tod kann überwinden. Grab und verwesung schreckt mich nicht; Denn du biſt meine zuversicht. mel. Wer nur den lieben Gottic. arum erbebst 267. W du noch, o seele Bei dem gedanken an das grab? Nicht dich umschließt einst seine höhle, Nur deine hütte sinkt hinab. Die schuf der Schöpfer erst aus staub; Drum wird sie der verwesung raub. 2. Du, zur unsterblichfeit erlesen, Schwingst dich empor zu Gottes licht, Und schaust den ursprung aller wesen Von angesicht zu angesicht; Bewunderst deines Gottes macht In jener welten bau und pracht. 2. Hier geh' ich oftmals weinend hin, Den saamen auszustreuen: Dort wird der herrlichste gewinn Der erndte mich erfreuen. Ich lei de; und verzage nicht: Denn du bist meine zuversicht. 3. Hier trag ich deine sanfte last. Wie groß ist meine würde! Jedoch die welt, die sie nicht faßt, Nennts fälschlich eine bürde. Einst trifft den spötter dein gericht, Und dann siegt meine zuversicht. 4. Sink immerhin, mein leib, in staub! Gott wird dich neu beleben. Nur hier werd ich des todes raub, Dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieses trosts gewicht! Wie sicher meine zuversicht! 223 5. Herr! diesen segen dank ich dir. Mich aus der gruft zu heben, Gingst du aus deinem grab herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich 3. Dann, seele, wirst du das verstehen, Was hier kein weiser mund erklärt; Was hier vollkominen einzusehen, Dein wissenstrieb umsonst begehrt: Dann trügt dich Von dem allgemeinen Weltgerichte. wahn und irthum nicht, kein spott Dich hier getrennt Und selbst die finsterniß von deinem Gott. wird licht. 224 5. Wenn nun der tag des Herrn erscheinet, Verläßt dein leib der gräber ruh. Zum zweitenmal mit dir vereinet, Wird er unsterblich, so wie du. O seele, zittre länger nicht, Daß deiner hütte bau zerbricht! 4. Dann wirst du den ganz nah erblicken, Den hier der glaube fern nur sieht; Den, der, dich ewig zu beglücken, Zum fluch gemacht am kreuz verschied. Dann freu dich, daß kein wahn, XXIII. Von dem allgemeinen Weltgerichte. Ein jeder wird davon, Wie er gelebt, den lohn Genau empfangen. Nach eigner bekannter Melodie. 268. Nuf! mensch, mach dich bereit! Vergiß der eitelkeit, Die dich umgeben: Bedenk nach deiner pflicht Das letzte weltgericht, Und jenes leben! 2. Die zeit verfliegt wie rauch: Dein leben ist ein hauch, Ein traum und schatten: Du wirst hinweggerafft, Dem richter rechen schaft Dort abzuſtatten. 3. Da gilt nicht rede- baum darnieder fällt, Bleibt kunst, Nicht freundschaft er dort liegen. oder gunst, Kein frech verneinen: Was man allhier versteckt, Wird dort ganz aufgedeckt Und klar er scheinen. 7. O ungemeßne zeit Grundloser ewigkeit! Was kann dir gleichen? Kein menschen- witz und fleiß Taugt, deinen weiten freis Je zu erreichen. 4. Man schlägt die bücher auf: Der menschen lebenslauf Wird durchgegangen: 8. Jhr sichern sünder, | wacht! Denkt an die lange 5. Wer sich zu Gott gewandt, Wird ihm zur rechten hand Mit ehren stehen: Wer aber von ihm wich, Muß dann auf ewig sich Zur linken sehen. 6. An einem augenblick Hängt unser weh und glück, Schmerz und vergnügen: Und wie in dieser welt Der 175091: Von dem allgemeinen Weltgerichte. nacht Voll Höllenschrecken! Laßt euch die gnadenzeit, Die Gott euch taglich beut, Zur buße wecken. 9. Bestellet euer haus, Macht heut die sachen aus; Hofft nicht auf morgen; Der richttag rückt herbei; Doch, wie und wann es sei, Ist euch verborgen. 10. Die boten gehn vorher; An himmel, erd und meer Erscheinen zeichen: Krieg, aufruhr, pest und brand, Nimmt mächtig überhand In vielen reichen. 11. Wie ihr an bäumen wißt, Daß es bald sommer ist, Wann sie jetzt grünen; So laßt auch eurem geist Die zeichen, die Gott weißt, Zur warnung dienen. 12. Der erden weiter kreis Wird zu der erndte weiß; Die sicheln blinken: Sie sind zum schnitt geweßt, Und wirklich angesetzt; Gott darf nur winken. 13. So schnell ein blitz verstreicht, Ein pfeil das ziel erreicht, Ein adler eilet; So schnell kommt Gottes Sohn, Wenn er den letzten lohn Der welt Der welt ertheilet. 225 14. Drum kauft euch in der zeit Das öl der frömmigkeit Und guter werke; Füllt eure lampen an, Daß an euch jedermann Den glauben merke. 15. Weil euer ſeelenfreund, Der könig, bald erscheint, Drum eilt geschwinde; Daß er zum abendmal In seinem freudensaal Euch fertig finde. 16. Hingegen säumet ihr, Bis er die gnadenthür Euch zugeschlossen; Dann ist der augenblick Zu jenem himmelsglück Bereits verflossent. 17. Darum, so haltet ein, Das herz mit speiß und wein Zu überladen, Daß euch der letzte tag Nicht schnell ergreifen mag Zu eurem schaden. 18. Schnell, wie ein fallstrick pflegt, Den man den vögeln legt, So wird er kommen, Den bösen zum verdruß, Zum seligen genuß Für alle frommen. 19. Wacht! daß ihr würdig seid, Dem großen herzenleid Noch zu entgehen, Und vor des menschen Sohn An seinem richterthron Beherzt zu stehen. 10** 226 Von dem allgemeinen Weltgerichte. Mel. Valet will ich dir geben. 269. hdent an dein gerichte, Du richter aller welt! Der thor nenn's ein gedichte, Das schwachen nur gefällt! Mich soll sein wahn nicht stören, Weil mich dein göttlich licht, Und mein gewissen, lehren, Du haltest einst gericht. 2. Ich seh' im geist die blitze, Und hör' die donner schon; Seh' auf dem richtersize, Dich großen Gottes sohn, Um den die heil'ge menge Erhabner Engel steht. Welch herrliches gepränge! O welche Majestät! 3. Umsonst sucht nun der sünder Vor deiner macht zu fliehn. Herr! alle menschen kinder Wirst du zur rechnung ziehn. Du rufft: und sie erscheinen Vor deinem richterthron. Den sündern und den deinen Gibst du gerechten lohn. 4. Mit jauchzen sehn die frommen Dein göttlich angesicht. Schon hier dem fluch entnommen, Zagt ihre seele nicht. Erfüllt ist nun ihr hoffen; Erlößt von aller müh Sehn sie den himmel offen Und du, Herr, segnestsie. 5. Wie angstvoll aber beben, Die hier dein wort verhöhnt, Und durch ein fleischlich leben Das eitle herz verwöhnt? Du gibst den sündenknechten Ihr theil in ew'ger pein; Und führest die gerechten In deine freude ein. 6. Herr! laß dein gerichte Mir stets vor augen sein; Und drücke sein gewichte In mein gewissen ein. Vor dir laß mich fromm wandeln, Und hier zu aller zeit So, wie ein weiser, handeln, Der seinen richter scheut. 7. Ist dann dein tag vorhanden, Wird diese welt vergehn; So hoff ich, nicht mit schanden Vor deinem thron zu stehn. Du stellſt mich dann zur rechten, Von aller schuld befreit; Führst mich mit deinen knechten In deine herrlichkeit. mel. Es ist gewißlich an der ic. 270. Schon ist der tag von Gott bestimmt, Da, wer auf erden wandelt, Sein loos aus Gottes händen nimmt, Nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des men Von dem allgemeinen Weltgerichte. retter sein? Jhr warten ist verloren! schen Sohn; Er kommt, Wer wird dann noch ihr und wolken sind sein thron, Der erden kreis zu richten. 2. Hier an dem rand der ewigkeit, Hier stehn die millionen, Die seit dem ersten tag der zeit Auf dieser erde wohnen; Nur dem Allwissenden bekannt, Unzählbar wie am meer der sand; Hier stehn sie vor dem richter. 6. Doch die gerechten leuchten dann, Wie sonnen an dem himmel. Du Herr, nimmst sie zu ehren an. O welch ein froh getümmel! Nun sehn sie mit vergnüg tem blick, Daß glaub und lieb das höchste glück Aus Gottes gnade erben. 7. Sie gehn nun in das wonnereich, Das Gott für sie bereitet, Und schn auf ewig, Engeln gleich, Ihr glücke ausgebreitet. stückwerk wird vollkommenheit; Kein kummer, keine traurigkeit Stört ihre ewge freude. Das 8. Mein Heiland! laß mich dein gericht Oft und mit ernst bedenken! Es stärke meine zuversicht, Wenn mich die leiden kränken. Es treib mich an, gewissenhaft Und eingedenk der rechenschaft, Nach deinem wort zu wandeln. 3. Hier muß der falsche wahn der welt Der wahrheit unterliegen. Hier, wo das recht die wage hält, Wird keine sünde siegen. Hier ist zur buße nicht mehr frist; Hier gilt nicht mehr betrug und list; Hier gilt kein falscher zeuge. 4. Der richter spricht; der himmel schweigt; Und alle völker hören Erwar tungsvoll und tiefgebeugt. Kommt, erbt das reich der ehren! So spricht er zu der frommen schaar. Doch die, die widerspenstig war, Heißt er nun von sich weichen. 227 5. O Herr! mit welcher majestät Wirst du das urtheil fällen: Die fünder, die dich hier verschmäht, Gehn dann gewiß zur höllen. Hier Der du schon längst des himquält sie die gewissenspein.mels thron Als Herrscher Mel. O Ewigkeit, du Donnerw. 271. Erhöhter Jeju, Gottes Von dem allgemeinen Weltgerichte. eingenommen: Du wirst führst du ein In das verdereinst zu rechter zeit, In heißne leben. Wer leugnet großer kraft und herrlichkeit, dann noch, Jesu Christ, Daß Vom Himmel wiederkom- du der erde richter bist? men. Gib, daß dann froh und voll vertraun Dich, Herr, auch meine augen schaun. 2. D Herr! wer fasset izt die pracht, Die deinen tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen? Wann du auf lichten wolken einst Mit deiner Engel heer erscheinst, Die sich vor dir, Herr, beugen: Dann steht die welt die Majestät, Dazu dich Gott, dein Gott erhöht. 228 5. O gib, wann nun dein tag erscheint, Daß ich in dir dann noch den freund Und Heiland wieder finde; Daß ich mit freuden vor dir steh, Und mit dir in den himmel geh, Ganz frei von noth und sünde. Laß mich nur stets vorsichtig sein, Und auch die kleinste sünde scheun. 6. Die tugend sei mir ewig werth; Und was dein wort von mir begehrt, Laß mich mit eifer üben. Niemals ermüde hier mein geist, Dich, den schon izt der himmel preißt, Aus aller kraft 3. Dann tönt dein ruf in jedes grab Mit allmachtsvoller kraft hinab, Und schafft ein neues leben. Auf| zu lieben: So hab ich in deinen wink muß erd und meer Das große unzählbare heer Der tødten wiedergeder ewigkeit Auch theil an deiner herrlichkeit. ben; Sie werden durch dich neu beseelt, Stehn lebend da, und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinem thron, Um jedem den bestimmten lohn Nach seiner that zu geben. Dann trifft den bösen schmach und pein, Den frommen aber Mel. Straf mich nicht in 1. 272. Herr! ich bin dein Dein ist auch mein leben. Mir zum heil und dir zum ruhm Hast du mirs gegeben. Väterlich Führst du mich Auf des lebens wegen Meinemt ziel entgegen. oud 2. Bald kommst du mit Von dem allgemeinen Weltgerichte. großer kraft Zum gericht auf erden: Dann soll ich zur rechenschaft Dargestellet werden. Dein gericht Schonet nicht, Richter aller welten! Denn du willst vergelten. 3. Weh dann mir in ewigkeit, Wenn ich deine gabe, Meine kräfte, meine zeit Hier gemißbraucht habe! Weh dann mir, Hab ich hier Dein geschenk verschwendet, Und nicht angewendet! 4. Laß doch täglich dein gericht mir vor augen schweben: Laß mich dann stets, meiner pflicht Treu zu sein, bestreben; Daß ich nie Thörigt sie Aus den augen setze, Nie mit fleiß verletze. 5. Lehre mich gewissenhaft Meine tage zählen; Jeden schritt zur rechenschaft Recht mit vorsicht wählen. Gib daß ich Ernst lich mich Jeden tag, auch heute, Auf sie zubereite. 6. Zeigt sich erst die ewigkeit Furchtbar in der nähe, O dann ist es nicht mehr zeit, Daß um gnad ich flche! Wann der ted Schon mir droht, kann ich deinen wil len, Herr, nicht mehr erfüllen. 229 7. Mein gewissen strafe mich Gleich für jede sünde, Heiland, daß ich bald durch dich Gnade such und finde. Rufe du Dann mir zu: Alles ist vergeben; Sünder, du sollst leben! 8. Dann erscheine zum gericht! Ich darfzu dir beten: Mich verstößt dein Vater nicht; Du wirst mich vertreten. Ewig dein Werd ich sein, Und mich, dich zu lieben, Ewig, ewig üben. Mel. Kommt her zu mir, ſpricht ic. 273.Grkommt, er kommt Von angesicht zu angesicht zum weltgericht! Seh ich den richter kommen. Es zittre, wer den Herrn verschmäht, Wer nicht im buch des Lebens steht! Ihr aber jauchzt, ihr frommen! 2. Fluch trägt der Herr und ewgen lohn. Mit blitzen wird des menschen Sohn Zum richterstuhle winken. Sein wink ist kraft und majestät: Gerechte, kommt! verbrecher, geht: Geht hin zu meiner linken! 3. Mein Herr, mein Gott! verlaß mich nicht. Ach, wer steht vor dir im gericht? Gedenk nicht meiner sünden! 230 Von dem allgemeinen Weltgerichte. Herr Jesu! lebend war ich dein: Ach, laß es mich auch ewig sein, Und gnade vor dir finden! 4. Welch ein wehklagen des geschrei! Ihr berg und hügel steht uns bei! Fallt über uns zusammen. O welch ein schreckliches gericht! Ihr wurm stirbt ewig, ewig nicht, Fort währen ihre flammen. 5. Bedenk, o mensch, die ewigkeit! Nicht morgen, sünder! sondern heut Fleh Gott an, dich zu hören. Durchdenke deinen lebenslauf: Such jeden greul herzens auf, Und eil', dich zu bekehren. 6. Des richters gnadenblick, geneigt zum heil und zur vergebung, zeigt Den guten schafen weide. Was dem geringsten wird gethan, Sieht er, als ihm erwiesen, an; Und spricht: geht ein zur freude! 8. Wenn aber diese arge welt Ein falsches urtheil von mir fällt, Wenn unverschuld't ich leide; Gedanke von dem weltgericht! Dann sei mir trost und zuversicht, Beruhigung und freude. 9. Heil! heil der stimme, wenn sie schallt: Ich komme bald, ich komme bald! Ja, komm, Herr Jesu! Amen. Halleluja! Halleluja! Der tag des heils kommt; er ist nah. Ja, komm, Herr Jesu! Amen. Mel. O Ewigkeit, du Donnerw. 274. Wie finster ist der tag! Wie fürchterlich sein donnerschlag! Wie schrecklich Gott im wetter! Wenn über uns der himmel glüht: Wenn unter uns die erde flicht: Wo bleibt für uns ein retter? Der große tag des weltgerichts Verkehret unsre welt in nichts. 1095 2. Ach fünder! richte dei7. Gedanke! nie verlassenen sinn Auf jenen tag des mich; Sei mir entsetzlich fürchterlich, Wenn fleisch und blut sich regen; Wenn welt und was darinnen ist, Mir schmeicheln, und mit ihrer list Zur sünde mich bewegen. schreckens hin: Verlaß nun welt und sünde. Erschrick vorm schrecklichen gericht! Thu buße, daß der richter nicht Dich unbereitet finde. Dann, wen er hier umsonst Von dem ewigen Leben. gesucht, Den weißt er von sich als verflucht. 3. Heiland! weck uns alle auf, Daß unser ganzer lebenslauf Dich ehre, dir gefalle. Du kommst! o XXIV. Von dem Mel. Wenn mein Stündlein ic. 275. Ein frembling bin ich in der welt, Und kurz sind meine tage. So manche noth, die mich befällt, Neizt mich hier noch zur klage. Doch Vater! deine ewigkeit Versüßt mir meine lebenszeit, Und stärkt mich selbst im leiden. 2. Jetzt, dadie sünde mich noch drückt, Seufzt meine bange seele Wie bald ist doch mein Herz berückt? Wer merkt, wie oft er fehle! Doch einst werd ich vollkommen rein, Ganz heilig und ganz selig sein. Dieß tröstet meine seele. 3. Vor meinen augen wandeln die, Die deine Lehre schmähen. Ihr freches herz verführet sie, Daß sie dein heil nicht sehen. Einst aber zittern sie vor dir, Wenn du als richter kommst, und wir Uns deiner ankunft freuen. 231 hilf, daß jeder christ, So lang er auf dem wege ist, Dir fromm entgegen walle. Hier leite uns auf ebner bahn, Und dort nimm uns mit ehren an. ewigen Leben. 4. In stiller nacht wein ich oft, Herr, Hinauf zu deiner höhe. Mein schwaches herz seufzt freudenleer, Wann ich den morgen sehe. Ein blick gen himmel tröſtet mich; Und meine thränen stillen sich Einst ganz in jenem leben. 5. Wenn mich der zukunft schicksal schreckt, Die noth der fernen tage; Wenn sie in mir die sorg erweckt, Ob ich sie auch ertrage: So mildert mir die ewigkeit Das kurze elend dieser zeit, Daß nicht mein herz verzage. 6. Der tod, der izt von ferne dräut, Wenn er nun näher winket, Wenn nach der arbeit dieser zeit Mein haupt zum schlummer sinket; So sterb ich gern. Die ewigkeit Zeigt mir des himmels herrlichkeit, Die alles übersteiget. 7. Herr! diesen trost, der mich erfreut, Vermehr' in Von dem ewigen Leben. meinem herzen. Mich stärke deine ewigkeit Bei meiner wallfahrt schmerzen. Sie sei in meinem tod mein heil, Und einst mein längst geeigner schwachheit sein. wünschtes theil, Wenn ich vom tod erwache. 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; Dort werd ich heilig und verklärt Der tugend ganzen werth empfinden, Den unaussprechlich großen werth: Dich, Gott der liebe, werd ich sehn, Dich ewig lieben und erhöhn. 232 Mel. Wer nur den lieben Gott c. 276. Nach einer prüfung kurzer tage Erwartet uns die ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die klage In göttliche zu friedenheit. Hier übt die tugend ihren fleiß, Und jene welt reicht ihr den preiß. 2. Wahr ists; der from me schmeckt auf erden Schon manchen seelgen augenblick: Doch alle freuden, die ihm werden, Sind noch kein recht vollkommnes glück. Er bleibt ein mensch, und seine ruh Nimmt in der seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des körpers schmerzen, Bald das geräusche dieser welt; Bald kämpft in seinem eignen herzen Ein feind, der öfter siegt als fällt; Bald sinkt er, durch des nächsten schuld, In kummer und in ungeduld. 4. Hier, wo die tugend öfters leidet, Das laster öfters glücklich ist; Wo man den glücklichen beneidet, Und des bekümmerten vergißt; Hier kann der mensch nie frei von pein, Nie frei von 6. Da wird, o Herr, dein heilger wille Mein wille und mein glücke sein; Und lieblich wesen, freud die fülle Wird mich an Gottes thron erfreun. Dann läßt mein wachsender gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im licht erkennen, Was ich auf erden dunkel sah; Das wunderbar und selig nennen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein geist, mit preiß und dank, Das schicksal im zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem throne dringen, Wo Gott, mein heil, sich offenbart; Ein heilig, heilig, heilig, singen Dem, der für mich ge Von dem ewigen Leben. Mel. Kommt her zu mir ic. opfert ward. Ihn preisen ſeine Seraphim, In ihren 277. Noch wallen wir chören jauchz' ich ihm. 9. Da werd ich in der Engelschaaren Mich ihnen gleich und heilig sehn! Das nie gestörte glück erfahren, Mit frommen stets fromm um zugehn; Da wird durch jeden augenblick, Ihr heil mein heil, mein glück ihr glück. im thränenthal, Gedrückt von kummer, müh und qual, Doch nur noch wenig tage! Dann fliehen wir aus dieser zeit Hinüber in die ewigkeit, Weit weg von jeder plage. 10. Da werd ich dem den dank bezahlen, Der Gottes weg mich gehen hieß, Und ihn zu millionenmalen Noch segnen, daß er mir ihn wieß; Da find ich in des höchsten hand Den freund, den ich auf erden fand. 11. Da ruft( o möchte Gott es geben!) Vielleicht auch mir ein sel'ger zu: Heil sei dir! denn du hast mein leben, Die seele mir " gerettet, du!" Gott! 11 wie muß dieß glück erfreun Der retter einer seele sein! 233 12. Was seid ihr, leiden dieser erden, Noch gegen jene herrlichkeit, Die an uns offenbar soll werden Von ewigkeit zu ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie Ist doch ein augen blick voll müh! 2. Dann sinkt der leib ins kühle grab, Der staub zu allem staub herab, Nicht sterblich mehr zu leben: Mit freiem flug und frohem blick Kehrt der entbund'ne geist zurück zu dem, der ihn gegeben. 3. O wohl ihm, war er fromm und gut, Wenn er von seiner arbeit ruht, Wenn thaten ihn begleiten! Wenn er, vereint mit Jesu Christ, Unsträftlich, rein und fähig ist Zum glück der ewigkeiten! 4. O hohes glück, vor Gott zu stehn: O freude! Jesus, dich zu sehn, Und mit dir deine glieder! Zu sehen dich in deinem licht Von angesicht zu angesicht, Dich, Erster aller brüder! 5. Doch erst am tag des auferstehns, Am tag des frohen wiedersehns, Wo himmel neu und erde; Am tag 234 Von dem ewigen Leben. 10. Und aller Seraphinen schaar, Und wer auf erden heilig war, Sind alle meine brüder; Sind alle nur ein leib mit mir, Und singen ewig, Jesu, dir Aus einem munde lieder. 11. Wie ist der seligkeit so viel! O freuden ohne maaß und ziel, Hoch über alles sehnen! O ewigkeit! o ewigkeit! Was ist das leiden dieser zeit! Wie nichts sind alle thränen! • 7. Wenn ich in jener königsstadt, Die Gottes hand gegründet hat, Im anschau'n mich verliere! Wenn ich in deinem him- lebt! Gott hält, was er vermelreich, Den Engeln und dir selber gleich, Ein neues leben führe. 12. Sei stark! sei freudenvoll, mein geist! Gott 8. Jch, ich, der izt noch thränen weint, Ich werde, wenn der Herr erscheint, Ich leuchten, wie die sonne! Ich sünder werd von sünden rein, Ich sterblicher unsterblich sein! Ich, Got tes bild und wonne. heißt! Gott ist der Gott der frommen! O glaub: nichts ist für dich zu groß, Für dich, zu dem aus Gottes schooß Der eigne Sohn gekommen. Met. Wie schön leuchtet der ic. 278. Gott, wie wird mein geist ent zückt, Wenn er nach deinem himmel blickt, Den du für uns bereitet! Wo deine milde Vaterhand Aus neuen wundern wird erkannt, Die du daselbst verbreitet. Mächtig Fühl ich mich erhoben, 9. Befreit und ewig fern von qual; Erquickt mit freuden ohne zahl, Gott immer, immer näher! Dann steigt mit jedem augenblick Der Dich zu loben, Der zum seele unaussprechlich glückleben, Daß dort ist, mich Noch unaussprechlich höher. will erheben. wo Gottes wunderkraft Mich ganz verklärt und neu erschafft, Was ich erst dann sein werde! 6. Wie dann mir wird zu muthe sein, Wenn alle todten, groß und klein, Jesu, vor dir stehen! Wenn du mich dann beim namen nennst, Vor Gott und Engeln mich bekennst, Ich ewig dich soll sehen! Von dem ewigen Leben. 2. Was sind die freuden dieser zeit, Was gegen jene herrlichkeit, Die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf erden zwar Viel wunder deiner güte dar, Zum fröhlichen empfinden. Doch hier Sind wir Bei den freuden Noch mit leiden Stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes leben. 3. Kein tod ist da mehr und kein grab. Dort trocknest du die thränen ab Von deiner finder wangen. Da ist kein leid, kein angstgeschrei; Denn du, o Herr, machst alles neu; Das alte ist vergangen. Hinfort Sind dort Von gerechten Gottes knechten Keine plagen Mehr zur prüfung zu ertragen. 4. In unsers Gottes heiligthum Schallt ewig seines namens ruhm Von millionen zungen. Da strahlt die herrlichkeit des Herrn; Da schaut man sich nicht mehr von fern, Man ist von ihr durchdrungen. Völlig Gibt sich Den erlößten, Sie zu trösten, Der zu kennen, Den sie hier schon Vater nennen. 5. Vor seinen augen wan deln sie, Auf ewig frei von 235 jorg und müh; Und schmecken seine güte. Hier stört nichts ihre hohe lust; Kein feind ist ihnen mehr bewußt: Kein gram quält ihr gemüthe. Kein neid, Kein streit Hemmt die triebe Reiner liebe Unter seelen, Die nun ewig nicht mehr fehlen. 6. Gott! welche schaar ist dort vereint! Die from men, die ich hier beweint, Die find ich alle wieder, Dort sammelt deine Baterhand, Die, so sie liebreich hier verband; Und ewig sind wir brüder. Ewig Werd ich, Frei von mängeln, Selbst mit Engeln Freundschaft pflegen: 0, ein umgang reich an segen! 7. Wo ist mein freund, des Höchsten Sohn, Der mich geliebt? wo glänzt sein thron? In jenen himmelshöhen! Da werd ich dich, Herr Jesu Christ, So menschenfreundlich, wie du bist, Auch mit entzücken sehen. Da wird, Mein Hirt, Nichts mich scheiden Von den freuden, Die du droben Deinen freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die 236 Von dem ewigen Leben. neue welt, Die Gott den frommen vorbehält! Kein mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der herrlich keit, Du hast die stätte mir bereit't: Hilf mir sie auch ererben! Laß mich Eifrig Darnach streben, Und so leben Auf der erde, Daß ich dort dein erbe werde. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 279. Es ist noch eine ruh vorhanden Für jeden Gott ergebnen geist, Wenn er sich dieses körpers banden Nach Gottes willen, einst entreißt, Und nun nicht mehr so eingeschränkt, Als hier auf erden, lebt und denkt. 2. Herr! die zu dieser ruhe kommen, Wie selig sind doch alledie! In deinem himmel aufgenommen, Ruhn sie von dieses lebens müh. Nach aller last, die sie gedrückt, Wird ewig nun ihr herz erquickt. 3. Wie mütter ihre fin der trösten, So segnet mit zufriedenheit Auch deine gnade die erlößten Nach überstandner prüfungszeit. Du selbst machst ihnen of fenbar, Wie gut stets deine führung war. 4. Da schweigen alle ihre klagen; Da bringt mit frohem lobgesang, Selbst für die ausgestandnen plagen, Dir ihre seele preiß und dank. Nun jauchzen sie: es ist vollbracht! Der Herr hat alles wohlgemacht! 5. Forthin bekümmert sie kein leiden, Kein schmerz und keine schwachheit mehr. Gott führt sie zu vollkommnen freuden, Und krönet sie mit preiß und ehr. O unaus sprechlich süße ruh! O Gott, wie herrlich tröstest du! 6. Wer kann hier deine gnade fassen? Du willst den, der dich redlich liebt, Nicht ewig in der unruh lassen, Die dieses leben noch umgibt. O mach uns ja hier in der zeit Recht würdig für die ewigkeit! 7. Mein Heiland, der du selbst auf erden Der leiden joch getragen hast! Will ich des lebens müde werden, Und fühl ich dieser tage last; So stärke mächtig meinen geist, Daß er dem unmuth sich entreißt. 8. Gib, daß in hoffnung jener ruhe, Die Gottes volk verheißen ist, Ich gern des Von dem ewigen Leben. Vaters willen thue, Wie du 4. Dann wirst du dich darin mein fürbild bist; So ernd' ich nach mühseligkeit Die freuden deiner ewigkeit. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 280. wie unaus sprechlich selig Werden wir im himmel sein! Da, da erndten wir unzählig Unsers glaubens früchte ein. Da wird, ohne leid und zähren, Unsre freude ewig währen. Gott! zu welcher seligkeit Führst du uns durch dieſe zeit! 2. Zwar das glück, das du den deinen Dort bei dir bereitet hast, Kann hier noch nicht klar erscheinen, Und kein mensch auf erden faßt Deines himmels große freuden. Doch nach dieses le bens leiden Werden alle, die dir traun, Mehr noch, als sie hoffen, schaun. 237 3. Neue wunder deiner güte Werden unser glück erhöhn; Mit erstaunendem gemüthe Wird dann unser auge sehn, Deine huld sei überschwenglich, Und die wohlfahrt unvergänglich, Die dem, der dich redlich liebt, Deine Vaterhand dort gibt. unsern seelen Offenbaren, wie du bist. Keine wonne wird uns fehlen, Da, wo alles wonne ist. Zu vollkommnen seligkeiten Wird uns dort der Heiland leiten, Der uns dieses glück erwarb, Als am kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner from men menge, Ein herz, Eine seele sein, Liebe, dank und lobgesänge Dir, du großer Gott, zu weihn; Dir und dem, der selbst sein leben Willig? für uns hingegeben. mit ihm, unserm größten freund, Sind wir ewig dann vereint. 6. O! wer sollte sich nicht sehnen, Aufgelößt und da zu sein, Wo nach kummer, noth und thränen, Ew'ge güter uns erfreun; Wo sich unser kampf in palmen, Unser Ach in freudenpsalmen, Unsre angst in lust verkehrt, Die forthin kein kummer stört! 7. Was ist unser loos auf erden? Obs auch noch so köstlich sei, Ists doch nie ganz von beschwerden, Sorgen, furcht und fummer frei. 238 Von der Buße und Bekehrung. Schnell folgt hier auf lust oft weinen: Dort nur wird die zeit erscheinen, Wo kein wechsel mehr uns beugt, Wo die wonne immer steigt. kommen: Trachte weil du hier noch bist, Nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne heiligung wird feiner, Herr, in deinen himmel gehn. Mach mein 8. Seele! sei dann hoch herz hier immer reiner, erfreuet Ueber das erhabne Mach es würdig dich zu glück, Das dir einst dein sehn! Hilf du selber meiGott verleihet! Richte hoff ner seele, Daß sie nicht den nungsvoll den blick Oft nach weg verfehle, Der mich jener stadt der frommen, sicher dahin bringt, Wo Streb mit ernst, dahin zu man ewig dir lobsingt. Dritte Abtheilung. Lieder über die christlichen Lebenspflichten. I. Von der Buße und Bekehrung. Mel. Vater unser im Himmelr.|| gelts mit dem eid, 281. So wahr ich le- wem die sünd ist leid! selig, be! spricht dein Gott, Mir ist nicht lieb des sünders tod: Mein wunsch und wille ist vielmehr, Daß er von sünden sich bekehr, Sich bessre in der gnadenzeit, Und mit mir leb in ewigkeit. 3. Doch hüte dich vor ficherheit: Denk nicht: zur buß ists immer zeit; Ich will mich meines Lebens freun, Und werd ich dessen müde sein, Alsdann will ich bebekehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 2. Dieß wort bedenk, o sünder, wohl! Verzage nicht verzweiflungsvoll: Du nimmst an der erlösung theil; Hier findest du trost, gnad und heil; Und Gott beste 4. Wahr ist es: Gott ist stets bereit Zum wohlthun, zur barmherzigkeit; Doch wer auf gnade böses thut, Gering schätzt das versöh Von der Buße und Bekehrung. nungsblut Und seiner seele selbst nicht schont, Dem wird, wie er verdient, gelohnt. 5. In seinem Sohne will dir Gott Das leben schenken für den tød. Du aber, sünder! weißt du wohl, Wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir kund: Verborgen ist die todesstund. 6. Heut lebst du; heut bekehre dich; Eh morgen kommt, kanns ändern sich. Wer heut ist stark, gesund und schön, Kann morgen schon am grabe stehn: Stirbst du nun ohne beßrung hin, Wie willst du dem gericht entfliehn? 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich nun eilend komm zu dir, Und mich bekehre unverweilt, Eh mich mein ende übereilt, Damit ich heut und jederzeit Zum letzten tage sei bereit. Mel. O 282. Willst du die buße noch, Die Gott gebeut, verschieben; So schändest du dein herz, Und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine besserung nicht Bott Gott du frommer Gott. 239 deiner seele glück? Und wer verschiebt sein heil Gern einen augenblick? 2. Allein wie schwer ists nicht Sein eigen herz bekämpfen, Begierden widerstehn, Und seine lüste dämpfen? Ja, sünder! es ist schwer: Jedoch zu deiner ruh Ist dieß der einz'ge weg, Und dem entsagest du? 3. Ist deine pflicht von Gott, Wie kannst du sie vergessen? Nach deinen kräften selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch? Ist Gott dann ein tyrann, Der mehr von mir verlangt, Als ich ihm leisten kann? 4. Sprich selbst: gewinnet Gott, Wenn ich ihm kindlich diene, Und, seiner werth zu sein, Im glauben mich erkühne? Wenn du die tugend übst, Die Gott, dein Herr, gebeut, Wem dienst du? strebst du nicht Nach deiner seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, Das laster zu verlassen? Weil es dein unglück ist, Befiehlt es Gott zu hassen. Was weigerst du dich noch, Der tugend freund zu sein? Weil sie dich glück Von der Buße und Bekehrung. 10. Jsts g'nug zur seligkeit, Daß wir als die erlößten, Wenn uns der tod ergreift, Uns sicher Christi trösten? Ist das bekenntniß g'nug, Daß uns die sünde gen? Er gab dir die ver- reut; So ist kein leichter nunft, Und du verleugnest fie: Er sendet dir sein wort, Und du gehorchst ihm nie. 6. Gott beut die kraft dir an, Das gute zu vollbringen: Soll er durch allmacht dich, Ihm zu gehorchen, zwinwerk, Als deine seligkeit. 7. Sprich nicht: Gott kennt mein herz; Ich hab es ihm verheißen, Mich noch einmal, ja bald, Vom laster loszureißen; Nur izt ist mirs zu schwer! Doch diese schwierigkeit, Die heute dich erschreckt, Die wächst ja durch die zeit. 8. Jeöfter du vollbringst, Was fleisch und blut befohlen, Je stärker wird der hang, Die that zu wiederholen. Scheust du dich heute nicht, Des Höchsten feind zu sein; Um wie viel weniger Wirst du dich morgen scheun? 9. Ist dann die buß ein werk Von wenig augenbliden? Kann dich kein schnel13. Noch heute, weil du lebst, Und seine stimme hörest; Noch heute schicke dich, Daß du vom bösen kehrest; Begegne deinem Gott; ler tod Der welt noch heut|| Willst du, zu deiner pein, entrücken? Ist ein geschrei zu Gott, Ein wunsch nach besserung, Und angst der misfethat, Die wahre heiligung? Dein hier versäumtes glück Nicht ewig noch bereun. 14. Entschließe dich beherzt, Dich selber zu besie 240 lich macht, Befiehlt sie Gott allein. 11. Doch fordert Gott von uns Die reinigung der seelen; Ist keine seele rein, Der glaub und liebe fehlen; Ist dieses dein beruf, Gott dienen, den du liebst; So zittre vor dir selbst, Wenn du dieß werk verschiebst. 12. Hat Christus uns erlößt, Damit wir fünder bleiben, Und, sicher durch sein blut, Das laster höher treiben, Gebeut uns Christi wort Nicht tugend, recht und pflicht; So ist es nicht von Gott. Gott widerspricht sich nicht. Von der Buße und Bekehrung. gen: Der sieg, so schwer er ist, Bringt göttliches vergnügen. Was zagst du? geht er gleich Im anfang langsam fort; Sei wacker! Gott ist nah; Und stärkt dich durch sein wort. an; 15. Ruf ihn in bemuth Er tilget deine sünden. Und läßt dich sein gesetz Erst auch den fluch empfinden; So widerstrebe nicht: Denn diese traurigkeit Wirkt eine reu in dir, Die niemals dich gereut. 16. So süß ein laster ist, So gibts doch keinen frie den: Der tugend nur allein Hat Gott dieß glück beschieden. Ein mensch, der Gott gehorcht, Erwählt das beste theil; Ein mensch, der Gott verläßt, Verläßt sein eignes heil. 17. Die buße führt dich nicht In eine welt voll leiden; Gott kennt und liebt dein glück; Sie führt zu deinen freuden, Macht deine seele rein, Füllt dich mit zuversicht; Gibt weisheit und verstand, Und muth zu deiner pflicht. 18. Sprich selbst: ist dieß kein glück, Mit ruhigem ge241 wissen Die güter dieser welt, Des lebens glück genießen, Und mäßig und gerecht In dem genusse sein, Und sich der seligkeit Schon hier im glauben freun? Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 283. 5öchster! denk ich an die güte, Die du mir bisher erzeigt; O so wird mein ganz gemüthe Tief beschämet und gebeugt, Daß ich dich gering geschätzt, Dein gebot hintangesetzt, Und dich, der du mich geliebet, Mit vergehungen betrübet. 2. Alle meine seelenkräfte, Meine glieder sind ja dein; Und sie sollten zum geschäfte Deines diensts geheiligt sein. O wie hab ich sie entweiht! Ach, zur ungerechtigkeit Und zum schnöden dienst der sünden Ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine huld war jeden morgen Ueber mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren sorgen Machtest du mein herze frei! Was mir nützte, gabst du mir. Aber, ach! wie dankt' ich dir? O wie hab ich so vermessen Deines wohlthuns zweck vergessen! 11 Von der Buße und Bekehrung. 4. Bei dem hellen licht du mich selbst recht treu, der gnaden Sollt ich ja die Dich zu lieben, dir zu leben. sünde fliehn; Und um ret-| Ewig will ich dich erheben. tung von dem schaden Mei242 ner ſeele mich bemühn. Deine güte lockte mich Oft zur buße; aber ich Merkte nicht dein sanftes locken, Ließ die sünde mich verstocken. 5. Ach! an dir hab ich gesündigt: Gott, mein Va ter, zürne nicht! Dir hab ich oft aufgekündigt Meine schuld'ge kindespflicht. Ach vergib, was ich gethan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom sündenpfade Schnell zurück durch deine gnade. 6. Dir ergeb ich mich aufs neue; Gib, daß mein beschwerter geist Deiner Vaterhuld sich freue, Die dein tröstend wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, Da er für die sünder starb, Fried und freude im gewissen, Ach! das laß auch mich genießen. 7. Stärk den vorsatz meiner seele: Herz und leben sei nun dein! Gib, daß mirs an kraft nicht fehle, Folgsam deinem wort zu sein. Stehe mir allmächtig bei; Mache Mel. Herr! ich habe mißgeh. 284. Herr! an bir hab ich gesündigt; Herr, bei dem ich gnade such. Dein gerecht gesetz verkündigt Jedem übertreter fluch: Und was kann vor seinem schrecken, Nichter aller welt! mich decken? 2. Kann ich deiner Hand entfliehen? Du bist allenthalben nah. Stieg ich, dir mich zu entziehen, Himmelan, so bist du da. Stürzt' ich in die tiefe nieder: Deine rechte hält mich wieder. 3. Herr! ich flieh in deine hände: Außer dir ist keine ruh. Dein erbarmen hat kein ende! Wer ist gnädiger, als du? Du bist Gott, und kannst vergeben; Ach vergib, und laß mich leben! 4. Groß sind meiner fünde schulden; Ihre last ist mir zu schwer. Ja wenn, länger mich zu dulden, Deine langmuth müde wär; Müßt ich, würdest du nur winken, In des todes nacht versinken. 5. Mich für straflos zu erklären, Reichet meine reit Von der Buße und Bekehrung. nicht zu; Und zerflöß mein| lößt mit todesschmerzen; herz in zähren, Fänd ich dar- Daß meine seele nicht mit um noch nicht ruh. Können weh In ihren sünden uneines sünders thränen Dich, tergeh. Dank sei dir, o o Heiligster, versöhnen? mein Netter! 6. Gottversöhner! dein erbarmen, Dein für mich vergoßnes blut, Und dein tod erlößt mich armen, Heilet mich, und gibt mir muth. Dein verdienst ists, was mich decket, Wenn mich dein gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen sünden; Schaff ein reines Herz in mir: Laß bei dir mich ruhe finden, Zieh mich immer mehr zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, Mein Erlöser! dir zu leben. 243 armer. 2. Beladen komm ich: nimm die last, Nimm du sie mir vom herzen, Der du auch mich erlöset haft, Er3. Wenn mir, o Heiland aller welt, Die menge meiner sünden Aufs herz, wie ein gebirge, fällt, Wo kann ich rettung finden! Ich finde fie bei dir allein! Verloren würd ich armer sein, Wenn ich dein wort nicht hätte. 4. Begnadigung und heil verspricht Es denen, die dich ehren, Und renevoll zu ihrer pflicht Mit ernst zurücke kehren; Und nun vom sündenjoch befreit, Aus herzlicher erkenntlichkeit, Nach deinem willen leben. Nach bekannter Melodie. 5. Dein aug, o Herzens285. u höchstes gut, tenner, sieht Der größten du Du Heiland der erlößten; Auf dem des frommen hoff nung ruht, Und des sich sünder trösten. Getrost darf sich dir jeder nahn, Heil und vergebung zu empfahn: Hier komm auch ich, ich sünder einen Mit heilverlangendem gemüth Hier auch um gnade weinen. Ach würd'ge mich gefallenen Des blickes voll erbarmungen, Womit du Petrum ansahſt! 6. Vertrauensvoll erkühn ich mich zu dir empor zu blicken, Du Seligmacher, der du dich Freust, seelen zu beglücken. Vergib, o Herr, der gern vergibt! Und was 11* 244 Von der Buße und Bekehrung. ich unrechts hab verübt, Das tilge deine gnade! 7. Wie groß ist diese seligfeit, Sein herz vor dir zu stillen! Wie edel die entschlossenheit, Zuthun, Herr, deinen willen! O leite mich auf dieser bahn, Daß ich, dein sel'ger unterthan, Gern|| hin. dein gesetz befolge. 8. Der du allein zu helfen weißt, Heil mich durch deine wunden: Stärk mich mit deinem freudengeist In meinen letzten stunden: Und nimm mich dann, o Jesu Christ, Hinüber, wo kein tod mehr ist, Zum leben der gerechten! Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 286. mächtiger! ich staub, ich sünder, Steh hier vor deinem angesicht. Erbarmer aller menschenkinder, Ach geh mit mir nicht ins gericht! Ich bin nicht deiner gnade werth, Doch sie läßt keinen unerhört. 2. Um trost ist meiner seele bange. Die last gehäufter missethat Liegt schwer auf mir, die dich) so lange, Gerechter Gott, gereizet hat. Weß tröst ich mich, ich schuldiger, Als deiner nur, Barmherzigster! 3. Soll ich an deiner huld verzagen? Ich, dein geschöpf? das willst du nicht. Du, der mich hat bis jetzt ertragen, Bleibst ewig meine zuversicht. Du, Gott, durch den ich leb und bin, Gibſt mich nicht dem verderben 4. Betrübte folgen meiner sünden! Ach meine schuld! wer tilget die? Du lässeft noch mich ruhe finden! Du bists, du selber tilgest sie. Hab ich nicht auch an Jesu heil, An seiner ganzen liebe theil! 5. Er hat auch mir das recht verdienet, Getrost zu dir empor zu sehn; Und wenn der sünder sich erfühnet, Durch ihn vergebung zu erflehn, So bist du Vater, der vergibt, Und lieber segnet, als betrübt. 6. Sprichst du zu mir: dir ist vergeben; So stillt sich mein gewissensschmerz: Und will mein zaghaft herz noch beben, So bist du größer, als mein herz. Dein gnadenwort macht alles gut, Und schenket selbst zur tugend muth. 7. Jch zweifle nicht, ic Von der Buße und Bekehrung. bin erhöret; Mein glaube sagt mir, daß ichs bin. Der trost, der sich im Herzen mehret, Der neue dir ergebne sinn; Dieß kindliche vertraun auf dich, Bezeugens: du begnadigst mich. Nach bekannter Melodie. 287. A ch Gott und Herr! Wie groß und schwer Sind meine vie len sünden! Wie drückt mich doch Des elends joch! Wo kann ich hülfe finden? 2. Flög ich gleich weit Voll bangigkeit Bis an des erdreichs enden, Der angst und pein Befreit zu sein; Doch würd ich sie nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich: Verstoß nicht mich, Der ichs so sehr verdienet. Ach geh doch nicht, Gott, ins gericht! Dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Solls ja so sein, Daß straf und pein Auf sünde folgen müssen; So fahr hier fort: Nur schone dort, Muß ich auch hier viel büßzen. 5. Vergiß der schuld! Gib mir geduld, Und ein gehorsam herze; Daß ich mein heil, Mein bestes theil, 245 Durch murren nicht verscherze. 6. Verfahrmit mir, Wie's dünket dir: Du stärkst mich, es zu leiden. Nur wollst du mich Nicht ewiglich Von deiner gnade scheiden! 7. Das thust du nicht! Mitzuversicht Kann es mein glaube hoffen: Durch Christi tod Bist du mein Gott; Dein himmel steht mir offen. 8. Herr Jesu Christ! Mein' zuflucht ist Daskreuz, an dem du starbest; Und mir zu gut Mit deinem blut Die seligkeit erwarbeſt. 9. Hier, hier blieb ich; Und ob auch sich Mein leib und seele scheiden: Ich werde dort Bei dir mein Hort, Ererben ewge freuden. 10. Gott ehr und ruhm! Sein eigenthum Bleib ich in Jesu namen. Ich zweifle nicht; Mein Heiland spricht: Wer glaubt, wird selig: Amen. met. Wie soll ich fliehen hin ic. 288. Wo flich ich fünder hin, Der ich umgeben bin Von schrecken meiner sünden? Wo kann ich rettung finden? Hilft Gott nicht selbst mir 246 Von der Buße und Bekehrung. 2. Ja du, o Jesu, du Russt mir noch gnädig zu. Mit Hoffendem gemüthe Flieh ich zu deiner güte. Laß du auf mein gewissen Ein tröpflein trostes fließen. 7. Verziehen hast du mir: Herr! wie dank ichs dir! Du Gott, vor dem ich weine: Du siehest, wie ichs meine: Du siehest mein bestreben, Dir würdiger zu leben. 8. Herr! deß ich ewig bin, Gib mir den festen sinn, 3. Des herzens angst ist| Das alles stets zu meiden, Was mich von dir kann scheiden. So leb ich dir, und erbe Den himmel, wenn ich sterbe. mel. Es ist gewißlich an der ic. 289.Bater der barmherzigkeit! Ich falle dir zu fuße, Und thu noch in der gnadenzeit Von ganzem Herzen buße. Was ich nicht recht gethan vor dir, Erbarmer! das verzeihe mir, Nach deiner großen güte. 2. Du Geber wahrer seelenruh, Nimm von mir, was mich quälet. Durch deine gnade wirke du, Woran es mir noch fehlet. Gib mir den Geist der heiligung, Daß ich in meiner besserung, Es täglich weiter bringe. 3. Und du, o Jesu, der du dich Für uns dahin gegeben; Du hast aus freier huld auch mich Erlößt zum ewgen wieder, So sink ich trostlos nieder. groß: Mach mich derselben los. Groß ist der sünden schade; Doch größer deine gnade, Die dem verderben wehret, Und sluch in segen fehret. 14. Ich traue, Herr, auf dich! Dein blut floß auch für mich. O Tilger meiner sünden, Laß du mich gnade finden! Sprichst du: dir ist verziehen; So wird mein kummer fliehen. 5. Zwar viel noch mangelt mir, Doch, Gütigster, von dir Kommt jede gute gabe, Die ich vonnöthen habe. Du wirst mich unterstützen, Und in versuchung schützen. 6. Wie unerschrocken ruht Das herz in deiner hut! Du hast ja selbst verheißen, verheißen, Nichts soll mich dir entreißen, Der ich dir angehöre; Folg ich nur deiner lehre. Von der Buße und Bekehrung. leben. Mein Seligmacher und mein Gott! Erbarm dich meiner seelennoth, Und gib mir deinen frieden. 4. Für fünder floß dein theures blut, Zur rettung vom verderben. So komm es dann auch mir zu gut, Im leben und im sterben. Von jeder fernern sündenthat, Die dich so viel ge kostet hat, Laß michs zu rücke schrecken. 247 wieder. Groß ist meine fündenschuld, Die mich innigst reuet; Größer deine Vaterhuld, Die mich noch erfreuet. 6. Und schlägt die letzte stunde mir, So hilf mir überwinden. Laß meine seele trost bei dir, Du Gott des trostes, finden. Belehre mich, daß schmerz und noth, Und selbst der letzte feind, der tod, Mich doch zum leben führe. 2. Zwar ich bins nicht werth, zu dir Kindlich auf zusehen. Doch du bleibst ein Vater mir, Du vernimmst mein flehen, Kennst mein herz, ermunterst mich, Es vor dir zu stillen. Du erhörst mich väterlich Noch um Christi willen. 5. Geist Gottes! du, der 3. Du bist meine zuverseelen licht, Regierer der gesicht; Außer dir ists keiner. danken! Erinnre mich ans Dein geschöpf verwirfst du weltgericht, Wenn je mein nicht; Gott, dich jammert herz will wanken; Damit seiner. Der du deinen Sohn ich jedes laster flieh, Und ehr- für mich In den tod gegeben; sucht, geiz und wollust nie|| Sein erlößter bin auch ich, Mein Herz beflecken möge. Theu'r erkauft zum leben. 4. Dieß, dieß soll in jedem schmerz Mein vertraun erwecken: Vor der sünde soll mein Herz, Nicht vor dir, erschrecken. Trauen will ich, Vater dir; Stets die fünde hassen, Nie vergessen, daß du mir So viel schuld erlassen. 5. Preiß sei dem AllgüMel. Schwing dich auf zu zc. 290. Gott, mein Vatigen, Der mein seufzen tenter! ich dein kind Falle vor dir nieder. Siehe, was mein herz em pfind't, Und erbarm dich net; Der dem gnadesuchenden Freien zutritt gönnet. Seele! freu dich vor dem Herrn; Fleuß von freuden 248 Von der Buße und Bekehrung. über: Gott, dein Gott, verstößt nicht gern, Er begnadigt lieber. Laß trost und ruh, um des Versöhners willen, Mein herz erfüllen. 6. Ewig bist du so ge 5. Vom abend an bis zu sinnt, Schöpfer meiner see- dem frühen morgen Hoff le! Ach, wenn ich, dein ich auf dich: o stille meine strauchelnd kind noch aus sorgen! Du schenkest ja beschwachheit fehle; So geladenen und müden Gern denkst du, der du weißt, Daß deinen frieden. mein herz dich ehret, Ich sei staub: und du verzeihst Dem, der wiederkehret. Mel. Herzliebster Jesu, was 1. 291.9us dunkler tiefe, Herr! mit schwerem Herzen, Ruf ich zu schmerzen. Gott! mache du mich meines fummers le dig, Und sei mir gnädig! 6. Ja, seele! hoffe nur auf Gottes gnade. Noch mächt'ger ist sie, als dein sündenschade. Ihr starker arm wird dich aus allem bösen Herrlich erlösen. met. Wenn mein Stündlein 2c. fünder darf u bir in meinen füünden- 292. Jmein auge nicht Zu dir, o Gott, erheben. Vor deinem reinen angesicht Muß ich, ich armer, beben. Ich fühl, wie übel ich gethan: Wer nimmt sich meines elends an, Wer kann mich sünder retten? 2. Mein Vater! ach, ich bin nicht werth, Dich Bater mehr zu nennen. Ach, deinen ruf hab ich gehört, Und wollt ihn doch nicht kennen.. Du warnetest mich durch dein wort; Doch ging ich meinen irrweg fort, Al3 wenn kein richter wäre. 3. Viel tiefer, als ichs sa2. Beschämt erkenn und fühl ich meine sünden. Laß, Vater, mich erbarmung vor dir finden. Willst du auf schuld und übertretungsehen; Wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, Herr, steht es zu vergeben. Du willst nicht tödten; nein, wir sollen leben. Uns soll die größe deiner liebe lehren, Dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir, Herr, alle meine fehle. Gott! dei ner harret meine müde seele. Von der Buße und Bekehrung. gen kann, Jst in mir mein verderben. Herr! nimmst du meiner dich nicht an, So muß ich ewig sterben. Doch gern verschiebst du dein gericht, Und willst den tod des sünders nicht, Willst meinen tod nicht, Vater! 4. Von dir, der du die liebe bist, Darf ich vergebung hoffen: Dein Vaterherz, o Vater, ist Auch mir durch Jesum offen; Wenn nur mein herz recht redlich ist, Wenn ich voll reu an Jesum Christ Von ganzer seele glaube. 249 5. Vergeben kannst du: ach, vergib! Ich falle dir zu fuße. Vergeben willst du: ach, vergib! Verwirf nicht meine buße, Zwar groß ist meine sündenschuld; Doch größer noch ist deine huld, Mein Gott, mein Herr, mein Vater! mir Lust und stärke: Von dir nur, Vater alles lichts, Kommt kraft zu gutem werke. Drum, bester Vater! bitt ich dich: Um Jesu willen stärke mich Zum wollen und vollbringen. Mel. Allein zu dir Herr Jesu 16. 293. Auf dich allein, Herr Jesu Christ, Soll mein vertraun sich gründen; Auf dich, der du mein Heiland bist: Sonst ist kein heil zu finden. Es ist kein retter außer dir; Kein mensch, kein Engel, welcher mir Aus meinen nöthen helfen kann: Dich ruf ich an; Du bists, der helfen will und kann. 6. Hier lieg ich tief gebeugt vor dir, Mit sünd und fluch beladen. Ach neige du dein herz zu mir, Du Vater aller gnaden! Vergib mir, wie dein wort verheißt; Vergib, und schenk mir deinen Geist Zu einem bessern leben. 2. O Heiland! meine schuld ist groß; Sie reuet mich von herzen. Erbarme dich, und sprich mich los, Durch deines todes schmerzen. Weil du für mich genug gethan, Nimmt Gott auch mich zu gnaden an. So bin ich los der sündenlast: Mein glaub umfaßt Dich, der du sie getragen haſt. 3. Hilf, daß ich meines glaubens kraft Durch wahre 7. Ach! ohne dich ver- lieb erweise. Ja, mache mag ich nichts; Drum gib du mich tugendhaft Zu dei11** 250 Ben der Buße und Bekehrung. 294. J nes namens preise. Sei mir in meiner prüfungszeit Ein helfer voll barmherzigkeit; Und naht die letzte stunde sich, Dann zeige dich In deiner gnad, und rette mich! Mel. Jesu meines Lebens Leben. erhebe mein gemüthe Sehnfuchtsvoll, o Gott, zu dir; Denn ich kenne deine güte: Owie theuer ist sie mir! Gott der liebe und des lebens! Keiner hofft auf dich vergebens. Nur verächter deiner Huld Stürzet ihre eigne schuld. TO THE 4. Gott! du willst des sünders leben: Seine seele ist dir werth. Gnädig willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem sündenwege Machst du sein gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner pflicht Umkehrt; den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die elenden, Deren herz sich dir ergibt; Die sich flehend zu dir wenden, Ueber ihre schuld betrübt. Freude schenket deine güte Dem geängsteten gemüthe, Welchem du die sündenlast Liebreich abgenommen hast. 2. Lehre Herr, mich deine wege; Zeige deinen willen mir: Daß ich nicht verirren möge, Führe du mich selbst zu dir! Gott, du siehest mein vertrauen. Sicher kann ich auf dich bauen: Deine Batertreue ist Ewig, wie du selber bist. 6. Herr! zu was für seligkeiten Du, in jener bessern welt, Jeden frommen noch willst leiten, Der dir treu und glauben hält, Offenbarst du allen seelen, Die zu ihrem heil dich wählen: Deinen ganzen gnadenbund Machst du deinen kindern kund. 3. Ach! gedenke an die sünden Meiner jugendjahre nicht! Laß mich armen gnade finden, Gott, vor deinem angesicht. Alle sünden, die uns reuen, Willst du, Vater, ja verzeihen. 7. Dir will ich mich dann ergeben: Gott, mein Gott! verlaß mich nicht. Laß mich Dimmer heilig leben, Herr, so höre dann auch mich: vor deinem angesicht. KeiMeine seele hofft auf dich. ne schnöde lust der sünden Von der Buße und Bekehrung. Müsse mich mehr überwinden: Ach bewahr, ich bitte dich, Meinen geist, und stärke mich! 251 elend kaum! Verwundet blutete mein herz; Betäubt empfand ich keinen schmerz. seele 5. Nun bin ich nah dem untergange, Den, Herr, dein recht dem fünder droht, Um trost wird meiner bange, Um einen retter aus der noth. Mein richtendes gewissen wacht, Und alles um mich her ist nacht. Mel. Wer nur den lieben Gott c. 295. Mein Gott! zu dem ich weinend flehe, Erbarme dich, erbarme dich! Noch einmal sich von deiner höhe Mit gnadenvollem blick auf mich! Erbarme dich, und geh noch nicht Mit mir, du Nächer, ins gericht! 6. Zu wem, o Vater, soll ich fliehen? Wo findet meine seele ruh? Wer kann sie 2. Wie oft hast du mir aus dem abginnd ziehen, schon vergeben, Wenn um In dem sie seufzet? wer, begnadigung ich bat! Wie als du? Mein ganz veroft versprach ich dir ein le- traun setz ich auf dich; Du ben, Gereiniget von misse- freund des lebens, rette mich! that! Wie feierlich war dann mein eid Des glaubens und der frömmigkeit! 3. Ach, aber bald ergriff mich wieder Die sünd' und ihre luft mit ihr, Riß meinen ganzen vorsatz nieder, Und herrschte, wie vorher, in mir! Zum widerstande viel zu schwach, Kämpft' ich nicht, sondern gab ihr nach. 7. Für meine wiederholten sünden Floß auch des Weltversöhners blut. Noch einmal laß mich gnade finden Durch meinen glauben an sein blut! Noch einmal, Richter, sage mir: Auch diese schuld erlaß ich dir! 4. Wie viele sündenvolle tage Durchlebt ich sünder, wie im traum; Und sammelte mir schmach und plage, Und fühlte dieß mein 8. Gott! sei mein zeuge, da ich schwöre: Mein herz soll dir geopfert sein! Dir, deinem willen, deiner ehre Will ich mein ganzes leben weih'n! Der sünde will ich widerstehn, Und standhaft deine wege gehn.bit 252 Von der Buße und Bekehrung. 9. Vergiß nicht wieder, meine seele, Wie oft du schon gefallen bist! Merk auf die heiligen befehle Des Gottes, der die liebe ist! Ruf ihn im glauben täglich an: Erhalt mich, Herr, auf ebner bahn! 10. Ja, ich bin schwach: du wollst mich stärken, Mein Helfer in versuchung sein, Zum glauben und zu guten werken Mir kraft und freudigkeit verleihn. steh ich fest, und wanke nicht; Und du bleibst meine zuversicht. So alle freuden, Die von ihm mich könnten scheiden, Will ich mit verachtung fliehn; Denn von herzen lieb ich ihn. 3. Gott! du sahest, wie ichs meinte, Wie ich alle missethat, Der ich schuldig war, beweinte, Und dich um vergehung bat; Welch ein ernstliches bestreben, Meinem vorsatz treu zu leben, Von dem tag an immerdar Meiner buße wirkung war. 4. Auch hat keine Lust zur sünde Wiederum mein Herz bethört. Ernstlich haß ich sie, und finde Täglich diesen haß vermehrt. Nicht vom leichtsinn hingerissen Schwachheitssünden. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 296. Ach! wann werd That ich wieder mein geich von der sün- wissen; Hab auch nicht, so viel ich weiß, Mich versündiget mit fleiß. 5. Aber ach! wie oft empöret Sich die leidenschaft in mir, Und verführet mich, und störet Meine freudigkeit zu dir! Uebereilung, eigenliebe, Des verborgnen stolzes triebe, Eh ichs merke, ziehen sie mich zur sünde, die ich flieh. 2. Längst hab ich mirs vorgenommen, Dir mein leben ganz zu weih'n. Redlich, sprach ich, und vollkom- 6. Weh mir, daß ich wider men Soll vor Gott mein willen Ja mit größestem verwandel sein. Allen vortheil,!! druß, Das gesetz der sünd erde, Gott! wann werd ich völlig frei, Daß ich sie ganz überwinde, Ganz dir wohlgefällig sei? Noch nicht, ich gesteh's mit thränen, Kann ich mich von ihr entwöhnen. Immer noch ereilt sie mich, Und versucht mich wider dich. Von der Buße und Bekehrung: füllen Und dir widerstreben Mel. Wer nur den lieben Gott ic. muß! Ach! wer wird mich 297. ganz vom bösen, Von des todes leib erlösen! Ich elender! wer befreit Ganz mich von der sündlichkeit! 253 7. Du verzeihst mir die gebrechen Meiner fündigen natur. Nicht die schwachheit wirst du rächen! Bösen vorsatz strafst du nur. Hätt' ich nicht den trost; ich würde Unter meiner mängel bürde Ganz erliegen, und mich dein, Höchstes gut, nie wieder freun! 8. Stellet mir dann hier auf erden Lebenslang die sünde nach; Kann ich nicht vollkommen werden, Bin und bleib ich hier noch schwach: Ach so segne mein bestreben, So gerecht ich kann, zu leben, Daß ich doch von heuchelei Und von bosheit ferne sei. 9. Wenn ich falle laß michs merken, Laß mich streben, aufzustehn! Eile, mich, dein kind, zu stärken! Lehre selbst mich fester gehn! Warne mich! sei mein begleiter; Täglich führe mich auch weiter, Bis ich in der ewigkeit Dringe zur vollkommenheit! ie theuer, Gott, ist deine güte, Die alle missethat vergibt, Sobald ein reuendes gemüthe Die sünden, die es sonst geliebt, Erfennt, verdammt, und ernstlich haßt, Und zuversicht zum Mittler faßt! 2. D! laß mich ja nicht sicher werden, Weil du so reich an gnade bist. Wie kurz ist meine zeit auf erden, Die mir zum heil gegebne frist! Zur beßrung legst du mir sie bei: Gib, daß sie mir recht wichtig sei! 3. Zwar deine gnade zu verdienen, Sind reu und beßrung viel zu klein. Doch darf sich auch kein mensch erkühnen Zu glauben, dir versöhnt zu sein, Wenn er noch liebt, was dir mißfällt, Und nicht dein wort von herzen hält. 4. Wie kannst du dem die schuld erlassen, Der frevelnd schuld auf schulden häuft? Der kann kein herz zu Jesu fassen, Der zwar auf sein verdienst sich steift; Doch in der sünde noch beharrt, Jür die er selbst ein opfer ward. 254 Von der Buße und Bekehrung. 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu füßen: Vergib mir gnädig meine schuld; Und heile mein verwund't gewissen Mit trost an deiner Vaterhuld! Ich will mit ernst die sünde scheun, Und willig dir gehorsam sein. 6. Daß mit gerechtigkeit auch stärke Durch Christum mir geschenket sei, Will ich durch übung guter werke Beweisen. Mache selbst mich treu, Herr, in der liebe gegen dich! Sie treibe stets zur tugend mich! b 7. Laß mich zu deiner ehre leben, Der du die missethat vergibst; Das hassen, was du mir vergeben, Das lieben, was du selber liebst. Laß, Vater, mein gewissen rein, Und heilig meinen wandel sein! Mel. Ich ruf zu dir Herr Jesu c. 298. N un sei einmal das ziel gesteckt Den frechen missethaten! Gott hat mich aus dem schlaf erweckt, Und meiner seel' gerathen. Drum hab ich theuer mich verpflicht't, Von sünden abzustehen; Fürzusehen, Daß ich nun weiter nicht, Was bös ist, mög begehen. 2. Gott! dir und deinem Geist allein Sei nun mein herz ergeben! Ich will nun rein und heilig sein, Nach Gottes willen leben; Sonst wird mein wort, das ich ge redt, Mich richten und verdammen Zu den flammen; Wenn einst mit majestät Der Herr uns ruft zusammen. 3. Auf mein gewissen sag ichs zu, Und treulich will ichs halten. Mein Richter, und mein Herr bist du: Ich will nun treu verwalten, Was mir von dir verliehen ist; Will schnöde wolluſtfreuden Ernstlich meiden: Mich soll von Jesu Christ Die welt nicht wieder scheiden. 4. Der sünde sag ich gänzlich ab, Und allen ihren werken; Und gegen lüste, die ich hab, Soll Gottes wort mich stärken: Das soll mein licht und fackel sein, Und meinen gang regieren, Mein Herz rühren, Daß ich in Gottesfurcht Mein leben recht mög führen. Omd 5. Dich, meinen Gott, will ich hinfort Treu lieben, findlich ehren; Dir dienen, trauen, und dein wort Mit Von der Buße und Bekehrung. freuden folgsam hören; Den nächsten lieben, so wie mich, Das seine jedem geben, Friedlich leben, und mich vorsichtiglich Der mäßigkeit bestreben. Holisties 6. Den armen sei auch meine hand Zum wohlthun aufgeschlossen; Das unrecht sei von mir verbannt, Die falschheit ausgestoßen. Verläumdung, lügen, trug und list, Will ich von Herzen hassen; Gänzlich lassen; Und wo man falsch mir ist, Mein Herz geduldig fassen. 7. Gott! meinen vorsatz siehest du: Gib kraft, ihn zu erfüllen. Ich armer bin zu schwach dazu; Hilf du dem guten willen! Jest sei dann nun mit dir mein bund: Dein will ich sein und bleiben, Mich verschrei ben Mit Herzen, hand und mund: Nichts soll von Gott mich treiben. 8. Du aber sollst mein Vater sein, Acht haben auf mein beten; Mich, als dein kind, in noth und pein An leib und seele retten; Mein herz dir stärker ziehen zu, Daß ichs zu dir erhebe, Dir ergebe, Und, bis ich geh' 255 zur ruh, In buße chriftlich lebe. 9. Froh will ich dann in deinen schutz, Mein Vater, mich ergeben. Von dir erwart ich lauter guts, Und vor dir will ich leben Treu, wie dein knecht, fromm, wie dein kind: Du machst mich dann zum erben, Nach dem sterben. Laß keine neue sünd' Mir dieses glück verderben. 10. Mein Schöpfer, dender himmel ehrt, Dein name ſei gepreiset! Dein reich komm! dein will sei uns werth! Der leib von dir gespeiſet! Vergib die schuld, gleichwie auch wir Dem nächsten gern vergeben. Und dieß leben Erleichtre du uns hier, Bis du's wirst besser geben. met. O Gott du frommer Gott, 299. ie kann ich TROL TO dank genug, O Herr, dir dafür sagen, Daß du mich mit geduld So lange zeit getragen, Da ich in mancher sünd Und übertretung lag, Und dich, du guter Gott, Erzürnte jeden tag! 2. Sehr große lieb und treu Erwiesest du mir ar men: Ich fuhr in sünden Von der Buße und Bekehrung. fort, Du aber in erbarmen: stärk', Und in mir mächtig Ich widerstrebte dir, Und sei; Auch mein gemüthe schob die buße auf; Du stets Zu deinem dienst erneu. schobest auf die straf, Daß die nicht folgte drauf. 7. Ach! leit' und führe mich, So lang ich leb auf 3. Daß ich nun bin be- erden: Laß mich nicht ohne kehrt, Hast du allein verrich- dich Durch mich geführet tet; Du hast der sünde werden. Führ ich mich, macht, Die mich beherrscht, vernichtet. Herr! deine güt' und treu, Die über alles reicht, hat auch mein stei nern herz Gebrochen und erweicht. ohne dich; So werd ich bald verführt: Führst du, Gott, selber mich, So werd ich recht geführt. 8. O Gett, du großer Gott! O Vater! hör mein flehen! O Jesu, Gottes Sohn! Laß deine kraft mich sehen. O werther heil'ger Geist! Regier mich allezeit, Daß ich dir diene hier, Und dort in ewigkeit. 256 4. Selbst konnt' ich allzuviel Betrüben dich mit sünden: Ich konnte aber nicht Selbst gnade wieder finden. Selbst fallen konnte ich, Und ins verderben gehn: Ich konnte aber nicht vom falle selbst aufstehn. Für Kinder. Mel. Jesu der du meine Seele ic. 5. Du hast mich aufge- 300. Serr! jei gnädig deinem finde, richt't, Und mir den weg gewiesen, Den ich nun wandeln soll! Dafür, Herr, sei gepriesen. Gott sei gelobt, daß ich Die alte sünde haß, Und willig ohne furcht Die bösen werke laß. 6. Damit ich aber nicht Aufs neue wieder falle; So gib mir deinen Geist, So lang ich hier noch walle; Daß er mich schwachen Das in demuth zu dir fleht, Und dir seine jugendsünde Jzt voll scham und reu gesteht. Schon der beſte theil des lebens Ist dahin. Ach, wie vergebens! Mir verfloß in sicherheit Meine theure furze zeit! 2. Ach, wie oft, wie oft empöret Sich die jugendluft in mir, Und verführet mich, Vom Glauben 2c. 257 kindlich scheun, Und mich deiner gnade freun. und störet Jeden guten trieb men, Will vor dir mich in mir! Eitelkeit und eigenliebe, Und verborgnen stolzes triebe, Eh ichs merke, ziehen sie mich zur sünde, die ich flich. 3. Höre mein demüthig flehen, Gott! verwirf mich armen nicht. Vater! zu dir will ich gehen; Jesus gibt mir zuversicht. Nun hab ich mirs vorgenommen, Ich will gehn den weg der from 4. Eile, Herr, dein kind zu stärken! Lehre selbst mich fester gehn! Wenn ich falle laß michs merken; Laß mich streben, aufzustehn. Warne mich! sei mein begleiter! Führ im guten mich stets weiter; Und am ende meiner bahn Laß mich deinen lohn empfahn! II. Vom Glauben und guter Gesinnung gegen Jesum. 301.5 Mel. O Gott du frommer Gott. 3. Wahrhaftig ist dein err ohne glau- wort: Laß mich ihm völlig ben kann Kein trauen. Nie wanket deine treu; Auf die laß mich stets bauen. Gib daß ich dir im glück Und unglück stets getreu, Und demt, was du befiehlst, Von herzen folgsam sei. 4. Mein Jesu! Taß mich dich Im glauben recht erkennen; Dich meinen Herrn und Gott Mit ganzer ſeele nennen. Laß mich im glauben thun, Was mich dein mensch vor dir bestehen. Drum wend ich mich zu dir Mit demuthsvollem flehen: O zünde selbst in mir Den wahren glauben an: Weil ich durch meine kraft Ihn mir nicht geben kann. 2. Gott! daß du bist, laß mich Mit überzeugung glauben, Nichts müsse mir das wort Aus meinem Herzen rauben, Daß du dem, der dich sucht, Stets ein vergel- wort gelehrt; Daß dich ter seist, Und hier und ewig herz, mund und that Als ihn mit deinem heil erfreust. meinen Heiland ehrt. 258 Vom Glauben 5. Dein göttliches ver- hab ich schon hienieden Grodienst Sei mir, o Herr, stets ßen frieden: Und was für theuer. Es fülle mich mit|| heil hast du Den frommen trost; Es mach mich immer dort beschieden! 01766 freier Vom schnöden sündendienst. Es stärke mich mit fraft, zu deines na mens ruhm, In meiner pilgrimschaft. 6. Wie selig leb ich dann Im glauben schon auf er den! Wie herrlich wird mein theil Dereinst im himmel werden! Was ich erst hier geglaubt, Das schau ich dann in ruh. Der glaube führt zum schaun: Gott, stärk ihn mir dazu! 3. Laß mich kein leiden dieser zeit, Kein weltglück dir entreißen. Denn du hast deine seligkeit Den treuen nur verheißen. Doch können sie durch ihre müh Sich solche zu verdienen Nicht erkühnen. Aus gnaden schenkst du sie, Und du erwarbst sie ihnen. 4. Freund meiner seele! du bist ihr Ein weinstock, sie dein rebe. Zeuch fie dir nach, daß sie zu dir Sich von der welt erhebe! Ja laß mich, wenn ich sterben soll, Auf deine gnade bauen, Dir vertrauen; Und dann dort wonnevoll Dein antliz ewig schauen. Mel. Ich ruf zu dir, Herr 2. 302. Herr, mein Erlöser! nur von dir Kann ich mir hülf erflehen. Vernimm mein seufzen: eile, mir, Mein Helfer, beizustehen. Des wahren glaubens kraft und licht, Das selige bestreben, Dir zu leben, Und muth zu dieser pflicht, Das wollest du mir geben! 2. Du hast ein königlich gebot Mir tief ins Herz geschrieben: Von ganzer seele soll ich Gott, Und meinen nächsten lieben. Wenn ich nach deinem worte thu, So 5. Ich kämpfe stets; und strauchle oft: Herr Jesu! hilf dem schwachen, Der nur auf dich in demuth hofft: Du kannst mich stärker machen. In jeder seelennoth laß mich Bei dir erbarmung finden, Trost em pfinden, Und endlich, Herr, durch dich In allem überwinden! und guter Gesinnung gegen Jesum. Mel. Jesu meine Freude ic. 303. esus ist mein hirverlornes te! Als ich mich verirrte, Ich schaf; Kam er mir entgegen, Eh auf meinen wegen Mich ein unfall traf. Siech war ich; Doch er trug mich Zu der heerde, voll erbarmen, Selbst auf seinen armen. 2. Jesus ward mein le ben; Will mir alles geben, Was das Herz erfreut. Keine und hell Ist auch sein quell, Der mich, wenn mein kreuz mich drücket, Stärket und erquicket. 3. Er, daß ich nicht falle, Hält mich; und ich walle Sicher seine bahn. Folgsam seinen rechten, Stößt in finstern nächten Nie mein fußtritt an. Schreckt und droht Mir selbst der tod; Doch, wenn furcht und angst mich schrecken, Willst du, Herr, mich decken. 259 mel. Seelenbräutigam, Jeſu ic. wahre Freude Mangelt ſeiner 304. Held aus Davids Jesu, Gottes Lamm! Von Gott selbst zum heil erfohren Allen denen, die verloren! Wie erheb ich dich, Heiland, würdiglich! 4. Jch, bei meinem freunde Fürchte keine feinde, Jch, von ihm beschützt. Fehlt mirs; er hat gaben; Gibt mir, mich zu laben, Was mir ewig nützt. Trost und lust Füllt meine brust; Denn ich bete nie vergebens zu dem Herrn des lebens. 5. Seine lieb und gnade Folgt mir auf dem pfade. Meines Lebens hier. Wenn ich ihn vollende, Reichet er am ende Seine krone mir. Jch, verneut Zur seligkeit, Bin dann ewig, mit den frommen, Herrlich und vollkommen. 2. Uns von aller noth, Und selbst von dem tod, Vom gericht und allem bösen, Und auf ewig zu erlösen, Kamst du in der zeit, Herr der ewigkeit! 3. Jesu, höchstes gut! Unser fleisch und blut Nahmst du an, für uns zu sterben; Sündern leben zu erwerben, Schmecktest du den tod, Wahrer mensch und Gott! 4. Für die ganze welt War das lösegeld Deines theuren bluts hinlänglich; 260 Vom Glauben Und die gnad ist über schwänglich, Welche Gottes rath Uns verschaffet hat. 5. Auf der Gottheit thron, Gott und Menschensohn, Sißest du nun hoch erhaben, Und theilst deine gnadengaben, Als der herr vom haus, Deinen kindern aus. 6. O du Herr voll huld! Unsrer sündenschuld Wollest du nicht mehr gedenken, Gnädig uns vergebung schenken. Durch dich laß uns rein Von der sünde sein. 7. Deine Gotteskraft, Die das herz neu schafft, Die der sünden herrschaft weh ret, Und die lust zur tugend mehret, Die erbitten wir, Heiligster! von dir. 8. Weck uns nur recht auf, Daß wir unsern lauf Unverrückt 311 bir vollenden: Führe uns mit treuen händen Auf der tugend bahn, Führ uns himmel an. 9. Deines Geistes trieb In die seele gib, Daß wir wachen, und mit beten Kindlich vor den Vater treten: So verlischt das licht Unsers glaubens nicht. 10. Ohne prüfung ist Nie ein wahrer christ. Willst du uns in leiden führen, Laß uns dich nur nicht verlieren. Gib den freudengeist, Den dein wort verheißt. 11. Einen Heldenmuth, Der auch gut und blut Gern um deinetwillen lasse, Und des fleisches lüste hasse, Gib zu deiner ehr Uns je mehr und mehr. 12. Jesu! hilf, daß wir Ritterlich allhier Alles durch dich überwinden, Und in deiner kraft empfinden, Daß ein wahrer christ Unbezwinglich ist. 13. Wirds zum sterben gehn, Wollst du bei uns stehn, Uns zur seligkeit bereiten Und durchs todesthal begleiten, Daß wir einst uns sehn Dir zur rechten stehn! mel. Wie schön leuchtet der ic. 305. Wie herrlich morgenstern, Voll gnad und wahrheit von dem Herrn, Der glanz aus Gottes höhen! O Sohn, von deinem ange sicht Umstrahlet uns ein göttlich licht, Da wir Gott in dir sehen. Jesu! Jesu! Schön und prächtig, Groß und mächtig, Reich an gaben! Wer dich hat, wird alles haben. und guter Gesinnung gegen Jesum. nem 2. Du, hier mein leben, ewig hast du mich In deidort mein lohn! Sohn Got- nem Sohn geliebet. Dein tes und des menschen Sohn, Sohn hat mich mit sich Des himmels großer König! vereint: Er selbst, mein Von ganzem Herzen preiß ich König, ist mein freund: dich: Hab ich nur dich, so Troz dem nun, was betrürühret mich Die lust der welt bet! Seele, Seele! Ihn, sehr wenig. Hilf mir, Daß den Sieger Stolzer krieger, hier Meiner seele Es nicht Wähl zum freunde; Und fehle An den gaben, Die den dann fürchte keine feinde! geist auf ewig laben. 3. Ja! Heiland, du bist mein, ich dein. Geuß tief in meine seel hinein Die flammen deiner liebe; Daß ich dir treu ergeben sei, Kein weltfinn deine leiden scheu, Kein undank dich betrübe. Zu dir Hilf mir; Hilf mir schwachen, Beten, wachen, Kämpfen, ringen, Und durch dich zu 6. Jhm, welcher fünd und tod bezwang, Jhm, ihm soll unser lobgesang Mit jedem tag erschallen; Dem lamme, das geopfert iſt. Dem freunde, der uns nie vergißt, Zum ruhm und wohlgefallen! Bringet, Singet Freudenlieder, All' ihr brüder! Daß die erde Ganz voll seines lobes werde. Gott mich schwingen. 4. In deines wortes hellem licht Seh ich des Vaters angesicht Voll huld auf mich herblicken. Herr Jesu, du mein höchstes gut! Dein wort, dein geist, dein leib und blut Kann seelen recht erquicken. Stärkmich Göttlich, Seligmacher! Daß ich schwacher Schon auf erde Him melsfreuden innen werde. 7. Wie freu ich mich, o Jesu Christ, Daß du der erst' und letzte bist, Der anfang und das ende! Du schließest selig meinen lauf, Nimmst die erlößte seele auf In deine treuen hände. Amen! Amen! Ja wir müssen,( Denn wir wissen, Wem wir trauen,) Herrlich, wie du bist, dich schauen. 5. Gott Vater! o wie preiß ich dich! Ach, ewig, statisti 261 Nach bekannter Melodie. 306. Gefu, meine freu 262 bon Vom GlaubenARD CHU im leide! Bestes gut im glück: Du hast meine liebe; Du füllst meine triebe: An dir hängt mein blick. Hab ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf erden Doch nicht glücklich werden. 2. Unter deinem schirme Können keine stürme Mir erschrecklich sein. Laßt auch felsen splittern! Laßt den erdkreis zittern, Und den einsturz dräu'n! Was ists mehr? rings um mich her Mag es donnern, krachen, blizen! Jesus will mich schützen. 3. Donnert auch im grimme Des geſetzes stimme; Jesus stillet sie. Mag der tod mich schrecken, Mag das grab mich decken; Je sus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das weltgericht: Freudig blick ich in die höhe, Wenn ich Jesum sehe. 4. Wer ist, der den glauben Meinem Herzen rauben, 5. Lockt nur, gold und schätze, Ehre sei der götze Der betrognen welt! Mich sollt ihr nicht blenden, Nicht von dem abwenden, Der mich treu erhält. Elend, noth, kreuz, schmach und tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 6. Weich, des eitlen liebe! Weicht, ihr fleischestriebe! Thoren täuschet ihr. Mich sollt ihr, ihr fünden, Nicht mehr willig finden; Fliehet fern von mir! Ueppigkeit, stolz, schmähsucht, neid! Ihr beschweret das gewissen. Euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, sorg und zagen! Schweiget, bange klagen! Jesus ist ja mein. Den, der Jesum liebet, Muß, was erst betrübet, Noch zuletzt erfreun. Hab ich hie viel angst und müh; Jesu, auch im größten leide Bleibst du meine freude. mel. O wie selig seid ihr doch. Ihn erſchüttern kann? Bei 307. Nichts soll mich Stimm von der feinde toben, ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Mich bewacht des Höchsten macht. Er kann aller feinde wüthen Mächtig ruh gebieten. Jesu scheiden: Keine list und macht, kein spott noch leiden: Kein droh'n der feinde trennet mich von meinem ew'gen freunde! und guter Gesinnung gegen Jesum. 263 Mel. Was Gott thut, das ic. 308. Dich Jeſum laß ich ewig nicht; Dir bleibt mein herz erge= ben. Du kennst dieß herz, das redlich spricht: Nur Einem will ich leben. Du, du allein, Du sollst es sein, Du sollst mein trost auf Der mich erlößte, Bleibeterden, Mein glück im himmir der beste und der größtc. mel werden. 3. Nichts will ich so hoch, als Jesum, schätzen: Welt, behalt dir deine tode gözen! 2. Nichts soll mir im himmel und auf erden Lie ber, als mein Seligmacher, werden! Er ist gestorben; Durch sein blut hat er mir heil erworben. 2. Dich Jesum laß ich ewig nicht; Ich halte dich wird mich zur zeit der nothim glauben: Nichts kann bedecken. In bangen stunden Hab ich ruh und trost bei ihm gefunden. mir meine zuversicht Und deine guade rauben. Der glaubensbund Hat festen grund: Die deiner sich nicht schämen, Die kann dir niemand nehmen. 4. Nichts soll mir bei Jesu furcht erwecken! Er 5. Nichts soll mich, wenn mich die sünden drücken, Als das heil des sünderfreunds, erquicken. Was darf ich zagen? Gottes lamm hat meine schuld getragen. 6. Nichts, als Jesum, und sein blutvergießen, Will ich in den letzten stunden wissen. Weg, todesschre cken! Mein Erlöser wird mich auferwecken. 7. Nichts soll mir mein großes gut, den glauben, Nichts soll mir den trost des glaubens rauben: Vor Je su throne Liegt schon meines glaubens lohn, die krone. 3. Dich Jesum laß ich ewig nicht; Aus göttlichem erbarmen Gingst du für sünder ins gericht, Und büßtest für mich armen. Aus dankbarkeit Will ich erfreut, Um deines leidens willen, Die pflicht der treu erfüllen. 4. Dich Jesum laß ich ewig nicht; Du stärkest mich von oben. Beschützt von dir, erschreck ich nicht, Wenn widersacher toben. Ich halt an dir, Du bist bei mir: Wenn mich die feinde haf 264 Vom Glauben sen; Du freund kannst mich nicht lassen. 5. Dich Jesum laß ich ewig nicht, Dich, Gottes größte gabe. Ich weiß, daß mir kein gut gebricht, Herr, wenn ich dich nur habe. Ich mag der welt Für gut und geld, Wornach die eitlen laufen, Den Heiland nicht verkaufen. 6. Dich Jesum laß ich ewig nicht; Das kreuz soll mich nicht scheiden. Es bleibet jedes christen pflicht, Mit seinem Herrn zu leiden. Und all mein leid Währt kurze zeit; Und ruh ist noch vorhanden, Wenn ich es überstanden. 7. Dich Jesum laß ich ewig nicht; Nie soll mein glaube wanten. Und wenn des leibes hütte bricht, Sterb ich mit dem gedanken: Mein freund ist mein, Und ich bin sein: Er ist mein schutz, mein tröster, Und ich bin sein erlößter. will, was Jesus will. Und mein herz von ihm erfüllt, Ruft zu ihm: Herr, wie du willt.:,: 2. Einer ist es, dem ich lebe, Den mein herz am liebsten hat. Jesus ist es, dem ich gebe, Was er mir gegeben hat. In dir ist mein herz gestillt: Führe mich, Herr, wie du willt.:;: 3. Scheinet was, als sei's mein glücke, Und ist doch zuwider dir; Ach! so nimm es bald zurücke, Jesu! gib, was nüzet mir. In dir ist mein wunsch erfüllt: Ich bin dein; machs, wie du willt,:,: 4. Und vollbringe deinen willen Durch mich und an mix, mein Gott! Was du willst, laß mich erfüllen, Wie im glück, so in der noth. Sterb ich: sei's nach deinem bild: Herr! wenn, wo und wie du willt.:,: 5. Sei, o Heiland, sei gepriesen! Meines Herzens trost bist du. Da du dich so treu bewiesen, Sag ich still mit seelenruh: Christus hie! mein lohn, mein schild! Es geh' mir, Herr, wie 309. Je Nach bekannter Melodie. resus! Jesus! nichts als Je sus, Soll mein wunsch sein und mein ziel. Izt mach ich ein heilig bündniß, Daß ich| du willt.:,: 265 und guter Gesinnung gegen Jesum. Mel. Befiehl du deine Wege zc. 4. Jesu, hilf mir ,, selig 310. Laß mich dein seinsterben!" Welt und fünde und bleiben, Du sind mir last. Laß mich dort treuer Gott und Herr! Von aus gnade erben, Was du dir laß mich nichts treiben, hier verdienet hast. Hilf mir Halt mich bei reiner lehr, selig überwinden; Laß mich Ach Herr! laß mich nicht ewig ruhe finden. wanken; Gib mir beständigkeit: Dafür will ich dir danken In alle ewigkeit. Mel. Herr ich habe mißgehandelt. esu, hilf mir standhaft glauben!" Deine seligkeit ist mein. Laß mir nichts die 5. Jesu, höre meine bitte! Zeige, daß du Heiland bist. Hilf, nach deiner großen güte, Wo mir hülfe nöthig ist. Ich vertrau auf deinen namen: Du bist Helfer: hilf mir! amen. mel. Herr Christ, der einig c. 311. Jeſu, krone rauben, Die des glau- 312. Herr Jesu, na bens lohn soll sein. Hilf, daß ich dir fest vertraue, Bis ich dich dort ewig schaue. 2. Jesu, hilf mir, ,, christlich leben!" Führe mich die tugendbahn; Du, Herr, kannst mir kräfte geben, Daß ich richtig wandeln kann. Hilf mir! hilf mir, deinen willen Willig, freudig, stets erfüllen. densonne! Mein leben und mein licht! Laß deines lichtes wonne Mein blödes angesicht Nach deiner gnab erfreuen, Und meinen geist erneuen. Mein Gott! versag mirs nicht. 2. Vergib mir meine sünden, Erbarme meiner dich. Bei dir ist heil zu finden, Heiland, heile mich. Laß deine gnadengaben Mein armes herze laben. Ach Herr, erhöre mich! 3. Jesu, hilf mir ,, willig leiden!" Mache mich im kreuz dir treu; Hilf mir, furcht und kummer meiden, In betrübniß steh mir bei. Gib mir in den leidensstunden Trost und kraft aus deinen wunden. 3. Vertreib aus meiner seele Den alten eitlen sinn; Daß ich nur dich erwähle, Und ernstlich mich forthin Zu deinem dienst ergebe, Und 12 266 Vom Glauben ang deta dir zu ehren lebe, Weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein erkenntniß In mir, o Herr, mein Hort! Und öffne mein verständniß Durch dein heili- ind 24 ges wort; Daß ich im glau ben bleibe, Und mich von Groß sei der seelenschade: Die gnade macht doch frei. Gib daß ich deinen willen Stets denke zu erfüllen; Und steh mir kräftig bei! Nach eigner Melodie: oder auch Jesus meine Zuversicht ic. dir nichts treibe, Bis ich dich schaue dort. Stin 5. Lehr mich, als einen christen, zu freuzigen in mir Das fleisch mit seinen lüsten; Und laß mich für und für Der fündenwelt absterben: Sollt auch das fleisch verderben, Wann ich nur leb in dir! 6. Ach, zünde deine liebe In meiner seele an, Daß ich aus innerm triebe Dich ewig lieben kann; Und dir zum wohlgefallen Beständig möge wallen Auf rechter lebensbahn. 7. Du Herr gibst schwachen stärke; Verleih mir muth und kraft: Denn das sind gnadenwerke, Die dein Geist in uns schafft. Zu schwach ist mein bestreben, Zu irdisch noch mein leben, Mein Herz zu fehlerhaft. 8. Ich hoff auf deine gnade; Mich tröstet deine treu. 313. Meinen Jeſum laß ich nicht. Weil er sich für mich gegeben, Sollt ich nicht aus dank und pflicht An ihm hangen, für ihn leben? Er ist meines Lebens licht. Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesus ist mein theil und ruhm is an meines lebens ende. bin gebih zum eigenthum, Ganz mich hin in seine hände. Er ist meine zuversicht: Meinen. Jesum laß ich nicht. 3. Wenn mein sterbend aug verlischt, Und die lippen sich entfärben, Mich kein labsal mehr erfrischt, Alle sinnen mir ersterben, Und das matte herz nun bricht; Laß ich meinen Jesum nicht. 4. Dort auch laß ich Jesum nie, Hange stets an ſeinen blicken; Denn nach dieses lebens müh Will er ewig mich erquicken. Ewig strahlt und guter Gesinnung gegen Jesum. mir dort sein licht. Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Weder welt noch himmel ists, Was des herzens wünsche stillet. Du nur, o mein Jesu, bists, Der mein ganzes herz erfüllet; Dich, bei dem mir nichts gebricht, Dich, mein Jesu, laß ich nicht. 6. Dich, mein Jesu, halt ich fest, Lasse nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr sein vergeßt! Ihr beraubt endy'ger freuden. Selig aber, der da spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! Mel. Kommt ber zu mir 26. 314. 314. J gewiß, daß ich zu haffen. ch weiß und bins Erlößt bin, Gottes Sohn, durch dich, Von aller meiner sünde. Gelobt sei Gott! ich bins gewiß. O Heiland! hilf mir, daß ich dieß Bis an mein end empfinde. 2. In dieser lasterhaften zeit Des leichtsinns und der sicherheit, Wach über meinen glauben! Du Menschen hüter! wache du, Daß keine zweifel meine ruh Und meinen trost mir rauben. 3. Der frevler spottet über dich. Doch allen seinen 267 spott laß mich, Wie ers verdient, verachten! Mit desto stärkerer begier Laß meine seele, Gott, nach dir Und deinem reiche trachten! 4. Gibt mir die welt gelegenheit Zur sünde und zur eitelkeit, Und zu verbot'ner freude; So dämpfe du in meiner brust Die angeborne böse lust, Daß ich sie standhaft meide. Voin 5. Ich möchte sonst, durch sie verführt, Die fünde, die den tod gebiert, Mich übereilen lassen; Und mich aus sündenlust bemühn, Vom glauben abzugehn, und ihn Zuletzt wohl gar 6. D Gott! wenn mein vertraun zu dir, Mein glaub' und meine hoffnung mir Nun gar entrissen würde: So würde mich nichts mehr erfreun, Die ewigkeit mir schrecklich sein, Mein leben eine bürde. 7. Der du für meine sünde starbst, Und hoffnung mir und trost erwacbst, Laß mich so tief nicht fallen! Erhalt mir meines glaubens ruh; Und meinen wandel lenke du Nach deinem wohlgefallen! 12* Von der Heiligung, III. Von der Heiligung, oder vom christ lichen Wandel überhaupt. 268 Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. 315. Wer er Gottes wort nicht hält, und spricht: Ich kenne Gott! der trüget. In solchem ist die wahrheit nicht, Die durch den glauben sieget. Wer aber sein wort fennt und hält, Der ist von Gott; nicht von der welt. 2. Der glaube, den sein wort erzeugt, Muß auch die liebe zeugen. Je höher dein erkenntniß steigt, Muß auch die liebe steigen. Der glaub erleuchtet nicht allein; Er stärkt das Herz, und macht es rein. 3. Durch Jesum rein von missethat, Sind wir nun Gottes kinder. Wer solche heffnung zu ihm hat, Der flieht den rath der sünder; Folgt Christi vorbild als ein christ, Und suchet, was im himmel ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, Wenn ich gehorsam übe. Wer die gebote hält, in dem Ist warlich Gottes liebe. Ein täglich thätig christenthum, Das ist des glaubens frucht und ruhm. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, Wer in der liebe bleibet; Die lieb ists, die die Cherubim, Gott ist die lieb: an seinem heil zu gehorchen, treibet. Gott Hat ohne liebe niemand theil. Mel. Ein Lämmlein geht und ic. 316. Was hilft es mir, ein christ zu sein, Wenn ich nicht christlich lebe, Und heilig, fromm, gerecht und rein Zu wandeln mich bestrebe? Wenn ich dem seligen beruf, Zu wel chem mich mein Gott erschuf, Nicht würdig mich beweise; Und den, der mich erlöset hat, In worten blos, nicht durch die that Mit guten werken preise? 2. Was hilft der glaub an Jesum Christ, Den ich im munde führe, Wenn nicht mein herz rechtschaffen ist, Und ich die frucht vertiere; Wenn mich die eitelkeit der welt Mit ihrer lust gefangen hält, Jch ihren dienst noch liebe; Wenn mich bethört der sünde reiz, Und oder christlichen Wandel. ich stolz, rache, wollust, geiz, In wort und werken übe? 3. Weit strafenswürd'ger bin ich dann, Ich, der ich Christum kenne, Und weiß, was er für mich gethau, Ihn meinen Heiland nenne; Als der, der in der finsterniß Des irrthums lebt, noch ungewiß, Ob er auch richtig wandle. Drum ließ der Herr ein vorbild hier In seinem theuren worte mir, Damit ich darnach handle. 4. Und ach! wo find ich trost und ruh, Wenn mich die leiden drücken, Und mein gewissen tritt herzu, Die schuld mir vorzurücken! Wo find ich trost in jener noth, Kommt hier der schauervolle tod, mit allen seinen schrecken. Verdammt mich dann mein Herz in mir, Gott, Richter! ach wer wird vor dir Mich ungerechten decken? 5. Weh mir! was hilft es mir doch dort Einst hinter meinem grabe, Daß ich an Christum und sein wort Zum schein geglaubet habe; Wenn keine fromme gute that Mein leben hier gezieret hat, Den glauben zu bestärken? Denn meine ganze 269 seligkeit Wirkt glaube und rechtschaffenheit! Der glaub in guten werken. 6. Gott! dieser hoffnung werth zu sein, Hilf, daß ich christlich lebe, Und vor dir heilig, fromm und rein Zu wandeln mich bestrebe! Gib mir erkenntniß, kraft und muth, Damit ich sünde, fleisch und blut Im glauben überwinde; Daß ich, nach wohl durchlebter zeit, Den lohn in jener ewigkeit Für meine werke finde. Mel. O Gott, du frommer Gott. 317. Du sagst: ich bin 10 ein christ! Wohl dir, wenn werk und leben Dir von dem was du sagſt, Beweiß und zeugniß geben; Und wenn dein ganzes thun, Durch Gottes kraft und geist, Von deinem christenthum Die ächten proben weißt. 2. Du sagst: ich bin ein christ. Der ists, der Jeſum kennet, Ihn seinen Gott und Herrn Nicht nur mit worten nennet; Nein, sondern willig thut, Was ihm sein Herr gebeut. Thust du das nicht, so ist Dein ruhm nur eitelkeit.inib 270 Von der Heiligung, 3. Du sagst: ich bin ein christ. Wer sichs will nen nen lassen, Muß leben, wie er glaubt, muß alles böse ' hassen. Der liebet Christum nicht, Der noch die sünde liebt; Ist auch kein christ, ob er Sich gleich den namen gibt. 4. Du sagst: ich bin ein christ; Denn ich bin ja getaufet Auf Christi tod, der mich Mit seinem blut erfaufet. Ja wohl! doch prüfe dich: Wie stehts um deinen bund, Den du mit Gott gemacht In jener gnadenstund? 9. Du sagst: ich bin ein christ. Wer kann dir's zu5. Hast du ihn nicht vorgestehen. Wenn ers nicht längst Gar oft und viel gebrochen? Hast du, als Gottes kind, Dich, wie du ihm versprochen, In allem thun erzeigt, Dem guten nach gestrebt? Hat nicht der alte mensch Bisher in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein christ, Weil ich die gnaden lehre Zu Haus und öffentlich Beständig les' und höre. Wohl! aber thust du auch, Was Gottes wort dich lehrt? Nur wer es hört und thut, Der ist dem Höchsten werth. finden Bei Jesu abendmal, Mit Gott mich zu verbinden. Zeigt aber sich bei dir In deinen werken auch Rechtschaffne besserung Auf dieses mals gebrauch? 8. Da sagst: ich bin ein christ; Ich fündige nicht gröblich: Ich bet' und singe gern. Das alles ist sehr löblich, Wofern dein inn²= res auch Rein, wie dein äuß'res ist; Und du beim gottesdienst Voll wahrer andacht bist. 7. Du sagst: ich bin ein christ; Ich laß mich öfters kann zugleich Aus deinem wandel sehen? Kommt nicht dein ganzer ruhm Aus falschem grunde her? Wer Christi jünger ist, Der wandelt so, wie er. 10. Bist du ein wahrer christ, So müssen sinn und triebe Nach Christi vorbild sein. Wenn unverfälschte liebe Dein ganzes herz erfüllt, Wenn du voll sanftmuth bist, Voll demuth, wie der Herr; So sag! ich bin ein christ. 11. Jedoch so lang dich noch Der sinn der welt regie oder christlichen Wandel. ret, Dein stolz zur eitelkeit| Mel. Jesus meine Zuversicht zc. Und schmähsucht dich ver- 318. Serr! ich hab führet; Statt sanftmuth noch in dir Herrscht feindschaft, haß und neid; So bist du ja gewiß Vom christenthum noch weit. durch deine treu, Mir zum heil, noch zeit in händen. Gib, daß ich sorgfältig sei, Sie recht weislich anzuwenden: Denn wer weiß, wie bald zur gruft Gottes hoher wink 12. Du sagst: ich bin ein christ, Und rühmst dich das mit freuden. Doch, thust| mich ruft! du auch wohl mehr Als manche kluge heiden? Ach, ich befürchte sehr, Sie klagen einst dich an, Daß du vielleicht noch nicht So viel, als sie, gethan. 13. Sag nicht: ich bin ein christ; Bis daß dir werk und leben Auch von dem, was du sagst, Beweiß und zeugniß geben. Der name machts nicht aus: Ein christ muß, ohne schein, Das, was er heißen will, Vor Gott und men schen sein. 271 14. Gott! schenke mir doch kraft, Mich ernstlich zu befleißen, Ein wahrer christ zu sein, Und nicht nur so zu heißen. Denn wer den namen hat, Und nicht die that zugleich, Gelanget nimmermehr Zu dir ins himmelreich. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn Die uns zugezählten stunden: Eh' man's denkt, sind sie dahin, Und auf ewig uns verschwunden. Niemals kehrt ein augenblick, Uns zum heil, davon zurück. 3. Bei des Lebens flüchtigkeit, Laß, o Gott, mich nie vergessen, Wie unschätzbar sei die zeit, Die du hier uns zugemessen; Und wie das was hier geschieht, Ew'ge folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum fleiß, Eh' die zeit des heils verlaufen, Mir zum heil und dir zum preiß Noch die stunden auszukaufen, Die zu meiner seligkeit Deine gnade mir verleiht. 5. Deine schonende ge duld Trage mich nicht stets vergebens! Ach, vergib mir 272 Von der Heiligung, meine schuld, Daß so manchen theil des lebens Jch zu meiner seele wohl nicht gebraucht, so wie ich soll. 16. Laß mich meine besserung Für mein hauptgeschäfte achten, Und nach meiner heiligung Mit so treuem eifer trachten, Als erwartete noch heut Mich gericht und ewigkeit. 7. Deine gnade steh mir bei, Daß mein leben auf der erde Reich an guten thaten sei, Und dem nächsten nühlich werde. Und ist einst mein ende da, O so sei mit trost mir nah! Nach bekannter Melodie. 319.& rleucht mich, Herr, mein licht! Ich bin mir selbst verborgen, Und kenne mich noch nicht. Ich merke dieses zwar, Ich sei nicht, wie ich war; Doch aber fühl ich wohl, Ich sei nicht, wie ich soll. 2. Ich lebte sonst in ruh, Und wußte nichts von sorgen. Jßt setzt ein gram mir zu; Mein Herz fühlt eine last, Und findet nirgends rast: Was vormals meine freud, Macht mir jetzt her zenleid. 3. Kein zeitlicher verlust Verursacht diese schmerzen. Mir ist kein leid bewußt; Mich liebt manch' treuer freund; Mich quält kein stolzer feind; Der leib hat, was er will, Gesundheit, hüll' und füll'. 4. Nein! es ist seelenpein; Der kummer liegt im Herzen, Und geht aufs herz allein. Nur dieß, dieß liegt mir an, Daß ich nicht wissen kann, Ob ich ein wahrer chriſt, Ob du mein Jesus biſt! 5. Es ist nicht so gemein, Ein christ sein, als es heißen. Ich weiß, daß der allein Den namen recht verdient, Der seine liebste sünd Durch Christi kraft besiegt, Und lebt ihm selber nicht. 6. Es ist ein selbstbetrug. Mit diesem wahn sich trösten, Als ob es schon genug Zur glaubensprobe sei, Daß man von lastern frei; Die auch ein kluger heid Aus furcht der schande scheut. 7. Nur der zieht Christum an, Wer erst sich selbst verleugnen, Sich Gott aufopfern kann; Wer seines herzens rath, Und was er sonst lieb hat, Hingibt, und oder christlichen Wandel. muthig spricht: Nein! Je sum laß ich nicht! 8. Das ist des glaubens wort, Und brünstiges verlangen: Herr Jesu, sei mein hort, Versöhner, schutz und schild; Und führ mich, wie du willt: Dein bin ich, wie ich bin; Nimm mich zu eigen hin. 9. Wer dieß nicht gründlich meint, Ist nicht zum christen tüchtig; Ist noch nicht Gottes freund: Sein hoffnungsgrund ist sand, Und hält zuletzt nicht stand. Der einz'ge glaubensgrund Ist dieser gnadenbund. 10. Hier, Herr! hier fehlt es mir, Mein Herz ist noch nicht richtig In seiner lieb zu dir. Ich merke, daß ich doch kein ganzer christ bin noch. Die welt galt mir oft mehr, Als Gott und Gottes ehr. 11. Mein herz, besinn' dich nun! Ich muß es redlich wagen: Ich kann nicht eher ruhn: Entsagst du nun der welt, Der lust, die dir gefällt, Und gibst dich ganz Gott hin; So hast du Christi sinn. 12. Du arm geschöpf! 273 kannst du Dem König dich versagen, Dem alles stehet zu, Der gnädig ist und reich, Der alles ist zugleich; Der dich und alle welt Erschuf, und noch erhält? 13. Wenn alles wird vergehn, Was erd' und himmel träget; So bleibt sein thron fest stehn, Sein wesen nimmt nicht ab, Die Gottheit weiß kein grab; Und wen er einmal kennt, Deß wohlstand nimmt kein end. 14. Wer aber in der zeit Mit ihm sich nicht verträget, Den schließt die ewigkeit Auch von des Vaters haus, Von seinen freuden, aus: Den rettet am gericht Sein flaggeschrei dann nicht. 15. Wünscht nun Gott den vertrag, So laß dein Ja nicht fehlen. Komm seele! komm, und sag: Mein Gott! dir opfr' ich auf Des lebens ganzen lauf, Und geist, und leib, und blut, Lust, ehre, haab und gut. 16. Thu, was du willst, mit mir; Wird nur mein geist noch selig: Hab ich nur theil an dir; Werd ich zur ewigkeit Geheiligt in der zeit, Und herrlich dort ge12** 274 Von der Heiligung, macht; Wohl mir! so ists vollbracht! Met. Wer nur den lieben Gott 16. 320. Bersäume nie, dich selbst zu prüfen; Dieß ist des christen stete pflicht. Erforsche deines herzens tiefen, Und traue die sem herzen nicht: Sei wachsam; weil nur allzuleicht Die lust zum bösen es beschleicht. 2. Du sprichst: ich hasse falsche tücke, Zorn, hoffart, eitelkeit und geiz. Besiegst du auch mit gleichem glücke Die mißgunst und der wollust reiz? Wer nicht die laſter alle dämpft, hat noch nicht, wie er soll, gekämpft. 3. Oft ruhen manche böse triebe Aus mangel der gelegenheit: Dann schmeichelt dir die eigenliebe, Du seist von ihnen ganz befreit. Vielleicht ist nicht mehr weit dahin, Daß sie dich in ihr nebze ziehn. 4. Bald überrascht mit stolzen freuden Uns ein verblendend schimmernd glück; Bald stürzet uns in gram und leiden Ein unerwartet mißgeschick. Bald ist es lust bald traurigkeit, Die hier den armen geist zerstreut. 5. Wie schwer ists nicht, dem fall entgehen, In der verführungsvollen welt! Ach, wer sich dünket fest zu stehen, Der sehe zu, daß er nicht fällt! Der beste vor satz ist doch schwach, Und die versuchung tausendfach. 6. Wie selig werden wir einst leben, Wenn, von des körpers fesseln frei, Wir ewig, Herr, dein lob erheben, Unwandelbar der tugend treu! Dort werden wir von sünden rein, Und sicher vor verführung sein. Mel. Gott der Vater wohn 2c. 321. Gott! bu hast uns kurze zeit Zu unserm heil gegeben: Plötzlich folgt die ewigkeit Auf unser flüchtig leben. Allenthalben droht gefahr, Eh wir ans ziel gelangen; Den geist, im leib gefangen, Schwächt irdisches verlangen: Und die welt reizt immerdar Zu ihren süßen sünden. O lehr' uns überwinden Uns selbst, und welt, und sünden! Richt' auf uns bein angesicht, Gott, und verlaß uns schwache nicht! oder christlichen Wandel. 2. Ach! die kürze dieser zeit Laß täglich uns betrach ten; Und den werth der seligkeit Unendlich theuer ach ten! Groß und schwer ist unsre müh, Bis wir den lauf vollenden: Wer darf mit vollen händen Hier seine zeit verschwenden? Er verliert auf ewig sie, Wird ewig sich mit thränen Nach ihrer rückkehr sehnen. Umsonst sind seine thränen! Er verfor hier seine zeit; Mit ihr das heil der ewigkeit. 3. Wenn die lüsterne begier Nach reichthum, wollust, ehre, Uns versuchet, als wenn hier Des lebens endzweck wäre! Gott, dann halt' uns, daß wir nicht Vom rechten wege weichen! Laß uns das ziel erreichen: Nicht träge sein, noch weichen! Unser ziel ist dort im licht, Wo du, den wir verlangen, Vor uns bist hingegangen, Uns wieder zu empfangen. Unsre pilgrimschaft ist hier, Und unser vaterland bei dir. 4. Gott! ach laß der welt nicht zu, Daß sie dein volk verführe, Und die herzen mehr, als du, Mehr als dein 275 himmel, rühre! Wenn sie locket; stärk uns dann, Ihr muthig zu entsagen, Mit ihr den kampf zu wagen, Und ihren haß zu tragen! Sie mag reizen, wen sie kann; Ihr beispiel mag entzünden, Die noch in ihren sünden Des lebens freude finden! Wir, des himmels bürger schon, Wir kennen sie, und ihren lohn. 5. Gott! dein heil ist werth, daß wir mit vorsicht darnach trachten, Und der erde güter hier Für nichts dagegen achten; Und der erde sünden flich'n, Und deinen weisen willen Zu unserm heil erfüllen, Nicht unsers fleisches willen; An dich glauben, und an ihn, Den du dahin gegeben, Unsterblichkeit und leben Der sünderwelt zu geben. Unsers kampfes angst und müh Wie herrlich, Gott, belohnst du sie! 6. Hilf uns, Gott, in unserm streit, Und laß uns nicht ermüden! Führ uns bald zur ewigkeit, Und nimm uns auf im frieden! Zeig uns jenen großen lohn. Der deine kinder krönet. Auch er, der uns versöhnet, Stritt, 276 und ward dann gekrönet. Laß uns so, wie er, dein Sohn, mit deinem wort uns rüsten! Das fleisch mit seinen lüsten Beherrsche nie uns christen! Bring uns bald dem ziele nah, Gott, unser Gott! halleluja! Von der Heiligung, Mel. Straf mich nicht zc. 322. Mache dich, mein geist, bereit! Wachen, fleh'n und beten Stärket uns zu jeder zeit; Hilft in allen nöthen. Satans list Kann ein christ Durch gebet und wachen Leicht zu schanden machen. 2. Eil' dann, und beharre nicht In dem sündenschlafe. Christus ruft, und ist dein licht. Eil'! denn strenge strafe, Große noth, Selbst der tod, Möchten dich in sünden Unbereitet finden. 3. Wach'! sonst bringt des feindes list Dich zu schweren sünden: Er kann, wenn du schläfrig bist, Leicht dich überwinden. Gott läßt zu, Daß auch du, Wenn du sorglos wallest, In versuchung fallest. THO 4. Wache, daß dich nicht die welt Durch gewalt be zwinge; Oder, wenn sie sich verstellt, Listig an sich bringe. Wach' und sieh', Daß dich nie Falsche brüder fällen, Die dir netze stellen. 5. Wach', und hab' auf dich stets acht; Trau nicht deinem Herzen! Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes huld verscherzen. D! es ist Voller list; Kann ſich selber heucheln, Und voll hochmuth schmeicheln. 6. Aber bet' auch stets dabei; Bete bei dem wachen. Dich muß Gott von trägheit frei Und behutsam machen. Er verleiht Munterfeit, Licht auf deinem pfade, Durch des Geistes gnade. 7. Auf! und nah' dich mit gebet Frei zu seinem throne. Wenn dein herz nur glaubig fleht, Hört er in dem Sohne. Er verheißt Seinen Geist, Mit ihm kraft und leben, Auf dein flehn zu geben. Al 8. Gott! o lehr uns immerdar Wachen, fleh'n und beten. Und vermehrt sich die gefahr, Lehr uns stärker beten. In der noth, In dem tod, Laß uns gnade finden, Siegreich über winden. oder christlichen Wandel. Mel. Wer nur den lieben Gott c. 323. Nicht, daß ichs schon ergriffen hätte! Die beste tugend bleibt noch schwach. Doch, daß ich meine seele rette, Jag ich dem kleinod eifrig nach. Denn tugend ohne wachsamkeit Ver• liert sich leicht in sicherheit. 2. So lang ich hier im leibe walle, Bin ich ein kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, Der, wenn sein nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse lust Stirbt niemals ganz in unsrer brust. suo 277 5. Oft ist es kunst und eigenliebe, Was andern strenge tugend scheint. Der trieb des neids, der schmähsucht triebe Erweckten dir so manchen feind; Du wirst behutsam, schränkst dich ein, Fliehst nicht die schmähsucht, nur den schein. 6. Du denkst, weil dinge dich nicht rühren, Durch die der andern tugend fällt; So werde nichts dein herz verführen; Doch jedes Herz hat seine welt. Den, welchen stand und gold nicht rührt, Hat oft ein blick, ein wort verführt. 3. Nicht jede besserung ist tugend, Oft ist sie nur das werk der zeit. Die wilde hitze roher jugend Wird mit den jahren sitt samkeit. Und was natur und zeit gethan, Sieht unser stolz als tugend an. 7. Oft schläft ein trieb in deinem herzen. Du scheinst von rachsucht dir befreit: Jetzt sollst du eine schmach verschmerzen; Und sieh! dein herz wallt auf, und dräut Und schilt so lieblos und so hart, Als es zuerst gescholten ward. 4. Oft ist die ändrung deiner seelen Ein tausch der triebe der natur. Du fühlst, wie stolz und ruhmsucht quälen: Du dämpfst sie, doch du wechselst nur. Dein Herz fühlt einen andern 8. Oft denkt, wenn wir der stille pflegen, Das Herz im stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die welt entgegen, So reget sich die leidenschaft. Wir werden im gereiz; Dein stolz wird wol- räusche schwach, Und geben lust oder geiz. endlich strafbar nach. 278 Von der Heiligung, 9. Du opferst Gott die leichtern triebe Durch einen strengen lebenslauf. Doch opfertest du seiner liebe Nicht gern die liebste neigung auf. Dieß ist das auge, dieß der fuß, Die sich ein christ, entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zur ruh und stille, Die welt; und liebst die einsamkeit: Doch wärst du, wollt' es Gottes wille, Ach dieß zu ändern, fromm bereit? Dein herz haßt habsucht, neid und zank; Doch unmuth nicht und müßiggang. 11. Du bist gerecht; doch nicht bescheiden; Liebst mäBigkeit: doch nicht geduld. Du dienest gern, wenn and ren leiden; Vergibst du auch dem feind die schuld? Von allen lastern sollst du rein, Zu aller tugend wil lig sein, 12. Sei nicht vermessen! wach und streite: Denk nicht, daß du schon g'nug gethan! Dein herz hat seine schwache seite; Die greift der feind am ersten an. Die ficherheit droht dir den fall: Drum wache stets, wach überall. Mel. Durch Adams Fall ist zc. 324. ft flagt dein er me herz, wie schwer es sei, Den weg des Herrn zu wandeln, Und täglich seinem worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ists die tugend kostet müh; Ihr widerstehn die lüste; Doch richte selbst, was wäre sie, Wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer laster freu'n, Trifft auch viel schmerz hienieden: Sie sind die sclaven eigner pein, Und haben keinen frieden. Der fromme, der die liste dämpft, hat oft auch seine leiden; Allein der schmerz, mit dem er kämpft, Verwandelt sich in freuden. 3. Des lasters bahn ist anfangs zwar Ein breiter weg durch auen; Allein sein fortgang wird gefahr, Sein ende nacht und grauen: Der tugend pfad ist anfangs steil, Läßt nichts als mühe blicken; Doch weiter fort führt er zum heil, Und endlich zum entzücken.com 4. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, Nach unsers fleisches willen, Wenn wollust, neid und zorn ent oder christlichen Wandel. brennt, Die lüste frei zu stillen; Nimm an, Gott ließ den undank zu, Den frevel, dich zu kränken, Den menschenhaß: was würdest du Von diesem Gotte denken? 5. Gott will, wir sollen glücklich sein; Drum gab er uns gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreu'n, Sie sind des lebens schätze. Er red't in uns durch den verstand, Und spricht durch das gewissen, Was wir, geschöpfe seiner hand, Thun oder Lassen müssen. avia 279 hat, dem wird auch Das, was er hat, genommen. 8. Du streitest nicht durch eigne kraft; Drum muß es, dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, Das wollen und vollbringen. Gab je ein vater einen stein Dem sohn, der brod begehrte? Bet oft! Gott müßte Gott nicht sein, Wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der tugend pfad Das beispiel sel'ger geister; Ihn zeigte dir, und ihn betrat Auch 6. Jhn fürchten, das selbst dein Herr und Meister. ist weisheit nur, Und Dich müsse nie des frechen freiheit ists, sie wählen.spott Auf diesem pfade hinEin thier folgt trieben der natur; Ein mensch dem licht der seelen, Was ist des geistes eigenthum? Was sein beruf auf erden? Die tugend! was ihr lohn, ihr ruhm? Gott ewig ähnlich werden! dern; Der wahre ruhm ist ruhm bei Gott, Und nicht bei menschenkindern. 10. Sei stark, sei männlich allezcit; Tritt oft an deine bahre: Vergleiche mit der ewigkeit, Den kampf so kurzer jahre. Das kleinod, das dein glaube hält, Wird neuen muth dir geben, Und ner gnade finden; Und übekräfte der zukünft'gen welt, dich getreu und gern, Dein herz zu überwinden. Wer kräfte hat, wird durch gebrauch Von Gott noch mehr bekommen; Wer aber nicht 7. Lern' nur geschmack am wort des Herrn Und seiDie werden ihn erheben. 11. Und endlich, christ! sei unverzagt, Wenn dirs nicht immer glücket; Wenn dich, so viel dein Herz auch 280 Von der Heiligung, wagt, Stets neue schwachheit drücket. Gott sieht nicht auf die that allein; Er sieht auf deinen willen. Ein göttliches verdienst ist dein! Dieß muß dein herze stillen. Mel. Herr Jesu Christ, du ze. 325. Laß, Jesu, deinen guten Geist Mich allezeit regieren, Daß ich stets thu, was du mich heiß'st, Und mich nicht laß verführen; Daß ich dem bösen widersteh, Und nicht von deinem weg abgeh Zur rechten oder linken. 2. Wenn auch die lust der sünde mich Noch reizt so lang ich lebe; Hilf nur, daß ihrer reizung ich Gleich anfangs widerstrebe. Ach Herr, laß mich vergessen nicht Die todesstund und das gericht, Den himmel und die hölle! Mel. Dir, dir Jehovah will ich ic. 326. Laß mich, o Herr, in allen dingen Auf deinen willen sehn, und dir mich weihn. Gib selbst das wollen und vollbringen, Und laß mein herz dir ganz geheiligt sein. Nimm meinen leib und geist zum opfer hin: Herr! dein ist alles, was ich hab und bin. 2. Gib meinem glauben muth und stärke, Und laß ihn in der liebe thätig sein; Daß man an seinen früchten merke, Er sei kein eitler traum und falscher schein. Er stärke mich in meiner pilgrimschaft; Und gebe mir zum kampf und siege kraft! 3. Laß mich, so lang ich hier soll leben, In gut und bösen tagen sein vergnügt, Und deinem willen mich ergeben, Der mir zum besten alles weislich fügt: Gib furcht und demuth, wann du mich beglückst; Geduld und trost, wann du mir trübsal schickst. 4. Ach hilf mir beten, wachen, ringen, So will ich dir, wann ich den lauf vollbracht, Stets dank und ruhm und chre bringen, Dir, der du alles hast ſo wohl gemacht. Dann werd ich heilig, rein und unentweiht Dein lob verkündigen in ewigkeit. Mel. Was mein Gott will ic. 327. Ach höchster Gott! verleihe mir, Daß ich nur dich begehre; Mein ganzes glück nur such in dir, Und dich allein ver oder christlichen Wandel. ehre; Daß ich in noth Dich meinen Gott Und Vater glaubig nenne, Daß weder leid, Noch glück und freud Mich jemals von dir trenne. 2. Erfülle mich mit wahrer reu, Wenn ich dich, Gott, betrübe: Gib, daß 281 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, Daß ich den Heiland liebe; Und bilde mich nach seinem sinn. Gib, daß ich mich stets übe, Auf ihn zu sehn, Jhm nachzugehn, Mich seiner nicht zu schämen; Und stets bereit, mit freudigkeit Sein freuz auf mich zu nehmen. 5. Nie müsse stolz und eitelkeit Mein schwaches herz regieren; Nie haß und zorn, und bitterkeit Zur' rache mich verführen. Dein recht gebeut Versöhnlichkeit, Verdammt der rachsucht triebe: Gib daß den feind, Nicht blos den freund, Mein ich alles böse scheu, Und stets|| herz aufrichtig liebe. das gute übe. Laß meine pflicht, Herr, mich ja nicht Mit vorsatz je verletzen. Der seele heil, Mein ewigs theil, Laß mich recht theuer schätzen! 6. Nach vielem reichthum, gut und geld, Herr! laß mich ja nicht trachten. Laß mich die ehren dieser welt Für kleinigkeiten achten, Und nie nach pracht, Nach hoheit, macht, Und würden ängstlich streben; Laß mich vielmehr, Nach deiner lehr, In wahrer demuth leben. 3. Mein Gott! ich bitte dich: verleih Mir einen festen glauben, Der standhaft, treu und thätig sei; Und laß mir den nichts rauben. Gib, daß ich mich Allzeit 7. Die falschheit, list und auf dich, Und auf dein wort heuchelei Hilf mir sorgfälverlasse; Und in der noth tig fliehen: Nie müss' ich Ja selbst im too, Dein heil|| mich durch gleißnerei Um getrost umfasse. menschengunsi bemühen. Laß ja und nein Mir heilig sein; Laß mich nicht lieblos richten; Und zank und streit Mit freundlichkeit, Mit lieb und sanftmuth schlichten. 8. Herr! lehre mich enthaltsamkeit; Gib mir ein rein gemüthe, Daß ich in dieser prüfungszeit Vor böser Lust mich hüte. Der lügen feind, Der wahrheit 282 Von der Heiligung, freund, Laß mich aufrichtig wandeln; Und jederzeit Nach billigkeit mit meinem nächsten handeln. mit 9. Gib, daß ich stets den müßiggang Samt aller trägheit fliehe; Daß ich der welt mein lebenlang Zu dienen mich bemühe. Laß meinen fleiß Zu deinem preiß, O Gott, mir wohl gelingen: Und segnest du Das, was ich thu, Dir dafür ehre bringen. 10. Ach, gib mir deinen guten Geist, Der stets mein herz regiere, Und mich, wie dein gesetz es heißt, Auf deinen wegen führe. So wird mein herz In freud und schmerz Dir zu gefallen streben; Und du wirst mir, Gott, einst bei dir Den lohn der treue geben. Nach bekannter Melodie. 328. Gott, du from mer Gott! Du geber aller gaben; Ohn den nichts ist, was ist; Von dem wir alles haben! Gesunden leib gib mir, Und daß in solchem leib Ein' unverletzte seel Und rein gewissen bleib. 2. Gib, daß ich thu mit fleiß, Was mir zu thun gebühret, Wozu mich dein befehl In meinem stande führet: Gib daß ichs thue recht, Wann, wo und wie ich soll; Und wenn ichs thu, so gib, Daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen! Laß kein unnützes wort Aus meinem munde gehen; Und wenn nach meiner pflicht Ich reden soll und muß, So gib den worten kraft Und nachdruck, ohn' verdruß. 4. Find't sich gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen; Gib einen heldenmuth; Das leiden hilf mir tragen. Mit sanftmuth lehre mich Besiegen meinen feind: Und wenn ich rath bedarf, Gib einen weisen freund! 5. Laß mich mit jedermann In fried und freundschaft leben, So weit, als christlich ist. Willst du mir etwas geben An reichthum, ehr und glück; So gib auch dieß dabei, Daß ich nicht ungerecht, Nicht stolz und lieblos sei. 6. Soll ich in dieser welt Mein leben höher bringen, Und unter mancher last Hindurch ins alter dringen; So gib geduld; laß mich Auf oder christlichen Wandel. deinen wegen gehn, Und schon hier zum lohn, Was auch im alter noch, Herr, wahre ruhe bringt. deinen ruhm erhöhn. 7. Laß mich an meinem end Auf Christi tod abschei-| den: Die seele nimm zu dir Hinauf zu deinen freuden; Es ruhe sanft der leib In seiner stillen gruft, Bis ihn dein allmachtswort Zum neuen leben ruft. 8. Wenn deine stimme wird Die todten alle wecken; O dann wird sie sich auch Auf meinen staub erstrecken, Du rufft: ich geh hervor; Ich leb, und sehe dich: Mit allen seligen Lobsinge dann auch ich. Mel. O Gott, du frommer Gott. 329. Mein ein Vater und mein Gott, Der du in diesem leben, Zur leuchte meinem fuß, Dein heiligs wort gegeben; Regiere doch mein herz Durch deinen guten Geist, Daß ich dem folgsam sei, Was dein gebot mich heißt. 283 2. Verleih, daß ich zuerst Nach deinem reiche trachte, Und fein vergänglich gut Zu übermäßig achte. Wer nach dem ewigen Mit rechtem eifer ringt, Empfängt 3. Gib, daß ich von der welt Mich unbefleckt erhalte; Und daß in mir der trieb Zum guten nie erkalte. Hilf, daß ich immer wach, Im kampf des glaubens treu, Und in der hoffnung start Und fest gegründet sei. 4. Gib, daß ich als ein christ Mich Christo ähnlich zeige, Und achtsam mein gemüth Zu seiner lehre neige. Sein Geist regiere mich, Und nicht der geist der welt: So wandl' ich, Herr, vor dir Den weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, Von ganzer seele liebe; Und lieb und gütigkeit Auch an dem nächsten übe. Laß ohne übermuth Mich bei des glückes schein, Und ohne ungeduld In trüben tagen sein. 6. Nie müsse sich mein herz Der fleischeslust ergeben. Und nie dem schnöden geiz! Mein dir geweihtes leben Sei von betrug und neid, Von unbarmherzigkeit, Von ungerechtem gut Und stolzem sinn befreit! 7. Will deine hand mich 284 Von der Heiligung, mit festem schritt Fort auf der tugend pfade. Die lust verführt: die tugend nie, Und Gott, dein Gott, bekrönet sie mit seiner gan zen gnade. 8. Erlöse endlich mich Von allen meinen leiden; Und ist die stunde da, Aus 4. Laß dir die schreckenvolle pein Der sünde hell vor augen sein, Wenn sie dich lockt zu freuden. Gott kennt dieser welt zu scheiden, Soden quälenden verdruß, Der tröste du mein herz, Wenn auf die sünde folgen muß, meine hütte bricht. Mein Und will sie dir verleiden. Gott, mein Herr! verlaß 5. Gott sieht der ewigkeiMich sterbenden dann nicht! ten nacht, Wo sünder, die Mel. Kommther zu mir, spricht ic. ihn hier verlacht, In tiefem 330. Mein geift! er jammer schmachten. Gott muntre dich, kennt der tugend hohen und sei Gott, deinem Herrn werth; Und den hat Jesus und Schöpfer, treu, Und dich gelehrt: Wie kannst folge dem gewissen! Odu den verachten? glaub, es wird dich nie 6. Nein! gereu'n, Hast du unsträflich fromm zu sein, Auf richtig dich beslissen. 2. O horche nicht auf fleisch und blut, Gehorche Gott! Gott meint es gut: Was er gebeut, ist segen. Er liebt uns menschen väterlich; Führt durch geduld und tugend dich Dem höchsten glück entgegen. 3. Gott theilt dir seine stärke mit; Drum gehe stets hier Auf rauhe wege lei ten: So unterstütze mich, Wenn meine tritte gleiten. Laß mich in aller noth Auf deine hülfe bau'n, Und auch, wenn sie verzeucht, Dir doch getrost vertrau'n. wach, und kämpf, und bete du! DeinGott, dein Richter sieht dir zu; Einst wird er dich belohnen. O bleib ihm treu, und wanke nicht! Denk an den tod, und ans gericht, Und an die siegeskronen. Mel. O Gott, du frommer Gott. 331. er Gottes wege geht, Nur der hat großen frieden; Er kämpft, und weiß den lohn, Den Gott dem kampf be oder christlichen Wandel. schieden. Voll glaubens wi- es ist, Auch gern barmdersteht Er jeder bösen lust, Ist seiner tugend sich Vergnügt vor Gott bewußt. 2. Er merkt auf seinen gang, Geht ihn mit heil'gem muthe; Wird aus der schwachheit stark, Und liebt und schmeckt das gute; Nimmt an erkenntniß zu, Fühlt täglich neue kraft, Die Gottes guter Geist In seiner seele schafft. 3. Gott hat er allezeit Vor augen und im Herzen; Prüft täglich sich vor ihm, Und tilgt der sünde schmerzen Durch seines Mittlers huld, Durch redliches bemühn, Stets heiliger zu sein, Was unrecht ist, zu fliehn. 285 4. Getreu in seinem stand, Genießt er Gottes gaben; Und ist, wenn andre gleich Viel weins und kornes haben, In Gott bei wenigem Zufrieden und erfreut; Und nie erniedrigt sich Sein herz zum geiz und neid. 5. Schenkt Gottes hand ihm viel, So wird er vielen nüßen; Des freundes glück erhöhn, Verlaßne tugend schützen. Er wird, wie Gott herzig sein; Ja selbst den ärgsten feind In seiner noth erfreun. 6. Die liebe gegen Gott Heißt ihn den nächsten lie ben; Jhm ist es leichte last, Die pflichten auszuüben, Die er in jedem fall Dem nächsten schuldig ist. Die liebe dringet ihn: Durch liebe siegt ein christ. 7. Er fränkt nie andrer glück, Schützt ihren ruhm, ihr leben; Trägt schwache mit geduld, Ist willig zum vergeben; Sieht dich als bruder an, Sieht Gottes bild in dir. Fehlst du, so denket er: Mein Gott verzeiht auch mir. 8. Das heil der ewigkeit, Das hier der fromme schmecket, Erhält sein glück, und macht, Daß ihn kein tod erschrecket; Es gibt in noth ihm muth, Und stillet jeden schmerz. Im tode freut sich noch Sein gottergebnes herz. 9. Herr! lehre du mich selbst In deinen wegen gehen: Du weißt, wie schwach ich bin, Drum laß mich hülfe sehen. Regiere du mein Von den Pflichten gegen Gott. Herz, Und lenke meinen sinn.|| glück, Mein größester ge Denn fromm sein ist mein winn. IV. Von den Pflichten des Christen gegen Gott. 286 Erkenntniß Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 332. Wo find ich Gott, den meine seele Weit über alles schätzt und liebt; Gott, den ich mir zum freunde wähle, Und der allein mir freude gibt? Wann kommt die zeit, da Gott mein freund, Sich völliger mit mir vereint? 2. Wie wollt ich meinen Gott dann preisen, Wann ich ihn sähe, wie er ist! Zwar deine wunder, Herr, beweisen, Wie unaussprechlich gut du bist. Doch zeigt mir deiner werke glanz Noch deine herrlichkeit nicht ganz. 3. Hier seh ich Gott nur, wie im spiegel, Und bete ihn in schwachheit an. Ach, hätte meine seele flügel, Sich ihrem Schöpfer mehr zu nahn! Wie würde sie sich seiner freun; Wie selig, wie verherrlicht sein! 4. Dürft' ich am fuße seines thrones Mit seinen Engeln ihn erhöhn! Könnt' ich im antlitz seines Sohnes, So wie die seligen, ihn seh'n! Ich, der ich hier kaum stammlen kann, Welch hohes loblied stimmt ich an! 5. Mir macht zwar jedes seiner werke Mehr, als ich rühmen kann, bekannt: Cs zeigt mir seine macht und stärke, Und seinen weisesten verstand. Gott, deine huld ist gränzenlos, Für armes menschenlob zu groß! 6. Und, wie ein Vater mit dem kinde, Spricht Gott in seinem wort mit mir. Ich seh dich, Vater! doch die sünde Verdunkelt mir das licht vor dir. O welche gnade, daß dein Geist Mein herz noch näher unterweißt! 7. Doch wenn bei meinen finsternissen Auch höh'res licht ins herze fällt, Doch bleibt mein armes ganzes wissen Noch immer stückwerk in der welt. Ich suche dich, und forsche nach; Doch dich zu sehn, bleib ich zu schwach. Erkenntniß Gottes. 8. Gib, daß der strahl von deiner wahrheit Mein leben leite, bis ich dort Dich näher seh', und mit mehr klarheit, Als hier an diesem prüfungsort. Ich, der ich hier kaum stammlen kann, Dort bet' ich dich mit engeln an. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. ein Gott! du wohnest zwar im lichte, Dahin kein sterblich auge dringt; Doch gibst du uns zum unterrichte Dein wort, das uns erkenntniß bringt, Was du, o Allerhöchster bist, Was mit uns deine absicht ist. 333. Me 2. So gib, daß auf dein wort ich achte, Als auf ein licht im dunkeln ort; Und wenn ich ernstlich es betrachte, So hilf selbst meinem forschen fort. Laß deiner wahrheit hellem schein Mein aug und herz stets offen sein! 3. Dein wort sei mir ein licht im glauben, Das sicher meinen gang regiert. Laß mir doch keinen irrthum rauben, Was mich zum ew'gen glücke führt. Kein spöttergeist verführe mich; Kein zweifel sei mir hinderlich! 287 4. Dich kennen, ist das ew'ge leben. Drum hilf mir, Vater, daß ich dich Und den, den du für uns gegeben, Hier so erkenne, wie du mich In deinem wort es selbst gelehrt, Bis einst sich meine einsicht mehrt. 5. Vor allem lak bei mir lebendig, O Höchster, dein erkenntniß sein! Laß mich darnach dir auch beständig Die größte lieb und ehrfurcht weihn. Gib, daß ich thu mit allem fleiß, Was ich von deinem willen weiß. 6. Was hilft das richtigste erkenntniß, Wenns nicht zu deiner liebe treibt? Was nützt ein aufgeklärt verständniß, Wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum lenke, Herr, auch meinen sinn, Auf wahre christentugend hin. 7. Laß dein erkenntniß mir im leiden Ein brunstquell wahres trostes sein! Laß mich, wenn leib und seele scheiden, Auch dann noch deiner gnad mich freun. Dort seh ich dich im hellern licht Von angesicht zu angesicht. Von den Pflichten gegen Gott. 288 Mel. Ich finge dir mit Herz 2c. 334. ott, beffen stuhl der himmel ist, Ich sinke vor dir hin; Ich überdenke, wer du bist, Und was ich vor dir bin. 2. Was bin ich, Herrscher, gegen dir? Ein welkend gras und laub: Du bist und bleibest für und für; Ich bin in kurzem staub. 3. Dein wesen ist vollkommenheit: Du bists; und keiner mehr. Du, Gott, bist Gott von ewigkeit: Ich bin von gestern her. 4. Hochheilig bist du, daß vor dir Der Seraph sich bedeckt. Gott, du bist gut: und ach! an mir Ist herz und thun befleckt. 5. Bei dir ist weisheit und verstand, Du Vater alles lichts; Was noch nicht ist, ist dir bekannt: Durch mich selbst weiß ich nichts. 6. Gott! auf dein wort entstand die welt, Durch dich entstand auch ich: Du bists, der sie mit macht erhält; Und du erhälst auch mich. 7. Du Gott! ich staub den unterscheid, Herr, lehr mich ihn verstehn! Lehr mich, in tiefster niedrigkeit Vor dir einher zu gehn. 8. In jenem leben werd ich dich In deiner größe sehn. Auf diesen anblick freu ich mich. Wann? ach wann wirds geschehn? Furcht Gottes. Mel. O großer Gott von Macht ze. 335. Gott, An macht du erhabner unendlich reich; Wer ist dir auf der erd, Und wer im himmel gleich? Vor dir erbebt die ganze welt; Und was der himmel in sich hält, Muß sich mit tiefem schweigen Vor deinem throne beugen. 2. Du hast durch deine kraft Den himmel ausge streckt, Die erde fest gegründ't, Dem meer sein ziel gesteckt: Dein wort bewegt der berge grund Und stürzt sie in des meeres schlund, Willst du zur strafe ziehen; So kann kein mensch entfliehen. 3. In deiner hand sind wir, Wie thon in's töpfers hand. Leib, seele, gut und blut Hast du uns zuge wandt. Du lehrst das menschliche geschlecht Durch die vernunft und schrift, 289 Furcht Gottes. Von dein recht; Willst daß wir mich von heuchelei, thun und denken Nach dei menschenfurcht und trägner vorschrift lenken.heit frei: So werd ich im 4. Erleuchte meinen geist, gewissen, Die süßte ruh O Gott, mit deinem licht. genießen. Dich fürchten, sei mir stets So seligkeit als pflicht. Hilf, daß ich als dein un- ba terthan, Der niemals dich entbehren kann, Bemüht sei, deinen willen Gehorsam zu erfüllen. met. Wer nur den lieben Gott ic. 336. Bor bir, o Gott, scheuen, Ist unsre allergrößte pflicht. Kein mensch kann deiner huld sich freuen, Scheut er dein heilig auge nicht: Drum wirk in mir durch deinen Geist Die furcht vor dir, die kindlich heißt. 5. Laß deine gegenwart Mir stets vor augen sein: Laß mich im dunkeln auch Dein helles auge scheu'n. Erinnre mich an deine macht, An meines Richters ernst und pracht, Wenn ich es wollte wagen, Gehorsam zu versagen. 2. In allem was ich thu und denke, Laß, Herr dieß meine weisheit ſein, Daß ich mein herz zur sorgfalt lenke, Vor jeder sün6. Doch gib, daß meine de mich zu scheu'n. Denn furcht Vor dir nicht knech-|| wer noch lust zur fünde tisch sei; Befreie mein ge- hat, Der fürchtet dich nicht müth Von zwang und heu in der that. chelei! Schenk einen findlich freien geist, Der willig thut, was Gott ihn heißt, Und der aus reiner liebe, Sich im gehorsam übe. 3. Gib, daß ich stets zu herzen nehme, Daß du allgegenwärtig bist, Und das zu thun mich ernstlich schäme. Was dir, mein Gott, zuwider ist. Der beifall einer ganzen welt Hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 7. O Gott! laß deine furcht Des lebens leit stern sein; Laß sie zum guten mir Stets kraft und fleiß verleih'n. Sie mache 4. Laß immer dein gericht mich scheuen, Und wirke 13 Von den Pflichten gegen Gott. frommen ernst in mir, Mein leben deinem dienst zu weihen, Daß ich die gnade nicht verlier', Die mich bei aller missethat So lieb- i Vom Eide. reich noch getragen hat. 290 5. Ja, Gott, laß mich mit furcht und zittern Noch schaffen meine seligkeit. Soll nichts mein ewig glück erschüttern, So laß mich in der gnadenzeit Mit vorsicht alles unrecht flieh'n, Mich nur um deine huld bemüh'n. für mich gab. Gott! deine furcht bringt segen ein: Shr lohn wird groß im himmel sein. 7. In deiner furcht laß mich stets wandeln, Und überall, auch wo ich sei, Nach deiner vorschrift redlich handeln; Du hassest alle Heuchelei. Wer dich von her zen scheut und ehrt, Nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner furcht laß mich einst sterben, So schreckt mich weder tod noch grab; So werd ich jenes leben erben, Dazu dein Sohn sich Mel. Christ unser Herr zum ic. 337. Gott, mein Schöpfer, der welt Des auge alles fle het; Vor dem der engel niederfällt, Der höchste Se raph kniet! Laß deines namens Majestät Mein Herz mit ehrfurcht füllen, Wenn ich hin vor dein antlitz trett", Nach meiner Obern willen Dich eidlich anzurufen. 6. Gib, daß ich stets ein gut gewissen Vor dir zu haben sorgsam sei; Und mache von den hindernissen Der 2. Laß deine gegenwart wahren tugend selbst mich mich scheu'n, D allerhöchstes frei. Nie stör' mich furcht Wesen! Nichts kann vor und lust der welt, zu thun, dir verborgen sein: Ge was dir, mein Gott, gefällt.|| danken kannst du lesen. Du bist mir nah; ich bin dir künd An einem jeden orte: Du kennest meines herzens grund, Weißt alle meine worte, Und was ich dabei denke. prov 3. Du bist auch, o Allwissender, Der bosheit strenger rächer; Und strafft, als ein gerechter Herr, Den leichtsinn der verbrecher, Tie mit so viel verwegenheit Die allmacht selbst nicht Vom Eide. scheuen, Und deines namens Mel. O Ewigkeit du Donnerw. heiligkeit Durch falschen 338. Gott! der du Herschwur entweihen; Ins angesicht dir lügen. 4. Herr! steure bei uns allezeit Dem greuel solcher sünden. Laß deines namens heiligkeit Ein jedes herz empfinden, Das je zum eide sich entschließt. Du, aller falschheit rächer, Du, dessen drohen wahrheit ist, Strafft zwie fach die verbrecher, Die fälschlich bei dir schwören. zenskenner bist; Herr! dem die falschheit greuel ist, Und jeder lug verbrechen. Kein wort spricht je ein falscher mund, Allwissender, dir ist es kund; Du Heiliger wirst's rächen. Laß jederzeit mein ja und nein, Wie's christen ziemt, aufrichtig sein! 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh, Dir feierlich ins antliz seh, Die hand zum himmel hebe; Wenn ich dich, Gott, zum zeugen ruf', Zum rächer dich, der mich erschuf, Durch den ich bin und lebe; Dann sei von trug und heuchelei Mein herz und meine zunge frei! 291 5. Laß niemand auch gelegenheit Zu falschen eiden geben; Und will sich oft um kleinigkeit Ein böser zwist erheben; So lenke du durch deinen geist Zum frieden die gemüther, Daß niemand jemals sich erdreist', Um ehre oder güter Mit unbedacht zu schwören. 6. Du fizest auch mit im gericht, Wo deine die ner richten: Läßt sich der menschen hader nicht, Als nur durch eide schlichten; Dann laß zu deines namens ehr Getrost bezeuget werden, Du, du seist, o Allwissender, Im himmel und auf erden Der zeuge und der richter! B 3. Wenn frevler da auch Gott noch schmäh'n, Mit lügen frech noch vor ihm steh'n, Dann laß mein herz erschrecken! Weh dem, der Gott und Gottes macht Zum siegel seiner bosheit macht, Sie vor der welt zu decken. Herz! schau den Gott mit zittern an, Der leib und feel verderben kann! 4. O seele! wenn du dich noch liebst, Denk, was du 13* Von den Pflichten gegen Gott. da zum pfande gibst; Dein ich doch Gott und seligkeit glück, dein ewig leben! Muthwillig nicht verlieren. Verlier nicht mit verwegen- Wie klein mein glück auch heit Dein theil an Gott immer sei; Nur reines herz und seligkeit: Wer kann und Gott dabei! dirs wiedergeben? Gott und sein evangelium, Wie kostbar ist dieß eigenthum! 5. Gott! wenn du nicht mein Gott mehr bist, Dein 8. Gott! lehr du mich bei jedem eid, Aus furcht vor deiner heiligkeit, Die wahrheit pünktlich sprechen. Beschwör ich heilig amt und Sohn nicht mehr mein Hei- pflicht, So laß mich auch im land ist, Dein himmel nicht kleinsten nicht Die theure mein erbe; Wenn mich beim zusag brechen. Auch dir, leiden dieser zeit Kein trest Gott, schwur ich treu zu vom himmel mehr erfreut, sein: Erhalt mich ewig, Kein troft mehr, wenn ich ewig dein! sterbe! Ist Gott und Jesus nicht mehr mein; Dann besser, nie geboren sein! 6. Frech ist die zunge, die noch spricht: ,, Gott siehet's ,, nicht, Gott achtet's nicht!" So lästern spötter- rotten. Ja: Gottes langmuth ist bekannt: Er lähmt nicht jede falsche hand: Doch Gott läßt sich nicht spotten. Zum strafen hat er lang noch zeit, Zum strafen 9. Der du mein trost im tod noch bist, Gott! dessen wort wahrhaftig ist, Du haft auch mir geschworen. So wahr du Gott bist, ſagst du's zu, Ich hör's mit voller feclenruh: Ich soll nicht sein verloren. O seele, halt Gott deinen eid! Dann freu dich seiner gütigkeit. noch die ewigkeit! 292 Liebe gegen Gott. Mel. Herzlich lieb hab ich dich ic. 339. Aus ganzem herzen lieb' ich dich! Nach deiner gnad, Herr, dürstet mich, Daß sie mein herze labe. Die ganze welt erfreut mich nicht; Nach 7. Nein! ehre nicht, nicht gut und geld, Kein fürstenthum und keine welt' Soll mich so weit verführen. Um alle leiden dieser zeit Willerd' und himmel frag ich Liebe gegen Gott. nicht, Wenn ich, mein Gott, So segne mich dein angedich habe. Und wenn mein herz im tode bricht, Bist du doch meine zuversicht, Mein trost, mein Herr, der mich erlößt, Der mich im tode nicht verstößt, Ach Jesu Christ! Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Ein schlum mer sei mir einst mein tod! sicht. Ach Richter, laß mich ohne grau'n Dich dann auf deinem throne schau'n! Herr Jesu Christ! Erhöre mich), erhöre mich So preiß ich ewig, ewig dich. 293 del sein; Laß mich im kreuz dir fest vertrau'n, Und nur auf deine hülfe schau'n. Ach Jesu Christ! Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Hilf mir in meiner letzten noth! 2. Ach alles, Herr, hab Gott, mein Gott, wie lieb ich von dir: Den leib, die ich dich! Und mit welchen seele, gabst du mir, Und dieß seligkeiten Sättigt deine mein erstes leben. Gib, daß liebe mich! Seel' und leib ichs deiner liebe weih', Und mag mir verschmachten; meinen brüdern nüßlich sei Hab ich dich, werd' ichs Mit dem, was du gegeben. nicht achten. Mir wird deiLaß, Jesu, mein erkenntniß ne lieb' allein Mehr als rein, Und heilig meinen wan- erd und himmel sein. 13. Gib, daß dein Engel meinen geist, Wenn dich mein letztes loblied preißt, In Abrams schoos einst trage. Der leib ruht sanft in seiner gruft, Bis ihn dein wort ins leben ruft An je nem großen tage. Und kommst du dann zum weltgericht, Mel. Jesu der du meine Seele 16. 340.uelle der voll kommenheiten, 2. Denk ich deiner; wie erhebet Meine seele sich in mir. Wie getröstet, wie belebet Fühl ich mich, o Gott, von dir! Jeder blick auf deine werke, Deine güte, deine stärke, Wie entledigt er mein herz Von bekümmerniß und schmerz! 3. Floß aus deiner Gottesfülle mir nicht manche wohlthat zu? Daß ich ward, das war dein wille; Daß ich noch bin das machst du! Daß ich denke, daß ich wähle, Dafür dankt dir meine seele; 2948 Von den Pflichten gegen Gott. Dankt dir, daß sich dich erkennt, Und dich ihren Vater nennt. ich dich, Herr, wie ich soll. Ganz werd ich dort deinen willen Kennen, ehren und erfüllen. Gib mir dann vor deinem thron Der vollkommnen liebe lohn! Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 341. Du Bater deiner menschenkinder, Der du die liebe selber bist; Und dessen Herz auch gegen sünder Noch gütig und voll mitleid ist! Laß mich von ganzem Herzen dein, Laß michs mit allen 4. Du erlößtest vom verderben Mich durch deinen Sohn, o Gott! Ließest den Gerechten sterben, Mir zum leben ward sein tod. Ewig dort mit ihm zu leben, Hast du mir durch ihn gegeben; Ewig deiner mich zu freu'n, Und von dir geliebt zu sein. 5. Sollt ich dich nicht wieder lieben, Der du mich zuerst geliebt? Der mit mehr als vatertrieben So unend- kräften sein. lich mich geliebt? Könnt ich ruhig hier auf erden Ohne deine liebe werden? Und dereinst nach dieser zeit Würdig sein der seligkeit? 6. Heil mir, daß ich es empfinde, Wie so liebenswerth du bist! Daß mein herz vom haß der sünde, Die dich kränkt, durchdrungen ist! Daß auf dein ge bot ich achte, Und es zu erfüllen trachte! Heil mir! du verwirfst mich nicht, Herr, von deinem angesicht. 7. Noch lieb ich dich unvollkommen: Meine seele weiß es wohl. Dort im vaterland der frommen Lieb' 2. Gib, daß ich als dein kind dich liebe, Da du mich als ein Vater liebst; Und so gesinnt zu sein mich übe, Wie du mir dazu vorschrift gibst. Was dir gefällt, gefall auch mir; Nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3. Vertilg in mir durch deine liebe Den hang zur liebe dieser welt; Und gib daß ich verleugnung übe, Wenn mir noch eitelkeit gefällt. Wie sollte ich die kreatur Dir vorzieh'n, Schöpfer der natur. 4. Laß mich um deines namens willen Gern thun Liebe gegen Gott. was mir dein wort gebent. Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen; So sieh auf meine willigkeit; Und rechne mir, nach Vaterhuld, So manche schwachheit nicht zur schuld! 5. Der liebt dich nicht, der noch mit freuden Das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit ernst vermeiden, Gefiel es auch der ganzen welt. Die kleinste sünde selbst zu scheu'n, Laß mich, o Gott, behutsam sein. 6. Aus liebe laß mich alles leiden, Was mir dein weiser rath beſtimmt. Auch trübsal führt zu ew'gen freuden: Wer ihre last gern über nimmt, Und freudig trägt, und weislich nützt, Wird mächtig von dir unterstützt. 7. In deiner liebe laß mich sterben. Dann wird der tod selbst mein gewinn; Dann werd ich deinen him mel erben, Wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in vollkommenheit, Dich, Vater der barmherzigkeit! Mel. Herzlich lieb hab ich dich ic. 342. De er du mich als ein Vater liebst, Und mich mit wohlthun 295 ganz umgibst, Gott meiner seele freude! Ich bleibe unverrückt bei dir: Was ist dann noch, das je mich hier Von deiner liebe scheide? Du machst mir deinen weg bekannt, Hältst mich bei meiner rechten hand, Negierest meinen lebenslauf, Und hilfest meiner schwachheit auf. O Herr, mein Gott! Du bist mein licht, du bist mein licht: Ich folge dir, so irr' ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem rath, Der anders nichts beschlossen hat, Als was mir segen bringet. Gehts gleich zu zeiten wunderlich; So weiß ich dennoch, daß durch dich Der ausgang wohl gelinget. Nach hartem tritt auf rauher bahn Nimmst du mich dort mit ehren an, Wo mich an deinem thron erfreut Die frone der gerechtigkeit. Mein Herr, mein Gott! Ach, voll begier seh ich nach dir; Und wünsche, bald zu sein bei dir! 3. Mein sinn ist ganz auf dich gericht't: Hab ich nur dich, so frag ich nicht Nach himmel und nach erden. Denn wär der himmel ohne 296 Von den Pflichten gegen Gott. dich, So könnte keine Lust für mich Auch selbst im him mel werden. Wärst du nicht schon auf erden mein, So möcht' ich nicht auf erden sein, Denn nichts ist in der ganzen welt, Das mir so sehr, wie du, gefällt. Mein Herr und Gott! Wo du nicht bist, wo du nicht bist, Ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch kreuz und noth, Durch marter, durch gewalt und tod Auch seel und leib verschmachten: Dieß alles wird, wenn auch das heer Der leiden noch so schrecklich wär, Mein glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest doch mein heil, Und meines herzens trost und theil. Denn wahrlich! nur durch dich allein Kann leib und seele selig sein. Herr, meine burg! Ich hoffe fest, ich hoffe fest, Daß deine hülf mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht, und auf der welt Dir nicht beharrlich glauben hält, Muß endlich doch verderben. Er kann, weil er die lust und pracht Der erde sich zum himmel macht, Nicht deinen himmel erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, Und nicht sein herz von dem entfernt, Was dir, du Heiligster, mißfällt, Kommt nicht zu jener bessern welt. Nur der, der hier Sein herz dir weiht, lebt recht erfreut: Sein tod führt ihn zur herrlichkeit. 156 6. Drum halt ich mich getrost zu dir; Du aber hälst dich auch zu mir: Und das ist meine freude, Ichsetze meine zuversicht Auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, Auch selbst im tief sten leide. Dein wort, o Höchster, soll allein Mein trost und meine richtschnur sein, Bis sich einst in der ewigkeit Mein herz vollkommen deiner freut. Gott meines heils! Ich warte drauf, ich warte drauf: Nimm mich in deinen himmel auf! Nach eigner Melodie. 343. enn zur vollführung deiner pflicht Dich Gottes liebe nicht beseelet; So rühme dich der tugend nicht, Und wisse, daß dir alles fehlet. Wenn vortheil, wollust, ei Liebe gegen Gott. gensinn Und stolz dirnur das gute rathen; So thue noch 2. Sei durch die gaben der natur Das wunder und das glück der erden! Beglü ckest du die menschen nur, Um vor der welt geehrt zu werden; Erfüllt die liebe nicht dein herz: So bist du bei den größten gaben, Bei dem verstand, den Engel haben, Vor Gott doch nur ein tönend erz. so gute thaten: Du hast 5. Läg ihm an unsern vor Gott den lohn dahin! werken mur; So könnt' er uns, sie zu vollbringen, Sehr leicht durch fesseln der natur, Durch kräfte seiner allmacht, zwingen. Vor ihm, der alles schafft und gibt, Gilt weisheit nichts, nichts macht und stärke. Er will die absicht deiner werke, Ein herz, das ihn verehrt und liebt. 3. Ban häuser auf, und brich dein brod, Das volk der armen zu verpflegen; Entreiß die wittwen ihrer noth, Und sei der waisen schutz und segen! Gib alle deine haabe hin! Noch haft du nichts vor Gott gegeben. Wenn lieb und pflicht dich nicht beleben; So ist dir alles kein gewinn. 297 4. Thu thaten, die der heldenmuth Noch jemals hat verrichten können; Vergieß fürs vaterland dein blut, Laß deinen leib für andre brennen! Beseelet dich nicht lieb und pflicht; Bist du die absicht deiner thaten: So schüß und rette ganze staaten! Gott achtet deiner werke nicht. 6. Ein herz, von eigenliebe fern, Fern von des stolzes eitlem triebe, Geheiligt durch die furcht des Herrn, Erneut durch glauben in der liebe! Dieß ists, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dieß herz besitzen; So wird ein leben uns nichts nüßen, Das mit den größten thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den schein, Nicht durch der tugend bloßen namen. Sieh nicht auf deine werk' allein; Sieh auf die quell, aus der sie kamen. Prüf' dich vor Gottes angesicht, Ob seine liebe dich beseelet. Ein herz, dem nicht der glau13** 298 Von den Pflichten gegen Gott. be fehlet, Dem fehlet auch die liebe nicht. 8. Wohnt liebe gegen Gott in dir; So wird sie dich im guten stärken: Du wirst die gegenwart von ihr An liebe zu dem nächsten merken. Die liebe, die dich schmücken soll, Ist gütig; ohne list und tücke; Beneidet nicht des nächsten glücke; Sie bläht sich nicht; ist langmuthsvoll. kindern zugezählt. Mag mich die welt doch hassen! Du liebst mein wohl; Wirst gnadenvoll Mich nimmermehr verlassen.d 3. Du trägst mich liebreich mit geduld, Vergibst in Christo mir die schuld, Wenn ich aus schwachheit fehle. Du gibst mir theil An seinem heil. Dieß tröstet meine seele. 4. Du bist mir der be währte freund, Der es aufs beste mit mir meint. Wo find ich deines gleichen? Du stehst mir bei, Und bleibst mir treu Wenn berg' und hügel weichen. 5. Du bist mein leben, trost und licht, Mein fels und heil: drum frag ich nicht Nach himmel und nach erce. Herr, ohne dich Ist nichts für mich, Das mir erfreulich werde. ch freue mich, 6. Du bist mein allermein wahres wohl beruht. In dir leb ich zufrieden. So dort als hier, Herr, bleiben wir In liebe ungeschieden. 7. Dusegnest mich, wenn man mir flucht: Und wer hier mein verderden sucht, 9. Sie deckt des nächsten fehler zu, Und freut sich nie mals seines falles. Sie suchet nicht blos ihre ruh: Sie hofft, und glaubt und duldet alles. Sie ists, die dir den muth verleiht, Des Höchsten wort gern zu erfüllen; Macht seinen sinn zu deinem willen; Und folgt dir in die ewigkeit. Freude in Gott. Mel. Wie ist doch deine Lieb ic. 344. Jmein Gott, in höchstes gut, Darauf dir. Du bist mein trost: und was kann mir In deiner liebe fehlen? Du, Herr, bist mein, Und ich bin dein. Was mangelt meiner seelen? 2. Du hast mich von der welt erwählt, Und deinen to Freude in Gott. 6 Dem wirds doch nicht ge- mel lenket, Und mit himlingen. Mit deiner treu melswonne dort Meine Stehst du mir bei, Daß ich seele tränket. kann fröhlich singen. 8. Du läß'st mir's ewig wohl ergeh'n. Einst werd ich dich noch näher seh'n, Du Ursprung wahrer freuden! An dir wird sich Dann ewiglich Mein ganzes herz recht weiden. 3. Wenn ich ernstlich dein gebot Und mit freuden übe; Wenn ich kindlich dich mein Gott, Fürcht und ehr' und liebe: O wie ist mir dann so wohl! Wie ist mein ge müthe Seliger empfindung voll, Voll von deiner güte! 9. Noch hats kein menschlich ohr gehört, Was uns dein himmel einst gewährt! Doch seh ichs schon im glau ben. Vollkommnes heil Ist da mein theil: Das wird mir niemand rauben. Mel. Schwing dich auf zu 2. 345. Deines Gottes alle schmerzen. freue dich, Dank ihm, meine seele, Sorget er nicht väterlich, Daß kein gut dir fehle? Schützt dich seine vorsicht nicht, Wenn gefahren drauen? Jsts nicht wonne, ists nicht pflicht, Seiner dich zu freuen? 299 2. Ja, mein Gott, ich hab in dir, Was mein herz begehret: Meinen Bater, der mich hier Pfleget und er nähret; Der mich durch sein göttlich wort Hier zum him4. Dann darf ich mit zuversicht Nach dem himmel blicken. Meine leiden fühl' ich nicht, Wie sie mich auch drücken, Hoffnung und zufriedenheit Wohnen mir im Herzen, Trösten und erhöhn mich weit Ueber 5. Du bist mein! so rühm ich dann: Wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann: Mein ist Gottes gnade! Dir ist meine wohlfahrt werth: Du gabst mir mein leben; Wirst auch, was mein leben nährt Und erfreut mir geben. 6. Jesus ist nach deinent rath In die welt gekommen: Alle meine missethat Hat er weggenommen. Ihm trau ich, ihn bet ich an, Glaub an seine leiden: Und die Von den Pflichten gegen Gott. macht der sünde kann Mich trau'n auf dich Ewig nicht von dir nicht scheiden.is verliere! 7. Dich, du trost der sterblichkeit, Heil des bessern le bens, Himmlische vollkommenheit, Such ich nicht vergebens! Wenn mein lauf vollendet ist, und voll bracht mein leiden, Ruft mein Heiland Jesus Christ Mich zu seinen freuden. 8. Meine freud' in dir, 300 Gehorsam gegen Gott. mel. Sollt ich meinem Gott. 346. Seilig, heilig iſt ae dein wille! Heilig bist du, unser Gott! Du gebeutst! in tiefer stille Hört die schöpfung dein gebot. Die im himmel dir lobsingen, Stehn um deinen thron bereit, Freuen sich der seligmein Gott, Wird dann ewigkeit, Deinen willen zu vollwähren. Noch so furchtbar bringen: Nur der mensch sei der tod; Er kann sie erkennt es nicht Für sein nicht stören. Willig werd' heil und seine pflicht! ich mein gebein Der ver- 2. Dir gehorcht mit freud wesung geben: Herr, dein und wonne Aller deiner wel tag bricht bald herein: Mitten heer, Deine feste, deine ihm neues leben! 9. Gib mir, Gott, so lang ich hier In der fremde walle, Das bewußtsein, daß ich dir Als dein kind gefalle. Diese sanfte freudigkeit, Die zu dir ich habe Sei mein heil in dieser zeit, Und mein trost am grabe! 10. Laß die lust der sünde 3. Stolz empört sich seine nie Dieses heil mir rauben. seele, Großer Schöpfer, wiRüste selbst mich wider sie der dich. Deine göttliche Durch vernunft und glau befehle Wirft er thöricht hinben! Gib mir deinen Geist, ter sich. Du sollst ihn nicht der mich und mein thun mehr regieren! Klüglicher regiere, Daß ich mein ver-| nach seinem wahn Wählt er sonne, Sturm und donner, erd und meer. Alles dienet deinem willen: Alles, was du Schöpfer schufft, Gilt und drängt sich, wenn du rufft, Dein gebot, Herr, zu erfüllen. Nur der mensch erkennt es nicht Für sein heil und seine pflicht! Zufriedenheit mit Gott. eine beßre bahn, Die soll ihn zum glücke führen. Und die bahn ist sündenvoll, Die zum glück ihn führen soll! 4. Herr! laß ihn bei zeit empfinden, Daß er selber sich verführt; Daß die eitle lust der fünden Ihm zuletzt den tod gebiert. Mach ihm deinen willen wichtig; Lehr ihn deine bahn; laß ihn Eilend seinen irrweg fliehn! Denn dein will allein ist richtig. Mach ihn ſeinen pflichten treu, Daß sein wandel heilig sei. 301 er mich führt, so geh ich mit, Und folge willig schritt vor schritt, In kindlichem gehorsam. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still, Und laß mich von ihm leiten; Obgleich des fleisches eigenwill Noch oft will widerstreiten. Wie Gett mich führt, bin ich bereit, In zeit und auch in ewigkrit Stets seinen schluß zu ehren.dk 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt; Ich ruh in seinen händen. Wie er es schickt und mit mir fügt, Wie er will alles wenden, Sei ihm hiermit ganz heimgestellt: Er mach es, wie es ihm gefällt, Zum leben oder sterben! 5. So wird auch bei uns auf erden, Wie im himmel dein gebot Dankbar ausgerichtet werden, Heiliger und großer Gott! Alle werke deiner hände Werden unterthan dir sein, Alle deinem dienst sich weihn Bis an deiner schöpfung ende: Bis die fülle dieser zeit Eingeht in die Ewigkeit. Zufriedenheit mit Gott. Mel. Mein Herzens Jesu ic. ie Gott mich 347. W führt, so will nicht mein eigen! ich geh'n, Ohn eigensinnig wählen. Geschieht, was er mir auserfehn, Wird mir kein gutes fehlen. Wie 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich In seinen Vaterwillen. Scheint's der vernunft gleich wunderlich; Sein rath wird doch erfüllen, Was er in liebe hat bedacht, Eh er mich an das licht gebracht: Ich bin ja 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu Im glauben, hoffen, leiden; Steht er mit seiner kraft mir bei, Was Von den Pflichten gegen Gott. allein, was mir gebricht. will mich von ihm scheiden? mich empfehlen: Er weiß, Ich fasse in geduld mich fest: Was Gott mir widerfahren läßt, Muß mir zum besten dienen. 4. Wornach ich heute flehe, Das kann, wenn's gleich geschähe, Schon morgen mich gereu'n. Nur einen wunsch von allen Laß, Herr, dir wohlgefallen; Den wunsch, dein frommes kind zu sein! 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Und mich soll nichts erschrecken. Die absicht läßt uns Gott nicht seh'n, Doch einst wird sichs entdecken, Wie er, nach seinem Vaterrath, Mich treu und wohl geführet hat. Dieß stärke mich im glauben! 302 5. Hilf, daß ich nie in sünden Mein glücke wolle fin| den! Kein sünder bleibt vor dir. Mit ruhigent gewissen, Was du schenkst, zu ge nießen, Dieß glück, o Gott, verleihe miv! 6. Wer sich will christsem pilgerleben, Im unglücklich zeigen, Muß ehrerbietig und im glück, Bei schmerzen und bei freuden, Auch bei dem höchsten leiden In meinem letzten augenblick. 2. Gott wars, der für mich wachte, Noch eh ich war und dachte. Ja, Gottes treue hand Hat gnädig mich geleitet, Mir jedes glück bereitet, Das ich auch oft durchs unglück fand. 3. Was helfen meine sorgen? Mein glück ist mir verborgen; Mein unglück kenn ich nicht. Dem Hüter meiner scelen, Dem will ich Mel. In allen meinen Thaten c. 348.( 3 ott will ich mich ergeben In dieschweigen, Und nehmen, was Gott gibt. Er kann uns nicht verlassen, Nicht seine finder hassen: Er schläget uns, wenn er uns liebt. 7. Wenn ich verlassen scheine, Und trostlos bin, und weine; Was will mein banges herz? Herr, hilf es mir besiegen: Es will und sucht vergnügen; Und was es will, ist oft doch schmerz. 8. Nicht das, warum ich flehe; Dein wille nur geschehe; Und was mir selig ist. Herr! deine bahn ist Zufriedenheit mit Gott. eben: Leit mich in diesem leben, Und wenn mein aug im tod sich schließt! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 349. Mei ein hort ist Gott! ihn laß walten. Ich hoff' auf ihn; er kennet mich. Ihm fehlts, die seinen zu erhal ten, An mitteln nie: und sein bin ich. Ich gründe meine zuversicht Auf diesen fels; und wanke nicht. 2. Was quäl ich mich? bin ich ein heide, Der ohne Gott und hoffnung ist? Herr! das ist meines herzens freude, Daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stärke mich! Denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine kinder Zur ewigkeit mit weiser huld. Er schont; er züchtigt viel gelinder, Als wir verdient; und hat geduld. Er hat nicht lust an unserm schmerz: Wir fleh'n! ihm bricht sein Vaterherz. 4. Gett ist die lieb! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Christ? Was könnte mir ein Gott versagen, Der so unendlich gütig ist? O hoher trost, 303 der nimmer trügt, Und je den zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner, und bin stille. Wie bald verstreicht die prüfungszeit! Dann nehm ich dort aus seiner fülle Unendliche zufriedenheit. Er leite mich nach seinem rath, Wie er mir zugesaget hat! met. In allen meinen Thaten ic. 350. Was ists, daß ich • mich quäle? Hoff' auf den Herrn, o secle! Hoff und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nützet: Gott weiß es, und Gottschützet, Er schüßzet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine tage, Mein glück und meine plage, Eh ich die welt noch sah. Eh ich mich selbſt noch kannte, Eh ich ihn Vater nannte, War er mir schon mit hülfe nah. 3. Die kleinste meiner sorgen Ist dem Gott ni verborgen, Der alles sieht und hält: Und was er mir beschieden, Daß dient zu meinem frieden, Wär's auch die größte last der welt. 4. Jch lebe nicht auf erden, Um glücklich hier zu werden; 304 Von den Pflichten gegen Gott. Die lust der welt vergeht. Ich lebe hier im segen Den grund zum glück zu legen, Das ewig, wie mein geist, besteht. 5. Was dieses glück vermehret, Sei mir von dir gewähret! Und du gewährst es gern. Was dieses glück verletzet, Wenns alle welt auch schätzet, Das sei, o Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der frank- 4. Genieße, was dir heit plagen, Ist mangel Gott beschieden; Entbehre schwer zu tragen, Noch gern, was du nicht hast. schwerer haß und spott; Ein jeder stand hat seinen So harr' ich und bin stille frieden; Ein jeder stand hat Zu Gott: denn nicht mein seine laſt. wille, Dein wille nur ge- 15. scheh, o Gott! Gott ist der Herr; und seinen segen Vertheilt er stets mit weiser hand; Nicht so, wie wirs zu wünschen pflegen; Doch so, wie er's uns heilsam fand. 6. Willst du zu denken dich erkühnen, Daß seine liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wir verdienen, Und niemals, was uns schädlich ist. 7. Verzehre nicht des lebens träfte In träger unzufriedenheit: Beſorge deines stands geschäfte, Und nüze deine lebenszeit. 7. Du bist der müden stärke; Und aller deiner werke Erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, Wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich. 2. Ja klage! Gott erlaubt die zähren; Doch denk' im klagen auch zurück; Ist dann das glück, das wir begehren, Für uns auch stets ein wahres glück? 3. Nie schenkt der stand, nie schenken güter Dem menschen die zufriedenheit. Die wahre ruhe der gemüther Ist tugend und genügsamkeit. 351. D Nach eigner Melodie. u klagst und fühlest die beschwerden Des stands, in dem du dürftig lebst. Du strebest, glücklicher zu werden, Und siehst, daß du vergebens strebst. Zufriedenheit mit Gott. 8. Bei pflicht und fleiß sich Gott ergeben, Ein ewig glück in hoffnung sehn; Dieß ist der weg zu ruh und leben Herr, lehre diesen weg mich geh'n! Mel. Dreieinigkeit, der Gotth. 352. Herr, mein Gott! Durch den ich bin und lebe; Gib, daß ich mich In deinen rath ergebe. Thu, was du willst! Herr bist du: ich bin dein; Und was du thust, Das soll mir theuer sein! 305 heil: So bleibe dann Dein trost nur noch mein theil! 5. Du gibst aus huld Uns dieser erde freuden; Aus gleicher huld Verhängst du unsre leiden. Ist nur mein weh Nicht meine eigne schuld; So zag ich nicht: Du Gott gibst dann ge duld. 6. Soll ich ein glück, Das du mir gabst, verlieren; Und willst du, Gott, Mich rauhe wege führen; So wirst du auch, Denn du hörst ja mein flehn, Mir eine hülf Nach deinem rath ersehn. 7. Vielleicht muß ich Nach wenig tagen sterben. Herr, wie du willst! Soll ich den himmel erben, Und der ist schon Im glauben sicher dein; Wie kann der too Mir dann noch schrecklich sein; 2. Du, du regierst; Bist weisheit, lieb und stärke. Du, Herr, erbarmst Dich aller deiner werke. Was zag ich dann noch einen augen blick? Du bist mein Gott, Und willst gewiß mein glück. 3. Von ewigkeit Hast du mein loos entschieden. Was du bestimmst, Das dient zu meinem frieden. Du wogst mein glück; Du wegst mir auch mein leid: Und was du schickst, Das dient zur seligkeit. 4. Gefällt es dir, So müsse keine plage Sich zu mir nah'n; Gib mir zu friedne tage. Allein vergethan: Es bleibt gerecht sein wille. Wie er fängt meine sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in wehrt Auch dieß mein ewig der noth Mich wohl Nach bekannter Melodie. 353. Was Gott thut, ist 306 Von den Pflichten gegen Gott. weiß zu erhalten: Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Sein wort kann mich nicht trügen. Er führet mich auf rechter bahn; So laß ich mir genügen An seiner huld, Und hab geduld. Er wird mein unglück wenden: Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist Nach bekannter Melodie. wohlgethan; Nur er weiß, 354. Was mein Gott Wie ungewill, gescheh allzeit! Sein will' ist stets der beste. Zu helfen ist er dem bereit, Der an ihn glau best feste. Der treue Gott Hilft in der noth, Und züchtiget mit maßen. Wer ihm vertraut, Fest auf ihn baut, Den wird er nie verlassen. 2. Gott ist mir trost und zuversicht, Ruh, hoffnung, freude, leben. Drum, was er will, dem will ich nicht Undankbar widerstreben. Sein wort ist wahr: Gott hat mein haar Allwissend auch gezählet. Des Höchsten macht, Die für mich wacht, Gibt gerne, was mir fehlet. 3. Wenn es sein wille mir gebeut, Das leben zu verwiß irrt jedermann, Der sich auf ihn nicht stützet? Ja, seine treu Ist immer neu. Drum will ich auf ihn bauen, Und seiner güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Er ist mein licht und leben, Der mir nichts böses gönnen kann: Ihm will ich mich ergeben In freud und leid. Es kommt die zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. süßem trost im Herzen: Da weichen alle schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Dabei will ich fest bleiben: Es mag mich auf die rauhe bahn Noth, tod und elend treiben; So wird Gott mich Doch väterlich In seinen armen halten: Drum laß ich ihn nur walten. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Muß ich den kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem wahn, Laß ich mich doch nicht schrecken; Weil er zuletzt Mich doch ergötzt Mit Zufriedenheit mit Gott. lassen; So will ich voll und verstand; Und deine ergebenheit In seinen rath mich fassen. Dir, Gott, empfehl Ich meine seel, In meinen letzten stunden. Dein Sohn, o Gott, Hat höll und tod Für mich auch überwunden. hand Schuf mich mit fleisch und beinen. Wer so viel thut, Des herz ist gut, Und Fanns nie böse meinen. 307 4. Wer machts, daß ich in Gottes welt Bis izt vergnügt noch wohne? Längst hätte mich der tod gefällt, Wenn Gott auf Met. Was mein Gott will c. ch hab in Gottes 355. Je und sinn seinem' throne Nicht schützt und wacht Mit seiner macht, Die über alles gehet. Was er nicht hält, Das bricht und fällt; Was er trägt, das bestehet. Termes adst 5. Zudem ist weisheit und verstand Bei ihm ohn alle maßen. Zeit, ort und stund ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann freud, Er weiß, wann leid Uns, seinen findern diene; Und was er thut, Ist alles gut, Ob's noch so traurig schiene. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was fleisch und blut begehret, Als sei mit einer großen last Dein zeitlich glück beschweret; Hast spät und früh Viel sorg und müh, Zu deinem wunsch zu kommen; Und denkest nicht, Mein Herz und sinn ergeben. Was bös scheint, wird mir zum gewinn, Der tod selbst führt zum leben. Mich hat mein Gott Durch manche noth Schon oft zu sich gezogen. Ob er gleich schlägt Und kreuz auflegt, Bleibt doch sein herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr: Mein Vater muß mich lieben; Und prüft er mich auch noch so sehr, So will er mich nur üben, Und mein gemüth, Jn seiner güt Gewöhnen fest zu stehen: Halt ich dann stand, Weiß seine Hand Mich wieder zu erhöhen. 3. Ich habe ja mir selber nicht mein erstes sein gegeben. Gott, Schöpfer, dir bin ich verpflicht't: Du, du gabst mir das leben, Seel 308 Von den Pflichten gegen Gott. Daß, was geschicht, Gescheh zu deinem frommen. 7. Fürwahr der dich geschaffen hat, Und ihm zur ehr erbauet, Der hat schon längst in seinem rath Ersehen und durchschauet Aus wahrer treu, Was dienlich sei Dir und den deinen allen: Laß ihm doch zu, Daß er nur thu Nach seinem wohlgefallen. 8. Will's Gott; so kanns nichts anderst sein: Zuletzt wird dichs erfreuen. Was du jetzt nennest kreuz und pein, Wird dir zum heil gedeien. Wart' in geduld; Die gnad und huld Wird sich doch endlich finden: Die angst und qual Wird auf einmal, Eh du es denkst, verschwinden. 9. Das feld kann ohne ungestümm Erwünschte frucht nicht tragen. Kein frommes kind erzieht Gott ihm Bei lauter guten tagen. Des arztes kur Scheut die natur; Doch hilft sie uns zum leben. So muß das Herz Durch angst und ſchmerz Zum glücke sich erheben. 10. Mein guter Gott! so fall ich dir Getrost in deine hände: Nimm mich, und mach es so mit mir Bis an mein letztes ende, Wie du wohl weißt, Daß meinem geist Dadurch sein nut entstehe; Und deine ehr Je mehr und mehr Sich auch an mir erhöhe. 11. Gibst du des glückes sonnenschein, So nehm' ichs an mit freuden; Soll's aber kreuz und trübsal sein, Will ichs geduldig leiden. Herr! willst du mir Mehr tage hier Noch ferner zugestehen: Wie du mich führst Und führen wirst, So will ich gern mitgehen. 12. Und soll ich auch den finstern weg, Den weg des todes, reisen; Wohlan! ich gehe bahn und steg, Dent deine augen weisen. Du bist mein hirt Der alles wird zu solchem ende bringen, Daß ich voll freud In ewigkeit Dir dankbar werd lobsingen. zufriedenheit im niedTrigen Stande. mel. Ich dank dir schon durch ic. 356. Du, aller menschen Gott und Herr! Dich will ich kindlich loben: Du bist mein Gott Zufriedenheit mit Gott. 309 nicht weniger, Als des, den du erhoben. mein aug nicht neidisch sein, Nach andrer glück zu sehen! 2. Du setztest mich in 9. Laß mich mit frommer einen stand, Den sorgen redlichkeit Mein tagwerk stets begleiten. Ich habe treu verwalten; Und die von nichts, als diese hand, Mein mir verschwend'te zeit. Für brod mir zu bereiten. einen diebstahl halten! 3. Doch ferne sei der stolz von mir, Dich, Schöpfer, anzuklagen! Auch diesen muth hab ich von dir, Mein schwer geschick zu tragen. 4. Und dieß vertrau'n auf deine huld, Und diese ruh der seele, Womit ich kindlich, voll geduld, Dir, Vater, mich empfehle. 5. Du knüpft ein glück an meinen fleiß, Konnt'st du mir größers geben? Gesundheit ist der mühe preiß, Und arbeit stärkt das leben. 10. Jst mein lohn täglich aufgezehrt, So laß mirs doch nicht grauen! Der sperling lebt, von dir genährt: Sollt' ich dir nicht vertrauen? 11. Mein Herz soll, wenn die arbeit winkt, Voll andacht dir begegnen: Und wenn die sonne niedersinkt, Gott, deine güte segnen. 12. Sei mein Erhalter, wenn den greis Die kräfte einst verlassen: Im alter wollst du meinen fleiß, Gott nicht darben lassen! 13. Oft gönnest du mir einen blick Ins land der ruh und freuden: Wie wunderbar wirst du das glück Des armen dort entschei= den? 6. Der hunger kennt des essens lust; Der schlaf labt nur den müden. Dieß glück ist vielen unbewußt; Mir hast du es beschieden. 7. Von dir erbitt ich reichthum nicht, Nicht freiheit von geschäften: Gib nur zur übung meiner pflicht Ein nöthig maaß von kräften. 8. Die güter dieser welt sind dein: Du theilst; wer kanns verstehen? O laß schlagen. 14. Einst nah' ich mich mit heiterkeit Dem schluß von meinen tagen: Mir wird dann zur erwünschten zeit Die feierstunde Von den Pflichten gegen Gott. Vertrauen auf Gott.5. An dem, was wirklich Mel. Was Gott thut, das 2c. glücklich macht, Läßt Gott es keinem fehlen. Gesundheit, ehre, glück und pracht Sind nicht das glück der seelen. Wer Gottes rath Vor augen hat, Dem wird ein gut gewissen Die trübfal auch versüßen. 2. Er sah von aller ewigkeit, Wie viel mir nützen würde; Bestimmte meine Lebenszeit, Mein glück und meine bürde. Was zagt mein herz? Ist auch ein schmerz, Der, zu des glaubens ehre, Nicht zu besiegen wäre? 6. Was ist des lebens herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das leiden dieser zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr gerechten! Der Herr hilft ſei nen knechten. met. In allen meinen Thaten ic. 358. Was soll ich ängſt 3. Gott kennet, was meinlich klagen, Und herz begehrt; Und hätte, was ich bitte Mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, Wenn's seine weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, Sein wille, der geschehe! in der noth verzagen; Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner seele Kein wahres wohlsein fehle. Genug zum trost, mein herz, für dich! dne le of 4. Sst nicht ein ungestör tes glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrige geschick, Bei dessen last wir klagen? Die größte noth Hebt doch der tod; Und ehre, glück und haabe, Ver- 3. Auf deine Hand zu läßt mich doch im grabe! schauen, Dir kindlich zu ver2. Was nützt es, heidnisch sorgen, Und jeden neuen morgen mit neuem fummer seh'n? Du, Vater meiner tage, Weißt, eh ich dir's noch sage, Mein leid und auch mein wohlergeh'n. 310 357. Auf Gott, und nicht auf mei nen rath, Will ich mein glücke bauen; Und dem, der mich geschaffen hat, Mit ganzer seele trauen. Er, der die welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen tagen Als Gott und Vater tragen. Vertrauen trauen, Herr, das ist meine pflicht. Ich will sie treulich üben, Und dich, mein Vater, lieben: Denn du verläß'st die deinen nicht. auf Gott. meinen; Nein! nur nach deinem rath. Ob ich mich auch betrübe, Bleibt doch dein herz voll liebe. Das zeigt d der ausgang mit der that. 9. Wenn ich hier tiefen sehe, Und es nicht ganz verstehe, Was du mit mir gethan; Kann ich doch des mich trösten: Du nimmſt mich, mich erlößten, Gewiß dereinst zu ehren an. 4. Der du die blumen kleidest, Und alle thiere wei dest, Du Schöpfer der natur! Weißt alles, was mir fehlet. Drum, seele! was dich quälet, Befiehl dem Herrn, und glaube nur! 5. Herv! alle meine sorgen, Die noth, die mich verborgen In meinem herzen nagt, Werf ich auf dich, den treuen: Du weißt, den zu erfreuen, Der fromm nach deiner hülfe fragt. 311 6. Wenn meine augen thränen, Und sich nach hülfe sehnen; So klag ichs dir, dem Herrn. Dir, Vater, dir empfehle Ich jeden wunsch der seele: Du hörst, du hilfst, du segneft gern. 7. Der du mir hier im leben Schon größres heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt! Du wirst mir alles schenken, Und mir zum besten lenken, Was mich zu sorgen reizt, und fränkt. 8. Du führest, Herr, die deinen Nicht so, wie sie es 10. Dort, bei der frommen schaaren, Dort werd ich es erfahren, Wie gut du mich geführt. Da sing ich dir mit freuden, Nach überstandnem leiden, Den dank, der deiner huld gebührt. Nach bekannter Melodie. 359. Von Gott will ich nicht sen; Denn er verläßt mich nicht. Den vorsatz will ich fas sen: Gott, meine zuversicht, Reicht selbst mir seine hand, Für mich, mit jedem morgen, In meiner noth zu sorgen: Ihm ist sie wohl bekannt. 2. Der menschen gunst und liebe Erstirbt und ändert sich. Doch Gottes Vatertriebe Sind unveränderlich. Er weiß, aus jeder noth, Eh wir's vermuthet hätten, Uns 312 Von den Pflichten gegen Gott. wunderbar zu retten, Und wenns auch wär der tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen In meiner kümmerniß; Auf seine hülfe bauen. Er hilft: ich bin's gewiß. Ihm hab ichs heimgestellt: Leib, seele, glück und leben Sei Gott dem Herr erge ben: Er machs, wie's ihm gefällt! hibits dém obtur 4. Es kann ihm nichts gefallen, Als was uns nützlich ist: Er meint es gut mit allen, Gab uns selbst Jesum Christ. D! der so viel gethan, Wird uns auch das gewähren, Was unsern leib ernähren, Den geist erfreuen kann. 5. Lobt ihn mit herz und munde, Lobt ihn, der alles schenkt. Wie selig ist die stunde, Darin man sein gedenkt! Verscherzt ist sonst die zeit, Die wir durchlebt auf erden. Wir sollen selig werden, Und werth der ewigkeit. 6. Mag doch die welt vergehen, Mit ihrer lust und pracht! Das glück bleibt ewig siehen, Was Gott mir zugedacht. Vollend ich meinen lauf; Er weckt mich wenn im grabe Ich ausgeruhet habe, Zum neuen leben auf. noda 7. Die seel' ist unver Loren In Gottes Vaterhand. Der leib wird neu geboren Zum bessern vaterland. Wie selig werd ich sein! Mit Gott und seinen frommen Soll ich mich da vollkommen, Soll ich mich ewig freu'n. 8. Ob ich schon trübsal dulde, Und leiden dieser zeit, Wie ichs auch oft verschulde; Kommt doch die ewigkeit, So großer freuden voll! Dann wird mir Gott versüßen, Was ich hier leiden müssen; Dann geht mir's ewig wohl! 9. Das ist des Vaters wille, Der uns erschaffen hat. Aus seines Sohnes fülle Empfah'n wir gnad um gnad; Und seinen Geiſt hat er, Auf unsrer bahn zum leben, Zum führer uns gegeben. Gelobet sei der Herr! Nach bekannter Melodie. 360. Auf meinen lieben Gott Trau ich in angst und noth: Er kann mich all'zeit retten Aus trübsal, angst und nöthen. Mein Vertrauen auf Gott. unglück kann er wenden; Es steht in seinen händen. 2. Ob mich die sünd anficht, Verzag ich dennoch nicht. Auf Christum will ich bauen, Und ihm allein vertrauen: Ihm bleib' ich fest ergeben Im tode, wie im leben. 3. Nimmt mich der tod auch hin; Sterben ist mein gewinn; Denn Christus ist mein leben: Dem hab ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen; Die seel' wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, Der du so willig bist Für mich am kreuz gestor ben, Mir hast das heil erworben! Führ du mich aus den leiden Zu ew'gen himmelsfreuden. Mel. Was Gott thut, das ist ic. 361. Wa as zagst du? Gott regiert die welt; Und der ist ja ,, allmächtig." Den arm, der 313 alles fleisch erhält, Was macht dir den verdächtig? Wenn meeresflut, Und feuersglut Uns schon ereilet hätten; Da kann doch Er noch retten. 5. Gib mir auch deinen Geist, Der mich der welt entreißt, Damit er mich regiere, Auf deine wege ,, allgegenwärtig;" führe. So werd ich dei nen namen Dort ewig preisen. Amen. 2. Was zagst du? Gott regiert die welt; Und der ist ja ,, allwissend." Selbst, was dein herz verborgen hält, Ist dennoch ihm wohl wissend. Sollt ihm dein schrei'n Verborgen sein? Die bitte, die du thatest, Wußt' er schon, eh du batest. 3. Was zagst du? Gott regiert die welt; Und der ist der ,, allweise." Stets dient der weg, der ihm gefällt, Zum heil dir, ihm zum preise. In finsterniß Führt er gewiß, Oft aus der nacht der leiden, Ins hellste licht der freuden. 4. Was zagst du? Gott regiert die welt; Der ist Wenn sich dein herz verlassen hält, Dir nah; zu helfen fertig. Sein machtwort nur Trägt die natur; Trägt, wo auch jeder walle, Doch allenthalben alle. 5. Was zagst du? Gott regiert die welt; Und der ist 14 Von den Pflichten gegen Gott. ein ,, Erbarmer;" Dir sagts will er nicht; Auch weiß ein theures lösegeld, Auch sündern ein Erbarmer. Auf! fasse muth! Des Sohnes blut Sagts dir bei jedem harme; Wie gern er sich erbarme. er wohl, was dir gebricht; Und was du siehst, ist sein. Er ist dein Vater und dein Gott, Und hilft dir gern aus aller noth.woogie 314 6. Was zagst du? Gott regiert die welt: Und er ist auch geduldig." Zwar wenn er ins gericht uns stellt, Sind selber fromme schuldig. Doch sein gericht Trifft fromme nicht; Drum sei gewiß, er schone Auch dein in seinem Sohne. 7. Nun, Gott, da du die welt regierst; Wie dürft' ich ängstlich zagen? Ein leid, in welches du mich führst Soll mich nie niederschlagen, Ich hoff auf dich: Du läsfest mich Bald deine hülfe schauen. Dir, dir will ich vertrauen. Nach bekannter Melodie. 362. 2 W arum betrübst du dich, mein herz! Und quälest dich mit bangem schmerz, Um ein blos zeitlich gut? Vertrau du dem, des allmachtsruf Die ganze welt aus nichts erschuf. 2. Dich lassen kann und 3. Weil du mein Gott und Vater bist, So weiß ich, daß mich nicht vergißt Dein väterliches herz; Mich, dein geschöpf, das Jesus Christ Erlößt, und dessen freund er ist! 4. Laß reiche stolz auf reichthum sein! Ich trau auf meinen Gott allein: Werd ich auch gleich verhöhnt; So glaub ich dieß doch ewig fest, Daß Gott die seinen nicht verläßt. 5. Elias! wer ernährt dich da, Als man nicht thau noch regen sah In jener theuren zeit? Zur wittwe in ein fremdes land Wardst du von deinem Gott gesandt. 6. Der fromme Joseph ward bestraft Für tugend mit gefangenschaft. Doch ihn erhub sein Gott Zum Herrn, den ganz Egypten ehrt, Und der des vaters haus ernährt. 151 7. Leer ging aus seines vaters haus Der fromme 12) Bertrauen Jacob einsam aus, Und war ganz ohne schutz. Gott half ihm; und mit großem glück Kamer nach Kanaan zurück. 8. Ach Gott! so reich bist du noch heut, Als du es warst von ewigkeit! Zu dir steht mein vertrau'n. Mach mich an meiner seele reich! Und andrer reichthum gilt mir gleich. 9.. Des zeitlichen entbehr' ich gern; Hab ich das ew'ge nur vom Herrn, Das er auch mir erwarb Durch seines Sohnes kreuz und tod. Das, das gib mir, mein treuer Gott! 10. Das alles, was die eitle welt Fürs größte glück und freude hält, Gold, ehre, wollust, pracht: Das währt nur eine kurze zeit, Und hilft doch nicht zur seligkeit. 11. Sohn Gottes! freudig dank ich dir, Daß du in deinem wort auch mir Dein heil hast offenbart. Verleih mir nun auch feste treu, Daß dort bei dir mein erbtheil fei. 12. Lob, ehr und preis sei dir gebracht, Daß du es immer wohl gemacht! In demuth bitt ich dich: auf Gott. Mein Gott, von deinem angesicht Verwirf du mich nur ewig nicht! Mel. Ach was soll ich Sünder n. 363. d, wie ist der menschen liebe 315 So veränderlich, so kalt! Wie erstirbt sie doch so bald! Mensch, setz nie auf dieſe liebe, Die nicht hält, was sie verspricht, Setz nie deine zuversicht! 2. Aber Gottes liebe trauen, Das gereut und fehlet nie: Denn ein starker fels ist sie. Die auf diesen felsen bauen, Wohnen sicher, und besteh'n, Sollte auch die welt vergeh'n. 3. Täglich sag ichs meiner seele: Gott liebt ewig; seine treu Wird mit jedem morgen neu. neu. Ihn den Ewigen, erwähle Dir zum freund; und freu dich dann, Daß kein feind dir schaden kann! 4. Und ich will auch dich erwählen, Vater! dir soll ganz allein Mein vertrau'n gewidmet sein. Aber ach, die kräfte fehlen; Und mein schwaches herz vergißt, Gott, wie gut und treu du bist. 5. Plötzlich überfällt mich 14* 316 Von den Pflichten gegen Gott. wieder Sorge der vergänglichkeit, Irdisch hoffen, irdisch leid. Und dann sink ich muthloß nieder, Suche bei den menschen ruh; Und mein Helfer wärst doch du! 6. Ach vergib mir, der im staube Dieses leibes dich noch nicht Näher kennt von angesicht; Ach vergib mir, daß mein glaube Hier noch wankt, und sich nicht fest, Wie er sollt', auf dich verläßt! 7. Täglich laß es mich empfinden, Daß nicht menschenhülfe nützt, Auf die sich mein herz oft stützt. Allen trost laß mir verschwinden, Bis ich wieder flieh zu dir; Und dann, Vater, hilf du mir! 8. Der du deiner kinder flehen, Gott, mein Gott, so gern erhörst, Und sie selbst auch flehen lehrst! Laß mich fest im glauben stehen, Und erfahren, wie so tren Deine Vaterliebe sei. 5 Mel. Alle Menschen müssen ic. 364. Got ott der wahr heit! dessen treue Unsre hoffnung stützt und hält. Ich erkenne es mit reue, Daß mich kleinmuth oft befällt. Ach, mein herz hängt noch an dingen, Die doch keinen trost mir bringen. O wie oft vergeh ich mich, Aengstlich zweiflelnd, wider dich. 2. Gott, vergib mir diese sünde; Nimm die strafe von mir hin! Schenke, Vater, deinem kinde Einen dir ergebnern sinn, Der von dir nur hülfe heischet, Den nicht falsche hoffnung täuschet, Die das Herz aufs eitle zieht, Und wie leichter rauch entflieht! 3. Laß mich gram und unmuth meiden, Weil du für mich sorgst und wachst; Und am ende auch das leiden Noch für mich zur wohlthat machst. Laß mich auf dein wort stets hoffen, Das noch immer eingetroffen. Gott, wer deinem wort nicht traut, hat auf leichten sand gebaut. 4. Laß mich fest im glauben werden, Daß dein wort wahrhaftig sei: O so werd ich hier auf erden Von so mancher unruh frei. Dann werd ich, mein Gott, mit flehen, Stets auf deine hülfe sehen; Dann wächst meine zuversicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. is Vertrauen 5. Vater! meine Hoffnung gründet Sich auf deines Sohnes tod. Meine seele sucht und findet Darin großen trost in noth. Ja, sein siegreich auferstehen Läßt mich zu dem leben gehen, das kein traurig ende nimmt, Wo mir ew' ges heil bestimmt. 16. Muß ich gleich ist hier auf erden Noch entfernt vom himmel sein; Doch von dieser zeit beschwerden Wirst du mich einst ganz befrein. O erwünschte sel ge stunden, Wenn ich, aller noth entbunden, Werde dich, mein Heiland seh'n, Und zu deiner freude geh'n! 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, Herr, meine zuversicht! Bis daß alles eingetroffen, Was auch mir dein wort verspricht. Auf dich, quelle alles lebens, Hofft der glaube nicht vergebens. Was wir glauben, schauen wir Einst gewiß, o Herr, bei dir. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 365. Herr, mache meine seele stille! Bei allem, was mich fränkt und drückt, Geschicht doch 317 auf Gott. einzig nur dein wille, Der nichts zu meinem schaden schickt. Du bists, der alles ändern kann; Und was du thust, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrausten wegen Führst du uns zur glückseligkeit; Selbst trübsal bringet ew'gen segen Dem, der sein ganzes herz dir weiht. Ihr ausgang wird doch herrlich sein, Sichts gleich der blöde geiſt nicht ein. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, Wenn du nur prüfungen bestimmt. Dein Vaterherz steht dem doch offen, Der zu dir seine zuflucht nimmt. Wer still in deiner fügung ruht, Mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nützt, verborgen: Wer hats je ganz genau erkannt? Wie oft sind uns're wünsch und sorgen Voll thorheit und voll unverstand? Wer kann sein wahres wohlergeh'n, Sein wahres web, ganz überseh'n? 5. Nur du, Gott, kennſt und wählst das beste. O Vater! mache selbst mein herz In dieser überzeugung feste; 318 Von den Pflichten gegen Gott. So ehr ich auch im größten schmerz Dich noch mit der gelassenheit: Was mein Gott will, gescheh allzeit! 6. Die stunde wird doch endlich kommen, Da mich vollkommnes glück erfreut. Denn einmal führst du doch die frommen Zur völligen zufriedenheit. Und dann wird jedem offenbar, Daß Gottes rath der beste war. 7. Dann wird von allen meinen plagen Der ew'ge nußen mich erfreu'n; Dann wird mein herz, statt aller klagen, Voll von dem dank und lobe sein: Der Herr, der für mein heil gewacht, Hat alles mit mir wohlgemacht! sonn und sterne; Du bist nah und ferne; Du machst arm und reich. arm und reich. Du bist groß, bist göttlich groß; Groß an weisheit, groß an gnade: Wer ist, der mir schade! 3. Zu dir, Menschenhüter, Flieh ich immer wieder, Wenn die noth mich schreckt. Vor wie viel gefahren, Die mir nahe waren, Hast du mich bedeckt? Deine treu ist täglich neu; Täglich will ich dir mein leben Voll vertrau'n ergeben. 4. Gott, dein weg ist heilig; Und du sørgest treulich Für mein glück und heil. Auch auf rauhen wegen Wird doch mancher segen Meiner seel zu theil. Was du thust, ist meine luſt; Und mein herz ist kindlich stille: Es gescheh dein wille! 5. Du liebst die getreuen, und grauen Will ich dir| Die sich herzlich freuen, vertrauen, Gott, mein trost und schutz! Gründe mich, mein fels, auf dich; Daß bei ängstlichen gedanken Ich nicht möge wanken! Daß du gnädig bist. Der ziert Christi lehre, Der lebt Gott zur ehre, Wer nie zag haft ist. Wer sich fest auf dich verläßt, Kann bei dei nem wort dich fassen; Du kannst ihn nicht lassen! 2. Groß sind deine werke! Niemand ist an stärke Dir, Jehovah, gleich. Du lenkst 6. Gott! dir sei mein leMel. Jesu meine Freude ic. 366. Auf dich, Gott der güte, Hoffet mein gemüthe; Ich bin gutes muths. Ohne furcht Vertrauen ben Und mein Herz ergeben! Du bist groß und gut. Gib mir, wenn ich leide, Durch den Geist der freude, Eines christen muth. Führe mich! ich trau auf dich. Du willst, daß mir's wohl ergehe: Herr, dein will geschehe! Trost eines schwermüthigen Christen. Mel. Nicht so traurig, nicht c. 367. arum bin ich so betrübt? Weiß ich doch, ich bin ein christ! Weiß ich doch, daß Gott mich liebt, Und mein treuer Vater ist! Was verzehrt sich dann mein herz In so ungerechtem schmerz? 2. Bin ich Gott dann unbekannt? Oder übersieht er mich? Nein, ich weiß: mit weiser hand Leitet er mich väterlich; Sucht mein heil, und wendet dran, Was es nur befördern kann. auf Gott. fürchterlich? Sißt doch Gott auf seinem thron, Richtet und beschüßzet mich! Wen er schützt, kann sicher ruh'n. Seele, was kann fleisch dir thun? 5. Fürcht' ich fünftige gefahr? Nein, so weit seh ich nicht hin. Ich, der gestern kaum noch war, Weiß nicht, ob ich morgen bin? Bin ich morgen noch; o da Ist mir Gott, wie heute, nah. 6. Jsts das loos der sterblichen, Was mich ängstet? ists der tod? O! der Gott der lebenden Ist auch seiner todten Gott. Und vollend ich meinen lauf; O so wecket Gott mich auf! 7. Jsts auch meiner fündenschuld, Was so schmerzlich mich betrübt? Kenn ich doch des Vaters huld, Der so gern, so gern vergibt! Glaub ich doch, daß Jesus Christ Selber mein Vertreter ist! 3. Mangelt mir, was in der welt Nöthig ist zu meiner ruh? Ach, was ich bedarf, das fällt mir durch seine gnade zu! Eh er mich ans licht gebracht, Hatt' er mir's schon zugedacht! 319 4. Hab ich feinde, die mir droh'n? Ist ihr haß mir 8. Nun, mein Gott! ich selbst kann nicht meiner schmerzen quelle sehn. Finsterniß ist dir, wie licht: Deinem blick kann nichts entgehn. Schau du selber in 320 Von den Pflichten gegen Gott. mein herz; Und dann heile meinen schmerz! 9. Oder soll in traurigkeit Meine lebenszeit verblühn? Wie du willst! kurz ist die zeit: Sie wird bald vorüber fliehn. Doch im glanze deines lichts, Dort betrübt mich ewig nichts. 10. Ich will beten: das sei mir Meiner schmerzen linderung! Ich will fromm sein, und vor dir Wandeln in der heiligung. So wird alle meine pein Mir nicht unerträglich sein. nicht: Ich kann in meinen nöthen Nicht zuversichtlich beten; Ich seh in meiner nacht kein licht. 2. Jst mir die sünd' vergeben; Hat Gott mir heil und leben In seinem Sohn verliehn: Wo sind des Geistes triebe? Wie? fühl ich dann nicht liebe Und freudiges vertrau'n auf ihn? 3. Mühselig und beladen, Hör ich das wort der gnaden; Allein mich tröstets 4. Sonst eilt' ich, seinen willen So freudig zu erfüllen; Sein wort war mir | gewiß: Jetzt kann's mein herz nichtfassen; Mein muth hat mich verlassen, Und meinen geist deckt finsterniß! site 5. Oft, wenn mich zweifel quälen, Wein' ich vor angst der seelen, Und meine hülf ist fern. Ruh such ich; doch ich finde In mir nur immer sünde, Nur unmuth; Mel. In allen meinen Thaten ic. 368. Du flags in keine freud am Herrn. schweren leiden, Daß auch der Geist der 6. Zag nicht! denn deine schmerzen Sind zeugen beßfreuden Von dir gewichenrer herzen, Als dir das deine ist. Du rufft: ach Herr, wie lange? Gott schweigt; und dir wird bange, Daß du von Gott verlassen bist. scheint. Selbst dieß, wenn dichs betrübet, Daß dein herz Gott nicht liebet, Dieß zeigt, du seist mit Gott vereint. 7. Kein mensch kann Gott erkennen, Noch Jesum Herrn recht nennen, Als durch den heil'gen Geist. Den Geist hast du empfangen; Deri dich nach Gott verlangen, Und sein erbarmen suchen heißt. 8. Trau Gott! er wohnt Gelassenheit bei denen, Die so nach ihm sich sehnen; Er kennt und will dein glück; Hört deines weinens stimme, Und, weit entfernt von grimme, Sieht er auf dich mit Vaterblick. 9. Gott ließ so manchen frommen In dieſe trübsal kommen, Und stand ihm mächtig bei. Du sollst dein nichts empfinden; Auf ihn allein dich gründen, Und sehn, was seine gnade sei. 10. Vor stolz dich zu bewahren, Läßt er dich angst erfahren; Dich läutert Gott, dein Herr, Wie reines gold im feuer; Macht dir sein heil recht theuer, Und seinen trost erquickender. 11. Wie väter ihren kindern, So ist der Herr uns sündern Ein Gott voll gnad und huld. Gern will er uns vergeben, Gern schenkt er uns das leben; Und hat mit kindern gern geduld. al 12. Jetzt ist um trost dir bange: Denn züchtigung, so lange Sie da ist, scheint sie hart: Doch nachmals wird sie geben Zufriedenheit und leben Dem, der durch sie geübet ward. 321 im Leiden. 13. Halt glauben; bet' und wache! Gott trägt und stärkt uns schwache, Ist liebe für und für. Daran laß dir genügen; Sein wort kann. ja nicht trügen:„ Ich stärke dich; ich helfe dir!" 14. Faß dich in deinen nöthen; Sprich: wollt mich Gott auch tödten, So harr ich dennoch sein: Er hilft ja den erlößten! Will er mich jetzt nicht trösten; Wird er mich doch im tod erfreu'n. Geduld und Gelassenheit im Leiden. mel. Herzliebster Jesu, was ic. 369. Ein herz, o Gott! in leid und freuz geduldig; Das bin ich dir und meinem heile schuldig. Laß mich die pflicht, die wir so oft vergessen, Täglich ermessen! 2. Bin ich nicht staub, wie alle meine väter? Bint ich vor dir nicht auch ein übertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren tage Standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das böse dulden, Erdulden wir nur unsrer 14** Von den Pflichten gegen Gott. therheit schulden? Und nennen lohn, den wir verdient bekommen, Trübsal der frommen? 9. Wenn ich nur nicht mein elend selbst verschulde; Wenn ich als mensch, als christ, hier leid und dulde: 4. Ist dürftigkeit, in der So kann ich mich der hülfe die trägen klagen; Sind der erlößten Sicher getröſten. haß und pein, die stolz und 10. Ich bin ein mensch; wollust tragen; Des schwel- und leiden müssen kränken: Doch in der noth an seinen Schöpfer denken, Und ihm vertrau'n, dieß stärket unsre gers schmerz, des neids gestörte freuden, Christliches leiden? 5. Ist deren qual, die dei- herzen Mitten in schmerzen. nen rath verachtet, Nach gottesfurcht und glauben nie getrachtet, Und die sich nun in finstrer schwermuth quälen, Prüfung der seelen? 11. Schau über dich! wer trägt der himmel heere? Merk auf! wer spricht: bis hieher! zu dem meere? st er nicht auch dein helfer und berather, Ewig dein Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen! Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen: Allein du wirst, was seine wege waren, Nachmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, da mit wir zu ihm nahen, Die heiligung des Geistes zu empfahen, und mit dem 79 trost der hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 14. Das kreuz des Herrn wirkt weisheit und erfah rung; Erfahrung gibt dem glauben muth und nahrung. Ein starkes herz steht in der 322 6. Doch, Herr! auch selbst in strafen uns'rer sünden, Läß'st du den weg zu unserm heil uns finden, Wenn wir uns nur, die missethat zu haffen, Züchtigen lassen. 7. Jag ich nur nach dem frieden im gewissen; Wird alles mir zum besten dienen müssen. Du Herr regierst, und ewig wirkt dein wille Gutes die fülle. 8. Ich bin ein gast und pilger auf der erden; Nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden: Und was sind gegen ew'ge himmelsfreuden, Dieser zeit leiden? Gelassenheit im Leiden. noth noch feste. Hoffe das beste! 323 2. Die wege, die des Höchsten rath Für sein volk ausgezeichnet hat, Sind nicht der menschen wege. Doch fasse muth! Sein weg ist gut: Sei, ihn zu gehn, nicht träge! 3. Wenn dein getreuer Gott dich führt, Wenn er dein Herz und thun regiert; So kann dein herz sich stillen. Du hast genung Beruhigung In Gottes gutem willen. was Gott schickt, Hilft er als Gott auch tragen. Mel. Wie ist doch deine Lieb ic. 6. Er wog, eh noch die 370. Gott führt die sei- welt entstund, Nach jedes this nen wunderlich. Bist du sein kind, so schicke dich, Getrost ihm nachzu gehen. Kein weiser kann Die heil'ge bahn, Und ihren zweck verstehen. christen kraft das pfund Der leiden und der schmerzen; Er mog auch schon Den gnadenlohn In seinem Vaterherzen. 7. Des spötters und des heuchlers glück Währt oft nur einen augenblick; Bald werden sie zu nichte: Spat oder früh Betreffen sie Doch Gottes strafgerichte. 8. Thu emsig deine christenpflicht; Sei fromm vor Gottes angesicht; Die sünde such zu hassen. Bet oft; halt an! Wer beten kann, Den kann Gott nicht verlassen. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 371. chrift! in dieſen ulber leidenstagen, Wo jeder morgen plagen dräut, Bewaffne dich, sie zu ertragen, Mit sanftmuth und gelassenheit; Und zeige, daß ein wahrer christ Ein held in allem leiden ist. 4. Von keinem blinden ohngefähr, Vom besten Vater kommt es her, Das kreuz, das dir begegnet; Und deine plag, Dein leidenstag, Ist auch vom Herrn gesegnet. 5. Ja! Gott, dein Gott, ist gut und treu: Glaubst du, daß Gott die liebe sei; So hemme deine klagen. Das leiden drückt: Doch lebens herrlichkeit: Hier ist 2. Das turze leben hier auf erden Ist nur des christen probezeit: Hier muß er vorbereitet werden Zu jenes Von den Pflichten gegen Gott. des christen prüfungsstand; ,, Gott nahm's; er sei ge Dort erst sein wahres va preißt!" terland. 7. Dein freund, dein gönner liegt im grabe: Es schmerzt; doch sprich mit zuversicht: Ach Herr, Herr! wenn ich dich nur habe, Frag ich nach erd und himmel nicht. Ja, stürzt der bau der welt auch ein; Ein christ, kann unerschrocken sein. 324 3. Laß nie den gram dein herz verzehren; Ergib dich nicht der traurigkeit: Erdul de willig, Gott zu ehren, Die größten leiden dieser zeit. Belohnen nicht dieß kurze leid Die freuden einer ewigkeit? 4. Mußt du im tiefsten elend weinen, Quält deinen leib der krankheit pein: Gott hilft zu rechter zeit den seinen; Er wird auch dich mit hülf erfreu'n. Er bleibt dein Vater, der dich liebt, Wenn er dich auch durch leiden übt. 5. Mußt du spott und verachtung tragen, Verlästert man dich ohne schuld; Die feinde, die dich niederschlagen, Beſieg mit großmuth und geduld. Dein Heiland Jesus, Gottes Sohn, Ertrug mit sanftmuth, schmach und hohn. 6. Betrübet der verlust der deinen, Der güter und des glücks, dein herz; Du bist ein mensch, drum darfst du weinen; Nur murre nicht in deinem schmerz! Sprich glaubensvoll mit stillem geist: ,, Gott gab's, 8. Wohl dir, o christ, nach kurzem leide Ruft dir des Heilands stimme zu! Geh ein in deines Herren freude, Nach müh und kampf, zu ew'ger ruh: Komm und empfang vor Gottes thron Der überwinder großen lohn! Nach bekannter Melodie. 372. Warum ſollt ich mich dann grämen? Hab' ich doch Chris stum noch! Wer will mir den nehmen? Wer will mir den himmel rauben, Den mir schon Gottes Sohn Beigelegt im glauben? 2. Jch kam unter angst und nöthen, Hülfelos, Arm und blos, Einst ans licht getreten. Nichts nehm ich auch von der erde Dann mit Gelassenheit im Leiden.no mir Wenn ich hier Einst verscheiden werde. Arg 3. Gut und blut, leib, seel und leben Ist nicht mein; Gott allein Jsts, der mir's gegeben: Fordert er es einstens wieder: Er nehms hin; Ich preiß ihn Doch durch meine lieder. 4. Schickt er mir ein kreuz zu tragen: Dringt herein Angst und pein; Sollt' ich drum verzagen? Der es schickt, der hats in händen: Er weiß wohl, Wie er soll All mein unglück wenden. 5. Gott hat mich bei guten tagen Oft ergötzt; Sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Gott mein Vater schlägt mit massen: Er, mein licht, Kann mich nicht Ganz und gar verlassen. 6. Aller meiner feinde rotten Können mir Man ches hier Thun, und meiner spotten. Laß sie mein verderben suchen: Gott trau ich; Der kann mich Segnen, wenn sie fluchen. 7. Unverzagt und ohne grauen Soll ein christ, Wo er ist, Stets sich las sen schauen. Muß er mit dem tod auch ringen, Christi 325 blut, Christenmuth Hilft auch den bezwingen. 8. Denn kein tod kann uns ertödten; Nein, er reißt Unsern geist Aus viel tausend nöthen, Endigt die ses lebens leiden; Führt uns dann Himmelan, In der Engel freuden. al 9. Dann wird sich mit bessern schätzen, Unser her Nach dem schmerz Ewig dort ergößen. Hier ist kein recht glück zu finden; Was die welt In sich hält, Muß, wie rauch, verschwinden. d 10. Was sind dieses lebens güter? Unbestand, Eitler tand, Kummer der gemüther: Dort, dort sind die edlen gaben, Da mein Hirt Christus wird Mich ohn ende laben. 11. Herr, mein Hirt, brunn aller freuden! Du bist mein: Ich bin dein: Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein leben, Und dein blut Mir zu gut, In den tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, Und dich nicht, O mein licht! Aus dem her: zen lasse. Laß mich einst dahin gelangen, Wo du mich, 326 Von den Pflichten gegen Gott. Und ich dich Ewig werd umfangen. Mel. Was Gott thut, das ist. 373. Die bahn ist rau, auf der ich hier Nach meiner Heimath eile. Wie viel gefahr seh ich vor mir! Wie droht sie meinem heile! Gott, wärst du nicht Mein trost, mein licht, Mein heil in finstern tagen; So müßt' ich längst verzagen. 2. Vor dir darf sich mein traurig herz, Erbarmer, nicht verhehlen; Darf seinen kummer, seinen schmerz Vertraulich dir erzählen: Dann schaffest du Mir trost und ruh Aus deiner Gottesfülle; Und meine seel' ist stille. 3. Du lehrest mich den hohen werth Der trübsal, die ich leide; Daß sie mich dir vertrauen lehrt, Mich führt zu wahrer freude. Ich würde dein Mich nicht so freu'n, Nur diese welt begehren, Wenn keine lei den wären. 4. Dein wort gibt mir die zuversicht, Du sorgst für meine tage; Dein auge schlaf' und schlumm're nicht, Du hörest meine klage; Du sättigst einst, Wenn du erscheinst, In deinem heiligthume Mit wonne mich und ruhme. 5. O, dann wird alle traurigkeit Aus meiner brust verschwinden: Vergessen werd' ich ganz mein leid, Und nur dein heil empfinden: Mein lobgesang, Voll preiß und dank, Wird durch die himmel schallen, Und ewig dir gefallen. 6. Mich, den vollendeten, darf dann Nicht mehr die sünd entweihen; Mit unschuld steh ich angethan In deiner finder reihen. Und väterlich Erfreust du dich, Daß ich, der mensch von erde, Gleich deinen engeln werde. 7. Geduldig will ich hier den schmerz Der sterblichkeit ertragen. Beruhigen soll sich mein herz, Nicht mehr voll unmuth klagen. Du bist bereit Zu deiner zeit, O Gott, von allem bösen Mich herrlich zu erlösen! Mel. Christus, der uns selig ic. 374. Schwing dich auf Du sorgst zudeinem Gott, Du betrübte seele! Sei nicht trostlos, was für noth Dich auch immer quäle! Daß dein Gott noch Vater ist, Gelassenheit Kannst du sicher glauben: Den trost gab dir Jesus Christ; Den laß dir nichts rauben! 2. Fasse neuen muth, und sprich: Warum ist mir bange? Warum fürcht' und zweifle ich, Ob ich gnad erlange? Hat doch Jesus heil gebracht! Will doch Gott vergeben! Hat doch mir sein wort gesagt: Sünder, du sollst leben! 3. Hab ich was nicht recht gethan, Ist mir's leid von herzen: Glaubend aber nehm ich an Christi tod und schmerzen. Gott spricht im Leiden. Gott in gnaden. Schenkte Gott mir seinen Sohn, Ließ ihn für mich sterben; So versichert dieß mich schon: Ich soll nicht verderben! 4. Seele! fällt dir böses ein, Hegst du manche zweifel; Denke nicht zu deiner pein: Ach, dieß wirkt der teufel; Warum willst du ohne noth Dich so traurig machen? Dich schützt Jesus; dich liebt Gott: Was kann satan machen. 5. Schreckt, ihr fünden! schrecke, tod! Mir könnt ihr nicht schaden. Ich, dem ihr verderben broht, Bin bei 327 6. Aengsten feinde mich, als sei Gott mir nicht ge wogen; So wird doch durch ihr geschrei Mein herz nicht betrogen. Wäre Gott mir gram und seind, Würd' er mich mit gaben Nicht als Vater und als freund Ueberschüttet haben! 7. Was ist, das die erd enthält, Was im tiefen meere? Was ist gutes in der welt, Das nicht mir gut wä mich, durch Christi blut, Freire? Wem gibt Gottes sonn von allen schulden; Und was meine schwachheit thut, Wird der Vater dulden. ihr licht? Wozu ist gegeben Luft und wasser? dient es nicht Mirund meinem leben? 8. Ich bin Gottes, Gott ist mein! Wer ist, der uns scheide? Gott bleibt mein, ich bleibe sein, Auch noch wenn ich leide. Kommt dann all mein leiden nicht Von des Vaters händen? Jhm trau ich mit zuversicht; Er wirds glücklich enden. 9. Kinder, die der vater foll Ziehn zu allem guten; Die gerathen selten wohl Ohne zucht und ruthen. Bin ich 328 Von den Pflichten gegen Gott. und glaub ich dieß: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufge schoben, Hat er drum nicht aufgehoben: Hilft er nicht zu jeder frist, Hilft er doch wenn's nöthig ist. Si 3. Gleichwie väter nicht bald geben, Wornach ihre kinder streben; So hält Gott auch maaß und ziel: Er gibt, wie und wann er will. 11. Gottes finder säen zwar Traurig und mit thränen; Aber endlich bringt das jahr Frucht nach langem sehnen; Endlich kommt die erntezeit, Da sie gar 5. Laßt den feind mir ben binden, Dann wird bange machen; Gott, mein sorge, furcht und leid Ewig- schuß, wird für mich walich verschwinden.chen: Schwer sei meines 4. Seiner kann ich mich getrösten, Wenn die noth am allergrößten: Er ist gegen mich, sein kind, Mehr als väterlich gesinnt. 12. Laß dann, o betrübtes herz, Deinen kummer fahren: Ueberwinde allen schmerz: Zag nicht in gefahren! Ist dein kreuz auch groß und schwer; So gib doch dem namen Deines Gottes preis und ehr: Er wird helfen! Amen. dann nun Gottes kind; Warum will ich fliehen, Wenn er mich von meiner sünd Will zum guten ziehen? 10. Es ist herzlich gut gemeint Mit der christen plagen: Gott bereitet uns, als freund Zu vergnügtern ta gen; Und das glück der ewigkeit Kann der fromme hoffen; Sieht mit glaubensfreudigkeit Schon den himmel offen. freuzes joch, Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Laßt den armen leib auch tödten, Gott kann mich auch da noch retten: Hab ich unverschuldet feind; Gott im himmel ist mein freund! 7. Laßt die ganze welt mich neiden, Gegen mich voll mißgunst streiten: Ich em375. Sollt es gleich pfehle mich, als chrift, MeiNach bekannter Melodie. bisweilen scheinem Gott, der Richter ist. 8. Wollen menschen mich nen, Als wenn Gott verließ die seinen; Dennoch weiß vertreiben; Muß mir doch Gelassenheit im Leiden. der himmel bleiben. Bleibt für mich den kreuzestod, Und nur noch der himmel mein, Büß ich alles willig ein. rissest mich aus aller noth. 9. Ach Herr! wenn ich dich nur habe: O, dann fehl' sonst jede gabe. Legt man mich auch in das grab: Ach Herr, wenn ich dich nur hab! Mel. Wenn wir im höchsten ic. 376. Gott, wie manches schwere leid Begegnet mir hier in der zeit! Der weg ist schmal und trübsalvoll, Den ich auf erden wandeln soll. 2. Wie widerstrebt nicht fleisch und blut Jhm, unserm wahren höchsten gut! Du Jesu, du mußt uns allein In unsrer schwachheit stärke sein! 3. Bei dir fand ich zu jeder zeit, Jm unglück rath, und trost im leid; Und wenn ich schon am abgrund stand, Erhielt mich deine starke hand. 4. Du, Gottes eingeborner Sohn, Du kamst herab von deinem thron, Und nahmst der sünder fluch auf dich, Wardst Mensch für uns; ein Mensch, wie ich. 5. Du litteft hier im jam329 6. Ich folge dir als jünger nach: Sollt ich bei meinem ungemach Berzweifeln, ohne Hoffnung sein? Nein! du bist mein, und ich bin dein. 7. Mit leib und seele bin ich dein; Und wollten höll und tod mir dräun, So trau ich deiner starken hand, Die tod und hölle überwand. 8. Verschmachtet auch mein Herz in mir, So laß ich dennoch nicht von dir: Ich sing und bete; so wird schnell Die dickste finsterniß mir hell. 9. Dann schmeck ich schon hier in der zeit Die freu den jener herrlichkeit; Mein dornenweg wird mir nicht mehr Mit allen seinen leiden schwer. 10. In dieser glaubenszuversicht Nehm ich mein kreuz, und zage nicht. Bereite du mich selbst dazu; Denn meine stärk und kraft bist du. 11. Erhalte meine seele rein; So leb' und sterb' ich dir allein, Und schaue dann nach dieser zeit Dein antlit in gerechtigkeit. Mel. Warum sollt ich mich ic. arum häufst du jeden mormerthal, O Gottmensch! Lei 377. W den ohne zahl; Du starbst| 330 Von den Pflichten gegen Gott. gen, Armes herz! Dir den schmerz Durch ein heidnisch sorgen; Warum willst du selbst dich kränken? Will dann Gott Deiner noth Nicht, in gnaden denken? 7. Nun, Herr Jesu! ich empfehle Glaubensvoll, Wie ich soll, Dir so leib als seele. 2. Sorge, statt des glau- Sorge du! und ich bin stille. bens wählen, Häuft die qual Ich soll dein Ewig sein. Es Ohne zahl In verzagten see gescheh dein wille! len. Unser Gott hat nichts vergessen, Jedem tag Seine plag Weislich zugemessen. 3. Du willst vieler tage plagen Ohne noth, Ohne Gott, Heut auf einmal tragen. Armer mensch! was wird dirs nützen? Diese müh Wird dich nie Vor gefahren schützen. 8. Meine Hoffnung laß nicht wanken, So will ich Ewiglich Dir mit freuden danken. Lob und preiß sei deinem namen! Sei mein heil, Sei mein theil, Jesu, ewig! Amen. 4. Jene seligkeit zu erben, Die dir schon Gottes Sohn Durch sein willig sterben Möglich, leicht, und sicher machte; Welches heil! Welches theil! Mensch, nach diesem trachte! leu. Für ihr seelenheil zu sorgen, Diese müh Sparen sie Nimmermehr auf morgen. 5. Seine wege Gott be fehlen, Stille sein, Sein sich freu'n, Das beglücket seelen. Seelen, die Gott also ehren, Die wird Gott In der noth, Eh sie schrein, erhören. Mel. In dich hab ich gehoffet ic. 378. Mein herz, ſei stark und unverzagt! Wenn irgend dich ein fummer plagt; Befiehl Gott deine sachen. In aller pein Vertrau allein Auf ihn! er wirds wohl machen. 2. Kein leiden kommt von ungefähr! Die hand des Höchsten schickt es her; Sein rath hats so ersehen. Drum sei nur still! Was dein Gott will, Laß immer gern geschehen. 6. Ihre sorg ist, Gottes willen, Könnt es sein, Engelrein Hier schon zu erfül- kann sein kind nicht hassen. 3. Erweckt dir gleich das leiden pein, So solls dir doch nicht schädlich sein. Gott Gelassenheit Wer ihn nur liebt, Sich ihm ergibt, Den wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der frommen leid? Nicht ewig, Herr! nur kurze zeit. Nach überstandnem leide Erquickest du Ihr herz mit ruh, Und einst mit ew'ger freude. 5. Drum hab', o seele, guten muth: Vertraue Gott! es wird noch gut Nach aller trübsal werden. Gott ziehet dich Durchs kreuz zu sich, Zum himmel von der erden. 6. Gott ist dein Gott. Er ist getreu; Und stehet dir als Vater bei In allem kreuz auf erden. Der leiden heer Wird nie zu schwer Durch ihn dem christen werden. 7. Es haben ja zu aller zeit Die heiligen in traurigkeit Hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du Hier nur von ruh, Und nichts von trübsal, wissen? 8. O bet', und sich auf deinen Gott, In aller deiner angst und noth! Laß, wie er will, es gehen! Sein will ist gut: Behalte muth! Gott wird dich einst erhöhen. 9. Der du ein Gott des trostes bist! Laß jeden, der im Leiden. hier traurig ist, Doch deinen trost empfinden. Dem, den du liebst, Und prüfend übst, Hilf unmuth überwinden! mel. Wenn wir in höchsten i. 379. Bon dir, o Vater, nimmt mein 331 herz Glück, unglück, freuden, oder schmerz, Von dir, der nichts als lieben kann, Vertrauensvoll und dankbar an. 2. Nur du, der du allweise bist, Nur du weißt, was mir heilsam ist: Nur du siehst, was mir jedes leid Für heil bringt in der ewigkeit. 3. Die kurze oder läng're pein Kann nie umsonst erduldet sein: Der bittern wurzel frucht ist süß; Und einst kommt licht aus finsterniß. 4. Ist alles dunkel um mich her, Ist mein herz müd und freudenleer; Bist du doch meine zuversicht, Bist in der nacht, o Gott, mein licht. 5. Verzage, herz, verzage nie! Gott legt die last auf: Gott kennt sie. Er weiß den kummer, der dich quält; Und geben kann er, was dir fehlt. 6. Wie oft, Herr, weint' ich, und wie oft Half deine 332 Von den Pflichten gegen Gott. hand mir unverhofft! Oft jammert' ich untröstbar heut, Und morgen schon ward ich erfreut. 17. Oft sah ich keinen ausgang mehr, Dann weint' ich laut, und klagte sehr: Wo bist du, mein Gott! schauest du Dann meinem elend gar nicht zu? 8. Dann hörtest du, o Herr, mein flehn; Und eiltest bald, mir beizustehn: Du öffnetest mein auge mir; Ich sah mein glück, und dankte dir. 9. Sagts alle, die Gott je geprüft, Die ihr zu ihm um hülfe rieft! Sagts fromme, wenn er das gebet Geduldig leidender verschmäht! 10. Die stunde kommt früh oder spät, Wo dank und freud aus leid entsteht; Wo leiden, das nur stunden währt, In freudenjahre sich verkehrt. 11. Du erntest deiner leiden lohn Vielleicht in diesem leben schon: Vielleicht, daß, eh du ausgeweint, Dir Gott mit seiner hülf erscheint. 12. Schau deinen Heiland glaubig an; Wenn niemand dich erquicken kann, So schütte du in seinen schoos Dein Herz aus; seine huld ist groß! 13. Einst hatt' auch Er, der Menschenfreund, Im thränenthale hier geweint. Auf deine thräne gibt er acht, Und dir zu helfen hat er macht. 14. Und helfen will er: zweifle nicht! Er hält getreu, was er verspricht: ,, Ich bin ,, dein Gott; ich stärke dich! ,, Sei gutes muths, und ,, glaub an mich!" Vom Gebete. mel. Wer nur den lieben Gott ic. 380. Dein heil, o chriſt, nicht zu verscherzen, Sei wach und nüchtern zum gebet! Ein fleh'n aus reinem, guten herzen, Hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Er ist die liebe selbst; er hört, Was seiner finder herz begehrt. 2. Erschein vor seinem angesichte Mit dank, mit demuth, oft und gern; Und prüfe dich in seinem lichte, Und klage deine noth dem Herrn. So wird die hülfe dich erfreun; Und dein herz wird beruhigt sein. Vom Gebete.d 3. Welch glück, so hoch geehrt zu werden, Und im gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des himmels und der erden Bedarf der eines menschen flehn? Jsts nicht blos deine seligkeit, Wenn er zu beten dir gebeut? 4. Sagt Gott nicht: bit tet: daß ihr nehmet? Jst des gebetes frucht nicht dein? Wer sich der pflicht zu beten schämet, Der schämt sich Gottes freund zu sein: Und, o welch unglück träfe dich, Wenn er, dein Schöpfer, von dir wich. 333 lust und kraft mir gebet: Und wenn mund aus gutem herzen Zu dir um hülf und gnade fleht; So höre mich von deinem thron, Durch Jesum Christum, deinen Sohn! zum mein Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 381. on omm betend oft und mit ver= gnügen, Christ! komm vor Gottes angesicht. Nie müsse trägheit dich besiegen In der erfüllung dieser pflicht. O, übe sie zu Gottes preis Und deinem heil, mit treuem fleiß! 5. Sein glück von seinem Gott begehren, Ist dieß dann eine schwere pflicht? Und seine wünsche Gott erklären, Erhebt das unsre seele nicht? Verleiht es uns nicht muth und kraft Zum siege jeder leidenschaft? 2. Bet oft in einfalt deiner seelen! Gott sieht aufs herz; Gott ist ein Geist. Wie können dir die worte fehlen, Wofern dein herz dich beten heißt? Der glaub' an Gott und seinen Sohn Rührt ihn: nicht leerer worte ton. 6. Sich in der furcht des Höchsten stärken, In dem vertrau'n, daß Gott uns liebt, Im fleiß zu allen guten werken, Ist diese pflicht für dich betrübt? So triffst du nichts auf erden an, Das deinen geist erfreuen kann. 7. Gott! laß mich nicht mein heil verscherzen: Gib der spottet seiner nur. 3. Wer das, was uns zum frieden dienet, Von Herzen sucht, der ehret Gott: Wer das zu bitten sich erkühnet, Was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell die treu, die er Gott schwur, Vergißt, 334 Von den Pflichten gegen Gott. 4. Bet oft zu Gott; und lich Gott anzuflehn, Und schmeck in freuden, Wie seinen namen mit den seifreundlich Er, dein Vater nen, Mit deinen brüdern, ist. Bet oft zu Gott; und zu erhöhn. Wie eifrig war fühl im leiden, Wie göttlich dein Heiland nicht In er das leid versüßt. Gott übung dieser sel'gen pflicht! hörts; Gott ists, der hülfe schafft: Er gibt den müden trost und kraft. 9. Bet oft zu Gott für deine brüder, Für alle menschen, als ihr freund: Denn 5. Bet oft, und heiter wir sind Eines leibes glieim gemüthe, Schau dich der! Ein glied davon ich auch an seinen wundern satt. dein feind. Solch bitten, das Schau auf den ernst, schau aus liebe fließt, Ehrt Gott, auf die güte, Mit der er der selbst die liebe ist. dich geleitet hat. Oft irr- 10. Bet oft; so wirst du teſt du: er trug geduld; Er- glauben halten, Dich prükenn und preise seine huld. fen, und das böse scheu'n, 6. Bet oft; durchschau mit frohem muthe Die herzliche barmherzigkeit Des, der mit seinem theuren blute Die fünderwelt vom fluch befreit; Und eigne dir sein opfer zu, Zur heiligung und seelenruh. An lieb und eifer nicht erkalten, Und reich an guten werten sein. Denn muth und fraft und seelenruh Sagt Gott dem frommen beter zu. 11. Dieß reize mich, vor Gott zu treten Mit lob und dank, mit wunsch und 7. Bet oft: Gott wohnt fleh'n. Doch meine fehler an jeder stätte; In keiner bei dem beten Wollst du, minder oder mehr. Denk| mein Denk mein Vater, Vater, überseh'n; nicht: wenn ich mit vielen Weil mich, der dir zur bete, So find ich eh bei Gott rechten sitzt, Durch seinen gehör! Ist nur dein wunsch fürspruch unterstützt! gerecht und gut, So sei ge- Mel. Sei Lob und Ehr dem ic. wiß, daß Gott ihn thut. 382.( ott ott deine güte reicht so weit, So weit die wolken gehen: 8. Doch säume nicht, in den gemeinen Auch öffent Vom Gebete. Du frönst uns mit barmherzigkeit, Und eilst, uns beizustehen. Herr, meine burg, mein fels, mein hort, Vernimm mein fleh'n, merk auf mein wort! Denn ich will vor dir beten. 2. Jch bitte nicht um überfluß, Um schätze dieser erden. Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner gnade werden. Gib mir nur weisheit und verstand, Dich, Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen. 3. Jch bitte nicht um ehr und ruhm, So sehr sie menschen rühren: Des guten namens eigenthum Laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer ruhm sei meine pflicht, Der ruhm vor deinem angesicht, Und frommer freunde liebe. 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, Auch nicht um langes leben. Im glücke demuth, muth in noth; Das wollest du mir geben. In deiner hand steht meine zeit: Laß du mich nur barmherzigkeit Vor dir im tode finden! 335 Mel. Wer nur den lieben Gottic. 383. Wagst du vor Gottes thron zu treten, So mache dich bereit, o christ! Im geist und wahrheit anzubeten Den Gott, der geist und wahrheit ist. Laß nicht der erde sorgen zu; Und denke, mit wem redest du? 2. Er ists, dem alle himmel dienen, Der Herr und Schöpfer aller welt, Vor dem das chor der Seraphinen Verhüllt in demuth niederfällt; Jehovah, er, der ewig war, Und iſt, und sein wird immerdar. 3. Durch ein verstelltes händefalten, Durch schöner worte leeren laut, Ist bei dem Herrn nichts zu erhalteu, Der nur allein aufs herze schaut. Vor ihm gilt nicht der äuß're schein: Man muß nicht scheinen, sondern sein. 4. Ein zuversichtlich kindlich lallen, Ein wahrer glaub an Jesum Christ, Der, voll begier, Gott zu gefallen, Durch reine liebe thätig ist: Dieß ists, was durch die wolken dringt, Und segen uns hernieder bringt. 5. O welch ein glück, schon Von den Pflichten gegen Gott. hier auf erden Im glau- ne, Liegen wir von deinem ben mit Gott umzugehn! throne: Keiner kehrt mit Schon hier den Engeln trübem blick Unerhört von gleich zu werden, Die stets dir zurück. Alles fleisch anbetend vor ihm stehn! von allen enden Kommt Mensch, nimm zu deinem mit aufgehobnen händen, eignen heil, An diesem Kommt mit hoffnung und himmelsglück oft theil! begier, Gott, der gern erhört, zu dir! 6. Mußt du in angst und kummer schmachten, So klage deine noth dem Herrn; Er wird dein flehen nicht verachten, Er ist allmächtig, und hilft gern: Verbirgt er auch sein angesicht; Er hilft ge wiß: verzag nur nicht! 2. Du bist alles guten fülke. Daß wir beten, ist dein wille: Du verschmähst, o Vater, nicht Deiner finder zuversicht; Und du hast so vielen segen Weit mehr, als wir bitten mögen. Reich und kraft und herrlichkeit, Gott, ist dein in ewigkeit! 7. Wenn gute thaten dir gelingen, Preiß ihn, der dich als Vater liebt; Jhn, welcher wollen und vollbringen Durch seinen Geist zum guten gibt; Und zuversichtlich rufe dann Um diesen Geist ihn ferner an. 3. Was im himmel und auf erden Gut ist, ließ dein wille werden: Eh es ward, da dachtest du Deinen kindern es schon zu. Alle sollten deiner gaben Unerschöpften reichthum haben. Ewig ſollten alle dein, Allgenugsamer! sich freu'n. sollten 8. In bösen und in guten tagen Laß das gebet dein labsal sein; So wirst du nie voll kleinmuth zagen, Und nie dich übermüthig freu'n. In deinem herzen und mit dir Bleibt Gottes friede für und für. Mel. Herr, nicht schicke deine c. 384. Dir versöhnt in 4. Sollten dann nicht deine frommen Alle betend vor dich kommen, Der du allen Vater bist, Dem kein ding unmöglich ist! Allen hast du, Herr, ihr leben, Und was sie erfreut, gegedeinem Soh- ben; Und versprichst, Un336 Vom Gebete.d more endlicher! Allen noch unendlich mehr. fich meiner an, Und stärkt mich auf der tugend bahn. 5. Ja, wir wollen zu dir nahen, Beten, glauben und empfahen. Unsrer thaten Lobgesang Sei in ewigkeit dein dank! Heil uns christen! du beschüßest Deine kinder: du besitzest Herrlichkeit und kraft und reich. Wo ist dir ein vater gleich? Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 385. Mein bester trost in meinem le4. Nie will ich mich zu rächen suchen, Wenn mich ein feind zu fränken sucht; Und nie will ich dem wieder fluchen, Der mir aus unverstand geflucht. Nein! meine rach sei ein gebet, Das Gott um gnade für ihn fleht. 5. Und wenn ein kummer mich verzehret, Den ich niemand entdecken kann; Dann ruf ich Gott, der mich erben Ist ein gebet zu mei- höret, Um trost in dieſem nem Gott. Dieß kann mir kraft in schwachheit geben, Geduld und muth in jeder noth; Bei jedem gram, bei jedem schmerz, Ein ruhiges zufriednes Herz. fummer an. Ich weiß: wer ihm mit zuversicht Sein leid klagt, den verwirft er nicht. 2. Wie kann ich trost und zuflucht finden, Wenn mein gewissen mich verklagt; Wenn bei der menge meiner fünden Mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr als ein gebet, Das bei dem Herrn um schonung fleht. 6. Ruf ich ihn an bei dem geschäfte Des standes, den er mir verlich; So fleh ich nie umsonst um kräfte: Der Gott der stärke gibt mir sie; Er gibt, aus väterlicher huld, Mir segen, flugheit und geduld. 3. Muß ich um des gewissens willen Ein spott der lasterhaften sein; So bet ich demuthsvoll im stillen Zu meinem Gott; er hört mein schrei'n; Nimmt väterlich!! denschaft. 7. Wenn eine böse lust zu dämpfen, Mir schwachen muth und kraft gebricht; Dann bitt ich Gott; er hilft mir kämpfen, Er gibt mir muth zu jeder pflicht; Und schenkt mir willigkeit und kraft Zum siege über lei15 337 Von den Pflichten gegen Gott. 8. Wenn ich im letzten| teslamm! Freund der seele, kampf des lebens Bei nie- Den ich wähle, Der zu mir mand hülfe finden kann; vom himmel kam! Laß dich So ruf ich Gott doch nicht finden, laß dich finden, Herr, vergebens Um seinen trost der sünder gern annahm! und beistand an, Der, wenn die sprache mir vergeht, Doch meine seufzer noch versteht. 338 Nach bekannter Melodie. ieh, hier bin ich, Ehrenkönig! Lege mich vor deinen thron. Meine thränen, Und das sehnen Meines Herzens weißt du schon. Laß dich finden, laß dich finden! Herr bist du; ich staub und thon! 386. 2. Sich doch auf mich Herr, ich bitt dich: Lenke mich nach deinem sinn. Gott, mein Tröſter, Deß erlößter, Deffen eigenthum ich bin; Laß dich finden, laß dich finden! Gib dich mir: nimm mich dir hin! 3. Ich begehre Nichts, o| Herre, Als nur einzig deine gnad. Du versagst nie, Sondern gibst sie Dem, der dich liebt in der that. Laß dich finden, laß dich finden! Der hat alles, wer dich hat. 4. Gnadensonne! Seelenwonne! Unbeflecktes Got5. Hör, wie kläglich, Wie beweglich Dir die treue seele singt! Wie demüthig Und wehmüthig Dir dein kind sein Herz darbringt! Laß dich finden, laß dich finden, Wenn dein kind sich zu dir dringt! 6. Dieser zeiten Eitelkeiteu, Reichthum, wollust, ehr und freud, Bringen schmerzen Einem herzen, Daß sich sehnt zur ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, GroBer Gott, ich bin bereit! mel. Wenn wir in höchsten z. 387. Nach dir, o Herr, verlanget mich; Du bist mein Gott, ich hoff' auf dich. Ich hab und halt die zuversicht, Du werdest mich beschämen nicht. 2. Der wird zu schanden, der dich flieht, Und deinem dienste sich entzieht: Der aber, der dich herzlich liebt, Und auf dich hofft, bleibt unbetrübt. 3. Herr, nimm dich meiner seele an, Und führe mich Bom die rechte bahn! Laß auf dem weg, der führt zu dir, Stets deine wahrheit leuchten mir! 4. Denn du bist ja mein einzig's licht; Sonst weiß ich keinen helfer nicht. Ich harre deiner, tag und nacht; Gott, groß an liebe, wie an macht! 5. Zwar groß ist meiner sünden Heer: Ach Gott, denk ihrer nun nicht mehr! Vergib, was ich von jugend an Bis jetzt, nicht recht vor dir gethan! ship 6. Gedenk an deine Vaterhuld, An die verschonende geduld, Die von dem anfang dieser zeit Stets die gefallne welt erfreut! 7. Der Herr ist heilig, fromm und gut Dem, der ihn ehrt, und buße thut. Wer seinen bund und zeugniß hält, Der wird erhalten, wenn er fällt. 8. Ein herz, das Gott aufrichtig liebt, Jhm ganz vertraut, sich ihm ergibt, Braucht nicht gefahr und noth zu schen'ni; Denn es ist Gottes, Gott ist sein. 9. Nun, Herr, mein herz ist dir bekannt; Es schwebt mein geist in deiner hand: 339 Gebete. Du siehst, wie meine seele weint, Bis deine hülfe mir erscheint. 10. Ich fleh zu dir: ach wende nicht Von mir dein gnädig angesicht! Ich laß dich nicht, du segnest dann, Und thust, was deine liebe kann. 11. Die welt ist falsch. Du bist mein freund, Der's treulich und von herzen meint. Der menschen gunst steht nur im mund; Du aber liebst von herzensgrund. 12. Zerreiß die nebe, die die welt Und fleisch und blut mir immer stellt: Und ist gefahr und noth vorbei; So gib, daß ich auch dankbar sei. 13. Laß mich in gottesfurcht bestehn, Auch schlecht und recht stets einher gehn: Gib mir die einfalt, die dich ehrt, Und lieber duldet, als beschwert. 14. Regier und führe mich zu dir, Auch andre christen neben mir: Nimm, was dir mißfällt, von uns hin; Schenk neue herzen, neuen sinn. 15. Erlöß uns, Herr, aus aller noth! Stärk' uns im 15* 340 Von den Pflichten gegen Gott. glauben bis zum tod; Und zeig uns, nach durchlebter zeit, Die größe deiner herr lichkeit! Mel. Die Seele Christi, beil'ge c. 388. Por deinen thron tret ich hier mit, Gott, Vater, höre, was ich bitt'! Verwirf von deinem angesicht, Verwirf mich armen sünder nicht! 2. Gott, Schöpfer, Va ter! o wie mild Schufst du mich als dein ebenbild! Durch dein wort bin und lebe ich: Vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft Sehr wunderlich und unverhofft, Da nur ein schritt, ja nur ein haar, Mir zwischen tod und leben war. 4. Verstand und ehr hab ich von dir; Des lebens nothdurft gibst du mir; Dazu auch einen treuen freund, Der's treu im glück und unglück meint. 35. Sohn Gottes! durch dein blut und tod Halfft du mir aus der sündennoth; Du bists, der mein gewissen stillt, Mein Herz mit fried' und freud erfüllt. 6. Wenn mich mein eigen herz verklagt, Und dann die bange seele zagt; So sichert mich dein Mittleramt, Daß mich mein Richter nicht verdammt. 7. Du bist mein heil in ewigkeit, Bist meines herzens trost und freud: Ich kann durch dein verdienst allein Hier ruhig, und dort selig sein. 8. Gott heil'ger Geist, du höchste kraft! Du bists, der in mir alles schafft. Ist gut's an mir, so ist's nicht mein: Du hasts gewirkt; es ist ganz dein. 9. Du schaffst, daß ich Gott recht erkenn Ihn glaubig Herrn und Vater nenn; Daß ich dem wort der wahrheit treu, Und standhaft Gottes diener sei. 10. Daß ich in trübsal muthig steh, Und auch im elend nicht vergeh; Daß mein herz trost und ruhe find', Und alles freudig überwind'. 11. Dir, Gott, dankt dann mein Herz und mund; Dir dank ich izt und alle stund Für deine güte, treu und gnad, Die mich so viel gesegnet hat. Vom Gebete.us 12. Laß deine treue Va- mit meinem beten, O Gott, terhand Niemals von mir sein abgewandt. Mich selbst, und was ich hab und bin, Geb ich in deinen schuß dir hin. vor deinen gnadenthron. Wie freudig darf ich vor dich treten! Du schenkteſt mir ja deinen Sohn. Durch ihn hab ich die zuversicht: Mein schwaches fleh'n verwirfst du nicht. 3. So gib mir dann nach deinem willen, Was deinem kinde heilsam ist. Nur du kannst meinen mangel stillen, Weil du des segens quelle bist. Vor allen dingen sorge du Für meines geistes glück und ruh. 4. Gib mir beständigkeit im glauben; Laß meine liebe redlich sein. Will etwas mir dieß kleinod rauben, Gott, Heiland, so erbarm dich mein; Bewahre mich, und gib mir muth, Zu siegen über fleisch und blut! 13. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, Und daß mein ganzes christenthum Aufrichtig und rechtschaffen sei; Nicht augendienst und heuchelei. 14. Fehl' ich, so hab mit mir geduld; Vergib mir gnädig meine schuld! Und heilige durch frömmigkeit Mich immer mehr zur ewigkeit. 15. Und kommt mein lebensziel heran, Mein Herr und Gott, so hilf mir dann! Laß nur mein sterben selig sein; Auch noch im tode bin ich dein. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 389. Gott! wer kann je was gutes haben, das nicht von dir den ursprung hat? Du bist der Geber aller gaben, Bist immer groß an rath und that. Du willst, daß mit gebet und fleh'n Wir stets auf deine Hülfe seh'n. di 2. Drum komm ich auch 341 5. Bewahr in mir ein gut gewissen, Ein reines herz voll freudigkeit; Ein herz, aufs gute stets beflissen, Das sich vor deinem auge scheut. Und fehl ich, Gott, so strafe mich, Zu meiner beßrung, väterlich! 6. Ein herz, das in beglückten tagen Gott, seinen Bater, nicht vergißt; Ein Von den Pflichten gegen Gott. herz, das unter noth und pla- in gefahr; Ich harre deigen Vor Gott still und demü- ner immerdar. Ist wohl thig ist: Ein herz voll zu- ein übel, das mich schreckt versicht zu dir Und voll ge- Wenn deine allmacht mich duld, Gott, das gib mir!| bedeckt? 7. Das andre alles wirst du fügen: Du weißt am 4. Jch bin ja, Herr, in deiner hand: Von dir embesten, was mir nükt. Anpfing ich den verstand; Erdeiner huld soll mir genügen, Die schwache mächtig unterstützt. Zufrieden, Vater, folg ich dir: Stärt diesen guten sinn in mir! 8. Soll ich auf erden länger leben, So gib, daß ich dir leben mag. Laß mir den tod vor augen schweben; Und kommt dereinst mein sterbetag, So sei mein ausgang aus der zeit Ein eingang in die herrlichkeit! Mel. Wenn wir in höchsten ic. sch komme vor 390. J bein angesicht; mein 342 Verwirf, o Gott, flehen nicht: Vergib mir alle meine schuld, Du Gott der gnade und geduld! 2. Schaff du ein reines herz in mir, Ein herz voll lieb' und furcht zu dir, Ein herz voll demuth, preiß und dank, Ein ruhig herz, mein lebenlang. 3. Sei mein beschützer halt ihn mir, o Herr, mein Hort, Und stärk' ihn durch dein göttlich wort! 5. Laß deiner gnade mich zu freu'n, Sie stets vor meinen augen sein: Laß, meines glaubens mich zu freu'n, Ihn stets durch liebe thätig sein! 6. Das ist mein glück, was du mich lehrst. Das sei mein glück, daß ich zuerst Nach deinem reiche tracht', und treu In allen meinen pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner kraft Zum siege meiner leidenschaft: Du aber ziehst mit kraft mich an, Daß ich den sieg erlangen kann. 8. Herr! von den gütern dieser welt Gib mir so viel, als dir gefällt: Gib deinem kind ein mäßig theil; Zu seinem fleiß gib glück und heil! Vom Gebote. 9. Schenkt deine hand mir überfluß, So laß mich mäßig im genuß, Und arme brüder zu erfreu'n, Mich einen frohen geber sein. 10. Gib mir gesundheit; und verleih, Daß ich sie nütz und dankbar sei; Und nie, aus liebe gegen sie Mich zaghaft einer pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen freund, Der's treu mit meiner wohlfahrt meint, Mit mir in deiner furcht sich übt, Mir rath und trost und beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein läng'res ziel, Und werden meiner tage viel: So laß, Gott, meine zuversicht, Verlaß mich auch im alter nicht. 13. Und wird sich einst mein ende nah'n, So nimm dich meiner herzlich an; Und sei, durch Christum deinen Sohn, Mein schirm, mein schild und großer lohn. Nach bekannter Melodie. 391. W enn wir in höchsten nöthen sind, Wenn weder hülf noch trost sich find't Und wissen weder schutz noch rath, 343 Ob wir gleich sorgen früh und spat. 2. Dann ist es unser trost allein, Daß wir uns deiner noch erfreu'n, Und flieh'n zu dir: du treuer Gott, Du einz'ger Helfer in der noth. 3. Wir heben unser aug und herz Hinauf zu dir in unserm schmerz; Und fleh'n dich um begnadigung Und aller strafen linderung. 4. Nach deiner gnade sagest du Dieß allen, die dich bitten, zu, Durch den, der unser Mittler ist, Durch unsern Heiland Jesum Christ. 5. Dir, unserm Vater, unserm Gott, Dir klagen wir all' uns're noth. Ach! deine vateraugen seh'n, Wie so verlassen wir da steh'n. 6. Nur du bist unsre zuversicht. Vergilt nach unsrer schuld uns nicht. Steh uns, um Christi wil len, bei; Mach uns von allen plagen frei. 7. Dann danken und lobsingen wir mit freudenvollem herzen dir. Gehorsam deinem treuen wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. 344 Von den Pflichten gegen Gott. Mel. In allen meinen Thaten? c. 6. Und wie viel tausend 393. Uh Bater, Vater, höre, Was ich von dir begehre! Ich komm mit zuversicht. Gedenk nicht meiner sünden; Und laß mich hülfe finden! Ach segne mich! ich laß dich nicht. herzen Hast du von großen schmerzen, Auch selbst vom tod erlößt! Gern hilfst du den betrübten: Halfft allen, die dich liebten; Du guter Gott, der nicht verstößt! 7. O allmacht, weisheit, 2. Begnadiger der sün- güte, Erquicke mein gemüder, Erbarmer deiner kinder, Erbarme meiner dich! Du Vater, der die seinen Nicht trostlos lässet weinen, Erhöre, Gott, erhöre mich! the! Du bist ja stets dir gleich. Ich flehe nicht vergebens Zum Vater meines lebens: Er ist noch unaussprechlich reich. 3. Schau, Helfer aller armen, Mit göttlichem erbarmen Schau meine thränen an! Du bist die kraft der schwachen, Kannst todte lebend machen: Du bist's, der alles, alles kann. 8. Dich will ich dann nicht lassen, Will dich im glauben fassen, Als stündest du vor mir. Ich weiß, du hörst mein sehnen; Und die geweinte thränen Sind alle schon gezählt von dir. 9. Du heißt mich vor dich treten, Da sagst: ich will dich retten. Dieß stärkt mich im gebet. Du hältst, was du versprochen; Haft nie dein wort gebrochen, So lange uns're erde steht. 10. Sollt' ich dir dann nicht tranen, Nicht kindlich zu dir schauen, Und frei von zweifeln sein? Ja! Retter aller frommen, Von dir wird rettung kommen: Du wirst mich noch mit hülf' erfreu'n. 4. Laß diesen trostgedanken Nicht in der seele wan ken; Er sei mir licht und kraft! O laß mir diesen glauben Durch keine zweifel rauben: Du bists, der alles, alles schafft! 5. Drum will ich nicht verzagen, Dir kindlich alles sagen, Was meine seele hofft. Laß deine macht mich sehen! Erhör mein heißes flehen! Du hörtest mich ja sonst schon oft. Vom Gebete. 11. Ja, zeige, daß du lebest, Und auf uns achtung gebest, Und Herr im himmel seist! In meinem ganzen leben Will ich dich froh erheben, Wenn du mein Herz mit trost erfreust. 12. An dir halt ich mich feste. Ich weiß, du willst das beste: Dir überlaß ich mich. Reiß mich aus meinen nöthen! Du hießest selbst mich beten. Hier bin ich! du erhörest mich. Das Gebet des Herrn. Mel. Vater unser im Himmelr. 393.( ot ott, Vater, an erbarmen reich; Der du in eintracht uns zugleich Als brüder heißest zu dir nah'n; Wir rufen auf dein wort dich an: Und betet vor dir unser mund, Hilf, daß es geh von herzensgrund! 2. ,, Dein name müß' uns heilig sein;" Erhalte dein wort bei uns rein; Und gib, daß, wie du heilig bist, Auch heilig unser wandel ist. Behüt' uns, Herr, vor falscher lehr; Und die verführet sind, bekehr! 3. ,, Dein reich erschein" in dieser zeit, Und vollends in 345 der ewigkeit. Steh uns mit deinem Geiste bei; Mach uns von fremder knechtschaft frei: Dämpf deiner feinde macht und wuth; Nimm deine kirch' in deine hut! 4. ,, Dein will gescheh auf erden" schon, Wie er geschieht vor deinem thron. Mach uns, o Gott, in freud und leid Zu dem, was dir gefällt, bereit. Wehr auch des fleisches übermuth, Das wider deinen willen thut. 5. ,, Gib uns heut unser ,, täglich brod." Du kennst am besten unsre noth. Hilf uns; entferne krieg und streit, Pest, seuchen, mißwachs, theure zeit! Laß bei uns heil und friede blüh'n, Und laß uns geiz und sorge flieh'n. 6. ,, Vergib uns gnä„ dig uns're schuld," Und trage doch mit uns geduld! Be= gnadiget vor dir, dem Herrn, Verzeih'n wir unsern schuldigern; Und du thust auch barmherzigkeit An dem, der gern, wie du, verzeiht. 7. Herr! ,, in versuchung ,, führ uns nicht." Und wenn's im kampf an kraft gebricht, Hilf du mit deiner 15** Von den Pflichten gegen Gott. starken hand, Und gib uns welchem niemand kommen kraft zum widerstand; Daß kann! Jehovah, unser wir zuletzt als sieger steh'n, Herr und Vater, Erhalter, Und deiner gnade ruhm Schöpfer und Berather! erhöh'n! Gott, den der ganze himmel ehrt! Vernimm mich, da ich vor dich tretc Mit dem vollkommensten gebete, dein ew'ger uns 8. ,, Mach uns von al,, lem übel los!" Des lebens elend hier ist groß. Bewahr uns vor dem ew'gen tod; Das Hilf auch in unsrer ster- Sohn gelehrt. Lensnoth; Und ende glücklich unsern lauf: Nimm uns in deinen himmel auf! 346 2. Geheiligt werde, Herr, dein name, So wie er selber heilig ist! Es wiß' es Adams ganzer saame, Daß du sein Gott und Vater bist! Daß auf der ganzen weiten erde Dein hoher ruhm verherrlicht werde, Und jedes Herz dein tempel sei; Daß nicht ein frevler, nicht ein spötter, Nicht ein verehrer fremder götter, Dich und dein heiligthum entweih. 10. Herr, ,, amen!" ja, es werde wahr! Stärk unsern glauben immerdar, Daß 3. Dein reich, o Gott, wir nicht zweifeln, unser laß zu uns kommen, Das fleh'n Durch deine gnad' erreich der gnade und der füllt zu seh'n. Ein freudig kraft, Das seel'ge reich, das amen sprechen wir, O Vater, in den frommen Dein heilauf das wort von dir. ger Geist erhält und schafft. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. Laß uns durch lehre und 394. of ott, der du in durch leben Dein reich hier dem himmel zu erweitern streben, Und thronest, Mit herrlichkeit deine treuen bürger sein. reich angethan, Und dort So machst du uns zu deinen in einem lichte wohnest, zu erben, Und führst uns endBOTY 9. ,, Dein ist reich, kraft und herrlichkeit. O Herr, in alle ewigkeit." Wir alle sind dein eigenthum: Gebet erhören, ist dein ruhm. Im namen Jesu fleh'n wir nun; Du kannst, du willst, du wirst es thun. 4 Vom Gebete. lich, wenn wir sterben, Zu dir ins reich der ehren ein. 347 5. Gib uns in unsern lebenstagen Des leibes nahrung, unser brod! Lehr uns das glück bescheiden tragen, Und mit gelassenheit die noth. Gib, daß wir nicht des eitlen achten, Vielmehr mit ernst am ersten trachten Nach deines reichs gerech tigkeit; So wird von deinen gütern allen Auf uns auch unser antheil fallen, Wie dort, so hier auch in der zeit. 6. Erlaß, o Gott, uns unsre schulden, Und gib, daß wir auch gern verzeihn, Beleidigungen fromm erdulden, Und nie rachsüchtig wieder dräu'n; Stets dem gebot gehorsam leben: Vergebet, so wird euch ,, vergeben!" So wirst du auch nach deiner huld Dieß theure wort an uns erfüllen, Und uns, um Jesu Christi willen Vergeben unsre sündenschuld. 4. Herr! es geschch dein heil'ger wille Auf erden, wie im himmelreich; In ihm kommt alles guten fülle; Ihn thun, macht uns den Engeln gleich. Dein wille 7. Laß uns nicht in verist in allen dingen Gerecht suchung führen Von unserm und heilig: ihn vollbringen, herzen und der welt; Und Ist unsre ruh und seligkeit. hilf uns allzeit triumphiNur laß uns ihn auch recht ren, Wenn ihre macht uns erkennen; Laß uns von lieb' überfällt! Stark ist in uns und eifer brennen, Zu folder reiz der sünden; Wir gen dem, was er gebeut. sind zu schwach zum überwinden, Und der versuchungen ist viel. Drum Gott, sei mächtig in uns schwachen; Durch treues kämpfen, beten, wachen, Bring uns zum vorgesteckten ziel! 8. Du Herr! hast macht uns zu erlösen; Unendlich groß ist deine treu. Drum mach uns frei von allem bösen, Mach uns auch von der sünde frei! Erleicht're uns des todes leiden, Und führ uns ein zu deinen freuden Nach dieses lebens müh und streit; Denn wundervoll sind deine werke; Dein ist das reich, und kraft und stärke Von ewigkeit zu ewigkeit. Al Von den Pflichten gegen Gott. Dankbarkeit und Lob Mel. Ich finge dir mit Herz ic. by Gottes. 396. Nun banket all', Nach bekannter Melodie. und bringet 348 395. Nut un danket alleehr, Ihr menschen in der Gott, Mit her- welt, Dem Gott, vor dem zen, mund und händen; Der der Engel heer Anbetend große dinge thut Hier und an niederfällt! allen enden; Der mächtig uns 2. Besingt mit frohem erhält, Und von der kindheit jubelschall Gott, unser Höchan Uns so viel gutes thut, stes gut; Der seine wunMehr als man zählen kann!|| der überall Und große dinge thut. 2. Er, unser Vater, woll' Ein fröhlich herz uns geben! Der Herr laß uns, sein volk, In ruh und friede leben. Sein segen sei bei uns! Dem ganzen vaterland Fließ heil und gnade zu Aus Gottes Vaterhand. 3. Der uns von unsrer kindheit an So väterlich erhält; Und wo kein mensch uns helfen kann, Sich selbst zum helfer stellt. 4. Der, wenn wir fünder ihn betrübt, Uns doch noch Vater ist, Die straf erläßt, die schuld vergibt, Und wohlthun nicht vergißt. 3. Er, unser treuer Gott, Woll uns von allem bösen, Von dem, was schaden kann, Durch seine macht erlösen! 5. Er gebe uns ein fröhEr schütz' uns in gefahr; Erlich herz, Erquicke geist und helf uns allezeit, So lang sinn; Und bei des lebens er uns allhier Das leben sorg und schmerz Helf er noch verleiht. uns fernerhin! 4. Gott Vater, Sohn und Geist, Ehr sei dir in der höhe, Dein name sei gepreißt; Dein guter will' geschehe! Und stehn wir einst verklärt Bei dir im heiligthum: Dann sei dein name noch Auf ewig unser ruhm! 6. Er lasse seinen frieden ruh'n Auf unserm vaterland; Er gebe glück zu unserm thun, Und heil in jedem stand. 7. Er lasse seine lieb' und güt' Noch ferner mit uns geh'n: Was er als Vater Dankbarkeit und Lob Gottes. außersieht, Soll, uns zur heil, gescheh'n! 8. So lang dieß leben hier noch währt, Sei er stets unser heil; Und scheiden wir einst von der erd, Dann bleib er unser theil! 9. Wenn dann das Herz im tode bricht, Schließ sich das aug sanft zu; Und Gott zeig uns sein angesicht Dort in der ew'gen ruh'! Mel. Ich finge dir mit Herz c. 397.¹ u bists dem ehr und ruhm gebührt; Und dieß, Herr, bring ich dir! Mein schicksal hast du stets regiert: Gott, stets warst du mit mir. 2. Wenn angst und noth sich mir genaht; So hörte Gott mein flehn, Ließ mich aus väterlicher gnad Nicht in der angst vergeh'n. 3. Wenn ich in schmerz und krankheit sank, Und rief: Herr, rette mich! So half mir Gott. Mit wel chem dank, Mein Gott, erheb ich dich! 4. Betrübte mich des feindes haß, So klagt' ich Gott den schmerz. Er half mir, daß ich ihn vergaß, Und gab geduld ins herz. 349 5. Wenn ich den richt'gen pfad verlor, Und mich verschuldet sah; Rief ich zu dir, mein Gott, empor; Und gnade war mir nah. 6. Oft war um trost der seele bang; Schwach war die zuversicht. Ich rief voll sehnsucht: Herr, wie lang? Und Gott verließ mich nicht. 7. Er half; und stets hilft noch der Herr: Denn er ist fromm und gut. Aus der versuchung rettet er, Und gibt zur tugend muth. 8. Herr! für die leiden dank' ich dir, Dadurch du mich geübt; Und für die freuden, welche mir Dein milder segen gibt. 9. Dir dank ich, Herr, daß die natur Mich nähret und erfreut: Ich schmeck in jeder kreatur, Gott, deine freundlichkeit. 10. Ich danke dir für deinen Sohn, Der für mich sünder starb; Und der zu deinem gnadenthron Den zugang mir erwarb. 11. Lobt Gott in seinem heiligthum; Erheb ihn volk des Herrn! Die erd ist voll von seinem ruhm: Er hilft und segnet gern. Von den Pflichten gegen Gott. 12. Er hilft, und läßt kriecht unbemerkt dahin; die traurigkeit Bald vor Du siehst, du liebst und uns übergehn; Will uns schützest ihn. nach kurzer prüfungszeit, Zu ew'gem glück erhöhn. 4. Du hast, o Vater, mein gemüthe Durch manche gnadengab erfreut: O gib mir auch, nach deiner güte, noch ein geschenk, die dankbarkeit! Laß alles das, was in mir ist, Froh rühmen, daß du gnädig bist. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 398. Dir, Gott, dir will ich fröhlich singen, Dir, dem das wohlthun freude ist; Dir 5. Wer schuf die feel' und ihre kräfte, Gedächtniß, willen und verstand? Wer segnet mein berufsgeschäfte? will ich dank und ehre| Wer stärkt die arbeitsame hand? Wer schenket mir den edlen freund, Der's treu im fummer mit mir meint? bringen, Der du so gut und freundlich bist: Ja, Gott, du bist ganz gnad und treu; Gib, daß mein herz ganz freude sei. 22. Dich preisen deiner Engel heere, Dir singt der ganze himmel dank: Dir, Herrscher, brausen wind und meere; Ihr brausen ist dein Lobgesang. Die ganze schöpfung ruft dir zu: Wo ist ein solcher Gott, wie du? 6. Wer wog mir meine leidenspfunde Nach meinem maaß des glaubens zu? Wer gab mir in betrübter stunde Zufriedenheit und seelenruh? Wer schützte mich vor der gefahr, Die unsichtbar mir nahe war? 350 13. Vergiß nicht, seele, deinen Gott, Was er an dir gethan! Verehr und halte sein gebot; Und bet' ihn ewig an! 7. Wer fristet meine le3. Du, unser Gott, bist benstage; Wer schmückt und hoch zu loben, Denn deine krönet mich mit heil? Du, gnade reicht so weit! Du, Vater, thust's. Drum seele, hoher Schöpfer, blickst von sage: Gott, du bleibst ewigoben Auf der geschöpfe lich mein theil! Bon gandürftigkeit. Kein wurm zem Herzen liebst du mich: Dankbarkeit und Lob Gottes. Von ganzem Herzen preiß ich dich. 8. Denkheut, o seele, denk zurücke In jene zeit, die froh verfloß! War nicht mein geist und leiblich glücke Mit jedem tage neu und groß! Erfreut und dankbar ruf ich aus: Wer bin ich, Herr! was ist mein haus? 10. Dir will ich fernerhin vertrauen, Denn du hast mir stets wohlgethan: Ich will mit glauben auf dich schauen, Schau mich mit Vaterblicken an; So geh ich ruhig durch die zeit, Und fröhlich in die ewigkeit. 351. 2. Wie ein adler sein gefieder Ueber seine jungen streckt; So hat mich und meine glieder Gottes starker arm bedeckt. Gott, der über mich schon wachte, Als ich 9. Wie soll ich deine treu kaum zu sein begann. Sah vergelten? Ich bin zu arm mit Vaterhuld mich an, Eh zu dieser pflicht. Die schätz ich lebte, eh ich dachte. Leib von millionen welten Be- und seele gabst du mir, Gott! zahlen deine wohlthat nicht.| o wie verdank ich's dir? Mein schwacher dank ist viel zu klein, Für einen Gott ein dank zu sein. Nach bekannter Melodie. 399. Sollt ich meinem Gott nicht sin gen? Sollt ich ihm nicht dankbar sein? Sollte nicht in allen dingen Seine liebe mich erfreu'n? Lieben ist es, nichts als lieben, Herzliche barmherzigkeit, Die so oft und viel verzeiht. Herr, ich will dich ewig lieben. Mein dank sei, wie deine treu, Alle morgen wieder neu. 3. Für mich armen, mich verlornen, Der ich tief gefallen bin, Gab er seinen Eingebornen, Jesum Christum, selber hin; Der für alle meine sünden An dem holz des kreuzes starb, Und mir ewig heil erwarb. Wer kann diese lieb ergründen? Sie ist unaussprechlich groß, Jst, wie Gott, ganz grenzenlos. 4. Seinen wunderbaren Führer, Seinen Tröster, seinen Geist, Gibt der Herr mir zum regierer, Daß mich fünde nicht hinreißt; Daß er meine seele fülle Mit des glaubens hellem licht, Und mit froher zuversicht: Dann Von den Pflichten gegen Gott. wird meine seele stille; Und trostes licht Nicht erquickt, ich kann in Gott mich freu'n: Ich bin Gottes, Gott ist mein! so wär ich nicht Von so vieler qual genesen. Gott, der in der höhe wacht, Hat's noch immer wohl gemacht. 8. Wie ein vater seinem finde Niemals ganz sein herz entzeucht; Ob es gleich, verführt zur sünde, Von der rechten bahn abweicht: So sieht Gott auch ein vergehen, Das mich übereilen kann, Ungern, doch mit langmuth an; Ruft mir, vom fall aufzustehen; Er, als Vater, züchtigt mich Nicht im zorn, nur väterlich. 9. Heilsam sind des kreuzes schmerzen, Heilsam ist die züchtigung; Bitter, doch gesund dem herzen; Gut zur wahren besserung, Und zum haß geliebter sünden. Kreuz stört anfangs uns're freud, Und man meint mit ängstlichkeit, Gottes zorn darin zu finden; Da es doch durch Gottes kraft Endlich frucht und segen schafft. 352 5. Meinem bessern theil, der seele, Gibt er heil, und trost und ruh: Wenn ich seine wege wähle, Strömet mir sein segen zu. Und was wir, so lang wir wallen, Hier bedürfen in der welt; Was die Hütten stützt und hält, Die dereinst in staub zerfallen; Auch dieß gibt Er, dessen ruf Uns für diese welt erschuf. 6. Himmel, erd', und ihre heere Sind zu meinem dienste da. Wohin ich mein auge kehre, Jst mir Gottes segen nah. Thier und kräuter, und getreide, In den gründen, auf der höh, In den büschen, in der see, Sind mir nahrung, sind mir freude; Spuren Gottes, der mich liebt; Gaben, die mein Vater gibt. 7. Wenn betrübniß meine seele, Elend meinen leib umgibt; Dann, dann bet' ich und empfehle Meinem Gott, was mich betrübt! Wär' er nicht mein Gott gewesen; Hätt' mich seines 10. Jst, so lang ich leb' am grabe, Kreuz und trübsal oft mein theil; Gott, dem ich geglaubet habe, Gott gibt mir einst ewig's heil. Die, so hier mit thränen Dankbarkeit und Lob Gottes. säen, Ernten dort mit freuden ein. Nach des kurzen lebens pein Werd ich mein geschick verstehen, Jauchzen, daß mich Gottes rath Die sen weg geleitet hat. 11. Weil dann ohne ziel und ende, Vater, deine gnaden sind: O so heb ich meine hände Zu dir auf; erhör dein kind: Vater! du wollst gnade geben, Daß ich dir recht treu mög sein, Und mich deiner gnade freu'n, Hier in meinem ganzen leben; Bis ich dich nach dieser zeit Lieb und lob in ewigkeit. Mel. Nun danket alle Gott ic. 400. J Schöpfer Lob, meines glücks. ch will dem Lob dem Erlöser singen: Mein dank erfülltes herz Soll in die höh sich schwingen. Steh, wie ein wandrer, still, Und übersieh die bahn; Denk, seele! was Gott thut, Und was er hat gethan. 2. Du hast mich wunderbar Geschaffen und bereitet, Herr! durch die lebenszeit Hast du mich treu geleitet. Wenn's um mich stürmisch war, Bedrohtest du das meer; Dann legte 353 sich die angst; Und still ward's um mich her. 3. Oft, wenn ich unruhvoll An ferne tage dachte; Und manche trübe nacht Durchweinte und durchwachte, Dann war's nur eitler wahn, Was meinen geist geplagt. Mein unglück, nicht mein glück, Hat mir der Herr versagt. 4. Lob sei dir für mein glück, Und lob für trübe stunden! Wer niemals kreuz gekannt, Hat nie sein glück empfunden. Es war die bitterfeit Des jetz'gen augenblicks Oft schon mein glücke selbst, Oft quelle 5. Es lehrte mich dein wort Dich, wie du bist, erkennen, Nicht blos dich schaudernd Gott, Nein! dich auch Bater nennen. Ich sahe mein geschick Als himmelsbürger ein; Und dacht, ich sei nicht hier, Um ewig hier zu sein. 7. Also hat Gott die welt, Mich in der welt, geliebet, Daß er mir seinen Sohn, Und mit ihm alles giebet. Sein kreuz bringt segen mir, Sein ganz verdienst ist mein; Von den Pflichten gegen Gott. Ich bin im leben izt, Und mir schon mein loos, Das einst im tod noch sein. mich zum Leben rief. 7. Schreckt das gewissen 4. Du wählst des sterbmich Mit angst der jugendlichen geschick, Eh er ge sünden; Denk ich: wo werd ich trost, Wo trost im tobe finden? So gibt mein glaube mir Von neuem zuversicht: Gott, der so gern verzeiht, Verdammt mich armen nicht.ust in boren ist; Und so ward ich, ( o welch ein glück!) Schon als ein kind, ein christ. 5. Des säuglings stimm vernahmst du schon, Die noch kein flehen war; Und neigtest zu des weinens ton Dein ohr erbarmend dar. 8. Bald ist des lebens bahn, Die kurze bahn, zu ende. Du Gott, dem ich gelebt, Nimm mich in deine Hände! Komm, frohe ewigteit! Voll Hoffnung wart ich dein; Und stimm in höher lob Mit himmelsbürgern ein. 6. Wenn ich, als jüngling, von dem pfad Der tugend mich verirrt; Hat mich höchstliebreich, Herr, dein rath Darauf zurückgeführt. 354 Mel. Lobt Gott ihr Christen 2c. 401. Mein geist erstaunt, Allmächtiger! Wenn er die gnaden denkt, Womit du mich, mein Gott und Herr, So unverdient beschenkt. no 2. Dann ist mein herz so hoch erfreut, Ganz deiner güte voll; Und weiß vor heißer dankbarkeit, Nicht, wie es danken soll. 3. Als ich noch in der mutter schoos, In nacht verborgen, schlief: Bestimmtest du 7. Du warst mein schuk und meine wehr Vor unglück und gefahr, Und vor dem laster, das noch mehr, Als sie, zu fürchten war. 8. In krankheit hast du väterlich Mein leben neu geschenkt; Und deine gnad' erquickte mich, Wenn fün den mich gefränkt. 9. Und welche wohlthat, Herr, ist nicht Dieß herz, das fühlen kann, Dieß herz, das froh und dankbar spricht, Was du an mir gethan! 10. Froh soll mir jeder tag vergeh'n Bei deinem ruhm und preis. Dich will Dankbarkeit und Lob Gottes. ich lieben, dich erhöh'n, So gut ich kann und weiß. 11. In schrecken, angst, gefahr und noth, Trau ich allein auf dich: Stärkst du mich, so ist selbst der tod Mir nicht mehr fürchterlich. 355 tiefen wunden Des todes gift empfunden. 4. Er gibt, nach vaterweise Dem leibe täglich speise; Erhält ihm seine fräfte, Und fördert sein geschäfte. 5. Auch wehrt er dem verderben: Die seele soll 6. Sein Sohn ist uns gegeben Zum arzt, ja selbst zum leben; Der hat, als er gestorben, Genesung uns erworben. 12. Wenn krachend einst 7. Der sünd' ist nun der bau der welt Sich aus den angeln reißt; Will ich den preisen der mich hält. Dich, der mich leben heißt. Mel. Nun laßt uns Gott dem ic. 402. Laßt unserm Gott uns singen, Jhm dank und ehre bringen, Daß wir so viele gaben Aus seiner fülle haben. 2. Wer kann es ihm erwiedern? Ein leib mit sinn und gliedern, Ein geist, der will und denket, Ist uns von ihm geschenket. 3. Und wie er erst das leben Allmächtig uns gegeben; So will, es zu bewahren, Auch seine treu nichts sparen. gesteuert, Die ganze seel erneuert, Der mensch der straf entbunden, Des todes furcht verschwunden. 8. Das herz schmeckt fromme freuden, Hat trost in allen leiden, Und wagt's, Gott frei zu bitten, Vor ihm sich auszuschütten. 9. Wenn wir schon hier auf erden So hoch begnadigt werden; Gott, was wird erst vor gaben Für uns dein himmel haben? 10. Doch weil wir hier noch wallen, Wirst du mit wohlgefallen, Du Vater, dem wir trauen, Auf uns hernieder schauen. 11. In noth wirst du uns schützen, In schwachheit unterstützen, Bedürfnisse bemerken, Uns in versuchung stärken. 12. Leit uns in deiner wahrheit, Bis wir in volnicht sterben, Die doch inler Klarheit Dich Vater 356 Von den Pflichten gegen Gott. näher kennen, Und besser preisen können. Mel. Nun lob mein Seel den ic. 403. 2uf! meine feel, lobsinge! Es lobe Gott, was in mir ist, Den Schöpfer aller dinge! Weh dem, der seinen Gott vergißt! Er rettet dich ins leben; Will alle missethat In Christo dir vergeben. O gnadenvoller rath! Schon hier wirst du mit heile Getröstet und er freut; Und dort wird dir zu theile Die ruh der ewigkeit. 2. Es hat uns wissen las sen Der Herr sein recht und sein gericht; Erbarmung ohne massen Dem frommen, der den bund nicht bricht. Schnell eilt sein zorn vorüber, Straft nicht nach unsrer schuld; Der Herr begnadigt lieber, Nimmt lieber auf mit huld. Wohl dem, der Christo lebet! Gott ist er angenehm: Mit adlersflügeln schwebet Erbarmung über dem! 3. Wie väter mit erbarmen Auf ihre schwache kinder schau'n; So thut Gott an uns armen, Wenn wir in einfalt ihm vertrau'n. Gott weiß es, wir sind sünder; Gott weiß es, wir sind staub, Und der verwesung tinder; Ein niederfallend laub! Kaum, daß die winde wehen, So ist es nicht mehr da. Wir sterbliche vergehen: Stets ist der tod uns nah! 4. Des Ew'gen gnad alleine Bleibt, wie er selbst, in ewigkeit Bei dir, des Herrn gemeine! Die ganz sich sei nem dienste weiht; Und daß sie selig werde, Mit furcht und zittern ringt. Sucht, daß ihr von der erde Schon jetzt, euch dorthin schwingt! Dort steht bei seinen Engeln Auch unsrer christen schaar, Ist rein von allen mängeln, Und lobt Gott immerdar. 5. Anbetung, preiß und ehre Sei dir, Gott Vater, Sohn und Geist! Wir singen's in die chöre Der schaar, die dich vollkommner preißt. Anbetung, preiß und ehre Dir, der du warst und bist; Wir stammlen's nur, doch höre, Hör', Gott, der ewig ist! Einst tragen wir auch palmen, Du Gott, auf den wir trau'n; Einst singen wir dir psalmen, Wenn wir verklärt dich schau'n. un Dankbarkeit und Lob Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 404. obfing dem Herrn o meine seele! Lob deinen guten Gott, mein geist! Mein mund, mein volles herz erzähle Das gute, daß er mir erweißt. Vergiß nicht, was dir Gott gethan! Oseele, lob ihn, bet ihn an! 2. Wie oft hat mir der Herr vergeben. Wie oft vom unglück mich befreit? Wie oft gesundheit mir und leben Aus väterlicher huld erneut? Wie oft zog seine Vaterhand Mich noch zu rück an's grabes rand? 3. Mit gnade hast du mich geschmücket, Mit guter nah rung mich ernährt. Wie oft im elend mich erquicket, Wie oft mich in der noth erhört? Wie oft, wenn mich gefahr umringt, Mein leben wiederum verjüngt? 4. Mitleidig bist du, voll erbarmen, Dein thun ist lauter gnad und huld; Du trägst auf treuen Vaterar men Auch missethäter mit geduld: Du zürnst, doch auch nicht ewiglich, Bekehret nur der fünder sich. 5. Was wären wir, wenn Gott nicht schonte! Wie fer357 ne wären wir von dir! Wenn Gott uns nach verdienſten lohnte, Wie ewig elend wären wir! Doch er, der Herr der ewigkeit, Uebt ewige barmherzigkeit. 6. Nein! keine mensch liche gedanken Ergründen seiner gnade meer; Eh finden wir des himmels schranken, Eh zählen wir der sterne heer. Unendlich wird von Gott geliebt, Werfromm in gottesfurcht sich übt. 7. Das thor der morgenröthe stehet Weit von der abendröthe zelt: Doch weiter, als die sonne gehet, Weit hinter jede ferne welt, Entfernet Gottes Vaterhuld Bereueter vergehen schuld. 8. Wie bei den thränen seiner kinder Kein vaterherz verhärtet bleibt; So kehrt sich, Gott, dein Herz zum sünder, Den reu und demuth zu dir treibt. Kein vater siehet so, wie du, Dem. guten kind mit liebe zu. 9. Du kennst die schwachheit unsrer Herzen, Kennst unsers geistes flüchtigkeit; Du weißt, wie oft mit heißen schmerzen Wir jeden fehltritt still bereut. Du Schöp 358 Von den Pflichten gegen Gott. fer, der aus staub uns zum wurm im grab Schaust schafft, Kennst uns und kennst der sünde kraft. du von deinem thron herab. 10. Kurz, eitel, wandelbar und flüchtig, Jst hier des menschen aufenthalt. Gras ist sein leben; schwach und nichtig Des leibes prächtigste geſtalt; Blüht blumen gleich; sinkt und vergeht, Gleich blumen, wenn ein sturmwind weht. 11. Nur deine huld, Jehovah! blühet In gleicher schönheit allezeit; Sie währt wenn keine sonn' mehr glühet, Von ewigkeit zu ewigkeit. Sollt unsre ganze welt vergeh'n, So bleibt doch deine gnade steh'n. 12. Wer gern an dein gebot gedenket, Und deinen bund von herzen hält: Wen jeder fehltritt schmerzlich kränket, Und wem nichts böses mehr gefällt, Dem wirst du hier schon gnädig sein, Den wirst du ewig dort erfreu'n. 13. In deinem hohen himmel glänzet Dein fester thron; dort ist dein reich Ganz unermeßlich, is unbegränzet: Doch sorgest du für alles gleich. Zum engel, und 14. Lobsinget Gott, lobsingt, erhöhet, Erhöht den Herrn, ihr Seraphim, Die ihr vor seinem throne stehet, Ihr starken helden, singet ihm! Lobsingt, und thut mit freudigkeit, Was euch der götter Gott gebeut. 15. Jhr Gott folgsamen geisterheere, Lobt, diener Gottes, seine kraft! Geschöpfe, rühmt des Schöpfers ehre! Ihn, der erhält, was er erschafft, Ihn lobe, was nur wesen heißt! Lob ihn auch ewig, du mein geiſt! nach bekannter Melodie.h 405. Ser Gott, dich loHerr wir! Gott, wir danken dir! Je hovah ist von ewigkeit: Er schuf die welt, das werk der zeit. Die ganze weite schöpfung preißt, Gott Vater, dich! dich Sohn! dich Geist! Die Cherubim, die Seraphim, Die himmel alle singen ihm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, Jehovah Zebaoth! Weit, über alle himmel weit Geht deine macht und herrlichkeit. Der Dankbarkeit und Lod Gottes. boten Jesu heil'ge schaar, Die einst ein licht dem erdkreis war; Der lehre Jesu märtyrer, Die preisen ewig dich, o Herr! Am grabe noch, noch in der zeit, Preißt dich auch deine Christenheit; Dich Vater! auf der Himmel thron! Dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn! Und dich, o Geist, deß wunderkraft In sündern neues leben schafft! Du Hoherpriester! du Prophet! Du König, deß reich nie vergeht! Du hast dich, um uns Gott zu weihn, Erniedriget, ein mensch zu sein. Dem tode nahmst du seine macht; Zum himmel hast du uns gebracht: Zur rechten Gottes sitzest du; Mit deinem Vater herrschest bu. O der für uns geblutet hat, Erwürgt für unsre missethat! Im grabe läsfest du uns nicht; Du kommst, du kommst, und hält'st gericht. Einst sei im himmel unser theil Dein großer lohn, dein ewig's heil! Hilf deinem volke, Jesu Christ, Und segne, was erlöset ist! Leit uns durch unsre prüfungszeit Den weg zu deiner ewigkeit! 359 Voll sei die erd von deinem ruhm, Voll, wie des himmels heiligthum; In dieser unsrer pilgrimschaft Sei, Herr, dein wort uns licht und kraft! O sei uns gnädig, treuer Gott! Sei uns gnädig in aller noth! Jm leben sei uns trost und licht; Und auch im tod verlaß uns nicht! Dir trauen wir, Gott, unser Herr! Verlaß, verlaß uns nimmermehr! Amen. Mel. Hast du dann, Jesu 16. 406. obet den Herren, den mächtigen König der ehren! Laßt uns, als brüder, den Vater im himmel verehren. Tretet heran! Stimmet ein freudenlied an, Des Höchsten lob zu vermehren! 2. Lobet den Herren, der alles so herrlich regieret; Der uns auf erden so weislich und väterlich führet; Der uns erhält In der gefährlichen welt, Daß man sein Vaterherz spüret! 3. Lobet den Herren, der unserer seelen gedenket, Geistliche segen in himmlischen gütern uns schenket! Der das gemüth Tröstet und him 360 Von den Pflichten gegen Gott. melwärts zieht, Wenn zeit lich trübsal es fränket. 4. Lobet den Herren, der große barmherzigkeit übet; Der, wenn wir menſchen mit sünden ihn häufig betrübet, Noch mit geduld, Göttlicher gnade und huld Uns trägt, und sünden vergibet! 5. Lobet den Herren, der nahrung dem leibe besche ret; Der uns gesundheit und freude und hülfe gewähret; In wie viel noth Hat nicht der gnädige Gott Das leid in freude verkehret! 6. Lobet den Herren, der unser thun sichtbar gesegnet, Auf uns vom himmel mit strömen der güte geregnet! Denket daran, Was der Allmächtige kann, Wie er uns liebreich begegnet! 7. Lobet den Herren, der wenn wir als christen einst sterben, Uns auch im tode nicht läffet vergehn und verderben; Und nach dem tod Uns liebt und segnet als Gott, Und ewge freuden läßt erben! 8. Lobet den Herren! wer lebet, der freue sich seiner. Er ist der Höchste, der Einzige! außer ihm keiner. Er ist dein licht: Seele, vergiß es ja nicht! Ewig erbarmt er sich deiner. mel. Komm, o komm du Geist 26. 407. Nühmt den Herrn, ihr frommen seelen! Singet, unser Gott ist gut. Säumt nicht, dankbar zu erzählen, Was der Herr uns gutes thut. Jzt und in der ewigkeit Sei ihm unser lob geweiht! 2 Völker! lobt den Herrn, der erden, Dessen macht und huld ihr seht. Er soll hoch gepriesen werden, Weiter, als die sonne geht! Erd' und himmel bring ihm ruhm! Alles ist sein eigenthum. 3. Wer ist, wie der Herr, erhöhet, Dessen thron der himmel ist; Der doch kein geschöpf verschmähet, Keinen wurm im staub vergißt; Dessen hand in jeder welt, Engel, mensch und wurm erhält! 4. Er erlöset voll erbarmen Den bedrängten aus der noth; Er hebt aus dem staub den armen. Wer regiert, wie unser Gntt? Er nimmt jed' geschöpf in acht, Ist auf aller wohl bedacht. 5. Gott ist helfer, wenn Dankbarkeit und Lob Gottes. Mode wir leiden; Schutz und ret ter in gefahr. Er belohnt mit glück und freuden, Wer in trübsal treu ihm war Betet an, und ruft ihm zu: Gott wie start, wie gut bist du! 408. J Mel Gott sei Dank durch alle ic. auchzet eurem Gott! erhebt, Preißt ihn, alle, die ihr lebt! Dient ihm, und vollbringt mit freud Alles, was der Herr gebeut! 2. Tretet voll von zuversicht Fröhlich vor sein angesicht! Sagt ihm dank, und bringt ihm ehr! Er ist Gott, und keiner mehr. 3. Gnädig hat er von der welt Uns zu seinem volk erwählt, Unser Schöpfer, unser Hirt, Der uns ewig leiten wird. 4. Gott ist König: wir sind sein: Geht zu seinem tempel ein! Dankt ihm, singt zu seinem ruhm Froh in seinem heiligthum! 5. Lobt ihn, lobt ihn! Er ist gut: Gut ist, was er will und thut. Er, er trägt uns mit geduld: Ewig währet seine huld. 6. Alle, die der Herr erfreut; Die ihr izt und 3h00 361 künftig seid, Rühmet alle Gottes treu! Sie ist alle. morgen neu. Für Kinder. mel. Mir nach spricht Christ. ic. 409. Herr meines le bens! dank sei dir Von herzensgrund gegeben. O welche wohlthat schenkst du mir Mit diesem jungen leben! Herr, was ich bin, bin ich durch dich; Du schüßzest, nährst und segnest mich. 2. Du riefst mich in der mutter schoos Zu diesem frohen leben. leben. In ihren armen wurd ich groß, Und lernte dich erheben. Da hörtest du mein stammlen schon, Und merktest auf des weinens ton. 3. Wenn ich vom pfad der tugend wich, Durch jugendlust geblendet; So hast du dennoch väterlich Dein herz zu mir gewendet. Du nahmst dich meiner schwachheit an, Und führtest mich auf ebner bahn. 4. Du schütztest mich, wenn je gefahr Dem jungen leben drohte: Wenn ich dem grabe nahe war, So halfst du mir vom tode. Du ließ'st mich 16 h 362 Von den Pflichten gegen sich selbst. blühen und gedeihn, Und meiner eltern freude sein. 5. Herr, dir gehöret dank und preiß! Den will ich gern dir geben. Ich will als kind,|| ruhm. V. Von den Pflichten des Christen gegen sich selbst. und Selbsterkenntniß Demuth. Mel. Wer nur den lieben Gott. 410. er bin ich? die se große frage, Mein Gott, die lehre mich verstehn, Gib, daß ich mir die wahrheit sage, Um mich, so wie ich bin, zu sehn. Wer nicht sich selbst recht kennen lernt, Bleibt von der weisheit weit entfernt. und noch als greis, Mich dir zum dienst ergeben. Ich, dein erlößtes eigenthum, Bring ewig deinem namen 2. Ich bin ein werk von deinen händen; Du schufft mich, Gott, zu deinem preiß: Dazu mein leben anzuwenden, Das ist dein väterlich geheiß. Leb ich nun, als dein eigenthum, Auch, wie ich soll, zu deinem ruhm? 3. Ich bin ein christ nach dem bekenntniß. Herr, bin ichs dann auch in der that? Ach, öffne du mir mein verständniß, Recht einzusehn ob ich den pfad, Den Jesus mir gewiesen, geh? Und ob ich auch im glauben steh? 4. Du kennest unsers herzen tiefen, Die uns selbst unergründlich sind. Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, Ob ich sei Christo gleich gesinnt? Befreie mich vom falschen wahn, Der auch den klügsten trügen kann. 5. Wer alles weiß, und doch verborgen Und unbekannt sich selbst noch bleibt; Wie will der für sein bestes sorgen? Was ist, das den zur beßrung treibt? Sic ſelbst recht kennen, ist verstand. Drum mache mich mit mir bekannt. m 6. Was mir zu meinem heil noch fehlet, Mein Vater, das entdecke mir! Hab ich der wahrheit weg erwählet, So gib, daß ich ihn nicht verlier. Ach! leite mich mit deinem licht; So täuschen mich verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom Selbsterkenntniß und Demuth. rechten stege, Der mich zum ew'gen leben führt; So bringe mich zurück vom wege, Der ins verderben sich verliert, Gib mir zur 363 Met. In allen meinen Thaten ic. 411. Gib, Gott, wenn ich dir diene, Daß ich mich nicht erkühne, Darüber stolz zu sein! Wer kann bei seinen werken, Wie oft er fehlet, merken? Wer ist von mängeln völlig rein? 2. Such ich stets deinen willen So eifrig zu erfüllen, Als es dein wort gebeut? Kann ich auch etwas wagen, Auch müh und trübsal tragen Für tugend und für frömmigkeit? frömmigkeit? Oft sind die guten triebe Nicht früchte deiner liebe, Nur früchte der natur und zeit. 4. Der sünden meiner beßrung lust und kraft.jugend, Der mängel meiner Du bists, der beides in uns schafft. tugend, O Herr, gedenke nicht! Willst du mit deinen 8. Ich muß es einmal knechten, Wie sie's verdiedoch erfahren, Was ich hier nen, rechten, So trifft sie war, und hier gethan. Dalle dein gericht. laß michs nicht bis dahin 5. Doch wenn auch, dir sparen, Wo reue nichts zur ehre, Rein meine tugend mehr helfen kann. Hier wäre: Weß ist dieß eigenmache mich zum himmel| thum? Wer ließ mich unterklug, Und frei vom schnö- richten? Wer ließ in meinen den selbstbetrug! pflichten Mein glück mich sehn und meinen ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben, Und dein gebot zu üben, Die lust und freudigkeit? Wer stärkte meine kräfte Im heiligungsgeschäfte? Wer gab mir muth und sieg im streit? 7. Du schaffst daß ich dich wähle; Du rufst mich, wenn ich fehle, Auf rechten weg zurück; Du ziehst mich ab von sünden, Und läß'st mich gnade finden, Und gibst zu meiner beßrung glück. 3. Entzieh ich mich den 8. Sollt ich mich deß ersünden Auch stets aus rechten gründen? Aus wahrer heben, Was du, Herr, mir gegeben? Hab ich auf lohn 16* 364 Von den Pflichten gegen sich selbst. ein recht? Könnt ich auch alles üben, Was du mir vorgeschrieben; Wer bin ich? ein unnützer knecht! Mel. O Gott du frommer Gott. 412. Herr, der du alles gibst, Von dem ich alles habe; Was ist mein stand, mein glück, Und jede gute gabe? Es ist geschenk von dir, Ein unverdientes gut: Darum bewahre mich Vor stolz und übermuth. 2. Wenn ich vielleicht der welt Mehr, als mein nächster, nüße, Und wenn ich mehr verstand, als er besitzt, besitze: Bin ich nun mehr, als er? Gab Gott nicht alles mir? Verstand und tüchtigkeit, Kommt alles, Gott, von dir. 3. Wenn mir ein größer glück Nach deinem rath begegnet, Und deine gütigkeit Mich mehr als andre, segnet; Gibt diese deine Huld Mir wohl zum stolz ein recht? Bin ich darum nicht auch, Was andre sind, dein knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß In hohen würden stehc; Und andre unter mir In kleinerm glücke sehe: Wer machte sie gering, Und wer erhöhte mich? Ist nicht mein nächster oft Viel würdiger, als ich? start 5. Wie könnt ich mich, o Gott, Des guten überheben? Was ich besitz, ist dein. Du sprichst: so darf ich leben. Du sprichst: so bin ich nichts. Von dir kommt das gedeih'n. Drum laß mich ewig fern Von stolz und hochmuth sein. Mel. In allen meinen Thatenic. 413.as ich nur gu tes habe, Ist deine milde gabe, Du Vater alles lichts! Mein dasein und mein leben Ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich nichts. 2. Sowohl verstand als kräfte Zum nützlichen geschäfte, Hab ich aus deiner huld. Dein ists, wenn gute thaten Dem vorsatz wohl gerathen; An fehlern bin allein ich schuld. 3. Das glück, des ich mich freue, Das schafft mir deine treue, Du Herr der ganzen welt! Du ordneſt unsre tage, Ihr glück und ihre plage, Nur so, wie dir es wohlgefällt. 4. Sollt ich mich dann Selbstliebe. 365 erheben, Wenn mir in die sem leben Viel gutes wider fährt? Was hat dich, Herr, bewogen, Daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe Der huld, die ich befinge; 3. Kein schnöder eigennut Beherrsche meine seele! Und wenn zu meinem glück Jch weg und mittel wähle; So Und werd es ewig sein. Olaß mich stets dabei Auf laß michs nie vergessen; So werd ich nie vermessen Mit stolz und eigenlieb mich freu'n. recht und wahrheit schau'n! Auch nie mein wohlergeh'n Auf andrer elend bau'n. 4. Dein fluch trifft jedes glück, Bei dem die tugend leidet; Bei dem der, so es sucht, Die wcge Gottes meidet. Wer unrecht liebt und thut, Erbt deinen himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott, Dieß schreckliche gericht! Selbstliebe. Mel. O Gott du frommer Gott. ein wille ists, o Gott! Ich mer. Die welt mit ihrer 5. Nie blende mein gemüth Der eitelkeiten schim414. De 6. Das nützlich anzuwenden, Was du mit Vaterhänden Mir gnädig zugewandt; Dein treuer fnecht zu werden Das sei mein fleiß auf erden! Dazu gib demuth und verstand! als ein christ sich liebt, Der flieht auch als ein christ, Was wider deine furcht Und menschenliebe ist. soll mich selber lieben. Olust Vergeht doch einst auf laß mich diese pflicht Nach deiner vorschrift üben; Und schränke selbst den trieb, Froh und beglückt zu sein, Den du mir eingepflanzt, In heil'ge gränzen ein. immer. Was hilft uns kurze lust? Was hilft uns eitle pracht? Nicht ein vergänglich gut Jsts, was uns glücklich macht. 2. Gib, daß mein ganzes herz Sich deiner liebe weihe; Und daß in allem ich Dein ange kindlich scheue. Wer 6. Ein Gott ergebnes herz, Ein ruhiges gewissen; Nur das kann uns allein Des lebens last versüßen; Das bleibt uns auch im tod, Und Von den Pflichten gegen sich selbst. folgt uns aus der zeit Zum befrei'n, Selbst deinen großen segen nach Bis in Sohn gesendet. die ewigkeit. 3. Zu großfür dieſe kurze 7. O selig, wer darnachzeit, Bestimmt zum glück der Mit heil'gem eifer trachtet, Und für sein größtes glück Die gnade Gottes achtet! Der liebt allein sich recht, Ist glücklich in der zeit, Und selig einst bei Gott n alle ewigkeit. 8. Dieß sei dann auch mein ziel! O Gott, laß mir's gelingen, Des herzens wahres glück Nach wünsche zu erringen. Bewahre mich dabei, Herr, vor dem lauf der welt. Gib, daß ich so mich lieb, Als dir es wohlgefällt. Sorge für die Seele. Mel. Kommt her zu mir spricht ic. 415. err! meiner seele großen werth, Den mir dein theures wort erklärt, Laß mich mit ernst bedenken; Und auf die sorge für ihr wohl So unermüdet, als ich soll, Den größten eifer lenken. 366 2. Wie hoch ist sie von dir geacht't! Welch glück hast du ihr zugedacht! Wie viel an sie gewendet! Du Gott schufft sie, dein bild zu sein; Und hast, vom fluch sie zu ewigkeit, Lebt sie im fleisch auf erden; Durch glauben und gottseligkeit, zu größe rer vollkommenheit, Zum himmel, reif zu werden. 4. Mit großer treue willst du sie Selbst durch des lebens kurze müh Zu diesem ziele führen. O laß mich nicht durch eigne schuld Das heil, das deine Baterhuld Ihr zugedacht verlieren. 5. Mit dir, o Gott, vereint zu sein. Mich ewig deiner huld zu freu'n, Und dich zum trost zu wählen; Das sei mein zweck und mein bemühn! Laß mich den rechten weg dahin Aus leichtsinn nicht verfehlen. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir Ein herz, das sünden haffet; Das seine schuld vor dir bereut, Und das zu deiner gütigkeit Durch Christum Hoffnung fasset. 7. Gib, daß ich dir mich ganz ergeb; Und was ich hier im fleisch noch leb, Laß Sorge für mich im glauben leben An dich, Sohn Gottes, der du mich So hoch geliebt hast, daß du dich Für mich dahin gegeben. 8. In meiner ganzen pilgrimschaft Laß mich gestärkt durch deine kraft, Nach jenem kleinod trachten, Das mir dein ruf vor augen stellt; Laß mich die leiden dieser welt, Wie nichts dagegen achten. 9. Wie werd ich dann so selig sein! Schon hier wird sich mein herz dann freun, In dir, Gott, ruhig leben: Und du wirst nach vollbrachter zeit Auch mich gewiß zur herrlichkeit In deinem reich erheben. die Seele. Mel. Sei Lob und Ehr dem ic. 416. Nach meiner feelen seligkeit Laß, Herr, mich eifrig ringen! Sollt ich die kurze gnaden 367 Gott um erbarmung flehen! Das ist der weg zum leben nicht, Den uns, o Gott, dein unterricht In deinem wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur heiligung: Drum laß auch, hier auf erden, Des geistes wahre besserung Mein hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den trieb! Nichts sei so groß, nichts mir so lieb, Das ich ihm nicht aufopfre. 4. Gewönn ich auch die ganze welt Mit allen ihren freuden, Und sollte das, was Gott gefällt, Darüber flieh'n und meiden: Was hülfe mir's? Kann auch die welt Mit allem was sie in sich hält, Mir Gottes gnad ersetzen? 5. Was führt mich zur zufriedenheit Schon hier in diesem leben? Was kann zeit In sicherheit verbrin- mir trost und freudigkeit In gen? Wie würd ich einst vor dir bestehn? Wer in dein reich wünscht einzugehn, Muß reines herzens werden. noth und tod noch geben. Nicht menschengunst, nicht irdisch glück; Nur Gottes gnade, und der blick Auf jenes lebens freuden. 2. Erst an dem schluß der lebensbahn Auf seine sünden sehen; Und wenn man nicht mehr sünd'gen kann, 6. Nach diesem kleinod, Herr, laß mich Vor allen dingen trachten; Und was 368 Von den Pflichten gegen sich selbst. mir daran hinderlich, Mit edlem muth verachten. Daß ich auf deinen wegen geh, Und im gericht dereinst be steh, Sei meine größte sorge! lästerungen; Wird seines herzens ruhe doch Dadurch nicht ganz bezwungen. Er hütet sich vor übelthat, Und denkt: der lügen wird wohl rath; Gott wird die unschuld retten. 4. Sein geist sieht mit zufriedenheit Der künft'gen welt entgegen; Die gibt ihm muth und freudigkeit Auf allen seinen wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein mund Den wahren werth der menschen Mel. Nun freut euch lieben 2c. 417. welch ein un- kund; Da wird der fromschätzbares gut me siegen. Ist doch ein gut gewissen! Wer dieses hat, der hat auch muth, Wenn and're zagen müssen. Sein ruhig herz erzittert nicht; Ihn schreckt kein tod und kein gericht: Denn mit Gott hat er frieden. 5. So hilf dann, daß ich, mir zum heil, Ein ruhiges gewissen, Des lebens allerbesten theil, Zu haben sei be flissen. Mit dir, Gott, ausgesöhnt zu sein; Dein heilig recht nicht zu entweihn, Das sei mein größter eifer! 6. Gib, daß ich des gewissens spruch Als deine stimme ehre; Und immer aufmerksam genug Auf seine warnung höre. Erinnert's mich an meine schuld, So laß mich, Vater, deine huld, Mit reu und demuth suchen! 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht Vor trägheit mich beschützest; Und mich zur treu in dieser pflicht Mit kräften unterstützest? O stärke mich, mein Gott, dazu! So find ich hier schon wahre ruh, Und dort das ew'ge leben. 2. Gott, deines beifalls sich bewußt, Ruht er in deiner gnade. Dein friede wohnt in seiner brust; Und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht er bei aller noth, Womit die zukunft ihn bedroht; Ihn tröstet deine vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch Das gift der 7. Mit deiner gnade tröste mich; Und stärke meine Sorge für die Seele. seele Daß sie vor fünden hüte sich, Und nie aus vorsatz fehle. Denn wer nur reines herzens ist, Hat immer auch durch Jefum Christ, Dich großer Gott, zum troste. Mel. In allen meinen Thaten c. 418. Sin ruhiges gewissen, Laß, Herr, mich stets genießen! Denn hab ich dieses nur, So ist für mich in tagen, Wo andre schrecklich zagen, Nichts schreckliches in der natur. 2. Wenn meine sünde schweiget, Und Gottes Geist mir zeuget, Daß ich begnadigt bin; Wenn mich sein trost erquicket, So oft mich trübsal drücket; Wie un schätzbar ist mein gewinn! 3. Sollt ich solch ruhig leben Für lust der sinne geben, Und dann die inn're pein, Mich selber zu verklagen, In meinem busen tragen; Wie groß würd' meine thorheit sein! 4. Sein eigen herz bekämpfen, Und seine neigung dämpfen, Ist freilich schwere pflicht: Doch wenn wir uns besiegen, Welch seliges vergnügen Gewährt uns die vollbrachte pflicht! 369 5. Nichts kann im wohlergehen So unser glück erhöhen, Als ein geruhig's herz: Das schaffet inn're freuden, Selbst in den größten leiden; Und stillet auch den größten schmerz. 6. Die güter zu verachten, Wornach die thoren schmachten, Was gibt uns dazu muth? Was tröstet Gottes kinder Beim spotte frecher fünder? Ein ruhig herz, dieß größte gut. 7. Zu dir gen himmel schauen, O Gott! und mit vertrauen Sich rühmen: ich bin dein! Gezählt zu den erlößten, Darf ich mich deiner trösten! Welch glück, mein Gott, kann größer sein? 8. Läß'st du mich im gewissen Einst diesen trost genießen, Wenn alles von mir weicht, Wenn ich den lauf vollendet, Und sich mein leben endet; So wird mir elbst das sterben leicht. 9. O laß zu allen zeiten Mich deine weisheit leiten; Und mache selbst mich treu! Zum fleiß in guten werken Laß mich die hoffnung stärken, Daß nichts verdammlichs an mir sei. 16** Von den Pflichten gegen sich selbst. 370 Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 419. We enn ich ich ein gut gewissen habe, So hab ich große seligkeit: G3 ist des him mels beste gabe, Das höchste glück in dieser zeit. In freud und leiden gibt es hier Die wahre ruh der seele mir. 2. Ich bebe nicht, wenn sünder beben, Daß Gott gerecht und heilig ist. Mein herz gibt zeugniß meinem leben, Daß ich gewandelt als ein christ, Des göttlichen berufes werth, Der mich rechtschaffen wandeln lehrt. 3. Getrost wag ichs vor Gott zu treten, Und ihn voll glaubensfreudigkeit Als meinen Vater anzu beten, Der, was ich habe, mir verleiht, Und jedem heil und segen gibt, Der ihn von grund des herzens liebt. höhern trost verleihn, Als ohne schuld im leiden sein? 5. Die fröhlichkeit in meinem Herzen Verbreitet sich auf mein gesicht: Sie ist mein labsal in den schmerzen, Und in der finsterniß mein licht. Sie macht getrost, wenn auch die welt Erzittert und in trümmern fällt. 6. Jch eile mit geſetztem schritte Des lebens letzter stunde zu: Denn der verfallnen leibeshütte Zeigt sich im grabe sanfte ruh; Indem mein geist, der Gott gelebt, zu seinem ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch ein'ge sünde, Mein Heiland gibt mir trost und muth; Ich weiß, daß ich vergebung finde: Für mich vergoß er auch sein blut. Er, der die welt versöhnet hat, Tilgt alle meine missethat. 8. feele! darum sei beflissen, Daß frömmigkeit 4. Mit muth trag ich und heiligkeit Dir immerdes lebens leiden; Sie sind dar ein gut gewissen Und ein herber augenblick; Und glaubenszuversicht verleiht. des gewissens inn're freu- Und du, mein Gott, regiere den Sind süßer, als der mich! Denn ach, was könnt' crde glück: Und was kann ich ohne dich? Sorge für die Seele. Vorsicht wider Lieblingssünde. Mel. Wer nur den lieben Gottic. moty 5. Bald reizte mich aufs neu die sünde: Wie schwach war gleich mein widerstand! Ach, sie gefiel mir! und geschwinde Ergriff sie mich, und überwand. Die lust verschwand mir im genuß: Nun folgten eckel und verdruß! 420. Ah, abermal bin ich gefallen Mit überlegung und mit wahl! Tief, o wie tief, bin ich gefallen: Vielleicht noch nicht zum letztenmal! Elender fün- 6. Ach diesmal bin ich der, der ich bin! In wel überwunden: Ach, niemals chen abgrund eil ich hin! sonst fiel ich so tief! Mein 2. O die verhaßte lieb- vorsatz war noch nicht verlingssünde, die gewohn- schwunden, Mein Herz schlug, heit ihrer lust; Der hang, mein gewissen rief; Gott, den ich zu ihr empfinde, Richter, ich gedacht an dich Wie wüten sie in meiner Und dennoch, dennoch sünbrust! Wie unumschränkt, digt' ich! wie fürchterlich Ist ihre herrschaft über mich! 3. Längst warnte schon mich mein gewissen: Mensch, du empörst dich wider Gott! Von böser lust dahingerissen, Eilst du betrogen in den tod! Dir raubt die sünd' in kurzer zeit Dein glück und deine seligkeit! 371 7. Ich sagte mir: Gott wird es rächen! Und dennoch, dennoch sündigt ich! Wie groß, wie schwer ist mein verbrechen? O wie erschreck' ich über mich! Vom drohen deines weltgerichts Erbebt' ich: doch es wirkte nichts! 8. unbegränzte fün4. Wie oft hab' ich mir denliebe, Wie werd ich endvorgenommen: Nun will lich frei von dir! Wie überich meine sünde fliehn! Rein wind' ich deine triebe, Und und unsträflich und vollkom- dämpfe endlich sie in mir! men Zu wandeln, will ich Gott, mein Erbarmer, hör mich bemühn! Wie oft, o mein flehn, Und lehre mich, Gott, hat mein gebet Um ihr widerstehn! kraft dazu dich angefleht! 9. Liebt ich dich nur, so wie 372 ich sollte, Dann ließ die Lust zur sünde mich! Wenn sie mich auch versuchen wollte, Geläng es ihr nicht wider dich! Und deiner wahren liebe glanz Betäubte, tödtete sie ganz! 10. O pflanze du in meine seele Rechtschaffne lieb' und lust zu dir! Gott, was ich denke, was ich wähle, Beweise Gottes lieb in mir! Dich lieben, als dein eigen thum, Das sei mein werk, mein heil, mein ruhm! Von den Pflichten gegen sich selbst. gestreuet; Dort erntet man erfreuet Der tugend früchte ein. Je länger ich hier wandle, Vor dir rechtschaffen handle, Je größer wird mein glück dort sein. 3. Sollt ich dieß glück mir rauben? O Herr, laß mir im glauben Der künft'gen erntezeit, Mein leben hier auf erden So werth und mächtig werden, Als es mir selbst dein wort gebeut! 4. Mir selbst es zu verkürzen, Mich in den tod zu stürzen, Ist wider meine 11. Dann werd ich endlich überwinden, Und herr- pflicht; the Verläßt ja seinen posten nicht. Ist undank deiner scher meiner lüste sein. Dann güte. Ein redliches gemüwirst du alle meine sünden, Wie viel, wie groß sie sind, verzeih'n. Mein leben hier. sei dann dein dank; Einst schalle bir mein lobgesang! Leibespflege oder Mässigkeit und Keuschheit. Mel. In allen meinen Thaten 2. 421. Was ist mein zeitlich leben, 5. Was leicht in frankheit stürzet, Das leben leicht verkürzet, Laß mich mit sorgfalt fliehn; Doch laß mich auch nicht zagen, Mein leben da zu wagen, Wo mich beruf und pflicht hinzieh'n. Das du, Gott, mir gegeben? Ein unschätzbares gut. Du gabst mirs, hier auf erden, Zum Himmel reif zu werden, Worauf mein wahres glück beruht. 6. In deine Vaterhände Befehl ich, Herr, mein ende, Und meiner tage lauf. Es sei mein ganzes leben Dir hier zum dienst erge ben! Hilf du selbst meiner schwachheit auf. 2. Hier wird die saat 7. Was nüßt ein langes Leibespflege, Mäßigkeit und Keuschheit. leben, Wenn man nicht, Gott ergeben, Nach wahrer tugend strebt? Wer Gott und menschen liebet, Und sich im glauben übet, Nur der hat lang und wohl gelebt! Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 422. Wie mannigfal tig sind die gaben, Wodurch uns, Herr, dein wohlthun nährt, Und die, so geist als leib zu laben, Uns täglich deine hand gewährt! Auch das, was unser mund genießt, Zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist. 2. Doch laß die kraft, uns zu vergnügen, Die du in speiß und trank gelegt, Laß sie mein herz nie so besiegen. Daß sie zum schwelgen mich bewegt. Laß, deiner gaben mich zu freun, Mich mäßig im genusse sein! 3. Mit speiß und trant sein herz beschweren, Steht niemals wahren christen an: Dadurch wird das, was uns ernähren Und unsern geist erquicken kann, Ein gift, das in die adern schleicht, Und krankheit, schmerz und tod erzeugt. 4. Die schwelgerei raubt 373 uns die kräfte Zu dem, was uns die pflicht gebeut; Macht träge zum berufsgeschäfte, Untüchtig zur gottseligkeit; Erweckt unordnung, streit und zank, Und hindert den Gott schuld'gen dank. 5. Wer sich den bauch zum Gott erkehren, Unmäßig Gottes gaben braucht, Der ist fürs himmelreich verloreu, Zu dem fein knecht der lüfte taugt. Gott! laß mich ja dieß lafter scheu'n, Und mäßig ſtets und nüchtern sein. 6. So oft ich speiß und trank genieße, So laß es mit vernunft geschehn; Und, daß ich beides mir versüße, Laß mich auf dich, den Geber, sehn; Auf dich, der du uns zärtlich liebst, Uns nahrung und erquickung gibſt! Mel. Es woll' uns Gott 26. 423. Der du verstand und tugend schenkst, Gott, Vater meines lebens! Wo du nicht thun und lassen lenkst, So leb' ich hier vergebens: Denn wen dein guter Geist nicht führt, Der bleibt der sünd ergeben; Und wen die sünde noch regiert, Der ist zum rechten le 374 Von den Pflichten gegen sich selbst. ben Noch nicht hindurch gedrungen. HOOPS NET 2. Drum, Vater, neig dich väterlich Zu deinem schwachen kinde! Gib mir ein frommes herz, daß ich Mich scheu vor jeder sünde. Bewahre meinen mund, daß mir kein schlüpfrig wort entfalle; Vielmehr von meinen lippen dir Manch freudig lob erschalle, Den nächsten zu erbauen. 3. Bewahre, Gott, mein ohr, daß ich nicht gern auf spötter höre; Damit in meinem glauben mich Kein frecher thor bethöre. Hilf, daß kein witz der lästersucht Mir ohr und herz vergifte, Und niemals, wie er tückisch sucht, Durch mich dann zwietracht ſtifte, Nie mich zur schmähsucht reize. 4. Die augen, Gott, bewahre mir Vor unverschämten blicken, Und vor unzüchtiger begier, Die unschuld zu verstricken. Laß sie den schmuck der sittsamkeit Weit über alles schätzen. Was reiner Engel aug erfreut, Das sei auch mein ergötzen! Auf dich laß sie hinsehen! 5. Behüte mich vorschwelgerei, Die leicht das herz beschweret; Vor trunkenheit, die ohne schen Schandthaten üben lehret. Die luſt, die blos den leib ergötzt, Verderbt auch fromme herzen; Und was die welt für freude schätzt, Bringt nachreu, elend, schmerzen, Und stürzt zuletzt zur hölle. 6. Hilf, daß mein geist nichts lieber hört, Nichts lieber spricht und denket, Als was den glauben stärkt und nährt, Und Lust zum guten schenket; Was mich zu jenem leben bringt, Wo man bei dir stets lebet, Dein lob mit allen Engeln singt, Den Heiland sieht, erhebet, Und ihm sich ähnlich schauet. mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 424. Der wolluſt reiz zu widerstreben, Laß täglich deine weisheit sein; Liebst du, o mensch, dein glück und leben! Denn ihre freuden bringen pein. Entflieh der schmeichelnden begier: Sie raubet dir des herzens zier. 2. Um ihr die nahrung zu verwehren, Sei stets ein freund der nüchternheit; Laß speis' und trank dich nie be Leibespflege, Mäßigkeit und Keuschheit. 375 schweren, Und steure deiner freundschaft war: Ein lansinnlichkeit. Sei deiner ger umgang macht dich schwachheit stets bewußt, dreist, Und du vergiß'st, Und meid oft selbst er was unschuld heißt. laubte luſt. 3. Sei, um die wollust zu verhüten, Stets schamhaft gegen deinen leib: Laß nicht dein auge dir gebieten; Flich eitlen scherz und zeitvertreib. frechen wißlings freier scherz Erniedrigt und verderbt dein herz. 4. Entzieh der wollust ihre kräfte Im schweiße deines angesichts. Der unschuld schutzwehr sind geschäfte; Nichtsthun, das netz des bösewichts: Bei trägheit und bei müßiggang Besiegt uns jeder böse hang. 5. Willst du der wollust trieb bekämpfen, Eh er die freiheit dir verwehrt, So such ihn früh in dir zu dämpfen. Hat ihn dein Herz zuvor genährt, Und du hast ihn nicht gleich erstickt, So wird er schwer lich unterdrückt. 6. Oft täuschen dich des lasters triebe, Und du er blickst nicht die gefahr; Oft wird das unerlaubte liebe, Was anfangs nichts als 7. Dein fühlend herz wird sichs verzeihen, Daß es des lasters trieb ernährt; Es wird nur seinen ausbruch scheuen, Weil dieser vor der welt entehrt; Wird kleine fehler übersehn; Und so zu großen übergehn. ira 8. Jsts sünde nur, die that vollbringen? Jst, ders nicht thut', schon tugendhaft? Sollst du nicht auch den trieb bezwingen, Nicht auch den wunsch der leidenschaft? Soll bloß dein äußrer wandcl rein, Solls nicht auch deine seele sein? 9. Begierden sind es, die uns schänden; Und die verlezen unsre pflicht, Auch ohne daß wir sie vollenden. Drum rühme dich der keuschheit nicht, Es sei dann, daß du, durch den geist, Der Lüste herrschaft dich entreiß'st. 10. Denk oft den mächtigen gedanken: Die unschuld ist der seele glück. Der halte, fängst du an zu wanken, Dich noch von deinem fall zurück. Dir gibt dein gan Von den Pflichten gegen sich selbst. zer lebenslauf Sie nicht zurück, gibst du sie auf. 11. Denk oft bei dir: der wollust bande. Sind 15. Sie raubt dem her zen muth und stärke, Und stürzt dich zu dem thier her ab; Raubt dir den eifer edler selbst schon vor der weltwerke, Den adel, welchen ein spott; Doch strafte mich schon keine schande, So sieht und findet mich doch Gott; Gott, dem auch kein gedank' entflieht, Und der selbst ins verborgne sieht. 12. Die wollust fürzt des lebens tage, Da keuschheit heil und leben gibt; Und seuchen werden dessen plage, Der ihre gift'gen reize liebt. Wer Gottes tempel hier zerstört, Ist seiner strengsten strafe werth. 13. Wie blühte nicht des jünglings jugend, Eh ihn 376 Gott dir gab. Wie? wärst du noch sein ebenbild, Von wilder sinnlichkeit erfüllt? 16. Drum fliehe vor der wollust pfade; Und lockt dich schmeichelnd ihre bahn, So rufe brünstig Gott um gnade, Um weisheit in verfu chung an. Erzittre vor dem ersten fall! Du fällst gewiß mehr, als einmal. Wahrheit und Aufrichtigkeit. Mel. Alle Menschen müssen C. schwer zu büßzenden verbrechen: Sie lohnet dir mit unverstand, Verdunkelt dei ner seele licht, Und dein gewissen schweiget nicht. 425. Laß, mein Gott, mich darnach der wollust reiz bethört! streben, Stets der wahrheit Doch er vergaß den weg derfreund zu sein. Wer den tugend, Und seine kräfte sind lügen sich ergeben, Darf verzehrt. Verwesung schän sich nicht des himmels freu'n. det sein gesicht, Und predigt Denn vor deinem angesichte Gottes strafgericht. Wird der lügner einst zunichte, Wie der feind voll an den frechen Früh oder trug und list, Der der lüg spät mit harter hand Diener vater ist. 14. So rächt die wollust 2. Andern zu gefallen lügen, Leeren schwätzern gleich zu sein, Heuchelnd brüder zu betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit' Wahrheit und Aufrichtigkeit. an allen orten Mich in werken und in worten. Reblich sei des herzens grund, Redlich spreche stets der mund. 3. Die der falschheit sich ergeben, Sind vor dir, o Gott, ein greul; Und ein unglückselig leben Bleibt gewiß ihr künftig theil. Hier schon trifft verdiente schande Sie bei redlichen im lande. Denn ein jeder menschenfreund Ist der falschheit ränken feind. 4. Schmäht mich ohne mein verschulden Der verleumder lästermund; Herr, so laß michs still erdulden; Einst wird doch die wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, Meine unschuld zu bezeugen; so gib, daß stets dabei Herz und mund voll sanftmuth ſei. 5. Daß du, Gott, an jedem orte Zeuge meines wandels bist, Daß kein einzig's meiner worte Meinem Gott verborgen ist; Dieß sei mir stets im gemüthe, Daß ich mich vor lügen hüte: Denn du liebst den wahrheitsfreund, Und bist falschen herzen feind. 377 Mel. Valet will ich dir geben ic. 426. ohl dem, der richtig wandelt, Der als ein wahrheitsfreund In wort und werken handelt, Und das ist was er scheint;" Der recht und treue liebet, Und von dem sinn der welt, Die trug und falschheit üket, Sich unbefleckt erhält! 2. Wohl dem, der lügen hasset, Und der, so oft er spricht, So seine reden fas set, Daß er die wahrheit nicht mit vorbedacht verlezzet; Und der an allem ort Sich dieß vor augen setzet: Gott merkt auf jedes wort. 3. Wohl ihm! daß sein gemüthe, Herr, deine rechte übt. Ihn leitet deine güte, Erwird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, Wenn in der wahrheit licht Beschämt die falschen stehen, Geschreckt durch dein gericht. 4. Herr! drücke diese sache Mir tief ins herze ein; Daß ichs zur pflicht mir mache, Der lügen feind zu sein: Erinn're mein gewissen, Du hasfest heuchelei; Damit ich stets beslissen Der treu und wahrheit sei! 378 Von den Pflichten gegen sich selbst. 5. Nie laß mich was versprechen, Das ich nicht hal ten kann; Und nie zusagen brechen, Die ich einmal gethan; Nie laß den stolz mich leiten, Und nie des beispiels macht, Als wahrheit auszubreiten, Was ich doch selbst erdacht. 6. Doch laß zu allen zeiten, Herr, deiner weisheit licht Auch meine seele leiten, Damit ich meine pflicht Mit klugheit üb', und wisse, Wann ich für andrer wohl Und für mich reden müsse, Und wann ich schweigen soll. 7. Wenn je, um mich zu drücken, Des feindes anschlag gilt, Der sich bei bösen tücken In guten schein verhüllt; So stärke meine seele, Daß sie nicht unter liegt, Daß ich mich dir empfehle, Durch den die unschuld siegt. 8. Ein herz voll treu und glauben, Das sich zu dir, Gott, hält; Das soll mir niemand rauben: So kann ich aus der welt Einst mit der hoffnung gehen, Ich werde, als dein kind, Dich mit den frommen sehen, Die reines herzens sind. Mel. Sei Lob und Ehr dem ic. 427. Die zunge, die vernehmlich spricht, Hat dir dein Gott gegeben. Welch ein geschenk! mißbrauch sie nicht: Sie bringet tod und leben; Man fluchet und man lobt damit. Ach Gott, erhöre meine bitt, Daß ich sie recht gebrauche! 2. Laß erst in meines herzens grund Furcht Gottes immer wohnen: Gewissenhaft wird dann mein mund Der wahrheit rechte schonen, Und wohl dem, der von schmeichelei, Von läst'rung und verstellung frei, Nicht mit den lippen sündigt. 3. Auf deinen ruhm und andrer wohl Laß meinen sinn sich lenken; Und dieß laß, wenn ich reden soll, Mich auch mit ernst bedenken. Dein lob, o Gott; des nächsten nutz; Der tugend ruhm, der unschuld schutz, Beschäft'ge meine zunge. 4. Weh dem, der seinen Gott betrübt, Mit falschheit und mit lügen! Weh dem, der falschheit denkt und liebt, Und dessen worte trügen; Dem fluch und schwur ge 379 3. Was ist das mir geschenkte gut? Vergänglich Verhalten gegen wöhnlich ist, Und der mit tücken und mit list Den nächsten hintergehet. 5. Gott! schaff in mir ein reines Herz Und laß mich spöttereien, Schandbare worte, frechen scherz, Gewissenhaft stets scheuen. Was züchtig, keusch und lieblich ist, Laß mich stets reden als ein christ; zu rechter zeit auch schweigen. Rechtes Verhalten gegen zeitliche Güter. Mel. Mein Herzens Jesu re. 428. Serr, laß mich ſei allhier Nach deines Gei= doch gewissen- stes gaben. Wie reich bin haft Mein zeitlich gut ich, o Gott, in dir, Wenn verwalten! Gib selbst mir ich nur dich kann haben! weisheit, gib mir kraft, Da- Hab ich nur Gottes gnad' mit so hauszuhalten, Wie es und huld; Bin ich voll glaumit nüßt und dir gefällt, Da- ben und geduld? Was fehlt mit ich nicht in jener welt dann meiner seele? An ew'gen gütern darbe. 2. Mein haab und gut kommt ja von dir Und deinem milden segen. Nicht mir zum fallstrick gabst du mir Mein zeitliches vermögen. Du gabst es mir zum wahren wohl: Drum gib, Herr, daß ich, wie ich soll, Nach deiner vorschrift brauche. 6. Den geiz laß ferne von mir sein, Die wurzel alles bösen. Von unruh und ge wissenspein Kann reichthum nicht erlösen: Er hilft in todesstunden nichts, Und nichts am tage des gerichts: Da schützt er keinen sünder. 7. Laß mich in weiser sparsamkeit Die güter nicht verschwenden, Die du mir gabſt, in dieser zeit Sie nützlich anzeitliche Güter. und von erde. Hilf, daß ich nie aus übermuth Dadurch vereitelt werde. Nic reiß' ein irdischer gewinn Mein herz so weit zum eitlen hin, Daß ich mein heil vergeße. 4. Was hülfe mir die ganze welt Mit allen ihren schäzen? Verleitete mich gut und geld, Sorglos hintan zu setzen, Was meiner seele heil begehrt, Und mir ein ewig glück gewährt: Wie strafbar würd' ich handeln? 5. Mein erstes trachten Von den Pflichten gegen sich selbst. zuwenden. Gib mir die sich schicken. Der thor hat Klugheit, daß ich hier Da- geld und gut; Er hat's, und durch dem nächsten, so wie wünscht noch mehr: Noch mir, Des lebens müh er- immer bleibt sein herz Von leichtre. wahrer ruhe leer. 380 8. Es kommt ein tag der rechenschaft. Das laß mich stets bedenken, Und mein gemüth gewissenhaft Zur treu im ird'schen lenken; Daß von den gütern dieser zeit Ich einst noch in der ewigkeit Den reichsten segen erndte. Mei. O Gott du fiommer Gott. 429.aß mich doch nicht o Gott, Den schäzzen dieser erden So stark ergeben sein, Daß sie mein abgott werden! Oft fehlt beim überfluß Doch die zufrieden heit; Und was ist ohne sie Des lebens herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich gut Auch unsre wünsche stillen? Es steht ja sein besitz Nicht stets in unserm willen: Nicht stets wirds dem zu theil, Der ängstlich darnach ringt; Und schnell verlierts oft der, Dem sein bemühn gelingt. 3. Ein gut, das unsern geist Wahrhaftig soll beglücken, Muß nicht vergänglich sein, Muß für den geist 4. O Gott, so wehre doch Den ungerechten trieben, Und heilige mein herz, Die güter nicht zu lieben, Die man mit müh gewinnt, Bald prassend sie verzehrt; Bald geizig sie bewacht, Und bald mit fluch verzehrt! 5. Ein weises, frommes herz, Das sei mein schatz auf erden! Sonst alles, nur nicht dieß, Kann mir entrissen werden. Dieß bleibt im tod auch mein; Dieß folgt mir aus der zeit, Zum seligsten gewinn, Bis in die ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, Die herrlichsten vergnügen? Nur süße träume sinds Die unsern geist betrügen. Drum fente, Gott den wunsch Vom irdischen gewinn, Durch deines Geistes fraft, Zu ew'gen gü tern hin. Mel. Mir nach, spricht Christus. 430. 2ohl dem, der beß're schätze liebt, Als schätze dieser erden! Wohl dem, der sich mit eifer Verhalten gegen zeitliche Güter. übt, An tugend reich zu er schon Aus dir mit meineid werden; Und in dem glau- sprechen; Dich dringen, der ben, des er lebt, Sich überarbeiter lohn Unmenschlich diese welt erhebt! 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, Hier güter zu besitzen. Er gab sie, und gebot die pflicht, mit weisheit sie zu nützen. Sie dürfen unser herz erfreun, Und unsers fleißes antrieb sein. 3. Doch nach den gütern dieser zeit Mit ganzer seele schmachten! Nicht erst nach der gerechtigkeit Und Gottes reiche trachten: Das ist doch nicht des menschen ruf, Den Gott zur ewigkeit erschuf. 4. Der geiz erniedrigt unser herz, Erstickt die edlen triebe. Die liebe für ein schimmernd erz Verdrängt der tugend liebe; Und machet, der vernunft zum spott, Ein elend gold zu deinem Gott. 381. 5. Der geiz, so viel er an sich reißt, Läßt dich kein kein gut genießen: Er quält durch habsucht deinen geist, Und tödtet dein gewissen, Und reißt durch schmeichelnden gewinn Dich blind zu jeder sünde hin. 6. Um wenig vortheil wird abzubrechen; Er wird in dir der wittwen fleh'n, Der waisen thränen, widersteh'n. 7. Wie könnt ein herz vom geize hart, Des wohlthuns freuden schmecken, Und in des unglücks gegenwart Den ruf zur hülf entdecken? Und wo ist eines standes pflicht, Die nicht der geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein vater; und aus geiz Entziehst du dich den kindern, Und läsfest dich des goldes reiz, Ihr herz zu bilden, hindern; Und glaubst, du habst sie wohl bedacht, Wenn du sie reich, wie dich, gemacht! 9. Du hast ein richterliches amt; Und du wirst dich erfrechen, Die sache, die das recht verdammt, Aus habsucht recht zu sprechen; Und selbst der tugend größter feind Erkauft an dir sich einen freuns. 10. Gewinnsucht raubt dir muth und geist, Die wahrheit frei zu lehren; Du schweigst, wenn sie dich reden heißt, Ehrst, wo du 382 Von den Pflichten gegen sich selbst. nicht sollst ehren; Und wirst um ein verächtlich geld Ein schmeichler, und die pest der welt! 11. O Gott, erhalte mich dabei, Daß ich mir gnügen lasse; Geiz ewig, als abgötterei, Von mir entfern und hasse! Ein weises herz und guter muth Sei meines lebens größtes gut! Arbeitsamkeit und Berufstreue. 431. Mel. Mein Herzens Jesu zc. t ott ists, der das vermögen schafft, Das gute zu vollbringen. Er gibt zur arbeit muth und kraft, Und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, Wird, wenns mit seinem willen stimmt, Nicht ohne fortgang bleiben. 2. Wer das zu seinem hauptzweck macht, Vor ihm gerecht zu werden; Wer erst nach seinem reiche tracht't, Dem gibt er auch auf erden Vom irdischen, mit milder hand, So viel, beim fleiß in seinem stand, Als ihm wahr haftig nützet. 3. Gott ist der frommeu schild und lohn. Und krönt sie Gott mit gnaden, Was sollte dann der feinde hohn Und mißgunst ihnen schaden? Mit seinem schutz be deckt er sie, Und segnet bei des lebens müh Ihr herz mit trost und hoffnung. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich Bei meiner arbeit sehe! Mit licht und weisheit segne mich, Daß ich nie wege gehe, Die mir dein heilig wort verbeut: Nach deines reichs gerechtigkeit Laß mich vor allem trachten! 5. Laß müßiggang und trägheit mich, Als dir, mißfällig, meiden; Und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, Voll muth, mit lust und freuden In meinem stand geschäftig sei: Dein segen kröne meine treu, Daß ich auch andern nütze. 6. Sei überall, mein Gott mit mir, Die werke meiner hände, Empfehl ich, o mein Vater, dir; Hilf daß ich sie vollende Zu deines großen namens preiß; Daß mir die frucht von meinem fleiß In jenes leben folge. Mel. Sei Lob und Ehr dem ic. our arbeit, nicht zum müßiggang, 432. Arbeitsamkeit und Berufstreue. Sind wir, o Herr, auf 5. Ein heil'ger trieb beerden. Drum laß mich doch lebe mich, Herr, all' mein lebenlang Kein freund meine pflichten In deiner der trägheit werden. Gib furcht, gestärkt durch dich, mir verstand und lust und Mit freuden zu verrichten! kraft, Geschickt, treu und Ein herz, daß sich des guzu der gewissenhaft Mein amt hier ten freut, Gibt zu verwalten. arbeit munterkeit, Versüßt uns ihre lasten. 6. Vor dir, Gott, laß mich unverrückt Mit einem herzen wandeln, Das geiz und ehrsucht nie verstrickt! Gewissenhaft zu handeln, Mein leben deinem dienst zu weih'n, So nützlich, als ich kann, zu sein, Das sei mir ehr und reichthum. 7. Dir zu gefallen, sei mein ziel Bei allem, was ich thue! So hat, es gehe, wie es will, Doch mein gewissen ruhe. Denn wer dir, Heiligster, mißfällt, Was nützet dem die ganze welt Mit allen ihren schätzen? 8. Laß mir den zeitlichen beruf, Dazu mich, Herr auf erden Dein weises allmachtswort erschuf, Doch eine leiter werden, Auf welt, welcher ich in jener Die mich den engeln zugesellt, Zu höhern würden steige. 2. ,, Hast du ein amt, so warte sein:" Dieß ist o Herr, dein wille. O flöße selbst den trieb mir ein, Daß ich ihn treu erfülle! Hilf mir, daß ich von zeit, zu zeit, An einsicht und an tüchtigkeit Zu meinem amte wachse. 3. O Herr, vor träger weichlichkeit Wollst du mein herz bewahren! So werd ich aus gemächlichkeit Nicht meine fräfte sparen. Erholen werd ich mich nur dann, Wenn ich, von kraft er schöpft, mich kann Zu neuer arbeit stärken. 383 4. Mit wahrer vorsicht laß mich nicht Die zeit mit nebendingen, Die weit entfernt von meiner pflicht, Verschwenderisch verbringen. Das müsse mein vergnügen sein, Mich den geschäften ganz zu weih'n, Die du mir aufgeleget. 384 Von den Pflichten gegen sich selbst. Mel. Wenn wir in höchsten ic. Ber 433. ott, dessen hand die welt ernährt, Und jeglichem sein theil gewährt; Laß deinen segen auf mir ruhn, Laß mich mein werk mit freuder thun! 2. Du sorgst für mich; doch so, daß ich Auch sorgen soll zu thun, was mich Dein offenbarter wille heißt: Dazu verleih mir deinen Geist! 3. Hilf, daß ich in der bösen welt So lebe, wie es dir gefällt: Laß meine erste sorge sein, Mich von der fünde zu befrei'n. 4. Stehts erst mit meiner seele wohl; Dann lehre mich auch, wie ich soll, Dem leide thun, wie ihm gebührt, Daß er nicht stärk und muth verliert. 5. Und weil du frömmigkeit so liebst, Daß du den frommen segen gibst, So hilf mir, Gott, daß ich dir treu, Recht fromm und recht gesegnet sei. 6. Dich ruf ich an: verlaß mich nicht! Du weißt ja wohl, was mir gebricht. Doch tretzig ford'r ich nichts von dir: Was du willst geben, gib du mir. 7. Mit beten geh ich an mein werk; Gib du dem leibe kraft und stärk. Ich fang mit dir die arbeit an, Durch den ich sie vollenden kann. 8. Erleicht're mir mir der arbeit last: Laß mich, wie du befohlen hast, Das thun, was mein beruf hier ist. Ich weiß, daß du mein Helfer bist. 9. Ich trau auf dich mit zuversicht: Du treuer Vater wirst ja nicht, Bei meiner arbeit und bemüh'n, Den nahrungssegen mir entzieh'n. 10. Du machst die dürren berge naß, Du schaffest liljen, laub und gras; Die vögel speisest du allein: Für deine sorg ist nichts zu klein. 11. Ach, wüßt' ich nur nach deinem sinn, So lang ich hier auf erden bin, Mit deinen gaben umzugeh'n; Wie wohl würd es dann um mich steh'n! 12. Nun, treuer Gott, erhöre mich! Mein auge siehet nur auf dich. Hilf, daß ich sorge, wie ich soll: Ja, sorge du, so geht mir's wohl. Rechter Gebrauch des Lebens. Rechter Gebrauch des Die du hier lebst, o mensch, SHKO Lebens. Mel. In allen meinen Thaten. 434. Cinst selig dort zu herbei. Erkauf die zeit! und, statt zu klagen, Sie ſei zu kurz, gebrauch sie treu. werden, Dieß Nimm mit erkenntlichem gemüth Der nahen stunde wahr: sie flieht! ist und bleibt auf erden Mein heiliger beruf. Gott, dem ich freudig glaube, Weckt wieder aus aus dem staube Mich, den er einst aus staub erschuf. 2. Getäuscht von eitlen kleinigkeiten Verlierst du deines Lebens zweck; Verschiebst dein heit auf ferne zeiten, Und wirfst so sicher jahre weg! Bist du, o kühner sterblicher, Vom nächsten augenblick noch herr? 2. Die erde, wo wir wallen, Oft straucheln und oft fallen, Ist nur ein pilgerland, Das uns zum himmel leitet, Zur ewigkeit bereitet; Der frommen kurzer prüfungsstand. 3. Einst ewigkeiten zu besitzen, Sollst du des kurzen lebens zeit, Als deine saat3. So soll nicht lust nochzeit, weislich nützen, Und leiden Von meinem Gott mich scheiden, Mich, der ich ewig bin. Was ist mein irdisch leben? Wozu ist mir's gegeben? Wie lange währts, so ists dahin? 4. Einst selig dort zu werden, Dieß ist und bleibt auf erden Mein heiliger beruf. So sei mein ganz bestreben, Dem Gott ge treu zu leben, Der mich zur ewigkeit erschuf! Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 435.& 8 eilt der letzte von den tagen, 385 thun was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieh, eins ist noth! was säumest du? 4. Drum eil', errette deine seele, Und denke nicht: ein andermal! Sei wacker, bet' und überzähle Der menschentage kleine zahl. Gesetzt, dein ende wär auch fern: Sei fromm, und wandle vor dem Herrn! 5. Mit jedem neugeschenkten morgen Erwecke dich zu dieser pflicht. Sprich: dir o Gott, ist nichts verborgen; 17 386 Von den Pflichten gegen sich selbst. Ich bin vor deinem ange sicht, Und will, mich deiner huld zu freu'n, Mein leben gern der tugend weih'n. 6. Erleucht' und stärke meine seele, Weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein heil erwähle, Aus gnaden mir noch diesen tag. Was ist nicht eine stunde werth, Die deine langmuth mir gewährt! 7. Wohl mir! wenn ich aus allen kräften Nach Gottes reiche hier gestrebt, In gottgefälligen geschäften Die pilgertage durchgelebt, Und einst im glauben sagen kann: Du, Herr, nimmst mich zu ehren an. den, Seitdem ich leb und sterblich bin? Der größte theil von meiner zeit st schon im meer der ewigkeit. 2. Ermuntre dich aus deinem schlummer, O meine seel', ermuntre dich! Dieß sei dir izt ein frommer kummer, Daß mancher tag umsonst verstrich. Der leer gebliebne augenblick Ist strafbar, und kommt nicht zurück. 3. Die ganze schöpfung ist geschäftig: Der stern durchwallet seine bahn; Das kleinste würmchen wirkt so kräftig, Als es nach seinem dasein kann. Eh noch die sonn am himmel glüht, Singt schon die lerch ihr freudenlied. 8. Mein sprachlos flehn 4. Und du, o mensch, der bei meinem ende Vernimmst du, Herzenskündiger! In deine treue Vaterhände Empfehl ich meinen geist, o Herr! Er schwingt sich über grab und welt Zu dir, wenn seine hütte fällt. schöpfung zierde, Am geiſte hoch, am körper schön, Bezeigst so wenige begierde, Den weisen Schöpfer zu erhöhn! Und du nennst trägheit süße ruh, Und bringst dein leben träumend zu! Mel. Wer nur den lieben Gott i. 436.2 o eilt ihr hin, ihr lebensstunden, Zeit, edle zeit, wo fleuchst du hin? Wie man- Wir denken, und wir wis cher tag ist schon verschwun- sen's kaum: Kein vogel 5. Der schöne frühling un sers lebens Verschwindet, als ein leerer traum; Es scheint, als lebten wir vergebens; Rechter Gebrauch des Lebens fleugt so sorglos hin, Als unsre jünglingsjahre fliehn. 6. Der thor durchlebet seine jahre, Eh er des lebens werth versteht; Er nahet früher zu der bahre, Als er den weg der tugend geht. Was ist ein menschlich leben werth, Das ungenützt verüber fährt? 387 7. Mensch! sei ein mensch: fang an zu leben; Fang an, ein glied der welt zu sein; Fang an, dem guten nach zustreben; Bring das versäumte zwiefach ein, Daß, wenn man deinen leib be gräbt, Dein werk und dein gedächtniß lebt. 10. Gott! meine tage sind verschwunden, Sie sind, als wie ein dunst, verraucht. Ach, wie viel tausend edle stunden Hab ich nicht nützlich g'nug verbraucht! Sie alle stehn in deinem buch. Verzeih! sonst trifft mich noch ihr fluch. 11. Herr meines Lebens, sei doch künftig Mein heil und meines Lebens kraft! So wandle ich als mensch vernünftig, So leb', als christ, ich tugendhaft. So dank ich in der ewigkeit Dir für den großen schatz, die zeit. Mel. Wer weiß wie nahe mir ic. etzt leb ich! ob ich morgen lebe, Ob diesen abend? weiß ich nicht. Gott, Vater, dem ich mich ergebe, O lehr' mich selbst die große pflicht, Durch deines heil'gen Geistes kraft, Stets fertig sein zur rechenschaft! 437.J 8. Sei nicht den kleinsten zeitpunkt müßig, Da du nicht deine pflicht erfüllst: Du hast den tag nicht überflüßig, Den du so gern verschwenden willst. Dieß ist der wichtigste verlust, Wenn du die zeit bedauern mußt. 2. Die blume, die am 9. Thu bald von jedem morgen stehet, Fällt vor der deiner tage Vor dem gewis- abenddämmrung ab: Die sen rechenschaft; Durchdenk' luft, die jetzt mich angeihn, leg ihn auf die wage: wehet, Stürzt mich vielleicht Vollbrachtest du ihn tugend- in's nahe grab. Der jünghaft? Hast du nach mögling, eh er sich versieht, lichkeit gethan, Was Gott Stirbt, wenn er kaum noch einst von dir fordern kann? aufgeblüht. 17* 388 Von den Pflichten gegen sich selbst. 3. Entziehe dich dem weltgetümmel: Hier ist der kampf, und dort ist ruh. Dein wandel, seele, sei im himmel! Du eilst dem bessern leben zu. Nach einer kurzen prüfungszeit prüfungszeit Jst ewigkeit, ist ewigkeit. 4. Verschiebe niemals deine pflichten: Was jetzt zu thun du schuldig bist, Denk nicht erst morgen auszurichten; Wer weiß, ob's morgen möglich ist? Mensch! dieser augenblick ist dein: Der künft'ge wird's viel leicht nicht sein. 5. Noch eh ich dieses lied vollende, Ergreift vielleicht mich schon der tod. Herr! lehr mich denken an das ende, An meine letzte to desnoth; Und stellt sie sich auch plötzlich ein, Laß öl in meiner lampe sein! 6. Es sei, o Vater meines lebens, Wenn einst die letzte stunde schlägt, Der schwache seufzer nicht vergebens, Der dich zur gnade noch bewegt! Ach, sterb' ich einen schnellen tod, Sei mir barmherzig, Herr, mein Gott! Nach voriger Melodie. 438. Du Herr und Vater meiner tage! Du weißt, daß ich, dein schwaches kind, Den todeskeim in gliedern trage, Die irdisch und zerbrechlich sind. Drum gib, daß ich zu jeder zeit Zu meinem tode sei bereit. 2. Daß du, o Höchster, meinem leben Ein mir ver borgnes ziel bestimmt; Und daß die zeit, die mir gegeben, Vielleicht gar bald ein ende nimmt: Dieß flöße mir die weisheit ein, Stets auf mein heil bedacht zu sein. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, Mein herz von sünden abzuziehn; Mich von der wollust zu entfernen, Und um den himmel zu bemühn. O mache mich dazu geschickt, Eh mich der tod der welt entrückt! 4. Nicht auf der erde, nein, nur droben, Bei dir, Gott, ist mein bestes theil Für meine seele aufgehoben: Dort ist für mich vollkommnes heil. Da, wo mein schatz ist, sei mein herz! Herr, lenke selbst es himmelwärts! d 5. Hier allen sünden abzusterben, zu leben der ge Von den Pflichten gegen andere Menschen. 389 rechtigkeit, Um einst dein| flehn! Sei, wenn mein herz Himmlisch reich zu erben; im tode bricht, Mein trost Dazu laß meine sterblich und meine zuversicht. keit Mir immerdar vor augen sein, Und deine hülfe mich erfreu'n. 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben; Dir, dessen eigenthum ich bin. Bist 6. Willst du mich länger du, mein Heiland, nur leben lassen, So laß es mir mein leben, So bleibet zum heil geschehn. Doch soll sterben mein gewinn. Ich ich heute noch erblassen, lebe dir, ich sterbe dir: Sei So höre, Vater, auf mein du mein trost; so g'nüget mir. VI. Von den Pflichten des Christen gegen andere Menschen. Liebe des Nächsten. Mel. Mir nach, spricht Christ. c. 439.jemand spricht: ich liebe Gott! Und haßt doch seine brüder; Der treibt mit Gottes wahrheit spott, Und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die lieb', und will, daß ich Den nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser erden güter hat, Und sieht den näch sten leiden; Und macht den hungrigen nicht satt, Hilft nackende nicht kleiden: Der ist ein feind der ersten pflicht, und liebt dich, Gott der liebe! nicht. || schmähen höret, Sich freut, wenn sich sein feind vergeht, Und nichts zum beſten kehret; Nicht dem verläumder widerspricht: Der liebt auch seinen bruder nicht. 4. Wer zwar mit rath, mit trost und schutz Den nächsten unterstützet, Doch nur aus stolz, aus eigennutz, Aus weichlichkeit ihm nützet; Nicht aus gehorsam, nicht aus pflicht; Der liebt auch seinen nächſten nicht. 5. Wer harret, bis ihn anzufleh'n Ein dürft'ger erst erscheinet, Nicht eilt, dem disfrommen beizustehn, Der im 3. Wer seines nächsten verborgnen weinet; Nicht ehre schmäht, Und gern sie gütig forscht, obs ihm ge= 390 Von den Pflichten gegen andere Menschen. bricht: Der liebt auch sei- Gott und Herrn, Sind Einen nächsten nicht. 6. Wer andre, wenn er sie beschirmt, Mit härt' und vorwurf quälet, Und ohne nachsicht straft und stürmt, Sobald sein nächster fehlet; Wie bleibt bei seinem ungestümm Die liebe Gott tes wohl in ihm? nes leibes glieder; Drum diene deinem nächsten gern; Denn wir sind alle brüder. Gott schuf die welt nicht blos für mich: Mein nächster ist sein kind, wie ich. 11. Ein heil ist unser aller gut. Wie sollt' ich brüder hassen. Die Gott durch seines Sohnes blut So hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf, und mich verfühnt, Hab ich dieß mehr, als sie, verdient? 12. Duschenkst mir täglich so viel schuld, Du Herr von meinen tagen! Und ich! wie sollt ich nicht geduld Mit meinen brüdern tragen? Dem nicht verzeih'n, dem du vergibst, Und den nicht lieben, den du liebst? 13. Was ich den from men hier gethan, Dem kleinsten auch von diesen, Das sieht er, mein Erlöser an, Als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich! ich sollt ein mensch noch sein, Und Gott in brüdern nicht erfreu'n? 7. Wer für der armen heil und zucht Mit rath und that nicht wachet, Dem übel nicht zu wehren sucht, Das oft sie dürftig machet; Nur sorglos ihnen gaben gibt: Der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, Stets durch die that zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die pflicht Getreulich auszuüben, Und wünschest dir die kraft dazu, Und sorgst dafür; so liebest du. 9. Ermattet dieser trieb in dir, So such ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die lieb, und mir Hat er sein bild gegeben. Denk oft: Gott, was ich bin, ist dein; Sollt' ich, gleich dir, nicht gütig sein 10. Wir haben Einen 14. Ein unbarmherziges gericht Wird über den ergehen, Der nicht barmherzig ist; der nicht Die rettet, 391 kinder. Du schaffst den deinen wahre ruh: Und die verirrten suchest du Auf rechten weg zu leiten. Du hörst der seufzenden gebet, Und brauchest deine Majestät, Nur segen auszubreiten. Mel. Ein Lämmlein geht und ic. 440. Der du die liebe selber bist, Und gern uns menschen ſegnest; 4. O laß in meiner pilJa selbst dem, der dein feind grimschaft Mich auf dein noch ist, mit wohlthun doch vorbild sehen! Erfülle mich begegnest! O bilde meinen mit lust und kraft, Dem sinn nach dir, Und laß mich nächsten beizustehen, Bedoch, mein Heiland, hier, trübter herzen trost zu sein, Wie du gewandelt, wan- Mich mit den fröhlichen zu deln. Die können keine christen sein, Die sich nicht and' rer wohlfahrt freun, Und menschenfeindlich handeln. 2. Dein leben in der sterblichkeit War für die menfreu'n, Mit weinenden zu klagen. Laß mich dem, der sein herz mir weiht, Ein herz voll frommer redlichkeit Und treue nicht versagen. 5. Laß mich mit brüderschen segen. Dir folgten lieblicher huld Den strauchelnund freundlichkeit Auf allen deinen wegen. Wohin du gingst, ging wohlthun mit; Dein wort, dein werk und jeden schritt Begleitete er barmen. Du übernahmst die schwere pein, Uns vom verderben zu befrei'n; Und starbst, zum heil uns armen. den erwecken, Durch sanftmuth, mitleid und geduld Des nächsten fehler decken. Mein antliz sei nie fürchterlich; Und meine seele neige sich Zu des bedrängten flehen; So wird mich in der bessern welt, Die nur beglückte in sich hält, Der liebe lohn erhöhen. 3. Auch jetzt noch auf der himmel thron Bist du das Liebe des Nächsten. die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist, Ein herz, das dich durch liebe preißt! Mel. Jesus meine Zuversicht 2. heil der fünder. Auch da 441. Allen christen, und bleibst du, o Gottessohn, Ein freund der menschen der Herr dieß vorgeschrieben: 392 Von den Pflichten gegen andere Menschen. Unsern nächsten sollen wir, Wie uns selbst, von herzen lieben. Brüder sind wir alle hier; Einen himmel hoffen wir. 2. Reichthum, würde, macht, verstand Sind des Höchsten freie gaben, Die wir nur aus seiner hand, Brüder zu beglücken, haben. Wohl uns! wenn zu dieser pflicht Glaub und lieb uns nicht gebricht. 3. Unsrer gaben unter schied Knüpft das große band auf erden. Jeder, der sich treu bemüht, Kann dem andern nützlich werden. Ja! kein mensch wär dir zu klein; Lebtest du mit ihm allein. 4. Nach dem dir vertrauten pfand Mißt der Vater deine pflichten: Gab er viel in deine hand, Hast du viel ihm zu entrichten. Vor'm gericht hat herr und knecht Nach dem werth ein gleiches recht. 5. Dein Erlöser sagt es dir: ,, Wer hier der ge,, ringsten einen Pflegt, der ,, thut es selber mir; Denn ,, ihr alle seid die meinen! " Jener, den die welt verschmäht, Ist in Gottes aug' erhöht." 6. Darum, Gott, gib mir ein herz, Das von menschenlieb entbrennet, Auch in niedrigkeit und schmerz Seinen bruder nicht mißkennet, Nie in eitlem stolz vergißt, Daß er mensch, wie ich, auch ist. 7. Jesu, höchster menschenfreund, Gib, daß ich hier auf der erde Allem stolz und neide feind, Dir an demuth ähnlich werde; Um der hoffnung mich zu freu'n, Einstens groß vor dir zu sein. Mel. O Gott du frommer Gott. 442. Gib mir, o Gott, ein herz, Das jeden menschen liebet, Bei seinem wohl sich freut, Bei seiner noth betrübet; Ein herz, das eigennut, Und neid und härte flieht, Und sich um and'rer glück, Als um sein glück bemüht! 2. Seh ich den dürftigen, So laß mich gütig eilen, Von dem, was du mir gibst, Ihm hülfreich mitzutheilen; Nicht in dem eitlen sinn, Groß vor der welt zu sein, Und mich geehrt zu sehn; Nein, menschen zu erfreu'n! 3. Dieß sei mir freud Liebe des Nächsten.no 393 allein Auf zeitlich wohlergehen, Mit eingeschränktem blick, Bei meinem nächsten sehen. Noch stärker müſse mich Sein ewig glück erfreu'n; Noch mehr sein seelenheil Mir angelegen sein. 8. Den, der im glauben wankt, Im glauben zu bestärken; Den, der noch sicher ist Bei seines fleisches wer= ken, Von der verkehrten bahn Des lasters abzuzieh'n, Dazu verleih mir kraft, Und segne mein bemüh'n. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner seele triebe, Durch deine lieb und zucht, zu wahrer menschenliebe! Wer nicht den nächsten liebt, Geht nicht zum himmel ein. Gott, diese wahrheit laß Mir stets vor augen sein! Mel. Herzliebster Jesu, was ic und lust, Auch unbemerkt von ihnen, Mit rath und hülfe gern Den nebenmenschen dienen. Mich treibe nicht erst dank Zu milder wohlthat an; Nein, was ich brüdern thu, Das sei dir, Gott, gethan! 4. Ein trunk, mit dem mein dienst Dem durstigen begegnet, Ein blickvoll trost ,, mit dem Mein Herz bedrängte segnet; Ein rath, mit dem mein mund Jm kummer andre stärkt; Nichts bleibt so klein es ist, Von dir, Herr, unbemerkt. 5. Gilt wo ein boshaft herz, Unfrieden anzurichten; So laß mich sorgsam sein, Der brüder zwist zu schlichten. Aus schmähsucht kränke nie Mein mund des nächsten ruh; Er rühme sein verdienst, Deck seine fehler zu! 443. Silf, Jeſu, daß ich meinen 6. Die rach ist dein, o Gott! Du sprichst: ich will vergelten. Drum laß mich stille sein, Wenn menschen auf mich schelten. Gib, daß ich dem verzeih', Der mir zu schaden sucht; Den liebe, der mich haßt, Den segne, der mir flucht. Me sten liebe; Durch lieblos richten ihn ja nicht betrübe, Ihn nicht verläumde, noch durch falsche ränke Sein glücke kränke! 2. Gib, daß ich nachsichtsvoll des nächsten fehle, So viel ich immer kann der welt 7. Doch laß mich nicht verhehle; Und wenn er fällt, 17** 394 Von den Pflichten gegen andere Menschen. auf mich, der ich noch stehe, Mit vorsicht sehe. sehn der person, Nach seinen werken giebet. 3. Hilf, daß ich klüglich ihn zu bessern trachte, Und 2. Gerechter Gott! laß deinen Geist Zu dem, was seiner seele wohl recht theuerrecht und billig heißt, Stets achte. Wie viel hast du meine seele lenken. Nie für sie in todesbanden Selbst komm es mir doch in den ausgestanden! sinn, Aus schnöder habsucht, um gewinn, Des nächſten recht zu kränken. 4. Laß mich aufrichtig schätzen deine gaben, Die andre, Herr, von deiner güte haben. Es müsse nie mein Herz des nächsten freuden Bosheit beneiden! 5. Gib, daß ich nie zum zorne leicht entbrenne; Auch größ'res glück dem nächsten freudig gönne; In trübsal ihm des mitleids thränen schenke, Nie arges denke. 6. Laß mich, mein Hei land, immer mehr auf erden An lieb und gütigkeit dir ähnlich werden! Gib dazu kräfte, Herr; so will ich droben, Dich ewig loben. to Gerechtigkeit. Mel. Kommt her zu mir spricht ic. 444. D u liebst, o Gott, gerechtigkeit, Und hasfest den, der sie entweiht, Am nächsten unrecht übet. Du bists, der jedem 3. Pflanz redlichkeit in meine brust, Und laß mich stets mit wahrer lust, Der liebe pflichten üben. Ein herz, das nur auf unrecht denkt, Nur schaden sucht und andre kränkt, Wie kann das brüder lieben? 4. Nie seufze jemand wider mich! Mein ganzes herz bestrebe sich, Dem nächsten gern zu geben, Was er mit recht verlangen kann, Und immerfort mit jeder mann In einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig darauf sehn, Mit jeglichem so umzugehn, Wie ichs von ihm begehre; Damit ich keines menschen herz Durch meine härte je mit schmerz Und kümmerniß beschwere. 6. Herr! mit dem maaß, damit ich hier Dem nächsten seinen lohn, Ohn alles an- messe, wirst du mir Dereinst Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. 395 auch wieder messen. Dieß schenfreund; Und das ist reize mich zur billigkeit, sein bestreben, So treu, So werd ich auch zu kei- als er sich lebt, Zum wohl ner zeit Der liebe pflicht der welt zu leben. Ihm vergessen. wird des nächsten heil Sein eignes himmelreich; Er fühlet fremde noth, Als träf ihn selbst der streich. Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. Mel. O Gott, du frommer Gott. 445. Wie selig lebt ein 5. Er eilt, dem, ders mensch, Der bedarf, Mit hülfe beizudienstbegierde kennet, Und stehen: Sein ansehn, und ihre pflicht zu thun, Aussein freund, Sein stand, menschenliebe brennet! Der, sein wohlergehen, Sind wenn ihn auch kein eid Zum mittel, die er braucht, Bedienst der welt verbindt, Be- hülffich gern zu sein, Und ruf und eid und amt Schon einen leidenden Mit troste in sich selber findt. zu erfreun. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, An wohlthun dir zu gleichen: Durch dienstbeflissenheit Sucht er dieß zu erreichen: Er hält für eignes wohl Sich nicht allein gemacht; Er hält sich für die welt Von dir hervorgebracht. 6. Was and'rer nothdurft heischt, Das reizet seine triebe, Auch ohne ruhm und lohn, Zur wahren menschenliebe. Kein stolz, kein eigennutz Wirkt seine gütigkeit. Er sieht auf ſeinen Gott, Der liebe ihm gebeut. 7. So laß mich, Herr, gesinnt Nach Christi lehre werden! Voll frommen eifers sei Mein leben hier auf erden, So nützlich, als ich kann, Dem nächsten stets zu sein: Dann geh ich einst zu dir Ins reich der liebe ein. 3. Er denkt: die welt hat recht Auf meinen dienst und kräfte; Ihr nutzen, ist für mich Ein seliges geschäfte. Als glieder schuf uns Gott, Als bürger einer welt, In der des einen hand Die hand des andern hält. 4. So denkt der men 396 Von den Pflichten gegen andere Menschen. Mel. Nun ruben alle Wälder ic. 446. Du aller men Du gütigster Berather In allem, was uns drückt! Was wir hier guts genießen, Läßt deine hand herfließen: Du bists, der unser Herz erquickt. 2. Du läßt dich bei uns sündern Durch undank nicht verhindern, Uns segnend zu erfreun. Zu ew'gen seligfeiten Uns sterbliche zu leiten, Wird ewig dein vergnügen sein. 3. Wie groß ist deine milde! guter Vater, O bilde Mein Herz nach deinem sinn, Daß ich der noth der armen Mich willig mög erbarmen! Nimm alle Härte von mir hin! 4. Hilf, daß ich willig gebe, Und wohlzuthun recht strebe, So wie mein Heiland that, Der zärtliche Erbarmer, Den kein be drängter armer Vergebens je um hülfe bat. durft stillen, So oft ich sie nur stillen kann. schen Vater! 5. Erhalt in mir die triebe Der mitleidsvollen liebe. Wie du mir guts gethan, So laß um deinet willen Mich andrer noth6. Zum fleiß in guten werken Laß mich die hoffnung stärken: Vor dir dem Herrn der welt, Der frohe geber liebet, Sei, was man willig giebet, Ein opfer, das ihm wohlgefällt. 7. Laß mich hier reichlich säen. Denn Herr, was hier geschehen, Folgt in die ewigkeit. Wer hier gern hilft und giebet, Und sich im wohlthun übet, Der erntet reiche seligkeit. Mel. Herr, ich habe mißgeh. 447. Seid barmherzig, menschen! höret, Hört das heilige gebot, Das uns Jesus Christus lehret; Seid barmherzig, so wie Gott! Gebet, so wird euch gegeben Leben hier, und dort das leben. 2. So viel menschen, so viel brüder! Ein Gott ists, der uns erschuf. Wir sind alle Christi glieder, Allge mein ist Gottes ruf. So den bösen, wie den seinen, Läßt der Herr die sonne scheinen. 3. Gottes bild in euch zu sehen, Seid barmherzig, so wie er! Eilt, dem arment Friedfertigkeit und Sanftmuth. 397 zeigt; Und mit sanftmuth spricht und schweigt. beizustehen: Was ihr gebt, empfängt der Herr. Weiß es Gott und dein gewissen, Darfs die linke hand nicht wissen. 4. Was ihr habt, mit jedem theilen, Welcher weniger besitzt; Des betrübten schmerzen heilen; Schützen den, den niemand schützt; Und dieß ohne stolz verrichten, Das sind unsre christenpflichten. 5. Herr, wir geben von dem deinen, Daß dir mehr, als uns, gebührt. Laß, wenn unsre brüder weinen, Nie die herzen ungerührt. Lehr uns selbst, dein gut verwalten, Um hier klüglich Hauszuhalten. Friedfertigkeit und Sanftmuth. Mel. Sollt ich meinem Gott c. 448. ott, der du die menschen liebest, Der du nicht ein strenges recht, Sondern lauter gnade übest An dem sündlichen geschlecht! Laß mich deinen Geist beleben, Daß ich, Vater, als dein kind, Liebreich sei, wie du, gesinnt. Herr, du wollst den sinn mir geben, Der bei fehlern nachsicht 2. Laß mich meines nächsten schonen, Willig tragen seine last! Und so lang ich hier soll wohnen, Bleibe zanksucht mir verhaßt. Gott, dieß ist dein weiser wille, Und die eintracht lohnest du; O so hilf auch mir, dazu! Gib ein herz mir, das instille Fried und freundschaft sucht und liebt, Das statt rache, sanftmuth übt. 3. O wie wird das Herz beschweret Durch des zornes leidenschaft! Zanksucht und der haß verzehret Nach und nach des Körpers kraft, Kürzt das ziel von unsern jahren, Macht zum himmel ungeschickt. Herr, der auf mich schwachen blickt! Ach, du wollest mich bewahren, Daß des jachzorns raserei Nie des Herzens meister sei! 4. Wer mir. flucht, den will ich segnen, So wie mein Erlöser that; Und dem nachsichtsvoll begegnen, Der zum zanken neigung hat. Für die feinde will ich beten, Und vor dich, du Friedensfürst, Wenn du alle richten wirst, Nicht als feind des bruders 398 Von den Pflichten gegen andere Menschen. treten. Gott des friedens! segne du Mich mit deiner kraft dazu. 5. Ewig heil ist dem beschieden, Der nach frommer eintracht strebt. Höchster! gib mir deinen frieden, Der zur sanftmuth uns erhebt. Er regiere herz und sinnen; Denn wenn er das Herz regiert, Wird, was zu der zwietracht führt, Niemals übermacht gewinnen; Bis einst in der herrlichkeit: Ew'ger friede uns erfreut. Mel. Herzliebster Jesu, was. 449. Serr, deine fanft muth ist nicht zu ermessen. Wie viel hast 7. Flucht mir die welt; du vergeben und vergessen! Herr, so laß mich sie segnen, Ach, führe mir doch deine Und ihremgrimm mitfreundgroße güte Recht zugemüthe!| lichkeit begegnen! Daß mich das böse, das ich dann empfinde, Nicht überwinde. 2. Du segnetest, die dei nem namen fluchten; Du heiltest die, die dich zu fangen suchten; Und zeigtest unter deiner feinde toben Der langmuth proben. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! ich bekenne, Daß ich noch oft vom schnellen voll vor dir, Herr, klagen: Mein stolzes herz kann leider wenig tragen; Ich kann noch nicht, wenn andere mich haf sen, Mich christlich fassen. 5. Vergib mir, Herr, und wende mein verderben! Bei zorn und haß läßt sich dein reich nicht erben; Und jener tag vergilt nach strengem rechte Dem harten knechte. 6. So hilf mir dann die wilde glut ersticken! Laß sich dein bild in meine seele drücken! So werd ich mich versöhnlich finden laſsen, Den feind nicht hassen. 8. Verleih mir das um deiner sanftmuth willen! So erb ich auch, im lande deiner stillen, Die seligkeit, wozu ste jenes leben Einst wird erheben. Nach voriger Melodie. Zorn entbrenne, Und mich 450. Herr, mein Vergar durch eigne rache Verwerflich mache. 4. Ich muß es wehmuthssöhner! der du für mich littest, Und noch zur rechten Gottes für mich bit Versöhnlichkeit und Liebe der Feinde. 399 sich an mir vergehen, So lehre mich ihr unrecht übersehen. Laß mich, wenn sie mich auch empfindlich kränken, An dich gedenken. test: Erweck in mtr, die muster wahrer liebe! Der sanftmuth triebe. 2. Wann hast du jemals haß mit haß vergolten? Du schalt'st nicht wieder, als man dich gescholten. Du segnetest mit wohlthun nicht blos freunde, Nein! auch die feinde. 3. Herr! sollt ich mich nun deinen jünger nennen, Und doch von rachgier gegen andre brennen? Sollt ich je haß mit haß lieblos vergelten, Und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Vater! zu dem Höchsten sagen, Und groll im herzen gegen brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen; Und rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine sünden Auch nicht bei dir, o Herr, vergebung finden. Dein jünger ist nur, wer, wie du, vergiebet, Und feinde liebet. 6. So heilige dann meines herzens triebe, Mein Heiland durch den Geist der wahren liebe, Vertilge, durch die lust zu deinem na8. Erwecke dann, o Herr, in meinem Herzen Aufs neue das gedächtniß jener schmerzen, Die du in deinen schweren leidensstunden Für mich empfunden! 9. Laß mich mit sanftmuth meinem feind begegnen, Den, der mir flucht, voll großmuth, wie du, segnen, Herr, mache gegen alle die mich hassen, Mein herz gelassen! 10. Will mich zur rachsucht der gedank' verführen, Als würd ich sonst mein ganzes glück verlieren; O Herr, so laß mich, ihm zu wider= stehen, Auf dich dann sehen! 11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt, Und überall nach deinem vorbild handelt. Drum laß in allem mich schon hier auf erden Dir ähnlich werden! Versöhnlichkeit und Liebe der Feinde. Mel. Herr! ich habe mißgeh. men, Der rachgier saamen. 451. Allen, welche nicht meine vergeben, Wirst 400 Von den Pflichten gegen andere Menschen. du, Richter, nicht verzeih'n: 6. Vater! stärk' uns, deiTrostlos werden sie im leben, Trostlos einst im tode sein; Unbefreit von ihren sünden, Nimmer vor dir gnade finden. 17 2. Ob sie reuend zu dir flehten, Hörst du doch ihr flehen nicht; Und verbirgst, wie oft sie beten, Dein erbarmend angesicht. Sündern, welche brüder hassen, Kannst du keine schuld erlassen. 7. Also mach uns deinem leben, O mein Heiland, gleichgesinnt! Dann vergib, wie wir vergeben Allen, die uns schuldig sind. Laß für deines volks verbrechen Dann dein blut versöhnend sprechen! 3. Wie dein Herz mit je dem sünder Väterliches mit- 8. Heil uns! Gott verleid hat; Wie der todesüberzeiht uns sündern, Geht winder Selbst für seine nicht mit uns in's gericht; mörder bat: So soll auch| Nimmt uns auf zu seinen dein christ verzeihen, Und kindern, Zürnet mit uns sich nicht auf rache freuen. ewig nicht. Laßt uns beten, laßt uns kämpfen, Alle rach in uns dämpfen! 4. Ach! wir alle sind verbrecher, Häuften alle schuld auf schuld: Du, der sünden ernster rächer, Habe noch Mei. Mir nach, spricht Christus 2c. mit uns geduld! Sei uns 452. Herr, der du stergnädig, daß wir leben, Und vergib, wie wir vergeben! bend noch für die, Die dich erwürgten, batest; Der du vor deinem5. Wir geloben's dir mit rächer sie So liebevoll verfreuden: Willig wollen wir tratest! Wann werd ich doch verzeih'n, Nie uns rächen, dir ähnlich sein, Und meiwenn wir leiden, Nic zu dir nem feinde gern verzeih'n? um rache schrei'n; Täglich Täglich 2. Ich fünder, dem noch vor dein antliz treten, Undrache glüht Im heuchlerifür unsre feinde beten. schen herzen; Der noch sein ne frommen, Treu zu bleiben dieser pflicht. Wenn wir in versuchung kommen, So besiege sie uns nicht! Laß sie uns gewaffnet finden; Laß uns schnell sie überwinden! # Versöhnlichkeit und Liebe der Feinde. 401 wohlgefallen sieht An seiner feinde schmerzen; Jch trete vor dein angesicht, Du Gott der lieb! ach, zittr' ich nicht! 3. Die stimme Gottes schallet mir Durch meine ganze seele:„ Wie du vergibst, vergibt Gott dir!" Ich höre sie, und wähle. Der wählt den segen, der vergibt; Und der den fluch, wer rache liebt. 7. Wie würd er mir am weltgericht Mit heißen thränen danken, Und als mein freund dann ewig nicht von meiner seite wanken; Und Gott erhöhen, dessen hand Uns für die ewigkeit verband! 4. Mein herz! sei werth der seligkeit, Dich selbst zu überwinden. Duld', und vergib! auch Gott verzeiht, Und straft nicht deine sün8. Wie gern will ich, Gott, auf dein wort, Haß und verfolgung leiden! Wie gern verzeih'n, da du mirs dort Vergilt'st mit ew'gen freuden; Wann mir im himmel einst mein feind Dankbare freudenthränen weint! met. Kommt her zu mir, spricht ic. hr, die ihr mich ven. Nicht rache! segen rufe 453. verfolgt und du Mit freuden deinem feinde zu. 5. Auch mein beleidiger hat theil Am Heiland aller sünder; Mit blut erwarb auch ihm sein heil Der Todesüberwinder. An mich und ihn ergeht der ruf Des Gottes, der uns beide schuf. 6. O, könnt' ihn meine sanftmuth noch Zur seligkeit bekehren! Ihn, der mich haßt, das sanfte joch Der liebe tragen lehren! Wie göttlich würd' es mich erfreu'n, Der retter seines heils zu sein schmäht! Hört mein inbrünstiges gebet: Herr, segne, die mir fluchen! Laß, wenn man meine seele faßt, Mich dieses joch und diese last Froh zu ertragen suchen. 2. Du, Herr, hilfft doch aus aller noth! Wenn der verfolger macht mir droht, Lehr mich die feinde segnen; Und wenn mit überlegter list Ein judas mich verräth und küßt, Mit großmuth ihm begegnen. 3. Die unschuld spricht uns trost ins herz; Sie weiß 402 Von den Pflichten gegen andere Menschen. den unverdienten schmerz zu lindern, zu versüßen. Es ist mein trost bei hohn und spott, Jm himmel, du mein gnäd'ger Gott! In mir ein gut gewissen. 4. Trug nicht der Heiland fremde schuld Mit überschwenglicher geduld? Er schalt nicht, da er litte. Jm todeskampf, am kreuzesstamm War er geduldig, wie ein lamm. Vergib! war seine bitte. 5. Sein heilig beispiel lehre mich, Geduldig sein, und brüderlich Mit feinden umzugehen. Wenn fleisch und blut sich in mir regt, Der stolz zur rache mich bewegt; Herr, laß auf dich mich sehen! 5. Verläumdung dulden müssen, Ist schwer; doch diese pflicht Wird leicht, wenn das gewissen Zu meiner ehre spricht. 6. Dieß will ich treu 6. Nicht haß und feind- bewahren: So bessert mich schaft; rache nicht! Verge mein feind, Und lehrt ben, das ist meine pflicht. mich klug verfahren, InHerr, hilf mir sie entrichten! dem er's böse meint. Ein gut gewissen sei mein ruhm: Verzeihen, sei im christenthum Die schönste meiner pflichten! 7. Ich will die fehler meiden, Die er von mir ersann; Auch die will ich bestreiten, Die er nicht wissen kann. 8. Durch huld will ich mich rächen, An ihm das gute sehn; Und gutes von ihm sprechen: Wie könnt er länger schmähn? Mel. Ach blelb mit deiner Gnade. 454. Nic ie will ich wieder fluchen, Wenn mir mein hasser flucht; Nie dem zu schaden suchen, Der mir zu schaden sucht. 2. Ich will ihm hold begegnen Nicht drohen, wenn er droht: Schilt er, so will ich segnen, Dieß ist des Herrn gebot. 3. Mein Jesus, der Gerechte, Vergalt die schmach mit huld: Die wuth ergrimmter knechte Ertrug er mit geduld. 4. Will ich dann wieder schelten, Da er nicht wieder schalt? Will ich mit haß vergelten, Da er mit lieb vergalt? Für besondere Stände. 9. Jm haß ihn zu ermüden, Will ich ihm gern verzeihn; Und als als ein christ, zum frieden, Zu diensten, willig sein. Vierte Abtheilung. 403 10. Wenn, mich zu untertreten, Ihn güte mehr erhitzt; So will ich für ihn beten, Und Gott vertrau'n: Gott schützt! Fürbitte für Regenten und Obrigkeiten. Mel. Sei Lob und Ehr dem ic. 455. Der er thron der Lieder für besondere Stände, Zeiten und Vorfälle des Lebens. I. Für besondere Stände, Alter und Geschlechte. weisheit und gerechtigkeit Sei ihres hauptes frone! weltbeherrscher ist Ein schemel deinen füßen; Sie sind nur fleisch; du aber bist Gott, dem sie dienen müssen: Das reich ist dein, und dein die welt! Du, der sie schuf, und sie erhält, Du bist allein ihr Herrscher. 3. Gott! wie gefährlich gehn sie da Auf schlüpfrig steilen höhen, Dem fall in einen einen abgrund nah, Den sie nur selten sehen! Ein armer mensch von fleisch und blut Kann sich nicht leicht vor übermuth Bei so viel macht be wahren. 2. O großer Gott! regiere sie, Daß sie getreu dir die nen. Verlaß mit deiner huld sie nie, Und ihr geschlecht nach ihnen. Furcht Gottes, 4. O Herr der Herren! laß sie nie Die rechte bahn verlieren. Vor schmeichlern auch bewahre sie, Daß die sie nicht verführen. Lehr sie ihr eigen herz durchschaun, und barmherzigkeit, Und Und nur mit furcht sich sel 404 Für besondere ber trau'n, Und dich um weisheit bitten! 5. Gott! laß dein wort auch auf dem thron Noch immer glauben finden: Laß Fürsten auch auf deinen Sohn Fest ihre Hoffnung gründen. Gott! sie sind sünder, so wie wir: Laß sie doch nicht ihr theil blos hier In diesem leben haben! 6. So weit dein reich, die erde, geht; Fleh'n darum deine christen. Erhöre gnädig dieß gebet, Du Vater deiner christen! So weit dein reich, die erde, geht, Wird jeder deine Majestät In seinem Fürsten ehren. Mel. Nun danket alle und ic. 456. Gott! ott! unser Fürst erfreue sich In deiner hülf, und sei Geheiligt und regiert durch dich, Dir, seinem Herrn, getreu! 2. Begnadigt, Gott, mit deiner kraft, Und deines Geistes voll, Gedenk er stets der rechenschaft, Die er dir geben soll! Stände. 4. Der über christen, Gott, von dir Zum Herrn verordnet ist, Sei deiner kirche schutz und zier, Der beste mensch und christ! 5. Groß und voll müh ist seine pflicht, Und er ein mensch, wie wir: Ach, er bedarf vor andern licht, Und rath, und kraft von dir! 3. Er förd're willig deinen ruhm: Er denke gern daran, Sein volk sei auch dein eigenthum, Und er dein unterthan! 6. Erhör ihn, Gott; wenn er begehrt, Dir ähnlich hier zu sein: Dann laß ihn, in dein bild verklärt, Sein volk, wie du, erfreu'n! 7. Er lieb auf seinem throne dich, Und bleib dir immer treu, Daß er den lastern fürchterlich, Der tugend tröstlich sei! 8. Beglückter völker liebe sei Der ruhm, den er verdien'; Und keiner ihrer seufzer schrei Um rache wider ihn! 9. Setz weit hinaus sein lebensziel, Das er erreichen soll: Gott, mache seiner tage viel, Und jeden ehrenvoll! 10. Sein thron besteh unwandelbar! Sei seiner freunde freund! Sei sein beschützer in gefahr! Und wehre jedem feind! the 11. Sein werd' in jedem 405 Für Obrigkeiten. und herrschest, wie du willst. fleh'n zu dir Mit lieb und gut: du füllst Dein maaß dank gedacht. Erhör es Gott! dann jauchzen wir, Und preisen deine macht! Danklied glücklicher Un terthanen für ihren Aufs lieblichste fiel unser loos: Wir ruhn in eines Fürsten schoos, Der unser freund und vater ist, Weil du sein Gott und Vater bist. Ach, laß ihn lange leben, Gott! Der enkel seh erst seinen tod! Sein thun sei stets gerechtigkeit! Sein wunsch des volks zufriedenheit! Erhalt' in deiner weisguten Fürsten. Mel. Herr Gott, dich loben wir. 457. Gott, Weltregierer, dir! Dir, Vater, danken wir. Es schuf der Herr, der Herr erhält; Der Herr beherrscht auch unsre welt. Fluch oder segenheit ihn; Zu deiner hülfe laß strömt ins land, Allmächti- ihn flieh'n, Wenn er sie fühlt, ger, aus deiner hand! Der der herrschaft last, Mit der länder schicksal wägst du ab; du ihn begnadigt haſt. Du warst es stets, der alles gab. Gott, Schöpfer, unser Gott! Erhalter, unser Gott! Herr, Herr, Herr, unser Gott! Jehovah Zebaoth! Einst hältst du dein gerecht gericht: Jetzt lohnst und strafest du noch nicht Durchs schicksal dieser lebenszeit Ein jedes volk nach würdigkeit. Doch weis' und gütig ist dein rath, Den noch kein geist erforschet hat. Gerechte herrscher, Gott, gibst du Dem einen volk, und füll' und ruh. Tyrannen aber sendest du Und all ihr weh dem andern zu. Du siehst, so sei es Einst leucht er( dort belohnst du ganz,) In einer bessern krone glanz! Wie schmal, wie steil sein weg auch sei, Bleib er dir, Oberherrscher, treu! Er hab', o Gott, er habe theil Im himmel einst am ew'gen heil! Wir lassen, unser Gott! dich nicht; Du gebst uns dann die zuversicht, Daß unser inniges gebet Für ihn und uns umsonst nicht fleht. Gott segne, Gott behüte dich! Mit seiner gnad' umstrahl er dich! Der ewig ist, deß angesicht Umleuchte dich mit seinen licht! Dir geb er 406 Für besondere Stände. Lied für Eltern. Mel. Freu dich sehr, o meine sc. 458. Dir empfehl ich meine kinder, Gott, der uns mit gnade krönt! Zwar auch sie sind vor dir fünder, Doch durch Jesum dir versöhnt, Und dir Vater, Sohn und Geist, 5. Gib du ihnen, o AllDir, den unser glaube preißt, Dein zu sein und dir zu leben, Durch den taufbund übergeben. 4. Nicht bitt ich, daß du mit leiden Ihre seelen ganz verschonst; Nicht, daß du mit steten freuden Ihre tugend hier schon lohnst; Nicht, daß du sie hoch erhebst, Ihnen großen reichthum gebst, Jeden anschlag stets erfüllest, Jeden ihrer wünsche stillest. weiser, Wie es längst dein rath bedacht, Das nur, was sie frommer, weiser, Und zum himmel reifer macht! Nie kann eine ganze welt, Wenn ihr reiz die seele fällt, Nie mit allen ihren schätzen Den verlust der seel' ersetzen. 2. Du, mein Schöpfer und Erhalter, Bist von kindheit an mein Gott; Bleibst mein Gott auch einst im alter: Sei auch meiner tin- 6. Das, was ich zu bitten der Gott! Segne und behüte sie! Deine furcht erfüll' sie früh, Daß sie, dir zum wohlgefallen, Jung schon deine wege wallen. 3. Ach, daß sie mit furcht dir dienen, Ist dein werk: o, nimm doch nie Deinen heil'gen Geist von ihnen! Daß ihr herz verführung flieh; Und ich einst voll zuversicht, Daß der Lüste gift nur nicht Ihr unschuldig herz verderbe, Froh sie seg ne, wenn ich sterbe. frieden; frieden hier, In jenem leben frieden dir! wage, Find ein gnädiges gehör: Kann es sein, laß ihre tage Nicht an freuden gänzlich leer! Werden sie geprüft durch dich; Gott, so sei es väterlich! Und dann laß es ihren seelen Nie an trost und stärkung fehlen. 7. Jener siegstag der gerechten Sei auch mir ein freudentag. Hilf, daß zu des Nichters rechten Auch nicht einer fehlen mag. Dann sprech ich: mein Heiland, sieh! Hier bin ich, hier sind dFür Kinder. 70 auch die, Die der Vater se, Und segne mein bemühn! mir verliehen, Sie dem himmel zu erziehen. 8. Nichts kann unser glück dann mindern, Wenn du Dieß sei mein augenmerk, Dir, Gott, sie zuzuführen, Und keines zu verlieren: Dazu gib kraft und stärk'! uns mit wonne labst; Und 4. Zu schwach sind meine mit allen meinen kindern Dank ich, daß du mir sie gabst. Dann drückt ferner keine noth, Dann trennt uns nicht mehr der tod: Dann sind wir, gleich deinen Engeln, Frei von sorgen, rein von mängeln. kräfte, Zu schwach ist mein verstand. Der kinderzucht geschäfte Steht unter deiner hand. Gott, darum bitt ich dich; Du wirst um Christi willen Die bitte auch erfüllen: Regiere sie und mich! Für Kinder. Mel. Aus meines Herzens c. 459. Aus freudigem gemüthe Sing ich 407 zu Gott hinauf: Es zeugt von seiner güte Mein ganzer lebenslauf. Von dir, mein Gott! von dir Kommt jede gute gabe, Kommt alles, was ich habe; Auch finder gabst du mir. 2. Laß mich stets über legen, Daß du ihr Vater bist; Und daß auch ihretwegen Dein Sohn gestorben ist. Verhüte, daß ich die Nicht ärg're, nicht verachte, Die Christus selig machte: Ach, dieß geschehe nie! 3. Dir, Vater, dir zum preise Wollt' ich sie gern er ziehn! O mache du mich meiMel. Jesus meine Zuversicht zc. 460. ott, mein Schöpfer, dank sei dir, Daß du gutes, leib und leben Durch so liebe eltern mir Hast aus lauter gnad gegeben; Auch mit lauter gütigkeit Sie erhälst bis diese zeit. 2. Welche wohlthat ists, daß sie Ihren besten fleiß mir schenken, Und mein sündhaft herz schon früh Von der sünd aufs gute lenken; Stets auf meine wege schau'n Und an meiner wohlfahrt bau'n! 3. Sollt ich so viel wohlthat nicht Immerdar zu herzen nehmen! Doch der oft versäumten pflicht Muß 408 Für besondere Stände. mein herz vor Gott sich schämen. O wie tief beschämt bin ich! Ach, wie kränkt mein undank mich! 4. Laß hinfort, wie du verlangst, Jede kind'spflicht mich erfüllen: Denn wie oft hat sorg und angst Się beschwert um meinetwillen! Wenn ich litt, so war mein schmerz Leiden für ihr zärtlich herz. 5. Laß auf ihre winke mich Kindlich und mit sorgfalt achten; Ja, selbst ihrem wunsch laß mich Noch zuvorzukommen trachten; Gern, was sie vergnügt, vollzieh'n, Und was sie betrübt, stets flich'n! 6. Jesus stelle mir sich dar, Als das beispiel aller kinder. Er, der Herr vom himmel war, Gottes Sohn, das heil der sünder, Er war doch von kindheit an Seinen eltern unterthan. 7. Meine lust sei dann auch mir, Folgsam sein! denn das ist billig, Und gefällig, Gott, vor dir. Mach du selbst dazu mich willig. Wohl mir dann! es wird auch mein Dein verheißner segen sein. 8. Gott, mein Vater! höre doch Meines Herzens kindlich flehen: Laß im ſpäten alter noch Sie an mir viel freude sehen: Und erhör auch ihr gebet, Das für mich um weisheit fleht. Lied eines Jünglings. Mel. Ermuntre dich, mein e. 461. ch trete vor dein angesicht, Du Schöpfer meiner jugend! Verwirf mein kindlich flehen nicht Um weisheit und um tugend. Der du den säugling beten lehrst, Und gern sein stammlend flehen hörst; Hör auch mit wohlgefallen Mein betend lied erschallen! 2. Eh ich dich kannte hast du mich Mit Schöpfersmacht bereitet, Und durch die kindheit väterlich Mich bis hieher geleitet. Izt, Herr, da ich vir danken kann, Nimm dich auch meiner jugend an, Daß ich auf meinem wege Unsträflich wandeln möge! 3. Mein herz, noch unverführt und rein, Jst jung und unerfahren: Wie leicht, geblendet durch den schein, Stürzt er sich in gefahren! Für die Jugend. Ach, mache mich mir selbst bekannt, Und gib mir weisheit und verstand, Stets auf dein wort zu schauen, Und nie mir selbst zu trauen! 4. Du pflanztest, Herr, in meine brust Die triebe zum vergnügen: Ach, stärke mich, den hang zur lust, Die sünde zu besiegen! Dein unausbleibliches gericht Vergesse meine seele nicht, Und lerne fromme freuden Von lüsten unterscheiden. 5. Von dir, o Gott, werd ich bewacht, Bin ganz mit dir umgeben; Vor dir bedeckt nicht mitternacht, Noch einsamkeit, mein leben. Die sünde, die im die im finstern schleicht, Verbirgt vor menschen sich vielleicht: Vor deinem angesichte Steht sie im hellen lichte. 6. Den leichtsinn, der mich oft verführt, Das böse zu erwählen; Den ehrgeiz, der den stolz gebiert, Das merkmal schwacher seeien; Die trägheit, die den geist verzehrt, Und jeden trieb zum laster nährt; Laß nie zu ihren sünden, O Gott, mich willig finden! 7. Wenn sich auf meiner 409 jugend bahn, Mich in ihr netz zu ziehen, Verführer meiner seele nahn, So laß mich klüglich fliehen! Ihr süßes locken lenke nicht Mein herz von dir und meiner pflicht: IJhr spotten und ihr lachen Laß nie mich wankend machen! 8. Der glaub an Jesum bleibe mir, O Gott, unendlich wichtig! Denn er macht mich gerecht vor dir, Und meine wege richtig. Nicht zweifel, die ein herz erzeugt, Das sich zur sündenliebe neigt; Nicht lust zu widersprechen, Laß meinen glauben schwächen. 9. Der tugend heilige mich ganz, Mein Schöpfer und Erhalter! Sie werde meiner jugend glanz, Und einst mein trost im alter. Erhalte mein gewissen rein! Laß keinen meiner tage sein, Der nicht zu deiner ehre Geschmückt mit tugend wäre! 10. Ach, lehre mich den werth der zeit, Daß ich fie nie verschwende; Daß ich mit kluger thätigkeit Auf weisheit sie verwende. Gott, meiner jugend fleiß und müh Laß nicht umsonst sein; segne 18 Für besondere Stände. dert werden. sie! Laß auch durch mich fälligkeit Bewahre meine auf erden Dein werk geför- jugend. Mein vorzug sei bescheidenheit; Und meine schönheit, tugend! Gib mir den sanften, stillen geist, Der dich durch seine demuth preißt, Den nächsten nie verachtet, Sich selbst zu bessern trachtet! 410 11. Erhöre gnädig mein gebet, Du Schöpfer meiner jugend! Erhör es; meine seele fleht Um weisheit und um tugend. Mein ganzes leben dank ich dir. Weich nur, Erbarmer, nicht von mir! Damit ich meine wege Unsträflich gehen möge. Lied einer jungen Christin. 4. Die lust der eitelkeit laß nicht Mein junges herz entzünden: Sie macht mich untreu meiner pflicht, Und bahnt den weg zu sünden. Gesuchte zier und pracht der welt Ist nicht der schmuck, der dir gefällt: Du willst, ich soll bescheiden Mit zucht und scham mich kleiden. 5. Preiß dir und dank, mein Schöpfer, Gott! Du gebet, Das nicht aus fal- gabst mir eine seele. Preiß schem munde geht: Um dei ner liebe willen Wollst du, Herr, es erfüllen! 2. Du bist mein Vater, ich dein kind: Mein glück ist, dich zu lieben. Ach, mache mich dir gleich gesinnt In allen meinen trieben! Laß meine seele keusch und rein, Und treu in deiner liebe sein, Und suchen, dir vor allen, O Vater, zu gefallen! dir und dank, mein Mittler, Gott! Du starbſt für meine seele. Mein leib ist doch nur asch und staub: Nie wird mein geist des todes raub. Mein erst ge schäft auf erden Sei, schön am geist zu werden. 3. Vor stolzer selbstge462.J Mel. Ermuntre dich, mein c. ch will in meiner einsamkeit Zu dir mein herz erheben: Du selber wollst mir freudigkeit, Dich anzurufen, geben! Vernimm, o Vater, mein 6. Gott, lehre du mich eilen, ihn Mit weisheit aus zuschmücken! Denn meine tage fliehn damit, Gleich schnellen augenblicken. Gib, Für das Alter. daß zu leerer tändelei Mir durch unschuld uns, daß meine zeit zu fostbar sei; Und laß es mir gelingen, Sie nützlich zuzubringen! wir Der freundschaft glück empfinden. Laß unsre liebe sanft und rein, Wie deiner Engel umgang, sein; Daß nimmer unsre seelen Neid. oder argwohn quälen. 7. Bewahr mein auge, daß es nie Unreine glut ernähre; Und meine rede, Gott, daß sie Kein spötter falsch erkläre! Die unschuld sei mein liebster ruhm; Ein guter ruf mein eigenthum; 11. Schickst du einst einen freund für mich; So gib, daß ich ihn wähle. Er sei ein christ, und fürchte dich, Und Den jeder gern mir gönne!| lieb auch meine seele. Laß seiUnd niemand lästern könne! nes Hauses edle zier Mich werden. Gott! laß ihn mit mir Die besten deiner gaben Für dieß sein leben haben. 8. Bewaffnet sei mit ernst mein blick, Mit ernst der keuschen tugend. Seht ihn, und bebet scheu zurück, Versucher frommer jugend! Den umgang, der verführung droht, Herr, lehr mich fliehen, als den tod; Und willig alle freuden Der wilden weltlust meiden! 9. Die frevler, die mit ihrem spott Sogar dein wort beflecken, Vertreibe fern von mir, o Gott, Daß sie mich nicht erschrecken! Dich läſtern sie und deinen Sohn, Und sprechen deiner wahrheit hohn. Unselige verführer! Erbarm, erbarm dich ihrer! 10. Laß fromme freundinnen in mir Ein herz, wie ihres, finden! Verknüpf 411 12. Der du mich selbst durch dein gebot Den weg zum heile lehrest! Ich will dich preisen, meinen Gott, Daß du mein flehn erhörest. Jch opfre dir mein lebenlang Der unschuld und der tugend dank: Dort will ich in den chören Der Engel dich verehren. Lied eines Alten. Met. Jch ruf zu dir, Herr Jesu ic 463. Sieh, feele, hinter dich zurück, Auf die durchlebten jahre! Thu vor dich hin auch einen blick: Was siehst du? meine bahre! Ich bin schon alt; Wie bald, wie bald Ist meine zeit 18* Für besondere Stände. verschwunden! Stunden, ner zuversicht, Mein Schöpstunden, Währt noch mein aufenthalt: Dann werd ich nicht mehr funden. fer und Erhalter! Getreuer Gott, verlaß mich nicht! Verlaß mich nicht im alter! Die zeit eilt hin, Die kräfte fliehn: E3 reifen meine haare Zu der bahre. Gib, daß, wenn ich schwach bin, Ich deine kraft erfahre. 2. Gott! was ich bin, bin ich durch dich:( Erwäg| es, mein gemüthe!) Auf Vaterhänden trägst du mich; Dein weg war lauter güte. Herr, ruhm sei dir! Denn du hast mir In meinem langen leben Viel gegeben: Was geb ich dir dafür? Wie soll ich dich erheben! 6. Komm, und erlöse mich! ich bin Vom langen kampfe müde. Nimm meine seele von mir hin, Und bringe mich zum friede! Schleuß meinen 3. Du, meines lebenslauf! Froh hoff ich drauf: Mein fleisch wird nach dem sterben Nicht verderben! Verklärt steh ich einst auf, Die seligkeit zu erben. In mühseligem Alter. mel. In allen meinen Thaten ic. 464. Durch viele große plagen Hat mich der Herr getragen Von meiner jugend auf: Ich sah auf meinen wegen Des Höchsten hand und segen; Er lenkte meines Lebenslauf. 412 grund und kraft, Mein Vater! sei gepriesen. Du hast auf meiner pilgrimschaft Mir stündlich guts erwiesen. Gott, du hast mich Oft wunderlich, Und doch stets gut, geführet, Wohl regieret! Im kummer hab ich dich Als nah und treu geſpüret. 4. Ich habe manchen schweren berg Durch deine hülf erstiegen: Du machtest ein mir furchtbar werk Mir öfters zum vergnügen. Du Gott der Huld Haft mit geduld, Da sünden auf mir lagen, Mich getragen. Herr Jesu, tilg die schuld Von allen meinen tagen! 5. Mein Gott, fels mei2. Sein weg war oft verborgen: Doch, wie der helle morgen Aus dunkeln nächten bricht: So hab ich stets gespüret, Der weg, den Gott mich führet, Bringt mich durchs finstre thal ins licht. Für Wittwen und Waisen. 3. Warmenschenhülf vergebens; So kam der Herr des lebens, Und half, und machte bahn, Wußt ich mir nicht zu rathen, So thät Gott große thaten, Und nahm sich meiner mächtig an. 4. ,, Bis zu des alters ,, tagen Will ich dich heben, ,, tragen, Und dein Erretter sein:" Dieß hat mir Gott versprochen, Der nie sein wort gebrochen; Jch werde sein mich ewig freu'n. 5. Er wird mir schwachen alten, Was er verheißt, auch halten; Denn er ist fromm und tren. Bin ich gleich matt und müde; Er gibt mir trost und friede, Und steht mit muth und kraft mir bei. 6. Nach wenig bangen stunden Hab ich ganz über wunden: Ich bin vom ziel nicht weit. Triumph! o welche freuden Sind nach den letzten leiden Vor Gottes thron für mich bereit! 7. Ich warte froh und stille, Bis meines Gottes wille Mich, nach dem kampfe krönt. An meiner laufbahn ende Sink ich in Jesu hände, Der mit dem Vater mich versöhnt. 413 Lied einer Wittwe. Mel. In allen meinen Thaten ic. 465. Gott hört der wittwen flehen: Mein aug soll auf ihn sehen; Er ist mir mehr, als mann! In allem schmerz und leide Ist er mein trost und freude, Mein fels, den ich umfassen kann. 2. Mich tröstet seine gnade: Er ist auf jedem pfade Bei mir bis an das grab. Er will mich nicht verlassen; Dieß trostwort will ich fassen Als meinen wittwenwanderstab. 3. Wo seit viel tausend jahren Betrübte wittwen waren, Die hast du, Gott, verpflegt; Die sich auf dich verließen, Und glaubig dir zu füßen Des kummers schwere last gelegt. 4. In dir will ich mich stärken: Du wirst auf mich auch merken, Mein seufzen ist vor dir. Ich will mit heissem flehen Vor deinem antliz stehen: Du Wittwenhelfer siehst nach mir. 5. Du siehst mich, wie ichs meine; Siehst, wie ich hülflos weine In stiller einsamkeit. Du, Vater aller Für besondere Stände. welten! Willst's öffentlich ewig weinen; Ich komme vergelten, Wenn deiner still zu den meinen; Bald seh mein herz sich freut. ich sie bei meinem Gott. 6. Ich will dann, frohen muthes, Aus allen kräften gutes Vor deinen augen thun; Will mich der welt entziehen, und lerm und thorheit fliehen, Und still in deiner fügung ruhn. 7. Dann eilen meine tage Mit ihrer noth und plage, Leicht, wie ein traum, da- 466. Jejes kind Muß Für Waisen. mel. Was Gott thut, das ist ic. ch armes, vaterhin: Ich leg die müden glieder Aufs sterbebette nieder, Wenn ich zum himmel reifer bin. schon in jungen tagen Den vater, der so gut gesinnt Mich liebte, thränend klagen. Er ist dahin; Und ich, ich bin Noch hier auf dieser erden Der sünden und beschwerden. 414 8. Dann geh ich, den zu schauen, Der mein trost, mein vertrauen, Mein Gott ist und mein freund. Wie will ich ihn dann ehren, Ihm danken für die zähren, Die ich als wittwe hier geweint! 9. Den ich, und der mich liebte, Deß abschied mich betrübte, Find ich in Gottes hand. Wie wollen wir uns freuen, Und unsre lieb er neuen Im thränenfreien vaterland! 11. Hieher, ihr meine waisen! Mit mir den Gott zu preisen, Der euch erhalten kann. O Gott! sei du ihr Vater, Jhr Schutzherr, ihr Berather! Nimm dich der armen schaafe an! 2. Er leitete mich auf der bahn, Die mein fuß wandeln sollte; Er nahm sich meiner schwachheit an Wenn ich je straucheln wollte. Wie väterlich Ertrug er mich; Erlaubte meine bitten In seinen schoos zu schütten! 10. Getröst't durch Gottes gnade Geh ich die schwerenpfade: Gott lindert mei3. Von ihm erhielt ich speiß und trank, Und lauter gute gaben: Und war ich elend, schwach und krank, So eilt er, mich zu laben. ne noth. Ich werd nichtDoch nun ist er Für mich Für besondere Zeiten. nicht mehr! Verlassen und vollen bahn Fang ich den alleine Geh ich nun hier, und weine. lauf des lebens an. 2. Gott! du bist meine zuversicht: Allweiser! noch weiß ich es nicht, Warum du früh mir kreuz auflegst, Und mich schon jung so schmerzlich schlägst. 3. Doch ich erfahr es wahrlich einst, Daß du es treulich mit mir meinst. Vielleicht schon in der prüfungszeit; Gewiß dort in der ewigkeit. 4. Gott! nicht aus zorn entziehest du Mir meiner jugend lust und ruh. Zu meines Lebens besserung Fühl ich des lebens noth, schon jung. Mel. Herr Jesu Christ, wahr ic. 467. Schon frühe setzt mich Gottes hand In einen fummervollen stand: Auf einer leiden 5. Ich bitte, Herr, laß jede pein mir eine tugendschule sein! Laß mich unsträflich vor dir geh'n, Und still auf deine hülfe seh'n. II. Für besondere Zeiten.- Neujahrslieder. Mel. Vom Himmel hoch ic. 468. Bis hierher half uns Gott, der Herr! Dem Vater in der höh sei ehr; Ihm, der im überlebten jahr Noch unser Freund und Vater war! 2. Und ehre sei auf deinem thron, Dir, treuer Heiland, Gottes Sohn! Dir Schutzherr deiner christenheit! Dir, Geber aller seligkeit! 3. Hör deiner christen lob4. Sich, weinend komm ich, Herr, zu dir! Du Vater in der höhe, Du bist mein Vater: schenke mir, Warum ich findlich flehe. Gott, du bist mein; Und ich bin dein: Dein kind bin ich, dein erbe; Ich lebe oder sterbe. 5. Dem vater, der mich so geliebt, Vergilt du seine treue. Womit ich je sein herz betrübt, Ach Vater, dieß verzeihe! Einst dort bei dir, Da werden wir Uns fröhlich wiedersehen, Und ewig dich erhöhen. In mühseliger Jugend. 415 416 Für besondere Zeiten. gesang, Hör aller deiner Laß es neue kräfte bringen, finder dank! Hör unser kindliches gebet, Das dich um neue gnade fleht! Daß als christ ich wandeln kann. Laß mich dir empfohlen sein: Dir vertrau ich, und bin dein. Neues glück und neues leben Wollst du mir aus gnaden geben. 2. Laß dieß sein ein jahr der gnaden; Laß mich hassen meine sünd'. Und damit sie mir nicht schaden, Gib, daß ich verzeihung findt'. Herr! du siehst mein Herz voll reu, Siehst den frommen vorsatz neu: Gnädig wirst du mir vergeben; Sagen wirst du, ich soll leben. 3. Im vertraun auf deine liebe, Geh ich dann getrost dahin. Was ist, das mich noch betrübe, Wenn ich Gottes freund nur bin. Lebend, sterbend, bin ich dein; Du, mein Gott, wirst mit mir sein; Und in allen meinen nöthen Wirst du helfen und erretten. 4. Herr! du wollst nur gnade geben, Daß dieß jahr mir heilig sei; Daß ich christlich möge leben Ohne trug und heuchelei; Daß ich meinen nächſten lieb, Jhn mit vorsatz nicht betrüb'; Hilf! das neue jahr geht an.!! Daß ich fromm allhier auf 4. Nimm nicht von uns dein heilig wort; Zeuch nicht mit deiner firche fort! Vor falscher lehr und spötterei Behüt' uns, Herr, und steh uns bei! 5. Hilf, daß wir von der sünd abstehn! Als christen heilig einhergehn! Verzeih die alte sündenschuld; Erzeig uns neue Vaterhuld. 6. Laß uns, wie im vorübergehn, Die welt und ihre schäßze sehn! Denn jeder wechsel unsrer zeit Ist neuer schritt zur ewigkeit. 7. Wenn dieß jahr unser letztes ist, Wenn unser lebenslauf sich schließt; Ach Heiland, so verlaß uns nicht In todesnoth und im gericht! 8. Bei dir ist unser vaterland: Da führ uns hin an deiner hand! Gott, Heiland! wir vertrau'n uns dir: Dir leben und dir sterben wir! Mel. Freu' dich sehr, o meine e. 469. ilf, Herr Jesu! laß gelingen: Neujahrslieder. erden, und dort selig möge werden. 5. Jesu, laß mich fröhlich enden Dieses angefangne jahr! Ich vertrau mich deinen händen; Sei mein Helfer in gefahr: Steh mir bei in aller noth, Auch verlaß mich nicht im too! Freudig will ich dich umfassen, Wenn ich soll die welt verlassen. Mel. Werde munter mein ic. 470. bermal ein jahr verflossen Näher zu der ewigkeit. Wie ein pfeil wird abgeschossen, So vergehet meine zeit. Herr vom leben und vom tod! Unveränderlicher Gott! Was für opfer soll ich bringen, Deiner langmuth dank zu singen! 2. Ich erschrecke, mächtig Wesen! Angst und furcht befället mich; Du kannst mir im Herzen lesen; Ach mein Herz schämt vor dir sich, Heilig- heilig- heiliger Engel und der menschen Herr! Wehe mir! ich muß vergehen: Denn wer kann vor dir bestehen? 3. Vor dir müssen sünder beben, Heiliger und starker Gott! Zwar beim 417 sichern sündenleben Ist auch Gott des sünders spott. Doch kommt endlich dein gericht; Dem entflieht der spötter nicht. Du sprichst dann aus ungewittern, Daß die stärksten sünder zittern. 4. Noch bist du, o Herr, sanftmüthig, Zeigst uns noch ein Vaterherz; Zeigst dich in dem Heiland gütig, Der gefühlt des todes schmerz. hier ist deiner liebe pfand; Ich trau deiner Vaterhand, Die in nöthen und gefahren Mich allmächtig kann bewahren. 5. Auf! mein Herz stell dich nun wieder Kindlichfromm dem Vater dar; Fall in demuth vor ihm nieder, Welcher krönet tag und jahr: Fang ein neues leben an, Daß dem Herr gefallen kann; Und das dich auch nach dem sterben Läßt sein himmlisch reich ererben. 6. Herr! soll ich noch länger leben In der mühevollen welt; So wirst du geduld mir geben; Mir genügt, was dir gefällt. Sich von deinem thron auf mich; Glaubensvoll seh ich auf dich! Es soll keine lust noch 18** 418 Für besondere Zeiten. leiden Mich von meinem Heiland scheiden. 7. Mache du an jedem morgen Deine güte bei mir neu; Und bei dieses lebens sorgen Tröste mich), Herr, deine treu! Mach mich in der gnadenzeit Recht geschickt zur ewigkeit. Hilf mir selber, beten, wachen, Mich zum himmel tüchtig machen. Mel. Allein Gott in der Höh c. 471. Gott ruft der sonn und schafft den mond, Das jahr darnach zu theilen: Er schafft es, daß man sicher wohnt, Und heißt die zeiten eilen. Er ordnet jahre, tag und nacht: Kommt, laßt uns ihm, dem Gott der macht, Ruhm, preiß und dank ertheilen! 2. Herr, der bis hieher mit uns war! Von danker füllten zungen Sei dir für das verfloß'ne jahr Ein hei lig lied gesungen! Für leben, wohlfahrt, trost und rath, Für fried' und ruh; für jede that, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dieß jahr gesegnet sein, Daß du uns neu gegeben. Verleih uns kraft, die kraft ist dein, In deiner furcht zu leben. Du schützest uns, und du vermehrst Der menschen glück, wenn sie zuerst Nach deinem reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt Des lebens ruh und freuden. Doch schadet mir das glück der welt, So gib mir kreuz und leiden. Nur stärke mit geduld mein herz, Und laß mich nicht in noth und schmerz Die glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem volke väterlich In diesem jahre wie der. Erbarme der verlaßnen dich, Und der bedrängten glieder. Gib glück zu jeder guten that; Und laß. dich, Gott, mit heil und rath Auf unsern fürsten nieder. 6. Daß weisheit und gerechtigkeit Auf seinem stuhle throne; Daß tugend und zufriedenheit In unserm lande wohne; Daß treu und liebe bei uns sei: Dieß, lieber Vater, dieß verleih In Christo, deinem Sohne! Mel. Sei Lob und Ehr dem ic. 472. Du, Gott, du biſt der Herr der zeit, Auch Herr der ewigkei Neujahrslieder. ten! Laß mich auch jetzt mit freudigkeit Dein hohes lob verbreiten. Ein jahr ist aber mal dahin. Wem dank ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner gnad und güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, Unwandelbares We sen! Dich, den kein wechsel treffen kann! Wir werden; sind gewesen; Wir blühen und vergeh'n, durch dich; Nur du bist unveränderlich; Du warst, und bist, und bleibest. 419 deine Vaterhuld Noch ferner liebreich tragen: Laß mich in deiner gnade ruhn, Und lehre lebenslang mich thun Nach deinem wohlgefallen. 6. Gib nene luft und neue kraft, Vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft Mit mir und andern handeln. Dein Geist belebe herz und muth, Dich, o du allerhöchstes gut, Und nicht die welt zu lieben! 7. Die welt vergeht: dieß reize mich, Die lust der welt zu fliehen. Um beßre freuden müsse sich Mein geist schon jetzt bemühen. Den Engeln bin ich ja verwandt: Im himmel ist mein vaterland; Dahin, Herr, laß mich trachten! 3. Herr! ewig währet deine treu, Mit huld uns zu begegnen; Und jeden morgen wird sie neu, Mit wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen augenblick, Da nicht von ihr stets neues glück Mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verfloßnen jahr Mich väterlich geleitet; Und wenn mein 8. O, lehre selbst mich, meine zeit Necht weislich auszukaufen! Laß mich die herz voll sorgen war, Mirbahn zur ewigkeit mit heil'hülf und trost bereitet. Von ganzer seele preiß ich dich. Aufs neue übergeb ich mich, Gott, deiner weisen führung! ger vorsicht laufen. Des lebens last erleicht're mir, Bis, meine ruhe einst bei dir kein. wechsel weiter störet. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 5. Bergib mir die ge- 473. Pater! mach uns verhäufte schuld Von den floßnen tagen; Und laß mich fromm und weise, Zu berechnen unsre Für besondere Zeiten. ist vor Gott gebracht. zeit. Eh wirs merken, sind dieß jahr gedacht: Alles wir greise, Stehn wir nah der ewigkeit. Ach, mit ernst im angesichte Ruft der tod uns zum gerichte; Und verwerfung oder heil Wird dort ewig unser theil! 2. Seele! wiß es nicht vergebens: Klein ist meiner tage zahl. Thatst du jeden schritt des lebens Mit bedachtsamkeit und wahl? Säume nicht, dich selbst zu richten! Forsche nach des glaubens früchten! Frage: bin ich auch bereit, Wenn Gott ruft zur ewigkeit? 5. Wäg ich selbst vont jedem tage Meine sünd und tugend ab; O wie steiget hier die wage! O wie sinkt ſie dort hinab! Kann ich so vor Gottes throne Freudig stehen? ist die krone, Die den frommen Gott verhieß, Mir, so wie ich bin, gewiß? 6. beginn ein neues leben! Fang es diesen tag noch an: Ernstlicher sei dein bestreben; Richtiger sei deine bahn. Laß nicht auch dieß jahr mit sünden Schwer belastet dir verschwinden. Seele! nüßze deine zeit Redlich für die ewigkeit. met. Wie wohl ist mir o Freund. 3. Nah bin ich vielleicht dem ziele Meiner kurz gemeßnen bahn: Willst auch du dich, wie so viele, Dieſem ziel mit leichtſinn nahn? 474. Herr, den die ſones von jahren Wieder eins dahin gefahren; Sind noch viele jahre mein? Oder wirds das letzte sein? 4. Wie ein schiff, von starken winden Fortgerissen, ists entflohn. Mit ihm stehn nun meine sünden Alle vor des Richters thron. Auch, was ich gethan, den willen Meines Gottes zu erfüllen; Selbst was ich nen und die erden Durch ihren bau voll pracht erhöhn! Durch dessen machtwort welten werden, Und welten wieder untergehn! Herr, den durch laute lobgesänge Der kreaturen ganze menge, Und aller Zeiten lauf erhob! Der engel Chöre nachzuahmen, Lallt unsre freude deinen namen, Und unsern mund erfüllt dein lob. 2. Gott! wie dein arm 420 Neujahrslieder. die welt bewahre, Verkündiget der tag der nacht. Ein jahr erzählt dem nächsten jahre Die großen wunder deiner macht. Dein stuhl, o Gott, bleibt ewig stehen: Du bleibst derselbe: wir vergehen. Wie schnell verströmet unsre zeit! Schon wieder ist ein jahr vom leben Das uns dein gnadenrath gegeben, Im abgrund der vergänglichkeit. 3. Kommt! dieß sei uns ein tag des bundes! Dem frommen bunde bleibet treu; Und den gelübden unsers mundes Stimm unverstellt das Herz auch bei! O land, gelobe, Gott zu dienen! Und du wirst wie ein garten grünen, Den er sich selbst gepflanzet hat. Volk! wandle treu auf Gottes wegen; Dann macht dich auch mit reichem segen Die güte deines Gottes satt. 4. Gott, schau herab, aus deinen höhen! Zeig unserm land, daß du es liebst: Erhör, was wir durch Christum flehen: Gib, wie du deinen kindern gibst! Gott, sättige mit langem leben, Den du zum Vater uns 421 gegeben! Befest'ge unsers Fürsten thron; Und segne ihn mit holden blicken: Lehr du ihn selbst das land beglücken; Und sei sein Gott, sein schild und lohn. 5. Tritt den gewaltigen zur seite, Die um den thron des Fürsten stehn, Daß ihren anschlag glück begleite, Und sie des volkes wohl erhöhn. Auf alles, was den staat kann bauen, Laß sie mit wahrer sorgfalt schauen, Sie, die des Fürsten auge sind. Der unschuld fleh'n, des lands begehren, Laß sie mit wacher sorgfalt hören, Sie, die das ohr des Fürsten sind. 6. Erfüll mit eifer Zions wächter Für deines glaubens lauterkeit; Daß noch die spätesten geschlechter Die predigt deines worts erfreut. Den lehrern hilf, daß ihre lehren Nie leer an früchten wiederkehren; Wir ganz der gottesfurcht uns weihn. Laß deinen segen auf uns fließen! Denn, Herr, sie pflanzen und begießen: Von dir kommt aber das gedein. 7. Den obrigkeiten dieses landes Gib liebe zur gerech Für besondere Zeiten. keiten geben Kein maaß von deinem leben. Ewig warst du, du allein, Und wirst von nun an ewig sein! tigkeit; Daß uns die wohl- deinem leben: Und ewigfahrt jeden standes Und unsers fleißes frucht erfreut. Bild' auch das Herz der zarten jugend! Gib, daß nebst weisheit wahre tugend In allen unsern schulen blüht. Des landes hoffnung laß gerathen Da, wo man bürger für die staaten Und deinem himmel christen zieht. 2. Mit dir unveränderlich Ist deine güt und stärke. Du erbarmst dich väterlich Der menschen, deiner werke. Du bist unsre zuversicht; Du sättigst uns mit segen Auf unsers lebens wegen, Daß wir dich lieben mögen. Herr, wir sehn dein ange8. Ach, keinen laß sein heil verscherzen, Und mache du die thoren klug! Gib süßen trost bedrängten her=| sicht, Auch sterbend, noch voll zen Und unsern armen brods genug. Dieß unser fleh'n sei ja und amten In Jesu; denn in Jesu namen Gibst du, was unser Herz begehrt. Gott, unser Vater! dir zum preise Seg'n uns auch die ses jahr: beweise, Du seist es, der gebet erhört. Mel. Gott der Vater wohn c. 475. Tausend jahr sind, Gott, vor dir, Wie einer unsrer tage! Und zum tode reif sind wir Am ersten unsrer tage. Du nur bleibest, wie du bist! Du heißest uns entstehen, Und deine werke sehen: Du rufft und wir vergehen! Aller zeiten dauer ist Ein punkt in 422 gnade! Selbst auf des todes pfade Folgt uns noch deine gnade. Sicher ruhn wir unsre zeit! Dann weckst du uns zur ewigkeit. 3. Auch das jahr, du Ewiger, Das wir vollendet haben, Wie erfüllt kam es daher Mit deiner güte gaben! Wie gesegnet war sein lauf! Wir sahn, wie deine treue Sich wohlzuthun erfreue, Sich jeden tag erneue. Unser dank stieg zu dir auf: Wir durften in den nöthen Des lebens vor dich treten, Und kindlich zu dir beten; Und du hast mit treuer hand, Was uns nicht gut war, abgewandt. Neujahrslieder. 4. Freudig, Herr, beginnen wir Dieß neue jahr des lebens. Niemals noch vertrauten dir Wir sterbliche vergebens. Auch vergebens dießmal nicht! Wir werden es erfahren. Du, Gott, wirst uns bewahren Vor unfall und gefahren. Gott, du wirst dein angesicht Mild über uns erheben. Was nöthig ist zum leben, Wirst du uns alles geben. Dank bar lehr es uns empfah'n, Und unserm ziel getrost uns nah'n! 5. Die schon an dem ziele steh'n Der pilgerschaft auf erden, Lehre freudig zu dir geh'n, Wenn sie gerufen werden. Führe selbst sie durch den tod, Versöhnt in deinem Sohne: Gib ihnen vor dem throne Des bessern lebens frone. Ewig gnaden reicher Gott! Du wollst uns alle leiten Durch diese nacht der zeiten Ins licht der ewigkeiten. Herr der ewigkeiten, Dir leben und dir sterben wir. Mel. Sollt es gleich bisweilen ic. 476.2 ieder ist ein jahr vergangen; Wieder eins ist angefangen! 423 Ach, wie eilet meine zeit, Ich mit ihr, zur ewigkeit! 2. Herr! in dieser frühen stunde Preiß ich dich mit herz und munde. O wie gnädig bist du doch! O wie gut! ich lebe noch! 3. Heute leb ich, wie von neuen; Heut will ich mich deiner freuen. Alle menschen lad ich ein, Dankbar unserm Gott zu sein. 4. Der das dasein uns gegeben, Ihm gehöret unser leben. Sein ist unsre kraft und zeit: Ihm sei herz und thun geweiht! 5. Seele! prüfe deine kräfte. Frag dich: was ist mein geschäfte? Wuchre ich mit meiner zeit Für Gott und die ewigkeit? 6. Seele! laß das jeden morgen Auch die erste deiner sorgen, Dein gebet und flehen sein, Ganz dich deinem Gott zu weih'n. 7. Stärk, o Vater, mein bestreben, Meiner pflicht aufs neu zu leben; Wirke du, was ich nicht kann; Führe mich auf ebner bahn! 8. Wank ich, oder sink ich nieder; O so halt mich! richte wieder mich, den 424 Für besondere Zeiten. schwachen liebreich auf; Und regiere meinen lauf. 9. Laß mich täglich weiter kommen: Mehre auch die zahl der frommen: Laß die menschen besser sein, Und dann deiner gnad sich freun! 10. Segne alle deine kinder; Mach des elends täglich minder. Deck mit deiner treuen hand Unser liebes vaterland! 11. Laß die fürsten, die regieren, Ihre scepter weislich führen. Ihr thun sei gerechtigkeit; Friede, was ihr mund gebeut. 12. Laß die hirten und die heerden, Ein herz, eine ſeele werden; Jene weise führer sein; Alle ihrem Gott sich weihn. 13. Höre das gebet der deinen, Und laß jedem hülf erscheinen. Rathe dem, der keinen rath, Keinen freund und vater hat. 14. Mich laß deine lieb empfinden; Dann wird nichts mich überwinden. Hab ich dich, o höchstes gut, So bin ich voll heldenmuth! 15. Dieses lebens pilgerreise Setz ich freudig dir zum preise, Von der welt zum himmel fort, Voll vertrauen auf dein wort. 16. Mich kann dann kein unglück schrecken; Du, o Gott, wirst mich bedecken; Käm auch unglück und gefahr, Wär auch dieß mein todesjahr! 17. Guter Vater! deiner treue Uebergeb ich mich aufs neue. Du bist meine zuversicht: Segne mich! ich laß dich nicht. 18. Sonnen gehen auf und nieder; Jahre gehn und kommen wieder; Du, der allgenugsam ist, Du bleibst. ewig, der du bist. mel. Wach auf, mein Herz und ic. 477. Mit danken und mit beten Laßt uns vor Gott hintreten; Vor Gott, der unserm leben Bisher hat kraft gegeben! 2. Wir erdenpilger wandern Von einem jahr zum andern. Die schnelle flucht der stunden Wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese wandertage Sind nie ganz frei von plage. Auf dornenvollen wegen Geh'n wir dem grab entgegen. 4. Doch so, wie gute müt Am Geburtstage. ter, Bei schwerem ungewitter, Und drohenden gefahren, Die kinder treu bewahren. 5. So treu ist Gott nicht minder; So weißß er seine kinder, Wenn trübsalwetter blizzen, In jeder noth zu schützen. 6. Ach, Hüter unsers lebens! Fürwahr, es ist vergebens Mit unserm thun und wachen: Nur du weist's wohl zu machen. 7. Geløbt sei deine treue Die alle morgen neue! Lob sei den starken Händen, Die alles herzleid wenden! 8. Hör ferner unser flehen; Und eil, uns beizustehen! Sei du in unsern leiden Die quelle wahrer freuden. 9. Gib mir, gib allen denen, Die sich nach troste sehnen, Gib uns in noth und schmerzen Vertrauens volle herzen. 425 10. Herr! wehre du den kriegen; Laß menschenliebe siegen: Statt mord und blutvergießen, Laß segensströme fließen. 11. Sprich deinen milden segen Zu allen unsern wegen: Laß großen und auch kleinen Die gnadensonne scheinen. 12. Sei der verlaßnen Vater, Der irrenden Berather, Der unversorgten gabe, Der armen gut und habe! 13. Hilf gnädig allen franken; Gib fröhliche gedanken Den hochbetrübten seelen, Die sich mit schwermuth quälen. 14. Gib jeglichem erlößten, Zu seiner seele besten, Den Geist, der uns regiere, Und uns zum himmel führe. 15. O Herr von unserm leben! Dieß jahr, das du gegeben, Laß allem volk auf erden Ein jahr voll segen werden. Am Geburtstage. Mel. In allen meinen Thaten ic.|| hast, durch huld bewogen, 478. Dir dank ich für Mich aus dem nichts gemein leben, zogen: Durch deine güte Gott, der du mirs gegeben, bin ich hier. Froh dank ich dir dafür. Du 2. Du, Herr, hast mich 426 Für besondere Zeiten. bereitet; Mich väterlich ge- fristest, Und mich mit kraft leitet Bis diesen augenblick. ausrüstest, Dieß, Vater, Du gabst mir frohe tage; dank ich dir; Daß du mich Und selbst der leiden plage liebreich führest, Mit deinem Verwandeltest du mir in Geist regierest; Dieß alles, glück. Vater, dank ich dir! 3. Gott, Herrscher aller dinge! Ich bin viel zu geringe Der treu, die für mich wacht. Damit ich, staub und erde, Auf ewig glück lich werde, Hast du schon ewig mein gedacht. 8. Soll ich noch länger leben; Wirst du, was gut ist, geben: Du gibst's; ich hoff auf dich. Mein Vater! ich empfehle Dir meinen leib und seele. Herr, segne und behüte mich! 4. Du hörtest schon mein ſehnen, Und zählteſt meine thränen, Eh ich bereitet war; Eh ich zu sein begonnte Und zu dir rufen konnte, Da wogst du schon mein theil mir dar. 5. Du ließest gnad mich finden, Und sahst doch meine sünden Vorher von ewigkeit. O Höchster, welch erbarmen! Du sorgest für mich armen, Und bist ein Vater, der verzeiht. 6. Für alle deine treue Für das, des ich mich freue, Lobsinget dir mein geist. Er ist dein größt' geschenke: Daß ich durch ihn dich denke, Ist dein; und daß er dich izt preißt. 7. Daß du mein Leben Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 479. Schon wieder iſt von meinem leben Ein jahr, ein großer theil dahin. Dir dank ich, der du mirs gegeben, Herr meiner zeit, daß ich noch bin! Für alle deine güt und treue, Der ich bis dieſen tag mich freue, Der ich nicht werth bin, preiß ich dich. Mein Vater auch in diesem jahre, Wenn ichs vollenden soll, bewahre Mit deiner weisen vorsicht mich! 2. Wie sind die tage meines lebens Bis hieher mir so schnell entflohn! Ach, lebt ich auch bisher vergebens? Reif ich vielleicht zum tode schon? Könnt ich mit freudigem vertrauen, Mein Am Geburtstage. himmlisch vaterland zu 5. Du sahst mein herz: schauen, Nun durch die o Gott, ich wollte Dich lie nacht des grabes gehn? Könnt ich mit frohem angesichte Vor dir erscheinen im gerichte, Vor dir, Allwissender, bestehn? 3. Entfernt von weisheit und von tugend, Betrat ich meines lebens bahn. Mich klagt die fünde meiner ju gend Vor dir und vor mir selber an. Von meinem leichtsinn hingerissen, Betäubte ich gar mein gewissen; Vergaß dich, Gott, und meine pflicht. Von zügellosen trieben brannte Mein junges herz: ich lebt und kannte Die absicht meines Lebens nicht. 427 4. Wie kann ich würdig g'nug dich loben! Du führtest mich zurück zu dir: Du stilltest meiner lüste toben, Schufft einen menschen, Gott, aus mir! Ich sah die drohenden gefahren, Die meiner laster früchte waren, Sah, wie gerecht und gut du bist; Bereute meiner sünden freuden, Entschloß mich ernstlich, sie zu meiden, Bat dich um gnad; und ward ein christ. ben, dir gehorsam sein: Mein ganzes leben, wie ichs sollte, Versprach ich deinem dienst zu weihn: Wie mich, wollt ich die brüder lieben, In guten werken stets mich üben Mit freuden und mit redlichkeit; Die sünde wollt ich ewig hassen, Von deinem Geist mich führen lassen, Und wachsen in der frömmigkeit. 6. Jsts möglich, daß ichs dir verhehle? Verdammt mein eignes herz mich nicht? Ist nicht im innersten der seele Vor deinem auge alles licht? Wie oft hab ich den bund gebrochen! Wie selten, was ich dir versprochen Und fest beschworen hab, erfüllt! Noch immer fühl ich sündenliebe, Noch immer sind des fleisches triebe, Der sinnen aufruhr, nicht geſtillt. 7. Ach, rufe noch nicht von der erde Mich, ungeschickt zum himmel, ab! Verzeuch, bis ich vollkommner werde: Dann erst eröffne mir das grab. Noch brauch ich jahre, mich zu stärken Im glauben und in 428 Für besondere Zeiten. guten werken, zu wachsen in der heiligung. Du kennst uns menschen: wie geschwinde Vertiefen wir uns in die sünde! Wie langsam ist die besserung. 8. Das hoff ich, daß du mich erhörest, Du Vater der barmherzigkeit! Ich hoffe freudig, du gewährest Zu meiner besserung mir zeit. Herr, ich will nicht mehr sie verschwenden: Gewissenhaft sie anzuwenden, Sei mir unendlich theure pflicht. Gib, daß an jedem meiner tage Mir mein gewissen ernstlich sage: Wozu du lebst, vergesse nicht! Stimmt, herz und mund, ein danklied an! Der Herr hat wohl an mir gethan. 2. Ein jahr ist wieder hingeflossen, Ein jahr von meiner lebenszeit. Ich hab unzählig guts genossen Von dir, du Gott der gütigkeit! Du gabst, vergabst! und stand'st mir bei; Ja, Vater! ja, du bist getreu. 3. Wie soll ich deine huld erheben! Gott, du bist groß, mein dank ist klein. O möchte doch mein ganzes leben Ein dank für deine gnade sein! Nimm, Gott, durch den ich fröhlich bin, Mein trenes herz zum opfer hin! 4. Herr, dessen treu auf Mel. Wer uur den lieben Gott ic. allen wegen Mir nahe, sicht480. Erwache fröhlich, bar, tröstlich war; Oleg mein gemüthe, auch einen neuen segen Jetzt, da der leib vom schlaf Auf dieses neue Lebensjahr! erwacht! Schwing dich zum Goit, der du weis' und Schöpfer, dessen güte Mir gütig bist, Gib mir stets, diesen tag zur freude macht. I was mir nützlich ist! Bei den verschiedenen Jahreszeiten. Im Frühlinge.|| ihm, ehre, stärk und kraft, Mel. Sei Lob und Ehr dem ic. Der, was er schuf, be481. ob sei Gott, der glücket! Der Herr erschafft, den frühling der Herr erhält; Er liebt schafft, Gott, der den erd- und segnet seine welt. Lobkreis schmücket! Preiß sei singet ihm, geschöpfe! Jahreszeiten. 2. Eh noch der mensch den Herrn verließ, In jenen sel'gen tagen, Da war die erd ein paradies, Frei von der sünde plagen. Nun hat sie sünd und straf entstellt: Doch ist sie noch des Schöpfers welt, Ein vor hof seines himmels. 3. Das land, das erst erstorben lag, Erwacht und lebt nun wieder; Es strömet jeden neuen tag Sein segen neu hernieder. Der wurm, der in dem staube webt, Der vogel, der in lüften schwebt, Erfreut sich seines lebens. 4. Der erden antlitz ist verjüngt; Erheitert glänzt der himmel; Gebirg, und thal, und wald erklingt Von freudigem getümmel: Und voll erbarmen schaut herab, Der allen sein und leben gab, Auf seiner schöpfung werke. 5. Doch fühllos nur und unbeseelt Sind auen und gefilde: Auch hat Gott nicht das thier erwählt zu seinem ebenbilde, Herr, nur der mensch freut deiner sich, Kennt, fühlet, und empfindet dich, Und hofft ein ewig leben. 429 6. Lobsinget ihm! er ist uns nah. Singt, alle seine heere! Der Herr ist allenthalben da, Jm himmel, erd und meere. Ich preise dich, ich singe dir! Denn wo ich bin, bist du bei mir Mit allmacht, lieb und gnade. 7. Du rufft die wolken in das land, Und stillst den durst der erde; Daß mit den gaben deiner hand Der mensch gesegnet werde: Du machest hagel, thau und wind, Die deiner allmacht boten sind, Zu unsrer freude quellen. 8. Selbst wenn, vom donnersturm bedräut, Erschrockne länder zittern, Strömt stärkung, segen, fruchtbarkeit, Aus nacht und ungewittern. Dann bricht die sonne neu hervor, Und alles jauchzt zu dir empor, Vor dem die wetter schweigen! 9. Von dir kommt, was uns hier erfreut, Du brunnquell aller gaben! Dort wirst du uns mit seligkeit In reichen strömen laben. Wohl, wohl den menschen, die schon hier Sich dir ergeben, und einst dir In Christo freudig sterben! Für besondere Zeiten. Mel. Sollt ich meinem Gott 2c. sie gut gerathen werde. 482. 5och am himmel Opf're meinem Schöpfer steht die sonne; dank; Preiß ihn fröhlich, Länger straht nns nun ihr mein gefang! licht. Alles leben athmet wonne; Wonn ist jedes angesicht. Lachend kommt der frühling wieder In die wälder, auf die flur: Die erstorbene natur Lebet auf, und wirket wieder. Opf're meinem Schöpfer dank; Preiß ihn fröhlich, mein gefang! 4. Seht, wie in die weiten felder Freudenvoll die heerden ziehn; Wie dort scherzend in die wälder Schnelle schaaren wildes fliehn! Hört der vögel sanfte chöre, Hier der lauten nachtigall, Dort der lerche süßen schall! Alles bringt dem Schöpfer ehre Bring auch du ihm lob und dank, Preiß ihn fröhlich, mein gesang! 2. Keine schwarze stürme heulen Durch die Luft zerstörend her; Und die vollen 5. Glänzend und im feierjegel eilen Wieder ohne kleide Prangt die blüthenfurcht aufs meer. Nicht reiche flur: Jede blume lämehr strömen regengüsse, chelt freude Vor dem SchöDeren fluth das thal er- pfer der natur; Der den thau füllt; Und kein dicker nebel schafft, den sie trinket, Daß hüllt Stadt und land in sie nicht zu bald verblüh'; finsternisse. Opf're mei Der ihr saamen gibt, wenn nem Schöpfer dank; Preiß sie Endlich sterbend niederihn fröhlich, mein gesang! sinket. Bring auch du ihm 3. Dürstend nach der ar- lob und dank, Preiß ihn beit, wallet Nun der land- fröhlich, mein gesang! mann hin ins feld; Und sein fröhlich lied erschallet Hoffnungsvoll dem Herrn der welt. Er vertraut die saat der erde; Ehrt durch from me zuversicht Seinen Gott, und zweifelt nicht, Daß 6. Dieser frühling, wie geschwinde, mein Gott, wird er verblüh'n! Wie ein schiff vom stoß der winde Fortgeführt, wird er entflieh'n. Aber dort vor deinem throne Wird ein ew'ger 430 Jahreszeiten. frühling sein; Ewig wird er die erfreu'n, Die dir trau'n in deinem Sohne. Opf're meinem Schöpfer dank, Preiß ihn fröhlich, mein gesang! 7. Diese herrlichkeit der erde Ist ein schatten von dem licht, Das ich ewig schauen werde Dort, vor Gottes an gesicht. Auch das freudenvollste leben Hier auf erden, ist nur tod, Gegen jenes, das mir Gott Dort verheißen hat zu geben. Opf're mei nem Schöpfer dank, Preiß ihn ewig, mein gefang! 431 2. Der sturm beginnt; die wolke, Von donnern schwer, verbreitet sich. Sei gnädig deinem volke, Allgütiger, erbarme dich! Du winkest den gewittern! Es blitzt aus dunkler nacht. Es donnert! berge zittern Vor deines donners macht. Der stolze sünder bebet, Weiß nicht, wohin er flieht: Der christ, dein freund, erhebet Zu dir sein betend lied. Im Sommer. Mel. Nun lob mein Seel den u. 483. Det er sonne glut hat wieder Der 3. Ein milder regen sinket Erquickend auf die dürre flur? Wie labt sie sich! wie trinket Ihn die verschmachtende natur! Die sanften ströme kühlen Der lüfte weites meer: Und die ge schöpfe fühlen Sich nicht mehr träg und schwer. Gott spricht: der donner schweifluren angesicht verbrannt.get; Die finstern wolken Der blumen haupt hängt fliehn; Der frommen danknieder; Nach regen seufzt lied steiget Hinauf, und das dürre land. Im schatten preiset ihn. des gefildes Liegt matt die Heerd umher: Das heiß're schrein des wildes Schallt aus den wäldern her. Gott! gib den wolken flügel; Sprich nur, so träufeln sie; Erquicke thal und hügel; Erquicke mensch und vieh! 4. Mit muth im angesichte Beschaut des ackers heer sein feld: Beschützt hat Gott die früchte, Er, der Versorger seiner welt. Steif steht die saat, die ähren Vom mark der erde voll, Das seine menschen nähren, Das sie erfreuen soll. Weit schallt es ins gefilde: Die 432 Für besondere Zeiten. erntezeit ist da! Und alles preißt die milde Des Gebers Jehovah. 5. Ach, laß uns nicht vergebens Die gaben deiner hand empfahn! Laß uns, du quell des lebens, Nicht ohne frommen dank dir nahn! Du sendest thau und regen, Gibst milden sonnenschein, Du eilst, mit deinem segen Uns alle zu erfreun: Ach, laß uns nicht vergebens So manche gab empfahn! Laß uns, du quell des lebens, Nicht ohne dank dir nahn! Im Herbste. Mel. Ein Lämmlein geht und ic. 484. mit umrüh, wölktem angesicht, Geht schon die sonne 4. Wie sind schon unsre nieder; Und spät erscheint| kammern voll Von seiner ihr schwächer licht Am trü- güte gaben, Vom segen, der ben himmel wieder. Das uns nähren soll, Vom vorschöne jahr ist nun entflohn: rath, uns zu laben! VorseDie rauhen stürme rauhend ließ uns unser Gott schen schon Durch die ent- Das land schon für den winfärbten felder. Die letzte ter brod, Dem vieh sein blume neigt ihr haupt: futter, geben; Und wein, Des herbstes kalter hauch der unser herz erfreut, Und entlaubt Die schattenreichen unsers lebens kraft erneut, Trieft aus der frucht der reben. wälder. natur Der winterruh entgegen. In schaaren abgetheilt, entfliehn Die vögel vor der fält; und ziehn Weit über land und meere: Gott nimmt der wandernden sich an; Bezeichnet ihnen ihre bahn, Und sättigt ihre heere. 3. Uns, seine menschen, will er hier Im winter selbst versorgen; Und seiner huld vertraun auch wir, Die neu wird jeden morgen. Er schafft, daß wir in sicherheit Der ungestümmen monden zeit Beginnen und vollenden. Nichts trägt die erde: doch gewährt Er uns, was leben nährt, Mit väterlichen händen. 2. Verlassen steht die öde flur, Entblößt von ihrem segen: Entkräftet siehet die 5. Ach! unser leben auch verblüht, Wie ist das feld, 433 Jahrszeiten. im alter, Getrost! Gott Verkündigen des Schöpfers ist, ob es verblüht, Ein mächtiger Erhalter. Er trägt die müden; er beschützt Die schwachen; seine gnade stützt, Die nah am grabe wanken. Gebeugt vvm alter werden wir Von gan zem Herzen dennoch dir, Gott unsrer jugend danken. 2. Von ihrer arbeit ruht die erde; Sie schläft, von Gottes hand bedeckt, Daß ihre kraft erneuert werde, Bis sie der frühling wieder weckt. Vertraut hat, in des Schöpfers namen, Der landmann ihr den späten saamen; Der Schöpfer wacht auch über ihn: Todt liegt er da; ihm wird das des alters fluchen. Wohlleben Der sonne rückkunft dem, der redlich sich bemüht, Weil seiner jahre kraft noch blüht, Der tugend frucht zu tragen! Ihm wird das alter jugend sein; Und göttlich wird er sich noch freu'n In seinen letzten tagen 6. Wohl allen, die dein angesicht Im lebensfrühling suchen! Die werden ihrer jugend nicht Im Herbst ehre, Lobsingen seiner güt und macht. wiedergeben, Und reich an hoffnung wird er blüh'n. o Im Winter. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 485. Gott winkt; so stürzen regengüsse Sich täglich auf die felder hin: Der sturm, die ausgetretnen flüsse, Die trüben nebel preisen ihn: Die sonn in ihrer weitsten ferne Amm kurzen tag; auch mond und sterne In heller langer wilden ungestümmen meere du, der auferstehung sonne, 3. So werden wir auch einst ermüden, Und ruhen in des grabes nacht. Wir werden schlummern ganz im frieden, Von dem, der nimmer schläft, bewacht, Daß unser staub geläutert werde, Gibt er ihn abgezählt der erde; Und fordert einst ihn wieder ab. Sein ew'ger frühlingstag wird kommen; Dann, dann verlassen seine frommen, Voll neuer lebenskraft, das grab. 4. O tag des Lebens, tag der monne, Wie sehnet winternacht; Die sich mein geist nach dir! O 19 434 Für besondere Zeiten. blühn. Kann ich, als christ, den tod noch scheuen? Nein, göttlich wird er mich erfreuen; Du tag des lebens, folgst auf ihn! Morgenlieder. Wann wirst du aufgeh'n über mir! Erst muß ich die verwesung sehen, Erst das vergängliche vergehen; Die saat muß sterben, und dann Mel. Ich dank dir schon durch zc. 486. Me ein erst geschäft sei preiß und dank! Erhebe Gott, o seele! Der Herr hört deinen lobgesang: Lobsing ihm, meine seele! fit 6. Gelobet feist du, Gott der macht, Gelobt sei deine treue, Daß ich nach einer sanften nacht Mich dieses tags erfreue! 7. Laß deinen segen auf mir ruhn, Mich deine wege wallen; Und lehre du mich selber thun Nach deinem wohlgefallen. 2. Mich selbst zu schützen ohne macht, Lag ich, und schlief im frieden. Wer schafft die sicherheit der nacht, Und 8. Nimm meines lebens ruhe für die müden? gnädig wahr: Auf dich hofft meine seele. Sei mir ein Netter in gefahr; Ein Vater, wenn ich fehle 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein leben zu bewahren? Wer stärkt mein blut in seinem fleiß, Und schützt mich vor gefahren? 9. Gib mir ein herz voll zuversicht, Erfüllt mit lieb und ruhe Ein frommes herz, 4. Wer lehrt das auge das seine pflicht Erkenn' seine pflicht, Sich sicher zu und willig thue.big bedecken? Wer ruft dem tagid10. Daß ich, als ein ge und seinem licht, Die seele zu erwecken? treuer knecht, Nach deinem reiche strebe; Gottselig, züchtig und gerecht Durch deine gnade leben ik aurrej 5. Du bist es, Herr und Gott der welt! Und dein ist unser leben: Du bist es, der es uns erhält, Und 11. Daß ich, dem nächsten beizustehn, Nie fleiß mirs izt neu gegeben. d und arbeit scheue; Mich Morgenlieder. gern an andrer wohlergehn, Und ihrer tugend freue! 12. Daß ich das glück der lebenszeit In deiner furcht genieße; Und meinen lauf mit freudigkeit, Wenn du gebeutst, beschließze. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 487. Mein Gott! nun ist es wieder norgen; Die nacht vollen det ihren lauf; Nun wa chen alle meine sorgen Mit meinen pflichten wieder auf. Die ruh ist aus; der schlaf ist hin; Und ich seh wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der erde, Wo jeder tag sein elend hat; Und wo ich immer älter werde Bei stets verneuter missethat: O Gott, der mich beschützt und nährt, Wär ich doch deiner liebe werth! 3. Gib, daß ich dir, Herr, auferstehe, Dir einzig lebe, nicht der welt: Es gehe mir sonst, wie es gehe; Thu ich nur, was dir wohlge fällt. Schließ mich in deine vorsicht ein, So bin ich tod und lebend dein. 4. Vergib mir, Vater, alle sünden, Die ich von 435 jugend auf gethan; Und daß ich gnade möge finden, So siehe meinen Mittler an! In dessen namen bitt ich dich: Es ist dein Sohn! er starb für mich. 5. Hilf du in allen sachen rathen; Denn wo wär ich mir ſelbst genug! Behüte mich vor missethaten, Vor böser menschen list und trug. Führ du mich selbst auf ebner bahn; Und was ich thu, sei wohlgethan! 6. Bewahre mir leib, seel und leben, Verwandte, freunde, haab und gut. Willst du mir kreuz zu tragen geben; So gib dabei mir trost und muth: Und soll mich auch ein glück erfreun, So laß es mir durch dich gedeihn. Nach bekannter Melodic. 488. Gott des himmels und der erden, Vater, Sohn und heil'ger Geist! Der es tag und nacht läßt werden, Mond und sonne scheinen heißt; Dessen starke hand die welt, Und was drinnen ist, erhält. 2. Gott! ich danke dir von herzen, Daß du mich in dieser nacht Vor gefahr, 19* T 436 Für besondere Zeiten. angst, noth und schmerzen Treu behütet und bewacht; Und bei aller meiner schuld, Mich noch trägst mit Vaterhuld. 3. Laß die nacht auch meiner fünden Jetzt mit dieser nacht vergeh'n; Laß mich gnade vor dir finden, 8. Höre, Gott was ich Glaubensvoll auf Jesum begehre, Und was mir dein seh'n, Der für meine misse- wort verheißt. Dir sei ewig that Sich am kreuz ge- ruhm und ehre, Vater, opfert hat. Sohn und heil'ger Geist! Dich preif' ich hier in der zeit, Mehr noch in der ewigkeit. 4. Mich erinnre dieser morgen An den letzten großen tag; Und die erste meiner sorgen Sei, wie ich bestehen mag, Wann dein ernſtliches gericht Einst auch mir mein urtheil spricht. 5. Ach, ich fehle leicht! drum leite Meinen gang nach deinem wort: Vater! sei und bleib auch heute Mein Beschüßer und mein Hort. Unter deinem schutz allein Kann ich froh und sicher sein. 7. Deinen Engei wollst du senden, Wenn gewalt und list mir droht; Alles mir zum besten wenden, Und mich stärken noch im tod. Sterb ich, o so bringe du Mich zu deines himmels ruh! 6. Treuer Vater! ich empfehle Dir, was ich nur hab und bin, Meinen leib und meine seele: Werf auf dich die sorgen hin. Segne mich! ich bin ja dein; Und ich will es ewig sein. Nach bekannter Melodie. 489. Qach auf, mein Herz, und singe, Dem Schöpfer aller dinge, Dem Geber aller güter, Des menschen treuem Hüter! 2. Mit göttlichem erbarmen Beschützte Gott mich armen. Vergnügt legt' ich mich nieder; Vergnügt erwach ich wieder. 3. Durch dich, Herr, ists geschehen, Daß ich das licht kann sehen. Du machst, daß ich aufs neue Mich meines lebens freue. 4. Steig auf, mein dank, zum throne! Dem Vater und dem Sohne, Dem Geist Morgenlieder. des Herrn, sei ehre! Anbetung, preiß und ehre! 5. Hör meinen dank, mein flehen, Gott, der ins herz kann sehen; Faß dir mein kindlich lallen In gnaden wohlgefallen! 6. Dein werk wollst du vollenden, Und deinen Engel senden, Der mich an diesem tage Auf seinen Händen trage. 7. Du selber wollst mir rathen In allen meinen thaten; Mich stets zum besten leiten, Zum himmel mich bereiten. 8. Auf allen meinen wegen Begleite mich dein segen: Dein wort sei meine speise Auf meiner pilgerreise. Mel. Was Gott thut, das ist ic. 490. Mein Gott! durch deine güt allein Erwach ich ist vom schlummer; Und seh des neuen tages schein, Gesund und frei von kummer. Herr, deine treu Ist täglich neu; Sie hat mich sanft bedecket, Daß mich kein leid erschrecket. 2. So sei dann auch dein lob, dein ruhm, Mein erst und liebst geschäfte! Mein leben ist dein eigenthum, 437 Dein alle meine kräfte. So gib dann auch Mir zum gebrauch Der gaben deiner güte, Ein himmlisches gemüthe. 3. Schaff in mir, Gott, ein neues herz Mit diesem neuen tage; Damit ich mich in freud und schmerz, Wie's christen ziemt, betrage! Herr, laß mich heut Und allezeit Die werke meiner pflichten Mit treuem fleiß verrichten. 4. Gib du dann segen und gedei'n Zu jedem meiner werke; Daß ich mich ihrer mög erfreu'n, Und deinen beistand merke. Gib, daß ich nicht Der kleinſten pflicht Zuwider etwas wage, Das mein gewissen nage. 5. Zeigt heute sich gelegenheit, Dem nächsten beizuspringen, So laß mit frommer freudigkeit Mich diese pflicht vollbringen: Treib stets mich an, So gut ich kann, Den hülfreich zu erquicken, Den noth und elend drücken. 6. Noch eine bitte wag ich, Herr! Ein flehen für die meinen. Beschütze sie, Allmächtiger! Denn sie sind auch die deinen. Dein Va 438 Für besondere Zeiten. terherz Wend allen schmerz ichs meine! Dir ist feinc Von aller derer hütten, Die glaubig darum bitten. Meiner sorgen, Auch die kleinste, nicht, verborgen. Mel. Wie schön leuchtet der ic. 491. Dich seh ich wie der, morgenlicht! Und freue mich der edlen pflicht, Dem Höchsten lob zu bringen. Ich will aus frommer dankbegier, O mildester Erbarmer, dir Mit freudigkeit lobsingen. Schöpfer! Vater! Deine treue Rührt aufs neue Mein gemüthe. Froh empfind ich dcine güte. 4. Ich bin ein christ: o Herr, verleih, Daß ich des namens würdig sei! Mein trost ist deine gnade. Denn, ach was bin ich ohne dich? Ein irrend schaf. Erhalte mich, Mein Hirt, auf deinem pfade. Stärk mich, Daß ich Stets mich übe, Deine liebe Zu betrachten, | Ueber alles dich zu achten. 5. Auch im geräusch der welt soll mich, Der heilige 2. Du warst auch diese gedank an dich Oft still zu nacht um mich. Was wär dir erheben. Im dunkeln ich? hättest du nicht dich thale wall ich hier: Einst So hülfreich mir bewiesen. nimmst du mich hinauf zu Zu meinem leben setzest du dir, Zum licht und höhern Jetzt einen neuen tag hin- leben. Auf dich Hoff ich. zu: Sei hoch dafür geprie- Herr, ich werde Gern der sen! Durch dich Bin ich; erde Mich entschwingen, Dir Und ich merke Neue stärke. dort ewig lob zu singen. Dich erhebe Herz und mund,|| Mel. Ich dank dir schon, durch ic. so lang ich lebe. 492. Jleben auf, Das dem du, mein Gott, gegeben. O segne meiner tage lauf! Was nützt mir sonst dieß leben! 2. Ich ehre deine Majestät An diesem frühen tage. Vernimm mein kindliches gebet, Und höre meine klage. 3. Verleih, o Gott der lieb und macht, Daß sünd und gram, wie diese nacht, Auf ewig von mir fliehe; Daß ich die kurze lebenszeit In christlicher zufriedenheit Zu nützen mich bemühe. Prüfe, Siehe, Wie Morgenlieder. 3. Des lebens kurzer augenblick Hat folgen ohne ende. Gib, daß ich ihn zu meinem glück, Zum wohl der welt verwende. If 14. Du schufest mir ein fühlend herz Für fremde lust und leiden: Der menschen elend ſei mir schmerz, Ihr glücke mach mir freuden! 5. Du gabst mir einen Engel zu, Vernunft zu guten thaten. Laß mich bei allem, was ich thu, Nie sein geleit entrathen! 6. Mach mir den niedern stand geliebt: Willst du mich höher setzen, So laß den rang, der tugend gibt, Mich über kronen schätzen! 7. Mit gütern segne meinen fleiß: Doch, sind sie mein verderben, So laß mich nur mit bitterm schweiß Ein sparsam brod erwerben! 439 8. Und wenn die freuden, die du gibst, Zur thorheit mich verwöhnen; So sende mir wenn du mich liebst, Gelegenheit zu thränen. gefällt, Und gib mir besfre tage. 10. Ach! wenn mein kindisches gebet Mit deiner absicht stritte; So gib mir alles unerfleht, Nur das nicht, was ich bitte! mel. Gott des Himmels und ic. 493. Gott! der allen seinen kindern 2. Unter diesen millionen Uebersiehest du nicht mich. Sicher läsfest du mich wohnen, Und beschirmst mich väterlich. Dafür preißt mit neuem dank Dich mein Herzlicher gesang. 3. Darf ich armer staub es wagen, Froh zu dir empor zu seh'n? Meinen kummer dir zu sagen; Kindlich frei dich anzufleh'n! Ja: durch Christum hab auch ich Dieses zutraun gegen dich. 4. Alle meine kümmerniſſe müssen, weil du mich liebst flieh'n. So entfloh'n die fin sternisse, Da die morgen diesen hauch, wann dirssonn erschien. Keine sorg 9. Nichts ist das leben dieser welt, Nicht werth der freud und klagen. Nimm Täglich neue huld erweißt: Den gerechten und den sündern Seine sonne leuchten heißt: Vater! dessen arm die welt, Und was drinnen ist, erhält. 440 Für besondere Zeiten. raube mir meine freudigkeit zu dir! 5. Du gewährst mir neue stunden Zur vollbringung meiner pflicht. Werd ich da nur treu erfunden, So bin ich voll zuversicht, Wenn mein Richter nun erscheint; Er ist jedes frommen freund. 6. Steh mir schwachen, Herr, zur seite; Leite mich den strauchelnden! Ich ergebe mich auch heute Deinen weisen fügungen. Gott! mich sieht dein Vaterblick: Treu bist du, und willst mein glück. Mel. Dreieinigkeit, der Gottheit. 494. Mein erster Mein innigstes bestreben Ist dieß, o Gott, Dich würdig zu erheben. Unendlich groß Ist deine Vatertreu; Mit je dem tag Ist deine güte neu. 2. Die sonn enthüllt Den schauplatz deiner werke; Und alles zeugt Von deiner huld und stärke: Sie, die das ziel von ihrer laufbahn weiß, Eilt emsig hin, Und strahlt zu deinem preiß. 3. Die erd ist dein; Und du regierst dieß ganze, Vom menschen an Bis auf die kleinste pflanze, Seh ich, wie groß Sich deine vorsicht zeigt; Sie reicht so weit, So weit der himmel reicht. 4. Und sie umfaßt Auch mich! du, Höchster, denkest An mich, den staub! Der du den Himmel lenkest; Du sorgst für mich. Gott, wie vergelt ichs dir? Ein dankbar herz Das bring ich dir dafür. 5. Nimms gnädig an! Gedenk nicht meiner sünden. Durch deinen Sohn Laß mich vergebung finden. Er, welcher nie Ein glaubig flehn verwarf, Erlaubts, daß ich Dich Vater nennen darf. 6. So will ich dann Mit findlichem vertrauen Auf dich allein, So lang ich lebe, trauen, Du bist mein Gott, Mein Netter in gefahr, Mein starker Fels, Mein Helfer immerdar. 7. Du weißt, wie lang Jch hier noch wallen werde. Fällt ohne dich Kein sperling auf die erde; So nimmst du, Herr, Auch meines lebens wahr. Mit namen kennst Du mich, und zählst mein haar. 8. Mein Heiland! gib Mir kraft zum neuen leben: Morgenlieder. TUT Gib mir den muth, Dem freu'n, Nach deiner gnade ringen. Mein ganzes herz sei dein! beispiel nachzustreben, Das du, o Herr, Uns hinterlassen hast! Dein joch ist sanft; Und leicht ist deine last. 9. Dein auge sieht Die schwächen meiner seele. Verwirf mich nicht! Vertritt mich, wenn ich fehle! Zu dir empor Fleht meine seele stets; Und du vernimmst's, Erhörer des gebets! 441 6. Tilger meiner fünden, Mein Mittler, Jesu Christ! Laß mich den trost empfinden, Daß du mir gnädig bist. 7. Dir hab ich mich ergeben; Ich freue mich in dir. Erfreuender, als leben, Ist deine güte mir. 8. So führe mich auch 495. Noch läßt der Herr heute Auf deiner tugend Mel. Ach bleib mit deiner Gnade. mich leben! Mit fröhlichem gemüth Eil ich, ihn zu erheben: Er hört mein frühes lied. pfad. Du Ewigweiser! leite Mich selbst nach. deinem rath. 9. Nur eins laß mich erflehen, Das christlichweise herz, Auf dich stets aufzu sehen, In freuden, wie im schmerz. 10. Daß ich am ersten trachte Nach dem, was dir gefällt; Mehr deinen beifall achte, Als allen ruhm der welt. 2. Zu ihm entzückt mich wieder Der morgensonne pracht. Ich falle vor ihm nieder, Der sie und mich gemacht. 3. Du Herrscher aller welten, Nimmst dich auch meiner an! Wie soll ich dir vergelten, Was du an mir gethan? 4. Wirst du nach opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir. Du forderst nur vertrauen, Nur liebe, Gott! von mir. 5. So will ich dir lobsingen, Mich deines namens 11. Daß ich, dir fest vertrauend, Das gute standhaft thu; Und froh gen himmel schauend, Denk: Herr, mich siehest du; 12. Bereit, den lauf zu schließen Auf deinen wink, o Gott! Und lauter im ge19** 442 Für besondere Stände. wissen: So finde mich der tod! ta glück und leid Auf deine vorsicht bauen; Und hoffen in zufriedenheit mit kindlichem vertrauen. 8. Du weißt doch alles, was mich kränkt; Du fennest meine sorgen; Und was mein herz nur wünscht und denkt, Ist dir, Gott, unverborgen. Mel. Ich dank dir schon durch ic. 496. Sormuntre dich, mein geist! du mußt zu Gottes throne treten. Genieße früh die hohe lust, Den Schöpfer anzubeten. up 2. Er hat mein glück von ewigkeit Allgütig ab- 9. Laß mich die kurze gewogen; Und mich in's prüfezeit Als mensch und leben dieser zeit Aus mei- christ verwenden! Es for nem nichts gezogen. dert jene ewigkeit Sie einst von meinen Händen. 3. Gelobt, mein Gott, sei deine treu: Gelobt sei deine güte! Auch diesen morgen ist sie neu: Froh dankt dir mein gemüthe. 4. Von einem süßen schlaf erquickt, Fühl ich die kraft der sonne; Und mein gestärktes aug erblickt Der schöpfung pracht und wonne. 5. O Vater! nimm dich meiner an Auf allen meinen wegen: Führ mich auf ebner tugendbahn: Und gib mir deinen segen! 6. Zu dieses tages werk und pflicht Gib du mir neue kräfte; Und schenke mir der weisheit licht Zu dem berufsgeschäfte. 7. Laß stets mein herz in 10. Herr! segne und behüte mich; Dein heil sei mir beschieden! Dein anlitz leuchte über mich; Herr, gib mir deinen frieden! mel. Gott des Himmels und ic. 497. Gott ſei dank! ich lebe wieder, Fühle und empfinde mich. Herr! dir bring ich meine lieder, Und mein herz rühmt dankbar dich: Denn dein aug hat in der nacht Ueber mich dein find gewacht. 2. Wenn ich einst vollendet habe Diese meine pilgerzeit: Ruh ich auch also im grabe, Saame für die ewigkeit. Auch in dieser langent Morgenlieder. nacht Wird mein staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach auch wieder, Und mein lobgesang mit mir: Dann erschallen meine lieder Mächtiger und reiner dir. Ewig wird der morgen sein! Ewig schlaf ich nicht mehr ein! 4. Wach auch über meine tage, Gott, du meine zuversicht! Daß mich keiner einst verklage, Wenn du kommst zum weltgericht; Daß ich meiner pflicht hier treu, Und dort unerschrocken sei. 5. Keinen tag zählst du vergebens, Gott, durch den ich bin! mir zu. Jeder ist ein theil des lebens; Jeden, jeden richtest du. Lehr mich wachen, daß mir nie Ungenügt ein tag entflieh'! 6. Heute leb ich, laß auch heute Nicht umsonst mein leben sein! Laß mich, nach vollbrachtem streite, Dieses tages auch mich freu'n. Recht zu handeln, gib mir heut Stärke, lust gelegenheit! Nach bekannter Melodie. 498.[ us meines her= gens grunde, Sag ich dir lob und dank, 443 In dieser morgenstunde: Dich rühmet mein gesang, Schöpfer dieser welt! Der du auch mir das leben Allmächtig haft gegeben, Des gnade mirs erhält. 2. Herr, du hast mich aus gnaden In der vergangnen nacht Vor schrecken und vor schaden, Der möglich war, bewacht. Sei gnädig fernerhin: Bergib mir meine sünde, Und schenk mir, deinem kinde, Auch kindlich frommen sinn. 3. Gib mir auch stärk und kräfte Auf diesen ganzen tag, Daß mein berufsgeschäfte Jch treu vollbringen mag. Beschüßze mich, mein Gott, Vor allem, was kann schaden: Behüte mich in gnaden Vor bösem schnellen tod. 4. Getreuer Vater! schenke Mir, was mir nützlich ist. Hilf, daß ich stets bedenke, Daß du mir nahe bist; Daß ich zu keiner zeit Gewissenlos mög handeln, Auf bösem weg nicht wandeln, Der mich zuletzt gerent. 5. Mich feßle nicht die erde, Auf der ich fremdling bin. Gott, deine gnade wer Für besondere Zeiten. de Mein größester gewinn. dir meinen dank. Es preise Weicht sorgen! eins ist noth. Der Gott, der mir das leben, Und seinen Sohn, gegeben, Gibt mir auch täglich brod. deine güte Mein früher lob= gesang, Herr, der du mir das leben Bis diesen tag verlängt, Mir täglich guts gegeben, Auch heut schon heil geschenkt! 6. Herr! sei auch meiner freunde Schild, trost und zuversicht. Verlaß Verlaß auch meine feinde mit deiner hülfe nicht. Die meinen segne du: Gib, daß sie tugend üben, Gott und den nächsten lieben; Führ sie dem himmel zu! 7. Gott will ich lassen rathen, Der alle ding vermag. Er segne meine thaten An dieſem ganzen tag. Mein glück in dieser welt, Mein leib, mein seel, mein leben, Sei alles Gott ergeben: Er thu, was ihm gefällt! 8. Hieraufsprech ich mein amen; Und zweifle nicht daran: Gott nimmt in Je su namen Mein beten gnädig an. Und seine Vaterhand Wird segnen und erfreuen, Wird kraft und muth verleihen Zum fleiß in meinem stand. 444 Mel. Befiehl du deine Wege ic. it freudigem gemüthe Sing ich 499. M 2. Beherrscher aller welten. Mein Gott, wie dankich dir? Wie soll ich dir vergelten, Was du gethan an mir? Ich bin viel zu geringe? Doch du verschmähest nicht Das opfer, das ich bringe, Dieß herz voll zuversicht. 3. Gedenk nicht meiner sünde, Gott der barmherzigkeit! Sei deinem schwachen kinde, Ein Bater, der verzeiht. Gib frömmigkeit; und dämpfe Die sinnliche begier, Mit der ich stets noch kämpfe Und ziehe mich zu dir! 4. Herr! send auf meinen wegen Mir deine hülfe zu; Und sprich du selbst den segen Zu allem was ich thu. Ja, sende du mir kräfte Von deiner heil'gen höh; 1 Damit all mein geschäfe Er wünscht von statten geh.ing 5. Gib mir vor allen dingen, Zufriednen muntern geist, Das freudig zu vollbringen, Was mein beruf Morgenlieder. mich heißt. Laß mich in reinste, Wesen, Auserlesen, guten tagen Nicht über- Herzen ohne falschen schein. müthig sein: Doch auch nicht trostlos zagen, Wenn trübsal bringt herein. 6. Hilf mir in meinem stande Treu thun, was dir 3. Deine pflicht, die kannst du lernen Von den sternen, Deren glanz der sonne weicht. So muß sich vor Gott mit schweigen Alles gefällt. Behüte mich vorbeugen, Was uns groß schande; Hilf glücklich durch und herrlich deucht. die welt! Nicht selbst mein ganzes leben Nach deinem willen ein; Und, die du mir gegeben, Laß auch gesegnet ſein! 4. Ihn mußt du am höchsten achten, Und nur trachten Das zu thun, was ihm gefällt. Wer ihm irdisches ergößen Gleich will schätzen, Ehret nicht den Herrn der welt. 445 7. Gib, daß im glück und leide Ich stets so leben mag, Daß ich mit frommer freude Denk an den letzten tag. Und kommt er, so vergönne, Daß ich mit freudigkeit Voll glauben sprechen könne: Herr, komm! ich bin bereit. Mel. Meine Armuth macht mich. 500. Seele! du mußt munter werden: Denn der erden Blickt hervor ein neuer tag, Komm, dem Schöpfer dieser strahlen Zu bezahlen, Was dein schwacher dank vermag. 2. Doch, daß man auf fromme weise Gott recht preise, Wollen nicht nur lippen sein. Er hat, als das 5. Bitte, daß er dir gedeihen Mag verleihen, Wenn du auf was gutes zielst; Aber daß er dich mag stören, Und bekehren, Wenn du böse regung fühlst. 6. Denk, daß er auf deinen wegen Stets zugegen, Daß ihm alles ist bewußt; Daß er auch verborgne sünden Kann ergründen, Und genau weiß, was du thust. 7. Trau auf allen deinen wegen Gottes segen! Wen des höchsten huld erquickt, Der genießet wahre freu den Selbst im leiden; Und ist hier und dort beglückt. 8. Kränkt dich etwas die 446 Für besondere Zeiten. sen morgen Laß ihn sorgen, Ihn, der gnädig auf dich schaut! Er weiß besser, was dir müßzet: Er beschüßet Den, der sich ihm anvertraut. Mel. O Gott du frommer Gott ic. 501. Mein Vater! denk an mich: Ach, gib mir deinen segen; Und thu jetzt auch an mir, Wie treue väter pflegen: Gib was ich nöthig hab, Und was mir nützlich ist. Zu dir seh' ich hinauf, Weil du mein Vater bist. 2. Ach, gib mir deinen Geist, Der seele wahres leben! Und wirst du mir durch ihn Ein frommes herz nur geben, So bin ich reich genug, So bin ich recht beglückt; Weil mich dein guter Geist Mit seinen gaben schmückt. 3. Gib mir mein täglich brod, Gesundheit auch bes gleichen: Laß deinen segen nicht von meiner arbeit weichen; Wend alles unglück ab; Begleit mich aus und ein, Und laß bei tag und nacht Mich dir em pfohlen sein. 4. Laß michin Jesu Christ Hier leben und auch sterben; Und laß mich durch sein blut Die seligkeit ererben; Laß mich vor deinem thron Mit freudigkeit einst stehn; Und, Herr, dein angesicht Mit allen frommen sehn! 5. Mein Gott, erhöre mich! Auf dich steht mein vertrauen: Ich werd noch meine lust An deiner gnade schauen, Mein herz, mein ganzer sinn, Sei dir allein geweiht. Mein glück, mein höchstes gut Bleibst du in ewigkeit. 6. Woblan! ich bin er hört: Gott wirds aus gnaden geben. Froh will ich mund und herz Mit dank zu ihm erheben: Mein Bater, schenke mir, So lang dieß leben währt, Was du mir zugedacht! Nur, daß ich selig werd'! met. Alle Menschen müssen i. 502. Bater! gib mir auch die gabe, Die du alle bitten heißt; O wie wohl, wenn ich sie habe! Gib mir deinen guten Geist. Vater, sieh mein groß verlangen, Diese gabe zu empfangen. Ach, erhöre meine bitt': Theile deinen Geist mir mit! Morgenlieder. 2. Gott! dein Geist, der soll mich lehren, Während meiner lebenszeit Mich von herzen zu bekehren, Und in wahrer frömmigkeit Stets vor dir einherzugehen, Und im glauben fest zu stehen, Der sich hält an Jesum Christ, Und im leben thätig iſt. 3. Gott! dein Geist, der soll mich führen Auf der tugend ebner bahn; Soll mein Herz auch kräftig rühren, Wenn ich böses hab' gethan. Er regiere meine sinnen, Werke, worte und beginnen. Gern folg ich in jeder sach Diesem treuen Führer nach. 4. Gott! dein Geist soll mich auch trösten, Daß in kreuz und traurigkeit, Und wenn auch die noth am größten, Ich jedoch zu keiner zeit, In den trübsten leidenstagen, Nicht im elend darf verzagen, Weil dein Geist mir zeugniß gibt, Daß mein Gott mich dennoch liebt. 5. Mächtig ist mein hang zu sünden; Tugend hat viel widerstand: Schwach bin ich, zu überwinden. Hier woll' deine Baterhand Mir 447 den Geist der stärke geben, Daß mein ganzes christenleben Mög von groben fehlern rein, Starf mein herz im glauben sein. 6. Komm von deinem hohen throne, Geist, du Gott von ewigkeit mit dem Vater und dem Sohne! Komm zu mir; ich bin bereit, Meine seele und mein leben Deiner Leitung zu ergeben. Nimm mein ganzes herz dir ein! Gern will ich dein tempel sein. 7. Ach, bewahre mich vor sünden! Laß mich meine zuversicht Stets auf meinen Heiland gründen: Guter Geist, verlaß mich nicht! Mach mich stark durch deine triebe, Stark im glauben, in der liebe. Führe mich durch diese zeit In die frohe ewigkeit. Morgenlied im Leiden. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 503. Det er morgen kommt: und meine klage Wird izt mit diesem morgen neu. Wie traurig eilen meine tage Der bangen pilgerschaft vorbei! Der son ne neugeschenktes licht Ere heitert meine seele nicht. 448 Für besondere Zeiten. 2. So traurig, als die abendstunden, Ist dieser neue tag für mich. Die qual, die ich bisher empfunden, Verneuet mit demselben sich. Ich hoffte trost in meiner pein: Doch meine Hoffnung traf nicht ein. 3. Noch immer bin ich auf der erde, Wo mich gefahr und noth umringt, Und täglich härtere be schwerde Zu klagen und zu thränen zwingt; Noch immer fleh ich unerhört Um labung, die mein herz begehrt. 4. Herr, eile doch mir bei zustehen: Verlaß den schwachen pilger nicht! Mein Vater, neige auf mein flehen Zu mir dein freundlich angesicht! Gib mir geduld; und bei dem schmerz Ein Hoffend und zufriednes herz. 5. Mir ist mein schicksal noch verborgen, Das diesen tag mich treffen soll: Doch bin ich ohne gram und sorgen; Du, Vater, kennst mein wahres wohl; Und was dein rath beschließt und thut, Ist heilig, und gerecht, und gut. 6. Soll ich die last noch länger tragen, Ich halte deiner fügung still. Dein will geschehe, will ich sagen: Herr, wie du willst, nicht wie ich will! So laß mich, Bater, in der pein Geduldig, wie mein Heiland, sein! 7. Hab ich des tages last empfunden, So rückt der abend einst herbei: Dann hab ich ewig überwunden, Und bin von aller trübsal frei; Und du gibst mir, o Gottessohn! Den theu'rerworbnen gnadenlohn. 8. Gestärkt durch diesen hohen glauben, Tret ich auf meinen leidenspfad. Herr, stärke, stärke meinen glauben, Auch dann, wenn sich der tod mir naht! Vielleicht erscheint er heut: wohl mir! Dir leb ich; und dann sterb ich dir. Abendlieder. Mel. Nun ruhen alle Walder 2c.|| diesen tag gegeben! Dich bet 504. Herr, der du mir ich kindlich an. Ich bin viel das leben Bis zu geringe Der treue, die ich Abendlicder. finge, Und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem gemüthe Freu ich mich deiner güte; Ich freue mich in dir. Du gibst mir kraft und stärke Gedei'n zu meinem werke, Und schaffst ein rei nes herz in mir. 3. Gott! welche ruh' der seelen, Nach deines worts befehlen Einher im Leben gehn; Auf deine güte hoffen, Im geist den himmel offen und dort den preiß des glaubens sehn. 4. Ich weiß, an wen ich glaube; Und nahe mich im staube Zu dir, o Gott, mein heil! Ich bin der schuld entladen; Ich bin bei dir in gnaden, Und in dem himmel ist mein theil. 5. Bedeckt mit deinem segen, Eil ich der ruh entgegen: Dein name sei gepreißt! Mein leben und mein ende Ist dein! in deine hände Empfehl ich, Vater, meinen geist. 505. Für Mel. In dich hab ich gehoffet ze. ür alle güte sei gepreißt, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! Ihr bin ich zu geringe. 449 Vernimm den dank, Den lobgesang, Den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, Hast großes heut an mir gethan, Mir mein gebet gewähret; Hast väterlich Mein haus und mich Beschüßet und ernähret. 3. Herr! was ich bin, ist dein geschenk; Der geist, mit dem ich dein gedenk; Ein ruhiges gemüthe: Was ich vermag Bis diesen tag Ist alles deine güte. 4. Sei auch, nach deiner lieb und macht, Mein schutz und schirm in dieser nacht; Vergib mir meine sünden: Und kommt mein tod, Ach Herr, mein Gott! So laß mich gnade finden. Mel. Nun sich der Tag geendet ic. 506. So fliehen unſre tage hin! Auch dieser ist nicht mehr. Die nacht, der müden trösterin, Eilt wieder zu uns her. 2. Herr, du nur bleibest, wie du bist; Du schläfst und schlummerst nicht: Die finsterniß, die uns um schließt, Ist deinem auge licht. 3. Dir übergeb ich voll vertrau'n Mich auch in dieser 450 Für besondere Zeiten. nacht. Und wofür sollte mir dann graun? Mich schüßet deine macht. 4. Hab ich an deiner gnade nur noch theil, du großer Gott! So fürcht ich keine freatur, Und scheue nicht den tod. 5. Zwar ich erkenne meine schuld, Mit reue fühl ich sie. Doch, mein Verföhner! deine huld, Wie trostvoll ist mir die! 6. Jch eil' im glauben zu dir hin; Und weiß, wie sicher ich Im schatten deiner flügel bin. Du wachest über mich. 7. Flieht, finstre sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein Sei mein gedank! o weihe dir Mein Herz zum tempel ein! 8. Vielleicht ist dieß die letzte nacht In deiner prüfungszeit: Dann führe mich durch deine macht Zum licht der ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir; Ja, dein bin ich auch todt! Du, mein Erretter, bist bei mir, Und hilfst aus aller noth. bracht, Izt da der tag sich neiget; Jzt da die sternenvolle nacht Von deiner allmacht zeuget. Dich, Herr, lobt jeder stern, Und ruft: auf! lobt den Herrn. Erheb dich, seele, lob erfreut Den Herrn des himmels und der zeit! 2. Wie groß, wie unermeßlich ist, Jehovah, deine stärke! Daß du der allerhöchste bist, Sagt jedes deiner werke. Mit göttlich weiser macht Regierst du tag und nacht: Das, was du schufft, thut dein gebot, Und dienet dir, du großer Gott! 3. Was bin ich, o mein Gott, vor dir, Daß du mich täglich liebest? Womit verdien ichs, daß du mir So viele gaben giebest? Herr, deine gnad ist groß! O seele, reiß dich los Vom eitlen, was das Herz beschwert! Gott, Gott allein ist liebenswerth. 4. Mir ward der tag, der izt vergeht Durch dich zum gnadentage. Dein arm, dem niemand widersteht, Beschützte mich vor plage. Du Mel. Der lieben Sonne Licht ic. 507. Preiß sei bir, mei- gabst mir, was ich bat: Bei nem Gott, ge- allem, was ich that, Ward Abendlieder.. mirs durch glück und segen klar, Daß Gott mein Freund und Helfer war. 5. Ach, fordre mich nicht ins gericht, Gott, bei des tages schlusse! Verschmäh mein abendopfer ni t, Das opfer meiner buße! Beweiß an mir geduld; Vergib mir alle schuld: Sich von dem strengen richterthronAuf meinen Bürgen, deinen Sohn! 6. Gib nach der sanften ruh' der nacht mir einen frohen morgen. Du thusts: nun, da dein auge wacht, So schlaf ich ohne sorgen. Ich wach und schlafe dir; Du, Herr, bist stets bei mir. Ach Gott, du meine zuversicht, Verlaß mich einst im tod auch nicht! Mel. Nun ruhen alle Wälder ic. 508. N un sinkt die sonne nieder; Die holde nacht kommt wieder, Und mit ihr schlaf und ruh. Sie schenkt uns neue kräfte; Beschließt des tags geschäfte, Und drückt die müden augen zu. 2. Noch wach ich, und erzähle, Mit tiefgerührter seele, Was Gott an mir gethan. Sei dankbar, mein 451 gemüthe! Sing deines Schöpfers güte; Bet kindlich deinen Vater an! 3. Von ihm kommt jede gabe; Das leben, das ich habe; Die ruhe dieser nacht. Er ist der quell der güter, Er meines lebens Hüter, Der, wenn ich schlummre für mich wacht. 4. Er läßt es finster werden, Und hüllt den freis der erden In schwarze dunkelheit. Doch in der dunkeln stille Wohnt Gott mit seiner fülle; Und zeigt mir seine herrlichkeit. 5. Er führt aus dunkler ferne Den mond und tausend sterne Am firmament herauf. Sie leuchten, ihm zur ehre, Hoch über erd und meere; Und seine hand lenkt ihren lauf. 6. Groß, wenn der morgen grauet; Groß, wenn der abend thauet; Groß, in der stillen nacht; Im sonnenschein und sturme, Am menschen und am wurme, Groß zeigst du, Vater, deine macht! 7. Voll majestät und stärke Stehn lauter wunderwerke In deiner schöpfung da. Für besondere Zeiten. Du Herr so vieler welten, geschüßzet, Meine schwach( Wie kann ich dir's vergel- heit unterstützet. ten!) Warst auch mir armen heute nah! 8. Woher mein glück, mein leben? Gott hier! der es gegeben: Gott hier! der für mich wacht. Woher auf meinen wegen So manche freud und segen? Gott hier! der alles wohl gemacht. 2. Angebetet und gepriesen Seist du, treuer Gott, von mir! Was du gutes mir erwiesen, Dankt mein herz mit freuden dir. Du hast, war ichs schon nicht werth, Dennoch mein gebet erhört, Das ich heut, als ich erwachte, Dir in Jesu namen brachte. 3. Gott! da ich voll dank erzähle, Wie so groß dein wohlthun war, Stellen sich auch meiner seele Die begangnen sünden dar. Wie ist ihre zahl so groß! Denn Herr, nicht nach thaten blos. Auch nach ihres herzens dichten Wirst du einst die menschen richten. 452 9. Gott, groß von macht und treue! Izt, da ich dein mich freue, Wird mir die nacht auch licht. Ich leg die müden glieder In deinem namen nieder. Hier Gott mit mir! ich sorge nicht. 10. Soll mir der schlaf zum leben Verneute kräfte geben, So schlaf ich fröhlich ein: Soll er mein Leben enden, So wird Gott mich vollenden, Mein Gott im schlaf und tod noch sein. 4. Doch, von ernster reu durchdrungen, Wag ichs, Gott, mich dir zu nah'n. Sich nicht die beleidigungen, Siehe meinen Mittler an! Ich verleugne nicht die schuld; Doch weiß ich, daß deine huld Größer ist, als unsre sünden. Gnade werd Mel. Werde munter, mein Gem. 509. Auf! o feele, werde munter! Lob ist immer deine pflicht. Zwar die sonne gehet unter, Aber Gottes güte nicht. Heutich armer finden. auch hat sie mich genährt; Heut auch freud und trost gewährt; Vor gefahren mich 5. Gib nun bis zum frohen morgen Meinem leibe sanfte ruh. Durch dich Abendlieder. schlaf ich ohne sorgen: Wenn ich schlafe, wachest du. Seel und leib empfehl ich dir: Walt allmächtig über mir: Sei du auch der Gott der meinen; Zähl sie alle zu den deinen! 6. Ach, laß uns kein banges schrecken, Räuber nicht, nicht feuersglut, Plötzlich aus dem schlafe wecken. Halt uns fest in deiner hut! Hilf, wenn krankheit oder tod Uns im sichern schlafe droht: Oder willst du, daß wir sterben; Gott, so sei's nicht zum verderben. 7. Höre, Vater, ach erhöre, Was dein armes kind begehrt! O Sohn Gottes, den ich ehre; Durch dich werd es mir gewährt Heilger Geist, stärt mein vertrau'n, Kindlich froh auf Gott zu schau'n. Hör, o großer Gott, mein flehen! Amen! ja, es wird geschehen. Mel. Dreieinigkeit, der Gottheit. 510. Der tag ist hin! bei mir, Herr, ach bleibe! Gib, daß dein licht Der sünden nacht vertreibe. Geh auf in mir, Glanz der gerechtigkeit: Er 453 leuchte mich, Ach Herr! denn es ist zeit. 2. Lob, preiß und dank Sei dir, mein Gott, gesungen! Dir sei die ehr, Daß alles wohl gelungen Nach deinem rath, Den ich oft nicht versteh: Du bist gerecht; Es gehe, wie es geh. 3. Nur eins ist noch, Das mich empfindlich quälet; Beständigkeit Im guten mir noch fehlet; Das weißt du wohl, O Herzenskündiger! Ich strauchle noch, Wie ein unmündiger. 4. Vergib es, Herr, Was mir sagt mein gewissen! Die sünde hat mir deine huld entrissen. Es ist mir leid: Ich stell mich wieder ein. Da ist die hand! Du mein und ich bin dein! 5. Schutzherr der welt! Du hirte deiner schafe! Wach über mir, Und segne mich im schlafe. Bewahre mich Durch deine große macht, Wenn wo ein feind Zu meinem unglück wacht. 6. Du schlummerst nicht, Wenn müde glieder schlafen. Laß meine seel Im schlaf auch gutes schaffen. Olebenssonn, Erquicke meinen 454 Für besondere Zeiten. sinn! Dich laß ich nicht, Mein Fels! der tag ist hin. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 511. Mein Gott! der tag ist nun vergangen: Du hast mit huld an mich gedacht. Ich hab ihn fröhlich angefangen, Und auch gesund zu end gebracht. Du hast vom morgen an bis izt Mir wohlgethan und mich beschützt. 2. Wie soll ich deinen ruhm erhöhen, O Vater der barmherzigkeit! Die tage kommen und vergehen; Dein wohlthun dauert allezeit. Der sonne erst- und letzter blick Bringt heil, und strah let heil zurück. 3. Du, Herr, hast mich die bahn geleitet, Die mich zu deinem himmel führt; Mein Herz zum guten zu bereitet, Gestärkt, gegrün det und regiert. Du warst mein Vater und mein Freund; Und hast es immer gut gemeint. 4. Versagtest du mir man che bitte, So sorgtest du doch für mein heil: Und wenn mein herz bekümmert litte, So war dieß sein bescheiden theil. Wie weislich mischest du das leid Mit unsers lebens fröhlichkeit. 5. Gott, der mir so viel gnad erwiesen, So treu und thätig mich geliebt! Wie wenig hab ich dich gepriesen! Wie vielmal hab ich dich betrübt! Kein tag, kein augenblick geht hin, An dem ich nicht dein schuldner bin. 6. Mein armes sündenvolles leben Macht mich verwerflich, Gott, vor dir: Doch gnädig willst du mir vergeben, Nicht handeln nach verdienst mit mir. Vergib durch Jesum meine schuld, Und beßre mich, und hab geduld! 7. Ich hoffe dann, daß deine gnade In dieser nacht auch mit mir ist: Und was ist, das mir dann noch schade, Da du mein Gott und Vater bist? Ich schließe mit gewissensruh Die müden augen freudig zu. 8. Gib mir im schlafe neue fräfte, Daß ich dir ferner dienen kann. Willst du, so tret' ich mein geschäfte Auch morgen wieder fröhlich an. Doch, endigt sich mein lebenslauf, So nimm den geist, Herr Jesu, auf! Abendlieder. Mel. O Traurigkeit, o Herzent. 8. Ich weiß es nicht, Was mir gebricht: O Vater in der höhe! Nicht mein wille, sondern, Herr, Was du willst, geschehe! 512. Halleluja! Die zeit ist da, Des tages lauf zu schließen. Müder leib, du sehnest dich, Ruhe zu genießen. 455 du 6. Lob, lob sei dir! Du halfest mir Die mir befohl nen pflichten, Zwar nicht ohne müh und last, Dennoch froh, verrichten. 7. Laß diese nacht Mich deine macht Und deine treu behüten. Du thust mehr, als wir verstehn! Mehr noch, als wir bitten. 9. Schließt einst der tod Des lebens noth Und allen meinen kummer; O dann komm er auch so sanft, Wie ein süßer schlummer! 2. Doch blick zuvor, Mein geist, empor Zu dem, der für dich wachet; Alle deine tage zählt, Und sie fröhlich machet! 3. Ev schlummert nie, Wacht spät und früh. Auf! 513.3" ble mit schont mel. Herr Jesu Christ, wahr. ic. so viel tagen, sammle deine kräfte: Ihn zu loben, sei dir noch Ein vergnügt geschäfte. 4. Dank sei dir, Gott! Herr Zebaoth! In den verlebten tagen Half dein arm mir wunderbar Meine laſt ertragen. 5. Noch strömt mir zu Glück, heil und ruh. Wie groß ist deine treue! Jeden tag wird deine huld Ueber mir noch neue. Von meiner prüfungszeit entflohn, Stürzt sich auch dieser, den ich heut Durchlebt, ins meer der ewigkeit. 2. Gott, dessen auge mich bewacht, Gott weiß, wie ich ihn zugebracht: Was ich gedacht, geredt, gethan, Sah er genau, und merkt es an. 3. O feele! fordert er dich nicht um diesen tag einst vors gericht? Hängt nicht dein loos in ewigkeit Auch mit an diesem punkt der zeit? g 4. Der tod vollendet mich vielleicht, Eh dieſe nacht dem morgen weicht; Und führet mich, wie ich hier bin, Vor Gott, vor meinen Richter hind 456 Für besondere Zeiten. 5. Wie angstvoll bebt mein Herz in mir! Wie schreckt es der gedanke hier; Der tod vollendet mich vielleicht, Eh diese nacht dem morgen weicht! 6. Vor einem bösen schnellen tod Bewahre gnädig mich, o Gott! Zur besserung, zur frömmigkeit Gib, mein Erbarmer, mir noch zeit! 7. Erhöre väterlich mein fleh'n: Laß mich den morgen wiederseh'n: Verkürze meine tage nicht; Führ nicht so bald mich in's gericht! 8. Von allem bösen vorsatz rein, Will ich dir ganz mein leben weih'n. Kein tag soll wieder mir entfliehn, Es segne dann dein beifall ihn. 9. Von dir bewacht, ent schlaf ich nun: Laß mich in sanfter stille ruhn. Mein erst gefühl, nach schlaf und ruh, Sei mein gelübde! Gott, seist du! che Mel. Lobt Gott, ihr Christen c. 514. Wer er unter Gottes schirmen sitzt, Den schreckt, weil seine macht Im schlummer väterlich ihn schützt, Kein grau'n der dunkeln nacht. 2. Aus öder stiller finsterniß Sing ich dem Herrn ein lied: Mein Herz frohlockt, und ist gewiß, Daß mich sein auge sieht. 3. Der tag und seine plag entwich, Gleich einem morgentraum. Gott half aus noth, und stellte mich Auf einen weiten raum. 4. Er führt im kampfe, den ich stritt, Mich selbst auf ebner bahn: Schon wieder ist ein neuer schritt zur ewigkeit gethan. wabon 5. Gott, wie ist. deiner huld so viel! Du machst die prüfung leicht! Die tage flieh'n; bald ist mein ziel Der pilgrimschaft erreicht. 6. Doch dir befehl ich meine zeit: So lang es dir gefällt, Du Vater der barmherzigkeit, Leb ich auf dieser welt. 7. Ich trau' auf dich, und zittre nicht, Wenn schrecken sich mir nah'n: Denn du bist meine zuversicht Von meiner jugend an. 8. Zum guten auszuruh'n, schließ ich Die augen betend zu; Und Engel Gottes steh'n um mich, Und segnen meine ruh. 5.15. mois Abendlieder. Join Mel. Freu dich sehr, o meine. err! es ist von meinem Leben Abermal ein tag dahin. Kann mein herz mir zeugniß geben, Daß ich fromm gewesen bin? Prüf mich, Gott! und zeig mir an, Wo ich was nicht recht gethan. Laß mit ruhigem gewissen Mich mit dir den tag beschließen. verhind're ihre that: Wende alles, was uns schrecken Und betrübniß kann erwecken! Jion2o Du wirst an mir man- zernichte ihren rath, Und ches finden, Daß dir nicht gefallen hat; Denn ich bin noch voll von sünden In gedanken, wort und that: Jeden tag und jede stund Siehst du herz und hand undmund, Wissend und unwissend fehlen. Ich kann nicht die fehler zählen.d 6. Herr! dein auge geht nicht unter, Wenn es bei uns abend wird: Ewig bleibt es wach und munter. Du bist unser treuer Hirt, Der auch in der finstern nacht Ueber seine heerde wacht. Also gib uns, deinen schafen, Daß wir alle sicher schlafen. vstofind 13. 2.ber, o du Gott der gnaden! Habe noch mit mir geduld. Schwer bin ich mit schuld beladen: Doch vergib mir meine schuld. Sieh, nicht an die missethat, Sondern zeig mir deine gnad Hilf mir dann auch, deinen willen Künstig mehr, als heut, erfüllen.ni bir th 4. Heilige mir das gemü the, Daß mein schlaf nicht fündlich sei. Stehe mir nach deiner güte, Gott, mein b7. Laß mich dann gesund erwachen, Wenn die rechte zeit wird sein. Hilf dann ferner meine fachen Dir zu ehren richten ein. Ober hast du, weiser Gett, Heute mir bestimmt den tod; So empfehl ich dir am ende Seel und leib in deine hände. lloje göds 457 Schußgott! stehty mir bei. Wehr dem unglück, das uns dreht; Wende feu'r und wassersnoth; Daß ich morgen mit den meinen Nicht im elend müsse weinen, is 5. Wehre allen bösen leuten, Die im finstern übels thun. Wenn sie, boshaft sich bereiten, Uns zu schaden, weil wir ruh'n; So 20 Für besondere Zeiten. ich, o Gott, vor dich, Mit demuth fall ich nieder: Denn du erzeugtest heute dich Auch mir als Vater wieder. Mehr gutes, als ich zählen kann, Hast du auch heute mir gethan. Könnt ich doch recht dir danken! 6. Ich weiß: sollst du für Mel. Sei Lob und Ehr dem ic. 5. Ach, gib mir, o All516. Mit bank komm wissender, Die sünde zu erkennen! Gedenk nicht meiner fehler mehr, Laß dich noch Vater nennen. Thu meine sünden fern von mir; Und laß mich nun aufs neue dir Von ganzem herzen leben. in diesen tag, Mein Vater, mich begnaden; Muß ich, so weit ich nur vermag, Vergüten allen schaden Den heute meine missethat, In deiner welt erzeuget hat, Du allgerechter Richter! 7. Dann, dann erst ist noch gnade mir In deinem herzen offen; Dann erst darf ich, o Gott, von dir Vergebung freudig hoffen. Wer aber das nicht willig thut, Für den ist der versöhnung blut Vom kreuze nicht geflossen. 8. Wenn ich so redlich vor dir bin, Dann laß mich gnáde finden: Und gib mir Jesu Christi sinn, Und mach mich rein von sünden; Und laß mich ruhig diese nacht, Von deiner Vaterhand bewacht, Und frei von sünde, schlafen. 458 2. Du, der erhält, was er erschafft, Erhieltest mir mein leben: Gesundheit, segen, hülf und kraft Hast du mir heut gegeben. Der Herr hat alles wohlgemacht, Mit nahrung meinen leib bedacht, Mit gnade meine ſeele! 3. Hier bet' ich dich nun kindlich an. Du Vater von uns allen! Ach, hätt' ich nur mit fleiß gethan, Was dir kann wohlgefallen! Doch, bester Vater, meine pflicht Erfülle ich noch immer nicht: Ich fehl und falle täglich. 4. Auch heut hab ich vor dir, o Gott, Unsträflich nicht gewandelt; Noch öfters wider dein gebot, Und wider mich gehandelt! Nur allzuoft vergaß ich dein! Bestrebte mich nicht, dir allein, Mein Schöpfer, zu gefallen. Abendlieder. 9. Auch, bester Vater, bitt ich dich; Bewahre du die meinen! Behüte allcs väterlich, Und tröste die, so weinen! Gib allen kranken sanfte ruh; Die sterbenden erquicke du, Und segne, die da werden! 10. Nun, Vater, übergeb ich dir Mich ganz mit leib und seele. Wachst du, mein treuer Gott, bei mir, Was ist dann, das mir sehle? Weck morgen mich zu rechter zeit, Und laß mich heiliger, als heut, Vor dei nen augen leben! Prüfung am Abend. Mel. O Gott, du frommer Gott ic. 517. Der tag ist wieder hin! Und die sen theil des Lebens, Wie hab ich ihn vollbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab ich mit allem ernst Dem guten nachgestrebt? Hab ich vielleicht nur mir, Nicht meiner pflicht, gelebt? 2. War's in der furcht des Herrn, Daß ich ihn angefangen Mit tank und mit gebet, Mit eifrigem verlangen, Als ein geschöpf von Gott, Der tugend mich zu weihn; Und züchtig und 459 gerecht, Und Gottes freund zu sein? STA 3. Hab' ich in dem beruf, Den Gott mir angewieſen, Durch eifer und durch fleiß Ihn, diesen Gott, geprieſen; mir und der welt genützt, Und jeden dienst gethan, Weil ihn der Herr gebot, Nicht weil mich menschen sahn? 4. Wie hab ich diesen tag Mein eigen herz regieret? Hat mich im stillen oft Ein blick auf dich geführet? Erfreut ich mich des Herrn, Der unser flehn bemerkt? Und hab ich im vertraun Auf ihn, mein herz gestärkt? 5. Dacht ich bei dem genuß Der güter dieser erden An den Allmächtigen, Durch den sie sind und werden? Verehrt ich ihn im staub? Empfand ich seine huld? Trug ich das glück mit dank, Den unfall mit geduld? 6. Und wie genoß mein herz Des umgangs süße stunden? Fühlt ich der freundschaft glück? Sprach ich, was ich empfunden? War auch mein ernst noch sanft, Mein scherz noch unschuldsvoll? Und hab ich 20* 460 Für besondere Zeiten. nichts gered't, Das ich bereuen soll? 7. Hab ich die meinigen Durch sorgfalt mir verpflichtet, Sie durch mein beispiel still Zum guten unterrichtet? War zu des mitleids pflicht Mein herz nicht zu bequem? Ein glück, das andre traf, War dieß mir angenehm? 8. War mir der fehltritt leid, Sobald ich ihn begangen; Beſtritt ich auch in mir Ein unerlaubt verlangen? Und wenn in dieser nacht Gott über mich gebeut; Bin ich, vor ihm zu steh'n, Auch willig und bereit? 9. Gott, der du alles weißt, Was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch Die schwachheit meiner seelen. Vergib durch Christi blut Mir die verletzte pflicht; Bergib, und gehe du Nicht mit mir ins gericht! 10. Ja! du verzeihest dem, Den seine sünden krän ken Du liebst barmherzig keit, Und wirst auch mir sie schenken. Auch diese nacht bist du Der wächter über mir: Leb ich, so leb ich dir; Sterb ich, so sterb ich dir! Mel. Nun sich der Tag geendet. 518. G ott fennet und erforschet mich: Er weiß, was ich gethan. Darum, o seele, prüfe dich, Und schau dich redlich an. 2. Hab ich, bei meinem thun, an Gott, Und böses nichts gedacht? Mit ehrfurcht, was er mir gebot, Und kindlich froh vollbracht? 3. War ich in meiner arbeit treu, Vor Gottes aug ein christ? Bin ich von allem unrecht frei, Von trägheit und von list? sa 4. Welch gutes hab ich heut gethan, Gelernet und gelehrt? Nahm ich mich des verlaßnen an, Der trost von mir begehrt? 5. Hab ich in liebe mich geübt? Dacht ich stets brüderlich? Ward niemand heut von mir betrübt? Seufzt niemand über mich? 6. Bewacht ich heut mein herze stets, Und meine leibenschaft? Sucht ich mit eifer des gebets Zum kampfe Gottes kraft? Jim 7. War ich in meinem Gott vergnügt, Im glauben immer fest; Vergnügt Abendlieder. 461 mit allem, was Gott fügt, Was er geschehen läßt? 8. Wie darf ich heute nichts bereu'n? Kränkt mein gewissen nichts? Wird dieser tag mir freudig sein Am tage des gerichts? 9. Und, wie? wenn Gott in dieser nacht Mich fordert vors gericht, Erschreck ich vor des Richters macht Und seinem antlitz nicht? wenn der schrecken Der letzten stunde droht! Mein Gott wird mich erwecken: Ein schlaf nur ist mein tod. 4. Dein heil hab ich gesehen; Im frieden fahr ich hin; Weil ich beim auferstehen In deinem reiche bin. Wohl dem, der bis ans ende Sich als ein christ erweißt! Mein Gott, in deine hände Befehl ich meinen geist! Mel. Befiehl du deine Wege ze. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 519. S err, es geicheh 520. Herr! hab ich jetzt na dein wille; Der körper eilt zur ruh: Es fallen in der stille Die müden augen zu. Erlaß mir schuld und strafe; Daß ich von sünden rein, Zum tode, wie zum schlafe, Bereitet möge sein. Das sonnenlicht gesehen, Und soll aus diesem jammerthal In dieser nacht ich gehen; So leuchte mir aus dieser zeit, Du sonne der gerechtigkeit, Zur bessern welt hinüber. 2. Laß, fern von schreckenbildern Und wilder phanta- 2. Zwar schrecklich ist sei, Die seele sich nichts die lange nacht, Die wir schildern, Was ihrer un- im tode schlafen. Doch Jewerth sei, Laß frei von sus Christus nahm die eitlen sorgen Mich wieder aufersteh'n, Und auf den kampfplatz morgen Mit neuen fräften geh'n. macht Den schrecken, die uns trafen. Sein tod ist unsre zuversicht, Und seine himmelfahrt das licht Auf dunklem todeswege. 3. Doch, wenn mit festem schlummer Des todes letzte nacht Den freuden samt dem kummer, Ein schnelles ende macht; Herr, stärk mich, 3. Voll heil'ger hoffnung ist der christ, Der, von der welt entfernet, Auf erden schon im himmel ist, Und Für besondere Zeiten. täglich sterben lernet. Jetzt jeden schmerz, Und lindert leb ich, morgen bin ich jede noth. tod! Dieß lehr mich denken, Herr! mein Gott, Damit ich weise werde. 5. Froh kann ich mich dem schlaf vertrau'n: Auch schlafend bin ich dein. Vor keinem unfall soll mir grau'n; Du wirst mein Helfer sein. 4. Schließt bald sich, was mich traurig macht, Des lebens gram und kummer: Und ist der schlaf in dieser nacht Zugleich mein todes schlummer: Gott, wie du willst! ich bin bereit, Die hütte meiner sterblichkeit Mit freuden abzulegen. 6. Und sollt, o Vater, diese nacht Des leidens letzte sein: Wohl mir! dann ist mein lauf vollbracht, Vollbracht des Lebens pein! 462 Abendlied im Leiden. Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. 521. Auch diesen tag hab ich vollbracht Mit aller seiner noth. Nur deiner Vaterlich und macht Verdank ich es, o Gott! Abendlied am Ende in der Woche. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 522. uwiederbringlich schnell entflieh'n Die tage, die uns Gott gelieh'n. Die woche kommt und eilt davon: Vergangen ist auch diese schon! 2. Dank sei dir, ewigtreuer Gott, Für deinen beistand in der noth, Für tausend proben deiner treu! Denn deine huld war täg2. Wärst du nicht meines lebens kraft, Mein Retter und mein Heil; So würd in meiner pilgrimschaft Kein trost mir je zu theil! 3. Ach, ohne dich, All- lich neu. gütiger! Verging ich in der noth: Von trost und aller Hoffnung leer Wär ohne dich 3. Wenn unser Herz, von schuld befreit, Sich mancher guten that erfreut: Wes war die kraft? wer gab gedei'n? Dir, Herr, gebührt der ruhm allein! mein tod. 4. Doch welchen trost fühlt nun mein herz, Du bist und bleibst mein Gott: 4. Oft sehlten wir, und Dein wort versüßt mir merkten's nicht: Verzeih Abendlieder. uns die verletzte pflicht. Du siehst, Erbarmer, unsre reu; Um Christi willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dem strom der zeit Stets näher hin zur ewigkeit. Du hast die stunden zugezählt; Die letzte weislich uns verhehlt. 6. Herr unsers lebens! mache du Uns selber recht geschickt dazu; Daß nicht, indem wir sicher sind, Der tod uns unbereitet find't. 7. Ist einst die zahl der stunden voll, Die unser loos entscheiden soll; So führ uns aus der prüfungszeit Zu deiner frohen ewigkeit. 8. Da sind wir unsers heils gewiß. Da wechseln licht und finsterniß Nicht mehr, wie hier. Du ew'ges licht, Herr, unser Gott, verlaß uns nicht! ahes tandblent sediu Abendlied am Ende des od Jahres. Mel. Nun sich der Tag geendet e. 523. Auch dieser tag ist wieder hin; Mit ihm ein ganzes jahr. Hier bring ich dir, Gott, des ich bin! Mein Herz zum opfer dar. 463 2. Aus tiefer stiller mitternacht Erschallt mein lobgesang: Der Herr hat alles wohlgemacht! Ihm sei lob, ehr und dank! 3. Herr! voll von deiner gütigkeit Floh jeder tag dahin: Und voll von meiner sündlichkeit Floh jeglicher dahin. 4. Und doch, o gnadenvoller Gott, Hast du mich nicht gestraft! Doch hat mich nicht ein schneller tod In sünden hingerafft! 5. O Vater der barmherzigkeit! Ich bin nicht werth der treu. Hilf, daß ich jetzt und allezeit Dir kindlich dankbar sei. 6. Sei gnädig, Gott! geh' nicht mit mir, Ach, geh nicht ins gericht! Herr, du bist heilig! ach vor dir Besteh ich armer nicht. 7. Das blut des Sohnes Gottes macht Von allen sünden rein. Ich schlafe fröhlich diese nacht In diesem glauben ein. 8. Und hoffnungsvoll tret' ich die bahn Der neuverjüngten zeit mit kindlicher gesinnung an: Mein herz sei dir geweiht! 1903 54 464 Für besondere Zeiten. Tisch Iied.goldra sid Sm 6. Mit ehrfurcht betich vordir an, Du Ewiggütiger! ich kann Dein wohlthun nicht erwiedern. Dein ſei mein geist, dein sei mein leib Mit allen seinen gliedern! . tim il Mel. In dich hab ich gehoffet 26. 524. Nühm deinen Gott, mein fatter mund! Thu fröhlich das erbarmen fund, Das er mit lust erweiset. Er hat an seinem großen tisch Mich und die welt gespeiset. 2. Ja, Gott, du sorgest väterlich: Für alles sorgst du, auch für mich. Ich bin viel zu geringe. Staub bin ich; und du, großer Gott, Thust an mir große dinge! 3. Du, Vater, hast durch deine macht Mit huld mich an das licht gebracht, Mit viel geduld erzogen; Aus deiner leitung schließ ich froh: Mein Gott ist mir gewogen. dop 4. Du sorgst für meine leibesnoth; Du gibst mir stets mein täglich brod, Und mit ihm kraft und leben: Auch izt hast du mir speiß und trank Mit milder hand gegeben. isid 5. Mein leib und seele freuen sich, Du treuer Vater, über dich Und deine menschenliebe; Gib, daß durch unerkenntlichkeit Ich nie dein Herz betrübe. 7. Du, dessen herz vor liebe bricht, Verlaß, Gott,) die verlaßnen nicht: Erbarme dich der armen: Mach jeden, dem du reichthum gibst, Dir ähnlich an er barmen. issodah dat 111 8. Laß, wenn ein from mer hungrig ist, Mich den ken: das ist Jesus Christ; Er darbt, ich will ihn speisen! Hilf, daß die gabe meiner hand Ihn antreibt, dich zu preisen. Sid 9. Verleih, o Gott, daß ich ja nicht Bei deinen ga ben meine pflicht, Als mensch und christ, vergesse. Gib, milder Geber, daß ich dir zu ehren trink und esse! 10. Herr! meine hoffnung steht zu dir. Aus gnad und liebe gabst du mir Das große gut, das leben: Du wirst, so lang ich leben soll, Mir brod und nahrung geben. Bei der Ernte. dun asthile Bei der Mel. Wer nur den lieben Gott zc. SORT HO 525. ott, großer Geber aller gaben! Dir, dir gebühret aller dank. Du hörst das schrei'n der jungen raben; Du liebst der lerche lobgesang. Oneig auch ist dein ehr zu mir: Du forderst dank; ich danke dir. 2. Die kleinste deiner kreaturen Macht deine weisheit offenbar: Man siehet deiner liebe spuren, Und deine macht von jahr zu jahr: Ein jedes gras belehret mich: Gott schuf die welt; Gott liebet dich! 3. Du sorgest väterlicher weise, Herr, für die menschen und für's vieh; Gibst allem fleische seine speise, Und segnest alles spat und früh. Auch bösen wirfst du gutes zu: Wo ist ein solcher Gott, wie du? 4. Was dürr ist, feuchtest du mit regen; Was kalt ist, wärmt dein sonnenschein. Du theilst die zeiten, wie den segen, Zu unserm besten weislich ein. Bei wärme, hitze, kält und frost, Grünt, wächst und reifet unsre kost. 465 Ernte. 5. O, daß doch bei der reichen ernte, Womit du unser herz erfreust, Die ganze welt erkennen lernte, Daß du reich an erbarmen seist! Erleucht uns, Bater, durch dein licht; Sonst sehn wir deine wunder nicht. 6. Kommt! laßt uns bei Sen vollen schenern Dem Herrn der ernte dankbar sein! Laßt uns mit ihm den bund erneuern: Herr, wir, und was wir sind, sei dein! kommt, laßt uns Gottes ruhm erhöh'n! Der Herr ist gut! sein lob ist schön. 7. Gib, Vater, daß uns deine liebe, Zu deiner eignen freud, erfreut! Dein segen mehr in uns die triebe Zur demuth und zur dankbarkeit. Du hast uns gnädig gut's gethan; Treib uns zur pflicht des guten an. 8. Gib denen herzliches erbarmen, Die deine hand mit gütern füllt; Damit ihr überfluß der armen Bekümmerniß und hunger stillt. Herr, der du aller Vater bist, Gib jedem, was ihm nüßlich ist! 9. Thu' fernerhin auch 20** Für besondere Zeiten. deine hände, Die milde ben hat erblickt. Berg und Vaterhände, auf. Regier thäler, ticfen, höhen, Ließen und bessre bis ans ende deine huld uns sehen. Mein Herz und ganzen le- 4. Ach, wer ist, der solche benslauf. Mach in dem klei-| güte Dir genug verdanken nen mich dir treu, Daß ich zum größern tüchtig sei. kann? Nimm ein dankbares gemüthe Für die große wohlthat an. Unser lob soll dir erschallen: Gott macht satt mit wohlgefallen. 10. Beschütze die geschenkten güter; Laß uns die gaben wohlgedei'n; Laß theure zeit und ungewitter Entfernt von unsern gränzen sein: Verhüte krieg und hungersnoth; Und gib uns unser täglich brod! Mel. Zeuch mich, zeuch mich ie. 526. ott ott im himmel und auf erden! Herrscher in der ganzen welt! Laß das Herz voll freude werden, Da man dir zu fuße fällt, Für den reichen erntesegen Dank und opser darzulegen. 5. Lehr auch uns, wohl anzuwenden, Was uns deine huld gewährt; Nie zur sünd es zu verschwenden, Daß es nicht der fluch verzehrt. Ueppig seiner lüste pflegen, Das entzieht uns deinen segen, 6. Schenk uns auch vergnügte herzen; Stolz und geiz laß ferne sein: Laß es keinen neidisch schmerzen, Wenn auch andre mehr gedein. Willig laß mit deinen gaben Uns die dürf tigen auch laben! 2. Vater! du hast aus erbarmen Uns unwürdige genährt. Du hast reichen, du haft armen Milder gaben 7. Laß es deinem wort viel gewährt. Gott, der uns viel gut's erwiesen, Sei gelobt und hochgepriesen! 3. Du hast sonnenschein und regen Uns zu rechter zeit geschickt, Daß man dei nen reichen segen Allenthal-| freude! 05 466 gelingen, Daß auch wir, zu deiner ehr, Hier schon reichlich früchte bringen, Stärke du uns immer mehr. Schenk uns auch nach allem leide Jenes lebens erntebr Bei der Ernte. Bei sparsamer Ernte. Mel. Was Gott thut, das ist ic. blut, Wird mit ihm alles schenken Sein wort ver 527. Was Gott thut, schafft Uns lebenskraft; Es nennt uns Gottes erben. Wie könnten wir verder= ben! ist doch immer gut! So denken Gottes kinder. Wenn er nach unserm wunsch nicht thut, Liebt er uns doch nicht minder: Er ist uns doch Ein Vater noch, Wenn wir auch nicht viel gaben, Nicht reiche ernte haben. 467 5. Was Gott thut, ist doch immer gut! Es geh nach seinem willen! Christ, auch im mangel fasse muth: Der Herr weiß ihn zu stillen. Ob gleich das feld nicht viel enthält; Gott kann bei wenig gaben Doch leib und seele laben. 2. Was Gott thut, ist doch immer gut! Oft zeigt er reichen segen. Schon freu'n wir uns: doch unvermuth't Muß sich die freude legen. Will Gott allein Uns alles sein, So nimmt er andre güter; Zieht zu sich die gemüther. Hooketalu 3. Was Gott thut, ist doch immer gut! Im nehmen und im geben Sorgt er doch, wie ein vater thut, Für unser heil und leben. Er nimmt ein glück Uns oft zurück, Dem übermuth zu wehren, Vertrau'n auf Gott zu lehren. dpt 6. Was Gott thut, ist doch immer gut: Laßt uns ihm kindlich trauen. Was er an seinen frommen thut, Wirst du mit freuden schauen; Wenn er, als Gott, Dein gerstenbrod, Dein weniges, dir segnet, Und dir mit huld begegnet. 7. Was Gott thut, ist doch immer gut! Ihm sei dann preis und ehre! Auch wenn er unsern wunsch nicht thut, Ihm doch noch dank und ehre! Gott ist mein Hirt, Den sorgen wird, Daß mir nichts gutes feh le; Sei still dem Herrn, 4. Was Gott thut, ist doch immer gut! Uns christen soll nichts fränken. Gott gab für uns des Mittlers o seele! Für besondere Zeiten. $ 119479 8slm, Bei Donnerwettern. Mel. Nun danket all' und bringet. 528. donnert, mensch! wer donnert? wer Blitzt aus dem wolkenzelt? Schau auf, o sünder, wer? Der Herr, Der große Herr der welt! 2. In seiner starken Gotteshand Liegt ruhig die natur; Und erd und himmel ist im brand; Gebeut und winkt er nur. 468 3. Gott sieht von seinem wettersitz Auf dich und mich herab; Zeigt seinen ernst uns in dem blitz, Am fuß das offne grab. 4. Gott donnert in des sünders ohr; Der sünder hörts und zagt; Hebt zit ternd kaum sein aug' empor, Weil ihn sein herz verklagt. 5. Verschone, Herr, verschone noch Der sünder auch dießmal! Barmherzig bist du, Bater, doch; Zu groß der sünder zahl! christ! Wenn er in donnerwolken geht, Und fündern furchtbar ist. 8. Der pfeil des Herrn fährt wunderbar Von sei nem wolkenthron; Trifft, wenn er will; und frümmt kein haar, Wenn Gott ihm ruft: verschon! thom 19 9. Sprich, wenn dein Gott dich tödten will: Gerecht ist sein gericht! Er ist der Herr! ich halte still, Und laß im tod ihn nicht. 10. Des donners König ist mein Freund: Wenn er mich schnell entrückt, So weiß ich, daß ers gnädig meint, Und ewig mich beglückt. 14573 11. Wer Gott bei stillem himmel ehrt, Singt ihm auch froh sein lied, Wenn er auf schwarzen wolken fährt; Steht, wenn der sünder flieht. 12. Umsonst verbirgt, verkriecht er sich: Wer kann dem Herrn entflieh'n? Ihn schlüg der blitz, wohin er wich; Im dunkeln träf er ihn. 6. Bekehre doch ihr böses herz, Und tilge ihre schuld: Erfülle sie mit reu und schmerz, Und trage noch geduld!#g chhic D 7. Vor beines Gottes 13. Drum flieh, o sünMajestät Erzitt're nicht, oder, fliehe nicht, Nach dei Bei Donnerwettern. nem blinden wahn, Vor dei nes Schöpfers angesicht, Das stets dich finden kann! 13. Oft brennt dein blizz ( dann staunen wir!) Ein opfer ohne fehle. Doch glücklich fährt sie auf zu dir Des opfers fromme seelc. 4. Oft nimmt die höll' auch ihren raub. Den fünder im verbrechen Erreicht der blitz, brennt ihn zu staub, Den frevel all zu rächen. 5. Und nun verstummt der starken spott, Die dich wenn's hell ist, höhnen; Und selbst den thoren bist du Gott, Die sonst sich götter wähnen. 16. Der rasende, der dich nicht glaubt, Wird klug, fühlt dich im herzen, Und beugt vor dir sein stolzes haupt, Und fleucht von trunk und scherzen. Mel. Ich dank dir schon ic. 529. ob sei dir, Gott, der du mit pracht Auf deinem feuerwagen Herabfährst durch die wolkennacht, Vom sturm empor getragen. 7. Die unschuld aber, die dich kennt, Glaubt auch in Sie traut ungewittern; dir, wenn der erdkreis brennt; Und darf vor dir nicht zittern.be 2. Du läsfest deine don ner los, Daß berg und thal ertönen. Der Herr ist groß; 8. Jeht eilst du fort auf deiner bahn, Das land als Gott zu segnen. Dein gnadenzeichen glänzt heran Aus wolken, die uns regnen. der Herr ist groß! So 9. In heitern strömen schallt's uns erdensöhnen. fließt die luft, Rein von dem 14. Du zitterst vor des donners streich, Und schlägst an deine brust; Doch nach dem wetter eilst du gleich Zurück zu deiner lust. 15. sünder! wenn du gnad' erlangst So danke deinem Gott: Vergiß, vergiß nicht deiner angst, Und hüte dich vor spott! 469 16. Gott ist barmherzig, und verschont; Doch ewig schont er nicht! Er ist ge recht: der Richter lohnt Dem sünder mit gericht. 17. Ach! gegen jenen großen tag Ist dieser donner nichts. Zehn tausend wetter kaum ein schlag Vom wetter des gerichts! Für besondere Zeiten. gift der seuchen: Die erde immer schallt des Vaters dampfet balsamduft Aus stimm: ,, Ich will dich nicht pflanzen und gesträuchen. ,, verlassen!" 10. Dein donner schaf- 4. Was wären wir, wenn fet fruchtbarkeit; Die schö- deine hand Uns nach verdiennen fluren leben: Und herbst sten lohnte? Wenn häuser, und ernte steh'n erfreut, güter, volk und land Nicht Indeß wir menschen leben.dein erbarmen schonte? 11. Du donnerst, uns zum wohlergeh'n: O, wenn wir dich verstünden; Wir würden, wo wir unglück seh'n, Auch tausend segen finden.c HOM OUT 5. Heil uns! du zeigest viel geduld In allen deinen wegen: Du krönest jeden tag mit huld, Mit immer neuem segen. 6. Groß bist du! auf dein mächtig wort Muß sturm und wetter schweigen. Ver dir muß sich an jedem ort Das reich der schöpfung beugen. 12. Laß mir nie vor des Richters pracht, Nur vor der fünde grauen. Du bist die liebe, Gott der macht! Der liebe laß mich trauen. Nach dem Gewitter. Mel. Ich danke dir schon u. 530. ott, der gewit ter schafft und lenft! Mit fröhlichem gemüthe Lobsingen wir: denn 7. Gelobt sei deine wunderkraft, Die nach gefahr und schrecken Uns ruhe schenkt und segen schafft, Nach weisheitsvollen zweden! an uns denkt Dein herz 8. Dein auge stand mit mit neuer güte. t vaterblick Für uns, voll vor2. Groß bist du, Herr! sicht, offen; Drum hat kein auf dein gebot Muß blikwidriges geschick Im wetund donner schrecken: Doch du bist bei uns in der noth, Allmächtig uns zu decken. ter uns betroffen. g 470 3. Du züchtigeſt; doch nicht im grimm: Du strafest; doch mit massen. Noch 9. Kein zufall hat des feldes schmuck Uns schmachtenden entrissen; Rein has gel, kein zu schwerer druck Von starken wassergüssen. Bei der Confirmation. 10. Mehr leben ist in die natur Von dir, Herr, ausgegossen. Zum wohl thun, Schöpfer, hast du nur Die himmel aufgeschlossen. 11. O laß doch wahre furcht vor dir Stets unser Herz regieren: Laß uns, als wohlergehen. inclososan am 471 2. Sic kennen, Vater! deinen Sohn, Und seine heil'ge lehren. Ist freude, Gott, vor deinem thron, Wenn sünder sich bekehren; Laß heute größ're freude sein: So viele seelen stim men ein Daß sie dir an gehören! do 3. D, laß sie gnad', und nicht gericht Zum erstenmal empfahen, Wenn sie mit deine kinder, hier Ein frommes leben führen! CO 12. Du wirst dann ferner Vater sein, Und gnädig auf uns sehen, Wir werden uns des Vaters freu'n, Der's uns läßt III. Für besondere Vorfälle und Umstände. Topilisce trofy dinisense Bei der Confirmation junger Christen. Mel. Sei Lob und Ehr dem 2c.|| frommer zuversicht Zu dei531. Die hier vor deiie hier vor deinem Mal sich nahen! Es nem antlitz stärke sie in aller noth, Dastehn, Sind Jesu Christi mit sie Jesu Christitod Recht glieder. Gott, höre, mas preisen durch ihr leben. wir für sie fleh'n; Sieh 4. Lacht ihnen bei dem gnädig auf sie nieder! Gib ihnen, Vater, Sohn und Geist! Das gute, was dein wort verheißt, Im leben und im sterben. i edlen lauf Die falsche welt entgegen; Hilf ihrem schwa chen glauben auf: Und wenn sich lüste regen, Laß fie hinauf auf Jesum seh'n, Die welt mit ihrer lust verschmäh'n, Beharren bis ans ende. a) apilise 5. Zeig, Herr, den lohn der ewigkeit Von fern den theuren seelen, Die jetzt auf ihre lebenszeit, Sich mit dir, Gott, vermählen. O treuer Heiland, sie sind dein! Schreib heut ins buch des lebens ein Die namen dieser christen! Für besondere Vorfälle. Mel. Mitten wir im Leben sind. siegen! Die triebe zu ver532. Stärke, Mittler, bot'ner luft Dämpfe früh stärke sie, Deine in ihrer brust. Heiliger theu'r erlößten! Laß sie ihr Schöpfer, Gott! Heiliger vertrau'n auf dich Unaus Mittler, Gott! Heiliger sprechlich trösten: Wach über Gott, Lehrer und Tröster! ihre seelen! Sie steh'n, und Dreieiniger Gott! Laß fie schwören alle dir: Herr dein ihre feinde, Alle reizungen eigenthum sind wir! Heili- der welt, Weit überwinden. ger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen Ihren theuren großen eid Bei deinem 472 4. In der todesnoth laß sie, Deine theu'r erlößten, Ihres glaubens zuversicht Unaussprechlich trösten! Zähl sie zu deinen kindern. Einst führe sie mit uns zugleich in dein unvergänglich reich. Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen Ihren theuren großen eid. Erbarm dich ihrer! i namen. 2. Ach, wie viele schwu ren auch, Fest an dir zu halten! Aber treulos ließen sie Ihre lieb erkalten: Verder ben war ihr ende. Beständig laß dir diese sein, Die izt schwören: wir sind dein! Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Tröster! Dreieiniger Gott! Stärke sie, die deinen, Im vertrau'n auf Jesu tod Und wahrer tugend. und 3. Locken wird sie nun die welt, Herr, zu ihren lüsten: Ach, du wollest sie mit kraft Aus der höhe rüsten! Laß streiten sie, und mel. Allein Gott in der Höh' ic. 533. Herr, unfer Gott! In Christo aller sünder; Und sieh auch jetzo gnädiglich Auf diese deine kinder. Du nahmst sie schon bei ihrer tauf Durch deinen Sohn zu kindern auf, Zu erben deines himmels. 2. Auf ihres glaubens rechenschaft, Und was sie Bei der Confirmation. dir geloben, Ruh deines schwachen nie, In ihren Geistes hohe fraft; Daß lebenstagen! Ach Vater! sie des glaubens proben, Voll eifer für das christenthum, Zu ihrem heil und deinem ruhm, Im ganzen leben zeigen, hist du wollst uns und sie Mit aller langmuth tragen! Herr! nimm dich unsrer gnädig an, Und leit uns auf der rechten bahn, Die zu dem himmel führet! Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 534. Serr! bir gelob ich 3. Zwar mächtig wird in ihrer brust Die fünde sich empören; Sie werden oft zur bösen lust Gefährlich locken hören. Die welt wird ihre list und macht. Die manchen schon zu fall gebracht, An ihnen auch versuchen. neue treue, Und neuen fleiß im christenthum. Dir, Jesu, geb ich mich aufs neue Ganz hin zu deinem eigenthum. Ich will von sidir, o Geist, allein Geleitet und getröstet ſein. 12. Mein Gott! ach nimm von deinem kinde Den eid der neuen treue hin. Bisher war ich ein kind der sünde; Nun will ich ihre neigung flieh'n, Und mich schon jung der tugend weih'n. Sieh! dieser tag soll zenge sein! 4. Dochy deines Geistes kraft und gnad Kann, bei so viel gefahren, Auf wahrer tugend ebnem pfad Allmächtig sie bewahren, Erbarme dich; steh ihnen bei, Daß ihres lebens zierde sei Ein frommer christenwandel! ta pid 473 5. Hier nahn sie sich zu dir, o Gott, Dir heilig zu versprechen, In freud und schmerz, bis in den tod, Den taufbund nicht zu brechen. Gib doch durch deine gna denkraft, Die alles gute in uns schafft, Das wollen 3. Ach! oft hab ich den eid gebrochen, Den ich so feierlich dir that. Oft hab ich besserung versprochen, Die nie mein Herz erfüllet bat. Nun, heute kehr ich mich zu dir: Ich will mich bessern; hilf du mir! und vollbringen 6. Verlaß, o Gott, die 4. Nie will ich wieder treu 474 Für besondere Vorfälle. los werden, Nie deine gute wege flieh'n. Kein scheingut, keine lust der erden, Kein laster soll mich dir entzich'n. Weich, eitle welt! o sünde, weich! Gott hört es! Izt entsag ich euch. 5. O Gott, regiere du mein leben, und mache s'lbst mein herz dir treu, Daß ich der frömmigkeit ergeben, Und heilig, stark und weise sei! Denn ohne dich bleibt immerdar Mein Herz verkehrt und wandelbar. 6. Einst werd ich, Herr, vor deinem throne Den tag des bundes benedei'n. Du gibst mir nach dem streit die krone; Ich werde ewig selig sein. O welch ein heil! wie freu ich mich! Herr, nimm mich hin! dein, dein bin ich. Mel. Sei Lob und Ehr dem sie. 535. obt Gott in seinem heiligthum, Die ihr den höchsten kennet! Der uns sein evangelium Von ingend an gegönnet; Der uns den weg zur wahrheit zeigt, Und unser herz zum guten neigt. Gebt un serm Gott die ehre! 2. Dein sind wir, Vater, Sohn und Geist! Dich wollen wir bekennen. Von dem, was uns dein wort verheißt, Soll ewig uns nichts trennen, Nicht ruhm der menschen, nicht ihr spott, Nicht trübsal, nicht der martertod, Nichts soll uns von dir trennen! Sie 3. Den weg der wahrheit wählen wir, Und wissen deinen willen. Gib uns die kraft; sie kommt von dir, Ihn immer zu erfüllen. Erhalt in deiner furcht das herz; Daß es im glücke, wie beim schmerz! Sich kindlich dir ergebe. 4. Herr, wir sind dein! verlaß uns nicht! Nichts müsse uns dir rauben! Du bleibest uns're zuversicht; Denn du hälst ewig glauben. Getreu bist du: auch uns mach treu, Daß unser bund beständig sei. Preiß sei dir, dank und ehre! mel. Jesu, deine tiefe Wunden. 536. ei getreu in deinem glauben! Laß dir dessen festen grund Ja nicht aus dem herzen rauben: Halte treulich deinen bund, Den du hast mit Gott gemacht, Der dir se gen hat gebracht! Denn Bei der Confirmation. leicht gehet der verloren, Der frech bricht, was er geschworen. 2. Sei getreu in deiner liebe Gegen Gott, der dich geliebt: Auch am nächsten liebe übe, Wenn er dich gleich oft betrübt. Denke, wie dein Heiland that, Als er für die feinde bat! Du mußt, soll dir Gott vergeben, Auch verzeih'n und liebreich leben. 3. Sei getreu in deinem leiden; Und laß dich kein ungemach, Keine noth, von Jesu scheiden: Murre nicht in weh und ach. Denn du machst nur deine schuld Größer durch die ungeduld. Selig ist, wer willig träget, Was sein Gott ihm auferleget! 4. Hat dich freuz und noth betroffen, Und Gott hilft nicht alsofort; Bleib nur treu in deinem hoffen; Halte dich an Gottes wort. Hoff auf Jesum festiglich: Sein herz bricht ihm gegen dich; Seine hülf ist schon vorhanden. Wer sie hofft, wird nicht zu schanden. 5. Sei getreu bis an das ende; Daß dich keine qual und noth Je von deinem Jesu wende. Sei ihm treu 475 bis in den tod! Ach! das leiden dieser zeit Jst nicht werth der herrlichkeit, Die dein Jesus dir will geben Dort in seinem freudenleben. Mel. Schwing dich auf zu ic. 537. 537. Sollt ich jetzt noch, da mir schon Deine gnad erschienen, Dich verläugnen, Gottes Sohn! Und der sünde dienen? Mit den lüsten dieser zeit Wieder mich beflecken, Und nicht mehr die süßigkeit Deiner liebe schmecken? 2. Hab ich doch allein bei dir Meine ruh gefunden! Heiland, heiltest du doch mir Meines herzens wunden! Sollt' ich nun noch dein gebot, Wie die fünder hassen; Und mein recht an deinen tod Wieder fahren lassen? 3. Nein! ich bin und bleib ein christ, Halt' auf deine lehren; Lasse mir nicht macht noch list Meinen glauben wehren. Fielen tausend ab; nicht ich! Mag's die welt verdrießen! Sie wird mein vertrau'n auf dich mir doch gönnen müssen. 4. Zeigt sie mir ein heil, wie du? Bringt sie kraft den müden, Den bedrängten 476 Für besondere Vorfälle. trost und ruh, Sündern Gottes frieden? Gibt sie mir die zuversicht, Daß ich, trotz dem grabe, Deiner ewigkeiten licht, zu erwarten habe? 5. Nettet sie mich, wenn vor Gott Einst die völker stehen, Und das leben und den tod Jhm zur seite sehen; Wenn der sich're nun zu ſpät, Aus dem schlaf erwachet; Und der spötter, der hier schmäht, Glaubt und nicht mehr lachet? 7. O wie thöricht, wenn Bei Einführung Mel. Wie schön leuchtet der 2. 538. Jesu, Herr der herrlichkeit! Du König deiner christenheit, Du Hirte deiner heerde! Du siehst auf die erlößte welt: Regierst sie, wie es dir gefällt; Sorgst, daß sie selig werde. Von dir Sind wir Auch erwählet, Zugezählet Den erlößten, Die du segnen willst und trösten. 2. Durch dich und deines Geistes kraft Wird unsern seelen heil geschafft, Wird segen uns gegeben. Durch guter treuer lehrer mund ich mich Noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes huld genieße; Da ich weiß, auf wessen wort Ich die hoffnung gründe, Daß auch ich ohnfehlbar dort Gnad und leben finde! 7. Nicht das leben, nicht der tod, Trübsal nicht, nicht freuden, Nichts soll mich, mein Herr und Gott! Von dir jemals scheiden. Welt und sünd und eitelkeit, Und des fleisches triebe, Alles überwind ich weit, Herr! durch deine liebe. eines Predigers. Thust du den weg des heils uns kund, Führst uns zum ew'gen leben; Wenn sie Uns hie Wahrheit lehren, Trost gewähren, Wo wir leiden; Uns zum himmel zu bereiten. 3. Wohl! wohl dem volke, das du liebst, Nach deinem sinn ihm hirten gibſt Die es zum himmel führen; Die auf des lebens rechter bahn Nach deinem vorbild gehn voran, Und deine lehre zieren! Sorg doch Stets noch, Daß die heerde Glücklich werde; Daß den seelen Gute führer niemals fehlen! Bei Einführung eines Predigers. 4. Wir nehmen hier von deiner Hand Den lehrer, den du uns gesandt. Herr, segne sein geschäfte! Die seelen, die sich ihm vertrau'n, Durch lehr' und leben zu erbau'n, Gib weisheit ihm und kräfte. Lehr ihn; Hilf ihm/ Thun und leiten, Dulden, streiten, Beten, wachen; Selig sich und und uns zu machen! 356 6. Wenn einst dein großer tag erscheint, Laß unsern lehrer, unsern freund, Uns dir entgegen führen! Die seelen sind ihm zugezählt: Ach, ach! daß dort nur keine fehlt! Laß keine ihn verlieren. Jesu! Hilf du: Beut die hände, Daß am ende Hirts und vor heerde Treu vor dir serfunden Treu werde! 477 5. Herr! deinen Geist 7. Sei uns gesegnet! laß auf ihm ruh'n; Laß ihn sein amt mit freuden thun; Nichts sei, das ihn betrübe! Wenn er uns deine wahrheit lehrt, Gib uns ein herz, das folgsam hört, Ein herz voll treuer liebe. Lehrer, Hörer, Laß in freundschaft Und gemeinschaft Auf dich sehen, Und den weg zum himmel gehen. knecht des Herrn, Der kommt im namen unsers Herrn, In Jesus Chriſtus namen! Freund! Vater! nimm uns bei der hand; Führ uns zum ew'gen vaterland! Gott mit dir! amen, amen! Mit dir! Geh'n wir Durch die leiden Dieser zeiten Zu dem leben, Das uns. unser Gott will geben. Bei Trauung 18 ber 65 der Eheleute. 539. Gott! Mel. Vom Himmel hoch ic.id deinem angesicht, Verbunden durch der ehe band, Sich treu gelobt mit herz und hand! Hlot Injami ott! dessen liebevoller rath Den ehestand gestiftet hat: Mit segen weihtest du ihn ein; Laß ihn auch stets gesegnet sein. disib nord 3. Mit gnade schau auf sie herab, Daß sie zusammen, bis ins grab, Verträglich, freundlich, gleichgesinnt, Vor allem nigottesfürchtig sind. 2. Dein segen fehl auch diesen nicht, Die hier vor Bei Trauung der Eheleute. 4. Laß fie als christen sie der tod So sei ihr trost, lieben dich, Laß sie als daß unser Gott Die, welche gatten lieben sich; Von un hier sich treu geliebt, Eintreu auch im herzen rein, ander ewig wiedergibt. Und keusch in wort und Mel. Liebster Jesu, wir sind ic. werken sein. 540. Se err! der durch 5. Zusammen laß sie dir vertrau'n, Zusammen ihre feel erbau'n: Zusammen deinen ruhm erhöh'n, Und deinen segen sich erfleh'n. der liebe band, Mann und weib genau verbindet: Herr! der auf den ehestand Seines Seines reiches wachsthum gründet: Segne die, die izt mit beten In den stand der ehe treten. 6. Was ihnen ihr beruf gebeut, Das laß sie thun mit freudigkeit; Und so geling ihr frommer fleiß Zu ihrem wohl und deinem preiß. Lomasta, o 2. Du hast, großer Gottessohn, Einst ein frommes paar gesegnet: Und noch izt auf deinem thron Bist du Helfer, der gern segnet. Laß die, die sich izt verbinden, Deine huld und macht empfinden. 7. Empfinden und erfahren sie Des menschenlebens last und müh; So trage jeder gern sein theil Zu seines gatten trost und heil. 3. Christen stehen hier 8. Willst du durch kindervereint, Deinen segen zu er= sie erfreu'n, So gib zu bitten: Allertreuster Menihrer zucht gedei'n; Daß sie schenfreund! Tritt du seg= als christen sich bemüh'n, nend in die mitten; Daß Dem himmel bürger zu dieß paar die beste gabe, Goterzieh'n. 4d tes freundschaft, immer habe. 9. Wenn dein rath ihnen trübsal schickt, Laß sie darin nicht unerquickt. Gib heitre tage nach dem leid, Und seg'n es für die ewige feit, ein 10. Und trennet einst auch 478 4. Sei ihr beistand in der noth, Sei im kummer ihre freude: Gib, daß nichts, als nur der tod, Die verbundne herzen scheide. Laß sie frei von noth und sünden, Sich im himmel wieder finden! Für besondere Umstände. In allgemeiner Noth. Mel. Wenn wir in höchsten c. ser Freund und Mittler ist; Und laß noch stehen dieses jahr Den baum, der ohne früchte war. An 541. N imm von uns, Herr! wir fleh'n dich an, Dich, der allein uns helfen kann: Nimm von uns Herr, der strafe last, Die du uns aufgeleget hast! 82. Herr! unsrer schulden zahl ist groß. Wer wird die böse neigung los? Wer ist, der seine sünden zählt? Wer von uns weiß, wie oft er fehlt? 13 479 7. O Geist der gnad und des gebets! Regiere du fort hin uns stets: Laß unser herz von sünden rein, Und unsern wandel christlich sein! 8. Ström deinen segen, Herr! ins land: Thu auf die milde Vaterhand; Gib unsern feldern dein gedein: Hör nicht auf, Vater uns zu sein. od od 201 3. Nicht schwachheit nur, auch missethat Jsts, die dich, ( Sott, beleidigt hat. Oft 9. Verleib uns frieden; haben wir der menschheit und verleih, Daß unser herz werth, Dein göttlich eben- dir dankbar sei. Nie sei bild, entehrt.dein volk der feinde spott! 4. Gerechter Gott! vor dir, vor dir Bekennen und bereuen wir; Demüthig klagt dir herz und mund: Wir brachen deinen heil'gen bund. as 5. Ach, laß uns noch erbarmung seh'n; Laß noch vor uns vorüber geh'n Die strafgerichte, die uns droh'n; Und gib uns nicht verdien ten lohn! gani 16. Hörst du nicht uns; hör Jesum Christ, Der unZeig immer dich, als unsern Gott. 10. Nimm unser größtes gut uns nicht, Erhalt uns deines wortes licht; Die Feuersäule, die die nacht Des pilgerlebens helle macht. 11. Und fährst du hier zu strafen fort; Ach, scho ne dort! ach schone dort! Und gehe, Vater, gehe nicht Mit deinen findern ins gericht! 480 Für besondere Umstände. Mcl. Nun danket all' und ic. 542. Hott! ein Erbar unser geist, So wird dein volk auch frömmer ſein, mer warest du Des volkes Israels. Du Wenn es dich dankbar preißt. führtest sie ins land der 8. Ach Bater, schone ruh, Und warst ihr Gott, ihr Fels. d 2. Sie sündigten; du straftest fie: Da flehten sie unser land! Vergib uns unsre schuld! Wir küssen deine Baterhand, Und flehen: hab geduld. um gnad, Du Gnädiger, 9. Laß güte, treu und erhörtest sie, Wenn fromm ihr herz dich bat. redlichkeit, Laß frieden bei uns blüh'n: Laß liebe und gerechtigkeit, Durch unsre thore zieh'n! no TOUK 3. Mit demuth und mit zuversicht Fleh'n wir dich, Vater, an. Verstoß uns 10. Treu wohn in jedes deine kinder nicht! Du menschen brust Zu aller bists, der helfen kann. wohlergeh'n; Daß Gottes Engel stets mit Iust Herab zur erde seh'n. io sond 11. Vom himmel wird gesegnet sein, Wer thut, was Gott gefällt. Dann werden wir uns dankbar freu'n. Gott segnet haus und seld! and vid tool 12. Gott leitet uns zur ewigkeit Nach seinem wei sen rath. Geheiligt ſei ihm jederzeit: Gedanke, wort und that! # 4. Dein Vaterherz erbarmet sich, Ist willig zum verzeih'n. Der menschen wohlstand frenet dich, Dich schmerzet ihre pein. 5. Ach! kehre wieder, und erquick Dein volk, das zu dir weint: Mit deinem segen komm zurück, Bleib ewig unser Freund! 738974 6. O Vater! wir vertraun auf dich, Auf deine gütigkeit, Vergib uns armen väterlich Die fünde, dop.delf dalf 37. Wirst du erhören und verzeih'n, So freut sich die uns reut. 190 13. Getrost seh'n wir auf seine haud, Und trauen feiner güt; Und hoffen auf das vaterland, We ew'ger friede blüht. mabid In allgemeiner Noth. Mel. Vater unser im Himmelr. Die weisheit sie erhören kann. 5. Dir unterwirft sich unser herz; Doch zittert es vor noth und schmerz. Und dieß gebet, das unsern geist Zum himmel von der erde reißt, Und das dein wort uns selbst gebeut, Das hörtest du von ewigkeit. 6. Wend ab von uns der völker noth, Die elend und verderben droht! Da stehn wir, Gott, vor deinem thron, Vertraun auf Jesum, deinen Sohn. Er starb für unsrer sünden schuld; Du schenkst sie, und verzeihst mit huld. 543. in mensch, ein fürst, ein gan zes land, Was sind sie, Herr, in deiner hand? Du winkst! so sind wir nichts als staub, Des unglücks und des todes raub. Du winkst; so strömt uns freud und ruh Aus deiner Gottesfülle zu. 2. Unhaltbar gehst du deine bahn. Mit menschenmacht ist nichts gethan, Die niemals deinen rathschluß bricht, Er sei uns wohlthat oder nicht. Wer ist, der deine tiefen seh? Du schaffst das wohl und schaffst das web. OBE 3. Zwar schuldlos ist kein mensch vor dir: Die sünder strafst du oft schon hier. Doch an der länder noth und heil Nimmt find und frevler seinen theil, Nach unerforschter weisen wahl, Nicht nach der werke maaß und zahl. 481 4. Laut ruft uns jedes schicksal zu: Wir sein nur staub, und Herr seist du! Doch hast du ewig schon gesehn Der menschen gottgefällig flehn; Und hast beſtimmt, we, wie und wann 7. Herr, vor dir beugt sich herz und knie: Ach, rette, schütze, tröste die, Die dein verborgner weiser rath Erschreckt, geprüft, gestrafet hat. Erschüttre jedes lieblos herz; Gib mitleid mit der brüder schmerz! 8. Und will dein unerforschter schluß, Daß unser land noch leiden muß; So schrecke dann dein richterschwerd, Den, der zu freveln noch begehrt; So tröste den, der Gott noch liebt, Mittrost, den deine macht ihm gibt. 21 Für besondere Umstände. 9. O Vater! der du nend zu dir treten: Mit mächtig bist, Dir beugt sich, zuversicht, die gibst du mir, dir vertraut dein christ Wir Mit freuden will ich beten. trau'n dir, unserm Gott Dein angesicht angesicht Verbirgt und Herrn: Du hörst ge- sich nicht Vor denen, die bet, und hilfft uns gern. dich ehren. Du merkst auf Beweis durch Jesum gnad sie, Verwirfst sie nie, Und und huld An aller men- eilst, sie zu erhören. schen noth und schuld. Vertrauen des Frommen in bösen Zeiten. Mel. Was mein Gott will ic. 544. Wer enn menschen 4. Du wollst mich in der bösen zeit Mit deinem schilde decken. Gott, setze mich in sicherheit Vor allen ihren schrecken! Mich treffe nicht Dein strafgericht: Du wollest meiner schonen! Bei tausenden, Die untergehn, Laß unversehrt mich wohnen! dich verachten, Gott, Und nach dem Herrn nichts fragen; Die müssen in der zeit der noth Mit banger seele klagen. Beklemmt von schmerz Verzagt ihr herz, Und findet keinen retter: Denn du bist nicht Die zuversicht Der sünder und der spötter. 482 5. Gott, hilf mir, daß ich immer hier Ein göttlich leben führe! Und meine freudigkeit zu dir Durch sünden nicht verliere! Der sünder schmach Folgt ihnen nach: Du strafest; und sie zittern, Doch mich wird nie Dein zorn, wie sie, Wenn du sie strafst, erschüttern. 2. Jch aber darf voll hoffnung sein; Auf dich, mein Vater, trauen. Wie finster auch die zeiten sein, Darf dennoch mir nicht In Theurung. grauen. Ich kenne dich! mel. Von Gott will ich nicht ic. Du weißt, daß ich Nach 545. Du bester troſt der deinen rechten frage: Und armen, Gött, deine treu Wird täglich neu, Schöpfer aller welt! Du Und sorgt für meine tage. Vater voll erbarmen, Der 3. Nicht klagen will ich, ewig glauben hält! Du, du Gott, vor dir, Nicht wei- erhörst gebet; So höre, wa In Kriegszeiten. der glaube Zu dir izt aus dem staube, Aus tiefen nöthen, fleht. 2. Uns bringen unsre sünden Jßt noth und herzeleid. Gott, Richter! wir empfinden, Was uns dein wort gedräut. Ein fruchtbar erdreich soll Bei gottvergeßnem leben, Das täglich brod nicht gegeben Ach, unser maaß ist voll! 3. Verklagt gleich unser leben Vor dir, o Gott, uns hart: Doch schonen und vergeben Ist guter väter art. Gott, unser Vater! du Bist gut vor allen vätern; Und neigst auch übertretern Dein herz bald wieder zu. 4. Wenn sie mit ernster reue Zu dir um hülfe schrein; So willst du bald aufs neue. Ihr Gett, ihr Vater sein. Gott, unsre zuversicht! Zu dem wir alle flehen, Auf den wir alle sehen; Hilf uns, verlaß uns nicht! 5. Gott, unser heil! ach wende Der zeiten schweren lauf. Thu deine milden hände Den schatz der allmacht, auf. Was nur ein leben hat, Nährst du mit wohlgefallen: So schaff dann auch uns allen, Bei diesem mangel, rath. 483 6. Herr, der du uns erschufest, Hör unser angstgeschrei! Allmächtiger, du rufest Dem nichts auch, daß es sei. Uns helfen, ist dir leicht: Du kannst dem mangel wehren, Und überfluß bescheren, Wann's uns unmöglich deucht. 7. Laß alle frucht gerathen, Und alles besser gehn! Erquicke unsre saaten, So oft sie traurig stehn. Herr! baue du das land; Tränk es mit thau und regen, Und fülle es mit segen, Aus deiner milden hand. In Kriegszeiten. Mel. Wer nur den lieben Gott 2. 546. Gott! es zieht ein friegeswetter Jetzt über unser haupt einher. Bist du, Herr, hier nicht unser Retter, So ists für unser land zu schwer. Sieh, wie die fürsten sich entzwein, Und uns zu unterdrücken dräun! 2. O laß mich hier allein, o Vater, Auf dich und deine vorsicht schaun: Auf dich, den mächtigsten Berather, Und nicht auf menschenhülfe baun, Die ohne dich uns gar nichts nüßt, Die 21* 484 Für besondere Umstände. nur durch dich uns kräftig schützt. 3. Kein blinder zufall herrscht auf erden; Du bist es, der die welt regiert. Laß uns der feinde spott nicht werden, Die stolz und neid her zu uns führt. Seid böse, völker! rüstet euch! Ist Gott mit uns, so fehlt der streich. 4. Die allerfeinsten friegeslisten Vereitelt leicht dein weiser rath. Nie wird der feind das land verwüsten, Das dich, Gott, zum Beschützer hat. Durch dich hat oft die kleinste macht Ein großes heer zur flucht gebracht. 5. Was hilft der feinde große menge? Was hilft dem riesen große kraft? Der ross und wagen stark gedränge Ists nicht, was sieg und heil verschafft. Der mensch vertraut darauf zwar gern: Doch kommt der sieg nur von dem Herrn. 6. Drum werf ich mich in deine arme, Du Vater der barmherzigkeit! Voll zutrau'n bitt ich dich: erbarme Dich über uns in schwerer zeit! Laß gnade doch für recht ergehn, So bleiben wir noch aufrecht stehn. 7. Doch findet, Herr, dein weiser wille Noch ferner züchtigungen gut; Wohlan, so schweig ich, und bin stille Bei dem, was deine vorsicht thut. Ich, dein geschöpf und auch dein kind, Weiß, daß es Vaterschläge sind. 8. Die kleine einsicht uns rer seelen, Die schreibe dir Herr, niemals vor! So grob laß du mich nimmer fehlen; So weit vergeht sich nur ein thor. Ist gleich, was deine weisheit thut, Mir oft ein räthsel; ists doch gut. 9. Nicht grimmig, sondern nur mit massen Sind deine strafen eingericht't. Du wirst uns nicht zerstören lassen: Nein, Bater! nein, das thust du nicht. Wir sollen nur durch angst und pein Geprüfet und gebessert sein. 10. Zuletzt wird jeder sagen müssen: Das hat Gott, unser Gott, gethan! Gerecht ist er in seinen schlüssen; Ihn bete dankbar alles an! Er hilft und er errettet gern: Lobsinget ihm, dem guten Herrn!! Nach erlangtem Frieden. Nach wieder erlangtem läßt sie uns auch ferner schauen, Und nimmt sich uns'rer mächtig an. Wo wir nichts können, nichts verstehn, Wird, was uns nützt, durch ihn gescheh'n. 5. Preißt ihn durch wohlthun und erbarmen, Wo ihr der brüder noth erblickt; Daß ihr die leidenden und armen Speißt, Speißt, tränket, kleidet und erquickt: Damit sich alles, alles freu, Und durch den frieden glück485 Frieden. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 547. Gelobt, gelobt seist du mit freuden, O Gott, der alles weislich lenkt, Und uns nach kurzen kriegesleiden Des friedens wieder wonne schenkt! Verwüstung, mordsucht heiß'st du flieh'n, Und sicherheit und segen blüh'n. 2. Gott! was du segneft und behütest, Dem darf sich kein zerstörer nah'n; Undlich sei. plößlich, wenn du es gebietest Ist alle zwietracht abgethan. Auch uns hast du mit huld bewacht, Auch uns die ruh zurückgebracht. 6. Preißt ihn mit eurem ganzen leben, Mit allem, was ihr habt und seid! Was könnt ihr sonst Gott wiedergeben Für seine große freundlichkeit? Laßt euren sinn und wandel rein, Und ihm ein würdig opfer sein! 3. Fühlt, christen! euer glück, und preiset Den guten Gott, der uns erfreut; Der seine hohe macht beweiset, Und in der macht barmherzigkeit; Der vaterliebe für uns hegt, Und wunden heilet, die er schlägt! 7. Nimm, Vater, unsers dankfes lieder, Auch ist mit wohlgefallen an! Froh schallen unsre tempel wieder Von dem, was du an uns geT 4. Preißt ihn mit freuthan. Herr! unser Gott! digem vertrauen! Ihr seht, dich loben wir. Herr Gott! was seine hülfe kann. Er wir danken, danken dir! In Krankheiten. Mel. In allen meinen Thaten 26. bens glück empfunden, Und 548.h hab in guten freuden ohne zahl. So will stunden Des leich dann gelassen Mich auch 486 Für besondere Umstände. im leiden fassen: Welch leben hat nicht seine qual? 2. Ja, Herr! ich bin ein fünder, Und stets ſtrafft bu gelinder, Als es der mensch verdient. Will ich, beschwert mit schulden, Kein zeitlich weh erdulden, Daß doch zu meinem besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben: Nicht meine ruh, mein leben Mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, Und nicht auf menschen bauen: Du hilfst, und du errettest gern. 4. Laß du mich gnade finden, Mich alle meine sünden Erkennen und bereu'n. Jetzt hat mein geist noch kräfte; Sein heil laß mein geschäfte, Dein wort mir trost und leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, Bin ich des himmels erbe: Was schreckt mich grab und tod? Auch auf des todes pfade Vertrau' ich deiner gnade: Du Herr bist bei mir in der noth. 6. Ich will dem fummer wehren, Gott durch geduld verehren, Im glauben zu ihm fleh'n. Ich will den tod bedenken. Der Herr wird. alles lenken, Und, was mir gut ist, wird gescheh'n! Mel. Wenn mein Stündlein re. 549. Dein wille, beſter Daß ich itzt schmerzen leide: Doch weiß ich, daß du Bater bist; Von dir kommt noth und freude. Dir ist mein ganzes leid bekannt: Mein leben steht in deiner hand; Du zählest meine tage. 2. Mein Gott und Vater! gib nicht zu, Daß ungeduld mich kränke. Gib deinen Geist mir, der zur ruh Mein traurig herze lenke; Den Geist, der stark im schwachen ist! Daß ich an Gott und Jesum Christ Mit freuden stets gedenke. 3. Mein Gott! laß michs vergessen nie, Du seist und bleibst die liebe. Bewahr mein herz, daß es nicht hie Unglaubig sich betrübe. Zwar trag ich meiner sünden schuld; Doch gränzenlos ist deine huld, Und ewig deine liebe. 4. Voll Hoffnung wend ich mich zu dir, Und will mich dir ergeben. Gott, wie du willst, so schicks mit mir, Zum sterben oder leben! In 487 In Krankheiten. deiner hand steht meine zeit: Und laß bis in den tod mein Mach du mich nur zur ewig- herz An deiner gnade hankeit Durch deine gnade gen. tüchtig. 5. Laß nicht zu, daß der krankheit pein Zu schwer mir schwachen werde. Er quicke gnädig mein gebein, Und mildre die beschwerde, Du Vater weißt, was jeden tag Dein schwaches kind ertragen mag. Hilf mir, erbarm dich meiner! 9. Und wenn du, Herr des lebens, mir Gesundheit wieder schenkest; So fleht mein redlich herz zu dir, Daß du mein leben lenkeſt! Mehr frömmigkeit versprech ich dir: Und was du hast gethan an mir, Das will ich nicht vergessen. 6. Auch bitt ich, treuer Vater, dich Für alle andre kranken: O segne jeden, gleich wie mich, mit heiligen gedanken! Send jedem hülf und labsal zu; Ihr arzt und höchster trost sei du, Damit sie nicht verzagen! Vater, 10. Du weißt, wie we nig ich vermag, Du mußt die seele leiten, Mußt mich auf meinen sterbetag Durch deinen Geist bereiten! Der tag sei dann nah oder fern; Ich leb und sterbe dir, dem Herrn: Du wirst mich nicht verlassen! 7. Auch, treuer jegne die, Die meiner Frank 550. J liebster beſter Mel. Sollt es gleich bisweilen ic. efus Christus! heit pflegen! Belohne ihre treu und müh mit deinem besten segen. Gib mir ein herz voll dankbarkeit; Gib ruh, wenn unzufriedenheit| jammer an! Und zorn in mir sich regen. Menschenfreund, Erbarmer, Tröster! Helfer, der stets helfen kann, Siehe meinen 8. Soll diese krankheit tödlich sein, Soll bald mein leib erblassen; So laß mein herz, von sünden rein, Im glauben dich umfassen, Versüße mir des todes schmerz, 2. Schau mit herzlichem erbarmen, Liebster Heiland, auf mich armen! Faß mein elend, laß mein fleh'n, Jesu, dir zu herzen geh'n! 3. Alle, die zu dir gebetet, Hat dein starker arm erret 488 Für besondere Umstände. tet. Keine noth, du Mächtiger, Keine last ist dir zu schwer. 4. Freudig darf ich auf dich hoffen: Tausend wege sind dir offen. Macht und weisheit fehlt dir nie: Hel fen kannst du ohne müh. 5. Ja, du Herr von meinem leben, Kannst mir kraft und stärke geben. Ruhig bin ich, Gott, mein Hort! Sprich du nur ein gnadenwort. 6. In den trüben augenblicken Laß mich deinen trost erblicken. Steh, durch dei nen Geist mir bei, Daß ich start in schwachheit sei. 7. Laß nur nicht den glau ben wanken! Einst werd ich dir doch noch danken: Einst, mein Heiland, preiß ich dich Für mein leiden ewiglich. 8. Drum laß mich nicht trostlos klagen, Ach! nicht murren, nicht verzagen. Ströme heiterkeit und ruh Dem beklemmten herzen zu! 9. O mit welchem stillen Herzen Littest du, Herr, angst und schmerzen! Du vertrautest deinem Gott In der tiefsten todesnoth. 10. Angespeit, verhöhnt, gebunden, Voll von blut und schweren wunden, Still, geduldig wie ein lamm, Warst du noch am kreuzesstamm. 11. Ich will auch mit ſtillem herzen Gott vertraun in meinen schmerzen, Jhm ergeben will ich mich. Er liebt immer väterlich. 12. Ja, wenn ich auch elend bliebe, Bleibst du doch, mein Gott, die liebe; Und das glück der kreatur Suchst du, weiser Schöpfer, nur! 13. Tausendmal hast du mein flehen Mit erbarmen angesehen; Tausendmal mein herz erquickt, Wenn mich angst und noth gedrückt. 14. Herr! du siehst auch ist mein sehnen, Zählest alle meine thränen; Bist allmächtig, liebest mich: Jesu Christ, ich hoff auf dich! 15. Führe mich aus meinen leiden Bald zu deinen himmelsfreuden, Aus des schmerzens dunkelheit Hin zu deiner herrlichkeit. 16. Laß das ziel von meinem leben Stündlich mir vor augen schweben. Bald, ach bald wird alle pein Ewig überwunden sein. Nach der Genesung. 489 17. Bald ist alles über wunden: Harre nur noch wenig stunden! Still und ruhig nur, mein geist Glaube, was dir Gott verheißt. 3. Gottes huld und treu erquicket Den, der glaubig nach ihm blicket: Gott ist unaussprechlich gut. Die mit zuversicht ihm trauen, Werden mit wird mein auge schauen: schauen, Daß er große dinge vergnügen Ja! mir ist, als säh ich schon Jesum Christum, Gottes Sohn. 18. Ja! auf Gott will ich vertrauen: Ja! ihn thut. 19. Ach daß ich ihn heut noch sähe! Jesus, du hörst, was ich flehe, Ach erhör, ich bitte dich, Ach erhör, und rette mich! dich angenommen, Großes da an mir gethan. 4. Kehre dann zu deinem glücke Dankbar, D mein herz, zurücke; Und genieße deiner ruh! Danke deinem Gott mit freuden. Er erlößte dich vom leiden: Dank, erlößte seele, du! Nach erlangter GeneJog sung. 5. Mein nun neu ge schenktes leben Will ich dir Mel. Fröhlich, fröhlich immer zc. 551. Leieben will ich zum opfer geben! Rein will ich, dich, mein Retter! Dich, Erhörer frommer beter! Danken, danken will ich dir: Denn dein treues Vaterherze Ward be wegt bei meinem schmerze: Da ich schrie, halfst du mir. Herr, vor dir sein. Gehn will ich auf Gottes wegen; Andre soll mein dank bewegen, Unsers Gottes sich zu freun. G affort 2. Du kannst aus des todes rachen Mich befrein, und fröhlich machen, Wenn sonst niemand retten kann. Noth war über mich gekommen: Du hast mein Pidi 6. Ich will vor der ganzen menge Gott erhöhn durch lobgesänge, Gott, der uns viel gutes thut. Gott hat mich dem tod entrissen; Alle menschen sollens wissen: Gott ist unaussprechlich gut! 21** Für besondere Umstände. Fürbitte für alle Kran- allerhöchstes Gut, Jhr inken überhaupt. Mel. Aus tiefer Noth schrei c. nigstes verguügen! Die leichte qual der kurzen zeit durch den der ür alle 552. F bitt ich dich Mit ewigkeit Für sie versüßzet werden. brüderlichem herzen: Mein Gott erleicht're väterlich Die last von ihren schmerzen! Sprich tröstung allen schwachen ein; Und laß auf dich, auf dich allein mit festem muth sie trauen. 490 2. Des gnadenlebens kurze zeit, Den greuel ihrer sünden, Und deine treu und freundlichkeit Laß, Vater, sie empfinden! Gib muth und kräfte ihrem geist; Gib jedem reichlich, was du weißt, Das er bedarf zum heile! 3. Den geist der ruhe und geduld Wollst du den schwachen schenken! Laß sie an deine Vaterhuld Zu ihrem troste denken. möchte doch dein will allein Jhr will und ihre freude sein, O Vater aller gnaden! 4. Gib ihnen allen kraft und muth, Die schmerzen zu besiegen. Sei du ihr 5. Ach jeden, wär er noch so schwach, Laß deine kraft empfinden: Und kluge tröster, Bater, ach! Laß jeden kranken finden. Die last der krankheit und ihr schmerz Erwecke manches christenherz Zum zärtlichen erbarmen. 6. Den kranken, der nun sterben soll, Den lehr, D Vater, sterben! Ach, jeder tugend werd er voll, Geschickt, dein heil zu erben! Ach Jesus, mach zum. himmelreich Ihn fähig, deinem bilde gleich, Schon heilig hier auf erden! 7. Den kranken, der durch dich geneßt, Den lehre heilig leben! Der müsse wann du ihn erlößt, Durch liebe dich erheben! Nicht mehr im traum der sicherheit, Nein! als ein erb der herrlichkeit, Müß' er unsträflich wandeln! 0. Sterbelieder. Mel. O Jesu Christ, mein's Leb. 553. Jefu, meines lebens Licht, Mein trost und meine zu versicht! Tief beugt mich meines elends last: Ach! unter ihr erlieg ich fast. 2. Mein Gott! wo nehm ich kräfte her? Der gang zur ewigkeit ist schwer: Nimm deinen pilger an der hand, Und führ ihn in sein vaterland. 3. Mich ängstiget des todes schmerz; Erpeiniget mein armes herz. Die seele schreiet ſtill in mir: Nimm mich zu dir! nimm mich zu dir! 4. Jch blick zu deinem kreuz empor, Und halte dir dein sterben vor. Mir tann in meiner todespein Nichts süßer, als dein sterben sein. 5. Verschmähe meine ſeufzer nicht! Dein Geiſtſoll, wenn mein mund nicht ſpricht, Im ſchwersten kampf geschäftig sein, Und Abba, Vater! in mir schrein. 6. Wenn einst mein sterbend haupt sich neigt, Und sich mein grab mit schrecken zeigt; So sei dein wort: 491 ,, es ist vollbracht!" Mein licht in jener todesnacht. 7. Als Sieger gingst du einst ins grab; Als sieger leg ich meinen stab Mit freuden vor die bahre hin, Und fren mich, daß ich selig bin. 8. Jch traue, Herr, auf deinen tod: Du hilfft mir. in der todesnoth. Und schließt sich dann mein le= benslauf, So nimm mich in den himmel auf. 9. Am jüngsten tag erwecke mich! Da sieht mein auge froh auf dich. Ich weiß, im schrecklichen gericht Verdammt mich mein Er löser nicht. 10. Unsterblich werd ich auferstehn, Berklärt werd ich den Vater sehn; Und du machst mich in deinem reich Auf ewig deinem bilde gleich. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 554.treuer Jeful ber Jeſu! du bist Mein Hirt, mein Trost, mein Leben, Mein Freund, der treu und ewig ist; Dem ich mich hab' ergeben. Ich bitte dich: Gedenk' an mich; Und laß mich nicht verderben, Wann kommt die zeit zu sterben. 492 Für besondere Umstände. 2. Steh mir an meinem ende bei, Und hilf mir überwinden! Mach mich von meinen sorgen frei, Und sprich mich los von sünden. In aller noth Sei mir dein tod Und unverschuldtes leiden, Die quelle großer freuden! 3. Mich tröst ant rand der ewigkeit Der ſegen deiner wunden, Die du, zu meiner seligkeit Aus lauter lieb empfunden. Dein theures blut Komm mir zu gut; Und stärke meine seele, Daß keine angst sie quäle. 4. Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, Nicht mehr den mund bewegen; So nimm die schwachen seufzer an, Die sich im herzen regen. Ich halt an dir: Laß du in mir Den namen Jesus schallen, Wenn mirs gehör entfallen! 5. Gott! auch im tod bist du mein Gott; Dein trostwort will ich fassen: In meiner letzten größten noth Willst du mich nicht verlas sen. Ach gib mir doch Am ende noch Den trost in meinem sterben: Gott läßt mich nicht verderben! 6. Herr Jesu, Heiland, Gottes Lamm! Du starbst, daß ich soll leben. Du, der zu mir vom himmel kam, Wirst mich zum himmel heben. Ja, komm zu mir! Nimm mich zu dir Aus diesem meer der Leiden Ins reich der ew'gen freuden! met. Wenn mein Stündlein ic. 555. Wenn einst mein sterbend auge bricht, Mein letzter hauch verschwindet, Mein leib erstarret, und selbst nicht, Daß er entschläft, empfindet; Wenn um mich, den entschlummernden, Nun alle meine lieben stehn, Und angstvoll zu Gott weinen. 2. Dann, Schöpfer, nimm auf, meinen geist, Der frendig zu dir fliehet; Der dankbar deine güte preißt, Daß er den tod nicht siehet! Und tröste, die betrübt um mich Mit thränen klagen: laß sie sich Mehr meiner wonne freuen! 3. Mein hingefallner leib bleibt hier; Ihn wird das grab verschließen. Heil mir! das grab wird dennoch dir Ihn wiedergeben müssen. Du kommst, Erwecker! dei at Sterbelieder. ne macht, Die ihn aus nichts hervorgebracht, kann auch aus staub ihn bauen. 4. Wie könnt ich trauren, daß im tod Mein fleisch zu staub vermodert? Wie könnt ich klagen, da es Gott Bom tode wieder fodert? O hoffnung, daß nach kurzer ruh Mein leib erwacht, wie groß bist du, Und welch ein trost im tode!: 5. Mein Gott! des todes schmerz will ich, Wenn er nun kommt, verachten; Mit glaubensvollem blick auf dich, Nach meinem ziele trachten; Und mich dem ziele freudig nah'n! Mein himmlisch kleinod zu empfah'n, Das Jesus mir erworben. Mel. Alle Menschen müssen ic. 556. Got ott! ich armer voll gebrechen, Nahe deinem throne mich! Kaum noch darf ich mit dir sprechen: Denn ein sünder, Herr! bin ich. Aber reuend, tief zerschlagen, Will ich mich doch zu dir wagen, Weil du uns durch Jesum Christ Gnädig und ein Vater bist. 2. Laß mich mein verderben kennen, Fühlen laß mich meine schuld; Aber 493 laß dich Vater nennen, Zeig mir deine Vaterhuld! Laß mich armen gnade finden, Und vergib mir meine sünden: Gott, der seinen Sohn mir gab, Schau mit lieb auf mich herab! 3. Ach, vertaß an meinem ende, Gott, mein Gott! verlaß mich nicht. Zeig mir deine Helfershände Und dein Vaterangesicht. Ach, erquicke meine seele, Die ich deiner huld empfehle, Vater der barmherzigkeit! Gib mir muth im letzten streit! 4. Laß mich alles willig leiden, Was ich hier noch leiden soll! Schenke mir den Geist der freuden: Mach mich deiner liebe voll! Laß mich deinen beistand mer ken; Eile, eile, mich zu stärken, Daß ich könne ruhig sein, Und auf meinen tod mich freu'n. In 5. Gott! entzünde mein verlangen Nach dem glück der ewigkeit. Jesus! laß mich dir anhangen, Selig sein schon in der zeit. Laß mich deine lieb empfinden; Kämpfen hilf, hilf überwinden. Jesus, Jesus! zeige dich; Unterstüße, tröste mich! Für besondere Zeiten. 6. Gott! erhöre mein bein wort gegeben: Jesus, vertrauen, Mehre meine lust an dir: Laß vorm grabe mir nicht grauen: Ach, zur rechten steh du mir! Gibben: Jesus lebt! du lebst! ich soll leben! Wenn mein Herz im sterben bebt, Lehr mich glaumir muth und kraft zum fiege; Gib nicht zu, daß ich erliege: Denn ich glaub und traue dir: Jesus, Je sus! du bist hier. 494 7. Wenn mir alles licht verschwindet, Nacht und ohnmacht mich umgibt; Wenn dann nur mein Herz empfindet, Daß mich Gott, mein Heiland, liebt! Diesen trost laß mir nicht fehlen, Freund und Retter unsrer seelen! Deine lieb, das bitt ich dich, Tröst in meinem tode mich! 10. Jesus! ach, bei deinem tode, Deinem blute, bitt ich dich: Ach verlaß mich nicht im tode! Ach, erbarm dich über mich! Hilf mir froh und heilig sterben; Hilf mir deinen himmel erben, Hilf mir, denn mein end ist nah: Hilf mir! für mich starbst du ja! Mel. Christus, der ist mein 2c. 557. Gott hab ich mich ergeben, und fahr im frieden hin; Denn Christus ist mein leben, Und sterben mein gewinn. 2. Ich freu mich, abzuscheiden, Und bei dem Herrn zu sein: Zu meines Heilands freuden Geh ich erlößter ein. 8. Mehr, als kein erschaffner fasset, Weißt du selbst, was sterben ist; Denn du bist am kreuz erblasset Auch für mich, o Jesus Christ! Nun, du wirst auch mich bemerken, Und mein Herz im tode stärken. Hilft kein lebender mir mehr, O so hilf, Allmächtiger! hin motocha 9. Hilf mir mit dem tode 4. Wenn meine fraft ver ringen; Schone meiner im gericht! Ja, zum leben werd ich bringen, Und dich sehn von angesicht. Du hast mir 3. Bald hab ich überwunden Gefahr der sünd' und noth. Vergebung hab ich funden; Und selig ist mein tod. gehet, Die zung am gaumen klebt. Das herz um gnade flehet, Und langsam schlägt und bebt. Sterbelieder. 5. Wenn meine augenschmerzen Ruft er uns liebbrechen, Und wie zur dür- reich zu: Kommt her, beren zeit Der hirsch nach ladne herzen; Bei mir ist frischen bächen, Zu Gott für euch ruh! Dieß wort die seele schreit! aus deinem munde, Herr, soll auch mich erfreu'n; Soll in der letzten stunde Mir geist und leben sein. end 3. Mit dir muß es mir glücken, Den kampf zu überstehn. Da will ich nach dir blicken, Da wird mein glaube seh'n, Wie im gericht für fünder Du mit dem tode rangst; Und wie du, Ueberwinder, Allmächtig ihn bezwangst! 6. Dann siehe meinen jammer, Herr, sieh mein elend an; Und öffne mir die kammer, In der ich ruhen kann. nd 7. Gib mir ein stilles ende, Mein Vater, nimm von mir, In deine treue hände, Den müden geist zu dir. 8. Daß ich gekrönt mit freuden, Mit wonn und seligkeit, Nach überstandnem leiden Bei dir sei allezeit. 9. Dann sing ich mit der menge, Die dich im himmel preißt, Dir ewig lobgesänge, Gott Vater, Sohn und Geist! 495 Mel. Valet will ich dir gebenic. 558. Gern will ich mich ergeben, Dich zu verlassen, welt! Ich geh zum bessern leben, Sobald es Gott gefällt. Was wärs, das mich betrübte? Dort schau ich ewig den, Den meine seele liebte. Gern will ich zu ihm gehn. 2. Zur zeit der noth und 4. Weicht, ängstliche gedanken! Wo ist dein stachel, tod? Ich christ darf nun nicht wanken In meiner todesnoth. Herr Jesu, wenn ich sterbe, Ist sterben mein gewinn. Ich bin des himmels erbe: Dein wort sagt, daß ichs bin! 5. Du schriebst ins buch des lebens Auch meinen namen ein. Dein blut fann nicht vergebens Für mich vergossen sein! Du sorgst, daß mir nichts fehle, Was mir nur selig ist. Dir trauet meine seele, Der du die liebe bist! 496 Für besondere Umstände. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 559. Mein Jeſu, komm! mein sterben ist vorhanden; Ich werde frei von dieses leibes banden. Wie soll ich aber wohl und selig sterben, Dein reich zu erben? 2. Wie du, mein trost, am kreuze bist gestorben, Da du mir hast die selig keit erworben: So laß mich nun auf deinen tod abscheiden Zu deinen freuden. 3. Das, was du noch am kreuze hast gesprochen, Eh dir dein Herz auch für mich ist gebrochen, Das will ich dir, da mir mein herz will brechen, Getrost nachsprechen. bin marie 4. Vergib, o Vater! denen, die mich hassen, Die ihren haß mich gern em pfinden lassen: Vergib du denen, die es nicht verstehen, Was sie begehen. deinem eigenthum dir übergeben. Du wirst die meinen, die dir unverborgen, Auch wohl versorgen. 7. Jch übergebe sie zu deinen händen: Du wollest sünd und noth von ihnen wenden! Du, Herr, wirst dieß, nach deinem guten willen, Liebreich erfüllen. 8. Mein herz hat nun für sich nichts mehr auf erden: Dein paradies laß mir zu theile werden! In dieses führe mich, solls sein, noch heute Zu deiner freude. 9. Ach Jesu! zeige mir jetzt deine güte; Erfüll mit trost und hoffnung mein gemüthe. Mein auge blickt nach jenem großen lohne An deinem throne. 1897 10. Zmarsünd und hölle suchen mich zu quälen: Ich zittre hier vor unruh meiner seelen. Ich lebte nicht, wie Gottes fromme finder: Ich war ein sünder. E 5. Vergib auch mir, o Vater, alle sünde, Und was ich jetzt noch böses an mir finde! Vergib, wenn fleisch und blut mich wider wissen Von dir gerissen. 11. Voll reu und demuth will ich hoffnung fassen: Mein Heiland! nein! du kannst mich nicht verlassen. Von Gott ver6. Ich hab, o Jesu! lassen warst du unsertweſeele, leib und leben Zugen, Auch mir zum segen. du Sterbelieder ri 12. Jch dürfte, Herr 2. Doch des christen tod nach dir, ich schrei und Weiß von keiner noth. Heiächze; Ich seufze nach dem himmel; ach! ich lechze Nach dir: nach dir, mein Jesu, dürft' ich ich armer. Hilf, mein Erbarmer! ter sind noch seine mienen, Engelwonne strahlt aus ihnen. Schön, wie abendroth, Ist des christen tod. 13. Ach, laß mich nicht in meiner noth vergehen; Laß mich die kraft von dei nem leiden sehen: Vermehre glauben, hoffnung, trost und freude, Bis ich abscheide. 14. Es ist vollbracht! bald endet sich mein jammer: Mein müder leib schläft sanft in seiner kammer: Bis Jesus kommt: der gibt mir diese glieder Einst schöner wieder. 15. Nimm meinen geist an meinem letzten ende, treuer Gott, in deine Vaterhände! Ich bleibe dein, ich sterb in deinem deinem namen. Sprich, Jesu: amen! Mel. Seelenbräutigam, Jesu zc. 560. Schrecklich ist der too, Der dem sünder droht! Ein verzweiflungsvolles sterben, Ein versinken ins verderben, In die tiefste noth, Ist des sünders tod! 497 3. Jhn, den menschenseind, Nennt er seinen freund, Seinen wunsch und sein verlangen; Denn er trock net von den wangen Zäh ren, die man weint, Er der menschenfeind.. 14. Freudig stirbt der christ, Der versöhnet ist. Jesus, der zu uns gekommen, Hat dem tod die macht genommen, Die uns schrecklich ist. Freudig stirbt der christ. 5. Freude nach der noth Ist des christen tod; Hohe himmelvolle freude, Ew'ger friede nach dem leide, Und ein weg zu Gott Ist des christen tod. 6. Tod, erlöse mich! Denn ich segne dich. Fallet nur, ihr morschen glieder, In den staub der gräber nieder! Christen freuen sich, Tod, erlöse mich! 7. Freunde, weinet nicht! Richtet das gesicht Nach des himmels sel'gen höhen, Wo sich freunde wieder sehen, 498 Für besondere Umstände. Dort in jenem licht.sah, Gingst du mit mir, Freunde, weinet nicht! und warst mir nah. 8. Seele, fliege auf! Denn mein lebenslauf ft vollendet, und ich werde Aufgenommen von der erde Nach vollbrachtem lauf. Seele, fliege auf! 4. Tritt auch zu meinem sterbebette; Sich meine noth mit mitleid an! Verbinde, lindere, errette! Nurdu bists der mir helfen kann. Beschütze den, der an dich glaubt, Daß nichts ihm seine frone raubt. Mel. Wer weiß, wie nabe mire. werfe mich in 561.J been hande; treib bie furcht zurücke! 5. Besiege meinen letzten feind: Lenk auch im sterben meine blicke Auf dein verdienst, o Seelenfreund! Sprich mir trost, muth und freude zu, Mach ende, bringe mich zur ruh. Ach, treuer Vater, halt mich fest! Verlaß den nicht an seinem ende, Der ewig sich auf dich verläßt. bist mein Gott von jugend auf: Beschließ auch meinen lebenslauf. Du 2. Du hast, nach deiner Vatergüte, Beständig wohl an mir gethan. Erhör auch meine letzte bitte: Gott, nimm mich dort zu ehren an. Ach Bater! ach, noch Eins ist noth; Ein guter schluß, ein sel'ger tod! 3. Du hast mich immer fort geliebet, Versorgt, gestärkt, geschützt, regiert, Mit freud erquickt, mit freuz geübet, Oft wunderlich, stets wohl, geführt. Wohin ich ging, wohin ich 6. Jhr todten güter dieser erden, Ihr machet mir den tod nicht schwer. Zurück! ich werde selig werden, Dann acht und brauch ich euch nicht mehr. Wer einen himmel erben kann, Der fieht die erde nicht mehr an. 7. Jch übergebe dir die meinen, Du Vater der barmherzigkeit! Laß ihnen stets bein trostlicht scheinen, und bleib ihr Gott zu aller zeit. Behüte sie vor ungemach, Und bringe sie mir selig nach! du Sterbelieder. Der sterben de Fromme. Mel. In allen meinen Thaten ic. 562. Wie sanft sehn wir den frommen, Nun bald der erd entnommen, Sich seinem ziele nah'n! Wo sich des lebens freuden Vom frechen sünder scheiden. Da gehn des christen freuden an. Drent gen, Erfüllt Gott seinen segen, Und weichet auch von diesen nie. 6. Die Engel steigen nieder, Voll froher jubellieder Die seele zu empfah'n. Er stimmt in ihre chöre Anbetung, preiß und ehre, Dem Mittler, seinem Heiland, an. 7. Gott! laß mich ernstlich streben, So in der welt zu leben, Wie man dieß die hände Zu seinem Va- glück erwirbt; Damit ich, ter auf. Gesichert vor verderben, Kann er nun fröhlich sterben, Nach einem wohl vollbrachteu lauf. als ein erbe Der seligkeit, auch sterbe So freudig, wie ein frommer stirbt. 2. Er freut sich auf sein ende, Und hebt voll dank 499 3. Sein ruhiges gewissen Bebt nicht vor finsternissen Der bahn, die er nicht kennt. Die schreckenvollen pfade 563.Jtod erheben, Erleuchtet ihm die gnade Des Gottes, den er Vater nennt. 4. Kein angstgeschrei mit thränen, Kein unruhvolles stöhnen, Quält sein gelaßnes herz. Es ist zu Gott erhoben Empfängt den trost von oben, Und fried und freude in dem schmerz. 5. Er seguet froh die seinen, Die um sein lager weinen, Ermahnt und tröstet sie; Und seiner treue weSterbelied eines Frommen. Mel. Wer weiß, wie nahe mir ic. will im Selbst nah am grabe preiß ich dich. Zum segen gabst du mir mein leben; Nimmſt du es mir, du segnest mich. Mein Gott! im leben war ich dein; Dein will ich auch im tode sein. 2. Gott! welche feierliche stunden, Wenn du mich nun der erd entziehst; Auf mich, den du getreu befunden, Mit schonender erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein gericht 500 Für besondere Umstände. Gehst du mit mir erlößtem zeigt, Wenn nun dem aug nicht. die erd entweicht. 3. Der leib wird schwach; die irdne hütte, Ju der mein geist hier wohnt, zerfällt. Schon gehen meine müden schritte Den weg zu Gott, aus dieser welt. Ich bin getrost und zage nicht: Denn Gott ist selbst mein heil und licht. 4. Wie sollt ich vor tode beben, Da du mein Heiland für mich starbst! Er ist durch dich der weg zum leben, Das du am freuze mir erwarbst. Wie du ihn sahst, will ich ihn sehn; Wie du, so werd' ich aufersteh'n! dem 5. Laß qual und leid mich noch umringen, Laß mir die letzten schrecken dräu'n! Du Herr halfst mir die welt bezwingen, Mit dir darf ich den tod nicht scheu'n. So nah dem lohn, den Gott verspricht, So nah am ziele sink ich nicht! 7. Ich will dich noch im tod erheben, Selbst nah am grabe preiß ich dich. Denn ewig werd ich vor dir leben, Vor dir erfreu ich ewig mich. O tod, o sterben, mein gewinn! Wohl mir, daß ich erlöset bin! Mcl. Von Gott will ich nicht ic. 564. Der letzte meiner tage Ist mir vielleicht nicht fern: O, dann wird meine klage Ein lob gesang dem Herrn! Vollbracht ist dann mein lauf: Ich trete zu dem throne, Und Gott setzt mir die krone Der überwinder auf. 2. Für seines reiches erben Hat Jesus mich erklärt: Was fürcht ich mich zu sterben, Wie er mich sterben lehrt! Mir ist der tod gewinn! Daß ich unsterblich werde, Entschwing ich mich der erde, Jch, der ich erde bin. 13. Nicht mich, nur meine bürde, Verschließt die finst're gruft. Mich hebt zu höh'rer würde Mein Vater, der mich rust. Er ruft mich durch zu deinen freunden führt, den tod: Der reißt die fünUnd ihr von fern den him- denglieder, Den trägen leib, 6. Du wachest über meine seele, Wenn ihre stärke sich verliert; Gibst deinem Engel schon befehle, Der sie Sterbelieder. darnieder, Mich selbst führt er zu Gott. 4. Jch, der gefahr entron nen, Geh aus dem kampf hervor. Hoch über alle sonnen Hebt Jesus mich empor. Da tret ich in die reih'n Der Engel, meiner brüder: In ihre hohen lieder Stimm ich, selbst engel, ein. 5. Die leiber seiner from men Sind saat von Gott gesät: Die frohe zeit wird kommen, Da reif die ernte steht. Der neue schöpfungstag Wird dann ein neues leben Auch meinem staube geben, Der tief im tode lag. 6. Drum geh ich, ohne kummer, Des todes dunkle bahn. Mir bricht nach kurzem schlummer Ein ew'ger morgen an. Heil mir! er ist nicht fern, Der letzte meiner tage! Er kommt; und meine klage Wird lobgefang dem Herrn! Mel. Wachet auf, ruft uns c. 565. Seid gesegnet, letzte stunden! Im glauben hab ich überwunden, Als sieger zieh ich fröhlich hin; Gott zu schau'n mit neuer klarheit; Erfüllt zu sehn die große wahrheit, 501 Daß ich erläßt und selig bin. Erhört ist mein gebet; Gott gibt, was ich erfleht: Ich soll sehen Die seligkeit, Die nach der zeit Uns aufbehält die ewigkeit. 2. Jene lust vollendter frommen Hat nie ein menschenohr vernommen; Kein auge hat sie je geseh'n. Kein verstand kann sie ergründen, Kein irdisch herz kann sie empfinden; Kein sterblicher kann sie versteh'n. O tag! ich segne dich, Der du zum Engel mich Wirst verklären. Ich sterb dem Herrn, Und bin nicht fern Von diesem großen ziel nicht fern. 3. Herr, ich sterb auf deinen namen; Komm, tag des todes! amen, amen. Halleluja, Halleluja! So wie müde wandrer pflegen, Seh meiner heimath ich entgegen, Und freu mich; denn ich bin ihr nah. Ich leb, ich sterbe dir; Im todeskampf hilf mir, O mein Heiland, Komm morgen, heut, Komm ewigkeit! Herr Jesu, komm! ich bin bereit. 4. Mit dem heiligsten entzücken Laß, Gott! mich deine stadt erblicken; Mein glaube 502 Für besondere Umstände. sieht von fern sie schon. Hier am vorbereitungsorte Vertrau ich, Vater, deinem worte, Und dort empfang ich deinen lohn. Der Herr verläßt mich nicht: Er füllt mit zuversicht Meine seele; Und macht sie frei, Von nöthen frei, Und von der sünde sclaverei. 191 7. Stammlend hier mit schwachen zungen Sei dir, Herr, lob und dank gesungen! Und wenn einst diese hütte fällt, Wo ich, wie im kerker, wohne, Dort, o mein Gott, vor deinem throne, In deiner neuen bessern welt, Sing ich vollkommner dir. Hinauf, hinauf hilf mir! Laß im sterben Getrost mich sein, Des himwelt empfinden; Mein sanf- mels freu'n, Und sanft und tes ende preise Gott: Da mit die, so um mich stehen, Und mich mit freuden sterben sehen, Auch froh erwarten ihren tod. Durch sein versöhnungsblut Erwarb mir trost und muth Jesus Christus. Mich tröstet dieß! Ich bin gewiß: Er führt mich aus der finsterniß. 5. Laß vergebung mich von sünden Und kräfte jener selig schlummern ein! 6. Den du mir im pilgerleben Zu meinem schußgeist mitzugeben, Der treulich mich geleitet hat; Er, den ich erst kennen lerne, Wenn ich vom leibe mich entferne, Führt dort mich ein in Gottes stadt. Ich find' an seiner hand, Die, so ich hier gekannt. Halleluja! Um mich ist licht; Und in dem licht Seh Jesum ich von angesicht. Fürbitte für einen Sterbenden.. Mel. Sollt es gleich bisweilen ic. 566. V ater aller menschenkinder! Jesus, Heiland aller sünder! Jesus, der uns helfen kann, Höre unsre fürbitt an! 2. Ach, mit göttlichem erbarmen Komm zu hülfe dieser armen Hülfentblößten kreatur! Liebe bist du! liebe nur! 3. Laß sie nicht in angst versinken! Jesus, du! du darfst nur winken. Was du willst, das muß geschehn: Laß sie nicht in noth ver= gehn! 4. Heiland! Heiland ist Sterbelieder.ES dein namen: In der schwa- mels freuden. Du, der helchen seele namen, Die nicht fen will und kann, Nimm laut mehr flehen kann, Fle- dich dieser seele an! hen wir dich, Heiland, an. 5. Sei mit deiner tröstung nahe! Was kein aug auf erden sahe, Laß sie sehn in deinem licht! Gib ihr muth und zuversicht. 6. Laß sie bald dein heil empfinden! Tod und schmerzen überwinden; Glauben, was dein wort verheißt, Hilf ihr, Gott, durch deinen Geist! 7. Laß sie deinen frieden schmecken; Laß den tod sie nicht erschrecken! Quält sie unerkannter schmerz, So gib ruhe in das Herz. 8. Reinige sie ganz von sünden; Laß sie gnade vor dir finden! Der du sie versöhnet hast, Nimm von ihr die schwere laſt! 9. Nimm an ihres lebens ende, Nimm sie auf in deine hände! Führe sie mit deiner macht Durch des todes dunkle nacht! 503 10. Führe sie aus ihrem leiden Bald zu deines him11. Ach, dein blut, das du vergossen, Ist ja auch für sie geflossen. Diese seele kennest du: Sprich ihr trost und freude zu! 12. Keine seele kannſt du hassen, Keine kannst du je verlassen, Für die du gestorben bist, Treuster Heiland, Jesus Christ! 13. Eil', um deines todes willen, Unser seufzen zu erfüllen: Ach, erlös, wir bitten dich, Diese feele ewiglich! 14. Auch im letzten augenblicke, Tröste, Vater, und erquicke Den im kampfe müden geist, Wie uns Jesus Christ verheißt! 15. Laß uns doch nicht länger weinen; Laß uns deine hülf erscheinen! Ohnmacht sind wir, Allmacht du: Hilf dem sterbenden zur ruh! 16. Hilf ihm, mit dem tode ringen, Und vom tod zum Leben bringen! Jesus Für besondere Umstände. Christus! nimm noch heut ist größer, als dein herz. Ihn in deine herrlich- Ach, mehr, als du verstehſt, feit! Und weinend von ihm flehst, Wird er geben Er hats vollbracht! Die dunkle nacht Der sünde und des tods entflieht. at pinni 504 17. Jesus, Heiland, Freund, Erretter, Mittler, gnädigster Vertreter! Amen, amen! du bist hier! Ewig, ewig preiß sei dir! m Einsegnung eines Sterbenden. Mel. Wachet auf, ruft uns 2. 567. Gott sei mit dir! amen, amen. Entschlaf in jenem großen namen, Den erd und himmel tief verehrt! Deine laufbahn hat ihr ende; Dein Schöpfer nimmt in seine hände Die seel auf, die ihm angehört. Hör, o erlößter geist, Der bald am thron ihn preißt: Jesus Christus Hat dich versöhnt! Von ihm gekrönt, Empfängst du nun des glaubens lohn. 2. Will die sünde dich noch quälen Und dir des Mittlers gnad verhehlen, Verdammt dich gar dein zaghaft herz; Lang wird sie dich nicht mehr quälen, Nicht mehr des Mittlers gnad verhehlen; Und Gott 3. Welcher glanz wird dich umfangen, Ist dir der tag nun aufgegangen, Des lebens tag nach todesnacht! Sei gesegnet! amen, amen.. Entschlaf in Jesu Christi und hats vollbracht. Er namen! Er starb für dich, macht dich ganz allein, Und ganz von sünden rein! Und du sündigst Nun bald nicht mehr: Der brüder heer, Der Engel heer, nimmt dich nun auf. 4. Nimm den letzten trost und segen: Du eilest zwar dem grab entgegen, Doch zittre deine seele nicht! Zwar wir gehen hin, und säen Dich irdisch aus, doch auferstehen Sollst du mit jenes tages licht. Geh ein zu deiner ruh! Der Herr schleußt nach dir zu. Auferstehen, Nach kurzer ruh, Du todter du, Wirst du, zum le= ben aufersteh'n! diafmatis! Bei Sterbefällen. Bei Sterbefällen. Den zu freien lauf. Denn all unser sehnen, Und ein strom von thränen Weckt den freund nicht auf. Die ihr klagt, Seid unverzagt! den ich geliebet, Ach du bist| Gottes welt ist nicht vernicht mehr! Tiefe stille trau- dorben, Wenn ein freund er, Bange Bange todesschauer, gestorben. Herrschen um mich her; Und der schmerz Zerreißt mein herz. Ich bin mensch; hier muß ich klagen, Doch, als christ, nicht zagen. 5. Christen, welche Hoffen, Sehn den himmel offen, Wo ihr tröster ist; Der die thränen stillet, Erd und himmel füllet, Kein geschöpf 2. Heidnisches getümmel vergißt. Und der freund, Jammert laut gen himmel, Den sie beweint, Wann er Und betäubt das ohr. Ab- selig abgeschieden, Ruhet gehärmte mienen, Todes- dort im frieden.d sund angst in ihnen, Blicken da 6. Christen dürfen weinen hervor. Ohne Gott, Läßt| Ueber den gebeinen, Die das uns der tod Nichts, als kum-| grab verschließt; Doch nur mer furcht und grauen, eine zähre, Die dem freund Bei den gräbern schauen. zur ehre, Und nicht immer, fließt. Denn ihr blick Sieht nach dem glück, Das der Menschenfreund dort oben Uns hat aufgehoben. 3. Zwar der freundschaft zähren können nicht entehren Menschliche natur. Doch am tag der leiden Heulen nur die heiden; Christen weinen nur; Sind nicht blind, Wie heiden sind, Die, wenn sie den freund begraben, Keine hoffnung haben. 4. Wahre christen weh ren Ungestümmen zähren Christliche Trauer um Freunde. Mel. Jesu meine Freude ic. 505 568. Gott hat mich betrübet! Freund, 7. Durch des lebens müsten Wandern fromme christen Hin nach Kanaan. Und auf diesen wegen Ging, zu seinem segen, Unser freund voran. Seele, du Wirst auch zur ruh In das land des 22 506 Für besondere Umstände. friedens gehen, und den bruder sehen! 8. Brüder treffen dorten An des Himmelspforten Ihre brüder an: Und ein David kennet, Ewig ungetrennet, Seinen Jonathan. Eltern gehn In jenen höhn Frommen kindern an der seite, Mit vereinter freude. mitleid, wenn ich leide! Mir fehlt, mir fehlt die treue hand Am weg ins beßre vaterland, Mir fehlt des lebens freude! 3. O Jesus! ach, dein liebreich herz Kennt selbst der freundschaft edlen schmerz, Den ich zu tragen habe. Du selbst hast auch als freund geliebt; Dein zärtlich herz war auch be| trübt Bei deines freundes grabe. 9. Es gescheh dein wille, Vater! seusz ich stille Unter meinem flor. Meine augen schauen Glaubend, voll vertrauen, Zu dem Herrn empor. Träufle du Geduld und ruh, Gleich dem thau in dürre wüsten, In das Herz des christen! Bei dem Verluste eines 4. Doch sei mein schmerz auch noch so groß: Mein freund ruht nun in Gottes schoos: Vor Gott will ich mich beugen. O ſeliger, genieß dein glück! Ich wünsche dich nicht mehr zurück: Geduldig will ich schweigen. frommen Freundes. Mel. Kommt ber zu mir spricht ic. 5. Der leichnam ruht im 569. Nch, hier nicht mehr! ach, fern stillen grab: Gott nahm von mir Bist du: ich seh ihm seine schmerzen ab, Und nichts mehr von dir, alle last der leiden. EmporgeO liebe treue seele! Entfloh'n aus meinen armen weit, Aus unserm thal der sterblichkeit, Entfloh'n bist du, o seele. 2. Der freundschaft labsal ist dahin; Dein trost, wenn ich verlassen bin, Dein flogen ist der geist Zu Gott, der aller Vater heißt, Zu seines Heilands freuden. 6. O trost, o hoher trost für mich! Betrübtes herz, ermuntre dich, Und stille deine klagen! Erlößt von ihres leibes joch, Lebt die ge Bei Sterbfällen. liebte seele noch: Sollt ich dann trostlos zagen? 7. Nein! stille will ich Gott vertrau'n, Auf seine gute führung schau'n, Und geh'n auf Gottes wegen. Einst schwingt mein geist sich kelheit, Und stärk mich, wenn ich wanke: Besiege jede leidenschaft; Erfülle mich mit muth und kraft, Du himmlischer gedanke! Lied eines Vaters beim Tode seiner Kinder. Ewigkeit, du Donnerw. ür deinen himwas Mel. ich hier verlor: Mein freund 570. F mel schufft bu fliegt mir entgegen. 8. Du, seliger, wirst sie, Und mir entrisfest du sie vor mir stehn, Dich werd früh, Die pflanzen meiner ich fröhlich wiedersehn. ehe. Wie blutet mein ver freudenvolle stunde! Ich wundet herz, Wie kämpf fliege deinen armen armen zu, Unsterblich ich, unsterblich du, Zum neuen freundschaftsbunde. ich wider meinen schmerz! Ich seufze, weine, flehe! Ach, stärke mich, mein Herr und Gott! Sonst sink ich unter dieser noth. 507 9. Dann schau und bet ich an mit dir; Ein herz und seele, singen wir Vom nutzen unsrer leiden, Und von des glaubens großem lohn; Wir danken Gott, und schmecken schon Des himmels hohe freuden. 10. Ja, ja! die stunde kommt heran, Wo meinen Gott ich schauen kann Mit dir, geliebte seele! Wo ich mit dir werd auferstehn, Mit dir durch alle himmel gehn, Verklärte fromme feele! 11. Gedanke der unsterblichkeit! Erheitre jede dun2. Ach, meine kinder sind nicht mehr! Mein armes herz ist freudenleer, Und hoffnungslos mein leben, Ich sah sie, wie den frühling, blühn; Dir, dir hofft ich fie zu erziehn, Gott, der sie mir gegeben! Mein alter sollten sie erfreun, Einst | zeugen meines todes sein. 3. Du aber sprachst: sie sind mir schon Erzogen; gib sie mir, mein sohn! Hech will ich sie erhöhen. Sie werden nicht dein alter freun, Nicht deines todes zeugen ſein; 22* Für besondere Umstände. Du sollst sie sterben sehen. Bei der Leiche eines Kindes. Dein will, o Herr, meind! Gott, geschah! Ich war es, der sie sterben sah. 508 4. Herr! ich verehre dein gebot. Laß mich nur meiner kinder tod, O guter Gott, beweinen! Du, der du aller Vater bist, Und fühlest, was ein vater ist, Laß mich nun gehn und weinen! Verzeih den trieben der natur: Nicht murren, klagen will ich nur! 5. Auch meine thränen preisen dich. Sie sind die zeugen, Gott, daß ich Die liebte, die du liebest; Und nun im lichte deines throns Selbst in erkenntniß deines Sohns, In aller tugend übest. Bisher vertrautest du sie mir! Herr, meine Seufzer danken dir. 6. Mit thränen preiß ich dich auch einst, Wann du zum weltgericht erscheinst: Ach, dann mit frrudenthränen! Dann werd ich meine kinder sehn, Mit ihnen auf dem staube stehn, Mich nicht mehr trostlos sehnen. Ich werd ihr vater wieder sein, Und ewig mich mit ihnen freu'n. Mel. Ach wie nichtig, ach wie ic. Creund der herzen! Sieh die schmer571. Fe zen Tiefgebeugter seelen. Gott, laß deinen trost erscheinen! Schau erbarmend, wie die deinen, Ueber ihre todten weinen. Sibit 2. Thränen fließen, Weil wir müssen Zweige dorren sehen, Die, wie jugendliche rosen, Von dem morgenthau begossen, Aus dem garten Gottes sprossen. 3. Eltern stehen Stumm, und sehen Auf die kleine leiche. Ihre hoffnung ist zerschlagen; Und die lust von künft'gen tagen Sehn sie nun zu grabe tragen.s 4. So verwelken Dann die nelken Noch in ihrer knospe! Blumen, die so herrlich stehen, müssen, wann die winde wehen, Kaum halbaufgeblüht vergehen! 5. Doch nur stille! Gottes wille Ist allein der beste. Der die kinder uns gegeben, Hat die macht, zu jenem leben Diese kinder zu erheben. 6. Seelen werden Hier auf erden Größtentheils ver Bei Begräbnissen giftet. Drum nimmt Gott,|| pforten Seines himmels nach seinem willen, Unsre winket Jesus winkt mit kinder hin im stillen, Sei- holden mienen, Und zu lehnen himmel auszufüllen. rern gibt er ihnen Engel, die dem Vater dienen. 7. Weint gelinder Um die kinder, Eltern! Hemmt die zähren. Kann es ihren kleinen seelen Wohl an der erziehung fehlen Da, wo keine zweifel quälen? 8. Sehet! dorten An den Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 572. Begrabt den leib in seine gruft, Bis ihn des Richters stimme ruft! Wir säen ihn; einst blüht er auf, Und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus staube schuf den leib der Herr, Er war schon staub, und wirds nur mehr. Er liegt, er schläft, verweßt, erwacht Dereinst aus dieser todesnacht. Tising - Bei Begräbnissen. 3. Desfrommen seele lebt bei Gott, Der sie aus aller ihrer noth, Aus aller ihrer missethat Durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn trübsal oft gedrückt; Nun wird er dort bei Gott erquickt. Hier 509 9. Nun, wir schweigen, Und wir beugen Vor dem Herrn uns nieder. Wann die erde wird vergehen, Werden wir in jenen höhen Unsre toden wiedersehen. wandelt er im dunkeln thal; Nun ist er frei von schmerz und qual. 5. Blieb er Gott treu bis an sein grab; So wischt Gott ihm die thränen ab. Was sind die leiden dieser zeit, Gott, gegen deine herrlichkeit! 6. Nun, du erlöster, schlaf in ruh! Wir gehn nach unsern hütten zu, Und machen zu der ewigkeit Mit freud und zittern uns bereit. 7. Herr Jesu, dein versöhnungstod Stärk uns in unsrer letzten noth! Laß uns im glauben treu und rein, Und selbst im tode freudig sein! 510 Für besondere Umstände. Mel. Die Seele Christi heilge 16. 573. o gib dann fromme Christenschaar! Der erde das was erde war. Verschaff dem müden hier im sand Die ruhe, die er sonst nicht fand. 2. O ruhe, wunsch des dürftigen! Du letzter trost des weinenden! Wo aller gram vergessen ist, Und teine thräne weiter fließt. 3. Hier endigt sich des plagers truß, Hier findet der bedrängte schuß; Hier wird in süßem schlaf erquickt, Den manche hitz und last gedrückt. 4. Hier weicht die hoheit mit dem glück; Der bloße mensch bleibt nur zurück: Ein sarg nur und ein leichen kleid Sind dann die ganze herrlichkeit! der Heiland ruft, Und alles, was der tod zerstört, Aufs neu belebet und verklärt. 8. Erinnre uns zu aller zeit, O Gott, an tod und ewigkeit; Damit wir deinen wink verstehn, Und freudig dir entgegen gehn! met. Nun laßt uns den Leib ze. 574. Nun bringen wir den leib zur ruh, Und decken ihn mit erde zu; Den leib, der, nach des Schöpfers schluß, Zu staub und erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer asch und staub, Nicht immer der verwesung raub: Er wird, wenn Christus einst erscheint, Mit seiner seele neu vereint. 3. Hier, mensch! hier lerne, was dit bist, Wie elend unser leben ist! Nach sorge, furcht, und mancher noth Kommt endlich noch zuletzt der tod.di 5. Hier hört der kampf des christen auf; Vollendet ist sein heißer lauf: Die seel eilt in ihr vaterland, Und ist beglückt in Gottes hand. 6. Gebracht zur schaar der siegenden, Und zu der Engel tausenden, Schaut solche Gott nun, wie er ist, Und ihren Heiland, Jesum Christ. 7. Nimm den gezählten staub, o gruft! Bis über ihm sehr' und glück, Wie wir 4. Schnell schwindet unsre lebenszeit; Aufs sterben folgt die ewigkeit: Wie wir die zeit hier angewandt, So folgt der lohn aus Gottes hand.joi 5. So währen reichthum, Beschlußlied. selbst, einen augenblick: So währt auch kreuz und traurigkeit, Wie unser leben, kurze zeit! 6. Mensch! tod und rich ter nahen sich. Es schallet hier die stimm an dich: In allem, was du denkst und thust, Bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den gräbern stehn, Soll das gebet zum Vater gehn: Mein Gott, ich bitt durch Christi blut, Machs einst mit meinem ende gut! 8. Laßt alle sünden uns bereu'u, Vor unserm Gott uns kindlich scheu'n! Wir sind hier immer in gefahr: Nehm jeder seiner seele wahr! 511 9. Wenn unser lauf vollendet ist, So sei uns nah, Herr Jesu Christ! Mach uns das sterben zum gewinn: Zeuch unsre seelen zu dir hin. 10. Und wenn du einst, o Lebensfürst, Die gräber mächtig öffnen wirst, Dann laß uns fröhlich auferſtehn, Und freudig dir entgegen gehn. Zum Beschluß des Gesangbuches. An Gott den Ewigen. Mel. Sei Lob und Ehr dem ic. 575. nendlicher! den keine zeit Um schließt mit ihren schranken: Beim anblick deiner ewigkeit Vergehn mir die gedanken. Ich sinne noch bewundrungsvoll: Und weiß nicht, wie ichs fassen soll: Du bist und bleibest ewig! 2. Noch ward von keiner sonne licht Durch ihre weit verbreitet: Die himmel jauchzten dir noch nicht, Durch deine macht bereitet: Noch war kein land, noch floß kein meer An hoher berge gründen her: Du aber warst schon ewig! 3. Von ewigkeit her sahest du Die künft'ge welt entstehen; Und maßest ihre zeit ihr zu, Und sahst sie untergehen. Vom Engel bis zum wurm herab, Wogst jedem du sein schicksal ab, Und nanntest sie mit namen. 4. Längst steht nun deine 512 An Gott den Ewigen. schöpfung da, Von dir bis Her erhalten. Bald ist sie ihrem ende nah; Sie eilet zu veralten: Denn ihrer jahre werden viel; Und du bestimmtest ihr ein ziel, Mit weisheit und mit güte. 5. Kaum eine stund ist es vor dir Vom anfang bis zum ende: Kaum augenblicke leben wir, Wir, werke deiner hände. Nie nehmen deine jahre zu: In alle ewigkeit wirst du Derselbe sein und bleiben. 6. Ja! du bist ewig, stirbest nie, Bleibst ewig meiner seele Der fels, den sterbend ich für sie Zur sichern zuflucht wähle. Dann deine gnad und wahrheit ist So ewig, als du selber bist. Wohl mir, ich dir traue. auch nur kurze zeit: Am erntetag der ewigkeit Wirst du es auferwecken. 9. Bald fallen erd und himmel hin An deinem weltgerichte: Dann dank ichs dir, daß ich noch bin, Und wohn in deinem lichte. Dann werd ich ewig, ewig, sein, Mich ewig deiner gnade freun, Und meiner seligkeiten. 10. Der seligen unsterbdaßlichkeit, Die du mir dort willst schenken, Laß mich in dieser kurzen zeit, O Gott, mit ernst gedenken! Sie sei mein trost, mein höchstes gut; Sie stärke mich mit kraft und muth, Gerecht vor dir zu leben! 7. Mein leib ist sterblich; nicht mein geist! Den will ich dir vertrauen: Dein theures wahres wort verheißt, Er soll dein antlik schauen. Mein fleisch ruht 8. Ob alles um mich her vergeht, Soll ich nicht mit vergehen: Vor deinem thron, der ewig steht, Soll ich, gleich ewig, stehen. Du gibst an allem deinem heil Einst deinen auserwählten theil: Auch mir, auch mir mit ihnen! Register. ( Die Ziffer zeigt die Nummer des Liedes an.) Abermal ein Jahr verflossen Ach, abermal bin ich gefallen Ach, Gott und Herr, wie Ach Gott, wie manches schwere Leid Ach hier nicht mehr! ach fern von Ach, höchster Gott, verleihe mir Ach, Vater, Vater, höre Ach, wann werd ich von der Sünde Ach, wie ist der Menschen Liebe Ach, wird dann dein Erlößter nie Allein Gott in der Höh sei Ehr Alle Menschen müssen sterben Allen Christen und auch mir Allen, welche nicht vergeben Allgegenwärtiger! ich bin Allmächtiger! ich Staub, ich Sünder Allmächtig großer Gott Allwissender vollkommner Geiſt Also hat Gott die Welt geliebt Am Kreuz erblaßt, von seiner Am Kreuzesstamm, so wie ein Lamm Anbetungswürd'ger Gott Auch diesen Tag hab ich vollbracht Auch dieser Tag ist wieder hin Auf Christi Himmelfahrt allein Auf dich allein, Herr Jesu Christ Auf dich, Gott der Güte Auf diesen Tag bedenken wir 22** 470 420 287 376 569 327 392 296 363 80 39 256 441 451 24 286 74 19 93 147 146 16 521 523 167 293 366 166 Register. Auf Gott und nicht auf meinen Rath Auf meinen lieben Gott 514 Auf, meine Seel! lobsinge Auf Mensch! mach dich bereit Auf, o Seele! werde munter Aus dunkler Tiefe, Herr Aus freudigem Gemüthe Aus ganzem Herzen lieb ich dich Aus meines Herzens Grunde Befiehl du deine Wege Begrabt den Leib in seine Gruft Bis hieher half uns Gott der Herr Bringt Preiß und Ruhm dem Heiland Christ ist erstanden Dank und Anbetung bringen wir Das Grab ist leer, und Gottes Sohn Deines Gottes freue dich Dein Heiland lebt, o Christenheit Dein Heil, o Christ, nicht zu verscherzen Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit Dein Wille, bester Schöpfer, ist Dein Wille ists, o Gott, ich soll Demuthsvoll komm ich zu dir Den Rathschluß deiner Güte Der du das Leben mir gegeben Der du die Liebe selber bist Der du mich als Vater liebst Der du uns als Vater liebest Der du uns das Heil errungen Der du Verstand und Tugend schenkst Der Herr hat alles wohlgemacht Der Herr ist Gott und keiner mehr. Der letzte meiner Tage Der Morgen kommt, und meine Klage Der Sonne Glut hat wieder Holy 357 360 403 268 509 291 RA 459 339 498 58 572 468 157 der har 46 162 345 156 380 149 253 549 414 7 119 203 440 342 188 106 423 160 015 564 503 483 Register. Der Tag ist hin; bleib bei mir Der Tag ist wieder hin; und diesen Der Thron der Weltbeherrscher ist Der Tugend Beispiel gabst du mir Der Wollust Reiz zu widerstreben Dich Jesum laß ich ewig nicht Dich seh ich wieder, Morgenlicht Die auf der Erde wallen Die Bahn ist rauh, auf der ich hier Die Feinde deines Kreuzes droh'n Die hier vor deinem Antlitz stehn Dieß ist der Tag, den Gott gemacht Dieß ist der Tag, zum Segen eingew. Dieß sind die heil'ge zehn Gebot Die Zunge, die vernehmlich spricht Dir dank ich für mein Leben Dir empfehl ich meine Kinder Dir, Gott, dir will ich fröhlich singen Dir, großer Herrscher, Jesu Christ Dir sing ich Lob, Herr Zebaoth Dir, unser Gott, ist niemand gleich Dir, Vater, dankt mein Herz und Dir versöhnt in deinem Sohne Dreieinigkeit, der Gottheit Du, aller Menschen Gott und Herr, Du, aller Menschen Vater Du bester Trost der Armen Du bists, dem Ehr und Ruhm gebührt Du, der Menschen Heil und Leben Du, Gott, du bist der Herr der Zeit Du Herr der Seraphinen Du Herr haft aus Barmherzigkeit Du Herr und Vater meiner Tage Du klagst in schweren Leiden Du klagst und fühlest die Beschwerden Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit Durch viele große Plagen Du sagst: ich bin ein Christ Du Vater deiner Menschenkinder Du weiser Schöpfer aller Dinge 515 bigin 510 517 455 116 424 41308 491 shad 252 a 373 237 531 16798 atas 10 198 427 478 458 398 113 55 170 180 384 42 356 446 und: intres Tahuna 545 397 127 472 53 221 438 368 351 444 464 317 341 21 Register. Ein Fremdling bin ich in der Welt Ein Herz, o Gott, in Leid und Ein Kind, dem keines jemals glich Ein Lamm geht hin und trägt die Ein Mensch, ein Fürst ein ganzes Land Ein ruhiges Gewissen, laß Herr Ein starker Schutz ist unser Gott Einst selig dort zu werden Entfernet euch, unsel'ge Spötter Erbarm dich, Herr, du kennst mein Erfülle, Herr, doch selbst mein Herz Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort Erhebe, Christ, dein Herz und Sinn Erhebt den Herrn, ihr Frommen Erhöhter Jesu, Gottes Sohn Erinnre dich, mein Geist, erfreut 516 Er kommt! er kommt zum Weltgerichte Er lebt, o Freudenwort! er lebt Erleucht mich, Herr, mein Licht Ermuntre dich, mein Geist, du mußt Erniedrigt hatte sich bereits Erwache fröhlich, mein Gemüthe Es donnert, Mensch! wer donnert Es eilt der letzte von den Tagen Es ist noch eine Ruh vorhanden Es ist vollbracht! so rust am Kreuze Es wolle Gott uns gnädig sein Ew'ge Liebe! mein Gemüthe! Freubenvoll reudenvoll ist meine Seele Freund der Herzen! sieh die Freiwillig hast du dargebracht Früh, mit umwölktem Angesicht Für alle Güte sei gepreißt Für alle Kranken bitt ich dich Für deinen Himmel schufst du sie 275 Ho 369 101 123 543 418 235 434 245 190 129 234 173 89 271 152 273 155 319 496 141 480 528 435 279 144 236 81 159 571 158 484 505 552 570 Register. Gedanke, der uns Leben gibt Geist vom Vater und vom Sohne Gelobet sei der Herr, mein Gott Gelobet seist du Gottes Sohn Gelobt, gelobt seist du mit Freuden Gelobt sei Gott! ich bin ein Christ Gelobt sei Jesus, Gottes Sohn Gelobt seist du, Herr, unser Gott Gerechter Gott, vor dein Gericht Gern will ich mich ergeben Getreuer Gott, wie viel Geduld Geweiht zum Christenthume Gib, Gott, wenn ich dir diene Gib mir, o Gott, ein Herz Gott, deine Gnade sei gepreißt Gott, deine Gnad ist unser Leben Gott, deine Güte reicht so weit Gott, deine weise Macht erhält Gott, dein unsichtbares Wesen Gott, der allen seinen Kindern Gott, der an allen Enden Gott, der du die Menschen liebest Gott, der du Herzenskenner bist Gott, der du in dem Himmel thronest Gott, der Gewitter schafft und lenkt Gott, der kein Böses thut Gott der Wahrheit, dessen Treue Gott des Himmels und der Erden Gott, dessen Hand die Welt ernährt Gott, dessen liebevoller Rath Gott, dessen Stuhl der Himmel ist Gott, dir gefällt kein gottlos Wesen Gott, du bist von Ewigkeit Gott, du hast in deinem Sohn Gott, du hast uns kurze Zeit Gott, du Vater, wohn uns bei Gott, du willst, daß mein Herz Gott, ein Erbarmer warest du Gottes Sohn ist kommen 517 82 185 40 102 547 204 109 216 27 558 34 210 411 442 107 244 382 65 200 493 71 448 338 394 530 76 364 488 433 539 334 191 18 187 321 43 195 542 105 518 Register. Gottes Wille, Gottes Rath Gott führt die Seinen wunderlich Gott! gern möcht ich heilig leben Gott, gränzenlos Gott, großer Geber aller Gaben Gott hab ich mich ergeben di Gott hat mich betrübet Gott hört der Wittwen Flehen Gott! ich Armer! voll Gebrechen Gott, ich darf mich zu dir nahn Gott im Himmel und auf Erden Gott ist mein Hort, und auf sein Gott ists, der das Vermögen schafft Gott fennet und erforschet mich Gott, mache du mich selbst bereit Gott, mein Schöpfer, Dank sei dir Gott, mein Vater, ich dein Kind Gott ruft der Sonn und schafft den Gott sei Dank! ich lebe wieder Gott sei mit dir! Amen, amen! Gott, unser Fürst erfreue sich Gott Vater, an Erbarmen reich Gott, vor dessen Angesichte ndroid S Gott, Weltregierer! dir Gott, wer kann je was Gutes haben Gott will ich mich ergeben Gott winkt; so stürzen Regengüsse Großer Gott, erhabenes Wesen Großer Mittler, der zur Rechten Halleluja! die Zeit ist da Halleluja! Jesus lebet Halleluja! Lob, Preiß und Ehr Halt im Gedächtniß Jesum Christ Heiland, deine Menschenliebe Heil deinem Volke, dem du dich Heilig, heilig ist dein Wille Heilig, heilig ist der Herr Heiligster Jesu, Heil'gungsquelle d HAGHE 59 370 189 23 555 557 568 640465 1 556 44 526 194 431 518 14 460 290 15.471 the 497 das 567 16 456 393 226 a 457 389 348 485 78 175 512 153 41 218 111 197 346 91 115 Register. Heil uns, denn aus der Sündennoth Held aus Davids Stamm Herr, an dir hab ich gesündigt Herr, deine Allmacht reicht so weit Herr, deine Rechte, dein Gebot Herr, deine Sanftmuth ist nicht zu Herr, den die Sonnen und die Erden Herr, der du alles gibst Herr, der du mir das Leben Herr, der durch der Liebe Band Herr, der du selbst die Tauf Herr, der du sterbend noch für Herr, dir gelob ich neue Treue Herr, du bist meine Zuversicht Herr, du fährst mit Glanz und Herr, du kennest mein Verderben Herr, du wollst uns vorbereiten s Herr, es gescheh dein Wille Herr, es ist von meinem Leben Herr Gott, dich loben wir Herr Gott, du bist die Zuflucht Herr, hab ich jetzt zum letztenmal Herr, hier siehst du uns vor dir Herr, ich bin dein Eigenthum Herr, ich hab durch deine Treu Herr Jesu Christ, du höchstes Gut Herr Jesu, deine Angst und Pein Herr Jesu, Gnadensønne Herr Jesu, o wie wird mir sein Herr Jesu, send uns deinen Geist Herr, laß mich doch gewissenhaft Herr, mache meine Seele stille Herr, mein Erlöser, nur von dir Herr, meiner Seele großen Werth Herr, meines Lebens, Dank sei dir Herr, dein Licht erleuchte mich Herr, mein Licht, mein Heil, mein Herr, mein Versöhner, der du für Herr, ohne Glanben kann kein Mensch Herr, sei gelobet, daß du hast dein rat 519 304 284 22 199 449 474 412 504 Oh 540 209 252 534 266 168 77 li 83 211 Todtag na 519 515 405 17 520 bung 208 272 ad 318 a 285 de 128 312 2258 4 428 365 302 415 409 196 63 450 301 228 520 Register. Herr, sei gnädig deinem Kinde Herr, stärke mich, dein Leiden zu Herr, unser Gott, erbarme dich Herr, unser Gott, wer ist dir gleich Herr, vor deinem Angesicht Herr, wenn einst deine Stimme ruft Herr, wir singen deiner Ehre Herz, schicke dich, recht feierlich Heute, sprach mein Heiland, heute Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen Hilf, Herr Jesu laß gelingen Hilf, Jesu, daß ich meinen Nächsten Himmel und Erde, frohlocket mit Hin an dein Kreuz zu treten Hoch am Himmel steht die Sonne Höchster! denk ich an die Güte Höchster, dessen starke Rechte Höchster Gott, wir danken dir Höchster Tröster, komm hernieder Hosianna Davids Sohn Jauchzet auchzet eurem Gott, erhebt Ich armes vaterloses Kind Ich bin getauft auf deinen Namen Ich bin ja, Herr, in deiner Macht Ich denk an dein Gerichte Ich erhebe mein Gemüthe Ich freue mich der frohen Zeit Ich freue mich, mein Gott, in dir Ich hab in Gottes Herz und Sinn Ich hab in guten Stunden Ich komme, Herr, und suche dich Ich komme vor dein Angesicht Ich komm, o Friedensfürst, zu dir Ich nahe mich voll frommer Freude Ich preise dich, o Herr, mein Heil Ich singe dir mit Herz und Mund Ich Sünder darf mein Auge nicht Ich trete vor dein Angesicht Ich wache zu dem Leben auf 300 117 533 47 5 262 31 97 143 217 469 443 174 139 482 283 54 9 186 94 408 466 206 254 269 294 264 344 355 548 213 390 222 230 219 66 292 461 492 Register. Ich weiß, an wen mein Glaub sich hält Ich weiß, daß mein Erlöser lebt Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun Ich weiß, und bins gewiß daß ich Ich werfe mich in deine Hände Ich will das Abendmal des Herrn Ich will dem Schöpfer Lob Ich will dich noch im Tod erheben Ich will in meiner Einsamkeit Jehovah ist mein Licht und Gnadensonne Jesu Christ, durch deine Wunden Jesu, hilf mir standhaft glauben Jesu, Jesu, stärke mich Jesu, meine Freude Jesu, meiner Seele Licht Jesu, meines Lebens Leben Jesus Christus, liebster bester Jesus, Gott, wird wieder kommen Jesus, Jesus, nichts als Jesus Jesus ist mein Hirte Jesus lebt, er lebt; ja, amen Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus, meine Zuversicht Jetzt leb' ich ob ich morgen lebe Ihr Christen, singt dem Menschensohn Ihr, die ihr mich verfolgt und schmäht Ihr Jünger Jesu, freuet euch In allen meinen Thaten Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich König, dem kein König gleichet Komm betcnd oft und mit Vergnügen Komm heiliger Geist, erfüll' die Komm, heiliger Geist, Herr und Gott Komm, komm, Gott heiliger Geist Komm, laß uns Jesum sterben sehen Komm, o Geist, von Gott gegeben Komm, Schöpfer, komm, o heil'ger Geist Kommst du, kommst du, Licht der Heiden Kommt, Christen, preißt den Herrn 521 241 164 67 314 561 215 400 563 462 37 135 311 138 306 136 126 550 176 309 303 163 151 150 437 172 453 171 61 112 114 381 1 179 2 140 192 182 88 242 522 Register. Laß deinen Geist mich stets, o Heiland Laß doch, o Jesu, laß dein Reich Laß, Jesu, deinen guten Geist Laß, mein Gott, mich darnach streben Laß mich dein sein und bleiben Ma Laß mich doch nicht, o Gott Laß mich, o Herr, in allen Dingen Laßt unserm Gott uns singen Laßt uns unserm Gott lobsingen Lebt Christus, was bin ich betrübt Liebe, die du mich zum Bilde Lieben will ich dich, mein Netter Liebster Jesu, wie sind hier Lob, Ehre, Preiß und Dank sei dir Lobet den Herren, den mächtigen König Lobet den Herrn, ihr Heiden all Lob sei dir, Gott, der du mit Pracht Lob sei dir, Jesu, großer Held Lob sei dir, mein Erretter Lob sei Gott, der den Frühling schafft Lobsing dem Herrn, o meine Seele Lobt Gott in seinem Heiligthum Lobt Gott in seinem höchsten Thron Mache dich, mein Geiſt, bereit Macht, Kraft und Stärke Mein Auge sieht, o Gott, zu dir Mein bester Trost in meinem Leben Meine Hoffnung stehet feste Meine Lebenszeit verstreicht Meinen Jesum laß ich nicht Mein Erlöser, auch für mich Mein Erlöser, der du mich Mein Erlöser, Gottes Sohn Mein erster Wunsch, mein innigstes Mein erst Geschäft sei Preiß und Mein Geist, ermuntre dich, und seis Mein Geist erstaunt, Allmächtiger Ravinth A dibunaffe 118 sur 232 5325 Isto 425 310 msi 429 didelion 326 baron 402 dod 99 154 120 551 3 184 406 239 529 165 229 481 10 404 535 do 103 1403 ogni 322 85 69 385 68 247 313 137 207 130 494 486 330 401 Register. Mein Glück im kurzen Raum der Zeit Mein Gott, der Tag ist nun vergangen Mein Gott, dir ist bewußt Mein Gott, durch deine Güt' allein Mein Gott, du wohnest zwar im Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich Mein Gott, nun ist es wieder Morgen Mein Gott, zu dem ich weinend Mein Heiland, deine Größe Mein Heiland lebt; er hat die Macht Mein Heiland nimmt die Sünder an Mein Heiland! wenn mein Geist Mein Herz, sei stark und unverzagt Mein Hort ist Gott; ihn laß ich Mein Jesu, komm! mein Sterben Mein Jesus triumphiret Mein Vater, denk an mich Mein Vater, dein beglücktes Kind Mein Vater und mein Gott Menschen! unser Heil ist nah Mit Danken und mit Beten Mit Dank komm ich, Mit dem Haufen deiner Frommen Mit der glaubenden Gemeine Mit Ernst, o Menschenkinder Mit freudigem Gemüthe Gott, vor Mit frommer Freude dank ich dir Nach dir, o Herr, verlanget mich Nach einer Prüfung kurzer Tage Nach meiner Seelen Seligkeit Nicht daß ichs schon ergriffen hätte Nichts soll mich von meinem Jesu Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit Nie bist du, Höchster, von uns fern Nie will ich wieder fluchen Nimm von uns, Herr! wir flehn Noch immer wechseln ordentlich Noch läßt der Herr mich leben 523 205 511 79 490 333 249 487 295 86 265 202 257 378 349 559 169 501 56 329 90 477 516 224 226 9.6 16499 0263 387 276 416 323 201307 CS 183 25 454 541 64 495 524 Register. Noch nie hast du dein Wort gebrochen Noch wallen wir im Thränenthal Nun bitten wir den heiligen Geist Nun bringen wir den Leib zur Nun danket alle Gott Nun danket all', und bringet Ehr Nun, Gott lob! es ist vollbracht Nun habe Dank für deine Liebe Nun ists vollbracht Nun sei einmal das Ziel gesteckt Nun sinkt die Sonne nieder D Christenheit, sei hoch erfreut O Christ, in diesen Leidenstagen du allersüßte Freude O du erhabner Gott, an Macht O du mein Mittler, und mein Gott Oft klagt dein Herz, wie schwer O Gott, den alle Himmel ehren O Gott des Himmels und der Erden O Gott, du bist die Liebe Gott, du bist mein Preiß und O Gott, du frommer Gott O Gott, es zieht ein Kriegeswetter Gott, mein Schöpfer, Herr der Welt Gott, wie wird mein Geist entzückt großer Gott, der alle Ding erfüllet Haupt voll Blut und Wunden Oheil'ger Geist, laß uns dein Wort Oheiliger und guter Geist Herr, mein Gott, durch den ich O Jesu Christ, dein Kripplein Jesu, heil'ges Gotteslamm O Jesu, Herr der Herrlichkeit O Jesu, meines Lebens Licht Lamm Gottes, unschuldig treuer Jesu, der du bist O Vater der Barmherzigkeit welch ein unschätzbares Gut O Welt, sich hier dein Leben 35 277 178 574 395 396 8 225 145 298 508 100 371 184 335 122 324 51 49 32 12 328 546 337 278 20 133 6 181 352 108 den 223 538 553 124 554 289 417 134 Register. O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen O wie unaussprechlich selig Preiß ihm! er schuf und er erhält Preiß sei dir meinem Gott gebracht Quelle der Vollkommenheiten Rühm beinen Gott, mein fatter Mund Rühmt den Herrn, ihr frommen Seelen Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz Schon frühe setzt mich Gottes Hand Schon ist der Tag von Gott bestimmt Schon wieder ist von meinem Leben Schrecklich ist der Tod, der dem Schüße die Deinen, die nach dir Schwing dich auf zu deinem Gott Seele, du mußt munter werden Seele, willst du Ruhe finden Seht Jesum, den Gerechten Selig sind des Himmels Erben Selig sind die, welche nun Seid barmherzig, Menschen, höret Seid gesegnet, letzte Stunden Sei getreu in deinem Glauben Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut Sei zufrieden, mein Gemüthe Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig Sieh, Seele, hinter dich zurück Singt, Christen, singt und freuet euch Singt Gott und seinem Sohne Dank So fliehen unsre Tage hin So gib dann, fromme Christenschaar Sohn, der uns verheißen war 525 259 280 45 507 340 524 407 212 467 270 479 560 233 374 500 220 131 261 260 447 565 536 * 57 60 386 463 110 104 506 573 87 Register. So hoff ich dann mit festem Muth So jemand spricht ich liebe Gott So lang ihr auf der Erde lebt Sollt es gleich bisweilen scheinen Sollt ich jetzt noch, da mir schon Sollt ich meinem Gott nicht singen So schlummerst du in stiller 526 So wahr ich lebe, spricht dein Gott So weit, Herr, deine Himmel reichen Stärke, Mittler, stärke sie Tausend Jahr find, Gott, vor dir Ueber alle Himmel Heere Um Gnade für die Sünderwelt Unendlicher, den keine Zeit Unschuld'ger Jesu, was hast du Unumschränkte Liebe Unwiderbringlich schnell entfliehn Bater aller Menschenkinder Vater, gieb mir auch die Gabe Vater, mach uns fromm und weise Versäume nie, dich selbst zu prüfen Voll Dank und Freude weih' ich dir Von dir, o Vater, nimmt mein Herz Von Gott will ich nicht lassen Vor deinen Thron trett ich hiermit Vor dir, o Gott, sich kindlich scheuen Wach auf, mein Herz, und singe Wagst du vor Gottes Thron zu treten Warum betrübst du dich mein Herz Warum bin ich so betrübt Warum erbebst du noch, o Seele Warum häufst du jeden Morgen IND Lega 240 439 231 375 537 399 148 281 29 1532 da 475 177 142 575 132 33 522 Se 566 502 473 320 72 379 359 388 336 489 383 362 367 267 377 Register. Warum sollt ich mich dann grämen Was Gott thut, das ist wohlgethan Was Gott thut, ist doch immer gut Was hilft es mir, ein Christ zu sein Was ich nur Gutes habe Was ist mein zeitlich Leben Was ists, daß ich mich quäle Was ist vor deinem Angesichte Was mein Gott will, gescheh allzeit Was soll ich ängstlich klagen Was sorgst du ängstlich für dein Was zagst du? Gott regiert die Weh dem, der läugnet, daß Gott Weicht, ihr Berge; fallt, ihr Hügel Wenn Christus seine Kirche schützt Wenn einst mein sterbend Auge bricht Wenn ich ein gut Gewissen habe Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht Wenn meine Sünd' mich kränken Wenn mein Stündlein vorhanden ist Wenn Menschen dich verachten, Gott Wenn wir in höchsten Nöthen sind Wenn zur Vollführung deiner Pflicht Wer bin ich? diese große Frage Wer Gottes Wege geht Wer Gottes Wort nicht hält, und Wer ists der mit Himmelslichte Wer nur den lieben Gott läßt Wer unter Gottes Schirmen sitzt Wer weiß, wie nahe mir mein Wieder ist ein Jahr vergangen Wie finster ist der letzte Tag Wie fleucht dahin der Menschen Zeit Wie getrost und heiter Wie Gott mich führt, so will ich Wie groß ist des Allmächt'gen Güte Wie groß ist unsre Seligkeit Wie groß, wie gut du Schöpfer bist Wie grundlos sind die Tiefen deiner Wie herrlich strahlt der Morgenstern BEST 527 372 353 527 316 413 421 350 73 354 358 248 361 13 36 238 555 419 48 125 255 544 391 343 410 331 315 161 62 514 251 476 274 250 227 347 28 243 50 121 305 528 Register. Wie kann ich Dank genug Wie lieblich ist doch, Herr, die Stätte Wie mannigfaltig sind die Gaben Wie sanft sehn wir den Frommen Wie selig lebt ein Mensch, der Wie sicher lebt der Mensch, der Wie soll ich dich empfangen Wie theuer, Gott, ist deine Güte Wie viele Freuden dank ich dir Wie wichtig ist doch der Beruf Willst du die Buße noch Wirf, blöder Sinn, den Kummer hin Wir freuen uns, Herr Jesu Christ Wir glauben all' an einen Gott Wir Menschen sind zu dem, o Gott Wo eilt ihr hin, ihr Lebensstunden Wo find ich Gott, den meine Seele Wo flieh ich Sünder hin Wohl dem, der beßre Schäßze liebt Wohl dem, der richtig wandelt Wort aus Gottes Munde Wunderbarer König Bitternd, itternd, doch voll sanfter Freuden Zur Arbeit, nicht zum Müßiggang Zu so viel Tagen, die mir schon siet 299 11 422 562 445 246 95 297 30 75 282 92 170 38 193 436 332 288 430 425 201 52 214 432 513 und soll 02 Sammlung einiger Gebete lietard sivt dan zur 01/00 Unterhaltung der Andacht. Son Erklärende Umschreibung des Gebets des Herrn. Gott, der du über uns alle Vater und Herr bist, und mit hoher göttlicher Macht und Liebe auf uns und unsere ganze Erde herabsiehst! Wie dein Name ist, so laß uns alle dich recht erkennen und ehren, als Vater und Herrn; und daß du uns das bist, laß uns mit einem frommen Wandel beweisen. Mach uns izt und künftig so glücklich, als es die Menschen werden sollen, unter deiner gnadenvollen Regierung,( wie sie durch Christum kund worden ist!) In dem allen, was du uns befiehlst und mit uns vornimmst, laß auch uns auf dieser niedrigen Erde so willig und freudig dir folgen, wie es höherc und bessere Geschöpfe thun in deinem Gebiete, das du ausser unserer Erde noch hast. Was wir, deine armen hülfsbedürftigen Kinder jeden Tag nöthig haben bei unserm Aufenthalt auf der Erde, das gib uns auch heute aus deiner milden Vaterhand. dibaca Was wir schwachen Kinder mannigfaltig fehlen, das verzeih uns mit väterlicher Erbarmung und Nachsicht; wie auch wir unter einander verzeihen denen, die gegen uns nicht thun, was sie sollen! So lange wir in dieser mühseligen und sündlichen Welt leben, laß uns nicht in allzuschwere Prüfungen kommen, die unserer Seele gefährlich werden könnten, 23 530 Morgengebet. sondern rette uns von der Sünde, und von allem dem Elend, das durch die Sünde in die Welt gekommen ist. Wir hoffens zu dir, o Vater! Denn du hast ja in unsrer Welt die Oberherrschaft; hast Macht und Stärke, zu schaffen, was und wie du willst: du bist durchaus ein so guter herrlicher Gott, und wirst das immer sein, wie du es immer warst. Du wirst thun, was wir bitten. Amen. Morgengebet. O Gott ott mein Vater, durch deine Güte habe ich nun wieder einen neuen Tag in deiner Welt erlebet. Du hast in der vergangenen Nacht mich gnädig bewahret vor so manchem Uebel, das mich hätte treffen können; und hast mich durch den Schlaf gestärket, daß ich nun mit neuen Kräften wandeln kann im Lande der Lebendigen.h: Phot Hier bring ich dir meinen herzlichen findlichen Dank, du gnädiger Erhalter meines Lebens! Der du mir schon so unaussprechlich viel Gutes gethan hast, und nun auch an diesem Morgen deine Barmherzigkeit über mir neu werden läsfeſt. Guter Gott! hilf mir doch, daß ich heute dir zur Freude leben, und diesen Tag, den du mir schenkst, so anwenden möge, wie es dir wohlgefällig ist; damit ich mich am hentigen Abend und auch noch bei meiner künftigen Rechenschaft darüber freuen könne. Erhalte mein Herz bei dem Einzigen, daß ich dich, meinen Vater und Herrn, kindlich fürchte, und aus Liebe zu dir in keine Sünde willige. Lehre mich aber auch über mein Herz und über meine Begierden wachen und vorsichtig wandeln, daß ich nicht durch Stolz, Wollust oder Habsucht hingerissen werde, wider meinen Gott zu fündigen, sondern daß ich in allem meinem Morgengebet. Thun und Lassen so gottesfürchtig und gewissenhaft handeln möge, wie es einem Christen geziemet, der mit jedem Tage der Ewigkeit näher kommt. Sei du dann heute um Jesu meines Heilandes willen, mein gnädiger Gott, und mein Helfer! Zu meinem Berufe, den ich als Mensch und als Christ in dieser Welt habe, verleihe mir Verstand und Kräfte; und gib auch zu dem, was ich thue, Segen und Gedeien. Hilf mir, in der Stelle, die du mir in der Welt angewiesen hast, so gut und rechtschaffen sein, auch so viel Gutes schaffen zu deiner Ehre, zu meinem und anderer Menschen Glück, als nur möglich ist. Alle meine übrigen Angelegenheiten überlasse ich kindlich deiner weisen und gnädigen Regierung. Du, mein Vater, weißt, was ich für Seele und Leib bedarf; und du bist so gnädig, daß du gerne gibst, was uns nüket. Zuversichtlich empfehle ich dir mein Leben und meine ganze Wohlfahrt. Behüte mich vor Unglück; gib mir so viel Glückseligkeit und Freude, als du weißt, daß mir gut ist; und wenn dieser Tag auch seine Plage haben soll, so hilf mir, daß ich sie, wie ein Christ ertrage; und laß du mich nur nicht über Vermögen versucht werden. 531 Schüße und segne auch alle die Meinigen, die mir angehören, ja auch alle andere, die mit mir in der Welt noch Christen und Menschen sind. Sei allen gütig, und erbarme dich aller deiner Werke. Segne besonders unser ganzes Vaterland, und jede Hütte, worin Menschen wohnen. So weit deine Sonne scheinet, laß auch jedes Menschengeschöpf erfahren, daß du die Liebe bist. Herr, Herr, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Deine Güte sei über uns, wie wir auf dich hoffen. Amen. Denksprüche. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein 23* 532 Abendgebet. Gott. Dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. Pf. 143, 10. Sende deine Weisheit herab von deinem heiligen Himmel, daß sie bei mir sei und mit mir arbeite; daß ich erkenne was dir wohlgefalle. B. d. Weish. 9, 10. Meine Hülfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Ps. 121, 2. m Abendgebet. is hieher hat nun wieder der Herr geholfen! Und nun komme ich mit Dank vor dein Angesicht, du guter treuer Gott und Vater, der du mir schon so viele Tage auf dieser Erde geschenkt, und mich so weit ge bracht hast, daß ich auch den heutigen Tag glücklich zu rückgelegt habe. Durch deine Gnade bin ich, was ich noch bin. Du hast mir so viel Gutes gethan an Seele und Leib, so viel Uebels von mir abgewendet, haft so liebreich mich versorgt und so väterlich geleitet, daß ich deine Wohlthaten nicht alle zählen, ja nicht einmal wissen kann. Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir armen sündigen Menschen bisher gethan hast! aber um so viel demüthiger und herzlicher danke ich dir, Vater und Herr meines Lebens, für alle deine väterliche Liebe und Langmuth, mit welcher du dich meiner auch heute angenommen hast. Ach daß ich doch nun auch mit Freudigkeit vor dir stehen, und als ein gutes gehorsames Kind mich deines gnädigen Wohlgefallens freuen konnte! Aber mein eignes Herz sagt mir, wie viel Gutes ich heute versäumt, und wie viel Unrechts ich gethan habe! und du, o Allwissender, der du mich ganz kennest und erforschest, wie viel wirst du an meinen Gedanken, Worten und Werken auszusetzen finden, das nicht gut, nicht christlich war! wenn du willst Sünden zurechnen, so kann ich nicht bestehen, und darf meine Augen zu dir nicht aufheben. D. gnädiger und barmherziger Vater! Ver= 533 Abendgebet. Aditjans zeih deinem armen Kinde nochmal seine Fehler und Sünden, und laß mich Gnade finden vor dir, um meines Versöhners Jesu Christi willen: gib mir aber auch Kraft, mich zu bessern und morgen frömmer und christlicher zu leben; daß ich nicht jeden Tag nur mit Neue beschließen, sondern mich auch einmal des Guten freuen möge, das ich durch deine Gnade gethan habe. 371 Laß mich dann jetzt mit guten Gedanken einschlafen, und morgen mit frommer Gesinnung wieder erwachen. Sei auch in dieser Nacht mein Beschüßer und mein Helfer. Manches Uebel könnte mir begegnen, manche Plage, ja, der Tod selbst, könnte meiner Hütte sich nahen, indem ich schlafe. Aber ich bin in deiner Aufsicht, und ohne deinen Willen kann mir nichts Trauriges widerfahren. Im Vertrauen auf deine Gnade will ich dann ohne ängstliche Sorgen einschlummern, und mich damit trösten, daß du alles wohl machst, und daß ich im Leben und im Sterben in deiner Hand bin. Ja, in deine Hände empfehle ich meinen Geist, meinen Leib und Leben, meine und der Meinigen ganze Wohlfahrt. Laß uns ruhig schlafen, und morgen mit neuen Kräften unsern Beruf als Christen fortsetzen. Beweise deine Güte an allen Menschen in deiner ganzen Welt! Höre alle, die izt zu dir beten: erbarme dich aller Frommen und aller Sünder, aller Elenden und Traurigen, aller Kranken und Sterbenden: laß jeden deine Hülfe erfahren, wie er sie nach seinen Umständen bedarf und führe uns alle endlich dahin, wo keine Nacht mehr sein wird. Herr, Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist! Schöpfer, Erlöser und Tröster: dir leben wir; dir sterben wir; dein sind wir lebend und tod! Amen. Denksprüch e. Gelobet sei der Herr täglich! Gott legt uns eine Last auf; aber er hilft uns auch. Wir haben einen Gott, der 534 Ausführliches allgemeines Gebet, da hilft; und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Ps. 68, 20. 21. Der Herr ist mein Licht und mein Heil! vor wem sollt ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft: vor wem sollte mir grauen? Pi. 27, 1. Fürchte dich nicht! ich bin mit dir. Weiche nicht! denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich; ich helfe dir auch; ich erhalte dich. Jes. 41, 10. Ausführliches allgemeines Gebet, mit Fürbitte und Danksagung. nendlicher und einiger Gott! Gebieter der Erde und des Himmels! Herr der Menschen und der Engel! Demüthig und ehrfurchtsvoll werfen wir uns hier, vor dem Thron deiner Allmacht, in den Staub nieder. Unzählich und unermeßlich sind deine Wohlthaten gegen uns, o du Herr und Gebieter unsers Lebens. Du bist es, der uns auf diese Welt gestellet. Und seit dem ersten Athemzug hast du uns vor tausend und millionen Gefahren täglich geschützet, täglich uns den Gebrauch unserer Augen, Ohren und der übrigen Sinne gegeben, täglich uns alles geschenkt, was zum Unterhalt unseres Peibes gehöret; uns durch Vernunft über alle andere Geschöpfe deiner Erde erhaben, und zu Herren des Reichthums der vielen Annehmlichkeiten und Bequemlichkeiten der Natur gemacht, auch durch den Umgang mit andern liebreichen Menschen und durch die Verbindung mit unsern Anverwandten und andern Herzensfreunden uns so viele Freuden des Lebens verliehen. Und um uns zu wahrem und ewigdaurendem Glück zu kringen, hast du, o ewige Liebe, uns gar deinen Sohn geschenkt, der uns ein ewiges Leben erworben; deinen heiligen Geist gegeben, der uns dazu bereitet; hast uns dein Wort gegeben, worin du uns Trost und Rath und Muth für dieses Leben ertheilest, und die frohen Aussichten in die Ewigkeit eröffnest. Gott du bist die Liebe! 535 mit Fürbitte und Danksagung. und der Reichthum deiner Güte und Langmuth ist ganz unaussprechlich, du barmherziger Vater, der du so viel und so großmüthig wohlthust! Denn wer sind wir Armen, die du mit Wohlthaten überhäufst? Unwürdige, die nichts verdienen! Sünder, die nur Strafe verdienen! Du Allwissender, Allerheiligster weißt, daß wir täglich viel Gutes vernachläßigen, und manches Böse verüben, in Trägheit und Gottesvergessenheit dahin leben, ja wohl gar die Gaben deiner Huld mißbrauchen, wider dich zu sündigen, und durch Müßiggang, durch Neid und Zwietracht, durch Verleumdung und üble Nachrede, durch Ungerechtigkeit, Unkeuschheit, Stolz, Herrschsucht und dergleichen sündliche Begierden die Ordnung deines Reichs und den Wohlstand deiner Menschen zu stören, hingegen Verwirrung und Elend in deiner Welt zu verbreiten. Ach welch ein strafbarer Undank und Ungehorsam ist das alles gegen dich, du guter Gott, der du unser allerliebster und freigebigster Wohlthäter bist! Wir schämen uns darüber und scheuen uns unsere Augen aufzuheben gen Himmel: aber mit ernstlicher Reue über alle unsere Sünden, fliehen wir zu deiner Gnade und zu dem Verdienste deines Sohnes, den du, o ewige Liebe, dahin gegeben, daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Wenn wir unsere Sünden inniglich bereuen und verabscheuen, sie aus allen Kräften meiden und dagegen uns ernstlich bestreben, nach deinen Geboten als fromme Menschen zu leben; so sind wir unsers Antheils an dem ganzen Segen unserer Erlösung gewiß. Dann hast du alle unsere Sünden vergeben, deine Gnade uns wieder geschenkt, und uns zu deinen Freuden und Kindern, durch Jesum Christum wieder angenommen. Ju Und nun, du Allwissender und Allweiser Gott, deſsen unendlichem Verstande nichts zu groß und nichts zu Ausführlich allgemeines Gebet, klein ist; du versöhnter gütiger Vater, der du uns begnadigest und mit väterlicher Zärtlichkeit auf uns merkest! Dir empfehlen wir mit kindlicher Zuversicht alle unsere Schicksale, unser ganzes Glück. Vor allen Dingen gib uns stets deinen heiligen Geist. Bewahre uns vor gar zu schweren Versuchungen unserer Tugend. Gib uns Gnade, daß wir würdig deiner Religion, würdig unserm erhabenen Christenberuf, würdig dir leben, dem Gott, der uns zu einer ewigen Herrlichkeit berufen hat. Dieß ist der vornehmste Wunsch unseres Herzens, weil doch die Sünde unser einziges und allerhöchstes Unglück, die christliche Frömmigkeit aber unser einziges und allerhöchstes Glück ist. 536 Alle unsere irdischen Schicksale regiere, nicht nach den Einfällen und Wünschen unseres Ünverstandes und Eitelkeit, sondern wie du willst und wie du, Allweiser, fiehest, daß es zur Erhaltung und Stärkung unserer Andacht und Tugend gereiche. Nach deinem guten Willen komme dann Freude und Leid! Nur gib uns Weisheit und Kraft, jede Freude, wie jedes Leid, zut unserer Seelen Heil anzuwenden, und uns dadurch mit dir, unserm einzigen höchsten Gut, immer fester zu verbinden. Wir vertrauen dir, weiser gütiger Vater, daß du mit uns alles wohlmachest. Wir danken dir, daß du uns erhörest: uns bis ans Ende im Glauben an deinen Sohn bewahrest; und dabei auch im Zeitlichen, uns Nahrung und Erquickung, und alles das schenkest, was uns wirklich heilsam iſt. Und da wir hier nur Fremdlinge und Reisende sind, da unser Leben so kurz, flüchtig und unsicher ist; und auf dieses irdische Leben eine Ewigkeit folgt, wo einem jeden vergolten wird nach dem, was er hier gethan; so lehre uns Herr, bedenken, daß wir sterben müssen. Gib uns Weisheit und Kraft, unser Auge stets auf das große Ziel der Ewigkeit zu richten, jeden Augenblick als wahre Chri mit Fürbitte und Danksagung. sten zu leben, in unsern häuslichen Umständen alles in Ordnung zu halten, um den Tod freudig zu erwarten und selig zu dulden. Und sollte etwa diese Woche ( Tag) unsere letzte sein, so stärke unsern abscheidenden Geist mit deinem göttlichen Trost, daß wir mit der Ruhe und Freude cines Christen sterben, welcher weiß, daß für ihn der Tod nichts anders ist, als der Hingang zu dir, seinem Gott. 537 Vater der Menschen! Ein jeder Mensch hat die Ehre, dein Geschöpf und dein Unterthan zu sein! für jeden hast du deinen Sohn gegeben und deinen Geist gesendet, alle ewig glücklich zu machen; jeden heißest du uns innig lieben, und für alle Menschen herzlich beten. Mit solchem brüderlich gesinnten Herzen danken wir dir für alles Gute, das du auf deiner Erde an andern Menschen thust; und bitten dich: beglücke unsere Mitchristen, als unsere Nebenmenschen; alles was Mensch ist, in allen Ständen, und an jedem Orte der Welt! Erhalte und segne unsern Fürsten und seine Familie. Noch lange laß ihn zur Freude seines Hauses leben, und zum Segen seiner Unterthanen glücklich regieren. Segne die von ihm bestellten Obern, mit Weisheit und glücklichem Fortgang bei ihren Geschäften; daß wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Erbarme dich besonders aller Nothleidenden. Tröste die Bedrängten; erfreue die Traurigen; richte auf die Niedergeschlagenen; speise die Hungrigen; versorge die Dürftigen; heile und stärke alle Kranken. Sei der Vater aller Waisen und Wittwen; der Retter aller Unterdrückten, Verfolgten und ungerecht Gefangenen; der Helfer aller Niedrigen und Verlassenen. Auf einen je den, der unter irgend einem Schmerz und Leiden seufzet, richte dein Vaterherz und deine allmächtige Hand. Flöße ihm deinen himmlischen Trost in die Seele. Stärke ihn 23** Allgemeines Gebet, mit Gotteskraft, endige bald sein Leiden und ersetze es durch desto größere und dauerhaftere Freuden. Alle, die in Unwissenheit, Aberglauben und Irrthum leben, erleuchte mit deinem Licht. Alle sichere Sünder erwecke durch deine Kraft; daß kein einziger Mensch deines ewigen Heils verlustig gehe. Insbesondere, Allmächtiger, tragen wir dir die großen Angelegenheiten deiner Religion vor. Mit deiner Allmacht vereitle die menschenfeindlichen Bemühungen derer, welche deiner Welt das herrlichste Labsal, das theuerſte Kleinod, dein Wort rauben wollen. Sie selbst aber diese Unglaubigen, o Vater, auch sie hat dein Sohn erlöset! auch für sie betet er! Führe sie doch von ihrer Verblendung zur Werthschätzung deiner Religion zurück. Mache sie zu treuen Verehrern und thätigen Bekennern derselben; und dadurch zu glücklichen Menschen in Zeit und Ewigkeit. 538 Breite, Herr, deinen Segen aus, über unsere und über alle Schulen und gute Erziehungsanstalten in der ganzen Welt. Laß jede eine Pflanzschule heilsamer Kenntnisse und christlicher Tugenden werden; daß die Welt voll guter Menschen, die Kirche voll frommer Christen und dein Himmel voll seliger Bürger werde. Segne überhaupt jede gute, besonders jede fromme und wichtige Unternehmung und Geschäfte. Unsere liebe Angehörigen, Hausgenossen und Untergebene; alle unsere Blutsverwandte, und vornehmlich unsere liebsten Freunde und Wohlthäter, empfehlen wir deinem Schutz und besten Segen. Segne auch unsere Beleidiger und Feinde, gib uns Klugheit, ihre Feindschaft nicht zu verursachen, und Kraft, ihnen von ganzem Herzen zu vergeben, und sie durch herzliche Liebe zu gewinnen. Ihnen aber laß jedes Gute an Leib und Seel zu Theil werden, das wir uns selbst wünschen. 539 um Vergebung der Sünden. Vornehmlich empfehlen wir dir, deine treue Verehrer hier und an jedem Orte der Welt. Vermehre täglich die Zahl dieser glücklichen Menschen. Und einen jeden von ihnen stärke täglich, mit neuem Licht und Kraft, bis an sein Ende, in allen Tugenden und in deiner Gnade zu beharren und zu wachsen. Ueberhaupt, allwissender, ellmächtiger und allgütiger Vater, legen wir alle unsere Sorgen im Zeitlichen und Geistlichen, in deinen Schoos nieder. Dir empfehlen wir unsern Leib und unsern Geist. Alles, was du für heilsam erkennest, das schenke uns! Und allen Christen! Und allen unsern Nebenmenschen! Wir flehen dich darum on im Namen deines Sohnes Jesu Christi; und hoffen auf dich, Vater! Du wirst es uns geben. Amen. Gebet um Vergebung der Sünden, bei der Zubereitung zum H. Abendmal. Seiliger und gerechter Gott! Vor dir, meinem Herrn und Richter, erscheine ich hier, wie ich künftig einmal stehen werde vor deinem Gerichte. Ich will mich selber richten, und deine Gnade suchen, dieweil ich sie noch finden kann. Und wenn ich mich nun selbst anſehe, so, wie du mich einmal ansehen wirst, o allwissender Herzenskündiger! Ach wie wenig bin ich doch das, was ich sein sollte, und durch deine Gnade auch sein könnte! Ich soll den Willen meines Vaters im Himmel thun, und in allem mich halten nach seinen Geboten; ich soll gesinnet ſein, wie Jesus Christus war; so kindlich gegen meinen Gott, so liebreich gegen alle Menschen, so demüthig und sanftmüthig, wie Er: ich soll rein in meinen Gedanken, gewissenhaft in meinen Worten, treu in meinem Berufe, gerecht in allem meinem Thun und Lassen sein. Aber wie viel fehlt mir noch von dem allen! wie viel Abweichungen von deinen Gesetzen wirst du an mir finden, Gott, der du alle Um Vergebung der Sünden. meine Gedanken siehest, alle Worte auf meiner Zunge weißt, und alle Schritte meines Lebens bemerkest! Vor dir bin ich ein Sünder! und wie übel hab ich gethan, daß ich wider dich, meinen guten Gott, meinen steten Wohlthäter, meinen treuen Vater, sündigte! Ich bin nicht werth, daß ich dein Kind heiße; und wie unaussprechlich elend bin ich, wenn du nicht mein gnädiger Gott bist! Gott, wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? wo Hülfe finden, wenn du wider mich bist? Ach zu dir allein, der du das Verderben der Sünder nicht willst; sondern Gnade und Leben schenkest, wenn sie reuend sich zu dir bekehren! Zu meinem Heilande und Mittler, durch welchen du allen Sündern Vergebung und Begnadigung geschenkt hast. O Gott, so sei dann mir Sünder gnädig: tilge alle meine Uebertretung um seinetwillen, und gedenke meiner Sünden nicht. Ja, bei deinem theuren werthen Wort, bei dem versöhnenden Tode meines Mittlers bitte, und glaube und hoffe ich Vergebung, Gnade und Seligkeit. 540 Aber laß mich dann nun auch die Bedingungen erfüllen, unter welchen du begnadigen und selig machen willst. Ich soll die Sünde verabscheuen und hassen, die mich und meinen Gott von einander scheiden; ich soll ersetzen und gut machen, was ich Unrechts an meinem Nächsten gethan und ihm geschadet habe; ich soll dich Lieben der du mir viel vergeben hast; und was ich noch zu leben habe, soll ich leben im Glauben des Sohnes Gottes, dem zu Ehren und zum Wohlgefallen, der für mich gestorben und auferstanden ist. O Gott, schaffe in mir dieß reine Herz, und gib mir den neuen rechtschaffenen Geist, in dem kein Falsch ist; daß meine Andacht nicht Heuchelei, meine Buße nicht Iceres Geschwätz, sondern wahre Aenderung des Herzens und des Lebens sei; daß ich rechtschaffene Früchte der Buße zeige, und von nun an in einem neuen Leben Nachdenken über das heil. Abendmal. 541 wandele. Du hast das Wollen gewirket, gib nun auch das Vollbringen. Stärke mich und laß mich auch selbst alle Vorsicht anwenden, daß ich der Sünde, die mir immer anklebet, standhaft widerstehen, und mit Gottesfurcht in der Heiligung fortfahren möge: damit ich im Leben und im Sterben den Trost habe, daß du mein gnädiger Gott bist, und daß ich dein Kind und ein gewisser Erbe deiner Seligkeit bin. Ich übergebe meine Seele und ihr Heil, deiner Liebe, o Vater; deiner Gnade, o Jesu, mein Heiland; deiner Regierung, du guter Geist Gottes! Erhalte mich in deiner Gnade, und sorge dafür, daß mich nichts von deiner Liebe scheide. Amen. Erforsche mich, Gott: und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre wie ichs meine. Und siebe, ob ich auf bösem Wege bin; und leite mich auf ewigem Wege! Ps. 139, 23. 24. Nachdenken über das heilige Abendmal. Dieser Genuß des heil. Abendmals soll mir sein: 1) Ein demüthiges und herzliches Lobopfer für die unermeßliche Gnade meines Gottes, der mir so unzählige, schändliche und strafbare Sünden vergeben; durch Jesum Christum vergeben hat. Ach was würde aus mir geworden sein; wo wollte ich Ruhe des Gewissens, Muth und Kraft zum Anfange und Fortgange in der Tugend hernehmen, wenn ich nicht das Verdienst meines Heilandes hätte!- Gott, du ewige, unermeßliche Liebe! Du hast mir so viel, so sehr viel vergeben. Schenke mir doch die Gnade, daß ich dich recht viel lieben möge! Welchen unermeßlichen Reichthum von Langmuth, herzrührender Vatertreue, Sorgfalt und Arbeit für meine Besserung, Barmherzigkeit, Wohlthätigkeit und Freundlichkeit Gottes, sehe ich da in meinem vorigen Sündenleben! Gerade das bitterste meines - Nachdenken über das heil. Abendmal. Lebens hast du, o Gott, zu meiner größten Wohlthat gemacht. Mehr, als Sand am Meer, sind deine Gnaden. Wo ist ein Gott, wie du? 542 2) Eine dankbare Erinnerung und Lobpreisung eines Heilandes, der am Kreuze gestorben ist. O Gott! Da Jesus, dein Sohn, der Allerhöchste, dein Geliebtester, hier am Kreuze stirbt, so soll mir dieser Anblick die Wahrheit tief einprägen, daß nichts, als liebevoller Gehorsam gegen dich, uns vor dir theuer und werth macht. Dieß soll meinen himmlischen Sinn mit neuer Stärke beleben. Nicht in den Gütern dieser Welt, im Beifall und Ruhm, im Ansehn, Geld und Macht der Erde; sondern in dem Besitz deiner durch Jesum den Gekreuzigten uns erworbenen Gnade und Seligkeit im Himmel, will ich von nun an mit verstärktem Eifer mein Ein und Alles suchen. 3) Dankbare Erinnerung und Lobpreisung eines Heilandes, der für unsere Sünde gestorben ist. Welch ein einleuchtender schrecklicher Beweis deines heiligsten Hasses gegen alle Sünde, und deiner vollkommensten Strafgerechtigkeit! Dieß soll dann auch meinen Haß und Abschen gegen alle und jede Sünde verstärken. Keine einzige will ich hegen. Jede will ich verabscheuen; ewig hassen und verbannen. Auch alles Glück der Welt soll mir nichts werth, soll mir schrecklich sein, wenn ich es durch Sünde erkaufen muß.- Mein Gott! öffne du mir selbst die Augen, und stärke mich Schwachen. Dieß aber soll auch mein Vertrauen auf dich, durch Jesum Christum stärken und beleben. Durch seinen Tod sind nun alle meine Sünden versöhnet. Auch alle meine noch fortdauernden Mängel und Schwachheiten gut gemacht. Nun kann mein Glaube, in dir, einen gnädigen Gott anbeten, zuversichtlich deinen fortwährenden Beistand zu allem Guten bis an meinen seligen Tod - Nachdenken über das heil. Abendmal. 543 erwarten; und freudig nach dem bessern, in Tugend und Andacht vollkommenen Leben hinüber sehen. 4) Dankbare Erinnerung und Lobpreisung eines Heilandes an welchem und durch welchen Gott solche Wunder einer unermeßlichen Liebe bewiesen hat. Dieß soll dann auch meine treueste dankbarste Gegenliebe zu dir, du ewige unermeßliche Liebe, stärken. 5) Dankbare Erinnerung und Lobpreisung eines Heilandes, der für alle Menschen gestorben ist. Wie theuer ist also ein jeder Mensch in den Augen meines Heilandes, meines Gottes! Und ich, ich sollte den nicht ehren, dem nicht wohl wollen, den nicht herzlich lieben, für den Jesus sein Lebeu gelassen, für den Gott seinen Sohn dahin gegeben hat? Nein! Vater der Menschen. Nimm hier gnädig auf meine Gelübde: Bei dem Brode, von dem ich in Gesellschaft mit meinem, vornehmen und niedrigen, reichen und armen Nebenmenschen esse! Bei dem Freundschaftsbecher, aus welchem ich mit ihnen allen heute trinke! Bei diesem Ehren- und Freudenmale des Menschengeschlechts, zu dem ich auch heute geladen werde! Bei dem Leibe und Blute meines Herrn und Bruders, gelobe, schwöre ich es: ,, Neid und Groll, und Haß, und Lieblosigkeit sollen meine ärgsten Feinde; jeder Mensch, auch der niedrigste Knecht, auch mein ärgster Feind, soll ein ,, Gegenstand meines Wohlwollens Vergnügen und Wohlthun soll meine Freude sein!" than 11 M - Noch and Noch andere Betrachtungen darüber. 1) So gewiß, als ich von dem gesegneten Brod esse und von dem gesegneten Kelch trinke: so gewiß habe ich Theil an dem Leibe meines Heilandes, der für mich gebrochen, und an dem Blute, das für mich vergessen worden. 544 Nachdenken über das heil. Abendmal. Auf keine eindrücklichere und gegen alle Zweifel und Besorgnisse des Gewissens mehr gesicherte Art, hätte mich Gott überzeugen können, daß ich bei redlicher Besserung der Seele und des Lebens, auf das Verdienſt Jesu mein Vertrauen setzen, und durch diesen Glauben gerecht und selig sein soll. So will ich dann, o ewige Liebe! dich mit einem demüthigen und starken Vertrauen ehren. Fest will ich glauben, Dir glauben, damit ich auch die Gerechtigkeit von dir erlange. Dieß sei mein Trost bei den noch übrigen so mannigfaltigen und großen Mängeln und Flecken meiner Liebe und meines Gehorsams. - 2) Nun ist dann auch meine Hoffnung des ewigen Lebens um so viel fester. Dieß soll mir ein neuer Zügel für die Sünde, und ein neuer Sporn zu allem Guten werden. — 3) Eine solche Barmherzigkeit meines Gottes, und eine solche Seligkeit, soll mich dann auch mit neuer Geduld und Muth bewaffnen. Bei den Beschwerden und Belästigungen meines Leibes; bei den vielen Widerwärtigkeiten des Lebens; bei den Beunruhigungen und Mühseligkeiten meines Standes und Berufs; bei den beschwerlichen und gefahrvollen Kämpfen wider die Sünde: Da, und sonst allenthalben, wo ich die Last dieser Wanderschaft fühle, will ich auf dich blicken, Sohn Gottes: der du selbst durch Leiden zu einem gütigen Regenten deiner Menschen eingeweihet worden! 4) Durch Gottes Gnade kann ich auch von mir sagen: Mir ist viel, sehr viel vergeben! Ach, mögt ich doch auch sagen können: Darum lieb ich dich auch viel!- Du, o Gott, wirst mit meiner Schwachheit gnädiges Erbarmen tragen, und ihr gnädig aufhelfen. 5) Solche unermeßliche Herablassung, Langmuth, Nachdenken über das heil. Abendmal. 545 Barmherzigkeit und Freundlichkeit, soll mich nun auch in dem Fleiß aller der edlen Werke stärken, die mir die Religion dieses meines Heilandes gebeut; und deren Summe ist, Menschenliebe, gebildet nach dem Muster Gottes. Noch andere Abendmals- Betrachtungen. 1) Auch ich, der ich dieß gesegnete Brod esse, und aus diesem Becher trinke, gehöre zu denen, welche Gott so geliebet, daß er seines eingebornen Sohnes nicht verschonet hat. Auch auf mich siehest du, o Gott mit Wohlgefallen herab, da ich die Siegel deiner gnädigen Wirkungen in der Besserung und Heiligung meiner Seele an mir sehe. Mein ist der Reichthum deiner Erbarmung für meine vormaligen Sünden. Auch mir beweisest du väterliche Nachsicht: Auch mich wirst du unsträflich bewahren bis ans Ende. Mein ist die ganze Fülle deiner Macht und Liebe! so gewiß, als ich dieses Brod esse und diesen Wein trinke. 2) Herr! vor deinem Throne in den Staub hingeworfen, flehe ich: Laß jenen großen Endzweck des Leidens und Todes meines Heilandes, mich dadurch zum Gliede seines eigenthümlichen Volks zu machen, welches recht eifrig in allen Tugendthaten sei diesen Zweck laß mir stets, stets vor Augen schweben.- Laß mich seinen Tod, seine Religion bei jeder schicklichen Gelegenheit mit dem Munde preisen: ihn bis an den letzten Hauch meines Lebens, als mein theuerstes Kleinod erheben. Laß mich ihn aber auch vornehmlich mit meinem Wandel prei sen! Ach, dieser werde immer mehr ein Abdruck seines Musters, und deines großen Erempels, o Vater! 3) Laß mich insbesondere immer mehr der redliche, Herzliche, allgemeine Freund deiner Menschen werden, der Er war, und der Du bist! - 546 Nachdenken über das heil. Abendmal. Du weißt, Allwissender, wie wenig ich noch der bin, der ich zu sein von Herzen wünsche, und für den mich auch viele meiner Nebenmenschen halten. So viele Widersetzungen fühle ich noch in mir gegen das, was ich mit der innigsten Ueberzeugung für meine größte Ehre und Freude ansehe. Ach! das schmerzt mich ins Innerste. Eine Liebe, wie die Deinige ein Gott, wie Du bist; kann mich noch immer nicht zu dem ganz vollkommen guten, gehorsamen, dankbaren, liebevollen Menschen machen!- Doch das Wollen, der Wunsch, den du in mir gewirket hast, ist mir Bürge, daß du auch immer mehr das Vollbringen in mir wirken wirst! Bester, zärtlichster Vater! hier an dem Kreuze deines Sohnes öffne ich dir ganz mein Herz! Fülle es ganz mit dem Geiste deiner Liebe! - HIST 4) Ach wie schmerzlich sehnet sich meine Seele nach jenem rechten, durch Andacht und Tugend vollkommnen Leben!- O welche Seligkeit, welche Wonne! Jene tiefen Blicke in die Abgründe deiner Werke und Wunder! Jene starken Schritte auf dem Wege der Tugend! Jene unendlich wichtigere und entzückendere Geschäfte! Jene erhabenste vergnügte göttliche Freundschaft, mit den Personen, die hier meinem Herzen theuer sind; mit allen edlen großen Seelen unter den Menschen; mit Engeln und Erzengeln; mit meinem besten Freunde und größten Wohlthäter, Jesu Christo! mit ihm, der mir den Weg zum Leben, zu dieser Freude gebahnet hat! Diese Hoffnung laß mir auch heute, mit neuer Klarheit und Stärke ins Herz gedrückt werden. Sie, und deine Liebe, sei der Trost in meinem Leiden, das Gewürz meiner Freuden, der kräftigste Antrieb zu allen Tugendthaten; sei der Führer auf dieser Reise durchs Leben, hin in mein Vaterland! Ach, wann, wann werde ich dahin kommen! Gott! Vater! Ganz durchdrungen von deinen un- Gebet bei Donnerwettern. 547 zähligen und unermeßlichen Liebesproben, weihe ich mich dir aufs neue ganz und gar. Du sollst mein Alles sein. Dir, nur will ich leben: Dir will ich sterben. Dich will ich in der Ewigkeit, in den Chören deiner heiligen, seligen Menschen und Engel preisen. Amen. Gebet bei Donnerwettern. ett, du allmächtiger Herr der Welt, der du große Dinge thust am Himmel und auf der Erde, und deine ewige Kraft und Gottheit sehen läsfest an deinen Werken! Herr, mein Gott! du bist sehr herrlich, wenn du den Himmel mit schwarzen Wolken verdeckest, und aus deinem heiligen Dunkel deine Blizze leuchten und deine Donner hören lässest: Die lebende Natur ist ſtill vor ihrem Herrn, und hört ehrerbietig die Stimme des Schöpfers, die herrlich und mit Macht daher gehet in Blitzen und Donnern, in Sturm und Hagel und großen Wassergüssen. Ich bete dich an, mein König und mein Gott! ich ehre dich in deiner majestätischen Pracht, und freue mich, daß du dabei auch die Liebe bist, und daß ich dich Vater nennen darf, meinen Vater, durch Jesum Christum. Wie groß ist deine Macht im Wetter, du Gott der Ehren! Du siehest die Erde an, so bebt sie; du rührest die Berge an, so rauchen sie. Aber wie groß ist auch deine Weisheit und Güte, welche unserer Erde auch in Wettern wohlthut, die schwüle Luft von schädlichen Dünsten reiniget, die welkenden Gewächse erfrischet, und die schmachtenden Geschöpfe erquicket. Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter. O laß mich ist mit kindlicher Ehrfurcht und Freude hinaufsehen nach deiner heiligen Höhe! Laß meine Andacht nicht sein, wie das Gebet der Sünder und Heuchler, die im Wetter sclavisch zittern, aber bei heiterm 548 Gebet bei unfruchtbarer Witterung. Himmel dich vergessen und spotten. Ich weiß, daß du mein Schöpfer, alle Dinge in der Welt zu Werkzeugen deiner Gerechtigkeit machen, und zum Verderben der Sünder brauchen kannst: das Sandkorn eben sowohl, als den Blitz einer Wetterwolke. Aber wenn ich nur immer fromm und gottesfürchtig wandle( und dazu gib du mir Gnade!) alsdann kann ich mich jederzeit deiner Gnade freuen, die sich unserer in Christo Jesu erbarmet, und keine Lust hat am Verderben des Sünders! alsdann kann ich den Trost haben, daß ohne dich kein Haar von meinem Haupte fällt, daß ohne deinen Willen kein Verderben meine Hütte, kein Schaden unsere Felder trifft: oder, wenn du auch eine Prüfung über mich wolltest kommen lassen, daß doch alles zu meinem Besten von dir wird gelenket werden. Hier bin ich dann, mein Vater! Mit allem, was ich bin und habe, gebe ich mich in deine gute Vaterhand, und überlasse mich deinem Schutz. Bewahre mich und die Meinigen, und alle Menschen! Behüte die Früchte des Landes; und segne uns an Seele und Leib mit deinen Gütern. Gott, tröste uns! Laß leuchten dein Antlitz über uns, so genesen wir. Amen. Unsere Hülfe stehet im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Ps. 124, 8. Gebet bei unfruchtbarer Witterung. Allmächtiger, gütiger Gott! großer Erhalter und Verforger aller Geschöpfe, und deiner Menschen Vater! Mit tiefer Demuth und kindlichem Vertrauen tragen wir dir unser allgemeines Anliegen vor, da eine lange anhaltende Dürre( Nässe oder Kälte) den Segen der Erde zu verderben drohet, welchen wir für dieses arme Leben so nöthig bedürfen. Zwar du weiser Vater, machst in deiner großen Haushaltung alles wohl, und zu rechter Zeit; du bist auch Gebet bei unfruchtbarer Witterung. 549 allen gütig, und erbarmst dich aller deiner Werke; Wir können also deiner Weisheit alles ruhig überlassen und von deiner Gütigkeit alles hoffen. Aber wie oft hindern wir Menschen deine wohlthätige Vaterliebe durch Undankbarkeit, Gottesvergessenheit und andere herrschende Sünden! Dann muß deine Gerechtigkeit uns den Segen entziehen, den du uns schon bereitet hattest, und wir müssen inne werden, wie elend es ist, ohne Gott in der Welt sein, und wie arm wir sind, wenn du deine milde Hand nicht aufthust. Darum liegen wir nun hier vor dir mit unserm Gebet, daß du mit uns nicht handeln wollest nach unsern Sünden, und uns nicht vergelten nach unſerer Missethat. Wie dein Name ist, mit welchem dich uns dein Wort und selbst dein Sohn Jesus Christus nennet, so sei auch dein Ruhm, so beweise dich an uns, als den langmüthigen Gott, der seine Sonne lässet aufgehen über Böse und Gute, und regnen lässet über Gerechte und Ungerechte; als den großen und allgemeinen Versorger, der allem Fleische seine Speise, auch dem Vieh sein Futter gibt, und der sein erlößtes Volk nicht verlassen noch versäumen will. Wir hoffen darauf, daß du so gnädig bist; unser Herz freuet sich, daß du so gerne hilfst. Ja, du versöhnter gnädiger Vater, der du für unser ewiges Leben so herrlich gesorgt, und uns so reichlich gesegnet haft mit geistlichem Segen in himmlischen Gütern, durch Jesum Christum! du wirst auch für dieses turze Leben auf Erden väterlich sorgen, und so viel zeitliche Segen in irdischen Gütern schenken, als uns nöthig und gut ist. Dir, der du alle unsere Bedürfnisse weißt, empfehlen wir unser ganzes Anliegen. Und wenn wir dich als den guten Gott erfahren, der vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gibt, und die Herzen füllet mit Speise und Freude; dann wird unsere Seele voll Danks, unser Mund voll deines 550 Gebet eines Kranken. 0 Lobes werden; und deine Güte wird auch noch manches harte Herz zur Buße leiten. Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn! Und alles Volk soll sagen: Amen. Gebet eines Kranken. con aller Elenden und liebevoller Tröster aller Traurigen! zu dir hebe ich meine Augen auf von diesem meinem Krankenlager; und rufe dich demüthig an um Gnade und Trost für meine Seele, um Hülfe und Erquickung für meinen kranken Leib. Ich weiß, daß ohne deinen Willen mir nichts begegnen, ohne deine Zulassung kein natürliches Leiden mich treffen kann; und bei allem, was du schickst oder zulässest, hast du in deinem Vaterherzen jedesmal liebreiche Absichten auf unser Bestes, auf das Glück unserer Seele, sie zu heiligen und näher mit dir zu verbinden. Gib denn vor allen Dingen, daß deine guten Absichten auch bei meiner Trübsal erreicht werden; daß ich in den ruhigen einsamen Stunden meiner Krankheit mit dir, meinem Gott, und mit meinem eigenen Herzen bekannter werde, meine Sündlichkeit demüthig erkenne, und deine Gnade recht ernstlich suche. Und dann, o treuer Vater, beweise du dich auch an mir als den guten Gott, der uns eine Last auflegt, aber auch hilft und errettet. Laß meine Trübsal nicht zu schwer werden; und gib mir bei allem, was ich leiden soll, so viel göttlichen Trost und Beistand, so viele christliche Geduld und Gelassenheit, als ich nöthig habe. Mir ist der Ausgang meiner Krankheit noch verborgen, du nur weißt, und auf dich kommt es an, ob ich sterben oder noch länger leben soll: und da du die Liebe bist, will ich es dir ruhig überlassen. Gefällt es deiner Weisheit, mich zu deiner Ehre, zu meinem Heil und zum Trost der Meinigen noch leben zu lassen, so soll diese Krankheit zur Ehre Gottes gereichen, und ich will dann wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen. Da ich aber nicht weiß, was du über mich beschlossen hast, und ich, als ein armer Sterblicher, zum Tode immer reif und ihm nahe genug bin; o so laß mich vor allen Dingen mein Haus bestellen, und für das Heil meiner Seele sorgen. Gib mir Gnade, mich Gebet eines Sterbenden. 551 selbst zu prüfen, mich so zu erkennen, wie ich bin, und wie ich vor dir stehen werde im Lichte deiner Ewigkeit. Was ich in dieser Welt Unrechts gethan, andern Menschen geschadet oder sie gefränket habe, laß mich ersetzen und gut machen, daß ich kein beschwertes Gewissen vor deinen Thron mitnehme, und keine Seufzer mir in die Ewigkeit nachfolgen, die wider mich schreien. Laß mich dann bei dir Vergebung aller meiner Sünden suchen, und sie auch erlangen durch meinen Heiland Jesum Christum; und schenke mir dabei durch deinen heiligen Geist, ein kindliches frommes Herz, voll Glauben, Liebe, Geduld und Hoffnung. Wenn dann nur meine Seele so beschaffen ist, daß sie dir wohlgefallen kann; so geschehe mir, wie du willst: ich werde selig sein, wenn ich sterbe; und wenn du mich länger leben lässest, werde ich in deiner Gnade am besten und glücklichsten leben. Ich übergebe mich mit Leib und Seele, mit allen meinen Anliegen und Bekümmernissen, in deine Hände, du Gott der Liebe, der du mich erschaffen, erlöset und geheiliget hast! Erbarme dich meiner, und hilf mir in aller meiner Noth. Heilige mich ganz, und laß Seele und Leib unsträflich behalten werden auf den Tag Jesu Christi! Amen. Gebet eines Sterbenden. Allmächtiger Herr des Lebens und des Todes! ſo ist dann nun Tag doch ganz nahe, an welchem mich aus dieser Welt nehmen und in die Ewigkeit einführen willst. Gnädiger Vater! ich kann diese Erde nicht ohne Dankbarkeit gegen dich verlassen, für alle die Barmherzigkeit und Treue, für die unzählbaren Wohlthaten, die du mir erwiesen hasi. Dank sei dir für all das Gute, welches ich als Mensch und als Christ in dieser Welt genossen habe: Dank für alle Freuden dieses Lebeus- auch für alle Leiden, die du mir zuschicktest, und für alle die väterliche Fürsorge, wodurch du mir den Weg durch dieses mühselige Leben erträglich gemacht hast! Aber mit Reue und Wehmuth erinnere ich mich noch einmal meiner mannigfaltigen Sünden und Uebertretungen, deren ich mich im Leben schuldig gemacht habe. Ach, wenn du mit mir ins Gericht gehen wolltest, heiliger Herr und Gott, so könnte ich dir auf tausend nicht eins antworten; und wie fürchterlich würde nun meiner Seele ihr Gang zu Gott sein, zu ihrem Herrn und Richter! Doch mit glaubiger 552 Gebet eines Sterbenden. Zuversicht nahe ich mich zu dir, du ewiger Erbarmer, der du uns nicht gesetzt hast zum Zorn, sondern die Seligkeit zu besigen durch unsern Herrn Jesum Christum- zu dir, du Gott der Stebe, der du eben deßwegen deinen Sohn gabst, daß alle, die an ihn glauben, nicht sollten verloren werden, sondern das ewige Leben haben zu dir, du göttlicher Heiland und Versöhner, der du in diese Welt kamst, Sünder selig zu machen; und der du auch mich geliebet, und dich für mich hingegeben hast! Mein Herz hält dir vor, was du zum Trost der Sterblichen geredet, gethan und gelitten hast. Ich lasse dich nicht! du segnest mich dann. Vater! Heiland und Tröster! in deine Hände empfehl ich nun meinen Gent. Dir geb ich diese Seele zurück, die du zu einem ewigen Leben crschaffen, erlöset und geheiliget hast. Führ mich ein in die verheißene Ruhe; und laß mich auch in der letzten Noth noch deine herrliche Hülfe erfahren. Du, mein Erlöser, hast selbst die Bitterfeit des Todes geschmeckt, und weißt, was Sterben ist: hilf mir in dieser Stunde, und stärke mich durch die Kraft deines Todes und deiner Auferstehung; und laß den Tröster, den heiligen Geist, in meiner Seele Freudigkeit des Glaubens und Hoffnung des ewigen Lebens erhalten, bis auf den allerletzten Gedanken, den ich noch denken kann. Herr, Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist! mein Gott von meiner Jugend an; sei auch izt mein Gott, da ich dich am allernöthigsten habe: sei meines Herzens Trost und mein Theil, segne meinen Ausgang aus der Welt und meinen Eintritt in die Ewigkeit. Allmächtiger Vater! deine Gnade sei auch mit den Liebenden und Geliebten, die ich in dieser Welt zurücklasse! ich sterbe: aber du, Gott, wirst mit ihnen sein. Und sterbend hebe ich noch meine Hände für sie auf zu dir: Laß sie glücklich sein! Erhalte sie in deinem Namen; bewahre sie vor dem Uebel; und versammle uns wieder in deinen himmlischen Wohnungen! Alsdann werden wir uns ohne Thränen wieder sehen, und uns freuen mit unaussprechlicher ewiger Freude. Und nun, Herr, laß deinen Erlößten im Frieden fahren! Nimm sie auf, diese Seele, die dir angehöret: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Dir lebe ich; Die sterbe ich; Dein bin ich lebend und tod. Amen. 色 Inches 1 Centimetres Blue 12 3 4 Cyan 2 5 1.4 6 17 Farbkarte# 13 Green *** 3 8 Yellow 9 110 111 Red 12 5 13 Magenta 14 CO 15 White 16 17 18 3/ Color 19 B.I.G. Black 8