Gb 1766 go RUDOLF HOLZER ВЕК Geistliche Oden und Lieder von C.F. Gellert. Mit einem dreifachen Register und dem Einmaleins. Bern. Gedruckt bei Nieder& Simmen. 1863. Gb 1766 Univ.- Bibl. Giessen 1. Bitten. Gott deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken gehen; Du frönft uns mit Barmherzigkeit Und eilft uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, Vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, Denn ich will vor dir beten. Ich bitte nicht um Ueberfluß Und Schäße dieser Erden; Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, Dich, Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen. Ich bitte nicht um Chr' und Ruhm, So sehr sie Menschen rühren; Des guten Namens Eigenthum Laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, Der Ruhm vor deinem Angesicht, Und frommer Freunde Liebe. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, Auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, Das wollest du mir geben. - 4 In deiner Hand steht meine Zeit; Laß du mich nur Barmherzigkeit, Vor dir im Tode finden. 2. Gebet. Dein Heil, o Christ, nicht zu verscherzen, Sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein Flehn aus reinem, gutem Herzen Hat Gott, dein Vater, nie verschmäht; Erschein vor seinem Angesichte Mit Dank, mit Demuth, oft und gern, Und prüfe dich in seinem Lichte, Und klage deine Noth dem Herrn. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, Und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden Bedarf der eines Menschen Flehn? Sagt Gott nicht: Bittet, daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, Der schämt sich, Gottes Freund zu sein. Sein Glück von seinem Gott begehren, Ist dieß denn eine schwere Pflicht? Und seine Wünsche Gott erklären, Erhebt dieß uns're Seele nicht? Sich in der Furcht des Höchsten stärken, In dem Vertrau'n, daß Gott uns liebt, Im Fleiß zu allen guten Werken; Ist diese Pflicht für dich betrübt? - 5- - Bet oft in Einfalt deiner Seelen; Gott sieht auf's Herz, Gott ist ein Geist. Wie können dir die Worte fehlen, Wofern dein Herz dich beten heißt? Nicht Töne sind's, die Gott gefallen, Nicht Worte, die die Kunst gebeut. Gott ist kein Mensch, ein gläubig Lallen, Das ist vor ihm Beredsamkeit. Wer das, was uns zum Frieden dienet, Im Glauben sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erfühnet, Was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer täglich Gott die Treue schwöret, Und dann vergißt, was er beschwur: Und klagt, daß Gott ihn nicht erhöret, Der spottet seines Schöpfers nur. Bet oft zu Gott und schmeck' in Freuden, Wie freundlich er dein Vater ist. Bet oft zu Gott und fühl' in Leiden, Wie göttlich er das Leid versüßt. Bet oft, wenn dich Versuchung quälet; Gott hört's, Gott ist's, der Hülfe schafft. Bet oft, wenn innrer Trost dir fehlet; Er gibt den Müden Stärk' und Kraft. Bet oft und heiter im Gemüthe, Schau dich an seinen Wundern satt. Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, Mit der er dich begleitet hat. Hier irrtest du in deiner Jugend, Im Alter dort, er trug Geduld, -6 - Rief dich durch Glück und Kreuz zur Tugend; Erkenn' und fühle seine Huld. Bet oft und schau mit sel'gen Blicken Hin in des Ewigen Gezelt, Und schmeck' im gläubigen Entzücken Die Kräfte der zukünft'gen Welt. Ein Glück von Millionen Jahren! Welch Glück! Doch ist's von jenem Glück, Das dem der Herr wird offenbaren, Der ihm hier dient, kein Augenblick. Bet oft; durchschau mit heil'gem Muthe Die herzliche Barmherzigkeit Deß, der mit seinem theuren Blute Die Welt, der Sünder Welt befreit. Nie wirst du dieses Werk ergründen; Nein, es ist eines Gottes That. Erfreu dich ihrer, rein von Sünden, Und ehr' im Glauben Gottes Rath. Bet oft; entdeck am stillen Orte Gott ohne Zagen deinen Schmerz; Er schließt vom Herzen auf die Worte, Nicht von den Worten auf das Herz. Nicht dein gebognes Knie, nicht Thränen, Nicht Worte, Seufzer, Psalm und Ton, Nicht dein Gelübd' rührt Gott; dein Sehnen, Dein Glaub' an ihn und seinen Sohn. Bet oft; Gott wohnt an jeder Stätte, An keiner minder oder mehr. Denk nicht: Wenn ich mit vielen bete, So find ich eh' bei Gott Gehör. - 7- Gott ist kein Mensch, ist dein Begehren Gerecht und gut; so hört er's gern; Ift's nicht gerecht: so gelten Zähren Der ganzen Welt nichts vor dem Herrn. Doch säume nicht, in den Gemeinen Auch öffentlich Gott anzuflehn, Und seinen Namen mit den Seinen, Mit deinen Brüdern zu erhöhn; Dein Herz voll Andacht zu entdecken, Wie es dein Mitchrift dir entdeckt, Und ihn zur Inbrunst zu erwecken, Wie er zur Inbrunst dich erweckt. Bist du ein Herr, dem Andre dienen: So sei ihr Beispiel, sei es stets, Und fei're täglich gern mit ihnen Die sel'ge Stunde des Gebets. Nie schäme dich des Heils der Seelen, Die Gottes Hand dir anvertraut. Kein Recht des Hauses müsse fehlen: Er ist ein Christ und werd' erbaut! Bet oft zu Gott für deine Brüder, Für alle Menschen als ihr Freund; Denn wir sind eines Leibes Glieder, Ein Glied davon ist auch dein Feind. Bet oft, so wirst du Glauben halten, Dich prüfen und das Böse scheu'n; In Lieb' und Eifer nicht erkalten, Und gern zum Guten weise sein. - 8 - - 3. Allgemeines Gebet. Ich komme vor dein Angesicht, Verwirf, o Gott, mein Flehen nicht; Vergib mir alle meine Schuld, Du Gott der Gnaden und Geduld. Schaff du ein reines Herz in mir, Ein Herz voll Lieb' und Furcht zu dir, Ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, Ein ruhig Herz mein Lebenlang. Sei mein Beschüßer in Gefahr, Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, Wenn deine Rechte mich bedeckt? Ich bin ja, Herr, in deiner Hand, Von dir empfing ich den Verstand, Erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, Und stärk ihn durch dein göttlich Wort. Laß deines Namens mich erfreu'n, Ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freu'n, Ihn stets durch Liebe thätig sein. Das ist mein Glück, was du mich lehrft! Das sei mein Glück, daß ich zuerst Nach deinem Reiche tracht', und treu In allen meinen Pflichten sei! Ich bin zu schwach aus eigner Kraft Zum Siege meiner Leidenschaft; - 9 Du aber ziehst mit Kraft mich an, Daß ich den Sieg erlangen kann. Gib von den Gütern dieser Welt Mir, Herr, so viel als dir gefällt! Gib deinem Knecht ein mäßig Theil, Zu seinem Fleiße, Glück und Heil. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß: So laß mich mäßig im Genuß, Und dürft'ge Brüder zu erfreu'n, Mich stets ein froher Geber sein. Gib mir Gesundheit und verleih, Daß ich sie nüß und dankbar sei, Und nie aus Liebe gegen sie Mich zaghaft einer Pflicht entzieh'. Erwecke mir stets einen Freund, Der's treu mit meiner Wohlfahrt meint. Mit mir in deiner Furcht sich übt, Mir Rath und Trost und Beispiel giebt. Bestimmst du mir ein läng'res Ziel, Und werden meiner Tage viel: So laß, Gott, meine Zuversicht, Verlaß mich auch im Alter nicht! Und wird sich einst mein Ende nah'n: So nimm dich meiner gnädig an, Und sei durch Christum, deinen Sohn, Mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! 7* —— 10 - 4. Morgengesang. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank; Erheb ihn meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; Lobsing ihm, meine Seele! Mich selbst zu schüßen ohne Macht, Lag ich, und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht Und Ruhe für den Müden? Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Kreis, Und schüßt mich vor Gefahren? Wer lehrt das Auge seine Pflicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, Die Seele zu erwecken? Du bist es, Herr und Gott der Welt, Und dein ist unser Leben! Du bist es, der es uns erhält Und mir's jetzt neu gegeben. Gelobet seist du, Gott der Macht, Gelobt sei deine Treue! Daß ich nach einer sanften Nacht Mich dieses Tags erfreue. Laß deinen Segen auf mir ruhn, Mich deine Wege wallen, - 11 Und lehre du mich selber thun Nach deinem Wohlgefallen. Nimm meines Lebens gnädig wahr; Auf dich hofft meine Seele! Sei mir ein Retter in Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, Erfüllt mit Lieb' und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erkenn' und willig thue. Daß ich als ein getreuer Knecht Nach deinem Reiche strebe, Gottselig, züchtig und gerecht Durch deine Gnade lebe. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, Nie Fleiß und Arbeit scheue, Mich gern an Andrer Wohlergehn Und ihrer Tugend freue. Daß ich das Glück der Lebenszeit In deiner Furcht genieße, Und meinen Lauf mit Freudigkeit, Wenn du gebeuft, beschließe. 5. Prüfung am Abend. Der Tag ist wieder hin, und diesen Theil des Lebens Wie hab ich ihn verbracht, verstrich er mir vergebens? 12 - Hab ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt, Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? Mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, Als ein Geschöpf von Gott, der Tugend mich zu meihn, Und züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu sein? Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, Durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen, Mir und der Welt genützt, und jeden Dienst gethan, Weil ihn der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sah'n? Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? Erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? Und hab ich im Vertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? Dacht ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden An den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? Verehrt ich ihn im Staub? Empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? Und hab ich nichts geredt, das ich bereuen soll? Hab ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, Sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, war dieß mir angenehm? 13 War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut: Bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? Gott, der du alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Christi Blut mir die verletzte Pflicht, Vergib, und gehe du nicht mit mir in's Gericht. d Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden fränken; Du liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir, Leb ich, so leb ich dir, sterb ich, so sterb ich dir. 6. Abendlied. Für alle Güte sei gepreist, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geift! Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, Den ich dir kindlich singe. Du nahmst dich meiner herzlich an, Haft Großes heut an mir gethan, Mir mein Gebet gewähret; Hast väterlich mein Haus und mich Beschützet und genähret. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk; Der Geist, mit dem ich dein gedenk, Ein ruhiges Gemüthe; Was ich vermag bis diesen Tag, Ist alles deine Güte. - 14 — Sei auch nach deiner Lieb' und Macht, Mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; Vergib mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, Herr Zebaoth; So laß mich Gnade finden. 7. Abendlied. Herr, der du mir das Leben Bis diesen Tag gegeben, Dich bet ich findlich an; Ich bin viel zu geringe Der Treue, die ich singe, Und die du heut an mir gethan. Mit dankendem Gemüthe Freu ich mich deiner Güte; Ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, Und schaffst ein reines Herz in mir. Gott, welche Ruh der Seelen, Nach deines Worts Befehlen Einher im Leben gehu: Auf deine Güte hoffen, Im Geist den Himmel offen, Und dort den Preis des Glaubens sehn. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im Staube Zu dir, o Gott, mein Heil; - 15 - Ich bin der Schuld entladen, Ich bin bei dir in Gnaden, Und in dem Himmel ist mein Theil. Bedeckt mit deinem Segen Eil' ich der Ruh entgegen. Dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende Ist dein, in deine Hände Befehl ich, Vater, meinen Geist. 8. Danklied. Du bist's, dem Ruhm und Ehre gebühret, Und Ruhm und Ehre bring ich dir. Du, Herr, haft stets mein Schicksal regieret, Und deine Hand war über mir. Wenn Noth zu meiner Hütte sich nahte: So hörte Gott, der Herr, mein Flehn, Und ließ nach seinem gnädigen Rathe Mich nicht in meiner Noth vergehn. Ich sank in Schmerz und Krankheit darnieder, Und rief: o Herr, errette mich! Da half mir Gott, der Mächtige, wieder, Und mein Gebein erfreute sich. Wenn mich der Haß des Feindes betrübte: Klagt' ich Gott findlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache verübte, Und stärkte durch Geduld mein Herz. - 16. - Wenn ich verirrt vom richtigen Pfade, Mit Sünde mich umfangen sah! Rief ich zu ihm, dem Vater der Gnade, Und seine Gnade war mir nah. 1 Um Troft war meiner Seele so bange, Denn Gott verbarg sein Angesicht; Ich rief zu ihm: Ach Herr, wie so lange; Und Gott verließ den Schwachen nicht! Er half, und wird mich ferner erlösen, Er hilft; der Herr ist fromm und gut. Er hilft aus der Versuchung zum Bösen, Und gibt mir zu der Tugend Muth. Dir dank ich für die Prüfung der Leiden, Die du mir liebreich zugeschickt. Dir dank ich für die häufigern Freuden, Womit mich deine Hand beglückt. Dir dank ich für die Güter der Erden, Für die Geschenke deiner Treu. Dir dank ich; denn du hießeft sie werden, Und deine Güt' ist täglich neu. Dir dank ich für die Wunder der Güte; Selbst deinen Sohn gabst du für mich. Von ganzer Seele und ganzem Gemüthe, Aus allen Kräften preis ich dich. Erhebt ihn ewig, göttliche Werke! Die Erd' ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Ruhm und Weisheit und Stärke; Er hilft und er errettet gern. - 17 1 Er hilft. Des Abends währet die Klage, Des Morgens die Zufriedenheit. Nach einer Prüfung weniger Tage Erhebt er uns zur Seligkeit. Vergiß nicht deines Gottes, o Seele; Vergiß nicht, was er dir gethan. Verehr' und halte seine Befehle, Und ber ihn durch Gehorsam an. 9. Weihnachtslied. Auf, schicke dich, Recht feierlich Des Heilands Feft mit Danken zu begehen! Lieb' ist der Dank, Der Lobgesang', Durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. Sprich dankbar froh: Also, also Hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! O, wer bin ich, Herr, daß du mich So herrlich hoch in deinem Sohn geliebet! Er, unser Freund, Mit uns vereint, Zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren; Er wird uns gleich, Um Gottes Reich Und seine Lieb' im Fleisch zu offenbaren. - 18 An ihm nimm Theil, Er ist das Heil; - Thu täglich Buß und glaub an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, Wer Herr, Herr! spricht, Und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. Aus Dank will ich In Brüdern dich, Dich, Gottes Sohn! bekleiden, speisen, tränken; Der Frommen Herz In ihrem Schmerz Mit Trost erfreun, und dein dabei gedenken. Rath, Kraft und Held, Durch den die Welt Und alles ist, im Himmel und auf Erden! Die Christenheit Preist dich erfreut, Und aller Knie soll dir gebeuget werden. Erhebt den Herrn; Er hilft uns gern. Und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Alleluja! Alleluja! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten. 10. Weihnachtslied. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; Sein werd' in aller Welt gedacht; Ihn preise, was durch Jesum Chrift Im Himmel und auf Erden ist! - 19 - Die Völker haben dein geharrt, Bis daß die Zeit erfüllet ward; Da sandte Gott von seinem Thron Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. Wenn ich dieß Wunder fassen will, So steht mein Geist vor Ehrfurcht still! Er betet an und er ermißt, Daß Gottes Lieb unendlich ist. ( 1 Damit der Sünder Gnad' erhält, Erniedrigst du dich, Herr der Welt! Nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, Erscheinst im Fleisch, und wirst uns Heil. Dein König, Zion! kömmt zu dir. Ich komm, im Buche steht von mir; Gott! deinen Willen thu ich gern." Gelobt sei, der da kömmt vom Herrn! Herr! der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, Auf den die Väter hoffend sahn, Dich, Gott Messias! bet ich an. Du unser Heil und höchstes Gut, Vereineft dich mit Fleisch und Blut, Wirst unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir. Gedanke voller Majestät: Du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit: Du bist es, der das Herz erfreut. - 20 -- Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, Der in des Vaters Schooße sitt? Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heiligsten Geburt; Und Erde, die ihn heute sieht, Sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; Sein werd' in aller Welt gedacht; Ihn preise, was durch Jesum Chrift Im Himmel und auf Erden ist! 11. Am neuen Jahre. Er ruft der Sonn' und schafft den Mond, Das Jahr darnach zu theilen; Er schafft es, daß man sicher wohnt, Und heißt die Zeiten eilen; Er ordnet Jahre, Tag und Nacht; Auf! laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen. Herr, der da ist, und der da war! Von danferfüllten Zungen Sei dir für das verfloßne Jahr Ein heilig Lied gesungen! Für Leben, Wohlfahrt, Troft und Rath, Für Fried' und Ruh', für jede That, Die uns durch dich gelungen. - 21 Laß auch dieß Jahr gesegnet sein, Das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, In deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrst Der Menschen Glück, wenn sie zuerst Nach deinem Reiche streben. Gib mir, wofern es dir gefällt, Des Lebens Ruh' und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, So gib mir Kreuz und Leiden, Nur stärke mit Geduld mein Herz, Und laß mich nicht in Noth und Schmerz Die Glücklichern beneiden. Hilf deinem Volke väterlich In diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich Und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, Und laß dich, Gott, mit Heil und Rath Auf uns're Obern nieder. Daß Weisheit und Gerechtigkeit Auf ihrem Stuhle throne; Daß Tugend und Zufriedenheit In unserm Lande wohne; Daß Treu' und Liebe bei uns sei; Dieß, lieber Vater, dieß verleih In Christo, deinem Sohne. - 22 ext 12. Passionslied. Herr! stärke mich, dein Leiden zu bedenken, Mich in das Meer der Liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller Schuld des Bösen Uns zu erlösen! Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, Und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, An unsrer Statt gemartert und zerschlagen, Die Sünde tragen. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, Mein Herz erbebt, ich seh' und ich empfinde Den Fluch der Sünde. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen, Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen. Dieß kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken Am Kreuz erblicken. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder, Es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder: Lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde Zu Gottes Freunde. Herr! mein Heil, an dessen Blut ich glaube, Ich liege hier vor dir gebückt im Staube, Verliere mich mit danfendem Gemüthe In deine Güte. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; Allein sollt' ich darum im Glauben wanken? - 23- 1 Ich bin ein Mensch, darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? Das Größt' in Gott ist Gnad' und Lieb' erweisen; Uns kömmt es zu, dich demuthsvoll zu preisen, Zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, Die Gnade steiget. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, Dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren; Daß ich, getreu in dem Beruf der Liebe, Mich christlich übe. Das Gute thun, das Böse flieh'n und meiden, Herr! diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben, Und an dich glauben? Da du dich selbst für mich dahingegeben, Wie könnt ich noch nach meinem Willen leben? Und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, Zu deiner Ehre? Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, Wenn Kreuz mich trifft, gelaffnen Herzens werden, Da du so viel für uns, die wir's verschuldet, Liebreich erduldet? Für welche du dein Leben selbst gelassen, Wie könnt ich sie, sie, meine Brüder hassen? Und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, Für sie noch beten? Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; Wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. 24 Du Heiliger, du, Herr und Haupt der Glieder, Schaltst auch nicht wieder. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, Dieß ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott giebt uns die Kraft, in deinem Namen, Dir nachzuahmen. Unendlich Glück! du littest uns zu gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute. Du haft mein Heil, da du für mich gestorben, Am Kreuz erworben. So bin ich denn schon selig hier im Glauben? So wird mir nichts, nichts meine Krone rauben?. So werd' ich dort, von Herrlichkeit umgeben, Einst ewig leben? Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, Im Glauben kämpf, im Glauben wach und bete: So ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, Als Jesus lebet. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize: So schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze. Und werd' ich matt im Laufe guter Werke: So sei mir's Stärke. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden Ein Aergerniß und eine Thorheit werden: So sei's doch mir, trotz allen frechen Spottes, Die Weisheit Gottes. Gott, eile nicht, sie rächend zu zerschmettern! Erbarme dich, wenn einer von den Spöttern 25 Sich spät bekehrt, und den, den er geschmähet, Um Gnade flehet. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken. So laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken; Dein Kreuz, dieß sei, wenn ich den Tod einst leide, Mir Fried' und Freude! 13. Passionslied. Erforsche mich, erfahr mein Herz, Und sieh, Herr! wie ich's meine, Ich denk an deines Leidens Schmerz, An deine Lieb' und weine. Dein Kreuz sei mir gebenedeit! Welch Wunder der Barmherzigkeit Hast du der Welt erwiesen! Wann hab ich dieß genug bedacht, Und dich aus aller meiner Macht Genug dafür gepriesen! Rath, Kraft und Friedefürst und Held! In Fleisch und Blut gekleidet, Wirst du das Opfer für die Welt, Und deine Seele leidet. Dein Freund, der dich verräth, ist nah, Des Zornes Gottes Stund ist da, Und Schrecken strömen über. Du zagst und fühlst der Höllen Weh: " Ift's möglich, Vater! o so geh Der Kelch an mir vorüber!" 2 - 26 Dein Schweiß wird Blut, du ringst und zagst, Und fällst zu Erde nieder; Du, Sohn des Höchsten, kämpfft und wagst Die erste Bitte wieder. Du fühlst, von Gott gestärkt zum Streit, Die Schrecken einer Ewigkeit, Und Strafen sonder Ende. Auf dich nimmst du der Menschen Schuld Und gibst mit göttlicher Geduld Dich in der Sünder Hände. Du trägst der Missethäter Lahn, Und hattest nie gesündigt; Du, der Gerechte, Gottes Sohn; So war's vorher verfündigt. Der Frechen Schaar begehrt dein Blat, Du duldest, göttlich groß, die Wuth, Um Seelen zu erretten. Dein Mörder, Jesus! war auch ich: Denn Gott warf aller Sünd' auf dich, Damit wir Friede hätten. Erniedrigt bis zur Knechtsgestalt, Und doch der Größt im Herzen, Erträgst du Spott, Schmach und Gewalt, Voll Krankheit und voll Schmerzen. Wir sah'n dich, der Verheißung Ziel: Doch da war nichts, das uns gefiel, Und nicht Gestalt, noch Schöne. Vor dir, Herr! unsre Zuversicht Verbarg man selbst das Angesicht; Dich schmäh'n des Bundes Söhne. Univ.- Bibl. Giessen U - 27 Gin Opfer, nach dem ewigen Rath, Belegt mit unsern Plagen; Um deines Volkes Missethat Gemartert und zerschlagen, Gehst du den Weg zum Kreuzesstamm, In Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, Das man zur Schlachtbank führet. Freiwillig als der Helden Held, Trägst du aus Liebe für die Welt Den Tod, der uns gebühret. Sie haben meine Hände mir, Die Füße mir durchgraben, " 1 Und große Farren sinds, die hier Mich, Gott! umringet haben. „ Ich heul, und meine Hülf ist fern. Sie spotten mein: Er flag's dem Herrn, „ Ob dieser ihn befreite! " Du legst mich in des Todes Staub. „ Ich bin kein Mensch, ein Wurm, ein Raub „ Der Wuth, ein Spott der Leute." „ Ich ruf und du antworteft nie, „ Und mich verlassen alle. In meinem Durste reichen sie Mir Essig dar und Galle. " 1 Wie Wachs zerschmilzt in mir mein Herz. Sie seb'n mit Freuden meinen Schmerz, Die Arbeit meiner Seelen. 11 „ Warum verläßt du deinen Knecht? Mein Gott, mein Gott! ich leid und möcht All mein Gebeine zählen." 0 28 moistu Du neigst dein Haupt. Es ist vollbracht. Du stirbst! Die Erd' erschüttert. Die Arbeit hab ich dir gemacht. Herr! meine Seele zittert. Was ist der Mensch, den du befreit? O wär ich doch ganz Dankbarkeit! Herr! laß mich Gnade finden. Und deine Liebe dringe mich, Daß ich dich wieder lieb', und dich Nie freuzige mit Sünden! Welch Warten einer ew'gen Pein, Für die, die dich verachten! Die solcher Gnade werth zu sein, Nach feinem Glauben trachten! Für die, die dein Verdienst gestehn, Und dich durch ihre Laster schmähn! Als einen Sündendiener! Wer dich nicht liebt, kömmt in's Gericht! Wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht, Ihm bist du kein Verfühner. Du hast's gesagt, du wirst die Kraft Zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ist's, das mir Trost verschafft, Wenn mich die Sünden fränken. Laß mich im Eifer des Gebets, Laß mich in Lieb' und Demuth stets Vor dir erfunden werden. Dein Heil sei mir ein Schirm in Noth, Mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, Mein letzter Trost auf Erden. 29 14. Trost der Erlösung. Gedanke, der uns Leben gibt! Welch Herz vermag dich auszudenken! Also hat Gott die Welt geliebt, „ Uns seinen Sohn zu schenken." opre Hoch über die Vernunft erhöht, Umringt mit heil'gen Finsternissen, Füllst du mein Herz mit Majestät, Und stillest mein Gewiffen. Ich kann der Sonne Wunder nicht, Noch ihren Lauf und Bau ergründen! Und doch kann ich der Sonne Licht, Und ihre Wärm' empfinden. So kann mein Geist den hohen Rath Des Opfers Jesu nicht ergründen; Allein das Göttliche der That, Das kann mein Herz empfinden. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ Am Kreuz nicht meine Schuld getragen, Nicht Gott und mein Erlöser ist: So werd ich angstvoll zagen. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn: So werd ich ewig irren müssen, Und wer Gott ist, und was ich bin Und werden soll, nicht wissen. Nein, diesen Trost der Christenheit Soll mir kein frecher Spötter rauben; 30 Ich fühle seine Göttlichkeit, Und halte fest am Glauben. Des Sohnes Gottes Eigenthum, Durch ihn des ew'gen Lebens Erbe, Dieß bin ich und das ist mein Ruhm, Auf den ich leb' und sterbe. Er gibt mir seinen Geist, das Pfand, Daran wir seine Liebe merken, Und bildet uns durch seine Hand Zu allen guten Werken. So lang ich seinen Willen gern Mit einem reinen Herzen thue, So fühl ich eine Kraft des Herrn, Und schmecke Fried' und Ruhe. Und wenn mich meine Sünde fränkt, Und ich zu seinem Kreuze trete: So weiß ich, daß er mein gedenkt, Und thut, warum ich bete. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Daß ich erwecket aus der Erde, Wenn er sich zum Gericht erhebt, Im Fleisch ihn schauen werde. Kann uns're Lieb im Glauben hier, Für den, der uns geliebt, erkalten? Dieß ist die Lieb', o Gott, zu dir! Dein Wort von Herzen halten. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, So oft ich deinen Namen nenne, 31 Und hilf, daß ich dich allezeit Treu vor der Welt bekenne. Soll ich dereinst noch würdig sein, Um deinetwillen Schmach zu leiden: So laß mich keine Schmach und Bein Von deiner Liebe scheiden! Und sollt ich, Gott, nicht für und für Des Glaubens Freudigkeit empfinden: So wirk er doch sein Werk in mir! Und rein'ge mich von Sünden. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, ( So laß mich noch im Tode denken!) Wie sollt uns der, der ihn geschenkt, Mit ihm nicht alles schenken! 15. Osterlied. Erinnere dich, mein Geist, erfreut Des hohen Tags der Herrlichkeit; Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, Als ob er heute dir erschien, Als spräch er: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geist in mir! Schau über dich und bet ihn an, Er mißt den Sternen ihre Bahn; Er lebt und herrscht mit Gott vereint, Und ist dein König und dein Freund. 32 Macht, Ruhm und Hoheit immerdar Dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit, Von nun an bis in Ewigkeit! O Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, Wenn sie mein Geist mit der vergleicht, Die ich durch Gottes Sohn erreicht? Vor seinem Thron, in seinem Reich, Unsterblich, heilig Engeln gleich, Und ewig, ewig selig sein, Herr, welche Herrlichkeit ist mein! Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb' und Verwund'rung kämpf in mir; Und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, Fall ich, Gott, auf mein Angesicht. Du, der du in den Himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnft, Und du erfüllst einst mein Vertraun, In meinem Fleische dich zu schaun! Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, In Wolken göttlich kommen wirst, Erweckt aus meinem Grabe gehn, Und rein zu deiner Rechten stehn! Mit Engeln und mit Seraphim, Mit Thronen und mit Cherubim, Mit allen Frommen aller Zeit! Soll ich mich freu'n in Ewigkeit! -- 33 10 Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm Erhebt uns nicht das Christenthum, Mit dir gekreuzigt Gottes Sohn, Sind wir auch auferstanden schon. Nie komm es mir aus meinem Sinn, Was ich, mein Heil, dir schuldig bin; Damit ich mich, in Liebe treu, Zu deinem Bilde stets erneu. Er ist's, der alles in uns schafft, Sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist. 16. Ofterlied. Freiwillig hab ich's dargebracht, „ Und Niemand nimmt mein Leben. „ Es selbst zu lassen, hab ich macht, „ Macht, wieder mir's zu geben. „ Und darum liebt mein Vater mich, „ Daß ich mein Leben laß, und ich „ Für meine Feind' es lasse." „ Ich bin in meiner Niedrigkeit Ein Nergerniß der Erden; „ Verschmäht, gegeißelt und verspeit, Gefreuzigt werd' ich werden. Wenn alles dieß vollendet ift: So wird des Menschen Sohn, der Christ! Nicht die Verwesung sehen." 2* 34 Weil er sich selbst erniedrigt hat, 11 So wird euch Gott erhöhen. Ich leid und sterb an eurer Statt, 11 - Dann werd' ich auferstehen. " „ Am dritten Tag geh ich heraus, „ Lösch alle Schmach des Kreuzes aus, „ Als Gottes Sohn bewiesen." 11 „ Ich will euch sehn, erfreuet euch, Euch siegreich wiedersehen: „ Euch lehren meines Vaters Reich „ Und hohen Rath verstehen; Euch den verheißnen Geist verleihn; „ Und ihr sollt meine Zeugen sein, „ Daß ich vom Tod erstanden." „ Geht hin und lehret alle Welt; Ich bin des Weibes Saamen, Der Saamen Abrahams, der Held, „ Und tauft in meinem Namen. Wer an Gott glaubt, glaubt auch an mich. „ Thut Wunder, und beweist, daß ich „ Zur Rechten Gottes size." 11 „ Kämpft für mein Evangelium, „ llnd freuet euch der Leiden. „ Kein Engel und kein Fürstenthum, Nichts soll euch von mir scheiden. Man wird euch haffen und euch schmähn, „ Euch tödten; dennoch soll's geschehn, Daß eure Lehre steget." 35 Herr, unser Heil, sie hat gesiegt, Und siegt in allen Landen Und zeuget, daß dein Wort nicht trügt, Und zeugt, du bist erstanden. Dein Kreuz, an das man dich erhöht, Verwandelt sich in Majestät, Du gehst aus deinem Grabe. Gehaßt in deiner Niedrigkeit, Warst du ein Ziel des Spottes, Und zeigteft doch zu gleicher Zeit An dir die Hoheit Gottes. Dein Kreuz schien zwar der Welt ein Greu'l: Doch sterben für der Feinde Heil, Dieß ist die höchste Tugend. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, Dein Ruhm nicht Menschenehre. An Demuth groß, an Lieb' ein Held, Und göttlich in der Lehre; Geduldig und von Sünden rein, Gehorsam, bis zum Kreuze, sein; Dieß war des Heilands Größe. Du starbst am Kreuz. Doch war dir nicht Die Kraft des Herrn gegeben? Wer gab den Blinden das Gesicht? Den Todten selbst das Leben? Und wem gehorchte Wind und Meer, Und wem der bösen Geister Heer? Du warst von Gott gekommen. 36 Nun irren mich nicht Schmach und Spott Noch deines Kreuzes Schanden; Du bist mein Herr, du bist mein Gott; Denn du bist auferstanden. - Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, Der Herr, durch dessen mächtig Wort Auch ich einst ewig lebe. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, Durch, dich des Himmels Erben. Dieß ist die Hoffnung deines Knechts, In dieser will ich sterben. Wie du vom Tod erstanden bist, So werd auch ich, Herr Jesu Chrift! Am jüngsten Tag erstehen. 17. Osterlied. Jesus lebt, mit ihm auch ich, Tod, wo find nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich Von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; Dieß ist meine Zuversicht. Jesus lebt, ihm ist das Reich Ueber alle Welt gegeben; Mit ihm werd' auch ich zugleich Ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; Dieß ist meine Zuversicht. - 37 - Jesus lebt, wer nun verzagt, Lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, Daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; Dieß ist meine Zuversicht. Jesus lebt, sein Heil ist mein; Sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein, Und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht, Dieß ist meine Zuversicht. Jesus lebt, ich bin gewiß: Nichts soll mich von Jesu scheiden, Keine Macht der Finsterniß, Keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; Dieß ist meine Zuversicht. Jesus lebt, nun ist der Tod Mir der Eingang in das Leben, Welchen Trost in Todesnoth Wird es meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht, Herr, Herr! meine Zuversicht. 18. Auf die Himmelfahrt des Erlösers. Jauchzt, ihr Erlösten, dem Herrn! er hat sein Werk vollendet: Deß müsse sich der Erdkreis freu'n! 38 Er fährt verklärt hinauf zu dem, der ihn gesendet, Und nimmt die Himmel wieder ein. - Der Herr, nachdem er das Heil und unvergänglich Leben Auf Erden an das Licht gebracht, Den Weg zu Gott uns gelehrt, sich selbst für uns gegeben, Fährt auf zur Rechten seiner Macht. Sein, sein ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden, Und uns hat er das Heil verdient. Wer sein Wort glaubet und hält, soll nicht verloren werden; Er hat die Welt mit Gott versühnt. Hoch über alle Vernunft besiegt er ihr Verderben, Und seine Lieb' ermüdet nie. Ein unvergängliches Glück den Menschen zu erwerben, So heiligt er sich selbst für sie. Jauchzt, ihr Gerechten, dem Herrn, und preiset seinen Namen! Jhm danken, das ist uns're Pflicht. Wir sind glückselig in ihm, sein Wort ist Ja und Amen; Und Gott ist uns're Zuversicht. Preist, ihr Erlösten, den Herrn, und rühmet all ihr Frommen! Er fährt gen Himmel als ein Held, In Wolken fährt er hinauf: so wird er wiederkommen, Ein Herr und Richter aller Welt. - 39 Dieß ist des Gläubigen Trost, verklärt ihn einst zu schauen Und seiner Liebe sich zu freun. Dieß ist des Gläubigen Pflicht, ihm ewig zu vertrauen, Und sich durch Tugend ihm zu weih'n. Wer des Erlösers sich schämt, deß wird auch er sich schämen; Den wieder ehren, der ihn ehrt. Laß uns das Leben von dir, und Gnad' um Gnade nehmen, Herr, dessen Herrschaft ewig währt! Ich bin ein irrendes Schaf, du weiseft mich zurechte Und leitest mich nach deinem Rath; Machst mich vom Knechte der Welt zu einem deiner Knechte, Und tilgest meine Missethat. Was ist die Hoheit der Welt? Sie rührt den Christen wenig. Du fleideft ihn mit Ruhm und Bracht. Was ist die Hoheit der Welt? Zum Priester und zum König Bin ich durch dich vor Gott gemacht. Dank sei dem Heiland der Welt! Er hat sein Werk vollführet! Frohlock ihm, Volk der Christenheit! Er sitzt zur Rechten des Herrn. Er lebet und regieret Von Ewigkeit zu Ewigkeit. po 40 19. Am Communionstage. Ich komme, Herr, und suche dich, Mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer! würd'ge mich Des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh: Ich suche Ruh und finde fie Im Glauben des Erlösten. Dich bet ich zuversichtlich an, Du bist das Heil der Sünder. Du haft die Handschrift abgethan, Und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht, Und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du haft für mich dich dargestellt. Gott war in dir und hat die Welt In dir mit sich versöhnet. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sünden, Und läßt an seiner Tafel hier Dich Gnad' um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, Spricht liebreich: sei getrost, mein Sohn, Die Schuld ist dir vergeben. - 41 Du bist in meinen Tod getauft, Und du wirst dem, der dich erkauft, Von ganzem Herzen leben. Dein ist das Glück der Seligkeit; Bewahr' es hier im Glauben, Und laß durch feine Sicherheit, Dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; Ich bin der Weinstock, bleib an mir: So wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich; Und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg gelingen. Ja, Herr! mein Glück ist dein Gebot: Ich will es treu erfüllen, Und bitte dich durch deinen Tod, Um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, Mein ganzes Herz dir, Herr! zu weih'n, Und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung Durch eine wahre Besserung Mir und der Welt beweisen. 20. Wider den Aufschub der Bekehrung. Willst du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben: So schändest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. 42 7 Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? Allein wie schwer ist's nicht, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden widersteh'n, und seine Lüfte dämpfen! Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh Ist dieß der einz'ge Weg, und dem entsagest du? Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemessen, Was weigerst du dich noch? Ist Gott denn ein Tyrann, Der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann? Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm findlich diene, Und, seiner werth zu sein, im Glauben mich erkühne. Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, Wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu hassen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen; Soll er durch Allmacht dich ihm zu gehorchen zwingen? Er gab dir die Vernunft; und du verleugnest fie? Er sendet dir sein Wort; und du gehorchst ihm nie. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab' es ihm verheißen, Mich noch dereinst, mich bald vom Lafter loszureißen. Jetzt ist dieß Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, Die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? - 43 - Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, Je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheuft du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu sein: Um wie viel weniger wirst du dich morgen scheu'n! Ist denn die Buß ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut ents rücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, Und Angst der Missethat die wahre Heilung? It's g'nug zur Seligkeit, des Glückes der Erlösten, Wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; Ist das Bekenntniß g'nug, daß uns die Sünde reut: So ist kein leichter Werk, als deine Seligkeit. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen; Ist eine Seele rein, der Glaub' und Liebe fehlen? Ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst: So zittre vor dir selbst, wenn du dieß Werk verschiebst. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! Und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte: Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt in verkehrten Sinn Den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuletzt dahin? Hat Christus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben? Und, sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben? Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht, So ist es nicht von Gott, Gott widerspricht sich nicht. - 44- - Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme höreft, Noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein Dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereu'n. Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen; Der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? geht er gleich im Anfang langsam fort, Sei wacker! Gott ist nah und stärkt dich durch sein Wort. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Gesetz erst ihren Fluch empfinden, So widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit Wirkt eine Neu in dir, die niemals dich gereut. So süß ein Laster ist, so gibt's doch keinen Frieden, Der Tugend nur allein hat Gott dieß Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil, Ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott fennt und liebt dein Glück; sie führt zu deinen Freuden; Macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, Gibt Weisheit und Verstand, und Muth zu deiner Pflicht. Sprich selbst, ist dieß kein Glück, mit ruhigem Gewissen Die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, Und mäßig und gerecht in dem Genusse sein, Und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freu'n? 45- 21. Bußlied. An dir allein, an dir hab ich gesündigt, Und übel oft vor dir gethan. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündet; Sieh, Gott! auch meinen Jammer an. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, Und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lang entfernst du dich von mir? Herr! handle nicht mit mir nach meinen Sünden, Vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich, laß mich dein Antlig finden, Du Gott der Langmuth und Geduld. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit! Erfreue mich um deines Namens willen; Du bist ein Gott, der gern erfreut. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen, Und lehre mich dein heilig Recht Mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; Du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. Herr, eile du, mein Schuß, mir beizustehen, Und leite mich auf ebner Bahn. Er hört mein Schrei'n, der Herr erhört mein Flehen, Und nimmt sich meiner Seele an. 46 22. Lied am Geburtstage. Dir dank ich heute für mein Leben: Am Tage, da du mir's gegeben, Dank ich dir. Gott, dafür. Durch freie Gnad' allein bewogen, Hast du mich aus dem Nichts gezogen; Durch deine Güte bin ich hier. - 1 Du hast mich wunderbar bereitet, An deiner Rechten mich geleitet Bis diesen Augenblick. Du gabst mir tausend frohe Tage, Verwandeltest selbst meine Klage Und meine Leiden in mein Glück. Ich bin der Treue zu geringe, Mit der du, Herrscher aller Dinge, Stets über mich gewacht. O Gott, damit ich glücklich werde, Hast du an mich, mich Staub und Erde, Von Ewigkeit her schon gedacht! Du sahst und hörtest schon mein Sehnen, Und zähltest alle meine Thränen, sh' ich bereitet war; Und wogst, eh' ich zu sein begonnte, Ch' ich zu dir noch rufen konnte, Mir mein bescheiden Theil schon dar. Du ließst mich Gnade vor dir finden; Und sahst doch alle meine Sünden Vorher von Ewigkeit. - 47 - O welche Liebe! welch Erbarmen! Der Herr der Welt sorgt für mich Armen, Und ist ein Vater der verzeiht. Für alle Wunder deiner Treue, Für alles, dessen ich mich freue, Lobsinget dir mein Geist. Er selber ist dein größt Geschenke; Dein ist's, daß ich durch ihn dich denke, Und dein, daß er dich heute preist. Daß du mein Leben mir gefristet, Mit Stärk' und Kraft mich ausgerüstet, Dieß, Vater! dank ich dir. Daß du mich wunderbar geführet, Mit deinem Geiste mich regieret, Dieß alles, Vater! dank ich dir. Soll ich, o Gott! noch länger leben, So wirst du, was mir gut ist, geben; Du gibst's, ich hoff auf dich. Dir, Gott! befehl ich Leib und Seele, Der. Herr, Herr! dem ich sie befehle, Der segne und behüte mich! 23. Preis des Schöpfers. Wenn ich, o Schöpfer! deine Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege: 48 So weiß ich von Bewund'rung voll, Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr und Vater! Mein Auge sieht, wohin es blickt, Die Wunder deiner Werke. Der Himmel prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erden auf, Mit Vorrath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott! deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken reichen. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; Bringt unserm Schöpfer Ehre! Der Mensch, ein Leib, den deine Hand So wunderbar bereitet; Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand Dich zu erkennen leitet; 49 Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, Ist sich ein täglicher Beweis Von deiner Güt' und Größe. Erheb' ihn ewig, o mein Geift! Erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, Und alle Welt sag' Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn Und hoff auf ihn und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? 24. Die Ehre Gottes aus der Natur. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre, Ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere. Vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne, Und läuft den Weg gleich als ein Held. Vernimm's und siehe die Wunder der Werke, Die die Natur dir aufgestellt! Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke Dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? Kannst du der Wesen unzählbare Heere, Den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist Alles? o, gib ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertrau'n. 3 C 50 Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde, An meinen Werken kennst du mich. Ich bin's und werde sein, der ich sein werde, Dein Gott und Vater ewiglich. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, Ein Gott der Ordnung und dein Heil; Ich bin's, mich liebe von ganzem Gemüthe, Und nimm an meiner Gnade Theil. 25. Gottes Macht und Vorsehung. Gott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke; Herr ist sein Nam', und groß sind seine Werke, Und alle Himmel sein Gebiet. Er will und spricht's, So find und leben Welten. Und er gebeut, so fallen durch sein Schelten Die Himmel wieder in ihr Nichts. Licht ist sein Kleid, Und seine Wahl das Beste; Er herrscht als Gott, und seines Thrones Veste Ist Wahrheit und Gerechtigkeit. Unendlich reich, Ein Meer von Seligkeiten, Ohn' Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? Was ist und war Im Himmel, Erd' und Meere, 51- Das fennet Gott, und seiner Werke Heere Sind ewig vor ihm offenbar. Er ist um mich, Schafft, daß ich sicher ruhe; Er schafft, was ich vor oder nachmals thue, Und er erforschet mich und dich. Er ist mir nah, Du sigest oder gehest; Ob du an's Meer, ob du gen Himmel flöheft, So ist er allenthalben da. Er kennt mein Flehn Und allen Rath der Seele; Er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, Und eilt, mir gnädig beizustehn. Er wog mir dar, Was er mir geben wollte; Schrieb in sein Buch, wie lang ich leben sollte, Da ich noch unbereitet war. Nichts, nichts ist mein, Das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, Dein Lob in meinem Munde sein! Wer kann die Pracht Von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du haft werden lassen, Verkündigt seines Schöpfers Macht. - 52 - Der kleinste Halm Ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, Ihr seid sein Loblied und sein Psalm! Du tränfst das Land, Führst uns auf grüne Weiden; Und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden Empfangen wir aus deiner Hand. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; Soll ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, Daß deine Hand mein Leben hält? Ist Gott mein Schuß, Will Gott mein Retter werden, So frag' ich nichts nach Himmel und nach Erden Und biete selbst der Hölle Truß. 26. Vertrauen auf Gottes Vorsehung. Auf Gott und nicht auf meinen Rath Will ich mein Glücke bauen, Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, Wird mich in meinen Tagen Als Gott und Vater tragen. Er sah von aller Ewigkeit, Wie viel mir nüßen würde, - 53 - Bestimmte meine Lebenszeit, Mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glaubens Ehre Nicht zu besiegen wäre? Gott fennet, was mein Herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh ich's bat, gewährt, Wenn's seine Weisheit litte. r sorgt für mich stets väterlich; Nicht was ich mir ersehe, Sein Wille, der geschehe. Ist nicht ein ungestörtes Glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrige Geschick, Bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Verläßt mich doch im Grabe. An dem, was wahrhaft glücklich macht, Läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht Sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, Dem wird ein gut Gewissen Die Trübsal auch versüßen. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden? Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! 54 - Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern; Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. 27. Versicherung der Gnade Gottes. So hoff' ich denn mit festem Muth Auf Gottes Gnad' und Christi Blut; Ich hoff' ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, Hat mir das Recht zur Seligkeit In seinem Sohn gegeben. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, An dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; Im Herzen durch den Glauben rein, Dich lieben und versichert sein Von deines Geistes Gaben. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, Wirkt göttliche Zufriedenheit, Wenn wir es treu bewahren; Es spricht uns Trost im Elend zu, Versüßet uns des Lebens Ruh, Und stärkt uns in Gefahren. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, Den Glauben an dein göttlich Wort, Um deines Namens willen; Laß ihn mein Licht auf Erden sein, Ihn täglich mehr mein Herz erneu'n, Und mich mit Troft erfüllen! 55 28. Die Güte Gottes. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? Der mit verhärtetem Gemüthe - -O Den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, Sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ist's nicht sein Arm, der alles schafft? Schau, o mein Geist, in jenes Leben, Zu welchem du erschaffen bist; Wo du mit Herrlichkeit umgeben Gott ewig sehn wirst, wie er ift. Du haft ein Recht zu diesen Freuden; Durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, Damit du könntest glücklich sein. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren, Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? 56 Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben, Sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben, Und meinen Nächsten gleich als mich. - Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein, wie er. So lang ich dieß Gebot erfülle, Stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht, Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. O Gott! laß deine Güt' und Liebe Mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk' in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weih'n. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, Sie leite mich zur Zeit des Glücks, Und sie besieg' in meinem Herzen Die Furcht des letzten Augenblicks. 29. Vom Worte Gottes. Gott ist mein Hort! und auf sein Wort Soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir Im Glauben, nicht im Schauen. Dein Wort ist wahr, laß immerdar Mich seine Kräfte schmecken. 57- Laß feinen Spott, o Herr, mein Gott, Mich von dem Glauben schrecken! Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht Dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit Von dir mir übergeben. Dein ew'ger Rath, die Missethat Der Sünder zu verfühnen, Den fennt' ich nicht, wär mir dieß Licht Nicht durch dein Wort erschienen. Nun darf mein Herz, in Reu' und Schmerz Der Sünden nicht verzagen; Nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist Ein gläubig Abba sagen. Mich zu erneu'n, mich dir zu weih'n, Ist meines Heils Geschäfte; Durch meine Müh' vermag ich's nie, Dein Wort gibt mir die Kräfte. Herr, unser Hort, laß uns dieß Wort, Denn du haft's uns gegeben; Es sei mein Theil, es sei mir Heil Und Kraft zum ew'gen Leben. 3* 58 - 30. Ermunterung die Schrift zu lesen. Soll dein verderbtes Herz zur Heiligung genesen, Christ, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen, Bedenke, daß dieß Wort das Heil der ganzen Welt, Den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. Merk auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte; Merk auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel redte! So lies; mit Ehrfurcht lies, mit Luft und mit Vertrau'n, Und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbau'n. Sprich fromm: o Gott! vor dem ich meine Hände falte, Gib, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte; Und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, Die Wunder am Gesetz, am Wort vom Kreuze sehn. Er, aller Wahrheit Gott! kann dich nicht irren lassen; Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft, du wirst es fassen, So viel dein Heil verlangt; Gott ist's, der Weisheit gibt, Wenn man sie redlich sucht und aus Gewissen liebt. Lies, frei von Leidenschaft und ledig von Geschäften, Und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräften. Der beste Theil des Tags, des Morgens Heiterkeit, Und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht. Rührt dich ein starker Spruch, so ruf ihn, dir zum Glücke, Des Tags oft in dein Herz, im Stillen oft zurücke; Empfinde seinen Geist, und stärke dich durch ihn Zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollziehn. 59 Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut, so wirst du inne werden, Die Lehre sei von Gott, die dir verkündigt ist, Und dann das Wort verstehn, dem du gehorsam bist. - - Spricht sie geheimnißvoll, so laß dich dieß nicht schrecken, Ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, So glaube, was er spricht, nicht was dein Wiß begehrt. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, alsdann gefangen nehmen, Ist Ruhm, und die Vernunft Wenn Gott sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht, Und weise Demuth ist's, das glauben, was Gott spricht. Drum laß dich, frommer Chrift, durch keine Zweifel fränken, Hier bist du Kind; doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort wächst mit deinem Glück dein Licht in Ewigkeit, Dort ist die Zeit des Schau'ns, und hier des Glaubens Zeit. Verehre stets die Schrift, und siehst du Dunkelheiten, So laß dich deinen Freund, der mehr als du sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, Ein angefocht'nes Herz hebt manche Dunkelheit. - - 60 - Halt fest an Gottes Wort, es ist dein Glück auf Erden Und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden. Verachte chriftlich groß des Bibelfeindes Spott; Die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. 31. Der Schuß der Kirche. Wenn Christus seine Kirche schüßt, So mag die Hölle wüthen; Er, der zur Rechten Gottes sitzt, Hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah! Wenn er gebeut, steht's da. Er schüßzet seinen Ruhm, Und hält das Christenthum; Mag doch die Hölle wüthen! Gott sieht die Fürsten auf dem Thron Sich wider ihn empören; Denn den Gesalbten, seinen Sohn, Den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts Des Heilands, unsers Horts; Sein Kreuz ist selbst ihr Spott, Doch ihrer lachet Gott, Sie mögen sich empören! Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; Uns fann er sie nicht rauben. Der Unchrift mag ihr widerstehn; Wir halten fest am Glauben. - 61 - Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, Sein Wort von Herzen hält, Dem kann die ganze Welt Die Seligkeit nicht rauben. Auf, Christen! die ihr ihm vertraut, Laßt euch kein Droh'n erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der Herr, Herr Zebaoth, Hält über sein Gebot, Gibt uns Geduld in Noth Und Kraft und Muth in Tod, Was will uns denn erschrecken? 32. Der Kampf der Tugend. Oft klagt mein Herz, wie schwer es sei, Den Weg des Herrn zu wandeln, Und täglich seiner Worte treu, Zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend fostet Müh. Sie ist der Sieg der Lüste; Doch richte selbst, was wäre sie, Wenn sie nicht kämpfen müßte? Die, die sich ihrer Lafter freu'n, Trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sklaven eigner Pein, Und haben keinen Frieden. - 62 - Der Fromme, der die Lüfte dämpft, Hat oft auch seine Leiden; Allein der Schmerz, mit dem er kämpft, Verwandelt sich in Freuden. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar Ein breiter Weg durch Auen; Allein sein Fortgang wird Gefahr, Sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, Läßt nichts als Mühe blicken; Doch weiter fort führt er zum Heil, Und endlich zum Entzücken. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, Nach unsers Fleisches Willen, Wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, Die Lüste frei zu stillen! Nimm an, Gott ließ den Undank zu, Den Frevel, dich zu kränken, Den Menschenhaß: was würdest du Von diesem Gotte denken? Gott will, wir sollen glücklich sein, Drum gab er uns Geseße; Sie sind es, die das Herz erfreu'n, Sie sind des Lebens Schätze. Er redt in uns durch den Verstand, Und spricht durch das Gewissen, Was wir, Geschöpfe seiner Hand, Flieh'n oder wählen müssen. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur, Und Freiheit ist's, sie wählen. 63 Ein Thier folgt Fesseln der Natur, Ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geiftes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend! Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden! Lern nur Geschmack am Wort des Herrn Und seiner Gnade finden, Und übe dich getreu und gern, Dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch Von Gott noch mehr bekommen; Wer aber nicht hat, dem wird auch Das, was er hat, genommen. Du streitest nicht durch eigne Kraft, Drum muß es dir gelingen; Gott ist es, welcher beides schafft, Das Wollen und Vollbringen. Wenn gab ein Vater einen Stein Dem Sohn, der Brod begehrte? Bet oft; Gott müßte Gott nicht sein, Wenn er dich nicht erhörte. Dich stärket auf der Tugend Pfad Das Beispiel sel'ger Geister; Ihn zeigte dir und ihn betrat Dein Gott und Herr und Meister. Dich müsse nie des frechen Spott Auf diesem Pfade hindern: Der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, Und nicht bei Menschenkindern. 64 16-0 Sei starf, sei männlich allezeit, Tritt oft an deine Bahre; Vergleiche mit der Ewigkeit Den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, Wird neuen Muth dir geben. Und Kräfte der zukünft'gen Welt, Die werden ihn beleben. Und endlich, Christ, sei unverzagt, Wenn dir's nicht immer glücket, Wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, Stets neue Schwachheit drücket: Gott sieht nicht auf die That allein, Er sieht auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein! Dieß muß dein Herze stillen. 33. Von der Quelle der guten Werke. Wenn zur Vollführung deiner Pflicht Dich Gottes Liebe nicht beseelet, So rühme dich der Tugend nicht, Und wisse, daß dir alles fehlet. Wenn Vortheil, Wollust, Eigenfinn Und Stolz dir nur das Gute rathen, So thue noch so gute Thaten, Du hast vor Gott den Lohn dahin. Sei durch die Gaben der Natur Das Wunder und das Glück der Seelen, Beglückest du die Menschen nur, Um vor der Welt geehrt zu werden; 65 Erfüllt die Liebe nicht dein Herz: So bist du bei den größten Gaben, Bei dem Verstand, den Engel haben, Vor Gott doch nur ein tönend Erz. - Bau Häuser auf und brich dein Brod, Das Volk der Armen zu verpflegen, Entreiß die Wittwen ihrer Noth, Und sei der Waisen Schutz und Segen; Gib alle deine Habe hin, Noch hast du nichts vor Gott gegeben, Wenn Lieb' und Pflicht dich nicht beleben: So ist dir alles kein Gewinn. Thu' Thaten, die der Heldenmuth Noch jemals hat verrichten können; Vergieß für's Vaterland dein Blut, Laß deinen Leib für And're brennen; Beseelet dich nicht Lieb' und Pflicht, Bist du die Absicht deiner Thaten, So schüß' und rette ganze Staaten, Gott achtet deiner Werke nicht. Läg ihm an unsern Werken nur: So könnt er uns, sie zu vollbringen, Sehr leicht durch Fesseln der Natur, Durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der alles schafft und gibt, Gilt Weisheit nichts, nichts Macht und Stärke; Er will die Absicht deiner Werke, Ein Herz, das ihn verehrt und liebt. Ein Herz, von Eigenliebe fern, Fern von des Stolzes eitelm Triebe, - 66 -- Geheiligt durch die Furcht des Herrn! Erneut durch Glauben zu der Liebe! Dieß ist's, was Gott von uns verlangt, Und wenn wir nicht dieß Herz besigen, So wird ein Leben uns nichts nüßen, Das mit den größten Thaten prangt. Drum täusche dich nicht durch den Schein, Nicht durch der Tugend bloßen Namen; Sich nicht auf deine Werk' allein, Sich auf den Quell, aus dem sie kamen. Prüf dich vor Gottes Angesicht, Ob seine Liebe dich beseelet, Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, Dem fehlet auch die Liebe nicht. Wohnt Liebe gegen Gott in dir, So wird sie dich zum Guten stärken; Du wirst die Gegenwart von ihr An Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, Ist gütig, ohne List und Tücke, Beneidet nicht des Nächsten Glücke, Sie bläht sich nicht, ist langmuthsvoll. Sie deckt des Nächsten Fehler zu Und freut sich niemals seines Falles; Sie suchet nicht bloß ihre Ruh, Sie hofft und glaubt und duldet alles. Sie ist's, die dir den Muth verleiht, Des Höchsten Wort gern zu erfüllen, Macht seinen Sinn zu deinem Willen, Und folgt dir in die Ewigkeit. - 67 K 34. Der Weg der Frommen. Wer Gottes Wege geht, nur der hat großen Frieden. Er widersteht der bösen Luft! Er kämpft, und ist des Lohns, den Gott dem Kampf beschieden, Ift seiner Tugend sich bewußt. Er merkt auf seinen Gang, geht ihn mit heil'gem Muthe, Wächst an Erkenntniß und an Kraft, Wird aus der Schwachheit stark, und liebt und schmeckt das Gute, Das Gott in seiner Seele schafft. Ihn hält er allezeit vor Augen und im Herzen, Prüft täglich sich vor seinem Thron, Bereut der Fehler Zahl und tilgt der Sünden Schmerzen Durch Jesum Christum, seinen Sohn. Getreu, in seinem Stand, genießt er Gottes Gaben, Wehrt seiner Seele Geiz und Neid, Und ist, wenn And're gleich viel Weins und Kornes haben, In Gott bei Wenigem erfreut. Schenkt seine Hand ihm viel, so wird er Vielen nützen, Und wie sein Gott gutthätig sein, Des Freundes Glück erhöhn, verlaßne Tugend schüßen, Und selbst den Feind in Noth erfreun. Ihm ist es leichte Laft, die Pflichten auszuüben, Die er dem Nächsten schuldig ist; Die Liebe gegen Gott heißt ihn die Menschen lieben; Und durch die Liebe siegt der Christ. 68 Er fränket nie dein Glück, schützt deinen Ruhm, dein Leben, Denn er ehrt Gottes Bild in dir. Er trägt dich mit Geduld, ist willig zum Vergeben, Denn Gott, denkt er, vergibt auch mir. Sein Beispiel sucht dein Herz im Guten zu bestärken, Er nimmt an deiner Gnade Theil: Denn alle sind von Gott, gezeugt von guten Werfen, Und haben einen Herrn, ein Heil. Dieß Heil der Ewigkeit, das hier der Fromme schmecket, Erhöht sein Glück, stillt seinen Schmerz; Gibt ihm Geduld und Muth, kein Tod, der ihn erschrecket, Im Tode noch freut sich sein Herz! 35. Der thätige Glaube. Wer Gottes Wort nicht hält und spricht: Ich kenne Gott! der trüget; In solchem ist die Wahrheit nicht, Die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, Der ist von Gott, nicht von der Welt. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, Muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein' Erkenntniß steigt, Je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein, Er stärkt das Herz und macht es rein. 69 Durch Jesum rein von Missethat, Sind wir nun Gottes, Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, Der flieht den Rath der Sünder; Folgt Christi Beispiel als ein Chrift Und reinigt sich, wie er rein ist. de Alsdann bin ich Gott angenehm, Wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem Ist wahrlich Gottes Liebe. ( sin täglich thätig Christenthum, Das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, Wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ist's, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb'; an seinem Heil Hat ohne Liebe niemand Theil. 36. Demuth. Herr! lehre mich, wenn ich der Tugend diene, Daß nicht mein Herz des Stolzes sich erfühne, Und nicht auf sie vermessen sei. Herr! lehre mich, wie oft ich fehle, merken. Was ist der Mensch bei seinen besten Werken? Wann sind sie von Gebrechen frei? Wie oft fehlt mir zum Guten selbst der Wille? Wie oft, wenn ich auch dein Gebot erfülle, 70 Erfüllt ich's minder als ich soll! Sind Lieb' und Furcht stets die Bewegungsgründe Der guten That, der unterlaffnen Sünde? Und ist mein Herz des Eifers voll? - Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend, Gedenke nicht der unvollkommnen Tugend Der reifern Jahre meiner Zeit. Wenn ich noch oft aus Stolz nach Tugend strebe, Aus Menschenfurcht mich Lastern nicht ergebe: Was ist denn meine Frömmigkeit? Wenn ich den Geiz aus Furcht der Schande fliehe, Aus Weichlichkeit mich wohlzuthun bemühe, Und mäßig bin, gesund zu sein; Wenn ich die Rach' aus Eigennußze hasse. Der Ehrsucht Pfad aus Trägheit nur verlasse: Was ist an dieser Tugend mein? Und, Gott, wie oft sind uns're besten Triebe Nicht Frömmigkeit, nicht Früchte deiner Liebe, Nur Früchte der Natur und Zeit! Wann fühlen wir der Tugend ganze Würde, Wann ist dein Joch uns eine leichte Bürde, Und dein Gebot Zufriedenheit? Doch, Herr, mein Gott! wenn auch zu deiner Ehre Mein Herze rein, rein meine Tugend wäre, Weß ist denn dieses Eigenthum? Wer ließ mich früh zur Tugend unterrichten, Mein Glück mich sehn in meines Lebens Pflichten, Und im Gehorsam meinen Ruhm? - 71- Wer gab mir Muth, Herr, dein Gebot zu lieben? Wer gab mir Kraft, es freudig auszuüben, Und in Versuchung Schild und Sieg? Weß ist der Quell, der mich mit Weisheit tränkte? Und weß der Freund, der mich zum Guten lenkte, Und mir den Fehler nicht verschwieg? Du treibst mich an, daß ich das Gute wählte, Und riefft mich oft, wenn ich des Wegs verfehlte, Durch Stimmen deines Geists zurück; Zogst mich durch Kreuz, durch Wohlthat auch, von Sünden, Ließst, wenn ich rief, mich wieder Gnade finden, Und gabst zu meiner Beff'rung Glück. Was ist der Mensch, daß du, Gott, sein gedenkest, Gerechtigkeit in deinem Sohn ihm schenkest, Und zur Belohnung selbst ein Recht? Und wenn ich nun, durch deines Geistes Gabe, Des Glaubens Kraft und alle Werke habe, Wer bin ich? ein unnützer Knecht! 37. Geduld. Ein Herz, o Gott, in Leid und Kreuz geduldig, Das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die ich so oft vergessen, Täglich ermessen. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter, Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu' ich zu viel, wenn ich die schweren Tage Standhaft ertrage? 72 Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, Erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, Und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, Trübsal der Frommen. m Ist Dürftigkeit, in der die Trägen klagen, Sind Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, Des Schwelgers Schmerz, des Neids vermißte Freuden Christliches Leiden? Ist deren Qual, die deinen Rath verachtet, Nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet, Und die sich jetzt in finstrer Schwermuth quälen, Prüfung der Seelen? Doch selbst, o Gort, in Strafen unsrer Sünden Läßst du den Weg zu unsrem Heil uns finden, Wenn wir sie uns, die Missethat zu hassen, Züchtigen lassen. Jag ich nur nach dem Frieden im Gewissen: Wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden, Nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; Und gegen euch, was sind, ihr ew'gen Freuden, Dieser Zeit Leiden? Wenn ich nur nicht mein Glend selbst verschulde, Wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid' und dulde; So kann ich mich der Hülfe der Grlösten Sicher getrösten. -73 Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen kränken; Doch in der Noth an seinen Schöpfer denken Und ihm vertrau'n, dieß stärket unsre Herzen Mitten in Schmerzen. Schau über dich! wer trägt der Himmel Heere? Merk auf; wer spricht: Bis hieher! zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, Ewig dein Vater? Willst du so viel als der Allweise wissen? Jeßt weißt du nicht, warum du leiden müssen; Allein du wirst, was seine Wege waren, Nachmals erfahren. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, Die Heiligung des Geistes zu empfahen; Um mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung! Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung; Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste, Hoffe das Beste! 38. Gelassenheit. Was ist's, daß ich mich quäle? Harr' seiner, meine Seele, Harr' und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es, und Gott schüßzet, Er schüßet den, der nach ihm fragt. 4 74- Er zählte meine Tage, Mein Glück und meine Plage, Ch' ich die Welt noch sah. Ch' ich mich selbst noch kannte, Ch' ich ihn Vater nannte, War er mir schon mit Hülfe nah. Die kleinste meiner Sorgen Ist dem Gott nicht verborgen, Der Alles sieht und hält! Und was er mir beschieden, Das dient zu meinem Frieden, Wär's auch die größte Last der Welt. DE Ich lebe nicht auf Erden, Um glücklich hier zu werden: Die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier im Segen, Den Grund zum Glück zu legen, Das ewig, wie mein Geist, besteht. Was dieses Glück vermehret, Sei mir von dir gewähret! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleget, Wenn's alle Welt auch schäßzet, Sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern! Sind auch der Krankheit Plagen, Der Mangel schwer zu tragen, Noch schwerer Haß und Spott: So harr' ich und bin stille Zu Gott; denn nicht mein Wille, Dein Wille nur gescheh', o Gott! 75 - Du bist der Müden Stärke, Und aller deiner Werke Erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, Wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich. 39. Zufriedenheit mit seinem Zustande. Du flagst und fühleft die Beschwerden Des Stands, in dem du dürftig lebst! Du strebest glücklicher zu werden, Und siehst, daß du vergebens strebst. Ja, flage! Gott erlaubt die Zähren; Doch denk im Klagen auch zurück. Ist denn das Glück, das wir begehren, Für uns auch stets ein wahres Glück? Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter Dem Menschen die Zufriedenheit; Die wahre Ruhe der Gemüther Ist Tugend und Genügsamkeit. Genieße, was dir Gott beschieden, Entbehre gern, was du nicht haft; Ein jeder Stand hat seinen Frieden, Ein jeder Stand hat seine Last. Gott ist der Herr, und seinen Segen Vertheilt er stets mit weiser Hand, Nicht so, wie wir's zu münschen pflegen, Doch so, wie er's uns heilsam fand. 76- Willst du zu denken dich erfühnen, Daß seine Liebe dich vergißt, Er gibt uns mehr, als wir verdienen, Und niemals, was uns schädlich ist. Verzehre nicht des Lebens Kräfte In träger Unzufriedenheit; Beforge deines Stands Geschäfte, Und nüße deine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, Ein ewig Glück in Hoffnung sehn, Dieß ist der Weg zu Ruh und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! 40. Das Glück eines guten Gewissens. Besiß ich nur Ein ruhiges Gewissen, So ist für mich, wenn Andre zagen müssen, Nichts Schreckliches in der Natur. Dieß sei mein Theil, Dieß soll mir Niemand rauben, Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, Der Friede Gottes nur ist Heil. Welch ein Gewinn, Wenn meine Sünde schweiget; Wenn Gottes Geist in meinem Geiste zeuget, Daß ich sein Kind und Erbe bin! - 77 Und diese Ruh, Den Trost in unserm Leben, -- Sollt' ich für Luft, für Lust der Sinne geben? Dieß lasse Gottes Geist nicht zu! In jene Pein, Mich selber zu beklagen, Der Sünde Fluch mit mir umher zu tragen: In diese stürzt ich mich hinein? Laß auch die Pflicht, Dich selber zu bestegen, Die schwerste sein! Sie ist's, doch welch Vergnügen Wird sie nach der Vollbringung nicht? Welch Glück, zu sich Mit Wahrheit sagen können: Ich fühlt' in mir des Bösen Lust entbrennen; Doch, Dank sei Gott! ich schützte mich. Und welch Gericht, Selbst zu sich sagen müssen: Ich konnte mir den Weg zum Fall verschließen, Und doch verschloß ich mir ihn nicht. Was kann im Glück Den Werth des Glücks erhöhen? Ein ruhig Herz versüßt im Wohlergehen Dir jeden frohen Augenblick. Was kann im Schmerz Den Schmerz der Leiden stillen, Im schwersten Kreuz mit Freuden dich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. 78 Was gibt mir Muth, Die Güter zu verachten, 11 Wonach mit Angst die niedern Seelen schmachten? Ein ruhig Herz, dieß größ're Gut. Was ist der Spott, Den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm! Denn wer das Böse meidet, Das Gute thut, hat Ruhm bei Gott. Im Herzen rein, Hinauf gen Himmel schauen, Und sagen: Gott! du Gott! bist mein Vertrauen! Welch Glück, o Mensch, kann größer sein? Sieh, Alles weicht, Bald wirst du sterben müssen. Was wird alsdann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. Heil dir, o Chrift! Der diese Ruh empfindet, Und der sein Glück auf das Bewußtsein gründet, Daß nichts Verdammlich's an ihm ist! Laß Erd' und Welt, So kann der Fromme sprechen, Laß unter mir den Bau der Erde brechen, Gott ist es, dessen Hand mich hält. - 79 - 41. Die Wachsamkeit. Nicht, daß ich's schon ergriffen hätte; Die beste Tugend bleibt noch schwach. Doch, daß ich meine Seele rette, Jag ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachsamkeit Verliert sich bald in Sicherheit.. So lang ich hier im Leibe walle, Bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, Der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust Stirbt niemals ganz in unsrer Brust. Nicht jede Besserung ist Tugend; Oft ist sie nur ein Werk der Zeit. Die wilde Hitze roher Jugend Wird mit den Jahren Sittsamkeit! Und was Natur und Zeit gethan, Sieht unser Stolz für Tugend an. Oft ist die Aend'rung deiner Seelen Ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, Und dämpfft sie; doch du wechselst nur; Dein Herz fühlt einen andern Reiz, Dein Stolz wird Wollust oder Geiz. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, Was Andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe Erweckten dir so manchen Feind; - 80 A Du wirst behutsam, schränkst dich ein, Fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, Durch die der Andern Tugend fällt, So werde nichts dein Herz verführen; Doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, Hat oft ein Blick, ein Wort verführt. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen, Du glaubst von Rachsucht dich befreit: Jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, Und sieh, dein Herz wallt auf und dräut Und schilt so lieblos und so hart, Als er zuerst gescholten ward. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, Das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, So regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, Und geben endlich strafbar nach. Du opferst Gott die leichten Triebe Durch einen strengen Lebenslauf; Doch opferst du, will's seine Liebe, Ihm auch die liebste Neigung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, Die sich der Chrift entreißen muß. Du fliehst, geneigt zur Ruh und Stille, Die Welt und liebst die Einsamkeit; 81 Doch bist du, fordert's Gottes Wille, Auch dieser zu entflieh'n bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank: Flieht's Unmuth auch und Müßiggang? Du bist gerecht: denn auch bescheiden? Liebst Mäßigkeit: denn auch Geduld? Du dienest gern, wenn Andre leiden: Vergibst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, Zu aller Tugend willig sein. Sei nicht vermessen! Wach' und streite, Denk nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, Die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; Drum wache stets, wach überall! 42. Die Liebe des Nächsten. So Jemand spricht: Ich liebe Gott! Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Gottes Wahrheit Spott Und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb' und will, daß ich Den Nächsten liebe gleich als mich. Wer dieser Erden Güter hat, Und sieht die Brüder leiden, Und macht den Hungrigen nicht satt, Läßt Nackende nicht kleiden, - 82 1 Der ist ein Feind der ersten Pflicht Und hat die Liebe Gottes nicht. Wer seines Nächsten Ehre schmäht Und gern sie schmähen höret, Sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, Und nichts zum Besten kehret; Nicht dem Verläumder widerspricht, Der liebt auch seinen Bruder nicht. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß Den Nächsten unterstüßet, Doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, Aus Weichlichkeit ihm nühet; Nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht; Der liebt auch seinen Nächsten nicht. Wer harret, bis ihn anzuflehn, Ein Dürft'ger erst erscheinet, Nicht eilt, dem Frommen beizustehn, Der im Verborgnen weinet; Nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht, Der liebt auch seinen Nächsten nicht. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, Mit Härt' und Vorwurf quälet, Und ohne Nachsicht straft und stürmt, Sobald sein Nächster fehlet; Wie bleibt bei seinem Ungestüm Die Liebe Gottes wohl in ihm? Wer für der Armen Heil und Zucht Mit Rath und That nicht wachet, - 83 - Dem Uebel nicht zu wehren sucht, Das oft sie dürftig machet; Nur sorglos ihnen Gaben gibt, Der hat sie wenig noch geliebt. Wahr ist es, du vermagst es nicht, Stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht Getreulich auszuüben, Und wünscheft dir die Kraft dazu, Und sorgst dafür: so liebest du. Ermattet dieser Trieb in dir, So such' ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb', und mir Hat er sein Bild gegeben. Denk oft: Gott, was ich bin, ist dein; Sollt' ich, gleich dir, nicht gütig sein? Wir haben einen Gott und Herrn, Sind eines Leibes Glieder, Drum diene deinem Nächsten gern; Denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich; Mein Nächster ist sein Kind, wie ich. Ein Heil ist unser aller Gut; Ich sollte Brüder hassen, Die Gott durch seines Sohnes Blut So hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, Hab ich dieß mehr, als sie, verdient? - 84 - Du schenkst mir täglich so viel Schuld, Du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld Mit meinen Brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergibst? Und den nicht lieben, den du liebst? Was ich den Frommen hier gethan, Dem Kleinsten auch von diesen, Das sieht er, mein Erlöser, an, Als hätt' ich's ihm erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch sein, Und Gott in Brüdern nicht erfreun? Ein unbarmherziges Gericht Wird über den ergehen, Der nicht barmherzig ist, der nicht Die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott! durch deinen Geist Ein Herz, das dich durch Liebe preist. 43. Die Liebe der Feinde. Nie will ich dem zu schaden suchen, Der mir zu schaden sucht. Nie will ich meinem Feinde fluchen, Wenn er aus Haß mir flucht. Mit Güte will ich ihm begegnen, Nicht drohen, wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn segnen; Dieß ist des Herrn Gebot. 85 Er, der von feiner Sünde wußte, Vergalt die Schmach mit Huld, Und litt, so viel er leiden mußte, Mit Sanftmuth und Geduld. —— Will ich, sein Jünger, wieder schelten, Da er nicht wieder schalt? Mit Liebe nicht den Haß vergelten, Wie er den Haß vergalt? Wahr ist's, Verleumdung dulden müssen, Ist eine schwere Pflicht, Doch selig, wenn ein gut Gewissen Zu unsrer Ehre spricht! Dieß will ich desto mehr bewahren, So bessert mich mein Feind, Und lehrt mich weiser zu verfahren, Indem er's böse meint. Ich will mich vor den Fehlern hüten, Die er von mir ersann; Und auch die Fehler mir verbieten, Die er nicht wissen kann. So will ich mich durch Sanftmuth rächen, An ihm das Gute sehn, Und dieses Gute von ihm sprechen, Wie könnt' er länger schmähn! In seinem Haß ihn zu ermüden, Will ich ihm gern verzeihn, Und als ein Christ, bereit zum Frieden, Bereit zu Diensten sein. 86 Und wird er, mich zu untertreten, Durch Güte mehr erhitzt, Will ich im Stillen für ihn beten - - Und Gott vertrau'n; Gott schützt. 44. Das natürliche Verderben des Menschen. Wer bin ich von Natur, wenn ich mein Innres prüfe? O wie viel Gräu'l läßt mich mein Herze sehn! Es ist verderbt, darum verbirgt mir's seine Tiefe, Und weigert sich, die Prüfung auszustehn. Der Weisheit erster Schritt ist, seine Thorheit kennen; Und diesen Schritt, wie oft verwehrt mir's ihn; Voll Eigenlieb' und Stolz will sich's nicht strafbar nennen, Der Reu' entgehn, doch nicht den Fehler fliehn. Wahr ist's, ich find' in mir noch redendes Gewissen, In der Vernunft noch Kenntniß meiner Pflicht. Ich kann mein Auge nie der Tugend ganz verschließen, Und oft scheint mir ein Strahl von ihrem Licht. Doch schwaches Licht, das mir den Reiz der Tugend zeiget Und vom Verstand nicht bis zum Herzen dringt! Vergebens lehret er, das Herz bleibt ungebeuget, Hat sein Gesetz und folgt ihm unbedingt. Ein Richter in mir selbst stört oft des Herzens Ruhe, Er flagt mich an, ich steh erschrocken still Und billige nicht mehr das Böse, das ich thue, Und thue nicht das Gute, das ich will. 87 Verstellung, die ich doch an meinem Nächsten haffe, Erlaub ich mir, und halt es für Gewinn, Wenn ich im falschen Licht mich Andern sehen laffe, Und scheinen kann, was ich mir selbst nicht bin. - Ich weiß, daß der Besitz der Güter dieser Erden Der Seele nie das wahre Glück verleiht; Doch bleiben sie mein Wunsch: und um beglückt zu werden, Erring' ich mir die Laft der Eitelkeit. Ich weiß, wie groß es sei, aus Ueberlegung handeln, Und handle doch aus sinnlichem Gefühl. Durch falschen Schein getäuscht, eil' ich ihm nachzuwandeln, Und Leidenschaft und Irrthum steckt mein Ziel. Ein gegenwärtig Gut versäum' ich zu genießen, Flieh', was mich sucht, und suche, was mich flieht; Im Glücke bin ich stolz, verzagt in Kümmernissen, Und ohne Ruh', um Ruhe stets bemüht. Mein Nächster hat ein Recht auf viele meiner Pflichten; Doch wird dieß Recht so oft von mir entweiht. Versagt er mir die Pflicht: so eil' ich ihn zu richten; Und sein Versehn ist Ungerechtigkeit. Nicht Liebe gegen Gott heißt mich dem Nächsten dienen, Mehr Eigenlieb' und niedrer igennuß. Aus ihnen fließt Betrug, Verstellung, und in ihnen Findt Neid und Haß und Stolz und Härte Schuß. Gott ehren ist mein Ruf. Wenn ich den Ruf betrachte, Was sind' ich da für Mängel meiner Pflicht, 88 Die Wunder der Natur, die Gott zu Lehrern machte, Stehn vor mir da, und diese hör' ich nicht. - 1 Und heißt ihr Anblick mich auf seine Weisheit schließen, Auf Güt' und Macht: so schließt nur mein Verstand; Das Herz bleibt ungerührt, betäubt bleibt das Gewissen, Und Gott, mein Herr und Vater, unbekannt. Er schenkt mir so viel Glück. Gebrauch ich seine Güte Zu meinem Heil, und geb' ich ihr Gehör? Nein, durch den Mißbrauch selbst verschließ ich mein Gemüthe Der Dankbarkeit und Liebe desto mehr. Oft sagt mir mein Verstand, daß des Allmächt'gen Gnade Das größte Gut, der Trost des Lebens ist, Und welche Schulden ich auf mein Gewissen lade, Wenn sie mein Herz für Menschengunst vergißt! Und doch, o Gott! wie oft geb ich dieß Glück der Seelen, Dir werth zu sein, für findischen Gewinn. Für einen Ruhm der Welt, für Lüfte, die mich quälen, Für Eitelkeit und für ein Nichts dahin! Gott ist der Herr der Welt; auf seine Hülfe bauen Ist meine Pflicht. Doch wenn gehorch ich ihr? Bald bebt mein Herz vor Furcht, und bald ist das Vertrauen, Das mich beseelt, nur ein Vertrau'n zu mir. Dieß ist des Menschen Herz. Wer hat dieß Herz verheeret? So kam es nicht, o Gott, aus deiner Hand. Der Mensch durch eigne Schuld hat seine Würd' entehret, Und beides fiel, sein Herz und sein Verstand. 89 Doch so verderbt wir sind, so schwach, uns selbst zu heilen, 1 So steuert Gott doch der Verdorbenheit; Läßt durch sein heilig Wort uns neue Kraft ertheilen, Licht der Vernunft, dem Herzen Reinigkeit. Und willst du dieser Kraft, o Mensch, dich widersetzen, Sie beut sich an, du aber wehrest ihr? Und willst des größten Glücks dich selber unwerth schätzen? Erkenne Gott, noch steht dein Heil bei dir! 45. Wider den Uebermuth. Was ist mein Stand, mein Glück und jede gute Gabe? in unverdientes Gut! Bewahre mich, o Gott, von dem ich alles habe, Vor Stolz und Uebermuth. Wenn ich vielleicht der Welt mehr als mein Nächster nüße, Wer gab mir Kraft dazu? Und wenn ich mehr Verstand, als er besitzt, besitze, Wer gab mir ihn, als du? Wenn mir ein größer Glück, als ihn erfreut, begegnet, Bin ich ein beff'rer Knecht? Gibt deine Gütigkeit, die mich vor Andern segnet, Mir wohl zum Stolz ein Recht? Wenn ich geehrt und groß in Würden mich erblicke, Gott, wer erhöhte mich? 90 - Ist nicht mein Nächster oft, bei seinem kleinern Glücke, Viel würdiger als ich? Wie könnt ich mich, o Gott, des Guten überheben, Und meines schwachen Lichts? Was ich besitz', ist dein. Du sprichst, so bin ich Leben! Du sprichst, so bin ich nichts. Von dir kömmt das Gedeihu und jede gute Gabe, Von dir, du höchstes Gut! Bewahre mich, o Gott, von dem ich alles habe, Vor Stolz und Uebermuth. 46. Warnung vor der Wollust. Der Wollust Reiz zu widerstreben, Dieß, Jugend, liebst du Glück und Leben, Laß täglich deine Weisheit sein. Entflieh der schmeichelnden Begierde; Sie raubet dir des Herzens Zierde, Und ihre Freuden werden Pein. Laß, ihr die Nahrung zu verwehren, Nie Speis und Trank dein Herz beschweren, Und sei ein Freund der Nüchternheit. Versage dir, dich zu besiegen, Auch öfter ein erlaubt Vergnügen, Und steure deiner Sinnlichkeit. Laß nicht dein Auge dir gebieten, Und sei, die Wollust zu verhüten, Stets schamhaft gegen deinen Leib. -- 91 - Entflieh des Witßlings freien Scherzen, Und such im Umgang edler Herzen Dir Beispiel, Wiß und Zeitvertreib. Der Mensch, zu Fleiß und Arbeit träge, Fällt auf des Müssigganges Wege Leicht in das Netz des Bösewichts. Der Unschuld Schußwehr sind Geschäfte. Entzieh der Wollust ihre Kräfte Im Schweiße deines Angesichts. Erwacht ihr Trieb, dich zu bekämpfen: So wach auch du, früh ihn zu dämpfen, Eh' er die Freiheit dir verwehrt. Ihn bald in der Geburt ersticken Ist leicht; schwer ist's, ihn unterdrücken, Wenn ihn dein Herz zuvor genährt. Oft fleiden sich des Lasters Triebe In die Gestalt erlaubter Liebe, Und du erblickst nicht die Gefahr. Ein langer Umgang macht dich freier, Und oft wird ein verbotnes Feuer Aus dem, was Anfangs Freundschaft war. Dein fühlend Herz wird sich's verzeihen, Es wird des Lasters Ausbruch scheuen, Indem es seinen Trieb ernährt. Du wirst dich stark und sicher glauben, Und kleine Fehler dir erlauben, Bis deine Tugend sich entehrt. - 92 - Doch nein, du sollst sie nicht entehren, Du sollst dir stets die That verwehren; Ist drum dein Herz schon tugendhaft? Ist Sünde nur, die That vollbringen? Sollst du nicht auch den Trieb bezwingen? Nicht auch den Wunsch der Leidenschaft? Begierden sind es, die uns schänden, Und ohne daß wir sie vollenden, Verletzen wir schon unsre Pflicht. Wenn du vor ihnen nicht errötheft, Nicht durch den Geist die Lüfte tödteft, So rühme dich der Keuschheit nicht. Erfülle dich, scheinst du zu wanken, Oft mit dem mächtigen Gedanken: Die Unschuld ist der Seele Glück. Einmal verscherzt und aufgegeben, Verläßt sie mich im ganzen Leben, Und keine Reu' bringt sie zurück. Denk oft bei dir: der Wollust Bande Sind nicht nur dem Gewissen Schande, Sie sind auch vor der Welt ein Spott. Und könnt ich auch in Finsternissen Den Greu'l der Wollust ihr verschließen, So sieht und findet mich doch Gott. Die Wollust kürzt des Lebens Tage, Und Seuchen werden ihre Plage, Da Keuschheit Heil und Leben erbt. 93 Ich will mir dieß ihr Glück erwerben. Den wird Gott wiederum verderben, Wer seinen Tempel hier verderbt. - - Wie blühte nicht des Jünglings Jugend! Doch er vergaß den Weg der Tugend, Und seine Kräfte sind verzehrt. Verwesung schändet sein Gesichte Und predigt schrecklich die Geschichte Der Lüfte, die den Leib verheert. So rächt die Wollust an dem Frechen Früh oder später die Verbrechen, Und züchtigt dich mit harter Hand. Ihr Gift wird dein Gewissen quälen, Sie raubet dir das Licht der Seelen, Und lohnet dir mit Unverstand. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, Raubt ihm den Eifer edler Werke, Den Adel, welchen Gott ihm gab! Und unter deiner Lüfte Bürde Sinfft du von eines Menschen Würde Zur Niedrigkeit des Thiers herab. Drum fliche vor der Wollust Pfade Und wach' und rufe Gott um Gnade, Um Weisheit in Versuchung an. Erzittre vor dem ersten Schritte, Mit ihm sind schon die andern Tritte Zu einem nahen Fall gethan. 94 47. Wider den Geiz. Wohl dem, der bess're Schätze liebt, Als Schäße dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, An Tugend reich zu werden, Und in dem Glauben, daß er lebt, Sich über diese Welt erhebt! Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, Hier Güter zu besitzen, Er gab sie uns und auch die Pflicht, Mit Weisheit sie zu nüßen. Sie dürfen unser Herz erfreun Und unsers Fleißes Antrieb sein. Doch nach den Gütern dieser Zeit Mit ganzer Seele schmachten, Nicht erst nach der Gerechtigkeit Und Gottes Reiche trachten; Ist dieses eines Menschen Ruf, Den Gott zur Ewigkeit erschuf? Der Geiz erniedrigt unser Herz, Erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz Verdrängt der Tugend Liebe, Und machet, der Vernunft zum Spott, Ein elend Gold zu deinem Gott. Der Geiz, so viel er an sich reißt, Läßt dich kein Gut genießen; Er quält durch Habsucht deinen Geist Und tödtet dein Gewissen. - 95 - Und reißt durch schmeichelnden Gewinn Dich blind zu einem Frevel hin. Um wenig Vortheil wird er schon Aus dir mit Meineid sprechen; Dich zwingen, der Arbeiter Lohn Unmenschlich abzubrechen; Er wird in dir der Wittwen Flehn, Der Waisen Thränen widerstehn. Wie könnt' ein Herz, vom Geize hart, Der Wohlthat Freuden schmecken, Und in des Unglücks Gegenwart Den Ruf zur Hülf' entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, Die nicht der Geiz entehrt und bricht. Du bist ein Vater, und aus Geiz Entziehst du dich den Kindern, Und lässet dich des Goldes Reiz Ihr Herz zu bilden hindern: Und glaubst, du habst sie wohl bedacht, Wenn du sie reich, wie dich, gemacht. Du hast ein richterliches Amt Und du wirst dich erfrechen, Der Sache, die das Recht verdammt, Aus Habsucht Recht zu sprechen; Und selbst der Tugend größter Feind Erkauft an dir sich einen Freund. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, Die Wahrheit frei zu lehren; 96 Du schweigst, wenn sie dich reden heißt, Ehrst, wo du nicht sollst ehren, Und wirst um ein verächtlich Geld Ein Schmeichler und die Pest der Welt. Erhalte mich, o Gott, dabei, Daß ich mir gnügen lasse, Geiz ewig als Abgötterei Von mir entfern' und hasse. Ein gutes Herz und guter Muth Sei meines Lebens größtes Gut! 48. Trost eines schwermüthigen Christen. Du klagst, o Christ, in schweren Leiden, Und seufzest, daß der Geist der Freuden Von dir gewichen ist. Du klagst und rufft: Herr, wie so lange? Und Gott verzeucht; und dir wird bange, Daß du von Gott verlassen bist. Sind meine Sünden mir vergeben, Hat Gott mir Sünder Heil und Leben In seinem Sohn verliehn: Wo find denn seines Geistes Triebe? Warum empfind' ich nicht die Liebe, Und hoffe nicht getroft auf ihn? Mühselig, sprichst du, und beladen Hör' ich den Trost vom Wort der Gnaden, Und ich empfind' ihn nicht. 97 Bin abgeneigt vor Gott zu treten; Ich ber', und kann nicht gläubig beten; Ich glaube Gott, doch ohne Licht. Sonst war mir's Freude, seinen Willen Von ganzem Herzen zu erfüllen; Sein Wort war mir gewiß. Jetzt kann ich's nicht zu Herzen fassen, Und meine Kraft hat mich verlassen, Und meinen Geist deckt Finsterniß. Oft fühl' ich Zweifel, die mich quälen; Heul' oft vor Unmuth meiner Seelen, Und meine Hülf' ist fern. Ich suche Ruh', die ich nicht finde; In meinem Herzen wohnt nur Sünde, Nur Unmuth, keine Furcht des Herrn. Zag' nicht, o Christ, denn deine Schmerzen Sind sichre Zeugen besfrer Herzen, Als dir das deine scheint. Wie könntest du dich so betrüben, Daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben, Wär' nicht dein Herz mit ihm vereint? Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, Noch Jesum seinen Herrn zu nennen, Als durch den heil'gen Geist. Hast du nicht diesen Geist empfangen? Er ist's, der dich nach Gott verlangen Und sein Erbarmen suchen heißt. Vertrau' auf Gott. Er wohnt bei denen, Die sich nach seiner Hülfe sehnen: 5 - 98 - Er fennt und will dein Glück, Er höret deines Weinens Stimme, Verbirgt er gleich in seinem Grimme Sich einen kleinen Augenblick. Gott ließ so manchen seiner Frommen In dieß Gefühl des Elends kommen, Und stund ihm mächtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, Sollst das Vertrau'n auf dich entfernen, Und sehn, was Gottes Gnade sei. Vor Sicherheit dich zu bewahren, Läßt er dich seine Streng' erfahren Und schickt dir diese Last. Er reinigt dich wie Gold im Feuer, Macht dir das Heil der Seele theuer, Damit du haltest, was du haft. So wie ein Vater über Kinder, Erbarmet Gott sich über Sünder, Die seinen Namen scheu'n. Dein Seufzen ist ihm nicht verborgen. So fern der Abend ist vom Morgen, Läßt er von dir die Sünde sein. Zwar ist um Trost dir jetzo bange; Denn alle Züchtigung, so lange Sie da ist, scheint uns hart. Doch nachmals wird sie friedsam geben Frucht der Gerechtigkeit und Leben Dem, der durch sie geübet ward. - 99 - Fahr' fort zu beten und zu wachen. Gott ist noch mächtig in den Schwachen, Ist Güte für und für. Laß dir an seiner Gnade g'nügen. Sein Wort ist wahr und kann nicht trügen: Ich stärke dich, ich helfe dir! Auf, fasse dich in deinen Nöthen! Sprich: wollte mich der Herr auch tödten, So harr' ich dennoch sein. Mir bleibt das Erbtheil der Erlösten; Und will mich Gott nicht eher trösten, Wird er mich doch im Tod erfreu'n. 49. Um Ergebung in den göttlichen Willen. O Herr, mein Gott, durch den ich bin und lebe, Gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; Laß ewig deinen Willen mein, Und was du thust, mir theuer sein. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb' und Stärke; Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke Was zag ich einen Augenblick? Du bist mein Gott, und willst mein Glück. Von Ewigkeit hast du mein Glück entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Glück, du wogst mein Leid, Und was du schickst, ist Seligkeit. - 100 Gefällt es dir, so müsse keine Plage Sich zu mir nahn; gib mir zufried'ne Tage. Allein verwehrt's mein ewig Heil: So bleibe nur dein Trost mein Theil. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden, Aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine Schuld: So zag' ich nicht, du gibst Geduld. Soll ich ein Glück, daß du mir gabst, verlieren? Und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: So wirst du, denn du hörst mein Fleh'n, Mir dennoch eine Hülf' erseh'n. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, Und dieser ist im Glauben mein, Wie kann der Tod mir schrecklich sein? 50. In Krankheit. Ich hab in guten Stunden Des Lebens Glück empfunden, Und Freuden ohne Zahl! So will ich denn gelassen Mich auch in Leiden fassen; Welch Leben hat nicht seine Qual? Ja, Herr, ich bin ein Sünder, Und stets strafft du gelinder, Als es der Mensch verdient. - 101 Will ich beschwert mit Schulden, Kein zeitlich Weh erdulden, Das doch zu meinem Besten dient? Dir will ich mich ergeben, Nicht meine Ruh', mein Leben Mehr lieben als den Herrn, Dir, Gott, will ich vertrauen, Und nicht auf Menschen bauen; Du hilfft und du errettest gern. Laß du mich Gnade finden, Mich alle meine Sünden Erkennen und bereu'n. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; Sein Heil laß mein Geschäfte, Dein Wort mir Trost und Leben sein. Wenn ich in Chrifto sterbe, Bin ich des Himmels Erbe: Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade Vertrau ich deiner Enade; Du, Herr, bist bei mir in der Noth. N Gott durch Geduld verehren, Im Glauben zu ihm fleh'n. Ich will den Tod bedenken; Der Herr wird alles lenken, Und was mir gut ist, wird gescheh'n. Ich will dem Kummer wehren, 102 51. Vom Tode. -- 11 Meine Lebenszeit verstreicht, Stündlich eil ich zu dem Grabe; Und was ist's, das ich vielleicht, Das ich noch zu leben habe? Denk, o Mensch, an deinen Tod, Säume nicht, denn Eins ist Noth. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben; Nichts wird dich im Tod erfreu'n, Diese Güter sind nicht dein. Nur ein Herz, das Gutes liebt, Nur ein ruhiges Gewissen, Das vor Gott dir Zeugniß gibt, Wird dir deinen Tod versüßen; Dieses Herz, von Gott erneut, Ist des Todes Freudigkeit. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, Dann wird über Welt und Tod Dich dieß reine Herz erheben; Dann erschreckt dich kein Gericht; Gott ist deine Zuversicht. Daß du dieses Herz erwirbst, Fürchte Gott und bet' und wache. - 103 COME Sorge nicht, wie früh du stirbst; Deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur den Tod nicht scheu'n, Lern' auch seiner dich erfreu'n. Ueberwind ihn durch Vertrau'n, Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, Und ich weiß, ich werd' ihn schau'n, Einst in diesem meinem Leibe, Er, der rief: es ist vollbracht! Nahm dem Tode seine Macht. Tritt im Geist zum Grab oft hin, Siehe dein Gebein versenken; Sprich, Herr, daß ich Erde bin, Lehre du mich selbst bedenken; Lehre du mich's jeden Tag, Daß ich weiser werden mag. 52. Betrachtung des Todes. Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; Und dennoch schmeichelt er sich gern, Der Tag des Todes sei noch fern. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, Der Mann noch seiner Jahre viel, Der Greis zu vielen noch ein Jahr, Und feiner nimmt den Irrthum wahr. Sprich nicht: ich denk in Glück und Noth Im Herzen oft an meinen Tod. 104 Der, den der Tod nicht weiser macht, Hat nie mit Ernst an ihn gedacht. Wir leben hier zur Ewigkeit, Zu thun, was uns die Pflicht gebeut, Und unsers Lebens kleinster Theil Ist eine Frist zu unserm Heil. Der Tod rückt Seelen vor Gericht; Da bringt Gott alles an das Licht, Und macht, was hier verborgen war, Den Rath der Herzen offenbar. Drum, da der Tod dir täglich dräut, So sei doch wacker und bereit, Prüf deinen Glauben als ein Christ, Ob er durch Liebe thätig ist. Ein Seufzer in der letzten Noth, Ein Wunsch, durch des Erlösers Tod Vor Gottes Thron gerecht zu sein, Dieß macht dich nicht von Sünden rein. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, Ihr folgt und sich vom Bösen kehrt; Ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt, Dieß ist es, was in Christo gilt. Die Heiligung erfordert Müh'; Du wirkst sie nicht, Gott wirket sie; Du aber ringe stets nach ihr, Als wäre sie ein Werk von dir. 105. - Der Ruf des Lebens, daß du lebst, Dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, Und deiner Tage Rechenschaft Ist Tugend in des Glaubens Kraft. Ihr alle seine Tage weih'n, Heißt eingedenk des Todes sein; Und wachsen in der Heiligung, Ist wahre Todserinnerung. Wie oft vergesf ich diese Pflicht, Herr, geh mit mir nicht in's Gericht: Drück' selbst des Todes Bild in mich, Daß ich dir wandle würdiglich. Daß ich mein Herz mit jedem Tag Vor dir, o Gott, erforschen mag, Ob Liebe, Demuth, Fried' und Treu' Die Frucht des Geistes in ihm sei. Daß ich zu dir um Gnade fleh', Stets meiner Schwachheit widersteh', Und einstens in des Glaubens Macht Mit Freuden ruf': Es ist vollbracht! 53. Beständige Erinnerung des Todes. Was sorgst du ängstlich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben, Ist wahre Rub' und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nüßen, Gs dankbar als ein Glück besitzen, Verlieren, als verlörst du's nicht. 106 Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; Doch dich zur Weisheit zu erwecken, Soll er dir stets vor Augen sein. - - Er soll den Wunsch zu leben mindern, Doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, Vielmehr die Kraft dazu verleih'n. Ermattest du in deinen Pflichten, So laß den Tod dich unterrichten, Wie wenig deiner Tage sind. Sprich: sollt ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, Ist kurz, und sie verfliegt geschwind. Denk an den Tod, wenn böse Triebe, Wenn Lust der Welt und ihre Liebe Dich reizen, und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt' ich auch die Welt erwerben, Begieng' ich doch solch lebel nie. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, Wenn deine Schätze sich vermehren, Daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk' an die Eitelkeit der Erden, Daß, wenn sie dir entrissen werden, Du dann dich nicht so sehr betrübst. Denk' an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Lust sein Bild vertragen:. So ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu versüßen: 107- Welch Glück werd' ich erst dort genießen, Wo ich unendlich leben soll! Denk' an den Tod, wenn deinem Leben Das fehlt, wonach die Reichen streben; Sprich: bin ich hier, um reich zu sein? Heil mir, wenn ich in Christo sterbe, Dann ist ein unbeflecktes Erbe, Dann ist des Himmels Reichthum mein. Denk an den Tod, wenn Leiden kommen: Sprich: alle Trübsal eines Frommen Ist zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide, doch von allem Bösen Wird mich der Tod bald, bald erlösen; Er ist's, der mir die Krone reicht. Denk' an den Tod, wenn freche Rotten Des Glaubens und der Tugend spotten, Und Lafter stolz ihr Haupt erhöh'n. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die Frechen; Doch endlich kömmt er sich zu rächen, Und plötzlich werden sie vergeh'n. Denk' an den Tod zur Zeit der Schrecken, Wenn Pfeile Gottes in dir stecken; Du rufft und er antwortet nicht. Sprich: sollte Gott mich ewig hassen? Er wird mich sterbend nicht verlassen; Dann zeigt er mir sein Angesicht. So suche dir in allen Fällen Den Tod oft lebhaft vorzustellen, - 108 So wirst du ihn nicht zitternd scheu'n; So wird er dir ein Trost in Klagen, Ein weiser Freund in guten Tagen, Ein Schild in der Versuchung sein. 54. Trost des ewigen Lebens. Nach einer Prüfung kurzer Tage Erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage In göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, Und jene Welt reicht ihr den Preis. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden Schon manchen sel'gen Augenblick; Doch alle Freuden, die ihm werden, Sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' Nimmt in der Seele ab und zu. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, Bald das Geräusche dieser Welt; Bald kämpft in seinem eignen Herzen Ein Feind, der öfter siegt als fällt; Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld In Kummer und in Ungeduld. Hier, wo die Tugend öfters leidet, Das Laster öfters glücklich ist; Wo man den Glücklichen beneidet, Und des Bekümmerten vergißt, 109 Hier kann der Mensch nie frei von Pein, Nie frei von eigner Schwachheit sein. - - Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden; Dort werd' ich heilig und verklärt, Der Tugend ganzen Werth empfinden, Den unaussprechlich großen Werth; Den Gott der Liebe werd' ich seh'n, Ihn lieben, ewig ihn erhöhn. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille Mein Will' und meine Wohlfahrt sein; Und lieblich Wesen, Heil die Fülle, Am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. Da werd' ich das im Licht erkennen, Was ich auf Erden dunkel sah; Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein Geist, mit Preis und Dank, Die Schickung im Zusammenhang. Da werd' ich zu dem Throne dringen, Wo Gott, mein Heil, sich offenbart; Ein Heilig, Heilig, Heilig fingen Dem Lamme, das erwürget ward; Und Cherubim und Seraphim Und alle Himmel jauchzen ihm. Da werd' ich in der Engel Schaaren Mich ihnen gleich und heilig seh'n, - - 110 - Das nie gestörte Glück erfahren, • Mit Frommen stets fromm umzugeh'n. Da wird durch jeden Augenblick Ihr Heil mein Heil, ihr Glück mein Glück. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, Der Gottes Weg mich gehen hieß, Und ihn zu Millionenmalen Noch segnen, daß er mir ihn wies, Da find' ich an des höchsten Hand Den Freund, den ich auf Erden fand. Da ruft, o möchte Gott es geben! Vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, Die Seele mir gerettet, du! Gott, wie muß dieß Glück erfreu'n, Der Netter einer Seel' zu sein! Was seid ihr Leiden dieser Erden Doch gegen jene Herrlichkeit, Die offenbart an uns soll werden, Von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie Ist doch ein Augenblick voll Müh'! Erstes Register. Inhalt der Oden und Lieder. 1. Bitten 2. Das Gebet 3. Allgemeines Gebet 4. Morgengesang. 5. Prüfung am Abend 6. Abendlied 7. Abendlied 8. Danklied 9. Weihnachtslied. 10. Weihnachtslied 11. Am neuen Jahr 12. Passionslied 13. Passionslied 14. Trost der Erlösung 15. Osterlied.. 16. Osterlied. 17. Osterlied 18. Auf die Himmelfahrt des Erlösers. 19. Am Communionstage 20. Wider den Aufschub der Bekehrung 21. Bußlied 22. Lied am Geburtstage 23. Preis des Schöpfers • 24. Die Ehre Gottes aus der Natur 25. Gottes Macht und Vorsehung 26. Vertrauen auf Gottes Vorsehung 27. Versicherung der Gnade Gottes. 28. Die Güte Gottes Seite 3 4 8 10 11 13 14 15 17 18 20 22 25 29 31 33 36 37 40 41 45 46 47 49 50 52 54 55 - 112- 29. Vom Worte Gottes. 30. Ermunterung die Schrift zu leſen 31. Der Schutz der Kirche 32. Der Kampf der Tugend 33. Von der Quelle der guten Werke 34. Der Weg der Frommen 35. Der thätige Glaube. 36. Demuth 37. Geduld 38. Gelaffenheit. 39. Zufriedenheit mit seinem Zustande 40. Das Glück eines guten Gewissens. 41. Die Wachsamkeit 42. Die Liebe des Nächsten. 43. Die Liebe der Feinde 44. Das natürliche Verderben des Menschen 45. Wider den Üebermuth 46. Warnung vor der Wollust 47. Wider den Geiz. 48. Trost eines schwermüthigen Christen 49. Um Ergebung in den göttlichen Willen 50. In Krankheit 51. Vom Tod 52. Betrachtung des Todes 53. Beständige Erinnerung des Todes 54. Trost des ewigen Lebens Seite 56 58 60 61 64 67 68 69 71 73 75 76 79 81 84 86 89 90 94 96 99 100 102 103 105 108 Zweites Register derjenigen Lieder, welche Kirchenmelodien haben. Bitten. Gott deine Güte reicht so weit, Mel.: Es ist das Heil uns kommen her 2c. Allgemeines Gebet. Ich komme vor dein Angesicht, Mel.: Vor deinen Thron tret ich hiemit 2c. Morgengesang. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank, Mel.: Ich dank dir schon durch deinen Sohn 2c. Prüfung am Abend. Der Tag ist wieder hin, Mel.: O Gott! du frommer Gott 2c. Abendlied. Für alle Güte sei gepreist, Mel.: Mit meinem Gott geh ich zur Ruh 2c. Abendlied. Herr! der du mir das Leben Mel: Nun ruhen alle Wälder 2c. Weihnachtslied. Auf, schicke dich, Mel.: Wir Christenheit 2c. Seite 3 8 10 11 13 14 17 114 - Weihnachtslied. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; Mel.: Vom Himmel hoch da komm' ich her 2c. Am neuen Jahre. Er ruft der Sonn' und schafft den Mond, Mel.: Es ist das Heil uns kommen her 2c. Passionslied. Freiwillig bab' ich's dargebracht, Mel.: Es ist das Heil uns kommen her zc. 22 Herr! stärke mich dein Leiden zu bedenken, Mel.: Herzliebster Jesus? was hast du verbrochen 2c. Passionslied. Osterlied. Jesus lebt, mit ihm auch ich, Mel.: Jesus meine Zuversicht 2c. Seite 25 Erforsche mich, erfahr mein Herz, Mel.: Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld zc. Ofterlied. Erinnere dich, mein Geist, erfreut Mel.: Vom Himmel hoch da komm' ich her 2c. Ofterlied. Am Communionstage. Ich komme, Herr! und suche dich, Mel.: O König dessen Majestät zc. 18 Wider den Aufschub der Bekehrung. Willst du die Buße noch, die Gott gebeut, Mel.: O Gott! du frommer Gott 2c. 20 31 33 36 40 41 G 115 — Preis des Schöpfers. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, Mel.: Sei Lob und Preis dem höchsten Gut 2c. Vertrauen auf Gottes Vorsehung. Auf Gott und nicht auf meinen Rath, Mel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan 2c. Versicherung der Gnade Gottes. Gott ist mein Hort! Mel.: Ach Gott und Herr 2c. Seite Ermunterung die Schrift zu lesen. 47 54 So hoff ich denn mit festem Muth, Mel.: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn 2c. Vom Worte Gottes. 52 56 58 Soll dein verderbtes Herz, Mel.: O Gott! du frommer Gott 2c. Der Schutz der Kirche. Wenn Christus seine Kirche schützt, Mel.: Ein' feste Burg ist unser Gott 2c. Der Kampf der Tugend. Oft klagt dein Herz, wie schwer es sei, Mel.: Durch Adams Fall ist ganz verderbt zc. Der thätige Glaube. 68 Wer Gottes Wort nicht hält und spricht: Mel.: Mach's mit mir, Gott! nach deiner Güte 2c. Geduld. 60 61 Ein Herz, o Gott! in Leid und Kreuz geduldig, 71 Mel.: Herzliebster Jesu! was hast du verbrochen 2c. 116 Gelassenheit. Was ist's, daß ich mich quäle? Mel.: In allen meinen Thaten zc. Die Wachsamkeit. Nicht, daß ich's schon ergriffen hätte; Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten 2c. Die Liebe des Nächsten Wohl dem, der beff're Schäße liebt, Mel.: Wohl dem, der sich auf seinen Gott 2c. In Krankheit. Ich hab' in guten Stunden Mel.: In allen meinen Thaten 2c. Vom Tode. 81 So Jemand spricht: ich liebe Gott! Mel.: Mach's mit mir, Gott nach deiner Güte 2c. Wider den Geiz. Meine Lebenszeit verstreicht, Mel.: Jesus, meine Zuversicht 2c. Betrachtung des Todes. Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! Mel.: Herr Jesu! meines Lebens Licht zc. Seite Trost des ewigen Lebens. Nach einer Prüfung furzer Tage Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten 2c. 73 79 94 100 102 103 108 Inches Centimetres Blue 2 3 2 Cyan 5 ¹6 7 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 19 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 8 B.I.G. Black