Anhang( 2) zum Allgemeinen Evangelischen Gesangbuch für das Großherzogthum Hessen. Im Verlage der Großherzoglichen Invaliden- und Soldaten- Waisen- Anstalt. Darmstadt, 1863. Druck der L. C. Wittich'schen Hofbuchdruckerei. đ ⠀ dniðÏ10 Hove Anhang zum Allgemeinen Evangelischen Gesangbuch. Mel. Gott des Himmels und der 716 Thut mir auf die führt in Gottes Haus mich ein. Ach, wie wird an diefem Orte meine Seele fröhlich sein! hier ist Gottes Angesicht; Hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung haft genommen, da ist lauter Himmel hier. Beuch doch in mein Herze ein, laß es deinen Tempel fein. was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, mir zur deihn. ge5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein theures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samtorn in mich fällt; gib mir Licht in dem Verstande, und 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmels brod, tröste mich in aller Noth. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zeuch das Herze 717Wunderbarer KöIn eigener Melodie. ganz empor. nig, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen. Deines Baters Güte hast du lasſen fließen, ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch! Stärk 1 Anhang. 2 Stärk uns doch! Laß die Bungen singen, laß die Stimmen flingen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Stärke, mehr, als aller Menschen Werke. Großes Licht der Sonne, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mond und Stern! Seid bereit, zu ehren einen solchen Herren. 3. Odu meine Seele, finge fröhlich, singe singe deine Glaubenslieder! Was da Odem holet, jauchze, preise, flinge! Wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth! Er uur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet. Halleluja singe, welcher Chriftum nennet, fich von Herzen ihm ergiebet. Owohl dir! Glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, solang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gefang! Mel. Wer nur den lieben Gott 718 daß ich tausend Bungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom aller tiefften Herzensgrund ein Loblied nach dem andern 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euern Fleiß und stehet munter im Ge schäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Bier zu Got tes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach, Alles, Alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen We 2 nyuuy. Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 7. Auch hab ich es mein Lebetage schon so manch liebesmal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größe sten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem fteten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einhergeha? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deiner Güte fingen, solange fich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, solange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird fraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei deinen Engeln bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor! Mel. Freu dich sehr, o meine S. 719 Warum willst du hen, du Gesegneter des steHerrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern, du, mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Beit! Hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. der Jammer, welchen ofte 2. Meine Wunden sind mals Tag und Nacht bes mir mit seinem Schrecken Gesetzes starker Hammer macht. Donnerstimm, die mir GotOder schweren tes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget. 3. Will ich dann mein Elend lindern und erleichtern meine Bein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich tiefer noch hinein, da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 4. In der Welt ist Alles nichtig, nichts ist, das nicht fraftlos wär. Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichthum, was ists mehr, als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie werth? Was ists, das mich heut erfreue, das mich morgen nicht ge5. Aller Trost und alle 1* Freu Anhang. 4 Freude rubt in bir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man erst recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 6. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jetzo kommt und zeucht er ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Rub, öffne dein Gemüth und Seele, flag ihm, was dich drückt und quäle. 7. Was du Böses hast begangen, das ist alles abgeschafft, Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünden Macht und Kraft, Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt fich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. Mel. Schwingt heilige Gedanken dubins TORST 8. Alles bient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibest du dem wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. 720 Der beilge Chrift ist kommen, der theure Gottessohn; deß freun sich alle Frommen am böchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufge gangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde liegt gefangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himmel und aus dem Weltgetümmel auf einem sichern Steg. 3: Nun sind nicht mehr die Stinder verwaist und vaterlos; Gott rufet felbst die Sünder in seinen Gnadenschooß, er will, daß alle rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da! Er ruft so freundlich brein mit süßen Liebesworten: geöffnet find die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! Mel. Anhang. Mel. Wach auf, mein Herz, oder: Nun laßt uns Gott den Herren und treten mit 721 un laßt uns gehn Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem ncuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern bie Rindlein hier auf Erden mit Fleiß be wahret werden; 4. Also auch, und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Noth und Trübsal blitzen, in seinem Schooße sitzen. 5. Ach, Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 10. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Ind Gabe, der Armen Gut und Habe. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle morgen neue! Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 7. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner 5 Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 9. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 11. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 12. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 13. Das alles wollst du geben, o unsers Lebens Leben, uns und der Christenschaare zum selgen neuen Jahre. 722Jesus Mel. Meinen Jefum laß ich nicht esus soll die Losung sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. soll in der Gemeinde schal2. Jesu Name, Jeju Wort len; Anhang. 6 len; und so oft wir an den Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligthum. 3. Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu Theil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird Alles wohl bestehen und durch seiGnadenschein Alles boller Segen sein. nen 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterfeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. 6. Jejus, aller Bürger Heil, unserm Ort ein Gnabenzeichen, unsers Landes bestes Theil, dem kein Kleinob zu vergleichen, Jesus unser Schutz und Hort, bleib uns Losung fort und fort. die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben Land des Lebens gehn. ins Mel. Valet will ich dir geben, oder: Befiehl du deine Wege 2. Du liegeft in der Erde und haft sie eingeweiht; wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt; weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; drückst mir die Augen zu: so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, du sprengtest es entzwei. Wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich Dort 723 Inem Grabe, but ist es sicher wohnen, wo großer Osterfürst, weil ich lauter Glanz um dich, da Anhang. warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Noth. Ich will mein Bette machen in peine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. Mel. Sollt ich meinen Gott nicht 724 Leberwinder, nimm die Palmen, die dein Volt dir heute bringt, das mit frohen Osterpfalmen den ertämpften Sieg befingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordgeschrei, da des Todes Nacht vorbei und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da: Gott sei Dant, Halleluja! 2. Stecke nun dein Sie geszeichen auf der dunkeln Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen. Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dant, Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen 17 Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gib uns allen, o so jauchzet Herz und Muth, weil das Loos uns wundergut und aufs lieblichste gefallen, denn der Delzweig grünet da: Gott sei Dank, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herze gehn: gib Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, o fo fördre du den Lauf: rufe mächtig: Wachet auf! Denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag ist da: Gott sei Dank, Halleluja! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wann die letzte Stunde schlägt, weil du denen die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Sib uns in den höchsten Nöthen, gib uns mitten in der Pein, deinen Trost und Glauben ein, o so kann der Tod nicht tödten; denn die Hoffnung blüthet da: Gott sei Dant, Halleluja! blöde Kummer über Sarg 6. Beige, wenn der und Grüsten weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterb Anhang. 8 sterblich hier geboren, o so streift das tühle Grab nur, was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverforen, unser Hirte hütet da: Gott sei Dank, Halleluja! 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunkeln Nacht, wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben; dann wird die verjüngte Brust, Herr, mit engelgleicher Luft ewig deinen Sieg erheben und wird sprechen auch allda: Gott sei Dant, Halleluja! Mel. O du Liebe meiner Liebe 725 Wandle leuchtender und schöner, Oftersonne, reinen Lauf, denn dein Herr und mein Versöhner stieg aus seinem Grabe auf. Als das Haupt er sterbend beugte, bargit bu bich in nächtgen Flor; doch jetzt komm herab und leuchte, denn auch er stieg längst empor. 2. Erde, breite dich in Frieden unter deinem Himmel aus, denn dein Herr ist nicht geschieden, er zerbrach des Todes Haus, deine starken Felsen bebten, als er seinen Geist verhaucht. Grüße nun den Neubelebten, wonnevoll in Licht getaucht. 3. Doch du selber meine Seele, fag wie feierst du den Tag, da der Herr des Grabes Höhle mit gewaltgem Arm durchbrach? Feierst du sein Auferstehen auch in rechter Osterfreud? sehen, welch ein hoher FestKann man an dir selber tag heut? 4. Bist du mit ihm auf erstanden aus der Sünde Todesnacht? Hast du dich von ihren Banden losgerungen, frei gemacht? Ober liegst du noch verborgen und in deinen Sünden todt? Kündet deinen Ostermorgen noch kein belles Morgenroth? 5. O bann laß dich nicht bedecken länger nicht die finstre Nacht; sieh dein Herr ist, dich zu wecken, von dem Tode aufgewacht! Komm, vom Schlaf dich zu erheben, komm, der Fürst des Lebens ruft! Wache auf zum' neuen Leben, steig hervor aus deiner Gruft! 6. Sieh, er reicht dir Hülfreich, gnädig die durchbohrten Hände hin, macht dich der Betäubung ledig, weckt mit Liebesruf den Sinn. Keine Strafe sollst du scheuen, darum bleibe nicht Anhang. nicht zurück, raff dich auf, dich zu erfreuen an des neuen Lebens Glück. 7. Sieh, dein Herr ist auferstanden, daß du könnteft auferstehn, aus der Sünde Haft und Banden in die schönste Freiheit gehn! Willst du ihm dich nur ergeben, streift er deine Ketten ab, und du siehst dein altes Leben hinter dir als leeres Grab höchstverklärte Mel. Alle Menschen müssen sterben 726 Siegesfürft und Ehrenkönig, Majestät! Alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber doch erhöht; sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug entzückt beine Herrlichkeit erblickt? 2. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klarheit fich ergießt, daß ein Strom von Glanz und Wonne durch die Himmelsgeister fließt; prächtig wirst du aufgenommen, freudig beißt man dich willkommen. Schau, dein armes Kind auch hier rufet Hosianna dir. 3. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Muth noch wellen sinken, 9 da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 4. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirt in mir fräftiglich, bis zum Schemel deinen Füßen alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles bis zum Weltenende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 5. Du kannst Alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stehen offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir eink ren; ewig in mir let kommen wohn, als in deinemde deines melsthron. 8 drohn mich heben, bringt mir Gottes 6. Deine Auffahrt stören. und Himmel nah. Lehr mich nur im Geiste leben, gleich als wärst du sichtbar da. Fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden drinnen, in das Himmelreich versetzt, da mich Jesus nur ergötzt. In eigener Melodie. 7273men horen, jet euch deimeines Herzens Gast, der 1*** bu, Anhang. 10 du, da ich geboren, mich neu geboren hast. O hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit bei den gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist. 2. 3euch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Getste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchbrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tuf erstickt mit dessen ner, und Blute als mit chsten Gute, der uns o erquickt. denn d. Verför Grab Du bist ein Geist, der erret, wie man recht beten soll, dein Beten wird er höret, dein Singen flinget wohl, es steiget himmelan, es steiget sonder Ende, bis der sich zu uns wende, der Allen helfen kann. 5. Du bist ein Geist der Freuden, das Trauern willst bu nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie man chesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pferten zum güldnen Freudemjaal. 6. Du bist ein Geist der Lie be, ein Freund der Freunde lichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Bank, Haß Neid und Streit. DerFeindschaft Feind du bist, willst, daß in Liebesflammen sich wieder thu zusammen, was voller Zwietracht ist. 7. Du Herr, haft selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 8. Beschirm die Obrigfeiten, bau unsers Fürsten Thron, gib Glück zu unsern Zeiten, schmüd, als mit einer Kron, die Alten mit Berstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volt im ganzen Land. 9. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergößet, aus unserm Herzen reißt. 10. Richt unser ganzes Les ben allzeit nach deinem Sinn, und Anhang. und wenn wirs sollen geben in Todes Hände hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. Mel. Erhalt uns, Herr 728 bleib bei uns, weil es nun Abend worden ift: dein göttlich Wort, das belle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser schwerbetrübten Zeit verleib uns Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament behalten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Firch erhalt, wir sind gar ficher, faul und falt; gib Glück und Heil zu deinem Wort, gib, daß es schall an allem 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnab und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach, Gott, es geht gar übel zu: auf dieser Erd ist keine Ruh; viel Secten und groß Schwärmerei jetzt kommen haufenweis herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die mit Ge11 walt sich heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht- unfer, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlaſſen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr. nem Wort unddarauf muthig 9. Hilf leben uns nach deifahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. Mel. Es ist das Heil uns kommen 729 Die Feinde deines dein Reich, Herr, zu zerstören. Sohn, kannst ihrem Troße Du aber, Mittler, Gottes wehren. Dein Thron be stehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. von dieser Welt, kein 2. Dein Reich ist nicht Wert von Menschenfindern; drum fonnt auch keine Macht der Welt, Herr, fei nen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerbar und wird selbst durch der Fein Anhang. 12 Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herr schaft noch auf Erden weit verbreiten und unter dei nem sanften Joch zum Heil die Völker leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dank und glaub an deinen Namen! 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder fehn, daß fie sich noch bekehren! Lehr fie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläubgen, wellest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh in deiner Gnade finden. Mach unsers Glaubens uns gewiß; vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk, dir unterthan, gern dein Gesetz erfüllen, bis du erscheinest zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschentinder sammelst. 7. Voll Zuversicht erwarten dich, Herr, alle beine Frommen und freun des großen Tages sich, da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verheißnen Gnadenlohn, dein Himmelreich ererben. Mel. Balet will ich dir geben is 730B nicht weiter! Noch lebt der starke Held, der sich, ein rechter Streiter, für seine Kirche stellt. Ihr Feinde möget wüthen, euch schon des Sieges freun: uns wird der Herr behüten, euch auseinander streun. 2. Wir stehn auf feftemGrunde, wir haben Jesum Chrift, der unserm Glaubensbunde ein Fels und Eckstein ist. Wir wandeln in dem Glanze, der von dem Herrn ausgeht, und er ist unsre Schanze, wenn unser Feind aufsteht. 3. Wer will von ihm uns scheiden, der blutend uns erwarb, als er nach schwerem Leiden den Tod am Kreuze starb? Wir bleiben an ihm hangen in Noth und Traurigkeit, gebunden und gefangen, mit Christenfreudigkeit. 4. Ungläubge, ihr mögt spotten, erfinden bösen Rath und Anhang. und euch zusammenrotten zu jeder Frevelthat: Er, Christus, ganz alleine, be schüßt, die ihm vertraut, die heilige Gemeine, auf ihn, den Fels, gebaut. 5. Und wenn auch Berge weichen und Hügel sinken ein: die Kirche ohne Gleichen wird wohl bewahret sein. Er wohnet bei ihr drinnen und hütet früh und spät; bell glänzen ihre 3innen, darauf sein Beichen steht. Mel. Mein ganzer Geift 7310 der Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Heerde, du fiehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werde. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volt, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft das Herz der Sünder rühren. Trene Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Heerden mit den Hirten selig werden. 13 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, ben du uns gesandt, Herr, fegne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, bilf ihm thun und leiden, dulden, fireiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. auf ihm ruhn; laß ihn sein 4. Herr deinen Geist laß Amt mit Freuden thun; Nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehn und den Weg zum Himmel gehen. hört, ein 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegenführen. Du gibst ihm unter seine Hand die Seelen als ein Unterpfand; laß keine ihn verlieren. Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde treu vor dir erfunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Wir hei ßen dich willkommen gern in Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand; Anhang. 14 Hand führ uns zum ewgen Vaterland. Gott mit dir! Amen! Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 732 Gott, Bater, aller Dinge Grund, gib deinen Vaternamen fund an diesem heilgen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier bei uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Väter, früher, später gehts zum Sterben. Hilf uns Jesu Reich ererben. 4. Dreieinger Gott, Lob Dank und Preis sei dir von Allen gleicherweis für dieß dein Haus gesungen. Du hasts geschenkt und auferbaut, dir ists geheiligt und vertraut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach bier sind wir noch in Hütten; Herr, wir bitten, stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. Sündern, Mel. Dir, dir, Jehovah voller Selarbeit; heilge uns 733 Weift der erauf, in deiner Wahrheit. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dieß Got teshaus ist dir geweiht; o laß dirs wohlgefallen! Hier fchalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshal len. Einheit, Reinheit gib den Herzen; Angst und Schmerzen tilg in Gnaden; Heil uns ganz vom Sündenschaden. 3. Gott, heilger Geist, du werthes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus dich mit allmächtgen Flammen aus; mach himmlisch sten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegens gehn, ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Gib zu der Aerndte doch die Hände! Gib Knechte, die in treuer Arbeit stehn! Herr der Aerndte, fiebe doch darein; die Aerndt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Anhang. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig darum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. So gib dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf uns widerfahren und brich in Satans Reich und Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5. Ach, daß die Hülf aus Bion täme! O daß dein Geist, sowie dein Wort verspricht, dem Gefängniß nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei tein Ort ohn deffen Glanz und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke boch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 7. O beffre Zions wüste 15 Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege: vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes ſei. 8. Laß jede hoch und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein. Ja, sitze du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer wir und Beter sehn, die kräftig vor den Riß der Kirche stehn. Mel. Jesus meine Zuversicht 734 Eine Heerde und Hirt! wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird, freue dich, du fleine Heerde! Mach dich auf und werde Licht: Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern?- Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, du treuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie man Anhang. 16 manches Schäslein irrt fern von dir und deiner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle. 3hn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren auf gethan, rauscht verdorrete Gebeine! Macht dem Bundesengel Bahn, großer Tag des Herrn erscheine! Jesus ruft: es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf! Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. sein beilig Wert verspricht dir Vergebung, Heil und Segen. Kehre wieder, zaudre nicht. 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung in die Einsamfeit zurück, wo in geiſtiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen, wo des heilgen Gefites Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi reuig schwörst. 3. Kehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz. Sich auf den, der voll Erbarmen dir mit ausgestreckten Armen winket von des Kreuzes Stamme: Kehre wieder! fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder: neues Leben trint in seiner Liebeshuld. Bei dem Herrn ist In eigener Melodie. 735 Kehre wieder, keh viel Vergeben, große Langre wieder, der du dich verloren haft! Sinke reuigbittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kom men und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr tommt dir entgegen, und muth und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen. Er hat Troft für alle Schmerzen; Er kann alle Wunden heilen, macht von allen Fletfen rein. Darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. 5. Anhang. 5. Kehre wieder, endlich fehre in der Liebe Heimath ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein; aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute: kehre gleich! Mel. Wer nur den lieben Gott 736 ch weiß von keinem andern Grunde, als den der Glaub in Christo hat: ich weiß von keinem andern Bunde, von keinem andern Weg und Rath, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schooß. 2. 3ch bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Theil, und außer ihm weiß ich tein Heil. 17 ists, der mich verdammen kann? die Sünde; doch schaden 4. Ich fühle noch in mir fann sie mir nicht mehr, weil ich in Christs mich bemich sehr, ich halte nichts finde; wohl aber beuget fie gering und klein, sonst bringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht todt am Kreuze haft; dieß aber macht mich rein und klein und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen und seh in Allem ihn nur an, nach seinem Wink einherzugehen, daß fann. Ich seufze stets: nichts mein Ziel verrücken dein rechter Jünger sei! Herr, steh mir bei, daß ich 7. Und da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleb, so bleib stets im Grunde stehn; da fann mein Wachsthum vor sich gehn. 3. Ich bleib in Christo nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets verbunden, so kann ich immer ficher sein; Gott sieht auch 8. Ich bleib im tiefsten Demuthsgrunde und will mich in Christo an: wer von Christo nimmer gehn; ich Anhang. 18 ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Christo ganz allein; dieß soll mein Grund auf ewig sein. 9. O Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jesu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir. Laß mich stets fromm und wachsam sein, so reiBet nichts den Grund mir ein. Mel. Jesus, meine Zuversicht 737 Himmelan geht wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist! Denn du bist und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen; ein von Gott er leuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan: mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und viel zu flein gegen jenen Sterne; denn ihr Licht ist Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan! ach, himmelan! Das soll meine Lolen eiteln Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Mel. Schon ist der Tag von Gott 738 Such, wer da will, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr; sein Werk ist klar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen fann, Anhang kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt Alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und feiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein Herzenstron und Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben: bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 739 * ch will dich imben, mein Heiland, gib mir 19 Kraft dazu. Lang hat die Welt mich umgetrieben; nun schenkst du mir die wahre Ruh: die Ruh, mit der nichts zu vergleichen, der alle Königskronen weichen, die uns den Himmel offen zeigt. Ach, daß ich ganz in Lieb zerflösse vor deiner Liebe Wundergröße, die alles Wissen übersteigt. 2. Wie freundlich hast du mich gezogen, wie ging mir dein Erbarmen nach! Ich floh von dir und griff betrogen nach Herzeleid und ohn mein Verlangen in deiUngemach: du aber nahmst und wecktest meinen todten ner Liebe mich gefangen Sinn. Nimm, Seelenfreund, für dieſe Treue, mein gan zes Herz, das ich dir weihe, nimms dir hin. entreiß mirs doch und 3. Ich hange nicht an irdschen Gaben, dich, Jesu, such ich ganz allein; soll ich nichts zu genießen haben, ich will auch so zufrieden sein, dein Reich wächst nicht in lauter Freuden; lehr mich getroft und stille leiden und mach in Allem mich getreut. Nimm hin mein Wollen, Denken, Nichten, mein eignes Laufen, Wirken, Dichten, daß nichts 4. Mir ist am seligsten 20 Anhang. gerathen, wenn ich aus eigner Wahl nichts thu. Ein Andrer sinn auf große Thaten. Mein Geist erblicket eine Ruh, worin er leidend das vollführet, was von des Geistes Trieben rühret, und das heißt recht in Gott gethan. O mischte sich doch in mein Lieben nichts mehr von meinen eignen Trieben, so fing ich) recht zu lieben an. 5. Getreuter Jesu, soll ich hoffen, daß meine Liebe treuer werd? Ach ja, dein Herze steht noch offen dem, welcher ernstlich Hülf begehrt. Ich flieh zum Reichthum deiner Güte, durchleucht mein finsteres Gemüthe, daß ich, was du nicht selber bist, erkenn und haß und dämpf und tödte; so schau ich nach der Morgenröthe, wie hell die Sonne felber ist. Mel. Was Gott thut, das ist 740Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; bir bleibt mein Herz ergeben; du kennst dieß Herz, das redlich spricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein: du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben! Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund die deiner sich nicht schämen, die kann dir Niemand nehmen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen: aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, meine Feinde toben. Ich flieh zu dir; du eilst zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt furze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich, Jesum, loß ich ewig nicht; nie soll mein Glaube wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedan fen; Anhang. ten: mein Freund ist mein und ich bin sein; er ist mein Schuß, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. Mel. Es ist das Heil uns 741 err wie du willst, im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld; sonst, wie du willst, gib mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte! Behüt mich), Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit: wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben! 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum. Amen. In eigener Melodie. 742 Sich hier bin ich, Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron. lich Sehnen bring ich dir, S 21 du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon! 2. Sieh doch auf mich, Herr ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn. Dich alleine ich nur meine; Laß dich finden, laß dich finden! Gib dich mir und nimm mich hin! 3. Herr, erhöre, ich begehre nichts, als deine freie Gnad, die du giebest, wo du liebest und man dich Laß liebt in der That. dich finden, laß dich finden! Der hat Alles, wer dich hat. 4. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt, wie demüthig und wehmüthig deines Kindes Stimme klingt! Laß dich finden, laß dich finden! denn mein Herze zu dir dringt. 5. Dieser Zeiten Eitel. feiten, Reichthum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden! laß dich finden! großer Gott, ich bin bereit! Mel. Befiehl du deine Wege 743 in Wohlstand ist eines Christen Stand, Gleichen wie Anhang. 22 wie er bei keinem Reichen von dieser Welt bekannt. Den kann auch Niemand rauben, wie feindlich er gefinnt; ein Christ ist durch den Glauben des reichsten Vaters Kind. 2. Er kann mit Freuden kommen vor Gottes Angesicht; da wird er angenommen, und Niemand widerspricht. Was Alles ihn betroffen, seis Freude oder Leid: ihm steht der Zugang offen zum Vater allezeit. 3. Er kann in großen Schaaren als Diener um sich sehn, die einst ihm Herren waren und nun zu Dienste stehn. Er ist umringt von ihnen den ganzen Lebenstag; denn ihm muß Alles dienen, was ihm begegnen mag. 4. Und geht einmal auf Erden die Kindeszeit zu End: er weiß, was ihm muß werden nach Christi Testament: ein Erbtheil in dem reichen, geliebten Vaterland. Solch Wohlstand ohne Gleichen ist eines Christen Stand. schen Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. selig ist der Mann geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 2. Je größer Kreuz ie beffre Christen: das Kreuz, ist unser Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüsten, fällt nicht ein Thränenthau hinein! Das Gold wird auf dem Feuerherd, ein Christ in mancher Noth bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube: die Palme wächset bei der Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gefeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Muth, wie Perlen in gesalzner Fluth. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe: der Wind Bläßt nur die Flammen auf, und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleich wie das Del im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, ie mehr Gebete; geriebnekräuter duften wohl, wenn um das Schiff kein Sturmwind Mel. Wer nur den lieben Gott 744 Je größer Kreuz wehte, so fragte man nicht mel: wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. Beim trügeriDavids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Anhang. 23 6. Je größer Kreuz, je nicht darinnen wär, wie mehr Verlangen; im Thale elend wärs, wie arm und steiget man bergan. Wer leer! durch die Wüsten ist gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findets hier nicht Ruh, so fliegt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Noth. Das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Hand uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Ueberwinder Scheitel trägt. Ach, dieses theure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gekreuzigter, laß mir bein Kreuze ie länger und je lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glauben, Lieb und Hoffnung hegt, bis bort mein Kreuz die Krone trägt. Mel. Wo Gott zum Haus nicht 745 Wob einem Wohr Haus, da Jesus Christ allein das All in Allem ist! Ja, wenn er 2. Wohl ihm, wenn Mann und Weib und Kind im rechten Glauben einig sind zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot! 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Wert nichts ist, noch heißt! 4. Wohl, wenn das Räuchwerk und Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Got tes Wort! 5. Wohl, wenn im äuBerlichen Stand mit fleißiger getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art im Glauben seine Pflicht bewahrt! 6. Wohl, wenn die Aeltern gläubig sind und wenn fie Kind und Hausgesind versäumen nicht am ewgen Glück, daß ihrer keines bleibt zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Neltern werden hoch erfreut und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen fegnen kann. 8. Anhang. 24 8. So mach ich denn zu dieser Stund sammt meinem Hause diesen Bund: wenn alles Volk vom Herren wich, so dienen wir ihm ewiglich! Mel. Befiehl du deine Wege 746 h bin ein Gast Jauf Erden und hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland, hier reis ich nur zum Grabe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe; die schlenßt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Noth gewesen? Solang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Ich habe mich ergeben in alles Glück und Leid. Was will ich besser Leben in dieser Zeitlichkeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein! 4. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, dock denk ich nicht zu bleiben in diesem frem den Zelt; ich wandre meine Straßen, die zu der Heis math führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater trösten wird. 5. Mein Heimath ist dort oben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher loben, der Alles ganz und ger in ſeinen Händen träget alles hebt und leget, und für nachdems ihm wohlgefällt. 6. 3u dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müd bin. Je länger ich hier walle, je wen'ger find ich Freud, die meinem Geist gefalle, das Meist ist Ei telfeit. 7. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach, komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein felig Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 8. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemesfen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, fo scharrt man mich ins Grab. 9. Du aber, meine Freude, du Anhang. du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wann ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nächst Andern leuchten soll. 10. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmüttet hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbtheil ruhn. A. Mel. Ich hab mein Sach 747 Wohlauf, wohl an, zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus! Wohlan, hinaus! Kein Bleiben ist im Erdenhaus. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, gehab dich wohl und laß dein Leid; schleuß nur getroft die Pforte zu. Was trauerst du? Dein Gast eht hin zur ewgen Ruh. 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach, ihr Lieben, folgt ihm segnend nach. Hab gute Nacht! Der Tag war schwül im Erdgewühl; hab gute Nacht, die Nacht ist kühl. 25 4. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph! der Herr macht gute Bahn! Sein Kreuz voran! Das winkt und deutet himmelan. 5. Ihr Glocken, tönet festlich drein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags furzer Frist durch Jesum Chrift für Gottes Volk vorhanden ist. B. 6. selig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herrn, in Christo stirbt! Oselig, wer vom Laufe matt die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat. 7. Was suchst du, Mensch bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist Noth! Die Welt beut ihre Güter feil; denk an dein Heil und wähl in Gott das beste Theil! 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; schau himmelwärts! Da, wo dein Schatz ist, sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh dich der Tod an Tobte reiht. Sie rufen: gestern wars an mir, 2 heut Anhang. 26 heut ists an dir, hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab, wann, wie und wo, ist Gott bewußt; schlag an die Brust, du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 11. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Wangenroth. Im Finstern droht der Tod und überall der Tod. 12. Ach, banges Herz im Leichenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmer mehr! Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft feines Herrn. C. 15. Nun, Thor, des Friedene, öffne dich! Sinein!hier schließt die Wallfahrt fich. Ihr Schlummernden im Friedensreich, gönnt allzugleich auch ihm ein Räumlein neben euch! 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort; bereitet ist die Stätte schon am Gnadenthron, bereitet ihm durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt; Er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja, komm, Herr Jesu, führ uns ein! Wir harren dein: Amen, dein laß uns ewig sein! Mel. Herr wir singen deiner 748Machet auf! ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Binne, wach auf, du Stadt Jerusa lem! Mitternacht heißt dieſe Stunde, sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr flugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam fömmt! Steht auf, die Lampe nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegengehn. 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz will ihr vor Freuden springen, sie wachet und steht eilend auf Anhang. auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gefungen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gefehn, Ohr ie gehört solche Freude; drum jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für. Mel. Liebster Jesu, wir sind 749 Unsern Ausgang fegne, Gott, unfern Eingang gleichermaßen; jegne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lasfen, fegne uns mit sel'gemt Sterben und mach uns zu Himmelserben. 27 Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht ,. Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott, heilger Geist, du Tröster werth, gib deim Volt einerlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Noth, leit uns ins Leben aus dem Tod. Mel. Chriftus, der ist mein 751 Ach bleib mit deiner bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib' mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil bescheert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du weruns umschanze, damit wir thes Licht; dein Wahrheit irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und all In eigener Melodie. 750 Erhalt uns, Herr, Vermögen in uns reichlich vermehr. bei Wort und steure deiner Feinde 5. Ach bleib mit deinem 2* Schuße 28 Anhang. Schutze bei uns, du starter Held, daß uns der Feind nicht trute, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth! 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banund was mir zu In eigener Melodie. fräftig Wort. 752 In den meine Handen, ſo tröſtet mich ſein allen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohlgelingen, selbst geben Segen, Rath und That. 2. Nichts ist es, spät und frühe, um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er auserfehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet; was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch erkieft. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverbrossen an mein Verhängniß gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will mit Gott ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn forgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. 4. Ich traue feiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schützt. Leb ich nach seinen In eigener Melodie. Säßen, so wird mich nichts 753 Befiehl du beis was mir ewig nützt. ne Wege und was dein Herze kränkt, der aller Anhang. allertreusten Pflege deß, der den Himmel lenkt; der Wollen, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dir's soll wohlergebn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen: es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Bater, weiß und steht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt. Und was du dann erlesen, das treibst du, starter Held, und bringst zum Stand und Wesen, was beinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlts dir nicht; dein Thun ist lauter Segen, bein Gang ist lauter Licht. Dein Wert fann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 29 und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten wiederstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehr: was er ihm vorgenommen 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf! Auf! gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der Alles führen soll: Gott sitzt im Regimente und führet Alles wohl. 8. 3hn, ihn laß thun und walten: er ist ein weiund wird verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath die Sach hinausgeführet, die dich befümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben und sollst du für und für in Angst und Nöthen schweben, als fragt er nichts nach dir. 2** 10. Anhang. 30 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst. Er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu feinem Bösen bisher getragen haſt. 11. Wohl dir, du Kind der Treue: du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenfron! Gott gibt vir selbst die Palmen in deine rechte Hand und du fingst Freudenpfalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Noth; stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so geben unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 2. Gott, wenn ich schwörend vor dir steh, hinauf zu deinem Himmel seh und meine Hand erhebe; wenn mit des Geistes Sammlung ich zum Zeugen dich anrufe, dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine 3unge frei! 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmähn und frech vor dir mit Lügen stehn; dann laß mein Herz erschrekken. Web dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Weh ihm, er stürzet freventlich in ewiges Verderben sich. 4. D Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk, was du zum Pfande gibst: dein Glück, dein ew'ges Leben! Verwirf nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dirs wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Welt? stondse midi Mel. Der unsre Menschheit 754 Gott, der du Nichts hat sie, was dich Herzensten ner bist, dem Falschheit stets ein Gräuel ist und Lügen ein Verbrechen, kein Wort spricht je ein falscher Mund, Allwissender, dir ist es kund und einst wirst du es rächen. Laß jederzeit mein 3a und Nein aufrichtig und voll Wahrheit sein! 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Hei land ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trest nicht, wann ich sterbe: wer wird mich dann von Anhang. von Qual befrein? Dann beffer: nie geboren sein! 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht, Gott achtets nicht! So lästern Frevlerretten. 3war seine Langmuth ist befannt, er lähmt nicht jede falsche Hand: doch läßt er sein nicht spotten; ist Nichter uns schon in der Zeit, einst Richter in der Ewigkeit. 31 Schmerz und Leid, ich will doch meine Seligkeit muthwillig nicht verlieren. Es gilt kein Leid, kein Glück der Beit, nein, es gilt Gott" und Ewigkeit. 7. Drum soll nicht Ehre, Gut und Geld und nicht die Macht der ganzen Welt, mich blenden und verführen; und drohten mir auch 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nicht frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der WahrHeit treuer Freund, auch, wenn es mir zu schaden scheint, mit frohem Muthe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Graun dem Tode selbst ins Antlik schaun. 35502 15x40 brin@ 46. nahin isitg ndaj sirt Sin Stork sid round ansis) a nisi maljal sunt moller C 32 Anhang. 10 messing od bilo Choral: Gesänge und Responsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage des Großherzogs. 100001 1510 Lied der Gemeinde. Mel. Nun ruhen alle Wälder 1. Herr, höre! Herr, erhöre! Breit deines Namens Ehre An allen Orten aus! Behüte alle Stände Durch deiner Allmacht Hände, Beschütze Kirche, Staat und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen Noch ferner reichlich schallen Zu unsrer Seelen Nutz! Bewahr uns vor den Rotten, Die deiner Wahrheit spotten, Biet allen deinen Feinden Trub. 3. Du wollst uns hoch beglücken, Mit hellen Gnadenblicken Auf unsern Fürsten sehn, Ihn schützen auf dem Throne, Auf seinem Haupt die Krone In vollem Glanze lassen stehn. Der Geistliche: Im Namen Gebet: Allmächtiger Gott - - drad fun dir Anhang. 33 dir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohlgefällt. Chor. Amen. Amen. Amen. Der Geistliche: Der allmächtige Gott und unsere Füße gesetzt auf den Weg des Friedens! Amen! Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geifte, wie es war von Anfang, iegt und immerdar von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja, Halleluja, Halleluja. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe- Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Der Geistliche: Der Herr sei mit euch. Chor: Und mit deinem Geiste. Der Geistliche: Almächtiger Gott - — durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geist freue sich Gottes, meines Heilands. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht Denn der König hoffet auf den Herrn und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben. Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja. Die Gemeinde: Hauptlied. Mel. Nun danket Alle Gott. 1. Preis, Ehr und Lob sei dir, In dessen Schirm und Schatten Wir bis zur Stund allhier Viel Heil zu schmecken hatten, Der auch zu jeder Frist Allmächtig nah und fern Ein Herr und König ist Des Fürsten, unsers Herrn. 2. Du hast ihm lebenslang Den Odem treu bewahret, Und 34 Anhang. Und auf manch strengem Gang Dich huldvoll offenbaret, Du hast in seiner Hand Das Scepter start gemacht Und unser Vaterland Mit reichem Gut bedacht. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König.in Chor: Amen. Amen. Amen. Die Gemeinde: Hauptlied. 1. Du wolleft deinen Geist Auf seine Stirne legen, Der klar ihn unterweist Des hohen Amts zu pflegen. Du wollst Gerechtigkeit Und milder Gnaden Lust Ihm stellen an die Seit, Ihm pflanzen in die Brust. 2. Du wolleft allezeit In deinem Gleis ihn lenken Und Zucht und Frömmigkeit In ihm dem Lande schenken; Auf daß er Vorbild sei Von jeder Tugend Art Und Hülf und Schutz verleih Wo man den Glauben wahrt. 3. Du wollefst seine Treu Vergelten durch die Treue, Womit Ihn täglich neu Ein gutes Volk erfreue, Daß dein Gebot im Bund Von ihm und uns gescheh Und seines Thrones Grund In unsern Herzen steh. Der Geistliche: Laßt uns beten Segne uns um deiner Liebe willen. Amen! V. U. Schlußvers des Hauptliedes. Gemeinde: Ofegne, was wir flehn An seinem Jahresfeste Und Anhang. Und gib zum Wohlergebn Ihm deiner Gaben beste. Gib, daß ers nie vergißt, Noch wir, wie du so gern Ein Herr und König bist Des Fürsten, unsers Herrn. Der Geistliche: Der Friede Gottes 2c. Gemeinde: 1. Nun danket Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan. 2. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Ihm dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jetzund und immerdar. Der Geistliche: Segen. Die Gemeinde: Amen. Amen. Amen. 35 Choral 36 Anhang. Choral: Gesänge und Responsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage der Großherzogin. Lied der Gemeinde. 1. Allein Gott in der Höh sei Ehr Und Dank für seine Gnade, Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kann ein Schade. Gott Wohlgefallen an uns hat; Nun ist groß Fried ohn Unterlaß. All Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich Für deine Ehr, wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn alles Wanken; Ganz ohne Maß ist deine Macht Allzeit geschieht, was bu bedacht, Wohl uns des guten Herren! Der Geistliche: Im Namen Gebet: Lasset uns beten dir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohlgefällt. Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und pem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerbar von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja, Halleluja, Halleluja. Der Anhang. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe- Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. e Der Geistliche: Der Herr sei mit euch. Chor: Und mit deinem Geiste. Der Geistliche: Allmächtiger Gott- durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn. noted su jo pilnis 15C iffi Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geift frene sich Gottes meines Heilands. 37 Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht L und ihre Werke werden sie loben in den Thoren. Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja. ad 3 Die Gemeinde: Hauptlied.bi 1. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren: Stimme, du Seele, mit ein zu den himmlischen Chören Kommet zu Hauf; SHOVE 35 Psalter und Harfe, wacht auf.lo dun tun mis Lasset den Lobgefang bören 2. Lobe den Herren, der Alles so herrlich Der wie auf Flügeln des Adlers bich sicher geführet, Der dir bescheert, oktobrut regieret: Was dich erfreuet and nährt; Dant es ihm innigst gerühret. Mario moltood Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht der sich selbst gegeben hat für Alle zur Erlösung, daß solches zu seiner Zeit gepredigt würde. Chor: Amen. Amen. Amen. siis 196 Die Gemeinde: Hauptlied.isme si 1. Ach, bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. 2. Ach 38 Anhang. 2. Ach, bleib mit deinem Segen bilis 13 G scolas Bei uns, du reicher Herr, dull mod Dein Gnab und all Vermögennisplod mis Reichlich in uns vermehr! ise 3. Ach, bleib mit deiner Treue bilis Bei uns, mein Herr und Gott;/ Beständigkeit verleihe, 1000 bilis 150 Hilf uns aus aller Noth.must bind du Der Geistliche: Laßt uns beten mis du Dir aber, dem Vater unsers Herrn Jesu Christi, dir dem Allmächtigen und dem Alweisen, dir, dem Gott der Liebe und Gnade, sei Preis und Ehre in alle Ewigkeit. Amen. Vater unser Chor: Halleluja. Halleluja. Halleluja. Der Geistliche: Der Friede Gottes 2c. Gemeinde: 1. Nun danket alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan. som and so pila jan sit n 2. Lob, Ehr und Preis sei Gott, subied vid 29 s hid als Dem Vater und dem Sohne, Und dem der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Ihm dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird indol Jetzund und immerdar. - faider Der Geistliche: Segen. esd odo? in 100 112 1910g de pinedes und 100 10 alison@ Die Gemeinde: Amen. Amen. Amen. tite 01516-1 busblic trohund bar to Register. Nr. Thut mir auf die schöne 716 Wunderbarer König, 717 O daß ich tausend 3.718 Warum willst du dr. 719 Der heilge Christ ist 720 Nun' laßt uns gehn und 721 Jesus soll die Losung 722 Ich geh zu deinem Grabe 723 Ueberwinder, nimm die 724 Wandle leuchtender und 725 Siegesfürst und Ehrent. 726 Beuch ein zu deinen Th. 727 Ach bleib bei uns, Herr 728 Die Feinde deines Kr. 729 Bis hierher und nicht 730 Jesu, Herr der H. 731 Gott, Vater, aller D. 732 Wach auf, du Geist b. 733 Eine Heerde und Ein 734 Kehre wieder, fehre m. 735 Nr. Ich weiß von keinem a. 736 Himmelan geht unsre B. 737 Such, wer da will, ein 738 Ich will dich immer tr. 739 Dich, Jesum, laß ich 740 Herr, wie du willst, so 741 Sieh, hier bin ich, Ehr. 742 Ein Wohlstand ohne Gl. 743 Je größer Kreuz, je n. 744 Wohl einem Haus, da 745 3ch bin ein Gast auf 746 Wohlauf, Wohlan, zum 747 Wachet auf! ruft uns 748 Unsern Ausgang segne 749 Erhalt uns, Herr, bei 750 Ach bleib mit deiner Gn. 751 In allen meinen Thaten 752 Befiehl du deine Wege 753 Gott, der du Herzens. 754 #fies 30 387.6 monist noe Risut be 887 nis liut nd match 067.3 mm id liebe To find stat 2.d thi mid asid die TAT BAS SE DY In vorstehendem Anhang sind diejenigen Lieder aufgenommen, welche in den bis zum Jahre 1855 erschienenen Ausgaben des Evangelischen Gesangbuchs nicht enthalten sind. pewn smisd CAT ng pangon misinil Or isd 2750, No: 9 alsmöhi sid jng sim tug 81.& distust ol Bod Q end nd Dia m EAT speek snied and Idslist 0.8mm d d 110 IST diundop anu 101!! Temula? si lot bul is bing Tantrisd disid th 027.35 8smisd sinis si OST thin oma esid kil seid is 1t ni ACT.07 sds! da adhuc book sdred said dajet 0936 Der kleine Katechismus D. M. Luther soll ausgBist du ein Chrift?#sket sop Ja, Herr. Woher weißt du das? Daher, daß ich getauft bin auf den Namen unsers Herrn Jesu Christi, und die christliche Lehre weiß und glaube. elches ist denn die chriftliche Lehre? 71E9 Die in den Schriften Mose, der Propheten und Aposteln verfasset und begriffen ist. at de Wie piel Hauptstücke hat die chriftliche Lehre? Fünf. Das erste? model Die zehn Gebote Gottes. pidi ndodall Das andere? 00, nellot vide Die Artickel des christlichen Glaubens. www Hind piling sardintos Das dritte? Das Gebet des Herrn. Das vierte? Das Sakrament der heiligen Taufe. Das fünfte? Das Abendmahl des Herrn oder das Sakrament des Leibes und Bluts unsers Herrn Jesu Christi. Wozu dienen uns diese allesammt insgemein? Daß wir erkennen, erstlich, wer wir seyn, und wie wir mit unserm Herr Gott stehen. Darnach, wer unser Herr Gott sey, und wie wir mit ihm mögen versöhnt und vereinigt werden. si tod updail du motel ndo male) T142 Das erste Hauptstück. Von den zehn Geboten Gottes. Wie lautet das erste Gebot? Du sollst keine andere Götter haben neben mir. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lies ben und ihm allein vertrauen. Das andere Gebot? Du sollst den Namen Gottes deines Herrn nicht unnüglich führen. de pe long t Was ist das? unta que pe Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei Feinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen: sondern denselben in allen Nöthen anrufen, beten, loben und danken. Das dritte Gebot? Du sollt den Feiertag heiligen. Was ist das? 0: 0 most sic Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bie Predigt und sein Wort nicht verachten; sondern daffelbige heilig halten, gerne hören und lernen. Das vierte Gebot! UnQ Du sollt deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dirs wohl gehe und du lange lebeft auf Erden. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herrn nicht verachten, noch erjürnen: sondern sie in Ehren halten: ihnen dies nen, gehorchen, sie lieb und werth haben. Das fünfte Gebot Du sollt nicht tödten. Was ist das? Insola egin Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir Das erste Hauptstück. unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch leid thun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöthen. Das sechste Gebot? Du sollst nicht ehebrechen. 2Ba i't das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken und ein jeglicher seinen Gemahl lieben und ehren. Das siebente Gebot? Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten sein Geld und Gut nicht nehmen, noch mit falscher Waare oder Handel an uns brins gen; sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen, bessern und behüten. Das adte Gebot? Du sollt kein falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen afterreden oder bösen Leumuth machen: sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reben und alles zum Besten kehren. Das neunte Gebot? Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause streben, noch mit einem Schein des Rechten an uns bringen! sondern ihm dasselbige zu behalten, förderlich und dienstlich seyn. * 2 Das erste Hauptstück. Das zehnte Gebot? Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vich, oder alles, was sein ist. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesind oder Vieh abspannen, abbringen oder abwendig machen; sondern bei denselben anhalten, daß sie bleiben und thun was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Ich, der Herr dein Gott, bin ein starker eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl bis ins tausende Glied. Was ist das? Gott dräuet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten, darum sollen wir uns fürchten für seinem Zorn, und nicht wider solche Gebote thun. Er ver heißt aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne thun nach seinen Geboten. Wozu sind uns diese zehn Gebote Gottes nug? 3u 3weierlei. Erstlich zeigen sie uns die Sünde an und offenbaren Gottes Zorn über die Sünde, dadurch wir verursacht werden, Vergebung der Sünden und Trost wider Gottes Zorn und den ewigen Tod bei unserm Herrn und Heiland zu suchen. Zum andern lehren sie welches die gute Werke sein, so die Gläubige und Neugeborne zu thun schuldig sind, ihren Gehorsam und Dankbarkeit gegen den gnädigen Vater im Himmel damit zu beweisen, Das andere Hauptstück. Können wir denn mit unsern guten Werken Gottes Gebot und Gesch erfüllen? Uch nein! denn unsere gute Werke sind nicht vollkommen gut dieweil wir arme Sünder sind und wenn wir schon wollen Guter thun, so liegt uns doch das Böse an. Röm. am 7. Wer hat denn das Geseg und die zehn Geboten Gottes erfüllet? 5 Christus Jesus, Gottes und Marien Sohn, der ist ganz heilig und gerecht, der hat für uns dem Geseß genug ge= than anders nicht, als ob wir selbst das Geset gehalten hätten: Und um desselbigen willen gefallen Gott auch unfere gute Werke, die wir durch Gottes Gnade im Glauben thun; ihm zu seinem Lob und Ehren, und unserm Nächsten zu Dienft obschon Mangel an denselbigen ist. Das andere Hauptstü cf. Von den Artickeln des christlichen Glaubens. Welches sind die Urtical des chriftlichen Glaubens? Der erste: Von der Schöpfung. Der andere: Von der Erlösung. Der dritte: Von der Heiligung. Wie lautet der erste Urtickel? Von der Schöpfung: Ich glaube an Gott den Vater allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Was ist das? Ich glaube daß mich Gott erschaffen hat fammt allen Creaturen, mir Leib und Seel, Augen und Ohren, und alle Glieter, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Ucker, Vieh und alle Güter mit aller Nothdurft und Nahrung des Leibes und Lebens reichlich und täglich verforget, wider alle Gefährlichkeit beschügt und beschirmet, und vor allem Uebel behütet und bewahret, und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit, das alles ich ihm zu danken, und zu loben, und dafür zu dienen und gehorsam zu seyn schuttig bin. Das ist gewißlich wahr. Das andere Hauptstück. te lautet der ontere Urt kel? Von der Erlösung. Und an Jesum Christum feinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau. Gelitten unter Pontio Pilato, gefreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Höllen, am britten Tage auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, siget zur Nechten Gottes des allmächtigen Baters, von bannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todten. 6 Was ist das? Ich glaube, das Jesus Christus wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren und auch wahrs haftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sey mein Herr, der mich armen verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben und gewonnen, von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen theuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen sey, und in seinem Reich unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auf erstanden von den Toden, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. Wie lauter der dritte Artikel? Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist. Eine heliige christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auf erstehung des Fleisches, und ein ewiges Leben. Amen. Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft Das andere Hauptstück. 7 noch Kraft an Jesum Chriftum meinen Herrn glans ben, oder zu ihm kommen kann, sondern der heil. Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben ge heiliget und erhalten, gleichwie er die ganze Chris stenheit auf Erden berufet, sammlet, erleuchtet, und bei Jefu Chrifti erhält im rechten einigen Glauben, in welcher Christenheit er mir und allen Gläu bigen täglich alle Sünden reichlich vergiebt, und am jüngsten Tage mich und alle Toden auferwek fen wird, und mir sammt allen Gläubigen in Chris fto Jefu ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. de put Wozu dienen uns die Artikel des chriftlichen Glaubene? Daß wir unsern Gott daraus erkennen lernen, wer er sey in seinem Wesen und was sein gnädiger Wille gegen uns sey. OR Tas Wer ist nun Gott in seinem Wesen? Er ist Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der heilige Geist, drei unterschiedliche Personen in einem einigen, ewigen, unzertrennlichen Wesen. Sind denn drei Götter? Nein, es ist nur ein einziger Gott, welcher sich in dreien unterschiedlichen Personen geoffenbaret hat. Was ist der gnädige Bille Gottes? Daß er will uns unsere Sünden vergeben, und mittheilen das ewige selige Leben. Bozu nügt uns die Erkenntniß göttlichen Wesens und Willens? Daß wir dadurch einen rechten Glauben überfommen und durch den Glauben selig werden. Welde unter den dreien Personen ist Mensch worden! Die andere Person, als nämlich der ewige SohnGottes. Wer ist nun Chriftus unser Erlöser in seiner Person? Er ist wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewige 8 Das andere Hauptstück. keit geboren und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren: Mein Herr; oder kürzer: Er ist wahrhaftiger Gott und Mensch. Oder: Gottes und Marien Sohn. Welches ist denn die größie Wohlthat deines Erlösers Jefu Chrifti? Er hat mich armen verlornen und verdammten Menschen erlöst, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels. Warum hat er dich erlöset? IMGUT VED ich sein eigen sey, und in seinem Auf daß Reich unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit. Glaubst du auch, daß Chriftus dein Herr bei seiner lieben Kirch allhier auf Erden und auch bei dir sey? Ja, mein lieber Herr Christus, wahrer Gott und Mensch, ein Herr über alles, ist nach seiner Verheißung bei mir und allen seinen Gläubigen, der ist mein Herr und König, welcher, wie er mich erlöset hat, also schüßet und schirmet er mich auch, und will mich endlich in sein herrliches Reich nach diesem Leben aufnehmen. Wodurch wirst du vor Gott gerecht und selig? 12 Durch fein ander Werk als durch den ganzen allerheiligsten Gehorsam meines Herrn und Erlösers Jefu Chrifti, durch sein allerbitterstes Leiden und Sterben, das halt ich mit feftèm Glauben, und darauf stehet all meines Herzens Vertrauen und Zuversicht. Woher kommt die Bekehrung zu Gott und der Glaube gens Bilst an Jefum? sud dritta! Es ist eine Gabe des heiligen Geistes, der wirfet und giebt mir sie durch sein heilig Wort und Evangelium, und durch die heiligen Sakramenten. Das dritte Hauptstück. Von dem Gebet des Herrn. Wie lautet das Gebet des Herrn? Vater unser der du bist im Himmel. Was ist das? will and b Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen: Er sey unser rechter Vater, und wir seine rechte Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. De erste Bitte. Geheiliget werde dein Name. Was ist das? 9 Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geheiliget werde. Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig als die Kinder Gottes darnach leben: das hilf uns lieber Vater im Himmel. Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiligt unter uns den Namen Gottes, da behüt uns vor, lieber himmlischer Vater. Die andere Bitte. Dein Reich komme. Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von ihm selbst aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist giebt, daß wir seinem heiligen Wort, durch seine Gnade glauben, und göttlich leben, hier zeitlich und dort ewiglich. Das dritte Hauptstück. Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden. 10 Was ist das? Gottes guter gnädiger Wille geschieht wohl ohn unfer Gebet, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei. und geschehe. Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rath und Willer bricht, und fein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt, und unsers Fleisches Wille, sondern stärket und behält une fest in seinem Wort und Glauben, bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger und guter Wille. Die vierte Bitte. Unser täglich Brod gieb uns heute. Was ist das? Gott gibt das tägliche Brob auch wohl ohne unfere Bitte, allen bösen Menschen: aber wir bitten in diesem Getet, daß er und solches erkennen lasse, und wir mit Dantragung empfahen unser täglich Brod. Was heißt denn täglich Brod? Alles, was zur Leibesnahrung und Nothdurft gehöret, ale Essen, Trinken, Kleider, Schuhe, Haus, Hof, Ucker, Vieh, Geld, Guth, fromm Gemahl, fromme Kinder fromm Gefinde, fromme und getreue Oberherrn, gut Regiment, gut Better, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freuns de, getreue Nachbarn und desgleichen. Die fünfte Bitte. Und vergib uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünde, und um derselben willen solche Bitte nicht versagen, denn wir sind der keines werth, daß wir bitten habens auch nicht verdienet, sons dern er wolle uns alles aus Gnaden geben, denn wis täglich viel sundigen, und wchl eitele Strafe verdienen. Co wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben, und gerne wohl thun denen, die sich an uns verfündigen. Das britte Hauptstück. Die sechste Bitte. Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? 11 Gott versucht zwar niemand, aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt, und unser eigen Fleisch nicht betrüge noch verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schand und Lafter. Und ob wir damit ans gefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet als in einer Summa, daß uns der Bater im Himmel, vor Hüerlei Uebel, Leibes und der Seele, Gutes und Ehre, erlöse und zulegt wenn unser Stündlein kommt ein feliges Ende beschere, und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in dea Himmel. Amen. Was heißt Amen? Daß ich soll gewtß seyn, solche Bitten seyen dem Vater im Himmel angenehm und erhöret, denn er selbst hat uns geboten also zu beten, und verheißen, daß er uns wolle es hören. Umen, Umen, d. h.: es soll also geschehen. Wozu dient uns das Gebet des perrn? Daß wir erkennen alles was zur Aufrechthaltung dieses zeitlichen und Erlangung des ewigen Lebens gehört, könne. man nirgends anders woher haben, denn von Gott, und es berohalben vonihm mit glaubigem Herzen bitten und erlangen. Das vierte Hauptstück. Vom Sakrament der heiligen Taufe. Was sind die heiligen Sakramente? Es find göttliche Handlungen, darinnen uns Gott mit sichtba ren Befchen( oder in seinem Wort verfaßten Elementen), bie unsichtbare verheißene Gnadengüter versiegelt und übergibt. Bozu sind die Sakramente eingesett? Bur Bestätigung unsers Glaubens an die göttliche Verheisung. * 6 12 Das vierte Hauptstück. Wie viel find Sakramente im neuen Testament? 3wei: die Taufe, und das Abendmahl des Herrn. 3um ersten: Was ist die Taufe? Die Taufe ist eine göttliche Handlung, in welcher uns Gott durchs Wasserbad und Wort unsere Sünde gnädiglich um Jesu Christi willen vergiebt: nimmt uns an zu seinen Kindern und macht uns zu Erben aller seiner himmlischen Güter. Oder: die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot verfasset und mit Gottes Wort verbunden. Was ist denn seld Bort Getter? Da unser Herr Jesus spricht, Matthäi am lezzten: Gebet bin in alle Welt und lehret alle Völfer und taufet fie im Namen Gottes des Vaters und Sohnes und des heiligen Geistes. 3um andern: Was giebt oter nügt die Taufe? Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel, und giebt die ewige Seligkeit, allen die es glauben, wie die Worte und die Verheißung Gottes lauten. Welches sind denn solche Worte und Verbe ßung Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Marci am legten: Wer da gtaubet und getauft wird, der wird selig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt. 3um dritten: Wie kann Woffer solche große Dinge thun? Wasser thuts freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist und der Glaube, so solchem Worte Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe aber mit dem Worte Got Das vierte Hauptstück. 13 tes ist eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens, und ein Bad der neuen Geburt im Tito heiligen Geist, wie Sanct Paulus sagt zum am dritten Kapitel. Durch das Bad der Wiedergeburt und Erneurung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erbe scyen des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. The day 3um vierten: Was bedeutet renn solch Wasfertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Neue und Buße soll ersäuft werden, und sterben mit allen Sünden und bösen Lüften, und wies derum täglich heraus fommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit für Gott ewiglich lebe. Wo steht das geschrieben? Sanct Paulus zu den Römein am 6. spridt: wir sind sammt Christo durch die Taufe begraben in den Zod, daß gleichwie Chriftus ist von den Toden aufer wet durch die Hertlichkeit des Baters, also follen wir auch in einem neuen Leben wandeln. Woza nißt uns die Taufe? Daß wir damit versichert werden, Gott habe uns zu feinen Kindern angenommen, und wolle sich in allen Dingen als ein gnädiger Vater gegen uns erzeigen. Warum sprichst du in der Auslegung des Katechismus: Die Taufe wirket Vergeburg der Sünden. eriöset vom Tod und Teufel, und gibt die ewige Geligkeit, so doch allein der Herr Chriftus folches gethan? Der Herr Christus hat uns dieses alles erworben in seinem Leiden und Sterben, aber mit der heiligen Taufe hat ers uns geschenker und zugeeignet. * 7 Das fünfte Hauptstück. Vom Abendmahl des Herrn. oder: Vom Sakrament des Altars. Was ist das Abendmahl des Herrn? Das Abendmahl des Herrn ist ein Sakrament oder göttliche Handlung, da der Herr Christus selbst gegenwärtig ist, und übergiebt uns mit Brod und Wein seinen wahren keib und Blut zur gewissen Versichrung, daß wir Vergebung der Sünden haben und mit ihm in Ewigkeit leben sollen. Was ist das Abendmahl des Herrn? Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jefu Chrifti, unter dem Brod und Wein uns Christen zu essen und zu trinken von Chrifto selbst eingesegt. #Bo stehe das grschrieben: So schreiben die heiligen Evangelisten und Aposteln: Matthäus, Marcus, Lucas und Johannes. Unser Herr Jesus Christus in der Nacht da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete, und brachs und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete, und gab ihnen und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergoffen wird zur Vergebung der Sünden: solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächniß. Was púget benn folch Essen und Trinken? Daß zeigen diese Worte an: Für euch gegeben und vergessen, zur Vergebung der Sünden. Näm lich daß uns im Sakrament Vergebung der Sün Das fünfte Hauptstück. 15 den, Leben und Seligkeit durch solche Worte gege ben wird, denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Essen und Trinken so große Dinge thun? Essen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und vergossen, zur Vergebung der Sünden. Welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken, als das Hauptstück im Sakrament, und wer denselben Wors ten glaubet, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich Vergebung der Sünden. Wer empfäht denn solch Sakrament würdiglich? Fasten und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine Außerliche Zucht, aber der ist recht würdig und wohl geschickt, der den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sün den. Wer aber diesen Worten nicht glaubet oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt; denn die Worte:( Für euch) erfordern eitel gläubige Herzen. Wozu ist das Abendmahl des Heren nug? Wir werden damit versichert, daß, ob wir gleich unsern Vater im Himmel erzürnet haben, will er uns doch solches verzeihen, und unser gnädiger Vater seyn und bleiben, und ist also die Taufe eine gewisse Versichrung, daß uns Gott zu Kindern angenommen hat: Das Abendmahl aber, daß er uns unsers Ungehorsams nicht will entgelten lassen. Was empfängt du vom heiligen Abendmahl? Den wahren Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi unter dem Brod und Wein. Berum gehst du aum Tisch des Herrn? Daß ich meinen Glauben an den Herrn Christum durch die Nießung seines Leibes und Bluts stärke, und meine arme Seele tröste. 16 Von der Beicht. Glaubeft und bekennest du dieses alles von Herzen, was du von der christlichen Lehre i gund gesagt haft? Ja Herr, Willt du dich denn auch in den Gehorsam der christlichen Kirche ergeben, und nachdem du glaubeft und bekennest, hinfort thun und leben, und was du allhier verheißest und zusageft, Sthun und treulich halten? Ja. Herr, durch die Snade und Hülfe unsers Herrn Jesu Chrifti. Von der Beicht. Was ist die Beicht? Die Beicht begreift zwei Stücke in sich: Eins, daß man die Sünde bekenne, das andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtvater empfahe, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifle, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Welche Sünde foll man beichten? Für Gott soll man sich aller Sünden schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater Unser thun. Aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. Welche sind die? Da siehe deinen Stand an, nach den zehn Geboten, ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter Herr, Frau, Knecht oder Magd seieft? Ob du ungehorsam, untreu, unfleißig, zornig, unzüchtig, häßig gewesen seiest? Ob du jemand Leid gethan mit Worten oder Werken? Ob du gestohlen, versäumet verwahrloset, oder sonsten Schaden gethan hast? Eine Beicht. Ich armer Sünder erkenne in meinem Herzen, und bes kenne mit meinem Munde, daß ich nicht allein in Sünden Von der Beicht. 17 empfangen und geboren, sondern auch mit allerhand wirk lichen Sünden, bösen Gedanken, Worten und Werken Gott meinen Herrn gröblich erzürnet, und hiermit zeitlicher und ewiger Strafe schuldig worden bin. Colches ist nun mir von Grund meines Herzens leid, und bitte ihn demüthig, daß er um des Todes Jesu Chris fti, feines lieben Sohnes und meines Erlösers willen mir meine Sünden verzeihen wolle. Damit ich aber der Vers gebung derselben desto gewisser sey, auch das hochwürdige Abendmahl des Herrn, morgen, geliebter Gott, desto freudiger empfangen möge; so bitte ich Eure Ehrwürden, Ihr Troft zusprechen, und die selige Absolution meiner Sünden, an Christi Statt, widerfahren lassen. Ich will ins künftige, durch die Gnade Gottes und den Beistand des heiligen Geistes, mein Leben bessern und frömmer werden. Eine kurze Beichte. Würdiger lieber Herr, ich bekenne Gott und euch, daß ich ein armer Sünder bin. Denn ich habe gefündiget wider Gott und meinen Nächsten; bin auch sonsten in allen Gott und meinen Geboten sträflich. Das ist mir nun von Herzen leid, aber ich bitte um Gnade, ich will mich bessern, und mit der Hülfe Gottes frömmer werden. Besondere Fragstücke. Glaubeft du, daß du ein Sünder bift? Ja, ich glaube es, ich bin ein Sünder. Wie weißt du das? Aus den zehn Geboten, die habe ich nicht gehalten. Sind dir deine Sünden leid? Ja, es ist mir leid, daß ich wider Gott gesündiget habe. i mir leid, baß ich wie Was hat du mit deinen Sünden bei Gott vertient? Seinen Zorn und Ungnade, den zeitlichen Tod und die ewige Verdammniß. Röm. 6. Hoffest du auch selig zu werden? Ja, ich hoffe es. Besondere Fragstücke. Weß tröftest du dich denn? Meines lieben Herrn Christi. Wer ift Chriftus? Gottes Sohn, wahrer Gott und Mensch. Wie viel sind Götter? Nur einer, aber drei Personen, Vater, Sohn und heiliger Geist. Bas hat denn Chriftus für dich gethan, daß du dich ſein tröftest? 18 Er ist für mich gestorben. und hat sein Blut am Kreuz für mich vergossen, zur Vergebung der Sünden. It der Vater auch für dich gefterben? Nein. Denn der Vater ist nur Gott, der heis lige Geist auch: aber der Sohn ist wahrer Gott und Mensch, für mich gestorben, und hat sein Blut am Kreuz für mich vergossen. Wie weißt du das? Aus dem heiligen Evangelio und den Worten vom Sakrament, und bei seinem Leib und Blut im Saframent, mir zum Pfand gegeben. Wie lauten die Worte? Unser Herr Jesus Christus in der Nacht da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brache, und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch ge geben wird: solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, bankete und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergossen wird, zur Bergchung der Sünden, solches thut, so oft iprs trinket, zu meinem Gedächtniß. Besondere Fragstücke. 19 Eo glaubeft du, daß im Catrament der wahre Leib und das wahre Blut Jefu Chrifti sey? Ich glaube es. Was bewegt dich das zu glauben? Die Worte Christi: nehmet hin und esset, das ist mein Leib; trinket alle daraus, das ist mein Blut. Was sollen wir thun, wenn wir seinen Leib effen? sein Blut trinten, und das Pfand also nehmen? Wir sollen seinen Tod und Blutvergießen verküns digen und gedenken, wie er uns gelehret hat: Solches thut so oft ihrs genießet, zu meinem Gedächtniß. Warum sollen wir seines Todes gedenken, und denselben verkündigen? Daß wir lernen glauben, daß keine Creatur hat können genug thun für unsere Sünde, denn Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, und daß wir ler. nen erschrecken für unsern Sünden, und dieselben lernen groß achten, und uns seiner allein freuen und trösten, und also durch denselben selig werden: Was hat ihn bewegt, für deine Sünden zu fierben und dafür genug zu thun? Die große Liebe zu seinem Vater, zu mir und andern Sündern, wie geschrieben stehet. Joh. 14. Nöm. 5. Gal. 2. Eph. 5. Kap. Warum willt du zu dem Sakrament gehen? Auf daß ich lerne glauben, daß Christus um meiner Sünden willen aus großer Liebe gestorben sey, wie gesagt. Und darnach auch von ihm lers ne, Gott und meinen Nächsten lieben. Was soll einen Christen vermahnen und reißen, das Gakrament des Uttars oft zu empfahen? Von Gottes wegen soll ihn beides, des Herrn Christi Gebot und Verheißung, darnach auch seine eigene Noth so ihm auf dem Hals lieget, treiben, 20 Besondere Fragstücke. um welcher willen solch Gebieten, Locken und Verheißung geschieht. Wie soll ihm aber ein Mensch thun, wenn er solche Noth nicht fühlen kann, oder keinen Hunger noch Durst zum Sakrament empfindet? Dem kann nicht besser gerathen werden, denn daß er erstlich in seinen Busen greife und fühle, ob er auch Fleisch und Blut habe, und glaube doch der Schrift, was sie davon sagt: Gal. 5. Röm. 7. 8731 314 Zum andern, daß er um sich sehe, ob er auch noch in der Welt sey, und denke, daß es an Sünden und Noth nicht fehlen werde, wie die Schrift sagt. Joh. 15 und 16. 1 Joh. 2. u. 5. en 15 n 3um dritten, so wird er auch den Teufel um sich haben, der ihm mit Lügen und Morden Tag und Nacht feinen Frieden innerlich und äußerlich lassen wird, wie ihn die Schrift nennt. Joh. 8 und 16. 1 Pet. 5- Eph, 6, 2, 3 Tim. 2. Die Haustafel. Etliche Sprüche für allerlei heil. Orden und Stände, das durch dieselbigen, als durch eigene Lection, ihres Umts und Dienstes zu ermahnen. Den Bischöffen, Pfarrern und Predigern. Ein Bischoff soll unfträflich seyn, eines Weibes Mann nüchtern, mäßig, fittig, gastfrei, lehrhaftig, als ein: Die Haustafel. 21 ein Haushalter Gottes, nicht ein Weinsäufer, nicht hässig, nicht unehrliche Handthierung treiben, sondern gelinde, nicht haberhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Hause wohl führstehe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehr: barkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Wort halte, das gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sey zu ermahnen durch die he lsamme Lehre, und zu strafen die Widersprecher. 1 Tim. 3, 2. t. 1, 6. Was die Zuhörer ihren Lehrern und Seelsolgern 588 2 zu thun schuldig sind. d Effet und trintet, was sie haben, denn ein Arbeiter ift seines Lohnes werht. Luc. Der Herr hat befohlen, daß die, so das Evangelium verkündigen sollen sich vom Evangelio nähren. 1. Cor. 9, 14. Der unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes bem der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Gal. 6, 6. 7. Die Weltesten, die wohl fürstehen, die halte man zwie: facher Ehre werth, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lehre. Denn es spricht die Schrift: Du sollst dem Ochsen, der da drischet, bas Maul nicht verbinden. 1 Timoth. 5, 17. 18. Wir bitten euch lieben Brüder, daß ihr erkennet, die an euch arbeiten, und euch fürstehen in dem Herrn, und euch vermahnen, habt sie desto lieber, um thres Werks willen, und send friedsam mit ihnen. Theff. 5, 12. 13. Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen, denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, daß sie es mit Freuden thun, und nicht mit Seufzen, denn das ist euch nicht gut. Hebr. 13, 17. sda dra Von der weltlichen Obrigkeit.is Jedermann sey unterthan der Dorigkeit die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott. Wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott geordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit feget, der widerstrebet Bots tes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urtheil empfahen. Denn sie trägt das Schwerd nicht um: fonft, sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses thut. Rom. 13, 1. 2. 3. Die Haustafel. Von den Unterthanen. Gebet dem Kaiser was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Matth. 22, 21. 22 Co send nun aus Roth unterthan, nicht allein um des Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen. Deße halben müßt ihr auch Schoß geben, denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schug sollen hanbhaben. So gebt nun jedermann, was ihr schuldig send; Schoß, dem der Schoß ebührt; 3oll, dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Furcht gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt. Röm. 13, 5. 6. 7. So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Denn solches ist gut, dazu auch angenehm vor Gott und unserm Helland. 1 Tim. 2, 1. 2. 3. Erinnece fie, baß sie den Fürsten und der Obrigkeit un terthan und gehorsam seyn. Tit. 3, 1. Sepb unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sey dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten als den Gesandten von ihm, zur Rache über bie Uebelthäter, und zum Lobe der Frommen. 1 Pet. 2, 13. 14. Die and Den noday abled steps Ehemännern. Den Ehemännern. She Männern, wohnet bet eurer Weibern mit Bernunft, und gebet dem Weiblichen, als dem schwächsten Werkzeuge, feine Ehre, als Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Geift nicht verhindert werde. 1 Pet. 3, 7. Und seyd nicht bitter gegen sie Coloff. 3, 18. bodia Den Ehefrauen, da due AO DE Die Weiber seyen unterthan ihren Männern, als dem Herrn, wie Sara Abraham gehorsam war, und hieß ihn Herr, welcher Töchter the worden seyd. 1 Petri 3, 6, Die Haustafel. Den Eltern. 60 bi Ihr Vater, reizet eure Kinder nicht zum 3orn, boß fle nicht scheu werden, sondern siehet sie auf in der Furcht und Vermahnung zum Herrn. Ephef. 6, 15. Den Kindern. 23 Ihr Kinder seyd gehorsam euren Eltern in dem Herra, benn das ist billig. Ehre Bater und Mutter, das ist das erfte Gebot, das Verheißung hat; auf daß dirs wohlgehe und du lange lebeft auf Erden. Ephef. 6, 1. 2. 3. Den Knechten, Mägden, Taglöhnern und Arbeitern. 1150 The Knechte seyb gehorsam euren leiblichen Herrn, mit Furcht und Bittern, in Einfältigkeit eures Herzens, in Chrifto- Nicht mit Dienft allein vor Augen, als den Menfchen zu gefallen, sondern als die Knechte Chrifti. Daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen, mit gutem Billen. Laffet euch bunten, daß ihr bem Herrn dient und nicht den Menschen. Und wiffet, was ein jeglicher Gutes thun wird, das wird er von dem Herrn empfahen, er sey Kuecht oder ein Freier. Ephef. 6, 5.8. Den Hausherren und Hausfrauen. The Herrn, that auch baffelbe gegen sie, und lasset das Drauen, und wist, baß auch euer Herr im Himmel ist, und ist bei ihm kein Auschen der Person. Ephes. 6, 9. Den Alten. Du aber rede, wie es sich geziemet, nach ber heilfamen Lehre. Den Alten, daß sie nüchtern seyen, ehrtar, züchtig gefund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld. Den alten Weibern desselbigen gleichen: daß fie f stellen, wie den Heiligen geziemet nicht Läfterinnen seyn, nicht Beinsäuferinnen, gute Lehrerinnen, daß sie die jungen Weiber lehren züchtig seyn, die Männer lieben, 24 Die Haustafel Kinder lieben. Sittig sein, feufch, häuslich, gütig, ihren Männern unterthan, auf daß nicht das Wort Gottes verlästert werde. Tit. 2, 1. 5. 2 Der gemeinen Jugend. Ihr Jungen, seyd den Alten unterthan, und beweiset darin die Demuth, denn Gott widerstehet den Hoffäcti: gen, aber den Demüthigen gibt er Gnade. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand( Hottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1 Petri 5, v. 5. 7. auheljour Den Jungfrauen. us dig Eine fromme christliche Jungfrau soll nicht sorgen, wie fie den Leuten, sondern wie sie Gott gefalle,( wie Maria, die Mutter Gottes, welche allen Jungfrauen eine rechte Krone gewesen ist), auf daß sie heilig sey, beide am Leibe und auch am Geist. 1 Cor. 7, 34. Und so sie Eltern oder Oberherrn hat, soll sie sich ohne derselben Nath und Willen nicht verändern oder verheirathen, 2. Buch Mosis old the andnotllobe's 22, 17. datens Den Wittwen. Welch eine rechte Wittwe und einsam ist, die stellt ihre Haffaung auf Gott, und bleibet am Gebet Tag und Nacht. Welche aber in Bollüsten lebet, die ist lebendig tod. 1 Tim. 5, 5. 6. 5/50 72adbund SCR Der Gemeinde. Liebe deinen Nächsten als dich selbst, in dem Wort find alle Gebote verfaffet. Röm. 13, 9. und haltet an mit beten für alle Menschen. 1 Tim. 2, 1. GRAPE pod God AR of candise sigid di a) and the lig m sid sif dada di mele si agg andst s sis n 1614 hingat Gebete zur Hausandacht. Morgengebet am Sonntage. Großer und heiliger Gott! bu Schöpfer und Herr des Himmels und der Erden; bei dir ist Allmacht, Weisheit und Güte, und du bist würdig, von allem, was auf Er den und im Himmel ist, verehret, gefürchtet und geliebet zu werden! Dich preiset meine Seele für deinen mannig. faltigen Seegen, den du über mich und die Meinigen auch in der zurückgelegten Woche ausgebreitet haft, für deinen väterlichen Schuß über uns in der abgewichenen Nacht, und infonderheit für die großen Wohlthaten die du an diesem bekligen Tage erneuern wirst. Deine Weisheit und Gnade hat uns denselben zu deiner feierlichen Berehrung, zur Be förderung unserer Ruhe in dir dem lebendigen Gott, und zu unserer nähern Vorbereitung zu deiner ewigen Gemeinschaft geheiliget. O wie gesegnet wird er auch mir sein wenn ich ihn nach dieser deiner liebreichen Absicht, zur Erquickung und Deiligung meiner Seele, durch dein fetigmachendes Wort anzuwenden suche. Dein großer Name set gelobet, daß da mir die öffentliche Feier dieses heiligen und frohen Tages in Gesundheit, Ruhe und Gewissenstreiheit verleiheft. Ber. herrliche dich heute, o Gott! in den öffentlichen Versamm lungen durch deinen allgemeinen Segen. Hetlige du selbst bie Opfer meines Gebets und unseres Lieder, daß wir dich im Geist und in der Wahrheit anbeten. Allwissender! da fennest insonderheit meinen und der Meinigen Seelenza. stand. Ich las uns auch heute die göttliche Kraft deines Abendgebet am Sonntage. Wortes also an unfern Seelen erfahren, daß wis nach uns rer Beschaffenheit dadurch wahrhaftig gebessert, im Glau: ben und allen dir wohlgefälligen Tagenden gestärket, durc Deine Existungen beruhiget und in deiner Gnade zam ewie gen Leben befestiget werden. Laß uns nicht nur in deinem peiligthume deine wohlthätige Absichten erfüllen, sondern auch in unserm ganzen Veshalten uns befleißigen, daß wis bir geheiligt werden. Die Ruhe, die du uns heute von uns fern leiblichen Geschäften verfattest, werde doch injonder, heit aus wahren Erholung unserer Kräfte, zur Sammlung des Gemüths, und zu dessen Richtung auf unser ewiges Heti angewandt. Bewahre uns, gütiger Gott! daß wis nicht burch unnöthige Geschäfte und unnüge 3erftreuungen den Segen dieses Sages und deines Bostes an uns vereiteln. Unser ganzer Wandel müsse dich berherrlichen, und es bes weisen, baß wir die dienen. Insonderheit laß uns dieses isdaun beweisen, wenn du uns Gelegenheit giebst anfere Siebe zu dir durch eine thätige Liebe gegen unsern Nächstes an den Tag zu legen. Heilige o Gott! auch alle unsere Sergnügungen an diesem heiligen Tage. Las uns nichts ver snigen, als was mit Versicherung deiner Gnade genossen werden kann. Laß uns durch die Freuden, die uns deine Freundlichkeit auch im Leiblichen schenket, immer mehr zu ais, der Quelle aller Freuden, geführt werden, damit also dein Tag uns in allem eine wahre Vorbereitung zu deiner eigen Anbetung, und zu der ewigen Ruhe und Getigkeit ſein mäge, die du den Deinen verheißen hast. Gegneft du, Derr! deinen Tag zum ewigen beil unse ser Seele, so wirst du uns auch im leiblichen nicht verles fen. Du, mein himmlischer Bater! weißfest, was wir be bürfen. Dir sey unser Leben und ansere ganze Bohlfahrt and heute, auch auf diese Bache and auf die ganze Zeil unserer hieftgen Wanderschaft empfohlen. Leite du an nach deinem Nath und nimm une endlich zu Ehren an, Jesx Chrifti willen, Umen. 2 Abendgebet am Sonntage. Gnädiger und liebreider Gott! dein Name if berslich allem, was auf Erden ist, und dein Ruhm höher, den bis immet. Denk sey bir für die erneuerten Gelegenhet Abendgebet am Sonnabend. 3 ten, die ich diesen Tag gehabt habe, dich in deinem Hause anzubeten, mich mit andern Christen zu deinem Dienste za vereinigen, die Erklärung deines Wortes zu hören, und dedurch unterrichtet, gestärket und auf die Wege der wahren ristlichen Tugend geleitet zu werden. Gib mir, o Gott! daß ich nun auch die Bortheile, die du mir verschafft, geb8rig nugen möge, und es nicht bloß bei dem Hören bewenden laffe, sondern durch die Shat beweise, daß ich sie zu den Absichten zu denen sie gegeben sind, anwende. Mache mich geschickt, daß ich meinem hohen Berufe gemäß lebe, gemäß den Pflichten, die mir auferlegt sind und gemäß den Berheißungen, die ich zu gewarten habe. Bergib mir, gütiger Water! die Unvollkommenheiten, die meine Undacht heute noch begleitet haben. Vergib die Trägheit und Unthätigkeit meiner Empfindungen, die Berfreuung meiner Gedanken, die wenige Aufmerksamkeit meiner Seele auf deine Gebote. O gib, daß ich teine Ras hetage immer heiliger zubringen, immer weiser und ernsthafter, andächtiger und himmlisch gesinnter werden möge, als ich bisher gewesen bin. Erhebe mich über diese Welt, so lange ich in ihr lebe. Las mich nicht den irdischen Dingen so nachjagen, als ob ich diese Welt blos zu meinem Antheil erwählet, und auf kein schöner Erbtheil die Aussicht hätte: sondern lehre mich erkennen, daß hier nicht meine bleibende Stätte sey, sondern daß mir eine festgegründete ewige Wohnung vorbehalten werde. Gib, daß ich mich hier als einen Pilger und Fremdling ansehe, und als ein Bürger des Himmels lebe. Ja mache mich durch deine Kraft, o gütiger Gott, geschickt, alle Schwierigkeiten, Beschwen nisse, Gefahren und Wersuchungen zu überwinden, die mir auf meinem Weg zum Himmel auffleßen, und laß mich Durch einen täglichen Zuwachs an Heiligkeit und Jugend immer des glorreichen Ezttheils fähiger werden, das deis ner Heiligen im Lichte wartet. Celebet sep deta Name, tiebreicher Gott! ber Su mic bis auf diesen Tag mit so vielen und großen ohithaten an Leib and Seele begnadigt haft! O tas die Empfindung bels ner unverdienten Gäte ftets mein Herz rühren, und gib, daß ich dich nicht nur durch meine Werte, sondern and Durch mein Leben preisen möge. Und nur, Gett, nimm 6.3 Morgengebet am Montage. mich auch diese Nacht unter deine gnädige Aufsicht! Beschlige mich vor allem Uebet, und erquicke mich durch eine sanfte und stärkende Ruhe. Deiner liebreichen Fürsorge empfehle ich alle die Meinige. Thue ihnen Gutes und segne sie mit allen solchen getftlichen und leiblichen Gütern, von denen du weist, daß sie derselben am meisten bedürfen. Stehe den Englücklichen bet. Breite deine wohlthätige Barmherzigs Zeit über das ganze menschliche Geschlecht aus. Erhöre, gütiger Bater! dies mein vollkommenes Gebet, and laß dir mein demüthiges Lob und Siehen in Gnaden gefallen. Erhalte mich, mein turzes und ungewisses Leben hindurch in der Liebe zu dir. Trößte und stärke mich in meinen legten Augenblicken, und nach dem Tode sei du mein Theil und großer Lohn, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn! Dir mein himmtischer Bater! sei Lob, Preis und Ehre! jetzt und immerbar! Amen. Morgengebet am Montage. Herr! durch deine große Barmherzigkeit fange ich mit biesem Morgen meine Wochenarbeit von neuem an. Deine ewige Liebe und Treue, die mit deinem Segen mich und die Meinigen bisher übersd, üttet hat, gehe denn auch heute mir von neuem auf, wie die Morgenröthe! Wer bin ich, • Gott! daß du mich bis hierher gebracht haft! Ich bin ja Leiber, noch immer ein Sünder, dem es an allem Ruhme mangelt, den er vor dir haben sollte. Ich thue leider! nicht immer noch völlig, was ich thun sollte. Meine Gedanken Find eitel, mein Herz ist bald trogig, balb verzagt. Uch so fiehe benn, mein Gott! mich auch heute ja nicht an, wie ich an mir selbst von Statur und in meinen Günden bin. Gedente aber lieber Barer, an deines Sohnes Gehorfam und Gerechtigkeit daß ich durch ihn vor dir gerecht, und von bir gesegnet sei. Verlaß mich nicht, und thue nicht die Hand von mir ab Goti mein Heil! lehre mich auch heute und die ganze Woche thun nach deinem Wohlgefallen, dein guter Seit führe mich auf ebner Bahn. Ich weiß nicht, was mis in dieser angefangenen Woche begegnen wird, behüte bu mich aber vor allem Uebel behüte meine Seele, behüte meis nen Zeib, behüte meinen Eingang und Ausgang. Wehre als lem Bösen, welches mir das Biel meines Christenthums vers Abendgebet am Montage. riden Zönnte. Laß mich leben im Glauben beines Sohnes, und dadurch alles, was ich thue, in bir gethan sein. Gib u meiner Arbeit dem Leibe Kraft und Gesundheit, dem Gemüthe Ruhe und Freudigkeit, bei einer gewissenhaften Sorgfalt nnd erfreue mich mit deinem göttlichen Gebeyen. Erhalte mir den Segen, den du mir bisher haft zufließen laffen. Ernähre mich, versorge mich, beschirme mich. Gib mir Weisheit, meine Zeit wohl anzuwenden. Legeft du mis dabei eine Last auf, so bilf wir auch, und laß mich allezeit erfahren, daß du der seyft, der uns von allem Uebel erlöset hat, und noch ferner erlöfen wird. Gegne die Meinigen, und zeige tynen dein Heil. Und wie alles auf dich, meia Gott wartet, fo segne auch heute und in dieser Woche alle gute Nahrung und die wohlgefällige Urbeit, und gib, das ein jeder dabei sich redlich nähre, und mit allem guten Ges wissen vor dir wandle. Sa, thue deine milde hand allents halben auf und erfülle alles, was da lebet, mit Wohlges fallen. Denke an uns alle und segne uns, segne die did fürchten, beide Kleine und Große, fegne uns je mehr und mehr um deines lieben Sohnes Jesu Christi, und um sei. ner träftigen Fürbitte willen, Umen. Abendgebet am Montage. Liebreicher Sott! ich danke dir und bete deine Macht und Süte an, die ich und die einigen auch diesen heutigen Tag erfahren haben. Was bin ich, daß du mich bis hierher gebracht, beim Leben erhalten, mir so viel Gutes gethan, und mich so reichlich gesegnet haft. Von deiner Gnabe, mein Gott, bin ich auch, was ich bin, und deine Gnade if nicht von mir gewichen. Also hast du auch heute meiner armen Seele und meines sterblichen Leibes bich berglich angenommen; meine Arbeit gefegnet, meinen Un terhalt mir verschaffet; alle meine geistliche und leibliche Rothdurft in Gnaden angefehen; ja überhaupt meines Schwachheit mit deiner Kraft mächtig geholfen. Wer ist, o Herr wie du, der du dich so hoch geseget haft, und doch auf das Riedrige fo gnädig siebest? Run o mein Gott, da du nicht nur wohneft in der Höhe und im Heilig thum, sondern auch bei denen die zerbrochenen und zer flagenen Geistes find, auf daß bu erquickest den Geift des 3 Morgengebet am Dienstage. Gebemüthigten und das Herz der Berschlage nen: so bitte ich dich demüthig, tilge alle an mir noch befindliche Sün. denflecken durch das Blut deines lieben Sohnes Jesu Chrifti. Du bist der Hers, nach dessen Wort alles geschehen, and bem alles dienen sollte; wie finde ich hingegen meinen Wil len beinem heiligen Willen oft so sehr zuwider, und mein Gerz fo falt gegen bas Andenken deiner Gnadengegenwart! Um Chrißi willen schone meiner! vergib mir alle, auch meine verborgenen Fehler! erfülle ferner an mir deine gna, benreiche Verheißung; ich will dich nicht verlaffen, noch versäumen. Du bist ja nicht ein Gott, der ferne sey, du er. fülest vielmehr Himmel und Erde, und umgiebst auch mich, wo ich size oder liege. So sey demnach auch in dieser Nacht nicht ferne von mir, eile auch mir beizustehn Gott, meine SElfe! Beweise auch in mir deine große Gnade, du het. land derer, die auf dich hoffen, Beschirme mich und alles, was du mir verliehen haft, unter dem Schatten deiner Fl. gel. Sey du für mich, so wird nichts wider mich sein. Ja, Bater! wie du deines geliebten Sohnes nicht verschonet, sondern ihn für uns alle, und auch für mich dahin gegeben bast, so schenke mir und allen, die ihn angenommen haben heute and allezeit mit demfelben alles andre, was wiz an teib und Seele bedürfen, um Jesu willen. Umen Morgengebet am Dienstage. 6 Gott! deino Güte ist alle Morgen neu', und deine Treue ble bu an mir beweiseft, ist sehr groß! Ein Zag sagt et bem andern, und eine Nacht thut es kund der andern, we geschäftig du herr, in diesem Augenblicke meines Daseins, zu meiner Erhaltung, zu meiner Freude und Glückseligkeit bift; du schaffest es, daß ich sicher ruhe. Wann F nsterniß die Erde bedeckt, und ich selbst von mir nichts weiß, daun wadest du mein Leben zu bewahren; aber auch du bist es, Derz und Gott der Welt, der an jeglichem Morgen, dem Tage und feinem Lichte wieder ruft die Seele zu erwecken; bu machst es, daß ich nach einer sanften Nacht mich wieder eines neuen Tages erfieuen kann. Was ist benn billiger, was ist eines vernünftigen Geschöpfes, welches eich zu er kennen fähig ist würdiger, als dir, dem Gott und Water meines Lebens, aus dessen Hand ich es auch) jest wieder, wie Abendgebet am Dienstage. 7 nen, empfangen habe, dafür zu danken, und deinen Stamen to preifen? Dies sey denn auch jest; in dieser frohen Matgenstunbe, mein erstes Beschäft! Meine Seele lobe dich, den Herrn, und alles was in mir ist deinen heiligen Namen. Meine Seele lobe dich, und vergesse des Guten nie, was bu bis diesen Augenblick an mir gethan haft; daß ich sicher und rubig geschlafen habe, daß kein Unfall mich in dieser Nacht betroffen hat, daß ich bas Licht dieses Tages eben so gesund wieber erblicke, als ich es gestern verlöschen sahe, daß ich nicht nur meine Glieder zu den Geschäften dieses Tages wies ber brauchen, sondern auch mit erneuerten Kräften brauchen, und was noch mehr ist, daß ich vernünftig benken, und DOB den sämmtlichen Kräften meiner Seele einen solchen Gebrauch machen kann, der einem vernünftigen Wesen anfän big ist; und alles, o Gott! habe ich deiner Güte und Treas zu danken. Verleihe mir nur auch die Gnade, daß ich ben Werth der Güter, die deine Hand mir an diesem Morgen, gleichsam von neuem geschenkt hat, erkennen und schägen, und daß ich sie zu der Absicht anwenden möge, zu welcher da sie mir gegeben hast. Sis, daß ich heute in allem, was ich beginne, in meinen Geschäften, in meinen Vergnügungen, in allen Umständen und Verbindungen, worin ich kommen Jann, dich vor Wagen und im Herzen habe, und an beine we rechtigkeit, an dein heiliges Gebet, und an meine zukknftiga Rechenschaft vor dir, dem Ullwiffenden fleißig benten möge Dadurch werbe ich am sichersten bewahrt werden, daß t in keine Sünde willige, noch irgend etwas mit Borſas thue, was wider dein Gebot ist. Erhalte mein Herz auch an diesem Tage bei dem einigen, daß ich deinen Namen fürte; denn die bich Herr fürchten, haben keinen Man gel an irgend einem Gute, das wahrhaftig glücklich machi Eehöre mich um des Mittlers willen, in dessen Namen ich ju bir bete. Umen. Abendgebet am Dienstage. Ich freue mich deiner Güte, Sott! und komme mit Danken vor dein Angesicht; jeder Tag, jede Stunde, is Der Augenblick meines Lebens gibt mir neue Beweise von beiner väterligen Huld und Gnade, und legt mix neue Ves pflichtungen zur Dankbarkeit und sum Gehorsam gegen bit @ 7 Abendgebet am Dienstage. meinen Bater und Wohlthäter auf. Auch heute hast du dich en mir Unwürdigen nicht unbezeugt gelassen. Auch heute hast du mir in allen Absichten viel Gutes gethan. Wie viele bekannte und unbekannte Gefahren und Uebel hast du durch Deine gnädige Borfehung von mir abgewandt! Bie viele geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner frei gebigen hand empfangen! Wie kann ich dir dem Herrn, meine Dankbarkeit genugsam beweisen? nimm meinen Leib and meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein und bei nem Dienste, beiner Verherrlichung sollen sie auf ewig ge beiligt sein! Möchte nur mein Eifer, bir z gefallen, bes tánbiger, möchte der Gehorsam, den ich dir leiste, reiner und vollkommener sepn. Aber o mein Gott! wie weit bin ich noch von dem Ziele der christlichen Vollkommenheit entfernt. Wie vieler Nachlässigkeit uns Trägheit im Guten, wie vie. ler Bergehungen und Fehler muß ich mich täglich vox deinem Angesicht beschuldigen! Wie beschämt bin ich, wenn ich en meine Sünde gedenke. Uch Herr! ich bereue sie von gan: I'm Herzen. Ich entschließe mich, in deiner Furcht mic immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geiftes zu reinigen, und meine peiligung zu vollenden. Stäile mich selbst o Gott in diesem guten Vorfoge. Stehe mis in de tührung deshen mächtia bei. Gib daß ich siles, was die zuwider ist, hasse, und als das größte ürbet meide und fliehe. Gib, daß ich alles, was dein heiliger Wille von mir fodert, aufrichtig und mit Freuden thue. 2aß mir den morgenden Tag he liger sein als den heutigen, laß mich täglich an Weisheit und Jugend wachsen und im. mer mehr nach deinem Ebenbilde erneuert werden. Dein mächtiger Schuß bedecke mich und die Meinigen auch in dies ser Nacht, damit uns kein Unglück begegne, und keine Plage fich zu unserer Wohnung nabe. Schente mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich Morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Kräften wieder aufwachen, und gib, daß ich fie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Eröfte, barmherziger Gott! tröfte alle Etenden, die in die fer Nacht durch Schmerzen und Krankheit, ober antere rübfal, der süßen Ruhe beraubt sind. Erbarme bid aller Menschen. Dir, Herr mein Gott, übergebe ic meinen Leib und meine Seele. Leite mich nach beinem wi Morgengebet am Mittwochen. fen Rath und nimm mich endlich in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte dich um die es alles in dem Namen, und als ein Jünger Jesu Chrifti, unsere Mittlers und Seligma chers: Umen. vorgengebet am Mittwochen. Gott, Schöpfer und Herz des Himmels und der Erden, Dich barmherziger Wohlthäter und Bater der Menschen! bete ich als den Urheber und Erhalter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die ewige und unerschöpfliche Quelle meiner Glückseligkeit demüthig an. Dir banke t mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, fle meine Kräfte, für alle geistliche und leibliche Vortheile, bte ich besige. Dir danke ich insbesondere dafür, daß du mich in dieser Nacht mit deinem mächtigen Schuge bedeckt, das du alle Gefahren, die mir drobten, von mir abgewandt, daß du meinen Leib durch einen fanften Schlaf exquicket, und mir neue Kraft und neues Leben eingefläßt haft Wes bin ich o Gott, daß du dich meiner so väterlich annimms Seh bin ein Sünder, der deine heiligen Gesche übertreten, der beine Wohithaten öfters gemißbraucht, der sich des schändlichen Undants gegen dich schuldig gemacht, und als ein solcher nichts als Ungnade und Strate verdient hat. Aber du handelft nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergillst uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schoneft du meiner, wie ein Bater seines Sognes schoret. Noch fäh reft ba fort mich zu segnen, und mir Gutes zu thun. Roch willst du mich durch Güte zu Buße leiten: Wie reuet es mid), o Gott, daß ich dich einen Vater und Wohlthäter so oft beleidigt, und dir den schuldigen Gehorsam verweigert habe! Ach, strafe mich nicht, wie ich es verdient habe. Sei mir gnädig in Chrifto deinem Sohne, und verzeihe mir um feinetwillen alle meine Sünden. Siehe, ich heilige mich die ganz und gar. Ich verabscheue das Böse, das ich bisher gethan habe. Ich erneuere hiermit in deiner Ges genwart, Gott! ben aufrichtigen Vorsag, alle unordents che Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken, alle böse Bewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestrei ten, und mich in meinem ganzen Berhalten nicht nach bean 10 Abendgebet am Mittwochen. Billen meines Fleisches, oder nach dem Beispiel der Lafter. baften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Gebeten zu richten. Uch Herr, stehe mir selber mit deiner Gnade tep, biefen guten Borsag mit Treue zu erfüllen; benn ohne dich vermag ich nichts. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versuchet werde, so laß mich nicht fallen. Baß mich oft an den Tod, an das Gericht und an die Ewigkeit gedenken, und dadurd) weife weiten zur ewigen Seligkeit. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften, und begleite fie mit deinem Gegen. Dir und deiner Gnade, o Gott! emprehle ich alle Menschen, Segne infonderheit diejenigen, die du burch die Bande des Bluts und der Freundschaft mit mir verbunden haß. Gib, baß wir alle die Pflichten unsere Berufs treulich erfüllen und deine Ehre und das Heil unserer unsterblichen Seele zum legten Entzweck aller unserer Bemühungen machen. Erhöre mich ,. Bater der Barmherzig. teit, and sey mir gnädig, um Jesu willen. Umen. Abendgebet am Mittwochen. Barmherziger Gott! nach einer Verordnung bedeckt jest wiederum Finsterniß unser Erdreich; bet dir aber, bu Bater tes Lichts! maß auch die Finsternis Licht seyn. Aud tiefen Sag lege ich unter beinem gnädigen Echuge zurück, und preise deinen heiligen Mamen, für alle deine gute unt velkommene Gaben, die mir deine Guade heute geschenker oder erhalten hat. 34 danke dir nicht nur, daß du mir das Licht meiner leiblichen Augen verlichen und bisher bewah. set haft, sondern auch und vornehmlich, daß du dein heilige# Wort noch immerfort meiner Seele leuchten täff: ßt, als eie licht auf meinen Wegen. Zwar muß ich, o mein Gott! auch heute vor bir bekennen, daß ich nicht stets nach diesem beiligen Lichte gewandelt habe; stelle ater meine heutige miz bewuste Uebertretung nicht im 3orne ver dich, noch meine unei fannte Sinten ins Licht vor deinem Ungesiche; fondern wirf fie hinter dich zurdce, und sey mir um Chrifti willen muddig. Bleibe du nur ferner bei mir, mein Gott! ba es jgt Abend worden ist. Bist du mein Licht und mein Hell, vor wem sollte ih mie fürchten? Bist du mrines Lebens Morgengebet am Donnerstage. 11 Kraft, oor wem sollte mir grauen? Benn meine Augen ge schlossen sind, so laß deine Augen über min offen Behen. Caf meine Seele und meinen Leib und alles was ich habe, un ter deine liebevolle Fürsorge wohl verwahret seyn. Sorg für mich und die Meinigen; sorge für alle Menschen! erbarm sich aller Urmen, aller Kranken und Elenben, hilf ihnen and lindre ihren Schmerz und ihren Kummer! gib ihnen tröstliche Gedanken, die sie aufrichten und stärken können, and laß sie deine Macht und Liebe empfinden- Soll ich nad deinem gnädigen Willen noch länger hier leben, so las mis morgen mit eines dankbaren Empfindung von deiner Säte erwachen, und mich den Tag zur der Erfüllung deiner gå tigen Absichten anwenden. Sollte aber in dieser Nacht, t Beit meiner Vorbereitung zur Ewigkeit aufhören! o! to vergib mir, was ich von diesem großen Entzwecke ver fäumt habe, um Jesu Chrifti willen, und erfülle beine theure Berheißung daß bu mich um seiner großen Erlösung willen als völlig begnadigt annehmen nnd bei dir ewig selig ma den wolleft. Erhöre mich, mein Gott! mein Vater! durch Jefum Chriftum, amen. 13. Morgengebet am Donnerstage. Gott, Quelle meines Lebens und desselben Schalter meln Gott, durch dessen Güte ich von neuem einen Tag anfan ge! sey du mein erster Gedanke! Dankbarkeit und Biete gegen dich müssen die ersten meiner heutigen Empfindungen feys! Rech) find Leben und Gesundheit mein: beide hast du mir auch in dieser Stacht erhalten; beine kte machte über mich, daß kein Unglück fic ju mis naben bürfte. Daß ich heute von neuem thätig in meinen Geschäften und gu meinem und meines nächsten Rußen wirksam sein Zama Bas( ft bein Gefdest und kommt nur son bie. Was habe id), das ich nicht von die empfangen babet er ist mein Dates. mets oplthäter, mein Freunb, wenn du es nicht bist? Wer ist mehr als bu meine sicherste Zuflucht? Du XImig tiger, Xweifer, Gütigster! bu bit mein Schöpler, mein Gott, mein Vater. Wie glücklich bin ich? Könnte ich es mohl eps fegn, als ich es dadurch bis, daß ich von dix, en biz allein abbänge? Dein bin ich bin will ich euch ewig Haben: bir in mein@d dat gå alidh bermach, lle; regies 19 Abendgebet am Donnerstage. re bu es nach deinem Wohlgefallen; dein W le ist auf alle Weise der Beste; dein Wille geichehe! Führe mich immer nach deinem Rath; dein Rath ift Seligkeit für mich, tch tenne tein seliger Glück, als das," dir zu gehorchen, dein Bille allein fet mein Geseg! sey du allein der Herr meines Berzens! Herrsche du über seine Gefinnungen, über seine Neigungen, über seine Wünsche; verstatte nicht, daß irə gend etwas, das dir zuwider ist sich in dasselbe einzusclei. chen suche! Fehle ich, so lehre mich meine Fehler estennen und verbessern. Dir zu gefallen ist mein erster Wuns, is lange ich denken kann will ich so denten. Ich empfehle mich und die Meinigen, auch an diesem Tage deinem mädtigen Shufe Laß deine Hand mich auch heute begleiten, auch heute über alle meine Schritte wachen; sey main, fey aller, Menschen Beschüger! Sollen meiner Tage no mehe wers den, so feyen sie dir alle geheiligt! Las mich keinen und auch biefen nicht verleben, ohne daß ich besser werde. Gott deine Güte müsse sich mit jedem Tage über mich erneuern, aber auch mit jetem Zage toß mich deiner Liebe und Güte würdiger werden! Erhöre mich, und erfülle meine dis wohlgefällige Wünsche, wie tu es mir und allen, die nach beinem Billen bitten, durch Chriftum verheißen hat. Dir fey Ehre von Ewigteit zu Ewigkeit! Amen. Abendgebet am Donnerstage. Abermal ist von der mir bestimmten Lebenszeit ein Tag vorbey. Dir gütigster Bater deffen Geschenk er war, dis missen auch noch seine legten Augenblicke geweihet, diz zaffen die legten meiner heutigen Empfindungen hellig feyn! Nur deiner Hand allein, unendlich güriger Gott, habe ich es zu danken, daß du mir bis hierher geholfen haft; allee, was ich bin, und was ich habe, bin ich und habe ich nus allein von dir. Wie viel Gutes hast du mie allein erwies fen! Wie viel Böses hat tein gnädiger Schug von mir ab. gewendet! Du bist doch nur allein mein wahres und aus mein höchftes Guth; du wufl es ewig sein. Da ich dich has be, mas find mir Himmel und Erde? Deine Huld verwan belt das Mißvergnügen meiner Lage in Heil, und erhöhet bas Bergnägen meines Lebens zuc Seligkeit. Diese Bell i weit entfernt von deinem Himmel, ist doch so voll von beis Abendgebet am Donnerstage. 18 ner Bite! Was wird denn jene sein, wo der Freuden Fülle vor deixem Angesidte, und volle Geligkeit zu deiner Rech. ten ist! Welche Gidieligkeit wartet benn auf mich in dem etande meiner Couendung! D, wann wirst du, Bater mich würdig finden, mid) unter deine Hausgenossen aufzus nehmen? Stönnte doch nur mein Leben bir immer angenehm seyn, und mein Wandel die immer gefallen! Mit ausehendea Blicken erforichest du mein Herz. D möchte es doch immer rein doch immer rechtschaffen vor dir esfunden werden. bert, ich gelobe es dir, und will es auch halten, daß ich nach den Rechten deiner Screchtigkeit leben will. Hilf du mit nur bei meiner natürlichen Schwachheit, und ersege mein Unvermögen durch den kräftigen Einfis der guten Triebe beines Seiftes. ut dich verlasse ich mich in allem, was meine wahre Stück eligkeit befördern kann. Jegt überlasse ich mich der Ruhe: laß mir, laß den Meinigen, las diesem Hause, laß ollen Menschen deine mächtige Beschirs mung widerfahren; verhüte gnädig Unglück und Schaden! Sell ich in dieser Welt wieder erwachen, so sey ferner mein Gott, wie bu es bisher gewesen bist; so führe mich an betner and auf dem Bege, den ich noch durch diese Welt zu gehen habe. So las dein Auge mich leiten, daß ich nicht, von deinen Gebeten abweiche; fo regiere mich, daß ich, als ein Erbe der Unsterblichkeit, mich immer würbig meinem Beruf betrage, und schon auf Erden mein Weabel im Himmel sey! Umen. Morgengebet am Freitage. Heila Deiland ber Welt! Treuester Mittler! du bist darum für alle gestorben, auf daß die so da leben, hinfort nicht ih nen felbst leben, sondern dir, der bu für sie gestorben und auferstanden bist. Dir widme ich heute mein Leben und Den ten con neuem, da ich mich erinnere, baß bu an einem Freis tage bein theures Leben aus Liebe für mich gelassen haft. N laß mich nie vergessen, wie viel Mühe und Urbeit die meine Sünden gemacht haben, damit ich keine derselben gering achte In deinem Leiden laß mich die Güte und den Gent Gote tes schauen. Gib, das ich mich dieser Güte im Glauben freue, und dich, Gottes Sohn, lebenslang für meinen höchsten und besten Freund halte, indem ja Niemand größere 14 Morgengebet am Freitage. Liebe hat, als die, daß er sein Leben lässet für seine Freunde. and da ich in deinem Leiden, mein Bürge! sehe wie ernst, lich Gott die Sünde hasse und strafe, so gib mir Gnade, folche auch ernstlich zu hassen und zu vermeiden. Du riefes an deinem Kreuze: Mein Gott, mein Gott! warum haft du mich verlaffen? Ach! bitte deinen himmlischen Vater füz mich, daß er weder heute noch jemals mich verlasse noch ver fäume. Du trugst dein Kreuz selbst zu deinem Tode, und unterwarfest deinen Willen, dem Willen deines himmlischen Baters Gib, daß auch ich mich diesem heil'gen Billen in Eindlichem Gehorsam unterwerfe, mein Kreuz auf mich neb me, und dir auf allen Wegen deiner Zugenden beständig aachfolge. Und wie du mitten in deiner Pein der Deinen aicht vergasfest, sondern auch auf deren leibliche Wohlfahrt and Erhaltung dachtest, so laß auch mich heute dieser deiner treuen Vorsorge ebenfalls genießen. Wende dabei alles Debel von mir ab, und alles nöthige Gute mir zu. Bewahre mid, und die Meinigen vor Krankheiten und Schmerzen; oder wenn wir ja an unserm Fleische leiden sollen, so gib, baß wir uns mit demselbigen Sinne gegen alle Ungeduld waffnen, mit welchem du gelitten hast. O Herr Jesu! vo bift am Kreuz ein Fluch für uns worden auf daß alle Völs ter in die geſegnet würden; laß auch mit deinen reichen Sex gen an Seele und Leib, und zu allen guten Verrichtungen sufließen. Silbe mich nach deinem Sinn, und wie du segas für deine Feinde die dich gekreuziget haben, voll Sanft muth batest, so gib auch in standhafte Sanfimuth bei al len unangenehmen Vorfällen, te mir etwa bexte burd Menschen begegnen möchten. Ja du Lamm. Gottes, das des ganzen Welt Sünde getragen bat! erbarme bid alles, und bekepre alle, die dich noch nicht kennen; die nicht wissen, wat sie thun, wenn sie die verwerfen und durch vosiägliche Sünden beleidigen. Laß das Wort von deinem Kreuze im. stee mehrere göttliche Kraft und göttliche B.isheit werden. Gebente an mic und alle bie Meinen, perr! ber by im Reiche deiner Herzlichkeit herrichest, und las uns beceing mit bit im Parabiefe sein. Sh beine ände befehl ich heute and allegert meinen und ihren Geist; du haft una extöſet, Herr! bu getreues Gott! Amen. 45 Abendgebet am Freitage. Gott, der tu mich auch diesen Tag erhalten hast, i danke dir für deine fortgesegte Sorge und Güte gegen mich. Gib, daß ich dir meine Dankbarkeit durch mein auf. sichtiges Streben bezeige, deinen Willen in allen Dingen zu erfüllen. Ich bitte dich demüthig um Vergebung wegen jedes Bergebens beffen ich mich schuldig gemacht habe, Hab es ist mein ernstlicher Wunsch, daß ich mich nie ben gefähr. lichen Selbstbetrug verleiten lasse, als werdest du mir meine Sünden vergeben, wenn ich sie auch nicht von nun an zu vermeiden suche. Laß mich fest überzeugt seyn, daß ich nie Dir wohlgefallen könne, wofern ich nicht ein heiliges und nügliches Leben führe; und daß, wo ich mir irgend eine Urt des Verbrechers erlaube, selbst mein Gebet dir ein Abs scheu feyn weree. Gib mir die Gnade, so zu leben, daß ich bor beiner Allgegenwart nie erschrecken darf; und da dir alle meine Gedanken, Werte und Werke bekannt sind, so laß unich niemals weder tem Willen nach), noch in der That irgend einer Sache schuldig seyn, die dir mißfallen könnte. Laß mich in der Jugend und Frömmigkeit täglich zunehmen, jede üble Gewohnheit abzulegen suchen, und jeder lafterhaf. ten Neigung widerkehen. Erleuchte du mich selbst, daß ich mein Berderben immer lebendiger erkenne, und mit wahres Ueberzeugung einsehen möge, wie nothwendig mir deine Snade sey, und wie sehr ich ber beständigen Führung deis nes Geistes bedürfe. Laß mich als ein weifer Christ, vora sichtig auf Erden wandeln und lehre mich oft an den Tod getenken, damit ich nicht vergesse, wie eitel diese Belt und ihre Herrlichkeit ist, und nicht müde werde, den Weg zu den Freuden des ewigen Lebens, wenn ich auch auf rauher Bahn wandein muß, foxtlegen. Wache auch in dieser Nacht über mich, üter die meinigen und über alle Menschen, inſonderheit über alle netgleidende und bekümmerte Menschen, mit einer gnädigen und allmächtigen Fürsorge! und wens dein gnädiger Bille ist, daß ich mit dem morgenden Tag nicht wieder zu diesem Leben esmachen soll, so nimm mich, als bein um Chrifti willen begnadigtes Kind, mit Grbarmung an, und laß mich zu die, und zu ihm geführt werden, nach seince liebzeichen Verteißung, des ce ſeine Gr 10 Morgengebet am Sonnabend. löfeten da seyn sollen, wo es ist. Gefält es aber beiner Weisheit und Güte, daß ich hier noch länger leben sell, so laß mich die noch übrige Zeit dieses flüchtigen Lebens zu dei nem Lobe und zum dankbaren Gehorsam gegen die sich, ten, wozu du deinem Menschen Leben und Kräfte giebst, mit redlicher Sorgfalt anwenden. Ich rufe dich hierum an, durch Jefum Christum, deinen eigen und eingebornea Sohn, um dessen willen du auch mich zu lieben und zu ess hören verheißen haft! Umen. Morgengebet am Sonnabend. Aumächtiger, barmherziger Gott! ich erkenne in dieser Morgenstunde deine väterliche Gnade und Huld, daburd du mir von meiner Geburt an bis auf diese Stunde so Diel Gutes an Leib und Seele erwiesen baft. Auch den leg ten Zag dieser Woche habe ich burch deine Güre erlebt Ich preiße dich, Bates, für solche unzählige Wohlthaten und bitte dich herzlich, gib, daß ich deiner großen Gnade nimmermehr vergeffe, sondern dich mit ftetem Danke dafüs ehre. Laß mich stets vor dir, o allwissender und allgegens wärtiger Gott wandeln und fromm seyn. Eaß mich immer wohl bedenken, daß du mein fteter und genauer Aufseher seyst, alle meine Worte börest, alle meine Werte beschaueßt, alle meine Gedanken bemerteft, und alle meine Wege erfors schest. Las auch heute alles mein Thun gesegnet seyn. In deinem Namen fang ich es an. Gey mit mir und laß es zu deiner Ehre und meiner und anderer Nugen wohl gera, then. Los mid, o herr! auch in dem äußerlichen Berufe, barin ich nach deiner Regierung mich befinde, treu und fleißig seyn, und dabei nicht bloß auf Menschen, ſondern auf dich, den Richter aller meiner Gedanken und Handlun gen sehen. Verleihe, daß ich mich oft erinnere, wie ich nicht bloß Menschen diene, sondern dein Knecht sey, der da einem jeglichen vergelten wirft, was er Gutes ober Böse gethan hat. Laß mid aus Liebe zu dir auch meine weltliche Geschäfte so verrichten, daß er dir zu gefallen suche, red. lich dabei handle, und deinen Willen nicht allein mit Dient vor Augen, sondern von Herzen und mit gutem Willen thue. Segne meine Arbeit und was mir deine hand gege ben hat, daß ich für mich und die Meinigen bie tägliche Roth Abendgebet am Sonnabend. burft baben möge. Scll ich nach defnem Billen, an das sem Tage oder sonst mit Noth und Trübsat belegt werden, so reiche mir Schwachen deine Hand, daß ich nicht verzage, stärke mich, daß ich Geduld habe, und auf dich hoffe. Er. batme dich, nach deiner unendlichen Güte, aller Menschen die dich suchen und lieben. Laß aller Nothleidenden und Verlassenen Gebet vor dir erhöret sein, und schaffe ihnen Rath und Troft. Insonderheit gib mir ein Herz, das dich thret, liebet und dir vertrauet. Gott, denn ich hoffe auf dich. und alle die Meinigen, meine Ehre und alles was ich habe, empfehle ich jeßt und allezeit in deine mächtige Obhut. Xc Here! sey mein Schuß und mein Heil, mein Helfer und Erretter heute und so lange ich hie bin. Erhöre mich, mein Sott! um Jesu Chrifti willen. UmerVerlaß mich nicht, mein Meinen Leib und Seele, Abendgebet am Sonnabend. Durch deine Güte, o Bott! Schöpfer und Erhalter met. nes Eebens; habe ich nun von neuem eine Woche verlebt; um einen beträchtlichen Theil bin ich nun auf dem Wege bieses Lebens, dem ersten Augenblicke näher gekommen, der alle meine Woche und Zage endigen wird. Wie schnell sind mir auch diejenigen entflohen, welche die vergangene Boche ausmachten. Wie geschwind habe ich das Ende der. felben wieder erreichet! Bergnügen und Mißveranügen, Freude und Kummer, Zufriedenheit und Unzube, Empfin bungen von verschiedener Natur machten ihren Inhalt aus. Sott, Vater der Zeit und Ewigkeit, wie wenig wichtig, wie gar nichts würde mir mein Leben ohne dich sein, Urs beber meines Daseins, und meines Daseins höchstes Gut! Rue deine Gute gibt ben Zugenblicken meiner Tage einen Berth; du ließet mich werden, um mich glücklich zu mas den! du läßeß meiner Jage mehr werden, um mein jest. ges Glück zu verlängern, und mir Beit zu geben für mein Runft ges wirtiam fein zu können. Unter der Leitung dels ner gnädigen Borfehung sind alle Theile meines Schicksals Mittel zu meiner Seligkeit, und muß alles, selbst das, was mir böse scheint, ju meinem wahren besten dienen. Bie voll von Spuren deiner Huld ist die zurückgelegte Woche gewesen; to wie viel Fällen habe ich in derselben 18 Gebet um wahre Erkenntniß ic. Den Segen beiner weisen Führung empfunden! Dank ſep bir dafür, ewig gütiger und liebreicher, himmlischer Bater wie soll ich deine Wohlthaten vergelten? wie beine Güte würdig genug preisen? Sch will dich lieben, die vertrauen. bir gehorchen; diese sollen mir die heiligften meiner Pflichten seyn; schon hier will ich nach meinem besten Vermögen beine Gebote erfüllen; bei dir in der Ewigkeit werde ich es einf vollkommner thun können. Deine Absichten sind auch die meingen; dein Wille ist ein Geset. Vergib gnädig mac beiner unendlichen Barmherzigkeit und Güte, die du in deis nem Sohne Jesu Chrifto geeffenbart hast, wenn ich bawi, ber gehandelt habe. Laß dir meine aufrichtige Reue dart, ber wohlgefallen. Stärke mich in der Fusführung guter Boxsäge und Entschließungen, die ich gefaßt habe, mid su bessern, und verhüte, daß ich nicht in die vorigen Gün. ben zurückfalle, oder neue Sünden begehe. Sey in dieser Nacht mein Schuß! deiner gnädigen Obhut empfehle ich mich, und alle die mir angehören, Bekannte und Unbe Fannte, Freunde und Feinde! Laß mich ten morgenden heb ligen Tag zu deinem Preise erwachen, und gib, daß ich ins so begehe, wie er bir angenehm und meiner Seele heilsam ift. Erhöre mich, mein Gott! um meines theuersten Erlb fers Jesu Chrifti Willen Umen. Gebet um wahre Erkenntniß und Bereuung der Sünden. heiliger und gerechter Gott, barmherziger Water! 34 Detenue und klage die meine angeborene Blintheit, das ich meine Sünden nicht so vollkommen erkenne, noch so Herzlich bereue, als es wohl seyn sollte. Ullwissender Gott, bu kellest auch unsere unerkannten Sünden ins Licht vor tel sem Ungesichte. Uch gib mir die Größe, bsd eulichkeit und Mannichfaltigkeit meiner Sünden recht zu erkennen, and stelle sie mir in diesem Leben unter die Augen, auf daß sie mir niet om jüngsten Tage unter die Augen gestellt, und ich dadurch vor Engel und Menschen zu Schanden werden möge. Mihre und erweiche mein hattes perz durch dein träftiges Most, daß ich meine Günden reht ernstlich be Gebet um Vergebung der Sünden. 19 reue. Cine iede Günde verdient ja den Fluch: denn bu sagst felbst: verflucht ist wer nicht alle Worte dieses Geseges er. füllt, daß er darnach thue; und wer auch nur an einem Ges bote fündiget, der ist das ganze Gesek schuldig. Ist der Fluch schon da, wenn nur ein Gebot übertreten wird, ach! so habe ich unzähligen Fluch verdienet, weil ich unzäbligmal gefündiget, und deine Gebote übertreten habe. Dies laß mich doch, o gerechter Gott! lebendig erkennen, und zugleich den Steichthum deiner Güte recht bedenken, die du an mir Unwürdigen mit so väterlicher Langmuth bisher bes wiesen haft, um mich dadurch zur Buße zu leiten; die ich Undankbarer aber oft so gering geschäget, und wohl gar gea mißbrauchet und verachtet habe. D Herr Jesu! der du dein Deiliges Blut am Stamme des Kreuzes um meiner Günben willen vergoffen hast! laß mich aus dieser theuren Erlösung lebendig erkennen, wie schwer die Schuld meiner Sünden fen, da es dich so viel gekostet hat, sie zu behalten, auf das Ich so mühselig und beladen zu dir kommen möge, daß ich beiner Erquickung fähig, und dein heiliges Blut und theus res Leiden an mir nicht verloren sey. O heiliger Geist! des du dein Gnadenwerk in der Seele mit einer kräftigen Uebers zeugung von der Sünde anfängst, erleuchte auch mein Herz, daß ich das große Etend desselben aufrichtig erkenne, meine Sünden herzlich bereue, und so zu Jesu, meinem Erlöser, in wahrem Glauben fliche, daß er auch mir zur Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung gemacht werde. ünErhöre mich o Gott! der du nicht willst den Tod des bers, sondern daß er sich bekehre und lebe. Umen. Gebet um Vergebung der Sünden. Herr! du past liebreich gesprochen: Wer zu mir kommt, ben werde ich nicht hinausstoßen. Auf solche deine Berbeißung temme ich zu dir, und glaube fest, ich werde nicht binaus gekoßen werden. Ich komme aber als ein Mühse, liger und Beladener. Es drückt und beschwert mich ber Sündenlast. Uch Vater, vor die habe ich gesündiget, une din nicht werth, baß ich dein Kind heiße. Wie oft habe ich Bich beleidiget! Bie unpolkommen ist die Beobachtun 20 Gebet v. b. Genuß bes h. Abendmahls. meiner Pflicht bisher gewesen! wie oft habe ich beinem hel ligen und guten Willen entgegen gehandelt: Wie oft in Gedanken, Borten und Berten, auch noch unwiffentlich gefündiget! und wie wenig geneigt und tüchtig bin ich von Statur zu allem geistlichen Guten. Ich erkenne, daß ic burch mich selbst deiner Snabe und des Vergebung meiner Sünden gänzlich anwürdig bin. Aber o Gott! der du auch gegen den Undankbaren barmherzig bist, und ihm gern alle feine Uebertretungen vergibst, wenn er mit bußfertigem und glaubigem Herzen in Chrifto deine Gnade fuckt; siehe auch meine aufrichtige Reue und Betrübniß mit väterlichem Erbarmen an, und sei auch mir um Jesu Chrifti willen gnä. dig! Ich sege in voller Ueberzeugung von meiner UnwürDigkeit und Verwerflichzeit allein auf deine frete Erbars mung in Chrifto Jesu, welche den Sünder ohne sein Ver, dienst gerecht spricht, mein inniges und ganzes Vertrauen, und habe keine andere Gerechtigkeit, als die durch den Glauben an Jesum Christum kommt. Vergib mir um fele. nes theuern Leidens, und um deiner erbarmungsvollen Güte willen, alle meine Sünden, und befestige meinen guten Borsag, dir künftig mit mehrer Treue urd Sorgfalt ges horfam zu sein. Erleuchte meinen Verstand, beinen Billen zu erkennen, und heilige meinen Willen nach deinem Wohls gefallen zu thun, damit ich in deiner Gnade bleiben, und dadurch endlich zum Genuß der vollkommensten Güter ge langen möge. Erhöre mein demüthiges Gebet, nach beis ner großen Barmherzigkeit um Jefu Chrifti, meines theus ersten Erlösers willen! Amen. Gebet vor dem Genuß des heil. Abendmahls. Göttlicher Erlöler, Here Jesu! du hast ein Gedächtnis ber under deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden segret du das heilige Abendmahl, zum Trofte deiner Verehrer und zur Stärkung ihres Glaubens ein, und du läsfest mich noch jest zu dieser Gnadentafel einlaben, wo ich deines für mich geopferten Eetbes, und dets nes für mich vergoffenen Blutes. der Siegel und Unter pfänber meines Heils, theilhaftig werden soll. Wie glüd Gebet vor dem Genus des heil. Abendmahls. 21 li bin ich, o Herr! daß ich dich, den einzigen und voll. tommnen Mittler zwischen Gott und den Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Gott nennen, mich deiner feltgen Gemeinschaft rühs men, und zu deinen Erlöften nnd Freunden zählen darf! o wie viel habe ich dir, meinem Heilande zu danken! wie unwissend, wie verderbt, wie trostios, wie elend würde ich shne dich und deine Gnade sein? Bie unerträglich würde mir bie taft meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung ber damit verdienten Strafen, wie schrecklich der Anblick bes Todes und des Grabes sein, wenn du uns nicht selbst ben gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben, und uns durch beinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erwors den bättest. Ja, alles Licht, was mich erleuchtet, alles Troft, der mich erquicket, alle Hoffnung die mich belebet, find Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer sol mir dann nicht bein Gedächtniß sein! Bürde ich nicht dee undankbarste, der niederträchtigste unter allen Sterblichen fein, wenn ich bein vergesse, wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich gedächte; wenn ich mich weis gerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebühs ren? Nein, göttlicher Erlöser, ich folge deiner liebreichen Einladung mit Begierbe und Freude. Ich komme, mich öf fentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen. Ich tomme als ein mühseliger und beladener Sänder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit busfertigem Glauben die Gnade, die du mir anbieteft, und das große Seil, das du gestiftet haft. Ich komme, die für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich die zum Eigenthum aufzuopfern, und den heiligen Vorsag zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme meine Gemein fchaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen Liebe gegen fie zu verpflichten. O Herr, laß mein Vorhaben gesegnet sein. Gib nicht zu, daß ich blos mit den Lippen zu bir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sei. Sende mir dein Licht und deinen Geist, and laß den Gedanken, daß du Herz und Nieren prüfeft alle Fallchheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Bas 22 Gebet n. b. Genuß des h. Aberdmahls. mich bie Wunder deiner Varmherzigkeit so bedenken, ba Blauben, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärket, und ich auf das kräftigste bewogen werde, die Gersprechun. gen, die ich dir thue, mit unverbrüchlicher Treue zu hal, ten. Erhöre mich, mein Heiland! um deiner ewigen Riebe willen! Umen. Gebet uach dem Genuß des heil. Abendmahls. Sütiger Gott und Bater! ich preife dich, daß du aud mich sündhaften Menschen nicht verworfen, sondern deinen Sohn, Jesum Shriftum auch zu meinem Mittler und Se. ligmacher verordnet hast. Wenn ich seinem göttlichen Worte glaube und darnach lebe, so bin ich gewiß mit dir versöh: net, vollig von dir begnadigt. Dessen tröste ich mich mit freudigem Vertrauen, durch das heilige Abendmahl meines Erlösers Jesu Chrifti, burch welches ich jego die Versiche tung davon erhalten babe, da ich mir in meinem Gewis sen bewußt bin, daß ich alle Bergehungen und Fehltritte meines bisherigen Lebens schuerzlich vor dir bereue, und den aufrichtigen Vorsag der Besserung bei mir hege. Nd! wie soll ich dir für deine unverdiente Barmherzigkeit ge nugsam danken? Nimm das schwache Robopfer meines ges rührten Herzens gnädig an, bis mein künftiges Leben be weiset, daß ich ganz von deiner Waterhuld durchbrungen bin. Sie foll Ich will deine Gnabe nicht vergeblich empfahn. einen bleibeuden Eindruck auf mein Gemüth machen, meine Gesinnungen regieren, und meinen Wandel leiten. O Hert! segne den Genuß des heiligen Abendmahls so ar meiner Seele, daß ich dadurch kräftig angetrieben werde, der Sänke 8u widerstehn, und mich aller christlichen Zuzenden zu be fleißigen. Und da ich jetzt den redlichen Borsak, mich del nem Dienste nach Jesu Lehre zu widmen, an seiner Gna dentafel erneuert habe, so bitte ich in Demuth! hilf du selbb, der du alles Gute in uns schaffeft, wir ihn treulich voll bringen. Laß mich durch das Undenken des Sedes beind Sohnes, bie Sünden in mir tödten, damit, so lange id noch in der Welt lebe, ich im Glauben an diesen deine Gahn labe, den auch mich geliebes, und sich selbst für mig Gebet in Noth und Trübfal. gegeben hat. Gib mir Kraft, dich auch in den Srübfalen bieses Lebens mit Geduld und Vertrauen zu ehren, und im Beben, Leibin und Sterben meine künftige Verherrligung bei dir in völliger Gewißheit zu hoffen; bis ich endlich zu beiner poukommenen Anbetung und zu der himmlischen Gemeinschaft mit dir in der Ewigkeit gelange, wozu mich dein Sohn, mein theuerster Heiland, erlőset hat. Erhöre mich), Sott mein versöhnter Vater! um deiner Barmhers zigkeit willen! Umen. 23 mein peiland! du hast mich abermal in dem Genuß deines heiligen Abendmahls auf das kräftigste versichert, daß bu auch für mich deinen heiligen Leib in den' Lod gegeben, und dein theures Blut vergoffen haft. Durch dich habe ich Friebe mit Gott, und einen freien Zutritt zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und bes Todes erlöset und darf mich der Hoffnung der zukünf, tigen Herrlichkeit rühmen. Wie kann ich die deine Liebe jemals vergelten! Ich will dich ewig lieben, denn du haß mich zuerst, du hast mich bis in den Tod geliebet. Du bist für mich gesterben. Du hast dich selbst für mich geopfert. So will ganz der Deinige seyn. Dir will ich teben, dir will ich. sterben. Dir sey mein Leib und meine Seele, dir fen mein ganzes Leben heilig. Dich zu kennen, dich zu lieben, dir zu gehorchen deinem Beispiele zu folgen, deinen Namen unter den Menschen zu verkündigen, dein Reich hier auf Erden zu ermeitern, um mich zu deiner nähern Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen, dies foll meine Ehre, mein Ruhm, mein vornehmstes und beständis ges Geschäft, meine ganze Seligkeit seyn. Stärke mich, • Serr! in diesem heiligen Vorsaße, und erhalte mich in deiner Treue, bis an mein Ende! Umen. Gebet in Roth und Trübfal. Greper, und heiliger Gatt, der ou die ganze Welt mis Der Beisheit zesier! ich glambe deine allgemeine 28 Gebet in Noth und Trübsal. Borsehung: ich glaube von Herzen, das alles, was mich und die Umstände meines Lebens betrifft, durch deine weise, beilige und gütige Veranstaltung fo eingerichtet sei, wie es ist; daß mir ohne deinen Willen nichts begegnen kann und beides mein Glück und mein Unglüc aus deiner Hand tommt. Wte oft, mein Gott! habe ich gesprochen: dein Wille geschehe! Und nus wird mir dein Wille schwer und faft unerträglich! soll ich denn nun widerrufen, was mein' Mund so oft wiederholet hat? Das sei ferne! Viel lieber will ich mich in tieffter Demuth vor dir niederwerfen und beine heilige Regierung verehren. D Herz, du bist gerecht in allen deinen Wegen! Ich betenne rev deinem Angesichte baß ich alles, was ich leide, und noch weit mehr verdienet babe. Bles Güte ist es, wenn es nicht gar mit mir aus ift, unverdiente Güte ist es, wenn du mich, wegen meines Günden, mit zeitlichen Plagen, und nicht mit dem ewigen Verderben heimsuchest. Gerechter Richter! ich unterwerfe mich deinem Willen. Aber auch in deinem Ernste verehre ich dich als meinen barmherzigen, als meinen in Chrifto Jess versöhnten Bater. Ich weiß, daß deine heiligen Absichtes allein auf meine ganze Glückseligkeit abzielen. Auch meine gegenwärtige Zrübsal soll zu meinem Besten dienen. Sit foll mich die Folgen meiner Vergebungen empfinden lassen; fie soll die Liebe der Welt und ihre Eitelkeit in meinem Her gen vermindern; sie soll mich antreiben, dich, meinen Gott, zu suchen; dich zu lieben, dich zu fürchten, dir zu vertrauen, and mein ganzes Leben, zu meiner wahren Seligkeit, nus nach beinem Billen einzurichten O Herr! laß diefe gefeg nete Entzwecke an mir erreichet werden, und erfreue mich wieder, zu rechter Beit, mit deiner gnädigen Hülfe! Du erhöreft, du rettest alle, die dich in Eindlichem Vertrauen in ber Notb anrufen. Du wirst auch mir belfen, wenn meine Stunde kommt. Diese will ich in Demuth und Gelassenheit von deiner Weisheit erwarten Laß unterdessen deine Kraft in meiner Schwachheit mächtig sein! Unter deinem Schug, mit Hülfe deiner göttlichen Liebe kann ich alles ertragen. 3d) will auch gern alles ertragen, alles ausstehen und erduk ben, was du mir auflegeft. Stärke du nur meine Ge. duld und meine Hoffnung auf deine gnädige Hülfe! Die Tage meiner Trübsal werden ein Ende haben! Ja endlich Gebet eines Kranken. 25 wird die Stunde crícheinen, die selige Stunde, da all mein Rummer und Schmerz auf einmal verschwinden wird, da ich aus diesen Hütten des Elends in das Land der Freiheit, des Friedens und der Freude hinüber gehen werde! Dann wird mein Stübfal, die zeitlich und leicht ist, eine ewige und über alle Maaße wichtige Herrlichkeit schaffen! Was betrübst du dich denn meine Seele, und bist so une ruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, ewig danken, daß er meines Ungesichts Hülfe und mein Gott ist! Umen. Gebet eines Kranken. Here, allmächtiger Gott! Schöpfer Himmels und der Erden! ber du das Leben, die Gesundheit und jeden ans bern Segen gibst, aber auch wieder nimmt, wann es dir gefällt; lehre mich erkennen, daß alles, was mir begegnet von deiner Hand kommt, damit ich bei allen Leitungen deiner gnädigen Vorsehung nur auf dich sehen, und sie mir zu deiner, als ihres Urhebers Ehre, zu Nugen machen mös ge. Du hast mich jest mit einer Krankheit heimgesucht, von der ich nicht weiß, was sie für Folgen für mich haben gann. Ich nehme indessen meine einzige Zuflucht zu dir, und bitte dich um deinen väterlichen Beistand. Erleichtere meis ne Schmerzen, befreie mich, wenn es dein heiliger Wille ist, bald wieder davon, verleihe mir aber vornehmlich die Gnade, daß ich diese Krankheit, wenn sie länger anhalten sollte, nicht nur mit Geduld und Gelassenheit ertragen, for dern sie auch zu meiner Heiligung anwenden möge. Wib, daß ich dadurch gebessert werde, und auf die Absicht, die du bei dieser Züchtigung hast, merke, damit sie auch an mir ers reichet werde. Ist sie eine Strafe für meine Sünden, ſo laß fie meine Seele kräftig ermuntern, die Sünden, deren ich mich in meinem bisherigen Verhalten schuldig weiß, zu erkennen, sie aufrichtig zu bereuen, und dir künftig in wahrer heiligkeit und rechtschaffener Gerechtigkeit zu dienen. las mich in keiner andern Absicht mein Leben lieben, als dir su gefallen, und meine Seele zu erretten. Wenn ich zu Diesem Endzweck leben soll, so schente mir den Genus meis b 28 Gebet eines Sterbenden. werfen, und in Gefahr des Todes bringen konnte. Gib daß ich in Erfüllung aller meiner Pflichten emsig und treu sey und mit allem Ernst für meine Seele sorge. Du schenkst mit pun Zeit zur Besserung; gib mir denn auch ein Herz, das fid zu bessern bemühet sey. Lehre mich bedenken, das ich nicht nur sterben muß, sondern auch plöglich sterben kann, and daß wenn nicht diese Krankheit gewesen, es viel leicht eine andre sein wird, die meinem Leben hier auf Er ten ein Ende macht, damit ich bei Zeiten das thue, was ich sterbend wünsche gethan zu haben. Laß keine Sünde über mich herrschen, keine Versuchung mich überwinden, oder mich auf die theuren Pflichten, die ich dir und meinem Gr löser schuldig bin, unachtsam machen. Wirke in mir nicht nur das Wollen, sondern auch das Vollbringen des Guten, nach deinem Wohlgefallen. Mache mich mit jedem Tage zu deinem ewigen himmlischen Reiche geschickter, und wenn du mich endlich von dem Leibe dieses Todes erlösen wirst, so führe meine Seele in das bessere Leben ein, wo kein Schmerz und kein Tod mehr seyn wird! Amen. Gebet eines Sterbenden. Gnädiger und barmherziger Gott! da es bix, als bem Herrn über Leben und Tod, gefällig zu seyn scheint, mich aus dieser Welt abzufordern; so danke ich dir in der tiefe sten Demuth meines Herzens, für deine unzählige geiftliche und leibliche Wohlthaten, die du mir in meinem ganzen le ben so väterlich erzeigt haft, und bitte dich inbrünstig, da wollest mich auch bei meinem Uebergange in die Ewigkeit nicht verlassen, noch versäumen. Wende dich, o Vater! mit deiner Barmherzigkeit zu mir! Siehe an meinen Jam mer und meine Noth, und vergib mir alle meine Sin ben! Erleichtere mir mein Leiden, und verkürze mir die Schmerzen des Todes! Erhalte mich bei dem wahren be Rändigen Vertrauen auf das blutige Verdienst deines lieben Sobnes, meines göttlichen Mittlers, Jesu Chrifti! Laß Herzen bleiben, baß er alle Surdhjt, Bekümmernis, Unge buld, Seelenangt und Anfechtung von mir treibe, und mir Gebet der Umsteh. für einen Sterbenden. 29 das Beugnis gebe, daß ich um Christi willen in deiner Gnade sebe und vor nichts erschrecken dürfe! Laß mich mein Le. ben felig beschließen! In deine Hände befehl ich meinen Geist; du haft ihn erlöset, Herr, du treuer Gort! Ach, Herr Jesu, auf dich gründe sich mein ganzee Vertrauen. Du wirst mich auch in meiner Todesstunde richt verlassen. In dir allein habe ich die Gerechtigkeit gefunden, die vor Gott gilt. Durch dein Blut bin ich rein von allen Sünben, und völlig gewiß, daß auch der Tod mich nicht von bir scheiden wird. Hilf mir durch deine Gnabe, wenn meine schwache Natus davor erzittern will, und gib mir Lust abzufcheiden und bei dir in der Seligkeit zu seyn, die da mir so theuer erworben haft. Ach Gott, heiliger Geist, verlaß mich nicht in dieser legten Noth. Hilf meiner Schwach beit auf, und vertritt mich mit unaussprechlichen Seufzern. Berkläre meinen Heiland in meine Seele, und bringe mich vom Glauben zum Echauen. Dreieiniger Gott! dir befehle ich mich mit Leib und Seele, die du erschaffen, die du erlöset, die du geheiliget baft, und die also dir allein gehören, bemüthig und glaubig. perr! laß mich beinen Diener( beine Dienerin) in Frieden fahren: nimm meinen Geist in deine Hände, und erwecke und verkläre dereinft auch meinen Leib zum ewigen Leben, wie du verheißen haft. Erhöre mich um Chrifti willen! Amen. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Barmherziger Gott und Bater! der du den Tod und Seben in deinen Händen hast! Du willst, daß wir dich in der Noth anrufen und verheißest uns Erhörung und Gnade. Darum treten wir auch jest in tiefster Demuth vor dein heis ligstes Angesicht, und bitten dich für diese kranke Person, die in ihrer äußersten Schwachheit und Noth außer dir, ihs rem mächtigsten Schöpfer, niemand hat, der ihr helfen kann. Wir bitten dich in dem Namen Jesu Chrifti, in wahrem Glauben auf deine theure Verheißung. Sey ihr um Chrifti willen gnädig und barmherzig! Vergib ihr alle begangene Sünden! Heilige und stärke sie mit der Kraft deines heiligen Geistes! Laß sie nicht über ihr Vermögen versucht wer 30 Gebet der Umsteh. für einen Sterbenden. den sondern laß auch diese ihre legten Leiden ein gnädiges Ende gewinnen! Sen du durch deine Kraft in ihrer Schwachheit mächtig! Lindere und verkürze ihre Angst und Schmerzen! Tröfte sie, du kräftiger Tröster! Hilf ihr, du starker Nothhelfer! Beruhige ihre Seele, und erquicke sie mit der gewissen Hoffnung der ewigen Setigkeit. Göttlicher Erlöser, Here Jesu! wir bitten dich) um deiner ewigen Liebe und um deines bittern Leidens und Sterbens willen: er, barme dich auch jetzt über diese sterbende Person: wie du fie in ihrem Leben durch die kräftige Wirkung deines Gels ites zu dir gezogen, und ihr Herz nach dir und deinem Hell gelenket baft; so ziehe nun auch ihre Seele aus der einfallenden Hütte ihres Leibes zu dir, daß sie bald mit Freuden von der Erde in den Himmel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus dec Unruhe in die Ruhe, aus der Finsterniß in das Licht, aus allem Jammer in die Herrlichkeit ja aus dem Code in das Leben komme. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr hören, fo erquicke und tröste durch das innerliche Zusprechen des beiligen Geistes. Wenn ihr Mund nicht mehr reden kann, To sey, Here, ihr Fürsprecher bei beinem und ihrem Va ter, und laß auch deinen Geist in ihr mit unaussprechli, chen Seufzern für sie bitten. Nimm, treuer Heiland: nimm ihren Geist, wenn er sich nun vom Leibe scheidet, zu dir auf, und laß ihn bei dir einer ewigen und voll tommenen Ruhe genießen. Echöre uns, o Herr! und erfülle unsere demüthige Bitte, um deiner allerhöchsten Liebe willen! Umen. att SAR 589 anism amoloung Das Leiden und Sterben unsers Herrn Jesu Christi, nach den vier Evangelisten. * p pdet ind And which das h sida 225 3900 900 določ12 Jung du mid gnia 4 1. divi simt spl je Es war aber nahe bas Fest der süßen Brobe, das da Oftern heisset. Und Jefus fprachy zu sethen Jüngern: za Ihr wisset; daß nach zween Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird überantwortet werden, daß er gefreuziget werde. Da versammelten sich die Bohenpriester und Schriftgelehrten und die Keltesten im Volk, in dem Pallast des Hohenpriesters, der da heißet Caiphas, und hielten einen Rath, wie sie Jesum mit Lift griffen und tödeten, denn sie furchten sich für dem Volke. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk. DO 2. d 1000 dal Und da nun Jesus war zu Bethanien im Hause Simonis, des Kusfägigen, trat zu ihm ein Weio, das hatte ein Glas mit und fie zerbrach das Glas, und goß es auf sein Haupt, da er zu Tische saß. Da das die Jünger sahen, wurden fie unwillig und sprachen: Was soll doch dieser Unrath! Man könnte das Wasser mehr, denn um dreihundert Grofchen verkauft haben, und dasselbige den Urmen geben; und fie murreten über sie. Da das Jeſus merkte, sprach er zu ihnen: Laffet sie zufrieden, was befümmert ihr das Beib, sie hat ein gutes Werk an mir gethan. Ihr habt allezeit urme bei euch; und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes thun! mich aber habt ihe nicht allezeit, sie hat gethan, was sie konnte. Denn da ß fe dies Wasser auf meinen Leib gegoffen, damit ift fie 32 Historie vom Leiden Christi. zuvor kommen, meinen Leichnam zu falben, zu meinem Begräbniß. Wahrlich, ich sage euch, wo dies Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Gedächtniß, was sie ist gethan hat. Es war aber der Satanas gefahren in den Jubas, ges nannt Ischarioth, der da war aus der Zahl der Zwölfen, und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und den Hauptleuten, daß er ihn verrieth, und sprach: was wollt ihr mir geben, ich will ihn euch verrathen. Da sie das hörten, wurden sie roth, und boten ihm 30 Silber. linge, und er versprach sich. Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. 3. Uber am ersten Tage der süßen Brode, auf welchen man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jeju, und sprachen zu ihm, wo willst du, daß wir hinge. hen und dir bereiten das Osterlamm zu essen? Und er fandte Petrum und Johannem, und sprach: Gehet hin in die Stadt, sehet, wenn ihr hineinkommt, wird euch ein Menfch begegnen, der trägt einen Wasserkrug, folgt ihm nach in das Haus, da er hineingeht, und saget zu dem Hauswirth: Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist, berbeikommen, ich will bei dir die Ostern halten. Wo ist das Gasthaus, darin ich das Ofterlamm essen möge mit meinen Jüngern? Und er wird einen großen gepflas sterten Saal zeigen, daselbst bereitet es. Sie gingen bin, und fanden wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten bas Ofterlammi. Und am Abend kam er und segte sich zu Zische mit den 12 Aposteln. Und er sprach zu ihnen: mich hat herz lich verlangt das Osterlamm mit euch zu effen, ehe dean ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon effen werde, bis daß erfüllet werde im Reiche Gottes. Und er nahm den Kelch, dankete, und sprach: Mehmet Historie vom Lelden Christi. 33 denselben, und theilet ihn unter euch: denn ich sage euch: ich werde nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme, bis an den Tag, da ichs neu trinken werde mit euch in meines Baters Reich. 4. Und indem sie aßen, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm der Herr Jesus das Brod, dankete, und brachs und gabs ten Jüngern, und sprach: Nehmet es fet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. Deffelbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte, gab ihnen den und sprach: Trintet alle daraus; dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. und sie tranken alle daraus. 5. Voz dem Fefte aber der Ostern, das ift, auf denfelbigen Abend, da Jesus erkennete, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ging zum Bater; wie er hatte geliebt die Seinen, die in der Welt waren, so liebte ex fie bis ans Ende. und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Judas Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn verrieth; wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in feine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen war, and gu Gott ging, stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen Schurz und umgärtete fich; darnach goß er Wasser in ein Becken, bub an den Süngern bie Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. 65 Historie vom Leiden Christi. Da kam er zu Simon Petro, und derselbe sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? Jesus ant. wortete und sprach zu ihm: was ich thue, das weißt du jeht nicht, du wirsts aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: nimmermehr sollt du mir die Füße waschen. Jesus antwortete tým: werde ich dich nicht waschen, so hast du keinen Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sons dern auch die Hände und das Haupt! Speicht Jesus zu tym: wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein; und ihr seyd rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl, darum sprach er: ihr seyd nicht alle rein. 6. Da er uun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, und segte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißt mich Meister und Herr, und saget recht daran, denn ich bins auch. So ich nun, euer Meister und Herr, euch die Füße gewaschen habe, sollt ihr euch auch untereinander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahr. lich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihe solches wisset, selig seyd ihr, so ihrs thut. Nicht sage ich von allen, ich weiß, welche ich erwählt habe, sondern daß die Schrift erfüllt werde. Der mein Brod isset, der tritt mich mit Füßen, jetzt sage ichs euch: ehe dann es geschieht, auf daß, wenn es geschehen glaubet, daß ichs bin. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ber aufnimmt, so ich iemand senden werdes, der nimmt mich auf. Wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gefandt hat. 7. Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübe im Geiste, und zeuzte und sprach: wahrlich, wahrlich, ich sage Historie som feiben Chrifti. 35 euch, einer unter euch, der mit mir iffet, der wird mich veriachen. Siehe, die Hand meines Verräthers ist mit mir über Tische. Und die Jünger wurden sehr traurig, faben sich unter cinander an, und war ihnen bange, von welchem er redete. Und sie fingen an zu fragen unter sich selbst: welcher es doch wäre unter ihnen der das thun würde? und sagten zu ihm einer nach dem andern: Herr bin ichs? und der andere, bin ichs? er antwortete und sprach: Einer aus den 3wölfen, ber mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verrathen. Des Menschen Sohn geht zwar dahin, wo von ihm beschlossen und ges schrieben ist; doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verrathen wird! Es wäre ihm besser, daß derselbige Mensch noch nie geboren wäre. Da antwortete Jubas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ichs, Rabbi? er sprach zu ihm: du sagsts. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Zische faß an der Brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte, dem winkte Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte? denn derselbe lag an der Brust Jesu, und sprach zu ihm: Herr wer ists? Jesus antwors tete: Der ists, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein, und gab ihn Juda Simonis 3fcharioth. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: was du thuft, das thue bald. Daffelbe aber wuste niemand über Tische, wozu ers ihm fagte. Etliche meinten dieweil Judas den Beutel hätte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe was uns noth thut aufs Feft; oder daß er den Armen etwas gäbe. Da er nun ben Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus, und es ward Nacht. 53 and 14 J adaged salis she isted 8. Dus Da aber Judas hinausgegangen war, erhub sich ein Bank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den größs ten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: die welts lichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißt man b 6 36 Historie vom Leiben Christi. gnädige Herrn. Ihr aber nicht also; sondern der Größe ste unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Größeste, der zu Tische sigt, oder der da dient? Jsts nicht also, der zu Tische sigt? Ich bin aber mitten unter euch wie ein Diener. Ihr aber seyds, die ihr bei mir beharret habt in meinen Anfechtungen, und ich will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat, daß ihr effen und trinken sollt über meinem Tische in meinem Reich, und sizzen auf Stühlen und richten die zwölf Ge schlechter Israel. ma Da sprach Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verklä ret, und Gott ist verkläret in ihm: Ist Gott verkläret in ihm, so wird ihn( Sott auch verklären in ihm selbst, und wird ihn bald verklären. Lieben Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bet euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte, wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen. Und sage euch nun, ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß auch ihr einander lieb habet. Dabei wird jedermann er. Eennen, daß ihr meine Jünger seyd, so ihr Liebe unter einander habet. NER 9. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehst du hin? Jefus antwortete: da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen, aber du wirst mir hernachmals folgen. Pe trus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir auf biess mal nicht folgen? ich will mein Leben bei dir lassen. Je sus antwortete ihm: Solltest du dein Leben bet mir lass sen? Simon, Simon, fiehe der Satanas hat euer begehs ret, daß er euch möge sichten wie den Waizen, ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre, und wenn du dich dermaleinst bekehrest, so stärke deine Brü der. Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängniß und in den Tod zu gehen. Historie vom Leiden Christi. 37 Er aber sprach: Barlich, warlich, ich sage bir Petro, der Hahn wird heute nicht trähen, ehe denn du breimal verläugnet hast, daß du mich tenneft. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Taschen und ohne Schub, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Uber nun, wer keinen Beutel hat, der netme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche. Wer aber nicht hat, der verkaufe sein Kleid, und kaufe ein Schwerdt. Denn ich sage euch: es muß auch das vollendet werden an mir, das geschrieben steht: Er ist unter die Uebelthä. ter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr siehe, hier find zwei Schwerdter. Er aber sprach zu ihnen: es ist geaug. 10. Und da sie den Lobgefang gesprochen hatten, ging Jesus hinaus nach seiner Gewohnheit über den Bach Kidron, an den Delberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach. Da sprach er zu ihnen. In dieser Nacht werdet ihr euch alle an mir árgern. Denn es steht geschrieben: Ich werde den Sirten schlagen. und die Schaafe der Heerden werden sich zerstreuen. Wenn ich aber aufstehe, will ich für euch hingehen in Galilaam. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie sich auch alle an dir ärgern, so will ich mich doch nimmermehr an dis ärgern. Jesus sprach zu ihm: Warlich, ich sage dir: Heute in dieser Nacht, the der Hahn zweimal Fräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Er redete aber noch weiter: Ja wenn ich mit dir Sterben müßte, wollte ich dich nicht verleugnen. Desselbi gen gleichen fagten auch alle Jünger. Da lam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Geth. femane, da war ein Garten, barin ging Jesus und seine Sünger; Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort auch, benu Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Da sprach Jejus zu ihnen: segt euch bie, auf daß ich dort hingehe und bete. Und er nahm zu sich Petrum und Jaco 67 8 Historie vom Leiben Christi. bum, und Johannem, die zween Söhne Bebedät, und fing an zu trauren, und zu zittern, und zu zagen, und sprach zu ihnen: meine Seele ist betrübt bis an den Tod, bleibt hie, wachet mit mir und betet, auf daß ihr nicht in Unfechtung fallet. st mais) 11. und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf, und Enieete nieder, fiel auf sein Ungesicht auf die Erde und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüber ginge, und sprach: Abba! mein Vater! Es ist dir alles möglich, übergebe, mich dieses Kelchs! doch nicht, was ich will, sondern was du willt. Und er kam zu feinen Jüngern, und fand sie schlafend, und er sprach zu Petro: Simon schläfft du! vermöchtest du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. 3um andernmal ging er aber hin, betete und sprach; Mein Vater! ifts nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denne so geschehe dein Wille. Und er kam, und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen was ren voll Schlafs, und wusten nicht, was sie ihm antwor teten. Und er ließ sie, und ging aber hin und betete zum brittenmale dieselbigen Worte, and sprach: Bater, willt du, so nimm diesen Kelch von mir: doch nicht mein Wille fondern dein Wille geschehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, und stärkte ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und bes tete heftiger. Es war aber sein Schweiß mit Blutstrop fen, die fielen auf die Erde, andi tim Sist Un tafe and vine 20 MI adsagen gait sus2 ans 12. am ob tem fubin urd er stund auf von dem Gebet, und kam zu seinen Júns gern, und fand sie schlafend vor Traurigkeit, und sprach Historie vom Leiden Christi. 31 zu ihnen: Uch! wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? es ist genug. Seht die Stunde ist kommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände. Steht auf, und laßt uns geben; siehe, des mich verräth, ist nahe. Betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. und alsbald, da er noch redete, siehe Judas der 3wöls sen einer, da er nun zu sich hatte genommen die Schaar und die Diener der Hohenpriester uno Pharisäer, die Uel. testen und Schriftgelehrten, ging er zuvor der Schaar, und kommt dahin mit Fackeln, lampen und Schwerdtern und mit Stangen. Der Verräther aber hatte ihnen ein 3eichen gegeben, und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ists, den greis fet und führet ihn gewiß. U18 nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu tihnen: Ich bins. Judas aber, der ihn verrieth, stund auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins, wichen sie zus und fielen zu Boden. Da fragten sie abermal, wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jefus antwortete: Ich habs euch gesagt, daß ichs sey. Sus chet ihr denn mich, so laßt diese gehen! Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte: ich habe bir keinen verloren, die du mir gegeben hast. senitunie god bale 240 dag 13. Und Judas nahte sich zu Jefu, ihn zu küssen; und als: kald trat er zu ihm und sprach: Gegrüßt seyst du Rabbi! und küste ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du kommen? Juba, verräthst du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu, und legten die Hände an Jesum, und griffen ihn, Historie vom Leiden Christi. Da aber sahen die um ihn waren, was da werben woll te, ſprachen sie zu ihm: Herr follen wir mit dem Schwerdt drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwerdt, und zog es aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht und bieb ihm sein Recht Ohr ab. Und der Knecht hieß Stalchus. Jesus aber antwortete und sprach: laffet fle boch so ferner machen. Und sprach zu Petro: Stecke dein Schwerdt in die Scheide, denn wer das Schwerdt nimmt, ber soll durchs Schwerdt umkommen. Ober meinst du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zu schicke mehr denn zwolf Legionen Engel? Soll ich den Keich nicht trinken, den mit mein Vater gegeben hat? Wie würde aber bie Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Und es rührte sein Obr, und heilte ihn. 11. Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels, und den Weltesten, die über ihn gekommen waren: Ihr seyd als zu einem Mörder, mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen, mich zu fangen, bin ich boch täglich gesessen bey euch, und habe geleh ret im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich geleget Aber dies ist eure Stunde, und die Macht der Finfernis, auf daß erfüllet würde die Schrift der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger, und fichen. Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut, und die Jünglinge griffen ihn; er aber ließ den Leinwand fahren, und flobe blod von ihnen. 15. Die Schaar aber und der Oberhauptmann, und die Die ner der Juden notmen Jesum, und banden ihn, und führten ihn aufs erfte zu Hannas, der war Kaiphas Schwa ger, welcher des Jahres Hoherpriester war. Es war aber Historie vom Leiben Chrifti. 41 Kaiphas, der den Juden rieth: Es wäre gut, daß ein Rensch würde umgebracht für das Volk. Und sie führten thn zu dem Hohenpriester Kaiphas, das ist: zum Fürsten der Priester, dahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und Weltesten sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgte Jesu von ferne, und ein anderer Junger bis an den Pallast des Hohenpriesters. Ders jenige Jünger war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jefu hinein in des hohenpriesters Palast; Petrus aber stand braußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus, und redete mit der Thürsteherin, und führte Petrum hinein. Es ftanben aber die Knechte und Diener, und hatten ein Kohlfeuer gemacht danieden mitten im Palaft; denn ee war falt; und wärmten sich. Petrus aber stand bei ihnen und wärmte fich, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des hebenpriesters, die Thürhüterin, sahe Petrum bet dem Lichte, da er sich wärmte, und sah eben auf ihn, und sprach: und du warst auch mit Jefu von Galiläa, bist du nicht auch dieses Men. fchen Jünger einer? Er leugnete aber vor allen und sprach: Beib, ich bins nicht, ich tenne sein nicht, ich weiß auch nicht, was du sageft. 16. Aber der Hohepriester fragte Jefum um seine Jünger, und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öf fentlich geredet vor der Welt, ich habe allezeit gelehret in der Schule, und in dem Tempel, da alle Juden zusam. men kommen, und habe nichts im Winkel geredt. Was fragst du mich darum? Frage die darum, die gehört haben, was ich zu ihnen gerebet habe. Siehe, dieselbige wissen, was ich gesagt habe. 2018 er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei standen, Jesum einen Backenstreich und sprach: Solltest du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: habe ich übel geredet, so beweise es, 42 Historie vom Leiden Christi. daß es unrecht sey: Habe ich aber recht geredt, was schlägst du mich? Und Hannas hatte ihn gebunden gesandt zum Hohenpriester Caiphas. al dit of 10 17. Simon Petrus aber stand und wärmte sich. Und über eine kleine Weile, nach dem ersten Verläugnen, als er hinaus ging nach dem Vorhof, krähete der Hahn, und eine andere Magd sahe ihn, und hub abermal an zu sa gen benen, die dabei stunden: Dieser war auch mit dem Jesu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein anderer sprach. Du bist auch der einer. Und er läugnete abermal, und schwur dazu und sprach: Mensch ich bins nicht, und kenne auch des Menschen nicht. nad Und über eine kleine Weile, bei einer Stunde bekräfti gets ein anderer mit denen: die da stunden, und sprach: Warlich, du bist auch der einer, denn du bist ein Gali läer, deine Sprache verräth dich. Spricht des Hohenpriesters Knecht, ein Befreundter bes, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Say ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an sich zu verflu. chen, und zu schwören: Ich kenne des Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsbald, da er noch redete, Erähte der Hahn zum andernmal. Und der Herr wandte sich, und sahe Per trum an. Da gedachte Petrus an die Worte Sefu, als er zu ihm gesagt hatte: Ehe der wirst du mich dreimal verleugnen, weinte bitte clich. Hahn zweimal krähet, und ging hinaus und 15131 18. mured in toring addi 104 Die Hohenpriester aber, und die Welteften, und der ganze Rath suchten falsche Zeugnisse wider Jesum, auf daß fie ihm zum Tode hülfen, und funden keines, wiewohl viel falscher Beugen herzutraten, denn ihre Beugnisse stimmten Historie vom Leiden Christi. 43 nicht überein. Bulegt stunden auf, und traten herzu zween falsche Zeugen, und gaben falsch Seagniß wider ihn, und fprachen: Wir haben gehöret, daß er sagte: Ich kann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen ges macht ist, und in freien Tagen will ich einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Und ihr Zeugniß stimmte noch nicht überein. Und der Hohepriester stund auf unter fie, und fragte Jesum, und sprach: Untwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille, und antwortete nichts. 411 Da fragte ihn der Hohepriester abermal, und sprach zu thm: Bist du Christus, der Sohn der Hochgelobten? Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns fageft, ob du seyst Christus, der Sohn Gottes? Jesus sprach? Du sagst, ich bins. Doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sigen zur rech ten Hand der Kraft, und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider, und sprach: Er hat uns gelästert, was dürfen wir weiter Beugniß. Siehe jegt haben wir seine Gotteslästerung ges böret was dünket euch: Sie aber verdammten ihn alle, und sprachen: Er ists des Todes schuldig. * 19. the# Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn und schlugen ihn mit Fäuften. Etliche aber verdeckten ihn und schlugen ihn ins Gesicht, besonders die Knechte, und fprachen: Weiffage uns, Chrifte, wer ists, der dich schlug? und viel andere Lästerung sagten sie wider ihn. Des Morgens aber versammelten sich die Hohenpriester, Schriftgelehrten, und die Weltesten des Bolts, und der ganze Rath, und hielten Rath über Jesum, daß sie ihm zum Tode hülfen, und führten ihn hinauf vor ihren Rath, und sprachen: bist du Chriftus? sage uns. Er aber sprach zu ihnen: Sage ichs euc, so glaubet ihr nicht: Frage ich aber, so antwortet ihr nicht, und lasset mich dennoch nicht 44 Historie vom Leiben Chrifli. lot. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sigen gur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen; Ihr fagts, benn ich bins. Sie aber sprachen: was dürfen wir weiter Beugnis is habens felbft gehört aus seinem unde. 20. Unb ber ganze Haufe stund auf, and banden Jesum, führten ihn von Saiphas vor das Richthaus, und über: antworteten thn dem Landpfleger Pontio Pilato, und es war noch frühe. Da das Judas sahe, ber ihn verrathen hatte, baß er verdammt war zum Tode, gereuet es ihn, und brachte wieder bie 30 Silberlinge den Hohenpriestern und Welte, fen, und sprach: ich hab übel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen aber: Was geht uns bas an? ba siehe bu zu. Und er warf die Silberlinge. in den Tempel, hub sich davon, und erhenkte sich selbst, and ist mitten entzwet geborsten, und sein Eingeweide ausgeschüttet. Aber die Hohenpeiftes nahmen bie Silberlinge, und fprachen: Es taugt nicht, das wir sie in den GotteskaRen legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rath, and Fauften um die Gil. berlinge, um den Lohn der Ungerechtigkeit, eines Tõpfers Acer zum Begräbniß der Pilger. Und es ist kund worden allen, die zu Jerusalem wohnten, also, daß derselbe Ucker genennt wird auf ihre Sprache 2keldama, das ist, ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllt, bas gesagt ist durch den Propheten Jeremiam, der da ſpricht Sie haben genommen 30 Silberlinge, damit bezahlt war: der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kinder If rael; und baben sie gegeben um eines Töpfers Ucker, als mir ber herr befohlen hat. Historie vom Leiden Christi 45 21. Die Juden aber gingen nicht in bas Richthaus, auf daß fie nicht unrein wärden, sondern die Ostern effen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus, und sprach: was bringet the für eine Klage wider diesen Menschen? Sie anta worteten aber, und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmt ihr ihn hin, und richtet ibn nach eurem Geseg. Da sprachen die Juden zu ihm: wir dürfen niemand töben. Auf daß erfüllt würde das Bort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Lodes er sterben würde. 22. Da fingen an die hohenpriester und die Keltesten thn hart zu verklagen und sprachen: Dieſen finden wir, daß er das Volk abwendet, und verbeut den Schoß dem Kab ser zu geben, und spricht: Er sey Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus und rief Jesu, und fragte ihn nnd sprach: Bist du der Juden Kö nig? Jesus stund vor ihm, und antwortet: Redest du das von bir selbst, oder habens dir andre von mir gefaget? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und bie Hohenpriester haben dich mir überantwortet; was haft du gethan? Jefus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden drob kämpfen, daß ich den Juden nicht åberantwortet würde. Da zu ihm: So bist du dennoch ein König; Jefus antwortete: du sagsts. Sch bin je ein König; idh) bin dazu gebohren, und in dle Welt kommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wes aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er wieder heraus zu ben Juden, und spricht zu ihnen: Ich sinde teine Schuld an ihm. Und ba er verklaget ward von ben Hohenpriestern, und Melteften, antwortete er nichts. Pilatus aber fragte ihn 46 Historie vom Leiden Chrifti. abermal und sprach: Antwortest du nichts? Siete, wie bart sie dich verklagen; hörcst du nicht? Und er antwor tete ihm nicht auf ein Wort mehr, also daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erreget, damit, daß er gelehret hat hin und her im gans zen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hierher. Da aber Pilatus Galitaa hörte, fragte er, od er aud Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Hero des Obrigkeit war, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. 23. Da aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gerne gesehn; denn er hatte viel von ihm gehört, und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Echriftgelehrten stunden und verklagten ihn hart. Uber Herodes mit sei nem Hofgesinde verlachte und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an, und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander; denn zuvor waren sie einander feind. doğal On alle zomi apl Fanding# MJAFT pud nog 24. ph hak Pilatus aber rief die Hohenpriester, und die Obersten und das Voit zusammen, und sprach zu ihnen: Ihr babt diesen Menschen zu mir bracht, als der das Bolf abwende; und sehet, ich habe ihn vor euch verhört, und finde an bem Renschen der Sache keine, die ihr ihn beschuldiget, Herobes auch nicht; denn ich habe euch zu ihm gefandt, und sehet, man hat nichts auf ihn bracht, das des Todes werth sey; darum will ich ihn züchtigen und losgeben. E Auf das Feft aber mußte der Landpfleger nach Gewohnheit dem Boit einen Gefangenen losgeben, welchen sie begehr ten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, der war Historie vom Leiden Christi. 47 faft rüchtig, nemlich einen Uebelthäter und Mörder, der hieß Barrabas, der mit den Aufrührerischen war ins Gefängs niß geworfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt ge schah, eines Mord begangen hatte. Und das Volk ging hinauf, und bat, daß er that, wie er pflegte. Und da fie versammelt waren, antwortete ihnen Pilatus: ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen los gebe auf Ostern, welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barrabam odes Jelum, den König der Juden, den man nennt Chriftum? Denn er wußte, daß ihn die hohenpriester aus Neid über. antwortet hatten. und nid Dist 25. Und da er auf dem Richterstuht saß, schickte sein Weib zu ihm, und ließ ihm sagen: habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten, denn ich habe heute viel erlitten im Traume von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und Weltesten überredeten und reizten das Bolt, daß sie um Barrabam bitten sollten und Sefum umbrachten. Da antwortete nun der Landpfleger, und sprach zu ihnen: welchen wollt ihr unter diesen zwei, den ich euch foll losgeben? Da schrie der ganze Haufe, und ſprac): Hinweg mit diesem und gib uns Barrabam los. Da rief Pilatus abermal zu ihnen, und wollte Jesum los lassen, und sprach: was soll ich denn machen mit Jesu, den man Christum nennt? Sie schrieen abermal: Kreuzige, freuzige ihn. Er aber sprach zum drittenmal zu ihnen: Was hat or benn Utebels gethan? Ich finde keine Uriache des Todes an ihm, darum will ich ihn züchtigen und los laffen. Aber sie schriéen noch vielmehr, und spra cen: Kreuzige ihn. Und sie lagen ihm an mit großem Beschrey, und forderten, daß er gekreuzigt würde; und thr und der Hohenpriester Geschrey nahm überhand. to asd dig t 20. Da nahm Pilatus Jesum und geiffelte ihn Enechte aber des Landpflegers führten ihn hinein Richthaus, und riefen zusammen die ganze Rotte, und zos Die Kriegs das 48 Hiftorte vom feiden Chriftk. gen ihn aus, und legten thm einen Purpurmantel an, und flochten eine Krone ron Dornen, und setgen sie auf sein Haupt, und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand, und beugten die Kniee vor ihm und spotteten ihn, singen an ihn zu grüßen und sprachen: Gott grüße dich, liebes König der Juden. Und schlugen ihm ins Gesicht, speieten ihn an, und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt, fielen auf die niee, und beteten ihn an. 27. Da ging Pllatus wieber heraus, und sprach au thnen: seht, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm sinde. Also ging Jesus heraus, vnd trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Und es ſprach zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen sie und spro. chen: Kreuzige, Freuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin, und kreuziget ihn, denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gefeß, und nach dem Geseg soll er sterbemy denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörte, fürchtete er sich noch mehs, und ging wieder hinein in das Richthaus, und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Untwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich macht habe dich z kreuzigen, und Macht habe dich loszugeben? Jesus ant wortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dis nicht ware von oben herab gegeben; darum der mich dis áberantwortet, der hat größere Sünde. Von dem an trady tete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: Lässest du die sen los, fo bist du des Kaisers Freund nicht; denn wes fich zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. 18. Da Pilatus das Wort hörte, fährte er Jesum heraus, unb septe sich auf den Richtftuhl, an der Stätte, bie da Historie vom Leiden Christi. 49 set Hochpflaster, auf Hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Ruftrag in den Ostern, um die sed ste Stunde, Und er sprach zu den Juden: Sebet das ist euer König. Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem! kreuzige ihn. Spricht Pilatus zu ihned: Soll ick euren König kreuzis gen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da aber Platus sahe, daß er nichts schaffete, sondern daß viel ein größer Getümmel ward, aedachte er dem Volk genug zu thun, und urtheilete, daß ihre Bitte ges schäbe, nahm Wasser und wusch die Hänce vor dem Volk, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten, fehet ihr, zu. Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut sey über uns und unsere Kinder. Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhrs und Mords willen war ins Gefängniß geworfen, um welchen sie baten, Jesum aber gegeisfelt und verspottet, übergab. er ihren Willem, daß er gekreuziget würde. 29. Da nahmen die Kriegsknechte Jesum, zogen ihm den Mantel aus, und zogen ihm seine Kleider an, und führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. Und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinaus gingen, fanden sie einen Menschen, der vorüber ging, von Cyrene, mit Namen Simon, der vom Felde kam, der ein Vater war Alexandri und Rufi, den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge: und legten das Kreuz auf ihn! daß ers Jefu nachtrüge. Es folgten ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Beiber, die klagten und beweinten ibn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerufalem, weiner nicht über mich, sondern weiner über euch selbst, und über eure Kinder. Denn sehet, es wird die Zeit kommen. in welcher man sagen wurd: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüfte, die nicht gesäuget haben! denn werden sie anfahen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! Denn so man das thut am grünen Holze, was will am düzren werden. da C. 50 Historie vom Leiden Christi. Es wurden aber auch hingeführet zween andere Nebel thäter, daß sie mit ihm abgethan würden. 30. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißet auf ebräisch Golgatha, das ist verdollmetschef, Schädelstätte, und sie gaben ihm Essig und Wein, mit Myrrhen und Galle vermischt, zu trinken, und da ers schmeckte, wollte ees nicht trinken. Und sie Freuzigten ihn an der Stätte Golgatha, und zween Uebelthäter mit ihm, einen zur rechten, den andern zur linken Hand, Jesus aber mitten inne. Und die Schrift ist erfüllt, die da faget: Er ist unter die Uebelthäter ges rechnet. Und es war die dritte Stunde, da sie ihn kreu. zigten. Jesus aber sprach: Bater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. 31. Pilatus aber schrieb eine Ueberschrift, geschrieben, was man ihm Schuld gab, die Ursache seines Todes, und segte sie auf das Kreuz oben zu seinem Haupte. Es war aber ge Diefe schrieben: Jesus von Nazareth der Juden König. Ueberschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, da Jesus gekreuziget ist, wahr nahe bei der Stadt. Und es war ge. schrieben auf ebräische, griechische und lateinische Sprache. Da sprachen die Hohepriester der Juden zu Pilato: Schrei be nicht der Juden König, sondern daß er gesagt habe: ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: was ich ge schrieben habe, das habe ich geschriebenDie Kriegsknechte, da sie Jesuin gekreuziget hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Theile, einem jeglichen Kriegsknecht einen Theil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war umgenäht, von oben an gewürckt durch und durch. Da sprachen sie untereinander: Laßt uns den nicht theilen, sondern darum loosen, weß er seyn soll. Auf daß erfüllt würde die Schrift, die da faget: Sie haben meine Kleider unter sich getheilt, und haben über meinen Rock das Loos geworfen. Und sie sassen allda, und húteten fein. Solches thäten die Kriegsknechte und das Volk stund und sahe zu. Historie vom Leiden Christi. 32. Es stund aber bei dem Kreuz Jefu seine Mutter, und seiner Mutter Schwester, Maria, Cleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sah, und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, sprach er za seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn. Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe das ist deine Mutter. Und von der Stund an nahm sie der Jünger zu sich. Die aber vorüber gingen, lästerten ihn, und schüttelten die Köpfe und sprachen: Pfui dich! wie fein zerbrichst du den Tempet und baust ihn in dreien Tagen: Hilf dir sels ber. Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuze Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter einander, mit den Schriftgelehrten und Keltesten samt dem Volke, und sprachen: Er hat andern geholfen, und kann sich selber nicht helfen. Ist er Chrift, der König von Sf rael, der Auserwählte Gottes, so helfe er sich selber, und steige nun vom Kreuz, auf daß wir sehen und glauben ihm. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, gelüftet iyn, denn er hat gesaget: Ich bin Gottes Sohn. Dasselbige rückten ihm auch die Mörder vor, die mit ihm gekreuzigt waren, und schmäheten ihn. Es verspotteten ihn auch die Kriege Enechte, traten zu ihm, und brachten ihm§Effig und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber. 51 33. Über der Uebelthäter einer, die da gehenkt waren, lå sterte ihn und sprach: Bist du Chriftus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andre, strafte ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist; und zwar wir sind billig drins nen, denn wir empfahn, was unsre Thaten werth sind. Dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt, und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich tommest. Und Jesus sprach zu ihm: Warlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradieß seyn. 34. Und da es um die sechste Stunde kam, ward eine Fin ferniß über das ganze Land bis um die neunte Stunde, und C 2 52 Historie vom Leiden Christi. die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: Eh! Eli! lama afabihani! Das ist verdollmetschet: Mein Gott! Mein Gott! warum hast du mich verlaffen? Ettiche aber die da stunden, da sie das hörten, sprachen sie: Er ruft dem Elias. Darnach, als Jesus wußte, daß alles schon vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, sprach er: Mich dür. ftet. Da stund ein Gefäß mit Essig, und kald lief einer unter ihnen hin, nahm einer Schwamm, und füllte ihn mit Essig und Ysopen, und steckte ihn auf ein Rohr, und hielts ihm dar zum Munde und tränkte ihn, und sprach mit den andern: Halt, laßt sehen, ob Elias komme und ihn herab nehme. Da nun Jesus den Effig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und abermal rief er laut und sprach; Ba. ter, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er bas gesagt neigte er das Haupt und gab seinen Geist auf. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke von oben an bis unten aus, und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und stunden auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern, nach seiner Auferstehung, und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stund gegen ihm über, und die da bei ihm waren und bewahrten Jesum, da sie sahen. daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben, und was da gejaah, erschracken sie sehr, und preiseten Gott und sprachen: Warlich dieser ist ein from mer Mensch gewesen und Gottes Sohn. Und alles Volk, das dabei war und zusate, da fie sahen, was da geſchah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um. Es stunden aber alle seine Verwandten von Ferne, und viele Weiter, die ihm aus Galiläa waren nochgefolgt, und sahen, das alles, unter welchen Maria Magdalena, und Ma ria, des kleinen Jakobs und Josephs Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, welche ihm nachgefolget war, da er in Galiläa war, und gedient hatten, und viele Historie vom Leiden Christi. 53 andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren. $ 5. Die Juden aber dieweil ee der Rüstag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben am Sabath,( denn des selben Eabathstag war groß) baten sie pitatum, daß ihre Beine gebrochen, und abgenommen würden. Da kamea die Kriegsknechte, und brachen dem ersten die Beine, und dem andern, der mit ihm gekreuziget war; als sie aber zu Jefu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr, und den. felbige weiß, daß er die Wahrheit saget, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift en füllet würde; Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und abermal spricht eine andere Echrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben. Darnach am Abend, dieweil es der Rüftag war, welcher ist der Vorsabath, kam Joseph von Urimathia, der Stadt der Juden, ein reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter frommer Mann, der hatte nicht gewilligt in ihten Rath und Handel, welcher auf das Reich Gottes wartete, denn er war ein Jünger Jesu, dech heimlich, aus Furcht für den Juden, er magts, und ging hinein zu Plato, und bat, daß er möchte abnehmen den leichnam Jeju. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon tod war, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er längst gestorden wäre? Und als er es erkundigt von dem Hauptmann gab er Joseph den Leichnam Jesu, und besahl, man sollte iha ihm geben. Und Joseph kaufte ein Leinwand, Es kam aber auch Nicodemus, der vormals bei der Nacht zu Jefu kom: men war, und brachte Myrrhen und toen untereinander, bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu der abgenommen war, und wickelten ihn in ein rein teins C S 54 Historie vom leiden Christi. wand, und bunden ihn in leinene Tücher, mit Epecereien, wie die Juden pflegten zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget mar ein Garten, und im Garten ein neu Grab, das war Jos fephs, welches er hatte lassen hauen in einen Fels, in wels dhjes niemand je geleget war; daselbst hin legten sie Je sum, um des Rüstags willen der Juden, da der Sabbath anbrach, und das Grab nahe war. Und wälzten einen Stein vor die Thüre des Grabes und gingen davon. Es war aber alloa Maria Magdalena, und Maria Josephs, die segten sich gegen das Grab, auch andere Weiber, die da Jesu auch waren nachgefolget von Galiläa, beschaueten wohin und wie sein Leib geleget war. Sie kehrten aber um, und bereiteten die Epecereien und Galben, und den Sabbath über waren sie still nach dem Gejeh. Des andern Tages, der da felgt nach dem Rüfttage, Eamen die Hoben priester und Pharisäer sämmtlich zu Pilas to und ſprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Ver. führer sprach, da er noch lebte ich will na orei Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kom men und stehlen ibn, und sagen zum Volke: er ist aufers standen von den Toden, und werbe der letzte Betrug års ger denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: da habt ihe die Hüter, gehet hin und verwahrets, wie ihr wisset. Sie gingen bin und verwahreten das Grab mit Hütern, und versiegelten den Stein. Episteln und Evangelien auf alle Sonntage und hohe Feste. Am 1. Sonntage des Abvendts. Epiftel, Nõm. 13, v. 11. 14. Lieben Brüder, weil wir solches wissen, nehmlich, die Zeit, baß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, sin temal unser Hell jegt näher ist, denn da wirs glaubten.) die Nacht ist vergangen, der Tag ift herbeikommen. So laßt uns ablegen die Werke der Finsternis, und anlegen die Waffen des Lichts- Leffet uns ehrbarlich wandeln als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Rams mern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: Sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leis bes, doch also, daß er nicht geil werde. ret Evangelium, Matth. 21, v. 1. 9. Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, sandte Sesus seiner Jünger zween, und ſprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden anges bunden, und ein Füllen bei ihr, löset sie auf, und füh ret sie zu mir. Und so euch jemand erwas wird sagen, so 56 Episteln Sprecht: der Herr bedarf ihr, so bald wird er fie euch lass fen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der 3 on, siehe dein kommt zu dir thig, und reitet auf einem Gel, und auf einem Füllen der lastbaren Efetin. Die Jünger gingen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. Und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleiber darauf, und sag ten sich darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg. Die andern hieben die 3weige von den Bäumen, und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie uno sprach: Hosianna, dem Sohn Divid. Gelobet sey, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe. SPIN Am 2. Conntage des Abvents. Epistel, Röm. 15, v. 4: 13. Lieben Brüder, was aber zuvor geschieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Troft der Schrift Hoffnung baben. Gott aber der Se: duld und des Troftes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnt feyd untereinander nach Jesu Christo, auf daß ihr ein. müthiglich mit dem Munde lobet Gott, und den Bater unsere Herrn Jesu Chrifti. Darum nehmet euch untereinander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sey ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern ges schehen. Daß die heiden aber Gott loben um der armherzigkeit willen, wie geschrieben steht: Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinen Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch ihr Heiden mit ſeinem Vork. Und abermal: Lobet den Herrn alle Hris den, und preiſset ihn alle Võiter. Und abermal spricht Esatas: Es wird seyn die Wurzel Jeffe, und der aufer, und Evangelien. 57 stehen wird zu herrschen über die heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ibr wöllige Hoffnung habt durch die Kraft des heitigen Geiftes. Evangelium, Luca 2, v. 25:36. Jefus fprach zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen ge shehen an der Sonnen und Mond, und Sternen und auf Erden wird den Leuten bange fein, und werden zas gen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten für Furcht und für Barten der Dinge, die da kommen follen, anf Erden: Denn auch der Himmet Kräftet sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfähet zu geschehen, so sehet auf und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume, wenn sie jeht ausschlagen, so ses het ihrs an ihnen, und merket, daß jegt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles seht anges hen, so wisfet, daß das Reich Gottes nahe ift. Warlich ich ſage euch: dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erben werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Über hütet euch, daß eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen, und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch. Denn wie ein Fallstrick wird er tommen über alle, die auf Erden wohnen. So seyd nun wecker allezeit und betet, daß ihr würdig werden möget zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stes hen vor des Menschen Sohn. Am 3. Sonntage des Advents. Epistel, 1 Cor. 4, v. 1.5. Dafür halte uns jebermann, nemlich für Chrifi Diener und Hauebalter über Gottes Geheimnisse. Nun fus 58 Episteln chet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ists ein geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget. Der Herr aber ists, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finsteen verborgen ist, und den Nath der Herzen offenbaren, alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Evangelium, Matth. 11, v. 2: 10. Da aber Johannes im Gefängniß die Werke Chrifti hőrete, fandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm sagen: bist du, der da kommen soll oder sollen wir eines andern warten: Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret. Die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aussägigen werden rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf und den Armen wird das Evangelium geprediget. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da sie hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johanne: was fepd ihr hinausgegangen in die Wüsten zu sehen? Wollet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder, was send ihr hiuausgegangen zu sehen? Wollet ihs einen Menschen in reichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könize Häuser. Oder, was send ihr hinnausgegangen zu sehen? Wollet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehe ist benn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrieben ftehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, des deinen Beg vor dir bereiten soll. Am 4. Sountage des Advents. Epistel, Philipp. 4, v. 4. 7. Lieben Brüder! Freuet euch in dem Herrn allewege und abermalt sage ich: Freuet euch. Eure Lindigkeit laf und Evangelien. 59 set Eund sein allen Menschen. Der Herr ist nabe. Gors get niht, sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Chrifto Sesu. Evangelium, 1, v. 19: 28. Und dies ist das Zeugnis Johannes, ba die Juben sand. ten von Jetufalem Priester und Leviten, daß sie ihn frage ten: wer bist bu? Und er bekannte und leugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Ghrißus, und sie fragten iha: Was denn? bist du Etias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Prophet? und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Unt wort geben denen, die uns gefandt haben, was sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in den Wüsten, richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jefaias gesagt hat. Und die gesandt waren die waten von den Pharisäern und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn? so du nicht Chri stus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes ant wortete ihnen und sprach: Sch taufe mit Wasser, aber er ift mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennt. Der ifts, der nach) mir kommen wird, welcher vor mir gewes sen ist, deß ich nicht werth bin, bas ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara, jenseits des Jordans, da Johannes taufete. id The Starbuat In part 38020 Am heiligen Chrifttage. Epistel, Zitum 2, v. 11. 14. ist erschienen die heilsamme Gnade Gottes allen Mens schen, und züchtiget uns, daß wir sollen verläugnen bas ungöttliche Wesen und die menschlichen Lüfte, and züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die felige Hoffnung und Erscheinung der Herrs CO 60 Episteln lidkeit des großen Gottes, und unsers Heilandes Jesu Chrifti, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er une ertöfet von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evangelium, Luca 2, v. 1. 14. Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Rais fer Wuauftus ausging, daß alle Welt geschägt würde. Und diese Sägung war die allererste, und geschah zur Zeit, da Cyrentus Lantpfleger in Syrien war, und jedermann ging, taß er sich schäßen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Josepy aus Galilaa, aus der Stade Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt David, tie da beißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte David war. Auf daß er sich schägen ließe mit Maria, feinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären follte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe. Denn sie hat. ten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hür. den, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie und sie furchten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe ich verkündige euch große widerfahren Denn eud) ist heute der Heiland geboren, welcher ift Chrifu, der Herr in der Stadt David- und das habt ihr zum deln hr werdet finden das Kind in Win und in einer Krippe liegen. Und alsbald wac da bei dem Engel die Menge der himmlischen Beerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sey Gott in ber höhe, unt Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. und Evangelien. Am Tage St. Stephani des ersten Märtyrers. Epiftel, Up. Gefch. 6. u. 7 Cap. Stephanus aber voll Glaubens und Kräften, that Wunder und große Beichen urter dem Bolk. Da stunten ets liche von der Schule auf, die da heißt der Libertiner und ber Sprener, uno der Alexandrer und derer, die aus Ei. cilia und Asia waren, und befragten sich mit Stephano. und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geiste, der da redzte. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehört Lästerworte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Bolt und die Helteften und die Schriftgelehrten, und tra. ten herzu, und rissen ihn bin, und führten ihn vor den Rath, und stellten falsche Zéugen dar, die sprachen: Dies fer Mensch hört nicht auf Lästerworte zu reden wider diese hellige Stätte und das Geseg. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören, und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und fie sahen auf ihn alle, die im Rath saßen, und sahen sein Ungesicht, gleich eines Engels Ungesicht. Als er aber voll beitigen Geistes war, sabe er auf gen himmel, und sahe die Herrlichkeit Gottes, und Jefus neden zur Rechten Got. tea, und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen), und des Menschen Sohn zur Nechten Gottes stehen. Sie schricen aber laut, und hielten ihre Ohren zu und stürmten ein müthiglich zu ihm ein, und stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Klei. der zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus, und feinigten Stephanum, der aufrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen( Seift auf! Er Eniete aber nieder, und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht. Und als er das gesagt, entschlief er. 61 Evangelium, Matth. 23, v. 34 39. Der Herr sprach zu den Pharisäern und Schriftgelehe. tea, und Oberften der Juden: Siehe, ich sende zu euch Propheten und Beifen, und Schriftgelehrten, und 62 Episteln berselbigen werdet ihr etliche tödten und kreuzigen, und etliche werdet ihe geisfeln in euren Schulen, und werdes fie verfolgen von ter einen Stadt zu der andern. Auf daß über euch komme alle bas gerechte Blut, das vergossen int auf Erden, von bem Blut an des gerechten Abels, bis auf das Blut Zacharias, Barachia Sohn, welden ihr ge. tödtet habt zwischen dem Tempel und Ultat. Warlich, ich fage euch: daß solches alles wird über dies Geschlecht kom. men. Jerusalem, Jerusalem, die du tödtest die Propheten und steinigeft die zu dir gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammein wollen, wie eine Henne versam. melt ihre Rüchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt? Sehet, euer Haus soll euch wüste gelassen wes den. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jest an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobet fey, der da kommt in dem Namen des Heren. Am Lage St. Jobannis des Apostels und Evangelisten. Epiftel, Sirach 15, v. 1. 8. Colches thut niemand, denn der den Herrn fürchtet, und wer sich an Gottes Wort hält, der findet sie. Und sie wird ihm begegnen, wie eine Mutter, und wird ihn empfahen, wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstandes, und wird ihn tränken mit Waffer der Beisheit. Dadurch wird er stark werden, daß er fest ste. hen kann, und wird sich an sie halten, daß er nicht za Schanden wird. Sie wird ihn erhöhen über feinen Näch sten, und wird ihm seinen Mund aufthun in der Gemeis ne. Sie wird ihn krönen mit Freude und Wonne, und mit ewigem Namen begaben. Uber die Narren finden sie nicht, und die Gottlosen können sie nicht erseben. Deno fie ist ferne von den Hoffärtigen, und bie heuchler wissen nichts von ihr. Evangelium, Joh. 21, v. 15. 24. Da sie nun das Mahl genommen hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lie und Evangelien. 63 ber, denn mich diese haben? Et spricht zu ihm: Ja Herr: du weißt deß ich bich lieb habe. Spricht er zu ihm: wel, de meine tämmer. Spricht er zum andernmal zu ihmSimon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja Herr du weißt das ich dich lieb habe. Spricht er zu ibm: Weide meine Echaafe. Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna, haft du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum drittenmal zu ihm sagte: Hoft du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr du weißt alle Dinge, du weißt daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Beide meine Schaafe. Warlich, warlich, ich sage dir, da du jünger warft, gürtest du dich selbst, und wandelteft, wohin du wolltest. Wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deu. ten, mit welchem Zode er Gott preisen würde. Da er aber bas gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte sich um, und sahe den Jünger folgen, welchen Sesus lieb hatte, der auch an seiner Bruft am Abendessen gelegen war, und gefagt hatte: Herr wer iste, der dich verräth? Da Petrus diesen fahe, spricht er zu Jesu: Herr, was soll aber dieser, Jesus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich tomme, was gehet es dich an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus un. ter den Brüdern: dieser Jünger stirbt nicht. und Jesus sprach zu ihm: Er stirbt nicht, sondern so ich will daß er bleibe bis ich komme, was gebt es dich an? Dies ift der Jünger, der ven diesen Dingen zeuget, und hat dies geschrieben, und wir wissen, daß sein 3eugniß wahrhaftig ist. Am Sonntage nach dem Christtage. Epistel, Galat. 4, v. 1: 7. To fage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter: Sondern er ist unter den Bormfindern und Pflegern, bis auf die bestimmte Beit 61 Episteln vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, was ren wir gefangen unter den äußerlichen Sagungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn ge. bohren von einem. Weibe, und unter das Gesek gethen, auf daß er die, so unter dem Geseg waren, erlöfer, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seyd, hat Gott gefandt den Geift feines Sohnes in eure Her zen, ber schreiet: Abba, lieber Vater. Also ist nun hie kein Kuecht mehr sondern eitel Kinder. Sinds aber Kin ber, so sinds auch Erben Gottes durch Chriftum. Evangelium, Euca 2, v. 33.40. Und sein Vater und Mutter verwunderten sich deß, das von Jesu geredet ward. Und Simon segnete sie und fprach zu Maria seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesegt zu einem Fall, und Kuferstehen vieler in Israel, und zu Und es wird ein einem Zeichen dem widersprochen wird. Schwerdt durch deine Seele dringen, auf das vieler Hers zen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Geschlechte f fer, die war wohl betaget, und hatte gel.bet sieben Jahre mit ihrem Manne nach der Jungfrauschaft. Und war nun eine Bittwe bei 84 Jahren, die fam nimmer vom Tem. pel, diente Gott mit Faften und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselben Stunde, und preis fete den Herrn, und redete von ihm zu allen die auf die Erlösung zu Jerufalem warteten. Und da sie alles vollens det hatten, nach dem Gefeße des Herrn, kehrten sie wies der in Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnate war bei ihm. Am neuen Jahrestage. Epiftel, Galater S, v. 23.29. Che denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Geseg verwahret, und verschloffen auf den Glauben, und Evangelien. 65 der da follte offenbart werden. Also ist das Geset unser Buchtmeister gewesen auf Chriftum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr send alle Bottes Kinder, durch den Glauben an Chriftum Jesum. Denn wie viel euer getauft sind, die haben Chris ftum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist tein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib; denn ihr send allzumal einer in Chrifto Jesu. Seyd ihr aber Chrifti, so send ihr ja Abrahams Saamen, und nach der Verheißung Erben. Cangelium, Luca2, v. 21. Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward seyn Name genennt Jesus, welcher genens net war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe emps fangen ward. Am Sonntage nach dem neuen Jahre. Epistel, Tit.. 3, v. 4: 7. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Got tes unsers Heilandes. Nicht um der Werke willen der Ges rechtigkeit, die wir gethan hatten; sondern nach seiner Barmherzigkeit, machte er uns selig, durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heil. Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jefum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade ge recht und Eeben seven des ewigen Lebens, nach der Hoff nung, das ist gewißlich wahr. Evangelium, Matth. 2, v. 13. 15. Da die Weisen aus Morgenland hinweggezogen waren, fiebe, da erschien der Engel des Herrn dem Jofeph im Traum, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu die, und fleuch in Egyptenland, und bleib allda, bis ich dir sage. Denn es ist vorhanden, 66 Episteln baß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stund auf, und nahm das Kindlein und seine Muts ter zu sich in der Nacht, und entwich in Egyptenland, und blieb allda bis nach dem Tode Herodis. Uuf daß er. füllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, da er spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Am Feste Epiphania oder der Erscheinung Chrißi. Epistel, Jesaia 60, v. 1.6. Mache dich auf, werd Licht, denn dein Licht kommt, and Denn bie Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. fiehe, Finsterniß bedecket das Erdreich, und Dunkel die Völker. Ubec über dir gehet auf der Herr, und seine Herrs lichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, und die Könige im Glanz, des über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe um her, diese alle versammlet kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seiten erzogen werden. Denn wirst du deine Lust sehen und auß brechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret; und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge des Cameete wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Spha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Beprauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen.. Evangelium, Matth. 2, v. 1. 12. Da Jesus geboren war zu Bethlehem, im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodis; Siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem, und Sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind kommen ihn anzubeten. Da das der König Herodes hös rete, exschrack er, und mit ihm das ganze Jerusalem, und ließ versammeln, alle Hohepriester und Schriftgelehrs ten unter dem Bolt, und erforschete von ihnen, wo und Evangelien. 67 Chriftus sollte gebohren werden. Und sie sagten ihm: zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande, bift mit nichten die Kleinste unter den Fürften Juda, denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sey. Da bertef Herodes die Weisen heimlich, und erlernete mit von ihnen, wenn der Stern erschienen wäre. Und weisete sie gen Bethlehem und sprach: Biebet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihrs findet, so sagt mirs wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stund oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet; und gingen in das Haus, und funden das Kindlein mit Maria seiner Mutter, und sielen nieder und beteten es an und thäten ihre Schäße auf, und schenkten ihm Gold, Wey. rauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, Cup fie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Am 1. Conntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Röm. 12, v. 1.6. Sch ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigteit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer das ba lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sey, welches sey euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellt euch nicht dieses Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sey ber gute, wohlgefällige und der vollkommene Gottes Wils le. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, benn sichs gebühtet zu halten, sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher nachdem Gott ausgetheilet bat das Maaß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht allerlei Geschäfte haben: Also find wir viel ein Letb 68 slis Episteln in Chrifto, aber unter einander ist einer des andern Glied.. Und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns ge. geben ift. Evangelium, Luca 2, v, 42: 52, Da Jesus 12 Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jes rusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesu zu Jerusalem, und seine Eltern wußtens nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und famen eine Tagreise und suchten ihn unter den Ge freundeten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, giengen sie wieder gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach drei Tagen, fanden sie ihn im Tempel fişen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zubörte, und fraste. Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich seis nes Berstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsegten sie sich. Und seine Mutter sprach ju ihm: Mein Sohn warum hast du uns das gethan? Siehe dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: was ifte, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß indem, das meines Vaters ist? Und sie verstunden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle dieſe Worte in ihrem Herzen. Und Jefus nahm zu an Weisheit Alter und Gnade, bei Gott und den Menschen. Am 2. Sonntage nach der Erscheinung Christi. fo Epistel, Röm. 12, v. 6: 16. Lieben Brüder! Wir haben mancherlei Gaben, nach ber Gnade, die uns gegeben ist. Hat jemand Weissagung, fey sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Umt, fo warte er des Umts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnt jemand, so arte er des Ermahnens. Sibt je: mand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, ſo fep et orgfältig; übet jemand Barmherzigkeit, so thue er es mit und Evangelien. 69 Eufst. Die Liebe sey nicht falſch. Haffet das Urge, hane get dem Guten an. brüderliche Liebe untereinander sen herzlich. Einer komme dem Undern mit Ehrerbietung guvor. Seyd nicht träge, was ihr thun sollt. Seyd brün. stig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Eeyd fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübfal. Haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothourft an. Herberget gerne. Gegnet die euch verfolgen, segnet und fluchet nicht. Freut euch mit den Fröhligen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn untereinander. Trachtet nicht noch hohen Dingen, sondern hattet euch herunter zu den Niedris gen. Evangelium, Joh. 2, v. 1. 11. Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Canaa in Ga. liläa, und die Mutter Jefu war da. Jesus aber und sei. ne Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Bein. Jesus spricht zu ihe: Weib was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kom men. Seine Mutter spricht zu den Dienern: was er euch faget das] thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wass ferkrüge gesegt nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maas. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie füls leten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet und bringets dem Speisemeister, und sie brachtens. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wuste nicht, von wannen er kam, die Diener aber wustens, die das Wasser geschöpfet hatten, rufet der Speisemeister den Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn fie trunken worden sind, alsdann den geringern, du haft ten guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeis chen, das Jefus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarete seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn. nun, 70 Episteln Am 3. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epiftel, Röm. 12, v. 17: 21. Lieben Brüder! Haltet euch nicht selbst für klug. Ves geltet niemand Böses mit Bösem, befleißiget euch der Ehr barkeit gegen jedermann. It es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Friede. Rächet euch selber nicht meine Liebsten, sondern gebt Raum dem Zorn Got tes. Denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn, dürftet ihn, so tränke ihn; wenn du das thust, ſo wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium, Matth. 8, v. 1- 13. Da Jesus vom Berge herab ging, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Ausfähiger kam und betete ihn an, und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, und rührete ihn an, und sprach zu ihm: Ich wills thun, sey gereini get. Und alsbald ward er von seinem Aussaß rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, fags niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester und opfre deine Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Sesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann za ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jefus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach geheft; sondern sprie nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte, noch wenn ich sage zu einem, gehe hin so geht er, und zum andern: Komme her, so kommt er, und zu meinem Knechte: Thue das, so thut ers. Da das Jesus hörte, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Warlich, ich sage euch, solchen Glau ben habe ich in Israel nicht funden, aber ich sage euche und Evangelien. 71 Biel werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham und Isaac und Jacob im Himmelreich sigen. Über die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äusa ferste Finsterniß hinaus, da wird seyn Heulen und Zähn. klappern. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin bir geschehe, wie du geglaubet haft. Und sein Knecht ward gesund zu derselben Stunde. Am 4. Sonntag nach der Erscheinung Christi. Epistel, Röm. 13, v. 8: 10. Send niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet. Denn wer den andern liebet, der hat das Gefeß erfüllet. Denn was da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen: Du sollst nicht tödten: Du sollst nicht fehlen: Du sollst nicht falsch Beugniß geben: Dich soll nichts gelüften; und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Worte verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Bő: ses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangelium, Matth. 8, v. 23. 27. Sefus trat in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm. Und siehe, da erhob sich ein groß ungeftum im Meere, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedecket ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm und weck ten ihn auf, und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: ihr Kleingläubigen, warum seyd ihr so furchtsam? Und stund auf und bedrohete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich, und sprachen: Was ist das von ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Episteln Am 5. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Collosser 3, v. 12. 17. So ziehet nun an, als die Auserwähiten Gottes, Hellis gen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth und Geduld. Und vertrage einer den andern, und vergebet euch untereinander, so jemand Klage hat wider den andern, gleich wie Christus euch vergeben hat, also auch thr. Ueber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Boukommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch be rufen seyd in einem Leibe, und seyo dankbar. Lasset bas Wort Chrifti unter euch reichlich wohnen, in aller Weis. heit. Lehret und vermahnet euch felbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in euren Herzen. Und alles, was ihr thut mit Worten oder Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jelu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. 72 Evangelium, Matth. 13, v. 24= 30. Jesus legte ihnen ein ander Gleichniß vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Saamen auf einen Ucker säet. Da aber die Leute schlies fen, tam der Feind und fäete Unkraut zwischen den Wei zen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, hast du nicht guten Saamen auf deinen Ucker gefäet? Woher hat er dann das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du, daß wir hingehen und es ausjäten? Er sprach!: Nein, auf daß the nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, sol ihr das Unkraut ausjätet. Lasset beides mit einander wachsen, biß zu der Erndte, und um die Eendtezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammiet zuvor das Unkraut, und bins bet es in Bündlein, daß man es verbrenne, aber den Waizen sammlet mir in meine Scheunen. und Evangelien. Am 6. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, 2 Petri 1, v. 16:21. Wir haben nicht den klugen Fabeln gefolgt, ba wir euch fund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Sesu Chriftt; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott dem Bater Ehre und Preis, burch eine Stimme, die zu ihm geschahe von der großen Herrlichkeit bermaßen: dies ist mein lieber Sohn an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme paben wir gehört vom himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heil. Berge. Wir haben ein festes prophetisches Bort, und ihr thut wohl, baß the darauf achtet, als auf ein lidt, bas da scheint an einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in eurem SepUnd das sollt ihr für das erste wiffen, daß feine Weissagung in der Schrift gefchiegt durch eigene Auslegung. Denn es ist noch nie eine#Beiffagung aus menschlichem Billen hervorgebracht; sondern die heiligen Menschen Gotte haben geretet, getrieben von dem heiligen Geist. zen. 75 Evangelium, Matth. 17, v. 1.9. Und nach 6 Zagen nahm Jesus zu sich Petrum, Jacobum und Johannem seinen Bruder, und führte sie beiſeits auf einen hohen Berg, und ward verklärt vor ihnen und sein Ungesicht leuchtere wie die Sonne, und seine Kleider wurben weis als ein Licht. und siehe, da erschien ihnen Mofes und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jefu: Herr hie ist gut sein, willst da, so wollen wir hie drei Hütten machen. Dir eine, Mosi eine und Elia eine. Da er noch also, rebete, siehe, ta fibers hattete sie eine lichte Wolke, und eine Stimme aus den Wollen sprach: Das ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt iht hören. Da das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Ungeficht, und erschracken sehr. Jesus- aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Stehet auf, and fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen d 74 Episteln aufhuben, sahen sie niemand, denn Jefum alleine. Und da sie vom Berge herab gingen, gebot ihnen Jesus, und Sprach: Ihr sollt diese Geschichte niemand sagen bis des Menschen Sohn von den Zoden auferstanden ist. Am Sonntage Septuagesima. Epistel, 1 Cor. 9, v. 24 u. 10. Cap. 1= 5. W ffet ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das kleinod. Laufet nun also, daß ihrs ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges, jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfahen, wir aber eine unvergäng. liche. Ja lauf aber also, nicht als aufs ungewisse. Ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet, sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht ans dern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Bäter find alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mofen getauft mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geiftliche Speise gegessen, und haben alle einerley geistlis chen Trank getrunken, fie tranten aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgte, welcher war Christus. Uber an ihrer vielen hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn sie sind nies dergeschlagen in der Wüsten. Evangelium, Matth. 20, v. 1- 16. Jefus sprach zu seinen Jüngern: Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Ur. teiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Urbeitern eins ward um einen Broschen zum Tage. lohn, fandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sahe andere an dem Markte müßig stehen und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Beinberg, ich will euch geben, was recht ist, und fie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die elfte Stunde aber ging er aus, und fand andere mäßig fte. und Evangelien. 75 hen, und sprach zu ihnen: Was steht ihr hie den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Beinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend war, sprach der Herr des Weinberges zu seinem Schaffner: Ruf den Arbeitern, und gib ihnen den Lohn, und hebe an, an den Legten bis zu den Er. sten. Da kamen die um die eilfte Stunde gedingt waren und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meineten sie, sie würden mehr empfangen, und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Hausvater und sprachen: die Leßten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du haft sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue die nicht unrecht, bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen Legten geben, gleich wie dir. Oder, habe ich nicht macht zu thun was ich will mit dem Meinen? Siehest du barum so scheel, daß ich so gütig bin? Alſo werden die Legten die Ersten, und die Ersten die Legten jeyn. Denn viele sind berufen, aber wenige auserwählet. Am Sonntage Seragesima. Epiftel, 2 Cor. 11, 19:33 u. 12, 1.9. Lieben Brüder! Ihr vertraget gerne die Narren, dieweit ihr klug seyd. Ihr vertraget, so euch jemand zu Knech ten macht, so euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, so euch jemand trott, so euch jemand ins Angesicht streichet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach wor= den. Worauf nun jemand tühn ift,( ich rede in Thorheit) darauf bin ich auch kühn. Sie sind Hebräer, ich auch; fie find Ifraeliten, ich auch; sie sind Abrahams Saamen, ich auch. Sie sind Diener Chrifti,( ich rede thöricht) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schlä: ge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöthen ges 82 76 Epistela Beft. Bon den Juden habe ich fünfmat empfangen vierzig Streiche, weniger eins. 3 bin oreimal gestäupet, ein mal gesteinigt, dreimal habe ich Schiffbzuch erlitten, Sag and Nacht habe ich zugebracht in dez Stefe des Meers. Ich Dabe oft gereiset, tch bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fahrlichkeit unter den Juden, in Fábrlichteit unter den Heiden, in Fährlich teit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüsten, in Fährlichs teit auf dem Meer, in Fahrlichkeit unter den falschen BrüBern. In Mühe und Krbeit, in viel Bachen, in Hunger and Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße; ohne was # sonst zuträgt, nemlich daß ich tägtich werde angelaufen, and trage Sorge für alle Gemeinden. Wer ist schwach, und Ich werde nicht schwach? wer wird geärgect, und ich brence nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unsers perrn Sefu Egrifti, welcher sey gelobet in Eigkeit, weiß, daß ich nicht läge. Zu Damaskus der Landpfleger des Königs Kreta verwahrte die Stadt der Damascer, und wellre mid greifen, und ich ward in einem storb zum Fenster aus durd bie Mauern niebergelassen, und entrann aus seinen Hän ben. Es ist mix ja des Stühmen nichts nüge, doch will ich Commen auf die Gefqichte und Offenbarungen des Herrn. 34 Lenne einen Menschen in Chrifto, vor vierzchn Jahren( ik er in dem Beibe geroefen, fo weiß ich nicht, oder ist er außer bem Leibe gewesen, fo weiß ich es auch nicht, Gott weiß es), berselbe ward entzüct bis in den deitten Himmet. Und id Benne benfelbigen Menschen.( Ob es in dem Leibe oder auffez bem Beibe gewesen ist, weiß ich niche, Gott weiß es). Ce wird entzückt in das Paradies, und hörte unaussprech tiche orte, welche tein Mensch sagen kann. Davon will ich mich zühmen, vos mie selbst aber will nich nichts rüh men, obne meine Schwacheit. Und so ich mich rüşmen wollte, thắt ich barum nicht thőricht, denn ich wollte die Bahrbeit fagen. Jch enthalte mich aber des, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mie siebet, oder von mix göst. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offentes tung überbebe, ist mit gegeben ein Praht ins Fleisch, nem lich des Gatans Engel, der mich mit Fouten schlage, auf daß ich mich uicht überhebe. Difüs ich dee mal dem hera und Evangelien. 77 geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mts gesagt: Las bir an meiner Gnade genügen; benn meine Kraft ist in den Sowaden mächtig. Darum will ich migh am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß diz Kraft Chrifti in mir wohne. Evangelfum, Luck 8, a. 4. 15. Da nun viel Volke beieinander war, and aus den Sitäten zu Jesu eilten, fprach er durch ein Gleichnis: Es ging ein Gäemann aus zu säen seinen Saamen, und indem e fåete, fiel etliches auf den Weg und ward vertreten, un die Vögel unter dem Himmel fraßens auf. Und etliches fiel auf den Fels. und da es aufging, verborrte es, darum, tag es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf und erfickteas. Und etliches fiel auf ein gut Land, und es ging auf und trug gundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: wea Ohren hat zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine Sünger und sprachen: was dies Steichnis wäre? Ee aber ſprach: Euch ist gegeben zu wissen das Geheimniß des Reich Gottes, den andern abec in Gleichnissen, daß fe es nicht sehen, ob sie es schon fehen und nicht verstehen, ob fie es schon bören. Das ift aber das Gleichniß: Der Sa me ist das Wort Gottes; die aber an dem Wege find, bas find, die es hören, darnach kommt der Teufel, und nimes bae Wort von ihren Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf den Fels, find bie, warn sie es hören, nehmen sie das Mort mit Freuden an, und haben nicht Wurzel; eine zeitlang glauben sie, und z Beit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter dia Dornen fiel, find die, so es hören, und gehen hin untes den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und erstickens, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande sind, die das Bort hören und betalten to einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Episteln Am Fastnacht, Sonntage, Estomihi. Epistel, 1 Cor. 13, v. 1 13. Lieben Brüder, wenn ich mit Menschen und mit Engel. zungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weifsagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse, und alle Erkenntniß und hätte allen Glauben, also daß ich Berge rers sette, und hätte ber Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich all meine Habe den Urmen gebe, und ließ meis nen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wär mirs nichts nüge. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht, sie stellt sich nicht ungebärtig, fie suchet nicht das Ihre, fie lässet sich nicht erbitten, sie trachtet nicht nach Schaben. Sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, fie freut sich aber der Wahrheit, sie verträget alles, fie glaubt alles, sie hofft alles, fie duldet alles. Die Liebe wird nicht müde. Es müssen aufhören die Beissagungen und aufhören die Sprachen, und das Erkenntniß wird auch aufhören. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und uns fer Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie, ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kindische Unschläge. Da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch) war. Wir seben jegt durch einen Spiegel in einem dunkeln Ort, dann aber von Ungesicht zu Angesicht. Jegt erkenne ichs stück: weise, dann aber werde ichs erkennen, gleichwie ich etken. net bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung. Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. 78 Evangelium, Luca 18, v. 31. 43. Jefus nahm zu sich die 3wölfe, und sprach zu ihnen: Siehet, wir gehen hinauf gen Serusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Prophes ten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet und Evangelien. 79 werden den Heiden, und er wird verspottet, und geschmä. het und verspeiet werden. Und sie werden ihn geisseln und tõden, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Weg und bettelte. Da er aber hörte das Volk, das durchhin ging, forschte er, was das wäre? Da verküns digten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn David, erbarm dich mein! Die aber vorne an gingen, bedrohten ihn, er sollte fdweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn David, er baime dich mein. Jesus aber stand stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, das ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jefus sprach zu ihm: Sey sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alss bald ward er sehend und folgte ihm nach, und preisete Gott, und alles Volk, das folches sahe, lobete Gott. Am 1. Sonntage in der Fasten, Invocavit. Epistel, 2 Cor. 6, v. 1. 10. Lieben Brüder, wir ermahnen cuch als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhös ret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jest ist die unangenehme 3eit, jegt ist der Tag des Heils. laffet uns aber niemand irgend ein Wergerniß geben, auf daß unser Umt nicht verläftert werde, sondern in allen Dingen lasfet uns beweisen als die Kinder Gottes, in großer Geduld, in Trütfal, in Nöthen, in engsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Faften, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geift, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rech ten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch 80 Episteln böse Gerüchte und gute Gerüchte. Als die Verführer und doch wahrhaftig. Als die Unbekannten und doch bekannt. Als die Sterbenden, und siche, wir leben. Als die Gezüch tigten und doch nicht ertödet. Als die Traurigen, aber allezeit frohlich. Als die Urmen, aber die doch viel reich machen, als die nichts inne haben, und doch alles haben. Evangelium, Matth. 4, v. 1. 11. Da ward Jesue vom Geist in die Wüsten geführet, auf daß er vom Teufel versucht würde. Und da er 40 Tage und 40 Nächte gefaftet hatte, hungerte ihn. Und der Verfacher trat zu ihm, und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brod allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht. Da führte ihn der Teufel mrit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Binne des Tempels, und sprach zu ihm: bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab, denn es steht gefchrieben: Er wird seinen Engeln über die Befeht thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stößeßt. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott deinen Herrn wicht versuchen. Wiederum führte ihn der Zeufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Neiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du niedertält und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir Satan, denn es steht geschrieben: Du sollst anbeten Gott deinen Herrn und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufet, und siehe, da traten die Engel zu ihm, und diene ten ihm. und Evangelien. Am 2. Sonntage in der Fasten, Reminiscere. Epistel, 1 Theff. 4, s. 1. 7. Weiter, lieben Brüder, bitten wir euch, und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt wie the sollt wandein, und Gott gefallen, daß iha immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welch Gebot me euch gegeben haben, durch den Heren Jefum. Denn das ist der Wille Gottes eure Heiligung, daß ihr meider be Hureret, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligkeit und Ehren, nicht in der Luftfeuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und das nie. mand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruber im Handel denn der Herr ist Nächer über das alles, wie we tuch guvor gesagt und bezeugt haben. Denn Gott tatt uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligkeit. 31 Coangelium, Matth. 15, v. 21. 28. Und Jesus ging aus, von bannen, and entwich in die Gegend Zyto und Sidon. Und siege ein Cananäisch Beld ging aus berselbigen Gränze, und ferie ihm nach, and sprach: N Here, du Schn David! erbarme bid) meta, meine Tochter wird vom Teufel übel geplagi. Und er ant wortete ihr fein Wort. Da traten zu ihm feixe Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn se freit uns nach. Er antwortete aber und sprach: Sch bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Echaafen von tem Hause Ifract. Sie fam aber und fiel vor ihm wieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antworte und sprach: Es ist nicht sein, daß man den Kindern z Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie fpeace Ja Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brods men, die von ihrer Herrn Tische fallen. Da antwortese Jefus und sprach zu ihr: O Beib, dein Glaube ist groß! dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochier ward ges fund zu derselbigen Stunde. 85 Epißeln Am 3. Gonntage in der Fasten, Oculi. Epistel, Ephef. 5, v. 1 19. send nun Nachfolger Gottes, als die lieben Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie Chriftus euch geliebet hat, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber, und olle Unreinigkeit, oder Geiz laffet nicht von euch gefagt werden, wie den Heiligen zusteht. Auch schandbace Worte und Narrentheidingen, oder Scherz, welche euch nicht zie men, sondern vielmehe Danksagung. Denn das sellt ihr wissen, daß kein Hurer, oder Unreiner, oder Geiziger, ( welcher ist ein Geßendiener) Eebe hat an dem Reich Chri. fti und Gottes. Lasset uns niemand verführen mit vergeb: lichen Worten, denn um unser Willen kommt der Zorn Gottes über die Kinter des Unglaubens. Darum seyd nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finster. niß, nun aber send ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geiftes if al Ierlei ütigkeit, Gerechtigkeit und Wahrheit. 82 Evangelium, Luca 11, v. 14: 28. Jesus trieb e nen Teufel aus, der war stumm, und es ges Ichah, da der Zeufel ausfuor, da redete der Stumme. Und das Bolk verwunderte sich. Erliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm, vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das antere: 3ft denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr saget: Ich treibe die Teufel aus burch Belzebub. So ich aber die Teufel durch Bel. zebub austreibe, burc wen treiben fie cure Kinder aus. Darum werden sie cure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreite, fo tommt je das Reich Gottes zu euch. Benn ein starker Gewapneter und Evangelien. 83 Pallaft bewahrt, so bleibt das Seine mit Frieden: wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt, und überwindet ihn, ſo nimmt er ihm sein Harnisd), darauf er sich verließ, und theilet den Raub aus. Ber nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammlet, der zers streuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätte, suchet Ruhe, und findet sie nicht. So spricht er: ich will wieder um kehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wann er kommt, so findet ers mit Besen gekebret und geschmätet. Dann gehet er hin und nimmt sieben Geister zu fich, die ärger sind, denn er selbst und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da und wird hernach mit demselben Mens schen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, elhub ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen haft. Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Am 4 Conntage in der Fasten, Lätare. Epifte, Gallater 4, v. 21: 31. Saget mir, die ihr unter dem Gesep sein wollt, habt ihr das Geseß nicht gehöret? Denn es stehet geschrieben: daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freyen. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freyen, ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Teftamente, eines von dem Berg Sina, das zur Knechtschaft gebietet, welches ist die Ugar. Denn Agar heißt in Arabia der Berg Sina, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Beit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Über das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freye, die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: Eey fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierest, und brich hervor, und rufe die du nicht schwanger bift, denn die Einfame hat viel mehr Kinder, dann die den Mann $ 6 84 Epistelna hat. Wir aber, lieben Brüder, find Isaacs nach der Verheißung Kinder. Aber gleich wie zu der 3eit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgeten den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jest auch. Uber was spricht die Schrift? Stcße die magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn foll nicht erben mit dem Sohn der Freyen. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder sondern der Freyen. Evangelium, Joh. 6, v. 1. 15. Darnach fuhr Jefus weg über das Meer, an der Stadt Syberias in Galiláa, und es zog ihm viet Volks nach, darum, daß sie die Beichen faben, die er an den Krans ken that. Jesus aber ging hinaus auf einen Berg, and fegte fich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ofern der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf und siehe, daß viel Bolks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: wo kaufen wir Brod, daß diese effen?( das fagte er aber ihn zu versuchen, denn er wußte wol, was er thun wollte). Philippus antwortete ihm: 3weihundert Pfennige Werth Brode ist nicht genug unter fie, daß ein jeder unter ihnen ein wenig nehme- Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Undreas, der Bruder Simonis Pes tri: Es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gerstenbrod, und zween Fiiche, aber was ist das unter so viele? Jefus aver sprach: Schaffet, daß sich das Bolk lagere. Es waz aber viel Gras an dem Ort, da lagerten sich bei fünf Tausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankete, und gab sie den Jüngern; die Jünger aber denen, die fich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu feinen Jüngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten fie, und fülleten zwolf Rörbe mit Brocken, von den fünf Gerstenbroden, die überblieben benen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen faben, das Jesus that, sprachen fie, der ift wahrlich der Prophet, der in die Welt kom men soll. Da nun Jesus merkte, daß fie tommen wär und Evangelien. 85 den, und ihn halchen, daß sie ihn zum Könige machten, Gatwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. 5. Sonntage in der Fasten, Judica. Epißel, Ebraer 9, v. 11. 15. Chriftus aber if tommen, das er sey ein Hohepriefter der zukünftigen Güter, burch eine größere und vollkoms menere påtte, bie nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauct ift. uch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigen Blut einmal in bas Hetlige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut, and die Asche von der ktuh gesprenget. heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit. Wie vielmehr wird das Blut Jesu Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heitigen Geist. Gott geopfert hat, unser Gewiss sen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum it er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen is zur Erlösung von den Uebertretungen( die unter dem ersten Testament waren) die so berufen find, das verhei Bene ewige Erben empfahen. Evangelium, Joh. 8, v. 46.69. Jefus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeiben? So ich euch aber die Wahrheit fage, warum glaubet ihe mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort. Darum höret ihr nicht, denn ihr scyd nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß da ein Samariter bist, und haft den Teufel? Jesus ant wortete: ich habe keinen Teufe!, sondern ich chre meis nen Vater, und ihr unebret mich. Ich suche nicht meiDe Ehre, es ist aber einec, der sie suchet und richtet. Barlich, warlich ich sage euch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Zob nicht sehen ewiglich. 8 7 86 Episteln Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel haft. Abraham ist gestorben, und die Pros pheten, und du sprichft: So jemand mein Bort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben, was machst du aus dir selbst! Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichte. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprechet: er sey euer Gott, und kennet ihn nicht, ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen: Ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleich wie ihe seyd. Aber id) kenne ihn und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sabe ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt, und haft Abraham gesehen. Jesus sprach zu ihnen: Barlich, warlich, ich sage cuch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da huben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jes sus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus. Am 6. Sonntage in der Fasten, Palmarum. Epistel, Phil. 2, v. 5.11. Ein jeglicher sey gesinnet, wie Jesus Christus auch war. Welder, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt ers nicht für einen Raub, Gott gleich seyn, sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechts: Gestalt an, ward gleich wie ein ander Mensch, und an Geberden als ein Mensc erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gege ben der über alle Namen ist; daß in dem Namen Jesu fich beugen sollen alle derer Knie, die im Himmel und auf Grder, und unter der Erde sind, und alle Bungen be. und Evangelien. 87 tennen sollen: das Jesus Christus der Herr sey, zur Ehre Gottes des Vaters. Evangelium: suche am ersten Sonntage des Abvents. Matth. 21, v. 1-9. Am heiligen Oftertage. Epiftel, 1 Cor. 5, v. 6.8. Euer Ruhm ist nicht fein. Bisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig feyd gleichwie ihr ungesäuert send. Denn wir haben auch ein Ofterlamm, das ist Chriftus für uns geopfert. Darum laßt uns Ostern halten, nicht in dem alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit, sons dern in dem Süßteig der Lauterkeit und Wahrheit. Evangelium, Marc. 16, v. 1: 8. Und da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena, und Marta Jakobi und Salome, Specerei, auf daß sie kämen und Jesum salbeten, und sie tamen zum Grabe, an einem Sabbathe sehr frühe, da die Sonne aufging. und fie sprachen untereinander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin, und wurden gewahr daß der Stein abgewälzt war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand figen der batte ein lang weis Kleid an, und sie entsegten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entseget euch nicht. Ihr suchet Jefum von Nazareth den Getreuzigten, er ift auferstand. den und ist nicht hier. Sehet da die Stätte, da fie 88 Episteln tya binlegten. Gebet aber hin, and faget es seinen Jan. gern und Petro, daß er vor euch hingeben wird in Ba litäam, da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gefagt ban Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Gras be, denn es war sie zittern und Entsegen ankommen, und sagten Niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Am Ofermontage. Epistel, Ap. Gefch. 10, v. 34. 41. Petrus etrus aber that seinen Mund auf, und sprach: Nun esfabre ich mit der Wahrheit, das Gott die Perfon nicht anfiebet, sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ift ihm angenehm. Ihr wiffet wobl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gefandt hat, and verkündigen lassen den Frieden durch Jesumn Christum ( welcher ist ein Herr über alles), die durchs ganze jább sche Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa nad der Taufe, die Johannes predigte, wie Sett denfelbigen Jesum von Nazareth gefalbet hat mit dem beil. Geist und Keaft, der umhergezogen ist, hat wohlgethan und gefund gemacht alle, die vom Zeufel überwältiget aren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Beugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben sie getödet und an ein Holz gehangen. Den felbigen hat Gott auferwecket am dritten Sage, und ihe laffen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns ben vocerwählten Zeugen von Gott die wie mit ita ge gessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist voa den Toden. Evangelium, Euch 24, D. 13. 35. Und siche, zween aus den Jüngern des Heren gingen an demselben Sage in einen Stecken, der war von und Evangelien. 89 Berufalem sechzig Feldwegs weit, deß Name heißet Em machus, and sie redeten mit einander von all diesen Geschichten. Und es geschahe, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nahte Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er aber sprach zu ihnen: was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und seyd traurig! Da antwortete einer mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: welches? Sie aber sprachen zu ihm: das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Borten, vor Gott und allem Velt, wie ihn unsere Hohenpriester und OberRien liberantwortet haben zum Verdammniß des Todes und gekreuzigt. Wir aber hofften er sollte Israel erlöfen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß soldes gesche hen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unfern, die sind früh beim Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht funden, kommen und sagen: Sie haben ein Geficht der Engel gesehn, welche sagen er lebe. Und etliche unter ans gingen hin zum Grabe, und fandens also mie die Wei ber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoten und träges Herzens zu glauben allem dem, das die Propheten geredet haben, mußte nicht Chrifus folches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehn? Und fing an ren Mofe und allen Propheten, und legte ihnen alle Schrift aus, die von ihm gesagt war. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellte sich als wollte er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn, und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag bat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Sische saß, nahm er Das Brod, dankte, brachs und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet! und erkenneten ihn, und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege als er uns die Schrift öffnete? Und sie stunden auf zu derselben Stunde, kehrten wieder gen Jerusalem, und funden die Gilfe versammelt, und die bei ihnen waren, 90 Episteln welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen. Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brod brach. Am Osterdiensttage. Epiftel, Upoftelgesch. 13, v. 26. 33. Ihr Männer, lieben Brüder, ihr Kinder bes Geschlechts Abraham, und die unter euch Gott fürchten, euch ist das Wort dieses Heils gesandt. Denn die zu Jerusalem wohnen, und ihre Obersten, dieweil sie diesen nicht erkennten noch die Stimme der Propheten, welche auf alle Sabba. ther gelesen werden, haben sie dieselben mit ihren Urthei len erfüllet. Und wiewohl sie keine Ursache des Todes an ihm funden, baten sie doch Pilatum, ihn zu töden. Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben ist, nahmen sie ihn von dem Holz, und legten ihn in ein Grab. Uber Gott hat ihn auferweckt von den Teden und er ist erschienen viel Tage denen, die mit ihm hinauf von Galiläa gen Jerusalem gegangen waren, welche sind seine Seugen an das Volt. Und wir auch verkündigen euch die Verheißung, die zu unsern Bätern geschehen ist, daß dies felbige Gott uns, ihren Kindern, erfüllet hat, indem, daß er Jesum auferwecket hat. Evangelium, Luca 24, v. 36. 47. Da sie aber davon rederen, trat er selbst Jesus, mitten unter sie, und sprach zu ihnen: Friede sey mit euch. Sie erschracken aber, und fürchteten fich, meineten, sie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seyd ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in eure Herzen? Sebt meine Hände und meine Füße, ich bins fels ber, fühlet mich und sehet, denn ein Geift hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr seht, daß ich habe. Und da er das fags und Evangelien. 91 te, zeigte er ihnen hände und Füße. Da sie aber noch nicht glaubten vor Freuden, und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hie etwas zu essen? und sie legten ihm vor ein Stück von gebratenem Fisch und Honigseims, und er nahms und aß vor ihnen. Er aber sprach zu ih. nen: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war, denn es muß alles erfüllet werden, was von mir geschrieben ist im Gesek Mosis, in den Prophes ten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständniß daß sie die Schrift verstanden. Und er sprach zu ihnen: Also ists geschrieben, und also mußte Chriftus leis den, und auferstehn von den Toden am dritten Tage und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern, und anheben zu Jerusalem. Am 1. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti. Epistel, 1 Joh. 5, v. 4. 10. Nues, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwuns den hat. Wer ift aber, der die Welt überwindet, ohne der ba glaubet daß Sesus Gottes Sohn ift: Dieser ists, der ba kommt mit Waffer und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind eins. und drei find, die da zeugen auf Erden; der Geist und das Wasser und das Blut, und diese drei sind beisammen. So wir der Menschen 3eugnis annehmen, so ist Gottes Beugnis größer. Denn Gottes Beugnis ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohn. Wer ba glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugnis bei ihm. Epiftel Evangelium, Joh. 20, D. 19.23 A₁ be m Abend aber deffelbigen Sabbaths, ba bie Jünger versammelt, und die Thüren verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, fam Jejus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sey mit euch. Und als er das sagte, geigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da wurden bie Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Je fus abermal zu ihnen: Friede sey mit euch. Gleichwie mich mein Vater gesandt hat, also sende ich euch. Und da es Das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Mehmet bin ben heiligen Geift, welchen ihr die Sünde erlaffet, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen find sie behalten. 92 Am 2. Sonntage nach Ostern, Misericordios Domini. Epistel, 1 Petri 2, v. 21.25. Denn enn bazu seyd ihr berufen, sintemal auch Christus ge litten hat für uns, und uns ein Vorbild gelaffen, daß its follt nachfolgen seinen Fußtapfen. Welcer keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfun den. Belcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohte, da er litte; er stellte es aber dem heim, der da recht richtet. Welcher unfre Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wie der Sünde abgeftorben der Gerechtigkeit leben; durch welche Wunden ihr feyd heil worden. Denn ihr waret wie die irrende Schaafe, aber ihr seyd nun bekehret zu dem Hirten und Bischoffe eurer Seele. Evangelium, Matth. 10, t. 12- 16. Ich bin ein guter Hirte, ein guter Hirt läßt sein Leben für die Schaafe. Ein Miethling aber, der nicht hirte ist, dem die Schaafe nicht eigen sind, sieht den Wolf kommen und verläßt die Schaafe, und fleucht, und der Wolf erha schet und zerstreuet die Schaafe. Der Miethling aber fleust, denn er ist ein Miethling, und achtet der Schaafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne bie einen, and Evangelien, 93 und bin dekannt ben Meinen. Wie mich mein Vater ken net, und ich Fenne den Vater, und ich lasse mein Leben für die Schaafe. Und ich habe noch andere Schaafe, ble find nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich her führen und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Herde und ein Hirte werden. As 3. Sonntage nach Ofern, Jubilate Epistel, 1 Peiti 2, v. 11. 30. Lleden Brüder, ich ermahne euch, als die Fremblingen and Pilgrimme, entbaltet euch von den fleischlichen Lüften, welche wider die Seele stretten. Und führet einen guten Bandel unter den Helden, auf daß die, so von euch after seben, als von Webeithätern, eure gute Werke sehen, und Gott preisen, wenns nun an den Jag kommen wird. Seyb anterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn wil ken, es sey dem Könige als tem Otersten, oder den Haupts leuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Rebelthäter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist des Bille Bottes, daß ihr mit Wohlthun verstepfet die Un wiffenheit der thörichten Menschen. Als die Freyen, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als bie Knechte Gottes. Ehut Chre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. She nechte seyb unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunder liden. Denn das ist die Gnade, so jemand um des Gewiss fens willen zu Gott das Uebel verträgt und leidet das Un techt. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Misses that willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Boğlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Evangelium, Joh. 16, v. 16. 23. Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, and aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Bater. Da sprachen etliche unter seinen Jüns gern untereinander: was ist das, das er fagt zu uns: über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über 94 Epistel ein Fleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: was ist das, das er saget, über ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fangen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: über ein kleines, so werdet ihr mich nicht ſehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehn. Wahr. lich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet weinen und heus len, aber die Welt wird sich freuen. Ihr aber werdet traurig seyn, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwans delt werden. Ein Weib, wann sie gebieret, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist kommen. Wann sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ift. Und ihr hakt auch nun Traurigkeit, aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demselbis gen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Am 4. Sonntage nach Ostern, Cantate. Epistel, Jacobi 1, v. 17. 21. Aue gute Gabe, und alle vollkommene Gabe, kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts bei welchem is keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und Finsternis. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erftlinge seiner Greas turen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sey schnell zu hören, langfam aber zu reden, und langsam zum Born. Denn des Menschen Born thut nicht was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und. alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzt ift, welches kann eure Seele selig machen, Evangelium, Joh. 16, v. 5:15. Nun aber gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fraget mich, wo geheft du hin? Sondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer und Evangelien. 95 Herz voll Traurens worden. Aber ich sage euch bie Wahrbeit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, so will ich ihn zu euch senden. Und wenn dersels bige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigs teit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich fort nicht sehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr tonnets jest nicht tragen, Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünfs tig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären, denn von dem Meinen wird er es nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein, darum habe ich gesagt: er wirds von dem Meinen nehmen, und euch verkündigen. Am 5. Sonntage nach Ostern, Rogate. Epiftel, Jacobi 1, v. 22: 27. Send aber Thäter des Borts, und nicht hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hös ter des Worts und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leiblich Angesscht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, geht er von Stund an davon, und vergißt, wie er gestaltet war. Wer aber durc): schauet in das vollkommene Geseg der Freiheit, und dure innen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, fone dern ein Thäter, derselbige wird selig seyn in seiner That. Eo aber sich jemand unter euch läßt dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Baum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der, die Baisen und Wittwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Epistela Evangelium, Joh. 10, v. 23. 30. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Bates et was bitten wertet in meinem Namen, so wird ers euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen, Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sey. Solches habe ich zu euch durchs Sprichwort ge redt, es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durchs Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei hes aus verkündigen von meinem Vater. Un demselbigen Tag werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will. Denn es selbst, der Vater hat euch lieb, darum, daß ihr mich lie bet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. 34 bin vom Bater ausgegangen, und kommen in die Welt wiederum verlasse ich die Welt, und gehe zum Bater Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe nun redest du frel beraus, und sagefst kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß da alle Dinge weißt und bedarfst nicht, daß dich jemand frage: darum glauben wir, daß du von Gott ausgegan gen bit. 96 Am Tage der Himmelfahrt Chrißi. Epistel, Xp. Gesch. 1, v. 1. 11. Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von allem dem, da Jesus anfing, beides zu thun und zo lehren, bis auf den Tag, da er aufgenommen ward, nach bem er den Aposteln,( welche er hat auserwählt) durch den bell. Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich nach seb nem Leiden lebendig erzeigt hatte, durch mancherlei Erweb fungen, und ließ sich sehen unter ihnen 40 Zage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie ver sammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusa lem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Va ters, welches ihr habt gehört von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiliges Geift getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen kommen waren, fragten ihn, und und Evangelien. 97 sprachen: Herr wirst du auf diese Zeit wiedez aufrichtes das Reich Isract? Ee aber sprach zu ihnen: Es gebührt euch nicht zu wissen Zeit und Stunde, welche der Bates seiner Macht vorbehalten hat. Sondern ihr werdet die Kraft des heil. Ge'ßes empfaben, welcher auf euch fome men wird, und werbet meine Beugen sein zu Jerusalem, und in ganz Judäa und in Samaria, bis an das Ende der Erden. Und de er solches gesagt, warb er aufgeboben zusehene, und eine Bolte nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Unt als sie ihm nachsaben gen Himmel fahren, siche da stunden bei ihnen zween Männern in weißen Kleiderp welche auch sagten: Ihe Männer von Galiläa, was stehet ihe hie und feht gen Himmel? Dieser Jejus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommes, wie the ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Coangelium, Marci 16, v. 14-20. Sulegt, da die Eilfe zu Tische faßen, offenbarte sich ben pere, und schalt ihren einglauben und ihres Herzens Här tigkeit, daß sie nicht geglaubt hatten benen, die ibn gefe ben batten auferstehen. Und er sprach zu ihnen: Geht his in alle Welt, and previgt das Evangelium allee Creatur. Ber ba glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden. Die Beichen aber, die ba folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Eeufel austretben, mit neuen Jungen reden, Schlangen vertreiben, und so fis etwas Zödliches trinken, wirds ihnen nicht schaden. Auf die Kranten werden sie die Hände legen, so wirds besses mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und figet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und pres digten an allen Orten, und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Am 6. Sonntage nach Ostern, Erandi. Epistel, 1 Petri 4, v. 8.11. So fend nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allem Dingen aber habt untereinander eine brünstige Liebe, 98 Episteln dean the Liebe bedeckt auch der Sünden Menge, Seyd gast fret untereinander ohne Murmeln. Und dienet einander ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen bat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. So je mand redet, daß ers rede, als Gottes Wort. So jemand rin Kmt hat, das ers thue als aus dem Vermögen, das. Gort barreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Chrift, welchem sey Ehre und Gewalt, von Ewigfeit zu Ewigkeit, Amen. Evangelium, Joh. 15. u. 16. Cap. Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geift der Wahrheit, der vom Bater ausgehet, der wird zeugen von mir. und ihr wer bet auch zeugen, denn ihr send von Anfang bei mie ge wesen. Soldes habe ich zu euch geredet, bas the euch nicht. Argert. Sie werden euch in den Bann thun. Es fommt aber die Beit, daß wer euch töbet, wird meinen, er thus Gott eiren Dienst daran. Und solches werden sie euch bas zum thun, daß sie weder meinen Bater noch mich erkennen. Uber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Belt tommen wird, daß ihr daran gebenket, daß ich euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Unfang nicht gefagt, denn ich war bei euch. Am heiligen Pfingstage. Epistel, Apoft. Gefch. 2, v. 1. 13. Lad als der Tag der Pfingsten erfüllt war, waren fie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und man sabe ar Ihnen die Zungen zertheilt, als wären sie feurig, und a segte sich auf einen jeglichen unter ihnen, und wurden alle voll des heil. Geistes und fingen an zu predigen mit an dern Bungen, nachoem der Geist ihnen gay auszufprechen. Es waren aber Juden zu Jerufalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus allerlei Bolk, das unter dem Himmel ist. Da nun die Stimme geschah, kam die Mens unb Evangelien. 99 ge zusammen, und wurden verstürzt; denn es hörte ein jeg licher, daß sie mit seiner Sprache rebeten. Sie entsetten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen untereinan der: Siehe sind nicht diese alle, die da reden aus Gall läa? Bie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, da rinnen wir geboren sind? Parther und Meder, und Etomiter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Judäa und Capadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pam philia, Egypten und an den Enden der Lybien bei Cy renen, und Ausländer von Rom, Juben und Judengenot fen, Ereter und Uraber. Wir hören sie mit unsern Sungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsagten sich aber alle und wurden itte, und sprachen einer zu dem andern: was will das werden? Die andern aber hatten ihren Spott, und sprachen: sie sind voll füßen Beins. 3 Evangelium, Joh. 14, v. 23: 31. $ 13 Per mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Bater wird ihn lieben, und wie werden zu ihm kommen and Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Baters, der mich gefandt hat. Solches habe ich zu euch gesagt, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heil. Geist, welchen mein Va ter senden wird in meinem Namen, derselbe wirt es euch alles lehren, und euch erinnern alles des was ich euch ge sagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gefagt habe: ich gehe zum Bater, denn der Vater ist größer als ich, und nun habe ichs euch ge fagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun gesche hen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht viel mehr mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Bater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat. Stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. € 2 100 Epifletn Am Pfingstmontage. Epistel, Apoft. Gesc. 10, v. 12 08. Des Here hat uns geboten zu predigen dem Bork, and au zeugen, daß er ift verordnet von Gott, ein Richter dez Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Pros pheten, daß burch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung des Sinden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heil. Geift auf alle, die dem Worte zuhörten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung te mit Perro kommen waren, entsagten sich, baß auch auf die peiden die Gabe des peiligen Geistes ausgegossen ward. Denn sie hörten, daß sie mit Sungen redeten, und Bott poch preifeten. Da antwortete Petrus: mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geiß empfangen haben, gleichwie auch wir? and befahl sie zu taufen in dem Namen des Herrn Goangelium, Joh. 3, s. 16. 21. Jefus fprach zu Nicodemo: Utso hat Gott die Welt ge tebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle die an iba glauben, nicht verlosen werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht ge fandt in die Welt, daß es die Welt richte, sondern daß Se durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubt, der ist schon gerich tet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohn Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Zelt tommen ist, und die Menschen liebten die Finster ni mehs, denn das Licht, denn ihre Berke waren böst. Bes Urges thut, ber basset das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf das seine Werte nicht gestraft werden. Bes aber bie Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. und Evangelien. Am Pfingstdiensiage. 101 Epiftel, Up. Gesch. 8, s. 14:17. Da aber die Apostel hörten zu Jerusalem, daß Samaria das Wort Gottes angenommen hatte, fankten fie zu ihnes Petrum und Johannem, welche, da sie hinab kamen, bas teten über sie, daß sie ten beiligen Geift empfingen, bera er war noch auf teinen gefollen, sondern waren allein ges tauft in dem Ramen Christ Sefu. Da legten fie the păm de auf sie, und sie empfingen den heiligen Geiß. Evangeliem, Sob. 10, p. 1. 11. Jefus iprach zu den Ruden: Wahrlich, wahrlich, ich fage euch: mer nicht zur Ehfs bintin gebet in ben Edelfad ſondern eige anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Mörder. Der aber zur our hinein gebet, dre ist ein hirte dee Schaafe. Demfelben tut ber Thürhüter auf, and die Edcafe bören seine Gtimme, unb ez reft feineu Ecjaafen mit tamen, und führer hie aus. Und wenn es felne ofe bat ausgelaffen, geht er vor ibnen hin, and die Cocafe folgen ihm, denn sie tennen feine ilmma. Einem Fremben aber folgen sie nicht nad. Diesen Spruc ſagte Sefue zu tonen: fie vernahmen aber nicht, was es war, das ee zu ihnen sagte: De sprach Sesus wieder zu fonen: Mahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin dte Thür zu ben Echaafen. Wlle die vor mix tommen sind, die sind Diebe und Mörder gewesen, aber, bie daafe, ha. ben ihnen nicht gehorcht. Ich bin bie púe, so jemand durch mich eingeht, der wird selig werden, und wird einund aufgeben und Weide sinben. Gin Dleb kommt nicht, denn daß ez flehle, würge and umbringe. Sch bin fomaxa, baß sie tas Leben und volle Genüge haben jollen. Episteln Am Sonntage Trinitatis. Epistel, Röm. 11, s. 33- 36. welch eine Tiefe des Reichthums, beide der Weisheit und Erkenntniß Gottes! wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! denn wer hat bes Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Rathgeber gewes sen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben? das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn, und in thm find- alle Dinge. Ihm sey Ehre in Ewigleit, Amen. 102 Evangelium, Joh. 3, v. 33- 30. Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Na. men Nicodemus ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu in der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wis: sen, daß du dift ein Lehrer von Gott kommen, denn nie: raand kann die Seichen thun, die du thust, es sey denn Gott mit ihm. Jefus antwortete und sprach zu ihm: Warlich, warlich ich sage dir: es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehn. Nis kodemus spricht zu ihm: wie kann ein Mensch geboren wer. den, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in feiner Mutter leib gehn und geboren werden? Jesus antwortete: Barlich, warlich ich sage dir: Es sey denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasfer und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Las dichs nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset wo er will, und du hörst sein Sausen wohl? aber du wets sest nicht, von wannen er fommt und wohin er fährt. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemue antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zuge. ben? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht? Warlich, war lich, tch sage dir, wir teden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und the nehmet unses Zeugnis und Evangelien. 103 nicht an! Glaubet ihe nicht, wenn ich euch von irdisden Dingen sage; wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel hernieber kommen ist, nemlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist, Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat. also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf das alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Am 1. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Joh. 4, v. 16: 21. Gott ist die siebe, und wer in der Liebe bleibet, box bleibet in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben ara Zage des Gerichts; denn gleichwie er ist, also sind auch wir in bieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die fvöllige Liebe treibt die Furcht aus, benn die Furda bat Pein, wer sich aber fürchtet, der ist nicht võlig ta der Liebe. Laßt uns ihn lieben, denn er hat uns seft ge llebet. So jemand spricht: ich liebe Gott, und baffet feb nen Bruder, der ist ein Lügner; denn wer seinen Brubes nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht fieht? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wes Gott liebet, daß er auch seinen Bruder liebe. Evangelium, Luca 16, v. 19= 31war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köftlichem Leinwand, und lebte alle Tage herrlic and in Freuden. Es war aber ein Urmer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrie sich zu sättigen von den Brodsamen, bie row des Reichen Tische fielen. Doch kamen die Hunde, and leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß dea Urme starb und ward getragen von den Engeln in Abxa hams Schooß. Der Reiche aber starb auch, nnd ward be graben. Uls er nun in der Hölle und in der Qual war, hub er seine Augen auf, und sabe Abraham von ferne e 4 104 Episteln und Lazarus in seinem Schoos, rief und sprach: Bater Abraham erbarme dich mein, und sende Lazarum daß er das Weußerßte seines Fingers ins Wasser tauche, und kühle meine Zunge, denn ich leide Pein in dieser Flamme. Ubra. bam aber sprach: Gebente Sohn, baß du dein Gutes schon empfangen haft in deinem Leben, uno Lazarus dagegen hat Böses empfangen, nun aber wird er getröstet und du wirst gepeinigt. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, daß die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, tönnen nicht, und auch nicht von bannen zu uns herüberfahren. Da spras er: ſo bitte ic bich, Bater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Brüoer, daß er ihnen bezeige, auf daß sie nicht auch tommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprac zu ihm; Gie haten Mofen und die Propheten, toß sie diejelbigen hören. Ez aber sprach: Rein Bater Xscapam, fonder wenn einer von den Toden zu ih. Ren gienge, so würden sie Buße thun. Er aber sprach zu ihm: hören sie Moses und die Proppeten nicht, so werden Se auch nicht glauben, ob jemand von den Zoben auferstünde. # 2. Gonntage nach Trinitatie. Epiftet, 1 Joh. 3, v. 13. 18. Bewundert euch nicht, weine Brüder, ob euch die Welt baffet. Wir wissen, daß wie aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüber. Wer den Bruder nicht Itebet, der bleibt im Zode. Wer seinen Bruder baffet, der ist ein Zodichidger, and the wisset, daß ein Zodschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß cz sein Leben für and gelassen hat, und wie sollen auch das Leben für die Brüder laffen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und sieht seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor Ihm zu, wit bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kinde tein, laßt uns nicht lieben mit Borten noch mit der Suw ge, sondern mit der Ehat und der Wahrheit. und Evangellen. Evangelium, Euca 14, v. 16, 24. war ein Mensch, der machte ein groß bendmaht und lub viel dazu. Und fandte seinen Knecht aus zu der Stunde des Abendmahts, zu sagen den Gelodenen: Sommt, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen: ber cifte sprach zu ihm: 30 hake einen Ucker gekauft, und muß hinousgehen und ihn befes hen, ich bitte bich entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Jod) Ochsen gekauft, und ich gehe jegt bin, fie zu befehen, ich bitte bich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: 3d, habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam, und sagie bas seinem Herrn wieder. Da warb bez Hausherr zornig und ſprach zu seinem Knecht: Gehe aus bath auf die Straßen und Sassen der Stadt, und führe die Krmen und Krüppet Lahmen und Blinben herein. Und der Knecht sprach: Herv es ist geſchehen, was da befohlen hast, es ist aber noch Raum te. Und der perr sprach zu bem Knecht: Geh ans auf die Eandstraßen und an die Zäune, und nöthige she herein zu kommen, auf baß mein Haus voll werde. Ich fage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Am 3. Sonntage nach Trinitatie. Epiftel, 1 Petri 5, v. 6.11. 105 So bemüthiget euch nun unter die gewaltige Band Gok ks, daß er fud eshöhe zu seiner Zeit. Alle eure Gorge werfet auf ihn, denn er forget für euch Sepd nüch tern und wachet, benn euer Wiedersacher, der Teufel ge het umber wie ein brüllender gowe, und suchet, wildern verschlinge. Dem widerstehet fest im Blauben, wab wiffet daß eben dieselbigen Leiben über eure Brüder in der Belt gehen. Der Gott eller Gnade, der unt berufen hat zu seiner ewigen pertlichkeit in Christo Jesu Derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, ex 106 Episteln vorbereiten, stårken, kräftigen und gründen. Demselbigen tep Epre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit, Xmes. Evangelium, Luca 15, v. 1- 10. És naheten aber zu Jesu allerlet Zöllner und Sünder, daß sie ihn hörten. und die Pharisäern und Schriftgelebs. ten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und iffet mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dieß Gleichniß und sprach: welcher Mensch ist unter euch, bez hundert Schaafe hat, und so er der eine verlieret, bes nicht laffe die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem Verlornen, bis daß ers finde? Und wenn ers funden hat, so legt ere auf seine Uchseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seinen Freunden und Rachbarn, und spricht zu ihnen: Fecuet euch mit mis, benn ich habe mein Schaaf funden, das verloren was. Ich sage euch: Ulso wird aud Freude sein im Himmel über einen Sünder, der Buße thut, für nenn und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Ober, welches Weib ist, die zehn Groschen hat, iso sie der einen verlies ret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, uud suce mit Steiß, bis das sie ihn finde? Und wenn sie thn funden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbas rinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Grofchen funden, den ich verloren hatte. Xso auch sage ich euch, wird Freude seyn vor den Engela Gottes übez einen Sünder, der Buße thut. Am 4. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Röm. 8, v. 18. 23. Denn ich halte es dafür, das dieser Zelt Lefden der Herrlichleit nicht werth fey, die an uns soll offenbart werden. Denn das ängftliche parren der Greatur wars tet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Cinte mal die Creatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihres willen, sondern um deßwillen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Creatur frei werben wird und Evangelien. 107 von dem Dienst des vergänglichen Wesens, zu dez herris chen Freiheit ber Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Creatur segnet sich mit unt, und änstiget sich noch immerbar. Nicht allein aber fie, sondern auch wir settft, die wir haben des Geistes Erstiinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unfere Leibes Erlösung., Evangelium, Luca 6, v. 26.46. Darum arum send barmherzig, wie euch euer Bater barmher zig ist. Richtet nicht. so werdet ihr auch nicht gerichtes Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird cuch ge geben. Ein voll gebrückt, gerüttelt und überflüssig Maas wird man in euren Schooß geben, denn eben mit dem Maas da ihr mesfet, wird man euch wieder messen. und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder ei nem Blinden den Weg weisen? werden sie nicht alle bette in bie Grube fallen? Der Sünger ist nicht über seinen Meister, wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in dek nes Bruders Auge, und den Balken in deinem Auge wirkt du nicht gewaht? Ober, wie kannst bu sagen zu deinem Bruder: halt still, Bruder! ich will den Splitter aus deinem Kuge ziehen, und bu fiehest selbs nicht den Balken tu deinem Auge? Du Heuchler! zeuch zuvor den Bal Een aus deinem Auge, und besiehe denn, daß da den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Na 5. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Petri, 3 v. 8: 15. Endlich aber feyd allsammt gleich gefinnet, mitleidig, brüberlich, barmherzig, freundlich. Bergeltet nicht Bo ses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltworte; fon bern dagegen segnet, und wiffet, baß ihr dazu berufen 108 Spificin ſeyd, daß ihr den Seegen beerbt. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß fie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und, thue Gutes, er suche Fries ben und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf tie Gerechten, und seine Ohren auf ihe Gebet. Das Ungeficht aber des Herrn sieht auf die, so da Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so igr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leider um der Gerechtigkeit willen, so seyd ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihs rem rogen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber Gotl den Heren in euren Herzen. Evangelium, Luca 5, v. 1-11. Es begab sich aber, daß sich das Volk zu Jesu drang, zu hören das Wort Gottes, und er stund am See Genezareth. Und sabe zwei Schiffe am See stehen, die Fischer aber was ren ausgetreten und wuschen ihre Nehe. Da trat er in des Cdiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß ers ein wenig vom Lande führte. Und er fegte sich und lehrte das Bell aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehört 30 reden, sprach er zu Simon: Fahret auf die Höhe und wer fet eure Stege aus, daß ihr einen 3ug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht- gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Neh auswerfen. Und da sie das thäten, bes schloffen sie eine große Menge Fische, und ihr Reg zerriß. Und sie wintten ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, baß fie kamen und hütfen ihnen ziehen. Und sie famen und füllten beide Schiffe voll, daß fie sunten. De des Gimon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knieen und sprach: Here, gehe von mir hinaus, ich bin ein süm biger Mensch. Denn es war ihnen ein Schrecken ange Fommen, und alle, die mit ihm waxen, über diesen Fischug, den sie mit ein ander gethan hatten. Desfeldiges gleichen auch Jekebum und Johannem, die Göhne Bebes bai, nab Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Si men: Färchte dich nicht, denn ven nun an wirft du and Evangelien. 109 Menschen sahen. Und sie führeten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgten ihm nach. Um 6. Genntage nach Trinitatis. Epistel, Rom. 6, v. 3.13. Wisset ihr nicht, daß alle die wir in Jesum Chrift ges tauft sind, die find in seinem Tob getauft? So find wis mit ihm begraben durch die Taufe in den Zod, auf daß, gleichwie ift Chriftus auferweckt von den Zoden, burch die Hertlichkeit des Baters also sollen wir auch in einem neuen Leben wandeln. So wir aber samt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstebung gleich sein. Dieweil wir wissen, daß unser altes Mensch famt ihm gekreuzigt ist, der ift gerechtfertigt von der Sünde. Sind wir aber mit Chrifto gestorben, so glaus ben wir, daß wir auch mit ihm leben werden und wissen, tas Christus, von den Toden auferwecket, hinfort nicht firbt, der Tod wird hinfort nicht über ihn herrschen. Dena daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, 30 einemmol; baß er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet cuch dafür, daß ihr der Sünde gestorben sepd, und lebet ott in Chrifto Sesu unserm Herrs. Evangelium, Matth. 5, s. 20. 20. Denn ich sage euch: Es sey denn eure Gerechtigkeit beffer, denn der Schriftgelehrten und Pharisäern, so werdet ihr nicht in bas Himmelreich kommen. 3hr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tb. den, wer aber tödet, der soll des Gerichts schuldig sein 3h aber fage euch: wer mit seinem Bruber zürnet, des ift des Gerichts schuldig, wer aber zu seinem Bruder fagt: Rache: ber ist des Rads fchuldig. Ber aber ſagt: bu Starr, der ist bes holischen Feuers schulbig. Darum 110 Episteln wenn du deine Gabe auf dem Ultar opferst, and wirft alda einbenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allba vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und aledana komme und opfere deine Gabe. Sey willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widerlacher nicht dermaleins über antworte bem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich fage die, wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus tom men, bis du auch den legten. Heller bezahlest. Am 7. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Röm. 6, v. 19. 23. Ich muß menschlich davon reden, um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Unge rechtigkeit zu der andern: also begebet auch nua eus Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig wes den. Denn da ihr der Sünde Knecht waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu bew Zeit für Furcht, welcher ihr euch jetzt schämet. Denn bas Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seyd von des Sünde frei, und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Furcht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Chrifto Sesu um ferm Herrn. Evangelium, Marc. 8. 1.9. Bu der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts zu Effen, rief Jesus feine Sünger zu fich, und sprach z ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun brei Tage bei mir verharret, und haben nichts zu essen, und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließ gehn, wür den sie auf dem Wege verschmachten, denn etliche waren und Evangelien. 111 von ferne kommen. Seine Jünger antworteten ihm: woker nehmen wir Brob bie in der Büsten, daß wir sie sättigen? Und er fragte fie, ipfe viel habt ihr Brod? fie sprachen: fieben. Und er gebot bem Bolt, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm bie sieben Brode und barkete, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten. Und legten sie dem Volke vor. Und hatten ein wenig Fichlein, und er dankete, und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber, und wurden fazt, und haben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viestaufend, die da gegessen hatten. Und er ließ sie von sich. Am 8. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Röm. 8, v. 12. 17. So sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihe nach bem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen. Bo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödet, fo werbet( hr leben. Denn welche der, Geist Gottes treibet, die fins Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knech tisden Geist empfangen, daß ihr each abermal fürchten müsset, foudern ihr habt einen kindlichen Weift empfangen, durch welchen wir rufen: Ubba, lieber Bater. Derselbige Geift gibt Zeugniß unserm Geift, daß wir Gottes Kindes sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlic Gottes Erben, und Miterben Christi, so wir am ders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werben. Evangelium, Matth. 7, v. 15. 23. Seht euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schafs. Fleidern zu euch kommen, inwendig aber sind fie reißende Wölfe, an ihten Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lefen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Ulfo ein jeglicher gute Baum bringt gute Früchte, aber ein fauler Baum bringt arge Früchts. Ein guter Baum fann nicht arge Früchte bringen, unb 119 Epistein ein fauler Baum tann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird adge bauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten follt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mis fagen: Herr! Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Batere im Himmel. Ge wes den viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr! Herr! has ben wir nicht in deinem Namen geweisfaget! paben wis nicht in beinem Namen Teufel ausgetrieben? Hatia mis nicht in deinem Namen viel Shaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erfanat, web det alle von mir, ihr Uebelthäter. Um 9. Sonntage nach Trinitatié. Epistel, 1 Cor. 10, b. 6.13. Das ist aber uns jum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüften lassen des Böfen, gleichwie jene gelüftet har Berdet auch nicht Ubgöittsche, gleichwie jener etliche www den, als geschrieben steht Das Bolk segie sich nieder z effen und zu trinken, und stund auf zu spielen. Auch lap set uns nicht hureret treiben, wie etliche unter jenen pu rerei Steieben und stelen auf einen Tag dret und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Chrifum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von bea Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleich wie jenes etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Ver derber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde, es is aber uns geschrieben zur Barnung, auf welche tas Ente der Welt kommen ist. Darum, wer sich läßt bünken, cs steye, mag susehen, daß er nicht falle. Es hat euch noc keine benn menschliche Versuchung betreten. Über Gott is getreu der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, ſondern machet, daß die Bersuchung so ein Ente gewin net, daß ihes könnet ertragen. Evangelium, Luca 16, s. 1-9. war ein zeicher Mann, der hatte einen Haushalte ber warb vor ihm berüchtigt, als hätte er ihm seine G und Evangellen. 113 ter umgebracht. Und er forderte ihn und sprach: Wie höre ich) bas von dir? Thue Rechnung von deinem Havehalten, Denn du- kannst hinfort nicht mehr Haushaltee seyn. Der Haushalter sprach bei sich selbst: was soll ich thun? mein Here nimmt tas Umt von mir. Graben mag ich nicht, so fchäme ich mich zu betteln. Ich weiß mohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem 2mt gesegt werde, daß ſie mich in ihre Häufer netmen. Und er rief zu sich alle Schulde nez feines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bift tu meinem Heren schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Orls. Uns er sprach zu ihm: nimm deinen Brief, sege bid und schreibe fluche fünfzig. Darnach sprach es zu dem antern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief unb fdreibe achtzig. Und der Herz lobte den ungerechten Houchotter, baß er klüglich gethan hatte, bern die Kinter dieser Welt sind Eiüger. denn ble stinder des Lichte in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freude mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun barbet, fie cuch aufrehmen in die ewige Hütten. www 2m 10. Conntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Cor. 12, v. 1. 11. Von den geffitichen Goten aber will ich enth, lieben Brfi. der nicht verhalien. She wisset, daß ihe Heiden gewesen sego, und hingegangen zu den stummen Gögen, wie ihr ge. führt wurdet. Darum thue id euch kund, daß niemand Jes sum verflucht, der durch den Geift Gottes rebet. Und nies mano fann Sesum einen Herrn heißen ohne durch den heis ligen Geist. Und es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es find mancherlei Wemter, aber es ist ein Here. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, des da wirket alles in allem. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geiftes zum gemeinen Nugen. Einem wird ges geben duro den Geist zu reden von ber Weisheit. Dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach dem. felbigen Geist Cinem andern der Glaube nach demselbigen Geiß. Einem antern die Gabe gefund zu machen, in demsel, 114 Spisteln bigen Seist. Einem andern under zu than. Einem ans bern Beiffagung. Einem andern Geifter zu unterscheiden. Ginem andern mancherlet Sprachen. Einem andern die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige Seift, und theilet einem jeglichen seines zu, mac, dem er will. Evangelium, Luca 19, v. 41. 48. Und als er, der Herr Jefue, nahe hinzu kam, sah es bie Stadt an, und weinte über sie. Und sprach: Wenn du es wüßtet, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Beit, was zu deinem Frieden dient! Uber nun ift es vow beinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, baß deine Feinde werden um dich und deine Kine ber mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängligen. Und werden dich schleifen, und teinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkennt haft die Zeit, darinnen bu heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und sing an auszutreiben, die barin verkauften und tauften. Und sprach zu thuen: Es Reht geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, the aber babts gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und ble Bornehmsten im Volk, trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrachten. Und funden nicht, wie sie ihm thun soll. ten, benn alles Volk hing ihm an, und hörte ihn. Am 11. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Cor. 15, v. 4. 10. Ich erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelit, bas ich euch verkündigt habe, welches ihe auch angenoms men habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihe auch sellg werdet, welchergestalt ich es euch verkündiget habe, so thrs behalten habt, es wäre denn, daß ihrs um sonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörderst geges ben, welches ich auch empfangen habe, daß Chriftus gestor ben sen für unsere Sünden nach der Schrift. Und daß er bes graben sey, und das er auferstanden sey am dritten Tage, nach ber Schrift. Uud baß er gesehen worden ist von Re und Evangelien. 115 phas, barnach von den 3wölfen. Darnach ist er gefehen worden von mehr denn 500 Brüdern auf einmal, beren noch viel leben, etliche aber find entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jakobo, barnach von allen UpoBeln. Um legten von allen ist er auch von mir, ale eines ungeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der ges singste unter den posteln, als der ich nicht werth bin, das ich ein Upoftel heiße, darum daß ich die Gemeinde Gottes verfolgt habt. Wber von Gottes Gnaden bin ich, daß ich bin, und seine Gnabe an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet benn sie alle, nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ift. Evangelium, Luca 18, v. 9. 14. Der Herr sagte zu etlichen die sich selbst vermaßen, daß fie fromm waren, und verachteten die anderu, ein solch Gleichniß: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharifaer stand und betete bei sich felbft also: Ich danke dir Gott, daß ich nicht bin wie andre Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner Ich faste swier in der Wochen, und gebe den Zehnten van allem was ich habe. Und der 380ner stund von ferne, wollte auch seine Wugen nicht aufheben gen Himmet, sondern schlug en seine Bruft und Sprach: Gott sey mir Sünder gnädig. Ich sage euch: diefer ging hinab gerechtfertiget in sein paus zu jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Am 12. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2 Cor. 3, v. 4.9. Ein folch Bertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. ticht, das wir tüchtig sind von uns selber etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig find, ist von Bott. Welcher uns auch tüchtig gemacht hat das Umt zu führen des Neuen Testament, nicht des Buch. habens, sondern bed Beiftes. Denn der Buchstabe töber 116 Episteln aber der Geift macht lebendig. So aber das Umt, das burch die Buchstaben tödet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also, daß die Kinder Ifrael nicht fennten ansehen das Angesicht Moste, um der Klarheit willen ſeines Angefichts, die doch aufhöret: wie sollte nid) t vielmehr das Umt, das den Geist gibt, Klarheit haben? Denn so das Umt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat, wie vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit predigt, überschwengliche Klarheit. Evangelium, Marc. 7, v. 31- 37: Und da der Herr Jefus wieder ausging von den Grenzen Syri und Sidon, kam er an bas Galiläische Meer, mitten unter bie Grenze der Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß ex die hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm bie Finger vor die Ohren, und spüsete, und rührete seine Bunge, fay anf gen Himmel, seufzete und sprach zu ihm: Hepbata, das ist: tqve bich auf. Und alsbald thäten sich seine Obren auf, und das Band feiner Zunge ward loe, und rebete recht. Und es verbot ihnen, sie folltens niemand sagen. Je mehr ez abeg verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und wunderten sich über die Maße und sprachen: er hat alles voohtgemacht, die Zauben macht er görend, und die Sprachlosen redend Am 13. Sonntage nad Trinitatis. Epiftel, Galater 3, v. 15- 22. Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reben. Berachtet man doch eines Menschen Testament nicht,( wenn es bestätigt ift), und thut auch wichts dazu. Nun ist je die Verheißung Abraham und seinem Saamen zugefagt. Gz ſpricht nicht: durch die Saamen als durc viele, fondern als durch einen; durch deinen Saamen, welcher ist Chris fue. Ich fage aber davon: Das Lestament, das von Gott zuvor bestätiget ift auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheisung follte durche Geseg aufhören, weiches gegeben ist vierhundert und dreißig Jahr hernach. Denn so das Erbe durch das Geset erworben würde, so wür und Evangelien.. 117 de es nicht durch die Becheißung gegeben. Gott aber hats Abraham burdh bie Berheißung frei geschentet. Was jou denn das Geseg? Es ist dazu gekommen um der Sünde wil. len, bis bec Saame täme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellt von den Engeln, durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einzigen Mittles, Gott aber ist einig. Bie? ist tenn das Geset wider Got tes Verheißung? Das sey ferue. Wenn aber ein Geseg gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Geseg. Über die Scrift hat es beschloffen unter die Sünde, auf daß die Berheißung käme durch den Glauben an Jefum Chriftum, gegeben denen, die da glauben. Evangelium, Luca 10, p. 23:37. Jesus wandte sich zu seinen Jüngern, und sprach insonder beit: Selig find die Augen die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viel Propheten und Könige wollten sehen, das thr sehet, und habens nicht gesehen, und hören, was the höret, und habens nicht gehöret. Und siehe, da fund ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und sprach Meister was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie steht im Geset geschrieben? wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollt Gott deinen Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe; und deines Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du haß recht geantwortet: thue das, so wirst du leben. Er abes wolte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: wer ift denn mein Nächster? Da antwortete Jesus, und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und siel unter die Mörder, die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon, und ließen ihn halb tod liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinab zog, und da er ihn sahe, ging er vorüber. Deffelbigen gleichen auch ein Levit, da es tam bei die Stätte, und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reifte und tam bahin, und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Bunden, und goß dareia Del und Wein, und hub ihn auf 118 Episteln sein Zhier, und führte ihn in die Herberge und pflegten sein. Des andern Eags reiste er, und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirth, und sprach zu ihm Pflege sein, und so bu was mehr wirft darihun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünkt dich der unter diesen der Nächte sey gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: der die Barmher zigkeit an thm thät. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue deßgleichen. Am 14. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 5, p. 16: 24 Lieben Brüder, wandelt im Geift, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüftet wider den Geist, und der Geist wider das Fleisch. Dis selbige sind wider einander, daß the nicht thut, was the wollet. Regieret euch aber der Geist, so seyd ihe nicht un ter dem Gejeg. Offenbar find aber die Werke des Fleb sches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Un zucht, Abgötteret, 3auberei, Feindschaft, Haber, Neid, Zorn, Sank, Swietracht, Rotten, Haß, Mord, Fressen und Saw fen und dergleichen. Von welchen ich euch habe zuvor ge sagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Farcht aber des Gei ftes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gü tigkeit, Glaube, Ganftmuth, Keufchheit. Wider solche ist das Geset nicht: Welche aber Christo angehören, die freu zigen ihr Fleisch sammt den Lüften und Begierden. Evangelium, Lucä 17, v. 11. 19. Und es begab sia), da Jesus reiste gen Jerusalem, zog er mitten durch Samariam und Galiläam. Und als e in einen Markt kam, begegneten ihm zehn ausfäßige Män ner, die stunden von ferne, und erhuben ihre Stimme und sprachen: Jesu lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: gehet hin und zeigt euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden fie rein. Einer aber unter ihnen, da er fahe, daß er ge fund worden war, lehrete er um, und preisete Gott mit und Evangelien, 119 lauter Stimme. Und fiel auf sein Ungesot za seinen Fa ßen unb bankte ihm. Und das war ein Samariter. Je ſus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zeha rein worben? Bo find aber die neun? hat sich sonst tel. ner funden, der wieder umkehre und gebe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat die geholfen. Am 15. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 6, v. 1. 10. So wie im Seift leben, so laßt uns auch im Geist was deln. Laßt uns nicht eitler Ehre geizig sein, untereinan der zu entrüßten und zu haffen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilt würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihe geist lich seyd; und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gefez Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, er sey etwas, so er doch nichts ist, der betrügt sich seloft. ein jeglicher aber prüfe sein Werk, und alsdann wird es in thm selber Ruhm haben, und nicht an einem Undern. tenn ein jeglicher wird seine Laft tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gotes dem, der ihn unterrichtet. Jeret euch nicht Gott läßt sich nicht spotten, denn was der Mensch säet, das wird er erndten. Ber auf sein Fleisa säet, der wird von dem Fleisch das Berderben erndten. Wer aber auf den Geift säet, der wird von dem Geist das ewige Leben erndtenlasset uns aber Gutes thun und nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch erndten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an jedesmann, allermest aber an den Glaubensgenossen. Evangelium, Matth. 6, v. 24- 34. n emand kann zweyen Herren dienen, entweder, er wied einen hassen, und den andern lieben, oder er wird einem anhangen, und den andern verachten She könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: 120 Episteln Gorget nicht für euer Leben, was the essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. 3ft nicht das Leben mehr denn die Speise? und der Leid mehr denn die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Him. mel an. Sie säen nicht, Re erndten nicht, sie sammeln nicht in die Sheunen, und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seyd ihr denn nicht viel mehr denn sie? wer ist unter euch, ber seiner Länge eine Elle zusehen möge, ob er gleich darum forget. Und warum sorgt ihr für die Kleidung? Schauct die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen, sie arbeiten nicht auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salamo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als der selben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also Fleibet, das doch heute steht und morgen in den Ofen ge worfen wird, sollie er das nicht vielmehr euch thun? o ihs Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht forgen und sagen: Bas werden wir essen? was werden wir trinken? womit werden wir uns kleiden? Nadh folchen allen trachten die Heiden; denn eser himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes, und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zu fallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist ges nug, daß ein jeglicher Zag seine eigene Plage habe. Am 16. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 3, v. 13: 21Lieben Brüber, darum bitte ich, daß ihr nicht müde wen bet um meiner Trübsal willen, die ich für euch leide, wel che euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Knie ge gen den Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, der der rechts Bater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Daß er euch Kraft gebe, nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Chriftum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe einges wurzelt und gegründet werden; auf das ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sey die Breite und die Läns und Evangelium 121 ge, und die Tiefe, und die Höhe; auch erkennen, daß Chriftum lieb haben, viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit aller Gottes Fülle. Dem aber ber überschwenglich thun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft die da in uns wirket, dem sey Ehre in der Gemeinde, die in Chrifto Jesu ist, zu aller Seit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangelium, tucá 7, v. 1:17. Und es begab sich darnach, daß Jesus in eine Stadt mit Namen Nain, ging, und seine Jünger gingen viel mit ihm, und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siche, da trug man einen Toden heraus, der ein einziger Schn war seiner Mutter. Und sie war eine Wittwe, und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da fie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: weine nicht. Und trat hinzu, und rührte den Sarg an, und die Träger stunden. Und er sprach: Jüngling ich fage dir, stehe auf. Und der Tode ridtete sich auf, unt fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an; und preis seten Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns auferstanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Nede von ihm erschoul in das ganze jüdische Land, und in alle umliegende Länder. Am 17 Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 4, v. 1: 6. So ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sichs gebühret eurem Beruf, darin ihr berufen seyd, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Ge= duld, und vertraget einer den ancern in der Liebe. Und send fleißig zu halten die Einigkeit im Gerst, durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seyd, auf einer Heffaung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater unser aller, der da ist über euch alle, und durch euch alle, und in euch allen Episteln Evangelium, Luca 14, v. 1:11. Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obers ften der Phorisäer, auf einen Sabbath, das Brod zu ess sen, und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wasserfüchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ists auch recht auf den Sabbath heilen? Sie aber schwie. gen stille. Und er griff ihn an, und heilete ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochs oder Ejel in den Brunnen fället, und er nicht alsobald ihn herauszeucht am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Untwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie wählt oben an zu sizen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein ehrlicher, denn du, von ihm geladen sey, und so denn kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem, und du müssest dann mit Schaam unten an siken: Son dern wenn du geladen wirst, so gehe hin und sebe dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat und spreche zu dir: Freund, rücke hinauf; denn wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische figen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. 122 Sluributs Am 18. Sonntage nach Trinitatis. Epiftel, 1 Cor. 1, v. 4: 9. Gipster Ich danke meinem Gott allezeit eurenthalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Chrifto Jesu, daß ihr send durch ihn in allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre und in aller Erkenntniß. Wie denn die Predigt von Chrifto kräftig in euch worden ist; also daß ihr keis nen Mangel habt an irgend einer Gabe, und, wartet nut auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Chrifti. Welcher auch euch wird feft behalten bis ans Ende, daß ihr unfträflich send auf den Tag unsers Heren Jesu Chrifti. und Evangelien. 1231 Denn Gott ift treu, durch welchen ihr berufen feyd zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Chrifti, unsers Herrne Evangelium, Matth. 10, v. 34.46. Da aber die Pharisäer hörten, daß Jesus den Saddus taer das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und tiner unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und prach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Geseg? Jefus aber sprach zu ihm: du sollst lieben Gott deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von ganzem Gemüthe. Dies ist das vorneomste Gebot. Das andre aber ist dem gleich: du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweien Geboten hangt das ganze Geseg und die Propheten. Da nun die beiden bei einander waren fragte sie Jesus und sprach: Wie dünket euch um Shrifto, wes Sohn ist er? sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihr denn David im Geist einen Herrn? da er sagt: der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Sehe dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege meine Feinde zum Schemel deiner Füße. So nun David thn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Am 19. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 4, v. 22-28. leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sichy verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaf fen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und peiligkeit. Darum leget die Lügen ab und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet und fündiget nicht, laffet die Sonne nicht über eurem 3orn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der fehle 12 1242 Episteln The nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evangelium, Matth. 9, v. 1-8. Da te trat er, der Herr Jesus in das Schiff, und fuhr wies der herüber und kam wieder in seine Stadt. Und siche, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben fahe, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Eey getroft mein Sohn! deine Sünden find dir vergeben. Und siche, etliche unter den Schriftge. lehrten sprachen bei sich selbst! Dieser lästert Gott. Da aber Jefus thre Gedanken sahe, sprach) er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sa. gen: die sind deine Sünden vergeben; oder zu fagen: Stete auf und want ele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Mens schen Cohn Macht habe auf Erden, die Sünte zu verge: ben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Wert auf und gehe heim. Und er stund auf und ging heim. Da das Volk das fahe, verwunderte es sich und preis fete Gott der solche Macht den Menschen gegeben hat. Am 20 Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 5, v. 15.21. So seht nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit, denn es ist böſe darum werdet unvers was da Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Besen folgt, sondern werdet voll Geistes. und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen Liedern, finget und spielet dem Herrn in eurem Herzen. Und faget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater, in dem Namen dnsers Herrn Jefu Chrifti. Und seyd unter einander unterthan in der Furcht Gottes. monts Evangelium, Matth. 22, v. 1-14. oper Das as Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Gota pochzeit machte. Und fandte seine Knechte aus, daß und Evangelien 105 fie den Gästen zur Hochzeit rufeten und sie wollten nicht kommen. Ubermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gäßen: Siehe meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Masivieh ist geschlachtet, und alles bereit, komm zur Hochzeit. Uber sie verachteten das, und gingen bin, einer auf seinen Ucker, der andere au seiner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höneten und tödeten sie. Da das der König hörte, ward er zornig und schickte feine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet aber die Gäste warens nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen und brachten zusammen, wen sie funden, böse und gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sahe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an. Und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein kommen, und haft kein hochzeilich Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dies nern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die äußerste Finsterniß ginaus, da wird sein Heuten und Zähnklappern. Denn viele sind berufen, aber wenig sind auserwählet. w Am 21 Sorntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 6, v. 10:17. Sulegt, meine Brüder, sepd start in dem Herrn, und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die liftige Unläufe des Teufets. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut za kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nemlich mit den Herrn der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen so ergreift den Harnisch) Gottes, auf daß ihr, wenn das böse Stündlein kommt, Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld betalten möget. Co steht nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen gee 126 Episteln ftiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens damit ihr bereitet seyd. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen kön net alle feurige Pfeile des Bösewichts. Und nehmct den Helm des Heils, und das Schwerdt des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Evangelium, Joh. 4, v. 47.54. 912 Und es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu Ca. pernaum. Dieser hörte, daß Jesus kam aus Judäa in Ga liläam, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinal täme und hülfe seinem Sohn, denn er war todkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus sprcht zu ihm: gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, dos Jesus zu ihm sagie, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, vers kündigten ihm und sprachen: dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm worden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Bater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: dein Sohn lebet. Und er glaubte mit dem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläam kam. Am 22. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Phil. 1, v. 3.11. o Ich ich danke meinem Gott so oft ich eurer gedenke. Wel: ches ich allezeit thue in allem meinem Sebet für euch als le, und thue das Gebet mit Freuden. Ueber eure Gemeins schaft am Evangelio, vom ersten Tage an bis hierher. Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefans gen hat das gute Werk, der wirds auch vollführen, bis an den Tag Jesu Chrifti. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von allen halte, darum daß ich euch in mei nem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen und Evangelien. 127 ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig seyd. Denn Gott ist mein Beuge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzens grunde, in Chrifto Jesu. Und daselbst um bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde, in allerlei Erkennte niß und Erfahrung. Daß ihr prüfen möget, was das Beste fey, auf daß ihr seyd lauter und unanstößig, bis auf den Tag Chrifti. Erfüllt mit Freuden der Gerechtigkeit, die durch Jefum Chriftum geschehen( in euch) zur Ehre und Lob Gottes. Evangelium, Matth. 18, v. 23-35. D as Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da ers nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Kinder, und alles, was er hatte und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbige Knecht hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an, würgte ihn und sprach: Bezahle mic, was du mir schuldig bist. Da fiel fein Mitknecht nieder, bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte soiches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da foderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, dies weil du mich batest. Solltest du denn dich nicht auch erbarmt haben? Und sein Herr ward zornig und überant. wortete iha den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehler. Episteln Am 23. Sonntage nach Trinitatie. Epistel, Phil. 3, v. 17-21. Folget mir, lieben Brüder, und sebet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchem ich euch oft gesagt habe, nun aber fage ich euch mit Beinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch the Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jefu Chrifti, des Herrn, welcher unfern nichtigen Leibe verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. 128 Evangelium, Matth. 22, v. 15:22. atth. 232, 0. Da gingen die Pharifäer hin, und hielten einen Rath, wie sie Jesum fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm thre Jünger, sammt Herodis Dienern und sprachen: Mei. fter wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehreft den das bu Weg Gottes recht, und frageft nach niemand, denn du achtest nicht das Unsehen der Menschen. Darum sag uns, was dünket dich, iste recht, daß man dem Kaiser 3ins gebe oder nicht! Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Iye Heuchlec, was versucht ihr mich? Weiset mir die Zinemünze; und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: des Kaiters. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ift, und Gott, was Bottes ist. Da sie das hörten, verwunberten sie sich, und gingen davon. Am 24 Conntage nach Trinitatis. Epistel, Coloff. 1, v. 9:14. Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wird gehö, ret haben, hörten wir nicht auf für euch zu beten: und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seir unb Evangelien. 129 nes Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand! Daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefat len, und fruchtbar send in allen guten Werken. Und wachs fet in der Erkenntniß Gottes, und gestärket wertet mit allerlei Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Ges duld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und dankfaget dem Bater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß und hat uns verseht in das Reich seis nes lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung burch sein Blut, nemlich die Vergebung der Sünden. Huk Evangelium, Matth. 9, v. 18:26. Da Jesus solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Oberfien einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr meine Tochter ist jegt geforben; aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stund auf und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siche, ein Weib das zwölf Jahr den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührte seines Kleides Saum an. Dens fie sprach bei ihr selbst; Möchte ich nur sein Kleid ane rühren, so würde ich gesund. Da wendete sich Jesus um, und sahe sie und sprach: Sey getroft, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gefund zu derselbigen Etunde. Und als er in des Obersten Haus tam, und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet! denn das Mägdlein ist nicht 1ob, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber tas Boit ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff fie bei der Hand; da stund das Magdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in baffelbige ganze Land. Am 15. Sonntage nach Trinitatis. Epiftet, 1 Eheff. 4, v. 13-18. 50 Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten don benen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seyb, wie die andern, die teine Hoffnung haben. Denn so wis † 5 130 Epifleln glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist; also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jeſum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldges schrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Toden in Christo werden auferstehn zuerst. Darnach wir, die wir le. ben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn seyn allezeit. So tröstet euch nun mit den Worten untereinander. Evangelium, Matth. 4, v. 15:28. Wenn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüftung davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stes het an der heiligen Stätte,( wer das liest der merke das rau!) Alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist, und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine große Trubsal seyn, als nie gewesen ist, von Anfang der Welt bisher, und als auch nie werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig. Aber um der Auserwählten willen werden die Tage vers kürzet. So alsdann jemand zu euch sagen wird. Siehe hie ist Christus, oder da, so sollt ihrs nicht glauben. Denn es werden falsche Chrifti, und falsche Propheten auferstehen und große Zeichen und Wunder thun, daß ver. es möglich wäre) die Auserwählten. Siche, ich habe euch zuvor geſagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ift in der Wüsten, so gehet nicht hinaus. Siehe! er ift in der Kammer, fo glaubet es nicht. Denn gleich wie der Blig ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum und Evangelien. 131 Niedergang; also wird auch sein die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber ein Was ist da sammeln sich die Adler. Am 26. Sonntage nach Trinitatis. Epiftel, 2 Thesf. 1, v. 3: 10. Wir sollen Gott danken allezeit um euch lieben Brüder wie es billig ist. Denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander. Ulfo daß wir uns eurer rühmen unter den Ge= meinen Gottes, von wegen eurer Geduld und Glauben in allen euren Verfolgungen und Trübfalen, die ihr duldet. Welches anzeigt, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über welchem ihr auch leidet. Nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübfal denen, die euch Trübsal anlegen. Euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel, sammt den Engeln seiner Kraft, und mit Feueiflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorfam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Chrifti. Welche werden Pein leiden, das ewige Verderben vor dem Ungesichte des Herrn, und von seiner herrlichen Macht; wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. de Evangelium, Matth. 25, v. 31:46. W. enn aber des Menschen Sohn fommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heil. Engelmit ihm, dann wird er figen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und alle Völker vor ihm versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirt die Schaafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schaafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird der König sagen zu denen seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Baters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Unbeginn der Welt. Dena ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Jch. 132 Episteln bin durftig gewesen, und ihr habt mich gerränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich tekleidet. Ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin getangen ges wesen, und ihr send zu mir kommen. Denn werden ihm die Gerechten antworten und fagen: Herr, wenn haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? Oder durstig und haben dich getränkei? Wenn haben wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? oder nackend, und haben dich bekleidet? Wenn haben wir dich krank oder gefangen gesehen, and find zu dir kommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Was ihr geihan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Denn wird er auch fagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir ihr Verfluchten in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Ens geln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Sch bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Saft gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackend geweien, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewe. fen, und ihr habt mich nicht befuchet. Denn werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig oder durftig, oder einen Gast oder nackend, oder front oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Denn wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich ich sage cuch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht ges than. Und sie werden in die ewige Pein geben; aber die Gerechten in das ewige Leben. Am 17 Sonntage nach Trinitatis. Epiftet, 2 Petri 3, v. 3-13. Lieben Brüder, wisset das aufs erste, daß in den legten Lagen kommen werden Spötter; die nach ihren eige nen Lüften wandeln. Und sagen: Wo ist die Verheißung feiner Sukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen und Evangelien 133 find, bleibt es alles, wie es von Anfang der Creatur ges wesen ist. Aber Mushwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Beiten auch war, dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort. Dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündfluth verderbet. Also auch der Himmel jezund und die Erden werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerid te, und Berdammniß der gotilofen Menschen. Eines aber sey euch unverhalten, ihr lieben, daß ein Tag vor dem Herrn ist wte tausend Jahr, und tausend Jahr wie ein Tag. Der Herr verzeucht nicht die Berhcißung, wie es etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße bekehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dteb in der Nacht, in welchem die Himmel vergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hiße zerfa, melzen, und die Erde und die Werke, die drinnen sind, werden verbrennen. Go nun das alles foll zergehen, wie sollt ihr dann geschickt seyn im heiligen Wandel und gottfeligen Wefen? Daß thr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn in welchem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Elemente vor Hiße zerschmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde, nach seiner Berheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Evangelium, Suche am 6. Sonntage nach Ephiph. dol pula pemate and g die apar codes the four sta Episteln und Evangelien anf alle Feiertage. Am Lage St. Andred. Epistel, Rom. 10, v. 10: 18. So man von Herzen glaubet, so wird man gerecht, und fo man mit dem Munde bekennet, so wird man felig. Denn die Schrift spricht: Wer an ihn glaubet, wird nicht zu Schanden werden. Es ist hie kein Unterschied unter Juden und Griechen, es ist aber allzumal ein Herr, reich) über alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn wird anrufen, foll selig werden. Wie sollen sie aber anrufen an den sie nicht glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben stehet: Wie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verküns bigen. Aber sie sind nicht alle dem Evangelio gehorsam. Denn Jesaias spricht: Herr, wer glaubt unsern Predigten? So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Cottes. Ich sage aber, haben sie es nicht gehöct? 3war ist ee je in alle Lande aufgegangen ihr Schall, und in alle Welt ihre Worte. Evangelium, Matth. 4, v. 18-22. As run Jesus an dem Galiläischen Meere ging, fahe er zween Brüder, Simon, der da heißet Petrus, und Ans bream seinen Bruder, die wurfen ihre Nege ins Meer, denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach ich will euch zu Menschenfischern machen. Bald und Evangelien 135 verließen sie ihre Rege und folgten ihm nach. Und da er von dannen fürbaß ging, sahe er zween andere Brüder, Jacobum, den Sohn Zebedäi, und Johannem seinen Bruder, im Schiff, mit ihrem Vater Zebedão, daß sie ihre Nege flickten, und er rief ihnen. Bald verließen sie das Schiff und ihren Bater, und folgten ihm nach. Am Tage St. Thoma. Epistel, Epheser 1, v. 3-6. Gelobet sey Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Chriftum. Wie er uns denn erwählt hat durch denfeltigen, che der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten seyn heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe. Und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihn selbst durch Jefum Chriftum, nach dem Bohlgefallen seines Willens 3u Lobe seiner gerrlichen Gnade, durch welche. er uns bat angenehm gemacht in dem Geliebten. Evangelium, Joh. 20, v. 24:29. Thoomas aber der 3wölfen einer, der da heißet Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber prach zu ihnen: Es sey denn, daß ich in seinen Händen sähe die Nägelmahle, und lege meine Finger in die Nägel. maht, und lege meine Hand in seine Seite, will ichs nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger brinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch. Darnach spricht er zu Thoma: Reiche deinen Finger her, und lege sie in meine Seite, und sep nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott. Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen haft, Thoma, so glauteft bu. Gelig sind, die nicht sehen, und doch glauben. Episteln Am Tage Pauli Bekehrung. Epistel, Upoft. Gefch. 9, v. 1. 22. Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden wider die Jünger des Herrn, und ging zum Hohenpriester und bat ihn um Briefe gen Damaskus an die Schulen, auf daß so er etliche dieses Beges fände, Männer und Weiber, er sie gebunden führe gen Jerujatem. Und da er auf dem Wege war, und nahe bei Damaskus kam, umleuchtete ihn plöglich ein Licht vom Himmel. Und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die fprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Er aber sprach: perr, wer bist du? Der Herr sprach: ich bin Je us, den du verfolgest. Es wird dir schwer werden wider den Stachel lecken. Und er sprach mit Sittern und 3agen: Herr, was willst du, das ich thun soll? Der Herr spcach zu ihm: Stehe auf und gehe in die Stadt, da wird man dir sagen, was du thun sollt. Die Männer aber, die seine Gefährten waren ftunden und waren erstarrt, denn sie hörten eine Stim, me und sahen niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Erde, und als er seine Augen aufthat, sahe er nie. mand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand, und führten ihn gen Damascum, und war drei Tage nicht sehend, und aß und trank nicht. Es war aber ein Jünger zu Damas kus, mit Namen aanias, zu dem sprach der Herr im Gesichte: Unania, Und er sprach: He bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe( hin in die Gaffe, die da heißet die Schtige, und frage in dem Hause Juda nach Saulo, mit Namen von Tharsen, denn siche, er betet. Und hat gesehen im Gesichte einen Mann mit Namen Unanias, zu ihm hincin kommen und die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend werde. Unanias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen gehöret von diesem Manne, wie viel Uebels er deinen Heiligen gethan hat zu Jerufalem, und er hat allhier Macht von den Hohen priefiern, zu binden alle, die deinen heiligen Ramen an rufen. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin, denn die fer ist mir ein auserwähltes Ruftzeng, daß er meinen Mamen trage vor den Heiden, und vor den Königen and 136 und Evangelien 138 vor ben Kindern von Ifrael. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muß um meines Namens willen. Und Una" nias ging bin, und kam in das Haus, und legte die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt,( der dir erschienen ist auf dem Wege da du herkamst) daß du wieder sehend, und mit dem heiligen Geist erfüllet würdest. Und alsobald fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er ward wieder sehend, und stund auf, ließ sich taufen, und notin Speise zu sich und stärkte sich. Saulus aber war eiliche Tage bei den Jüngern zu Das mascus. Und alsbald predigre er Chriftum in den Schu len, daß derselbige Bottes Sohn sey. Sie entsegten sich aber alle, die es hörten, und sprachen: Ist das nicht der zu Jerusalem zerstörte alle, die diesen Namen anrufen, und darum herkommen, daß er sie gebunden führe zu den Hohenpriestern? Saulus aber ward jemehr kräftiger und trieb die Juden ein, die zu Damascus wohnten. 640 m 100 Evangelium, Matth. 19, v. 23.30. I fus 1912, mullspro fus aber sprach zu seinen Jüngern: Warlich, ich sage euch: ein Reicher wird schweilich ins Himmelreich kommen. Und weiter sage ich euch es ist leichter, daß ein Kameéi burch ein Nadelohr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme. Da das seine Jünger hörten, entsegten fie sich sehr, und sprachen: Ei mee kann denn selig werde Jefus aber sabe sie an und sprach zu ihnen: bei den Mens. schen ist unmöglich, aber bei Gott sind alle Dinge möglich). Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir ha. ben alles verlassen, und sind dir nachgefolgt, was wird uns dafür? Jesus aber sprach zu ihnen: Bahrlich, wahrlich, ich sage euch: daß ihr, die ihr mir send nachgefolget, in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sizen auf dem Stuhle feiner Herrlichkeit, werdet ihr auch sizzen auf den zwölf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechs ter Israel. Und wer verlasset Häuser, oder Brüder, oder Schwester, oder Bater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Wecker, um meines Namens willen, der wird hundertfältig nehmen, und das ewige Leben ever 138 Episteln ben. Aber viele, die da sind die Ersten, werden die Leg: ten, und die Lehten die Ersten sein. Am Tage Marià Reinigung. Epistel, Maleachi 3, v. 1= 4. Siehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tem. pet der Herr den ihr suchet, und der Engel des Bundes, den ihr begehrt. Siehe er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen. Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmieds, und wie die Seife der Wäscher. Er wird sigen und schmelzen, und das Silber reinigen. Er wird die Kinder Levi reinigen, und läutern wie Gold und Silber, denn sie werden dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigteit, und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Juda und Jerusalem, wie vorhin und vor langen Jahren. muingute Evangelium, Lucă 2, v. 22:32. wie man m thongi zado Und da die Fage ihrer Reinigung nach dem Gesch Mo. ¡ fis tamen, brachten sie das Kind Jesu gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstellten dem Herrn.( Wie denn geschrieben steht in dem Gefet des Herrn: Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, foll dem Herrn gebeiliget beißen). Und daß sie gäben das Opfer, nachdem gesagt ist in dem Gese des Herrn, ein paar Turteltau ben, oder zwo junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem mit Namen Simeon; und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Troft Ifrael, und der heilige Geift war in ihm. Und ihm war eine Untwort worden vom heil. Geift, er follte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Chrift des Herrn gesehen, und kam aus Unregen des Geistes in den Tempel. Und da bie Eltern das Kind Jefum in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten wie man pflegt nach dem Gesek, da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach: Herr, nun läffest du deinen Diener A und Evaugelien. im Frieden fahren, wie du gesagt haft. Denn meine Aus gen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet haft vor allen Völkern, ein Licht zu erleuchten die Heiden, und gua Preiß deines Bolkes Ifrael. 139 Am Tage Matthiä. Epistel, Apoftelgesch. 1, v. 15:26, Und in den Tagen trat auf Petrus unter die Jünger, Nor sprach:( Es war aber die Schaar der Namen zu Hause bei 120). Ihr Männer und Brüder, es mußte die Schrift erfüllt werden, welche zuvor gesagt hat der heil. Geist, durch den Mund David, von Juda, der ein Vorgänger war derer, die Jesum fingen. Denn er war mit uns ges zählet, und hat dies Umt mit uns übernommen. Dieser hat erworben den Ücker um den ungerechten Lohn, und sich erhenket, und ist mitten entzwei geborsten, und alle fein Eingeweide ausgeschüttet. Und es ist kund worden allen, die zu Jerusalem wohnen, also daß cerselviye anne genennet wird nach ihrer Sprache: Hakeldama, das ist, ein Blutacker. Denn es steht geschrieben im Pfalmbuch: Ihre Behausung müsse wüste werden, und sey niemand, der darinnen wohne. Und sein Bisthum empfahe ein anderer. So muß nun einer unter diesen Männern, die bei uns gewesen sind, die ganze Zeit über, welche der Herr Jesus unter uns ist aus und eingegangen, von der Taufe Johannis an, bis auf den Tag, da er von uns genoms men ist, ein Beuge seiner Auferstehung mit uns werden. Und sie stellten zwei, Joseph, genannt Borsabas, mit dem Zunamen Just, und Matthiam, beteten und sprachen: Herr! aller Herzen Kundiger, zeige an, welchen du ers wählet hast unter diesen zwei, daß einer empfahe diesen Dienst und Upoftelamt, davon Jutas abgewichen ist, daß er hingehe an seinen Ort. Und sie wurfen das Loos über fie; und das Loos fiel auf Matthiam, und er ward zuges ordnet den eilf Uposteln. Episteln Evangelium, Matth. 11, v. 25-30. Su derfelbigen Zeit antwortete Jesus und sprach: 34 preise dich, Vater und Herr des Himmels und der Erden, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen haft, und hast es den Unmündigen offenbaret. Ja Bater, denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir überge. ben von meinem Vater. Und niemand kennet den Sohn, denn nur der Vater. Und niemand kennet den Vater, denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. Kommt hei zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seyd ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch, und Iernet von mir. denn ich bin fanftmüthig und von Herzen bemüthig, foswerdet ihr Ruhe sinden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Laft ist leicht. 140 Am Tage der Verkündigung Maria. Epistel, Jesaiá 7. v. 10.19. Und der Herr redete abermals zu 2has, und sprache Fors bere dir ein Zeichen von dem Herrn deinem Gott, es sey unten in der Höüe, oder droben in der Höhe. Über Whas sprach: ich will nicht fodern, daß ich den Herrn nicht vers suche. Da sprach er: wohtan, so höcet ihr vom Hause David: Ists euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, müßt ihr auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der Herr felbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jung, frau ist schwanger, und wird einen Sohn getähren, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er effen, daß er wisse Böses zu verwerfen, und Gutes zu er wählen. Denn ehe der Knabe lernet Böses verwerfen, der und Gutes erwählen, wird das Land, davor dir grauet, vertassen feyn von seinen zwei Königen. Evangeliumi, Luca 1, v. 26:38. Und im sechsten Mond ward der Engel Gabriel gefandt von Gott, in eine Stadt in Galitäa, die heißet Sta. zareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph vom Hause David, und die und Evangelien 141 Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein, und sprach: Gegrüßet seyst du holeselige, der Herr ist mit dir, du gebenedeite unter den Weibern. Da sie aber ihn sahe, erschrack sie über seine Rede, und gedachte, welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu thr: Fürchte dich nicht Maria, du hast Gnade bei Gott funden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe, und einen Sohn gebären des Name sollt du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchften genennet werden. Und Gott der Herr wird ihm den Stuhl seines Baters David geben. Und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende seyn. Da sprach Maria zu den Engeln: wie soll das zugehen? Cintemal ich von keinem Manne weiß. Der Engel antwortete und sprach zu ihr: der heil. Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten, darum auch das Heilige das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genennt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundin ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter, und geht jetzt im sechsten Mond, die im Beschrei ist, daß sie unfruchtbar fen. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber Sprach: Siehe, ich bin des Heren Magd; mir geschehe, wie du gesagt haft. Und der Engel schied von ihr. Am Tage Philippi und Jacobi. Epistel, Ephes. 2, v. 19:22. Lieben Brüder, so feyd ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen, und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Pros pheten, da Jesus Christus der Eckstein ist auf welchem der ganze Bau ineinander gefüget, wächset zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Auf welcem auch ihr mit erbauet werdet, zu einer Behausung Gottes ihm Geist. Evangelium, Joh. 14, v. 1:14. Jefus fprach zu seinen Jüngern: Euer Hecz eeshrecke nicht. Glaubt ihr an Gott, so glaubt ihr auch an mich. Ja 142 Episteln meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenns nicht so wäre, so wollt ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und ob ich hinginge: euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wieder kommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr send, wo ich bin. Und wo ich hingehe, das wisset ihr und den Weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr wir wissen nicht, wo du hingeheft, und wie können wir den Weg wissen? Jefus spricht zu ihm: Ich bin der Weg die Bahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Wenn ihr mich kenntet, so kenntet ihr auch meinen Bater, und von nun an kennet ihr ihn, und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Ba. ter, so genüget uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kenneft mich nicht? Philippi, wer mich sieht, der sieht den Vater. Wie sprichst du denn: zeige uns den Vater? Glaubest du nicht, daß ich im Bater, und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. der Vater aber, der in mir wohnt, derselbige thut die Werke. Glaus bet mir, daß ich) im Vater, und der Vater in mir ist, wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Warlich, warlich, ich sage euch: Wer an midy glaubet, der wird die Werke auch thun, die ich thue, und wird größere denn diese thun, denn ich gehe zum Vater. Und was the bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf daß der Vater geehrt werde in dem Sohne. Was ihs bitten werdet in meinem Namen das will ich thun. Am Tage Johannes des Täufers. Epistel, Jesaiä 40, v. 1-5. Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. Redet mit Jerusalem freundlich, und prediget ihr, daß ihre Ritters schaft ein Ende hat, denn ihre Missethat ist vergeben um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste; bereitet dem Herrn den Weg, machet auf dem Gefilde eine ebne Bahn unserm Sott. Alle Thale sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was ungleich ist, soll eben, und was höckes und Evangelien. 143 richt ist, foll schlecht werden. Denn die Herrlichkeit des Herrn soll offenbar werden, und alles Fleisch mit einan. ber wird sehen, daß des Herrn Mund redet. Evangelium, Luca 1, v. 57.80. Und Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte, und fie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Gefreund. ten hörten, daß der Herr große Barmherzigkeit an the gethan hatte, und freuten sich mit ihr. Und es begab sich am achten Tage, kamen sie zu beschneiden das Kindlein, und hießen ihn nach seinem Vater Zacharias. Aber seine Mutter antwortete und sprach: Mit nichten, sondern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Freundschaft der also heiße. Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn wollte heißen lassen? Und er foderte ein Täflein, schrieb und sprach: Er heißt Johannes. Und sie verwunderten sich alle. Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgethan, und redete, und lobte Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nach, barn, und diese Geschichte ward alles ruchtbar auf dem ganzen jüdischen Gebirge. Und alle, die es hörten, nahmens zu Herzen, und sprachen: Was meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll, weisfagte und sprach: Gelobet sey der Herr, der Gott Israel, denn er hat besuchet und erlöset sein Volk. und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils, in dem Hause seines Dieners David. Als er vor Zeiten geredt hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, daß er uns errette von unfern Feinden, und von der Hand aller, die uns hassen; und die Barmherzigkeit ers zeiget unsern Vätern, und gedachte an seinen heiligen Bund: und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, daß wir erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dienten ohne Furcht unser Les benlang, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefäl lig ist und du Kindlein, wirft ein Propheten des Höchsten heißen, du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du feinen Weg bereitest; und Erkenntniß des Heils gebeft feinem Bolt, die da ist in Vergebung der Sünden; 144 Epifleln des durch die herrliche Barmherzigkeit Bottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, auf daß er erscheine denen, die da sigen in Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs, und ward stack im Geist, und war in der Wüste, bis daß er sollte hervortreten vor das Volk Israel. Am Tage Petri und Pauli. Epistel, Apoft. Gefd). 12, v. 1. 11. Um dieselbige Zeit legte der König Herodes die Hände an etliche der Gemeine zu peinigen. Ec tócete aber Jacobum, Johannis Bruder, mit dem Schwerdt. Und da er fah, daß es den Juden gefiel. fuhr er fort, und fing Petrum auch. Es waren aber eben die Tage der süßen Brode. Da er ihn nun griff, legte er ihn ins Gefängniß, und überantwor. tete ihn vier Viertheilen Kriege knechten, ihn zu verwah. ren, und gedachte ihn nach den Ostern dem Volk vorzus stellen. Und Petrus ward zwar im Gefängniß gehalten, aber die Gemeine betete ohne Aufhören für ihn zu Gott. Und da ihn Herodes wollte vorstellen ,, in derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zwei Kriegsknechten, gebunden mit zwei Ketten, und die Hüter vor der Thür hüteten des Gefängnisses. Und siehe der Engel des Herrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach, und schlug Petrum an die Seite, und weckte ihn auf und sprach: Stehe bes hend auf. Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Sücte dich und thu deine Schuh an. Und er that also und sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich und folge mir nach. Und er ging hinaus und folgte ihm, und wußte nicht, daß ihm wahrs haftig fold es geschehe durch den Engel: sondern es täuchte ihm, er sahe ein Gesicht. Sie gingen aber durch die erste und andere Hut, uno tamen zu der eisernen Thür, welche zur Stadt führet, die that sich ihnen von ihr selber auf. Und traten heraus und gingen hin eine Gaffe lang, und alsbald schied der Engel von ihm. Und da Petrus zu und Evangelien. 145 ihm selber kam, sprach er: nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr einen Engel gesandt hat, und mich errettet aus der Hand Herodis, und von allem Warten des jüdischen Volks. Evangelium, Matth. 16, v. 13- 19. Da kam Jesus in die Gegend der Stadt Cäsarea Philippi, und fragte seine Jünger und sprach: Wer sagen bie Leute, daß des Menschen Sohn sey? Sie sprachen: Etliche sagen, du feyst Johannes der Täuser. Die andern bu seyft Elias, etliche du feyst Jeremias oder der Prophes. ten einer. Er sprach zu ihnen. Wer saget denn ihr, daß ich sey? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bift Chriftus, des lebendigen Gottes Sohn. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du Simon, Jo. nas Sohn, denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offen. bart, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Höllen sollen sie nicht überwältigen. Und will dir des Himmelreichs Schlüs ſel geben. Alles, was du auf Erden binden wirst, soll ruch im Himmel gebunden sein; und alles, was du auf Erden lösen wirft, soll auch im Himmet los seyn. Am Tage Marià Heimsuchung. Epistel, Röm. 12, v. 9: 18. Die Liebe sey nicht falsch. Hasset das Urge, hanget dem Suten an. Die brüderliche Liebe untereinander sey herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Send icht träge, was ihr thun sollt. Send brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seyd fröhlich in Hoffnung, eduldig in Trübfal. Haltet an am Gebet. Nehmet uch der Heiltgen Nothdurft an. Herberget gerne., Seget, die euch verfolgen: Segnet, und fluchet nicht. Freuet uch mit den Fröhligen, und weinet mit den Beinenden. pabt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach ohen Dingen, sondern haiter euch herunter zu den Nied. igen. haltet euch nicht elbst für klug. Bergeltet nies g 146 Episteln mand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ist es möglich, so viel an cuch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. Evangelium, Luca 1, v. 39. 56. Maria aber stund auf in den Tagen, und ging auf das Gebirge endlich zu der Stadt Juda. Und kam in das Haus Zacharias, und grüßte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Mariä hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des heiligen Geistes poll, und rief laut und prach: Gebenedeyet bist du unter den Weibern. Und gebenedeyet ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siebe, da ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte vor Freuden das Kind in meinem Leibe. Und o selig bist du, die du geglaubet haft, denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria sprach: Meine Seele erhebet den Herrn und mein Geist freuet sich Gott, meines Heilandes. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir gethan. cer da mächtig ist, und des Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währt immer für und für, bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit seinem Arm, und zerstreuet die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Ee stößet die Gewaltigen vom Stuhl, und erhebet die Elenden. Die Hungrigen erfüllet er mit Gütern, und läsfet die Reichen leer. Er denkt der Barmherzigkeit, und hilft einem Diener Israel auf. Wie er geretet hat unsern Vätern, Ubraham und seinem Samen ewiglich. Und Marta blieb bei ihr drei Monden, darnach, kehrte sie wiederum heim. Am Tage St. Jakobí. Epistel, Röm. 8, v. 28. 39. ir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum besten dienen, die nach dem Vorfag becufen sind. Denn welche er zuvor berufen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich sein sollen dem Ebenbilde feines Sohnes, auf und Evangelien. 147 daß derselbige der Erstgeborne sey unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; melche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was sollen wir denn hiezu sagen? Ist Gott für uns wer mag wider uns seyn? weicher auch seines eignen Sohnes nicht hat verfchonet, sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hie, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Chris stus ist hte, der gestorben ist. Ja vielmehr, der auch aufers weckt ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns. er will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal, Ungst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Blöße, oder Fährlichkeit oder Schwerdt? Wie geschrieben steht. Um deinetwillen werden wir getödet den ganzen Tag, wir sind geachtet wie Schlachtschaafe. Aber in dem allen üterwinben wir weit, um deßwillen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstenthum noch Gewalt, noch Gegenwärtiges, noch 3ukünftiges, weder hohes noch tiefes, noch eine andere Greatur mag uns scheiden von der Liebe Bottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. Coangelium, Matth. 20, v. 20: 23. Da trat zu Jesu die Mutter der Kinder Zebedäi, mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder, und bat etwas von ihm Und er sprach zu ihr: was willt du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zween Söhne figen in deinem Reiche, einen zu deiner Rechten, und den andern zu deiner Linken. Uber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisser nicht, was ihr bittet. Könnet ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde, und euch taufen lasse mit der Taufe, da ich mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja wohl Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch follt ihr zwar trinken, nud mit der Taufe, da ich mit getauft werde, sollt ihr getauft werden. Aber das Siten zu meiner Rechten und einken zu geben, fiehet mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Bater. 92 Episteln Am Tage Bartholomai. Epistel, 2 Cor. 4, v. 7:10. Wir haben aber solchen Schat in irdischen Gefäßen, auf daß die überschwengliche Kraft fey Gottes, und nicht von uns. Wir haben allenthalben Trübfal, aber wir ängsten uns nicht. Une ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt aber wir kommen nicht um. Und tragen um allezeit das Sterben des Herrn Jesu an unserm Leibe, auf daß auch das Leben des Herrn Jesu an unferm Leibe offenbar werde: 148 Evangelium, Luca 22, v. 24: 30. Es exhub sich aber ein 3ank unter den Jüngern, welcher unter ihnen sollte für den größten gehalten werden? Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen und die Bewaltigen heißt man gnädige Herrn. Ihr aber nicht also: sondern der Größte unter euch soll seyn wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Größte, der zu Zische figet, oder der da dienet? Ists nicht also, daß der zu Zische fizet? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Ihr aber sends, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen: Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater be. schieden hat, daß ihr effen und trinken fallt über meinem Zisch in meinem Reich, und sißen auf Stühlen, und richten die 3wölf Geschlechter Israel. Am Tage St Matthål. Epistel, 1 Cor. 12, v. 4. 11. 8 find mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es find mancherlei Wemter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket alles in allem. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geiftes, zum gemeinen Stußen. Einem wird gegeben durch den Geift zu reden von der Weisheit: dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntnis, nach demselbigen Geift. Einem andern der Glaube in demselbigen Geist. Cinem andern die Gabe gefund zu machen in demselbigen und Evangelien. 149 Geist. Einem andern Bunder zu thun. Einem andern Wet: fagung. Einem andern Geister zu unterscheiden. Einem andern mancherlei Sprachen. Einem andern die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbe einige Geift; und theilet einem jeglichen seines zu, nachdem er will. Evangelium, Matth. 9, v. 9-13. Und da Jesus von dannen ging, sah er einen Menschen am 3oll sigen, der hieß Matthäus, und sprach zu ihm: Folge mir. Und er stund auf und folgte ihm. Und es bes gab sich da er zu Zische saß im Hause, siehe, da kamen viel 3öllner und Sünder, und aßen zu Zische mit Jesu und seinen Jüngern. Da das die Pharisäer sahen, spracben sie zu seinen Jüngern: warum isset euer Meister mit diefen Zöllner und Sünder? Da das Jesus hörte, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, ondern die Kranken. Gehet aber hin und lernet was das sey. Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit, und nicht am Opfer. Ich bin kommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Frommen. Am Tage St. Michaelis. Epistel, Offenbar. Joh. 12, v. 7. 12. Und es erhub sich ein Streit im Himmel. Michael und seine Engel ftritten mit dem Drachen, und der Drache ftritt und seine heilige Engel, und siegten nicht, auch ward ihrer Stätte nicht mehr funden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführt, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil, und die Kraft, und das Reich und die Macht unsers Gottes seines Chriftus worden, weil der Verkläger unfrer Brükder verworfen ist, der sie verklagte Tag und Nacht vor Bott. Und sie haben ihn überwunden, durch des Lammes Blut, und durch das Wort ihrer Zeugniß, und haben ihr Leben nicht geliebt bis an den Zod. Darum freuet euch ihr Himmel, und die darinnen, wohnen. Episteln Coangelium, Matth. 13, v. 1. 10. Bu derselbigen Stunde traten die Jünger zu Jesu, und sprachen: Wer ist ber Größeste im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich, und stellte es mitten unter sie und sprach: Barlich, ich sage euch: es sey denn, daß ihr euch umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer sich nun selbst erniedriget, wie das Kind, der ist der Größte im Himmetreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Geringsten einer, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlftein an ſeinen hals gehängt würde, und er ersäuft würde im Merr, da es am tieffien ist. Wehe der Welt der Uergerniß halben!, Es muß ja Nergerniß kommen. Doch wehe dem Menschen, durch welchen Wergerniß kommt. So aber deine Hand oder dein Fuß dic ärgert so haue ihn ab, und wief ihn von dir: es ist die besser, daß du zum Leben lahm, oder als Krüppel eingeheft, denn daß du zwei Hände oder Füße habest, und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und ſo dich dein Auge ärgert, reiße es aus, und wirf es von dir, es ift bir besser, daß du einäugig zum Seben eingehst, denn daß bu zivet Augen haft und werdest in das höllische Feuer ge. worfen. Sehet zu, daß ihr nicht jemand von diesen Klej. nen verachtet; denn ich sage euch: Ihre Engel ihm Himmel eben allezeit das Ungesicht meines Vaters im Himmel. 150 Am Tage Gimonis und Judă. Epistel, 1 Petri 1, v. 3- 9. Gelobet fey Gott und der Vater unsers Heren Jeſu Chrifti, der uns nach feiner großen Barmherzigkeit wieder geboren hat zu ei ter lebendigen Hoffnung, durch die Auferstehung Jefu Christi von den Zoden; zu einem unvergänglichen und unbefleckren und verwelcklichen Erbe, das behalten wird im Himmel. Ciuch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der legten Zeit, in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jegt eine kleine Zeit( wo es sein soll) traurig leyd in ma#cherlei Kufechtungen; auf daß euer Glaube recht. unb Evangelien. 151 schaffen und viel töstlicher erfunden werde, denn das vergångs liche Gold, das durchs Feuer bewährt wird, zu Lobe, Preis und Ehren, wenn nun offenbart wird Jesus Chriftue, wel. chen ihr nicht gesehn, und doch lieb habt, und nun an ihn glaubt, wiewol ihr ihn nicht seht, so werdet ihr euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude. Und das Ende eures Glaubens davon bringen, nemitch der Seelen Seligkeit. Evangelium, Joh. 15, v. 17 26. Jefus sprach zu seinen Jüngern: das gebiete ich euch, daß ihr euch untereinander liebet. So euch die Welt haffet, so wisset, daß sie mich vor euch gehaffet hat. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das ihre lieb. Dieweil ihr aber nicht von der Welt seyd, sondern ich habe euch von der Welt erwählet, darum haffet euch die Welt. Gedenket an mein Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr. Haben sie mich verfolget, Sie werden euch auch verfolgen. Haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Uber das alles werden sie euch thun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. Wenn ich nicht tommen wäre, und hätte es ihnen gesagt, so hätten sie keine Sünde; nun aber fönnen sie nichts vorwenden ihre Sünde zu entschuldigen. Wer mich hasset, der haffet auch meinen Vater. Hätte ich nicht die Werke gethan unter ihnen, die fein ander gethan hat, so hätten sie keine Sünde. Nun aber haben sie es gefehn, und hassen doch beide, mich und meinen Bater. Doch daß erfüllet werde der Spruch in ih rem Geset geschrieben: Sie baffen mich ohne Ursach. Am Tage der Kirchweihe. Epistel, Offenbar. Joh. 21, v. 2: 5. Und ich Johannes sah die heilige Stadt. das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herab fahren, zubereitet als eine gefchmuckte Braut ihrem Manne rete eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: SteUnd höhe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen, und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Bolk seyn, und er felbst Gott mit ihnen, wird ihr Gott seyn. und Gott wird 152 Episteln und Evangellen. abwischen alle Thränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr seyn. Denn das erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Evangelium, Lutá 19, v. 1 10. Und Jefus zog hinein und ging durch Jericho. Und siehe, da war ein Mensch, genannt Sachäus, der war ein Oberster der Zöllner, und war reich. Und begehrte Jesum zu sehen, wer er wäre, und konnte nicht vor dem Volk, denn er war klein von Person. Und er lief vorhin, und ftieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe, denn allda follte er durchkommen. Und als Jesus kam an die Stätte, sahe er auf, und ward sein gewahr, und sprach zu ihm: Zacháe, steig eilend hernieder, denn ich muß heut in deinem Hause einkehren. Und er stieg eilend hernieder unt nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das sahen, murreten sie alle, daß er bei einem Sünder einkehrte. 3achaus aber trat dar und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich jemand bettogen habe, das gebe ich vierfältig wie. der. Jesus aber sprach zu ihm: heute ist deinem Haufe Heil widerfahren, sintemal er auch Abrahams Sohn ist. Denn des Menschen Sohn ist kommen zu suchen und se. lig zu machen, das verloren ist. Inches 1 Centimetres Blue ¹2 Anhang( 2) 3 zum 4 Cyan 2 ¹5 6 Farbkarte# 13 Green Im Verlage der Großherzoglichen Invaliden- und Soldaten- Waisen- Anstalt. 7 Darmstadt, 1863. Druck der L. C. Wittich'schen Hofbuchdruckerei, 3 8 छात्र ॥ तमल Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8